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Frequentis AG Interim / Quarterly Report 2020

Aug 18, 2020

745_ir_2020-08-18_6afb21a9-0f3f-464c-b57c-c19e7960b16a.pdf

Interim / Quarterly Report

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Frequentis setzen Standards.

finanzbericht Halbjahres-

www.frequentis.com

2020

Kennzahlen Frequentis-Gruppe

Alle Werte in EUR Mio., wenn nicht anders angegeben.

Auftragskennzahlen H1 2020 H1 2019 +/- in % +/- in
EUR Mio.
2019
Auftragseingang 171,8 133,4 +28,8% +38,4 333,7
Auftragsstand (per ultimo) 445,2 351,8 +26,5% +93,4 391,5
Ertragskennzahlen H1 2020 H1 20191) +/- in % +/- in
EUR Mio.
20191)
Umsatz 132,3 132,4 -0,1% -0,1 303,6
EBITDA 6,0 2,4 >+100,0% +3,6 30,2
EBITDA-Marge 4,5% 1,8% +2,7 PP 9,9%
EBIT -1,0 -3,9 +75,5% +2,9 17,2
EBIT-Marge -0,7% -2,9% +2,2 PP 5,7%
Konzernergebnis -23,42) -2,4 >-100,0% -20,9 12,5
Konzernergebnis, auf Anteilseigner
entfallend
-23,62) -2,9 >-100,0% -20,7 11,8
Ergebnis je Aktie in EUR -1,782) -0,23 >-100,0% 0,93
Bilanzkennzahlen H1 2020 H1 20191) +/- in % +/- in
EUR Mio.
20191)
Bilanzsumme 258,1 255,5 +1,0% +2,7 272,1
Eigenkapital 94,1 103,1 -8,7% -8,9 116,2
Eigenkapitalquote 36,5% 40,3% -3,8 PP 42,7%
Nettoguthaben 51,2 64,7 -20,8% -13,5 77,8
Mitarbeiter (Durchschnitt) 1.890 1.853 +2,0% 1.849
Geldflussrechnung H1 2020 H1 20191) +/- in % +/- in
EUR Mio.
20191)
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit 12,2 -6,1 +18,3 17,7
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -4,7 -9,0 +48,1% +4,3 -4,6
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -3,7 16,7 -20,4 8,0
Endbestand der liquiden Mittel 57,7 47,2 +22,2% +10,5 66,9

Hinweis: Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

1) Erstmalige Anwendung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) ab dem 1. Jänner 2019 (↗ Geschäfftsbericht 2019, Konzernabschluss Kapitel 41)

2) Die Auswirkungen der Wertminderung der Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg auf das Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2020 lagen bei EUR 23,2 Mio. (unter Berücksichtigung des Steuereffektes). Ohne diese Auswirkungen würde das Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2020 bei EUR -0,2 Mio. liegen, das Ergebnis je Aktie bei EUR -0,03.

Das Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

die COVID-19 Pandemie hat die Menschheit und die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 stark beeinträchtigt und im Griff gehabt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Frequentis-Gruppe haben sich davon jedoch nicht beeindrucken lassen und mit den richtigen Maßnahmen, digitalen Innovationen und Ausdauer der Krise getrotzt.

Unser Geschäft ging in gewohntem Umfang weiter. Wir sind mit dem operativen Ergebnis des ersten Halbjahres 2020 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 zufrieden:

  • Auftragseingang um 28,8% auf EUR 171,8 Mio. gestiegen
  • Auftragsstand von EUR 445,2 Mio. per Ende Juni 2020
  • Umsatz mit EUR 132,3 Mio. nahezu unverändert
  • EBITDA stieg um mehr als das Doppelte auf EUR 6,0 Mio. (H1 2019: EUR 2,4 Mio.)
  • EBIT verbesserte sich um 75,5% auf EUR -1,0 Mio. (H1 2019: EUR -3,9 Mio.)
  • Konzernergebnis ohne Einmaleffekt durch Wertminderung aufgrund der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg lag bei EUR -0,2 Mio. (H1 2019: -2,4 Mio.)
  • Eigenkapitalquote konnte bei 36,5% per Ende Juni 2020 gehalten werden

Die weiteren Highlights im bisherigen Jahresverlauf waren wie folgt:

  • Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2020 mit hoher Beteiligung von mehr als 35% der berechtigten Personen, Emissionserlös von etwas mehr als EUR 1 Mio.
  • Akquisition von 51% von ATRiCS, Deutschland; Vollkonsolidierung ab 1. April 2020
  • Virtuelle Hauptversammlung gut umgesetzt, Dividende von EUR 0,15 je Aktie beschlossen
  • Beteiligung von 15% an Nemergent, Spanien, zur besseren Nutzung der neuen Möglichkeiten in sicherheitskritischer Breitbandkommunikation (LTE) im August 2020

Für die Beurteilung des Geschäftsmodells von Frequentis ist es relevant, dass die von Frequentis gelieferten Produkte Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder sind. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr. Daher ist die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen weiterhin gegeben, wie der gestiegene Auftragseingang zeigt.

Zur Betreuung der Kunden haben wir digitale Marketingaktivitäten in Form von Webinaren oder Online-Demoräumen umgesetzt. Zur Sicherung des Auftragseinganges starteten wir die Initiative "Sales Goes Digital". Dies gelang gut, wie der gestiegene Auftragseingang von EUR 171,8 Mio. im ersten Halbjahr 2020 (+28,8% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019) zeigt. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Frequentis für den Auftragseingang mit einem relativ ausgewogenen Verhältnis zwischen erstem und zweitem Halbjahr – das zweite Halbjahr 2020 wird also entgegen den bisherigen unterjährigen Trends nicht unbedingt das stärkere Halbjahr sein.

Der Auftragsstand per 30. Juni 2020 betrug EUR 445,2 Mio., eine Steigerung von 13,7% oder EUR 53,7 Mio. im Vergleich zum Jahresende 2019 mit EUR 391,5 Mio. Dank der guten Auftragslage und der Digitalisierungs-Anstrengungen zur Umsetzung der Projekte war und ist Frequentis trotz der Pandemie voll ausgelastet.

Zur bestmöglichen Steuerung der Pandemie wurde ab März 2020 ein interner Corona-Krisenstab eingesetzt. Neben umfangreichen Maßnahmen in den Bereichen Health & Safety sowie Facility Management war eine der Antworten auf die Reiserestriktionen, unsere vorhandenen Stärken in der Digitalisierung gezielt auszuspielen. Hier macht sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in Frequentis haben und so ein guter Teil der Projekte trotz der Reiserestriktionen virtuell (per Videokonferenzen) fortgesetzt wurde.

Die Firmenkultur ermöglichte schon seit langer Zeit mobiles Arbeiten (von zu Hause aus, vor Ort beim Kunden), sodass die vorübergehende Komplett-Umstellung auf Work at home von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der vorhandenen IT-Infrastruktur sehr gut bewältigt wurde.

All diese Maßnahmen und Initiativen haben dazu geführt, dass wir im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatz von EUR 132,3 Mio. erzielen konnten (H1 2019: EUR 132,4 Mio.). Durch das rückläufige Reisevolumen gingen auch die Reisekosten zurück. Diese hatten einen wesentlichen Anteil daran, dass sich das EBITDA auf EUR 6,0 Mio. (H1 2019: EUR 2,4 Mio.) und das EBIT auf EUR -1,0 Mio. (H1 2019: EUR -3,9 Mio.) deutlich verbesserten.

Mit der Beteiligung von 15% an Nemergent im August 2020, einem jungen spanischen Unternehmen mit Firmensitz in Bilbao, wird die bisherige Zusammenarbeit vertieft. Mit der nun gebündelten Software- und Technologie-Kompetenz können die neuen Möglichkeiten in sicherheitskritischer Breitbandkommunikation, die der Mobilfunkstandard LTE mit sich bringt, besser genutzt werden. Mit der Akquisition von ATRiCS und der Beteiligung an Nemergent treibt Frequentis die Diversifizierung und Verbreiterung des Produktportfolios weiter voran.

Frequentis hat für die Causa Commerzialbank Mattersburg ein Anwaltsteam engagiert, welches sämtliche rechtlichen Möglichkeiten prüft, um die Interessen von Frequentis bestmöglich zu wahren. Diese Prüfung umfasst die mögliche Geltendmachung und Verfolgung potenzieller Ansprüche gegen involvierte Rechtsträger, Organisationen und Personen. Dies kann aus heutiger Sicht einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Mit der Ausbreitung der COVID-19 Pandemie sind Risiken verbunden, das laufende Jahr birgt daher weiterhin Unwägbarkeiten. Die genauen Auswirkungen auf unsere Kosten (z. B. Reisekosten), die Projektabnahmen, die Lieferketten, die zur Verfügung stehenden Budgets und die potenzielle Verschiebung von Investitionen lassen sich nicht verlässlich abschätzen.

Trotz der nicht prognostizierbaren weiteren Entwicklung der Pandemie strebt Frequentis danach den Umsatz und den Auftragseingang im Gesamtjahr 2020 in etwa zu halten, wenn nicht zu steigern.

Wien, am 17. August 2020

Mit besten Grüßen

Norbert Haslacher Vorstandsvorsitzender

Sylvia Bardach Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich Mitglied des Vorstands

Die Aktie

Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2020

Ein wichtiger Schritt für die langfristige Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen war das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2020. Die Beteiligung der rund 1.300 berechtigten Mitarbeiter in Österreich und Deutschland war beträchtlich, rund 35% oder rund 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nun neue Aktionäre. Das Programm ermöglichte für die berechtigten Personen den Bezug der Frequentis-Aktie mit einem Preisabschlag von 20% auf den Börseschlusskurs der Wiener Börse vom 4. Mai 2020. Der Bruttoemissionserlös für Frequentis lag bei EUR 1,3 Mio., der Emissionserlös abzüglich des Mitarbeiterrabattes lag bei etwas mehr als EUR 1 Mio., es wurden 80.000 neue Aktien ausgegeben. Die Gesamtzahl der Aktien beträgt daher seit Mai 2020 13.280.000 Aktien.

Die Aktionärsstruktur der Frequentis AG per Ende Juni 2020 stellt sich wie folgt dar: Kernaktionär Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group Holding GmbH), die B&C Innovation Investments GmbH hält weniger als 10%, rund 22% entfallen auf den Streubesitz. Weitere Informationen zur Aktie, inkl. Kurschart, finden sich unter www.frequentis.com/de/ir > Aktie.

Dividende und eigene Aktien

Die Hauptversammlung am 14. Mai 2020 hat eine Dividende von EUR 0,15 (15 Cent) je Aktie für das Gesamtjahr 2019 beschlossen. Damit gelangen im November 2020 rund EUR 2,0 Mio. zur Ausschüttung. Die Auszahlung steht unter dem Vorbehalt der rechtlichen Zulässigkeit zum Auszahlungszeitpunkt. Die Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2019 beläuft sich damit auf 15,8% (bezogen auf das Konzernergebnis 2019) nach 11,2% für das Geschäftsjahr 2018 (Dividende von EUR 0,10 bezogen auf das Konzernergebnis 2018). Die Dividendenrendite auf Basis des Schlusskurses Ende Dezember 2019 von EUR 19,85 (Wiener Börse) beträgt 0,8%.

Die Dividendenpolitik von Frequentis sieht derzeit eine jährliche Ausschüttungsquote in einem Zielkorridor von etwa 20% bis 30% des bereinigten Konzernergebnisses nach Steuern vor, unter Berücksichtigung einer jährlichen Obergrenze von ca. 40% des Jahresüberschusses des nach UGB zu erstellenden Einzelabschlusses der Frequentis AG.

Die Frequentis AG besitzt zum 30. Juni 2020 keine eigenen Aktien.

Wirtschaftliches Umfeld

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Bereiche, in denen die Frequentis-Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche kommt.

Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.

Aufgrund des umfassenden Ausbruchs von COVID-19 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine im Jänner 2020 vorgestellte Prognose einer globalen Steigerung der Wirtschaftsleistung um 2,9% für das Jahr 2020 revidiert. Das World Economic Outlook Update vom Juni 2020 erwartet für das Jahr 2020 einen globalen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4,9% und für das Jahr 2021 ein Wachstum von 5,4%. Der IWF hebt hervor, dass bei dieser Prognose die Unsicherheit höher als üblich ist. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt neben dem weiteren Verlauf der Pandemie auch von den finanziellen Bedingungen (dazu zählen unter anderem der Zugang zu Krediten, die Höhe der Zinssätze) ab.

Für das Jahr 2020 wird für die USA ein Rückgang von 8,0% und für 2021 ein Wachstum von 4,5% prognostiziert. Für die Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine etwas stärkere Entwicklung mit einem Rückgang um 10,2% im Jahr 2020 und einer darauffolgenden Steigerung von 6,0% im Jahr 2021. Von den großen Volkswirtschaften im Euroraum soll Deutschland die geringste Verminderung der Wirtschaftsleistung mit 7,8% erfahren, während für Frankreich, Italien und Spanien Werte von mehr als -12% ausgewiesen werden. Für das Jahr 2021 werden Wachstumsraten von 5,4% für Deutschland, 6,3% für Italien und Spanien sowie 7,3% für Frankreich erwartet. Die Prognose für Großbritannien liegt mit -10,2% für das Jahr 2020 und 6,3% für das Jahr 2021 auf dem Niveau des Euroraums.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird im Vergleich zur globalen Entwicklung ein Rückgang von nur 0,8% im Jahr 2020 prognostiziert. Für das Jahr 2021 wird mit einem Wachstum von 7,4% gerechnet. China liegt mit einer Wachstumsprognose von 1,0% für das Jahr 2020 (2021: 8,2%) über dem Durchschnitt, der Ausblick für Indien liegt bei -4,5% für das Jahr 2020 (2021: 6,0%).

Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2020 von einem Wachstum von -9,4% (2020: 3,7%) aus. Für Brasilien liegt die Prognose für das Jahr 2020 bei -9,1% (2021: 3,6%), für Mexiko bei -10,5% (2021: 3,3%).

Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von -4,7% für das Jahr 2020 (2021: 3,3%) prognostiziert.

Geschäftsentwicklung

Die Geschäftsentwicklung der Frequentis-Gruppe unterliegt im Laufe des Jahres saisonalen Schwankungen. Der Grund dafür liegt in der Kundenstruktur (zum großen Teil Behörden und staatsnahe Betriebe, die ihre Budgets für das aktuelle Jahr oft erst im vierten Quartal verwenden) und der Art des Projektgeschäfts.

Auftragseingang und Projektabnahmen sind zum Jahresende üblicherweise am höchsten, was vor dem Hintergrund der gleichmäßigen Verteilung der Fixkosten in der Regel zu einem negativen Halbjahresergebnis führt. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Frequentis für den Auftragseingang mit einem relativ ausgewogenen Verhältnis zwischen erstem und zweitem Halbjahr. Daher ist die Vergleichbarkeit der jeweiligen Halbjahreszahlen sowie die Hochrechnung dieser auf das Gesamtjahr nur eingeschränkt möglich.

Je nach den Investitionsprioritäten der einzelnen Länder finden die Investitionen in sicherheitskritische Infrastruktur mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt. Dies wirkt sich insofern auf die Frequentis-Gruppe aus, als sich diese Schwerpunkte in den beiden Segmenten widerspiegeln. Global gesehen ist Frequentis über die beiden Segmente und Regionen so diversifiziert, dass sich in Summe ein weitgehender Ausgleich ergibt, der den Wachstumspfad trägt. Die Notwendigkeit der Investitionen resultiert aus der Erweiterung bestehender Anlagen, dem Effizienzdruck der Kunden sowie regulatorischen Vorgaben oder technischen Neuerungen.

Auswirkungen von COVID-19

Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie löste eine globale Wirtschaftskrise aus. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden. Der gestiegene Auftragseingang im ersten Halbjahr 2020 zeigt, dass die Nachfrage nach den Produkten und Lösungen von Frequentis weiterhin gegeben ist.

Mit ein paar Ausnahmen konnte das Geschäft trotz der Restriktionen unverändert weitergeführt werden. Da das Frequentis-Personal schon in der Vergangenheit zahlreiche Tätigkeiten mobil ausgeführt hat, war der Umstieg auf ein komplett mobiles Arbeiten (z. B. von zu Hause aus) ohne größere Schwierigkeiten möglich (mit Ausnahme manueller Arbeiten vor Ort in den einzelnen Standorten oder vor Ort beim Kunden). Es mussten auch keine nennenswerten Investitionen in die IT-Infrastruktur getätigt werden. Da Reisen außerhalb der Länder, in denen sich die Standorte der Frequentis-Gruppe befinden, nahezu unmöglich waren, wurden zahlreiche Abnahmen mit Kunden mittels Videokonferenzen durchgeführt.

Projektabnahmen in Zeiten von COVID-19

Trotz der Reiserestriktionen konnte ein guter Teil der Projektabnahmen virtuell durchgeführt werden. Gemeinsam mit den Kunden gelang es den Frequentis-Projektteams, neue digitale Möglichkeiten und Wege zu finden, Installationen und Projektabnahmen durchzuführen. Werkabnahmen, System-Upgrades, Tests und Trainings wurden dabei auf virtueller Basis oder in Form speziell besetzter Zweier-Teams (eine Person vor Ort beim Kunden, eine im Frequentis-Büro) durchgeführt. Durch die Vor-Ort-Teams wie beispielsweise in den USA, Australien, Brasilien, China, Großbritannien oder Deutschland ist Frequentis hier gut aufgestellt. Die virtuellen Projektabnahmen führten zu geringeren Reisekosten.

Bestimmte Tätigkeiten wie die Installation und Inbetriebnahme neuer Systeme war und ist weiterhin nur in jenen Ländern möglich, wo Frequentis über eigene Standorte verfügt oder in die Frequentis-Personal reisen kann und darf. Dies bedeutet, dass manche Systeme nicht oder noch nicht vollständig installiert und vom Kunden abgenommen werden konnten, was zu vorübergehenden Umsatzverschiebungen führte.

Akquisition von ATRiCS

Im März 2020 übernahm Frequentis 51% an ATRiCS mit Sitz in Freiburg, Deutschland. Das im Jahr 2002 gegründete eigentümergeführte Unternehmen ist ein Software-Hersteller, der Lösungen für das Rollverkehrsmanagement auf Flughäfen sowie begleitende Beratung für Flughäfen und Flugsicherungen anbietet – zur Verbesserung der Sicherheit sowie zur Erhöhung der Kapazitäten an Flughäfen. Damit kann die Frequentis-Gruppe ihre Angebotspalette in technologischer Hinsicht deutlich erweitern. Die Vollkonsolidierung von ATRiCS in der Frequentis-Gruppe erfolgte ab Anfang April 2020.

Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg

Gemäß der Mitteilung der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde vom 14. Juli 2020 wurde der Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG (Commerzialbank Mattersburg) per Bescheid die Fortführung des Geschäftsbetriebes mit sofortiger Wirkung untersagt und ein Wirtschaftsprüfer als Regierungskommissär bestellt. Damit ist der Bank auch die Auszahlung von Einlagen untersagt.

Frequentis hatte zu diesem Zeitpunkt Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg in Höhe von EUR 30,9 Mio. und hat diese gegenüber der Commerzialbank Mattersburg am 16. Juli 2020 in gesamter Höhe fällig gestellt. Diese Fälligstellung wurde auch an den von der FMA eingesetzten Regierungskommissär gerichtet. Eine – erwartungsgemäß – abschlägige Antwort auf die Fälligstellung hat Frequentis am 17. Juli 2020 erhalten. Von der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H., der Sicherungseinrichtung für österreichische Kreditinstitute gemäß dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz, hat Frequentis am 24. Juli 2020 TEUR 100 erhalten.

Am 27. Juli 2020 hat die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde beim Landesgericht Eisenstadt den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Commerzialbank Mattersburg gestellt und wurde die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Commerzialbank Mattersburg am 28. Juli 2020 bekannt gemacht. Der von der Finanzmarktaufsichtsbehörde eingesetzte Regierungskommissär hat in einem Zwischenbericht vom 24. Juli 2020 festgestellt, dass die Commerzialbank Mattersburg zum Zeitpunkt der Untersagung des Geschäftsbetriebes durch die Finanzmarktaufsichtsbehörde gemäß Erstellung eines Zwischenstatus rechnerisch überschuldet war. Die Forderung der Frequentis wurde in voller Höhe am 29. Juli 2020 im Insolvenzverfahren angemeldet.

Frequentis hat ein Anwaltsteam engagiert, welches sämtliche rechtlichen Möglichkeiten prüft, um die Interessen von Frequentis bestmöglich zu wahren. Diese Prüfung umfasst die mögliche Geltendmachung und Verfolgung potenzieller Ansprüche gegen involvierte Rechtsträger, Organisationen und Personen. Dies kann aus heutiger Sicht einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Als Folge der Insolvenz wurde eine Wertminderung des täglich fälligen Bankguthabens sowie der Termingelder der Frequentis bei der Commerzialbank Mattersburg von EUR 30,9 Mio. durchgeführt und im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe stieg von EUR 133,4 Mio. im ersten Halbjahr 2019 um 28,8% oder EUR 38,4 Mio. auf EUR 171,8 Mio. im ersten Halbjahr 2020. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Frequentis für den Auftragseingang mit einem relativ ausgewogenen Verhältnis zwischen erstem und zweitem Halbjahr.

Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im ersten Halbjahr 2020 wie folgt: Air Traffic Management 68% (H1 2019: 60%), Public Safety & Transport 32% (H1 2019: 40%).

Als Antwort auf die Restriktionen der COVID-19 Pandemie wurde eine Reihe von Maßnahmen, wie digitale Marketingaktivitäten in Form von Webinaren oder Online-Demoräumen, eingesetzt. Die Initiative "Sales Goes Digital" hat es zum Ziel, den Frequentis-Auftragseingang zu sichern.

Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management

Im Segment Air Traffic Management konnten wieder interessante Aufträge gewonnen werden. Dazu zählen der Auftrag zur Lieferung einer Sprachkommunikationslösung für die spanische Flugsicherung ENAIRE, einer der flächenmäßig größten Flugsicherungen Europas oder der Auftrag durch die dänische Flugsicherung Naviair für eine Digital (Remote) Tower-Lösung.

Positiv verläuft das Bestandskunden-Folgegeschäft ("Installed Base Business") im Teilmarkt Defence: Insbesondere bei den in Europa laufenden Programmen konnten Zusatzaufträge gewonnen werden.

Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport

Im Segment Public Safety & Transport erhielt Frequentis im Teilmarkt Public Safety den Zuschlag für die Lieferung eines Kommunikationssystems für die Einsatzleitstellen der Feuerwehr und Polizei in Hamburg und baute damit seine führende Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen aus.

Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge für Erweiterungs- und Wartungsverträge.

Im Teilmarkt Maritime zeigt der im Juli 2020 erhaltene Auftrag für die Erneuerung des schwedischen Küstenfunks die starke Präsenz von Frequentis im Norden Europas.

Auftragsstand

Der Auftragsstand per 30. Juni 2020 betrug EUR 445,2 Mio., eine Steigerung von 13,7% oder EUR 53,7 Mio. im Vergleich zum Jahresende 2019 mit EUR 391,5 Mio. Rund 63% des Gesamt-Auftragsstandes (Dezember 2019: 60%) waren dem Segment Air Traffic Management und 37% (Dezember 2019: 40%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.

Umsatz und Betriebsleistung

Der Umsatz verringerte sich im ersten Halbjahr 2020 um 0,1% auf EUR 132,3 Mio. Das Segment Air Traffic Management verzeichnete einen rückläufigen Umsatz von EUR 89,9 Mio. (-2,9%), das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg um 6,4% auf EUR 42,3 Mio.

Vom Umsatz der Frequentis-Gruppe entfielen im ersten Halbjahr 2020 68% (H1 2019: 70%) auf das Segment Air Traffic Management, 32% (H1 2019: 30%) auf das Segment Public Safety & Transport. Nach Regionen entfielen im ersten Halbjahr 2020 64% (H1 2019: 58%) des Umsatzes auf Europa, 17% (20%) auf Amerikas, 13% (14%) auf Asien, 4% (6%) auf Australien / Pazifik, 1% (2%) auf Afrika, 1% (<1%) waren nicht zugeordnet.

Die Betriebsleistung ging im ersten Halbjahr 2020 um 1,6% auf EUR 136,3 Mio. zurück.

Ergebnis

Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen ging um 9,1% auf EUR 34,9 Mio. (H1 2019: EUR 38,4 Mio.) zurück. Der Personalaufwand erhöhte sich um 4,0% auf EUR 80,9 Mio. (H1 2019: EUR 77,8 Mio.), bedingt vor allem durch die Steigerungen bei Löhnen und Gehältern und die gestiegene Mitarbeiteranzahl. Sieht man die Posten Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen sowie Personalaufwand in Summe, dann zeigt sich im ersten Halbjahr 2020 ein Rückgang von 0,3% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Damit ist es gelungen, die Auswirkungen der Pandemie durch entsprechende Steuerung der Projekte (u. a. durch virtuelle Projektabnahmen) gering zu halten und in etwa den gleichen Umsatz mit dem gleichen absoluten Aufwand zu erzielen.

Die sonstigen Aufwendungen verringerten sich auf EUR 14,5 Mio. (H1 2019: EUR 19,9 Mio.). Der Rückgang basiert vor allem auf einem Rückgang der Reisekosten, siehe auch Konzernzwischenabschluss, Erläuterung 7.

Der Rückgang der Reisekosten hängt mit den Reiserestriktionen durch COVID-19 und der weitgehenden Umstellung der Projektabnahmen auf Videokonferenzen zusammen. Die Reiserestriktionen führten auch zu einer Verringerung der Werbekosten als Folge der abgesagten Fachmessen. Hier gilt es festzuhalten, dass sich der Rückgang der Reisekosten in diesem Umfang nicht für die Folgequartale fortsetzen lässt. Denn sowohl für die Verkaufsaktivitäten als auch für Vor-Ort-Abnahmen und Schulungen sind Reisen unersetzlich.

Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibung) verbesserte sich von EUR 2,4 Mio. im ersten Halbjahr 2019 auf EUR 6,0 Mio. im Berichtszeitraum. Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich entsprechend auf 4,5% nach 1,8% im Vorjahr.

Die Abschreibungen erhöhten sich um EUR 0,7 Mio. auf EUR 6,9 Mio.

Entsprechend dem üblichen unterjährigen Geschäftsverlauf war das EBIT zum ersten Halbjahr 2020 mit EUR -1,0 Mio. negativ, verbesserte sich jedoch um EUR 2,9 Mio. gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 mit EUR -3,9 Mio.

Das Finanzergebnis sank auf EUR -31,1 Mio. (H1 2019: EUR -0,2 Mio.). Die Veränderung ergab sich fast ausschließlich durch die nach der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg durchgeführte Wertminderung der Einlagen von EUR 30,9 Mio., welche im übrigen Finanzergebnis erfasst wurde. Die Finanzerträge beinhalten im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum nicht mehr die Zinserträge der Commerzialbank Mattersburg.

Die Erträge aus assoziierten Unternehmen stiegen im ersten Halbjahr auf mehr als EUR 0,1 Mio. (H1 2019: weniger als EUR 0,1 Mio.).

Der Ertrag aus Ertragsteuern stieg im ersten Halbjahr 2020 auf EUR 8,6 Mio. (H1 2019: EUR 1,6 Mio.). Der wichtigste Grund dafür war die Erfassung von latenten Steueransprüchen in Zusammenhang mit der Wertminderung der Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg.

Das Konzernergebnis reduzierte sich im ersten Halbjahr 2020 auf EUR -23,4 Mio. nach EUR -2,4 Mio. im ersten Halbjahr 2019. Die Auswirkungen der Wertminderung der Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg auf das Konzernergebnis lagen bei EUR 23,2 Mio. (unter Berücksichtigung des Steuereffektes). Ohne diese Auswirkungen der angeführten Wertminderung würde das Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2020 bei EUR -0,2 Mio. liegen.

Das Ergebnis je Aktie betrug im ersten Halbjahr 2020 EUR -1,78 (EUR -0,03 ohne die Auswirkungen der angeführten Wertminderung) nach EUR -0,23 im ersten Halbjahr 2019.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich um 2,0% auf durchschnittlich 1.890 Mitarbeiter für das erste Halbjahr 2020 (erstes Halbjahr 2019: 1.853 Mitarbeiter).

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme verringerte sich, unter anderem aufgrund der Wertberichtigung der Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg um 5,2% auf EUR 258,1 Mio. gegenüber EUR 272,1 Mio. per Ende 2019. Die Eigenkapitalquote konnte trotz der Wertberichtigung der Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg bei 36,5% (Ende 2019: 42,7%) gehalten werden. Das Eigenkapital verringerte sich, vor allem durch die angeführte Wertberichtigung, von EUR 116,2 Mio. per Ende 2019 auf EUR 94,1 Mio. per 30. Juni 2020.

Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per 30. Juni 2020 auf EUR 51,2 Mio. und lag damit unter dem Wert per Ende 2019 mit EUR 77,8 Mio.

Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per 30. Juni 2020 Sachanlagen in Höhe von EUR 45,1 Mio. (Ende 2019: EUR 48,2 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit EUR 10,2 Mio. (Ende 2019: EUR 7,6 Mio.) die größten Posten des langfristigen Vermögens von in Summe EUR 68,5 Mio. (Ende 2019: EUR 71,5 Mio.).

Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von EUR 189,7 Mio. (Ende 2019: EUR 200,6 Mio.) sind die bedeutendsten Posten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit EUR 57,7 Mio. (Ende 2019: EUR 74,9 Mio., inkl. Termingelder), die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von EUR 52,8 Mio. (Ende 2019: EUR 58,5 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit EUR 49,3 Mio. (Ende 2019: EUR 38,4 Mio.).

Von den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten von EUR 57,7 Mio. per Ende Juni 2020 waren rund 70% auf neun systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Die restlichen rund 30% liegen bei mehr als 15 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.

Auf der Passivseite war das Eigenkapital mit EUR 94,1 Mio. (Ende 2019: EUR 116,2 Mio.) der größte Posten. Unter den langfristigen Verbindlichkeiten von EUR 55,0 Mio. (Ende 2019: EUR 58,9 Mio.) war der Posten langfristige Leasingverbindlichkeiten mit EUR 29,8 Mio. am größten.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen EUR 108,9 Mio. (Ende 2019: EUR 97,1 Mio.), hervorzuheben sind hier die Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden von EUR 54,3 Mio. (Ende 2019: EUR 48,7 Mio.), die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 19,1 Mio. (Ende 2019: EUR 11,2 Mio.) sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 16,5 Mio. (Ende 2019: EUR 13,5 Mio.).

Cash Flow

Der Cash Flow aus dem Ergebnis verbesserte sich von EUR 1,7 Mio. auf EUR 2,4 Mio. im ersten Halbjahr 2020. Unter Herausrechnung des Einflusses der Wertminderung für die Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg ergibt sich im Einklang mit EBITDA und EBIT eine Verbesserung des Ergebnisses vor Steuern im ersten Halbjahr 2020, welche sich auch im Cash Flow aus dem Ergebnis zu einem guten Teil niederschlägt.

Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit stieg von EUR -6,1 Mio. auf EUR 12,2 Mio. im ersten Halbjahr 2020. Positiv auf den Cash Flow wirkte sich vor allem die Verminderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Erhöhung der Vertragsverbindlichkeiten aus. Dem stand eine Erhöhung der Vertragsvermögenswerte gegenüber.

Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2020 bei EUR -4,7 Mio. nach EUR -9,0 Mio. in der Vorjahresperiode. Die Investitionen (Capex) lagen mit EUR 2,8 Mio. über dem Niveau des ersten Halbjahres 2019 mit EUR 2,1 Mio. Für die Akquisition von ATRiCS wurden EUR 1,8 Mio. aufgewendet.

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im ersten Halbjahr 2020 auf EUR -3,7 Mio. nach EUR 16,7 Mio. im ersten Halbjahr 2019 zurück. Der Rückgang ist zum größten Teil auf den Posten Einzahlungen aufgrund Kapitalerhöhung zurückzuführen. Während im Rahmen des Börsengangs im Mai 2019 ein Zufluss von EUR 21,6 Mio. im ersten Halbjahr 2019 erfasst wurde, lag der Zufluss im Mai 2020 aus der Kapitalerhöhung aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm bei EUR 1,3 Mio. (Bruttoemissionserlös).

Damit ergab sich im Berichtszeitraum ein Gesamt-Cash Flow in Höhe von EUR 3,8 Mio. (H1 2019: EUR 1,5 Mio.). Der Finanzmittelbestand belief sich zum 30. Juni 2020 auf EUR 57,7 Mio. (30. Juni 2019: EUR 47,2 Mio.).

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Informationen zu den Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen finden sich in den erläuternden Anhangangaben des Konzernzwischenabschlusses.

Entwicklung der Segmente

Segment Air Traffic Management

Der Umsatz im Segment Air Traffic Management ging im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9% auf EUR 89,9 Mio. (H1 2019: EUR 92,6 Mio.) zurück. Das EBIT belief sich auf EUR -2,6 Mio. (H1 2019: EUR -5,4 Mio.).

Im operativen Geschäft gab es mehrere Highlights: Dazu zählen zum Beispiel Abnahmen in Wien und Melbourne im Rahmen des australischen Großprojektes OneSky, bei der Deutschen Bundeswehr und in der Schweiz.

Von strategischer Bedeutung sind die Mitarbeit von Frequentis bei der österreichischen Forschungsinitiative "AIRlabs Austria Innovationslabor" sowie die Absichtserklärung zur erweiterten Kooperation mit dem Verteidigungs- und Sicherheitssensorspezialist Hensoldt im Bereich integrierter Drohnenabwehrlösungen der nächsten Generation; beide Unternehmen arbeiten aktuell im Forschungsprojekt FALKE zusammen.

Segment Public Safety & Transport

Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport stieg um 6,4% auf EUR 42,3 Mio. (H1 2019: EUR 39,8 Mio.). Das EBIT verbesserte sich von EUR 1,2 Mio. im ersten Halbjahr 2019 auf EUR 1,8 Mio. im ersten Halbjahr 2020.

Im Teilmarkt Public Safety hervorzuheben ist v.a. die virtuelle Abnahme beim Großprojekt des norwegischen Sicherheitsnetzes Nødnett.

Wesentliche Meilensteine, zum Teil in Form virtueller Abnahmen, wurden bei Bahnprojekten in Zentral- und Osteuropa im Teilmarkt Public Transport realisiert.

Im Teilmarkt Maritime erfolgte remote die wichtige Abnahme beim GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System) für Grönland.

Strategisch wesentlich ist die Beauftragung eines von Frequentis geführten Konsortiums für die Phase 2 beim innovativen europäischen Investitionsbeschaffungsprogramm BroadWay, das den Einsatz von LTE/5G für die sicherheitskritische Breitbandkommunikation zum Inhalt hat.

Chancen- & Risikomanagement

Bezüglich der Chancen und Risiken wird auf den Geschäftsbericht 2019, Seite 87f. verwiesen. Die unten angeführten Punkte sind zusätzliche Ergänzungen und Erläuterungen.

Risiken in Bezug auf COVID-19

Die Ausbreitung von COVID-19 (Coronavirus) können zu einer weiteren negativen wirtschaftlichen Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können – wie im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu beobachten – die Einschränkung der Reisefreiheit, Einreiseverbote, Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit verbundene Verringerung der Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren und Dienstleistungen einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten Märkte haben.

Die angeführten Maßnahmen können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.

Es ist derzeit unklar welchen Größeneinfluss und welche zeitliche Dimension die weitere Ausbreitung des Coronavirus auf die globale Wirtschaftsentwicklung und insbesondere auf die von Frequentis bedienten Märkte haben wird.

Getroffene Maßnahmen in Bezug auf COVID-19

Um die Auswirkungen von COVID-19 bestmöglich zu steuern, wurde ab März 2020 ein interner Corona-Krisenstab eingesetzt. Dieser setzt sich aus Personen aus den unten angeführten Bereichen zusammen. Folgende Maßnahmen wurden in Ergänzung zu den von den nationalen Behörden vorgegebenen / empfohlenen Punkten beschlossen und umgesetzt:

  • Health & Safety: Reisestopps für die betroffenen Destinationen, Aufstellen von Desinfektionsspendern, Einhalten der Abstandsregeln, Maskenpflicht an den Standorten
  • Externe und interne Kommunikation: Einrichtung einer gruppenweiten E-Mail-Adresse für alle Fragen und Anregungen, Infopoint Coronavirus im Intranet, Einführung eines Frequentis-internen Ampelsystems
  • IT und Facility Management: Aufrechterhaltung der IT-Infrastruktur, Limitierung der Personen pro Zimmer / pro Abteilung, die an den Standorten im Büro arbeiten dürfen (Umstellung auf Work at home / mobiles Arbeiten), Ausschilderungen
  • Human Resources und Legal: Umfrage an mehreren Standorten zu Work at home
  • Business Continuity: Forcierung von Projektabnahmen durch Videokonferenzen, Umsetzung der Initiative "Sales Goes Digital", spezielle Projektausschüsse für die weitere Projektüberwachung
  • Tochterunternehmen: Schwerpunkt auf gegenseitigen Wissenstransfer, Umsetzung der gruppenweiten Maßnahmen

Getroffene Maßnahmen in Bezug auf die Commerzialbank Mattersburg

Der Vorstand hat bisher folgende Maßnahmen umgesetzt, siehe auch Konzernzwischenabschluss Erläuterung 8:

  • Fälligstellung der Forderungen der Frequentis gegenüber der Commerzialbank Mattersburg in gesamter Höhe am 16. Juli 2020; abschlägige Antwort am 17. Juli 2020 erhalten
  • EUR 100.000,-- von der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. am 24. Juli 2020 erhalten
  • Wertminderung des täglich fälligen Bankguthabens sowie der Termingelder der Frequentis bei der Commerzialbank Mattersburg von EUR 30,9 Mio. durchgeführt und im übrigen Finanzergebnis erfasst
  • Beauftragung eines Anwaltsteams, welches sämtliche rechtlichen Möglichkeiten prüft, um die Interessen von Frequentis bestmöglich zu wahren. Diese Prüfung umfasst die mögliche Geltendmachung und Verfolgung potenzieller Ansprüche gegen involvierte Rechtsträger, Organisationen und Personen
  • Anmeldung der Forderung in gesamter Höhe im Insolvenzverfahren der Commerzialbank Mattersburg
  • Sachverhaltsdarstellung eingebracht und Anschluss als Privatbeteiligter im Strafverfahren

Evaluierung des Risikomanagements

Der Vorstand hat im Juli 2020 den Abschlussprüfer BDO beauftragt eine Evaluierung des Risikomanagements im Sinne der C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex durchzuführen.

Die BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im August 2020 bestätigt.

Ausblick

Im ersten Halbjahr 2020, welches für alle Unternehmen durch die COVID-19 Pandemie geprägt war, konnte Frequentis seine vorhandenen Stärken in der Digitalisierung ausspielen. Hier macht sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in Frequentis haben und die Installationen und ein guter Teil der Projektabnahmen trotz der Reiserestriktionen virtuell durchgeführt werden konnten. Ergänzend ermöglichte die Firmenkultur schon seit langer Zeit mobiles Arbeiten (von zu Hause aus, vor Ort beim Kunden), sodass die vorübergehende Komplett-Umstellung auf Work at home von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der vorhanden IT-Infrastruktur sehr gut bewältigt wurde.

Bestimmte Tätigkeiten wie die Installation und Inbetriebnahme neuer Systeme waren und sind weiterhin nur in jenen Ländern möglich wo Frequentis über eigene Standorte (unter anderem USA, Australien, Brasilien, China, Großbritannien, Deutschland) verfügt oder in die Frequentis-Personal reisen kann und darf. Dies bedeutet, dass manche Systeme nicht oder noch nicht vollständig installiert und vom Kunden abgenommen werden konnten, was zu vorübergehenden Umsatzverschiebungen führte.

Die von Frequentis gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr. Die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen ist daher weiterhin gegeben wie der gestiegene Auftragseingang zeigt.

Nun zur Auftragsentwicklung in den beiden Segmenten: Die Kunden im Segment Air Traffic Management sind vor allem die zivilen und militärischen Flugsicherungen sowie Fluginformationsdienste und nur zu einem geringeren Teil Flughäfen oder Fluglinien. Auch während der Pandemie konnten wichtige Aufträge gewonnen werden. So zum Beispiel der Auftrag der spanischen Flugsicherung ENAIRE, einer der flächenmäßig größten Flugsicherungen Europas, oder die Bestellung einer Digital (Remote) Tower-Lösung der dänischen Flugsicherung Naviair. Installationen dieser Art sind bereits unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Brasilien, Neuseeland und den USA in Betrieb oder befinden sich in Umsetzung. Dies bestätigt, dass die Entscheidung in diesen Wachstumsmarkt zu investieren, richtig war.

Ein Zukunftsmarkt, in den Frequentis investiert, ist das Drohnenmanagement, mit dem die sichere und effiziente Integration von Drohnen in den Luftraum unterstützt wird. So hat die norwegische Flugsicherung Avinor Frequentis mit der Lieferung eines Systems zur Steuerung von unbemannten Luftfahrtsystemen (UTM / Unmanned Traffic Management) beauftragt. Gemeinsam mit dem britischen Partner Altitude Angel wird Frequentis diese UTM-Lösung umsetzen. Als anerkannter Innovationsführer bei informationsverarbeitenden Systemen im sicherheitskritischen Bereich ist es die strategische Zielsetzung von Frequentis, neue Technologien möglichst rasch für den Einsatz nutzbar zu machen. Der Auftrag aus Norwegen bestätigt die führende Position auch im Bereich Drohnenmanagement.

Im Segment Public Safety & Transport erhielt Frequentis im Teilmarkt Public Safety den Zuschlag für die Lieferung eines Kommunikationssystems für die Einsatzleitstellen der Feuerwehr und Polizei in Hamburg. Damit wird die führende Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen ausgebaut. Für Hamburg kommt die neueste Software-Plattform zum Einsatz. Zusätzlich zum Einsatz von Telefonie und Digitalfunk soll künftig mit dem neuen Kommunikationssystem auch die moderne, interaktive Nutzung von multimedialen Informationen, z. B. aus sozialen Netzwerken oder die Kommunikation über Messenger-Dienste und entsprechende Apps, in die Leitstellen Einzug halten.

Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus Europa, gewonnen. Im Teilmarkt Maritime zeigt der im Juli 2020 erhaltene Auftrag für die Erneuerung des schwedischen Küstenfunks die starke Präsenz von Frequentis im Norden Europas.

Für das Jahr 2020 sind Investitionen (CAPEX) in Höhe von rund EUR 5 Mio. veranschlagt. Die Aufwendungen für eigene, also nicht vom Kunden in Auftrag gegebene, Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten sollen in etwa auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2019 (EUR 22 Mio.) liegen. Um die Anwendungstauglichkeit von Anfang an sicherzustellen, werden alle Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten bereits im Frühstadium einer Business-Planung unterzogen.

Mit der Beteiligung von 15% an Nemergent im August 2020, einem jungen spanischem Unternehmen mit Firmensitz in Bilbao, wird die bisherige Zusammenarbeit vertieft. Mit der nun gebündelten Software- und Technologie-Kompetenz können die neuen Möglichkeiten in sicherheitskritischer Breitbandkommunikation, die der Mobilfunkstandard LTE mit sich bringt, besser genutzt werden. Mit der Akquisition von ATRiCS und der Beteiligung an Nemergent treibt Frequentis die Diversifizierung und Verbreiterung des Produktportfolios weiter voran.

Der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2020 lag bei EUR 171,8 Mio., ein Plus von 28,8% oder EUR 38,4 Mio. mehr als im ersten Halbjahr 2019 – trotz der Pandemie. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Frequentis für den Auftragseingang mit einem relativ ausgewogenen Verhältnis zwischen erstem und zweitem Halbjahr.

Der Auftragsstand per 30. Juni 2020 betrug EUR 445,2 Mio., eine Steigerung von 13,7% oder EUR 53,7 Mio. im Vergleich zum Jahresende 2019 mit EUR 391,5 Mio. Dank der guten Auftragslage und der Digitalisierungs-Anstrengungen zur Umsetzung der Projekte war und ist Frequentis trotz der Pandemie voll ausgelastet.

Die Wertminderung der Einlagen durch die Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg hat keine Auswirkungen auf Kunden, Lieferanten, laufende Projekte, Mitarbeiter oder M&A-Aktivitäten – das operative Geschäft geht in gewohntem Umfang weiter. Aufgrund der Wertminderung wird von einem negativen Konzernergebnis für das Jahr 2020 ausgegangen. EBITDA und EBIT sind von der Wertminderung nicht betroffen.

Frequentis hat ein Anwaltsteam engagiert, welches sämtliche rechtlichen Möglichkeiten prüft, um die Interessen von Frequentis bestmöglich zu wahren. Diese Prüfung umfasst die mögliche Geltendmachung und Verfolgung potenzieller Ansprüche gegen involvierte Rechtsträger, Organisationen und Personen. Dies kann aus heutiger Sicht einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Mit der Ausbreitung der COVID-19 Pandemie sind Risiken verbunden, das laufende Jahr birgt daher weiterhin Unwägbarkeiten. Die genauen Auswirkungen auf die Kosten (z. B. Reisekosten), die Projektabnahmen, die Lieferketten, die zur Verfügung stehenden Budgets und die potenzielle Verschiebung von Investitionen lassen sich nicht verlässlich abschätzen.

Trotz der nicht prognostizierbaren weiteren Entwicklung der Pandemie strebt Frequentis danach den Umsatz und den Auftragseingang im Gesamtjahr 2020 in etwa zu halten, wenn nicht zu steigern.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01-06/2020 01-06/2019
Erläute TEUR TEUR
ungeprüft
rungen ungeprüft
Umsatzerlöse (5) (6) 132.250 132.399
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen (5) 480 1.489
Aktivierte Eigenleistungen (5) 45 104
Sonstige Erträge (5) 3.485 4.433
Gesamterträge (Betriebsleistung) (5) 136.260 138.425
Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene
Leistungen -34.907 -38.394
Personalaufwand -80.877 -77.790
Sonstige Aufwendungen (7) -14.490 -19.864
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) 5.986 2.377
Abschreibungen -6.938 -6.258
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) (5) -952 -3.881
Finanzerträge 63 222
Finanzierungsaufwendungen -275 -409
Übriges Finanzergebnis (8) -30.919 0
Finanzergebnis -31.131 - 187
Erträge aus assoziierten Unternehmen 117 68
Ergebnis vor Steuern -31.966 -4.000
Ertragsteuern (16) 8.597 1.552
Konzernergebnis -23.369 -2.448
Zuordnung des Ergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft -23.568 -2.867
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile 199 419
-23.369 -2.448
Unverwässertes Ergebnis je Aktie -1,78 -0,23
Verwässertes Ergebnis je Aktie -1,78 -0,23

Konzerngesamtergebnisrechnung

01-06/2020 01-06/2019
Erläute TEUR TEUR
rungen ungeprüft ungeprüft
Konzernergebnis -23.369 -2.448
Posten, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung
gegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung -310 111
Realisiertes Ergebnis aus der Währungsumrechnung 0 -17
Bewertung von Cash Flow Hedges 632 -327
Steuern betreffend Posten, die in die Gewinn- und
Verlustrechnung gegliedert werden -158 82
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
gegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des
Dienstverhältnisses 1 -979
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen – Anteil
am sonstigen Ergebnis 0 -1
Steuern betreffend Posten, die nicht in die Gewinn- und
Verlustrechnung gegliedert werden 0 245
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 166 -886
Gesamtergebnis -23.203 -3.334
Zuordnung des Gesamtergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft -23.426 -3.735
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile 223 401
-23.203 -3.334

Konzernbilanz

30.06.2020 31.12.2019
Erläute TEUR TEUR
AKTIVA rungen ungeprüft geprüft
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen (9) 45.133 48.244
Immaterielle Vermögenswerte (9) 10.246 7.572
Geschäfts- oder Firmenwerte (10) 4.063 2.228
Anteile an assoziierten Unternehmen 850 733
Beteiligungen 863 874
Sonstige langfristige Vermögenswerte 183 189
Termingelder (11) 0 9.997
Latente Steueransprüche (16) 7.120 1.705
68.458 71.542
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 15.215 13.805
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 52.793 58.527
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit
Kunden (12) 49.342 38.354
Vertragskosten 3.617 2.549
Forderungen gegenüber verbundenen und
assoziierten Unternehmen 76 23
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 8.496 8.029
Forderungen aus Ertragsteuern 2.421 4.432
Termingelder (11) 0 7.998
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (11) 57.701 66.882
189.661 200.599
Summe Aktiva 258.119 272.141
30.06.2020 31.12.2019
Erläute TEUR TEUR
PASSIVA rungen ungeprüft geprüft
Eigenkapital
Grundkapital (13) 13.280 13.200
Kapitalrücklagen (13) 21.138 19.976
Gewinnrücklagen und einbehaltene Gewinne (14) 56.681 81.691
Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung -583 -249
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes
Eigenkapital 90.516 114.618
Nicht beherrschende Anteile 3.628 1.568
Summe Eigenkapital 94.144 116.186
Langfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 5.055 5.500
Rückstellungen (15) 17.126 16.066
Leasingverbindlichkeiten 29.784 32.788
Sonstige Verbindlichkeiten (17) 1.932 663
Latente Steuerschulden (16) 1.152 3.840
55.049 58.857
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.426 1.609
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (12) 54.327 48.682
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.480 13.468
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen und
assoziierten Unternehmen 224 182
Leasingverbindlichkeiten 7.360 7.289
Sonstige Verbindlichkeiten (17) 19.074 11.178
Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten 1.215 1.151
Rückstellungen (15) 8.820 13.539
108.926 97.098
Summe Passiva 258.119 272.141

Konzerngeldflussrechnung

TEUR
TEUR
ungeprüft
ungeprüft
Ergebnis vor Steuern
-31.966
-4.000
Zinsergebnis
212
298
Währungsdifferenzen
45
-82
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs
7
3
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
6.938
6.258
Erträge aus assoziierten Unternehmen
-117
-68
Veränderung der Rückstellungen
(15)
-3.657
-704
Wertminderung Termingelder Commerzialbank Mattersburg
(8)
17.995
0
Wertminderung täglich fälliges Bankguthaben Commerzialbank Mattersburg
(8)
12.718
0
Wertminderung Zinsforderungen Commerzialbank Mattersburg
(8)
205
0
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge
67
0
Nettogeldfluss aus dem Ergebnis
2.447
1.705
Veränderung der Vorräte
-1.411
-2.885
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gegenüber
verbundenen und assoziierten Unternehmen
7.328
-3.342
Veränderung der Vertragsvermögenswerte
(12)
-11.710
-2.538
Veränderung der Sonstigen Forderungen
-632
-94
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie gegenüber
verbundenen und assoziierten Unternehmen
3.485
1.210
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten
(12)
5.258
-1.585
Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten
(17)
6.085
4.510
Veränderung des Nettoumlaufvermögens
8.403
-4.724
Gezahlte Zinsen
-276
-409
Erhaltene Zinsen
64
111
erhaltene Dividenden
0
48
Zahlungen bzw. Rückzahlungen für Ertragsteuern
1.558
-2.870
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
12.196
-6.139
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
0
65
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren und Beteiligungen
6
0
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
-2.834
-2.086
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren, Beteiligungen und Termingelder
0
-7.000
Auszahlungen für den Erwerb von verbundenen Unternehmen
(4)
-1.849
0
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit
-4.677
-9.021
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner
-84
-539
Einzahlungen aufgrund Kapitalerhöhung
(13)
1.324
21.600
Auszahlungen für Transaktionskosten Kapitalerhöhung
(13)
-109
-891
Auszahlungen Nebenkosten IPO – Anteil Eigentümer
0
-854
Einzahlungen von Gesellschaftern nicht beherrschender Anteile
98
79
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen
55
152
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen
-1.137
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
-3.855
-2.070
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-3.708
16.674
Veränderung der liquiden Mittel:
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
12.196
-6.139
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit
-4.677
-9.021
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-3.708
16.674
Nettoveränderung der liquiden Mittel
3.811
1.514
Anfangsbestand der liquiden Mittel
66.882
45.543
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel
3.811
1.514
Währungsdifferenzen
-276
163
Wertberichtigung täglich fälliges Bankguthaben Commerzialbank Mattersburg
(8)
-12.718
0
Erläuterungen 01-06/2020 01-06/2019
-803
Sonstige Wertberichtigungen 3 0
Endbestand der liquiden Mittel
57.702
47.220

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Cash Flow Gewinn Auf
Gesellschafter
Rücklage Hedge rücklagen der Mutter
IAS 19 Optionsrücklage Rücklage und gesellschaft Nicht
(abzüglich (abzüglich (abzüglich einbehaltene Währungs entfallendes beherrschende Summe
in TEUR (ungeprüft) Grundkapital Kapitalrücklagen Ertragsteuern) Ertragsteuern) Ertragsteuern) Gewinne umrechnung Eigenkapital Anteile Eigenkapital
Erläuterungen (13) (13) (14) (13)
Stand 1.Jänner 2020 13.200 19.976 -5.608 63 -675 87.911 -249 114.618 1.568 116.186
Kapitalerhöhung 80 1.244 1.324 1.324
Kosten der Kapitalerhöhung -109 -109 - 109
darauf entfallende
Ertragsteuern 27 27 27
Einzahlungen von
Gesellschaftern nicht
beherrschender Anteile 98 98
Konzernergebnis -23.568 -23.568 198 -23.370
Sonstiges Ergebnis 1 0 474 0 -334 141 24 165,
Gesamtergebnis 1 0 474 -23.568 -334 -23.427 222 -23.205
Dividenden -1.992 -1.992 -84 -2.076
Übrige Veränderungen 71 4 75 0 75
Erwerb nicht beherrschende
Anteile 1.824 1.824
Stand 30. Juni 2020 13.280 21.138 -5.607 134 - 201 62.355 - 583 90.516 3.628 94.144
in TEUR (ungeprüft)
Erläuterungen
Stand 31. Dezember 2018
Grundkapital Kapitalrücklagen
(13)
12.000
(13)
245
Rücklage
IAS 19
(abzüglich
Ertragsteuern)
-4.512
Optionsrücklage
(abzüglich
Ertragsteuern
(14)
0
Cash Flow
Hedge
Rücklage
(abzüglich
Ertragsteuern)
-30
Gewinn
rücklagen
und
einbehaltene
Gewinne
(13)
77.124
Währungs
umrechnung
-534
Auf
Gesellschafter
der Mutter
gesellschaft
entfallendes
Eigenkapital
84.293
Nicht
beherrschende
Anteile
1.340
Summe
Eigenkapital
85.633
Änderungen von
Rechnungslegungsmethoden
(IFRS 9 und 15)
290 290 0 290
Stand 1. Jänner 2019 12.000 245 -4.512 0 -30 77.414 -534 84.583 1.340 85.923
Kapitalerhöhung 1.200 20.400 21.600 21.600
Kosten der Kapitalerhöhung -892 -892 -892
darauf entfallende
Ertragsteuern
223 223 223
Einzahlungen von
Gesellschaftern nicht
beherrschender Anteile
0 79 79
Konzernergebnis -2.867 -2.867 419 -2.448
Sonstiges Ergebnis -717 0 -245 0 94 - 868 -18 - 886
Gesamtergebnis -717 0 -245 -2.867 94 -3.735 401 -3.334
Dividenden 0 -539 -539
Stand 30. Juni 2019 13.200 19.976 -5.229 0 - 275 74.547 - 440 101.779 1.281 103.060

Ausgewählte erläuternde Anhangangaben zum verkürzten konsolidierten Zwischenabschluss

1. Allgemeine Angaben

Gegenstand des Zwischenabschlusses sind die Frequentis AG und deren Tochterunternehmen (nachfolgend als Frequentis, Frequentis-Gruppe oder Konzern bezeichnet).

Die Frequentis AG ist eine Gesellschaft nach österreichischem Recht mit Sitz in 1100 Wien, Innovationsstraße 1, und notiert seit Mai 2019 an der Wiener und Frankfurter Börse.

Der konsolidierte Zwischenabschluss der Frequentis AG wurde nach den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und dabei in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 erstellt. Die Darstellung erfolgt in verkürzter Form.

Der konsolidierte Zwischenabschluss beinhaltet nach Einschätzung des Managements alle erforderlichen Anpassungen zur Vermittlung einer den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Dieser konsolidierte Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen und sollte im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss der Frequentis-Gruppe zum 31. Dezember 2019 gelesen werden und ist nicht notwendigerweise für das Jahresergebnis 2020 indikativ.

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Innerhalb der Branche unterliegen die einzelnen Segmente der Frequentis-Gruppe den selben Schwankungen wie die der Mitbewerber (geringere Umsätze und Ergebnisse in den ersten Quartalen und höhere Umsätze und Ergebnisse im dritten und vierten Quartal). Dies deshalb, da es sich bei den Kunden der Frequentis-Gruppe zum großen Teil um Behörden und staatsnahe Betriebe handelt und diese oft ihr Budget für das aktuelle Jahr erst im letzten Quartal verwenden, da diesbezügliche Entscheidungen erst im dritten oder vierten Quartal von den Kunden getroffen werden. Aus diesem Grund erwirtschaftet die Frequentis-Gruppe den größeren Teil der Umsätze im vierten Quartal und aufgrund der gleichmäßigen Verteilung der Fixkosten über das Jahr ergeben sich unterjährig negative Ergebnisse.

Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rechendifferenzen auftreten.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung eines Zwischenabschlusses erfolgt gemäß IAS 34 "Zwischenberichterstattung" und erfordert Schätzungen und Annahmen, die die berichteten Werte im Zwischenbericht beeinflussen. Mit Ausnahme der Änderungen aufgrund des Ausbruchs der Coronavirus 2019 ("COVID-19") Pandemie, die im Kapitel "Auswirkungen von COVID-19" beschrieben sind, sowie die Auswirkungen aufgrund der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG (Commerzialbank Mattersburg), die im Kapitel "Übriges Finanzergebnis / Wertminderung wegen Commerzialbank Mattersburg" beschrieben sind, sind die wesentlichen Annahmen und Schätzungsunsicherheiten unverändert zu jenen, die im letztjährigen Konzernanhang beschrieben sind. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Neue und geänderte Standards und Interpretationen

Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS Standards bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit sie bis zum 30. Juni 2020 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:

  • Definition eines Geschäftsbetriebs (Änderungen an IFRS 3)
  • Definition von wesentlich (Änderungen IAS 1 und 8)
  • Verweise auf das Rahmenkonzept (Änderungen Rahmenkonzept)
  • Zinssatz-Richtgrößen-Reform (Änderungen IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7)

Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den verkürzten Zwischenabschluss.

3. Auswirkungen von COVID-19

Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie löste eine globale Wirtschaftskrise aus. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.

Mit ein paar Ausnahmen konnte das Geschäft trotz der Restriktionen unverändert weitergeführt werden. Da das Frequentis-Personal schon in der Vergangenheit zahlreiche Tätigkeiten mobil ausgeführt hat, war der Umstieg auf ein komplett mobiles Arbeiten (z. B. von zu Hause aus) ohne größere Schwierigkeiten möglich (mit Ausnahme manueller Arbeiten vor Ort in den einzelnen Standorten oder vor Ort beim Kunden). Da Reisen außerhalb der Länder, in denen sich die Standorte der Frequentis-Gruppe befinden, nahezu unmöglich waren, wurden zahlreiche Abnahmen mit Kunden mittels Videokonferenzen durchgeführt.

Umsatzerlöse und Aufwendungen

Einigen Kunden wurde die Verschiebung von vereinbarten Abnahmeterminen gewährt, wenn es dem Projektteam nicht möglich war, die Arbeiten aufgrund von Shutdowns oder der Reiserestriktionen abzuschließen. In manchen Fällen wurden auch längere Zahlungsziele verhandelt.

Trotz der Reiserestriktionen konnte ein guter Teil der Projektabnahmen virtuell durchgeführt werden. Dies führte zu geringeren Reisekosten. Bestimmte Tätigkeiten wie die Installation und Inbetriebnahme neuer Systeme war und ist weiterhin nur in jenen Ländern möglich wo Frequentis über eigene Standorte verfügt oder in die Frequentis-Personal reisen kann und darf. Dies bedeutet, dass manche Systeme nicht oder noch nicht vollständig installiert und vom Kunden abgenommen werden konnten, was zu vorübergehenden Umsatzverschiebungen führte.

Forderungsabschreibung

Da die Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor angehören, kam es durch die COVID-19 Krise zu keinen Forderungsausfällen im ersten Halbjahr 2020. Trotz der Vereinbarung von längeren Zahlungszielen mit manchen Kunden geht die Frequentis-Gruppe aufgrund der Kundenstruktur von keinem erhöhten Forderungsausfallsrisiko aus.

Staatliche Unterstützungsmaßnahmen

Die Frequentis-Gruppe hat im Berichtszeitraum verschiedenste staatliche Unterstützungen von in Summe TEUR 371 erhalten, welche überwiegend außereuropäische Tochterunternehmen betreffen.

Werthaltigkeitsprüfung

Aufgrund der COVID-19 Pandemie hat die Frequentis-Gruppe beurteilt, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegt.

Auf Basis der durchgeführten Analyse haben sich teilweise vorübergehend negative Effekte gezeigt, von denen jedoch erwartet wird, dass sie sich langfristig wieder ausgleichen. Es ergab sich, basierend auf diesen Annahmen und aktualisierten Planwerten, kein Erfordernis einer Wertminderung bzw. kein Anhaltspunkt einer Wertminderung.

4. Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss der Frequentis AG sind – neben der Muttergesellschaft – 5 Tochterunternehmen in Österreich (31. Dezember 2019: 5) sowie 23 Tochterunternehmen außerhalb Österreichs (31. Dezember 2019: 21) einbezogen, bei denen Frequentis AG die Beherrschung ausübt.

Änderung des Konsolidierungskreises

Mit 1. April 2020 übernahm Frequentis 51% der Anteile der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH (Sitz in Freiburg im Breisgau, Deutschland) und setzt damit die Wachstumsstrategie fort und erweitert die Produktpalette im Bereich Tower-Automatisierung. Als innovativer Anbieter für ATM Tower Automation Produkte bietet ATRiCS Flughafenbetreibern und Flugsicherungsdienstleistern Software-Lösungen und -Dienstleistungen an. Im Fokus stehen dabei die Integration und Automatisierung der Arbeitsabläufe von Fluglotsen, um sie zu entlasten und auf mögliche Gefahrensituationen hinzuweisen sowie die Verbesserung der Sicherheit und Erhöhung der Kapazität an Flughäfen.

Das Produkt- & Lösungsportfolio von ATRiCS bietet eine Reihe unmittelbarer Einsatzmöglichkeiten bei konkreten Frequentis-Projekten. Im Speziellen für größere Hubs wird das Produkt- und Knowhow-Portfolio wesentlich erweitert. Großes Potenzial bietet sich auch bei der Flight Data Integration, wo sich ATRiCS als Marktführer in Europa für die Optimierung des Abflugverkehrs etabliert hat.

Der Kaufvertrag wurde am 5. März 2020 unterzeichnet, das Closing erfolgte am 1. April 2020.

Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

Beizulegender
Zeitwert
per 01.04.2020
TEUR
Basiskaufpreis 1.859
Earn-Out Zahlung 1.227
Gesellschafterzuschuss 436
Forderung aus Haftrücklass 211
Gesamtkaufpreis 3.733

Der Basiskaufpreis sowie der Gesellschafterzuschuss waren an keine weiteren Bedingungen geknüpft und wurden bereits überwiesen.

Der Haftrücklass beinhaltet eine bedingte Gegenleistung, die in Form einer inkongruenten Ausschüttung an die Verkäufer zu bezahlen ist, falls eine bestehende Kundenforderung bis 31. Dezember 2021 bezahlt werden sollte.

Die Earn-Out Zahlung basiert auf den jeweiligen Jahresabschlüssen gemäß dHGB und ist wie folgt definiert:

Earn-Out Anspruch offen
+/- Abweichungen vom Target Working Capital zum 31.12.2024 offen
+/- Net Cash/Debt zum 31.12.2024 offen
+/- erfolgsabhängige Anpassung (Erreichen eines EBIT-Zieles) 0 bis 7.500
Target Value 3.750
Element der Earn-Out Zahlung Betrag in TEUR

Für Zwecke der Kaufpreisallokation wurde die Unternehmensplanung der ATRiCS von Frequentis analysiert und überarbeitet, mit dem Ziel eine möglichst realistische Bewertung der Earn-Out Zahlung zum Erwerbszeitpunkt zu erreichen. Auf dieser Basis wurde folgender Zeitwert der Earn-Out Zahlung ermittelt:

Earn Out Betrag in TEUR
Target Value 3.570
+/- erfolgsabhängige Anpassung (Erreichen eines EBIT-Zieles) -2.758
+/- Net Cash/Debt zum 31.12.2024 458
+/- Abweichungen vom Target Working Capital zum 31.12.2024 -43
Earn-Out Anspruch 1.227

Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzen sich folgendermaßen zusammen:

Beizulegender
Zeitwert
per 01.04.2020
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 3.208
Sachanlagen 149
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.647
Vertragsvermögenswerte 345
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10
Forderung Gesellschafterzuschuss 436
Übrige Vermögenswerte 44
Passive latente Steuern -803
Langfristige Leasingverbindlichkeiten -1
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden -387
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten -472
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -80
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten -3
Sonstige Verbindlichkeiten -371
Nettovermögen 3.722
Nicht beherrschende Anteile 1.824
Konzernanteil 1.898
Geschäfts- oder Firmenwert 1.835
Übertragene Gegenleistung 3.733

Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen sind keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind.

Seit der erstmaligen Konsolidierung hat ATRiCS Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 812 und ein EBIT von TEUR 12 zur Frequentis-Gruppe beigetragen. Hätte die Akquisition zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 stattgefunden, hätten sie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.722 und ein EBIT von TEUR -3 zur Frequentis-Gruppe beigetragen.

Die erstmalige Einbeziehung aller erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfolgt aus Zeitgründen und aufgrund noch nicht finaler Bewertungen auf Basis vorläufiger Werte. Die endgültige Feststellung der angegebenen Bilanzposten erfolgt gemäß den Bestimmungen für die Erstkonsolidierung des IFRS 3 innerhalb von 12 Monaten nach Übernahme.

Zusätzlich kam es im März 2020 zur Gründung der TEAM Technology Management GmbH Deutschland (Sitz in Gräfelfing, Deutschland), bei welcher die TEAM Communication Technology Management GmbH (51% Beteiligung der Frequentis AG) 51% der Anteile hält.

Erläuterungen zur Gewinnund Verlustrechnung und Bilanz

5. Segmentberichterstattung

Operative Segmente

  • Segment Air Traffic Management
  • Segment Public Safety & Transport

Das Segment Air Traffic Management (ATM) bedient in erster Linie die Kundengruppe der zivilen Flugsicherungen sowie militärischen Flugsicherungen und Homeland Security Organisationen. Die Frequentis-Gruppe unterstützt ihre Kunden bei ihrer Hauptaufgabe, der Sicherung des Luftraumes und der effizienten und sicheren Kontrolle und Steuerung der Luftfahrzeuge. Die Produktlösungen für die Control Center Lösungen reichen von Voice Communication, Networks, Digital (Remote) Tower, ATC Tower (Air Traffic Control), Surveillance, AIM (Aeronautical Information Management), AMHS (Aeronautical Message Handling Systems) bis ATM/UTM Integration (Unmanned Traffic Management). Für die militärische Anwendung wird das Portfolio mit Anwendungen zu Secure Communications und Situational Awareness ergänzt.

Das Segment Public Safety & Transport (PST) besteht aus dem Public Safety Bereich (Polizei, Feuerwehr und Rettungsorganisationen), Public Transport (Eisenbahnkunden) und Maritime (Küstenwache, Hafenbetreiber und Organisationen zur Überwachung der Binnenschifffahrt). Im PST Bereich liefert die Frequentis-Gruppe Lösungen für Notfallmanagementorganisationen der Blaulichtorganisationen sowie Search & Rescue, Coastal Surveillance, Operations Communications und Incident & Crisis Management.

Angaben zu den operativen Segmenten

Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Frequentis-Gruppe ist der Konzernvorstand. Die Bilanzierungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen jenen der Frequentis-Gruppe. Für die interne Berichterstattung wird das IFRS Betriebsergebnis (EBIT) herangezogen und entspricht auch dem Segmentergebnis im Sinne von IFRS 8.23. Innenumsätze zwischen den Segmenten liegen nicht vor. Bei den Beträgen in der Spalte Überleitung/Konsolidierungen werden überwiegend Transaktionen erfasst, die nicht eindeutig einem Segment zugeordnet werden können, sondern für beide Segmente getätigt wurden.

Air Traffic Public Safety Überleitung/
Management & Transport Konsolidierungen Summe
01-06/2020 TEUR TEUR TEUR TEUR
Umsatzerlöse 89.920 42.330 0 132.250
Veränderung des Bestands an fertigen
und unfertigen Erzeugnissen 202 278 0 480
Aktivierte Eigenleistung 26 0 19 45
Sonstige betriebliche Erträge 1.799 469 1.217 3.485
Gesamterträge (Betriebsleistung) 91.947 43.077 1.236 136.260
EBIT -2.536 1.785 -201 - 952
Air Traffic Public Safety Überleitung/
Management & Transport Konsolidierungen Summe
01-06/2019 TEUR TEUR TEUR TEUR
Umsatzerlöse 92.561 39.792 46 132.399
Veränderung des Bestands an fertigen
und unfertigen Erzeugnissen 951 528 9 1.488
Aktivierte Eigenleistung 35 0 69 104
Sonstige betriebliche Erträge 1.921 701 1.811 4.433
Gesamterträge (Betriebsleistung) 95.468 41.021 1.935 138.424
EBIT -5.365 1.152 332 -3.881

Die Angaben des Segmentvermögens und der Segmentschulden werden hier nicht getätigt, weil das interne Berichtswesen keine Unterteilung des Vermögens auf die beiden Segmente enthält.

Angaben zu unternehmensweiten Daten

Die Frequentis-Gruppe hat weder 2020 noch 2019 mit einem einzelnen Kunden einen Umsatz von mehr als 10% des Gesamtumsatzes erzielt.

Der Auftragsstand per 30. Juni 2020 in Höhe von TEUR 445.156 (30. Juni 2019: TEUR 351.806) verteilt sich mit TEUR 280.531 (30. Juni 2019: 197.135) auf das Segment Air Traffic Management (ATM) und mit TEUR 164.625 (30. Juni 2019: 154.671) auf das Segment Public Safety & Transport (PST).

6. Umsatzerlöse

Hinsichtlich der Umsatzkategorien kam es im Berichtszeitraum zu folgender Verteilung des Umsatzes:

01-06/2020
TEUR
01-06/2019
TEUR
Neuprodukt- und/oder Neukundengeschäft 53.694 68.680
IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft
zu installierten Systemen und Lösungen)
74.181 60.111
Sonstiger Umsatz 4.375 3.608
132.250 132.399

In der regionalen Verteilung der Umsätze nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:

01-06/2020 01-06/2019
TEUR TEUR
Europa 84.297 76.779
Amerikas 22.244 25.931
Asien 16.761 19.164
Australien/Pazifik 5.630 7.423
Afrika 1.959 2.151
Kleinaufträge (nicht aufgeteilt) 1.359 951
132.250 132.399

Der Posten Kleinaufträge betrifft Umsatzerlöse aus Kundenverträgen, welche aber nicht auf die einzelnen Kategorien in der oben dargestellten Tabelle zugeordnet wurden.

7. Sonstige Aufwendungen

01-06/2020
TEUR
01-06/2019
TEUR
Rechts- und Beratungsaufwand 2.545 2.425
Reisekosten 2.371 5.957
Fremdpersonal 1.648 1.727
Versicherungsaufwand 1.138 1.132
Kurs- und Währungsdifferenzen 961 309
Werbekosten 923 1.400
Instandhaltung 867 850
Transportkosten 566 605
Telefon- und Kommunikationsaufwand 555 532
Energieaufwand 488 525
Lizenzaufwand (Laufzeit bis 1 Jahr) 423 414
KFZ-Kosten 420 567
Reinigungsaufwand 419 528
Übrige 1.166 2.893
14.490 19.864

Bei einigen Aufwandskategorien wie z.B. Reisekosten und Werbekosten ist es aufgrund von COVID-19 zu einer unüblichen Reduktion gekommen.

8. Übriges Finanzergebnis / Wertminderung wegen Commerzialbank Mattersburg

Gemäß der Mitteilung der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde vom 14. Juli 2020 wurde der Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG (Commerzialbank Mattersburg) per Bescheid die Fortführung des Geschäftsbetriebes mit sofortiger Wirkung untersagt und ein Wirtschaftsprüfer als Regierungskommissär bestellt. Damit ist der Bank auch die Auszahlung von Einlagen untersagt.

Frequentis hatte zu diesem Zeitpunkt Einlagen bei der Commerzialbank Mattersburg in Höhe von EUR 30,9 Mio. und hat diese gegenüber der Commerzialbank Mattersburg am 16. Juli 2020 in gesamter Höhe fällig gestellt. Diese Fälligstellung wurde auch an den von der FMA eingesetzten Regierungskommissär gerichtet. Eine – erwartungsgemäß – abschlägige Antwort auf die Fälligstellung hat Frequentis am 17. Juli 2020 erhalten. Von der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H., der Sicherungseinrichtung für österreichische Kreditinstitute gemäß dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz, hat Frequentis am 24. Juli 2020 TEUR 100 erhalten.

Am 27. Juli 2020 hat die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde beim Landesgericht Eisenstadt den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Commerzialbank Mattersburg gestellt und wurde die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Commerzialbank Mattersburg am 28. Juli 2020 bekannt gemacht. Der von der Finanzmarktaufsichtsbehörde eingesetzte Regierungskommissär hat in einem Zwischenbericht vom 24. Juli 2020 festgestellt, dass die Commerzialbank Mattersburg zum Zeitpunkt der Untersagung des Geschäftsbetriebes durch die Finanzmarktaufsichtsbehörde gemäß Erstellung eines Zwischenstatus rechnerisch überschuldet war. Die Forderung der Frequentis wurde in voller Höhe am 29. Juli 2020 im Insolvenzverfahren angemeldet.

Frequentis hat ein Anwaltsteam engagiert, welches sämtliche rechtlichen Möglichkeiten prüft, um die Interessen von Frequentis bestmöglich zu wahren. Diese Prüfung umfasst die mögliche Geltendmachung und Verfolgung potenzieller Ansprüche gegen involvierte Rechtsträger, Organisationen und Personen. Dies kann aus heutiger Sicht einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Als Folge der Insolvenz wurde eine Wertminderung des täglich fälligen Bankguthabens sowie der Termingelder der Frequentis bei der Commerzialbank Mattersburg von TEUR 30.918 durchgeführt und im übrigen Finanzergebnis erfasst. Das übrige Finanzergebnis in Höhe von TEUR -30.919 betrifft fast ausschließlich die Wertminderung des täglich fälligen Bankguthabens sowie der Termingelder bei der Commerzialbank Mattersburg.

Das übrige Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

Betrag in TEUR
Wertminderung langfristige Termingelder Commerzialbank Mattersburg 9.997
Wertminderung kurzfristige Termingelder Commerzialbank Mattersburg 7.998
Wertminderung täglich fälliges Bankguthaben Commerzialbank Mattersburg 12.718
Wertminderung Zinsforderungen Commerzialbank Mattersburg 205
Sonstiges 1
Summe 30.919

9. Langfristige Vermögenswerte

Die Reduktion der Sachanlagen resultiert mit TEUR 3.051 aus der Veränderung der IFRS 16 Nutzungsrechte für Gebäude. Die Reduktion der dazugehörigen Leasingverbindlichkeiten resultiert hauptsächlich aus den entsprechenden Leasingzahlungen.

Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerten ist größtenteils auf die übernommenen immateriellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH zurückzuführen.

10.Geschäfts- oder Firmenwerte

In der Berichtsperiode kam es zu einer Erhöhung der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 1.835. Dies ist auf die Akquisition der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH zurückzuführen.

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung wurden den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) des Konzerns die Firmenwerte wie folgt zugeordnet:

30.06.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
Systems Interface Ltd. 1.266 1.266
Frequentis Comsoft GmbH 909 909
Team Communication Technology Management GmbH 53 53
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 1.835 0
4.063 2.228

Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung gab es keine Anhaltspunkte, dass die Firmenwerte wertgemindert sein könnten beziehungsweise hat der Wertminderungstest kein Abwertungserfordernis ergeben.

11.Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die lang- und kurzfristigen Termingelder betrugen zur Gänze Termingelder bei der Commerzialbank Mattersburg, welche aufgrund der derzeit vorhandenen Informationen zur Gänze wertberichtigt werden mussten.

Bei den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten war auch ein täglich fälliges Guthaben bei der Commerzialbank Mattersburg in Höhe von TEUR 12.818 (31. Dezember 2019: 12.818) enthalten, welches bis auf den von der gesetzlichen Einlagensicherung erfassten Betrag von TEUR 100 wertberichtigt wurde.

Von den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten von TEUR 57.701 per Ende Juni 2020 waren rund 70% auf neun systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Die restlichen rund 30% liegen bei mehr als 15 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.

12.Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

30.06.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden 70.563 54.924
Erhaltene Anzahlungen -21.221 -16.570
49.342 38.354

Die Vertragsvermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus bereits vom Unternehmen erbrachten aber noch nicht abgerechneten Leistungen. Die Vertragsvermögenswerte werden zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn der Zahlungsanspruch unbedingt ist. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn der Konzern die Leistungen erbracht hat und diese verrechnet.

Die Veränderung bei den Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit Kunden im Vergleich zum Vorjahr setzt sich aus dem Saldo von einer Vielzahl an neu angearbeiteten und abgerechneten Projekten zusammen.

Von den zum 1. Jänner 2020 erfassten Vertragsvermögenswerten in Höhe von TEUR 54.924 (1. Jänner 2019: TEUR 54.169) ist ein Betrag in Höhe von TEUR 24.322 im ersten Halbjahr 2020 (erstes Halbjahr 2019: TEUR 29.097) zur Abrechnung gelangt.

Hinsichtlich der aktivierten Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden wird von keinen relevanten Ausfallsrisiken ausgegangen. Gerade bei Aufträgen, bei denen der Konzern in Vorleistung geht, wird die Bonität der Vertragspartner sorgsam überprüft. Diese Aufträge betreffen vor allem Leistungen für Behörden bzw. internationale Großunternehmen.

In den Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden werden Verpflichtungen (Lieferung von Gütern oder Dienstleistungen), für die bereits eine Gegenleistung erhalten wurde, ausgewiesen. Dies betrifft vor allem Vorauszahlungen, welche teilweise mittels Anzahlungsgarantie besichert sind.

Die Aufgliederung der Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden stellt sich wie folgt dar:

30.06.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen aus Kundenprojekten 55.041 44.728
Erhaltene Anzahlungen, welche mit Vertragsvermögenswerte aus
Verträgen mit Kunden saldiert wurden -18.241 -14.157
36.800 30.571
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten 8.166 5.461
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten, welche mit
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden -2.980 -2.413
5.186 3.048
Erlösabgrenzungen für Wartungsverträge 12.070 10.867
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für
endabgerechnete Kundenaufträge (kurzfristig) 264 3.408
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für
endabgerechnete Kundenaufträge (langfristig) 7 788
Summe Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden 54.327 48.682

In den Sonstigen Vertragsverbindlichkeiten sind vertragliche Ansprüche auf Anzahlungen enthalten, die von den Kunden noch nicht beglichen wurden.

13.Grundkapital und einbehaltene Gewinne

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu EUR 6 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmalig oder in mehreren Tranchen zu erhöhen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Vom genehmigten Kapital in Höhe von EUR 6 Mio. wurden im Jahr 2019 bereits EUR 1,2 Mio. (damit 1,2 Mio. Aktien) im Rahmen des Börsengangs in Anspruch genommen.

Die am 2. März 2020 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom 27. März 2020 beschlossene Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der derzeitigen Aktionäre im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wurde im Mai 2020 erfolgreich abgeschlossen. Die Frequentis AG erhöhte dadurch ihr Grundkapital von TEUR 13.200 um TEUR 80 auf TEUR 13.280 durch Ausgabe von 80.000 neuen Inhaberaktien gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts der derzeitigen Aktionäre. Der Bezugspreis je neuer Aktie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde mit einem Abschlag von 20% auf den Schlusskurs der Frequentis-Aktie an der Wiener Börse am 4. Mai 2020 (EUR 16,55 je Aktie), somit mit EUR 13,24 je Aktie, festgelegt.

Es handelt sich um Aktien ohne Nennbetrag, daher wurde vom Gesamterlös in Höhe von TEUR 1.324, der der Frequentis AG zufloss, der rechnerische Betrag in Höhe von TEUR 80 dem Grundkapital zugeordnet und der verbleibende Betrag in Höhe von TEUR 1.244 den Kapitalrücklagen. Der 20% Abschlag für die Mitarbeiter ergab einen Betrag von TEUR 265 und wurde im Personalaufwand ausgewiesen.

Die Kosten der Kapitalerhöhung von insgesamt TEUR 109 wurden direkt im Eigenkapital abzüglich darauf entfallender Ertragsteuern in Höhe von TEUR 27 erfasst.

Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der Aktien dar:

2020 2019
Stand 01.01. 13.200.000 12.000.000
Neu ausgegebene Aktien aufgrund Kapitalerhöhung 80.000 1.200.000
Stand 30.06. 13.280.000 13.200.000

Die im Mai 2020 neu ausgegebenen 80.000 Stück Aktien sind dem Streubesitz zuzurechnen. Dadurch ergab sich eine entsprechende geringfügige Reduktion der anteilsmäßigen Höhe bei den anderen Aktionären im Vergleich zur Situation nach dem Börsengang im Mai 2019. Johannes Bardach hält weiterhin rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group Holding GmbH), die B&C Innovation Investments GmbH weniger als 10%, rund 22% entfallen auf den Streubesitz.

Die Veränderung des Eigenkapitals kann aus der Aufstellung der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals entnommen werden.

Dividende

In der Hauptversammlung der Frequentis AG vom 14. Mai 2020 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von EUR 0,15 je gewinnberechtigter Stückaktie auszuschütten.

Die Auszahlung steht unter dem Vorbehalt der rechtlichen Zulässigkeit zum Auszahlungszeitpunkt. Die Auszahlung ist mit November 2020 vorgesehen. Da derzeit keine rechtlichen Restriktionen bestehen, eine Dividende auszuschütten, wird die Dividende in Höhe von TEUR 1.992 in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

14.Aktienbasierte Vergütung

Die Frequentis AG hat 2019 und 2020 Long Term Incentive Pläne (LTIP) mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen.

Die Bewertung dieser anteilsbasierten Vergütung erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung. Der Aufwand wird über die erforderliche Reifefrist verteilt. Da im Vertrag festgelegt ist, dass die im Rahmen des LTIP zugeteilten Aktien nicht in bar abgegolten werden, sind die anteilsbasierten Vergütungen im Eigenkapital in einem Sonderposten ausgewiesen.

Der Teilnehmer des Planes muss kein Eigeninvestment in Frequentis-Aktien tätigen. Ab dem Tag der Zuteilung kann der Begünstigte pro Kalenderjahr maximal ein Drittel der unter dem LTIP 2019 und 2020 erworbenen Aktien veräußern. In jedem Fall aber wird der Begünstigte nur eine solche Anzahl der im Rahmen dieses LTIP 2019 und 2020 bzw. allfälliger späterer Long Term Incentive Pläne erworbenen Aktien veräußern, dass er zu jeder Zeit mindestens 7.000 unter einem Long Term Incentive Plan erworbene Aktien der Gesellschaft hält ("Mindestbestand").

Als Leistungszeitraum für das Erreichen der Ziele wurden drei Jahre festgelegt. Die Zielwerte für die Schlüsselindikatoren wurden vom Aufsichtsrat festgelegt. Am Anspruchstag (frühestens drei Jahre nach der Gewährung) werden bei voller Zielerreichung maximal 14.000 (LTIP 2019) bzw. 17.000 (LTIP 2020) Aktien (brutto – vor Abzug von Steuern und Gebühren), maximal aber 200% des jährlichen Bruttogrundgehalts für das Geschäftsjahr 2019 bzw. 2020 in Form von Aktien zugeteilt. Die Abgeltung erfolgt durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrages in das entsprechende Wertpapierdepot. Abhängig von der Zustimmung des Aufsichtsrats ist der Anspruchstag der 30. April 2022 bzw. 2023.

Der Anspruch auf die maximale Anzahl von Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien.

Am 14. Mai 2020 wurde das LTIP 2020 von der Hauptversammlung genehmigt. Die Vereinbarung mit dem Vorstandsvorsitzenden wurde am 15. Mai 2020 unterschrieben. Für die Zuteilung von Aktien der Gesellschaft sind Ziele zu erfüllen, wobei die Zielerreichung jeweils über den Leistungszeitraum von drei Jahren gemessen wird. Die vereinbarten Ziele werden am Total Shareholder Return (TSR), am Auftragsstand sowie an einem Wachstum in den Regionen und über M&A gemessen. Das Vorstandsmitglied muss – von der Zielerreichung abgesehen – keine Gegenleistung für den Erwerb der Aktien der Gesellschaft erbringen.

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Bedingungen der gewährten anteilsbasierten Vergütungen zusammen:

LTIP 2020 LTIP 2019
Beginn LTIP 01.01.2020 01.01.2019
Zeitpunkt der Gewährung 14.05.2020 30.09.2019
Ende Erdienungszeitraum 31.12.2022 31.12.2021
Anspruchstag 30.04.2023 30.04.2022
Erwartete Zielerreichung 79,8% 72,41%
Erwartete Aktien 13.559 10.137
Maximale Aktien 17.000 14.000
Zugeteilte Bonusaktien keine keine

Für den zukünftig erwarteten Aufwand des LTIP besteht zum Bilanzstichtag für den bereits erdienten Anteil eine Erfassung im Eigenkapital, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten am Gewährungstag errechnet wurde. Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus der LTIP-2020-Verpflichtung errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum 15. Mai 2020 (Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung) in Höhe von EUR 17,946 multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten Zielerreichungsgrad. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden TEUR 41 (TEUR 43 inklusive Lohnnebenkosten) im Personalaufwand erfasst.

Für den 2019 abgeschlossenen LTIP betrug der Zeitwert EUR 18,05 zum 30. September 2019 (Kurswert der Aktien zum Zeitpunkt der Vereinbarung). In der Berichtsperiode wurden TEUR 30 (TEUR 31 inklusive Lohnnebenkosten) im Personalaufwand erfasst.

Für die vorliegenden LTIPs wurde davon ausgegangen, dass sowohl das marktorientierte Ziel als auch die nicht marktorientierten Ziele erfüllt sein werden, weshalb der Effekt der marktorientierten Ziele im Rahmen der Ermittlung des Erwartungswertes des Zielerreichungsgrades und nicht im Zeitwert der Aktien zur berücksichtigen ist.

15.Rückstellungen

Die langfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

30.06.2020
TEUR
31.12.2019
TEUR
Rückstellungen für Abfertigungen 14.850 14.475
Rückstellungen für Pensionen 3.109 3.035
Aufrechnung Deckungskapital Pensionsversicherung -2.632 -2.573
477 462
Rückstellungen für Jubiläumsgeld 377 343
Sonstige Rückstellungen 1.422 786
Summe langfristige Rückstellungen 17.126 16.066

Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten mit TEUR 1.304 (31. Dezember 2019: TEUR 669) Rückstellungen für Projekte, für die aufgrund des Übersteigens künftiger erwarteter Aufwendungen über künftige erwartete Erträge Vorsorgen zu bilden sind.

Die kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Summe kurzfristige Rückstellungen 8.820 13.539
Sonstige Rückstellungen 2.311 1.706
Rückstellungen für Projekte 2.216 4.150
Prämien 4.293 7.683
TEUR TEUR
30.06.2020 31.12.2019

Die Prämienrückstellung enthält Ansprüche von Mitarbeitern aus Prämien und variablen Bezügen.

Die Rückstellung für Projekte enthält Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind.

16.Latente Steuern und Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand (-ertrag) wird durch die Multiplikation des Ergebnisses vor Steuern mit dem durchschnittlichen geschätzten Steuersatz für das ganze Geschäftsjahr ermittelt, angepasst um Effekte die zur Gänze im Halbjahresergebnis erfasst werden. Der geschätzte effektive Steuersatz kann vom effektiven Steuersatz am Ende des Jahres abweichen.

Die Reduktion der latenten Steuerschulden sowie die Erhöhung der latenten Steueransprüche ist auf den steuerlichen Verlust zum 30. Juni 2020, welcher überwiegend aus der Wertminderung der Termingelder und des täglich fälligen Guthabens bei der Commerzialbank Mattersburg resultiert, zurückzuführen.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern trifft der Vorstand eine Einschätzung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass diese Posten in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern setzt unter anderem ausreichend steuerpflichtiges Einkommen in künftigen Perioden voraus. Basis bilden Geschäftspläne der nächsten 5 Jahre. Der Vorstand zieht die geplante Auflösung von passiven latenten Steuern und das geschätzte künftige steuerpflichtige Einkommen für diese Beurteilung heran. Auf dieser Basis wird von einer gänzlichen Realisierbarkeit der steuerlichen Verluste ausgegangen.

17.Sonstige Verbindlichkeiten

Die Erhöhung der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten ist mit TEUR 1.227 auf die Verbindlichkeit für die Earn-Out Zahlung im Zusammenhang mit dem Anteilskauf der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH zurückzuführen.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

30.06.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
5.510 3.483
4.033 451
3.196 1.931
1.992 0
1.253 2.181
780 466
450 435
118 370
1.742 1.861
19.074 11.178

Sonstige Angaben

18.Finanzinstrumente

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegende Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Zuordnung in die jeweilige Kategorie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt (Werte in TEUR):

30.06.2020 Zu fortgeführten
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Anschaffungskosten bewertet Buchwert
Gesamt
Verpflichtend Eigenkapitalinstrumente Sonstige
Hedge erfolgswirksam zum – Erfolgswirksam zum Finanzielle
finanzielle
Accounting beizulegenden Zeitwert beizulegenden Zeitwert Vermögenswerte
Verbindlichkeiten
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen 863 863
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
52.793 52.793
Forderungen gegenüber
verbundenen und assoziierten
Unternehmen
76 76
Derivative Finanzinstrumente 58 488 546
Sonstige kurz- und
langfristige Vermögenswerte
281 281
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
57.701 57.701
Summe 58 488 863 110.851 112.260
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
6.481 6.481
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
16.480 16.480
Verbindlichkeiten aus
verbundenen und
assoziierten Unternehmen 224 224
Leasingverbindlichkeiten 37.144 37.144
Derivative Finanzinstrumente 846 407 1.253
Sonstige Verbindlichkeiten 1.438 3.397 4.835
Summe 846 1.845 63.726 66.417
31.12.2019 Hedge
Accounting
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verpflichtend
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente
– Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
Sonstige
Finanzielle
finanzielle
Vermögenswerte
Verbindlichkeiten
Buchwert
Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen 874 874
Termingelder 17.995 17.995
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
58.527 58.527
Forderungen gegenüber
verbundenen und assoziierten
Unternehmen
23 23
Derivative Finanzinstrumente 92 92
Sonstige kurz- und
langfristige Vermögenswerte
801 801
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
66.882 66.882
Summe 92 874 144.228 145.194
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
7.109 7.109
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
13.468 13.468
Verbindlichkeiten aus
verbundenen und assoziierten
Unternehmen 182 182
Leasingverbindlichkeiten 40.077 40.077
Derivative Finanzinstrumente 1.764 417 2.181
Sonstige Verbindlichkeiten 1.822 1.822
Summe 1.764 417 62.658 64.839

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Termingelder sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden aufgrund der im Wesentlichen kurzen Restlaufzeit zum Buchwert, der einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, bewertet.

Für Beteiligungen liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor. Aus diesem Grund erfolgt die Bewertung über nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der Discounted Cash Flow Methode oder aufgrund von aktuellen Eigenkapitaltransaktionen um den Bilanzstichtag. Die beizulegenden Zeitwerte werden der Hierarchiestufe drei zugeordnet.

Der Buchwert der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht den beizulegenden Zeitwerten. Die Derivate, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert wurden, dienen wirtschaftlich dennoch der Absicherung von Kursschwankungen. Die beizulegenden Zeitwerte werden der Hierarchiestufe zwei zugeordnet.

Die Bewertung des Long Term Incentive Plans (LTIP), welches als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingestuft wird, wurde zum beizulegenden Zeitwert bewertet, welcher der Hierarchiestufe drei zugeordnet wurde.

Die Bewertung der Earn-Out Verbindlichkeit erfolgt zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert. In die Bewertung flossen auch nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter ein, weshalb die Zuordnung zur Hierarchiestufe drei erfolgte.

Sämtliche Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, wurden folgenden Hierarchiestufen zugeordnet:

Hierarchiestufe Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert
Level 1:
Bewertung anhand von Marktpreisen Wertpapiere
Level 2:
Bewertung anhand von Marktpreisen für
ähnliche Vermögenswerte Derivative Finanzinstrumente
Level 3:
Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten
Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind Beteiligungen, Earn-Out Verbindlichkeit

Bei den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Beteiligungen kam es in der Berichtsperiode zum Verkauf des 10,29%igen Anteil an der österreichischen Viennasys Software Entwicklung GmbH. Die Beteiligung wurde um TEUR 6 verkauft, wodurch sich ein Verlust in Höhe von TEUR 5 ergibt.

Bei der im Jahr 2018 erworbenen 6,88%igen Beteiligung an der Altitude Angel Ltd., einem Start-Up-Unternehmen, kam es im Dezember 2019 zu einer neuerlichen Finanzierungsrunde zwischen allen bisherigen Gesellschaftern auf Basis der Bewertung aus 2018, da es keine Hinweise gab, dass sich die Bewertung des Unternehmens seit der erstmaligen Beteiligung wesentlich geändert hat.

Derivative Finanzinstrumente

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem beizulegenden Zeitwert, wobei der beizulegende Zeitwert durch den aktuellen Stichtagskurs zum 30. Juni 2020 bestimmt wurde.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der derivativen Finanzinstrumente:

30.06.2020 Derivat Cash Flow Hedge Für MTM Bewertung Summe
Beizulegender Beizulegender Beizulegender
Verkaufs Verkaufsbetrag Kaufbetrag FW-Betrag Zeitwert FW-Betrag Zeitwert Zeitwert
währung TEUR TEUR TEUR TEUR
AUD -3.706 2.273 -1.706 10 -2.000 4 14
CZK 14.500 -515 0 0 14.500 26 26
GBP -11.308 12.707 6.637 48 4.670 301 349
HKD 300 -34 0 0 300 1 1
JPY 7.092 -55 0 0 7.092 4 4
PLN -2.985 680 0 0 -2.985 12 12
SGD -36 29 0 0 -36 6 6
USD -2.188 2.084 0 0 -2.188 134 134
17.169 58 488 546
AUD -888 540 -153 -1 -736 -1 -2
CHF -1.109 1.017 0 0 -1.109 -25 -25
CZK 6.000 -238 0 0 6.000 -14 -14
GBP -1.966 2.079 -2.686 -51 720 -18 -69
HKD -2.900 325 0 0 -2.900 -7 -7
JPY -14.184 110 0 0 -14.184 -8 -8
SGD -5.993 3.797 0 0 -5.993 -23 -23
USD -26.060 22.063 -7.821 -794 -18.239 -311 -1.105
29.693 - 846 - 407 -1.253
31.12.2019 Derivat Cash Flow Hedge Für MTM Bewertung Summe
Beizulegender Beizulegender Beizulegender
Verkaufs Verkaufsbetrag Kaufbetrag FW-Betrag Zeitwert FW-Betrag Zeitwert Zeitwert
währung TEUR TEUR TEUR TEUR
JPY 7.092 -55 0 0 7.092 3 3
SGD 427 -270 0 0 427 8 8
USD -2.826 2.557 0 0 -2.826 81 81
2.232 0 92 92
AUD -4.749 2.901 -3.739 -18 -1.010 -9 -27
CAD -54 35 -54 -1 0 0 -1
CHF -1.413 1.294 -29 -1 -1.384 -10 -11
GBP -16.264 18.208 -9.478 -648 -6.786 -28 -676
JPY -14.184 110 0 0 -14.184 -6 -6
PLN -16.058 3.552 -9.918 -128 -6.140 -14 -142
SGD -7.178 4.555 0 0 -7.178 -112 -112
USD -20.688 16.828 -11.169 -968 -9.518 -238 -1.206
47.483 -1.764 - 417 -2.181

Der Buchwert der Cash Flow Hedges sowie der Buchwert der MTM Bewertung sind zum 30. Juni 2020 mit einem positiven beizulegenden Zeitwert von TEUR 546 (31. Dezember 2019: TEUR 92) in den sonstigen Forderungen und mit einem negativen beizulegenden Zeitwert von TEUR 1.253 (31. Dezember 2019: TEUR 2.181) in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Wenn das gesicherte Grundgeschäft (Umsatz) realisiert wird, wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag aus dem Sicherungsgeschäft in den Umsatz umgebucht.

19.Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden nur in unwesentlichem Ausmaß getätigt und bestehen hauptsächlich aus Geschäftsbeziehungen in Form von Lieferungen und Dienstleistungen. Diese Geschäfte erfolgen ausschließlich auf Basis marktüblicher Bedingungen und es gab keine wesentlichen Veränderungen zu den im Geschäftsbericht 2019 angeführten Transaktionen.

20.Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Das am 27. Juli 2020 eröffnete Insolvenzverfahren gegenüber der Commerzialbank Mattersburg wurde in diesem Zwischenabschluss bereits als werterhellendes Ereignis berücksichtigt und im Kapitel 8 "Übriges Finanzergebnis / Wertminderung wegen Commerzialbank Mattersburg" näher erläutert.

Am 7. August 2020 wurde ein verbindliches Investment Agreement über den Erwerb von 15% an der Nemergent Solutions S.L., Spanien, unterzeichnet.

Erklärung des Vorstands gemäß § 125 Abs. 1 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, am 17. August 2020

Norbert Haslacher Vorstandsvorsitzender

Sylvia Bardach Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich Mitglied des Vorstands

Finanzkalender 2020

18.08.2020 Halbjahresfinanzbericht 2020
25.11.2020 Ex-Dividendentag
26.11.2020 Nachweisstichtag Dividende
27.11.2020 Dividendenzahltag

www.frequentis.com/de/ir > Finanzkalender

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In dieser Publikation ist mit "Frequentis" oder "Frequentis-Gruppe" der Konzern gemeint, mit "Frequentis AG" wird die Muttergesellschaft (Einzelgesellschaft) bezeichnet.

Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in dieser Publikation kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die in dieser Publikation enthaltenen Prognosen, Planungen und zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf dem Wissensstand und der Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie alle Aussagen über die Zukunft unterliegen sie Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die im Ergebnis auch zu erheblichen Abweichungen führen können. Für den tatsächlichen Eintritt von Prognosen und Planungswerten sowie zukunftsgerichteten Aussagen kann keine Gewähr geleistet werden.

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