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Frequentis AG Annual Report (ESEF) 2022

Apr 12, 2023

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Frequentis AG - Jahresfinanzbericht 2022

Konzernlagebericht 2022

Wirtschaftliches Umfeld

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis- Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2023 das World Economic Outlook Update publiziert¹. Trotz der Pandemie wird für das abgelaufene Jahr 2022 ein Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,4% erwartet, für das Jahr 2023 soll das Wachstum 2,9% betragen. Die Prognose für das Jahr 2023 liegt um 0,2 Prozentpunkte höher als im Oktober 2022 vorausgesagt, aber unter dem historischen Durchschnitt (2000-2019) von 3,8%. Die Anhebung der Zentralbank- zinsen zur Bekämpfung der Inflation und der Krieg Russlands in der Ukraine belasten weiterhin die Wirtschaftstätigkeit. Die rasche Ausbreitung von COVID-19 in China dämpfte das Wachstum im Jahr 2022, aber die jüngste Wiedereröffnung hat den Weg für eine schneller als erwartete Erholung geebnet. Das Gleichgewicht der Risiken ist nach wie vor eher abwärts gerichtet, aber die negativen Risiken haben sich seit dem World Economic Outlook Update vom Oktober 2022 abgeschwächt.

Die globale Inflation wird voraussichtlich von 8,8% im Jahr 2022 auf 6,6% im Jahr 2023 und 4,3% im Jahr 2024 sinken und damit immer noch über dem Niveau vor der Pandemie (2017-2019) von etwa 3,5% liegen. Für das Jahr 2022 wird für die USA ein Anstieg von 2,0% (2023: 1,4%) prognostiziert. Für die Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 3,5% im Jahr 2022 (2023: 0,7%). Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad in den Jahren 2022 und 2023 unterschiedlich hoch: für Deutschland werden im Jahr 2022 1,9% (2023: 0,1%) erwartet, für Frankreich 2,6% (2023: 0,7%), für Italien 3,9% (2023: 0,6%) und für Spanien 5,2% (2023: 1,1%). Die Prognose für Großbritannien liegt bei 4,1% für das Jahr 2022 (2023: -0,6%). Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 4,3% im Jahr 2022 (2023: 5,3%) gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2022 von einem Wachstum von 3,9% (2023: 1,8%) aus. Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von 5,3% (2023: 3,2%) prognostiziert.

¹ https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023

Geschäftsentwicklung

Das operative Geschäft war durch die COVID-19 Pandemie, welche im Laufe des Jahres 2022 abflaute, nur mehr teilweise beeinträchtigt. Der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine führte indirekt über die gestiegene Inflation (zuerst für Strom, Gas und Treibstoffe) zu Auswirkungen auf die Frequentis-Gruppe. Zug um Zug schlug sich die Inflation auch bei den Zukäufen von Lieferanten und bei den Lohnabschlüssen und damit im Ergebnis nieder. Der Umsatz stieg, auch aufgrund der von L3Harris Technologies im Laufe des Jahres 2021 übernommenen und im Jahr 2022 ganzjährig inkludierten Unternehmen sowie der Akquisition der italienischen Regola im Jänner 2022. Dank dem stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von Kommunikations- und Informationslösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen, wie der gestiegene Auftragseingang zeigt.

Bedeutende Ereignisse im Jahr 2022

Übernahme von Regola

Mit 5. Jänner 2022 übernahm Frequentis 51% der Anteile der Regola S.r.l. (Sitz in Turin, Italien). Die innovativen Softwarelösungen des italienischen Unternehmens ergänzen das Frequentis- Produktportfolio für die öffentliche Sicherheit und unterstützen damit die langfristige Wachstums- strategie in diesem Bereich. Frequentis und Regola verbessern mit der integrierten Control-Room-Solution die Reaktionsfähigkeit von Einsatzkräften. Mit den Command and Control (CAD)-Lösungen wird das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten ergänzt. Hauptprodukt von Regola ist die UNIQUE CAD- Produktfamilie, ergänzt durch Produkte, die als Software as a Service angeboten werden. Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung. Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.# Beteiligung an Aviamaps

Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnenflug direkt im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools. Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet.

75-jähriges Firmenjubiläum

Im Jahr 2022 feierte Frequentis das 75. Jahr seines Bestehens. In dieser Zeitspanne erfolgte die Entwicklung vom Kleinst-Unternehmen – heute wohl ein „Start-Up“ – 1947 gegründet von zwei ambitionierten Ingenieuren im Nachkriegs-Wien, über einen mittelständischen österreichischen Betrieb hin zu einer weltweit erfolgreich tätigen Unternehmensgruppe.

Frequentis-Gruppe
6 Geschäftsentwicklung Konzernlagebericht 2022

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die spezielle Kultur im Umgang mit sicherheitskritischen Prozessen, die die Frequentis-Teams auszeichnet. 75 Jahre Erfahrung mit Projekten im sicherheitskritischen Umfeld haben einen umfassenden Know-how-Aufbau und ein tiefes Verständnis für Kundenbedürfnisse geschaffen. Dieses Wissen will Frequentis auch zukünftig auf den Weltmärkten einsetzen – überall dort, wo es darum geht, Menschen oder Güter vor Gefahren zu schützen.

Auswirkungen der geopolitischen Lage

Fast zeitgleich mit dem fortschreitenden Abklingen der COVID-19 Pandemie begann im Osten Europas der Krieg in der Ukraine. Dies führte neben dem unermesslichen Leid vor Ort zu zahlreichen Auswirkungen auf interne und externe Stakeholder von Frequentis. Die Auswirkungen auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da der Umsatz für die Ukraine, Russland und Weißrussland in Summe im Jahr 2022 bei weniger als TEUR 100 lag. Indirekt führten die Auswirkungen des Kriegs zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die MitarbeiterInnen im Zuge der jährlichen Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehaltsvereinbarungen schlagen sich Zug um Zug im Jahr 2022 und auch im Jahr 2023 in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe nieder. Die Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Auswirkungen der COVID-19 Pandemie

Bereits ab März 2020 war bei Frequentis ein interner Corona-Krisenstab im Einsatz, der sich aus einem interdisziplinären Team relevanter Fachabteilungen unter der Leitung des Vorstands- vorsitzenden zusammensetzte. Angepasst an die jeweilige Situation der Pandemie trat der Krisenstab in regelmäßigen Abständen zusammen, um die aktuelle Situation zu evaluieren und die weitere Vorgehensweise festzulegen. Parallel zur Entspannung der Pandemie-Situation beginnend mit Frühsommer 2022 wurden auch die Maßnahmen in den einzelnen Bereichen Schritt für Schritt zurückgenommen; allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie eine Testpflicht für TeilnehmerInnen an größeren Meetings wurden bis zum Jahresende weiter fortgeführt. Die Maßnahmen, die es Frequentis erlaubt haben, gut durch die COVID-19 Pandemie zu kommen, umfassten Aktivitäten vor allem in den Bereichen Health & Safety und Facility Management sowie im verstärkten Einsatz der digitalen Möglichkeiten, Frequentis-intern sowie mit Kunden und Partnern. Hier machte sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in Frequentis haben und auch ihrerseits mit viel Flexibilität und Kreativität dabei unterstützten, gute Lösungen zu finden. So konnten Projekte trotz anhaltender Reiserestriktionen virtuell (per Videokonferenzen) fortgesetzt und auch abgenommen werden. Die Frequentis-Firmenkultur ermöglichte schon vor der Pandemie mobiles Arbeiten (von zu Hause aus, vor Ort beim Kunden), sodass die weitreichende Umstellung auf das Arbeiten von zu Hause aus von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der vorhandenen IT-Infrastruktur sehr gut bewältigt wurde.

Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2022 Geschäftsentwicklung
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Aus den Erfahrungen der Pandemie können einige wesentliche Learnings für die langfristige nachhaltige Weiterentwicklung von Frequentis gezogen werden. Diese Erkenntnisse und Erfahrungen beinhalten wichtige Impulse zur erweiternden Nutzung digitaler Möglichkeiten, wie die Umstellung von Prozessen und Tools für ein bestmögliches virtuelles Arbeiten aus der Ferne oder um das Vorantreiben von Produktinnovationen.

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2022 bei EUR 404,8 Mio., eine Steigerung von 21,5% oder EUR 71,6 Mio. gegenüber dem Jahr 2021 mit EUR 333,2 Mio. Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2022 wie folgt: Air Traffic Management mit 68% oder EUR 275,4 Mio. (2021: 69%, EUR 230,4 Mio.), Public Safety & Transport mit 32% oder EUR 129,4 Mio. (2021: 31%, EUR 102,8 Mio.).

Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management

Im Segment Air Traffic Management erhielt Frequentis vielfältige Aufträge quer über den Globus und die Produktpalette. Die Nachfrage nach Remote Digital Towern ist ungebrochen. Die französische Flugsicherung DSNA (Direction des Services de la Navigation Aérienne) hat Frequentis mit der Lieferung seiner hochmodernen Remote Digital Tower Lösung in Frankreich beauftragt. Im Bereich der Drohnen wählte die australische Flugsicherung Frequentis für die Teilnahme an einem Auswahlverfahren zur Erstellung des ersten australischen Fluginformationsmanagement- Systems (FIMS) aus. Das System wird die sichere Integration von Drohnen als neue Luftraumnutzer im bodennahen Luftraum von Australien unterstützen. Die österreichische Flugsicherung Austro Control und Frequentis starten mit dem Aufbau einer digitalen Verkehrsmanagement-Lösung zur sicheren Integration von Drohnen in den österreichischen Luftraum. Die Deutsche Bundeswehr hat Frequentis mit der IT-Ausstattung der Führungszentrale „Nationale Luftverteidigung“ beauftragt. Das Führungssystem von Frequentis unterstützt das „Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum“ bei der Sicherung des deutschen Luftraums. Insbesondere sicherheitskritische Szenarien wie unerlaubtes Eindringen in den Luftraum, Flugzeugentführungen und Terrorangriffe können, unterstützt durch das System, effizient und effektiv abgearbeitet werden. Die Königliche niederländische Luftwaffe entschied sich dazu, dass drei bestehende Sprach- kommunikationssysteme (VCS / Voice Communication System) durch ein System ersetzt werden. Frequentis entschied mit Secure VCS die internationale Ausschreibung als sicherste, am besten geeignete und wirtschaftlichste Lösung für sich.

Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport

Im Segment Public Safety & Transport baute Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen mit dem Auftrag für die Lieferung eines Systems für die Anschaltung von Rettung und Feuerwehr in den BOS-Digitalfunk in Nordrhein-Westfalen und eine integrierte Leitstellenlösung im Saarland weiter aus.

Frequentis-Gruppe
8 Geschäftsentwicklung Konzernlagebericht 2022

Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge für Erweiterungs- und Wartungsverträge. Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen / ÖBB arbeitet Frequentis im Rahmen einer Innovationskooperation an hangarbasierten Drohneneinsätzen. Durch routinemäßige Wartungsflüge mit Drohnen sollen Schäden an der Infrastruktur oder Gefahren im Umfeld der Strecke schnell erkannt und frühzeitig behoben werden. Im Teilmarkt Maritime erhielt Frequentis den Auftrag für die Erneuerung der Leitstellen- kommunikation der Küstenüberwachung (Such- und Rettungsbereich) von Australien und Island sowie Aufträge aus der installierten Basis, unter anderem von der niederländischen Küstenwache.

Auftragsstand

Der Auftragsstand per 31. Dezember 2022 betrug EUR 522,0 Mio. (inkl. dem Auftragsstand des neu erworbenen Unternehmens Regola), eine Steigerung von 11,6% oder EUR 54,1 Mio. im Vergleich zu Ende Dezember 2021 mit EUR 467,9 Mio. Rund 63% des Gesamt-Auftragsstands (Dezember 2021: 64%) waren dem Segment Air Traffic Management und 37% (Dezember 2021: 36%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.

Umsatz und Betriebsleistung

Im Jahr 2022 konnte eine Steigerung des Umsatzes um 15,7% oder EUR 52,4 Mio. auf EUR 386,0 Mio. erzielt werden (2021: EUR 333,5 Mio.). Das organische Wachstum betrug 12,7%, also ohne Berücksichtigung der Akquisition der italienischen Regola im Jahr 2022. Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 17,3% auf EUR 257,8 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg von 12,4% auf EUR 127,7 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2022 bei 67% : 33% für die beiden Segmente Air Traffic Management und Public Safety & Transport (2021: 66% : 34%).# Konzernlagebericht 2022

Geschäftsentwicklung

Nach Regionen entfielen im Jahr 2022 65% (2021: 68%) des Umsatzes auf Europa, 16% (2021: 15%) auf Amerikas, 12% (2021: 9%) auf Asien, 5% (2021: 5%) auf Australien / Pazifik, 2% (2021: 2%) auf Afrika, <1% (2021: 1%) waren nicht zugeordnet.

Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen lag bei weniger als EUR 0,1 Mio. im Jahr 2022 (2021: EUR -0,2 Mio.). Die aktivierten Eigenleistungen stiegen auf EUR 2,6 Mio. (2021: EUR 0,1 Mio.), vor allem bedingt durch für die Vermietung hergestellte Sprachvermittlungssysteme im Jahr 2022.

Die sonstigen Erträge stiegen auf EUR 10,5 Mio. (2021: EUR 9,5 Mio.). Die größten Einzelpositionen sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus Forschungsprämien.

Im Jahr 2022 ergab sich kein Gewinn aus Unternehmenserwerben. Im Jahr 2021 ergab sich ein Gewinn aus Unternehmenserwerben von EUR 2,0 Mio. im Zuge der L3Harris-Transaktion.

Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2022 um 15,7% auf EUR 399,1 Mio. (2021: EUR 344,8 Mio.).

Ergebnis 2022 2021
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen EUR 99,2 Mio. EUR 75,7 Mio.
Personalaufwand EUR 203,9 Mio. EUR 182,1 Mio.
Sonstige Aufwendungen EUR 50,3 Mio. EUR 40,5 Mio.

Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhten sich um 31,1% auf EUR 99,2 Mio. (2021: EUR 75,7 Mio.), bedingt unter anderem durch die akquirierten Gesellschaften sowie Lieferkettenengpässe, die Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen haben – punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen.

Der Personalaufwand erhöhte sich um 11,9% auf EUR 203,9 Mio. (2021: EUR 182,1 Mio.). Dies ist begründet durch die im Laufe des₁ Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften, Gehaltserhöhungen und den gestiegenen Personalstand.

Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 24,3% auf EUR 50,3 Mio. (2021: EUR 40,5 Mio.), vor allem aufgrund höherer Reise- und Werbekosten, u. a. für Fachmessen sowie der im Laufe des Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften. Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten Reisemöglichkeiten sowie gestiegener Flugpreise sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um EUR 5,3 Mio. auf EUR 10,7 Mio. im Jahr 2022 gestiegen. Sie befinden sich aber weiterhin unter dem Niveau von 2019, also vor Beginn der COVID-19 Pandemie (2019: EUR 11,9 Mio.).

Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) ging auf EUR 45,6 Mio. im Jahr 2022 zurück (2021: EUR 46,5 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 11,8% nach 13,9% im Jahr 2021.

Die Abschreibungen erhöhten sich auf EUR 17,5 Mio. (2021: EUR 15,8 Mio.). Die Steigerung war vor allem auf den höheren Zugang bei den Sachanlagen zurückzuführen.

Im Jahr 2022 ergab sich ein Wertminderungsbedarf von EUR 3,1 Mio. (2021: EUR 1,7 Mio.), bedingt durch die Wertminderung für Produktrechte der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Frequentis Comsoft GmbH.

Das EBIT verringerte sich als Summe aller oben angeführten Veränderungen auf EUR 25,0 Mio. im Jahr 2022 (2021: EUR 29,0 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 6,5% nach 8,7% im Jahr 2021.

Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2022 bei EUR 24,7 Mio. (2021: EUR 27,9 Mio.). Der Aufwand für Ertragsteuern betrug EUR 5,9 Mio. (2021: EUR 7,2 Mio.). Daraus errechnet sich ein Steuersatz von 23,7% (2021: 25,6%).

Das Konzernergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 18,9 Mio. zurück (2021: EUR 20,8 Mio.).

Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2022 EUR 1,41 (2021: EUR 1,50).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Durch die zunehmende Inanspruchnahme von Teilzeitmöglichkeiten wird der Personalstand seit dem Halbjahresfinanzbericht 2022 in Vollzeitkräften (full time equivalents, FTE) ausgewiesen. Dieser Trend entspricht auch der Entwicklung am Arbeitsmarkt, wo Teilzeitstellen verstärkt nachgefragt werden. Der Personalstand erhöhte sich um 7,4% auf durchschnittlich 2.081 Vollzeitkräfte für das Jahr 2022 (inklusive der zusätzlichen Personen aus der Akquisition von Regola). Der angepasste Personalstand für das Jahr 2021 betrug 1.937 Vollzeitkräfte.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 7,8% auf EUR 340,3 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 315,7 Mio.), unter anderem durch höhere Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden.

Die Eigenkapitalquote lag bei 43,3% (Ende Dezember 2021: 41,1%). Das Eigenkapital erhöhte sich um EUR 17,5 Mio. auf EUR 147,3 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 129,9 Mio.).

Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2022 auf EUR 91,0 Mio. und lag damit unter dem Wert per Ende Dezember 2021 mit EUR 101,1 Mio.

Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2022 Sachanlagen in Höhe von EUR 53,3 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 47,7 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit EUR 14,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 17,7 Mio.) die beiden größten Positionen des langfristigen Vermögens von in Summe EUR 80,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 72,6 Mio.).

Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 259,8 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 243,1 Mio.) sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inkl. Termingelder, die bedeutendste Position mit in Summe EUR 91,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 106,0 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 77,0 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 69,4 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit EUR 50,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 38,4 Mio.) und die Vorräte mit EUR 21,7 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 17,1 Mio.). Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Von den gesamten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per Ende Dezember 2022 mehr als 75% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.

Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 147,3 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 129,9 Mio.). Die zweitgrößte Position waren die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 131,0 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 125,2 Mio.), davon entfielen EUR 68,0 Mio. auf Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (Ende Dezember 2021: EUR 65,4 Mio.). Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) mit EUR 61,9 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 60,6 Mio.) war die Position langfristige Leasingverbindlichkeiten mit EUR 30,8 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 29,8 Mio.) am größten.

Cash Flow

Cash Flow 2022 2021
Cash Flow aus dem Ergebnis EUR 43,6 Mio. EUR 47,9 Mio.
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit EUR 14,2 Mio. EUR 48,8 Mio.
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit EUR -20,1 Mio. EUR -24,6 Mio.
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit EUR -16,5 Mio. EUR -12,6 Mio.
Gesamt-Cash Flow EUR -22,4 Mio. EUR 11,5 Mio.

Der Cash Flow aus dem Ergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 43,6 Mio. (2021: EUR 47,9 Mio.) zurück.

Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit verringerte sich im Jahr 2022 auf EUR 14,2 Mio. (2021: EUR 48,8 Mio.), vor allem beeinflusst von der Veränderung der Vertragsvermögenswerte und der sonstigen Forderungen.

Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2022 bei EUR -20,1 Mio. (2021: EUR -24,6 Mio.). In dieser Summe sind auch die Aufwendungen für den Erwerb der italienischen Regola und der Beteiligung an der finnischen Aviamaps enthalten. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / CapEx) lagen mit EUR 10,1 Mio. über dem Niveau des Jahres 2021 mit EUR 6,3 Mio. Der Wert des Jahres 2022 war beeinflusst von aktivierten Eigenleistungen, vor allem bedingt durch Sprachvermittlungssysteme, welche im Jahr 2022 erstellt wurden.

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im Jahr 2022 auf EUR -16,5 Mio. zurück (2021: EUR -12,6 Mio.), vor allem durch die Tilgung von Finanzkrediten.

Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit im Jahr 2022 in Summe auf EUR -22,4 Mio. (2021: EUR 11,5 Mio.).

Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende Dezember 2022 auf EUR 81,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 103,8 Mio.).

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, Kapitel 37.

Entwicklung der Segmente

Air Traffic Management / ATM

Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO / International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar, Funk, Netzwerk ist ähnlich.

Das militärische ATM-Portfolio von Frequentis umfasst Kommunikations- und Informationslösungen für die Luftverteidigung und militärische Flugsicherung, Systeme zur vernetzten Operationsführung sowie taktische Netzwerke und Führung- und Informationssysteme, auch für den behördenübergreifenden Einsatz, sowie verschlüsselte, interoperable Kommunikationslösungen für missionskritische Anwendungen.

Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2022 um 17,3% auf EUR 257,8 Mio. (2021: EUR 219,8 Mio.). Das EBIT lag bei EUR 10,2 Mio. (2021: EUR 12,5 Mio.).# Frequentis-Gruppe

Konzernlagebericht 2022

Entwicklung der Segmente

Aviation

Highlights im operativen Geschäft

Quer über den Globus wurden im Jahr 2022 Abnahmen durchgeführt. Unter anderem erfolgten wichtige Fortschritte und Abnahmen in den Sprachkommunikationssystemen für die britische, französische, spanische und brasilianische Flugsicherung. Um das erhöhte Flugaufkommen während der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Qatar erfüllen zu können, wurde das bestehende Sprachkommunikationssystem erneuert und die Flugsicherung des Flughafen-Towers digitalisiert und modernisiert. In acht Staaten in Afrika sowie in Argentinien wurden hochmoderne Aviation Message Handling Systeme in Betrieb genommen. Ein im Rahmen des von der EU geförderten SESAR-Programms entwickelter Prototyp für sogenannte Multiple Remote Tower-Module wurde von Frequentis und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für Validierungen in Deutschland aufgebaut und getestet. Diese Module befinden sich in einer vom Flughafen entfernten Tower-Zentrale und ermöglichen die Flugsicherung für mehrere Flughäfen von einem Standort aus. Dies unterstützt die Zentralisierung der Flugverkehrsdienste und die Bündelung von Ressourcen für eine gesteigerte Effizienz.

Public Safety & Transport / PST

Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs- und Steuerungsaufgaben. Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf Küstenwachen und Hafenbetreibern. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.

Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport erhöhte sich im Jahr 2022 um 12,4% auf EUR 127,7 Mio. (2021: EUR 113,6 Mio.). Das EBIT verringerte sich auf EUR 14,9 Mio. (2021: EUR 16,6 Mio.).

Highlights im operativen Geschäft

Im Teilmarkt Public Safety ist der Rollout der Landeslösung für die Polizei in Nordrhein-Westfalen hervorzuheben. Für innovative Lösungen in Kontrollzentralen hat Frequentis den „International Critical Communications Award“ (ICCA) für die Integration und Verarbeitung von verschiedenen sicherheitskritischen Kommunikationstechnologien über die 3020 LifeX-Plattform erhalten. Auf der Fachmesse Critical Communications World, die im Berichtsjahr 2022 in Wien stattgefunden hat, wurde eine Innovation, die MissionX-Lösung, erstmals international präsentiert. MissionX ist eine integrierte Ende-zu-Ende (E2E) Systemlösung für die Bereitstellung einsatzkritischer Kommunikationsdienste über 4G/5G-Netzwerke. Im Jahr 2022 erfolgte der Abschluss der Pilotphase des Horizon2020 EU Projektes Broadway. Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit des von Frequentis geführten Konsortiums BroadPort konnte in einem abschließenden Test der praxistaugliche Nachweis eines europaweiten sicherheitskritischen Breitbandnetzes, basierend auf dem neuen internationalen 3GPP MCX Standard, erfolgreich erbracht werden. An dem Test nahmen über 40 Einsatzkräfte aus verschiedenen Blaulichtorganisationen aus ganz Europa und 8 lokalen spanischen Behörden teil. Im Teilmarkt Public Transport wurden wesentliche Meilensteine unter anderem bei europäischen Bahnprojekten realisiert. Wichtige Abnahmen erfolgten im Teilmarkt Maritime in Grönland und auf den Färöer Inseln.

Forschung & Entwicklung

Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender flexiblere Systeme und Software-Lösungen. Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen notwendig. Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote-Aufgaben gefragt ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger. Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk erweitert. Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren.

Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt im Bereich New Business Development. Der aktuelle Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnenmanagement sowie der Nutzung von 5G/LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software as a Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen. Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain- Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich. Bei solchen Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt.

Nichtfinanzielle Informationen

Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.

Konsolidierter Corporate Governance- Bericht

Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter http://www.frequentis.com/ir > Corporate Governance verfügbar.

Frequentis-Gruppe

Konzernlagebericht 2022

Chancen- & Risikomanagement

Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu setzen. Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies zusammen mit dem Risikobewusstsein der Belegschaft ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln. Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichts zusammen, der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision.

Compliance-Verstöße können für jedes Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen. Um die Kommunikationswege zur Meldung von internen und externen Personen zu vereinfachen, führte Frequentis auf Gruppenebene Ende 2021 ein Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System) ein, welches sowohl über die Website unter www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über das Intranet erreichbar ist. Damit werden die Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, erfüllt.

Im Wesentlichen werden die Strategie, das herrschende Wettbewerbsumfeld, die politische Lage in den Ländern mit dem größten Projekt-Exposure, die Organisation zur professionellen Abwicklung dieser Projekte sowie das Liquiditätsmanagement systematisch evaluiert und entsprechend zusammengefasst. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen zur Nutzung von Chancen und auch zur Reduzierung der aufgezeigten Risiken werden in erweiterter Managementrunde diskutiert und entsprechende Aktionspunkte zur Umsetzung beschlossen. Für den Prozess zeichnet der Vice President Finance verantwortlich.

Projektmanagement als operatives Herzstück

Wesentliche Bedeutung hat das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten Lebens- zyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt. In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgen die Steuerung des gesamten Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäfts- typen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran.Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.

Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2022
Chancen- & Risikomanagement 15

Evaluierung des Risikomanagements
Die BDO Assurance GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktions- fähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2023 im Zuge der Abschlussprüfung bestätigt.

Risiken im Überblick
Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken.

Risiken in Bezug auf die COVID-19 Pandemie (Coronavirus) oder andere Pandemien
Die fortlaufende Entwicklung der COVID-19 Pandemie oder anderer Pandemien kann zu einer weiteren negativen wirtschaftlichen Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können – wie im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu beobachten – die Einschränkung der Reisefreiheit, Einreiseverbote, Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit verbundene Verringerung der Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren und Dienstleistungen einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten Märkte haben. Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.

Risiken in Bezug auf die (makro)ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen
Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe, hängt unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung, die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und Opti- mierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel ab.

Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien. Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien, Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien können zu Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen von Waren- und Dienstleistungsverträgen, in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden, kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.

Frequentis-Gruppe
16 Chancen- & Risikomanagement Konzernlagebericht 2022

Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus. Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber Frequentis bevorzugen.

Risiken in Bezug auf die Geschäftstätigkeit von Frequentis und der Branche, in der das Unternehmen tätig ist
Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage. Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der Wettbewerb ist intensiv, und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen, budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt- abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt ist. Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der Auftragseingänge, operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ. Zudem sind Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss der jeweiligen Projekte abhängig.

Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten. Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solchen Großaufträge gab, einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.

Auswirkungen des Klimawandels. Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von Veränderung führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extremwetterereignissen wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in dieser Region. Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels nicht beeinträchtigt.

Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2022
Chancen- & Risikomanagement 17

Cyberangriffe. Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen. Ist die Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.

Änderungen der technologischen Standards. Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen oder mehr Zeit und Kosten erfordern.

Fortschreitende Kundenkonzentration. Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen Kunden.

Kostenüberschreitungen. Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden können.

Verlust von bestehenden Kunden.# Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von Dienstleistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.

Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern

Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und finanzielle Engpässe zu umgehen.

Langfristige Verpflichtungen

Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu 15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Komponenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu produzieren.

Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden

Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt- durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren. Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.

Mangelnde Qualifikation

Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen. Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder quantitative Anforderungen hinsichtlich der MitarbeiterInnen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl von SystemexpertInnen im jeweiligen Land des Kunden.

Wachstum durch Akquisitionen

Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.

Weitere Risiken aus diesem Bereich

  • Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.
  • Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen.
  • Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.
  • Embargos und andere Handelsbeschränkungen.
  • Generierung von ungenügendem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.
  • Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte MitarbeiterInnen zu gewinnen.
  • Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.
  • Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.
  • Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.
  • Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.
  • Hohe bzw. über dem langjährigen Durchschnitt liegende Inflationsraten
  • Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder Kapazitätsengpässe aufweisen.

Regulatorische, rechtliche und steuerrechtliche Risiken

Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand

Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:

  • der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;
  • solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen erfordern;
  • öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen, die oft nicht individuell verhandelbar sind;
  • staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis dominieren) aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter bestimmter anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;
  • ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden kann.

Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben

Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor. In solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt vornehmen.

Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer)

Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.

Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer

Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und/oder Systemintegrators einnimmt, was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Dritt- lieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen, so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatzforderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.

Weitere Risiken aus diesem Bereich

  • Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.
  • Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen, insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht.
  • Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr geistiges Eigentum zu verteidigen.
  • Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen Vorschriften oder Illiquidität von Banken.
  • Compliance bezogene Risiken.

Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind, um gemäß den gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.

Aufbau Rechnungswesen

Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung einiger Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen Gesellschaften erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran anschließend einen Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzernrechnungswesen in Wien gesendet. Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzern- rechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzern- abschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.

Konsolidierung

Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt. Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS- Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde.# Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2022

Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Falls erforderlich, werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben an die Tochtergesellschaften übermittelt. Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzernrechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen, toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung) zusammengearbeitet. Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt und der Gesamtabschluss plausibilisiert. Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungstermin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Terminvorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird. Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr ein Zwischenbericht veröffentlicht.

Kontrolle

Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen Kontrollsystems sichergestellt. Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien, für deren Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist. Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CFO eingerichtet. Der jährliche Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im Prüfungsausschuss berichtet sowie zweimal pro Jahr an den Gesamtvorstand.

Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2022 EUR 13.280.000,00 und war auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2022 insgesamt 8.910 Stück eigene Aktien bzw. 0,0671% des Grundkapitals. Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs. 5 AktG keine Rechte, insbesondere keine Stimmrechte, zu.
  2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend. Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.
  3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 50,00% an der Frequentis AG beteiligt und war damit der unmittelbare Mehrheitsgesellschafter der Frequentis AG. Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 10,0% an der Frequentis AG beteiligt.
  4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2022 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.
  5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
  6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.

Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Arbeitnehmervertreter. Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig. Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsichtsrats kann vor Ablauf der Funktionsperiode von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe. Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach Maßgabe von § 88 Abs. 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann durch die Entsendungsberechtigten ersetzt werden. Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu richten. Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig. Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitglieds. Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem genehmigten und/oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.
7. Der Vorstand ist durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu EUR 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) durch Ausgabe von bis zu 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 gemäß § 65 Absatz 1 Ziffer 4 und Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als 20% unter und der höchste Gegenwert nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden. Im Falle des außerbörslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem einzigen Aktionär. Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen.# Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine eigenen Aktien erworben. 8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB. 9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Frequentis-Gruppe 24 Ausblick Konzernlagebericht 2022

Ausblick

Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden im Jahr 2022 erreicht. Der Umsatz stieg um 15,7% auf EUR 386,0 Mio. Der Auftragseingang erhöhte sich um 21,5% auf EUR 404,8 Mio. und lag damit erstmals über der Schwelle von EUR 400 Mio. Das EBIT lag bei EUR 25,0 Mio., die EBIT-Marge bei 6,5% und damit innerhalb der Zielbandbreite von 6-8%. Das Geschäftsmodell von Frequentis verdeutlicht damit seine Robustheit. Die gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr.

Akquisitionen

Zu Beginn des Jahres 2022 setzte Frequentis seine Wachstumsstrategie im Bereich Public Safety durch die Übernahme von 51% an der italienischen Regola fort. Das Portfolio von Regola bietet innovative Software-Lösungen wie die integrierte Control-Room-Solution zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit der Einsatzkräfte der öffentlichen Sicherheit. Die Command and Control (CAD)- Lösungen von Regola ergänzen das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten. Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung. Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnen-Flug direkt im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools. Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet. Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.

Langfristige Vision

Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheits- kritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet, wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im Projektgeschäft gesehen. Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet. So fragen beispielsweise die Kunden des Segments Public Safety & Transport zu einem sehr hohen Anteil kaum noch Hardware nach, sodass die Angebote von Frequentis für diese Kundengruppe aus dem Projektmanagement, dem Training, der Software, Services innerhalb des Projektes und Wartungsverträgen besteht.

Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2022 Ausblick 25

Prognose für das Jahr 2023

Die Unwägbarkeiten für das Jahr 2023 sind trotz der nunmehr überwundenen COVID-19 Pandemie nicht weniger geworden:

  • der Krieg in der Ukraine geht in sein zweites Jahr,
  • die Inflation ist weit entfernt von den gewohnten Werten von im Durchschnitt weniger als 2% seit der Jahrtausendwende (Euroraum),
  • die geopolitischen Spannungen zählen wieder zum normalen Alltag,
  • die großen Volkswirtschaften wie die USA oder der Euroraum werden im Jahr 2023 voraussichtlich ein Wachstum von lediglich 1,4% sowie 0,7% aufweisen (IWF-Prognose).

Auch wenn sich derzeit die Spannungen in Südost-Asien verringert haben, kann es bei Ausbruch, auch von nur begrenzten Konflikten, rasch zu Verwerfungen am weltweiten IT-Hardware-Markt kommen. Frequentis ist von jeher im Projektgeschäft mit umfangreichen Herausforderungen und sich dynamisch ändernden externen Einflüssen vertraut und passt sich laufend an das gegebene Umfeld an. Die Vielzahl an Unsicherheiten und die sich daraus ergebenden Interdependenzen machen dies derzeit schwieriger. Die genauen Auswirkungen auf die Kosten, also u.a. Reisekosten, höhere Gehaltsabschlüsse, verzögerte Weitergabe der inflationsbedingten Preissteigerungen an die Kunden sowie potenzielle Lieferkettenengpässe und Lieferverzögerungen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.

Die Aufwendungen für eigenbetriebene Forschung & Entwicklung werden im Jahr 2023 über dem Niveau des Jahres 2022 liegen. Die Investitionen (CapEx) werden rund EUR 8 Mio. betragen. Frequentis strebt danach, abhängig von den oben angeführten Punkten, folgende Ziele im Jahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 zu erreichen:

  • Steigerung des Umsatzes,
  • Steigerung des Auftragseingangs,
  • EBIT-Marge von rund 6-8%.

Wien, am 13. März 2023

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

Monika Haselbacher e.h.
Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands

Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 27

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 28

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Erläuterungen 2022 TEUR 2021 TEUR
Umsatzerlöse (3) (4) 385.970 333.526
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (3) 22 -202
Aktivierte Eigenleistungen (3) (5) 2.574 92
Sonstige Erträge (3) (6) 10.514 9.451
Gewinne aus Unternehmenserwerben 0 1.951
Gesamterträge (Betriebsleistung) 399.080 344.818
Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen (7) -99.250 -75.696
Personalaufwand (8) -203.872 -182.137
Sonstige Aufwendungen (9) -50.326 -40.479
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Wertminderung (EBITDA) 45.632 46.506
Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (10) -17.535 -15.808
Wertminderungen (3) (17) (18) -3.106 -1.730
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) (3) 24.991 28.968
Finanzerträge (11) 209 79
Finanzierungsaufwendungen (12) -738 -607
Nettoveränderung der Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte (13) 0 -857
Erträge aus assoziierten Unternehmen (19) 275 342
Ergebnis vor Steuern 24.737 27.925
Ertragsteuern (14) -5.859 -7.158
Konzernergebnis 18.878 20.767
Zuordnung des Ergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft 18.723 19.970
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile (29) 155 797
18.878 20.767
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (15) 1,41 1,50
Verwässertes Ergebnis je Aktie (15) 1,41 1,50

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022

Konzerngesamtergebnisrechnung 29

Konzerngesamtergebnisrechnung

Erläuterungen 2022 TEUR 2021 TEUR
Konzernergebnis 18.878 20.767
Posten, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung (27) 284 1.117
Bewertung von Cash Flow Hedges (27) (35) 297
Ertragsteuern betreffend Cash Flow Hedges (27) -76 -298
74
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert werden
Neubewertung der Nettopensions- und Abfertigungsverpflichtung (27) (30) 4.024 -169
Ertragsteuern im Zusammenhang mit Neubewertungen der Nettopensions- und Abfertigungsverpflichtung (27) -1.176 23
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 3.353 747
Gesamtergebnis 22.232 21.515
Zuordnung des Gesamtergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft 21.963 20.755
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile 269 760
22.232 21.515

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022

Konzernbilanz 30

Konzernbilanz

AKTIVA Erläuterungen 31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen (16) 53.298 47.717
Immaterielle Vermögenswerte (17) 14.501 17.717
Geschäfts- oder Firmenwerte (18) 5.834 3.433
Anteile an assoziierten Unternehmen (19) 2.097 1.656
Anzahlungen langfristige Vermögenswerte (19) 35 0
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 885 241
Latente Steueransprüche (14) 3.785 1.849
80.435 72.613
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (21) 21.726 17.077
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (22) 76.990 69.435
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden (23) 50.475 38.353
Vertragskosten (24) 4.024 3.712
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (25) 2.759 672
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte (25) 11.360 7.389
Forderungen aus Ertragsteuern 1.126 448
Termingelder (20) 10.000 2.199
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (20) 81.380 103.798
259.840 243.083
Summe Aktiva 340.275 315.696

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 31

PASSIVA

Erläuterungen 31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Eigenkapital
Grundkapital (26) 13.280 13.280
Kapitalrücklagen (27) 21.138 21.138
Gewinnrücklagen (27) (28) 110.494 92.274
Eigene Aktien -221 -384
Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung 364 106
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital 145.055 126.414
Nicht beherrschende Anteile (29) 2.224 3.436
Summe Eigenkapital 147.279 129.850
Langfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 218 3.820
Rückstellungen (30) 17.263 19.992
Leasingverbindlichkeiten (36) 30.763 29.785
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (32) 4.239 858
Latente Steuerschulden (14) 9.441 6.166
61.924 60.621
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 199 1.085
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (31) 68.035 65.388
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.258 13.422
Rückstellungen

Konzernkapitalflussrechnung 32

Erläuterungen 2022 TEUR 2021 TEUR
Ergebnis vor Steuern 24.737 27.925
Zinsergebnis 529 529
Währungsdifferenzen 126 -91
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 12 13
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderungen 20.641 18.401
Erträge aus assoziierten Unternehmen -275 -342
Veränderung der Rückstellungen -2.151 3.860
Gewinn aus Unternehmenserwerb 0 -1.951
Erträge aus der Veränderung von variablen Kaufpreiszahlungen -402 -850
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 389 363
Nettogeldfluss aus dem Ergebnis 43.606 47.857
Veränderung der Vorräte -4.448 -2.902
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.578 -6.139
Veränderung der Vertragsvermögenswerte -12.122 8.565
Veränderung der Vertragskosten -312 -550
Veränderung der Sonstigen Forderungen -6.298 3.402
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.868 1.340
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten -1.910 -1.388
Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten 239 2.482
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -23.561 4.810
Gezahlte Zinsen -705 -608
Erhaltene Zinsen 169 83
Erhaltene Dividenden 114 195
Zahlungen bzw. Rückzahlungen für Ertragsteuern -5.400 -3.584
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit 14.223 48.753

Konzernkapitalflussrechnung 33

Erläuterungen 2022 TEUR 2021 TEUR
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten 1 7
Einzahlungen aus dem Verkauf Sachanlagen 20 4
Einzahlungen aus Termingeldern 2.199 0
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -946 -2.456
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen -9.160 -3.883
Auszahlungen für den Erwerb von Termingeldern -10.000 -2.006
Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen -160 0
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzüglich erworbener liquider Mittel -2.097 -16.279
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit -20.143 -24.613
Gezahlte Dividenden an Eigentümer -2.654 -1.990
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner -953 -603
Erwerb von eigenen Aktien 0 -384
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen 398 0
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen -4.599 -1.400
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -8.686 -8.228
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -16.494 -12.605
Veränderung der liquiden Mittel:
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit 14.223 48.753
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit -20.143 -24.613
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -16.494 -12.605
Nettoveränderung der liquiden Mittel -22.413 11.535
Anfangsbestand der liquiden Mittel 103.798 91.265
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel -22.413 11.535
Währungsdifferenzen -5 992
Sonstige Wertberichtigungen 0 6
Endbestand der liquiden Mittel 81.380 103.798

Hinsichtlich näherer Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung siehe Kapitel 34.

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 34

in TEUR Grundkapital Kapital-rücklagen Rücklage IAS 19 Options-rücklage Cash Flow Hedge Rücklage Gewinn-rücklagen und einbehaltene Gewinne Eigene Aktien Währungsumrechnung Auf Gesellschafter der Mutter-gesellschaft entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Erläuterungen (26) (27) (30) (28) (35) (27) (26) (29)
Stand 01.01.2022 13.280 21.138 -6.284 602 -346 98.302 -384 106 126.414 3.436 129.850
Konzernergebnis 18.723 18.723 155 18.878
Sonstiges Ergebnis 2.761 221 257 3.239 114 3.353
Gesamtergebnis 2.761 221 18.723 257 21.962 269 22.231
Dividenden -2.654 -2.654 -953 -3.607
Veränderung eigene Aktien -44 -44 163 119
Erwerb nicht beherrschender Anteile 2.653 2.653
Veränderungen im Zusammenhang mit Put Optionen -832 -832 -3.181 -4.013
Übrige Veränderungen 137 -92 45 45 45
Stand 31.12.2022 13.280 21.138 -3.523 739 -125 113.403 -221 364 145.055 2.224 147.279
in TEUR Grundkapital Kapital-rücklagen Rücklage IAS 19 Options-rücklage Cash Flow Hedge Rücklage Gewinn-rücklagen und einbehaltene Gewinne Eigene Aktien Währungs-umrechnung Auf Gesellschafter der Mutter-gesellschaft entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Erläuterungen (26) (27) (30) (28) (35) (27) (26) (29)
Stand 01.01.2021 13.280 21.138 -6.133 232 -123 80.699 -1.053 108 108.041 3.382 111.423
Konzernergebnis 19.970 19.970 797 20.767
Sonstiges Ergebnis -151 -223 1.159 785 -37 747 747
Gesamtergebnis -151 -223 1.159 19.970 785 -37 20.754 760 21.515
Dividenden -1.990 -1.990 -603 -2.593
Erwerb eigener Aktien -384 -384 -384
Veränderungen im Zusammenhang mit Put Optionen -377 -377 -103 -480
Übrige Veränderungen 370 370 370 370
Stand 31.12.2021 13.280 21.138 -6.284 602 -346 98.302 -384 106 126.414 3.436 129.850

Anhang zum Konzernabschluss 35

1. Allgemeine Angaben

Berichterstattung

Der Konzernabschluss der Frequentis AG wurde nach den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, für das Geschäftsjahr 2022 erstellt. Ebenso wurden sämtliche für 2022 verpflichtend anzuwendenden Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet. Der vorgelegte Konzernabschluss inklusive Konzernlagebericht erfüllt die Voraussetzungen des § 245a UGB über Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen.

Informationen zum Unternehmen

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Frequentis AG mit Sitz in Innovationsstraße 1, 1100 Wien, Österreich , und deren Tochterunternehmen (nachfolgend als Frequentis-Gruppe, Frequentis oder Konzern bezeichnet). Die Frequentis Group Holding GmbH als Mutterunternehmen (rund 60% der Aktien der Frequentis AG) wird alle notwendigen Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft (Dommayergasse 8/15, 1130 Wien, Österreich ) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997 m hinterlegen. Die Frequentis AG wurde 1947 gegründet und ist seit 30. August 1948 im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115 b eingetragen. Der Gegenstand des Unternehmens ist gemäß § 2 der Satzung die Entwicklung, die Herstellung, der Vertrieb und die Wartung von Systemen zur Steuerung, zur Informationsverarbeitung und –übertragung sowie zur Kommunikation, insbesondere im Bereich der Flugsicherung, im Bereich des Straßen-, Schienen- und Wasserverkehrs sowie im Bereich öffentlicher Sicherheitsorganisationen. Der Konzernabschlussstichtag ist der 31. Dezember 2022. Das Geschäftsjahr des Konzerns umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember 2022.

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
* Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
* Hermann Mattanovich
* Peter Skerlan

Anhang zum Konzernabschluss 36

Der Aufsichtsrat setzte sich wie folgt zusammen:
* Dipl.-Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender
* DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden
* Sylvia Bardach, Mitglied
* Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied
* Dipl.-Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied
* Mag. Petra Preining, Mitglied
* Dipl. Ing. Stefan Hackethal, Mitglied gem. § 110 ArbVG (seit 1. September 2022)
* Dipl.-Ing. Siegfried Meisel, Mitglied gem. § 110 ArbVG (bis 31. August 2022)
* Dipl.-Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
* Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG

Die Freigabe des Konzernabschlusses erfolgt durch den Vorstand mit Unterschriftsdatum, vorbehaltlich der Genehmigung des Abschlusses durch den Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 29. März 2023.

Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss der Frequentis AG sind – neben der Muttergesellschaft – 6 inländische (2021: 6) sowie 28 ausländische (2021: 26) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen Frequentis AG die Beherrschung ausübt. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochter unternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. 7 (2021: 3) ausländische und 2 (2021: 2) inländische Unternehmen werden nach der Equity Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der Bilanzstichtag ist bei allen einbezogenen Unternehmen der 31. Dezember.

a) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Österreich
* BlueCall Systems GmbH, Wien (100%) (per 20.# Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 37

c) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Amerikas

  • Frequentis California Inc., Columbia (100%)
  • Frequentis Canada ATM Ltd., Gatineau (100%)*)
  • Frequentis Canada Ltd., Ottawa (100%)
  • Frequentis Defense Inc., Columbia (100%)
  • Frequentis do Brasil Assessoria, Serviços e Comércio de Sistemas de Informação e Comunicação Ltda., Sao Paulo (100%)
  • Frequentis USA Inc., Columbia (100%)
  • Frequentis USA Holdings, Inc., Columbia (100%)

d) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Asien

  • Frequentis Middle East Limited, Abu Dhabi (100%)
  • Frequentis (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai (100%)
  • Frequentis Singapore Pte. Ltd., Singapore (100%)

e) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Australien/Pazifik

  • C4i Pty Ltd, Melbourne (100%)
  • Frequentis Australia Holding Pty Ltd, Hendra (100%)
  • Frequentis Australasia Pty Ltd, Hendra (100%)

f) Equity Methode

  • AIRlabs Austria GmbH, Graz (18%)
  • AIRNAV Technology Services Inc., Iloilo (40%)**)
  • AMANTEA Ltd., Zabbar (50% bzw. durchgerechnet 25,5%)
  • Aviamaps Oy, Valkeakoski (25%)
  • GroupEAD Europe S.L., Madrid (28%)
  • Lift S.r.l., Cagliari (24% bzw. durchgerechnet 12,24%)
  • Mission Embedded GmbH, Wien (20%)
  • Nowtech S.r.l., Sassari (20% bzw. durchgerechnet 10,2%)
  • Nemergent Solutions S.L., Bilbao (15%)

) per 1. Jänner 2023 wurde die Frequentis Canada ATM Ltd. in die Frequentis Canada Ltd. verschmolzen.
*) per 20. Februar 2023 wurden die Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. auf 65% erhöht.

Alle Angaben zum Konsolidierungskreis beziehen sich auf die Verhältnisse zum 31. Dezember 2022.

Änderung des Konsolidierungskreises

Mit 5. Jänner 2022 übernahm Frequentis 51% der Anteile der Regola S.r.l. (Sitz in Turin, Italien) sowie ihre nach der Equity Methode bilanzierten Gesellschaften AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l.. Die innovativen Softwarelösungen des italienischen Unternehmens ergänzen das Frequentis-Produktportfolio für die öffentliche Sicherheit und unterstützen damit die langfristige Wachstums-strategie in diesem Bereich. Frequentis und Regola verbessern mit der integrierten Control-Room-Solution die Reaktionsfähigkeit von Einsatzkräften. Mit den Command and Control (CAD)-Lösungen wird das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten ergänzt. Hauptprodukt von Regola ist die UNIQUE CAD-Produktfamilie, ergänzt durch Produkte, die als Software as a Service angeboten werden. Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung. Regola wurde dem Segment Public Safety & Transport (PST) zugeordnet.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 38

Der Kaufvertrag wurde am 22. Oktober 2021 unterzeichnet, das Closing erfolgte am 5. Jänner 2022. Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzte sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

Beizulegender Zeitwert per 05.01.2022 100% TEUR Beizulegender Zeitwert per 05.01.2022 51% TEUR
Basiskaufpreis 4.020 2.050
Earn-Out Zahlungen 980 500
5.000 2.550
Regola NFP (Net Financial Position) -130 -66
Target Regola NFP 0 0
-130 -66
Regola Working Capital 1.104 563
Target Regola Working Capital 560 286
544 277
Gesamtkaufpreis 5.414 2.761

Basierend auf dem lokalen Jahresabschluss per 31. Dezember 2021 der Regola wurde das entsprechende EBIT-Ziel für 2021 erreicht und die Earn-Out Verpflichtung in Höhe von TEUR 250 bereits im Geschäftsjahr 2022 ausbezahlt. Aufgrund des vorhandenen Jahresabschlusses 2022 ist auch das EBIT-Ziel für 2022 erreicht und es wird somit zu einer weiteren Earn-Out Zahlung in Höhe von TEUR 250 kommen. Entsprechend dem Kaufvertrag wurden TEUR 2.050 mit dem Closing und TEUR 461 (TEUR 250 aus Earn-Out Verpflichtung und TEUR 211 aufgrund NFP und Working Capital Anpassungen) nach finaler Feststellung des lokalen Jahresabschlusses 2021 per 1. April 2022 bezahlt. Zusätzlich wurde im Kaufvertrag eine Option der nicht beherrschenden Gesellschafter der Regola, die von ihnen gehaltenen Geschäftsanteile an Frequentis zu übertragen, vereinbart. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens ab 30. Juni 2027 ausgeübt werden. Die Put Option basiert auf dem Unternehmenswert, welcher im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt wird, abzüglich Nettofinanzverschuldung. Basis dieser Multiple-Bewertung ist das EBIT zum 31. Dezember 2027. Die entsprechende Verbindlichkeit aus dieser Put Option in Höhe von TEUR 2.375, welche bereits als sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten erfasst wurde, reduzierte die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter sodass hier zum Erwerbszeitpunkt nur ein Betrag von TEUR 278 diesbezüglich ausgewiesen wurde. Zum 31. Dezember 2022 wurde die Put Option neu bewertet und wird mit einem Wert von TEUR 3.262 in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 39

Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzten sich folgendermaßen zusammen:

Beizulegender Zeitwert per 05.01.2022 100% TEUR Beizulegender Zeitwert per 05.01.2022 51% TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 3.088 1.575
Sachanlagen 447 228
Anteile an assoziierten Unternehmen 152 77
Sonstige langfristige Forderungen 15 8
Geleistete Anzahlungen 201 103
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.977 3.048
Übrige Vermögenswerte 349 178
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 414 211
Passive latente Steuern -771 -393
Langfristige Leasingverbindlichkeiten -175 -89
Abfertigungsrückstellung -816 -416
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden -4.557 -2.324
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -769 -392
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten -65 -33
Sonstige Verbindlichkeiten -280 -143
Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten -83 -42
Sonstige kurzfristigen Rückstellungen -125 -64
Nettovermögen 3.002 1.532
Übertragene Gegenleistung 5.414 2.761
Geschäfts- oder Firmenwert 2.412 1.230

Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dieser Akquisition wurde nach der Full Goodwill Methode erfasst und lässt sich insbesondere den erwarteten Synergien aus der Nutzung der neuen Technologien zurechnen. Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entsprochen hat. Seit dem Erwerb hat Regola Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 10.005 und ein EBIT von TEUR 953 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen.

Sonstige Änderungen im Konsolidierungskreis: Im Februar 2022 kam es zur Gründung der Frequentis USA Holdings, Inc. (Sitz in Maryland, USA), bei welcher die Frequentis AG 100% der Anteile hält. Unter der Frequentis USA Holdings Inc. wurden die Konzernunternehmen in den USA zugeordnet. Weiters wurden im Berichtsjahr 25% der Anteile an der Aviamaps Oy erworben. Die Beteiligung erfolgte über die BlueCall Systems GmbH (eine 100% Tochter der Frequentis AG). Details dazu werden im Kapitel 19. Anteile an assoziierten Unternehmen näher erläutert.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 40

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Prinzips der fortgeführten Anschaffungskosten. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, Eigenkapitalinstrumente und bedingte Kaufpreisverpflichtungen, welche zum beizulegenden Zeitwert und Personalrückstellungen, die nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC Methode) bewertet werden. Die Abschlüsse aller vollkonsolidierten Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erstellt. Bei den angewandten Bewertungsmethoden der nach der Equity Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen ergeben sich keine wesentlichen Abweichungen zu den Bewertungsgrundsätzen der Frequentis-Gruppe. Beim Unternehmenserwerb werden die Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden der erworbenen Tochterunternehmen nach IFRS 3 mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der übertragenen Gegenleistung und der Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Konzernabschluss der Frequentis AG wird in Euro (EUR) erstellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.# Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung eine andere als der Euro ist, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in die Berichtswährung (EUR) umgerechnet.

Die Eigenkapitalposten werden mit historischen Kursen, die übrigen Bilanzposten mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt mit Jahresdurchschnittskursen. Die sich aus den unterschiedlichen Kursen ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und bis zur Veräußerung der Tochtergesellschaft als eigener Posten „Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung” im Eigenkapital ausgewiesen. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen sind folgende (Umrechnungskurse für 1 Euro):

Währung Stichtagskurs 31.12.2022 Stichtagskurs 31.12.2021 Durchschnittskurs 31.12.2022 Durchschnittskurs 31.12.2021
AED Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate 3,92 4,16 3,86 4,34
AUD Australischer Dollar 1,57 1,56 1,52 1,58
BRL Brasilianischer Real 5,64 6,31 5,41 6,38
CAD Kanadischer Dollar 1,44 1,44 1,37 1,48
CNY Chinesischer Renminbi Yuan 7,36 7,19 7,07 7,61
CZK Tschechische Krone 24,12 24,86 24,54 25,65
GBP Britischer Pfund 0,89 0,84 0,85 0,86
NOK Norwegische Krone 10,51 9,99 10,11 10,16
RON Rumänischer Leu 4,95 4,95 4,93 4,93
SGD Singapur Dollar 1,43 1,53 1,45 1,59
USD Amerikanischer Dollar 1,07 1,13 1,05 1,18

Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen konsolidierten Unternehmen sowie aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern eliminiert.

Neue und geänderte Standards und Interpretationen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS Standards bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit sie bis zum 31. Dezember 2022 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:

  • Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung (IAS 16)
  • Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrags (IAS 37)
  • Verweise auf das Rahmenkonzept (IFRS 3)

Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Die Auswirkungen auf den Abschluss aufgrund dieser Änderungen waren unwesentlich.

Darüber hinaus wurden folgende neue bzw. geänderte Standards teilweise bereits in EU-Recht übernommen, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Diese Standards wurden auch nicht freiwillig vorzeitig angewendet, selbst wenn jene bereits in EU-Recht übernommen waren:

Neue geänderte IFRS Von der EU übernommen Anzuwenden für Wirtschaftsjahre ab Wesentliche Auswirkungen
IFRS 17 Versicherungsverträge 19.11.2021 2023 keine
IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig offen 2024 keine
IAS 1 Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 02.03.2022 2023 keine
IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler 02.03.2022 2023 keine
IAS 12 Latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden, die aus einer Transaktion resultieren 11.08.2022 2023 keine
IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten bei Sale and Lease back Verträgen offen 2024 keine

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen umfassen den Kaufpreis einschließlich der Importzölle und nicht erstattungsfähiger Steuern und all jene direkt zurechenbaren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert an den zur Nutzung vorgesehenen Ort zu bringen und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Andere Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst.

Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden linear über folgende Nutzungsdauern abgeschrieben und sind gegenüber dem Vorjahr unverändert:

  • Bauten auf fremden Grund 5 - 40 Jahre
  • Technische Anlagen und Maschinen 3 - 10 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 - 20 Jahre
  • Software und Lizenzen 3 - 10 Jahre

Instandhaltung und Reparaturen werden im Jahr des Anfalls als laufender Aufwand gebucht, Ersatz- sowie wertsteigernde Investitionen werden aktiviert. Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang erfasst, wobei die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst wird.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Geschäfts- oder Firmenwerte, welche ausschließlich aus Unternehmenszusammenschlüssen resultieren, unterliegen keinen planmäßigen Abschreibungen, sondern werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Wertminderungen

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Test erfolgt unabhängig davon, ob konkrete Sachverhalte vorliegen, die auf einen Wertminderungsbedarf schließen lassen.

Für den Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte werden diese den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, denen der Nutzen aus dem Unternehmenserwerb zugutekommt. Entsprechend den Regelungen des IAS 36 „Wertminderungen von Vermögenswerten“ wird eine Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts dann vorgenommen, wenn der Buchwert der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt.

Geschäfts- oder Firmenwerte, Immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn es Hinweise gibt, dass Gründe für eine Wertminderung vorliegen könnten. Dies gilt unabhängig davon, ob sie noch genutzt werden oder veräußert werden sollen. Vermögenswerte sind dann wertzumindern, wenn der Buchwert den höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt.

Der Nutzungswert wird anhand der erwarteten zukünftigen Zahlungszuflüsse ermittelt, die der Vermögenswert bei fortgesetzter Verwendung über die Nutzungsperiode oder durch einen möglichen Verkauf wahrscheinlich generieren wird. Wenn der erzielbare Betrag für einzelne Vermögenswerte nicht bestimmbar ist, wird dieser für jene zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu welcher der Vermögenswert zugeordnet wurde, ermittelt. Wenn hinsichtlich der geschätzten künftigen Zahlungsströme wesentliche Unsicherheiten auftreten, werden mehrere risikogewichtete Cash Flow Szenarien der Ermittlung des Nutzungswerts zugrunde gelegt. Ergibt sich bei diesem Test ein Wertminderungsbedarf, so wird der entsprechende Aufwand in der Position Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen.

Wenn Hinweise vorliegen, dass Gründe, die in der Vergangenheit zu einer Wertminderung von Sachanlagen oder Immateriellen Vermögenswerten (außer Geschäfts- oder Firmenwerten) geführt haben, nicht mehr bestehen, wird geprüft, ob eine Zuschreibung erfolgen muss.

Anteile an assoziierten Unternehmen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Assoziierte Unternehmen werden im Konzernabschluss nach der Equity Methode bilanziert und erstmalig mit den Anschaffungskosten angesetzt. In Folgeperioden erhöht oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens. Falls Indikatoren vorliegen, die auf eine Wertminderung der Beteiligung an dem nach der Equity Methode bilanzierten Unternehmen hindeuten, wird der Ansatz auf seine Werthaltigkeit überprüft. Es erfolgt keine separate Prüfung des anteiligen Geschäfts- oder Firmenwerts. Die Prüfung wird für den gesamten Beteiligungsbuchwert durchgeführt. Daher werden Wertminderungen nicht gesondert dem im Beteiligungsbuchwert enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet und können auch in Folgeperioden wieder vollständig wertaufgeholt werden.

Leasingverhältnisse

Frequentis als Leasingnehmer

Bei Vertragsbeginn beurteilt die Frequentis-Gruppe, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines bestimmten identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Am Bereitstellungstag oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt die Frequentis-Gruppe das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. Nichtleasingkomponenten in Verträgen, wie zum Beispiel Elektrizität, Wartung etc., sind von der Berechnung der Nutzungsrechte ausgenommen. Am Bereitstellungstag erfasst die Frequentis-Gruppe einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit.# Anhang zum Konzernabschluss

Leasingverhältnisse

Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um etwaige anfängliche direkte Kosten sowie Kosten der Wiederherstellung des zugrundeliegenden Vermögenswerts, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize. In Übereinstimmung mit IFRS 16 entspricht die Laufzeit des Leasingverhältnisses grundsätzlich der unkündbaren Grundlaufzeit des Vertrags. Zusätzlich werden Optionen zur Verlängerung oder Kündigung des Vertrags einbezogen. Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem zugrundeliegenden Zinssatz des Leasingverhältnisses, oder wenn sich dieser nicht ohne Weiteres ermitteln lässt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz der Frequentis-Gruppe, angesetzt. Normalerweise nutzt die Frequentis-Gruppe den Grenzfremdkapitalzinssatz. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes verwendet die Frequentis-Gruppe Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und adaptiert diese, um die Laufzeit des Vertrags zu berücksichtigen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 44

Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen, einschließlich de facto feste Zahlungen, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, den Ausübungspreis einer Kaufoption oder die Leasingzahlungen einer Verlängerungsoption, wenn die Frequentis-Gruppe hinreichend sicher ist, diese auszuüben sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung, es sei denn die Frequentis-Gruppe ist hinreichend sicher, diese nicht auszuüben. Der Ausweis des Nutzungsrechts am jeweiligen Leasinggegenstand erfolgt unter demselben Posten im Sachanlagevermögen, unter dem der zugrunde liegende Vermögenswert im Falle eines Erwerbs ausgewiesen worden wäre. Die Nutzungsrechte aus Leasingverträgen werden linear über die betriebliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte oder die kürzere Vertragslaufzeit einschließlich etwaiger Verlängerungsoptionen abgeschrieben. Der planmäßigen Abschreibung werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsrechte
Grundstücke und Gebäude 2 – 8 Jahre
Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 – 6 Jahre

Die Nutzungsdauern sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Anwendung der Effektivzins-methode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern, wenn die Zahlung aus einer Restwertgarantie angepasst wird und wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich die Laufzeit oder der Umfang des Leasingverhältnisses reduziert (unter Berücksichtigung der Reduktion der Leasingverbindlichkeit) oder sich der Buchwert des Nutzungsrechts auf null verringert hat. Die Frequentis-Gruppe hat entschieden, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Es wurde auch von der Möglichkeit Gebrauch gemacht immaterielle Vermögenswerte vom Anwendungsbereich von IFRS 16 auszunehmen. Die Frequentis-Gruppe erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand. Leasingzahlungen werden in Zahlungen für Zinsen und Tilgung getrennt und der Tilgungsanteil im Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit und die Zinszahlungen im Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen.

Frequentis als Leasinggeber

Die Frequentis-Gruppe schließt Leasingverträge als Leasinggeber im Rahmen eines unwesentlichen Untermietvertrags sowie für die Vermietung von Sprachvermittlungssystemen ab.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 45

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern Leasinggeber ist, sind entsprechend der Vorgaben des Standards als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse zu klassifizieren. Wenn die Bedingungen des Leasingverhältnisses im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen, wird der Vertrag als Finanzierungsleasing klassifiziert. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. In der Frequentis-Gruppe gibt es nur Operating-Leasingverhältnisse. Vermögenswerte, welche im Rahmen eines Operating-Leasingverhältnisses vermietet werden, werden in den Sachanlagen erfasst und über die betriebsgewöhnliche Nutzugsdauer abgeschrieben. Mieterträge aus Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des jeweiligen Leasingverhältnisses erfasst. Enthält ein Vertrag sowohl Leasing- als auch Nicht-Leasing-komponenten, wendet der Konzern zur Verteilung der Vergütung auf die einzelnen Komponenten die entsprechenden Regelungen des IFRS 15 an.

Finanzinstrumente

Ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Davon ausgenommen sind finanzielle Vermögenswerte, die als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ bewertet kategorisiert wurden. Hier erfolgt der Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Die erstmalige Erfassung von originären Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag, die von derivativen Finanzinstrumenten am Handelstag. Gewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Finanzinstrumenten werden ermittelt, indem der Buchwert mit dem Erlös aus dem Verkauf verglichen wird. Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:

  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten
  • Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI)
  • Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis (FVTPL)

Die Festlegung der Einstufungskategorie erfolgt getrennt nach Art des Instruments: derivatives Finanzinstrument, Eigenkapitalinstrument und Fremdkapitalinstrument. Für alle erfassten finanziellen Vermögenswerte erfolgt die Folgebewertung abhängig von der Einstufungskategorie. Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte am ersten Tag der Berichtsperiode reklassifiziert, die auf die Änderung des Geschäftsmodells folgt. Ein finanzieller Vermögenswert wird, wenn es sich um ein Schuldinstrument handelt, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als FVTPL designiert wurde: Er wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten und die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 46

Im Konzern fallen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kredite und sonstige Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen in diese Kategorie. Diese Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden um Wertminderungsaufwendungen vermindert. Zinserträge, Wechselkursgewinne und -verluste, Effekte aus der Ausbuchung sowie Wertminderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Ein Schuldinstrument wird zu FVOCI designiert, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und es nicht als FVTPL designiert wurde: Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte und seine Vertragsbedingungen führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Im Konzern wird in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 kein Instrument dieser Kategorie zugeordnet. Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstrumentes, das nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des Investments im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Dieses Wahlrecht wird einzelfallbezogen für jedes Investment ausgeübt. Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI bewertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Dies umfasst alle derivativen finanziellen Vermögenswerte, welche nicht in eine Cash Flow Hedge Sicherungsbeziehung designiert wurden. Im Konzern wird in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 kein finanzieller Vermögenswert gehalten, der zu FVTPL designiert wurde. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird oder ein Derivat ist.# Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen, Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen sowie Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften zur Absicherung von Währungsrisiken. Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn die Derivate wurden in eine Sicherungsbeziehung designiert, welche als Cash Flow Hedge klassifiziert wird.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 47

Im Zusammenhang mit der Absicherung künftiger Zahlungsströme („Cash Flow Hedge“) aus einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig eintretenden Transaktion wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis und der ineffektive Teil sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Beträge, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, werden in die Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse, sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen) jener Periode transferiert, in der das gesicherte Grundgeschäft die Gewinn- und Verlustrechnung beeinflusst.

Zum Beginn der designierten Sicherungsbeziehungen dokumentiert der Konzern die Risikomanagementziele und -strategien, die er im Hinblick auf die Absicherung verfolgt. Der Konzern dokumentiert des Weiteren die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument und ob erwartet wird, dass sich Veränderungen der Zahlungsströme des gesicherten Grundgeschäfts und des Sicherungsinstruments kompensieren. Ein Designieren von Sicherungsinstrumenten erfolgte nur für Absicherungen von Zahlungsströmen aus Projekten deren Ausführung vor dem 1. Jänner 2019 begonnen wurde. Um eine quantitative Aussage über die kompensierende Wirkung des Sicherungsinstruments treffen zu können, wird bei Abschluss des Derivats ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Sofern die Voraussetzungen zur Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung erfüllt sind, wird das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument designiert. Die Wirksamkeit der Absicherung wird jährlich durch einen retrospektiven Effektivitätstest auf Basis eines hypothetischen Derivats geprüft.

Nach IFRS 9 hat ein Unternehmen die Möglichkeit die Forward- und Spot-Komponenten eines Termingeschäfts zu separieren und als Sicherungsinstrument nur die Veränderungen im Wert der Spot-Komponenten zu designieren. Dementsprechend hat die Frequentis-Gruppe dieses Wahlrecht in Anspruch genommen und das Forward-Element und das Kreditrisiko im Zusammenhang mit den Derivaten separiert und im Berichtsjahr erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Veränderung des designierten Teils (Spot-Komponente) wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Soweit eine solche dokumentierte Zuordnung für derivative Finanzinstrumente, die wirtschaftlich ein Fremdwährungsrisiko absichern, zu ausreichend konkretisierten zukünftigen Zahlungsströmen im Berichtsjahr nicht bestand, wurden die Auswirkungen aus der Bewertung erfolgswirksam erfasst.

Forderungen sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenmittelkurs bewertet. Weist ein Vermögenswert beim Zugang noch keine Wertminderung auf, wird er bei der erstmaligen Beurteilung nach dem Konzept der 12-Monats-Kreditausfälle beurteilt. Diese Beurteilung wird grundsätzlich für folgende Bilanzstichtage beibehalten. Ist das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts am Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen, ist die Bewertung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste anzuwenden. Die Berechnung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ist bei Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie Vertragsvermögenswerten ohne wesentlicher Finanzierungs komponente immer anzuwenden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 48

Bei der Feststellung, ob das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit der erstmaligen Erfassung signifikant gestiegen ist und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt die Frequentis-Gruppe angemessene und unterstützbare Informationen, die mit wirtschaftlich vernünftigen Anstrengungen relevant und verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, basierend auf der historischen Erfahrung der Frequentis-Gruppe und in die Zukunft gerichteten Informationen sowie einer fundierten Bonitätsbeurteilung.

Vorräte

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert. Die Wiederbeschaffungswerte der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage für den Nettoveräußerungswert dar.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten oder zum niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Verkaufspreis, abzüglich der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie der notwendigen Vertriebskosten. Für die Ermittlung der Herstellungs-kosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungs-gemeinkosten herangezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert, da die Kriterien nach IAS 23 nicht erfüllt sind. Die Ermittlung des Wareneinsatzes einer Periode erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Frequentis-Gruppe bilanziert Kundenverträge gemäß IFRS 15 unter Anwendung des 5 StufenModells. Zu Beginn des Modells steht die Identifizierung des Vertrags mit dem Kunden, gefolgt von der Identifizierung der separaten Leistungsverpflichtungen. Demnach sind eigenständig abgrenzbare Dienstleistungen sowie Bündel aus Gütern und Dienstleistungen zu separieren. Im dritten Schritt wird der Transaktionspreis bestimmt. Als Transaktionspreis gilt der Betrag der Gegenleistung, auf den das liefernde Unternehmen im Austausch gegen die gelieferten Güter oder Dienstleistungen erwartungsgemäß Anspruch hat. Anschließend wird der Transaktionspreis auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Im letzten Schritt ist die Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung festzustellen. Die Umsatzrealisierung findet entweder über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt statt.

Für die überwiegende Mehrheit der Verträge der Frequentis-Gruppe mit Kunden erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen. Der zu realisierende Umsatz wird dabei aufgrund des Leistungsfortschritts bei den einzelnen Projekten unter Verwendung der Cost-to-Cost Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden Umsätze im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Auswirkungen aufgrund von Änderungen in den geschätzten Gesamtkosten werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst.

Bei gewissen Dienstleistungen (z.B. Beratungen oder Reparaturen) mit kurzer Durchlauf- bzw. Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen sowie bei Verkauf von Standard produkten ohne kundenspezifischen Adaptierungen oder umfangreichen Arbeiten, um das Produkt beim Kunden in Betrieb nehmen zu können, wird eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung durchgeführt. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei Übergang der Verfügungsgewalt oder vollständiger Erbringung der Dienstleistung an den Kunden. In den Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit Kunden sind keine wesentlichen Finanzierungskomponenten enthalten.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 49

Bestimmte Kosten, die bei der Anbahnung und der Erfüllung eines Vertrags über die Lieferung von Gütern und Dienstleistungen an Kunden entstehen, werden als Vertragskosten (hauptsächlich Vertragsprovisionen) aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert. Unter den Vertragsverbindlichkeiten werden sämtliche Verpflichtungen aus Kundenverträgen (Güter oder Dienstleistungen), für die die Frequentis-Gruppe bereits eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat, ausgewiesen. Dies betrifft vor allem Anzahlungen von Kunden sowie noch zu erbringende Leistungen für bereits abgerechnete Projekte.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläen wurden gemäß IAS 19 „Employee Benefits“ aufgrund versicherungsmathematischer Gutachten nach dem laufenden Einmalprämienverfahren („Projected Unit Credit Method”) bewertet. Bei der Ermittlung der Abfertigungsverpflichtung wurde als Pensionsantrittsalter der frühestmögliche Zeitpunkt für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2018 zugrunde gelegt. Die Pensionsrückstellung wurde aufgrund eines versicherungsmathematischen Gutachtens ermittelt. Aufgrund der Verpfändung der Pensionsversicherung an den Vorstand erfüllt diese die Definition von Planvermögen („Plan Assets“) und es wird eine Saldierung der Pensionsrückstellung mit dem Wert der bereits angesparten Pensionsversicherung gemäß IAS 19 durchgeführt. Die Effekte aus der Neubewertung werden für Abfertigungen und Pensionen im sonstigen Ergebnis dargestellt. Ein etwaiger nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam ausgewiesen.# Der Zinsaufwand wird gemeinsam mit dem Dienstzeitaufwand im Personalaufwand erfasst.

Anteilsbasierte Vergütung

Die Frequentis AG hat im Rahmen eines langfristigen Aktienprogramms eine anteilsbasierte Vergütung an einen Vorstand gewährt, deren Bilanzierung nach IFRS 2 (Share-based Payment) erfolgt.

Die Zuteilung erfolgt ausschließlich in Aktien.

Die Frequentis AG bewertet diese Instrumente daher mit dem beizulegenden Zeitwert der Aktien am Tag der Gewährung.

Dabei werden die Ausübungsbedingungen, unter denen die Instrumente gewährt werden, berücksichtigt.

Der Aufwand wird über die erforderliche Dienstzeit verteilt.

Rückstellungen

Rückstellungen werden dann gebildet, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) entstanden ist, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag.

Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.

Bei wesentlichen Zinseffekten werden langfristige Rückstellungen mit dem Barwert der erwarteten Ausgaben zur Erfüllung der Verpflichtung angesetzt.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 50

Forschung- und Entwicklungskosten

Forschungsprojekte beschäftigen sich mit eigenständiger, planmäßiger Forschung mit der Absicht neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu erlangen.

Diese Projekte umfassen bei der Frequentis-Gruppe meist einen Zeithorizont von 3 bis 10 Jahren und haben ein ungewisses technisches und kommerzielles Ergebnis.

Alle Forschungskosten werden als Aufwand erfasst (IAS 38.54).

Entwicklungsprojekte umfassen Aufwendungen, die dazu dienen, theoretische Erkenntnisse technisch und kommerziell umzusetzen.

Sofern die Voraussetzungen zur Aktivierung als immaterielle Vermögenswerte nach IAS 38.21 erfüllt sind, werden die direkt zuordenbaren Entwicklungskosten aktiviert, ist dies nicht der Fall, werden auch Entwicklungskosten als laufender Aufwand erfasst.

Im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr, wie auch im Vorjahr, war die technische Machbarkeit der Hardware- und Softwareentwicklungsvorhaben einerseits noch nicht einschätzbar oder aufgrund der engen Verzahnung der Forschungs- und Entwicklungsphasen nicht eindeutig abgrenzbar und andererseits gelingt die Bestätigung der technologischen Realisierbarkeit und Verwertbarkeit generell erst kurz vor Marktreife in Projekten.

Daher waren die Aktivierungsvoraussetzungen in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 nicht erfüllt.

Zuschüsse

Dem Konzern gewährte Aufwandszuschüsse werden bei Erfüllung der Ansatzvoraussetzungen sofort erfasst und entsprechend dem zeitlichen Anfall der Aufwendungen ergebniswirksam realisiert.

Zuwendungen zu Vermögenswerten, das heißt Zuwendungen, die an die Hauptbedingung geknüpft sind, dass ein Unternehmen langfristige Vermögenswerte kauft, herstellt oder auf andere Weise erwirbt, werden vom jeweiligen Vermögenswert abgezogen und daher mit den bezuschussten Vermögenswerten saldiert dargestellt (Nettodarstellung).

Ertragsteuern

Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern.

Tatsächliche und latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem Unternehmenszusammenschluss oder mit einem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfassten Posten verbunden sind.

Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung auf das für das Geschäftsjahr zu versteuernde Einkommen, und zwar auf der Grundlage von Steuersätzen, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, sowie alle Anpassungen der Steuerschuld für frühere Jahre.

Die im Geschäftsjahr bei den ausländischen Konzernunternehmen gültigen Ertragsteuersätze liegen zwischen 16% und 32% (2021: zwischen 16% und 33%).

In Übereinstimmung mit IAS 12 werden die temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den IFRS-Bilanzwerten in die latente Steuerabgrenzung einbezogen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 51

Latente Steuern werden nicht erfasst für:

* zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts,

* temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,

* temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern die Frequentis-Gruppe in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern trifft der Vorstand eine Einschätzung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass diese Posten in Zukunft tatsächlich realisierbar sind.

Die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern setzt ausreichend steuerpflichtiges Einkommen in jenen Perioden voraus, in denen die temporären Unterschiede abzugsfähig werden.

Der Vorstand zieht die geplante Auflösung von passiven latenten Steuern und das geschätzte künftige steuerpflichtige Einkommen für diese Beurteilung heran.

Wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die offengelegten Eventualvermögenswerte und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag sowie die bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen.

Die tatsächlichen Werte können letztendlich von diesen Einschätzungen bzw. Annahmen abweichen.

Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft und Überarbeitungen prospektiv erfasst.

Die Frequentis-Gruppe hat bei der Aufstellung des Konzernabschlusses folgende Ermessens-entscheidungen getroffen:

a) Die Frequentis-Gruppe hält an zwei assoziierten Unternehmen weniger als 20% der Anteile und der Stimmrechte, hat jedoch ihren Einfluss aufgrund der Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung der Beteiligungsunternehmen als maßgeblich eingestuft (siehe Kapitel 19. Anteile an assoziierten Unternehmen).

b) Bei der Beurteilung der Laufzeiten von Leasingverhältnissen insbesondere im Immobilienbereich werden etwaige Verlängerungsoptionen oder Kündigungsoptionen berücksichtigt, wenn deren Ausübung hinreichend sicher ist.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Anhang zum Konzernabschluss 52

Der Konzernabschluss beinhaltet folgende Posten, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrundeliegenden Annahmen und Einschätzungen abhängig ist:

a) Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten: Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards und Vertragsdauer berücksichtigt.

b) Geschätzte Wertminderungen des Firmenwerts: Die Frequentis-Gruppe untersucht jährlich, ob eine Wertminderung des Firmenwerts vorliegt. Der erzielbare Betrag von zahlungs mittelgenerierenden Einheiten wird basierend auf der Berechnung des Nutzungswerts ermittelt. Diesen Wertermittlungen liegen entsprechende Planrechnungen zugrunde, welche naturgemäß auf Schätzungen und Annahmen aufbauen. Hinsichtlich der bei der Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts angesetzten Prämissen und angestellten Sensitivitätsberechnungen wird auf die Ausführungen unter Kapitel 18. Geschäfts- oder Firmenwerte verwiesen.

c) Die zeitraumbezogene Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt nach Leistungsfortschritt mithilfe der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode). Die Abrechnung zeitraumbezogen realisierter Aufträge basiert auf Einschätzungen von Auftragskosten, erzielbaren Auftragserlösen und Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden regelmäßig überprüft und angepasst. Obwohl die Einschätzungen unter Einbeziehung aller Informationen zum Bilanzstichtag getroffen werden, sind Änderungen möglich, welche sowohl den realisierten Umsatz als auch die Höhe der Vertragsvermögenswerte beeinflussen können. Die Evaluierung ob zwei oder mehrere Verträge mit Kunden zu einer Leistungsverpflichtung zu kombinieren sind bzw. ob ein Vertrag mit einem Kunden in mehrere Leistungs-verpflichtungen aufgeteilt werden muss, erfordert Schätzungen, die sich auf die Realisierung der Umsatzerlöse bzw. auf den Gewinn auswirken können. Variable Gegenleistungen werden auf den höchstwahrscheinlichen Betrag geschätzt, auf den Anspruch besteht. Die Schätzungen basieren dabei insbesondere auf Erwartungen sowie historischen, aktuellen und prognostizierten Informationen, die zum Bilanzstichtag verfügbar sind.

d) Der Ansatz von Drohverlustrückstellungen unterliegt Einschätzungen in Bezug auf die zu erwartenden Auftragskosten und Auftragsergebnisse. Die Auftragsprognosen erfolgen hierbei unter Berücksichtigung historischer Erfahrungswerte und aktueller Informationen, die zum Bilanzstichtag vorlagen.e) Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses werden aufgrund diverser Parameter wie Abzinsungs prozentsatz und Gehaltssteigerungen ermittelt. Die Änderungen dieser Parameter können zu einer Änderung der bilanzierten Verpflichtung führen. Die Sensitivitäten für Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses sind im Kapitel 30. Langfristige Rückstellungen angegeben.

f) Der Ansatz aktiver latenter Steuern erfordert, dass zukünftig hinreichend zu versteuerndes Einkommen generiert wird, welches gegen Steuergutschriften und Verlustvorträge verrechnet werden kann. Die Beurteilung der Aktivierbarkeit latenter Steuern unterliegt einer Schätzung diverser Faktoren. Steuersachverhalte unterliegen hinsichtlich ihrer Beurteilung durch die Steuerbehörden Unsicherheiten und es ist daher nicht auszuschließen, dass diese in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen als die Frequentis-Gruppe kommen.
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Konzernabschluss 2022
Anhang zum Konzernabschluss 53
g) Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Anteilen an der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH wurde neben dem Basiskaufpreis auch eine Earn-Out Zahlung vereinbart, die vom Erreichen bestimmter Ergebnisziele, dem Stand des Working Capitals zum 31. Dezember 2024 sowie der Net Cash/Debt-Position zum 31. Dezember 2024 (alle Größen nach nationalen Rechnungslegungsstandards) abhängig ist und die in Form von Zu- und Abschlägen zum vereinbarten Target Value berücksichtigt werden. Im Zuge der Bewertung der Earn-Out Verbindlichkeit zum 31. Dezember 2022 wurden Annahmen über die Entwicklung dieser Positionen getroffen. Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 32. Sonstige Verbindlichkeiten angeführt. Sollte sich die tatsächliche Entwicklung wesentlich von den getroffenen Annahmen unterscheiden, können daraus Ergebniseffekte resultieren, da die Folgebewertung der Verbindlichkeit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgt.
h) Der Ansatz der Verbindlichkeiten Put Option Nicht beherrschender Anteile entspricht dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanzverschuldung der ELARA Leitstellentechnik GmbH sowie der Regola S.r.l.. Der Unternehmenswert der ELARA Leitstellentechnik GmbH sowie der Regola S.r.l. wird im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt und basiert bei der ELARA Leitstellentechnik GmbH auf den durchschnittlichen Umsatz- und EBIT Werten der letzten zwei Jahresabschlüsse und bei der Regola S.r.l. dem EBIT der letzten 12 Monate, welche der Optionsausübung unmittelbar vorausgegangenen sind. Im Zuge der Bewertung wurden Annahmen über die Entwicklung dieser Positionen getroffen. Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 32. Sonstige Verbindlichkeiten angeführt. Wesentliche Änderungen zu den getroffenen Annahmen haben keinen Ergebniseffekt, da die Veränderung ergebnisneutral im Eigenkapital bilanziert wird.
i) Wertminderung Einlagen Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG: Seit dem 31.12.2020 sind alle Ansprüche gegenüber der Commerzialbank Mattersburg zu 100% wertberichtigt, da auf Basis der Informationen zum Insolvenzverfahren nicht von einer wirtschaftlich relevanten Quote ausgegangen werden kann. Die von Frequentis im Jahr 2020 eingebrachten Klagen befinden sich aufgrund des komplexen Sachverhalts in einem Stadium, das derzeit keinen bilanzierungsfähigen Anspruch rechtfertigt. In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Verfahren können sich allenfalls positive Ergebniseffekte ergeben, wenn Frequentis eine Quote zufließen sollte oder in den anhängigen Verfahren ein Schadenersatz zuerkannt wird.
j) Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von Veränderungen führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extrem wetter ereignissen wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in diesen Regionen. Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von Kommunikations- & Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels nicht beeinträchtigt – mittelfristig können die Auswirkungen noch nicht abgeschätzt werden. Auf den Konzernabschluss 2022 hatte der Klimawandel keine signifikanten Auswirkungen.
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k) Der Krieg in der Ukraine führte indirekt zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die MitarbeiterInnen im Zuge der jährlichen Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehalts-vereinbarungen schlagen sich Zug um Zug im Jahr 2022 und auch im Jahr 2023 in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe nieder. Die für die Zukunft erwarteten Auswirkungen wurden bei der Bewertung der Projekte sowie bei der Bewertung lang fristiger Personalverpflichtungen berücksichtigt und sind in den Positionen Vertrags vermögenswerte, Vertragsverbindlichkeiten sowie in den langfristigen Rückstellungen entsprechend enthalten. Die Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da der Umsatz für die Ukraine, Russland und Weißrussland in Summe im Jahr 2022 bei weniger als TEUR 100 lag und diese Forderungen auch zur Gänze bereits abgeschrieben oder vor Beginn des Krieges bereits beglichen wurden.
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Konzernabschluss 2022
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 55
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
3. Segmentberichterstattung
Operative Segmente
Segment Air Traffic Management
Segment Public Safety & Transport
Das Segment Air Traffic Management (ATM) bedient in erster Linie die Kundengruppe der zivilen Flugsicherungen sowie militärischen Flugsicherungen und Homeland Security Organisationen. Die Frequentis-Gruppe unterstützt ihre Kunden bei ihrer Hauptaufgabe, der Sicherung des Luftraums und der effizienten und sicheren Kontrolle und Steuerung der Luftfahrzeuge. Die Produktlösungen für die Control Center Lösung im ATM Segment reichen von Voice Communication, Networks, (Remote) Digital Tower, ATC Tower, Surveillance, AIM (Aeronautical Information Management), AMHS (Aeronautical Message Handling Systems) bis ATM/UTM Integration (Unmanned Traffic Management). Für die militärische Anwendung wird das Portfolio mit Anwendungen zu Secure Communications und Situational Awareness ergänzt.
Das Segment Public Safety & Transport (PST) besteht aus dem Public Safety Bereich (Polizei, Feuerwehr und Rettungsorganisationen), Public Transport (Eisenbahnkunden) und Maritime (Küstenwache, Hafenbetreiber und Organisationen zur Überwachung der Binnenschifffahrt). Im PST Segment liefert die Frequentis-Gruppe Lösungen für Kontrollzentralen der Blaulichtorganisationen sowie Search & Rescue, Coastal Surveillance, Operations Communications und Incident & Crisis Management. Aus dem Unternehmenserwerb 2022, welcher dem PST Segment zugeordnet wurde, resultieren seit dem Erwerb Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 10.005 sowie ein EBIT von TEUR 953.
Angaben zu den operativen Segmenten
Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Frequentis-Gruppe ist der Konzernvorstand. Die Bilanzierungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen jenen der Frequentis-Gruppe. Für die interne Berichterstattung wird das IFRS Betriebsergebnis (EBIT) herangezogen und entspricht auch dem Segmentergebnis im Sinne von IFRS 8.23. Innenumsätze zwischen den Segmenten liegen nicht vor. Bei den Beträgen in der Spalte Überleitung/Konsolidierungen werden überwiegend Transaktionen erfasst, die nicht eindeutig einem Segment zugeordnet werden können, sondern für beide Segmente getätigt wurden.

Air Traffic Management 2022 TEUR Public Safety & Transport 2022 TEUR Überleitung/ Konsolidierungen 2022 TEUR Summe 2022 TEUR
Umsatzerlöse 257.772 127.675 523 385.970
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -318 84 256
Aktivierte Eigenleistungen 2.268 0 306
Sonstige betriebliche Erträge 8.470 1.355 689
Gesamterträge (Betriebsleistung) 268.192 129.114 1.774
EBIT 10.214 14.919 -142
Wertminderungen -3.106 0 0

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Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 56

Air Traffic Management 2021 TEUR Public Safety & Transport 2021 TEUR Überleitung/ Konsolidierungen 2021 TEUR Summe 2021 TEUR
Umsatzerlöse 219.756 113.639 131
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -316 67 48
Aktivierte Eigenleistungen 38 0 53
Sonstige betriebliche Erträge 7.211 1.253 987
Gewinn aus Unternehmenserwerb 1.951 0 0
Gesamterträge (Betriebsleistung) 228.640 114.960 1.219
EBIT 12.464 16.635 -131
Wertminderungen -1.730 0 0

Das Segmentvermögen und die Segmentschulden werden hier# Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

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4. Umsatzerlöse

Die nachfolgenden Ausführungen gelten für beide Segmente, da in beiden Segmenten nahezu ausschließlich Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen und aus Wartungsverträgen erzielt werden. Nur vereinzelt werden Produkte, welche nicht kundenspezifisch angepasst werden, verkauft. Die Umsatzrealisierung erfolgt nach Erfüllung der vertraglich vereinbarten Meilensteinen. Noch nicht verrechnete Beträge für welche die Leistung bereits erbracht wurde, werden als Vertragsvermögenswerte bilanziert. Rechnungen haben grundsätzlich eine Fälligkeit von dreißig Tagen.

Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sowie Mehrkomponentenverträge erfüllen die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung nach Leistungsfortschritt aufgrund der Tatsache, dass einerseits keine alternative Nutzungsmöglichkeit für den erstellten Vermögenswert besteht und andererseits, dass die Frequentis-Gruppe einen Anspruch auf die Bezahlung der erbrachten Leistungen (Kosten zuzüglich angemessener Marge) hat. Die Umsatzrealisierung wird auf Basis der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode) ermittelt. Vertragsvermögenswerte werden erst angesetzt, wenn diese die dazugehörigen Anzahlungen von Kunden übersteigen. Im Berichtsjahr kam es zu einer Erhöhung der Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden in Höhe von TEUR 12.122 (2021: Reduktion TEUR 67). Die Erhöhung resultiert aus dem Saldo von einer Vielzahl an neu angearbeiteten und abgerechneten Projekten.

In Zusammenhang mit Wartungsverträgen wird die Leistungsverpflichtung grundsätzlich bei gleichzeitiger Nutzung durch den Kunden erbracht. Die Umsatzrealisierung erfolgt zeitraumbezogen. Ausgenommen davon sind gewisse Dienstleistungen (z.B. Beratungen und Reparaturen) mit kurzer Durchlauf- bzw. Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen, bei welchen eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung durchgeführt wird. Die Umsatzerlöse für diese Aufträge betrugen im Berichtsjahr TEUR 18.377 (2021: TEUR 14.612).

Die Gesellschaft bewertet erhaltene und geleistete Anzahlungen in fremder Währung gemäß IFRIC 22 nicht mit dem Stichtagskurs sondern mit dem Transaktionskurs. Sämtliche nachfolgend dargestellten Umsatzerlöse sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15.

Hinsichtlich der Umsatzkategorien kam es im Berichtszeitraum zu folgender Verteilung des Umsatzes:

Umsatzkategorie 2022 TEUR 2021 TEUR
Neuprodukt- und/oder Neukundengeschäft 157.693 145.126
IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft zu installierten Systemen und Lösungen) 217.628 177.370
Sonstiger Umsatz 10.649 11.031
Gesamt 385.970 333.526

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In der regionalen Verteilung der Umsätze nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:

Region 2022 TEUR 2021 TEUR
Europa 252.747 226.207
Amerikas 60.691 49.840
Asien 45.034 31.489
Australien/Pazifik 19.418 15.142
Afrika 6.393 8.295
Kleinaufträge (nicht aufgeteilt) 1.687 2.554
Gesamt 385.970 333.526

Der Posten Kleinaufträge betrifft Umsatzerlöse aus Kundenverträgen, welche aber nicht den einzelnen Kategorien in der oben dargestellten Tabelle zugeordnet wurden.

Der Transaktionspreis, der auf nicht erfüllte oder nicht zur Gänze erfüllte Leistungsverpflichtungen entfällt, beträgt EUR 522,0 Mio. (31.Dezember 2021: EUR 467,9 Mio.) und entspricht dem Auftragsstand der Frequentis-Gruppe zum Bilanzstichtag. Diese werden voraussichtlich im Ausmaß von rund EUR 275,7 Mio. im Jahr 2023 als Umsatzerlöse realisiert bzw. im Jahr 2024 und in den Folgejahren mit EUR 246,3 Mio. erlöswirksam werden. Der erwartete Zeitpunkt der Umsatzerlös-realisierung basiert auf den erwarteten Leistungsfortschritten.

5. Aktivierte Eigenleistungen

Die im Jahr 2022 aktivierten Aufwendungen betreffen mit TEUR 2.261 (2021: TEUR 0) die selbst erstellten Anlagen im Zusammenhang mit dem Operating Leasing (siehe Kapitel 36. Leasing) und mit TEUR 313 (2021: TEUR 92) unter anderem konzerninterne selbst erstellte Demo- und Testanlagen.

6. Sonstige Erträge

Erträge 2022 TEUR 2021 TEUR
Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten 4.238 3.872
Erlöse Forschungsprämien 2.618 1.862
Kurs- und Währungsdifferenzen 1.339 1.374
Veränderung Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung 402 850
Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften 216 0
Erlöse aus Operating Leasing Verträgen 182 26
Erträge aus Anlagenverkauf 19 3
Übrige sonstige betriebliche Erträge 1.500 1.464
Gesamt 10.514 9.451

Fördererlöse und Forschungsprämien werden dann ergebniswirksam erfasst, wenn die Förderbedingungen erfüllt sind und die Prämien entweder bereits bezahlt sind oder aber eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendung gewährt wird. Bei der Verbindlichkeit im Zusammenhang mit der Earn-Out Zahlung für den Erwerb der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH im Jahr 2020 kam es zu einer Reduktion in Höhe von TEUR 402 (2021: TEUR 850). Nähere Erläuterungen siehe Kapitel 32. Sonstige Verbindlichkeiten. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge betreffen hauptsächlich Versicherungsentschädigungen sowie Erlöse aus der Auflösung von Wertberichtigungen oder Rückstellungen.

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7. Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen

Aufwendungen 2022 TEUR 2021 TEUR
Materialaufwand 41.338 28.905
Aufwendungen für bezogene Leistungen 57.912 46.791
Gesamt 99.250 75.696

Die Erhöhung des Materialaufwands ist mit TEUR 7.778 und die Erhöhung der Aufwendungen für bezogene Leistungen ist mit TEUR 1.759 auf die 2022 und 2021 unterjährig dazugekommenen neuen Gesellschaften im Konsolidierungskreis zurückzuführen.

8. Personalaufwand

Aufwendungen 2022 TEUR 2021 TEUR
Gehälter 162.237 145.364
Aufwendungen für Abfertigungen 2.215 2.808
Aufwendungen für Altersvorsorge 2.471 1.676
Sozialabgaben 31.547 28.520
Sonstige freiwillige Sozialaufwendungen 5.402 3.769
Gesamt 203.872 182.137

Der Personalstand zum Ende des Geschäftsjahres betrug 2.116 (2021: 2.043) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (FTE – Full Time Equivalent). Der Durchschnitt lag bei 2.081 (2021: 1.937) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (FTE). Die Berechnung des Personalstands wurde im Berichtsjahr von Headcount auf FTE umgestellt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Der Anstieg des Personalaufwands ist mit TEUR 8.775 auf die im Laufe des Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften zurückzuführen. Der restliche Anstieg ist hauptsächlich auf individuelle und kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen, die Erhöhung der Abgrenzung für noch nicht konsumierte Urlaube sowie dem Anstieg der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022
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9. Sonstige Aufwendungen

Aufwendungen 2022 TEUR 2021 TEUR
Reisekosten 10.687 5.377
Sonstiger Beratungsaufwand 5.775 4.449
Fremdpersonal 4.514 3.103
Werbekosten 3.849 2.131
Lizenzaufwand (Laufzeit bis 1 Jahr) 2.907 1.395
Kurs- und Währungsdifferenzen 2.694 1.455
Versicherungsaufwand 2.527 2.327
Rechts- und Steuerberatungsaufwand 2.526 3.605
Instandhaltung 2.290 2.212
Energieaufwand 2.014 1.172
Transportkosten 1.891 1.232
Betriebsaufwand (Gebäude) 1.472 1.201
Telefon- und Kommunikationsaufwand 1.264 1.102
KFZ-Kosten 1.159 916
Personalbeschaffungskosten 1.072 920
Reinigungsaufwand 1.015 863
Sonstige Steuern und Abgaben 736 755
Kurzfristiger Mietaufwand und Mietaufwand geringwertiger Vermögenswerte 677 573
Wertberichtigung von Forderungen und Vertragsvermögenswerte 313 908
Übersetzungskosten 202 244
Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften 94 1.955
Verluste aus dem Abgang von Anlagen 30 16
Übrige 618 2.568
Gesamt 50.326 40.479

Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten Reisemöglichkeiten sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 5.310 gestiegen. Sie befinden sich aber weiterhin unter dem Niveau von 2019 (TEUR 11.861). Der Anstieg der sonstigen Aufwendungen ist mit TEUR 4.091 auf die im Laufe der Jahre 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften zurückzuführen. In den Wertberichtigungen sind TEUR 292 (2021: TEUR 916) für Forderungen und TEUR 5 (2021: TEUR -8) für Vertragsvermögenswerte enthalten. Aufgrund des unwesentlichen Betrags wird auf einen gesonderten Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet.

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10.# Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

2022 TEUR 2021 TEUR
Abschreibungen Nutzungsrechte 9.066 8.231
Abschreibungen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 7.632 7.042
Abschreibung geringwertige Wirtschaftsgüter 837 535
Gesamt 17.535 15.808

Vermögenswerte mit Anschaffungs- oder Herstellkosten von bis zu EUR 800 (Höhe länderspezifisch unterschiedlich) werden als geringwertige Wirtschaftsgüter eingestuft und aufgrund untergeordneter Bedeutung im Jahr der Anschaffung ergebniswirksam erfasst.

11. Finanzerträge

2022 TEUR 2021 TEUR
Zinsen und ähnliche Erträge 209 79
Gesamt 209 79

Die Zinsen und ähnliche Erträge betreffen ausschließlich Zinsen aus Vermögenswerten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Zinserträge werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.

12. Finanzierungsaufwendungen

2022 TEUR 2021 TEUR
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 738 607
Gesamt 738 607

In den Zinsen sind Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 412 (2021: TEUR 215) im Zusammenhang mit IFRS 16 enthalten. Alle Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 62

13. Nettoveränderung der Wertminderung auf finanzielle Vermögenswerte

2022 TEUR 2021 TEUR
Wertminderung Beteiligung Altitude Angel Ltd. 0 -863
Sonstiges 0 6
Gesamt 0 -857

Bei der 4,56% Beteiligung an dem Start-Up Unternehmen Altitude Angel Ltd. mit Sitz in Reading (Großbritannien) kam es im Vorjahr aufgrund der für Frequentis nicht nachweisbaren Werthaltigkeit zu einer Wertminderung von TEUR 863.

14. Ertragsteuern

2022 TEUR 2021 TEUR
Laufende Ertragsteuern 6.396 6.608
Periodenfremde Steuern 75 -33
Nicht anrechenbare Quellensteuern 62 67
Veränderung Latente Steueransprüche/-schulden -674 516
Gesamt 5.859 7.158

Folgende Tabelle stellt die Überleitung vom erwarteten auf den effektiven Steuersatz dar:

2022 TEUR 2021 TEUR
Ergebnis vor Steuern 24.737 27.925
Theoretischer Steuerertrag/-aufwand auf Basis eines Steuersatzes von 25% 6.184 6.981
Steuersatzdifferenzen -171 317
Steuerliche Hinzurechnungen 444 379
Steuerliche Kürzungen -777 -451
Steuersatzänderungen -485 -158
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen -69 -86
Wertminderung Firmenwert 0 433
Gewinne aus Unternehmenserwerben 0 -488
Steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde 699 207
Verwertete steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde -103 -10
Periodenfremde Steuern 75 -33
Nicht anrechenbare Quellensteuern 62 67
Ist-Gesamtsteueraufwand 5.859 7.158
Effektiver Steuersatz 23,7% 25,6%

In den steuerlichen Hinzurechnungen sind nicht abzugsfähige Aufwendungen wie z.B. Repräsentationskosten enthalten. Die steuerlichen Kürzungen umfassen vor allem die Forschungsförderungsprämie. Der Effekt der Steuersatzänderung ist 2022 auf die Herabsetzung des in Österreich geltenden Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 24% für das Jahr 2023 und auf 23% für die Jahre ab 2024 zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2022 wurden die latenten Steuern mit 23% beziehungsweise mit 24% berechnet, je nach dem, wann sich die wesentlichen temporären Differenzen voraussichtlich umkehren werden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 63

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:

Bilanzposten Aktivwert 2022 TEUR Passivwert 2022 TEUR Aktivwert 2021 TEUR Passivwert 2021 TEUR
Sachanlagen 116 -10.605 13 -9.750
Immaterielle Vermögenswerte 202 -3.563 97 -4.108
Geschäfts- oder Firmenwerte 17 55 17 55
Finanzanlagevermögen 173 -4 221 -4
Vorräte 81 -570 55 -477
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden 94 -6.800 209 -4.118
Vertragskosten -72 -170
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 93 -3.606 88 -1.633
Rückstellungen 2.276 -897 3.837 -1.807
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 10.129 -139 10.080 -137
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden 4.331 -204 1.881 -3
Latente Steuer aus Währungsdifferenzen Schuldenkonsolidierung 112 -112 96 -95
Steuerliche Verlustvorträge 3.293 1.349
Summe 20.916 -26.572 17.981 -22.298
Saldierung -17.131 17.131 -16.132 16.132
Latente Steuern 3.785 -9.441 1.849 -6.166

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden nicht angesetzt, wenn der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen von der Frequentis-Gruppe bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Die Summe derartiger temporärer Differenzen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert werden, beträgt TEUR 3.768 (2021: TEUR 3.914). Zum Bilanzstichtag bestehen in der Frequentis-Gruppe Verlustvorträge in Höhe von TEUR 16.379 (2021: TEUR 6.869). Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 12.539 (2021: TEUR 4.694) wurden latente Steuern angesetzt, da es hier wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die Frequentis-Gruppe die latenten Steueransprüche verwenden kann. Für einen Verlustvortrag in Höhe von TEUR 1.408 (2021: TEUR 1.256) besteht eine zeitliche Beschränkung der Nutzbarkeit von 20 Jahren. Bezüglich den restlichen Verlustvorträgen bestehen keine zeitlichen Beschränkungen der Nutzbarkeit. Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentelabschreibungen beläuft sich auf TEUR 632 (2021: TEUR 787). Es wurden für diesen Betrag aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 147 (2021: TEUR 197) angesetzt. Es bestehen zum 31. Dezember 2022 keine wesentlichen ertragsteuerlichen Unsicherheiten.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 64

15. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionären der Frequentis AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien. Im Geschäftsjahr lag die durchschnittliche gewichtete Anzahl bei 13.268.833 (2021: 13.269.358).

Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionären der Frequentis AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien jeweils angepasst um den verwässernden Effekt der anteilsbasierten Vergütung in Höhe von 51.370 Aktien. Die durchschnittliche gewichtete Anzahl der Aktien und Optionen lag bei 13.317.764 (2021: 13.307.220).

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 65

Erläuterungen zur Bilanz

16. Sachanlagen in TEUR

Summe
Buchwert zum 31.12.2020 46.605
Währungsumrechnungsdifferenz 364
Umgliederungen 0
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 2.397
Zugang 10.355
Abgang -44
Planmäßige Abschreibungen -11.960
Buchwert zum 31.12.2021 47.717
Anschaffungs-/Herstellungskosten 102.563
Kumulierte Wertberichtigungen -54.846
Buchwert zum 31.12.2021 47.717
Buchwert zum 31.12.2021 47.717
Währungsumrechnungsdifferenz 266
Umgliederungen 0
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 446
Zugang 18.648
Abgang -149
Planmäßige Abschreibungen -13.630
Buchwert zum 31.12.2022 53.298
Anschaffungs-/Herstellungskosten 119.551
Kumulierte Wertberichtigungen -66.253
Buchwert zum 31.12.2022 53.298
Grundstücke und Gebäude sowie Bauten auf fremden Grund Technische Anlagen und Maschinen Technische Anlagen, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anzahlungen und Anlagen in Bau Anzahlungen und Anlagen in Bau, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind
Buchwert zum 31.12.2020 38.976 904 0 6.498 227 0
Währungsumrechnungsdifferenz 314 0 0 41 9 0
Umgliederungen 113 0 0 123 -236 0
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 1.748 68 0 581 0 0
Zugang 5.364 32 0 4.576 383 0
Abgang 0 0 0 -44 0 0
Planmäßige Abschreibungen -7.851 -218 0 -3.891 0 0
Buchwert zum 31.12.2021 38.664 786 0 7.884 383 0
Anschaffungs-/Herstellungskosten 65.526 4.405 0 32.249 383 0
Kumulierte Wertberichtigungen -26.862 -3.619 0 -24.365 0 0
Buchwert zum 31.12.2021 38.664 786 0 7.884 383 0
Buchwert zum 31.12.2021 38.664 786 0 7.884 383 0
Währungsumrechnungsdifferenz 205 0 0 43 18 0
Umgliederungen 42 0 0 256 -298 0
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 382 0 0 64 0 0
Zugang 9.614 142 1.420 5.787 884 801
Abgang -117 0 0 -32 0 0
Planmäßige Abschreibungen -8.752 -207 -20 -4.651 0 0
Buchwert zum 31.12.2022 40.038 721 1.400 9.351 987 801
Anschaffungs-/Herstellungskosten 75.207 4.537 1.420 36.599 987 801
Kumulierte Wertberichtigungen -35.169 -3.816 -20 -27.248 0 0
Buchwert zum 31.12.2022 40.038 721 1.400 9.351 987 801

Im Laufe des Jahres 2022 hat die Frequentis-Gruppe Verträge über den Kauf von Sachanlagen, die im Jahr 2023 geliefert und fakturiert werden, im Wert von TEUR 673 (2021: TEUR 740) geschlossen. Hinsichtlich der aktivierten Nutzungsrechte, welche aus der Anwendung des IFRS 16 resultieren und in obiger Tabelle enthalten sind, wird auf Kapitel 36. Leasing verwiesen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 66

17. Immaterielle Vermögenswerte in TEUR

Software und Lizenzen Anzahlungen Summe
Buchwert zum 31.12.2020 9.009 11 9.020
Währungsumrechnungsdifferenz 200 0 200
Umgliederung von Anzahlungen 5 -5 0
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 10.909 0 10.909
Zugänge 1.418 23 1.441
Abgänge -2 -4 -6
Planmäßige Abschreibungen -3.847 0 -3.847
Buchwert zum 31.12.2021 17.692 25 17.717
Anschaffungs-/Herstellungskosten 35.406 25 35.431
Kumulierte Wertberichtigungen -17.714 0 -17.714
Buchwert zum 31.12.2021 17.692 25 17.717
Buchwert zum 31.12.2021 17.692 25 17.717
Währungsumrechnungsdifferenz -6 0 -6
Umgliederung von Anzahlungen 0 0 0
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 3.088 0 3.088
Zugänge 620 94 715
Abgänge -1 0 -1
Planmäßige Abschreibungen -3.905 0 -3.905
Erfolgswirksam erfasste Wertminderungen -3.106 0 -3.106
Buchwert zum 31.12.2022 14.382 119 14.501
Anschaffungs-/Herstellungskosten 39.031 119 39.151
Kumulierte Wertberichtigungen -24.649 0 -24.649
Buchwert zum 31.12.2022 14.382 119 14.501

Nach dem aufgrund der COVID-19 Pandemie bedingten Fokus auf Softwareentwicklung für Kundenaufträge und temporären Einsparungen bei Entwicklungsvorhaben in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 wendete die Frequentis-Gruppe für eigene, nicht von Kunden beauftragte, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten EUR 26,8 Mio.# Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022

Erläuterungen zur Bilanz

67

18. Geschäfts- oder Firmenwerte

in TEUR

Buchwert zum 31.12.2020 Währungsumrechnungsdifferenz Zugang aus Erwerb von Unternehmen Zugänge Abgänge Wertminderungen Buchwert zum 31.12.2021
Geschäfts- oder Firmenwerte 2.886 14 2.263 0 0 -1.730 3.433
Anschaffungs-/Herstellungskosten 6.235
Kumulierte Wertminderungen -2.802
Buchwert zum 31.12.2021 3.433
Buchwert zum 31.12.2021 3.433 -11 2.412 0 0 0 5.834
Anschaffungs-/Herstellungskosten 8.636
Kumulierte Wertminderungen -2.802
Buchwert zum 31.12.2022 5.834

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) des Konzerns ein Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 0 0
Frequentis Comsoft GmbH 909 909
Frequentis Orthogon GmbH 2.263 2.263
Regola S.r.l. 2.412 0
Systems Interface Ltd. 197 208
team Technology Management GmbH 53 53
5.834 3.433

Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wurde im Rahmen der Bilanzierung überprüft, indem der erzielbare Betrag aus den entsprechenden Gesellschaften durch diskontierte Cash Flows auf Basis eines dreijährigen Detailplanungszeitraums und einer daraus abgeleiteten ewigen Rente geschätzt wurde. Dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 liegen detaillierte Ergebnis-, Bilanz- und Investitionsplanungen für die nächsten drei Jahre für alle Konzerneinheiten zugrunde, die im Rahmen des unternehmensweiten Budgetplanungsprozesses jährlich unter Berücksichtigung der aktuellen Geschäftslage erstellt werden. Für über die Budgetplanung hinausgehende Zeiträume wird eine langfristige Wachstumsrate von 1% (2021: 1%) bestimmt und zur Prognose der künftigen Cash Flows angewendet. Für die Abzinsung der zukünftig prognostizierten Cash Flows wurden Diskontierungssätze unter Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen Risiken angewendet.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022
Erläuterungen zur Bilanz
68

Wertminderungstest 2022

Zinssatz (WACC vor Steuern) Erzielbarer Betrag in TEUR Buchwert CGU einschließlich Firmenwert in TEUR
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 13,91% negativ 2.213
Frequentis Comsoft GmbH 12,4% 9.221 8.874
Frequentis Orthogon GmbH 13,70% 10.862 8.533
Regola S.r.l. 16,63% 8.501 6.244
Systems Interface Ltd. 10,27% 644 -63
team Technology Management GmbH 11,44% 7.966 2.007

Wertminderungstest 2021

Zinssatz (WACC vor Steuern) Erzielbarer Betrag in TEUR Buchwert CGU einschließlich Firmenwert in TEUR
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 10,85% 3.706 7.098
Frequentis Comsoft GmbH 11,70% 31.107 16.075
Frequentis Orthogon GmbH 10,72% 10.599 10.093
Systems Interface Ltd. 11,13% 340 -482
team Technology Management GmbH 9,16% 23.655 1.816

Bei der Systems Interface Ltd. wurde im Geschäftsjahr 2020 eine Wertminderung des Firmenwerts durchgeführt. Da sich die Geschäftstätigkeit 2022 stabilisiert hat und auch die zukünftigen Cash Flows eine stabile Entwicklung aufweisen, war im Geschäftsjahr 2022 keine zusätzliche Wertminderung erforderlich. Aufgrund des negativen Working Capitals ergibt sich bei der Systems Interface Ltd. ein negativer Buchwert der CGU iHv TEUR -63.

Im Geschäftsjahr 2021 ergab der Wertminderungstest der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH einen Wertminderungsbedarf. Die schwierige Auftragssituation, die sich bereits 2021 abzeichnete und durch die COVID-19 Pandemie in 2022 noch zusätzlich verstärkt wurde, erforderte eine Reduzierung der prognostizierten Cash Flows. Der Wertminderungstest ergab bei der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH im Geschäftsjahr 2021 einen Wertminderungsbedarf des Firmenwerts in Höhe von TEUR 1.730.

Aufgrund der anhaltenden schwierigen Situation des Airportgeschäfts musste im Geschäftsjahr 2022 die Wertminderung auf die im Zuge der Kaufpreisallokation aktivierten Produktrechte ausgedehnt werden (siehe Erläuterung 17. Immaterielle Vermögenswerte).

Die Regola S.r.l wurde mit dem Closing im Jänner 2022 in den Konzernabschluss der Frequentis einbezogen. Im Zuge dessen wurde eine Kaufpreisallokation durchgeführt, bis zum Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen Veränderungen der Planannahmen. Zum Bilanzstichtag würde bei der Regola S.r.l. eine Senkung der Zahlungsströme von 24,9% bzw. einer Erhöhung der Abzinsungssätze um 4,2% der Buchwert der CGU einschließlich Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen.

Bei Frequentis Comsoft GmbH würde bei einer Senkung der Zahlungsströme von 3,1% bzw. einer Erhöhung der Abzinsungssätze um 0,3% der Buchwert der CGU einschließlich Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen.

Bei Frequentis Orthogon GmbH würde bei einer Reduzierung der Zahlungsströme um 19,6% bzw einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 2,39% der Buchwert der CGU inklusive Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022
Erläuterungen zur Bilanz
69

Aus Sicht des Vorstands liegen für die team Technology Management GmbH keine realistischen Szenarien zum Bilanzstichtag vor, bei denen sich ein Wertminderungsbedarf für die aktivierten Firmenwerte ergeben würde.

Diskontsatz: Der verwendete Diskontsatz ist der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz (WACC). Der Diskontsatz spiegelt nicht die Risiken wider, für die die geschätzten Cash Flows angepasst wurden. Der Diskontsatz ist ein Zinssatz nach Steuern, der auf dem Zinssatz von 30-jährigen Staatsanleihen basiert, unter Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen Risiken. Dieser wurde in einem WACC vor Steuern umgerechnet.

19. Anteile an assoziierten Unternehmen

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Anteile an assoziierten Unternehmen 2.097 1.656
Name des assoziierten Unternehmen Sitz Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2022 Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2021
Aviamaps Oy Valkeakoski 25%
GroupEAD Europe S.L. Madrid 28% 28%
Mission Embedded GmbH Wien 20% 20%
Nemergent Solutions S.L. Bilbao 15% 15%
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo 40% 40%
AIRlabs Austria GmbH Graz 18% 18%

Im Rahmen des Erwerbs der 51% Anteile der Regola S.r.l. wurden auch folgende Anteile an assoziierten Unternehmen erworben:

Name des assoziierten Unternehmen Sitz Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2022 Anteil an assoziierten Unternehmen per Übernahmedatum 05.01.2022 TEUR
AMANTEA Ltd. Zabbar 50%
2 Lift S.r.l. Cagliari 24% 0
Nowtech S.r.l. Sassari 20% 150

Alle assoziierten Gesellschaften haben als Bilanzstichtag den 31. Dezember und werden nach der Equity Methode bilanziert. Es liegen weder nicht realisierte Verluste vor noch maßgebliche Beschränkungen für die Rückzahlung von Krediten. Nur bei der AIRlabs Austria GmbH gibt es eine gesellschaftsvertragliche Gewinnausschüttungssperre.

Am 1. September 2022 beteiligte sich die Frequentis-Gruppe mit 25% an der Aviamaps Oy mit Firmensitz in Valkeakoski (Finnland). Die Beteiligung erfolgte über die BlueCall Systems GmbH (eine 100% Tochter der Frequentis AG). Aviamaps ist ein Software-Hersteller im Bereich Drohnen Flugplanungs- und Luftraummanagement und bietet eine Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform für Drohnenflüge an. Die Frequentis-Gruppe hatte schon bisher mit Aviamaps bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet und im Laufe des Jahres 2023 wird die Software von Aviamaps als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022
Erläuterungen zur Bilanz
70

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2022 TEUR
September 2022 Zahlung Kaufpreis 125
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 15
31.12. Berichtsjahr Beteiligung 140
Aviamaps Oy

Im Rahmen der Erstkonsolidierung ist ein Firmenwert in Höhe von TEUR 124 entstanden, welcher unter den Anteilen aus assoziierten Unternehmen ausgewiesen wird.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022) sowie dem anteiligen Ergebnis seit Erwerb (September bis Dezember 2022):

Aviamaps Oy

31.12.2022 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 5
Kurzfristige Vermögenswerte 87
Langfristige Schulden 0
Kurzfristige Schulden 27
Nettovermögen (100%) 65
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (25%) 16
Firmenwert 124
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 140
Umsatzerlöse 89
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) 61
Sonstiges Ergebnis (100%) 0
Gesamtergebnis (100%) 61
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (25%) 15
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (25%) 0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (25%) 15

Der Konzern hält 28% der Anteile und der Stimmrechte an der GroupEAD Europe S.L., Madrid. Der Buchwert der Beteiligung stellt sich wie folgt dar (auf Basis des letztverfügbaren Jahresabschlusses 2021 und den bereits erhaltenen Dividenden für 2022):

2022 TEUR 2021 TEUR
31.12. Vorjahr
Beteiligung
GroupEAD Europe S.L.
## abzüglich ausgeschüttete Dividende für das Vorjahr -58 -124
## Vorläufiger anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 56 56
## abzüglich ausgeschüttete Dividende des Berichtsjahres -56 -56

31.12. Berichtsjahr Beteiligung GroupEAD Europe S.L. 491 491

Die GroupEAD Europe S.L. agiert im Auftrag der EUROCONTROL als operativer Betreiber des von der Frequentis-Gruppe entwickelten EAD Systems. Der technische Betrieb des Systems wird durch die Frequentis-Gruppe besorgt. Die enge Beziehung zwischen dem technischen und dem operativen Betreiber wirkt sich positiv auf die Servicequalität und auf die Kundenbeziehung aus. Daneben stehen die Erfahrungen und die operationelle Expertise der GroupEAD Europe S.L. auch der Frequentis-Gruppe zur Verfügung und können sowohl für die Weiterentwicklung des EAD Systems als auch für die Entwicklung anderer AIM-Systeme für den internationalen Markt genutzt werden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 71

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2021):

31.12.2021 TEUR 31.12.2020 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 301 264
Kurzfristige Vermögenswerte 2.779 2.870
Langfristige Schulden 0 0
Kurzfristige Schulden 1.119 940
Nettovermögen (100%) 1.961 2.194
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (28%) 549 614
Im Folgejahr ausgeschüttete Dividende -58 -124
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 491 491
Umsatzerlöse 7.127 7.159
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) 409 642
Sonstiges Ergebnis (100%) 0 0
Gesamtergebnis (100%) 409 642
Gesamtergebnis (28%) 114 180
Im Vorjahr berücksichtigtes Ergebnis (28%) -56 -56
Vorab berücksichtigter Anteil des Ergebnisses des Folgejahres aufgrund erhaltener Dividende (28%) 56 56
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis 114 180

Der Konzern hält 20% der Anteile und der Stimmrechte an der Mission Embedded GmbH, Wien, und die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2022 TEUR 2021 TEUR
31.12. Vorjahr Beteiligung Mission Embedded GmbH 362 246
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 116 116
Versicherungsmathematische Verluste gem. IAS 19 4 0
31.12. Berichtsjahr Beteiligung Mission Embedded GmbH 482 362

Die Mission Embedded GmbH entstand aus der Ausgliederung der Abteilung „Mission Embedded“ im Jahr 2014, um durch mehr Eigenständigkeit die positive Entwicklung der Frequentis-Expertise im Bereich Hardware und hardwarenaher Software für sicherheitskritische Anwendungen voranzutreiben.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022):

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 412 307
Kurzfristige Vermögenswerte 6.577 4.820
Langfristige Schulden 275 256
Kurzfristige Schulden 4.302 3.061
Nettovermögen (100%) 2.412 1.809
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (20%) 482 362
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 482 362
Umsatzerlöse 8.766 8.354
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) 580 581
Sonstiges Ergebnis (100%) 22 0
Gesamtergebnis (100%) 602 581
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (20%) 116 116
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (20%) 4 0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (20%) 120 116

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 72

Im Jahr 2020 beteiligte sich die Frequentis-Gruppe mit 15% an der Nemergent Solutions S.L. mit Firmensitz in Bilbao, Spanien. Die Beteiligung erfolgte über die BlueCall Systems GmbH (eine 100% Tochter der Frequentis AG). Nemergent Solutions S.L. ist im Bereich Mission Critical Services (3GPP), etwa MCPTT (Mission Critical Push-To-Talk) über LTE aktiv. Die Frequentis-Gruppe hatte bereits davor gemeinsame Projekte im Bereich Public Transport und Public Safety, wo Nemergent Solutions mit Technologie für Application Services und mobile Endgeräte für Einsatzkräfte mitgewirkt hat. Diese Zusammenarbeit wurde weiter ausgebaut und vertieft, da der Mobilfunkstandard LTE neue Möglichkeiten in sicherheitskritischer Breitbandkommunikation bringt. Der Konzern hat seinen Einfluss trotz der 15%igen Beteiligung aufgrund der bedeutsamen Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung des assoziierten Unternehmens als maßgeblichen Einfluss eingestuft.

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2022 TEUR 2021 TEUR
31.12. Vorjahr Beteiligung Nemergent Solutions S.L 731 707
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 16 39
abzüglich ausgeschüttete Dividende des Berichtsjahres 0 -15
31.12. Berichtsjahr Beteiligung Nemergent Solutions S.L. 747 731

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022):

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 1.359 521
Kurzfristige Vermögenswerte 1.034 1.606
Langfristige Schulden 543 450
Kurzfristige Schulden 249 182
Nettovermögen (100%) 1.601 1.495
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (15%) 240 224
Firmenwert 507 507
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 747 731
Umsatzerlöse 1.036 1.226
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) 106 265
Sonstiges Ergebnis (100%) 0 0
Gesamtergebnis (100%) 106 265
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (15%) 16 39
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (15%) 0 0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (15%) 16 39

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 73

Der Konzern hält 40% der Anteile und der Stimmrechte an der AIRNAV Technology Services Inc. mit Sitz auf den Philippinen (Iloilo). Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2022 TEUR 2021 TEUR
31.12. Vorjahr Beteiligung AIRNAV Technology Services Inc. 49 40
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 2 9
31.12. Berichtsjahr Beteiligung AIRNAV Technology Services Inc. 51 49

Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und ist im Bereich ATM für Test-, Installations- und Wartungsleistungen sowie Trainings vor Ort (vor allem im asiatischen und arabischen Markt) bei internationalen Kundenprojekten tätig. Per 20. Februar 2023 wurden die Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. von 40% auf 65% erhöht und somit Kontrolle erworben. Eine diesbezüglich im Berichtsjahr bereits geleistete Zahlung in Höhe von TEUR 35 wird in der Position Anzahlungen langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

Der Konzern hält 18% der Anteile und der Stimmrechte an der AIRlabs Austria GmbH, Graz. Aufgrund der bedeutsamen Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung des assoziierten Unternehmens hat die Frequentis-Gruppe dies als maßgeblichen Einfluss eingestuft.

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2022 TEUR 2021 TEUR
31.12. Vorjahr Beteiligung AIRlabs Austria GmbH 24 26
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres -2 -2
31.12. Berichtsjahr Beteiligung AIRlabs Austria GmbH 22 24

Im Sommer 2019 erteilte das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie dem Konsortium AIRlabs rund um die FH JOANNEUM in Graz, Österreich, den Zuschlag für das Innovationslabor AIRlabs Austria GmbH, welches im Dezember 2019 gegründet und im Jänner 2020 in das Firmenbuch eingetragen wurde. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Aufbau und Betrieb von Testgebieten und Testinfrastrukturen für Drohnen in Österreich und die damit zusammenhängende Forschung, Entwicklung und Zulassung.

Da es sich bei der AIRNAV Technology Services Inc. und der AIRlabs Austria GmbH um nicht wesentliche assoziierte Unternehmen handelt, zeigt die nachstehende Tabelle in aggregierter Form die wesentlichen Finanzinformationen der Gesellschaften:

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 147 108
Kurzfristige Vermögenswerte 1.037 923
Langfristige Schulden 78 73
Kurzfristige Schulden 860 705
Nettovermögen (100%) 246 253
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen 72 73
Umsatzerlöse 1.081 928
Jahresergebnis -4 9
Anteil der Frequentis-Gruppe am Jahresergebnis 0 7
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis 0 0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis 0 7

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 74

Die Entwicklung der im Rahmen des Erwerbs der Regola S.r.l. übernommenen Beteiligungen an AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und an Nowtech S.r.l. stellt sich wie folgt dar:

2022 TEUR 05.01. Erwerb Regola S.r.l.
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 13
31.12. Berichtsjahr Beteiligung AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l. 165 152

Da es sich bei diesen Gesellschaften um nicht wesentliche assoziierte Unternehmen handelt, zeigt die nachstehende Tabelle in aggregierter Form die wesentlichen Finanzinformationen der Gesellschaften Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l. zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022). Aufgrund zeitlich nicht verfügbarer Finanzinformationen der AMANTEA Ltd. zum 31. Dezember 2022 sind diesbezüglich keine Daten in der nachstehenden Tabelle enthalten:

31.12.2022 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 327
Kurzfristige Vermögenswerte 532
Langfristige Schulden 203
Kurzfristige Schulden 410
Nettovermögen (100%) 246
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen 49
Umsatzerlöse 432
Jahresergebnis 54
Anteil der Frequentis-Gruppe am Jahresergebnis 13
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis 0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis 13

Insgesamt wurden von den Jahresergebnissen der nach der Equity Methode bilanzierten Anteile ein anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 275 (2021: TEUR 342) erfasst. Es gab weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr nicht erfasste Verluste.

20.# Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Langfristige Termingelder 10.000 10.000
Wertberichtigungen -10.000 -10.000
0 0
31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Kurzfristige Termingelder 18.000 10.199
Wertberichtigungen -8.000 -8.000
10.000 2.199
31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 94.198 116.616
Wertberichtigungen -12.818 -12.818
81.380 103.798

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Veranlagungen und Guthaben bei Kreditinstituten, die alle kurzfristig sind und eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten haben. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Sämtliche Bestandteile der liquiden Mittel stehen zur freien Verfügung des Konzerns. Die Wertberichtigungen betreffen zur Gänze Termingelder und ein täglich fälliges Guthaben bei der Commerzialbank Mattersburg, welche 2020 bis auf den von der gesetzlichen Einlagensicherung erfassten und bezahlten Betrag von TEUR 100 wertberichtigt werden mussten. Gemäß IFRS 9 und basierend auf einem Expected-Credit-Loss-Modell (ECL-Modell) wurde eine Risikovorsorge auf Basis der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Erwartungen potenzieller Ausfälle bei der Veranlagung berechnet. Bei einem anderen Kreditinstitut wurde aufgrund eines schlechteren Ratings und einem höheren Saldo zum 31. Dezember 2022 eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,04% berechnet und eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 9 berechnet. Aufgrund des unwesentlichen Betrages wurde auf eine entsprechende Erfassung im Berichtsjahr verzichtet. Für die restlichen Bankguthaben ergab sich aufgrund des guten Ratings und der Kurzfristigkeit der Guthaben (täglich fällig) kein Wertminderungsbedarf. Von den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten inklusive Termingelder von TEUR 91.380 zum 31. Dezember 2022 waren mehr als 75% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.

21. Vorräte

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.407 9.264
Unfertige Erzeugnisse 948 672
Fertige Erzeugnisse 2.277 2.411
Waren 2.370 2.801
Geleistete Anzahlungen 724 1.929
21.726 17.077

Der Anstieg der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei elektronischen Bauteilen um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungs-verpflichtungen nachkommen zu können. Die unfertigen Erzeugnisse betreffen hauptsächlich zum Stichtag noch in Bearbeitung befindliche Baugruppen. Bei den fertigen Erzeugnissen handelt es sich um Baugruppen, welche Bestandteile von Gesamtlösungen für Kunden sind und nur in Ausnahmefällen als einziger Bestandteil eines Vertrags mit einem Kunden fakturiert werden. Der Bestand resultiert aus der Optimierung von Fertigungslosen (günstigere Stückkosten aufgrund eines großen Fertigungsloses) und Einkaufslosen sowie der Führung eines Sicherheitsbestands für Wartungsverpflichtungen. Unter den Waren sind materielle Vermögenswerte ausgewiesen, welche überwiegend in zukünftigen Kundenprojekten verwendet werden. Die Wertminderung der Vorräte betrug im Geschäftsjahr TEUR 346 (2021: TEUR 299). Wertaufholungen wurden in Höhe von TEUR 445 (2021: TEUR 55) vorgenommen.

22. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2022 TEUR 2021 TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 78.322 70.981
Einzelwertberichtigungen -931 -1.144
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 -403 -404
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 2 2
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 76.990 69.435

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2022 betreffen TEUR 1.707 die neu erworbene Gesellschaft. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind langfristige Posten in Höhe von TEUR 729 (31.12.2021: TEUR 789) enthalten, welche aber aufgrund der Regelung des IAS 1.68 als kurzfristig auszuweisen sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 Tagen. Da es sich bei den Kunden der Frequentis-Gruppe großteils um Behörden, staatsnahe Betriebe und bei den Generalunternehmern meist um internationale Großunternehmen handelt, ist das Forderungsausfallsrisiko als gering einzustufen. Ein Teil des Risikomanagements bei der Frequentis-Gruppe ist es, Geschäftsbeziehungen nur mit als kreditwürdig eingestuften Dritten einzugehen. Kunden werden systematisch hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit bewertet und nur bei Vorliegen entsprechender Bonität beliefert bzw. werden identifizierte Risiken mit adäquaten Maßnahmen adressiert. Wird im Zuge der Angebotslegung doch ein höheres Risiko identifiziert, so dienen Kreditversicherungen, Anzahlungen des Kunden oder Absicherungen mittels Akkreditiv zur Reduzierung des Ausfallsrisikos. Allen erkennbaren und erwarteten Risiken wird durch angemessene Wertberichtigung der Forderungen Rechnung getragen. Bei konkreten Ausfällen werden die Forderungen ausgebucht. Die Frequentis-Gruppe verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die ECLs von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bewerten. Die Verlustquoten werden anhand einer „Roll-Rate"-Methode berechnet, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung die aufeinanderfolgenden Stufen der Überfälligkeit bis zur Ausbuchung durchläuft. Die Rollraten werden für alle Forderungen insgesamt durchgeführt. Die Verlustquoten basieren auf den tatsächlichen Zahlungs- und Kreditausfallserfahrungen der letzten zehn Jahre.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

2022 TEUR 2021 TEUR
Stand 31. Dezember des Vorjahres 1.548 738
Währungsdifferenzen -14 23
Veränderung Wertberichtigung gemäß IFRS 9 -1 109
Zuführung 293 806
Verbrauch -195 0
Auflösung -297 -128
Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres 1.334 1.548

Zum 31. Dezember 2022 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen folgendermaßen dar:

Gewichtete durchschnittliche Loss Rate 2022 Gewichtete durchschnittliche Loss Rate 2021 2022 TEUR 2021 TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 76.988 69.422
Davon: weder überfällig noch wertgemindert 0,05% 0,04% 54.574 55.099
Davon: überfällig, aber nicht wertgemindert:
bis zu 30 Tage 0,16% 0,15% 17.170 9.491
30 bis 60 Tage 0,70% 0,64% 2.187 1.603
60 bis 90 Tage 0,61% 1,60% 999 298
90 bis 180 Tage 4,29% 1,79% 827 1.729
180 bis 210 Tage 7,24% 8,64% 93 7
> 210 Tage 19,33% 20,69% 1.138 1.195

Aus Wesentlichkeitsgründen werden die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 2 (2021 Forderungen verbundene und beteiligte Unternehmen: TEUR 13) bei der Berechnung der Altersstruktur nicht berücksichtigt. Aus den Erfahrungen des Konzerns mit öffentlichen Auftraggebern sind Abweichungen im Zahlungsverhalten vom Fälligkeitsdatum häufig zu beobachten und regelmäßig auf behördeninterne Freigabeprozesse bzw. behördeninterne Budgetzuweisungen (vor allem um den Jahreswechsel) zurückzuführen. Die Vergangenheit zeigt, dass derartige Zahlungsverzögerungen allein noch keinen Hinweis auf erhöhtes Ausfallsrisiko liefern. Da die Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor oder internationalen Großkonzernen angehören, kam es durch die COVID-19 Pandemie sowie aufgrund des Ukraine Kriegs zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen im Berichtsjahr. Trotz der Vereinbarung von längeren Zahlungszielen mit manchen Kunden geht die Frequentis-Gruppe aufgrund der Kundenstruktur von keinem erhöhten Forderungsausfallsrisiko aus. Da aber im Jahr 2023 und den Folgejahren mit erhöhten Insolvenzen zu rechnen ist, hat die Frequentis-Gruppe einen Skalarfaktor von 1,5 festgelegt und bei der Berechnung der Wertberichtigung nach IFRS 9 berücksichtigt. Dieser spiegelt die tatsächlichen und prognostizierten Insolvenzquoten aufgrund der COVID-19 Pandemie und des Ukraine Kriegs wider. Wenn einem Kunden eine vorübergehende Nachfrist (die bis zu 60 Tage betragen kann) gewährt wurde, gilt das Engagement weiterhin als überfällig, basierend auf dem ursprünglichen Fälligkeitsdatum.

23. Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden, brutto 85.364 70.658
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 -19 -15
Summe Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden 85.345 70.643
Erhaltene Anzahlungen -34.870 -32.290
50.475 38.353

Die Vertragsvermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus bereits vom Unternehmen erbrachten aber noch nicht abgerechneten Leistungen. Die Vertragsvermögenswerte werden zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn der Zahlungsanspruch unbedingt ist. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn der Konzern die Leistungen erbracht hat und diese verrechnet. Von den zum 01.01. erfassten Vertragsvermögenswerten in Höhe von TEUR 38.353 (2021: TEUR 38.420) ist ein Betrag in Höhe von TEUR 32.055 (2021: TEUR 30.731) in der Berichtsperiode zur Abrechnung gelangt. Von den Vertragsvermögenswerten zum 31.12. in Höhe von TEUR 50.475 (2021: TEUR 38.353) wird auf Basis der erwarteten Projektfortschritte und vertraglichen Regelungen plangemäß ein Anteil von TEUR 41.161 (2021: TEUR 36.492) im Folgejahr zur Verrechnung an die Kunden gelangen. Vertragsvermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 9.314 (2021: TEUR 1.861) werden voraussichtlich erst danach zur Abrechnung gelangen. Da die Realisierung der Vertragsvermögenswerte innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.## 24. Vertragskosten

Bei der Frequentis-Gruppe betrafen die Vertragskosten vor allem Verkaufsprovisionen. Diese Vertragskosten wurden aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 79

Die aktivierten Vertragskosten entwickelten sich wie folgt:

2022 TEUR 2021 TEUR
Stand 01.01. 3.711 3.028
Zugang Konsolidierungskreis 0 133
im Berichtsjahr aktivierte Vertragskosten 3.480 2.446
im Berichtsjahr erfolgswirksam erfasste Amortisation -3.146 -1.896
erfasste Wertminderungen -21 0
Stand 31.12. 4.024 3.711

Es wird erwartet, dass von den Vertragskosten TEUR 3.148 (2021: TEUR 2.501) innerhalb der nächsten 12 Monate amortisiert werden. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft. Der Konzern wendet den praktischen Behelf an, Vertragskosten nicht zu aktivieren, wenn der Abschreibungszeitraum kürzer als ein Jahr ist. Der Aufwand aus der Amortisation der aktivierten Vertragskosten ist in der Position Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten.

25. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Forderungen aus Fördererlösen 1.860 435
Positive Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung 661 92
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 238 145
Finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2.759 672
Rechnungsabgrenzungen 5.869 4.462
Forderungen gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen Einkommensteuern) 1.508 1.281
Forderungen aufgrund Forschungsprämien 3.569 1.167
Forderungen aufgrund Investitionsprämie 152 247
Sonstige Vermögenswerte 262 232
Nicht finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte 11.360 7.389

26. Grundkapital und einbehaltene Gewinne

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu EUR 6 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen zu erhöhen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital).

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 80

Kapitalerhöhung 2021

Die am 2. März 2021 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom 27. März 2021 beschlossene Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der derzeitigen Aktionäre im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wurde im Mai 2021 erfolgreich abgeschlossen. Die Frequentis AG erhöhte dadurch ihr Grundkapital von TEUR 13.200 um TEUR 80 auf TEUR 13.280 durch Ausgabe von 80.000 neuen Inhaberstückaktien gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts der derzeitigen Aktionäre. Die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien per 31. Dezember 2021 betrug 13.280.000 Aktien.

Eigene Aktien

In der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019 wurde der Vorstand während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 65 Abs. 1 Ziffer 4 und 8 AktG sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals, auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der AktionärInnen, die mit einem solchen Erwerb einhergehen kann, ermächtigt. Des Weiteren wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungs-beschluss herabzusetzen. Ebenfalls in der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019 wurde der Vorstand gemäß § 65 Abs. 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 19. September 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb auch auf eine andere Art und Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien a) zur Ausgabe an ArbeitnehmerInnen, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long Term Incentive Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, c) als Gegenleistung beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- oder Ausland, und d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden, und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der AktionärInnen auszuschließen, wobei die Ermächtigung ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden kann. Im Mai 2021 hat die Frequentis AG insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien mit einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Im Mai 2022 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 Ziele 6.590 Stück an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der AktionärInnen der Gesellschaft auszuschließen. Mit 31. Dezember 2022 verfügt die Frequentis AG über 8.910 (31. Dezember 2021: 15.500) eigene Anteile. Das entspricht einem Anteil von 0,0671% am Grundkapital. Die Anzahl der insgesamt ausgegebenen Aktien betrug 13.280.000 (2021: 13.280.000).

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 81

Die Aktionärsstruktur der Frequentis AG per Ende 2022 war wie folgt: Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den Streubesitz. Diese Aktionärsstruktur ist gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. Die Veränderung des Eigenkapitals kann aus der Aufstellung der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals entnommen werden.

Dividende

Der im Einzelabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 ausgewiesene Jahresüberschuss beträgt TEUR 18.953 (31.12.2021: TEUR 13.628); der Bilanzgewinn beläuft sich auf TEUR 62.361 (31.12.2021: TEUR 46.062). In der Hauptversammlung der Frequentis AG vom 2. Juni 2022 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von EUR 0,20 je gewinnberechtigter Stückaktie auszuschütten. Die Auszahlung der Dividende erfolgte abzüglich der gesetzlichen Kapitalertragsteuer von 27,5% im Juni 2022. Im Jahr 2022 wurde für das Geschäftsjahr 2021 auf die ausgegebenen Aktien eine Dividende in Höhe von TEUR 2.654 (oder 0,20 je Aktie) ausgezahlt (2021 für das Jahr 2020: TEUR 1.990 oder 0,15 je Aktie).

27. Rücklagen

In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen und Erträge sowie die darauf entfallende Steuerbelastung der im sonstigen Ergebnis erfassten Posten dargestellt:

Position Wert vor Ertragsteuern 2022 TEUR Ertragsteuern 2022 TEUR Wert nach Ertragsteuern 2022 TEUR Wert vor Ertragsteuern 2021 TEUR Ertragsteuern 2021 TEUR Wert nach Ertragsteuern 2021 TEUR
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 284 0 284 1.117 0 1.117
Bewertung von Cash Flow Hedges 297 -76 221 -298 74 -224
Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus Leistungen an Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nach Beendigung des Dienstverhältnisses 4.020 -1.176 2.844 -169 23 -146
Nach der Equity Methode bilanzierte Beteiligungen – Anteil am sonstigen Ergebnis 4 0 4 0 0 0
3.353 747

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 82

28. Aktienbasierte Vergütung

Die Frequentis AG hat 2019, 2020, 2021 und 2022 jeweils einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2019, LTIP 2020, LTIP 2021 und LTIP 2022) mit dem Vorstandsvorsitzenden Norbert Haslacher abgeschlossen. Die Bewertung dieser anteilsbasierten Vergütungen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung. Der Aufwand wird über die erforderliche Reifefrist verteilt. Da in den Verträgen festgelegt ist, dass die im Rahmen des LTIP zugeteilten Aktien nicht in bar abgegolten werden, sind die anteilsbasierten Vergütungen im Eigenkapital in einem Sonderposten ausgewiesen. Der Teilnehmer des Plans muss kein Eigeninvestment in Frequentis-Aktien tätigen. Ab dem Tag der Zuteilung kann der Begünstigte pro Kalenderjahr maximal ein Drittel der unter den LTIPs erworbenen Aktien veräußern. In jedem Fall aber wird der Begünstigte nur eine solche Anzahl der im Rahmen der bestehenden LTIPs bzw. allfälliger späterer Long Term Incentive Plänen erworbenen Aktien veräußern, dass er zu jeder Zeit mindestens 7.000 Stück unter einem Long Term Incentive Plan erworbene Aktien der Gesellschaft hält („Mindestbestand"). Als Leistungszeitraum für das Erreichen der Ziele wurden drei Jahre festgelegt.# Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 83

Die Zielwerte für die Schlüsselindikatoren wurden vom Aufsichtsrat festgelegt. Am Anspruchstag (frühestens drei Jahre nach der Gewährung) werden bei voller Zielerreichung maximal 14.000 Aktien für den LTIP 2019 bzw. jeweils 17.000 Aktien für den LTIP 2020 und LTIP 2021 und maximal 18.000 Aktien für den LTIP 2022 (brutto – vor Abzug von Steuern und Gebühren), maximal aber 200% des jährlichen Bruttogrundgehalts in Form von Aktien zugeteilt. Die Abgeltung erfolgt durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrags in das entsprechende Wertpapierdepot. Der Anspruch auf die maximale Anzahl von Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien. Für die Zuteilung von Aktien der Gesellschaft sind Ziele zu erfüllen, wobei die Zielerreichung für alle gewährten LTIPs über den Leistungszeitraum von drei Jahren gemessen wird. Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Bedingungen der im laufenden Geschäftsjahr gewährten anteilsbasierten Vergütungen zusammen (LTIP 2019 wurde im Berichtsjahr beendet):

LTIP 2022 LTIP 2021 LTIP 2020 LTIP 2019
Programmbeginn 01.01.2022 01.01.2021 01.01.2020 01.01.2019
Zeitpunkt Genehmigung Hauptversammlung 02.06.2022 20.05.2021 14.05.2020 20.09.2019
Zeitpunkt der Gewährung 02.06.2022 15.06.2021 14.05.2020 30.09.2019
Ende Erdienungszeitraum 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021
Anspruchstag 30.04.2025 30.04.2024 30.04.2023 30.04.2022
Erwartete Zielerreichung 97% 126% 130% 103%
Erwartete Aktien 17.370 17.000 17.000 14.000
Maximale Aktien 18.000 17.000 17.000 14.000
Zugeteilte Bonusaktien keine keine keine keine

Die vereinbarten Ziele werden an folgenden Kennzahlen gemessen:

LTIP 2022 LTIP 2021 LTIP 2020 LTIP 2019
Total Shareholder Return (TSR) Total Shareholder Return (TSR) Total Shareholder Return (TSR) Total Shareholder Return (TSR)
Umsatzwachstum Betriebsleistungssteigerung durch Key Accounts Auftragsstand organisches Betriebsleistungswachstum
Ertragssteigerung Wachstum über New Business Development Ertragssteigerung Wachstum in den Regionen
EBIT-Marge Mitarbeiterzufriedenheit Wachstum über Akquisitionen Ertrags-Marge
Mitarbeiterzufriedenheit Entwicklung von Key Accounts nicht refinanzierter F&E-Aufwand in Prozent zur Gesamtleistung Mitarbeiterzufriedenheit
Kundenzufriedenheit Mitarbeiterzufriedenheit Kundenzufriedenheit

Im Mai 2022 wurden die Ziele unter dem LTIP 2019 über den Leistungszeitraum vom 1. Jänner 2019 bis 31. Dezember 2021 evaluiert und festgestellt, dass diese zu 100% erreicht sind und dem Vorstandsvorsitzenden daher 14.000 Stück (Brutto Stückzahl vor Steuern) an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen sind. Unter Berücksichtigung der einzubeidelten Steuer kam es in diesem Zusammenhang zu einer Übertragung von 6.590 Stück eigene Aktien. Für den zukünftig erwarteten Aufwand der LTIPs besteht zum Bilanzstichtag für den bereits erdienten Anteil eine Erfassung im Eigenkapital, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten am Gewährungstag errechnet wurde. Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus den LTIP-Verpflichtungen errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten Zielerreichungsgrad. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurden im Berichtsjahr für die LTIPs TEUR 427 (2021: TEUR 399) inklusive Lohnnebenkosten im Personalaufwand und im Eigenkapital erfasst. Für die LTIPs wurde davon ausgegangen, dass sowohl die marktorientierten Ziele als auch die nicht marktorientierten Ziele erfüllt sein werden, weshalb der Effekt der marktorientierten Ziele im Rahmen der Ermittlung des Erwartungswerts des Zielerreichungsgrads und nicht im Zeitwert der Aktien zu berücksichtigen ist.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 84

29. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile betreffen folgende Tochtergesellschaften:

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, Freiburg 132 1.725
ELARA Leitstellentechnik GmbH, Aachen 0 0
Frequentis DFS Aerosense GmbH, Wien 135 95
Regola S.r.l., Turin 0 0
Secure Service Provision GmbH, Leipzig 472 407
Systems Interface Ltd., Bordon -432 -603
team Technology Management GmbH, Wien 1.766 1.793
TEAM Technology Management GmbH, Gräfelfing 151 19
Summe 2.224 3.436

Aufgrund einer vorhandenen Put Option für die nicht beherrschenden Gesellschafter der ELARA Leitstellentechnik sowie der Regola wird der entsprechende Anteil in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Auch bei der Systems Interface Ltd. besteht eine Put Option für die nicht beherrschenden Gesellschafter. Diese ist aber aufgrund der vertraglichen Regelungen nicht ausübbar und die Ausübbarkeit wird auch künftig nicht erwartet. Bei der team Technology Management GmbH kam es im Berichtsjahr zu einer anteiligen Ausschüttung von TEUR 588 an die Gesellschafter von nicht beherrschenden Anteilen, bei der Secure Service Provision GmbH betrug diese TEUR 57 und bei der ELARA Leitstellentechnik betrug diese TEUR 308. Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Bilanz vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie den Buchwert der wesentlichen nicht beherrschenden Anteile (Werte vor konzerninternen Eliminierungen in TEUR):

Angaben zur Bilanz zum 31.12.2022

Langfristige Vermögenswerte*) Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Netto- vermögen Buchwert nicht beherrschende Anteile
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 385 1.106 179 1.043 269 132
ELARA Leitstellentechnik GmbH 393 1.410 142 498 1.163 0
Frequentis DFS Aerosense GmbH 4 3.628 2 3.181 449 135
Regola S.r.l. 3.344 3.853 1.484 1.837 3.876 0
Secure Service Provision GmbH 194 2.407 85 155 2.361 472
Systems Interface Ltd. 34 1.835 1.317 1.434 -882 -432
team Technology Management GmbH 979 5.033 728 1.576 3.707 1.766
TEAM Technology Management GmbH 12 491 1 298 204 151
Summe 2.224

*) exklusive Geschäfts- und Firmenwerte

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 85

Angaben zur Bilanz zum 31.12.2021

Langfristige Vermögenswerte*) Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Netto- vermögen Buchwert nicht beherrschende Anteile
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 3.017 2.026 936 586 3.521 1.725
ELARA Leitstellentechnik GmbH 468 1.295 242 560 961 0
Frequentis DFS Aerosense GmbH 30 1.463 0 1.177 316 95
Secure Service Provision GmbH 154 2.227 38 311 2.032 407
Systems Interface Ltd. 41 2.611 1.417 2.465 -1.230 -603
team Technology Management GmbH 1.089 5.410 841 1.897 3.761 1.793
TEAM Technology Management GmbH 31 132 5 132 26 19
Summe 3.436

*) exklusive Geschäfts- und Firmenwerte

Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Gesamtergebnisrechnung vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen (in TEUR):

Werte vor konzerninternen Eliminierungen den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Ergebnisbeiträge 2022

Betriebs‑ leistung Perioden‑ ergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis Periodenergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 1.265 -3.253 0 -3.253 -1.594 0 -1.594
ELARA Leitstellentechnik GmbH 4.274 831 0 831 407 0 407
Frequentis DFS Aerosense GmbH 5.737 133 0 133 40 0 40
Regola S.r.l. 10.115 712 162 874 349 79 428
Secure Service Provision GmbH 3.362 614 0 614 123 0 123
Systems Interface Ltd. 4.207 295 0 295 144 27 171
team Technology Management GmbH 9.924 1.130 16 1.146 554 8 562
TEAM Technology Management GmbH 1.148 178 0 178 132 0 132
Gesamt 155 113 269

Werte vor konzerninternen Eliminierungen den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Ergebnisbeiträge 2021

Betriebs- leistung Perioden- ergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis Periodenergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 1.885 -951 0 -951 -466 0 -466
ELARA Leitstellentechnik GmbH 3.308 631 0 631 309 0 309
Frequentis DFS Aerosense GmbH 1.192 17 0 17 5 0 5
Secure Service Provision GmbH 3.234 571 0 571 114 0 114
Systems Interface Ltd. 3.680 111 0 111 54 -41 13
team Technology Management GmbH 10.427 1.773 9 1.782 869 4 873
TEAM Technology Management GmbH 278 -119 0 -119 -88 0 -88
Gesamt 797 -37 760

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 86

30. Langfristige Rückstellungen

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Rückstellungen für Abfertigungen 14.529 16.110
Rückstellungen für Pensionen 4.356 6.046
Aufrechnung Deckungskapital Pensionsversicherung -2.365 -3.427
Netto 1.991 2.619
Rückstellungen für Jubiläumsgeld 302 389
Sonstige Rückstellungen 441 874
Summe langfristige Rückstellungen 17.263 19.992

Aufgrund der Verpfändung der Lebensversicherungen zur Deckung der Pensionsrückstellungen wurden die entsprechenden Deckungskapitalien mit den Pensionsrückstellungen verrechnet.

Rückstellungen für Abfertigungen

Diese Position umfasst hauptsächlich gesetzliche und kollektivvertragliche Ansprüche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Österreich auf einmalige Abfertigungszahlungen. Diese können aufgrund Arbeitgeberkündigung, einvernehmlicher Lösung des Dienstverhältnisses sowie Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers entstehen. Die Höhe der Abfertigung bemisst sich nach der Anzahl der im Unternehmen geleisteten Dienstjahre und des zum Zeitpunkt des Ausscheidens gültigen Bezuges. Die entsprechenden Abfertigungszahlungen werden in den Jahren 2023 bis 2047 schlagend werden.# Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz

Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Abfertigungen wurde unter Anwendung nachfolgender Faktoren vorgenommen:

2022 2021
Zinssatz 4,14% 1,0%
Lohn- und Gehaltstrend 4,6% 3,3%
Durchschnittliche Laufzeit der Leistungsorientierten Verpflichtung 9,88 Jahre 11,2 Jahre

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand der Abfertigungsverpflichtungen:

2022 TEUR 2021 TEUR
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 01.01. = Rückstellung 01.01. 16.110 15.395
Währungsdifferenzen 3 2
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 816 0
Dienstzeitaufwand (CSC) 839 704
Zinsaufwand (IC) 173 152
Tatsächliche Auszahlungen -659 -425
Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-) -2.753 282
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 31.12. = Rückstellung 31.12. 14.529 16.110

Die Abfertigungsrückstellung betrifft hauptsächlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, da mit 1. Jänner 2003 aufgrund einer Gesetzesänderung generell in Österreich von einer leistungs-orientierten Abfertigung auf eine beitragsorientierte Abfertigung umgestellt wurde. Diese neue Regelung gilt somit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach dem 31. Dezember 2002 ein neues Dienstverhältnis begonnen haben. Für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird vom Unternehmen ein monatlicher Betrag an eine externe Mitarbeitervorsorgekasse geleistet, welche die Auszahlung der Abfertigung zu gewährleisten hat, sodass seitens des Konzerns keine Abfertigungsverpflichtungen entstehen. Die diesbezüglichen Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 1.018 (2021: TEUR 934). Zusätzlich kam es im Berichtsjahr zu freiwilligen Abfertigungen in Höhe von TEUR 185 (2021: TEUR 1.015).

Die im Sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste von Abfertigungsrückstellungen gliedern sich wie folgt auf:

2022 TEUR 2021 TEUR
Änderungen von demografischen Annahmen 0 0
Änderungen von finanziellen Annahmen -2.990 500
Sonstige Änderungen 237 -218
Gesamt -2.753 282

Bei den Abfertigungsansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation und den Gehaltssteigerungen. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz Gehaltssteigerung DBO 31.12.2022 TEUR
4,14% 5,1% 15.195
3,99% 4,6% 14.734
4,14% 4,6% 14.529
4,29% 4,6% 14.328
4,14% 4,1% 13.901
Zinssatz Gehaltssteigerung DBO 31.12.2021 TEUR
1,0% 3,8% 16.990
0,85% 3,3% 16.376
1,0% 3,3% 16.110
1,15% 3,3% 15.851
1,0% 2,8% 15.287

Rückstellungen für Pensionen

Grundsätzlich werden Pensionsleistungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die staatlichen Sozialversicherungsträger erbracht. Der Konzern ist gesetzlich verpflichtet, Beiträge für Pensionen und Gesundheitsvorsorge für aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu leisten. Zusätzlich bestehen die nachfolgend erläuterten leistungsorientierte Verpflichtungen. Bei den Pensionsverpflichtungen handelt es sich um leistungsorientierte Ansprüche aus Einzelzusagen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern und zwei ehemaligen Mitgliedern des Vorstands der Frequentis AG. Die Begünstigten erhalten eine lebenslange monatliche Alterspension bzw. Hinterbliebenenpension, die aus den Beiträgen in eine Rückdeckungsversicherung resultieren. Zusätzlich gibt es bei der Frequentis Orthogon GmbH leistungsorientierte Ansprüche aus Einzelzusagen gegenüber 4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Begünstigten erhalten eine lebenslange fixe Alterspension, welche nur zu einem Teil durch eine Rückdeckungsversicherung gedeckt ist. Das angesetzte Planvermögen besteht aus Rückdeckungsversicherungen der Frequentis AG, die an die anspruchsberechtigten Personen verpfändet sind. Da die Rückdeckungsversicherungen der Frequentis Orthogon GmbH nicht an die anspruchsberechtigten Personen verpfändet sind, wird diese als sonstiger langfristige finanzielle Vermögenswert in der Bilanz ausgewiesen.

Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Pensionen wurde unter Anwendung nachfolgender Faktoren vorgenommen:

2022 2021
Zinssatz 4,2% 1,3%
Pensionsalter 60/65 Jahre 60/65 Jahre
Durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung 11,75 Jahre 14,17 Jahre

Entwicklung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens:

2022 TEUR 2021 TEUR
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 01.01. 6.046 3.260
Planvermögen zu Marktwerten -3.427 -2.696
+ Rückstellung/-Guthaben 01.01. 2.619 564
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.01. 6.046 3.260
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 0 2.720
Dienstzeitaufwand 228 204
Zinsaufwand 78 47
Pensionszahlungen -137 -109
Erfasste versicherungsmathematische Verluste (+)/Gewinne (-) -1.859 -76
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 31.12. 4.356 6.046
Planvermögen zu Marktwerten 01.01. 3.427 2.696
Umgliederung -573 0
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 0 537
Ertrag Planvermögen 37 41
Geleistete Zahlungen 175 222
Erhaltene Zahlungen aus dem Planvermögen -108 -88
Erfasste versicherungsmathematische Verluste (-)/Gewinne (+) 43 19
Anpassungen für Beschränkungen auf dem Nettovermögenswert -636 0
Planvermögen zu Marktwerten 31.12. 2.365 3.427
Rückstellung am 31.12.
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 4.356 6.046
Planvermögen zu Marktwerten -2.365 -3.427
+ Rückstellung/-Guthaben 31.12. 1.991 2.619

Im Jahr 2022 erfolgte die Umgliederung von TEUR 573 aus dem Planvermögen zu den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten und betraf die Frequentis Orthogon GmbH. Zusätzlich kam es im Berichtsjahr zu freiwilligen und gesetzlichen beitragsorientierten Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.218 (2021: TEUR 1.453). Es wird erwartet, dass im Jahr 2023 TEUR 221 (2022: TEUR 222) in die Pensionsversicherung einbezahlt werden.

Die im Sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste gliedern sich im Berichtsjahr wie folgt:

2022 TEUR 2021 TEUR
Änderungen von demografischen Annahmen 0 0
Änderungen von finanziellen Annahmen -1.858 -112
Sonstige Änderungen -1 36
Sonstige Änderungen Planvermögen -43 -19
Gesamt -1.902 -95

Für die Frequentis-Gruppe liegt das Risiko bei den Pensionsansprüchen im Wesentlichen in der Entwicklung der Lebenserwartung und Inflation, da es sich bei den Leistungen aus Pensionen um lebenslange Rentenleistungen handelt. Das bei der Frequentis-Gruppe verbleibendende Risiko liegt darin, dass die Entwicklung des Planvermögens nicht die geplante Mindestverzinsung oder den Kapitalerhalt abdeckt. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz DBO 31.12.2022 TEUR
4,05% 4.445
4,20% 4.356
4,35% 4.269
Zinssatz DBO 31.12.2021 TEUR
1,15% 6.196
1,30% 6.046
1,45% 5.901

Rückstellungen für Jubiläumsgeld

Die Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen betrifft langfristige Ansprüche von Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern der Frequentis Comsoft GmbH aufgrund von betrieblicher Übung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird bei Erreichen einer bestimmten Unternehmenszugehörigkeit eine einmalige Prämie zwischen TEUR 1 und TEUR 3 gewährt. Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Jubiläumsgeld wurde unter Anwendung eines Zinssatzes von 4,14% (2021: 1,0%) und einer durchschnittlichen Laufzeit von 7,2 Jahren (2021: 7,1 Jahren) vorgenommen.

2022 TEUR 2021 TEUR
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO) entspricht der Rückstellung 01.01. 389 369
Dienstzeitaufwand (CSC) 41 42
Zinsenaufwand (IC) 4 4
Tatsächliche Auszahlungen -47 -23
Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-) -85 -3
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO) am 31.12. = Rückstellung 31.12. 302 389

Bei den Jubiläumsgeldansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz DBO 31.12.2022 TEUR
3,99% 305
4,14% 302
4,29% 300
Zinssatz DBO 31.12.2021 TEUR
0,85% 393
1,00% 389
1,15% 385

Sonstige langfristige Rückstellungen

Die sonstigen langfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Stand 31.12.2021 TEUR Währungs-differenz TEUR Aufzinsung TEUR Verbrauch TEUR Auflösung TEUR Dotierung TEUR Umgliederung TEUR Verbindlichkeiten TEUR Stand 31.12.2022 TEUR
Vorsorgen für dienstzeitabhängige Urlaubsrückstellungen 99 -1 8 -11 -38 47 -1 103
Rückstellung für Projekte 529 0 0 -318 0 0 0 211
Sonstige 246 -1 1 -172 0 53 0 127
874 -2 9 -501 -38 100 -1 441

Für zwei im Ausland ansässige Tochtergesellschaften wird eine langfristige Urlaubsrückstellung aufgrund eines zusätzlichen Urlaubsanspruchs abhängig von der Dienstzugehörigkeit gebildet. Die Abgrenzungen der kurzfristigen Urlaubsansprüche werden in den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Die Rückstellung für Projekte enthält Vorsorgen, die aufgrund des Übersteigens der künftigen Aufwendungen über die künftigen Erträge, zu bilden sind. Mit einer Inanspruchnahme in den nächsten zwölf Monaten ist nicht zu rechnen.Die Zinsen für die Vorsorgen für die dienstzeitabhängige Urlaubsrückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen wohingegen, die Zinsen für die Rückstellung für Projekte sowie die Sonstigen Rückstellungen im Zinsaufwand verbucht wurden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 92

31. Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

In den Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden werden erhaltene Gegenleistungen ausgewiesen, wenn die Verpflichtungen Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen noch nicht erfüllt waren. Dies betrifft vor allem Vorauszahlungen, welche teilweise mittels Anzahlungsgarantie besichert sind. Zusätzlich werden Leistungen teilweise durch Bankgarantien abgesichert. Dingliche Besicherungen bestanden sowohl zu den Stichtagen als auch im Jahresverlauf nicht.

Die Aufgliederung der Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Erhaltene Anzahlungen aus Kundenprojekten 80.029 83.106
Erhaltene Anzahlungen, welche mit Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden -32.048 -29.075
47.981 54.031
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten 13.382 6.332
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten, welche mit Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden -2.822 -3.215
10.560 3.117
Erlösabgrenzungen für Wartungsverträge 8.798 7.500
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete Kundenaufträge (kurzfristig) 691 708
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete Kundenaufträge (langfristig) 5 32
Summe Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden 68.035 65.388

In den Sonstigen Vertragsverbindlichkeiten sind vertragliche Ansprüche auf Anzahlungen enthalten. Von den Vertragsverbindlichkeiten haben TEUR 3.018 (2021: TEUR 908) eine Laufzeit von mehr als 12 Monaten. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 93

32. Sonstige Verbindlichkeiten

Die Sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Summe langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 4.239 858
Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile 2.786 2.036
Negative Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung 1.591 1.562
Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung 250 0
Darlehen von anderen Gesellschaftern 30 30
Sonstige Verbindlichkeiten 1.430 1.368
Summe kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6.087 4.996
Abgrenzungen für noch nicht konsumierte Urlaube 4.642 3.919
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen Einkommensteuern) 1.968 2.694
Erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit Förderungen 762 1.065
Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen 702 370
Abgrenzungen für Überstunden 635 710
Abgrenzungen für Beratungskosten 595 702
Sonstige Verbindlichkeiten 957 673
Summe kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 10.261 10.133
Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile 3.262 0
Darlehen von anderen Gesellschaftern 426 449
Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung 0 402
Darlehen FFG (österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) 284 0
Sonstige Verbindlichkeiten 267 7

Die langfristige finanzielle Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung ist eine Komponente des vertraglich vereinbarten Kaufpreises der 2020 erworbenen ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und basiert auf den jeweiligen Jahresabschlüssen gemäß dHGB und ist abhängig vom Erreichen eines EBIT-Zieles sowie des Net Cash/Debt zum 31.Dezember 2024 und der Abweichung vom Target Working Capital zum 31. Dezember 2024. Zum Stichtag erfolgte eine neue Bewertung der Verpflichtung. Aufgrund der schwierigen Auftragssituation, die sich bereits 2021 abzeichnete und durch die COVID-19 Pandemie in 2022 noch zusätzlich verstärkt wurde, kam es zu einer Reduktion der Verbindlichkeit auf null.

Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts der Earn-Out Zahlung, welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde, stellt sich wie folgt dar:

Earn-Out Einschätzung 31.12.2022 TEUR Einschätzung 31.12.2021 TEUR
Target Value 3.570 3.570
+/- erfolgsabhängige Anpassung (Erreichen eines EBIT-Zieles) -3.570 -3.570
+/- Net Cash/Debt zum 31.12.2024 0 402
+/- Abweichungen vom Target Working Capital zum 31.12.2024 0 0
Earn-Out Anspruch 0 402

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Erläuterungen zur Bilanz 94

Im Zusammenhang mit dieser Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung kam es im Berichtsjahr zu einer Reduktion des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von TEUR 402 (2021: TEUR 850), welche in der Position Sonstige Erträge ausgewiesen wird.

Die kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung ist eine Komponente des vertraglich vereinbarten Kaufpreises der 2022 erworbenen Regola S.r.l. und basiert auf dem lokalen Jahresabschluss und ist abhängig vom Erreichen eines EBIT-Zieles zum 31.Dezember 2022.

Bei der langfristigen Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschender Anteile handelt es sich um eine Option der Minderheitengesellschafter der Regola S.r.l. ihren von ihnen gehaltenen Geschäftsanteilen auf Frequentis zu übertragen. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens ab 30. Juni 2027 ausgeübt werden.

Bei der kurzfristigen Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschender Anteile handelt es sich um eine Option des Minderheitengesellschafters der ELARA Leitstellentechnik GmbH seinen von ihm gehaltenen Geschäftsanteil auf Frequentis zu übertragen. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option konnte ab 14. November 2022 ausgeübt werden.

Die relevanten Eigenkapitalwerte entsprechen dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanzverschuldung der Regola S.r.l. sowie der ELARA Leitstellentechnik GmbH. Der Unternehmenswert wird im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt. Basis dieser Multiple-Bewertung ist das EBIT für die letzten 12 der Optionsausübung unmittelbar vorausgegangenen Monate (für Regola S.r.l.) sowie die durchschnittlichen Umsatz- und EBIT-Werte aus den Jahresabschlüssen für die letzten zwei der Optionsausübung unmittelbar vorausgegangenen Geschäftsjahre (für ELARA Leitstellentechnik GmbH).

33. Sonstige kurzfristige Rückstellungen

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Stand 31.12.2021 TEUR Währungsdifferenz TEUR Zugang aus Erwerb von Unternehmen TEUR Verbrauch TEUR Auflösung TEUR Dotierung TEUR Stand 31.12.2022 TEUR
11.221 13 91 -11.326 0 11.207 11.207
2.977 91 0 -3.068 0 1.220 1.220
1.744 0 0 -119 -598 0 1.027
1.473 0 34 -955 -303 1.211 1.460
17.415 104 125 -15.468 -901 13.638 14.914

Die Prämienrückstellung enthält die noch anfallenden Auszahlungen von Prämien und variablen Gehältern an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Rückstellung für Projekte enthält Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind. Die Prozesskostenrückstellung betrifft die eingebrachten Klagen im Zusammenhang mit der Commerzialbank Mattersburg. Es wird damit gerechnet, dass die kurzfristigen Rückstellungen auch tatsächlich im Geschäftsjahr 2023 zur Auszahlung kommen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 95

Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Veränderung der Restkosten um -10% eine Reduktion der Rückstellung für Projekte um TEUR 543 (2021: TEUR 1.104) und bei einer Veränderung der Restkosten um +10% eine Erhöhung der Rückstellung für Projekte um TEUR 582 (2021: TEUR 1.469) ergeben.

34. Konzernkapitalflussrechnung

In der Konzerngeldflussrechnung („Cash Flow-Statement“) werden die Zahlungsströme getrennt nach Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit erläutert. Der operative Cash Flow wird nach der indirekten Methode ermittelt. Das Ergebnis vor Steuern wird daher um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (vor allem Abschreibungen) und Erträge erhöht beziehungsweise vermindert. Unter Berücksichtigung der Veränderungen des Nettoumlaufvermögens ergibt sich der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit. Zahlungsströme aus Devisentermingeschäften werden im Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen.

Die Reduktion des Cash Flows aus betrieblicher Tätigkeit von TEUR 48.753 auf TEUR 14.112 resultiert hauptsächlich aus dem Anstieg der Vertragsvermögenswerte in Höhe von TEUR 12.122 im Vergleich zur Reduktion der Vertragsvermögenswerte im Jahr 2021 in Höhe von TEUR 8.565 sowie der Veränderung der Sonstigen Forderungen (Anstieg 2022 in Höhe von TEUR 6.298 im Vergleich zur Reduktion im Jahr 2021 in Höhe von TEUR 3.402).

Die Investitionstätigkeit umfasst hauptsächlich Ein- und Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Auszahlungen für Unternehmenserwerbe. In der Finanzierungstätigkeit sind Dividendenzahlungen, Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten und Leasingverbindlichkeiten enthalten.# Die Veränderung von Finanzverbindlichkeiten, deren Ein- und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden, stellt sich wie folgt dar:

Buchwert 01.01.2022 TEUR Zugang Konsolidierungskreis TEUR Wechselkursänderung TEUR Zahlungs-wirksamer Cash Flow TEUR Zugang IFRS 16 TEUR Abgang IFRS 16 TEUR Umgliederung Fristigkeiten TEUR Buchwert 31.12.2022 TEUR
Langfristige Schulden 4.269 0 -26 -3.228 0 0 -87 928
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 29.785 175 80 0 5.834 0 -5.111 30.763
Kurzfristige Schulden 1.085 0 0 -973 0 0 87 199
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 7.794 65 31 -8.686 4.224 -117 5.111 8.422
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 42.933 240 85 -12.887 10.058 -117 0 40.312

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 96

Buchwert 01.01.2021 TEUR Zugang Konsolidierungskreis TEUR Wechselkursänderung TEUR Zahlungs-wirksamer Cash Flow TEUR Zugang IFRS 16 TEUR Abgang IFRS 16 TEUR Umgliederung Fristigkeiten TEUR Buchwert 31.12.2021 TEUR
Langfristige Schulden 5.387 0 37 -70 0 0 -1.085 4.269
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 31.811 90 242 0 4.996 0 -7.354 29.785
Kurzfristige Schulden 1.315 0 14 -1.329 0 0 1.085 1.085
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 7.292 457 90 -8.228 857 -28 7.354 7.794
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 45.805 547 383 -9.627 5.853 -28 0 42.933

Die Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stimmt mit dem Finanzmittelfonds gemäß Geldflussrechnung überein. Es handelt sich hierbei um Kassenbestände, Schecks und täglich fällige Bankguthaben, welche eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten haben.

35. Finanzinstrumente Überblick

Die Gesellschaft unterliegt hinsichtlich ihrer finanziellen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanter Transaktionen diversen Marktrisiken, die das Zins- und Währungsumrechnungsrisiko und das Kredit- und Liquiditätsrisiko beinhalten. Die Gesellschaft setzt derivative Sicherungsinstrumente im Währungsbereich ein. Risiken aus Währungsschwankungen werden dadurch begrenzt, dass Valuten in den benötigten Fremdwährungen und in der erforderlichen Menge in Abhängigkeit vom geplanten künftigen Bedarf in Form von Devisentermingeschäften gekauft werden. Diese Grundsätze sind in den Treasury-Richtlinien festgehalten und wurden vom Management genehmigt.

Der Vorstand der Frequentis AG hat die Verantwortung für die Einrichtung des Risikomanagements der Gesellschaft sowie für die Aufsicht über das Risikomanagement. Er ist auch für die Entwicklung und laufende Kontrolle der Richtlinien zur Begrenzung von Risiken verantwortlich. Diese Richtlinien dienen der Identifikation und Analyse der Risiken, denen die Gesellschaft unterliegt, der Setzung von angemessenen Risikogrenzen und Einführung von Kontrollen sowie der laufenden Überwachung der Risiken und Einhaltung der Grenzen. Die Richtlinien und Abläufe des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um Änderungen der Marktbedingungen und Änderungen in den Aktivitäten der Gesellschaft abbilden zu können.

Die Gesellschaft ist bestrebt, ein sowohl konstruktives als auch diszipliniertes Kontrollumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Rolle und Verantwortung bewusst sind. Gemäß IFRS 9 weist die Frequentis-Gruppe alle Finanzaktiva und –passiva sowie Derivate in der Bilanz als Vermögenswerte und Schuldposten aus und bewertet sie zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 97

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass die Gesellschaft ihre finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen oder ihre Investitionen nicht realisieren kann. Die Zielsetzung des Risikomanagements der Gesellschaft ist, ausreichend Liquidität zu schaffen, um unter normalen wie auch angespannten Bedingungen fällige Verbindlichkeiten begleichen zu können. Des Weiteren sollen alle laut Liquiditätsplan notwendigen Maßnahmen zur Sicherung dieses Liquiditätsstands getroffen werden. Das Liquiditätsrisiko wird durch die monatlich und jährlich kumulierte Differenz zwischen Ein- und Auszahlungen (dynamisches Liquiditätsrisiko) sowie durch die Struktur der Bilanz (strukturelles Liquiditätsrisiko) ausgedrückt.

Mittels Liquiditätsplanung wird die Analyse des dynamischen Liquiditätsrisikos durchgeführt. Das monatliche Liquiditätserfordernis auf Basis der Liquiditätsplanung wird der vorhandenen Finanzierung oder den verfügbaren liquiden finanziellen Vermögenswerten gegenübergestellt. Die Differenz ist entweder fehlende Liquidität, welche noch finanziert werden muss, oder überschüssige Liquidität, welche gegebenenfalls investiert werden muss. Die Liquiditätsplanung bildet die Grundlage für Entscheidungen betreffend Strategie und Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität. Der Liquiditätsplan wird regelmäßig überprüft und entsprechende Veranlagungen werden in Auftrag gegeben.

Die Treasury Abteilung der Gesellschaft agiert als ein internes Finanzdienstleistungszentrum, indem es mögliche Synergien bei der Finanzierung der Tochtergesellschaften optimal nutzt. Das vorrangige Ziel dabei ist die kostengünstige Sicherstellung (Bereitstellung) von Liquidität. Dadurch wird die Steuerung kurzfristiger Finanzinvestitionen und Kredite zu optimalen Zinssätzen und einem minimalen Verwaltungsaufwand gewährleistet. Der operative Cash Flow schafft grundsätzlich die notwendige Liquidität. Die externen Quellen für etwaige notwendige Finanzierungen sind der Kapital- und Kreditmarkt. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Frequentis-Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Kreditlinien vorgehalten.

Sowohl für die Frequentis-Gruppe als auch für ihre Kunden ist ein funktionierendes Bankwesen von elementarer Bedeutung. Die Frequentis-Gruppe benötigt den Zugang zu Fremdkapital, um ihre Projektvorleistungen bis zur Abrechnung vorfinanzieren zu können. Die Finanz- und Liquiditätsposition wird daher laufend überwacht, kontrolliert und bewertet, um Liquiditätsrisiken entsprechend zu reduzieren. Die Frequentis-Gruppe steuert Liquiditätsrisiken durch sorgfältige Steuerung und Planung des Liquiditätsbedarfs. Auf Basis von Cash Flow Prognosen werden adäquate Maßnahmen definiert und das Halten von angemessenen finanziellen Rücklagen für den Betriebsbedarf sichergestellt sowie Kreditlinien überprüft.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 98

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich. Die variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2022 bzw. zum 31. Dezember 2021 gültigen Zinssätze ermittelt. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Es wird nicht erwartet, dass die Cash Flows der in der Fälligkeitsanalyse enthaltenen Finanzverbindlichkeiten wesentlich früher oder zu wesentlich anderen Beträgen anfallen könnten.

2022 in TEUR

Buchwert Vertragliche Zahlungsströme unter 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren über 5 Jahre Gesamt
Bank und sonstige Finanzverbindlichkeiten 417 216 212 0 428
Leasingverbindlichkeiten 39.185 9.063 22.914 9.971 41.948
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.258 16.258 0 0 16.258
Sonstige Verbindlichkeiten 8.735 4.496 4.241 0 8.738
Nicht derivative Schulden 64.595 30.033 27.367 9.971 67.372
Derivative Finanzinstrumente 1.591 21.305 0 0 21.305
Derivative finanzielle Schulden 1.591 21.305 0 0 21.305
Gesamt 66.186 51.338 27.367 9.971 88.676

2021 in TEUR

Buchwert Vertragliche Zahlungsströme unter 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren über 5 Jahre Gesamt
Bank und sonstige Finanzverbindlichkeiten 4.905 1.145 3.880 0 5.025
Leasingverbindlichkeiten 37.579 8.072 20.296 10.109 38.477
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.422 13.238 184 0 13.422
Sonstige Verbindlichkeiten 4.292 1.878 2.414 0 4.292
Nicht derivative Schulden 60.198 24.333 26.774 10.109 61.216
Derivative Finanzinstrumente 1.562 34.812 0 0 34.812
Derivative finanzielle Schulden 1.562 34.812 0 0 34.812
Gesamt 61.760 59.145 26.774 10.109 96.028

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, wenn ein Kunde oder Vertragspartner eines Finanzinstruments seine vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Kreditrisiken bestehen hauptsächlich für Kundenforderungen (2022: TEUR 76.990; 2021: TEUR 69.435) , Vertragsvermögenswerte (2022: TEUR 50.475; 2021: TEUR 38.353), sonstige finanzielle Vermögenswerte (2022: TEUR 2.759; 2021: TEUR 672), Termingelder (2022: TEUR 10.000; 2021: TEUR 2.199) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (2022: TEUR 81.380; 2021: TEUR 103.798).

Die Kreditrisiken, ihre Entstehung sowie die Zielsetzungen, Richtlinien und Abläufe zur laufenden Überwachung der Risiken und auch die Methoden zur Bewertung der Kreditrisiken blieben im Geschäftsjahr unverändert. Im Angebotsprozess ist festgelegt, dass jeder neue Kunde einzeln auf seine Kreditwürdigkeit hin analysiert wird, bevor die Standardzahlungs- und -lieferbedingungen des Konzerns angeboten werden. Die Prüfung umfasst externe Ratings, sofern vorhanden, Jahresabschlüsse und Informationen von Auskunfteien.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 99

Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit mussten aufgrund der COVID-19 Pandemie nicht verschärft werden. Das Zahlungsausfallrisiko von Kunden wird durch verpflichtende Bonitätsprüfungen und durch Maßnahmen zur Besicherung von Zahlungen reduziert. Hinsichtlich der Ermittlung etwaiger Wertminderungen auf Basis des Expected Credit Loss Modells wird auf Kapitel 22. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Kapitel 23 Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden verwiesen.Die geschätzte Wertberichtigung auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurde auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegelt die Laufzeiten wider. Die Frequentis-Gruppe nimmt an, dass ihre Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf Grundlage der externen Ratings der Banken und Finanzinstitute ein geringes Ausfallrisiko aufweisen. Es besteht mit Ausnahme von Veranlagungen bzw. Guthaben bei einer Bank in Höhe von TEUR 14.769 (31.12.2021: TEUR 15.499) weder bei einzelnen Kreditunternehmen, Kunden, Vertragspartnern noch bei einzelnen Finanzinstrumenten eine wesentliche Konzentration oder ein wesentliches Kreditrisiko. Der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg im Geschäftsjahr 2020 wurde insofern Rechnung getragen, als das Kontrahentenrisikomanagement weiter ausgebaut wurde indem Kernbanken definiert wurden. Jede Kernbank muss systemrelevant sein und für jede Bank wurde basierend auf dem Bankenrating ein Bankenlimit für das Gesamtengagement festgelegt.

Zinsrisiko

Die Gesellschaft trägt ein Zinsrisiko aufgrund von Schwankungen der Zinssätze auf dem Kapitalmarkt. Dementsprechend können Änderungen der Zinssätze zu Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts oder der künftigen Zahlungsströmen von finanziellen Vermögenswerten und Finanzverbindlichkeiten führen. Die in den Zahlungsmitteln ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 81.380 (31.12.2021: TEUR 103.798) sind zur Gänze variabel beziehungsweise nicht verzinst. Eine Reduktion der Zinssätze würde zu keiner wesentlichen Veränderung führen, da für den größten Teil der Guthaben bei Kreditinstituten keine Zinsen gutgeschrieben wurden und eine Reduktion nicht zu Negativzinsen führen würde. Im Berichtsjahr wurden Negativzinsen in Höhe von TEUR 147 (2021: TEUR 155) bezahlt, welche in den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden. Eine Erhöhung der Zinssätze um einen Prozentpunkt würde zu einem Anstieg der Zinserträge in Höhe von TEUR 814 (2021: TEUR 1.038) führen. Von den finanziellen Verbindlichkeiten sind die Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten sowie die Leasingverbindlichkeiten wie im Vorjahr zur Gänze fix verzinst. Aufgrund des unwesentlichen Zinsrisikos wurde auf eine tabellarische Darstellung des Zinsrisikos verzichtet.

Wechselkursrisiko

Aus dem operativen Geschäft der Unternehmen der Frequentis-Gruppe entstehen Ein- und Auszahlungen in Fremdwährung, denen nicht immer Zahlungen in der selben Währung mit gleichem Betrag und gleicher Fristigkeit gegenüberstehen. Insofern unterliegen die Konzernunternehmungen Wechselkursrisiken. Hinsichtlich der Absicherung der Wechselkursrisiken wird auf den nachfolgenden Abschnitt „Derivative Finanzinstrumente“ verwiesen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 100

Zusammenhang zwischen Bilanzpositionen, Kategorien von Finanzinstrumenten, Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Zuordnung in die jeweilige Kategorie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt (Werte in TEUR):

2022

Kategorie Zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Hedge Accounting) Zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Verpflichtend erfolgswirksam) Zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Eigenkapitalinstrumente) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Buchwert Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Beteiligungen 0 0 0 0
Termingelder 10.000 10.000 10.000
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 76.990 76.990 76.990
Derivative Finanzinstrumente 3 658 661 661
Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte 2.983 2.983 2.983
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 81.380 81.380 81.380
Summe 3 658 171.353 172.014 172.014
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 417 417 417
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.258 16.258 16.258
Leasingverbindlichkeiten 39.185 39.185 39.185
Derivative Finanzinstrumente 273 1.318 1.591 1.591
Sonstige Verbindlichkeiten 2.437 6.298 8.735 8.735
Summe 273 7.616 58.297 66.186 66.186

2021

Kategorie Zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Hedge Accounting) Zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Verpflichtend erfolgswirksam) Zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Eigenkapitalinstrumente) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Buchwert Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Beteiligungen 0 0 0 0
Termingelder 2.199 2.199 2.199
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 69.435 69.435 69.435
Derivative Finanzinstrumente 92 0 92 92
Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte 821 821 821
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 103.798 103.798 103.798
Summe 92 0 176.253 176.345 176.345
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 4.905 4.905 4.905
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.422 13.422 13.422
Leasingverbindlichkeiten 37.579 37.579 37.579
Derivative Finanzinstrumente 716 846 1.562 1.562
Sonstige Verbindlichkeiten 1.854 2.438 4.292 4.292
Summe 716 3.284 57.760 61.760 61.760

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 101

Beizulegende Zeitwerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, sonstige Forderungen, Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden aufgrund der im Wesentlichen kurzen Restlaufzeit zum Buchwert, der einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, bewertet.

Für die vorhandene Beteiligung Altitude Angel Ltd. liegt kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vor. Aus diesem Grund erfolgt die Bewertung über nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der Discounted Cash Flow Methode oder aufgrund von aktuellen Eigenkapitaltransaktionen um den Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert wird der Hierarchiestufe drei zugeordnet. Eine Veräußerung der Beteiligung ist derzeit nicht vorgesehen.

Die Earn-Out Verbindlichkeiten aus dem Unternehmenserwerben der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Regola S.r.l. sind zum beizulegenden Zeitwert erfasst und der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet.

Die Verbindlichkeiten aus den Put Optionen der nicht beherrschenden Gesellschafter bei der ELARA Leitstellentechnik GmbH sowie der Regola S.r.l. sind zum beizulegenden Zeitwert erfasst, deren Veränderung wird in Übereinstimmung mit IFRS 10 ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Der beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet. Da diesbezüglich keine Kategorie besteht, wurde der Betrag unter den Sonstigen Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in obiger Tabelle ausgewiesen.

Der Buchwert der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht den beizulegenden Zeitwerten. Die Derivate, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert wurden, dienen wirtschaftlich dennoch der Absicherung von Kursschwankungen. Die beizulegenden Zeitwerte basieren auf dem Barwert der künftigen zu erwartenden Zahlungsströme, abgezinst mit dem vom Konzern geschätzten Zinssatz, zu dem vergleichbare Finanzinstrumente abgeschlossen werden können und werden der Hierarchiestufe 2 zugeordnet.

Die Bewertung des Long Term Incentive Plans (LTIP) welcher als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingestuft wird, wurde zum beizulegenden Zeitwert bewertet welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde.

Um sämtliche Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen, wurden folgende Hierarchiestufen verwendet:

  • Hierarchiestufe | Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert
  • Level 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Vermögenswerte | Derivative Finanzinstrumente
  • Level 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind | Beteiligungen, Earn-Out Verbindlichkeit, Verbindlichkeit Put Option

Es wird zwischen originären und derivativen Finanzinstrumenten unterschieden. Zu den derivativen Instrumenten zählen vorwiegend Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Währungskursänderungen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 102

Die Nettogewinne und -verluste stellen sich wie folgt dar (Werte in TEUR):

2022

Derivative Finanzinstrumente Weitere erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden
Zinsergebnis 209 -738
Bewertung 122
Wertberichtigung gem. IFRS 9 -313
Währungsgewinne/ -verluste -950 -187
Veräußerungsgewinne und -verluste
Im Konzernergebnis erfasste Nettogewinne/ -verluste 122 0 0 -1.054 -925
Im sonstigen Ergebnis erfasste Nettogewinne/ ‑verluste 297
Nettogewinne/ -verluste 419 0 0 -1.054 -925

2021

Derivative Finanzinstrumente Weitere erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden
Zinsergebnis 79 -607
Bewertung -1.955 -13
Wertberichtigung gem. 6
2022 2021
Währungsgewinne/ -verluste -908 -264
Veräußerungsgewinne und -verluste -220
Im Konzernergebnis erfasste Nettogewinne/ -verluste -1.955 -13
Im sonstigen Ergebnis erfasste Nettogewinne/ ‑verluste 0 -1.087
Nettogewinne/ -verluste -2.253 -13
0 -1.087
-827

Die Wertberichtigungen und Währungsgewinne/-verluste werden in den Sonstigen Aufwendungen bzw. Sonstigen Erträgen ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

Im internationalen Geschäft ist der Abschluss von Verträgen in Fremdwährungen nötig. Das Fremdwährungsrisiko im Konzern resultiert im Wesentlichen aus zukünftigen Geschäftstransaktionen, wenn diese in einer Währung durchgeführt werden, die nicht mit der funktionalen Währung der Muttergesellschaft bzw. des jeweiligen Tochterunternehmens übereinstimmt.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 103

Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z.B. mittels Zulieferaufträgen in der gleichen Fremdwährung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen durch Kundenaufträge in AUD, CAD, CHF, GBP, HUF, QAR, SGD und USD. Es werden zwecks wirtschaftlicher Absicherung des Kursänderungsrisikos Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente zu spekulativen Zwecken werden nicht vereinbart. Die Frequentis-Gruppe hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko für zukünftige Zahlungen aus Kundenaufträgen zum Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte rollierend abzusichern und mittels laufendem Währungsmanagement zu überwachen und zu steuern (Cash Flow Hedge). Das Sicherungsgeschäft (Forwards, Swaps) wird für ein Jahr abgeschlossen und jährlich in der Höhe der noch zu erwartenden Cash Flows verlängert (historische Prolongation). Zahlungen aus den abgesicherten Zahlungsströmen werden voraussichtlich in den Jahren 2023 bis 2027 eintreten. Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert sind, werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Weder aufgrund der COVID-19 Pandemie noch aufgrund des Ukraine Krieges kam es in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 zu Ausfällen von geplanten Grundgeschäften. Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem aktuellen Marktwert, wobei der Marktwert durch den aktuellen Stichtagskurs der Fremdwährung zum 31. Dezember 2022 bestimmt und durch entsprechende Bankbestätigungen nachgewiesen wurde. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der derivativen Finanzinstrumente:

2022

Verkaufs-währung Verkaufs betrag Kaufbetrag Durchschnittlicher Sicherungs-kurs FW-Betrag Marktwert TEUR FW-Betrag Marktwert TEUR Marktwert TEUR
Derivat Cash Flow Hedge Summe
AUD -7.456 4.751 1,57 0 0 -7.456 72 72
CHF -104 107 0,98 0 0 -104 0 0
GBP -3.465 3.954 0,88 -264 3 -3.201 94 97
SGD -227 157 1,44 0 0 -227 0 0
USD -25.810 24.022 1,07 0 0 -25.810 491 491
Summe 32.991 3 657
Derivat Für MTM Bewertung Summe
AUD -533 323 1,65 0 0 -533 -12 -12
CAD -1.820 1.173 1,55 0 0 -1.820 -60 -60
GBP -6.668 7.101 0,94 -5.672 -273 -996 -59 -332
HUF -10.029 22 452,83 0 0 -10.029 0 0
QAR -5.174 1.301 3,98 0 0 -5.174 -24 -24
SGD -1.300 815 1,60 0 0 -1.300 -83 -83
USD -12.656 10.570 1,20 0 0 -12.656 -1.080 -1.080
Summe 21.305 -273 -1.318 -1.591

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 104

2021

Verkaufs-währung Verkaufsbetrag Kaufbetrag Durch-schnittlicher Sicherungs- kurs FW-Betrag Marktwert TEUR FW-Betrag Marktwert TEUR Marktwert TEUR
Derivat Cash Flow Hedge Summe
GBP 349 -401 0,87 0 0 349 8 8
SGD 427 -265 1,61 0 0 427 12 12
USD -10.860 9.502 1,14 0 0 -10.860 72 72
Summe 8.836 0 92
Derivat Für MTM Bewertung Summe
AUD -2.351 1.439 1,63 0 0 -2.351 -49 -49
CAD -2.600 1.703 1,53 0 0 -2.600 -28 -28
CHF -345 318 1,09 0 0 -345 -17 -17
GBP -15.045 16.706 0,90 -7.572 -695 -7.474 -274 -969
HKD -700 77 9,11 0 0 -700 -2 -2
NOK -1.672 152 11,01 0 0 -1.672 -13 -13
SGD -5.030 3.120 1,61 0 0 -5.030 -128 -128
USD -13.385 11.296 1,18 -327 -21 -13.058 -335 -356
Summe 34.811 -716 -846 -1.562

Der Buchwert des Cash Flow Hedges sowie der Buchwert der MTM Bewertung sind im Geschäftsjahr 2022 mit einem positiven Marktwert von TEUR 661 (2021: TEUR 92) in den sonstigen Forderungen und mit einem negativen Marktwert von TEUR 1.591 (2021: TEUR 1.562) in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Wenn das gesicherte Grundgeschäft (Umsatz) realisiert wird, wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag aus dem Sicherungsgeschäft in den Umsatz umgebucht. Der Betrag, der in die Umsatzerlöse umgebucht wird, ist aus der nachfolgenden Entwicklung der Cash Flow Hedge Reserve ersichtlich. Grundsätzlich erfolgt im Rahmen der Widmung eines Derivates als Sicherungsinstrument eine prospektive Effektivitätsmessung sowie zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung und die Ermittlung einer möglichen Ineffektivität. Die Messung der Ineffektivität erfolgt durch Vergleich der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der designierten Sicherungsinstrumente seit Designation der Sicherungsbeziehung und der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das gesicherte Risiko. Zur Ermittlung der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das Risiko der Kursänderung wird ein hypothetisches Derivat gebildet. Ineffektivitäten können auftreten, wenn das Kreditrisiko des Handelspartners stark von jenem der Frequentis-Gruppe abweicht. Darüber hinaus kann es aufgrund von Verringerungen der gesicherten Umsätze zu einer kurzfristigen Übersicherung kommen, welche zu Ineffektivitäten führen können. 2022 und 2021 sind keine Ineffektivtäten aufgetreten. Die Entwicklung der Cash Flow Hedge Reserve stellt sich wie folgt dar:

2022
TEUR
2021
TEUR

2022 2021
Stand 31. Dezember des Vorjahres -346 -123
Ergebnis aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts 194 -300
darauf entfallende latente Steuern -46 75
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung 103 3
darauf entfallende latente Steuern -25 -1
Anpassungen aufgrund Steuersatzänderungen -5 0
Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres -125 -346

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 105

Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Erhöhung der Fremdwährungskurse zum Stichtag von +10% eine Veränderung des Marktwerts des Cash Flow Hedges von TEUR 599 und des Marktwerts der MTM Bewertung von TEUR 4.384 und bei einem Rückgang der Fremdwährungs kurse zum Stichtag von -10% eine Veränderung des Marktwerts des Cash Flow Hedges von TEUR -738 und des Marktwerts der MTM Bewertung von TEUR -5.443 ergeben.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 106

36. Leasing

Verhältnisse als Leasingnehmer

Die Frequentis-Gruppe hat mit einigen Vertragspartnern Leasingverträge insbesondere über die Anmietung von Gebäuden, Maschinen, Kraftfahrzeugen und IT Equipment abgeschlossen. Die Mietverträge für Gebäude werden entweder als befristete Verträge oder als unbefristete Verträge mit kurzen Kündigungsmöglichkeiten für den Leasingnehmer und den Leasinggeber abgeschlossen. Insoweit es sich um Büros von kleineren Gesellschaften handelt, werden die Verträge als kurzfristige Verträge eingestuft, da die Beendigung dieser Verträge zu keinen Pönalen führt und neue Räumlichkeiten leicht verfügbar sind. Hinsichtlich des gemieteten Bürogebäudes am Firmensitz besteht ein Kündigungsverzicht bis 2026. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Laufzeit bis 2029 angenommen und zum 31. Dezember 2022 wurde diese neu eingeschätzt und die Laufzeit bis 2030 angepasst. Dies führte zu einer Erhöhung des Nutzungsrechts um TEUR 1.763. Im Jahr 2020 wurde ein Leasingvertrag für eine Bestückungsmaschine mit unbestimmter Laufzeit abgeschlossen. Aufgrund des Kündigungsverzichts von 72 Monaten wurde das Nutzungsrecht entsprechend dieser Laufzeit angesetzt. Die Mietverträge über Kraftfahrzeuge haben eine Laufzeit von rund 3 bis 6 Jahren, während IT Equipment meistens für fünf Jahre gemietet wird. Diesbezüglich bestehen weder Kündigungs- noch Verlängerungsoptionen beziehungsweise werden deren Ausübung nicht als so gut wie sicher eingestuft und daher bei der Ermittlung des Nutzungsrechts nicht berücksichtigt. Die Frequentis-Gruppe mietet auch IT Equipment und sonstiges Equipment. Diese Leasingverträge werden als kurzfristige Mietverträge oder Mietverträge über geringwertige Vermögenswerte klassifiziert, für welche die Ausnahmebestimmung in Anspruch genommen wird und welche daher im Konzernabschluss weder als Vermögenswert noch als Verbindlichkeit erfasst werden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 107

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den bilanzierten Nutzungsrechten, welche in den Sachanlagen ausgewiesen werden:

2022

Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude TEUR Nutzungsrechte Maschinen TEUR Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR Gesamt TEUR
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022 57.028 587 3.444 61.059
Währungsumrechnung 164 0 1 165
Zugang Konsolidierungskreis 347 0 35 382
Zugänge 8.835 0 1.240 10.075
Abgänge -551 0 -294 -845
Stand 31.12.2022 65.823 587 4.426 70.836
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 01.01.2022 -21.839 -115 -1.735 -23.689
Währungsumrechnung -2 0 2 0
Zugang Konsolidierungskreis -123 0 -22 -145
Zugänge -8.082 -96 -888 -9.066
Abgänge 446 0 265 711
Stand 31.12.2022 -29.600 -211 -2.378 -32.189
Buchwert Stand 31.12.2022 36.223 376 2.048 38.647

2021

Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude TEUR Nutzungsrechte Maschinen TEUR Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR Gesamt TEUR
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 49.363 587 2.707 52.657
Währungsumrechnung 499 0 10 509
Zugang Konsolidierungskreis 2.670 0 198 2.868
Zugänge 5.003 0 850 5.853
Abgänge -507 0 -321 -828
Stand 31.12.2021 57.028 587 3.444 61.059
# 61.059 Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 01.01.2021 -12.775 -19 -1.112 -13.906
Währungsumrechnung -231 0 -5 -236
Zugang Konsolidierungskreis -2.004 0 -113 -2.117
Zugänge -7.336 -96 -799 -8.231
Abgänge 507 0 294 801
Stand 31.12.2021 -21.839 - 115 -1.735 -23.689
Buchwert Stand 31.12.2021 35.189 472 1.709 37.370

Neben neuen Verträgen beinhalten die Zugänge zu Nutzungsrechten auch Anpassungen aufgrund von Vertragsänderungen, Vertragsverlängerungen, Neueinschätzungen von Vertragslaufzeiten sowie Indexanpassungen. Die Leasingverbindlichkeiten veränderten sich von TEUR 37.579 (davon TEUR 29.785 langfristig und TEUR 7.794 kurzfristig) zum 1. Jänner 2022 auf TEUR 39.185 (davon TEUR 30.763 langfristig und TEUR 8.422 kurzfristig) zum 31. Dezember 2022.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022
Sonstige Angaben
108

Folgende Aufwendungen aus Leasingverträgen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen:

2022 TEUR 2021 TEUR
Abschreibung der Nutzungsrechte 9.066 8.231
Zinsaufwand aus Leasingverpflichtungen 412 215
Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 614 540
Mietzahlungen für geringwertige Vermögenswerte 64 33
Gesamt 10.156 9.019

In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen:

2022 TEUR 2021 TEUR
Tilgung Leasingverbindlichkeiten 8.686 8.228
Bezahlte Zinsen für Leasingverhältnisse 412 215
Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und geringwertige Vermögenswerte 678 573
9.776 9.016

Die bezahlten Zinsen für Leasingverhältnisse sowie die Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und geringwertige Vermögenswerte werden im Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen wohingegen die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten im Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt werden. Im Laufe des Jahres 2022 hat die Frequentis-Gruppe mehrere Verträge über Leasingverhältnisse, die in 2023 beginnen, abgeschlossen. Hierbei handelt es sich allerdings nur um unwesentliche KFZ- oder Mietverträge.

Verhältnisse als Leasinggeber

Die Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen, in denen die Frequentis-Gruppe als Leasinggeber agiert, beziehen sich einerseits auf unwesentliche Untermietverträge sowie auf Operating-Leasing über die Nutzung von Sprachvermittlungssystemen. Die Laufzeiten der jeweiligen Leasingverhältnisse betragen zwischen 1 und 4 Jahren. Es bestehen weder Verlängerungsoptionen noch Optionen, den Vermögenswert nach Ablauf der Leasingdauer zu kaufen.

Fälligkeiten der zukünftigen Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen:

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
In einem Jahr fällig 1.731 9
In zwei Jahren fällig 1.457 0
In drei Jahren fällig 11 0
In vier Jahren fällig 0 0
In fünf Jahren fällig 0 0
In mehr als fünf Jahren fällig 0 0
3.199 9

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022
Sonstige Angaben
109

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden TEUR 182 (2021: TEUR 50) als Sonstige betriebliche Erträge erfasst.

37. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Mutterunternehmen

Die Frequentis Group Holding GmbH hält mit rund 60% die Mehrheit der Aktien der Frequentis AG. Mit der Frequentis Group Holding GmbH wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:

2022 TEUR 2021 TEUR
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge 19 24
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen (Beratungsleistungen) 590 558
Offene Forderungen zum 31. Dezember 2 1
Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 0 0

Alle Transaktionen werden zu fremdüblichen Konditionen getätigt.

Assoziierte Unternehmen

Die Frequentis-Gruppe unterhält mit den assoziierten Unternehmen Beziehungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Dabei kauft und verkauft die Frequentis-Gruppe die Dienstleistungen zu üblichen Marktbedingungen. Mit den assoziierten Unternehmen wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:

2022 TEUR 2021 TEUR
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge 1.084 453
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen 2.813 2.305
Offene Forderungen zum 31. Dezember 192 11
Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 419 38
Erhaltene Anzahlungen zum 31. Dezember 588 0

Nahestehende Unternehmen

Eine Reihe von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen oder ihnen nahestehende Unternehmen und Personen nehmen Positionen in anderen Unternehmen ein, infolge derer sie die Beherrschung oder maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik dieser Unternehmen haben.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022
Sonstige Angaben
110

Folgende Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden im Berichtsjahr zu üblichen Marktbedingungen durchgeführt:

2022 TEUR 2021 TEUR
Aufwendungen aus Beratungsleistungen 283 488
Aufwendungen aus Projektunterstützungsleistungen 220 338
Aufwendungen aus Software Entwicklung und Engineering 1.856 464
Zahlungen für Miete (Tilgung und Zinsen) und Betriebskosten 3.954 3.801
Zinsaufwand für erhaltene Darlehen 1
Umsatzerlöse 1.897 18
Forderungen zum 31.12. 1.068 0
Verbindlichkeiten zum 31.12. 105 104
Erhaltene Darlehen zum 31.12. 30 30

Bei den Aufwendungen aus Software Entwicklung und Engineering sind zusätzlich noch Unternehmen, die nicht nach IAS 24 nahestehende Personen oder Unternehmen wären, in Höhe von TEUR 467 enthalten. Die diesbezüglichen Verbindlichkeiten betragen TEUR 46. Die Zahlungen für Miete betreffen hauptsächlich die Miete für das Bürogebäude am Firmensitz in Wien.

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)

Johannes Bardach ist Aufsichtsrats-mitglied in der FFG. Das Kerngeschäft der FFG besteht in der Vergabe von Förderungen und Darlehen für Forschungszwecke. Um die nötige strategische Ausrichtung des Aufsichtsrats zu gewährleisten, werden entsprechend dem FFG-Gesetz auch Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen, die Förderungen der FFG erhalten, als Aufsichtsräte nominiert. Im Berichtsjahr wurden Anzahlungen für zukünftige Fördererlöse in Höhe von TEUR 188 (2021: TEUR 144) von der FFG ausbezahlt. Die von der FFG erhaltenen Fördererlöse des Berichtsjahres betrugen TEUR 502 (2021: 237), wobei hier ein Anteil in Höhe von TEUR 210 (2021: TEUR 63) als Sonstige Forderung ausgewiesen ist. Zusätzlich wurde im Berichtsjahr ein Darlehen im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt in Höhe von TEUR 284 und einer Laufzeit von 5 Jahren von der FFG ausbezahlt. Da der Aufsichtsrat der FFG nicht in die Vergabe von Förderungen eingebunden ist, entstehen durch diese Praxis keine Interessenkonflikte.

Nahestehende Personen

Vorstand

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

  • Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
  • Hermann Mattanovich
  • Peter Skerlan

Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Vorstände betrugen im Berichtsjahr TEUR 2.368 (TEUR 2.737). Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe (Jahresgrundgehalt, Prämien Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) und variable Bestandteile (bestehend aus kurzfristig variablen Bestandteilen und langfristig variablen Bestandteilen (LTIP)). Die kurzfristig variablen Bestandteile sind erfolgsabhängig an das Erreichen von finanziellen Unternehmenszielen und von individuellen Zielen geknüpft.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022
Sonstige Angaben
111

Die Frequentis AG hat 2019, 2020, 2021 und 2022 einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2019 bzw. LTIP 2020, LTIP 2021 und LTIP 2022) mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen. Diesbezüglich wird auf Kapitel 28. Aktienbasierte Vergütung verwiesen. Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese beinhalten neben einer Alterspension auch Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach Ableben der Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt beendet ist. Für die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr TEUR 383 (2021: TEUR 391) in Form von Beiträgen zu Pensionsversicherungen und der Bildung von Pensionsrückstellungen aufgewendet. In diesem Betrag ist ein Dienstzeitaufwand in Höhe von TEUR 167 (2021: TEUR 159), ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 42 (2021: TEUR 32) sowie ein Aufwand für Pensionsversicherung in Höhe von TEUR 175 (2021: TEUR 200) enthalten. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses bestehen Abfertigungsansprüche gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich sowie aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen. Die Auflösung der entsprechenden Rückstellung für Abfertigungsansprüche betrug im Berichtsjahr TEUR 62 (2021: Dotierung TEUR 259). An Mitglieder des Vorstands der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Frequentis AG besteht aus sechs Kapitalvertreterinnen und Kapitalvertretern sowie aus drei Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern. Die Aufsichtsratvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 167 (2021: TEUR 148). Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Johannes Bardach werden für die Ausübung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender ein Büro und Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen die nicht für die Ausübung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender von Frequentis erbracht wurden, wurde ein Betrag von brutto TEUR 73 (2021: TEUR 52) in Rechnung gestellt. Per 31. Dezember 2022 bestand hier eine diesbezügliche offene Forderung in Höhe von TEUR 0,3 (2021: TEUR 4). An Mitglieder des Aufsichtsrats der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

38. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Per 1. Jänner 2023 wurde Monika Haselbacher als weiteres Mitglied in den Vorstand berufen. Sie verstärkt seitdem den Vorstand der Frequentis AG in der Funktion als Chief Operating Officer (COO) und wurde für die Dauer von 5 Jahren (1. Jänner 2023 bis 31. Dezember 2027) bestellt. Der Vorstand setzt sich ab 1.
```Jänner 2023 wie folgt zusammen:
Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
Monika Haselbacher
Hermann Mattanovich
Peter Skerlan

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 112

Per 20. Februar 2023 kam es zu einer Erhöhung der Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. mit Sitz in Iloilo, Philippinen, von 40% auf 65%. Der diesbezügliche Kaufpreis in Höhe von TEUR 35 wurde schon im Jahr 2022 geleistet und wird in der Position Anzahlungen langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

Am 20. Februar 2023 wurde der Kauf von 76,67% der Anteile an der FRAFOS GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland unterzeichnet. Die Anteile werden von der BlueCall Systems GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Frequentis AG, erworben. Das Closing ist abhängig von einer Genehmigung durch das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und wird mit April 2023 erwartet. Der Kaufpreis für die Geschäftsanteile setzt sich aus einem Basiskaufpreis in Höhe von TEUR 2.300, einer möglichen Nachbesserung in Höhe von TEUR 465 (abhängig vom Eingang gewisser offener Forderungen) und einer variablen erfolgsabhängigen Kaufpreiskomponente (Earn Out) zusammen.

39. Zusatzangaben

Die Frequentis-Gruppe beschäftigte 2022 durchschnittlich 2.081 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (2021: 1.937 arbeitnehmerinnen und arbeitnehmer. Alle Angaben sind erstmals in Vollzeitkräften und die Werte für das Jahr 2021 wurden entsprechend angepasst.

Aufwendungen für Abschlussprüfer

Für den Abschlussprüfer wurde im Berichtsjahr ein Betrag von TEUR 133 (2021: TEUR 127) für die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses sowie TEUR 71 (2021: TEUR 45) für sonstige Bestätigungsleistungen und TEUR 23 (2021: TEUR 17) für sonstige Leistungen aufgewendet.

40. Kapitalmanagement

Die finanzwirtschaftliche Steuerung der Frequentis-Gruppe zielt, außer auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts, auf die Einhaltung einer angemessenen Kapitalstruktur ab. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt vor allem auf Basis der Kennzahlen EBIT-Marge, Eigenkapital-Quote und Nettoverschuldung. Da die Frequentis-Gruppe derzeit über einen Überschuss an liquiden Mitteln verfügt, wird von einem Nettoguthaben und keiner Nettoverschuldung gesprochen. Dieses Nettoguthaben setzt sich aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zuzüglich Termingelder abzüglich der Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten zusammen. In der Berichtsperiode entwickelten sich die Kennzahlen wie folgt:

2022 2021
EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) 6,5% 8,7%
Eigenkapitalquote 43,3% 41,1%
Nettoguthaben in TEUR 90.963 101.093

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 113

Die Berechnung des EBIT erfolgt in der Frequentis-Gruppe wie folgt:

2022 TEUR 2021 TEUR
Ergebnis vor Steuern 24.737 27.925
Finanzerträge -209 -79
Finanzierungsaufwendungen 738 607
Nettoveränderung der Wertminderung auf finanzielle Vermögenswerte 0 857
Erträge aus assoziierten Unternehmen -275 -342
EBIT 24.991 28.968

Die Gesellschaft erfüllt die gesetzlichen und satzungsmäßigen Mindestkapitalanforderungen. Das gemanagte Kapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Sonstige Angaben 114

41. Risikomanagement

In der Frequentis-Gruppe ist ein Internes Kontrollsystem (IKS) für den Rechnungslegungsprozess eingerichtet. Die Zuverlässigkeit des internen Kontrollsystems wird durch die Interne Revision geprüft. Die Frequentis-Gruppe hat auf Basis von Best-Practice Standards mehrere Prozesse initiiert, um ihr Risikomanagement effektiv zu gestalten. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Das Risikobewusstsein, die Wachsamkeit innerhalb der Belegschaft sowie das frühzeitige Erkennen von geschäftlichen Risiken sind durch eine fundierte Risk Management Policy gut ausgeprägt und verankert. Die Risiken werden im Konzernlagebericht im Kapitel Chancen- & Risikomanagement näher erläutert.

Wien, am 13. März 2023

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

Monika Haselbacher e.h.
Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands

Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2022 Bestätigungsvermerk 115

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Darstellung der Komponenten des Eigenkapitals und ihrer Entwicklung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind vom Konzern unabhängig in Überein- stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Überein- stimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht- gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

  • Bilanzierung des Projektgeschäftes

Frequentis-Gruppe 116 Bestätigungsvermerk Konzernabschluss 2021

Bilanzierung des Projektgeschäfts

Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:

Der weitaus überwiegende Anteil der aus- gewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projekt- geschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen.

Bei Wartungs- projekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen. Die Erfassung der Umsatz- erlöse aus Lieferprojekten erfolgt bei Erfüllung der Voraussetzungen gemäß IFRS 15 zeitraum- bezogen in Abhängigkeit des Projektfortschritts, der nach der Cost-to-Cost Methode ermittelt wird. Vertragliche Ansprüche aus den Projekten werden als Vertragsvermögenswerte und offene Leistungsverpflichtungen als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Insoweit bei den noch nicht abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, wird dieser sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies gilt in gleicherweise auch für verlustbringende Wartungsprojekte.

Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen Verpflich- tungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse ergeben. Die Bewertung des Leistungsfortschritts, der noch anfallenden Projektkosten und der projekt- bezogenen Rückstellungen erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und zukunfts- bezogene Schätzungen. Zusätzliche Anforderungen bei der Schätzung ergeben sich durch die inflationsbedingten Einflüsse für die noch zu erwarteten Projektkosten. Aufgrund des wesentlichen Umfangs des Projektgeschäftes ergibt sich daraus das Risiko einer falschen Darstellung des Umsatzes aus Projekten, der damit verbundenen Kosten sowie der projekt- bezogenen Bilanz- positionen.

Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Konzernanhang unter Punkt 2 bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden insbesondere bei den Unterpunkten „IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ sowie „Wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen“ beschrieben. Weitere Angaben finden sich unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlust- rechnung bei Punkt 4 „Umsatzerlöse“ wie auch bei den Erläuterungen zur Bilanz unter Punkt 23 „Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden“ und Punkt 31 „Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden“.

Prüferisches Vorgehen:

Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen überprüft.Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge, die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss. Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit. Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe berücksichtigt. Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projekt- verantwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen der inflationsbedingten wirtschaftlichen Effekte. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller Projektinformationen sowie die Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen Werte mit Vertragsdokumenten und anderen relevanten Unterlagen vorgenommen. Weiters haben wir uns mit der Erfassung der Kosten auf den einzelnen Aufträgen sowie der darauf aufbauenden Ermittlung des Projektfortschrittes auseinandergesetzt. Schließlich haben wir überprüft, ob die Darstellung des Projektgeschäftes im Konzernabschluss und in den Angaben im Anhang in Einklang mit den Bestimmungen des IFRS 15 erfolgt sind.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzern- abschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den Nichtfinanziellen Bericht, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzern- abschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs- legungsgrundsatzes, der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Ver-treter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmens- tätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben.

Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil. Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind.# Bestätigungsvermerk

Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Frequentis-Gruppe

120

Bestätigungsvermerk

Konzernabschluss 2021

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 19. September 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Posautz.

Wien, am 13. März 2023

BDO Assurance GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
(als Gesamtrechtsnachfolgerin der BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft)

Mag. Gerhard Posautz
Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Fremgen
Wirtschaftsprüfer

Frequentis-Gruppe

Konzernabschluss 2022

Erklärung aller gesetzlichen VertreterInnen

121

Erklärung aller gesetzlichen VertreterInnen

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 13. März 2023

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

Monika Haselbacher e.h.
Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands

Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands

Frequentis AG

Lagebericht 2022

123

Lagebericht zum Jahresabschluss der Frequentis AG zum 31.12.2022

Frequentis AG

124

Einleitung

Lagebericht 2022

Einleitung

Der Einzelabschluss (Jahresabschluss) der Frequentis AG wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB), aufgestellt. Die hier angeführten Kennzahlen der Frequentis AG ergeben, in Kombination mit dem Lagebericht der Frequentis-Gruppe (siehe Kapitel Lagebericht Konzernabschluss), ein umfassenderes Bild als es der Lagebericht der Frequentis AG allein zu vermögen gibt.

Ausgewählte finanzielle Kennzahlen

Die nachfolgenden Kennzahlen werden unter Angabe der verwendeten Berechnungsformel dargestellt. Bei den nachstehenden Beträgen handelt es sich, sofern nicht anders angegeben, um Werte in TEUR.

Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur

Kennzahlen 2022 2021
Eigenkapitalquote 56,7% 46,8%
Eigenkapital
x 100 / Gesamtkapital
Fremdkapitalquote 43,3% 53,2%
Fremdkapital
x 100 / Gesamtkapital
Verschuldungsgrad 76,3% 113,7%
Fremdkapital
x 100 / Eigenkapital
Nettoguthaben (-) / Bankverbindlichkeiten – liquide Mittel -48.101 -58.568
Nettoverschuldung (+)

Kennzahlen der Liquidität

Kennzahlen 2022 2021
Working Capital 59.772 56.711
Kurzfristige Aktiva – kurzfristige Passiva
Working Capital Ratio 196,7% 178,7%
Kurzfristige Aktiva / kurzfristige Passiva x 100

Frequentis AG

Lagebericht 2022

Ausgewählte finanzielle Kennzahlen

125

Kennzahlen zur Rentabilität

Kennzahlen 2022 2021
Eigenkapitalrentabilität 19,1% 16,5%
Jahresergebnis x 100 / Eigenkapital
Eigenkapitalrentabilität vor Steuern 24,2% 21,2%
(Jahresergebnis + Ertragsteuern) x 100 / Eigenkapital
Umsatzrentabilität 7,9% 5,7%
Jahresergebnis x 100 / Umsatz
Return on Sales (ROS) 8,7% 7,1%
Betriebsergebnis x 100 / Umsatz
Return on Equity (ROE) 26,4% 22,8%
Ergebnis vor Steuern x 100 / Ø Eigenkapital
Return on Investment (ROI) 13,6% 10,4%
(Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand) x 100 / Ø Gesamtkapital
EBIT 20.647 16.828
Betriebsergebnis
EBITDA 24.060 20.703
Betriebsergebnis + Abschreibung immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagevermögen

Geldflussrechnung

2022 2021
Ergebnis vor Steuern 23.996 17.552
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investitionsbereichs 4.744 5.733
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Investitionsbereichs 1 7
+/- Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Liefer- und Leistungsforderungen sowie anderer Aktiva -13.301 10.872
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -8.054 6.270
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva -7.468 -346
= Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern -82 40.087
-/+ Zahlungen für Ertragsteuern -1.182 -66
= Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit -1.264 40.021
+ Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) 0 2
- Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) -3.946 -3.731
- Auszahlungen für Finanzanlagenzugang und für sonstige Finanzinvestitionen und Investitionszuschuss -2.602 -26.464
= Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -6.548 -30.192
- Dividende -2.654 -1.990
- Auszahlungen aus dem Erwerb eigener Aktien 0 -384
- Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen -4.500 -1.000
= Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -7.154 -3.374
= zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -14.966 6.455
+ Finanzmittelbestand am Beginn der Periode 63.068 56.613
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode 48.101 63.068

Frequentis AG

126

Lagebericht 2022

Nichtfinanzielle Kennzahlen

Börsenkennzahlen (Wiener Börse)

Börsenkennzahlen (Wiener Börse) 2022 2021
Schlusskurs zum 31.12. in EUR 28,50 26,70
Tiefstkurs (Schlusskurs) in EUR 23,50 17,90
Höchstkurs (Schlusskurs) in EUR 33,40 28,60
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.12. in Stück 13.280.000 13.280.000
Marktkapitalisierung zum 31.12. in EUR Mio. 378,5 354,6

Dividende

Die Hauptversammlung am 2. Juni 2022 hat die Ausschüttung einer um ein Drittel höheren Dividende von EUR 0,20 je Aktie für das Jahr 2021 (für 2020: EUR 0,15 je Aktie) beschlossen. Damit gelangten TEUR 2.654 zur Ausschüttung. An die eigenen Aktien wurde keine Dividende ausgeschüttet.

Eigene Aktien

Der Bestand an eigenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2021 15.500 Stück. Nach der Übertragung von 6.590 Aktien im Mai 2022 im Rahmen des Long Term Incentive Plans 2019 (LTIP 2019) an den Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft beträgt der Bestand an eigenen Aktien per Ende Dezember 2022 damit 8.910 Stück. Dies entspricht einem Anteil von 0,0671% am Grundkapital.

Nichtfinanzielle Kennzahlen

Für die Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Umweltbelange, Menschenrechte, Compliance, Anti-Korruption und Safety, Security & Datenschutz wird auf den von Frequentis gesondert erstellten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt, verwiesen.

Lagebericht Konzernabschluss

Zur besseren Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage basiert der folgende Lagebericht auf dem Konzernabschluss der Frequentis AG, welcher nach den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt wurde.

Frequentis AG

Lagebericht 2022

Wirtschaftliches Umfeld

127

Wirtschaftliches Umfeld

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2023 das World Economic Outlook Update publiziert1.# Frequentis AG

Geschäftsentwicklung Lagebericht 2022

Geschäftsentwicklung

Trotz der Pandemie wird für das abgelaufene Jahr 2022 ein Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,4% erwartet, für das Jahr 2023 soll das Wachstum 2,9% betragen. Die Prognose für das Jahr 2023 liegt um 0,2 Prozentpunkte höher als im Oktober 2022 vorausgesagt, aber unter dem historischen Durchschnitt (2000-2019) von 3,8%. Die Anhebung der Zentralbankzinsen zur Bekämpfung der Inflation und der Krieg Russlands in der Ukraine belasten weiterhin die Wirtschaftstätigkeit. Die rasche Ausbreitung von COVID-19 in China dämpfte das Wachstum im Jahr 2022, aber die jüngste Wiedereröffnung hat den Weg für eine schneller als erwartete Erholung geebnet. Das Gleichgewicht der Risiken ist nach wie vor eher abwärts gerichtet, aber die negativen Risiken haben sich seit dem World Economic Outlook Update vom Oktober 2022 abgeschwächt. Die globale Inflation wird voraussichtlich von 8,8% im Jahr 2022 auf 6,6% im Jahr 2023 und 4,3% im Jahr 2024 sinken und damit immer noch über dem Niveau vor der Pandemie (2017-2019) von etwa 3,5% liegen. Für das Jahr 2022 wird für die USA ein Anstieg von 2,0% (2023: 1,4%) prognostiziert. Für die Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 3,5% im Jahr 2022 (2023: 0,7%). Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad in den Jahren 2022 und 2023 unterschiedlich hoch: für Deutschland werden im Jahr 2022 1,9% (2023: 0,1%) erwartet, für Frankreich 2,6% (2023: 0,7%), für Italien 3,9% (2023: 0,6%) und für Spanien 5,2% (2023: 1,1%). Die Prognose für Großbritannien liegt bei 4,1% für das Jahr 2022 (2023: -0,6%). Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 4,3% im Jahr 2022 (2023: 5,3%) gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2022 von einem Wachstum von 3,9% (2023: 1,8%) aus. Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von 5,3% (2023: 3,2%) prognostiziert.

1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023

Frequentis AG 128 Geschäftsentwicklung Lagebericht 2022

Das operative Geschäft war durch die COVID-19 Pandemie, welche im Laufe des Jahres 2022 abflaute, nur mehr teilweise beeinträchtigt. Der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine führte indirekt über die gestiegene Inflation (zuerst für Strom, Gas und Treibstoffe) zu Auswirkungen auf die Frequentis-Gruppe. Zug um Zug schlug sich die Inflation auch bei den Zukäufen von Lieferanten und bei den Lohnabschlüssen und damit im Ergebnis nieder. Der Umsatz stieg, auch aufgrund der von L3Harris Technologies im Laufe des Jahres 2021 übernommenen und im Jahr 2022 ganzjährig inkludierten Unternehmen sowie der Akquisition der italienischen Regola im Jänner 2022. Dank dem stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von Kommunikations- und Informationslösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen, wie der gestiegene Auftragseingang zeigt.

Bedeutende Ereignisse im Jahr 2022

Übernahme von Regola

Mit 5. Jänner 2022 übernahm Frequentis 51% der Anteile der Regola S.r.l. (Sitz in Turin, Italien). Die innovativen Softwarelösungen des italienischen Unternehmens ergänzen das Frequentis- Produktportfolio für die öffentliche Sicherheit und unterstützen damit die langfristige Wachstumsstrategie in diesem Bereich. Frequentis und Regola verbessern mit der integrierten Control-Room-Solution die Reaktionsfähigkeit von Einsatzkräften. Mit den Command and Control (CAD)-Lösungen wird das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten ergänzt. Hauptprodukt von Regola ist die UNIQUE CAD- Produktfamilie, ergänzt durch Produkte, die als Software as a Service angeboten werden. Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung. Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.

Beteiligung an Aviamaps

Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnenflug direkt im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools. Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet.

75-jähriges Firmenjubiläum

Im Jahr 2022 feierte Frequentis das 75. Jahr seines Bestehens. In dieser Zeitspanne erfolgte die Entwicklung vom Kleinst-Unternehmen – heute wohl ein „Start-Up“ – 1947 gegründet von zwei ambitionierten Ingenieuren im Nachkriegs-Wien, über einen mittelständischen österreichischen Betrieb hin zu einer weltweit erfolgreich tätigen Unternehmensgruppe.

Frequentis AG Lagebericht 2022 Geschäftsentwicklung 129

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die spezielle Kultur im Umgang mit sicherheitskritischen Prozessen, die die Frequentis-Teams auszeichnet. 75 Jahre Erfahrung mit Projekten im sicherheitskritischen Umfeld haben einen umfassenden Know-how-Aufbau und ein tiefes Verständnis für Kundenbedürfnisse geschaffen. Dieses Wissen will Frequentis auch zukünftig auf den Weltmärkten einsetzen – überall dort, wo es darum geht, Menschen oder Güter vor Gefahren zu schützen.

Auswirkungen der geopolitischen Lage

Fast zeitgleich mit dem fortschreitenden Abklingen der COVID-19 Pandemie begann im Osten Europas der Krieg in der Ukraine. Dies führte neben dem unermesslichen Leid vor Ort zu zahlreichen Auswirkungen auf interne und externe Stakeholder von Frequentis. Die Auswirkungen auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da der Umsatz für die Ukraine, Russland und Weißrussland in Summe im Jahr 2022 bei weniger als TEUR 100 lag. Indirekt führten die Auswirkungen des Kriegs zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die MitarbeiterInnen im Zuge der jährlichen Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehaltsvereinbarungen schlagen sich Zug um Zug im Jahr 2022 und auch im Jahr 2023 in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe nieder. Die Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Auswirkungen der COVID-19 Pandemie

Bereits ab März 2020 war bei Frequentis ein interner Corona-Krisenstab im Einsatz, der sich aus einem interdisziplinären Team relevanter Fachabteilungen unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden zusammensetzte. Angepasst an die jeweilige Situation der Pandemie trat der Krisenstab in regelmäßigen Abständen zusammen, um die aktuelle Situation zu evaluieren und die weitere Vorgehensweise festzulegen. Parallel zur Entspannung der Pandemie-Situation beginnend mit Frühsommer 2022 wurden auch die Maßnahmen in den einzelnen Bereichen Schritt für Schritt zurückgenommen; allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie eine Testpflicht für TeilnehmerInnen an größeren Meetings wurden bis zum Jahresende weiter fortgeführt. Die Maßnahmen, die es Frequentis erlaubt haben, gut durch die COVID-19 Pandemie zu kommen, umfassten Aktivitäten vor allem in den Bereichen Health & Safety und Facility Management sowie im verstärkten Einsatz der digitalen Möglichkeiten, Frequentis-intern sowie mit Kunden und Partnern. Hier machte sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in Frequentis haben und auch ihrerseits mit viel Flexibilität und Kreativität dabei unterstützten, gute Lösungen zu finden. So konnten Projekte trotz anhaltender Reiserestriktionen virtuell (per Videokonferenzen) fortgesetzt und auch abgenommen werden. Die Frequentis-Firmenkultur ermöglichte schon vor der Pandemie mobiles Arbeiten (von zu Hause aus, vor Ort beim Kunden), sodass die weitreichende Umstellung auf das Arbeiten von zu Hause aus von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der vorhandenen IT-Infrastruktur sehr gut bewältigt wurde.

Frequentis AG 130 Geschäftsentwicklung Lagebericht 2022

Aus den Erfahrungen der Pandemie können einige wesentliche Learnings für die langfristige nachhaltige Weiterentwicklung von Frequentis gezogen werden. Diese Erkenntnisse und Erfahrungen beinhalten wichtige Impulse zur erweiternden Nutzung digitaler Möglichkeiten, wie die Umstellung von Prozessen und Tools für ein bestmögliches virtuelles Arbeiten aus der Ferne oder um das Vorantreiben von Produktinnovationen.

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2022 bei EUR 404,8 Mio., eine Steigerung von 21,5% oder EUR 71,6 Mio. gegenüber dem Jahr 2021 mit EUR 333,2 Mio. Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2022 wie folgt: Air Traffic Management mit 68% oder EUR 275,4 Mio. (2021: 69%, EUR 230,4 Mio.), Public Safety & Transport mit 32% oder EUR 129,4 Mio. (2021: 31%, EUR 102,8 Mio.).

Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management

Im Segment Air Traffic Management erhielt Frequentis vielfältige Aufträge quer über den Globus und die Produktpalette. Die Nachfrage nach Remote Digital Towern ist ungebrochen.# Lagebericht 2022

Geschäftsentwicklung

Die französische Flugsicherung DSNA (Direction des Services de la Navigation Aérienne) hat Frequentis mit der Lieferung seiner hochmodernen Remote Digital Tower Lösung in Frankreich beauftragt. Im Bereich der Drohnen wählte die australische Flugsicherung Frequentis für die Teilnahme an einem Auswahlverfahren zur Erstellung des ersten australischen Fluginformationsmanagement- Systems (FIMS) aus. Das System wird die sichere Integration von Drohnen als neue Luftraumnutzer im bodennahen Luftraum von Australien unterstützen. Die österreichische Flugsicherung Austro Control und Frequentis starten mit dem Aufbau einer digitalen Verkehrsmanagement-Lösung zur sicheren Integration von Drohnen in den österreichischen Luftraum. Die Deutsche Bundeswehr hat Frequentis mit der IT-Ausstattung der Führungszentrale „Nationale Luftverteidigung“ beauftragt. Das Führungssystem von Frequentis unterstützt das „Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum“ bei der Sicherung des deutschen Luftraums. Insbesondere sicherheitskritische Szenarien wie unerlaubtes Eindringen in den Luftraum, Flugzeugentführungen und Terrorangriffe können, unterstützt durch das System, effizient und effektiv abgearbeitet werden. Die Königliche niederländische Luftwaffe entschied sich dazu, dass drei bestehende Sprach- kommunikationssysteme (VCS / Voice Communication System) durch ein System ersetzt werden. Frequentis entschied mit Secure VCS die internationale Ausschreibung als sicherste, am besten geeignete und wirtschaftlichste Lösung für sich.

Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport

Im Segment Public Safety & Transport baute Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen mit dem Auftrag für die Lieferung eines Systems für die Anschaltung von Rettung und Feuerwehr in den BOS-Digitalfunk in Nordrhein-Westfalen und eine integrierte Leitstellenlösung im Saarland weiter aus.

Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge für Erweiterungs- und Wartungsverträge. Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen / ÖBB arbeitet Frequentis im Rahmen einer Innovationskooperation an hangarbasierten Drohneneinsätzen. Durch routinemäßige Wartungsflüge mit Drohnen sollen Schäden an der Infrastruktur oder Gefahren im Umfeld der Strecke schnell erkannt und frühzeitig behoben werden.

Im Teilmarkt Maritime erhielt Frequentis den Auftrag für die Erneuerung der Leitstellen- kommunikation der Küstenüberwachung (Such- und Rettungsbereich) von Australien und Island sowie Aufträge aus der installierten Basis, unter anderem von der niederländischen Küstenwache.

Auftragsstand

Der Auftragsstand per 31. Dezember 2022 betrug EUR 522,0 Mio. (inkl. dem Auftragsstand des neu erworbenen Unternehmens Regola), eine Steigerung von 11,6% oder EUR 54,1 Mio. im Vergleich zu Ende Dezember 2021 mit EUR 467,9 Mio. Rund 63% des Gesamt-Auftragsstands (Dezember 2021: 64%) waren dem Segment Air Traffic Management und 37% (Dezember 2021: 36%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.

Umsatz und Betriebsleistung

Im Jahr 2022 konnte eine Steigerung des Umsatzes um 15,7% oder EUR 52,4 Mio. auf EUR 386,0 Mio. erzielt werden (2021: EUR 333,5 Mio.). Das organische Wachstum betrug 12,7%, also ohne Berücksichtigung der Akquisition der italienischen Regola im Jahr 2022. Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 17,3% auf EUR 257,8 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg von 12,4% auf EUR 127,7 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2022 bei 67% : 33% für die beiden Segmente Air Traffic Management und Public Safety & Transport (2021: 66% : 34%).

Nach Regionen entfielen im Jahr 2022 65% (2021: 68%) des Umsatzes auf Europa, 16% (2021: 15%) auf Amerikas, 12% (2021: 9%) auf Asien, 5% (2021: 5%) auf Australien / Pazifik, 2% (2021: 2%) auf Afrika, <1% (2021: 1%) waren nicht zugeordnet.

Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen lag bei weniger als EUR 0,1 Mio. im Jahr 2022 (2021: EUR -0,2 Mio.). Die aktivierten Eigenleistungen stiegen auf EUR 2,6 Mio. (2021: EUR 0,1 Mio.), vor allem bedingt durch für die Vermietung hergestellte Sprachvermittlungs- systeme im Jahr 2022. Die sonstigen Erträge stiegen auf EUR 10,5 Mio. (2021: EUR 9,5 Mio.). Die größten Einzelpositionen sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus Forschungsprämien. Im Jahr 2022 ergab sich kein Gewinn aus Unternehmenserwerben. Im Jahr 2021 ergab sich ein Gewinn aus Unternehmenserwerben von EUR 2,0 Mio. im Zuge der L3Harris-Transaktion. Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2022 um 15,7% auf EUR 399,1 Mio. (2021: EUR 344,8 Mio.).

Ergebnis

Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhten sich um 31,1% auf EUR 99,2 Mio. (2021: EUR 75,7 Mio.), bedingt unter anderem durch die akquirierten Gesellschaften sowie Lieferkettenengpässe, die Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen haben – punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Personalaufwand erhöhte sich um 11,9% auf EUR 203,9 Mio. (2021: EUR 182,1 Mio.). Dies ist begründet durch die im Laufe des Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften, Gehaltserhöhungen und den gestiegenen Personalstand. Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 24,3% auf EUR 50,3 Mio. (2021: EUR 40,5 Mio.), vor allem aufgrund höherer Reise- und Werbekosten, u. a. für Fachmessen sowie der im Laufe des Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften. Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten Reisemöglichkeiten sowie gestiegener Flugpreise sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um EUR 5,3 Mio. auf EUR 10,7°Mio. im Jahr 2022 gestiegen. Sie befinden sich aber weiterhin unter dem Niveau von 2019, also vor Beginn der COVID-19 Pandemie (2019: EUR 11,9 Mio.).

Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) ging auf EUR 45,6 Mio. im Jahr 2022 zurück (2021: EUR 46,5 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 11,8% nach 13,9% im Jahr 2021.

Die Abschreibungen erhöhten sich auf EUR 17,5 Mio. (2021: EUR 15,8 Mio.). Die Steigerung war vor allem auf den höheren Zugang bei den Sachanlagen zurückzuführen. Im Jahr 2022 ergab sich ein Wertminderungsbedarf von EUR 3,1 Mio. (2021: EUR 1,7 Mio.), bedingt durch die Wertminderung für Produktrechte der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Frequentis Comsoft GmbH.

Das EBIT verringerte sich als Summe aller oben angeführten Veränderungen auf EUR 25,0 Mio. im Jahr 2022 (2021: EUR 29,0 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 6,5% nach 8,7% im Jahr 2021.

Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2022 bei EUR 24,7 Mio. (2021: EUR 27,9 Mio.). Der Aufwand für Ertragsteuern betrug EUR 5,9 Mio. (2021: EUR 7,2 Mio.). Daraus errechnet sich ein Steuersatz von 23,7% (2021: 25,6%). Das Konzernergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 18,9 Mio. zurück (2021: EUR 20,8 Mio.). Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2022 EUR 1,41 (2021: EUR 1,50).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Durch die zunehmende Inanspruchnahme von Teilzeitmöglichkeiten wird der Personalstand seit dem Halbjahresfinanzbericht 2022 in Vollzeitkräften (full time equivalents, FTE) ausgewiesen. Dieser Trend entspricht auch der Entwicklung am Arbeitsmarkt, wo Teilzeitstellen verstärkt nachgefragt werden. Der Personalstand erhöhte sich um 7,4% auf durchschnittlich 2.081 Vollzeitkräfte für das Jahr 2022 (inklusive der zusätzlichen Personen aus der Akquisition von Regola). Der angepasste Personalstand für das Jahr 2021 betrug 1.937 Vollzeitkräfte.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 7,8% auf EUR 340,3 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 315,7 Mio.), unter anderem durch höhere Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden. Die Eigenkapitalquote lag bei 43,3% (Ende Dezember 2021: 41,1%). Das Eigenkapital erhöhte sich um EUR 17,5 Mio. auf EUR 147,3 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 129,9 Mio.). Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2022 auf EUR 91,0 Mio. und lag damit unter dem Wert per Ende Dezember 2021 mit EUR 101,1 Mio.

Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2022 Sachanlagen in Höhe von EUR 53,3 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 47,7 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit EUR 14,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 17,7 Mio.) die beiden größten Positionen des langfristigen Vermögens von in Summe EUR 80,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 72,6 Mio.).

Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 259,8 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 243,1 Mio.) sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inkl. Termingelder, die bedeutendste Position mit in Summe EUR 91,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 106,0 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 77,0 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 69,4 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit EUR 50,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 38,4 Mio.) und die Vorräte mit EUR 21,7 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 17,1 Mio.). Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.Von den gesamten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per Ende Dezember 2022 mehr als 75% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.

Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 147,3 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 129,9 Mio.). Die zweitgrößte Position waren die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 131,0 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 125,2 Mio.), davon entfielen EUR 68,0 Mio. auf Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (Ende Dezember 2021: EUR 65,4 Mio.). Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) mit EUR 61,9 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 60,6 Mio.) war die Position langfristige Leasingverbindlichkeiten mit EUR 30,8 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 29,8 Mio.) am größten.

Cash Flow

Der Cash Flow aus dem Ergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 43,6 Mio. (2021: EUR 47,9 Mio.) zurück. Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit verringerte sich im Jahr 2022 auf EUR 14,2 Mio. (2021: EUR 48,8 Mio.), vor allem beeinflusst von der Veränderung der Vertragsvermögenswerte und der sonstigen Forderungen. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2022 bei EUR -20,1 Mio. (2021: EUR -24,6 Mio.). In dieser Summe sind auch die Aufwendungen für den Erwerb der italienischen Regola und der Beteiligung an der finnischen Aviamaps enthalten. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb Frequentis AG 134 Entwicklung der Segmente Lagebericht 2022 von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / CapEx) lagen mit EUR 10,1 Mio. über dem Niveau des Jahres 2021 mit EUR 6,3 Mio. Der Wert des Jahres 2022 war beeinflusst von aktivierten Eigenleistungen, vor allem bedingt durch Sprachvermittlungssysteme, welche im Jahr 2022 erstellt wurden. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im Jahr 2022 auf EUR -16,5 Mio. zurück (2021: EUR -12,6 Mio.), vor allem durch die Tilgung von Finanzkrediten. Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit im Jahr 2022 in Summe auf EUR -22,4 Mio. (2021: EUR 11,5 Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende Dezember 2022 auf EUR 81,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 103,8 Mio.).

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, Kapitel 37.

Entwicklung der Segmente

Air Traffic Management / ATM

Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO / International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Das militärische ATM-Portfolio von Frequentis umfasst Kommunikations- und Informationslösungen für die Luftverteidigung und militärische Flugsicherung, Systeme zur vernetzten Operationsführung sowie taktische Netzwerke und Führung- und Informationssysteme, auch für den behörden- übergreifenden Einsatz, sowie verschlüsselte, interoperable Kommunikationslösungen für missions- kritische Anwendungen.

Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2022 um 17,3% auf EUR 257,8 Mio. (2021: EUR 219,8 Mio.). Das EBIT lag bei EUR 10,2 Mio. (2021: EUR 12,5 Mio.).

Highlights im operativen Geschäft

Quer über den Globus wurden im Jahr 2022 Abnahmen durchgeführt. Unter anderem erfolgten wichtige Fortschritte und Abnahmen in den Sprachkommunikationssystemen für die britische, französische, spanische und brasilianische Flugsicherung. Um das erhöhte Flugaufkommen während der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Qatar erfüllen zu können, wurde das bestehende Sprachkommunikationssystem erneuert und die Flugsicherung des Flughafen-Towers digitalisiert Frequentis AG Lagebericht 2022 Entwicklung der Segmente 135 und modernisiert. In acht Staaten in Afrika sowie in Argentinien wurden hochmoderne Aviation Message Handling Systeme in Betrieb genommen. Ein im Rahmen des von der EU geförderten SESAR-Programms entwickelter Prototyp für sogenannte Multiple Remote Tower-Module wurde von Frequentis und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für Validierungen in Deutschland aufgebaut und getestet. Diese Module befinden sich in einer vom Flughafen entfernten Tower-Zentrale und ermöglichen die Flugsicherung für mehrere Flughäfen von einem Standort aus. Dies unterstützt die Zentralisierung der Flugverkehrsdienste und die Bündelung von Ressourcen für eine gesteigerte Effizienz.

Public Safety & Transport / PST

Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs- und Steuerungsaufgaben. Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf Küstenwachen und Hafenbetreibern. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.

Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport erhöhte sich im Jahr 2022 um 12,4% auf EUR 127,7 Mio. (2021: EUR 113,6 Mio.). Das EBIT verringerte sich auf EUR 14,9 Mio. (2021: EUR 16,6 Mio.).

Highlights im operativen Geschäft

Im Teilmarkt Public Safety ist der Rollout der Landeslösung für die Polizei in Nordrhein-Westfalen hervorzuheben. Für innovative Lösungen in Kontrollzentralen hat Frequentis den „International Critical Communications Award“ (ICCA) für die Integration und Verarbeitung von verschiedenen sicherheitskritischen Kommunikationstechnologien über die 3020 LifeX-Plattform erhalten. Auf der Fachmesse Critical Communications World, die im Berichtsjahr 2022 in Wien stattgefunden hat, wurde eine Innovation, die MissionX-Lösung, erstmals international präsentiert. MissionX ist eine integrierte Ende-zu-Ende (E2E) Systemlösung für die Bereitstellung einsatzkritischer Kommunikationsdienste über 4G/5G-Netzwerke. Im Jahr 2022 erfolgte der Abschluss der Pilotphase des Horizon2020 EU Projektes Broadway. Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit des von Frequentis geführten Konsortiums BroadPort konnte in einem abschließenden Test der praxistaugliche Nachweis eines europaweiten sicherheitskritischen Breitbandnetzes, basierend auf dem neuen internationalen 3GPP MCX Standard, erfolgreich erbracht werden. An dem Test nahmen über 40 Einsatzkräfte aus verschiedenen Blaulichtorganisationen aus ganz Europa und 8 lokalen spanischen Behörden teil.

Im Teilmarkt Public Transport wurden wesentliche Meilensteine unter anderem bei europäischen Bahnprojekten realisiert. Wichtige Abnahmen erfolgten im Teilmarkt Maritime in Grönland und auf den Färöer Inseln.

Forschung & Entwicklung

Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender flexiblere Systeme und Software-Lösungen. Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen notwendig. Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote-Aufgaben gefragt ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger. Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk erweitert. Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren. Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt im Bereich New Business Development. Der aktuelle Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnenmanagement sowie der Nutzung von 5G/LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software as a Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen.# Chancen- & Risikomanagement

Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain-Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich. Bei solchen Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt.

Nichtfinanzielle Informationen

Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.

Konsolidierter Corporate Governance-Bericht

Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter http://www.frequentis.com/ir > Corporate Governance verfügbar.

Frequentis AG Lagebericht 2022

Chancen- & Risikomanagement

Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu setzen. Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies zusammen mit dem Risikobewusstsein der Belegschaft ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln. Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichts zusammen, der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision. Compliance-Verstöße können für jedes Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen. Um die Kommunikationswege zur Meldung von internen und externen Personen zu vereinfachen, führte Frequentis auf Gruppenebene Ende 2021 ein Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System) ein, welches sowohl über die Website unter www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über das Intranet erreichbar ist. Damit werden die Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, erfüllt. Im Wesentlichen werden die Strategie, das herrschende Wettbewerbsumfeld, die politische Lage in den Ländern mit dem größten Projekt-Exposure, die Organisation zur professionellen Abwicklung dieser Projekte sowie das Liquiditätsmanagement systematisch evaluiert und entsprechend zusammengefasst. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen zur Nutzung von Chancen und auch zur Reduzierung der aufgezeigten Risiken werden in erweiterter Managementrunde diskutiert und entsprechende Aktionspunkte zur Umsetzung beschlossen. Für den Prozess zeichnet der Vice President Finance verantwortlich.

Projektmanagement als operatives Herzstück

Wesentliche Bedeutung hat das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt. In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgen die Steuerung des gesamten Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäftstypen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran. Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.

Frequentis AG
138 Chancen- & Risikomanagement
Lagebericht 2022

Evaluierung des Risikomanagements

Die BDO Assurance GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2023 im Zuge der Abschlussprüfung bestätigt.

Risiken im Überblick

Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken.

Risiken in Bezug auf die COVID-19 Pandemie (Coronavirus) oder andere Pandemien

Die fortlaufende Entwicklung der COVID-19 Pandemie oder anderer Pandemien kann zu einer weiteren negativen wirtschaftlichen Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können – wie im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu beobachten – die Einschränkung der Reisefreiheit, Einreiseverbote, Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit verbundene Verringerung der Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren und Dienstleistungen einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten Märkte haben. Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.

Risiken in Bezug auf die (makro)ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen

Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe, hängt unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung, die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und Optimierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel ab.

Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien. Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien, Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien können zu Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen von Waren- und Dienstleistungsverträgen, in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden, kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.

Frequentis AG
139 Chancen- & Risikomanagement
Lagebericht 2022

Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus. Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber Frequentis bevorzugen.

Risiken in Bezug auf die Geschäftstätigkeit von Frequentis und der Branche, in der das Unternehmen tätig ist

Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage. Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der Wettbewerb ist intensiv, und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen, budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt-abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt ist. Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der Auftragseingänge, operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ.# Chancen- & Risikomanagement

Lagebericht 2022

Zudem sind Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss der jeweiligen Projekte abhängig.

Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten.

Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solchen Großaufträge gab, einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.

Auswirkungen des Klimawandels.

Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von Veränderung führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extremwetterereignissen wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in dieser Region. Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels nicht beeinträchtigt.

Cyberangriffe.

Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen. Ist die Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.

Änderungen der technologischen Standards.

Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen oder mehr Zeit und Kosten erfordern.

Fortschreitende Kundenkonzentration.

Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen Kunden.

Kostenüberschreitungen.

Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden können.

Verlust von bestehenden Kunden.

Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von Dienstleistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchs- materialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.

Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern.

Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und finanzielle Engpässe zu umgehen.

Langfristige Verpflichtungen.

Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu 15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Kompo- nenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu produzieren.

Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden.

Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt- durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren. Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.

Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen. Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder quantitative Anforderungen hinsichtlich der MitarbeiterInnen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl von SystemexpertInnen im jeweiligen Land des Kunden.

Wachstum durch Akquisitionen.

Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.

Weitere Risiken aus diesem Bereich:
* Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.
* Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen.
* Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.
* Embargos und andere Handelsbeschränkungen.
* Generierung von ungenügendem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.
* Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte MitarbeiterInnen zu gewinnen.
* Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.
* Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.
* Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.
* Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.
* Hohe bzw. über dem langjährigen Durchschnitt liegende Inflationsraten
* Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder Kapazitätsengpässe aufweisen.

Regulatorische, rechtliche und steuerrechtliche Risiken

Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand.

Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:
* der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;
* solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen erfordern;
* öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen, die oft nicht individuell verhandelbar sind;
* staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis dominieren) aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter bestimmter anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;
* ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden kann.

Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben.

Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor.In solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt vornehmen.

Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer). Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.

Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer. Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und/oder Systemintegrators einnimmt, was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Drittlieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen, so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatzforderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.

Weitere Risiken aus diesem Bereich:
* Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.
* Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen, insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht.
* Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr geistiges Eigentum zu verteidigen.
* Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen Vorschriften oder Illiquidität von Banken.
* Compliance bezogene Risiken.

Frequentis AG

Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Lagebericht 2022

Rechnungslegungsprozess

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Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind, um gemäß den gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.

Aufbau Rechnungswesen

Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung einiger Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen Gesellschaften erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran anschließend einen Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzernrechnungswesen in Wien gesendet. Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzernrechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.

Konsolidierung

Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt. Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS-Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde. Falls erforderlich, werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben an die Tochtergesellschaften übermittelt. Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzernrechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen, toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung) zusammengearbeitet. Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt und der Gesamtabschluss plausibilisiert. Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungstermin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Terminvorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird. Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr ein Zwischenbericht veröffentlicht.

Frequentis AG
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Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Lagebericht 2022

Kontrolle

Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen Kontrollsystems sichergestellt. Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien, für deren Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist.

Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CFO eingerichtet. Der jährliche Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im Prüfungsausschuss berichtet sowie zweimal pro Jahr an den Gesamtvorstand.

Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2022 EUR 13.280.000,00 und war auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2022 insgesamt 8.910 Stück eigene Aktien bzw. 0,0671% des Grundkapitals. Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs. 5 AktG keine Rechte, insbesondere keine Stimmrechte, zu.
  2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend. Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.
  3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 50,0% an der Frequentis AG beteiligt und war damit der unmittelbare Mehrheitsgesellschafter der Frequentis AG. Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 10,0% an der Frequentis AG beteiligt.
  4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2022 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.
  5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
  6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.

Frequentis AG
145

Lagebericht 2022

Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Arbeitnehmervertreter. Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig. Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsirates kann vor Ablauf der Funktionsperiode von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe.

Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach Maßgabe von § 88 Abs. 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann durch die Entsendungsberechtigten ersetzt werden.# Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu richten. Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig. Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitglieds. Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem genehmigten und/oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.

7. Der Vorstand ist durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu EUR 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) durch Ausgabe von bis zu 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Frequentis AG
146
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB
Lagebericht 2022

Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 gemäß § 65 Absatz 1 Ziffer 4 und Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als 20% unter und der höchste Gegenwert nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden. Im Falle des außer- börslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem einzigen Aktionär. Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine eigenen Aktien erworben.

8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB.

9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Frequentis AG
Lagebericht 2022
Ausblick
147

Ausblick

Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden im Jahr 2022 erreicht. Der Umsatz stieg um 15,7% auf EUR 386,0 Mio. Der Auftragseingang erhöhte sich um 21,5% auf EUR 404,8 Mio. und lag damit erstmals über der Schwelle von EUR 400 Mio. Das EBIT lag bei EUR 25,0 Mio., die EBIT-Marge bei 6,5% und damit innerhalb der Zielbandbreite von 6-8%. Das Geschäftsmodell von Frequentis verdeutlicht damit seine Robustheit. Die gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr.

Akquisitionen

Zu Beginn des Jahres 2022 setzte Frequentis seine Wachstumsstrategie im Bereich Public Safety durch die Übernahme von 51% an der italienischen Regola fort. Das Portfolio von Regola bietet innovative Software-Lösungen wie die integrierte Control-Room-Solution zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit der Einsatzkräfte der öffentlichen Sicherheit. Die Command and Control (CAD)- Lösungen von Regola ergänzen das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten. Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung. Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnen-Flug direkt im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools. Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet. Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.

Langfristige Vision

Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheits- kritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet, wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im Projektgeschäft gesehen. Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet. So fragen beispielsweise die Kunden des Segments Public Safety & Transport zu einem sehr hohen Anteil kaum noch Hardware nach, sodass die Angebote von Frequentis für diese Kundengruppe aus dem Projektmanagement, dem Training, der Software, Services innerhalb des Projektes und Wartungsverträgen besteht.

Frequentis AG
148
Ausblick
Lagebericht 2022

Prognose für das Jahr 2023

Die Unwägbarkeiten für das Jahr 2023 sind trotz der nunmehr überwundenen COVID-19 Pandemie nicht weniger geworden:
* der Krieg in der Ukraine geht in sein zweites Jahr,
* die Inflation ist weit entfernt von den gewohnten Werten von im Durchschnitt weniger als 2% seit der Jahrtausendwende (Euroraum),
* die geopolitischen Spannungen zählen wieder zum normalen Alltag,
* die großen Volkswirtschaften wie die USA oder der Euroraum werden im Jahr 2023 voraussichtlich ein Wachstum von lediglich 1,4% sowie 0,7% aufweisen (IWF-Prognose).
Auch wenn sich derzeit die Spannungen in Südost-Asien verringert haben, kann es bei Ausbruch, auch von nur begrenzten Konflikten, rasch zu Verwerfungen am weltweiten IT-Hardware-Markt kommen. Frequentis ist von jeher im Projektgeschäft mit umfangreichen Herausforderungen und sich dynamisch ändernden externen Einflüssen vertraut und passt sich laufend an das gegebene Umfeld an. Die Vielzahl an Unsicherheiten und die sich daraus ergebenden Interdependenzen machen dies derzeit schwieriger. Die genauen Auswirkungen auf die Kosten, also u.a. Reisekosten, höhere Gehaltsabschlüsse, verzögerte Weitergabe der inflationsbedingten Preissteigerungen an die Kunden sowie potenzielle Lieferkettenengpässe und Lieferverzögerungen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren. Die Aufwendungen für eigenbetriebene Forschung & Entwicklung werden im Jahr 2023 über dem Niveau des Jahres 2022 liegen. Die Investitionen (CapEx) werden rund EUR 8 Mio. betragen. Frequentis strebt danach, abhängig von den oben angeführten Punkten, folgende Ziele im Jahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 zu erreichen:
* Steigerung des Umsatzes,
* Steigerung des Auftragseingangs,
* EBIT-Marge von rund 6-8%.

Wien, am 13. März 2023

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

Monika Haselbacher e.h.
Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands

Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands

Frequentis AG
Jahresabschluss 2022
149

Frequentis AG – Jahresabschluss 2022
Frequentis AG
150
Jahresabschluss 2022
Bilanz
1. Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA 31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Anlagevermögen 47.823.275,85 45.518.703,18
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.366.843,50 1.530.387,38
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile, sowie daraus abgeleitete Lizenzen 1.247.435,00 1.505.892,00
2. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände 119.408,50 24.495,38
II. Sachanlagen 5.841.711,96 5.145.909,35
1. Bauten auf fremden Grund 1.388.918,00 1.333.837,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 284.214,00 223.186,00
3.
31.12.2022 31.12.2021
--- --- ---
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.690.118,00 3.499.977,00
4. Anlagen in Bau 478.461,96 88.909,35
III. Finanzanlagen 40.614.720,39 38.842.406,45
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 30.176.635,12 28.366.428,68
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 10.057.904,08 10.061.584,37
3. Beteiligungen 345.181,19 345.181,19
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00
5. Anzahlungen für Finanzanlagevermögen 35.000,00 69.212,21
B. Umlaufvermögen 122.158.808,28 126.001.342,81
I. Vorräte 33.289.986,23 26.778.027,21
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 13.774.690,39 8.195.931,63
2. Unfertige Erzeugnisse 768.749,57 560.468,66
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.841.494,82 1.601.735,27
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen 34.360.436,32 26.467.970,95
abzüglich erhaltene Anzahlungen von Kundinnen und Kunden -17.924.645,16 -10.706.010,40
5. Geleistete Anzahlungen 469.260,29 657.931,10
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 40.767.558,57 36.155.609,64
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 25.020.455,58 19.731.421,96
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 477.055,14 536.680,43
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 11.654.835,31 14.421.906,76
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 4.640.695,91 0,00
3. Forderungen gegenüber Unternehmen. 52.445,94 9.535,38
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 4.039.821,74 1.992.745,54
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 4.791,91 2.783,38
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 48.101.263,48 63.067.705,96
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.578.253,75 3.304.368,12
D. Aktive latente Steuer 441.416,28 2.227.682,64
175.001.754,16 177.052.096,75
Frequentis AG Jahresabschluss 2022 151
31.12.2022 31.12.2021
PASSIVA EUR EUR
A. Eigenkapital 99.269.167,47 82.832.644,98
I. Nennkapital 13.271.090,00 13.264.500,00
1. Grundkapital 13.280.000,00 13.280.000,00
2. Eigene Anteile -8.910,00 -15.500,00
II. Kapitalrücklage 21.888.898,00 21.888.898,00
1. Gebundene Kapitalrücklage 21.888.898,00 21.888.898,00
III. Optionsrücklage 739.102,70 602.154,00
IV. Gewinnrücklagen 1.008.910,00 1.015.500,00
1. Gesetzliche Rücklage 1.000.000,00 1.000.000,00
2. Rücklage wegen eigener Anteile 8.910,00 15.500,00
V. Bilanzgewinn 46.061.592, 62.361.166,77
98 davon Gewinnvortrag 43.407.374,98 32.818.003,36
B. Rückstellungen 31.339.214,36 37.291.395,73
1. Rückstellungen für Abfertigungen 11.928.105,00 13.847.031,00
2. Rückstellungen für Pensionen 0,00 402.199,45
3. Steuerrückstellungen 3.200.038,93 1.098.651,11
4. Sonstige Rückstellungen 16.211.070,43 21.943.514,17
C. Verbindlichkeiten 40.899.298,18 53.321.450,93
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 40.615.452,18 49.234.911,06
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 283.846,00 4.086.539,87
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 4.500.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 1.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 3.500.000,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 25.929.420,13 35.794.188,82
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.698.962,92 8.893.194,72
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 11.698.962,92 8.708.842,34
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 184.352,38
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.157.218,22 2.147.531,45
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.157.218,22 2.147.531,45
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein 208.285,90 0,00
Beteiligungsverhältnis besteht
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 208.285,90 0,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
6. Sonstige Verbindlichkeiten 1.905.411,01 1.986.535,94
davon aus Steuern 181.998,09 233.080,84
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.341,28 8.414,02
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.621.565,01 1.584.348,45
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 283.846,00 402.187,49
D. Rechnungsabgrenzungsposten 3.494.074,15 3.606.605,11
175.001.754,16 177.052.096,75
Frequentis AG 152 Jahresabschluss 2022
Gewinn- und Verlustrechnung 2022 2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 238.243.529,13 238.586.977,47
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen 8.434.996,70 -4.183.340,86
3. Sonstige betriebliche Erträge 10.166.278,33 2.089.780,99
a. Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 0,00 456,66
b. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 7.875.882,16 464.466,00
c. Übrige 2.290.396,17 1.624.858,33
4. Betriebsleistung 256.844.804,16 236.493.417,60
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -100.506.234,75 -89.341.826,68
a. Materialaufwand -22.659.444,06 -19.794.369,60
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen -77.846.790,69 -69.547.457,08
6. Rohertrag 156.338.569,41 147.151.590,92
7. Personalaufwand -97.603.464,31 -95.224.958,83
-75.774.070,40 -73.396.439,22 a. Gehälter
-21.829.393,91 -21.828.519,61 b. soziale Aufwendungen
0,00 -38.431,73 davon Aufwendungen für Altersversorgung
-908.382,82 -2.180.265,80 aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
-18.873.203,41 -18.030.786,28 bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
8. Abschreibungen -3.412.995,87 -3.875.343,14
a. auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.412.995,87 -3.875.343,14
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen -34.675.147,80 -31.223.675,78
a. Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und Ertrag fallen -170.308,56 -160.259,12
b. Übrige -34.504.839,24 -31.063.416,66
10. Betriebsergebnis 20.646.961,43 16.827.613,17
11. Erträge aus Beteiligungen 4.452.949,34 2.587.016,85
davon aus verbundenen Unternehmen 4.338.564,91 2.407.362,39
12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 371.819,40 155.578,52
davon aus verbundenen Unternehmen 371.819,40 155.578,52
13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 335.573,16 172.740,77
davon aus verbundenen Unternehmen 247.020,14 133.062,07
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens -1.531.166,47 -1.857.742,51
davon Abschreibungen 0,00 -863.142,96
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen -1.531.166,47 -994.599,55
Frequentis AG Jahresabschluss 2022 153
2022 2021
EUR EUR
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -280.233,02 -332.719,83
a. Zinsaufwand -16.955,17 -66.473,99
b. ähnliche Aufwendungen -263.277,85 -266.245,84
16. Finanzergebnis 3.348.942,41 724.873,80
17. Ergebnis vor Steuern 23.995.903,84 17.552.486,97
18. Steuern vom Einkommen und Ertrag -5.069.568,56 -3.924.845,08
a. Körperschaftsteuer -3.283.302,20 -1.165.651,19
b. latente Steuer -1.786.266,36 -2.759.193,89
19. Jahresüberschuss 18.926.335,28 13.627.641,89
20. Auflösung von Gewinnrücklagen 27.456,51 0,00
21. Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0,00 -384.052,27
22. Gewinnvortrag 43.407.374,98 32.818.003,36
23. Bilanzgewinn 62.361.166,77 46.061.592,98
Frequentis AG 154 Jahresabschluss 2022
Anhang
2. Allgemeine Grundlagen
Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB), aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der von der Frequentis AG aufgestellte Konzernabschluss nach IFRS, wie in der EU anzuwenden, wird am Firmensitz der Gesellschaft (Innovationsstraße 1, 1100 Wien) hinterlegt und beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115b offengelegt. Die Frequentis Group Holding GmbH als Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen aufstellt, hinterlegt alle Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft (Dommayergasse 8/15, 1130 Wien) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997m. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden die Grundsätze der Vollständigkeit und der ordnungsmäßigen Bilanzierung eingehalten. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Bei Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet. Die in Klammer angeführten Zahlen beziehen sich auf den Jahresabschluss des Vorjahres. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die im Geschäftsjahr oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet, die – soweit abnutzbar – um die planmäßigen Abschreibungen vermindert wurden. Die geringwertigen Vermögensgegenstände wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wurde linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauern liegen dabei, unverändert zum Vorjahr, zugrunde:
Bauten auf fremden Grund bis zu 40 Jahren
Technische Anlagen und Maschinen bis zu 10 Jahren
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung bis zu 20 Jahren
Lizenzen und Rechte bis zu 10 Jahren
Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit Wertminderungen eingetreten sind, wurde der zum Abschlussstichtag beizulegende niedrigere Wert angesetzt. Wertpapiere des Anlagevermögens wurden zu den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsenkursen bewertet.
```Soweit eine Zuschreibung auf einen höheren Kurs bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten möglich war, wurde diese auch zum Bilanzstichtag durchgeführt. Soweit Anlagegegenständen am Bilanzstichtag auf Dauer ein niedrigerer Wert beizulegen war, wurden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Frequentis AG Jahresabschluss 2022 155

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bewertet. Die fertigen Erzeugnisse, die unfertigen Erzeugnisse und die noch nicht abrechenbaren Leistungen wurden zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen:

  • Fertigungsmaterialeinzelkosten
  • Fertigungslöhne
  • Sonderkosten der Fertigung
  • Variable Materialgemeinkosten
  • Angemessene Teile der fixen Materialgemeinkosten
  • Variable Fertigungsgemeinkosten
  • Angemessene Teile der fixen Fertigungsgemeinkosten
  • Aufwendungen für Sozialeinrichtungen, für freiwillige Sozialleistungen, für betriebliche Altersversorgung, etc.

Das Niederstwertprinzip wurde angemessen berücksichtigt. Aufgrund des hohen Anteils von langfristigen Fertigungsaufträgen an der gesamten Betriebsleistung wird nur durch die Aktivierung von angemessenen Teilen der Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten die Darstellung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erreicht. Daher wurden gemäß § 206 Abs. 3 UGB bei Aufträgen, deren Ausführung sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt, angemessene Teile der Verwaltungs- und Vertriebskosten angesetzt. Die Herstellungskosten wurden insoweit reduziert, als dies für eine verlustfreie Bewertung notwendig ist.

Die Forderungen wurden mit dem Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen wurden mit dem Entstehungskurs oder dem allenfalls niedrigeren Mittelkurs bewertet. Bei der Bewertung von Forderungen wurden erkennbare Risiken durch individuelle Abwertungen berücksichtigt. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag ausgewiesen. Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite weisen gemäß § 198 Abs. 5 UGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aus, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag sind.

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Comittee) Stellungnahme „Personalrückstellungen (UGB)“ ermittelt. In Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme wurde die Rückstellung für Abfertigungen nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Dabei kam ein Rechnungszinssatz von 4,14% p.a. (1,0%) und eine Steigerung der Gehälter von 4,60% p.a. (3,3%) zur Anwendung. Als Pensionsantrittsalter wurde das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gem. Pensionsreform 2004 zugrunde gelegt. Die Bildung beginnt jeweils mit dem erstmaligen Entstehen eines fiktiven Abfertigungsanspruches.

Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC Stellungnahme „Personalrückstellungen (UGB)“ gebildet. In Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme wurde die Rückstellung für Pensionen nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Es wurden die „Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ AVÖ 2018-P in der Ausprägung für Angestellte verwendet. Das Pensionsantrittsalter wurde mit 60 bzw. 65 Jahren angenommen und der Rechnungszinssatz beträgt 4,20% p.a. (1,3%). Dabei wurden die Pensionsanwartschaften nach dem laufenden Einmalprämienverfahren angesammelt.

Frequentis AG 156 Jahresabschluss 2022

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken. In den übrigen Rückstellungen wurden, unter Beachtung des Vorsichtsprinzips, alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie die der Höhe und dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden entsprechend § 211 UGB ermittelt. Soweit erforderlich, werden sie im Abschnitt „Erläuterungen zur Bilanz“ dargestellt.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht ermittelt (§ 211 Abs. 1 UGB). Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag, Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem Entstehungskurs bzw. mit dem höheren Mittelkurs angesetzt. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag einschließlich der angelasteten Zinsen angegeben. Soweit Zinstermine vom Bilanzstichtag abweichen, wurden vorausbezahlte Zinsen unter dem Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite ausgewiesen, noch nicht belastete Zinsen unter den sonstigen Verbindlichkeiten. Die Mitzugehörigkeit von Vermögensgegenständen oder Verbindlichkeiten zu anderen Bilanzpositionen ist, soweit erforderlich, bei den jeweiligen Posten angegeben.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage 1 zum Anhang) dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die Zugänge betrugen TEUR 644 für zugekaufte Software und Lizenzen.

Sachanlagen

Die Zugänge bei den Sachanlagen betrugen TEUR 3.302. Test- und Demosysteme in Höhe von TEUR 132 wurden im Jahr 2022 als Betriebs- und Geschäftsausstattung aktiviert. Die angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände (bis zu EUR 800,00) wurden im Berichtsjahr zur Gänze abgeschrieben.

Anlagen in Bau

Die Anlagen in Bau betreffen mit TEUR 131 Test- und Demosysteme, welche noch nicht vollständig fertiggestellt wurden.

Finanzanlagen

Die Erhöhung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist auf die Akquisitionen der Regola S.r.l. in Höhe von TEUR 2.889 zurückzuführen. Des Weiteren gab es Gesellschafterzuschüsse von TEUR 650 an die Bluecall Systems GmbH. Im Berichtsjahr kam es zu einer Abschreibung der Beteiligung an der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH in Höhe von TEUR 1.327. Der dargestellte Abgang der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH ist in Höhe von TEUR 402 auf Anpassungen von variablen Kaufpreisvergütungen zurückzuführen.

Frequentis AG Jahresabschluss 2022 157

Der angeschlossene Beteiligungsspiegel (Beilage 2 zum Anhang) enthält weitere Angaben zu den einzelnen Beteiligungsunternehmen.

Vorräte

Die Vorräte umfassen (Werte in TEUR):

31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 13.775 8.196
Unfertige Erzeugnisse 769 560
Fertige Erzeugnisse 1.841 1.602
Noch nicht abrechenbare Leistungen 16.436 15.762
Kundenaufträge 34.360 26.467
erhaltene Anzahlungen -17.924 -10.706
Geleistete Anzahlungen 469 658
33.290 26.778

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte nach dem gleitenden Durchschnitts- preisverfahren. Bei den übrigen Vorräten dienten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. jene niedrigeren Werte, die aufgrund der retrograden Bewertung von den bereits vereinbarten Lieferpreisen ermittelt wurden, als Basis für die Bewertung. Der Anstieg bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungs- verpflichtungen nachkommen zu können.

Bei Aufträgen, deren Ausführung sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt, wurden angemessene Teile der Verwaltungs- und Vertriebskosten in Höhe von TEUR 3.881 (TEUR 2.869) berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 5.049 (TEUR 6.913) Lieferungen und Leistungen sowie mit TEUR 6.605 (TEUR 7.509) Darlehen sowie sonstige Finanzierungen. Der Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände beinhaltet mit TEUR 3.320 die Forschungsprämie für 2022 und 2021. Im Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände sind Erträge in der Höhe von TEUR 3.505 (TEUR 1.233) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Von diesem Posten entfallen TEUR 4 (TEUR 7) auf Kassenbestände und der Rest auf Guthaben bei Kreditinstituten.

Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten setzt sich vor allem aus vorab geleisteten Zahlungen für die Miete Jänner 2023 in Höhe von TEUR 300 und aus sonstigen Abgrenzungen (z.B. für Softwarelizenzen, Wartung, Mitglieds- und Versicherungsbeiträge 2023) zusammen.

Frequentis AG 158 Jahresabschluss 2022

Latente Steuern

Die aktive latente Steuerabgrenzung resultiert aus folgenden zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des UGB-Abschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen (Werte in TEUR):

Aktivwert 2022 Passivwert 2022 Aktivwert 2021 Passivwert 2021
Abfertigungsrückstellung 4.198 6.593
Beteiligungsabschreibung und Veräußerung (steuerliche 1/7 Regelung) 632 787
Pensionsrückstellung 413 1.330
Prämienrückstellung 300 987
Nutzungsdauer Betriebs- und Geschäftsausstattung 190 232
Aktivposten Leasing -1 -104
Zinsen verb. Unternehmen 95 95
Langfristige Rückstellungen 86 177
Steuerlicher Verlustvortrag 0 1.682
Aktivierbare Verwaltungs- und Vertriebskosten -3.882 -2.869
Summe 5.913 -3.882 11.883 -2.973
Saldierter Wert 2.031 8.910
23% latente Steuer 4.595
24% latente Steuer -2.564
25% latente Steuer 0 2.227

Eigenkapital

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu EUR 6 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmalig oder in mehreren Tranchen zu erhöhen.Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Vom genehmigten Kapital in Höhe von EUR 6 Mio. wurden im Jahr 2019 bereits EUR 1,2 Mio. (damit 1,2 Mio. Aktien) im Rahmen des Börsengangs und im Jahr 2020 TEUR 80 (damit 80.000 Aktien) im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms in Anspruch genommen. Der Vorstand der Frequentis AG hat am 8. April 2021 beschlossen, ein Aktienrückerwerbsprogramm gemäß § 65 Abs. 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 20. September 2019 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 15.500 Stück eigene Anteile mit einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 6. Mai 2021 beendet. Im Mai 2022 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 Ziele 6.590 Stück an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre der Gesellschaft auszuschließen. Mit 31. Dezember 2022 verfügt die Frequentis AG über 8.910 (31. Dezember 2021: 15.500) eigene Anteile. Das entspricht einem Anteil von 0,0671% am Grundkapital. Die Anzahl der insgesamt ausgegebenen Aktien betrug 13.280.000 (13.280.000). Frequentis AG Jahresabschluss 2022 159 Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den Streubesitz.

Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 4,14% p.a. (1,0%) und eine Steigerung der Gehälter von 4,60% p.a. (3,3%) bei einem frühest möglichen Pensionsantritt nach der Pensionsreform 2004 ASVG angenommen. Für die Berechnung der Pensionsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 4,2% p.a. (1,3%) verwendet (Werte in TEUR).

2022 2021
Pensionsrückstellung 2.365 3.257
Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung 2.365 2.854
0 403

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen mit TEUR 7.390 (TEUR 7.265) Personalrückstellungen (hauptsächlich variable Gehälter, noch nicht konsumierte Urlaubstage, Prämien), mit TEUR 220 (TEUR 119) Rückstellungen für offene Fremdleistungen, mit TEUR 160 (TEUR 357) Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten, mit TEUR 1.027 (TEUR 1.744) Rückstellungen für Prozesskosten, mit TEUR 5.374 (TEUR 10.819) Rückstellungen für Projekte (Gewährleistung und Restkosten sowie drohende Verluste) und mit TEUR 1.133 (TEUR 727) eine Rückstellung für derivative Finanzinstrumente.

Verbindlichkeiten

Für die aushaftenden Verbindlichkeiten wurden keine dinglichen (hypothekarischen) Besicherungen abgegeben. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr zur Gänze die laufende Verrechnung. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 896 (TEUR 282) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden. Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 284 betreffen ein Darlehen der österreichischen FFG (Forschungsförderungsgesellschaft).

Rechnungsabgrenzungsposten

Im Wesentlichen beinhaltet dieser Posten die Abgrenzung von im Voraus erhaltenen Zahlungen aus Wartungsverträgen.

Verpflichtungen aus der Nutzung von Sachanlagen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gem. § 238 Abs. 1 Z 14 UGB aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen beträgt im folgenden Geschäftsjahr 2023 TEUR 4.562 (TEUR 4.497) und in den folgenden fünf Jahren TEUR 19.487 (TEUR 19.495).

Frequentis AG 160 Jahresabschluss 2022

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für ein größeres Kundenprojekt an die Frequentis Deutschland GmbH hat die Frequentis AG eine Patronatserklärung für diese Tochtergesellschaft ausgestellt. Die quantitativ nicht determinierte Patronatserklärung ist auf Vertragserfüllung gerichtet, wobei der überwiegende Teil der Leistungen für die betroffenen Projekte durch die Frequentis AG selbst erbracht wird und per 31.12.2022 auch bereits zum größten Teil erbracht wurde. Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für größere Kundenprojekte der Frequentis Australasia Pty. Ltd., der Frequentis Comsoft GmbH, der Frequentis UK Ltd. sowie der Systems Interface Ltd. hat die Frequentis AG quantitativ nicht determinierte Patronatserklärungen, welche auf Vertragserfüllung gerichtet sind, ausgestellt. Für die Systems Interface Ltd. sowie für die Frequentis Romania SRL wurde eine Bestätigung bezüglich der weiteren finanziellen Unterstützung abgegeben. Die Frequentis AG hat für verbundene Unternehmen Bankgarantien (größtenteils als Bidbonds, Performancebonds und Gewährleistungsbonds für Kundenprojekte) per 31.12.2022 iHv TEUR 23.557 (TEUR 22.476) abgegeben. Sie betreffen überwiegend Frequentis Deutschland GmbH, Frequentis Australasia Pty. Ltd., Frequentis Comsoft GmbH, Systems Interface Ltd., Frequentis Orthogon GmbH, sowie die Frequentis DFS Aerosense GmbH.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse, Bestandsveränderung und Sonstige betriebliche Erträge

Aufgliederung der Betriebsleistung nach Tätigkeitsbereichen (Werte in TEUR):

Air Traffic Management & Transport Public Safety Nicht aufteilbar Gesamt
2022
Umsatzerlöse 144.433 90.096 3.714 238.244
Bestandsveränderung 11.735 -3.423 0 8.312
Sonstige betriebliche Erträge 6.269 1.545 2.303 10.116
Betriebsleistung 162.437 88.217 6.017 256.672
2021
Umsatzerlöse 146.414 89.227 2.946 238.587
Bestandsveränderung -1.260 -2.924 0 -4.184
Sonstige betriebliche Erträge 989 564 537 2.090
Betriebsleistung 146.143 86.867 3.483 236.493

Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten (Werte in TEUR):

2022 2021
Österreich 17.261 9.608
EU (ohne Österreich) 109.896 105.369
Drittländer 111.087 123.610
Gesamt 238.244 238.587

Frequentis AG Jahresabschluss 2022 161

Sonstige betriebliche Erträge (Werte in TEUR)

2022 2021
Abgang von Sachanlagen 0 0
Auflösung von Rückstellungen 7.826 465
Übrige betriebliche Erträge 2.290 1.625
Gesamt 10.116 2.090

Die Auflösungen von Rückstellungen beinhalten mit TEUR 1.359 Erträge aus der Auflösung der Abfertigungsrückstellung und mit TEUR 230 Erträge aus der Auflösung der Pensionsrückstellung. In den übrigen betrieblichen Erträgen sind Erlöse aus der Forschungsprämie 2022 und 2021 in Höhe von TEUR 2.285 (Forschungsprämie 2020 und 2019: TEUR 1.580) enthalten.

Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von TEUR 560 (TEUR 1.343) und Zahlungen an die Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von TEUR 908 (TEUR 837) enthalten. Weiters sind im Personalaufwand TEUR 175 (TEUR 200) Zahlungen für die Pensionsversicherung und TEUR 106 (TEUR 89) Zahlungen an Bezugsberechtigte enthalten. Die Veränderung des Deckungskapitals der für die Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen Lebensversicherungen beträgt TEUR 255 (TEUR 247) und wird mit den Pensionsaufwendungen saldiert im Personalaufwand ausgewiesen. Erträge aus der Veränderung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen wurden soweit zulässig mit dem Aufwand saldiert. Der übersteigende Betrag wurde als Auflösung von Rückstellungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Aus der Erhöhung des Zinssatzes (von 1,0% auf 4,20%) bei der Berechnung der Pensionsrückstellung resultieren Erträge in Höhe von TEUR 1.001 (TEUR 141). Die Zinsaufwendungen bzw. Zinserträge wurden im Betriebsergebnis erfasst.

Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Aufteilung der planmäßigen Abschreibungen auf die einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage 1) dargestellt. Auf die Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen/Wirtschaftsgütern gem. § 13 EstG 1988 entfallen TEUR 520 (TEUR 252).

Frequentis AG 162 Jahresabschluss 2022

Sonstige betriebliche Aufwendungen (Werte in TEUR)

2022 2021
Steuern 170 160
Übrige 34.505 31.064
Gesamt 34.675 31.224

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen betreffen (Werte in TEUR):

2022 2021
Reisekosten 6.667 3.401
Beratungsaufwand 5.183 5.778
Raummiete 4.279 4.282
Werbeaufwand 2.264 1.327
Versicherungen 2.202 2.052
Lizenzaufwand (bis 1 Jahr) 1.949 952
Honorare an freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Leihpersonal 1.522 1.582
Dotierung Projektrückstellung 0 2.741
Instandhaltung 1.489 1.522
IT-Dienstleistungen 1.271 1.049
Strom, Gas, Wasser, Abwasser 1.207 673
Bankspesen 713 651
Ausgangsfrachten 642 666
Bewirtungsaufwand 612 269
Reinigung 534 488
Gebühren und Beiträge 505 541
Telefon- und Internetgebühren 450 484
Leasinggebühren 431 391
Dotierung Rückstellung derivative Finanzinstrumente 407 598
Personalbeschaffungskosten 309 244
Wertberichtigung Forderungen 255 422
Büroaufwand 188 176
Diverse 1.425 775
Summe Übrige 34.504 31.064

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis wird mit TEUR 20.647 (TEUR 16.828) ausgewiesen.

Erträge aus Beteiligungen

Im Berichtsjahr wurden Gewinnausschüttungen aus einem Beteiligungsunternehmen in Höhe von TEUR 114 (TEUR 180) vereinnahmt. Zusätzlich kam es noch zu Ausschüttungen in Höhe von TEUR 4.339 (TEUR 2.407) von sieben (fünf) verbundenen Unternehmen.

Frequentis AG Jahresabschluss 2022 163

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Im Berichtsjahr wurden Zinsen aufgrund Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 372 (TEUR 156) ausgewiesen.# Aufwendungen aus Finanzanlagen

Die Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von TEUR 200 betreffen die Abschreibung des Darlehens der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und in Höhe von TEUR 1.327 die Abwertung der Beteiligung der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH. Im Vorjahr betrugen die Aufwendungen aus Finanzanlagen TEUR 1.858 (ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und Altitude Angel).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Diese Aufwendungen beinhalten mit TEUR 10 (TEUR 52) den Aufwand für Bankzinsen und mit TEUR 222 (TEUR 241) Gebühren für die Bereitstellung von Kreditrahmen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Im laufenden Geschäftsjahr kam es zu einem Aufwand für die österreichische Körperschaftsteuer in Höhe von TEUR 3.225. Ausländische Quellensteuern in Höhe von TEUR 57 (TEUR 55) wurden aufwandswirksam erfasst. Die Gesellschaft ist für die Zeiträume bis einschließlich 2016 vom Finanzamt geprüft. Im August 2022 wurde vom Finanzamt für Großbetriebe eine Außenprüfung für die Jahre 2017 bis einschließlich 2021 begonnen. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung ist die Prüfung noch nicht abgeschlossen.

Derivative Finanzinstrumente

Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z. B. mittels Zulieferaufträgen in derselben Fremdwährung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen durch Exportumsätze in AUD, CAD, CHF, GBP, HUF, SGD und USD. Frequentis AG hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko aus Kundenaufträgen zum Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte rollierend abzusichern und mittels laufendem Währungsmanagement zu überwachen und zu steuern. Das Sicherungsgeschäft (Forwards) wird maximal für die Dauer der geplanten Projektlaufzeit abgeschlossen und gegebenenfalls in der Höhe der noch zu erwarteten Cash Flows verlängert (historische Prolongation).

Die Bilanzierung der Sicherungsbeziehung erfolgt gemäß der AFRAC Stellungnahme „Die unternehmensrechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsinstrumenten“ aus September 2017. Für abgesicherte Bilanzpositionen und zukünftige vertraglich vereinbarte Zahlungsströme wurde eine Bewertungseinheit von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument gebildet. Bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts wird ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Zu jedem Bilanzstichtag wird ein retrospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Bei nicht effektiven Sicherungsbeziehungen werden betreffende Bewertungseinheiten aufgelöst und Derivat und Grundgeschäft getrennt voneinander bewertet.

Frequentis AG 164 Jahresabschluss 2022

Die nachfolgenden Tabellen zeigen den Bestand und den beizulegenden Zeitwert (Marktwert) der derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag:

2022

Typ Kaufwährung Kaufbetrag Verkaufs- währung Verkaufsbetrag Marktwert zum Stichtagskurs
DT EUR 4.751.413,68 AUD -7.455.856,00 72.010,16
DT EUR 106.459,91 CHF -104.000,00 23,00
DT EUR 3.760.563,74 GBP -3.297.890,00 89.712,77
DT EUR 157.438,58 SGD -227.280,29 38,58
DT EUR 24.022.438,61 USD -25.810.000,00 491.378,14
653.162,65
DT EUR 323.076,87 AUD -532.854,00 -11.680,87
DT EUR 1.172.604,58 CAD -1.819.815,00 -60.143,04
DT EUR 7.100.667,39 GBP -6.667.589,19 -331.931,86
DT EUR 22.148,27 HUF -10.029.399,00 -283,94
DT EUR 9.664.556,77 USD -11.584.804,61 -1.002.478,68
-1.406.518,39
Summe DT 51.081.368,40 -753.355,74

2021

Typ Kaufwährung Kaufbetrag Verkaufs- währung Verkaufsbetrag Marktwert zum Stichtagskurs
DT EUR -401.220,35 GBP 348.500,00 8.165,79
DT EUR -264.738,57 SGD 426.838,00 11.890,07
DT EUR 9.501.853,71 USD -10.859.515,00 72.078,27
92.134,14
DT EUR 1.439.153,48 AUD -2.350.675,00 -49.324,67
DT EUR 1.702.817,41 CAD -2.600.000,00 -28.182,50
DT EUR 317.923,35 CHF -345.074,00 -16.677,64
DT EUR 16.706.426,39 GBP -15.045.184,00 -969.190,58
DT EUR 151.946,13 NOK -1.672.471,00 -12.756,32
DT EUR 530.788,59 SGD -868.954,00 -32.370,19
DT EUR 10.924.272,11 USD -12.934.051,00 -334.583,68
-1.443.085,59
Summe DT 40.609.222,25 -1.350.951,45

Für die Bewertung der Devisenterminkontrakte wurden die jeweiligen Stichtagskurse herangezogen. Zum 31.12.2022 bestehende negative Marktwerte in Höhe von TEUR -273 (TEUR -716) und positive Marktwerte in Höhe von TEUR 3 (TEUR 0) wurden aufgrund bestehender Zuordnung zu Grundgeschäften und gegebener Effektivität der Sicherungsbeziehungen bilanziell nicht berücksichtigt. Im Bilanzposten Drohverlustrückstellung wurden verbleibende negative Marktwerte in Höhe von TEUR 1.133 (TEUR 727) berücksichtigt.

Frequentis AG Jahresabschluss 2022 165

5. Organisation

FREQUENTIS AG
51% ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH
100% BlueCall Systems GmbH (ab 20. Februar 2023 Frequentis Invest4Tech GmbH)
25% Aviamaps Oy
1% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE SISTEMAS DE INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA
2% Frequentis Middle East Limited
15% Nemergent Solutions, Sociedad Limitada
100% skyzr GmbH
100% CNS-Solutions & Support GmbH
100% FREQUENTIS Australasia Pty Ltd.
100% FREQUENTIS AUSTRALIA HOLDING PTY LTD
100% C4i Pty Ltd.
100% FREQUENTIS (CANADA) LIMITED
100% Frequentis Canada ATM Ltd
100% FREQUENTIS COMSOFT GmbH
100% FREQUENTIS Czech Republic s.r.o.
100% FREQUENTIS Deutschland GmbH
51% ELARA Leitstellentechnik GmbH
70% FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH
99% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE SISTEMAS DE INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA
100% FREQUENTIS France SARL
98% Frequentis Middle East Limited
100% FREQUENTIS NORWAY AS
100% Frequentis Orthogon GmbH
100% FREQUENTIS ROMANIA S.R.L
100% FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd.
100% FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD.
100% FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o.
100% FREQUENTIS (UK) LIMITED
100% FREQUENTIS USA Holdings, Inc.
100% FREQUENTIS CALIFORNIA, INC.
100% FREQUENTIS DEFENSE, Inc.
100% FREQUENTIS USA, Inc.
100% PDTS GmbH
51% Regola S.r.l.
50% AMANTEA Ltd.
24% Lift S.r.l.
20% Nowtech S.r.l.
80% Secure Service Provision GmbH
51% SYSTEMS INTERFACE LIMITED

Frequentis AG 166 Jahresabschluss 2022

51% team Technology Management GmbH
51% TEAM Technology Management GmbH Deutschland
18% AIRlabs Austria GmbH
40% AIRNAV TECHNOLOGY SERVICES INC.
28% GroupEAD Europe S.L.
20% Mission Embedded GmbH

Frequentis AG Jahresabschluss 2022 167

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Per 20. Februar 2023 kam es zu einer Erhöhung der Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. Philippinen von 40% auf 65%. Der diesbezügliche Kaufpreis in Höhe von TEUR 35 wurde schon im Jahr 2022 geleistet und wird in der Position Anzahlungen langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

7. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
* Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
* Hermann Mattanovich
* Peter Skerlan

Monika Haselbacher wurde vom Aufsichtsrat der Gesellschaft einstimmig per 1. Jänner 2023 als weiteres Mitglied in den Vorstand berufen, und verstärkt seitdem den Vorstand der Frequentis AG in der Funktion als Chief Operating Officer (COO). Sie wurde für die Dauer von 5 Jahren bestellt. Ihre Funktionsperiode läuft sohin vom 1. Jänner 2023 bis zum 31. Dezember 2027.

Der Vorstand setzt sich ab 1. Jänner 2023 wie folgt zusammen:
* Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
* Monika Haselbacher
* Hermann Mattanovich
* Peter Skerlan

Bezüge der Mitglieder des Vorstands

Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Vorstände betrugen im Berichtsjahr TEUR 2.368 (TEUR 2.737). Diese Vergütungen beinhalten feste Vergütungen (Jahresgrundgehalt, Prämien, Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) sowie variable Vergütungen (inkl. LTIP).

Optionen für Mitglieder des Vorstands

Im Berichtsjahr wurde ein Long Term Incentive Plan (LTIP 2022) mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen. Der Leistungszeitraum umfasst drei Jahre (1. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2024) und der Anspruch beträgt maximal 18.000 Aktien (brutto – vor Abzug von Steuern und Gebühren), wobei seine Abgeltung durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrags in das Wertpapierdepot des Vorstands erfolgt. Abhängig von der Zustimmung des Aufsichtsrats ist der Anspruchstag der 30. April 2025. Der Anspruch auf die maximale Anzahl von 18.000 Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien. Ab dem Tag der Auszahlung kann ein Drittel, der unter dem LTIP 2022 erworbenen Aktien, veräußert werden. In jedem Fall darf aber nur eine solche Anzahl der im Rahmen dieses LTIP erworbenen Aktien veräußert werden, dass zu jeder Zeit ein Mindestbestand von 7.000 unter einem Long Term Incentive Plan erworbenen Aktien der Gesellschaft gehalten wird. Die Rechte aus diesem LTIP sind nicht übertragbar.

Frequentis AG 168 Jahresabschluss 2022

Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus der LTIP-Verpflichtung errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum 2.6.2022 (Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung) in Höhe von EUR 30,1 multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten Zielerreichungsgrad. Im Berichtsjahr wird für den LTIP 2020, den LTIP 2021 und den LTIP 2022 eine Optionsrücklage in Höhe von TEUR 739 (TEUR 602) ausgewiesen. Im Mai 2022 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 Ziele 6.590 Stück an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre der Gesellschaft auszuschließen.

Kredite an Mitglieder des Vorstands

Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem Mitglied des Vorstands.

Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen (inkl.Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen, unter Berücksichtigung der Veränderung der Rückstellungen (inkl. der Auflösungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen) sowie der Erträge des Deckungskapitals der für die Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen Lebensversicherungen, verteilen sich wie folgt (Werte in TEUR):

Abfertigungen Abfertigungen Pensionen Pensionen
2022 2021 2022 2021
Vorstand -37 271 -230
Leitende Angestellte -15 76 0
Andere Arbeitnehmer -398 1.833 0
Gesamt -450 2.180 -230

Bei den Aufwendungen für Pensionen sind auch Aufwendungen für ein ehemaliges Vorstandsmitglied enthalten.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

  • Dipl. Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender
  • DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden
  • Sylvia Bardach, Mitglied
  • Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied
  • Dipl. Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied
  • Mag. Petra Preining, Mitglied
  • DI Stefan Hackethal, Mitglied gem. § 110 ArbVG (ab 1. September 2022)
  • Siegfried Meisel, Mitglied gem. § 110 ArbVG (bis 31. August 2022)
  • Dipl. Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
  • Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 167 (TEUR 148).

Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem Mitglied des Aufsichtsrats.

Durchschnittliche Zahl der ArbeitnehmerInnen

Die Anzahl der im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich beschäftigten Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer der Frequentis AG im Sinne der Bestimmungen des § 239 Abs. 1 Z 1 UGB betrug 1.000 (1.003) Angestellte.

8. Sonstige Angaben

Abschlussprüfer

Die Angabe der Aufwendungen für den Abschlussprüfer unterbleibt, da von der Erleichterungsbestimmung gemäß § 238 Abs. 1 Z 18 UGB Gebrauch gemacht wird.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft keine wesentlichen und marktunüblichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen abgeschlossen.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der im Jahresabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2022 ausgewiesene Jahresgewinn beträgt EUR 18.952.956,96. Der Bilanzgewinn beläuft sich auf EUR 62.361.166,77. Es besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe der aktiven latenten Steuern (TEUR 441). Der Vorstand der Frequentis AG schlägt der Hauptversammlung am 01. Juni 2023 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,22 je Aktie vor. Der verbleibende Restbetrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Wien, am 13. März 2023

Norbert Haslacher e.h. Vorstandsvorsitzender
Monika Haselbacher e.h. Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h. Mitglied des Vorstands
Peter Skerlan e.h. Mitglied des Vorstands

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Buchwert Buchwert Abschreibung Zuschreibung
01.01.2022 Zugang Abgang Umbuchung 31.12.2022 01.01.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile, sowie daraus abgeleitete Lizenzen 12.820.059 544.465 16.790 4.495 13.352.229
2. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände 24.495 99.408 - - 119.408
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 12.844.554 643.873 16.790 - 13.471.638
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grund 3.772.666 211.659 - 42.026 4.026.350
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.521.749 142.526 4.029 - 3.660.246
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.312.399 2.418.284 1.287.207 97.883 20.541.359
4. Anlagen im Bau 88.909 529.462 - -139.909 478.462
Summe Sachanlagen 26.695.723 3.301.930 1.291.236 - 28.706.417
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 30.679.741 3.470.668 402.187 69.212 33.817.434
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 10.335.584 - - - 10.335.584
3. Beteiligungen 345.181 - - - 345.181
4. Wertpapiere 863.143 - - - 863.143
5. Anzahlungen Finanzanlagen 69.212 35.000 - -69.212 35.000
Summe Finanzanlagen 42.292.862 3.505.668 402.187 - 45.396.342
Gesamt 81.833.140 7.451.471 1.710.214 - 87.574.397

Beteiligungsspiegel 2022

Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB

Bezeichnung Sitz Stamm- kapital Anteil am Stammkapital % Stamm- Betrag Buchwert 31.12.2022 Eigenkapital Jahresüber- schuss/ Fehlbetrag Jahres- abschluss
1. Verbundene Unternehmen
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH Freiburg EUR 75.000 51,0 EUR 38.250 EUR - EUR 311.133 EUR -1.348.495 31.12.2022
BlueCall Systems GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 2.562.500,00 EUR 2.571.813 EUR 6.606 31.12.2022
CNS-Solutions & Support GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 235.000,00 EUR 1.698.310 EUR -31.937 31.12.2022
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd. Banyo AUD 5.000 100,0 AUD 5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 14.154.005 AUD 817.383 31.12.2022
FREQUENTIS (CANADA) Ltd. Ottawa CAD 10.000 100,0 CAD 10.000 EUR 6.435,18 CAD 3.477.518 CAD 389.266 31.12.2022
Frequentis Canada ATM Ltd. Gatineau CAD 120.730 100,0 CAD 120.730 EUR 204.669,16 CAD 916.619 CAD -523.605 31.12.2022
FREQUENTIS Comsoft GmbH Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR 3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 4.355.754 EUR -1.433.915 31.12.2022
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o. Prag CZK 200.000 100,0 CZK 200.000 EUR 7.782,10 CZK 19.343.021 CZK 5.234.006 31.12.2022
FREQUENTIS Deutschland GmbH Langen EUR 26.000 100,0 EUR 26.000 EUR 721.512,41 EUR 4.942.894 EUR 1.372.630 31.12.2022
FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH Wien EUR 35.000 70,0 EUR 24.500 EUR 264.600,00 EUR 443.861 EUR 148.881 31.12.2022
FREQUENTIS do Brasil Assessoria, Servicos e comercio de sistemas de informacao e comunicacao Ltda. Sao Paulo BRL 500.000 99,0 BRL 495.000 EUR 95.064,84 BRL 2.386.366 BRL 167.364 31.12.2022
FREQUENTIS France SARL Toulouse EUR 30.000 100,0 EUR 30.000 EUR 30.000,00 EUR 201.868 EUR 26.790 31.12.2022
Frequentis Middle East Ltd. Abu Dhabi AED 50.000 98,0 AED 49.000 EUR 184.561,40 AED 1.266.010 AED 125.321 31.12.2022
FREQUENTIS Norway AS Oslo NOK 300.000 100,0 NOK 300.000 EUR 36.174,53 NOK 2.032.730 NOK 306.408 31.12.2022
Frequentis Orthogon GmbH Bremen EUR 500.000 100,0 EUR 500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 1.222.130 EUR -886.308 31.12.2022
FREQUENTIS ROMANIA SRL Cluj-Napoca RON 42.723 100,0 RON 42.723 EUR 10.000,00 RON 4.959.996 RON -1.230.598 31.12.2022
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY 1.895.249 EUR 200.000,00 CNY 19.202.748 CNY 9.495.441 31.12.2022
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD. Singapur SGD 25.000 100,0 SGD 25.000 EUR 14.534,88 SGD 970.877 SGD 110.904 31.12.2022
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o Bratislava EUR 5.000 100,0 EUR 5.000 EUR 22.863,48 EUR 2.016.064 EUR 204.556 31.12.2022
FREQUENTIS (UK) Ltd. Twickenham GBP 10.000 100,0 GBP 10.000 EUR 11.262,84 GBP 979.692 GBP 104.100 31.12.2022
FREQUENTIS USA Holdings, Inc. Columbia USD 500 100,0 USD 500 EUR 1.578.483,97 USD 1.761.008 USD 40 31.12.2022
PDTS GmbH Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR 1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.873.413 EUR 364.525 31.12.2022
Regola S.r.l. Turin EUR 25.000 51,0 EUR 12.750 EUR 2.889.442,85 EUR 1.877.150 EUR 719.815 31.12.2022
Secure Service Provision GmbH Leipzig EUR 25.000 80,0 EUR 20.000 EUR 20.000,00 EUR 2.360.204 EUR 613.877 31.12.2022
SYSTEMS INTERFACE Ltd. Surrey GBP 10.000 51,0 GBP 5.100 EUR - EUR -781.838 GBP 252.170 31.12.2022
team Technology Management GmbH Wien EUR 250.000 51,0 EUR 127.500 EUR 220.050,28 EUR 3.664.598 EUR 1.138.927 31.12.2022
Summe Verbundene Unternehmen EUR 30.176.635,12
2. Assoziierte Unternehmen
AIRlabs GmbH Graz EUR 150.000 18,0 EUR 27.000 EUR 27.488,82 EUR 120.104 EUR -8.685 31.12.2022
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo PHP 1.100.000 40,0 PHP 440.000 EUR 30.692,37 PHP 7.432.542 PHP 261.117 31.12.2022
Group EAD Europe S.L. Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR 280.000 EUR 280.000,00 EUR 1.960.878 EUR 408.516 31.12.2021
Mission Embedded GmbH Wien EUR 35.000 20,0 EUR 7.000 EUR 7.000,00 EUR 2.012.639 EUR 489.259 31.12.2022
Summe Assoziierte Unternehmen EUR 345.181,19 EUR 30.521.816,31

Beteiligungsspiegel 2021

Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB

Bezeichnung Sitz Stamm- kapital Anteil am Stammkapital % Stamm- Betrag Buchwert 31.12.2021 Eigenkapital Jahresüber- schuss/ Fehlbetrag Jahres- abschluss
1. Verbundene Unternehmen
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH Freiburg EUR 75.000 51,0 EUR 38.250 EUR 1.729.673,67 EUR 1.659.628 EUR -487.561 31.12.2021
BlueCall Systems GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 1.912.500,00 EUR 1.885.838 EUR -14.685 31.12.2021
CNS-Solutions & Support GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 235.000,00 EUR 1.730.247 EUR 267.452 31.12.2021
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd. Banyo AUD 5.000 100,0 AUD 5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 13.336.622 AUD 493.218 31.12.2021
FREQUENTIS CALIFORNIA, INC.
## 2. Assoziierte Unternehmen
Bezeichnung Sitz Stammkapital Anteil am Stammkapital % Buchwert Stammkapital Jahresüberschuss/ Fehlbetrag 31.12.2021 Eigenkapital 31.12.2021
AIRlabs GmbH Graz EUR 150.000 18,0 EUR 27.000 EUR -13.243 EUR 128.789
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo PHP 1.100.000 40,0 PHP 440.000 PHP 1.308.055 PHP 7.171.425
Group EAD Europe S.L. Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR 280.000 EUR 641.623 EUR 2.193.986
Mission Embedded GmbH Wien EUR 35.000 20,0 EUR 7.000 EUR 423.585 EUR 1.523.380
Summe Beteiligungen an assoziierten Unternehmen EUR 28.711.609,87

Beilage zum Anhang 174 | Jahresabschluss 2022 | Frequentis AG

Bezeichnung Sitz Stammkapital Anteil am Stammkapital % Buchwert Stammkapital Jahresüberschuss/ Fehlbetrag 31.12.2021 Eigenkapital 31.12.2021
FREQUENTIS (CANADA) Ltd. Ottawa CAD 10.000 100,0 CAD 10.000 CAD 572.417 CAD 3.660.252
Frequentis Canada ATM Ltd. Gatineau CAD 120.730 100,0 CAD 120.730 CAD -1.544.691 CAD 1.440.225
FREQUENTIS Comsoft GmbH Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR 3.000.000 EUR 1.610.415 EUR 5.789.670
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o. Prag CZK 200.000 100,0 CZK 200.000 CZK 9.565.357 CZK 14.109.015
FREQUENTIS Deutschland GmbH Langen EUR 26.000 100,0 EUR 26.000 EUR 2.658.818 EUR 5.333.353
FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH Wien EUR 35.000 70,0 EUR 24.500 EUR 22.865 EUR 294.980
FREQUENTIS do Brasil Assessoria, Servicos e comercio de sistemas de informacao e comunicacao Ltda. Sao Paulo BRL 500.000 99,0 BRL 495.000 BRL 139.173 BRL 2.219.002
FREQUENTIS France SARL Toulouse EUR 30.000 100,0 EUR 30.000 EUR 34.141 EUR 175.078
Frequentis Middle East Ltd. Abu Dhabi AED 50.000 98,0 AED 49.000 AED 151.949 AED 1.140.689
FREQUENTIS Norway AS Oslo NOK 300.000 100,0 NOK 300.000 NOK 266.334 NOK 1.726.322
Frequentis Orthogon GmbH Bremen EUR 500.000 100,0 EUR 500.000 EUR 1.513.815 EUR 2.716.112
FREQUENTIS ROMANIA SRL Cluj-Napoca RON 42.723 100,0 RON 42.723 EUR 1.697.874 EUR 6.190.595
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY 1.895.249 CNY 10.364.434 CNY 13.207.307
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD. Singapur SGD 25.000 100,0 SGD 25.000 SGD 95.298 SGD 859.973
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o Bratislava EUR 5.000 100,0 EUR 5.000 EUR 360.959 EUR 1.855.787
FREQUENTIS (UK) Ltd. Twickenham GBP 10.000 100,0 GBP 10.000 GBP 210.336 GBP 875.592
FREQUENTIS USA, Inc. Columbia USD 2.001.000 100,0 USD 2.001.000 USD -1.191.635 USD 3.529.884
PDTS GmbH Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR 1.036.336 EUR 310.328 EUR 1.819.216
Secure Service Provision GmbH Leipzig EUR 25.000 80,0 EUR 20.000 EUR 570.329 EUR 2.031.492
SYSTEMS INTERFACE Ltd. Surrey GBP 10.000 51,0 GBP 5.100 GBP 94.990 EUR -
team Technology Management GmbH Wien EUR 250.000 51,0 EUR 127.500 EUR 1.785.001 EUR 3.725.671
Monterey USD 305.000 100,0 305.000 EUR 224.760,50 USD 1.250.782 USD
Summe Beteiligungen an verbundenen Unternehmen EUR 28.366.428,68

Bestätigungsvermerk

175 | Frequentis AG | Jahresabschluss 2022

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

  • Bilanzierung des Projektgeschäftes

  • Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen: Der weitaus überwiegende Anteil der ausgewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projektgeschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen. Bei Wartungsprojekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen. Die Erfassung der Umsatzerlöse aus Lieferprojekten erfolgt mit der Erbringung der vertraglich vereinbarten Leistung bzw. Abnahme durch den Kunden. Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind, werden unter den noch nicht abrechenbaren Leistungen in Höhe ihrer bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten ausgewiesen. Insoweit bei den noch nicht abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, kommt es zu einer Verminderung des Bilanzansatzes der noch nicht abrechenbaren Leistungen. Falls der Buchwert der noch nicht abrechenbaren Leistungen durch diese Wertberichtigung gänzlich reduziert wird, erfolgt darüber hinaus der Ansatz einer Rückstellung für drohende Verluste. Dies gilt in gleicherweise auch für verlustbringende Wartungsprojekte. Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse ergeben. Die Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und der projektbezogenen Rückstellungen erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und zukunftsbezogene Schätzungen. Zusätzliche Anforderungen bei der Schätzung ergeben sich durch die inflationsbedingten Einflüsse für die noch zu erwarteten Projektkosten. Aufgrund des wesentlichen Umfangs des Projektgeschäftes ergibt sich daraus das Risiko einer unrichtigen Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und projektbezogenen Rückstellungen sowie der damit unmittelbar zusammenhängenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Anhang unter den Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungs-grundsätzen, den Erläuterungen zur Bilanz (Vorräte bzw. Sonstige Rückstellungen) sowie in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse) enthalten.

  • Prüferisches Vorgehen: Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen überprüft. Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge, die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss. Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit. Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe berücksichtigt. Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projektverantwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen der inflationsbedingten wirtschaftlichen Effekte. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller Projektinformationen sowie die Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen Werte mit Vertragsdokumenten und anderen relevanten Unterlagen vorgenommen. Hinsichtlich der bei den noch nicht abgeschlossenen Projekten erfassten Herstellungskosten haben wir die Kostenstruktur (erfasste Projektstunden und deren Bewertung, zugekaufte Fremdleistungen) analysiert und Auffälligkeiten hinterfragt.

Jahresabschluss 2022 | Bestätigungsvermerk | 176 | Frequentis AG
```# Bestätigungsvermerk

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzu- wenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt.

Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs- legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Ver-treter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmens- tätigkeit aufwerfen können.
  • Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahres- abschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 19. September 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2018 Abschlussprüfer.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Posautz.

Wien, am 13. März 2023

BDO Assurance GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft (als Gesamtrechtsnachfolgerin der BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft)

Mag. Gerhard Posautz
Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Fremgen
Wirtschaftsprüfer

Erklärung aller gesetzlichen VertreterInnen

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungs- standards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäfts- verlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 13. März 2023

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

Monika Haselbacher e.h.

Hermann Mattanovich e.h.Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Mitglied des Vorstands
Mitglied des Vorstands

Hinweis / Disclaimer

In dieser Publikation ist mit „Frequentis“ oder „Frequentis-Gruppe“ der Konzern gemeint, mit „Frequentis AG“ wird die Muttergesellschaft (Einzelgesellschaft) bezeichnet. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in dieser Publikation kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Die in dieser Publikation enthaltenen Prognosen, Planungen und zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf dem Wissensstand und der Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie alle Aussagen über die Zukunft unterliegen sie Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die im Ergebnis auch zu erheblichen Abweichungen führen können. Für den tatsächlichen Eintritt von Prognosen und Planungswerten sowie zukunftsgerichteten Aussagen kann keine Gewähr geleistet werden. Die Informationen in dieser Publikation sind nur für allgemeine Informationszwecke. Es kann keine Garantie für die Vollständigkeit der Inhalte gegeben werden. Irrtümer und Druckfehler vorbehalten. Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen. Die Haftung und Gewährleistung von Frequentis für die Publikation sind ausgeschlossen. Informationen aus dieser Publikation dürfen nicht ohne ausdrückliche Zustimmung von Frequentis verwendet werden. Diese Publikation wurde in einer deutschen und englischen Version erstellt. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version. Alle Rechte vorbehalten.

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