Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Frequentis AG Annual Report (ESEF) 2023

Apr 9, 2024

Preview isn't available for this file type.

Download source file

Jahresfinanzbericht 2023

Konzernlagebericht

Konzernabschluss

Lagebericht zum Jahresabschluss der Frequentis AG

Frequentis AG – Jahresabschluss

Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023

Konzernlagebericht zum 31.12.2023

Frequentis-Gruppe

Wirtschaftliches Umfeld

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2024 das World Economic Outlook Update publiziert¹. Im Jahr 2023 lag das globale Wirtschaftswachstum bei 3,1%, für das Jahr 2024 soll das Wachstum auf gleichem Niveau liegen und ebenfalls 3,1% betragen. Die Prognose für das Jahr 2024 liegt um 0,2 Prozentpunkte höher als im Oktober 2022 vorausgesagt, aber unter dem historischen Durchschnitt (2000-2019) von 3,8%, da die erhöhten Leitzinsen der Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung, die Rücknahme der fiskalischen Unterstützung angesichts der hohen Verschuldung die Wirtschaftstätigkeit belasten und das zugrunde liegende Produktivitätswachstum gering ist. Angesichts der Disinflation und des stetigen Wachstums ist die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung zurückgegangen und die Risiken für das globale Wachstum sind weitgehend ausgeglichen. Auf der anderen Seite könnte eine schnellere Disinflation zu einer weiteren Lockerung der finanziellen Bedingungen führen. Eine lockerere Finanzpolitik als notwendig und als in den Projektionen angenommen, könnte ein vorübergehend höheres Wachstum bedeuten, allerdings mit dem Risiko einer kostspieligeren Anpassung zu einem späteren Zeitpunkt. Eine stärkere Dynamik der Strukturreformen könnte die Produktivität mit positiven grenzüberschreitenden Spillover-Effekten fördern. Ebenso könnten neue Rohstoffpreisspitzen aufgrund geopolitischer Schocks, Versorgungsunterbrechungen, einschließlich anhaltender Angriffe im Roten Meer, oder eine hartnäckigere zugrunde liegende Inflation die straffen monetären Bedingungen verlängern. Eine Verschärfung der Probleme im Immobiliensektor in China oder eine Hinwendung zu Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen könnten ebenfalls zu einer Beeinträchtigung des Wachstums führen.

Für das Jahr 2024 wird für die USA ein Anstieg von 2,1% prognostiziert. Für die Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 0,9% im Jahr 2024. Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad im Jahr 2024 unterschiedlich hoch: führend ist Spanien mit 1,5% vor Frankreich mit 1,0%, Italien mit 0,7% und Deutschland mit 0,5%. Die Prognose für Großbritannien liegt bei 0,6% für das Jahr 2024. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 5,2% im Jahr 2024 gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2024 von einem Wachstum von 1,9% aus, für den Nahen Osten und Zentralasien werden 2,9% prognostiziert.

¹ https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024

Geschäftsentwicklung

Im Jahr 2023 verzeichnete die Frequentis-Gruppe, basierend auf dem hohen Auftragsbestand vom Jahresende 2022 und dem guten Auftragseingang, eine Steigerung des Umsatzes um 10,8%. Dank dem stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von Kommunikations- und Informationslösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen, wie der um 24,7% gestiegene Auftragseingang zeigt.

Bedeutende Ereignisse im Jahr 2023
Akquisition zur Stärkung der Cybersicherheitskompetenz

Im April 2023 übernahm Frequentis 76,67% der Anteile der FRAFOS GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland. FRAFOS liefert wichtige Sicherheitskomponenten für die Frequentis Kommunikationslösungen in allen sicherheitskritischen Bereichen.# Geschäftsentwicklung Konzernlagebericht 2023

Frequentis-Gruppe

Akquisition am Recorder-Markt

Im Juli 2023 übernahm Frequentis 100% an dem norwegischen Software-Unternehmen GuardREC ATC AS, welches inzwischen im Zuge des Integrationsprozesses in Frequentis Recording AS umbenannt wurde. Durch die Akquisition wird die Recorder-Kompetenz in allen Geschäftsbereichen gesteigert. Die Angebotspalette umfasst die komplette Surveillance sowie Audio-, Video- und Datenaufzeichnung inklusive Datenanalyse. Die bestehende Recording-Lösung von Frequentis, DIVOS, wird mit der übernommenen Lösung zu einem neuen, global angebotenen, Produkt verschmolzen.

Auswirkungen der geopolitischen Lage

Neben dem Krieg in der Ukraine, der nach dem Beginn im Februar 2022 nun in sein drittes Jahr geht, brach durch den Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 ein neuer Krieg mit potenziell globalen Auswirkungen aus. Dazu kommen noch längerfristig wirkende Krisen wie die Klimakrise oder die Verwerfungen und Preisausschläge am Energiemarkt. Es kann von einer Polykrise gesprochen werden, bei der sich die Wirkungen einzelner Krisen gegenseitig aufschaukeln. Auf der anderen Seite gab es vor allem in Europa verstärkte Investitionen in die militärische Infrastruktur und die öffentliche Sicherheit. All diese Krisen hatten und haben unterschiedliche Auswirkungen auf interne und externe Stakeholder von Frequentis.

Die Auswirkungen auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da es mit der Ukraine, der Russischen Föderation, Belarus und den palästinensischen Gebieten in Summe im Jahr 2023 keinen Umsatz gab. Mit Israel gab es im Jahr 2023 einen Umsatz von weniger als EUR 1,0 Mio. Indirekt führten die Auswirkungen der Kriege zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und in den Jahren 2022 und 2023 weit über dem Durchschnitt der Jahre davor lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue Kundenprojekte.

Der Inflationsausgleich für die Mitarbeiter:innen im Zuge der jährlichen Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehaltsvereinbarungen schlugen sich entsprechend in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe in den Jahren 2022 und 2023 nieder. Für das Jahr 2024 wird mit weiteren Kostenerhöhungen gerechnet. Dies gilt besonders für Österreich, in dem rund die Hälfte aller Frequentis-Beschäftigten tätig ist. Hier lag die Inflation gemäß Eurostat mit 7,7% (per Dezember 2023, Jahresdurchschnitt, Veränderungsrate zum Vorjahr) nochmals um einige Prozentpunkte über dem Durchschnitt des Euroraumes mit 5,4%.

Die aus den verschiedensten Gründen (z. B. Angriffe auf Handelsrouten) immer wieder entstehenden Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Ein weiterer Aspekt, der das Geschäft von Frequentis beeinflussen kann, ist die Tatsache, dass im Jahr 2024 mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung seine Stimme in Wahlen abgeben kann. Dies kann zu Regierungsneubildungen führen, die entweder neue Investitionsvorhaben initiieren oder bestehende kürzen.

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2023 bei EUR 504,8 Mio., eine Steigerung von 24,7% oder EUR 100,0 Mio. gegenüber dem Jahr 2022 mit EUR 404,8 Mio.

Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2023 wie folgt:

  • Air Traffic Management: 68% oder EUR 345,4 Mio. (2022: 68%, EUR 275,4 Mio.)
  • Public Safety & Transport: 32% oder EUR 159,3 Mio. (2022: 32%, EUR 129,4 Mio.)

Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management

Bei den Sprachkommunikationssystemen wurde Frequentis von der NASA mit dem Upgrade des Mission Control Voice Conferencing im NASA Johnson Air Space Center (JSC) beauftragt. Dabei werden die bestehenden NASA Voice Conferencing-Systeme im JSC durch das Voice over IP (VoIP) Conferencing-System der nächsten Generation ersetzt.

Ein weiteres Highlight im Auftragseingang bei Sprachkommunikationssystemen kam aus Norwegen. Die Flugsicherung Avinor beauftragte die Lieferung des geographisch redundanten Sprachkommunikationssystems X10 VCS. Dieses System wird von Frequentis auch an einen der weltweit größten Flugsicherungsdienstleister, NAV CANADA, geliefert. Es handelt sich dabei um ein landesweites Sprachkommunikations- und Gateway-Projekt für 100 Standorte mit über 1.000 Lots:innen-Arbeitsplätzen.

Die norwegische Flugsicherung Avinor beauftragte Frequentis auch mit der Lieferung des Frequentis Advanced Network Management Systems (Advanced-NMS). Damit wird ein vollständiges Lagebild ermöglicht und die Leistungsüberwachung in Echtzeit wird die Betriebssicherheit von Avinor erhöhen. Die flexible und skalierbare Lösung entwickelt sich mit den Anforderungen des Kunden weiter.

In den USA wurde Frequentis von Verizon für den FAA Enterprise Network Services (FENS)-Vertrag ausgewählt. Die FAA, Federal Aviation Administration, ist die US-Flugsicherung. Im US-Flugraum sind pro Jahr eine Milliarde Passagier:innen unterwegs. Im Rahmen der Zielsetzung der FAA, weiterhin das sicherste und effizienteste Luftfahrtsystem der Welt bereitzustellen, wird das FENS-Programm das Telekommunikationsnetzwerk der FAA in den Vereinigten Staaten auf den neuesten Stand der Technik bringen.

Weitere Aufträge für Sprachkommunikationssysteme kamen unter anderem auch aus Ägypten, Bulgarien, Großbritannien und Mexiko.

Im Bereich der Drohnen beauftragte die Flugsicherung von Litauen Frequentis mit der Lieferung der erprobten UTM-Lösung (Uncrewed Traffic Management / unbemanntes Verkehrsmanagement), um angesichts der zunehmenden Drohnennutzung im Land die sichere, effiziente und konforme Integration von Drohnen in den Luftraum zu ermöglichen.

Die Nachfrage nach Remote Digital Towern, sowohl für den zivilen als auch den militärischen Einsatz, ist ungebrochen. So unterstützt Frequentis das US-Verteidigungsministerium mit Tests der Transportable Digital-Tower-Lösung auf mehreren Air Force Bases in den USA – im Rahmen einer Evaluierung der Digital-Tower-Technologie an mehreren Standorten.

In Australien wird C4i als Lieferant von Lockheed Martin beim Air6500 Projekt seine VOICE C2- Lösung bereitstellen, um sichere Kommunikation in der Luft, an Land, auf dem Meer und im Weltraum sicherzustellen. Das Projekt für die Royal Australian Airforce (RAAF) soll die Sicherheit, die rasche Reaktionsfähigkeit und die Interoperabilität der australischen Verteidigungssysteme erhöhen.

Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport

Im Segment Public Safety & Transport baute Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen weiter aus. Polizei und Kommunen in Niedersachsen, vertreten durch die Zentrale Polizeidirektion, haben Frequentis mit der Lieferung der multimedialen Kommunikationslösung 3020 LifeX beauftragt. Die Implementierung dieses Systems in acht Leitstellen, einer Ausweichleitstelle und einem Testsystem erfolgt in drei Phasen. Mit dem Projekt wird ein landesweiter Standard für das Leitstellenkommunikationssystem in einer IP-basierten Systemumgebung in Niedersachsen geschaffen.

Über den Generalunternehmer Sopra Steria erhielt Frequentis den Auftrag, in Bayern das Sprach- und Datenkommunikationssystem ASGARD für insgesamt 26 integrierte Leitstellen, drei Notleitstellen, die Feuerwehr-Einsatzzentrale in München, sowie die Ausstattung der Schulungs- und Testumgebung für die Feuerwehrschule in Geretsried zu liefern. Dieses landesweite Projekt wird von Sopra Steria zusammen mit Frequentis umgesetzt.

In Norwegen wird eine zentralisierte landesweite Kommunikationslösung für medizinische Notfall- und Nicht-Notfallzentren für bis zu 500 aktive Operator:innen geliefert. Die Lösung für Multimedia-Kontrollzentralen unterstützt Videokommunikation und Kommunikation über soziale Medien. Zusätzlich gibt es einen mobilen Zugriff für Krankenpfleger:innen, die Patient:innen in Krankenhäusern behandeln. Die Software-basierte Lösung wird die Kosten für Betrieb und Management reduzieren.

Außerhalb Europas wurde Frequentis von der australischen Flugsicherung, Airservices Australia, beauftragt, eine Lösung für den Aviation Rescue Fire Fighting Service (Luftrettung- und Feuerbekämpfungsservice) zu liefern. Die Lösung besteht aus zwei Komponenten: der multimedialen Kollaborations- und Kommunikationsplattform 3020 LifeX, erweitert um das Messenger-, Incident- und Ressourcenmanagement-Modul OnSite.

Im Teilmarkt Public Transport hat Frankreichs staatliche Bahngesellschaft, SNCF Réseau, Frequentis mit der Entwicklung und Lieferung eines maßgeschneiderten Kommunikationssystems für das gesamte französische Bahnnetz beauftragt – als Teil ihrer Strategie, das Netzwerk bis 2030 umzustellen.# Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023

Geschäftsentwicklung

Der Roll-Out des neuen Systems auf 3.600 Fahrdienstleiter:innen- / Disponent:innen- plätzen und rund 40.000 mobilen Apps wird eine einheitliche Betriebskommunikationsplattform schaffen. Das Bahnkommunikationsprojekt FERCOM ebnet den Weg zur Umstellung auf das künftige mobile Kommunikationssystem für die Bahn (Future Railway Mobile Communication System – FRMCS). Das Ziel ist eine Leistungssteigerung durch digitale Innovation. Zusätzlich zur bestehenden Niederlassung in Toulouse, mit starker Kompetenz im Flugverkehrsmanagement, wird Frequentis einen neuen Standort in Paris etablieren, der sich ganz auf den Public-Transport-Markt fokussiert. Im Bereich Innovation konnte mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ein vielbeachtetes Projekt im Bereich Drohnen realisiert werden. Dabei werden Drohnen zur Streckeninspektion eingesetzt. Diese werden dabei ohne direkten Sichtkontakt von den Pilot:innen gesteuert. Damit wird schnell und sicher der Zustand der Strecke überprüft und Streckensperren minimiert. Die Drohnen werden aus hangarbasierten Drohnen-Garagen gestartet, die über das Streckennetz verteilt sind. Die Drohnen senden in Echtzeit Bilder an die Leitzentrale, wo die nötigen Entscheidungen getroffen werden. Im Teilmarkt Maritime gab es Aufträge von den deutschen und belgischen „Maritime Rescue and Coordination Centres“ (MRCC). Die MRCCs sind eine zentrale Meldestelle für Notfälle auf See, wie etwa Schiffe in Seenot, Unfälle, Ölverschmutzungen oder Privatpersonen in Notsituationen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und die Agentur für Seeverkehrsdienste und Küste in Belgien haben Frequentis jeweils mit der Lieferung eines modernen und flexiblen Incident Management Systems als Teil der Frequentis MarTRX-Lösung beauftragt. Mit Großbritannien reiht sich eine weitere Nation von MarTRX-Nutzern in den Kundenkreis ein. Damit wird der britischen Küstenwache (MCA – Maritime and Coastguard Agency) ermöglicht, die Arbeitsabläufe zur Versendung von Navigationsinformationen (NAVTEX) zu vereinfachen. Die Annahme von Notrufen von den global operierenden britischen Schiffen mittels DSC (digital selective calling) wird künftig durch die Lösung von Frequentis verbessert. Im Zuge dieses Projekts werden 130 Funkstandorte entlang der britischen Küste an die MarTRX-Zentrale angebunden.

Auftragsstand

Der Auftragsstand per 31. Dezember 2023 betrug EUR 594,7 Mio. (inkl. dem Auftragsstand der neu erworbenen Unternehmen), eine Steigerung von 13,9% oder EUR 72,6 Mio. im Vergleich zu Ende Dezember 2022 mit EUR 522,0 Mio. Rund 63% des Gesamt-Auftragsstands (Dezember 2022: 63%) waren dem Segment Air Traffic Management und 37% (Dezember 2022: 37%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.

Umsatz und Betriebsleistung

Im Jahr 2023 konnte eine Steigerung des Umsatzes um 10,8% oder EUR 41,5 Mio. auf EUR 427,5 Mio. erzielt werden (2022: EUR 386,0 Mio.). Die beiden Akquisitionen der deutschen FRAFOS und der norwegischen Frequentis Recording trugen im Jahr 2023 in Summe rund EUR 2 Mio. zum Umsatz bei, das organische Wachstum liegt damit bei 10,2%. Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 13,8% auf EUR 293,3 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg von 4,8% auf EUR 133,8 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2023 bei 69% : 31% für die beiden Segmente Air Traffic Management und Public Safety & Transport (2022: 67% : 33%).

Nach Regionen entfielen im Jahr 2023 66% (2022: 65%) des Umsatzes auf Europa, 16% (2022: 16%) auf Amerikas, 11% (2022: 12%) auf Asien, 6% (2022: 5%) auf Australien / Pazifik, 1% (2022: 2%) auf Afrika, <1% (2022: <1%) waren nicht zugeordnet. Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen lag bei EUR -0,5 Mio. im Jahr 2023 (2022: EUR <0,1 Mio.). Die aktivierten Eigenleistungen stiegen auf EUR 4,1 Mio. (2022: EUR 2,6 Mio.), vor allem bedingt durch für die Vermietung hergestellter Sprachvermittlungssysteme. Die sonstigen Erträge gingen auf EUR 8,1 Mio. zurück (2022: EUR 10,5 Mio.). Die größten Einzelpositionen sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus Forschungsprämien. Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2023 um 10,0% auf EUR 439,2 Mio. (2022: EUR 399,1 Mio.).

Ergebnis

Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhten sich um 5,5% auf EUR 104,7 Mio. (2022: EUR 99,2 Mio.) und damit niedriger als der Umsatzanstieg. Der Personalaufwand erhöhte sich um 11,8% auf EUR 227,9 Mio. (2022: EUR 203,9 Mio.) und damit über dem Umsatzanstieg. Dies ist begründet durch das Personalwachstum, Gehaltserhöhungen, die die hohe Inflation berücksichtigen mussten, und die im Laufe des Jahres 2023 neu hinzugekommenen Gesellschaften. Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 24,1% auf EUR 62,4 Mio. (2022: EUR 50,3 Mio.), vor allem aufgrund höherer Reise- und Werbekosten, u. a. für Fachmessen, der Veränderung der Projektrück- stellungen und erhöhten Energieaufwendungen. Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten Reisemöglichkeiten nach dem Abflauen der COVID-19 Pandemie sowie gestiegener Flugpreise sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,0 Mio. auf EUR 12,7 Mio. gestiegen, dies entspricht 3,0% des Umsatzes im Jahr 2023. Sie befinden sich damit absolut über, relativ zum Umsatz unter dem Niveau des Jahres 2019 und damit vor Beginn der COVID-19 Pandemie (2019: EUR 11,9 Mio. oder 3,9% des Umsatzes). Es ist angestrebt, dass sich die Reisekosten in Relation zum Umsatz in der Größenordnung von rund 3-4% des Umsatzes bewegen. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) ging auf EUR 44,2 Mio. im Jahr 2023 zurück (2022: EUR 45,6 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 10,3% im Jahr 2023 nach 11,8% im Jahr 2022. Die Abschreibungen blieben auf einem annähernd gleichen Niveau von EUR 17,5 Mio. (2022: EUR 17,5 Mio.). Im Jahr 2023 war kein Wertminderungsbedarf zu verzeichnen, im Jahr 2022 ergab sich ein Wertminderungsbedarf von EUR 3,1 Mio., bedingt durch die Wertminderung für Produktrechte der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Frequentis Comsoft GmbH. Das EBIT erhöhte sich als Summe aller oben angeführten Veränderungen auf EUR 26,6 Mio. im Jahr 2023 (2022: EUR 25,0 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 6,2% nach 6,5% im Jahr 2022. Aufgrund des Anstieges der Zinsen erhöhten sich einerseits die Finanzerträge im Jahr 2023 um EUR 0,7 Mio. auf EUR 0,9 Mio. (2022: EUR 0,2 Mio.)., andererseits stiegen die Finanzierungs- aufwendungen (in dieser Position sind auch Zinsen für Leasingverhältnisse enthalten) um EUR 0,7 Mio. auf EUR 1,4 Mio. (2022: EUR 0,7 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2023 bei EUR 26,4 Mio. (2022: EUR 24,7 Mio.). Der Aufwand für Ertragsteuern betrug EUR 6,4 Mio. (2022: EUR 5,9 Mio.). Daraus errechnet sich ein Steuersatz von 24,4% (2022: 23,7%).

Das Konzernergebnis stieg im Jahr 2023 auf EUR 20,0 Mio. (2022: EUR 18,9 Mio.). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2023 EUR 1,39 (2022: EUR 1,41), das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2023 EUR 1,38 (2022: EUR 1,41).

Mitarbeiter:innen

Der Personalstand erhöhte sich um 6,5% auf durchschnittlich 2.217 Vollzeitkräfte für das Jahr 2023 (2.081 Vollzeitkräfte im Jahr 2022). Rund 1.100 Vollzeitkräfte, also in etwa die Hälfte, waren in Österreich beschäftigt.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 9,1% auf EUR 371,1 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 340,3 Mio.), unter anderem durch höhere Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden. Die Eigenkapitalquote lag bei 41,9% (Ende Dezember 2022: 43,3%). Das Eigenkapital erhöhte sich um EUR 8,3 Mio. auf EUR 155,6 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 147,3 Mio.). Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2023 auf EUR 84,3 Mio. und lag damit unter dem Wert per Ende Dezember 2022 mit EUR 91,0 Mio.

Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2023 Sachanlagen in Höhe von EUR 55,9 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 53,3 Mio.), immaterielle Vermögenswerte mit EUR 17,5 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 14,5 Mio.) und Geschäfts- oder Firmenwerte mit EUR 11,4 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 5,8 Mio.) die drei größten Positionen des langfristigen Vermögens von in Summe EUR 94,0 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 80,4 Mio.). Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 277,1 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 259,8 Mio.) sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inkl. Termingelder, die bedeutendste Position mit in Summe EUR 84,7 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 91,4 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 81,0 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 77,0 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit EUR 61,3 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 50,5 Mio.) und die Vorräte mit EUR 26,6 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 21,7 Mio.). Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können. Von den gesamten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per Ende Dezember 2023 mehr als zwei Drittel auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als ein Drittel lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas. Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 155,6 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 147,3 Mio.).Die zweitgrößte Position waren die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 142,4 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 131,0 Mio.), davon entfielen EUR 72,1 Mio. auf Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (Ende Dezember 2022: EUR 68,0 Mio.). Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023 Geschäftsentwicklung 11 Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) mit EUR 73,0 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 61,9 Mio.) war die Position langfristige Leasingverbindlichkeiten mit EUR 29,2 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 30,8 Mio.) am größten.

Cash Flow
Der Cash Flow aus dem Ergebnis stieg im Jahr 2023 auf EUR 46,8 Mio. (2022: EUR 43,6 Mio.). Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit stieg im Jahr 2023 auf EUR 25,7 Mio. (2022: EUR 14,2 Mio.), vor allem beeinflusst von der positiven Entwicklung des Cash Flows aus dem Ergebnis und der Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten und Vertragsverbindlichkeiten, dem höhere Zahlungen für Ertragsteuern in verschiedenen Ländern gegenüberstanden. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2023 bei EUR -18,8 Mio. (2022: EUR -20,1 Mio.). In dieser Summe sind auch die Auszahlungen für den Erwerb der deutschen FRAFOS und der norwegischen Frequentis Recording enthalten. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / CapEx) lagen mit EUR 11,7 Mio. über dem Niveau des Jahres 2022 mit EUR 10,1 Mio. Die Jahre 2022 und 2023 waren beeinflusst von aktivierten Eigenleistungen, vor allem bedingt durch Sprachvermittlungssysteme, welche in diesen Jahren erstellt wurden. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit verbesserte sich im Jahr 2023 auf EUR -13,4 Mio. (2022: EUR -16,5 Mio.), vor allem durch die Aufnahme von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen, dem die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen gegenüberstand. Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit im Jahr 2023 in Summe auf EUR -6,6 Mio. (2022: EUR 22,4 Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende Dezember 2023 auf EUR 74,2 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 81,4 Mio.).

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023, Kapitel 36.

Frequentis-Gruppe 12 Entwicklung der Segmente Konzernlagebericht 2023 Entwicklung der Segmente

Air Traffic Management / ATM

Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO / International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar, Funk, Netzwerk, ist ähnlich. Das militärische ATM-Portfolio von Frequentis umfasst Kommunikations- und Informationslösungen für die Luftverteidigung und militärische Flugsicherung, Systeme zur vernetzten Operationsführung sowie taktische Netzwerke und Führungs- und Informationssysteme, auch für den behörden- übergreifenden Einsatz, sowie verschlüsselte, interoperable Kommunikationslösungen für missions- kritische Anwendungen. Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2023 um 13,8% auf EUR 293,3 Mio. (2022: EUR 257,8 Mio.). Das EBIT lag bei EUR 10,1 Mio. (2022: EUR 10,2 Mio.).

Highlights im operativen Geschäft

Unter anderem erfolgten wichtige Fortschritte und Abnahmen bei den Sprachkommunikations- systemen für die britische, französische und koreanische Flugsicherung. Am Flughafen von Montreal, Kanada, ist das Sprachkommunikationssystem im neuesten Release X10 in Betrieb gegangen. Durch die Nutzung seiner agilen, hochmodernen und serviceorientierten Architektur ermöglicht das X10 künftige Vorteile im Betrieb durch die nahtlose Integration mit anderen Systemen. Im Drohnen-Management hat die Flugsicherung von Estland gemeinsam mit Frequentis erste Schritte zur automatisierten und digitalen Implementierung von Drohnen in den Flugverkehr gesetzt. Die Anstrengungen im Drohnen-Management werden auch von der Fachwelt gewürdigt: Im Rahmen der Airspace World Messe 2023 in Genf erhielten Frequentis, die norwegische Flugsicherung Avinor und die norwegische Luftrettung im Rahmen der ATM Awards den „Overall Excellence“ Air Traffic Management Award für die Demonstration des sicheren Betriebs von Drohnen und Luftrettung. In Österreich wird das Drohnenfliegen seit Ende Oktober 2023 noch sicherer und einfacher. Austro Control hat gemeinsam mit Frequentis ein Verkehrsmanagementsystem zur sicheren Integration von Drohnen in den österreichischen Luftraum entwickelt. Um die Sicherheit und Effizienz von Remote Digital Towern zu erweitern, leitet Frequentis die Forschungsinitiative zu künstlicher Intelligenz. Dabei finanziert die österreichische Forschungs- initiative Take Off die Kooperation von Frequentis mit dem Austrian Institute of Technology und der Universität Graz.

Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023 Entwicklung der Segmente 13

Public Safety & Transport / PST

Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs- und Steuerungsaufgaben. Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf Küstenwachen und Hafenbetreibern. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk, ist ähnlich. Trotz mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional unterschiedliche Anforderungen und Regelungen. Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport erhöhte sich im Jahr 2023 um 4,8% auf EUR 133,8 Mio. (2022: EUR 127,7 Mio.). Das EBIT stieg auf EUR 16,7 Mio. (2022: EUR 14,9 Mio.).

Highlights im operativen Geschäft

Im Teilmarkt Public Safety ist der vollständige und abgeschlossene Rollout der multimedialen Kommunikationslösung 3020 LifeX in Bayern, Deutschland, hervorzuheben. Nun arbeitet die gesamte Polizei in Bayern mit 3020 LifeX-Systemen. Im Saarland ging nach der Umschaltung der Polizei-Leitstelle auf 3020 LifeX diese in den Wirkbetrieb. Ergänzend ist hervorzuheben, dass Frequentis Deutschland den Auftrag vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar erhalten hatte und dieses Projekt in nur sechs Monaten umsetzte. Im Rahmen des Ambulance Radio Program wurden Systeme in den ersten von elf Kontrollzentralen der Ambulance Trusts (Regionen) in England, Schottland und Wales in den operativen Betrieb übernommen. In der Public-Safety-Organisation „Public Safety Communication Europe“ wurde die Frequentis- Expertin Charlotte Rösener im Jahr 2023 zur Präsidentin ernannt. Sie wurde 2021 Vorsitzende des Industriekomitees und eines der vier Vorstandsmitglieder. Das PSCE-Forum ist eine Non-Profit Organisation im Bereich Kommunikationstechnologien für Behörden und Blaulichtorganisationen (Polizei, Feuerwehr und Rettung). Im Teilmarkt Public Transport konnten wesentliche Meilensteine bei Kunden in Europa und Australien abgeschlossen werden. Damit wird die Zukunftssicherheit weiter erhöht und die Basis gelegt, um bestimmte Themen, wie z. B. Sicherheitsanforderungen, besser zu adressieren. Bei der im Berichtsjahr abgehaltenen Kundenveranstaltung RailDays in Wien war unter anderem die gemeinsame Arbeit an der System Roadmap für das Bahnwesen ein Schwerpunkt. Im Teilmarkt Maritime gingen die jeweiligen Systeme in Australien und Ägypten in den Betrieb. Wichtige Fortschritte und Abnahmen gab es in den Projekten für die Niederlande und Norwegen.

Frequentis-Gruppe 14 Forschung & Entwicklung Konzernlagebericht 2023 Forschung & Entwicklung

Forschung & Entwicklung

Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender:innen flexiblere Systeme und Software- Lösungen. Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen notwendig. Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote- Aufgaben gefragt ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger. Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk erweitert.# Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023

Chancen- & Risikomanagement

Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren. Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt im Bereich New Business Development. Der aktuelle Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnenmanagement sowie der Nutzung von 5G / LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software as a Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen. Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain-Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich. Bei solchen Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt. Im Jahr 2023 wurden für eigene, nicht von Kunden beauftragte, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten EUR 25,2 Mio. (2022: EUR 26,8 Mio.) aufgewendet – dies entspricht rund 6% des Umsatzes des Jahres 2023 (2022: rund 7% des Umsatzes).

Nichtfinanzielle Informationen

Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.

Konsolidierter Corporate Governance-Bericht

Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter www.frequentis.com/ir > Corporate Governance verfügbar.


Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2023

15 Chancen- & Risikomanagement

Chancen- & Risikomanagement

Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu setzen. Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies, zusammen mit dem Risikobewusstsein der Belegschaft, ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln.

Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichts zusammen, der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision.

Compliance-Verstöße können für jedes Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen. Die Risk Management Policy ist an den international anerkannten Standard der ISO 31000 angelehnt. Diese Policy bildet das Rückgrat der Bemühungen, Risiken systematisch zu identifizieren, bewerten und managen. Durch diesen bewährten Vorgang gewährleistet Frequentis eine ganzheitliche Betrachtung der Chancen und Risiken.

In regelmäßigen Abständen führt die erweiterte Management-Runde eine umfassende Diskussion über die resultierenden Maßnahmen zur Chancennutzung sowie zur Risikoreduzierung. Hierbei werden gezielte Aktionspunkte identifiziert und beschlossen, um sicherzustellen, dass Frequentis agil auf Herausforderungen reagieren kann und gleichzeitig die sich bietenden Möglichkeiten voll ausschöpft. Diese proaktive Vorgehensweise sichert nicht nur die Ertragskraft des Unternehmens, sondern stärkt auch die Position in einem sich verändernden geschäftlichen Umfeld. Für den Prozess zeichnet der Director Group Security & Risk Management verantwortlich.

Um internen und externen Personen die Kommunikationswege zur Meldung von Vorfällen zu vereinfachen, führte Frequentis auf Gruppenebene Ende 2021 ein Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System) ein, welches sowohl über die Website unter www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über das Intranet erreichbar ist. Damit werden die Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, erfüllt.

Projektmanagement als operatives Herzstück

Wesentliche Bedeutung hat das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt.

In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgt die Steuerung des gesamten Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäftstypen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran.

Frequentis-Gruppe
16 Chancen- & Risikomanagement
Konzernlagebericht 2023

Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.

Evaluierung des Risikomanagements

Die BDO Assurance GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2024 im Zuge der Abschlussprüfung bestätigt.

Risiken im Überblick

Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken. Um einen umfassenden Überblick über die Risiken innerhalb der Frequentis-Gruppe zu erhalten, werden diese nach Auswirkungen kategorisiert. Durch die Einteilung in Projekte, Finanz, Recht & Compliance, Operational & HR (Human Resources), Security, Strategie und ESG (Environmental, Social und Governance) wird eine präzise Struktur geschaffen, die es ermöglicht, die vielfältigen Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeiten vollständig zu erfassen. Im Folgenden werden die spezifischen Kategorien erläutert, um ein umfassendes Verständnis für die Risikomanagement-Strategien und -Aktivitäten zu vermitteln.

Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2023
17 Chancen- & Risikomanagement

Risiken in Bezug auf Projekte

Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage.

Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der Wettbewerb ist intensiv und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen, budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt- abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt ist.

Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der Auftragseingänge, der operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ. Zudem sind Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss der jeweiligen Projekte abhängig.

Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten. Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solche Großaufträge gab, einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.

Kostenüberschreitungen. Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden können.

Weitere Risiken aus diesem Bereich. Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.

Risiken in Bezug auf Finanz

Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien.# Chancen- & Risikomanagement

Frequentis-Gruppe

Konzernlagebericht 2023

Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien, Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien kann zu Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen von Waren- und Dienstleistungsverträgen in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden, kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.

Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden.

Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt- durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren. Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.

Weitere Risiken aus diesem Bereich.

  • Nicht ausreichende Generierung von Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.
  • Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.
  • Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.
  • Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.
  • Hohe bzw. über dem langjährigen Durchschnitt liegende Inflationsraten.

Risiken in Bezug auf Recht & Compliance

Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand.

Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:

  • der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;
  • solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen erfordern;
  • öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen, die oft nicht individuell verhandelbar sind;
  • staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis dominieren) aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter bestimmter anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;
  • ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden kann.

Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben.

Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor. In solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt vornehmen.

Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer).

Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.

Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer.

Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und / oder Systemintegrators einnimmt, was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Dritt- lieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen, so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatz- forderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.

Weitere Risiken aus diesem Bereich.

  • Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.
  • Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen, insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht.
  • Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr geistiges Eigentum zu verteidigen.
  • Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen Vorschriften oder Illiquidität von Banken.
  • Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen.
  • Embargos und andere Handelsbeschränkungen.
  • Compliance bezogene Risiken.

Risiken in Bezug auf Operational & Human Resources

Verlust von bestehenden Kunden.

Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von Dienst- leistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.

Langfristige Verpflichtungen.

Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu 15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Komponenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu produzieren.

Ausbruch einer weltweiten Pandemie.

Der Ausbruch von Pandemien, wie z. B. der COVID-19 Pandemie kann zu einer negativen wirtschaft- lichen Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen und die Geschäfts- entwicklung des Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können die Einschränkung der Reisefreiheit, Einreiseverbote, Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit verbundene Verringerung der Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren und Dienstleistungen einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten Märkte haben. Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.

Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen. Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder quantitative Anforderungen hinsichtlich der Mitarbeiter:innen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl von Systemexpert:innen im jeweiligen Land des Kunden.

Weitere Risiken aus diesem Bereich:

  • Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.
  • Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte Mitarbeiter:innen zu gewinnen.
  • Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.
  • Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder Kapazitätsengpässe aufweisen.

Risiken in Bezug auf Security

Cyberangriffe.

Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen.# Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023

Chancen- & Risikomanagement

Ist die Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.

Änderungen der technologischen Standards.

Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen oder mehr Zeit und Kosten erfordern.

Risiken in Bezug auf Strategie

Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe, hängen unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung, die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und Optimierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel ab.

Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus.

Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber Frequentis bevorzugen.

Fortschreitende Kundenkonzentration.

Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen Kunden.

Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern.

Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und finanzielle Engpässe zu umgehen.

Wachstum durch Akquisitionen.

Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.

Risiken in Bezug auf Environmental, Social und Governance

Die Chancen und Risiken mit dem Schwerpunkt ESG (Environmental, Social und Governance) werden im gesonderten ↗ konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht im Kapitel Risiko-Auswirkungsanalyse dargestellt.

Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind, um gemäß den gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.

Aufbau Rechnungswesen

Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung einiger Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen Gesellschaften erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran anschließend einen Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzernrechnungswesen in Wien gesendet. Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzern- rechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzern- abschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.

Konsolidierung

Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt. Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS- Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde. Falls erforderlich, werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben an die Tochtergesellschaften übermittelt. Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzern- rechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen, toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung) zusammengearbeitet. Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt und der Gesamtabschluss plausibilisiert. Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungs- termin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Termin- vorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird. Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr ein Zwischenbericht veröffentlicht.

Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Kontrolle

Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen Kontrollsystems sichergestellt. Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien, für deren Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist. Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CFO eingerichtet. Der jährliche Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im Prüfungsausschuss berichtet sowie zweimal pro Jahr an den Gesamtvorstand.


Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2023 EUR 13.280.000,00 und war auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2023 insgesamt 18.485 Stück eigene Aktien bzw. 0,1392% des Grundkapitals (31. Dezember 2022: 8.910 Stück eigene Aktien bzw. 0,0671%). Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs. 5 AktG keine Rechte, insbesondere keine Stimmrechte, zu.

  2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend: Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.

  3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2023 mit mehr als 50,0% an der Frequentis AG beteiligt und war damit die unmittelbare Mehrheitsgesellschafterin der Frequentis AG. Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2023 mit mehr als 10,0% an der Frequentis AG beteiligt.

  4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2023 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.

  5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.

  6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.

Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Arbeitnehmervertreter.# Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig. Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsichtsrates kann vor Ablauf der Funktionsperiode von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe. Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach Maßgabe von § 88 Abs. 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann durch die Entsendungsberechtigten ersetzt werden. Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu richten. Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig. Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitglieds. Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem genehmigten und / oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.

Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023 Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB 25

7. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. Juni 2023 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 31. Mai 2028 um bis zu EUR 6.640.000 (sechs Millionen sechshundertvierzigtausend) durch Ausgabe von bis zu 6.640.000 (sechs Millionen sechshundertvierzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 gemäß § 65 Absatz 1 Ziffer 4 und Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als 20% unter und der höchste Gegenwert nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden. Im Falle des außer- börslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem einzigen Aktionär. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2019 gemäß § 65 Absatz 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 19. September 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb auch auf eine andere Art und Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien a) zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und / oder Mitglieder des Vorstands / der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long Term Incentive Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, c) als Gegenleistung beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- oder Ausland, und d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden, und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen, wobei die Ermächtigung ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden kann.

8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB.

9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Frequentis-Gruppe 26 Ausblick Konzernlagebericht 2023

Ausblick

Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden im Jahr 2023 erreicht. Der Umsatz stieg um 10,8% auf EUR 427,5 Mio. und damit erstmals über die Schwelle von EUR 400 Mio. Der Auftragseingang erhöhte sich um 24,7% auf EUR 504,8 Mio. und lag damit erstmals über der Schwelle von EUR 500 Mio. Das EBIT lag bei EUR 26,6 Mio., die EBIT-Marge bei 6,2%. Das Geschäftsmodell von Frequentis verdeutlicht damit seine Robustheit. Die gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr.

Akquisitionen

  • Akquisition zur Stärkung der Cybersicherheitskompetenz: Im April 2023 übernahm Frequentis 76,67% der Anteile der FRAFOS GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland. FRAFOS liefert wichtige Sicherheitskomponenten für die Frequentis Kommunikationslösungen in allen sicherheitskritischen Bereichen.
  • Akquisition am Recorder-Markt: Im Juli 2023 übernahm Frequentis 100% an dem norwegischen Software-Unternehmen GuardREC ATC AS, welches inzwischen im Zuge des Integrationsprozesses in Frequentis Recording AS umbenannt wurde. Durch die Akquisition wird die Recorder-Kompetenz in allen Geschäftsbereichen gesteigert.

Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.

Langfristige Vision

Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheits- kritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet, wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im Projektgeschäft gesehen. Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet. So fragen beispielsweise die Kunden des Segments Public Safety & Transport zu einem sehr hohen Anteil kaum noch Hardware nach, sodass die Angebote von Frequentis für diese Kundengruppe aus dem Projektmanagement, dem Training, der Software, Services innerhalb des Projektes und Wartungsverträgen bestehen.

Frequentis-Gruppe Konzernlagebericht 2023 Ausblick 27

Prognose für das Jahr 2024

Die Unwägbarkeiten bleiben unverändert bestehen und haben sich teilweise ausgeweitet:

  • der Krieg in der Ukraine geht in sein drittes Jahr,
  • der Krieg zwischen Israel und der Hamas sorgt für weitere Spannungen,
  • die Inflation, besonders in Österreich, ist weiterhin weit entfernt von den gewohnten Werten von im Durchschnitt weniger als 2% seit der Jahrtausendwende im Euroraum,
  • die großen Volkswirtschaften, wie die USA oder der Euroraum, werden im Jahr 2024 voraussichtlich ein Wachstum von lediglich 2,1% bzw. 0,9% aufweisen (IWF-Prognose Jänner 2024).# Bei Ausbruch, auch von nur begrenzten Konflikten, kann es rasch zu Verwerfungen am weltweiten IT-Hardware-Markt kommen. Frequentis ist von jeher im Projektgeschäft mit umfangreichen Herausforderungen und sich dynamisch ändernden externen Einflüssen vertraut und passt sich laufend an das gegebene Umfeld an. Die Vielzahl an Unsicherheiten macht Vorhersagen derzeit schwierig. Die genauen Auswirkungen der angeführten Punkte und der Inflation auf die Kosten, also u.a. Reisekosten, höhere Gehaltsabschlüsse, verzögerte Weitergabe der inflationsbedingten Preissteigerungen an die Kunden sowie potenzielle Lieferkettenengpässe und Lieferverzögerungen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren. Die Aufwendungen für eigenbetriebene Forschung & Entwicklung lagen im Jahr 2023 bei EUR 25,2 Mio., im Jahr 2024 werden diese ein höheres Niveau aufweisen. Die Investitionen (CapEx) werden rund EUR 12 Mio. betragen. Frequentis strebt danach, abhängig von den zuvor angeführten Punkten, folgende Ziele im Jahr 2024 im Vergleich zum Jahr 2023 zu erreichen: • Steigerung des Umsatzes, • Steigerung des Auftragseingangs, • EBIT-Marge von rund 6%. Wien, am 11. März 2024 Norbert Haslacher e.h. Vorstandsvorsitzender Monika Haselbacher e.h. Hermann Mattanovich e.h. Peter Skerlan e.h. Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Erläuterungen 2023 TEUR 2022 TEUR
Umsatzerlöse (3) (4) 427.487 385.970
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (3) -454 22
Aktivierte Eigenleistungen (3) (5) 4.082 2.574
Sonstige Erträge (3) (6) 8.055 10.514
Gewinne aus Unternehmenserwerb [1] 3 0
Gesamterträge (Betriebsleistung) 439.173 399.080
Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen (7) -104.714 -99.250
Personalaufwand (8) -227.854 -203.872
Sonstige Aufwendungen (9) -62.431 -50.326
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Wertminderung (EBITDA) 44.174 45.632
Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (10) -17.527 -17.535
Wertminderungen (3) (17) 0 -3.106
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) (3) 26.647 24.991
Finanzerträge (11) 946 209
Finanzierungsaufwendungen (12) -1.442 -738
Erträge aus assoziierten Unternehmen (18) 268 275
Ergebnis vor Steuern 26.419 24.737
Ertragsteuern (13) -6.439 -5.859
Konzernergebnis 19.980 18.878
Zuordnung des Ergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft 18.416 18.723
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile (28) 1.564 155
19.980 18.878
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (15) 1,39 1,41
Verwässertes Ergebnis je Aktie (15) 1,38 1,41

Konzerngesamtergebnisrechnung

Erläuterungen 2023 TEUR 2022 TEUR
Konzernergebnis 19.980 18.878
Posten, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung (26) -484 284
Bewertung von Cash Flow Hedges (26) (34) 164 297
Ertragsteuern (26) -39 -76
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert werden
Neubewertung der Nettopensions- und Abfertigungsverpflichtung (26) (29) -1.359 4.024
Ertragsteuern (26) 322 -1.176
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -1.396 3.353
Gesamtergebnis 18.584 22.232
Zuordnung des Gesamtergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft 17.057 21.963
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile 1.527 269
18.584 22.232

Konzernbilanz

AKTIVA

Erläuterungen 31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen (15) 55.888 53.298
Immaterielle Vermögenswerte (16) 17.514 14.501
Geschäfts- oder Firmenwerte (17) 11.351 5.834
Anteile an assoziierten Unternehmen (18) 2.903 2.097
Anzahlungen langfristige Vermögenswerte 0 35
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (23) 696 885
Latente Steueransprüche (13) 5.617 3.785
93.969 80.435
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (19) 26.628 21.726
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (20) 81.029 76.990
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden (21) 61.272 50.475
Vertragskosten (22) 2.394 4.024
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (23) 3.257 2.759
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte (23) 15.202 11.360
Forderungen aus Ertragsteuern 2.641 1.126
Termingelder 10.500 10.000
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (24) 74.180 81.380
277.103 259.840
Summe Aktiva 371.072 340.275

PASSIVA

Erläuterungen 31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Eigenkapital
Grundkapital (25) 13.280 13.280
Kapitalrücklagen (26) 21.138 21.138
Gewinnrücklagen (26) (27) 119.702 110.494
Eigene Aktien -544 -221
Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung -109 364
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital 153.467 145.055
Nicht beherrschende Anteile (28) 2.157 2.224
Summe Eigenkapital 155.624 147.279
Langfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 148 218
Rückstellungen (29) 19.665 17.263
Leasingverbindlichkeiten (35) 29.187 30.763
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (31) 13.972 4.239
Latente Steuerschulden (13) 10.078 9.441
73.050 61.924
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 215 199
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (30) 72.124 68.035
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.937 16.258
Rückstellungen (32) 15.823 14.914
Leasingverbindlichkeiten (35) 8.068 8.422
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (31) 6.591 6.087
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten (31) 15.444 10.261
Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten 5.196 6.896
142.398 131.072
Summe Passiva 371.072 340.275

Konzernkapitalflussrechnung

Erläuterungen 2023 TEUR 2022 TEUR
Ergebnis vor Steuern 26.419 24.737
Zinsergebnis 496 529
Währungsdifferenzen 211 126
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs -3 12
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderungen (15) (16) 17.527 20.641
Erträge aus assoziierten Unternehmen (18) -268 -275
Veränderung der Rückstellungen (29) (32) 1.878 -2.151
Gewinn aus Unternehmenserwerb -3 0
Aufwendungen/Erträge aus der Veränderung von variablen Kaufpreiszahlungen (31) 203 -402
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 359 389
Nettogeldfluss aus dem Ergebnis 46.819 43.606
Veränderung der Vorräte (19) -4.870 -4.448
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (20) -3.282 -1.578
Veränderung der Vertragsvermögenswerte (21) -10.797 -12.122
Veränderung der Vertragskosten (22) 1.630 -312
Veränderung der Sonstigen Forderungen (23) -3.242 -6.298
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.516 2.868
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten (30) 2.370 -1.910
Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten (31) 6.757 239
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -8.918 -23.561
Gezahlte Zinsen -1.452 -705
Erhaltene Zinsen 779 169
Erhaltene Dividenden 212 114
Zahlungen für Ertragsteuern (13) -11.785 -5.400
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit 25.655 14.223
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten 0 1
Einzahlungen aus dem Verkauf Sachanlagen 65 20
Einzahlungen aus Termingeldern 31.500 2.199
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -1.241 -946
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen -10.504 -9.160
Auszahlungen für den Erwerb von Termingeldern -32.000 -10.000
Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen -835 -160
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzüglich erworbener liquider Mittel 5.823 -2.097
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit -18.838 -20.143
Gezahlte Dividenden an Eigentümer (25) -2.921 -2.654
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner (28) -1.204 -953
Anzahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -787 0
Erwerb von eigenen Aktien (25) -520 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen 30.568 398
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen -30.124 -4.599
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (35) -8.417 -8.686
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -13.405 -16.494
Veränderung der liquiden Mittel:
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit 25.655 14.223
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit -18.838 -20.143
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -13.405 -16.494
Nettoveränderung der liquiden Mittel -6.588 -22.413
Anfangsbestand der liquiden Mittel 81.380 103.798
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel -6.588 -22.413
Währungsdifferenzen -612 -5
Endbestand der liquiden Mittel 74.180 81.380

Hinsichtlich näherer Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung siehe Kapitel 33.# Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

in TEUR Grundkapital Kapital- rücklagen Rücklage IAS 19 Options-rücklage Cash Flow Hedge Rücklage Gewinn-rücklagen und einbehaltene Gewinne Eigene Aktien Währungsumrechnung Auf Gesellschafter der Mutter-gesellschaft entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Erläuterungen (25) (26) (29) (27) (34) (26) (25) (28)
Stand 01.01.2023 13.280 21.138 -3.523 739 -125 113.403 -221 364 145.055 2.224 147.279
Konzernergebnis 18.416 18.416 1.564 19.980
Sonstiges Ergebnis -1.012 125 -472 -1.359 -37 -1.396
Gesamtergebnis 18.416 125 -472 17.057 1.527 18.584
Dividenden -2.921 -2.921 -1.204 -4.125
Veränderung eigene Aktien -166 -323 -489 -489
Erwerb nicht beherrschender Anteile -296 632 336
Veränderungen im Zusammenhang mit Put Optionen -4.992 -4.992 -1.022 -6.014
Übrige Veränderungen 59 -5 54 54
Stand 31.12.2023 13.280 21.138 -4.536 798 0 123.440 -544 -109 153.467 2.157 155.624
in TEUR Grundkapital Kapital- rücklagen Rücklage IAS 19 Options-rücklage Cash Flow Hedge Rücklage Gewinn- rücklagen und einbehaltene Gewinne Eigene Aktien Währungs-umrechnung Auf Gesellschafter der Mutter-gesellschaft entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Erläuterungen (25) (26) (29) (27) (34) (26) (25) (28)
Stand 01.01.2022 13.280 21.138 -6.284 602 -346 98.302 -384 106 126.414 3.436 129.850
Konzernergebnis 18.723 18.723 155 18.878
Sonstiges Ergebnis 2.761 221 257 3.239 114 3.353
Gesamtergebnis 18.723 221 257 21.962 269 22.231
Dividenden -2.654 -2.654 -953 -3.607
Veränderung eigene Aktien -44 163 119 119
Erwerb nicht beherrschender Anteile 2.653 2.653
Veränderungen im Zusammenhang mit Put Optionen -832 -832 -3.181 -4.013
Übrige Veränderungen 137 -92 45 45
Stand 31.12.2022 13.280 21.138 -3.523 739 -125 113.403 -221 364 145.055 2.224 147.279

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Anhang zum Konzernabschluss

1. Allgemeine Angaben

Berichterstattung

Der Konzernabschluss der Frequentis AG wurde nach den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, für das Geschäftsjahr 2023 erstellt. Ebenso wurden sämtliche für 2023 verpflichtend anzuwendenden Interpretationen des IFRS Interpretations Committee beachtet. Der vorgelegte Konzernabschluss inklusive Konzernlagebericht erfüllt die Voraussetzungen des § 245a UGB über Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen.

Informationen zum Unternehmen

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Frequentis AG mit Sitz in Innovationsstraße 1, 1100 Wien, Österreich, und deren Tochterunternehmen (nachfolgend als Frequentis-Gruppe, Frequentis oder Konzern bezeichnet). Die Frequentis Group Holding GmbH als Mutterunternehmen (rund 60% der Aktien der Frequentis AG) wird alle notwendigen Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft (Dommayergasse 8/15, 1130 Wien, Österreich) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997 m hinterlegen. Die Frequentis AG wurde 1947 gegründet und ist seit 30. August 1948 im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115 b eingetragen. Der Gegenstand des Unternehmens ist gemäß § 2 der Satzung die Entwicklung, die Herstellung, der Vertrieb und die Wartung von Systemen zur Steuerung, zur Informationsverarbeitung und –übertragung sowie zur Kommunikation, insbesondere im Bereich der Flugsicherung, im Bereich des Straßen-, Schienen- und Wasserverkehrs sowie im Bereich öffentlicher Sicherheitsorganisationen. Der Konzernabschlussstichtag ist der 31. Dezember 2023. Das Geschäftsjahr des Konzerns umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember 2023.

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
* Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
* Monika Haselbacher
* Hermann Mattanovich
* Peter Skerlan

Der Aufsichtsrat setzte sich wie folgt zusammen:
* Dipl.-Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender
* DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden
* Sylvia Bardach, Mitglied
* Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied
* Dipl.-Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied
* Mag. Petra Preining, Mitglied
* Dipl.-Ing. Stefan Hackethal, Mitglied gem. § 110 ArbVG
* Dipl.-Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
* Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG

Die Freigabe des Konzernabschlusses erfolgt durch den Vorstand mit Unterschriftsdatum, vorbehaltlich der Genehmigung des Abschlusses durch den Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 27. März 2024.

Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss der Frequentis AG sind – neben der Muttergesellschaft – 6 inländische (2022: 6) sowie 31 ausländische (2022: 28) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen Frequentis AG die Beherrschung ausübt. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet.

6 (2022: 7) ausländische und 1 (2022: 2) inländisches Unternehmen werden nach der Equity Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der Bilanzstichtag ist bei allen einbezogenen Unternehmen der 31. Dezember.

a) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Österreich

  • Frequentis Invest4Tech GmbH, Wien (100%)
  • CNS-Solutions & Support GmbH, Wien (100%)
  • Frequentis DFS Aerosense GmbH, Wien (70%)
  • PDTS GmbH, Wien (100%)
  • skyszr GmbH, Wien (100%)
  • team Technology Management GmbH, Wien (51%)

b) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Europa

  • ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, Freiburg, Deutschland (51%)
  • ELARA Leitstellentechnik GmbH, Aachen, Deutschland (51%)
  • FRAFOS GmbH, Berlin, Deutschland (76,67%)
  • FRAFOS CZ s.r.o., Prag, Tschechische Republik (76,67%)
  • Frequentis Comsoft GmbH, Karlsruhe, Deutschland (100%)
  • Frequentis Czech Republic s.r.o., Prag, Tschechische Republik (100%)
  • Frequentis Deutschland GmbH, Langen, Deutschland (100%)
  • Frequentis France SARL, Toulouse, Frankreich (100%)
  • Frequentis Norway AS, Oslo, Norwegen (100%)
  • Frequentis Orthogon GmbH, Bremen, Deutschland (100%)
  • Frequentis Recording AS, Borre, Norwegen (100%)
  • Frequentis Romania S.R.L., Cluj-Napoca, Rumänien (100%)
  • Frequentis Solutions & Services s.r.o., Bratislava, Slowakei (100%)
  • Frequentis UK Ltd., Twickenham, Großbritannien (100%)
  • Regola S.r.l., Turin, Italien (51%)
  • Secure Service Provision GmbH, Leipzig, Deutschland (100%)
  • Systems Interface Ltd., Bordon, Großbritannien (51%)
  • TEAM Technology Management GmbH, Gräfelfing, Deutschland (51% bzw. durchgerechnet 26%)

c) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Amerikas

  • Frequentis California Inc., Columbia, USA (100%)
  • Frequentis Canada Ltd., Ottawa, Kanada (100%)
  • Frequentis Defense Inc., Columbia, USA (100%)
  • Frequentis do Brasil Assessoria, Serviços e Comércio de Sistemas de Informação e Comunicação Ltda., Sao Paulo, Brasilien (100%)
  • Frequentis USA Inc., Columbia, USA (100%)
  • Frequentis USA Holdings, Inc., Columbia, USA (100%)

d) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Asien

  • AIRNAV Technology Services Inc., Iloilo, Philippinen (65%)
  • Frequentis Middle East Limited, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (100%)
  • Frequentis (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China (100%)
  • Frequentis Singapore Pte. Ltd., Singapore, Singapur (100%)

e) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Australien/Pazifik

  • C4i Pty Ltd, Melbourne, Australien (100%)
  • Frequentis Australia Holding Pty Ltd, Hendra, Australien (100%)
  • Frequentis Australasia Pty Ltd, Hendra, Australien (100%)

f) Equity Methode

  • AMANTEA Ltd., Zabbar, Malta (50% bzw. durchgerechnet 25,5%)
  • Flyk Oy, Valkeakoski, Finnland (25%) (vormals Aviamaps Oy)
  • GroupEAD Europe S.L., Madrid, Spanien (28%)
  • Lift S.r.l., Cagliari, Italien (24% bzw. durchgerechnet 12,24%)
  • Mission Embedded GmbH, Wien, Österreich (20%)
  • Nowtech S.r.l., Sassari, Italien (20% bzw. durchgerechnet 10,2%)
  • Nemergent Solutions S.L., Bilbao, Spanien (24,83%)

Alle Angaben zum Konsolidierungskreis beziehen sich auf die Verhältnisse zum 31. Dezember 2023.

Änderung des Konsolidierungskreises

AIRNAV Technology Services Inc.

Am 20. Februar kam es zum erfolgreichen Abschluss der Aufstockung der Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. (Sitz in Iloilo, Philippinen) von 40% auf 65% um die System-Engineering Leistungen im asiatischen Raum weiter auszubauen. Der Kaufvertrag für die Aufstockung der Anteile wurde bereits im Dezember 2021 unterschrieben, das Closing fand aufgrund von Verzögerungen von behördlichen Eintragungen erst am 20. Februar 2023 statt. Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis in Höhe von TEUR 35 wurde bereits am 21. Jänner 2022 bezahlt und im Abschluss 2022 als Anzahlung langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzten sich folgendermaßen zusammen:

Beizulegender Zeitwert per 20.02.2023 100% TEUR Beizulegender Zeitwert per 20.02.2023 25% TEUR
Sachanlagen 66 17
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 85 21
Übrige Vermögenswerte 2 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 171 43
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -96 -24
Sonstige Verbindlichkeiten -61 -15
Sonstige kurzfristige Rückstellungen -8 -2
Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten -6 -2
Nettovermögen 153 38
Übertragene Gegenleistung 35
Gewinn aus Unternehmenserwerb 3

Der beizulegende Zeitwert des übernommenen Nettovermögens überstieg den Wert der übertragenen Gegenleistung aufgrund der zeitlichen Verzögerung des Closings.# Anhang zum Konzenabschluss

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

AIRNAV

Der entstandene Gewinn aus Unternehmenserwerb wurde sofort ergebniswirksam erfasst. Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entsprochen hat. Seit dem Erwerb hat AIRNAV ein EBIT von TEUR 42 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Da AIRNAV nur für den Frequentis-Konzern tätig ist, kam es zu keiner Erhöhung der Konzernumsätze aufgrund dieser Transaktion.

FRAFOS

Mit 3. April 2023 übernahm Frequentis (über die 100% Tochter Frequentis Invest4Tech GmbH) 76,67% der Anteile der FRAFOS GmbH (Sitz in Berlin, Deutschland) sowie ihrer 100%igen Tochtergesellschaft FRAFOS CZ s.r.o (Sitz in Prag, Tschechische Republik). Die Lösungen der FRAFOS sind für sicherheitskritische Installationen in Regierungsorganisationen zugelassen und werden eine wichtige Sicherheitskomponente im Bereich Cybersicherheit für die Frequentis Kommunikationslösungen in allen sicherheitskritischen Bereichen liefern. FRAFOS ist ein führender Anbieter von IT-Sicherheitslösungen für VoIP-Kommunikation in Deutschland. Das Unternehmen bietet verschiedene Softwareprodukte an, einschließlich Cloud-native, für virtualisierte Umgebungen entwickelte Lösungen und für den öffentlichen Dienst zugelassene Lösungen für sicherheitskritische Installationen. Der FRAFOS Session Border Control (SBC) trennt Kommunikationssysteme und Netzwerke von offenem, nicht vertrauenswürdigem Internetzugang, blockiert DoS (Denial of Service)-Angriffe und Betrugsversuche, versteckt die interne Netzwerkstruktur vor Außenstehenden und setzt verdächtige Quellen auf schwarze Listen. FRAFOS wurde dem Segment Public Safety & Transport (PST) zugeordnet.

Kaufvertrag und Closing:
Der Kaufvertrag wurde am 20. Februar 2023 unterzeichnet, das Closing und somit der Übergang der Kontrolle erfolgte am 3. April 2023.

Vereinbarter Kaufpreis:
| Komponente | Beizulegender Zeitwert per 03.04.2023 100% | Beizulegender Zeitwert per 03.04.2023 76,67% |
| ------------------------ | ------------------------------------------- | -------------------------------------------- |
| Basiskaufpreis | 3.000 | 2.300 |
| Nachbesserungsbetrag | 601 | 461 |
| Earn-Out | 981 | 752 |
| Gesamtkaufpreis | 4.582 | 3.513 |

Der Nachbesserungsbetrag basiert auf der Bedingung, dass die im Kaufvertrag bezeichneten Kundenforderungen bis zum 30. April 2023 beglichen worden sind. Vom maximalen Nachbesserungsbetrag in Höhe von TEUR 466 wurden TEUR 461 ausbezahlt. Die Earn-Out Verpflichtung basiert auf der Erreichung der jährlichen EBIT Ziele der Jahre 2023 bis 2026. Entsprechend dem Kaufvertrag wurden TEUR 2.300 mit dem Closing und TEUR 461 nach finaler Feststellung der bezahlten Kundenrechnungen per 15. Juni 2023 bezahlt. Zusätzlich wurde im Kaufvertrag eine Option der nicht beherrschenden Gesellschafter der FRAFOS, die von ihnen gehaltenen Geschäftsanteile an Frequentis Invest4Tech zu übertragen, vereinbart. Frequentis Invest4Tech ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens nach der Beschlussfassung des Jahresabschlusses 2026 ausgeübt werden. Die Put Option basiert auf dem Unternehmenswert, welcher im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt wird, abzüglich Nettofinanzverschuldung und wird in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Kapitel 31. Sonstige Verbindlichkteiten).

Beizulegende Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden:
| Vermögenswerte/Schulden | Beizulegender Zeitwert per 03.04.2023 100% | Beizulegender Zeitwert per 03.04.2023 76,67% |
| ------------------------------------ | ------------------------------------------- | -------------------------------------------- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2.799 | 2.146 |
| Sachanlagen | 23 | 18 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 207 | 159 |
| Übrige Vermögenswerte | 829 | 635 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.363 | 1.045 |
| Passive latente Steuern | -844 | -647 |
| Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden | -1.645 | -1.261 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -22 | -17 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -102 | -79 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | -1 | -0 |
| Nettovermögen | 2.607 | 1.999 |
| Übertragene Gegenleistung | 4.582 | 3.513 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 1.975 | 1.514 |

Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dieser Akquisition wurde nach der Full Goodwill Methode erfasst und lässt sich insbesondere den erwarteten Synergien aus der Nutzung der neuen Technologien zurechnen. Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entsprochen hat. Seit dem Erwerb hat FRAFOS Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.945 und ein EBIT von TEUR 559 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Hätte die Akquisition zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 stattgefunden, hätten sie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.580 und ein EBIT von TEUR 771 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen.

Frequentis Recording AS

Am 4. Juli 2023 erwarb die Frequentis AG das norwegische Softwareunternehmen GuardREC ATC und benannte es nach der Übernahme in Frequentis Recording AS um. Die Übernahme erfolgte durch den Kauf von 100% der Anteile von GuardREC ATC von der norwegischen EMBRON Group. Frequentis Recording AS ist spezialisiert auf die Entwicklung von Recorder-Lösungen für den Flugsicherungsmarkt und bietet umfassende Überwachungs- sowie Audio-, Video- und Datenaufzeichnungslösungen mit Datenanalysefunktionen an. Die Akquisition ermöglicht die geplante Fusion der Technologien von DIVOS und Frequentis Recording AS zu einer neuen Recording-Lösung. Dabei steht das Ziel von Frequentis Recording AS, die Datenaufzeichnung und -wiedergabe sicher und benutzerfreundlich zu gestalten, im Einklang mit der Unternehmensmission von Frequentis, "For a Safer World". Die Lösung wird alle branchenüblichen Schnittstellen für Audio- und Videoaufzeichnung sowie Surveillance- und Datenaufzeichnungsfunktionen umfassen. Spezielle Features wie vektorbasierte Messungen während der Wiedergabe und die Unterstützung von Szenario-Modi sollen die Untersuchung von Zwischenfällen effektiv unterstützen. Die integrierte Lösung von Frequentis und Frequentis Recording AS beinhaltet manuelle und automatische Speech-to-Text-Funktionen sowie eine moderne Software-Architektur, die eine nahtlose Integration neuer Data-Science- und Big-Data-Anwendungen ermöglicht.

Kaufvertrag und Closing:
Der Kaufvertrag wurde am 16. Juni 2023 unterzeichnet, das Closing und somit der Übergang der Kontrolle erfolgte am 4. Juli 2023.

Vereinbarter Kaufpreis:
| Komponente | Beizulegender Zeitwert per 04.07.2023 100% |
| ----------------------------- | ------------------------------------------ |
| Basiskaufpreis | 4.500 |
| Working Capital/Net Debt Anpassungen | 55 |
| Earn-Out | 1.048 |
| Gesamtkaufpreis | 5.603 |

Die Earn-Out Verpflichtung basiert auf der Anzahl von verkauften Recording-Lösungen innerhalb der auf das Closing folgenden 5 Jahre. Entsprechend dem Kaufvertrag wurden TEUR 4.577 mit dem Closing bezahlt und nach finaler Abstimmung wurden TEUR 22 am 10. Oktober 2023 rückerstattet.

Beizulegende Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden:
| Vermögenswerte/Schulden | Beizulegender Zeitwert per 04.07.2023 |
| ------------------------------------ | ------------------------------------- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2.214 |
| Sachanlagen | 89 |
| Vorräte | 32 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 420 |
| Übrige Vermögenswerte | 33 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 208 |
| Passive latente Steuern | -434 |
| Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten | -67 |
| Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden | -73 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -10 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | -66 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -62 |
| Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten | -77 |
| Nettovermögen | 2.207 |
| Konzernanteil | 2.207 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 3.396 |
| Übertragene Gegenleistung | 5.603 |

Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dieser Akquisition lässt sich insbesondere den erwarteten Synergien aus der Integration der Technologien und der Stärkung der Recorder-Kompetenz sowie der Erweiterung der angebotenen Features von Frequentis zurechnen. Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entsprochen hat. Seit dem Erwerb hat Frequentis Recording Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 26 und ein EBIT von TEUR -201 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Hätte die Akquisition zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 stattgefunden, hätten sie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.024 und ein EBIT von TEUR 54 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen.

Sonstige Änderungen im Konsolidierungskreis

Per 1. Jänner 2023 wurde die Frequentis Canada ATM Ltd. in die Frequentis Canada Ltd. verschmolzen. Per 21. Februar 2023 wurde die BlueCall Systems GmbH in Frequentis Invest4Tech GmbH umbenannt. Diese beiden Transaktionen hatten keine Auswirkung auf den Konzernabschluss. Am 3. Juli 2023 wurden 20% der Anteile der Secure Service Provision GmbH, Deutschland um TEUR 787 erworben. Frequentis erhöhte dadurch die Anteile von 80% auf 100%. Da Frequentis nunmehr keinen Geschäftsführer der AIRlabs Austria GmbH (18% Beteiligung) stellt und somit den wesentlichen Einfluss abgegeben hat, wird diese Gesellschaft nicht mehr als Anteil an assoziierten Unternehmen sondern als Beteiligung ausgewiesen.

2.# Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Prinzips der fortgeführten Anschaffungskosten. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, Eigenkapitalinstrumente und bedingte Kaufpreisverpflichtungen, welche zum beizulegenden Zeitwert und Personalrückstellungen, die nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC Methode) bewertet werden.

Die Abschlüsse aller vollkonsolidierten Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erstellt. Bei den angewandten Bewertungsmethoden der nach der Equity Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen ergeben sich keine wesentlichen Abweichungen zu den Bewertungsgrundsätzen der Frequentis-Gruppe.

Bei Unternehmenserwerben werden die Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden der erworbenen Tochterunternehmen nach IFRS 3 mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der übertragenen Gegenleistung und der Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der Konzernabschluss der Frequentis AG wird in Euro (EUR) erstellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Anhang zum Konzenabschluss 45

Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung eine andere als der Euro ist, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in die Berichtswährung (EUR) umgerechnet. Die Eigenkapitalposten werden mit historischen Kursen, die übrigen Bilanzposten mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt mit Jahresdurchschnittskursen. Die sich aus den unterschiedlichen Kursen ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und bis zur Veräußerung der Tochtergesellschaft als eigener Posten „Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung” im Eigenkapital ausgewiesen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen sind folgende (Umrechnungskurse für 1 Euro):

Währung Stichtagskurs 31.12.2023 Stichtagskurs 31.12.2022 Durchschnittskurs 31.12.2023 Durchschnittskurs 31.12.2022
AED Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate 4,06 3,92 3,98 3,86
AUD Australischer Dollar 1,63 1,57 1,63 1,52
BRL Brasilianischer Real 5,36 5,64 5,39 5,41
CAD Kanadischer Dollar 1,46 1,44 1,46 1,37
CNY Chinesischer Renminbi Yuan 7,85 7,36 7,68 7,07
CZK Tschechische Krone 24,72 24,12 23,97 24,54
GBP Britischer Pfund 0,87 0,89 0,87 0,85
NOK Norwegische Krone 11,24 10,51 11,47 10,11
PHP Philippinische Peso 61,28 60,19
RON Rumänischer Leu 4,98 4,95 4,95 4,93
SGD Singapur Dollar 1,46 1,43 1,45 1,45
USD Amerikanischer Dollar 1,11 1,07 1,08 1,05

Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen konsolidierten Unternehmen sowie aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern eliminiert.

Neue und geänderte Standards und Interpretationen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS Standards bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit sie bis zum 31. Dezember 2023 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:

  • Versicherungsverträge (IFRS 17)
  • Angaben zu Rechnungslegungsmethoden (IAS 1)
  • Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler (IAS 8)
  • Latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden, die aus einer Transaktion resultieren (IAS 12)
  • IAS 12 Ertragsteuern – Internationale Steuerreform – Pillar 2 Regelungen

46 Anhang zum Konzenabschluss Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Die Auswirkungen auf den Abschluss aufgrund dieser Änderungen waren unwesentlich.

Darüber hinaus wurden folgende neue bzw. geänderte Standards teilweise bereits in EU-Recht übernommen, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2023 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Diese Standards wurden auch nicht freiwillig vorzeitig angewendet, selbst wenn jene bereits in EU-Recht übernommen waren:

Neue geänderte IFRS Von der EU übernommen Anzuwenden für Wirtschaftsjahre ab Wesentliche Auswirkungen
IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten bei Sale and Lease back Verträgen 2024 keine
IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 2024 keine
IAS 7 / IFRS 7 Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 2024 keine
IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen 2025 keine

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen umfassen den Kaufpreis einschließlich der Importzölle und nicht erstattungsfähiger Steuern und all jene direkt zurechenbaren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert an den zur Nutzung vorgesehenen Ort zu bringen und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Andere Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst.

Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden linear über folgende Nutzungsdauern abgeschrieben und sind gegenüber dem Vorjahr unverändert:

  • Bauten auf fremden Grund 5 - 40 Jahre
  • Technische Anlagen und Maschinen 3 - 10 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 - 20 Jahre
  • Software und Lizenzen 3 - 10 Jahre

Instandhaltung und Reparaturen werden im Jahr des Anfalls als laufender Aufwand gebucht, Ersatz- sowie wertsteigernde Investitionen werden aktiviert. Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang erfasst, wobei die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst wird.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Geschäfts- oder Firmenwerte, welche ausschließlich aus Unternehmenszusammenschlüssen resultieren, unterliegen keinen planmäßigen Abschreibungen, sondern werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Anhang zum Konzenabschluss 47

Wertminderungen

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Test erfolgt unabhängig davon, ob konkrete Sachverhalte vorliegen, die auf einen Wertminderungsbedarf schließen lassen. Für den Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte werden diese den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, denen der Nutzen aus dem Unternehmenserwerb zugutekommt. Entsprechend den Regelungen des IAS 36 „Wertminderungen von Vermögenswerten“ wird eine Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts dann vorgenommen, wenn der Buchwert der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt.

Geschäfts- oder Firmenwerte, Immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn es Hinweise gibt, dass Gründe für eine Wertminderung vorliegen könnten. Dies gilt unabhängig davon, ob sie noch genutzt werden oder veräußert werden sollen. Vermögenswerte sind dann wertzumindern, wenn der Buchwert den höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt. Der Nutzungswert wird anhand der erwarteten zukünftigen Nettozahlungszuflüsse ermittelt, die der Vermögenswert bei fortgesetzter Verwendung über die Nutzungsperiode oder durch einen möglichen Verkauf wahrscheinlich generieren wird. Wenn der erzielbare Betrag für einzelne Vermögenswerte nicht bestimmbar ist, wird dieser für jene zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu welcher der Vermögenswert zugeordnet wurde, ermittelt. Wenn hinsichtlich der geschätzten künftigen Zahlungsströme wesentliche Unsicherheiten auftreten, werden mehrere risikogewichtete Cash Flow Szenarien der Ermittlung des Nutzungswerts zugrunde gelegt. Ergibt sich bei diesem Test ein Wertminderungsbedarf, so wird der entsprechende Aufwand in der Position Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte, Sachanlagen oder immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Wenn Hinweise vorliegen, dass Gründe, die in der Vergangenheit zu einer Wertminderung von Sachanlagen oder Immateriellen Vermögenswerten (außer Geschäfts- oder Firmenwerten) geführt haben, nicht mehr bestehen, wird geprüft, ob eine Zuschreibung erfolgen muss.

Anteile an assoziierten Unternehmen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat.## Anhang zum Konzernabschluss

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Leasingverhältnisse

Frequentis als Leasingnehmer

Bei Vertragsbeginn beurteilt die Frequentis-Gruppe, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines bestimmten identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Am Bereitstellungstag oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt die Frequentis-Gruppe das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. Nichtleasingkomponenten in Verträgen, wie zum Beispiel Elektrizität, Wartung etc., sind von der Berechnung der Nutzungsrechte ausgenommen.

Am Bereitstellungstag erfasst die Frequentis-Gruppe einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um etwaige anfängliche direkte Kosten sowie Kosten der Wiederherstellung des zugrundeliegenden Vermögenswerts, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize. In Übereinstimmung mit IFRS 16 entspricht die Laufzeit des Leasingverhältnisses grundsätzlich der unkündbaren Grundlaufzeit des Vertrags. Zusätzlich werden Optionen zur Verlängerung oder Kündigung des Vertrags einbezogen, wenn deren Ausübung hinreichend wahrscheinlich ist.

Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem zugrundeliegenden Zinssatz des Leasingverhältnisses, oder wenn sich dieser nicht ohne Weiteres ermitteln lässt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz der Frequentis-Gruppe, angesetzt. Normalerweise nutzt die Frequentis-Gruppe den Grenzfremdkapitalzinssatz. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes verwendet die Frequentis-Gruppe Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und adaptiert diese, um die Laufzeit des Vertrags zu berücksichtigen.

Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen, einschließlich de facto feste Zahlungen, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, den Ausübungspreis einer Kaufoption oder die Leasingzahlungen einer Verlängerungsoption, wenn die Frequentis-Gruppe hinreichend sicher ist, diese auszuüben sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung, es sei denn die Frequentis-Gruppe ist hinreichend sicher, diese nicht auszuüben.

Der Ausweis des Nutzungsrechts am jeweiligen Leasinggegenstand erfolgt unter demselben Posten im Sachanlagevermögen, unter dem der zugrunde liegende Vermögenswert im Falle eines Erwerbs ausgewiesen worden wäre. Die Nutzungsrechte aus Leasingverträgen werden linear über die betriebliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte oder die kürzere Vertragslaufzeit einschließlich etwaiger Verlängerungsoptionen abgeschrieben. Der planmäßigen Abschreibung werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsrechte
Grundstücke und Gebäude
Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung

Die Nutzungsdauern sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Anwendung der Effektivzins-methode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern, wenn die Zahlung aus einer Restwertgarantie angepasst wird und wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich die Laufzeit oder der Umfang des Leasingverhältnisses reduziert (unter Berücksichtigung der Reduktion der Leasingverbindlichkeit) oder sich der Buchwert des Nutzungsrechts auf null verringert hat.

Die Frequentis-Gruppe hat entschieden, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Es wurde auch von der Möglichkeit Gebrauch gemacht immaterielle Vermögenswerte vom Anwendungsbereich von IFRS 16 auszunehmen. Die Frequentis-Gruppe erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand.

Leasingzahlungen werden in Zahlungen für Zinsen und Tilgung getrennt und der Tilgungsanteil im Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit und die Zinszahlungen im Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen.

Frequentis als Leasinggeber

Die Frequentis-Gruppe schließt Leasingverträge als Leasinggeber im Rahmen eines unwesentlichen Untermietvertrags sowie für die Vermietung von Sprachvermittlungssystemen ab. Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern Leasinggeber ist, sind entsprechend der Vorgaben des Standards als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse zu klassifizieren. Wenn die Bedingungen des Leasingverhältnisses im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen, wird der Vertrag als Finanzierungsleasing klassifiziert. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. In der Frequentis-Gruppe gibt es nur Operating-Leasingverhältnisse.

Vermögenswerte, welche im Rahmen eines Operating-Leasingverhältnisses vermietet werden, werden in den Sachanlagen erfasst und über die betriebsgewöhnliche Nutzdauer abgeschrieben. Mieterträge aus Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des jeweiligen Leasingverhältnisses erfasst. Enthält ein Vertrag sowohl Leasing- als auch Nicht-Leasing-komponenten, wendet der Konzern zur Verteilung der Vergütung auf die einzelnen Komponenten die entsprechenden Regelungen des IFRS 15 an.

Finanzinstrumente

Ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Davon ausgenommen sind finanzielle Vermögenswerte, die als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ bewertet kategorisiert wurden. Hier erfolgt der Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Die erstmalige Erfassung von originären Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag, die von derivativen Finanzinstrumenten am Handelstag. Gewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Finanzinstrumenten werden ermittelt, indem der Buchwert mit dem Erlös aus dem Verkauf verglichen wird.

Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:

  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten
  • Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI)
  • Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis (FVTPL)

Die Festlegung der Einstufungskategorie erfolgt getrennt nach Art des Instruments: derivatives Finanzinstrument, Eigenkapitalinstrument und Fremdkapitalinstrument. Für alle erfassten finanziellen Vermögenswerte erfolgt die Folgebewertung abhängig von der Einstufungskategorie. Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte am ersten Tag der Berichtsperiode reklassifiziert, die auf die Änderung des Geschäftsmodells folgt.

Ein finanzieller Vermögenswert wird, wenn es sich um ein Schuldinstrument handelt, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als FVTPL designiert wurde:

  • Er wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Im Konzern fallen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kredite und sonstige Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen in diese Kategorie. Diese Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden um Wertminderungsaufwendungen vermindert. Zinserträge, Wechselkursgewinne und -verluste, Effekte aus der Ausbuchung sowie Wertminderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst.# Ein Schuldinstrument wird zu FVOCI designiert, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und es nicht als FVTPL designiert wurde:

Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte und seine Vertragsbedingungen führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Im Konzern wird in den Geschäftsjahren 2023 und 2022 kein Instrument dieser Kategorie zugeordnet.

Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstrumentes, das nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des Investments im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Dieses Wahlrecht wird einzelfallbezogen für jedes Investment ausgeübt.

Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI bewertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Dies umfasst alle derivativen finanziellen Vermögenswerte, welche nicht in eine Cash Flow Hedge Sicherungsbeziehung designiert wurden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Anhang zum Konzenabschluss 51

Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird oder ein Derivat ist.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen, Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen sowie Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften zur Absicherung von Währungsrisiken. Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst.

Forderungen sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenmittelkurs bewertet.

Weist ein Vermögenswert beim Zugang noch keine Wertminderung auf, wird er bei der erstmaligen Beurteilung nach dem Konzept der 12-Monats-Kreditausfälle beurteilt. Diese Beurteilung wird grundsätzlich für folgende Bilanzstichtage beibehalten. Ist das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts am Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen, ist die Bewertung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste anzuwenden. Die Berechnung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ist bei Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie Vertragsvermögenswerten ohne wesentlicher Finanzierungskomponente immer anzuwenden.

Bei der Feststellung, ob das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit der erstmaligen Erfassung signifikant gestiegen ist und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt die Frequentis-Gruppe angemessene und unterstützbare Informationen, die mit wirtschaftlich vernünftigen Anstrengungen relevant und verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, basierend auf der historischen Erfahrung der Frequentis-Gruppe und in die Zukunft gerichteten Informationen sowie einer fundierten Bonitätsbeurteilung.

Vorräte

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert. Die Wiederbeschaffungswerte der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage für den Nettoveräußerungswert dar.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten oder zum niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Verkaufspreis, abzüglich der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie der notwendigen Vertriebskosten.

Für die Ermittlung der Herstellkosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert, da die Kriterien nach IAS 23 nicht erfüllt sind. Die Ermittlung des Wareneinsatzes einer Periode erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

52 Anhang zum Konzenabschluss Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Frequentis-Gruppe bilanziert Kundenverträge gemäß IFRS 15 unter Anwendung des 5 StufenModells. Zu Beginn des Modells steht die Identifizierung des Vertrags mit dem Kunden, gefolgt von der Identifizierung der separaten Leistungsverpflichtungen. Demnach sind eigenständig abgrenzbare Dienstleistungen sowie Bündel aus Gütern und Dienstleistungen zu separieren. Im dritten Schritt wird der Transaktionspreis bestimmt. Als Transaktionspreis gilt der Betrag der Gegenleistung, auf den das liefernde Unternehmen im Austausch gegen die gelieferten Güter oder Dienstleistungen erwartungsgemäß Anspruch hat. Anschließend wird der Transaktionspreis auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Im letzten Schritt ist die Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung festzustellen.

Die Umsatzrealisierung findet entweder über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt statt. Für die überwiegende Mehrheit der Verträge der Frequentis-Gruppe mit Kunden erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen. Der zu realisierende Umsatz wird dabei aufgrund des Leistungsfortschritts bei den einzelnen Projekten unter Verwendung der Cost-to-Cost Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden Umsätze im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Auswirkungen aufgrund von Änderungen in den geschätzten Gesamtkosten werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst.

Bei gewissen Dienstleistungen (z.B. Beratungen oder Reparaturen) mit kurzer Durchlauf- bzw. Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen sowie bei Verkauf von Standardprodukten ohne kundenspezifischen Adaptierungen oder umfangreichen Arbeiten, um das Produkt beim Kunden in Betrieb nehmen zu können, wird eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung durchgeführt. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei Übergang der Verfügungsgewalt oder vollständiger Erbringung der Dienstleistung an den Kunden.

In den Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit Kunden sind keine wesentlichen Finanzierungskomponenten enthalten. Bestimmte Kosten, die bei der Anbahnung und der Erfüllung eines Vertrags über die Lieferung von Gütern und Dienstleistungen an Kunden entstehen, werden als Vertragskosten (hauptsächlich Vertragsprovisionen) aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert.

Unter den Vertragsverbindlichkeiten werden sämtliche Verpflichtungen aus Kundenverträgen (Güter oder Dienstleistungen), für die die Frequentis-Gruppe bereits eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat, ausgewiesen. Dies betrifft vor allem Anzahlungen von Kunden sowie noch zu erbringende Leistungen für bereits abgerechnete Projekte.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Anhang zum Konzenabschluss 53

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläen wurden gemäß IAS 19 „Employee Benefits“ aufgrund versicherungsmathematischer Gutachten nach dem laufenden Einmalprämienverfahren („Projected Unit Credit Method”) bewertet. Bei der Ermittlung der Abfertigungsverpflichtung wurde als Pensionsantrittsalter der frühestmögliche Zeitpunkt für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2018 zugrunde gelegt. Die Pensionsrückstellung wurde aufgrund eines versicherungsmathematischen Gutachtens ermittelt. Aufgrund der Verpfändung der Pensionsversicherung an den Vorstand erfüllt diese die Definition von Planvermögen („Plan Assets“) und es wird eine Saldierung der Pensionsrückstellung mit dem Wert der bereits angesparten Pensionsversicherung gemäß IAS 19 durchgeführt. Die Effekte aus der Neubewertung werden für Abfertigungen und Pensionen im sonstigen Ergebnis dargestellt. Ein etwaiger nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam ausgewiesen. Der Zinsaufwand wird gemeinsam mit dem Dienstzeitaufwand im Personalaufwand erfasst.

Anteilsbasierte Vergütung

Die Frequentis AG hat im Rahmen eines langfristigen Aktienprogramms eine anteilsbasierte Vergütung an einen Vorstand gewährt, deren Bilanzierung nach IFRS 2 (Share-based Payment) erfolgt. Die Zuteilung erfolgt ausschließlich in Aktien. Die Frequentis AG bewertet diese Instrumente daher mit dem beizulegenden Zeitwert der Aktien am Tag der Gewährung. Dabei werden die Ausübungsbedingungen, unter denen die Instrumente gewährt werden, berücksichtigt. Der Aufwand wird über die erforderliche Dienstzeit verteilt.

Rückstellungen

Rückstellungen werden dann gebildet, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) entstanden ist, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und der jeweiligen Neueinschätzung angepasst.# Anhang zum Konzernabschluss

Bei wesentlichen Zinseffekten werden langfristige Rückstellungen mit dem Barwert der erwarteten Ausgaben zur Erfüllung der Verpflichtung angesetzt.

Forschung und Entwicklung

Forschungskosten

Forschungsprojekte beschäftigen sich mit eigenständiger, planmäßiger Forschung mit der Absicht neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu erlangen. Diese Projekte umfassen bei der Frequentis-Gruppe meist einen Zeithorizont von 3 bis 10 Jahren und haben ein ungewisses technisches und kommerzielles Ergebnis. Alle Forschungskosten werden als Aufwand erfasst (IAS 38.54).

Entwicklungsprojekte

Entwicklungsprojekte umfassen Aufwendungen, die dazu dienen, theoretische Erkenntnisse technisch und kommerziell umzusetzen. Sofern die Voraussetzungen zur Aktivierung als immaterielle Vermögenswerte nach IAS 38.21 erfüllt sind, werden die direkt zuordenbaren Entwicklungskosten aktiviert, ist dies nicht der Fall, werden auch Entwicklungskosten als laufender Aufwand erfasst. Im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr, wie auch im Vorjahr, war die technische Machbarkeit der Hardware- und Softwareentwicklungsvorhaben einerseits noch nicht einschätzbar oder aufgrund der engen Verzahnung der Forschungs- und Entwicklungsphasen nicht eindeutig abgrenzbar und andererseits gelingt die Bestätigung der technologischen Realisierbarkeit und Verwertbarkeit generell erst kurz vor Marktreife in Projekten. Daher waren die Aktivierungsvoraussetzungen mit Ausnahme einer Entwicklung im Jahr 2023 in den Geschäftsjahren 2023 und 2022 nicht erfüllt.

Zuschüsse

Dem Konzern gewährte Aufwandszuschüsse werden bei Erfüllung der Ansatzvoraussetzungen sofort erfasst und entsprechend dem zeitlichen Anfall der Aufwendungen ergebniswirksam realisiert. Zuwendungen zu Vermögenswerten, das heißt Zuwendungen, die an die Hauptbedingung geknüpft sind, dass ein Unternehmen langfristige Vermögenswerte kauft, herstellt oder auf andere Weise erwirbt, werden vom jeweiligen Vermögenswert abgezogen und daher mit den bezuschussten Vermögenswerten saldiert dargestellt (Nettodarstellung).

Ertragsteuern

Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche und latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem Unternehmenszusammenschluss oder mit einem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfassten Posten verbunden sind. Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung auf das für das Geschäftsjahr zu versteuernde Einkommen, und zwar auf der Grundlage von Steuersätzen, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, sowie alle Anpassungen der Steuerschuld für frühere Jahre. Die im Geschäftsjahr bei den ausländischen Konzernunternehmen gültigen Ertragsteuersätze liegen zwischen 16% und 32% (2022: zwischen 16% und 32%). Zum 31. Dezember 2023 wurden die OECD BEPS Pillar 2 Regelungen bereits in österreichisches Recht überführt. Das Gesetz findet erstmals Anwendung für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2023 beginnen. Nachdem Frequentis unter dem Schwellenwert von EUR 750 Millionen konsolidierten Jahresumsatz liegt, sind die Vorgaben im Moment nicht verpflichtend anzuwenden. In Übereinstimmung mit IAS 12 werden die temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den IFRS-Bilanzwerten in die latente Steuerabgrenzung einbezogen.

Latente Steuern werden nicht erfasst für:
* zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts,
* temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,
* temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern die Frequentis-Gruppe in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn sich die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern trifft der Vorstand eine Einschätzung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass diese Posten in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern setzt ausreichend steuerpflichtiges Einkommen in jenen Perioden voraus, in denen die temporären Unterschiede abzugsfähig werden. Der Vorstand zieht die geplante Auflösung von passiven latenten Steuern und das geschätzte künftige steuerpflichtige Einkommen für diese Beurteilung heran.

Wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die offengelegten Eventualvermögenswerte und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag sowie die bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können letztendlich von diesen Einschätzungen bzw. Annahmen abweichen. Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft und Überarbeitungen prospektiv erfasst. Die Frequentis-Gruppe hat bei der Aufstellung des Konzernabschlusses folgende Ermessens-entscheidungen getroffen:

a) Bei der Beurteilung der Laufzeiten von Leasingverhältnissen insbesondere im Immobilienbereich werden etwaige Verlängerungsoptionen oder Kündigungsoptionen berücksichtigt, wenn deren Ausübung hinreichend sicher ist.

Der Konzernabschluss beinhaltet folgende Posten, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrundeliegenden Annahmen und Einschätzungen abhängig ist:

a) Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten: Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards und Vertragsdauer berücksichtigt.

b) Geschätzte Wertminderungen des Firmenwerts: Die Frequentis-Gruppe untersucht jährlich, ob eine Wertminderung des Firmenwerts vorliegt. Der erzielbare Betrag von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird basierend auf der Berechnung des Nutzungswerts ermittelt. Diesen Wertermittlungen liegen entsprechende Planrechnungen zugrunde, welche naturgemäß auf Schätzungen und Annahmen aufbauen. Hinsichtlich der bei der Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts angesetzten Prämissen und angestellten Sensitivitätsberechnungen wird auf die Ausführungen unter Kapitel 17. Geschäfts- oder Firmenwerte verwiesen.

c) Die zeitraumbezogene Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt nach Leistungsfortschritt mithilfe der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode). Die Abrechnung zeitraumbezogen realisierter Aufträge basiert auf Einschätzungen von Auftragskosten, erzielbaren Auftragserlösen und Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden regelmäßig überprüft und angepasst. Obwohl die Einschätzungen unter Einbeziehung aller Informationen zum Bilanzstichtag getroffen werden, sind Änderungen möglich, welche sowohl den realisierten Umsatz als auch die Höhe der Vertragsvermögenswerte beeinflussen können. Die Evaluierung ob zwei oder mehrere Verträge mit Kunden zu einer Leistungsverpflichtung zu kombinieren sind bzw. ob ein Vertrag mit einem Kunden in mehrere Leistungs-verpflichtungen aufgeteilt werden muss, erfordert Schätzungen, die sich auf die Realisierung der Umsatzerlöse bzw. auf den Gewinn auswirken können. Variable Gegenleistungen werden auf den höchstwahrscheinlichen Betrag geschätzt, auf den Anspruch besteht. Die Schätzungen basieren dabei insbesondere auf Erwartungen sowie historischen, aktuellen und prognostizierten Informationen, die zum Bilanzstichtag verfügbar sind.

d) Der Ansatz von Drohverlustrückstellungen unterliegt Einschätzungen in Bezug auf die zu erwartenden Auftragskosten und Auftragsergebnisse. Die Auftragsprognosen erfolgen hierbei unter Berücksichtigung historischer Erfahrungswerte und aktueller Informationen, die zum Bilanzstichtag vorlagen.

e) Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen nach Beendigung des Dienstverhältnisses werden aufgrund diverser Parameter wie Abzinsungsprozentsatz und Gehaltssteigerungen ermittelt. Die Änderungen dieser Parameter können zu einer Änderung der bilanzierten Verpflichtung führen. Die Sensitivitäten für Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer:innen nach Beendigung des Dienstverhältnisses sind im Kapitel 29. Langfristige Rückstellungen angegeben.

f) Der Ansatz aktiver latenter Steuern erfordert, dass zukünftig hinreichend zu versteuerndes Einkommen generiert wird, welches gegen Steuergutschriften und Verlustvorträge verrechnet werden kann. Die Beurteilung der Aktivierbarkeit latenter Steuern unterliegt einer Schätzung diverser Faktoren. Steuersachverhalte unterliegen hinsichtlich ihrer Beurteilung durch die Steuerbehörden Unsicherheiten und es ist daher nicht auszuschließen, dass diese in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen als die Frequentis-Gruppe kommen.```markdown
Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Anhang zum Konzenabschluss 57

g) Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Anteilen an der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, der FRAFOS GmbH sowie der Frequentis Recording AS wurde neben dem Basiskaufpreis auch eine Earn-Out Zahlung vereinbart, die vom Erreichen bestimmter zukünftiger Ziele abhängig ist. Im Zuge der Bewertung der Earn-Out Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023 wurden Annahmen über die Entwicklung dieser Positionen getroffen. Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 31. Sonstige Verbindlichkeiten angeführt. Sollte sich die tatsächliche Entwicklung wesentlich von den getroffenen Annahmen unterscheiden, können daraus Ergebniseffekte resultieren, da die Folgebewertung der Verbindlichkeit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgt.

h) Der Ansatz der Verbindlichkeiten Put Option Nicht beherrschender Anteile entspricht dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanzverschuldung der ELARA Leitstellentechnik GmbH, der FRAFOS GmbH sowie der Regola S.r.l.. Der Unternehmenswert wird im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt. Im Zuge der Bewertung wurden Annahmen über die Entwicklung dieser Positionen getroffen. Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 31. Sonstige Verbindlichkeiten angeführt. Wesentliche Änderungen zu den getroffenen Annahmen haben keinen Ergebniseffekt, da die Veränderung ergebnisneutral im Eigenkapital bilanziert wird.

i) Wertminderung Einlagen Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG: Seit dem 31.12.2020 sind alle Ansprüche gegenüber der Commerzialbank Mattersburg zu 100% wertberichtigt, da auf Basis der Informationen zum Insolvenzverfahren nicht von einer wirtschaftlich relevanten Quote ausgegangen werden kann. Die von Frequentis im Jahr 2020 eingebrachten Klagen befinden sich aufgrund des komplexen Sachverhalts in einem Stadium, das derzeit keinen bilanzierungsfähigen Anspruch rechtfertigt. In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Verfahren können sich allenfalls positive Ergebniseffekte ergeben, wenn Frequentis eine Quote zufließen sollte oder in den anhängigen Verfahren ein Schadenersatz zuerkannt wird und diese einbringlich gemacht werden kann.

j) Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von Veränderungen führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extremwetterereignissen wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in diesen Regionen. Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von Kommunikations- & Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels nicht beeinträchtigt – mittelfristig können die Auswirkungen noch nicht abgeschätzt werden. Auf den Konzernabschluss 2023 hatte der Klimawandel keine signifikanten Auswirkungen. Allfällige Auswirkungen auf die durchgeführten Wertminderungstests sowie die Nutzungsdauern langfristiger Vermögenswerte wurden überprüft. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf diese.

58 Anhang zum Konzenabschluss Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

k) Der Krieg in der Ukraine führte indirekt zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die Mitarbeiter:innen im Zuge der jährlichen Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehalts-vereinbarungen schlagen sich Zug um Zug im Jahr 2023 und auch im Jahr 2024 in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe nieder. Die für die Zukunft erwarteten Auswirkungen wurden bei der Bewertung der Projekte sowie bei der Bewertung langfristiger Personalverpflichtungen berücksichtigt und sind in den Positionen Vertragsvermögenswerte, Vertragsverbindlichkeiten sowie in den langfristigen Rückstellungen entsprechend enthalten.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zu Gewinn- und Verlustrechnung 59

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
3. Segmentberichterstattung

Operative Segmente

Segment Air Traffic Management
Segment Public Safety & Transport

Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO / International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Das militärische ATM-Portfolio von Frequentis umfasst Kommunikations- und Informationslösungen für die Luftverteidigung und militärische Flugsicherung, Systeme zur vernetzten Operationsführung sowie taktische Netzwerke und Führungs- und Informationssysteme, auch für den behörden-übergreifenden Einsatz, sowie verschlüsselte, interoperable Kommunikationslösungen für missions-kritische Anwendungen.

Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs- und Steuerungsaufgaben. Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf Küstenwachen und Hafenbetreibern. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.

60 Erläuterungen zu Gewinn- und Verlustrechnung Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Angaben zu den operativen Segmenten
Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Frequentis-Gruppe ist der Konzernvorstand. Die Bilanzierungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen jenen der Frequentis-Gruppe. Für die interne Berichterstattung wird das IFRS Betriebsergebnis (EBIT) herangezogen und entspricht auch dem Segmentergebnis im Sinne von IFRS 8.23. Innenumsätze zwischen den Segmenten liegen nicht vor. Bei den Beträgen in der Spalte Überleitung/Konsolidierungen werden überwiegend Transaktionen erfasst, die nicht eindeutig einem Segment zugeordnet werden können, sondern für beide Segmente getätigt wurden.

Air Traffic Management 2023 TEUR Public Safety & Transport 2023 TEUR Überleitung/ Konsolidierungen 2023 TEUR Summe 2023 TEUR
Umsatzerlöse 293.328 133.754 405 427.487
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -140 -100 -214 -454
Aktivierte Eigenleistungen 3.576 380 126 4.082
Sonstige betriebliche Erträge 6.009 1.441 605 8.055
Gewinne aus Unternehmenserwerb 0 0 3 3
Gesamterträge (Betriebsleistung) 302.773 135.475 925 439.173
EBIT 10.061 16.656 -71 26.647
Wertminderungen 0
Air Traffic Management 2022 TEUR Public Safety & Transport 2022 TEUR Überleitung/ Konsolidierungen 2022 TEUR Summe 2022 TEUR
Umsatzerlöse 257.772 127.675 523 385.970
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -318 84 256 22
Aktivierte Eigenleistungen 2.268 0 306 2.574
Sonstige betriebliche Erträge 8.470 1.355 689 10.514
Gesamterträge (Betriebsleistung) 268.192 129.114 1.774 399.080
EBIT 10.214 14.919 -142 24.991
Wertminderungen -3.106 0 0 -3.106

Das Segmentvermögen und die Segmentschulden werden hier nicht angegeben, weil das interne Berichtswesen keine Unterteilung des Vermögens auf die beiden Segmente enthält.

Angaben zu unternehmensweiten Daten
Die Frequentis-Gruppe hatte weder 2023 noch 2022 mit einem einzelnen Kunden einen Umsatz von mehr als 10% des Gesamtumsatzes erzielt. Hinsichtlich der Umsatzkategorien wurden 36% (2022: 41%) des Konzernumsatzes vor allem mit neuen Produkten bei Bestandskunden und bestehenden Produkten bei neuen Kunden erzielt, 61% (2022: 56%) mit IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft zu installierten Systemen und Lösungen) und 3% (2022: 3%) mit Sonstigem Umsatz (großteils Consulting). Rund die Hälfte des Installed Base Business wurde mit Wartungsaufträgen erzielt.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zu Gewinn- und Verlustrechnung 61

In der regionalen Verteilung der Auftragseingänge nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:

2023 2022
Europa 62,2% 63,3%
Amerikas 17,9% 11,6%
Asien 9,6% 18,0%
Australien/Pazifik 8,2% 6,3%
Afrika 2,1% 0,7%

Der Auftragsstand per 31.12.2023 in Höhe von TEUR 594.658 (2022: TEUR 522.033) verteilt sich mit TEUR 377.290 (2022: TEUR 329.709) auf das Segment ATM und mit TEUR 217.368 (2022: TEUR 192.323) auf das Segment PST.
```# Erläuterungen zu Gewinn- und Verlustrechnung

3. Regionale Verteilung des langfristigen Vermögens

Region 2023 TEUR 2022 TEUR
Österreich 35.081 37.253
Europa (ohne Österreich) 34.454 23.730
Australien/Pazifik 7.346 7.916
Amerikas 10.486 6.391
Asien 311 440
Gesamt 87.678 75.730

Das langfristige Vermögen besteht aus den Sachanlagen, Immateriellen Vermögenswerten, den Geschäfts- oder Firmenwerten sowie den Anteilen an assoziierten Unternehmen und Beteiligungen.

4. Umsatzerlöse

Die nachfolgenden Ausführungen gelten für beide Segmente, da in beiden Segmenten nahezu ausschließlich Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen und aus Wartungsverträgen erzielt werden. Nur vereinzelt werden Produkte, welche nicht kundenspezifisch angepasst werden, verkauft.

Die Umsatzrealisierung erfolgt nach Erfüllung der vertraglich vereinbarten Meilensteinen. Noch nicht verrechnete Beträge für welche die Leistung bereits erbracht wurde, werden als Vertragsvermögenswerte bilanziert. Rechnungen haben grundsätzlich eine Fälligkeit von dreißig Tagen.

Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sowie Mehrkomponentenverträge erfüllen die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung nach Leistungsfortschritt aufgrund der Tatsache, dass einerseits keine alternative Nutzungsmöglichkeit für den erstellten Vermögenswert besteht und andererseits, dass die Frequentis-Gruppe einen Anspruch auf die Bezahlung der erbrachten Leistungen (Kosten zuzüglich angemessener Marge) hat. Die Umsatzrealisierung wird auf Basis der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode) ermittelt.

Vertragsvermögenswerte werden erst angesetzt, wenn diese die dazugehörigen Anzahlungen von Kunden übersteigen. Im Berichtsjahr kam es zu einer Erhöhung der Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden in Höhe von TEUR 10.797 (2022: TEUR 12.122). Die Erhöhung resultiert aus dem Saldo von einer Vielzahl an neu angearbeiteten und abgerechneten Projekten.

In Zusammenhang mit Wartungsverträgen wird die Leistungsverpflichtung grundsätzlich bei gleichzeitiger Nutzung durch den Kunden erbracht. Die Umsatzrealisierung erfolgt zeitraumbezogen. Ausgenommen davon sind gewisse Dienstleistungen (z.B. Beratungen und Reparaturen) mit kurzer Durchlauf- bzw. Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen, bei welchen eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung durchgeführt wird. Die Umsatzerlöse für diese Aufträge betrugen im Berichtsjahr TEUR 27.148 (2022: TEUR 18.377).

Die Gesellschaft bewertet erhaltene und geleistete Anzahlungen in fremder Währung gemäß IFRIC 22 nicht mit dem Stichtagskurs sondern mit dem Transaktionskurs. Sämtliche nachfolgend dargestellten Umsatzerlöse sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15.

Hinsichtlich der Umsatzkategorien kam es im Berichtszeitraum zu folgender Verteilung des Umsatzes:

Umsatzkategorie 2023 TEUR 2022 TEUR
Neuprodukt- und/oder Neukundengeschäft 153.913 157.693
IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft zu installierten Systemen und Lösungen) 259.779 217.628
Sonstiger Umsatz 13.795 10.649
Gesamt 427.487 385.970

In der regionalen Verteilung der Umsätze nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:

Region 2023 TEUR 2022 TEUR
Europa 279.638 252.747
Amerikas 68.167 60.691
Asien 46.232 45.034
Australien/Pazifik 25.219 19.418
Afrika 5.391 6.393
Kleinaufträge (nicht aufgeteilt) 2.840 1.687
Gesamt 427.487 385.970

Der Posten Kleinaufträge betrifft Umsatzerlöse aus Kundenverträgen, welche aber nicht den einzelnen Kategorien in der oben dargestellten Tabelle zugeordnet wurden.

Der Transaktionspreis, der auf nicht erfüllte oder nicht zur Gänze erfüllte Leistungsverpflichtungen entfällt, beträgt EUR 594,7 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 522,0 Mio.) und entspricht dem Auftragsstand der Frequentis-Gruppe zum Bilanzstichtag. Diese werden voraussichtlich im Ausmaß von rund EUR 312,2 Mio. im Jahr 2024 als Umsatzerlöse realisiert bzw. im Jahr 2025 und in den Folgejahren mit EUR 282,5 Mio. erlöswirksam werden. Der erwartete Zeitpunkt der Umsatzerlös-realisierung basiert auf den erwarteten Leistungsfortschritten.

5. Aktivierte Eigenleistungen

Die im Jahr 2023 aktivierten Aufwendungen betreffen mit TEUR 3.369 (2022: TEUR 2.261) die selbst erstellten Anlagen im Zusammenhang mit einem Operating Leasing (siehe Kapitel 35. Leasing), mit TEUR 380 (2022: TEUR 0) aktivierte Entwicklungsleistungen und mit TEUR 333 (2022: TEUR 313) unter anderem konzerninterne selbst erstellte Demo- und Testanlagen.

6. Sonstige Erträge

Erträge aus 2023 TEUR 2022 TEUR
Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten 2.391 4.238
Erlöse Forschungsprämien 2.578 2.618
Kurs- und Währungsdifferenzen 755 1.339
Veränderung Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung 0 402
Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften 610 216
Erträge aus Anlagenverkauf 24 19
Übrige sonstige betriebliche Erträge 1.697 1.682
Gesamt 8.055 10.514

Fördererlöse und Forschungsprämien werden dann ergebniswirksam erfasst, wenn die Förderbedingungen erfüllt sind und die Prämien entweder bereits bezahlt sind oder aber eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendung gewährt wird. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge betreffen hauptsächlich Erlöse aus der Auflösung von Wertberichtigungen oder Rückstellungen.

7. Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen

Aufwandsposten 2023 TEUR 2022 TEUR
Materialaufwand 45.172 41.338
Aufwendungen für bezogene Leistungen 59.542 57.912
Gesamt 104.714 99.250

Der Materialaufwand stieg nahezu im gleichen Verhältnis wie die Umsatzerlöse.

8. Personalaufwand

Aufwandsposten 2023 TEUR 2022 TEUR
Gehälter 181.632 162.237
Aufwendungen für Abfertigungen 2.436 2.215
Aufwendungen für Altersvorsorge 2.815 2.471
Sozialabgaben 34.508 31.547
Sonstige freiwillige Sozialaufwendungen 6.463 5.402
Gesamt 227.854 203.872

Der Personalstand zum Ende des Geschäftsjahres betrug 2.318 (2022: 2.116) Arbeitnehmer:innen (FTE – Full Time Equivalent). Der Durchschnitt lag bei 2.217 (2022: 2.081) Arbeitnehmer:innen (FTE). Der Anstieg des Personalaufwands ist hauptsächlich auf individuelle und kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen, die Erhöhung der Abgrenzung für noch nicht konsumierte Urlaube sowie dem Anstieg der Anzahl der Mitarbeiter:innen zurückzuführen.

9. Sonstige Aufwendungen

Aufwandsposten 2023 TEUR 2022 TEUR
Reisekosten 12.736 10.687
Sonstiger Beratungsaufwand 5.172 5.775
Fremdpersonal 4.928 4.514
Werbekosten 4.356 3.849
Lizenzaufwand (Laufzeit bis 1 Jahr) 4.242 2.907
Energieaufwand 3.353 2.014
Rechts- und Steuerberatungsaufwand 3.133 2.526
Versicherungsaufwand 2.989 2.527
Kurs- und Währungsdifferenzen 2.969 2.694
Instandhaltung 2.494 2.290
Transportkosten 2.148 1.891
Betriebsaufwand (Gebäude) 1.945 1.472
Personalbeschaffungskosten 1.714 1.072
KFZ-Kosten 1.349 1.159
Telefon- und Kommunikationsaufwand 1.266 1.264
Reinigungsaufwand 1.179 1.015
Veränderung Projektrückstellungen 1.132 -2.392
Sonstige Steuern und Abgaben 912 736
Bankspesen und Bankgarantiespesen 747 903
Kurzfristiger Mietaufwand und Mietaufwand geringwertiger Vermögenswerte 676 677
Wertberichtigung von Forderungen und Vertragsvermögenswerte 464 313
Mitgliedsbeiträge 410 371
Übersetzungskosten 174 202
Verluste aus dem Abgang von Anlagen 21 30
Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften 11 94
Übrige 1.911 1.736
Gesamt 62.431 50.326

Die Projektrückstellungen enthalten Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind. In den Wertberichtigungen sind TEUR 465 (2022: TEUR 308) für Forderungen und TEUR -1 (2022: TEUR 5) für Vertragsvermögenswerte enthalten. Aufgrund des unwesentlichen Betrags wird auf einen gesonderten Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet.

10. Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

Abschreibungsart 2023 TEUR 2022 TEUR
Abschreibungen Nutzungsrechte 8.946 9.066
Abschreibungen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 7.586 7.632
Abschreibung geringwertige Wirtschaftsgüter 995 837
Gesamt 17.527 17.535

Vermögenswerte mit Anschaffungs- oder Herstellkosten von bis zu TEUR 1 (Höhe länderspezifisch unterschiedlich) werden als geringwertige Wirtschaftsgüter eingestuft und aufgrund untergeordneter Bedeutung im Jahr der Anschaffung ergebniswirksam erfasst.

11. Finanzerträge

Erträge aus 2023 TEUR 2022 TEUR
Zinsen und ähnliche Erträge 946 209
Gesamt 946 209

Die Zinsen und ähnliche Erträge betreffen ausschließlich Zinsen aus Vermögenswerten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Zinserträge werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.

12. Finanzierungsaufwendungen

Aufwendungen aus 2023 TEUR 2022 TEUR
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.442 738
Gesamt 1.442 738

In den Zinsen sind Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 916 (2022: TEUR 412) im Zusammenhang mit IFRS 16 enthalten. Alle Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.# Ertragsteuern

2023 TEUR 2022 TEUR
Laufende Ertragsteuern 7.950 6.396
Periodenfremde Steuern 550 75
Nicht anrechenbare Quellensteuern 199 62
Veränderung Latente Steueransprüche/-schulden -2.260 -674
6.439 5.859
Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zu Gewinn- und Verlustrechnung 66

Folgende Tabelle stellt die Überleitung vom erwarteten auf den effektiven Steuersatz dar:

2023 TEUR 2022 TEUR
Ergebnis vor Steuern 26.419 24.737
Theoretischer Steuerertrag/-aufwand auf Basis eines Steuersatzes von 24% (2022: 25%) 6.341 6.184
Steuersatzdifferenzen 253 -171
Steuerliche Hinzurechnungen 432 444
Steuerliche Kürzungen -779 -777
Steuersatzänderungen -271 -485
Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen -64 -69
Gewinne aus Unternehmenserwerben -1 0
Steuerliche Vermögenswerte, für die bislang kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde -547
Steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde 521 699
Verwertete steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde -195 -103
Periodenfremde Steuern 550 75
Nicht anrechenbare Quellensteuern 199 62
Ist-Gesamtsteueraufwand 6.439 5.859
Effektiver Steuersatz 24,4 % 23,7 %

In den steuerlichen Hinzurechnungen sind nicht abzugsfähige Aufwendungen wie unter anderem nicht absetzbare Lohnkosten oder Repräsentationskosten enthalten. Die steuerlichen Kürzungen umfassen vor allem die Forschungsförderungsprämie. Der Effekt der Steuersatzänderung über TEUR 271 (2022: TEUR 485) ist 2023 auf die Herabsetzung des in Österreich geltenden Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 24% für das Jahr 2023 und auf 23% für die Jahre ab 2024 zurückzuführen.

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:

Aktivwert 2023 TEUR Passivwert 2023 TEUR Aktivwert 2022 TEUR Passivwert 2022 TEUR
Sachanlagen 246 -9.287 116 -10.605
Immaterielle Vermögenswerte 349 -3.574 202 -3.563
Geschäfts- oder Firmenwerte 0 -20 17
Finanzanlagevermögen 137 -10 173 -4
Vorräte 122 -308 81 -570
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden 0 -6.813 94 -6.800
Vertragskosten -104 -72
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 26 -1.946 93 -3.606
Rückstellungen 2.616 -1.992 2.276 -897
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 582 -153 570 -139
Leasingverbindlichkeiten 8.646 0 9.559 0
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden 3.166 -299 4.331 -204
Latente Steuer aus Währungsdifferenzen Schuldenkonsolidierung 6 -7 112 -112
Steuerliche Verlustvorträge 4.156 3.293
Summe 20.052 -24.513 20.916 -26.572
Saldierung -14.435 14.435 -17.131 17.131
Latente Steuern 5.617 -10.078 3.785 -9.441

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 67

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden nicht angesetzt, wenn der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen von der Frequentis-Gruppe bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Die Summe derartiger temporärer Differenzen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert werden, beträgt TEUR 3.771 (2022: TEUR 3.768).

Zum Bilanzstichtag bestehen in der Frequentis-Gruppe Verlustvorträge in Höhe von TEUR 19.666 (2022: TEUR 16.379). Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 15.008 (2022: TEUR 12.539) wurden latente Steuern angesetzt, da es hier wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die Frequentis-Gruppe die latenten Steueransprüche verwenden kann. Für einen Verlustvortrag in Höhe von TEUR 1.736 (2022: TEUR 1.408) besteht eine zeitliche Beschränkung der Nutzbarkeit von 20 Jahren. Bezüglich den restlichen Verlustvorträgen bestehen keine zeitlichen Beschränkungen der Nutzbarkeit.

Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentelabschreibungen beläuft sich auf TEUR 499 (2022: TEUR 632). Es wurden für diesen Betrag aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 115 (2022: TEUR 147) angesetzt.

Es bestehen zum 31. Dezember 2023 keine wesentlichen ertragsteuerlichen Unsicherheiten.

14. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionär:innen der Frequentis AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien. Im Geschäftsjahr lag die durchschnittliche gewichtete Anzahl bei 13.271.909 (2022: 13.268.833).

Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionär:innen der Frequentis AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien jeweils angepasst um den verwässernden Effekt der anteilsbasierten Vergütung in Höhe von 44.630 (2022: 51.370) Aktien. Die durchschnittliche gewichtete Anzahl der Aktien und Optionen lag bei 13.316.012 (2022: 13.317.764).

68 Erläuterungen zur Bilanz Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

15. Sachanlagen in TEUR

Buchwert zum 31.12.2021 Währungsumrechnungsdifferenz 2022 Umgliederungen 2022 Zugang aus Erwerb von Unternehmen 2022 Zugang 2022 Abgang 2022 Planmäßige Abschreibungen 2022 Buchwert zum 31.12.2022 Anschaffungs-/Herstellungskosten 2022 Kumulierte Wertberichtigungen 2022 Buchwert zum 31.12.2022
Grundstücke und Gebäude sowie Bauten auf fremden Grund 38.664 205 42 382 9.614 -117 -8.752 40.038 75.207 -35.169 40.038
Technische Anlagen und Maschinen 786 0 0 0 142 0 -207 721 4.537 -3.816 721
Technische Anlagen, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind 0 0 0 0 1.420 0 -20 1.400 1.420 -20 1.400
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.884 43 256 64 5.787 -32 -4.651 9.351 36.599 -27.248 9.351
Anlagen in Bau 383 18 -298 0 884 0 0 987 987 0 987
Anzahlungen und Anlagen in Bau, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind 0 0 0 0 801 0 0 801 801 0 801
Summe 47.717 266 0 446 18.648 -149 -13.630 53.298 119.551 -66.253 53.298
Buchwert zum 31.12.2022 Währungsumrechnungsdifferenz 2023 Umgliederungen 2023 Zugang aus Erwerb von Unternehmen 2023 Zugang 2023 Abgang 2023 Planmäßige Abschreibungen 2023 Buchwert zum 31.12.2023 Anschaffungs-/Herstellungskosten 2023 Kumulierte Wertberichtigungen 2023 Buchwert zum 31.12.2023
Grundstücke und Gebäude sowie Bauten auf fremden Grund 40.038 -139 382 14 5.706 -5 -8.563 37.433 79.387 -41.954 37.433
Technische Anlagen und Maschinen 721 0 -35 0 796 0 -175 1.307 5.179 -3.872 1.307
Technische Anlagen, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind 1.400 -70 801 0 2.529 0 -294 4.366 4.677 -311 4.366
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.351 -47 654 166 7.262 -76 -5.374 11.936 40.484 -28.548 11.936
Anlagen in Bau 987 -12 -1.001 0 872 0 0 846 846 0 846
Anzahlungen und Anlagen in Bau, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind 801 0 -801 0 0 0 0 0 0 0 0
Summe 53.298 -268 0 180 17.164 -81 -14.406 55.888 130.573 -74.685 55.888

Im Laufe des Jahres 2023 hat die Frequentis-Gruppe Verträge über den Kauf von Sachanlagen, die im Jahr 2024 geliefert und fakturiert werden, im Wert von TEUR 537 (2022: TEUR 673) geschlossen. Hinsichtlich der aktivierten Nutzungsrechte, welche aus der Anwendung des IFRS 16 resultieren und in obiger Tabelle enthalten sind, wird auf Kapitel 35. Leasing verwiesen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zur Bilanz 69

16. Immaterielle Vermögenswerte in TEUR

Buchwert zum 31.12.2021 Währungsumrechnungsdifferenz 2022 Umgliederung von Anzahlungen 2022 Zugang aus Erwerb von Unternehmen 2022 Zugänge 2022 Abgänge 2022 Planmäßige Abschreibungen 2022 Erfolgswirksam erfasste Wertminderungen 2022 Buchwert zum 31.12.2022 Anschaffungs-/Herstellungskosten 2022 Kumulierte Wertberichtigungen 2022 Buchwert zum 31.12.2022
Software und Lizenzen 17.692 -6 0 3.088 620 -1 -3.905 -3.106 14.382 39.031 -24.649 14.382
Kundenstamm 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
In Entwicklung befindliche selbst erschaffene immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0 380 0 0 0 380 380 0 380
Anzahlungen 25 0 0 0 94 0 0 0 119 0 0 119
Summe 17.717 -6 0 3.088 715 -1 -3.905 -3.106 14.501 39.411 -24.649 14.501
Buchwert zum 31.12.2022 Währungsumrechnungsdifferenz 2023 Umgliederung von Anzahlungen 2023 Zugang aus Erwerb von Unternehmen 2023 Zugänge 2023 Abgänge 2023 Planmäßige Abschreibungen 2023 Buchwert zum 31.12.2023 Anschaffungs-/Herstellungskosten 2023 Kumulierte Wertberichtigungen 2023 Buchwert zum 31.12.2023
Software und Lizenzen 14.382 -190 99 2.257 840 0 -2.938 14.450 41.976 -27.526 14.450
Kundenstamm 0 0 0 2.848 0 0 -184 2.664 2.848 -184 2.664
In Entwicklung befindliche selbst erschaffene immaterielle Vermögenswerte 380 0 0 0 0 0 0 380 380 0 380
Anzahlungen 119 0 -99 0 0 0 0 20 20 0 20
Summe 14.881 -190 0 5.105 840 0 -3.122 17.514 45.224 -27.710 17.514

Die Frequentis-Gruppe wendete für eigene, nicht von Kunden beauftragte, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten EUR 25,2 Mio. (2022: EUR 26,8 Mio.) auf, welche aufwandswirksam erfasst wurden. Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 380 wurden im Berichtsjahr aktiviert.

Im Laufe des Jahres 2023 hat die Frequentis-Gruppe Verträge über den Kauf von immateriellen Vermögenswerten, die im Jahr 2024 geliefert und fakturiert werden, im Wert von TEUR 22 (2022: TEUR 12) geschlossen.

70 Erläuterungen zur Bilanz Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

17. Geschäfts- oder Firmenwerte in TEUR

Buchwert zum 31.12.2021 Währungsumrechnungsdifferenz 2022 Zugang aus Erwerb von Unternehmen 2022 Buchwert zum 31.12.2022 Anschaffungs-/Herstellungskosten 2022 Kumulierte Wertminderungen 2022 Buchwert zum 31.12.2022
Geschäfts- oder Firmenwerte 3.433 -11 2.412 5.834 8.636 -2.802 5.834
Buchwert zum 31.12.2022 Währungsumrechnungsdifferenz 2023 Zugang aus Erwerb von Unternehmen 2023 Buchwert zum 31.12.2023 Anschaffungs-/Herstellungskosten 2023 Kumulierte Wertminderungen 2023 Buchwert zum 31.12.2023
Geschäfts- oder Firmenwerte 5.834 145 5.372 11.351 14.153 -2.802 11.351

Die kumulierten Wertminderungen beinhalten mit TEUR 1.730 die im Jahr 2021 durchgeführte vollständige Abwertung des Firmenwerts der ATRiCS Advanced Traffic Solution GmbH sowie mit TEUR 1.072 die im Jahr 2020 durchgeführte teilweise Abwertung des Firmenwerts der Systems Interface Ltd..# Wertminderungstest

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) des Konzerns ein Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
FRAFOS GmbH 1.976
Frequentis Comsoft GmbH 909 909
Frequentis Orthogon GmbH 2.263 2.263
Business Recording 3.537
Regola S.r.l. 2.412 2.412
Systems Interface Ltd. 201 197
team Technology Management GmbH 53 53
Gesamt 11.351 5.834

Bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Business Recording handelt es sich um die Recorder Einheit von Frequentis, welche die Frequentis Recording Lösung DIVOS sowie die Frequentis Recording AS umfasst.

Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wurde im Rahmen der Bilanzierung überprüft, indem der erzielbare Betrag aus den entsprechenden zahlungsgenerierenden Einheiten durch diskontierte Cash Flows auf Basis eines dreijährigen Detailplanungszeitraums und einer daraus abgeleiteten ewigen Rente geschätzt wurde. Dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 liegen detaillierte Ergebnis-, Bilanz- und Investitionsplanungen für die nächsten drei Jahre zugrunde, die im Rahmen des unternehmensweiten Budgetplanungsprozesses jährlich unter Berücksichtigung der aktuellen Geschäftslage erstellt werden. Für über die Budgetplanung hinausgehende Zeiträume wird eine langfristige Wachstumsrate von 1% (2022: 1%) bestimmt und zur Prognose der künftigen Cash Flows angewendet. Für die Abzinsung der zukünftig prognostizierten Cash Flows wurden Diskontierungssätze unter Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen Risiken angewendet.

Wertminderungstest 2023

FRAFOS GmbH Frequentis Comsoft GmbH Frequentis Orthogon GmbH Business Recording Regola S.r.l. Systems Interface Ltd. team Technology Management GmbH
Zinssatz (WACC vor Steuern) 13,26% 11,66% 12,64% 11,55% 16,17% 11,53% 11,08%
Erzielbarer Betrag in TEUR 5.349 8.100 10.732 27.059 7.155 1.903 7.651
Buchwert CGU einschließl. FV in TEUR 4.784 3.252 7.113 8.236 6.236 548 1.165

Wertminderungstest 2022

Frequentis Comsoft GmbH Frequentis Orthogon GmbH Regola S.r.l. Systems Interface Ltd. team Technology Management GmbH
Zinssatz (WACC vor Steuern) 12,4% 13,70% 16,63% 10,27% 11,44%
Erzielbarer Betrag in TEUR 9.221 10.862 8.501 644 7.966
Buchwert CGU einschließl. FV in TEUR 8.874 8.533 6.244 -63 2.007

Bei der Systems Interface Ltd. wurde im Geschäftsjahr 2020 eine Wertminderung des Firmenwerts durchgeführt. Da sich die Geschäftstätigkeit seit 2022 stabilisiert hat und auch die zukünftigen Cash Flows eine stabile Entwicklung aufweisen, war im Geschäftsjahr 2022 und 2023 keine zusätzliche Wertminderung erforderlich. Im Jahr 2022 ergab sich aufgrund des negativen Working Capitals bei der Systems Interface Ltd. ein negativer Buchwert der CGU iHv TEUR -63. Im Jahr 2023 ergibt sich aufgrund des positiven Working Capitals ein positiver Buchwert der CGU iHv TEUR 548. Die FRAFOS GmbH wurde mit dem Closing im April 2023 in den Konzernabschluss der Frequentis einbezogen. Im Zuge dessen wurde eine Kaufpreisallokation durchgeführt, bis zum Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen Veränderungen der Planannahmen. Zur Veranschaulichung der Auswirkungen von Parameteränderungen wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Folgende Darstellung bietet eine Übersicht, bei welcher prozentuellen Senkung der Zahlungsströme bzw. Erhöhung der Abzinsungssätze der Buchwerte der zahlungsgenerierenden Einheit einschließlich Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen würde.

Sensitivitäten 2023

FRAFOS GmbH Frequentis Orthogon GmbH Regola S.r.l.
Senkung der Zahlungsströme 9,6% 30,8% 12,1%
Erhöhung der Abzinsungssätze 1,1%P 4,6%P 1,9%P

Aus Sicht des Vorstands liegen sowohl für die Frequentis Comsoft GmbH, die Systems Interface Ltd., die team Technology Management GmbH sowie für das Business Recording keine realistischen Szenarien zum Bilanzstichtag vor, bei denen sich ein Wertminderungsbedarf für die aktivierten Firmenwerte ergeben würde.

Diskontsatz: Der verwendete Diskontsatz ist der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz (WACC). Der Diskontsatz spiegelt nicht die Risiken wider, für die die geschätzten Cash Flows angepasst wurden. Der Diskontsatz ist ein Zinssatz nach Steuern, der auf dem Zinssatz von 30-jährigen Staatsanleihen basiert, unter Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen Risiken. Dieser wurde in einem WACC vor Steuern umgerechnet.


18. Anteile an assoziierten Unternehmen

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Anteile an assoziierten Unternehmen 2.903 2.097
Name des assoziierten Unternehmens Sitz Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2023 Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2022
Flyk Oy Valkeakoski 25% 25%
GroupEAD Europe S.L. Madrid 28% 28%
Mission Embedded GmbH Wien 20% 20%
Nemergent Solutions S.L. Bilbao 24,83% 15%
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo 65% 40%
AIRlabs Austria GmbH Graz 18% 18%
AMANTEA Ltd. Zabbar 50% (durchgerechnet 25,5%) 50% (durchgerechnet 25,5%)
Lift S.r.l. Cagliari 24% (durchgerechnet 10,2%) 24% (durchgerechnet 10,2%)
Nowtech S.r.l. Sassari 20% (durchgerechnet 10,2%) 20% (durchgerechnet 10,2%)

Alle assoziierten Gesellschaften haben als Bilanzstichtag den 31. Dezember und werden nach der Equity Methode bilanziert. Es liegen weder nicht realisierte Verluste vor noch maßgebliche Beschränkungen für die Rückzahlung von Krediten. Am 20. Februar 2023 kam es zum erfolgreichen Abschluss der Aufstockung der Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. (Sitz in Iloilo, Philippinen) von 40% auf 65% und somit zur Änderung auf ein verbundenes Unternehmen und vollständigem Einbezug in den Konzernabschluss (siehe Kapitel 1. Änderung des Konsolidierungskreises). Da Frequentis nunmehr keinen Geschäftsführer der AIRlabs Austria GmbH (18% Beteiligung) stellt und somit den wesentlichen Einfluss abgegeben hat, wird diese Gesellschaft nicht mehr als Anteil an assoziierten Unternehmen sondern als Beteiligung ausgewiesen.

Der Konzern hält 28% der Anteile und der Stimmrechte an der GroupEAD Europe S.L., Madrid. Der Buchwert der Beteiligung stellt sich wie folgt dar (auf Basis des letztverfügbaren Jahresabschlusses 2022 und den bereits erhaltenen Dividenden für 2023):

2023 TEUR 2022 TEUR
31.12. Vorjahr
Beteiligung GroupEAD Europe S.L. 491 491
Anteiliger Gewinn Vorjahr 156 58
abzüglich ausgeschüttete Dividende für das Vorjahr -156 -58
Vorläufiger anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 56 56
abzüglich ausgeschüttete Dividende des Berichtsjahres -56 -56
31.12. Berichtsjahr
Beteiligung GroupEAD Europe S.L. 491 491

Die GroupEAD Europe S.L. agiert im Auftrag der EUROCONTROL als operativer Betreiber des von der Frequentis-Gruppe entwickelten EAD Systems. Der technische Betrieb des Systems wird durch die Frequentis-Gruppe besorgt. Die enge Beziehung zwischen dem technischen und dem operativen Betreiber wirkt sich positiv auf die Servicequalität und auf die Kundenbeziehung aus. Daneben stehen die Erfahrungen und die operationelle Expertise der GroupEAD Europe S.L. auch der Frequentis-Gruppe zur Verfügung und können sowohl für die Weiterentwicklung des EAD Systems als auch für die Entwicklung anderer AIM-Systeme für den internationalen Markt genutzt werden.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022):

31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 365 301
Kurzfristige Vermögenswerte 3.277 2.779
Langfristige Schulden 0 0
Kurzfristige Schulden 1.332 1.119
Nettovermögen (100%) 2.310 1.961
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (28%) 647 549
Im Folgejahr ausgeschüttete Dividende -156 -58
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 491 491
Umsatzerlöse 7.862 7.127
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) 758 409
Sonstiges Ergebnis (100%) 0 0
Gesamtergebnis (100%) 758 409
Gesamtergebnis (28%) 212 114
Im Vorjahr berücksichtigtes Ergebnis (28%) -56 -56
Vorab berücksichtigter Anteil des Ergebnisses des Folgejahres aufgrund erhaltener Dividende (28%) 56 56
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis 212 114

Der Konzern hält 20% der Anteile und der Stimmrechte an der Mission Embedded GmbH, Wien, und die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2023 TEUR 2022 TEUR
31.12. Vorjahr
Beteiligung Mission Embedded GmbH 482 362
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 58 116
Versicherungsmathematische Verluste gem. IAS 19 -2 4
31.12. Berichtsjahr
Beteiligung Mission Embedded GmbH 538 482

Die Mission Embedded GmbH entstand aus der Ausgliederung der Abteilung „Mission Embedded“ im Jahr 2014, um durch mehr Eigenständigkeit die positive Entwicklung der Frequentis-Expertise im Bereich Hardware und hardwarenaher Software für sicherheitskritische Anwendungen voranzutreiben.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2023):

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 366 412
Kurzfristige Vermögenswerte 7.534 6.577
Langfristige Schulden 190 275
Kurzfristige Schulden 5.018 4.302
Nettovermögen (100%) 2.692 2.412
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (20%) 538 482
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 538 482
Umsatzerlöse 9.563 8.766
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) 290 580
Sonstiges Ergebnis (100%) -12 22
Gesamtergebnis (100%) 278 602
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (20%) 58 116
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (20%) -2 4
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (20%) 56 120

Im Jahr 2020 beteiligte sich die Frequentis-Gruppe mit 15% an der Nemergent Solutions S.L. mit Firmensitz in Bilbao, Spanien.# Erläuterungen zur Bilanz

Beteiligungen

Die Beteiligung erfolgte über die Frequentis Invest4Tech GmbH (eine 100% Tochter der Frequentis AG). Am 19. Dezember 2023 wurden die Anteile an der Nemergent Solutions S.L. im Rahmen einer Kapitalerhöhung auf 24,83% erhöht. Nemergent Solutions S.L. ist ein Technologieanbieter mit hoher Expertise in 3GPP-Standard-basierten unternehmenskritischen Lösungen über mobile Breitbandtechnologien. Die Frequentis-Gruppe hatte bereits davor gemeinsame Projekte im Bereich Public Transport und Public Safety, wo Nemergent Solutions mit Technologie für Application Services und mobile Endgeräte für Einsatzkräfte mitgewirkt hat. Diese Zusammenarbeit wurde weiter ausgebaut und vertieft, da der Mobilfunkstandard LTE neue Möglichkeiten in sicherheitskritischer Breitbandkommunikation bringt.

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2023 TEUR 2022 TEUR
31.12. Vorjahr
Beteiligung Nemergent Solutions S.L 747 731
Anteiliger Verlust (Gewinn) des Berichtsjahres -36 16
Kaufpreis Anteilserhöhung 836 0
31.12. Berichtsjahr
Beteiligung Nemergent Solutions S.L. 1.547 747

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2023):

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 1.606 1.359
Kurzfristige Vermögenswerte 1.397 1.034
Langfristige Schulden 593 543
Kurzfristige Schulden 212 249
Nettovermögen (100%) 2.198 1.601
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (24,83%) 546 240
Firmenwert 1.001 507
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 1.547 747
Umsatzerlöse 772 1.036
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) -239 106
Sonstiges Ergebnis (100%) 0 0
Gesamtergebnis (100%) -239 106
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (15%) -36 16
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (15%) 0 0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (15%) -36 16

Am 1. September 2022 beteiligte sich die Frequentis-Gruppe mit 25% an der Aviamaps Oy mit Firmensitz in Valkeakoski (Finnland), welche im Jahr 2023 auf Flyk Oy umbenannt wurde. Flyk ist ein Software-Hersteller im Bereich Drohnen Flugplanungs- und Luftraummanagement und bietet eine Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform für Drohnenflüge an. Die Software von Flyk wird als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet.

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

2023 TEUR 2022 TEUR
31.12. Vorjahr
Beteiligung Flyk Oy 140
Kaufpreis 125
Korrektur anteiliger Gewinn des Vorjahres -3
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 4 15
31.12. Berichtsjahr
Beteiligung Flyk Oy 141 140

Im Rahmen des Erwerbs der 51% Anteile der Regola S.r.l. im Jahr 2022 wurden auch Anteile an assoziierten Unternehmen erworben. Die Entwicklung dieser übernommenen Beteiligungen an AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und an Nowtech S.r.l. stellt sich wie folgt dar:

2023 TEUR 2022 TEUR
31.12. Vorjahr
Beteiligung AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l. 165
Erwerb Regola S.r.l. 152
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres 22 13
31.12. Berichtsjahr
Beteiligung AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l. 187 165

Da es sich bei diesen Gesellschaften um nicht wesentliche assoziierte Unternehmen handelt, zeigt die nachstehende Tabelle in aggregierter Form die wesentlichen Finanzinformationen der Gesellschaften Flyk Oy, Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l. zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2023). Aufgrund zeitlich nicht verfügbarer Finanzinformationen der AMANTEA Ltd. zum 31. Dezember 2023 sind diesbezüglich die Daten für den letzten verfügbaren Abschluss (31. Dezember 2022) in der Tabelle 31. Dezember 2023 und keine Daten in der Tabelle 31. Dezember 2022 enthalten:

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Langfristige Vermögenswerte 336 332
Kurzfristige Vermögenswerte 752 619
Langfristige Schulden 163 203
Kurzfristige Schulden 571 437
Nettovermögen (100%) 353 312
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen 86 64
Firmenwert 242 242
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 328 306
Umsatzerlöse 1.043 520
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%) 91 115
Sonstiges Ergebnis (100%) 0 0
Gesamtergebnis (100%) 91 115
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen 26 28
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis 0 0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis 26 28

Insgesamt wurden von den Jahresergebnissen der nach der Equity Methode bilanzierten Anteile ein anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 268 (2022: TEUR 275) erfasst. Im Berichtsjahr kam es zu nicht angesetzten anteiligen Verlusten in Höhe von TEUR 15 (2022: TEUR 0) bei AMANTEA Ltd., da diese Beteiligung bereits bei der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss im Jahr 2022 einen Beteiligungsansatz von 0 aufwies.

19. Vorräte

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 19.405 15.407
Unfertige Erzeugnisse 770 948
Fertige Erzeugnisse 1.918 2.277
Waren 3.145 2.370
Geleistete Anzahlungen 1.390 724
26.628 21.726

Der Anstieg der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei elektronischen Bauteilen um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungs-verpflichtungen nachkommen zu können. Die unfertigen Erzeugnisse betreffen hauptsächlich zum Stichtag noch in Bearbeitung befindliche Baugruppen.

Bei den fertigen Erzeugnissen handelt es sich um Baugruppen, welche Bestandteile von Gesamtlösungen für Kunden sind und nur in Ausnahmefällen als einziger Bestandteil eines Vertrags mit einem Kunden fakturiert werden. Der Bestand resultiert aus der Optimierung von Fertigungslosen (günstigere Stückkosten aufgrund eines großen Fertigungsloses) und Einkaufslosen sowie der Führung eines Sicherheitsbestands für Wartungsverpflichtungen. Unter den Waren sind Vermögenswerte ausgewiesen, welche überwiegend in zukünftigen Kundenprojekten verwendet werden.

Die Wertminderung der Vorräte betrug im Geschäftsjahr TEUR 634 (2022: TEUR 346). Wertaufholungen wurden in Höhe von TEUR 35 (2022: TEUR 445) vorgenommen.

20. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2023 TEUR 2022 TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 82.129 78.322
Einzelwertberichtigungen -729 -931
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 -374 -403
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3 2
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 81.029 76.990

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2023 betreffen TEUR 766 die neu erworbenen Gesellschaften. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind langfristige Posten in Höhe von TEUR 365 (31.12.2022: TEUR 729) enthalten, welche aber aufgrund der Regelung des IAS 1.68 als kurzfristig auszuweisen sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 Tagen. Da es sich bei den Kunden der Frequentis-Gruppe großteils um Behörden, staatsnahe Betriebe und bei den Generalunternehmern meist um internationale Großunternehmen handelt, ist das Forderungsausfallsrisiko als gering einzustufen. Ein Teil des Risikomanagements bei der Frequentis-Gruppe ist es, Geschäftsbeziehungen nur mit als kreditwürdig eingestuften Dritten einzugehen. Kunden werden systematisch hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit bewertet und nur bei Vorliegen entsprechender Bonität beliefert bzw. werden identifizierte Risiken mit adäquaten Maßnahmen adressiert. Wird im Zuge der Angebotslegung doch ein höheres Risiko identifiziert, so dienen Anzahlungen des Kunden oder Absicherungen mittels Akkreditiv zur Reduzierung des Ausfallsrisikos. Allen erkennbaren und erwarteten Risiken wird durch angemessene Wertberichtigung der Forderungen Rechnung getragen. Bei konkreten Ausfällen werden die Forderungen ausgebucht. Die Frequentis-Gruppe verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die ECLs von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bewerten. Die Verlustquoten werden anhand einer „Roll-Rate"-Methode berechnet, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung die aufeinanderfolgenden Stufen der Überfälligkeit bis zur Ausbuchung durchläuft. Die Rollraten werden für alle Forderungen insgesamt durchgeführt. Die Verlustquoten basieren auf den tatsächlichen Zahlungs- und Kreditausfallserfahrungen der letzten zehn Jahre.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

2023 TEUR 2022 TEUR
Stand 31. Dezember des Vorjahres 1.334 1.548
Währungsdifferenzen -3 -14
Veränderung Wertberichtigung gemäß IFRS 9 -28 -1
Zuführung 481 293
Verbrauch -9 -195
Auflösung -672 -297
Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres 1.103 1.334

Zum 31. Dezember 2023 stellt sich die Loss Rate der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen folgendermaßen dar:

Gewichtete durchschnittliche Loss Rate 2023 Gewichtete durchschnittliche Loss Rate 2022 2023 TEUR 2022 TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 81.026 76.988
Davon: weder überfällig noch wertgemindert 0,03% 0,05% 63.709 54.574
Davon: überfällig, aber nicht wertgemindert:
bis zu 30 Tage 0,06% 0,16% 11.128 17.170
30 bis 60 Tage 0,50% 0,70% 2.797 2.187
60 bis 90 Tage 1,32% 0,61% 629 999
90 bis 180 Tage 2,81% 4,29% 868 827
180 bis 210 Tage 1,94% 7,24% 912 93
> 210 Tage 20,20% 19,33% 983 1.138

Aus Wesentlichkeitsgründen werden die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 3 (2022: TEUR 2) bei der Berechnung der Altersstruktur nicht berücksichtigt.# Erläuterungen zur Bilanz

Aus den Erfahrungen des Konzerns mit öffentlichen Auftraggebern sind Abweichungen im Zahlungsverhalten vom Fälligkeitsdatum häufig zu beobachten und regelmäßig auf behördeninterne Freigabeprozesse bzw. behördeninterne Budgetzuweisungen (vor allem um den Jahreswechsel) zurückzuführen. Die Vergangenheit zeigt, dass derartige Zahlungsverzögerungen allein noch keinen Hinweis auf erhöhtes Ausfallsrisiko liefern. Da die Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor oder internationalen Großkonzernen angehören, kam es im Berichtsjahr zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen. Die Frequentis-Gruppe geht aufgrund der Kundenstruktur von keinem erhöhten Forderungsausfallsrisiko aus. Da aber im Jahr 2024 und den Folgejahren mit erhöhten Insolvenzen zu rechnen ist, hat die Frequentis-Gruppe einen Skalarfaktor von 1,5 festgelegt und bei der Berechnung der Wertberichtigung nach IFRS 9 berücksichtigt. Dieser spiegelt die tatsächlichen und prognostizierten Insolvenzquoten aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine Kriegs wider.

21. Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden, brutto 98.154 85.364
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 -19 -19
Summe Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden 98.135 85.345
Erhaltene Anzahlungen -36.863 -34.870
Gesamt 61.272 50.475

Die Vertragsvermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus bereits vom Unternehmen erbrachten aber noch nicht abgerechneten Leistungen. Die Vertragsvermögenswerte werden zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn der Zahlungsanspruch unbedingt ist. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn der Konzern die Leistungen erbracht hat und diese verrechnet.

Von den zum 01.01. erfassten Vertragsvermögenswerten in Höhe von TEUR 50.475 (2022: TEUR 38.353) ist ein Betrag in Höhe von TEUR 43.085 (2022: TEUR 32.055) in der Berichtsperiode zur Abrechnung gelangt. Von den Vertragsvermögenswerten zum 31.12. in Höhe von TEUR 61.272 (2022: TEUR 50.475) wird auf Basis der erwarteten Projektfortschritte und vertraglichen Regelungen plangemäß ein Anteil von TEUR 49.143 (2022: TEUR 41.161) im Folgejahr zur Verrechnung an die Kunden gelangen. Vertragsvermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 12.129 (2022: TEUR 9.314) werden voraussichtlich erst danach zur Abrechnung gelangen.

Da die Realisierung der Vertragsvermögenswerte innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft. Hinsichtlich der aktivierten Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden wird von keinen relevanten Ausfallsrisiken ausgegangen. Die Wertberichtigung der Vertragsvermögenswerte betrug im Berichtsjahr TEUR 19 (2022: TEUR 19). Gerade bei Aufträgen, bei denen der Konzern in Vorleistung geht, wird die Bonität der Vertragspartner sorgsam überprüft. Diese Aufträge betreffen vor allem Leistungen für Behörden bzw. internationale Großunternehmen.

Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Veränderung der noch anfallenden Auftragskosten um -10% eine Erhöhung der Vertragsvermögenswerte um TEUR 9.037 (2022: TEUR 6.516) und bei einer Veränderung der noch anfallenden Auftragskosten um +10% eine Reduktion der Vertragsvermögenswerte um TEUR 6.375 (2022: TEUR 5.966) ergeben.

22. Vertragskosten

Bei der Frequentis-Gruppe betrafen die Vertragskosten vor allem Verkaufsprovisionen. Diese Vertragskosten wurden aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert. Die aktivierten Vertragskosten entwickelten sich wie folgt:

2023 TEUR 2022 TEUR
Stand 01.01. 4.024 3.711
im Berichtsjahr aktivierte Vertragskosten 1.368 3.480
im Berichtsjahr erfolgswirksam erfasste Amortisation -2.984 -3.146
erfasste Wertminderungen -14 -21
Stand 31.12. 2.394 4.024

Es wird erwartet, dass von den Vertragskosten TEUR 1.664 (2022: TEUR 3.148) innerhalb der nächsten 12 Monate amortisiert werden. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.

Der Konzern wendet den praktischen Behelf an, Vertragskosten nicht zu aktivieren, wenn der Abschreibungszeitraum kürzer als ein Jahr ist. Der Aufwand aus der Amortisation der aktivierten Vertragskosten ist in der Position Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten.

23. Sonstige Vermögenswerte

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Pensionsrückdeckungsversicherung 454 610
Beteiligungen 22 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 220 275
Finanzielle sonstige langfristige Vermögenswerte 696 885
Forderungen aus Fördererlösen 1.925 1.860
Positive Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung 728 661
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 604 238
Finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3.257 2.759
Rechnungsabgrenzungen 7.293 5.869
Forderungen aufgrund Forschungsprämien 5.896 3.569
Forderungen gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen Einkommensteuern) 1.691 1.508
Forderungen aufgrund Investitionsprämie 0 152
Sonstige Vermögenswerte 322 262
Nicht finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte 15.202 11.360

24. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 86.998 94.198
Wertberichtigungen -12.818 -12.818
Gesamt 74.180 81.380

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Veranlagungen und Guthaben bei Kreditinstituten, die alle kurzfristig sind und eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten haben. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Sämtliche Bestandteile der liquiden Mittel stehen zur freien Verfügung des Konzerns.

Die Wertberichtigungen betreffen zur Gänze ein täglich fälliges Guthaben bei der Commerzialbank Mattersburg, welche 2020 bis auf den von der gesetzlichen Einlagensicherung erfassten und bezahlten Betrag von TEUR 100 wertberichtigt werden musste. Gemäß IFRS 9 und basierend auf einem Expected-Credit-Loss-Modell (ECL-Modell) wurde eine Risikovorsorge auf Basis der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Erwartungen potenzieller Ausfälle bei der Veranlagung berechnet. Für die Bankguthaben, außer bei der Commerzialbank Mattersburg, ergab sich aufgrund des guten Ratings und der Kurzfristigkeit der Guthaben (täglich fällig) kein Wertminderungsbedarf.

Von den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten inklusive Termingelder von TEUR 84.680 zum 31. Dezember 2023 waren mehr als zwei Drittel auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Rund ein Drittel lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.

25. Grundkapital und einbehaltene Gewinne

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 1. Juni 2023 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 31. Mai 2028 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 6,64 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6,64 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär:innen ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital).

Eigene Aktien

In der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019 wurde der Vorstand gemäß § 65 Abs. 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 19. September 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb auch auf eine andere Art und Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien
a) zur Ausgabe an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long Term Incentive Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,
b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,
c) als Gegenleistung beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- oder Ausland, und
d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden, und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionär:innen auszuschließen, wobei die Ermächtigung ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden kann.

In der ordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 2. Juni 2022 wurde der Vorstand während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 65 Abs. 1 Ziffer 4 und 8 AktG sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals, auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der Aktionär:innen, die mit einem solchen Erwerb einhergehen kann, ermächtigt. Des Weiteren wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen.# Im Mai 2022 und im Mai 2023 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 und LTIP 2020 Ziele 6.590 (LTIP 2019) und 7.925 (LTIP 2020) Stück an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionär:innen der Gesellschaft auszuschließen.

Erläuterungen zur Bilanz

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Der Vorstand der Frequentis AG hat am 17. August 2023 beschlossen, ein Aktienrückerwerbs-programm gemäß § 65 Abs. 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 17.500 Stück eigene Anteile mit einem Gesamtwert von TEUR 520 (inkl. Nebenkosten) zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 13. November 2023 beendet. Mit 31. Dezember 2023 verfügt die Frequentis AG über 18.485 (31. Dezember 2022: 8.910) eigene Anteile. Das entspricht einem Anteil von 0,1392% am Grundkapital. Die Anzahl der insgesamt ausgegebenen Aktien betrug 13.280.000 (2022: 13.280.000). Die Aktionärsstruktur der Frequentis AG per Ende 2023 war wie folgt: Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den Streubesitz. Diese Aktionärsstruktur ist gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. Die Veränderung des Eigenkapitals kann aus der Aufstellung der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals entnommen werden.

Dividende

Der im Einzelabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2023 bzw. 2022 ausgewiesene Jahresüberschuss beträgt TEUR 16.601 (31.12.2022: TEUR 18.953); der Bilanzgewinn beläuft sich auf TEUR 75.552 (31.12.2022: TEUR 62.361). In der Hauptversammlung der Frequentis AG vom 1. Juni 2023 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende von EUR 0,22 je gewinnberechtigter Stückaktie auszuschütten. Die Auszahlung der Dividende erfolgte abzüglich der gesetzlichen Kapitalertragsteuer von 27,5% im Juni 2023. Im Jahr 2023 wurde für das Geschäftsjahr 2022 auf die ausgegebenen Aktien eine Dividende in Höhe von TEUR 2.921 (oder 0,22 je Aktie) ausgezahlt (2022 für das Jahr 2021: TEUR 2.654 oder 0,20 je Aktie).

26. Rücklagen

In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen und Erträge sowie die darauf entfallende Steuerbelastung der im sonstigen Ergebnis erfassten Posten dargestellt:

Position Wert vor Ertragsteuern 2023 TEUR Ertragsteuern 2023 TEUR Wert nach Ertragsteuern 2023 TEUR Wert vor Ertragsteuern 2022 TEUR Ertragsteuern 2022 TEUR Wert nach Ertragsteuern 2022 TEUR
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung -484 0 -484 284 0 284
Bewertung von Cash Flow Hedges 164 -39 125 297 -76 221
Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus Leistungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses -1.357 322 -1.035 4.020 -1.176 2.844
Nach der Equity Methode bilanzierte Beteiligungen – Anteil am sonstigen Ergebnis -2 0 -2 4 0 4
Gesamt -1.396 3.353 - - - -

27. Aktienbasierte Vergütung

Die Frequentis AG hat 2020, 2021, 2022 und 2023 jeweils einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2020, LTIP 2021, LTIP 2022 und LTIP 2023) mit dem Vorstandsvorsitzenden Norbert Haslacher abgeschlossen. Die Bewertung dieser anteilsbasierten Vergütungen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung. Der Aufwand wird über die erforderliche Reifefrist verteilt. Da in den Verträgen festgelegt ist, dass die im Rahmen des LTIP zugeteilten Aktien nicht in bar abgegolten werden, sind die anteilsbasierten Vergütungen im Eigenkapital in einem Sonderposten ausgewiesen. Der Teilnehmer des Plans muss kein Eigeninvestment in Frequentis-Aktien tätigen. Ab dem Tag der Zuteilung kann der Begünstigte pro Kalenderjahr maximal ein Drittel der unter den LTIPs erworbenen Aktien veräußern. In jedem Fall aber wird der Begünstigte nur eine solche Anzahl der im Rahmen der bestehenden LTIPs bzw. allfälliger späterer Long Term Incentive Plänen erworbenen Aktien veräußern, dass er zu jeder Zeit mindestens 7.000 Stück unter einem Long Term Incentive Plan erworbene Aktien der Gesellschaft hält („Mindestbestand"). Als Leistungszeitraum für das Erreichen der Ziele wurden drei Jahre festgelegt. Die Zielwerte für die Schlüsselindikatoren wurden vom Aufsichtsrat festgelegt. Am Anspruchstag (frühestens drei Jahre nach der Gewährung) werden bei voller Zielerreichung maximal 17.000 Aktien für den LTIP 2020 und LTIP 2021 und maximal 18.000 Aktien für den LTIP 2022 und LTIP 2023 (brutto – vor Abzug von Steuern und Gebühren), maximal aber 200% des jährlichen Bruttogrundgehalts in Form von Aktien zugeteilt. Die Abgeltung erfolgt durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrags in das entsprechende Wertpapierdepot. Der Anspruch auf die maximale Anzahl von Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien.

Für die Zuteilung von Aktien der Gesellschaft sind Ziele zu erfüllen, wobei die Zielerreichung für alle gewährten LTIPs über den Leistungszeitraum von drei Jahren gemessen wird. Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Bedingungen der im laufenden Geschäftsjahr gewährten anteilsbasierten Vergütungen zusammen (LTIP 2020 wurde im Berichtsjahr beendet):

LTIP 2023 LTIP 2022 LTIP 2021 LTIP 2020
Programmbeginn 01.01.2023 01.01.2022 01.01.2021 01.01.2020
Zeitpunkt Genehmigung Hauptversammlung 01.06.2023 02.06.2022 20.05.2021 14.05.2020
Zeitpunkt der Gewährung 01.06.2023 02.06.2022 15.06.2021 14.05.2020
Ende Erdienungszeitraum 31.12.2025 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2022
Anspruchstag 30.04.2026 30.04.2025 30.04.2024 30.04.2023
Erwartete Zielerreichung 86,5% 67% 119% 100%
Erwartete Aktien 15.570 12.060 17.000 17.000
Maximale Aktien 18.000 18.000 17.000 17.000
Zugeteilte Bonusaktien keine keine keine keine

Die vereinbarten Ziele werden an folgenden Kennzahlen gemessen:

LTIP 2023 LTIP 2022 LTIP 2021 LTIP 2020
Total Shareholder Return (TSR) Total Shareholder Return (TSR) Total Shareholder Return (TSR) Total Shareholder Return (TSR)
Auftragsstand / book-to-bill ratio Umsatzwachstum Betriebsleistungs-steigerung durch Key Accounts Auftragsstand
Auftragseingang ausgewählter Konzerngesellschaften Auftragseingang
Ertragssteigerung Ertragssteigerung
Wachstum über New Business Development Wachstum über New Business Development
Wachstum in den Regionen Wachstum in den Regionen
Betriebsleistungswachstum im Segment Public Safety & Transport Betriebsleistungswachstum im Segment Public Safety & Transport
Mitarbeiter:innenzufriedenheit Mitarbeiter:innenzufriedenheit
Wachstum über Akquisitionen Wachstum über Akquisitionen
Abhaltung von Trainee Programmen im Bereich Sales, Projektmanagement und/oder Systemengineering Abhaltung von Trainee Programmen im Bereich Sales, Projektmanagement und/oder Systemengineering

Im Mai 2023 wurden die Ziele unter dem LTIP 2020 über den Leistungszeitraum vom 1. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2022 evaluiert und festgestellt, dass diese zu 100% erreicht wurden und dem Vorstandsvorsitzenden daher 17.000 Stück (Brutto Stückzahl vor Steuern) an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen sind. Unter Berücksichtigung der einzubehaltenden Steuer kam es in diesem Zusammenhang zu einer Übertragung von 7.925 Stück eigene Aktien. Für den zukünftig erwarteten Aufwand der LTIPs besteht zum Bilanzstichtag für den bereits erdienten Anteil eine Erfassung im Eigenkapital, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten am Gewährungstag errechnet wurde. Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus den LTIP-Verpflichtungen errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten Zielerreichungsgrad. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurden im Berichtsjahr für die LTIPs TEUR 389 (2022: TEUR 427) inklusive Lohnnebenkosten im Personalaufwand und im Eigenkapital erfasst. Für die LTIPs wurde davon ausgegangen, dass sowohl die marktorientierten Ziele als auch die nicht marktorientierten Ziele erfüllt sein werden, weshalb der Effekt der marktorientierten Ziele im Rahmen der Ermittlung des Erwartungswerts des Zielerreichungsgrads und nicht im Zeitwert der Aktien zu berücksichtigen ist.

28. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile betreffen folgende Tochtergesellschaften:

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
AIRNAV Technology Services Inc., Iloilo 63 -
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, Freiburg -156 132
ELARA Leitstellentechnik GmbH, Aachen 0 0
FRAFOS GmbH, Berlin 262 -
FRAFOS CZ s.r.o., Prag 6 -
Frequentis DFS Aerosense GmbH, Wien 162 135
Regola S.r.l., Turin 0 0
Secure Service Provision GmbH, Leipzig - 472
Systems Interface Ltd., Bordon 0 -432
team Technology Management GmbH, Wien 1.599 1.766
TEAM Technology Management GmbH, Gräfelfing 221 151
Gesamt 2.157 2.224

Aufgrund einer vorhandenen Put Option für die nicht beherrschenden Gesellschafter der ELARA Leitstellentechnik GmbH, der FRAFOS GmbH, der Regola S.r.l. und der Systems Interface Ltd. wird der entsprechende Anteil in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Bei der team Technology Management GmbH kam es im Berichtsjahr zu einer anteiligen Ausschüttung von TEUR 735 an die Gesellschafter von nicht beherrschenden Anteilen, bei der Secure Service Provision GmbH betrug diese TEUR 61 und bei der ELARA Leitstellentechnik betrug diese TEUR 407.

Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Bilanz vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie den Buchwert der wesentlichen nicht beherrschenden Anteile (Werte vor konzerninternen Eliminierungen in TEUR):

Angaben zur Bilanz zum 31.12.2023

Langfristige Vermögenswerte*) Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Netto- vermögen Buchwert nicht beherrschende Anteile
AIRNAV Technology Services Inc.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Angaben zur Bilanz zum 31.12.2022

Unternehmen Langfristige Vermögenswerte*) Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Netto- vermögen Buchwert nicht beherrschende Anteile
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 385 1.106 179 1.043 269 132
ELARA Leitstellentechnik GmbH 393 1.410 142 498 1.163 0
Frequentis DFS Aerosense GmbH 4 3.628 2 3.181 449 135
Regola S.r.l. 3.344 3.853 1.484 1.837 3.876 0
Secure Service Provision GmbH 194 2.407 85 155 2.361 472
Systems Interface Ltd. 34 1.835 1.317 1.434 -882 -432
team Technology Management GmbH 979 5.033 728 1.576 3.707 1.766
TEAM Technology Management GmbH 12 491 1 298 204 151
2.224

*) exklusive Geschäfts- und Firmenwerte

Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Gesamtergebnisrechnung vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen (in TEUR): Werte vor konzerninternen Eliminierungen den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Ergebnisbeiträge

2023

Betriebs‑ leistung Perioden- ergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis Periodenergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis
AIRNAV Technology Services Inc.*) 858 33 0 33 12 -2 10
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 2.360 -587 0 -587 -288 0 -288
ELARA Leitstellentechnik GmbH 5.177 919 0 919 450 0 450
FRAFOS GmbH, Berlin*) 2.062 391 0 391 91 0 91
FRAFOS CZ s.r.o., Prag*) 346 7 0 7 2 0 2
Frequentis DFS Aerosense GmbH 4.142 92 0 92 28 0 28
Regola S.r.l. 5.374 281 -53 228 138 -26 112
Secure Service Provision GmbH**) 1.952 401 0 401 80 0 80
Systems Interface Ltd. 5.558 846 0 846 414 -9 405
team Technology Management GmbH 10.798 1.158 1 1.159 567 0 567
TEAM Technology Management GmbH 2.300 94 0 94 70 0 70
Gesamt 1.564 - 37 1.527

*) anteilige Werte ab 20. Februar 2023 (AIRNAV) bzw. 3. April 2023 (FRAFOS und FRAFOS CZ)
**) anteilige Werte bis 2. Juli 2023

2022

Betriebs- leistung Perioden- ergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis Periodenergebnis Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH 1.265 -3.253 0 -3.253 -1.594 0 -1.594
ELARA Leitstellentechnik GmbH 4.274 831 0 831 407 0 407
Frequentis DFS Aerosense GmbH 5.737 133 0 133 40 0 40
Regola S.r.l. 10.115 712 162 874 349 79 428
Secure Service Provision GmbH 3.362 614 0 614 123 0 123
Systems Interface Ltd. 4.207 295 0 295 144 27 171
team Technology Management GmbH 9.924 1.130 16 1.146 554 8 562
TEAM Technology Management GmbH 1.148 178 0 178 132 0 132
Gesamt 155 114 269

29. Langfristige Rückstellungen

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Rückstellungen für Abfertigungen 16.609 14.529
Rückstellungen für Pensionen 4.599 4.356
Aufrechnung Deckungskapital Pensionsversicherung -2.645 -2.365
1.954 1.991
Rückstellungen für Jubiläumsgeld 295 302
Sonstige Rückstellungen 807 441
Summe langfristige Rückstellungen 19.665 17.263

Aufgrund der Verpfändung der Lebensversicherungen zur Deckung der Pensionsrückstellungen wurden die entsprechenden Deckungskapitalien mit den Pensionsrückstellungen verrechnet.

Rückstellungen für Abfertigungen

Diese Position umfasst hauptsächlich gesetzliche und kollektivvertragliche Ansprüche von Mitarbeiter:innen in Österreich auf einmalige Abfertigungszahlungen. Diese können aufgrund Arbeitgeberkündigung, einvernehmlicher Lösung des Dienstverhältnisses sowie Pensionierung oder Tod der oder des Arbeitnehmer:ins entstehen. Die Höhe der Abfertigung bemisst sich nach der Anzahl der im Unternehmen geleisteten Dienstjahre und des zum Zeitpunkt des Ausscheidens gültigen Bezuges. Die entsprechenden Abfertigungszahlungen werden in den Jahren 2024 bis 2047 schlagend werden.

Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Abfertigungen wurde unter Anwendung nachfolgender Faktoren vorgenommen:

2023 2022
Zinssatz 3,5% 4,14%
Lohn- und Gehaltstrend 4,6% 4,6%
Durchschnittliche Laufzeit der Leistungsorientierten Verpflichtung 9,41 Jahre 9,88 Jahre

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand der Abfertigungsverpflichtungen:

2023 TEUR 2022 TEUR
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 01.01. = Rückstellung 01.01. 14.529 16.110
Währungsdifferenzen -2 3
Zugang aus Erwerb von Unternehmen 0 816
Dienstzeitaufwand (CSC) 689 839
Zinsaufwand (IC) 587 173
Tatsächliche Auszahlungen -301 -659
Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-) 1.107 -2.753
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 31.12. = Rückstellung 31.12. 16.609 14.529

Die Abfertigungsrückstellung betrifft hauptsächlich Mitarbeiter:innen österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, da mit 1. Jänner 2003 aufgrund einer Gesetzesänderung generell in Österreich von einer leistungs-orientierten Abfertigung auf eine beitragsorientierte Abfertigung umgestellt wurde. Diese neue Regelung gilt somit für Mitarbeiter:innen, die nach dem 31. Dezember 2002 ein neues Dienstverhältnis begonnen haben. Für diese Mitarbeiter:innen wird vom Unternehmen ein monatlicher Betrag an eine externe Mitarbeitervorsorgekasse geleistet, welche die Auszahlung der Abfertigung zu gewährleisten hat, sodass seitens des Konzerns keine Abfertigungsverpflichtungen entstehen. Die diesbezüglichen Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 1.134 (2022: TEUR 1.018). Zusätzlich kam es im Berichtsjahr zu freiwilligen Abfertigungen in Höhe von TEUR 87 (2022: TEUR 185).

Die im Sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste von Abfertigungsrückstellungen gliedern sich wie folgt auf:

2023 TEUR 2022 TEUR
Änderungen von demografischen Annahmen 5 0
Änderungen von finanziellen Annahmen 914 -2.990
Sonstige Änderungen 188 237
Gesamt 1.107 -2.753

Bei den Abfertigungsansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation und den Gehaltssteigerungen. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz Gehaltssteigerung DBO 31.12.2023 TEUR
3,5% 5,1% 17.334
3,35% 4,6% 16.833
3,5% 4,6% 16.609
3,65% 4,6% 16.389
3,5% 4,1% 15.923
Zinssatz Gehaltssteigerung DBO 31.12.2022 TEUR
4,14% 5,1% 15.195
3,99% 4,6% 14.734
4,14% 4,6% 14.529
4,29% 4,6% 14.328
4,14% 4,1% 13.901

Rückstellungen für Pensionen

Grundsätzlich werden Pensionsleistungen für Mitarbeiter:innen durch die staatlichen Sozialversicherungsträger erbracht. Der Konzern ist gesetzlich verpflichtet, Beiträge für Pensionen und Gesundheitsvorsorge für aktive Mitarbeiter:innen zu leisten. Zusätzlich bestehen die nachfolgend erläuterten leistungsorientierten Verpflichtungen. Bei den Pensionsverpflichtungen handelt es sich um leistungsorientierte Ansprüche aus Einzelzusagen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern und zwei ehemaligen Mitgliedern des Vorstands der Frequentis AG. Die Begünstigten erhalten eine lebenslange monatliche Alterspension bzw. Hinterbliebenenpension, die aus den Beiträgen in eine Rückdeckungsversicherung resultieren. Zusätzlich gibt es bei der Frequentis Orthogon GmbH leistungsorientierte Ansprüche aus Einzelzusagen gegenüber 4 Mitarbeiter:innen. Die Begünstigten erhalten eine lebenslange fixe Alterspension, welche nur zu einem Teil durch eine Rückdeckungsversicherung gedeckt ist. Das angesetzte Planvermögen besteht aus Rückdeckungsversicherungen der Frequentis AG, die an die anspruchsberechtigten Personen verpfändet sind. Da die Rückdeckungsversicherungen der Frequentis Orthogon GmbH nicht an die anspruchsberechtigten Personen verpfändet sind, wird diese als sonstiger langfristige finanzielle Vermögenswert in der Bilanz ausgewiesen.

Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Pensionen wurde unter Anwendung nachfolgender Faktoren vorgenommen:

2023 2022
Zinssatz 3,6% 4,2%
Pensionsalter 60/65 Jahre 60/65 Jahre
Durchschnittliche Laufzeit der Leistungsorientierten Verpflichtung 12,13 Jahre 11,75 Jahre

Entwicklung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens:

2023 TEUR 2022 TEUR
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 01.01. 4.356 6.046
Planvermögen zu Marktwerten -2.365 -3.427
+ Rückstellung/-Guthaben 01.01. 1.991 2.619
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.01. 4.356 6.046
Dienstzeitaufwand 123 228
Zinsaufwand 179 78
Pensionszahlungen -387 -137
Erfasste versicherungsmathematische Verluste (+)/Gewinne (-) 328 -1.859
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 31.12. 4.599 4.356
Planvermögen zu Marktwerten 01.01. 2.365 3.427
Umgliederung 0 -573
Ertrag Planvermögen 126 37
Geleistete Zahlungen 200 175
Erhaltene Zahlungen aus dem Planvermögen -124 -108
Erfasste versicherungsmathematische Verluste (-)/Gewinne (+) -57 43
Anpassungen für Beschränkungen auf dem Nettovermögenswert 135 -636
Planvermögen zu Marktwerten 31.12. 2.645 2.365
Rückstellung am 31.12.
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 4.599 4.356
Planvermögen zu Marktwerten -2.645 -2.365
+ Rückstellung/-Guthaben 31.12. 1.954 1.991
2023 TEUR 2022 TEUR
Änderungen von demografischen Annahmen 0 0
Änderungen von finanziellen Annahmen 349 -1.858
Sonstige Änderungen -21 -1
Sonstige Änderungen Planvermögen 57 -43
Gesamt 385 -1.902

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zur Bilanz 91

Für die Frequentis-Gruppe liegt das Risiko bei den Pensionsansprüchen im Wesentlichen in der Entwicklung der Lebenserwartung und Inflation, da es sich bei den Leistungen aus Pensionen um lebenslange Rentenleistungen handelt. Das bei der Frequentis-Gruppe verbleibendende Risiko liegt darin, dass die Entwicklung des Planvermögens nicht die geplante Mindestverzinsung oder den Kapitalerhalt abdeckt. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz DBO 31.12.2023

Zinssatz DBO TEUR
3,45% 4.693
3,6% 4.599
3,75% 4.314

Zinssatz DBO 31.12.2022

Zinssatz DBO TEUR
4,05% 4.445
4,20% 4.356
4,35% 4.269

Rückstellungen für Jubiläumsgeld

Die Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen betrifft langfristige Ansprüche von Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern der Frequentis Comsoft GmbH aufgrund von betrieblicher Übung. Mitarbeiter:innen wird bei Erreichen einer bestimmten Unternehmenszugehörigkeit eine einmalige Prämie zwischen TEUR 1 und TEUR 3 gewährt. Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Jubiläumsgeld wurde unter Anwendung eines Zinssatzes von 3,5% (2022: 4,14%) und einer durchschnittlichen Laufzeit von 6,7 Jahren (2022: 7,2 Jahren) vorgenommen.

2023 TEUR 2022 TEUR
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO) entspricht der Rückstellung 01.01. 302 389
Dienstzeitaufwand (CSC) 30 41
Zinsenaufwand (IC) 11 4
Tatsächliche Auszahlungen -49 -47
Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-) 1 -85
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO) am 31.12. = Rückstellung 31.12. 295 302

Bei den Jubiläumsgeldansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation.

92 Erläuterungen zur Bilanz Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz DBO 31.12.2023

Zinssatz DBO TEUR
3,35% 298
3,5% 295
3,65% 292

Zinssatz DBO 31.12.2022

Zinssatz DBO TEUR
3,99% 305
4,14% 302
4,29% 300

Sonstige langfristige Rückstellungen

Die sonstigen langfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Stand 31.12.2022 TEUR Währungs-differenz TEUR Aufzinsung TEUR Verbrauch TEUR Auflösung TEUR Dotierung TEUR Umgliederung TEUR Verbindlichkeiten TEUR Stand 31.12.2023 TEUR
Vorsorgen für dienstzeitabhängige Urlaubsrückstellungen 103 -3 4 -7 -21 9 0 0 85
Rückstellung für Projekte 211 0 -21 0 0 429 0 0 619
Sonstige 127 -1 -1 -55 0 30 0 0 102
Gesamt 441 -4 -16 -62 -21 468 0 0 807

Für zwei im Ausland ansässige Tochtergesellschaften wird eine langfristige Urlaubsrückstellung aufgrund eines zusätzlichen Urlaubsanspruchs abhängig von der Dienstzugehörigkeit gebildet. Die Abgrenzungen der kurzfristigen Urlaubsansprüche werden in den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Die Rückstellung für Projekte enthält Vorsorgen, die aufgrund des Übersteigens der künftigen Aufwendungen über die künftigen Erträge, zu bilden sind. Mit einer Inanspruchnahme in den nächsten zwölf Monaten ist nicht zu rechnen. Die Zinsen für die Vorsorgen für die dienstzeitabhängige Urlaubsrückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen, wohingegen die Zinsen für die Rückstellung für Projekte und die Sonstigen Rückstellungen im Zinsaufwand verbucht wurden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zur Bilanz 93

30. Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

In den Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden werden erhaltene Gegenleistungen ausgewiesen, wenn die Verpflichtungen Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen noch nicht erfüllt waren. Dies betrifft vor allem Vorauszahlungen, welche teilweise mittels Anzahlungsgarantie besichert sind. Zusätzlich werden Leistungen teilweise durch Bankgarantien abgesichert. Dingliche Besicherungen bestanden sowohl zu den Stichtagen als auch im Jahresverlauf nicht. Die Aufgliederung der Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden stellt sich wie folgt dar:

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Erhaltene Anzahlungen aus Kundenprojekten 86.504 80.029
Erhaltene Anzahlungen, welche mit Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden -33.411 -32.048
53.093 47.981
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten 9.422 13.382
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten, welche mit Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden -3.452 -2.822
5.970 10.560
Erlösabgrenzungen für Wartungsverträge 11.927 8.798
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete Kundenaufträge (kurzfristig) 939 691
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete Kundenaufträge (langfristig) 195 5
Summe Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden 72.124 68.035

In den Sonstigen Vertragsverbindlichkeiten sind vertragliche Ansprüche auf Anzahlungen enthalten. Von den Vertragsverbindlichkeiten haben TEUR 1.233 (2022: TEUR 3.018) eine Laufzeit von mehr als 12 Monaten. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.

94 Erläuterungen zur Bilanz Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

31. Sonstige Verbindlichkeiten

Die Sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile 10.818 3.262
Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung 1.502 0
Darlehen FFG (österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) 850 284
Darlehen von anderen Gesellschaftern 434 426
Sonstige Verbindlichkeiten 368 267
Summe langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 13.972 4.239
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit einem Operating Leasing Vertrag 2.625 0
Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile 1.244 2.786
Negative Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung 787 1.591
Verbindlichkeiten Earn-Out Zahlung 502 250
Darlehen von anderen Gesellschaftern 30 30
Sonstige Verbindlichkeiten 1.403 1.430
Summe kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6.591 6.087
Abgrenzungen für noch nicht konsumierte Urlaube 5.607 4.642
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen Einkommensteuern) 3.884 1.968
Erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit Förderungen 3.072 762
Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen 829 702
Abgrenzungen für Überstunden 716 635
Abgrenzungen für Beratungskosten 768 595
Sonstige Verbindlichkeiten 568 957
Summe kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 15.444 10.261

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten Earn-Out Zahlung, welche der Hierarchiestufe 3 zugeordnet sind, sind eine Komponente des vertraglich vereinbarten Kaufpreises der 2023 erworbenen FRAFOS GmbH sowie der Frequentis Recording AS. Bei der FRAFOS GmbH basiert die Earn-Out Zahlung auf den jeweiligen Jahresabschlüssen gemäß dHGB und ist abhängig vom Erreichen eines EBIT-Zieles. Bei der Frequentis Recording AS basiert die Earn-Out Zahlung auf der Anzahl der verkauften Recording-Lösungen. Zum Stichtag erfolgte eine neue Bewertung der Verpflichtung. Aufgrund der EBIT Steigerung im aktuellen Jahr und der erwarteten Steigerung in den Folgejahren, kam es bei FRAFOS GmbH zu einer Erhöhung der Verbindlichkeit von ursprünglich TEUR 752 auf TEUR 955, welche in der Position Sonstige Aufwendungen ausgewiesen wird. Bei Frequentis Recording kam es zu keiner Veränderung zu den zum Kaufzeitpunkt getroffenen Annahmen. Zusätzlich gibt es bei der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH noch eine weitere Vereinbarung bezüglich einer Earn-Out Zahlung, welche abhängig vom Erreichen eines EBIT-Zieles sowie des Net Cash/Debt zum 31. Dezember 2024 und der Abweichung vom Target Working Capital zum 31. Dezember 2024 ist. Aufgrund der schwierigen Auftragssituation und den vorhandenen Zahlen ist mit einer Zahlung nicht mehr zu rechnen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Erläuterungen zur Bilanz 95

Bei den langfristigen Verbindlichkeiten Put Option Nicht beherrschender Anteile handelt es sich um Optionen der Minderheitengesellschafter der Regola S.r.l., der ELARA Leitstellentechnik GmbH und der FRAFOS GmbH die von ihnen gehaltenen Geschäftsanteilen auf Frequentis zu übertragen. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, die Geschäftsanteile zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens im Jahr 2027 (bei Regola S.r.l. und FRAFOS GmbH) oder 2028 (bei ELARA Leitstellentechnik) ausgeübt werden. Bei der ELARA Leitstellentechnik GmbH kam es hier im Berichtsjahr zu einer vertragliche Anpassung, worin die Berechnung des Unternehmenswerts angepasst wurde und die erstmalig mögliche Ausübung auf Jänner 2028 verschoben wurde. Der Wert der Put Option entspricht dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanzverschuldung der Regola S.r.l. sowie der ELARA Leitstellentechnik GmbH und dem Unternehmenswerte abzüglich Nettofinanzverschuldung und Working Capital Abweichung der FRAFOS GmbH. Der Unternehmenswert wird im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt.32. Sonstige kurzfristige Rückstellungen

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Stand 31.12.2022 TEUR Währungsdifferenz TEUR Zugang aus Erwerb von Unternehmen TEUR Verbrauch TEUR Auflösung TEUR Dotierung TEUR Stand 31.12.2023
Prämien 11.207 -69 7 12.144 12.144
Rückstellung für Projekte 1.220 -13 1.207 1.503
Prozesskosten 1.027 182 845
Sonstige 1.460 -1 1 1.099 64 1.034
Summe 14.914 -83 8 13.633 64 14.681

Die Prämienrückstellung enthält die noch anfallenden Auszahlungen von Prämien und variablen Gehältern an Mitarbeiter:innen. Die Rückstellung für Projekte enthält Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind. Die Prozesskostenrückstellung betrifft die eingebrachte Klage im Zusammenhang mit der Commerzialbank Mattersburg. Es wird damit gerechnet, dass die kurzfristigen Rückstellungen auch tatsächlich im Geschäftsjahr 2024 zur Auszahlung kommen.

96 Sonstige Angaben Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Veränderung der Restkosten um -10% eine Reduktion der Rückstellung für Projekte um TEUR 983 (2022: TEUR 543) und bei einer Veränderung der Restkosten um +10% eine Erhöhung der Rückstellung für Projekte um TEUR 1.187 (2022: TEUR 582) ergeben.

Sonstige Angaben

  1. Konzernkapitalflussrechnung

In der Konzerngeldflussrechnung („Cash Flow-Statement“) werden die Zahlungsströme getrennt nach Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit erläutert. Der operative Cash Flow wird nach der indirekten Methode ermittelt. Das Ergebnis vor Steuern wird daher um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (vor allem Abschreibungen) und Erträge erhöht beziehungsweise vermindert. Unter Berücksichtigung der Veränderungen des Nettoumlaufvermögens ergibt sich der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit. Zahlungsströme aus Devisentermingeschäften werden im Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen.

Die Erhöhung des Cash Flows aus betrieblicher Tätigkeit von TEUR 14.223 auf TEUR 25.655 resultiert hauptsächlich aus dem Anstieg der Sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6.757 (2022: TEUR 239) sowie der Erhöhung des Nettogeldflusses aus dem Ergebnis von TEUR 43.606 auf TEUR 46.819.

Die Investitionstätigkeit umfasst hauptsächlich Ein- und Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Auszahlungen für Unternehmenserwerbe. In der Finanzierungstätigkeit sind Dividendenzahlungen, Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten und Leasingverbindlichkeiten enthalten.

Die Veränderung von Finanzverbindlichkeiten, deren Ein- und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden, stellt sich wie folgt dar:

Buchwert 01.01.2023 TEUR Zugang Konsolidierungskreis TEUR Wechselkursänderung TEUR Zahlungs-wirksamer Cash Flow TEUR Zugang IFRS 16 TEUR Abgang IFRS 16 TEUR Umgliederung Fristigkeiten TEUR Buchwert 31.12.2023
Langfristige Schulden 928 49 9 566 -119
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 30.763 -93 4.069 -5.552
Kurzfristige Schulden 199 18 -122 119
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 8.422 -52 -8.417 2.580 -17 5.552
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 40.312 67 -136 -7.973 6.649 -17 0

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023 Sonstige Angaben 97

Buchwert 01.01.2022 TEUR Zugang Konsolidierungskreis TEUR Wechselkursänderung TEUR Zahlungs-wirksamer Cash Flow TEUR Zugang IFRS 16 TEUR Abgang IFRS 16 TEUR Umgliederung Fristigkeiten TEUR Buchwert 31.12.2022
Langfristige Schulden 4.269 -26 -3.228 -87
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 29.785 175 80 5.834 -5.111
Kurzfristige Schulden 1.085 -973 87
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 7.794 65 31 -8.686 4.224 -117 5.111
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 42.933 240 85 -12.887 10.058 -117 0

Die Verbindlichkeiten Put Optionen Nicht beherrschende Anteile wurden in obiger Tabelle nicht aufgenommen, da es im Jahr 2023 und 2022 zu keiner zahlungswirksamen Veränderung gekommen ist.

Die Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stimmt mit dem Finanzmittelfonds gemäß Geldflussrechnung überein. Es handelt sich hierbei um Kassenbestände, Schecks und täglich fällige Bankguthaben, welche eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten haben.

  1. Finanzinstrumente

Überblick

Die Gesellschaft unterliegt hinsichtlich ihrer finanziellen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanter Transaktionen diversen Marktrisiken, die das Zins- und Währungsumrechnungsrisiko und das Kredit- und Liquiditätsrisiko beinhalten. Die Gesellschaft setzt derivative Sicherungsinstrumente im Währungsbereich ein. Risiken aus Währungsschwankungen werden dadurch begrenzt, dass Devisentermingeschäfte in der erforderlichen Menge in Abhängigkeit vom geplanten künftigen Bedarf abgeschlossen werden. Diese Grundsätze sind in den Treasury-Richtlinien festgehalten und wurden vom Management genehmigt.

Der Vorstand der Frequentis AG hat die Verantwortung für die Einrichtung des Risikomanagements der Gesellschaft sowie für die Aufsicht über das Risikomanagement. Er ist auch für die Entwicklung und laufende Kontrolle der Richtlinien zur Begrenzung von Risiken verantwortlich. Diese Richtlinien dienen der Identifikation und Analyse der Risiken, denen die Gesellschaft unterliegt, der Setzung von angemessenen Risikogrenzen und Einführung von Kontrollen sowie der laufenden Überwachung der Risiken und Einhaltung der Grenzen. Die Richtlinien und Abläufe des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um Änderungen der Marktbedingungen und Änderungen in den Aktivitäten der Gesellschaft abbilden zu können. Die Gesellschaft ist bestrebt, ein sowohl konstruktives als auch diszipliniertes Kontrollumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeiter:innen ihrer Rolle und Verantwortung bewusst sind.

Gemäß IFRS 9 weist die Frequentis-Gruppe alle Finanzaktiva und –passiva sowie Derivate in der Bilanz als Vermögenswerte und Schuldposten aus und bewertet sie zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten.

98 Sonstige Angaben Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass die Gesellschaft ihre finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen oder ihre Investitionen nicht realisieren kann. Die Zielsetzung des Risikomanagements der Gesellschaft ist, ausreichend Liquidität zu schaffen, um unter normalen wie auch angespannten Bedingungen fällige Verbindlichkeiten begleichen zu können. Des Weiteren sollen alle laut Liquiditätsplan notwendigen Maßnahmen zur Sicherung dieses Liquiditätsstands getroffen werden.

Das Liquiditätsrisiko wird durch die monatlich und jährlich kumulierte Differenz zwischen Ein- und Auszahlungen (dynamisches Liquiditätsrisiko) sowie durch die Struktur der Bilanz (strukturelles Liquiditätsrisiko) ausgedrückt. Mittels Liquiditätsplanung wird die Analyse des dynamischen Liquiditätsrisikos durchgeführt. Das monatliche Liquiditätserfordernis auf Basis der Liquiditätsplanung wird der vorhandenen Finanzierung oder den verfügbaren liquiden finanziellen Vermögenswerten gegenübergestellt. Die Differenz ist entweder fehlende Liquidität, welche noch finanziert werden muss, oder überschüssige Liquidität, welche gegebenenfalls investiert werden muss. Die Liquiditätsplanung bildet die Grundlage für Entscheidungen betreffend Strategie und Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität. Der Liquiditätsplan wird regelmäßig überprüft und entsprechende Veranlagungen werden in Auftrag gegeben.

Die Treasury Abteilung der Gesellschaft agiert als ein internes Finanzdienstleistungszentrum, indem es mögliche Synergien bei der Finanzierung der Tochtergesellschaften optimal nutzt. Das vorrangige Ziel dabei ist die kostengünstige Sicherstellung (Bereitstellung) von Liquidität. Dadurch wird die Steuerung kurzfristiger Finanzinvestitionen und Kredite zu optimalen Zinssätzen und einem minimalen Verwaltungsaufwand gewährleistet. Der operative Cash Flow schafft grundsätzlich die notwendige Liquidität. Die externen Quellen für etwaige notwendige Finanzierungen sind der Kapital- und Kreditmarkt. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Frequentis-Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Kreditlinien vorgehalten.

Sowohl für die Frequentis-Gruppe als auch für ihre Kunden ist ein funktionierendes Bankwesen von elementarer Bedeutung. Die Frequentis-Gruppe benötigt den Zugang zu Fremdkapital, um ihre Projektvorleistungen bis zur Abrechnung vorfinanzieren zu können. Die Finanz- und Liquiditätsposition wird daher laufend überwacht, kontrolliert und bewertet, um Liquiditätsrisiken entsprechend zu reduzieren.# Sonstige Angaben

Die Frequentis-Gruppe steuert Liquiditätsrisiken durch sorgfältige Steuerung und Planung des Liquiditätsbedarfs. Auf Basis von Cash Flow Prognosen werden adäquate Maßnahmen definiert und das Halten von angemessenen finanziellen Rücklagen für den Betriebsbedarf sichergestellt sowie Kreditlinien überprüft.

Fälligkeitsstruktur der finanziellen Verbindlichkeiten

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich. Die variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2023 bzw. zum 31. Dezember 2022 gültigen Zinssätze ermittelt. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Es wird nicht erwartet, dass die Cash Flows der in der Fälligkeitsanalyse enthaltenen Finanzverbindlichkeiten wesentlich früher oder zu wesentlich anderen Beträgen anfallen könnten.

2023 in TEUR

Buchwert Vertragliche Zahlungsströme unter 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren über 5 Jahre Gesamt
Bank und sonstige Finanzverbindlichkeiten 363 220 151 0 371
Leasingverbindlichkeiten 37.255 8.923 23.422 7.780 40.125
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.937 18.937 0 0 18.937
Sonstige Verbindlichkeiten 19.776 5.812 13.984 0 19.796
Nicht derivative Schulden 76.331 33.892 37.557 7.780 79.229
Derivative Finanzinstrumente 787 13.329 0 0 13.329
Derivative finanzielle Schulden 787 13.329 0 0 13.329
Gesamt 77.118 47.221 37.557 7.780 92.558

2022 in TEUR

Buchwert Vertragliche Zahlungsströme unter 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren über 5 Jahre Gesamt
Bank und sonstige Finanzverbindlichkeiten 417 216 212 0 428
Leasingverbindlichkeiten 39.185 9.063 22.914 9.971 41.948
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.258 16.258 0 0 16.258
Sonstige Verbindlichkeiten 8.735 4.496 4.241 0 8.738
Nicht derivative Schulden 64.595 30.033 27.367 9.971 67.372
Derivative Finanzinstrumente 1.591 21.305 0 0 21.305
Derivative finanzielle Schulden 1.591 21.305 0 0 21.305
Gesamt 66.186 51.338 27.367 9.971 88.676

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, wenn ein Kunde oder Vertragspartner eines Finanzinstruments seine vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Kreditrisiken bestehen hauptsächlich für Kundenforderungen (2023: TEUR 81.029; 2022: TEUR 76.990), Vertragsvermögenswerte (2023: TEUR 61.272; 2022: TEUR 50.475), sonstige finanzielle Vermögenswerte (2023: TEUR 3.953; 2022: TEUR 3.644), Termingelder (2023: TEUR 10.500; 2022: TEUR 10.000) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (2023: TEUR 74.180; 2022: TEUR 81.380). Die Kreditrisiken, ihre Entstehung sowie die Zielsetzungen, Richtlinien und Abläufe zur laufenden Überwachung der Risiken und auch die Methoden zur Bewertung der Kreditrisiken blieben im Geschäftsjahr unverändert.

Im Angebotsprozess ist festgelegt, dass jeder neue Kunde einzeln auf seine Kreditwürdigkeit hin analysiert wird, bevor die Standardzahlungs- und -lieferbedingungen des Konzerns angeboten werden. Die Prüfung umfasst externe Ratings, sofern vorhanden, Jahresabschlüsse und Informationen von Auskunfteien. Das Zahlungsausfallrisiko von Kunden wird durch verpflichtende Bonitätsprüfungen und durch Maßnahmen zur Besicherung von Zahlungen reduziert. Hinsichtlich der Ermittlung etwaiger Wertminderungen auf Basis des Expected Credit Loss Modells wird auf Kapitel 20 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Kapitel 21 Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden verwiesen. Die geschätzte Wertberichtigung auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurde auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegelt die Laufzeiten wider. Die Frequentis-Gruppe nimmt an, dass ihre Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf Grundlage der externen Ratings der Banken und Finanzinstitute ein geringes Ausfallrisiko aufweisen (mit Ausnahme der Commerzialbank Mattersburg, deren Saldo wertberichtigt wurde). Es besteht weder bei einzelnen Kreditunternehmen, Kunden, Vertragspartnern noch bei einzelnen Finanzinstrumenten eine wesentliche Konzentration oder ein wesentliches Kreditrisiko. Der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg im Geschäftsjahr 2020 wurde insofern Rechnung getragen, als das Kontrahentenrisikomanagement weiter ausgebaut wurde. Jede der definierten Kernbanken muss systemrelevant sein und für jede Bank wurde basierend auf dem Bankenrating ein Bankenlimit für das Gesamtengagement festgelegt.

Zinsrisiko

Die Gesellschaft trägt ein Zinsrisiko aufgrund von Schwankungen der Zinssätze auf dem Kapitalmarkt. Dementsprechend können Änderungen der Zinssätze zu Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts oder der künftigen Zahlungsströmen von finanziellen Vermögenswerten und Finanzverbindlichkeiten führen. Die in den Zahlungsmitteln ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 74.180 (31.12.2022: TEUR 81.380) sind zur Gänze variabel beziehungsweise nicht wesentlich verzinst. Eine Reduktion der Zinssätze würde zu keiner wesentlichen Veränderung führen, da für den größten Teil der Guthaben bei Kreditinstituten keine wesentlichen Zinsen gutgeschrieben wurden und eine Reduktion nicht automatisch zu Negativzinsen führen würde. Im Berichtsjahr wurden keine (2022: TEUR 147) Negativzinsen bezahlt (2022: TEUR 147 in den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen). Eine Erhöhung der Zinssätze um einen Prozentpunkt würde zu einem Anstieg der Zinserträge in Höhe von TEUR 742 (2022: TEUR 814) führen. Von den finanziellen Verbindlichkeiten sind die langfristigen Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten fix verzinst, während von den kurzfristigen Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten ein Teil (TEUR 94) variable verzinst ist (2022: zur Gänze fix verzinst). Die Leasingverbindlichkeiten sind zur Gänze fix verzinst. Aufgrund des unwesentlichen Zinsrisikos wurde auf eine tabellarische Darstellung des Zinsrisikos verzichtet.

Wechselkursrisiko

Aus dem operativen Geschäft der Unternehmen der Frequentis-Gruppe entstehen Ein- und Auszahlungen in Fremdwährung, denen nicht immer Zahlungen in der selben Währung mit gleichem Betrag und gleicher Fristigkeit gegenüberstehen. Insofern unterliegen die Konzernunternehmungen Wechselkursrisiken. Hinsichtlich der Absicherung der Wechselkursrisiken wird auf den nachfolgenden Abschnitt „Derivative Finanzinstrumente“ verwiesen.

Zusammenhang zwischen Bilanzpositionen, Kategorien von Finanzinstrumenten, Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Zuordnung in die jeweilige Kategorie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt (Werte in TEUR):

2023

Zum beizulegenden Zeitwert bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Buchwert Gesamt
Hedge Accounting Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Eigenkapitalinstrumente – Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen 22 22
Termingelder 10.500 10.500
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 81.029 81.029
Derivative Finanzinstrumente 0 728 728
Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte 3.203 3.203
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 74.180 74.180
Summe 0 728 22 168.912
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 363 363
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.937 18.937
Leasingverbindlichkeiten 37.255 37.255
Derivative Finanzinstrumente 0 787 787
Verbindlichkeiten aus Put Optionen und Earn-Out Vereinbarungen 14.066 14.066
Sonstige Verbindlichkeiten 5.710 5.710
Summe 0 14.853 62.265

2022

Zum beizulegenden Zeitwert bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Buchwert Gesamt
Hedge Accounting Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Eigenkapitalinstrumente – Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen 0 0
Termingelder 10.000 10.000
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 76.990 76.990
Derivative Finanzinstrumente 3 658 661
Sonstige kurz- und langfristigen Vermögenswerte 2.983 2.983
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 81.380 81.380
Summe 3 658 0 171.353
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten 417 417
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.258 16.258
Leasingverbindlichkeiten 39.185 39.185
Derivative Finanzinstrumente 273 1.318 1.591
Verbindlichkeiten aus Put Optionen und Earn-Out Vereinbarungen 6.298 6.298
Sonstige Verbindlichkeiten 2.437 2.437
Summe 273 7.616 58.297

Beizulegende Zeitwerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, sonstige Forderungen, Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden aufgrund der im Wesentlichen kurzen Restlaufzeit zum Buchwert, der einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, bewertet. Für die vorhandene Beteiligung Altitude Angel Ltd. sowie der AIRlabs Austria GmbH liegt kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vor. Aus diesem Grund erfolgt die Bewertung über nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter. Der beizulegende Zeitwert wird der Hierarchiestufe drei zugeordnet.# Sonstige Angaben

Eine Veräußerung der Beteiligungen ist derzeit nicht vorgesehen. Die Earn-Out Verbindlichkeiten aus dem Unternehmenserwerben der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, der FRAFOS GmbH und der Frequentis Recording AS sind zum beizulegenden Zeitwert erfasst und der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet. Die Verbindlichkeiten aus den Put Optionen der nicht beherrschenden Gesellschafter bei der ELARA Leitstellentechnik GmbH, der Systems Interface Ltd. sowie der Regola S.r.l. und der FRAFOS GmbH sind zum beizulegenden Zeitwert erfasst, deren Veränderung wird in Übereinstimmung mit IFRS 10 ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Der beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet. Da diesbezüglich keine Kategorie besteht, wurde der Betrag unter den Sonstigen Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in obiger Tabelle ausgewiesen. Der Buchwert der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht den beizulegenden Zeitwerten. Die Derivate, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert wurden, dienen wirtschaftlich dennoch der Absicherung von Kursschwankungen. Die beizulegenden Zeitwerte basieren auf dem Barwert der künftigen zu erwartenden Zahlungsströme, abgezinst mit dem vom Konzern geschätzten Zinssatz, zu dem vergleichbare Finanzinstrumente abgeschlossen werden können und werden der Hierarchiestufe 2 zugeordnet. Die Bewertung des Long Term Incentive Plans (LTIP) welcher als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingestuft wird, wurde zum beizulegenden Zeitwert bewertet welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde.

Um sämtliche Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungsmethode zuzuordnen, wurden folgende Hierarchiestufen verwendet:

* Hierarchiestufe Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert
Level 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Vermögenswerte Derivative Finanzinstrumente
Level 3: Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind Beteiligungen, Earn-Out Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten Put Option

Es wird zwischen originären und derivativen Finanzinstrumenten unterschieden. Zu den derivativen Instrumenten zählen vorwiegend Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Währungskursänderungen.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Sonstige Angaben

103

Die Nettogewinne und -verluste stellen sich wie folgt dar (Werte in TEUR):

2023
Derivative Finanzinstrumente weitere erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden
Zinsergebnis 946 -1.442 599 0 0
Bewertung 156 -1.464
Wertberichtigung gem. IFRS 9 29
Währungsgewinne/ -verluste -819 -22
Veräußerungsgewinne und -verluste
Im Konzernergebnis erfasste Nettogewinne/ -verluste 599 0 0 156 -1.464
Im sonstigen Ergebnis erfasste Nettogewinne/ ‑verluste 164
Nettogewinne/ -verluste 763 0 0 156 -1.464
2022
Derivative Finanzinstrumente weitere erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden
Zinsergebnis 209 -738 122 0 0
Bewertung -1.054 -925
Wertberichtigung gem. IFRS 9 -313
Währungsgewinne/ -verluste -950 -187
Veräußerungsgewinne und -verluste
Im Konzernergebnis erfasste Nettogewinne/ -verluste 122 0 0 -1.054 -925
Im sonstigen Ergebnis erfasste Nettogewinne/ ‑verluste 297
Nettogewinne/ -verluste 419 0 0 -1.054 -925

Die Wertberichtigungen und Währungsgewinne/-verluste werden in den Sonstigen Aufwendungen bzw. Sonstigen Erträgen ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

Im internationalen Geschäft ist der Abschluss von Verträgen in Fremdwährungen nötig. Das Fremdwährungsrisiko im Konzern resultiert im Wesentlichen aus zukünftigen Geschäftstransaktionen, wenn diese in einer Währung durchgeführt werden, die nicht mit der funktionalen Währung der Muttergesellschaft bzw. des jeweiligen Tochterunternehmens übereinstimmt. Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z.B. mittels Zulieferaufträgen in der gleichen Fremdwährung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen durch Kundenaufträge in AUD, CAD, CZK, GBP, HKD, MXN, NOK, QAR, SGD und USD.

104

Sonstige Angaben

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Es werden zwecks wirtschaftlicher Absicherung des Kursänderungsrisikos Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente zu spekulativen Zwecken werden nicht vereinbart. Die Frequentis-Gruppe hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko für zukünftige Zahlungen aus Kundenaufträgen zum Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte rollierend abzusichern und mittels laufendem Währungsmanagement zu überwachen und zu steuern. Die Devisentermingeschäfte (wirtschaftliche Absicherung – MTM) werden für ein Jahr abgeschlossen und jährlich in der Höhe der noch zu erwartenden Cash Flows verlängert (historische Prolongation). Die Bilanzierung der Absicherungsgeschäfte erfolgt unter dem Grundsatz der Einzelbewertung (keine Bildung von Sicherungsbeziehungen). Im Geschäftsjahr sind verbliebene Sicherungsbeziehungen (Absicherung von vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen) aus Vorjahren zur Gänze ausgelaufen. Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem aktuellen Marktwert, wobei der Marktwert durch den aktuellen Stichtagskurs der Fremdwährung zum 31. Dezember 2023 bestimmt und durch entsprechende Bankbestätigungen nachgewiesen wurde.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der derivativen Finanzinstrumente:

Derivat Summe Verkaufs-währung Verkaufs betrag Kaufbetrag TEUR Durchschnittlicher Sicherungs-kurs Marktwert TEUR
2023
AUD -4.242 2.665 1,59 76
CAD 1.000 -662 1,51 13
GBP -89 110 0,81 8
HKD -7.610 894 8,51 20
NOK 2.200 -188 11,69 6
QAR -5.174 1.301 3,98 18
SGD -194 134 1,45 1
USD -21.416 19.539 1,10 586
Summe 23.793 728
AUD -309 186 1,66 -3
CAD -1.664 1.088 1,53 -41
CZK 30.361 -1.225 24,78 -16
GBP -4.748 5.216 0,91 -130
HKD 16.307 -1.916 8,51 -43
MXN -92.838 4.521 20,54 -88
NOK -9.185 794 11,57 -15
QAR 4.311 -1.084 3,98 -15
SGD -378 207 1,82 -51
USD -6.669 5.542 1,20 -385
Summe 13.329 -787

105

2022 Derivative Cash Flow Hedge MTM Bewertung
Summe Verkaufswährung Verkaufsbetrag Kaufbetrag TEUR Durch-schnittlicher Sicherungs-kurs FW-Betrag Marktwert TEUR FW-Betrag Marktwert TEUR
AUD -7.456 4.751 1,57 0 0 -7.456 72 72
CHF -104 107 0,98 0 0 -104 0 0
GBP -3.465 3.954 0,88 -264 3 -3.201 94 97
SGD -227 157 1,44 0 0 -227 0 0
USD -25.810 24.022 1,07 0 0 -25.810 491 491
Summe 32.991 3 657 661
AUD -533 323 1,65 0 0 -533 -12 -12
CAD -1.820 1.173 1,55 0 0 -1.820 -60 -60
GBP -6.668 7.101 0,94 -5.672 -273 -996 -59 -332
HUF -10.029 22 452,83 0 0 -10.029 0 0
QAR -5.174 1.301 3,98 0 0 -5.174 -24 -24
SGD -1.300 815 1,60 0 0 -1.300 -83 -83
USD -12.656 10.570 1,20 0 0 -12.656 -1.080 -1.080
Summe 21.305 -273 -1.318 -1.591

Der Buchwert der MTM Bewertung ist im Geschäftsjahr 2023 mit einem positiven Marktwert von TEUR 728 (2022: TEUR 661) in den sonstigen Forderungen und mit einem negativen Marktwert von TEUR 787 (2022: TEUR 1.591) in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Entwicklung der Cash Flow Hedge Reserve stellt sich wie folgt dar:

2023 TEUR 2022 TEUR
Stand 31. Dezember des Vorjahres -125 -346
Ergebnis aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts 0 194
darauf entfallende latente Steuern 0 -46
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung 164 103
darauf entfallende latente Steuern -39 -25
Anpassungen aufgrund Steuersatzänderungen 0 -5
Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres 0 -125

106

Sonstige Angaben

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

35. Leasing

Verhältnisse als Leasingnehmer

Die Frequentis-Gruppe hat mit einigen Vertragspartnern Leasingverträge insbesondere über die Anmietung von Gebäuden, Maschinen, Kraftfahrzeugen und IT Equipment abgeschlossen. Die Mietverträge für Gebäude werden entweder als befristete Verträge oder als unbefristete Verträge mit kurzen Kündigungsmöglichkeiten für den Leasingnehmer und den Leasinggeber abgeschlossen. Insoweit es sich um Büros von kleineren Gesellschaften handelt, werden die Verträge als kurzfristige Verträge eingestuft, da die Beendigung dieser Verträge zu keinen Pönalen führt und neue Räumlichkeiten leicht verfügbar sind. Hinsichtlich des gemieteten Bürogebäudes am Firmensitz besteht ein unbefristeter Mietvertrag mit einem Kündigungsverzicht bis 2026. Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2023 wurde die Laufzeit bis 2030 angenommen. Im Jahr 2020 wurde ein Leasingvertrag für eine Bestückungsmaschine mit unbestimmter Laufzeit abgeschlossen. Aufgrund des Kündigungsverzichts von 72 Monaten wurde das Nutzungsrecht entsprechend dieser Laufzeit angesetzt. Die Mietverträge über Kraftfahrzeuge haben eine Laufzeit von rund 3 bis 6 Jahren, während IT Equipment meistens für fünf Jahre gemietet wird. Diesbezüglich bestehen weder Kündigungs- noch Verlängerungsoptionen beziehungsweise werden deren Ausübung nicht als so gut wie sicher eingestuft und daher bei der Ermittlung des Nutzungsrechts nicht berücksichtigt. Die Frequentis-Gruppe mietet auch IT Equipment und sonstiges Equipment.Diese Leasingverträge werden als kurzfristige Mietverträge oder Mietverträge über geringwertige Vermögenswerte klassifiziert, für welche die Ausnahmebestimmung in Anspruch genommen wird und welche daher im Konzernabschluss weder als Vermögenswert noch als Verbindlichkeit erfasst werden.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023
Sonstige Angaben 107

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den bilanzierten Nutzungsrechten, welche in den Sachanlagen ausgewiesen werden:

Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude TEUR Nutzungsrechte Maschinen TEUR Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR Gesamt TEUR
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2023 65.823 587 4.426
Währungsumrechnung -348 0 -5
Zugang Konsolidierungskreis 0 0 0
Zugänge 5.430 0 1.220
Abgänge -904 0 -848
Stand 31.12.2023 70.001 587 4.793
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 01.01.2023 -29.600 -211 -2.378
Währungsumrechnung 220 0 4
Zugang Konsolidierungskreis 0 0 0
Zugänge -7.878 -96 -972
Abgänge 904 0 828
Stand 31.12.2023 -36.354 -307 -2.518
Buchwert Stand 31.12.2023 33.647 280 2.275
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude TEUR Nutzungsrechte Maschinen TEUR Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR Gesamt TEUR
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022 57.028 587 3.444
Währungsumrechnung 164 0 1
Zugang Konsolidierungskreis 347 0 35
Zugänge 8.835 0 1.240
Abgänge -551 0 -294
Stand 31.12.2022 65.823 587 4.426
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 01.01.2022 -21.839 -115 -1.735
Währungsumrechnung -2 0 2
Zugang Konsolidierungskreis -123 0 -22
Zugänge -8.082 -96 -888
Abgänge 446 0 265
Stand 31.12.2022 -29.600 -211 -2.378
Buchwert Stand 31.12.2022 36.223 376 2.048

Neben neuen Verträgen beinhalten die Zugänge zu Nutzungsrechten auch Anpassungen aufgrund von Vertragsänderungen, Vertragsverlängerungen, Neueinschätzungen von Vertragslaufzeiten sowie Indexanpassungen.

Die Leasingverbindlichkeiten veränderten sich von TEUR 39.185 (davon TEUR 30.763 langfristig und TEUR 8.422 kurzfristig) zum 1. Jänner 2023 auf TEUR 37.255 (davon TEUR 29.187 langfristig und TEUR 8.068 kurzfristig) zum 31. Dezember 2023.

108 Sonstige Angaben Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Folgende Aufwendungen aus Leasingverträgen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen:

2023 TEUR 2022 TEUR
Abschreibung der Nutzungsrechte 8.946 9.066
Zinsaufwand aus Leasingverpflichtungen 916 412
Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 613 614
Mietzahlungen für geringwertige Vermögenswerte 63 64
Gesamt 10.538 10.156

In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen:

2023 TEUR 2022 TEUR
Tilgung Leasingverbindlichkeiten 8.417 8.686
Bezahlte Zinsen für Leasingverhältnisse 916 412
Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und geringwertige Vermögenswerte 676 678
10.009 9.776

Die bezahlten Zinsen für Leasingverhältnisse sowie die Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und geringwertige Vermögenswerte werden im Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen wohingegen die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten im Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt werden.

Im Laufe des Jahres 2023 hat die Frequentis-Gruppe mehrere Verträge über Leasingverhältnisse, die in 2024 beginnen, abgeschlossen. Hierbei handelt es sich allerdings nur um unwesentliche KFZ- oder Mietverträge.

Verhältnisse als Leasinggeber

Die Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen, in denen die Frequentis-Gruppe als Leasinggeber agiert, beziehen sich einerseits auf unwesentliche Untermietverträge sowie auf Operating-Leasing über die Nutzung von Sprachvermittlungssystemen. Die Laufzeiten der jeweiligen Leasingverhältnisse betragen zwischen 1 und 4 Jahren. Es bestehen weder Verlängerungsoptionen noch Optionen, den Vermögenswert nach Ablauf der Leasingdauer zu kaufen.

Fälligkeiten der zukünftigen Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen:

31.12.2023 TEUR 31.12.2022 TEUR
In einem Jahr fällig 3.964 1.731
In zwei Jahren fällig 11 1.457
In drei Jahren fällig 0 11
In vier Jahren fällig 0 0
In fünf Jahren fällig 0 0
In mehr als fünf Jahren fällig 0 0
3.975 3.199

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023
Sonstige Angaben 109

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden TEUR 2.115 (2022: TEUR 182) als Umsatzerlöse (2022: Sonstige betriebliche Erträge) erfasst.

36. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Mutterunternehmen

Die Frequentis Group Holding GmbH hält mit rund 60% die Mehrheit der Aktien der Frequentis AG. Mit der Frequentis Group Holding GmbH wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:

2023 TEUR 2022 TEUR
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge 17 19
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen (Beratungsleistungen) 642 590
Offene Forderungen zum 31. Dezember 3 2
Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 66 0

Alle Transaktionen werden zu fremdüblichen Konditionen getätigt.

Assoziierte Unternehmen

Die Frequentis-Gruppe unterhält mit den assoziierten Unternehmen Beziehungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Dabei kauft und verkauft die Frequentis-Gruppe die Dienstleistungen zu üblichen Marktbedingungen. Mit den assoziierten Unternehmen wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:

2023 TEUR 2022 TEUR
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge 904 1.084
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen 2.080 2.813
Offene Forderungen zum 31. Dezember 69 192
Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 339 419
Erhaltene Anzahlungen zum 31. Dezember 750 588
Geleistete Anzahlungen zum 31. Dezember 43 0

Nahestehende Unternehmen

Eine Reihe von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen oder ihnen nahestehende Unternehmen und Personen nehmen Positionen in anderen Unternehmen ein, infolge derer sie die Beherrschung oder maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik dieser Unternehmen haben.

110 Sonstige Angaben Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Folgende Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden im Berichtsjahr zu üblichen Marktbedingungen durchgeführt:

2023 TEUR 2022 TEUR
Aufwendungen aus Beratungsleistungen 105 283
Aufwendungen aus Projektunterstützungsleistungen 562 220
Aufwendungen aus Software Entwicklung und Engineering 2.732 1.856
Zahlungen für Miete (Tilgung und Zinsen) und Betriebskosten 3.971 3.954
Zinsaufwand für erhaltene Darlehen 2 1
Umsatzerlöse 694 1.897
Forderungen zum 31.12. 666 1.068
Verbindlichkeiten zum 31.12. 296 105
Erhaltene Darlehen zum 31.12. 30 30

Bei den Aufwendungen aus Software Entwicklung und Engineering sind zusätzlich noch Unternehmen, die nicht nach IAS 24 nahestehende Personen oder Unternehmen wären, in Höhe von TEUR 955 (2022: TEUR 467) enthalten. Die diesbezüglichen Verbindlichkeiten betragen TEUR 105 (2022: TEUR 46) und die diesbezüglichen Forderungen betragen TEUR 1 (2022: TEUR 0).

Die Zahlungen für Miete betreffen hauptsächlich die Miete für das Bürogebäude am Firmensitz in Wien.

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG): Johannes Bardach ist Aufsichtsrats-mitglied in der FFG. Das Kerngeschäft der FFG besteht in der Vergabe von Förderungen und Darlehen für Forschungszwecke. Um die nötige strategische Ausrichtung des Aufsichtsrats zu gewährleisten, werden entsprechend dem FFG-Gesetz auch Vertreter:innen von Unternehmen, die Förderungen der FFG erhalten, als Aufsichtsräte nominiert. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben in den Förderprozessen allerdings keine Funktion und auch keine Einflussmöglichkeit. Im Berichtsjahr wurden Anzahlungen für zukünftige Fördererlöse in Höhe von TEUR 48 (2022: TEUR 188) von der FFG ausbezahlt. Die von der FFG erhaltenen Fördererlöse des Berichtsjahres betrugen TEUR 618 (2022: 502), wobei hier ein Anteil in Höhe von TEUR 237 (2022: TEUR 210) als Sonstige Forderung ausgewiesen ist. Zusätzlich wurden im Berichtsjahr 2 weitere Raten für ein bereits vorhandenes Darlehen und die erste Rate für ein neues Darlehen im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt in Höhe von TEUR 567 und einer Restlaufzeit von 3 bzw. 4 Jahren von der FFG ausbezahlt. Da der Aufsichtsrat der FFG nicht in die Vergabe von Förderungen eingebunden ist, entstehen durch diese Praxis keine Interessenkonflikte.

Nahestehende Personen

Vorstand

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
* Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
* Monika Haselbacher
* Hermann Mattanovich
* Peter Skerlan

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023
Sonstige Angaben 111

Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Vorstände betrugen im Berichtsjahr TEUR 2.715 (TEUR 2.368). Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe (Jahresgrundgehalt, Prämien Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) und variable Bestandteile (bestehend aus kurzfristig variablen Bestandteilen für alle Vorstandsmitglieder und langfristig variablen Bestandteilen (LTIP) für den Vorstandsvorsitzenden). Die kurzfristig variablen Bestandteile sind erfolgsabhängig an das Erreichen von finanziellen Unternehmenszielen geknüpft.

Die Frequentis AG hat 2021, 2022 und 2023 einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2021 bzw. LTIP 2022 und LTIP 2023) mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen. Diesbezüglich wird auf Kapitel 27. Aktienbasierte Vergütung verwiesen.

Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese beinhalten neben einer Alterspension auch Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach Ableben der Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt beendet ist.# Für die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr TEUR 377 (2022: TEUR 383) in Form von Beiträgen zu Pensionsversicherungen und der Bildung von Pensionsrückstellungen aufgewendet. In diesem Betrag ist ein Dienstzeitaufwand in Höhe von TEUR 80 (2022: TEUR 167), ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 97 (2022: TEUR 42) sowie ein Aufwand für Pensionsversicherung in Höhe von TEUR 200 (2022: TEUR 175) enthalten. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses bestehen Abfertigungsansprüche gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich sowie aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen. Die Dotierung der entsprechenden Rückstellung für Abfertigungsansprüche betrug im Berichtsjahr TEUR 120 (2022: Auflösung TEUR 62). An Mitglieder des Vorstands der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Frequentis AG besteht aus sechs Kapitalvertreter:innen sowie aus drei Arbeitnehmervertreter:innen. Die Aufsichtsratvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 149 (2022: TEUR 167). Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Johannes Bardach werden für die Ausübung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender ein Büro und Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen die nicht für die Ausübung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender von Frequentis erbracht wurden, wurde ein Betrag von brutto TEUR 111 (2022: TEUR 73) in Rechnung gestellt. Per 31. Dezember 2023 bestand hier eine diesbezügliche offene Forderung in Höhe von TEUR 9 (2022: TEUR 0,3). An Mitglieder des Aufsichtsrats der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

37. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Die Mitgesellschafter an der Systems Interface Ltd. haben die vertraglich vereinbarte Put Option im Jänner 2024 ausgeübt. Aufgrund dessen kam es im März 2024 zu einem Erwerb der restlichen 49% der nicht kontrollierenden Gesellschafter.

112 Sonstige Angaben

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

38. Zusatzangaben

Die Frequentis-Gruppe beschäftigte 2023 durchschnittlich 2.217 Arbeitnehmer:innen (2022: 2.081 Arbeitnehmer:innen) (FTE – Full Time Equivalent).

Aufwendungen für Abschlussprüfer

Für den Abschlussprüfer wurde im Berichtsjahr ein Betrag von TEUR 154 (2022: TEUR 133) für die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses sowie TEUR 118 (2022: TEUR 71) für sonstige Bestätigungsleistungen und TEUR 5 (2022: TEUR 23) für sonstige Leistungen aufgewendet.

39. Kapitalmanagement

Die finanzwirtschaftliche Steuerung der Frequentis-Gruppe zielt, außer auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts, auf die Einhaltung einer angemessenen Kapitalstruktur ab. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt vor allem auf Basis der Kennzahlen EBIT-Marge, Eigenkapital-Quote und Nettoverschuldung. Da die Frequentis-Gruppe derzeit über einen Überschuss an liquiden Mitteln verfügt, wird von einem Nettoguthaben und keiner Nettoverschuldung gesprochen. Dieses Nettoguthaben setzt sich aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zuzüglich Termingelder abzüglich der Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten zusammen. In der Berichtsperiode entwickelten sich die Kennzahlen wie folgt:

2023 2022
EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) 6,2% 6,5%
Eigenkapitalquote 41,9% 43,3%
Nettoguthaben in TEUR 84.317 90.963

Die Berechnung des EBIT erfolgt in der Frequentis-Gruppe wie folgt:

2023 TEUR 2022 TEUR
Ergebnis vor Steuern 26.419 24.737
Finanzerträge -946 -209
Finanzierungsaufwendungen 1.442 738
Erträge aus assoziierten Unternehmen -268 -275
EBIT 26.647 24.991

Die Gesellschaft erfüllt die gesetzlichen und satzungsmäßigen Mindestkapitalanforderungen. Das gemanagte Kapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital.

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Sonstige Angaben

113

40. Risikomanagement

In der Frequentis-Gruppe ist ein Internes Kontrollsystem (IKS) für den Rechnungslegungsprozess eingerichtet. Die Zuverlässigkeit des internen Kontrollsystems wird durch die Interne Revision geprüft. Die Frequentis-Gruppe hat auf Basis von Best-Practice Standards mehrere Prozesse initiiert, um ihr Risikomanagement effektiv zu gestalten. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Das Risikobewusstsein, die Wachsamkeit innerhalb der Belegschaft sowie das frühzeitige Erkennen von geschäftlichen Risiken sind durch eine fundierte Risk Management Policy gut ausgeprägt und verankert. Die Risiken werden im Konzernlagebericht im Kapitel Chancen- & Risikomanagement näher erläutert.

Wien, am 11. März 2024

Norbert Haslacher e.h. Vorstandsvorsitzender
Monika Haselbacher e.h. Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h. Mitglied des Vorstands
Peter Skerlan e.h. Mitglied des Vorstands

Frequentis-Gruppe

114 Bestätigungsvermerk Konzernabschluss 2023

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Darstellung der Komponenten des Eigenkapitals und ihrer Entwicklung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Überein- stimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Überein- stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Überein- stimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht- gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

Frequentis-Gruppe Konzernabschluss 2023

Bestätigungsvermerk

115

Bilanzierung des Projektgeschäfts

Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:

Der weitaus überwiegende Anteil der aus- gewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projekt- geschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen. Bei Wartungs- projekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen. Die Erfassung der Umsatz- erlöse aus Lieferprojekten erfolgt bei Erfüllung der Voraussetzungen gemäß IFRS 15 zeitraum- bezogen in Abhängigkeit des Projektfortschritts, der nach der Cost-to-Cost Methode ermittelt wird. Vertragliche Ansprüche aus den Projekten werden als Vertragsvermögenswerte und offene Leistungsverpflichtungen als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Insoweit bei den noch nicht abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, wird dieser sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dies gilt in gleicherweise auch für verlustbringende Wartungsprojekte. Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen Verpflich- tungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse ergeben. Die Bewertung des Leistungsfortschritts, der noch anfallenden Projektkosten und der projekt- bezogenen Rückstellungen erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und zukunfts- bezogene Schätzungen. Zusätzliche Anforderungen bei der Schätzung ergeben sich durch die inflationsbedingten Einflüsse für die noch zu erwarteten Projektkosten. Aufgrund des wesentlichen Umfangs des Projektgeschäftes ergibt sich daraus das Risiko einer falschen Darstellung des Umsatzes aus Projekten, der damit verbundenen Kosten sowie der projekt- bezogenen Bilanz- positionen. Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Konzernanhang unter Punkt 2 bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden insbesondere bei den Unterpunkten „IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ sowie „Wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen“ beschrieben.# Weitere Angaben

Weitere Angaben finden sich unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlust-rechnung bei Punkt 4 „Umsatzerlöse“ wie auch bei den Erläuterungen zur Bilanz unter Punkt 21 „Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden“ und Punkt 30 „Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden“.

Prüferisches Vorgehen

Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen überprüft. Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge, die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss.

Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit. Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe berücksichtigt.

Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projektverantwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen der inflationsbedingten wirtschaftlichen Effekte. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller Projektinformationen sowie die Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen Werte mit Vertragsdokumenten und anderen relevanten Unterlagen vorgenommen. Weiters haben wir uns mit der Erfassung der Kosten auf den einzelnen Aufträgen sowie der darauf aufbauenden Ermittlung des Projektfortschrittes auseinandergesetzt. Schließlich haben wir überprüft, ob die Darstellung des Projektgeschäftes im Konzernabschluss und in den Angaben im Anhang in Einklang mit den Bestimmungen des IFRS 15 erfolgt sind.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den Nichtfinanziellen Bericht und den Corporate Governance-Bericht haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes, der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben.

Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil. Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.# Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Frequentis-Gruppe

Konzernabschluss 2023

Bestätigungsvermerk 119

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 1. Juni 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. September 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2018 Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Posautz.

Wien, am 12. März 2024

BDO Assurance GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Gerhard Posautz
Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Fremgen
Wirtschaftsprüfer

Frequentis-Gruppe 120

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter:innen

Konzernabschluss 2023

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter:innen

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungs standards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 11. März 2024

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

Monika Haselbacher e.h.
Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands

Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands

Frequentis AG

Lagebericht 2023

121

Lagebericht zum Jahresabschluss der Frequentis AG zum 31.12.2023

Frequentis AG 122

Einleitung

Lagebericht 2023

Einleitung

Der Einzelabschluss (Jahresabschluss) der Frequentis AG wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB), aufgestellt. Die hier angeführten Kennzahlen der Frequentis AG ergeben, in Kombination mit dem Lagebericht der Frequentis-Gruppe (siehe Kapitel Lagebericht Konzernabschluss), ein umfassenderes Bild als es der Lagebericht der Frequentis AG allein zu vermögen gibt.

Ausgewählte finanzielle Kennzahlen

Die nachfolgenden Kennzahlen werden unter Angabe der verwendeten Berechnungsformel dargestellt. Bei den nachstehenden Beträgen handelt es sich, sofern nicht anders angegeben, um Werte in TEUR.

Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur

Kennzahlen Berechnungsformel 2023 2022
Eigenkapitalquote Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital 55,0% 56,7%
Fremdkapitalquote Fremdkapital x 100 / Gesamtkapital 45,0% 43,3%
Verschuldungsgrad Fremdkapital x 100 / Eigenkapital 81,7% 76,3%
Nettoguthaben (-) / Bankverbindlichkeiten – liquide Mittel -35.556 -48.101
Nettoverschuldung (+)

Kennzahlen der Liquidität

Kennzahlen Berechnungsformel 2023 2022
Working Capital Kurzfristige Aktiva – kurzfristige Passiva 49.895 59.772
Working Capital Ratio Kurzfristige Aktiva / kurzfristige Passiva x 100 165,8% 196,7%

Frequentis AG Lagebericht 2023

123

Ausgewählte finanzielle Kennzahlen

Kennzahlen zur Rentabilität

Kennzahlen Berechnungsformel 2023 2022
Eigenkapitalrentabilität Jahresergebnis x 100 / Eigenkapital 14,8% 19,1%
Eigenkapitalrentabilität vor Steuern (Jahresergebnis + Ertragsteuern) x 100 / Eigenkapital 18,4% 24,2%
Umsatzrentabilität Jahresergebnis x 100 / Umsatz 6,1% 7,9%
Return on Sales (ROS) Betriebsergebnis x 100 / Umsatz 5,2% 8,7%
Return on Equity (ROE) Ergebnis vor Steuern x 100 / Ø Eigenkapital 19,6% 26,4%
Return on Investment (ROI) (Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand) x 100 / Ø Gesamtkapital 11,0% 13,6%
EBIT Betriebsergebnis 14.005 20.647
EBITDA Betriebsergebnis + Abschreibung immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagevermögen 17.363 24.060

Geldflussrechnung

2023 2022
Ergebnis vor Steuern 20.741 23.996
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investitionsbereichs 3.357 4.744
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Investitionsbereichs 1 1
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Liefer- und Leistungsforderungen sowie anderer Aktiva -21.433 -13.301
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 6.387 -8.054
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 8.596 -7.468
= Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern 17.649 -82
-/+ Zahlungen für Ertragsteuern -3.806 -1.182
= Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 13.843 -1.264
+ Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) 0 -
Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) -4.467 -3.946
- Auszahlungen für Finanzanlagenzugang und für sonstige Finanzinvestitionen und Investitionszuschuss -18.481 -2.602
= Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -22.948 -6.548
- Dividende -2.921 -2.654
- Auszahlungen aus dem Erwerb eigener Aktien -520 0
- Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen 0 -4.500
= Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -3.441 -7.154
= zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -12.546 -14.966
+ Finanzmittelbestand am Beginn der Periode 48.101 63.068
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode 35.556 48.101

Frequentis AG 124

Ausgewählte finanzielle Kennzahlen

Börsenkennzahlen (Wiener Börse)

Kennzahlen 2023 2022
Schlusskurs zum 31.12. in EUR 27,30 28,50
Tiefstkurs (Schlusskurs) in EUR 26,40 23,50
Höchstkurs (Schlusskurs) in EUR 32,40 33,40
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.12. in Stück 13.280.000 13.280.000
Marktkapitalisierung zum 31.12. in EUR Mio. 362,5 378,5

Dividende

Die Hauptversammlung am 1. Juni 2023 hat die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,22 je Aktie für das Jahr 2022 (für 2021: EUR 0,20 je Aktie) beschlossen. Damit gelangten TEUR 2.921 zur Ausschüttung. An die eigenen Aktien wurde keine Dividende ausgeschüttet. Die Dividendenrendite lag bei 0,77%, bezogen auf den Schlusskurs der Wiener Börse von Ende Dezember 2022 (2021: 0,75%).

Aktienrückerwerb 2023

Der Vorstand der Frequentis AG hat am 17. August 2023 beschlossen, ein Aktienrückerwerbs- programm gemäß § 65 Abs 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 17.500 Stück eigene Anteile (eigene Aktien) mit einem Gesamtwert von TEUR 509 (inkl. Nebenkosten TEUR 520) zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 13. November 2023 beendet. Weitere Details finden sich unter www.frequentis.com > Investor Relations > Aktie > Aktienrückerwerb 2023.

Eigene Aktien

Der Bestand an eigenen Anteilen (eigene Aktien) zum 31. Dezember 2022 betrug 8.910 Stück. Nach der Übertragung von 7.925 Aktien im Mai 2023 im Rahmen des Long Term Incentive Plans 2020 (LTIP 2020) an den Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft und dem Rückerwerb von 17.500 Stück beträgt der Bestand an eigenen Anteilen (eigene Aktien) per Ende Dezember 2023 damit 18.485 Stück. Dies entspricht einem Anteil von 0,1392% am Grundkapital.# Frequentis AG Lagebericht 2023

Nichtfinanzielle Kennzahlen

125 Nichtfinanzielle Kennzahlen

Für die Sozial- und Arbeitnehmer:innenbelange, Umweltbelange, Menschenrechte, Compliance, Anti- Korruption und Safety, Security & Datenschutz wird auf den von Frequentis gesondert erstellten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt, verwiesen.

Lagebericht Konzernabschluss

Zur besseren Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage basiert der folgende Lagebericht auf dem Konzernabschluss der Frequentis AG, welcher nach den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt wurde.

Frequentis AG 126 Wirtschaftliches Umfeld Lagebericht 2023

Wirtschaftliches Umfeld

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis- Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2024 das World Economic Outlook Update publiziert¹. Im Jahr 2023 lag das globale Wirtschaftswachstum bei 3,1%, für das Jahr 2024 soll das Wachstum auf gleichem Niveau liegen und ebenfalls 3,1% betragen. Die Prognose für das Jahr 2024 liegt um 0,2 Prozentpunkte höher als im Oktober 2022 vorausgesagt, aber unter dem historischen Durchschnitt (2000-2019) von 3,8%, da die erhöhten Leitzinsen der Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung, die Rücknahme der fiskalischen Unterstützung angesichts der hohen Verschuldung die Wirtschaftstätigkeit belasten und das zugrunde liegende Produktivitätswachstum gering ist. Angesichts der Disinflation und des stetigen Wachstums ist die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung zurückgegangen und die Risiken für das globale Wachstum sind weitgehend ausgeglichen. Auf der anderen Seite könnte eine schnellere Disinflation zu einer weiteren Lockerung der finanziellen Bedingungen führen. Eine lockerere Finanzpolitik als notwendig und als in den Projektionen angenommen, könnte ein vorübergehend höheres Wachstum bedeuten, allerdings mit dem Risiko einer kostspieligeren Anpassung zu einem späteren Zeitpunkt. Eine stärkere Dynamik der Strukturreformen könnte die Produktivität mit positiven grenzüberschreitenden Spillover-Effekten fördern. Ebenso könnten neue Rohstoffpreisspitzen aufgrund geopolitischer Schocks, Versorgungs- unterbrechungen, einschließlich anhaltender Angriffe im Roten Meer, oder eine hartnäckigere zugrunde liegende Inflation die straffen monetären Bedingungen verlängern. Eine Verschärfung der Probleme im Immobiliensektor in China oder eine Hinwendung zu Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen könnten ebenfalls zu einer Beeinträchtigung des Wachstums führen.

Für das Jahr 2024 wird für die USA ein Anstieg von 2,1% prognostiziert. Für die Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 0,9% im Jahr 2024. Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad im Jahr 2024 unterschiedlich hoch: führend ist Spanien mit 1,5% vor Frankreich mit 1,0%, Italien mit 0,7% und Deutschland mit 0,5%. Die Prognose für Großbritannien liegt bei 0,6% für das Jahr 2024. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 5,2% im Jahr 2024 gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2024 von einem Wachstum von 1,9% aus, für den Nahen Osten und Zentralasien werden 2,9% prognostiziert.

¹ https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024

Frequentis AG Lagebericht 2023 Geschäftsentwicklung 127

Geschäftsentwicklung

Im Jahr 2023 verzeichnete die Frequentis-Gruppe, basierend auf dem hohen Auftragsbestand vom Jahresende 2022 und dem guten Auftragseingang, eine Steigerung des Umsatzes um 10,8%. Dank dem stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von Kommunikations- und Informationslösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen, wie der um 24,7% gestiegene Auftragseingang zeigt.

Bedeutende Ereignisse im Jahr 2023

Akquisition zur Stärkung der Cybersicherheitskompetenz

Im April 2023 übernahm Frequentis 76,67% der Anteile der FRAFOS GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland. FRAFOS liefert wichtige Sicherheitskomponenten für die Frequentis Kommunikations- lösungen in allen sicherheitskritischen Bereichen. Lösungen von FRAFOS sind für sicherheitskritische Installationen in Regierungsorganisationen zugelassen und vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. FRAFOS ist ein Experte für VoIP-Firewalls (Voice Over Internet Protocol), der Frequentis bei Lösungen für sicherheitskritische Bereiche unterstützt, und zwar durch einen erweiterten Schutz vor Denial-of-Service-Angriffen (DoS) sowie Betrugsversuchen.

Akquisition am Recorder-Markt

Im Juli 2023 übernahm Frequentis 100% an dem norwegischen Software-Unternehmen GuardREC ATC AS, welches inzwischen im Zuge des Integrationsprozesses in Frequentis Recording AS umbenannt wurde. Durch die Akquisition wird die Recorder-Kompetenz in allen Geschäftsbereichen gesteigert. Die Angebotspalette umfasst die komplette Surveillance sowie Audio-, Video- und Datenaufzeichnung inklusive Datenanalyse. Die bestehende Recording-Lösung von Frequentis, DIVOS, wird mit der übernommenen Lösung zu einem neuen, global angebotenen, Produkt verschmolzen.

Auswirkungen der geopolitischen Lage

Neben dem Krieg in der Ukraine, der nach dem Beginn im Februar 2022 nun in sein drittes Jahr geht, brach durch den Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 ein neuer Krieg mit potenziell globalen Auswirkungen aus. Dazu kommen noch längerfristig wirkende Krisen wie die Klimakrise oder die Verwerfungen und Preisausschläge am Energiemarkt. Es kann von einer Polykrise gesprochen werden, bei der sich die Wirkungen einzelner Krisen gegenseitig aufschaukeln.

Auf der anderen Seite gab es vor allem in Europa verstärkte Investitionen in die militärische Infrastruktur und die öffentliche Sicherheit. All diese Krisen hatten und haben unterschiedliche Auswirkungen auf interne und externe Stakeholder von Frequentis. Die Auswirkungen auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da es mit der Ukraine, der Russischen Föderation, Belarus und den palästinensischen Gebieten in Summe im Jahr 2023 keinen Umsatz gab. Mit Israel gab es im Jahr 2023 einen Umsatz von weniger als EUR 1,0 Mio. Indirekt führten die Auswirkungen der Kriege zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und Treibstoffe.

Frequentis AG 128 Geschäftsentwicklung Lagebericht 2023

Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und in den Jahren 2022 und 2023 weit über dem Durchschnitt der Jahre davor lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die Mitarbeiter:innen im Zuge der jährlichen Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehaltsvereinbarungen schlugen sich entsprechend in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe in den Jahren 2022 und 2023 nieder. Für das Jahr 2024 wird mit weiteren Kostenerhöhungen gerechnet. Dies gilt besonders für Österreich, in dem rund die Hälfte aller Frequentis-Beschäftigten tätig ist. Hier lag die Inflation gemäß Eurostat mit 7,7% (per Dezember 2023, Jahresdurchschnitt, Veränderungsrate zum Vorjahr) nochmals um einige Prozentpunkte über dem Durchschnitt des Euroraumes mit 5,4%. Die aus den verschiedensten Gründen (z. B. Angriffe auf Handelsrouten) immer wieder entstehenden Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ein weiterer Aspekt, der das Geschäft von Frequentis beeinflussen kann, ist die Tatsache, dass im Jahr 2024 mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung seine Stimme in Wahlen abgeben kann. Dies kann zu Regierungsneubildungen führen, die entweder neue Investitionsvorhaben initiieren oder bestehende kürzen.

Auftragseingang

Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2023 bei EUR 504,8 Mio., eine Steigerung von 24,7% oder EUR 100,0 Mio. gegenüber dem Jahr 2022 mit EUR 404,8 Mio. Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2023 wie folgt: Air Traffic Management mit 68% oder EUR 345,4 Mio. (2022: 68%, EUR 275,4 Mio.), Public Safety & Transport mit 32% oder EUR 159,3 Mio. (2022: 32%, EUR 129,4 Mio.).

Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management

Bei den Sprachkommunikationssystemen wurde Frequentis von der NASA mit dem Upgrade des Mission Control Voice Conferencing im NASA Johnson Air Space Center (JSC) beauftragt. Dabei werden die bestehenden NASA Voice Conferencing-Systeme im JSC durch das Voice over IP (VoIP) Conferencing-System der nächsten Generation ersetzt. Ein weiteres Highlight im Auftragseingang bei Sprachkommunikationssystemen kam aus Norwegen. Die Flugsicherung Avinor beauftragte die Lieferung des geographisch redundanten Sprachkommunikationssystems X10 VCS.# Lagebericht 2023

Geschäftsentwicklung

Dieses System wird von Frequentis auch an einen der weltweit größten Flugsicherungsdienstleister, NAV CANADA, geliefert. Es handelt sich dabei um ein landesweites Sprachkommunikations- und Gateway-Projekt für 100 Standorte mit über 1.000 Lots:innen-Arbeitsplätzen. Die norwegische Flugsicherung Avinor beauftragte Frequentis auch mit der Lieferung des Frequentis Advanced Network Management Systems (Advanced-NMS). Damit wird ein vollständiges Lagebild ermöglicht und die Leistungsüberwachung in Echtzeit wird die Betriebssicherheit von Avinor erhöhen. Die flexible und skalierbare Lösung entwickelt sich mit den Anforderungen des Kunden weiter.

In den USA wurde Frequentis von Verizon für den FAA Enterprise Network Services (FENS)-Vertrag ausgewählt. Die FAA, Federal Aviation Administration, ist die US-Flugsicherung. Im US-Flugraum sind pro Jahr eine Milliarde Passagier:innen unterwegs. Im Rahmen der Zielsetzung der FAA, weiterhin das sicherste und effizienteste Luftfahrtsystem der Welt bereitzustellen, wird das FENS-Programm das Telekommunikationsnetzwerk der FAA in den Vereinigten Staaten auf den neuesten Stand der Technik bringen.

Weitere Aufträge für Sprachkommunikationssysteme kamen unter anderem auch aus Ägypten, Bulgarien, Großbritannien und Mexiko. Im Bereich der Drohnen beauftragte die Flugsicherung von Litauen Frequentis mit der Lieferung der erprobten UTM-Lösung (Uncrewed Traffic Management / unbemanntes Verkehrsmanagement), um angesichts der zunehmenden Drohnennutzung im Land die sichere, effiziente und konforme Integration von Drohnen in den Luftraum zu ermöglichen.

Die Nachfrage nach Remote Digital Towern, sowohl für den zivilen als auch den militärischen Einsatz, ist ungebrochen. So unterstützt Frequentis das US-Verteidigungsministerium mit Tests der Transportable Digital-Tower-Lösung auf mehreren Air Force Bases in den USA – im Rahmen einer Evaluierung der Digital-Tower-Technologie an mehreren Standorten. In Australien wird C4i als Lieferant von Lockheed Martin beim Air6500 Projekt seine VOICE C2-Lösung bereitstellen, um sichere Kommunikation in der Luft, an Land, auf dem Meer und im Weltraum sicherzustellen. Das Projekt für die Royal Australian Airforce (RAAF) soll die Sicherheit, die rasche Reaktionsfähigkeit und die Interoperabilität der australischen Verteidigungssysteme erhöhen.

Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport

Im Segment Public Safety & Transport baute Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen weiter aus. Polizei und Kommunen in Niedersachsen, vertreten durch die Zentrale Polizeidirektion, haben Frequentis mit der Lieferung der multimedialen Kommunikationslösung 3020 LifeX beauftragt. Die Implementierung dieses Systems in acht Leitstellen, einer Ausweichleitstelle und einem Testsystem erfolgt in drei Phasen. Mit dem Projekt wird ein landesweiter Standard für das Leitstellenkommunikationssystem in einer IP-basierten Systemumgebung in Niedersachsen geschaffen.

Über den Generalunternehmer Sopra Steria erhielt Frequentis den Auftrag, in Bayern das Sprach- und Datenkommunikationssystem ASGARD für insgesamt 26 integrierte Leitstellen, drei Notleitstellen, die Feuerwehr-Einsatzzentrale in München, sowie die Ausstattung der Schulungs- und Testumgebung für die Feuerwehrschule in Geretsried zu liefern. Dieses landesweite Projekt wird von Sopra Steria zusammen mit Frequentis umgesetzt.

In Norwegen wird eine zentralisierte landesweite Kommunikationslösung für medizinische Notfall- und Nicht-Notfallzentren für bis zu 500 aktive Operator:innen geliefert. Die Lösung für Multimedia-Kontrollzentralen unterstützt Videokommunikation und Kommunikation über soziale Medien. Zusätzlich gibt es einen mobilen Zugriff für Krankenpfleger:innen, die Patient:innen in Krankenhäusern behandeln. Die Software-basierte Lösung wird die Kosten für Betrieb und Management reduzieren.

Außerhalb Europas wurde Frequentis von der australischen Flugsicherung, Airservices Australia, beauftragt, eine Lösung für den Aviation Rescue Fire Fighting Service (Luftrettung- und Feuerbekämpfungsservice) zu liefern. Die Lösung besteht aus zwei Komponenten: der multimedialen Kollaborations- und Kommunikationsplattform 3020 LifeX, erweitert um das Messenger-, Incident- und Ressourcenmanagement-Modul OnSite.

Im Teilmarkt Public Transport hat Frankreichs staatliche Bahngesellschaft, SNCF Réseau, Frequentis mit der Entwicklung und Lieferung eines maßgeschneiderten Kommunikationssystems für das gesamte französische Bahnnetz beauftragt – als Teil ihrer Strategie, das Netzwerk bis 2030 umzustellen. Der Roll-Out des neuen Systems auf 3.600 Fahrdienstleiter:innen- / Disponent:innen- plätzen und rund 40.000 mobilen Apps wird eine einheitliche Betriebskommunikationsplattform schaffen. Das Bahnkommunikationsprojekt FERCOM ebnet den Weg zur Umstellung auf das künftige mobile Kommunikationssystem für die Bahn (Future Railway Mobile Communication System – FRMCS). Das Ziel ist eine Leistungssteigerung durch digitale Innovation. Zusätzlich zur bestehenden Niederlassung in Toulouse, mit starker Kompetenz im Flugverkehrsmanagement, wird Frequentis einen neuen Standort in Paris etablieren, der sich ganz auf den Public-Transport-Markt fokussiert.

Im Bereich Innovation konnte mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ein vielbeachtetes Projekt im Bereich Drohnen realisiert werden. Dabei werden Drohnen zur Streckeninspektion eingesetzt. Diese werden dabei ohne direkten Sichtkontakt von den Pilot:innen gesteuert. Damit wird schnell und sicher der Zustand der Strecke überprüft und Streckensperren minimiert. Die Drohnen werden aus hangarbasierten Drohnen-Garagen gestartet, die über das Streckennetz verteilt sind. Die Drohnen senden in Echtzeit Bilder an die Leitzentrale, wo die nötigen Entscheidungen getroffen werden.

Im Teilmarkt Maritime gab es Aufträge von den deutschen und belgischen „Maritime Rescue and Coordination Centres“ (MRCC). Die MRCCs sind eine zentrale Meldestelle für Notfälle auf See, wie etwa Schiffe in Seenot, Unfälle, Ölverschmutzungen oder Privatpersonen in Notsituationen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und die Agentur für Seeverkehrsdienste und Küste in Belgien haben Frequentis jeweils mit der Lieferung eines modernen und flexiblen Incident Management Systems als Teil der Frequentis MarTRX-Lösung beauftragt. Mit Großbritannien reiht sich eine weitere Nation von MarTRX-Nutzern in den Kundenkreis ein. Damit wird der britischen Küstenwache (MCA – Maritime and Coastguard Agency) ermöglicht, die Arbeitsabläufe zur Versendung von Navigationsinformationen (NAVTEX) zu vereinfachen. Die Annahme von Notrufen von den global operierenden britischen Schiffen mittels DSC (digital selective calling) wird künftig durch die Lösung von Frequentis verbessert. Im Zuge dieses Projekts werden 130 Funkstandorte entlang der britischen Küste an die MarTRX-Zentrale angebunden.

Auftragsstand

Der Auftragsstand per 31. Dezember 2023 betrug EUR 594,7 Mio. (inkl. dem Auftragsstand der neu erworbenen Unternehmen), eine Steigerung von 13,9% oder EUR 72,6 Mio. im Vergleich zu Ende Dezember 2022 mit EUR 522,0 Mio. Rund 63% des Gesamt-Auftragsstands (Dezember 2022: 63%) waren dem Segment Air Traffic Management und 37% (Dezember 2022: 37%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.

Umsatz und Betriebsleistung

Im Jahr 2023 konnte eine Steigerung des Umsatzes um 10,8% oder EUR 41,5 Mio. auf EUR 427,5 Mio. erzielt werden (2022: EUR 386,0 Mio.). Die beiden Akquisitionen der deutschen FRAFOS und der norwegischen Frequentis Recording trugen im Jahr 2023 in Summe rund EUR 2 Mio. zum Umsatz bei, das organische Wachstum liegt damit bei 10,2%. Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 13,8% auf EUR 293,3 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg von 4,8% auf EUR 133,8 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2023 bei 69% : 31% für die beiden Segmente Air Traffic Management und Public Safety & Transport (2022: 67% : 33%).

Nach Regionen entfielen im Jahr 2023 66% (2022: 65%) des Umsatzes auf Europa, 16% (2022: 16%) auf Amerikas, 11% (2022: 12%) auf Asien, 6% (2022: 5%) auf Australien / Pazifik, 1% (2022: 2%) auf Afrika, <1% (2022: <1%) waren nicht zugeordnet.

Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen lag bei EUR -0,5 Mio. im Jahr 2023 (2022: EUR <0,1 Mio.). Die aktivierten Eigenleistungen stiegen auf EUR 4,1 Mio. (2022: EUR 2,6 Mio.), vor allem bedingt durch für die Vermietung hergestellter Sprachvermittlungssysteme. Die sonstigen Erträge gingen auf EUR 8,1 Mio. zurück (2022: EUR 10,5 Mio.). Die größten Einzelpositionen sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus Forschungsprämien. Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2023 um 10,0% auf EUR 439,2 Mio. (2022: EUR 399,1 Mio.).

Ergebnis

Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhten sich um 5,5% auf EUR 104,7 Mio. (2022: EUR 99,2 Mio.) und damit niedriger als der Umsatzanstieg. Der Personalaufwand erhöhte sich um 11,8% auf EUR 227,9 Mio. (2022: EUR 203,9 Mio.) und damit über dem Umsatzanstieg. Dies ist begründet durch das Personalwachstum, Gehaltserhöhungen, die die hohe Inflation berücksichtigen mussten, und die im Laufe des Jahres 2023 neu hinzugekommenen Gesellschaften. Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 24,1% auf EUR 62,4 Mio. (2022: EUR 50,3 Mio.), vor allem aufgrund höherer Reise- und Werbekosten, u. a. für Fachmessen, der Veränderung der Projektrückstellungen und erhöhten Energieaufwendungen.Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten Reisemöglichkeiten nach dem Abflauen der COVID-19 Pandemie sowie gestiegener Flugpreise sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,0 Mio. auf EUR 12,7 Mio. gestiegen, dies entspricht 3,0% des Umsatzes im Jahr 2023. Sie befinden sich damit absolut über, relativ zum Umsatz unter dem Niveau des Jahres 2019 und damit vor Beginn der COVID-19 Pandemie (2019: EUR 11,9 Mio. oder 3,9% des Umsatzes). Es ist angestrebt, dass sich die Reisekosten in Relation zum Umsatz in der Größenordnung von rund 3-4% des Umsatzes bewegen. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) ging auf EUR 44,2 Mio. im Jahr 2023 zurück (2022: EUR 45,6 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 10,3% im Jahr 2023 nach 11,8% im Jahr 2022. Die Abschreibungen blieben auf einem annähernd gleichen Niveau von EUR 17,5 Mio. (2022: EUR 17,5 Mio.). Im Jahr 2023 war kein Wertminderungsbedarf zu verzeichnen, im Jahr 2022 ergab sich ein Wertminderungsbedarf von EUR 3,1 Mio., bedingt durch die Wertminderung für Produktrechte der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Frequentis Comsoft GmbH. Das EBIT erhöhte sich als Summe aller oben angeführten Veränderungen auf EUR 26,6 Mio. im Jahr 2023 (2022: EUR 25,0 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 6,2% nach 6,5% im Jahr 2022. Aufgrund des Anstieges der Zinsen erhöhten sich einerseits die Finanzerträge im Jahr 2023 um EUR 0,7 Mio. auf EUR 0,9 Mio. (2022: EUR 0,2 Mio.)., andererseits stiegen die Finanzierungs- aufwendungen (in dieser Position sind auch Zinsen für Leasingverhältnisse enthalten) um EUR 0,7 Mio. auf EUR 1,4 Mio. (2022: EUR 0,7 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2023 bei EUR 26,4 Mio. (2022: EUR 24,7 Mio.). Der Aufwand für Ertragsteuern betrug EUR 6,4 Mio. (2022: EUR 5,9 Mio.). Daraus errechnet sich ein Steuersatz von 24,4% (2022: 23,7%). Frequentis AG 132 Geschäftsentwicklung Lagebericht 2023 Das Konzernergebnis stieg im Jahr 2023 auf EUR 20,0 Mio. (2022: EUR 18,9 Mio.). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2023 EUR 1,39 (2022: EUR 1,41), das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2023 EUR 1,38 (2022: EUR 1,41). Mitarbeiter:innen Der Personalstand erhöhte sich um 6,5% auf durchschnittlich 2.217 Vollzeitkräfte für das Jahr 2023 (2.081 Vollzeitkräfte im Jahr 2022). Rund 1.100 Vollzeitkräfte, also in etwa die Hälfte, waren in Österreich beschäftigt. Vermögens- und Kapitalstruktur Die Bilanzsumme erhöhte sich um 9,1% auf EUR 371,1 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 340,3 Mio.), unter anderem durch höhere Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden. Die Eigenkapitalquote lag bei 41,9% (Ende Dezember 2022: 43,3%). Das Eigenkapital erhöhte sich um EUR 8,3 Mio. auf EUR 155,6 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 147,3 Mio.). Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2023 auf EUR 84,3 Mio. und lag damit unter dem Wert per Ende Dezember 2022 mit EUR 91,0 Mio. Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2023 Sachanlagen in Höhe von EUR 55,9 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 53,3 Mio.), immaterielle Vermögenswerte mit EUR 17,5 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 14,5 Mio.) und Geschäfts- oder Firmenwerte mit EUR 11,4 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 5,8 Mio.) die drei größten Positionen des langfristigen Vermögens von in Summe EUR 94,0 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 80,4 Mio.). Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 277,1 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 259,8 Mio.) sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inkl. Termingelder, die bedeutendste Position mit in Summe EUR 84,7 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 91,4 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 81,0 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 77,0 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit EUR 61,3 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 50,5 Mio.) und die Vorräte mit EUR 26,6 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 21,7 Mio.). Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können. Von den gesamten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per Ende Dezember 2023 mehr als zwei Drittel auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als ein Drittel lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas. Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 155,6 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 147,3 Mio.). Die zweitgrößte Position waren die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 142,4 Mio. per Ende Dezember 2023 (Ende Dezember 2022: EUR 131,0 Mio.), davon entfielen EUR 72,1 Mio. auf Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (Ende Dezember 2022: EUR 68,0 Mio.). Frequentis AG Lagebericht 2023 Geschäftsentwicklung 133 Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) mit EUR 73,0 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 61,9 Mio.) war die Position langfristige Leasingverbindlichkeiten mit EUR 29,2 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 30,8 Mio.) am größten. Cash Flow Der Cash Flow aus dem Ergebnis stieg im Jahr 2023 auf EUR 46,8 Mio. (2022: EUR 43,6 Mio.). Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit stieg im Jahr 2023 auf EUR 25,7 Mio. (2022: EUR 14,2 Mio.), vor allem beeinflusst von der positiven Entwicklung des Cash Flows aus dem Ergebnis und der Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten und Vertragsverbindlichkeiten, dem höhere Zahlungen für Ertragsteuern in verschiedenen Ländern gegenüberstanden. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2023 bei EUR -18,8 Mio. (2022: EUR -20,1 Mio.). In dieser Summe sind auch die Auszahlungen für den Erwerb der deutschen FRAFOS und der norwegischen Frequentis Recording enthalten. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / CapEx) lagen mit EUR 11,7 Mio. über dem Niveau des Jahres 2022 mit EUR 10,1 Mio. Die Jahre 2022 und 2023 waren beeinflusst von aktivierten Eigenleistungen, vor allem bedingt durch Sprachvermittlungssysteme, welche in diesen Jahren erstellt wurden. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit verbesserte sich im Jahr 2023 auf EUR -13,4 Mio. (2022: EUR -16,5 Mio.), vor allem durch die Aufnahme von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen, dem die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen gegenüberstand. Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit im Jahr 2023 in Summe auf EUR -6,6 Mio. (2022: EUR 22,4 Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende Dezember 2023 auf EUR 74,2 Mio. (Ende Dezember 2022: EUR 81,4 Mio.). Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023, Kapitel 36. Frequentis AG 134 Entwicklung der Segmente Lagebericht 2023 Entwicklung der Segmente Air Traffic Management / ATM Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt. Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO / International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar, Funk, Netzwerk, ist ähnlich. Das militärische ATM-Portfolio von Frequentis umfasst Kommunikations- und Informationslösungen für die Luftverteidigung und militärische Flugsicherung, Systeme zur vernetzten Operationsführung sowie taktische Netzwerke und Führungs- und Informationssysteme, auch für den behörden- übergreifenden Einsatz, sowie verschlüsselte, interoperable Kommunikationslösungen für missions- kritische Anwendungen. Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2023 um 13,8% auf EUR 293,3 Mio. (2022: EUR 257,8 Mio.). Das EBIT lag bei EUR 10,1 Mio. (2022: EUR 10,2 Mio.). Highlights im operativen Geschäft Unter anderem erfolgten wichtige Fortschritte und Abnahmen bei den Sprachkommunikations- systemen für die britische, französische und koreanische Flugsicherung. Am Flughafen von Montreal, Kanada, ist das Sprachkommunikationssystem im neuesten Release X10 in Betrieb gegangen. Durch die Nutzung seiner agilen, hochmodernen und serviceorientierten Architektur ermöglicht das X10 künftige Vorteile im Betrieb durch die nahtlose Integration mit anderen Systemen. Im Drohnen-Management hat die Flugsicherung von Estland gemeinsam mit Frequentis erste Schritte zur automatisierten und digitalen Implementierung von Drohnen in den Flugverkehr gesetzt. Die Anstrengungen im Drohnen-Management werden auch von der Fachwelt gewürdigt: Im Rahmen der Airspace World Messe 2023 in Genf erhielten Frequentis, die norwegische Flugsicherung Avinor und die norwegische Luftrettung im Rahmen der ATM Awards den „Overall Excellence“ Air Traffic Management Award für die Demonstration des sicheren Betriebs von Drohnen und Luftrettung. In Österreich wird das Drohnenfliegen seit Ende Oktober 2023 noch sicherer und einfacher.# Lagebericht 2023

Entwicklung der Segmente

135 Public Safety & Transport / PST

Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs- und Steuerungsaufgaben. Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf Küstenwachen und Hafenbetreibern.

Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk, ist ähnlich. Trotz mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.

Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport erhöhte sich im Jahr 2023 um 4,8% auf EUR 133,8 Mio. (2022: EUR 127,7 Mio.). Das EBIT stieg auf EUR 16,7 Mio. (2022: EUR 14,9 Mio.).

Highlights im operativen Geschäft

Im Teilmarkt Public Safety ist der vollständige und abgeschlossene Rollout der multimedialen Kommunikationslösung 3020 LifeX in Bayern, Deutschland, hervorzuheben. Nun arbeitet die gesamte Polizei in Bayern mit 3020 LifeX-Systemen. Im Saarland ging nach der Umschaltung der Polizei-Leitstelle auf 3020 LifeX diese in den Wirkbetrieb. Ergänzend ist hervorzuheben, dass Frequentis Deutschland den Auftrag vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar erhalten hatte und dieses Projekt in nur sechs Monaten umsetzte.

Im Rahmen des Ambulance Radio Program wurden Systeme in den ersten von elf Kontrollzentralen der Ambulance Trusts (Regionen) in England, Schottland und Wales in den operativen Betrieb übernommen.

In der Public-Safety-Organisation „Public Safety Communication Europe“ wurde die Frequentis-Expertin Charlotte Rösener im Jahr 2023 zur Präsidentin ernannt. Sie wurde 2021 Vorsitzende des Industriekomitees und eines der vier Vorstandsmitglieder. Das PSCE-Forum ist eine Non-Profit Organisation im Bereich Kommunikationstechnologien für Behörden und Blaulichtorganisationen (Polizei, Feuerwehr und Rettung).

Im Teilmarkt Public Transport konnten wesentliche Meilensteine bei Kunden in Europa und Australien abgeschlossen werden. Damit wird die Zukunftssicherheit weiter erhöht und die Basis gelegt, um bestimmte Themen, wie z. B. Sicherheitsanforderungen, besser zu adressieren. Bei der im Berichtsjahr abgehaltenen Kundenveranstaltung RailDays in Wien war unter anderem die gemeinsame Arbeit an der System Roadmap für das Bahnwesen ein Schwerpunkt.

Im Teilmarkt Maritime gingen die jeweiligen Systeme in Australien und Ägypten in den Betrieb. Wichtige Fortschritte und Abnahmen gab es in den Projekten für die Niederlande und Norwegen.

136 Forschung & Entwicklung

Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender:innen flexiblere Systeme und Software- Lösungen. Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen notwendig.

Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote- Aufgaben gefragt ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger. Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk erweitert.

Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren.

Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt im Bereich New Business Development. Der aktuelle Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnenmanagement sowie der Nutzung von 5G / LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software as a Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen. Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain- Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich.

Bei solchen Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt.

Im Jahr 2023 wurden für eigene, nicht von Kunden beauftragte, Forschungs- und Entwicklungs- aktivitäten EUR 25,2 Mio. (2022: EUR 26,8 Mio.) aufgewendet – dies entspricht rund 6% des Umsatzes des Jahres 2023 (2022: rund 7% des Umsatzes).

Nichtfinanzielle Informationen

Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.

Konsolidierter Corporate Governance-Bericht

Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter www.frequentis.com/ir > Corporate Governance verfügbar.

137 Chancen- & Risikomanagement

Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu setzen.

Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies, zusammen mit dem Risikobewusstsein der Belegschaft, ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln.

Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichts zusammen, der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision. Compliance-Verstöße können für jedes Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen.

Die Risk Management Policy ist an den international anerkannten Standard der ISO 31000 angelehnt. Diese Policy bildet das Rückgrat der Bemühungen, Risiken systematisch zu identifizieren, bewerten und managen. Durch diesen bewährten Vorgang gewährleistet Frequentis eine ganzheitliche Betrachtung der Chancen und Risiken. In regelmäßigen Abständen führt die erweiterte Management- runde eine umfassende Diskussion über die resultierenden Maßnahmen zur Chancennutzung sowie zur Risikoreduzierung. Hierbei werden gezielte Aktionspunkte identifiziert und beschlossen, um sicherzustellen, dass Frequentis agil auf Herausforderungen reagieren kann und gleichzeitig die sich bietenden Möglichkeiten voll ausschöpft. Diese proaktive Vorgehensweise sichert nicht nur die Ertragskraft des Unternehmens, sondern stärkt auch die Position in einem sich verändernden geschäftlichen Umfeld.

Für den Prozess zeichnet der Director Group Security & Risk Management verantwortlich. Um internen und externen Personen die Kommunikationswege zur Meldung von Vorfällen zu vereinfachen, führte Frequentis auf Gruppenebene Ende 2021 ein Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System) ein, welches sowohl über die Website unter www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über das Intranet erreichbar ist. Damit werden die Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, erfüllt.

Projektmanagement als operatives Herzstück

Wesentliche Bedeutung hat das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt.# Chancen- & Risikomanagement

In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgt die Steuerung des gesamten Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäftstypen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran.

Frequentis AG 138
Chancen- & Risikomanagement
Lagebericht 2023

Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.

Evaluierung des Risikomanagements

Die BDO Assurance GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2024 im Zuge der Abschlussprüfung bestätigt.

Risiken im Überblick

Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken. Um einen umfassenden Überblick über die Risiken innerhalb der Frequentis-Gruppe zu erhalten, werden diese nach Auswirkungen kategorisiert. Durch die Einteilung in Projekte, Finanz, Recht & Compliance, Operational & HR (Human Resources), Security, Strategie und ESG (Environmental, Social und Governance) wird eine präzise Struktur geschaffen, die es ermöglicht, die vielfältigen Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeiten vollständig zu erfassen. Im Folgenden werden die spezifischen Kategorien erläutert, um ein umfassendes Verständnis für die Risikomanagement- strategien und -aktivitäten zu vermitteln.

Frequentis AG
Lagebericht 2023
Chancen- & Risikomanagement 139

Risiken in Bezug auf Projekte

Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage. Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der Wettbewerb ist intensiv und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen, budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt- abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt ist. Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der Auftragseingänge, der operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ. Zudem sind Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss der jeweiligen Projekte abhängig.

Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten. Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solche Großaufträge gab, einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.

Kostenüberschreitungen. Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden können.

Weitere Risiken aus diesem Bereich. Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.

Risiken in Bezug auf Finanz

Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien. Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien, Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien kann zu Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen von Waren- und Dienstleistungsverträgen in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden, kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.

Frequentis AG 140
Chancen- & Risikomanagement
Lagebericht 2023

Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden. Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt- durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren. Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.

Weitere Risiken aus diesem Bereich.
* Nicht ausreichende Generierung von Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.
* Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.
* Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.
* Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.
* Hohe bzw. über dem langjährigen Durchschnitt liegende Inflationsraten.

Risiken in Bezug auf Recht & Compliance

Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand. Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:
* der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;
* solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen erfordern;
* öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen, die oft nicht individuell verhandelbar sind;
* staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis dominieren) aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter bestimmter anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;
* ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden kann.

Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben. Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor. In solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt vornehmen.

Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer). Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.

Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer. Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und / oder Systemintegrators einnimmt, was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Dritt- lieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen, so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatz- forderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.

Frequentis AG
Lagebericht 2023
Chancen- & Risikomanagement 141

Weitere Risiken aus diesem Bereich. Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.# Chancen- & Risikomanagement

Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen, insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht. Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr geistiges Eigentum zu verteidigen. Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen Vorschriften oder Illiquidität von Banken. Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen. Embargos und andere Handelsbeschränkungen. Compliance bezogene Risiken.

Risiken in Bezug auf Operational & Human Resources

Verlust von bestehenden Kunden.

Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von Dienstleistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.

Langfristige Verpflichtungen.

Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu 15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Komponenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu produzieren.

Ausbruch einer weltweiten Pandemie.

Der Ausbruch von Pandemien, wie z. B. der COVID-19 Pandemie kann zu einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können die Einschränkung der Reisefreiheit, Einreiseverbote, Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit verbundene Verringerung der Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren und Dienstleistungen einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten Märkte haben. Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.

Frequentis AG | 142 | Chancen- & Risikomanagement | Lagebericht 2023

Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen. Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder quantitative Anforderungen hinsichtlich der Mitarbeiter:innen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl von Systemexpert:innen im jeweiligen Land des Kunden.

Weitere Risiken aus diesem Bereich:

  • Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.
  • Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte Mitarbeiter:innen zu gewinnen.
  • Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.
  • Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder Kapazitätsengpässe aufweisen.

Risiken in Bezug auf Security

Cyberangriffe.

Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen. Ist die Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.

Änderungen der technologischen Standards.

Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen oder mehr Zeit und Kosten erfordern.

Risiken in Bezug auf Strategie

Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe, hängen unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung, die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und Optimierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel ab.

Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus.

Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber Frequentis bevorzugen.

Fortschreitende Kundenkonzentration.

Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen Kunden.

Frequentis AG | Lagebericht 2023 | Chancen- & Risikomanagement | 143

Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern.

Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und finanzielle Engpässe zu umgehen.

Wachstum durch Akquisitionen.

Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.

Risiken in Bezug auf Environmental, Social und Governance

Die Chancen und Risiken mit dem Schwerpunkt ESG (Environmental, Social und Governance) werden im gesonderten ↗ konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht im Kapitel Risiko-Auswirkungsanalyse dargestellt.

Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Frequentis AG | 144 | Lagebericht 2023

Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind, um gemäß den gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.

Aufbau Rechnungswesen

Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung einiger Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen Gesellschaften erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran anschließend einen Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzernrechnungswesen in Wien gesendet. Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzernrechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.

Konsolidierung

Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt. Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS-Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde. Falls erforderlich, werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben an die Tochtergesellschaften übermittelt.# Frequentis AG Lagebericht 2023

Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Kontrolle

Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzernrechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen, toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung) zusammengearbeitet. Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt und der Gesamtabschluss plausibilisiert. Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungstermin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Terminvorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird. Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr ein Zwischenbericht veröffentlicht.

Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen Kontrollsystems sichergestellt.

Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien, für deren Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist.

Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CFO eingerichtet. Der jährliche Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im Prüfungsausschuss berichtet sowie zweimal pro Jahr an den Gesamtvorstand.


Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2023 EUR 13.280.000,00 und war auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2023 insgesamt 18.485 Stück eigene Aktien bzw. 0,1392% des Grundkapitals (31. Dezember 2022: 8.910 Stück eigene Aktien bzw. 0,0671%). Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs. 5 AktG keine Rechte, insbesondere keine Stimmrechte, zu.

  2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend: Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.

  3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2023 mit mehr als 50,0% an der Frequentis AG beteiligt und war damit die unmittelbare Mehrheitsgesellschafterin der Frequentis AG. Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2023 mit mehr als 10,0% an der Frequentis AG beteiligt.

  4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2023 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.

  5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.

  6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.

    Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung Folgendes:
    Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Arbeitnehmervertreter. Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu entsenden.
    Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig.
    Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsichtsrates kann vor Ablauf der Funktionsperiode von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe.
    Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach Maßgabe von § 88 Abs. 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann durch die Entsendungsberechtigten ersetzt werden.
    Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu richten.
    Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig.
    Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitglieds.

    Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes:
    Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem genehmigten und / oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.

  7. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. Juni 2023 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 31. Mai 2028 um bis zu EUR 6.640.000 (sechs Millionen sechshundertvierzigtausend) durch Ausgabe von bis zu 6.640.000 (sechs Millionen sechshundertvierzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 gemäß § 65 Absatz 1 Ziffer 4 und Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als 20% unter und der höchste Gegenwert nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden. Im Falle des außer- börslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem einzigen Aktionär.

Der Vorstand ist ferner ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.# Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2019 gemäß § 65 Absatz 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 19. September 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb auch auf eine andere Art und Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien a) zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und / oder Mitglieder des Vorstands / der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long Term Incentive Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, c) als Gegenleistung beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- oder Ausland, und d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden, und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen, wobei die Ermächtigung ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden kann.
8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB.
9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Frequentis AG 148 Ausblick Lagebericht 2023

Ausblick

Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden im Jahr 2023 erreicht. Der Umsatz stieg um 10,8% auf EUR 427,5 Mio. und damit erstmals über die Schwelle von EUR 400 Mio. Der Auftragseingang erhöhte sich um 24,7% auf EUR 504,8 Mio. und lag damit erstmals über der Schwelle von EUR 500 Mio. Das EBIT lag bei EUR 26,6 Mio., die EBIT-Marge bei 6,2%. Das Geschäftsmodell von Frequentis verdeutlicht damit seine Robustheit. Die gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr.

Akquisitionen

  • Akquisition zur Stärkung der Cybersicherheitskompetenz: Im April 2023 übernahm Frequentis 76,67% der Anteile der FRAFOS GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland. FRAFOS liefert wichtige Sicherheitskomponenten für die Frequentis Kommunikationslösungen in allen sicherheitskritischen Bereichen.
  • Akquisition am Recorder-Markt: Im Juli 2023 übernahm Frequentis 100% an dem norwegischen Software-Unternehmen GuardREC ATC AS, welches inzwischen im Zuge des Integrationsprozesses in Frequentis Recording AS umbenannt wurde. Durch die Akquisition wird die Recorder-Kompetenz in allen Geschäftsbereichen gesteigert.

Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.

Langfristige Vision

Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet, wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im Projektgeschäft gesehen. Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet. So fragen beispielsweise die Kunden des Segments Public Safety & Transport zu einem sehr hohen Anteil kaum noch Hardware nach, sodass die Angebote von Frequentis für diese Kundengruppe aus dem Projektmanagement, dem Training, der Software, Services innerhalb des Projektes und Wartungsverträgen bestehen.

Frequentis AG Lagebericht 2023 Ausblick 149

Prognose für das Jahr 2024

Die Unwägbarkeiten bleiben unverändert bestehen und haben sich teilweise ausgeweitet:

  • der Krieg in der Ukraine geht in sein drittes Jahr,
  • der Krieg zwischen Israel und der Hamas sorgt für weitere Spannungen,
  • die Inflation, besonders in Österreich, ist weiterhin weit entfernt von den gewohnten Werten von im Durchschnitt weniger als 2% seit der Jahrtausendwende im Euroraum,
  • die großen Volkswirtschaften, wie die USA oder der Euroraum, werden im Jahr 2024 voraussichtlich ein Wachstum von lediglich 2,1% bzw. 0,9% aufweisen (IWF-Prognose Jänner 2024).

Bei Ausbruch, auch von nur begrenzten Konflikten, kann es rasch zu Verwerfungen am weltweiten IT-Hardware-Markt kommen. Frequentis ist von jeher im Projektgeschäft mit umfangreichen Herausforderungen und sich dynamisch ändernden externen Einflüssen vertraut und passt sich laufend an das gegebene Umfeld an. Die Vielzahl an Unsicherheiten macht Vorhersagen derzeit schwierig. Die genauen Auswirkungen der angeführten Punkte und der Inflation auf die Kosten, also u.a. Reisekosten, höhere Gehaltsabschlüsse, verzögerte Weitergabe der inflationsbedingten Preissteigerungen an die Kunden sowie potenzielle Lieferkettenengpässe und Lieferverzögerungen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.

Die Aufwendungen für eigenbetriebene Forschung & Entwicklung lagen im Jahr 2023 bei EUR 25,2 Mio., im Jahr 2024 werden diese ein höheres Niveau aufweisen. Die Investitionen (CapEx) werden rund EUR 12 Mio. betragen.

Frequentis strebt danach, abhängig von den zuvor angeführten Punkten, folgende Ziele im Jahr 2024 im Vergleich zum Jahr 2023 zu erreichen:

  • Steigerung des Umsatzes,
  • Steigerung des Auftragseingangs,
  • EBIT-Marge von rund 6%.

Wien, am 11. März 2024

Norbert Haslacher e.h. Vorstandsvorsitzender
Monika Haselbacher e.h. Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h. Mitglied des Vorstands
Peter Skerlan e.h. Mitglied des Vorstands

Frequentis AG Jahresabschluss 2023

Frequentis AG – Jahresabschluss 2023 151

Frequentis AG – Jahresabschluss 2023

Frequentis AG 152 Bilanz Jahresabschluss 2023

Bilanz

1. Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen 59.599.444,75 47.823.275,85
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.542.006,75 1.366.843,50
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile, sowie daraus abgeleitete Lizenzen 1.521.926,00 1.247.435,00
2. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände 20.080,75 119.408,50
II. Sachanlagen 6.775.257,10 5.841.711,96
1. Bauten auf fremden Grund 1.256.082,00 1.388.918,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 236.061,00 284.214,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.748.384,00 3.690.118,00
4. Anlagen in Bau 534.730,10 478.461,96
III. Finanzanlagen 51.282.180,90 40.614.720,39
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 40.980.881,15 30.176.635,12
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 9.986.810,93 10.057.904,08
3. Beteiligungen 287.000,00 345.181,19
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 27.488,82 0,00
5. Anzahlungen für Finanzanlagevermögen 0,00 35.000,00
B. Umlaufvermögen 139.113.378,56 122.158.808,28
I. Vorräte 45.756.162,84 33.289.986,23
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.791.755,98 13.774.690,39
2. Unfertige Erzeugnisse 521.341,54 768.749,57
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.527.998,84 1.841.494,82
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen 44.102.476,21 34.360.436,32
abzüglich erhaltene Anzahlungen -18.323.422,81 -17.924.645,16
5. Geleistete Anzahlungen 1.136.013,08 469.260,29
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 57.801.665,81 40.767.558,57
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 25.729.697,65 25.020.455,58
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 365.340,25 477.055,14
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 25.243.903,04 11.654.835,31
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.628.615,47 4.640.695,91
3. Forderungen gegenüber Unternehmen 0,00 52.445,94
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 6.828.065,12 4.039.821,74
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 20.254,74 4.791,91
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 35.555.549,91 48.101.263,48
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.373.615,26 4.578.253,75
D. Aktive latente Steuer 373.243,53 441.416,28
204.459.682,10 175.001.754,16

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Bilanz 153

PASSIVA 31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital 112.519.181,10 99.269.167,47
I. Nennkapital 13.261.515,00 13.271.090,00
1. Grundkapital 13.280.000,00 13.280.000,00
2. Eigene Anteile -18.485,00 -8.910,00
II. Kapitalrücklage 21.888.898,00 21.888.898,00
1. Gebundene Kapitalrücklage 21.888.898,00 21.888.898,00
III. Optionsrücklage 798.135,00 739.102,70
IV. Gewinnrücklagen 1.018.485,00 1.008.910,00
1. Gesetzliche Rücklage 1.000.000,00 1.000.000,00
2. Rücklage wegen eigener Anteile 18.485,00 8.910,00
V. Bilanzgewinn 75.552.148,10 62.361.166,77
davon Gewinnvortrag 59.439.783,47 43.407.374,98
B. Rückstellungen 37.992.549,07 31.339.214,36
I. Rückstellungen für Abfertigungen 13.673.371,00 11.928.105,00
II. Rückstellungen für Pensionen 0,00 0,00
III. Steuerrückstellungen 3.446.400,39 3.200.038,93
IV. Sonstige Rückstellungen 20.852.777,68 16.211.070,43
C. Verbindlichkeiten 48.831.650,16 40.899.298,18
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 46.973.220,16 40.615.452,18
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.875.633,89 283.846,00
I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0,00
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 0,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
II.
2023 2022
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 27.321.926,02 25.929.420,13

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

2023 2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.308.669,19 11.698.962,92
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 11.308.669,19 11.698.962,92
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

2023 2022
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.019.608,59 1.157.218,22
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 5.002.404,70 1.157.218,22
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 17.203,89 0,00

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

2023 2022
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 230.250,03 208.285,90
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 230.250,03 208.285,90
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00

Sonstige Verbindlichkeiten

2023 2022
Sonstige Verbindlichkeiten 4.951.196,33 1.905.411,01
davon aus Steuern 330.071,17 181.998,09
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4.026,13 5.341,28
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 3.092.766,33 1.621.565,01
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.858.430,00 283.846,00

D. Rechnungsabgrenzungsposten

2023 2022
D. Rechnungsabgrenzungsposten 5.116.301,77 3.494.074,15
204.459.682,10 175.001.754,16

Frequentis AG

Gewinn- und Verlustrechnung Jahresabschluss 2023

Gewinn- und Verlustrechnung 2023

2023 EUR 2022 EUR
1. Umsatzerlöse 271.653.522,88 238.243.529,13
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen 9.126.861,07 8.434.996,70
3. Sonstige betriebliche Erträge 4.110.105,97 10.166.278,33
a. Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 14.000,00 0,00
b. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 597.867,78 7.875.882,16
c. Übrige 3.498.238,19 2.290.396,17
4. Betriebsleistung 284.890.489,92 256.844.804,16
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -112.706.336,02 -100.506.234,75
a. Materialaufwand -28.920.111,25 -22.659.444,06
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen -83.786.224,77 -77.846.790,69
6. Rohertrag 172.184.153,90 156.338.569,41
7. Personalaufwand -108.841.135,43 -97.603.464,31
a. Gehälter -82.951.976,28 -75.774.070,40
b. soziale Aufwendungen -25.889.159,15 -21.829.393,91
davon Aufwendungen für Altersversorgung -200.000,00 0,00
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -2.890.821,05 -908.382,82
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -20.229.753,97 -18.873.203,41
8. Abschreibungen -3.357.288,97 -3.412.995,87
a. auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.357.288,97 -3.412.995,87
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen -45.980.264,79 -34.675.147,80
a. Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und Ertrag fallen -142.209,74 -170.308,56
b. Übrige -45.838.055,05 -34.504.839,24
10. Betriebsergebnis 14.005.464,71 20.646.961,43
11. Erträge aus Beteiligungen 4.875.590,75 4.452.949,34
davon aus verbundenen Unternehmen 4.663.330,18 4.338.564,91
12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 564.920,20 371.819,40
davon aus verbundenen Unternehmen 564.920,20 371.819,40
13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.728.964,11 335.573,16
davon aus verbundenen Unternehmen 964.434,30 247.020,14
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens 0,00 -1.531.166,47
davon Abschreibungen 0,00 0,00
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen 0,00 -1.531.166,47

Gewinn- und Verlustrechnung 155

2023 EUR 2022 EUR
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -433.683,84 -280.233,02
a. Zinsaufwand -179.951,68 -16.955,17
b. ähnliche Aufwendungen -253.732,16 -263.277,85
16. Finanzergebnis 6.735.791,22 3.348.942,41
17. Ergebnis vor Steuern 20.741.255,93 23.995.903,84
18. Steuern vom Einkommen und Ertrag -4.140.351,95 -5.069.568,56
a. Körperschaftsteuer -4.072.179,20 -3.283.302,20
b. latente Steuer -68.172,75 -1.786.266,36
19. Jahresüberschuss 16.600.903,98 18.926.335,28
20. Auflösung von Gewinnrücklagen 31.053,09 27.456,51
21. Zuweisung zu Gewinnrücklagen -519.592,44 0,00
22. Gewinnvortrag 59.439.783,47 43.407.374,98
23. Bilanzgewinn 75.552.148,10 62.361.166,77

Anhang Jahresabschluss 2023

Anhang

2. Allgemeine Grundlagen Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB), aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Der von der Frequentis AG aufgestellte Konzernabschluss nach IFRS, wie in der EU anzuwenden, wird am Firmensitz der Gesellschaft (Innovationsstraße 1, 1100 Wien) hinterlegt und beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115b offengelegt.

Die Frequentis Group Holding GmbH als Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen aufstellt, hinterlegt alle Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft (Dommayergasse 8/15, 1130 Wien) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997m.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden die Grundsätze der Vollständigkeit und der ordnungsmäßigen Bilanzierung eingehalten. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Bei Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet.

Die in Klammer angeführten Zahlen beziehen sich auf den Jahresabschluss des Vorjahres. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschluss- stichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die im Geschäftsjahr oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet, die – soweit abnutzbar – um die planmäßigen Abschreibungen vermindert wurden. Die geringwertigen Vermögensgegenstände wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wurde linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauern liegen dabei, unverändert zum Vorjahr, zugrunde:

  • Bauten auf fremden Grund bis zu 40 Jahren
  • Technische Anlagen und Maschinen bis zu 10 Jahren
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung bis zu 20 Jahren
  • Lizenzen und Rechte bis zu 10 Jahren

Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit Wertminderungen eingetreten sind, wurde der zum Abschlussstichtag beizulegende niedrigere Wert angesetzt.

Wertpapiere des Anlagevermögens wurden zu den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsenkursen bewertet. Soweit eine Zuschreibung auf einen höheren Kurs bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten möglich war, wurde diese auch zum Bilanzstichtag durchgeführt. Soweit Anlagegegenständen am Bilanzstichtag auf Dauer ein niedrigerer Wert beizulegen war, wurden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bewertet. Die fertigen Erzeugnisse, die unfertigen Erzeugnisse und die noch nicht abrechenbaren Leistungen wurden zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen:

  • Fertigungsmaterialeinzelkosten
  • Fertigungslöhne
  • Sonderkosten der Fertigung
  • Variable Materialgemeinkosten
  • Angemessene Teile der fixen Materialgemeinkosten
  • Variable Fertigungsgemeinkosten
  • Angemessene Teile der fixen Fertigungsgemeinkosten
  • Aufwendungen für Sozialeinrichtungen, für freiwillige Sozialleistungen, für betriebliche Altersversorgung, etc.

Das Niederstwertprinzip wurde angemessen berücksichtigt. Aufgrund des hohen Anteils von langfristigen Fertigungsaufträgen an der gesamten Betriebsleistung wird nur durch die Aktivierung von angemessenen Teilen der Verwaltungs- und Vertriebsgemein- kosten die Darstellung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erreicht. Daher wurden gemäß § 206 Abs. 3 UGB bei Aufträgen, deren Ausführung sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt, angemessene Teile der Verwaltungs- und Vertriebskosten angesetzt. Die Herstellungskosten wurden insoweit reduziert, als dies für eine verlustfreie Bewertung notwendig ist.

Die Forderungen wurden mit dem Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen wurden mit dem Entstehungskurs oder dem allenfalls niedrigeren Mittelkurs bewertet. Bei der Bewertung von Forderungen wurden erkennbare Risiken durch individuelle Abwertungen berücksichtigt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag ausgewiesen.

Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite weisen gemäß § 198 Abs. 5 UGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aus, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag sind.

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Comittee) Stellungnahme „Personalrückstellungen (UGB)“ ermittelt. In Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme wurde die Rückstellung für Abfertigungen nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Dabei kam ein Rechnungszinssatz von 3,50% p.a. (4,14%) und eine Steigerung der Gehälter von 4,60% p.a. (4,60%) zur Anwendung. Als Pensionsantrittsalter wurde das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gem. Pensionsreform 2004 zugrunde gelegt. Die Bildung beginnt jeweils mit dem erstmaligen Entstehen eines fiktiven Abfertigungsanspruches.

Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC Stellungnahme „Personalrückstellungen (UGB)“ gebildet.# Anhang

Jahresabschluss 2023

In Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme wurde die Rückstellung für Pensionen nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Es wurden die „Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ AVÖ 2018-P in der Ausprägung für Angestellte verwendet. Das Pensionsantrittsalter wurde mit 60 bzw. 65 Jahren angenommen und der Rechnungszinssatz beträgt 3,60% p.a. (4,20%). Dabei wurden die Pensionsanwartschaften nach dem laufenden Einmalprämienverfahren angesammelt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken. In den übrigen Rückstellungen wurden, unter Beachtung des Vorsichtsprinzips, alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie die der Höhe und dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden entsprechend § 211 UGB ermittelt. Soweit erforderlich, werden sie im Abschnitt „Erläuterungen zur Bilanz“ dargestellt.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht ermittelt (§ 211 Abs. 1 UGB). Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag, Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem Entstehungskurs bzw. mit dem höheren Mittelkurs angesetzt. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag einschließlich der angelasteten Zinsen angegeben. Soweit Zinstermine vom Bilanzstichtag abweichen, wurden vorausbezahlte Zinsen unter dem Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite ausgewiesen, noch nicht belastete Zinsen unter den sonstigen Verbindlichkeiten. Die Mitzugehörigkeit von Vermögensgegenständen oder Verbindlichkeiten zu anderen Bilanzpositionen ist, soweit erforderlich, bei den jeweiligen Posten angegeben.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage 1 zum Anhang) dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die Zugänge betrugen TEUR 761 für zugekaufte Software und Lizenzen.

Sachanlagen

Die Zugänge bei den Sachanlagen betrugen TEUR 3.705. Test- und Demosysteme in Höhe von TEUR 242 wurden im Jahr 2023 als Betriebs- und Geschäftsausstattung aktiviert. Die angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände (bis zu TEUR 1) wurden im Berichtsjahr zur Gänze abgeschrieben.

Anlagen in Bau

Die Anlagen in Bau betreffen mit TEUR 316 Test- und Demosysteme, welche noch nicht vollständig fertiggestellt wurden.

Finanzanlagen

Die Erhöhung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist auf die Akquisition der Frequentis Recording AS in Höhe von TEUR 5.699 zurückzuführen. Des Weiteren gab es Gesellschafterzuschüsse von TEUR 4.250 an die Frequentis Invest4Tech GmbH. Darüber hinaus gab es Anteilserhöhungen in Höhe von TEUR 36 an der AIRNAV Technology Services Inc., sowie in Höhe von TEUR 789 an der Secure Service Provision GmbH. Der angeschlossene Beteiligungsspiegel (Beilage 2 zum Anhang) enthält weitere Angaben zu den einzelnen Beteiligungsunternehmen.

Vorräte

Die Vorräte umfassen (Werte in TEUR):

31.12.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.792 13.775
Unfertige Erzeugnisse 521 769
Fertige Erzeugnisse 1.528 1.841
Noch nicht abrechenbare Leistungen 25.779 16.436
Kundenaufträge 44.102 34.360
erhaltene Anzahlungen -18.323 -17.924
Geleistete Anzahlungen 1.136 469
Summe 45.756 33.290

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren. Bei den übrigen Vorräten dienten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. jene niedrigeren Werte, die aufgrund der retrograden Bewertung von den bereits vereinbarten Lieferpreisen ermittelt wurden, als Basis für die Bewertung. Der Anstieg bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungs- verpflichtungen nachkommen zu können. Bei Aufträgen, deren Ausführung sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt, wurden angemessene Teile der Verwaltungs- und Vertriebskosten in Höhe von TEUR 5.265 (TEUR 3.881) berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 9.776 (TEUR 5.049) Lieferungen und Leistungen sowie mit TEUR 15.468 (TEUR 6.605) Darlehen sowie sonstige Finanzierungen. Der Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände beinhaltet mit TEUR 5.882 die Forschungsprämie für die Jahre 2021 bis 2023, sowie den Energiekostenzuschuss II. Im Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände sind Erträge in der Höhe von TEUR 6.044 (TEUR 3.505) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Von diesem Posten entfallen TEUR 8 (TEUR 4) auf Kassenbestände und der Rest auf Guthaben bei Kreditinstituten.

Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten setzt sich vor allem aus vorab geleisteten Zahlungen für die Miete Jänner 2024 in Höhe von TEUR 300 und aus sonstigen Abgrenzungen (z.B. für Softwarelizenzen, Wartung, Mitglieds- und Versicherungsbeiträge 2024) zusammen.

Latente Steuern

Die aktive latente Steuerabgrenzung resultiert aus folgenden zeitlich begrenzten Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des UGB-Abschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen (Werte in TEUR):

Aktivwert 2023 Passivwert 2023 Aktivwert 2022 Passivwert 2022
Abfertigungsrückstellung 5.124 4.198
Beteiligungsabschreibung und Veräußerung (steuerliche 1/7 Regelung) 499 632
Pensionsrückstellung 616 413
Prämienrückstellung 300 300
Nutzungsdauer Betriebs- und Geschäftsausstattung 147 190
Aktivposten Leasing -4 -1
Zinsen verb. Unternehmen 95 95
Langfristige Rückstellungen 111 86
Aktivierbare Verwaltungs- und Vertriebskosten -5.265 -3.882
Summe 6.892 -5.269 5.913 -3.882
Saldierter Wert 1.623 2.031
23% latente Steuer 373 1.057
24% latente Steuer -615

Eigenkapital

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 1. Juni 2023 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 31. Mai 2028 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 6,64 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6,64 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital).

Im Mai 2022 und im Mai 2023 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 und LTIP 2020 Ziele 6.590 (LTIP 2019) und 7.925 (LTIP 2020) Stück an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre der Gesellschaft auszuschließen.

Der Vorstand der Frequentis AG hat am 17. August 2023 beschlossen, ein Aktienrückerwerbs- programm gemäß § 65 Abs. 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 17.500 Stück eigene Anteile mit einem Gesamtwert von TEUR 520 (inkl. Nebenkosten) zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 13. November 2023 beendet. Mit 31. Dezember 2023 verfügt die Frequentis AG über 18.485 (31. Dezember 2022: 8.910) eigene Anteile. Das entspricht einem Anteil von 0,1392% am Grundkapital. Die Anzahl der insgesamt ausgegebenen Aktien betrug 13.280.000 (13.280.000). Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den Streubesitz.

Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 3,5% p.a. (4,14%) und eine Steigerung der Gehälter von 4,60% p.a. (4,60%) bei einem frühest möglichen Pensionsantritt nach der Pensionsreform 2004 ASVG angenommen. Für die Berechnung der Pensionsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 3,6% p.a. (4,2%) verwendet (Werte in TEUR).

2023 2022
Pensionsrückstellung 2.645 2.365
Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung -2.645 -2.365
Summe 0 0

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen mit TEUR 7.781 (TEUR 7.390) Personalrückstellungen (hauptsächlich variable Gehälter, noch nicht konsumierte Urlaubstage, Prämien), mit TEUR 32 (TEUR 220) Rückstellungen für offene Fremdleistungen, mit TEUR 266 (TEUR 160) Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten, mit TEUR 844 (TEUR 1.027) Rückstellungen für Prozesskosten, mit TEUR 10.387 (TEUR 5.374) Rückstellungen für Projekte (Gewährleistung und Restkosten sowie drohende Verluste) und mit TEUR 594 (TEUR 1.133) eine Rückstellung für derivative Finanzinstrumente.

Verbindlichkeiten

Für die aushaftenden Verbindlichkeiten wurden keine dinglichen (hypothekarischen) Besicherungen abgegeben. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr zur Gänze die laufende Verrechnung. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 314 (TEUR 896) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.858 betreffen mit TEUR 1.008 die Earn-Out Verbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Kauf der Frequentis Recording AS sowie mit TEUR 850 zwei Darlehen der österreichischen FFG (Forschungsförderungsgesellschaft).

Rechnungsabgrenzungsposten
Im Wesentlichen beinhaltet dieser Posten die Abgrenzung von im Voraus erhaltenen Zahlungen aus Wartungsverträgen.

Verpflichtungen aus der Nutzung von Sachanlagen
Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gem. § 238 Abs. 1 Z 14 UGB aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen beträgt im folgenden Geschäftsjahr 2024 TEUR 4.685 (TEUR 4.562) und in den folgenden fünf Jahren TEUR 19.551 (TEUR 19.487).

Frequentis AG 162 Anhang Jahresabschluss 2023

Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für ein größeres Kundenprojekt an die Frequentis Deutschland GmbH hat die Frequentis AG eine Patronatserklärung für diese Tochtergesellschaft ausgestellt. Die quantitativ nicht determinierte Patronatserklärung ist auf Vertragserfüllung gerichtet, wobei der überwiegende Teil der Leistungen für die betroffenen Projekte durch die Frequentis AG selbst erbracht wird und per 31.12.2023 auch bereits zum größten Teil erbracht wurde.

Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für größere Kundenprojekte der Frequentis Australasia Pty. Ltd., der Frequentis DFS Aerosense GmbH, der Frequentis Comsoft GmbH, der Frequentis UK Ltd., Frequentis Romania S.r.l., sowie der Systems Interface Ltd. und der AIRlabs Austria GmbH hat die Frequentis AG quantitativ nicht determinierte Patronatserklärungen, welche auf Vertrags- erfüllung gerichtet sind, ausgestellt.

Die Frequentis AG hat für verbundene Unternehmen Bankgarantien (größtenteils als Bidbonds, Performancebonds und Gewährleistungsbonds für Kundenprojekte) per 31.12.2023 iHv TEUR 24.868 (TEUR 23.557) abgegeben. Sie betreffen überwiegend Frequentis Deutschland GmbH, Frequentis Australasia Pty. Ltd., Frequentis Comsoft GmbH, Systems Interface Ltd., Frequentis Orthogon GmbH, Frequentis Solutions & Services s.r.o., Frequentis (Shanghai) Co. Ltd, sowie die Frequentis DFS Aerosense GmbH.

In einigen Fällen, in denen Frequentis AG nicht sämtliche Anteile an Tochtergesellschaften erworben hat, wurden vertragliche PUT-Optionen den weiteren Gesellschaftern eingeräumt. Diese verpflichten die Frequentis AG bei Ausübung weitere Anteile an den Tochtergesellschaften zu einem Preis in Abhängigkeit deren wirtschaftlichen Entwicklung zu erwerben. Der Gesamtbetrag der erwarteten diskontierten Zahlungen für diese Verpflichtungen beträgt zum Stichtag TEUR 5.493 (2022: TEUR 3.756).

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse, Bestandsveränderung und Sonstige betriebliche Erträge

Aufgliederung der Betriebsleistung nach Tätigkeitsbereichen (Werte in TEUR):

Air Traffic Management Public Safety & Transport Nicht aufteilbar Gesamt
2023
Umsatzerlöse 180.337 86.287 5.029 271.654
Bestandsveränderung 3.080 6.047 0 9.127
Sonstige betriebliche Erträge 3.030 816 265 4.110
Betriebsleistung 186.447 93.150 5.294 284.890
2022
Umsatzerlöse 144.433 90.096 3.714 238.243
Bestandsveränderung 11.735 -3.423 0 8.435
Sonstige betriebliche Erträge 6.269 1.545 2.303 10.166
Betriebsleistung 162.437 88.217 6.017 256.845

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Anhang 163

Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten (Werte in TEUR):

2023 2022
Österreich 10.945 17.261
EU (ohne Österreich) 109.773 109.896
Drittländer 150.936 111.087
Gesamt 271.654 238.244

Sonstige betriebliche Erträge (Werte in TEUR)

2023 2022
Abgang von Sachanlagen 14 0
Auflösung von Rückstellungen 598 7.876
Übrige betriebliche Erträge 3.498 2.290
Gesamt 4.110 10.166

In den übrigen betrieblichen Erträgen sind Erlöse aus der Forschungsprämie 2023 und 2022 in Höhe von TEUR 2.437 (Forschungsprämie 2022 und 2021: TEUR 2.285) enthalten.

Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von TEUR 132 (TEUR 560) und Zahlungen an die Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von TEUR 1.013 (TEUR 908) enthalten. Weiters sind im Personalaufwand TEUR 200 (TEUR 175) Zahlungen für die Pensionsversicherung und TEUR 124 (TEUR 106) Zahlungen an Bezugsberechtigte enthalten.

Die Veränderung des Deckungs- kapitals der für die Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen Lebensversicherungen beträgt TEUR 270 (TEUR 255) und wird mit den Pensionsaufwendungen saldiert im Personalaufwand ausgewiesen. Im Vorjahr wurden Erträge aus der Veränderung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen soweit zulässig mit dem Aufwand saldiert. Der übersteigende Betrag wurde als Auflösung von Rückstellungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Aus der Reduzierung des Zinssatzes (von 4,2% auf 3,6%) bei der Berechnung der Pensions- rückstellung resultieren Aufwendungen in Höhe von TEUR 175 (Ertrag TEUR 1.001). Die Zinsaufwendungen bzw. Zinserträge wurden im Betriebsergebnis erfasst.

Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Aufteilung der planmäßigen Abschreibungen auf die einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage 1) dargestellt. Auf die Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen entfallen TEUR 545 (TEUR 520).

Frequentis AG 164 Anhang Jahresabschluss 2023

Sonstige betriebliche Aufwendungen (Werte in TEUR)

2023 2022
Steuern 142 170
Übrige 45.838 34.505
Gesamt 45.980 34.675

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen betreffen (Werte in TEUR):

2023 2022
Reisekosten 7.595 6.667
Beratungsaufwand 6.764 5.183
Dotierung Projektrückstellung 5.141 0
Raummiete 4.374 4.279
Lizenzaufwand (bis 1 Jahr) 3.167 1.949
Versicherungen 2.621 2.202
Strom, Gas, Wasser, Abwasser 2.583 1.207
Werbeaufwand 2.456 2.264
Instandhaltung 1.654 1.489
Honorare an freie Mitarbeiter:innen, sowie Leihpersonal 1.536 1.522
Ausgangsfrachten 1.228 642
IT-Dienstleistungen 1.174 1.271
Gebühren und Beiträge 665 505
Bewirtungsaufwand 656 612
Reinigung 636 534
Bankspesen 586 713
Leasinggebühren 470 431
Personalbeschaffungskosten 437 309
Telefon- und Internetgebühren 394 450
Wertberichtigung Forderungen 387 255
Büroaufwand 148 188
Dotierung Rückstellung derivative Finanzinstrumente 0 407
Diverse 1.166 1.425
Gesamt 45.838 34.504

Die Projektrückstellung enthält Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind.

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis wird mit TEUR 14.005 (TEUR 20.647) ausgewiesen.

Erträge aus Beteiligungen

Im Berichtsjahr wurden Gewinnausschüttungen aus einem Beteiligungsunternehmen in Höhe von TEUR 212 (TEUR 114) vereinnahmt. Zusätzlich kam es noch zu Ausschüttungen in Höhe von TEUR 4.663 (TEUR 4.339) von fünf (sieben) verbundenen Unternehmen.

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Anhang 165

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Im Berichtsjahr wurden Zinsen aufgrund Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 565 (TEUR 372) ausgewiesen.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Diese Aufwendungen beinhalten mit TEUR 180 (TEUR 10) den Aufwand für Bankzinsen und mit TEUR 216 (TEUR 222) Gebühren für die Bereitstellung von Kreditrahmen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Im Geschäftsjahr kam es zu einem Aufwand für die österreichische Körperschaftsteuer des laufenden Jahres in Höhe von TEUR 3.397 und für Vorperioden in Höhe von TEUR 596. Ausländische Quellensteuern in Höhe von TEUR 72 (TEUR 57) wurden aufwandswirksam erfasst.

Derivative Finanzinstrumente

Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z. B. mittels Zulieferaufträgen in derselben Fremdwährung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen durch Exportumsätze in AUD, CAD, CZK, GBP, MXN, NOK, SGD und USD.

Frequentis AG hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko aus Kundenaufträgen zum Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte rollierend abzusichern und mittels laufendem Währungsmanagement zu überwachen und zu steuern. Das Sicherungsgeschäft (Forwards) wird maximal für die Dauer der geplanten Projektlaufzeit abgeschlossen und gegebenenfalls in der Höhe der noch zu erwarteten Cash Flows verlängert (historische Prolongation).

Die Bilanzierung der Absicherungsgeschäfte erfolgt unter dem Grundsatz der Einzelbewertung (keine Bildung von Sicherungsbeziehungen). Soweit Derivate zum Stichtag einen negativen Marktwert aufweisen, erfolgt die Bildung einer Drohverlustrückstellung. Im Geschäftsjahr sind verbliebene Sicherungsbeziehungen (Absicherung von vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen) aus Vorjahren zur Gänze ausgelaufen.

Frequentis AG 166 Anhang Jahresabschluss 2023

Die nachfolgenden Tabellen zeigen den Bestand und den beizulegenden Zeitwert (Marktwert) der derivativen Finanzinstrumente (DT) zum Stichtag:

2023

Typ Kaufwährung Kaufbetrag Verkaufswährung Verkaufsbetrag Marktwert zum Stichtagskurs
DT EUR 2.665.042,77 AUD -4.242.056,00 76.409,28
DT EUR -662.237,62 CAD 1.000.000,00 12.451,74
DT EUR 299.401,20 GBP -260.000,00 4.289,17
DT EUR -188.235,55 NOK 2.200.000,00 5.511,75
DT EUR 133.872,19 SGD -193.666,00 1.202,40
DT EUR 16.383.054,43 USD -17.915.559,00 525.151,71
Summe DT 625.016,04
DT EUR 186.206,69 AUD -309.073,00 -2.993,41
DT EUR 1.088.390,54 CAD -1.663.833,00 -41.321,01
DT EUR -121.243,00 CZK 3.000.000,00 -1.700,01
DT EUR 4.415.648,81 GBP -4.028.769,00 -118.462,65
DT EUR 4.520.784,89 MXN -92.838.000,00 -87.768,50
DT EUR 794.148,44 NOK -9.184.759,00 -15.010,02
DT EUR -343.104,19 SGD 500.000,00 -661,21
DT EUR 4.712.703,90 USD -5.669.347,61 -325.763,64
Summe DT 33.884.433,51 -593.680,44

2022

Typ Kaufwährung Kaufbetrag Verkaufswährung Verkaufsbetrag Marktwert zum Stichtagskurs
DT
EUR 4.751.413,68 AUD -7.455.856,00 72.010,16 DT EUR 106.459,91 CHF -104.000,00 23,00 DT EUR 3.760.563,74 GBP -3.297.890,00 89.712,77 DT EUR 157.438,58 SGD -227.280,29 38,58 DT EUR 24.022.438,61 USD -25.810.000,00 491.378,14 653.162,65 DT EUR 323.076,87 AUD -532.854,00 -11.680,87 DT EUR 1.172.604,58 CAD -1.819.815,00 -60.143,04 DT EUR 7.100.667,39 GBP -6.667.589,19 -331.931,86 DT EUR 22.148,27 HUF -10.029.399,00 -283,94 DT EUR 9.664.556,77 USD -11.584.804,61 -1.002.478,68 -1.406.518,39 Summe DT 51.081.368,40 -753.355,74

Für die Bewertung der Devisenterminkontrakte wurden die jeweiligen Stichtagskurse herangezogen. Im Bilanzposten Drohverlustrückstellung wurden für negative Marktwerte in Höhe von TEUR 594 (TEUR 1.133) berücksichtigt.

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Anhang 167

5. Organisation

FREQUENTIS AG
65% AIRNAV TECHNOLOGY SERVICES INC.
51% ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH
100% CNS-Solutions & Support GmbH
100% FREQUENTIS Australasia Pty Ltd.
100% FREQUENTIS AUSTRALIA HOLDING PTY LTD
100% C4i Pty Ltd.
100% FREQUENTIS (CANADA) LIMITED
100% FREQUENTIS COMSOFT GmbH
100% FREQUENTIS Czech Republic s.r.o.
100% FREQUENTIS Deutschland GmbH
51% ELARA Leitstellentechnik GmbH
70% FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH
99% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE SISTEMAS DE INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA
100% FREQUENTIS France SARL
100% Frequentis Invest4Tech GmbH (vormals BlueCall Systems GmbH)
25% Flyk Oy (vormals Aviamaps Oy)
76,67% FRAFOS GmbH
100% FRAFOS CZ s.r.o.
1% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE SISTEMAS DE INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA
2% Frequentis Middle East Limited
24,83% Nemergent Solutions, Sociedad Limitada
100% skyzr GmbH
98% Frequentis Middle East Limited
100% FREQUENTIS NORWAY AS
100% Frequentis Orthogon GmbH
100% Frequentis Recording AS
100% FREQUENTIS ROMANIA S.R.L
100% FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd.
100% FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD.
100% FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o.
100% FREQUENTIS (UK) LIMITED
100% FREQUENTIS USA Holdings, Inc.
100% FREQUENTIS CALIFORNIA, INC.
100% FREQUENTIS DEFENSE, Inc.
100% FREQUENTIS USA, Inc.
100% PDTS GmbH
51% Regola S.r.l.
50% AMANTEA Ltd.
24% Lift S.r.l.

Frequentis AG 168 Anhang Jahresabschluss 2023
20% Nowtech S.r.l.
100% Secure Service Provision GmbH
51% SYSTEMS INTERFACE Ltd
51% team Technology Management GmbH
51% TEAM Technology Management GmbH Deutschland
28% GroupEAD Europe S.L.
20% Mission Embedded GmbH

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Anhang 169

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Mitgesellschafter an der Systems Interface Ltd. hat die vertraglich vereinbarte Put Option im Jänner 2024 gezogen. Aufgrund dessen wird es zu einem Erwerb der restlichen 49% kommen.

7. Angaben über Organe und Arbeitnehmer:innen

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
* Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
* Hermann Mattanovich
* Peter Skerlan
* Monika Haselbacher, seit 1. Jänner 2023

Bezüge der Mitglieder des Vorstands

Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Mitglieder des Vorstandes betrugen im Berichtsjahr TEUR 2.715 (TEUR 2.368). Diese Vergütungen beinhalten feste Vergütungen (Jahresgrundgehalt, Prämien, Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) sowie variable Vergütungen (inkl. LTIP).

Optionen für Mitglieder des Vorstands

Im Berichtsjahr wurde ein Long Term Incentive Plan (LTIP 2023) mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen. Der Leistungszeitraum umfasst drei Jahre (1. Jänner 2023 bis 31. Dezember 2025) und der Anspruch beträgt maximal 18.000 Aktien (brutto – vor Abzug von Steuern und Gebühren), wobei seine Abgeltung durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrags in das Wertpapierdepot des Vorstands erfolgt. Abhängig von der Zustimmung des Aufsichtsrats ist der Anspruchstag der 30. April 2026. Der Anspruch auf die maximale Anzahl von 18.000 Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien. Ab dem Tag der Auszahlung kann ein Drittel, der unter dem LTIP 2023 erworbenen Aktien, veräußert werden. In jedem Fall darf aber nur eine solche Anzahl der im Rahmen dieses LTIP erworbenen Aktien veräußert werden, dass zu jeder Zeit ein Mindestbestand von 7.000 unter einem Long Term Incentive Plan erworbenen Aktien der Gesellschaft gehalten wird. Die Rechte aus diesem LTIP sind nicht übertragbar. Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus der LTIP-Verpflichtung errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum 1.Juni 2023 (Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung) in Höhe von EUR 27 multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten Zielerreichungsgrad. Im Berichtsjahr wird für den LTIP 2021, den LTIP 2022 und den LTIP 2023 eine Optionsrücklage in Höhe von TEUR 798 (TEUR 739) ausgewiesen. Im Mai 2023 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2020 Ziele 7.925 Stück an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre der Gesellschaft auszuschließen.

Frequentis AG 170 Anhang Jahresabschluss 2023

Kredite an Mitglieder des Vorstands

Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem Mitglied des Vorstands.

Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen (inkl. der Auflösung in den sonstigen betrieblichen Erträgen)

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen, unter Berücksichtigung der Veränderung der Rückstellungen (inkl. der Auflösungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen) sowie der Erträge des Deckungskapitals der für die Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen Lebensversicherungen, verteilen sich wie folgt (Werte in TEUR):

Abfertigungen 2023 Abfertigungen 2022 Pensionen 2023 Pensionen 2022
Vorstand 150 -37 200 -230
Leitende Angestellte 90 -15 0 0
Andere Arbeitnehmer:innen 2.651 -398 0 0
2.891 -450 200 -230

Der Pensionsaufwand beinhaltet eine durch eine Rückdeckungsversicherung abgedeckte Alterspension bzw. Hinterbliebenenpension für die aktiven Vorstandsmitglieder und für zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands. Im Berichtsjahr wurden für die genannte Rückdeckungsversicherung Prämien in Höhe von insgesamt TEUR 200 aufgewendet.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
* Dipl. Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender
* DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden
* Sylvia Bardach, Mitglied
* Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied
* Dipl. Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied
* Mag. Petra Preining, Mitglied
* DI Stefan Hackethal, Mitglied gem. § 110 ArbVG
* Dipl. Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
* Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 149 (TEUR 167). Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem Mitglied des Aufsichtsrats.

Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer:innen

Die Anzahl der im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich beschäftigten Dienstnehmer:innen der Frequentis AG im Sinne der Bestimmungen des § 239 Abs. 1 Z 1 UGB betrug 968,43 (948,59) Arbeitnehmer:innen (FTE – Full Time Equivalent).

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Anhang 171

8. Sonstige Angaben

Abschlussprüfer

Die Angabe der Aufwendungen für den Abschlussprüfer unterbleibt, da von der Erleichterungsbestimmung gemäß § 238 Abs. 1 Z 18 UGB Gebrauch gemacht wird.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft keine wesentlichen und marktunüblichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen abgeschlossen.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der im Jahresabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2023 ausgewiesene Jahresgewinn beträgt EUR 16.600.903,98. Der Bilanzgewinn beläuft sich auf EUR 75.552.148,10. Es besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe der aktiven latenten Steuern (TEUR 373). Der Vorstand der Frequentis AG schlägt der Hauptversammlung am 6. Juni 2024 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,24 je Aktie vor. Der verbleibende Restbetrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Wien, am 11. März 2024

Norbert Haslacher e.h. Vorstandsvorsitzender
Monika Haselbacher e.h.
Hermann Mattanovich e.h.
Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Mitglied des Vorstands
Mitglied des Vorstands

Frequentis AG Beilage zum Anhang 172 Jahresabschluss 2023

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Buchwert 01.01.2023 Buchwert 31.12.2023
Geschäftsjahr 2023 Geschäftsjahr 2023
Zugang Abgang Umbucchung Zuschreibung
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile, sowie daraus abgeleitete Lizenzen 13.352.229 761.049 125.000 99.409
2. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände 119.408 81 - -99.409
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 13.471.638 761.129 125.000 -
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grund 4.026.350 58.037 - 9.112
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.660.246 22.475 29.282 -
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.541.359 3.129.212 1.783.927 430.345
4. Anlagen im Bau 478.462 495.725 - -439.457
Summe Sachanlagen 28.706.417 3.705.448 1.813.209 -
III.
```# Finanzanlagen

1. Anteile an verbundenen Unternehmen

Bezeichnung Sitz Stammkapital % Betrag 31.12.2023 Jahres- abschluss Jahresüber- schuss/ Eigenkapital Fehlbetrag Buchwert 31.12.2023
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo PHP 500.000 65,0 PHP 325.000 EUR 66.223,23 PHP 10.995.512 PHP 3.562.969
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH Freiburg EUR 75.000 51,0 EUR 38.250 EUR - EUR -648.432 EUR -959.565
CNS-Solutions & Support GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 235.000,00 EUR 1.681.006 EUR -17.304
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd. Banyo AUD 5.000 100,0 AUD 5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 15.324.183 AUD 1.170.178
FREQUENTIS (CANADA) Ltd Ottawa CAD 10.000 100,0 CAD 10.000 EUR 211.104,34 CAD 3.570.133 CAD -824.004
FREQUENTIS Comsoft GmbH Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR 3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 480.075 EUR -3.875.679
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o. Prag CZK 200.000 100,0 CZK 200.000 EUR 7.782,10 CZK 27.931.620 CZK 8.588.600
FREQUENTIS Deutschland GmbH Langen EUR 26.000 100,0 EUR 26.000 EUR 721.512,41 EUR 6.424.846 EUR 2.854.583
FREQUENTIS DFS Aerosense GmbH Wien EUR 35.000 70,0 EUR 24.500 EUR 264.600,00 EUR 540.142 EUR 96.280
FREQUENTIS do Brasil Assessoria, Servicos e comercio de sistemas de informacao e comunicacao Ltda. Sao Paulo BRL 500.000 99,0 BRL 495.000 EUR 95.064,84 BRL 2.448.204 BRL 61.837
FREQUENTIS France SARL Toulouse EUR 30.000 100,0 EUR 30.000 EUR 30.000,00 EUR 250.119 EUR 48.251
FREQUENTIS Invest4Tech GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 6.812.500,00 EUR 5.876.921 EUR -944.892
Frequentis Middle East Ltd. Abu Dhabi AED 50.000 98,0 AED 49.000 EUR 184.561,40 AED 1.529.713 AED 299.004
FREQUENTIS Norway AS Oslo NOK 300.000 100,0 NOK 300.000 EUR 36.174,53 NOK 2.487.593 NOK 454.864
Frequentis Orthogon GmbH Bremen EUR 500.000 100,0 EUR 500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 2.833.059 EUR 1.610.928
FREQUENTIS Recording AS Borre NOK 60.000 100,0 NOK 60.000 EUR 5.699.275,84 NOK 6.472.116 NOK 1.605.094
FREQUENTIS ROMANIA SRL Cluj-Napoca RON 42.723 100,0 RON 42.723 EUR 10.000,00 RON 4.793.448 RON -166.548
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY 1.895.249 EUR 200.000,00 CNY 18.663.046 CNY 6.735.299
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD. Singapur SGD 25.000 100,0 SGD 25.000 EUR 14.534,88 SGD 1.094.491 SGD 123.614
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o Bratislava EUR 5.000 100,0 EUR 5.000 EUR 22.863,48 EUR 2.429.220 EUR 413.156
FREQUENTIS (UK) Ltd. Twickenham GBP 10.000 100,0 GBP 10.000 EUR 11.262,84 GBP 1.256.112 GBP 276.420
FREQUENTIS USA Holdings, Inc. Columbia USD 500 100,0 USD 500 EUR 1.578.483,97 USD 1.756.626 USD -4.382
PDTS GmbH Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR 1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.485.101 EUR -23.787
Regola S.r.l. Turin EUR 25.000 51,0 EUR 12.750 EUR 2.889.442,85 EUR 2.335.490 EUR 440.400
Secure Service Provision GmbH Leipzig EUR 25.000 100,0 EUR 25.000 EUR 808.746,96 EUR 1.803.801 EUR 750.534
SYSTEMS INTERFACE Ltd. Surrey GBP 10.000 51,0 GBP 5.100 EUR - GBP -46.950 GBP 734.888
team Technology Management GmbH Wien EUR 250.000 51,0 EUR 127.500 EUR 220.050,28 EUR 3.326.974 EUR 1.162.375

2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Bezeichnung Sitz Stammkapital % Betrag 31.12.2023 Jahres- abschluss Jahresüber- schuss/ Eigenkapital Fehlbetrag Buchwert 31.12.2023
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo PHP 500.000 65,0 PHP 325.000 EUR 66.223,23 PHP 10.995.512 PHP 3.562.969
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH Freiburg EUR 75.000 51,0 EUR 38.250 EUR - EUR -648.432 EUR -959.565
CNS-Solutions & Support GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 235.000,00 EUR 1.681.006 EUR -17.304
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd. Banyo AUD 5.000 100,0 AUD 5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 15.324.183 AUD 1.170.178
FREQUENTIS (CANADA) Ltd Ottawa CAD 10.000 100,0 CAD 10.000 EUR 211.104,34 CAD 3.570.133 CAD -824.004
FREQUENTIS Comsoft GmbH Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR 3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 480.075 EUR -3.875.679
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o. Prag CZK 200.000 100,0 CZK 200.000 EUR 7.782,10 CZK 27.931.620 CZK 8.588.600
FREQUENTIS Deutschland GmbH Langen EUR 26.000 100,0 EUR 26.000 EUR 721.512,41 EUR 6.424.846 EUR 2.854.583
FREQUENTIS DFS Aerosense GmbH Wien EUR 35.000 70,0 EUR 24.500 EUR 264.600,00 EUR 540.142 EUR 96.280
FREQUENTIS do Brasil Assessoria, Servicos e comercio de sistemas de informacao e comunicacao Ltda. Sao Paulo BRL 500.000 99,0 BRL 495.000 EUR 95.064,84 BRL 2.448.204 BRL 61.837
FREQUENTIS France SARL Toulouse EUR 30.000 100,0 EUR 30.000 EUR 30.000,00 EUR 250.119 EUR 48.251
FREQUENTIS Invest4Tech GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 6.812.500,00 EUR 5.876.921 EUR -944.892
Frequentis Middle East Ltd. Abu Dhabi AED 50.000 98,0 AED 49.000 EUR 184.561,40 AED 1.529.713 AED 299.004
FREQUENTIS Norway AS Oslo NOK 300.000 100,0 NOK 300.000 EUR 36.174,53 NOK 2.487.593 NOK 454.864
Frequentis Orthogon GmbH Bremen EUR 500.000 100,0 EUR 500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 2.833.059 EUR 1.610.928
FREQUENTIS Recording AS Borre NOK 60.000 100,0 NOK 60.000 EUR 5.699.275,84 NOK 6.472.116 NOK 1.605.094
FREQUENTIS ROMANIA SRL Cluj-Napoca RON 42.723 100,0 RON 42.723 EUR 10.000,00 RON 4.793.448 RON -166.548
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY 1.895.249 EUR 200.000,00 CNY 18.663.046 CNY 6.735.299
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD. Singapur SGD 25.000 100,0 SGD 25.000 EUR 14.534,88 SGD 1.094.491 SGD 123.614
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o Bratislava EUR 5.000 100,0 EUR 5.000 EUR 22.863,48 EUR 2.429.220 EUR 413.156
FREQUENTIS (UK) Ltd. Twickenham GBP 10.000 100,0 GBP 10.000 EUR 11.262,84 GBP 1.256.112 GBP 276.420
FREQUENTIS USA Holdings, Inc. Columbia USD 500 100,0 USD 500 EUR 1.578.483,97 USD 1.756.626 USD -4.382
PDTS GmbH Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR 1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.485.101 EUR -23.787
Regola S.r.l. Turin EUR 25.000 51,0 EUR 12.750 EUR 2.889.442,85 EUR 2.335.490 EUR 440.400
Secure Service Provision GmbH Leipzig EUR 25.000 100,0 EUR 25.000 EUR 808.746,96 EUR 1.803.801 EUR 750.534
SYSTEMS INTERFACE Ltd. Surrey GBP 10.000 51,0 GBP 5.100 EUR - GBP -46.950 GBP 734.888
team Technology Management GmbH Wien EUR 250.000 51,0 EUR 127.500 EUR 220.050,28 EUR 3.326.974 EUR 1.162.375

3. Beteiligungen

Bezeichnung Sitz Stammkapital % Betrag 31.12.2023 Jahres- abschluss Jahresüber- schuss/ Eigenkapital Fehlbetrag Buchwert 31.12.2023
Group EAD Europe S.L. Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR 280.000 EUR 280.000,00 EUR 2.310.436 EUR 758.073
Mission Embedded GmbH Wien EUR 35.000 20,0 EUR 7.000 EUR 7.000,00 EUR 2.645.197 EUR 632.558

4. Wertpapiere

Bezeichnung Sitz Stammkapital % Betrag 31.12.2023 Jahres- abschluss Jahresüber- schuss/ Eigenkapital Fehlbetrag Buchwert 31.12.2023
Summe Finanzanlagen
Gesamt

5. Anzahlungen

Bezeichnung Sitz Stammkapital % Betrag 31.12.2023 Jahres- abschluss Jahresüber- schuss/ Eigenkapital Fehlbetrag Buchwert 31.12.2023

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Beilage zum Anhang 173

Beteiligungsspiegel 2023

Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB

Bezeichnung Sitz Stammkapital % Betrag 31.12.2023 Jahres- abschluss Jahresüber- schuss/ Eigenkapital Fehlbetrag Buchwert 31.12.2023
1. Verbundene Unternehmen
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo PHP 500.000 65,0 PHP 325.000 EUR 66.223,23 PHP 10.995.512 PHP 3.562.969
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH Freiburg EUR 75.000 51,0 EUR 38.250 EUR - EUR -648.432 EUR -959.565
CNS-Solutions & Support GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 235.000,00 EUR 1.681.006 EUR -17.304
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd. Banyo AUD 5.000 100,0 AUD 5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 15.324.183 AUD 1.170.178
FREQUENTIS (CANADA) Ltd Ottawa CAD 10.000 100,0 CAD 10.000 EUR 211.104,34 CAD 3.570.133 CAD -824.004
FREQUENTIS Comsoft GmbH Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR 3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 480.075 EUR -3.875.679
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o. Prag CZK 200.000 100,0 CZK 200.000 EUR 7.782,10 CZK 27.931.620 CZK 8.588.600
FREQUENTIS Deutschland GmbH Langen EUR 26.000 100,0 EUR 26.000 EUR 721.512,41 EUR 6.424.846 EUR 2.854.583
FREQUENTIS DFS Aerosense GmbH Wien EUR 35.000 70,0 EUR 24.500 EUR 264.600,00 EUR 540.142 EUR 96.280
FREQUENTIS do Brasil Assessoria, Servicos e comercio de sistemas de informacao e comunicacao Ltda. Sao Paulo BRL 500.000 99,0 BRL 495.000 EUR 95.064,84 BRL 2.448.204 BRL 61.837
FREQUENTIS France SARL Toulouse EUR 30.000 100,0 EUR 30.000 EUR 30.000,00 EUR 250.119 EUR 48.251
FREQUENTIS Invest4Tech GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 6.812.500,00 EUR 5.876.921 EUR -944.892
Frequentis Middle East Ltd. Abu Dhabi AED 50.000 98,0 AED 49.000 EUR 184.561,40 AED 1.529.713 AED 299.004
FREQUENTIS Norway AS Oslo NOK 300.000 100,0 NOK 300.000 EUR 36.174,53 NOK 2.487.593 NOK 454.864
Frequentis Orthogon GmbH Bremen EUR 500.000 100,0 EUR 500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 2.833.059 EUR 1.610.928
FREQUENTIS Recording AS Borre NOK 60.000 100,0 NOK 60.000 EUR 5.699.275,84 NOK 6.472.116 NOK 1.605.094
FREQUENTIS ROMANIA SRL Cluj-Napoca RON 42.723 100,0 RON 42.723 EUR 10.000,00 RON 4.793.448 RON -166.548
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY 1.895.249 EUR 200.000,00 CNY 18.663.046 CNY 6.735.299
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD. Singapur SGD 25.000 100,0 SGD 25.000 EUR 14.534,88 SGD 1.094.491 SGD 123.614
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o Bratislava EUR 5.000 100,0 EUR 5.000 EUR 22.863,48 EUR 2.429.220 EUR 413.156
FREQUENTIS (UK) Ltd. Twickenham GBP 10.000 100,0 GBP 10.000 EUR 11.262,84 GBP 1.256.112 GBP 276.420
FREQUENTIS USA Holdings, Inc. Columbia USD 500 100,0 USD 500 EUR 1.578.483,97 USD 1.756.626 USD -4.382
PDTS GmbH Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR 1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.485.101 EUR -23.787
Regola S.r.l. Turin EUR 25.000 51,0 EUR 12.750 EUR 2.889.442,85 EUR 2.335.490 EUR 440.400
Secure Service Provision GmbH Leipzig EUR 25.000 100,0 EUR 25.000 EUR 808.746,96 EUR 1.803.801 EUR 750.534
SYSTEMS INTERFACE Ltd. Surrey GBP 10.000 51,0 GBP 5.100 EUR - GBP -46.950 GBP 734.888
team Technology Management GmbH Wien EUR 250.000 51,0 EUR 127.500 EUR 220.050,28 EUR 3.326.974 EUR 1.162.375
2. Assoziierte Unternehmen
Group EAD Europe S.L. Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR 280.000 EUR 280.000,00 EUR 2.310.436 EUR 758.073
Mission Embedded GmbH Wien EUR 35.000 20,0 EUR 7.000 EUR 7.000,00 EUR 2.645.197 EUR 632.558

Summe Beteiligungen EUR 41.267.881,15

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Beilage zum Anhang 175

Beteiligungsspiegel 2022

Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB

Bezeichnung Sitz Stammkapital % Betrag 31.12.2022 Jahres- abschluss Jahresüber- schuss/ Eigenkapital Fehlbetrag Buchwert 31.12.2022
1. Verbundene Unternehmen
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH Freiburg EUR 75.000 51,0 EUR 38.250 EUR - EUR 311.133 EUR -1.348.495
BlueCall Systems GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 2.562.500,00 EUR 2.571.813 EUR 6.606
CNS-Solutions & Support GmbH Wien EUR 35.000 100,0 EUR 35.000 EUR 235.000,00 EUR 1.698.310 EUR -31.937
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd. Banyo AUD 5.000 100,0 AUD 5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 14.154.005 AUD 817.383
FREQUENTIS (CANADA) Ltd. Ottawa CAD 10.000 100,0 CAD 10.000 EUR 6.435,18 CAD 3.477.518 CAD 389.266
Frequentis Canada ATM Ltd. Gatineau CAD 120.730 100,0 CAD 120.730 EUR 204.669,16 CAD 916.619 CAD -523.605
FREQUENTIS Comsoft GmbH Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR 3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 4.355.754 EUR -1.433.915
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o. Prag CZK 200.000 100,0 CZK 200.000 EUR 7.782,10 CZK 19.343.021 CZK 5.234.006
FREQUENTIS Deutschland GmbH Langen EUR 26.000 100,0 EUR 26.000 EUR 721.512,41 EUR 4.942.894 EUR 1.372.630
FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH Wien EUR 35.000 70,0 EUR 24.500 EUR 264.600,00 EUR 443.861 EUR 148.881
FREQUENTIS do Brasil Assessoria, Servicos e comercio de sistemas de informacao e comunicacao Ltda. Sao Paulo BRL 500.000 99,0 BRL 495.000 EUR 95.064,84 BRL 2.386.366 BRL 167.364
FREQUENTIS France SARL Toulouse EUR 30.000 100,0 EUR 30.000 EUR 30.000,00 EUR 201.868 EUR 26.790
Frequentis Middle East Ltd. Abu Dhabi AED 50.000 98,0 AED 49.000 EUR 184.561,40 AED 1.266.010 AED 125.321
FREQUENTIS Norway AS Oslo NOK 300.000 100,0 NOK 300.000 EUR 36.174,53 NOK 2.032.730 NOK 306.408
Frequentis Orthogon GmbH Bremen EUR 500.000 100,0 EUR 500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 1.222.130 EUR -886.308
FREQUENTIS ROMANIA SRL Cluj-Napoca RON 42.723 100,0 RON 42.723 EUR 10.000,00 RON 4.959.996 RON -1.230.598
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY 1.895.249 EUR 200.000,00 CNY 19.202.748 CNY 9.495.441
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD. Singapur SGD 25.000 100,0 SGD 25.000 EUR 14.534,88 SGD 970.877 SGD 110.904
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o Bratislava EUR 5.000 100,0 EUR 5.000 EUR 22.863,48 EUR 2.016.064 EUR 204.556
FREQUENTIS (UK) Ltd. Twickenham GBP 10.000 100,0 GBP 10.000 EUR 11.262,84 GBP 979.692 GBP 104.100
FREQUENTIS USA Holdings, Inc. Columbia USD 500 100,0 USD 500 EUR 1.578.483,97 USD 1.761.008 USD 40
PDTS GmbH Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR 1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.873.413 EUR 364.525
Regola S.r.l. Turin EUR 25.000 51,0 EUR 12.750 EUR 2.889.442,85 EUR 1.877.150 EUR 719.815
Secure Service Provision GmbH Leipzig EUR 25.000 80,0 EUR 20.000 EUR 20.000,00 EUR 2.360.204 EUR 613.877
SYSTEMS INTERFACE Ltd. Surrey GBP 10.000 51,0 GBP 5.100 EUR - GBP -781.838 GBP 252.170
team Technology Management GmbH Wien EUR 250.000 51,0 EUR 127.500 EUR 220.050,28 EUR 3.664.598 EUR 1.138.927
2. Assoziierte Unternehmen
AIR labs GmbH Graz EUR 150.000 18,0 EUR 27.000 EUR 27.488,82 EUR 120.104 EUR -8.685
AIRNAV Technology Services Inc. Iloilo PHP 1.100.000 40,0 PHP 440.000 EUR 30.692,37 PHP 7.432.542 PHP 261.117
Group EAD Europe S.L. Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR 280.000 EUR 280.000,00 EUR 1.960.878 EUR 408.516
Mission Embedded GmbH Wien EUR 35.000 20,0 EUR 7.000 EUR 7.000,00 EUR 2.012.639 EUR 489.259

Summe Beteiligungen EUR 30.521.816,31

Frequentis AG Jahresabschluss 2023 Bestätigungsvermerk 177

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA).# Bestätigungsvermerk

Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

Bilanzierung des Projektgeschäftes

Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:

Der weitaus überwiegende Anteil der ausgewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projektgeschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen. Bei Wartungsprojekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen.

Frequentis AG 178
Bestätigungsvermerk
Jahresabschluss 2023

Die Erfassung der Umsatzerlöse aus Lieferprojekten erfolgt mit der Erbringung der vertraglich vereinbarten Leistung bzw. Abnahme durch den Kunden. Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind, werden unter den noch nicht abrechenbaren Leistungen in Höhe ihrer bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten ausgewiesen. Insoweit bei den noch nicht abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, kommt es zu einer Verminderung des Bilanzansatzes der noch nicht abrechenbaren Leistungen. Falls der Buchwert der noch nicht abrechenbaren Leistungen durch diese Wertberichtigung gänzlich reduziert wird, erfolgt darüber hinaus der Ansatz einer Rückstellung für drohende Verluste. Dies gilt in gleicherweise auch für verlustbringende Wartungsprojekte.

Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse ergeben. Die Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und der projektbezogenen Rückstellungen erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und zukunftsbezogene Schätzungen. Zusätzliche Anforderungen bei der Schätzung ergeben sich durch die inflationsbedingten Einflüsse für die noch zu erwarteten Projektkosten.

Aufgrund des wesentlichen Umfangs des Projektgeschäftes ergibt sich daraus das Risiko einer unrichtigen Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und projektbezogenen Rückstellungen sowie der damit unmittelbar zusammenhängenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Anhang unter den Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungs-grundsätzen, den Erläuterungen zur Bilanz (Vorräte bzw. Sonstige Rückstellungen) sowie in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse) enthalten.

Prüferisches Vorgehen:

Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen überprüft. Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge, die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss.

Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit. Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe berücksichtigt.

Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projektverantwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen der inflationsbedingten wirtschaftlichen Effekte. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller Projektinformationen sowie die Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen Werte mit Vertragsdokumenten und anderen relevanten Unterlagen vorgenommen.

Hinsichtlich der bei den noch nicht abgeschlossenen Projekten erfassten Herstellungskosten haben wir die Kostenstruktur (erfasste Projektstunden und deren Bewertung, zugekaufte Fremdleistungen) analysiert und Auffälligkeiten hinterfragt. Im Hinblick auf die Umsatzrealisierung haben wir für die im Geschäftsjahr vorgenommenen Projektabrechnungen stichprobenartig überprüft, ob entsprechende Abnahmeprotokolle der jeweiligen Auftraggeber vorhanden sind.

Frequentis AG
Jahresabschluss 2023
Bestätigungsvermerk 179

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.

Frequentis AG
180
Bestätigungsvermerk
Jahresabschluss 2023

  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.# Bestätigungsvermerk

Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.

Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird. Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Frequentis AG
Jahresabschluss 2023
Bestätigungsvermerk
181

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 1. Juni 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. September 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2018 Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Posautz.

Wien, am 12. März 2024

BDO Assurance GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Gerhard Posautz
Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Fremgen
Wirtschaftsprüfer

Frequentis AG
182

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter:innen

Jahresabschluss 2023

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter:innen

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 11. März 2024

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

Monika Haselbacher e.h.
Mitglied des Vorstands

Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands

Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands

Hinweis / Disclaimer

In dieser Publikation ist mit „Frequentis“ oder „Frequentis-Gruppe“ der Konzern gemeint, mit „Frequentis AG“ wird die Muttergesellschaft (Einzelgesellschaft) bezeichnet. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in dieser Publikation kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die in dieser Publikation enthaltenen Prognosen, Planungen und zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf dem Wissensstand und der Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie alle Aussagen über die Zukunft unterliegen sie Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die im Ergebnis auch zu erheblichen Abweichungen führen können. Für den tatsächlichen Eintritt von Prognosen und Planungswerten sowie zukunftsgerichteten Aussagen kann keine Gewähr geleistet werden.

Die Informationen in dieser Publikation sind nur für allgemeine Informationszwecke. Es kann keine Garantie für die Vollständigkeit der Inhalte gegeben werden. Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.

Diversität, Gleichwertigkeit und Gleichstellung aller Geschlechter sind ein integraler Bestandteil der Frequentis Unternehmenskultur und spiegeln sich in der Sprache wider. Auf dieser Basis werden in dieser Publikation alle personenbezogenen Formulierungen, wie z.B. Berufs- und Funktionsbezeichnungen, gendergerecht geschrieben. Geschlechtsneutrale Ausdrücke, also Begriffe, die sich u.a. auf Institutionen, Organisationen oder Unternehmen beziehen, z.B. Kunden, Partner, Auftraggeber unterliegen nicht dieser Regelung, weil es sich hier nicht um Einzelpersonen handelt.

Die Haftung und Gewährleistung von Frequentis für die Publikation sind ausgeschlossen. Informationen aus dieser Publikation dürfen nicht ohne ausdrückliche Zustimmung von Frequentis verwendet werden.

Diese Publikation wurde in einer deutschen und englischen Version erstellt. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Frequentis AG
Headquarter
Innovationsstraße 1, 1100 Wien, Österreich
Tel: +43 1 81150 0
[email protected]
www.frequentis.com/de
© Frequentis AG 2024
www.frequentis.com