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GELSENWASSER AG — Management Reports 2019
May 21, 2019
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Management Reports
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GELSENWASSER AG
Gelsenkirchen
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018
Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018
der GELSENWASSER AG und des Gelsenwasser-Konzerns
Inhalt
1 Grundlagen des Konzerns
1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit
1.2 Wesentliche Veränderungen im Beteiligungsbereich
1.3 Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
1.3.1 Absatzmärkte
1.3.2 Wettbewerb am Energiemarkt
1.4 Unternehmensziele
1.5 Unternehmensinternes Steuerungssystem
2 Wirtschaftsbericht
2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.1.1 Rahmenbedingungen Wasser/Abwasser
2.1.2 Rahmenbedingungen Energie
2.2 Branchenentwicklung
2.2.1 Wasser
2.2.2 Energie
2.3 Geschäftsverlauf des Gelsenwasser-Konzerns und der GELSENWASSER AG
2.3.1 Vertragsabschlüsse im Bereich Wasser
2.3.2 Vertragsabschlüsse im Bereich Energie
2.3.3 Wasser- und Energieabsatz
2.3.4 Zusammenfassende Stellungnahme des Vorstands zum Geschäftsverlauf des Konzerns
2.4 Lage des Konzerns
2.4.1 Ertragslage
2.4.2 Finanzlage
2.4.3 Vermögenslage
2.4.4 Ist-Plan-Vergleich
2.5 Finanzielle Leistungsindikatoren und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
2.5.1 Finanzielle Leistungsindikatoren
2.5.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
2.6 Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung der GELSENWASSER AG und des Gelsenwasser-Konzerns
2.6.1 Geschäftsmodell des Konzerns
2.6.2 Nachhaltigkeit bei Gelsenwasser
2.6.3 Umweltbelange
2.6.4 Arbeitnehmerbelange
2.6.5 Gesellschaft
2.6.6 Achtung der Menschenrechte in der Lieferkette
2.6.7 Bekämpfung von Korruption und Bestechung
2.6.8 Kunden
2.6.9 Datenschutz
2.7 Lage der GELSENWASSER AG
2.7.1 Ertragslage
2.7.2 Finanzlage
2.7.3 Investitionen
2.7.4 Vermögenslage
2.7.5 Ist-Plan-Vergleich der GELSENWASSER AG
2.7.6 Erwartete Unternehmensentwicklung der GELSENWASSER AG
2.7.7 Risiko- und Chancenbericht der GELSENWASSER AG
2.7.8 Erklärung zur Unternehmensführung der GELSENWASSER AG
3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht
3.1 Prognosebericht
3.1.1 Erweiterte Rahmenbedingungen
3.1.2 Erwartete Unternehmensentwicklung im Konzern
3.1.3 Investitionen
3.1.4 Zukunftsbezogene Aussagen
3.2 Risiko- und Chancenbericht
3.2.1 Risikomanagementsystem
3.2.2 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem
3.2.3 Darstellung der wesentlichen Einzelrisiken
3.2.4 Darstellung der wesentlichen Chancen
4 Übernahmerechtliche Angaben nach §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB
4.1 Vorschriften über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Satzungsänderungen
4.2 Befugnisse des Vorstands hinsichtlich Aktienausgabe und Aktienrückkauf
4.3 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
4.4 Change-of-Control-Klauseln
5 Grundzüge der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
5.1 Vergütung des Vorstands
5.2 Vergütung des Aufsichtsrats
1 Grundlagen des Konzerns
1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit
Der Konsolidierungskreis umfasst zum Bilanzstichtag neben dem Mutterunternehmen insgesamt acht vollkonsolidierte Tochterunternehmen, ein anteilig einbezogenes Unternehmen, 63 Unternehmen, die mithilfe der Equity-Methode bewertet werden, sowie 36 übrige Beteiligungen.
Neben der Konzernmuttergesellschaft GELSENWASSER AG werden zum 31. Dezember 2018 als vollkonsolidierte Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen:
| • | Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH, Bitterfeld-Wolfen (CPG) |
| • | GELSENWASSER Dresden GmbH, Dresden (GWDD) |
| • | GELSENWASSER Energienetze GmbH, Gelsenkirchen (GWN) |
| • | GELSENWASSER Magdeburg GmbH, Magdeburg (GWM) |
| • | GELSENWASSER Stadtwerkedienstleistungs-GmbH, Hamburg (GWSD) |
| • | NGW GmbH, Duisburg (NGW) |
| • | Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, Rheda-Wiedenbrück (VGW) |
| • | WESTFALICA GmbH, Bad Oeynhausen (WFA) |
Die folgende Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2017 zeitweise vollkonsolidiert und beeinflusst somit die Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen in der Gewinn- und Verlustrechnung:
| • | Netzgesellschaft Rehburg-Loccum GmbH & Co. KG, Rehburg-Loccum: 1. Januar bis 3. Februar 2017 |
Darüber hinaus wird die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) - wie im Vorjahr - mit einem Anteil von 50 % in den Konzernabschluss einbezogen.
Die GELSENWASSER AG und ihre vollkonsolidierten Tochtergesellschaften (zusammen der Gelsenwasser-Konzern) versorgen ihre Kunden - Haushalte, Gewerbe, öffentliche Einrichtungen, Industrie und benachbarte Versorgungsunternehmen - mit Trink- und Betriebswasser sowie mit Erdgas, Strom und Wärme. Darüber hinaus erfüllen die Gesellschaften Aufgaben der Abwasserentsorgung und bieten vielfältige versorgungsnahe Dienstleistungen an.
Bei dem Mutterunternehmen, der GELSENWASSER AG, handelt es sich um eine in Deutschland registrierte börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Gelsenkirchen, Willy-Brandt-Allee 26. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen unter HRB 165 eingetragen.
Die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, ein paritätisches Beteiligungsunternehmen der Stadtwerke Bochum Beteiligungsgesellschaft mbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, hielt zum 31. Dezember 2018 über die Wasser und Gas Westfalen GmbH (WGW) 3.194.600 Aktien der GELSENWASSER AG. Dies entsprach einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte.
Der Gelsenwasser-Konzern wird aufgrund der unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen auf dem Wasser- und Energiemarkt in die zwei Segmente Wasser (Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung) und Energie (Gas-, Wärme- und Stromversorgung) aufgeteilt.
Zum Segment Wasser gehören im Wesentlichen Produktion, Ein- und Verkauf sowie Transport und Verteilung von Trinkwasser und Aufbereitung von Abwasser. Dieses Segment beinhaltet die Wasseraktivitäten der GELSENWASSER AG, der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH und der GELSENWASSER Energienetze GmbH sowie jeweils das gesamte Geschäft der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH und der Wasserwerke Westfalen GmbH. Darüber hinaus werden Beteiligungen und Dienstleistungen für Dritte mit dem Schwerpunkt im Wassergeschäft berücksichtigt.
Zum Segment Energie gehören im Wesentlichen Ein- und Verkauf sowie Transport und Verteilung von Erdgas und Strom. Da es sich bei beiden Energieträgern um geschlossene Wertschöpfungsketten handelt, werden die Aktivitäten Einkauf, Verkauf und Netzbetrieb zusammen betrachtet. In diesem Segment werden die Gas-, Strom- und Wärmeaktivitäten der GELSENWASSER AG, der Vereinigten Gas- und Wasserversorgung GmbH und der GELSENWASSER Energienetze GmbH sowie jeweils das gesamte Geschäft der NGW GmbH und der WESTFALICA GmbH sowie die nicht im Segment Wasser berücksichtigten Geschäfte erfasst.
Die GELSENWASSER AG hat zum 16. April 2018 ihre Stromhandelsaktivitäten im Rahmen der Beschaffungskooperation mit der Energiehandelsgesellschaft West mbH (ehw) deutlich ausgeweitet. Zu diesem Zweck wurden Mitarbeiter der ehw von der GELSENWASSER AG übernommen.
1.2 Wesentliche Veränderungen im Beteiligungsbereich
Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2018 übernahm die GELSENWASSER AG 20 % der Geschäftsanteile an der Essener Intrapore GmbH (ITP). ITP hat ein neuartiges Verfahren zur Sanierung von kontaminiertem Grundwasser entwickelt (in-situ-Nanoremediation-Technologie). Aktuell und zukünftig befasst sich ITP mit der Weiterentwicklung, dem Vertrieb und der Anwendung insbesondere im Kontext der Grundwassersanierung.
Am 14. Juni 2018 erwarb das Gelsenwasser-Konzernunternehmen Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH (CPG) 4,35 % der Anteile an der NexWafe GmbH mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Die NexWafe GmbH ist ein Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, ebenfalls mit Sitz in Freiburg. Sie beliefert Solarzellenhersteller mit hochwertigen Silizium-Wafern, d. h. Siliziumscheiben für Solarpaneele. Das Unternehmen hat mit dem sogenannten EpiWafer-Verfahren ein innovatives Verfahren der chemischen Gasphasenabscheidung zur Waferproduktion entwickelt. Die NexWafe GmbH beabsichtigt, sich 2019 mit einer neuen EpiWafer-Fabrik im von der CPG betriebenen Chemiepark Bitterfeld-Wolfen anzusiedeln.
Im Bereich der erneuerbaren Energien gründete die GELSENWASSER AG am 20. September 2018 gemeinsam mit zwei lokal ansässigen Grundstückseigentümern die GBB Windpark Madlitz GmbH & Co. KG. Der Gelsenwasser-Anteil beträgt 50 %. Gegenstand der Gesellschaft sind die Konzeptionierung und Planung sowie die Errichtung und der Betrieb von fünf Windenergieanlagen und alle damit verbundenen Dienstleistungen in dem Windeignungsgebiet "Madlitz" in Briesen (Brandenburg).
Zum 25. Oktober 2018 hat Gelsenwasser über die GELSENWASSER 5. Projektbeteiligungsgesellschaft mbH den bisherigen Geschäftsanteil in Höhe von 37,5 % an der eBZ GmbH auf nunmehr 49,0 % erhöht. Die eBZ GmbH produziert und vertreibt elektronische Stromzähler.
Gelsenwasser baut die Aktivitäten im Kläranlagenbereich weiter aus. Die GELSENWASSER 7. Beteiligungs-GmbH hat mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2019 die Kläranlage Schkopau von dem bisherigen Eigentümer und Betreiber Dow Olefinverbund GmbH erworben und wird diese mit Unterstützung der AWS GmbH betreiben. Neben dem Chemiepark Schkopau werden die Abwässer der Abwasserzweckverband Merseburg Körperschaft des öffentlichen Rechts behandelt.
Über die GELSENWASSER 6. Beteiligungs-GmbH (GW6B) hat sich Gelsenwasser an insgesamt vier Firmen der H&W Tiefbau Unternehmensgruppe beteiligt. An der H&W Tiefbau GmbH & Co. KG und der H&W Verwaltungs GmbH beträgt der Besitzanteil jeweils 25 % und erfolgt mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. April 2019. An den Gesellschaften H&W TeamPower GmbH & Co. KG und H&W TeamPower Verwaltungs-GmbH beträgt der Anteil der GW6B 12,5 %. Hier erfolgte die Beteiligung mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Februar 2019. Die H&W ist in den Bereichen Kanal-, Versorgungsleitungstief-, Straßen- und Erdbau sowie der Grundstücksentwässerung und der Erschließung im Allgemeinen aktiv. Über die H&W Teampower ist eine Vielzahl der Mitarbeiter der H&W-Gruppe als Gesellschafter an den genutzten Maschinen und Werkzeugen beteiligt.
Am Versorgungsunternehmen ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH (ENNI) erwarb die GELSENWASSER AG 5,9 % per 8. November 2018 durch Einlage der Gasnetze Rheinberg und Uedem aus der GELSENWASSER Energienetze GmbH. ENNI wird damit vom rein auf die Städte Moers und Neukirchen-Vluyn fokussierten Stadtwerk zu einem Regionalversorger.
Über die GELSENWASSER Service GmbH beteiligte sich Gelsenwasser am 18. Dezember 2018 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2019) mit 12,45 % an der Kueppers Solutions GmbH, einem Spezialisten für schadstoffarme Verbrennungstechnik. Durch diese strategische Portfolioerweiterung erhält Gelsenwasser Einblick in das innovative Feld des metallischen 3D-Druckverfahrens. Auf die Gesellschaft ist Gelsenwasser durch die Innovationskooperation Kolumbus Ruhr (eine Kooperation mit der Stadtwerke Bochum GmbH und der DEW 21 Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH zur Identifizierung neuer, zukunftsfähiger Ideen) aufmerksam geworden.
Zum 21. Dezember 2018 stockte die GELSENWASSER AG ihre Anteile an der Stadtwerke Göttingen AG (SWG) von 1,0 % auf 24,8 % auf und ist damit drittgrößte Anteilseignerin nach der Stadt Göttingen (50,1 %) und der EAM Beteiligungen GmbH (25,1 %). Die Zusammenarbeit zwischen Gelsenwasser und SWG besteht seit 2001. Die SWG versorgen rund 130.000 Einwohner mit Gas, Fernwärme, Strom und Wasser.
Nach der Unterzeichnung eines Geschäftsanteilskauf- und Übertragungsvertrags am 28. November 2017 und Bestätigung aller rechtlichen Voraussetzungen hat die GELSENWASSER AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2019 von der Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH 25,1 % der Anteile an der GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH (GELSEN-NET) mit Sitz in Gelsenkirchen übernommen. GELSEN-NET ist ein regional verankertes IT-Systemhaus und Betreiber eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes in den Städten Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck und Herten. Mit dem Einstieg der GELSENWASSER AG wird u. a. die Errichtung von Glasfaserstrukturen im Kreis Recklinghausen vorangetrieben.
Die GELSENWASSER Energienetze GmbH hat im Dezember 2018 die Kapitalrücklage der Netzgesellschaft Espelkamp mbH & Co. KG (NGES) aufgestockt. Die NGES ist eine 49%-ige Beteiligung der GELSENWASSER Energienetze GmbH und hat zum 1. Januar 2019 die Strom- und Gasnetze in der Stadt Espelkamp erworben. Ebenso wurde im Dezember 2018 die Kapitalrücklage der Netzgesellschaft Erwitte mbH & Co. KG (NGE) erhöht. Auch hier wurden die lokalen Strom- und Gasnetze zum 1. Januar 2019 erworben. An der NGE ist die GELSENWASSER AG über die VGW zu 49 % beteiligt.
1.3 Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
1.3.1 Absatzmärkte
Schwerpunkte des Versorgungsgebiets sind das Ruhrgebiet, das Münsterland, der Niederrhein, Ostwestfalen und das angrenzende Niedersachsen. Die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH, Bitterfeld-Wolfen, ist im gleichnamigen Chemiepark für die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung und das Grundwassermanagement verantwortlich und betreibt am Standort das Rohrbrücken- und Straßennetz. Zudem ist die GELSENWASSER AG an Gesellschaften in Deutschland, Tschechien und Polen beteiligt.
1.3.2 Wettbewerb am Energiemarkt
Allgemeine Darstellung
Bundesnetzagentur (BNetzA) und Bundeskartellamt (BKartA) sehen einen fortgesetzten Trend der abnehmenden Marktkonzentration auf den Einzelhandelsmärkten für Strom und Gas1. Hier zeigte sich in den Daten für das Jahr 2017 eine weiterhin positive Entwicklung hin zu mehr Wettbewerb und den damit verbundenen Wahlmöglichkeiten und daraus entstehenden Preisvorteilen für die Endkunden. Der kumulierte Marktanteil der vier absatzstärksten Stromanbieter ist gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken und beträgt bei leistungsgemessenen Stromkunden rund 25 % und bei nicht leistungsgemessenen Stromkunden 33 %. Der aggregierte Marktanteil auf der Gasseite beträgt für das Jahr 2017 rund 30 % bei leistungsgemessenen und 23 % bei nicht leistungsgemessenen Gaskunden.
Zudem haben sich im Endkundenmarkt für Strom und Gas die Auswahlmöglichkeiten von Verbrauchern zum wiederholten Mal erhöht. Im Segment der Haushaltskunden standen 2017 in über 89 % aller Netzgebiete mehr als 50 Stromanbieter bzw. in 87 % aller Netzgebiete 50 oder mehr Gaslieferanten zur Auswahl. Im Durchschnitt konnten Haushaltskunden zwischen 124 verschiedenen Stromanbietern und 98 verschiedenen Gasanbietern wählen.
Die Anzahl der Lieferantenwechsel Strom bei Haushaltskunden hat seit 2006 kontinuierlich zugenommen. Die Lieferantenwechselquote bezogen auf Haushaltskunden Strom liegt bei 11,8 % (2016: 11,4 %). Darüber hinaus haben rund 2,6 Mio. Haushaltskunden ihren bestehenden Energieliefervertrag bei ihrem Lieferanten umgestellt.
Im Monitoringbericht 2018 ist bei den Lieferantenwechseln im Gasbereich ein rückläufiger Trend auszumachen: Für das Jahr 2017 ist zu beobachten, dass die Lieferantenwechsel der Haushaltskunden zahlenmäßig leicht zurückgegangen sind. Rund 1,5 Mio. Haushaltskunden haben im Jahr 2017 ihren Gaslieferanten gewechselt, was einer Lieferantenwechselquote von 11,8 % entspricht (Vorjahr 12,3 %).
Auswirkung auf den Gelsenwasser-Konzern
Im starken Wettbewerbsumfeld in der Sparte Gas konnte im Jahr 2018 der rückläufige Trend der Kundenentwicklung im Haushaltskundenbereich gebrochen werden: Von Januar bis Dezember 2018 wurden im Konzern 772 Kunden dazugewonnen, was einem Zuwachs von 0,9 % entspricht (Vorjahr -2,0 %).
Bei der Kundenentwicklung in der Sparte Strom befand sich Gelsenwasser im Jahr 2018 weiterhin auf Wachstumskurs. Die Anzahl der belieferten Haushaltskunden im Gelsenwasser-Konzern stieg von Januar bis Dezember 2018 um 12,2 %, was einem Anstieg von 5.031 Kunden gleichkommt.
1.4 Unternehmensziele
Mit dem Abschluss des Jahres 2018 fand auch die Zeit des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet ihr Ende, im Dezember schloss in Bottrop die letzte Zeche. Damit endet für Gelsenwasser eine Ära: Denn am 28. Januar 1887 startete Gelsenwasser als das "Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier". Wasserversorgung und Kohle - das gehörte im Ruhrgebiet zusammen. Ohne Steinkohle würde es Gelsenwasser gar nicht geben. Umgekehrt zwang die Geschichte der Steinkohle Gelsenwasser zur Weiterentwicklung.
Der Fokus von Gelsenwasser darauf, neue Möglichkeiten zu erkennen und zu erschließen, hat zur Unabhängigkeit von der Wasserversorgung für den Steinkohlebergbau geführt. So stellen neben der Versorgung von Privathaushalten und Industrie mit Wasser auch die Versorgung mit Erdgas, Strom und Wärme sowie die Entsorgung von Abwasser eine wesentliche Geschäftsgrundlage dar.
Als kommunaler Fachpartner ist es für Gelsenwasser oberstes Unternehmensziel, die bestehenden Wasser- und Energiekonzessionen sowie Beteiligungen zu sichern und neue hinzuzugewinnen. So wurden beispielsweise die Anteile an den Stadtwerken Göttingen aufgestockt. Zudem pflegt Gelsenwasser weiterhin die kommunalen Energieeffizienz-Netzwerke am Niederrhein, im Münsterland und in Ostwestfalen und erbringt rund um diese Themen Dienstleistungen für ihre Partner. Gelsenwasser tritt den Geschäftspartnern gegenüber als kompetenter Fachpartner auf, der sein umfassendes Know-how dazu nutzt, individuelle Lösungspakete anzubieten, um den Herausforderungen in den Bereichen Wasser, Abwasser und Energie erfolgreich zu begegnen. Im Bereich der E-Mobilität beispielsweise bietet Gelsenwasser seit 2018 Produkte an, zum einen für Kommunen, um sie bei der Verkehrswende zu unterstützen, und zum anderen für Privatkunden mit Elektroautos. Eine übergreifende Bündelung der Kompetenzen von Gelsenwasser, um Kunden umfassende Lösungen anbieten zu können, wird weiter forciert, u. a. in Konzepten zur Quartiersentwicklung.
Gelsenwasser sieht sich weiterhin als aktiver Bestandteil der Energiewende. Deswegen ist das Geschäftsfeld der dezentralen und erneuerbaren Energien von großer Bedeutung. Besonders im Bereich Windenergie ist Gelsenwasser mit der Entwicklung, Planung und dem Bau von Projekten aktiv. Im Jahr 2018 konnten zehn weitere Windenergieanlagen in Betrieb genommen werden.
An die eigene Arbeit stellt Gelsenwasser höchste Ansprüche - egal ob es um die zuverlässige Versorgung mit Strom, Gas oder Wasser geht, um die umweltschonende Entsorgung von Abwasser oder um Dienstleistungen. Ziel ist es, diese Produkte jederzeit in hoher Qualität und zu angemessenen Preisen anzubieten und damit die Kundenzufriedenheit zu sichern. Auch in Zukunft werden die Bedürfnisse der Kunden bei Gelsenwasser im Mittelpunkt stehen, so wie es bei der umfangreichen Kundenbefragung zur Schärfung der Markenstruktur in diesem Jahr bestätigt wurde.
Der Schutz der Ressource Wasser und der Umwelt ist Gelsenwasser ein wesentliches Anliegen. Dafür arbeitet Gelsenwasser partnerschaftlich mit Kunden, Kommunen und allen weiteren Beteiligten zusammen. Auch die eigenen Aktivitäten richtet Gelsenwasser am Umweltgedanken aus: Bei der Fahrzeugflotte beispielsweise werden seit diesem Jahr - wo es möglich ist - Elektroautos bevorzugt. Außerdem ist Gelsenwasser im Oktober eine Partnerschaft mit EasyMining Sweden AB eingegangen, mit dem Ziel, Phosphor aus Klärschlamm rückzugewinnen und den immer seltener werdenden, wertvollen Rohstoff Phosphor sobald wie möglich als Recyclingprodukt zur Verfügung zu stellen. Zu Jahresbeginn 2018 hat Gelsenwasser sich an der Intrapore GmbH, einem Unternehmen, das eine neuartige Technologie zur Grundwassersanierung entwickelt hat, mit 20 % beteiligt. Die effektive, schnelle und sehr zukunftsfähige Methode, Wasser wiederaufzubereiten, wurde im Oktober mit dem Landespreis NRW des KfW-Awards "Gründen" ausgezeichnet.
Gelsenwasser sieht großes Potenzial in neuen, digitalen Geschäftsmodellen. Voraussetzung für neue Produkte in diesem Bereich sind oft schnell verfügbare und zeitlich aufgelöste Verbrauchsdaten (bspw. der viertelstündliche Stromverbrauch). Daher entwickelt Gelsenwasser gemeinsam mit einem jungen Unternehmen ein Produkt zur kostengünstigen und sicheren Zählerfernauslesung, das sich als Basis für datenbasierte Produkte eignet. Um neue, nicht offensichtliche Lösungen zu finden, ist es Gelsenwasser wichtig, Rahmenbedingungen zu bieten, in denen neue Ideen gedeihen können. Das tut Gelsenwasser, indem sie ihren Mitarbeitern Raum und Zeit für kreative Entwicklungen gibt, finanzielle und ideelle Anreize für Innovationen schafft, entstehende Innovationen auf ihrem Weg von der Idee zur Umsetzung fördert, begleitet und den Austausch unterstützt. Im April 2018 hat Gelsenwasser deswegen den zweiten Gründer-Wettbewerb veranstaltet, aus dem sich weitere Kooperationen ergeben haben, beispielsweise mit einem Start-up, das ineffiziente Heizpumpen per Bilderkennung durch künstliche Intelligenz identifiziert. Mit dem betrieblichen Vorschlagswesen und einem Innovationsmanagement fördert Gelsenwasser die Kreativität der Mitarbeiter. Die von Gelsenwasser-Mitarbeitern entwickelte umweltschonende Schirmspülung, die ihren Ursprung im betrieblichen Vorschlagswesen hat, wurde im Oktober mit dem Innovationspreis auf der InfraTech2018 ausgezeichnet.
1.5 Unternehmensinternes Steuerungssystem
Zur Steuerung des Konzerns setzt Gelsenwasser ein wertorientiertes Managementsystem ein.
Durch profitables, nachhaltiges Wachstum und Konzentration auf Geschäftsfelder, die hinsichtlich der Wettbewerbsposition und Leistungsfähigkeit nachhaltige Entwicklungschancen bieten, soll der Unternehmenswert gesichert und entwickelt werden.
Zentrales Instrument ist dabei ein integriertes Controlling. Mit der Konzeption aus jährlicher Unternehmensplanung und laufenden Controllingprozessen steuert Gelsenwasser die einzelnen Unternehmensaktivitäten und -bereiche.
Hierbei werden Entscheidungen über Investitionen, Innovationen, Markterschließungen und andere Projekte in ihren Auswirkungen auf die Unternehmenswertentwicklung offengelegt und kritisch hinterfragt. Durch den Planungsprozess, der bei Gelsenwasser bottom-up unter Einhaltung von Rahmenbedingungen verläuft, werden die dezentralen Verantwortungsbereiche unterstützt, integriert und es wird eine konzernweite Transparenz geschaffen.
Zentrale Steuerungskennzahlen und finanzielle Leistungsindikatoren des Gelsenwasser-Konzerns zur Begutachtung der Wertentwicklung sind das EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) und der ROCE (Return on Capital Employed, berechnet als Quotient aus dem betriebswirtschaftlichen EBIT und dem im Jahresdurchschnitt gebundenen verzinslichen Kapital) des Gelsenwasser-Konzerns. Das betriebswirtschaftliche EBIT ist das um neutrale Ergebniseffekte bereinigte EBIT und drückt den absoluten operativen Geschäftserfolg aus. Als neutrale Ergebniseffekte werden insbesondere Einmalerträge aus Anlagenabgängen oder Rückstellungsauflösungen sowie außerordentliche Aufwendungen aus Anlagenabgängen oder Wertminderungen von Beteiligungen klassifiziert. Der ROCE misst den Erfolg in Relation zum durchschnittlich eingesetzten Kapital. Bei der Ermittlung des durchschnittlich gebundenen verzinslichen Kapitals, das im Wesentlichen aus Eigenkapital und langfristigen Rückstellungen besteht, werden verzinsliche finanzielle Vermögenswerte (z. B. Leihgelder, Warentermingeschäfte und Finanzierungsleasing) in Abzug gebracht. Neben den finanziellen Kennzahlen werden regelmäßig unterjährig die Kundenzahlen und Mengenentwicklungen analysiert.
Zentrale Steuerungskennzahl und finanzieller Leistungsindikator für die GELSENWASSER AG ist das EBIT.
2 Wirtschaftsbericht
2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.1.1 Rahmenbedingungen Wasser/Abwasser
Im Jahr 2018 hat sich Gelsenwasser in Gesetzgebungsverfahren zum Trinkwasser- und Gewässerschutz auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene über Positionspapiere, Hintergrundgespräche und Teilnahmen an Podiumsdiskussionen eingebracht.
Trinkwasser-Richtlinie
Auf europäischer Gesetzgebungsebene hat sich Gelsenwasser in das Gesetzgebungsverfahren zur Trinkwasser-Richtline2 eingebracht, das noch nicht zu Ende geführt wurde. Hierbei geht es um die Überarbeitung der Parameter-Listen für die Kontrolle des Trinkwassers, mögliche kostenlose Bereitstellung von Trinkwasser an öffentlichen Plätzen und verbesserte Informationen zur Trinkwasserqualität für unsere Kunden. Sämtliche Punkte betreffen das Wassergeschäft oder zumindest Serviceleistungen gegenüber Kunden und damit das Kundenverhältnis. Über die Trinkwasser-Richtlinie sollen nationale Regierungen künftig auch angehalten sein, Qualität und günstige Preisstruktur von Leitungswasser stärker zu kommunizieren und Plastikmüll zu vermeiden. Auch dieser Punkt ist von Relevanz für Gelsenwasser, da Plastik in Form von Mikroplastikpartikeln ein Problem für die Abwasserreinigung sein kann und damit zu erhöhten Kosten führen könnte.
BMU-Aktionsprogramm zu Trinkwasser im öffentlichen Raum
Bundesumweltministerin Schulze hat hierzu entsprechend am 26. November 2018 im Rahmen einer Pressekonferenz das BMU-Aktionsprogramm "Nein zur Wegwerfgesellschaft"3 gestartet. Teil dieses Programms ist auch die Information und Förderung des Zugangs zu Trinkwasser im öffentlichen Raum. Dies betrifft insbesondere Beispiele zur Aufstellung von Trinkwasserbrunnen sowie die Möglichkeit, Trinkwasser, z. B. in Restaurants, zur Verfügung zu stellen. Verwiesen wird auch auf das Berliner Projekt "Wasserkiez" (wasserkiez.de). Im Vordergrund stehen dabei die Müllvermeidung sowie die Verminderung der Treibhausgas-Emissionen. Gelsenwasser setzt sich dafür ein, dass Kommunen und Wasserversorger vor Ort mitentscheiden dürfen, welche Maßnahmen konkret sinnvoll umsetzbar sind bzw. welche Aktionen begleitet werden können. Alle diese Maßnahmen zielen auf die Qualität des Trinkwassers und des Kundenservice ab.
Spurenstoffe in Gewässern
Vor dem Hintergrund des Schutzes natürlicher Wasserressourcen setzt Gelsenwasser nach wie vor auf eine naturnahe Wassergewinnung unter dem Motto: "So viel Natur wie möglich, so wenig Technik wie nötig". Dieses Ziel ist nur durch vorsorgendes Handeln zu erreichen. In diesem Sinne hat sich Gelsenwasser auch 2018 in den von der Bundesregierung initiierten nationalen Spurenstoffdialog eingebracht. Die zweite Phase des Dialogs wurde im Februar 2018 durch das Bundesumweltministerium eingeleitet4. Gemeinsam mit Herstellern, Anwendern und Vertretern der Wasserwirtschaft wurden in einem sehr konstruktiven Prozess Empfehlungen für die neue Bundesregierung erarbeitet, um Spurenstoffeinträge in Gewässer zu reduzieren. Es bleibt abzuwarten, in welchem Umfang diesen Empfehlungen gefolgt wird. Gelsenwasser gestaltet auch in der nächsten Phase mit Beginn 2019 diesen Dialog weiter aktiv mit, damit konkrete Gesetzesvorschläge daraus hervorgehen.
Klärschlammverordnung in Umsetzung begriffen
Als Folge der Ende 2017 in Kraft getretenen novellierten Klärschlammverordnung befindet sich der Markt in einem deutlichen Umbruch. Preissprünge, die auch aus einer strengeren Dünge-Gesetzgebung resultieren sowie abnehmende Mitverbrennungsmöglichkeiten durch den sukzessiven Ausstieg aus der Kohleverstromung, beschleunigen diese Entwicklung.
Die gesetzlichen Veränderungen hatten 2018 bundesweit erhebliche Auswirkungen auf den Klärschlamm-Entsorgungsmarkt. Vorhandene Verbrennungskapazitäten reichten nicht aus, um die Klärschlammmengen zu verwerten, die nun nicht mehr landwirtschaftlich ausgebracht werden konnten. Erhebliche Preisanstiege waren die Folge. Einige Kommunen mussten sogar ihren Klärschlamm mangels Entsorgungsmöglichkeit zwischenlagern.
Die Gelsenwasser-Strategie, langfristig tragfähige Lösungen zur thermischen Klärschlammverwertung voranzutreiben, wurde durch diese Marktentwicklung bestätigt. Gelsenwasser arbeitet weiter intensiv daran, ab 2022 für die Klärschlämme aus ihrer Unternehmensgruppe und darüber hinaus wirtschaftliche Entsorgungswege anbieten zu können. Auch für die gesetzliche Pflicht zum Phosphorrecycling ab 2029 will Gelsenwasser Lösungen anbieten. In Kooperation mit einem Patentinhaber wird Gelsenwasser 2019 die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prüfen, um ein Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche großtechnisch zu realisieren.
Steuerbelastung auf Strom aus Klärgas
Gelsenwasser setzte sich mit Erfolg in der Unternehmensgruppe an der Seite der kommunalen Partner für eine klimafreundliche Energiegewinnung aus Klärgas ein. Allein bei der Stadtentwässerung Dresden können durch die Errichtung einer Faulungsanlage rund 80 % des Energiebedarfs gedeckt und ca. 13.000 t CO2 jährlich eingespart werden. Auf der Grundlage einer Gerichtsentscheidung wurde über die Generalzolldirektion die bisherige Steuerbefreiung für in dieser Art erzeugten und selbst genutzten Strom im Sommer 2018 aufgehoben. Gelsenwasser unterstützt die Beteiligungsunternehmen in Dresden und Bremen auf dem Weg, die bisherige Steuerbefreiung wiederherzustellen.
2.1.2 Rahmenbedingungen Energie
Rolle von Gas in der Energiewende diskutiert 5
Gelsenwasser befasste sich auch 2018 mit klimaschonender Technologie zur wirksamen CO2-Reduktion in allen Sektoren. Dafür kommunizierte Gelsenwasser die seit November 2017 im Markt bekannte Studie6, die gemeinsam mit zwei Unternehmen der Energiebranche und einem renommierten Forschungsinstitut erstellt wurde, im politischen Raum. Damit äußerte man sich kritisch zu möglichen Szenarien der Energieversorgungsstrategie zur Erreichung der Klimaziele 2050, in denen der Energieträger Gas trotz seiner klimaschonenden Eigenschaften nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Eine solche politische Entwicklung hätte nachteilige Auswirkungen auf den Gasabsatz und durch sinkende Anschlusszahlen auch auf die Kostenstruktur der Gasnetze der GWN.
Energiesammelgesetz zu erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung
Der Bundesrat hat im Dezember das "Energiesammelgesetz" gebilligt. Wesentliche Änderungen am Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) und am Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) sind damit zum Jahresbeginn 2019 in Kraft getreten. Durch das Gesetz wird die Förderung nach dem KWKG bis 2025 verlängert, die für die Gelsenwasser-Projekte und die der Beteiligungsgesellschaften wirtschaftlich relevant ist. Ferner wird die KWK-Bestandsförderung im Jahr 2019 weniger stark abgesenkt als ursprünglich beabsichtigt. Im Segment bis 100 MW, welches für einige Beteiligungsgesellschaften relevant ist, fällt eine eher moderate Kürzung an. Zu den Änderungen muss die EU-Kommission noch grünes Licht geben. Zudem wird die Vergütung für Solarstromprojekte, die auch Gelsenwasser im Fokus hat, gekürzt. Vorschriften zur Abregelung von Erneuerbare-Energien- und KWK-Anlagen, die auch den Netzbetrieb der GWN betreffen werden, waren nicht Gegenstand des Bundesratsbeschlusses, da der Bundestag diesen Themenkomplex aus dem Energiesammelgesetz entfernt hatte. Stattdessen haben diese Regelungsvorschläge Eingang in den Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus gefunden.
2.2 Branchenentwicklung
2.2.1 Wasser
Gelsenwasser hat sich den Herausforderungen des Ruhrgebiets, wie dem demografischen Wandel, dem Abbau der Industrie und den anhaltenden Wassersparinitiativen, durch die die Wasserabsätze zurückgehen, in den letzten Jahren gestellt. Die Zunahme diffuser Einträge anthropogener Spurenstoffe und ansteigende Nutzungskonflikte mit Industrie und Landwirtschaft beim Flächenverbrauch sind Herausforderungen für die Qualitätssicherung. Aber auch der sich abzeichnende Klimawandel mit vermehrten Starkregen-Ereignissen und eine gewässerverträgliche Ausgestaltung der Energiewende prägen die Arbeit eines Wasserversorgers.
Nach den Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung lebten Ende 2016 in Deutschland rund 82,5 Mio. Menschen. Das bevölkerungsreichste Land war Nordrhein-Westfalen (17,9 Mio. Personen). In Bezug auf den demografischen Wandel wird sich laut dem aktuellen Demografie-Bericht7 der Bundesregierung die Bevölkerung insgesamt stabiler entwickeln als in den vergangenen Jahren erwartet. In Deutschland gibt es seit 1972 mehr Sterbefälle als Geburten. Die Zuwanderung in Deutschland gleicht die negative Bevölkerungsbilanz mehr als aus.
Aktuelle Vorausberechnungen der Bevölkerung in Deutschland skizzieren Szenarien bis 2060 unter Berücksichtigung des Migrationsgeschehens, der Fertilität und der Mortalität. Laut Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2015 sollte die Bevölkerung in Deutschland von heute 82 Mio. auf 67 bis 73 Mio. Menschen im Jahr 2060 zurückgehen. Aufgrund der großen Zahl an Zuwanderern im gleichen Jahr wurden die Zahlen im Frühjahr 2017 aktualisiert. Je nach Wanderungssaldo und Geburtenniveau gibt es unterschiedliche Annahmen für den Bevölkerungsstand im Jahr 2060. Nach aktuellen Vorausberechnungen liegt die Einwohnerzahl zwischen 67,7 und 82,5 Mio. Einwohner. Ob Deutschlands Einwohnerzahl bis 2060 zurückgehen wird, ist demnach noch offen.
Ende 2017 lebten in der Metropole Ruhr insgesamt rund 5,1 Mio. Menschen. Der Regionalverband Ruhr8 prognostiziert bis 2040 einen Rückgang von rund 0,2 Mio. Einwohnern für die Metropole Ruhr.
2.2.2 Energie
Im Jahr 2018 wurden die europäischen Gas- und Strommärkte im Wesentlichen von den Wetterbedingungen sowie den internationalen Preisen für die Emissionszertifikate und Rohöl beeinflusst. Die spät einsetzende Kältewelle auf dem Kontinent sorgte mit Temperaturen von mehr als 10 °C unter der Norm für eine unerwartet hohe Gasnachfrage im ersten Quartal des Jahres. Die Gaspreise stiegen vor allem in Großbritannien enorm an, da der Erdgasspeicher "Rough" dem Netz erstmals nicht für die britische Versorgungssicherheit zur Verfügung stand. Die Kältewelle trieb die deutschen Speicherfüllstände auf das niedrigste Niveau seit sieben Jahren.
In der Sommerperiode sorgten die Gasspeicher aufgrund der notwendigen Wiederauffüllung für eine höhere Nachfrage und weiter ansteigende Preise. Währenddessen erhöhte sich auch der Preis für die Emissionszertifikate und der überdurchschnittlich warme und trockene Sommer erschwerte die Stromproduktion. Einige Steinkohle- und Kernkraftwerke mussten aufgrund der hohen Temperaturen in den Flüssen ihre Leistung drosseln. Im Umfeld steigender Energiepreise erreichte der Rohölpreis schließlich ein Vierjahreshoch. Zu dieser Entwicklung trugen die gemeinsame Förderbremse der OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten sowie eine weltweit robuste Nachfrage bei.
Zu Winterbeginn änderte sich die Marktstimmung gänzlich und die Energiepreise verloren an Boden. Verantwortlich hierfür waren zunehmende Nachfragesorgen, die durch die von vielen Institutionen prognostizierte Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums geschürt wurden. Für weiteren Abgabedruck in den Energiemärkten sorgte eine für die Jahreszeit viel zu milde Witterung.
2.3 Geschäftsverlauf des Gelsenwasser-Konzerns und der GELSENWASSER AG
2.3.1 Vertragsabschlüsse im Bereich Wasser
Im Jahr 2018 konnten Verträge mit fünf kommunalen Vertriebspartnern verlängert oder abgeschlossen werden.
Darüber hinaus haben zehn Unternehmen aus den Branchen Chemie, Stahlindustrie, Kraftwerksbetrieb und Lebensmittelindustrie ihre Vertragsverhältnisse mit der GELSENWASSER AG verlängert oder sind in ein neues Vertragsverhältnis eingetreten.
Das Gesamtvolumen beläuft sich dabei auf ca. 24 Mio. m3 pro Jahr.
Der Konzessionsvertrag mit der Stadt Fröndenberg verlängerte sich bis Ende 2029. An diese Kommune werden jährlich etwa 300.000 m3 Trinkwasser geliefert. Die Anzahl der Wasserkonzessionen liegt somit unverändert bei 31 Konzessionen. Der Bereich der Tarifkundenbelieferung bleibt damit mengenseitig weitgehend unverändert.
Bei der VGW ist zum 31. Dezember 2017 die Wasserkonzession mit der Stadt Geseke ausgelaufen. Zurzeit läuft das wettbewerbsrechtliche Vergabeverfahren für die Konzession.
2.3.2 Vertragsabschlüsse im Bereich Energie
Im Jahr 2018 konnten die Gaskonzessionen der GWN mit der Stadt Isselburg und der Gemeinde Nordwalde verlängert werden. Daneben konnte die MN Münsterlandnetzgesellschaft mbH & Co. KG (MNG), ein Beteiligungsunternehmen der GWN, die Gaskonzessionen mit den Gemeinden Nordkirchen und Senden verlängern. Außerdem konnte MNG die Gaskonzession in der Stadt Billerbeck neu hinzugewinnen. Der Betrieb der genannten MNG-Gasnetze erfolgt durch GWN. Die bisherigen Gaskonzessionen der GWN in der Stadt Rheinberg und in der Gemeinde Uedem konnten zwar nicht verlängert werden (siehe Kapitel 1.2, Anteilserwerb an ENNI), aber es gelang, den Netzbetrieb in den beiden Kommunen durch die Übernahme einer Pacht für die nächsten Jahre sicherzustellen.
Außerdem konnten die Gelsenwasser-Konzernunternehmen im Jahr 2018 Gas- und Stromlieferverträge mit Weiterverteilern und Industriekunden verlängern bzw. neu abschließen. Im Gasbereich liegt die erwartete Absatzmenge, die sich über die Lieferjahre 2018 bis 2022 verteilt, bei rund 1.651 GWh (davon entfielen 311 GWh auf das Kalenderjahr 2018) und im Bereich Strom bei rund 170 GWh (davon entfielen 18 GWh auf das Kalenderjahr 2018).
2.3.3 Wasser- und Energieabsatz
2.3.3.1 Wasser
Die Wasserabgabe des Gelsenwasser-Konzerns lag im Jahr 2018 mit 239,7 Mio. m3 um 6,9 Mio. m3 über dem Wert des Vorjahres (232,8 Mio. m3). Der Anstieg betraf alle Kundengruppen. Dabei verzeichnete die Abgabe an Industriekunden mit 3,0 Mio. m3 den höchsten Zuwachs. Der Absatzanstieg der Kundengruppen Haushalte (+2,2 Mio. m3) und benachbarte Versorgungsunternehmen (+1,7 Mio. m3) ist größtenteils Folge der Trockenheit seit Beginn der Vegetationsperiode Anfang April 2018 und des wärmsten Fünfmonatszeitraums April bis August 2018 seit Beginn der Wetteraufzeichnung.
Die Wasserabgabe der GELSENWASSER AG überschritt mit 225,9 Mio. m3 den Vorjahresabsatz um 6,2 Mio. m3. Der Absatzzuwachs betraf auch hier alle Kundengruppen und entfiel mit 2,8 Mio. m3 auf die Abgabe an die Industriekunden, mit 1,8 Mio. m3 auf Haushaltskunden sowie mit 1,6 Mio. m3 auf die Abgabe an benachbarte Versorgungsunternehmen.
2.3.3.2 Gas
Der Gasabsatz des Konzerns stieg im Berichtsjahr um 46,8 % auf 58,1 TWh. Der Absatzzuwachs ist in erster Linie auf die verstärkten Gashandelsaktivitäten der GELSENWASSER AG zurückzuführen. Hier wirken sich zum größten Teil erhöhte Handelsaktivitäten mit Dritten zu Arbitragezwecken sowie die Gasbeschaffung für die Energiehandelsgesellschaft West mbH (ehw, seit Oktober 2017 Kooperationspartner) aus. Dadurch lag die Zentrale Gasbeschaffung mit 53,6 TWh um 18,3 TWh über dem Vorjahreswert. Ohne die Berücksichtigung der Mengen aus der Zentralen Gasbeschaffung ist der Gesamtabsatz um 0,2 TWh gestiegen. Im Bereich der Haushalts- und gewerblichen Kleinverbrauchskunden lag die Gasabgabe mit 3,0 TWh um 5,1 % über dem Vorjahreswert. Die Abgabe an Wiederverkaufskunden des Vertriebs betrug 0,5 TWh (+30,6 %). Im Industriebereich lag der Absatz dagegen auf Vorjahresniveau.
Die Gasabgabe der GELSENWASSER AG konnte im Vergleich zum Vorjahr um 46,6 % auf 58,0 TWh gesteigert werden. Hauptursache waren die bereits erwähnten verstärkten Handelsaktivitäten der Zentralen Gasbeschaffung (+18,2 TWh auf 56,1 TWh).
2.3.3.3 Strom
Der Stromabsatz des Konzerns stieg im Berichtsjahr um 281,1 % auf 1.817,3 Mio. kWh. Die Mehrabgabe entfällt fast ausschließlich auf die Zentrale Strombeschaffung der GELSENWASSER AG (+1.369,5 Mio. kWh). Der außerordentlich hohe Anstieg resultiert zum größten Teil aus der Mitte April 2018 aufgenommenen Beschaffungskooperation mit der ehw. Der Rückgang im klassischen Vertriebsgeschäft (-29,0 Mio. kWh) betrifft Wiederverkaufs- und Sondervertragskunden, während sich im Bereich der Tarifkunden der Absatz insbesondere durch Kundenzuwächse erhöht hat.
Die GELSENWASSER AG konnte vornehmlich durch die Zentrale Strombeschaffung ihren Stromabsatz um 1.379,6 Mio. kWh auf 1.804,4 Mio. kWh steigern.
2.3.4 Zusammenfassende Stellungnahme des Vorstands zum Geschäftsverlauf des Konzerns
Geschäftsverlauf
Das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit lag mit 68,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 52,9 Mio. €. Unter Berücksichtigung des leicht verbesserten Beteiligungsergebnisses ergab sich ein EBIT von 113,7 Mio. € nach 96,8 Mio. € im Vorjahr. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen durch die verbesserten Ergebnisse aus dem Wasser- und Gasgeschäft sowie auf höhere positive Sondereffekte im Geschäftsjahr 2018 zu erklären.
Die Ertragslage (siehe Kapitel 2.4.1) des Gelsenwasser-Konzerns wird als positiv angesehen. Trotz sich weiterhin verschärfender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2018 ist es Gelsenwasser gelungen - auch als Folge der langanhaltenden Trockenheit und der ungeplanten positiven Sondereffekte - das budgetierte EBIT um rd. 27 % zu übertreffen.
Die Finanzlage (siehe Kapitel 2.4.2) ist unverändert positiv. Gelsenwasser konnte im Berichtsjahr den finanziellen Verpflichtungen aufgrund des starken Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit jederzeit nachkommen.
Die positiven Einschätzungen setzen sich auch in der Vermögenslage (siehe Kapitel 2.4.3) fort. Die langfristigen Vermögenswerte waren zu 68,8 % durch Eigenkapital und ähnliche Mittel finanziert und zu mehr als 100 % durch langfristiges Kapital gedeckt.
Gelsenwasser verfügt bei einer Eigenmittelquote von 54 % über eine starke Ausstattung mit Eigenkapital und ähnlichen Mitteln.
2.4 Lage des Konzerns
2.4.1 Ertragslage
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| Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember in Mio. € |
2018 | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.763,8 | 1.209,2 | 1.040,1 |
| Materialaufwand | -1.485,2 | -943,8 | -756,4 |
| Personalaufwand | -124,2 | -119,3 | -112,8 |
| Abschreibungen | -40,3 | -39,6 | -39,5 |
| Übrige Aufwendungen und Erträge | -45,6 | -53,6 | -56,3 |
| Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit | 68,5 | 52,9 | 75,1 |
| Beteiligungsergebnis | 45,2 | 43,9 | 41,4 |
| EBIT | 113,7 | 96,8 | 116,5 |
| Finanzergebnis | -3,2 | -3,1 | -4,3 |
| Ertragsteuern | -1,5 | -1,3 | -3,0 |
| Jahresüberschuss | 109,0 | 92,4 | 109,2 |
| Ergebnisanteile nicht beherrschender Gesellschafter | 0,1 | 0,1 | 0,1 |
| Ergebnisanteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG | 108,9 | 92,3 | 109,1 |
2.4.1.1 Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse erhöhten sich um insgesamt 554,6 Mio. € auf 1.763,8 Mio. €. Dabei lagen die Brutto-Erlöse aus dem Gasverkauf hauptsächlich aufgrund von Optimierungsgeschäften im Rahmen von Arbitragegeschäften der Zentralen Gasbeschaffung, der Gasbeschaffung für die ehw und aus der Speicherbewirtschaftung um 449,6 Mio. € über dem Vorjahreswert. Die Erlöse aus dem Wasserverkauf lagen mit 231,0 Mio. € um 7,4 Mio. € über dem Vorjahreswert. Die Brutto-Erlöse aus dem Stromverkauf erhöhten sich hauptsächlich aufgrund der Mitte April 2018 aufgenommenen Beschaffungskooperation mit der ehw um 94,1 Mio. € auf 163,2 Mio. €. Die übrigen Umsatzerlöse stiegen um 4,7 Mio. € auf 118,0 Mio. €. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus höheren Dienstleistungserlösen, denen gesunkene Erlöse aus Netzentgelten gegenüberstanden. Die Energie-/Stromsteuer erhöhte sich um 1,2 Mio. € auf 26,9 Mio. €.
2.4.1.2 EBIT und Konzernjahresüberschuss
Den im Berichtsjahr gestiegenen Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und sonstigen betrieblichen Erträgen standen deutlich geringere Ergebnisbelastungen hauptsächlich aus höheren Materialaufwendungen und dem gestiegenen Personalaufwand gegenüber.
Der Ergebnisanstieg gegenüber dem Vorjahr erklärt sich im Wesentlichen aus den verbesserten Ergebnissen aus dem Wasser- und Gasverkauf sowie durch höhere positive Sondereffekte im Berichtsjahr. Dadurch stieg das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit deutlich um 15,6 Mio. € auf 68,5 Mio. €.
Nach Berücksichtigung des um 1,3 Mio. € auf 45,2 Mio. € verbesserten Beteiligungsergebnisses (Ergebnis at Equity bilanzierter Beteiligungen und Sonstiges Beteiligungsergebnis) ergibt sich ein EBIT von 113,7 Mio. €. Dieses liegt um 16,9 Mio. € über dem Vorjahreswert und übertrifft das budgetierte Ergebnis um 24,0 Mio. €.
Das Finanzergebnis sank nur leicht um 0,1 Mio. € auf -3,2 Mio. €.
Die Ertragsteuern stiegen um 0,2 Mio. € auf 1,5 Mio. €. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern beträgt der Jahresüberschuss des Konzerns 109,0 Mio. € und liegt damit um 16,6 Mio. € über dem Vorjahreswert von 92,4 Mio. €.
Die Ergebnisanteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG betragen im Berichtsjahr 99,99 %, d. h. 108,9 Mio. € (Vorjahr 92,3 Mio. €).
2.4.1.3 Entwicklung der Segmentergebnisse
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| nach Segmenten in Mio. € |
Jahr | Wasser | Energie | Sonstige/ Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsatz | 2018 | 280,8 | 1.483,0 | - | 1.763,8 |
| 2017 | 270,9 | 938,3 | - | 1.209,2 | |
| Innenumsatz | 2018 | - | 1,0 | -1,0 | - |
| 2017 | - | 0,9 | -0,9 | - | |
| Gesamtumsatz | 2018 | 280,8 | 1.484,0 | -1,0 | 1.763,8 |
| 2017 | 270,9 | 939,2 | -0,9 | 1.209,2 | |
| Ergebnis at Equity bilanzierter | 2018 | 20,5 | 13,6 | - | 34,1 |
| Beteiligungen | 2017 | 17,8 | 14,9 | - | 32,7 |
| Abschreibungen | 2018 | 28,4 | 11,9 | - | 40,3 |
| 2017 | 28,2 | 11,4 | - | 39,6 | |
| Wesentliche zahlungsunwirksame | 2018 | 7,3 | 9,9 | - | 17,2 |
| Erlöse und Erträge | 2017 | 6,5 | 4,2 | - | 10,7 |
| Wesentliche zahlungsunwirksame | 2018 | 28,5 | 23,9 | - | 52,4 |
| Aufwendungen (ohne Abschreibungen) | 2017 | 13,6 | 10,6 | - | 24,2 |
| EBIT | 2018 | 76,5 | 37,2 | - | 113,7 |
| 2017 | 65,2 | 31,6 | - | 96,8 |
Insgesamt ist das EBIT mit 113,7 Mio. € gegenüber dem Vorjahr um 16,9 Mio. € gestiegen und betraf beide Segmente:
Im Segment Wasser stieg das EBIT im Berichtsjahr um 11,3 Mio. € auf 76,5 Mio. €. Neben dem verbesserten Ergebnis aus dem Wasserverkauf ist vor allem eine geänderte Aktivierungspolitik im Rohrnetz für die positive Entwicklung des EBIT verantwortlich.
Das EBIT im Segment Energie stieg im Berichtsjahr um 5,6 Mio. € auf 37,2 Mio. €. Ursache hierfür sind u. a. gestiegene Ergebnisse im Gasgeschäft und die Bewertung der Städtische Werke Magdeburg GmbH & Co. KG zum beizulegenden Zeitwert.
2.4.2 Finanzlage
2.4.2.1 Finanzmanagement
Gelsenwasser nutzt als Instrument zur langfristigen Steuerung ihrer Liquidität sowie zur Optimierung der Zahlungsströme innerhalb des Konzerns das Cash-Pooling. Daneben dient das Finanzmanagement zur Erhaltung und Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns und zur Minimierung finanzieller Risiken. Zudem soll das Finanzmanagement Akquisitionen erleichtern.
2.4.2.2 Kapitalstruktur und Kapitalausstattung
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| Kapitalstruktur in Mio. € |
31.12.2018 | % | 31.12.2017 | % | 31.12.2016 | % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 103,1 | 6 | 103,1 | 6 | 103,1 | 6 |
| Kapitalrücklage | 32,2 | 2 | 32,2 | 2 | 32,2 | 2 |
| Gewinnrücklagen | 735,9 | 42 | 649,7 | 40 | 639,6 | 40 |
| Kumuliertes übriges Konzernergebnis | -93,4 | -5 | -34,2 | -2 | -36,0 | -2 |
| Anteile der Aktionäre der GELSENWASSER AG | 777,8 | 45 | 750,8 | 46 | 738,9 | 46 |
| Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 1,2 | 0 | 1,2 | 0 | 1,2 | 0 |
| Zuschüsse | 165,3 | 9 | 169,7 | 11 | 175,6 | 10 |
| Eigenkapital und ähnliche Mittel | 944,3 | 54 | 921,7 | 57 | 915,7 | 56 |
| Pensionsrückstellungen | 329,7 | 19 | 325,4 | 20 | 320,3 | 21 |
| Steuerrückstellungen | 0,2 | 0 | 0,5 | 0 | 2,1 | 0 |
| Sonstige Rückstellungen | 40,8 | 2 | 46,5 | 3 | 47,6 | 3 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 85,9 | 5 | 62,2 | 4 | 69,2 | 4 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4,2 | 0 | 2,3 | 0 | 2,5 | 0 |
| Latente Steuern | 1,0 | 0 | 1,0 | 0 | 0,9 | 0 |
| Langfristige Schulden | 461,8 | 26 | 437,9 | 27 | 442,6 | 28 |
| Sonstige Rückstellungen | 26,9 | 2 | 23,3 | 1 | 24,2 | 2 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 91,8 | 5 | 25,1 | 2 | 25,7 | 2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 238,4 | 13 | 211,4 | 13 | 199,4 | 12 |
| Kurzfristige Schulden | 357,1 | 20 | 259,8 | 16 | 249,3 | 16 |
| Bilanzsumme | 1.763,2 | 100 | 1.619,4 | 100 | 1.607,6 | 100 |
Die Gewinnrücklagen sind insbesondere durch die erstmalige Anwendung des IFRS 9 (+63,8 Mio. €) sowie durch die Einstellung des - um die Gewinnabführung und Gewerbesteuerumlage an WGW geminderten - Jahresüberschusses (+22,2 Mio. €) um 86,2 Mio. € gestiegen. Dagegen verminderte sich das kumulierte übrige Konzernergebnis um 59,2 Mio. € hauptsächlich aufgrund von Umstellungseffekten im Zusammenhang mit der Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte im Rahmen der erstmaligen Anwendung des IFRS 9. Zudem minderten sich die Zuschüsse im Wesentlichen aufgrund der Ausgliederungen von Gasnetzen. Im Saldo verzeichnete die Position Eigenkapital und ähnliche Mittel einen Anstieg um 22,6 Mio. € auf 944,3 Mio. €.
Der Anstieg der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten betrifft mit 27,8 Mio. € die Warentermingeschäfte, während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 4,1 Mio. € rückläufig sind.
Einen detaillierten Einblick in die Finanzlage geben die Kapitalflussrechnung sowie der Konzernanhang.
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| Kapitalflussrechnung des Konzerns in Mio. € |
2018 | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 120,3 | 124,2 | 141,1 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -101,1 | -33,4 | -39,0 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -106,8 | -76,9 | -89,6 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | -87,6 | 13,9 | 12,5 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 127,1 | 113,2 | 100,7 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 39,5 | 127,1 | 113,2 |
Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass das langfristig gebundene Vermögen weiterhin vollständig durch langfristig verfügbares Eigen- und Fremdkapital gedeckt wird.
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| in Mio. € | 31.12.2018 | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 1.034,4 | 989,0 | 980,3 |
| Finanzielle Vermögenswerte und sonstige langfristige Forderungen | 338,3 | 285,2 | 301,9 |
| Langfristiges Vermögen | 1.372,7 | 1.274,2 | 1.282,2 |
| Eigenkapital | 779,0 | 752,0 | 740,1 |
| Zuschüsse | 165,3 | 169,7 | 175,6 |
| Unterdeckung mit Eigenkapital und ähnlichen Mitteln | -428,4 | -352,5 | -366,5 |
| Langfristige Schulden | 461,8 | 437,9 | 442,6 |
| Überdeckung mit langfristigem Kapital | 33,4 | 85,4 | 76,1 |
Rating 2018 GELSENWASSER AG und Wasser und Gas Westfalen GmbH
Die Ratingagentur S&P Global hat Gelsenwasser und WGW im Juli 2018 wie schon in den letzten sieben Jahren ein Emittentenrating von A- mit stabilem Ausblick erteilt.
Im Ratingverfahren erfolgt eine gemeinsame Bewertung von Gelsenwasser und WGW. Dabei wird untersucht, ob WGW über Gelsenwasser in der Lage ist, die vertraglich festgelegten Zins- und Tilgungszahlungen zu erfüllen. Die Stabilität des Gelsenwasser-Cashflows hat entscheidend zu dem guten Ergebnis beigetragen.
Neben kaufmännischen und technischen Kennzahlen werden auch das Geschäftsmodell sowie das wirtschaftliche und politische Umfeld berücksichtigt.
Die nächste Überprüfung steht im Sommer 2019 an.
2.4.2.3 Investitionen
Im Berichtsjahr 2018 erhöhte sich das Investitionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 68,3 Mio. € auf 125,7 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Investment Properties stiegen um 6,1 Mio. € auf 48,1 Mio. €. Davon entfielen u. a. 21,8 Mio. € auf das Rohrnetz, 10,5 Mio. € auf Anlagen im Bau und 5,4 Mio. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. In Finanzanlagen einschließlich at Equity bilanzierte Beteiligungen wurden 77,6 Mio. € investiert und betrafen im Wesentlichen die Anteilsaufstockung an der Stadtwerke Göttingen AG, den Anteilserwerb an der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH sowie die Aufstockungen der Kapitalrücklagen bei der Netzgesellschaft Espelkamp mbH & Co. KG, der Netzgesellschaft Erwitte mbH & Co. KG und der Klärschlammrecyclinggesellschaft Niederrhein mbH.
2.4.3 Vermögenslage
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| Konzernbilanzstruktur in Mio. € |
31.12.2018 | % | 31.12.2017 | % | 31.12.2016 | % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 1.372,7 | 78 | 1.274,2 | 79 | 1.282,2 | 80 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 390,5 | 22 | 345,2 | 21 | 325,4 | 20 |
| Aktiva | 1.763,2 | 100 | 1.619,4 | 100 | 1.607,6 | 100 |
| Eigenkapital und ähnliche Mittel | 944,3 | 54 | 921,7 | 57 | 915,7 | 56 |
| Langfristige Schulden | 461,8 | 26 | 437,9 | 27 | 442,6 | 28 |
| Kurzfristige Schulden | 357,1 | 20 | 259,8 | 16 | 249,3 | 16 |
| Passiva | 1.763,2 | 100 | 1.619,4 | 100 | 1.607,6 | 100 |
Die Bilanzsumme lag im Geschäftsjahr 2018 mit 1.763,2 Mio. € um 8,9 % über dem Vorjahreswert.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 98,5 Mio. € auf 1.372,7 Mio. €. Dies betraf im Wesentlichen mit 55,0 Mio. € die at Equity bilanzierten Beteiligungen und mit 56,8 Mio. € die finanziellen Vermögenswerte. Dagegen sanken die Sachanlagen um 8,0 Mio. €. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme beträgt 78 %.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 13,1 % auf 390,5 Mio. €; ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 22 %. Der Anstieg setzt sich aus den finanziellen Vermögenswerten (+66,5 Mio. €), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (+64,0 Mio. €) sowie Vorräten (+2,4 Mio. €) zusammen. Dagegen entwickelten sich die Flüssigen Mittel rückläufig (-87,6 Mio. €).
Die langfristigen Vermögenswerte waren zu 68,8 % durch Eigenkapital und ähnliche Mittel finanziert und zu mehr als 100 % durch langfristiges Kapital gedeckt.
Das Eigenkapital und die Eigenkapital ähnlichen Mittel liegen bei 944,3 Mio. € und damit um 22,6 Mio. € höher als zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Der Anstieg der Gewinnrücklagen um 86,2 Mio. € wird durch das kumulierte übrige Konzernergebnis (-59,2 Mio. €) sowie durch abnehmende Zuschüsse (-4,4 Mio. €) teilweise kompensiert. Die ausgewiesenen Anteile eines nicht beherrschenden Gesellschafters betreffen die CPG.
2.4.4 Ist-Plan-Vergleich
Das EBIT des Konzerns übertraf mit 113,7 Mio. € das erwartete EBIT um 24,0 Mio. €. Die Ergebnisverbesserung resultiert im Wesentlichen aus den über dem Plan liegenden Ergebnissen aus dem Wasser- und Gasverkauf. Hinzu kamen nicht geplante positive Sondereffekte im Geschäftsjahr 2018.
Die abgesetzten Wassermengen übertrafen mit 239,7 Mio. m3 den Planansatz um 7,1 %, im Wesentlichen aufgrund höherer Abgaben an benachbarte Versorgungsunternehmen und an Industriekunden (insbesondere Eisen- und Metallindustrie sowie Kraftwerke).
Beim Gasabsatz wurde die Planerwartung vor allem durch den Anstieg der Gashandelsaktivitäten der GELSENWASSER AG um 94,7 % übertroffen.
Anders als im Budget unterstellt wurde der Bedarf der ehw im Geschäftsjahr 2018 noch nicht vollständig über die Kooperation mit der Zentralen Strombeschaffung der GELSENWASSER AG abgewickelt. Die vollumfängliche Belieferung der ehw startete erst mit dem Beginn des Geschäftsjahres 2019. Zudem verschob sich der Start der Kooperation vom 1. Januar 2018 auf den 16. April 2018. Dadurch wurde der budgetierte Stromabsatz um 75,6 % unterschritten.
Aufgrund des unverändert starken Wettbewerbs im Haushaltskundenbereich Gas lag die Anzahl der Tarifkunden um 6,8 % unter dem Planansatz zum 31. Dezember 2018. Dagegen konnte im Haushaltskundenbereich Strom der zum 31. Dezember 2018 geplante Tarifkundenbestand um 6,5 % übertroffen werden.
Der ROCE des Gelsenwasser-Konzerns liegt - bei einem um im Saldo positive neutrale Ergebniseffekte in Höhe von 17,4 Mio. € bereinigten EBIT - mit 9,84 % über dem Planansatz von 8,17 %. Hauptursache ist das deutlich über dem Planwert liegende bereinigte EBIT.
2.5 Finanzielle Leistungsindikatoren und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
2.5.1 Finanzielle Leistungsindikatoren
Das operative Geschäft steuert der Gelsenwasser-Konzern mit der Kennzahl EBIT.
Das EBIT enthält neben dem Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit das Beteiligungsergebnis, bestehend aus dem Ergebnis at Equity bilanzierter Beteiligungen und dem sonstigen Beteiligungsergebnis. Daneben wird der ROCE des Gelsenwasser-Konzerns als statische Renditekennzahl zur Betrachtung der Wertentwicklung über mehrere Perioden eingesetzt.
2.5.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
2.5.2.1 Kennzahlen
Weitere unterjährig betrachtete Kennzahlen sind die Wasserabgabe, der Gas- und Stromabsatz sowie die Kundenentwicklung.
2.5.2.2 Beschäftigte
Auf die Beschäftigten wird ausführlich in Kapitel 2.6.4 eingegangen.
2.6 Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung der GELSENWASSER AG und des Gelsenwasser-Konzerns
Entsprechend den Anforderungen des Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (kurz: CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) enthält dieses Kapitel die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung (im Folgenden "nichtfinanzielle Erklärung") nach §§ 289b und 315b HGB. Verweise auf Angaben, die sich außerhalb des zusammengefassten Lageberichts befinden, sind weiterführende Informationen und keine Bestandteile der nichtfinanziellen Erklärung.
Die folgenden Angaben gelten, sofern nicht anders ausgewiesen, für Konzern und Muttergesellschaft gleichermaßen.
Die Berichterstattung der nichtfinanziellen Erklärung orientiert sich an den Vorgaben des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).
2.6.1 Geschäftsmodell des Konzerns
Das Geschäftsmodell des Konzerns wird im Kapitel 1 "Grundlagen des Konzerns" dargestellt.
2.6.2 Nachhaltigkeit bei Gelsenwasser
Gelsenwasser ist davon überzeugt, dass Verantwortung im Sinne von Corporate Social Responsibility (CSR) eine Voraussetzung für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist. Verantwortungsvolles und nachhaltiges unternehmerisches Handeln ist Teil des Selbstverständnisses bei Gelsenwasser. Dazu werden auch bei strategischen Entscheidungen die Auswirkungen auf die wesentlichen nichtfinanziellen Ziele berücksichtigt.
Die grundlegenden Werte und Regeln hat Gelsenwasser in einem eigenen Leitbild verankert.
2.6.2.1 Gelsenwasser-Leitbild
"Am Ende geht es immer ums Anfangen: Wir wollen jeden Tag ein bisschen besser werden bei der Versorgung unserer Kunden. Leiten lassen wir uns dabei durch unsere Grundwerte: Unsere Wurzeln liegen in der Wasserwirtschaft, das lässt uns langfristig denken, nachhaltig handeln und transparent kommunizieren. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlage und der Umwelt ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Arbeit. Die hohe Arbeitssicherheit ist Grundlage für ihr Gelingen.
Unsere Kunden stehen im Mittelpunkt. Unsere Produkte sind nicht umtauschbar, darum versorgen wir mit Strom, Gas und natürlich Wasser beständig in hoher Qualität, bieten umfassenden Service und faire Preise. Vertrauen und Verlässlichkeit prägen unsere Arbeit mit den Partnern in den Kommunen. Auf dieser Basis entwickeln wir gemeinsam individuelle Lösungen. Wir verstehen den globalen Wandel und begegnen ihm mit unserer Innovationskraft. So finden wir vor Ort die richtigen Antworten.
Dafür ausschlaggebend sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter9 mit ihrem Wissen, ihren Fähigkeiten und ihrer Leistungsbereitschaft. Sichere Arbeitsbedingungen, gute Arbeitsplatzkultur, gesunde Führung, engagierte Ausbildung und lebenslanges Lernen sichern auch zukünftig unseren Erfolg. Wir leben und arbeiten in der Region. Mit Wertschätzung, Vielfalt und Toleranz tragen wir gezielt zur Verbesserung der gesellschaftlichen Entwicklung bei. Für diese Grundwerte stehen die Mitarbeiter unseres Unternehmens."
2.6.2.2 Wesentlichkeitsanalyse
Nichtfinanzielle Themen in der Geschäftstätigkeit des Konzerns sowie innerhalb der Lieferkette und bei den Kunden, die sich auf die Aspekte im Sinne des § 289c HGB auswirken, wurden unter Berücksichtigung der Erwartungen interner und externer Stakeholder ermittelt und mit der Einschätzung der Themenverantwortlichen im Konzern abgeglichen. Die nichtfinanziellen Themen wurden in einer Wesentlichkeitsmatrix im Hinblick auf ihre Relevanz für die Geschäftstätigkeit sowie ihre Auswirkungen auf die Aspekte im Sinne des § 289c HGB bewertet. Die Ergebnisse wurden mit dem Vorstand abgestimmt, um eine für den Konzern ganzheitliche Berichterstattung sicherzustellen.
Als wesentlich im Sinne des § 289c HGB gelten nichtfinanzielle Themen, wenn sie sowohl hohe Auswirkungen auf die Aspekte Umwelt, Arbeitnehmer, Menschenrechte, Soziales und Anti-Korruption haben als auch relevant für die Geschäftstätigkeit des Konzerns sind. Unser Geschäftserfolg ist maßgeblich an das Vertrauen und die Zufriedenheit unserer Stakeholder entlang der gesamten Wertschöpfungskette geknüpft. Vor diesem Hintergrund wurden für diese nichtfinanzielle Erklärung sieben wesentliche Themenfelder identifiziert:
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| Aspekte | Wesentliche Sachverhalte | Ziele | Maßnahmen |
|---|---|---|---|
| 1. Umweltbelange | Umweltschutz durch Steuerung der ökologischen Wirkungen der wesentlichen Produkte und der betrieblichen Tätigkeit | 1. Schutz des natürlichen Wasserkreislaufs | 1. Kooperation Landwirtschaft mit der Folge des reduzierten Einsatzes von Aktivkohle |
| 2. Steigerung der Energieeffizienz bei der Trinkwasserproduktion und der Wasserverteilung | 2. Energierückgewinnung am Wasserwerk Haltern | ||
| 3. Erzeugung erneuerbarer Energien | 3. Anschaffung von e-Fahrzeugen | ||
| 4. Reduktion der Treibhausgasemissionen | 4. Rohreinzugsverfahren und Schutzrohrverfahren | ||
| 5. Einsparung von Bodenaushub bei Baumaßnahmen | |||
| 2. Arbeit-nehmerbelange | Mitarbeiter und Mitarbeiter-zufriedenheit | 1. Attraktiver Arbeitgeber | 1. Mitarbeiterbeteiligung |
| 2. Hohe Qualität der Arbeitsbedingungen | 2. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf | ||
| 3. Langfristige Bindung von Mitarbeitern | 3. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten | ||
| 4. Förderung von Chancengerechtigkeit und Vielfalt | |||
| 5. Faire Vergütung | |||
| 6. Angebote zur Gesundheitsförderung | |||
| 7. sichere Ausgestaltung der Arbeitsplätze | |||
| 3. Sozialbelange / Gesellschaft | Soziale Belange/ Stiftung/Spenden | 1. Regionale Verbundenheit | Förderung gemeinnütziger Projekte |
| 2. Fachpartner sein | |||
| Politische Mitwirkung | 1. Positionierung bei Gesetzgebungsverfahren | 1. Organisation von parlamentarischen Veranstaltungen | |
| 2. Klimadiskurs | 2. Positionspapiere | ||
| 3. Stromsteuerbefreiung von Kläranlagen | 3. Hintergrundgespräche | ||
| 4. Podiumsdiskussionen | |||
| 4. Achtung der Menschenrechte | Achtung der Menschenrechte in der Lieferkette | Einhaltung Kernarbeitsnormen (ILO) und Mindestlohngesetz | Vorwettbewerbliche Eignungsprüfungen der Lieferanten |
| 5. Bekämpfung von Korruption und Bestechung | Anti-Korruption und Wertemanagement | 1. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten | 1. Schulungen der Mitarbeiter |
| 2. Stärkung von Mitarbeitern in Konfliktsituationen | 2. Konzernrichtlinie | ||
| 6. Kunden | Kunden in den verschiedenen Segmenten | 1. Kundenzufriedenheit stärken | 1. Kontakt mit den Mitarbeitern |
| 2. Gute Qualität des Trinkwassers gewährleisten | 2. Markenprojekt zur Schärfung der Marke | ||
| 3. Versorgungssicherheit sicherstellen | 3. Überprüfung der Wasserqualität | ||
| 4. Störungsmanagement | |||
| 7. Datenschutz | Datenschutz | 1. Einhaltung gesetzlicher Anforderungen (DSGVO) | 1. Schulungen der Mitarbeiter |
| 2. Sensibilisierung der Mitarbeiter | 2. Konzernrichtlinie | ||
| 3. Datenschutzhandbuch |
2.6.2.3 Tiefe der Wertschöpfungskette
Zu den wesentlichen Stufen der Wertschöpfung von Gelsenwasser zählen die Gewinnung, Förderung und Verteilung von Wasser, die Aufbereitung von Abwasser, der Einkauf von und Handel mit Erdgas und Strom am internationalen Großhandelsmarkt, der Betrieb von Erdgas- und Stromnetzen sowie Erdgasspeichern, die Lieferung von Strom, Gas und Wärme an Endverbraucher, Weiterverteiler sowie Industriekunden und die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Wasser, Abwasser und Energie.
2.6.2.4 Nachhaltigkeitsmanagement
Die Strategien, die Ziele und das Management der als wesentlich bewerteten nichtfinanziellen Themen werden von der GELSENWASSER AG definiert und von deren Vorstand verantwortet. Der Vorstand wird regelmäßig in themenspezifische Maßnahmen eingebunden und über deren Umsetzung informiert. In den Konzernrichtlinien, Leitlinien und Verhaltensstandards sind konkrete Vorgaben zu den mit Blick auf das Geschäftsmodell wichtigen Nachhaltigkeitsthemen verankert, anhand derer Fachabteilungen die als wesentlich definierten nichtfinanziellen Ziele umsetzen. Für die wesentlichen Nachhaltigkeitsbereiche wie Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Gleichbehandlung, Datenschutz und Wertemanagement hat der Vorstand Ansprechpartner und Beauftragte benannt. Diese definieren Handlungsfelder, formulieren entsprechende Umsetzungsmaßnahmen und betreiben Systeme z. B. für das Arbeitssicherheits- und das Umweltmanagement. Die Erreichung der einzelnen Ziele wird regelmäßig überprüft.
Durch den bewussten Umgang mit potenziellen Risiken und die transparente Darstellung von risikobehafteten Situationen werden Risiken im Gelsenwasser-Konzern gesteuert. Für alle wesentlichen nichtfinanziellen Themen wurde eine Risikobewertung vorgenommen. Hierbei sind Risiken nicht allein als mögliche negative Abweichungen zu der wirtschaftlichen Planung des Konzerns zu verstehen. Berücksichtigt werden die Erwartungen aller bedeutenden Stakeholder. Dabei wurde untersucht, ob sich durch die Geschäftstätigkeit, die Lieferkette oder durch Kunden wesentliche Risiken mit schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf die Aspekte im Sinne des § 289c HGB ergeben. Bei der Untersuchung wurden die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Ausmaß der negativen Auswirkungen auf die Aspekte berücksichtigt. Es wurden keine berichtspflichtigen nichtfinanziellen Risiken im Berichtsjahr im Gelsenwasser-Konzern identifiziert.
Näheres zu finanziellen Risiken und Chancen für die Gelsenwasser-Geschäftsentwicklung befindet sich im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts (siehe Kapitel 3.2 Risiko- und Chancenbericht).
2.6.2.5 Beteiligung von Anspruchsgruppen/Stakeholdermanagement
Gelsenwasser pflegt als kommunal geprägtes Unternehmen einen regelmäßigen, offenen und transparenten Austausch mit einer Vielzahl von gesellschaftlichen Akteuren. Dazu zählen Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner, Mitarbeiter, Anteilseigner, Behörden, Wissenschaft und Forschung sowie Politik und Verbände. Gelsenwasser verfolgt dabei das Ziel, die verschiedenen Anspruchsgruppen zeitnah und angemessen über die Entwicklungen und Ziele des Unternehmens zu informieren und es den Stakeholdern so zu ermöglichen, sich ein umfassendes Bild vom Unternehmen als solches und seiner Geschäftstätigkeit zu machen. Durch den Austausch erhält Gelsenwasser im Gegenzug die Möglichkeit, die Erwartungen der Stakeholder kennenzulernen und sie in den Entscheidungen des Unternehmens angemessen zu berücksichtigen. So entstehen neue Ideen für neue Produkte, innovative Dienstleistungen oder sogar gemeinsame Kooperationen und Allianzen zur gemeinsamen Verfolgung von wichtigen Themen wie z. B. dem Schutz der Ressource Wasser.
Der Austausch mit den Stakeholdern findet dabei auf vielfältige Art und Weise statt. So stehen die Mitarbeiter in täglichem Austausch mit Kunden und Lieferanten. In regelmäßigen Abständen werden Kunden- und Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, um ihre Rückmeldungen für kontinuierliche Verbesserungen zu nutzen. Im abgelaufenen Berichtsjahr wurden die Kunden auf ihre Zufriedenheit mit dem Kundenservice hin befragt. Gelsenwasser möchte als attraktiver Arbeitgeber motivierte und kompetente Mitarbeiter gewinnen und dauerhaft halten. Dazu werden die Mitarbeiter u. a. regelmäßig über aktuelle Geschäftsentwicklungen informiert und in einen aktiven Dialog eingebunden. Die Mitarbeiter der GELSENWASSER AG und der GWN konnten im Jahr 2018 an der Great Place To Work-Befragung teilnehmen und so ihre Zufriedenheit mit ihrer Arbeit bei Gelsenwasser zurückmelden. Auf unterschiedlichen Messen, auf denen Gelsenwasser das Produkt- und Leistungsspektrum präsentiert, wird der Dialog mit den Geschäftspartnern gesucht. Beispielhaft sei an dieser Stelle die e-world in Essen genannt, auf der Gelsenwasser alljährlich mit einem eigenen Stand vertreten ist. Als Mitglied in unterschiedlichen branchenspezifischen Organisationen und Verbänden pflegt Gelsenwasser einen aktiven Austausch zu verschiedenen für die Branche relevanten Themen. Das Gespräch mit den Kommunen sucht Gelsenwasser z. B. über jährliche Zusammenkünfte im Rahmen des kommunalen Beirats. Dort werden aktuelle kommunale Themen rund um die Aufgaben der Daseinsvorsorge diskutiert.
2.6.2.6 Innovationen
Innovationen sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit von Gelsenwasser. Entwicklungen wie die Energiewende, die zunehmende Digitalisierung, der demografische Wandel und dezentrale Energieerzeugung stellen Versorgungsunternehmen vor neue Herausforderungen. Sie bieten aber auch Nährboden für neue, innovative Geschäftsfelder. Deshalb ist die GELSENWASSER AG seit Jahren in Innovations- und Forschungsprojekten tätig. Bereits Mitte 2014 wurde eigens dafür eine Stelle eingerichtet, die sich konzernweit mit Forschungsaktivitäten und dem Innovationsmanagement befasst. Zu den Aufgaben gehören die Koordination von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Forschungspartnern, die Bearbeitung, Weiterleitung sowie die interne Abstimmung von Projektanfragen von außen, die Durchführung und Begleitung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zur Wasser-, Abwasser- und Energietechnik sowie das Innovationsmanagement des Konzerns.
Für ein langfristiges Denken und nachhaltiges Handeln wurde für die Bereiche Wasser, Abwasser und Energie eine Forschungs- und Entwicklungsstrategie erarbeitet. Diese enthält Forschungsschwerpunkte, zu denen in den nächsten Jahren Entwicklungsprojekte zielgerichtet durchgeführt und neue Ideen umgesetzt werden sollen. Dabei stehen technische Innovationen wie hohe Wirkungsgrade neuer Anlagen, Effizienzsteigerungen bestehender Anlagen sowie innovative Ansätze bei erneuerbaren Energien im Vordergrund. Hier baut Gelsenwasser auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Hochschulen, wissenschaftlichen Instituten und den Dialog mit den eigenen Unternehmensbeteiligungen. Zu den Themen im Wasser- und Abwasserbereich gehören z. B. Verfahrensentwicklungen und -optimierungen, Sicherung der Trinkwasserqualität, Ressourcenrückgewinnung sowie die Digitalisierung zur Erfassung und Auswertung von Betriebszuständen. Aus der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Hochschulen, wissenschaftlichen Instituten und anderen Partnern entstehen langfristige Partnerschaften.
Für die Umsetzung der Projekte steht ein jährliches Forschungsbudget in Höhe von 800.000 € zur Verfügung.
Seit 2016 intensiviert Gelsenwasser die Zusammenarbeit mit Start-ups, woraus sich innovative Ideen und Forschungsprojekte ergeben.
2.6.2.7 Handlungsfelder und wesentliche Themen
In den folgenden Abschnitten werden die wesentlichen, nichtfinanziellen Themen dargestellt. Hierbei werden die jeweiligen Konzepte erläutert, mit denen das Unternehmen diesen Themen und den damit zusammenhängenden, mit Blick auf das Geschäftsmodell wesentlichen Risiken begegnet und welche Fortschritte im Laufe des Jahres 2018 mit Blick auf die Umsetzung der definierten Ziele gemacht wurden. Werden in den einzelnen Kapiteln keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren genannt, so wurde für den behandelten Aspekt kein solcher nichtfinanzieller Leistungsindikator ermittelt.
2.6.3 Umweltbelange
Als Versorgungsunternehmen trägt Gelsenwasser eine besondere Verantwortung für die Umwelt und hat daher den Umweltschutz bereits sehr früh zu einem zentralen Unternehmensziel erklärt. Insbesondere die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser verpflichtet das Unternehmen, die Umwelt aktiv zu schützen. Nur so kann die heutige, hohe Qualität der Ressource Trinkwasser erhalten und für zukünftige Generationen bewahrt werden. Seit jeher erfüllt Gelsenwasser die Aufgaben der öffentlichen Wasser- und Energieversorgung im Einklang mit der Natur. Für die Mitarbeiter ist der aktive Umweltschutz ein grundlegender Bestandteil der täglichen Arbeit.
2.6.3.1 Umweltschutz ist zentrales Unternehmensziel
Die Einhaltung aller den Umweltschutz betreffenden Gesetze und Verordnungen ist selbstverständlich. Darüber hinaus verpflichtet sich Gelsenwasser, die Umweltleistung - d. h. das eigene Ergebnis des Managements der Organisation hinsichtlich ihrer Umweltaspekte - kontinuierlich zu verbessern. Auch Beteiligungen und Kommunen werden aktiv dabei unterstützt, deren Umweltleistung zu verbessern. Von beauftragten Fremdfirmen wird die Beachtung der Umweltleitlinien verlangt.
Bei der Ver- und Entsorgung werden technische und wirtschaftliche Verfahren genutzt, um Energie und Betriebs- und Hilfsstoffe sorgsam einzusetzen. Bereits bei der Planung wird eine ressourcenschonende, energieeffiziente und umweltverträgliche Auslegung der Anlagen und Prozesse festgeschrieben. So können negative Umwelteinwirkungen verringert werden.
Umweltpolitische Rahmenbedingungen gestaltet Gelsenwasser aktiv mit und sucht den offenen Dialog mit Entscheidungsträgern. Über die Umweltauswirkungen der betrieblichen Tätigkeit wird regelmäßig berichtet. Umweltschutz ist Führungsaufgabe - der Vorstand und alle Führungskräfte tragen Verantwortung für die Umsetzung der Umweltziele. Umweltschutz geht alle Mitarbeiter an - Gelsenwasser setzt deshalb auf kreative, umweltorientierte Mitarbeiter, fördert ihr Verantwortungsbewusstsein und motiviert zu aktivem umweltgerechten Verhalten und Gestalten.
Die berichteten Umweltdaten im Kapitel 2.6.3 beziehen sich - sofern nicht anders kenntlich gemacht - auf die GELSENWASSER AG, die GELSENWASSER Energienetze GmbH (GWN) und die Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH (VGW).
2.6.3.2 Umweltmanagementsystem
Um dem Umweltschutz Rechnung zu tragen und die Realisierung sich selbst gesetzter Umweltziele messen zu können, hat die GELSENWASSER AG bereits im Jahr 1999 ein Umweltmanagementsystem aufgebaut. Dieses basiert auf der EMAS-Verordnung, der DIN EN ISO 14001 sowie Energiemanagementsystemen gemäß der DIN EN ISO 50001. Das Umweltmanagementhandbuch dokumentiert die Aufbau- und Ablauforganisation des Umweltmanagementsystems. Dieses Umweltmanagementsystem wurde auf die vollkonsolidierten Tochterunternehmen, die im Wasser- und Energiegeschäft tätig sind, in den Folgejahren übertragen.
Verantwortlich für den betrieblichen Umweltschutz sind der technische Vorstand, die Bereichs- und Betriebsleiter für ihr jeweiliges Aufgabengebiet sowie die Geschäftsführer der Tochterunternehmen. Arbeitskreise und Arbeitsgruppen, die auf allen Unternehmensebenen eingerichtet sind, ermitteln unterjährig den Umsetzungsstand der Umweltziele und bewerten die direkten und indirekten Umweltauswirkungen. Dabei werden systematisch sowohl interne als auch externe Themen sowie sich ändernde Anforderungen interessierter Parteien und gesetzlicher Bestimmungen beleuchtet, die auf die Ausrichtung und Wirksamkeit des Umweltmanagementsystems Einfluss nehmen. Der Vorstand, die Bereichs- und Betriebsleiter werden jährlich über die festgelegten Umwelt- und Energieziele, die Ergebnisse von internen Audits und die Einhaltung der eigenen Vorgaben sowie der gesetzlichen Vorschriften informiert. Sie bewerten auf Basis dieser Informationen die Leistungsfähigkeit des Umweltmanagementsystems und die Verbesserung des Umweltschutzes und geben die strategische Ausrichtung des Umwelt- und Klimaschutzes vor.
Das Umweltmanagementsystem dient der Steuerung sowohl der ökologischen Wirkungen der Produkte und Dienstleistungen als auch der ökologischen Auswirkungen der betrieblichen Tätigkeiten von Gelsenwasser.
2.6.3.3 Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen durch die Geschäft saktivitäten
Gelsenwasser nimmt im Rahmen der Geschäftstätigkeit natürliche Ressourcen in Anspruch. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Wasser und Betriebsenergie.
Der überwiegende Teil des entnommenen Wassers wird als Trinkwasser an verschiedene Kundengruppen abgesetzt. Wasser wird zu Produktionszwecken bei Gelsenwasser nur in geringen Mengen gebraucht. Die Wasserwerke nutzen zur Trinkwassergewinnung Oberflächenwasser, Grundwasser und Uferfiltrat. Dabei gilt es sowohl wasserrechtliche Vorgaben als auch das wasserwirtschaftliche Grundprinzip der angemessenen Dargebotsbewirtschaftung einzuhalten. Zu diesem Zweck wurden im Jahr 2018 9,3 Mio. m3 aus Oberflächenwasser, 109,8 Mio. m3 aus Grundwasser und 28,4 Mio. m3 aus Uferfiltrat entnommen. Die direkten Entnahmemengen bewegen sich damit allesamt im Rahmen der wasserrechtlichen Erlaubnisse.
Betriebsenergie wird zur Wassergewinnung, -aufbereitung und -förderung in den Wasserwerken, zur Verteilung von Wasser, Gas und Strom in den Netzen sowie zur Versorgung der Gebäude und Betriebsstandorte eingesetzt. Mit 87 % stellt Strom neben Gas und Fernwärme den anteilig größten Energieträger dar. Der Gesamtstromverbrauch beläuft sich im Berichtsjahr auf rund 60 Mio. kWh, wovon 96 % Ökostrom sind.10 Der weit überwiegende Anteil des Strombedarfs entfällt auf die Förderung und Verteilung von Wasser. Mit einem Anteil von über 80 % am Gesamtenergieverbrauch benötigen die Netz- und Rohwasserpumpen in den Wasserwerken den weit überwiegenden Teil, gefolgt von den Gebäuden und den Druckerhöhungsanlagen zur Wasserverteilung.
So weit wie möglich werden energieeffiziente Lösungen oder erneuerbare Energien genutzt, um den Energiebedarf zu decken. Beispielsweise wird für die Wärmeerzeugung in der Hauptverwaltung ein Blockheizkraftwerk mit umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung ergänzt durch einen modernen energiesparenden Gasgebläsekessel eingesetzt.
Durch die Nutzung von Strom, Gas und Fernwärme und durch die Verbrennungsabgase der betrieblichen Kraftfahrzeuge entstehen CO2-Emissionen. Um diese dauerhaft zu reduzieren, wurden bei der GELSENWASSER AG und der GWN im Berichtsjahr 14 dieselbetriebene Fahrzeuge durch Elektrofahrzeuge ersetzt.
2.6.3.4 Ressourcenmanagement
Um den Verbrauch von Ressourcen, den Einsatz von Energie und den Ausstoß von Emissionen durch betriebliche Tätigkeiten zu verringern, werden die Material- und Energieströme überwacht. Ziele des Umweltmanagementsystems von Gelsenwasser sind der Schutz des natürlichen Wasserkreislaufs, die Senkung des Energieverbrauchs und die daraus resultierende Verminderung von CO2-Emissionen sowie die Einsparung von Bodenaushub bei Baumaßnahmen. Diese Ziele, die Maßnahmen zu deren Erreichung sowie die Verantwortlichkeiten, Mittel und Fristen hat Gelsenwasser im sogenannten Umweltprogramm definiert. Das Umweltprogramm ist das zentrale Instrument zur Steuerung der Umsetzung von Umweltzielen.
Wasser- und Ressourcenschutz
Ein effektiv geschützter Wasserkreislauf ist Grundvoraussetzung für die nachhaltige Gewinnung von einwandfreiem Trinkwasser. Um auch in Zukunft Trinkwasser mit möglichst naturnahen Aufbereitungsverfahren gewinnen zu können, engagiert sich Gelsenwasser für den vorbeugenden Boden- und Gewässerschutz. Die Untersuchungen des Wassers erfolgen nicht nur auf die gesetzlich vorgeschriebenen Stoffe bzw. Stoffgruppen, sondern vorsorglich in weitaus größerem Umfang.
Im Rahmen des vorbeugenden Gewässerschutzes setzt sich Gelsenwasser für eine gewässerschonende landwirtschaftliche Bewirtschaftung ein. Ziel ist es, eine nachträgliche aufwendige Aufbereitung des Rohwassers durch den Einsatz von Aufbereitungschemikalien wie Aktivkohle in den Wasserwerken zu vermeiden. Um den möglichst geringen Eintrag von Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sicherzustellen, unterhält Gelsenwasser regionale Kooperationen mit der Landwirtschaft in den Einzugsgebieten der Wasserwerke.
Im Wasserwerk Haltern wurde das Ziel, den Aktivkohleeinsatz unter 100 t pro Jahr zu halten, erreicht. Im Jahr 2018 wurden 70 t Aktivkohle dosiert.
Energie und Klimaschutz
Gelsenwasser unterstützt aktiv die Energiewende durch die Erzeugung regenerativer Energien und die regelmäßige Überprüfung der Art und Menge der eingesetzten Energieträger. Ziele sind die stetige Steigerung der Energieeffizienz und die Minimierung des CO2-Ausstoßes. Dazu trägt auch bei, dass Gelsenwasser die bestehende Infrastruktur bestmöglich nutzt und die Qualität der Energienetze erhält.
Um Energie bei der Trinkwasserproduktion einzusparen, sollen zwei Energierückgewinnungsanlagen realisiert werden. Mit dieser Maßnahme verfolgt die GELSENWASSER AG das Ziel, die Energieeffizienz bei der Trinkwasserproduktion um 1 % bis 2020 zu steigern. Im Berichtsjahr wurde die erste Anlage im Oktober in Betrieb genommen. Für das erste volle Erzeugungsjahr 2019 wird für diese Energierückgewinnungsanlage erwartet, dass das gesetzte Ziel erreicht wird.
Die von der GELSENWASSER AG angestrebte Steigerung der Energieeffizienz bei der Wasserverteilung um 2 % bis 2020 konnte bereits im abgelaufenen Berichtsjahr durch den Umbau und die energetische Optimierung zweier Druckerhöhungsanlagen erreicht werden. Insgesamt wurden 2,6 % weniger als im Vergleichsjahr 2015 eingesetzt. Dabei ist die Optimierung der dritten Druckerhöhungsanlage noch gar nicht realisiert.
Die Erzeugung erneuerbarer Energien mindestens in Höhe des Eigenverbrauchs von ca. 60 Mio. kWh bis 2020 wird schrittweise umgesetzt. So konnten im Berichtsjahr weitere Windenergieanlagen in Mülheim, Hünxe, und Olfen in Betrieb genommen werden. Die derzeit realisierten Anlagen erzeugen zukünftig 27,5 Mio. kWh pro Jahr. Weitere Anlagen für die Jahre 2019 und 2020 sind geplant, sodass die Zielerreichung bis 2020 wahrscheinlich ist.
Mit dem Einsatz von Elektrofahrzeugen soll eine Reduktion der Treibhausgasemissionen der Fahrzeugflotte um 10 % bis 2020 erreicht werden. Im Berichtsjahr konnten gegenüber dem Basisjahr 2017 die durchschnittlichen Emissionen durch PKWs von 127 g CO2/km auf 119 g CO2/km gesenkt werden, was einer Reduktion in Höhe von 6,5 % entspricht.
Einsparung von Bodenaushub bei Baumaßnahmen
Wesentlicher Abfall der Betriebsstandorte sind Bodenaushub und Straßenaufbruch aus Erdarbeiten im Rahmen von Neuverlegungen und Erneuerung von Rohrleitungen. Ziel ist die Einsparung von Bodenaushub bei Baumaßnahmen, vor allem bei Erneuerung von Wasserleitungen.
Bei der Erneuerung von Rohrleitungen im Wassernetz wendet Gelsenwasser das sogenannte Rohreinzugsverfahren an. Durch dieses Verfahren können bei der Erneuerung von Rohrleitungen 30 % bis 90 % des Tiefbauvolumens eingespart werden, da bei diesem Verfahren, anders als bei der konventionellen Rohrverlegung im offenen Rohrgraben, die Straßenoberfläche nur punktuell an wenigen Stellen aufgebrochen wird.
Ziel ist es, das Rohreinzugverfahren bei mehr als 40 % der Rehabilitation von Versorgungsleitungen und bei mehr als 50 % der Rehabilitation von Haupt- und Zubringerleitungen anzuwenden und dadurch Tiefbauvolumen einzusparen.
Zur Rehabilitation von Wasserleitungen wurden bei Gelsenwasser im Jahr 2018 für ca. 44 km von insgesamt 87 km Rohrnetzerneuerung grabenlose Verfahren eingesetzt. Im Jahr 2018 kam in 50,3 % der Verfahren zur Rehabilitation von Versorgungsleitungen und in 74,4 % der Verfahren zur Rehabilitation von Haupt- und Zubringerleitungen das Rohreinzugsverfahren zum Einsatz.
Zudem verfolgt Gelsenwasser das Ziel, bei 25 % der Verlegung von Versorgungsleitungen im offenen Rohrgraben auf einen kompletten Bodenaustausch zu verzichten und den entnommenen Boden wieder einzubauen und dadurch Grabenaushub zu vermeiden. Das gelingt durch das sogenannte Schutzrohrverfahren. Durch dieses Verfahren können Abfälle vermieden werden, da kein neuer Sand eingebaut und das entnommene Bodenmaterial nicht entsorgt werden muss. Das Schutzrohrverfahren kam im Berichtszeitraum bei 46,2 % der Verlegungen von Versorgungsleitungen zum Einsatz.
2.6.4 Arbeitnehmerbelange
Für den unternehmerischen Erfolg von Gelsenwasser sind motivierte, gesunde und vielfältige Mitarbeiter von zentraler Bedeutung. Daher bietet Gelsenwasser ein gutes und sicheres Arbeitsumfeld und fördert die berufliche wie persönliche Weiterentwicklung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Chancengerechtigkeit und Vielfalt, eine angemessene Vergütung, die Arbeitssicherheit sowie die Mitbestimmung durch die Mitarbeiter sind dabei wesentliche Ziele.
Der Schutz der Arbeitnehmer sowie gewerkschaftliche und betriebliche Mitbestimmungsrechte sind in Deutschland gesetzlich geregelt und münden beispielsweise in Tarifverträge. Die Mitarbeiter sämtlicher Konzernunternehmen fallen vollständig unter das deutsche Arbeitsrecht, dessen Einhaltung eine Selbstverständlichkeit ist. Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus bietet Gelsenwasser eine Vielzahl von Maßnahmen an, die das Unternehmen aus Sicht der Mitarbeiter zu einem attraktiven Arbeitgeber machen.
2.6.4.1 Mitarbeiter und Mitarbeiterzufriedenheit
Zum 31. Dezember 2018 waren im Gelsenwasser-Konzern 1.551 Mitarbeiter (davon 1.230 bei der GELSENWASSER AG) tätig, was einem Anstieg von 33 Mitarbeitern (davon 25 bei der GELSENWASSER AG) gegenüber dem Vorjahr entspricht. In diesem Jahr tragen die verstärkten Aktivitäten in der Entwicklung und im Vertrieb von Dienstleistungsprodukten, die Erweiterung der Kompetenzen im Bereich Telekommunikation und der Aufbau des Handels und Betriebs im Stromgeschäft zu dieser Entwicklung bei.
Gelsenwasser hat sich zum Ziel gesetzt, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern bzw. auf hohem Niveau zu halten. Für Gelsenwasser ist eine Unternehmenskultur, die geprägt ist von offener Kommunikation, Wertschätzung und Vielfalt, die Grundlage des Engagements der Mitarbeiter. Nur zufriedene Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter und bleiben dem Unternehmen viele Jahre erhalten.
Zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit nimmt die GELSENWASSER AG in einem regelmäßigen Turnus von ungefähr drei Jahren am Arbeitgeberwettbewerb Great Place to Work(r) (GPTW(r)) teil. Im Jahr 2018 befragte das Unternehmen die Mitarbeiter zu den Themen Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist sowohl bezogen auf das Gesamtunternehmen als auch auf einzelne Organisationseinheiten. Erstmalig hat neben der GELSENWASSER AG auch die GWN teilgenommen. Die Teilnehmerquote lag insgesamt bei knapp 50%. Konstante Ergebnisse im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2014 und überdurchschnittliche Ergebnisse verglichen mit anderen Unternehmen belegen, dass die Zufriedenheit der befragten Mitarbeiter weiterhin hoch ist. 83 % der Mitarbeiter sind der Meinung, einen sehr guten Arbeitsplatz zu haben. Damit hat Gelsenwasser verglichen mit dem Benchmark sehr gut abgeschnitten. Besonders positiv abgeschnitten haben Sozialleistungen, Angebote zur Gesundheitsförderung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, allesamt in der Kategorie Respekt:
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| Gelsenwasser GPTW(r)2018 | Zustimmung |
|---|---|
| Besondere Sozialleistungen | 88 % |
| Gesundheitsförderung | 90 % |
| Life Balance | 71 % |
Im Jahr 2019 erfolgt die Auswertung auf Ebene der Organisationseinheiten, um zielgerichtete Maßnahmen anhand der individuellen Bedarfe entwickeln zu können.
Erklärtes Ziel ist die langfristige Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen. Sowohl das Unternehmen als auch die Kunden profitieren von der langjährigen Erfahrung dieser Mitarbeiter mit den Produkten und Dienstleistungen. Die geringe Fluktuationsrate ist ein weiterer Indikator für zufriedene Mitarbeiter bei Gelsenwasser. Wie im Vorjahr liegt die Quote traditionell niedrig bei 3,8 % im Konzern. Bei der GELSENWASSER AG beträgt die Fluktuationsquote 3,6 %. Ohne die Berücksichtigung von altersbedingten Austritten sowie Todesfällen liegt die Fluktuationsquote bei 1,5 % (1,3 % bei der GELSENWASSER AG).
2.6.4.2 Mitarbeiterbeteiligung und Innovationen
Ihre vielfältigen Ideen können Mitarbeiter über die Ideenplattform ins Unternehmen bringen. Sie bündelt sämtliche Ideen, auch die des betrieblichen Vorschlagwesens, über das Gelsenwasserinterne Intranet. Auf diese Weise regt Gelsenwasser die Mitarbeiter an, neue Produktideen, mit denen das Unternehmen sich breiter aufstellen kann, neue Dienstleistungen, die Gelsenwasser am Markt platzieren kann, oder Arbeitsabläufe, die effizienter gestaltet werden können, zu entwickeln.
Seit Oktober 2018 haben die Mitarbeiter zusätzlich die Möglichkeit, ihre noch nicht ausgereiften Ideen im sogenannten "Ideengarten" vorzustellen, um gemeinsam mit Ideengärtnern ihre Vorschläge auf Umsetzbarkeit zu prüfen und weiterzuentwickeln. So können auch noch nicht umsetzungsreife Ideen durch die Zusammenarbeit von Ideengeber und Gelsenwasser-Spezialisten im Ideengarten konkretisiert und weiterentwickelt werden, so dass Innovationspotenziale entstehen.
2.6.4.3 Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bereits seit vielen Jahren arbeitet Gelsenwasser an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen und langfristig zu binden, bietet Gelsenwasser eine Vielzahl von individuell zugeschnittenen Arbeitszeitmodellen. Dazu zählen Teilzeitmodelle, flexible Arbeitszeiten, Langzeitkonten und Telearbeit. So arbeiteten im Berichtsjahr gemessen an 1.551 Mitarbeitern 13,3 % in Teilzeit. Mit diesen Angeboten fördert Gelsenwasser die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über alle Lebensphasen hinweg.
Aus Sicht der Mitarbeiter handelt es sich um attraktive Arbeitszeitregelungen, was die steigende Nachfrage der angebotenen Zeitmodelle belegt:
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| Teilzeit | Auszeit | Langzeitkonto | |
|---|---|---|---|
| 2017 | 191 | 8 | 22 |
| 2018 | 206 | 6 | 54 |
Als familienfreundlicher Arbeitgeber hat Gelsenwasser zudem in den vergangenen Jahren Angebote entwickelt, die Mitarbeiter bei der Betreuung sowohl von Kindern als auch von pflegebedürftigen Angehörigen unterstützen. Belegplätze im Kinderhaus Rasselbande, Kinderinseln vor Ort, Ferienbetreuung, Elternzeittreffen, Pflegetage sowie die Möglichkeit zur anonymen Beratung über eine externe Servicestelle tragen zur Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebensbereiche mit dem Beruf bei. Auf Wunsch der Mitarbeiter wurde das Angebot zur Pflege im Jahr 2018 weiter ausgebaut und um Pflegeworkshops sowie Pflegetreffs zum regelmäßigen Austausch ergänzt.
Während der Elternzeiten hält Gelsenwasser Kontakt zu den Mitarbeitern, organisiert Elternzeittreffen und fördert auf diesem Weg, dass die Mitarbeiter nach der Familienphase gerne wieder in ihren Beruf zurückkehren.
Im Jahr 2018 nahmen 32 Mitarbeiterinnen und 19 Mitarbeiter im Gelsenwasser-Konzern Elternzeit. Bei der GELSENWASSER AG waren es 28 Mitarbeiterinnen und 13 Mitarbeiter. Sie sind allesamt, wie im Vorjahr, nach der Elternzeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt.
Die Re-Zertifizierung des Audits "berufundfamilie" im Jahr 2018 bestätigt den hohen Einsatz des Unternehmens zur Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebensbereiche mit dem Beruf.
2.6.4.4 Aus- und Weiterbildung
Mitarbeiter professionell zu fördern und in ihrer Entwicklung zu unterstützen, hat bei Gelsenwasser einen hohen Stellenwert. Gelsenwasser ist davon überzeugt, dass individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zur nachhaltigen Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen beitragen.
Regelmäßige Weiterbildung ist über interne und externe Schulungen möglich. Allein im Jahr 2018 fanden bei der GELSENWASSER AG und der GWN 689 Schulungsmaßnahmen (davon bei der GELSENWASSER AG 599) mit 2.574 Teilnehmern (davon bei der GELSENWASSER AG 2.304) statt. Durchschnittlich wurde jeder Mitarbeiter im Jahr 2018 3,3 Tage (bei der GELSENWASSER AG im Durchschnitt 3,1 Tage) weitergebildet. Diese Schulungen tragen dazu bei, dass sich jeder Mitarbeiter nach seinem Bedarf und seinen Stärken weiterentwickeln kann. In strukturierten Mitarbeitergesprächen werden mindestens einmal jährlich Entwicklungs- und Fördermaßnahmen vorgeschlagen und deren Durchführung geplant.
Auch die Nachwuchssicherung spielt für Gelsenwasser eine zentrale Rolle. Mit aktuell 64 Auszubildenden sichert Gelsenwasser darüber hinaus Nachwuchs aus den eigenen Reihen (davon 52 bei der GELSENWASSER AG).
Vakanzen bei Fach- und Führungspositionen sollen nach Möglichkeit intern besetzt werden. Mit individuellen und zielgruppenorientierten Weiterbildungsmaßnahmen entwickelt Gelsenwasser Potenziale weiter und bereitet diese so vorausschauend und frühzeitig auf künftige Positionen vor.
2.6.4.5 Chancengerechtigkeit und Vielfalt
Seit Jahren verfolgt Gelsenwasser eine Strategie der Vielfalt. Vielfalt unter den Mitarbeitern ist Treiber für Kreativität und Innovation. Sie ist nicht nur unerlässlich um die Erwartungen und Bedürfnisse sämtlicher Stakeholder besser zu verstehen, sie trägt auch deutlich zur Attraktivität eines Arbeitgebers bei.
Die Vermeidung von Diskriminierung ist bei Gelsenwasser ein zentrales Ziel. Unabhängig von Geschlecht, Lebenslauf, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität sollen alle Mitarbeiter Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Dies spiegelt auch der Zustimmungsgrad von knapp 90 % bei den entsprechenden Fragen nach Gerechtigkeit in der aktuellen GPTW(r)-Befragung wider.
Ein Ziel der GELSENWASSER AG im Rahmen der Chancengerechtigkeit ist es, Frauen in Führungspositionen zu entwickeln und zu fördern. So entspricht das Verhältnis der weiblich besetzten Führungspositionen (23,9 %) nahezu dem Anteil der Mitarbeiterinnen (24,8 %) in der Belegschaft. Gelsenwasser bietet Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen und fördert dadurch Integration. Zum 31. Dezember 2018 waren 79 schwerbehinderte Menschen im Konzern (bei der GELSENWASSER AG: 63) beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 5,1 % im Konzern (5,1 % auch bei der GELSENWASSER AG).
Gelsenwasser legt großen Wert auf Chancengleichheit. In Kooperation mit der Initiative "Joblinge gAG Ruhr" bietet Gelsenwasser Jugendlichen mit schwierigen Startbedingungen die Möglichkeit, ein Qualifizierungspraktikum durchzuführen, um den Berufsalltag kennenzulernen und erste Erfahrungen zu sammeln. Sofern das Praktikum erfolgreich absolviert wird, erhalten die Jugendlichen im Anschluss einen Ausbildungsplatz.
2.6.4.6 Vergütung
Angemessene Gehälter sind bei Gelsenwasser selbstverständlich. Den Rahmen dazu bildet ein modernes und transparentes Vergütungssystem auf Basis des bestehenden Tarifvertrags. Der vom Arbeitgeberverband für Gas-, Wasser- und Elektrizitätsunternehmungen e.V. geschlossene Tarifvertrag gibt mit branchenüblichen Eingruppierungen klare Leitlinien vor. Die Höhe der Gehälter richtet sich nach Vergütungsgruppen, denen typische Tätigkeiten zugeordnet werden. Das Geschlecht der Mitarbeiter ist dabei irrelevant für die Entlohnung. Gehälter werden so rein nach Qualifikation, der ausgeübten Tätigkeit und der Erfahrung der Beschäftigten ausgerichtet. Zusätzlich schaffen vielfältige soziale Zusatzleistungen wie betriebliche Altersversorgung, Ergebnisbeteiligung, Wohnbaudarlehen oder Sonderzahlungen für lange Betriebszugehörigkeit weitere Leistungsanreize.
2.6.4.7 Gesundheit
Gelsenwasser hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Mitarbeiter gemeinsam gesund älter werden und dabei leistungsfähig bleiben. Der Schutz und die Förderung der Gesundheit beschränken sich dabei nicht nur auf das Verhindern von Unfällen und das Vorbeugen vor Krankheiten. Vielmehr wird darüber hinaus angestrebt, die physische und psychische Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter langfristig zu erhalten und aktiv zu fördern. Regelmäßig wird die Gesundheitsarbeit mit Mitgliedern des Führungsgremiums besprochen und ausgebaut. Das Angebot an die Mitarbeiter umfasst ergonomische Arbeitsplätze, regelmäßige Gesundheitschecks, Gesundheitstage, Vorsorgeuntersuchungen, Ernährungstipps und attraktive Sportangebote.
Der Gesundheitszirkel initiiert und koordiniert Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Regelmäßig finden bewegungsergonomische Begehungen statt und klassische sowie psychische Gefährdungsbeurteilungen identifizieren Arbeitsbelastungen der Mitarbeiter.
Eine hohe Quote in Mitarbeiterbefragungen belegt die Zufriedenheit mit den angebotenen Gesundheitsmaßnahmen. 90 % der Mitarbeiter bestätigen, dass sie hilfreiche Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit erhalten. Die Krankenquote, sofern sie als Indikator der Arbeitgeberzufriedenheit herangezogen werden kann, liegt mit 6,2 % im Konzern und 6,1 % bei der GELSENWASSER AG auf konstant niedrigem Niveau.
Mit dem Ziel, Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen bzw. diese zu überwinden, steht Betroffenen bei Gelsenwasser ein betriebliches Eingliederungsmanagement zur Verfügung, das über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Dieses wird Arbeitnehmern angeboten, die im Laufe der vergangenen zwölf Monate länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren. Gemeinsam mit den Mitarbeitern werden individuelle Lösungen entwickelt, mit dem Ziel Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz zu erhalten.
Die Re-Zertifizierung im Rahmen des Corporate Health Awards soll im Jahr 2019 Maßnahmenerfolge der Gesundheitsförderung bei Gelsenwasser bestätigen.
2.6.4.8 Arbeitssicherheit
Die Arbeitssicherheit bei Gelsenwasser ist von zentraler Bedeutung. Der Vorstand der GELSENWASSER AG und die Geschäftsführung der GWN setzen sich dabei Ziele, die über die Einhaltung der spezifischen Gesetze und Verordnungen deutlich hinausgehen. Die Arbeitssicherheit als übergeordnetes Ziel ist im Leitbild verankert. Konkret bedeutet das, dass jeder Mitarbeiter morgens gesund und sicher zur Arbeit kommen und am Abend wieder gesund und sicher zu Hause ankommen soll. Dem Grundsatz "Prävention statt Reaktion" folgend werden die Mitarbeiter umfassend einbezogen und zu sicherem Verhalten motiviert.
Zentrales Ziel ist es, Unfälle von vornherein zu vermeiden. Dabei sind diejenigen Unfälle meldepflichtig, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod führen. Der Unfalltag selbst wird dabei nicht mitgezählt. Um Unfälle jedweder Art zu vermeiden, sind die Arbeitsbedingungen bei Gelsenwasser bereits so ausgestaltet, dass Gefährdungen konsequent minimiert werden.
Im Jahr 2018 ereigneten sich 25 Betriebsunfälle, drei Wegeunfälle und ein Dienstwegunfall. Gemessen an 1.551 Mitarbeitern im Gelsenwasser-Konzern erlitten somit 1,9 % im Berichtsjahr einen Arbeitsunfall. Ein Ereignis mit Todesfolge hatte Gelsenwasser im Jahr 2018 - wie im Vorjahr - nicht zu beklagen.
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| Betriebsunfälle | Wegeunfälle | Dienstwegunfälle | |
|---|---|---|---|
| 2017 | 30 | 4 | 0 |
| 2018 | 25 | 3 | 1 |
Das Ziel der nachhaltigen Reduzierung der Unfallzahlen wurde somit im Jahr 2018 zwar erreicht. Die Anzahl der Arbeitsunfälle blieb trotz zahlreicher etablierter Maßnahmen und Schulungen dennoch hoch. Die Analyse der Unfälle zeigt, dass ein Großteil zurückzuführen ist auf unachtsames, nicht sicherheitsbewusstes Verhalten. Vor diesem Hintergrund wurde 2018 das Projekt "Aufgepasst!" aufgesetzt mit dem Ziel, die Zahl der verhaltensbedingten Unfälle zu reduzieren. Ein Preis für den besten Arbeitssicherheitsvorschlag im Rahmen des betrieblichen Vorschlagswesens, die Integration des Themas Arbeitssicherheit in die Gesundheitstage, Schilder für den Autospiegel "Hände ans Steuer - Augen auf die Straße", sind nur einige Beispiele für die Maßnahmen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden.
Die Zahl der Ausfalltage ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken - Aufgepasst! hat mit dazu beigetragen. Dargestellt sind die Ausfallzeiten nach Arbeitsunfällen in Nettoarbeitstagen.
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| GELSENWASSER AG | GWN | Summe | |
|---|---|---|---|
| 2017 | 586 | 102 | 688 |
| 2018 | 349 | 43 | 392 |
In den kommenden Jahren soll achtsames und sicheres Verhalten noch stärker Teil der Unternehmenskultur werden, um nachhaltig nicht nur die Ausfallzeiten, sondern auch die Zahl der Unfälle zu reduzieren.
Verfolgtes Ziel ist, die Arbeitsplätze und Einrichtungen sicher und ergonomisch zu gestalten. Bei den Arbeitsabläufen werden daher die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilungen berücksichtigt. Das betriebliche Gesundheitsmanagement ergänzt und unterstützt die Arbeitssicherheit nachhaltig. Die betriebliche Grundlage bildet das im Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutz-Handbuch dokumentierte Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem.
Ziele und einheitliche Standards zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz beschließen der Vorstand der GELSENWASSER AG und die Geschäftsführung der GWN. Gelsenwasser verfolgt das Ziel, das Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem in einem kontinuierlichen Prozess weiter zu verbessern. Regelmäßig werden die Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Stand der Technik, die Anregungen und Ideen der Mitarbeiter und die aus Unfällen abgeleiteten Maßnahmen systematisch ausgewertet und Schulungsprogramme für Mitarbeiter aus allen Hierarchieebenen angepasst.
Zur Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen und der Durchführung von Unterweisungen wurde die "Datenbank Arbeitsschutz" implementiert. Zur Anwendung der Datenbank und zu den Inhalten von Mitarbeiterunterweisungen werden die Führungskräfte geschult.
Nachdem im Jahr 2017 bereits 41 Führungskräfte hinsichtlich der Anwendung der Datenbank Arbeitsschutz geschult wurden, erhielten im Jahr 2018 weitere 29 Führungskräfte diese Schulung. Damit haben zum 31. Dezember 2018 90 % der Führungskräfte der GELSENWASSER AG und der GWN die Schulung durchlaufen.
Der kontinuierliche Verbesserungsprozess wird unterstützt durch die regelmäßige Teilnahme an externen Audits und Zertifizierungen. Das Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagementsystem wurde durch die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) auf der Grundlage des BS OHSAS 18001 überprüft und im September 2017 bestätigt. Die Zertifizierung ist bis zum 31. Oktober 2020 gültig.
Der Vorstand wird regelmäßig durch die Berichterstattung der zentralen und dezentralen Gremien im Arbeits- und Gesundheitsschutz über den Stand der Zielumsetzung informiert. Das Reporting wird ergänzt durch die kontinuierliche Information der unterjährigen Kennzahlen zum Arbeitsschutz durch die Fachkräfte für Arbeitssicherheit.
Gelsenwasser arbeitet die Ereignisse umfassend auf und nutzt die Erkenntnisse, um geeignete Maßnahmen zur Unfallvermeidung abzuleiten.
2.6.5 Gesellschaft
2.6.5.1 Soziale Belange
Die GELSENWASSER AG ist seit über 130 Jahren mit den Städten und Gemeinden, in denen das Unternehmen tätig ist, verwachsen. Diese Verbundenheit drückt sich auch dadurch aus, dass Gelsenwasser sich in den Regionen über die Bereiche Strom, Gas und Wasser hinaus engagiert, vor allem in Bildung und Kultur. Zur Bündelung der gemeinnützigen Aktivitäten wurde im Jahr 2016 die GELSENWASSER-Stiftung gGmbH gegründet.
Die GELSENWASSER-Stiftung gGmbH ist eine 100%-ige Tochter der GELSENWASSER AG.
In enger und regelmäßiger Abstimmung mit dem Vorstandsvorsitzenden der GELSENWASSER AG wird der Gesellschafter über die laufenden Projekte informiert. Anregungen zur Stiftungsarbeit erhält die Stiftung unabhängig von diesen Sitzungen aus allen Fachbereichen der GELSENWASSER AG.
Die Förderung geeigneter gemeinnütziger und mildtätiger Projekte im Tätigkeitsgebiet der GELSENWASSER AG und ihrer Tochtergesellschaften mit Schwerpunkt in NRW (Region) ist Ausdruck dieser Zuwendung. Hauptanliegen der GELSENWASSER-Stiftung gGmbH ist die Förderung von Jugendhilfe und Bildung sowie von Kunst und Kultur in der Region. Maßgeblich für die Auswahl von Projekten ist, dass die vorgenannten satzungsgemäßen Zwecke erfüllt sind und die Förderung eine nachhaltige Wirkung entfaltet. Es überwiegt daher die Förderung von Einrichtungen, mit denen eine mehrjährige Partnerschaft besteht.
Die Fördersumme betrug im Berichtsjahr 2018 rd. 900.000 €. Etwa zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Mittel fließen in den Bereich Bildung.
Schwerpunkt der Stiftung ist die Förderung von Kindergärten und Schulen im Tätigkeitsgebiet des Gelsenwasser-Konzerns. Im Bildungsprojekt "von klein auf" erhalten die Bildungsinstitutionen Unterstützung für Projekte, die über die Möglichkeiten der Träger hinausgehen.
Im Berichtsjahr 2018 förderte die Stiftung als Partner der Joblinge gAG Jugendliche, den Weg zu einem Ausbildungsplatz zurücklegen zu können. Bei "Tausche Bildung gegen Wohnen" geht es um die Betreuung benachteiligter Kinder in prekären Stadtteilen. Im Jahr 2018 absolvierten vier Joblinge ein Qualifizierungspraktikum bei Gelsenwasser, von denen einer zu August 2018 einen Ausbildungsvertrag unterschrieb.
Im kulturellen Bereich werden regionale Aktivitäten wie das Klavierfestival Ruhr oder das Kindertheater Consol in Gelsenkirchen unterstützt. Zudem werden das Theater Dortmund, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwang Universität der Künste e.V., die Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V. und weitere gefördert.
Im Rahmen von internationalen Wasserprojekten arbeitet die Stiftung mit zwei Kooperationspartnern zusammen: SOS Kinderdörfer Weltweit und Viva con Agua. Gemeinsam mit diesen Partnern werden geeignete Projekte und Einrichtungen ausgewählt. Mit Mitteln der Stiftung werden zurzeit in sanitären Versorgungsprojekten in Botswana, Nepal, Gambia, Äthiopien, Haiti und Bolivien die Wasserversorgungssituation verbessert und Hygiene-Standards erstellt.
Im Bereich der Bildung finden dreimal jährlich Jurysitzungen statt, in denen über die Verwendung der Mittel für Bildungsprojekte entschieden wird. Die Jury setzt sich zusammen aus der Geschäftsführung der Stiftung, Vertretern des Städte- und Gemeindebundes NRW sowie der Bildungsgenossenschaft, Schulleitern, Pädagogen und der Landeselternvertretung NRW. Durch die unabhängige und fachkundige Zusammensetzung der Jury ist eine professionelle und unvoreingenommene Auswahl der Projekte gewährleistet. Ausgewählt werden insbesondere Projekte, die im Sinne der Sprachförderung arbeiten und Kinder und Jugendliche beim Übergang von Kindergarten zur Grundschule, von der Grundschule zur weiterführenden Schule und schließlich beim Berufseinstieg unterstützen.
Im Internet sind alle geförderten Einrichtungen und Projekte mit Bild und Text dargestellt (https://www.gelsenwasser-stiftung.de). Da es sich um gemeinnützige Aktivitäten handelt, bestehen im Falle einer Zielabweichung keine Risiken für das Kerngeschäft von Gelsenwasser. Bei Verstößen auf Seiten der Spendenempfänger gegen die vertraglich vereinbarten Spendenzwecke enthalten die Spendenvereinbarungen eine Rückzahlungsklausel.
2.6.5.2 Politische Mitwirkung
Politische Mitwirkung ist für den Gelsenwasser-Konzern aus zweierlei Blickrichtungen relevant. Zum einen hat der politische Rahmen potenziell signifikante Auswirkungen auf die Lage, das Ergebnis und die Entwicklung von Gelsenwasser, zum anderen hat dies Auswirkungen auf die Kunden, die eine sichere, umweltfreundliche und wirtschaftliche Versorgung erwarten.
Gelsenwasser bringt sich in politische Diskussionen dort ein, wo die Qualität des Trinkwassers, die Entsorgung von Abwasser oder die Zukunftsfähigkeit der klimaschonenden Energieträger Gas und Strom beeinträchtigt sein könnten. Gelsenwasser versteht sich dabei als Fachpartner für den Dialog mit der Politik. Im vergangenen Jahr wurde an keine politische Partei gespendet.
Im Jahr 2018 hat sich Gelsenwasser in das Gesetzgebungsverfahren zum Düngerecht und weitere Themen zum Gewässerschutz auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene eingebracht. Gelsenwasser bezog in Positionspapieren, Hintergrundgesprächen und über die Teilnahme an Podiumsdiskussionen Stellung und sprach sich für mehr Transparenz und Gewässerschutz aus.
Gelsenwasser hat sich in die Diskussion zur europäischen Trinkwasser-Richtlinie eingebracht und sich für Gesundheitsschutz, Zugang zu Trinkwasser für sämtliche Bürger und verbesserte Informationen zur Trinkwasserqualität für Verbraucher positioniert. Damit soll auch die hohe Qualität und günstige Preisstruktur von Leitungswasser stärker kommuniziert und Plastikmüll vermieden werden, der in Form von Mikroplastik ein Problem für die Abwasserreinigung in Deutschland sein kann.
Als kommunaler Dienstleister im Bereich Abwasser hat sich Gelsenwasser im vergangenen Jahr für eine Fortsetzung der Stromsteuerbefreiung von Kläranlagen, die ihren erzeugten Strom selbst verbrauchen, u. a. mit einem Positionspapier an die Bundesregierung eingesetzt. Gemeinsam mit Partnerunternehmen sprach man sich gegen eine Benachteiligung energieautarker Kläranlagen aus, da sie einen großen Beitrag zur Energiewende leisten und ansonsten künftig nur noch schwer realisierbar sein könnten.
Gelsenwasser befasst sich auch mit klimaschonender Technologie zur wirksamen CO2-Reduktion in allen Sektoren. Dafür kommunizierte Gelsenwasser eine Studie, die gemeinsam mit zwei Unternehmen der Energiebranche und einem renommierten Forschungsinstitut erstellt wurde, im politischen Raum. Damit äußerte man sich kritisch zu möglichen Szenarien der Energieversorgungsstrategie zur Erreichung der Klimaziele 2050, in denen der Energieträger Gas trotz seiner klimaschonenden Eigenschaften nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Dies hätte nachteilige Auswirkungen auf den Gasabsatz und die Kostenstruktur der Gasnetze der GWN.
Gelsenwasser bringt sich durch die Mitgliedschaft in 71 Verbänden und Organisationen aktiv ein. Die für Gelsenwasser zentralen Branchenverbände sind der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU), der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) und der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. - Technisch-wissenschaftlicher Verein (DVGW). Zudem engagiert sich Gelsenwasser in Umweltverbänden. Dadurch will Gelsenwasser dazu beitragen, den Klimaschutz voranzubringen.
In Zusammenarbeit mit Branchen- und Umweltverbänden wurden parlamentarische Veranstaltungen zu den Themen Trinkwasserqualität und Gewässerschutz organisiert, mit dem Ziel, diese Themen in die politische Diskussion mit einfließen zu lassen.
Im Rahmen von monatlichen Abstimmungen mit den Fachbereichen werden politische Entwicklungen in den Themenfeldern Wasser, Abwasser, Energie sowie Umwelt- und Klimaschutz diskutiert und eigene Positionen entwickelt.
Die politische Mitwirkung und Verbändearbeit werden zentral gesteuert durch die Abteilung "Verbände und Politik". Organisatorisch ist die Abteilung im Bereich Unternehmenskommunikation innerhalb des Ressorts des Vorstandsvorsitzenden angesiedelt. Die Abteilung fungiert als bereichs- und spartenübergreifende Stelle für die politische Arbeit bei Gelsenwasser.
Zweimal im Jahr werden dem Führungsgremium, das sich aus Vorstand und Bereichsleitern zusammensetzt, vergangene Aktivitäten vorgestellt und mit ihm grundsätzliche Themen vereinbart. Ebenso werden Entscheidungen über Mitgliedschaften in Verbänden und Besetzungen von Fachausschüssen getroffen.
Erfolg wird daran gemessen, ob die Themen des Gewässerschutzes und der Trinkwasserqualität der Politik vermittelt werden konnten. Gesetze, die die Qualität negativ beeinflussen könnten, sind 2018 nicht in Kraft getreten.
2.6.6 Achtung der Menschenrechte in der Lieferkette
Grundlage für die Auftragsvergaben bei Gelsenwasser sind immer die einschlägigen aktuellen Gesetze, d. h. Gelsenwasser fordert von ihren Auftragnehmern die Einhaltung aller für die Ausführung des jeweiligen Auftrags geltenden gesetzlichen Vorgaben. Die Achtung und der Schutz der Menschenrechte ist bei allen Beschaffungsvorgängen in der Gelsenwasser-Lieferkette ein grundlegendes Ziel. Als Ausgangspunkt jeder verantwortungsbewussten Beschaffung hat deshalb die Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern bei Gelsenwasser von jeher einen sehr hohen Stellenwert.
Gelsenwasser verfolgt das Ziel, keine Unternehmen, die gegen die Menschenrechte verstoßen, zu beauftragen. Um dies zu gewährleisten, achtet Gelsenwasser auf Lieferantenseite vor allem auf die Einhaltung der Kernarbeitsnormen Internationale Arbeitsorganisation (ILO-Kernarbeitsnormen) und die Bezahlung nicht unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Zu diesem Zweck hat Gelsenwasser für die wesentlichen Warengruppen vorwettbewerbliche Eignungsprüfungen eingeführt. Diese Präqualifikationsverfahren legen für alle Lieferanten Mindeststandards fest, insbesondere auch die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen. Lieferanten, die diese Mindeststandards nicht erfüllen, bekommen keine Auftragsanfragen oder Auftragserteilungen. Ergänzend dazu wird die Verpflichtung zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen auftragsbezogen über den jeweiligen Bestelltext vereinbart.
Des Weiteren hat Gelsenwasser mit Lieferanten Erklärungen abgestimmt, in denen die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns zugesichert wird. Ergänzend dazu wird die Zusicherung über die Einhaltung der Mindestlohngesetzvorgaben auftragsbezogen im jeweiligen Bestelltext vereinbart. Die Mindestlohnerklärungen werden in regelmäßigen Abständen erneuert.
In begründeten Verdachtsfällen erfolgt die Überprüfung der schriftlichen Angaben durch die direkte Befragung der vom Lieferanten eingesetzten Mitarbeiter. Im Jahr 2018 waren keine Auffälligkeiten im Umgang mit Menschenrechten und/oder der Bezahlung des Mindestlohns erkennbar, deshalb wurden keine unangekündigten Stichprobengespräche mit Beschäftigten von Lieferanten geführt.
Die Berichterstattung der genannten Maßnahmen und deren Erfüllungsgrad erfolgt regelmäßig durch die Bereichsleitung an die Unternehmensleitung.
Die Bedarfsdeckung erfolgt zum Großteil, d. h. zu über 95 %, im deutschsprachigen Raum. Die Bevölkerung und die Lieferanten in diesen Ländern verfügen in der Regel über hohe soziale Standards, überwiegend tarifgebundene Beschäftigungsverhältnisse und auch gewerkschaftliche Organisationen. Diese Ausgangssituation führt dazu, dass das Konzept von Gelsenwasser keine nichtfinanzielle Kennzahl zur Messung der ILO- und Mindestlohn-Leistung enthält.
2.6.7 Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Um gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten sicherzustellen, hat Gelsenwasser ein Wertemanagementsystem installiert, das durch eine entsprechende Richtlinie organisiert wird. Diese regelt die Organisation, die Ziele sowie die Abläufe der Compliance-Aufgabe. Bei Gelsenwasser wird von Wertemanagement statt von Compliance gesprochen. Das Wertemanagement in diesem Sinne geht über die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen hinaus. Es stellt ein zentrales Element des Selbstverständnisses und des Anspruchs des Unternehmens an sich selbst und an seine Geschäfts- und Marktpartner dar.
Ziel des Wertemanagements ist weniger das Setzen fester Vorgaben in einem System von verbindlichen Anweisungen, als vielmehr die Stärkung der eigenen Handlungs- und Entscheidungskompetenz der Mitarbeiter in Konfliktlagen. Ein wichtiges Mittel dazu sind Schulungen, in denen angepasst an die Risikolage des Unternehmens mögliche Wertekonflikte aufgezeigt und gemeinsam einer Lösung zugeführt werden. Hilfsmittel dazu ist u. a. ein sogenannter Entscheidungskompass blaugrün, der insbesondere den Prozess der Entscheidungsfindung in Konfliktsituationen strukturiert. Er ermutigt die Mitarbeiter zu eigenverantwortlichem Handeln, bietet Orientierung und zeigt Wertvorstellungen auf. Damit neue Mitarbeiter zeitnah nach Eintritt ins Unternehmen sensibilisiert werden, finden Schulungen zweimal im Jahr statt.
Ein Wertemanagement-Gremium ist die zentrale Instanz für die Erfüllung dieser Aufgabe. Es tagt jährlich mindestens viermal, koordiniert und steuert die relevanten Abläufe und berichtet dem Vorstand. Zur besseren Strukturierung der Abläufe wird es durch einen Koordinator betreut. Mitarbeiter und Dritte können sich jederzeit - offen oder anonym - an den Koordinator wenden und geschützt Hinweise auf Fehlverhalten im Unternehmen geben.
Die regelmäßige Bestandsaufnahme der Korruptionsrisiken erfolgt im Rahmen der Ermittlung der compliance-relevanten Risikofelder. Die Maßnahmen zur Korruptionsprävention werden aus den identifizierten Risiken abgeleitet. Hierzu haben sich zielgruppenspezifische Schulungen als wirksame Maßnahmen bewährt. Neben diesem Verfahren gibt es weitere Regelungen zur Korruptionsprävention in den Konzernrichtlinien, z. B. ist der Umgang mit Geschäftspartnern in der Einkaufsrichtlinie geregelt.
Es hat 2018 keine Korruptions- oder Bestechungsfälle gegeben. Es gab auch keine anderen compliance-relevanten Vorfälle.
2.6.8 Kunden
Die Kunden sind ein zentraler Stakeholder von Gelsenwasser. Gelsenwasser leistet mit der Versorgung mit Wasser, Gas und Strom einen wichtigen Beitrag für die öffentliche Daseinsvorsorge. Dazu gehören die Sicherheit und hohe Qualität der Versorgung, die Bereitstellung einer zuverlässigen Infrastruktur genauso wie die Zufriedenheit der versorgten Kunden.
Für die Anzahl der von Gelsenwasser versorgten Kunden wird auf die Kapitel im Lagebericht (z. B. Wettbewerb im Energiemarkt) verwiesen.
2.6.8.1 Kundenzufriedenheit Energievertrieb
Die Kundenzufriedenheit ist die Grundlage für die Gewinnung und Bindung von Kunden. Dafür ist es entscheidend, zu verstehen, was die Kunden erwarten. Dazu zählt auch, die aktuellen Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich auf den Prüfstand zu stellen und danach auszurichten, wie den Bedürfnissen der Kunden noch besser entsprochen werden kann.
Zu einer hohen Kundenzufriedenheit trägt der direkte Kontakt mit Mitarbeitern wesentlich bei. Das Personal von Gelsenwasser wird regelmäßig im Umgang mit Kunden bzw. der Kundenkommunikation geschult. Neue Mitarbeiter bekommen zu Beginn eine entsprechende Grundlagenschulung. Zudem werden die Kunden bezüglich ihrer Zufriedenheit in regelmäßigen Abständen befragt.
Im abgelaufenen Berichtsjahr wurde im Kundenservice eine automatisierte Kundenzufriedenheitsbefragung durchgeführt. An dieser Kundenbefragung haben insgesamt 412 Personen für die Konzern-Gesellschaften Gelsenwasser, NGW und Westfalica teilgenommen. Insgesamt waren 81 % der Kunden mit dem Service und 79 % mit der jeweiligen Vertriebsgesellschaft zufrieden. Rund 77 % der befragten Kunden sind von den Produkten überzeugt und drei Viertel der Kunden würden Gelsenwasser weiterempfehlen.
Auch das im Jahr 2017 begonnene Markenprojekt diente der Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden. Es hatte die Schärfung der Konzernmarken von Gelsenwasser und die Stärkung der Markenpositionierung zum Ziel, um noch passgenauer auf die Wünsche der Kunden eingehen zu können. Das Projekt wurde Ende 2018 erfolgreich beendet. Die konkrete Umsetzung der Markenarchitektur - mithin der hierarchische Aufbau des gesamten Markenportfolios sowie die Beziehungen der einzelnen Marken untereinander - und die Anpassung der Kommunikation erfolgen im Laufe des Jahres 2019. Über den Stand des Projekts wurde einmal im Monat im Rahmen der Projektrunde an die Mitglieder des Vorstands berichtet, die auch als Teilnehmer im Projekt mitgewirkt haben.
Im Projekt wurde die Markenidentität der GELSENWASSER AG und der Sub-Marken geschärft. Das Unternehmen entwickelt bestehende Geschäftsfelder weiter und erschließt neue Geschäftsfelder wie z. B. Wind, Photovoltaik und Breitband. Daraus ergeben sich veränderte Angebote an die Partner in Kommunen und Industrie sowie an die Privatkunden. Nun galt es gegenüber den Kunden zu schärfen, welches Unternehmen im Gelsenwasser-Konzern welche Produkte und Dienstleistungen unter welchem Namen, d. h. unter welcher Marke, anbietet. Der Kern des Markenprojekts war, genau herauszuarbeiten, wer unter welcher Marke wie auftritt. Dabei ging es um die Unternehmen und Marken der GELSENWASSER AG, der GWN, der AWS, der VGW, der NGW, der Westfalica und der GELSENWASSER+. Im Rahmen des Projekts wurden die angebotenen Produkte und Dienstleistungen einer jeden Marke neu strukturiert, deren Benennung einer einheitlichen Systematik unterworfen und damit ein klarerer Auftritt gegenüber den Kunden geschaffen.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Markenarchitektur überarbeitet und entschieden, dass sich die GELSENWASSER AG stärker auf die Infrastruktur konzentriert. In der Folge wird für den Energievertrieb der GELSENWASSER AG eine neue Vertriebsmarke implementiert.
2.6.8.2 Trinkwasserqualität
Gelsenwasser versorgt Menschen und Unternehmen mit dem wichtigsten Lebensmittel überhaupt: Trinkwasser. Die Qualität des Trinkwassers muss jederzeit die gesetzlichen Anforderungen, insbesondere die der Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung bzw. TrinkwV) erfüllen. Dazu überprüft Gelsenwasser ständig die Wasserqualität. Der Untersuchungsumfang beschränkt sich bei der Häufigkeit und dem Stoffumfang nicht nur auf das gemäß TrinkwV vorgeschriebene Mindestmaß. Das Wasser wird in akkreditierten Laboren, z. B. der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik GmbH, auf deutlich mehr Stoffe hin untersucht. Die Ergebnisse werden auf Einhaltung der Grenzwerte nach TrinkwV oder anderer Leit- und Richtwerte bewertet und sind im Internet auf der Homepage des Unternehmens für jeden Kunden einsehbar veröffentlicht. Gelsenwasser veröffentlicht seit 2014 alle Analysen und ist damit auch heute noch eines von wenigen Wasserversorgungsunternehmen, das seinen Kunden eine umfangreiche aktuelle Detailanalyse des Trinkwassers zur Verfügung stellt und damit deutlich über die nach TrinkwV erforderliche Veröffentlichungspflicht hinausgeht. Die dichte Beprobung des Trinkwassers sichert nicht nur dessen jederzeit gute Qualität ab, sondern stellt u. a. auch eine Kontrolle der Wirksamkeit der Trinkwasseraufbereitung in den Wasserwerken dar.
Der Vorstand der GELSENWASSER AG und insbesondere das technische Ressort ist über regelmäßige Berichte der für die Trinkwasserqualität verantwortlichen Organisations-/Geschäftsbereiche in das Monitoring der Trinkwasserqualitätsparameter und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen eingebunden.
Die Ergebnisse der Untersuchungen bestätigen wie im Vorjahr auch im Jahr 2018 die jederzeit gute Qualität des von Gelsenwasser verteilten Trinkwassers.
2.6.8.3 Versorgungssicherheit
Gelsenwasser verantwortet den Betrieb von Wasser-, Gas- und Stromnetzen in mehr als 50 Städten und Gemeinden. Das Managementkonzept für den Betrieb der Versorgungsnetze ist in den jeweiligen spartenbezogenen unternehmenseigenen Betriebshandbüchern festgeschrieben. Gelsenwasser verfügt über freiwillige Zertifizierungen, die die Leistungsfähigkeit und das Verantwortungsbewusstsein unterstreichen. Hier sind insbesondere die Zertifizierung des Umwelt- und Arbeitsschutzmanagements (EMAS, OHSAS 18001) sowie die TSM-Auditierung aller Sparten zu nennen. Durch ein laufendes unterjähriges, aber auch jahresübergreifendes Controlling und Benchmarking von Kennzahlen der Netzbetriebe, die auf Basis von Zustands- und Betriebsdaten generiert werden, wird mindestens eine gleichbleibende Qualität garantiert, aber auch Verbesserungspotenzial erkannt und umgesetzt.
Um jederzeit auf Störungen und Gefahren sowie im Extremfall auf überregionale Großschadensereignisse reagieren zu können, hält Gelsenwasser ein umfassendes Störungsmanagement vor. Ziel ist die Minimierung von Versorgungsunterbrechungen. Über kurze Reaktionszeiten und die Vorhaltung der notwendigen Personal- und Sachausstattung werden die Auswirkungen möglicher Störungen auf ein Minimum reduziert bzw. unmittelbar behoben.
Für den Bereich Versorgungssicherheit gibt es die steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren Höhe Wasserverluste im Wassernetz und durchschnittliche Zeit der Versorgungsunterbrechung. Diese werden erfasst und innerhalb des oben beschriebenen Controlling- und Benchmark-Prozesses mit dem über den Berichtszeitraum hinweg gültigen Anspruch der Minimierung verfolgt. Der Vorstand wird regelmäßig über den Stand und die Entwicklung der o. g. Kennzahlen unterrichtet und erforderliche Maßnahmen werden von den Fachbereichen mit ihm abgestimmt. Somit ist die Einbettung in die übergeordneten Unternehmensziele gewährleistet.
2.6.9 Datenschutz
Als Versorgungsunternehmen laufen bei Gelsenwasser viele Daten von Kunden zusammen. Das sind einerseits Abrechnungsdaten über Wasser- und Energieverbräuche. Andererseits haben Kunden Fragen zu ihren Verträgen oder zu ihren Rechnungen. Gelsenwasser ist sich der Verantwortung im Umgang mit sensiblen Kundendaten bewusst.
Der Datenschutz ist als Stabsstelle dem Vorstandsvorsitzenden direkt zugeordnet. Als Datenschutzbeauftragte ist die Leiterin der Internen Revision bestellt. Die organisatorische Unabhängigkeit der Datenschutzbeauftragten ist durch diese Zuordnung sichergestellt und Interessenkonflikte ausgeschlossen. Sie berichtet regelmäßig an den Gesamtvorstand und an den Aufsichtsrat. Der Datenschutz ist bei Gelsenwasser Teil der Risikoberichterstattung. Sie wurde 2018 entsprechend den gesetzlichen Neuerungen angepasst.
Am 25. Mai 2018 trat die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Seit Anfang des Jahres 2018 wurden deren Anforderungen umgesetzt. Die Umsetzung beinhaltet u. a. die Anpassung innerbetrieblicher Regelungen wie der konzernweit gültigen Datenschutz-Richtlinie und dem Datenschutz-Handbuch sowie die Überprüfung aller Prozesse vor dem Hintergrund des sensiblen Umgangs mit personenbezogenen Daten. Diese Richtlinie dient der Umsetzung und Organisation des Datenschutzes bei Gelsenwasser.
Die Schulung der Mitarbeiter zu den Regelungen der DSGVO wurden im Laufe des Jahres 2018 durchgeführt. Bei Gelsenwasser werden alle Mitarbeiter, die personenbezogene Daten verarbeiten, regelmäßig zum Datenschutz geschult. Im Berichtsjahr 2018 haben in der Hauptverwaltung in Gelsenkirchen und an den Standorten Recklinghausen, Lüdinghausen, Unna, Rheda-Wiedenbrück und dem Wasserwerk Haltern 40 Schulungen stattgefunden. Insgesamt wurden 778 Mitarbeiter geschult.
Im Berichtsjahr gab es eine Kundenbeschwerde über die GELSENWASSER AG. Die Datenschutzbeauftragte hat bei der zuständigen Landesbehörde eine Stellungnahme abgegeben. Ein Ergebnis steht noch aus. Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten in Form von verlorengegangen bzw. vernichteten, veränderten oder unbefugt offengelegten Daten gab es bei der GELSENWASSER AG nicht.
2.7 Lage der GELSENWASSER AG
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| Bilanz | 31.12.2018 Mio. € |
31.12.2017 Mio. € |
|---|---|---|
| Sachanlagen und Immaterielle Vermögensgegenstände | 284,1 | 276,6 |
| Finanzanlagen | 402,0 | 338,7 |
| Anlagevermögen | 686,1 | 615,3 |
| Vorräte | 18,5 | 18,2 |
| Forderungen | 218,1 | 152,5 |
| Liquide Mittel | 29,3 | 122,8 |
| Umlaufvermögen | 265,9 | 293,5 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 8,1 | 8,3 |
| AKTIVA | 960,1 | 917,1 |
| Eigenkapital | 365,6 | 361,6 |
| Zuschüsse | 41,9 | 40,4 |
| Rückstellungen | 292,5 | 268,8 |
| Verbindlichkeiten | 260,1 | 246,3 |
| PASSIVA | 960,1 | 917,1 |
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| Gewinn- und Verlustrechnung | 2018 Mio. € |
2017 Mio. € |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.630,8 | 1.075,3 |
| Materialaufwand | -1.424,5 | -885,4 |
| Personalaufwand | -113,5 | -96,6 |
| Abschreibungen | -20,7 | -20,2 |
| Beteiligungsergebnis | 76,9 | 76,0 |
| Übrige Aufwendungen und Erträge | -50,8 | -51,5 |
| EBIT | 98,2 | 97,6 |
| Finanzergebnis | -6,3 | -8,4 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -0,3 | -0,7 |
| Ergebnis nach Steuern | 91,6 | 88,5 |
| Gewerbesteuerumlage und Sonstige Steuern | -12,5 | -8,4 |
| Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn | -75,1 | -76,1 |
| Jahresüberschuss | 4,0 | 4,0 |
| Einstellungen in andere Gewinnrücklagen | -4,0 | -4,0 |
| Bilanzgewinn | - | - |
Der von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, geprüfte vollständige Abschluss der GELSENWASSER AG wird beim Bundesanzeiger eingereicht und elektronisch offengelegt. Er kann als Sonderdruck bei der GELSENWASSER AG angefordert werden.
2.7.1 Ertragslage
Umsatzerlöse deutlich erhöht
Die Umsatzerlöse der GELSENWASSER AG erhöhten sich um insgesamt 555,5 Mio. € auf 1.630,8 Mio. €. Dabei lagen die Brutto-Erlöse aus dem Gasverkauf im Wesentlichen aufgrund von Optimierungsgeschäften im Rahmen von Arbitragegeschäften der Zentralen Gasbeschaffung, der Gasbeschaffung für die ehw und der Speicherbewirtschaftung mit 1.205,6 Mio. € um 444,5 Mio. € über Vorjahresniveau. Die Erlöse aus dem Wasserverkauf lagen mit 213,8 Mio. € um 6,6 Mio. € über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Stromerlöse erhöhten sich hauptsächlich aufgrund der Mitte April 2018 aufgenommenen Beschaffungskooperation mit der ehw um 99,7 Mio. € auf 139,0 Mio. €. Die übrigen Umsatzerlöse lagen mit 82,0 Mio. € um 5,4 Mio. € über dem Vorjahreswert. Die Energie-/Stromsteuer stieg um 0,7 Mio. € auf 9,6 Mio. €.
EBIT leicht über Vorjahr
Dem Anstieg der Umsatzerlöse aus dem Gas- und Stromverkauf stand eine Zunahme der Bezugskosten auf gleichem Niveau gegenüber.
Der Anstieg des Personalaufwands um 16,9 Mio. € resultiert überwiegend aus der Entwicklung des Rechnungszinses und dem Richttafelwechsel bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen.
Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich leicht um 0,9 Mio. auf 76,9 Mio. €.
Der Saldo aus übrigen Aufwendungen und Erträgen verbesserte sich um 0,7 Mio. € auf -50,8 Mio. €.
Dadurch erhöhte sich das EBIT um 0,6 Mio. € auf 98,2 Mio. €.
Das Finanzergebnis verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund der deutlich geringeren Abschreibungen auf Finanzanlagen um 2,1 Mio. € auf -6,3 Mio. €.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verminderten sich um 0,4 Mio. € auf 0,3 Mio. €.
Aufgrund der genannten Veränderungen erhöhte sich das Ergebnis nach Steuern um 3,1 Mio. € auf 91,6 Mio. €.
Die Gewerbesteuerumlage und die sonstigen Steuern stiegen um 4,1 Mio. € auf 12,5 Mio. €.
Die Ergebnisabführung an die WGW sank um 1,0 Mio. € auf 75,1 Mio. €. Nach Ergebnisabführung verblieb ein Jahresüberschuss von 4,0 Mio. €, der in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt wird.
2.7.2 Finanzlage
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| Kapitalstruktur in Mio. € |
31.12.2018 | % | 31.12.2017 | % | 31.12.2016 | % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 103,1 | 11 | 103,1 | 11 | 103,1 | 12 |
| Kapitalrücklage | 32,2 | 3 | 32,2 | 4 | 32,2 | 4 |
| Gewinnrücklagen | 230,3 | 24 | 226,3 | 25 | 222,3 | 25 |
| Zuschüsse | 41,9 | 4 | 40,4 | 4 | 40,5 | 5 |
| Eigenkapital und ähnliche Mittel | 407,5 | 42 | 402,0 | 44 | 398,1 | 46 |
| Pensionsrückstellungen | 219,5 | 23 | 195,2 | 21 | 183,1 | 21 |
| Sonstige Rückstellungen | 38,7 | 4 | 43,6 | 5 | 45,7 | 5 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0,1 | 0 | 0,1 | 0 | 0,2 | 0 |
| Langfristiges Fremdkapital | 258,3 | 27 | 238,9 | 26 | 229,0 | 26 |
| Steuer- und Sonstige Rückstellungen | 34,3 | 4 | 30,0 | 3 | 32,2 | 4 |
| Erhaltene Anzahlungen/Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten | 76,2 | 8 | 53,5 | 6 | 42,3 | 5 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen | 160,7 | 17 | 173,4 | 19 | 170,9 | 19 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 23,1 | 2 | 19,3 | 2 | 19,0 | 0 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 294,3 | 31 | 276,2 | 30 | 264,4 | 28 |
| Bilanzsumme | 960,1 | 100 | 917,1 | 100 | 891,5 | 100 |
Die nachfolgende Abbildung zeigt die Deckung von langfristig gebundenem Vermögen durch langfristig verfügbares Eigen- und Fremdkapital.
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| in Mio. € | 31.12.2018 | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 686,1 | 615,3 | 603,9 |
| Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten | 7,1 | 7,7 | 8,3 |
| Langfristiges Vermögen | 693,2 | 623,0 | 612,2 |
| Eigenkapital | 365,6 | 361,6 | 357,6 |
| Zuschüsse | 41,9 | 40,4 | 40,5 |
| Unterdeckung mit Eigenkapital und ähnlichen Mitteln | -285,7 | -221,0 | -214,1 |
| Langfristige Rückstellungen | 258,2 | 238,8 | 228,8 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 0,1 | 0,1 | 0,2 |
| Unter-/Überdeckung mit langfristigem Kapital | -27,4 | 17,9 | 14,9 |
2.7.3 Investitionen
Das Investitionsvolumen 2018 erhöhte sich um 60,8 Mio. € auf 95,6 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände nahmen um 4,8 Mio. € zu und betrugen 28,8 Mio. €. Davon entfielen u. a. 13,3 Mio. € auf das Rohrnetz, 6,9 Mio. € auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau und 3,3 Mio. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionen in Finanzanlagen betrugen 66,8 Mio. €. Hier sind im Wesentlichen die Aufstockung der Anteile an der Stadtwerke Göttingen AG sowie der Anteilserwerb an der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH zu nennen.
2.7.4 Vermögenslage
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| Bilanzstruktur in Mio. € |
31.12.2018 | % | 31.12.2017 | % | 31.12.2016 | % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 686,1 | 71 | 615,3 | 67 | 603,9 | 68 |
| Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten | 7,1 | 1 | 7,7 | 1 | 8,3 | 1 |
| Langfristig gebundenes Vermögen | 693,2 | 72 | 623,0 | 68 | 612,2 | 69 |
| Kurzfristig gebundenes Vermögen | 266,9 | 28 | 294,1 | 32 | 279,3 | 31 |
| Aktiva | 960,1 | 100 | 917,1 | 100 | 891,5 | 100 |
| Eigenkapital und ähnliche Mittel | 407,5 | 42 | 402,0 | 44 | 398,1 | 44 |
| Langfristiges Fremdkapital | 258,3 | 27 | 238,9 | 26 | 229,0 | 26 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 294,3 | 31 | 276,2 | 30 | 264,4 | 30 |
| Passiva | 960,1 | 100 | 917,1 | 100 | 891,5 | 100 |
Die Bilanzsumme der GELSENWASSER AG stieg im Geschäftsjahr 2018 um 4,7 % auf 960,1 Mio. €. Das langfristig gebundene Vermögen überschreitet mit 693,2 Mio. € den Vorjahreswert um 11,3 %, der Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 72 %.
Das kurzfristig gebundene Vermögen verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um 9,2 % auf 266,9 Mio. €, sein Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf 28 %. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus dem geringeren Bestand an liquiden Mitteln als Folge der Investitionen insbesondere in Finanzanlagen. Eine Zunahme war dagegen bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, zu verzeichnen.
2.7.5 Ist-Plan-Vergleich der GELSENWASSER AG
Das EBIT der GELSENWASSER AG lag mit 98,2 Mio. € um 4,3 Mio. € über dem Planansatz.
Die abgesetzten Wassermengen übertrafen mit 225,9 Mio. m3 den Planansatz um 7,1 %. Das Plus ist hauptsächlich Folge des höheren Wasserbedarfs der Industriekunden (insbesondere in den Branchen Eisen- und Metallindustrie sowie Kraftwerke) und benachbarter Versorgungsunternehmen.
Beim Gasabsatz wurde die Planerwartung maßgeblich durch die verstärkten Gashandelsaktivitäten sowie aufgrund der seit Oktober 2017 bestehenden Gasbeschaffung für die Energiehandelsgesellschaft West mbH (ehw) um 94,4 % überschritten.
Der budgetierte Stromabsatz der GELSENWASSER AG wurde hauptsächlich aufgrund der bereits im Kapitel 2.4.4 genannten Gründe (Verschiebung der vollumfänglichen Belieferung der ehw um ein Jahr sowie Start der Kooperation zum 16. April 2018 und nicht zum 1. Januar 2018) um 5,6 TWh unterschritten.
2.7.6 Erwartete Unternehmensentwicklung der GELSENWASSER AG
Für das Jahr 2019 wird für die GELSENWASSER AG ein EBIT von 90,6 Mio. € erwartet. Damit würde das EBIT des Berichtsjahres um rund 8 % unterschritten.
Die Wasserabgabe wird in 2019 voraussichtlich wegen geringerer Bedarfe in den Industriebranchen Eisen- und Metallindustrie sowie Kraftwerke und rückläufiger Absätze an benachbarte Versorgungsunternehmen sowie Haushaltskunden um rund 6 % sinken.
Durch das rückläufige Handelsgeschäft und die unveränderte Preiskonkurrenz auf dem Gasmarkt wird für die GELSENWASSER AG erwartet, dass sich die abgesetzten Mengen in 2019 gegenüber 2018 um rund 18 % rückläufig entwickeln werden.
Die Stromabgabe wird sich in 2019 durch die Kooperation mit ehw im Stromhandel im Vergleich zum Berichtsjahr voraussichtlich vervierfachen. Der Anstieg der Stromabgabe wird sich auch in den Umsatzerlösen aus dem Stromverkauf deutlich widerspiegeln. Da die Kooperation nur margenschwache Umsätze beinhaltet, wird der Ergebnisbeitrag gering ausfallen.
Im Bereich der Unternehmensbeteiligungen sind im Geschäftsjahr 2019 und in den nachfolgenden Jahren Akquisitionen mit dem Ziel der Ausweitung und Absicherung der Kerngeschäftsfelder geplant, die aber erst ab 2020 zu Beteiligungserträgen bei der GELSENWASSER AG führen werden. Insgesamt erwartet Gelsenwasser, auch als Folge der Beteiligungserwerbe im Geschäftsjahr 2018, in 2019 leicht höhere Ergebnisbeiträge aus den Beteiligungen als im Berichtsjahr.
Ergebnisbelastend werden sich im nächsten Jahr das rückläufige Gas- und das Wassergeschäft auswirken.
2.7.7 Risiko- und Chancenbericht der GELSENWASSER AG
Da das Geschäft der GELSENWASSER AG maßgeblich den Konzern beeinflusst und dementsprechend die Risiken und Chancen des Gelsenwasser-Konzerns zum großen Teil identisch mit den Risiken und Chancen der GELSENWASSER AG sind, verweisen wir auf Kapitel 3.2.
2.7.8 Erklärung zur Unternehmensführung der GELSENWASSER AG
Der Vorstand berichtet - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) über die Corporate Governance des Unternehmens und gibt die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB ab.
2.7.8.1 Bericht zu Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Bericht zu Corporate Governance
Die GELSENWASSER AG ist den Prinzipien verantwortungsbewusster und guter Unternehmensführung verpflichtet, die auch die Handlungsmaximen der Leitungs- und Kontrollgremien darstellen. Aus diesem Grund setzt die GELSENWASSER AG insbesondere die Empfehlungen und zahlreiche Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex konsequent um. Kodexanpassungen werden zeitnah aufgegriffen und umgesetzt. Themen der Corporate Governance stehen regelmäßig auf der Agenda von Vorstand und Aufsichtsrat.
Können einzelne Empfehlungen des Kodex durch die GELSENWASSER AG aufgrund struktureller Besonderheiten nicht umgesetzt werden, wird dies in der Entsprechenserklärung offengelegt und begründet. Der Wortlaut der aktuellen Erklärung nach § 161 AktG vom 28. November 2018 kann im Internet unter www.gelsenwasser.de/unternehmen/investoren/corporate-governance/ abgerufen werden.
2.7.8.2 Vorstand und Aufsichtsrat
Entsprechend den Vorgaben des Aktiengesetzes verfügt die GELSENWASSER AG als börsennotierte Aktiengesellschaft über eine zweigliedrige Führungsstruktur bestehend aus Vorstand (Leitung des Unternehmens) und Aufsichtsrat (Überwachung). Durch eine strenge Trennung der operativen Entscheidungen und der Aufsicht können beide Gremien ihren unterschiedlichen Aufgaben unabhängig voneinander nachkommen.
Im Folgenden werden die grundsätzliche Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat dargestellt. Hinsichtlich der konkreten personellen Besetzung beider Gremien und der Pflichtangaben nach § 285 Nr. 10 HGB wird auf den Anhang zum Jahres- und zum Konzernabschluss verwiesen.
Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands (einschließlich Diversitätskonzept)
Der Vorstand der GELSENWASSER AG besteht aus zwei Mitgliedern, die ihre Beschlüsse einstimmig fassen. Entscheidungen des Vorstands werden in der Regel durch Beschluss im Rahmen gemeinschaftlicher Arbeitssitzungen getroffen. Jedes Vorstandsmitglied leitet seinen ihm laut Geschäftsverteilungsplan zugewiesenen Aufgabenbereich. Der Vorstandsvorsitzende Henning R. Deters leitet das kaufmännische und Dr.-Ing. Dirk Waider das technische Ressort.
Frauenanteil im Vorstand
Der Aufsichtsrat hat für die Besetzung des Vorstands nach dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst ("Gesetz zur Geschlechterquote") (Artikel 3 Nr. 6) i. V. m. § 111 Abs. 5 Satz 2 AktG im Juni 2017 bestätigt, dass innerhalb des Umsetzungszeitraums bis zum 30. Juni 2022 keine Frau dem Vorstand der GELSENWASSER AG angehören muss ("Zielgröße Null"). Bei anstehenden Neubestellungen wird der Aufsichtsrat bei Vorliegen gleicher Qualifikationen Frauen bevorzugt berücksichtigen, bis die Parität erreicht ist (Diversitätskonzept für den Vorstand).
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG besteht aus zwölf Mitgliedern. Acht Mitglieder werden von der Hauptversammlung und vier Mitglieder von den Arbeitnehmern nach den Vorschriften des Drittelbeteiligungsgesetzes gewählt. Die Wahl erfolgt grundsätzlich jeweils für fünf Jahre. Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte den Vorsitzenden und zwei Stellvertreter gewählt. Bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird auf die für ihre Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrung geachtet. Des Weiteren berücksichtigt der Aufsichtsrat in diesem Zusammenhang die nachfolgend geschilderten Zielsetzungen.
Frauenanteil im Aufsichtsrat
Der bis zum 30. Juni 2022 angestrebte Anteil von zwei Frauen im Aufsichtsrat ist bisher nicht erreicht. Der Aufsichtsrat besteht gegenwärtig aus elf männlichen und einem weiblichen Mitglied. Ursache hierfür war u. a. das Ergebnis der Wahl der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat durch die Belegschaft der GELSENWASSER AG im Jahr 2016.
Noch vor Ende des nächsten Umsetzungszeitraums (30. Juni 2022) kann durch Mandatsniederlegungen etc. die angestrebte Zielgröße von zwei weiblichen Mitgliedern im Aufsichtsrat erreicht werden.
Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung (einschließlich Diversitätskonzept)
Der Aufsichtsrat hat die Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils zuletzt am 20. September 2017 festgelegt. Der Inhalt dieser Erklärung wird nachstehend sinngemäß wiedergegeben:
Vor dem Hintergrund
| ― | seiner eigenen Größe (zwölf Mitglieder, davon acht Vertreter der Anteilseigner und vier Vertreter der Arbeitnehmer), |
| ― | der Geschäftsfelder der Versorgung und Entsorgung, in denen Gelsenwasser tätig ist, |
| ― | der Größe und des Zuschnitts der Gesellschaft, |
| ― | der kommunalen Verankerung der Gesellschaft durch Anteilseigner, Vertragspartner und kommunale Mitgesellschafter in den Beteiligungsunternehmen, |
| ― | des Umfangs der internationalen Tätigkeit von Gelsenwasser, |
| ― | der Börsennotierung der Gesellschaft sowie |
| ― | ihrer gegenwärtigen, kommunal geprägten Aktionärsstruktur und |
| ― | des Ziels der Vielfalt (Diversität) |
und in Fortsetzung seiner bisherigen Ausrichtung im Einklang insbesondere mit Ziff. 5.4 des Deutschen Corporate Governance Kodex, den Vorgaben des Frauenquotengesetzes und § 2 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats beschließt der Aufsichtsrat Folgendes:
Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat):
| (1) Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen, wie nachfolgend im Kompetenzprofil für das Gesamtgremium konkretisiert, in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen und mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut sein. Dabei sollen sich die individuellen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats untereinander so ergänzen, dass für die Aufsichtsratsarbeit als solche und jeden wesentlichen Unternehmensbereich zu jeder Zeit hinreichend spezielle fachliche Expertise vorhanden ist, um die professionelle und effiziente Überwachung und beratende Begleitung des Vorstands dauerhaft zu gewährleisten. | |
| (2) Dem Aufsichtsrat soll mindestens ein Mitglied angehören, das im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG unabhängig ist und über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügt. | |
| (3) Dem Aufsichtsrat soll mindestens ein weiteres Mitglied angehören, das im Sinne von Ziffer 5.4.2 Satz 2 DCGK unabhängig ist, d. h. in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen Interessenkonflikt begründet. Dabei sind nach Auffassung des Aufsichtsrats Vertreter der Großaktionäre und der Arbeitnehmer nicht per se als abhängig zu betrachten. Maßgeblich sind die Umstände des Einzelfalls. In diesem Sinne unabhängig sind Rainer Althans, Frank Baranowski, Klaus Franz, Christiane Hölz, Thomas Kaminski, Manfred Kossack, Stefan Kurpanek, Guntram Pehlke, Andreas Sticklies, Jörg Stüdemann, Frank Thiel und Michael Townsend. | |
| (4) Dem Aufsichtsrat soll kein Mitglied angehören, das eine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft oder des Konzerns ausübt. | |
| (5) Dem Aufsichtsrat soll in der Regel nicht mehr als ein ehemaliges Mitglied des Vorstands angehören. In jedem Fall sollen dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören. Zwischen dem Ausscheiden aus dem Vorstand und dem Beginn der Mitgliedschaft im Aufsichtsrat soll eine Karenzzeit von mindestens zwei Jahren eingehalten werden. | |
| (6) Dem Aufsichtsrat soll mindestens ein Mitglied angehören, das im Hinblick auf die internationalen Aktivitäten von Gelsenwasser in besonderem Maße qualifiziert ist. | |
| (7) Dem Aufsichtsrat sollen mindestens zwei weibliche Mitglieder angehören, davon mindestens eine Anteilseignervertreterin. Diese Zielgröße des Frauenanteils von zwei Mitgliedern ist bis zum 30. Juni 2022 anzustreben. | |
| (8) Zur Wahl in das Aufsichtsratsamt sollen in der Regel nur Kandidaten vorgeschlagen werden, die zum Zeitpunkt ihrer Wahl nicht älter als 70 Jahre sind. | |
| (9) Bei der Vorbereitung und Verabschiedung von Kandidatenvorschlägen an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern soll sich der Aufsichtsrat jeweils vom besten Unternehmensinteresse leiten lassen. | |
| (10) Der Aufsichtsrat soll sich für seine Vorschläge zur Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder an die Hauptversammlung bei dem jeweiligen Kandidaten vergewissern, dass er den zu erwartenden Zeitaufwand aufbringen kann (Ziffer 5.4.1 DCGK). | |
| (11) Im Bericht des Aufsichtsrats soll vermerkt werden, wenn ein Mitglied des Aufsichtsrats in einem Geschäftsjahr höchstens an der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen hat (Ziffer 5.4.7 DCGK). | |
| (12) Der Aufsichtsrat überprüft diese Ziele regelmäßig. |
Kompetenzprofil für das Gesamtgremium:
Der Aufsichtsrat muss in seiner Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen und mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut sein. Dementsprechend sollen der Aufsichtsrat bzw. seine Ausschüsse bei der Bestellung bzw. Wiederbestellung von Aufsichtsratsmitgliedern sicherstellen, dass die in den Zielen für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats aufgeführten Anforderungen und das nachstehend beschriebene Kompetenzprofil erfüllt werden.
Dabei soll jeweils mindestens ein Aufsichtsratsmitglied über die beschriebenen Kompetenzen und Erfahrungen verfügen, wobei mehrere Elemente in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds vereint vorliegen können:
| (1) Sachverstand im Bereich der Wasser- und Energiewirtschaft Vorausgesetzt wird eine berufliche Ausbildung oder ein Hochschulstudium im Bereich der Wasser- und/oder Energiewirtschaft. Des Weiteren können diese Kenntnisse im Rahmen einer langjährigen beruflichen Tätigkeit in einem entsprechenden Unternehmen erworben worden sein. |
|
| (2) Sachverstand im Bereich der Technik, der Naturwissenschaften oder des Umweltschutzes Die erforderlichen Kenntnisse können durch eine berufliche Ausbildung, ein Hochschulstudium oder eine langjährige berufliche Tätigkeit mit technischem/naturwissenschaftlichem Bezug erworben werden. Diese Qualifikationen sind aufgrund des Tätigkeitsgebiets der GELSENWASSER AG besonders relevant zur Einschätzung möglicher Risiken für das Unternehmen oder ihrer Kunden bei der Förderung, der Aufbereitung, dem Transport und der Verteilung von (Trink-) Wasser. Im Rahmen der Energieversorgung können sie hilfreich sein, um Risiken zu identifizieren und Maßnahmen zu beurteilen, die den Umgang mit Strom und Gas bzw. den entsprechenden Erzeugungs-, Speicher- und Leitungsanlagen betreffen. Auch Erfahrungen im Bereich des Umweltschutzes und insbesondere des Schutzes natürlicher Ressourcen sind für Gelsenwasser als Unternehmen der öffentlichen Wasserversorgung von großer Bedeutung. |
|
| (3) Sachverstand auf dem Gebiet der Betriebswirtschaft Grundlage für die erforderlichen Kenntnisse können sowohl eine berufliche Ausbildung, ein Hochschulstudium als auch eine langjährige berufliche Tätigkeit in kaufmännischen Unternehmensbereichen wie Rechnungswesen und Controlling oder entsprechende Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung bilden. |
|
| (4) Sachverstand im Bereich des Finanzwesens und des Kapitalmarkts Kenntnisse können durch eine Ausbildung, ein Studium oder eine berufliche Tätigkeit mit Bezug zu Finanzwesen und Kapitalmarkt erworben sein. Infrage kommen Tätigkeiten mit Bezug zur Finanzierung von Unternehmen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts, bei Banken oder vergleichbaren Akteuren am Finanz- und Kapitalmarkt sowie bei Verbänden und Vereinen, die im Finanzsektor aktiv sind. |
|
| (5) Sachverstand auf dem Gebiet der Personal- und Sozialangelegenheiten Für diesen Bereich wird eine langjährige berufliche Tätigkeit vorausgesetzt, die die Organisation, Ausbildung, Auswahl, Einstellung und Entlassung von Personal oder Angelegenheiten des kollektiven Arbeitsrechts oder die soziale Fürsorge und Absicherung von Mitarbeitern zum Gegenstand hatte. |
|
| (6) Sachverstand auf dem Gebiet Stakeholder-Kommunikation Die vorauszusetzenden Erfahrungen können durch langjährige Tätigkeiten als Anteilseignervertreter in Hauptversammlungen und/oder Aufsichtsräten gesammelt worden sein. Dabei kommen sowohl rein privatwirtschaftlich tätige Unternehmen bzw. deren Gremien infrage als auch - aufgrund der kommunal geprägten Aktionärsstruktur der GELSENWASSER AG - kommunal beherrschte Unternehmen wie Stadtwerke. Umgekehrt zählen auch solche Erfahrungen, die als Repräsentant eines Unternehmens in der Beziehung zu (privaten oder kommunalen) Anteilseignern, den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit gemacht worden sind. |
|
| (7) Sachverstand und Erfahrung im Umgang mit Behörden und Politik Erforderlich ist eine langjährige berufliche Tätigkeit mit Bezug zu Politik bzw. Behörden. Infrage kommen Tätigkeiten auf Bundes- oder Landesebene sowie - vor dem Hintergrund der kommunalen Verankerung des Unternehmens - auch Tätigkeiten bei Körperschaften der kommunalen Selbstverwaltung. |
Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat steht in ständigem Kontakt mit dem Vorstand, den er bei der Führung des Unternehmens regelmäßig berät und dessen Geschäftsführung er überwacht. In regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen werden anhand der Berichte des Vorstands alle Geschäftsvorgänge, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sowie wesentliche Angelegenheiten, die die Entwicklung der Gesellschaft betreffen, gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt. Der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen insbesondere der Erwerb, die Veräußerung und die Belastung von Grundstücken, die Aufnahme langfristiger Verbindlichkeiten und die Übernahme von Bürgschaften, soweit die jeweils geltenden Schwellenwerte überschritten sind. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat in mündlichen und schriftlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen zur Unternehmensplanung, zur strategischen Ausrichtung und Entwicklung, zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens einschließlich der Risiken, des Risikomanagements und der Compliance. Darüber hinaus wird der Aufsichtsratsvorsitzende auch zwischen den Sitzungen vom Vorstand über alle sonstigen wichtigen Geschäftsvorfälle unverzüglich informiert.
Der Aufsichtsrat ist in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Die Erforderlichkeit seiner Zustimmung wird in jedem Einzelfall geprüft. Soweit sie gegeben ist, wird sie strikt beachtet. Der Aufsichtsrat hält mindestens vier Sitzungen im Kalenderjahr ab. Im Jahr 2018 hat der Aufsichtsrat fünfmal getagt.
Hinsichtlich der einzelnen Vorkommnisse im Geschäftsjahr 2018 wird auf den Bericht des Aufsichtsrats verwiesen.
2.7.8.3 Unternehmensführungspraxis
Vorstand und Aufsichtsrat gewährleisten durch eine langfristig ausgerichtete Unternehmensführung den Fortbestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung. Aus diesem Grund pflegt die GELSENWASSER AG einen verantwortungsbewussten Umgang mit geschäftlichen Risiken und hält alle Vorgaben ein, die sich aus dem Gesetz oder dem Deutschen Corporate Governance Kodex nach Maßgabe der Entsprechenserklärung ergeben und zugleich Voraussetzung für eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführungspraxis sind.
Risiko- und Wertemanagement
Die unternehmensspezifischen Berichts- und Kontrollsysteme werden kontinuierlich weiterentwickelt und veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Das Unternehmen hat sich eine Risikomanagement- und eine Wertemanagement-Richtlinie gegeben. Auf dieser Basis finden jährlich jeweils vier Sitzungen der beiden Gremien statt.
Weitergehende Anforderungen an die Unternehmensführungspraxis sind aufgrund der strukturellen Besonderheiten und geschäftlichen Ausrichtung der GELSENWASSER AG gegenwärtig nicht zu stellen. Sollte aufgrund zukünftiger Entwicklungen die Implementierung weiterer Unternehmensführungsinstrumente erforderlich werden, wird die GELSENWASSER AG diese umgehend erarbeiten und umsetzen.
Frauenanteil auf den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands
Das "Gesetz zur Geschlechterquote" verpflichtet den Vorstand börsennotierter Gesellschaften, für den Frauenanteil auf den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands Zielgrößen und Umsetzungsfristen für deren Erreichung festzulegen.
Vor dem Hintergrund dieses Gesetzes und unter Berücksichtigung der Ergebnisse zum 30. Juni 2017 legte der Vorstand folgende Zielgrößen bis zum 30. Juni 2022 fest:
| ― | für die Besetzung der 1. Ebene eine Zielgröße in Höhe von 20-25 %, |
| ― | für die 2. Ebene eine Quote von 13-15 %. |
Maßgeblich für die Festlegung der Zielgrößen bis zum 30. Juni 2022 sind auf beiden Ebenen vor allem die altersbedingten Austritte in diesem Zeitraum. Angesichts der wenigen Austritte sind höhere Zielgrößen kaum umsetzbar.
Langfristiges Ziel bleibt die Erhöhung des Frauenanteils in der 1. und 2. Ebene unterhalb des Vorstands in Richtung des aktuellen Frauenanteils (25 %).
2.7.8.4 Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder ein Präsidium, einen Nominierungsausschuss und einen Prüfungsausschuss eingerichtet. Die drei Ausschüsse unterstützen die Arbeit des Aufsichtsrats, indem sie die Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vorbereiten bzw. - im Falle des Präsidiums - im Rahmen des nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats Zulässigen an Stelle des Aufsichtsrats beschließen. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichten dem Plenum regelmäßig über die Arbeit ihrer Ausschüsse.
Zusammensetzung der Ausschüsse
Der jeweilige Ausschuss setzt sich nach den Vorgaben der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zusammen.
Präsidium
Das Präsidium besteht aus drei Mitgliedern. Ihm gehören der Aufsichtsratsvorsitzende als Vorsitzender des Ausschusses und seine Stellvertreter an. Das Präsidium besteht gegenwärtig aus
| ― | Guntram Pehlke, Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG, (Vorsitzender), |
| ― | Frank Thiel, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum Holding GmbH, und |
| ― | Rainer Althans, freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der GELSENWASSER AG. |
Prüfungsausschuss
Dem Prüfungsausschuss gehören vier vom Aufsichtsrat zu wählende Aufsichtsratsmitglieder an. Mindestens ein unabhängiges Mitglied muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Der Vorsitzende soll über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll nicht gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft sein. Diese Erfordernisse werden durch die Zusammensetzung des Ausschusses, gegenwärtig bestehend aus
| ― | Frank Thiel, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum Holding GmbH, (Vorsitzender), |
| ― | Christiane Hölz, Landesgeschäftsführerin NRW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V., Düsseldorf, |
| ― | Stefan Kurpanek, kaufmännischer Angestellter der GELSENWASSER AG, und |
| ― | Guntram Pehlke, Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG, |
erfüllt.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss wird ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Der Ausschuss besteht gegenwärtig aus
| ― | Guntram Pehlke, Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG, (Vorsitzender), |
| ― | Frank Thiel, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum Holding GmbH, und |
| ― | Manfred Kossack, Mitglied des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG. |
Arbeitsweise der Ausschüsse
Die Ausschüsse treten grundsätzlich nach Bedarf zusammen. Im Jahr 2018 tagten das Präsidium fünfmal und der Prüfungsausschuss zweimal. Der Nominierungsausschuss ist nicht zusammengetreten.
Präsidium
Wesentliche Aufgabe des Präsidiums ist die Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats. Darüber hinaus obliegt dem Präsidium die Vorbereitung bestimmter Geschäfte und Maßnahmen zur Beschlussfassung im Aufsichtsrat. Hierzu zählt insbesondere die Vorbereitung der Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie der Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Bestellung von Vorstandsmitgliedern.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss nimmt insbesondere eine Vorprüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses der GELSENWASSER AG sowie des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts vor und unterbreitet dem Aufsichtsrat seine Empfehlungen. Die Vorlagen der Abschlüsse, der Lageberichte sowie die Prüfungsberichte werden vom Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers und abschließend vom Aufsichtsrat wiederum zusammen mit dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen. Zudem erörtert der Prüfungsausschuss vor der Veröffentlichung den Halbjahresfinanzbericht mit dem Vorstand. Darüber hinaus überprüft er die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Zu diesem Zweck holt der Prüfungsausschuss vom vorgesehenen Abschlussprüfer eine Unabhängigkeitserklärung ein und vereinbart mit diesem, dass der Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung zu unterrichten ist.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss ist beauftragt und ermächtigt, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorzuschlagen.
3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht
3.1 Prognosebericht
3.1.1 Erweiterte Rahmenbedingungen
3.1.1.1 Wasser
Der Einfluss der europäischen Politik auf den Trink- und Abwasserbereich ist bereits heute deutlich höher als in anderen Sektoren. Viele der nationalen Rahmenbedingungen basieren auf europäischen Richtlinien, deren Umsetzungsspielräume zunehmend begrenzt sind. Die Zahl der relevanten Themen aus dieser Sphäre wird daher vermutlich weiter steigen. Hervorzuheben ist die Trinkwasser-Richtlinie, deren Entwurf am 1. Februar 2018 veröffentlicht wurde und die Teile der Voraussetzungen für die Versorgung mit Trinkwasser neu regeln wird.
Auch die Arzneimittelstrategie oder die Fortsetzung des Klageverfahrens gegen die Bundesrepublik wegen Verletzung der "Nitrat-Richtlinie" werden langfristig den deutschen Rahmen verändern und damit unmittelbare Wirkung auf den Schutz des Trinkwassers von Gelsenwasser entfalten.
Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) wird derzeit im Rahmen der Verhandlungen für den neuen EU-Haushalt überarbeitet. Alle sieben Jahre wird der Finanzrahmen der EU neu verhandelt und auch, wie die einzelnen Politikfelder in ihm, berücksichtigt werden. Ab 2021 gelten die neuen Vorgaben, in denen die GAP eine herausragende Bedeutung hat. Die GAP dient als Plattform, um die EU-Fördermittel auf die Landwirtschaft zu verteilen. Aus Sicht der Wasserwirtschaft muss die gemeinsame EU-Agrarpolitik so ausgelegt werden, dass die Anforderungen des Gewässerschutzes oberste Priorität haben, um so langfristig die Nitratbelastung im Grundwasser durch Massentierhaltung und Überdüngung zu reduzieren. Kritik an den Vorschlägen kommt vom Europäischen Rechnungshof. Die Prüfer kritisieren, dass die Pläne zwar Mittel und Instrumente enthalten, um die Landwirtschaft ökologischer und nachhaltiger zu gestalten, diese aber nicht definiert werden. Außerdem fehle ein externes Kontrollsystem, das Ergebnisse messbar macht. Damit unterscheide sich die neue GAP nicht genug von der bisherigen.
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) aus dem Jahr 2000 ist für den Gewässerschutz von zentraler Bedeutung. Die EU-Staaten sind mit diesem Gesetz dazu verpflichtet, bis 2027 alle Gewässer in einen "guten ökologischen" und "guten chemischen Zustand" zu bringen. Mit Stand 2018 erfüllt jedoch noch keines der 16 deutschen Bundesländer die Anforderungen an die Wasserrahmenrichtlinie. Derzeit wird die Richtlinie von der EU einem Fitness-Check unterzogen. Ziel des Fitness-Checks ist es, die WRRL dahingehend zu überprüfen, ob sie effektiv und effizient ihren Zweck erfüllt und ob es Regelungen und Maßnahmen gibt, die änderungsbedürftig sind.
Die Änderung des Düngerechts wurde erforderlich, um die Düngeverordnung mit den vorgesehenen Regelungen zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie erlassen zu können. Sie regelt seit 2018 u. a. die Aufbringungsmengen von Düngemitteln und die Abstände von Aufbringorten zu Gewässern. Die Branche ist skeptisch, ob dies ausreicht, um die Nitrateinträge nachhaltig einzudämmen.
3.1.1.2 Energie
Ausschreibungen für erneuerbare Energien
In den Geschäftsfeldern "Wind an Land" und Photovoltaik werden seit Beginn 2017 die Vergütungssätze über marktlich organisierte Ausschreibungen ermittelt. Neben administrativen Aufwendungen oder Vorlaufkosten aus Planungen besteht die Herausforderung insbesondere darin, jenen Preis- und Mengenkorridor zu treffen, der zum Zuschlag im Rahmen einer Ausschreibung führt. Auf die Ausschreibungen hat Gelsenwasser sich 2018 nun ausgerichtet und ihre Projektentwicklung entsprechend angepasst. Aufgrund einiger Unwägbarkeiten auf landespolitischer Ebene im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Landesentwicklungsplanung und der Abstandsregelungen wurde die Kommunikation mit unseren Partnern, den Kommunen, zu den geltenden Rahmenbedingungen im Jahr 2018 deutlich verstärkt, damit Unsicherheiten ausgeräumt werden konnten, die sich negativ auf die Umsetzung von Windprojekten auswirken können.
3.1.2 Erwartete Unternehmensentwicklung im Konzern
Für das Jahr 2019 wird für den Gelsenwasser-Konzern ein EBIT unterhalb des aktuellen Ergebnisses erwartet. Das EBIT des Geschäftsjahres 2018 wird voraussichtlich um rund 21 % unterschritten. Dabei ist zu beachten, dass das Geschäftsjahr 2018 auch durch nicht planbare positive Effekte begünstigt war.
Der Wasserverkauf des Gelsenwasser-Konzerns wird in 2019 voraussichtlich aufgrund einer geringeren Abgabe an alle Kundengruppen, insbesondere an die Industriebranchen Eisen- und Metallindustrie sowie Kraftwerke und an benachbarte Versorgungsunternehmen, um rund 6 % sinken. Das EBIT des Segments Wasser wird sich im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtern. Ursachen sind u. a. das prognostizierte schlechtere Ergebnis aus dem Wasserverkauf sowie steigende Personalaufwendungen und Abschreibungen.
Durch die unverändert starke Wettbewerbsintensität und Preiskonkurrenz auf dem Gasmarkt geht Gelsenwasser davon aus, dass die abgesetzten Mengen in 2019 gegenüber 2018 um rund 18 % sinken werden. Die bereits im Kapitel 2.7.6 genannte neue Kooperation im Stromhandel wird sich analog zur Entwicklung in der GELSENWASSER AG auf den Stromabsatz, die Stromerlöse sowie das Stromergebnis im Konzern auswirken. Im Segment Energie wird insgesamt ein spürbarer Rückgang des EBIT im Vergleich zum Berichtsjahr erwartet, hauptsächlich aufgrund der bereits erwähnten starken Wettbewerbsintensität und Preiskonkurrenz auf dem Gasmarkt sowie geringerer positiver Sondereffekte.
Im Bereich der Unternehmensbeteiligungen sind in den kommenden Jahren unverändert Akquisitionen mit dem Ziel der Ausweitung und Absicherung der Kerngeschäftsfelder geplant. In diesem Bereich erwartet Gelsenwasser in 2019 leicht geringere Ergebnisbeiträge als im Berichtsjahr.
Für 2019 wird für den Gelsenwasser-Konzern ein ROCE erwartet, der voraussichtlich rund 2,4 %-Punkte unterhalb des aktuellen ROCE liegen wird.
3.1.3 Investitionen
Für den Gelsenwasser-Konzern ist im Planungszeitraum bis 2023 ein Investitionsvolumen von 574 Mio. € vorgesehen, davon entfallen 468 Mio. € auf Sachinvestitionen und 106 Mio. € auf Finanzinvestitionen. Im Bereich der Sachanlagen entfallen 190 Mio. € auf die Aktivierung von Pachtverträgen aufgrund der erstmaligen Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 ab dem Geschäftsjahr 2019. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit sind mit rund 134 Mio. € die Erweiterung und Erneuerung des Wasser- und Gasrohrnetzes und mit rund 47 Mio. € die Ertüchtigung und der Ausbau der Wasserwerke. Für das Jahr 2019 sind Investitionen in Höhe von 198,3 Mio. € geplant, davon entfallen 173,1 Mio. € auf Sachanlagen und 25,2 Mio. € auf Finanzanlagen.
3.1.4 Zukunftsbezogene Aussagen
Die im Prognosebericht getätigten Aussagen zur zukünftigen Entwicklung beruhen auf Annahmen und Einschätzungen, die Gelsenwasser aus Informationen zum Zeitpunkt der Berichterstellung zur Verfügung standen. Diese Aussagen sind Risiken und Ungewissheiten unterworfen, daher können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für diese Angaben kann deshalb nicht übernommen werden.
3.2 Risiko- und Chancenbericht
3.2.1 Risikomanagementsystem
3.2.1.1 Allgemein
Die Geschäftsaktivitäten von Gelsenwasser sind, wie jedes unternehmerische Handeln, mit einer Vielzahl unterschiedlichster Chancen und Risiken verbunden. Neben Regulierungsrisiken, finanzwirtschaftlichen und gesetzlichen Risiken, muss sich Gelsenwasser auch Preis- und Mengenrisiken stellen und gleichzeitig die sich ergebenden Chancen z. B. im operativen Geschäft nutzen. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und systematisch zu erfassen, zu bewerten sowie Maßnahmen zu ihrer Steuerung zwecks Vermeidung bzw. Minimierung zu ergreifen. Vor diesem Hintergrund ist der bewusste Umgang mit Risiken und abgeleiteten Maßnahmen ein wichtiges Steuerungsinstrument für Vorstand und Entscheidungsträger.
Insbesondere im Hinblick auf die komplexen und volatilen Rahmenbedingungen ist zur Gewährleistung des langfristigen Unternehmenserfolgs ein nachhaltiges Risiko- und Chancenmanagementsystem von großer Bedeutung. Der Wandel der Energiewirtschaft führt zu steigender Komplexität und somit zu größeren unternehmerischen Risiken. Eine zunehmende Wettbewerbsintensität lässt sich auch auf den wichtigsten Vertriebsmärkten erkennen. Politische Planungsunsicherheiten, insbesondere im Rahmen regulatorischer Anforderungen, runden die Herausforderungen an ein funktionsfähiges und strategisches Risikomanagement ab. Gelsenwasser begegnet diesen Herausforderungen insbesondere mit einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Systems.
Verbindliche Rahmenbedingungen und Vorgaben für das Risiko- und Chancenmanagementsystem werden durch eine konzernweit gültige Richtlinie festgelegt. Diese wurde im Berichtsjahr inhaltlich und formal überarbeitet. Sie enthält inhaltliche Neuerungen bezüglich der Chancenberichterstattung für die GELSENWASSER AG und ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften. Darüber hinaus wurden die Inhalte des Berichterstattungsprozesses präzisiert. Nach wie vor werden in der Richtlinie die Grundsätze des gesamten Risiko- und Chancenmanagementsystems, die Zuständigkeiten sowie Bewertungs- und Berichtsprozesse festgelegt. Damit stellt sie einen klar definierten Prozessablauf mit standardisierten Prozessen und Werkzeugen sicher. Das Risiko- und Chancenmanagementsystem basiert auf einem zentralen Steuerungsansatz. Dieser beinhaltet die Identifikation, die Bewertung unter Einbeziehung von Gegenmaßnahmen sowie die Überwachung und Kommunikation von Risiken und Chancen. Der gesamte Prozess wird vom Konzernrisikomanagement gesteuert. Neben der fortlaufenden Analyse der aktuellen Risikolage stellt der Funktionsbereich auch die Berichterstattung zu den vier Berichtszeitpunkten im Jahr sicher. Die Chancenberichterstattung ist auf einen Berichtszeitpunkt im Jahr beschränkt.
Alle Risiken und Chancen werden einem Risikoverantwortlichen und einem Risikobeauftragten, der operativ für das Risiko bzw. die Chance zuständig ist, zugeordnet und in einem Bottom-up-Prozess ermittelt.
Die breite Streuung der Risiko- und Chancenbeauftragten innerhalb der Organisation soll gewährleisten, dass alle Risiken und Chancen erkannt und bewertet werden und das Risiko- und Chancenmanagement in die Geschäftsprozesse des Gelsenwasser-Konzerns und die tägliche Arbeit der Mitarbeiter einfließt.
Das interdisziplinäre Risikomanagementgremium tagt jeweils zu den vier Berichtsstichtagen im Jahr und setzt sich aus allen Bereichsleitern sowie Vertretern der Internen Revision und des Risikomanagements zusammen. Das Gremium bewertet die Gesamtrisikosituation des Gelsenwasser-Konzerns, regelt den Umgang mit Interdependenzen zwischen einzelnen Risiken, zwischen einzelnen Chancen sowie zwischen Risiken und Chancen. Das Gremium sichert darüber hinaus den ganzheitlichen und bereichsübergreifenden Blick auf das gesamte Portfolio. Die Ergebnisse der Sitzungen fließen in die Gesamtauswertung der Risiko- und Chancenlage durch das Risikomanagement ein und werden dem Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.
Außerhalb der vier Berichtstermine werden wesentliche Risikoveränderungen über eine standardisierte Ad-hoc-Risikomitteilung an das Risikomanagement gemeldet. Das Risikomanagement koordiniert die Information an den Vorstand und nachgelagerte Gremien. Ebenso wird die Veröffentlichungsverpflichtung nach § 15 Abs. 1 WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) geprüft und eine diesbezügliche Empfehlung durch das Ad-Hoc-Gremium an den Vorstand ausgesprochen.
Die Interne Revision der GELSENWASSER AG prüft mindestens einmal pro Jahr die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Zudem begutachtet der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen nach § 91 Abs. 2 AktG.
Der Risiko- und Chancenkonsolidierungskreis weicht vom Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses ab. Er beinhaltet neben der GELSENWASSER AG die Konzerngesellschaften Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH, Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, NGW GmbH, WESTFALICA GmbH und GELSENWASSER Energienetze GmbH. Die übrigen im Konzernabschluss konsolidierten Unternehmen GELSENWASSER Stadtwerkedienstleistungs-GmbH, GELSENWASSER Dresden GmbH, GELSENWASSER Magdeburg GmbH und Wasserwerke Westfalen GmbH werden im Risiko- und Chancen-Konsolidierungskreis nicht direkt betrachtet, da sie entweder über kein operatives Geschäft verfügen, sondern lediglich Beteiligungen halten, oder ein eigenständiges Risikoberichtssystem anwenden.
Die Berichterstattung für die Risiken erfolgt viermal jährlich zum Quartalsstichtag, jeweils für den Zeitraum der kommenden 24 Monate bezogen auf den Berichtsstichtag, und bezieht sich auf die aktuelle Mittelfristplanung. Die Chancen werden einmal jährlich zum Bilanzstichtag berichtet und bilden eine mögliche positive Abweichung zur aktuellen Mittelfristplanung ab. Zu jedem Berichtsstichtag ändert sich der Betrachtungszeitraum rollierend.
Die im Risikomanagementsystem erfassten und bewerteten Risiken werden im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 berücksichtigt, sofern sie entsprechend konkret sind und anzuwendende Bilanzierungsregelungen dies vorschreiben.
3.2.1.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die konjunkturelle Grunddynamik des abgelaufenen Geschäftsjahres war aufwärtsgerichtet, auch wenn zu Beginn des Jahres noch von einer besseren Entwicklung der Konjunktur ausgegangen wurde. Diese Entwicklung wurde insbesondere durch die Anschaffungsneigung der Konsumenten und die Stimmung im Handel bestimmt.
Die Europäische Zentralbank veränderte ihren geldpolitischen Kurs nicht, was dazu führte, dass Kredite für die Realwirtschaft zu anhaltend günstigen Konditionen vergeben wurden. Dies trug weiterhin zu niedrigen Zinssätzen und positiven Erwartungen hinsichtlich günstiger Kreditbedingungen bei.
Für Gelsenwasser ist die konjunkturelle Entwicklung der deutschen Binnenwirtschaft wie für alle Energieversorgungsunternehmen von großer Bedeutung. Während der Absatz von Strom, Gas und Wasser an private Haushalte maßgeblich von der Witterung abhängig ist, reagieren Industrie- und Gewerbekunden sehr sensibel auf konjunkturelle Schwankungen.
Die mittelfristige Konjunkturentwicklung beurteilt Gelsenwasser weiterhin verhalten optimistisch. Zwar ist die Wirtschaft bereits stark ausgelastet, in den kommenden Jahren kann sie dennoch leicht zulegen. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten jedoch Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben, was die Konjunktur beeinträchtigen würde. Eine solche Entwicklung könnte auch auf die deutsche Wirtschaft erhebliche Auswirkungen haben und wirtschaftliches Wachstum abschwächen.
3.2.1.3 Gasgeschäft
Der europäische Gasmarkt sah sich in den letzten Jahren durch die Entwicklungen der Märkte bei Angebot und Nachfrage großen Veränderungen ausgesetzt, die für Gelsenwasser zu erhöhtem Wettbewerbsdruck mit den damit verbundenen unternehmerischen Risiken geführt haben. Hinzu kommen regulatorische Eingriffe des Gesetzgebers, die hohe Flexibilität von allen Prozessen und handelnden Personen verlangen. Für das Risikomanagement bedeuten diese Veränderungen eine große Herausforderung. Für Gelsenwasser ergibt sich die Notwendigkeit, die Portfolio- und Risikomanagementkompetenzen fortlaufend auszubauen.
Die Organisationseinheit "Risikocontrolling Handel" bei Gelsenwasser steuert alle Energie-Risiken durch ein in sich geschlossenes System verschiedener Bausteine. Eine eigene Risikorichtlinie, in der neben den Gas-Geschäftsprozessen auch die Anforderungen an Handelspartner und die Funktionsweise der verschiedenen Handelslimits abgebildet sind, bildet das Grundgerüst. Die an dieser Stelle fixierten Limits stellen sicher, dass sich sämtliche Aktivitäten im Geschäftsfeld Gas immer nur im Rahmen eines vorgegebenen Korridors bewegen. Das Risikocontrolling überwacht fortlaufend die Einhaltung sämtlicher Limits. Ebenso führt es vertiefende Analysen der Handelsaktivitäten durch und berichtet diese Ergebnisse an das Risikokomitee. Die kontinuierliche Kontrolle der Handelspartner anhand der in der Richtlinie hinterlegten Anforderungen ist ebenfalls eine Kernaufgabe dieses Organisationsbereichs.
Das Risikokomitee, dem die Verantwortlichen der Unternehmensbereiche Finanzen und Vertrieb sowie benannte Personen aus den Bereichen Gasbeschaffung, Gashandel, Risikocontrolling und Recht angehören, tagt einmal im Monat. Das Gremium ist verantwortlich für die Überwachung der Handelsaktivitäten im Gasbereich und die Weiterentwicklung der Risikosysteme. Es diskutiert die aktuellen Analysen, bewertet risikorelevante Fragestellungen und erteilt die Freigaben für Handelspartner. Zudem obliegt es dem Risikokomitee, im Bedarfsfall die Limits der Risikorichtlinie entsprechend anzupassen und die Änderungen für die Risikorichtlinie vorzuschlagen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Risikokomitee elf turnusmäßige Sitzungen abgehalten. Im Fall termingebundener Entscheidungen, z. B. bei der Zulassung neuer Handelspartner oder der Genehmigung neuer Bezugsverträge, wurde die Zustimmung des Gremiums zudem über protokollierte Umlaufbeschlüsse herbeigeführt. Das Risikocontrolling bringt in solchen Fällen immer eine entsprechende Risikokalkulation ein und spricht eine diesbezügliche Empfehlung aus.
Die Entscheidungen und Handlungsempfehlungen des Risikokomitees werden dem Vorstand der GELSENWASSER AG und der Funktionseinheit Risikomanagement mitgeteilt.
3.2.1.4 Stromgeschäft
Das Stromgeschäft war im Geschäftsjahr 2018 geprägt durch die Aufnahme der Beschaffungskooperation mit der Energiehandelsgesellschaft West mbH.
Der hierdurch bedingte starke Anstieg der Strombeschaffungs- und Stromhandelsaktivitäten machte weitere umfangreiche organisatorische Anpassungen im Unternehmen notwendig. Neben dem Beschaffungscontrolling Strom wurde ein Risikocontrolling für sämtliche Stromaktivitäten aufgebaut und in die Prozesse integriert.
Analog zur Gassparte erfolgt die Berichterstattung von Ergebnis- und Risikokennzahlen an Kontrollorgane zu festgelegten Stichtagen und in fortlaufenden Zyklen.
Hierbei werden Ergebniskennzahlen täglich an die Kooperationspartner kommuniziert. In den monatlichen Sitzungen des Risikokomitees für den Energiehandel werden Bonitätsprüfungen zu bestehenden und potenziellen Kontrahenten vorgestellt und diskutiert. Ebenso werden Risikokennzahlen berichtet und die zukünftige Risikoberichterstattung abgestimmt.
Der Lenkungskreis für die Stromsparte kommt ebenfalls monatlich zusammen. Diesem Gremium werden neben Ergebniskennzahlen insbesondere kooperationsrelevante Sachverhalte vorgestellt. Das Gremium entscheidet über die originären Fragestellungen der Strombeschaffung und des Stromhandels.
3.2.2 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem
Das grundsätzliche Risiko der externen Finanzberichterstattung besteht darin, dass der Jahresabschluss, der Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechende Informationen enthalten, die Einfluss auf Entscheidungen ihrer Adressaten haben könnten. Zur Begrenzung solcher Risiken besteht bei Gelsenwasser ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem (IKS), das darauf ausgelegt ist, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die hieraus gegebenenfalls entstehenden Fehler zu vermeiden.
Die Gesamtverantwortung für das zur Risikoabwicklung erforderliche interne Kontrollsystem liegt beim Vorstand der GELSENWASSER AG. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Prüfungsausschuss, sowie die Interne Revision der GELSENWASSER AG sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Überwachungssystem des Konzerns eingebunden.
Die Ausgestaltung des prozessabhängigen rechnungslegungsbezogenen IKS ergibt sich aus der Organisation des Planungs- und Rechnungslegungsprozesses.
Im Rahmen des jährlich stattfindenden Planungsprozesses erstellen die GELSENWASSER AG sowie alle Konzerngesellschaften Mittelfristplanungen bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Finanzplan. Diese umfassen das Budget für das Folgejahr sowie die Vorschau für die darauf folgenden vier Geschäftsjahre. Die Planungen der Tochterunternehmen werden im Rahmen von Gesellschafterversammlungen bzw. Aufsichtsratssitzungen genehmigt, wobei das Budget die verbindliche Zielvorgabe für die Geschäftsführungen darstellt. Alle genehmigten Mittelfristplanungen der konsolidierten Gesellschaften werden zusammen mit der Planung der GELSENWASSER AG unter Berücksichtigung von Konsolidierungsbuchungen zur Konzern-Mittelfristplanung aggregiert und dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG zur Beratung vorgelegt. Die Budgets für die GELSENWASSER AG und den Gelsenwasser-Konzern gelten als verbindliche Zielvorgabe für den Vorstand.
Die organisatorischen Regelungen im Rechnungswesen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst werden. Für jedes Quartal werden von der GELSENWASSER AG und den konsolidierten Tochterunternehmen Gewinn- und Verlustrechnungen erstellt und nach Durchführung der Konsolidierungsbuchungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung verdichtet. Anschließend werden sowohl für die Einzelgesellschaften als auch für den Konzern Abweichungsanalysen zu den Budgets erstellt. Der Vorstand erhält diese Analysen regelmäßig im Rahmen des internen Managementberichts. Der Prüfungsausschuss sowie der Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG werden neben der regelmäßigen Berichterstattung zu den planmäßigen Sitzungen vierteljährlich durch schriftliche Vorlagen zum Geschäftsverlauf informiert. Der jeweils zum 30. Juni eines Jahres zu erstellende Halbjahresfinanzbericht wird vor Veröffentlichung mit dem Prüfungsausschuss erörtert.
Die GELSENWASSER AG sowie alle zum Berichtsstichtag vollkonsolidierten Tochterunternehmen verarbeiten sämtliche Geschäftsvorfälle der Finanz- und Anlagenbuchhaltung unter Verwendung der Standardsoftware SAP R/3. Die Lohn- und Gehaltsabrechnung erfolgt für die genannten Unternehmen mithilfe des EDV-Systems PAISY, das über eine Schnittstelle an das Finanzbuchhaltungssystem angebunden ist. Der Buchungsstoff der anteilig bilanzierten Wasserwerke Westfalen GmbH wird zu jedem Quartalsabschluss auf Basis der Quartalssalden in das SAP-System eingelesen, sodass alle für die Erstellung der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung notwendigen Daten im SAP-System verfügbar sind. Für alle vollkonsolidierten Tochterunternehmen mit Ausnahme der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH erfolgen die laufende Buchführung sowie die Abschlusserstellung zentral durch Mitarbeiter des Rechnungswesens der GELSENWASSER AG auf der Basis von Dienstleistungsverträgen. Die Überwachung von Finanzinstrumenten, des Zahlungsverkehrs sowie der Geldanlagen und Geldaufnahmen im Rahmen des Cash-Poolings erfolgt für diese Unternehmen ebenfalls zentral durch die GELSENWASSER AG. Gleiches gilt für den oben genannten Planungsprozess.
Für die Erstellung des Konzernabschlusses nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, gilt für sämtliche Konzernunternehmen eine einheitliche IFRS-Bilanzierungsrichtlinie, die regelmäßig an die sich ändernden Standards angepasst wird.
Die Dokumentation der für die Rechnungslegung nach HGB und IFRS relevanten Buchungsgrundlagen wird durch das Rechnungswesen der GELSENWASSER AG sichergestellt und prozessorientiert gesteuert.
Die richtige Erfassung und Aufbereitung von unternehmerischen Sachverhalten und deren Übernahme in das Rechnungslegungssystem wird durch regelmäßige Prüfungen der Internen Revision überwacht. Die Prüfungen der Internen Revision erfolgen konzernweit für alle konsolidierten Unternehmen. Die Interne Revision ist organisatorisch und disziplinarisch dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt.
Darüber hinaus wird die Einhaltung der IFRS-Bilanzierungsrichtlinie auf Ebene des Gelsenwasser-Konzerns und auf Ebene der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften im Rahmen der Abschlussprüfungen der jeweiligen Wirtschaftsprüfer geprüft. Die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der zur Abschlusserstellung eingesetzten Software wird durch den Konzernabschlussprüfer im Rahmen seiner jährlichen Prüfung bestätigt.
3.2.3 Darstellung der wesentlichen Einzelrisiken
Risiken werden grundsätzlich konzerneinheitlich entsprechend der Richtlinie bewertet. Die Bedeutung von Risiken wird auf Basis der möglichen Nettoschadenshöhe im Vergleich zur Ergebnisplanung und der Eintrittswahrscheinlichkeit des jeweiligen Risikos definiert. Risiken werden gemäß dieser beiden Faktoren in ihrer Tragweite kategorisiert.
Diese Kategorisierung beruht auf der neu konzipierten Risk Map der GELSENWASSER AG.
Die zugrunde liegenden Skalen zur Messung dieser Faktoren sind nachfolgend aufgeführt.
Eintrittswahrscheinlichkeit
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| Bezeichnung | Beschreibung | Bandbreite |
|---|---|---|
| So gut wie auszuschließen | wird nach praktischer Vernunft nicht eintreten | bis 1 % |
| Nicht auszuschließen | der Eintritt ist eher unwahrscheinlich | > 1 % bis 20 % |
| Möglich | wird maximal in der Hälfte der Fälle eintreten | > 20 % bis 50 % |
| Wahrscheinlich | wird in mehr als der Hälfte der Fälle eintreten | > 50 % bis 80 % |
| Sehr wahrscheinlich | wird sehr wahrscheinlich eintreten | > 80 % |
Risikoklasse
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| Bezeichnung | Beschreibung | % vom 5-Jahresmittel EBT |
|---|---|---|
| Kritisch | Bestandsgefährdende negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | ≥ 200 |
| Hoch | Schwerwiegende negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | > 100 < 200 |
| Erheblich | Bedeutende negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | > 15 < 100 |
| Gering | Moderate negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | > 5 < 15 |
| Unbedeutend | Unwesentliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | ≤ 5 |
Die Kombination beider Faktoren führt zu der im Folgenden dargestellten Risk Map, in der die Einzelrisiken entsprechend ihrer Auswirkung für den Konzern dargestellt werden. Als Ergebnis der Kombination ergeben sich die Risikokategorien "schwerwiegend/bestandsgefährdend", "bedeutend", "mittel" und "unerheblich", die die Tragweite der einzelnen Risiken zum Ausdruck bringen.

Entsprechend des Offenlegungskonzepts des Gelsenwasser-Konzerns erfolgt die externe Risiko- und Chancenberichterstattung im Konzernlagebericht auf Basis übereinstimmender Schwellenwerte, die für die interne Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG Grundlage sind. Als Schwellenwert für die interne Berichterstattung wurden Risiken definiert, deren Tragweite mindestens der Kategorie "mittel" zugeordnet wird.
Zum 31. Dezember 2018 bestehen keine Risiken, deren Tragweite den Risikokategorien "bedeutend" oder "schwerwiegend/ bestandsgefährdend" zugeordnet wird.
Nachfolgend werden alle quantitativen und qualitativen Risiken der "mittleren" Risikokategorie beschrieben, die zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2018 berichtet wurden.
Risiken aufgrund politischer und rechtlicher Entwicklungen
Im rechtlichen Bereich können sich unternehmerische Risiken aus vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern, aus rechtspolitischen Entwicklungen, wie z. B. der Entscheidungspraxis der Gerichte oder den Aktivitäten des Bundeskartellamts unter geänderten kartellrechtlichen Rahmenbedingungen, ergeben. Aus diesem Grund bewertet Gelsenwasser das Risiko einer möglichen Verpflichtung zur Senkung der Wasserpreise bei Haushaltskunden vor dem Hintergrund möglicher kartellrechtlicher Überprüfungen nach Berücksichtigung der Sicherungsmaßnahmen in der Risikoklasse "erheblich". Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde diese Risikoposition fortlaufend aktualisiert und an die Gremien berichtet. Ein kartellrechtlicher Eingriff ist nach wie vor "möglich".
Gelsenwasser beteiligt sich u. a. aktiv an einem betriebswirtschaftlichen Vergleich zwischen rund 100 Wasserversorgern in Nordrhein-Westfalen (Benchmarking Wasser NRW). Neben den NRW-Ministerien und den entsprechenden Fachverbänden, die als Träger des Projekts fungieren, ist auch die Landeskartellbehörde NRW in die Diskussion und inhaltliche Entwicklung des Benchmarkings eingebunden. Die Ergebnisse des Projekts werden laufend veröffentlicht. Den Wasserpreisen von Gelsenwasser liegt eine von einem Gutachter überprüfte Kostenkalkulation zugrunde, die von einer ständigen Schiedsstelle bestätigt wird. Zudem versucht das Unternehmen, Risiken aus dem politischen, rechtlichen und regulatorischen Umfeld des Gelsenwasser-Konzerns durch einen intensiven und konstruktiven Dialog mit Behörden und Politik zu begegnen und dadurch aktiv zu steuern.
Risiken aus Anlagenverlusten im Contracting
Gelsenwasser bietet Privatkunden, Großkunden und Kommunen individuelle Lösungen für die optimale Strom- und Wärmeversorgung in Form des Energie-Contractings. Dabei übernimmt Gelsenwasser die kompletten Investitionskosten für Heizung, Warmwasser, Solaranlage oder Kamin. Etwaige Anlagenverluste durch technischen Defekt und zufälligen Untergang trägt damit Gelsenwasser. Das Risiko, dass bei technischen Anlagen nach Ablauf der Gewährleistung ein irreparabler Schaden auftritt und zu einem Anlagenverlust führt, besteht grundsätzlich. Dieses Investitionsrisiko wird in der Risikoklasse "erheblich" geführt, die Eintrittswahrscheinlichkeit wird mit "nicht auszuschließen" bewertet.
Konzessionsrisiken
Der Gelsenwasser-Konzern ist Risiken ausgesetzt, die sich aus dem möglichen Verlust von Konzessionen für Wassernetze ergeben können. Wasserkonzessionsverträge sind in der Regel für einen langfristigen Zeitraum abgeschlossen, was die Risiken gut einschätzbar macht. Trotz aller Bemühungen, eine Verlängerung auslaufender Konzessionsverträge sicherzustellen, verbleibt ein in der Risikoklasse "gering" geführtes Risiko, dass wegfallende Wasserkonzessionen das Ergebnis belasten können. Der Eintritt wird als "möglich" eingestuft.
Risikokapital
Im Rahmen der Energiehandelsaktivitäten geht die GELSENWASSER AG verschiedene Arten von Marktrisiken ein. Diese Marktrisiken beinhalten auch Risiken wirtschaftlicher Art, die sich aus Mengen- und/oder Preisänderungen von Commodities ergeben können. Gemäß einer Konzernrichtlinie erfolgt die Limitierung von Marktrisiken über die Allokation von Risikokapital. Dieses Risikokapital steht zur Deckung und Absicherung möglicher Verluste im Fall des Risikoeintritts zur Verfügung. Dass das Risiko eintritt, wird als "möglich" eingeschätzt, die Bewertung des Ausmaßes erfolgt in der Risikoklasse "gering".
Zusammenfassende Beurteilung der Risikolage
Aus heutiger Sicht ist ausgehend von der Gesamtrisikosituation keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Größenordnung von Risiken erkennbar. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 hat sich diese Einschätzung nicht verändert. Wie in den Vorjahren hat Gelsenwasser im Jahr 2018 erneut den Fokus auf die fortlaufende Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken gelegt. Hierbei hat insbesondere die Qualität der Risikoinventurergebnisse durch inhaltliche Weiterentwicklungen zugenommen. Die Einschätzung der Risikogesamtsituation sowie die Beurteilung der Einzelrisiken sind jederzeit möglich.
Neben der Risikogesamtsituation lässt sich auch auf Basis der Einzelrisiken kein bestandsgefährdender Sachverhalt erkennen.
3.2.4 Darstellung der wesentlichen Chancen
Der Chancenmanagementprozess ist in die internen Prozesse von Gelsenwasser integriert und wird auf Grundlage der Unternehmensstrategie in den operativen Fachbereichen durchgeführt. Im Rahmen der Strategie- und Planungsprozesse analysieren und bewerten die Fachbereichsverantwortlichen potenzielle Marktchancen und identifizieren konkrete Chancen. Sofern das Eintreten der identifizierten Chancen als wahrscheinlich eingeschätzt wird, werden sie in der Mittelfristplanung berücksichtigt und im Planungsprozess dokumentiert. Zudem gibt es einen systematischen Chancenerhebungsprozess außerhalb des Planungsprozesses.
Grundsätzlich werden Chancen in ihrer Tragweite und Eintrittswahrscheinlichkeit - analog zu den Risiken - entsprechend der Größenordnung bei den Risikoklassen sowie den Bandbreiten bei den Eintrittswahrscheinlichkeiten in der Risk Map bewertet.
Ch ancen in der Mittelfristplanung
Chancen, die bereits in der Mittelfristplanung berücksichtigt worden sind, bestehen für Gelsenwasser insbesondere im Ausbau des Beteiligungsportfolios und der Generierung von Beteiligungserträgen. Das Beteiligungsportfolio stellt schon heute eine wichtige Ertragsquelle für den Gelsenwasser-Konzern dar. Strategisch sieht Gelsenwasser eine Investition in eine Beteiligung immer als langfristiges Engagement, bei dem nicht ausschließlich die Finanzinvestition im Vordergrund steht. Ziel ist vielmehr der Ausbau der Kooperation und des Wissenstransfers im Unternehmensverbund sowie die Weiterentwicklung der Beteiligung durch ein aktives operatives Management. Gelsenwasser sieht es als primäre Aufgabe, gemeinsam mit Beteiligungsunternehmen und Partnern, Synergiepotenziale zu identifizieren und auszuschöpfen.
Ebenso werden Chancen aus Dienstleistungs- und Betriebsführungsaktivitäten als so wahrscheinlich bewertet, dass sie in die aktuelle Mittelfristplanung eingeflossen sind. Das weitere Wachstum im Bereich der Dienstleistungsaktivitäten ist für Gelsenwasser wichtig. Unter der Service-Marke "GELSENWASSER+" bietet Gelsenwasser ein breites Spektrum von Dienstleistungen in den Bereichen Wasser, Abwasser, Energie und Querschnittsaufgaben. Das Serviceangebot richtet sich vor allem an Kommunen, Stadtwerke, Abwasserentsorger sowie Industrie- und Gewerbekunden. Bei den Dienstleistungen handelt es sich in der Regel um modular aufgebaute Systemlösungen, aus denen der Kunde nach Bedarf und individueller Situation auswählen kann und die individuell auf den spezifischen Bedarf zugeschnitten werden. Es handelt sich durchweg um Lösungen, die sich in der Praxis im Gelsenwasser-Netzwerk bewährt haben, aber gleichwohl modern und innovativ sind. Das multidisziplinäre Know-how in der Gelsenwasser-Gruppe garantiert, dass alle fachspezifischen Aufgaben qualifiziert aus einer Hand gelöst werden.
Chancen außerhalb der Mittelfristplanung
Chancen, die zum Zeitpunkt der Aufstellung der Mittelfristplanung nicht hinreichend wahrscheinlich, jedoch möglich sind, werden in Analogie zu den Risiken systematisch erfasst. Grundlage hierzu bildet die konzernweit gültige Richtlinie. Diese regelt den Prozess der Chancenidentifikation, -bewertung und -erfassung außerhalb des Planungsprozesses. Dies erfolgt einmal jährlich zum Bilanzstichtag. Die Dokumentation dieser Chancen findet im Risiko- und Chancenmanagementsystem statt.
In Analogie zu den Risiken werden nachfolgend quantitative und qualitative Chancen dargestellt, die mit ihrer Tragweite mindestens der "mittleren" Kategorie zugeordnet werden. Im Rahmen der internen Chancenberichterstattung zum 31. Dezember 2018 erfüllte nur die Chance aus möglichen Erfolgen in Konzessionswettbewerben diese Bedingung.
Chancen aus dem Wettbewerb um Wasser- und Energiekonzessionen
Nach wie vor hat das Thema Konzessionsverträge eine wesentliche Bedeutung für Gelsenwasser. Dabei steigen die Anforderungen an die Beteiligten im Wettbewerb um Konzessionen kontinuierlich. Es werden flexiblere Modelle gefordert, deren Laufzeiten sich nicht unbedingt an der Laufzeit des Konzessionsvertrags orientieren. Die Kommunen treten dabei immer häufiger als Anbieter und Bieter bei den Konzessionsausschreibungen auf. Der Trend zur sogenannten Rekommunalisierung ist bislang nicht rückläufig. Der Gelsenwasser-Konzern sieht diese Entwicklung als Chance und Herausforderung von erheblicher Bedeutung. Insbesondere im Bereich der Wasserkonzessionen sieht Gelsenwasser es als "möglich" an, neue Wasserkonzessionen zu gewinnen. Die Steuerung dieser Chancen erfolgt insbesondere durch Beteiligung an Verfahren zur Neuvergabe von Wasserkonzessionen außerhalb des Versorgungsgebiets.
Globale Chancen
Das Chancenmanagementsystem des Gelsenwasser-Konzerns konzentriert sich auf Chancen, die ein aktives unternehmerisches Handeln erfordern. Chancen allgemeiner Art werden hingegen weder systematisch erfasst, bewertet noch dokumentiert, da sie nicht gesteuert werden können. Allgemeine, witterungs- und konjunkturbedingte Chancen können sich dennoch positiv auf die mittelfristigen Perspektiven von Gelsenwasser auswirken.
Witterungsbedingte Chancen können sich ergeben, indem kalte, lange Winter den Energieabsatz erhöhen und insbesondere auch die Bewirtschaftung der mit hohen Risiken verbundenen Gasspeicherprojekte sinnvoll und erfolgreich machen. Während derartiger Wetterlagen bietet sich Gelsenwasser ebenso die Chance, die Notwendigkeit der Gasspeicherprojekte im Rahmen der Versorgungssicherheit auch in der öffentlichen Wahrnehmung in den Vordergrund zu stellen. Bei anhaltender Trockenheit während der Sommerzeit steigt wiederum der Wasserabsatz.
Auch eine gute konjunkturelle Dynamik, insbesondere in Deutschland, kann sich positiv auf die Geschäftsentwicklung in den verschiedenen Geschäftssegmenten von Gelsenwasser auswirken. Deutschland bleibt voraussichtlich auf einem - wenn auch niedrigen - Wachstumskurs. Insoweit bieten sich für Gelsenwasser Chancen, dass die Absatzmengen insbesondere an die konjunktursensiblen Industrie- und Sondervertragskunden gesteigert werden können. Eine ausbleibende konjunkturelle Abschwächung kann sich zudem auch auf das Nachfrageverhalten der privaten Haushalte auswirken.
Zusammenfassende Beurteilung der Chancenlage
Die Identifizierung, Bewertung und Steuerung sich ergebender Chancen und Potenziale sieht Gelsenwasser als zentrales Standbein des unternehmerischen Handelns. Sie sind für den Fortbestand eines Unternehmens maßgeblich und somit von elementarer Bedeutung. Demzufolge ist die erfolgreiche Umsetzung potenzieller Chancen für den Vorstand ein wichtiges und hoch priorisiertes Thema.
Die zusammenfassende Beurteilung der Chancenlage hat sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 nicht wesentlich verändert.
4 Übernahmerechtliche Angaben nach §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB
4.1 Vorschriften über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Satzungsänderungen
Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften in den §§ 84, 85 AktG und liegt in der Zuständigkeit des Aufsichtsrats. Dieser bestellt die Vorstandsmitglieder für eine maximale Amtszeit von fünf Jahren. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit jeweils für höchstens fünf Jahre ist - vorbehaltlich § 84 Abs. 1 Satz 3 AktG - zulässig. Ergänzend bestimmt § 7 der Satzung, dass der Vorstand aus zwei oder mehreren Personen besteht und die Zahl der Vorstandsmitglieder durch den Aufsichtsrat bestimmt wird.
Satzungsänderungen erfolgen durch Beschlussfassung der Hauptversammlung nach den §§ 179, 133 AktG. § 23 der Satzung senkt im Rahmen des gesetzlich Zulässigen die gesetzlichen Mehrheitserfordernisse ab. Der Aufsichtsrat ist nach § 17 der Satzung zu Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen.
4.2 Befugnisse des Vorstands hinsichtlich Aktienausgabe und Aktienrückkauf
Für die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, gelten die aktienrechtlichen Bestimmungen (§§ 71 Abs. 1, 202 ff. AktG). Hauptversammlungsbeschlüsse, die den Vorstand zur Ausgabe oder zum Rückkauf von Aktien ermächtigen, liegen nicht vor.
4.3 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital in Höhe von 103.125.000 € ist eingeteilt in 3.437.500 auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stammaktien (Stückaktien), die jeweils die gleichen Rechte und Pflichten gewähren. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt.
An der GELSENWASSER AG ist die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, ein paritätisches Beteiligungsunternehmen der Stadtwerke Bochum Beteiligungsgesellschaft mbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, über die Wasser und Gas Westfalen GmbH, Bochum, zum 31. Dezember 2018 mit 3.194.600 Aktien, entsprechend einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte, beteiligt.
4.4 Change-of-Control-Klauseln
Mit beiden Vorstandsmitgliedern ist eine Change-of-Control-Klausel vereinbart, die ihnen ein Sonderkündigungsrecht einräumt. Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts besteht ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung in Höhe von maximal 1.000.000 € für Herrn Deters bzw. 650.000 € für Herrn Dr. Waider.
5 Grundzüge der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
5.1 Vergütung des Vorstands
Mit Herrn Henning R. Deters und Herrn Dr. Dirk Waider sind neben einem festen Grundgehalt eine einjährige erfolgsabhängige Vergütung, deren Basis das jährliche Ergebnis vor Ertragsteuern des Gelsenwasser-Konzerns darstellt, eine ebenfalls einjährige erfolgsabhängige Vergütung, deren Höhe im Ermessen des Aufsichtsrats liegt, und eine mehrjährige erfolgsabhängige Vergütung, deren Höhe sich nach dem Grad der Zielerreichung über einen Drei-Jahres-Zeitraum bemisst, vereinbart. Ziel dabei ist die Einhaltung vereinbarter Größenordnungen der Kennzahl ROCE.
Darüber hinaus enthält die Vergütung der Vorstandsmitglieder als Nebenleistungen Sach- und sonstige Bezüge, die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für Dienstwagennutzung und Versicherungsprämien bestehen. Hinzu kommen Mandatseinkünfte für die Tätigkeit in Aufsichtsräten und ähnlichen Gremien in Unternehmen der Gelsenwasser-Gruppe.
Des Weiteren bestehen Pensionszusagen, die den Vorstandsmitgliedern einen Anspruch auf lebenslange Ruhegeld- und Witwenversorgung einräumen.
Herrn Deters ist mit Vollendung des 62. Lebensjahres ein Ruhegehalt in Höhe von 70 % des Grundgehalts zugesagt. Für den Todesfall oder im Fall krankheitsbedingten Ausscheidens ist ein Ruhegehalt zugesagt, das 32 % des Grundgehalts beträgt und mit Vollendung eines jeden Dienstjahres um 2 % der ruhegehaltsfähigen Vergütung steigt. Herrn Dr. Waider, dessen Pensionsansprüche aus der Vorbeschäftigung im Unternehmen getrennt erhalten bleiben, ist mit Erreichen des 65. Lebensjahres oder für den Fall der Invalidität eine betriebliche Altersversorgung in Form einer beitragsorientierten Pensionszusage erteilt, für die eine Rückstellung gebildet wird. Grundlage ist ein jährlicher Beitrag in Höhe von 30 % des Grundgehalts.
Die Anwartschaft auf Witwenrente beträgt im Falle von Herrn Deters 55 % und bei Herrn Dr. Waider 60 % des Ruhegelds; im Todesfall während der Laufzeit des Anstellungsvertrags werden für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate die vollen Bezüge an die Witwen gezahlt.
Für den Fall der Beendigung ihres Anstellungsvertrags sind mit Herrn Deters und mit Herrn Dr. Waider Übergangsbezüge in Höhe von 50 % ihres Grundgehalts bis zur Vollendung des 62. Lebensjahres vereinbart.
Die Regelungen zu möglichen Abfindungszahlungen bei Ausübung von Sonderkündigungsrechten sind im Abschnitt 4.4 dieses zusammengefassten Lageberichts dargestellt.
Für das Geschäftsjahr 2018 betragen die gewährten Zuwendungen des Vorstands:
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| Gewährte Zuwendungen | Henning R. Deters | |||
|---|---|---|---|---|
| Vorstandsvorsitzender | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 | 2018 | 2018 (Min) | 2018 (Max) | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 405.000,00 | 405.000,00 | 405.000,00 | 405.000,00 |
| Nebenleistungen | 29.971,16 | 32.000,96 | 32.000,96 | 32.000,96 |
| Summe | 434.971,16 | 437.000,96 | 437.000,96 | 437.000,96 |
| Einjährige variable Vergütung | 135.000,00 | 135.000,00 | 75.600,00 | 202.500,00 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Erreichung Plan-ROCE, Planlaufzeit 2017-2019 | 135.000,00 | - | - | - |
| Erreichung Plan-ROCE, Planlaufzeit 2018-2020 | - | 135.000,00 | 108.000,00 | 202.500,00 |
| Summe | 704.971,16 | 707.000,96 | 620.600,96 | 842.000,96 |
| Versorgungsaufwand | 487.326,00 | 508.477,00 | 508.477,00 | 508.477,00 |
| Gesamtvergütung | 1.192.297,16 | 1.215.477,96 | 1.129.077,96 | 1.350.477,96 |
| Gewährte Zuwendungen | Dr.-Ing. Dirk Waider | |||
| Vorstandsmitglied | ||||
| 2017 | 2018 | 2018 (Min) | 2018 (Max) | |
| Festvergütung | 270.000,00 | 279.000,00 | 279.000,00 | 279.000,00 |
| Nebenleistungen | 38.543,54 | 38.734,22 | 38.734,22 | 38.734,22 |
| Summe | 308.543,54 | 317.734,22 | 317.734,22 | 317.734,22 |
| Einjährige variable Vergütung | 90.000,00 | 93.000,00 | - | 139.500,00 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Erreichung Plan-ROCE, Planlaufzeit 2017-2019 | 90.000,00 | - | - | - |
| Erreichung Plan-ROCE, Planlaufzeit 2018-2020 | - | 93.000,00 | - | 139.500,00 |
| Summe | 488.543,54 | 503.734,22 | 317.734,22 | 596.734,22 |
| Versorgungsaufwand | 146.928,00 | 152.278,00 | 152.278,00 | 152.278,00 |
| Gesamtvergütung | 635.471,54 | 656.012,22 | 470.012,22 | 749.012,22 |
Der Zufluss setzt sich folgendermaßen zusammen:
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| Zufluss | Henning R. Deters | Dr.-Ing. Dirk Waider | ||
|---|---|---|---|---|
| Vorstandsvorsitzender | Vorstandsmitglied | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 | 2018 | 2017 | 2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 405.000,00 | 405.000,00 | 270.000,00 | 279.000,00 |
| Nebenleistungen | 29.971,16 | 32.000,96 | 38.543,54 | 38.734,22 |
| Summe | 434.971,16 | 437.000,96 | 308.543,54 | 317.734,22 |
| Einjährige variable Vergütung | 175.281,25 | 182.250,00 | 123.520,83 | 138.150,00 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| Erreichung Plan-ROCE, Planlaufzeit 2015-2017 | 162.500,00 | - | 109.375,00 | - |
| Erreichung Plan-ROCE, Planlaufzeit 2016-2018 | - | 150.281,25 | - | 103.050,00 |
| Summe | 772.752,41 | 769.532,21 | 541.439,37 | 558.934,22 |
| Versorgungsaufwand | 487.326,00 | 508.477,00 | 146.928,00 | 152.278,00 |
| Gesamtvergütung | 1.260.078,41 | 1.278.009,21 | 688.367,37 | 711.212,22 |
5.2 Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung von 4.000 €. Darüber hinaus erhalten sie 32 ct pro 1.000 € des sich aus dem Konzernabschluss ergebenden Ergebnisses vor Ertragsteuern. Ergebnisanteile über 80.000.000 € bleiben dabei unberücksichtigt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte, jeder Stellvertreter das Eineinhalbfache der vorgenannten Beträge. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten eine entsprechend der Dauer ihrer Aufsichtsratszugehörigkeit geringere Vergütung.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten außerdem den Ersatz ihrer Auslagen.
Gelsenkirchen, 22. März 2019
GELSENWASSER AG
Der Vorstand
Henning R. Deters
Dr.-Ing. Dirk Waider
1 BNetzA und BKartA: Monitoringbericht 2018, Stand: 21. November 2018
2 Richtlinien-Vorschlag der EU-Kommission unter: https://ec.europa.eu/germany/news/20180201-trinkwasser_de
3 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): Unsere Politik: "Nein zur Wegwerfgesellschaft", https://www.bmu.de/wenigeristmehr/unsere-politik-nein-zur-wegwerfgesellschaft/
4 BMU: https://www.dialog-spurenstoffstrategie.de/spurenstoffe/aktuelles/meldungen/Phase_2_Start.php
5 BMUB: Klimaschutzplan 2050 - Klimaschutzpolitische Grundsätze und Ziele der Bundesregierung
6 ewi Energy Research & Scenarios gGmbH: Energiemarkt 2030 und 2050 - Der Beitrag von Gas- und Wärmeinfrastruktur zu einer effizienten CO2-Minderung
7 BMI: Jedes Alter zählt - Eine demografiepolitische Bilanz der Bundesregierung zum Ende der 18. Legislaturperiode
8 https://www.metropoleruhr.de/regionalverband-ruhr/regionalstatistik/bevoelkerung/vorausberechnung.html
9 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Bericht auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung (z. B. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter) verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.
10 Geänderte Betrachtung: Im Berichtsjahr 2018 umfasst der Bilanzrahmen neben der GELSENWASSER AG auch die VGW und die GWN.
Bilanz zum 31. Dezember 2018
AKTIVA
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| Anhang | Stand 31.12.2018 Mio. € |
Stand 31.12.2017 Mio. € |
|
|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | (1) | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 5,3 | 5,1 | |
| II. Sachanlagen | 278,8 | 271,5 | |
| III. Finanzanlagen | 402,0 | 338,7 | |
| 686,1 | 615,3 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Vorräte | (2) | 18,5 | 18,2 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (3) | 218,1 | 152,5 |
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 29,3 | 122,8 | |
| 265,9 | 293,5 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | (4) | 8,1 | 8,3 |
| 960,1 | 917,1 | ||
| PASSIVA | |||
| Anhang | Stand 31.12.2018 Mio. € |
Stand 31.12.2017 Mio. € |
|
| A. Eigenkapital | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | (5) | 103,1 | 103,1 |
| II. Kapitalrücklage | (6) | 32,2 | 32,2 |
| III. Gewinnrücklagen | (7) | ||
| Andere Gewinnrücklagen | 230,2 | 226,3 | |
| 365,6 | 361,6 | ||
| B. Baukostenzuschüsse | (8) | 41,9 | 40,4 |
| C. Rückstellungen | (9) | 292,5 | 268,8 |
| D. Verbindlichkeiten | (10) | 260,1 | 246,3 |
| 960,1 | 917,1 |
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2018 bis 31.12.2018
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| Anhang | 2018 Mio. € |
2017 Mio. € |
|
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse (inkl. Energie-/ Stromsteuer) | (11) | 1.640,4 | 1.084,2 |
| Energie-/ Stromsteuer | (12) | -9,6 | -8,9 |
| Umsatzerlöse | 1.630,8 | 1.075,3 | |
| 2. Veränderung des Bestandes an fertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen | -1,1 | -0,5 | |
| 3. Andere aktivierte Eigenleistungen | 4,5 | 2,9 | |
| 4. Sonstige betriebliche Erträge | (13) | 3,4 | 3,0 |
| 5. Materialaufwand | (14) | -1.424,5 | -885,4 |
| 6. Personalaufwand | (15) | -113,5 | -96,6 |
| 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -20,7 | -20,2 | |
| 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | (16) | -57,6 | -57,0 |
| 9. Beteiligungsergebnis | (17) | 76,9 | 76,0 |
| 10. Finanzergebnis | (18) | -6,3 | -8,3 |
| 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (19) | -0,3 | -0,7 |
| 12. Ergebnis nach Steuern | 91,6 | 88,5 | |
| 13. Sonstige Steuern | -0,8 | -2,2 | |
| 14. Gewerbesteuerumlage | (20) | -11,7 | -6,2 |
| 15. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn | -75,1 | -76,1 | |
| 16. Jahresüberschuss | 4,0 | 4,0 | |
| 17. Einstellungen in andere Gewinnrücklagen | -4,0 | -4,0 | |
| 18. Bilanzgewinn | 0,0 | 0,0 |
Anhang 2018
Allgemeine Angaben
Die GELSENWASSER AG mit Sitz in Gelsenkirchen ist im Handelsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen unter HRB 165 eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde nach den maßgeblichen Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren gewählt.
Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 werden beim Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.
In der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sind im Interesse einer klaren Darstellung einzelne Posten zusammengefasst worden; die gesonderte Aufgliederung dieser Posten erfolgt in den jeweiligen Abschnitten des Anhangs. Eingeklammerte Ziffern in der Vorspalte der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung geben Hinweise auf die betreffenden Positionen im Anhang.
Die GELSENWASSER AG stellt neben dem Jahresabschluss einen Konzernabschluss auf und wird darüber hinaus in den Konzernabschluss der Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, einbezogen (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss der Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG wird beim Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.
Währungsumrechnung
Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit den zum Transaktionszeitpunkt geltenden Wechselkursen erfasst. Fremdwährungsgewinne und -verluste, die aus der Abwicklung dieser Geschäfte sowie aus der Umrechnung auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag resultieren, werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Gesellschaft beachtet die verpflichtend anzuwendenden gesetzlichen Regelungen. Darüber hinaus ist Folgendes anzumerken:
Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, das Sachanlagevermögen auf der Grundlage der Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Fertigungs- und Materialkosten notwendige Gemeinkosten. Zinsen für Fremdkapital bleiben außer Ansatz. Bis zum 31. Dezember 2017 wurden Ausgaben für Rohrnetzerneuerungen bis zu einer Gesamtlänge von 600 Metern im Jahr ihres Anfalls erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zum 1. Januar 2018 wurde die Bilanzierungsmethodik im Zusammenhang mit Rohrnetzerneuerungen geändert. Aufwendungen für nach diesem Stichtag durchgeführte Rohrnetzerneuerungen im Rahmen des vorher festgelegten Rehabilitationskonzeptes werden - unabhängig von der erneuerten Länge - aktiviert und über die erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Alle anderen Reparatur- und Instandhaltungsausgaben werden weiterhin im Jahr ihres Anfalls erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Die Abschreibungen auf vor dem 1. Januar 2010 angeschaffte oder hergestellte immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen erfolgen entweder linear oder degressiv mit späterem Übergang auf die lineare Methode zu den steuerlich zulässigen Höchstsätzen. Die Zugänge seit dem 1. Januar 2010 werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer ausschließlich linear abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Wert vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter mit Einzelanschaffungskosten von über 250 € bis 800 € werden im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben.
Die Nutzungsdauer beträgt bei immateriellen Vermögensgegenständen drei bis 40 Jahre, bei Gebäuden zehn bis 50 Jahre, bei Wassergewinnungsanlagen 33 bis 67 Jahre, beim Rohrnetz 25 bis 40 Jahre, bei Maschinen fünf bis 50 Jahre und bei Gegenständen der Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis 30 Jahre.
Anteile und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen und an Beteiligungsunternehmen sind zu Anschaffungskosten oder bei dauerhafter Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Zinslos gegebene Wohnungsbaudarlehen werden mit dem Barwert auf der Grundlage eines Zinssatzes von 5,5 %, verzinsliche Ausleihungen mit dem Nominalwert angesetzt.
Vorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Auf länger lagerndes Material werden ausreichende Abwertungen vorgenommen.
Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens.
Noch nicht abgerechnete Leistungen sind zu Herstellungskosten unter Einbeziehung von Einzelkosten und von Lohn- und Materialgemeinkosten angesetzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bilanziert. Möglichen Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen angemessen Rechnung getragen. Unverzinsliche langfristige Forderungen werden mit dem Barwert angesetzt. Erhaltene Abschlagszahlungen auf den abgegrenzten, noch nicht abgelesenen Verbrauch der Kunden sind mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verrechnet.
Die flüssigen Mittel werden zum Nennwert angesetzt.
Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag bilanziert, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.
Bis zum 31. Dezember 2002 vereinnahmte Baukostenzuschüsse werden jährlich mit 5 % ihres Ursprungswerts, die ab dem Jahr 2003 vereinnahmten Baukostenzuschüsse entsprechend dem Abschreibungsverlauf aufgelöst.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, wobei zukünftige Gehalts- und Rentenanpassungen berücksichtigt werden. Bei der Abzinsung werden die handelsrechtlichen Vorschriften beachtet, wobei ein durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre zugrunde gelegt und von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht wird.
Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit den jeweils von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten Zinssätzen abgezinst. Für zum 31. Dezember 2009 bestehende Aufwandsrückstellungen nach altem Handelsrecht wurde das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 3 EGHGB ausgeübt. Für diese Rückstellungen finden die Bewertungsregeln gemäß HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung Anwendung.
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Die Absicherungsstrategie von Gelsenwasser sieht vor, dass alle Risikopositionen aus Energiebeschaffungs- und -absatzverträgen sowie aus Gasmengen im Speicher (Grundgeschäfte) durch physische Gegengeschäfte abgesichert werden. Sowohl Grundgeschäfte als auch physische Gegengeschäfte werden getrennt nach den Commodities Gas und Strom jeweils in einer handelsrechtlichen Bewertungseinheit gemäß § 254 HGB (Makro-Bewertungseinheit) abgebildet. Erläuterungen zu den Bewertungseinheiten erfolgen in einem gesonderten Abschnitt innerhalb der ergänzenden Angaben.
Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen (1)
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anhang als Anlage beigefügt.
Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der GELSENWASSER AG ist als Teil des Anhangs wiedergegeben.
Die Ausleihungen betreffen durch Grundpfandrechte gesicherte unverzinsliche Wohnungsbaudarlehen an Mitarbeiter.
Vorräte (2)
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| in Mio. € | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 3,3 | 3,3 |
| Unfertige Leistungen | 2,6 | 3,7 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 12,6 | 11,2 |
| 18,5 | 18,2 |
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe umfassen im Wesentlichen Rohrnetz- und Anschlussmaterial.
Fertige Erzeugnisse und Waren beinhalten hauptsächlich den Anteil der GELSENWASSER AG an dem Arbeitsgas der Gasspeicher der Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG, Aachen, und der KGE - Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe GmbH & Co. KG, Gronau.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3)
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| in Mio. € | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 99,4 | 59,7 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 70,1 | 56,5 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 41,7 | 32,5 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 6,9 | 3,8 |
| 218,1 | 152,5 |
Der abgegrenzte, noch nicht abgelesene Verbrauch vom Ablesestichtag bis 31. Dezember 2018 beträgt 71,3 Mio. € (Vorjahr: 65,4 Mio. €) und ist unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erhaltene Abschlagszahlungen in Höhe von 49,2 Mio. € (Vorjahr: 44,1 Mio. €) auf den abgegrenzten, noch nicht abgelesenen Verbrauch der Kunden verrechnet.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 7,6 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €), verrechnet mit Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 2,9 Mio. € (Vorjahr: 3,1 Mio. €). Darüber hinaus bestehen sonstige Forderungen von 4,1 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €), verrechnet mit sonstigen Verbindlichkeiten von 1,1 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €). Der überwiegende Teil der Forderungen gegen verbundene Unternehmen besteht, wie im Vorjahr, aus Forderungen aus Cash-Pooling und kurzfristigen Ausleihungen sowie Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen.
In den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind 11,8 Mio. € (Vorjahr: 13,0 Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 2,9 Mio. € (Vorjahr: 2,3 Mio. €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Die restlichen Forderungen enthalten, wie im Vorjahr, hauptsächlich Forderungen aus Cash-Pooling.
Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Forderungen aus der Abrechnung von Aufwendungen der Sparten Gas und Strom sowie saldierte Forderungen aus Stromsteuer der Jahre 2017 und 2018 von 0,5 Mio. €.
Alle Forderungen haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Rechnungsabgrenzungsposten (4)
Der Posten enthält im Wesentlichen geleistete Ausgleichszahlungen und Investitionszuschüsse im Zusammenhang mit langjährigen Wasserbezugs- und -lieferverträgen. Sie werden in gleichbleibenden jährlichen Raten aufgelöst.
Gezeichnetes Kapital (5)
Das Grundkapital von 103.125.000 € ist eingeteilt in 3.437.500 nennbetragslose Stückaktien. Es ist voll eingezahlt.
Die Wasser und Gas Westfalen GmbH, Bochum, ein damaliges Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Bochum GmbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, hat der GELSENWASSER AG gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a. F. mitgeteilt, dass von ihr seit dem 11. September 2003 80,51 % der Stimmrechte an der GELSENWASSER AG gehalten werden.
Mit Datum vom 23. Oktober 2003 hat die Wasser und Gas Westfalen GmbH den außenstehenden Aktionären der GELSENWASSER AG ein Pflichtangebot gemäß §§ 35 ff. WpÜG a. F. zum Erwerb der von ihnen gehaltenen Aktien der GELSENWASSER AG gegen Zahlung einer Geldleistung in Höhe von 353,14 € je Aktie unterbreitet. Dieses Angebot wurde für insgesamt 258.962 Aktien angenommen. Das entspricht einem Anteil von 7,53 % des Grundkapitals und der Stimmrechte der GELSENWASSER AG.
Die Stadtwerke Bochum GmbH und die Dortmunder Stadtwerke AG übertrugen ihre bis dahin direkt gehaltenen Gelsenwasser-Aktien (Stadtwerke Bochum GmbH: 194.907 Aktien; Dortmunder Stadtwerke AG: 41.744 Aktien) auf die Wasser und Gas Westfalen GmbH.
Nach § 21 WpHG wurde der GELSENWASSER AG am 11. September 2016 mitgeteilt, dass die Anteile der Stadtwerke Bochum Holding GmbH an der Wasser und Gas Westfalen GmbH, Bochum, an die Stadtwerke Bochum Beteiligungsgesellschaft mbH (vormals: MULTIBRID WEA Verwaltungs GmbH), eine Beteiligung der Stadtwerke Bochum Holding GmbH, übertragen wurden.
Die Wasser und Gas Westfalen GmbH, Bochum, hielt zum 31. Dezember 2018 3.194.600 Aktien der GELSENWASSER AG. Dies entsprach einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte.
Kapitalrücklage (6)
In der Kapitalrücklage ist das Aufgeld aus früheren Kapitalerhöhungen in Höhe von 32,2 Mio. € enthalten.
Gewinnrücklagen (7)
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Andere Gewinnrücklagen | ||
| Bestand am 1. Januar | 226,3 | 222,3 |
| Zuführung aus dem Jahresüberschuss | 4,0 | 4,0 |
| Bestand am 31. Dezember | 230,3 | 226,3 |
Baukostenzuschüsse (8)
Gelsenwasser ist berechtigt, Baukostenzuschüsse für den Anschluss an die zentrale Wasserversorgung in Rechnung zu stellen. Diese von den Kunden erhaltenen Baukostenzuschüsse werden passiviert und i. d. R. analog zum Abschreibungsverlauf der bezuschussten Anlagen aufgelöst. Erträge aus der Auflösung werden unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.
Sie haben sich im Berichtsjahr folgendermaßen entwickelt:
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Bestand am 1. Januar | 40.391 | 40.494 |
| Zugänge | 4.740 | 3.477 |
| Erfasste Erlöse | 3.265 | 3.580 |
| Abgänge | - | - |
| Bestand am 31. Dezember | 41.866 | 40.391 |
Rückstellungen (9)
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| in Mio. € | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 219,5 | 195,2 |
| Steuerrückstellungen | 1,2 | 2,3 |
| Sonstige Rückstellungen | 71,8 | 71,3 |
| 292,5 | 268,8 |
Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von leistungsorientierten Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Hierbei besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, zugesagte Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen. Die Zusagen bemessen sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter.
Den versicherungsmathematischen Berechnungen der Versorgungsverpflichtungen und des Pensionsaufwands wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
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| in % | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Rechnungszins | 3,21 | 3,68 |
| Anwartschaftstrend | 2,5 | 2,5 |
| Rententrend | 2,0 | 2,0 |
| Rechnungsgrundlagen | Richttafeln 2018 G nach Prof. Dr. Klaus Heubeck | Richttafeln 2005 G nach Prof. Dr. Klaus Heubeck |
Bei Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (2,32 %) hätte sich ein um 35,2 Mio. € höherer Rückstellungsbetrag ergeben.
Die Steuerrückstellungen enthalten vorsorglich zurückgestellte Beträge für den noch nicht der steuerlichen Außenprüfung unterlegenen Zeitraum.
Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen energiewirtschaftliche Risiken in Form von drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften sowie Preisrisiken (41,9 Mio. €), ausstehende Eingangsrechnungen (8,5 Mio. €), Verpflichtungen im Personalbereich (7,4 Mio. €) und Konzessionsabgaben (4,0 Mio. €).
Verbindlichkeiten (10)
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| in Mio. € | Restlaufzeit | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamt | bis zu einem Jahr | von mehr als einem Jahr | davon mehr als fünf Jahre | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 0,5 | 0,5 | 0,0 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (0,6) | (0,6) | (0,0) | (0,0) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 75,7 | 75,7 | 0,0 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (52,9) | (52,9) | (0,0) | (0,0) |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 148,0 | 148,0 | 0,0 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (157,4) | (157,4) | (0,0) | (0,0) |
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||||
| Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs- | ||||
| verhältnis besteht | 12,7 | 12,7 | 0,0 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (16,0) | (16,0) | (0,0) | (0,0) |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 23,1 | 23,0 | 0,1 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (19,4) | (19,3) | (0,1) | (0,0) |
| - davon aus Steuern | 5,8 | 5,8 | 0,0 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (3,6) | (3,6) | (0,0) | (0,0) |
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 0,3 | 0,2 | 0,1 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (0,3) | (0,2) | (0,1) | (0,0) |
| Summe | 260,0 | 259,9 | 0,1 | 0,0 |
| (Vorjahr) | (246,3) | (246,2) | (0,1) | (0,0) |
Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 61,7 Mio. € (Vorjahr: 68,0 Mio. €) auf die Wasser und Gas Westfalen GmbH. Steuererstattungsansprüche in Höhe von 11,3 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €), Forderungen aus einer Finanzierungsvereinbarung in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) sowie einer Überzahlung der Gewerbesteuerumlage in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: -0,5 Mio. €) wurden mit der Verbindlichkeit aus der Gewinnabführung in Höhe von 75,1 Mio. € (Vorjahr: 76,1 Mio. €) saldiert.
Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten verrechnete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €). Darüber hinaus bestehen, wie im Vorjahr, im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €). Im Übrigen handelt es sich ganz überwiegend um Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse (inkl. Energie-/Stromsteuer) (11)
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Erlöse aus dem Gasverkauf (inkl. Wärmeverkauf) | 1.205,6 | 761,1 |
| Erlöse aus dem Wasserverkauf | 213,8 | 207,2 |
| Erlöse aus dem Stromverkauf | 139,0 | 39,3 |
| Erlöse aus der Auflösung von Baukostenzuschüssen | 3,3 | 3,6 |
| Sonstige Erlöse | 78,7 | 73,0 |
| 1.640,4 | 1.084,2 |
Die Umsatzerlöse werden ganz überwiegend im Inland erzielt.
Energie-/Stromsteuer (12)
Energie- und Stromsteuer entstehen bei Lieferung von Erdgas und Strom an Endverbraucher. Sie werden offen von den Umsatzerlösen abgesetzt.
Sonstige betriebliche Erträge (13)
Die hier ausgewiesenen Erträge enthalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 0,2 Mio. € sowie Erträge aus Anlagenabgängen in Höhe von 0,4 Mio. €. Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge weitere periodenfremde Erträge in Höhe von 0,1 Mio. €.
Materialaufwand (14)
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 1.353,7 | 807,6 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 70,8 | 77,8 |
| 1.424,5 | 885,4 |
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren enthalten überwiegend Aufwendungen für den Gas-, Wasser- und Strombezug, darüber hinaus Energieaufwendungen und Reparaturmaterialien.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen entfallen im Wesentlichen auf Anlagenunterhaltung, Netznutzungsentgelte sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Nutzung der Erdgasspeicher.
Personalaufwand (15)
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 72,2 | 69,7 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 41,3 | 26,9 |
| 113,5 | 96,6 |
Die Aufwendungen für Altersversorgung belaufen sich auf 28,6 Mio. € (Vorjahr: 14,6 Mio. €).
Bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs für Pensionsverpflichtungen wurden die im Berichtsjahr veröffentlichten Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck berücksichtigt. Diese basieren auf aktuellen Statistiken der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes und spiegeln die jüngsten Entwicklungen bei Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten wider. Die Berücksichtigung der neuen Richttafeln führte zu einer Erhöhung der Rückstellungen um 3,2 Mio. €.
Weiterhin hat sich der Verpflichtungsumfang für Pensionsverpflichtungen aufgrund von Zinssatzänderungen um 15,4 Mio. € erhöht.
Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten, getrennt nach Mitarbeitergruppen:
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| 2018 | 2017 | |
|---|---|---|
| Kaufleute/Juristen | 452 | 434 |
| Ingenieure/Meister/Techniker | 268 | 264 |
| Handwerker | 410 | 408 |
| Aushilfen | 21 | 14 |
| Gesamtbelegschaft | 1.151 | 1.120 |
| Auszubildende/Praktikanten | 52 | 59 |
| Ruhende Arbeitsverhältnisse | 16 | 15 |
| 1.219 | 1.194 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen (16)
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Konzessionsabgaben | 16,4 | 15,9 |
| Wasserentnahmeentgelt | 5,5 | 5,3 |
| Beiträge an wasserwirtschaftliche Verbände | 5,3 | 5,4 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | 30,4 | 30,4 |
| 57,6 | 57,0 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 11 T€ (Vorjahr: 0 T€).
Beteiligungsergebnis (17)
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 47,2 | 48,6 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen | - | -0,1 |
| Erträge aus Beteiligungen | 29,7 | 27,5 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (14,0) | (10,3) |
| 76,9 | 76,0 |
Finanzergebnis (18)
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| in Mio. € | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 0,2 | 0,1 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (-) | (-) |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 0,9 | 1,0 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (0,7) | (0,8) |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | -0,2 | -2,0 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -7,2 | -7,4 |
| (davon an verbundene Unternehmen) | (-) | (-) |
| -6,3 | -8,3 |
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 7,0 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) und von sonstigen Rückstellungen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (19)
Der Posten enthält die von der GELSENWASSER AG zu zahlende Körperschaftsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag) auf die von der Muttergesellschaft zu leistende Ausgleichszahlung an die außenstehenden Aktionäre.
Gewerbesteuerumlage (20)
Ausgewiesen ist die von der Muttergesellschaft im Rahmen des bestehenden Organschaftsverhältnisses belastete Umlage.
Ergänzende Angaben
Angaben zur Bewertungseinheit Gas
Das Gesamtportfolio der GELSENWASSER AG besteht aus Festpreisverträgen und marktpreisbasierten Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträgen für Lieferungen bis zum 31. Dezember 2021 sowie aus physischen Gasmengen im Speicher (Grundgeschäfte). Alle Geschäfte werden nach § 254 HGB in einer Makro-Bewertungseinheit zusammengefasst. Die Absicherungsstrategie gibt vor, dass alle Risikopositionen durch physische Gegengeschäfte abgesichert werden (Sicherungsgeschäfte).
Die Gasbeschaffungs- und Gasabsatzverträge und die Gasmengen im Speicher werden mit den folgenden Netto-Mengen in die Bewertungseinheit einbezogen:
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| Commodity | Schwebende Geschäfte (netto) | Gas im Speicher |
|---|---|---|
| Gasposition aus Festpreisgasverträgen und Gas im Speicher (in GWh) | -35 | 597 |
Der Buchwert des abgesicherten Gases im Speicher beläuft sich auf 11,9 Mio. € und ist unter dem Bilanzposten Vorräte erfasst.
Abgesichert ist das Marktwertänderungsrisiko der Grundgeschäfte (schwebende Geschäfte sowie Gasmengen im Speicher) im Hinblick auf einen sich ändernden Warenpreis. Zum Bilanzstichtag belief sich der Marktwert des bewirtschafteten Gasportfolios auf +2,0 Mio. €.
Die gegenläufigen Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte werden sich in der Zukunft voraussichtlich in voller Sicherungshöhe ausgleichen. Die in der Bewertungseinheit zusammengefassten Grund- und Sicherungsgeschäfte weisen hochgradig homogene Risiken auf. Es wird eine hohe Wirksamkeit der physischen Sicherungsbeziehung erwartet.
Bei der Anwendung des Einzelbewertungsgrundsatzes und des Imparitätsprinzips wäre eine Abwertung des Warenbestands in den Gasspeichern um 111 T€ notwendig geworden. Bei Anwendung der Makro-Bewertungseinheit würde hingegen ein Nettoverlust aus Gasgeschäften sowie Gas in den Speichern zunächst zu einer Abwertung des Warenbestands führen. Bei einer darüberhinausgehenden Verlustspitze wäre eine Drohverlustrückstellung zu bilden.
Auf Basis der mit +2,0 Mio. € bewerteten Makro-Bewertungseinheit Gas der GELSENWASSER AG musste zum Jahresabschluss 2018 weder eine Abwertung des Warenbestands vorgenommen noch eine Drohverlustrückstellung gebildet werden.
Angaben zur Bewertungseinheit Strom
Die Stromgeschäfte werden ebenfalls in einer Makro-Bewertungseinheit nach § 254 HGB zusammengefasst. Hierbei besteht das Portfolio der GELSENWASSER AG aus Festpreisverträgen und marktpreisbasierten Strombeschaffungs- und Stromabsatzverträgen für Lieferungen bis zum 31. Dezember 2022. Die Absicherungsstrategie schreibt eine Absicherung aller Risikopositionen durch physische Gegengeschäfte zwingend vor.
Abgesichert ist - analog zur Gassparte - das Marktwertänderungsrisiko der Grundgeschäfte (schwebende Geschäfte) im Hinblick auf einen sich ändernden Warenpreis. Zum Bilanzstichtag belief sich der Marktwert des bewirtschafteten Strom-Gesamtportfolios auf +0,7 Mio. €.
Die schwebenden Geschäfte im Stromportfolio belaufen sich auf (netto) - 5,5 GWh.
Die gegenläufigen Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte werden sich in der Zukunft voraussichtlich in voller Sicherungshöhe ausgleichen. Die in der Bewertungseinheit zusammengefassten Grund- und Sicherungsgeschäfte weisen hochgradig homogene Risiken auf. Es wird eine hohe Wirksamkeit der physischen Sicherungsbeziehung erwartet.
Auf Basis der mit +0,7 Mio. € bewerteten Makro-Bewertungseinheit Strom der GELSENWASSER AG musste zum Jahresabschluss 2018 keine Drohverlustrückstellung gebildet werden.
Weitere Angaben zu den Bewertungseinheiten Gas und Strom
Zur Bestimmung der prospektiven Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird auf das dokumentierte sowie im Lagebericht beschriebene, angemessene und funktionsfähige Risikomanagementsystem der GELSENWASSER AG verwiesen:
| • | Die Risikogeschäftsfelder, die zu gefährdenden Entwicklungen führen können, sind festgelegt. |
| • | Es erfolgt eine systematische und fortdauernde Risikoidentifikation, -messung, -steuerung und -analyse; angemessene interne Kontrollverfahren sind eingerichtet. |
| • | Es findet ein regelmäßiges Risikoreporting an die Geschäftsleitung statt. |
| • | Die Risikostrategie wird mit geeigneten operativen und physischen Maßnahmen effektiv umgesetzt. |
| • | Es werden regelmäßig Stresstests für die wesentlichen Risiken durchgeführt. |
| • | Verantwortlichkeiten und Aufgaben sind klar zugeordnet; miteinander unvereinbare Tätigkeiten werden durch unterschiedliche Mitarbeiter durchgeführt. |
| • | Die Risikostrategie und -methodik werden in regelmäßigen Abständen überprüft und zeitnah an sich ändernde Bedingungen angepasst. |
Die getroffenen Maßnahmen und angewendeten Methoden sind in der Risikorichtlinie und dem Risikomanagementhandbuch der GELSENWASSER AG dokumentiert.
Die wirksamen Teile der Bewertungseinheit werden unter Anwendung der Einfrierungsmethode bilanziell abgebildet.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Aufgrund von Gesellschafterzusagen können sich Nachschussverpflichtungen in Höhe von 8,4 Mio. € (Vorjahr: 13,7 Mio. €) ergeben. Sie betreffen Zusagen gegenüber Beteiligungsunternehmen.
Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmensanteilen hat die GELSENWASSER AG Verpflichtungen aus Kaufverträgen, die noch nicht vollzogen sind, sowie potenzielle Verpflichtungen aus der Abgabe eines verbindlichen Angebots in Höhe von insgesamt 3,7 Mio. € (Vorjahr: 42,6 Mio. €).
Das Bestellobligo aus bis zum 31. Dezember 2018 bereits erteilten Aufträgen beträgt 43,1 Mio. €.
Aus langfristigen Gasspeichernutzungsverträgen bestehen bis zum Geschäftsjahr 2045 Zahlungsverpflichtungen in Höhe von durchschnittlich 4,2 Mio. € pro Jahr.
Zur Deckung kontrahierter und erwarteter Energielieferungen an Kunden und Handelspartner wurden entsprechende Gas- und Strombezugsverträge abgeschlossen. Die Zahlungsverpflichtungen aus Gasbeschaffungsgeschäften beliefen sich zum 31. Dezember 2018 auf 1.319,1 Mio. €, davon 930,4 Mio. € fällig innerhalb eines Jahres. Aus Strombezugsgeschäften ergaben sich zum 31. Dezember 2018 Zahlungsverpflichtungen von 428,7 Mio. €, davon 287,9 Mio. € fällig innerhalb eines Jahres.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen im üblichen Rahmen aus Miet- und Leasingverträgen.
Haftungsverhältnisse
Bürgschaftsverpflichtungen der GELSENWASSER AG für Verbindlichkeiten eines Beteiligungsunternehmens bestehen in Höhe von 14,7 Mio. €. Weiter hat die GELSENWASSER AG eine Rückbürgschaft für Garantieerklärungen dieses Unternehmens in Höhe von 25,6 Mio. € gestellt.
Die GELSENWASSER AG ist als Schuldner aus einem langjährigen Nutzungsvertrag gegenüber einem Beteiligungsunternehmen zur Leistungsabnahme und Zahlung verpflichtet. Das Beteiligungsunternehmen hat durch einen teilweisen Verkauf der künftig entstehenden Forderungen aus diesem Nutzungsvertrag seinen Finanzierungsbedarf gedeckt. Zur Sicherstellung des Finanzierungsbedarfs ist die GELSENWASSER AG in dem Forderungsverkaufsvertrag gegenüber den finanzierenden Banken feste Zahlungsverpflichtungen eingegangen. Die festen Zahlungsverpflichtungen aus dem Forderungsverkauf können die von der tatsächlichen Leistungsabnahme abhängigen Verpflichtungen aus dem Nutzungsvertrag überschreiten. Sie belaufen sich entsprechend dem Volumen der bis zum Stichtag verkauften Forderungen auf 24,7 Mio. €.
Zur Besicherung von Bankverbindlichkeiten der Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG (TGE) hat die GELSENWASSER AG ihre Geschäftsanteile in Höhe von 1,2 Mio. € zuzüglich ihrer Gewinnansprüche gegenüber der TGE verpfändet. Diese Stellung von Sicherheiten erfolgte gemeinsam mit den anderen TGE-Gesellschaftern und ist neben der erfolgten Leistung von Kommanditeinlagen ein Bestandteil der Projektfinanzierung.
Im Rahmen der Abspaltung des Gasnetzbereichs auf die GELSENWASSER Energienetze GmbH zum 1. Januar 2009 wurden die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Unternehmenseinheit "Gasversorgungsnetze" und die Pensionsanwartschaften der übergegangenen Arbeitnehmer übertragen. Gemäß § 133 UmwG haftet die GELSENWASSER AG gesamtschuldnerisch für die vor der Wirksamkeit der Spaltung begründeten Verbindlichkeiten und Versorgungsverpflichtungen begrenzt auf fünf bzw. zehn Jahre.
Es ist nicht zu erwarten, dass aus den Haftungsverhältnissen wesentliche tatsächliche Verbindlichkeiten entstehen werden. Die Gründe für diese Einschätzung liegen sowohl in den in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen als auch in der erwarteten Geschäftsentwicklung.
Nahestehende Personen
Geschäfte mit nahestehenden Personen wurden zu marküblichen Bedingungen abgeschlossen.
Angaben gemäß § 6b Abs. 2 EnWG
Es bestanden folgende Dienstleistungsgeschäfte (kaufmännische und technische) größeren Umfangs außerhalb der Energie- und Wasserversorgung mit verbundenen und assoziierten Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen, die nicht lediglich von untergeordneter Bedeutung sind:
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| in Mio € | Ertrag | Aufwand |
|---|---|---|
| GELSENWASSER Energienetze GmbH | 19,1 | 2,4 |
| GSW Wasser-plus GmbH | 5,0 | - |
| Wasserwerke Westfalen GmbH | 5,0 | 0,2 |
| Wassergewinnung Essen GmbH | 4,9 | 0,2 |
| Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH | 3,8 | - |
| Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG | 3,4 | - |
| Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH | 3,3 | - |
| WESTFALICA GmbH | 2,7 | - |
| hertenwasser GmbH | 2,4 | 2,3 |
| NGW GmbH | 2,0 | - |
| KGE - Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe GmbH & Co. KG | 1,4 | - |
| AWS GmbH | 1,2 | 0,5 |
| WBDU Wasserbeschaffungsgesellschaft Duisburg mbH | 1,1 | - |
| Westfälische Wasser- und Umweltanalytik GmbH | 0,6 | 3,1 |
Honorare für den Jahresabschlussprüfer
Für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses durch den Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, hat die GELSENWASSER AG im Berichtsjahr ein Gesamthonorar von 301 T€ erfasst. Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr für andere Bestätigungsleistungen 20 T€ (i. W. für die Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung) und für sonstige Leistungen 146 T€ ergebniswirksam berücksichtigt. Die sonstigen Leistungen betreffen mit zusammen 123 T€ insbesondere die prüferische Begleitung bei der Einführung neuer Rechnungslegungsstandards nach IFRS und im Zusammenhang mit der Erweiterung und Verbesserung der Methoden zur bilanziellen Abgrenzung.
Deutscher Corporate Governance Kodex
Aufsichtsrat und Vorstand der GELSENWASSER AG haben sich im Berichtsjahr erneut mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Der Wortlaut der aktuellen Erklärung nach § 161 AktG vom 28. November 2018 kann im Internet unter der Adresse www.gelsenwasser.de/unternehmen/investoren/corporate-governance/ abgerufen werden.
Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands
(a) Gesamtbezüge des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung von 4.000 €. Darüber hinaus erhalten sie 32 ct pro 1.000 € des sich aus dem Konzernabschluss ergebenden Ergebnisses vor Ertragsteuern. Ergebnisanteile über 80.000.000 € bleiben dabei unberücksichtigt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte, jeder Stellvertreter das Eineinhalbfache der vorgenannten Beträge. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten eine entsprechend der Dauer ihrer Aufsichtsratszugehörigkeit geringere Vergütung.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten außerdem den Ersatz ihrer Auslagen.
Für das Geschäftsjahr 2018 betragen die Bezüge des Aufsichtsrats:
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| in € | Feste Vergütung | Variable Vergütung | Auslagenersatz | Insgesamt |
|---|---|---|---|---|
| Rainer Althans | 6.000,00 | 38.400,00 | 600,00 | 45.000,00 |
| Frank Baranowski | 4.000,00 | 25.600,00 | 200,00 | 29.800,00 |
| Klaus Franz | 4.000,00 | 25.600,00 | 400,00 | 30.000,00 |
| Christiane Hölz | 4.000,00 | 25.600,00 | 700,00 | 30.300,00 |
| Thomas Kaminski | 4.000,00 | 25.600,00 | 500,00 | 30.100,00 |
| Sebastian Kopietz | 2.202,74 | 14.097,53 | 300,00 | 16.600,27 |
| Manfred Kossack | 4.000,00 | 25.600,00 | 500,00 | 30.100,00 |
| Stefan Kurpanek | 4.000,00 | 25.600,00 | 700,00 | 30.300,00 |
| Guntram Pehlke | 6.504,11 | 41.626,30 | 600,00 | 48.730,41 |
| Andreas Sticklies | 4.000,00 | 25.600,00 | 500,00 | 30.100,00 |
| Jörg Stüdemann | 4.000,00 | 25.600,00 | 400,00 | 30.000,00 |
| Frank Thiel | 7.495,89 | 47.973,70 | 800,00 | 56.269,59 |
| Michael Townsend | 1.797,26 | 11.502,47 | 200,00 | 13.499,73 |
| 56.000,00 | 358.400,00 | 6.400,00 | 420.800,00 |
(b) Gesamtbezüge des Vorstands
Mit Herrn Henning R. Deters und Herrn Dr. Dirk Waider sind neben einem festen Grundgehalt eine einjährige erfolgsabhängige Vergütung, deren Basis das jährliche Ergebnis vor Ertragsteuern des Gelsenwasser-Konzerns darstellt, eine ebenfalls einjährige erfolgsabhängige Vergütung, deren Höhe im Ermessen des Aufsichtsrats liegt, und eine mehrjährige erfolgsabhängige Vergütung, deren Höhe sich nach dem Grad der Zielerreichung über einen Drei-Jahres-Zeitraum bemisst, vereinbart. Ziel dabei ist die Einhaltung vereinbarter Größenordnungen der Kennzahl ROCE (Return on Capital Employed).
Darüber hinaus enthält die Vergütung der Vorstandsmitglieder Sach- und sonstige Bezüge, die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für Dienstwagennutzung und Versicherungsprämien bestehen. Hinzu kommen Mandatseinkünfte für die Tätigkeit in Aufsichtsräten und ähnlichen Gremien in Unternehmen der Gelsenwasser-Gruppe.
Für das Geschäftsjahr 2018 betragen die Bezüge des Vorstands:
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| in € | Henning R. Deters | Dr.-Ing. Dirk Waider | Insgesamt |
|---|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Vergütung (Grundgehalt) | 405.000,00 | 279.000,00 | 684.000,00 |
| Erfolgsabhängige Vergütung | |||
| - auf Basis Jahresergebnis | 141.750,00 | 97.650,00 | 239.400,00 |
| - nach Ermessen | 40.500,00 | 40.500,00 | 81.000,00 |
| - mit Mehrjahresbezug | 153.281,25 | 103.050,00 | 256.331,25 |
| Sach- und sonstige Bezüge | 19.680,96 | 31.847,04 | 51.528,00 |
| Mandatseinkünfte | 12.320,00 | 6.887,18 | 19.207,18 |
| 772.532,21 | 558.934,22 | 1.331.466,43 |
Des Weiteren bestehen Pensionszusagen, die den Vorstandsmitgliedern einen Anspruch auf lebenslange Ruhegeld- und Witwenversorgung einräumen.
Herrn Deters ist mit Vollendung des 62. Lebensjahres ein Ruhegehalt in Höhe von 70 % des Grundgehalts zugesagt. Für den Todesfall oder im Fall krankheitsbedingten Ausscheidens ist ein Ruhegehalt zugesagt, das 32 % des Grundgehalts beträgt und mit Vollendung eines jeden Dienstjahres um 2 % der ruhegehaltsfähigen Vergütung steigt. Herrn Dr. Waider, dessen Pensionsansprüche aus der Vorbeschäftigung im Unternehmen getrennt erhalten bleiben, ist mit Erreichen des 65. Lebensjahres oder für den Fall der Invalidität eine betriebliche Altersversorgung in Form einer beitragsorientierten Pensionszusage erteilt, für die eine Rückstellung gebildet wird. Grundlage ist ein jährlicher Beitrag in Höhe von 30 % des Grundgehalts.
Die Anwartschaft auf Witwenrente beträgt im Falle von Herrn Deters 55 % und bei Herrn Dr. Waider 60 % des Ruhegelds; im Todesfall während der Laufzeit des Anstellungsvertrags werden für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate die vollen Bezüge an die Witwen gezahlt.
Für den Fall der Beendigung ihres Anstellungsvertrags sind mit Herrn Deters und mit Herrn Dr. Waider Übergangsbezüge in Höhe von 50 % ihres Grundgehalts bis zur Vollendung des 62. Lebensjahres vereinbart.
Für die erteilten Pensionszusagen beläuft sich der Barwert der Pensionsverpflichtung zum 31. Dezember 2018 bei Herrn Deters auf 2.430.730 € (Vorjahr: 1.867.580 €) und bei Herrn Dr. Waider auf 931.651 € (Vorjahr: 692.378 €), wobei der Ermittlung jeweils ein Rechnungszins von 3,21 % (Vorjahr: 3,68 %) zugrunde liegt.
Gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und deren Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen im Barwert von insgesamt 20.323.313 € (Vorjahr: 18.987.330 €). Der Ermittlung liegt ein Rechnungszins von 3,21 % (Vorjahr: 3,68 %) zugrunde. Die Bezüge betrugen 1.526.647,27 € (Vorjahr: 1.483.167,78 €).
Anteilsbesitz
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| Anteile am Kapital | Eigenkapital | Ergebnis | ||
|---|---|---|---|---|
| unmittelbar % |
mittelbar % |
T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Verbundene Unternehmen | ||||
| Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH, Gelsenkirchen | 51 | 25.548 | 4.848 | |
| AWS GmbH, Gelsenkirchen | 100 | 4.397 | 967 | |
| Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH, *1) Bitterfeld-Wolfen | 94 | 21.788 | - | |
| energiehoch3 GmbH, Hamburg | 100 | 1.980 | 590 | |
| Entsorgungsgesellschaft mbH Neues Land, Calvörde | 60 | 358 | 13 | |
| Gasversorgung Zehdenick GmbH, Zehdenick | 74,9 | 1.591 | 254 | |
| GELSENWASSER 1. Beteiligungs-GmbH, 1) Gelsenkirchen | 100 | 26 | - | |
| GELSENWASSER 3. Projektbeteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100 | 23 | - | |
| GELSENWASSER 5. Beteiligungs-GmbH (vormals GELSENWASSER Energienetze 5. Beteiligungsgesellschaft mbH), Hamburg | 100 | 24 | - | |
| GELSENWASSER 5. Projektbeteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100 | 1.327 | 13 | |
| GELSENWASSER 6. Beteiligungs-GmbH (vormals GELSENWASSER Energienetze 6. Beteiligungsgesellschaft mbH), Hamburg | 100 | 24 | - | |
| GELSENWASSER 7. Beteiligungs-GmbH (vormals GELSENWASSER 8. Projektbeteiligungsgesellschaft mbH), Hamburg | 100 | 24 | - | |
| GELSENWASSER 8. Beteiligungs-GmbH, 2) Hamburg | 100 | 25 | - | |
| GELSENWASSER 9. Beteiligungs-GmbH, 2) Hamburg | 100 | 25 | - | |
| GELSENWASSER Dresden GmbH, * Dresden | 100 | 81.471 | 5.890 | |
| GELSENWASSER Energienetze 7. Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100 | 24 | - | |
| GELSENWASSER Energienetze 8. Beteiligungsgesellschaft mbH, 2) Hamburg | 100 | 25 | - | |
| GELSENWASSER Energienetze 9. Beteiligungsgesellschaft mbH, 2) Hamburg | 100 | 25 | - | |
| GELSENWASSER Energienetze GmbH,* 1) Gelsenkirchen | 100 | 76.694 | - | |
| GELSENWASSER Entwicklungsgesellschaft Dresden mbH, Dresden | 100 | 29 | 4 | |
| GELSENWASSER Magdeburg GmbH, *1) Magdeburg | 100 | 63.134 | - | |
| GELSENWASSER Polska GmbH, Hamburg | 100 | 26 | 4 | |
| GELSENWASSER Projektgesellschaft mbH, Hamburg | 100 | 5.298 | -4 | |
| GELSENWASSER Service GmbH, Hamburg | 100 | 3.611 | 348 | |
| GELSENWASSER Stadtwerkedienstleistungs-GmbH, * Hamburg | 100 | 61.455 | 3.342 | |
| GELSENWASSER-Stiftung gGmbH, Gelsenkirchen | 100 | -178 | -264 | |
| Havelstrom Zehdenick GmbH, Zehdenick | 51 | 2.150 | 132 | |
| Klärschlammrecyclinggesellschaft Niederrhein mbH, Emmerich am Rhein | 100 | 20 | -2 | |
| NGW GmbH, *1) Duisburg | 100 | 3.010 | - | |
| Stadtwerke Zehdenick GmbH, Zehdenick | 74,9 | 6.100 | 777 | |
| Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, *1) Rheda-Wiedenbrück | 100 | 10.743 | - | |
| WESTFALICA GmbH, *1)Bad Oeynhausen | 100 | 6.000 | - | |
| Westfälische Wasser- und Umweltanalytik GmbH, Gelsenkirchen | 60 | 2.016 | 585 | |
| 2. Assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen | ||||
| Bodenmanagement Rhein-Herne GmbH (vormals GELSENWASSER 6. Projektbeteiligungsgesellschaft mbH), Herne | 50 | 23 | -1 | |
| Brauco Rohr- und Umweltservice GmbH & Co. Dienstleistungen KG, 3) Berlin | 25,1 | 890 | 1.155 | |
| Brauco Rohr- und Umweltservice GmbH, 3) Berlin | 25,1 | 89 | 3 | |
| Brauco Rohr- und Umweltservice Ruhr GmbH, 3) Bochum | 20 | 0 | -808 | |
| CHEVAK Cheb, a.s., Cheb, Tschechien | 28,2 | 64.614 | 1.892 | |
| eBZ GmbH, 4)Bielefeld | 49 | -740 | -527 | |
| Energiepark Styrumer Ruhrbogen GmbH, Mülheim an der Ruhr | 49,9 | 569 | -56 | |
| Erdgasversorgung Schwalmtal GmbH & Co. KG, Viersen | 50 | 3.109 | 1.496 | |
| Erdgasversorgung Schwalmtal Verwaltungs-GmbH, Viersen | 50 | 38 | 1 | |
| Erwitte Netz-Verwaltungsgesellschaft mbH, Erwitte | 49 | 26 | 1 | |
| Espelkamp Netz-Verwaltungsgesellschaft mbH, Espelkamp | 49 | 26 | 1 | |
| Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH, Höxter | 50 | 5.295 | 1.360 | |
| Gasnetz Bad Oeynhausen GmbH & Co. KG, Bad Oeynhausen | 49 | 5.909 | 1.215 | |
| Gasnetz Löhne GmbH & Co. KG, Löhne | 49 | 5.025 | 845 | |
| GBB Windpark Madlitz GmbH & Co. KG 2), Briesen (Mark) | 50 | - | - | |
| GBB Windpark Madlitz Verwaltungs-GmbH 2), Briesen (Mark) | 50 | - | - | |
| Gemeindewerke Finnentrop GmbH, Finnentrop | 49 | 7.170 | 232 | |
| Gemeindewerke Hünxe GmbH, Hünxe | 49 | 4.499 | 413 | |
| GENREO - Gesellschaft zur Nutzung regenerativer Energien in Olfen mbH, Olfen | 50 | 780 | 319 | |
| GKW-Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen GmbH, Bitterfeld-Wolfen | 66 | 33.985 | 575 | |
| GSW Wasser-plus GmbH, Kamen | 50 | 2.854 | 326 | |
| GWM - Gesellschaft zur Weiterverwendung von Mineralstoffen mbH, Kamen | 50 | 113 | 3 | |
| Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen | 49 | 59.336 | 10.534 | |
| hertenwasser GmbH, Herten | 50 | 287 | 87 | |
| Infrastrukturgesellschaft Bitterfeld-Wolfen (ISG) mbH, Bitterfeld-Wolfen | 49 | 26 | - | |
| Intrapore GmbH, Essen | 20 | 10 | -12 | |
| KGBE - Kommunale Gasspeicher Beteiligungsgesellschaft Epe mbH, Gronau | 25 | 36 | 1 | |
| KGE - Kommunale Gasspeichergesellschaft Epe mbH & Co. KG, Gronau | 25 | 33.500 | 3.504 | |
| KMS KRASLICKÁ MĔSTSKÁ SPOLEČNOST s.r.o., Kraslice, Tschechien | 50 | 3.200 | 171 | |
| MN Münsterland Netzgesellschaft mbH & Co. KG, Lüdinghausen | 49 | 53.188 | 4.150 | |
| Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne GmbH, Bad Oeynhausen | 26 | 2.969 | 24 | |
| Netzgesellschaft Erwitte mbH & Co. KG, Erwitte | 49 | 50 | -27 | |
| Netzgesellschaft Espelkamp mbH & Co. KG, Espelkamp | 49 | 16 | -15 | |
| Netzgesellschaft Rehburg-Loccum mbH & Co. KG, 2) Rehburg-Loccum | 49 | 1.092 | 56 | |
| niceTaget GmbH, Gelsenkirchen | 50 | 519 | -635 | |
| NiersGasNetze GmbH & Co. KG, Kevelaer | 49 | 5.518 | 234 | |
| NiersGasNetze Verwaltungs-GmbH, Kevelaer | 49 | 25 | 1 | |
| NSG Netzservicegesellschaft Niederrhein mbH, Wesel | 50 | 94 | 90 | |
| PD energy GmbH, Bitterfeld-Wolfen | 50 | 15.710 | 3.223 | |
| Przedsiębiorstwo Wodociągów i Kanalizacji w Głogowie sp. z o.o., Głogów, Polen | 46 | 23.474 | 1.142 | |
| PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH, Perleberg | 50 | 7.771 | 1.123 | |
| Stadtentwässerung Dresden GmbH, Dresden | 49 | 113.304 | 11.741 | |
| Stadtwerke - Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal, Stendal | 37,5 | 21.920 | 5.323 | |
| Stadtwerke Burg GmbH, Burg | 49 | 10.658 | 1.822 | |
| Stadtwerke Castrop-Rauxel GmbH, Castrop-Rauxel | 49,9 | 407 | - | |
| Stadtwerke Delitzsch GmbH, Delitzsch | 30,5 | 16.072 | 2.878 | |
| Stadtwerke Eilenburg GmbH, Eilenburg | 40,7 | 7.951 | 1.275 | |
| Stadtwerke Geseke GmbH, Geseke | 49 | 6.872 | - | |
| Stadtwerke Göttingen AG, 1) Göttingen | 24,8 | 51.006 | 483 | |
| Stadtwerke Haltern am See GmbH, Haltern | 25,1 | 21.634 | 6.934 | |
| Stadtwerke Holzminden GmbH, Holzminden | 24,9 | 4.087 | 373 | |
| Stadtwerke Kaarst GmbH, Kaarst | 49 | 6.212 | 1.255 | |
| Stadtwerke Kalkar GmbH & Co. KG, Kalkar | 49 | 3.643 | 702 | |
| Stadtwerke Kalkar Verwaltungs-GmbH, Kalkar | 49 | 38 | 1 | |
| Stadtwerke Voerde GmbH (vormals Wasserversorgung Voerde GmbH), Voerde | 50 | 4.909 | 375 | |
| Stadtwerke Weißenfels GmbH, Weißenfels | 24,5 | 25.254 | 4.029 | |
| Stadtwerke Wesel GmbH, 1) Wesel | 20 | 14.675 | - | |
| Stadtwerke Zeitz GmbH, Zeitz | 24,5 | 21.420 | 3.041 | |
| Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH, Emmerich am Rhein | 49,9 | 1.102 | 1.002 | |
| TEREA Cheb s.r.o., Cheb, Tschechien | 50 | 9.198 | 857 | |
| Wassergewinnung Essen GmbH, Essen | 50 | 2.048 | 72 | |
| Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG, Herne | 50 | 16.536 | 4.201 | |
| Wasserversorgung Herne Verwaltungs- GmbH, Herne | 50 | 40 | 1 | |
| Wasserwerke Westfalen GmbH, * Dortmund | 50 | 21.510 | 681 | |
| Wasserwirtschaft Leidersbach GmbH, Leidersbach | 50 | 369 | 55 | |
| WBDU Wasserbeschaffungsgesellschaft Duisburg mbH, Duisburg | 50 | 561 | 61 | |
| Windpark Hünxer Heide GmbH, Hünxe | 33,3 | 3.634 | -58 | |
| WMR Wasserbeschaffung und Energie-erzeugung Mittlere Ruhr GmbH, Bochum | 50 | 5.209 | -109 | |
| WVE Wasserversorgungs- und -entsorgungsgesellschaft mbH, Schriesheim | 24,5 | 13.837 | - | |
| 3. Sonstige Beteiligungsunternehmen | ||||
| ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH, 1) Moers | 5,9 | 35.915 | 1.000 | |
| GELSEN - NET Kommunikationsgesellschaft mbH, 1) Gelsenkirchen | 0,1 | 26 | - | |
| NexWafe GmbH, Freiburg im Breisgau | 4,4 | 10.824 | -2.181 | |
| Städtische Werke Magdeburg GmbH & Co. KG, Magdeburg | 19,3 | 219.348 | 48.009 | |
| Städtische Werke Magdeburg Verwaltungs-GmbH, Magdeburg | 19,3 | 46 | 2 | |
| Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG, Aachen | 8,7 | 23.953 | 3.056 |
1) Gewinnabführungsvertrag
2) Gründung in 2018, Jahresabschluss liegt noch nicht vor
3) Abweichendes Geschäftsjahr 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018
4) Abweichendes Geschäftsjahr 1. Juni 2017 bis 31. Mai 2018
Den Angaben der mit * gekennzeichneten Unternehmen liegen die Abschlüsse zum 31. Dezember 2018, allen anderen Unternehmen die Abschlüsse zum 31. Dezember 2017 zugrunde.
Eigenkapital und Ergebnis der ausländischen Unternehmen wurden in der Anteilsbesitzliste mit folgenden Stichtags- bzw. Durchschnittskursen umgerechnet:
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| Durchschnittskurse | Stichtagskurse | |||
|---|---|---|---|---|
| 2018 | 2017 | 31.12.2018 | 31.12.2017 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1 € entspricht | ||||
| Tschechische Krone | 25,65 | 26,33 | 25,72 | 25,54 |
| Polnischer Zloty | 4,26 | 4,26 | 4,30 | 4,18 |
Aufsichtsrat und Vorstand
Angegeben sind die Mandate, die die Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2018 innehatten.
| a) Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten | |
| b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen |
* Vertreter der Arbeitnehmer
Mitglieder des Aufsichtsrats
| Guntram Pehlke Dortmund Vorsitzender seit 1. Oktober 2018 Stellvertretender Vorsitzender bis 30. September 2018 Vorsitzender des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG a) EDG Entsorgung Dortmund GmbH EDG Holding GmbH STEAG GmbH (Vorsitzender) Westnetz GmbH WV Energie AG b) KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft GmbH |
|
| Frank Thiel Castrop-Rauxel Stellvertretender Vorsitzender seit 1. Oktober 2018 Vorsitzender bis 30. September 2018 Mitglied der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum Holding GmbH b) rku.it GmbH VBW Bauen und Wohnen GmbH |
|
| Rainer Althans* Gelsenkirchen Stellvertretender Vorsitzender Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der GELSENWASSER AG |
|
| Frank Baranowski Gelsenkirchen Oberbürgermeister a) Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG Emscher Lippe Energie GmbH b) Emschergenossenschaft Sparkasse Gelsenkirchen (Vorsitzender des Verwaltungsrats) |
|
| Klaus Franz Bochum Geschäftsführer fmsc GmbH a) Holding für Versorgung und Verkehr GmbH (HVV) Stadtwerke Bochum Holding GmbH b) GMVK Procurement GmbH Skamol A/S |
|
| Christiane Hölz Düsseldorf Landesgeschäftsführerin NRW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. |
|
| Thomas Kaminski* Gladbeck Freigestellter stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der GELSENWASSER AG |
|
| Sebastian Kopietz Dortmund Mitglied seit 14. Juni 2018 Stadtdirektor und Dezernent der Stadt Bochum b) rku.it GmbH |
|
| Manfred Kossack Unna Mitglied des Vorstands der Dortmunder Stadtwerke AG Mitglied der Geschäftsführung der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH a) EDG Entsorgung Dortmund GmbH EDG Holding GmbH b) Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR Wasserwerke Westfalen GmbH Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände |
|
| Stefan Kurpanek* Gelsenkirchen Kaufmännischer Angestellter b) PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH (seit 24. Juli 2018) |
|
| Andreas Sticklies* Gelsenkirchen Rohrnetzmeister / Betriebstechniker |
|
| Jörg Stüdemann Dortmund Stadtdirektor und Stadtkämmerer der Stadt Dortmund a) EDG Entsorgung Dortmund GmbH EDG Holding GmbH b) ecce GmbH (Vorsitzender des Kuratoriums) Konzerthaus Dortmund GmbH Technologiezentrum Dortmund GmbH |
|
| Michael Townsend Bochum Mitglied bis 13. Juni 2018 Stadtdirektor und Dezernent für Kultur, Bildung und Sport der Stadt Bochum (bis 30. April 2018) b) ecce GmbH (bis 30. April 2018) Fernwärmeversorgung Universitäts-Wohnstadt Bochum GmbH (bis 30. April 2018) Verwaltungsrat Schauspielhaus Bochum AöR (bis 30. April 2018) VfL Bochum-Stadioncenter GmbH (bis 30. April 2018) |
Vorstand
| Henning R. Deters Essen Vorsitzender des Vorstands seit 2011 Unternehmensbereiche IT und Prozesse, Personal und Kaufmännisches, Recht, Unternehmensentwicklung, Unternehmenskommunikation, Vertrieb a) EWE AG (4. stellvertretender Vorsitzender) Stadtwerke Göttingen AG b) Contilia GmbH hertenwasser GmbH (stellvertretender Vorsitzender) Stadtentwässerung Dresden GmbH (stellvertretender Vorsitzender) Städtische Werke Magdeburg GmbH & Co. KG Stadtwerke - Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal (stellvertretender Vorsitzender) Wasserwerke Westfalen GmbH WMR Wasserbeschaffung und Energieerzeugung Mittlere Ruhr GmbH (stellvertretender Vorsitzender) |
|
| Dr.-Ing. Dirk Waider Krefeld Mitglied des Vorstands seit 2013 Unternehmensbereiche Abwasser, Energie- und Messtechnik, Steuerung Betrieb, Wasserwerke b) Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH (bis 2. Mai 2018) ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH (seit 12. Dezember 2018) hanseWasser Bremen GmbH Lippeverband (Mitglied des Verbandsrats) Ruhrverband (stellvertretender Vorsitzender des Verbandsrats) SEH Stadtentwässerung Herne GmbH & Co. KG (stellvertretender Vorsitzender) SEH Stadtentwässerung Herne Verwaltungs GmbH (stellvertretender Vorsitzender) Stadtentwässerung Dresden GmbH Stadtwerke Haltern am See GmbH (stellvertretender Vorsitzender) Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG (Vorsitzender im Wechsel) Wasserversorgung Herne Verwaltungs-GmbH (Vorsitzender im Wechsel) Wasserwerke Westfalen GmbH (Vorsitzender im Wechsel) |
Gewinnverwendung
Von dem Jahresergebnis für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 wird ein Betrag in Höhe von 75,1 Mio. € auf Grundlage des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die Wasser und Gas Westfalen GmbH, Bochum, abgeführt. Der verbleibende Jahresüberschuss in Höhe von 4,0 Mio. € wird in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.
Nachtragsbericht
Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2018 haben sich bisher keine Ereignisse ergeben, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der GELSENWASSER AG ausgewirkt haben.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Gelsenkirchen, 22. März 2019
GELSENWASSER AG
Der Vorstand
Henning R. Deters
Dr.-Ing. Dirk Waider
Entwicklung des Anlagevermögens
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| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2018 Mio. € |
Zugänge Mio. € |
Abgänge Mio. € |
Umbuchungen Mio. € |
Stand 31.12.2018 Mio. € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | |||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 26,0 | 1,5 | 1,0 | 0,1 | 26,6 |
| 2. Geleistete Anzahlungen | 0,7 | 1,1 | -0,1 | 1,7 | |
| 26,7 | 2,6 | 1,0 | - | 28,3 | |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1 Grundstücke | 22,2 | 0,1 | 0,2 | 22,1 | |
| 2. Bauten | 223,3 | 0,4 | 0,8 | 0,1 | 223,0 |
| 3. Rohrnetz | 731,6 | 13,3 | 4,7 | 2,9 | 743,1 |
| 4. Maschinen | 95,5 | 2,2 | 2,9 | 0,5 | 95,3 |
| 5. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 52,4 | 3,3 | 1,4 | 54,3 | |
| 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 4,8 | 6,9 | -3,6 | 8,1 | |
| 1.129,8 | 26,2 | 10,0 | - | 1.145,9 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 240,0 | 10,3 | 3,0 | 247,3 | |
| 2. Beteiligungen | 106,8 | 55,4 | 0,1 | 162,1 | |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältsnis besteht | 0,1 | 0,8 | 0,9 | ||
| 4. Sonstige Ausleihungen | 3,0 | 0,3 | 0,4 | 2,9 | |
| 349,9 | 66,8 | 3,5 | - | 413,2 | |
| 1.506,4 | 95,6 | 14,5 | - | 1.587,4 |
scroll
| Abschreibungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2018 Mio. € |
Zugänge Mio. € |
Abgänge/ Zuschreibungen (Z) Mio. € |
Stand 31.12.2018 Mio. € |
||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | |||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 21,6 | 2,5 | 1,1 | 23,0 | |
| 2. Geleistete Anzahlungen | - | - | |||
| 21,6 | 2,5 | 1,1 | 23,0 | ||
| II. Sachanlagen | |||||
| 1 Grundstücke | 1,4 | 1,4 | |||
| 2. Bauten | 159,0 | 3,3 | 0,7 | 161,6 | |
| 3. Rohrnetz | 584,9 | 9,6 | 4,7 | 589,8 | |
| 4. Maschinen | 72,7 | 2,4 | 2,9 | 72,2 | |
| 5. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 40,3 | 2,9 | 1,1 | 42,1 | |
| 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - | - | |||
| 858,3 | 18,2 | 9,4 | 867,1 | ||
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 8,2 | 0,2 | 8,4 | ||
| 2. Beteiligungen | 2,1 | 0,1 | 2,0 | ||
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältsnis besteht | - | - | |||
| 4. Sonstige Ausleihungen | 0,9 | 0,1 | 0,2 | (Z) | 0,8 |
| 11,2 | 0,3 | 0,3 | 11,2 | ||
| 891,1 | 21,0 | 10,8 | 901,3 |
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| Buchwerte | Buchwerte | |
|---|---|---|
| Stand 31.12.2018 Mio. € |
Stand 31.12.2017 Mio. € |
|
| --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 3,6 | 4,4 |
| 2. Geleistete Anzahlungen | 1,7 | 0,7 |
| 5,3 | 5,1 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1 Grundstücke | 20,7 | 20,8 |
| 2. Bauten | 61,4 | 64,3 |
| 3. Rohrnetz | 153,3 | 146,7 |
| 4. Maschinen | 23,1 | 22,8 |
| 5. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 12,2 | 12,1 |
| 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 8,1 | 4,8 |
| 278,8 | 271,5 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 238,9 | 231,8 |
| 2. Beteiligungen | 160,1 | 104,7 |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältsnis besteht | 0,9 | 0,1 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 2,1 | 2,1 |
| 402,0 | 338,7 | |
| 686,1 | 615,3 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GELSENWASSER AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und |
| • | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Rückstellungen für langfristige Gasspeichernutzungsverträge
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhaltes haben wir wie folgt strukturiert:
① Sachverhalt und Problemstellung
② Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
③ Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
Rückstellungen für langfristige Gasspeichernutzungsverträge
① Im Jahresabschluss der GELSENWASSER AG zum 31. Dezember 2018 sind unter dem Bilanzposten "Sonstige Rückstellungen" Rückstellungen für Verpflichtungen aus langfristigen Gasspeichernutzungsverträgen in Höhe von € 39,1 Mio enthalten. Diese werden mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bilanziert, welcher auf den Bilanzstichtag abgezinst wird.
Die GELSENWASSER AG hat mit zwei Gasspeicherbetreibergesellschaften langfristige Nutzungsverträge über die Speicherung von Erdgas in Gasspeichern in Gronau-Epe abgeschlossen. Unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung der Marktpreise für Gasspeicherbündel gehen die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft davon aus, dass aus der Bewirtschaftung über die Vertragslaufzeit ein Verlust entstehen wird. Die gebildeten Rückstellungen beinhalten auf der Basis der vertraglichen Vereinbarungen, eines externen Gutachtens sowie externer und interner Kostenschätzungen den Verpflichtungsüberhang aus der Gegenüberstellung der vertraglich fixierten zukünftigen Gasspeichernutzungsentgelte und der voraussichtlich erzielbaren Marktpreise für Gasspeicherbündel.
Bei der Bewertung der Rückstellungen für abgeschlossene Gasspeichernutzungsverträge wurden sowohl die Differenz zwischen den Sommer- und Wintergaspreisen als auch ein permanentes Ein- und Ausspeisen von Gasmengen berücksichtigt. Der Verpflichtungsüberhang wird mit einem laufzeitadäquaten Diskontierungszinssatz abgezinst.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von Einschätzungen und Annahmen zukünftiger erzielbarer Marktpreise für Gasspeicherbündel durch die gesetzlichen Vertreter abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrunde liegenden Komplexität der Bewertungsmodelle war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir insbesondere die Verlässlichkeit der verwendeten Datengrundlagen sowie die Angemessenheit der zukünftigen Marktpreise für Gasspeicherbündel und die Gasspeichernutzungsentgelte als Bewertungsgrundlagen für die Rückstellung für langfristige Gasspeichernutzungsverträge gewürdigt.
Wir haben die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten zukünftigen Marktpreise für Gasspeicherbündel insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten Planungsrechnung sowie durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Die geplanten Mengen haben wir auf Basis der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten Planungsrechnung beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Planungsgrundlage gewürdigt. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit der geplanten Mengen und der zukünftigen Marktpreise für Gasspeicherbündel anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem Management kritisch diskutiert und gewürdigt. Die Gasspeichernutzungsentgelte haben wir durch Einblick in die zugrunde liegenden Verträge geprüft.
Mit der Kenntnis, dass bei geschätzten Werten ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungslegung besteht und dass die Ansatz- und Bewertungsentscheidungen der gesetzlichen Vertreter eine direkte Auswirkung auf das Jahresergebnis haben, haben wir die Angemessenheit der Rückstellungen für langfristige Gasspeichernutzungsverträge auch durch den Vergleich dieser Werte mit Vergangenheitswerten und den Nachvollzug der stetig angewendeten Berechnungsmethodik gewürdigt.
Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen zur Bewertung der Rückstellungen für langfristige Gasspeichernutzungsverträge nachvollziehen und uns von deren Angemessenheit überzeugen.
③ Die Angaben der Gesellschaft zu den Rückstellungen für langfristige Gasspeichernutzungsverträge sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und "Erläuterungen zur Bilanz" zu den Rückstellungen im Anhang enthalten.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
| • | die in Abschnitt 2.7.8 des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB |
| • | den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex |
| • | die in Abschnitt 2.6 des Lageberichts enthaltene nichtfinanzielle Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| • | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| • | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Wir haben die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft.
Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 in allen wesentlichen Belangen erfüllt.
Wir haben unsere Prüfung nach § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend sowie im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlussesund des Lageberichts" weitergehend beschrieben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil hierzu zu dienen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zur Führung getrennter Konten sowie für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie zur Einhaltung dieser Pflichten als notwendig erachtet haben.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt wurden sowie einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung umfasst die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 13. Juni 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. Juni 2018 vom Aufsichtsratbeauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2013 als Abschlussprüfer der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Hubert Ahlers.
Essen, den 25. März 2019
**PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Hubert Ahlers, Wirtschaftsprüfer
ppa. Michael Blöbaum, Wirtschaftsprüfer
ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS
Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben nach §§ 289a, 315a HGB in dem zusammengefassten Lagebericht der GELSENWASSER AG und des Gelsenwasser-Konzerns für das Geschäftsjahr 2018
Der Vorstand hat in dem zusammengefassten Lagebericht der GELSENWASSER AG und des Gelsenwasser-Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 Angaben nach §§ 289a, 315a HGB gemacht und erläutert diese wie folgt:
Das gezeichnete Kapital in Höhe von 103.125.000 € ist eingeteilt in 3.437.500 auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stammaktien (Stückaktien), die jeweils die gleichen Rechte und Pflichten gewähren. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt.
An der GELSENWASSER AG ist die Wasser und Gas Westfalen GmbH & Co. Holding KG, Bochum, Deutschland, ein paritätisches Beteiligungsunternehmen der Stadtwerke Bochum Beteiligungsgesellschaft mbH und der Dortmunder Stadtwerke AG, über die Wasser und Gas Westfalen GmbH, Bochum, Deutschland, zum 31. Dezember 2018 mit 3.194.600 Aktien, entsprechend einem Anteil von 92,93 % des Grundkapitals und der Stimmrechte, beteiligt.
Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften in den §§ 84, 85 AktG. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands liegt in der Zuständigkeit des Aufsichtsrats. Dieser bestellt die Vorstandsmitglieder für eine maximale Amtszeit von fünf Jahren. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit jeweils für höchstens fünf Jahre ist - vorbehaltlich § 84 Abs. 1 Satz 3 AktG - zulässig. Ergänzend bestimmt § 7 der Satzung, dass der Vorstand aus zwei oder mehreren Personen besteht und die Zahl der Vorstandsmitglieder durch den Aufsichtsrat bestimmt wird.
Mit beiden Vorstandsmitgliedern ist eine Change-of-Control-Klausel vereinbart, die ihnen ein Sonderkündigungsrecht einräumt. Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts besteht ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung in Höhe von maximal 1.000.000 € für Herrn Deters bzw. 650.000 € für Herrn Dr. Waider.
Satzungsänderungen erfolgen durch Beschlussfassung der Hauptversammlung nach den §§ 179, 133 AktG. § 23 der Satzung senkt im Rahmen des gesetzlich Zulässigen die gesetzlichen Mehrheitserfordernisse ab. Der Aufsichtsrat ist nach § 17 der Satzung zu Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen.
Für die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, gelten die aktienrechtlichen Bestimmungen (§§ 71 Abs. 1, 202 ff. AktG). Hauptversammlungsbeschlüsse, die den Vorstand zur Ausgabe oder zum Rückkauf von Aktien ermächtigen, liegen nicht vor.
Bei den dargestellten Regelungen handelt es sich um solche, die der Gesetzeslage entsprechen und bei vergleichbaren börsennotierten Unternehmen üblich sind. Sie dienen nicht dem Zweck der Erschwerung etwaiger Übernahmeversuche.
Gelsenkirchen, 28. März 2019
GELSENWASSER AG
Der Vorstand
Henning R. Deters
Dr.-Ing. Dirk Waider
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat stand im Berichtsjahr in ständigem Kontakt mit dem Vorstand. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Führung des Unternehmens regelmäßig beraten sowie die Geschäftsführung überwacht. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in mündlichen und schriftlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen zur Unternehmensplanung, zur strategischen Ausrichtung und Entwicklung, zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens einschließlich der Risiken, des Risikomanagements und der Compliance. In regelmäßigen Sitzungen wurden anhand der Berichte des Vorstands alle Geschäftsvorgänge, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sowie wesentliche Angelegenheiten, die die Entwicklung der GELSENWASSER AG und der Konzerngesellschaften betrafen, gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt. Darüber hinaus wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch zwischen den Sitzungen vom Vorstand über alle sonstigen wichtigen Geschäftsvorfälle unverzüglich informiert.
Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2018 zu fünf Sitzungen zusammengetreten. Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch drei von ihm eingerichtete Ausschüsse, die Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vorbereiten bzw. im Rahmen des gesetzlich Zulässigen auch anstelle des Aufsichtsrats beschließen. Das Präsidium hat insbesondere zur Vorbereitung der Plenumssitzungen fünfmal getagt. Der Prüfungsausschuss hat zweimal getagt. Der Nominierungsausschuss ist im Berichtsjahr nicht zusammengetreten. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichteten dem Plenum regelmäßig über die Arbeit ihrer Ausschüsse. Ein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teil. (Mögliche) Interessenkonflikte traten im Berichtsjahr nicht auf. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden und hat, soweit erforderlich, seine Zustimmung erteilt. Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat lagen auf der Änderung allgemeiner wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen für das Geschäft der GELSENWASSER AG sowie auf Bieterprozessen und laufenden Akquisitionen neuer Unternehmensbeteiligungen als weiterhin zentraler Bestandteil der Gelsenwasser-Strategie.
Der Aufsichtsrat hat darüber beraten, welche wesentlichen allgemeinen Belastungen auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren zukommen:
Es ergibt sich nach wie vor - wie bei vergleichbaren Unternehmen - eine ganz erhebliche Belastung aus den gestiegenen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen aufgrund der allgemeinen Zinsentwicklung. Gleiches gilt für die Rückstellungen für den Gasspeicher.
Im Aufsichtsrat ist sowohl über die Auswirkungen der außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse auf das Jahresergebnis als auch über die trockenheitsbedingt notwendig gewordenen Maßnahmen zur Verhinderung des Absinkens von Füllständen in den Talsperren gesprochen worden.
Der Aufsichtsrat hat zur Kenntnis genommen, dass die in unterschiedlichen Gewässern nachgewiesenen multiresistenten Keime kein Thema für die Trinkwasserversorgung sind.
Über die durch die Neuregelung der Düngeverordnung ausgelösten Projekte im Zusammenhang mit der Verwertung von Klärschlamm aus der Abwasserreinigung, insbesondere über das Ziel der Schaffung langfristiger Partnerschaften mit Kommunen und die Entwicklung neuer Klärschlammverbrennungsprojekte, wurde im Aufsichtsrat ausführlich gesprochen.
Im Aufsichtsrat wurde wiederum über die Aktivitäten der Kartellbehörden zur Überprüfung von Endverbraucherpreisen für Wasserversorgung und die damit einhergehende Abfrage der Wasserbezugspreise seitens der Vorlieferanten gesprochen.
Im Aufsichtsrat wurde ausführlich über die Problematik der Verlängerung auslaufender Wasserkonzessionen gesprochen.
Vor dem Hintergrund des geplanten Zusammenschlusses von E.ON/INNOGY wurden im Aufsichtsrat die sich hieraus für Gelsenwasser ergebenden Herausforderungen diskutiert.
Im Aufsichtsrat wurde über den Fortschritt der Windenergieprojekte kontinuierlich berichtet.
Der Aufsichtsrat ist über den aktuellen Sachstand bei der Übernahme von 25,1 % der Geschäftsanteile an der GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH informiert worden.
Der Aufsichtsrat ist informiert worden, dass die GELSENWASSER AG in zwei Schritten Geschäftsanteile in Höhe von 5,9 % an der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH erworben hat.
Der Aufsichtsrat hat dem Erwerb von (weiteren) 23,8 % der Aktien an der Stadtwerke Göttingen AG zugestimmt.
Im Aufsichtsrat ist über die Verstärkung der Aktivitäten von Gelsenwasser beim Betrieb von Chemieparks diskutiert worden. In der Nähe des vorhandenen Projekts in Bitterfeld/ Sachsen-Anhalt wurde nach einem entsprechenden Aufsichtsratsbeschluss die zentrale Kläranlage des Chemieparks in Schkopau vom Dow-Konzern erworben.
Der Aufsichtsrat hat sich mit den Ergebnissen der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats befasst.
Der Aufsichtsrat wurde über die Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung informiert. Behandelt wurden dort insbesondere die Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Datenschutz und Kundenbelange.
Der Aufsichtsrat wurde über die Umsetzung der Vorgaben der neuen Datenschutzgrundverordnung bei Gelsenwasser informiert.
Die Umsetzung der Digitalisierung bei Gelsenwasser wurde im Aufsichtsrat ausführlich besprochen.
Der Vorstand ist seinen Berichtspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat im Berichtsjahr vollumfänglich nachgekommen. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Überwachung und zur frühzeitigen Erkennung von Risiken in geeigneter Form getroffen hat. Er hat die darauf basierenden regelmäßigen Analysen einer eigenen Beurteilung unterzogen.
Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss und Konzernabschluss der GELSENWASSER AG sowie der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 einschließlich des Überwachungssystems gemäß § 91 Abs. 2 AktG sind von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Abschlüsse, der Lagebericht sowie die Prüfungsberichte sind allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig übersandt worden. Die Vorlagen sind zunächst vom Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers und abschließend vom Aufsichtsrat, wiederum zusammen mit dem Abschlussprüfer, ausführlich besprochen worden. Der Abschlussprüfer berichtete über die Ergebnisse seiner Prüfung insgesamt und die einzelnen Prüfungsschwerpunkte, insbesondere zu der Frage, ob wesentliche Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess vorliegen. Dies ist nicht der Fall. Es haben sich auch keine sonstigen Beanstandungen ergeben. Der Abschlussprüfer informierte darüber, dass keine Umstände vorliegen, die seine Befangenheit besorgen lassen.
Der Aufsichtsrat hat den zusammengefassten Lagebericht sowie die Jahresabschlüsse der GELSENWASSER AG und des Konzerns unter Berücksichtigung des Berichts des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses einschließlich der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung der GELSENWASSER AG und des Konzerns eingehend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung bestanden keinerlei Einwände. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers zur Kenntnis genommen und schließt sich aufgrund seiner eigenen Prüfung dem Ergebnis der Abschlussprüfung an.
Der Aufsichtsrat billigt entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht, den Konzernabschluss und den Jahresabschluss der GELSENWASSER AG. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Prüfungsausschuss hat dem Aufsichtsrat empfohlen, der Hauptversammlung die Wahl der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 vorzuschlagen. Gestützt auf diese Empfehlung hat der Aufsichtsrat einen entsprechenden Wahlvorschlag an die Hauptversammlung verabschiedet.
Herr Michael Townsend hat sein Amt als Aufsichtsrat der GELSENWASSER AG mit Wirkung zum 13. Juni 2018 niedergelegt.
Das Amtsgericht Gelsenkirchen bestellte mit Wirkung zum 14. Juni 2018 Herrn Sebastian Kopietz als Nachfolger von Herrn Michael Townsend als neues Aufsichtsratsmitglied.
Mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2018 legte Herr Frank Thiel seine Ämter als Vorsitzender des Aufsichtsrats und als Vorsitzender des Nominierungsausschusses sowie als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses nieder. Zum gleichen Termin legte Herr Guntram Pehlke seine Ämter als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, als Vorsitzender des Prüfungsausschusses und als stellvertretender Vorsitzender des Nominierungsausschusses nieder.
In der Aufsichtsratssitzung am 19. September 2018 wurden daraufhin Herr Guntram Pehlke zum Vorsitzenden und Herr Frank Thiel neben dem verbleibenden Herrn Rainer Althans zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. In den Prüfungsausschuss wurden Herr Frank Thiel als Vorsitzender und Herr Guntram Pehlke als stellvertretender Vorsitzender gewählt. Schließlich wurden Herr Guntram Pehlke als Vorsitzender und Herr Manfred Kossack als Mitglied des Nominierungsausschusses gewählt. Die Wahl erfolgte jeweils mit Wirkung zum 1. Oktober 2018.
Die Amtszeit des Aufsichtsrats endet mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2020 beschließt. Der Aufsichtsrat verfügte damit zum Ende des Geschäftsjahres über seine volle Zahl von zwölf Mitgliedern.
Dem im Geschäftsjahr 2018 ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglied Herrn Michael Townsend gilt Dank für die Arbeit im Aufsichtsrat und seinen stets wertvollen Rat.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Betriebsräten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GELSENWASSER AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen für ihren Einsatz, die geleistete Arbeit und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Gelsenkirchen, 28. März 2019
GELSENWASSER AG
Aufsichtsrat
Der Jahresabschluss zum 31.12.2018 wurde am 28.3.2019 festgestellt.