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Gerresheimer AG — Annual Report 2015
Mar 31, 2016
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Annual Report
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Gerresheimer AG
Düsseldorf
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2014 bis zum 30.11.2015
Inhalt
Lagebericht der Gerresheimer AG
Die Gerresheimer AG
| Geschäftstätigkeit | |
| Geschäftsbereiche | |
| Zweigniederlassungen | |
| Unternehmensstrategie und Ziele | |
| Steuerungssystem | |
| Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements |
Konjunktur- und Marktumfeld
| Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen | |
| Branchenentwicklung | |
| Entwicklung an den Devisenmärkten | |
| Entwicklung an den Energie- und Rohstoffmärkten | |
| Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen |
Geschäftsverlauf
| Einfluss der Rahmenbedingungen auf den Geschäftsverlauf | |
| Prognoseerreichung im Geschäftsjahr 2015 (Gerresheimer Konzern) | |
| Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf |
Ertragslage der Gerresheimer AG
Vermögens-, Finanz- und Liquiditätslage der Gerresheimer AG
| Vermögenslage | |
| Finanz- und Liquiditätslage | |
| Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage |
Nicht finanzielle Erfolgsfaktoren der Gerresheimer AG und des Gerresheimer Konzerns
| Mitarbeiter | |
| Forschung und Entwicklung | |
| Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung | |
| Compliance | |
| Umwelt | |
| Business Excellence | |
| Kundenzufriedenheitsstudien | |
Vergütungsbericht
| Vergütung des Vorstands | |
| Vergütung des Aufsichtsrats |
Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB sowie erläuternder Bericht
Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB
| Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex | |
| Angaben zu Unternehmensführungspraktiken |
Chancen- und Risikobericht
| Konzerneinheitliches Chancen- und Risikomanagement | |
| Internes Kontrollsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess | |
| Chancen der künftigen Entwicklung | |
| Risiken der zukünftigen Entwicklung | |
| Übersicht der Risiken und ihre finanziellen Auswirkungen | |
| Unternehmensstrategische Risiken | |
| Operative Risiken | |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | |
| Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns und der Gerresheimer AG |
Nachtragsbericht
Prognosebericht
| Ausrichtung des Konzerns | |
| Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen | |
| Markt- und Geschäftschancen für den Gerresheimer Konzern und die Gerresheimer AG | |
| Erwartete Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | |
| Erwartete Entwicklung nicht finanzieller Erfolgsfaktoren | |
| Erwartete Finanzlage und Liquidität | |
| Dividendenpolitik | |
| Megatrends | |
| Gesamtaussage zum Prognosebericht |
Jahresabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung
Bilanz
Anhang
| Entwicklung des Anlagevermögens | |
| Anteilsbesitzliste | |
| Organe |
Erklärung des Vorstands
Bestätigungsvermerk
Lagebericht für das Geschäftsjahr 1. Dezember 2014 bis 30. November 2015
der GERRESHEIMER AG
DIE GERRESHEIMER AG
Die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf, Deutschland, fungiert als Holding der Unternehmen des Gerresheimer Konzerns. Sie steuert die von ihr gehaltene Beteiligung an der Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf, Deutschland, sowie indirekt die von der Gerresheimer Holdings GmbH gehaltenen Beteiligungen. Von diesen Beteiligungen erhält die Gerresheimer AG Beteiligungserträge. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG ist insbesondere durch diese Beteiligungserträge und damit wesentlich durch die Geschäftsentwicklung des gesamten Gerresheimer Konzerns geprägt. Nachfolgend wird, soweit nicht anders vermerkt, die Geschäftsentwicklung des Gerresheimer Konzerns beschrieben.
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma- und Healthcare-Industrie. Wir bieten auf Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien zum einen pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme an, zum anderen Diagnostiksysteme, Verpackungen für die Kosmetikindustrie sowie das komplette Spektrum an Glasprodukten für den Bereich Life Science Research.
GESCHÄFTSBEREICHE
Der Gerresheimer Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2014 gliedern wir unser Geschäftsmodell in die drei berichtspflichtigen operativen Geschäftsbereiche Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Life Science Research.
PLASTICS & DEVICES
Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen beispielsweise Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen.
Wir entwickeln einerseits komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst dabei Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette des Geschäftsfeldes Medical Systems ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker bis hin zu den unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik.
Andererseits umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen unter anderem Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindergesicherten und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern, die sich unter der Marke Duma® finden.
Daneben haben wir mit Centor den führenden Hersteller von Kunststoffbehältern und Verschlüssen für oral einzunehmende verschreibungspflichtige Medikamente im nordamerikanischen Endkundenmarkt erworben. In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten „pour-and-count“-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Centor hat dafür ein starkes Produktportfolio und beliefert landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.
PRIMARY PACKAGING GLASS
Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen zum Beispiel Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.
Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören beispielsweise Injektions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Ampullen, Fläschchen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette für Pharmaverpackungen an.
Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir verarbeiten Klar-, Farb- und Opalglas. Hierfür verfügen wir über sämtliche Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.
Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für Kleinspirituosen genutzt werden. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie beispielsweise Braun-, Weiß-, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.
LIFE SCIENCE RESEARCH
Im Geschäftsbereich Life Science Research produzieren wir Glasgefäße und Systeme für die speziellen Anforderungen in der Forschung, Entwicklung und Analytik. Darüber hinaus bieten wir Produkte für den allgemeinen Laborbedarf an.
Die Bandbreite der Produkte erstreckt sich von Standardartikeln für die Nass-Chemie wie etwa Messkolben, Bechergläser, Erlenmeyerkolben oder Fläschchen für Laboranalytik bis hin zu komplexeren Produkten wie Destillations- oder Filtrationsgeräten sowie Komponenten für Präzisionslaser. Wir fertigen außerdem zahlreiche anwendungsspezifische Varianten, die eine genaue Abstimmung auf die jeweiligen Einsatzzwecke ermöglichen.
ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die Gerresheimer AG unterhält keine Zweigniederlassungen.
UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND ZIELE
Die Nachfrage nach medizinischer Versorgung wächst weltweit stetig. Wesentliche Treiber sind globale Entwicklungen wie beispielsweise die steigende Lebenserwartung, das Wachstum der Weltbevölkerung und die Umweltveränderungen. Die steigende Anzahl patentfreier Medikamente sowie der Trend zur Selbstmedikation bedeuten auch künftig für die Pharma- und Gesundheitsindustrie weiteres Wachstumspotenzial. Neben den zunehmenden Stückzahlen steigen gleichzeitig die Qualitätsanforderungen an die pharmazeutischen Verpackungen. Dies gilt besonders für Wirkstoffe mit komplexer Molekülstruktur und stellt alle Marktteilnehmer vor Herausforderungen.
Für uns als Partner bei der Entwicklung und Produktion hochwertiger Spezialverpackungen für die Pharma- und Kosmetikindustrie eröffnen sich damit Chancen für weiteres Wachstum. Mit unserer globalen Entwicklungs- und Produktionskompetenz erfüllen wir die steigenden Anforderungen unserer Kunden an höchste Qualität - in den Industrienationen wie auch in den Schwellenländern.
Wir verfolgen die Vision, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die Gesundheit und Wohlbefinden verbessern.
Als Kompass auf diesem Weg dienen uns die folgenden Leitlinien:
› Wir möchten die Bedürfnisse unserer Kunden verstehen und ihnen Lösungen für ihre gegenwärtigen und künftigen Anforderungen bieten.
› Wir verpflichten uns zu kontinuierlichen Innovationen und herausragender Qualität.
› Wir wollen unser Technologie-Know-how und unsere Kompetenzen nutzen und als ein Team agieren.
› Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber mit hoch motivierten und engagierten Mitarbeitern sein - weltweit.
Wir wollen profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen und streben in unseren Märkten die globale Marktführerschaft an.
Konkret bedeutet dies dreierlei:
› Nachhaltiges Wachstum
Wir wollen weiter wachsen. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir den Umsatz mit unseren bestehenden Kunden steigern, neue Produkte anbieten sowie weitere Regionen und Kunden für uns erschließen. Um dies zu erreichen, greifen wir auch gezielt auf Akquisitionen zurück. Unser Fokus liegt auf Zukäufen, die uns entweder den Zugang zu neuen Regionen oder den Erwerb neuer Technologien ermöglichen.
› Steigende Profitabilität
Wir streben an, die führende Wettbewerbsposition in unseren Zielmärkten einzunehmen, dies mit Blick auf Technologien und Prozesse sowie kostenseitig. Wir setzen dabei auf hoch qualifizierte Mitarbeiter und ein weltweites Produktionsnetzwerk. Dies ermöglicht uns neben einer hohen Produktionsqualität vor allem die Kostenseite zu steuern. Wir konzentrieren uns auf ein profitables Wachstum, das sich in einem steigenden Adjusted EBITDA, einem höheren Operating Cash Flow und mittelfristig einem verbesserten Return on Capital Employed (ROCE) widerspiegeln soll.
› Attraktives Investment und starker Partner
Ein nachhaltig profitables Wachstum macht uns für unsere bestehenden und zukünftigen Investoren zu einem attraktiven Investment und für unsere Kunden zu einem verlässlichen und finanziell starken Partner. Dies ist insbesondere in der Pharma- und Gesundheitsindustrie von wesentlicher Bedeutung, denn langfristige und stabile Beziehungen sind in unserer Branche ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Die Eckpfeiler unserer Strategie gelten unverändert seit mehreren Jahren. Wir stellen im Rahmen der jährlichen operativen und strategischen Planung die Weichen für die Folgejahre und formulieren konkrete Ziele für das nächste Geschäftsjahr, die wir mit Beginn eines jeden Geschäftsjahres - jeweils für das laufende Geschäftsjahr - veröffentlichen.
Unsere Strategie hat sich auch im Geschäftsjahr 2015 operativ in mehreren strategischen Projekten manifestiert und wurde im Rahmen dieser Projekte erfolgreich umgesetzt. Neben weiteren Projekten sind für das Geschäftsjahr 2015 insbesondere die Akquisition der Centor U. S. Holding Inc. mit Sitz in Perrysburg, Ohio, USA, im Folgenden Centor genannt, sowie der Verkauf des Röhrenglasgeschäftes zu nennen. Beide Maßnahmen tragen maßgeblich zur Verbesserung unserer Position als globaler Partner der Pharmaindustrie bei, erhöhen unsere Profitabilität und machen Gerresheimer zu einem noch attraktiveren Investment.
STEUERUNGSSYSTEM
Unser unternehmerisches Handeln ist auf nachhaltig profitables Wachstum und globale Marktführerschaft in den Bereichen Pharma und Healthcare ausgerichtet. Daraus leiten sich Umsatzwachstum, Adjusted EBITDA, Operating Cash Flow, Investitionen, Net Working Capital und ROCE als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren für den Gerresheimer Konzern ab.
Das Wachstum des Gerresheimer Konzerns messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Im Falle von Akquisitionen oder Desinvestitionen bereinigen wir die Wachstumsrate um die daraus resultierenden Effekte genauso wie um Währungseffekte. Unser Ziel ist es, die so ermittelte organische Wachstumsrate über der Steigerungsrate unseres Marktes zu halten, wobei wir pro Geschäftsbereich und Geschäftsfeld jeweilige Zielgrößen für das Wachstum definiert haben.
Unsere Profitabilität ermitteln wir in erster Linie anhand des Adjusted EBITDA des Gerresheimer Konzerns. Dies setzt sich zusammen aus dem Betriebsergebnis vor Zinsen und Abschreibungen, bereinigt um die Positionen Restrukturierungsaufwand und einmalige Aufwendungen und Erträge. Unter die einmaligen Aufwendungen und Erträge fassen wir Abfindungen für den Vorstand, Kosten einer Refinanzierung, Personalabbau und Restrukturierungen in größerem Umfang (strukturell und strategisch), die nicht die engen Kriterien des IAS 37 erfüllen, Kosten für Akquisitionen (bis zum Zeitpunkt der Akquisition) und Desinvestitionen, Kosten aus der Historie von Gerresheimer, wie z. B. Schiedsgerichtsverfahren, und Ergebnisse aus Betriebsprüfungen. Bei den Bereichen Kosten, Technologien, Mitarbeiter und Prozesse streben wir eine führende Wettbewerbsposition an. Dies ist die Basis, um die Anforderungen unserer Kunden hinsichtlich Qualität, Service, Preis und Innovation zu erfüllen und über dem Branchendurchschnitt liegende Renditen (Adjusted EBITDA/Umsatz) zu erzielen.
Wir legen großen Wert darauf, einen ausreichenden Cash Flow zu erzielen, um die unterschiedlichen Erwartungen unserer Anspruchsgruppen zu erfüllen. Wir messen dies anhand des Operating Cash Flow des Gerresheimer Konzerns, der sich wie folgt errechnet: Adjusted EBITDA zuzüglich beziehungsweise abzüglich der Veränderung des Net Working Capitals (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene/geleistete Anzahlungen) abzüglich Investitionen. Für die Kennzahlen Adjusted EBITDA und Operating Cash Flow haben wir pro Geschäftsbereich und Geschäftsfeld individuelle Zielniveaus festgelegt.
Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Steuerung der Investitionen. Wir bewerten jedes Projekt in jeder Geschäftseinheit nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cash Flow, also der diskontierten Einnahmenüberschüsse, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % und eine Payback-Zeit von unter drei Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Zeit fünf Jahre im Regelfall nicht übersteigen. Bei Werksneubauten und -erweiterungen kann die Payback-Zeit auch darüber liegen.
Das Net Working Capital ist neben dem Adjusted EBITDA und den Investitionen die dritte Stellgröße beim Operating Cash Flow. Auch hierauf liegt ein permanenter Schwerpunkt unserer vielfältigen Optimierungsmaßnahmen, wie veränderte Zahlungsbedingungen, verbessertes Mahnwesen oder Optimierungen in der Produktionsplanung zwecks Bestandsreduzierung. Dabei ist die Senkung des auf Monatsbasis berechneten durchschnittlichen Net Working Capitals unser Ziel, um so den Kapitaleinsatz dauerhaft zu minimieren.
Durch die Fokussierung auf Adjusted EBITDA, Investitionen (und damit indirekt auch auf die Abschreibungen) sowie Net Working Capital haben wir im Übrigen die wesentlichen operativen Stellgrößen des ROCE im Blick. Dieser definiert sich als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, also Eigenkapital plus verzinsliches Fremdkapital abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Neben den oben genannten Kennzahlen stellt der ROCE eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für uns dar. Basierend auf der angestrebten Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % für Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollte dieser über 12 % für den Gerresheimer Konzern liegen.
Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklungen spielen auch nicht finanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen für uns von zentraler Bedeutung.
Steuerungsgröße für die Gerresheimer AG als Konzernobergesellschaft ist der handelsrechtliche Bilanzgewinn. Insbesondere durch Gewinnabführungen und Ausschüttungen von verbundenen Unternehmen soll die Umsetzung unserer langfristigen ergebnisorientierten Dividendenpolitik sichergestellt werden.
GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS
Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Konzern-Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher.
Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Unternehmensentwicklung und Controlling, Mergers & Acquisition und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategische Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz.
Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen. Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab. Diese sichern die Cash Flows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das Konzern-Treasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab.
KONJUNKTUR- UND MARKTUMFELD
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Der Internationale Währungsfonds (IWF)1 rechnet in seinem im Oktober 2015 veröffentlichten Prognosebericht mit einem leichten Rückgang der Wachstumsrate der Weltwirtschaft. Die IWF-Experten reduzierten die Wachstumserwartung im Vergleich zu ihrer letzten Veröffentlichung im Juli 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 % (Vorjahr: 3,4 %). Wichtige Einflussfaktoren sind die gesunkenen Rohstoffpreise sowie geringere Kapitalflüsse in die Schwellenländer.
Nach einer längeren Phase schwächeren Wachstums stehen die Zeichen in der Eurozone wieder auf Wachstum. Für das Jahr 2015 sagt der IWF für die Eurozone ein Wachstum von 1,5 % voraus (Vorjahr: 0,9 %). Diese Entwicklung wird unter anderem begünstigt durch den niedrigen Ölpreis, eine steigende Binnennachfrage, die wachstumsorientierte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Abwertung des Euro gegenüber anderen Währungen wie beispielsweise dem US-Dollar. Auch Länder wie Italien und Spanien, die sich in den letzten Jahren eher verhalten entwickelt hatten, beginnen langsam wieder Fuß zu fassen. Keine Ansteckungsgefahr für die Eurozone sieht der IWF durch die weiter schrumpfende griechische Wirtschaft.
Für Deutschland prognostiziert der IWF ein Plus von 1,5 % für das Berichtsjahr (Vorjahr: 1,6 %). Eine der Ursachen für die etwas eingetrübte Entwicklung war die schwächelnde Wirtschaft in einigen Schwellenländern. Demgegenüber hat die Binnennachfrage in Deutschland angesichts niedriger Zinsen weiter an Fahrt gewonnen. Die privaten Konsumausgaben nahmen nach Angaben des IWF im Jahr 2015 um 1,8 % zu. Nach Aussage von Wirtschaftsexperten werden die Ausgaben für die Flüchtlinge in Deutschland zukünftig positive Effekte auf die Entwicklung des Wachstums in Deutschland haben. Diese sollten für Deutschland wie ein kleines Konjunkturprogramm wirken.
Für die USA erwarten die Wirtschaftsexperten für 2015 ein Wachstum von 2,4 % (Vorjahr: 2,4 %). Das Land verdankt diese freundliche Prognose unter anderem dem niedrigen Ölpreis, der sowohl den Konsumenten zugutekommt als auch viele Industrieprozesse verbilligt. Laut Angaben des IWF sollte die amerikanische Notenbank ihre bisherige Niedrigzinspolitik zumindest mittelfristig weiter fortsetzen.
In den Schwellenländern hat sich die zum Teil herrschende Rezession entschärft. Für sie rechnet der IWF im Jahr 2015 mit einem insgesamt guten Wachstum in Höhe von 4,0 % (Vorjahr: 4,6 %). Ein Unsicherheitsfaktor für das Wachstum resultiert aus dem Umstand, dass sich in den Schwellenländern einige Firmen über Darlehen in der Währung US-Dollar verschuldet haben. Entsprechend negativ könnte sich eine weitere Verteuerung des US-Dollars auf deren Entwicklung auswirken.
Die Volksrepublik China - seit vielen Jahren ein wesentlicher Treiber des globalen Wachstums - wird nach aktuellen Einschätzungen im Jahr 2015 ihr selbst gestecktes Ziel von einer Zuwachsrate für das Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 7 % (Vorjahr 7,3 %) knapp verpassen, ist mit einem erwarteten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 6,8 % im Jahr 2015 jedoch nach wie vor eines der wachstumsstärksten Länder überhaupt.
Der IWF bezeichnet Indien als einen der Lichtblicke in der Weltwirtschaft. Die Gründe dafür sind unter anderem eine effektivere Politik und das Ende der politischen Unsicherheiten. In Indien liegt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2015 voraussichtlich bei 7,3 % (Vorjahr: 7,3 %). Indien - nach Kaufkraftparität die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt - wird damit dieses und nächstes Jahr voraussichtlich noch stärker wachsen als China. Nach nur einem Jahr im Amt hat die Regierung wichtige Maßnahmen eingeleitet. Dazu zählt eine Steuer auf Waren und Dienstleistungen, die Wachstum und Staatseinnahmen ankurbeln soll. Ebenso sollen Direktinvestitionen aus dem Ausland in etlichen Branchen einfacher werden.
Laut dem IWF steckt Brasilien in einer Rezession. In diesem Jahr soll die Wirtschaft um 3,0 % schrumpfen (Vorjahr: +0,1 %). Für 2017 prognostiziert der IWF wieder ein Wirtschaftswachstum. Der brasilianischen Regierung wird vom IWF empfohlen, die Konsolidierung des Staatshaushaltes weiter voranzutreiben und Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, die Inflation zu senken.
Die Aussichten für Russlands Wirtschaft sind weiterhin angespannt: Die russische Volkswirtschaft muss 2015 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 3,8 % (Vorjahr: +0,6 %) rechnen. Wesentliche Ursachen sind neben dem niedrigen Ölpreis die geopolitischen Risiken aus dem Konflikt mit der Ukraine sowie die damit verbundenen Sanktionen der westlichen Staatengemeinschaft.
BRANCHENENTWICKLUNG
Das Geschäftsklima in der Pharmabranche zeigte sich auch 2015 anhaltend positiv. Die Branche war geprägt von steigenden Umsätzen, Kostensenkungen und Produktinnovationen. Vor allem China und Nordamerika bieten Potenzial für eine Steigerung des Umsatzvolumens. Der russische Pharmamarkt zeigte 2015 klare Anzeichen der Erholung. Auch der aktuelle Branchencheck von IMS Health2 für die pharmazeutische Industrie beschreibt die Entwicklung für die nächsten Jahre als weiterhin positiv. Für den Welt-Pharmamarkt geht IMS für die kommenden Jahre von 2016 bis 2020 von einem jährlichen Ausgabenzuwachs zwischen 4 % und 7 % aus. Zwar erwartet IMS für das Jahr 2015 in den USA und Europa lediglich Wachstumsraten im niedrigen einstelligen Prozentbereich, doch global aufgestellte Unternehmen könnten weiterhin vom hohen Wachstum in den Schwellenländern3 profitieren. Von den weltweiten Ausgaben für Medikamente entfielen auf die Schwellenländer im Jahr 2015 bereits rund 28 %.
Belief sich das Volumen des weltweiten Pharmamarktes 2014 auf USD 936,5 Mrd., erwartet IMS für 2015 das Überschreiten der Marke von einer Billion US-Dollar. Weit über die Hälfte des Volumens entfiel 2015 auf die fünf nationalen Märkte USA, Japan, China, Deutschland und Frankreich. Außerdem verzeichnete die Pharmabranche einen Nachfrageschub in den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Mittelfristig werden sich laut den Experten von IMS die Weltmarktanteile nach und nach in Richtung der aufstrebenden Märkte wie China und Brasilien verschieben.
Die Branchenentwicklung wurde im Jahr 2015 auch geprägt durch eine deutliche Zunahme der Übernahme- und Fusionsaktivitäten. Wurden 2014 im Pharmasektor noch Übernahmen im Umfang von USD 234 Mrd. getätigt, waren im Jahr 2015 Akquisitionen und Fusionen im Gesamtumfang von einer halben Billion US-Dollar zu beobachten. Unabhängig von der Zunahme derartiger Transaktionen zeichnet sich die Pharmabranche weiterhin durch eine hohe Innovationskraft aus. Sie ist daher ein wichtiger wirtschaftlicher Treiber für eine Volkswirtschaft - auch in Deutschland. In der Bundesrepublik sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angesichts der guten Konjunkturlage und der hohen Steuereinnahmen weiterhin günstig, um den Pharmastandort Deutschland zu stärken. Im Jahr 2015 betrug der Umsatz in der Pharmaindustrie rund EUR 46,2 Mrd.
Insgesamt gilt die Pharmabranche als eine der wachstumsstärksten und krisensichersten. Sie profitiert weiterhin von nachhaltigen Wachstumstreibern wie beispielsweise der demografischen Entwicklung, welche in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Weit verbreitete Volkskrankheiten wie Diabetes, Demenzerkrankungen, Krebs und Allergien führen darüber hinaus zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung.
In der Konsequenz steigt die Anzahl von Arzneimitteln mit patentfreien Wirkstoffen sowie biotechnologisch hergestellten Medikamenten. Die Branche profitiert gleichzeitig von der steigenden Weltbevölkerung und der wachsenden Mittelschicht: Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden und Diabetes nehmen zu, entsprechend steigen die Ausgaben für die medizinische Versorgung. Neue Präparate und neue Wirkstoffe erfordern neben innovativen Herstellungsverfahren eine Weiterentwicklung der Verpackungen und Verabreichungen. Der Schutz der hochwertigen Inhaltsstoffe, die Qualitätssicherung und eine uneingeschränkte Funktionalität stehen dabei an erster Stelle. Immer mehr innovative Biotech-Medikamente kommen in Form von Injektionen auf den Markt, die in passender Konzentration in vorgefüllten Spritzen erhältlich sein müssen. Für den Bereich der Verpackung von Medikamenten heißt das: Die Hersteller müssen ein breites Portfolio an Technologien über möglichst weite Teile der Wertschöpfungskette anbieten. Hier sind wir mit unserer sehr breiten Produktpalette an pharmazeutischen Primärverpackungen aus Glas und Kunststoff seit Jahren einer der Vorreiter.
Auch der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich im Geschäftsjahr 2015 gut. Unverändert werden Glasverpackungen mit hoher Wertanmutung sehr geschätzt, so dass Design und zusätzliche Veredelungsprozesse der Glasbehälter auch im vergangenen Geschäftsjahr von entscheidender Bedeutung waren.
Die Nachfrage im Markt für Life Science Research-Produkte war zwar weiterhin geprägt von Bestandsreduzierungen und Budgetrestriktionen in den USA. Dennoch wurden im Jahr 2015 weitere leichte Stabilisierungstendenzen erkennbar. Zudem kam dem Geschäft im Zuge der Konzernkonsolidierung die aktuelle Stärke des US-Dollars im Verhältnis zur Konzernwährung Euro zugute.
ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN
Der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar stand 2015 durch die unterschiedliche Währungspolitik in beiden Währungsräumen weiterhin unter Druck. Die Stärke des US-Dollars setzte sich fort, und so verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar im Verlauf des Geschäftsjahres 2015 rund 15 % an Wert. Zum Ende des Geschäftsjahres am 30. November 2015 notierte er bei 1,06 US-Dollar je Euro, im Vergleich zu 1,25 US-Dollar je Euro zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres am 30. November 2014. Dabei zeigte der US-Dollar vor allem zu Beginn des Geschäftsjahres 2015 Stärke, danach tendierten die Kurse des Währungspaares eher seitwärts, in einem Korridor zwischen 1,05 und 1,16 US-Dollar je Euro. Die Schwäche des Euro im Geschäftsjahr 2015 lässt sich vor allem durch die von der Zentralbank FED in Aussicht gestellte baldige Zinswende in den Vereinigten Staaten erklären, die im Dezember 2015 dann auch mit einer ersten Erhöhung des Leitzinses eingeleitet wurde. Verstärkt wurde der Effekt auf das Währungspaar dadurch, dass die Europäische Zentralbank EZB die Wirtschaft anscheinend noch längere Zeit mit einer wachstumsorientierten Niedrigzinspolitik stützen wird.
Der Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr 2015 vom 1. Dezember 2014 bis zum 30. November 2015 lag damit bei 1,12 US-Dollar und somit unter dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres von 1,34 US-Dollar je Euro und hat dem Gerresheimer Konzern somit Währungsgewinne bei der Umrechnung von US-Dollar-Umsätzen in die Konzernwährung Euro beschert.
Andere Währungen, die für uns im Rahmen der Quartals- und Jahresabschlüsse zu Umrechnungseffekten in die Berichtswährung Euro führen, haben während des Berichtszeitraumes zumeist ihren Wert im Vergleich zum Euro gesteigert. Damit hat in Summe der schwächere Euro-Kurs im Berichtszeitraum dafür gesorgt, dass die Translationseffekte aus der Umrechnung von anderen Währungen in die Konzernwährung Euro das Umsatzwachstum erhöht haben. Im Geschäftsjahr 2015 lag für den US-Dollar folgender Plankurs zugrunde: 1 Euro entspricht 1,30 US-Dollar.
ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN
Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) in Anspruch genommen. Der Konzern hat sich gegen anziehende Energiepreise (Strom und Gas) umfassend abgesichert, um Energiekostensteigerungen aufzufangen.
Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.
Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand, Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen.
Mit dem Verkauf unseres Röhrenglasgeschäftes an Corning haben wir einen 10-Jahres-Liefervertrag für Borosilikatglas-Röhren abgeschlossen und damit den Bedarf des für unser Converting-Geschäft wichtigen Vorprodukts langfristig sichergestellt.
Insgesamt haben wir bei wesentlichen Kundenverträgen Preisanpassungsklauseln vereinbart, die diese Kostensteigerungen weitestgehend kompensieren. Dies bedeutet, dass wir nicht wesentlich vom im Geschäftsjahr 2015 gesunkenen Ölpreis profitiert haben, aber wahrscheinlich auch nicht wesentlich betroffen sein werden, sollte der Ölpreis wieder ansteigen.
Weitere Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels „Operative Risiken“.
ÄNDERUNG DER REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN
Nach wie vor legen die politischen Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dies hat auch im Geschäftsjahr 2015 zu einer Zunahme der Bedeutung generisch hergestellter Medikamente in den Industrieländern geführt.
Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Die Erfüllung und Umsetzung der regulatorischen Auflagen hat bei unseren Kunden in Einzelfällen im 1. Halbjahr 2015 Produktionsunterbrechungen erforderlich werden lassen, in deren Folge die Nachfrage nach unseren pharmazeutischen Verpackungen temporär beeinträchtigt war.
Insgesamt haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für Gerresheimer wichtigen Pharmamärkten für unser Geschäft im Jahr 2015 allerdings nicht wesentlich verändert. Außerdem stellen die hohen Anforderungen an unser Geschäft eine hohe Eintrittsbarriere für mögliche neue Wettbewerber dar.
GESCHÄFTSVERLAUF
EINFLUSS DER RAHMENBEDINGUNGEN AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUF
Die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für uns wichtigen Pharmamärkten haben sich im Geschäftsjahr 2015 nicht wesentlich verändert und somit auch unsere Geschäftsentwicklung nicht erheblich beeinflusst. Allerdings haben die zunehmende Anzahl und der steigende Umfang an regulatorischen Auflagen unser Geschäft auch in diesem Geschäftsjahr zeitweise belastet, da es bei einigen unserer Kunden dadurch zu Produktionsunterbrechungen kam. Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich tendenziell positiv. Insbesondere bei den Parfüm- und Pflegeprodukten verzeichneten die Hersteller Zuwächse. Die Nachfrage im Markt für Life Science Research-Produkte verharrte auch im Geschäftsjahr 2015 auf niedrigem Niveau und war stark durch Budgetrestriktionen in den USA geprägt.
Wir vertreiben hauptsächlich spezialisierte und hochwertige Primärverpackungsprodukte und Drug-Delivery-Systeme aus Glas und Kunststoff. Das Angebot einer vollständig integrierten Produktion unterscheidet uns von unseren Wettbewerbern. In den Märkten und in den Produktsegmenten, in denen wir tätig sind, wollen wir unsere Wettbewerbsposition Nr. 1 oder Nr. 2 halten beziehungsweise streben wir an, diese Wettbewerbsposition nachhaltig zu erreichen.
PROGNOSEERREICHUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2015 (GERRESHEIMER KONZERN)
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG ist abhängig von der Geschäftsentwicklung des Gerresheimer Konzerns. Die Unternehmensstrategie und Steuerung erfolgt ausschließlich über die Kennzahlen des Konzerns. Aus diesem Grund wird auf eine Prognoseerstellung auf Ebene des Einzelabschlusses verzichtet und berichten wir an dieser Stelle ausschließlich über die Prognoseentwicklung des Gerresheimer Konzerns.
Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten Entwicklung der organischen Wachstumsrate des Umsatzes, des Adjusted EBITDA und der Investitionsausgaben des Gerresheimer Konzerns.
Der Vergleich der Prognose mit den berichteten Geschäftsjahreszahlen zeigt, dass wir die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2015 gut eingeschätzt haben. Der organische Umsatzzuwachs von 1,5 % entsprach unserer Umsatzprognose von einem Zuwachs von 1 % bis 3 %. Das Adjusted EBITDA zu konstanten Wechselkursen und ohne Berücksichtigung von Centor liegt mit EUR 262,4 Mio. innerhalb der veranschlagten Bandbreite von EUR 255 Mio. bis EUR 265 Mio. Auch das Verhältnis Investitionsausgaben vom Umsatz zu konstanten Wechselkursen und ohne Berücksichtigung von Centor lag mit 9,0 % im veranschlagten Korridor von 9 % bis 10 %. Der erstmalige Umsatz- und Ergebnisbeitrag von Centor seit Abschluss der Übernahme am 1. September 2015 ist, wie am 28. Juli 2015 erstmals dargestellt, hinzuzurechnen.
Die folgende Tabelle zeigt die Prognoseentwicklung im Jahresverlauf:
Entwicklung der Prognose im Geschäftsjahresverlauf 2015
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| IST GJ 2014 | Ausblick GJ 2015 11.02.2015 |
Präzisierung Ausblick GJ 2015 30.06.2015 (Verkauf Röhrenglasgeschäft) |
Präzisierung Ausblick GJ 2015 28.07.2015 (Akquisition von Centor) |
Präzisierung Ausblick GJ 2015 08.10.2015 (Ergebnisvorlage Q3 2015) |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | EUR 1.290,0 Mio. | +1 % bis +3 % (organisches Wachstum); entspricht ca. Umsatz von EUR 1.300 Mio. bis EUR 1.330 Mio. | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 |
| Adjusted EBITDA | EUR 256,1 Mio. (konst. Wechselkurse, ohne Triveni) | EUR 255 Mio. bis EUR 265 Mio. (konst. Wechselkurse) | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 |
| Investitionen | EUR 126,6 Mio. | 9 % bis 10 % vom Umsatz (konst. Wechselkurse) | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 | Bestätigung Ausblick GJ 2015 vom 11.02.2015 |
| Erweiterung der Prognose | - | - | Der Ausblick für das GJ 2015 bleibt unverändert gemäß der Annahme, dass der Verkauf des Röhrenglasgeschäftes Ende 2015 abgeschlossen wird. | Der Vollzug der Übernahme von Centor wird für Q4 2015 erwartet; jeder Beitrag von Centor in Q4 2015 würde die Zahlen entsprechend erhöhen. Der Abschluss des Verkaufs des Röhrenglasgeschäftes wird unverändert bis zum Ende des Kalenderjahres 2015 erwartet. | Die Übernahme von Centor wurde am 1. September 2015 vollzogen; jeder Beitrag von Centor in Q4 2015 wird die Zahlen entsprechend erhöhen. Der Abschluss des Verkaufs des Röhrenglasgeschäftes wird bis zum Ende des Geschäftsjahres 2015 erwartet. |
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF
Für die Gerresheimer AG war der operative Geschäftsverlauf zufriedenstellend. Das handelsrechtliche Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ging wie erwartet aufgrund geringerer Beteiligungserträge von EUR 53,2 Mio. im Vorjahr auf EUR 17,7 Mio. zurück. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass wir bei der Gerresheimer AG eine konsequente Steuerungsphilosophie verfolgen und in Abhängigkeit von geplanten Investitionen in den jeweiligen Regionen gegebenenfalls keine Dividenden von Tochterunternehmen erwarten. Demzufolge kann das Beteiligungsergebnis im Jahresvergleich stark schwanken. Der Jahresüberschuss betrug EUR 7,0 Mio. nach EUR 40,4 Mio. im Vorjahr. Das Eigenkapital sank leicht von EUR 665,2 Mio. auf EUR 648,6 Mio.
Der Gerresheimer Konzern hat das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich abgeschlossen. Der Umsatz stieg um 6,8 % auf EUR 1.377,2 Mio. Dies entspricht einem organischen Wachstum von 1,5 %. Unser Umsatz mit der Pharmaindustrie hat sich somit auch im Geschäftsjahr 2015 als robust erwiesen. Das Konzernergebnis nach Ertragsteuern lag im Geschäftsjahr 2015 mit EUR 112,7 Mio. deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres von EUR 72,9 Mio. Das bereinigte Konzernergebnis betrug EUR 117,7 Mio. nach EUR 97,9 Mio. in der vergleichbaren Vorjahresperiode.
ERTRAGSLAGE DER GERRESHEIMER AG
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr von EUR 11,2 Mio.auf EUR 37,8 Mio.. Dies ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Währungserträge zurückzuführen, die aus der Bewertung des im Geschäftsjahr 2015 an die Gerresheimer Glass Inc. gewährten USD Darlehens resultieren.
Aufwendungen für Währung und Währungsderivate in Höhe von EUR 22,2 Mio. (Vorjahr: T EUR 2) führten unter anderem auch zu einem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von EUR 14,6 Mio. im Vorjahr auf EUR 47,1 Mio. im Geschäftsjahr 2015. Diese Aufwendungen sind im Wesentlichen bedingt durch die Währungs - Sicherung des USD Darlehens an die Gerresheimer Glass Inc.
Zwischen der Gerresheimer AG und der Gerresheimer Holdings GmbH besteht ein Gewinnabführungs- und Verlustübernahmevertrag. Danach ist die Gerresheimer Holdings GmbH verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an die Gerresheimer AG abzuführen. Die Gerresheimer AG muss entsprechend jeglichen Jahresfehlbetrag ausgleichen. Der Ertrag aus dem Gewinnabführungsvertrag beträgt im Geschäftsjahr 2015 EUR 16,4 Mio. (Vorjahr: EUR 40,3 Mio.). Die Gewinnabführung der Gerresheimer Holdings GmbH wird dabei maßgeblich bestimmt durch die Gewinnabführungen der Gerresheimer Group GmbH und deren Organgesellschaft GERRESHEIMER GLAS GmbH, die als Zwischenholding für in- und ausländische Tochtergesellschaften fungiert.
Die Veränderung des Ertrags aus der Gewinnabführung bei der Gerresheimer AG gegenüber dem Vorjahr resultiert zum einen aus einem Ertrag in Höhe von EUR 52,0 Mio. aus der Veräußerung der Anteile an der Gerresheimer Pisa S. p.A., Pisa, Italien, im Rahmen des Verkaufs des Röhrenglasgeschäfts. Zum anderen ergibt sich auf Ebene der GERRESHEIMER GLAS GmbH ein gegenläufiger Effekt aufgrund von Portfoliooptimierungen im Gerresheimer Konzern, die zu Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte sowie zu Wertberichtigungen auf Darlehensforderungen gegenüber ausländischen Tochtergesellschaften in Höhe von EUR 75,4 Mio. führen. Außerdem wurden aufgrund von unvorteilhaften Kursentwicklungen im Geschäftsjahr 2015 von ausländischen Tochtergesellschaften nicht in gleichem Maße Beteiligungserträge in Form von Dividenden abgerufen.
Das Netto-Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von EUR -17,3 Mio. (Vorjahr: EUR -15,9 Mio.) setzt sich aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen von EUR 5,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) und Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von EUR 22,3 Mio. (Vorjahr: EUR 15,9 Mio.) zusammen. Bei den Erträgen des laufenden Geschäftsjahres handelt es sich um Weiterbelastungen an Tochterunternehmen. Die Erhöhung des Zinsaufwandes resultiert im Wesentlichen aus der Brückenfinanzierung im Zusammenhang mit der Centor Akquisition und der Ablösung der alten Rahmenfinanzierung im Juni 2015.
Der Jahresüberschuss der Gerresheimer AG betrug EUR 7,0 Mio. nach EUR 40,4 Mio. im Vorjahr. Das nach IFRS ermittelte Ergebnis des Gerresheimer Konzern beträgt zum 30. November 2015 EUR 112,7 Mio. und liegt damit EUR 39,8 Mio. über dem Vorjahreswert. Der handelsrechtliche Bilanzgewinn der Gerresheimer AG verminderte sich trotz des Jahresüberschusses im Geschäftsjahr 2015 aufgrund von Ausschüttungen an die Anteilseigner der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 23,6 Mio. von EUR 108,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 91,5 Mio.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 28. April 2016 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 0,85 je Aktie (Vorjahr EUR 0,75 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2015 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 26,7 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 13 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 25 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Diese Ausschüttung bewegt sich im Rahmen unserer Dividendenpolitik, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % bis 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten. Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von EUR 64,8 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen. Damit profitieren die Gerresheimer Aktionäre auch in diesem Jahr vom Geschäftserfolg des Gerresheimer Konzerns.
VERMÖGENS-, FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE DER GERRESHEIMER AG
VERMÖGENSLAGE
Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte eine Zuzahlung der Gerresheimer AG in die Kapitalrücklage der Gerresheimer Holdings GmbH in Höhe von EUR 301,7 Mio., wodurch sich der Buchwert der Finanzanlagen von EUR 809,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 1.111,2 Mio. erhöhte.
Zudem wurde ein kurzfristiges USD-Darlehen an die Gerresheimer Glass Inc. in Höhe von USD 200,0 Mio. vergeben, welches zum Bilanzstichtag mit EUR 189,1 Mio. valutiert. Dies führte im Wesentlichen zu dem Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen von EUR 190,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 297,1 Mio. im Geschäftsjahr 2015.
Durch die im November 2015 erfolgreiche Schuldscheinemmission in Höhe von EUR 425,0 Mio. (siehe Erläuterung unter „Finanz- und Liquiditätslage“) stiegen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr von EUR 300,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 725,0 Mio.
Die oben beschriebenen Transaktionen waren im Wesentlichen ursächlich für den Anstieg der Bilanzsumme der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2015 um EUR 409,1 Mio. bzw. 40,8 % auf EUR 1.411,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1.002,0 Mio.).
Die Eigenkapital-Quote beläuft sich somit zum Stichtag 30. November 2015 auf 46,0 % (Vorjahr: 66,4 %).
FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE
Die Rahmenfinanzierung des Gerresheimer Konzerns besteht aktuell aus drei Hauptelementen. Sie erfolgt zum einen über eine am 19. Mai 2011 von der Gerresheimer AG zum Kurs von 99,4 % ausgegebene Schuldverschreibung über EUR 300 Mio. mit einem Zinskupon von 5,0 % p. a., siebenjähriger Laufzeit und einer daraus folgenden Endfälligkeit im Frühjahr 2018.
Zudem hat die Gerresheimer AG im Rahmen einer Refinanzierung am 9. Juni 2015 einen Konsortialkredit mit fünfjähriger Laufzeit in Form eines revolvierenden Darlehens in Höhe von EUR 450,0 Mio. unterzeichnet. Damit wurde der bisherige, im März 2011 abgeschlossene Rahmenkredit am 15. Juni 2015 abgelöst. Die dem aktuellen Konsortialkredit zugrundeliegende und einzuhaltende Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (EBITDA Leverage) (jeweils Gerresheimer Konzern). Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem Euribor für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages zwischen 0,60 % und 1,30 % je nach dem Erfüllungsgrad der EBITDA Leverage-Covenant sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand. Zum Stichtag 30. November 2015 haftet die Gerresheimer AG im Rahmen des Garantorenkonzeptes für dieses Darlehen in Höhe von EUR 232,8 Mio. (Vorjahr: EUR 177,4 Mio.). Aufgrund der soliden Bilanz- und langfristigen Finanzierungsstruktur der Gerresheimer AG und ihrer Tochtergesellschaften ist mit einer Inanspruchnahme nach unseren Erkenntnissen nicht zu rechnen.
Anlässlich des Erwerbs der Centor U. S. Holding Inc. am 1. September 2015 hatte die Gerresheimer AG eine Brückenfinanzierung in Höhe von EUR 550,0 Mio. mit einer maximalen Laufzeit von zwölf Monaten - zuzüglich einer Verlängerungsoption von weiteren sechs Monaten - abgeschlossen. Diese Brückenfinanzierung wurde im November 2015 durch eine erfolgreiche Schuldscheinemission der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 425,0 Mio. sowie anteilig aus den Erlösen aufgrund der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes abgelöst. Das am 2. November 2015 unterzeichnete und am 10. November 2015 ausgezahlte Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilt sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 210,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Laufzeiten werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst.
Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des sogenannten Cash-Poolings und von Intercompany-Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Konzerngesellschaften für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2015 bestanden durch ausreichende Cash-Pool-Kreditlinien sowie hinreichende Intercompany-Darlehen weder Finanzierungs- noch Liquiditätsengpässe.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Im Geschäftsjahr 2015 ging das Weltwirtschaftswachstum leicht zurück. Auch für den Gerresheimer Konzern hatte das Geschäftsjahr 2015 einige Herausforderungen, die im Wesentlichen den Bereich der Primärverpackungen in den USA mit der wichtigen Ofenerweiterung in Chicago betrafen. Auch der Verkauf des Röhrenglasgeschäftes und der Kauf von Centor waren aufwändige Projekte in 2015.
NICHT FINANZIELLE ERFOLGSFAKTOREN DER GERRESHEIMER AG UND DES GERRESHEIMER KONZERNS
MITARBEITER
SCHWERPUNKTE UNSERES PERSONALMANAGEMENTS
Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie leisten den entscheidenden Beitrag für die erfolgreiche und nachhaltige Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Sie zeigen Engagement, Leidenschaft und bringen das nötige Wissen sowie die relevanten Kenntnisse mit, damit wir unseren Erfolgskurs fortsetzen können. Das Ziel unserer Personalarbeit ist es, dieses profitable Wachstum bestmöglich zu unterstützen. Wir erreichen dies mit den richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und mit der passenden Aufgabenstellung. Daher fördern wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und investieren in deren persönliche, methodische und fachliche Weiterentwicklung.
MITARBEITERSTRUKTUR
Im Durchschnitt beschäftigte die Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2015 89 Angestellte (davon 13 leitendende und 76 andere Angestellte). Im Vorjahr waren 88 Angestellte in der Gerresheimer AG beschäftigt (davon 12 leitende und 76 andere Angestellte). Alle Mitarbeiter waren ausschließlich in der Verwaltung beschäftigt.
Zum Geschäftsjahresende 2015 beschäftigte die Gerresheimer Gruppe 10.684 Mitarbeiter. Dies sind 412 oder 3,7 % weniger Mitarbeiter als zum Ende des Geschäftsjahres 2014. Gründe hierfür sind unter anderem der Verkauf des Röhrenglasgeschäftes zum 2. November 2015 mit 302 Mitarbeitern sowie die endgültige Stilllegung unseres Werkes in Millville mit 238 Mitarbeitern. Der Mitarbeiterabgang wurde teilweise durch die Übernahme von Centor zum 1. September 2015 mit insgesamt 209 neuen Mitarbeitern kompensiert. Wir sind ein Industrieunternehmen. Daher überwiegt mit 75,2 % (Vorjahr: 75,9 %) der Anteil der gewerblichen Mitarbeiter.
DIVERSITY
Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir alle unsere Mitarbeiter gleich behandeln und ein diskriminierungsfreies Umfeld schaffen. Entsprechend besetzen wir Vakanzen ausschließlich unter Berücksichtigung der notwendigen Qualifikation. Das bedeutet für uns, dass Frauen und Männer bei vergleichbarer Eignung die gleichen Karrierechancen haben. Wir brauchen gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, und es ist für uns unerlässlich, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen sowie die Potenziale aller zu nutzen. Daher können und wollen wir es uns nicht leisten, auf das Potenzial gut ausgebildeter Frauen zu verzichten. Entsprechend investieren wir verstärkt in die Förderung von Frauen, um ihren Anteil kontinuierlich zu erhöhen. Hierfür greifen wir auf unternehmensspezifische Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, Teilzeitprogramme oder Heimarbeitsplätze zurück. Wir setzen hier auf individuelle Maßnahmen anstatt auf weltweite Programme. Dabei stehen wir oft vor der Herausforderung, dass viele der gewöhnlichen Tätigkeiten in einem Industriekonzern mit einer hohen körperlichen Belastung einhergehen und die Zahl von Bewerberinnen auf viele Stellen im gewerblichen Bereich gering ist. Das hat zur Folge, dass der Anteil der Frauen in unserer Belegschaft 35,5 % weltweit beträgt. Der Frauenanteil auf den ersten beiden Führungsebenen betrug im Berichtsjahr 11,2 % (Vorjahr: 11,3 %). Wir streben an, diese Zahlen weiter zu verbessern und den Anteil an Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.
Wir versuchen, durch verschiedene Maßnahmen den Anteil der Mitarbeiterinnen auch in den gewerblichen Berufen zu erhöhen, und ermutigen nicht nur am „Girls‘ Day“ Mädchen und junge Frauen, einen technischen Ausbildungsberuf zu erlernen. Wir haben bislang nur gute Erfahrungen damit gemacht und arbeiten weiter daran, dass der Anteil an Frauen auch in technischen Berufen in Zukunft weiter steigen wird.
DEMOGRAFISCHER WANDEL
Wir werden unsere ambitionierten Ziele in Zukunft nur erreichen, wenn es uns gelingt, weiterhin engagierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns zu gewinnen, die sich durch Kreativität, Flexibilität und Werteorientierung auszeichnen. Gleichzeitig produzieren wir in vielen Bereichen der Welt, die durch den demografischen Wandel geprägt sind. Während auf der einen Seite dieser Megatrend die Nachfrage nach medizinischen Leistungen und damit unseren Produkten weiter zunehmen lässt, stehen wir vor der personalwirtschaftlichen Herausforderung, die Wettbewerbsfähigkeit des Gerresheimer Konzern auch unter veränderten demografischen Bedingungen zu erhalten und zu verstärken. Unsere europäischen Werke sind besonders stark vom demografischen Wandel in der Belegschaft geprägt. Hier beträgt das durchschnittliche Alter unserer Mitarbeiter mehr als 43,0 Jahre. Wir gehen davon aus, dass dieser Wert in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. Wir begegnen den demografischen Herausforderungen mit verschiedenen Programmen. Dazu gehören die Anpassung der Arbeitsplätze an die Bedürfnisse älterer Mitarbeiter sowie ein Gesundheitsmanagement zum Erhalt der Leistungsfähigkeit. Außerdem haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, zukünftig noch mehr junge Fachkräfte für das Unternehmen zu begeistern. Wir verstärken unsere Aktivitäten zur Personal- und Nachwuchsgewinnung und positionieren uns weltweit als attraktiver Arbeitgeber. Wichtig für uns ist die hohe durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 11,7 Jahren. Viele Faktoren zeigen uns, dass wir uns auf einem guten Weg befinden.
ARBEITSSICHERHEIT & GESUNDHEITSMANAGEMENT
Für uns sind die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter von zentraler Bedeutung. Viele der Tätigkeiten im Gerresheimer Konzern sind mit hohen körperlichen Anstrengungen verbunden. Für uns ist es daher umso wichtiger, in die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter zu investieren. Wir ergreifen Maßnahmen, um Arbeitsunfällen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen, die in der täglichen Arbeit auftreten können oder mit dem Arbeitsablauf zusammenhängen. Daher bieten wir unseren Mitarbeitern unter anderem verschiedene Präventionskurse wie Rückenschule, Fitnesskurse, Betriebssport, Ernährungs- und Ergonomieberatung sowie Trainings für den Umgang mit Stress an. Wir möchten damit sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg und auch darüber hinaus aufrechterhalten. Weiterhin werden wir alles tun, um Arbeitsunfälle zu vermeiden.
MITARBEITERBEFRAGUNG
Nach 2012 haben wir im Frühjahr 2015 turnusgemäß wieder unsere weltweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Alle drei Jahre findet bei uns eine solche Befragung statt, um regelmäßig die Umsetzung unserer Maßnahmenpläne zu überprüfen und ein qualifiziertes Feedback von unseren Mitarbeitern zu Fragen der Kultur und der Arbeitsbedingungen zu erhalten sowie Anregungen und Verbesserungsvorschläge aufzunehmen. Für uns ist dabei besonders relevant, wie sich das Mitarbeiterengagement zeigt und wie unsere Mitarbeiter das Führungsverhalten unserer Führungskräfte einschätzen. Diese Erhebung von Trends und Entwicklungen liefert Ergebnisse, auf die wir reagieren können und die uns helfen, durch unsere Personalarbeit aktiv an den richtigen Stellen zu gestalten, Impulse zu setzen und Fehlentwicklungen zu vermeiden. An der Mitarbeiterbefragung in 2015 haben sich 67,6 % unserer Mitarbeiter beteiligt. Für die Mehrzahl der bewerteten Themenbereiche bleibt der Trend positiv. Dennoch wurden einige Themen identifiziert, auf die wir in Zukunft ein besonderes Augenmerk legen werden. Dazu gehörten Stress und Belastung, Unternehmenskultur, Umgang mit Veränderungsprozessen und Führungsverhalten. Hier wurden und werden an jedem Standort weltweit Initiativen und Maßnahmen entwickelt, um diese Faktoren zu optimieren.
WERTORIENTIERTE PERSONALENTWICKLUNG
Unsere Unternehmenskultur ist durch das tägliche und aktive Leben der Gerresheimer Werte geprägt. Sie sind integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur und geben den Rahmen und die Leitlinien der täglichen Zusammenarbeit vor. Indem sie ein gemeinsames Verständnis schaffen, sichern sie den nachhaltigen Erfolg unseres Unternehmens und bieten Orientierung. Unsere globale Führungskräfteentwicklung für unsere ersten beiden Führungsebenen erfolgt auf Grundlage unserer Werte. Das modulare Programm „Leadership powered by values“ legt jedes Jahr den Schwerpunkt auf einen anderen Wert. Im Jahr 2015 stand „Verantwortung“ im Fokus. Unsere Führungskräfte arbeiteten in diesem Modul gemeinsam an Verbesserungen im Sinne des Unternehmens. Mit Hilfe von Thesen, die aus den Ergebnissen vergangener Veranstaltungen und den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung entwickelt wurden, wurden Themen diskutiert und hieraus Verbesserungen abgeleitet. Insgesamt wurde das Programm „Leadership powered by values“ im Jahr 2015 sieben Mal mit insgesamt 69 Führungskräften durchgeführt. Wir bieten weiterhin auch unsere weltweiten Trainingsprogramme „Leading White“ und „Leading Blue“ für das mittlere Management im kaufmännischen, administrativen beziehungsweise gewerblichen Bereich mit großem Erfolg an. Unsere Mitarbeiterbefragung im März hat gezeigt, dass unsere Programme der richtige Weg sind, und die Bewertung des Führungsverhaltens des mittleren Managements hat sich im Vergleich zur letzten Mitarbeiterbefragung deutlich verbessert. Im Geschäftsjahr 2015 veranstalteten wir 15 Führungskräftetrainings für das mittlere Management (7 „Leading White“, 8 „Leading Blue“), an denen insgesamt 190 Führungskräfte teilnahmen. Selbstverständlich investieren wir neben der Führungskräfteentwicklung in die Qualifikation unserer Mitarbeiter. Um unsere Wettbewerbsvorteile zu nutzen und weiter auszubauen, sind gut ausgebildete und leistungsfähige Mitarbeiter von höchster Bedeutung. Daher ist es unser Ziel, zur erfolgreichen fachlichen und persönlichen Entwicklung der Mitarbeiter beizutragen, so dass ihre individuellen Fähig- und Fertigkeiten wachsen können. Weiterhin haben wir unsere Aktivitäten in der Ausbildung unserer Vertriebsmitarbeiter verstärkt. So wurde bereits im Jahr 2014 unsere internationale Sales Academy gestartet und diese im Jahr 2015 erfolgreich fortgeführt. Für alle globalen Vertriebsmitarbeiter werden Trainings angeboten. Das Ziel der Sales Academy ist es, unsere Vertriebsmitarbeiter besser zu vernetzen und gezielt an einzelnen Themen zu arbeiten, um so unseren Vertrieb zu stärken. Schwerpunkte wurden bisher in den Themenfeldern Verhandlungsführung, sicheres Auftreten, internationaler und kulturübergreifender Vertrieb und überzeugendes Präsentieren gesetzt. Erste Erfolge sowie umfassende positive Resonanz der Teilnehmer sorgen dafür, dass wir auch in den kommenden Jahren das Konzept fortführen werden.
AUSBILDUNG
Wir kommen gerne unserer sozialen Verantwortung als Arbeitgeber nach und investieren in die Ausbildung junger Menschen. Umfassende Ausbildungsprogramme und eine hohe Übernahmequote nach der Ausbildung zeichnen uns als Ausbildungsbetrieb aus. Sie bereitet unsere jungen Mitarbeiter zielgenau auf die künftigen Aufgaben vor. Dazu bieten wir verschiedenste Ausbildungsberufe im technischen und kaufmännischen Bereich sowie duale Studiengänge an.
2015 bildeten wir in mehr als 20 Ausbildungsberufen und Ausbildungsgängen mit integriertem Studium aus, die abwechselnd an einer Berufsakademie und in einem der Gerresheimer Werke durchgeführt werden. Vor allem im Bereich der Ingenieurwissenschaften bieten wir diese Form der Ausbildung an. Die Berufsakademien vermitteln die Theorie im Unterricht, während wir für die praktische Ausbildung der Studierenden sorgen. Oft erreichen die Auszubildenden hervorragende Prüfungsergebnisse. Regelmäßig gehören unsere Auszubildenden zu den Kammerbesten und werden von der IHK ausgezeichnet. Zum 30. November 2015 waren 262 (Vorjahr: 275) Auszubildende im Gerresheimer Konzern beschäftigt, davon 202 (Vorjahr: 212) im Inland. Somit lag unsere Ausbildungsquote in Deutschland bei 5,8 % (Vorjahr: 6,2 %) und damit deutlich über der der glasverarbeitenden Industrie (Durchschnitt: 4,8 %). Zudem ermöglichen wir jungen Menschen bereits frühzeitig einen Einblick in die Unternehmenspraxis, indem wir anspruchsvolle Berufspraktika an Schüler und Studenten vergeben.
„ONE GERRESHEIMER WEEK“
Um das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft über alle Geschäftsbereiche, Länder und Abteilungen hinweg zu fördern, organisierten alle Mitarbeiter im Juni innerhalb des ganzen Gerresheimer Konzerns erstmals eine „ONE Gerresheimer Week“. Das diesjährige Motto lautete in allen Werken „Verantwortung“, zugleich einer unserer fünf Kernwerte. Jeder Standort war aufgerufen, Events oder Aktionen seiner Wahl, auch bereits vorab geplante, in dieser Woche abzuhalten. Ein Programmpunkt sollte idealerweise unter einem Charity-Gedanken stehen, passend zum Wert „Verantwortung“. Der Erlös daraus wurde im Anschluss einem selbstgewählten Wohltätigkeitsprojekt gespendet. Zu den einzelnen Initiativen gehörten unter anderem Gesundheits-Workshops, um den Mitarbeitern Informationen zu gesunder Ernährung, gesunder Lebensweise und Reduzierung von Arbeitsstress zu vermitteln, Blutspendeaktionen, Freiwilligendienst im Altenheim und das Pflanzen von Bäumen.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Wir haben den Anspruch, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine immer wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir investieren laufend sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen.
Wir produzieren spezialisierte Produkte, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen und damit für die Pharmaindustrie von besonderer Relevanz sind. Sie unterliegen dabei strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere was Herstellungsverfahren und Produktqualität anbelangt. Aufgrund unserer modernen Technologien und hohen Innovationskraft haben wir uns eine führende Stellung erarbeitet, die wir weiter ausbauen wollen.
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten orientieren sich eng an den Bedürfnissen unserer Kunden und finden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen statt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Gerresheimer AG statt. Die Kosten für diese kundenspezifische Forschung und Entwicklung tragen weitgehend unsere Kunden.
QUALITÄTSVERBESSERUNG
Bei der Entwicklung neuer Produkte und Lösungen achten wir darauf, unser Produktspektrum nicht nur zu erweitern, sondern auch immer weiter zu verbessern. Die Basis hierfür ist eine fortlaufende Optimierung der Qualität. Für uns ist klar: Wenn es um die sichere Verabreichung von Medikamenten in den menschlichen Körper und damit um die Gesundheit des Menschen geht, kann der Qualitätsanspruch nicht hoch genug sein. Dabei steht die Optimierung von Technologien und Prozessen klar im Fokus unserer Aktivitäten, damit Unregelmäßigkeiten gar nicht erst entstehen können.
Ein wichtiges Element unserer Qualitätsverbesserungen ist der verstärkte Einsatz von Reinraumtechnik. Überdies steigen die Anforderungen unserer Pharmakunden an die Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungen. Gefragt sind immer höhere Genauigkeiten und damit immer geringere Toleranzgrenzen. Wir reagieren auf diese Entwicklung, indem wir unsere Produktionssysteme fortlaufend optimieren. Das Resultat einer mehrjährigen gemeinsamen Studie zum Delaminationsverhalten von Glas - damit bezeichnet man das Ablösen von Glaspartikeln - ist in ein verbessertes Produktionsverfahren für Primärverpackungen wie Injektionsfläschchen aus Glas eingeflossen. Das hat zu einer erhöhten Delaminationsbeständigkeit dieser Produkte geführt. Wir arbeiten zusätzlich an einem verbesserten Produktionsverfahren, um Risse und Kratzer in Glaskörpern zu vermeiden und somit die Bruchfestigkeit der Primärverpackungen aus Glas um ein Vielfaches zu erhöhen.
Neben der Optimierung von Produktionsabläufen beschäftigen wir uns laufend mit der kontinuierlichen und lückenlosen Qualitätskontrolle unserer Produkte. Hierfür entwickeln wir unsere Inspektionssysteme weiter, mit denen die Produkte kontrolliert und nur dann zur Auslieferung freigegeben werden, wenn sie den hohen Qualitätsansprüchen genügen. Die Eigenentwicklung Gx® Tekion™ reduziert die Zahl der losen Partikel, die beim Schneiden der Glasröhren entstehen, um rund 99 %. Mit unserem Gx® G3-Inspektionssystem für vorfüllbare Spritzen können alle Bereiche des Spritzenkörpers mit höchster Kameraauflösung inspiziert werden. Die Gx® G3-Technologie erlaubt zudem die Vermessung von Injektionsfläschchen während des Glasformprozesses.
ENTWICKLUNG VON SPRITZEN UND INJEKTIONSFLÄSCHCHEN FÜR BESONDERE ANFORDERUNGEN
Für uns ist die Weiterentwicklung unserer füllfertigen sterilen Glasspritzen eine der wichtigsten Aufgaben. „Füllfertig“ bedeutet, dass die Spritzen direkt mit Wirkstoffen befüllt und anschließend gebrauchsfertig verschlossen werden können. In unserem Werk in Bünde, Deutschland, befindet sich das Entwicklungs- und Produktionszentrum für sterile Ganzglas-Spritzensysteme unserer Marke Gx RTF® (ready-to-fill). Mit Blick auf die erhöhte Anwendungssicherheit rund um die Injektion befasst sich unsere Produktentwicklung außerdem mit praxisorientiertem Zubehör. Bei der neuen vierten Gx RTF®-Produktionslinie wurde eine neue Generation des Produktionsprozesses installiert, die höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. Dazu gehört unter anderem die deutliche Reduktion von Partikeln und Kratzern, denn im Produktionsprozess wird der Glas-zu-Glas-Kontakt vermieden. Der Waschprozess entspricht höchsten Ansprüchen, und die vielfältigen Kontrollmechanismen nach den einzelnen Produktionsschritten garantieren beste Qualität schon im laufenden Produktionsprozess.
In Zusammenarbeit mit einem Partner bieten wir darüber hinaus ein innovatives Drug-Delivery-System aus einem speziellen Kunststoff an, der glasähnliche Eigenschaften besitzt. Dabei handelt es sich um den Kunststoff COP (Cyclo-Olefin-Polymer), der unter dem Namen ClearJect® vermarktet wird. Da klassische Glasspritzen bei anspruchsvollen pharmazeutischen oder biopharmazeutischen Medikamenten an ihre Grenzen stoßen können, suchen Entwickler nach geeigneten Alternativen. Speziell für solche Anwendungen wurden die ClearJect®-Spritzen entwickelt. Sie erweitern die bisherigen Einsatzmöglichkeiten von vorfüllbaren Spritzen.
Ein weiteres Beispiel für unsere Innovationsstärke sind die von uns entwickelten MultiShell®-Kunststofffläschchen zur Verpackung von besonders anspruchsvollen flüssigen Medikamenten. Die neuartigen Kunststofffläschchen gibt es in unterschiedlichen Größen als sogenannte ready-to-use- und ready-to-sterilize-Varianten.
Im Zuge des Verkaufs des Röhrenglasgeschäftes haben wir mit Corning einen 10-Jahres-Liefervertrag für Borosilikatglas-Röhren abgeschlossen, um unseren Bedarf langfristig sicherzustellen. Corning ist bestens positioniert, um die Produktion in Zukunft zu betreiben und pharmazeutische Glasröhren in höchster Qualität weiterzuentwickeln. Zusätzlich haben wir mit Corning ein Joint Venture gegründet, um Innovationen für den Markt der pharmazeutischen Glasverpackungen zu beschleunigen.
KUNDENSPEZIFISCHE ENTWICKLUNGEN FÜR PHARMA-ANWENDUNGEN UND KOSMETIK
Der Geschäftsbereich Plastics & Devices betreibt schon seit vielen Jahren zwei Technical Competence Center (TCC) in Wackersdorf, Deutschland, und Peachtree City, USA, speziell für die Entwicklung und die Konstruktion kundenspezifischer medizinischer Kunststoffprodukte. Im Oktober 2014 ist ein drittes Entwicklungszentrum im chinesischen Dongguan hinzugekommen. Im TCC konzentrieren wir unsere Produktentwicklung auf den praktischen Einsatz der Systeme und Komponenten, die für pharmazeutische, diagnostische und medizintechnische Zwecke bestimmt sind.
Wir haben in der Vergangenheit insbesondere in unserem Geschäftsbereich Plastics & Devices verstärkt unsere Design- und Entwicklungskompetenz ausgebaut. Daraus resultieren laufend neue Projekte und die Entwicklung innovativer Produktideen. Wir forschen beispielsweise an der Entwicklung von Adaptoren aus Kunststoff. Diese sollen die Bruchfestigkeit und damit Funktionsfähigkeit von in Autoinjektoren eingesetzten Glasspritzen deutlich verbessern. Autoinjektoren werden auch als Notfall-Pens bezeichnet und ermöglichen beispielsweise Allergikern die schnelle und sichere Injektion von Arzneimitteln im Notfall. Ferner entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden komplette Autoinjektor-Systeme, die wir im Anschluss im Kundenauftrag produzieren.
Von der Idee bis zur Serienfertigung durchlaufen pharmazeutische und medizintechnische Produkte einen langwierigen Zulassungsprozess. Für diesen müssen immer wieder kleine Stückzahlen als klinische Muster oder Stabilitätschargen produziert werden. Wir haben hierfür in unserem Entwicklungszentrum in Wackersdorf, Deutschland, eine eigene Kleinserienproduktion aufgebaut, maßgeschneidert für diese Anforderungen unserer Kunden beispielsweise in den klinischen Phasen vor der Zulassung eines neuen Medikamentes. Hier fertigen wir in geringen Stückzahlen bereits in Serienqualität und übertragen das gewonnene Know-how später direkt auf die Großserienfertigung. Dies erlaubt uns zu jedem Projektzeitpunkt eine schnelle und unkomplizierte Produktfertigung, sei es für die Herstellung von Entwicklungsmustern, klinischen Mustern oder Produkten als Kleinserie für spezielle Anforderungen.
In der Entwicklung und Produktion von Kosmetikglas für Parfümflakons oder Cremetiegel stellen wir ebenfalls höchste Ansprüche an unsere Prozesse sowie die Qualität der Produkte. Dementsprechend geschätzt sind unsere Kosmetikverpackungen, die vornehmlich in den Behälterglaswerken im deutschen Tettau und im belgischen Momignies gefertigt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelten wir rund 100 neue Verpackungsprodukte aus Glas für die Kosmetikindustrie. Darüber hinaus produzieren wir mehrere hundert Varianten dieser Glaskosmetikverpackungen, teils durch aufwändige Veredelungsprozesse wie Besprühung und Metallisierung.
NACHHALTIGKEIT UND UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG
Unternehmerische Verantwortung ist fest in unserer Unternehmensphilosophie verankert. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung sind integraler Bestandteil unserer Vision, unseres Mission-Statements und unserer fünf Unternehmenswerte Integrität, Verantwortung, Höchstleistung, Teamwork und Innovation. An allen unseren Standorten weltweit arbeiten und handeln wir nach diesen Prinzipien. Weitere Informationen zu Vision, Mission und Werten finden Sie auf unserer Website unter www.gerresheimer.com/unternehmen/vision-mission-werte.
Den Begriff Nachhaltigkeit betrachten wir in allen seinen Facetten. Im Vordergrund stehen für uns unsere Produkte sowie der Nutzen, den sie stiften. Mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten zur nachhaltigen Verpackung von Medikamenten, der einfachen und sicheren Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden der Gesellschaft. Dementsprechend hat der verantwortungsvolle Umgang mit den Entwicklungs- und Produktionsprozessen für uns Priorität. Unsere eigenen, ständig steigenden Ansprüche an Qualität, Schonung von Ressourcen, Vermeidung von Verschwendung, einfache Handhabung und größtmögliche Sicherheit unserer Produkte sind für uns wichtige Treiber.
Neben den Produkten und deren Weiterentwicklung fassen wir unsere unternehmerische Verantwortung und unsere Verpflichtung zur Nachhaltigkeit aber wesentlich weiter. Dazu haben wir uns Grundsätze unternehmerischer Verantwortung auferlegt. Wir beschreiben darin die Aspekte unserer unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unseren Mitarbeitern, den Investoren, unseren Kunden und Lieferanten sowie der Umwelt. An diesen Grundsätzen lassen wir uns öffentlich messen.
Unternehmerische Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften beinhalten für uns sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Aspekte. Über die selbstverständliche Einhaltung rechtlicher Vorschriften hinaus setzen wir eigene Standards und entwickeln diese kontinuierlich weiter. Unsere Grundsätze zur Nachhaltigkeit sind im GMS enthalten und dienen für die Produktions-, Einkaufs- und Verbesserungsprozesse an allen unseren Standorten weltweit als Richtschnur. Weitere Informationen enthält das Kapitel „Business Excellence“. Die Mitarbeiter an unseren Produktionsstandorten engagieren sich überdies regelmäßig in lokalen Projekten und übernehmen damit Verantwortung für die Region, insbesondere mit Blick auf die Förderung von Bildung und Ausbildung, aber auch in vielfältigen lokalen sozialen Projekten. Beispielhaft sei hier die Einrichtung dualer Ausbildungsgänge in unserem tschechischen Werk in Horsovsky Tyn genannt, die wegen ihres Vorbildcharakters vielfach ausgezeichnet wurden. In Tettau engagieren wir uns in einem regionalen Generationenprojekt. Unser Geschäftsfeld Medical Systems fördert die Hochschule Amberg-Weiden in vielfältiger Weise, beispielsweise durch eine Stiftungsprofessur, und kooperiert mit der Hochschule beim dualen Studiengang Medizintechnik. Im Sommer 2015 fand in vielen Werken weltweit eine ONE Gerresheimer Woche statt. Unterschiedlichste Aktivitäten der Mitarbeiter dienten unter anderem dazu, Spenden und Unterstützung für lokale karitative Einrichtungen zu erzielen. Das Werk in Essen hat im letzten Jahr ein studentisches Projekt im Rahmen von „Jugend forscht“ zur Erforschung von intelligent beschichtetem Glas unterstützt.
Darüber hinaus beteiligen wir uns mit allen Werken weltweit an der Messung und Kontrolle von Emissionen im Rahmen des Carbon Disclosure Projects. In unseren Werken realisieren wir zahlreiche Projekte zur umweltschonenden Produktion und zum verantwortlichen Umgang mit Ressourcen. Wir beziehen dabei unsere Zulieferer und Partner mit ein, die wir auf unsere Prinzipien für ein verantwortungsvolles Einkaufsmanagement verpflichten. Wir pflegen eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung bei Nachhaltigkeit und unternehmerischer Verantwortung, die auch von unseren Kunden und den Kapitalmarktakteuren eingefordert sowie immer wieder für einzelne Werke ebenso wie für den Gerresheimer Konzern erfolgreich auditiert wird.
Weitere Informationen zu Gerresheimers unternehmerischer Verantwortung, zur Nachhaltigkeit und zu unseren Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management sind auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung zu finden.
COMPLIANCE
Für den Erfolg des Gerresheimer Konzerns ist es unerlässlich, dass alle Unternehmen innerhalb der Gruppe nach wirtschaftsethischen Grundsätzen verantwortungsvoll und im Einklang mit den Gesetzen und den Regeln des fairen Wettbewerbs geführt werden. Das Gerresheimer Compliance Programm soll unsere Mitarbeiter dabei unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig anzuwenden, und sie dabei vor Verstößen bewahren. Ein wesentliches Instrument hierzu sind die Konzernrichtlinien und Merkblätter, die Mindestverhaltensstandards für alle Mitarbeiter des Konzerns festlegen. Das Gerresheimer Compliance Programm fokussiert sich auf die Bereiche Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht und ist auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/compliance zugänglich.
Um das Verständnis von Compliance zu verbessern und die Bereitschaft zu erhöhen, entsprechend zu handeln, ist die Schulung unserer Mitarbeiter ein zentraler Bestandteil unseres Compliance Systems. Wir bieten weltweit regelmäßige Einführungsschulungen als Präsenzveranstaltungen an. Zusätzlich stellen wir ausgewählten Mitarbeitern webbasierte E-Learning-Programme zu den wichtigsten Themen der Compliance zur Verfügung, die diese Mitarbeiter absolvieren müssen, wobei sie die Schulung an ihrem Arbeitsplatz in ihren Arbeitsalltag integrieren und dort erledigen können.
Trotz der Aufstellung von Compliance-Richtlinien und präventiv wirkender Schulungsmaßnahmen kommt es letztlich darauf an, ob die regulatorischen Vorgaben von den Mitarbeitern eingehalten, Verstöße gemeldet und vom Unternehmen geahndet werden. Wir bieten deshalb ein webbasiertes Hinweisgebersystem als Mittel zur Aufklärung von Verstößen gegen Compliance-Vorschriften an. Dieses System sichert die Anonymität des Hinweisgebers, sei er Mitarbeiter, Kunde, Lieferant oder Dritter. Um den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Hinweisgebersystem im Internet in allen für uns relevanten Sprachen verfügbar.
UMWELT
Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Schonung der Umwelt und die Vermeidung von Emissionen und Abfällen sind Kernbestandteile unserer unternehmerischen Verantwortung. Unsere Ausrichtung auf nachhaltiges Wirtschaften umfasst ökonomische, soziale und insbesondere ökologische Aspekte. Als produzierendes Unternehmen sehen wir uns hier in einer besonderen Verantwortung. Unsere Umweltschutzmaßnahmen gehen oft deutlich über die gesetzlichen Anforderungen der jeweiligen Länder hinaus. Umweltschonende Produktionsmethoden, die Verringerung von Abfällen und Emissionen sowie der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen sind Gegenstand unseres weltweit implementierten GMS und finden sich in unseren Prinzipien unternehmerischer Verantwortung wie auch in den Leitlinien für verantwortungsvolles Einkaufsmanagement wieder.
Da die Produktionsprozesse in den Geschäftsfeldern mitunter stark variieren, liegt die Verantwortung für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen dezentral bei den jeweiligen Führungskräften vor Ort. Dabei spielt der kontinuierliche Austausch eine große Rolle, so dass die Produktionsstandorte voneinander lernen und erfolgreiche Maßnahmen kopieren und adaptieren können. Wir stoßen fortlaufend neue Initiativen an, mit denen wir unser Handeln im Sinne der Umwelt- und Ressourcenschonung kontinuierlich weiterentwickeln. Die ökologischen Verbesserungen führen in den meisten Fällen gleichzeitig zu nachhaltigen ökonomischen Vorteilen.
Für uns ist die Zertifizierung der Produktionsstandorte von großer Bedeutung, um unsere ökologischen Fortschritte gegenüber unseren Kunden und der Öffentlichkeit sichtbar und nachweisbar zu machen. Bisher wurde 13 unserer großen Produktionsstandorte nach ISO 14001 ein modernes Umweltmanagement bescheinigt. Darüber hinaus legen wir, gerade auch in unseren energieintensiven Behälterglaswerken, großen Wert auf die Einführung moderner Energiemanagementsysteme. Alle deutschen Behälterglaswerke in Essen, Tettau und Lohr sind nach dem neuesten ISO-Standard für Energiemanagementsysteme 50001 rezertifiziert bzw. turnusmäßig erfolgreich überprüft worden. Im Geschäftsfeld Medical Systems sind alle deutschen Standorte in Pfreimd, Bünde, Wackersdorf, Regensburg und Münster erfolgreich nach ISO 50001 zertifiziert bzw. requalifiziert.
BUSINESS EXCELLENCE
In unserer Vision setzen wir es uns zum Ziel, der führende globale Partner für unsere Kunden zu werden. Ein Wegbereiter zur Erreichung unserer Vision ist das GMS. Seit mehr als zehn Jahren vereint es Konzepte für eine kontinuierliche Verbesserung, eine schlanke Produktion sowie eine Qualitäts- und Kundenfokussierung in einem konzerneinheitlichen und an unser Geschäft angepassten Rahmen. Mit GMS wurden konzernweite Standards festgelegt sowie Methoden und Werkzeuge definiert, um eine kontinuierliche Prozessverbesserung in allen Teilen der Wertschöpfungskette nachhaltig zu implementieren. Wir verfolgen damit das Ziel, die Leistungen für unsere Kunden hinsichtlich Qualität, Service und Kosten beständig zu verbessern, die Effizienz unserer betrieblichen Strukturen und Prozesse zu steigern und damit eine kontinuierliche Verbesserung aller Unternehmensbereiche zu ermöglichen.
Die Anwendung der durch das GMS zur Verfügung gestellten Methoden und Werkzeuge erfolgt durch unsere Mitarbeiter. Durch systematische Aus- und Weiterbildung versetzen wir diese in die Lage, die GMS Prinzipien einzusetzen, um für unsere Kunden Effizienzsteigerungen und eine gruppenweit einheitlich hohe Qualität unserer Produkte und Services zu gewährleisten. Der Erfolg des GMS beruht auf seiner Akzeptanz, Verbreitung und Umsetzung auf allen Organisationsebenen innerhalb unseres Konzerns.
Wir entwickeln und definieren werksspezifische Verbesserungspläne im Rahmen des operativen und strategischen Planungsprozesses. Mittels sogenannter Operational Excellence-Kennzahlen und eines standardisierten Evaluationssystems messen und beurteilen wir regelmäßig, ob diese Ziele erreicht und die durch das GMS definierten Standards eingehalten wurden. Zu diesem Zweck sind mehr als 200 Mitarbeiter zu sogenannten Auditoren ausgebildet worden, die nachhaltig zur Umsetzung des Systems beitragen. Diese intern ausgebildeten Auditoren sind untereinander vernetzt und bieten uns eine ausgezeichnete Grundlage für den werks- und divisionsübergreifenden Austausch von Lösungen und konzerninterne Beratung durch Experten. Aus diesen Bewertungen werden jeweils standortspezifische Empfehlungen und Maßnahmenpläne entwickelt, um die weitere zielgerichtete, kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen.
Während der jährlich stattfindenden GMS Konferenz kamen in diesem Jahr über 80 Teilnehmer aus 15 Ländern zusammen, um die aktuellen Entwicklungen von GMS im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Werksbesichtigungen zu besprechen, Netzwerke auf- und auszubauen und Umsetzungs- sowie Erfolgsgeschichten auszutauschen. Anerkennung für exzellente Umsetzungsprojekte erhielten vier Projektteams und ein Werk im Rahmen der fünften Verleihung der „GMS Awards“ durch den Vorstand. Um die Vernetzung unter den GMS Experten auch unterjährig weiter auszubauen, haben wir 2015 eine vierteljährlich stattfindende Webkonferenz eingeführt, in deren Rahmen die Experten aus den Werken erfolgreiche Projekte vorstellen und aktuelle Schwerpunkte und Fragestellungen diskutieren.
KUNDENZUFRIEDENHEITSSTUDIEN
Die kontinuierliche Verbesserung unserer Prozesse steht auch im Fokus unserer globalen Kundenzufriedenheitsstudien, die wir regelmäßig mit Hilfe eines renommierten Marktforschungsinstitutes durchführen. Wir verfolgen damit das Ziel, unser Verständnis von den Kundenbedürfnissen im Hinblick auf Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zu vertiefen. Hierfür führen wir eine standardisierte Befragung durch, die in zehn verschiedenen Sprachen angeboten wird. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir einerseits für die Verbesserung unseres Kundenservices und andererseits, um konkrete Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung abzuleiten.
An dieser Erhebung nehmen unsere operativen Gesellschaften konzernübergreifend mit ihren jeweiligen Kunden teil: von Argentinien und Brasilien, Mexiko und den USA über die europäischen Werke bis hin zu den Standorten in China und Indien. Im Mittelpunkt der Befragung stehen insbesondere unsere Entwicklungsarbeit, das Produktangebot, kundenspezifische Systemlösungen, Auftragsabwicklung und Logistik, Fachkompetenz und Engagement unserer Vertriebsmitarbeiter sowie unser technischer Support und die Reklamationsbearbeitung. Mit ihren Antworten zeigen uns die Kunden auf, welche Aktionsfelder ihnen besonders wichtig sind, wo unsere Leistung sie bereits zufriedenstellt und wo wir besser werden müssen.
Die Ergebnisse der Befragungen bieten für uns zahlreiche Ansatzpunkte für mögliche Verbesserungen. Wir erläutern und diskutieren die Resultate in den verschiedensten Zusammensetzungen von Fachleuten und auf unterschiedlichsten Ebenen. Die Expertenteams in allen Geschäftsbereichen entwickeln daraus Aktions- und Maßnahmenpläne, die sukzessive implementiert werden.
Mit der regelmäßigen Durchführung unserer gruppenweiten globalen Kundenzufriedenheitsstudie kommen wir den Anforderungen der ISO-Audits und unserer eigenen Richtlinien gemäß dem GMS nach. Zudem lässt sich über die Jahre hinweg nachverfolgen, ob die bei der letzten Erhebung eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen Erfolg hatten und vom Kunden wahrgenommen wurden. Wir ermitteln auf diese Weise kontinuierlich Optimierungsansätze für die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und die Steigerung der Kundenzufriedenheit.
Darüber hinaus befragen wir unsere Kunden in zusätzlichen regionalen und projektbezogenen Erhebungen auch zwischen den Erhebungszeiträumen der gruppenweiten Kundenzufriedenheitsstudie, um bei Bedarf schnell und themenbezogen auf besondere Wünsche und Verbesserungsvorschläge reagieren zu können.
VERGÜTUNGSBERICHT
Der Vergütungsbericht entspricht den Anforderungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), dem Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 17 (DRS 17) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Hauptversammlung hat am 30. April 2015 ein neues Vergütungssystem für den Vorstand gebilligt. Diese Änderungen waren für Herrn Röhrhoff bereits im Geschäftsjahr 2014 gültig, werden für Herrn Beaujean im Geschäftsjahr 2016 gültig sein und sollen zukünftig bei Verlängerung der bestehenden Vorstandsverträge oder Neubestellung eines Vorstandsmitglieds wirksam werden. Die Änderungen sind im Folgenden erläutert.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
VERGÜTUNGSSTRUKTUR
Die Gesamtvergütung des aktiven Vorstands setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um ein Festgehalt, eine kurzfristige erfolgsabhängige Tantieme, eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung, Aktienwertsteigerungsrechte, übliche Nebenleistungen und um Pensionszusagen.
ERFOLGSUNABHÄNGIGE KOMPONENTEN
Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus einem Fixum und aus Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Die Sachbezüge enthalten im Wesentlichen Versicherungsprämien (unter anderem für eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung) sowie die Dienstwagennutzung. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.
ERFOLGSABHÄNGIGE KOMPONENTEN
Kurzfristige variable Barvergütung
Die kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielen geknüpft, deren Höhe sich jeweils aus dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget ableitet.
Bisher beziehen sich diese auf die Kennzahlen, bezogen auf den Gerresheimer Konzern, Adjusted EBITDA, Umsatzerlöse, Net Working Capital und Investitionsvolumen. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Barvergütung 50 % des individuellen Festgehaltes. Die kurzfristige variable Barvergütung ist begrenzt auf einen Betrag in Höhe von 60 % des individuellen Festgehaltes und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.
Zukünftig ist bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen sowie bei Neubestellung eines Vorstandsmitglieds der Jahresbonus als kurzfristige variable Barvergütung nur noch an das Erreichen der drei unterschiedlich gewichteten Finanzkennzahlen Adjusted EBITDA, Umsatzerlöse und Net Working Capital geknüpft. Die Zielkomponente Investitionsvolumen entfällt. Bei der Zielkomponente Net Working Capital wird von einer digitalen Zielerreichung auf einen Zielkorridor von 95 % bis 105 % umgestellt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt der Jahresbonus 50 % des individuellen Festgehaltes. Der Jahresbonus ist begrenzt auf einen Betrag in Höhe von 70 % des individuellen Festgehaltes.
Langfristige variable Barvergütung
Die Komponente mit langfristiger Anreizwirkung besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (ROCE).
Bisher wird die Zielerreichung anhand des arithmetischen Mittels der Einzelwerte jedes Jahres des dreijährigen Bemessungszeitraumes festgestellt. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der auszuzahlende Bonus 30 % des individuellen Festgehaltes. Er kann maximal (bei Erreichen eines Zielvolumens von 133 %) knapp 40 % des individuellen Festgehaltes betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren.
Zukünftig soll bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen sowie bei Neubestellung eines Vorstandsmitglieds der ROCE-Zielkorridor statt der bisher vorgegebenen festen Werte auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt werden. Die Auszahlungen erfolgen, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der aufgrund der Nachhaltigkeitskomponente auszuzahlende Bonus 40 % des individuellen Festgehaltes. Die Nachhaltigkeitskomponente kann maximal 55 % des individuellen Festgehaltes betragen.
Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)
Zusätzlich hat die Gesellschaft mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Vergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) erhält. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigt das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses. Dabei legt die sogenannte Erfolgshürde fest, dass die Zahlung nur möglich ist, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % übersteigt oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist. Für die Aktienwertsteigerungsrechte, die das Jahr 2015 betreffen, gilt der Ausgabepreis von EUR 51,89 als Ausgangswert. Die Erfolgshürde ist lediglich für die Frage der Zahlungsberechtigung, nicht aber für die Berechnung der Zahlungshöhe relevant. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren können die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entspricht dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen ist. Die Höhe des Vergütungsanspruches ist jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entspricht. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen alle noch nicht ausgeübten Aktienwertsteigerungsrechte, sofern das Ausscheiden nicht durch Todesfall oder dauernde Erwerbsunfähigkeit eintritt oder die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit der jeweiligen ausgegebenen Tranche nicht mindestens ein volles Jahr bestand. Sämtliche Ansprüche auf weitere Aktienwertsteigerungsrechte verfallen ebenfalls mit dem Ausscheiden. Die Gesellschaft hat sich das Recht vorbehalten, die Aktienwertsteigerungsrechte gegebenenfalls in Aktien zu erfüllen, wobei aber die Begleichung in bar beabsichtigt ist.
Zukünftig gilt bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen oder Neubestellung eines Vorstandsmitglieds eine neue Vereinbarung, welche vorsieht, dass jedes Vorstandsmitglied eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Vorstandsmitglieder bekommen also nicht mehr eine bestimmte Stückzahl von Aktienwertsteigerungsrechten, sondern erhalten einen Zahlungsanspruch (Wertanspruch) für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer-Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist und die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit mindestens ein volles Jahr lang bestand. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20 %igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt.
Pensionszusage
Die den derzeitigen Vorstandsmitgliedern erteilten Pensionszusagen werden über einen Pensionsfonds abgewickelt, soweit die Anwartschaften bis zum 1. Mai 2007 erdient wurden. Sie wurden durch eine einmalige Zahlung im Geschäftsjahr 2007 finanziert. So weit sind keine weiteren laufenden Zahlungen mehr zu leisten. Seit dem 1. Mai 2007 entstehende Anwartschaften werden in der Regel über eine Unterstützungskasse abgewickelt.
Die derzeitigen Mitglieder des Vorstands sind grundsätzlich berechtigt, nach Ausscheiden aus dem Gerresheimer Konzern ab dem Erreichen des 65. Lebensjahres Pensionsleistungen zu beziehen. Der jährliche Pensionsanspruch beträgt, in Abhängigkeit vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Pensionszusage, zwischen 1,5 % und 2,2 % des letzten Festgehaltes. Dieser Prozentsatz steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der Dienstjahre als Mitglied des Vorstands auf maximal 40 %. Die Witwenrente beträgt 60 % und die Waisenrente pro Kind jeweils 20 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Die Witwen- und Waisenrente ist insgesamt auf 100 % der Rentenansprüche des Verstorbenen begrenzt.
Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG hat am 10. Februar 2015 für neu zu bestellende Vorstandsmitglieder als integralen Bestandteil des neuen Vergütungssystems auch das Pensionssystem geändert. Die bisher im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung für heutige Vorstandsmitglieder gegebene Leistungszusage von 1,5 % bis 2,2 % pro Dienstjahr, begrenzt auf 40 % der Festbezüge bei Rentenbeginn im Alter von 65 Jahren, soll für neue Vorstandsmitglieder auf eine beitragsorientierte Zusage umgestellt werden.
Zukünftig errechnen sich die von der Gesellschaft für die Altersversorgung der neuen Vorstandsmitglieder aufzubringenden Beträge aus der Summe von 20 % des Festgehaltes und 20 % des erzielten Jahresbonusses. Zur Verwendung dieser Beiträge hat ein neues Vorstandsmitglied die Wahl zwischen drei Optionen: (1) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Einzahlung von 20 % des Bonusses in eine Kapitalanlage; (2) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Auszahlung von 20 % des Bonusses zur Eigenvorsorge; (3) Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % des Bonusses zur Eigenvorsorge.
Aus der Versicherung erwirbt das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt Ansprüche gegen die Versicherung auf eine wiederkehrende Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Alternativ kann das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt die Auszahlung des gesamten angesammelten Kapitals wählen. In diesem Fall entfallen dann aber die Versorgungsansprüche.
Bei der kapitalbasierten Leistung besteht für die Gesellschaft bei Renteneintritt (Leistungsfall) des Vorstands das Risiko einer Ausgleichspflicht zur Auffüllung bis zur Höhe der eingezahlten Beträge, falls der Wert der Kapitalanlage fällt, da das Unternehmen zur Anerkennung als betriebliche Altersversorgung den Kapitalerhalt garantieren muss. Deshalb müssen vor dem Zeitpunkt des Leistungsfalls - gegebenenfalls nur temporär - sich ergebende rechnerische Unterdeckungen bilanziert werden.
Wenn das Vorstandsmitglied während der Laufzeit seines Anstellungsvertrages die Auszahlung des jährlich vorgesehenen Beitragssatzes als zusätzlichen Gehaltsbestandteil zur Eigenvorsorge erhält, besteht nach Auszahlung in diesem Fall für die Gesellschaft keine weitere Verpflichtung mehr.
Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit
Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund oder infolge eines Kontrollwechsels sind Abfindungshöchstgrenzen im Rahmen der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungscaps ist auf die Gesamtvergütung für das abgelaufene Geschäftsjahr abzustellen. Der Aufsichtsrat hat mit Herrn Röhrhoff ein nachvertragliches zweijähriges Wettbewerbsverbot vereinbart, das grundsätzlich eine Karenzentschädigung in Abhängigkeit von der im Jahr vor Beendigung der Tätigkeit gezahlten Festvergütung vorsieht.
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat und besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung mindestens ein Jahr bestanden hat und noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen, deren Höhe drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen entspricht. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung für das der Kündigungserklärung vorangegangene volle Geschäftsjahr einschließlich variabler Vergütungsbestandteile und Ansprüche aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm.
Bei Verlängerung von Vorstandsverträgen und Neubestellungen ist die Abfindungsregelung modifiziert worden, so dass etwaige Ansprüche aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm den Anspruch auf Abfindung nicht mehr erhöhen.
Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr
Im Rahmen der Ermittlung der Vergütung des Vorstands wurde die Empfehlung des Deutscher Corporate Governance Kodex umgesetzt.
Die Gesamtbezüge für die aktiven Vorstandsmitglieder zusammen beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 insgesamt auf T EUR 8.213 (Vorjahr: T EUR 5.263). Davon entfielen T EUR 1.910 (Vorjahr: T EUR 1.910) auf die erfolgsunabhängige Vergütung und T EUR 2.428 (Vorjahr: T EUR 2.142) auf die erfolgsabhängige Vergütung. Der Dienstzeitaufwand der Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 2015 T EUR 614 (Vorjahr: T EUR 491) und die im laufenden Geschäftsjahr erdiente Vergütung aus der aktienorientierten Vergütung T EUR 3.261 (Vorjahr: T EUR 720).
Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2015 ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:
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| Uwe Röhrhoff Vorstandsvorsitzender Primary Packaging Glass | ||||
|---|---|---|---|---|
| Gewährte Zuwendungen in T EUR | 2015 | 2015 Min. | 2015 Max. | 2014 |
| Festvergütung | 770 | 770 | 770 | 741 |
| Sachbezüge | 26 | 26 | 26 | 25 |
| Summe | 796 | 796 | 796 | 766 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 385 | - | 539 | 370 |
| Langfristige variable Barvergütung | 308 | - | 424 | 296 |
| Plan 2014-2017 | - | - | - | 296 |
| Plan 2015-2018 | 308 | - | 424 | - |
| Phantom Stocks | - | - | - | - |
| Summe | 1.489 | 796 | 1.759 | 1.433 |
| Dienstzeitaufwand (IAS 19) | 316 | 316 | 316 | 264 |
| Gesamtvergütung | 1.805 | 1.112 | 2.075 | 1.697 |
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| Rainer Beaujean CFO Life Science Research | Andreas Schütte Plastics & Devices | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gewährte Zuwendungen in T EUR | 2015 | 2015 Min. | 2015 Max. | 2014 | 2015 | 2015 Min. | 2015 Max. | 2014 |
| Festvergütung | 570 | 570 | 570 | 570 | 570 | 570 | 570 | 537 |
| Sachbezüge | 20 | 20 | 20 | 19 | 19 | 19 | 19 | 18 |
| Summe | 590 | 590 | 590 | 589 | 589 | 589 | 589 | 555 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 285 | - | 342 | 285 | 285 | - | 342 | 268 |
| Langfristige variable Barvergütung | 171 | - | 1.596 | 171 | 171 | - | 228 | 161 |
| Plan 2014-2017 | - | - | - | 171 | - | - | - | 161 |
| Plan 2015-2018 | 171 | - | 228 | - | 171 | - | 228 | - |
| Phantom Stocks | - | - | 1.368 | - | - | - | - | - |
| Summe | 1.046 | 590 | 2.528 | 1.045 | 1.045 | 589 | 1.159 | 984 |
| Dienstzeitaufwand (IAS 19) | - | - | - | - | 298 | 298 | 298 | 227 |
| Gesamtvergütung | 1.046 | 590 | 2.528 | 1.045 | 1.343 | 887 | 1.457 | 1.211 |
Als weitere Bezüge wurden im Geschäftsjahr 2015 Herrn Beaujean aufgrund der Verlängerung seines Vorstandsvertrages neue Aktienwertsteigerungsrechte (Tranche 9 bis 12) gewährt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Tranchen ist im Absatz „Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)“ zu finden. Da es sich im Wesentlichen um eine wertbasierte Zusage handelt, existiert zum Zeitpunkt der Gewährung kein beizulegender Zeitwert.
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| Uwe Röhrhoff Vorstandsvorsitzender Primary Packaging Glass | Rainer Beaujean CFO Life Science Research | Andreas Schütte Plastics & Devices | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zufluss in T EUR | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 770 | 741 | 570 | 570 | 570 | 537 |
| Sachbezüge | 26 | 25 | 20 | 19 | 19 | 18 |
| Summe | 796 | 766 | 590 | 589 | 589 | 555 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 315 | 275 | 247 | 218 | 235 | 187 |
| Langfristige variable Barvergütung | 994 | 884 | - | - | 637 | 578 |
| Plan 2011 - 2014 | - | 259 | - | - | - | 172 |
| Plan 2012 - 2015 | 259 | - | - | - | 188 | - |
| Plan 2013 - 2016 | - | - | - | - | - | - |
| Phantom Stocks | 735 | 625 | - | - | 449 | 406 |
| Summe | 2.105 | 1.925 | 837 | 807 | 1.461 | 1.320 |
| Dienstzeitaufwand (IAS 19) | 316 | 264 | - | - | 298 | 227 |
| Gesamtvergütung | 2.421 | 2.189 | 837 | 807 | 1.759 | 1.547 |
Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung
In der Übersicht zur Vergütung des Vorstandes (HGB) ist die aktienorientierte Vergütung mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung enthalten.
Pensionszusage
Der auf die einzelnen Vorstandsmitglieder entfallende Dienstzeitaufwand ist in der Übersicht zur Vergütung des Vorstands enthalten.
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Gerresheimer AG geregelt.
Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Jahresvergütung von EUR 30.000,00. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats steht das Zweieinhalbfache und dem stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache dieser Vergütung zu. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 20.000,00, und jedes weitere Mitglied des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00. Vorsitzende von anderen Ausschüssen erhalten für jeden Vorsitz eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00, und jedes weitere Mitglied eines anderen Ausschusses erhält für jede Ausschussmitgliedschaft eine zusätzliche Vergütung von EUR 5.000,00. Diese Regelung gilt nicht für den Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Vergütung für den Vorsitz und die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss ist auf die Jahre beschränkt, in denen der Ausschuss tagt. Zusätzlich zu der Jahresvergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, denen sie angehören, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 1.500,00 pro Sitzung, jedoch höchstens EUR 1.500,00 pro Kalendertag. Angemessene Auslagen werden auf Nachweis erstattet.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten zusätzlich eine variable Vergütung. Diese beträgt EUR 100,00 pro EUR 0,01 des durchschnittlichen bereinigten Konzernergebnisses je Aktie der Gerresheimer AG im abgelaufenen Geschäftsjahr und den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren, falls dieser Wert den Betrag von EUR 0,50 erreicht. Überschreitet dieses durchschnittliche bereinigte Konzernergebnis je Aktie der Gerresheimer AG den Betrag von EUR 3,00, bleibt der überschreitende Betrag bei der Berechnung der variablen Vergütung außer Betracht. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie ergibt sich aus dem im Konzernabschluss ausgewiesenen Konzernergebnis vor den zahlungsunwirksamen Abschreibungen der Fair Value-Anpassungen und den Sondereffekten aus Restrukturierungsaufwendungen, den außerplanmäßigen Abschreibungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen (einschließlich wesentlicher zahlungsunwirksamer Aufwendungen) und der darauf entfallenden Steuereffekte, nach Ergebnisanteilen von nicht beherrschenden Anteilen, bezogen auf die zum Bilanzstichtag ausgegebenen Aktien. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Zweieinhalbfache, der Stellvertreter das Eineinhalbfache dieser variablen Vergütung.
Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2015 betrug EUR 1.111.000,00.
Die Bezüge der einzelnen Aufsichtsratmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:
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| Name | Sitzungsgelder | Festvergütung | Variable Vergütung | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Andrea Abt | 7.500,00 | 17.589,04 | 17.589,04 | 42.678,08 |
| Sonja Apel | 9.000,00 | 30.000,00 | 30.000,00 | 69.000,00 |
| Lydia Armer | 12.000,00 | 35.000,00 | 30.000,00 | 77.000,00 |
| Dr. Karin Louise Dorrepaal | 7.500,00 | 35.000,00 | 30.000,00 | 72.500,00 |
| Francesco Grioli | 16.500,00 | 60.000,00 | 45.000,00 | 121.500,00 |
| Eugen Heinz | 9.000,00 | 30.000,00 | 30.000,00 | 69.000,00 |
| Dr. Axel Herberg | 15.000,00 | 76.041,10 | 56.383,56 | 147.424,66 |
| Seppel Kraus | 15.000,00 | 40.000,00 | 30.000,00 | 85.000,00 |
| Dr. Peter Noé | 15.000,00 | 40.000,00 | 30.000,00 | 85.000,00 |
| Markus Rocholz | 15.000,00 | 40.000,00 | 30.000,00 | 85.000,00 |
| Gerhard Schulze | 7.500,00 | 43.438,36 | 31.027,40 | 81.965,76 |
| Theodor Stuth | 15.000,00 | 50.000,00 | 30.000,00 | 95.000,00 |
| Udo J. Vetter | 12.000,00 | 37.931,50 | 30.000,00 | 79.931,50 |
| 156.000,00 | 535.000,00 | 420.000,00 | 1.111.000,00 |
Das Aufsichtsratsmitglied Lydia Armer erhält für ihre Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine angemessene Vergütung, die durch Beschluss der ordentlichen Gesellschafterversammlung der Gerresheimer Regensburg GmbH festgesetzt wird. Für das Geschäftsjahr 2014 hat die Gesellschafterversammlung die Vergütung auf EUR 5.000,00 festgesetzt, die im Geschäftsjahr 2015 ausbezahlt wurde.
Das Aufsichtsratsmitglied Markus Rocholz erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Tettau GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2014 wurde im Geschäftsjahr 2015 ausbezahlt.
ANGABEN NACH § 289 ABS. 4 HGB SOWIE ERLÄUTERNDER BERICHT
Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Absatz 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG belief sich zum 30. November 2015 auf EUR 31,4 Mio. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2015 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.
Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns zum 30. November 2015 nicht bekannt.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen
Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben
Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung
Das gesetzliche Leitungs- und Vertretungsorgan der Gerresheimer AG ist der Vorstand. Er besteht gemäß Gesellschaftssatzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher.
Die Mitglieder des Vorstands werden gemäß § 84 AktG vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren bestellt. Wiederholte Bestellungen oder Verlängerungen der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung eines Vorstandsmitglieds vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa bei grober Pflichtverletzung oder wenn die Hauptversammlung dem Vorstandsmitglied das Vertrauen entzieht.
Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.
Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.
Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 25. April 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 15,7 Mio. zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut (en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
› um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
› soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
› bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes oder sonstiger Vermögensgegenstände;
› bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.
Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 6,28 Mio. (entsprechend 20 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den „Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen“.
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6.280.000,00 durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen „Schuldverschreibungen“), jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 26. April 2012 beschlossenen Ermächtigung bis zum 25. April 2017 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Die Darlehen unter dem Vertrag über Kreditfazilitäten im Gesamtbetrag von EUR 450 Mio., die zum Stichtag mit insgesamt EUR 232,8 Mio. in Anspruch genommen sind, werden durch die Kreditgeber kündbar und sind als Folge von den Kreditnehmern in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.
Im Falle eines Kontrollwechsels ist die Gerresheimer AG verpflichtet, den Gläubigern der Schuldverschreibung in Höhe von EUR 300 Mio. den Kontrollwechsel bekannt zu machen. Diese haben dann das Recht, alle oder einzelne Schuldverschreibungen zum Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen fällig zu stellen. Als Kontrollwechsel gilt, wenn eine oder mehrere Personen mindestens 50,01 % der Aktien oder Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben oder anderweitig beherrschen und 90 Tage danach kein Investmentgrade Rating mehr für die Schuldverschreibung besteht.
Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben.
Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer Kundenverträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die den Kunden bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung mindestens ein Jahr bestanden hat und noch eine Laufzeit von mindestens neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung für das der Kündigungserklärung vorangegangene Geschäftsjahr. Im Geschäftsjahr 2014 wurde bei der Verlängerung des Vorstandsvertrages von Herrn Röhrhoff die Abfindungsregelung im Fall der Sonderkündigung modifiziert, so dass nunmehr etwaige Ansprüche aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm den Anspruch auf Abfindung nicht erhöhen. Zu weiteren Details verweisen wir auf den Vergütungsbericht.
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 289A HGB
Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist Bestandteil des Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 3 HGB wurden die Angaben nach § 289a HGB nicht in die Prüfung des Jahresabschlusses einbezogen.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 9. September 2015 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:
„Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ gemäß § 161 Aktiengesetz.
Die Gerresheimer AG hat allen Empfehlungen der ‚Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ in der Fassung vom 13. Mai 2013 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 9. September 2014 entsprochen.
Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ in der nunmehr geltenden Fassung vom 5. Mai 2015 wird die Gerresheimer AG zukünftig mit folgender Ausnahme entsprechen:
Ziffer 5.4.1. Absatz 2 Satz 1: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.
Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll.“
ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN
RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und in der Holding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme.
Wir haben für die Tochtergesellschaften und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems werden in dem Kapitel „Chancen- und Risikobericht“ im Geschäftsbericht beschrieben, der auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich ist.
UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG
Gerresheimer ist einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden.
In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns verantwortlich gegenüber Gesellschaft, Mitarbeitern, Investoren, Kunden, Lieferanten und Umwelt.
Unsere Grundsätze sind zusammengefasst in der Publikation „Unsere unternehmerische Verantwortung“, die auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung abrufbar ist.
BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSE
Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich in dem Kapitel „Organe“ des Anhangs zum Jahresabschluss der Gerresheimer AG. Die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Aufsichtsratsausschüsse werden im Geschäftsbericht im Rahmen des „Corporate Governance-Berichts“ beschrieben. Dieser Geschäftsbericht ist ebenfalls im Internet zugänglich unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte.
FESTLEGUNGEN ZUR FÖRDERUNG DER TEILHABE VON FRAUEN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN NACH § 76 ABS. 4 UND § 111 ABS. 5 DES AKTIENGESETZES
Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom 24. April 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll. Die betroffenen Gesellschaften mussten ihre Zielgrößen nebst Umsetzungsfristen bis zum 30. September 2015 beschlossen haben. Dabei durfte bei der erstmaligen Festlegung die Umsetzungsfrist gesetzlich nicht über den 30. Juni 2017 hinausgehen. Bei der nächsten Festlegung einer Umsetzungsfrist kann der Zeitraum bis zu fünf Jahre betragen. Eine Ausnahme sieht das Gesetz für den Frauenanteil im Aufsichtsrat börsennotierter und zugleich mitbestimmter Gesellschaften wie der Gerresheimer AG vor: Hier gilt bereits ein gesetzlicher Mindestanteil von jeweils 30 % Frauen und 30 % Männern für Neubesetzungen von frei werdenden Aufsichtsratsmandaten ab dem 1. Januar 2016.
Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG hat am 9. September 2015 für den Frauenanteil im Vorstand der Gerresheimer AG eine Zielgröße von 0 % bis zum 30. April 2017 beschlossen. Alle Vorstandsmitglieder, unter denen sich derzeit keine Frau befindet, haben noch langfristige Vorstandsbestellungen bis mindestens zum 30. April 2017, und es besteht derzeit nicht die Absicht des Aufsichtsrats, die Anzahl der Vorstandsmitglieder bis zum 30. April 2017 zu erhöhen. Bei einem unplanmäßigen Ausscheiden eines Mitglieds des Vorstands vor dem 30. April 2017 werden Frauen bei der Nachbesetzung angemessen berücksichtigt.
Für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat der Vorstand der Gerresheimer AG am 24. August 2015 Zielgrößen von jeweils 25 % zum 30. Juni 2017 beschlossen.
CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT
Wir sind als global agierendes Unternehmen einer Vielzahl von unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risikoprofil ergibt.
Wir beachten das Risiko- und das Chancenmanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochtergesellschaften und dem Controlling der Gerresheimer AG in ihrer Funktion als Holding.
Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und in der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel einer frühzeitigen Erkennung, Bewertung, Vermeidung und Verringerung von Risiken sowie gegebenenfalls der Übertragung dieser auf Dritte. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu vermeiden und damit die Unternehmensziele zu erreichen.
Dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochtergesellschaften und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen.
Wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems:
› einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochtergesellschaften an die Konzernzentrale
› regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen
› Segmentierung der Risiken nach Markt, Kunden, Finanzwirtschaft, Umweltschutz, Rechtsbeziehungen, externen politischen und gesetzlichen Vorgaben sowie strategischen Entscheidungen
› Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten
› Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern
› Eingrenzung durch Schadensverhütung und Risikotransfer
Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der Gerresheimer AG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen sind (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland).
Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risikotoleranz vor für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität.
In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.
INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Der Gerresheimer Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen.
Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen. Zum 30. November 2015 wurde die Wirksamkeit der internen Kontrollen über die Finanzberichterstattung festgestellt.
Wir erstellen den Jahresabschluss der Gerresheimer AG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessen sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der Gerresheimer AG in das Konzernkonsolidierungssystem übertragen. Die Gerresheimer AG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Konzernabschlussprozesses.
In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Jahresabschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der rechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochtergesellschaften und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2015 hat der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft und dessen Ordnungsmäßigkeit bestätigt.
Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Einzelabschluss der Gerresheimer AG und zum Konzernabschluss, und er erörtert den Einzelabschluss der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte zu diesen Abschlüssen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.
CHANCEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung für die Gerresheimer AG sind aufgrund ihrer Stellung als Holding-Gesellschaft des Gerresheimer Konzern eng an die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung für den Gerresheimer Konzern insgesamt geknüpft. Der Gerresheimer Konzern ist aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Chancen und Risiken ausgesetzt. Auch in Zukunft wollen wir die sich uns bietenden Chancen optimal nutzen.
Für den Gerresheimer Konzern bietet vor allem der Bereich Forschung und Entwicklung wesentliches Chancenpotenzial. Mit Investitionen, beispielsweise in unsere Technologiezentren für Glasspritzen und medizinische Kunststoffsysteme, möchten wir zukünftig bestehende Produkte mit unseren Kunden weiterentwickeln und unser Produktportfolio insgesamt stärker diversifizieren. Weitere Details zu unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden sich im Kapitel „Forschung und Entwicklung“.
Unternehmensstrategische Chancen sehen wir darüber hinaus in der weiteren Globalisierung unseres Geschäftes. Wir wollen an der Dynamik in den Schwellenländern durch lokale Präsenz partizipieren und dort unseren Umsatz in den nächsten Jahren signifikant erhöhen. In den letzten Jahren haben wir durch gezielte Investitionen in den Ländern Brasilien, Indien und China die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Zusätzliches Wachstum verspricht ferner die Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten des Bereiches Plastics & Devices nach Nordamerika.
Den Generikaherstellern wird künftig eine größere Bedeutung zukommen. Wir wollen an dem zu erwartenden Mengenwachstum partizipieren, da auch diese Medikamente fachgerecht verpackt und verabreicht werden müssen. In Zukunft werden zudem Verpackungen für Arzneimittel an Bedeutung gewinnen, welche die Sicherheit bei der Verabreichung erhöhen und den Umgang mit dem Medikament erleichtern.
Weitere Wachstumschancen sehen wir im demografischen Wandel und in dem bei älteren Menschen steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung, im medizinisch-technologischen Fortschritt und auf dem Feld biotechnologisch hergestellter Medikamente.
RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Die Gerresheimer AG ist als Holding-Gesellschaft des Gerresheimer Konzern aufgrund dessen globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen.
In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Gerresheimer Konzerns und damit einhergehend die Gerresheimer AG haben können. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:
› unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit < 10 %
› möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10 % und 50 %
Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % werden wenn möglich gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt.
Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:
› moderat = Nettoschaden zwischen EUR 1 Mio. und EUR 10 Mio.
› wesentlich = Nettoschaden > EUR 10 Mio.
ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRE FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN
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| Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche finanzielle Auswirkugen | |
|---|---|---|
| Unternehmensstrategische Risiken | ||
| Risiken aus Akquisitionen | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Operative Risiken | ||
| Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung | möglich | wesentlich |
| Energie- und Rohstoffpreise | möglich | wesentlich |
| Produkthaftungsrisiken | möglich | wesentlich |
| Risiken aus der zukünftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme | möglich | wesentlich |
| Pensionszahlungen | möglich | moderat |
| Personalrisiken | möglich | moderat |
| IT-Risiken | möglich | moderat |
| Steuerliche Risiken | möglich | moderat |
| Rechtliche Risiken | möglich | moderat |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | ||
| Währungs- und Zinsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
| Kreditrisiko | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Liquiditätsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen:
UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN
AKQUISITIONEN
Mögliche Auswirkungen:
Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-Diligence-Prüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden.
Gegenmaßnahmen:
Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen während der Due Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft. Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Mergers-&-Acquisition-Abteilung. Wir versuchen, die Risiken durch eine regelmäßige und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich zu erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren.
PRODUKTEINFÜHRUNGEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Markteinführung innovativer Produkte - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass sich alle Produkte auf dem Markt kommerziell erfolgreich behaupten werden.
Gegenmaßnahmen:
Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.
OPERATIVE RISIKEN
Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Organisations-, Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt. Wir decken Haftungsrisiken derzeit durch eine Haftpflichtversicherung ab und versichern aktuell mögliche Eigenschäden, unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungsversicherung auf Allgefahrenbasis, die mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde.
RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG
Mögliche Auswirkungen:
Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Auch im Verlauf des Geschäftsjahres 2015 war keine Entspannung der Gesamtrisikosituation zu beobachten. Niemand kann derzeit mit absoluter Sicherheit sagen, wie sich die Euro- und Finanzkrise weiter auf die Realwirtschaft, die Kunden und die Lieferanten auswirken und wie lange diese Krise andauern wird.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.
ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISE
Mögliche Auswirkungen:
Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge unserer Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten.
Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.
Gegenmaßnahmen:
Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisanpassungsklauseln vereinbart. Durch den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes sowie die endgültige Stilllegung des Behälterglaswerkes in Millville wurde die Anzahl der von uns betriebenen Schmelzöfen um insgesamt acht auf 13 reduziert und damit insbesondere auch die Energiekosten.
PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und Produktsicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme Schäden bei Kunden oder Endverbrauchern verursachen. Folgende Beispiele sollen dies verdeutlichen: Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet. Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcare-Industrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Dies könnte zu nennenswerten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns führen. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadensersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung. Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein. Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat. Außerdem ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird. Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.
Gegenmaßnahmen:
Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung soll zudem entstehende Schäden weitgehend abdecken.
RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME
Mögliche Auswirkungen:
Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 2015 rund 84 % der Konzernumsätze im Marktsegment Pharma und Healthcare. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den Vereinigten Staaten bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte beziehungsweise in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.
PERSONALRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Qualifizierte Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Sollte es uns zukünftig nicht gelingen, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichendem Maße für unser Unternehmen auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns weltweit als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Hierzu gehören eine wettbewerbsfähige Vergütung, fachspezifische Fort- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung und die spezifische Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zudem zielgruppenspezifisches Personalmarketing.
IT-RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Computergestützte Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen.
Gegenmaßnahmen:
Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, um die Sicherheit und Effizienz unserer Geschäftsprozesse zu gewährleisten beziehungsweise zu erhöhen. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken bei anwendungskritischen Systemen wie SAP, Websites und IT-Infrastrukturkomponenten zu minimieren.
Gerresheimer wird die Harmonisierung der ERP-Systeme auf SAP ECC 6.0 ebenso konsequent fortführen wie die Standardisierung der IT-Infrastruktur in den Bereichen Netzwerk, Hardware, Kommunikation und Sicherheit. IT-Governance und IT-Compliance sollen die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen in der Gerresheimer AG sichern.
STEUERLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen.
Gegenmaßnahmen:
Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen dem Bereich Group Tax der Gerresheimer AG und den Landesgesellschaften abgestimmt.
RECHTLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Als international tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige vertrags-, wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.
Gegenmaßnahmen:
Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen.
Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance Programm etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Mitarbeitern der Gerresheimer AG und der Konzerngesellschaften. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von herausragender Bedeutung für die Gerresheimer AG und ihre verbundenen Unternehmen.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Group-Treasury-Abteilung überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.
WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäftes außerhalb der Euroländer abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.
KREDITRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.
Gegenmaßnahmen:
Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen an Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.
Gegenmaßnahmen:
Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen (im Juni 2015 refinanziert), eine Euro-Bond-Schuldverschreibung und ein im November 2015 platziertes Schuldscheindarlehen zur Verfügung.
GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS UND DER GERRESHEIMER AG
Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden alle Risiken zusammengefasst, die von den Tochtergesellschaften und den Zentralbereichen gemeldet werden. Diese Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig gegenüber dem Vorstand und dem Aufsichtsrat.
Die Risiken des Gerresheimer Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Gerresheimer Konzerns oder der Gerresheimer AG gefährden oder ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen.
Die Bonität von Gerresheimer wird durch die führenden Ratingagenturen Standard & Poor‘s und Moody‘s regelmäßig bewertet.
Die Rahmenkredite unterliegen sogenannten Financial Covenants. Diese werden im Abschnitt „Finanz- und Liquiditätslage“ erläutert. In den Geschäftsjahren 2014 und 2015 wurden die vorgegebenen Financial Covenants eingehalten. Unter Zugrundelegung der vorliegenden Mehrjahresplanung gehen wir davon aus, die Financial Covenants auch zukünftig einzuhalten.
NACHTRAGSBERICHT
Nach dem 30. November 2015 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Gerresheimer AG zu erwarten ist.
PROGNOSEBERICHT
AUSRICHTUNG DES KONZERNS
Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns sowie der Gerresheimer AG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.
ENTWICKLUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN
ENTWICKLUNG DER WELTWIRTSCHAFT/ENTWICKLUNG IN DEN EINZELNEN REGIONEN4
Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes
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| Veränderungen in % |
2016 | 2015 |
|---|---|---|
| Welt | 3,6 | 3,1 |
| USA | 2,8 | 2,6 |
| Eurozone | 1,6 | 1,5 |
| Deutschland | 1,6 | 1,5 |
| Schwellenländer | 4,5 | 4,0 |
| China | 6,3 | 6,8 |
| Indien | 7,5 | 7,3 |
| Brasilien | -1,0 | -3,0 |
| Russland | -0,6 | -3,8 |
Für das Jahr 2016 rechnet der IWF wieder mit einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft. Nach etwa 3,1 % in 2015 wird für 2016 mit einem Anstieg des Wachstums auf 3,6 % gerechnet. Die erwartete Steigerung wird sowohl den Schwellenländern als auch den Industrienationen zugeschrieben. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass selbst Länder, die 2015 unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten litten, ihr Negativwachstum verringern werden oder sich sogar besser entwickeln können. Dazu zählen vor allem Brasilien und Russland. Nach Angaben des IWF sollte deren positive Entwicklung den prognostizierten leichten Rückgang der Wachstumsrate in China überkompensieren. Innerhalb der wichtigen Industrieregionen wird vor allem für die USA und die Eurozone wieder ein stärkeres Wachstum vorausgesagt.
Den Prognosen des IWF zufolge werden im Jahr 2016 die USA den größten Wachstumsimpuls für die Weltwirtschaft beisteuern. Erwartet wird ein gegenüber dem Vorjahr leicht stärkeres Wirtschaftswachstum von etwa 2,8 %. Im Jahr 2015 hatte der Zuwachs noch etwa 2,6 % betragen. Wichtig sei dem IWF zufolge, dass die Normalisierung der Geldpolitik schrittweise vollzogen werde, um die Erholung der Wirtschaft weiter zu stützen.
Für Europa gehen die Schätzungen für das Jahr 2016 von einer leichten Zunahme des Wirtschaftswachstums auf etwa 1,6 % aus - nach dem Plus von etwa 1,5 % im Jahr 2015. Getragen werde die Entwicklung in Europa unter anderem von der niedrigen Ölnotierung, der Lockerung der Geldpolitik und der Abwertung des Euro.
Analog der Entwicklung in Europa sieht der IWF auch für Deutschland einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 1,6 % voraus (Vorjahr: 1,5 %).
Die vom IWF für die Schwellenländer im Jahr 2016 prognostizierte Wachstumsrate liegt mit 4,5 % wieder leicht über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 4,0 %. Die Zuwachsrate ist damit nur leicht höher als die der Industrienationen. Im Einzelnen geht der IWF für China von einem Zuwachs des BIP in Höhe von 6,3 % (Vorjahr: 6,8 %) aus, für Indien wird ein Wachstumsplus von 7,5 % (Vorjahr: 7,3 %) vorausgesagt, und in Brasilien soll das BIP nur noch um 1,0 % zurückgehen (Vorjahr: -3,0 %).
Für die russische Volkswirtschaft wird für das Jahr 2016 mit einem Rückgang des Wachstums um 0,6 % gerechnet. Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung verglichen mit dem Negativwachstum von 3,8 % im Vorjahr. Dennoch hat sich laut IWF die Ukraine-Krise bisher nur auf die hiervon direkt betroffenen Länder sowie deren unmittelbare Nachbarländer ausgewirkt. Deshalb sollten sich die ökonomischen Folgen auf die Absatzmärkte des Gerresheimer Konzerns, obwohl sie schwer einschätzbar sind, in Grenzen halten.
Gleiches gilt für die potenziellen Folgen der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im Nahen Osten. Der Gerresheimer Konzern erwirtschaftet in Summe jährlich weniger als EUR 10 Mio. an Umsatzerlösen in den Regionen Mittlerer und Naher Osten. Entsprechend gehen wir davon aus, dass sich auch die ökonomischen Folgen auf die Absatzmärkte des Gerresheimer Konzerns in Grenzen halten werden.
ENTWICKLUNG IN DEN BRANCHEN
Die weltweite Nachfrage nach Pharma- und Healthcare-Produkten dürfte allein aufgrund der demografischen Entwicklung weiter steigen. Das Wachstum der Weltbevölkerung wie auch der zunehmende Anteil älterer Menschen, einhergehend mit dem damit verbundenen erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung, sollte weiter zu einer positiven Geschäftsentwicklung des Konzerns beitragen. Während die Pharmaausgaben in den sogenannten reifen Märkten wie den USA und Europa nach Schätzungen des IMS Instituts im Zeitraum von 2016 bis 2020 jährlich zwischen 3 % bis 6 % steigen sollten, sind in den Schwellenländern überdurchschnittliche Wachstumsraten zwischen 7 % bis 10 % pro Jahr zu erwarten, da dort mit zunehmendem Wohlstand die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung ausgebaut wird. Insgesamt erwartet IMS damit ein weltweites jährliches Wachstum zwischen 4 % bis 7 % für den Zeitraum von 2016 bis 2020.5
Ursächlich für diese Entwicklungen ist unter anderem die stetig steigende Zahl chronischer Erkrankungen. Dazu gehören Krankheiten wie beispielsweise Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Diabetes, die immer häufiger aufgrund zivilisatorischer und umweltbezogener Veränderungen auftreten. Aber auch steigende Anforderungen an die Verpackung und Darreichung von Medikamenten im Zuge der Selbstmedikation treiben das Wachstum der Branche.
MARKT- UND GESCHÄFTSCHANCEN FÜR DEN GERRESHEIMER KONZERN UND DIE GERRESHEIMER AG
DIE PERSPEKTIVEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2016
Die Weltwirtschaft wird sich laut den Prognosen des IWF im Jahr 2016 mit moderatem Tempo weiterentwickeln. Gleichzeitig mahnen die Experten des IWF zur Vorsicht, da ein Nachlassen oder Abflachen der Dynamik in einzelnen Regionen nicht ausgeschlossen werden kann. Trotz eines für unsere Kunden weiterhin schwierigen Marktumfeldes in Brasilien gehen wir weiter davon aus, dass wir unser Kerngeschäft mit Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systemen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie auch im Geschäftsjahr 2016 weiter ausbauen werden.
In den vergangenen Jahren wurde in den Schwellenländern verstärkt mit dem Auf- bzw. Ausbau der medizinischen Versorgung begonnen. Damit einhergehend stieg dort der Einsatz beziehungsweise die Vergabe von patentfreien Wirkstoffen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend ungebrochen fortsetzt und auch 2016 zu einer weiteren Steigerung der Nachfrage führen wird.
ERWARTETE VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE
Als Obergesellschaft des Konzerns vereinnahmt die Gerresheimer AG über Ergebnisabführungsverträge die Ergebnisse der wesentlichen deutschen Tochtergesellschaften. Diese können auch Beteiligungserträge aus dem Ausland erhalten. Insoweit wirkt sich die Geschäftsentwicklung der Tochterunternehmen direkt auf den Jahresabschluss der Gerresheimer AG und deren Bilanzgewinn aus. Eine entsprechende Ergebnisentwicklung im Konzern vorausgesetzt, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2016 ein positives Jahresergebnis der Gerresheimer AG, einen Bilanzgewinn sowie eine Fortsetzung unserer Dividendenpolitik.
Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir unsere globale Präsenz ausbauen sowie ein profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen.
PLASTICS & DEVICES
Für unsere kundenspezifischen Produkte aus Glas und Kunststoff zur sicheren Verabreichung von Medikamenten erwarten wir im Jahr 2016 weitere Zuwächse. Dabei bleiben die Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente die Hauptumsatzträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Insulin-Pens und Inhalatoren, aber auch das Geschäft mit Diabetes-Care-Produkten. Regional gesehen bleibt Europa Schwerpunkt unseres Geschäftes mit Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente. Insgesamt bleibt unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Langfristtrends weiter auf Wachstum ausgerichtet. Dies spiegelt sich auch in den Erweiterungsinvestitionen an Standorten in den USA und Tschechien wider, die auf die Inbetriebnahme neuer Produktionslinien zielen.
Der Umsatz mit unseren Pharmaverpackungen aus Kunststoff für die freiverkäuflichen Arzneien dürfte sich unverändert gut entwickeln und auch im Geschäftsjahr 2016 weiter durch die Schwellenländer getrieben werden.
Die erstmalige jährliche Berücksichtigung unserer 100 %-Beteiligung Centor - nach nur einem Quartal in 2015 - wird ebenfalls zu einem deutlichen Wachstumsschub in diesem Segment in 2016 beitragen.
PRIMARY PACKAGING GLASS
In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass planen wir mit einem leichten Umsatzwachstum für unsere Verpackungen aus Glas wie Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen oder auch Parfümflakons und Cremetiegel. Auch 2016 arbeiten wir mit verschiedenen Maßnahmen an der weiteren Verbesserung unserer Produktivität. Dazu investieren wir vor allem in die Standardisierung unseres Maschinenparks in der Glasproduktion.
Umsatzzuwächse erwarten wir - ähnlich wie in den Vorjahren - vor allem in unseren Werken in den Schwellenländern. Aufgrund der guten Prognosen für die Entwicklung des Pharmamarktes in den Schwellenländern haben wir im Jahr 2015 ein neues Werk in Kosamba, Indien, gebaut und werden dieses Ende des Geschäftsjahres 2016 in Betrieb nehmen.
Der Umsatz mit Pharmaverpackungen aus Glas sollte sich robust entwickeln. Auch im Bereich Kosmetik gehen wir von einem positiven Umfeld aus und erwarten, im Geschäftsjahr 2016 unseren Umsatz mit Kosmetikprodukten aus Glas ebenfalls leicht ausbauen zu können.
LIFE SCIENCE RESEARCH
Im Geschäftsbereich Life Science Research ist die Visibilität aufgrund der Struktur des Geschäftsmodells geringer als in den anderen Geschäftsbereichen, da wir hier unsere Produkte nicht direkt, sondern über Distributoren verkaufen und die Vorlaufzeiten bei Bestellungen sehr kurz sind. Da die Geschäftsentwicklung stark von der US-amerikanischen Konjunktur abhängt, sind Prognosen mit großer Unsicherheit behaftet. Der Umsatz sollte sich stabil entwickeln, da wir tendenziell davon ausgehen, dass unsere Kunden ihre vorsichtigere Ausgabenpolitik aufgrund von Budgetrestriktionen auch im Jahr 2016 beibehalten werden.
ERWARTETE ENTWICKLUNG NICHT FINANZIELLER ERFOLGSFAKTOREN
MITARBEITER
Angesichts des erwarteten Wachstums und weiteren von uns geplanten Standardisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen erwarten wir, dass die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern zukünftig stabil bleiben wird. Die regionale Verteilung wird sich aufgrund zunehmender Globalisierung zugunsten der Schwellenländer verändern.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden wir auch in Zukunft einen hohen Stellenwert beimessen, um das Wachstum des Unternehmens langfristig durch Innovationen sichern zu können.
BESCHAFFUNG
Auch im Jahr 2016 werden wir unseren Einkauf nachhaltig optimieren: Preise, Konditionen und insbesondere die Qualität sind zentrale Bausteine, um unseren Ertrag weiter zu steigern. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen an den Finanz- und den realen Märkten gehen wir davon aus, dass die Volatilität der Preise bestehen bleibt.
PRODUKTION
Wir streben danach, unsere Produktion in Richtung einer Null-Fehler-Produktion bei Massenartikeln zu entwickeln. Dies ist eine große Herausforderung, denn wir produzieren für die pharmazeutische Industrie Produkte in sehr hohen Stückzahlen, das heißt Milliarden von Fläschchen, Behältern und Ampullen. Um die Qualität unserer Produkte auszubauen, aber auch um die Komplexität in unseren Werken zu reduzieren, werden wir auch im Geschäftsjahr 2016 weiterhin stark in die Standardisierung und die Weiterentwicklung unseres Maschinenparks investieren. Wir werden im Rahmen dieser Mehrjahresinitiative sämtliche Maschinen für pharmazeutische Glasfläschchen gegen neue Maschinen austauschen, die über eine verbesserte Prozesssicherheit verfügen. Diese Maschinen wurden in Eigenentwicklung speziell für unseren Bedarf entwickelt.
Wir haben im Geschäftsjahr 2015 wichtige Schritte unternommen, um unser Geschäft weniger kapitalintensiv zu gestalten. So haben wir durch den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes sowie die endgültige Stilllegung des Behälterglaswerkes in Millville die Anzahl der von uns betriebenen Schmelzöfen um insgesamt acht auf nunmehr 13 deutlich reduziert. Dies führt neben der Reduktion der Anzahl und des Umfangs von nötigen Instandhaltungsmaßnahmen auch zu geringeren Investitionserfordernissen, da Schmelzöfen sehr kapitalintensiv sind. Außerdem erwarten wir eine Verringerung des erforderlichen Net Working Capitals im Verhältnis zum Umsatz, weil wir durch den bedarfsgerechten Zukauf der fertigen Glasröhren insgesamt weniger Vorräte halten müssen.
UMWELT
Wir wollen auch in Zukunft verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen umgehen und die Umwelt schonen. So haben wir uns bereits zum siebten Mal in Folge an dem Carbon Disclosure Project beteiligt. Dazu erheben, analysieren und managen wir unsere CO2-Emissionen an allen Produktionsstandorten und erstatten jährlich über deren Zusammensetzung und Entwicklung, vor allem aber über die verschiedensten Maßnahmen zu deren Verringerung, ausführlich Bericht. Mit unserer Umweltstrategie verfolgen wir das Ziel, das Verhältnis von Emissionen zu Umsätzen zu reduzieren. So sollen unsere Umsätze in der Zukunft schneller wachsen als die zu deren Erzielung unvermeidbaren Emissionen. Auch 2016 werden wir uns wieder am Carbon Disclosure Project beteiligen.
ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT
Zum 30. November 2015 verfügte der Gerresheimer Konzern über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 93,7 Mio. (Vorjahr: EUR 67,9 Mio.). Darüber hinaus stand uns zum Bilanzstichtag aus dem revolvierenden Darlehen ein nicht in Anspruch genommener Betrag in Höhe von EUR 217,2 Mio. (Vorjahr: EUR 164,0 Mio.) zur Verfügung. Damit befinden wir uns in einer stabilen finanziellen Situation und werden auch im kommenden Geschäftsjahr genügend liquide Mittel haben, um unsere geplanten Investitionen zu finanzieren und unseren sonstigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
DIVIDENDENPOLITIK
Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG schlagen der Hauptversammlung am 28. April 2016 gemeinsam vor, eine Dividende in Höhe von EUR 0,85 je Aktie für das Geschäftsjahr 2015 auszuschütten. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 13 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 25 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Wir wollen auch im Geschäftsjahr 2016 an unserer Dividendenpolitik festhalten, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % bis 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten.
MEGATRENDS
Bei der Prognose unserer Geschäftsentwicklung versuchen wir vor allem, sehr wahrscheinliche Entwicklungen in unseren Märkten zu identifizieren. Besondere Bedeutung haben hier langfristige globale Trends, die auch als Megatrends bezeichnet werden. Diese weisen meist eine sehr stabile Entwicklung auf und sind wenig anfällig für Rückschläge. Die Identifikation solcher Trends ist für uns notwendig, um strategische Entscheidungen für unser Unternehmen treffen zu können. Es handelt sich hierbei um Fragestellungen wie beispielsweise die Entwicklung neuer Wachstumsmärkte sowie Veränderungen bezüglich Art und Umfang der Nachfrage nach unseren Produkten. Zur Beurteilung dieser Themen gilt es zu hinterfragen, welche der aktuell zu beobachtenden Entwicklungen auf kurzfristigen Trends beruhen und welche Entwicklungen voraussichtlich langfristig und weitestgehend unbeeinflusst von politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen anhalten werden. Hier sind vor allem sechs Megatrends zu nennen, von denen wir ausgehen, dass diese unsere Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen werden.
1. TREND ZU GENERIKA
Die Experten des IMS Health schätzen, dass die Umsätze mit Generika in der Zeit von 2016 bis 2019 um jährlich rund 7 % wachsen werden.6 Insbesondere in den Schwellenländern werden die Generika-Umsätze stark wachsen, da die Medikamente nach Wegfall des Patentschutzes für viele Patienten preislich erschwinglich werden. Aber auch in den traditionellen, bereits weiter entwickelten Märkten richten sowohl die Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenkassen ihr Augenmerk auf eine gute Kosten-Nutzen-Analyse, die häufig dazu führt, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Dies ist eine für uns günstige Entwicklung, da der Verkaufspreis des Medikaments für uns zweitrangig ist. Für uns zählt vor allem das Volumenwachstum, und somit treibt das Wachstum des Generikamarkts unseren Konzernumsatz und damit auch unseren Konzerngewinn an.
2. GESUNDHEITSSYSTEME IN DEN SCHWELLENLÄNDERN WACHSEN
Der IMS Health geht davon aus, dass die Umsätze mit Medikamenten in den Schwellenländern zwischen 2016 und 2020 zwischen 7 % und 10 % pro Jahr wachsen werden.7 Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber selbst das bevölkerungsreiche China weist, gemessen an den Pharma-Umsätzen, noch ein relativ geringes Volumen im Vergleich zu den USA auf. 2015 wurden in China rund USD 115 Mrd. für Medikamente ausgegeben, in den USA mehr als USD 430 Mrd.8Angesichts des Bevölkerungsreichtums in den Schwellenländern verbinden wir mit dem Erstarken der dortigen Gesundheitssysteme deutliches Wachstumspotenzial und sind mit zahlreichen Werken in China, Indien, Brasilien und Mexiko bereits gut vertreten.
3. REGULATORISCHE ANFORDERUNGEN NEHMEN ZU
Die Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde, steigen weiter. Die Auflagen betreffen längst nicht allein die Herstellung der Wirkstoffe, sondern genauso die Produktion der Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen, erhalten, und verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung. Schließlich geht es bei allem um die Gesundheit der Patienten. Daher investieren wir weltweit in Qualität und halten hierdurch auch potenzielle Wettbewerber auf Distanz, da die Eintrittsbarrieren dadurch ständig steigen.
4. NEUE MEDIKAMENTE WERDEN ENTWICKELT
Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Die Experten des IMS Health erwarten in den kommenden fünf Jahren eine Vielzahl von neuen Medikamenten auf dem Markt, die aus den intensiven Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Pharmakonzerne hervorgehen werden. Diese werden dafür sorgen, dass Krankheiten besser oder überhaupt zum ersten Mal behandelt werden können.9 Dafür bieten wir Lösungen aus neuen Werkstoffen, wie dem Hochleistungskunststoff COP oder aus gehärtetem Glas an. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für uns ist unsere hohe Materialkompetenz aber auch unser sehr breites Produktspektrum im Vergleich zum Wettbewerb. Denn für uns kommt es nicht darauf an, dass neue Medikamente eine bestimmte Darreichungsform haben, weil wir eine außerordentlich breite Produktpalette haben, die nahezu sämtliche Lösungen aus Glas und Kunststoff beinhaltet, die für flüssige, feste und auch Medikamente in Pulverform genutzt werden können. Genauso haben wir ein breites Angebot an Verpackungen für traditionell chemisch hergestellte Medikamente, für biotechnologisch hergestellte Medikamente, ebenso für Generika oder auch für alle Arten von frei verkäuflichen Arzneimitteln.
5. AKUTE UND CHRONISCHE KRANKHEITEN NEHMEN ZU
Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Heute leiden rund 415 Mio. Menschen unter Diabetes, in 25 Jahren könnten es Schätzungen zufolge schon 642 Mio. sein. Ist heute noch einer von elf Menschen von Diabetes betroffen, so wird im Jahr 2040 aller Voraussicht nach jeder zehnte Mensch an der Krankheit leiden, und dies bei einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung. Hinzu kommt, dass bis heute nur jeder zweite von der Krankheit betroffene Mensch eine entsprechende Diagnose erhalten hat.10 Somit erfordert die Behandlung einer wachsenden Anzahl von Patienten die Bereitstellung steigender Wirkstoffmengen, wobei jedes einzelne Medikament eine geeignete Verpackung und Darreichungsform erhalten muss. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden Insulin-Pens, Diabetiker-Stechhilfen und Asthma-Inhalatoren, die täglich millionenfach zum Einsatz kommen. Hier haben die Pharmaunternehmen den Wunsch, die Patienten mit gut funktionierenden, aber auch visuell und haptisch attraktiven Produkten zur sicheren Verabreichung von Medikamenten für sich zu gewinnen. Die Entwicklung dieser Produkte zusammen mit unseren Kunden ist eine unserer besonderen Stärken.
6. SELBSTMEDIKATION GEWINNT AN BEDEUTUNG
Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Hier bieten wir viele intelligente Produkte an, die den Patienten die Selbstmedikation ermöglichen. Gleichzeitig erleichtern diese Produkte die Einnahme des Medikaments, helfen, Medikationsfehler zu vermeiden, und ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben. Außerdem helfen diese Produkte, die Kosten in den Gesundheitssystemen zu reduzieren, weil sie vielfach zum Ziel haben, Anzahl und Dauer ansonsten erforderlicher ambulanter oder stationärer Behandlungen zu reduzieren.
GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT
Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Durch bereits getätigte und geplante Investitionen in ertragreichen Märkten sowie durch die Akquisitionen der Vergangenheit sind wir für die Chancen und Entwicklungen im Bereich Pharma hervorragend aufgestellt. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren, Märkte konsolidieren und interessante Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist die weitere Fokussierung auf die Pharma- und Healthcare-Industrie. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cash Flow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Im Vergleich mit unseren Wettbewerbern sind wir sehr gut aufgestellt.
GESAMTKONZERN
Für das Geschäftsjahr 2016 gehen wir derzeit von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen. Dabei haben wir für den US-Dollar, der mit einem Anteil von rund einem Drittel am Konzernumsatz in 2016 den größten Währungseinfluss auf die Konzernwährung hat, eine Wechselkursannahme von rund USD 1,12 je EUR 1,00 zugrunde gelegt.
Für das Geschäftsjahr 2016 erwarten wir einen währungsbereinigten Konzernumsatz von rund EUR 1,5 Mrd. (Bandbreite: plus/minus EUR 25 Mio.). Der Konzernumsatz von rund EUR 1,5 Mrd. entspricht einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von rund 9 % im Vergleich zum Umsatz des Geschäftsjahres 2015 und einem organischen Umsatzwachstum von 4 % bis 5 %.11
Für das Adjusted EBITDA rechnen wir im Geschäftsjahr 2016 mit einem Anstieg auf rund EUR 320 Mio. (Bandbreite: plus/minus EUR 10 Mio.).
Das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2016 des Gerresheimer Konzerns wird im Wesentlichen aufgrund unserer guten Wachstumsperspektiven sowie infolge unserer Initiativen zur Produktivitäts- und Qualitätssteigerung voraussichtlich nur noch rund 8 % des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen betragen und somit am unteren Ende unserer zuvor gegebenen Indikation für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018 von 8,0 % bis 9,0 % des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen liegen. Wir haben im Geschäftsjahr 2015 hierzu wichtige Schritte unternommen, um unser Geschäft weniger kapitalintensiv zu gestalten. So haben wir durch den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes sowie die endgültige Stilllegung des Behälterglaswerkes in Millville die Anzahl der von uns betriebenen Schmelzöfen um insgesamt acht auf nunmehr 13 deutlich reduziert. Dies führt neben der Reduktion der Anzahl und des Umfangs von nötigen Instandhaltungsmaßnahmen auch zu geringeren Investitionserfordernissen, da Schmelzöfen sehr kapitalintensiv sind. Hilfreich ist darüber hinaus, dass das neu erworbene Unternehmen Centor lediglich 3 % bis 4 % vom Umsatz als jährliche Investitionen benötigt und damit den Trend zu weniger Investitionen verstärkt.
Außerdem erwarten wir eine Verringerung des erforderlichen Net Working Capitals im Gerresheimer Konzern im Verhältnis zum Konzernumsatz, da wir unter anderem durch den bedarfsgerechten Zukauf der fertigen Glasröhren nach unserem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes insgesamt weniger Vorräte halten müssen. Aus unserer Sicht bestehen gute Chancen, dass sich das durchschnittliche Net Working Capital um rund 2 Prozentpunkte auf ca. 17 % des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen in 2016 verbessern kann.
Den vollständigen positiven Verbesserungseffekt auf den Free Cash Flow aus den geringeren Investitionen und dem zu erwartenden geringeren Working Capital wird jedoch erst ab dem Geschäftsjahr 2017 erkennbar, da wir - wie bereits kommuniziert - in 2016 rund EUR 35 Mio. an tatsächlichen Steuerzahlungen aus dem Veräußerungserfolg des Röhrenglasgeschäftes in den USA begleichen müssen.12
Darüber hinaus bestätigen wir die Indikation für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018, jeweils gemessen zu konstanten Wechselkursen, und haben auch hier eine Wechselkursannahme von USD 1,12 je EUR 1,00 zugrunde gelegt.
› Für den genannten Zeitraum streben wir eine durchschnittliche jährliche organische Wachstumsrate des Umsatzes in Höhe von 4 % bis 5 % an.13
› Für die Adjusted EBITDA-Marge im Gerresheimer Konzern streben wir einen Zielwert von rund 22 % für das Geschäftsjahr 2018 an.14
Damit sollte die Operating Cash Flow-Marge im Geschäftsjahr 2018 nunmehr rund 13 % betragen (vormals über 10 %), sowie der ROCE sich über dem Niveau unserer langfristigen Zielvorgabe im Gerresheimer Konzern von 12 % bewegen.
Um diese Ziele zu erreichen, werden wir höchstwahrscheinlich ein deutlich geringeres jährliches Investitionsvolumen in der Größenordnung von nur noch rund 8 % des Konzernumsatzes zu konstanten Wechselkursen benötigen.
Das durchschnittliche Net Working Capital soll im Jahr 2018 nur noch rund 17 % des Konzernumsatzes zu konstanten Wechselkursen betragen (vormals rund 18 %).
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2014 bis 30. November 2015
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| 1.12.2014- 30.11.2015 in EUR |
1.12.2013- 30.11.2014 in T EUR |
|
|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Erträge | 37.836.468,04 | 11.193 |
| Personalaufwand | -17.701.867,49 | -13.210 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -368.660,13 | -385 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -47.072.633,89 | -14.613 |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 16.430.696,59 | 40.341 |
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 45.802.844,04 | 45.803 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 4.986.589,48 | - |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -22.258.338,93 | -15.933 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 17.655.097,71 | 53.196 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -10.689.197,60 | -12.783 |
| Sonstige Steuern | -11.923,72 | -8 |
| Jahresüberschuss | 6.953.976,39 | 40.405 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 84.556.360,83 | 67.701 |
| Bilanzgewinn | 91.510.337,22 | 108.106 |
Bilanz zum 30. November 2015
Aktiva
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| 30.11.2015 in EUR |
30.11.2014 in T EUR |
|
|---|---|---|
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital bedingtes Kapital EUR 6.280.000,00 (Vorjahr: T EUR 6.280) | 31.400.000,00 | 31.400 |
| Kapitalrücklage | 525.720.605,98 | 525.721 |
| Bilanzgewinn | 91.510.337,22 | 108.106 |
| 648.630.943,20 | 665.227 | |
| Rückstellungen | ||
| Steuerrückstellungen | 9.657.000,00 | 10.686 |
| Sonstige Rückstellungen | 14.320.636,80 | 10.110 |
| 23.977.636,80 | 20.796 | |
| Verbindlichkeiten | 734.962.881,79 | 311.283 |
| Passive latente Steuern | 3.559.300,00 | 4.715 |
| Summe Passiva | 1.411.130.761,79 | 1.002.021 |
| Passiva | ||
| 30.11.2015 in EUR |
30.11.2014 in T EUR |
|
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 1.129.204,19 | 604 |
| Sachanlagen | 384.508,00 | 422 |
| Finanzanlagen | 1.111.176.294,85 | 809.526 |
| 1.112.690.007,04 | 810.552 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 297.065.300,02 | 189.950 |
| Flüssige Mittel | 6.233,55 | 1 |
| 297.071.533,57 | 189.951 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1.369.221,18 | 1.518 |
| Summe Aktiva | 1.411.130.761,79 | 1.002.021 |
Anhang (HGB) für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2014 bis 30. November 2015
der Gerresheimer AG
VORBEMERKUNG
Die Gerresheimer AG ist gemäß § 267 Abs. 3 HGB i.V.m. § 264 d HGB eine große Kapitalgesellschaft.
Die Aktien der Gerresheimer AG werden unter dem Börsenkürzel „GXI“ bzw. unter der ISIN „DE000A0LD6E6“ geführt. Seit Ende Dezember 2008 ist die Gerresheimer-Aktie im MDAX enthalten.
Zwischen der Gerresheimer AG und der Gerresheimer Holdings GmbH besteht ein Gewinnabführungs- und Verlustübernahmevertrag. Danach ist die Gerresheimer Holdings GmbH verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an die Gerresheimer AG abzuführen. Die Gerresheimer AG muss entsprechend jeglichen Jahresfehlbetrag ausgleichen.
GLIEDERUNGSGRUNDSÄTZE
Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den Vorschriften der §§ 266 und 275 Abs. 2 HGB. Im Interesse einer klareren Darstellung sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Der gesonderte Ausweis erfolgt in den jeweiligen Posten des Anhangs. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetztes (AktG) aufgestellt.
Die Bewertung der einzelnen Posten wurde nach folgenden Grundsätzen vorgenommen:
AKTIVA
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte werden über drei bis fünf Jahre abgeschrieben, es sei denn, dass sich eine vertraglich abweichende Nutzungsdauer ergibt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Das Sachanlagevermögen wird über die voraussichtliche Nutzungszeit von drei bis dreizehn Jahren linear abgeschrieben. Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 150 und EUR 1.000 werden jahresweise in einem Sammelposten zusammengefasst, der über fünf Jahre abgeschrieben wird. Anlagengegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 150 werden direkt als Aufwand erfasst. Soweit ein niedrigerer beizulegender Wert anzusetzen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen erfasst.
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit am Abschlussstichtag ein niedrigerer beizulegender Wert anzusetzen ist, wird diesem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden mit Devisenkassamittelkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Werden für Fremdwährungsforderungen Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, so werden Bewertungseinheiten zwischen Sicherungs- und Grundgeschäften gebildet.
Flüssige Mittel sind zum Nominalbetrag angesetzt.
Im Rechnungsabgrenzungsposten wird entsprechend dem Wahlrecht des § 250 Abs. 3 HGB die aktivische Abgrenzung eines Disagios aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten ausgewiesen.
PASSIVA
Die Eigenkapitalposten sind zum Nennwert angesetzt.
Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Die Bewertung der Rückstellung für virtuelle Aktien erfolgt zum inneren Wert (anteilsbasierte Zusagen) bzw. zum Zeitwert (wertbasierte Zusagen) und wird unter Berücksichtigung des Zeitraums von der Gewährung bis zum erstmöglichen Ausübungstag angesammelt.
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Latente Steuern werden für temporäre Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Gerresheimer AG bilanziert auch die latenten Steuern ihrer Organgesellschaften und ihrer deutschen Personengesellschaften. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Gerresheimer AG von aktuell 29 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer (15 %), Gewerbesteuer (13,1 %) und Solidaritätszuschlag (5,5 %). Abweichend hiervon werden latente Steuern aus temporären Unterschieden bei Beteiligungsunternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft unter Berücksichtigung eines kombinierten Ertragsteuersatzes ermittelt, der lediglich Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag beinhaltet; dieser beträgt derzeit 15,83 %. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt.
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
AKTIVA
(1) Anlagevermögen
Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Posten und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2015 sind in der Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt.
(2) Immaterielle Vermögensgegenstände
Die Zugänge im Geschäftsjahr 2015 belaufen sich auf T EUR 837 und betreffen im Wesentlichen Software und Lizenzen für Software.
(3) Sachanlagen
Die Zugänge zum Sachanlagevermögen im Geschäftsjahr 2015 belaufen sich auf T EUR 69 und betreffen Geschäftsausstattung und geringwertige Wirtschaftsgüter.
(4) Finanzanlagevermögen/Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Anteile an verbundenen Unternehmen belaufen sich auf T EUR 418.780 und betreffen die Gerresheimer Holdings GmbH. Im Geschäftsjahr 2015 leistete die Gerresheimer AG Zuzahlungen in die Kapitalrücklage der Gerresheimer Holdings GmbH nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB von in Summe T EUR 301.650. Die Zuzahlungen erfolgten bar.
(5) Finanzanlagevermögen/Ausleihungen an verbundene Unternehmen
Mit Wirkung zum 19. Mai 2011 hat die Gesellschaft der GERRESHEIMER GLAS GmbH ein Darlehen in Höhe von T EUR 296.100 ausgereicht, das eine Laufzeit bis zum 19. Mai 2018 hat. Darüber hinaus besteht ein langfristiges Darlehen an die Gerresheimer Holdings GmbH, das zum Stichtag 30. November 2015 mit T EUR 396.296 valutiert. Die Zinsen für beide Darlehen werden in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen gezeigt.
(6) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
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| in T EUR | 30.11.2015 | 30.11.2014 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 296.182 | 188.793 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 883 | 1.157 |
| 297.065 | 189.950 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von T EUR 81.301 (Vorjahr: T EUR 147.832) gegen die GERRESHEIMER GLAS GmbH aus Cash-Pool-Forderungen sowie in Höhe von T EUR 16.431 (Vorjahr: T EUR 40.341) gegen die Gerresheimer Holdings GmbH aus Gewinnabführung. Zudem wurde ein kurzfristiges USD-Darlehen in Höhe von T USD 200.000 (Vorjahr T USD 0) an die Gerresheimer Glass Inc. vergeben, das zum Stichtag mit T EUR 189.054 (Vorjahr: T EUR 0) valutiert. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T EUR 9.396 (Vorjahr: T EUR 620) resultieren im Wesentlichen aus der Weiterbelastung von Aufwendungen im Zusammenhang mit den im laufenden Geschäftsjahr getätigten Akquisitionen und Desinvestitionen sowie aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.
Zur Absicherung des Währungsrisikos aus dem an die Gerresheimer Glass Inc. vergebenen USD-Darlehen wurden Devisenkontrakte abgeschlossen. Sowohl Darlehen als auch Sicherungsgeschäft werden bilanziell erfasst und bilden eine Bewertungseinheit.
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| Risiko | Grundgeschäft | Sicherungs- instrument |
Laufzeit | Art der Bewer- tungs- einheit |
Ermit- tlungs- methode |
Ausgleich - Gründe | Effek- tivitäts- test |
|||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Variable | Art | Art | Betrag | Art | Betrag | (Desig- nations-zeitraum) |
||||
| Währung | Kontra- hierter Zah- lungs- strom |
Vermögens- gegenstand |
150 Mio. USD; umgerechnet: 141,8 Mio. EUR | Dollar- temin- verkauf |
150 Mio. USD | 30.11.2015 - 29.02.2016 | Micro-Hedge | Critical-Term- Match-Methode | Risiko- homo- genität |
Prospektiv |
| Währung | Kontra- hierter Zah- lungs- strom |
Vermögens- gegenstand |
50 Mio. USD; umgerechnet: 47,3 Mio. EUR | Dollar- temin- verkauf |
50 Mio. USD | 30.11.2015 - 29.01.2016 | Micro-Hedge | Critical-Term- Match-Methode | Risiko- homo- genität |
Prospektiv |
(7) Flüssige Mittel
Diese Position enthält den Kassenbestand sowie Bankguthaben.
(8) Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält die noch nicht amortisierten Disagio-Beträge aus der am 19. Mai 2011 begebenen Anleihe. Das Disagio beläuft sich zum 30. November 2015 auf T EUR 634 (Vorjahr: T EUR 891) und wird über die Laufzeit der Anleihe bis zum 19. Mai 2018 ratierlich aufgelöst. Zudem sind hier Vorauszahlungen enthalten.
PASSIVA
(9) Gezeichnetes Kapital
Zum 30. November 2015 beläuft sich das Grundkapital auf T EUR 31.400, eingeteilt in 31.400.000 Stückaktien.
(10) Kapitalrücklage
Zum 30. November 2015 beläuft sich die Kapitalrücklage auf T EUR 525.721. Die Beträge stammen aus zwei Kapitalerhöhungen in Vorjahren.
(11) Bilanzgewinn
Im Geschäftsjahr 2015 entwickelte sich der Bilanzgewinn wie folgt:
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| in T EUR | |
|---|---|
| Bilanzgewinn zum 30.11.2014 vor Dividendenausschüttung | 108.106 |
| Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2013/2014 | -23.550 |
| Jahresüberschuss | 6.954 |
| Bilanzgewinn | 91.510 |
(12) Genehmigtes Kapital
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 25. April 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt T EUR 15.700 zu erhöhen.
(13) Steuerrückstellungen
Es handelt sich um die Rückstellung für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von T EUR 5.165 und für Gewerbesteuer in Höhe von T EUR 4.492.
(14) Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten überwiegend Rückstellungen für Personalkosten und Aufsichtsratsvergütung, Drohverluste, Hauptversammlung und Geschäftsbericht, Projektkosten sowie Jahresabschlusskosten.
(15) Verbindlichkeiten
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| in T EUR | 30.11.2015 | 30.11.2014 |
|---|---|---|
| Anleihen | 308.033 | 308.033 |
| Schuldscheindarlehen | 425.293 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.186 | 566 |
| Sonstige Verbindlichkeiten* | 451 | 2.684 |
| 734.963 | 311.283 | |
| * davon: aus Steuern | 415 | 2.648 |
| im Rahmen der sozialen Sicherheit | 23 | 29 |
Die Gerresheimer AG hat am 19. Mai 2011 eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von EUR 300 Mio. emittiert. Die Anleihe mit der ISIN XS0626028566 hat eine Laufzeit von sieben Jahren und einen jährlichen Zinskupon von 5,00 %. Der Ausgabekurs belief sich auf 99,40 %.
Im Geschäftsjahr 2015 hat die Gerresheimer AG anlässlich des Erwerbs der Centor U.S. Holding Inc. am 1. September 2015 eine Brückenfinanzierung in Höhe von EUR 550 Mio. abgeschlossen. Diese Brückenfinanzierung wurde im November 2015 durch eine erfolgreiche Schuldscheinemission in Höhe von EUR 425 Mio. sowie anteilig aus den Erlösen aufgrund der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes abgelöst. Das am 2. November 2015 unterzeichnete und am 10. November 2015 ausgezahlte Schuldscheindarlehen teilt sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 210 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Laufzeiten werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst.
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellten sich zum 30. November 2015 wie folgt dar:
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| in T EUR | kleiner bzw. gleich 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | größer 5 Jahre | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 30.11.2015 | 8.033 | 300.000 | - | 308.033 |
| 30.11.2014 | 8.033 | 300.000 | - | 308.033 | |
| Schuldscheindarlehen | 30.11.2015 | 293 | 189.500 | 235.500 | 425.293 |
| 30.11.2014 | - | - | - | - | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 30.11.2015 | 1.186 | - | - | 1.186 |
| 30.11.2014 | 566 | - | - | 566 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 30.11.2015 | 451 | - | - | 451 |
| 30.11.2014 | 2.684 | - | - | 2.684 | |
| Summe | 30.11.2015 | 9.963 | 489.500 | 235.500 | 734.963 |
| 30.11.2014 | 11.283 | 300.000 | - | 311.283 |
(16) Passive latente Steuern
Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern ein Passivüberhang der latenten Steuern von T EUR 3.559 (Vorjahr: T EUR 4.715). Die Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die zu aktiven latenten Steuern führen, resultieren im Wesentlichen aus Pensionsrückstellungen, Verbindlichkeiten und sonstigen Rückstellungen. Die Differenzen, die zu passiven latenten Steuern führen, resultieren im Wesentlichen aus immateriellen Vermögensgegenständen, Goodwill, Finanzanlagen und Grundstücken.
(17) Haftungsverhältnisse
Die Gerresheimer AG hat zur Sicherheit der bei verbundenen Unternehmen bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eine Mithaftung in Form einer Höchstbetragsbürgschaft über EUR 450 Mio. übernommen. Insgesamt ergibt sich für die Gerresheimer AG hieraus eine Mithaftung für Bankkredite von verbundenen Unternehmen von EUR 233,1 Mio. zum Bilanzstichtag (Vorjahr: EUR 177,8 Mio.). Darüber hinaus bestehen Garantiezusagen in Höhe von EUR 4,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.) für einzelne Verbindlichkeiten verschiedener Tochtergesellschaften außerhalb der Rahmenkreditverträge. Aufgrund der soliden Bilanz- und langfristigen Finanzierungsstruktur der Gerresheimer AG und ihrer Tochtergesellschaften ist mit einer Inanspruchnahme nach unseren Erkenntnissen nicht zu rechnen.
(18) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Leasing- und Mietverpflichtungen betragen T EUR 7.168 (Vorjahr: T EUR 7.858) und betreffen Gebäudemiete, PKW sowie EDV-Ausstattung.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
(19) Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von T EUR 267 (Vorjahr: T EUR 160). Darüber hinaus enthalten sie Erträge aus vertraglich vereinbarten Serviceleistungen an Tochtergesellschaften sowie Weiterbelastungen von Kosten. Die Währungserträge betragen im Geschäftsjahr 2015 T EUR 14.208 (Vorjahr: T EUR 2). Der Anstieg der Währungserträge im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen bedingt durch die Währungsbewertung des im Geschäftsjahr 2015 an Gerresheimer Glass Inc. ausgegebenen USD-Darlehens.
(20) Personalaufwand
Die Aufwendungen für Gehälter betrugen im Geschäftsjahr 2015 T EUR 16.634 (Vorjahr: T EUR 12.173), für soziale Abgaben T EUR 1.066 (Vorjahr: T EUR 1.036) und für Altersversorgung T EUR 2 (Vorjahr: T EUR 1).
(21) Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
Zu den Abschreibungen verweisen wir auf die Entwicklung des Anlagevermögens.
(22) Sonstige betriebliche Aufwendungen
In dieser Position sind Rechts- und Beratungskosten, EDV-Kosten, Kosten für Versicherungen, Mietaufwendungen, Reisekosten, Werbe- und Repräsentationskosten, Aufsichtsratsvergütungen, Zuführungen zur Drohverlustrückstellung sowie Kosten für Hauptversammlung und Geschäftsberichte enthalten. Diesen Kosten stehen teilweise entsprechende Erträge aus Weiterbelastungen gegenüber. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen weiterbelastete Aufwendungen für sonstige Leistungen von verbundenen Unternehmen. Aufwendungen für Währung und Währungsderivate sind mit T EUR 22.246 (Vorjahr: T EUR 2) enthalten. Sie betreffen zum überwiegenden Teil Aufwendungen aus der Sicherung des USD-Darlehens an die Gerresheimer Glass Inc.
(23) Erträge aus Gewinnabführungsverträgen
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen für das Geschäftsjahr 2015 beinhalten die Ergebnisübernahme der Gerresheimer Holdings GmbH.
(24) Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens belaufen sich im Geschäftsjahr 2015 auf T EUR 45.803 (Vorjahr: T EUR 45.803) und sind wie im Vorjahr in voller Höhe aus verbundenen Unternehmen angefallen.
(25) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge belaufen sich auf T EUR 4.987 (Vorjahr: T EUR 0) und betreffen in voller Höhe Erträge mit verbundenen Unternehmen.
(26) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Im Geschäftsjahr 2015 sind in Höhe von T EUR 40 (Vorjahr: T EUR 115) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen angefallen.
(27) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Der Steueraufwand des Geschäftsjahres in Höhe von T EUR 10.689 (Vorjahr: T EUR 12.783) setzt sich zusammen aus einem tatsächlichen Steueraufwand in Höhe von T EUR 11.845 (Vorjahr: T EUR 14.506) und aus einem Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von T EUR 1.156 (Vorjahr: T EUR 1.723). Die tatsächlichen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten für das Geschäftsjahr Körperschaftsteuer in Höhe von T EUR 5.467 (Vorjahr: T EUR 7.134), Gewerbesteuer in Höhe von T EUR 5.207 (Vorjahr: T EUR 6.749) sowie Solidaritätszuschlag in Höhe von T EUR 304 (Vorjahr: T EUR 392) für den deutschen Organkreis. Weiterhin sind Steuern für Vorjahre in Höhe von T EUR 826 (Vorjahr: T EUR 176) sowie Quellensteuer in Höhe von T EUR 41 (Vorjahr: T EUR 55) enthalten.
SONSTIGE ANGABEN
(28) Mitarbeiter
Im Durchschnitt beschäftigte die Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2015 89 Angestellte (davon 13 leitendende und 76 andere Angestellte). Im Vorjahr waren 88 Angestellte in der Gerresheimer AG beschäftigt (davon 12 leitende und 76 andere Angestellte). Alle Mitarbeiter waren ausschließlich in der Verwaltung beschäftigt.
(29) Angaben zu Organmitgliedern
Dem Vorstand der Gerresheimer AG gehörten an:
› Herr Uwe Röhrhoff, Mönchengladbach, Vorstandsvorsitzender und Vorstand Primary Packaging Glass
› Herr Rainer Beaujean, Meerbusch, Finanzvorstand sowie Vorstand Life Science Research
› Herr Andreas Schütte, Meerbusch, Vorstand Plastics & Devices
Jeder Vorstand vertritt die Gesellschaft gemeinschaftlich mit einem anderen Vorstand oder gemeinsam mit einem Prokuristen.
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder aus Festgehalt (inklusive Nebenleistungen) und erfolgsabhängiger Tantieme belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf T EUR 4.403 (Vorjahr: T EUR 4.088).
Details zur Vorstandsvergütung, die das Geschäftsjahr 2015 betreffen, können dem Vergütungsbericht im Lagebericht entnommen werden.
Eine Liste der Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2015 ist in diesem Anhang enthalten.
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der Gerresheimer AG belaufen sich auf T EUR 750 (Vorjahr: T EUR 691).
Die Gesamtbezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2015 betrugen T EUR 1.111 (Vorjahr: T EUR 1.086). Details zur Aufsichtsratvergütung, die das Geschäftsjahr 2015 betreffen, können dem Vergütungsbericht im Lagebericht entnommen werden.
(30) Anteilsbesitz
Eine Übersicht über den Anteilsbesitz ist am Ende des Anhangs enthalten.
(31) Mitteilungen von Anteilseignern der Gesellschaft nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG)
Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz (AktG) muss das Bestehen einer Beteiligung, die nach § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) mitgeteilt worden ist, angegeben werden. Dabei ist der nach § 20 Abs. 6 AktG oder der nach § 25 Abs. 1 WpHG veröffentlichte Inhalt der Mitteilung anzugeben.
16. Februar 2010
Herr Gilchrist B. Berg, USA, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 25. Januar 2010 die Schwelle von 3 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 3,10 % (974.402 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte sind Herrn Berg gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG i.V.m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. Ferner sind Herrn Berg davon 2,61 % (819.315 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
16. Juli 2012
Wir haben folgende Mitteilung nach § 25 Abs. 1 WpHG am 12. Juli 2012 erhalten:
1. Emittent: Gerresheimer AG, Benrather Straße 18-20, 40213 Düsseldorf, Deutschland
2. Mitteilungspflichtiger: Eton Park Overseas Fund, Ltd., Grand Cayman, Cayman Inseln
3. Art der Schwellenberührung: Schwellenunterschreitung
4. Betroffene Meldeschwellen: 5 %
5. Datum der Schwellenberührung: 10. Juli 2012
6. Mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil: 4,92 % (entspricht: 1.544.217 Stimmrechten), bezogen auf die Gesamtmenge der Stimmrechte des Emittenten in Höhe von: 31.400.000
7. Einzelheiten zum Stimmrechtsanteil: Stimmrechtsanteil aufgrund von (Finanz-/sonstigen) Instrumenten nach § 25 WpHG: 4,92 % (entspricht 1.544.217 Stimmrechten), davon mittelbar gehalten: 4,92 % (entspricht 1.544.217 Stimmrechten), Stimmrechtsanteile nach §§ 21, 22 WpHG: 0 % (entspricht 0 Stimmrechten)
8. Einzelheiten zu den (Finanz-/sonstigen) Instrumenten nach § 25 WpHG: Kette der kontrollierten Unternehmen: Eton Park Master Fund, Ltd.
18. Juli 2012
Korrektur der Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 Satz 1 WpHG vom 16. Juli 2012
Wir haben folgende Mitteilung nach § 25 Abs. 1 WpHG am 12. Juli 2012 erhalten:
1. Emittent: Gerresheimer AG, Benrather Straße 18-20, 40213 Düsseldorf, Deutschland
2. Mitteilungspflichtiger: Eton Park Overseas Fund, Ltd., Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Inseln
3. Art der Schwellenberührung: Schwellenunterschreitung
4. Betroffene Meldeschwellen: 5 %
5. Datum der Schwellenberührung: 10. Juli 2012
6. Mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil: 4,92 % (entspricht: 1.544.217 Stimmrechten), bezogen auf die Gesamtmenge der Stimmrechte des Emittenten in Höhe von: 31.400.000
7. Einzelheiten zum Stimmrechtsanteil: Stimmrechtsanteil aufgrund von (Finanz-/sonstigen) Instrumenten nach § 25 WpHG: 4,92 % (entspricht 1.544.217 Stimmrechten), davon mittelbar gehalten: 4,92 % (entspricht 1.544.217 Stimmrechten), Stimmrechtsanteile nach §§ 21, 22 WpHG: 0 % (entspricht 0 Stimmrechten)
8. Einzelheiten zu den (Finanz-/sonstigen) Instrumenten nach § 25 WpHG: Kette der kontrollierten Unternehmen: Eton Park Master Fund, Ltd.
26. März 2014
Die Templeton Investment Counsel LLC, Wilmington, Delaware, U.S.A., hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 21. März 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,0549 % (1.587.227 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte sind der Templeton Investment Counsel LLC gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
25. Juni 2014
Die Templeton Global Advisors Limited, Nassau, Bahamas, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 23. Juni 2014 die Schwelle von 3 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 3,04 % (955.487 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte sind der Templeton Global Advisors Limited gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
17. September 2014
1. Die ING Groep N.V., Amsterdam, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte werden der ING Groep N.V. gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: NN Group N.V., ING Insurance Eurasia N.V., Nationale Nederlanden Nederland B.V., Nationale-Nederlanden Levensverzekering Maatschappij N.V.
2. Die NN Group N.V., Amsterdam, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte werden der NN Group N.V. gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: ING Insurance Eurasia N.V., Nationale-Nederlanden Nederland B.V., Nationale-Nederlanden Levensverzekering Maatschappij N.V.
3. Die ING Insurance Eurasia N.V., Amsterdam, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte werden der ING Insurance Eurasia N.V. gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Nationale-Nederlanden Nederland B.V., Nationale-Nederlanden Levensverzekering Maatschappij N.V.
4. Die Nationale-Nederlanden Nederland B.V., Amsterdam,Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Davon werden der Nationale-Nederlanden Nederland B.V. 4,98 % (1.565.000 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und 0,21 % (67.500 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgendes von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Nationale-Nederlanden Levensverzekering Maatschappij N.V.
5. Die Nationale-Nederlanden Levensverzekering Maatschappij N.V., Rotterdam, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Davon werden der Nationale-Nederlanden Levensverzekering Maatschappij N.V. 0,44 % (137.500 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet.
6. Die ING Re (Netherlands) N.V., Den Haag, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Davon werden der ING Re (Netherlands) N.V. 4,98 % (1.562.500 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet.
7. Die ING Continental Europe Holdings B.V., Amsterdam, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Davon werden der ING Continental Europe Holdings B.V. 0,21 % (67.500 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und 4,98 % (1.565.000 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet.
8. Die ING Life Belgium nv, Brüssel, Belgien, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 10. September 2014 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,20 % (1.632.500 Stimmrechte) beträgt. Davon werden der ING Life Belgium nv 4,98 % (1.565.000 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet.
23. Januar 2015
Old Mutual Plc, London, Großbritannien, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 20. Januar 2015 die Schwelle von 3 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 3,01 % (945.130 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte sind der Old Mutual Plc gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
30. Juli 2015
1. APG Asset Management N.V., Amsterdam, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 27. Juli 2015 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,10 % (1.602.791 Stimmrechte) beträgt.
2. APG Groep N.V., Amsterdam, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 27. Juli 2015 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,10 % (1.602.791 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte werden der APG Groep N.V. gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgendes von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: APG Asset Management N.V.
3. Stichting Pensioenfonds ABP, Heerlen, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 27. Juli 2015 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,10 % (1.602.791 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte werden dem Stichting Pensioenfonds ABP gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihm kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: APG Asset Management N.V., APG Groep N.V.
11. September 2015
Die Franklin Advisory Services LLC, Wilmington, Delaware, U.S.A., hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Gerresheimer AG am 3. September 2015 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 4,73 % (1.485.300 Stimmrechte) beträgt. Alle Stimmrechte sind der Franklin Advisory Services LLC gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.
Nach dem Bilanzstichtag:
12. Januar 2016
1. Angaben zum Emittenten
Gerresheimer AG
Klaus-Bungert-Str. 4
40468 Düsseldorf
Deutschland
2. Grund der Mitteilung
X Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten
Erwerb/Veräußerung von Instrumenten
Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte
Sonstiger Grund:
3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen
Name: Registrierter Sitz und Staat:
Templeton Investment Counsel, LLC Wilmington, Delaware
Vereinigte Staaten von Amerika
4. Namen der Aktionäre
mit 3 % oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3.
5. Datum der Schwellenberührung
07.01.2016
6. Gesamtstimmrechtsanteile
scroll
| Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) | Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) | Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) | Gesamtzahl Stimmrechte | |
|---|---|---|---|---|
| neu | 4,9940 % | % | 4,9940 % | 31.400.000 |
| letzte Mitteilung | 5,05 % | % | % | / |
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen
a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG)
scroll
| ISIN | absolut | in % | ||
|---|---|---|---|---|
| direkt (§ 21 WpHG) | zugerechnet (§ 22 WpHG) | direkt (§ 21 WpHG) | zugerechnet (§ 22 WpHG) | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| DE000A0LD6E6 | 1568120 | % | 4,9940 % | |
| Summe | 1568120 | 4,9940 % |
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG
scroll
| Art des Instruments | Fälligkeit/Verfall | Ausübungszeitraum/ Laufzeit | Stimmrechte absolut | Stimmrechte in % |
|---|---|---|---|---|
| % | ||||
| Summe | % |
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG
scroll
| Art des Instruments | Fälligkeit/Verfall | Ausübungszeitraum/ Laufzeit | Barausgleich oder physische Abwicklung | Stimmrechte absolut | Stimmrechte in % |
|---|---|---|---|---|---|
| % | |||||
| Summe | % |
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen
X Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen mit melderelevanten Stimmrechten des Emittenten (1.).
Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen:
scroll
| Unternehmen | Stimmrechte in %, wenn 3 % oder höher | Instrumente in %, wenn 5 % oder höher | Summe in %, wenn 5 % oder höher |
|---|---|---|---|
9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG
(nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG)
scroll
| Datum der Hauptversammlung: | |
|---|---|
| Gesamtstimmrechtsanteil nach der Hauptversammlung: | % (entspricht Stimmrechten) |
12. Januar 2016
1. Angaben zum Emittenten
Gerresheimer AG
Klaus-Bungert-Str. 4
40468 Düsseldorf
Deutschland
2. Grund der Mitteilung
X Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten
Erwerb/Veräußerung von Instrumenten
Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte
Sonstiger Grund:
3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen
Name: Registrierter Sitz und Staat:
Templeton Global Advisors Limited Nassau
Bahamas
4. Namen der Aktionäre
mit 3 % oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3.
5. Datum der Schwellenberührung
08.01.2016
6. Gesamtstimmrechtsanteile
scroll
| Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) | Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) | Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) | Gesamtzahl Stimmrechte | |
|---|---|---|---|---|
| neu | 2,9944 % | % | 2,9944 % | 31.400.000 |
| letzte Mitteilung | 3,04 % | % | % | / |
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen
a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG)
scroll
| ISIN | absolut | in % | ||
|---|---|---|---|---|
| direkt (§ 21 WpHG) | zugerechnet (§ 22 WpHG) | direkt (§ 21 WpHG) | zugerechnet (§ 22 WpHG) | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| DE000A0LD6E6 | 940241 | % | 2,9944 % | |
| Summe | 940241 | 2,9944 % |
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG
scroll
| Art des Instruments | Fälligkeit/Verfall | Ausübungszeitraum/ Laufzeit | Stimmrechte absolut | Stimmrechte in % |
|---|---|---|---|---|
| % | ||||
| Summe | % |
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG
scroll
| Art des Instruments | Fälligkeit/Verfall | Ausübungszeitraum/ Laufzeit | Barausgleich oder physische Abwicklung | Stimmrechte absolut | Stimmrechte in % |
|---|---|---|---|---|---|
| % | |||||
| Summe | % |
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen
X Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen mit melderelevanten Stimmrechten des Emittenten (1.).
Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen:
scroll
| Unternehmen | Stimmrechte in %, wenn 3 % oder höher | Instrumente in %, wenn 5 % oder höher | Summe in %, wenn 5 % oder höher |
|---|---|---|---|
9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG
(nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG)
scroll
| Datum der Hauptversammlung: | |
| Gesamtstimmrechtsanteil nach der Hauptversammlung: | % (entspricht Stimmrechten) |
(32) Honorar des Abschlussprüfers
Das im Geschäftsjahr erfasste Honorar des Abschlussprüfers beträgt T EUR 272 (Vorjahr: T EUR 178). Hierin enthalten ist das Honorar für die Abschlussprüfung von T EUR 249 (Vorjahr: T EUR 152), für andere Bestätigungsleistungen von T EUR 8 (Vorjahr: T EUR 11), für Steuerberatungsleistungen von T EUR 5 (Vorjahr: T EUR 7) und für sonstige Leistungen von T EUR 10 (Vorjahr: T EUR 8).
(33) Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben am 9. September 2015 eine jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz abgegeben. Die Erklärung wird auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
(34) Vorschlag zur Gewinnverwendung
Wir schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Gerresheimer AG für das Geschäftsjahr 2015 wie folgt zu verwenden:
scroll
| in EUR | |
|---|---|
| Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende | 91.510.337 |
| Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,85 je Stückaktie | 26.690.000 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 64.820.337 |
(35) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es sind nach dem Bilanzstichtag keine für die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Gerresheimer AG wesentlichen Ereignisse eingetreten.
(36) Konzernverhältnisse
Die Gerresheimer AG ist als Mutterunternehmen im Sinne des § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Die Gerresheimer AG stellt gemäß § 315a HGB einen Konzernabschluss nach IFRS auf.
Düsseldorf, 20. Januar 2016
Gerresheimer AG
Der Vorstand
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS
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| Anschaffungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| in T EUR | 30.11.2014 | Zugänge | Abgänge | 30.11.2015 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 2.104 | 837 | 279 | 2.662 |
| 2.104 | 837 | 279 | 2.662 | |
| Sachanlagen | ||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 783 | 69 | - | 852 |
| 783 | 69 | - | 852 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 117.130 | 301.650 | - | 418.780 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 692.396 | - | - | 692.396 |
| 809.526 | 301.650 | - | 1.111.176 | |
| 812.413 | 302.556 | 279 | 1.114.690 |
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| Wertberichtigungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| in T EUR | 30.11.2014 | Zugänge | Abgänge | 30.11.2015 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 1.500 | 262 | 229 | 1.533 |
| 1.500 | 262 | 229 | 1.533 | |
| Sachanlagen | ||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 361 | 106 | - | 467 |
| 361 | 106 | - | 467 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | - | - | - | - |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | - | - | - | - |
| - | - | - | - | |
| 1.861 | 368 | 229 | 2.000 |
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| Buchwert | ||
|---|---|---|
| in T EUR | 30.11.2015 | 30.11.2014 |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 1.129 | 604 |
| 1.129 | 604 | |
| Sachanlagen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 385 | 422 |
| 385 | 422 | |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 418.780 | 117.130 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 692.396 | 692.396 |
| 1.111.176 | 809.526 | |
| 1.112.690 | 810.552 |
Anteilsbesitzliste
Geschäftsjahr 2015 (1. Dezember 2014 bis 30. November 2015)
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| in Euro/Landeswährung/nach lokalem Handelsrecht | Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) | Währung | Eigenkapital | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Direkte Beteiligung | ||||
| Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 418,8 | b) |
| Indirekte Beteiligung | ||||
| Asien | ||||
| Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China) i) | 100,00 % | Mio. CNY | 71,7 | 22,87 |
| Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 % | Mio. INR | 93,6 | 1,61 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 60,00 % | Mio. CNY | 185,2 | 16,20 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 60,00 % | Mio. CNY | 90,5 | 28,86 |
| Kimble Bomex (Beijing) Labware Co. Ltd., Peking (China) i) | 70,00 %c) | Mio. CNY | 7,0 | 0,78 |
| Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 % | Mio. INR | 487,8 | -332,93 |
| Triveni Polymers Private Ltd., Neu Delhi (Indien) | 75,00 % | Mio. INR | 1.178,8 | 183,61 |
| Europa | ||||
| DSTR S.L.U., Epila (Spanien) | 100,00 % | Mio. EUR | -1,1 | -1,62 |
| Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen) | 100,00 % | Mio. PLN | 132,7 | 23,71 |
| Gerresheimer Bünde GmbH, Bünde/Westfalen a) | 100,00 % | Mio. EUR | 12,7 | b) |
| Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,1 | -1,67 |
| Gerresheimer Denmark A/S, Vaerloese (Dänemark) | 100,00 % | Mio. DKK | 239,9 | 5,41 |
| Gerresheimer Essen GmbH, Essen-Steele a) | 100,00 % | Mio. EUR | 4,2 | b) |
| GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 493,8 | b) |
| Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 418,7 | b) |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorf a), d) | 100,00 % | Mio. EUR | - | b) |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorf e), f) | 100,00 % | Mio. EUR | 2,1 | 0,16 |
| Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechien) | 100,00 % | Mio. CZK | 2.038,4 | 855,34 |
| Gerresheimer item GmbH, Münster a) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,1 | b) |
| Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht (Schweiz) | 100,00 % | Mio. CHF | 9,6 | -1,05 |
| Gerresheimer Lohr GmbH, Lohr/Main a) | 100,00 % | Mio. EUR | 5,3 | b) |
| Gerresheimer Medical Plastic Systems GmbH, Regensburg a), d) | 100,00 % | Mio. EUR | - | b) |
| Gerresheimer Momignies S.A., Momignies (Belgien) | 100,00 % | Mio. EUR | 25,0 | 0,75 |
| Gerresheimer Moulded Glass GmbH, Tettau/Oberfranken a), d) | 100,00 % | Mio. EUR | - | b) |
| Gerresheimer Plastic Packaging SAS, Besancon (Frankreich) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,8 | 0,60 |
| Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg a) | 100,00 % | Mio. EUR | 278,0 | b) |
| Gerresheimer Spain S.L.U., Epila (Spanien) | 100,00 % | Mio. EUR | -1,2 | -3,82 |
| Gerresheimer Tettau GmbH, Tettau/Oberfranken a) | 100,00 % | Mio. EUR | 12,4 | b) |
| Gerresheimer Vaerloese A/S, Vaerloese (Dänemark) | 100,00 % | Mio. DKK | 79,7 | 38,69 |
| Gerresheimer Valencia S.L.U., Masalaves (Spanien) | 99,84 % | Mio. EUR | -2,1 | -7,01 |
| Gerresheimer Werkzeugbau Wackersdorf GmbH, Wackersdorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,5 | b) |
| Gerresheimer Wertheim GmbH, Wertheim a) | 100,00 % | Mio. EUR | 1,1 | b) |
| Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien) | 99,84 % | Mio. EUR | -4,8 | -6,65 |
| Scherf-Präzision Europa GmbH, Meiningen-Dreissigacker i) | 100,00 %c) | Mio. EUR | 5,5 | 0,31 |
| Amerika | ||||
| Centor Inc., Perrysburg, OH (USA) | 100,00 % | Mio. USD | 720,4 | 2,38 |
| Centor Pharma Inc., Perrysburg, OH (USA) d), g) | 100,00 % | Mio. USD | - | - |
| Centor U.S. Holding Inc., Perrysburg, OH (USA) g) | 100,00 % | Mio. USD | 732,4 | - |
| Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien) | 99,84 % | Mio. ARS | 13,8 | -0,59 |
| Gerresheimer Glass Inc., Vineland, NJ (USA) i) | 100,00 % | Mio. USD | 92,0 | 5,97 |
| Gerresheimer Mexico Holding LLC, Wilmington, DE (USA) i) | 100,00 % | Mio. USD | 18,7 | 0,97 |
| Gerresheimer MH Inc., Wilmington, DE (USA) d), i) | 100,00 % | Mio. USD | - | 0,95 |
| Gerresheimer Peachtree City (USA) L.P., Peachtree City, GA (USA) | 100,00 % | Mio. USD | 2,3 | -2,18 |
| Gerresheimer Peachtree City Inc., Peachtree City, GA (USA) d), g) | 100,00 % | Mio. USD | - | -0,22 |
| Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Embu (Brasilien) | 100,00 % | Mio. BRL | 253,7 | 16,43 |
| Gerresheimer Queretaro S.A., Queretaro (Mexiko) i) | 100,00 % | Mio. MXN | 355,3 | 38,87 |
| Gerresheimer Sistemas Plasticos Medicinais Sao Paulo Ltda., Indaiatuba (Brasilien) | 100,00 % | Mio. BRL | 29,7 | 4,87 |
| Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, Vineland, NJ (USA) | 51,00 % | Mio. USD | 44,6 | 9,70 |
| Kimble Kontes LLC, Vineland, NJ (USA) g), i) | 100,00 %c) | Mio. USD | 2,3 | - |
| Kontes Mexico S. de R.L. de C.V., Queretaro (Mexiko) i) | 100,00 %c) | Mio. MXN | 92,7 | 15,38 |
| Nouvelles Verreries de Momignies Inc., Larchmont, NY (USA) h) | 100,00 % | Mio. USD | - | - |
| Assoziierte Unternehmen | ||||
| Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington, DE (USA) | 25,00 % | Mio. USD | 0,3 | - |
| Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City, GA (USA) i) | 30,00 % | Mio. USD | 0,7 | 0,44 |
| PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechien) g), i) | 30,15 % | Mio. CZK | 3,8 | 2,32 |
a) Die Gesellschaften sind gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Aufstellung eines Anhangs und Lageberichts und der Offenlegung des Jahresabschlusses befreit.
b) Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
c) Die Angaben über die Anteile stellen den direkten Beteiligungsanteil der Kimble Chase Life Science and Research Products LLC., Vineland, NJ (USA), dar.
d) Eigenkapital unter 50 (Währung in ’000).
e) Die GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf, ist Kommanditistin.
f) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht.
g) Ergebnis unter TEUR 5.
h) Die Gesellschaft erstellt keinen Jahresabschluss mehr.
i) Zugrunde gelegter Jahresabschluss 30. November 2014 bzw. 31. Dezember 2014.
Für die Umrechnung der in Landeswährung angegebenen Eigenkapital-Beträge ist der jeweilige Stichtagskurs anzuwenden, der sich aus der folgenden Tabelle ergibt. Die angegebenen Ergebnisse sind mit dem entsprechenden Durchschnittskurs umzurechnen.
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| Stichtagskurs zum EUR | Durchschnittskurs zum EUR | |
|---|---|---|
| Währung | 30.11.2015 | 2015 |
| 1 ARS | 10,2702 | 10,1498 |
| 1 BRL | 4,0709 | 3,6170 |
| 1 CHF | 1,0903 | 1,0843 |
| 1 CZK | 27,0300 | 27,3532 |
| 1 DKK | 7,4604 | 7,4577 |
| 1 GBP | 0,7048 | 0,7334 |
| 1 MXN | 17,5569 | 17,5641 |
| 1 PLN | 4,2721 | 4,1876 |
| 1 CNY | 6,7689 | 7,0397 |
| 1 SEK | 9,2070 | 9,3536 |
| 1 USD | 1,0579 | 1,1254 |
| 1 INR | 70,5275 | 71,9083 |
Organe
Aufsichtsrat
Geschäftsjahr 2015 (1. Dezember 2014 bis 30. November 2015)
Gerhard Schulze (bis 30. April 2015)
Vorsitzender des Aufsichtsrats,
Diplom-Betriebswirt,
ehemaliges Mitglied des Vorstands der Gerresheimer Glas AG
b) Wickeder Holding GmbH (Vorsitzender bis und stellvertretender Vorsitzender seit 26. Juni 2015)
Linet Group SE, Niederlande (Vorsitzender)
Dr. Axel Herberg
Vorsitzender des Aufsichtsrats (seit 30. April 2015)
Geschäftsführer The Blackstone Group Germany GmbH
a) Jack Wolfskin Ausrüstung für Draussen GmbH & Co. KGaA (Vorsitzender) (bis 29. Oktober 2015) Leica Camera AG
b) Jack Wolfskin Gruppe (Funktionsbekleidung, Outdoorausrüstung, Schuhe)
JW Germany Holding GmbH (Vorsitzender)
Leica Gruppe (Fotografie und Sportoptik)
Lisa Germany Holding GmbH
Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG
Francesco Grioli
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats,
Landesbezirksleiter Rheinland-Pfalz/Saarland der IG Bergbau,Chemie, Energie
a) BASF SE
Villeroy & Boch
b) Steag New Energies GmbH (stellvertretender Vorsitzender)
Villeroy & Boch Fliesen GmbH
Andrea Abt (seit 30. April 2015)
Master of Business Administration,
ehemals Leiterin Supply Chain Management des Sektors Infrastruktur der Siemens AG
b) Brammer plc., Großbritannien
SIG plc., Großbritannien
Sonja Apel (bis 31. Dezember 2015)
Bereichsleiterin Group Accounting der Gerresheimer AG
b) Gerresheimer Mexico Holding LLC, USA (bis 31. Dezember 2015)
Gerresheimer MH Inc., USA (bis 31. Dezember 2015)
Gerresheimer Spain S.L.U., Spanien (bis 31. Dezember 2015)
Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (bis 31. Dezember 2015)
Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Brasilien
(bis 31. Dezember 2015)
Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (bis 31. Dezember 2015)
Lydia Armer
Mitglied des Betriebsrats der Gerresheimer Regensburg GmbH
a) Gerresheimer Regensburg GmbH
Dr. Karin Louise Dorrepaal
Unternehmensberaterin,
ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schering AG
a) Paion AG (stellvertretende Vorsitzende)
b) Triton Beteiligungsberatung GmbH
Grontmij N.V., Niederlande (bis 1. Oktober 2015)
Almirall S.A., Spanien
Kerry Group plc, Irland
Humedics GmbH (Vorsitzende) (seit 1. Oktober 2015)
Eugen Heinz
Mitglied des Betriebsrats der Gerresheimer Lohr GmbH
Seppel Kraus
Landesbezirksleiter Bayern der IG Bergbau, Chemie, Energie
a) Hexal AG
Novartis Deutschland GmbH
Wacker Chemie AG
Dr. Peter Noé
Diplom-Kaufmann,
ehemaliges Mitglied des Vorstands der Hochtief AG
b) BlackRock Private Equity Partners AG, Schweiz
Markus Rocholz
Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Essen GmbH
a) Gerresheimer Tettau GmbH
Theodor Stuth
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
b) Wickeder Holding GmbH
Wickeder Profile Walzwerk GmbH
Linet Group SE, Niederlande
Udo J. Vetter
Pharmazeut und geschäftsführender Gesellschafter der UV-Cap GmbH & Co. KG
a) ITM AG (Vorsitzender)
b) Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG (Vorsitzender)
Atoll GmbH (Vorsitzender)
HSM GmbH & Co. KG
Gland Pharma Pte. Ltd., Indien
Paschal India, Pvt. Ltd., Indien (Vorsitzender)
a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Vorstand
Geschäftsjahr 2015 (1. Dezember 2014 bis 30. November 2015)
Uwe Röhrhoff
Vorstandsvorsitzender
a) Gerresheimer Tettau GmbH (Vorsitzender)
Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender)
b) Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender)
Gerresheimer Momignies S.A., Belgien (Vorsitzender)
Gerresheimer Queretaro S.A., Mexiko (Vorsitzender)
Neutral Glass and Allied Industries Pvt. Ltd., Indien
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., China (Vorsitzender)
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., China (Vorsitzender)
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA (seit 2. November 2015)
Rainer Beaujean
a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender)
Gerresheimer Regensburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender)
b) Gerresheimer Glass Inc., USA
Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, USA (Vorsitzender)
Kontes Mexico S. de R.L. de C.V., Mexiko
Kimble Kontes LLC, USA
Centor US Holding Inc., USA (seit 1. September 2015)
Centor Inc., USA (seit 1. September 2015)
Centor Pharma Inc., USA (seit 1. September 2015)
Andreas Schütte
b) Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (Vorsitzender)
Gerresheimer Vaerloese A/S, Dänemark (Vorsitzender)
Gerresheimer Zaragoza S.A., Spanien (stellvertretender Vorsitzender)
Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Brasilien
Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender)
Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien
Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender) (seit 1. September 2015)
Centor Inc., USA (Vorsitzender) (seit 1. September 2015)
Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender) (seit 1. September 2015)
a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Erklärung des Vorstands
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Düsseldorf, 20. Januar 2016
Der Vorstand
Uwe Röhrhoff
Rainer Beaujean
Andreas Schütte
Bestätigungsvermerk
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Gerresheimer AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2014 bis 30. November 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Gerresheimer AG, Düsseldorf, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, den 20. Januar 2016
**Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
gez. Lammers, Wirtschaftsprüferin
gez. Grünewald, Wirtschaftsprüfer
1 Internationaler Währungsfonds: “World Economic Outlook”, Oktober 2015.
2 Institute for Healthcare Informatics: „Global Medicines Use in 2020“, November 2015.
3 IMS Health: Zu den Schwellenländern, die vom IMS-Institut als „Pharmerging Countries“ bezeichnet werden, gehören Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei und Vietnam.
4 Internationaler Währungsfonds (IWF): „World Economic Outlook“, Oktober 2015.
5 IMS Institute for Healthcare Informatics: „Global Medicines Use in 2020“, November 2015.
6 IMS Health, „Syndicated Service, Representative Data Set”, Januar 2016.
7 IMS Institute for Healthcare Informatics: „Global Medicines Use in 2020“, November 2015.
8 IMS Institute for Healthcare Informatics: „Global Medicines Use in 2020“, November 2015.
9 IMS Institute for Healthcare Informatics: „Global Medicines Use in 2020“, November 2015.
10 IDF: „Diabetes Atlas”, 7th edition, 2015 (http://www.diabetesatlas.org).
11 Gemessen zu konstanten Wechselkursen, inklusive eines Pro-Forma-Beitrages von Centor für zwölf Monate im Geschäftsjahr 2015, sowie unter Herausrechnung des verkauften Röhrenglasgeschäftes für das gesamte Jahr 2015 und der Annahme, dass die Optimierungen des Unternehmensportfolios im Geschäftsjahr 2015 schon erfolgt waren.
12 Buchhalterisch ist dieser bereits im Konzernabschluss 2015 in der Konzern-GuV berücksichtigt. D. h. es handelt sich in 2016 lediglich um einen Liquiditätsabfluss.
13 Unverändert seit der letzten Anpassung im Zuge der Verkündung der Akquisition von Centor am 28. Juli 2015.
14 Unverändert seit der letzten Anpassung im Zuge der Verkündung der Akquisition von Centor am 28. Juli 2015.