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FUCHS PETROLUB SE Annual Report 2014

Apr 29, 2015

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Annual Report

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Stärken vernetzen

GESCHÄFTSBERICHT

LUBRICANTS. TECHNOLOGY. PEOPLE.

FUCHS PETROLUB ist ein in Deutschland ansässiger, global operierender Konzern, der weltweit Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten entwickelt, herstellt und vertreibt. Das Unternehmen, das 1931 gegründet wurde und seinen Sitz in Mannheim hat, steht auf der Weltrangliste der unabhängigen Anbieter auf Platz 1.

Der Konzern beschäftigt weltweit 4.000 Mitarbeiter in insgesamt 50 operativ tätigen Gesellschaften.

Die nach Umsatz wichtigsten Märkte für FUCHS sind Westeuropa, Asien und Nordamerika.

Seit 84 Jahren konzentrieren wir all un sere Aktivitäten und Forschung auf die Entwicklung INNOVATIVER SCHMIER-STOFFE. Wir liefern maßgeschneiderte Speziallösungen für Hunderte von Anwendungsgebieten und sind in den WACHSTUMSLÄNDERN dieser Welt vor Ort. Die lokale Präsenz in 30 Produktionsstandorten rund um den Globus und das herausragende Know-how unserer Mitarbeiter sind unsere Stärke und die Basis des Erfolgs. Um künftig noch fokussierter auf die individuellen BEDÜRF-NISSE UNSERER KUNDEN einzugehen, wollen wir unser Wissen weiter vernetzen. Im WELTWEI-TEN AUSTAUSCH schaffen wir nachhaltigen Mehrwert für Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Aktionäre und unsere Gesellschaft und können weiter organisch wachsen.

FUCHS auf einen Blick

FUCHS PETROLUB KONZERN

2014
1.865,9
2013 in %
1.831,6 1,9
1.112,9 1.104,2 0,8
516,5 497,9 3,7
316,0 307,3 2,8
– 79,5 – 77,8 2,2
292,6 298,8 – 2,1
15,7 16,3
313,0 312,3 0,2
219,9 218,6 0,6
11,8 11,9
52,6 72,8 – 27,7
173 253
187,9 149,9 25,4
915,6 853,5 7,3
71,7 73,5
1.276,1 1.162,0 9,8
4.112 3.888 5,8
1,57 1,53 2,6
1,58 1,54 2,6
0,76 0,69 10,1
0,77 0,70 10,0

1 Nach Sitz der Gesellschaften.

2 Investitionen ohne Finanzanlagen.

3 Vorjahreszahlen zur Vergleichbarkeit angepasst.

KONZERNSTRUKTUR

Die FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, ist das Mutterunternehmen des FUCHS PETROLUB Konzerns. Gebündelt in drei Segmenten, tragen 50 operativ tätige Gesellschaften dazu bei, unser Geschäft lokal weiterzuentwickeln und Marktpotenziale aus zuschöpfen. Die Beteiligungen bestehen zumeist zu 100%.

Ferner werden nicht operative Holding-, Verwaltungs- und Grundstücksgesellschaften in den Konzernabschluss einbezogen, womit sich die Zahl der voll konsolidierten Gesellschaften auf 55 erhöht. Zusätzlich werden fünf assoziierte bzw. Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode einbezogen. Von den 50 operativen Gesellschaften üben fünf ihre Geschäftstätigkeit im Inland und 45 im Ausland aus.

Die Organisations- und Berichtsstruktur folgt den geografi schen Regionen: Europa, Asien-Pazifi k, Afrika sowie Nord- und Südamerika.

Beteiligungsgesellschaften und Produktionsstandorte

PRODUKTIONSSTANDORTE

KONZERNGESELLSCHAFTEN UND PRODUKTIONSSTANDORTE

Stand 31. 12. 2014 Konzerngesellschaften 1 Produktionsstandorte
Deutschland 5 6
Europäisches Ausland 22 7
Asien-Pazifi k 17 8
Afrika 1 1
Nordamerika 3 6
Südamerika 2 2
Summe 50 30

1 Operative Gesellschaften.

Inhalt

2

Weltweit wachsen FUCHS als Global Player 6

4
6
12
16
18

NAH AM KUNDEN

2014 war für FUCHS PETROLUB erneut ein erfolgreiches Jahr. Welche globalen Weichen das Unternehmen dafür gestellt hat, erläutert der Vorstandsvorsitzende Stefan Fuchs, ebenso die Bedeutung von Forschung und Entwicklung und die Rolle der Mitarbeiter im immer stärker vernetzten Geschäft – heute und in Zukunft.

Herr Fuchs, wie bewerten Sie das Geschäftsjahr 2014? Wir haben mit knapp 1,9 Milliarden Euro Umsatz unsere Wachstumsstory erfolgreich fortgesetzt und das Spitzenergebnis des Vorjahres bestätigt – trotz volatiler Rohstoffkosten, starker Währungsschwankungen und zum Teil unsicherer politischer Rahmenbedingungen.

Zum Ende des Jahres 2014 stiegen die Sorgen, dass sich die Weltwirtschaft abschwächen könnte. Wie reagiert FUCHS PETROLUB auf diesen Trend?

Zunächst einmal sind wir sehr breit aufgestellt, sowohl geografisch als auch mit unserem Produktportfolio. Darauf aufbauend starteten wir vor sieben Jahren unsere Wachstumsinitiative: Wir haben deutlich in Forschung und Entwicklung investiert, unsere Werke in Schlüsselmärkten ausgebaut und effizienter gemacht, neue Werke in Wachstumsmärkten wie China und Russland gebaut und verstärkt Experten mit Schwerpunkt in Forschung und Vertrieb eingestellt. Unsere Wachstumsinitiative, gepaart mit unserer Fokussierung auf die Kunden sowie den Ausbau unserer Technologieführerschaft, trägt Früchte.

Können Sie das an einigen Beispielen verdeutlichen?

Das mache ich gerne für den Bereich der Forschung und Entwicklung, der unser langfristiges Denken und Handeln symbolisiert. Mit dem Kühlschmierstoff ECOCOOL GLOBAL 10 wird ein hervorragendes Produkt in diesem Bericht vorgestellt. Darüber hinaus haben wir in Kooperation mit einem führenden Premium-Automobilhersteller erfolgreich ein

wirkungsgradoptimiertes Achsgetriebeöl im Markt eingeführt. Dieses Produkt wird dem Bestreben der Automobilindustrie in Bezug auf die Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen gerecht. Nachhaltigkeit steht im Projekt "Advanced Biomass" im Fokus, wo algenbasierte Öle als Komponenten umweltfreundlicher Schmierstoffe eingesetzt werden. Ein Beispiel für die Anerkennung von Kundenseite: Wir haben uns sehr über den "Volkswagen Group Award 2014" gefreut, der herausragende Leistungen im Bereich der Forschung und Entwicklung auszeichnet.

Das Motto dieses Geschäftsberichts heißt "Stärken vernetzen". An welcher Stelle setzen Sie das im Unternehmen um?

Wir knüpfen damit nahtlos an das Motto "Zusammen wachsen" aus dem vergangenen Jahr an: Wir haben eine Kultur der vertrauensvollen Teamarbeit in den verschiedenen Fachund Expertengruppen geschaffen. Wissen teilen wir weltweit. Die beste Idee zählt – egal, aus welchem Teil der Erde sie kommt. Mit unserem Netzwerk aus Forschungslabors und Anwendungsberatung sowie den 2.000 Vertriebs- und Technik-Fachkräften sind wir ein anerkannter Partner unserer global tätigen Kunden.

Bleiben wir bei den Beschäftigten, die bei FUCHS PETROLUB schon immer eine große Rolle spielen. Was ist für Sie das Besondere an der Unternehmenskultur? Bei uns engagieren sich beide Seiten. Wir bieten die Sicherheit eines Unternehmens, das familiengeführt ist, und kombi» Uns bietet sich großes Entwicklungspotenzial. Das wollen wir mit weltweiter Nähe zum Kunden, mit Qualitätsprodukten und unserer technischen Kompetenz nutzen. «

Stefan Fuchs, Vorsitzender des Vorstands

nieren das mit der Offenheit und Transparenz, die unsere Börsennotierung erfordert. Davon profitieren unsere Mitarbeiter. Beim Rekrutieren bieten wir, wenn möglich, jungen Menschen aus den eigenen Reihen eine Chance. Die Beschäftigten geben das zurück: als hervorragendes und loyales Team, was auch unsere geringe Fluktuation zeigt. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt durch Fairness sowie einen respekt- und vertrauensvollen Umgang.

FUCHS PETROLUB hat auf den Märkten weltweit einen renommierten Namen. Wie hoch ist für Sie der Bedarf, die Markenbekanntheit noch weiter zu steigern?

FUCHS ist die Nummer 1 unter den unabhängigen Schmierstoffanbietern und Nummer 9 im Umfeld der großen Mineralölunternehmen. Unsere 100-prozentige Konzentration auf Schmierstoffe ist der entscheidende Vorteil. Mit einem heutigen globalen Marktanteil von zwei Prozent besteht großes Entwicklungspotenzial. Das wollen wir mit weltweiter Nähe zum Kunden, mit Qualitätsprodukten und technischer Kompetenz nutzen. Dafür werden wir das Bewusstsein für die Dachmarke FUCHS nach innen und außen deutlich stärken. Wir wollen innerhalb der Welt der Schmierstoffe sowohl für unsere Mitarbeiter als auch für unsere Kunden die Firma sein, mit der man sich identifiziert, wenn man an Schmierstoffe denkt.

5

Werfen Sie bitte einen Blick in das kommende Geschäftsjahr und in Richtung Zukunft: Wohin wird sich FUCHS PETROLUB entwickeln?

Wir wollen nachhaltig profitabel wachsen und werden unsere Wachstumsinitiative weiter forcieren. Eine der Herausforderungen: in ausreichendem Maße gute Fach- und Führungskräfte im Unternehmen voranbringen, die Verantwortung übernehmen. In den vergangenen fünf Jahren haben wir über 600 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrüßt und damit unsere weltweite Belegschaft um knapp 20 Prozent aufgestockt. Mit diesem schlagkräftigen Team gehen wir gestärkt in das Jahr 2015 – und darüber hinaus.

Von Marc-Stefan Andres

WELTWEIT WACHSEN

Vor sieben Jahren startete FUCHS die Wachstumsinitiative, mit der das Unternehmen seine globale Stellung sichert und stetig ausbaut. Ein Blick in die drei Produktions- und Vertriebsregionen der Welt zeigt, wie der Konzern mit gezielten Investitionen den Geschäftsausbau konsequent vorantreibt.

Von Marc-Stefan Andres

6

Nord- und Südamerika

Die USA sind in Nord- und Südamerika der größte nationale Markt für die Branche. FUCHS ist dort wie in ganz Amerika gut vertreten und verstärkt gleichzeitig sein Engagement für die Zukunft.

Europa

Dieses Absatzgebiet stellt an FUCHS nicht nur höchste Ansprüche an Qualität, sondern auch an Spezialisierungsgrad und Innovationstempo. Als Technologieführer prägt der Konzern den Markt.

Asien-Pazifik /Afrika

Die Nachfrage nach Schmierstoffen in diesem Markt ist die größte der Welt. FUCHS investiert hier in hohem Maße in lokale Produktionen und sichert sich damit hervorragende Wachstumschancen.

7

8

EUROPA

Europa ist der große, technisch hoch entwickelte Heimatmarkt von FUCHS. Der Kontinent liegt zwar mit rund 20 Prozent nur an dritter Stelle der Weltschmierstoffmarktnach-

frage – gleichzeitig aber setzen die Unternehmen hier die höchsten Standards bei Qualität, Spezialisierungsgrad und Innovationstempo. Wie in vielen Branchen gehört Deutschland auch in dieser zu den Technologieführern.

Der Schmierstoffspezialist, der sich mit der Umwandlung der FUCHS PETROLUB AG in FUCHS PETROLUB SE auch formalrechtlich ausdrücklich zu seinem Heimatmarkt bekennt, betreibt in den meisten europäischen Ländern Schmierstoffwerke sowie Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Dank Investitionen und Akquisitionen entstand ein ungewöhnlich dichtes Netz von Misch- und Abfüllanlagen, Fettfabriken, Entwicklungs- und Servicestationen sowie Vertriebseinrichtungen. Die starke europäische Marktstellung ist die Basis dafür, dass der Konzern sein Geschäft internationalisieren kann. Mit seinem umfangreichen Produktportfolio erfüllt FUCHS die zunehmenden Spezialisierungsanforderungen in den reifen Märkten. Aus dieser starken Position heraus kann das Unternehmen zudem die Wachstumspotenziale in Asien, Afrika, Südamerika und Osteuropa nutzen. Auf zweierlei Weise: FUCHS begleitet wichtige Kunden in die neuen Märkte und gewinnt mit maßgeschneiderten Lösungen lokale Kunden. Die Diversifikation in Regionen und Branchen hat einen weiteren positiven Effekt: Sie sorgt für einen Ausgleich bei Konjunktur- und Branchenzyklen. Doch bei aller globalen Ausrichtung investiert FUCHS auch in Europa massiv, um seine Technologieführerschaft zu bewahren. Im Stammwerk in Mannheim etwa baut das Unternehmen ein neues hochmodernes Prüfstandsgebäude und schafft dadurch neue Kapazitäten von erheblichem Ausmaß: Auf mehr als 1.000 Quadratmetern Nutzfläche gehen dort im Jahr 2015 Prüfstände für verschiedene Anwendungsbereiche in Betrieb. Ebenso entsteht ein neues Tanklager für Rohstoffe, Zusätze und Fertigprodukte. Die Investitionen liegen bei rund 13 Millionen Euro. Am größten Standort des Konzerns arbeiten mehr als 700 Menschen, in ganz Europa sind es 2.543.

ASIEN-PAZIFIK / AFRIKA

Mit mehr als 40 Prozent der weltweiten Schmierstoffnachfrage ist Asien-Pazifik /Afrika der größte Schmierstoffmarkt der Welt. Das Wachstum ist aber noch lange nicht am Limit. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Schmier-

stoffen ist extrem niedrig, das Potenzial jedoch riesig. Denn um das Jahr 2050 werden aller Voraussicht nach knapp zwei Drittel der Weltbevölkerung in Asien leben. Gleichzeitig wächst der Wohlstand und damit auch der Bedarf an industrieller Fertigung und Produkten, die FUCHS bereithält.

Diese Prognose lässt sich aufgrund der Entwicklung der vergangenen zehn Jahre treffen. Denn der Anteil der Region am Konzernumsatz stieg von 20 auf mehr als 30 Prozent. Im Durchschnitt lag das kräftige regionale Umsatzwachstum bei über zehn Prozent pro Jahr. Nach Europa ist Asien-Pazifik / Afrika nun der zweitwichtigste Absatzmarkt für den Global Player FUCHS, wobei rund 10 Prozent auf China, 25 Prozent auf Australien und 10 Prozent auf Südafrika fallen. Den Rest erzielt das Unternehmen mit seinen Gesellschaften in Südkorea und Indien sowie mit kleineren lokalen Tochtergesellschaften.

Südafrika ist für das Unternehmen in der Region ein bedeutender strategischer Markt und unverzichtbares Sprungbrett: Mit seiner dortigen Tochtergesellschaft sieht FUCHS eine solide Basis, um in die umliegenden Länder von Sub-Sahara-Afrika zu exportieren und dort die Geschäftsentwicklung mit Kundennähe und hervorragendem Service zu begleiten. Ein weiterer wichtiger Punkt, der die Zukunftsfähigkeit des Konzerns unterstreicht: FUCHS verfügt heute in vielen Ländern der Region über eigene Produktionsstätten und baut die lokale Fertigung konsequent aus. In China zum Beispiel eröffnete das Unternehmen ein Werk in Yingkou, das als einer der größten Produktionsstandorte der Gruppe neben dem Werk in Schanghai den chinesischen Markt versorgt. Insgesamt arbeiten in dem asiatischen Wachstumsland 345 Mitarbeiter, in der gesamten Region Asien-Pazifik /Afrika sind 1.027 Menschen für FUCHS tätig.

oben // In Mannheim entsteht ein modernes Prüfstandsgebäude. unten links // Das Werk Yingkou, einer der größten Produktionsstandorte der FUCHS-Gruppe. unten rechts // Die Kapazitäten für die OEM-Schmierfettproduktion werden international erweitert.

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NORD- UND SÜDAMERIKA

Nach Asien-Pazifik /Afrika und vor Europa bilden Nord- und Südamerika die zweitgrößte Schmierstoffregion der Welt.

28 Prozent des weltweiten Schmierstoffbedarfs fallen hier an. Mit einem Gesamtvolumen von jährlich rund sechs Millionen Tonnen sind die USA der größte nationale Markt für die Branche. Ein Spezialitätenanbieter wie FUCHS kann dort allein vom Nischengeschäft leben, zu dem bei

spielsweise Metallbearbeitungsflüssigkeiten, Schmierstoffe für den Untertage-Kohlebergbau, Automotive sowie Schmierfette gehören.

FUCHS hat in der Region Erfolgsgeschichte geschrieben. Das Amerika-Geschäft wuchs von einem Umsatz von neun Millionen Euro im Jahr 1982 auf weit mehr als 200 Millionen Euro an, bei sehr guter Rendite. Das Wachstum ist zur einen Hälfte organisch entstanden, zur anderen durch Akquisitionen. Das Unternehmen hat die erworbenen Firmen konsequent

Rund 33MIO € und Entwicklung.

investierte FUCHS im Jahr 2014 weltweit in Forschung

integriert und dadurch positive Eingliederungseffekte und einen einheitlichen Unternehmensauftritt erreicht. Heute arbeiten in den acht Werken in Nord- und Südamerika mehr als 500 Mitarbeiter. Wichtiger Teil der Unternehmenskultur: Das Management und die Belegschaften der FUCHS-Gesellschaften in den USA, in Kanada, Mexiko, Brasilien und Argentinien stammen aus den jeweiligen Ländern. Das folgende Beispiel einer Investition zeigt, wie FUCHS in der Region sein Geschäft führt. Für rund 23 Millionen Euro erweiterte und modernisierte der Konzern das Werk am zentralen Standort Harvey bei Chicago. Die US-amerikanische Unternehmenstochter baute die Mischanlage aus, installierte ein vollautomatisches Hochregallager und errichtete eine neue, hochmoderne LUBRODAL-Produktion. Ein wichtiger Aspekt dabei:

Die neuen Prozesse verringern die Emissionen in die Luft und helfen damit, die Umweltschutzziele des Unternehmens zu erreichen. Zudem ist dort eine Produktion für Hochleistungsschmierfette geplant, die von OEMs eingesetzt werden. OEM ist einer der Kernarbeitsbereiche des FUCHS PETROLUB Konzerns, in dem Schmierstoffe für die Erstausrüstung von Pkw, Lkw sowie Geräten für die Landwirtschaft und Bauindustrie entwickelt werden. An diesem Projekt ist abzulesen, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit bei FUCHS im Laufe der Jahre geworden ist. Das Unternehmen wird in Harvey künftig das Know-how und die langjährigen Erfahrungen aus dem deutschen Standort in Kiel nutzen. Mittelfristig soll eine solche Anlage auch in China entstehen. Damit wäre der Konzern mit einem Qualitätsprodukt für OEMs in allen drei wichtigen Weltregionen vertreten.

UPDATE

Yingkou

Mehr als 24 Millionen Euro investierte FUCHS in das neue Werk in der chinesischen Hafenstadt Yingkou. An diesem Produktionsstandort der FUCHS-Gruppe werden Schmierstoffe für Autohersteller und -zulieferer, Stahlindustrie, Bergbau, Verkehr und Landwirtschaft produziert. Das Werk, in dem 145 Beschäftigte arbeiten, ist hochautomatisiert und technologisch auf dem aktuellsten Stand.

Kaluga

Im Jahr 2013 eröffnete FUCHS

im russischen Kaluga eine hochmoderne Produktionsanlage, die erfolgreich lokale und internationale Kunden zum Beispiel aus der Automobil- und Stahlindustrie, aus Bergbau, Verkehr und Landwirtschaft versorgt. Das Wachstum liegt im zweistelligen Prozentbereich. Mehr als 15 Millionen Euro investierte das Unternehmen in das Werk, in dem rund 20 Mitarbeiter beschäftigt sind.

5 Fragen an Dr. Alexander Selent

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand

Herr Dr. Selent, was ist für Sie der Kern Ihrer globalen Wachstumsinitiative?

Wir sind auf einem Markt tätig, der weltweit jährlich rund 35 Millionen Tonnen Schmierstoffverbrauch verzeichnet. Das Potenzial für Wachstum ist groß. Als globales Unternehmen, das für leistungsstarke Technologie, Innovationsführerschaft, Marktnähe und Serviceorientierung steht, können und wollen wir weiter wachsen. Wir investieren daher signifikant in Forschung und Entwicklung, um uns für die Zukunft vorzubereiten, und gleichzeitig in neue Produktionsstandorte.

Können Sie dafür einige Beispiele nennen?

In das neue Entwicklungszentrum in Mannheim investierte FUCHS über 25 Millionen Euro. Mehr als 100 Experten erforschen und entwickeln hier Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten. Ebenso stärken wir die weltweite Infrastruktur, indem wir hohe Investitionen in Wachstumsmärkten wie China und Russland oder auch längerfristig in Brasilien tätigen. Zusätzlich optimieren und modernisieren wir bestehende Werke, zum Beispiel in Chicago und am Konzernsitz in Mannheim.

Gibt es weitere Erfolgsfaktoren?

Ja, wir helfen unseren Kunden, Prozesse effizienter zu gestalten. Unsere maßgeschneiderten Lösungen bewahren Werte, etwa den Schutz und die Verlängerung der Nutzungsdauer von wertvollen Maschinen. Dafür stellen wir uns noch stärker als technologiegetriebenes Unternehmen mit einem starken Vertriebsfokus auf. Gleichzeitig haben wir den Vorteil, dass immer mehr spezialisierte Schmierstoffe gebraucht werden und dass wir Produkte für viele Einsatzfelder anbieten. Auch die sich verschärfenden Umweltbestimmungen in den jeweiligen lokalen Märkten kommen uns als spezialisiertem Schmierstoffveredler entgegen, etwa der Einsatz von schadstofffreien Substanzen und hohe Sicherheitsstandards.

Welche Rolle spielen Akquisitionen wie von LUBRITENE in Südafrika und Australien sowie BATOYLE in Großbritannien?

Mit diesen Akquisitionen hat FUCHS sein Spezialitätengeschäft sowie seine langfristig angelegte globale Nischenstrategie weiter konsequent ausgebaut und gleichzeitig seine Marktstellung in Großbritannien und Südafrika gestärkt. Das Geschäft der BATOYLE FREEDOM-Gruppe ergänzt mit seinen Kfz- und Industrie-Schmierstoffen unser bestehendes Portfolio, das zudem durch Schmierstoffe für die Glasindustrie erweitert wird. Ähnlich ist es beim LUBRITENE-Geschäft, bei dem wir unser Angebot mit Schmierstoffen für den Bergbau erweitern. Die Geschäfte der LUBRASA ergänzen das FUCHS-Portfolio für Lebensmittelschmierstoffe im südlichen Afrika.

Auf welchen Märkten wollen Sie vor allem wachsen?

Überall, wenn es wirtschaftlich passt. Wir haben zwar in reifen Märkten wie Deutschland relativ gesehen schon heute einen hohen Marktanteil im zweistelligen Prozentbereich. Das macht weiteres Wachstum nicht einfach. Da wir jedoch ein breites Spektrum an Applikationen anbieten, ergeben sich auch hier weitere Potenziale. Wir haben allein seit 2007 rund 150 Millionen Euro mehr investiert, als wir auf Sachanlagen abgeschrieben haben. Sie sehen, wir expandieren also kräftig – und wollen das auch weiterhin tun.

MASS ARBEIT

Speziell für die Aerospace-Industrie hat FUCHS den Kühlschmierstoff ECOCOOL GLOBAL 10 entwickelt. Er ist das Ergebnis der intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeit einer Global Key Working Group und setzt neue Standards. Künftig kann der Schmierstoff weltweit in der Flugzeug-Produktion eingesetzt werden.

Von Silke Wernet

Die Atmosphäre ist entspannt, kollegial und freundlich. In dieser Runde wird schnell klar: Hier sitzen Menschen aus vier Nationen an einem Tisch, bei denen die Chemie stimmt. Im doppelten Sinne. In zweieinhalb Jahren ausgiebiger Forschungs- und Entwicklungsarbeit hat diese Gruppe gemeinsam mit ihren Teams vor Ort einen neuen Kühlschmierstoff für die Aerospace-Industrie entwickelt, mit dem FUCHS weltweit neue Standards setzt. ECOCOOL GLOBAL 10 wurde im September 2014 in den USA eingeführt und kam dann in Europa auf den Markt. Gleichzeitig ist es das erste Produkt der neuen Technologieplattform "GLOBAL", die zum Patent angemeldet wurde.

Die Global Key Working Group unter der Leitung des Briten Paul Littley hat sich bei der Entwicklung von ECOCOOL GLOBAL 10 einer anspruchsvollen Aufgabe gestellt. Denn ganz gleich, ob es um die Fertigung und Bearbeitung von Rumpfteilen, Triebwerken, Turbinen oder Tragflächen aus Aluminium, Stahl, Eisen oder Titan geht – diese ganz unterschiedlichen Werkstoffe stellen größte Anforderungen

an einen Kühlschmierstoff. Dabei geht es besonders um die jeweilige Materialverträglichkeit, das Schaumverhalten, die Hochdruckstabilität und die Schmierleistung generell. Vor diesem Hintergrund wollte das internationale FUCHS--Expertenteam etwas völlig Neues entwickeln. "Es sollte ein Produkt sein, von dem der Kunde sagt: Das ist exakt das, was ich brauche", sagt Global Product Manager Cono Balbo, der am Stammsitz des Familienunternehmens in Mannheim tätig ist.

EINZELNE KOMPETENZEN, KOLLEKTIVE EXPERTISE

Maßarbeit sollte es also sein. Dafür brachten international erfahrene Kollegen ihre Stärken und Erfahrungen aus ihren jeweiligen Arbeitsbereichen, Teams und spezifischen Ländermärkten zusammen. "Die singulären Kompetenzen einzelner Labore wurden zu einer kollektiven Expertise fusioniert", bringt der Gruppensprecher diesen Zusammenschluss auf den Punkt.

Nach mehr als zwei Jahren umfangreicher Forschungs- und Entwicklungsarbeit, intensivem Dialog und Wissensaustausch auf digitalem Weg, per Telefonkonferenz oder in persönlichen Treffen steht ECOCOOL GLOBAL 10. Ein Produkt, das in dieser chemischen Zusammensetzung noch nie für die Metallbearbeitung entwickelt worden sei, wie Paul Littley

links oben // Auch bei der Fertigung von Triebwerken kann der neue Schmierstoff eingesetzt werden. links unten // Forschungsarbeit nach Maß. rechts // Experten aus vier Nationen: die Global Key Working Group.

» Wer sich für ECOCOOL GLOBAL 10 entscheidet, ist bestens vorbereitet auf die Zukunft. «

Die Mitglieder der Global Key Working Group sind überzeugt vom neuen Produkt für die Aerospace-Industrie.

betont. Höchste Leistungsfähigkeit und Produktivität, eine außergewöhnliche Langlebigkeit des Kühlschmierstoffs durch herausragende pH-Stabilität, der sparsame Verbrauch im Produktionsprozess sowie geringe Betriebs- und Wartungskosten zeichnen das Produkt aus. Ursprünglich für die Bearbeitung von Aluminium und Titanlegierungen entwickelt, zeigt ECOCOOL GLOBAL 10 auch gute Ergebnisse bei Grauguss und Stahl und ist damit bei sämtlichen gängigen Metallen einsetzbar. Zudem weist der wassermischbare Kühlschmierstoff mit seinen Komponenten, so Littley, ein sehr geringes Gefährdungspotenzial für Anwender und Umwelt auf.

FEHLERFREIE TESTPHASE

Was an der Neuentwicklung aus dem Hause FUCHS noch mehr beeindruckt: Die Praxis hat die theoretischen Erwartungen zu 100 Prozent erfüllt. Zwölf Monate lang wurde der neue Kühlschmierstoff bei zehn ausgewählten Kunden in Europa und den USA ausgiebig getestet – an völlig verschiedenen Maschinen, unter ganz unterschiedlichen Bedingungen. "In dieser Zeit ist kein einziger Fehler, kein einziges Problem aufgetreten", sagt der amerikanische Kollege nicht ohne Stolz. "Unser Produkt funktioniert einwandfrei." Das erfülle die Erwartungen der Kunden in höchstem Maße. "Wer sich für unser Produkt entscheidet", ergänzt Product Manager Mark Howe aus den USA, "der ist gut vorbereitet auf die Zukunft." Alle Kollegen nicken mit großer Zustimmung. "Future proved" heißt deshalb nicht ohne Grund der Marketing-Claim für den neuen Kühlschmierstoff.

Diesen erstaunlichen Ergebnissen bei den Testkunden waren ausgiebige und sehr anwendungsnahe interne Prüfungsphasen vorausgegangen. "Wir haben unsere Kapazitäten erweitert, unsere Standards optimiert und hunderte Tests durchgeführt, die eine sehr genaue Vorhersagbarkeit für die Praxis erlauben", berichtet die Spanierin aus dem Labor für Mikrobiologie. Die Performancetests in Großbritannien liefen ebenfalls mit neuem Equipment. All das letztlich mit großem Erfolg. In 19 Ländern dieser Welt, darunter China, Indien, Brasilien, Russland und Australien, kann ECOCOOL GLOBAL 10 künftig in der Produktion großer und kleiner Flugzeughersteller eingesetzt werden. Überall dort erfüllt der neue wassermischbare Schmierstoff die lokalen Gesetzgebungen und Kennzeichnungsvorschriften – für FUCHS von herausragender globaler Bedeutung in einem Markt der Zukunft. Denn steigende Treibstoffkosten und die Forderung nach Kohlendioxidreduktion zwingen die Industrie zur Gewichtsreduktion von Flugzeugen. Dafür braucht es neue Werkstoffe und die passenden Kühlschmierstoffe.

NEUE IDEEN IN DER PIPELINE

Kaum auf dem Markt, hat das Projekt ECOCOOL GLOBAL 10 schon Spuren hinterlassen, auch im Konzern selbst. Beim Global R&D Meeting im November 2014 erhielt die Arbeitsgruppe für ihre Technologie GLOBAL 10 den FUCHS Innovation Award. "Und unsere erfolgreiche Zusammenarbeit hat den Vorstand in seiner Absicht überzeugt, solche Kooperationen auch auf andere Bereiche auszuweiten", freut sich der deutsche Entwicklungsleiter. Auch für ihn und seine Kollegen ist die Arbeit nicht zu Ende. "Wir haben weitere Ziele für die Zukunft und neue Ideen für die Metallbearbeitungsindustrie in der Pipeline", sagt der Konzernlaborleiter. Der Fokus soll auf dem Bereich Automotive liegen, mehr wollen die FUCHS-Experten noch nicht verraten. Gut möglich, dass das Projekt ebenso erfolgreich verlaufen wird, wie die Entwicklung von ECOCOOL GLOBAL 10. Denn in dieser Gruppe stimmt die Chemie.

FUCHS PETROLUB

in mehr als 150 Ländern

EBIT-Wachstum seit 2009

SPRACHEN werden im gesamten

FUCHS PETROLUB KONZERN gesprochen

EXPERTEN

Das globale Netzwerk ist bei FUCHS die Basis des Erfolgs. Qualifizierte Mitarbeiter aus aller Welt stehen im intensiven Dialog. Regelmäßig treffen sich die Experten aus verschiedenen Arbeitsbereichen zum Wissensaustausch. Gemeinsam wollen sie am Markt und für den Kunden erfolgreich sein.

Von Silke Wernet

Dr. Jutta Heckenkamp muss nicht lange überlegen. Es war im Jahr 2007, als am FUCHS-Stammsitz in Mannheim im noch recht kleinen Rahmen das erste globale Netzwerktreffen für den Bereich Einkauf stattfand. Die Chemikerin war zwei Jahre zuvor als Einkaufsleiterin zum Schmierstoffspezialisten gekommen und hatte bereits Erfahrung im Networking. In ihrem neuen Kollegenkreis steckte die Idee des organisierten weltweiten Austauschs noch in den Anfängen.

MEETINGS ALS MOTIVATION

Inzwischen hat sich das Konzept durchgesetzt. Mehr noch: Globales Networking ist bei FUCHS mittlerweile fester Bestandteil. Auch die Einkaufsleiter aus aller Welt treffen sich regelmäßig – im Frühjahr zum Global Purchasing Meeting in Mannheim, im Herbst auf europäischer Ebene an jeweils unterschiedlichen Orten. 2014 war die FUCHS-Gesellschaft in Italien Gastgeber, 2015 folgen die Kollegen in Spanien, die

Belgier werden 2016 an der Reihe sein. "Wir haben immer etwa 20 Teilnehmer", berichtet Dr. Jutta Heckenkamp. "Bei den globalen Meetings kommen die Einkaufschefs aus bis zu 14 verschiedenen Ländern." Sie organisiert die Tagungen hauptverantwortlich und erhält viel positive Resonanz. Für zahlreiche Teilnehmer seien diese Zusammenkünfte eine enorme Motivation, so die promovierte Chemikerin, die seit 2008 auch Vice President Global Procurement ist. "Im Austausch mit ihren internationalen Kollegen holen sie sich Tipps und Anregungen, gerade auch wenn es um schwierige Aufgaben geht." Für alle Beteiligten stand zudem schon früh fest, dass man sich – egal in welchem Land – letztlich mit den gleichen Themen beschäftigt. Für den Einkauf heißt das vor allem: profundes Wissen über die globale Rohstoffsituation sammeln sowie die Strukturen und Prozesse der Lieferanten exakt kennen, um die Marktsituation einschätzen und sich positionieren zu können.

"ES IST INTERESSANT, DIE KULTUREN M EINER KOLLEGEN UND DIE L ÄNDERSPEZIFIK A IM HR-BEREICH KENNENZULERNEN. ERFOLGS - STR ATEGIEN KÖNNEN WIR AUF UNSEREN STANDORT ÜBERTRAGEN."

RAQUEL MIGUEL | BR ASILIEN

Menschen treffen, sie kennenlernen und ihnen in ihrer beruflichen Entwicklung weiterhelfen – das fasziniert Raquel Miguel. Seit August 2013 arbeitet die Brasilianerin bei FUCHS als Koordinatorin im Bereich Human Resources (HR). Knapp ein Jahr später nahm die 32-Jährige an ihrem ersten globalen Meeting teil und ist begeistert. "Ich möchte unbedingt bald wieder dabei sein", sagt Raquel Miguel, "und noch mehr erfahren über globale HR-Prozesse und effiziente Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen."

verschiedene Globale Netzwerk-Meetings finden regelmäßig bei FUCHS statt.

7

RÉMY ANGÉNIEUX | FRANKREICH

Als Head of Procurement bei FUCHS LUBRIFIANT Frankreich und Lead Buyer im Global Procurement arbeitet Rémy Angénieux bereits seit mehr als zehn Jahren mit internationalen Kollegen zusammen. "Dadurch sind enge Kontakte entstanden, zum Teil sogar fast Freundschaften", erzählt der 48-Jährige, der bereits seit 1991 für den Schmierstoffanbieter arbeitet. Sein beruflicher Erfolg im Bereich Einkauf – vor allem als Lead Buyer – hängt für den Vater von zwei Jungs ganz besonders von einem weltweiten Netzwerk ab: "Der permanente Austausch von Wissen und Best Practices in unserer Global Procurement Organization ist zentral, um erfolgreich zu verhandeln und langfristige Beziehungen zu unseren globalen Zulieferern aufzubauen."

"DURCH DEN KONSTANTEN WISSENS - AUSTAUSC H SIND WIR IN DER L AGE , DIE ERWARTUNGEN UNSERER KUNDEN ZU ERFÜLLEN, SOGAR ZU ÜBERTREFFEN."

HENDRIK H. NOTH | USA

Hendrik H. Noth bezeichnet sich als "global denkenden Menschen". Nicht verwunderlich: Der gebürtige Düsseldorfer hat bereits in vier verschiedenen Ländern gelebt und leitet in Chicago die LUBRITECH-Division für Nordamerika. Auch bei seinen Kunden, die unter anderem aus dem Sektor Windkraft und der Lebensmittelherstellung kommen, hat es der 46-Jährige mit Global Playern zu tun. Umso wichtiger ist für ihn der Austausch mit seinen internationalen Kollegen über Entwicklungen, Strategien und Lösungsansätze. "So können unsere Kunden erwarten, dass unsere Qualität und Dienstleistung stimmt – überall auf der Welt."

ARUN RAU | INDIEN

Arun Rau, Vice President Sales & Marketing bei FUCHS India, beobachtet seit Jahren die Entwicklung eines globalen Marktes, in dem internationale Kunden überragende Technologien und höchste Leistungen erwarten, die die strengen Anforderungen ihrer Produktionsstätten und Endprodukte, die von diesen Kunden auf den Markt gebracht werden, perfekt erfüllen.

"Wir möchten die Effizienz und Verlässlichkeit der Wertschöpfungskette unserer Kunden als einen Wettbewerbsvorteil stärken", betont der Veteran in der Schmierstoffbranche. "Das gelingt uns mit unserem internationalen Netzwerk."

"WIR GEWINNEN NEUES WISSEN , INSPIR ATION UND DIE MOTIVATION , UNSERE ARBEIT UND UNS SELBST IMMER WEITERZUENTWICKELN."

SABINA ZIMNY | POLEN

Die Leidenschaft für Mathematik und ihre Begabung für analytisches Denken brachten Sabina Zimny zu ihrem Job. Als Chief Financial Officer (CFO) arbeitet die 48-Jährige bei FUCHS im Finanz- und Personalmanagement. Die Polin schätzt die weltweiten persönlichen Kontakte, die durch die Netzwerk-Meetings entstehen, das gegenseitige Vertrauen und die Unterstützung ihrer Kollegen. Ihr neues Wissen teilt Sabina Zimny in regelmäßigen Meetings mit den Fachgebietsleitern an ihrem Standort, und sie hat ein Projekt initiiert, das die Wettbewerbsfähigkeit von FUCHS auf dem polnischen Markt steigern soll. "Durch unser internationales Networking", ist sie überzeugt, "werden wir auch als erfolgreiches Unternehmen wahrgenommen, mit dessen kompetenten Angestellten man gerne zusammenarbeitet."

Bei FUCHS befassen sich weltweit rund 80 Mitarbeiter mit dem Einkauf. Jeder Produktionsstandort hat eine eigene Einkaufsorganisation, die alle lokal benötigten Rohstoffe und Komponenten beschafft. Global Procurement, gemanagt von Dr. Jutta Heckenkamp, kümmert sich um den größten Teil der Rohstoffe, die zentral für die europäischen FUCHS-Gesellschaften und auch weltweit verhandelt werden. Zugeordnet sind die führenden Einkäufer, die sogenannten Lead Buyer, die jeweils für bestimmte Materialgruppen (zum Beispiel Basisöle) verantwortlich sind. Bei den Netzwerk-Meetings stellen die Lead Buyer ihren Kollegen diese Materialgruppen und deren Besonderheiten regelmäßig vor. Darüber hinaus geht es für die Teilnehmer um gemeinsame Strategien und Regelungen. Vor kurzem wurde ein weltweit einheitliches Reklamationsmanagement verabschiedet. Dr. Jutta Heckenkamp ist überzeugt: "Nur zusammen können wir dafür sorgen, dass wir am Markt erfolgreich sind."

GLOBALES NETWORKING

Deshalb ist internationales Teamwork für den FUCHS PETROLUB Konzern ein wichtiger Teil der Erfolgsstrategie. Um noch fokussierter auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen, soll das globale Mitarbeiter-Netzwerk in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Neben dem Global Purchasing Meeting veranstaltet der weltweit führende unabhängige Anbieter von Schmierstoffen in regelmäßigen Abständen sechs weitere Netzwerk-Treffen: die Global Management Meetings von FUCHS LUBRITECH und der FUCHS-Gruppe, das Global Networking Meeting sowie die Expertentagungen der Bereiche Human Resources (HR), Research & Development (R&D) und OEM.

Für die OEM-Meetings ist Carsten Meyer verantwortlich, der die Global OEM Division, eine Konzernsparte mit weltweit rund 80 Mitarbeitern, seit 2004 leitet. In diesem Kernarbeitsgebiet des Konzerns werden Schmierstoffe für die Erstausrüstung von Pkw, Lkw sowie Geräten für die Landwirtschaft und Bauindustrie entwickelt. Das Erstausrüstungsgeschäft und die speziell entwickelten Schmierstoffprogramme für Kunden des genannten Abnehmerkreises stehen für mehr als 20 Prozent des weltweiten Absatzes des FUCHS PETROLUB Konzerns.

Vor zehn Jahren fand das erste Global OEM-Meeting mit 15 Mitarbeitern statt, zuletzt kamen rund 70 Kollegen aus aller Welt zusammen. "Wir sind zu einer großen Gruppe gewachsen", sagt der Executive Vice President OEM Division, der seit 2011 auch zum Group Management Committee von FUCHS gehört. Wurde das weltweite OEM-Geschäft früher zentral über wenige Personen abgewickelt, so läuft die Organisation inzwischen seit vielen Jahren über Key Account Manager. Sie nutzen rund um den Globus die Vertriebsstrukturen von FUCHS sowie die zentralen Produktmanagement- und Entwicklungsressourcen des Konzerns und pflegen die direkte Kommunikation mit dem Kunden. "Diese Struktur funktioniert sehr gut und hat den Informationsfluss erheblich verbessert", erläutert der 44-jährige gelernte Industriekaufmann, der seit 1991 bei FUCHS tätig ist. Die Kunden werden im regelmäßigen Austausch gemeinsam von den Key Account Managern und der Anwendungstechnik betreut. "Dabei können wir auf unseren großen internationalen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Davon profitieren Kunden an ganz unterschiedlichen Orten dieser Welt", so Meyer.

KOMPETENZEN GREIFEN INEINANDER

Meyer und seine Kollegen ziehen aber auch die Expertise anderer Arbeitsbereiche heran, etwa bei den Planungen zu neuen Produktionsanlagen für OEM-Hochleistungs-Schmierfette in Chicago/USA und Yingkou/China. Hier ist das Global Product Management beteiligt. Dessen Vertreter nehmen ebenso regelmäßig an den OEM-Netzwerk-Meetings teil wie Experten aus Forschung & Entwicklung und dem Einkauf. Es liegt nahe, dass es mittlerweile auch abteilungsübergreifende Projekte gibt, wie die Einkäuferschulung bei weltweiten Kunden vor Ort gemeinsam mit dem Global Procurement von Dr. Jutta Heckenkamp. "Die Kompetenzen von Vertrieb und Einkauf greifen hier direkt ineinander", beschreibt die Einkaufsleiterin den Vorteil.

"Wenn wir beste Ergebnisse erzielen wollen, müssen unsere unterschiedlichen Arbeitsbereiche noch mehr miteinander vernetzt werden", betont sie. Und ihr Kollege Carsten Meyer ergänzt: "Kommunikation ist das Wichtigste, die fördern wir. Menschen stehen im Vordergrund. Sie sind unser wichtigster Baustein."

MANAGEMENT & AKTIE

  • 1.1 Brief an die Aktionäre 25 1.2 Organisation 28 1.3 Bericht des Aufsichtsrats 33
  • 1.4 Corporate Governance Bericht 38
  • 1.5 Nachhaltigkeitsbericht 50
  • 1.6 Übernahmerechtliche Angaben 57
  • 1.7 FUCHS-Aktien 60

1

2 Z U S A M M E N G E FA S S T E R LAGEBERICHT

2.1 Grundlagen des Konzerns 67
2.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen:
gesamt und branchenspezifisch
78
2.3 Umsatz (Geschäftsverlauf) 82
2.4 Ertragslage 85
2.5 Vermögens- und Finanzlage 93
2.6 Gesamtlage und Leistungsindikatoren 100
2.7 Nachtragsbericht 103
2.8 Chancen- und Risikobericht 104
2.9 Prognosebericht 116
2.10 FUCHS PETROLUB SE (HGB) 119
2.11 Rechtliche Angaben 122

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3FINANZBERICHT WEITERE INFORMATIONEN

3.1 Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE 125
3.2 Konzernanhang 136
3.3 Erklärung des Vorstands und Versicherung
nach §§ 297 Abs. 2, 315 Abs.1 HGB
209
3.4 Bestätigungsvermerk des unabhängigen
Abschlussprüfers
210
3.5 FUCHS PETROLUB SE (HGB) 212
3.6 Vorschlag über die Verwendung des
Bilanzgewinns
213
Glossar 214
Impressum 216

Umschlag vorne

FUCHS auf einen Blick Beteiligungsgesellschaften und Produktionsstandorte

Umschlag hinten

Zehnjahresübersicht Finanzkalender

1 MANAGEMENT & AKTIE

1.1 Brief an die Aktionäre 25
1.2 Organisation 28
■ Organe der Gesellschaft 28
■ Vorstandsressorts, Regionen und Sparten 29
■ Der Vorstand 30
■ Group Management Committee 32
1.3 Bericht des Aufsichtsrats 33
1.4 Corporate Governance Bericht 38
■ Erklärung zur Unternehmensführung
■ Grundzüge des Vergütungssystems der
39
FUCHS PETROLUB SE für Organmitglieder 48
1.5 Nachhaltigkeitsbericht 50
1.6 Übernahmerechtliche Angaben 57
1.7 FUCHS-Aktien 60

Brief an die Aktionäre

im Jahr 2014 hat der Konzern das Rekordergebnis des Vorjahres wiederholt. Die hohe Ertragskraft, die solide Bilanz und die Wachstumsinitiative haben Vorstand und Aufsichtsrat veranlasst, Ihnen eine Anhebung der Dividende um 10% vorzuschlagen. Damit würde sich die Dividende innerhalb von drei Jahren um über 50% erhöhen. Dieser Vorschlag beruht auf unserer Zuversicht, in der Zukunft weiter profitabel zu wachsen.

Die im Jahr 2008 gestartete Wachstumsinitiative trägt Früchte. Der Umsatz stieg im Jahr 2014 organisch um 3%. Negative Währungskurseffekte im ersten Halbjahr dämpften diese Dynamik. Das Rekordergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Vorjahres wurde dank einer positiven Entwicklung in Europa wiederholt. Aufgrund des Aktienrückkaufs stieg das Ergebnis je Aktie um knapp 3%.

Zur Unterstützung der Wachstumsinitiative hat FUCHS in den vergangenen drei Jahren die Belegschaft um 10% verstärkt und hohe Investitionen getätigt. Ein Beispiel aus dem Jahr 2014 sind der Neubau und die Erweiterung unseres Prüfstands in Mannheim. Von den über 200 neu geschaffenen Stellen im Jahr 2014 entfallen mehr als die Hälfte auf unsere beiden Akquisitionen BATOYLE in England und LUBRITENE in Südafrika, die zeitnah in unsere bestehenden Gesellschaften integriert wurden. Das erworbene Know-how für Anwendungen in der Glasindustrie und im Bergbau nutzen wir in unserem weltweiten Netzwerk. Das Zusammenwirken unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im FUCHS PETROLUB Team weltweit macht dabei den Unterschied. Unsere fünf zentralen Werte "Vertrauen, Werte schaffen, Respekt, Verlässlichkeit und Integrität" sind anerkannte Maßstäbe im Konzern.

Wichtig in Bezug auf die Wachstumsinitiative ist auch das Motto unseres diesjährigen Geschäftsberichts "Stärken vernetzen". Insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Einkauf und Personalwesen haben wir deutliche Fortschritte in der weltweiten Vernetzung unserer Kapazitäten gemacht. Bei unseren Forschungsaktivitäten spielt es keine Rolle, wer wo und wann eine Idee hat; die beste Idee zählt und der Austausch sowie das Lernen voneinander stehen im Vordergrund. Ein weiterer Schwerpunkt der Ressourcenbündelung wird die Stärkung der Marke FUCHS mit einer neu definierten Markenidentität und -struktur sein.

Stefan Fuchs, Vorsitzender des Vorstands

Für das Jahr 2015 planen wir, Umsatz und Ergebnis in allen Weltregionen zu steigern. Wir haben zusätzliche Investitionen zur Unterstützung unserer Wachstumsinitiative mit den Schwerpunkten Deutschland und USA geplant. Die Planungen für das Jahr 2015 basieren auf einer insgesamt weiter positiven Entwicklung der Weltwirtschaft trotz der bekannten Risiken insbesondere in Osteuropa und im Mittleren Osten. Die Volatilität der Rohstoffkosten sowie der Währungen wird auch 2015 zu einem anspruchsvollen Jahr machen. Die fortschreitende Konsolidierung der Schmierstoffindustrie werden wir weiter beobachten und wertschaffend nutzen.

Ihnen, den Aktionärinnen und Aktionären der FUCHS PETROLUB SE, danke ich auch im Namen meiner Vorstandskollegen für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen, in sein Management und sein weltweites Team. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre persönlichen Beiträge im Jahr 2014, ohne die solche Spitzenergebnisse nicht möglich wären. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei dem früheren Vorstandskollegen Dr. Georg Lingg, der FUCHS PETROLUB zum 30. Juni 2014 verlassen hat, bedanken für seine Loyalität und seinen beispielhaften Einsatz während der 19-jährigen Tätigkeit in unserem Unternehmen.

Mannheim, den 24. März 2015

Stefan Fuchs Vorsitzender des Vorstands

Organisation

ORGANE DER GESELLSCHAFT

der Gesellschaft

AUFSICHTSRAT Dr. Jürgen Hambrecht Vorsitzender Neustadt an der Weinstraße Vorsitzender des Aufsichtsrats der BASF SE (seit 2. Mai 2014) Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs Stellvertretender Vorsitzender Mannheim Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der FUCHS PETROLUB SE Ines Kolmsee Unternehmerin bei der Smart Hydro Power GmbH Tutzing Horst Münkel* Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (seit 30. Juni 2014) Mannheim und stellvertretender Vorsitzender des SE Betriebsrats (seit 12. November 2014) der FUCHS PETROLUB SE Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der FUCHS EUROPE SCHMIERSTOFFE GmbH Lars-Eric Reinert* Leiter Fettfabrik Harvey, FUCHS LUBRICANTS CO. Chicago Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (bis 30. Juni 2014) und Vorsitzender des SE Betriebsrats (bis 12. November 2014) der FUCHS PETROLUB SE Angaben zu den Organen

Dr. Erhard Schipporeit Ehemaliges Mitglied des Vorstands der E.ON SE Hannover

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Personalausschuss

Dr. Jürgen Hambrecht (Vorsitzender) Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs (Stellvertretender Vorsitzender) Ines Kolmsee

Prüfungsausschuss

Dr. Erhard Schipporeit (Vorsitzender) Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs Ines Kolmsee

Nominierungsausschuss

Dr. Jürgen Hambrecht (Vorsitzender) Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs (Stellvertretender Vorsitzender) Ines Kolmsee Dr. Erhard Schipporeit

VORSTANDSRESSORTS, REGIONEN UND SPARTEN

VORSTAND

Stefan R. Fuchs Vorsitzender

  • 47 Jahre, 18 Jahre FUCHS Konzernentwicklung, Führungskräfte
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Nachhaltigkeit (bis 30. Juni 2014)
  • Region Asien-Pazifik (seit 1. Juli 2014)
  • Region Nordamerika
  • FUCHS LUBRITECH Gruppe (bis 30. Juni 2014)

Dr. Alexander Selent Stellvertretender Vorsitzender und Finanzvorstand

62 Jahre, 16 Jahre FUCHS Finanzen, Controlling

  • Investor Relations, Compliance
  • Interne Revision
  • Recht, Steuern, Personal
  • Region Afrika und Mittlerer Osten (seit 1. Juli 2014)

Dr. Lutz Lindemann Mitglied

54 Jahre, 16 Jahre FUCHS Technik

Dr. Ralph Rheinboldt Mitglied

47 Jahre, 16 Jahre FUCHS IT

Supply Chain Management

  • Nachhaltigkeit (seit 1. Juli 2014)
  • Internationales Bergbau-Geschäft (seit 1. Juli 2014)
  • Internationales OEM-Geschäft
  • Region Südamerika

Dr. Georg Lingg Mitglied (bis 30. Juni 2014)

  • 50 Jahre, 19 Jahre FUCHS Region Asien-Pazifik und Afrika
  • Internationales Bergbau-Geschäft

  • FUCHS LUBRITECH Gruppe (seit 1. Juli 2014)

  • Region Europa

DER VORSTAND

DR. LUTZ LINDEMANN Kerzenheim MITGLIED

DR. ALEXANDER SELENT Limburgerhof STELLVERTRETENDER VORSIT ZENDER UND FINANZVORSTAND

STEFAN R. FUCHS Hirschberg VORSITZENDER

DR. RALPH RHEINBOLDT Heddesheim MITGLIED

GROUP MANAGEMENT COMMITTEE

Stefan R. Fuchs

Dr. Alexander Selent

Dr. Lutz Lindemann

Dr. Georg Lingg (bis 30. Juni 2014)

Dr. Ralph Rheinboldt

Bernhard Biehl FUCHS LUBRITECH Gruppe
Klaus Hartig Region Ostasien
Stefan Knapp Region Deutschland
Carsten Meyer Internationales OEM-Geschäft
Steve Puffpaff Region Nordamerika
Dr. Timo Reister
(seit 1. Juli 2014)
Region Asien-Pazifik
Reiner Schmidt Finanzen und Controlling
Alf Untersteller Region Türkei, Mittlerer Osten, Zentralasien, Afrika

Bericht des Aufsichtsrats

der FUCHS PETROLUB Konzern kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurückblicken. Bei Umsatz und Ergebnis wurden die Rekordwerte des Vorjahres wiederholt. Die Strategie des organischen Wachstums wird erfolgreich fortgesetzt. Im Jahr 2014 getätigte Akquisitionen leisten erste positive Beiträge.

Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Überwachungs- und Beratungsaufgaben mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit wahrgenommen.

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Geschäftsjahr 2014 gut und effektiv zusammengearbeitet. Der Vorstandsvorsitzende hat den Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig und unverzüglich über alle Ereignisse von wesentlicher Bedeutung unterrichtet. Darüber hinaus standen Aufsichtsrat und Vorstand auch außerhalb der Sitzungen mit- und untereinander in engem Kontakt, um einen steten Informations- und Meinungsaustausch sicherzustellen.

Bei der Überprüfung seiner eigenen Tätigkeit hat der Aufsichtsrat in der Sitzung im Dezember 2014 hinsichtlich Effizienz keinen wesentlichen Verbesserungsbedarf festgestellt. Dem Aufsichtsrat gehörte eine ausreichende Zahl unabhängiger Mitglieder an. Interessenkonflikte sind weder bei Vorstands- noch Aufsichtsratsmitgliedern aufgetreten.

Im Aufsichtsrat hat es im Geschäftsjahr 2014 keine personellen Veränderungen gegeben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben dem Wunsch von Dr. Georg Lingg entsprochen, seine Bestellung zum Mitglied des Vorstands der FUCHS PETROLUB SE vorzeitig mit Ablauf des 30. Juni 2014 aufzuheben. Mit seinem Ausscheiden wurde der Vorstand von fünf auf vier Mitglieder verkleinert. Die Geschäftsverteilung wurde angepasst. Der Aufsichtsrat hat Herrn Dr. Georg Lingg für die langjährige gute Zusammenarbeit seinen besonderen Dank ausgesprochen.

Berichte und Sitzungen

Im Jahr 2014 fanden fünf Aufsichtsratssitzungen statt. In einer Sitzung war ein Mitglied verhindert, an den übrigen Sitzungen haben sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats teilgenommen.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über Geschäftspolitik, Geschäftsentwicklung, Rentabilität, Liquidität und Risikolage des Unternehmens sowie zu allen relevanten Fragen der strategischen Weiterentwicklung entsprechend den in der Geschäftsordnung festgelegten Pflichten unterrichtet. Weitere regelmäßige Beratungspunkte waren die Budgetüberwachung, alle wesentlichen Investitions- und Akquisitionsprojekte, die Weiterent-Glossar Seite 214 wicklung der CORPORATE-GOVERNANCE -Regeln und der zwischenzeitlich beigelegte Rechtsstreit

Dr. Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Aufsichtsrats

mit unseren Joint-Venture-Partnern im Nahen Osten. Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt, soweit dies nach Gesetz oder Satzung erforderlich war.

In der Bilanzsitzung am 19. März 2014 wurden der Jahres- und Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und der Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen im Beisein des Wirtschaftsprüfers geprüft, erörtert und verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auch die Tagesordnung für die Hauptversammlung der FUCHS PETROLUB SE mit den Beschlussvorschlägen verabschiedet, insbesondere den Beschlussvorschlag zur Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien.

In der Sitzung am 7. Mai 2014, unmittelbar vor der Hauptversammlung, berichtete der Vorstand über die Geschäftslage des Konzerns nach Abschluss des ersten Quartals sowie über Akquisitionsprojekte.

In der Sitzung am 29. Juli 2014 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem Halbjahresabschluss 2014 nebst zugehörigem Konzernzwischenlagebericht. Des Weiteren wurden Investitions- und Akquisitionsprojekte eingehend erörtert sowie der Themenkomplex Managementprognosen, Analystenschätzungen und Kapitalmarktkommunikation besprochen. Der Aufsichtsrat informierte sich ferner über die Strategie und Struktur im Bereich Forschung und Entwicklung. Es folgte ein Impulsvortrag von Jacques Delmoitiez zum Thema "Afrika – Potenziale und Erfahrungen" mit anschließender Diskussion zu möglichen Implikationen für FUCHS PETROLUB SE.

In der Sitzung am 15. Oktober 2014 befasste sich der Aufsichtsrat – neben dem aktuellen Konzernlagebericht des Vorstands – mit dem Nachhaltigkeitskonzept bei FUCHS PETROLUB sowie Akquisitionsprojekten. Schwerpunkt der Sitzung war die ausführliche Berichterstattung und Diskussion über die Wachstumsstrategie der Gesamtregion Asien und China.

Schwerpunktthema der Sitzung vom 9. Dezember 2014 war das Budget 2015 für Ertrag, Bilanz, Cashflow und Investitionen sowie die Fortsetzung der Wachstumsinitiative einschließlich Akquisitionen in den Jahren 2015 und 2016. Außerdem beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem Risikomanagement- und Compliance-Bericht sowie der ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2014. Auch wurde der Leistungsfaktor zur Bestimmung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2014 auf Basis der ermittelten Zielerreichung festgelegt.

Nach intensiver Vorbereitung im Personalausschuss beschloss der Aufsichtsrat außerdem, die Vorstandsvergütungen anzupassen. Für die variable und die Gesamtvergütung des Vorstands wurden Höchstbeträge (Caps) definiert. Die fixen Bestandteile der Gesamtvergütung wurden erhöht. 25% der variablen Bestandteile müssen in FUCHS PETROLUB Vorzugsaktien mit dreijähriger Haltefrist angelegt werden. Eine vertikale sowie horizontale Prüfung der Vergütungssysteme hat die Angemessenheit bestätigt. Ferner empfiehlt der Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 6. Mai 2015 eine Anpassung der Aufsichtsratsvergütungen (siehe dazu Seite 49).

Arbeit der Ausschüsse im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungs-, Personal- und Nominierungsausschuss. Über die Tätigkeit der Ausschüsse wurde jeweils zu Beginn der Aufsichtsratssitzungen informiert. Sämtliche Ausschussmitglieder haben an den Ausschusssitzungen teilgenommen. Die personelle Zusammensetzung der drei Ausschüsse ist auf Seite 28 dargestellt.

Der Prüfungsausschuss trat im Berichtsjahr zu vier Sitzungen zusammen. An den Sitzungen nahmen regelmäßig der Finanzvorstand und die Leiter der Abteilungen Finanzen, Controlling und Rechnungswesen teil. Die Wirtschaftsprüfer waren bei zwei Sitzungen anwesend. Der Ausschuss befasste sich schwerpunktmäßig mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss nebst (Konzern-) Lagebericht, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie mit der Abschlussprüfung. Die Zwischenberichte wurden stets vor ihrer Veröffentlichung ausführlich

Organe der Gesellschaft

erörtert. Weiter gab der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers. Der Prüfungsausschuss legte zudem die Prüfungsschwerpunkte für das Berichtsjahr fest, erteilte den Prüfungsauftrag an den Wirtschaftsprüfer und befasste sich mit den Neuregelungen zur Rechnungslegung sowie mit aktuellen Compliance-Themen.

Der Personalausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei Personalentscheidungen. Es fanden im Berichtsjahr vier Sitzungen statt. Der Personalausschuss befasste sich eingehend mit der Vorbereitung der Entscheidungen zur Vergütung für den Aufsichtsrat, den Vorstand, zu dessen Geschäftsverteilung sowie zur Gestaltung von Vorstandsverträgen. Ferner wurden die Themen Vielfalt und angemessene Beteiligung von Frauen in Führungspositionen im Unternehmen, die konzernweite Personalentwicklung und die Weiterentwicklung des Führungskräftenachwuchses im FUCHS PETROLUB Konzern erörtert.

Der Nominierungsausschuss trat im Berichtsjahr nicht zusammen. Der Nominierungsausschuss hat, mit Blick auf die in der Hauptversammlung am 6. Mai 2015 anstehende turnusmäßige Wahl des Aufsichtsrats Kandidatenvorschläge erstellt und diese dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussfassung am 23. März 2015 vorgelegt.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Den Prüfungsauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2014 der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, erteilt. Der Abschlussprüfer hat seine Unabhängigkeitserklärung abgegeben und erläutert.

Der nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2014 und der zusammengefasste Lagebericht sowie der auf Grundlage der in der EU anzuwendenden internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellte Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die bei der Auftragserteilung vom Prüfungsausschuss für den Berichtszeitraum festgelegten Prüfungsschwerpunkte wurden von KPMG vertieft behandelt. Insbesondere bestätigte der Abschlussprüfer, dass der Vorstand gemäß § 91 Absatz 2 AktG ein angemessenes Risikoüberwachungssystem eingerichtet hat, das geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Während der Abschlussprüfung hat der Prüfer keine Tatsachen festgestellt, die der Entsprechenserklärung widersprechen. Ebenso hat er keine eigenen Ausschluss- oder Befangenheitsgründe festgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung eingehend geprüft. Die Prüfungsberichte der KPMG lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden sowohl im Prüfungsausschuss als auch in der Bilanzsitzung am 23. März 2015 umfassend behan-

delt. An beiden Sitzungen nahm der Abschlussprüfer teil, der dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand. Der Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Prüfungsausschusses und unserer eigenen Prüfung sind Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse gebilligt und damit den Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE festgestellt. Dem Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns haben wir uns angeschlossen.

Der Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG erstellt und diesen dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

    1. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unange
  • messen hoch war."

Das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands.

Dank

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihren tatkräftigen Einsatz, ihre persönlichen Beiträge und die konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Unternehmens.

Mannheim, den 23. März 2015

Der Aufsichtsrat

Dr. Jürgen Hambrecht Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate Governance Bericht

Im nachfolgenden Kapitel berichtet der Vorstand – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance bei FUCHS PETROLUB SE. Das Kapitel enthält auch die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB.

Die Corporate Governance bei FUCHS PETROLUB SE orientiert sich maßgeblich an den Vorschriften des Aktiengesetzes und den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der Kodex beinhaltet wesentliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung börsennotierter Gesellschaften und formuliert national und international anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung.

FUCHS PETROLUB SE versteht Corporate Governance als zentrale Voraussetzung zur Erreichung der Unternehmensziele und zur Steigerung des Unternehmenswerts. Nach unserem Verständnis zählen zu einer guten und verantwortungsbewussten, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Leitung und Kontrolle insbesondere

  • eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat
  • die Achtung der Aktionärsinteressen
  • eine offene Unternehmenskommunikation
  • die Transparenz in der Rechnungslegung
  • ein verantwortungsbewusster Umgang mit Chancen und Risiken
  • die Nachhaltigkeit des unternehmerischen Handelns.

Wir sind überzeugt, dass eine gute und transparente Corporate Governance ein wesentlicher Faktor für den unternehmerischen Erfolg der FUCHS PETROLUB SE ist. Corporate Governance ist daher Teil unseres Selbstverständnisses und ein Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens erfasst. Anleger, Finanzmärkte, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Öffentlichkeit bringen uns entsprechend Vertrauen entgegen. Dieses Vertrauen wollen wir dauerhaft bestätigen und die Corporate Governance im Konzern fortlaufend weiterentwickeln.

Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE haben sich auch im vergangenen Geschäftsjahr mehrfach und eingehend mit den Vorgaben des Kodex befasst, insbesondere mit den Anforderungen an die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder, der Beachtung der Vielfalt (Diversity) und der angemessenen Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen. Auf dieser Basis haben Vorstand und Aufsichtsrat zuletzt am 16. März 2015 gemeinsam die aktualisierte Entsprechenserklärung nach §161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite des Unternehmens – zusammen mit den Erklärungen der Vorjahre – zugänglich gemacht (siehe Seite 47 in diesem Bericht).

Wortlaut der Entspechenserklärung

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG*

FÜHRUNGS - UND KONTROLLSTRUK TU R – ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Die FUCHS PETROLUB SE mit Sitz in Mannheim unterliegt als Europäische Gesellschaft (Societas Europaea – "SE") insbesondere den Vorschriften der SE-Verordnung sowie des deutschen Aktiengesetzes, auf dessen Grundlage auch der Deutsche Corporate Governance Kodex entwickelt wurde. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die beide mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Dieses duale Führungssystem wurde auch nach Umwandlung in eine SE beibehalten. Eine gute Corporate Governance verlangt die fortlaufende Weiterentwicklung dieses dualen Führungssystems unter Einbeziehung sämtlicher Unternehmensbereiche. Ausgangspunkt hierfür bildet die eigenverantwortliche Unternehmensleitung durch den Vorstand, der hierbei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten wird.

UNTERNEHMENSLEITUNG DURCH DEN VORSTAND

Der Vorstand ist in eigener Verantwortung als Leitungsorgan an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Vorstandsmitglieder die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Geschäftsordnung für den Vorstand bestimmt die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Vorstand. Der Geschäftsverteilungsplan regelt die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands. Für bedeutende Geschäftsvorgänge – wie beispielsweise die Festlegung der Jahresplanung oder größere Akquisitionen – beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats.

Der Vorstand entscheidet über Grundsatzfragen der Geschäftspolitik und Unternehmensstrategie sowie über die Jahres- und Mehrjahresplanung. Der Vorstand sorgt für ein angemessenes Chancenund Risikomanagement sowie Risikocontrolling im Unternehmen, er wirkt auf die Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien (Compliance) hin und achtet bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Vielfalt (Diversity) und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen. Bei FUCHS sind 22% der Managementpositionen im Konzern mit Frauen besetzt. Im Vorstand sind Frauen derzeit nicht vertreten. FUCHS strebt eine systematische und gezielte Förderung von talentierten Frauen sowie deren angemessene Berücksichtigung bei der Neubesetzung von Vorstands- und Führungspositionen an.

Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE bestand im Jahr 2014 bis einschließlich 30. Juni aus fünf Personen, ab dem 1. Juli 2014 aus vier Personen. Die personelle Zusammensetzung des Vorstands sowie die Geschäftsverteilung innerhalb des Vorstands (Organisation der Ressorts, Regionen und Sparten) ist in diesem Geschäftsbericht auf Seite 29 detailliert dargestellt.

ÜBERWACHUNG DER UNTERNEHMENSLEITUNG DURCH DEN AUFSICHTSRAT

Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands, legt die Ressorts der Vorstandsmitglieder fest und berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Der Vorsitzende des Vorstands hält regelmäßigen Kontakt zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Der kontinuierliche und von gegenseitigem Vertrauen geprägte Dialog zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet eine wichtige Grundlage für den unternehmerischen Erfolg.

Der Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE setzt sich zusammen aus vier Mitgliedern der Anteilseigner, die von der Hauptversammlung gewählt werden, sowie zwei Mitgliedern, die von den Arbeitnehmern gewählt werden. Die Amtsperioden sind identisch.

Der Aufsichtsrat trifft seine Entscheidungen durch Beschlüsse, die mit einfacher Mehrheit der bei der Abstimmung teilnehmenden Aufsichtsratsmitglieder gefasst werden. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

Der Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE ist so besetzt, dass eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat sichergestellt ist. Die zur Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagenden Kandidatinnen und Kandidaten sollten aufgrund ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen in der Lage sein, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen Konzern wie der FUCHS PETROLUB SE wahrzunehmen und das Ansehen des FUCHS PETROLUB Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren. Der Aufsichtsrat achtet bei seiner Zusammensetzung in erster Linie auf die entsprechende Qualifikation und auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Dabei ist "Diversity" als internationale (nicht im Sinne einer bestimmten Staatsbürgerschaft, sondern einer prägenden Herkunft, Erziehung, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit), geschlechtliche und Alters-Vielfalt zu verstehen. Der Aufsichtsrat hat sich mit Blick auf Ziffer 5.4.1 des Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung gesetzt:

  • Die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen beziehen sich insbesondere auf die Führung eines international tätigen Unternehmens
  • Berücksichtigung von besonderem wirtschaftlichen Sachverstand
  • Besondere Kenntnis und Erfahrung in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren
  • Berücksichtigung von technischem Sachverstand insbesondere im Bereich der (Spezial-)Chemie
  • Angemessene Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat und Vorstand bei Neubesetzungen
  • Angemessene Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder; von den vier Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat sollen mindestens zwei unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Kodex sein
  • Vermeidung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden potenziellen Interessenkonflikten
  • Berücksichtigung der (Regel-)Altersgrenze von 70 Jahren zum Zeitpunkt der Wahl

Nach Auffassung des Aufsichtsrats entspricht der Aufsichtsrat dem Erfordernis der Vielfalt (Diversity), da ein Frauenanteil von 25% der Anteilseignervertreter bzw. 17% der Mitglieder im Aufsichtsrat erreicht und dem Kriterium der Internationalität Rechnung getragen wurde. Gleichzeitig gehört dem Aufsichtsrat eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Anteilseignervertreter an.

Herr Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs ist das einzige Aufsichtsratsmitglied, das eine nennenswerte Anzahl an Aktien am Unternehmen hält und das in einer persönlichen Beziehung zur Gesellschaft und deren Vorstand steht. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats gilt für die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Grundsatz der Unabhängigkeit. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind oder waren in hochrangiger Position bei anderen Unternehmen tätig. Geschäfte der FUCHS PETROLUB SE mit diesen Unternehmen erfolgten zu Bedingungen wie unter fremden Dritten. Diese Transaktionen berühren nach unserer Ansicht nicht die Unabhängigkeit der betroffenen Mitglieder des Aufsichtsrats.

Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre, die nächste Amtsperiode beginnt nach Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2015.

Organisation und Bericht des Aufsichtsrats Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auch auf Seite 28 dieses Geschäftsberichts dargestellt. Über Einzelheiten der Arbeit des Gremiums im Berichtsjahr informiert der Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 33 ff.

Corporate Governance und Konzernanhang

Die Grundzüge des Vergütungssystems der Gesellschaft für Organmitglieder werden in diesem Bericht auf den Seiten 48 und 49 dargestellt. Die Organbezüge der Mitglieder des Vorstands sowie die Vergütung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats gemäß § 314 Absatz 1 Nr. 6 HGB sind im Anhang des Konzerns auf den Seiten 202 f. angegeben.

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE hat drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Arbeitsprozesse stimmen mit den Anforderungen des Kodex überein und berücksichtigen die verbindlichen Regelungen des deutschen Aktiengesetzes.

Personal- und Prüfungsausschuss tagen mehrmals im Jahr, der Nominierungsausschuss tritt entsprechend seiner Aufgabenzuweisung nur bei Bedarf zusammen. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichten regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit der Ausschüsse.

BESIT Z VON AK TIEN DER GESELLSC HAF T VON VORSTANDS - UND AU FSIC HTSR ATSMITGLIEDERN

Stefan Fuchs hielt am 31. Dezember 2014 unmittelbar und mittelbar 9.535.391 Stammaktien. Die übrigen Vorstandsmitglieder hielten am 31. Dezember 2014 zusammen 276 Stammaktien und 10.670 Vorzugsaktien.

Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs hielt am 31. Dezember 2014 unmittelbar und mittelbar 1.837.547 Stammaktien. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder hielten am 31. Dezember 2014 zusammen 931 Stammaktien und 7.000 Vorzugsaktien.

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind nach §15 a Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der FUCHS PETROLUB SE oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von 5.000 EUR erreicht oder übersteigt. Die der FUCHS PETROLUB SE im Berichtsjahr gemeldeten Geschäfte wurden ordnungsgemäß veröffentlicht und sind auf der Internetseite des Unternehmens unter www.fuchs-oil.de /meldepfl_aktien.html abrufbar.

Weitere Informationen unter www.fuchs-oil.de / meldepfl_aktien.html

AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG

Die FUCHS PETROLUB SE hat sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien ausgegeben. Die in der Hauptversammlung vertretenen Stammaktionäre beschließen über alle ihr durch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben (z.B. Gewinnverwendung, Satzungsänderungen, Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern, Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, kapitalverändernde Maßnahmen sowie Wahl des Abschlussprüfers). Bei den Abstimmungen gewährt jede Stammaktie eine Stimme. Rund 53% der Stammaktien hält die Schutzgemeinschaft Familie Fuchs. Die Vorzugsaktien gewähren nur in den vom Gesetz vorgeschriebenen Fällen Stimmrechte, sind aber mit einem Vorzug bei der Verteilung des Bilanzgewinns und einer Mehrdividende (Vorzug) ausgestattet.

Die Inhaber der Stamm- und Vorzugsaktien nehmen ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung wahr. Jeder Aktionär ist unter Beachtung der satzungsmäßigen und gesetzlichen Voraussetzungen zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht selbst an der Hauptversammlung teilnehmen wollen oder können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht unter entsprechender Vollmachterteilung durch einen Bevollmächtigten, z.B. ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung oder die von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter, ausüben zu lassen.

Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet üblicherweise im Mai statt. Die vom Gesetz für die Hauptversammlung verlangten Berichte, Unterlagen und Informationen einschließlich des Geschäftsberichts sind im Internet abrufbar, ebenso die Tagesordnung der Hauptversammlung und eventuelle zugänglich zu machende Gegenanträge oder Wahlvorschläge von Aktionären.

Den Vorsitz der Hauptversammlung führt satzungsgemäß der Aufsichtsratsvorsitzende. Er bestimmt die Reihenfolge der Beratungen sowie Art und Form der Abstimmungen. Er kann das Frage- und Rederecht der Aktionäre zeitlich angemessen beschränken.

CORPORATE GOVERNANCE GUIDELINES

Weitere Informationen unter www.fuchs-oil.de / corporate_governance.html Die Satzung der FUCHS PETROLUB SE, sämtliche Entsprechenserklärungen, der FUCHS-Verhaltenskodex (Code of Conduct), die Erklärung zur Unternehmensführung sowie weitere Unterlagen zur Corporate Governance wie die Richtlinie gegen Korruption, die Richtlinie zum Kartellrecht oder der FUCHS-Nachhaltigkeitsleitfaden sind im Internet abrufbar unter www.fuchs-oil.de / corporate_ governance.html.

COMPLIANCE

Unter COMPLIANCE verstehen wir die Einhaltung von Recht, Gesetz und Satzung, die Einhaltung interner Regelwerke sowie freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen. Richtschnur für das Handeln eines jeden Mitarbeiters ist die Beachtung geltenden Rechts. Geschäftsleitung und Mitarbeiter sind ausnahmslos aufgerufen, im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit die jeweils geltenden Gesetze, Richtlinien und sozialen Standards einzuhalten, unabhängig davon, ob es sich um überstaatliche oder lokale Bestimmungen handelt. Ungesetzliches Verhalten birgt die Gefahr eines Imageschadens, schwächt unsere Marktposition und ist geeignet, wirtschaftliche Schäden für unser Unternehmen herbeizuführen.

Die Bereiche Corporate Governance und Compliance sind direkt dem Vorstand zugeordnet. Dazu gehören ein Chief Compliance Officer sowie eine Compliance-Organisation, die zusammen das Compliance-Programm weiterentwickeln, steuern und umsetzen sowie die Mitarbeiter weltweit unterstützen und beraten. Für jede Landeseinheit gibt es einen Compliance-Verantwortlichen, der den lokalen Mitarbeitern auch als Ansprechpartner für Einzelfragen zur Verfügung steht. Jeder FUCHS-Mitarbeiter ist aufgefordert, in seinem Verantwortungsbereich aktiv an der Umsetzung des Compliance-Programms mitzuwirken. Das Compliance-System wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Der FUCHS-Verhaltenskodex (Code of Conduct), der bereits im Jahr 2004 erlassen und letztmalig im Oktober 2012 aktualisiert wurde, stellt für den Konzern einen verbindlichen Handlungsrahmen dar, um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten zu gewährleisten. Der Verhaltenskodex wird ergänzt durch Informations- und Schulungsmaßnahmen, konsequente Aufarbeitung und Sanktionierung von Compliance-Verstößen, eine Compliance-Hotline zur Meldung straf- oder kartellrechtlich relevanter Verstöße gegen Gesetze oder Richtlinien, ein regelmäßiges Compliance-Reporting sowie ein spezielles Compliance-Audit der internen Revision. Seit dem 15. September 2014 bietet FUCHS darüber hinaus über die Unternehmenswebsite Zugang zu einem digitalen Hinweisgeber-Portal. Das Portal erfüllt höchste IT-Sicherheitsanforderungen und bietet dem Nutzer die Möglichkeit, in einen Dialog mit dem Compliance Officer zu treten.

LEITBILD FÜ R VER ANT WORTLIC HES HANDELN IN DER WIRTSC HAF T – BEKENNTNIS ZUR NACHHALTIGEN, ERFOLGS- UND WERTEORIENTIERTEN UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Das FUCHS-Leitbild drückt eine gemeinsame Haltung der Führung aus und bietet dadurch eine allgemeine Orientierung für verantwortliches Handeln. Dieses gemeinsame Grundverständnis steht im Einklang mit den bei FUCHS gelebten fünf zentralen Werten: Vertrauen, Werte schaffen, Respekt, Verlässlichkeit und Integrität. Diese Werte gelten als Maßstab interner Zielsetzungen und als Grundlage individuellen Handelns.

Die FUCHS PETROLUB SE beteiligte sich auch an der Initiative deutscher Wirtschaftsführer, die im November 2010 ein Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft unter der Schirmherrschaft des Wittenberg-Zentrums für globale Ethik vorgestellt haben. Das Leitbild adressiert explizit in der Öffentlichkeit kritisch diskutierte Punkte wie Gewinne und Moral, Stellenabbau, Managervergütungen oder Regelverletzungen Der Vorstand hat sich als Unterzeichner des Leitbilds aus Überzeugung zu einer sowohl erfolgs- als auch werteorientierten Unternehmensführung im Sinne der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet. Dazu gehören dem Leitbild zufolge fairer Wettbewerb, Sozialpartnerschaft, Leistungsprinzip und Nachhaltigkeit.

Unsere Grundsätze für nachhaltiges Wirtschaften im FUCHS PETROLUB Konzern haben wir im November 2012 in einem umfassenden Nachhaltigkeitsleitfaden zusammengefasst. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit bei FUCHS. Der Nachhaltigkeitsbeauftragte (Chief Sustainability Officer) begleitet unternehmensweit alle zugehörigen Aktivitäten zum nachhaltigen Wirtschaften sowie unser gesellschaftliches Engagement. Seit der organisatorischen Weiterentwicklung unseres Nachhaltigkeitsmanagements haben wir in jeder produzierenden Landeseinheit einen lokalen Nachhaltigkeitsverantwortlichen (Local Sustainability Officer) etabliert, der als Schnittstelle für den Chief Sustainability Officer in der Konzernzentrale fungiert und als dessen Ansprechpartner für Einzelfragen zur Verfügung steht. Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit bei FUCHS sind dem Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 50 zu entnehmen.

Nachhaltigkeitsbericht

50

CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT

Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Chancen und Risiken. Der Vorstand stellt ein angemessenes Chancen- und Risikomanagement im Unternehmen sicher. Über bestehende Chancen und Risiken, deren Entwicklung sowie ergriffene Maßnahmen wird der Aufsichtsrat vom Vorstand regelmäßig unterrichtet. Mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems sowie der Überwachung der Abschlussprüfung befasst sich der vom Aufsichtsrat eingerichtete Prüfungsausschuss. Das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementund das interne Revisionssystem werden kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst. Einzelheiten sind im Chancen- und Risikobericht (gesondertes Kapitel im zusammengefassten Lagebericht) dargestellt.

Chancen- und Risikobericht

HOHE TRANSPARENZ DURCH UMFANGREICHE INFORMATION

Für die FUCHS PETROLUB SE hat eine regelmäßige, umfassende, einheitliche und unverzügliche Information der Teilnehmer am Kapitalmarkt über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und wesentliche Ereignisse einen hohen Stellenwert. Die Berichterstattung erfolgt mittels Geschäftsbericht und Zwischenberichten. Darüber hinaus informiert die FUCHS PETROLUB SE im Rahmen von Pressemeldungen und Ad-hoc-Mitteilungen. Alle Informationen sind im Internet (Internetseite: www. fuchs-oil.de) abrufbar. Auf der Internetseite ist auch der Finanzkalender einsehbar, der die geplanten Termine der wesentlichen Ereignisse und Veröffentlichungen enthält.

Die FUCHS PETROLUB SE hat das obligatorische Insiderverzeichnis gemäß §15 b Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) angelegt und die betroffenen Personen, für die der Zugang zu Insiderinformationen unerlässlich ist, um ihre Aufgaben bei der FUCHS PETROLUB SE wahrnehmen zu können, über ihre gesetzlichen Pflichten sowie die ihnen gegebenenfalls drohenden Sanktionen informiert. Sofern meldepflichtige Aktiengeschäfte (Directors' Dealings) mitzuteilen sind, sind diese auf der Internetseite veröffentlicht.

Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie dürfen bei ihren Entscheidungen weder persönliche Interessen verfolgen noch Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen. Etwaige Interessenkonflikte sind dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen. Über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung ist gegebenenfalls die Hauptversammlung zu informieren. Im Berichtsjahr lag kein solcher Interessenkonflikt vor.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Der Konzernabschluss und die Zwischenberichte der FUCHS PETROLUB SE werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der gesetzlich vorgeschriebene und für die Dividendenzahlung maßgebliche Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Nach Erstellung durch den Vorstand werden der Jahres- und Konzernabschluss nebst zusammengefasstem Lagebericht von dem durch die Hauptversammlung gewählten Wirtschaftsprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat nach dessen eigener Prüfung gebilligt und der Jahresabschluss festgestellt.

Mit dem Abschlussprüfer ist vereinbart, dass er den Vorsitzenden des Aufsichtsrats bzw. den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschlussoder Befangenheitsgründe sofort unterrichtet, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll unverzüglich auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse berichten, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben. Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren bzw. im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er bei Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat nach §161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung ergeben.

WORTL AUT DER ENTSPREC HENSERKL ÄRUNG

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE erklären gemäß §161 AktG, dass mit Wirkung ab dem 1. Januar 2015 sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 30. September 2014 entsprochen wurde und wird. Bis zum 31. Dezember 2014 gab es für die variable Vergütung und damit die Vergütung des Vorstands insgesamt keine betragsmäßigen Höchstgrenzen. Diese Ausnahme vom Kodex besteht mit Wirkung zum 1. Januar 2015 nicht mehr.

Mannheim, den 16. März 2015

Dr. Jürgen Hambrecht Stefan R. Fuchs Vorsitzender des Aufsichtsrats Vorsitzender des Vorstands

Weitere Informationen unter www.fuchs-oil.de / entsprechenserklaerung. html

Die aktuelle sowie alle bisherigen Entsprechenserklärungen sind im Internet dauerhaft zugänglich unter www.fuchs-oil.de / entsprechenserklaerung.html.

Mannheim, den 23. März 2015

FUCHS PETROLUB SE

Der Vorstand

GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS DER FUCHS PETROLUB SE FÜR ORGANMITGLIEDER*

VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach folgenden Kriterien:

  • den Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds,
  • der Leistung des gesamten Vorstands,
  • der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens,
  • dem Erfolg und den Zukunftsaussichten des Unternehmens,
  • der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung von externen und internen vergleichbaren Daten.

Die erfolgsbezogenen Komponenten der Vergütung orientieren sich am FUCHS Value Added (FVA), der im Konzern grundsätzlich die Basis für die variablen Vergütungsbestandteile bildet. Der FVA als Indikator einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung basiert sowohl auf dem Jahresergebnis als auch auf dem eingesetzten Kapital, das auf langfristigen Entscheidungen (Investitionen, Forschung und Entwicklung etc.) beruht. Nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg als Parameter für die Vergütung war und ist dabei Kern der Führungsphilosophie von FUCHS.

Um bei der Bemessung der variablen Vergütung dem Erfordernis einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage noch besser zu genügen, wurde der FVA 2010 um einen Leistungsfaktor ergänzt. Die nachhaltige Leistung des Vorstands wird vom Aufsichtsrat auf der Grundlage von mittel- und langfristiger Zielerreichung ermittelt. Die Ziele sind an den strategischen Leitlinien von FUCHS ausgerichtet und werden für den Gesamtvorstand vereinbart.

Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus der privaten Dienstwagennutzung und aus Versicherungsprämien. Diese Sachbezüge stehen allen Vorstandsmitgliedern in gleicher Weise zu.

Die Pension eines Vorstandsmitglieds bestimmt sich nach einem prozentualen Anteil am durchschnittlichen Festgehalt der letzten drei Jahre, das das Mitglied vor Beendigung seines Anstellungsvertrags erhält. Dieser prozentuale Anteil wird über die Bestelldauer als Vorstandsmitglied sukzessive erdient. Pensionen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die die Pensionsgrenze erreicht haben.

Das bisherige Vergütungssystem, das seit dem 1. Januar 2010 gilt, wurde grundsätzlich überarbeitet. Die fixen Vergütungsbestandteile, die im Verhältnis zu den variablen Vergütungsbestandteilen sehr niedrig waren, wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2015 angehoben. Die Pensionsansprüche haben sich dadurch erhöht, wobei die Abschmelzung des prozentualen Anspruchs kompensierend wirkte. 25% der variablen Vergütungsbestandteile müssen in FUCHS PETROLUB Vorzugsaktien mit einer dreijährigen Haltefrist angelegt werden. Für die variable und die Gesamtvergütung wurden Höchstbeträge (Caps) definiert. Im Interesse der Akzeptanz haben Vorstand und Aufsichtsrat die Aktionäre bei der Hauptversammlung am 5. Mai 2010 um Billigung des Vorstandsvergütungssystems ersucht. Die Zustimmungsquote dieses konsultativen Hauptversammlungsbeschlusses lag bei 94,87%. Vorstand und Aufsichtsrat werden die Aktionäre bei der Hauptversammlung am 6. Mai 2015 um ihre Billigung des veränderten Vergütungssystems bitten.

VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der FUCHS PETROLUB SE festgelegt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält danach für das abgelaufene Jahr neben der Erstattung von Auslagen eine feste Vergütung von 30.000 € sowie eine variable, am Erfolg des Unternehmens orientierte Vergütung in Höhe von 100 € für jede 0,005 €, um die das ausgewiesene durchschnittliche Ergebnis je Aktie 0,295 € übersteigt. Die variable Vergütung darf die feste Vergütung nicht übersteigen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte, der stellvertretende Vorsitzende das Eineinhalbfache dieser Vergütungen. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihrer Aufsichtsratszugehörigkeit. Weiterhin erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld von 1.000 € je Aufsichtsratssitzung. Mitglieder des Aufsichtsrats, die dem Prüfungsausschuss angehören, erhalten eine weitere feste Vergütung von 15.000 €, die des Personalausschusses von 5.000 €. Für Ausschusssitzungen wird ein Sitzungsgeld von 1.000 € gezahlt. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält jeweils das Doppelte, der stellvertretende Vorsitzende das Eineinhalbfache der vorgenannten Beträge. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats wurde überarbeitet und liegt der Hauptversammlung am 6. Mai 2015 zur Beschlussfassung vor. Die wesentlichen Änderungen sind eine Erhöhung der Festvergütung, eine weitere Reduktion der Höchstbeträge für die variable Vergütung, die bislang maximal der fixen Vergütung entsprechen durfte und nunmehr auf zwei Drittel der fixen Vergütung begrenzt ist, sowie die Abschaffung der Sitzungsgelder. Die Hälfte der variablen Vergütung ist in Vorzugsaktien der Gesellschaft mit einer Haltefrist von fünf Jahren anzulegen; bei Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat enfällt die Haltefrist.

Nachhaltigkeitsbericht

Weitere Informationen unter www.fuchs-oil.de / nachhaltigkeitsleitfaden0. html

Wir verstehen Nachhaltigkeit als Kernelement einer guten Unternehmensführung. Der FUCHS-Nachhaltigkeitsleitfaden beinhaltet Vorgaben für ein verantwortliches unternehmerisches Handeln und gilt als verbindlicher Nachhaltigkeitsrahmen für die globale Geschäftstätigkeit des Konzerns.

Nachhaltigkeit bei FUCHS bedeutet ständige Optimierung. Wir arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen in den drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales und haben im Jahr 2014 weitere wesentliche Meilensteine in diesen Bereichen erreicht. Hierzu zählen insbesondere

  • die Einholung einer schriftlichen Bestätigung von unseren lokalen Lieferanten über deren Befolgung unserer unternehmensethischen Anforderungen und sozialen Mindeststandards, entweder gemäß dem FUCHS-Nachhaltigkeitsleitfaden oder entsprechend eigens bestehender Richtlinien. Diese Abfrage wurde für alle globalen FUCHS-Schlüssellieferanten bereits im Jahr 2013 gestartet und mit einer Rücklaufquote von 100% abgeschlossen;
  • die aktive Unterstützung und Beratung unserer lokalen Produktionsgesellschaften durch den Chief Sustainability Officer hinsichtlich Verbesserung der Öko- und Sozioeffizienz, Reduzierung des Carbon Footprint, Optimierung des Energiemix etc. Darüber hinaus wurde ein regelmäßiger Informationsaustausch mit den lokalen Nachhaltigkeitsbeauftragten (Local Sustainability Officers) etabliert, der die Nachverfolgung der Maßnahmen zum nachhaltigen Wirtschaften und Handeln auf Gesellschaftsebene sicherstellt;
  • die Einführung von CO2-Obergrenzen bei den Fuhrparks der europäischen FUCHS-Gesellschaften. Fortan sollen europaweit bei Fahrzeugneubestellungen die geltenden CO2-Grenzwerte der Europäischen Union (EU) für Automobilhersteller als Orientierungsgröße dienen und im Durchschnitt des jeweiligen Landesgesamtfuhrparks nicht überschritten werden. Die länderspezifischen, individuellen FUCHS-Emissionsobergrenzen werden jährlich auf ihre Angemessenheit überprüft und stufenweise herabgesetzt. FUCHS strebt an, im Jahr 2020 den vom EU-Parlament verabschiedeten Zielwert für den Flotten-CO2-Ausstoß der europäischen Fahrzeughersteller von 95 g/ km zu erreichen. Im deutschen FUCHS-Fuhrpark haben wir Ende 2014 den EU-Zielgrenzwert für den CO2-Ausstoß (2015: 130 g/ km) genau erreicht;

■ die regelmäßige Pflege unserer Managementsysteme und Zertifizierungen, die 2014 im Bereich Umwelt (ISO 14001) einen Abdeckungsgrad von rund 60% und im Bereich Qualität (ISO 9001) einen Abdeckungsgrad von 100% jeweils bezogen auf unsere weltweiten Produktionsstandorte erreichen;

Weitere Informationen unter www.fuchs-europe.de / prospekte.html

1.5 MANAGEMENT & AKTIE Nachhaltigkeitsbericht 51

  • die Unterzeichnung der Mitte 2014 vom Weltchemieverband International Council of Chemical Associations (ICCA) neu aufgelegten Responsible Care (RC) Global Charter, bei der die folgenden sechs Aspekte im Mittelpunkt stehen:
  • Führungskultur im Unternehmen
  • Schutz von Mensch und Umwelt
  • Stärkung von Managementsystemen
  • Einbeziehung von Geschäftspartnern
  • Berücksichtigung von Anspruchsgruppen
  • Beitrag zur Nachhaltigkeit (Sustainable Development).

Der besondere Fokus des ICCA liegt auf dem Sustainable Development. Im Vordergrund stehen die Treibhausgase, das Abfallmanagement sowie der wirtschaftliche Umgang mit Rohstoffen, Wasser und Energie. FUCHS identifiziert sich mit allen Punkten der Charta und unterstützt diese. Als Unterzeichner der RC Global Charter haben wir uns verpflichtet, unsere eigenen Prozesse und Leistungen in den Bereichen Umweltschutz, Klimaschutz, Produktverantwortung, Qualität, Gesundheit und Sicherheit kontinuierlich zu verbessern. Vorstandsvorsitzende von rund 150 weltweit tätigen und führenden Unternehmen – darunter FUCHS – wurden 2014 um ihre Unterschrift unter die neue RC Global Charter gebeten, die im Juni 2015 zur Internationalen Chemikalien-Management-Konferenz ICCM-4 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) der Weltöffentlichkeit vorgestellt wird.

ÖKONOMISCHE NACHHALTIGKEIT

FUCHS versteht unter ökonomischer Nachhaltigkeit die langfristige Geschäftsausrichtung mit dem Ziel der kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswerts sowie der Schaffung von Aktionärswert. Entsprechend orientiert sich das unternehmerische Handeln an den folgenden Grundsätzen:

  • FUCHS stützt seine unternehmerischen Entscheidungen auf realistische, ökonomisch fundierte und langfristige Ziele.
  • FUCHS verfolgt eine Dividendenpolitik, die auf stetig wachsende, zumindest aber stabile Ausschüttungen angelegt ist.

Gesamtlage und Leistungsindikatoren Die zentrale Kennzahl der Unternehmenssteuerung ist der FUCHS Value Added (FVA). Der FVA als ökonomischer Gewinn verkörpert einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl das Ergebnis (EBIT) als auch das eingesetzte Kapital (Capital Employed) berücksichtigt. Wesentlicher Bestandteil des Capital Employed ist das operative Nettoumlaufvermögen (NOWC). Weitere Erläuterungen siehe Lagebericht Seite 96 und 100 ff.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, die Dividendensumme für die Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE um 10,0% auf 106,3 Mio € (96,6) anzuheben.

ÖKONOMISCHE KENNZAHLEN

2014 2013 2012 2011 2010
FUCHS Value Added (FVA) in Mio € 229,7 221,9 208,2 186,0 182,7
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Mio € 313,0 312,3 293,0 263,5 250,1
Operatives Nettoumlaufvermögen (NOWC) in% 21,0 19,9 21,0 21,1 19,0
Dividendensumme in Mio €* 106,3 96,6 91,6 70,3 63,2

* Für 2014 Dividendenvorschlag.

ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT

Aufgrund der geringen Fertigungstiefe, die wir als Veredler am Ende der Prozess- und Wertschöpfungskette aufweisen, ist unser unmittelbarer ökologischer Einfluss bei der Herstellung von Schmierstoffen – verglichen mit der Chemiebranche – vergleichsweise gering. FUCHS hat sich dennoch zum Ziel gesetzt, seinen ökologischen Fußabdruck kontinuierlich durch gezielte produkt- und prozessbezogene Maßnahmen zu reduzieren. Wir investieren in moderne und sichere Anlagen sowie in die stetige Verfahrens- und Prozessoptimierung, um auf diese Weise unseren Energie- und Wasserverbrauch sowie unsere Produktionsabfälle zu reduzieren.

Seit 2010 senken wir den spezifischen Energieverbrauch Jahr für Jahr. Der spezifische Wasserverbrauch hatte sich 2013 aufgrund von Portfolioverschiebungen erhöht, konnte jedoch durch Optimierungsprozesse im Berichtsjahr wieder auf das Durchschnittsniveau der Jahre 2010 bis 2012 zurückgefahren werden. Unser spezifisches Abfallaufkommen blieb zwischen 2010 und 2013 relativ konstant. Der Anstieg im Jahr 2014 ist auf Baumaßnahmen an einem größeren Produktionsstandort zurückzuführen.

Direkte CO2-Emissionen – sogenannte Scope-1-Emissionen nach dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol – stammen aus Quellen bzw. Operationen, die direkt dem Unternehmen zuzuordnen sind bzw. von diesem verursacht werden. Bei FUCHS entstehen Scope 1 Emissionen durch die eigene Energieerzeugung aus zugekauften fossilen Energieträgern (hauptsächlich durch die Verbrennung von Gas und Heizöl) und durch den Treibstoffverbrauch firmeneigener Fahrzeuge. Wir haben unseren CO2- Footprint für den globalen FUCHS-Fuhrpark im Berichtsjahr 2014 erstmalig ermittelt. Indirekte, energiegebundene CO2-Emissionen – sogenannte Scope-2-Emissionen nach dem GHG Protocol – stammen aus der externen Erzeugung von Energie, die für den Eigenverbrauch zugekauft wird. Bei FUCHS besteht diese zugekaufte Energie hauptsächlich aus Strom und Dampf. Der spezifische CO2-Footprint nach Scope 1* und Scope 2 ist bei FUCHS zwischen 2010 und 2014 gesunken.

Das Management der großen FUCHS-Produktionsstandorte, die rund 90% der Gesamtproduktion des Konzerns auf sich vereinigen, hat sich im Jahr 2013 jährliche Reduktionsziele für die Zeit bis zum Jahr 2016 beim Energie- und Wasserverbrauch sowie beim Abfallaufkommen gesetzt. Die vorgegebenen Reduktionsziele für das Jahr 2014 konnten beim Energie- und Wasserverbrauch insgesamt erreicht werden.

ÖKOLOGISCHE KENNZAHLEN

2014 2013 2012 2011 2010
Energieverbrauch in Kilowattstunden pro produzierter Tonne 262 266 268 269 285
Wasserverbrauch in Liter pro produzierter Tonne 467 507 440 450 454
Abfallaufkommen in Kilogramm pro produzierter Tonne 35 30 30 31 31
CO²
-Emissionen Scope 1 in Kilogramm pro produzierter Tonne*
40 39 42 42 44
CO²
-Emissionen Scope 2 in Kilogramm pro produzierter Tonne
54 56 53 53 56

Basis: FUCHS-Produktionsstandorte.

* Ohne Firmenfahrzeuge.

ENTWICKLUNG DES ENERGIEVERBRAUCHS

(in Kilowattstunden pro produzierter Tonne)

2014 262
2013 266
2012 268
2011 269
2010 285

ENTWICKLUNG DES WASSERVERBRAUCHS

(in Liter pro produzierter Tonne)

SOZIALE NACHHALTIGKEIT

Soziale Nachhaltigkeit bedeutet für FUCHS, (externe) Verantwortung für das gesellschaftliche Umfeld und (interne) Verantwortung für die Mitarbeiter des Konzerns zu übernehmen.

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die FUCHS-Produktionsstandorte, die rund 90% der Konzern-Mitarbeiter repräsentieren.

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter lag im Berichtsjahr sowohl weltweit wie auch bei den deutschen Produktionsstätten bei 43 Jahren und ist seit 2010 konstant geblieben. Dies entspricht dem Durchschnittsalter der Belegschaften der deutschen Chemieindustrie. Mit einem Anteil von jeweils unter 30% weist die Altersgruppe der FUCHS-Mitarbeiter über 50 Jahre weltweit sowie in Deutschland eine für Industrieunternehmen typische Struktur auf. Die entsprechende Quote der deutschen Chemieindustrie beträgt rund 33%.

Sowohl die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit als auch die Mitarbeiterfluktuation sind Indizien für die Zufriedenheit und die hohe Verbundenheit unserer Arbeitnehmer mit FUCHS. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit des FUCHS-Personals lag zwischen 2010 und 2014 konstant bei elf Jahren. Die Mitarbeiterfluktuation ist leicht auf rund 4,1% im Berichtsjahr angestiegen, liegt jedoch noch knapp unter dem bisher gemeldeten Höchstwert aus dem Geschäftsjahr 2011 und weiterhin auf niedrigem Niveau.

FUCHS verpflichtet sich zur Förderung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit mehr als drei Ausfalltagen pro 1.000 Mitarbeiter liegt bei FUCHS seit 2012 konstant bei 16 und hat sich somit gegenüber 2011 und 2010 um zwei reduziert. An den deutschen FUCHS-Produktionsstandorten ist die entsprechende Arbeitsunfallquote von durchschnittlich 20 Unfällen im Jahr 2010 auf 17 im Jahr 2014 gesunken und liegt damit nur leicht über dem Niveau der Chemie-Branche in Deutschland. Die Anzahl an krankheitsbedingten Fehltage je Mitarbeiter beträgt seit 2010 konstant durchschnittlich sieben Tage weltweit.

FUCHS besetzt Kernfunktionen im Unternehmen mit einer ausgewogenen Mischung von Spezialisten und Generalisten. Wo immer möglich, werden frei werdende Stellen mit erfahrenen Mitarbeitern aus den eigenen Reihen besetzt. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen an den weltweiten Produktionsstätten liegt seit 2012 bei 20% und damit 1%-Punkt über den Werten in den Jahren 2010 und 2011. An den übrigen, nicht produzierenden Unternehmensstandorten ist der Frauenanteil strukturell bedingt höher. Daher sind im FUCHS PETROLUB Konzern im Jahr 2014 insgesamt 22% der Managementpositionen mit Frauen besetzt. Der Anteil von Frauen an der FUCHS-Gesamtbelegschaft beträgt im Berichtsjahr 26%.

FUCHS investiert in die Ausbildung, Entwicklung und Förderung talentierter Mitarbeiter. Wir konnten die durchschnittlichen Weiterbildungsstunden je FUCHS-Mitarbeiter seit 2010 jährlich steigern. Im Berichtsjahr wurde jeder Mitarbeiter im Durchschnitt rund 18 Stunden weitergebildet. Dieser Wert hat sich somit im Vergleich zum Jahr 2010 verdoppelt.

Im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Citizenship) unterstützen wir an unseren weltweiten Unternehmensstandorten in vielfältiger Weise das soziale und ehrenamtliche Engagement und fördern national wie international wissenschaftliche, kulturelle und soziale Projekte. Am Konzernhauptsitz in Mannheim, sowie in der Metropolregion Rhein Neckar, engagiert sich FUCHS bereits seit vielen Jahren und hat Corporate Citizenship (CC) dort somit zu einem festen und erfolgreichen Bestandteil der Unternehmenskultur gemacht. Aber auch rund zwei Drittel unserer globalen Produktionsstandorte sind mit mindestens einem Projekt gesellschaftlich aktiv, vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Umwelt. Die Umsetzung unserer CC Aktivitäten erfolgt größtenteils über Spenden. FUCHS ist davon überzeugt, dass CC weiterhin eine freiwillige Initiative bleiben sollte, deren Sinnhaftigkeit, Investmenthöhe und Projektart lokal entschieden werden muss. Im Rahmen des regelmäßigen Informationsaustauschs zwischen dem Chief Sustainability Officer und dem jeweiligen Local Sustainability Officer werden den weltweiten FUCHS-Gesellschaften jedoch Ratschläge und Impulse gegeben, wie landesspezifische CC-Aktivitäten gestaltet werden können.

2014 2013 2012 2011 2010
Durchschnittsalter der Mitarbeiter in Jahren 43 43 43 43 43
Altersstruktur der Mitarbeiter in%
<30 Jahre 15 14 15 14 13
31–40 Jahre 27 27 27 29 30
41–50 Jahre 30 32 32 31 32
>50 Jahre 28 27 26 26 25
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter in Jahren 11 11 11 11 11
Mitarbeiterfluktuation 1 in% 4,1 3,2 3,5 4,2 3,8
Arbeitsunfälle 2 pro 1.000 Mitarbeiter 16 16 16 18 18
Krankheitsbedingte Fehltage pro Mitarbeiter 7 7 7 7 7
Anteil von Frauen in Führungspositionen in% 20 20 20 19 19
Durchschnittliche Weiterbildung pro Mitarbeiter in Stunden 18 17 16 12 9

SOZIALE KENNZAHLEN

Basis: FUCHS-Produktionsstandorte (Konzern-Repräsentativität: 90%).

1 Anteil der Mitarbeiter, die das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen.

2 Anzahl der Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen.

ALTERSSTRUKTUR DER MITARBEITER

DURCHSCHNITTLICHE WEITERBILDUNG PRO MITARBEITER (in Stunden)

Übernahmerechtliche Angaben*

Die §§ 289 Absatz 4, 315 Absatz 4 des Handelsgesetzbuchs verlangen zusätzliche Angaben im Lagebericht zu bestimmten Merkmalen der Kapital- und Aktionärsstruktur sowie zu bestimmten Vereinbarungen, die in einer Übernahmesituation von Bedeutung sein könnten.

ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS

Zum 31. Dezember 2014 belief sich das gezeichnete Kapital der Gesellschaft auf 139.000.000 €. Das Grundkapital ist in 69.500.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien) ohne Nennbetrag und 69.500.000 auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien (Stückaktien) ohne Nennbetrag eingeteilt. Damit beträgt der Anteil am Grundkapital der Gesellschaft je Aktiengattung 50%. Auf jede Aktie entfällt zum Bilanzstichtag ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1 €. Die Stammaktien gewähren die laut Aktiengesetz vorgesehenen Rechte. Die Vorzugsaktien gewähren mit Ausnahme des Stimmrechts dieselben Rechte. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§12, 53 a ff., 118 ff. und 186 AktG.

Gemäß der Satzung der Gesellschaft wird der Bilanzgewinn in nachstehender Reihenfolge verwendet:

  • a. Zur Nachzahlung etwaiger Rückstände von Gewinnanteilen auf die stimmrechtslosen Vorzugsaktien aus den Vorjahren,
  • b. zur Zahlung eines Vorzugsgewinnanteils von 0,03 € je ein Stück Vorzugsaktie ohne Nennbetrag,
  • c. zur Zahlung eines ersten Gewinnanteils von 0,02 € je ein Stück Stammaktie ohne Nennbetrag,
  • d. zur gleichmäßigen Zahlung weiterer Gewinnanteile auf die Stammaktien und die stimmrechtslosen Vorzugsaktien, soweit die Hauptversammlung keine andere Verwendung beschließt.

BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN

Die RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG, Mannheim, bildet zusammen mit Mitgliedern der Familie Fuchs die Schutzgemeinschaft Fuchs. Innerhalb der Schutzgemeinschaft Fuchs gibt es Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung von Stimmrechten und der Übertragung von Aktien. Die Stimmrechte aller Mitglieder der Schutzgemeinschaft Fuchs werden einheitlich durch die Geschäftsführung der Schutzgemeinschaft ausgeübt. Bei entgeltlichen und unentgeltlichen Übertragungen von Aktien von Mitgliedern der Familie Fuchs oder auch der RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG an Dritte sind die Aktien zunächst schutzgemeinschaftsintern anzubieten.

Darüber hinaus hat die RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG zusammen mit einigen Mitgliedern der Schutzgemeinschaft Fuchs zusätzlich eine Stimmrechts- und Verfügungsvereinbarung abgeschlossen. Danach dürfen Aktien nur an Mitglieder dieser Stimmrechts- und Verfügungsvereinbarung übertragen werden.

* Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10% DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN

Es bestehen folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte überschreiten.

Die Schutzgemeinschaft Fuchs verfügt über die Mehrheit des stimmberechtigten Kapitals. Die RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG hält 48,6% der Stimmrechte, die natürlichen Personen, die Mitglieder der Familie Fuchs sind, weitere 4,7%. Insgesamt hält die Schutzgemeinschaft Fuchs somit 53,3% der stimmberechtigten Aktien.

AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN

Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

ART DER STIM M REC HTSKONTROLLE , WENN ARBEITNEHM ER AM K APITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN

Die am Kapital der Gesellschaft beteiligten Arbeitnehmer können ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der Satzung ausüben.

GESET ZLIC HE VORSC HRIF TEN UND BESTIM M UNGEN DER SAT ZUNG Ü BER DIE ERNENNUNG UND ABBERU FUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN UND DIE ÄNDERUNG DER SATZUNG

Die Satzung der Gesellschaft in der derzeit gültigen Fassung stimmt hinsichtlich der Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und der Satzungsänderungen mit den gesetzlichen Vorschriften gemäß Artikel 39 SE-Verordnung, §16 SE-Ausführungsgesetz und §§ 84,85 Aktiengesetz bzw. Artikel 59 SE-Verordnung und §179 Aktiengesetz überein.

BEFUGNISSE DES VORSTANDS, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFEN

Der Vorstand ist bis zum 4. Mai 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien bis zu 10% des bei der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zum Zwecke der Einziehung zu erwerben. Im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms wurden – vor Kapitalmaßnahmen – vom 27. November 2013 bis einschließlich 28. April 2014 jeweils 740.000 Stamm- und Vorzugsaktien zu einem Gesamtkaufpreis einschließlich Nebenkosten von 98,4 Mio € zurückgekauft. Im Geschäftsjahr 2014 wurden 570.765 Stammaktien zu einem Durchschnittskurs von 62,29 € und 570.765 Vorzugsaktien zu einem Durchschnittskurs von 71,35 € erworben. Insgesamt hat FUCHS im Geschäftsjahr 2014 für eigene Aktien 76,3 Mio € (35,6 Mio € für Stammaktien; 40,7 Mio € für Vorzugsaktien) aufgewandt.

WESENTLIC HE VEREINBARUNGEN DER GESELLSC HAF T, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS STEHEN

Die Gesellschaft hat mit zwei Banken Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels die Kündigung oder Fälligstellung der eingeräumten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 60 Mio € bzw. der darunter gezogenen Kredite ermöglichen, sofern unter den veränderten Eigentümer-/Kontrollverhältnissen keine Einigung über die Fortsetzung der Kreditvereinbarung gefunden wird.

ENTSC HÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN DER GESELLSC HAF T, DIE FÜ R DEN FALL EINES Ü BERNAHM EANGEBOTS MIT VORSTANDSMITGLIEDERN ODER ARBEITNEHM ERN GETROFFEN SIND

Es gibt bei FUCHS keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots.

FUCHS-Aktien1

FUCHS PETROLUB SE hat zwei verschiedene Aktiengattungen ausgegeben: Stammaktien (WKN 57940) und Vorzugsaktien (WKN 579043).

Die FUCHS PETROLUB SE hat gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2014 das Grundkapital durch Umwandlung von Gewinnrücklagen um 70.980.000 € auf 141.960.000 € erhöht. In diesem Zusammenhang wurden neue Stamm- und Vorzugsaktien an die Aktionäre der Gesellschaft ausgegeben (sogenannte Berichtigungsaktien). Damit stieg die Anzahl der Stamm- und Vorzugsaktien auf jeweils 70.980.000 Stück, die Aktienkurse haben sich entsprechend halbiert.

Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms wurden von November 2013 bis April 2014 Stammund Vorzugsaktien zu einem Gesamtkaufpreis von 98,4 Mio € (2,1% des Grundkapitals) erworben. Die eigenen Aktien wurden im Juni 2014 eingezogen und das Grundkapital auf 139.000.000 € herabgesetzt.

KURSENTWICKLUNG DER FUCHS-AKTIEN

Die Stammaktie schloss im XETRA-Handel am 30. Dezember 2014 mit 31,74 € und lag damit um 2,7% über dem Schlusskurs des Jahres 2013. Die Vorzugsaktie notierte am 30. Dezember 2014 bei einem Jahresendwert von 33,30 €, so dass im Geschäftsjahr 2014 ein Rückgang von 6,3% zu verzeichnen war.

Die Kurse der Stamm- und Vorzugsaktien entwickelten sich im ersten Quartal des Jahres 2014 besser als der Gesamtmarkt und legten leicht zu. Die Vorzugsaktie erreichte den Jahreshöchstkurs am 19. März 2014 mit 37,29 €. Im zweiten Quartal 2014 gaben die Kurse beider Aktiengattungen nach und konnten nicht die Wertentwicklung der Vergleichsindizes erreichen. Die Vorzugsaktie verlor im Zeitraum April bis Juni 9,3%, während die Stammaktie 2,5% nachgab; dadurch reduzierte sich der Kurs-Abstand der beiden Aktiengattungen. Im dritten Quartal setze sich der Abwärtstrend des Gesamtmarkts fort. Die FUCHS-Aktien konnten sich dem Trend nicht entziehen, hatten allerdings im Vergleich zu DAX und MDAX höhere Verluste zu verzeichnen. Im Oktober 2014 erreichte der Gesamtmarkt den Tiefststand des Jahres, und die Stamm- und Vorzugsaktien hatten am 15. Oktober 2014 mit 25,30 € bzw. 26,76 € ihren niedrigsten Schlusskurs. Zum Jahresende 2014 erholten sich die Märkte. Die Performance der Stamm- und Vorzugsaktien lag in den letzten Monaten des Jahres 2014 deutlich über der Wertentwicklung der Vergleichsindizes. Die Stammaktie erreichte am 10. Dezember 2014 mit 33,50 € ihren Jahreshöchststand. Eine Reinvestition der gezahlten Dividende unterstellt, betrug im Gesamtjahr 2014 die Performance der Stammaktie 5,0%; damit übertraf die Stammaktie die Entwicklung des DAX (+2,7%) und MDAX (+2,2%). Die Vorzugsaktie war – über das Gesamtjahr gesehen – mit einer Performance von – 4,4% rückläufig.

PERFORMANCE- ENT WICKLUNG* VON STAMM - UND VOR ZUGSAK TIEN IM VERGLEICH ZU DA X UND MDA X (1. 1. 2014 – 31. 12. 2014)

Vorzugsaktie Stammaktie DAX MDAX

* Kursentwicklung inklusive Dividenden.

HANDEL DER FUCHS-AKTIEN

Die Aktien der FUCHS PETROLUB SE werden vor allem über XETRA und daneben auch an allen deutschen Regionalbörsen gehandelt. Die Stammaktien verzeichneten im Jahr 2014 ein durchschnittliches börsentägliches Handelsvolumen (XETRA und Frankfurt) von 39.410 Stück (2013: 55.580). Der durchschnittliche Tagesumsatz der Stammaktie sank von 1,5 Mio € im Jahr 2013 auf 1,2 Mio €. Das durchschnittliche börsentägliche Handelsvolumen (XETRA und Frankfurt) der deutlich liquideren Vorzugsaktien ging um 29% auf 185.901 Stück (2013: 263.522) zurück. Damit wurden an diesen Handelsplätzen im Geschäftsjahr 2014 börsentäglich 6,2 Mio € (2013: 8,1) umgesetzt. Am Ende des Geschäftsjahres 2014 beträgt die Marktkapitalisierung der Stamm- und Vorzugsaktien 4,5 Mrd. € (4,7).

FUCHS-AKTIEN IN WICHTIGEN INDIZES VERTRETEN

Die Stammaktie ist im DAXplus Family-Index der Deutschen Börse enthalten. Dieser Index bildet die Entwicklung von 118 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierten deutschen und internationalen Familienunternehmen ab. Darüber hinaus gehört die Stammaktie dem DAXplus Family 30 an, der die 30 größten und liquidesten Familienunternehmen umfasst.

Die Vorzugsaktie notiert im MDAX, dem zweitgrößten deutschen Aktienindex, der 50 Unternehmen umfasst, während im größten deutschen Aktienindex DAX 30 Unternehmen enthalten sind. Zum Ende des Jahres 2014 betrug die Marktkapitalisierung der Vorzugsaktien 2,3 Mrd. €. Damit belegte FUCHS Rang 18 (2013: 16), bezogen auf das Handelsvolumen Rang 35 (2013: 22). Die Gewichtung im MDAX beträgt 1,74% (2013: 2,09%). Die internationale Bedeutung der FUCHS-Vorzugsaktie zeigt sich in der Zugehörigkeit zum STOXX Europe. Der STOXX Europe 600 bildet die Aktien von 600 Unternehmen aus 18 europäischen Ländern ab.

HAUPTVERSAMMLUNG 2014

Auf der Hauptversammlung am 7. Mai 2014 in Mannheim waren 71,12% des in Stammaktien verbrieften Grundkapitals und 6,67% des in Vorzugsaktien verbrieften Grundkapitals vertreten. Die Aktionäre stimmten mit deutlichen Mehrheiten (99,99%) für die Vorschläge der Verwaltung.

AKTIONÄRSSTRUKTUR

Das gezeichnete Kapital der FUCHS PETROLUB SE in Höhe von 139 Mio € ist in jeweils 69.500.000 Stammstückaktien und 69.500.000 Vorzugsstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 1,00 € pro Aktie eingeteilt. Die Stammaktien und Vorzugsaktien sind seit 1. Januar 2003 im Prime Standard der Deutschen Börse notiert.

Jede Stammstückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Aktien sind gemäß der Definition der Deutschen Börse AG am Bilanzstichtag 2014 zu 53,3% der Familie Fuchs zuzurechnen, 46,7% befinden sich im freien Handel (Freefloat).

AKTIONÄRSSTRUKTUR ZUM 31. DEZEMBER 2014

* Stimmrechtsmitteilung: DWS Investment, Frankfurt, 5,2 % (15. 12. 2003).

Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind gemäß der Definition der Deutschen Börse AG zu 100% im freien Handel (Freefloat). Aufgrund der Aktienform (Inhaberaktien) liegt FUCHS kein Aktienregister vor, wie es beispielsweise bei Namensaktien der Fall wäre. Die Meldepflichten gemäß §§ 21 ff. Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) beziehen sich ausschließlich auf stimmberechtigte Aktien und somit nicht auf die stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Daher enthält dieser Bericht keine Detailinformationen über die Aktionärsstruktur der FUCHS-Vorzugsaktien.

MITTEILUNGEN ZUR HÖHE DES STIMMRECHTSANTEILS

Im Geschäftsjahr 2014 erfolgte keine Stimmrechtsmitteilung. Am Bilanzstichtag 2014 lag eine Mitteilung (Stimmrechtsmitteilung vom 15. Dezember 2003) von DWS Investment, Deutschland, mit einem Anteil von 5,2% der Stammaktien vor.

INTENSIVE KAPITALMARKT-KOMMUNIKATION

Eine offene und kontinuierliche Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern hat einen hohen Stellenwert für FUCHS PETROLUB. Bei 19 Kapitalmarktkonferenzen und Roadshows in Europa und Nordamerika hatten institutionelle Anleger, Fondsmanager und Finanzanalysten die Möglichkeit, direkt mit dem Management zu sprechen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Einzelgespräche und Telefonkonferenzen durchgeführt. Einen Höhepunkt des Jahres bildete unser 15. Capital Market Day, bei dem die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, bei Porsche einen Einblick in die Prozesse der Hohlraumkonservierung zu bekommen. Feste Daten im Investor-Relations-Kalender waren zudem die Analystenkonferenzen bzw. Telefonkonferenzen zu den jeweiligen Veröffentlichungsterminen. Die Finanz- und Wirtschaftspresse wurde in Pressekonferenzen und Telefonkonferenzen sowie durch Pressemitteilungen kontinuierlich informiert. Daneben bestand reges Interesse an Interviews mit dem Management. Die jährliche Hauptversammlung bietet die Gelegenheit zum Austausch mit Privatanlegern. Im Übrigen wenden sich Privatanleger auch häufig telefonisch, schriftlich oder per E-Mail mit Fragen an das Investor Relations Team.

Der FUCHS-Geschäftsbericht 2013 "Zusammen wachsen" erhielt im Jahr 2014 international anerkannte Auszeichnungen: Der Geschäftsbericht wurde beim GOOD DESIGN Award in der Kategorie "Graphics/ Packaging" mit einem Award ausgezeichnet. Der GOOD DESIGN Award ist einer der ältesten und international anerkannten Design-Wettbewerbe. Jährlicher Auslober ist das Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design. Im Jahr 2014 wurden einige Tausend Projekte aus 48 Ländern eingereicht. Bei den Vision Awards setzte sich der FUCHS-Geschäftsbericht gegen eine starke internationale Konkurrenz aus über 24 Ländern durch und wurde in der Kategorie "Other" mit Silber ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt der FUCHS-Geschäftsbericht bei den FOX AWARDS, die 422 Einreichungen u. a. hinsichtlich inhaltlicher Qualität und Dialogkompetenz bewerteten, Silber.

Weitere Informationen unter www.fuchs-oil.de / analysten.html

ANALYSTEN

Im Laufe des Jahres 2014 beobachteten und bewerteten 19 Analysten verschiedener Institutionen regelmäßig die FUCHS-Unternehmensentwicklung (2013: 18). Über die aktuellen Empfehlungen informiert die Website der FUCHS PETROLUB SE unter der Rubrik "Investor Relations".

MITARBEITERAKTIEN

FUCHS bietet seit 1985 Mitarbeitern der deutschen Gesellschaften Stammaktien zu vergünstigten Bedingungen an. Im Jahr 2014 nahmen 473 Mitarbeiter (2013: 402) die Gelegenheit wahr, maximal 30 Aktien (2013: 40) mit einem Preisnachlass von 5,00 € je Aktie (2013: 3,75) zu erwerben. Die Haltefrist für neu erworbene Aktien beträgt ein Jahr.

ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je FUCHS-Stammaktie betrug für das Berichtsjahr 1,57 € (1,53). Entsprechend dem um 0,01 € höheren Dividendenanspruch lag das Ergebnis je Vorzugsaktie bei 1,58 € (1,54).

DIVIDENDENVORSCHLAG

Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns 213

Zusammengefasster Lagebericht

86

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,76 € je Stammaktie und 0,77 € je Vorzugsaktie zur Ausschüttung vor. Daraus ergibt sich eine Ausschüttungsquote von 48%. Mit diesem Vorschlag setzen wir die stabile Dividendenpolitik der FUCHS PETROLUB SE unverändert fort.

KENNZAHLEN DER FUCHS PETROLUB AKTIEN 6

Weitere Informationen unter www.fuchs-oil.de / dieaktie.html

31. 12. 2014
31. 12. 2013
STAMM
AKTIEN
VORZUGS
AKTIEN
STAMM
AKTIEN
VORZUGS
AKTIEN
Anzahl Stückaktien zu 1€ 69.500.000 69.500.000 70.980.000 70.980.000
Anzahl eigene Aktien 0 0 338.470 338.470
In Umlauf befindliche Aktien 69.500.000 69.500.000 70.641.530 70.641.530
Dividende (in €) (2014: Vorschlag) 0,76 0,77 0,69 0,70
Dividendenrendite (in %) 1 2,5 2,3 2,5 2,3
Ergebnis je Aktie (in €) 2 1,57 1,58 1,53 1,54
Brutto-Cashflow je Aktie (in €) 3 1,85 1,85 1,62 1,62
Buchwert je Aktie (in €) 4 6,58 6,58 6,03 6,03
XETRA-Schlusskurs (in €) 31,74 33,30 30,90 35,52
XETRA-Höchstkurs (in €) 33,50 37,29 31,13 35,97
XETRA-Tiefstkurs (in €) 25,30 26,76 24,62 27,75
XETRA-Durchschnittskurs (in €) 30,94 33,35 27,18 30,90
Durchschnittliche Tagesumsätze (inT€)
XETRA und Frankfurt
1.219 6.199 1.510 8.143
Marktkapitalisierung (in Mio €) 5 4.520 4.692
Kurs-Gewinn-Verhältnis 19,7 21,1 17,8 20,1

1 Quotient aus Dividende und Durchschnittskurs des Geschäftsjahres.

2 Quotient aus Ergebnis nach Abzug von Fremdanteilen und durchschnittlicher Anzahl der Aktien.

3 Bezogen auf die durchschnittliche Anzahl der Aktien.

4 Quotient aus Aktionärseigenkapital und Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

5 Börsenwerte am Jahresende.

6 Angaben zur Vergleichbarkeit um Kapitalmaßnahmen angepasst.

Wir sind ein starker Partner für unsere Kunden und Lieferanten. Das Eigenkapital von FUCHS steigt auf 916 Mio €.

DIE EIGENKAPITALQUOTE LIEGT BEI

ANHEBUNG DER DIVIDENDE INNERHALB VON DREI JAHREN UM

2 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT ¹

2.1 Grundlagen des Konzerns 67
■ Geschäftsmodell 67
■ Steuerungssystem 69
■ Forschung und Entwicklung 71
■ Mitarbeiter 73
■ Nachhaltigkeit 77
2.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen:
gesamt und branchenspezifisch
78
■ Die Entwicklung im Jahr 2014
und Prognosen für 2015
78
2.3 Umsatz (Geschäftsverlauf) 82
2.4 Ertragslage 85
■ Ertragslage des Konzerns 85
■ Ertragslage der Regionen 87
2.5 Vermögens- und Finanzlage 93
■ Bilanzstruktur 93
■ Investitionen und Akquisitionen 97
■ Kapitalflussrechnung 98
■ Liquiditätslage, Finanzierungsstruktur
und Dividendenpolitik
99
2.6 Gesamtlage und Leistungsindikatoren 100
■ Leistungsindikator Ertragskraft 100
■ Leistungsindikator Stabilität 102
■ Leistungsindikator Liquidität 102
2.7 Nachtragsbericht 103
2.8 Chancen- und Risikobericht 104
■ Chancenbericht 105
■ Risikobericht 107
2.9 Prognosebericht 116
2.10 FUCHS PETROLUB SE (HGB) 119
2.11 Rechtliche Angaben 122
■ Abhängigkeitsbericht 122
■ Erklärung zur Unternehmensführung 122
■ Grundzüge des Vergütungssystems 122
■ Übernahmerechtliche Angaben 122

1 Die Zahlenangaben in Klammern betreffen den jeweiligen Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Grundlagen des Konzerns

GESCHÄFTSMODELL

FUCHS PETROLUB ist ein in Deutschland ansässiger, weltweit tätiger Konzern mit insgesamt 50 operativen Gesellschaften und mehr als 4.000 Mitarbeitern. Das Geschäftsmodell des Konzerns lässt sich in wenigen Worten durch sein Leitbild LUBRICANTS.TECHNOLOGY.PEOPLE. beschreiben. FUCHS hat sich vollständig auf Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten fokussiert, wobei ein besonderes Merkmal seines Produktangebots in der technologischen Ausrichtung liegt. Umgesetzt wird das Geschäftsmodell von hoch qualifizierten, spezialisierten und motivierten Mitarbeitern.

Mit der Fokussierung auf die Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb von Schmierstoffen und verwandten Spezialitäten unterscheidet sich FUCHS von den vertikal integrierten Mineralölfirmen, deren Geschäftsmodell insbesondere auf breite Vertriebskanäle setzt. FUCHS setzt auf die Technologieführerschaft in wichtigen Nischen und hochwertigen Geschäftsfeldern. Im Rahmen dieser Strategie werden maßgeschneiderte Produkte mit einem hohen Kundennutzen entwickelt und gefertigt. Eine intensive Kundenbetreuung rundet dieses Produktangebot ab. Weitere Vorteile von FUCHS sind die Unabhängigkeit, Größe, globale Aufstellung und die Ressourcenstärke.

Das Sortiment umfasst rund 10.000 Produkte für alle Lebensbereiche und Industrien. Darunter befinden sich Bergbau, Stahlindustrie, Landwirtschaft, Fahrzeugindustrie, Verkehr, Maschinenbau, private Haushalte und vieles mehr. Das breite Produktspektrum deckt den gesamten Schmierstoffbedarf der mehr als 100.000 Kunden ab und ermöglicht die Lieferung und Betreuung aus einer Hand.

Die hohe Innovationskraft ist ein wesentlicher Treiber im Geschäftsmodell. Rund jeder zehnte Mitarbeiter ist im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. FUCHS betreibt eine anwendungsorientierte Entwicklung direkt beim Kunden. Schmierstoffe werden an Kundenprozesse angepasst oder es werden neue Schmierstoffe gleichzeitig mit neuen Maschinen und Aggregaten in Partnerschaft mit dem Kunden entwickelt.

Rund 75% des Umsatzes werden im Direktvertrieb erzielt. Die meist langjährigen Kundenbeziehungen ermöglichen die Unterbreitung spezifisch auf den Kunden zugeschnittener Angebote. Dabei verfügen die im Vertrieb eingesetzten Fachleute über spezifische Branchenkenntnisse und können schnell und kompetent Lösungen für Detailfragen finden.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Reaktionsgeschwindigkeit auf Marktschwankungen. Angesichts der kurzfristigen und serviceorientierten Belieferung unserer Kunden lässt sich die Umsatzentwicklung nicht aus Auftragsbeständen ableiten. Einfache, transparente Prozesse und eine hohe Anlagenflexibilität erleichtern kurzfristige Kapazitätsanpassungen mit denen wir Schwankungen im Markt aktiv begegnen.

GLOBALE AUFSTELLUNG

Eine starke europäische Marktstellung ist die Basis der Internationalisierung des FUCHS-Geschäfts. Das umfangreiche Produktportfolio ermöglicht die Erfüllung der zunehmenden Spezialisierungsanforderungen in den reifen Märkten und die Teilhabe am Wachstumspotenzial in Asien, Afrika, Südamerika und Osteuropa. FUCHS begleitet nicht nur wichtige Kunden in neue Märkte, sondern gewinnt mit maßgeschneiderten Lösungen zusätzlich lokale Kunden. Die Diversifikation in Regionen und Branchen sorgt für einen Ausgleich bei Konjunktur- und Branchenzyklen.

Der FUCHS PETROLUB Konzern gründet seine Wachstumsziele auf die Übernahme der Funktion des Technologie- und Servicepartners sowie als Lösungsanbieter für Nischenanwendungen. Mit diesem Ansatz will der Konzern organisch und wenn möglich mittels Akquisitionen weiter wachsen.

Zum Bilanzstichtag waren 27 operative Gesellschaften in Europa und fünf operative Gesellschaften auf dem amerikanischen Kontinent tätig. In der Region Asien-Pazifik, Afrika wurden die Kunden von 18 operativen Gesellschaften betreut.

Der Konzernaufbau folgt den Prinzipien der Transparenz und einfacher Strukturen. Die Gesellschaften werden werden in der Regel zu 100% von der FUCHS PETROLUB SE in Mannheim gehalten. Damit sind die Berichtswege kurz und es ist eine effiziente Trennung von operativer Führung und gesellschaftsrechtlicher Betreuung möglich. In der Schweiz, in der Türkei und im Nahen Osten gibt es Gesellschaften mit je 50%iger Beteiligung, eine Minderheitsbeteiligung besteht in Saudi-Arabien.

Die Organisations- und damit auch Berichtsstruktur bei FUCHS folgt den drei geografischen Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien-Pazifik, Afrika.

Auf der Vertriebsseite ist das Geschäft geprägt von einer dezentralen Betreuung unter Einbindung von abnehmergruppenspezifischen Spezialisten. Funktionen wie Produktion und Verwaltung werden in der Regel lokal vorgehalten. Bei Einkauf sowie Forschung und Entwicklung erfolgt – soweit möglich und sinnvoll – zusätzlich zur lokalen Präsenz eine Bündelung.

STEUERUNGSSYSTEM

STEIGERUNG DES UNTERNEHMENSWERTS

Ziel von FUCHS PETROLUB ist die Steigerung des Unternehmenswerts. Wir schaffen damit Werte für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre. Basis sind die Sicherung und Erweiterung der Marktposition in den reifen Märkten und der nachhaltige Ausbau der Marktstellung in Wachstumsmärkten. Dazu setzt der Konzern auf organisches und – sofern sinnvoll und möglich – externes Wachstum. Strategische Bedeutung hat hierbei insbesondere die Sicherung der führenden technologischen Position des FUCHS PETROLUB Konzerns.

Von weiterer strategischer Bedeutung ist die Sicherung der Unabhängigkeit des FUCHS PETROLUB Konzerns. Sie ermöglicht die Fokussierung auf Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten in einem effizienten Umfeld und gibt Raum zur weiteren Steigerung des Unternehmenswerts.

FUCHS VALUE ADDED ALS ZENTRALE FÜHRUNGSKENNZAHL

FUCHS verfolgt zur Steigerung des Unternehmenswerts eine wertorientierte Wachstumsstrategie. Zentrale Führungskennzahl (finanzieller Leistungsindikator) ist der FUCHS Value Added (FVA), der auf den Ertrag und den Kapitaleinsatz abstellt. Nur wenn der erwirtschaftete Ertrag über den Kosten des eingesetzten Kapitals liegt, wurde Wert geschaffen.

Ertragskennzahl und Steuerungsgröße für das operative Geschäft im FUCHS PETROLUB Konzern ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das wiederum maßgeblich von den Treibern Umsatz, Rohstoffkosten sowie Personal- und Sachaufwand beeinflusst wird. Insbesondere die Umsatzentwicklung spielt eine wichtige Rolle und wirkt sich in Verbindung mit zum Teil volatilen Rohstoffkosten und inflationsbedingt steigenden Personal- und Sachkosten auf die Ertragslage aus. Diese Treiber stehen deshalb im Fokus des lokalen, regionalen und globalen Managements.

Das EBIT als resultierendes Ergebnis der wirtschaftlichen Maßnahmen und als ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat den Vorteil, die operative Leistung der Gesellschaften vergleichbar zu machen, ohne durch lokale Finanzierungs- und Steuersatzunterschiede beeinflusst zu sein.

Der Kapitaleinsatz wird maßgeblich von den Sachanlageinvestitionen und den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie von der Entwicklung des Nettoumlaufvermögens (NOWC) beeinflusst. Deshalb wird das Anlagevermögen über Investitionsrechnungen gesteuert und das Nettoumlaufvermögen durch die gezielte Steuerung von Vorräten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen kontrolliert.

FUCHS ermittelt die Kapitalbindung, das heißt das im Jahresdurchschnitt eingesetzte Kapital, als Summe aus Eigenkapital, Finanzverbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen sowie aus den kumulierten planmäßigen Firmenwertabschreibungen früherer Jahre (bis 2004: 85,2 Mio €). Davon abgezogen werden die liquiden Mittel und gegebenenfalls ein Aktivüberhang aus ausgelagerten Pensionsverbindlichkeiten.

Die Kosten des eingesetzten Kapitals werden mit Hilfe eines gewichteten Zinssatzes (WACC) ermittelt, dessen Höhe jährlich auf Basis des Capital Asset Pricing Models (CAPM) und der Finanzmarktdaten zum Jahresende überprüft wird.

Dieser WACC ist auch die Basis des jährlichen Impairmenttests. Für die Ermittlung der Wertentwicklung der Einzelgesellschaften wird der Kapitalkostensatz länderspezifisch angepasst, um den Unterschieden in den Inflationsraten und bei den Länderrisiken Rechnung zu tragen.

Im FVA als zusammengefasstem Leistungsindikator wirken sich die Erfolge im Ertragsmanagement und in der Steuerung des Kapitaleinsatzes aus. Deshalb basieren alle Bonuszahlungen an das lokale, regionale und globale Management auf dem FVA. Nur wenn im betreffenden Geschäftsjahr ein positiver Wertbeitrag erwirtschaftet wurde, entsteht ein Anspruch auf eine Bonuszahlung. Dessen Höhe kann abhängig sein von zusätzlichen individuellen Vereinbarungen und Leistungsfaktoren.

Zu den Instrumenten der operativen Führung der Gesellschaften gehört eine detaillierte Soll-Ist-Abweichungskontrolle des Budgets. Im Verlauf des jährlichen Budgetierungsprozesses werden Zielvorgaben für Gesellschaften und Regionen hinsichtlich Wachstum, Roh- bzw. Bruttomargen und der Entwicklung der übrigen Sach- und Personalkosten erarbeitet. Durch einen monatlichen Soll-Ist-Vergleich wird die Einhaltung der Budgetziele kontinuierlich überprüft. Bei Zielverfehlungen werden die Ursachen zeitnah untersucht sowie mögliche Kompensationen geprüft und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

FREIER CASHFLOW UND VERSCHULDUNGSGRAD ALS WEITERE LEISTUNGSINDIKATOREN

Seine Unabhängigkeit ermöglicht dem FUCHS PETROLUB Konzern die Konzentration auf das Schmierstoffgeschäft. Basis der Unabhängigkeit sind finanzielle Stabilität und gute Liquidität. Der Fokus auf den FVA und damit die Steuerung der Ertragskraft bei gleichzeitiger Kontrolle des Kapitaleinsatzes trägt bereits wesentlich zur Erfüllung dieser wichtigen Rahmenbedingungen bei. Darüber hinaus spielen Fragen der finanziellen Stabilität und Liquidität auch bei Akquisitionsüberlegungen oder bei der Dividendenpolitik eine wichtige Rolle.

Deshalb fließt die Entwicklung der Kennziffer Freier Cashflow als Maß für die Liquidität ebenso in Managemententscheidungen ein wie der Verschuldungsgrad (Gearing) als Maßzahl für die Stabilität der Finanzlage.

Der Freie Cashflow umfasst die Mittel, die dem Konzern aus seiner Geschäftstätigkeit und nach Finanzierung des Nettoumlaufvermögens und der Investitionen und Akquisitionen insbesondere für die Tilgung von Schulden, Dividendenzahlungen und zur Speisung des Finanzmittelbestands zur Verfügung stehen.

Unter Gearing wird die Relation von Finanzverbindlichkeiten zuzüglich Pensionsrückstellungen und abzüglich liquider Mittel (Nettofinanzverschuldung) zu Eigenkapital verstanden. Der Verschuldungsgrad erlaubt eine Aussage über die Stabilität des Unternehmens im Umfeld möglicher Krisen.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der FUCHS PETROLUB SE hat sich im vergangenen Jahr deutlich verstärkt. Im Zuge der qualitativen Portfolioverbesserung und -erweiterung sind neue Aktivitäten hinzugekommen, die eine deutliche Ausweitung von Prüffeldkapazitäten und Laborunterstützung erforderten. Insgesamt sind ca. 600 Projekte weltweit in der Bearbeitung, die von 416 (398) Mitarbeitern geführt werden. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand hat sich auf 32,9 Mio € (30,6) erhöht.

Eine vollständige und verlässliche Prüfung unserer Produkte erfordert zunehmend aufwändigere und anwendungsnähere Prüfstände oder sogar Prüfungen im Vollaggregat. Daher hat die FUCHS EUROPE SCHMIERSTOFFE GmbH in einen neuen Streifenzugprüfstand investiert. Die Anlage ist in der Lage, verschiedene Aspekte der Blechumformung, wie sie beispielsweise in der Karosseriefertigung oder im Walzwerk vorkommen, zu simulieren. Der weltweit einzigartige Prüfstand deckt einen besonders großen Bereich an Ziehgeschwindigkeiten, Pressungen, Werkzeuggeometrien und -temperaturen ab, so dass eine Vielzahl an kundenspezifischen Fragestellungen untersucht werden kann. Weiterhin hat die Erweiterung des Mannheimer Prüffelds im Jahr 2014 begonnen. Mit über 1.000 m² Nutzfläche soll im vierten Quartal 2015 ein modernes Prüfstandsgebäude in Betrieb genommen werden, das Platz für neue Prüfstände für verschiedene Anwendungsbereiche bieten wird.

Die zunehmende Harmonisierung von internationalen Normen, insbesondere innerhalb der EU, hat zu einer neuen Generation von biologisch abbaubaren Produkten geführt. Alle Produkte erfüllen die Normen des europäischen Umweltlabels. Auf Basis gesättigter Esteröle wurden neue Reihen biologisch abbaubarer Hydraulik- und Getriebeöle der Serie PLANTO entwickelt. Der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen liegt bei mehr als 50% und die Produkte weisen eine exzellente Performance auf.

Die Entwicklungsarbeit in der Automobilindustrie konzentriert sich aktuell auf eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und des Emissionsausstoßes der Fahrzeuge. Gerade im Bereich Forschung und Entwicklung Automotive befasst sich ein großer Prozentsatz der Projekte mit der Entwicklung von Leichtlaufölen für den Einsatz in allen erdenklichen Getriebeanwendungen. So konnte FUCHS zu Beginn des Jahres in Kooperation mit einem führenden Premium-Automobilhersteller erfolgreich ein wirkungsgradoptimiertes Achsgetriebeöl im Markt einführen. Neben der Effizienzsteigerung standen dabei höchste Performance und Langlebigkeit des Leichtlauföls und somit auch der Anwendung im Fokus.

Im Zuge dieser Fragestellungen wurde FUCHS aufgrund der erfolgreichen Entwicklungstätigkeit bei einem führenden skandinavischen Hersteller von Nutzfahrzeugen als "Preferred Supplier" ausgewählt.

In der Abteilung Vorausentwicklung sucht FUCHS ständig nach neuen Schmierstofftechnologien, um Anwendungen von heute sowie mögliche Anwendungen von morgen bedienen zu können.

Dazu gehören insbesondere auch Projekte im Umfeld der Elektromobilität. FUCHS arbeitet an einem Fluid, das neben der Schmierung von Getriebeteilen auch die Kühlung des Systems übernehmen soll. Arbeitsmedium ist ein wasserhaltiges Fluid, das gleichzeitig schmiert und kühlt.

Ein weiteres wichtiges Feld ist die Sicherstellung der Verfügbarkeit von speziellen Rohstoffen. Die wachsenden Anforderungen an die Schmierstoffe erfordern den Einsatz komplexer Moleküle, deren klassische Herstellung sehr aufwändig ist. Hier bieten sich die Biologie und Biochemie an, um mit enzymatischer Modifikation nachwachsender Rohstoffe komplexe Moleküle zur Verwendung als Grundflüssigkeit oder Additiv zu erzeugen. In einem größeren Projekt mit mehreren Industriepartnern sind wir bereits erste erfolgreiche Schritte gegangen. Den Charme dieser Vorgehensweise machen ein geringerer Anlagenaufwand und eine schnelle und zuverlässige Synthese aus.

Die einzelnen Schlaglichter zeigen, dass die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von FUCHS eine zunehmend größere Bandbreite an technologischen Herausforderungen abdeckt. Die Querschnittsdisziplinen Tribologie und Schmierungstechnik werden mit neuen Werkstoffen und Arbeitsverfahren konfrontiert, die die Erweiterung unserer Fähigkeiten notwendig machen.

MITARBEITER

Moderne Technologien kennen keine räumlichen, zeitlichen, kulturellen oder sprachlichen Grenzen. Für unsere Mitarbeiter ergeben sich hieraus vielfältige Herausforderungen. Organisationskompetenz, Sprachkompetenz und interkulturelle Flexibilität sind die zentralen Themen. Die fünf Werte unseres Leitbilds – Vertrauen, Werte schaffen, Respekt, Verlässlichkeit und Integrität – unterstützen unsere Mitarbeiter dabei, diese Herausforderungen erfolgreich anzunehmen. Unternehmen sehen sich der Anforderung gegenüber, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die "grenzenlos" funktioniert und alle Ressourcen zur Verfügung stellt, um in der jeweiligen Aufgabe erfolgreich zu sein. Unternehmen sind aber auch gefordert, Grenzen zum Schutz der Mitarbeiter zu setzen. Mit unserem nachhaltigen Personalmanagement sowie mit unserer gezielten, bedarfsgerechten Mitarbeiterentwicklung schaffen wir die Voraussetzungen um diese gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu meistern.

MITARBEITERZAHL GESTIEGEN

Im Jahr 2014 haben wir unser weltweites Team erfolgreich um 224 Neueinsteiger und erfahrene Fachkräfte erweitert.

Zum 31. Dezember 2014 waren im FUCHS PETROLUB Konzern 4.112 Mitarbeiter (3.888) beschäftigt. Die Gesamtbelegschaft ist somit gegenüber dem Vorjahr um 224 Personen oder 6% gestiegen, davon 122 Mitarbeiter durch Akquisitionen in Südafrika (+99) und Großbritannien (+23).

Die Region Asien-Pazifik, Afrika wuchs insgesamt um 157 (+18%), die Region Europa um 77 (+3%) Mitarbeiter. In Nord- und Südamerika wurden zum Stichtag 10 Mitarbeiter weniger (– 2%) beschäftigt als zum 31. Dezember 2013.

GEOGRAFISCHE MITARBEITERSTRUKTUR Werte 2014 (Vorjahreswerte in Klammern)

2.894 (2.691) Personen oder 70% (69) der Belegschaft waren außerhalb Deutschlands beschäftigt und 1.218 (1.197) innerhalb Deutschlands.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Gesamtbelegschaft um mehr als 600 Mitarbeiter gewachsen. Entsprechend unserem Fokus auf Technologie und Vertrieb sowie dem Bestreben nach Stärkung unserer weltweiten Netzwerke entfällt mit 347 Personen mehr als die Hälfte der seit dem Jahr 2009 neu eingestellten Mitarbeiter auf den Bereich Marketing und Vertrieb, der damit um 27% gewachsen ist. Der Anteil an der Gesamtbelegschaft stieg von 37% auf 40%. Im Bereich Forschung und Entwicklung kamen in den letzten fünf Jahren mehr als 100 Mitarbeiter hinzu. Dies entspricht einem Aufbau um 32% und einem Wachstum des Anteils an der Gesamtbelegschaft von 9% auf 10%. Der Anteil der Mitarbeiter in der Produktion ist von 37% auf 35% und in der Administration von 17% auf 15% gesunken, obwohl auch in diesen Bereichen zusätzliche Stellen geschaffen wurden.

FUNKTIONALE MITARBEITERSTRUKTUR

Werte 2014 (Vorjahreswerte in Klammern)

Weitere Kennzahlen z.B. zur Alterstruktur, der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit oder Weiterbildungsstunden unserer Mitarbeiter sind im Nachhaltigkeitsbericht Seite 50 ff. dargestellt.

Die Integration und Qualifizierung unserer neuen Kolleginnen und Kollegen sowie die gezielte Entwicklung und Förderung unserer bestehenden Mitarbeiter hatte für uns wie schon in den vergangenen Jahren hohe Priorität.

STÄRKUNG DER ARBEITGEBERMARKE

Im Jahr 2014 hat FUCHS weiter daran gearbeitet, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Insbesondere die Präsenz auf Hochschulmessen haben wir ausgebaut. Im kommenden Jahr werden wir mit vielfältigen Maßnahmen sowohl unternehmensintern als auch extern weiter an der Stärkung unserer Arbeitgebermarke arbeiten:

Schule

Im Rahmen von Schulkooperationen bieten wir Veranstaltungen zur Berufsinformation im eigenen Haus an. Schulabgänger erhalten so die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild von unserem Ausbildungsangebot und unseren betrieblichen Abläufen zu machen.

Hochschule

Wir arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen mit Hochschulen und Universitäten zusammen, um FUCHS als attraktiven Arbeitgeber bei Studenten, Absolventen und Nachwuchswissenschaftlern bekannt zu machen. Ein besonderes Augenmerk legen wir darauf, Kontakte zu Studenten mit besonderen Studienleistungen zu knüpfen. Neben Stipendien werden auch regelmäßig Praktika sowie die Unterstützung bei Studien-, Bachelor- und Masterarbeiten von uns angeboten.

Erfahrene Fachkräfte

Die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften ist insbesondere in den Wachstumsmärkten wie Brasilien, Russland, Indien und China, aber auch in reifen Märkten wie den USA eine besondere Herausforderung. Einem relativ unübersichtlichen und zum Teil knappen Bewerbermarkt in diesen Ländern begegnet FUCHS mit professionellen Auswahlverfahren und attraktiven Angeboten, um die Rekrutierung geeigneter qualifizierter Mitarbeiter sicherzustellen. Durch Maßnahmen der internen Qualifizierung von Mitarbeitern der Personalbereiche und durch die verbesserte direkte Zusammenarbeit der lokalen Personalverantwortlichen haben wir unsere Position deutlich gestärkt. Dabei ist auch der Aufbau eines Regional HR Office in Singapur für die Region Südostasien ein wichtiger Schritt in der Bearbeitung der Bewerbermärkte in den Ländern dieser Region. Unser Ziel ist es, die besten Talente im jeweiligen Kompetenzfeld zu finden und für unser Unternehmen und unsere Produkte zu begeistern.

AUSBILDUNG

Zum Stichtag 31. Dezember 2014 waren 69 junge Menschen in den deutschen Tochtergesellschaften in einer dualen Ausbildung. 20 Auszubildende haben im Berichtsjahr ihre Ausbildung abgeschlossen.

Wir bilden in acht verschiedenen kaufmännischen sowie technischen Berufsbildern aus. Zielbewussten und qualifizierten Abiturienten bieten wir darüber hinaus die Möglichkeit eines dualen Studiums in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), das mit dem staatlichen Abschluss "Bachelor" endet.

Für FUCHS ist das duale Studium schon seit vielen Jahren ein zentraler Baustein der Nachwuchsentwicklung. Neben den verschiedenen Ausbildungsrichtungen und DHBW-Studiengängen bieten wir auch studienbegleitende Praktika bei unseren Tochtergesellschaften im In- und Ausland an. Zudem fördern wir die Erstellung einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit. Viele unserer heutigen Leistungsträger sind unsere ehemaligen Auszubildenden, Praktikanten oder Diplomanden. Die Förderung solch potenzieller zukünftiger FUCHS-Mitarbeiter ist für uns eine wichtige Investition in die Zukunft.

NACHHALTIGE PERSONALPOLITIK

Vor dem Hintergrund eines nachhaltigen Personalmanagements wurden Projekte im Gesundheitsmanagement, in der Weiterbildung sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf fortentwickelt. Wir verfolgen konsequent das Ziel, die geschäftlichen Interessen von FUCHS mit den privaten und familiären Bedürfnissen unserer Mitarbeiter in Einklang zu bringen. Entsprechend hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei FUCHS einen hohen Stellenwert. Ein wichtiger Baustein sind dabei flexible Arbeitszeitmodelle, die möglichst individuell gestaltet werden. Neben klassischen Gleitzeitmodellen werden Teilzeit-Varianten angeboten, die von 15 bis 32 Stunden wöchentlich reichen und wenn möglich in Jobsharing-Modellen oder auch in Schichtarbeit umgesetzt werden. Mit dieser familienorientierten Personalpolitik gelingt es uns, im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter positive Akzente zu setzen. Hierzu prüfen wir auch weiterhin, wie wir die familienorientierten Maßnahmen fortentwickeln können, um den unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeiter noch besser gerecht zu werden.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement umfasst mittlerweile nicht allein klassische Schulungen zum Lastenhandling, Hautschutz oder zur Ergonomie an Bildschirmarbeitsplätzen. Am Standort Mannheim werden regelmäßig Aktionen zur Darmkrebsfrüherkennung sowie zur Suchtprävention durchgeführt. Daneben fördern wir Initiativen der Mitarbeiter, die sich zu unterschiedlichen Sportaktivitäten verabreden.

MITARBEITERENTWICKLUNG

Gezielte, bedarfsgerechte Personalentwicklung bildet die Basis für die Entwicklung von Fachkräften und Potenzialträgern. Insbesondere in gemischten Führungsteams sehen wir eine signifikante Stärkung unseres Unternehmens. Daher legen wir besonderen Wert auf die gezielte Förderung von Frauen und stellen deren angemessene Berücksichtigung bei der Besetzung von Führungspositionen sicher. Aktuell beträgt der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft 26%. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen blieb unverändert auf dem hohen Niveau von 22% zum Ende des Berichtsjahres.

Durch die unternehmenseigene Bildungseinrichtung FUCHS ACADEMY wird die kontinuierliche Schulung und Weiterbildung unserer Mitarbeiter auf hohem Niveau sichergestellt. Als weltweites Schulungsinstrument bietet die FUCHS ACADEMY regelmäßig verschiedenste technische Seminare an oder versorgt durch Vertriebsschulungen unsere Vertriebsprofis mit fundiertem Hintergrundwissen. Die FUCHS ACADEMY bietet auch die umfassend genutzte Plattform für Nachwuchsund Potenzialentwicklungsmaßnahmen und damit für die kontinuierliche, gezielte Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Ergänzt werden individuelle Schulungsmaßnahmen durch fachbereichsspezifische Netzwerktreffen, die eine Zusammenarbeit über räumliche, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg unterstützen.

Aufgrund unserer globalen Organisationsstruktur stellt interkulturelle Kompetenz für unsere Beschäftigten zudem einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Wir fördern diese Kompetenz durch Einsätze unserer Mitarbeiter – auch bereits der Auszubildenden und Praktikanten – sowie durch gezielte Entsendung von Fach- und Führungskräften in FUCHS-Tochtergesellschaften rund um den Globus.

Durch unsere Sprachtrainings stellen wir sicher, dass die Konzernsprache Englisch eine verlässliche Grundlage für den Know-how-Austausch ist. Darüber hinaus sorgt FUCHS durch interne Schulungseinsätze für einen optimalen Wissenstransfer von unseren Know-how-Trägern an neue Mitarbeiter. Wann immer notwendig und sinnvoll, organisieren wir sowohl kurzfristige "Trainings-Einsätze" als auch langfristige Entsendungen zu unseren Tochtergesellschaften.

Auf Basis unseres globalen Talent-Management-Konzepts werden Talente über alle Tochtergesellschaften hinweg identifiziert und gefördert. Im Jahr 2014 wurden im Rahmen einer mehrtägigen Veranstaltung im Raum Mannheim Talente aus allen Weltregionen versammelt, um unter anderem mit Mitgliedern des Vorstands Themen zu Leadership oder interner Organisation zu diskutieren. Die wichtigen Impulse aus dieser Veranstaltung nutzen sowohl den Teilnehmern für ihre eigene Entwicklung als auch dem Unternehmen. Das globale Talent-Management-Konzept wird unterstützt durch lokale Talentförderprogramme.

EUROPÄISCHER BETRIEBSRAT

Nach erfolgreicher Umwandlung in die Europäische Aktiengesellschaft FUCHS PETROLUB SE entwickelt sich der von den Mitarbeitern gewählte Europäische Betriebsrat als festes Instrument der Mitarbeiterbeteiligung bei grenzüberschreitenden Sachverhalten in Europa. Im November 2014 wurden Herr Lars-Eric Reinert und Herr Horst Münkel vom Europäischen Betriebsrat für die nächste Wahlperiode als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der SE wiedergewählt. Der Europäische Betriebsrat zählt zehn Mitglieder: Die deutschen Gesellschaften entsenden vier Vertreter, je ein Repräsentant kommt aus Großbritannien, Belgien, Polen, Frankreich, Italien und Spanien.

NACHHALTIGKEIT

Die Grundzüge des Nachhaltigkeitsmanagements der Gesellschaft sowie die Entwicklung ausge-Nachhaltigkeitsbericht wählter Nachhaltigkeitsindikatoren sind im Nachhaltigkeitsbericht auf den Seiten 50 ff. dargestellt.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: gesamt und branchenspezifisch

DIE ENTWICKLUNG IM JAHR 2014 UND PROGNOSEN FÜR 2015

VERHALTENES WACHSTUM DER WELTWIRTSCHAFT

Die globale konjunkturelle Erholung ist im Jahr 2014 ins Stocken geraten. Wie der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem aktualisierten Weltwirtschaftsausblick vom Januar 2015 ausführt, war der Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit 3,3% im Jahr 2014 genauso hoch wie im Jahr zuvor. Prognostiziert war zum Jahresbeginn 2014 ein Wachstum von 3,7%. Ursächlich für das geringere Wachstum seien nicht zuletzt die geopolitischen Unsicherheiten gewesen, die von der Ukraine-Krise sowie den Entwicklungen im Nahen Osten ausgehen und sich mittlerweile in Form gedämpfter Konjunkturindikatoren und eines eingetrübten Investitions- und Konsumklimas ausdrücken. Der IWF hat daher seine Prognose vom Oktober 2014 für das Jahr 2015 trotz der konjunkturstimulierenden Wirkungen des Ölpreisverfalls um 0,3%-Punkte nach unten korrigiert und erwartet nun eine globale Wachstumsrate für die Weltwirtschaft von 3,5%.

GERINGERE WACHSTUMSDYNAMIK IN DEN SCHWELLENLÄNDERN / POSITIVE IM PULSE IN DEN USA / MODERATE ERHOLUNG IN DER EUROZONE

Nach Darstellung des IWF ist das Wirtschaftswachstum 2014 in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit 4,4% geringer ausgefallen als im Vorjahr (4,7%). Das Wachstum in China war erwartungsgemäß leicht rückläufig (7,4% nach 7,8% im Jahr 2013) und in Russland belief sich die BIP-Zunahme 2014 nur auf 0,6% (1,3). Aufgrund der anhaltenden Investitionsschwäche rechnet der IWF in China für das Jahr 2015 mit einem Wachstum von 6,8%, während man für Russland von einer negativen BIP-Rate in Höhe von – 3,0% ausgeht. Dennoch wird für 2015 für die Schwellen- und Entwicklungsländer insgesamt weiterhin eine stabile Wachstumsrate von 4,3% erwartet. Dazu soll auch die Konjunktur in Indien beitragen, die sich unter anderem infolge positiver Impulse der Auslandsnachfrage leicht verbessert hat.

Die US-Konjunktur hat nach einem witterungsbedingt schwachen Auftakt im Laufe des Jahres 2014 deutlich an Dynamik gewonnen. Das BIP stieg im Berichtsjahr um 2,4%, (2,2). Prognostiziert waren 2,8%. Für 2015 wird eine Wachstumsrate von 3,6% erwartet.

Die konjunkturelle Erholung im Euroraum verläuft nach wie vor sehr heterogen und schleppend und ist teilweise von stagnierenden bzw. rückläufigen Entwicklungen geprägt. Dennoch lag der BIP-Zuwachs im Euroraum 2014 laut IWF bei 0,8% (Prognose 1,0%), während im Vorjahr noch ein Rückgang von – 0,5% verzeichnet worden war. Für 2015 wird eine Wachstumsrate von 1,2% erwartet.

Der BIP-Zuwachs in Deutschland wird insbesondere von der Binnennachfrage getragen. Nach nur marginalem Wachstum im Jahr 2013 um 0,2% stieg das deutsche BIP im Berichtsjahr erwartungsgemäß um 1,5%. Der IWF geht auch für das kommende Jahr von einer ähnlichen Wachstumsrate der deutschen Wirtschaft aus und prognostiziert 1,3%.

WELTSTAHLPRODUKTION STEIGT DURCH WACHSTUM IN ASIEN UND NORDAMERIKA / STAGNATION IN EUROPA

Die Weltrohstahlproduktion ist im Berichtsjahr laut Weltstahlverband (WSA) gegenüber 2013 um 1,2% gestiegen und erreicht damit erneut ein Rekordniveau. Das Wachstum wurde hauptsächlich in Nordamerika (2,0%) und Asien (1,4%) generiert, während die Produktion in Europa (–0,1%) stagnierte. Die deutsche Stahlproduktion hat sich nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) im Jahr 2014 den Erwartungen entsprechend entwickelt und stieg um 0,7%. Auch für 2015 wird mit einem stabilen Wachstum der deutschen Stahlbranche um rund 1% gerechnet. Treiber der Entwicklung sind vor allem die verbesserten Konjunkturaussichten der deutschen Stahlverarbeiter. Für Europa rechnet man im Jahr 2015 allerdings mit einem Produktionsrückgang von rund – 0,5%, da die Wirtschaftskrise in Russland ein erhebliches Risiko für den europäischen Stahlmarkt darstellt. Der Produktionszuwachs in Asien soll 2015 bei rund 1% liegen, während von Nordamerika mit rund 3% erneut die größten Wachstumsimpulse ausgehen sollen. Insgesamt soll die weltweite Stahlproduktion im Jahr 2015 um rund 1% ansteigen.

MASCHINENBAUPRODUKTION WÄCHST IN ASIEN UND DEN USA, JEDOCH NICHT IN EUROPA / DEUTSCHLAND SCHAFFT PRODUKTIONSREKORD

Die weltweite Maschinenbauproduktion dürfte nach Schätzungen von Commerzbank Research im Jahr 2014 um rund 3% gestiegen sein. Unter den wichtigen Produktionsländern verzeichnen China (7%) und die USA (5%) die höchsten Wachstumsraten, während die Maschinenbauproduktion im Euroraum stagnierte (0%). Für die ersten zehn Monate des Jahres 2014 liegt die Produktion in Deutschland laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) um 1,0% über dem Vorjahr. Für 2015 hat der VDMA seine Produktionsprognose für Deutschland von 2% bekräftigt (Dezember 2014). Im Euroraum soll die Maschinenbauproduktion 2015 um 2% steigen, in den USA um 3% und in China um 8%. Das globale Produktionsplus 2015 wird auf 4% beziffert.

PKW-PRODUKTION STEIGT WELTWEIT UM 4 % / STÄRKSTES PRODUKTIONSPLUS IN CHINA

Die weltweite Pkw-Produktion ist laut Euler Hermes im Berichtsjahr um rund 4% angestiegen. Das stärkste Wachstum wurde erneut in China erzielt, hier betrug das Produktionsplus laut dem Chinesischen Verband der Automobilbauer (CAAM) rund 10%. Auf der Grundlage von Halbjahresdaten der Internationalen Automobilherstellervereinigung (OICA) rechnen wir für die USA im Gesamtjahr 2014 mit einem Produktionsplus von rund 5%. In der EU wurde laut PWC Autofacts im Berichtsjahr ein Wachstumswert in gleicher Höhe erzielt. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ist die Pkw-Produktion in Deutschland um 3% angestiegen. Für 2015 erwartet der VDA ein Fertigungsplus der Pkw-Hersteller in Deutschland von 2%. Die Pkw-Produktion in den USA soll im gleichen Zeitraum laut LMC Automotive um 3% ansteigen, während sie sich in China gemäß IHS Automotive um rund 8% erhöhen soll. Global soll die Pkw-Produktion 2015 erneut um 4% zulegen.

GLOBALE CHEMIEPRODUKTION BESCHLEUNIGT LEICHT / STARKES REGIONALES WACHSTUM IN ASIEN-PAZIFIK

Die globale Chemieproduktion ist laut dem Amerikanischen Chemieverband (ACC) im Jahr 2014 um 2,8% angestiegen. Gewachsen ist die Chemieproduktion im Berichtsjahr vor allem in Asien-Pazifik (+5,3%), allen voran in China (+9,5%), aber auch in den USA (+2,0%) und der EU (+0,9%), wie der Verband der Europäischen Chemischen Industrie (CEFIC) ausführt. In Deutschland ist die Chemieproduktion 2014 nach Darstellung des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) um 1,5% gewachsen. Auch für 2015 prognostiziert der VCI ein Produktionsplus der deutschen Chemieindustrie von 1,5%. In der EU rechnet der CEFIC für das Jahr 2015 mit einem Anstieg der Chemieproduktion von 1%. Der ACC prognostiziert für 2015 ein Produktionswachstum von 3,7% in den USA und von 3,6% weltweit.

UMSATZSTRUKTUR DES KONZERNS NACH KUNDEN-SEKTOREN 2014

* Verarbeitendes Gewerbe = Produktionsgüter, Investitionsgüter, Verbrauchsgüter.

WELTWEITE SCHMIERSTOFFNACHFRAGE STEIGT MODERAT / REGIONALES WAC HSTU M IN ASIEN-PAZIFIK UND NORDAMERIKA / RÜCKGANG IN EUROPA

Die globale Schmierstoffnachfrage ist nach unseren Marktanalysen im Jahr 2014 um 0,5% auf ein Volumen von 35,4 Mio Tonnen angestiegen. Während sich der Bedarf in den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika um jeweils ca. 1,5% erhöht hat, ging das Verbrauchsvolumen in Gesamteuropa, u. a. bedingt durch überproportionale Mengenrückgänge in Russland und der Ukraine, um rund 2% zurück. In Deutschland geht FUCHS auf der Basis der Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis November 2014 für das Gesamtjahr ebenfalls von einem Rückgang des Schmierstoffbedarfs aus. In unserer Prognose zu Jahresbeginn hatten wir ein Volumenwachstum in allen Regionen erwartet. Für Europa hatten wir lediglich einen geringen Anstieg des Schmierstoffverbrauchs erwartet, in den anderen Regionen hatten wir einen Zuwachs von um die 1% prognostiziert.

Basierend auf der weiterhin positiven Konjunkturprognose des IWF für die Weltwirtschaft insgesamt, erwarten wir 2015 ein ähnlich moderates Volumenwachstum des globalen Schmierstoffmarkts wie 2014. In Europa dürfte der Schmierstoffverbrauch in geringem Umfang weiter sinken, in den anderen Regionen könnte er um die 1% wachsen.

ENTWICKLUNG DES WELTSCHMIERSTOFFBEDARFS

2014 35,4 Mio t 2013 35,3 Mio t 2012 35,0 Mio t 2011 35,1 Mio t 2010 34,5 Mio t 18,5 (52 %) 9,9 (28 %) 6,9 (20 %) 18,7 (53 %) 10,0 (28 %) 6,7 (19 %) 18,2 (52 %) 9,9 (28 %) 6,9 (20 %) 18,0 (51 %) 10,1 (29 %) 7,0 (20 %) 17,6 (51 %) 9,7 (28 %) 7,2 (21 %)

Regionale Anteile

Gesamt Asien-Pazifi k und restliche Welt Nord- und Südamerika Europa

Umsatz (Geschäftsverlauf)

ENTWICKLUNG DES KONZERNUMSATZES

(in Mio €)

UMSATZ WÄCHST UM 1,9 %

FUCHS PETROLUB hat den Konzernumsatz im Jahr 2014 um 34,3 Mio € oder 1,9% auf 1.865,9 Mio € (1.831,6) gesteigert. Organisch erhöhte sich der Umsatz insbesondere volumenbedingt um 2,7% und lag damit im Rahmen unserer Prognose, die ein organisches Absatz- und Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich vorsah. Daneben wirkten sich externes Wachstum und Effekte aus der Währungsumrechnung aus, beides nicht planbare Wachstumsfaktoren.

Wachstumsfaktoren in Mio € in %
Organisches Wachstum 49,0 2,7
Externes Wachstum 13,8 0,8
Effekte aus der Währungsumrechnung –28,5 –1,6
Umsatzwachstum 34,3 1,9

Vorhandene Auftragsbestände erlauben in unserem Geschäftsmodell keine zuverlässige Beurteilung des zukünftigen Geschäftsverlaufs. In der Regel liegen nur wenige Tage zwischen Auftragseingang und Umsatzrealisierung. Wir berichten daher allein über Umsatzerlöse.

REGIONALE UMSATZENTWICKLUNG NACH DEM SITZ DER GESELLSCHAFTEN

in Mio € 2014 2013 Organisches
Wachstum
Externes
Wachstum
Wechselkurs
effekte
Gesamt
veränderung
absolut
Gesamt
veränderung
in %
Europa 1.112,9 1.104,2 3,8 9,5 –4,6 8,7 0,8
Asien-Pazifik, Afrika 516,5 497,9 30,0 4,3 –15,7 18,6 3,7
Nord- und Südamerika 316,0 307,3 16,9 –8,2 8,7 2,8
Konsolidierung –79,5 –77,8 –1,7 –1,7
Gesamt 1.865,9 1.831,6 49,0 13,8 –28,5 34,3 1,9

ORGANISCHES WACHSTUM IN ALLEN DREI WELTREGIONEN

FUCHS hat auch im Jahr 2014 sein organisches Wachstum in allen drei Weltregionen fortgesetzt. Treiber des organischen Wachstums waren vor allem Absatzsteigerungen, begleitet von kleineren Mixund Preiseffekten.

Die Region Asien-Pazifik, Afrika erzielte im Jahr 2014 ein eindrucksvolles Wachstum. Mit +30,0 Mio € (+6,0%) erwirtschaftete sie über die Hälfte der organischen Umsatzsteigerung des Konzerns von 49,0 Mio € (+2,7%). Auch Nord- und Südamerika sind mit 16,9 Mio € (+5,5%) nennenswert organisch gewachsen. In Europa war mit 3,8 Mio € (+0,3%) ein leichter Zuwachs zu verzeichnen.

Der Vorstand hatte für das Jahr 2014 für sämtliche Regionen ein leichtes organisches Umsatzwachstum prognostiziert. Mit den insgesamt erwirtschafteten 2,7% wurde der obere Rand der Konzernprognose erreicht. Etwas dynamischer als erwartet und prognostiziert war das Wachstum außerhalb Europas. Insbesondere China, aber auch Nordamerika, erzielten kräftige Zuwächse. Auch Europa, die größte Konzernregion, hat trotz eines schwachen konjunkturellen Umfelds sowie der Krise in Russland und der Ukraine leicht hinzugewonnen.

Die Währungseffekte wirkten sich im Jahresverlauf sehr unterschiedlich auf den Umsatz aus. In der ersten Jahreshälfte notierte der Euro deutlich stärker als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Folge waren negative Umrechnungseffekte bei vielen Währungen. In der zweiten Jahreshälfte war eine gegenläufige Entwicklung zu verzeichnen. So ermäßigten sich kumulierte negative Umrechnungseffekte von 4% in den ersten sechs Monaten auf 1,6% bis zum Jahresende. Die Effekte aus der Währungsumrechnung im Gesamtjahr beliefen sich auf –28,5 Mio €.

Das externe Wachstum von 13,8 Mio € bzw. 0,8% war insbesondere Folge von zwei kleineren Akquisitionen in Großbritannien und Südafrika bzw. Australien.

UMSATZSTRUKTUR DES KONZERNS NACH PRODUKTGRUPPEN

EUROPA ROBUST IN SCHWIERIGEM UMFELD

Die europäischen Gesellschaften erwirtschafteten im Berichtsjahr Umsätze von 1.112,9 Mio € (1.104,2). Dies entspricht einem Zuwachs von 0,8% oder 8,7 Mio € gegenüber dem Vorjahr. Die Absatzmengen insgesamt waren auf Vorjahresniveau. Der organische Umsatzzuwachs betrug 3,8 Mio € oder 0,3%. Währungsseitig wirkten sich vor allem die Stärke des britischen Pfunds und die Schwäche der ukrainischen und russischen Währungen aus. In Summe belief sich der Währungseffekt auf – 4,6 Mio € oder – 0,4%. Durch die Erstkonsolidierung zweier kleinerer Gesellschaften in Norwegen und Mazedonien sowie eine Akquisition in England erhöhte sich der externe Umsatz um 9,5 Mio € bzw. 0,9%.

HOHES WACHSTUM IN CHINA SETZT SICH FORT

Den höchsten Umsatzzuwachs aller Regionen erzielte Asien-Pazifik, Afrika. Insbesondere China verzeichnete eine kräftige Volumensteigerung. Die Region erwirtschaftete ein organisches Umsatzwachstum von 30,0 Mio € (6,0%). Vor allem bedingt durch die Schwäche des australischen Dollars und des südafrikanischen Rands haben Wechselkurseffekte von – 15,7 Mio € bzw. – 3,2% rund die Hälfte dieses Zuwachses aufgezehrt. Einen positiven Beitrag von 4,3 Mio € bzw. 0,9% leistete eine Akquisition in Südafrika bzw. Australien. Insgesamt steigerte die Region ihren Umsatz um 18,6 Mio € bzw. 3,7% auf 516,5 Mio € (497,9).

KRÄFTIGES ORGANISCHES WACHSTUM IN NORDAMERIKA

Organisch gewachsen ist auch die Region Nord- und Südamerika, der Zuwachs betrug 16,9 Mio € bzw. 5,5%. Insbesondere in Nordamerika wurden deutliche Volumenzuwächse erzielt. Allerdings haben Konjunkturrückgänge und schwache Währungen in Argentinien und Brasilien Teile des Zuwachses aufgezehrt. Nach Berücksichtigung der Effekte aus der Währungsumrechnung von – 8,2 Mio € bzw. – 2,7% hat die Region den Umsatz um 8,7 Mio € bzw. 2,8% auf 316,0 Mio € (307,3) gesteigert.

Werte in Mio € 2014 Anteil in% 2013 Anteil in% Änderung in %
Europa 968,4 51,9 958,5 52,3 9,9 1,0
Asien-Pazifik, Afrika 578,1 31,0 560,3 30,6 17,8 3,2
Nord- und Südamerika 319,4 17,1 312,8 17,1 6,6 2,1
Gesamt 1.865,9 100,0 1.831,6 100,0 34,3 1,9

UMSATZ IM FUCHS PETROLUB KONZERN GEGLIEDERT NACH DEM SITZ DER KUNDEN

Der Anteil des Umsatzes mit in Asien-Pazifik, Afrika beheimateten Kunden ist auf 31,0% (30,6) gestiegen. Das Geschäftsvolumen in diesem Zukunftsmarkt nimmt kontinuierlich zu und reduziert die Abhängigkeit des Konzerns von Europa. Mit europäischen Kunden wurden 51,9% (52,3) des Umsatzes erzielt. Der Anteil des in Nord- und Südamerika getätigten Konzernumsatzes blieb bei 17,1% (17,1).

Ertragslage

ERTRAGSLAGE DES KONZERNS

ERGEBNISSE AUF VORJAHRESNIVEAU

Der FUCHS PETROLUB Konzern hat im Jahr 2014 Ergebnisse auf Vorjahresniveau erwirtschaftet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 313,0 Mio € (312,3), das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 219,9 Mio € (218,6).

Damit wird die Prognose aus dem Halbjahresbericht bestätigt, nach der für das EBIT des Jahres 2014 eine Wiederholung des sehr guten Vorjahresergebnisses erwartet wurde. Zu Jahresbeginn war der Vorstand noch von einer leichten Steigerung der Ergebnisse ausgegangen. Angesichts erheblicher Veränderungen der Währungskurse in den ersten sechs Monaten, die sowohl ungünstige Effekte bei der Umrechnung lokal erwirtschafteter Ergebnisse als auch beim Rohstoffeinkauf in einigen Ländern hatte, hat der Vorstand die Prognose zur Jahresmitte modifiziert.

Der um 1,9% gestiegene Konzernumsatz von 1.865,9 Mio € (1.831,6) wurde mit 2,7% höheren Herstellkosten erwirtschaftet. Ursächlich waren höhere Rohmaterialpreise, planmäßig gestiegene Personalkosten sowie höhere Abschreibungen aufgrund der Inbetriebnahme neuer Werke und Anlagen. Die Kosten der umgesetzten Leistung beliefen sich auf 1.172,7 Mio € (1.141,7).

Der Bruttoertrag hat sich demzufolge nur leicht um 3,3 Mio € bzw. 0,5% auf 693,2 Mio € (689,9) erhöht. Die Bruttomarge, zunächst auf Vorjahresniveau prognostiziert, ist auf 37,2% (37,7) gesunken.

Die Aufwendungen für Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung waren um 13,4 Mio € höher als im Vorjahr und beliefen sich auf 398,5 Mio € (385,1). Die Kostensteigerung um 3,5% lag auf Planniveau.

Als Folge unserer Wachstumsoffensive und der damit einhergehend erhöhten Mitarbeiterzahl im Bereich von Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb ist der Personalaufwand über die inflationsbedingten Anpassungen hinaus gewachsen. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand ist mit 7,5% besonders deutlich gestiegen.

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen beträgt –2,1 Mio (– 6,0). Erträgen aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke standen Aufwendungen für Risikovorsorgen gegenüber. So hat FUCHS angesichts der anhaltenden Schwäche der brasilianischen Wirtschaft Firmenwerte im Zusammenhang mit dem dortigen Investment in Höhe von 4,9 Mio € abgeschrieben.

Das EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen liegt um 6,2 Mio € oder 2,1% unter Vorjahr und beträgt 292,6 Mio € (298,8). Bezogen auf den Umsatz sind das 15,7%. Ursprünglich hatten wir eine Marge auf Vorjahresniveau (16,3%) erwartet. Ausgleichend wirkte das über den Erwartungen liegende Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen. Durch die Auflösung von Wertberichtigungen nach Beendigung des Gesellschafterstreits im Nahen Osten stieg dieses Ergebnis auf 20,4 Mio € (13,5). Damit erwirtschaftete der Konzern insgesamt ein EBIT auf Vorjahreshöhe von 313,0 Mio € (312,3).

Das Finanzergebnis belief sich auf – 2,9 Mio € (– 1,6). Die Verzinsung der Pensionen sowie Zinssatzunterschiede zwischen verschiedenen Währungen hatten trotz einer hohen Nettoliquidität einen Nettozinsaufwand des Konzerns zur Folge. Die Zinssätze in Finanzierungswährungen wie russischer Rubel, brasilianischer Real oder indische Rupie waren sehr viel höher als die Zinssätze in Anlagewährungen wie Euro oder US-Dollar.

Im Jahr 2014 fielen Ertragsteuern von 90,2 Mio € (92,1) an. Das sind 2,1% weniger als im Vorjahr. Die Steuerquote (Ertragsteuern bezogen auf das Ergebnis vor Steuern ohne Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen) blieb mit 31,1% (31,0) auf Vorjahrsniveau.

Das Ergebnis nach Steuern des Konzerns knüpfte mit 219,9 Mio € (218,6) an den Rekordwert des Vorjahres an. Die Nettoumsatzrendite betrug 11,8% (11,9).

Das Ergebnis je Stamm- bzw. Vorzugsaktie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,6% bzw. 0,04 € auf 1,57 € (1,53) bzw. 1,58 € (1,54) erhöht. Der in der ersten Hälfte des Jahres 2014 abgeschlossene Aktienrückkauf wirkte sich positiv aus und der prognostizierte etwas höhere Zuwachs beim Ergebnis je Aktie ist eingetreten.

ERTRAGSLAGE DER REGIONEN

Die Segmentberichterstattung entspricht der konzerninternen Organisations- und Berichtsstruktur nach den geografischen Regionen Europa, Asien-Pazifik, Afrika sowie Nord- und Südamerika und berücksichtigt grundsätzlich den Sitz der Gesellschaften.

Die interne Erfolgsbeurteilung der Regionen erfolgt anhand des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT). Eine FVA-Kennzahl wird für die geografischen Regionen, anders als für Einzelgesellschaften oder den Konzern insgesamt, nicht ermittelt. Hintergrund ist, dass wir für die Ermittlung des eingesetzten Kapitals vereinfachend Buchwerte der Bilanz verwenden, die aufgrund der Historie der Gesellschaften sehr unterschiedlich sein können.

EUROPA

Segmentinformationen (in Mio €) 2014 2013
Umsätze nach Sitz der Kunden 968,4 958,5
Umsätze nach Sitz der Gesellschaften 1.112,9 1.104,2
Abschreibungen und Wertminderungen 17,8 17,6
EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen 160,5 151,3
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 1,5 1,2
Segmentergebnis (EBIT) 162,0 152,5
Zugänge Sach- und Finanzanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte 40,0 32,0
Mitarbeiter (Durchschnitt) 2.434 2.356
Kennzahlen (in%)
EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen zu Umsatz 14,4 13,7

Das Segment Europa hat 2014 das zu Jahresbeginn prognostizierte leichte organische Umsatzwachstum erzielt und konnte darüber hinaus absolut und relativ die größten Ergebnissteigerungen aller Regionen erwirtschaften. In unserer Prognose waren wir von einem unterproportionalen Ergebniszuwachs ausgegangen.

Die Umsatzentwicklung in Polen und Italien, aber auch Belgien und Tschechien war gut, in Deutschland zufriedenstellend und in einigen anderen Ländern, wie z.B. Spanien, schwächer als im Vorjahr. Erstmalig wurden zwei kleinere Gesellschaften in Norwegen und Mazedonien konsolidiert, und in Großbritannien kam seit Jahresmitte der Umsatz eines kleineren akquirierten Geschäfts hinzu. Die Krise in Russland und der Ukraine hingegen verursachte aufgrund des Verfalls der lokalen Währungen deutliche Einbußen im Umsatzausweis, die nur teilweise von einem starken britischen Pfund ausgeglichen wurden.

In diesem Umfeld ist das Segmentergebnis (EBIT) in Europa erfreulich um 9,5 Mio € bzw. 6,2% auf 162,0 Mio € (152,5) gestiegen. Vor allem die Gesellschaften in Deutschland und Polen haben erfreuliche Ergebnisse erzielt, während insbesondere die russische und die ukrainische Gesellschaft die Vorjahreswerte infolge der Krise nicht erreichten. Das EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen in Relation zum Umsatz erhöhte sich auf 14,4% (13,7).

Mit Investitionen in neue Prüfstandskapazitäten sowie Tank- und Lagereinrichtungen hat die Region ihr Geschäftsmodell abgesichert. Hinzu kam der Erwerb von Kundenlisten und Expertise im Glasgeschäft durch eine Akquisition in England zur Jahresmitte 2014. Daneben wurde die Zahl der Mitarbeiter zur Intensivierung der Marktbearbeitung erhöht, schwerpunktmäßig in Deutschland, England sowie Mittel- und Osteuropa.

ENTWICKLUNG DES KONZERNUMSATZES IN EUROPA NACH SITZ DER GESELLSCHAFTEN (in Mio €)

ASIEN-PAZIFIK, AFRIKA

Segmentinformationen (in Mio €) 2014 2013
Umsätze nach Sitz der Kunden 578,1 560,3
Umsätze nach Sitz der Gesellschaften 516,5 497,9
Abschreibungen und Wertminderungen 6,5 5,9
EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen 86,7 91,1
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 18,9 12,3
Segmentergebnis (EBIT) 105,6 103,4
Zugänge Sach- und Finanzanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte 25,6 21,2
Mitarbeiter (Durchschnitt) 978 866
Kennzahlen (in%)
EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen zu Umsatz 16,8 18,3

Die Gesellschaften der Region erzielten ein organisches Wachstum von 6,0%, mit einem überproportionalen asiatischen Anteil. Wie erwartet, trugen dazu insbesondere unsere beiden chinesischen Gesellschaften bei. Wir hatten für das Jahr 2014 eine Fortsetzung des hohen organischen Umsatzwachstums in Asien sowie Ergebniszuwächse in der gesamten Region Asien-Pazifik, Afrika prognostiziert.

Die Region steigerte das EBIT um 2,2 Mio € bzw. 2,1% auf 105,6 Mio € (103,4). Operativ waren vor allem unsere chinesischen Gesellschaften erfolgreich und haben die Erwartungen übertroffen. Hingegen belasteten schwache lokale Währungen die Gesellschaften in Australien und Südafrika. Dies führte zu deutlichen Preissteigerungen auf der Einkaufsseite, die nicht vollständig und unmittelbar kompensiert werden konnten, und belastete den Umsatz- und Ergebnisausweis in der Konzernwährung. Zudem war das Geschäft mit Bergbaukunden wie im Vorjahr durch eine schwächere Rohstoffnachfrage beeinflusst.

Das EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen lag deshalb unter Vorjahr. Die Marge ging auf 16,8% (18,3) zurück.

Positiv wirkte sich die Beilegung des Gesellschafterstreits im Nahen Osten aus. Nach dem Wegfall von Wertberichtigungen hat sich das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen um 6,6 Mio € auf 18,9 Mio € (12,3) erhöht.

Im Norden Chinas findet unsere Produktion inzwischen komplett am neuen Standort in Yingkou statt. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung wurden bereits Erweiterungen bei den Produktionsanlagen vorgenommen, die für die zweite Ausbauphase vorgesehen waren. Der alte Standort wurde veräußert. In Australien erfolgten planmäßige Erweiterungsinvestitionen am Standort Melbourne und darüber hinaus wurden die Vorbereitungen für den Neubau eines Werks am Standort Newcastle vorangetrieben.

In Südafrika und Australien haben wir im Berichtsjahr eine Akquisition mit dem Schwerpunkt im Bergbaugeschäft getätigt. Im Zuge dessen hat die südafrikanische Gesellschaft ein Nachbargrundstück unseres Werks in Johannesburg erworben. Mit der Akquisition haben beide Gesellschaften ihre Kundenbasis in dem für uns wichtigen Bergbaugeschäft weiter verbreitert.

ENTWICKLUNG DES KONZERNUMSATZES IN ASIEN-PAZIFIK, AFRIKA NACH SITZ DER GESELLSCHAFTEN (in Mio €)

NORD- UND SÜDAMERIKA

Segmentinformationen (in Mio €) 2014 2013
Umsätze nach Sitz der Kunden 319,4 312,8
Umsätze nach Sitz der Gesellschaften 316,0 307,3
Abschreibungen und Wertminderungen 9,9 4,2
EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen 51,6 62,2
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 0,0 0,0
Segmentergebnis (EBIT) 51,6 62,2
Zugänge Sach- und Finanzanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte 5,7 17,1
Mitarbeiter (Durchschnitt) 549 540
Kennzahlen (in%)
EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen zu Umsatz 16,3 20,2

In Nordamerika wurde eine beachtliche Absatz- und Umsatzausweitung infolge eines verbesserten Erstausrüstergeschäfts mit Kunden aus der Automobilindustrie erzielt. Mit 5,5% organischem Wachstum war der Umsatzanstieg in der Region Nord- und Südamerika erfreulich hoch. Wir hatten leichte organische Umsatzzuwächse und ein stabiles bis leicht steigendes Ergebnis der Region prognostiziert.

Die traditionell hohen EBIT-Margen im nordamerikanischen Industrie- und Bergbaugeschäft ließen sich im Berichtszeitraum nicht aufrechterhalten. In Brasilien beeinträchtigte die ausgeprägte Wirtschaftsschwäche die Entwicklung unserer lokalen Gesellschaft. Daher haben wir Firmenwerte abgeschrieben. Die Wertminderung machte die Hälfte des Ergebnisrückgangs der Gesamtregion aus. Gut behauptet hat sich unsere argentinische Gesellschaft in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, das von hohen Inflations- und Abwertungsraten gekennzeichnet ist.

Das EBIT des Segments ist auf 51,6 Mio € (62,2) zurückgegangen. Die Marge EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen zu Umsatz sank auf 16,3% (20,2).

Die hohen Investitionen des Vorjahres in Anlagevermögen in Nordamerika haben wir im Berichtsjahr nicht fortgesetzt. Der Bau eines neuen Werks in Brasilien wurde zurückgestellt, um die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes abzuwarten.

ENTWICKLUNG DES KONZERNUMSATZES IN NORD- UND SÜDAMERIKA NACH SITZ DER GESELLSCHAFTEN (in Mio €)

Vermögens‑ und Finanzlage

BILANZSTRUKTUR

BILANZSUMME STEIGT

Die Bilanzsumme hat sich im Jahresvergleich um 9,8% auf 1.276,1 Mio € (1.162,0) erhöht. Hauptgründe waren zusätzliche Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, höhere liquide Mittel und ein positiver Umrechnungseffekt aufgrund eines am Bilanzstichtag vergleichsweise schwachen Euros.

Weitgehend unverändert ist die Bilanzstruktur. Die kurzfristigen Vermögenswerte dominieren und machen 59,0% (59,8) der Bilanzsumme aus, die langfristigen Vermögenswerte belaufen sich auf 41,0% (40,2), das sind 521,5 Mio € (468,2).

INVESTITIONEN ERHÖHEN SACHANLAGEVERMÖGEN

Der Zuwachs bei den langfristigen Vermögenswerten ist vor allem auf Investitionen in neue und bestehende Werke zurückzuführen. Der Buchwert der Sachanlagen ist um 27,9 Mio € auf 312,4 Mio € (284,5) gestiegen. Ihr Anteil an der Bilanzsumme betrug wie im Vorjahr 24,5%.

Weitgehend akquisitionsbedingt haben sich die immateriellen Vermögenswerte um 20,5 Mio € auf 128,7 Mio € (108,2) bzw. 10,1% (9,3) der Bilanzsumme erhöht. Rund 70% davon entfallen auf Geschäfts- oder Firmenwerte.

Die Anteile an den at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen betreffen fünf Gesellschaften. Die Veränderung auf 41,5 Mio € (43,3) ist der Saldo aus erwirtschafteten Ergebnissen, Ausschüttungen und Währungskursveränderungen.

LIQUIDE MITTEL ÜBERSTEIGEN 200 MIO €

Der FUCHS PETROLUB Konzern benötigt für sein Geschäftsmodell weniger lang- als kurzfristiges Vermögen. Die kurzfristigen Vermögenswerte werden im Interesse einer hohen Lieferbereitschaft dominiert von Vorräten sowie von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Beide Posten zusammengenommen haben sich im Berichtsjahr um 34,0 Mio € auf 526,8 Mio € (492,8) erhöht. Das entspricht 41,2% (42,4) der Bilanzsumme. Knapp die Hälfte des Anstiegs (15,5 Mio €) ist währungsbedingt.

Eine wichtige Konzernkennzahl im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung im Sinne des FVA-Konzepts ist das OPERATIVE NETTOUMLAUFVERMÖGEN (NOWC). Die Kennzahl NOWC berücksichtigt neben Vorräten und Forderungen auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Zum Bilanzstichtag 2014 hat der Konzern den Saldo aus Vorräten zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 389,5 Mio € (360,5) erhöht. Das NOWC in Beziehung zum annualisierten Umsatz des vierten Quartals gesetzt, ergibt zum 31. Dezember 2014 einen Wert von 21,0% (19,9). Die durchschnittliche Kapitalbindung ist auch währungsbedingt auf 77 Tage (73) angestiegen. Der Konzern erreicht in der Folge nicht den zu Beginn des Jahres genannten Zielwert von 20% vom Umsatz.

VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR

BILANZSUMME IN MIO

AKTIVA IN MIO

2014 88 (7%) 312 (25%) 245 (19%) 282 (22%) 349 (27%)
2013 82 (7%) 285 (25%) 232 (20%) 260 (22%) 303 (26%)
85 (8%) 253 (23%) 239 (21%) 250 (23%) 282 (25%)
2012 85 (9%) 215 (22%) 228 (23%) 248 (25%) 209 (21%)
2011 86 (10%) 201 (22%) 187 (21%) 221 (25%) 199 (22%)
2010

Geschäfts- und Firmenwerte Sachanlagevermögen Vorräte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Anlage- und Umlaufvermögen

PASSIVA IN MIO

2014 916 (72%) 36 (3%) 16 (1%) 137 (11%) 171 (13%)
854 (73%) 16 (1%) 8 (1%) 132 (12%) 152 (13%)
2013 782 (71%) 26 (2%) 9 (1%) 120 (11%) 172 (15%)
2012 658 (67%) 16 (2%) 14 (1%) 129 (13%) 168 (17%)
2011 546 (61%) 74 (8%) 20 (2%) 114 (13%) 140 (16%)
2010

Eigenkapital Pensionsrückstellungen Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten

Liquide Mittel machten 15,8% (15,1) der Bilanzsumme aus. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich auf 202,1 Mio € (175,2).

EIGENKAPITAL NIMMT WEITER ZU

Der FUCHS PETROLUB Konzern ist weiterhin vorwiegend mit Eigenkapital finanziert. Bei einem Anstieg um 62,1 Mio € auf 915,6 Mio € (853,5) belief sich die EIGENKAPITALQUOTE auf 71,7% (73,5). Darin berücksichtigt ist, dass der Konzern im Jahr 2014 zusätzlich zu Dividendenausschüttungen von 97,1 Mio € Eigenkapital in Höhe von 76,4 Mio € im Wege eines Aktienrückkaufs an die Aktionäre zurückgezahlt hat.

Die Rentabilität des eingesetzten Eigenkapitals (ROE) misst FUCHS anhand des Verhältnisses von Ergebnis nach Steuern zum durchschnittlichen Eigenkapital (ermittelt anhand der unterjährigen Quartalsbilanzen). Das Ergebnis nach Steuern hat sich im Vorjahresvergleich um 0,6% erhöht und die durchschnittlichen Eigenmittel sind um 4,2% gestiegen. Damit hat sich der ROE im Jahr 2014 um einen Prozentpunkt auf 25,7% (26,7) verringert.

Das langfristige Fremdkapital im Konzern ist auf 64,3 Mio € (41,0) angestiegen. Durch den Zinsrückgang im Euroraum kam es vor allem zu einem Anstieg der Pensionsrückstellungen. Diese haben sich um 20,2 Mio € auf 36,0 Mio € (15,8) erhöht. Durch die frühzeitigen Maßnahmen des Konzerns zum Abbau der Pensionsrückstellungen beträgt der Anteil an der Bilanzsumme jedoch nur 2,8% (1,4).

Mit 296,2 Mio € (267,5) entfällt weniger als ein Viertel der Bilanzsumme (23,2% nach 22,9% im Vorjahr) auf kurzfristiges Fremdkapital. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen machten davon einen wesentlichen Teil aus und erhöhten sich auf 137,3 Mio € (132,3).

Die Finanzverbindlichkeiten betrugen 16,4 Mio € (7,8). Der Anstieg resultiert aus einer Leasingverbindlichkeit infolge der Ausübung einer Kaufoption für ein Hochregallager. Auf das übrige kurzfristige Fremdkapital – einschließlich Steuerverbindlichkeiten und Rückstellungen – entfielen 142,5 Mio € (127,4).

Die Nettoliquidität des Konzerns, das heißt nach Abzug der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 16,4 Mio € (7,8), belief sich zum Bilanzstichtag auf 185,7 Mio € (167,4).

Ein externes Rating ist angesichts der gegenwärtigen Finanzlage weiterhin nicht erforderlich.

FUCHS BLEIBT STARKER PARTNER FÜR KUNDEN UND LIEFERANTEN

Mit der hohen Eigenmittelquote und der guten Liquiditätsausstattung bleibt FUCHS nicht nur verlässlicher Lieferant, sondern auch solventer Kunde. Die technische Leistungsfähigkeit wird durch wirtschaftliche und finanzielle Stabilität ergänzt.

in Mio € 2014 2013 Veränderung
absolut
Veränderung
relativ in %
Sachanlagevermögen* 292,4 267,8 24,6 9,2
Immaterielle Vermögenswerte* 119,3 111,7 7,6 6,8
Nettoumlaufvermögen (NOWC)* 393,5 376,5 17,0 4,5
Summe wesentliche Treiber* 805,2 756,0 49,2 6,5
Übrige Positionen* 27,4 30,3 –2,9 –9,6
Eingesetztes Kapital* 832,6 786,3 46,3 5,9

DIE ENTWICKLUNG DER WESENTLICHEN TREIBER DES DURCHSCHNITTLICH EINGESETZTEN KAPITALS*

* Durchschnittswerte aus jeweils fünf Quartalswerten.

FUCHS PETROLUB hat 2014 die umfangreichen Investitionen in neue und bestehende Werke fortgesetzt. Aus diesem Grund ist das Sachanlagevermögen im Vorjahresvergleich um 9,2% angestiegen. Ebenso haben sich die immateriellen Vermögenswerte insbesondere akquisitionsbedingt um 6,8% erhöht. Das Nettoumlaufvermögen ist um 4,5% gestiegen.

Alle drei Treiber wirken sich maßgeblich auf den FUCHS Value Added aus. Zusammen repräsentieren sie 96,7% des eingesetzten Kapitals, das im Berichtsjahr um 5,9% zugenommen hat.

Die Investitionen erfolgten planmäßig und die Akquisitionen entsprachen unserem Ziel des selektiven externen Wachstums. Beim Nettoumlaufvermögen war allein eine geschäftsbedingte Zunahme geplant. Der tatsächliche Zuwachs war höher und wurde durch Währungseinflüsse verstärkt.

Wir hatten eine Zunahme des eingesetzten Kapitals aufgrund der Investitionen in Sachanlagen und eines geschäftsbedingt erhöhten Nettoumlaufvermögens (NOWC) prognostiziert. Aufgrund der nicht in der Planung berücksichtigten Akquisitionen und eines höheren Anstiegs des NOWC ist das eingesetzte Kapital stärker gestiegen als von uns prognostiziert.

INVESTITIONEN UND AKQUISITIONEN

INVESTITIONEN

Vor allem in den Bau neuer und in die Modernisierung bestehender Werke wurden im Berichtsjahr – mit Ausnahme des zeitlich aufgeschobenen Werksneubaus in Brasilien – planmäßig 52,6 Mio € (72,8) investiert. Das sind rund 30% weniger als jeweils in den beiden Vorjahren.

Im Jahr 2014 wurde insbesondere an Standorten in Deutschland, China, Südafrika und Australien über die Abschreibungen hinaus investiert.

In Deutschland wurde eine Vereinbarung über den Erwerb eines bisher gemieteten Hochregallagers ("Operating Lease") getroffen. Daneben wurden größere Beträge in ein neues Prüffeld, in Tanklager und in die Einführung von SAP-Software bei einer Tochtergesellschaft investiert.

In China erfolgten Nachlaufinvestitionen in das neue Werk in Yingkou und es wurde aufgrund der guten Geschäftsentwicklung bereits mit Investitionen in Anlagen begonnen, die für eine zweite Bauphase vorgesehen waren. Der alte Standort wurde vollständig geräumt und das Landnutzungsrecht an die Gemeinde Yingkou veräußert.

In Südafrika haben wir ein benachbartes Grundstück hinzuerworben. Dies ermöglicht die Integration des akquirierten Geschäfts am bisherigen Standort. In Australien wurden Erweiterungsinvestitionen in unserem Werk in Melbourne getätigt und ein Neubauprojekt als Ersatz des alten Standorts in Newcastle vorangetrieben.

ABSCHREIBUNGEN

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind auf 35,0 Mio € (28,2) angestiegen. Enthalten sind Wertminderungen in Höhe von 5,2 Mio €, insbesondere aufgrund von Firmenwertabschreibungen in Brasilien.

INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN – SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE (ohne Akquisitionen) in Mio €

Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte langfristigen Vermögenswerte130

X

Investitionen Abschreibungen

AKQUISITIONEN

Im Berichtsjahr hat FUCHS Akquisitionen mit Anschaffungskosten von 23,0 Mio € getätigt. Im Juni wurde in England das Schmierstoffgeschäft der BATOYLE FREEDOM-Gruppe erworben, und im September erfolgte die Übernahme des Geschäfts der Firmen LUBRITENE und LUBRASA in Südafrika und Australien.

Anhang 141

KAPITALFLUSSRECHNUNG

FUCHS PETROLUB hat im Jahr 2014 den Freien CASHFLOW auf 187,9 Mio € (149,9) gesteigert.

ERHÖHTER BRUTTO-CASHFLOW ERLAUBT INNENFINANZIERUNG DES WACHSTUMS

Grundlage war die Erhöhung des Brutto-Cashflows auf 257,9 Mio € (230,0). Wesentliche Treiber des Brutto-Cashflows waren ein Ergebnis nach Steuern von 219,9 Mio € (218,6) und Abschreibungen in Höhe von 35,0 Mio € (28,2).

Für die Finanzierung der betrieblichen Tätigkeit wurden netto 2,6 Mio € (9,5) benötigt. Währungsbereinigt hat das Nettoumlaufvermögen aufgrund erhöhter Vorrats- und Forderungsbestände um 14,0 Mio € (8,6) zugenommen. Im Gegenzug ist die Mittelbindung bei den übrigen Aktiva und Passiva um netto 16,6 Mio € zurückgegangen. Nach Abzug des Ergebnisses aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte erhöhte sich der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit auf 255,3 Mio € (220,5).

Die gesamte Investitionstätigkeit erforderte Mittel in Höhe von 67,4 Mio € (70,6). Es wurden 52,6 Mio € (72,8) in das Anlagevermögen investiert und Akquisitionen mit einem Cashbedarf von 21,8 Mio € (0,0) getätigt. Zuflüsse aus Anlagenabgängen sowie Veränderungen des Konsolidierungskreises beliefen sich auf 7,0 Mio € (2,2).

ERHÖHTER FREIER C ASHFLOW ERMÖGLIC HT HÖHERE AUSSC HÜT TUNGEN UND AKTIENRÜCKKAUF

Unsere Prognose vom Jahresbeginn, dass der Brutto-Cashflow die vollständige Innenfinanzierung von Nettoumlaufvermögen und Investitionen sowie der Dividende ermöglichen wird, wurde bestätigt. Auch die unterjährigen Präzisierungen und Erhöhungen unserer Prognose, nach der der Freie Cashflow zumindest den Vorjahreswert von 149,9 Mio € erreicht, wurden erfüllt. Der Freie Cashflow stieg im Berichtsjahr auf 187,9 Mio € (149,9), das sind über 70% des Brutto-Cashflows.

Mit dem Freien Cashflow des Jahres 2014 wurden Ausschüttungen für das Vorjahr in Höhe von 97,1 Mio € (92,0) getätigt und es wurden Mittel in Höhe von 76,4 Mio € (22,0) für Aktienrückkäufe eingesetzt. Die verbleibenden 14,4 Mio € (35,9) trugen zur Erhöhung des Finanzmittelfonds um 26,9 Mio € (31,5 Mio) auf 202,1 Mio € (175,2) bei.

LIQUIDITÄTSL AGE, FINANZIERUNGSSTRUKTUR UND DIVIDENDENPOLITIK

LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG UND FINANZIERUNGSSTRATEGIE

Der Konzern verfügt über erhebliche liquide Mittel. Diese Mittel sichern seine Flexibilität und Unabhängigkeit. Gleichzeitig unterstützen sie eine kontinuierliche Dividendenpolitik, die angelegt ist auf stetig wachsende, zumindest aber stabile Ausschüttungen an die Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE. Der Konzern bzw. die konzernleitende Holdinggesellschaft verfolgt eine stetige Dividendenpolitik und wendet keine feste Ausschüttungsquote auf das jeweilige Ergebnis an.

Die liquiden Mittel ermöglichen es FUCHS auch, bei sich eventuell ergebenden Akquisitionsmöglichkeiten handlungsfähig zu sein. Zusätzlich stehen dem Konzern dafür bei Kreditinstituten freie Kreditlinien in Höhe von 136 Mio € (140) zur Verfügung. Weiterhin hat das Unternehmen die Möglichkeit, sich über den Kapitalmarkt zu finanzieren.

Kapitalflussrechnung

Gesamtlage und Leistungsindikatoren

Nach Einschätzung des Vorstands befindet sich der FUCHS PETROLUB Konzern in einer sehr guten wirtschaftlichen Lage: Ertragskraft, Stabilität und Liquidität des Unternehmens zeigen das.

LEISTUNGSINDIKATOR ERTRAGSKRAFT

FUCHS verwendet mit dem FUCHS Value Added (FVA) eine einheitliche Kennzahl für Zwecke der wertorientierten Unternehmenssteuerung. In den FVA gehen sowohl die Ertragslage als auch die Vermögens- und Finanzlage ein. Kennzahl für die Ertragslage ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Messziffer für die Vermögens- und Finanzlage sind die Kosten für das durchschnittlich eingesetzte Kapital. Nur wenn das erwirtschaftete EBIT über den Kosten des eingesetzten Kapitals liegt, wird Wert geschaffen.

DER GEWICHTETE ZINSSATZ (WACC)

Die Kosten des eingesetzten Kapitals werden anhand eines gewichteten Zinssatzes (Weighted Average Cost of Capital = WACC) ermittelt, der unter Verwendung des Capital Asset Pricing Models (CAPM) und der Finanzmarktdaten zum Jahresende überprüft und neu festgesetzt wurde.

Basisdaten per Ende 2014:

  • Fremdkapitalkosten² = 1,7% (2,5) nach und 2,5% (3,6) vor Steuern
  • Finanzierungsstruktur³ = 88% (88) Eigenkapital und 12% (12) Fremdkapital
  • Konzerntypische Steuerquote = 31% (30)

1 Risikoloser Zins + Marktrisikoprämie × Branchenrisiko in Form des Beta-Faktors.

2 Risikoloser Zins + Branchentypischer Risikoaufschlag.

3 Branchenspezifische bzw. Ziel-Finanzierungsstruktur zu Marktwerten.

Bei der Ermittlung des WACC gemäß CAPM mit den Finanzmarktdaten per Ende 2014 errechnen sich Werte von 9,8% (11,0) vor bzw. 6,8% (7,7) nach Steuern. Diese Werte liegen infolge der stark rückläufigen Marktzinssätze deutlich unter den Vorjahreszahlen, so dass wir für das Jahr 2014 eine Reduktion des WACC auf 10,0% (11,5) vor und auf 7,0% (8,0) nach Steuern vorgenommen haben.

Der WACC wird für die interne Performanceberechnung und für die Kalkulation der Erfolgsbeteiligung des Managements und der Mitarbeiter der Holding verwendet.

In die FVA-Berechnung geht der WACC als Vorsteuerzinssatz ein, da in die Wertermittlung auch die Ertragskomponente als Vorsteuerzahl (EBIT) einfließt.

in Mio € 2014 2013 Veränderung
absolut
Veränderung
relativ in %
EBIT 313,0 312,3 0,7 0,2
Capital Employed
Eigenkapital* 854,0 819,7 34,3 4,2
+ Finanzverbindlichkeiten* 11,1 7,4 3,7 50,0
+ Pensionsrückstellungen netto* 19,8 20,1 –0,3 –1,5
+ Abgeschriebene Firmenwerte* 85,2 85,2
– Liquide Mittel* 137,5 146,1 –8,6 –5,9
Capital Employed gesamt 832,6 786,3 46,3 5,9
Vorsteuer WACC (in %) 10,0 11,5 –13,0
Kapitalkosten 83,3 90,4 –7,1 –7,9
FVA 229,7 221,9 7,8 3,5

FVA 2014 STEIGT INFOLGE RÜCKLÄUFIGER KAPITALKOSTEN

* Durchschnittswerte aus jeweils fünf Quartalswerten.

Das EBIT als Steuerungsgröße für den Ertrag lag im Berichtsjahr entgegen unseren ursprünglichen Erwartungen auf dem Niveau des Vorjahres (+0,2%). Das Capital Employed als weitere Steuerungsgröße ist um 5,9% gestiegen, angesichts eines reduzierten WACC sind die Kapitalkosten insgesamt um 7,9% gesunken. Der ökonomische Gewinn des Konzerns (FVA) ist hiernach mit 229,7 Mio € (221,9) um 3,5% höher als im Vorjahr.

Die Gesamtkapitalrendite (ROCE = EBIT bezogen auf das durchschnittlich eingesetzte Kapital) beträgt 37,6% (39,7) und übersteigt damit die gewichteten Kapitalkosten vor Steuern von 10,0% (11,5) deutlich.

FÜNFJAHRESÜBERSICHT DES FVA UND SEINER TREIBER

2014 2013 2012 2011 2010
313 312 293 264 250
833 786 737 674 586
83 90 85 78 67
10,0 11,5 11,5 11,5 11,5
230 222 208 186 183

LEISTUNGSINDIKATOR STABILITÄT

Der FUCHS PETROLUB Konzern beurteilt seine Vermögens- und Finanzlage anhand der Kennzahl Verschuldungsgrad oder "Gearing" (siehe Seite 70). Das Verhältnis aus Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquide Mittel zuzüglich Pensionsverbindlichkeiten zum Eigenkapital hat sich kontinuierlich verbessert. Der Konzern ist zurzeit angesichts hoher liquider Mittel und geringer Finanzverbindlichkeiten bzw. Pensionsverbindlichkeiten de facto schuldenfrei. Für das Berichtsjahr errechnet sich erneut ein Wert von kleiner Null. Die nachfolgend dargestellte Entwicklung bestätigt die fortdauernde finanzielle Stabilität des Konzerns.

in Mio € 2014 2013 2012 2011 2010
Finanzverbindlichkeiten 16 8 9 14 20
Pensionen (netto) 36 16 26 12 74
Liquide Mittel –202 –175 –144 –79 –92
Summe1 –150 –151 –109 –53 2
Eigenkapital 916 854 782 658 546
Nettogearing1 –0,2 –0,2 –0,1 –0,1 0,0

FÜNFJAHRESÜBERSICHT DES GEARINGS UND SEINER TREIBER

1 Bei Überschuss liquider Mittel über Finanz- und Pensionsverbindlichkeiten Wert negativ.

LEISTUNGSINDIKATOR LIQUIDITÄT

Eine Kennzahl zur Beurteilung der Dividenden- und Schuldentilgungsfähigkeit eines Unternehmens ist der Freie Cashflow. Der FUCHS PETROLUB Konzern hat im Jahr 2014 einen freien Cashflow von 187,9 Mio € (149,9) erwirtschaftet. Für Dividendenzahlungen und den Rückkauf eigener Aktien wurden 173,5 Mio € (114) aufgewandt. Nach Berücksichtigung übriger Veränderungen standen 26,9 Mio € (31,5) zur Aufstockung des Bestands an liquiden Mitteln zur Verfügung. Die Liquiditätslage im Jahr 2014 war durchweg gut.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Freien Cashflows. Der Konzern weist kontinuierlich hohe Werte bei der Generierung von Liquidität aus, die trotz nennenswerter Zukunftsinvestitionen ausreichend Spielraum für Dividendensteigerungen gelassen hat. Darüber hinaus wurden in verschiedenen Jahren Aktienrückkäufe vorgenommen.

in Mio € 2014 2013 2012 2011 2010
Freier Cashflow 188 150 140 59 78
Ausschüttungssumme* 106 97 92 70 63
Aktienrückkäufe 76 22

FÜNFJAHRESÜBERSICHT DES FREIEN CASHFLOWS UND DER AUSSCHÜTTUNGEN

* Jeweils im Folgejahr, für 2014 Dividendenvorschlag.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des FUCHS PETROLUB Konzerns haben, sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

Chancen- und Risikobericht

Im Fokus unserer Chancen- und Risikopolitik stehen die nachhaltige Bestandssicherung und Steigerung des Unternehmenswerts des FUCHS PETROLUB Konzerns. Es entspricht unserer unternehmerischen Zielsetzung, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu realisieren sowie Risiken der Geschäftstätigkeit frühzeitig zu identifizieren, diese angemessen zu bewerten und adäquat darauf zu reagieren. Die vielfältigen Chancen für den Konzern resultieren aus der Technologieführerschaft in wichtigen Geschäftsfeldern, der breiten Palette unseres Produktportfolios, den Kooperationen mit lokalen und internationalen Kunden sowie der globalen Aufstellung. Wir sehen auf dieser Grundlage ein Potenzial zur Erschließung weiterer Branchen und Nischen sowie zur stabilen und stetigen Unternehmensentwicklung.

Wir verstehen Chancen und Risiken wie folgt:

  • Chancen entsprechen möglichen künftigen Entwicklungen oder Ereignissen, die zu einer für das Unternehmen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.
  • Unter Risiken fassen wir mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse zusammen, die zu einer für das Unternehmen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

Sofern nicht anders angegeben oder explizit genannt, betreffen die aufgeführten Chancen und Risiken sämtliche Segmente.

Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE gibt die Leitlinien der Risikopolitik vor und ist bestrebt, ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken auf der Grundlage des Geschäftsmodells sicherzustellen. Das Abwägen von Chancen und Risiken ist Bestandteil sämtlicher unternehmerischer Entscheidungen. Das Chancen- und Risikomanagement ist Teil der täglichen Geschäftssteuerung und in allen operativen Einheiten verankert. Unser Chancen- und Risikomanagement basiert auf Strategieund Planungsprozessen sowie regelmäßig stattfindenden Chancen- und Risikoinventuren. Die Identifikation von Chancen und Risiken erfolgt anhand von Beobachtungen und Analysen von Trends sowie gesamtwirtschaftlichen, branchenspezifischen, regionalen und lokalen Entwicklungen. Identifizierte Chancen und Risiken werden bewertet und in strategische sowie operative Maßnahmen umgesetzt. Der Vorstand, das Group Management Committee (GMC) und das Management der dezentralen Einheiten arbeiten bei der Identifikation, Bewertung und Steuerung von Chancen und Risiken eng zusammen. Die Analyse und Beurteilung der Chancen- und Risikolage des Konzerns ist Gegenstand einer kontinuierlichen Überwachung durch den Vorstand und das GMC. Risiken versuchen wir durch entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen zu vermeiden, zu vermindern oder – sofern möglich und wirtschaftlich vertretbar – auf Dritte beispielsweise durch den Abschluss von Versicherungen zu übertragen.

CHANCENBERICHT

CHANCENMANAGEMENT DES KONZERNS

Die globale Geschäftstätigkeit des FUCHS PETROLUB Konzerns innerhalb eines dynamischen Marktumfelds eröffnet fortlaufend neue Chancen, deren systematisches Erkennen und Nutzen wesentlicher Bestandteil unserer nachhaltigen Wachstumspolitik ist. Chancen werden im Rahmen der jährlichen Geschäftsplanung und Zielvereinbarung identifiziert. Die Maßnahmen zur Realisierung der Chancen werden zwischen Vorstand bzw. GMC und dem operativen Management der Einzelgesellschaften abgestimmt.

Der Konzern verfügt über Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse, um sicherzustellen, dass Chancen frühzeitig erkannt werden. Auf der Grundlage volkswirtschaftlicher Analysen anerkannter Institute, Marktinformationen und unserer eigenen Monitoring-Systeme sind wir bestrebt, auf aktuelle Entwicklungen angemessen und frühzeitig zu reagieren. Die Verdichtung der globalen Informationen erfolgt regelmäßig im Rahmen der Budget- und Hochrechnungen. Hierbei handelt es sich vor allem um die Analyse von Chancen im Rahmen der strategischen Planung, der Marktanalyse oder der Produktentwicklung. Ebenso werden Chancen bei der Bewertung von Investitionsprojekten oder bei der Suche nach Maßnahmen zur Kostensenkung beurteilt.

Zusätzlich zur Auswertung von Chancen im Rahmen der Budget- und Hochrechnungserstellung erfolgt zweimal jährlich eine Erhebung potenzieller noch nicht berücksichtigter Chancen auf Gesellschaftsebene und divisionaler Ebene.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN

Über die globale Präsenz des FUCHS PETROLUB Konzerns in allen Industriemärkten bedeutender und aufstrebender Volkswirtschaften partizipieren wir an Wachstumsimpulsen. Es ist unser Ziel, an der dynamischen Entwicklung teilzuhaben sowie neue Kunden und zusätzliche Aufträge zu akquirieren. Auf der Grundlage des Geschäftsmodells ergeben sich über die verschiedenen Regionen, Branchen, Produkte und Kunden vielfältige Chancen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE CHANCEN

Auf der Grundlage unseres Leitbilds LUBRICANTS.TECHNOLOGY.PEOPLE. sind die Fokussierung auf Schmierstoffe, die Innovationsstärke, die Technologieführerschaft in wichtigen Geschäftsfeldern, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein sowie unsere qualifizierten Mitarbeiter die wichtigen Grundpfeiler unseres unternehmerischen Erfolgs. Diese Stärken in Verbindung mit dem bewährten Geschäftsmodell und in Kombination mit der Früherkennung zukünftiger Produkt-, Umweltschutz-, rechtlicher sowie regulatorischer Anforderungen unterstützen den weiteren Ausbau unserer Marktstellung in den weltweiten Schmierstoffmärkten sowie die Entwicklung optimaler Schmierstofflösungen für unsere Kunden.

Unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten vereinen die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekte unseres Managementhandelns. Die Aktivitäten sind insbesondere darauf ausgerichtet, vorhandene Potenziale für die weitere Steigerung des Unternehmenswerts und die kontinuierliche Reduzierung des Ressourceneinsatzes auszunutzen sowie den gesellschaftlichen Anforderungen eines verantwortungsbewussten Unternehmens gerecht zu werden.

BRANCHEN- UND MARKTSPEZIFISCHE CHANCEN

Die räumliche und organisatorische Aufstellung unseres globalen und leistungsfähigen Netzwerks von Verkaufsmitarbeitern, Anwendungsingenieuren und Handelspartnern ist auf die branchen- und marktspezifischen Anforderungen unserer Kunden abgestimmt. Die unternehmensstrategischen Vorgaben, die aus dem Leitbild resultieren, werden operativ in den Einzelgesellschaften und Zentralfunktionen umgesetzt.

Chancen sehen wir darin, die Kompetenzen und Kapazitäten unserer Mitarbeiter und Führungskräfte zu fördern und für die Geschäftsentwicklung zu nutzen. Gleiches gilt für die frühzeitige Antizipation und Umsetzung von Trends auf dem Gebiet energiesparender und umweltschonender Produkte.

CHANCEN AUS FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Um seine Kundenstruktur zu stärken und sein Produktportfolio weiter zu diversifizieren, pflegt der FUCHS PETROLUB Konzern eine gemeinschaftliche Forschung und Entwicklung im Verbund mit Universitäten, verwandten Forschungseinrichtungen und Kunden.

Wir unterstreichen unsere Technologieführerschaft in wichtigen Geschäftsfeldern, indem wir gezielt in die Forschung und Entwicklung hochwertiger Schmierstoffe investieren. Wir erarbeiten maßgeschneiderte Produktlösungen, die unseren Kunden nachhaltigen Mehrwert bieten. Innovationen sollen dazu beitragen, profitables organisches Wachstum zu unterstützen und unsere Wertschöpfung sowie Wettbewerbsposition weiter zu stärken.

RISIKOBERICHT

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM DES KONZERNS

Das vom Vorstand der FUCHS PETROLUB SE festgelegte und in allen Konzerneinheiten implementierte Risikomanagementsystem (RMS) regelt über die Risikomanagement-Richtlinie den Umgang mit Risiken innerhalb von FUCHS und definiert eine konzerneinheitliche Methodik, die in die Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse aller operativen Einheiten und Zentralfunktionen integriert ist. Wir verfolgen dabei eine nachvollziehbare und transparente Abbildung der Risiken sämtlicher Unternehmensaktivitäten und Unternehmensprozesse über einen strukturierten Prozess der Identifikation, Bewertung, Formulierung von Gegenmaßnahmen, regelmäßiger Berichterstattung und Nachverfolgung. Konkret umgesetzt wird diese Zielsetzung über die strategische Planung, die Mittelfristplanung und die Budgetierung, das Reporting und das permanente Controlling, das Risikoberichtswesen, das Interne Kontrollsystem (als Bestandteil des RMS), das Compliance Management System sowie die Interne Revision.

Das allgemein anerkannte Rahmenwerk COSO II des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission bildet die systematische Grundlage des RMS und des Internen Kontrollsystems, welches bezüglich Umfang und Ausrichtung durch den Vorstand unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Anforderungen festgelegt und erforderlichenfalls angepasst wird.

Das RMS ist in einer gruppenweit gültigen Richtlinie geregelt. Grundlage der globalen Risikosteuerung im Konzern sind sowohl Budgets und Prognoserechnungen als auch die vom Management der operativen Einheiten halbjährlich und in den Zentraleinheiten jährlich durchgeführten Risikoinventuren. Die Risikoinventur in den einzelnen Gesellschaften oder Fachbereichen wird von den am Berichtsprozess beteiligten Personen im Rahmen eines strukturierten Verfahrens vorgenommen. Dabei stehen geeignete Hilfsmittel in Form von Risikokategorien zur Verfügung, um die Risikoidentifikation auf der Grundlage gegebener unternehmerischer Ziele sowie des Umfelds der unternehmerischen Tätigkeit zu unterstützen. Plötzlich oder unerwartet eingetretene Risiken mit signifikanten Auswirkungen werden dem Vorstand ad hoc berichtet.

Der Risikomanagementprozess wird durch eine intranetbasierte IT-Lösung unterstützt. Die für die Risikobewältigung verantwortlichen Personen sind gleichzeitig für die Identifikation und Kontrolle der Risiken zuständig. Anhand eines Risikokatalogs kann die Vollständigkeit der Risikomeldungen beurteilt und sichergestellt werden. Die Bewertung der Risiken erfolgt unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe. Bei der Schadenshöhe wird zwischen einem Bruttoschaden vor und einem Nettoschaden nach risikomindernden Maßnahmen unterschieden. Risikomindernde Maßnahmen werden dezentral definiert, durchgeführt und auf ihre Wirksamkeit überprüft. Eine weitere Validierung der Meldungen erfolgt durch die Interne Revision.

Die einzelnen von den Konzerngesellschaften und Fachbereichen gemeldeten Risiken werden auf Konzernebene zu Risikoaggregaten zusammengefasst.

Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten einen bestandsgefährdenden Charakter für den FUCHS PETROLUB Konzern haben könnten, werden die Risikoaggregate anhand der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkung klassifiziert. Die Skalierung und die jeweilige Erläuterung sind in der nachfolgenden Tabelle abgebildet:

Eintrittswahrscheinlichkeit Beschreibung Auswirkung Beschreibung
0 bis 10% Niedrig Unerheblich Unerhebliche negative Auswirkungen
11 bis 25% Mittel Niedrig Einige negative Auswirkungen
26 bis 50% Mittel –hoch Moderat Beträchtliche negative Auswirkungen
51 bis 100% Hoch Signifikant Schädigende negative Auswirkungen

Die Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bestimmt, welche Risikokategorien aus Konzernsicht als wesentlich zu betrachten sind. Dies ist in der nachfolgenden Tabelle abgebildet. Dort wird unterschieden in niedrige (L=Low; grün), mittlere (M=Medium; gelb) und hohe (H=High; rot) Risiken. Entsprechend unserer Risiko-Methodologie werden allein die hohen Risiken als wesentlich eingestuft.

Eintrittswahrscheinlichkeit
Niedrig (0 – 10 %) Mittel (11 – 25 %) Mittel – hoch (26 – 50 %) Hoch (51 – 100 %)
Signifi kant (> 15 Mio €) Medium Medium High High
Moderat (> 10 und ≤ 15 Mio €) Low Medium Medium High
Niedrig (> 5 und ≤ 10 Mio €) Low Low Medium Medium
Unerheblich (≤ 5 Mio €) Low Low Low Low

Die Aufbereitung der Informationen erfolgt durch die Interne Revision, die an den Vorstand berichtet. Die Ergebnisse des Gesamtprozesses werden dem Aufsichtsrat mindestens einmal jährlich präsentiert.

Es ist zu berücksichtigen, dass es keine absolute Sicherheit hinsichtlich der Identifikation und Steuerung von Risiken auch bei angemessen und funktionsfähig eingerichteten Systemen gibt. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand und den uns zur Verfügung stehenden Informationen haben wir die Risiken der Geschäftstätigkeit angemessen berücksichtigt und abgebildet. Auf der Grundlage der oben dargestellten Klassifizierung von Risiken gibt es für den FUCHS PETROLUB Konzern zurzeit keine als hoch oder mittel eingestuften Risikoaggregate.

WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMS BEZOGEN AUF DEN KONZERNRECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Das vom Vorstand der FUCHS PETROLUB SE eingerichtete und weiterentwickelte Interne Kontrollsystem (IKS) bezweckt die Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, der Ordnungsmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften sowie internen Regelungen.

Zur Steuerung des Gesamtunternehmens eingesetzte Instrumente sind der Verhaltenskodex, der Corporate Governance Bericht, die Konzernrichtlinien, die Risikoberichterstattung, der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, das Compliance-Komitee, das IT-Steering-Komitee und die Interne Revision.

Die Kontrollen zur Überwachung des Gesamtunternehmens umfassen ein umfangreiches Controlling-System zur Überwachung operativer und finanzieller Prozesse in der Form periodischer Finanzberichte, Hochrechnungen, Budgets, Compliance- und Revisionsberichte. Des Weiteren existieren auf Ebene der Gesellschaften Vorgaben zum Vier-Augen Prinzip, zur Funktionstrennung und zur Einhaltung von Genehmigungsstufen.

Der Konzernrechnungslegungsprozess ist derart gestaltet, dass eine konzernweit einheitliche Rechnungslegung sämtlicher Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung, den internationalen Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards, kurz: IFRS) sowie den konzerninternen Richtlinien gewährleistet ist. Sämtliche in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen berichten in einheitlicher Form an die Muttergesellschaft. Ferner erfolgt die Konsolidierung nach konzerneinheitlichen Vorgaben.

Die dezentrale Organisation des Konzernrechnungslegungsprozesses hat ihren Ausgangspunkt in den Einzelgesellschaften des Konzerns und umfasst ein Berichtswesen mit umfangreichen monatlichen Eckzahlen sowie detaillierten vierteljährlichen Zwischen- und Jahresabschlüssen. Diese werden konzernintern regelmäßig hinsichtlich der Vollständigkeit, Genauigkeit und Plausibilität analysiert und überprüft. Die technische Abwicklung der Berichtsprozesse erfolgt über ein konzernweit einheitliches intranetbasiertes Berichtsprogramm.

Das Richtlinienwerk des FUCHS PETROLUB Konzerns enthält ein Bilanzierungshandbuch (FUCHS Accounting Manual, kurz: FAM), eine Finanzrichtlinie, eine Investitionsrichtlinie, eine Forderungsrichtlinie und eine Richtlinie für den Zahlungsverkehr zwischen Konzernunternehmen. Änderungen bestehender Rechnungslegungsvorschriften mit Auswirkung auf den Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE werden zeitnah und rechtzeitig analysiert und gegebenenfalls an die Konzerngesellschaften zur Umsetzung kommuniziert. Die fachliche Kompetenz des am Rechnungslegungsprozess beteiligten Personals wird über eine sorgfältige Auswahl, Ausbildung und laufende Weiterbildung der Mitarbeiter gewährleistet. Die weitreichend vereinheitlichten IT-Systeme und entsprechenden Sicherheitseinrichtungen schützen die im Bereich der Rechnungslegung verwendeten EDV-Systeme bestmöglich gegen unbefugte Zugriffe. Die Konzernrevision überprüft im Rahmen der jährlich stattfindenden Prüfungen die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess. Zudem sind das Konzernrechnungswesen (bilanziell) und die Interne Revision (IKS) über die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfungen der Tochterunternehmen informiert. Beide Abteilungen sind direkt dem Finanzvorstand der FUCHS PETROLUB SE unterstellt.

Die vielfältigen Aktivitäten im Rahmen des Internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems (insbesondere im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess) der FUCHS PETROLUB SE sind darauf ausgerichtet, Risiken und Fehlentwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen bzw. zeitnah aufzudecken. Jedoch bieten auch unsere Systeme keine absolute Sicherheit gegen eventuell auftretende Fehler. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Jahresabschlussprüfung bestätigt, dass das Risikofrüherkennungssystem von FUCHS PETROLUB geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Im Rahmen der Abschlussprüfung ergaben sich keine Feststellungen zu wesentlichen Schwächen im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem.

Es erfolgt eine regelmäßige Risikoberichterstattung an den Aufsichtsrat.

EINZELRISIKEN

Auf der Grundlage der oben dargestellten Klassifizierung von Risiken existieren derzeit für den FUCHS PETROLUB Konzern keine als hoch oder mittel eingestuften Risikoaggregate. Auch die Aggregation über alle Risiken hinweg ist aus Konzernsicht nicht wesentlich. Dennoch werden nachfolgend die Risiken dargestellt, die aufgrund ihrer Wichtigkeit für den Konzern und die Einzelgesellschaften permanent betrachtet werden.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Risiken, die durch Konjunkturzyklen entstehen, können nicht vollständig abgewendet werden. Eine Verschlechterung konjunktureller Rahmenbedingungen in den Absatzregionen kann die Umsatzund Ertragslage des FUCHS PETROLUB Konzerns beeinträchtigen. Geopolitische und wirtschaftliche Krisen können Auswirkungen auf regionale Märkte haben. Durch die konsequente Ausrichtung des Geschäfts auf die großen Wirtschaftsräume Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien-Pazifik, Afrika ist die Abhängigkeit in einzelnen Kundenländern begrenzt und eine Risikostreuung gegeben. Das diversifizierte Produktportfolio trägt dazu bei, dass temporäre Konjunkturschwankungen z.B. durch günstigere Entwicklungen in anderen Regionen und Märkten zumindest teilweise kompensiert werden können.

Die wirtschaftliche und politische Lage in Russland, die Krise in der Ukraine und die andauernde Staatsschuldenkrise im Süden Europas stellen Risiken für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und für die Entwicklung der betroffenen FUCHS-Gesellschaften dar.

In Russland und der Ukraine können sich als Folge der schwachen Entwicklung von Wirtschaft sowie Währungen negative Auswirkungen auf die Ertragslage ergeben. Ferner kann sich das Zahlungsverhalten der Kunden verschlechtern. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass die russische Konjunktur weiter einbrechen könnte. In der Ukraine kann sich die Beschaffung von Fremdwährungen zur Zahlung von Warenlieferungen erschweren.

Durch die ständige Beobachtung der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung, ein striktes Forderungsmanagement, eine strikte Kostenkontrolle sowie eine intensive Kommunikation mit den Landesgesellschaften verringern wir die Risiken für den FUCHS PETROLUB Konzern. Zur Minimierung von Währungsverlusten ist die russische Gesellschaft bestrebt, den Anteil der Verkäufe in Euro zu erhöhen. Verbindlichkeiten aus konzerninternen Rechnungen werden umgehend bei Lieferung beglichen. Durch den Aufbau einer lokalen Beschaffung und Produktion nimmt unsere Abhängigkeit von grenzüberschreitenden Lieferungen nach Russland stetig ab.

Branchenrisiken

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist von den verschiedenen Branchen geprägt, in denen unsere Gesellschaften Kunden betreuen und Produkte verkaufen. Im Fokus unserer Betrachtung stehen dabei der intensive Wettbewerb auf den Absatzmärkten, steigende Qualitätsansprüche der Kunden, der technologische Fortschritt sowie Ausfall- und Vorratsrisiken. Wir sind permanent bemüht, unsere Position als Technologieführer in strategisch bedeutsamen Geschäftsfeldern und Nischen über stetige Innovationsaktivitäten, partnerschaftliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie die anwendungstechnische Betreuung direkt beim Kunden zu festigen und weiter auszubauen.

Beschaffungsrisiken

Auf der Beschaffungsseite sehen wir die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Marktveränderungen, die Ausnutzung der Oligopolstellung von Lieferanten sowie dadurch verursachte Preisschwankungen als wesentliche Risiken an. Organisatorisch werden die Beschaffungsmärkte innerhalb des Konzerns sowohl von zentraler Stelle als auch durch die Landesgesellschaften beobachtet, um auf ungünstige Entwicklungen frühzeitig reagieren zu können. Weitere Gegenmaßnahmen bestehen in der Sicherung der Grundölversorgung und wichtiger Chemikalien über eine breitere Bezugsbasis, in der ständigen Suche nach alternativen Lieferanten und der Mitarbeit in technischen Komitees mit dem Ziel einer größeren Austauschbarkeit von Grundölen.

Der Rohstoffeinsatz von FUCHS PETROLUB teilt sich auf in chemische Rohstoffe und Basisflüssigkeiten. Zu den Basisflüssigkeiten zählen auch Grundöle. Viele der chemischen Rohstoffe basieren ursprünglich auf Öl und treffen bei FUCHS erst nach zahlreichen Veredlungsstufen, d.h. nach einer deutlichen WERTSCHÖPFUNG, ein. Der Preisverfall bei Rohöl hat auch Auswirkungen auf die Beschaffungspreise einiger Rohstoffe, jedoch nicht unmittelbar und nicht im gleichen Maße. Nachhaltige Rohstoffpreissenkungen können ein Sinken unserer Verkaufspreise nach sich ziehen und damit negative Auswirkungen auf die Ertragslage haben.

Regulatorische und rechtliche Risiken

Die globale Geschäftstätigkeit des FUCHS PETROLUB Konzerns wird durch das rechtliche und regulatorische Umfeld beeinflusst. Den Einflüssen begegnen wir mit der Expertise eigener Fachleute sowie einer angemessenen rechtlichen und versicherungsrechtlichen Beratung.

Durch die europäischen Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals) wird das bisherige Chemikalienrecht in den EU-Mitgliedsstaaten grundlegend harmonisiert und vereinfacht. Wir haben sämtliche personellen sowie organisatorischen Maßnahmen ergriffen, um den regulatorischen Anforderungen zu entsprechen und die Weiterentwicklung zu kontrollieren.

Mit GHS (Globally Harmonised System) verfolgen die Vereinten Nationen das Ziel der Einführung eines weltweit einheitlichen Systems zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Die Einführung von GHS führt zu einer neuen Bewertung der Toxizitätseigenschaften von Stoffen und Zubereitungen. Produkte aus dem FUCHS-Sortiment könnten dabei kennzeichnungspflichtig werden und möglicherweise nicht mehr zu vertreiben sein. Durch die Schaffung entsprechender organisatorischer Strukturen unterstützen wir weltweit die Einführung von GHS. Für betroffene Produkte haben wir bereits Alternativformulierungen entwickelt. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilungen arbeiten an weiteren Alternativen.

Unsere 50%ige Mitgesellschafterin bei der FUCHS OIL MIDDLE EAST LTD. hatte im Dezember 2010 Klage gegen die FUCHS PETROLUB SE wegen Verletzung gesellschaftsrechtlicher Pflichten erhoben. Zudem waren die Eigentumsverhältnisse bei der Mitgesellschafterin Gegenstand eines separaten Rechtsstreits. Im Juli 2014 hat der Privy Council in London in letzter Instanz über die Eigentumsverhältnisse bei unserer Mitgesellschafterin entschieden. Der neue Inhaber der Mitgesellschafterin der FUCHS OIL MIDDLE EAST LTD. hat daraufhin die Klage gegen die FUCHS PETROLUB SE zurückgenommen. Durch die Beilegung der gerichtlichen Auseinandersetzungen ist diesbezüglich mit keinen weiteren Risiken für den Konzern zu rechnen.

Compliance-Risiken

Ungesetzliches Verhalten birgt die Gefahr eines Imageschadens, schwächt unsere Marktposition und ist geeignet, wirtschaftliche Schäden für unser Unternehmen herbeizuführen.

Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten zu gewährleisten, hat der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE ein Compliance Management System (CMS) implementiert. Wesentliche Bestandteile des CMS sind die Prävention und die Aufdeckung von Verstößen sowie die Reaktion auf Verstöße. Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen, den FUCHS-Verhaltenskodex oder weitere interne Richtlinien werden von uns nicht toleriert.

Eine ausführlichere Darstellung des CMS erfolgt in der Erklärung zur Unternehmensführung, die Bestandteil des Corporate Governance Berichts ist.

Risiken der Informationstechnologie

Mit der organisatorischen und technischen Vernetzung von Standorten und Systemen nimmt die Komplexität im Bereich der Informationstechnologie zu. Die Gefahr von Datenverlust oder -diebstahl sowie das Risiko von Betriebsstörungen und -unterbrechungen steigen. Wir begegnen den Risiken, indem wir mit etablierten IT-Service-Providern zusammenarbeiten, detaillierte Back-up- und Recovery-Prozeduren implementieren und Virenscanner sowie Firewalls einsetzen. Die Mitarbeiter werden über Schulungen und Richtlinien auf dem aktuellen Kenntnis- und Entwicklungsstand gehalten. Um weltweit einheitliche IT-Sicherheitsstandards sicherzustellen, werden regelmäßig IT-Sicherheitsabfragen durchgeführt. Anhand der Ergebnisse der Abfragen werden kurz- und langfristige Maßnahmen zur Steigerung der IT-Sicherheit initiiert.

Risiken aus Forschung und Entwicklung

Aus den Chancen einer großen Innovationsfähigkeit und eines hohen Spezialisierungsgrads resultieren gleichzeitig die Risiken einer hohen Komplexität und beschränkten Kalkulierbarkeit von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Zur Steuerung dieser Risiken werden die meisten Produkte in Abstimmung mit unseren Kunden entwickelt oder es wird eine gemeinschaftliche Forschung im Verbund mit Universitäten oder entsprechenden Forschungseinrichtungen betrieben. Die Entwicklung neuer und innovativer Produkte macht einen effektiven Know-how-Schutz erforderlich, den wir intern über unsere Organisation und entsprechende Abläufe sicherstellen.

Produktions-, Produkt- und Umweltrisiken

Die Produktion, Abfüllung, Lagerung sowie der Transport von chemischen Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen bringt mögliche Produkt- und Umweltrisiken mit sich, die sich in Form von Störfällen mit unmittelbaren Auswirkungen auf Personen, Umwelt und Produktionsabläufe äußern können. Wir berücksichtigen daher hohe (sicherheits-)technische Standards beim Bau, Betrieb und bei der Instandhaltung von Produktionsanlagen. Die Verwendung von Rohstoffen sowie die Herstellung unserer Produkte unterliegen einer weltweit konsequenten Überwachung von Qualitätsanforderungen und -standards. Weiterhin führen wir gezielte Maßnahmen zur Einhaltung des Boden- und Gewässerschutzes durch. Gruppenweit bestehende Versicherungsprogramme decken die Risiken durch Sach- und Haftpflichtschäden, Transportschäden sowie mögliche Betriebsunterbrechungen angemessen ab. Auswirkungen von ungeplanten Betriebsunterbrechungen begegnen wir auch durch Sicherheitsbestände sowie durch unser globales Produktionsnetzwerk.

Investitions- und Akquisitionsrisiken

Akquisitions- und Investitionsprojekte sind mit komplexen Risiken behaftet. Bei unvorhersehbaren Veränderungen der wirtschaftlichen oder rechtlichen Rahmenbedingungen kann es zu höheren Akquisitions- und Investitionskosten kommen. Sowohl die Inbetriebnahme einer Investition als auch die Integration von erworbenen Unternehmen kann sich verzögern. Investitionsentscheidungen werden daher in mehreren Stufen sorgfältig geprüft und bei Überschreiten einer festgelegten Wertgrenze dem Vorstand zur Entscheidung vorgelegt. Bei Akquisitionen ist der Vorstand regelmäßig in den Akquisitionsprozess eingebunden. Investitions- und Akquisitionsprojekte werden nach festgelegten Abläufen und Verfahren durchgeführt.

Währungsrisiken

Bei den Währungsrisiken ist zwischen Transaktionsrisiken und Translationsrisiken zu differenzieren. Die Transaktionsrisiken entstehen durch Einnahmen und Ausgaben in Fremdwährung, wie beispielsweise bei der Beschaffung von Rohstoffen. Aufgrund der Struktur des Schmierstoffgeschäfts, das keine langen Vorlaufzeiten oder hohen Auftragsbestände kennt, erfolgen keine langfristigen Währungsabsicherungen des operativen Geschäfts. Hingegen werden Wechselkursrisiken aus der Gewährung von konzerninternen Fremdwährungsdarlehen grundsätzlich abgesichert.

Das Translationsrisiko ist Folge der Währungsumrechnung von Bilanzen sowie von Gewinn- und Verlustrechnungen in Euro. Da zum FUCHS PETROLUB Konzern viele nicht im Euro-Raum ansässige Konzerngesellschaften gehören, können schwankende Wechselkurse das Konzernergebnis beeinflussen. Transaktions- und Translationsrisiken haben auf Konzernebene einen gegenläufigen Effekt.

Pensionsrisiken

Die betrieblichen Altersversorgungssysteme sind im Konzern überwiegend fondsfinanziert. Die Pensionsrisiken für Anwartschaften und Ausgeschiedene sind überschaubar und stellen im Verhältnis zum gesamten Konzernvermögen kein nennenswertes Risiko dar. Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen zu den Rückstellungen für Pensionen im Konzernanhang.

GESAMTEINSCHÄTZUNG ZU CHANCEN UND RISIKEN DES KONZERNS

Die Chancendarstellung des Konzerns entspricht einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Chancen, die aus der aggregierten Betrachtung sämtlicher Meldungen zu den Einzelgesellschaften und Divisionen für das Jahr 2015 resultieren. Wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr haben sich nicht ergeben.

Die Risikodarstellung des Gesamtkonzerns entspricht einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risiken, die aus den Budgetmeldungen und Risikomeldungen der Einzelgesellschaften sowie der Zentralfunktionen abgeleitet wurden und dem Prognosezeitraum entsprechen. In der Gesamtbetrachtung hat sich das Risikoprofil des FUCHS PETROLUB Konzerns im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

Das ausbalancierte Chancen- und Risikomanagement des Konzerns, die stabile finanzielle Lage mit einer Eigenkapitalquote von 71,8%, einem Verschuldungsgrad von null, steigenden Jahresergebnissen und Cashflows sowie einem soliden Geschäftsmodell begrenzen die Risiken der Geschäftstätigkeit und eröffnen weitere Möglichkeiten der Unternehmensentwicklung bei Umsatz und Ertrag.

Das vom Vorstand eingerichtete und weltweit praktizierte Chancen- und Risikomanagementsystem ist bezüglich des Chancen- und Risikoprofils des FUCHS PETROLUB Konzerns angemessen und wird gegebenenfalls unter Berücksichtigung neuer Chancen und Risiken stetig weiterentwickelt. Die Ergebnisse dieser Vorgehensweise spiegeln sich in einer angemessenen Gesamtrisikoposition wider.

Aus heutiger Sicht sind für den Vorstand keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Wir halten die derzeit eingerichteten Systeme für angemessen und erachten ein gleichzeitiges Auftreten sämtlicher Einzelrisiken für unwahrscheinlich.

Prognosebericht

AUSRICHTUNG DES KONZERNS UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Das Geschäftsmodell des FUCHS PETROLUB Konzerns basiert auf einer breiten regionalen und über viele Branchen verteilten Nutzung von Geschäftschancen. Das Geschäftsportfolio ist ausgerichtet auf Produkte, die hohe Ansprüche an die Technologie stellen und mit hohem Serviceaufwand verbunden sind. Insbesondere die Bearbeitung von Nischen und regionalen Teilmärkten steht im Fokus. Damit ist FUCHS PETROLUB breit diversifiziert. Eine Ausdehnung der Konzernaktivitäten auf Geschäftsfelder außerhalb des Schmierstoffbereichs ist nicht geplant.

Die Absatzmärkte für die im FUCHS PETROLUB Konzern verfügbaren technologischen Lösungen und Verfahren liegen sowohl in den reifen Märkten als auch in den sich wirtschaftlich besonders schnell entwickelnden Wachstumsregionen der Welt.

Der Konzern prüft fortwährend neue Geschäftsmöglichkeiten durch die kontinuierliche Entwicklung neuer Produkte, die in komplexen Prozessen Kosten reduzieren und technische Probleme lösen. Gleichzeitig werden existierende Produkte sowohl zentral wie auch regional unterschiedlichen oder sich wandelnden Anforderungen angepasst. Bei Letzterem geht es um eine Vielzahl von detaillierten Problemlösungen, nicht um grundsätzliche technologische Schübe.

PROGNOSEN ZUR ALLGEMEINEN WIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert im Januar 2015 ein Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2015 von rund 3,5%. Der erwartete Zuwachs liegt damit leicht über dem Vorjahresvergleichswert von 3,3%. Auf dieser Grundlage erwarten wir für den Weltschmierstoffmarkt ein ähnlich moderates Wachstum wie im Jahr 2014 (0,5%).

Zu den Prognosen für die verschiedenen Weltregionen und Branchen siehe "Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: gesamt und branchenspezifisch; Entwicklung im Jahr 2014 und Prognosen für 2015" auf Seite 78.

AUSWIRKUNGEN AUF UNSER GESCHÄFTSMODELL

Das erwartete Wachstum der Weltwirtschaft und des Weltschmierstoffverbrauchs sowie die Marktstellung von FUCHS sind eine solide Basis für die Fortsetzung unseres erfolgreichen Geschäftsmodells. Die Entwicklung der Rohstoffkosten spielt eine wichtige Rolle. Insgesamt erwarten wir bei den Rohstoffkosten eine höhere Volatilität als im Vorjahr.

Risiken für die weltwirtschaftliche Entwicklung und damit unser Geschäftsmodell gibt es in vielerlei Weise. Neben den aktuellen politischen Risiken in Osteuropa und dem Nahen Osten werden die wirtschaftlichen Probleme wie die Staatsschuldenkrisen verschiedener Länder, die schwierige Lage vieler Banken oder Ungleichgewichte in den Wechselkursrelationen andauern oder sogar noch zunehmen. Kurzfristige Lösungen sind nicht zu erwarten.

VORAUSSICHTLICHE ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Auf Basis der beschriebenen Rahmenbedingungen plant der FUCHS PETROLUB Konzern für das Jahr 2015 ein weiteres Absatz- und Umsatzwachstum. Der Umsatz dürfte organisch auf oder knapp über Vorjahr liegen. Die geplante Umsatzsteigerung kann durch die Weitergabe gesunkener Rohstoffkosten aufgezehrt werden. Darüber hinaus ist weiteres externes Wachstum durch Akquisitionen möglich. Sollte die zu Jahresbeginn 2015 beobachtete Euroschwäche im Jahresverlauf anhalten, sind zusätzlich positive Währungsumrechnungseffekte zu erwarten. Eine fundierte Prognose über den Einfluss von Wechselkursveränderungen auf den Umsatz- und Ergebnisausweis ist mangels verlässlicher Währungsprognosen nicht möglich.

Der in den letzten Wochen beobachtete Rückgang des Rohölpreises wirkt sich bisher nur bei wenigen der von uns eingesetzten veredlungsintensiven Rohstoffen aus. So haben sich in den letzten Wochen die Preise für einige rohölnahe Rohstoffe auf US-Dollar-Basis reduziert. Hingegen sind bei höherwertigen Grundölen, die zahlreiche Veredlungsschritte beinhalten, sowie bei Additiven und anderen Chemiekomponenten derzeit noch keine nennenswerten Preisreduktionen abzusehen. Zudem spielen aufgrund eines nur begrenzt verfügbaren Angebots bei einer Reihe von Materialien die Rohölpreise bei der Preisfestlegung für solche Produkte nur eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt rechnen wir mit leicht rückläufigen Rohstoffkosten. Andererseits ist mit Verkaufspreisanpassungen bei ölnahen Produkten zu rechnen.

Der Konzern hat in den letzten Jahren vermehrt in zusätzliche Mitarbeiter sowie in neue und bestehende Werke und Ausrüstungen investiert. Unter Berücksichtigung der diversen Einflussfaktoren geht der Vorstand davon aus, dass sich die Bruttomarge leicht erhöht und dass die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Verwaltung im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen.

Für das EBIT bedeutet das einen Zuwachs um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz. Die EBIT-Marge vor at Equity einbezogenen Unternehmen sollte leicht steigen. Auch das Ergebnis nach Steuern sowie das Ergebnis je Aktie dürfte im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen.

Sollten die Weltwirtschaft und der Weltschmierstoffverbrauch deutlich stärker wachsen als prognostiziert, wäre mit einem überproportionalen EBIT-Wachstum im höheren einstelligen Prozentbereich zu rechnen. Umgekehrt wäre es im Falle eines schwächeren Wachstums schwieriger, die inflationsbedingt und durch den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten technischer und vor allem personeller Natur bedingten Kostensteigerungen aufzufangen. Unter ungünstigen Umständen wäre auch ein Rückgang beim EBIT im niedrigen einstelligen Prozentbereich denkbar.

Ein Rückgang beim EBIT ist auch für den Fall zu erwarten, dass eine Deflation bei den Verkaufspreisen über die Einsparungen aus Rohstoffpreissenkungen hinausgeht.

Wir gehen davon aus, dass sich in den Regionen die bisher gezeigte Umsatzdynamik fortsetzen dürfte, angeführt von Asien-Pazifik, Afrika und gefolgt von Nord- und Südamerika. Beim EBIT prognostizieren wir Zuwächse in den beiden Wachstumsregionen im niedrigen einstelligen Prozentbereich und erwarten in Europa ein EBIT auf Vorjahresniveau.

Wir erwarten eine weitere Erhöhung des eingesetzten Kapitals. Gründe hierfür sind geplante Investitionen in Sachanlagen, die den Vorjahreswert übersteigen und in der Höhe an die Investitionen der Jahre 2012 und 2013 anknüpfen. Das Nettoumlaufvermögen (NOWC) kann geschäftsbedingt weiter wachsen. Das Ziel eines NOWC von nicht mehr als 20% vom Umsatz behalten wir bei. Das erwartete EBIT-Wachstum sollte den erwarteten Anstieg der Kosten des eingesetzten Kapitals übersteigen. In der Folge rechnen wir – gleichbleibende gewichtete Kapitalkosten unterstellt – mit einem Anstieg des FVA im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Der Freie Cashflow, das heißt die nach Finanzierung des Nettoumlaufvermögens sowie der geplanten Investitionen zur Verfügung stehenden Mittel, dürfte wieder den Betrag von 150 Mio € übersteigen. Akquisitionen sind darin noch nicht berücksichtigt.

Dem Konzern stehen erhebliche liquide Mittel aus den Vorjahren zur Verfügung. Das sichert die Beibehaltung unserer nachhaltigen und aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik zusätzlich ab.

Sollten für Akquisitionen zusätzliche Mittel benötigt werden, stehen ergänzend Kreditlinien bei Banken zur Verfügung.

Bei der Vermögens- und Finanzlage bzw. Bilanzstruktur erwarten wir keine wesentlichen Veränderungen, zumal keine Änderungen strategischer oder geschäftspolitischer Natur vorgesehen sind.

Die getroffenen Aussagen gehen davon aus, dass die insgesamt betrachtet positiven Rahmenbedingungen für FUCHS andauern und sich die verschiedenen unternehmensspezifischen und gesamtwirtschaftlichen Risiken nicht in nennenswerter Form realisieren.

FUCHS PETROLUB SE (HGB)

Die FUCHS PETROLUB SE ist die Muttergesellschaft und strategische Management-Holding des FUCHS PETROLUB Konzerns. Die Gesellschaft ist eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht. Die Lage der FUCHS PETROLUB SE wird im Wesentlichen durch den geschäftlichen Erfolg des Konzerns bestimmt.

Der Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Die Gesellschaft hält Tochterunternehmen und Beteiligungsunternehmen und sichert mit ihren Mitarbeitern den Bestand sowie die Fortentwicklung des Konzerns. Neben den betriebswirtschaftlichen Aufgaben sind die Entwicklung und der Transfer von technischem Know-how, das Marketing und der Schutz der FUCHS-Marke wichtige Funktionen. Dividendeneinkünfte, Beteiligungserträge sowie Lizenzeinkünfte für technisches Know-how und Markenrechte dominieren das Einkommen der FUCHS PETROLUB SE. Aufwendungen der FUCHS PETROLUB SE betreffen vor allem die Verwaltung, die technische Entwicklung und die Markenpflege. Daneben fallen unter Umständen Finanzierungsaufwendungen an. Ferner sind Steuerzahlungen für den Organkreis abzuführen sowie Dividendenzahlungen an die Aktionäre zu leisten.

ERTRAGSLAGE

Die FUCHS PETROLUB SE hat im Jahr 2014 einen Jahresüberschuss von 167,0 Mio € (161,1) erwirtschaftet. Dies entspricht einem Zuwachs von 3,7% gegenüber Vorjahr.

Wesentliche Ertragsquelle waren die Beteiligungserträge. Das Beteiligungsergebnis lag mit 203,4 Mio € (203,6) auf Vorjahreshöhe. Ausländische Kapitalgesellschaften haben hierzu 97,8 Mio € (103,4) beigetragen. Aus Gewinnabführungsverträgen mit deutschen Tochtergesellschaften wurden 105,6 Mio € (100,2) vereinnahmt.

Größter Kostenblock waren mit 31,3 Mio € (31,7) die Verwaltungskosten, von denen mehr als 60% auf Personalaufwendungen entfielen. Die Höhe der Personal- und Sachkosten hat sich im Berichtsjahr gegenüber den jeweiligen Vorjahreswerten kaum verändert.

Neben Beteiligungserträgen erwirtschaftete die FUCHS PETROLUB SE insbesondere Lizenzerträge. Von Sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 44,9 Mio € (31,5) entfielen 26,2 Mio € (24,9) auf Lizenzeinnahmen. Wertaufholungen haben sich mit 8,5 Mio € (0,0) positiv ausgewirkt.

In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 6,5 Mio € (4,9) sind insbesondere Forschungsund Entwicklungskostenzuschüsse der Holding an Tochtergesellschaften enthalten.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich auf 210,5 Mio € (198,5). Im Finanzergebnis von – 8,5 Mio € (– 4,9) ist aufgrund des Niedrigzinsumfelds lediglich ein Nettozinsertrag von 0,4 Mio € (0,4) enthalten. Dagegen belasteten Abschreibungen auf zwei (im Vorjahr drei) Beteiligungen das Ergebnis mit 8,9 Mio € (5,3).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 4,3% auf 202,0 Mio € (193,6). Nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für den Organkreis in Höhe von 35,0 Mio € (32,5) verbleibt ein Jahresüberschuss von 167,0 Mio € (161,1), der das Vorjahresergebnis um 5,9 Mio € bzw. 3,7% übertrifft.

Gewinn- und Verlustrechnung 212

Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr in Höhe von 32,9 Mio € (49,0) und nach Einstellung von 83,5 Mio € (80,6) in die Gewinnrücklagen beläuft sich der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2014 auf 116,4 Mio € (129,5).

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Vermögenslage der FUCHS PETROLUB SE ist – aufgrund ihrer Holdingfunktion – maßgeblich durch das Management von Beteiligungen geprägt. Dies drückt sich vor allem in der Höhe des Beteiligungsbesitzes sowie den gegenüber Konzerngesellschaften bestehenden Forderungen aus.

Die Finanzanlagen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen zusammen machten zum Bilanzstichtag 89,9% (90,4) der Aktiva von 701,7 Mio € (709,7) aus. Daneben hielt die FUCHS PETROLUB SE 60,0 Mio € (56,5) bzw. 8,6% (8,0) ihrer Aktiva als flüssige Mittel.

Die Finanzanlagen in Form von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen beliefen sich nahezu unverändert auf 425,8 Mio € (425,3). Den Zuschreibungen in Höhe von 8,5 Mio € stehen Abschreibungen auf zwei Tochterunternehmen in Höhe von 8,9 Mio € gegenüber. Die Umhängung von vier operativen deutschen Tochtergesellschaften auf die FUCHS FINANZSERVICE GMBH als Zwischenholding für die deutschen Gesellschaften erfolgte buchwertneutral. Daneben erfolgten Kapitalerhöhungen im Umfang von 0,9 Mio €.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrugen zum Bilanzstichtag 205,3 Mio € (216,6), davon 197,1 Mio € (209,0) gegenüber inländischen Gesellschaften. Davon wiederum entfielen 119,1 Mio € (133,8) auf Forderungen gegen die Finanzierungsgesellschaft des Konzerns, die diese Mittel innerhalb des Konzerns ausleiht. Forderungen gegen andere inländische Konzerngesellschaften – vor allem aus Ergebnisabführungsverträgen – beliefen sich auf 78,0 Mio € (75,2).

Vor dem Hintergrund, dass innerhalb des Konzerns nur ein begrenzter Bedarf an Finanzmitteln bestand, wurden zum 31. Dezember 2014 kurzfristige Geldanlagen im Wert von 60,0 Mio € (56,5) getätigt.

Die FUCHS PETROLUB SE war in Höhe von 678,2 Mio € (684,1) und damit zu 96,7% (96,4) durch Eigenkapital finanziert. Dies entspricht einem Rückgang um 5,9 Mio €. Dem im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss von 167,0 Mio € stand eine Minderung aufgrund der Dividendenzahlung für 2013 von 96,6 Mio € sowie des Aktienrückkaufs von 76,3 Mio € gegenüber. Weitergehende Angaben zum Aktienrückkauf sind im Anhang enthalten.

Rückstellungen für Steuern, Tantiemen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten beliefen sich auf 20,7 Mio € (21,1).

PROGNOSEBERICHT

Die Entwicklung des FUCHS PETROLUB Konzerns hat unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung der FUCHS PETROLUB SE. Insofern sind die im Prognosebericht des Konzerns getroffenen Annahmen und Aussagen gleichermaßen relevant für die FUCHS PETROLUB SE.

Für das Jahr 2015 sind im Vorjahresvergleich höhere Beteiligungserträge budgetiert. Der Jahresüberschuss wird leicht zweistellig über dem Vorjahresniveau erwartet.

Für die Deckung zusätzlichen Kapital- und Liquiditätsbedarfs stehen darüber hinaus nennenswerte Gewinnrücklagen bei ausländischen Beteiligungsgesellschaften sowie Kreditlinien im In- und Ausland zur Verfügung.

Aufgrund vielfältiger Faktoren kann die künftige tatsächliche Entwicklung von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen.

BILANZGEWINN UND DIVIDENDENVORSCHLAG

Auf Basis des maßgeblichen handelsrechtlichen Ergebnisses, das einen Bilanzgewinn von 116,4 Mio € ausweist, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, die Dividende gegenüber dem Vorjahr um 0, 07 € je Aktie

  • auf 0,76 € (0,69) je dividendenberechtigte Stammaktie und
  • auf 0,77 € (0,70) je dividendenberechtigte Vorzugsaktie

zu erhöhen. Die Vorjahreszahlen wurden vergleichbar gemacht. Die Dividendensumme beläuft sich in diesem Fall auf 106 Mio € (96,6). Der verbleibende Teil wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Rechtliche Angaben

ABHÄNGIGKEITSBERICHT BZW. BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Familie Fuchs verfügt über die Mehrheit des stimmberechtigten Kapitals. Die RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG, über die der Stammaktienbesitz der Familie überwiegend gehalten wird, ist herrschendes Unternehmen für die FUCHS PETROLUB SE und Letztere ist abhängiges Unternehmen.

Es wurde deshalb gemäß § 312 AktG ein Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens lagen nicht vor."

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, hat als Abschlussprüferin der FUCHS PETROLUB SE diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit ihrem uneingeschränkten Testat versehen.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

www

Weitere Informationen unter www.fuchs-oil.de / ezu2013.html

Die nach § 289 a HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht auf den Seiten 39 bis 47 dargestellt und Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Sie steht auch im Internet unter www.fuchs-oil.de / ezu2013.html zur Verfügung.

GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS DER GESELLSCHAFT FÜR ORGANMITGLIEDER

Die Grundzüge des Vergütungssystems der Gesellschaft für Organmitglieder sind im Corporate Governance Bericht auf den Seiten 48 bis 49 dargestellt und Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN

Die nach den §§ 289 Absatz 4, 315 Absatz 4 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben sind auf den Seiten 57 bis 59 enthalten und Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Unser Geschäftsmodell zahlt sich weiter aus: FUCHS wächst organisch in allen drei Weltregionen und wiederholt das Rekordergebnis des Vorjahres.

D E R KO N Z E R N U M S AT Z STEIGT 2014 UM 34 MIO € AUF

1.866 MIO €

DAS EBIT LIEGT AUF DEM REKORDNIVEAU VON

3FINANZBERICHT

3.1 Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE 125
■ Gewinn- und Verlustrechnung 125
■ Gesamtergebnisrechnung 126
■ Bilanz 127
■ Entwicklung des Konzerneigenkapitals 128
■ Entwicklung der langfristigen
Vermögenswerte des Konzerns* 130
■ Kapitalflussrechnung 132
■ Segmente* 134
3.2 Konzernanhang 136
■ Grundsätze 136
■ Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 145
■ Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung 158
■ Erläuterungen zur Bilanz 166
■ Weitere Anhangangaben 197
3.3 Erklärung des Vorstands und Versicherung
nach §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB 209
3.4 Bestätigungsvermerk des unabhängigen
Abschlussprüfers 210
3.5 FUCHS PETROLUB SE (HGB) 212
■ Gewinn- und Verlustrechnung 212
■ Bilanz 212
3.6 Vorschlag über die Verwendung des
Bilanzgewinns 213

* Bestandteile des Anhangs.

Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

in Mio € Anhang 2014 2013
Umsatzerlöse (1) 1.865,9 1.831,6
Kosten der umgesetzten Leistung (2) –1.172,7 –1.141,7
Bruttoergebnis vom Umsatz 693,2 689,9
Vertriebsaufwand (3) –272,7 –263,3
Verwaltungsaufwand (4) –92,9 –91,2
Forschungs- und Entwicklungsaufwand –32,9 –30,6
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen (5) –2,1 –6,0
EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen 292,6 298,8
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen (6) 20,4 13,5
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 313,0 312,3
Finanzergebnis (7) –2,9 –1,6
Ergebnis vor Steuern (EBT) 310,1 310,7
Ertragsteuern (8) –90,2 –92,1
Ergebnis nach Steuern 219,9 218,6
Davon
Anteile anderer Gesellschafter (9) 0,4 0,5
Ergebnis, das den Aktionären der
FUCHS PETROLUB SE zuzurechnen ist
219,5 218,1
Ergebnis je Aktie in €1 (10)
Stammaktie 1,57 1,53
Vorzugsaktie 1,58 1,54

1 Jeweils unverwässert und verwässert; Vorjahreszahlen zur Vergleichbarkeit angepasst.

GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in Mio € 2014 2013
Ergebnis nach Steuern 219,9 218,6
Im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen
Beträge, die ggf. in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung
ausländischer Tochterunternehmen 26,3 –24,7
at Equity einbezogener Unternehmen 4,2 –5,3
Beträge, die nicht in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionszusagen
und ähnlichen Verpflichtungen1
–21,7 –1,1
Latente Steuern auf die verrechneten Wertänderungen 1 6,2 0,1
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 15,0 –31,0
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen 234,9 187,6
Davon
Anteile anderer Gesellschafter 0,4 0,5
Anteile der Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE 234,5 187,1

Anmerkung 26 1 Weitere Erläuterungen vgl. Konzernanhang Anmerkung 26.

3.1 FINANZBERICHT Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE 127

BILANZ

in Mio € Anhang 31. 12. 2014 31.12.2013
Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte (15) 128,7 108,2
Sachanlagen (14) 312,4 284,5
Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen (16) 41,5 43,3
Sonstige Finanzanlagen (17) 5,8 6,2
Latente Steueransprüche (18) 32,7 25,5
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte (19) 0,4 0,5
Langfristige Vermögenswerte (13) 521,5 468,2
Vorräte (20) 244,8 232,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (21) 282,0 260,4
Steuerforderungen (22) 5,1 5,3
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte (23) 20,6 20,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (24) 202,1 175,2
Kurzfristige Vermögenswerte 754,6 693,8
Bilanzsumme 1.276,1 1.162,0
Passiva
Gezeichnetes Kapital 139,0 71,0
Rücklagen des Konzerns 556,2 563,4
Konzerngewinn 219,5 218,1
Eigenkapital der Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE 914,7 852,5
Anteile anderer Gesellschafter 0,9 1,0
Eigenkapital (25) 915,6 853,5
Rückstellungen für Pensionen (26) 36,0 15,8
Sonstige Rückstellungen (27) 2,3 3,1
Latente Steuerschulden (18) 22,0 18,7
Finanzverbindlichkeiten 0,0 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten (28) 4,0 3,4
Langfristiges Fremdkapital 64,3 41,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (29) 137,3 132,3
Rückstellungen (30) 29,3 27,4
Steuerverbindlichkeiten (31) 31,2 23,4
Finanzverbindlichkeiten (32) 16,4 7,8
Sonstige Verbindlichkeiten (33) 82,0 76,6
Kurzfristiges Fremdkapital 296,2 267,5
Bilanzsumme 1.276,1 1.162,0

ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALS

Ausstehende Aktien Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage
in Mio € (Stücke) 1 SE SE
Stand 31.12.2012 70.980.000 71,0 94,6
Erwerb von eigenen Anteilen –338.470
Erwerb von Anteilen anderer Gesellschafter
Dividendenzahlungen
Ergebnis nach Steuern 2013
Veränderung der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen
Stand 31.12.2013 70.641.530 71,0 94,6
Erwerb von eigenen Anteilen –1.141.530
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 70.980.000 71,0
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln – davon auf eigene Anteile entfallend –1.480.000
Einziehung eigener Anteile /Kapitalherabsetzung –3,0 3,0
Dividendenzahlungen
Ergebnis nach Steuern 2014
Veränderung der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen
Sonstige Änderungen
Stand 31.12.2014 139.000.000 139,0 97,6

1 Die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln ist am 16. Mai 2014 in das Handelsregister eingetragen worden.

Die Kapitalherabsetzung aufgrund der Einziehung der eigenen Anteile ist am 27. Juni 2014 in das Handelsregister eingetragen worden.

2 Im Eigenkapital der Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE erfasste Erträge und Aufwendungen.

3 Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen, die nicht in künftigen Perioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden,

bestehen ausschließlich aus der Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionszusagen.

Diese werden im erwirtschafteten Eigenkapital Konzern mit einbezogen.

Die Entwicklung des Eigenkapitals wird im Konzernanhang unter Anmerkung 25 erläutert.

Eigenkapital Anteile anderer
Gesellschafter
Eigenkapital
der Aktionäre der
FUCHS PETROLUB
SE
Unterschiedsbetrag
aus der Währungs
umrechnung2
Erwirtschaftetes
Eigenkapital
Konzern
Eigene Anteile
781,7 1,6 780,1 9,1 605,4 0,0
–22,0 –22,0 –22,0
–1,8 –0,7 –1,1 –1,1
–92,0 –0,4 –91,6 –91,6
218,6 0,5 218,1 218,1
–31,0 –31,0 –30,0 –1,03
853,5 1,0 852,5 –20,9 729,8 –22,0
–76,4 –76,4 –76,4
0,0 0,0 –71,0
0,0 0,0
0,0 0,0 –98,4 98,4
–97,1 –0,5 –96,6 –96,6
219,9 0,4 219,5 219,5
15,0 15,0 30,5 –15,53
0,7 0,7 0,7
915,6 0,9 914,7 9,6 668,5 0,0

ENTWICKLUNG DER LANGFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE DES KONZERNS ¹

BRUTTOWERTE
in Mio € ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
Veränderung
Konsolidie
Um
2013 31.12.2012 Kursdiff. rungskreis Zugänge Abgänge buchungen 31.12.2013
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte u. ähnliche Werte 79,2 –1,6 0,0 3,8 0,2 0,4 81,6
Geschäfts- oder Firmenwerte 2 94,4 –2,9 0,0 0,0 0,0 0,0 91,5
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0,3 0,0 0,0 0,2 0,0 –0,4 0,1
173,9 –4,5 0,0 4,0 0,2 0,0 173,2
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 193,4 –7,3 0,0 12,6 0,7 8,9 206,9
Technische Anlagen und Maschinen 205,2 –6,9 0,0 13,4 2,2 11,4 220,9
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung 108,3 –2,9 0,0 7,4 2,3 2,6 113,1
Anlagen im Bau 39,3 –3,1 0,0 32,8 0,2 –22,9 45,9
546,2 –20,2 0,0 66,2 5,4 0,0 586,8
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 0,0 0,0 1,3 0,0 0,0 1,3
Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen3 40,4 –4,4 0,0 12,7 5,4 0,0 43,3
Beteiligungen 2,3 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 2,2
Sonstige Ausleihungen 2,4 0,0 0,0 1,3 0,2 0,0 3,5
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,3
45,4 –4,4 0,0 15,3 5,7 0,0 50,6
Langfristige Vermögenswerte (ohne latente Steuern u.
übrige Forderungen u. sonstige Vermögenswerte) 765,5 –29,1 0,0 85,5 11,3 0,0 810,6
Veränderung
Konsolidie Um
2014 31.12.2013 Kursdiff. rungskreis Zugänge4 Abgänge buchungen 31.12.2014
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte u. ähnliche Werte 81,6 1,4 1,0 16,2 0,1 0,2 100,3
Geschäfts- oder Firmenwerte 2 91,5 4,0 0,0 6,9 0,0 0,0 102,4
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0,1 0,0 0,0 1,9 0,0 –0,2 1,8
173,2 5,4 1,0 25,0 0,1 0,0 204,5
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 206,9 7,5 0,0 9,3 7,6 25,2 241,3
Technische Anlagen und Maschinen 220,9 8,9 0,0 19,5 3,4 17,5 263,4
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 113,1 2,9 0,0 6,4 3,1 1,3 120,6
Anlagen im Bau 45,9 –0,9 0,0 13,3 0,0 –44,0 14,3
586,8 18,4 0,0 48,5 14,1 0,0 639,6
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1,3 0,0 –1,3 0,0 0,0 0,0 0,0
Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen3 43,3 3,3 0,0 21,9 27,0 0,0 41,5
Beteiligungen 2,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2,2
Sonstige Ausleihungen 3,5 0,0 0,0 0,9 0,0 0,0 4,4
Wertpapiere des Anlagevermögens 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,3
50,6 3,3 –1,3 22,8 27,0 0,0 48,4
Langfristige Vermögenswerte (ohne latente Steuern u.
übrige Forderungen u. sonstige Vermögenswerte) 810,6 27,1 –0,3 96,3 41,2 0,0 892,5

1 Bestandteil des Anhangs.

2 Die bis zum 31. Dezember 2004 aufgelaufenen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte wurden mit den historischen Anschaffungskosten saldiert.

3 Die Zugänge bei den Anteilen an at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten deren anteilige Ergebnisse.

4 Davon aus Akquisitionen 14,1 Mio € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte, 6,9 Mio € Geschäfts- oder Firmenwerte, 0,7 Mio € Technische Anlagen

und 0,1 Mio € Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung.

NETTOWERTE

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN

31.12.2012 Kursdiff. Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Planmäßige
Abschrei
bungen
Wert
minde
rungen
Abgänge Um
buchungen
31.12.2013 31.12.2013 31.12.2012
51,6 –1,0 0,0 5,1 0,0 0,2 0,0 55,5 26,1 27,6
9,6 –0,6 0,0 0,0 0,5 0,0 0,0 9,5 82,0 84,8
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,3
61,2 –1,6 0,0 5,1 0,5 0,2 0,0 65,0 108,2 112,7
75,0 –3,1 0,0 5,8 0,0 0,1 0,0 77,6 129,3 118,4
142,4 –4,7 0,0 9,2 0,0 1,5 0,0 145,4 75,5 62,8
75,8 –2,1 0,0 7,6 0,0 2,0 0,0 79,3 33,8 32,5
0,1 –0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 45,9 39,2
293,3 –10,0 0,0 22,6 0,0 3,6 0,0 302,3 284,5 252,9
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,3 0,0
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 43,3 40,4
1,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 1,1 1,1 1,1
–0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,1 3,6 2,5
0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,2 0,2
1,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 1,1 49,5 44,2
355,7 –11,6 0,0 27,7 0,5 3,9 0,0 368,4 442,2 409,8
Veränderung
Konsolidie
Planmäßige
Abschrei
Wert
minde
Um
31.12.2013 Kursdiff. rungskreis bungen rungen Abgänge buchungen 31.12.2014 31.12.2014 31.12.2013
55,5 1,0 0,0 4,7 0,0 0,1 0,1 61,2 39,1 26,1
9,5 0,3 0,0 0,0 4,9 0,0 0,0 14,7 87,7 82,0
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,1 –0,1 1,9 0,1
65,0 1,3 0,0 4,7 4,9 0,1 0,0 75,8 128,7 108,2
77,6 2,9 0,0 6,5 0,3 6,4 0,0 80,9 160,4 129,3
145,4 6,8 0,0 10,7 0,0 3,4 0,0 159,5 103,9 75,5
79,3 2,3 0,0 7,9 0,0 2,7 0,0 86,8 33,8 33,8
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 14,3 45,9
302,3 12,0 0,0 25,1 0,3 12,5 0,0 327,2 312,4 284,5
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 41,5
1,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,1 1,1
–0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,1 4,5
0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,2
1,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,1 47,3
368,4 13,3 0,0 29,8 5,2 12,6 0,0 404,1 488,4 442,2

KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Mio € 2014 20131
Ergebnis nach Steuern 219,9 218,6
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 35,0 28,2
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und
der sonstigen langfristigen Vermögenswerte (Deckungsmittel) –4,0 –12,7
Veränderung der latenten Steuern 1,0 4,0
Nicht zahlungswirksame Ergebnisse aus at Equity einbezogenen Unternehmen –20,4 –13,5
Erhaltene Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen 26,4 5,4
Brutto-Cashflow 257,9 230,0
Brutto-Cashflow 257,9 230,0
Veränderung der Vorräte –3,2 –5,2
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –11,5 –21,0
Veränderung der übrigen Aktiva 3,0 7,8
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,7 17,6
Veränderung der übrigen Passiva (ohne Finanzverbindlichkeiten) 13,6 –8,7
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte –5,2 0,0
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 255,3 220,5
Investitionen in Anlagevermögen –52,6 –72,8
Auszahlungen für Akquisitionen2 –21,8 0,0
Erlöse aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 6,8 2,2
Veränderung Finanzmittel aus der Veränderung des Konsolidierungskreises 0,2 0,0
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit –67,4 –70,6
Freier Cashflow3 187,9 149,9
Ausschüttungen für das Vorjahr –97,1 –92,0
Auszahlungen für den Rückkauf eigener Aktien –76,4 –22,0
Veränderung der Finanzverbindlichkeiten 8,1 0,5
Erwerb von Anteilen anderer Gesellschafter –1,1 –0,7
Mittelveränderung aus der Finanzierungstätigkeit –166,5 –114,2
Finanzmittelfonds zum 31.12. des Vorjahres 175,2 143,7
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 255,3 220,5
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit –67,4 –70,6
Mittelveränderung aus der Finanzierungstätigkeit –166,5 –114,2
Effekt aus der Währungsumrechnung des Finanzmittelfonds 5,5 –4,2
Finanzmittelfonds zum Ende der Periode4 202,1 175,2
  • 1 Die erhaltenen Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen wurden vom Bereich Investitionstätigkeit in betriebliche Tätigkeit umgegliedert. Die Vorjahreszahlen wurden zur Vergleichbarkeit angepasst.
  • 2 Die Kaufpreise in Höhe von 23,0 Mio € beinhalten eine Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 1,2 Mio €.
  • Das erworbene Nettovermögen betrifft die Erwerbe der Schmierstoffgeschäfte der BATOYLE FREEDOM-Gruppe in Großbritannien sowie der LUBRITENE und LUBRASA in Südafrika und Australien.
  • 3 Summe aus Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit und Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit.
  • 4 Der Finanzmittelfonds umfasst die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns.

Die gezahlten Ertragsteuern belaufen sich auf 81,3 Mio € (96,0) und sind im Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit berücksichtigt.

Die geleisteten Zinszahlungen machen 3,3 Mio € (2,3) aus, die erhaltenen Zinszahlungen betragen 0,8 Mio € (1,0).

SEGMENTE ¹

EUROPA ASIEN-PAZIFIK, AFRIKA NORD- UND SÜDAMERIKA
in Mio € 2014 2013 Änd. 2014 2013 Änd. 2014 2013 Änd.
Umsätze nach Sitz
der Kunden 968,4 958,5 9,9 578,1 560,3 17,8 319,4 312,8 6,6
Umsätze nach Sitz
der Gesellschaften
1.112,9 1.104,2 8,7 516,5 497,9 18,6 316,0 307,3 8,7
davon mit anderen
Segmenten 77,3 75,6 1,7 0,0 0,0 0,0 2,2 2,2 0,0
Planmäßige Abschreibungen2 17,8 17,1 0,7 6,5 5,9 0,6 4,7 4,2 0,5
Wertminderungen2 0,0 0,5 –0,5 0,0 0,0 0,0 5,2 0,0 5,2
EBIT vor at Equity
einbezogenen Unternehmen
160,5 151,3 9,2 86,7 91,1 –4,4 51,6 62,2 –10,6
Ergebnis aus at Equity
einbezogenen Unternehmen 1,5 1,2 0,3 18,9 12,3 6,6 0,0 0,0 0,0
Segmentergebnis (EBIT) 162,0 152,5 9,5 105,6 103,4 2,2 51,6 62,2 –10,6
Finanzergebnis
Ertragsteuern
Ergebnis nach Steuern
Segmentvermögen3 551,7 537,6 14,1 365,0 278,7 86,3 245,9 223,6 22,3
davon Anteile an at Equity
einbezogenen Unternehmen 2,9 2,6 0,3 38,6 40,7 –2,1 0,0 0,0 0,0
Segmentschulden4 143,4 148,5 –5,1 90,4 72,4 18,0 33,9 30,7 3,2
Finanzverbindlichkeiten
Pensionsrückstellungen
Liquide Mittel
Konzernschulden5
Zugänge Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 6 39,1 30,7 8,4 25,6 21,2 4,4 5,7 17,1 –11,4
Zugänge Finanzanlagen 0,9 1,3 –0,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Mitarbeiter (Durchschnitt) 2.434 2.356 78 978 866 112 549 540 9
Kennzahlen
EBIT vor at Equity
einbezogenen Unternehmen
in % vom Umsatz 14,4 13,7 16,8 18,3 16,3 20,2

1 Bestandteil des Anhangs.

2 Bezogen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Firmenwerte und Finanzanlagen.

3 Einschließlich der at Equity einbezogenen Unternehmen, exklusive Ertragsteuer- und Finanzforderungen.

4 Nicht verzinsliches Fremdkapital: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten,

exklusive Ertragsteuerverbindlichkeiten; Konzernwert einschließlich Steuerverbindlichkeiten.

5 Segmentschulden, Finanzverbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen, abzüglich liquide Mittel.

6 Inkl. Akquisitionen.

HOLDINGGESELLSCHAFTEN

SUMME OPERATIVE

GESELLSCHAFTEN INKLUSIVE KONSOLIDIERUNG
FUCHS PETROLUB KONZERN
2014 2013 Änd. 2014 2013 Änd. 2014 2013 Änd.
1.865,9 1.831,6 34,3 0,0 0,0 0,0 1.865,9 1.831,6 34,3
1.945,4 1.909,4 36,0 –79,5 –77,8 –1,7 1.865,9 1.831,6 34,3
79,5 77,8 1,7 –79,5 –77,8 –1,7 0,0 0,0 0,0
29,0 27,2 1,8 0,8 0,5 0,3 29,8 27,7 2,1
5,2 0,5 4,7 0,0 0,0 0,0 5,2 0,5 4,7
298,8 304,6 –5,8 –6,2 –5,8 –0,4 292,6 298,8 –6,2
20,4 13,5 6,9 0,0 0,0 0,0 20,4 13,5 6,9
319,2 318,1 1,1 –6,2 –5,8 –0,4 313,0 312,3 0,7
–2,9 –1,6 –1,3
–90,2
219,9
–92,1
218,6
1,9
1.162,6 1.039,9 122,7 113,5 122,1 –8,6 1.276,1 1.162,0 1,3
114,1
41,5 43,3 –1,8 0,0 0,0 0,0 41,5 43,3 –1,8
267,7 251,6 16,1 40,4 33,3 7,1 308,1 284,9 23,2
16,4 7,8 8,6
36,0 15,8 20,2
202,1 175,2 26,9
158,4 133,3 25,1
70,4 69,0 1,4 3,1 1,2 1,9 73,5 70,2
0,9 1,3 –0,4 0,0 1,3 –1,3 0,9 2,6 –1,7
3.961 3.762 199 91 84 7 4.052 3.846 206
15,7 16,3

Konzernanhang

GRUNDSÄTZE

ALLGEMEINE ANGABEN

Der Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, zum 31. Dezember 2014 wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen Standards und Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB), London, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend gemäß § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden Regelungen erstellt. Alle für das Geschäftsjahr 2014 verbindlichen International Financial Reporting Standards (IFRS, vormals International Accounting Standards IAS) und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), vormals Standing Interpretations Committee (SIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, wurden angewendet.

Die Berichtswährung ist der Euro (€). Alle Beträge werden in Millionen € (Mio €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Vorjahreswerte sind in Klammern angegeben. Im Interesse einer klareren und übersichtlicheren Darstellung werden einzelne Posten in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt worden.

Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE hat den Konzernabschluss am 16. März 2015 aufgestellt und mit dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats besprochen. Der Konzernabschluss wird dem Aufsichtsrat in der Sitzung am 23. März 2015 zur Billigung vorgelegt und zur Veröffentlichung freigegeben.

ANWENDUNG NEUER RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN

Nachfolgend werden die für den FUCHS PETROLUB Konzern relevanten und erstmals für das Geschäftsjahr 2014 anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften erläutert. Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FUCHS PETROLUB Konzerns sind unwesentlich.

IFRS 10 "Konzernabschlüsse"

Der Standard IFRS 10 regelt anhand eines umfassenden Beherrschungskonzepts, welche Unternehmen in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. Aus der Erstanwendung ergaben sich keine Auswirkungen auf den Umfang des Konsolidierungskreises.

IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen"

Mit IFRS 11 wird die Bilanzierung von gemeinschaftlich geführten Vereinbarungen (Joint Arrangements) neu geregelt. Bei Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) ist nur noch die EQUITY-METHODE im Konzernabschluss zulässig, das Wahlrecht zur quotalen Einbeziehung in den Konzernabschluss ist entfallen. Der FUCHS PETROLUB Konzern bezieht alle Gemeinschaftsunternehmen bereits seit dem Geschäftsjahr 2012 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss ein.

IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen"

Dieser Standard regelt die Angabepflichten in Bezug auf Anteile an anderen Unternehmen. Die erforderlichen Angaben für den Konzernabschluss sind erheblich umfangreicher gegenüber den bisher nach IAS 27, IAS 28 und IAS 31 vorzunehmenden Angaben und sind zum 31. Dezember 2014 erfolgt.

Amendments to IFRS 10, IFRS 11 and IFRS 12 – Transition Guidance

Die Änderungen beinhalten eine Klarstellung und zusätzliche Erleichterungen beim Übergang auf IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12. So werden angepasste Vergleichsinformationen lediglich für die vorhergehende Vergleichsperiode verlangt. Aus der Erstanwendung von IFRS 10 und 11 ergaben sich keine Auswirkungen auf den FUCHS PETROLUB Konzern. Im Hinblick auf IFRS 12 wurden die Erleichterungen der Übergangsvorschriften in Anspruch genommen.

Amendment to IAS 36 "Anhangangaben zum erzielbaren Betrag"

Die Änderung führt u. a. zu zusätzlichen Anhangangaben über die Ermittlung des erzielbaren Betrags, wenn eine Wertminderung vorgenommen wurde und der erzielbare Betrag auf Basis eines beizulegenden Zeitwerts ermittelt wurde. Für den FUCHS PETROLUB Konzern ergeben sich keine zusätzlichen Angaben, da der erzielbare Betrag durch den Nutzungswert bestimmt wird, der anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt wird.

Amendments to IAS 32 – Saldierung von Finanzinstrumenten

Diese Ergänzung zum IAS 32 stellt klar, welche Voraussetzungen für die Saldierung von Finanzinstrumenten bestehen. Beim FUCHS PETROLUB Konzern ergeben sich aus der erstmaligen Anwendung keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Amendment to IAS 39 – Novation eines Sicherungsinstruments

Durch die Ergänzung wird die Fortführung einer bestehenden Sicherungsbeziehung im Rahmen der Novation von Derivaten neu geregelt. Beim FUCHS PETROLUB Konzern ergaben sich keine Auswirkungen, da DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE (Derivate) ausschließlich zur Begrenzung von Währungs- und Zinsrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungsvorgängen verwendet werden. Alle getätigten Sicherungsgeschäfte sind erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Die Regelungen des Hedge Accounting wurden nicht angewendet.

Folgende von der EU übernommene bzw. noch nicht von der EU übernommene Standards bzw. Änderungen von Standards und Interpretationen mit Relevanz für den FUCHS PETROLUB Konzern sind – vorbehaltlich einer noch ausstehenden Übernahme in EU-Recht – erst ab dem Geschäftsjahr 2015 oder später verbindlich und wurden auch nicht vorzeitig angewendet.

Für diese nachfolgenden Änderungen prüft der FUCHS PETROLUB Konzern derzeit noch die Auswirkungen, erwartet aber aus heutiger Sicht keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

VON DER EU ÜBERNOMMENE STANDARDS

IFRIC 21 – Abgaben

IFRIC 21 Abgaben ist eine Interpretation zu IAS 37 Rückstellungen, Eventualforderungen und Eventualverbindlichkeiten. Geklärt wird vor allem die Frage, wann eine gegenwärtige Verpflichtung bei durch die öffentliche Hand erhobenen Abgaben entsteht und eine Rückstellung oder Verbindlichkeit anzusetzen ist. Die Änderungen sind erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 17. Juni 2014 beginnen.

Improvements to IFRS 2011 – 2013

Im Rahmen des annual improvement project wurden Änderungen an vier Standards vorgenommen. Die Änderungen sind erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen.

VON DER EU NOCH NICHT ÜBERNOMMENE STANDARDS

IFRS 9 "Finanzinstrumente"

Die Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wird IAS 39 ersetzen. IFRS 9 ist – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

IFRS 15 – Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden

IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen. IFRS 15 ist – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig.

Amendments to IFRS 10 and IAS 28 – Veräußerung bzw. Einlage von Vermögenswerten an bzw. in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen

Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Amendments to IAS 1 – Disclosure Initiative

Die Änderungen betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben nur dann notwendig sind, wenn ihr Inhalt nicht unwesentlich ist. Dies gilt explizit auch dann, wenn ein IFRS eine Liste von Minimum-Angaben fordert. Zudem werden Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung aufgenommen. Des Weiteren wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis at Equity bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Schließlich erfolgt die Streichung einer Musterstruktur des Anhangs hin zur Berücksichtigung unternehmensindividueller Relevanz. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Amendments to IAS 19 – Defined Benefit Plans: Employee Contributions

Mit den Änderungen werden die Vorschriften klargestellt, die sich mit der Zuordnung von Arbeitnehmerbeiträgen bzw. Beiträgen von dritten Parteien zu den Dienstleistungsperioden beschäftigen, wenn die Beiträge mit der Dienstzeit verknüpft sind. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer noch ausstehenden Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen.

Improvements to IFRS 2010 – 2012

Im Rahmen des annual improvement project wurden Änderungen an sieben Standards vorgenommen. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer noch ausstehenden Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen.

Improvements to IFRS 2012 – 2014

Im Rahmen des annual improvement project wurden Änderungen an vier Standards vorgenommen. Mit der Anpassung von Formulierungen in einzelnen IFRS /IAS soll eine Klarstellung der bestehenden Regelungen erreicht werden. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

Asien-Pazifik, Nord- und
Anzahl Europa Afrika Südamerika Gesamt
Vollkonsolidierte Unternehmen
(inkl. Muttergesellschaft)
1.1.2014 29 15 8 52
Zugänge 2 1 0 3
Abgänge 0 0 0 0
31.12.2014 31 16 8 55
At Equity einbezogene Unternehmen
1.1.2014/31.12.2014 1 4 0 5
Nicht konsolidierte Unternehmen
1.1.2014 2 3 0 5
Zugänge 0 0 0 0
Abgänge 2 2 0 4
31.12.2014 0 1 0 1

Verbundene Unternehmen

In den Konzernabschluss werden neben der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim/Deutschland, grundsätzlich alle inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften einbezogen. Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses, d.h. auf den 31. Dezember, aufgestellt. Die Tochterunternehmen werden unverändert zum Vorjahr weitgehend zu 100% gehalten. Der Anteilsbesitz ist unter Anmerkung 43 aufgeführt.

Bei Tochterunternehmen ohne wesentlichen Geschäftsbetrieb, die – auch in ihrer Gesamtheit – für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der Vermögens-, Finanzund Ertragslage sowie der Cashflows des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind, wurde von der Einbeziehung in den Konzernabschluss abgesehen. Nicht einbezogen wurde eine ausländische Gesellschaft. Die nicht konsolidierte Gesellschaft erzielte keine Umsatzerlöse und kein Ergebnis, da es sich um eine ruhende Gesellschaft ohne operativen Geschäftsbetrieb handelt.

Der Konsolidierungskreis umfasst einschließlich des Mutterunternehmens insgesamt 55 (52) Gesellschaften. Die Veränderungen des Konsolidierungskreises im Jahr 2014 sind im nachfolgenden Abschnitt erläutert.

VERÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES

Zugänge bei vollkonsolidierten Unternehmen in %
FUCHS LUBRICANTS NORWAY AS 100
FUCHS LUBRICANTS VIETNAM COMPANY LIMITED 100
FUCHS MAK DOOEL 100
Abgänge bei nicht konsolidierten Unternehmen in %
FUCHS LUBRICANTS NORWAY AS 100

FUCHS LUBRICANTS VIETNAM COMPANY LIMITED 100 FUCHS MAK DOOEL 100

Eine nicht konsolidierte Gesellschaft wurde im Jahr 2014 liquidiert.

Im ersten Quartal 2014 erfolgten die Erstkonsolidierungen der mazedonischen Tochtergesellschaft FUCHS MAK DOOEL, der norwegischen Tochtergesellschaft FUCHS LUBRICANTS NORWAY AS sowie der vietnamesischen Tochtergesellschaft FUCHS LUBRICANTS VIETNAM COMPANY LTD. Bei den Tochtergesellschaften in Mazedonien und Vietnam handelte es sich um Unternehmensgründungen aus Vorjahren und beim Kauf der 100%-Anteile an der norwegischen Gesellschaft insbesondere um die Übernahme des Kundenstamms unseres ehemaligen Handelspartners. Die Erstkonsolidierungen der drei Tochtergesellschaften führten zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FUCHS PETROLUB Konzerns.

Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB verzichten die folgenden inländischen Gesellschaften auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses:

  • BREMER & LEGUIL GMBH, Duisburg,
  • FUCHS EUROPE SCHMIERSTOFFE GMBH, Mannheim,
  • FUCHS FINANZSERVICE GMBH, Mannheim,
  • FUCHS LUBRITECH GMBH, Kaiserslautern,
  • PARAFLUID MINERALOELGESELLSCHAFT MBH, Hamburg, sowie die
  • WISURA GMBH, Bremen,

Die großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften wurden darüber hinaus von der Aufstellung eines Lageberichts befreit.

AKQUISITIONEN

Mit Wirkung zum 20. Juni 2014 hat FUCHS das Schmierstoffgeschäft der BATOYLE FREEDOM-Gruppe in Großbritannien erworben. Das Geschäft der BATOYLE FREEDOM-Gruppe, welches einen Jahresumsatz von rund 15 Mio € erzielte, ergänzt das bestehende Portfolio von FUCHS.

Mit Wirkung zum 1. September 2014 hat FUCHS das Schmierstoffgeschäft von LUBRITENE und LUBRASA in Südafrika und Australien erworben. LUBRITENE und LUBRASA ergänzen das bestehende Portfolio von FUCHS an Schmierstoffen für den Bergbau und die Lebensmittelindustrie. Der Jahresumsatz dieser Aktivitäten betrug rund 15 Mio €.

Der Kaufpreis für beide Akquisitionen in Höhe von 23,0 Mio € entfällt im Wesentlichen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 21,0 Mio €. Die immateriellen Vermögenswerte entfallen auf den Kundenstamm und Produkttechnologie in Höhe von 14,1 Mio € sowie den Geschäftsoder Firmenwert in Höhe von 6,9 Mio €, der erwartete Synergieeffekte sowie nicht separierbares Know-how des Mitarbeiterstamms repräsentiert. Die erworbenen Geschäfte tragen im Jahr 2014 zu den Umsatzerlösen des FUCHS PETROLUB Konzerns mit 10,8 Mio € bei. Unter Berücksichtigung der Effekte aus der Kaufpreisallokation und der Integrationskosten ist der Beitrag zum Konzern-EBIT leicht negativ. Unter der Annahme, dass die beiden Erwerbe bereits zum 1. Januar 2014 erfolgt wären, hätten sich für den FUCHS PETROLUB Konzern noch zusätzlich rund 19 Mio € höhere Umsatzerlöse und ein leicht positiver Beitrag zum Konzern-EBIT ergeben.

KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

Sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse sind nach der Erwerbsmethode nach IFRS 3 (purchase method of accounting) zum Erwerbszeitpunkt bilanziert. Dabei werden zunächst alle Vermögenswerte, Schulden und zusätzlich zu aktivierenden immateriellen Vermögenswerte mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Anschließend werden die Anschaffungskosten der Beteiligungen mit dem anteilig erworbenen, neu bewerteten Eigenkapital aufgerechnet. Hierbei entstehende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Überprüfung sofort ergebniswirksam erfasst. Die Anschaffungsnebenkosten eines Unternehmenszusammenschlusses werden ergebniswirksam erfasst. Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird nach IAS 36 mindestens einmal jährlich oder im Falle des Vorliegens von Anzeichen einer Wertminderung aufgrund von Werthaltigkeitsrechnungen zur Bestimmung des erzielbaren Betrags beurteilt (Impairment Test). Details hierzu sind im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Anmerkung 15 erläutert.

Bilanzierungs- und 146

Bewertungsmethoden

Veränderungen der Beteiligungsquote, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Transaktion zwischen Anteilseignern behandelt und direkt im Eigenkapital erfasst. Solche Transaktionen führen weder zum Ansatz von Geschäfts- oder Firmenwerten noch zur Realisierung von Veräußerungserfolgen.

Für die nach der Equity-Methode bewerteten Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen gelten die Konsolidierungsgrundsätze entsprechend. Bei Verlust der gemeinschaftlichen Führung oder des maßgeblichen Einflusses werden die verbleibenden Anteile erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet.

Die Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen werden mit den Anschaffungskosten zuoder abzüglich der kumulierten Änderungen des Nettovermögens bewertet, wobei ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz ausgewiesen wird.

Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Tochterunternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen zwischen einbezogenen Gesellschaften werden eliminiert. Ausgenommen hiervon sind Zwischenergebnisse, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von insgesamt untergeordneter Bedeutung sind.

Auf Anteile anderer Gesellschafter entfallende Anteile am konsolidierten Eigenkapital und am konsolidierten Jahresergebnis werden getrennt von den auf die Aktionäre des Mutterunternehmens entfallenden Anteilen ausgewiesen.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen erfolgt nach IAS 21 auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung. Die funktionale Währung ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem ein Unternehmen tätig ist. Für die Tochtergesellschaften ist damit in der Regel ihre jeweilige Landeswährung die funktionale Währung. Eine Fremdwährungstransaktion wird bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen in ihrer funktionalen Währung angesetzt, indem sie mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs umgerechnet wird.

In den Einzelabschlüssen der FUCHS PETROLUB SE und der konsolidierten Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit dem Stichtagskurs bewertet. Die am Bilanzstichtag noch nicht realisierten Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt.

Im Konzernabschluss werden für den Ausweis in der Berichtswährung Euro die in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften wie folgt umgerechnet:

Aufwendungen und Erträge unter Anwendung der Vereinfachungsregelung des IAS 21.40 zum Jahresdurchschnittskurs, Eigenkapital zu historischen Kursen sowie Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs. Der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung wird im Eigenkapital erfasst. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr wird in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Zum Zeitpunkt des Abgangs von Tochterunternehmen werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.

Die im Rahmen der Schuldenkonsolidierung aufgetretenen Währungsdifferenzen werden erfolgs-Anmerkung 5 wirksam in der GuV-Position "Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen" berücksichtigt.

Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte Im Anlagenspiegel werden der Stand zu Beginn und am Ende des Geschäftsjahres zum jeweiligen Stichtagskurs und die übrigen Posten zu Durchschnittskursen umgerechnet. Ein sich aus Wechselkursänderungen ergebender Unterschiedsbetrag wird sowohl bei den Anschaffungs- und Herstellungskosten als auch bei den kumulierten Wertberichtigungen in einer separaten Spalte als Kursdifferenz gezeigt.

Die Währungsumrechnung des anteiligen Eigenkapitals von assoziierten Unternehmen erfolgt zum jeweiligen Kurs am Einbeziehungsstichtag. Die Wertfortschreibung der Anteile an assoziierten Unternehmen im Umfang der jeweiligen Jahresergebnisse erfolgt zum Mittelkurs des Abschlussstichtags. Gewinnausschüttungen von assoziierten Unternehmen werden zum jeweiligen Kurs im Zeitpunkt der Ausschüttung umgerechnet.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf den Konzernabschluss haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:

Veränderung der
Fremdwährung
Stichtagskurs (1 €) 31. 12. 2014 31.12.2013 in %
US-Dollar 1,217 1,377 13,1
Pfund Sterling 0,782 0,833 6,5
Chinesischer Renminbi Yuan 7,555 8,331 10,3
Australischer Dollar 1,484 1,540 3,8
Südafrikanischer Rand 14,058 14,504 3,2
Polnischer Zloty 4,290 4,151 –3,2
Brasilianischer Real 3,241 3,252 0,3
Argentinischer Peso 10,404 8,974 –13,7
Russischer Rubel 67,59 45,26 –33,0
Südkoreanischer Won 1.337,35 1.452,97 8,6
Veränderung der
Fremdwährung
Durchschnittskurs (1 €) 2014 2013 in %
US-Dollar 1,329 1,328 –0,1
Pfund Sterling 0,807 0,849 5,2
Chinesischer Renminbi Yuan 8,174 8,233 0,7
Australischer Dollar 1,474 1,377 –6,6
Südafrikanischer Rand 14,422 12,833 –11,0
Polnischer Zloty 4,189 4,199 0,2
Brasilianischer Real 3,127 2,873 –8,1
Argentinischer Peso 10,784 7,289 –32,4
Russischer Rubel 50,96 42,35 –16,9
Südkoreanischer Won 1.403,10 1.459,27 4,0

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Abschlüsse der FUCHS PETROLUB SE sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Von den konzerneinheitlichen Grundsätzen abweichende Wertansätze in den Jahresabschlüssen assoziierter Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden bei Geringfügigkeit beibehalten.

Grundlegendes Bewertungskonzept ist der Ansatz historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Auf Ausnahmen wird an entsprechender Stelle hingewiesen.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der IFRS, wie sie in der EU angewendet werden. Die Ansatz-, Bewertungs- und Ausweismethoden sowie die Erläuterungen und Angaben zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014 folgen grundsätzlich dem Stetigkeitsprinzip.

Ausnahmen ergeben sich aus Änderungen aufgrund der Anwendung neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften (siehe "Allgemeine Angaben") bzw. im Sinne der Vermittlung relevanter Informationen. Soweit Anpassungen von Vorjahresbeträgen erfolgen, wird dies bei den betroffenen Anhangangaben erläutert.

In der Gewinn- und Verlustrechnung wird zusätzlich zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen ausgewiesen. Wird diese Kennzahl in Bezug zum Umsatz gesetzt, sind in der relativen Größe sowohl im Ertrag wie im Umsatz allein die von den vollkonsolidierten Gesellschaften erwirtschafteten Beträge berücksichtigt. Das EBIT enthält auch das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen, während die diesem Ergebnis zugrunde liegenden Umsätze nicht Bestandteil des Konzernumsatzes sind.

WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN, SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bei einigen Posten Ermessensausübungen hinsichtlich der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die sich auf den Ansatz und die Bewertung in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie bei der Angabe von Eventualvermögen und -verbindlichkeiten auswirken. Die Schätzungen und Annahmen basieren auf Erfahrungswerten, dem aktuellen Kenntnisstand und aktuell verfügbaren Informationen sowie auf anderen Faktoren, die vom Vorstand unter den jeweiligen Umständen für zutreffend gehalten werden. Zukunftsbezogene Annahmen sowie Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei Beurteilung, Ansatz und Bemessung der nachfolgend aufgeführten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:

Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird nach IAS 36 mindestens einmal jährlich oder im Falle des Vorliegens von Anzeichen einer Wertminderung aufgrund von Werthaltigkeitsberechnungen mittels des erzielbaren Betrags beurteilt (Impairment Test). Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Zum Zwecke der Überprüfung der Wertminderung werden die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units), denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wird, bewertet.

Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit wird in der Regel durch eine Tochtergesellschaft gebildet. Falls der erzielbare Betrag den Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterschreitet, erfolgt eine ergebniswirksame Abschreibung des Firmenwerts dieser Einheit auf den erzielbaren Betrag. Der erzielbare Betrag wird durch den Nutzungswert bestimmt, der anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt wird. Als Planungsgrundlage wird die Mittelfristplanung der Tochtergesellschaften, die aus der Planung des Folgejahres und den darauffolgenden zwei Planjahren besteht, verwendet.

Neben den zugrunde liegenden Cashflow-Planungen ist die Ermittlung des Abzinsungssatzes von wesentlicher Bedeutung für die Werthaltigkeitsberechnungen. Der Abzinsungssatz ist ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz (WACC), der sich aus den mit der Kapitalstruktur gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten zusammensetzt. Die Eigenkapitalkosten werden gemäß dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) aus Kapitalmarktdaten ermittelt und setzen sich aus einem risikofreien Zins und einem Risikozuschlag (bestehend aus Marktrisikoprämie und Betafaktor) zusammen. Die Fremdkapitalkosten entsprechen dem risikofreien Zins zuzüglich eines Aufschlags für das Kreditrisiko. Zur Abbildung des nachhaltigen Wachstums der Gesellschaften in den sich an die Mittelfristplanung anschließenden Jahren wurde im Terminal Value ein Wachstumsabschlag im Abzinsungs-Anmerkung 15 satz berücksichtigt. Für weitere Informationen wird auf Anmerkung 15 verwiesen.

Rückstellungen für Pensionen und Vermögenswerte aus überdeckten Pensionsplänen

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen und die Pensionsrückstellungen sowie Vermögenswerte aus Pensionsplänen werden anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von der tatsächlichen Entwicklung in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählen die Bestimmung der Abzinsungssätze, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, künftige Rentensteigerungen sowie die Sterblichkeitsrate. Aufgrund der Komplexität der Bewertung, der zugrunde liegenden Annahmen und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Sämtliche Parameter werden zum Abschlussstichtag überprüft. Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste werden direkt im Eigenkapital mit den Gewinnrücklagen des Konzerns verrechnet. Sie entstehen durch Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen und des Pensionsvermögens von den zu Jahresbeginn getroffenen Annahmen sowie durch Aktualisierung der versicherungsmathematischen Annahmen. Für weitere Informationen wird auf Anmerkung 26 verwiesen.

Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern

Die Realisierbarkeit latenter Steueransprüche hängt von künftigen steuerpflichtigen Ergebnissen der jeweiligen Konzerngesellschaft ab. Wenn Zweifel an der Realisierbarkeit bestehen, erfolgen im Einzelfall entsprechende Wertberichtigungen der latenten Steueransprüche. Für weitere Informationen wird auf Anmerkung 18 verwiesen.

Weitere wichtige zukunftsbezogene Annahmen sowie Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei Beurteilung, Ansatz und Bemessung von:

  • Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen,
  • Wertminderungen und Wertaufholungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
  • Sonstigen Rückstellungen, wie Umweltverpflichtungen und Prozesskosten,
  • Kaufpreisallokationen (beizulegende Zeitwerte identifizierter Vermögenswerte und Schulden).

Die künftige tatsächliche Entwicklung kann von den getroffenen Annahmen und Schätzungen aufgrund vieler Faktoren abweichen. Die Einschätzungen und zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Vorjahresschätzungen mussten nicht angepasst werden.

UMSATZERLÖSE

Umsatzerlöse umfassen die Erlöse für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Der Ausweis erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie nach Abzug von Erlösschmälerungen und nach Eliminierung konzerninterner Vorgänge. Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden und die wesentlichen Risiken und Chancen des Eigentums auf den Erwerber übergegangen sind. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Die Umsatzerlöse enthalten auch Entgelte für Dienstleistungen aus Chemical Process Management. FUCHS PETROLUB tätigt keine Geschäfte, die eine Umsatzrealisierung als langfristige Fertigungsaufträge nach der Percentage-of-Completion-Methode erfordern.

KOSTEN DER UMGESETZTEN LEISTUNG

Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen. Sie enthalten nach IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Material-, Personal- und Energiekosten auch Fertigungseinzelkosten sowie die dem Produktionsbereich zuzuordnenden Gemeinkosten. Die Gemeinkosten schließen auch Abschreibungen auf Fertigungsgebäude und Anlagen sowie Abwertungen auf Vorräte ein.

VERTRIEBSAUFWAND

Die Vertriebskosten enthalten neben den Kosten der Vertriebsorganisation und der anwendungstechnischen Beratung bei Kunden die Kosten für Werbung, Provisionen und Logistik.

VERWALTUNGSAUFWAND

Die Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der Leitungs- und Verwaltungsstellen, soweit diese nicht als konzerninterne Dienstleistungen auf andere Funktionsbereiche verrechnet werden.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUFWAND

Zu den Forschungskosten zählen Kosten der Suche nach alternativen Materialien oder alternativen Produkten zur Beherrschung von technischen Prozessen oder Verfahren.

Entwicklungstätigkeit beinhaltet die Anwendung von Forschungsergebnissen im Hinblick auf die Entwicklung neuer Produkte und/oder Verfahren vor Beginn der kommerziellen Nutzung. Entwicklungsaufwendungen werden nur dann als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Die der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen lassen sich zuverlässig bestimmen,
  • die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit der Fertigstellung ist gegeben,
  • künftiger wirtschaftlicher Nutzen ist wahrscheinlich und
  • die Absicht und Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen, um ihn zu nutzen oder zu verkaufen, liegt vor.

Die Kriterien für den Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten sind in unseren Produktbereichen erst kurz vor der Marktreife der Produkte vollständig erfüllt. Entwicklungskosten, die nach der Erfüllung der Aktivierungskriterien entstehen, sind unwesentlich. Demzufolge werden auch die Entwicklungskosten zum Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst.

FINANZERGEBNIS

Finanzierungskosten werden ergebniswirksam abgegrenzt und unmittelbar unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst und im Finanzergebnis dargestellt, soweit sie nicht nach IAS 23.8 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten zu aktivieren sind.

Zinserträge werden ergebniswirksam abgegrenzt und unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst, Dividendenerträge werden zum Zeitpunkt des Anspruchs auf Auszahlung gebucht.

Zinsaufwendungen aus Pensionsverpflichtungen werden zusammen mit dem Zinsertrag aus dem Fondsvermögen erfasst und im Finanzergebnis ausgewiesen.

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten bewertet und aktiviert. Hinsichtlich der Nutzungsdauern wird unterschieden zwischen begrenzter und unbestimmbarer Nutzungsdauer. Unbestimmbare Nutzungsdauer liegt vor, wenn keine vorhersehbare Begrenzung der Periode erkennbar ist, in welcher der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows für den Konzern erzeugen wird.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer sowie die Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden mindestens einmal jährlich sowie bei Anhaltspunkten für eine Wertminderung einer Prüfung auf ihre Werthaltigkeit unterzogen (Impairment Test). Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig nach der linearen Methode abgeschrieben.

Für Software wird konzerneinheitlich eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren angesetzt. Sonstige immaterielle Vermögenswerte wie Patente und Lizenzen werden entsprechend ihrer vertraglich vereinbarten Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Bereichskosten für Herstellung, Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung ausgewiesen.

SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen bilanziert. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden mit den Anschaffungskosten verrechnet. Eine Neubewertung von Sachanlagen auf Basis der Regelungen in IAS 16 wird nicht vorgenommen. Die Abschreibungen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf nach der linearen Methode vorgenommen.

Den planmäßigen Abschreibungen im Sachanlagenbereich liegen konzerneinheitlich folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer
Gebäude 20 bis 40 Jahre
Technische Anlagen 5 bis 20 Jahre
Fahrzeuge 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

WERTMINDERUNGEN BEI IM MATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN MIT BEGRENZTER NUTZUNGSDAUER UND BEI SACHANLAGEN

Bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer sowie bei den Sachanlagen wird die Werthaltigkeit des aktivierten Buchwerts gemäß IAS 36 dann überprüft, wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts, der den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert repräsentiert, den Buchwert unterschreitet, wird eine Wertminderung (Impairment) vorgenommen. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die um planmäßige Abschreibungen fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

LEASING

Im Anlagevermögen werden auch Vermögenswerte aus Leasingverhältnissen ausgewiesen. Geleaste bzw. gemietete Anlagengegenstände, deren wirtschaftlicher Eigentümer infolge Übertragung der wesentlichen Risiken und Chancen die jeweilige Konzerngesellschaft ist (Finance Lease), werden nach IAS 17 mit dem zu Beginn des Leasingverhältnisses niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasinggegenstands und dem Barwert der Mindestleasingraten aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Vertragslaufzeit. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden in Höhe des Barwerts unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert. Die Leasingzahlungen werden in Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Finanzverbindlichkeiten aufgeteilt.

Verbleibt das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber (Operating Lease), werden die Leasingraten im Geschäftsjahr als Aufwand erfasst.

ANTEILE AN AT EQUITY EINBEZOGENEN UNTERNEHMEN UND SONSTIGE FINANZANLAGEN

Gesellschaften, auf die FUCHS einen maßgeblichen Einfluss hat, was in der Regel bei einer Beteiligungsquote zwischen 20% und 49% angenommen wird (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Gesellschaften unter gemeinschaftlicher Führung (Joint Ventures) werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Dabei wird neben der Beteiligungsquote auch eine ggf. bestehende Stimmrechtsverteilung berücksichtigt. Nach der Equity-Methode werden Gesellschaften mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zugeschrieben. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Im Anlagenspiegel werden die anteiligen Ergebnisse als Zugänge ausgewiesen, die Ausschüttungen werden als Abgänge gezeigt.

Die unter Sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden gemäß IAS 39 zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert, da es sich bei diesen Vermögenswerten um nicht notierte Anteile an Kapitalgesellschaften handelt, für die der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden kann.

Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten oder bei unverzinslichen Darlehen zum Barwert angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch Wertminderungen Rechnung getragen.

Wertpapiere des Anlagevermögens sind nach IAS 39 zu differenzieren in Wertpapiere, die zu Handelszwecken gehalten werden, zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere und solche, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Der FUCHS PETROLUB Konzern hält keine Wertpapiere zu Handelszwecken. Die zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere werden dann zum Marktwert angesetzt, wenn es einen verlässlich ermittelbaren Marktwert gibt, andernfalls werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Im Falle der Marktbewertung werden unrealisierte Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern im Eigenkapital ausgewiesen. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Fair Value angesetzt. Dieser beizulegende Zeitwert ist der Marktwert am Bilanzstichtag ohne Abzug von Transaktionskosten.

FINANZINSTRUMENTE

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn das Unternehmen bei einem Finanzinstrument Vertragspartner wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte aus Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. In der Regel werden marktübliche Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten zum Erfüllungstag bilanziert. Derivate werden zum Handelstag erfasst.

Die Finanzinstrumente werden nach IAS 39 in die folgenden Bewertungskategorien eingeteilt:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind: Im FUCHS PETROLUB Konzern gehören dieser Kategorie ausschließlich Derivate (Devisentermingeschäfte) mit positivem Zeitwert an. Diese sind unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.
  • Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen: Diese umfassen nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen bzw. bestimmbaren Zahlungen und fester Laufzeit, bei denen die Absicht und die Fähigkeit zum Halten bis zur Endfälligkeit besteht und die keiner der anderen Bewertungskategorien zugeordnet sind. Im FUCHS PETROLUB Konzern sind keine finanziellen Vermögenswerte dieser Bewertungskategorie zugeordnet.

  • Kredite und Forderungen: Hierunter sind die nicht an einem aktiven Markt notierten finanziellen Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen zu verstehen, die keine Derivate sind und nicht als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind. Neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfasst diese Kategorie auch die in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten und in den Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Vermögenswerte. Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der regelmäßig dem Nennwert der Forderung bzw. dem ausgereichten Kreditbetrag entspricht. Unverzinsliche und niedrigverzinsliche langfristige Kredite und Forderungen werden zum Barwert angesetzt. Die erfolgswirksame Folgebewertung erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte: Hierunter sind finanzielle Vermögenswerte zu verstehen, die keine Derivate sind und die keiner der zuvor genannten Bewertungskategorien zugeordnet sind. Im FUCHS PETROLUB Konzern sind keine finanziellen Vermögenswerte dieser Bewertungskategorie zugeordnet.

Finanzielle Verbindlichkeiten

  • Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Im FUCHS PETROLUB Konzern gehören dieser Kategorie ausschließlich Derivate (Devisentermingeschäfte) mit negativem Zeitwert an. Diese sind unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
  • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten: Hierunter fallen u. a. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Bankverbindlichkeiten und Kundenanzahlungen. Sie werden mit fortgeführten Anschaffungskosten, welche regelmäßig dem Rückzahlungsbetrag entsprechen, angesetzt.

Nach IAS 39 sind DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE, wie z.B. die vom Konzern genutzten Devisentermingeschäfte, zum Marktwert zu bilanzieren. Marktwerte entsprechen den Aufwendungen bzw. Erträgen bei einer (theoretischen) Auflösung der Derivatvereinbarungen zum Bilanzstichtag. Der Bewertung dieser Finanzinstrumente liegen allgemein anerkannte Bewertungsmodelle und mathematische Verfahren (Barwertmethode für Devisentermingeschäfte) auf der Basis aktueller Marktdaten zugrunde.

Da die Derivate ausschließlich im Rahmen von Risikobegrenzungs- bzw. Sicherungsstrategien verwendet werden, könnten bei entsprechender Dokumentation die Regelungen des Hedge Accounting Anwendung finden.

Der FUCHS PETROLUB Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente (Derivate) ausschließlich zur Begrenzung der Währungs- und Zinsrisiken aus seinem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungsvorgängen. Alle getätigten Sicherungsgeschäfte sind erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Die Regelungen des Hedge Accounting wurden nicht angewendet, damit sind keine Sicherungsgeschäfte direkt dem Eigenkapital zugeordnet.

Erträge aus verzinslichen Aktiva werden unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen und der nach der Effektivzinsmethode anzuwendenden Zinssätze abgegrenzt.

Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung einer Forderung oder einer Ausleihung vor, wird eine Einzelwertberichtigung vorgenommen. Bei der Beurteilung des Wertberichtigungsbedarfs werden regionale, branchen- und unternehmensspezifische Gegebenheiten berücksichtigt sowie auf externe Ratings und die Einschätzung von Kreditversicherern zurückgegriffen, soweit solche verfügbar sind. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass alle Forderungen und Ausleihungen von nicht einwandfreier Kreditqualität wertberichtigt werden. Forderungen und Ausleihungen werden ausgebucht, wenn ihre Uneinbringlichkeit endgültig feststeht. Bei Wegfall der Gründe für Wertminderungen werden erfolgswirksame Zuschreibungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Bei allen Finanzinstrumenten werden Wertberichtigungen separat auf einem Wertberichtigungskonto erfasst.

Detaillierte Informationen zu Finanzinstrumenten sind im Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz" unter der Anmerkung 35 angegeben.

AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERN

Latente Steuern werden entsprechend IAS 12 für sämtliche temporären Differenzen zwischen den steuerlichen und den IFRS-Bilanzansätzen der konsolidierten Gesellschaften sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Aktive latente Steuern betreffen im Wesentlichen Steuerabgrenzungen auf eliminierte Zwischengewinne im Konzern, insbesondere im Bereich des Vorratsvermögens, sowie auf Pensionsrückstellungen. Sie umfassen auch Steuerminderungsansprüche, sofern sie sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Aktive latente Steuern unterliegen einer Wertberichtigung, soweit die Realisierung des Steueranspruchs unwahrscheinlich ist. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus Abschreibungsunterschieden im Anlagevermögen aufgrund abweichender konzerneinheitlicher und steuerlicher Abschreibungsregeln. Die latenten Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Die Veränderungen von aktiven und passiven latenten Steuern werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden aktiven und passiven latenten Steuern ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst.

VORRÄTE

Vorräte umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen sowie fertige Erzeugnisse und Handelswaren. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Wenn die Marktpreise bzw. die beizulegenden Zeitwerte der Absatzprodukte auf Basis von Nettoveräußerungswerten niedriger sind, erfolgt eine Wertminderung auf diesen niedrigeren Wert. Die Vorratsbewertung basiert grundsätzlich auf der Methode des gewogenen Durchschnitts. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, die auf der Grundlage einer normalen Kapazitätsauslastung ermittelt werden. Sie bestehen entsprechend IAS 2 aus den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten sowie Sondereinzelkosten der Fertigung. Daneben werden auch alle dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten sowie Verbrauchsteuern und Abschreibungen auf Fertigungsanlagen einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung, die nicht auf die Herstellung entfallen, werden ebenso wie Finanzierungskosten (IAS 23) nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerreichweite oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt. Für Abwertungen aus der Überschreitung bestimmter Lagerdauern bestehen konzerneinheitliche Vorgaben.

FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

Forderungen und sonstige Vermögenswerte sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Erkennbare Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Einzelwertberichtigungen werden vorgenommen, wenn Forderungen uneinbringlich sind oder die Uneinbringlichkeit wahrscheinlich ist. Unverzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden abgezinst. Forderungen in ausländischer Währung sind mit dem Stichtagskurs bewertet. Entsprechend dem Geschäftsmodell bestehen im FUCHS PETROLUB Konzern keine Forderungen aus langfristigen Fertigungsaufträgen.

ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Die liquiden Mittel beinhalten Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Fälligkeit innerhalb von drei Monaten, noch nicht eingereichte Schecks und Wechsel sowie Kassenbestände. Sie sind zu Anschaffungskosten bewertet, die Umrechnung von Vermögenswerten in Fremdwährung erfolgt zum Stichtagskurs.

Die Entwicklung der liquiden Mittel, die dem Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 entsprechen, ist in der Kapitalflussrechnung des Konzerns dargestellt.

EIGENKAPITAL

Kosten der Beschaffung des Eigenkapitals werden direkt beim Eigenkapital in Abzug gebracht.

Vorzugsaktienkapital wird als Eigenkapital bilanziert, weil die Anforderungen des IAS 32 an ein Eigenkapitalinstrument erfüllt sind. Auf Vorzugsaktien entfallende Dividenden werden ebenso wie die Dividenden auf Stammaktien als Eigenkapitalverwendung gezeigt.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) gemäß IAS 19 gebildet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Für die biometrischen Grundlagen werden in Deutschland die Richttafeln 2005G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.

Die Pensionsverpflichtungen sind um die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögen vermindert dargestellt (saldiert). Ein gegebenenfalls sich ergebender Aktivüberhang wird unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Der Aufwand aus der Dotierung der Pensionsrückstellungen in Höhe des laufenden Dienstzeitaufwands wird den Personalkosten in den Funktionsbereichen zugeordnet. Die Verzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie der Zinsertrag aus Planvermögen werden innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen.

Die Ergebnisse aus Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen bzw. des Fondsvermögens in Form von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten werden im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne, bei denen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an zweckgebundene Versorgungskassen hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden im Jahr des Anfalls ergebniswirksam erfasst.

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen" gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und deren Höhe zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit bestmöglich geschätzten Beträgen zur Erfüllung der Verpflichtung erfasst werden.

Der Wertansatz der Rückstellungen zeigt diejenigen Beträge, die zur Abdeckung zukünftiger Zahlungsverpflichtungen, erkennbarer Risiken und ungewisser Verbindlichkeiten des Konzerns erforderlich sind. Bei der Bewertung werden mögliche Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Sofern die Höhe der Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmbar ist, wird der wahrscheinlichste Wert angesetzt. Bei gleicher Wahrscheinlichkeit wird der Mittelwert erfasst. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinsen abgezinst, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen. Erstattungsansprüche gegenüber Dritten werden nicht mit den Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung nahezu sicher ist.

VERBINDLICHKEITEN

Die Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Ausnahme bilden Derivate, die mit dem negativem Zeitwert bilanziert werden. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verträgen werden in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingraten in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

UMSATZERLÖSE

1

Die Umsatzaufteilung nach Produktgruppen stellt sich wie folgt dar:

in Mio € 2014 Anteil in % 2013 Anteil in % Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Kfz-Schmierstoffe* 749,0 40,1 740,8 40,4 8,2 1,1
Industrieschmierstoffe und
Spezialitäten* 1.059,1 56,8 1.025,2 56,0 33,9 3,3
Sonstiges 57,8 3,1 65,6 3,6 –7,8 –11,9
1.865,9 100,0 1.831,6 100,0 34,3 1,9

* und verwandte Produkte

Im Produktbereich Kfz-Schmierstoffe sind insbesondere die Motoren-, Getriebe- und Stoßdämpferöle zusammengefasst. Der Umsatz dieses Bereichs erhöhte sich um 1,1% auf 749,0 Mio € (740,8). Der Anteil am Konzernumsatz ging zurück auf 40,1% (40,4).

Die Produktgruppe Industrieschmierstoffe und Spezialitäten enthält vor allem Metallbearbeitungsflüssigkeiten, Korrosionsschutzmittel, Hydraulik- und Industriegetriebeöle sowie Fette und andere Spezialitäten. Der Umsatz dieser Produktgruppe ist um 3,3% auf 1.059,1 Mio € (1.025,2) gestiegen. Mit 56,8% (56,0) stellt sie den größten Teil des Konzernumsatzes dar.

Der Bereich Sonstiges umfasst im Wesentlichen die Lohnherstellung, das Chemical Process Management und Handelsaktivitäten. Der Anteil sank um 7,8 Mio € oder 11,9% auf 57,8 Mio € (65,6).

Die Entwicklung der Umsatzerlöse nach geografischen Regionen ist aus der Segmentberichterstattung auf den Seiten 134 bis 135 ersichtlich.

2

KOSTEN DER UMGESETZTEN LEISTUNG

in Mio € 2014 2013
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und
für bezogene Waren und Leistungen 1.063,5 1.038,6
Materialaufwand 1.063,5 1.038,6
Personalkosten 57,6 54,5
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 15,1 13,3
Fremdleistungen 12,6 12,4
Energiekosten 9,9 9,7
Instandhaltungsaufwendungen 8,8 7,5
Sonstige Kosten 5,2 5,7
1.172,7 1.141,7

3

VERTRIEBSAUFWAND

in Mio € 2014 2013
Personalkosten 109,5 104,2
Frachten 63,3 63,4
Provisionen 35,6 35,0
Reisekosten 12,2 11,8
Marketingaufwendungen 9,8 9,1
Mieten und Leasingaufwendungen 10,3 10,3
Fremdleistungen 11,8 10,0
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6,4 6,1
Instandhaltungsaufwendungen 3,0 2,8
Sonstige Steuern 1,4 1,5
Sonstige Kosten 9,4 9,1
272,7 263,3

Die Marketingaufwendungen enthalten u. a. Ausgaben für Kfz- und Motorradsponsoring, Messeteilnahmen, Werbematerialien, Werbegeschenke und Anzeigen. Fremdleistungen setzen sich zusammen aus in Anspruch genommenen Dienstleistungen für Laborleistungen, Distributionsservice, Warenzeichenverwaltung und den Betrieb des Rechenzentrums. In den Sonstigen Kosten sind Kosten der Kommunikation und anteilige Versicherungsprämien enthalten.

4

5

VERWALTUNGSAUFWAND

in Mio € 2014 2013
Personalkosten 53,1 52,5
Prüfungs- und Beratungskosten 5,3 5,6
Fremdleistungen 6,4 5,6
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6,0 6,0
Sonstige Steuern 3,1 3,1
Mieten und Leasingaufwendungen 2,8 2,8
Reisekosten 3,0 2,8
Instandhaltungsaufwendungen 2,8 2,5
Sonstige Kosten 10,4 10,3
92,9 91,2

Die Fremdleistungen umfassen u. a. Kosten der Warenzeichen- und Markenverwaltung sowie anteilige Kosten für den Betrieb des Rechenzentrums. In den Sonstigen Kosten sind Kommunikationskosten und anteilige Versicherungsprämien enthalten.

SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Diese Position umfasst alle betrieblichen Aufwendungen und Erträge, die nicht unmittelbar den Funktionsbereichen zurechenbar sind.

in Mio € 2014 2013
Erträge aus
Anlageabgängen 5,5 0,6
Auflösungen von Rückstellungen 5,0 1,0
Auflösungen von Wertberichtigungen 3,0 3,0
Lizenzen und aktivierten Eigenleistungen 2,4 1,4
Vermietung und Verpachtung 0,1 0,1
Währungsumrechnungen und Kursgewinne 7,2 6,4
Übrige betriebliche Erträge 7,3 5,9
Sonstige betriebliche Erträge 30,5 18,4
Verluste aus Anlageabgängen 0,3 0,6
Wertberichtigungen auf Forderungen 6,1 6,5
Aufwendungen aus Währungsumrechnungen und Kursverluste 7,5 5,5
Restrukturierungs- und Abfindungskosten 1,4 3,1
Wertminderungen Geschäfts- oder Firmenwerte 4,9 0,5
Wertminderungen Sachanlagen 0,3 0,0
Einmalaufwand für Pensionsverpflichtungen 2,2 1,6
Übrige betriebliche Aufwendungen 9,9 6,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 32,6 24,4
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen –2,1 –6,0

Die Erträge aus Anlageabgängen betreffen im Wesentlichen Buchgewinne aus Grundstücksverkäufen in Großbritannien und China.

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus niedrigeren Planabgeltungen von Pensionen in Großbritannien sowie der Beendigung von Rechtsstreitigkeiten.

In den Übrigen betrieblichen Erträgen sind erhaltene Zuschüsse, Schadenersatzleistungen, Erstattungsansprüche und Erträge aus sonstigen Verkäufen und Dienstleistungen ausgewiesen.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen enthalten uneinbringliche Forderungen in Höhe von 2,4 Mio € (1,1).

Die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen auf unsere Tochtergesellschaft in Brasilien.

Die Übrigen betrieblichen Aufwendungen umfassen u. a. die Einstandskosten der sonstigen Verkäufe sowie Risiken aus dem nicht-operativen Bereich, z.B. für Umweltverpflichtungen.

ERGEBNIS AUS AT EQUITY EINBEZOGENEN UNTERNEHMEN

Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen umfasst die anteiligen Ergebnisse aus Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen.

in Mio € 2014 2013
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 20,4 13,5

Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen beinhaltet für das Jahr 2014 den Ertrag in Höhe von 7,3 Mio € aus der Auflösung einer Wertberichtigung bei einem unserer assoziierten Unternehmen im Nahen Osten.

6

Weitere Angaben erfolgen unter Anmerkung 16 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen.

7

FINANZERGEBNIS

in Mio € 2014 2013
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Übrige (im Wesentlichen Kreditinstitute) 0,8 1,0
Zinserträge 0,8 1,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Übrige (im Wesentlichen Kreditinstitute) –3,3 –2,3
Pensionsverpflichtungen
Zinsaufwand –3,9 –4,0
Zinserträge aus Fondsvermögen 3,5 3,7
Zinsaufwendungen –3,7 –2,6
Zinsergebnis –2,9 –1,6
Beteiligungsergebnis 0,0 0,0
Finanzergebnis –2,9 –1,6

Der Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Pensionszusagen ist eine Saldogröße aus dem Zinsaufwand in Höhe von 3,9 Mio € (4,0) aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen abzüglich dem Zinsertrag in Höhe von 3,5 Mio € (3,7) aus der Verzinsung des Fondsvermögens.

8

ERTRAGSTEUERN

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt zu erwartenden Steuersätze zugrunde; diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen oder verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

in Mio € 2014 2013
Laufende Steuern 88,9 88,4
davon Inland 35,1 32,6
davon Ausland 53,8 55,8
Latente Steuern 1,3 3,7
davon Inland 0,1 –1,5
davon Ausland 1,2 5,2
Gesamt 90,2 92,1

Die laufenden Steuern enthalten Steueraufwendungen von 0,2 Mio € (0,3) für vergangene Geschäftsjahre.

Der deutsche Steuersatz basiert auf dem Körperschaftsteuersatz von 15,83% unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags von 5,5%. Einschließlich der Gewerbesteuer liegt die gesamte inländische Steuerbelastung damit bei etwa 31,0% (30,9).

Der von den ausländischen Gesellschaften erzielte Gewinn wird mit den lokalen Sätzen versteuert. Die in den einzelnen Ländern zur Anwendung kommenden Steuersätze für die Berechnung der latenten Steuern liegen zwischen 10,0% (12,2) und 38,9% (38,9).

Ansprüche und Rückstellungen werden insoweit saldiert, als sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und verrechnet werden können.

Der Unterschied zwischen erwartetem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

in Mio € 2014 in % 2013 in %
Ergebnis vor Steuern (EBT) 310,1 310,7
Erwarteter Steueraufwand 96,0 31,0 96,0 30,9
Steuersatzunterschiede –4,5 –1,5 –3,0 –1,0
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 3,7 1,2 2,7 0,9
Steuerfreie Erträge –2,4 –0,8 –1,3 –0,4
Erträge aus at Equity einbezogenen
Unternehmen
–6,3 –2,0 –4,2 –1,4
Effekt aus steuerlichen Verlustvorträgen,
für die keine latenten Steuerforderungen
gebildet waren 0,1 0,0 0,0 0,0
Periodenfremde Steuern –0,2 –0,1 –0,5 –0,2
Quellensteuern 2,0 0,7 3,4 1,1
Sonstige 1,8 0,6 –1,0 –0,3
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 90,2 29,1 92,1 29,6

Die Position Sonstige enthält mit 1,5 Mio € Effekte auf die Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 4,9 Mio €, auf die ursprünglich keine latenten Steuern gebildet wurden.

Der ausgewiesene Ertragsteueraufwand bezogen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) führt zu einer Steuerquote von 29,1% (29,6). Die um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigte Steuerquote des Konzerns liegt bei 31,1% (31,0).

9

10

ANTEILE ANDERER GESELLSCHAFTER

Der anderen Gesellschaftern zustehende Gewinn in Höhe von 0,4 Mio € (0,5) entfällt auf Mitgesellschafter in Griechenland, Österreich und Frankreich.

ERGEBNIS JE AKTIE

in Mio € 2014 2013
Ergebnis, das den Aktionären der FUCHS PETROLUB SE zuzurechnen ist 219,5 218,1
Ergebnis je Stammaktie in €
Ergebnis je Aktie 1,57 1,53
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien 69.671.524 70.961.958
Ergebnis je Vorzugsaktie in €
Ergebnis je Aktie 1,58 1,54
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Vorzugsaktien 69.671.524 70.961.958

Entsprechend IAS 33 wird die Mehrdividende der Vorzugsaktionäre in Höhe von 0,01 € je Aktie den Vorzugsaktionären vorab zugerechnet, der verbleibende Teil des Konzernergebnisses nach Steuern und nach Abzug von Fremdanteilen wird gewichtet auf beide Aktiengattungen verteilt.

Die im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms erworbenen eigenen Aktien sind entsprechend den Regeln des IAS 33.20 bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie nicht berücksichtigt.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis.

Die FUCHS PETROLUB SE hat im zweiten Quartal 2014 ihr Aktienrückkaufprogramm beendet und danach eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien (Berichtigungsaktien) durchgeführt. Im Anschluss wurden die eigenen Aktien eingezogen. Aufgrund der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln erhöhte sich die Anzahl der Stamm- und Vorzugsaktien. Die Vorjahreszahlen zum Ergebnis je Aktie wurden zur Vergleichbarkeit angepasst.

Detaillierte Informationen hierzu sind unter der Anmerkung 25 angegeben.

11

12

SONSTIGE STEUERN

Der Ausweis in Höhe von 5,3 Mio € (5,5) betrifft ertragsunabhängige Steuern, welche in den betrieblichen Funktionskosten enthalten sind. Auf die ausländischen Konzerngesellschaften in Argentinien, China, Frankreich, Großbritannien und den USA entfallen hiervon 3,7 Mio € (4,3).

PERSONALAUFWAND / MITARBEITER

Personalaufwand (in Mio €) 2014 2013
Löhne und Gehälter 226,8 218,2
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung,
Unterstützung u. ä. Verpflichtungen 40,5 37,5
davon für Altersversorgung 5,0 4,2
267,3 255,7

Die Aufwendungen für Altersversorgung enthalten nicht die im Finanzergebnis ausgewiesenen Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen und auch keine Erträge aus Planvermögen zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen.

Mitarbeiter (Anzahl im Jahresdurchschnitt) 2014 2013
Angestellte 2.984 2.854
Gewerbliche Arbeitnehmer 1.068 992
4.052 3.846

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte

130

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Die Zusammensetzung der in der Bilanz zusammengefassten Positionen der Immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen, der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen und der Sonstigen Finanzanlagen sowie ihre Entwicklung im Jahr 2014 ist in der Entwicklung des Konzernanlagevermögens auf den Seiten 130 und 131 enthalten.

14

SACHANLAGEN

Die Zugänge des Jahres 2014 betrafen im Wesentlichen den Neubau von Werken und Produktionsanlagen an den Standorten Australien, China und Südafrika sowie Investitionen in Deutschland und den USA. Das Sachanlagevermögen umfasst auch Vermögenswerte aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen (Finance Lease) zu Buchwerten in Höhe von insgesamt 7,0 Mio € (0,4). Diese entfallen auf Grundstücke und Gebäude in Höhe von 2,1 Mio € (0,2), Technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 4,9 Mio € (0,0) sowie Büro- und Geschäftsausstattung in Höhe von 0,0 Mio € (0,2). Durch die Ausübung einer Kaufoption wurde ein bisher als Operating Lease eingestuftes Hochregallager als Finance Lease behandelt.

Bei den für die Tochterunternehmen durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen (Impairment Tests) ergaben sich im Berichtsjahr Wertminderungen in Höhe von 0,3 Mio € (0,0).

15

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte

in Mio € 2014 2013
Historische Anschaffungskosten
Vortrag 1.1. 91,5 94,4
Kursdifferenzen 4,0 –2,9
Zugänge 6,9 0,0
Stand am 31.12. 102,4 91,5
Kumulierte Abschreibungen
Vortrag 1.1. –9,5 –9,6
Kursdifferenzen –0,3 0,6
Wertminderungen –4,9 –0,5
Stand 31.12. –14,7 –9,5
Buchwert am 31.12. 87,7 82,0

Weitere Angaben zu den Zugängen in Höhe von 6,9 Mio € (0,0) sind unter dem Abschnitt Grundsätze, Anmerkung Akquisitionen enthalten.

Geschäfts- oder Firmenwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

Auf den Teilkonzern FUCHS CORPORATION, USA, entfällt ein Geschäfts- oder Firmenwert von insgesamt 70,5 Mio € (67,0). Die übrigen Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen auf weitere sieben (fünf) zahlungsmittelgenerierende Einheiten.

in Mio € 2014 2013
FUCHS CORPORATION, USA 70,5 67,0
Weitere sieben (i.Vj. fünf) zahlungsmittelgenerierende Einheiten 17,2 15,0
Geschäfts- oder Firmenwerte 87,7 82,0

Die Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden nach Maßgabe von IAS 36 mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft (Impairment Test). Sofern erforderlich, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen.

Eine ergebniswirksame Abschreibung hat zu erfolgen, wenn der Buchwert des Reinvermögens der zahlungsmittelgenerierenden Einheit einschließlich des zugeordneten Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit wird in der Regel durch eine Tochtergesellschaft gebildet. Der erzielbare Betrag wurde nach dem Konzept des Nutzungswerts bestimmt. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wird ein Discounted-Cashflow-Verfahren verwendet. Als Planungsgrundlage für die Cashflows wurde die Mittelfristplanung der Tochtergesellschaften, die aus der Budgetplanung 2015 und den Planjahren 2016 und 2017 besteht, verwendet. Die Planungen beruhen auf Erfahrungen der Vergangenheit, den aktuellen Geschäftsergebnissen und der bestmöglichen Einschätzung durch die Unternehmensführung zur künftigen Entwicklung. Die verwendeten Planzahlen basieren auf detaillierten Einzelbudgets und deren Fortschreibung. Darin fließen ein Wachstumsannahmen, die die lokalen Absatzmarktverhältnisse zum Zeitpunkt der Planerstellung berücksichtigen, aktuelle Erwartungen über die Preisentwicklung auf den Beschaffungsmärkten und Inflationserwartungen. Der Abzinsungssatz berücksichtigt neben Inflations- und Länderrisiken auch die lokalen Steuersätze.

Für den Zeitraum nach der Mittelfristplanung wird ein Endwert (Terminal Value) unter Fortschreibung des letzten detaillierten Planungsjahres ermittelt. Bei der Ermittlung des Terminal Values werden zur Berücksichtigung eines inflationsbedingten Wachstums landesspezifische Wachstumsraten von 0,5% (0,5) bis 1,0% (1,0) berücksichtigt. Der Werthaltigkeitsprüfung bei FUCHS CORPORATION, USA, liegt die Annahme einer landesspezifischen nachhaltigen Wachstumsrate von 0,5% (0,5) zugrunde.

Der Abzinsungssatz ist ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz (WACC), der sich aus den mit der Kapitalstruktur gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten zusammensetzt. Die Eigenkapitalkosten werden gemäß dem CAPM aus Kapitalmarktdaten ermittelt und setzen sich aus einem risikofreien Zins und einem Risikozuschlag (bestehend aus Marktrisikoprämie und Betafaktor) zusammen. Bei der Ermittlung des Nutzungswerts der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind Abzinsungssätze unter Berücksichtigung landesspezifischer Risiken von 7,0% (8,0) bis 13,0% (14,0) nach Steuern zur Anwendung gekommen. Bei der Werthaltigkeitsprüfung von FUCHS CORPORATION, USA, wurde ein gewichteter Kapitalkostensatz von 7,0% (8,0) nach Steuern berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr 2014 wurden Wertminderungen (Impairments) in Höhe von 4,9 Mio € (0,5) auf Geschäfts- oder Firmenwerte bei einer brasilianischen (i.Vj. europäischen) Tochtergesellschaft angesichts der anhaltenden Schwäche der brasilianischen Wirtschaft vorgenommen. Für die Werthaltigkeitsprüfung von FUCHS DO BRASIL wurde ein gewichteter Kapitalkostensatz von 13,0% (14,0) nach Steuern berücksichtigt. Der Ausweis der Wertminderungen erfolgt unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Zur Berücksichtigung möglicher Abweichungen bei den wesentlichen Annahmen wurden Sensitivitäten ermittelt und eine Reduzierung der zukünftigen Cashflows um 20% angenommen. Größere Schwankungen halten wir aufgrund der bisherigen Erfahrungen für unwahrscheinlich. Wären die tatsächlichen Cashflows um 20% geringer als die im Impairment Test zugrunde gelegten Cashflows, hätte dies keinen Wertminderungsbedarf der Geschäfts- oder Firmenwerte im Konzern zur Folge.

Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte

Unter den Immateriellen Vermögenswerten sind auch gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte enthalten. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um aktivierte Lizenzen für EDV-Software, um erworbene Formulierungen und Produkttechnologien, Wettbewerbsverbote sowie um erworbene Kundenlisten. Der Gesamtbetrag dieser Rechte und Werte beläuft sich auf 39,1 Mio € (26,1). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die erworbenen Kundenlisten und Produkttechnologien im Zusammenhang mit den beiden Akquisitionen zurückzuführen. In den Immateriellen Vermögenswerten sind geleistete Anzahlungen von 1,9 Mio € (0,1) enthalten.

ANTEILE AN AT EQUITY EINBEZOGENEN UNTERNEHMEN

16

Die Position umfasst fünf at Equity einbezogene Unternehmen. Bei der Equity-Bewertung wurde die Ermittlung des anteiligen Eigenkapitals auf Basis der landesrechtlichen Abschlüsse zum 31. Dezember 2014 vorgenommen, die an die Vorgaben der IFRS angepasst wurden.

Für Informationen zur Zusammensetzung der Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste unter Anmerkung 43.

Die folgende Tabelle zeigt zusammengefasste Ergebnisdaten und den Buchwert für die beiden einzeln nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen:

in Mio € 2014 2013
Buchwert der at Equity einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen 16,6 13,9
Ergebnis nach Steuern 6,8 6,8
Anteiliges Ergebnis nach Steuern 3,4 3,4
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen 0,5 –2,7
Anteiliges Gesamtergebnis nach Steuern 3,9 0,7

Die folgende Tabelle zeigt zusammengefasste Ergebnisdaten und den Buchwert für die drei einzeln nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen:

in Mio € 2014 2013
Buchwert der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 24,9 29,4
Ergebnis nach Steuern 31,6 32,7
Anteiliges Ergebnis nach Steuern 17,0 10,1
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen 3,7 –2,6
Anteiliges Gesamtergebnis nach Steuern 20,7 7,5

Das anteilige Ergebnis nach Steuern in Höhe von 17,0 Mio € (10,1) beinhaltet den Ertrag in Höhe von 7,3 Mio € (Vorjahr 0,0) aus der Auflösung einer Wertberichtigung bei einem unserer assoziierten Unternehmen im Nahen Osten.

SONSTIGE FINANZANLAGEN

Hierunter sind Beteiligungen sowie Ausleihungen an BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN, langfristig gehaltene Wertpapiere und sonstige Ausleihungen enthalten. Entsprechend ihrem Finanzierungscharakter ist der langfristige Teil der Forderungen im Zusammenhang mit Liefervereinbarungen in Frankreich von 4,3 Mio € (3,4) unter den Sonstigen Ausleihungen ausgewiesen.

Die Entwicklung und die Höhe der einzelnen Positionen sind in der Entwicklung des Konzernanlagevermögens auf den Seiten 130 und 131 ersichtlich.

LATENTE STEUERANSPRÜCHE UND STEUERSCHULDEN

Die bilanzierten latenten Steuern resultieren aus folgenden Bewertungsunterschieden bzw. Sachverhalten:

AKTIVE LATENTE STEUERN PASSIVE LATENTE STEUERN
in Mio € 2014 2013 2014 2013
Sachanlagen 1,3 1,2 13,7 10,9
Übrige langfristige Vermögenswerte 2,9 3,5 10,1 8,0
Vorräte 7,5 6,9 0,1 0,2
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 2,2 2,0 0,9 0,6
Langfristige Rückstellungen 16,4 11,4 0,6 0,6
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 0,5 0,4 4,5 4,1
Kurzfristige Rückstellungen und
Verbindlichkeiten 10,5 6,4 0,7 0,6
Erwartete Nutzung bestehender Verlustvorträge 0,0 0,0 0,0 0,0
Summe latente Steuer aktiv/passiv 41,3 31,8 30,6 25,0
Steuerverrechnungen –8,6 –6,3 –8,6 –6,3
Bilanzansatz aktiv/passiv 32,7 25,5 22,0 18,7

130

Glossar Seite 214 a–z

Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte

18

17

Der Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern von 32,7 Mio € (25,5) ist im Wesentlichen zurückzuführen auf Bewertungsunterschiede zwischen IFRS-Bilanz und Steuerbilanz in den Positionen Vorräte (Eliminierung konzerninterner Zwischengewinne), Übrige kurzfristige Vermögenswerte, Pensionsverpflichtungen und kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Die passiven latenten Steuern entstehen im Wesentlichen aufgrund von temporären Bewertungsunterschieden (unterschiedliche Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern) zwischen IFRS-Bilanz und Steuerbilanz im Anlagevermögen.

Die steuerlichen Verlustvorträge im Konzern belaufen sich auf 3,0 Mio € (2,6). Die hierfür gebildeten aktiven latenten Steuern von 0,9 Mio € (0,8) sind in voller Höhe wertberichtigt, da mit der Nutzung der Verlustvorträge in absehbarer Zeit nicht mit hinreichender Sicherheit zu rechnen ist.

Für künftige Steuerlasten aus geplanten Gewinnausschüttungen ausländischer Tochterunternehmen ist eine latente Steuerverbindlichkeit von 4,5 Mio € (4,1) bilanziert. Darüber hinaus existieren weitere thesaurierte Gewinne bei den Tochtergesellschaften in Höhe von 352,7 Mio € (303,4), die dauerhaft investiert bleiben sollen und somit nicht zu einer latenten Steuerschuld führen.

Die Veränderung der Netto-Bilanzansätze an latenten Steuern beträgt im Berichtsjahr 3,9 Mio € (– 4,0). Unter Berücksichtigung der für das Geschäftsjahr 2014 ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten latenten Steuern, die mit 6,2 Mio € (0,1) im Wesentlichen aus der Verrechnung von Pensionsverpflichtungen resultieren, ergibt sich unter Berücksichtigung von Währungseffekten und Akquisitionen der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Aufwand aus latenten Steuern in Höhe von 1,3 Mio € (3,7).

19

LANGFRISTIGE ÜBRIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Sonstige Vermögenswerte 0,4 0,5
0,4 0,5

20

VORRÄTE

Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 95,7 94,5
Unfertige Erzeugnisse 14,5 11,7
Fertige Erzeugnisse und Waren 134,6 126,2
244,8 232,4

Im Berichtsjahr wurden aufwandswirksame Abwertungen aus geminderter Verwertbarkeit von 0,7 Mio € (0,7) vorgenommen; zum Bilanzstichtag haben die einer Abwertung unterzogenen Bestände einen Restbuchwert von 3,5 Mio € (2,5).

FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Kundenforderungen 280,8 257,9
Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen 1,2 2,3
Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen 0,0 0,2
282,0 260,4

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

in Mio € 2014 2013
Stand Wertberichtigungen am 1.1. 14,5 13,9
Kursdifferenzen 0,2 –0,4
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen) 3,1 4,1
Verbrauch –0,6 –1,1
Auflösungen –2,1 –2,0
Veränderung Konsolidierungskreis 0,1 0,0
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 15,2 14,5

Im Berichtsjahr wurden aufwandswirksam 3,1 Mio € (4,1) Wertberichtigungen auf Forderungen gebildet. Die Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen belaufen sich auf 2,1 Mio € (2,0). Im Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund erkennbarer Risiken insgesamt Wertberichtigungen in Höhe von 15,2 Mio € (14,5) berücksichtigt.

Die folgende Tabelle gibt Informationen über das Ausmaß der in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken:

21

Forderungen nach Fälligkeiten (in Mio €) 31. 12. 2014 31.12.2013
Weder überfällige noch wertberichtigte Forderungen 239,1 224,3
Überfällige Forderungen, die nicht einzelwertberichtigt sind:
weniger als 30 Tage 30,3 28,6
30 bis 60 Tage 8,0 5,5
61 bis 90 Tage 3,1 2,0
91 bis 180 Tage 2,1 1,0
181 bis 360 Tage 2,6 0,9
mehr als 360 Tage 0,7 0,8
Gesamt überfällige Forderungen 46,8 38,8
Abzüglich pauschale Einzelwertberichtigungen –5,0 –4,2
Wertberichtigte Forderungen brutto 11,3 11,8
Abzüglich Einzelwertberichtigungen –10,2 –10,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 282,0 260,4

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KURZFRISTIGE STEUERFORDERUNGEN (ERTRAGSTEUER)

Hierbei handelt es sich um Steuererstattungsansprüche im Wesentlichen aus argentinischen, brasilianischen, italienischen und amerikanischen Ertragsteuern.

KURZFRISTIGE ÜBRIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen 0,3 0,2
Sonstige Steuern 2,9 3,8
Übrige sonstige Vermögenswerte 17,4 16,5
20,6 20,5

Die Sonstigen Steuern betreffen mit 2,0 Mio € (3,0) hauptsächlich Umsatzsteuerforderungen.

Die Übrigen sonstigen Vermögenswerte des Konzerns enthalten kurzfristige Kundendarlehen in Höhe von 2,4 Mio € (2,6) im Zusammenhang mit Liefervereinbarungen in Frankreich. Der langfristige Teil dieser Darlehen wird unter den langfristigen Sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen. Darüber hinaus enthalten die sonstigen Vermögenswerte Devisentermingeschäfte mit positiven Zeitwerten in Höhe von 4,2 Mio € (1,3). Ferner enthalten die sonstigen Vermögenswerte Mietvorauszahlungen, Rechnungsabgrenzungen, Erstattungsansprüche sowie andere Kundendarlehen und Forderungen aus sonstigen Verkäufen. Hierbei sind Wertberichtigungen von insgesamt 4,2 Mio € (4,5) berücksichtigt.

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ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Bei den liquiden Mitteln in Höhe von 202,1 Mio € (175,2) handelt es sich um Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Fälligkeit innerhalb von drei Monaten, noch nicht eingereichte Schecks und Wechsel sowie um Kassenbestände.

EIGENKAPITAL

Für den Fortbestand des Unternehmens ist eine solide Eigenkapitalausstattung unabdingbar. Das Gearing (die Relation von Finanzverbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen abzüglich liquiden Mitteln zu Eigenkapital) und die Eigenkapitalquote sind wichtige Indikatoren für die Kapitalstruktur.

Gezeichnetes Kapital

Die Höhe des gezeichneten und voll einbezahlten Kapitals der FUCHS PETROLUB SE hat sich im Berichtsjahr wie folgt verändert:

in Mio € 2014 2013
Stand zum 1.1. 71,0 71,0
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 71,0 0,0
Rechnerischer Wert der eingezogenen Aktien –3,0 0,0
Stand 31.12. 139,0 71,0

Es setzt sich zum 31. Dezember 2014 zusammen aus

69.500.000 Vorzugsaktien à 1,– € = 69.500.000 €
740.000 davon auf Kapitalerhöhung entfallend à 1,– € = –740.000 €
570.765 Vorzugsaktienrückkäufe 2014 à 1,– € = –570.765 €
169.235 Vorzugsaktienrückkäufe 2013 à 1,– € = –169.235 €
35.490.000 Vorzugsaktien (Kapitalerhöhung aus Ges.mitteln) à 1,– € = 35.490.000 €
35.490.000 (i.Vj. 35.490.000) Vorzugsaktien à 1,– € = 35.490.000 €
69.500.000 Stammaktien
à 1,– € = 69.500.000 €
740.000 davon auf Kapitalerhöhung entfallend à 1,– € = –740.000 €
570.765 Stammaktienrückkäufe 2014 à 1,– € = –570.765 €
169.235 Stammaktienrückkäufe 2013 à 1,– € = –169.235 €
35.490.000 Stammaktien (Kapitalerhöhung aus Ges.mitteln) à 1,– € = 35.490.000 €
35.490.000 (i.Vj. 35.490.000) Stammaktien à 1,– € = 35.490.000 €

Bei den Aktien der FUCHS PETROLUB SE handelt es sich um Inhaberaktien. Jede Stammstückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Vorzugsstückaktien sind ohne Stimmrecht, sie haben nur in den vom Gesetz vorgeschriebenen Fällen Stimmberechtigung. Die Vorzugsstückaktien erhalten nach der Satzung einen Vorzugsgewinnanteil von 0,01 € je Stück Vorzugsaktie gegenüber einer Stammstückaktie.

Aktienrückkaufprogramm und Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien (Berichtigungsaktien)

Die FUCHS PETROLUB SE hat im zweiten Quartal 2014 ihr Aktienrückkaufprogramm beendet.

Im Zeitraum vom 27. November 2013 bis einschließlich 28. April 2014 wurden insgesamt 1.480.000 eigene Aktien zu einem Gesamtkaufpreis einschließlich Nebenkosten von 98,4 Mio € zurückerworben. Es wurden 740.000 Stammaktien im Gesamtwert von 45,8 Mio € und 740.000 Vorzugsaktien im Gesamtwert von 52,6 Mio € erworben, davon entfallen 570.765 Stammaktien im Gesamtwert von 35,6 Mio € und 570.765 Vorzugsaktien im Gesamtwert von 40,8 Mio € auf das Jahr 2014. Der einschließlich Transaktionskosten insgesamt aufgewendete Betrag in Höhe von 98,4 Mio € (2,1% des gezeichneten Kapitals) ist vom Eigenkapital abgezogen, und die erworbenen Aktien sind entsprechend den Regelungen des IAS 33.20 bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie nicht mehr berücksichtigt.

Die von der Hauptversammlung der FUCHS PETROLUB SE am 7. Mai 2014 beschlossene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien (Berichtigungsaktien) im Verhältnis 1:1 wurde am 16. Mai 2014 in das Handelsregister eingetragen. Das gezeichnete Kapital wurde durch Umwandlung von Gewinnrücklagen um 71,0 Mio € auf 142,0 Mio € erhöht. Durch die Ausgabe von neuen Stamm- und Vorzugsaktien (jeweils 35.490.000 Stück) verdoppelte sich die Anzahl der Stamm- und Vorzugsaktien auf jeweils 70.980.000 Stück.

Durch die Ausgabe der Berichtigungsaktien im Zuge der Kapitalerhöhung verdoppelte sich die Anzahl der eigenen Aktien von insgesamt 1.480.000 Stück auf 2.960.000 Stück. Davon entfallen jeweils 1.480.000 Stück auf Stamm- und Vorzugsaktien. Anschließend erfolgte die Einziehung der eigenen Aktien.

Nach der Kapitalherabsetzung aufgrund der Einziehung der eigenen Aktien, welche am 27. Juni 2014 in das Handelsregister eingetragen wurde, setzt sich das gezeichnete Kapital der FUCHS PETROLUB SE damit aus 69.500.000 Stammaktien und 69.500.000 Vorzugsaktien zusammen und beläuft sich in Summe auf 139,0 Mio €.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien beläuft sich damit auf:

Aktienanzahl 31. 12. 2014 31.12.2013
Stammaktien 69.500.000 35.320.765
Vorzugsaktien 69.500.000 35.320.765
Gesamt 139.000.000 70.641.530

Rücklagen des Konzerns

Unter diesem Posten sind die Kapitalrücklage der FUCHS PETROLUB SE (Agio) und die Bilanzgewinne und Währungsrücklagen sowie die Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionszusagen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen zusammengefasst. Die Bilanzgewinne enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. In den Währungsrücklagen sind die Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und von nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen ausgewiesen.

Konzerngewinn

Der Konzerngewinn entspricht dem Ergebnis nach Steuern des Konzerns nach Abzug der Anteile anderer Gesellschafter.

Gewinnverwendungsvorschlag FUCHS PETROLUB SE

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat empfehlen, der ordentlichen Hauptversammlung 2015 den Gewinnverwendungsvorschlag von 0,76 € je dividendenberechtigter Stammstückaktie und von 0,77 € je dividendenberechtigter Vorzugsstückaktie vorzulegen. Für das Geschäftsjahr 2013 wurden Dividenden von 0,69 € (1,38 € vor der Ausgabe von Berichtigungsaktien) für die Stammstückaktie und von 0,70 € (1,40 € vor der Ausgabe von Berichtigungsaktien) für die Vorzugsstückaktie ausgeschüttet.

Anteile anderer Gesellschafter

Diese Position enthält die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital und am Ergebnis der konsolidierten Tochterunternehmen. Dabei entfällt der Betrag in Höhe von 0,9 Mio € (1,0) auf Mitgesellschafter in Österreich, Frankreich und Griechenland.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN

Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an ehemalige Mitarbeiter des FUCHS PETROLUB Konzerns sowie deren Hinterbliebene gebildet. Die betrieblichen Altersversorgungssysteme sind im Konzern rückstellungs- und fondsfinanziert, die Versorgungspläne sind sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert.

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Der Verpflichtungsumfang wird um den beizulegenden Zeitwert des Fondsvermögens gekürzt. Veränderungen aus der Neubewertung der Nettoschuld werden in der Periode ihrer Entstehung unmittelbar ergebnisneutral mit den Rücklagen des Konzerns verrechnet. Diese Veränderungen sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns auf Seite 128 dargestellt.

Für das Inland sind die folgenden Bewertungsprämissen unterstellt:

in % 2014 2013
Abzinsungsfaktor 1,8 3,5
Gehaltstrend 2,5 2,5
Rententrend 1,5 1,8

Die Verpflichtungen im Ausland werden unter Berücksichtigung der jeweiligen landesspezifischen Rechnungsgrundlagen und Parameter ermittelt. Die Durchschnittswerte sind auf gewichteter Basis berechnet.

in % 2014 2013
Abzinsungsfaktor von 0,9 bis 8,5 von 2,5 bis 9,0
Abzinsungsfaktor Durchschnittswert 3,2 4,3
Gehaltstrend von 0,6 bis 8,0 von 2,0 bis 8,0
Gehaltstrend Durchschnittswert 2,4 2,9
Rententrend von 1,8 bis 3,0 von 2,0 bis 3,3
Rententrend Durchschnittswert 2,9 3,2

Unter Berücksichtigung der genannten Berechnungsgrundlagen ergibt sich folgender Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen:

Finanzierungsstatus (in Mio €) 31. 12. 2014 31.12.2013 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2010
Barwert der inländischen fondsfinanzierten
Leistungsverpflichtungen 73,7 58,1 60,1 51,4 0,0
Barwert der ausländischen fondsfinanzierten
Leistungsverpflichtungen 47,1 62,5 56,4 46,2 65,5
Barwert der inländischen rückstellungsfinanzierten
Leistungsverpflichtungen 1,1 0,9 0,9 0,7 52,0
Barwert der ausländischen rückstellungsfinanzierten
Leistungsverpflichtungen 4,8 4,0 4,2 3,1 3,9
Leistungsverpflichtungen insgesamt 126,7 125,5 121,6 101,4 121,4
Fondsvermögen Inland zu Marktwerten 56,9 57,1 55,5 54,8 0,0
Fondsvermögen Ausland zu Marktwerten 34,2 52,9 40,0 34,5 47,7
Finanzierungsstatus 35,6 15,5 26,1 12,1 73,7
Pensionsähnliche Verpflichtungen 0,4 0,3 0,2 0,2 0,7
Nettoverpflichtung zum 31.12. 36,0 15,8 26,3 12,3 74,4
Bilanzausweis:
Vermögenswerte aus überdeckten
Pensionsplänen 0,0 0,0 0,1 3,5 0,0
Pensionsrückstellung 36,0 15,8 26,4 15,8 74,4

Die wesentlichen Versorgungsregelungen sind im Folgenden beschrieben:

Im Inland bestehen für einen Teil der Mitarbeiter inländischer Konzerngesellschaften betriebliche Altersversorgungen auf der Basis leistungsorientierter ("defined benefit") Versorgungszusagen. Die Leistungen bemessen sich in der Regel nach Beschäftigungsdauer und Festbeträgen oder den letzten Bezügen der begünstigten Mitarbeiter. Die Leistungen umfassen Altersrente, Invalidenrente und Hinterbliebenenrente. Die inländischen leistungsorientierten Versorgungspläne sind grundsätzlich seit dem Jahr 1983 geschlossen. Im Jahr 2011 sind die rückstellungsfinanzierten inländischen Pensionsverpflichtungen auf den externen Versorgungsträger ALLIANZ nahezu vollständig übertragen worden. Der Ausweis erfolgt seitdem unter den fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen. Der verbleibende Betrag ist rückstellungsfinanziert. Die Übertragung beinhaltete ein Kombinationsmodell aus der Übertragung von bereits erdienten Ansprüchen auf den ALLIANZ-Pensionsfonds und der künftig noch zu erdienenden Ansprüche auf die ALLIANZ-Unterstützungskasse.

Darüber hinaus bestehen im Inland mitarbeiterfinanzierte Versorgungsverpflichtungen aus dem sogenannten Deferred Compensation Programm. Zum 31. Dezember 2014 bestehen Versorgungsverpflichtungen in Höhe von 6,1 Mio € (5,3), die in der Konzernbilanz mit Vermögenswerten von 5,7 Mio € (5,0) saldiert werden. Der Saldo aus Verpflichtungen und Vermögenswerten ist unter "Pensionsähnliche Verpflichtungen" in Höhe von 0,4 Mio € (0,3) ausgewiesen.

Sofern bei ausländischen Konzerngesellschaften eine betriebliche Altersversorgung besteht, handelt es sich um fondsfinanzierte Versorgungssysteme mit "Defined-Benefit"-Zusagen sowie teilweise um beitragsorientierte ("Defined-Contribution"-)Zusagen.

In den USA und in Großbritannien wurde für Neuzusagen zwischenzeitlich bereits das beitragsorientierte System eingeführt. Bestehende leistungsorientierte Versorgungszusagen in den USA wurden 2009 eingefroren und auf ein beitragsorientiertes Altersversorgungssystem umgestellt. Die Planbeendigung und Auszahlung der Altbestände in den USA erfolgte bereits im Jahr 2011.

Die ausländischen fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen betreffen unsere Gesellschaften in Großbritannien. Die betrieblichen Altersversorgungen auf der Basis leistungsorientierter ("defined benefit") Versorgungszusagen ergeben sich durch einen dienstzeitabhängigen endgehaltsbezogenen leistungsorientierten Versorgungsplan, der mittlerweile geschlossen ist. Die Leistungen umfassen Altersrente und Hinterbliebenenrente. Die Finanzierung erfolgt über einen Fonds, der von der Gesellschaft unabhängig ist. Das Fondsmanagement ist gesetzlich verpflichtet, im Interesse der Planbegünstigten zu handeln, und legt die Ziele und Strategien des Fonds fest, zum Beispiel die Anlagepolitik, Beitragsfestsetzungen oder Indexierungen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer entrichten Beiträge in den Fonds.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Barwerts der Leistungsverpflichtungen:

Leistungsverpflichtungen (in Mio €) 2014 2013
Barwert zum 1.1. 125,5 121,6
Währungsdifferenzen 4,2 –1,4
Aufwand für im Berichtsjahr erdiente Pensionsansprüche 1,8 1,7
Nachzuverrechnender Pensionsaufwand 2,2 0,0
Zinsaufwand 3,9 4,0
Neubewertungen
Versicherungsmathematische Verluste aus finanziellen Annahmen 20,0 1,2
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus demografischen Annahmen –2,0 1,2
Versicherungsmathematische Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen 1,5 0,4
Auslagerung an externen Versorgungsträger (Großbritannien) –25,2 0,0
Geleistete Pensionszahlungen –4,0 –4,8
Erträge (i.Vj. Aufwendungen) aus Planabgeltungen (Großbritannien) –1,2 1,6
Barwert zum 31.12. 126,7 125,5
Saldierung mit Fondsvermögen 91,1 110,0
Finanzierungsstatus 35,6 15,5
Pensionsähnliche Verpflichtungen 0,4 0,3
Nettoverpflichtung zum 31.12. 36,0 15,8
Davon
Pensionsrückstellung 36,0 15,8
Vermögenswerte aus überdeckten Pensionsplänen 0,0 0,0

Die Auslagerung an externen Versorgungsträger betrifft die Übertragung eines Teils der Pensionsverpflichtungen in Großbritannien auf eine Versicherungsgesellschaft. Bereits im Vorjahr wurde bei der FUCHS LUBRICANTS UK beschlossen, den auf die Rentner entfallenden Anteil der Pensionsverpflichtungen auf eine Versicherungsgesellschaft zu übertragen.

Sensitivitätsanalyse

Eine Änderung des Abzinsungssatzes um 0,5%-Punkte und der Lohn-/Gehalts- bzw. Rentenentwicklungen um 0,25%-Punkte hätte bei ansonsten konstant gehaltenen Annahmen folgende Auswirkungen auf die Barwerte der Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013):

Auswirkungen (in Mio €) Inland Ausland Gesamt
Auswirkungen auf den Barwert der definierten
Leistungsverpflichtungen durch
Änderungen des Abzinsungssatzes
Zunahme um 0,5%-Punkte –5,3 (–3,7) –4,3 (–3,7) –9,6 (–7,4)
Abnahme um 0,5%-Punkte 6,1 (4,2) 4,8 (4,2) 10,9 (8,4)
Änderung der erwarteten Lohn-/Gehaltsentwicklungen
Zunahme um 0,25%-Punkte
0,9 (0,7) 0,5 (1,0) 1,4 (1,7)
Abnahme um 0,25%-Punkte –0,9 (–0,5) –0,5 (–1,0) –1,4 (–1,5)
Änderung der erwarteten Rentenentwicklung
Zunahme um 0,25%-Punkte 1,5 (1,4) 1,1 (1,4) 2,6 (2,8)
Abnahme um 0,25%-Punkte –1,4 (–1,2) –1,4 (–1,4) –2,8 (–2,6)

Zum 31. Dezember 2014 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen bei 12,4 Jahren (12,3) für das Inland und 20 Jahren (22) für das Ausland.

Die Verlängerung der Lebenserwartung um ein Jahr würde zu einem Anstieg des Barwerts der Leistungsverpflichtungen in Höhe von 2,6 Mio € (1,9) führen; davon entfallen 1,5 Mio € (1,0) auf das Inland und 1,1 Mio € (0,9) auf das Ausland.

Das Fondsvermögen entwickelte sich wie folgt:

Fondsvermögen (in Mio €) 2014 2013
Marktwert zum 1. 1. 110,0 95,5
Währungsdifferenzen 3,2 –0,8
Zinserträge aus Fondsvermögen 3,5 3,7
Laufende Fondsdotierungen 5,8 6,4
Sonderzahlungen in den Fonds im Ausland 0,0 8,3
Auslagerung an externen Versorgungsträger (Großbritannien) –25,2 0,0
Geleistete Pensionszahlungen –4,0 –4,8
Neubewertungen
Versicherungsmathematische Verluste (Gewinne) aus finanziellen Annahmen –0,9 2,2
Versicherungsmathematische Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen –1,3 –0,5
Marktwert zum 31.12. 91,1 110,0

Die Auslagerung an externen Versorgungsträger betrifft die Übertragung eines Teils des Fondsvermögens in Großbritannien auf eine Versicherungsgesellschaft. Zur Finanzierung der Übertragung der leistungsorientierten Versorgungszusagen bei den Gesellschaften in Großbritannien auf eine Versicherungsgesellschaft wurden im Vorjahr Sonderzahlungen in Höhe von 8,3 Mio € in das Fondsvermögen geleistet.

Der beizulegende Zeitwert des Fondsvermögens verteilt sich auf folgende Anlageklassen:

31. 12. 2014 31. 12. 2013
Marktpreis
notierung
in einem
aktiven Markt
Keine Markt
preisnotierung
in einem
aktiven Markt
Gesamt Marktpreis
notierung
in einem
aktiven Markt
Keine Markt
preisnotierung
in einem
aktiven Markt
Gesamt
56,9 56,9 80,5 80,5
27,2 27,2 23,5 23,5
6,7 6,7 5,8 5,8
0,3 0,3 0,2 0,2
33,9 57,2 91,1 29,3 80,7 110,0

Das deutsche Fondsvermögen wird ausschließlich über Versicherungsverträge der ALLIANZ Lebensversicherung finanziert. Für die Verzinsung des Fondsvermögens für das Jahr 2014 wurde der Abzinsungssatz von 3,5% (3,3) zugrunde gelegt. Die rechnerisch ermittelte tatsächliche Verzinsung des Fondsvermögens betrug 2,9% (2,8). Aus dem gewählten ALLIANZ Versicherungstarif (Chance-/Risikoportfolio) kann ein begrenztes Nachfinanzierungsrisiko bei sinkender Gesamtverzinsung entstehen.

Das Fondsvermögen in Großbritannien besteht aus Eigenkapitalinstrumenten, Schuldinstrumenten, flüssigen Mitteln und im Vorjahr zusätzlich aus Versicherungsverträgen. Für die Verzinsung des Fondsvermögens wurden durchschnittlich 3,6% (4,6) zugrunde gelegt. Die tatsächliche Verzinsung des Fondsvermögens betrug durchschnittlich 2,8% (13,9).

Für das Jahr 2015 sind insgesamt laufende Fondsdotierungen von 4,5 Mio € (3,6) für das Inund Ausland vorgesehen. In Großbritannien sind gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen berücksichtigt. FUCHS LUBRICANTS UK hat sich gegenüber dem Fonds verpflichtet, ab dem 31. Dezember 2013 für einen Zeitraum von 7 Jahren und 10 Monaten jährliche Zahlungen von mindestens 1,6 Mio € mit einer jährlichen Steigerungsrate von 3% in den Fonds zu leisten.

Asset-Liability-Matching-Strategie

Die Asset-Liability-Matching-Strategie von FUCHS zielt auf die möglichst deckungsgleiche Finanzierung der Pensionsverpflichtungen ab. Wesentliche Elemente sind ein vergleichbares Fälligkeitsprofil von Vermögenswerten (Assets) und Verbindlichkeiten (Liabilities) und zusätzlich, soweit technisch möglich und finanziell sinnvoll, die Abdeckung von Langlebigkeitsrisiken. Daraus erklärt sich der hohe Anteil von Versicherungsverträgen. Sie ermöglichen die Abdeckung des Langlebigkeitsrisikos, gepaart mit einer reduzierten Schwankungsanfälligkeit (VOLATILITÄT) der Vermögenswerte.

62% (73) des Fondsvermögens sind in Versicherungsverträge investiert. Für sie gibt es keine Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt. Die Überprüfung des Asset-Liability-Matchings für die fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen erfolgt jährlich durch das Fondsmanagement.

Für Eigenkapital- und Schuldinstrumente stehen Marktpreise zur Verfügung. Rund 31% (22) des Fondsvermögens sind in Eigenkapitalinstrumente, weitere 7% (5) in Schuldinstrumente investiert. Die Fondsmanager verfolgen durch den Einsatz von Swaps und an Index gekoppelte Instrumente Risikominderungsstrategien. Der Mix von Eigenkapital- und Schuldinstrumenten berücksichtigt das Fälligkeitsprofil der Pensionsverpflichtungen. Eine regelmäßige Überprüfung des Asset-Liability-Matchings führt gegebenenfalls zu einer Anpassung beim Assetmix.

Aus den Versorgungssystemen ergab sich im FUCHS PETROLUB Konzern ein Pensionsaufwand in Höhe von 11,2 Mio € (10,6), der sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt:

Pensionsaufwand (in Mio €) 2014 2013
Aufwand für im Berichtsjahr erdiente Pensionsansprüche 1,8 1,7
Nachzuverrechnender Pensionsaufwand 2,2 0,0
Zinsaufwand 3,9 4,0
Zinserträge aus Fondsvermögen –3,5 –3,7
Erträge (i.Vj. Aufwendungen) aus Planabgeltungen (Großbritannien) –1,2 1,6
Aufwand für leistungsorientierte Pensionspläne 3,2 3,6
Aufwand für beitragsorientierte Pensionspläne 8,0 7,0
Pensionsaufwand 11,2 10,6

Der Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Pensionszusagen in Höhe von 0,4 Mio € (0,3) ist eine Saldogröße aus dem Zinsaufwand in Höhe von 3,9 Mio € (4,0) aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen abzüglich dem Zinsertrag in Höhe von 3,5 Mio € (3,7) aus der Verzinsung des Fondsvermögens.

Die Pensionsaufwendungen sowie die Pensionszahlungen umfassen auch die Zahlungen für beitragsorientierte Pensionspläne. Im Aufwand für beitragsorientierte Pensionspläne sind die inländischen Arbeitgeberanteile zur Altersversorgung mit 4,0 Mio € (3,8) enthalten.

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SONSTIGE LANGFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN

in Mio € 31.12.2013 Kurs
differenz
Veränderung
Konsolidie
rungskreis
Zuführung Verbrauch Auflösung 31. 12. 2014
Sonstige langfristige
Rückstellungen 3,1 0,0 0,0 0,4 –1,2 0,0 2,3

Hierunter sind Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 0,5 Mio € (1,8) enthalten. Solche Verpflichtungen bestehen ausschließlich im Inland; sie werden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze bewertet und aufgrund ihrer langfristigen Struktur abgezinst. Es bestehen Vertragslaufzeiten von vier bis zu sechs Jahren. Die Restlaufzeit zum Bilanzstichtag beträgt bis zu zwei Jahre. Der Abzinsungssatz beträgt 1,0% (1,5).

Darüber hinaus sind hier weitere langfristige Rückstellungen aus Personalverpflichtungen wie Jubiläumsgelder ausgewiesen.

Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Guthaben in Lebensarbeitszeitkonten einzubringen. Für die eingerichteten Langzeitkonten wurden die mit ihrem Erfüllungsbetrag bewerteten Rückstellungen in Höhe von 3,4 Mio € (2,3) mit dem entsprechenden beizulegenden Zeitwert in Höhe von 3,4 Mio € (2,3) der Vermögensgegenstände (Anschaffungskosten in Höhe von 3,4 Mio € – Vorjahr 2,2 Mio €) verrechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden Aufwendungen und Erträge von jeweils 1,1 Mio € (1,0) verrechnet.

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SONSTIGE LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN

Bei den Sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern einer französischen Tochtergesellschaft. Diese Verbindlichkeiten entstehen aus einem gesetzlich vorgesehenen Mitarbeitergewinnbeteiligungsprogramm; sie sind frühestens 12 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig.

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VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entstehen aus dem operativen Geschäft und sind deshalb kurzfristiger Natur. Sie werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt; Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 134,1 129,8
Wechselverbindlichkeiten 2,8 2,2
Erhaltene Anzahlungen 0,4 0,3
137,3 132,3

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KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die Kurzfristigen Rückstellungen entfallen hauptsächlich auf:

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Gewährleistung 0,8 0,8
Jahresabschlusskosten 1,1 1,5
Gutschriften und Boni 3,0 2,6
Restrukturierungen und Abfindungen 1,1 1,2
Umweltverpflichtungen 6,5 6,0
Aufsichtsratsvergütung 0,5 0,5
Sonstige Verpflichtungen 16,3 14,8
29,3 27,4

Die Kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Kurs
in Mio € 31.12.2013 differenz Zuführung Verbrauch Auflösung 31. 12. 2014
Gewährleistung 0,8 0,0 0,2 0,0 0,2 0,8
Jahresabschlusskosten 1,5 0,0 1,1 1,5 0,0 1,1
Gutschriften und Boni 2,6 0,2 2,8 2,6 0,0 3,0
Restrukturierungen und Abfindungen 1,2 0,0 0,2 0,3 0,0 1,1
Umweltverpflichtungen 6,0 0,1 0,6 0,2 0,0 6,5
Aufsichtsratsvergütung 0,5 0,0 0,5 0,5 0,0 0,5
Sonstige Verpflichtungen 14,8 0,6 17,8 13,4 3,5 16,3
27,4 0,9 23,2 18,5 3,7 29,3

Die Rückstellungen für Restrukturierungen und Abfindungen enthalten Abfindungszahlungen für ausscheidende Mitarbeiter.

Die Rückstellungen für Umweltverpflichtungen betreffen die Beseitigung von Altlasten und decken erwartete Belastungen aus der Beseitigung von Bodenverunreinigungen ab.

In den Sonstigen Verpflichtungen sind u. a. Rückstellungen für Vertragsrisiken, Beitragsverpflichtungen, Prozesskosten sowie weitere Verpflichtungen und Abgrenzungen aus dem Lieferanten- und Kundenverkehr ausgewiesen.

Durch den kurzfristigen Charakter dieser Rückstellungen haben sich keine Aufzinsungsbeträge ergeben.

KURZFRISTIGE STEUERVERBINDLICHKEITEN

Insgesamt sind unter dieser Position Ertragsteuerverbindlichkeiten von 31,2 Mio € (23,4) ausgewiesen. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf den Anstieg von Körperschaftund Gewerbesteuerrückstellungen im Inland zurückzuführen.

KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN

Unter den Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten werden verzinsliche Verpflichtungen des FUCHS PETROLUB Konzerns mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr ausgewiesen. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten 9,8 7,6
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 6,6 0,2
16,4 7,8

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Die Sonstigen Finanzverbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Weitere Angaben erfolgen unter Anmerkung 14 Sachanlagen.

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SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN

Die Sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf:

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 42,2 44,8
Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 1,2 0,3
Soziale Sicherheit 5,4 4,8
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 10,5 8,3
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 5,1 3,9
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 0,0 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 17,6 14,5
82,0 76,6

Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich betreffen hauptsächlich Gratifikationen, Tantiemen, Provisionen, Mitarbeiterprämien, ausstehenden Urlaub und Gleitzeit, Abfindungen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge.

Die Sonstigen Steuerverbindlichkeiten umfassen Verbrauchsteuern, Lohnsteuer und Abgeltungssteuern.

Die Übrigen Verbindlichkeiten umfassen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 4,3 Mio € (4,7) im Zusammenhang mit den unter den Sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen Liefervereinbarungen in Frankreich. Ferner werden hierunter auch Provisionsverpflichtungen und kreditorische Debitoren ausgewiesen.

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EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Bei den Haftungsverhältnissen aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten in Höhe von 11,9 Mio € (12,8) handelt es sich im Wesentlichen um Garagistendarlehen. Bei diesem in Frankreich üblichen Geschäftsmodell garantiert unsere Landesgesellschaft die Rückzahlung von direkt von einer Bank an die Garagisten gewährten Darlehen. Diese Garantie ist Teil der mit unseren Garagisten abgeschlossenen Liefer- und Finanzierungsvereinbarungen.

Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen bestehen zum 31. Dezember 2014 in Höhe von 8,8 Mio € (10,0). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen eines unserer Tochterunternehmen in China.

Operating-Lease-Verträge

Im Konzern sind im Wesentlichen Miet- bzw. Operating-Lease-Verträge für ein Produktionswerk, Lagerhallen, Kraftfahrzeuge, Gabelstapler, EDV-Ausstattung und Software abgeschlossen.

Die folgende Übersicht zeigt die Nominalwerte der künftigen Mindestleasingzahlungen zum 31. Dezember 2014 für Operating Leases, gegliedert nach den Perioden der Zahlungsfälligkeiten:

Fälligkeiten (in Mio €) 31. 12. 2014 31.12.2013
Bis 1 Jahr 8,8 9,7
1 bis 5 Jahre 7,5 9,7
Über 5 Jahre 0,2 0,1
Summe der Mindestleasingzahlungen 16,5 19,5

Die Miet- und Leasingzahlungen betrugen im Berichtsjahr 12,3 Mio € (14,2). Für das Produktionswerk besteht nach Vertragsende im Jahr 2017 ein Ankaufsrecht.

Neben den Operating-Lease-Verpflichtungen bestehen übrige finanzielle Verpflichtungen (EDV-Wartung u.Ä.) in Höhe von 1,6 Mio € (1,0).

FINANZINSTRUMENTE

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a) Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und/ oder die Pflichten aus diesem Finanzinstrument von einer unabhängigen anderen Partei übernehmen würde. Aufgrund variierender Einflussfaktoren können die beizulegenden Zeitwerte nur als Indikation für tatsächlich am Markt realisierbare Werte angesehen werden.

Die beizulegenden Zeitwerte aller Finanzinstrumente wurden auf der Grundlage der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und der nachstehend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die in der Konzernbilanz unter Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte bzw. Sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesenen Beträge erfüllen nicht in voller Höhe die Kriterien des IFRS 7. Insbesondere Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten beruhen nicht auf vertraglichen Vereinbarungen und fallen deshalb nicht unter die Definition von Finanzinstrumenten.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Übrigen Forderungen und sonstigem Vermögen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert des Finanzinstruments weitestgehend dem beizulegenden Zeitwert.

Hinsichtlich der Bewertungskategorien des IAS 39 umfasst die Kategorie Kredite und Forderungen die Buchwerte der Bilanzpositionen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie zum Teil Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte.

Zur Kategorie Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten gehören die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die Finanzverbindlichkeiten und die übrigen Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die Verbindlichkeiten aus Finance Leases sind in der Zuordnung nach Kategorien nicht enthalten, da diese Finanzinstrumente keiner Bewertungskategorie von IAS 39 zugeordnet sind.

b) Nettogewinne oder -verluste aus Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle zeigt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten:

in Mio € 2014 2013
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
und finanzielle Verbindlichkeiten 3,0 1,2
Kredite und Forderungen –3,1 –3,5
Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0,6 0,3

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen beinhalten den Saldo aus gebildeten und aufgelösten Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Ausbuchungen uneinbringlicher Forderungen. Sie sind unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen.

c) Gesamtzinsertrag und -aufwand

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden, ergeben sich wie folgt:

in Mio € 2014 2013
Gesamtzinserträge 0,8 1,0
Gesamtzinsaufwendungen –3,3 –2,3

Die Zinsen aus diesen Finanzinstrumenten werden im Finanzergebnis des Konzerns ausgewiesen.

d) Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten

Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist die Absicherung von Zins- und Währungsrisiken. Angesichts einer nur geringen Brutto-Finanzverschuldung des Konzerns – unter Berücksichtigung der liquiden Mittel ergibt sich sogar eine Netto-Cash-Position – sieht die Konzernstrategie keine Zinsfestschreibungen oder andere Methoden der Zinsbegrenzung vor. Insofern wurden wie im Vorjahr keine Derivate zur Absicherung von Zinsrisiken abgeschlossen. Es bestanden zum Bilanzstichtag allein folgende, nach Restlaufzeiten gegliederte derivative Finanzpositionen zur Absicherung von Währungsrisiken:

Nominalwerte (in Mio €) 31. 12. 2014 31. 12. 2013
Instrument bis
1 Jahr
1–5
Jahre
über
5 Jahre
Gesamt bis
1 Jahr
1–5
Jahre
über
5 Jahre
Gesamt
Devisentermingeschäfte 34,6 0,0 0,0 34,6 23,1 0,0 0,0 23,1
Nominalvolumen Derivate 34,6 0,0 0,0 34,6 23,1 0,0 0,0 23,1

Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge der Währungsderivate. Die Nominalbeträge entsprechen grundsätzlich dem Volumen der gesicherten Grundgeschäfte.

Die vom FUCHS PETROLUB Konzern abgeschlossenen Devisentermingeschäfte dienen der Absicherung von Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Marktwertveränderung des Derivats geht in die Ergebnisrechnung ein, Gleiches gilt für die Marktwertveränderungen damit gesicherter Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten. Der Saldo aus beiden Veränderungen gleicht sich aus.

Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte nur zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte (im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Intercompany-Darlehen). Die Intercompany-Darlehen wurden im Rahmen der Konsolidierungsbuchungen im Konzernabschluss eliminiert. Es bestanden daneben im geringen Umfang Devisentermingeschäfte zur Absicherung fester Verpflichtungen (firm commitments). Zukünftige (antizipative) Transaktionen wurden nicht abgesichert.

Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente stellten sich wie folgt dar:

Marktwert zum 31. 12. 2014

Instrument (in Mio €) Nominalbetrag Marktwert
(netto)
in GuV
berücksichtigt
im Eigenkapital
berücksichtigt
Devisentermingeschäfte 34,6 3,0 3,0 0,0
Summe Derivate 34,6 3,0 3,0 0,0

Marktwert zum 31. 12. 2013

Instrument (in Mio €) Nominalbetrag Marktwert
(netto)
in GuV
berücksichtigt
im Eigenkapital
berücksichtigt
Devisentermingeschäfte 23,1 1,2 1,2 0,0
Summe Derivate 23,1 1,2 1,2 0,0

MANAGEMENT DER RISIKEN AUS FINANZINSTRUMENTEN

Der FUCHS PETROLUB Konzern ist durch seine internationale Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Dazu gehören insbesondere Kreditrisiken, z.B. bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Marktrisiken, wie die Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Rohstoffpreisen. Aus diesen Risiken, aus dem operativen Geschäft sowie aus abrupten Schwankungen auf den Finanzmärkten können darüber hinaus Liquiditätsrisiken resultieren.

Wesentliche finanzwirtschaftliche Risiken werden durch den Zentralbereich Treasury der FUCHS PETROLUB SE überwacht und gesteuert. Für den Umgang mit finanzwirtschaftlichen Risiken bestehen vom Vorstand genehmigte detaillierte Richtlinien und Vorgaben. Finanz- und Währungsrisiken werden durch fristen- und währungskongruente Finanzierung sowie durch den Einsatz von Derivaten reduziert, die ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen werden. Der Fair Value (beizulegender Zeitwert) der Devisentermingeschäfte wird auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle und aktueller Marktdaten ermittelt. Die Modelle sind der Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Durch das Vier-Augen-Prinzip wird gewährleistet, dass eine ausreichende Funktionstrennung bei Handel und Abwicklung gegeben ist.

Kreditrisiko

Kreditrisiko meint die Gefahr, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Kreditrisiken können aus der Anlage liquider Mittel ebenso wie aus der Gewährung von Zahlungszielen im Zusammenhang mit Lieferungen und Leistungen entstehen sowie aus anderen Vereinbarungen, die von der Gegenpartei erst in der Zukunft erfüllt werden müssen.

ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Der Konzern beschränkt den Bestand an liquiden Mitteln in der Regel auf den für das operative Geschäft notwendigen Umfang. Die Finanzrichtlinie des Konzerns sieht außerdem vor, dass liquide Mittel nur bei bonitätsmäßig einwandfreien Banken mit einem Standard & Poors/Moody's/ Fitch Kurzfristrating von A1 / P1 / F1 oder besser angelegt werden dürfen.

FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Aus der Geschäftsbeziehung mit seinen weltweit mehr als 100.000 Kunden hält der FUCHS PETROLUB Konzern ständig nennenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Den Umgang mit den daraus resultierenden Kreditrisiken regelt eine Richtlinie, wobei ländertypisch abweichende Vorgehensweisen zulässig sind. Sofern die interne Kreditbeurteilung, die unter Verwendung externer Kreditinformationen erfolgt, ein zu hohes Kreditrisiko anzeigt, werden Kreditsicherheiten z.B. in Form von Bankgarantien oder Akkreditiven verlangt. Alternativ werden auch Kreditversicherungen eingesetzt. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen über insgesamt 3,8 Mio € (3,9) abgesichert.

Für die verbleibenden Kreditrisiken werden, sobald sie bestimmte Niveaus überschreiten, Wertberichtigungen vorgenommen (siehe dazu Anmerkung 21).

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE SOWIE SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE Bei der Auswahl von Banken, mit denen derivative Finanzinstrumente abgeschlossen werden, wird

auf ausreichende Bonität der Gegenpartei geachtet. Alle Derivatgeschäfte werden nur mit Banken mit einem Moody's Langfristrating im Investmentbereich abgeschlossen. Das Risiko der Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarung seitens der Vertragspartner (Kreditrisiko) ist dadurch minimiert.

Maximale Kreditrisikoposition bei den vorgenannten Positionen ist der Buchwert der Forderung oder des finanziellen Vermögenswerts, auch soweit der Vermögenswert derivative Finanzinstrumente oder liquide Mittel betrifft. Der FUCHS PETROLUB Konzern hält seine Kreditrisiken aufgrund der natürlichen Diversifikation sowie seines Kreditrisikomanagements für begrenzt. Konzentrationsrisiken sind derzeit nicht erkennbar.

Liquiditätsrisiko

Als Liquiditätsrisiko wird die Gefahr bezeichnet, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maß erfüllen kann.

Die finanziellen Mittel des FUCHS PETROLUB Konzerns stammen im Wesentlichen aus seinem operativen Geschäft. Darüber hinaus werden zeitweise oder auch revolvierend finanzielle Mittel in Form von z.B. Anleihen oder Bankkrediten vor allem zur Finanzierung operativer Betriebsmittel sowie von Investitionsvorhaben genutzt.

Dem Konzern standen neben den bereits genutzten Kreditlinien über 9,8 Mio € (7,8) weitere freie Linien in Höhe von 136,5 Mio € (140,3) zur Verfügung. Daneben hat der Konzern die Möglichkeit, durch die Vereinbarung zusätzlicher Bankdarlehen, durch die Begebung von Schuldscheindarlehen, Private Placements oder Anleihen weitere Finanzierungsquellen zu nutzen.

Die folgende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Summe der vertraglich fixierten Zahlungen des Konzerns für Rückzahlungen und Zinsen aus den bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2014 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflusst (undiskontiert):

FÄLLIGKEITEN VERTRAGLICHER ZAHLUNGSSTRÖME AUS FINANZIELLEN VERBINDLICHKEITEN ZUM 31. DEZEMBER 2014

Finanzielle Verbindlichkeiten (in Mio €) Summe 2015 2016 2017 2018 2019 ≥2020
Finanzverbindlichkeiten inkl. Zinsen 16,4 16,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente 1,2 1,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 137,3 137,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 16,6 16,6 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Summe 171,5 171,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

FÄLLIGKEITEN VERTRAGLICHER ZAHLUNGSSTRÖME AUS FINANZIELLEN VERBINDLICHKEITEN ZUM 31. DEZEMBER 2013

Finanzielle Verbindlichkeiten (in Mio €) Summe 2014 2015 2016 2017 2018 ≥2019
Finanzverbindlichkeiten inkl. Zinsen 7,8 7,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente 0,3 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 132,3 132,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 11,6 11,6 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Summe 152,0 152,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Der Vergleich zum Vorjahr (152,0) zeigt einen Anstieg der finanziellen Verbindlichkeiten um 19,5 Mio € auf 171,5 Mio €. Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten sind kurzfristiger Natur.

Der FUCHS PETROLUB Konzern schätzt seine Liquiditätslage als gut ein und sieht für sich kein nennenswertes Liquiditätsrisiko. Dem Konzern stehen liquide Mittel in Höhe von 202,1 Mio € (175,2) und freie Kreditlinien in Höhe von 136,5 Mio € (140,3) zur Verfügung. Daneben verfügt der Konzern aus dem operativen Geschäft über kurzfristig fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 282,0 Mio € (260,4).

Marktrisiko

Aufgrund seiner weltweiten Aktivitäten unterliegt FUCHS Marktrisiken in Form von Wechselkursrisiken und Zinsänderungsrisiken. Aktienmarktrisiken bestehen nicht, da der Konzern keine frei handelbaren Aktien hält. Die von Pensionsfonds zur Abdeckung von Pensionsverpflichtungen gehaltenen Anlagen sind unter Anmerkung 26 erläutert.

Wechselkursrisiken

Bei den Wechselkursrisiken ist zwischen Transaktionsrisiken und Translationsrisiken zu differenzieren.

Die Transaktionsrisiken des Konzerns resultieren insbesondere aus Einkäufen operativer Gesellschaften in einer anderen Währung als der, in welcher die Umsatzerlöse anfallen. Ein Teil der von FUCHS verarbeiteten Rohstoffe wird auf US-Dollar-Basis gehandelt. Gleichzeitig wird der überwiegende Teil der Umsatzerlöse der Gesellschaften auf deren jeweiligem Heimatmarkt erwirtschaftet. Damit unterliegen alle nicht im US-Dollarraum beheimateten Gesellschaften einem US-Dollar-Transaktionsrisiko.

Beim Export von Fertigprodukten ist die Währung des Exporteurs gleichzeitig Fakturierungswährung. Damit liegen Transaktionsrisiken bei importierenden Konzerngesellschaften oder Drittkunden.

Aus Dividenden- und Lizenzeinnahmen der Holding, welche fast ausnahmslos in der Währung der zahlenden Gesellschaft erfolgen, unterliegt auch die Holding einem Transaktionsrisiko. Insbesondere in Bezug auf den US-Dollar ist dieses dem Transaktionsrisiko vieler operativer Gesellschaften entgegengesetzt, so dass hier ein natürlicher Hedge (Absicherung) vorliegt, der zur Reduzierung der insgesamt im Konzern bestehenden Transaktionsrisiken führt.

Wechselkursrisiken aus der Gewährung von konzerninternen Fremdwährungsdarlehen werden grundsätzlich durch die Vereinbarung entsprechender Devisentermingeschäfte oder anderer originärer oder derivativer Absicherungsinstrumente wie Fremdwährungsaufnahmen oder Zins- und Währungsswaps abgesichert.

Basierend auf der Struktur des Schmierstoffgeschäfts, das keine langen Vorlaufzeiten oder hohen Auftragsbestände kennt, tätigt FUCHS keine langfristigen Währungsabsicherungen seines operativen Geschäfts. Der Wechselkurs ist für die operativen Gesellschaften stattdessen einer von mehreren preisbestimmenden Faktoren, der bei der Kalkulation zu berücksichtigen ist.

Zum FUCHS PETROLUB Konzern gehört eine ganze Reihe nicht im Euro-Raum ansässiger Konzerngesellschaften. Damit bedingen schwankende Wechselkurse im Rahmen der Umrechnung der Umsatzerlöse und Ergebnisse für die Konzernergebnisrechnung sogenannte Translationsrisiken. Sie können unter Umständen die Konzernergebnisrechnung spürbar beeinflussen.

Nennenswerte Translationsrisiken für FUCHS kommen aus den Regionen Nord- und Südamerika sowie Asien-Pazifik, Afrika. Soweit diese Risiken direkt oder auch indirekt gegenüber dem US-Dollar bestehen, sind sie ein natürlicher Hedge des vorgenannten US-Dollar-Transaktionsrisikos. Transaktions- und Translationsrisiken haben damit auf Konzernebene eine gegenläufige Wirkung.

Auch bei der Umrechnung der von den ausländischen Tochtergesellschaften gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegt der Konzern Translationsrisiken. Zur Begrenzung dieser Risiken werden kurzfristig zu finanzierende Vermögenswerte in der Regel in lokaler Währung refinanziert und nur die langfristig benötigten Vermögenswerte durch Eigenkapital unterlegt. Die Entwicklung der Eigenkapitalposition wird kontinuierlich beobachtet, in der Regel jedoch nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesichert.

Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns bestehen in folgenden Währungen:

Finanzverbindlichkeiten (in Mio €) 2014 in % 2013 in %
Euro 6,8 41,5 0,2 2,6
Indische Rupie 4,0 24,4 4,4 56,4
Südafrikanischer Rand 2,3 14,0 1,5 19,2
Indonesische Rupie 1,2 7,3 0,9 11,5
Brasilianischer Real 0,0 0,0 0,5 6,4
Sonstige Währungen 2,1 12,8 0,3 3,9
16,4 100,0 7,8 100,0

Zinsänderungsrisiken

Angesichts der guten Liquiditätslage des Konzerns gibt es derzeit keine nennenswerten Zinsänderungsrisiken, die eine Absicherung mittels derivativer Instrumente erfordern.

Aufgeteilt nach Zinsvereinbarung gliedern sich die Finanzverbindlichkeiten wie folgt. Sicherheiten wurden mit Ausnahme bei Finanzleasingtransaktionen keine gestellt.

Finanzverbindlichkeiten (in Mio €) Effektiver
Zinssatz
Zinsbindung
Dauer
Buchwert
31. 12. 2014
Buchwert
31.12.2013
Festzinssatz
EUR-Finanzleasing 5,85% 2015 6,6 0,0
Variabler
EUR-Kurzfristige Darlehen Zinssatz <1 Jahr 0,2 0,2
Variabler
INR-Kurzfristige Darlehen Zinssatz <1 Jahr 4,0 4,4
Variabler
ZAR-Kurzfristige Darlehen Zinssatz <1 Jahr 2,3 1,5
Variabler
IDR-Kurzfristige Darlehen Zinssatz <1 Jahr 1,2 0,9
Variabler
BRL-Kurzfristige Darlehen Zinssatz <1 Jahr 0,0 0,5
Jeweilige vari
Kurzfristige Darlehen in anderen Währungen able Zinssätze <1 Jahr 2,1 0,3
16,4 7,8

Zusammenfassung der Zinssicherungsfristen

Zinssicherungsfristen (in Mio €) 2014 in % 2013 in %
Bis 1 Jahr 16,4 100,0 7,8 100,0
1 bis 5 Jahre 0,0 0,0 0,0 0,0
Über 5 Jahre 0,0 0,0 0,0 0,0
16,4 100,0 7,8 100,0

Sonstige Preisrisiken

Der FUCHS PETROLUB Konzern ist Risiken aus Preisänderungen bei den Waren ausgesetzt, die er für die Herstellung seiner Fertigprodukte benötigt. Eine Absicherung dieser Warenbezüge mittels Derivat erfolgt nicht, da die verfügbaren Instrumente über keine ausreichende Wirksamkeit verfügen. In der Regel werden Rohstoffpreisveränderungen in den Markt weitergegeben, eventuell mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Insofern sind diese Preisrisiken begrenzt.

Sensitivitätsanalysen

Sensitivitätsanalysen beziffern näherungsweise und im Rahmen bestimmter Annahmen, welches Risiko besteht, wenn bestimmte Einflussfaktoren Änderungen erfahren. Im Hinblick auf das Zinsänderungsrisiko sowie das Wechselkursrisiko werden folgende Veränderungen unterstellt:

  • eine Erhöhung der Marktzinssätze aller Währungen um einen Prozentpunkt (Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurven);
  • eine gleichzeitige Abwertung des Euros gegenüber allen Fremdwährungen um 10%.

In die Ermittlung des Zinsänderungsrisikos bei FUCHS zum Stichtag fließen nur originäre variabel verzinsliche Finanzinstrumente ein. Originäre Finanzinstrumente mit fester Verzinsung, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, sind gemäß IFRS 7 keinen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zinsderivate, die unter Umständen eine Auswirkung auf das Finanzergebnis haben könnten, bestanden nicht.

Damit hätte ein um einen Prozentpunkt höheres Marktzinsniveau auf die am 31. Dezember 2014 ausgewiesenen variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten einen mindernden Effekt auf das Finanzergebnis von 0,1 Mio € (0,1) gehabt. Unterstellt ist, dass der höhere Zinssatz für ein ganzes Jahr Anwendung gefunden hätte.

Das Fremdwährungsrisiko wird über alle am Bilanzstichtag ungesicherten Netto-Fremdwährungspositionen ermittelt. Eine gleichzeitige Abwertung des Euros gegenüber allen Fremdwährungen um 10% hätte einen ergebnismindernden Effekt von 0,4 Mio € (0,3) zur Folge gehabt.

WEITERE ANHANGANGABEN

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ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die liquiden Mittel des FUCHS PETROLUB Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 ("Cashflow Statements") werden die Zahlungsströme unterschieden zwischen betrieblicher Tätigkeit sowie solchen aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst den in der Bilanz ausgewiesenen Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Diese beinhalten neben den flüssigen Mitteln im engeren Sinne, also Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, auch kurzfristige Geldanlagen, die jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird ausgehend vom Ergebnis nach Steuern indirekt abgeleitet. Hierbei werden die zugrunde liegenden Veränderungen von Bilanzpositionen um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Diese Veränderungen der Bilanzpositionen können daher nicht direkt mit den entsprechenden Werten aus der Konzernbilanz abgestimmt werden. Die erhaltenen Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen werden im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit (vorher Investitionstätigkeit) ausgewiesen. Auch in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt der Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen im EBIT. Damit wird ein besserer Einblick in die Ertrags- und Finanzlage gewährt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Die Cashflows aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit sind jeweils zahlungsbezogen ermittelt. Effekte aus der Währungsumrechnung sowie aus der Veränderung des Konsolidierungskreises werden dabei bereinigt. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt.

Der freie Cashflow errechnet sich aus dem Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit und dem Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit.

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ERLÄUTERUNGEN ZUR SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Im Rahmen der Segmentberichterstattung bilden die geografischen Regionen entsprechend der konzerninternen Organisations- und Berichtsstruktur des FUCHS PETROLUB Konzerns die operativen Geschäftssegmente. Diese Aufgliederung orientiert sich gemäß den Grundsätzen des IFRS 8 "Geschäftssegmente" an der konzerninternen Steuerung und spiegelt die Berichterstattung der Geschäftsfelder in den Konzernleitungsgremien wider. Entsprechend der internen Steuerung werden die Regionen Europa, Asien-Pazifik, Afrika sowie Nord- und Südamerika abgegrenzt. Die einzelnen Gesellschaften werden dabei nach ihrer regionalen Zugehörigkeit in die Segmente eingeordnet. Den Segmentinformationen liegen dieselben Ansatz- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in den Überleitungen eliminiert. Die Überleitung der Segmentdaten zu den Gesamtwerten des Konzerns ergibt sich aus der Spalte "Holdinggesellschaften inklusive Konsolidierung". Hier sind neben den Abschreibungen, Ergebnissen, Vermögenswerten und Schulden der Holdinggesellschaften auch die Intersegmenteliminierungen im Bereich der Umsätze enthalten. Konzerninterne Umsätze und Transfers erfolgen zu Preisen und Bedingungen unabhängiger Geschäftspartner.

Segmentvermögen und Segmentergebnis enthalten alle direkt zurechenbaren Positionen sowie in geringem Umfang indirekte Werte. Das Segmentvermögen und die Segmentschulden beinhalten Aktiva und Passiva, die zur Erzielung der Segmentergebnisse vor Zinsen und Steuern (EBIT) beigetragen haben. Von den Umsatzerlösen in Höhe von 1.865,9 Mio € (1.831,6) entfallen 516,9 Mio € (532,4) auf deutsche Gesellschaften und 1.349,0 Mio € (1.299,2) auf ausländische Gesellschaften. Von den ausländischen Gesellschaften entfallen 268,3 Mio € (254,0) auf Nordamerika (im Wesentlichen USA) und 254,2 Mio € (237,0) auf China. Die Höhe der langfristigen Vermögenswerte (Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) beträgt in Deutschland 185,5 Mio € (175,0). Auf das Ausland entfallen 255,6 Mio € (217,7), hiervon betreffen 80,9 Mio € (72,1) Nordamerika (im Wesentlichen USA) und 44,1 Mio € (35,3) China.

Die Gesamtentwicklung der Segmente ist auf den Seiten 134 und 135 dargestellt und zeigt die Werte für das Berichtsjahr und die entsprechenden Vergleichszahlen des Vorjahres. Die Aufstellung zeigt für jede geografische Region als zentrale Steuerungsgrößen die Umsatzerlöse, Abschreibungen und das jeweilige Segmentergebnis (EBIT). Die Summe der Segmentergebnisse wird übergeleitet auf das Konzernergebnis nach Steuern. Weiterhin sind die Segmentvermögen angegeben und die Verbindlichkeiten der einzelnen Segmente; Letztere sind auf die Konzernschulden übergeleitet. Die Aufstellung enthält ebenfalls die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen sowie die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter der Segmente und die jeweils erzielten Margen bezogen auf das EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen.

Segmente 134

Angaben zu den Umsätzen nach Tätigkeitsbereichen sind in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung unter Anmerkung 1 aufgeführt.

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BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Als nahestehende Unternehmen und Personen (related parties) des FUCHS PETROLUB Konzerns im Sinne von IAS 24 sind anzusehen:

  • die unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften und At-Equity-Gesellschaften der FUCHS PETROLUB SE,
  • Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE,
  • die RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG, über die der Stammaktienbesitz der Familie überwiegend gehalten wird,

  • deren Komplementär-GmbH FUCHS INTEROIL GMBH sowie deren Geschäftsführung

  • und Pensionsfonds, die zugunsten der Arbeitnehmer des Konzerns bestehen.

Beherrschendes Unternehmen ist die RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG.

Für die nahestehenden Unternehmen RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG und FUCHS INTEROIL GMBH erbringt FUCHS PETROLUB SE Dienstleistungen, die durch eine Verwaltungskostenumlage abgegolten werden. Der Umfang dieser Dienstleistungen ist nicht materiell.

Weiterhin bestehen Darlehensbeziehungen sowie Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen der Holdinggesellschaft FUCHS PETROLUB SE und ihren in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen; diese Beziehungen sind im vorliegenden Konzernabschluss eliminiert. Für die von der Holdinggesellschaft wahrgenommenen Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung, Produktmarketing, Markenpflege, Werbung etc. werden den Tochtergesellschaften in Abhängigkeit von deren Umsatz Lizenzgebühren verrechnet. Darüber hinaus werden für Managementleistungen und ähnliche Dienstleistungen Kostenumlagen vorgenommen. Die Abrechnung des Leistungsverkehrs zu nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgt zu Bedingungen wie unter unabhängigen Geschäftspartnern.

Gegenüber den at Equity einbezogenen Unternehmen bestehen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr Forderungen des FUCHS PETROLUB Konzerns in Höhe von 1,2 Mio € (2,3) sowie sonstige Forderungen in Höhe von 0,3 Mio € (0,2). Die Verbindlichkeiten betragen 0,0 Mio € (0,0). Der Wert der Warenlieferungen an at Equity einbezogene Unternehmen im Jahr 2014 betrug 15,6 Mio € (15,5), die Sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 1,1 Mio € (1,3). Im Vorjahr bestanden gegenüber zwei nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr Forderungen des FUCHS PETROLUB Konzerns in Höhe von 0,2 Mio €, sonstige Forderungen in Höhe von 0,2 Mio € und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,1 Mio €. Der Wert der Warenlieferungen im Vorjahr betrug 1,3 Mio €. Diese beiden Unternehmen werden ab 2014 mit in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Mit Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats bestehen keine Beraterverträge.

Hinsichtlich der Informationen zu den Pensionsfonds verweisen wir auf die Anmerkung 26.

Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gemäß § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens lagen nicht vor." Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat als Abschlussprüferin der FUCHS PETROLUB SE diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit ihrem uneingeschränkten Testat versehen.

ORGANE

39

AUFSICHTSRAT
Dr. Jürgen Hambrecht Vorsitzender
Neustadt an der Weinstraße Vorsitzender des Aufsichtsrats der BASF SE (seit 2. Mai 2014)
Weitere Mandate gem. §100 Abs. 2 AktG
n Daimler AG
n Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft (bis 29. April 2014)
n Berthold Leibinger GmbH (persönlich haftende Gesellschafterin
der TRUMPF GmbH + Co. KG), Vorsitzender
Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs Stellvertretender Vorsitzender
Mannheim Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der FUCHS PETROLUB SE
Ines Kolmsee Unternehmerin bei der Smart Hydro Power GmbH
Tutzing
Weitere Mandate gem. §100 Abs. 2 AktG
n SUEZ ENVIRONNEMENT S.A. (seit 22. Mai 2014)
n Deutsche Telekom AG (seit 31. Januar 2015)
n UMICORE S.A.
Horst Münkel* Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (seit 30. Juni 2014)
Mannheim und stellvertretender Vorsitzender des SE Betriebsrats
(seit 12. November 2014) der FUCHS PETROLUB SE
Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der FUCHS EUROPE SCHMIERSTOFFE GMBH
Lars-Eric Reinert* Leiter Fettfabrik Harvey, FUCHS LUBRICANTS CO.
Chicago Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (bis 30. Juni 2014) und
Vorsitzender des SE Betriebsrats (bis 12. November 2014) der FUCHS PETROLUB SE
Dr. Erhard Schipporeit
Hannover
Ehemaliges Mitglied des Vorstands der E.ON SE
Weitere Mandate gem. §100 Abs. 2 AktG
n BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
n Deutsche Börse Aktiengesellschaft
n Hannover Rückversicherung SE
n Rocket Internet Aktiengesellschaft (seit 22. August 2014)
n SAP SE
n Talanx Aktiengesellschaft
Vergleichbare in- und ausländische Kontrollgremien
n Fidelity Funds SICAV (Luxemburg)
n TUI Travel Plc. (Großbritannien) (bis 11. Dezember 2014)

* Arbeitnehmervertreter.

VORSTAND
Stefan R. Fuchs Vorsitzender
Hirschberg Konzernmandate
■ FUCHS CORPORATION
■ FUCHS LUBRICANTS CO.
■ FUCHS OIL MIDDLE EAST LTD. (bis 16. Juli 2014)
■ OPET FUCHS MADENI YAG SANAYI VE TICARET A.S. Vorsitzender (seit 30. Juni 2014)
Weitere Mandate gem. §100 Abs. 2 AktG
■ Berthold Leibinger GmbH (persönlich haftende Gesellschafterin
der TRUMPF GmbH + Co. KG)
Dr. Alexander Selent Stellvertretender Vorsitzender, Finanzvorstand
Limburgerhof Konzernmandate
■ FUCHS CORPORATION
■ FUCHS LUBRICANTS (CHINA) LTD. (bis 30. Juni 2014)
■ FUCHS OIL MIDDLE EAST LTD. (seit 16. Juli 2014)
■ ALHAMRANI-FUCHS PETROLEUM SAUDI ARABIA LTD.
Weitere Mandate gem. §100 Abs. 2 AktG
■ Vossloh AG, stellvertretender Vorsitzender (bis 14. September 2014)
Dr. Lutz Lindemann
Kerzenheim
Mitglied
Dr. Georg Lingg Mitglied (bis 30. Juni 2014)
Mannheim Konzernmandate (bis 30. Juni 2014)
■ FUCHS LUBRICANTS (YINGKOU) LTD.
■ FUCHS LUBRICANTS (KOREA) LTD.
■ FUCHS LUBRICANTS (CHINA) LTD.
■ FUCHS LUBRICANTS (AUSTRALASIA) PTY. LTD.
■ FUCHS LUBRICANTS TAIWAN CORP.
■ FUCHS OIL MIDDLE EAST LTD.
■ OPET FUCHS MADENI YAG SANAYI VE TICARET A.S.
Dr. Ralph Rheinboldt Mitglied
Heddesheim Konzernmandate
■ FUCHS LUBRICANTS BENELUX N.V./ S.A., Vorsitzender
■ FUCHS HELLAS S.A.
■ FUCHS LUBRICANTES S.A.U., Vorsitzender
■ FUCHS LUBRICANTS (UK) PLC
■ FUCHS LUBRIFIANT FRANCE S.A., Vorsitzender
■ FUCHS LUBRIFICANTI S.P.A., Vorsitzender
  • FUCHS OIL FINLAND OY
  • MOTOREX AG LANGENTHAL

VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS

Bezüge des Vorstands (in T €) 2014 2013
Bezüge des Vorstands 6.841 7.164
davon feste Vergütungen 1.440 1.549
davon variable Vergütungen 5.401 5.615
Dienstzeitaufwand für Pensionszusagen an tätige Mitglieder des Vorstands 2.738 496
Ehemalige Mitglieder des Vorstands
Gesamtbezüge früherer Organmitglieder 1.602 433
Saldo aus Pensionsverpflichtungen und Fondsvermögen 2.309 239

Die Bezüge des Vorstands setzen sich aus einer festen und einer variablen Vergütung zusammen. Die festen Vergütungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr und die variablen Vergütungen werden im Folgejahr ausbezahlt. Durch das Ausscheiden von Dr. Georg Lingg zum 30. Juni 2014 hat sich die Anzahl der Vorstände von fünf auf vier reduziert. In der Folge sind die Gesamtbezüge rückläufig.

Bei den festen Gehaltsbestandteilen ergibt sich für das einzelne Vorstandsmitglied eine inflationsbedingte Erhöhung.

Die variable Vergütung des Vorstands basiert auf einer auf den nachhaltigen Unternehmenserfolg abgestellten Incentiveregelung. Diese Regelung folgt dem FUCHS Value Added (FVA)-Konzept gekoppelt mit einem Leistungsfaktor. Der FVA stellt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) abzüglich der Kapitalkosten dar. Der Leistungsfaktor misst jährlich die Erreichung der für den gesamten Vorstand geltenden langfristig ausgerichteten Ziele. Die variable Vergütung für das einzelne Vorstandsmitglied hat sich durch die Veränderung des FVA leicht erhöht.

Leistungen aus Anlass der Beendigung der Arbeitsverhältnisse des Vorstands sind nicht vorgesehen. Ebenso bestehen keine aktienbasierten Vergütungen.

Der Dienstzeitaufwand für Pensionszusagen an tätige Mitglieder des Vorstands enthält einen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand von 2.250 T €.

Der Saldo aus Pensionsverpflichtungen und Fondsvermögen in Höhe von 2.309 T € (239) für ehemalige Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus dem vorhandenen Fondsvermögen von 5.690 T € (5.303) abzüglich der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 7.999 T€ (5.542). Die Steigerung der Nettoverpflichtung ist bedingt durch die Absenkung des Abzinsungssatzes sowie durch das Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der FUCHS PETROLUB SE vom 11. Mai 2011 erfolgt keine individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütungen für die Dauer von fünf Jahren.

VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder stellt sich wie folgt dar:

Angaben (in T €) Feste Vergütung Variable Vergütung Vergütung für
Ausschusstätigkeit
Sitzungsgeld/
Nebenleistungen
Gesamt
Mitglieder des Aufsichtsrats 2014 2013 2014 2013 2014 2013 2014 2013 2014 2013
Dr. Jürgen Hambrecht 60 60 51 50 10 10 18 18 139 138
Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs 45 45 38 38 22 22 18 18 123 123
Dr. Erhard Schipporeit 30 30 26 25 30 30 12 14 98 99
Ines Kolmsee 30 30 26 25 20 20 13 13 89 88
Horst Münkel 30 30 26 25 0 0 5 6 61 61
Lars-Eric Reinert 30 30 26 25 0 0 5 6 61 61
Gesamt 225 225 193 188 82 82 71 75 571 570

Die Vergütungsregeln für den Aufsichtsrat sind in §16 der Satzung enthalten.

Die feste Vergütung und die Vergütung für die Ausschusstätigkeit werden nach Ablauf des Geschäftsjahres und das Sitzungsgeld nach der jeweiligen Aufsichtsrats- oder Ausschusssitzung ausbezahlt. Die variable Vergütung für das abgelaufene Geschäftsjahr wird im Folgejahr nach der Hauptversammlung ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems der FUCHS PETROLUB SE für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB im zusammengefassten Lagebericht und dem Corporate Governance Bericht des Konzerns dargestellt. Das bisherige Vergütungssystem wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2015 grundsätzlich überarbeitet.

Corporate Governance Bericht

Wortlaut der

ERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX NACH § 161 AKTG

Der Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE haben die nach §161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben. Der Wortlaut ist auf Seite 47 abgedruckt und wird auf der Internetseite www.fuchs-oil.de /entsprechenserklaerung.html öffentlich zugänglich gemacht.

Entsprechenserklärung

41

HONOR ARE UND DIENSTLEISTUNGEN DES ABSC HLUSSPRÜ FERS NACH §§ 315A I.V.M. 314 ABS. 1 NR. 9 HGB

Unternehmen der FUCHS-Gruppe haben weltweit folgende Dienstleistungen von KPMG in Anspruch genommen:

in T€ 2014
Abschlussprüfung 1.455
Sonstige Bestätigungsleistungen 32
Steuerberatung 115
Sonstige Leistungen 37
Gesamt 1.639

Davon wurden im Inland für den Abschlussprüfer Honorare von 396 T € (414) für Jahresabschlussprüfungen, davon 14 T € (15) für Leistungen, die das Vorjahr betreffen, und 11 T € (11) für andere Bestätigungsleistungen als Aufwand erfasst. Steuerberatungsleistungen bzw. Aufwendungen für sonstige Leistungen sind im Inland keine angefallen.

42

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Ereignisse von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ereignet.

ANTEILSBESITZ NACH § 315A I.V.M. § 313 ABS. 2 HGB

Stand 31. Dezember 2014

I. VERBUNDENE UNTERNEHMEN

INLAND

Anteil am Kapital
Name und Sitz der Gesellschaft (Beträge in T €) (in%) 1 Eigenkapital 2 Umsatz 20142 Konsolidierung3
BREMER & LEGUIL GMBH, Duisburg4 100 324 32.806 V
FUCHS EUROPE SCHMIERSTOFFE GMBH, Mannheim4 100 60.000 515.706 V
FUCHS FINANZSERVICE GMBH, Mannheim4 100 85.311 0 V
FUCHS LUBRITECH GMBH, Kaiserslautern4 100 5.021 107.989 V
PARAFLUID MINERALOELGESELLSCHAFT MBH, Hamburg4 100 628 14.453 V
WISURA GMBH, Bremen4 100 1.100 14.490 V

EUROPA (OHNE INLAND)

Name und Sitz der Gesellschaft (Beträge in T €) Anteil am Kapital
(in%) 1
Eigenkapital 2 Umsatz 20142 Konsolidierung3
FUCHS LUBRICANTS BENELUX N.V. / S.A., Huizingen/Belgien 100 10.093 31.895 V
FUCHS OIL FINLAND OY, Vaasa / Finnland 100 667 2.940 V
FUCHS LUBRIFIANT FRANCE S.A., Nanterre Cedex / Frankreich 99,7 17.104 109.125 V
FUCHS LUBRITECH S.A.S., Ensisheim/ Frankreich 100 2.451 9.179 V
FUCHS HELLAS S.A., Athen/Griechenland 97,4 722 4.319 V
CENTURY OILS INTERNATIONAL LTD., Stoke-on-Trent/Großbritannien 100 7207 07 V
FUCHS LUBRICANTS (UK) PLC., Stoke-on-Trent/Großbritannien (Teilkonzern) 100 43.477 157.857 V
FUCHS LUBRITECH INTERNATIONAL (UK) LTD., London/Großbritannien 100 329 0 V
FUCHS LUBRITECH (UK) LTD., London/Großbritannien 100 293 0 V
FUCHS LUBRIFICANTI S.P.A., Buttigliera d'Asti/Italien 100 17.328 62.630 V
FUCHS MAZIVA D.O.O., Samobor/Kroatien 100 2.396 4.873 V
FUCHS MAK DOOEL, Skopje /Mazedonien 100 902 1.505 V
FUCHS LUBRICANTS NORWAY AS, Bergen/Norwegen 100 189 1.527 V
FUCHS AUSTRIA SCHMIERSTOFFE GMBH, Thalgau/Österreich 70 2.614 16.282 V
FUCHS OIL CORPORATION (PL) SP. Z O.O., Gleiwitz / Polen 100 14.558 56.321 V
FUCHS LUBRIFICANTES UNIPESSOAL LDA., Moreira-Maia / Portugal 100 2.814 8.956 V
OOO FUCHS OIL, Moskau/Russland 100 6.543 32.665 V
FUCHS SMÖRJMEDEL SVERIGE AB, Helsingborg/ Schweden 100 172 2.727 V
FUCHS OIL CORPORATION (SK) SPOL. S.R.O., Brezno/ Slowakische Republik 100 1.574 6.107 V
FUCHS MAZIVA LSL D.O.O., Brezice / Slowenien 100 963 2.451 V
FUCHS LUBRICANTES S.A.U., Castellbisbal/ Spanien 100 20.449 51.536 V
FUCHS OIL CORPORATION (CZ) SPOL. S R.O., Stráncice / Tschechische Republik 100 3.119 9.932 V
TOV FUCHS MASTYLA UKRAINA, Lviv /Ukraine 100 2.496 8.166 V
FUCHS OIL HUNGARIA KFT, Budaörs/Ungarn 100 481 4.559 V

ASIEN-PAZIFIK / AFRIKA

Anteil am Kapital
Name und Sitz der Gesellschaft (Beträge in T €) (in%) 1 Eigenkapital 2 Umsatz 20142 Konsolidierung3
FUCHS LUBRICANTS (AUSTRALASIA) PTY. LTD.,
Sunshine-Melbourne /Australien (Teilkonzern) 100 41.439 130.421 V
FUCHS LUBRICANTS (CHINA) LTD., Shanghai/Volksrepublik China 100 69.095 162.338 V
FUCHS LUBRICANTS REGIONAL HEADQUARTER (EAST ASIA) LTD.,
Shanghai/Volksrepublik China 100 1.636 512 V
FUCHS LUBRICANTS (YINGKOU) LTD., Yingkou-City /Volksrepublik China 100 62.958 117.779 V
FUCHS LUBRICANTS (INDIA) PVT. LTD., Mumbai/Indien 100 5.736 15.670 V
PT FUCHS INDONESIA, Jakarta /Indonesien 100 1.958 7.944 V
FUCHS JAPAN LTD., Tokio/Japan 100 2.178 8.377 V
FUCHS LUBRICANTS (KOREA) LTD., Seoul/ Südkorea 100 6.521 22.772 V
FUCHS PETROLUBE (MALAYSIA) SDN. BHD., Shah Alam/Malaysia 100 1.695 5.845 V
FUCHS LUBRICANTS (NEW ZEALAND) LTD., Auckland/Neuseeland 100 3.6918 15.0978 V
FUCHS LUBRICANTS PTE. LTD., Singapur/ Singapur 100 3.504 14.610 V
FUCHS LUBRICANTS (SOUTH AFRICA) (PTY.) LTD., Johannesburg/ Südafrika 100 17.392 49.872 V
FUCHS LUBRICANTS TAIWAN CORP., Taipei/ Taiwan 100 1.514 5.260 V
FUCHS THAI HOLDING LTD., Bangkok / Thailand 100 490 0 V
FUCHS LUBRICANTS (THAILAND) CO., LTD., Bangkok / Thailand 100 1.549 5.724 V
FUCHS LUBRICANTS VIETNAM COMPANY LIMITED, Ho Chi Minh City /Vietnam 100 362 310 V

NORD- UND SÜDAMERIKA

Name und Sitz der Gesellschaft (Beträge in T €) Anteil am Kapital
(in%) 1
Eigenkapital 2 Umsatz 20142 Konsolidierung3
FUCHS ARGENTINA S.A., El Talar de Pacheco/Argentinien (Teilkonzern) 100 3.857 10.054 V
FUCHS DO BRASIL S.A., City of Barueri, State of São Paulo/Brasilien 100 6.989 35.748 V
FUCHS LUBRICANTS CANADA LTD., Cambridge, Ontario/Kanada 100 10.8415 26.0955 V
LUBRICANTES FUCHS DE MEXICO S.A. DE C.V., Querétaro/Mexiko 100 6.3465 18.3855 V
PROMOTORA FUCHS S.A. DE C.V., Querétaro/Mexiko 100 1025 1.4715 V
FUCHS URUGUAY S.A., Montevideo/Uruguay 100 406 06 V
FUCHS CORPORATION, Dover, Delaware /USA (Teilkonzern) 100 148.894 270.578 V
FUCHS LUBRICANTS CO., Harvey, Illinois/USA 100 133.1915 232.6345 V

II. GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

Anteil am Kapital
Name und Sitz der Gesellschaft (Beträge in T €) (in%) 1 Eigenkapital 2 Umsatz 20142 Konsolidierung3
MOTOREX AG LANGENTHAL, Langenthal/ Schweiz 50 5.816 25.137 E
OPET FUCHS MADENI YAG SANAYI VE TICARET A.S., Cigli-Izmir/ Türkei 50 28.208 89.733 E

III. ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN

Name und Sitz der Gesellschaft (Beträge in T €) Anteil am Kapital
(in%) 1
Eigenkapital 2 Umsatz 20142 Konsolidierung3
ALHAMRANI-FUCHS PETROLEUM SAUDI ARABIA LTD.,
Jeddah/ Saudi-Arabien 32 51.949 178.972 E
FUCHS LUBRICANTS IRANIAN COMPANY (PJS), Teheran/Iran 50 3.395 10.142 E
FUCHS OIL MIDDLE EAST LTD., Sharjah/Vereinigte Arabische Emirate 50 30.041 24.882 E

IV. SONSTIGE BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN (BETEILIGUNGSQUOTE >5%)

Anteil am Kapital
Name und Sitz der Gesellschaft (Beträge in T €) (in%) 1 Eigenkapital 2 Umsatz 20142 Konsolidierung3
NIPPECO LTD., Tokio/Japan 11

1 Anteil der FUCHS PETROLUB SE einschließlich des mittelbaren Anteilsbesitzes.

2 Eigenkapital und Umsatz sind zu 100% ausgewiesen. Die Werte basieren bei den Gesellschaften im Inland auf den deutschen Jahresabschlüssen (HB I), bei den Gesellschaften im Ausland grundsätzlich auf den geprüften und testierten bzw. bescheinigten IFRS-Abschlüssen (HB II) vor Konsolidierung. Die Umrechnung in den Euro erfolgte bei den Eigenkapitalien zum Stichtagskurs zum 31. Dezember 2014, bei den Umsatzerlösen zum kumulierten Durchschnittskurs des Jahres 2014.

3 Einbeziehung in den Konzernabschluss:

V = Vollkonsolidierung nach IFRS 10,

E = Equity-Methode nach IAS 28.

4 Gesellschaft mit Ergebnisabführungsvertrag.

5 Im Teilkonzernabschluss (HB II) FUCHS CORPORATION, USA, enthalten.

6 Im Teilkonzernabschluss (HB II) FUCHS ARGENTINA S.A., Argentinien, enthalten.

7 Im Teilkonzernabschluss (HB II) FUCHS LUBRICANTS (UK) PLC., Großbritannien, enthalten.

8 Im Teilkonzernabschluss (HB II) FUCHS LUBRICANTS (AUSTRALASIA) PTY. LTD., Australien, enthalten.

Erklärung des Vorstands

UND VERSICHERUNG NACH §§ 297 ABS. 2, 315 ABS. 1 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Mannheim, den 16. März 2015 FUCHS PETROLUB SE

Vorstand

S. Fuchs Dr. A. Selent

Dr. L. Lindemann Dr. R. Rheinboldt

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

AN DIE FUCHS PETROLUB SE

VERMERK ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften – bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Entwicklung des Konzerneigenkapitals, Konzernkapitalflussrechnung und Konzernanhang – für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft.

Verantwortung des Vorstands für den Konzernabschluss

Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE ist verantwortlich für die Aufstellung dieses Konzernabschlusses. Diese Verantwortung umfasst, dass dieser Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt wird und unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Der Vorstand ist auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung eines Konzernabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernabschlusses zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2014 sowie der Ertragslage für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr.

VERMERK ZUM BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS

Wir haben den beigefügten Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE ist verantwortlich für die Aufstellung des Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns in Übereinstimmung mit den nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und unter Beachtung der für die Prüfung des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns mit dem Konzernabschluss sowie den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung des Konzernabschlusses und Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns gewonnenen Erkenntnisse steht der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Mannheim, den 16. März 2015

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Krauß Herbel Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

FUCHS PETROLUB SE (HGB)

GEWINN-UND VERLUST-RECHNUNG

in Mio € 2014 2013
Beteiligungsergebnis 203,4 203,6
Kosten für Verwaltung –31,3 –31,7
Sonstige betriebliche Erträge 44,9 31,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen –6,5 –4,9
38,4 26,6
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 210,5 198,5
Finanzergebnis –8,5 –4,9
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 202,0 193,6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –35,0 –32,5
Jahresüberschuss 167,0 161,1
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 32,9 49,0
Einstellung in andere Gewinnrücklagen –83,5 –80,6
Bilanzgewinn 116,4 129,5

BILANZ

in Mio € 31. 12. 2014 31.12.2013
Aktiva
Immaterielle Vermögensgegenstände 5,3 3,1
Sachanlagen 3,8 3,8
Finanzanlagen 425,8 425,3
Anlagevermögen 434,9 432,2
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 205,3 216,6
Übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 0,6 3,5
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 205,9 220,1
Flüssige Mittel 60,0 56,5
Umlaufvermögen 265,9 276,6
Rechnungsabgrenzungsposten 0,9 0,9
Bilanzsumme 701,7 709,7
Passiva
Gezeichnetes Kapital 139,0 71,0
Rechnerischer Wert zur Einziehung erworbener Aktien 0,0 –0,4
139,0 70,6
Kapitalrücklagen 98,7 95,7
Gewinnrücklagen 324,1 388,3
Bilanzgewinn 116,4 129,5
Eigenkapital 678,2 684,1
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 0,2 0,1
Übrige Rückstellungen 20,5 21,0
Rückstellungen 20,7 21,1
Verbindlichkeiten 2,8 4,5
Bilanzsumme 701,7 709,7

Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat empfehlen, der ordentlichen Hauptversammlung 2015 folgenden Gewinnverwendungsvorschlag vorzulegen:

Gewinnverwendungsvorschlag (in)

Bilanzgewinn (HGB) der FUCHS PETROLUB SE 116.418.634,58
Vortrag auf neue Rechnung 10.083.634,58
106.335.000,00
Ausschüttung einer Dividende von 0,77 € auf jede am Bilanzstichtag
dividendenberechtigte Vorzugsaktie, das sind 69.500.000 Stücke, d.s.
53.515.000,00
dividendenberechtigte Stammaktie, das sind 69.500.000 Stücke, d.s. 52.820.000,00
Ausschüttung einer Dividende von 0,76 € auf jede am Bilanzstichtag

Glossar

A

ASSOZIIERTES UNTERNEHMEN

Unternehmen, bei dem ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausgeübt werden kann (Beteiligungsquote mindestens 20%) und das kein Tochterunternehmen ist.

B

BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

Unternehmen, auf das kein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird (Beteiligungsquote unter 20%).

C

CAPITAL EMPLOYED / EINGESETZTES KAPITAL

Im Jahresdurchschnitt eingesetztes Kapital, das aus Eigenkapital, Finanzverbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen und historischen Goodwill-Abschreibungen nach Abzug der flüssigen Mittel besteht.

CASHFLOW

Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben der Abrechnungsperiode. Der vom FUCHS PETROLUB Konzern im Geschäftsbericht dargestellte Brutto-Cashflow errechnet sich indirekt aus

Ergebnis nach Steuern

    • Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte
  • ± Veränderung der langfristigen Rückstellungen
  • ± Veränderung der latenten Steuern
  • ± nicht zahlungswirksame Ergebnisse aus at Equity einbezogenen Unternehmen
    • erhaltene Dividende von at Equity einbezogenen Unternehmen.

Der Brutto-Cashflow ist Ausdruck der Innenfinanzierungskraft, die dem Unternehmen für die Finanzierung des Nettoumlaufvermögens, Investitionen, Schuldentilgung und Dividendenzahlungen zur Verfügung steht.

COMPLIANCE

Einhaltung sämtlicher für das Unternehmen relevanten gesetzlichen und rechtlichen Bestimmungen, Richtlinien und ethischen Standards.

CORPORATE GOVERNANCE

Bezeichnung im internationalen Sprachgebrauch für die verantwortliche, auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Corporate Governance umfasst das gesamte System der Führung und Überwachung eines Unternehmens und schließt die Organisation, die geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie das gesamte System der internen und externen Kontrollund Überwachungsmechanismen ein.

D

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Finanzprodukte, deren eigener Wert sich überwiegend vom Preis, von den Preisschwankungen und Preiserwartungen des zugrunde liegenden Basisgeschäfts ableitet. Derivate werden im FUCHS PETROLUB Konzern ausschließlich zur Begrenzung von Währungs- und Zinsrisiken aus dem operativen Geschäft eingesetzt.

E

EBIT

Abkürzung für "Earnings before Interest and Taxes". Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

EBITDA

Abkürzung für "Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation". EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

EBIT-MARGE

Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Verhältnis zum Umsatz.

EBT

Abkürzung für "Earnings before Taxes". Ergebnis vor Steuern.

EIGENKAPITALQUOTE

Anteil der Eigenmittel (= Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und kumuliertes übriges Eigenkapital) an der Bilanzsumme.

EIGENKAPITALRENDITE

Ergebnis nach Steuern im Verhältnis zum Eigenkapital des Konzerns.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Erklärung von Aufsichtsrat und Vorstand nach §161 Aktiengesetz zur Umsetzung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

EQUITY-METHODE

Konsolidierungsmethode zur Darstellung von Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss. Die Beteiligung wird mit dem konzernanteiligen Eigenkapital bewertet. Eigenkapitalveränderungen dieser Unternehmen wirken sich im Wertansatz der Konzernbilanzposition " Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen" aus, anteilige Jahresergebnisse sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen" enthalten.

ERGEBNIS AUS AT EQUIT Y EINBEZOGENEN UNTERNEHMEN

Anteilige Jahresergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen, die im Konzernabschluss nach der Equity-Methode einbezogen werden.

I

IAS

Abkürzung für "International Accounting Standards". Rechnungslegungsvorschriften, die eine internationale Harmonisierung und Vergleichbarkeit von Bilanzierung und Publizität gewährleisten sollen. Sie werden von einem internationalen Gremium, dem "International Accounting Standards Board" (IASB) erstellt.

IFRS

Abkürzung für "International Financial Reporting Standards": Ersetzen seit 2001 die "International Accounting Standards" (IAS). FUCHS PETROLUB erstellt ihren Konzernabschluss seit 2002 auf Basis der IAS /IFRS.

J

JOINT VENTURES

Gemeinschaftlich, zu je gleichen Anteilen mit anderen Unternehmen geführte Gesellschaften.

M

MDAX

Aktienindex der mittelgroßen Börsenwerte in Deutschland. Der MDAX folgt als zweites Wertsegment dem DAX (30 hochkapitalisierte Aktiengesellschaften). Die FUCHS PETROLUB Vorzugsaktie ist seit dem 1. Januar 2003 für den Prime-Standard-Bereich der Deutschen Börse zugelassen und seit Juni 2008 Mitglied des aus 50 Werten bestehenden MDAX-Segments.

O

OPER ATIVES NETTOUMLAUFVERMÖGEN

Das Nettoumlaufvermögen (Net Operating Working Capital, NOWC) setzt sich zusammen aus den Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Es bezeichnet das unmittelbar benötigte Kapital zur Generierung von Umsatzerlösen.

R

ROCE

Abkürzung für "Return on Capital Employed". Rendite auf das eingesetzte Kapital (EBIT bezogen auf das Capital Employed).

S

STEUERQUOTE

Ertragsteueraufwand im Verhältnis zum EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen abzüglich Finanzergebnis.

T

TOCHTERUNTERNEHMEN

Unternehmen, das von einem anderen Unternehmen beherrscht wird.

U

UMSATZRENDITE

Ergebnis nach Steuern im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

V

VOLATILITÄT

Maß für die Schwankungsintensität eines Wertpapier- oder Devisenkurses um seinen eigenen Mittelwert innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

W

WERTSCHÖPFUNG

Als Wertschöpfung wird die Aufeinanderfolge von Veredlungsschritten im Produktionsprozess bezeichnet, angefangen von den Rohstoffen über verschiedene Zwischenstufen wie Transport und Produktion bis zum fertigen Endprodukt.

Impressum

Herausgeber

FUCHS PETROLUB SE Friesenheimer Straße 17 68169 Mannheim

Telefon: +49 (0) 621 3802-0 Telefax: +49 (0) 621 3802-7190

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Investor Relations Telefon: +49 (0) 621 3802-1105 Telefax: +49 (0) 621 3802-7274 [email protected]

Presse

Telefon: +49 (0) 621 3802-1104 Telefax: +49 (0) 621 3802-7274

Konzept und Gestaltung 3st kommunikation GmbH, Mainz

Fotografie | Bildnachweis

Matthias Haslauer Matthias Schmiedel Shutterstock Getty Images FUCHS-Datenbank

Satz BG media design GmbH, Darmstadt

Druck Stork Druckerei GmbH, Bruchsal

Dieser Geschäftsbericht wurde am 24. März 2015 veröffentlicht und ist bei der FUCHS PETROLUB SE, Investor Relations, in deutscher und englischer Sprache zu beziehen.

Auf unserer Website stehen Ihnen die Finanzberichte der FUCHS PETROLUB SE zum Herunterladen zur Verfügung.

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Finanzkalender

TERMINE 2015

24. März Berichterstattung Geschäftsjahr 2014
30. April Zwischenbericht zum 31. März 2015
6. Mai Hauptversammlung Mannheim
7. Mai Informationsveranstaltung Schweiz, Zürich
4. August Zwischenbericht zum 30. Juni 2015
3. November Zwischenbericht zum 30. September 2015

HAUPTVERSAMMLUNG 2015

Die ordentliche Hauptversammlung fi ndet am Mittwoch, 6. Mai 2015, 10.00 Uhr, im Mozartsaal des Congress Center Rosengarten, Rosengartenplatz 2 in Mannheim statt. Einladung und Tagesordnung erhalten die Aktionäre über ihre Hinterlegungsbanken. Die Auszahlung der in der Hauptversammlung zu beschließenden Dividenden erfolgt ab 7. Mai 2015.

ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN UND PROGNOSEN

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der FUCHS PETROLUB SE beruhen. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Beschaffungspreise, der Wechselkurse und der Zinssätze sowie Veränderungen innerhalb der Schmierstoffi ndustrie gehören. FUCHS PETROLUB SE übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Zehnjahresübersicht

FUCHS PETROLUB KONZERN

Werte in Mio € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005
Ertragslage
Umsatz (nach Sitz der Gesellschaften) 1.865,9 1.831,6 1.819,1 1.651,5 1.458,6 1.178,1 1.393,7 1.365,3 1.323,3 1.192,2
Deutschland 516,9 532,4 517,5 490,6 417,9 346,2 428,8 414,8 385,6 336,6
Ausland 1.349,0 1.299,2 1.301,6 1.160,9 1.040,7 831,9 964,9 950,5 937,7 855,6
Kosten der umgesetzten Leistung 1.172,7 1.141,7 1.153,1 1.046,9 891,6 721,0 905,6 856,1 856,4 767,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 693,2 689,9 666,0 604,6 567,0 457,1 488,1 509,2 466,9 424,8
in % vom Umsatz 37,2 37,7 36,6 36,6 38,9 38,8 35,0 37,3 35,3 35,6
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 313,0 312,3 293,0 263,5 250,1 179,9 171,7 195,2 161,2 128,8
in % vom Umsatz 16,8 17,0 16,1 16,0 17,1 15,3 12,3 14,3 12,2 10,8
Ergebnis nach Steuern 219,9 218,6 207,0 183,1 171,6 121,4 110,3 120,3 97,2 74,2
in % vom Umsatz 11,8 11,9 11,4 11,1 11,8 10,3 7,9 8,8 7,3 6,2
Vermögen / Kapital
Bilanzsumme 1.276,1 1.162,0 1.108,7 985,3 894,2 745,7 703,8 714,9 680,7 691,3
Eigenkapital 915,6 853,5 781,7 658,2 545,9 392,9 315,3 325,9 303,2 232,6
Eigenkapitalquote 71,7 73,5 70,5 66,8 61,0 52,7 44,8 45,6 44,5 33,6
Liquide Mittel 202,1 175,2 143,7 79,0 92,1 89,9 19,5 64,2 40,2 26,0
Finanzverbindlichkeiten 16,4 7,8 8,9 14,1 19,7 58,2 124,1 71,9 98,5 157,3
Nettoliquidität 185,7 167,4 134,8 64,9 72,4 31,7 – 104,6 – 7,7 – 58,3 – 131,3
Pensionsrückstellungen 36,0 15,8 26,4 15,8 74,4 83,8 70,6 67,1 51,3 54,9
Netto-Gearing
(Pensionen abzgl. Nettoliquidität zu EK) – 0,2 – 0,2 – 0,1 – 0,1 0,0 0,1 0,6 0,2 0,4 0,8
FUCHS Value Added (FVA)
FUCHS Value Added (FVA) 229,7 221,9 208,2 186,0 182,7 116,8 110,1 136,5 100,3 71,4
Cash Flow / Investitionen /
Forschung und Entwicklung
Mittelzufl uss aus betrieblicher Tätigkeit 1 255,3 220,5 203,1 89,2 133,2 206,3 59,6 152,2 90,7 77,8
Mittelabfl uss aus Investitionstätigkeit 1 – 67,4 – 70,6 – 62,7 – 30,2 – 55,5 – 25,5 – 52,1 – 23,8 – 4,3 – 26,1
Freier Cashfl ow 187,9 149,9 140,4 59,0 77,7 180,8 7,5 128,4 86,4 51,7
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 51,7 70,2 61,0 35,6 32,4 29,9 46,6 24,4 18,1 28,8
Abschreibungen auf Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte (planmäßig) 29,8 27,7 26,9 26,4 22,5 20,1 18,8 18,8 19,7 21,9
Forschungs- und Entwicklungsaufwand 32,9 30,6 29,2 27,5 25,1 22,2 22,7 23,7 22,1 20,6

FUCHS PETROLUB KONZERN

2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005
Mitarbeiter
Anzahl Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 4.052 3.846 3.754 3.646 3.534 3.587 3.864 3.807 3.909 4.149
Deutschland 1.213 1.180 1.143 1.086 1.010 1.003 1.073 1.044 1.077 1.101
in % 29,9 30,7 30,4 29,8 28,6 28,0 27,8 27,4 27,6 26,5
Ausland 2.839 2.666 2.611 2.560 2.524 2.584 2.791 2.763 2.832 3.048

FUCHS-AKTIEN

Werte in € 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005
Ergebnis Stämme 1,57 1,53 1,45 1,28 1,20 0,85 0,74 0,77 0,62 0,47
je Aktie 2 Vorzüge 1,58 1,54 1,46 1,29 1,21 0,86 0,75 0,78 0,63 0,48
Dividende Stämme 0,76 0,69 0,64 0,49 0,44 0,28 0,26 0,24 0,16 0,11
je Aktie 2, 3 Vorzüge 0,77 0,70 0,65 0,50 0,45 0,29 0,27 0,25 0,17 0,12
Ausschüttungssumme
(in Mio €) 3 106,3 96,6 91,6 70,3 63,2 39,5 37,1 37,0 25,2 17,4
Aktienrückkauf (in Mio €) 76,4 22,0 0,0 0,0 0,0 5,8 67,1 50,8 0,0 0,0
Börsenkurs Stämme 31,7 30,9 26,5 15,1 16,5 10,1 6,5 10,5 8,7 5,3
per 31. 12. 2 Vorzüge 33,3 35,5 28,1 16,9 18,5 10,8 5,7 10,1 9,7 5,5

1 Ab 2013 erfolgt der Ausweis der erhaltenen Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen unter dem Mittelzufl uss aus betrieblicher Tätigkeit (vorher Investitionstätigkeit).

2 Die Vorjahresangaben wurden zur besseren Vergleichbarkeit um durchgeführte Kapitalmaßnahmen (Gratisaktien, Aktiensplits, Kapitalerhöhungen) bereinigt.

3 Für 2014 Dividendenvorschlag.

FUCHS PETROLUB SE | GESCHÄFTSBERICHT 2014