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Funkwerk AG Annual Report 2011

May 21, 2012

5398_rns_2012-05-21_c35795b2-e8be-46a1-bcc8-06ac5a93020d.html

Annual Report

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Funkwerk AG

Kölleda

Jahresabschluss der Funkwerk AG

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 und Lagebericht

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Aktiva

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31.12.2011 31.12.2010
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Geleistete Anzahlungen 0,00 62.147,90
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.019,02 7.691,41
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 45.944.880,37 52.383.750,50
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 9.850.000,00 55.794.880,37 14.000.000,00 66.383.750,50
55.802.899,39 66.453.589,81
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 20.010.014,82 13.496.666,60
2. Sonstige Vermögensgegenstände 379.042,26 20.389.057,08 346.527,20 13.843.193,80
--davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 11.409,00 (i. Vj. EUR 12.369,02)--
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 13.934.930,87 7.702.675,71
34.323.987,95 21.545.869,51
C. Rechnungsabgrenzungsposten 10.442,84 5.566,76
D. Latente Steuern 541.499,00 907.413,00
90.678.829,18 88.912.439,08
Passiva
31.12.2011 31.12.2010
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
1. Gezeichnetes Kapital 8.101.241,00 8.101.241,00
2. Eigene Anteile -41.579,00 8.059.662,00 -41.579,00 8.059.662,00
--Bedingtes Kapital I: EUR 212.590,00 (i. Vj. EUR 212.590,00)--
--Bedingtes Kapital II: EUR 232.525,00 (i. Vj. EUR 232.525,00)-
--Bedingtes Kapital III: EUR 365.000,00 (i. Vj. EUR 365.000,00)-
--Bedingtes Kapital IV: EUR 30.000.000,00 (i. Vj. EUR 30.000.000,00)--
II. Kapitalrücklage 59.570.433,59 59.570.433,59
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklager 39.206.047,00 39.206.047,00
IV. Bilanzverlust -63.965.632,88 -44.656.067,69
42.870.509,71 62.180.074,90
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 117.864,00 203.121,05
2. Sonstige Rückstellungen 4.449.527,75 3.909.169,41
4.567.391,75 4.112.290,46
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.827.329,67 66.743,45
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.414.941,27 178.716,90
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28.735.301,50 21.780.762,15
4. Sonstige Verbindlichkeiten 263.355,28 593.851,22
--davon aus Steuern EUR 249.217,94 (i. Vj. EUR 572.114,20)--
--davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 14.137,34 (i. Vj. EUR 10.737,02)--
43.240.927,72 22.620.073,72
90.678.829,18 88.912.439,08

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

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2011 2010
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
1. Sonstige betriebliche Erträge 8.507.157,54 809.677,70
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -1.054.827,69 -862.432,50
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -116.103,94 -1.170.931,63 -112.928,77 -975.361,27
--davon für Altersversorgung EUR 47.795,08 (i. Vj. EUR 42.333,32)--
3. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -235.190,63 -3.485,36
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten -11.000.000,00 -11.235.190,63 -8.000.000,00 -8.003.485,36
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.669.728,43 -5.187.342,95
5. Erträge aus Gewinnabführungsführungsverträgen 2.631.227,63 338.273,38
6. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 700.000,00 1.398.888,88
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 700.000,00 (i. Vj. EUR 1.398.888,88)--
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.985.181,85 2.232.340,56
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 2.846.995,81 (i. Vj. EUR 2.163.831,64)-
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen -8.018.173,47 -12.900.000,00
9. Aufwendungen aus Verlustübernahme -6.125.147,64 -2.568.399,03
10 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.631.513,33 -1.697.794,63
--davon an verbundene Unternehmen EUR 740.070,08 (i. Vj. EUR 580.711,51)--
11 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -19.027.118,11 -26.553.202,72
12 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -281.281,01 -389.076,14
--davon latente Steuern EUR -365.914,00 (i. Vj. EUR -157.055,00)-
13 Sonstige Steuern -1.166,07 -71,00
14 Jahresfehlbetrag -19.309.565,19 -26.942.349,86
15 Verlustvortrag -44.656.067,69 -17.713.717,83
16 Bilanzverlust -63.965.632,88 -44.656.067,69

ANHANG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis 31.12.2011

der Funkwerk AG, Kölleda

A. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts für Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes erstellt.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB).

Die Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft.

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear pro rata temporis über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren abgeschrieben.

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen.

Die beweglichen Gegenstände des Anlagevermögens werden linear pro rata temporis über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände bis 150,00 € werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang behandelt. Für geringwertige Vermögensgegenstände über 150,00 € bis 1.000,00 € wird ein Sammelposten im Jahr der Anschaffung gebildet und über 5 Jahre linear abgeschrieben.

Sofern der beizulegende Wert von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen zum Bilanzstichtag auf Grund einer dauernden Wertminderung unter dem Buchwert liegt, wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen und gegebenenfalls die Restnutzungsdauer angepasst.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Ausleihungen werden zum Rückzahlungsbetrag oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Soweit notwendig, wird der niedrigere beizulegende Wert angesetzt.

Unter der Position Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden Forderungen gegen Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses der Hörmann Holding GmbH &Co. KG vorliegen.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt.

Das gezeichnete Kapital wurde zum Nennwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten auf der Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung. Sie werden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Unter der Position Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses der Hörmann Holding GmbH &Co. KG vorliegen.

Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich zu Steuerentlastungen führen. Passive latente Steuern für zukünftige Steuerbelastungen werden grundsätzlich gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden, soweit wie möglich, verrechnet.

2. Grundlagen der Währungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung wurden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet, soweit deren Restlaufzeit ein Jahr oder weniger beträgt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden am Bilanzstichtag unter Beachtung des Imparitätsprinzips zum historischen Kurs oder zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

B. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist in dem in der Anlage zum Anhang beigefügten Anlagespiegel dargestellt.

Für die Funkwerk Information Technologies GmbH, Kiel, wurde eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage i. H. v. 5.000 T€ beschlossen. Zum 31. Dezember 2011 besteht daraus eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe, die im Februar 2012 ausgeglichen wurde.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben bis auf Forderungen gegen das Finanzamt in Höhe von 11 T€ (Vorjahr 12 T€) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Im Berichtsjahr wurden Abschreibungen gem. § 253 Abs. 4 Satz 2 HGB auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 11.000 T€ (Vorjahr 8.000 T€) vorgenommen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen, Cashpooling, Darlehen, Zinsen und sonstigen Leistungen (z. B. EAV, Umsatzsteuer).

3. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt 8.059.662 € und ist vollständig erbracht. Der Nennbetrag der eigenen Anteile beträgt 41.579 € und wird offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Der Nennwert der Aktien beträgt jeweils 1 €.

Die Kapitalrücklage und die Gewinnrücklagen wurden im Jahr 2011 nicht verändert.

Das Eigenkapital enthält nicht ausschüttungsfähige Beträge in Höhe von insgesamt 542 T€ aus der Aktivierung latenter Steuern.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2009 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 27. Mai 2014 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stammaktien in Form von Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 4.050.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2009). Der Vorstand wurde des Weiteren ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,

um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen,
bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen in Form von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder Forderungen gegen die Gesellschaft, wenn die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 4.050.000 Stück nicht überschreiten,
bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der Aktien den Börsenpreis der Aktien zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrages durch den Vorstand nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 810.000 Stück nicht überschreiten.

Bedingtes Kapital

Bedingtes Kapital I

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 18. Mai 2005 ist das Aktienoptionsprogramm 2005 beschlossen und zu dessen Bedienung das bedingte Kapital II erschaffen worden. Danach stand der Gesellschaft ein bedingtes Kapital in Höhe von 368 T€ und 367.965 Optionsrechten zur Verfügung. Die Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen unter dem Aktienoptionsprogramm 2005 war bis zum 18. Mai 2009 befristet. Im Aktienoptionsprogramm 2005 können deshalb keine Aktienoptionen mehr ausgegeben werden. Da die Ermächtigung abgelaufen ist und insgesamt 155.375 Optionen nicht ausgegeben worden sind, wurde im Jahr 2010 das bedingte Kapital II in Höhe von 155 T€, aufgehoben. Das bedingte Kapital II wurde in bedingtes Kapital I umbenannt und beträgt 213 T€. Unter diesem Aktienoptionsprogramm wurden bislang noch keine Stückaktien ausgegeben.

Bedingtes Kapital II

Die Aktionäre der Funkwerk AG haben in der ordentlichen Hauptversammlung vom 14. Mai 2008 das Aktienoptionsprogramm 2008 beschlossen und zu dessen Gewährung das bedingte Kapital III erschaffen. Danach stand der Gesellschaft ein bedingtes Kapital in Höhe von 233 T€ bzw. 232.525 Optionsrechte zur Verfügung. Das bedingte Kapital III wurde im Jahr 2010 in bedingtes Kapital II umbenannt. Unter diesem Aktienoptionsprogramm wurden bislang noch keine Stückaktien ausgegeben.

Bedingtes Kapital III

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 27. Mai 2010 wurde das Aktienoptionsprogramm 2010 beschlossen und hierfür ein bedingtes Kapital III in Höhe von bis zu 365 T€ und 365.000 Optionsrechte geschaffen.

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Optionsrechte ausgegeben werden und deren Inhaber von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen. Die neuen Aktien nehmen zu Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie durch Ausübung des Optionsrechts entstehen, am Gewinn teil. Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre wird insoweit ausgeschlossen. Der Nennbetrag des nach § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG beschlossenen bedingten Kapitals zur Schaffung von Aktienoptionsprogrammen darf 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten.

Bedingtes Kapital IV

In der Hauptversammlung vom 27. Mai 2010 wurde der Vorstand zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen ermächtigt. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 26. Mai 2015 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber und/oder auf den Namen lautende Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 30.000 T€ begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von diesen Wandelschuldverschreibungen Wandlungsrechte und den Inhabern bzw. Gläubigern von diesen Optionsschuldverschreibungen Optionsrechte auf bis zu insgesamt 3.200.000 neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren. Die Laufzeit der Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen kann bis zu zehn Jahre betragen.

Für die Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen wurde in der Hauptversammlung die Schaffung eines neuen bedingten Kapital IV beschlossen und somit das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 3.200 T€ durch Ausgabe von bis zu 3.200.000 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen von ihrem Wandlungs- und Optionsrechten Gebrauch machen bzw. ihre Wandlungspflichten aus solchen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen erfüllen. Die neuen Aktien sind ab dem Beginn des bei ihrer Ausgabe laufenden Geschäftsjahres dividendenberechtigt.

4. Sonstige Rückstellungen

Die wesentlichen sonstigen Rückstellungen betreffen:

Bezeichnung

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Betrag

in T€
2011 2010
--- --- ---
Risiken aus Freistellungszusage gegenüber Tochtergesellschaften 3.300 3.300
Drohende Verluste 259 212
Abschlusskosten 229 202

5. Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind besichert durch die Verpfändung von Bankguthaben in Höhe von 9.486 T€.

6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beruhen auf Lieferungen und Leistungen, Cashpooling, Darlehen, Zinsen und sonstigen Leistungen (z. B. EAV, Kapitalerhöhung, Umsatzsteuer).

7. Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus den temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz in folgenden Posten:

Bezeichnung

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Betrag in T€ 2011
Sachanlagen 6
Vorräte 239
Sonstige Rückstellungen 285
Sonstige Verbindlichkeiten 11
Gesamt 541

Zur Berechnung der aktiven latenten Steuern wurde der Organkreis mit einbezogen.

Die latenten Steuern werden mit einem Köperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 15,825 % und einem Gewerbesteuersatz von 10,56 % bewertet.

C. ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von 7.794 T€ (Vorjahr 19 T€). Sie resultieren im Wesentlichen aus Gewinnen aus Unternehmensverkauf 6.878 T€ sowie Erträgen aus Zuschreibungen 900 T€.

2. Außerplanmäßige Abschreibungen

In dem am 31. Dezember 2011 endenden Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände über 231 T€ (Vorjahr 0 T€) und Anteile an verbundenen Unternehmen über 8.018 T€ (Vorjahr 0 T€) durchgeführt.

Bei den im Vorjahr abgewerteten Ausleihungen erfolgte in 2011 eine Tilgung über 50 T€. Darüber hinaus wurde eine Wertaufholung über 850 T€ gebucht.

Im Vorjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Ausleihungen in Höhe von 12.900 T€ vorgenommen.

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 28 T€ (Vorjahr 3.399 T€).

4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 1 T€ (Vorjahr 23 T€) und periodenfremde Steuererträge in Höhe von 84 T€ (Vorjahr 213 T€).

D. SONSTIGE ANGABEN

1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

a) Haftungsverhältnisse

Als Haftungsverhältnisse gemäß § 251 i. V. m. § 268 Abs. 7 HGB werden vermerkt.

Für Anzahlungsbürgschaften und Gewährleistungsbürgschaften aus dem laufenden Geschäft der Tochterunternehmen bestehen Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von 28.521 T€ (Vorjahr 39.312 T€) sowie für eine Bürgschaft aus dem laufenden Geschäft der Funkwerk AG in Höhe von 1.200 T€ (Vorjahr 0 T€).

Am 10. Januar 2011 hat die Funkwerk AG eine bis 31. Dezember 2012 befristete Patronatserklärung zur Absicherung eventueller finanzieller Verpflichtungen gegenüber der Funkwerk Enterprise Communications GmbH in Nürnberg abgegeben. Die Gesellschaft wurde am 13. Januar 2012 verkauft. Damit erlischt die Patronatserklärung der FW AG.

Weiterhin wurden von der Funkwerk AG am 4. Februar 2009 befristete Patronatserklärungen bis 31. Dezember 2012 zu Gunsten der Funkwerk Enterprise Communications France S.A.S und deren Schwestergesellschaften Funkwerk Enterprise Communications Italia s.r.l. und Funkwerk Enterprise Communications Iberia S.L. zur Absicherung eventueller finanzieller Verpflichtungen abgegeben. Die Funkwerk Enterprise Communications France S.A.S und die Funkwerk Enterprise Communications Italia s.r.l. wurden am 13. Januar 2012 verkauft. Damit erlischt die Patronatserklärung der FW AG.

Am 16. Januar 2012 hat die Funkwerk AG eine bis 31. Dezember 2013 befristete Patronatserklärung zur Absicherung eventueller finanzieller Verpflichtungen gegenüber der Funkwerk Information Technologies Karlsfeld GmbH in Karlsfeld abgegeben.

Am 16. Januar 2012 hat die Funkwerk AG eine bis zum 31. Dezember 2013 befristete Patronatserklärung zur Absicherung eventueller finanzieller Verpflichtungen gegenüber der Funkwerk Information Technologies GmbH, Kiel, abgegeben.

Alle unsere Beteiligungsunternehmen führen ihre Geschäfte nach unserer Kenntnis und nach den uns vorliegenden Planungsrechnungen ordnungsgemäß und in einer Art und Weise, die gewährleistet, dass sie alle ihre Verpflichtungen aus eigener Kraft erfüllen können und damit eine Inanspruchnahme aus den von uns eingegangenen Haftungsverhältnissen nicht zu erwarten ist.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen voraussichtlich Verpflichtungen bis zum Ende der Vertragslaufzeit bzw. bis zum nächsten Kündigungstermin aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von 30 T€ (Vorjahr 4 T€).

In der Funkwerk AG bestehen zum Bilanzstichtag noch offene Devisentermingeschäfte (Vorjahr Devisentermingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte) für in 2012 zu zahlende Fremwährungsverbindlichkeiten. Die Verpflichtung aus der Bewertung dieser Geschäfte beläuft sich auf 259 T€ (Vorjahr 212 T€) und wurde in Form einer Rückstellung in den Jahresabschluss aufgenommen.

Der postive Zeitwert beträgt 7 T€ (Vorjahr 383 T€), dieser wird nicht nach HGB bilanziert.

2. Verbundene Unternehmen, Beteiligungen, Konzernbeziehungen

Die Beteiligungsquote, die Ergebnisentwicklung für das Jahr 2011 bis zum 31. Dezember 2011, der Stand des Kapitals zum 31. Dezember 2011 sowie die Angabe zur unbeschränkten Haftung als Gesellschafter gemäß § 285 Nr. 11a HGB stellt sich für die verbundenen Unternehmen sowie die Beteiligungen im Überblick wie folgt dar:

Unmittelbare Tochtergesellschaften

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Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital

in %
Stammkapital

in T€
Eigenkapital

in T€
Ergebnis

in T€
Funkwerk Dabendorf GmbH, Zossen, Brandenburg(1) 100 3.300 11.562 0
Hörmann-Funkwerk Kölleda GmbH, Kölleda, Thüringen(1) 100 1.700 21.680 0
Funkwerk Enterprise Communications GmbH, Nürnberg, Bayern 100 1.000 -995 -147
Funkwerk Information Technologies GmbH, Kiel, Schleswig-Holstein 100 5.512 367 -6.485
Funkwerk Security Communications GmbH, Salzgitter, Niedersachsen 100 2.000 3.710 885
FunkTech GmbH, Nürnberg, Bayern 100 25 14 0

(1) Das Eigenkapital enthält das Jahresergebnis nach Ergebnisabführung

Mittelbare Tochtergesellschaften

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Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital

in %
Stammkapital

in T€
Eigenkapital

in T€
Ergebnis

in T€
Funkwerk plettac electronic GmbH, Fürth, Bayern 100 50 -30.723 -5.861
Microsyst Systemelectronic GmbH, Weiden/OPf., Bayern 100 82 1.941 797
Funkwerk Systems Austria GmbH, Wien, Österreich 100 35 245 104
Funkwerk Akademie GmbH, Beichlingen, Thüringen 100 25 -9 173
Funkwerk eurotelematik GmbH, Ulm, Baden Württemberg 100 1.001 2.889 446
Funkwerk Avionics GmbH, Waal, Bayern 100 54 259 -89
Funkwerk Information Technologies Karlsfeld GmbH, Karlsfeld, Bayern 100 512 -2.627 -3.093
Funkwerk Information Technologies York Limited, York, Großbritannien 100 7 482 -553
Positiveblast Limited, York, Großbritannien(2) 100 5 2 0
Funkwerk Information Technologies Malmö AB, Malmö, Schweden 100 73 -1.120 51
Funkwerk IT Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen 100 13 -525 -108
Funkwerk Statkom GmbH, Kölleda 100 25 2 -23
Patil Vossloh Rail IT Systems Private Ltd., Hyderabad, Indien(2) 51 0 8 0
Funkwerk Enterprise Communications Iberia S.L., Madrid, Spanien 100 3 -117 -187
Funkwerk Enterprise Communications France S.A.S., Gradignan Cedex, Frankreich 100 300 -287 -396
Funkwerk Enterprise Communications Italy S.R.L., Mailand, Italien 100 11 -272 -143
Funkwerk Engineering GmbH, Kiel, Schleswig-Holstein 100 25 8 -20
Funkwerk ES Iberia S.L., Madrid, Spanien(2) 54 3 18 7
Funkwerk IP-Appliances GmbH, Nürnberg, Bayern 100 25 -113 -230
Funkwerk Aphona Communications GmbH, Wien, Österreich 100 945 -265 -351
Funkwerk Electronic Services GmbH, Salzgitter, Niedersachsen 100 250 -500 -390
WHSDnet GmbH, Potsdam, Brandenburg(2) 25 25 19 -6
Raytel LLC, San Diego, USA(3) 65 - - -

(2) ungeprüfter Abschluss per 31.12.2009

(3) Gesellschaft ist stillgelegt; keine aktuellen Werte vorhanden

3. Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die gemäß § 161 AktG geforderte Erklärung, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wird und in Zukunft entsprochen werden soll, abgegeben und den Aktionären auf der Homepage http://www.funkwerk.com zugänglich gemacht.

4. Vorstände

Mit dem Ausscheiden von Dr. Grundner wurden die Aufgaben von Finanzvorstand Johann M. Schmid-Davis und Technikvorstand Carsten Ahrens mit übernommen. Beide führen das Unternehmen gleichberechtigt. Die Aufgabenbereiche wurden im Geschäftsverteilungsplan aus dem August 2011 festgelegt.

Herr Dr. Ing. Hans Grundner, Anzing, Vorsitzender (ausgeschieden am 19. Mai 2011)

Business Development Traffic and Control Communication und Security Communication, Public Relations, Koordinierung der Vorstandsaufgaben

Herr Dipl.-Betriebswirt Johann M. Schmid-Davis, Zorneding

Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, Steuern, Revision, Rechts- und Vertragswesen, IT, Personal- und Sozialwesen, Investor Relations, Koordination des Konzerneinkaufs

Herr Dipl.-Ing. Carsten Ahrens, Kaarst

Koordinierung der Technologie und Produktplanung, Entwicklung der Geschäftsbereiche, Weiterentwicklung der Führungsinstrumente, Merger & Akquisition

Vergütung

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einer erfolgsunabhängigen und einer erfolgsbezogenen Komponente und wird in Höhe und Struktur vom Aufsichtsrat der Funkwerk AG festgelegt.

Der erfolgsunabhängige Bestandteil setzt sich aus einem Fixum zuzüglich Nebenleistungen und Pensionszusagen zusammen und ist nicht vom Erreichen bestimmter Ziele abhängig; er wird monatlich ausgezahlt. Neben dem monatlichen Fixum erhalten alle Vorstandmitglieder zusätzlich Nebenleistungen, welche die private Dienstwagennutzung sowie Versicherungsprämien beinhaltet. Diese Vergütungsbestandteile stehen allen Vorstandsmitgliedern zu und werden von jedem versteuert.

Eine ausführliche Darstellung der Vergütungsbestandteile der Vorstandsmitglieder ist dem Lagebericht für das Geschäftsjahr zu entnehmen.

Vorstandsbezüge

Die kurzfristig fälligen Leistungen setzen sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

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in EUR Erfolgsunabhängige Vergütung Erfolgsabhängige Vergütung Versorgungszusagen
2011 2010 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- --- --- ---
Dr. H. Grundner 111.795 231.636 0 0 10.000 24.000
J. Schmid-Davis 165.005 184.731 40.000 0 15.000 15.000
C. Ahrens 228.300 53.315 0 0 3.750 0
Summe 505.100 469.682 40.000 0 28.750 39.000

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in EUR Aktienbasierte Vergütung Gesamtbezüge
2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- ---
Dr. H. Grundner 0 10.080 121.795 265.716
J. Schmid-Davis 0 10.080 220.005 209.811
C. Ahrens 0 10.080 232.050 63.395
Summe 0 30.240 573.850 538.922

Im Geschäftsjahr 2011 konnten die Vorstände keine Optionen ausüben.

5. Aufsichtsrat

Herr Alfons Hörmann, Wertingen,

Geschäftsführer der HörmannHolding & Co. KG, Kichseeon,

stellvertretender Vorsitzender bis 18. März 2011; Vorsitzender seit 18. März 2011

Herr Prof. Dr. Gerhard P. Fettweis, Dresden,

Hochschullehrer,

stellvertretender Vorsitzender seit 18. März 2011

Herr Dr.-Ing. Manfred Egner, Aidlingen,

Generalbevollmächtigter/Non Executive Director der Freudenberg & Co. KG,

Mitglied seit 19. Mai 2011

Herr Maximilian Ardelt, Starnberg,

Unternehmer,

Vorsitzender bis 18. März 2011, Mitglied bis 19. Mai 2011

Herr Alfons Hörmann war im Berichtszeitraum Mitglied in folgenden Aufsichtsräten

Schöck AG, Baden-Baden (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Wilhelm Geiger GmbH & Co. KG, Oberstdorf (Vorsitzender des Beirates)
Scaltel AG, Waltenhofen (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH, Gustavsburg (Vorsitzender des Aufsichtsrates ab 1. Dezember 2011)
Hörmann Automotive Penzberg GmbH, Penzberg (Vorsitzender des Aufsichtsrates ab 30. November 2011)
DSV Leistungssport GmbH, Planegg (Vorsitzender des Aufsichtsrates)(Ehrenamtlich)
DSV Marketing GmbH, Planegg (Vorsitzender des Aufsichtsrates)(Ehrenamtlich)

Herr Prof. Dr. Gerhard P. Fettweis war im Berichtszeitraum Mitglied in folgenden Aufsichtsräten

Qualitpe AG, Dresden (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
DEWB AG, Jena (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)
ZMDI AG, Dresden (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Signalion GmbH, Dresden (Mitglied des Beirates)

Herr Dr.-Ing. Manfred Egner war im Berichtszeitraum Mitglied in folgenden Aufsichtsräten:

Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG, Weinheim (Mitglied des Aufsichtsrates)

Herr Maximilian Ardelt war im Berichtszeitraum bis zu seinem Ausscheiden Mitglied in folgenden Aufsichtsräten:

TechData Corporation, Clearwater/Florida (Mitglied des Board of Directors)
Tiburon Partners AG, München (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Ecommerce Alliance AG (vorher Getmobile Europe PLC), München (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Stulz Holding GmbH, Hamburg (Mitglied des Aufsichtsrats)
Mannstaedt GmbH, Troisdorf (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Technische Universität Graz, Graz, Österreich (stv. Vorsitzender des Unirats)
Neumüller CeWe Color Stiftung (Mitglied im Kuratorium)

Vergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrates ist geregelt in § 12 der Satzung der Funkwerk AG und unterteilt sich in einen fixen, einen variablen Bestandteil sowie in Sitzungsgeld. Bei der Höhe der Bezüge wird zwischen dem Vorsitz und den übrigen Mitgliedern unterschieden.

Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder

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in EUR Fixe Bezüge Sitzungsgeld Variable Bezüge
2011 2010 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- --- --- ---
Alfons Hörmann 9.458 4.437 14.300 9.750 0 0
Dr. Gerhard Fettweis 6.958 2.958 10.400 5.200 0 0
Dr. Manfred Egner 3.069 0 5.200 0 0 0
Maximilian Ardelt 2.167 8.979 5.200 14.950 0 0
Christian A. Hufnagl 0 4.083 0 2.600 0 0
Niels L. Chrestensen 0 2.042 0 1.300 0 0
Summe 21.652 22.499 35.100 33.800 0 0

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in EUR Gesamtbezüge
2011 2010
--- --- ---
Alfons Hörmann 23.758 14.187
Dr. Gerhard Fettweis 17.358 8.158
Dr. Manfred Egner 8.269 0
Maximilian Ardelt 7.367 23.929
Christian A. Hufnagl 0 6.683
Niels L. Chrestensen 0 3.342
Summe 56.752 56.299

6. Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 8 (Vorjahr 7) Arbeitnehmer bei der Gesellschaft beschäftigt.

7. Honorar des Abschlussprüfers

Im laufenden Geschäftsjahr wurden für den Abschlussprüfer im Sinne des § 319 Abs. 1 HGB, KPMG AG, Leipzig, als Aufwand folgende Honorare erfasst:

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2011

in T€
2010

in T€
Abschlussprüfung* 120 178
Andere Bestätigungsleistungen 4 0
Steuerberatungsleistungen 16 0
Sonstige Leistungen 121 3
261 181

* davon betreffend Vorjahr 28 T€ (Vorjahr 99 T€)

8. Unternehmensverträge

Es bestehen zwischen der Funkwerk AG und den Tochtergesellschaften Hörmann Funkwerk Kölleda GmbH und Funkwerk Dabendorf GmbH Ergebnisabführungsverträge.

9. Konzernzugehörigkeit

Der Jahresabschluss der Funkwerk AG wird als verbundenes Unternehmen gemäß § 271 Abs. 2 HGB i. V. m. § 290 HGB in den Konzernabschluss der Hörmann Holding GmbH &Co. KG, Kirchseeon, als Mutterunternehmen mit dem größten Konsolidierungskreis einbezogen.

Der Konzernabschluss der Konzernobergesellschaft Hörmann Holding GmbH &Co. KG, Kirchseeon, wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht.

Der Konzemabschluss der Funkwerk AG, Kölleda, wird nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Der Konzemabschluss der Funkwerk AG, Kölleda, wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht.

Kölleda, den 26. März 2012

Funkwerk AG

Der Vorstand

Johann M. Schmid-Davis

Carsten Ahrens

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2011

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2011

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2011

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen 29.096,51 0,00 0,00 29.096,51
2. Geleistete Anzahlungen 62.147,90 168.941,03 0,00 231.088,93
91.244,41 168.941,03 0,00 260.185,44
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 30.280,91 4.429,31 0,00 34.710,22
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 63.873.621,38 5.026.000,00 3.464.870,13 65.434.751,25
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 26.900.000,00 0,00 5.050.000,00 21.850.000,00
90.773.621,38 5.026.000,00 8.514.870,13 87.284.751,25
90.895.146,70 5.199.370,34 8.514.870,13 87.579.646,91

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Kumulierte Abschreibungen
1.1.2011

EUR
Zugänge

EUR
Zuschreibungen

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2011

EUR
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen 29.096,51 0,00 0,00 0,00 29.096,51
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 231.088,93 0,00 0,00 231.088,93
29.096,51 231.088,93 0,00 0,00 260.185,44
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.589,50 4.101,70 0,00 0,00 26.691,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 11.489.870,88 8.018.173,47 0,00 18.173,47 19.489.870,88
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 12.900.000,00 0,00 850.000,00 50.000,00 12.000.000,00
24.389.870,88 8.018.173,47 850.000,00 68.173,47 31.489.870,88
24.441.556,89 8.253.364,10 850.000,00 68.173,47 31.776.747,52

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Buchwerte
31.12.2011

EUR
31.12.2010

EUR
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen 0,00 0,00
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 62.147,90
0,00 62.147,90
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.019,02 7.691,41
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 45.944.880,37 52.383.750,50
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 9.850.000,00 14.000.000,00
55.794.880,37 66.383.750,50
55.802.899,39 66.453.589,81

LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2011

Funkwerk AG, 99625 Kölleda, Im Funkwerk 5

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 2011

Die Weltwirtschaft entwickelte sich 2011 insgesamt positiv: Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) belief sich das globale Wirtschaftswachstum auf 3,8 %. Dieser vergleichsweise hohe Anstieg wurde vor allem in den ersten Monaten realisiert, im weiteren Jahresverlauf geriet die Konjunktur zusehends ins Stocken. Dies war nach Ansicht des IWF vor allem eine Folge der sich sukzessive verschärfenden Staatsschuldenkrise im Euro-Raum und der schwierigen Situation an den Finanzmärkten.

Den größten Wachstumsbeitrag leisteten 2011 erneut die Schwellen- und Entwicklungsländer, die in der Summe um 6,2 % zulegten, obwohl die wirtschaftliche Dynamik auch dort zuletzt deutlich abnahm. Im Vergleich dazu erhöhten die Industrienationen ihre Leistung mit einem Plus von 1,6 % eher moderat. Eine positive Ausnahme in dieser Ländergruppe war die deutsche Volkswirtschaft: Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das reale Bruttoinlandsprodukt 2011 um 3,0 %. Trotz der beeindruckenden Wachstumsstärke zogen auch in Deutschland zum Jahresende hin verstärkt Wolken am Konjunkturhimmel auf.

Für Funkwerk als Hersteller von Anlagen und Infrastruktur-Produkten ist die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen bzw. der Ausrüstungsinvestitionen ein wichtiger Konjunkturindikator. 2011 stiegen die Ausgaben für Ausrüstungen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 8,3 %. Hinter diesem Wert verbargen sich allerdings deutlich unterschiedliche Entwicklungen in einzelnen Teilsektoren. So blieb beispielsweise der für Funkwerk besonders wichtige Markt für Kommunikations- und Informationssysteme insgesamt schwierig. Dies lag unter anderem an den Sparzwängen der öffentlichen Hand, die zu Verzögerungen bei der Auftragsvergabe bzw. zu einer zeitlichen Streckung von Projekten führte. Auch die Investitionen der Deutschen Bahn in die Erneuerung der Stellwerktechnik im Regionalverkehr blieben 2011 hinter den Erwartungen zurück.

Funkwerk-Geschäftsentwicklung im Überblick

Die Funkwerk AG hat im Geschäftsjahr 2011 eine entscheidende strategische Neuausrichtung eingeleitet und bei deren Umsetzung gute Fortschritte gemacht. Wir haben die Unternehmensgruppe auf drei Kernbereiche fokussiert und beschränken uns innerhalb dieser strategischen Geschäftsbereiche künftig auf expansive Felder. Die geplante Umgestaltung der Organisationsstrukturen haben wir im Berichtsjahr vorbereitet und konnten zu Beginn des Jahres 2012 die Einteilung der operativen Geschäftstätigkeit in sechs marktorientierte Business Units umsetzen. Bei der Zentralisierung bereichsübergreifender Funktionen gab es ebenfalls erste Erfolge, beispielsweise im Einkauf und in der Produktion. Im operativen Geschäft konnten wir wichtige strategische Neuaufträge gewinnen und die Marktposition in vielen Unternehmensbereichen behaupten.

Die Gesellschaft ist unter HRB 111457 beim Amtsgericht Jena registriert.

Gegenstand des Unternehmens ist laut Handelsregistereintrag:

die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von elektrischen und elektronischen Geräten, Anlagen und Systemen, insbesondere auf den Gebieten der Nachrichten- und der Informationstechnik sowie der Telekommunikation. Die Erbringung von allen damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen, der Erwerb, der Verkauf und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen, die insbesondere auf allen Gebieten der Nachrichten- und der Informationstechnik sowie der Telekommunikation tätig sind, sowie die strategische Führung, Steuerung und Koordinierung dieser Unternehmen.

Die Funkwerk AG betreibt wie in den Vorjahren kein operatives Geschäft. Die wesentliche Aufgabe besteht in der operativen und strategischen Steuerung der nunmehr drei Geschäftsbereiche. Darüber hinaus werden Dienstleistungen für die Tochtergesellschaften erbracht wie z. B. das zentrale Cash-Pooling-System, Fremdwährungskurssicherungen, die Verwaltung des Aktienoptionsprogramms und andere Leistungen. Außerdem läuft die gesamte Kapitalmarktkommunikation sowie andere Investor Relations Aktivitäten über die Funkwerk AG.

Die Funkwerk AG hat wie bisher keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Die unter dem Dach der Funkwerk AG tätigen Gesellschaften sind dem Anhang Abschnitt D.2. zu entnehmen.

Die Funkwerk AG hat seit dem 01.01.2001 mit ihren Tochtergesellschaften Hörmann-Funkwerk Kölleda GmbH und Funkwerk Dabendorf GmbH einen Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden alle Geschäftsanteile an der Alpha Meß-Steuer-Regeltechnik GmbH, Neustadt an der Weinstraße, sowie an der Vtech Funkwerk IAD GmbH, Kiel, veräußert.

Zudem wurden mit dem Verkauf des gesamten Geschäftsbereiches Enterprise Communication im Oktober 2011 die Anteile an der Funkwerk Enterprise Communications GmbH, Nürnberg, und deren unmittelbaren Tochtergesellschaften Funkwerk IP Appliances GmbH, Nürnberg, Funkwerk Aphona Communications GmbH, Wien, Funkwerk Enterprise Communications France S.A.S, Gradignan Cedex, Funkwerk Enterprise Communications Italia S.R.L., Mailand, unter aufschiebenden Bedingungen verkauft. Der wirtschaftliche Übergang erfolgte nach Erfüllung der aufschiebenden Bedingungen im Januar 2012. Im Rahmen des Verkaufes des Geschäftsbereiches Enterprise Communication wurden zudem die Anteile an den nicht operativ tätigen Gesellschaften FunkTech GmbH, Nürnberg, im November 2011 sowie Funkwerk Enterprise Communications Iberia S.L., Madrid, im Januar 2012 an die Funkwerk AG übereignet. Die Anteile an der Funkwerk ES Iberia S.L., Madrid, wurden Anfang 2012 an den Mitgesellschafter verkauft.

Im März 2012 wurden sämtliche Anteile an der Funkwerk Avionics GmbH, Waal, veräußert.

Geschäftsgrundlage und Konzernstruktur

Die Funkwerk AG ist als mittelständischer Technologiekonzern spezialisiert auf lösungsorientierte Informations-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme für den Schienenverkehr, Kraftfahrzeuge, Infrastruktur, Behörden und Unternehmen. Funkwerk-Produkte basieren auf modernsten Verfahren der Funk- und Kommunikationstechnik sowie der Datenverarbeitung, verbessern die Sicherheit und den Komfort und tragen zur Kostensenkung bei den Kunden bei. Kern unseres Leitbilds ist eine hohe Flexibilität auf Kundenwünsche einzugehen sowie eine ausgeprägte technologische Kompetenz.

Unter dem Dach der Funkwerk AG ist die Geschäftstätigkeit in drei strategische Geschäftsbereiche unterteilt. Der Geschäftsbereich Enterprise Communication (EC) ist im Geschäftsjahr veräußert worden.

Der Bereich Traffic &Control Communication (TCC) umfasst die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von hochwertigen Systemlösungen für Eisenbahn- und Verkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreiber sowie Hersteller von Schienenfahrzeugen weltweit. Hierzu zählen u. a. Stellwerk- und Informationssysteme sowie Zugfunkgeräte. Unser Kundenstamm setzt sich im Wesentlichen zusammen aus Bahn-Verkehrsbetrieben, Infrastrukturbetreibern und Systemhäusern.

Im Segment Security Communication (SC) werden Systeme für High-end-Sicherheitslösungen wie Personensicherungs- und Videoüberwachungsanlagen entwickelt, produziert und vertrieben. Zu den Kunden gehören unter anderem Behörden, Justizvollzugsanstalten, öffentliche Verkehrsbetriebe und Unternehmen.

Der Geschäftsbereich Automotive Communication (AC) bietet PKW- und LKW-Herstellern maßgeschneiderte Connectivity- und Vernetzungslösungen für das Fahrzeug sowie Telematik-Systeme. Zielgruppen sind insbesondere die Premium-Hersteller der Fahrzeugindustrie sowie Transportunternehmen.

Ab dem Jahr 2012 soll die Funkwerk-Gruppe stärker zentral gesteuert werden. Deshalb wurde das operative Geschäft innerhalb der drei strategischen Geschäftsbereiche zum Jahreswechsel in Business Units (BU's) gegliedert, die auch standortübergreifend tätig sind. So ist der Geschäftsbereich TCC künftig aufgeteilt in die BUs Infrastruktur (Infrastructure) und Mobile Systeme (Rolling Stock), der Bereich SC in Videosicherheitslösungen (Videosystems), Sicherheitskommunikationslösungen (Security Communications) und Sicherheitsprodukte (Security Products). In der Sparte AC übernimmt die gleichnamige BU Automotive Communication die Geschäftstätigkeit. Zentrale Funktionen werden zukünftig parallel dazu zusammengefasst und aus der Funkwerk AG heraus gesteuert.

Funkwerk ist in den wichtigsten Märkten mit eigenen Niederlassungen oder Tochtergesellschaften vertreten. Ende 2011 war der Konzern bezogen auf die drei fortgeführten Geschäftsbereiche mit acht Standorten in Deutschland und vier im Ausland präsent. Der Konsolidierungskreis veränderte sich im Berichtsjahr zum einen durch den Verkauf der Tochtergesellschaft Alpha Meß-Steuer-Regeltechnik GmbH. Zum anderen wurde Anfang Oktober der gesamte Geschäftsbereich Enterprise Communications (EC) mit den dazugehörigen Tochtergesellschaften veräußert. Der wirtschaftliche Übergang an den neuen Eigentümer erfolgte am 13. Januar 2012. Darüber hinaus wurde die Funkwerk Avionics GmbH im ersten Quartal 2012 verkauft.

Neuausrichtung der Funkwerk-Gruppe

Die Strategie der Funkwerk AG ist grundsätzlich auf ertragsorientiertes Wachstum, den weiteren Ausbau unserer technologischen Kompetenz und die Verbesserung unserer in vielen Teilbereichen marktführenden Stellung gerichtet. Im Geschäftsjahr 2011 wurde eine umfassende Neuausrichtung eingeleitet, um die Unternehmensgruppe effizienter aufzustellen, die Wettbewerbsfähigkeit im gesamten Konzern zu verbessern und die Ertragskraft zu erhöhen. Dabei verfolgen wir im Wesentlichen vier Ziele:

Im Rahmen der Fokussierung auf die Kernbereiche konzentriert sich das Unternehmen konsequent auf die drei strategischen Geschäftsbereiche TCC, SC und AC. Innerhalb dieser Geschäftsbereiche beschränken wir uns auf margenstarke Wachstumsfelder und haben alle anderen Aktivitäten auf den Prüfstand gestellt. 2011 und im ersten Quartal 2012 wurden bereits mehrere Gesellschaften verkauft, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, und weitere Bereinigungsmaßnahmen insbesondere des Produktportfolios umgesetzt bzw. eingeleitet.
Parallel dazu werden wir in der Gruppe vorhandene Synergiepotenziale verstärkt heben und damit Ertragskraft zurück gewinnen. Dazu straffen und vereinfachen wir die Konzernstrukturen, richten uns operativ konsequent auf den Markt aus und bündeln zentrale Bereiche wie z. B. Verwaltung, Einkauf oder Produktion. Dadurch können wir unsere Ressourcen gezielter einsetzen, die Komplexität reduzieren und die Marktansprache effizienter gestalten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Finanzkraft der Funkwerk AG, die wir stärken wollen. Bereits 2011 haben wir unsere Liquidität durch einen mehrjährigen Konsortialdarlehensvertrag verbessert. Zudem tragen die Unternehmensverkäufe dazu bei, die finanzielle Situation auf eine stabilere Basis zu stellen.
Insgesamt ist die Funkwerk AG auf Wachstum ausgerichtet. Wir konzentrieren uns auf expansive Produktfelder und wollen unsere drei Geschäftsbereiche international auf Märkten etablieren, in denen nachhaltige Steigerungsraten erwartet werden. Dabei nutzen wir unsere technologisch führende Position bei Schlüsselprodukten und entwickeln uns zunehmend vom Lieferanten für spezielle Nischenbereiche zum lösungsorientierten Systemanbieter und verbreitern über Partnerschaften den Markzugang.

Unternehmensführung und Steuerungssystem

Die Unternehmensführung von Funkwerk orientiert sich an den Grundsätzen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Verantwortlich für die Unternehmensführung ist der Vorstand. Seine Arbeit wird durch den Aufsichtsrat überwacht. Der Vorstand legt auch die Konzernstrategie fest und erarbeitet gemeinsam mit den Verantwortlichen der Geschäftsbereiche bzw. der Business Units geeignete Maßnahmen zu ihrer Umsetzung.

Die operativen Unternehmensbereiche werden sowohl über strategische Vorgaben als auch über Kennzahlen gesteuert. Dazu gehören der Umsatz, die EBIT-Marge, die Wertschöpfung pro Mitarbeiter, das Verhältnis von Working Capital zu Umsatz, die Investitionsintensität und die Umschlagshäufigkeit. Diese Führungsinstrumente werden im Rahmen des konzernweiten Controllings eingesetzt und bei Bedarf erweitert. Zudem beobachten wir verschiedene operative Frühindikatoren wie Markt-, Konjunktur- und ausgewählte Branchendaten, den Auftragseingang in unseren Geschäftsfeldern und die Entwicklung wichtiger Rohstoffpreise bzw. Währungen. Auch die Analyse der aktuellen sowie der angestrebten Wettbewerbsposition dient der Unternehmenssteuerung von Funkwerk. Dazu untersuchen wir regelmäßig unseren jeweiligen Marktanteil, die Qualität der Produkte, den Umsatzbeitrag neuer Produkte sowie die Entwicklungsintensität.

2. Ertragslage

Das Geschäftsjahr der Funkwerk Gruppe und somit indirekt das der Funkwerk AG als Holding war erneut von hohen Umstrukturierungskosten sowie erheblichen Vorleistungen für neue Projekte vor allem im Unternehmensbereich AC geprägt. Wesentlichen Einfluss hatten auch die Maßnahmen zur Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder. So wurde im Oktober 2011 die Alpha Meß-Steuer-Regeltechnik GmbH (TCC) und Anfang Januar 2012 der Unternehmensbereich EC veräußert. Die Funkwerk Avionics GmbH (AC) gaben wir im März 2012 ab. Zudem beabsichtigen wir, innerhalb des Jahres 2012 die Produktlinie Sportanzeiger (TCC) zu veräußern.

Die Funkwerk AG weist im Berichtsjahr ein Jahresergebnis in Höhe von -19,3 Mio. EUR (Vorjahr: -26,9 Mio. EUR) aus. Dieses resultiert insbesondere aus Abschreibungen auf Finanzanlagen (8,0 Mio. EUR) sowie Wertberichtigungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen (11,0 Mio. EUR).

Der Betriebsaufwand der Funkwerk AG liegt mit rund 17,1 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (14,2 Mio. EUR). Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die im Vorjahresvergleich erhöhten Wertberichtigungen im Verbundbereich. Dem erhöhten Betriebsaufwand stehen mit 8,5 Mio. EUR (Vorjahr: 0,8 Mio. EUR) deutlich höhere sonstige betriebliche Erträge gegenüber, die in Höhe von rund 6,9 Mio. EUR aus Buchgewinnen im Zusammenhang der Beteiligungsverkäufe resultieren. Das Betriebsergebnis in 2011 beträgt rd. -8,6 Mio. EUR (Vorjahr: -13,4 Mio. EUR).

Der Saldo aus Erträgen aus Ergebnisabführung und Aufwendungen aus Verlustübernahme beläuft sich im Berichtsjahr auf -3,5 Mio. EUR (Vorjahr: -2,2 Mio. EUR); bei FWD war wie bereits in 2010 ein Jahresfehlbetrag zu verzeichnen.

Das Finanzergebnis der Funkwerk AG wurde auch im Geschäftsjahr 2011 in erheblichem Maße durch Abschreibungen auf Finanzanlagen beeinflusst. Im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen wurden für zwei Tochterunternehmen Abwertungen in Höhe von insgesamt 8,0 Mio. EUR (Vorjahr: 12,9 Mio. EUR) vorgenommen. Unter anderem wurden im Rahmen der Veräußerung der Anteile an der Funkwerk Enterprise Communications GmbH zum 31. Dezember 2011 Abschreibungen auf den Beteiligungsansatz in Höhe von 3,5 Mio. EUR vorgenommen. Das übrige Finanzergebnis (inkl. Erträge aus Ausleihungen) liegt mit 1,1 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau (1,9 Mio. EUR).

3. Finanz- und Vermögenslage

Alle Geldanlagen erfolgten wie bisher nach den Kriterien "risikoarm" und "kurzfristig verfügbar". Zum Jahresende betrugen die liquiden Mittel insgesamt 13,9 Mio. EUR (Vorjahr: 7,7 Mio. EUR), wovon rund 9,5 Mio. EUR aus dem Anteilsverkauf Alpha Meß-Steuer-Regelechnik GmbH resultieren und noch zu Gunsten der kreditgebenden Konsortialbanken verpfändet sind.

Das zentrale Cash-Pooling-System dient wie in den vergangenen Jahren der Liquiditätssteuerung und der Finanzierung der Tochtergesellschaften. Weiterhin wurden zu 5 % verzinste Darlehen an die Tochtergesellschaften zur Finanzierung der Geschäftsentwicklung zur Verfügung gestellt. Das bestehende Factoringprogramm, das seit mehreren Jahren mit einer deutschen Geschäftsbank betrieben wird, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr im Zuge der neuen Finanzierungsstruktur sowie der Unternehmensverkäufe deutlich reduziert und mit dem Verkauf des Geschäftsbereiches Enterprise Communication im Januar 2012 ganzheitlich abgelöst. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen inkl. der langfristigen Ausleihungen betragen zum Bilanzstichtag 29,9 Mio. EUR (Vorjahr: 27,5 Mio. EUR). Gegenläufig belaufen sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zum Bilanzstichtag auf 28,7 Mio. EUR (Vorjahr: 21,8 Mio. EUR). Verbundforderungen beinhalten Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen in Höhe von 36,0 Mio. EUR (Vorjahr: 25,0 Mio EUR) gebildet worden.

Die Zielsetzung, die vorhandenen liquiden Mittel für das laufende Geschäft als auch zur Finanzierung von Investitionen zu verwenden, wird auch in Zukunft verfolgt. Zur nachhaltigen Finanzierungsstabilität hat die Funkwerk AG als Darlehensnehmerin und insgesamt anfänglich 15 ihrer unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften als Mitverpflichtete mit Datum vom 24. März 2011 mit drei deutschen Geschäftsbanken einen mehrjährigen Konsortialdarlehensvertrag in Höhe von 75,5 Mio. EUR abgeschlossen.

Das Konsortialdarlehen setzt sich zusammen aus einem Darlehen auf revolvierender Basis in Höhe von 17,5 Mio. EUR, das als Geldmarktkredit oder in Höhe von bis zu 5 Mio. EUR als Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden kann sowie aus einer Avalkreditlinie in Höhe von 58 Mio. EUR. Die Funkwerk AG und ihre Tochtergesellschaften stellen hierfür Sicherheiten in Form von Globalzessionen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einzelner Tochtergesellschaften, Abtretung von Vorräten aller Gesellschaften der Funkwerk-Gruppe sowie Grundschulden auf Betriebsimmobilien in Dabendorf und Kölleda. Das Darlehen hat eine Laufzeit über 3 Jahre mit Verlängerungsoption über weitere 2 Jahre.

Zur weiteren Sicherung des Konsortialdarlehensvertrages hat Funkwerk über eine Laufzeit von fünf Jahren eine 80%ige Ausfallbürgschaft für 9,0 Mio. EUR Barkredite sowie eine 60%ige Ausfallbürgschaft für 10,6 Mio. EUR Avalkredite aus dem Bund/Länder-Programm "Deutschlandfonds" erhalten. Die Bürgschaft läuft über fünf Jahre und ist mit der für Staatsbürgschaften üblichen Bedingung verbunden, dass sich während der Laufzeit der Mehrheitseigentümer der Funkwerk AG verpflichtet, im Rahmen der Hauptversammlung für eine Gewinnthesaurierung zu stimmen, sodass keine Dividende ausgeschüttet wird.

Im Konsortialdarlehensvertrag ist als Bedingung vereinbart worden, dass die Eigenmittelquote der Funkwerk-Gruppe zu keiner Zeit 35 % unterschreiten darf. Ebenso darf der adjustierte Verschuldungsgrad der Funkwerk-Gruppe per 30. September 2011 und bis zum 30. Dezember 2011 nicht mehr als 7,0 sowie per 31. Dezember 2011 und danach nicht mehr als 3,5 betragen.

Funkwerk AG hat dem Bankenkonsortium in Bezug auf die deutlichen Auswirkungen der Neuausrichtung eine Nichteinhaltung der Kennzahlenvorgaben zum 30. September 2011, für den 31. Dezember 2011 sowie für die Folgequartale 2012 mitgeteilt. Das Bankenkonsortium hat die Nichteinhaltung im Rahmen der Neuausrichtung zum 30. September 2011 sowie 31. Dezember 2011 geduldet. Für 2012 und Folgezeiträume werden neue Kennzahlen bezogen auf die geänderte Konzernstruktur im Rahmen der verbindlich geplanten Änderung der Konsortialfinanzierung definiert. Bezüglich der geplanten Änderung der bestehenden Konsortialfinanzierung verweisen wir auf Abschnitt 9. Nachtragsbericht. Bis zum Abschluss der Änderungsvereinbarung wurde entsprechend dem aktuellem Kreditvertrag vereinbart, dass die aus den Unternehmensverkäufen zugeflossenen Mittel in 2011 sowie Anfang 2012 in Höhe von ca. 18 Mio. EUR an das Bankenkonsortium verpfändet werden.

Zum 31. Dezember 2011 valutierte der revolvierende Geldmarktkredit in Höhe von 12,5 Mio. EUR mit einer Restlaufzeit bis Mitte Januar 2012. Die Kontokorrentlinie war zum Jahresende 2011 nicht in Anspruch genommen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind stichtagsbedingt um 1,2 Mio. EUR auf 1,4 Mio. EUR angestiegen.

Das Eigenkapital beläuft sich auf 42,9 Mio. EUR (Vorjahr: 62,2 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote in Höhe von ca. 47 Prozent ist im Vergleich zum Vorjahr (70 Prozent) aufgrund des Jahresfehlbetrages zurückgegangen.

4. Risiko- und Chancenbericht

Risikopolitik

Chancen und Risiken sind ein integraler Bestandteil jeder unternehmerischen Tätigkeit und damit auch der global ausgerichteten Aktivitäten von Funkwerk. Unsere Risikopolitik folgt dem Ziel, potenzielle Risiken nicht grundsätzlich zu vermeiden, sondern vielmehr Handlungsspielräume zu schaffen, die ein bewusstes Eingehen der Risiken ermöglichen, wenn durch das damit verbundene Geschäft ein angemessener Beitrag zum Unternehmenswert erwartet werden kann. Dafür sind umfassende Kenntnisse über die Risiken und deren Zusammenhänge nötig. Diese vom Vorstand festgelegte Risikopolitik bestimmt das Handeln aller am Risikomanagement-Prozess beteiligten Personen.

Risikomanagement-System

Funkwerk verfügt über ein mehrstufiges Risikomanagementsystem (RMS) sowie über weitere unterstützende Kontrollsysteme. Dazu gehört auch das interne Kontrollsystem (IKS). Zusammen bilden die beiden Systeme einen geeigneten Rahmen, um zum einen Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, und zum anderen Chancen offenzulegen und zu nutzen. Das System wird zentral koordiniert, ist für alle Gesellschaften des Konzerns verbindlich vorgegeben und erstreckt sich über alle Unternehmensteile. Dabei wird durch eine regelmäßige und systematische Überwachung der Projekte und der jeweiligen Rahmenbedingungen ein hohes Maß an Transparenz erreicht, sodass bei Bedarf frühzeitig entsprechende Maßnahmen definiert und eingeleitet werden können.

Das RMS der Funkwerk AG besteht aus Richtlinien und Arbeitsdokumenten wie zum Beispiel Checklisten. In diesen werden Prozesse standardisiert und eine systematische, kontinuierliche Prüfung operativer und nicht-operativer Risiken und Chancen festgelegt. Zusätzlich sorgen Richtlinien zur Bilanzierung, zum Projektmanagement und zur Kalkulation sowie die Compliance-Richtlinie für eine nachvollziehbare und einheitliche Vorgehensweise. Die Konzerngesellschaften setzen das RMS eigenverantwortlich um und erweitern dieses bei Bedarf um spezifische Themen. Das Rahmenwerk für die Verbindung von RMS und IKS bildet die Berichterstattung, die zum einen zentral vorgegeben, zum anderen aber auch durch individuelle Meldungen ergänzt wird. Durch eine kontinuierliche Kontrolle, Analyse und Diskussion der aktuellen Berichte wird gewährleistet, dass RMS und IKS effektiv zusammenwirken, wobei sowohl Vorstand als auch das Beteiligungscontrolling eingebunden sind.

Zur Bewertung von Projekten verwenden die Gesellschaften Verfahren, die eine systematische Identifikation und Einstufung der Risiken ermöglichen. Dabei werden sowohl quantitative als auch qualitative Kriterien untersucht. Werden bestimmte Risikoschwellen überschritten, erfolgt eine Meldung an das Beteiligungscontrolling, das den Vorstand informiert und eine frühzeitige Bewertung, Diskussion, die Definition von geeigneten Maßnahmen sowie deren Abstimmung ermöglicht.

Die Entwicklung der Projekte sowie der allgemeine Geschäftsverlauf und die daraus resultierenden Risiken werden mindestens monatlich diskutiert, geeignete Maßnahmen besprochen und gegebenenfalls eingeleitet. Zusätzlich erfolgt mindestens einmal im Jahr eine gesamtheitliche Risikoinventur im Rahmen der Planung. Der dabei zugrunde gelegte Risikokatalog wird zentral vorgegeben, von den einzelnen Gesellschaften durch spezifische Themen ergänzt und jährlich einer Neubewertung unterzogen. Das Beteiligungscontrolling wertet die Daten auf Konzernebene aus und prüft eine Bündelung von Risiken. Auf Basis dieser Analyse bewertet der Vorstand die aktuelle Risikosituation und stimmt die Maßnahmen bei Bedarf mit dem Aufsichtsrat ab.

Internes Kontroll- und Risikomanagement-System im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Funkwerk ist gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Dieses System ist gesetzlich nicht definiert. Unter einem IKS werden die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die gerichtet sind auf die Entscheidungen des Managements zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Die Regelungsaktivitäten tragen zusätzlich dazu bei, dass verlässliche und nachvollziehbare Informationen durch die Buchungsunterlagen zur Verfügung gestellt werden.

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale als wesentlich, die die Bilanzierung und Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht und Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dazu gehören sowohl Risiken auf Ebene des Abschlusses insgesamt als auch die Abbildung einzelner Arten von Geschäftsvorfällen und für einzelne Kontensalden und Abschlussangaben. Spezifische Risiken für die Funkwerk AG können aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte, insbesondere zum Ende des Geschäftsjahres, auftreten. Außerdem sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem erhöhten Risiko behaftet. Rechnungslegungsbezogene Risiken aus derivativen Finanzinstrumenten sind im Anhang zum Konzernjahresabschluss erläutert.

Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochter- bzw. Konzerngesellschaften der Funkwerk AG derzeit noch in verschiedenen Buchhaltungssystemen. Um eine einheitliche Konzernbilanzierung zu gewährleisten, steht den Tochterunternehmen eine jährlich überarbeitete Konzernbilanzierungsrichtlinie mit Erläuterungen zur Verfügung. Zusätzlich werden die Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften durch weitere Informationen zu standardisierten Berichtspaketen ergänzt. Diese verarbeitet das Konzernrechnungswesen mit Hilfe einer Konsolidierungssoftware und erstellt den Konzernabschluss der Funkwerk AG. Dabei werden die Konsolidierungsvorgänge wie z. B. Kapitalkonsolidierung, Vermögens- und Schuldenkonsolidierung oder Aufwands- und Ertragskonsolidierung nicht nur mit Hilfe automatisierter Konsolidierungsassistenten, sondern auch über manuelle Anpassungsbuchungen ausgeführt. Für die Erstellung der Steuerbilanzen nutzen wir die Unterstützung der nationalen Steuerberatungsgesellschaften der jeweiligen Tochterunternehmen.

Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit des RMS / IKS

Durch die regelmäßige Diskussion und Weiterverfolgung im Rahmen der monatlichen Sitzungen, die ergänzt werden durch individuelle Reviews, erfolgt eine kontinuierliche Kontrolle der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen. Gleichzeitig wird diese Plattform genutzt, um die bestehende Systematik anzupassen, sodass sie zum Ausgangspunkt eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wird. Die Informationen werden mit Hilfe von Kennzahlen analysiert, um Schwachpunkte oder Divergenzen aufzudecken. Außerdem überprüft das Beteiligungscontrolling die Funktionsfähigkeit des Systems durch Stichproben und leitet gegebenenfalls Veränderungen ein.

Die Umsetzung des RMS wird im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer kontrolliert. Zusätzlich erfolgt eine Berichterstattung der Risiken und Chancen an den Aufsichtsrat.

Darstellung der Einzelrisiken

Unternehmensspezifische und Marktrisiken

Der für Funkwerk relevante Markt der professionellen Kommunikationssysteme ist ein verhältnismäßig junger Markt und unterliegt einem schnellen technologischen Wandel. Die Geschäftsentwicklung ist daher grundsätzlich davon abhängig, inwieweit es gelingt, die Marktposition und Technologieführerschaft zu halten bzw. auszubauen sowie flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Um das entwicklungstechnische Risiko zu beschränken, gilt es, die neuen Produkte zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Technologie zu entwickeln und in den Markt einzuführen.

Hierzu ist Voraussetzung, dass neue technologische Trends rechtzeitig erkannt und umgesetzt werden. Es besteht insbesondere das Risiko, dass Wettbewerber verbesserte oder innovative Produkte zeitlich früher oder preisgünstiger als Funkwerk im Markt einführen. Außerdem ist nicht immer gewährleistet, dass verbesserte oder neue Produkte vom Markt entsprechend akzeptiert werden.

Sollte Funkwerk zukünftig nicht oder nicht rechtzeitig neue Kundenanforderungen oder die jeweilige technologische Weiterentwicklung erkennen, umsetzen und ihre Produkte unter entsprechender Beachtung betriebswirtschaftlicher Grundsätze weiterentwickeln oder anpassen können, kann dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk haben.

Funkwerk unterliegt aufgrund seiner Geschäftstätigkeit zudem den zyklischen Konjunkturschüben der Elektronikindustrie, insbesondere den dynamischen Produktlebenszyklen elektronischer Bauteile. So ersetzen Lieferanten Bauteile und Komponenten innerhalb kurzer Vorlauffristen durch neue, so dass Funkwerk gezwungen ist, Produkte kontinuierlich an neue Bauteile und Komponenten anzupassen. Dies geht einher mit dem Risiko, dass Funkwerk nicht in der Lage sein könnte, die für die Anpassung ihrer Produkte erforderlichen Entwicklungsressourcen bereitzustellen.

Da Funkwerk insbesondere in den Geschäftsbereichen Traffic &Control Communication sowie Security Communication aufgrund der mit ihren Kunden vertraglich vereinbarten Gewährleistungen teilweise eine Ersatzteilbevorratung von über 10 Jahren zusichern muss, entsteht ein hoher Lagerbestand. Hier könnte es über die regelmäßig vorgenommenen Abwertungen hinaus zu weiteren Wertberichtigungen des Vorratsvermögens kommen.

Aufgrund der hohen technologischen Dynamik und der Skalierungsfähigkeit der Serienfertigung, dem Innovationsdruck sowie dem Wettbewerbsdruck ist der für Funkwerk relevante Markt der Kommunikationstechnik von einem Preisverfall gekennzeichnet. Besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten versuchen Wettbewerber verstärkt, Marktanteile mit niedrigsten Preisangeboten zu gewinnen. Auch bei einem technischen Vorsprung besteht das Risiko, dass Produkte der Wettbewerber sich insbesondere aufgrund des Preises am Markt durchsetzen. Diese Fälle können sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk auswirken.

Abhängigkeiten von politischen Entscheidungen und Vergabepraxis

Ein großer Teil der Geschäftstätigkeit von Funkwerk ist in erheblichem Maße abhängig von politischen Entscheidungen, aufgrund derer den öffentlichen Auftraggebern und Kunden von Funkwerk Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. So sind insbesondere die Geschäftsbereiche Traffic &Control Communication und Security Communication von Investitionen der öffentlichen Hand in Bahnanlagen, für Personensicherung, Objektschutzanlagen, Autobahnen und Infrastrukturmaßnahmen abhängig. Insbesondere vor dem Hintergrund des gegenwärtig in zahlreichen europäischen Staaten bestehenden Konsolidierungsdrucks öffentlicher Haushalte und rückläufiger Steuereinnahmen könnten Verzögerungen oder Streichung von Investitionsvorhaben und Fördergeldern die Auftragsvergabe der öffentlichen Hand und damit auch die Geschäftsentwicklung von Funkwerk negativ beeinträchtigen.

Abhängigkeiten von Mitarbeitern und Projektmanagement

Der zukünftige Erfolg von Funkwerk hängt in erheblichem Umfang von der weiteren Mitwirkung ihrer Führungskräfte, leitenden Mitarbeiter und Mitarbeiter in sonstigen Schlüsselpositionen ab. Sollte es Funkwerk in Zukunft nicht gelingen, entsprechend qualifiziertes Personal zu gewinnen, könnten die strategischen und wirtschaftlichen Ziele von Funkwerk möglicherweise nicht erreicht werden und negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk haben.

Funkwerk ist im Projektgeschäft tätig. Bei der Erteilung von Projektaufträgen können sowohl der Kunde als auch Funkwerk von unterschiedlichen Voraussetzungen und Forderungen ausgehen, so dass die Umsetzung eines Projektes gefährdet sein könnte. Da Funkwerk im Projektgeschäft nach der Erbringung von bestimmten Leistungsabschnitten vergütet wird, kann der Abbruch eines Projekts dazu führen, dass Vorleistungen und getätigte Aufwendungen sowie Kosten nicht vollständig vergütet werden. Darüber hinaus könnte die von Funkwerk vor der Abgabe von Angeboten im Rahmen der Projektvergabe durchgeführte Risikobewertung in Bezug auf das konkrete Projekt fehlerhaft oder unvollständig sein, so dass die vereinbarte Vergütung nicht in angemessenem Verhältnis zu den Aufwendungen von Funkwerk steht.

Die mit dem Projektgeschäft verbundenen Risiken könnten bei ihrer Realisierung wesentlich nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk haben.

Abhängigkeiten von internationalen Märkten

Der Schwerpunkt von Funkwerk liegt bislang in Deutschland und dem europäischen Ausland. Insbesondere in den Geschäftsbereichen Traffic &Control Communication sowie Security Communication plant Funkwerk eine verstärkte Internationalisierung ihrer geschäftlichen Aktivitäten auch in das außereuropäische Ausland. Die weitere Internationalisierung der Geschäftstätigkeit von Funkwerk birgt jedoch Risiken. Dazu zählen vor allem Risiken durch die in den verschiedenen Ländern herrschenden allgemeinen wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, Wechselkursrisiken sowie die Notwendigkeit der Einhaltung der jeweils geltenden technischen Normen. Sollte Funkwerk nicht in der Lage sein, die Risiken zu beherrschen, könnte dies wesentlich nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Funkwerk erzielt Umsätze ganz überwiegend in Euro sowie verschiedenen anderen Währungen. Einkäufe von Bauteilen und Komponenten erfolgen dagegen zu einem erheblichen Teil in Fremdwährung, zumeist auf Basis des US-Dollar. Daher besteht ein nicht unerhebliches Wechselkursrisiko, das sich auf die Beschaffungspreise, Währungsbestände, Verbindlichkeiten und damit auf das Ergebnis von Funkwerk auswirken kann. Die von Funkwerk betriebenen Währungssicherungsgeschäfte könnten dabei nicht ausreichend sein, alle Kursschwankungen zwischen Drittwährungen und dem Euro auszugleichen, was wesentlich nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnte.

Abhängigkeiten von Kunden und Zertifizierungen

Funkwerk hat Kunden, mit denen sie jeweils bis zu 10 Prozent bzw. in einem Einzelfall über 10 Prozent des Gesamtumsatzes tätigt. Der anteilige Umsatz mit solchen Kunden gemessen am erzielten Umsatz des jeweiligen Geschäftsbereichs liegt bei einigen der Großkunden erheblich darüber.

Sollten mehrere der Großkunden nicht mehr Produkte in dem bisherigen Umfang von Funkwerk beziehen, könnte dies wesentliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk haben.

Der Geschäftserfolg von Funkwerk hängt unter anderem auch von der Erlangung branchenspezifischer Zulassungen und Zertifizierungen sowie der Einhaltung von vorgegebenen Normen und technischen Richtlinien ab, die für die Einführung neuer Produkte und Technologien maßgeblich sind.

Sollte Funkwerk nicht in der Lage sein, Produkte zu entwickeln, die den vorgegebenen Normen und technischen Richtlinien entsprechen oder erforderliche Genehmigungen zum Inverkehrbringen und dem Vertrieb ihrer Produkte in dem jeweiligen Land erhalten, könnte dies Funkwerk in der Geschäftstätigkeit beeinträchtigen.

Compliance

Angesichts der Komplexität der Geschäftstätigkeit und der geografischen Aufstellung von Funkwerk könnten Gesetzesverstöße und kriminelle Handlungen von Mitarbeitern nicht rechtzeitig entdeckt und unterbunden werden.

Wenn Mitarbeiter oder für Funkwerk tätige Dritte unlautere Vorteile im Zusammenhang mit der Geschäftsanbahnung entgegennehmen oder gewähren oder sonstige illegale Geschäftspraktiken anwenden, könnte dies zu rechtlichen Sanktionen, wie etwa Geldbußen, dem Ausschluss von Ausschreibungen und den Verlust von Aufträgen und einer erheblichen Schädigung der Reputation von Funkwerk führen. Funkwerk kann nicht garantieren, dass die bestehenden und zukünftigen Risikomanagement- und Kontrollverfahren von Funkwerk angemessen sind und sämtliche denkbaren Gesetzesvorgaben in allen Ländern erfassen sowie von allen Mitarbeitern und sonstigen für Funkwerk tätigen Dritten vollständig befolgt werden, was nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk haben könnte.

Verletzung von Schutzrechten und Patentverstöße

Funkwerk hat bislang eine große Zahl von Patenten und weiteren gewerblichen Schutzrechten für seine Produkte in verschiedenen Ländern registriert oder angemeldet. Funkwerk kann nicht gewährleisten, dass auf der Grundlage anhängiger oder zukünftiger Patentanmeldungen Patente erteilt werden oder dass Funkwerk in der Lage sein wird, derzeitige und zukünftige Entwicklungen, Anwendungen und Computerprogramme patentieren zu lassen. Selbst wenn Patente erteilt sind oder erteilt werden, besteht keine Gewissheit, dass der Umfang gegenwärtiger oder zukünftiger Patente hinreichend weit gefasst ist, um einen Schutz gegenüber Dritten zu bieten, der wirtschaftlich von Bedeutung ist oder der Funkwerk mögliche Wettbewerbsvorteile sichert.

Für den Erfolg von Funkwerk bei der Entwicklung und Vermarktung von Produkten ist es unter anderem entscheidend, dass gewerbliche Schutzrechte Dritter nicht verletzt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Funkwerk gegenwärtig oder zukünftig durch Weiter- und Neuentwicklungen von Produkten geistige Eigentumsrechte Dritter verletzt und Dritte infolge dessen Ansprüche aus Verletzung gewerblicher Schutzrechte gegenüber Funkwerk geltend machen können und dadurch ein Anspruch auf Schadensersatz- bzw. Lizenzzahlungen gegen Funkwerk entsteht.

Die Produkte von Funkwerk können mit Fehlern behaftet sein. Diese können auf Verschulden von Funkwerk oder auch auf das Verschulden von Zulieferern beruhen und zu Gewährleistungs- oder Haftungsansprüchen von Kunden oder Dritten oder einer Beeinträchtigung der Marktakzeptanz der Produkte von Funkwerk und damit zu einem Absatzrückgang führen. Die Tatsache, dass gegenwärtig keine wesentlichen Gewährleistungsansprüche gegen Funkwerk geltend gemacht werden, bedeutet nicht, dass Funkwerk künftig keinen erheblichen Gewährleistungs- und Haftungsansprüchen oder Ansprüchen auf Zahlung von Vertragsstrafen von Kunden und Vertriebspartnern ausgesetzt sein könnte. Ansprüche dieser Art können zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk führen. Zusätzlich besteht das Risiko, dass ein öffentlich bekannt gewordener Schadensfall den Ruf der Produkte von Funkwerk schädigt und somit die Vertrauensbasis bei den Kunden stört und die Akzeptanz der Produkte von Funkwerk beeinträchtigt.

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten

Gesellschaften der Funkwerk-Gruppe sind Beklagte in verschiedenen gerichtlichen und außergerichtlichen Auseinandersetzungen mit teilweise erheblichen Streitwerten. Der Ausgang dieser Verfahren ist ungewiss und es besteht das Risiko, dass die Kläger jeweils teilweise oder in voller Höhe obsiegen. Sofern mit einer Inanspruchnahme wahrscheinlich zu rechnen ist, wurden in ausreichender Höhe Rückstellungen gebildet.

Risiken aus dem Algerien-Geschäft

Die Funkwerk plettac electronic GmbH, eine Tochtergesellschaft der Funkwerk AG, ist an einer Arbeitsgemeinschaft nach algerischem Recht beteiligt. Im Zuge der im Vorjahresbericht sehr ausführlich dargestellten innenpolitischen Entwicklung in Algerien wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des angeblichen Verdachts der Korruption und unerlaubten Preiserhöhung gegen mehrere Unternehmen und Einzelpersonen in die Wege geleitet. Davon betroffen sind die Arbeitsgemeinschaft, der algerische Partner und neben anderen ausländischen Unternehmen auch die Funkwerk plettac electronic GmbH, nicht jedoch deren Geschäftsführung, sonstige Mitarbeiter der Funkwerk-Gruppe oder vor Ort handelnde Personen. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wurde auch eine vorläufige Sperrung der Konten der Arbeitsgemeinschaft mit der Folge verfügt, dass darauf befindliche Beträge, die aus der Bezahlung ordnungsgemäß geleisteter Arbeiten resultieren und die im Innenverhältnis ausschließlich der Funkwerk plettac electronic GmbH zustehen, in einer Größenordnung von rund 4 Mio. Euro aktuell nicht nach Deutschland transferiert werden können und daher der Funkwerk-Gruppe in absehbarer Zeit nicht zur freien Verfügung stehen. Zudem bestehen weiterhin seitens Funkwerk gestellte Bankbürgschaften bzw. Bankgarantien in Höhe von insgesamt rund 10 Mio. Euro. Die Bankbürgschaften bzw. -garantien wurden durch algerische Banken auf Basis entsprechender Rückgarantieverträge mit einigen deutschen Banken emittiert. Die Bankbürgschaften bzw. -garantien sollten auf Basis der Verträge mit dem Auftraggeber im Umfang von rund 7 Mio. Euro aufgrund bereits erfolgter Erfüllung der zugrundeliegenden Liefer- und Leistungsverpflichtungen bzw. Ablauf der vertraglichen Gewährleistungsgarantien ebenso wie aufgrund der Verfristung der Bürgschaften/Garantien nicht mehr in Anspruch genommen werden können. Bezüglich der noch nicht zurückgegebenen Bankbürgschaften bzw. -garantien verbleibt jedoch ein Restrisiko insoweit, als die deutschen Banken gegenüber den algerischen Banken "echte" Rückgarantien auf erstes Anfordern gegeben haben.

Risiken aus der Rückzahlung von Zulagen und aus Steuerprüfungen

Der Funkwerk wurden und werden für einzelne Entwicklungsprojekte und unternehmerische Maßnahmen staatliche Investitionszulagen gewährt oder zugesagt. Die Verwendung solcher Mittel ist in der Regel zweckgebunden und an entsprechende Auflagen und Bedingungen geknüpft. Sollte Funkwerk nicht in der Lage sein, die zweckentsprechende oder auflagen- bzw. bedingungsgemäße Verwendung dieser Mittel sicherzustellen und nachzuweisen, kann dies zur Folge haben, dass die betreffenden Investitionszulagen zurückzuzahlen sind.

Funkwerk ist der Ansicht, dass die erstellten Steuererklärungen vollständig und korrekt abgegeben wurden. Gleichwohl könnte es im Nachhinein aufgrund unterschiedlicher Betrachtungsweisen von Sachverhalten zu Steuernachforderungen kommen. Insbesondere bezüglich Forderungen in Höhe von 14,7 Mio. Euro und 12,0 Mio. Euro der Vossloh AG, der damaligen Gesellschafterin und Verkäuferin, auf die die Vossloh AG im Vorfeld des Verkaufs der Funkwerk Information Technologies GmbH, Kiel, und Funkwerk Information Technologies Karlsfeld GmbH, Karlsfeld, durch uns verzichtet hatte. Diese Forderungen werden von uns als werthaltig eingestuft. Es besteht aber ein steuerliches Risiko hinsichtlich der Einschätzung der Werthaltigkeit der Forderungen durch die Finanzbehörden was gegebenenfalls zu einer nachträglichen Steuererhebung von bis zu 4,6 Mio. Euro zzgl. Zinsnachzahlungen ab dem Veranlagungsjahr 2007 führen kann. Gegen den ergangenen Bescheid hat Funkwerk 2011 Einspruch eingelegt und die Aussetzung der Vollziehung beantragt. Dem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung wurde seitens der Behörden stattgegeben. Im Januar 2012 wurde die Klage beim Finanzamt eingereicht. Steuernachforderungen können wesentlich nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Funkwerk haben.

5. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht der Funkwerk AG orientiert sich an den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und enthält Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) bzw. der International Financial Reporting Standards (IFRS) Bestandteil des Konzern-Anhangs bzw. des Lageberichts sind.

Vergütung des Vorstands

Die gültige Vergütungsstruktur für den Vorstand basiert auf dem Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG), das am 5. August 2009 in Kraft trat und sich auch in den Empfehlungen des aktuellen Deutschen Corporate Governance Kodex wiederfindet. Das Aufsichtsratsplenum prüft regelmäßig das Vergütungssystem und die Angemessenheit der Verträge. Es stellt damit sicher, dass die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder in einem angemessenen Verhältnis zu seinen jeweiligen Aufgaben und Leistungen, zur wirtschaftlichen Lage sowie den Zukunftsaussichten der Gesellschaft stehen und die übliche Höhe nicht ohne besondere Gründe übersteigen.

Grundzüge des Vergütungssystems

In Übereinstimmung mit dem Kodex erläutern wir im Folgenden die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand der Funkwerk AG. Grundsätzlich setzen sich die Bezüge der Vorstandsmitglieder aus einer fixen sowie einer erfolgsabhängigen Komponente zusammen und werden in Höhe und Struktur vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Dienstverträge sind zeitlich begrenzt und sehen für jedes Jahr ein Zielgehalt vor.

Fixvergütung

Der erfolgsunabhängige Teil der Vorstandsvergütung besteht aus einem Fixum zuzüglich Nebenleistungen, welche die private Dienstwagennutzung sowie Versicherungsprämien beinhalten. Die feste jährliche Grundvergütung wird in monatlich gleichen Raten ausbezahlt und ist nicht vom Erreichen bestimmter Ziele abhängig. Sie ist angemessen im Verhältnis zu vergleichbaren Gesellschaften.

Variable Bestandteile

Die erfolgsbezogene Vergütungskomponente berücksichtigt das Erreichen quantitativer und gegebenenfalls qualitativer Ziele. Sie ist aufgeteilt in eine jährliche Tantieme sowie eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung.

Kurzfristige Vergütungskomponente:

Die Mitglieder des Vorstands erhalten als kurzfristigen variablen Vergütungsbestandteil eine jährliche Tantieme. Berechnungsgrundlage für diese Zahlung ist eine feste prozentuale Erfolgsbeteiligung von 0,8 und 1,0 % am erwirtschafteten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie 0,3 % des Cash Flow nach Investitionen. Sie ist auf das 1,25-fache des Grundgehalts beschränkt und wird zu 20 % zwecks Verrechnung mit gegebenenfalls später anfallenden negativen Beträgen thesauriert und mit 4 % verzinst. Herr Johann Schmid-Davis erhält zusätzlich einen jährlichen Bonus von 50.000 Euro, sofern vorher definierte qualitativer Ziele erreicht werden. Mitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Vorstand angehören, bekommen eine zeitanteilige Vergütung. Der Jahresbonus kann bis auf null sinken. Damit wird den Anforderungen des VorstAG und des Kodex entsprochen.

Langfristige Vergütungskomponente:

Um Anreize für eine langfristig positive Wertentwicklung des Unternehmens zu schaffen, erhält der Vorstand Aktienoptionen. Die Anzahl wird jeweils vom Aufsichtsrat festgelegt. Die Bedingungen, zu welchen die Vorstandsmitglieder diese Optionen ausüben können, sind identisch mit denen der anderen Bezugsberechtigten. Eine ausführliche Beschreibung der Aktienoptionsprogramme enthält der Konzernanhang unter Gliederungspunkt E, Abschnitt 11. Derzeit halten die Mitglieder des Vorstands Aktienoptionen aus den Programmen des Jahres 2008 und 2010. Im Berichtsjahr wurden ihnen keine Aktienoptionen gewährt. Die Ausübung von Optionen war 2011 ebenfalls nicht möglich.

Versorgungszusagen

Neben der Vergütung hat jedes Vorstandsmitglied Anspruch auf eine Pensionsversicherung (Versorgungszusage). Diese wird für jede Person separat abgeschlossen. Die Beitragszahlungen im Rahmen der Versorgungszusage werden an eine Unterstützungskasse geleistet. Der Aufsichtsrat legt die Bedingungen der Vergütung für die gesamte Dienstvertragslaufzeit fest. Im Vergleich zu anderen Unternehmen sind die Versorgungsvergütungen des Vorstands der Funkwerk AG ebenfalls angemessen.

Vergütungsaufwand im Jahr 2011

Die Vergütungsbestandteile stehen allen Vorstandmitgliedern zu und werden von diesen entsprechend der jeweiligen persönlichen Situation versteuert. Die Gesamtvergütung des Jahres 2011 in Höhe von rund 574 TEuro (Vorjahr 539 TEuro) ist angemessen im Vergleich zu anderen Unternehmen ähnlicher Größe. Sie trägt sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung. Die einzelnen Vergütungsbestandteile verleiten den Vorstand überdies nicht zum Eingehen unangemessener Risiken. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vergütung für den Vorstand der Funkwerk AG den Erfordernissen des VorstAG sowie des Kodex entspricht und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Ein individueller Ausweis der Vorstandsvergütung befindet sich im Anhang.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist geregelt in § 12 der Satzung der Funkwerk AG und enthält grundsätzlich eine feste und eine variable Komponente sowie Sitzungsgeld. Demnach stehen den Mitgliedern pro Geschäftsjahr ein fixer Bestandteil von 5.000 Euro und ein Sitzungsgeld von 1.300 Euro je Sitzung zu. Das Vergütungssystem legt fest, dass der Vorsitzende jeweils das Zweifache und sein Stellvertreter den 1,5-fachen Satz der Jahresvergütung und des Sitzungsgeldes erhalten. Als variabler Bestandteil werden 1.000 Euro je 0,05 Euro ausgeschütteter Dividende angesetzt.

Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Gremium angehören, bekommen eine geringere Vergütung. Nimmt ein Mitglied an einer Aufsichtsratssitzung nicht teil, wird die Auszahlung ebenfalls anteilig gekürzt. Sämtliche Vergütungsbestandteile für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr sind nach Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung zu zahlen, in welcher der jeweilige Jahresabschluss vorgelegt und gegebenenfalls ein Gewinnverwendungsbeschluss gefasst wird. § 113 Abs. 2 AktG bleibt unberührt.

Darüber hinaus werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats alle Auslagen sowie die eventuell auf ihre Vergütung und Auslagen zu entrichtende Umsatzsteuer ersetzt.

2011 lag die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats bei rund 57 TEuro nach 56 TEuro im Vorjahr. Einen individualisierten Ausweis der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 befindet sich im Anhang.

6. Bericht zur Unternehmensführung

Die Unternehmensführung der Funkwerk AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Den aktuellen Corporate Governance Bericht inklusive der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG finden Sie im Geschäftsbericht.

Der Bericht zur Unternehmensführung ist vollständig auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.funkwerk.com offengelegt.

7. Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB

Im Berichtszeitraum veränderte sich das gezeichnete Kapital (Grundkapital) nicht. Demzufolge ist das gezeichnete Kapital der Funkwerk AG zum 31. Dezember 2011 auf 8.101.241 nennwertlose Stückaktien (2010: 8.101.241) zu einem rechnerischen Beitrag von je 1 Euro aufgeteilt. Hauptaktionär war die Firma Hörmann Funkwerk Holding GmbH mit 4.280.000 Aktien, gleich 52,83 % des Kapitals. Die Funkwerk AG hält zum 31. Dezember 2011 41.579 Stück eigene Aktien.

Jede Aktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung sowie das Gewinnbezugsrecht bei beschlossenen Ausschüttungen. Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen.

Entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2009 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 27. Mai 2014 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stammaktien in Form von Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 4.050.000,- Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2009).

Sofern den Aktionären ein Bezugsrecht eingeräumt wird, können die Aktien auch einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53 b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 KWG tätigen Unternehmen zur Übernahme angeboten werden, mit der Verpflichtung, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand wurde des Weiteren ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen;

um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen,
bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen in Form von Unternehmen Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder Forderungen gegen die Gesellschaften, wenn die unter Abschluss des Bezugsrechtes ausgegebenen Aktien insgesamt 4.050.000 Stücke nicht überschreiten.
bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der Aktien den Börsenpreis der Aktien zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrages durch den Vorstand nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechtes ausgegebenen Aktien insgesamt 810.000 Stück nicht überschreiten.

Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 27. Mai 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 26. Mai 2015 eigene Aktien bis zu einem Anteil von 10 Prozent am derzeitigen Grundkapital zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien darf zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des Grundkapitals entfallen. Die zeitliche Befristung gilt nur für den Erwerb, nicht für das Halten der Aktien. Der Erwerb der Aktien erfolgt über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebotes.

Gemäß § 5 Abs. 7-9 der Satzung dient die bedingte Kapitalerhöhung der Ausgabe von Optionsrechten auf Aktien. Optionsberechtigt sind Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, Mitglieder der Geschäftsführungen der verbundenen Unternehmen, leitende Angestellte der Gesellschaft und der verbundenen Unternehmen sowie sonstige Arbeitnehmer der Gesellschaft und der verbundenen Unternehmen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Optionsrechte ausgegeben wurden und deren Inhaber von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen.

Gemäß § 5 Abs. 10 der Satzung dient die bedingte Kapitalerhöhung (bedingtes Kapital IV) der Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, zu deren Ausgabe der Vorstand von der Hauptversammlung durch Beschluss vom 27. Mai 2010 ermächtigt wurde, von ihrem Wandlungs- und Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen bzw. ihre Wandlungspflichten aus solchen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen erfüllen.

Die §§ 84, 85 sowie 133, 179 Aktiengesetz sind in der Satzung umgesetzt.

8. Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand der Funkwerk AG erklärt, dass bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erfolgte und keine Benachteiligung einer der Parteien bestanden hat. Es wird auf § 312 Abs. 3 Satz 1 AktG verwiesen.

9. Nachtragsbericht

Am 13. Januar 2012 wurde der Verkauf der Funkwerk Enterprise Communications GmbH mit den zum bisherigen Geschäftsbereich EC gehörigen Tochtergesellschaften erfolgreich abgeschlossen. Mit Unterzeichnung des Notarvertrags gingen die Gesellschaften auf die spanische Teldat-Gruppe, Madrid, über. Aus der Transaktion flossen der Funkwerk AG wie erwartet liquide Mittel in Höhe von rund 8,5 Mio. Euro zu.

Mit notariellem Kaufvertrag vom 21. März 2012 wurden sämtliche Geschäftsanteile an der Funkwerk Avionics GmbH, das bestehende Gesellschafterdarlehen sowie weitere Forderungen an ein deutsches Beteiligungsunternehmen verkauft. Der Funkwerk AG werden aus dem Verkauf bis Ende März 2012 rund 1,0 Mio. Euro liquide Mittel zufließen.

Seitens des bestehenden Kreditkonsortiums unter der Führung der Commerzbank AG wurde am 26. März 2012 verbindlich zugesichert, dass in Folge der Konzernumstrukturierung und der aus den Verkäufen zugeflossenen Mittel der seit März 2011 bestehende Konsortialkreditvertrag mit Nachtragsvereinbarung angepasst wird. Im Mittelpunkt des Nachtrags wird hierbei die Reduktion der Kreditmittel von 75,5 Mio. Euro auf 50,0 Mio. Euro, aufgeteilt in eine Barmittellinie von 10 Mio. Euro und eine Avalkreditlinie von 40 Mio. Euro stehen. Damit einhergehend werden die Mittel aus den Verkäufen in Höhe von rund 18 Mio. Euro der Funkwerk AG zur freien Verfügung gestellt. Zudem wurde vereinbart, dass die bestehenden Ausfallbürgschaften aus dem Bund-/ Länderprogramm "Deutschlandfonds" seitens der Kreditgeber wieder zurück gegeben werden und damit ab dem Geschäftsjahr 2012 die Bedingung, dass sich der Mehrheitseigentümer der Funkwerk AG verpflichtet, im Rahmen der Hauptversammlungen für eine Gewinnthesaurierung zu stimmen, wieder entfällt. Mit einer vertraglichen Umsetzung des Nachtrags wird bis Mitte 2012 gerechnet.

10. Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Mehrheit der Forschungsinstitute erwartet 2012 angesichts gestiegener globaler Risiken eine deutliche Abschwächung der Konjunkturdynamik. Beispielsweise rechnet der IWF mit einer weltweiten Zunahme der Wirtschaftsleistung um nur noch 3,3 %. Die bisherige Schätzung lag bei 4,0 %. Entscheidender Grund für diese vorsichtige Prognose ist die Gefahr einer Rezession in der Euro-Zone, deren Wirtschaft insgesamt um 0,5 % schrumpfen könnte. In der Summe dürften die Industrieländer um 1,2 % zulegen. Die Perspektiven für die Schwellen- und Entwicklungsländer im Jahr 2012 sind ebenfalls gedämpfter als zunächst erwartet. Der Währungsfonds geht davon aus, dass in dieser Ländergruppe insgesamt noch ein Wachstum von rund 5,4 % erreichbar ist. Ursächlich für die geringere Dynamik sind laut IWF die von den Industrieländern ausgehenden bremsenden Effekte und eine schwächere Binnennachfrage. Zudem basieren die IWF-Prognosen auf der Annahme, dass die Euro-Krise nicht weiter eskaliert und die Politik Mittel und Wege findet, den Herausforderungen angemessen zu begegnen.

Für Deutschland ist 2012 ebenfalls mit einer deutlichen Konjunkturabkühlung zu rechnen. So geht der IWF von einem Anstieg beim Bruttoinlandsprodukt um nur noch 0,3 % aus. Diese geringere Wirtschaftsdynamik sowie die größeren globalen Unsicherheiten werden aus heutiger Sicht auch die Investitionsbereitschaft bremsen. Für Ausrüstungsinvestitionen erwartet der Sachverständigenrat nur noch ein moderates Plus von rund 3 %. Im Bahnbereich stellt die Bundesregierung im Rahmen des Infrastrukturbeschleunigungsprogramms 2012 zusätzliche Mittel für den Ausbau der Bahninfrastruktur zur Verfügung. Daher ist für die Bahnindustrie insgesamt von einem Umsatzanstieg auszugehen, der aber nicht allen Teilsegmenten zugutekommen wird. Insbesondere die Rahmenbedingungen für Kommunikations- und Informationssysteme dürften schwierig bleiben.

Entwicklung des Funkwerk-Konzerns

2012 steht die Funkwerk-Gruppe erneut vor großen Herausforderungen. Vorrangig müssen die eingeleiteten Maßnahmen zur Neuausrichtung konsequent umgesetzt werden, damit Funkwerk die gute Marktstellung behaupten und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern kann. Im Zentrum stehen der gezielte Ausbau der Internationalisierung, die Umsetzung der neuen Ablauforganisation mit den definierten Zentralisierungsmaßnahmen sowie die Optimierung unseres Supply Chain Managements. Darüber hinaus arbeiten wir weiter intensiv an der Konsolidierung des Produktportfolios und richten es technologisch an den neu strukturierten Business Units aus. Hinzu kommen die verhaltene konjunkturelle Entwicklung in unseren Absatzmärkten und die anhaltend schwierige Situation der öffentlichen Auftraggeber, die von Budgetkürzungen geprägt ist.

Vor diesem Hintergrund sehen wir 2012 als Konsolidierungsjahr und gehen von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus. Dabei ist die Veräußerung bzw. Aufgabe weiterer Randbereiche möglich. In der Ertragslage sollten sich zunehmend Kostenentlastungen aus den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zeigen, sodass wir operativ ein ausgeglichenes Ergebnis erwarten. Ab 2013 rechnen wir mit Wachstumsimpulsen, die ein Umsatzplus voraussichtlich im höheren einstelligen Prozentbereich ermöglichen. Die Neustrukturierung und die damit verbundenen Kosteneinsparmaßnahmen werden dann erstmals vollumfänglich wirksam. Daher ist beim operativen Betriebsergebnis eine Rückkehr in die Gewinnzone geplant.

Entwicklung und Chancen der Geschäftsbereiche

Im Bereich TCC erwarten wir vor allem auf den internationalen Märkten Zuwächse innerhalb der nächsten Jahre. Deshalb bauen wir unsere weltweiten Vertriebsaktivitäten über Partnerschaften aus, wobei wir uns vornehmlich auf die Regionen Österreich, Schweiz, Benelux und Skandinavien, die osteuropäischen Länder, Türkei, Russland sowie die USA und Australien konzentrieren. Insgesamt rechnen wir in der BU Rolling Stock, also bei den mobilen Systemen, mit größeren Steigerungsraten bis 2014. Dabei profitieren wir von unserer führenden Stellung im Bereich GSM-R, wo wir an vielen internationalen Ausschreibungen teilnehmen, und den neuen Handgeräten focX. Weitere Impulse erwarten wir ab 2013 durch den geplanten Markteintritt in Nordamerika. In der BU Infrastruktur gehen wir in unserer Dreijahresplanung von einem moderaten Wachstum aus. Das Produktspektrum im Bereich TCC wollen wir ausbauen und gleichzeitig weitere Maßnahmen ergreifen, um die Komplexität der Systeme zu reduzieren und die Margen zu verbessern. Im Geschäftsfeld Signaltechnik rechnen wir nach der Zulassung von Alister für den Personenverkehr, die voraussichtlich für das Jahr 2012 erwartet wird, mit nennenswerten Zuwächsen in den nächsten Jahren. Allein in Deutschland haben rund 31.000 Stellwerke ihre Altersgrenze erreicht und auch europaweit muss ein Großteil in den nächsten Jahren modernisiert werden. Im Cargo-Bereich erwarten wir aufgrund der positiven Referenzen in zahlreichen Ländern ebenfalls eine weitere Verbreitung unseres Systems Alister Cargo.

Innerhalb des Segments SC wird der systematische Ausbau des internationalen Partnernetzwerks maßgeblich zum Wachstum innerhalb der nächsten Jahre beitragen. Produktseitig rechnen wir mit Marktanteilsgewinnen bei den Personennotrufanlagen - vor allem bei den innovativen DECT- und TETRA-Geräten. Dabei streben wir sowohl bei den JVAs, wo wir von unserer führenden Stellung profitieren, als auch in der Industrie eine Erweiterung des Kundenkreises an. Unser neues Business-Handgerät D4 Office, das 2011 eingeführt wurde, stößt ebenfalls auf positive Resonanz und soll Marktanteile dazugewinnen. Bei den Videosystemen erwarten wir die größten Steigerungsraten durch die neu entwickelte HD Kamera und unsere Lösung zur Seitenstreifenfreigabe auf Autobahnen. Auch eine innovative kompakte Videoüberwachungslösung, die im zweiten Quartal 2012 auf den Markt kommt, wollen wir international über Systempartner vermarkten und erwarten dadurch weitere Impulse.

Die Entwicklung des Geschäftsbereichs AC wird in den nächsten Jahren erheblich von den Vorleistungen und Investitionen im Zusammenhang mit den neu gewonnenen Großaufträgen geprägt sein. Diese führen voraussichtlich erst ab Ende 2013 zu entsprechenden Umsätzen und Erträgen. Wir bieten diese Lösungen auch anderen Herstellern an und rechnen hier mit weiteren Bestellungen. Parallel dazu wollen wir unseren Kundenkreis auf Basis des bestehenden Produktspektrums erweitern. Dabei kommt uns der Trend zur Vernetzung im Automobilbereich zugute, die verstärkte Nutzung von Smartphones und die Notwendigkeit, verschiedene Geräte im Fahrzeug kontaktlos laden zu können. Eine wichtige Rolle spielen dabei strategische Partnerschaften mit spezialisierten Zulieferunternehmen, die wir vermehrt eingehen wollen. Damit können wir den Fahrzeugherstellern komplette Lösungen anbieten und unseren Marktanteil verbreitern.

Finanzlage und Investitionen

Die bereits Ende 2011 deutlich sichtbare Stabilisierung der Finanzlage im Funkwerk-Konzern wird sich 2012 fortsetzen. Anfang des laufenden Jahres konnte durch Kaufpreiszahlungen für die Transaktionen Enterprise Communication und Funkwerk Avionics GmbH die Liquiditätsbasis um weitere rund 8 Mio. Euro gestärkt werden. Ausgehend hiervon konnte die nachhaltige Finanzierung mit dem bestehenden Bankenkonsortium, wie im Nachtragsbericht beschrieben, bedarfsorientiert angepasst und gesichert werden.

Der operative Cash Flow wird aus heutiger Sicht 2012 positiv sein. Basis sind das erwartete ausgeglichene operative Ergebnis sowie die Maßnahmen zur Verbesserung des Working Capital. Der Free Cash Flow nach Berücksichtigung der geplanten Investitionen sowie des Mittelzuflusses aus Verkäufen in Höhe von über 8 Mio. Euro ist voraussichtlich ausgeglichen bis leicht positiv. Für 2013 planen wir ebenfalls einen ausgeglichenen Free Cash Flow. Hier steht der verbesserten Ergebnisentwicklung der notwendige Aufbau des Working Capital entgegen, der mit dem geplanten Umsatzwachstum einhergeht.

Das für 2012 geplante Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 12 Mio. Euro, davon betreffen etwa 6,6 Mio. Euro Eigenentwicklungen. Unterteilt nach strategischen Geschäftsbereichen entfällt rund die Hälfte des Gesamtbudgets auf die Großaufträge im Bereich AC, die ab Ende 2013 in die Abrufserienproduktion gehen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt mit rund 3,4 Mio. Euro auf dem Segment SC. Hier stehen vor allem Investitionen im Produktionsumfeld und neue Produktentwicklungen auch im Zusammenhang mit der geplanten Internationalisierung an. Im Bereich TCC planen wir vorwiegend Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Höhe von rund 1,2 Mio. Euro sowie Entwicklungsinvestitionen von 0,7 Mio. Euro. Dabei liegt der Fokus ebenfalls auf der Optimierung des Produktportfolios sowie der Internationalisierung. Für 2013 ist im Konzern ein Investitionsbudget von rund 11,6 Mio. Euro avisiert, wovon der Hauptteil mit etwa 5,6 Mio. Euro erneut auf den Bereich AC entfallen wird.

Weitere Leistungsindikatoren

Zur Verbesserung der Lieferantenstruktur und der Einkaufsbedingungen haben wir im Bereich Beschaffung ein extern unterstütztes Projekt aufgesetzt, das 2012 voraussichtlich erste nennenswerte Erfolge zeigt. Darauf aufbauend werden wir gezielte Kostenoptimierungsmaßnahmen umsetzen, die zu entsprechenden Impulsen in den Folgejahren führen. Damit wirken wir den 2012 erwarteten Preissteigerungen insbesondere im Bereich elektronische Bauteile entgegen, wo wir unter anderem bedingt durch ungünstige Wechselkurse mit schlechteren Einkaufskonditionen rechnen.

Im Personalbereich wurde ein Großteil der im Rahmen der Restrukturierung erforderlichen Maßnahmen bereits umgesetzt. 2012 überprüfen wir im Zusammenhang mit der Zentralisierung unternehmensübergreifender Bereiche insbesondere Umstrukturierungen im Bereich Verwaltung und Produktion.

Die 2011 begonnene Konsolidierung der Fertigungsstandorte werden wir im laufenden Jahr fortführen, um die Effizienz weiter zu erhöhen. Im nächsten Schritt wollen wir die Produktion einzelner Komponenten an Zuliefererunternehmen auslagern und die Fertigung von Schaltschränken an unserem Standort in Kölleda zentralisieren. An den Standorten Salzgitter und Kölleda wurde Ende 2011 ein Lean-Manufacturing-Konzept für ausgewählte Produkte eingeführt, das zu Effizienzsteigerungen im zweistelligen Prozentbereich führen dürfte. Dieses Projekt soll im Jahresverlauf auf weitere Produkte ausgedehnt werden. Darüber hinaus prüfen wir ständig zusätzliche Optionen, um die Fertigungsstruktur zu optimieren und die Komplexität zu reduzieren.

Strategische Ausrichtung

Funkwerk hat in den vergangenen Jahren in das Produktportfolio investiert und verfügt in vielen Bereichen über innovative Lösungen und Alleinstellungsmerkmale. Um am erwarteten Wachstum in den von uns bearbeiteten Marktsegmenten teilzuhaben, investieren wir gezielt in Schlüsselkomponenten. Damit können wir die Wertschöpfung erhöhen und unsere technologische Führungsposition behaupten und ausbauen. Wir konzentrieren uns konzernweit auf margenstarke Produkte, die wir zunehmend zusätzlich über Partner vertreiben.

Besondere Chancen für unser Unternehmen sehen wir in der breiteren Vermarktung des erweiterten Produktangebots. Entsprechend liegt der Fokus unserer Arbeit künftig auf der Verbesserung des Marktzugangs durch den Ausbau der bestehenden Absatzkanäle sowie strategische Vertriebspartnerschaften. Durch eine systematische Analyse und Erschließung neuer Regionen wollen wir vor allem die Internationalisierung unserer Geschäftstätigkeit effizient und zielgerichtet vorantreiben.

Unsere Konzernstrukturen werden wir grundsätzlich vereinfachen und straffen, um innerbetriebliche Synergien verstärkt auszuschöpfen. Zentrale Bereiche wie z. B. der Einkauf werden gebündelt und die Ressourcen im operativen Geschäft intensiver gruppenübergreifend genutzt. Im Bereich Entwicklung arbeiten wir künftig stärker in Kompetenzzentren. Durch diesen engeren Unternehmensverbund können wir langfristig erhebliche Einsparpotenziale realisieren.

In der Produktion werden wir die Effizienz durch ein konsequentes Outsourcing von Standardaufgaben und permanente Optimierungsmaßnahmen konzernübergreifend erhöhen. Zudem überprüfen wir weiterhin alle Montage- und Fertigungsstandorte der Gruppe mit dem Ziel, redundante Bereiche zusammenzulegen und die Auslastung an den Standorten zu optimieren.

Als Hochtechnologieunternehmen gehören das Know-how und die Kompetenz unserer Mitarbeiter zu unseren entscheidenden Erfolgsfaktoren. Deshalb treiben wir die Förderung und Qualifizierung der Funkwerk-Beschäftigten permanent voran und forcieren unsere Weiterbildungsmaßnahmen.

Auf Basis dieser strategischen Ausrichtung wollen wir langfristig ein nachhaltiges Ergebnis im Konzern erwirtschaften.

Kölleda, 26. März 2012

Der Vorstand

Johann M. Schmid-Davis

Carsten Ahrens

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben ist.

Kölleda, 26. März 2012

Der Vorstand

Johann M. Schmid-Davis

Carsten Ahrens

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Funkwerk AG, Kölleda, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstandes der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (TDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstandes sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Leipzig, den 26. März 2012

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Dr. Flascha, Wirtschaftsprüfer

Nötzel, Wirtschaftsprüferin