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freenet AG — Management Reports 2015
May 18, 2016
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Management Reports
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Publication

freenet AG
Büdelsdorf
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015
Konzernlagebericht
Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell
Die freenet Group bedient als unabhängiger Service-Provider mit ihren Marken den Wachstumsmarkt Digital Lifestyle mit integrierten Produktwelten, kundenorientierten Dienstleistungen und günstigen Mobilfunktarifen für alle deutschen Mobilfunknetze.
Ihren Kunden in Deutschland bietet die freenet Group ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste an. Die Vermarktung der Dienstleistungen der Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland erfolgt unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung über eine Vielzahl von Vertriebskanälen. Neben den eigenen netzunabhängigen Diensten und Tarifen vermarktet die freenet Group unter eigenem Namen auch die Originaltarife der deutschen Mobilfunknetzbetreiber.
Das Unternehmen bietet darüber hinaus innovative digitale Anwendungen rund um Home Automation und Home Security, Health, Datensicherheit, Enter- und Infotainment – inklusive aktueller Smartphones, Tablets, Notebooks und attraktivem Zubehör. Mit der Gravis-Computervertriebsgesellschaft mbH („GRAVIS“), einer der größten unabhängigen autorisierten Apple-Händler in Deutschland, nimmt der Konzern auch in diesem Bereich eine herausragende Marktstellung ein.
Als wesentliche Einflussfaktoren für ihren Geschäftserfolg sieht die Gesellschaft insbesondere die Kundenentwicklung, die monatlichen Umsatzerlöse pro Kunde im Mobilfunkgeschäft sowie die Entwicklung der Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten in den drei strategischen Geschäftsfeldern Fitness/Wearables, Entertainment und SmartHome an.
Für den Erfolg der klaren Wettbewerbspositionierung als Digital-Lifestyle-Provider ist die Kundennähe in allen Absatzkanälen unverzichtbar. Mit rund 560 unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebenen Shops und 43 unter der Premiummarke GRAVIS betriebenen Stores sowie einer Vielzahl weiterer Vertriebsstellen für Mobilfunk im Fachhandel – davon exklusiv für die Netze T-Mobile und Vodafone rund 400 große Elektronikmärkte der Media-Saturn Deutschland GmbH – ist die freenet Group im stationären Handel flächendeckend in Deutschland vertreten. Gleichzeitig werden erfolgreich mehrere eigene Vertriebsmarken über diverse Online-Vertriebskanäle genutzt. Insgesamt arbeiten 4.367 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der freenet Group laufend an der Verbesserung der Vertriebs- und Servicekompetenz.
Der Vermarktungsschwerpunkt liegt im Wesentlichen auf dem Endkundengeschäft mit Privatkunden in Deutschland, welches in drei Kundensegmente eingeteilt ist. Die Vertragskunden, die überwiegend über stationäre Vertriebsstellen gewonnen werden, sowie die fast ausschließlich über Onlinekanäle generierten No-Frills-Kunden bilden zusammen den nicht finanziellen Leistungsindikator Customer-Ownership ab, der als interne Steuerungsgröße verwendet wird. Daneben existiert eine relevante Anzahl an Prepaid-Kunden.
Konzernstruktur und Akquisitionen
Der Unternehmensstrategie weiter folgend, insbesondere im Hinblick auf die Weiterentwicklung unserer Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten und die Erweiterung unseres attraktiven Produktportfolios für private Haushalte, hat der Konzern auch im Jahr 2015 einen Unternehmenserwerb vorgenommen. Mit der Beteiligung in Höhe von 24,99 Prozent am Grundkapital der EXARING AG, München, erfolgte eine Investition in ein Geschäftsvorhaben im Bereich IPTV. Mit einer intelligenten und leistungsstarken Lösung möchte die EXARING AG einer Vielzahl erreichbarer deutscher Haushalte eine TV-Lösung höchster Qualität und zu attraktiven Konditionen bieten – versehen mit einer Reihe anspruchsvoller Zusatzfunktionen.
Die zum Stichtag 31. Dezember 2015 wesentlichen Konzerngesellschaften, gemessen an ihrem Beitrag zu den wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns, stellen sich zum Vorjahr unverändert wie folgt dar:
Grafik 7: Wesentliche Konzerngesellschaften der freenet AG zum 31. Dezember 2015

Segmentspezifische Angaben
Die Organisation und Steuerung der freenet AG erfolgt nicht nach Kundensegmenten und nicht nach geographischen Bereichen. Es werden in Übereinstimmung mit der internen Steuerung der freenet AG die Segmente „Mobilfunk“ sowie „Sonstige/Holding“ unterschieden, wenngleich Letzterem für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG lediglich eine untergeordnete Bedeutung beizumessen ist. Ersterem ist neben dem originären Mobilfunkgeschäft auch der noch junge Wachstumsbereich internetbasierter mobiler Anwendungen zuzurechnen (Digital-Lifestyle-Produkte).
Unternehmensstrategie
Die freenet Group ist unter den Mobilfunkanbietern ohne eigenes Netz führend im deutschen Mobilfunkmarkt. Ihre Marktposition als Service-Provider konnte sie auch im Geschäftsjahr 2015 aufrechterhalten – trotz leichter Umsatzrückgänge im Markt.
Der deutsche Verbrauchermarkt für Mobilfunk und mobiles Internet war im abgelaufenen Geschäftsjahr von der zunehmend datenbasierten Nutzung von Smartphones und anderen leistungsfähigen mobilen Endgeräten in unterschiedlichen Lebensbereichen geprägt. Die Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen haben ihre Geschäftsmodelle entsprechend strategisch angepasst, um Kunden den Eintritt in ihren persönlichen Digital Lifestyle zu ermöglichen und somit von den vielfältigen neuen Wertschöpfungsquellen zu profitieren.
Die freenet Group hat sich in diesem Zusammenhang bereits frühzeitig als Digital-Lifestyle-Provider mit Fokussierung auf ihre Kernkompetenzen in diesem neu entstehenden Marktsegment für private Verbraucher in Deutschland positioniert.
Durch die kontinuierliche Optimierung und Erweiterung des Produkt- und Serviceportfolios im Bereich Digital Lifestyle unter konsequenter Nutzung bestehender Stärken und Kompetenzen sowie bestehender und neuer Vertriebskanäle, setzt der Konzern sein Wachstum fort und baut seine führende Position als digitales Großunternehmen weiter aus.
Mit der großen Vertriebskraft der unter der Hauptmarke mobilcom-debitel geführten Shops und Vertriebsstellen der Premiummarke GRAVIS sowie einem gut ausgewogenen Bündel an Online-Vertriebsmarken und -kanälen verfügt die freenet Group über eine ausreichende Größe für die erfolgreiche Platzierung neuartiger Produkte und Dienstleistungen im Markt für Digital Lifestyle.
Der Vorstand hat in diesem Umfeld seine Strategie weiterentwickelt, um als unabhängiger Service-Provider die Wertschöpfung der freenet Group durch zusätzliche Geschäftsaktivitäten rund um den Bereich Mobilfunk und mobiles Internet zu erhöhen. Hier stehen hauptsächlich die weitere Stabilisierung der Kundenbasis in den werthaltigen Kundensegmenten Vertragskunden und No-Frills (zusammen: Customer-Ownership) sowie der rentabilitätsorientierte Ausbau des stationären Vertriebs im strategischen Fokus. Neben der weiteren Optimierung der unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebenen Shops hinsichtlich Standorte, Angebotsportfolio und Vertriebsunterstützung ist hier die Weiterentwicklung der GRAVIS Stores als Premiumanbieter von Digital-Lifestyle-Produkten unterschiedlicher Hersteller zu nennen. Das dadurch entstehende Cross-Selling-Potenzial soll vor allem im Customer-Ownership strategisch genutzt werden, beispielsweise durch die zunehmende Vermarktung integrierter Lifestyle-Produktwelten. Mittelfristig erweitert die freenet Group neben dem reinen Mobilfunkgeschäft und dem Handel von Produkten rund um den Mobilfunk ihr Angebotsportfolio im Digital Lifestyle, in Abhängigkeit vom künftigen Nachfrageverhalten der privaten Nutzer. Unter Verzicht auf eigene Produktentwicklung stehen hier zunehmend Partnerschaften mit innovativen Herstellern im Fokus der Vermarktung.
Die weitere Geschäftsentwicklung in diesem Bereich hängt von der künftigen Dynamik des noch jungen, fragmentierten Marktsegments ab. Die unter dem Begriff „Internet der Dinge“ zunehmend beobachtbare Veränderung des gesellschaftlichen Lebens zu einer umfassend vernetzten Lebensweise bleibt jedoch feste Grundlage für den künftigen wertschöpfungsorientierten Ausbau dieses Geschäftsbereichs.
Vor diesem Hintergrund wird das Unternehmen die strategische Ausrichtung auch in den nächsten Geschäftsjahren weiter fortsetzen und verfeinern. Darüber hinaus wird die freenet Group zusätzliche strategische Handlungsfelder unter eng definierten Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben evaluieren.
Bei der Strategieumsetzung berücksichtigt die freenet Group die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen aller Interessensgruppen gleichermaßen. Während die Anteilseigner eine angemessene und verlässliche Gesamtverzinsung ihres eingesetzten Kapitals erwarten, steht für die Gläubiger der Gesellschaft neben einer attraktiven, risikoadäquaten Fremdkapitalverzinsung die nachhaltige Sicherung der Fähigkeit zur Schuldentilgung im Vordergrund. Die Kunden der freenet Group sind an zeitgemäßen Dienstleistungen und Produkten mit einem spezifischen Zusatznutzen sowie kompetenter Beratung interessiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarten eine vorausschauende Unternehmensführung, die nachhaltig sichere Arbeitsplätze mit angemessenen Arbeitsbedingungen ermöglicht. Daher misst die freenet Group einer offenen, respektvollen und wertschätzenden Unternehmenskultur im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere strategische Bedeutung bei.
Steuerungssystem
Die Unternehmensleitung der freenet Group orientiert sich bei der operativen und strategischen Ausrichtung des Konzerns an den Interessen aller Stakeholder. Zur Umsetzung wird auf der obersten Konzernebene sowie in den einzelnen Unternehmen der freenet Group ein einheitliches Steuerungssystem verwendet, das sowohl an finanziellen als auch an nicht finanziellen Steuerungsgrößen anknüpft. Als steuerungsrelevant sind hierunter insbesondere die folgenden finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren zu verstehen.
Unter Berücksichtigung des fortschreitenden Ausbaus unserer Digital-Lifestyle-Aktivitäten entsprechend unserer zentralen Unternehmensstrategie überprüfen wir laufend die Zusammensetzung unserer gesamten internen Steuerungsgrößen und werden diese gegebenenfalls anpassen, sofern ein entsprechender Anpassungsbedarf identifiziert wird. Im Vergleich zum Vorjahr wurden keine Änderungen vorgenommen.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Um den kurzfristigen sowie mittel- und langfristigen Erfolg unserer strategischen Ausrichtung und deren operativer Umsetzung zu messen, verwenden wir derzeit die folgenden wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren:
| • | Umsatz, |
| • | EBITDA, |
| • | Free Cashflow, |
| • | Postpaid-ARPU. |
Umsatz
Das traditionelle Geschäftsfeld der freenet Group wird durch Produkte und Dienstleistungen rund um den Mobilfunk und das mobile Internet bestimmt. Der dort generierte Umsatz wird im Segment Mobilfunk abgebildet. Der deutsche Mobilfunkmarkt ist gesättigt und durch wenige Anbieter gekennzeichnet. Daher besteht seit längerem ein Verdrängungswettbewerb mit zunehmendem Preisdruck, was tendenziell zu einem Umsatzrückgang führt.
In diesem Umfeld richtet sich die Strategie des Vorstands auf die Generierung zusätzlicher Erlösquellen, die komplementär zum Geschäftsfeld Mobilfunk sind. Daher wird dem mit Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten in der freenet Group generierten Umsatz eine gesteigerte Bedeutung als finanzielle Steuerungsgröße beigemessen. Neben dem EBITDA spiegelt sich der Erfolg der Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten primär in der künftigen Umsatzentwicklung der Gesellschaft wider.
EBITDA
Das EBITDA entspricht dem Konzernergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Wertminderungen und bildet allgemein die operative Leistungskraft eines Unternehmens ab. Damit gilt das EBITDA als ein wesentlicher finanzieller Leistungsindikator, sowohl bei der Beurteilung von Unternehmensentwicklungen über mehrere Perioden als auch von Unternehmen untereinander im gleichen Marktsegment.
Während die Mobilfunknetzbetreiber jährlich hohe Kapitalaufwendungen für den Ausbau und die Instandhaltung ihrer Netze verbuchen, beschränkte sich die freenet Group in den vergangenen Jahren im Rahmen der Unternehmensplanung bzw. -steuerung auf jährliche Investitionen von gut 20 bis 30 Millionen Euro im Bereich Mobilfunk. Da das EBITDA den Fokus allerdings auf die in der Rechnungslegung ermittelte operative Effizienz legt, ermöglicht dieser Leistungsindikator die Vergleichbarkeit auch unabhängig von den strukturell – durch das jeweilige Geschäftsmodell – bedingt unterschiedlichen Kapitalkosten. Entsprechend wird das EBITDA auch für Bewertungszwecke im Rahmen von Unternehmenskäufen und -verkäufen herangezogen.
Free Cashflow
Die freenet AG definiert den Free Cashflow als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die zahlungswirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Diese liquiditätsorientierte Kennzahl stellt eine wichtige Ergänzung der ergebnisorientierten Leistungsbeurteilung eines Unternehmens dar.
Der Free Cashflow ist gleichermaßen für die Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung bedeutsam. Während die Hauptversammlung über die Höhe der Dividendenausschüttung als Teil des nach dem Handelsgesetzbuch aufgestellten Bilanzgewinns der freenet AG beschließt, wird die sogenannte Ausschüttungsquote der Dividendenausschüttungen in Relation zum Free Cashflow angegeben. Dadurch wird eine direkte Verbindung zum tatsächlich in der jeweiligen Periode erwirtschafteten Barmittelzufluss hergestellt. Zur besseren Orientierung der Aktionäre hat der Vorstand im Rahmen seiner Unternehmenssteuerung einen Ausschüttungskorridor von derzeit 50 Prozent bis 75 Prozent des Free Cashflows festgelegt.
Gleichzeitig ist der Free Cashflow für Fremdkapitalgeber bedeutsam, da er sämtliche operativen Zahlungsverpflichtungen einer Gesellschaft enthält und als solcher ein Gradmesser für potentielle Zins- und Tilgungsleistungen ist.
Postpaid-ARPU
Als Postpaid-ARPU bezeichnen wir den monatlichen Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde, der einen 24-Monatsvertrag abgeschlossen hat. Der ARPU bildet allgemein die Kundenbereitschaft ab, für die jeweiligen Mobilfunkleistungen entsprechende monatliche Entgelte zu zahlen. Die über die so genannte Handyoption generierten Umsätze aus dem Verkauf von Handys bzw. Smartphones fließen dabei nicht in den ARPU ein. Die Veränderungen der Markt- und Wettbewerbssituation in Deutschland haben bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des ARPU.
Nicht finanzieller Leistungsindikator
Vor dem Hintergrund der strategischen Positionierung als Digital-Lifestyle-Provider wird neben den finanziellen Leistungsindikatoren der so genannte Customer-Ownership als wesentlicher nicht finanzieller Leistungsindikator zur Steuerung der freenet Group eingesetzt.
Customer-Ownership
Die Messung des Customer-Ownerships, bestehend aus werthaltigem Postpaid- und No-frills- Kundenbestand, dient insbesondere der mittel- und langfristigen Unternehmenssteuerung. Im Segment Mobilfunk stellt der Customer-Ownership in Verbindung mit dem durchschnittlich generierten Umsatz (ARPU) eine wesentliche Säule des Geschäfts dar.
Darüber hinaus bietet der Customer-Ownership die Möglichkeit zur individualisierten Ansprache von Kunden mit dem Ziel des sogenannten Cross- und Up-Sellings. Die durch den Mehrkanalvertrieb bedingten Medienbrüche werden durch vielfältige Marketingmaßnahmen erfolgreich überwunden. Vor diesem Hintergrund ist auch die erfolgreiche Einführung des Click-and-Collect-Systems, also die Bezahlung und Abholung von Online-Bestellungen in mobilcom-debitel Shops, zu sehen.
Im Sinne der strategischen Geschäftsausrichtung zum Digital-Lifestyle-Provider fokussiert sich freenet sowohl in der Neukundengewinnung als auch im Bestandskundenmanagement auf werthaltige Kundenbeziehungen.
Sonstige Steuerungsgrößen
Die freenet AG nutzt zur Steuerung des Konzerns neben den wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren weitere Steuerungsgrößen. Sie fungieren als zusätzliche Gradmesser für die Entwicklung der freenet Group und umfassen vor allem folgende Bereiche:
| • | Produktmarken, neue Produkte |
| • | Partnerschaften |
| • | Vertriebsaktivitäten |
| • | Forschung und Entwicklung |
| • | Mitarbeiter |
Produktmarken, neue Produkte
Die freenet AG adressiert neben ihrem klassischen Geschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet zunehmend auch den Wachstumsmarkt Digital Lifestyle. Im Bereich Mobilfunk/mobiles Internet setzt das Unternehmen auf eine Mehrmarkenstrategie, um alle Segmente dieses Markts zielgruppenspezifisch bedienen zu können. Unter der Hauptmarke mobilcom-debitel vermarktet die Gesellschaft Postpaid- und Prepaid-Tarife für alle deutschen Mobilfunknetze und fokussiert sich dabei auf hochwertige Vertragsverhältnisse. Zu den wesentlichen Stärken der Marke zählen die bedarfsorientierte, netzunabhängige Kundenberatung rund um Mobilfunkprodukte und -dienstleistungen sowie größtmögliche Kundennähe. Dies wird insbesondere erreicht durch die rund 560 unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebenen Shops, über die Präsenz in rund 400 großen Elektronikmärkten und über eine Vielzahl weiterer stationärer Vertriebsstellen und Handelspartner.
Zusätzlich fokussieren sich die Discountmarken der Gruppe – klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light – auf das sogenannte No-frills-Segment: In diesem Bereich sind die Kunden vor allem an kostengünstigen Tarifen und weniger an subventionierten Endgeräten oder besonderen Services interessiert. Der Vertrieb der Discounttarife erfolgt schwerpunktmäßig über unternehmenseigene Online-Handelsplattformen.
Seit mehreren Jahren zählen die mobilen Datendienste zu den wachstumsintensivsten Feldern der Telekommunikation. Folglich bilden sie auch für die freenet AG einen Schwerpunkt bei der Vermarktung ihres Produkt- und Dienstleistungsportfolios. Vor diesem Hintergrund wertete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 sein bestehendes Portfolio an Flatrates/Datentarifen für Smartphones und andere Endgeräte im Rahmen einer Vielzahl zeitlich begrenzter Saison- und Sonderaktionen weiter auf; sie beinhalteten in der Regel zusätzliche Leistungen bzw. Preisnachlässe in den einzelnen Tarifen.
Gleichzeitig baute die freenet AG im Geschäftsfeld Digital Lifestyle über die Marken mobilcom-debitel und GRAVIS ihr Angebot an innovativen Produkten und Anwendungen kontinuierlich aus. Schwerpunkte waren dabei die Bereiche Entertainment, Datensicherheit, Health/Fitness, Home Automation & Security.
Partnerschaften
Im Juni 2015 startete mobilcom-debitel eine Kooperation mit „AudioBooks“. Sie eröffnet den Kunden den Zugang zu rund 30.000 Hörbuchtiteln und ist auch ohne gekoppelten Mobilfunkvertrag nutzbar – zu einer Monatsgebühr von 9,99 Euro bei monatlicher Kündigungsmöglichkeit; für Vertragskunden von mobilcom-debitel reduziert sich der Preis auf 5,99 Euro monatlich. In einer Testphase bis Ende August 2015 war der Dienst zunächst kostenlos verfügbar. Der Nutzer kann aus 10.000 deutschen Audiobüchern sowie weiteren 20.000 fremdsprachigen Titeln etwa in Englisch, Spanisch oder Türkisch wählen. Die Hörbuch-Flatrate ergänzt das umfangreiche Portfolio an bestehenden Digital-Lifestyle-Flatrates von mobilcom-debitel.
Mitte September 2015 vereinbarte das Tochterunternehmen GRAVIS eine Kooperation mit DesignBar Solutions. Die Zusammenarbeit startete im GRAVIS Flagship Store am Berliner Ernst-Reuter-Platz: Dort können Kunden jetzt erstmals ihr iPhone-Zubehör mit Wunschmotiven und persönlichen Fotos an der in den Shop integrierten „Designbar“ bedrucken: Sie besteht aus einer Druckeinheit, einem Bedienterminal zur Auswahl des Wunschmotivs sowie der „Cloud Cube“ – einer zentralen IT-Komponente. Neben hochwertigen Motiven der Designbar lassen sich auch eigene per W-LAN übertragbare Fotos verwenden. GRAVIS bietet dazu für die individuelle Gestaltung eine große Auswahl an Zubehörprodukten wie Hard und Soft Cases oder Smartphone-Taschen von DesignBar Solutions. Die aufeinander abgestimmten DesignBar-Komponenten – bestehend aus Druckeinheit, Druckfarbe und bedrucktem Zubehör – gewährleisten einen hochwertigen, detailgenauen und langlebigen Druck.
Im Dezember 2015 startete dann eine Kooperation mit der Amazon Europe Core S.à.r.l. Kern der strategischen Partnerschaft ist die Vorinstallation der Amazon-App auf allen Android-Smartphones, die mobilcom-debitel in seinen rund 560 eigenen Shops sowie in den rund 6.000 Vertriebsstellen seiner Fachhandelspartner anbietet. Das Unternehmen erleichtert seinen Kunden damit den mobilen Einkauf und reduziert den Erwerb per Smartphone beispielsweise von Büchern, digitalem Entertainment, Mode, Einrichtungsgegenständen oder Produkten des täglichen Gebrauchs auf wenige Klicks.
Vertriebsaktivitäten
Wie schon in den Vorjahren hat die freenet AG im Jahresverlauf 2015 mit einer Vielzahl innerbetrieblicher Investitionen und Maßnahmen an der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Vertriebsstärke gearbeitet. Zwei wesentliche Schwerpunkte stellten dabei die Restrukturierung in der Betreuung und Steuerung des stationären Handels sowie der Start des komplexen IT-Projekts „Omni-Channel“ dar.
Mit besonders leistungsstarken und loyalen Fachhandelspartnern – den sogenannten LPP-Plus-Partnern (Leistungspartnerprogramm) – intensiviert mobilcom-debitel seit Mitte 2015 die Zusammenarbeit. Das Ziel ist, die bisherige Trennung zwischen diesen Händlern und den eigenen bzw. direkt steuerbaren Shops des Unternehmens aufzuheben. Beide Vertriebskanäle profitieren damit gleichermaßen von bewährten Best-Practice-Lösungen im Konzern und werden jetzt vom selben Außendienst direkt betreut. Gleichzeitig führt mobilcom-debitel mit den „Partneragenturen“ eine Vertriebsstufe ein, die zwischen den gut 200 Franchise-Shops und den LPP-Plus-Partnern angesiedelt ist. Möglichst viele der über 100 LPP-Plus-Partner sollen im Rahmen der Restrukturierung in das Modell der direkt gesteuerten Partneragenturen überführt werden.
Das Projekt „Omni-Channel“ setzt sich wiederum zum Ziel, alle Schnittstellen, Informationsebenen, Kanäle und Prozessabläufe zum Kunden optimal zu synchronisieren, sie jederzeit bereitzuhalten und aufeinander abzustimmen. Diese ultimative Commerce-Plattform umfasst beispielsweise
| • | die Online-Terminvereinbarung eines potentiellen Kunden im nächstgelegenen mobilcom-debitel Shop, |
| • | die „InStore Online Order“ eines im Shop aktuell nicht vorrätigen Smartphones, |
| • | das Abrufen und Testen eines online zusammengestellten Warenkorbs an Produkten im gewünschten Shop vor Ort, |
| • | Click & Collect, also das persönliche Abholen von online bestellter Ware durch den Kunden direkt im nächsten Shop – möglichst mit |
| • | „Same Day Delivery“ entweder im Shop oder aber bequem zu Hause, |
| • | einen mobilen PoS, bei dem der Kunde bei Marketing-Aktionen etwa in Fußgängerzonen direkt am Tablet beraten wird und ordern kann, und dies |
| • | per digitalem „Pencil“, so dass die einzelnen Beratungspunkte und Orders auch später im Shop nahebei vorliegen. |
Das sehr komplexe und anspruchsvolle Projekt wurde mit einer Testphase im Herbst 2014 begonnen und im Geschäftsjahr 2015 mit allein rund 2.000 externen Personentagen in ersten Bereichen erfolgreich umgesetzt.
Forschung und Entwicklung
Als Service-Provider ohne eigene Netzinfrastruktur unterhält die freenet AG keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung. Angesichts des rasanten technologischen Fortschritts in der Telekommunikation und bei den mobilen Sprach- und Datendiensten setzt sich das Unternehmen jedoch intensiv mit den aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich auseinander. Wesentliches Ziel ist die Wettbewerbsposition in diesem dynamischen Marktumfeld langfristig zu behaupten. Vor diesem Hintergrund adressierte die freenet AG im Geschäftsjahr 2015 mit einem eigenen Produkt- und Dienstleistungsportfolio rund um Mobilfunk, mobiles Internet und Digital Lifestyle die sich kontinuierlich wandelnden Markt- und Kundenanforderungen.
Im Wachstumsmarkt Digital Lifestyle hat die freenet Group ihre Produktoffensive im Jahresverlauf 2015 mit neuen Angeboten ausgebaut. Schwerpunkte waren dabei die Bereiche Entertainment, Health, Datensicherheit sowie Home Automation & Security. Bei einigen Produkten ist die Gesellschaft in die finale Entwicklungsphase involviert, um eine möglichst hohe Kundenfreundlichkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig erhöht sich damit auch die Wertschöpfung der Gesellschaft bei der Vermarktung eben dieser Produkte.
Zusätzlich nahm die Gruppe im Rahmen von IT- und Strategieprojekten 2015 zahlungswirksame Investitionen in Höhe von 11,5 Millionen Euro (Vorjahr: 13,3 Millionen Euro) vor.
Mitarbeiter
Die freenet AG war auch im Jahr 2015 ein sehr gefragter Arbeitgeber. Im Jahresverlauf gingen auf 1.153 Stellenangebote rund 19.000 Bewerbungen ein. Zudem wurden 102 Auszubildende im kaufmännischen und technischen Bereich sowie in der Logistik eingestellt. Zusätzlich bietet der Konzern drei verschiedene duale Studiengänge zum Bachelor of Science oder Bachelor of Arts an Berufsakademien an. Mit seinen vielfältigen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen stellt das Unternehmen seinen Bedarf an Spezialisten und qualifiziertem Nachwuchs sicher und wird gleichzeitig seiner gesellschaftlichen Verantwortung als großer, erfolgreicher Arbeitgeber gerecht. Darüber hinaus zeichnete die IHK Kiel mobilcom-debitel für die vorbildliche Fachkräfte-Ausbildung als Top-Ausbildungsbetrieb aus.
Das Traineeprogramm der Gruppe startete 2015 erfolgreich in die dritte Runde. Im Zuge des Programms werden Fach- und Hochschulabsolventen innerhalb von zwölf Monaten auf eine Spezial- oder Schlüsselposition innerhalb eines im Vorfeld festgelegten Bereichs entwickelt. Neben der Ausbildung im jeweiligen Fachbereich und dessen wichtigsten Schnittstellen umfasst das Programm übergreifende Methodentrainings und Netzwerktreffen an unterschiedlichen Standorten. Für die erstklassigen Standards und Umsetzungen erhielt die freenet AG 2015 den renommierten Absolventa Award.
Zusätzlich lief 2015 mit „freenet Unternehmer“ ein neues Förderprogramm im Konzern an. Es soll Engagement, Eigeninitiative und Unternehmergeist bei besonderen Leistungsträgern in unterschiedlichen Konzernbereichen stärken und gleichzeitig deren Bindung an die freenet AG, indem sie Veränderungen im Unternehmen initiieren und dessen Entwicklung so aktiv mitgestalten, festigen.
Zudem prüft das Unternehmen vor dem Hintergrund des stetigen Wandels – gerade in der Telekommunikationsbranche – kontinuierlich Leitbild und Kultur der freenet AG auf Aktualität und Veränderung. Auch hier fällt den rund 400 Führungskräften im Konzern eine Schlüsselfunktion zu. Vielfältige, aufeinander aufbauende Maßnahmen geben dabei die Leitlinien vor und nehmen die Führungskräfte selbst in die Verantwortung, z. B. durch Führungskräfte-Workshops in den jeweiligen Bereichen mit Fokus auf thematische Inhalte und konkrete Umsetzung. Des Weiteren gewährleistet ein neu gestaltetes Führungskräfte-Buch unter dem Motto „WIR gehen in Führung“ weitere Transparenz und Verinnerlichung der Führungsgrundsätze, Aufgaben und Verantwortlichkeiten als Führungskraft.
Der Konzern führte 2015 insgesamt 204 Qualifizierungsmaßnahmen durch und 1.002 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen an Personalentwicklungsmaßnahmen teil. Weiterhin kümmert sich ein internes Trainerteam um die spezifische Qualifizierung der über 2.000 Mitarbeiter der Shops und Kundenbetreuung.
Finanzmanagement
Die strategische Unternehmenssteuerung wird von einem fokussierten Finanzmanagement unterstützt, welches neben der Liquiditätsentwicklung die Kapitalstruktur als Steuerungsgröße aufweist. Die operative Umsetzung erfolgt durch ein umfassendes Treasury-Management auf der Basis etablierter Controlling-Strukturen.
Zur Steuerung der Kapitalstruktur dienen insbesondere der Verschuldungsfaktor, der sogenannte Interest Cover und die Eigenkapitalquote als finanzielle Steuerungsgrößen.
Tabelle 2: Kennzahlen des Finanzmanagements
| 2014 | Ziel 2015 | 2015 | Ziel 2016 | |
|---|---|---|---|---|
| Verschuldungsfaktor | 1,2 | 1,0 - 2,5 | 1,0 | 1,0 - 2,5 |
| Interest Cover | 9,0 | > 5 | 8,4 | > 5 |
| Eigenkapitalquote in % | 51,8 | > 50 | 50,6 | > 50 |
Der Verschuldungsfaktor gibt an, wie oft das aktuelle operative Ergebnis (EBITDA) erarbeitet werden müsste, um die Nettoverschuldung (Finanzschulden abzüglich liquider Mittel) zu tilgen. Da das Geschäftsmodell der freenet Group als Service-Provider im Segment Mobilfunk - anders als bei den Netzbetreibern – keine hohen Investitionen erfordert und einen stabilen Barmittelzufluss aufweist, liegt der Verschuldungsfaktor am unteren Ende der als Ziel angegebenen Spanne von 1,0 bis 2,5. Im Rahmen einer risikoorientierten Unternehmensführung wird die Kapitalstruktur laufend optimiert. Gleichzeitig erfordert die Umsetzung der Unternehmensstrategie jedoch eine jederzeit angemessene Liquiditätsreserve, welche bei dem aktuellen Geschäftsvolumen der Gesellschaft mit rund 100 Millionen Euro beziffert wird. Dadurch wird auch die Möglichkeit zur laufenden Liquiditätsbeschaffung von Eigen- und Fremdmitteln erhalten. Da ein geringer Verschuldungsfaktor insbesondere für Fremdkapitalgeber attraktiv ist, können die Fremdkapitalbeschaffungskosten auf diese Weise künftig weiter optimiert werden. Vor diesem Hintergrund ist auch die Entwicklung des Interest Cover zu sehen (Verhältnis von EBITDA zu Zinssaldo). Die Einhaltung einer Eigenkapitalquote von mehr als 50 Prozent dient dabei als zusätzlicher Gradmesser für eine effiziente Aufteilung der Unternehmensfinanzierung.
Schließlich hat der Vorstand eine Dividendenpolitik definiert, die den freenet Aktionären eine attraktive Dividendenrendite ermöglicht, ohne das Risikoprofil der freenet AG zu gefährden.
Grafik 8: Kennzahlen der Dividendenpolitik

Gemäß der bereits Anfang 2013 vom Vorstand beschlossenen und mit dem Aufsichtsrat abgestimmten aktuellen Dividendenpolitik sollen die jährlichen Dividendenausschüttungen zwischen 50 und 75 Prozent des jeweils generierten freien Barmittelzuflusses (Free Cashflow) liegen. Mit der Anhebung dieser Bandbreite ab dem Geschäftsjahr 2013 trägt der Vorstand dem Interesse der wertorientierten Anteilseigner Rechnung, am freien Barmittelzufluss der Gesellschaft in angemessenem Maße teilzuhaben, während die optimierte Kapitalstruktur für die nachhaltige Unternehmenswertsicherung sorgt.
Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im Jahr 2015 beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 12. Mai 2016 die Auszahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 1,55 Euro pro Stückaktie aus dem Bilanzgewinn vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 70 Prozent des Free Cashflows.
Zur Unterstreichung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells beabsichtigt der Vorstand darüber hinaus, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung im Jahr 2017 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,60 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie für das Geschäftsjahr 2016 vorzuschlagen. Damit stellt der Vorstand seinen Aktionären eine Ausschüttung in Aussicht, die gegenüber den Vorjahren und gegenüber dem Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2015 eine kontinuierliche Erhöhung darstellt.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die globalen politischen und wirtschaftlichen Spannungen wie der gewaltsame Konflikt in Syrien und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme, die Ukraine-Krise, die griechische Staatsschuldenkrise und nicht zuletzt der Konjunktureinbruch in China wirkten sich 2015 negativ auf die internationale Stabilität aus. Darüber hinaus führte der merkliche Rückgang der Preise für Industrierohstoffe, wie beispielsweise Erdöl, und die divergierende Geldpolitik der Notenbanken zu Verunsicherungen an den Märkten.
Vor diesem Hintergrund dämpfte das Gros der Wirtschaftsexperten im Laufe des Jahres die Erwartungen für die positive Entwicklung der globalen Wirtschaft. Nach Angaben des im Oktober 2015 veröffentlichten Weltwirtschaftsausblicks des Internationalen Währungsfonds („IWF“) und dem im Januar 2016 publizierten „World Economic Outlook Update“ betrug das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2015 nur noch 3,1 Prozent. Im Juli 2015 rechnete der IWF noch mit einem Plus von 3,3 Prozent. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung („OECD“) hat ihre Wachstumsprognose im November 2015 ebenfalls nach unten korrigiert. Im Vergleich zu den im Juli 2015 prognostizierten 3,1 Prozent geht sie für das Jahr 2015 nunmehr nur noch von einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung von 2,9 Prozent aus. Im Jahr 2014 war die Weltwirtschaft um 3,4 Prozent gewachsen.
Europa hat sich rund sechs Jahre nach der Schuldenkrise wirtschaftlich noch nicht wieder vollständig erholt. Dennoch rechnen IWF und OECD für die Eurozone für das Jahr 2015 mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Hintergrund für das erwartete Wachstum ist neben dem günstigen Ölpreis, die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sowie die Abwertung des Euro gegenüber anderen Währungen, wie beispielsweise dem US-Dollar.
Die Deutsche Wirtschaft ist nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts im Jahresverlauf 2015 solide gewachsen. Das preisbereinigte, deutsche Bruttoinlandsprodukt („BIP“) ist im Jahr 2015 im Durchschnitt um 1,7 Prozent gestiegen. Das entspricht in etwa der Steigerungsrate des Vorjahres (+1,6 Prozent). Das stetige Wirtschaftswachstum im Jahresverlauf ist laut Statistischem Bundesamt vor allem auf die hohen Konsumausgaben zurückzuführen. Preisbereinigt ist der staatliche Konsum im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent gestiegen und der private Konsum erhöhte sich um 1,9 Prozent. Die Kauflust der Verbraucher basiert auf einer steigenden Beschäftigung und einem höheren Lohn- und Gehaltsniveau bei gleichzeitig niedriger Inflation. Weitere Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaftsleistung waren die Investitionen von Staat und Unternehmen – insbesondere in Ausrüstungen – sowie der dynamische Außenhandel. Preisbereinigt stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen um insgesamt 5,4 Prozent, die Importe verzeichneten ein Plus von 5,7 Prozent.
Entwicklung des Telekommunikationsmarkts 201 5
Der Telekommunikationsmarkt hat sich im Jahr 2015 auf europäischer Ebene überdurchschnittlich entwickelt, nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Inflation und der starken europäischen Binnennachfrage. Neben dem überwiegend positiven Marktumfeld in Europa ist auch der anhaltende Trend zur Marktkonsolidierung aufzuführen.
Im Zuge von Unternehmenszusammenschlüssen und -käufen positionierten sich Telekommunikationsunternehmen auch im Jahr 2015 vermehrt in verschiedenen Märkten, um das Angebot unterschiedlicher Dienste „aus einer Hand“ zu ermöglichen. Nach wie vor spielten der anhaltende Trend zu immer leistungsfähigeren Anschlüssen, das Thema Konvergenz sowie die Entwicklungen rund um das „Internet der Dinge“ eine Rolle. Die Marktteilnehmer passen sich auf diese Weise den sich veränderten Nutzerbedürfnissen unter anderem mit neuen Geschäftsmodellen und Tarifstrukturen an. Übergeordnetes Ziel dieser Bestrebungen ist nach wie vor eine leistungsfähige Infrastruktur sowie die Realisierung von Kosten- und Größenvorteilen, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Das Marktvolumen der Telekommunikationsdienste in Deutschland ist gemäß der im Oktober 2015 vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. („VATM“) in Zusammenarbeit mit der Dialog Consult GmbH („Dialog Consult“) veröffentlichten 17. TK-Marktanalyse Deutschland 2015 erneut leicht zurückgegangen. Das Gesamtvolumen sank um 1,0 Prozent auf nun 57,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 58,5 Milliarden Euro). Dabei zeichneten sich zwei gegenläufige Trends ab: Während sich die Umsätze der Breitbandkabelnetzbetreiber deutlich um 9,8 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,1 Milliarden Euro) erhöhten, entwickelten sich die Telekommunikationsumsätze für die Teilmärkte Festnetz und Mobilfunk leicht rückläufig. Im Bereich Festnetz wurden mit 33,1 Milliarden Euro etwa 1,2 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahr (33,5 Milliarden Euro). Der Mobilfunkbereich verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang um 0,8 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 25,0 Milliarden Euro).
Studienautor Prof. Dr. Torsten J. Gerpott führt diese Entwicklung hauptsächlich auf sinkende Verbraucherpreise und rückläufige Einnahmen im Sprach- und SMS-Bereich sowie Absenkungen der Roaming- und Terminierungsentgelte zurück. Darüber hinaus sei eine zunehmende Kundenkonzentration im Geschäftskundensegment zu beobachten. Auch die deutliche Zunahme der Erlöse aus mobilen Datendiensten könne den Umsatzrückgang im Mobilfunk nicht in ausreichendem Maße kompensieren, so Gerpott.
Unter Einbeziehung der Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz und unter Berücksichtigung des Erwerbs der KPN-Tochtergesellschaft E-Plus durch Telefónica Deutschland im Jahr 2014 verteilen sich die Mobilfunkumsätze auf aktuell sechs Marktteilnehmer. Mit einem Marktanteil von 32,7 Prozent (Vorjahr: 30,3 Prozent) ist Telekom Deutschland weiterhin Marktführer, gefolgt von Vodafone mit einem Marktanteil von 27,8 Prozent (Vorjahr: 28,6 Prozent). Telefónica Deutschland belegt mit 22,6 Prozent (Vorjahr: 25,8 Prozent) nach Schätzungen von VATM und Dialog Consult den dritten Platz unter den deutschen Marktteilnehmern.
Unter den Mobilfunkanbietern ohne eigenes Netz dominiert die freenet Group mit 12,1 Prozent (Vorjahr: 11,3 Prozent) im Gesamtmarkt erneut dieses Mobilfunksegment. United Internet und die Drillisch AG folgen mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent (Vorjahr: 2,8 Prozent) bzw. 1,2 Prozent (Vorjahr: 1,2 Prozent).
Grafik 9: Marktanteile kumulierter Mobilfunkmarkt Deutschland (inkl. Interconnection, Wholesale und Endgeräte)

* Schätzung
** Zur vereinfachten Darstellung: Addition der 2014 Marktanteile von Telefónica Deutschland und E-Plus.
Quelle: Dialog Consult/VATM - 17. TK-Marktanalyse Deutschland 2015, 16. TK-Marktanalyse Deutschland 2014.
Das Geschäft mit mobilen Internetzugängen gewinnt weiter an Bedeutung. Nach Schätzungen von VATM und Dialog Consult wird der Umsatz mit mobilen Datendiensten im Jahr 2015 mit 10,6 Milliarden Euro knapp 43 Prozent des in Deutschland generierten Gesamtumsatzes der Mobilfunknetzbetreiber ausmachen. Im Vorjahr wurden mit 9,6 Milliarden Euro etwa 38 Prozent des gesamten Marktvolumens erreicht. Entsprechend wird das durchschnittliche mobile Datenvolumen pro SIM-Karte und Monat gegenüber dem Vorjahr von 289 Megabyte um gut 30 Prozent auf 377 Megabyte weiter ansteigen.
Neben den steigenden Datenvolumina stand im abgelaufenen Geschäftsjahr auch die wettbewerbsfähige Bereitstellung leistungsfähiger Endgeräte und schneller mobiler Datenverbindungen – wie dem Mobilfunkstandard der vierten Generation (“4G”) – im Fokus der Anbieter. Fortschritte beim LTE-Ausbau sowie der Start der Zusammenlegung der O2- und E-Plus Mobilfunknetze (National Roaming) führten 2015 bei den Marktteilnehmern zu einem verstärkten Wettbewerb um preisgünstige 4G-Tarife.
Neben dem Verkaufsstart neuer LTE-fähiger Endgeräte, wie beispielsweise dem iPhone 6s und iPhone 6s Plus, war der deutsche Mobilfunkmarkt im Jahr 2015 außerdem von regulatorischen Themen wie der Frequenzauktion durch die Bundesnetzagentur und dem Wegfall der Roaminggebühren geprägt.
Anfang Juni 2015 beschloss das Europaparlament in Brüssel den Wegfall der Roaminggebühren ab Juni 2017 sowie in einem Zwischenschritt die Absenkung der Gebühren ab April 2016. Die Erhebung geringfügiger Grundgebühren durch die Netzbetreiber soll im Falle einer zweckwidrigen oder missbräuchlichen Nutzung von Endkunden-Roamingdiensten aber weiterhin möglich sein. Mit der im Juni 2015 von der Bundesnetzagentur durchgeführten Frequenzauktion wurden weitere Weichen für den mobilen Breitbandausbau gestellt. Die Versteigerung von Funkfrequenzen zwischen 700 und 1.800 Megahertz für mobile Breitbandanbindungen brachte rund 5,1 Milliarden Euro ein. Ein Großteil des Erlöses soll in die Förderung des Breitbandausbaus – vornehmlich in strukturschwachen Regionen – fließen, um das von der Bundesregierung gesteckte Ziel der flächendeckenden Versorgung deutscher Haushalte mit einer Datengeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 zu erreichen.
Im Jahr 2015 wird die weltweite Zahl der Mobilfunkanschlüsse, die auf 7,4 Milliarden geschätzt wird (Vorjahr: 7,1 Milliarden), zum ersten Mal die voraussichtliche Weltbevölkerungszahl von 7,3 Milliarden Menschen übertreffen. Diese Prognose geht aus dem im November 2015 veröffentlichten Ericcson Mobility Report hervor. Dabei gewinnt vor allem die Smartphone-Nutzung weiter an Bedeutung. Gemäß der Studie wird die Zahl der Smartphones 2015 auf weltweit 3,4 Milliarden ansteigen (Vorjahr: 2,6 Milliarden).
In Deutschland belief sich die Zahl der Mobilfunkanschlüsse nach Angaben der Bundesnetzagentur im dritten Quartal 2015 auf 113,4 Millionen. Nach Schätzungen von VATM und Dialog Consult wird diese Zahl bis zum Jahresende leicht auf 112,7 Millionen zurückgehen, was einer geringfügigen Steigerung um 0,1 Millionen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dem weltweiten Trend folgend, wird auch in Deutschland der Smartphone-Absatz weiter steigen. Laut der im September 2015 von Deloitte und Bitkom veröffentlichten Trendstudie „Zukunft der Consumer Electronics – 2015“ nutzen im Jahr 2015 schätzungsweise zwei Drittel der in Deutschland lebenden Bevölkerung ein Smartphone. Das entspricht etwa 45 Millionen Personen. Die Zahl der verkauften Smartphones in Deutschland wird sich von 24,4 Millionen Geräten im Jahr 2014 auf 25,6 Millionen Geräte im Jahr 2015 erhöhen. Der mit Smartphones genierte Umsatz wird von 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf geschätzte 9,1 Milliarden Euro im Jahr 2015 ansteigen.
Grafik 10: Nutzung von Smartphones in Deutschland 2012-2015

* Schätzung
Quelle: Deloitte/Bitkom Trendstudie “Zukunft der Consumer Electronics – 2015“
Unter den aktuell am Markt vernetzten mobilen Endgeräten wie Tablets, Laptop, Netbooks und Wearables hat sich hauptsächlich das Smartphone als Universalgerät etabliert. Während Standardfunktionen wie Telefonie und SMS zunehmend an Bedeutung verlieren, steigt die Nutzung weiterer Digital-Lifestyle-Anwendungen. Das „Internet der Dinge“ rückt in den Fokus, vor allem in den Bereichen Unterhaltungselektronik und Smart Home. Über verschiedene Apps greifen Smartphone-Nutzer beispielsweise auf Soziale Netzwerke zu, hören Musik, lesen E-Books, E-Paper oder Nachrichten, schauen Videos, nutzen Spielangebote und Navigations-/Kartenfunktionen, empfangen oder versenden E-Mails und surfen im Internet.
Geschäftsverlauf
Der Konzern kann ein positives Fazit für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 ziehen: die Ziele, die wir uns zu Beginn des Geschäftsjahres 2015 bezüglich der wesentlichen Steuerungskennzahlen selbst gesetzt hatten, konnten wir allesamt erreichen oder übertreffen.
Das im Jahr 2015 erzielte Konzern-EBITDA beträgt 370,2 Millionen Euro. Es hat sich gegenüber dem Vorjahr (365,6 Millionen Euro) um 1,3 Prozent erhöht und trifft damit unsere Zielsetzung (370,0 Millionen Euro). Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistete der um 1,6 Prozent auf 790,4 Millionen Euro gesteigerte Rohertrag.
Die weiteren Ergebniskennzahlen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr leicht: So ergibt sich nach Abzug von Abschreibungen und Wertminderungen ein EBIT in Höhe von 298,8 Millionen Euro (Vorjahr: 301,2 Millionen Euro). Mit 254,7 Millionen Euro hat sich das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) gegenüber dem Vorjahr (260,6 Millionen Euro) um 2,3 Prozent vermindert. Das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2015 wird mit 221,5 Millionen Euro ausgewiesen, was einem Rückgang um 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Der Free Cashflow, einer der wichtigsten steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren im Konzern, beläuft sich im Berichtszeitraum auf 284,5 Millionen Euro (Vorjahr: 266,6 Millionen Euro) und übertrifft damit leicht den prognostizierten Wert von 280,0 Millionen Euro. Die Nettofinanzschulden verringerten sich von 426,6 Millionen Euro am Ende des Geschäftsjahres 2014 auf nunmehr 369,2 Millionen Euro.
Der Kundenbestand im für die Gesellschaft wichtigen Vertragskunden-Bereich (Postpaid) hat sich im Vergleich zum Jahresende 2014 um 298.000 von 6,01 Millionen Kunden auf 6,31 Millionen Kunden erhöht. Zusammen mit dem leicht gesteigerten No-frills-Kundenbestand führt dies zu einem Customer-Ownership-Kundenbestand zum Jahresende 2015 von 9,30 Millionen, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 376.000 bedeutet. Damit konnte das Ziel eines leicht steigenden Customer-Ownership-Bestands erreicht werden. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde (Postpaid-ARPU) zeigte sich im Berichtsjahr mit 21,4 Euro genau auf dem Niveau des Vorjahres, was unserer Erwartung entspricht.
Im Zusammenhang mit dem gestiegenen Customer-Ownership-Bestand erhöhten sich die Konzernumsätze gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent von 3.040,6 Millionen Euro auf 3.117,9 Millionen Euro – damit übertreffen wir unser Ziel des Ausweises stabiler Umsatzerlöse.
Tabelle 3: Wesentliche Leistungsindikatoren 2015
| In Mio. EUR bzw. lt. Angabe | Ist 2014 | Prognose 2015 | 2015 |
|---|---|---|---|
| Konzernumsatz | 3.040,6 | stabil | 3.117,9 |
| Konzern-EBITDA | 365,6 | 370,0 | 370,2 |
| Free Cashflow1 | 266,6 | 280,0 | 284,5 |
| Customer-Ownership in Mio. | 8,92 | leicht steigend | 9,30 |
| Postpaid-ARPU in EUR | 21,4 | stabil | 21,4 |
1 Zur Definition des Free Cashflows siehe Abschnitt „Finanzielle Leistungsindikatoren“
Diese Ergebnisse bestätigen die Strategieausrichtung des Unternehmens als Digital-Lifestyle-Provider rund um das Geschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet und bilden eine gute Basis, um den erfolgreichen Kurs der freenet AG in den kommenden Monaten und Jahren fortzusetzen.
Wesentliche Einflussfaktoren für den Geschäftsverlauf
Kundenentwicklung im Segment Mobilfunk
Tabelle 4: Kundenentwicklung im Segment Mobilfunk
| In Mio. | 31.12.2015 | 31.12.2014 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Mobilfunkkunden/-karten | 12,24 | 12,73 | -3,9 |
| davon Customer-Ownership | 9,30 | 8,92 | 4,2 |
| davon Postpaid | 6,31 | 6,01 | 5,0 |
| davon No-frills | 2,99 | 2,91 | 2,7 |
| davon Prepaid | 2,94 | 3,81 | -22,8 |
Die Neukundengewinnung sowie das Bestandskundenmanagement wurden im Geschäftsjahr 2015 durch die Fokussierung auf nachhaltige Kundenbeziehungen geprägt. Der Erfolg dieser Strategie zeigt sich in einem überproportionalen Anstieg des Postpaid-Kundenbestands. Der Bestand in dieser strategisch bedeutsamen Kundengruppe mit 24-Monats-Verträgen stieg zum Ende des Berichtsjahres auf 6,31 Millionen Teilnehmer (Vorjahr: 6,01 Millionen). Dies entspricht einer Steigerung um rund 5,0 Prozent oder 298.000 Teilnehmer. Diese Entwicklung wurde durch eine zielgerichtete Kundenansprache über sämtliche Vertriebskanäle des stationären Handels sowie auf der mobilcom-debitel Webseite und durch ein weiter verbessertes Kundenmanagement der freenet Group unterstützt.
Alle über Discount-Marken des Konzerns vertriebenen Mobilfunktarife mit kürzeren Laufzeiten werden im sogenannten No-frills-Bereich zusammengefasst. Trotz der Fokussierung auf die Postpaid-Vertragskunden ist der Kundenbestand im Berichtsjahr auch hier, und zwar um rund 78.000 angestiegen. Der Kundenbestand belief sich in dieser Kundengruppe zum Jahresende 2015 auf 2,99 Millionen (Vorjahr: 2,91 Millionen).
Das Ergebnis der oben beschriebenen Strategie ist eine erneute Steigerung des für das Unternehmen wichtigen nicht finanziellen Leistungsindikators Customer-Ownership, der die Summe der Vertrags- und No-frills-Kundengruppen darstellt. Im Vorjahresvergleich hat sich der Bestand um etwa 376.000 Kunden von 8,92 Millionen auf 9,30 Millionen erhöht. Dies entspricht einer Steigerung um rund 4,2 Prozent.
Demgegenüber war die Zahl der ausgegebenen Prepaid-Karten im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter rückläufig und betrug zum Jahresende 2,94 Millionen (Vorjahr: 3,81 Millionen). Dieser Rückgang ist auf die Abschaltung nicht genutzter SIM-Karten durch die Netzbetreiber (technischer Churn) sowie auf die rückläufige Aktivierung von Neukunden zurückzuführen.
Infolgedessen lag die Gesamtzahl der Mobilfunkkunden gegenüber dem Vorjahr (12,73 Millionen) Ende Dezember 2015 um rund 491.000 Mobilfunkkunden niedriger bei 12,24 Millionen.
Monatliche Umsatzerlöse pro Kunde im Segment Mobilfunk
Dass der in der Neukundengewinnung und im Bestandkundenmanagement eingeschlagene Weg, sich auf werthaltige Kunden zu konzentrieren, erfolgreich ist, zeigt sich auch in der Entwicklung des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes pro Vertragskunde („Postpaid-ARPU“). Im Geschäftsjahr 2015 konnte der Postpaid-ARPU mit 21,4 Euro auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert werden, nachdem in den Vorjahren der Preisdruck in der Mobilfunkbranche regelmäßig zu teils stark rückläufigen ARPUs führte. Sowohl im dritten Quartal 2015 als auch im vierten Quartal 2015 lag der Postpaid-ARPU sogar über dem Wert des jeweiligen Vorjahresquartals.
Der No-frills-ARPU ist im Vorjahresvergleich um 0,3 Euro auf 2,5 Euro gesunken. In dieser Entwicklung zeigt sich der nach wie vor hohe Preisdruck im Discount-Marktsegment, in dem die freenet Group überwiegend über eine Vielzahl von Online-Vertriebskanälen aktiv ist. Ausschlaggebend war hier insbesondere die erhöhte Nachfrage nach attraktiven datenbasierten Smartphone-Tarifen ohne den Bezug neuer Endgeräte.
Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Prepaid-Kunde („Prepaid-ARPU“) liegt im Geschäftsjahr 2015 mit 3,0 Euro leicht über dem Vorjahresniveau (2,9 Euro).
Tabelle 5 : Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU)
| In EUR | 2015 | 201 4 |
|---|---|---|
| Postpaid | 21,4 | 21,4 |
| No-frills | 2,5 | 2,8 |
| Prepaid | 3,0 | 2,9 |
Digital Lifestyle
Neben der Optimierung des Kerngeschäfts Mobilfunk konzentriert sich die freenet Group seit dem Jahr 2012 zunehmend auf den jungen Wachstumsbereich internetbasierter mobiler Anwendungen für private Kunden. Der Bereich Digital Lifestyle, als Bestandteil des Segments Mobilfunk, umfasst für die freenet Group die Themen Telekommunikation, Internet und Energie sowie alle Services, Anwendungen und Geräte, die über ein mobiles Endgerät mit dem Internet verbunden oder durch dieses steuerbar sind.
Im Fokus der bestehenden Digital-Lifestyle-Strategie stehen der Ausbau und die Erweiterung des heutigen Produkt- und Serviceportfolios auf den Gesamtbereich Digital Lifestyle unter der konsequenten Nutzung bestehender Stärken und Kompetenzen.
Die freenet Group positioniert sich über Partnerschaften in diesem Wachstumsmarkt, erbringt jedoch keine eigenen Entwicklungsleistungen. Gleichzeitig vergrößert und optimiert der Konzern seine Digital-Lifestyle-Vertriebsoberfläche, insbesondere über die unter der Premiummarke GRAVIS geführten eigenen Stores in 1A-Lagen sowie die im Vorjahr erworbene freenet digital GmbH, welche moderne, digitale Unterhaltungsformate und Serviceleistungen vermarktet.
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Umsatz- und Ertragslage
Tabelle 6: Wichtige Kennzahlen des Konzerns
| In TEUR | 2015 | 2014 | Ergebnisveränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.117.892 | 3.040.585 | 77.307 |
| Rohertrag | 790.417 | 778.057 | 12.360 |
| EBITDA | 370.178 | 365.607 | 4.571 |
| EBIT | 298.775 | 301.194 | -2.419 |
| EBT | 254.691 | 260.633 | -5.942 |
| Konzernergebnis | 221.460 | 248.163 | -26.703 |
Die Konzernumsätze erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent von 3.040,6 Millionen Euro auf 3.117,9 Millionen Euro. Dies konnte in erster Linie durch den gestiegenen Customer-Ownership-Bestand (31. Dezember 2015: 9,30 Millionen Kunden – Vorjahr: 8,92 Millionen Kunden) bei einem stabilen Postpaid-ARPU (für 2015 wie für das Vorjahr jeweils 21,4 Euro) sowie durch höhere Umsätze im Bereich Digital Lifestyle erreicht werden.
Der sich ergebende Rohertrag lag bei 790,4 Millionen Euro und damit um 12,4 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres. Die Rohertragsmarge verringerte sich leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 25,4 Prozent infolge höherer Aktivierungszahlen, die zu einem Anstieg der Kundenakquisitionskosten führten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,3 Millionen Euro auf 51,3 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Erträge aus Werbekostenzuschüssen (soweit nicht von der Aktivierung von Neukunden abhängig), den Rückgang der Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren sowie auf den das Vorjahr betreffenden Einmaleffekt in Höhe von 3,9 Millionen Euro zurückzuführen, der im Zusammenhang mit der ertragswirksamen Ausbuchung der Verbindlichkeit aus dem Earn-Out der freenet digital Group stand.
Die anderen aktivierten Eigenleistungen resultieren wie im Vorjahr aus selbst erstellter Software im Zusammenhang mit IT-Projekten und reduzierten sich um 1,9 Millionen Euro auf 11,5 Millionen Euro. Der Personalaufwand verringerte sich von im Vorjahr 199,7 Millionen Euro um 4,4 Millionen Euro auf 195,2 Millionen Euro aufgrund einer reduzierten Mitarbeiteranzahl im Zusammenhang mit der Steigerung der Effizienz unserer betrieblichen Prozesse.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen befinden sich mit 287,9 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (290,9 Millionen Euro) und entfallen in beiden Jahren im Wesentlichen auf Marketingkosten, Verwaltungskosten (z.B. Mieten und Nebenkosten der Shops und Verwaltungsgebäude), Aufwendungen für Wertberichtigungen und den Ausfall von Forderungen, Rechts-/Beratungskosten, Aufwendungen für Billing, Outsourcing sowie für Porto.
Das Konzern-EBITDA liegt als Ergebnis der genannten Effekte mit 370,2 Millionen Euro um 4,6 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau von 365,6 Millionen Euro.
Die Abschreibungen und Wertminderungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 7,0 Millionen Euro auf 71,4 Millionen Euro, im Wesentlichen aufgrund des erhöhten Bestandes an Software, Lizenzen und Nutzungsrechten.
Das Zinsergebnis als Saldo der Zinserträge und Zinsaufwendungen hat sich von -40,6 Millionen Euro im Vorjahr auf -44,1 Millionen Euro entwickelt, resultierend in erster Linie aus der gestiegenen Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrigen Verbindlichkeiten und laufenden Steuerschulden.
Damit wurde im Jahr 2015 ein Konzerngewinn vor Steuern in Höhe von 254,7 Millionen Euro erzielt – gegenüber dem Vorjahr (260,6 Millionen Euro) ein Rückgang um 5,9 Millionen Euro.
Die Aufwendungen aus Ertragsteuern erhöhten sich gegenüber 2014 um 20,8 Millionen Euro auf 33,2 Millionen Euro. Dabei sind die laufenden Steueraufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Millionen Euro auf 35,2 Millionen Euro gestiegen, was im Wesentlichen auf in 2014 angefallene Steuererstattungen für Vorjahre zurückzuführen ist. Daneben wurden Erträge aus latenten Steuern in Höhe von 1,9 Millionen Euro (Vorjahr: 16,8 Millionen Euro) in dieser Position saldiert. Der Rückgang der Erträge aus latenten Steuern ergibt sich im Wesentlichen aus der im Vergleich zum Vorjahr geringeren Zuschreibung auf latente Ertragsteueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen.
In der Folge sank der Konzerngewinn nach Steuern von im Vorjahr erzielten 248,2 Millionen Euro um 26,7 Millionen Euro auf 221,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015.
Vermögens- und Finanzlage
Tabelle 7: Ausgewählte Bilanzzahlen des Konzerns
| Aktiva | Passiva | ||
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | 31.12.2015 | in Mio. EUR | 31.12.2015 |
| --- | --- | --- | --- |
| Langfristiges Vermögen | 1.916,7 | Eigenkapital | 1.379,0 |
| Kurzfristiges Vermögen | 807,3 | Langfristige und kurzfristige Schulden | 1.345,0 |
| Bilanzsumme | 2.724,0 | Bilanzsumme | 2.724,0 |
| In Mio. EUR | 31.12.2014 | In Mio. EUR | 31.12.2014 |
| Langfristiges Vermögen | 1.872,2 | Eigenkapital | 1.293,6 |
| Kurzfristiges Vermögen | 626,1 | Langfristige und kurzfristige Schulden | 1.204,7 |
| Bilanzsumme | 2.498,3 | Bilanzsumme | 2.498,3 |
Zum 31. Dezember 2015 betrug die Bilanzsumme des Konzerns 2.724,0 Millionen Euro und lag damit um 9,0 Prozent über der Bilanzsumme des Vorjahresstichtags (2.498,3 Millionen Euro).
Das langfristige Vermögen erhöhte sich um 44,5 Millionen Euro auf 1.916,7 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 1.872,2 Millionen Euro).
Dieses wird wie im Vorjahr von den immateriellen Vermögenswerten sowie dem Goodwill dominiert. Der Anstieg des langfristigen Vermögens ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der immateriellen Vermögenswerte um 68,0 Millionen Euro auf 458,1 Millionen Euro zurückzuführen, die in erster Linie im Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der EXARING AG stehen. Die im Rahmen dieses Erwerbs übernommenen immateriellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen ein günstiges Nutzungsrecht an einem Leitungsnetz sowie das Recht, dieses Leitungsnetz nach dem Ablauf des genannten Nutzungsrechts käuflich zu erwerben.
Die Sachanlagen werden zum 31. Dezember 2015 mit 32,5 Millionen Euro und damit leicht unter dem Stand des Vorjahres ausgewiesen.
Die Abnahme der latenten Ertragsteueransprüche gegenüber dem Vorjahresstichtag um 22,5 Millionen Euro auf 177,3 Millionen Euro resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme der passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden anlässlich der Kaufpreisallokation bezüglich des Erwerbs von Anteilen an der EXARING AG.
Der langfristige Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zum 31. Dezember 2015 mit 79,4 Millionen Euro annähernd auf Vorjahresniveau ausgewiesen, resultiert hauptsächlich aus der Handy-Option – also dem Angebot an unsere Endkunden, höherwertige Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen. Diese Forderungen reflektieren jene Zahlungsansprüche aus dem Mobilfunkvertrag, die der Komponente „höherwertiges Mobilfunkendgerät“ zugeordnet sind und vom Kunden im Rahmen der Vertragslaufzeit bedient werden.
Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich um 181,2 Millionen Euro auf 807,3 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 626,1 Millionen Euro).
Die dominierende Bilanzposition innerhalb des kurzfristigen Vermögens stellen wie in den vergangenen Jahren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar. Sie bestehen im Wesentlichen gegen Endkunden, Netzbetreiber und Händler sowie Distributoren und betragen zum 31. Dezember 2015 436,0 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 27,5 Millionen Euro bedeutet. Diese Zunahme entfällt zu einem wesentlichen Teil auf Forderungen gegen Mobilfunkendkunden, die sich im Rahmen des gestiegenen Customer-Ownership-Bestands erhöht haben.
Die Vorräte lagen mit 79,5 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (80,0 Millionen Euro). Sie setzen sich im Wesentlichen aus Mobiltelefonen und Smartphones, Computern sowie Zubehör zusammen.
Die flüssigen Mittel werden zum 31. Dezember 2015 mit 269,8 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 111,9 Millionen Euro) ausgewiesen. Während dem Konzern 2015 aus der laufenden Geschäftstätigkeit Mittel in Höhe von 314,9 Millionen Euro zuflossen, flossen aus der Investitionstätigkeit Mittel in Höhe von 28,5 Millionen Euro sowie aus der Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 128,7 Millionen Euro ab.
Auf der Passivseite kam es zu einem Anstieg des Eigenkapitals. Zum 31. Dezember 2015 betrug das Eigenkapital 1.379,0 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 1.293,6 Millionen Euro). Die Erhöhung um 85,4 Millionen Euro resultiert im Wesentlichen zu 221,5 Millionen Euro aus dem erzielten Konzernjahresüberschuss 2015, zu 50,0 Millionen Euro aus im Rahmen der Kaufpreisallokation bezüglich des Erwerbs der EXARING AG angesetzten nicht beherrschenden Anteilen am Eigenkapital sowie zu -192,0 Millionen Euro aus der im Jahr 2015 für das Geschäftsjahr 2014 vorgenommenen Dividendenausschüttung.
Damit sank die Eigenkapitalquote um 1,2 Prozentpunkte auf 50,6 Prozent nach 51,8 Prozent zum Ende des Vorjahres.
Die Summe der langfristigen und kurzfristigen Schulden erhöhte sich von 1.204,7 Millionen Euro (zum 31. Dezember 2014) auf 1.345,0 Millionen Euro zum 31. Dezember 2015 um 140,3 Millionen Euro.
Dabei erhöhten sich die Finanzschulden zum 31. Dezember 2015 als weiterhin größte Position innerhalb der langfristigen und kurzfristigen Schulden von 538,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 638,9 Millionen Euro. Der Anstieg der Finanzschulden ist auf ein im Mai 2015 emittiertes Schuldscheindarlehen im Nominalbetrag von 100,0 Millionen Euro zurückzuführen.
Die Nettoverschuldung des Konzerns verringerte sich zum 31. Dezember 2015 um 57,5 Millionen Euro auf 369,2 Millionen Euro. Damit hat sich der Verschuldungsfaktor als Quotient von Nettoverschuldung und EBITDA von 1,17 in 2014 auf 1,00 im Jahr 2015 weiter deutlich reduziert. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf unsere Ausführungen im Kapitel „Finanzmanagement“ dieses Konzernlageberichts.
Zum Bilanzstichtag werden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen sowie die anderen Rückstellungen in Summe mit 622,4 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 568,0 Millionen Euro) und damit im Vergleich zum Vorjahr um 54,4 Millionen Euro erhöht ausgewiesen. Wesentlich dazu beigetragen hat der in erster Linie stichtagsbedingte Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Händlern, Netzbetreibern und Hardware-Herstellern.
Die Pensionsrückstellungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Millionen Euro auf 51,2 Millionen Euro zum 31. Dezember 2015, in erster Linie resultierend aus dem deutlichen Anstieg des Abzinsungssatzes.
Cashflow
Tabelle 8: Wichtige Cashflow-Kennzahlen des Konzerns
| In Mio. EUR | 2015 | 2014 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 314,9 | 294,5 | 20,4 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -28,5 | -70,4 | 41,9 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -128,7 | -222,9 | 94,2 |
| Veränderung des Finanzmittelfonds | 157,8 | 1,2 | 156,6 |
| Free Cashflow 1 | 284,5 | 266,6 | 18,0 |
1 Zur Definition des Free Cashflows siehe Abschnitt „Finanzielle Leistungsindikatoren“
Gegenüber der Vergleichsperiode erhöhte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 20,4 Millionen Euro auf 314,9 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Millionen Euro erhöht. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) erhöhte sich 2015 um 10,3 Millionen Euro, während es im Vorjahr um 29,0 Millionen Euro angestiegen war. Der Anstieg des Net Working Capitals im Jahr 2015 um 10,3 Millionen Euro erklärt sich überwiegend aus dem planmäßigen zahlungswirksamen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten um 25,0 Millionen Euro. Als wesentlicher Gegeneffekt wirkte das im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 8,9 Millionen Euro höhere Volumen des Factorings von Handy-Optionsforderungen – wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Textziffer 34.6 Übertragung von finanziellen Vermögenswerten des Konzernanhangs.
Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2015 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 44,3 Millionen Euro (Vorjahr: 40,4 Millionen Euro) aus Ertragsteuerzahlungen bzw. -erstattungen.
Im Geschäftsjahr 2015 entwickelte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -70,4 Millionen Euro auf -28,5 Millionen Euro. Dafür waren in erster Linie die im Vorjahr in Höhe von 44,6 Millionen Euro abgeflossenen Mittel für den Erwerb der Anteile an der freenet digital Group sowie den Erwerb der Ladengeschäfte der reStore GmbH verantwortlich. Zahlungszuflüsse waren im Geschäftsjahr unter anderem aus dem Verkauf von Vermögenswerten aus dem Bereich „mds Repair/Service“ zu verzeichnen. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 24, Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte des Konzernanhangs.
Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, sind 2015 gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Millionen Euro von 27,9 Millionen Euro auf 30,4 Millionen Euro gestiegen. Die zahlungswirksamen Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen im Wesentlichen selbst erstellte Software im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung unserer IT-Systeme, die Erneuerung und Erweiterung der Ausstattung unserer Mobilfunk-Shops, den Erwerb von Nutzungsrechten sowie Investitionen in EDV-Hardware.
Die für 2015 ausgewiesenen Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen betreffen den Erwerb von 24,99 Prozent der Anteile an der EXARING AG – hierfür wurden im Geschäftsjahr 2015 5,0 Millionen Euro ausgezahlt, während dem Konzern über die Erstkonsolidierung der EXARING AG per 31. Dezember 2015 liquide Mittel in Höhe von 2,2 Millionen Euro zugingen – somit ergaben sich Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen in Höhe von 2,8 Millionen Euro.
Die innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Einzahlungen aus Zinsen sind mit 1,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit entwickelte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -222,9 Millionen Euro um 94,3 Millionen Euro auf -128,7 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im Mai 2015 erfolgte Emittierung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von nominal 100,0 Millionen Euro zurückzuführen.
Die Tilgungsleistungen auf Finanzschulden erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Millionen Euro von 0,3 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr ist die Tilgungsleistung überwiegend auf das platzierte Schuldscheindarlehen entfallen.
Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 192,0 Millionen Euro (Vorjahr: 185,6 Millionen Euro) belastet.
Darüber hinaus ergaben sich 2015 Zinszahlungen, hauptsächlich auf langfristige Bankkredite, in Höhe von 34,8 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 2,2 Millionen Euro bedeutet.
Der Free Cashflow, definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 284,5 Millionen Euro. Gegenüber 2014 konnte er um 18,0 Millionen Euro gesteigert werden.
Nachtragsbericht
Die mobilcom-debitel GmbH, als eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der freenet AG, hat am 3. März 2016 einen Kaufvertrag über den Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe unterzeichnet. Die Media Broadcast Gruppe besteht aus zwei Holdinggesellschaften sowie der wesentlichen operativen Gesellschaft Media Broadcast GmbH, Köln, und weiteren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Der Geschäftsbereich Satellite der Media Broadcast Gruppe (Media Broadcast Satellite GmbH und Media Broadcast Satellite Services GmbH) ist von der Akquisition nicht umfasst.
Die Übernahme unterliegt den üblichen kartellrechtlichen Zustimmungen. Bei Vollzug der Transaktion wird die mobilcom-debitel GmbH einen Kaufpreis für den Erwerb der Geschäftsanteile in Höhe von ca. 100 Millionen Euro in bar entrichten, einen Kaufpreis für den Erwerb eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von ca. 195 Millionen Euro leisten sowie Bankverbindlichkeiten ablösen. Mit dem Vollzug der Transaktion wird spätestens im April 2016 gerechnet.
Bei der Media Broadcast Gruppe handelt es sich um den alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland. DVB-T wird aktuell in über sieben Millionen deutschen TV-Haushalten genutzt, davon in knapp drei Millionen TV-Haushalten über mobile Geräte wie Sticks und Dongles. Es bietet den Vorteil der kostenlosen Verfügbarkeit und einfacheren Installation gegenüber Kabel und Satellit – jedoch mit einem eingeschränkten Senderangebot. Durch DVB-T2-HD verbessert sich diese Ausgangslage grundlegend. Nach dem Start der ersten Stufe von DVB-T2-HD bereits im zweiten Quartal 2016 bietet die terrestrische Antennenübertragung der zweiten Generation ab dem ersten Quartal 2017 den Nutzern das vollständige Senderpaket auch in Full-HD, ergänzt durch den Zugang zu Abrufdiensten wie den jeweiligen Mediatheken der Sender. Dabei werden private Programme gegen ein Zugangsentgelt angeboten, was das Marktumfeld für diese Technologie ändert.
Die Akquisition der Media Broadcast Gruppe stellt in Verbindung mit der bereits vorab erworbenen Beteiligung an der EXARING AG eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung der freenet AG zum führenden Digital-Lifestyle-Provider in Deutschland dar. Der Einstieg in das neue Geschäftsfeld des linearen und internetbasierten Fernsehens eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, sich im Bereich Digital-Lifestyle weiter zu diversifizieren und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen zu erschließen. In Summe verspricht sich die freenet AG von beiden Transaktionen einen positiven Beitrag zu Konzernumsatz, EBITDA und Free Cashflow.
Ferner hat die Gesellschaft Ende Februar 2016 ein Schuldscheindarlehen über ein Gesamtvolumen von 560 Millionen Euro begeben. Das endfällige Finanzierungsinstrument ist in eine fünfjährige fixe Tranche über 264,0 Millionen Euro, eine fünfjährige variable Tranche über 179,0 Millionen Euro, eine siebenjährige fixe Tranche über 78,5 Millionen Euro, eine siebenjährige variable Tranche über 15,0 Millionen Euro und einer zehnjährige fixe Tranche über 23,5 Millionen Euro aufgeteilt. Die Zeichnung erfolgte über das gesamte Volumen am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne mit einem fixen Kupon von 1,03% für die fixe 5-Jahrestranche, einem variablen Kupon, der bei 1,00% für die ersten sechs Monate der variablen 5-Jahrestranche erwartet wird, einem fixen Kupon von 1,45% für die fixe 7-Jahrestranche, einem variablen Kupon, der bei 1,20% für die ersten sechs Monate der variablen 7-Jahrestranche erwartet wird und einem fixen Kupon von 1,95% für die fixe 10-Jahrestranche. Durchschnittlich 1,12% p.a. über die genannten Laufzeiten.
Daneben haben die freenet AG sowie die mobilcom-debitel GmbH Anfang März 2016 einen Kreditvertrag („Facilities Agreement“) mit einem Bankenkonsortium unterzeichnet, der es diesen Gesellschaften erlaubt, in drei unterschiedlichen Tranchen Mittel für mögliche Akquisitionen und den laufenden Betrieb zu ziehen. Die dritte Tranche mit einem Volumen von 100,0 Millionen Euro ist variabel verzinslich und speziell als Revolving Credit Facility ausgestaltet, d.h. die Mittel können während der 5-jährigen Laufzeit der Tranche jederzeit gezogen und wieder zurückgezahlt werden. Die beiden ersten Tranchen dienen der Brückenfinanzierung von möglichen Akquisitionen und stellen die für die jeweilige Akquisition benötigten Mittel zur Verfügung. Aus diesen beiden variabel verzinslichen Tranchen wurden von den kreditgebenden Banken bisher Mittel von bis zu 240 Mio. Euro als Kreditrahmen zur Verfügung gestellt, der aber von den Gesellschaften noch nicht genutzt wurde und auch nicht verpflichtend genutzt werden muss.
Chancen- und Risikobericht
Chancenbericht
Zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts hat der Vorstand ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige in- und externe Entwicklungen, Maßnahmen sowie potentielle Chancen besprochen. Die Identifikation, Analyse und Kommunikation der Chancen sowie deren Nutzung stellt eine unternehmerische (Führungs-)Aufgabe dar, die vom Vorstand, den Verantwortlichen der einzelnen Unternehmensbereiche sowie den jeweiligen Entscheidungsträgern in ständiger Kommunikation ausgeübt wird.
Die freenet AG stellt an sich selbst den Anspruch, in allen Bereichen des Digital Lifestyle eine Vorreiterrolle einzunehmen und diese erfolgreich zu verteidigen. Daher haben die freenet AG und ihre Tochtergesellschaften auch im Jahr 2015 die Strategie mit einer Fokussierung auf mobile Sprach- und Datendienste sowie der Vermarktung von Digital-Lifestyle-Produkten umsichtig und dennoch konsequent fortgesetzt. Im Rahmen der Vermarktung von Smartphones und Flatrate-Tarifen standen vor allem die Kundenqualität sowie die Stabilisierung der Vertragskundenbasis im Fokus des unternehmerischen Handelns. Darüber hinaus wurde, entsprechend der Strategie der freenet AG, weiterhin ein Schwerpunkt auf das Digital-Lifestyle-Geschäft gelegt. Zu den relevanten Bereichen zählen hier neben Health, Datensicherheit und Home Automation auch Entertainment und Wearables. Die Produktpalette in diesem Wachstumsmarkt wurde entsprechend um weitere smartphone- und tabletbasierte Anwendungen erweitert. Damit ist die freenet AG bei diesen Produkten breiter aufgestellt als je zuvor. Als größter netzunabhängiger Mobilfunk-Service-Provider wird die freenet Group auch zukünftig im Digital-Lifestyle-Geschäft diesen erfolgreichen Weg weiter ausbauen und Chancen vor dem Hintergrund einer strikten Stakeholder-Value-Orientierung nutzen.
Externe Chancen sieht die freenet AG insbesondere in folgenden Marktentwicklungen:
| • | Wachsende Bereitschaft der Kunden, für Mobilfunkendgeräte zu zahlen, |
| • | Trend zur mobilen Internet- und Datennutzung über Smartphone und Tablet PC, |
| • | Trend zu höherpreisigen Endgeräten (Smartphones) und eine damit verbundene höhere Nutzung bzw. Vertrieb von Flatrate-Produkten, |
| • | Trend zur Vernetzung von Produkten („Internet der Dinge“ sowie „integrierte Produktwelten“). |
Der Trend, für Mobilfunkendgeräte zu zahlen, die Ausdehnung der mobilen Internet- und Datennutzung, die weitere Verbreitung von Smartphones sowie die Vernetzung von Produkten haben sich im Jahr 2015 fortgesetzt. Auch gibt es einen stetig wachsenden Trend, das Smartphone mit Wearables wie beispielsweise einer Smartwatch oder Fitnesstrackern zu kombinieren. All dies könnte sich positiv auf die erwartete Entwicklung der Umsatzerlöse, des EBITDA und des Free Cashflows auswirken.
Die Auswirkungen aus dem Trend zur mobilen Internet- und Datennutzung sowie dem damit verbundenen Trend zu höherpreisigen Flatrate-Produkten könnten darüber hinaus zu einem positiveren Anstieg des Customer-Ownerships führen als erwartet, wenngleich Letzteres insgesamt eher als gering wahrscheinlich eingeschätzt wird.
Interne Chancen für die freenet AG könnten sich vor allem ergeben aus:
| • | der Prüfung und Implementierung strategischer Optionen im Bereich Mobilfunk und Digital Lifestyle, |
| • | der kontinuierlichen Intensivierung der Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten zur Stabilisierung der bestehenden und zur Entwicklung von neuen Konditionenmodellen, |
| • | der Festigung und der konsequenten Weiterentwicklung der IT-Systeme zur weiteren Erhöhung der Kundenzufriedenheit, |
| • | dem Ausbau der Vertriebsstärke durch die Ausweitung bestehender Vertriebskanäle (Multi-Channel-Ansatz) und die Nutzung bestehender sowie neuer Vertriebskooperationen und Partnerschaften, |
| • | der weiteren Steigerung der Shop-Performance auch durch Vermarktung zusätzlicher Produkte, |
| • | der Implementierung und Vermarktung neuer Produkte im Bereich Digital Lifestyle, |
| • | der verstärkten Etablierung der Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light im stetig wachsenden Discount-Markt, um an diesem Wachstumsmarkt noch stärker zu partizipieren |
| • | und der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen. |
Aus der Prüfung und Implementierung von strategischen Optionen sowohl im Bereich Mobilfunk als auch Digital Lifestyle, der Implementierung und Vermarktung neuer innovativer Produkte sowie dem Ausbau der eigenen Vertriebsstärke könnte ein positiver Effekt auf die Entwicklung der zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren resultieren und unsere Erwartungen mithin übertreffen. Gleichsam könnte ein besserer Ausbau der Vertriebsstärke und der Kundenzufriedenheit dazu führen, dass sich der Customer-Ownership möglicherweise positiver entwickelt als prognostiziert. Die Wahrscheinlichkeit hierfür wird jedoch eher als gering wahrscheinlich eingeschätzt.
Neben der bereits etablierten Hauptmarke mobilcom-debitel könnten sich insbesondere auch die Discount-Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light zunehmend stärker am Markt etablieren, wodurch eine höhere Marktdurchdringung als bisher erwartet erreicht werden könnte. Sollten die Marken stärker als erwartet am stetig wachsenden Discount-Markt partizipieren, könnte dies sowohl zu höheren Umsatzerlösen als auch Ergebnisgrößen und Free Cashflows führen als bisher prognostiziert.
Das strategische Zusammenwirken von Mobilfunkdienstleistungen und Digital-Lifestyle-Geschäft wurde 2015 weiter forciert. Diese konzernpolitische Ausrichtung der Aktivitäten wird auch zukünftig konsequent verfolgt werden, da der Trend zur fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen weiter anhalten wird. Vor diesem Hintergrund werden in Bezug auf die Erbringung von Leistungen im Bereich Digital Lifestyle, insbesondere Health, Home Automation & Security, Datensicherheit sowie Entertainment, weiterhin Wachstumschancen, Synergiepotenziale sowie Chancen für neue strategische Partnerschaften gesehen. Dadurch könnten zukünftig positivere Beiträge zu den zugrunde gelegten finanziellen Leistungsindikatoren generiert werden als bisher erwartet. Die Bedeutung der strategischen Transformation vom reinen Mobilfunkspezialisten zum Digital-Lifestyle-Provider wird vor diesem Hintergrund zukünftig voraussichtlich weiter zunehmen.
Sollten die aus der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung resultierenden Maßnahmen und Effizienzsteigerungen zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen positiver ausfallen als erwartet, könnte sich dies in den kommenden Jahren positiver auf die Höhe der Sachgemein- und Personalkosten und mithin auf das EBITDA sowie den Free Cashflow auswirken als bisher budgetiert.
Gesamtwürdigung der Chancenlage
Durch die regelmäßige Überwachung der internen und externen Chancen durch das monatliche Berichtswesen sowie der Kommunikation in den Besprechungsterminen ist die Unternehmensleitung in der Lage, der ihr obliegenden unternehmerischen (Führungs-)Aufgabe nachzukommen und mithin durch die Nutzung von Chancen einen positiven Beitrag zur operativen als auch strategischen Sicherung des Unternehmenserfolgs zu leisten.
Im Jahr 2015 wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert, die im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich unverändert bestehen. Die Bedeutung der aufgezeigten Chancen sowie die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die prognostizierten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren und somit auf die Entwicklung der freenet Group insgesamt werden zusammenfassend als gering eingestuft. Die Unternehmensleitung erwartet daher die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs.
Risikomanagementsystem
Zur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands der freenet AG kommt einem effizienten Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung zu. Das Risikomanagementsystem in der freenet AG wird ausschließlich auf Risiken, nicht hingegen auf Chancen angewendet. Dabei soll sichergestellt werden, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens frühzeitig von jedem unserer Führungskräfte erkannt und in systematischer, nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Unternehmen kommuniziert werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken ergriffen und hierdurch Schäden von unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und unseren Kunden abgewendet werden.
Dazu hat der Vorstand der freenet AG innerhalb des Konzerns ein effizientes Risikofrüherkennungs-, Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, in welches auch die Tochtergesellschaften eingebunden sind. Das System wird im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahres- und Konzernabschluss durch den Abschlussprüfer geprüft, ob es geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Das Risikofrüherkennungssystem entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Die Systeme und Methoden des Risikomanagementsystems sind integrativer Bestandteil der generellen Aufbau- und Ablauforganisation der freenet AG.
Grafik 11: Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagementsystems der freenet AG

Mindestens halbjährlich erfassen bzw. aktualisieren die einzelnen Fachbereiche der freenet AG und die freenet Tochterunternehmen bestehende und etwaige neue Risiken, die eine definierte Wesentlichkeitsgrenze übersteigen, in formalisierten Risikoberichten (Risikoidentifikation). In den Risikoberichten werden die spezifischen Risiken beschrieben und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihre Auswirkungen auf das Unternehmen anhand standardisierter Kriterien untersucht (Risikoanalyse und -bewertung).
Die Bewertung der Risiken erfolgt innerhalb der freenet Group nach dem Nettoprinzip, bei dem das Risiko inklusive der reduzierenden Einflüsse von durchgeführten Gegenmaßnahmen betrachtet wird. Für die Bewertung der Risiken werden die Kriterien „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „erwartetes Schadensausmaß“ herangezogen. Dabei werden Risiken mit geringer (<50 Prozent), mittlerer (50-75 Prozent) und hoher (>75 Prozent) Eintrittswahrscheinlichkeit systematisch voneinander unterschieden und kategorisiert. Hinsichtlich der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes aus einem Risiko wird zwischen unwesentlichen (<1,0 Millionen Euro), geringen (1,0 bis 2,5 Millionen Euro), mittleren (2,5 bis 10,0 Millionen Euro) und hohen (>10,0 Millionen Euro) erwarteten Schäden unterschieden. Aus der Kombination der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes ergibt sich die Einteilung hinsichtlich der Bedeutung der Risiken in die Kategorien „unwesentlich“, „gering“, „mittel“, „hoch“ sowie „wesentlich“. Diese Risikokategorien sind in der folgenden Abbildung dargestellt.
Grafik 12: Risikomatrix der freenet AG

Basierend auf den kommunizierten Ergebnissen der Risikoanalyse und -bewertung werden verschiedene Handlungsalternativen im Rahmen der allgemeinen Unternehmenssteuerung ergriffen, um angemessen auf die identifizierten Risiken zu reagieren (Risikosteuerung und -überwachung). Die einzelnen Risikoberichte werden zu einem gesamthaften Konzernrisikobericht zusammengefasst und an den Vorstand berichtet. Auch zwischen den Standard-Meldezeitpunkten werden Risiken direkt nach ihrer Identifikation erfasst, analysiert, bewertet und gesteuert sowie bei entsprechender Größenordnung unmittelbar an den Vorstand und den Aufsichtsrat berichtet (Risikokommunikation).
Der Vorstand hat in einem Leitfaden, der kontinuierlich ergänzt und verbessert wird, die wesentlichen Risikokategorien für den Konzern definiert, eine Strategie zum Umgang mit den Risikokategorien erarbeitet und die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Risikomanagementsystems im Konzern dokumentiert. Dieser Leitfaden ist den Mitarbeitern bekannt und entwickelt deren Risikobewusstsein gezielt weiter (Teil der Risikokommunikation).
Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden ständig überprüft, weiterentwickelt und angepasst. Dabei wirkt die interne Revisionsabteilung der freenet AG unterstützend, wobei die regelmäßigen Prüfungen der Risikoberichterstattung den Schwerpunkt bilden. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Prüfungsausschuss der freenet AG, überwacht aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Aufsichtsrat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich, durch eine aktuelle Berichterstattung des Vorstands eingebunden (prozessunabhängige Risikoüberwachung).
Neben dem Risikomanagementsystem hat die Unternehmensleitung zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen besprochen (Teil der Risikokommunikation).
Risiken
In diesem Abschnitt werden die Risiken dargestellt, welche die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der freenet AG beeinflussen könnten. Es erfolgt eine Einteilung in die Kategorien Marktrisiken, IT-Risiken, steuerliche Risiken, finanzielle Risiken und rechtliche Risiken. Die einzelnen Risiken werden gemäß ihrer Rangfolge in den jeweiligen Kategorien genannt.
Der Mobilfunkbereich ist sowohl umsatz- als auch ergebnisbezogen das mit Abstand bedeutendste Segment im freenet Konzern. Entsprechend resultieren auch die maßgeblichen Marktrisiken aus diesem Bereich und werden daher im Folgenden vorwiegend auf dieses Segment bezogen dargestellt. Die Risikoeinschätzung für die übrigen Kategorien gilt grundsätzlich für alle Segmente. Wesentliche Unterschiede zwischen den Segmenten in Bezug auf die Risikoeinschätzung werden als solche gesondert genannt.
Marktrisiken
Wettbewerbsintensive Märkte
Die Telekommunikationsmärkte sind weiterhin durch intensiven Wettbewerb geprägt. Dies kann zum einen zu Einbußen bei den Umsatzerlösen und zum Verlust von Marktanteilen sowie zu Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen führen und/oder den Gewinn von Marktanteilen erschweren.
Weiterhin können höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer Kunden bei gleichzeitig sinkenden Erlösen und einer kundenseitig hohen Wechselbereitschaft die Folge des starken Wettbewerbs sein. Hierdurch könnten sich die prognostizierten umsatzbasierten Kennzahlen, Ergebnisgrößen sowie der Free Cashflow möglicherweise leicht negativer entwickeln als bisher erwartet. Um sich gegenüber den Wettbewerbern zu behaupten, muss die freenet AG ihre Produkte weiterhin attraktiv gestalten und erfolgreich vermarkten sowie Kundenbindungsmaßnahmen durchführen. Außerdem muss die freenet AG auf die Geschäftsentwicklung der Konkurrenz reagieren und neue Kundenbedürfnisse antizipieren. Darin liegt ein mittleres Risiko für die Erreichung der Ziele der Gesellschaft.
Netzbetreiber
Eine Reduzierung von Netzbetreiber-Prämien kann zu einem höheren Kapitalbindungs- und Vermarktungsrisiko führen. Auch sind die Margen im Mobilfunk-Service-Provider-Geschäft wesentlich durch die Netzbetreiber und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt. Diese Tatsache stellt ein mittleres Risiko für die freenet AG dar. Dieses Risiko versucht die freenet AG dadurch zu minimieren, dass die Gesellschaft flexible Einkaufskonditionen verhandelt sowie ein laufendes Monitoring der Zielerreichung bei den Prämienzahlungen durchführt und gegebenenfalls nachverhandelt.
Die Netzbetreiber gehen dazu über, ihre Produkte selbst zu vertreiben und die Mobilfunk-Service-Provider aus dem Markt zu drängen („shift to direct“). Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber aufgrund ihrer Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als die Mobilfunk-Service-Provider. Dies könnte wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen. Dieser Umstand stellt für die freenet AG ein geringes Risiko dar.
Als Gegenmaßnahme schließt die freenet AG mit den wichtigen Vertriebspartnern langfristige Verträge und bietet ihnen attraktive Anreizsysteme (z.B. Airtime-Modelle). Eine zusätzliche Möglichkeit, bestehende Vertriebskanäle zu erhalten bzw. auszubauen, liegt in der Gewinnung von weiteren Franchisepartnern.
Der Zusammenschluss der beiden Netzbetreiber O2 und E-Plus könnte zu einem verminderten Wettbewerb zwischen den verbleibenden Mobilfunkgesellschaften („MNOs“) und einer einhergehenden Schwächung des Service-Provider-Modells führen. Dies könnte sich unter anderem in einer Verringerung der Marge äußern. Ferner besteht die Gefahr eines koordinierten Verhaltens der drei nach dem Zusammenschluss übrig gebliebenen MNOs zu Lasten aller Service-Provider. Die von Telefónica Deutschland an einen anderen Marktteilnehmer ohne eigenes Mobilfunknetz abgegebene Netzkapazität wird voraussichtlich recht aggressiv vermarktet werden. Auf der Habenseite wurden bestehende Verträge bis 2025 verlängert, wodurch die freenet Group eine gewisse Absicherung erfährt. Für den Fall, dass es zu marktweiten Konditionenkürzungen käme, würden die Konditionen für die Vertriebspartner angepasst. Das Risiko wird seitens der freenet AG als unwesentlich eingestuft.
Die Netzbetreiberrisiken, alleine oder in Kombinationen, könnten sich auf die prognostizierten Ergebnisgrößen sowie den Free Cashflow negativer auswirken als dies bisher erwartet wird.
Kauf von Unternehmen
Die freenet AG hat in der Vergangenheit Unternehmenskäufe getätigt. Es besteht das mittlere Risiko, dass sich das operative Geschäft dieser Beteiligungen nicht erwartungsgemäß entwickelt und somit unter anderem das Wachstum des Geschäftsbereichs Digital Lifestyle unter den Erwartungen und mithin unter den prognostizierten Ergebnissen und des Free Cashflows bleibt. Im Rahmen des Managementreports findet daher ein regelmäßiges Monitoring der Beteiligungsentwicklung statt, das darauf abzielt, sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten, falls Planabweichungen vorliegen sollten.
Terminierungsentgelte
Eine weitere Absenkung der so genannten Terminierungsentgelte durch die Bundesnetzagentur könnte im Markt die Umsätze pro Kunde stärker reduzieren als erwartet. Aufgrund der in der Vergangenheit bereits durchgeführten Absenkungen ist das Risiko allerdings gering. Es findet eine permanente Beobachtung des Regulierungsumfelds durch die freenet AG statt.
Gesetze und Regulierung
Aufgrund von gesetzlichen Änderungen, Eingriffen von Regulatoren oder auch durch gerichtliche Grundsatzentscheidungen könnten sich Auswirkungen auf die Tarifstruktur und die Möglichkeit, Kundenforderungen geltend zu machen, ergeben. Dies könnte sich zum einen negativ auf die Höhe der prognostizierten Umsatzerlöse und zum anderen auf die Höhe des Free Cashflows auswirken. Die Auswirkungen von einzelnen Entscheidungen oder rechtlichen Änderungen können für sich genommen nicht wesentlich sein, so dass das Risiko insgesamt als gering eingestuft werden kann. Die freenet AG begegnet dem Risiko durch ein regelmäßiges Monitoring der Entwicklungen seitens der Regulatoren bzw. durch das Verfolgen des Ausgangs gerichtlicher Entscheidungen.
IT-Risiken
Die Betriebsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur inklusive der Rechenzentren und Billing-Systeme des Unternehmens sind für dessen erfolgreiches Operieren und seinen Fortbestand von erheblicher Bedeutung. Es besteht das geringe Risiko, dass Netzwerkausfälle oder Serviceprobleme aufgrund von Systemfehlern oder -ausfällen zum Verlust von Kunden führen können. Neben dem Rückgang der Umsatzerlöse bei einem Verlust von Kunden könnte bei einem Ausfall der Systeme keine Leistung seitens der freenet AG erbracht und damit auch kein Umsatz bzw. kein positiver Beitrag zum erwarteten Ergebnis sowie Free Cashflow erzielt werden. Um Ausfallrisiken zu vermeiden, werden technische Frühwarnsysteme eingesetzt. Ständige Pflege und Updates halten die Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellen Stand. Um den Verlust von sensiblen Daten zu vermeiden, wird in einem 24-stündigen Rhythmus ein Backup erstellt und dieser bei der Speicherung ausgelagert.
Steuerliche Risiken
Verlustvorträge
Wenn innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar mehr als 25 Prozent der Aktien oder Stimmrechte der Gesellschaft in einer Hand oder in Händen mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen vereinigt würden (schädlicher Beteiligungserwerb), könnten die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) der Gesellschaft gemäß § 8c KStG anteilig oder vollständig verloren gehen. Aktien werden in einer Hand vereinigt, wenn sie an einen Erwerber, an diesem nahestehende Personen oder an eine Gruppe von Erwerbern mit gleichgerichteten Interessen übertragen werden.
Auf den Eintritt dieses Risikos hat die Gesellschaft keinen Einfluss, da der (gegebenenfalls teilweise) Wegfall der bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge) durch Maßnahmen und Transaktionen auf der Ebene der Aktionäre herbeigeführt wird. Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in Folge einer Veräußerung oder eines Hinzuerwerbs von Aktien durch die Aktionäre der Gesellschaft zu einer Vereinigung von mehr als 25 Prozent der Aktien in einer Hand kommen könnte. Dasselbe mittlere Risiko besteht, wenn durch andere Maßnahmen erstmals in der Hand eines Aktionärs oder mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen mehr als 25 Prozent der Aktien oder Stimmrechte vereinigt werden. Die oben dargestellten Rechtsfolgen gelten entsprechend.
Umsatzsteuerrisiko aus „Entgelt von dritter Seite“
Mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Dezember 2014 sowie gleichzeitiger Ergänzung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses traf die Finanzverwaltung folgende Regelung: Liefert der Vermittler eines Mobilfunkvertrags im eigenen Namen an den Kunden ein Mobilfunkgerät oder einen sonstigen Elektronikartikel und gewährt das Mobilfunkunternehmen dem Vermittler auf Grund vertraglicher Vereinbarung eine von der Abgabe des Mobilfunkgeräts oder sonstigen Elektronikartikels abhängige Provision bzw. einen davon abhängigen Provisionsbestandteil, handelt es sich bei dieser Provision oder diesem Provisionsbestandteil insoweit nicht um ein Entgelt für die Vermittlungsleistung an das Mobilfunkunternehmen, sondern um ein Entgelt von dritter Seite im Sinne des §10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die Lieferung des Mobilfunkgeräts oder des sonstigen Elektronikartikels. Dies gilt unabhängig von der Höhe einer von dem Kunden zu leistenden Zuzahlung. Aus der Anwendung dieser Regelung ab dem 1. Januar 2015 entstehen der Gesellschaft keine berichtspflichtigen Risiken. Für die vor dem 1. Januar 2015 ausgewiesenen Umsätze ist es aus Sicht der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich, dass die genannte Regelung keine wesentlichen negativen umsatzsteuerrechtlichen Auswirkungen für die freenet AG haben wird. Es verbleibt für die vor dem 1. Januar 2015 für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume ausgewiesenen Umsätze jedoch ein geringes Risiko, bei dem die freenet AG Vorsteuern teilweise an das Finanzamt zurückerstatten müsste.
Sonstige Steuerrisiken
Für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu Änderungen kommen, aus denen Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des jeweiligen zugrundeliegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten, die zum Teil noch nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner steuerlichen Außenprüfung unterliegen.
Das Risiko abweichender Sachverhaltsauslegungen und -bewertungen gilt insbesondere für gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen. Deshalb ist nicht ganz auszuschließen, dass durch Einbringungen, andere Umwandlungsvorgänge, Kapitalzuführungen und Gesellschafterwechsel die von den Kapitalgesellschaften der freenet Group erklärten und so auch bislang von der Finanzverwaltung gesondert festgestellten körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge vermindert werden bzw. entfallen könnten. Insgesamt wird dies als ein geringes Risiko angesehen.
Finanzielle Risiken
Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Finanzinstrumente, finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten im Wesentlichen den nachfolgend dargestellten Risiken.
Forderungsausfälle
Ein Forderungsausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen aufgrund des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Debitoren. Es besteht ein mittleres Ausfallrisiko im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Vermögenswerte.
Bei der Betrachtung des Forderungsausfallrisikos stehen im freenet Konzern insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt. Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkasso-Überwachung sowie das High Spender Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos. Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Forderungsausfallrisiken gegenüber Großkunden (Händler und Distributoren im Bereich Mobilfunk) abgesichert. Die Risiken bei nicht versicherten Händlern und Distributoren sind durch ein internes Limitsystem begrenzt – in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Schließlich trägt eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen den Forderungsausfallrisiken Rechnung.
Zwischen dem Konzern und einer Bank besteht eine Factoring-Vereinbarung zum Verkauf von Handy-Optionsforderungen. Die maßgeblichen Risiken (im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko) und Chancen gehen hierbei auf die Bank über. Im freenet Konzern verbleibt in voller Höhe das Spätzahlungsrisiko, das jedoch von untergeordneter Bedeutung ist.
Werthaltigkeit des Vermögens
In der Konzernbilanz der freenet AG werden ein bilanzieller Goodwill sowie immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen, Markenrechte und Nutzungsrechte in wesentlicher Höhe ausgewiesen. Es besteht das mittlere Risiko, dass es im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen in den Folgeperioden zu wesentlichen Wertminderungen kommen kann.
Die Vermögenswerte der freenet AG werden regelmäßig als auch anlassbezogen überprüft, sofern mögliche Indikatoren für eine nachhaltige Wertminderung vorliegen. Bei einem solchen Indikator kann es sich z. B. um Änderungen im Wirtschafts- oder Regulierungsumfeld handeln. Eine eventuell resultierende Wertminderung ist nicht zahlungswirksam und bleibt daher ohne Einfluss für den Free-Cashflow. Darüber hinaus werden die Umsatzerlöse und das EBITDA nicht tangiert (kein Einfluss auf die finanziellen Leistungsindikatoren).
Liquidität
Das als mittleres Risiko eingestufte allgemeine Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, z. B. der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.
Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken des Weiteren durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen, an denen die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.
Um das allgemeine Liquiditätsrisiko zu verringern, bedient sich der Konzern verschiedener Finanzierungsinstrumente. Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren aus einer festverzinslichen Unternehmensanleihe (zum 31. Dezember 2015 inkl. Zinsabgrenzungen bilanziert: 419,5 Millionen Euro), die im Rahmen der Neufinanzierung im April 2011 aufgenommen worden war, sowie aus den im Dezember 2012 und Mai 2015 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen (zum 31. Dezember 2015 inkl. Zinsabgrenzungen bilanziert 219,2 Millionen Euro– davon entfallen 79,9 Millionen Euro auf zwei Tranchen mit variabler Verzinsung sowie 139,3 Millionen Euro auf vier Tranchen mit jeweils festem Zinssatz). Zudem besteht im Konzern eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt 300,0 Millionen Euro, die zum Jahresende 2015 nicht gezogen war. Bezüglich der anstehenden Refinanzierung verweisen wir auf den Abschnitt „Nachtragsbericht“ in diesem Konzernlagebericht.
Aus den abgeschlossenen Kreditverträgen resultiert ein weiteres geringes Liquiditätsrisiko, da die darin vereinbarten Beschränkungen (sog. Undertakings und Covenants) den finanziellen und operativen Spielraum der freenet AG eingrenzen. Die Verträge beinhalten beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögenswerten, insbesondere von Anteilsbesitz. Der Gesellschaft ist es nur in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren. Aufgrund der genannten Liquiditätsreserven stellen die Covenants jedoch nur eine geringe Einschränkung für die freenet AG dar.
Kapitalrisikomanagement
Das Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern. Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die Einhaltung der in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen („financial covenants“) zu gewährleisten. Die wesentlichen financial covenants sind in Bezug auf die Eigenkapitalquote des Konzerns sowie den Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Netto-Finanzverschuldung des Konzerns zu Konzern-EBITDA) definiert. Sollten sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ entwickeln, kann dies unter Umständen dazu führen, dass der freenet Konzern seine Vereinbarungen mit den kreditfinanzierenden Banken nicht mehr einhalten kann. Es besteht das mittlere Risiko zur Fälligkeitsstellung der Kredite durch die finanzierenden Banken. Die freenet AG minimiert das Risiko durch eine laufende Überwachung der finanziellen Kennzahlen.
Zinsänderungsrisiko
Unser Unternehmen unterliegt, was die Finanzschulden mit variabler Verzinsung betrifft, Zinsänderungsrisiken im Wesentlichen bezogen auf den EURIBOR. Das Unternehmen begegnet diesen geringen Risiken durch eine Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden. Die Zinsänderungsrisiken sind nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand, der im Wesentlichen auf Basis von EONIA bzw. EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird, als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.
Geldanlagen werden in der Regel in Form von Tages- und Termingeld bei Geschäftsbanken mit hoher Bonität angelegt.
Die Gesellschaft überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.
Sonstige finanzielle Risiken
Weitere Finanzrisiken wie beispielsweise Fremdwährungs- und Kursänderungsrisiken sind nach Auffassung der Gesellschaft als unwesentlich einzustufen und daher im Konzernlagebericht nicht separat darzustellen.
Rechtliche Risiken
Vergleichsvereinbarung mit France Télécom S.A.
Die mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft sowie weitere Gesellschaften des ehemaligen mobilcom Konzerns haben im November 2002 einen Vergleich mit der France Télécom S.A. und verbundenen Unternehmen geschlossen. Die Wirksamkeit dieses Vergleichs wird von einzelnen Aktionären angezweifelt.
Die Gesellschaft hält diesen Vergleich für wirksam und hat auch keine Anhaltspunkte dafür, dass France Télécom S.A. sich daran nicht gebunden fühlt. Sollte die Auffassung dieser Aktionäre jedoch gerichtlich bestätigt werden, würde auf die freenet AG ein mittleres Risiko zukommen, dass France Télécom S.A. den Betrag von 7,1 Milliarden Euro, auf den sie im Rahmen des Vergleichs verzichtet hat, gegenüber der Gesellschaft geltend macht und etwaige Gegenansprüche der Gesellschaft dem Grunde und der Höhe nach bestreiten wird.
Sachkapitalerhöhung
Einzelne Aktionäre sind der Ansicht, dass die Sachkapitalerhöhung der mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft im November 2000 fehlerhaft bzw., dass die erbrachte Sacheinlage nicht werthaltig gewesen sei, mit der Folge, dass einerseits der Gesellschaft noch Ausgleichsansprüche in Milliardenhöhe gegen die France Télécom S.A. zustünden sowie ferner, dass die an die France Télécom S.A. ausgegebenen Aktien nicht stimmberechtigt gewesen seien. Die freenet AG sieht diesen Sachverhalt als mittleres Risiko an und geht davon aus, dass die Sachkapitalerhöhung wirksam erfolgt ist.
Gesamtwürdigung der Risikolage
Die vorstehend aufgeführten Risiken der freenet AG werden nachstehend überblicksartig zusammengefasst.

Legende:
Pfeilrichtung nach oben: Einstufung in höhere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht
Pfeilrichtung waagerecht: Einstufung in gleiche Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht oder neu eingemeldetes Risiko
Pfeilrichtung nach unten: Einstufung in geringere Risikoklasse im Vergleich zum Vorbericht
Durch den implementierten Risikomanagementprozess sowie das monatliche Berichtswesen hat der Vorstand einen Überblick über die vorgestellte Risikosituation insgesamt. Einzelne Risiken haben sich im Vergleich zum Vorjahr in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit oder die Auswirkung lediglich geringfügig verändert. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Risiken keine Auswirkungen auf den Fortbestand der freenet Group haben. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass bei Fortführung des bisherigen Risikomanagementansatzes die freenet AG auch für das kommende Geschäftsjahr in der Lage sein wird, relevante Risiken rechtzeitig zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen zu ihrer Begegnung einleiten zu können.
Zum 31. Dezember 2015 wurden Markt-, IT- und steuerliche, finanzielle sowie rechtliche Risiken identifiziert. Die möglichen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung der freenet Group sowie die finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren werden von der Unternehmensleitung insgesamt als gering qualifiziert. Es wird folglich von der Unternehmensleitung erwartet, dass die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung nicht wesentlich durch die aufgezeigten Risiken beeinträchtigt wird.
Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§ 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)
Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems der freenet Group
Das interne Kontrollsystem der freenet Group orientiert sich am international anerkannten Rahmenwerk des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Es umfasst alle Prozesse und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit sowie der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, insbesondere zur Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.
Der Vorstand der freenet AG hat alle Bereiche des Konzerns zur Steuerung ihrer Kontrollprozesse nach einheitlichen Grundsätzen beauftragt.
Die Bereiche analysieren die Prozesse ständig auch in Bezug auf neue gesetzliche Vorgaben und sonstige zu beachtende Standards, entwickeln daraus interne Vorgaben und schulen die verantwortlichen Mitarbeiter.
Die Kernelemente des internen Überwachungssystems der freenet Group basieren einerseits auf automatisierten IT-Kontrollprozessen mit Alarmierungsschwellen, andererseits auf manuellen Prozesskontrollen zur Plausibilisierung der automatisch aggregierten Ergebnisse. Das Risikomanagementsystem ist mit dem internen Kontrollsystem verbunden und umfasst neben dem operativen Risikomanagement konzernweit auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Weitere Erläuterungen zum Risikomanagementsystem werden im Berichtsteil „Risikomanagementsystem“ des Risikoberichts erteilt.
Struktur des Konzernrechnungslegungsprozesses
Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen der freenet AG im Wesentlichen durch lokale Buchhaltungssysteme des Herstellers SAP. Als Konsolidierungssystem auf oberster Konzernebene setzt die freenet AG das Modul „EC-CS“ von SAP („SAP EC-CS“) ein. Zur Aufstellung der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie zur Durchführung der Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung etc. gelangen die Meldedaten der Tochterunternehmen in unterschiedlicher Weise in das Konsolidierungssystem – im Wesentlichen automatisch über das SAP-Modul „FI“ („SAP-FI“), in Einzelfällen auch manuell durch Eingabe der Meldedaten. Die einzelnen Lageberichts- und Anhangangaben werden jeweils aus standardisierten Berichtspaketen und institutionalisierten Abstimmungsprozessen im Rahmen des internen Steuerungssystems gewonnen, die unter anderem in Microsoft Excel („MS Excel“) geführt werden. Auch die Konsolidierung dieser Anhangangaben erfolgt in MS Excel.
Durch die Konzernrevision der freenet AG werden die Ordnungsmäßigkeit und Berechtigungen im Konsolidierungssystem SAP EC-CS in regelmäßigen Abständen geprüft. Der Konzernabschlussprüfer der freenet AG prüft regelmäßig die Schnittstelle zwischen SAP-FI und dem Konsolidierungssystem SAP EC-CS sowie die Überleitungen der standardisierten Berichtspakete der Tochterunternehmen bis hin zum Konzernabschluss der freenet AG.
Wesentliche Regelungs- und Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung
Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden.
Die ordentlichen Kontrollelemente innerhalb des internen Kontrollsystems zielen auf weitgehende Automatisierung der Bildung und Gegenkontrolle aller wesentlichen Daten, angefangen von den abrechnungsrelevanten Rohdaten über die Rechnungslegung gegenüber den Kunden bis zur Wertberichtigung, Abgrenzung und Abschreibung. Die automatisierten Kontrollen werden ergänzt durch manuelle Plausibilisierung aller relevanten Zwischenergebnisse und stichprobenartige Kontrolle der zugrundeliegenden Detaildaten. So wird gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden und Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Daneben bestehen als außerordentliche Kontrollelemente die prozessunabhängigen Prüfungen der Konzernrevision der freenet AG im Auftrag des Aufsichtsrats, insbesondere unter Überwachung durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet AG.
Die jährliche Prüfung des internen Kontrollsystems durch die Konzernrevision zeigte 2015, dass die geprüften Bereiche in den Vorjahren erkannte Verbesserungsmöglichkeiten umgesetzt haben. Sie haben einerseits ihre bewährten Kontrollaktivitäten laufend vertieft und die Häufigkeit der Kontrolldurchführung gesteigert, andererseits den Automatisierungsgrad innerhalb der Kontrollaktivitäten erhöht. Aus den Kontrollergebnissen leiten sie systematisch Maßnahmen ab und überwachen deren Erfolg.
Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane sind ebenfalls mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld der freenet Group einbezogen.
Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse durch den Konzernabschlussprüfer bzw. die Prüfung der einbezogenen Formularabschlüsse der Konzerngesellschaften bildet die finale prozessunabhängige Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.
Grafik 13: Maßnahmen des internen Kontrollsystems der freenet AG

Corporate Governance
Der Vorstand berichtet an dieser Stelle – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance in der freenet Group. Das Kapitel enthält auch die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB.
Die freenet AG und ihre Leitungs- und Kontrollgremien bekennen sich zu den Prinzipien guter und verantwortungsbewusster Unternehmensführung; sie identifizieren sich mit den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie den Grundsätzen einer transparenten, verantwortlichen und auf Wertsteigerung ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat sowie alle Führungskräfte und Mitarbeiter der freenet Group sind dieser Zielsetzung verpflichtet.
Der Aufsichtsrat hat sich auf seiner Sitzung am 10. Dezember 2015 mit den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Im Zentrum der Beratung stand die Auseinandersetzung mit den neu in den Kodex aufgenommenen Empfehlungen zur Einführung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat und der Definition des zu erwartenden Zeitaufwands für die Aufsichtsratstätigkeit. Nach intensiver Diskussion hat der Aufsichtsrat sich gemeinsam mit dem Vorstand dazu entschlossen, von der Empfehlung zur Einführung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat abzuweichen. Ausschlaggebend hierfür war, dass Vorstand und Aufsichtsrat bereits in den Vorjahren die Abweichung von Empfehlungen für die konkrete Benennung von Zielen für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats erklärt hatten und auf dieser Grundlage eine Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat mit gleicher Begründung ebenfalls ablehnten. Der Aufsichtsrat hat den zu erwartenden Zeitaufwand für die Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied im unternehmensspezifischen Normalfall mit zehn Tagen pro Jahr definiert. Für Mitgliedschaften in Ausschüssen steigt der zu erwartende Zeitaufwand um jeweils zwei Tage je zu erwartender Ausschusssitzung.
Der Aufsichtsrat hat in gleicher Sitzung Beschluss gefasst über die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und darin die übrigen erklärten Abweichungen und ihre Begründungen aus den Vorjahren fortgeführt. Die Entsprechenserklärung vom 10. Dezember 2015 ist in der nachfolgenden Erklärung zur Unternehmensführung enthalten und auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.
Erklärung zur Unternehmensführung
In der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB stellt die freenet AG ihre aktuelle Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG dar und erläutert die relevanten Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus angewandt werden. Des Weiteren werden die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat beschrieben und die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats dargestellt. Die freenet AG hat folgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB abgegeben, die zugleich Bestandteil ihres Lageberichts für das Geschäftsjahr 2015 ist.
Erklärung nach § 161 AktG
Die freenet AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 5. Dezember 2014 im Zeitraum bis zum 12. Juni 2015 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 24. Juni 2014 und seit dem 12. Juni 2015 den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Abweichungen entsprochen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015, soweit es hierzu nachfolgend seitens der Gesellschaft keine abweichende Erklärung gibt, auch zukünftig entsprechen.
| 1. | Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist keine Vereinbarung eines Selbstbehalts vorgesehen, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Mitglieder des Aufsichtsrats selbstverständliche Pflicht. Ein Selbstbehalt müsste zudem wegen des Gleichheitssatzes einheitlich festgesetzt werden, obwohl die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsratsmitglieder variieren. Ein Selbstbehalt würde die Aufsichtsratsmitglieder daher unterschiedlich belasten. In Anbetracht gleicher Pflichten erscheint das nicht angemessen. (Kodex-Ziffer 3.8 Abs. 3) |
| 2. | Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vorstandsvergütung, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Gleichwohl haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vorstandsvergütung vorgesehenen Mustertabellen im Vergütungsbericht nicht zu verwenden. Trotz Vereinbarung von betragsmäßigen Höchstgrenzen in den Vorstandsverträgen steht zu befürchten, dass durch die Angabe von Maximalbeträgen im Hinblick auf aktienbasierte Vergütungsbestandteile ein Bild erzeugt wird, das nicht den tatsächlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung des Aktienkurses entspricht. (Kodex-Ziffer 4.2.5 Satz 5 und Satz 6) |
| 3. | Der Aufsichtsrat sieht die derzeitige Besetzung des Vorstands als erfolgreich an und strebt deswegen Kontinuität im Vorstand an. Eine Auswahl nach den in Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1 genannten Kriterien für die Zusammensetzung des Vorstands ist demgegenüber aus Sicht des Aufsichtsrats nachrangig und hat auch bei der Entscheidung über die Neubestellungen der Vorstandsmitglieder im Februar 2014 keine Berücksichtigung gefunden. (Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1) |
| 4. | Für die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder ist keine Altersgrenze festgelegt. Es ist nicht einsichtig, warum qualifizierte Personen mit großer Berufs- und Lebenserfahrung allein aufgrund ihres Alters nicht als Kandidaten in Betracht gezogen werden sollen. (Kodex-Ziffern 5.1.2 Satz 8 und 5.4.1 Satz 2) |
| 5. | Der Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung im Sinne von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Ziffer 5.4.2 Satz 1. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gem. Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden. Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung leiten lassen. Dies hat sich nach seiner Überzeugung bewährt. Deshalb wird keine Notwendigkeit gesehen, diese Praxis zu ändern. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2, Abs. 3 und 5.4.2 Satz 1) |
| 6. | Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 empfiehlt, dass eine erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bemisst sich gem. § 11 Abs. 5 der Satzung nach der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese Form der variablen Vergütung hat sich in der Vergangenheit bewährt. Zudem ist die dem Kapitalmarkt kommunizierte, an den freien Cashflow anknüpfende Dividendenpolitik der Gesellschaft auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Daher dient auch die Anknüpfung der variablen Vergütung an diese Dividendenstrategie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Eine Anpassung der variablen Vergütung des Aufsichtsrats ist aus diesem Grund nicht vorgesehen. (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2) |
Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Die freenet AG verfügt über ein einheitliches Compliance-System, das kontinuierlich ausgebaut und fortentwickelt wird. Der Chief Compliance Officer der freenet Group berichtet direkt an den Vorstand. Er unterstützt den Vorstand dabei, die für die freenet AG relevanten rechtlichen Vorgaben aufzuzeigen und innerhalb der freenet Group entsprechend umzusetzen sowie Anpassungen des Compliance-Systems an sich wandelnde Anforderungen vorzunehmen. Der Chief Compliance Officer berichtet darüber hinaus regelmäßig an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat wird durch den Chief Compliance Officer informiert, wenn Risiken betroffen sind, die die Existenz der freenet Group gefährden.
Die freenet Group bekennt sich umfassend zur Einhaltung von Recht und Gesetz. Compliance bedeutet für die freenet Group, dass rechtliche Vorschriften eingehalten, eigene Regelungen sowie unternehmensinterne Richtlinien beachtet und Straftaten vermieden werden. Die Gesellschaft setzt alles daran, dass Compliance-Verstöße wie Betrug, Korruption und Wettbewerbsverstöße gar nicht erst entstehen. Sofern es aber zu Fehlverhalten und Compliance-Verstößen kommt, werden diese umfassend aufgeklärt und es wird mit Entschiedenheit darauf reagiert.
Die Führungskräfte der freenet Group leben Compliance vor und stellen sicher, dass in ihrem Verantwortungsbereich die maßgeblichen Handlungen im Einklang mit den jeweiligen rechtlichen Bestimmungen und unseren eigenen Werten und Regeln stehen.
Die Compliance-Organisation steht allen Ansprechpartnern beratend für Einzelfragen zur Verfügung.
Der Bereich Compliance hat ein Hinweisgebersystem (Whistleblowertool) entwickelt und innerhalb der freenet Group eingeführt. Dies ermöglicht dem Hinweisgeber, wenn er von Compliance-Verstößen Kenntnis erlangt hat, anonym Hinweise zu geben.
Allen Hinweisen wird zeitgerecht nach einem transparenten und nachvollziehbaren Prozess nachgegangen, wobei die Interessen des Hinweisgebers, der Betroffenen und des Unternehmens berücksichtigt werden.
Ziel ist es, dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, bei Compliance-Verstößen sofort konsequent angemessene Maßnahmen zu ergreifen und somit Schäden von der freenet Group abzuwenden. Zur Sicherstellung einer sachgerechten, zügigen Bearbeitung von Hinweisen gemäß des Hinweisgeberprozesses hat die freenet Group einen Hinweisgeberausschuss eingerichtet. Ständige Mitglieder des Hinweisgeberausschusses sind der Chief Compliance Officer sowie der für Interne Revision und Fraud-Management zuständige Bereichsleiter. Der Hinweisgeberausschuss ist für die operative Durchführung des Hinweisgeberprozesses zuständig.
Ebenfalls wurde ein zentrales Fraud-Management eingerichtet, welches neben der koordinierenden Funktion der einzelnen Fraud-Fachabteilungen der freenet Group insbesondere für die Einführung und Verbesserung wirksamer Präventivmaßnahmen und -prozesse zur Vermeidung von Fraud-Schäden für die freenet Group verantwortlich ist.
Die Bedeutung des Datenschutzes hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Die freenet Group ist sich ihrer besonderen Verantwortung im Hinblick auf den Umgang mit den persönlichen Daten unserer Kunden, Lieferanten, Vertragspartner und Mitarbeiter bewusst. Es ist uns daher wichtig, diese Daten vor unberechtigten Zugriffen zu schützen und transparent darüber zu berichten, wie wir mit den uns anvertrauten Daten umgehen. Die operative Verantwortung für den Datenschutz befindet sich im Compliance-Bereich.
Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat der freenet AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.
Der Vorstand ist als Leitungsorgan der Konzernmuttergesellschaft dem Unternehmensinteresse verpflichtet und besteht aktuell aus drei Mitgliedern. Die Arbeit des Vorstands ist durch seine Geschäftsordnung geregelt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Im Übrigen ist jedes Vorstandsmitglied eigenverantwortlich für seinen Geschäftsbereich zuständig. Die Vorstandsmitglieder arbeiten kollegial zusammen und informieren sich gegenseitig in regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen laufend über Tatsachen und Entwicklungen aus ihren Geschäftsbereichen. Darüber hinaus nehmen die Mitglieder des Vorstands an regelmäßig stattfindenden Fachbereichssitzungen teil. Der Aufsichtsrat legt im Rahmen eines Geschäftsverteilungsplans die Verantwortungsbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder fest.
Der Aufsichtsrat wird mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr einberufen. Er fasst seine Beschlüsse in der Regel in Präsenzsitzungen, in Ausnahmefällen auch in telefonischen Sitzungen oder im schriftlichen Verfahren. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei seinen Entscheidungen zur Leitung des Unternehmens regelmäßig und überwacht ihn in seiner Geschäftsführung. Der Vorstand bezieht den Aufsichtsrat in alle grundlegenden Entscheidungen für die Leitung des Unternehmens ein und berichtet regelmäßig über den Geschäftsverlauf, die Unternehmensplanung, die strategische Entwicklung und die Lage des Unternehmens. Der Aufsichtsrat prüft Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen im Einzelnen und erörtert sie mit dem Vorstand. Außerdem prüft er ausführlich für das Unternehmen bedeutende Geschäftsvorgänge auf Basis von Vorstandsberichten, berät sich hierzu und fasst Beschlüsse, soweit dies erforderlich ist. Auch außerhalb von Sitzungen werden die Aufsichtsratsmitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung vom Vorstand informiert.
Zusammensetzung und Arbeitsweise von Ausschüssen
Der Vorstand hat keine Ausschüsse eingerichtet.
Der Aufsichtsrat hat ein Präsidium und vier Ausschüsse gebildet. Diese Ausschüsse bereiten die im Plenum zu behandelnden Themen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vor und sind in einzelnen Bereichen anstelle des Plenums entscheidungsbefugt. Hierbei werden die Ausschüsse im Rahmen von Präsenzsitzungen tätig, in Ausnahmefällen können die Sitzungen aber auch telefonisch durchgeführt werden. Die Ausschüsse beraten zu den Gegenständen der Tagesordnungen und fassen gegebenenfalls hierzu Beschlüsse. Über die Inhalte der Ausschusssitzungen berichten die Ausschussvorsitzenden dem Aufsichtsratsplenum. Mit Ausnahme des Nominierungsausschusses sind alle Ausschüsse mit Anteilseignervertretern und Arbeitnehmervertrern paritätisch besetzt.
Präsidium
Das Präsidium berät über Schwerpunktthemen und bereitet Beschlüsse des Aufsichtsrats vor. Es kann an Stelle des Aufsichtsrats über die nach der Geschäftsordnung des Vorstands erforderliche Zustimmung zu Maßnahmen und Geschäften des Vorstands beschließen, sofern die Angelegenheit keinen Aufschub duldet und ein Beschluss des Aufsichtsrats nicht rechtzeitig gefasst werden kann.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Prof. Dr. Helmut Thoma, Birgit Geffke, Knut Mackeprang.
Personalausschuss
Der Personalausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Er unterbreitet dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung Vorschläge zur Vergütung des Vorstands, zum Vergütungssystem und zu dessen regelmäßiger Überprüfung. Der Ausschuss beschließt an Stelle des Aufsichtsrats, jedoch vorbehaltlich zwingender Zuständigkeiten des Aufsichtsrats, über personalrelevante Angelegenheiten der Vorstandsmitglieder.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Thorsten Kraemer, Claudia Anderleit, Birgit Geffke.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung, hier insbesondere der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Fragen der Compliance.
Mitglieder: Robert Weidinger (Vorsitz), Marc Tüngler, Ronny Minak, Michael Stephan.
Vermittlungsausschuss
Der Vermittlungsausschuss ist nach § 27 Abs. 3 MitbestG gebildet, um die in § 31 Abs. 3 Satz 1 MitbestG bezeichnete Aufgabe wahrzunehmen.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Thorsten Kraemer, Knut Mackeprang, Gesine Thomas.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, bei anstehenden Neuwahlen dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorzuschlagen.
Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Marc Tüngler, Sabine Christiansen (seit dem 25. März 2015).
Ausgeschieden: Achim Weiss (bis zum 31. Januar 2015).
Festlegungen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG
Aufsichtsrat und Vorstand haben jeweils Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt:
| Zielgröße | |
|---|---|
| Vorstand | 0 Prozent |
| Führungsebene 1 (Direct Reports) | 25 Prozent |
| Führungsebene 2 (Abteilungsleiter) | 27,5 Prozent |
Das Ende der Frist zur Erreichung aller genannten Zielgrößen wurde auf den 30. Juni 2017 festgelegt.
Übernahmerechtliche Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der freenet AG beträgt 128.061.016 Euro. Es ist in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung je eine Stimme.
Aktienübertragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.
10 Prozent der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen
Zum 31. Dezember 2015 bestanden keine 10 Prozent der Stimmrechte überschreitenden Kapitalbeteiligungen an der freenet AG.
Aktien mit Sonderrechten und Kontrollbefugnissen
Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind
Soweit Arbeitnehmer als Aktionäre am Kapital beteiligt sind, können sie daraus keine besonderen Rechte herleiten.
Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der freenet AG richten sich nach §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 5 Abs. 1 der Satzung. Die maßgeblichen Vorschriften zur Änderung der Satzung sind §§ 133, 179 AktG und § 16 der Satzung der freenet AG.
Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 bis zum 5. Juni 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen insgesamt um höchstens 12.800.000,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2013).
Darüber hinaus hat die Hauptversammlung am 13. Mai 2014 beschlossen, das Grundkapital um bis zu insgesamt 12.800.000,00 Euro, eingeteilt in 12.800.000 neue auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag, zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2014). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 unter Tagesordnungspunkt 8, lit. A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen. Der Vorstand wurde ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung einer bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 wurde der Vorstand bis zum 12. Mai 2019 ermächtigt, eigene Aktien in Höhe von bis zu 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Diese Ermächtigung kann durch die Gesellschaft, ihre Tochtergesellschaften oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung ihrer Tochtergesellschaften ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines öffentlichen Kaufangebots, mittels einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten, durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder eine Kombination aus beiden). Im Übrigen bestehen grundsätzlich die Befugnisse zum Erwerb eigener Aktien nach Maßgabe der §§ 71 ff. AktG.
Kontrollwechsel
Die Bankverbindlichkeiten, die die freenet Group unter dem Konsortialkreditvertrag in Anspruch nimmt, können unter bestimmten Voraussetzungen teilweise oder zur Gänze fällig gestellt werden. Ein Recht zur Fälligstellung kann bei der Verletzung bestimmter vertraglicher Beschränkungen und Auflagen entstehen, denen sich freenet bei der Übernahme des Konsortialkredits unterworfen hat. Zum Teil hat freenet keinen Einfluss auf die Voraussetzungen, unter denen den Konsortialbanken ein Recht zur Fälligstellung des Kredits entsteht.
Dies gilt insbesondere für das Recht zur Fälligstellung im Falle eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft. Ein solcher Kontrollwechsel liegt, vorausgesetzt, dass die Verpflichtung zur Abgabe eines Übernahmeangebots besteht, bereits beim Erwerb einer Hauptversammlungsmehrheit durch eine oder mehrere gemeinsam handelnde Personen vor. Im Falle der Kündigung des Konsortialkreditvertrags trägt freenet das Risiko, dass eine Folgefinanzierung zur Ablösung des Vertrags nicht oder nur zu ungünstigeren Konditionen zustande kommt.
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft
Bei einem Kontrollwechsel können die Aktienwertsteigerungsrechte ohne Rücksicht auf die Wartezeit ausgeübt werden.
Erklärung nach § 289a HGB
Die Erklärung nach § 289a HGB ist auf der Homepage der Gesellschaft im Internet unter www.freenet-group.de im Bereich Investor Relations/Corporate Governance veröffentlicht.
Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats
Vorstandsvergütung nach HGB
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus einem jährlichen Fixgehalt, jährlichen variablen Bezügen sowie Bezügen mit langfristiger Anreizwirkung zusammen. Daneben bestehen Pensionszusagen. Die jährlichen variablen Bezüge resultieren jeweils aus einer jährlichen Zielvereinbarung, wobei als Einzelziele regelmäßig bestimmte Ausprägungen der wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren des freenet Konzerns festgelegt werden. Für die Mitglieder des Vorstands war im Geschäftsjahr 2011 ein Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung, das so genannte „LTIP-Programm“ („LTIP Programm 1“), aufgelegt worden. Am 26. Februar 2014 waren mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen worden, die neue LTIP gewähren („LTIP Programm 2“).
In den LTIP-Programmen wird für jeden Vorstand ein LTIP-Konto geführt, auf dem jeweils pro Geschäftsjahr, abhängig von dem Erreichungsgrad bestimmter für dieses Geschäftsjahr definierter Ziele, eine Gutschrift oder Lastschrift in Form von virtuellen Aktien erfolgt. Pro Geschäftsjahr sind dann in einer festgelegten Zeitspanne, abhängig vom Kontostand des LTIP-Kontos, Barauszahlungen abzüglich Steuern und Abgaben möglich. Die Höhe dieser Auszahlungen ist unter anderem von dem zum Auszahlungszeitpunkt maßgeblichen Aktienkurs abhängig.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzte sich im Berichtsjahr und Vorjahr im Einzelnen wie folgt zusammen; dabei weisen die folgenden Tabellen die Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB in Verbindung mit dem DRS 17 aus. Darin enthalten sind die im Geschäftsjahr gewährten Bezüge. Wertänderungen der LTIP-Programme, die nicht auf einer Änderung der Ausübungsbedingungen beruhen, sind entsprechend § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB nicht angegeben.
Tabelle 9: Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2015 nach HGB
| In TEUR | Festbezüge | Variable Barbezüge | Gesamt Barbezüge | Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung | Gesamt Bezüge nach HGB |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 765 | 639 | 1.404 | 0 | 1.404 |
| Joachim Preisig | 544 | 512 | 1.056 | 0 | 1.056 |
| Stephan Esch | 492 | 256 | 748 | 0 | 748 |
| Gesamt | 1.801 | 1.407 | 3.208 | 0 | 3.208 |
Tabelle 10: Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2014 nach HGB
| In TEUR | Festbezüge | Variable Barbezüge | Gesamt Barbezüge | Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung | Gesamt Bezüge nach HGB |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 767 | 659 | 1.426 | 5.545 | 6.971 |
| Joachim Preisig | 432 | 540 | 972 | 2.912 | 3.884 |
| Stephan Esch | 442 | 162 | 604 | 1.942 | 2.546 |
| Gesamt | 1.641 | 1.361 | 3.002 | 10.399 | 13.401 |
Im Geschäftsjahr 2015 betrugen die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 3.208 Tausend Euro (Vorjahr: 13.401 Tausend Euro). Für 2015 sind keine Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung enthalten, da diese jeweils in den Geschäftsjahren der Gewährung der Vergütungsinstrumente bereits ausgewiesen worden waren. Im Jahr 2014 war in diesen Bezügen, zusätzlich zur Zwischensumme aus Festbezügen und sonstigen variablen Bezügen, der beizulegende Zeitwert des gesamten LTIP-Programms 2 zum Gewährungszeitpunkt am 26. Februar 2014, mithin 10.399 Tausend Euro (davon 5.545 Tausend Euro für Herrn Vilanek, 2.912 Tausend Euro für Herrn Preisig sowie 1.942 Tausend Euro für Herrn Esch) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2015 kam es aus den LTIP-Programmen zu Barauszahlungen in Höhe von insgesamt 2.324 Tausend Euro (Vorjahr: 2.847 Tausend Euro), und zwar an Herrn Vilanek in Höhe von 0 Euro (Vorjahr: 2.280 Tausend Euro), an Herrn Preisig in Höhe von 1.603 Tausend Euro (Vorjahr: 391 Tausend Euro) sowie an Herrn Esch in Höhe von 721 Tausend Euro (Vorjahr: 176 Tausend Euro). Mit den Barauszahlungen an die Herren Preisig und Esch wurde jeweils deren LTIP Programm 1 (Zielerreichungsjahre 2011 bis 2014) vollständig abgelöst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 befinden sich alle drei Vorstände im LTIP Programm 2 – mit den Zielerreichungsjahren 2014 bis 2018 für Herrn Vilanek sowie 2015 bis 2019 für die Herren Preisig und Esch.
Zum 31. Dezember 2015 beträgt der Stand der Rückstellung nach HGB für die LTIP-Programme für Herrn Vilanek 2.347 Tausend Euro (Vorjahr: 1.077 Tausend Euro), für Herrn Preisig 571 Tausend Euro (Vorjahr: 1.551 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 381 Tausend Euro (Vorjahr: 698 Tausend Euro).
Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Im Februar 2014 wurden an den Pensionszusagen aller drei Vorstände Anpassungen vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf den Abschnitt „Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung“.
Zum 31. Dezember 2015 betrug die handelsrechtliche Verpflichtung für Herrn Vilanek 1.909 Tausend Euro (Vorjahr: 1.290 Tausend Euro), für Herrn Preisig 2.424 Tausend Euro (Vorjahr: 1.814 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 1.874 Tausend Euro (Vorjahr: 1.345 Tausend Euro). Der Verpflichtungswert für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2015 insgesamt 5.384 Tausend Euro (Vorjahr: 4.232 Tausend Euro).
Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende Dienstzeitaufwendungen von 662 Tausend Euro (Vorjahr: 541 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2015 mit 282 Tausend Euro (Vorjahr: 146 Tausend Euro) auf Herrn Vilanek, mit 219 Tausend Euro (Vorjahr: 296 Tausend Euro) auf Herrn Preisig sowie mit 161 Tausend Euro (Vorjahr: 99 Tausend Euro) auf Herrn Esch.
Im Jahr 2015 wurden im Personalaufwand für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen keine nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwendungen erfasst. Im Vorjahr waren nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen in Höhe von 1.375 Tausend Euro erfasst worden, wovon 306 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, 941 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie 128 Tausend Euro auf Herrn Esch entfielen.
Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
Vorstandsvergütung nach DCGK
Im Sinne der Ziffer 4.2.5 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) machen wir folgende Angaben zu den für das Geschäftsjahr 2015 sowie das Vorjahr gewährten Zuwendungen an die Mitglieder des Vorstands sowie zu den im Geschäftsjahr 2015 und dem Vorjahr an die Mitglieder des Vorstandes geflossenen Zuwendungen.
Tabelle 11: Dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2015 gewährte Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 530 | 480 | 1.760 |
| Nebenleistungen | 15 | 14 | 12 | 41 |
| Summe | 765 | 544 | 492 | 1.801 |
| Einjährige variable Vergütung | 500 | 400 | 200 | 1.100 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 0 | 52 | 23 | 75 |
| LTIP-Programm 2 | 1.348 | 559 | 373 | 2.280 |
| Summe | 1.848 | 1.011 | 596 | 3.455 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Gesamtvergütung | 3.059 | 1.869 | 1.348 | 6.276 |
Tabelle 12: Dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2014 gewährte Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 418 | 430 | 1.598 |
| Nebenleistungen | 17 | 14 | 12 | 43 |
| Summe | 767 | 432 | 442 | 1.641 |
| Einjährige variable Vergütung | 500 | 400 | 120 | 1.020 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 427 | 706 | 318 | 1.451 |
| LTIP-Programm 2 | 1.142 | 474 | 316 | 1.932 |
| Summe | 2.069 | 1.580 | 754 | 4.403 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 238 | 126 | 167 | 531 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 501 | 1.422 | 213 | 2.136 |
| Summe | 739 | 1.548 | 380 | 2.667 |
| Gesamtvergütung | 3.575 | 3.560 | 1.576 | 8.711 |
Tabelle 13: An den Vorstand im Geschäftsjahr 2015 geflossene Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 530 | 480 | 1.760 |
| Nebenleistungen | 15 | 14 | 12 | 41 |
| Summe | 765 | 544 | 492 | 1.801 |
| Einjährige variable Vergütung | 639 | 512 | 256 | 1.407 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 0 | 1.603 | 721 | 2.324 |
| LTIP-Programm 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 639 | 2.115 | 977 | 3.731 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 446 | 314 | 260 | 1.020 |
| Gesamtvergütung | 1.850 | 2.973 | 1.729 | 6.552 |
Tabelle 14: An den Vorstand im Geschäftsjahr 2014 geflossene Zuwendungen gemäß DCGK
| In TEUR | Christoph Vilanek | Joachim Preisig | Stephan Esch | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Festvergütung | 750 | 418 | 430 | 1.598 |
| Nebenleistungen | 17 | 14 | 12 | 43 |
| Summe | 767 | 432 | 442 | 1.641 |
| Einjährige variable Vergütung | 659 | 540 | 162 | 1.361 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||
| LTIP-Programm 1 | 2.280 | 391 | 176 | 2.847 |
| LTIP-Programm 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 2.939 | 931 | 338 | 4.208 |
| Versorgungsaufwand | ||||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 238 | 126 | 167 | 531 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 501 | 1.422 | 213 | 2.136 |
| Summe | 739 | 1.548 | 380 | 2.667 |
| Gesamtvergütung | 4.445 | 2.911 | 1.160 | 8.516 |
Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung
Die Vergütungsregelungen für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandsdienstverträge und für den Altersversorgungsfall sind wie folgt geregelt:
Regelungen für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Eckhard Spoerr, Axel Krieger und Eric Berger:
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhalten die o. g. Vorstände eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente. |
Für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Vilanek gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2014:
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Vilanek eine Altersrente in Höhe von 2,7 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Vertragsjahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Maximalrente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal dem Betrag der zuletzt gezahlten Altersrente bzw. des beim Ableben von Herrn Vilanek erreichten Werts der Versorgungsanwartschaft. |
| • | Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Vilanek Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt. |
Für den Vorstand Stephan Esch gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2015 (Vereinbarung vom 26. Februar 2014):
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Esch eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch 40 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente. |
| • | Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Esch Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt. |
Für den Vorstand Joachim Preisig gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2015 (Vereinbarung vom 26. Februar 2014):
| • | Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Preisig eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, bzw. zuvor bei der Debitel AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente). |
| • | Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente. |
| • | Mit Ausscheiden nach Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Preisig aus der Debitel-Altersversorgung eine Altersrente in Höhe von 9.333,0 Euro (zugesagte monatliche Altersrente). Bei einem vorzeitigen Ausscheiden erhält Herr Preisig nach Vollendung des 60. Lebensjahres eine Altersrente, die sich nach den gesetzlichen Vorgaben berechnet, somit erfolgt eine Quotierung der zugesagten Altersrente entsprechend der tatsächlichen Dienstzugehörigkeit. Sämtliche Ansprüche von Herrn Preisig, seiner Ehefrau oder einer bezugsberechtigten Lebensgefährtin und von Hinterbliebenen aus der Debitel-Altersversorgung werden auf sämtliche vorgenannten Ansprüche aus dem aktuellen Dienstvertrag angerechnet. |
| • | Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Preisig Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt. |
Dienstverträge mit Tochtergesellschaften der freenet AG bestehen nicht.
Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
| • | einer Basisvergütung, |
| • | Sitzungsentgelten und |
| • | einer erfolgsabhängigen Vergütung. |
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.
Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats – mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses – angehören, erhalten zusätzlich für an jeder teilgenommenen Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag.
Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.
Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahres 2015 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 403 Tausend Euro sowie 90 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 403,1 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2015 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 896,1 Tausend Euro.
Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.
Es wurden keinem der Aufsichtsratsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Aufsichtsratsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden
Tabelle 15: Vergütung für das Geschäftsjahr 2015
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 14,0 | 60,0 | 134,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 5,0 | 45,0 | 95,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 9,0 | 30,0 | 69,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 12,0 | 30,0 | 72,0 |
| Sabine Christiansen | 25,5 | 3,0 | 25,6 | 54,1 |
| 400,5 | 90,0 | 400,6 | 891,1 | |
| Ehemalige Mitglieder | ||||
| Achim Weiss | 2,5 | 0,0 | 2,5 | 5,0 |
| Gesamt | 403,0 | 90,0 | 403,1 | 896,1 |
1 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
Tabelle 16: Vergütung für das Geschäftsjahr 2014
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 12,0 | 60,0 | 132,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 6,0 | 45,0 | 96,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 6,0 | 30,0 | 66,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 11,0 | 30,0 | 71,0 |
| Achim Weiss | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Gesamt | 405,0 | 84,0 | 405,0 | 894,0 |
1 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
Prognosebericht
Marktentwicklung 2016
Vor dem Hintergrund des von wirtschaftlichen und politischen Krisen geprägten makroökonomischen Umfelds und dem damit einhergehenden Wachstumsrückgang in den Schwellenländern haben mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Vorhersagen für die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft nach unten korrigiert. Für das Jahr 2016 rechnen der IWF und die OECD mit einem Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung von nur noch 3,4 bzw. 3,3 Prozent. Im Sommer 2015 hatten beide Institute noch einen Zuwachs des globalen BIP von 3,8 Prozent prognostiziert.
Für die Eurozone ist der IWF vor allem aufgrund der Ölpreisentwicklung, der aktuellen Zinspolitik der EZB, der niedrigen Inflationsrate und der Abwertung des Euro optimistischer. Mit einem Wachstum von 1,7 Prozent erwartet das Institut eine leichte Verbesserung der Wirtschaftslage für 2016, nach einem prognostizierten Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent für das Jahr 2015. Nach Einschätzung des IWF und der Bundesregierung wird sich Deutschland hinsichtlich des Wirtschaftswachstums im Jahr 2016 wie die Eurozone entwickeln. Das durchschnittliche reale Bruttoinlandsprodukt wird demnach wie im Jahr 2015 um 1,7 Prozent steigen. Nach Ansicht der Bundesregierung wird die anhaltende wirtschaftliche Dynamik in Deutschland vor allem von der Binnenwirtschaft getragen. Hervorzuheben ist dabei die positive Entwicklung der Konsumausgaben und Wohnungsbauinvestitionen infolge eines weiterhin robusten Arbeitsmarktes, vor allem im Dienstleistungssektor. Auch die Ergebnisse der im Januar 2016 von der Gesellschaft für Konsumforschung („GfK“) veröffentlichten Konsumklimastudie für Deutschland weisen auf ein moderates Wirtschaftswachstum und ein stabiles Konsumklima mit einer leicht steigenden Konsumneigung im Jahr 2016 hin. Dabei hat sich nach Einschätzung des GfK die Anschaffungsneigung ebenfalls positiv entwickelt, wogegen sich die Sparquote aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase weiterhin auf einem moderaten Niveau befindet.
Neben dem Konsumklima ist die Entwicklung des deutschen Telekommunikationsmarkts bedeutend für die Geschäftsaktivitäten der freenet Group. Nach Angaben von VATM wird das kumulierte Marktvolumen des deutschen Telekommunikationsmarkts im Jahr 2016 mit einem Minus von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut leicht zurückgehen. Auch die Endkundenpreise werden nach Einschätzung von VATM im laufenden Jahr abermals sinken: Im Festnetz-/Breitbandsektor soll der Rückgang mit etwa 0,5 bis 0,6 Prozent etwas geringer ausfallen als im Mobilfunkbereich, wo ein Preisrückgang zwischen 1,2 und 1,4 Prozent erwartet wird. Weitere Gründe für das sinkende Marktvolumen im Telekommunikationsmarkt sind laut VATM eine Kundenkonzentration im Geschäftskundensegment sowie der Rückgang bei den klassischen Diensten Telefonie und SMS.
Demgegenüber ist der Trend zu einer vermehrten mobilen Datennutzung mit steigenden Datenvolumina und höheren Übertragungsgeschwindigkeiten zu beobachten. Vor diesem Hintergrund ist für die Bundesregierung neben dem Breitbandausbau auch die Förderung neuer Mobilfunkstandards ein zentraler Bestandteil ihrer Investitionsstrategie. Mit der Frequenzauktion im Juni 2015, bei der erstmals auch Frequenzen der „Digitalen Dividende 2“ versteigert wurden, sind die Weichen für den weiteren Ausbau der Mobilfunknetze gestellt. Nach Einschätzung von VATM ist der mobile Datenverkehr pro SIM-Karte und Monat im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um gut 30 Prozent auf 377 Megabyte gestiegen. Treiber dieser Entwicklung ist laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner vor allem die zunehmende Nachfrage nach Video- und Musikstreamingdiensten. Dementsprechend hat sich auch der Umsatz mit mobilen Datendiensten in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Im Jahr 2015 machte er nach VATM-Schätzungen knapp 43 Prozent des Gesamtumsatzes der Mobilfunknetzbetreiber aus und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um ca. 1,0 Milliarden Euro gestiegen. Dabei finden primär Smartphones als entsprechende Endgeräte Verwendung. Zu diesem Ergebnis kommt die im September 2015 veröffentlichten Studie „Global Mobile Consumer Survey 2015“ der Beratungsgesellschaft Deloitte, bei der 2.000 Konsumenten zu Aspekten wie Nutzungsgewohnheiten, Haushaltsausstattung oder Offenheit gegenüber neuen Mobilfunkangeboten befragt wurden. Den Umfrageergebnissen zufolge hat das Smartphone den Laptop als die am weitesten verbreitete Gerätekategorie abgelöst. Neben aktuellen, leistungsfähigen Endgeräten und steigenden Datenvolumina gewinnt auch das Thema Datengeschwindigkeit weiter an Bedeutung. Gemäß der Deloitte-Umfrage ist die Zahl der LTE-Nutzer in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozentpunkte auf 22 Prozent gestiegen. Der starke Anstieg ist primär auf die Gestaltung neuer Tarifangebote durch die Netzbetreiber zurückzuführen. Dabei liegt der Vermarktungsschwerpunkt auf Postpaid-Verträgen mit meist kostenfreier LTE-Bereitstellung.
Dieser digitale Wandel führt im Zusammenhang mit dem erwartet rückläufigen Marktvolumen und dem erneuten Rückgang der Endkundenpreise im traditionellen Geschäftsfeld Mobilfunk zu einem erhöhten Innovationsdruck. Die Telekommunikationsanbieter reagieren darauf vermehrt mit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
Vor diesem Hintergrund gewinnen die Entwicklungen rund um Digital Lifestyle und das „Internet der Dinge“ (Internet of Things „IoT“) an Bedeutung. Im Vordergrund steht dabei das digital vernetzte private Heim. Deutsche Haushalte sind mit Produkten und Diensten zur digitalen Vernetzung in den Bereichen Unterhaltungselektronik, intelligente Hausvernetzung („Smart Home“), Sicherheit und Gesundheit bislang unterschiedlich ausgestattet. Laut Deloitte-Umfrage wird vernetzungsfähige Hardware („IoT-Devices“) derzeit hauptsächlich im Unterhaltungsbereich eingesetzt. Internetfähige TV-Geräte und Spielekonsolen liegen bei der Verbreitung deutlich vorn. Der TV-Bildschirm wird dabei von der Mehrheit der deutschen Haushalte als Endgerät für den Empfang von Film- und Videodiensten favorisiert. Auf diesen Trend setzt das internetbasierte Fernsehen auf, bei dem die Übertragung von Bewegtbildinhalten via Internet Protokoll („IPTV“) erfolgt. Neben den bereits etablierten Video-Abrufdiensten bietet IPTV interaktive Kommunikations- und Informationsangebote und ermöglicht darüber hinaus zeitversetztes und hoch auflösendes Fernsehen mit einer hohen Programmvielfalt.
Im Gegensatz zum internetfähigen Fernseher ist vernetzte Hardware in den Bereichen Smart Home und Wearables bislang weniger stark verbreitet. Smartwatches und Fitnesstracker fristeten in den vergangenen Jahren ein Nischendasein. Allerdings zeichnet sich hier laut der vom Branchenverband Bitkom und der Beratungsgesellschaft Deloitte gemeinsam veröffentlichten Studie mit dem Titel „Zukunft der Consumer Electronics – 2015“ eine Trendwende ab. Unter den Wearables sind Fitnesstracker die erfolgreichste Produktkategorie mit einem Absatz von 650.000 Stück im Jahr 2014. Für 2015 wird eine Steigerung um 65 Prozent auf eine Million Geräte erwartet. Dementsprechend soll sich der Umsatz mit Fitnesstrackern im Jahr 2015 um 82 Prozent auf voraussichtlich 70,8 Millionen Euro erhöhen. Bei den Smartwatches wird sich der Absatz im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifachen; der mit dem Verkauf generierte Umsatz soll gegenüber 2014 sogar um Faktor 6 steigen. Für das Jahr 2015 wird mit insgesamt 645.000 verkauften Smartwatches ein potenzielles Umsatzvolumen von 169,2 Millionen Euro erwartet. Die Tatsache, dass sich etwa 40 Prozent der Deutschen für intelligente Armbanduhren interessieren unterstreicht nach Ansicht der Studienautoren außerdem das anhaltend große Wachstumspotenzial.
Als weiteres Ergebnis der Studie heben die Autoren die im Vorjahresvergleich verbesserten Marktaussichten für Smart Home hervor. Demnach werden im Jahr 2015 circa 500.000 deutsche Haushalte vernetzt sein; die Millionenmarke soll jedoch spätestens im Jahr 2020 erreicht werden. Wachstumstreiber für Smart-Home-Produkte und -Anwendungen sind laut der gemeinschaftlichen Studie die zunehmende Verfügbarkeit schneller Breitbandanschlüsse sowie neue Lösungen und kostengünstigere Angebote. Darüber hinaus zählen auch das Zusammenspiel von Komfort und Sicherheit sowie die Bereitschaft potenzieller Konsumenten für Smart Home zu bezahlen zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren. Die gemeinsame Veröffentlichung von Deloitte und der Technischen Universität München mit dem Titel „Smart Home aus Konsumentensicht“ belegt die grundsätzliche Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für Smart-Home-Komplettpakete. Im Ergebnis würde fast ein Viertel der Befragten mehr als 30 Euro für ein derartiges Komplettpaket bezahlen.
Zusammenfassend werden für die Ableitung der Prognosen der freenet Group insbesondere folgende Annahmen als wesentlich angesehen:
| • | Weiterhin leicht rückläufiges kumuliertes Marktvolumen für Telekommunikation |
| • | Leicht sinkende Endkundenpreise im Geschäftsfeld Mobilfunk bei anhaltender internationaler Marktkonsolidierung und zunehmender Bedeutung von Datentarifen |
| • | Hohe Wachstumsraten in neuen Marktsegmenten rund um Digital Lifestyle und das „Internet der Dinge“ |
| • | Erhöhte Konsum- und Zahlungsbereitschaft privater Haushalte, vor allem für Produkte und Anwendungen im Bereich der intelligenten Hausvernetzung. |
freenet Konzern
Im Geschäftsfeld Mobilfunk ist die freenet Group als unabhängiger Service-Provider in einem gesättigten Markt tätig, der sich durch eine hohe Wettbewerbsintensität auszeichnet. Das leicht rückläufige kumulierte Marktvolumen steht weiterhin unter Konsolidierungsdruck auf der Anbieterseite und dem Einfluss sinkender Gesamtnutzerzahlen auf der Konsumentenseite.
Dieser Entwicklung begegnet die freenet Group mit der Fokussierung auf werthaltige Kundenbeziehungen („Customer-Ownership“) in der Neukundengewinnung und im Bestandskundenmanagement. Das sich daraus ergebende Cross-Selling-Potenzial nutzt die Gesellschaft weiterhin zum Ausbau ihrer Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten. Aufgrund der frühzeitigen strategischen Geschäftsausrichtung zum Digital-Lifestyle-Provider verfügt die freenet Group bereits heute über ein breites Portfolio innovativer Digital-Lifestyle-Produkte und -Services. Mit ihren Angeboten in den Bereichen Unterhaltung, Smart Home, Gesundheit und Sicherheit adressiert die Gesellschaft einen jungen Markt mit hohen Wachstumsraten. Die aus der Vermarktung von bestehenden Digital-Lifestyle-Produkten und -Services erwirtschafteten Umsatzerlöse leisten derzeit allerdings nur einen marginalen Beitrag zum gesamten Geschäftsvolumen der freenet Group.
Erklärtes Ziel der freenet Group ist es, ihre Marktposition als Digital-Lifestyle-Provider weiter zu festigen und in neuen Digital-Lifestyle-Marktsegmenten stärker als der Markt zu wachsen. Dabei kommt der Erschließung neuer innovativer Geschäftsfelder, nahe am Kerngeschäft der freenet Group, eine besondere Bedeutung zu. Mit der Beteiligung an der EXARING AG und der im Nachtragsbericht des Konzernlageberichts beschriebenen Akquisition der Media Broadcast Gruppe stellt die freenet Group neue Weichen für die Erreichung dieses Ziels. Beide Transaktionen stellen für das Unternehmen eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung zum Digital-Lifestyle-Provider in Deutschland dar. Die EXARING AG verfügt über eine eigene IPTV-Infrastruktur und -Plattform für innovative Lösungen rund um die Übertragung von Bewegtbildern im linearen und digitalen Fernsehen. Die Media Broadcast Gruppe ist der größte deutsche Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen und bietet vielfältige Distributionsplattformen aus einer Hand an. Im Bereich TV ist das Unternehmen vor allem in der terrestrischen Verbreitung („DVB-T“) aktiv; darüber hinaus bietet es hybride Mehrwertdienste, wie den Zugang zu Mediatheken, Entertainment- und Informationsdiensten oder zu zusätzlichen, als Web Stream verfügbaren TV-Kanälen an. Der Einstieg in das neue Geschäftsfeld des linearen und internetbasierten Fernsehens eröffnet der freenet Group die Möglichkeit, sich im Bereich Digital-Lifestyle weiter zu diversifizieren und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen zu erschließen.
Die Grundlage der erfolgreichen Geschäftsstrategie der freenet Group bildet weiterhin ein effizientes Vertriebsnetz, das konsequent ausgebaut wird. Dabei nutzt die Gesellschaft mit ihrer Mehrmarken-Strategie sowohl den stationären Handel als auch Online-Kanäle zur Vermarktung ihres Mobilfunk- und Digital-Lifestyle-Portfolios. Mit einem klaren Fokus auf Kundenservice wird das Unternehmen auch zukünftig auf die individuellen Bedürfnisse seiner Kunden eingehen und mit maßgeschneiderten Angeboten am Wachstum des Digital-Lifestyle-Markts partizipieren.
Der im Konzernlagebericht zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014 anhand der definierten Leistungsindikatoren prognostizierte Geschäftsausblick der freenet Group für das Geschäftsjahr 2015 hat sich als zutreffend erwiesen – die vom Vorstand prognostizierten Zielangaben wurden erfüllt bzw. leicht übertroffen.
Tabelle 17: Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren
| In Mio. EUR bzw. lt. Angabe | Prognose aus 2014 1 | Prognose aus 2015 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 2016 | Ist 2015 | Änderung zum Vorjahr in % |
2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzielle Leistungsindikatoren | |||||
| Konzernumsatz | stabil | leicht steigend | 3.117,9 | 2,5 | moderat steigend |
| Konzern-EBITDA | 370 | 375 | 370,2 | 1,3 | leicht über 400 |
| Free Cashflow2 | 280 | 285 | 284,5 | 6,7 | etwa 300 |
| Postpaid-ARPU (in Euro) | stabil | stabil | 21,4 | 0,0 | stabil |
| Nicht finanzieller Leistungsindikator | |||||
| Customer Ownership (in Mio.) | leicht steigend | leicht steigend | 9,30 | 4,2 | leicht steigend |
1 Gemäß Konzernlagebericht zum Konzernabschluss 2014.
2 Zur Definition des Free Cashflows siehe Abschnitt „Finanzielle Leistungsindikatoren“
Auf Basis der positiven Geschäftsergebnisse für 2015 und vor dem Hintergrund der Akquisition der Media Broadcast Gruppe und der Beteiligung an der EXARING AG, hat der Vorstand außerdem beschlossen, die im Konzernlagebericht zum Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2014 kommunizierte Prognose für das Geschäftsjahr 2016 anzupassen.
Die Gesellschaft strebt für das Geschäftsjahr 2016 nunmehr einen moderat steigenden Konzernumsatz (bisher: leicht steigend), ein EBITDA von leicht über 400 Millionen Euro (bisher: etwa 375 Millionen Euro) und einen Free Cashflow von etwa 300 Millionen Euro (bisher: etwa 285 Millionen Euro) an. Die Zielangaben für die Entwicklung der Leistungsindikatoren Postpaid-ARPU und Customer-Ownership im Geschäftsjahr 2016 bleiben unverändert: Die Gesellschaft rechnet weiterhin mit einer Stabilisierung des Postpaid-ARPUs auf dem Niveau von 2015 und einer leicht steigenden Kundenzahl im Customer-Ownership-Bereich gegenüber dem Geschäftsjahr 2015.
Dem allgemein konstatierten Rückgang der Endkundenpreise und dem damit einhergehenden Trend zu rückläufigen Postpaid-ARPUs im Mobilfunkmarkt versucht die Gesellschaft weiterhin mit ihrer strategischen Fokussierung auf den Erhalt und die Gewinnung werthaltiger Kundenbeziehungen entgegenzuwirken. Darüber hinaus trägt sie dem geänderten Nutzerverhalten hin zur vermehrt mobilen Datennutzung mit einer verstärkten Vermarktung von Datentarifen und aktuellen Endgeräten, wie Smartphones und Tablets Rechnung. Den im Mobilfunkmarkt allgemein sinkenden Teilnehmerzahlen begegnet die freenet AG mit diversen Vertriebsmaßnahmen in vergleichbarem Umfang, wie in 2015. Darüber hinaus rechnet die Gesellschaft mit der zunehmenden Erschließung neuer Erlösquellen durch die Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen für mobile Anwendungen im Bereich Digital-Lifestyle, unter anderem im neuen Geschäftsfeld TV. Weitere Aussagen zu der zukünftigen Entwicklung nicht steuerungsrelevanter Leistungsindikatoren sind im Wirtschaftsbericht dargestellt.
Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns
Der Vorstand der freenet AG geht weiter von einer positiven Gesamtentwicklung des Unternehmens aus. Im Kerngeschäftsfeld Mobilfunk hat sich die Fokussierung auf nachhaltige Kundenbeziehungen in den Bereichen Postpaid und No-frills (zusammen: Customer-Ownership) als erfolgreich erwiesen. Das Unternehmen wird diese grundlegende Ausrichtung auch in Zukunft weiterverfolgen um seine etablierte Marktposition im Mobilfunkmarkt abzusichern.
Mit der frühzeitigen strategischen Ausrichtung zum umfassenden Digital-Lifestyle-Provider hat sich die freenet Group darüber hinaus in neuen, schnell wachsenden Marktsegmenten rund um mobile Anwendungen und das “Internet der Dinge” positioniert. Mit der Vermarktung innovativer Digital-Lifestyle-Produkte und -Services wird das Unternehmen dieses vorhandene Wachstumspotenzial auch in Zukunft nutzen.
Die Sicherung und der Ausbau einer nachhaltigen Profitabilität und Cashflow-Stärke bilden die Grundlage für die strategische Geschäftsausrichtung der freenet AG. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Erweiterung des Produktportfolios und die organische und anorganische Erschließung neuer Geschäftssegmente unter engen Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben. Mit der Beteiligung an der EXARING AG und der Akquisition der Media Broadcast Gruppe hat die freenet AG Group in einem ersten Schritt in zwei vielversprechende TV-Geschäftsmodelle investiert. Das neue Geschäftsfeld rund um das lineare und internetbasierte Fernsehen eröffnet dem Unternehmen eine neue Dimension von Digital-Lifestyle auf dem Weg zum führenden Anbieter von Digital-Lifestyle-Produkten und -Services in Deutschland.
Büdelsdorf, den 03. März 2016
Der Vorstand
Christoph Vilanek
Joachim Preisig
Stephan Esch
Konzerngewinn- und Verlustrechnung
| In TEUR bzw. lt. Angabe | Anhang Textziffer | 1.1.2015 - 31.12.2015 | 1.1.2014 - 31.12.2014 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 4 | 3.117.892 | 3.040.585 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 5 | 51.268 | 64.527 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 6 | 11.470 | 13.338 |
| Materialaufwand | 7 | -2.327.475 | -2.262.528 |
| Personalaufwand | 8 | -195.235 | -199.677 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 9 | -71.403 | -64.413 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 10 | -287.913 | -290.911 |
| Betriebsergebnis | 298.604 | 300.921 | |
| Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17 | 171 | 273 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 11 | 418 | 1.715 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 12 | -44.502 | -42.276 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 254.691 | 260.633 | |
| Ertragsteuern | 13 | -33.231 | -12.470 |
| Konzernergebnis | 221.460 | 248.163 | |
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis | 220.969 | 247.465 | |
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis | 491 | 698 | |
| Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) | 14.1 | 1,73 | 1,93 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) | 14.2 | 1,73 | 1,93 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien in Tsd. Stück (unverwässert) | 128.011 | 128.011 | |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien in Tsd. Stück (verwässert) | 128.011 | 128.011 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| In TEUR | 1.1.2015 - 31.12.2015 | 1.1.2014 -31.12.2014 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 221.460 | 248.163 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten | -57 | -43 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 168 | 353 |
| Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern | -34 | -93 |
| Sonstiges Ergebnis / in künftigen Perioden in die GuV umzugliedern | 77 | 217 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus der Bilanzierung von Pensionsplänen gem. IAS 19 (2011) | 8.376 | -12.475 |
| Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern | -2.521 | 3.749 |
| Sonstiges Ergebnis / in künftigen Perioden nicht in die GuV umzugliedern | 5.855 | -8.726 |
| Sonstiges Ergebnis | 5.932 | -8.509 |
| Konzern-Gesamterfolg | 227.392 | 239.654 |
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzern-Gesamterfolg | 226.901 | 238.956 |
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Konzern-Gesamterfolg | 491 | 698 |
Konzernbilanz
Aktiva
| In TEUR | Anhang Textziffer | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|---|
| Langfristiges Vermögen | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 15,16 | 458.089 | 390.137 |
| Goodwill | 15,16 | 1.153.985 | 1.153.298 |
| Sachanlagen | 15,16 | 32.542 | 34.307 |
| Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen | 17 | 1.760 | 1.519 |
| Sonstige Finanzanlagen | 18 | 1.517 | 1.534 |
| Latente Ertragsteueransprüche | 19 | 177.337 | 199.853 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 21 | 79.438 | 79.581 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 21 | 12.045 | 11.950 |
| 1.916.713 | 1.872.179 | ||
| Kurzfristiges Vermögen | |||
| Vorräte | 20 | 79.468 | 79.996 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 23 | 3.058 | 1.826 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 21 | 436.009 | 408.482 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 21 | 18.910 | 23.879 |
| Flüssige Mittel | 22 | 269.761 | 111.944 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 24 | 101 | 0 |
| 807.307 | 626.127 | ||
| 2.724.020 | 2.498.306 | ||
| Passiva | |||
| in TEUR | Anhang Textziffer | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
| Eigenkapital | |||
| Grundkapital | 25.1 | 128.061 | 128.061 |
| Kapitalrücklage | 25.2 | 737.536 | 737.536 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | -15.363 | -21.295 | |
| Konzernbilanzergebnis | 25.3 | 474.577 | 445.625 |
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital | 1.324.811 | 1.289.927 | |
| Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | 54.224 | 3.693 | |
| 1.379.035 | 1.293.620 | ||
| Langfristige Schulden | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 27 | 0 | 540 |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 27 | 42.452 | 38.351 |
| Finanzschulden | 29 | 218.382 | 518.223 |
| Latente Ertragsteuerschulden | 19 | 6 | 123 |
| Pensionsrückstellungen | 30 | 51.191 | 59.346 |
| Andere Rückstellungen | 31 | 8.044 | 9.097 |
| 320.075 | 625.680 | ||
| Kurzfristige Schulden | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 27 | 443.718 | 369.931 |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 27 | 107.975 | 124.318 |
| Laufende Ertragsteuerschulden | 28 | 32.465 | 38.663 |
| Finanzschulden | 29 | 420.532 | 20.333 |
| Andere Rückstellungen | 31 | 20.220 | 25.761 |
| 1.024.910 | 579.006 | ||
| 2.724.020 | 2.498.306 |
Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals
| In TEUR | Grundkapital | Kapitalrücklage | Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Wertänderungs-rücklage | Währungsumrechnungs-differenzen | Bewertungsrücklage nach IAS 19 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 1.1.2014 | 128.061 | 737.536 | -69 | 0 | -12.717 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011) 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | -8.726 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | 0 | -30 | 0 | 0 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 0 | 0 | 247 | 0 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 0 | 0 | -30 | 247 | -8.726 |
| Stand 31.12.2014 | 128.061 | 737.536 | -99 | 247 | -21.443 |
| In TEUR | Konzernbilanzergebnis | Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital | Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2014 | 383.776 | 1.236.587 | 2.995 | 1.239.582 |
| Dividendenzahlung | -185.616 | -185.616 | 0 | -185.616 |
| Konzernergebnis | 247.465 | 247.465 | 698 | 248.163 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011) 1 | 0 | -8.726 | 0 | -8.726 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | -30 | 0 | -30 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 247 | 0 | 247 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 247.465 | 238.956 | 698 | 239.654 |
| Stand 31.12.2014 | 445.625 | 1.289.927 | 3.693 | 1.293.620 |
| In TEUR | Grundkapital | Kapitalrücklage | Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Wertänderungs-rücklage | Währungsumrechnungs-differenzen | Bewertungsrücklage nach IAS 19 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 1.1.2015 | 128.061 | 737.536 | -99 | 247 | -21.443 |
| Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011)1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 5.855 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | 0 | -40 | 0 | 0 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 0 | 0 | 117 | 0 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 0 | 0 | -40 | 117 | 5.855 |
| Stand 31.12.2015 | 128.061 | 737.536 | -139 | 364 | -15.588 |
| In TEUR | Konzernbilanzergebnis | Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital | Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2015 | 445.625 | 1.289.927 | 3.693 | 1.293.620 |
| Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen | 0 | 0 | 50.040 | 50.040 |
| Dividendenzahlung | -192.017 | -192.017 | 0 | -192.017 |
| Konzernergebnis | 220.969 | 220.969 | 491 | 221.460 |
| Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011)1 | 0 | 5.855 | 0 | 5.855 |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente1 | 0 | -40 | 0 | -40 |
| Fremdwährungsumrechnung1 | 0 | 117 | 0 | 117 |
| Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg | 220.969 | 226.901 | 491 | 227.392 |
| Stand 31.12.2015 | 474.577 | 1.324.811 | 54.224 | 1.379.035 |
1 Die Beträge werden mit den im sonstigen Ergebnis erfassten Ertragsteuern saldiert dargestellt.
Konzern-Kapitalflussrechnung
| In TEUR | Anhang Textziffer | 1.1.2015 - 31.12.2015 | 1.1.2014 - 31.12.2014 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) | 298.775 | 301.194 | |
| Anpassungen | |||
| Abschreibungen und Wertminderungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens | 9 | 71.403 | 64.413 |
| Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17 | -171 | -273 |
| Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens | -413 | -393 | |
| Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar | 20,21,27, | -10.316 | -29.047 |
| 30,31,33.1 | |||
| Sonstige zahlungsunwirksame Bestandteile | 0 | -1.000 | |
| Steuerzahlungen | 13,19 | -44.340 | -40.407 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 33.1 | 314.938 | 294.487 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | -31.384 | -28.768 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten | 981 | 832 | |
| und Sachanlagen | |||
| Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen | 36 | -2.775 | -44.587 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen | 100 | 640 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten | 24 | 3.349 | 0 |
| Einlagenrückgewähr von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 0 | 150 | |
| Auszahlungen in das Eigenkapital von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen | 17 | -70 | 0 |
| Zinseinnahmen | 1.345 | 1.347 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 33.2 | -28.454 | -70.386 |
| Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitengesellschafter | -192.017 | -185.616 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden | 99.400 | 0 | |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden | 29 | -1.256 | -315 |
| Zinszahlungen | -34.794 | -36.992 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 33.3 | -128.667 | -222.923 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 157.817 | 1.178 | |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 111.944 | 110.766 | |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 269.761 | 111.944 | |
| Herleitung des Finanzmittelfonds | 31.12.2015 | 31.12.2014 | |
| In TEUR | |||
| Bestand an flüssigen Mitteln | 269.761 | 111.944 | |
| 269.761 | 111.944 | ||
| Herleitung des Free Cashflows | 31.12.2015 | 31.12.2014 | |
| In TEUR | |||
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 314.938 | 294.487 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | -31.384 | -28.768 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 981 | 832 | |
| Free Cashflow (FCF) | 284.535 | 266.551 |
Anhang
1. Grundlegende Informationen
1.1. Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung
Die freenet AG („Gesellschaft“) als Mutterunternehmen des Konzerns („freenet“) hat ihren Sitz in Büdelsdorf, Deutschland. Die Gesellschaft wurde 2005 gegründet und ist beim Amtsgericht Kiel unter HRB 7306 eingetragen. Der Konzern erbringt Telekommunikationsdienstleistungen im Inland mit dem Schwerpunkt auf Mobilfunk/mobiles Internet sowie Digital Lifestyle.
Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2015 wurde in Übereinstimmung mit den IFRS des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2015 anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet.
Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Alle Beträge sind, entsprechend der jeweiligen Angabe, in Tausend Euro (TEUR) beziehungsweise Millionen Euro (Mio. EUR) dargestellt.
Dem Konzernabschluss wurde das Prinzip der historischen Anschaffungskosten – eingeschränkt durch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bestimmter finanzieller Vermögenswerte – zugrunde gelegt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs-und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Sie sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.
Der Konzernabschluss wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht.
Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, ab dem 1. Januar 2015 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:
| Standard/Interpretation | Anwendungspflicht | Übernahme durch EU-Kommission | Auswirkungen | |
|---|---|---|---|---|
| IFRIC 21 | Abgaben: Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben | 17.6.2014 | 13.6.2014 | Keine |
| IAS 19 | Änderungen an IAS 19, Leistungen an Arbeitnehmer | 1.7.2014 | 17.12.2014 | Keine materiellen Auswirkungen |
| Diverse | Annual Improvements Project 2010 bis 2012 – Verbesserungen der IFRS (IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 9, IFRS 13 und IAS 16, IAS 37, IAS 38, IAS 39) | 1.7.2014 | 17.12.2014 | Keine materiellen Auswirkungen |
| Diverse | Annual Improvements Project 2011 bis 2013 – Verbesserungen der IFRS (IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 und IAS 40) | 1.7.2014 | 18.12.2014 | Keine materiellen Auswirkungen |
Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, noch nicht im Geschäftsjahr 2015 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:
| Standard/Interpretation | Anwendungspflicht | Übernahme durch EU-Kommission | Auswirkungen | |
|---|---|---|---|---|
| Diverse | Annual Improvements Project 2012 bis 2014 – Verbesserungen der IFRS (IFRS 5, IFRS 7, IAS 19, IAS 34) | 1.1.2016 | 15.12.2015 | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 11 | Änderungen des IFRS 11: Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten | 1.1.2016 | 24.11.2015 | Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen |
| IAS 16 und IAS 38 | Änderung an IAS 16 und IAS 38: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden | 1.1.2016 | 2.12.2015 | Keine |
| IAS 16 und IAS 41 | Änderungen an IAS 16 und IAS 41: Produzierende Pflanzen | 1.1.2016 | 23.11.2015 | Keine |
| IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 | Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28: Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme | 1.1.2016 | Offen | Keine |
| IAS 27 | Änderung an IAS 27: Equity-Methode im separaten Abschluss | 1.1.2016 | 18.12.2015 | Keine |
| IAS 1 | Änderung an IAS 1: Disclosure-Initiative | 1.1.2016 | 18.12.2015 | Keine materiellen Auswirkungen |
| IAS 12 | Änderung an IAS 12: Ansatz aktiver latenter Steuern auf unrealisierte Verluste | 1.1.2017 | Offen | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 15 | Erlöse aus Verträgen mit Kunden (inkl. Änderung des Erstanwendungszeitpunktes) | 1.1.2018 | Offen | Materielle Auswirkungen; unterliegt einer Prüfung durch das Management |
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | 1.1.2018 | Offen | Keine materiellen Auswirkungen |
| IFRS 16 | Leasingverhältnisse | 1.1.2019 | Offen | Materielle Auswirkungen; unterliegt einer Prüfung durch das Management |
| IFRS 10 und IAS 28 | Änderungen an IFRS 10 und IAS 28: Veräußerung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. Einbringung in sein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen | Offen | Offen | Keine |
Der Konzern hat alle ab dem 1. Januar 2015 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungs-normen umgesetzt. Aus der Anwendung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss.
Am 13. Januar 2016 hat der IASB den Standard IFRS 16 (Leasingverhältnisse) veröffentlicht. Der IFRS 16 ersetzt den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung IAS 17 sowie die Interpretationen IFRIC 4 (Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält), SIC-15 (Mietleasingverhältnisse – Anreizvereinbarungen) und SIC-27 (Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen). Der Standard ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Die freiwillige vorzeitige Anwendung ist gestattet, jedoch nur wenn zu diesem Zeitpunkt auch IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) angewendet wird.
Die wesentlichen Neuerungen durch IFRS 16 betreffen die Bilanzierung beim Leasingnehmer. So hat beim Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse der Bilanzansatz von Vermögenswerten für die erlangten Nutzungsrechte und von Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfolgen. Eine Unterscheidung von Operating-Leasing und Finance-Leasing entfällt. Anwendungserleichterungen werden für Leasinggegenstände von niedrigerem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse eingeräumt. Die Regelungen für die Bilanzierung beim Leasinggeber bleiben weitgehend unverändert.
Durch die Einführung von IFRS 16 werden die Angaben im Anhang erweitert. Übergeordnete Zielsetzung ist es, dem Bilanzleser eine Beurteilung des Effekts bestehender Leasingvereinbarungen auf das Unternehmen zu ermöglichen.
Aufgrund wesentlicher Operating-Leasing-Verpflichtungen im freenet Konzern ergeben sich aus der Anwendung der neuen Regelungen zur Leasingbilanzierung materielle Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Am 28. Mai 2014 hat der IASB den Standard IFRS 15 veröffentlicht. IFRS 15 schafft ein einheitliches Regelwerk für alle Fragen der Erlöserfassung aus Verträgen mit Kunden. Die in IFRS 15 enthaltenen Vorgaben sind einheitlich für verschiedene Transaktionen und über alle Branchen hinweg anzuwenden und verbessern damit die weltweite Vergleichbarkeit der Angaben der Unternehmen zu ihren Umsatzerlösen. Ausgenommen sind lediglich solche Verträge, die in den Anwendungsbereich von IAS 17 (Leasingverhältnisse), IFRS 4 (Versicherungsverträge) und IFRS 9 (Finanzinstrumente) fallen. Der IFRS 15 ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen zur Erlöserfassung, mithin den IAS 11 (Fertigungsaufträge), den IAS 18 (Erlöse), den IFRIC 13 (Kundenbindungsprogramme), den IFRIC 15 (Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien), den IFRIC 18 (Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden) sowie den SIC-31 (Erträge – Tausch von Werbeleistungen). Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, wobei Anhang C einige Vereinfachungen für den Übergang auf IFRS 15 enthält.
Das neue Modell sieht ein fünfstufiges Schema vor. Danach sind zunächst der Kundenvertrag sowie die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Sodann ist das hierfür vereinbarte Entgelt zu ermitteln und den separaten Leistungsverpflichtungen zuzuschlüsseln. Am Ende ist für jede Leistungsverpflichtung Umsatz zu erfassen, sobald die vereinbarte Leistung erbracht bzw. dem Kunden die Verfügungsmacht daran übertragen wurde. Hierbei wird zwischen zeitpunktbezogenen Leistungen (z. B. Lieferung einer Mobilfunk-Hardware) und zeitraumbezogenen Leistungen (z. B. Angebot von Mobilfunkdiensten über 24 Monate) differenziert. Mit den Neuregelungen zur Ertragsrealisierung entspricht die Umsatzerfassung in vielen Fällen – insbesondere bei sogenannten Mehrkomponentenverträgen mit mehreren unterschiedlichen Vertragsleistungen – nicht mehr dem Rechnungsbetrag an den Kunden, so dass sich unter anderem Änderungen hinsichtlich der Höhe und des Zeitpunkts der Umsatzrealisierung sowie Umsatzanpassungen aufgrund von Vertrags-modifikationen ergeben können.
Als weitere wesentliche Folge des IFRS 15 ist die Verpflichtung zu nennen, Kundengewinnungskosten sowie Kundenbindungskosten zu aktivieren und fortan abzuschreiben.
Angelehnt an diese neue Bilanzierung werden auch erweiterte Anhangangaben erforderlich. Unter anderem werden Ausführungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der verschiedenen Arten von Leistungsverpflichtungen und den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen verlangt. Ausstehende Leistungsverpflichtungen sind hinsichtlich des diesen noch zuzuordnenden Transaktionspreises und des ausstehenden Erfüllungszeitraums zu erläutern.
Das mit dem IFRS 15 verbundene IT-Einführungsprojekt wurde im freenet Konzern Ende 2012 begonnen und befindet sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 bereits in einem fortgeschrittenen Zustand. So ist die Erarbeitung sowohl der diversen Fachkonzeptionen als auch der IT-Konzeptionen im Wesentlichen abgeschlossen. Das Projekt befindet sich derzeit inmitten der Umsetzungs- und Testphase. Die IT-Systemlandschaft des freenet Konzerns wird durch dieses Einführungsprojekt um neue Systeme erweitert, die beispielsweise der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten von Mobilfunk-Hardware und Mobilfunk-Tarifen, der Ermittlung der unterschiedlichen Kennzahlen für die geplante Anwendung der Portfolio-Methode innerhalb des IFRS 15, der Berechnung der Buchungssätze sowie der Kalkulation der Kundengewinnungskosten dienen.
Bei vielen unserer Postpaid-Endkunden erzielt der freenet Konzern gegenüber dem Endkunden sowohl Serviceumsätze aus Mobilfunk- oder Digital Lifestyle-Diensten und verkauft dem Kunden gleichzeitig das entsprechende Endgerät. In der Regel finden bei der Bepreisung dieser beiden Bestandteile, also Tarif und Endgerät, Quersubventionierungen statt. Unter dem IFRS 15 wird es hinsichtlich der sofort bei Verkauf anfallenden Hardware-Umsätze zu einem höheren Umsatzausweis, bezogen auf die monatlichen Tarif-Umsätze zu einem geringeren Umsatzausweis als heute kommen. Zudem wird für jeden Kundenvertrag über dessen gesamte Vertragslaufzeit grundsätzlich ein Umsatz in gleicher Höhe wie heute ausgewiesen. Es ändern sich nur die Realisationszeitpunkte: aus der Anwendung des neuen Standards ergibt sich für unser Postpaid-Geschäft eher eine frühere Umsatzrealisation als heute. In der Konzern-GuV werden durch die Verpflichtung zur Aktivierung und Abschreibung der Kundengewinnungskosten der Rohertrag sowie das EBITDA tendenziell steigen, auf der anderen Seite auch die Abschreibungen tendenziell zunehmen.
Der IASB veröffentlichte am 30. Juli 2015 den Standardentwurf ED/2015/6, Klarstellungen zu IFRS 15. Darin werden Vorschläge zur punktuellen Überarbeitung der Ausführungen und Beispiele zu den Bereichen der Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, der Klassifizierung als Prinzipal oder Agent, der Umsatzerlöse aus Lizenzen sowie der Erleichterungsvorschriften zur Erstanwendung gemacht sowie die Aufnahme weiterer Beispiele vorgeschlagen. Eine wesentliche Änderung der Fachkonzeption ergibt sich aus diesen Vorschlägen für unseren Konzern nicht.
1.2. Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen als Tochterunternehmen einbezogen, die vom Konzern beherrscht werden. Bezüglich einer vollständigen Liste aller in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf unsere Angaben gemäß § 315a HGB in Textziffer 37.
Gemäß IFRS 11 gibt es, je nach Ausgestaltung der sich aus der gemeinsamen Vereinbarung ergebenden Rechte und Verpflichtungen, zwei Formen von gemeinschaftlichen Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Die freenet AG hat ihre gemeinsamen Vereinbarungen untersucht und als Gemeinschaftsunternehmen identifiziert.
Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Beherrschung besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent.
Die Gesellschaften 01019 Telefondienste GmbH, 01024 Telefondienste GmbH, freenet.de GmbH, freenet Cityline GmbH, freenet Datenkommunikations GmbH, 01050.com GmbH, tellfon GmbH, 01083.com GmbH, new directions GmbH, freenet Direkt GmbH, mobilcom-debitel GmbH, MobilCom Multimedia GmbH, mobilcom-debitel Shop GmbH, Stanniol GmbH für IT & PR, Gravis – Computervertriebsgesellschaft mbH („GRAVIS“), MFE Energie GmbH, freenet digital GmbH, iLove GmbH, Quaid Media GmbH, Motility GmbH, klarmobil GmbH sowie callmobile GmbH werden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen.
1.3. Grundsätze der Konsolidierung
Die erstmalige Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss (Vollkonsolidierung) erfolgt mit Wirkung zu dem Tage, an dem die Möglichkeit zur Beherrschung des Tochterunternehmens auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Beherrschung endet. Die Gesellschaft beherrscht ein Unternehmen, wenn sie die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, sie schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Gesellschaft die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsgewalt der Höhe nach beeinflussen kann. Verfügungsgewalt geht regelmäßig mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 Prozent einher. Bei der Beurteilung, ob Verfügungsgewalt vorliegt, werden jedoch darüber hinaus die Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen und gegebenenfalls weitere Tatsachen und Umstände, die auf die Möglichkeit der Verfügungsgewalt hinweisen, berücksichtigt. Der Konzern prüft daher auch dann, ob Verfügungsgewalt vorliegt, wenn das Mutterunternehmen weniger als 50 Prozent der Stimmrechte hält, jedoch die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Unternehmens zu steuern. Die Verfügungsgewalt kann beispielsweise auch aufgrund von Stimmrechtsvereinbarungen oder erhöhten Minderheitsrechten vorliegen. Die freenet AG nimmt eine Neubeurteilung vor, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eines oder mehrere der Beherrschungskriterien geändert haben. Anderen Gesellschaftern zustehende Beträge werden getrennt ausgewiesen.
Der Kapitalkonsolidierung liegt die Erwerbsmethode zugrunde.
Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses ergeben sich als Summe der beizulegenden Zeitwerte für die entrichteten Vermögenswerte, der entstandenen beziehungsweise übernommenen Schulden und der gegebenenfalls zum Erwerbszwecke emittierten Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte und Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren.
Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens, die die Ansatzkriterien des IFRS 3.37 erfüllen, werden zu ihren beizulegenden Zeitwerten getrennt angesetzt, ungeachtet der Höhe eines jeden Minderheitenanteils. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.
Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen.
Bei Einräumung von Optionen zur Andienung von weiteren Anteilen seitens nicht beherrschender Anteilseigner an Konzernunternehmen richtet sich die Bilanzierung nach der Zuordnung von Chancen und Risiken aus diesen Anteilen. Gehen die Chancen und Risiken auf den freenet Konzern über, mindert sich das den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnende Eigenkapital am Konzern entsprechend. Es wird sodann ausschließlich eine finanzielle Verbindlichkeit in Bezug auf die Optionsverpflichtung angesetzt. Verbleiben die Chancen und Risiken bei dem nicht beherrschenden Anteilseigner, bleibt es beim Ansatz des den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnenden Eigenkapitals. In diesem Fall wird die finanzielle Verbindlichkeit die Optionsverpflichtung betreffend zu Lasten des den Aktionären der freenet AG zuzurechnenden Eigenkapitals erfasst. Die erstmalige Bewertung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zum Barwert des geschätzten Rückkaufbetrags im erwarteten Ausübungszeitpunkt und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode unter Berücksichtigung möglicher Änderungen des Rückkaufbetrags.
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung werden wie Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.
Als Goodwill ist der Vermögenswert zum Erwerbszeitpunkt anzusetzen, der sich im Zuge der Erstbewertung als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über die Anteile des Erwerbers am beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens ergibt. Ein Überschuss des Anteils an dem beizulegenden Nettozeitwert des erworbenen Unternehmens über die Anschaffungskosten wird sofort ertragswirksam vereinnahmt.
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, sodass die Wertansätze der Beteiligungen jährlich um die auf den freenet Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des jeweiligen Unternehmens erhöht beziehungsweise vermindert werden. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von assoziierten Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Goodwill aus dem Erwerb von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wird nicht gesondert ausgewiesen. Wenn der Anteil des Konzerns an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens dem Wert seiner Beteiligung an diesen Unternehmen entspricht oder diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verlustanteile. Nachdem der Beteiligungsansatz auf Null reduziert ist, werden zusätzliche Verluste nur in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, wie der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen eingegangen ist oder Zahlungen für das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen geleistet hat.
Wenn der Konzern die Beherrschung über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital ins Ergebnis umgegliedert wird.
Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den konsolidierten Unternehmen bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Entsprechendes gilt im Fall der Zwischenergebniseliminierung auch für Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Zur Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses wurden die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind grundsätzlich stetig zum Vorjahr angewandt worden. Zu den Änderungen verweisen wir auf die Textziffern 1.1, Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung sowie 2.18, Vergleichszahlen, dieses Anhangs.
2.1. Ertrags- und Aufwandsrealisierung
Der Konzern erbringt überwiegend Dienstleistungen über eine kurze Leistungsperiode. Die Erlöse werden nach vollständiger Leistungserbringung vereinnahmt, soweit ihr Betrag verlässlich bestimmt werden kann und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erwächst. Erbrachte, jedoch noch nicht abgerechnete Leistungen werden entsprechend im Konzernabschluss abgegrenzt. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug gewährter Skonti und anderer Preisnachlässe ausgewiesen. Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen beziehungsweise zu erhaltenden Gegenleistung.
Der überwiegende Teil der Umsatzerlöse des Konzerns wird gegenüber einer Vielzahl von Endkunden erzielt, die restlichen Umsatzerlöse entfallen auf Geschäftskunden.
Ergänzend weisen wir für die Umsatzrealisierung auf Folgendes hin (Zur Aufteilung auf Geschäftssegmente siehe Textziffer 3, Segmentberichterstattung):
Die Umsätze im Segment Mobilfunk werden durch das Angebot von Mobilfunkdiensten, einmalige Bereitstellungsentgelte sowie den Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör erzielt. Umsätze aus Mobilfunkdiensten (Sprachkommunikation sowie Datenübertragung) enthalten monatliche Leistungsentgelte, Entgelte für Sondermerkmale sowie Verbindungs- und Roaming-Entgelte. Die Entgelte aus Mobilfunkdiensten werden über den Zeitraum der Leistungserbringung als Umsatz ausgewiesen. Die Umsatzrealisierung aus dem Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör findet statt, wenn die Ware an den Kunden oder den Distributor geliefert wird.
Die Kundengewinnungskosten, die sich im Wesentlichen aus den Einstandskosten der Mobilfunkgeräte sowie den Händlerprovisionen zusammensetzen, werden in der Regel sofort bei Kundengewinnung aufwandswirksam erfasst. Bezüglich bestimmter Vermittlungsleistungen von Händlern, bei denen die Höhe der Händlerprovisionen vom zukünftigen Verbleib der gewonnenen Neukunden im Kundenbestand des Konzerns sowie von der Höhe der zukünftigen Umsätze des Konzerns mit den gewonnenen Neukunden abhängt, werden bei Kundengewinnung die bezogenen Leistungen nicht in voller Höhe, sondern teilweise aufwandswirksam erfasst. Die restliche Aufwandserfassung erfolgt jeweils über die Vertragslaufzeit jener Neukunden. Der bei Kundengewinnung sofort aufwandswirksam erfasste Anteil bemisst sich dabei nach dem Grad der Leistungserbringung durch den Händler zum Kundengewinnungszeitpunkt im Verhältnis zur gesamten Gegenleistung des Händlers über die Kundenlaufzeit.
Bestimmte Endkundenverträge im Segment Mobilfunk sind Mehrkomponentenverträge im Sinne des IAS 18.13. Bei Umsätzen aus Mehrkomponentenverträgen wird die „relative-fair-value-Methode“ angewandt. In Übereinstimmung mit IAS 8.10 ff. wendet der Konzern die US-GAAP-Leitlinie ASC 605-25 (ehemals EITF 00-21) an. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die verschiedenen Bewertungseinheiten aufgeteilt. Die Höhe des zu realisierenden Umsatzes für die bereits gelieferten Elemente ist auf die Höhe der Umsätze beschränkt, die nicht von zukünftig zu erbringenden Leistungen abhängig sind (so genannte „Cash Restriction“).
Provisionserlöse erhält der Konzern von den Betreibern der Mobilfunknetze insbesondere für neu gewonnene Kunden und Vertragsverlängerungen. Provisionserlöse für Neukunden werden verbucht, sobald ein Neukunde Netzzugang bei einem Netzanbieter erhält. Die Provisionsansprüche bemessen sich auf Basis von vertraglich festgelegten qualitativen und quantitativen Merkmalen, wie Anzahl der Neukunden pro Quartal oder durchschnittlicher Umsatz pro Kunde. Zusätzlich werden für einzelne Werbeaktionen Werbekostenzuschüsse (WKZ) von den Netzbetreibern gewährt und, soweit die Gewährung der Zuschüsse abhängig von der Aktivierung von Neukunden ist, in den Umsatzerlösen erfasst. Soweit Ansprüche über die Leistungsperiode hinaus bestehen, werden die Provisionserlöse entsprechend abgegrenzt.
2.2. Fremdkapitalkosten, Zinsaufwendungen und -erträge
Fremdkapitalkosten werden aktiviert, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt. Im Geschäftsjahr 2015 sind wie im Vorjahr keine aktivierungsfähigen Fremdkapitalkosten angefallen. Andere Fremdkapitalkosten werden in der Periode ihres Anfalls als Aufwand erfasst.
2.3. Immaterielle Vermögenswerte
Der Goodwill wird mindestens einmal jährlich sowie bei Anzeichen auf Wertminderungen auf Wertminderungsbedarf geprüft und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderung bewertet.
Dazu wird der Goodwill auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen ziehen. Zur konkreten Verteilung siehe Textziffer 15, Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill sowie Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.
Bei einem Markenrecht mit wesentlichem Restbuchwert handelt es sich um einen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer, der nicht planmäßig abgeschrieben, sondern einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderungsindikatoren auf Wertminderungsbedarf geprüft wird. Die unbestimmte Nutzungsdauer wurde gewählt, da kein stetiger Werteverzehr in Bezug auf diesen Vermögenswert erkennbar ist und auch in zeitlicher Hinsicht keine Begrenzung der Nutzungsdauer zu erwägen war.
Die weiteren Markenrechte weisen hingegen eine bestimmbare Laufzeit auf. Diese Markenrechte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von 36 bis 90 Monaten abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 beträgt die Restnutzungsdauer für diese Markenrechte zwischen 1 und 27 Monaten.
Lizenzen, Software und Nutzungsrechte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, in der Regel drei Jahre für Software und ein bis zehn Jahre für Lizenzen und Nutzungsrechte, abgeschrieben.
Kosten, die im Zusammenhang mit der Entwicklung oder Pflege von Software-Programmen entstehen, werden in der Regel im Jahr der Entstehung aufwandswirksam erfasst. Sind die Kosten eindeutig einem abgrenzbaren und von der Gesellschaft verwertbaren Software-Produkt zurechenbar und übersteigt insgesamt der voraussichtliche wirtschaftliche Nutzen die anfallenden Kosten, werden sie als immaterieller Vermögenswert in der Kategorie „Selbst erstellte Software“ aktiviert. Die Kosten der Entwicklung werden erst in dem Zeitpunkt aktiviert, in dem die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit nachgewiesen werden kann. Diese Kosten umfassen z.B. die Personalkosten des Software-Entwicklungsteams oder auch Aufwendungen für Dienstleistungen und Gebühren, die bei der Erzeugung des Vermögenswertes entstehen. Sie enthalten zudem einen angemessenen Teil der entsprechenden Gemeinkosten. Aktivierte Software-Entwicklungskosten werden nach der linearen Methode über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben.
Kundenbeziehungen werden planmäßig linear über eine Laufzeit von 36 bis 60 Monaten abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 beträgt die Restnutzungsdauer der bilanzierten Kundenbeziehungen zwischen 1 und 37 Monaten.
Vertriebsrechte werden über die voraussichtliche Dauer der zugrundeliegenden Verträge von 48 Monaten planmäßig linear abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 beträgt die Restnutzungsdauer der bilanzierten Vertriebsrechte 19 Monate.
2.4. Sachanlagen
Die Bewertung von Sachanlagen erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und ggf. Wertminderungen. Die dabei zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen der voraussichtlichen Nutzungszeit der Vermögenswerte im Unternehmen. Restwerte sind bei der Berechnung der Abschreibungen aufgrund von Unwesentlichkeit vernachlässigt worden.
Restbuchwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Vermögenswert | Nutzungsdauer |
|---|---|
| Gebäude | 25 bis 33 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 6 bis 8 Jahre |
| Kraftfahrzeuge | 3 bis 6 Jahre |
| EDV-Ausstattung | 3 Jahre |
| Telekommunikationsanlagen und -geräte | 2 bis 5 Jahre |
| Mietereinbauten | 3 bis 10 Jahre |
2.5. Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten
Eine Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten wird immer dann vorgenommen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert.
Ein Wertminderungstest ist dann durchzuführen, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände (Triggering Events) darauf hinweisen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Für den Goodwill sowie die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer gilt, dass deren Werthaltigkeit gemäß IAS 36 einmal jährlich zu prüfen ist.
Ist der Grund für eine Wertminderung entfallen, wird der Vermögenswert höchstens bis zum Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. Dies gilt nicht für den Goodwill, da hier keine Zuschreibungen möglich sind.
2.6. Leasingverhältnisse
2.6.1. Der Konzern als Leasingnehmer
Der Konzern entscheidet fallweise über die Frage, ob Gegenstände geleast oder gekauft werden. Grundsätzliche Regelungen im Bereich der Sachanlagen bestehen für Pkw (Operating-Leasing-Verträge) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (Kauf), ausgenommen EDV-Hardware und Telekommunikationsanlagen.
Leasingverhältnisse, die der Konzern als Leasingnehmer eingegangen ist, werden in Abhängigkeit von der Tatsache, ob im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen des Leasingobjektes übernommen wurden, entweder als Operating-Leasing oder als Finanzierungsleasing eingestuft. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasing geleistete Zahlungen (ggf. netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.
Unter Anwendung von IAS 17 werden bei Finanzierungsleasingverträgen die geleasten Gegenstände, die dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind, mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjekts und Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und über den kürzeren Zeitraum aus ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und der Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Entsprechend wird die Verbindlichkeit, die aus dem Leasingverhältnis entsteht, passiviert und um den Tilgungsanteil der bereits geleisteten Leasingraten gemindert. Der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird aufwandswirksam erfasst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 wurde kein Vertrag als Finanzierungsleasingvertrag eingestuft.
2.6.2. Der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen
Wenn das wirtschaftliche Eigentum an einem Vermögenswert auf den Vertragspartner beziehungsweise Kunden übergeht, weist der Konzern in Anwendung von IAS 17 eine Forderung gegen den Leasingnehmer aus. Der Ausweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitionswertes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Vereinnahmte Leasingraten werden in einen ertragswirksamen Zinsanteil und einen Tilgungsanteil aufgespalten. Die Zinsanteile werden als Finanzerträge auf der Basis einer periodengerechten Abgrenzung verteilt vereinnahmt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 bestehen wie im Vorjahr keine Verträge, bei denen der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen eingestuft wurde.
2.7. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Die Fortführung des Beteiligungsansatzes an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen erfolgt anhand eines Einzelabschlusses nach IFRS des betroffenen assoziierten Unternehmens bzw. Gemeinschaftsunternehmens, der nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns aufgestellt wurde. Zur Equity-Methode siehe Textziffer 1.3, Grundsätze der Konsolidierung.
2.8. Finanzinstrumente
2.8.1. Definition und Kategorisierung
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden für Zwecke der Bewertung grundsätzlich in die folgenden Kategorien unterteilt:
| • | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, |
| • | Kredite und Forderungen, |
| • | Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte, |
| • | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und |
| • | Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. |
Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz.
2.8.2. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Diese Kategorie enthält zwei Unterkategorien: Finanzielle Vermögenswerte, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten eingeordnet wurden, und solche, die von Beginn an als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ klassifiziert wurden. Ein finanzieller Vermögenswert wird dieser Kategorie zugeordnet, wenn er prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben oder der finanzielle Vermögenswert vom Management entsprechend designiert wurde. Derivate sind ebenfalls in dieser Kategorie enthalten.
Am Bilanzstichtag existieren keine erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte.
2.8.3. Kredite und Forderungen
Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt, ohne jegliche Absicht, die Forderungen zu handeln. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Kredite und Forderungen sind in der Bilanz in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie in den liquiden Mitteln enthalten.
Liquide Mittel bestehen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten – diese umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten.
Kredite und Forderungen enthalten auch erbrachte Leistungen, die noch nicht in Rechnung gestellt worden sind, für die gleichwohl ein vertraglicher Anspruch besteht.
2.8.4. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, bei denen das Konzernmanagement die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind – mit Ausnahme derjenigen, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden und die entsprechend als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen werden – unter den langfristigen Vermögenswerten auszuweisen.
Der Konzern stuft aktuell keine Finanzinstrumente in diese Kategorie ein.
2.8.5. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zuzuordnen sind oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.
Diese Kategorie enthält die Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Wertpapiere. Die am Bilanzstichtag vorhandenen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte sind in den sonstigen Finanzanlagen sowie den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.
2.8.6. Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden
Finanzielle Verbindlichkeiten gründen auf vertraglichen Vereinbarungen über die Zahlung von liquiden Mitteln oder die Erbringung anderer finanzieller Vermögenswerte an einen Dritten. Die Einbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt dann, wenn freenet Vertragspartei wird.
Die am Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Finanzschulden sowie den übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen.
2.8.7. Bewertung von Finanzinstrumenten
Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf beziehungsweise Verkauf des Vermögenswertes verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt.
Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach der erstmaligen Erfassung werden Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden nach ihrer erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.
Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die nicht realisierten Gewinne oder Verluste direkt im Sonstigen Ergebnis, in der Wertänderungsrücklage, erfasst werden. Dividenden auf zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente sind mit der Entstehung des Rechtsanspruches des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige Erträge zu erfassen.
Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Wertpapiere werden grundsätzlich mit ihren jeweiligen Anschaffungskosten bewertet, soweit eine verlässliche Ermittlung des Fair Values nicht möglich ist. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt; weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. In der Folgeperiode werden die finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen. Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt auf Basis zukünftiger Cashflows. Daher können auch derivative Finanzinstrumente als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Finanzschulden aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen.
2.8.8. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, wird ein signifikanter und andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten dieser Eigenkapitalinstrumente als Indikator dafür angesehen, dass die Eigenkapitalinstrumente wertgemindert sind. Wenn ein derartiger Hinweis für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte existiert, wird der kumulierte Verlust – gemessen als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme – aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Wertminderungsverluste von Eigenkapitalinstrumenten werden nicht rückgängig gemacht.
Nicht börsennotierte Aktien, die als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert wurden, stellen ein Beispiel für die im vorangegangenen Absatz beschriebenen Eigenkapitalinstrumente dar. Bei ihnen ist eine wesentliche oder anhaltende Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Wertpapiere unter ihre Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Wenn keine Marktpreise vorliegen, werden andere Bewertungsmethoden, wie z. B. DCF-Verfahren zur Ermittlung eines ggf. bestehenden Wertminderungsbedarfs, verwendet.
Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, sowie ein Vertragsbruch wie z. B. ein Ausfall oder Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen gelten als Indikator für das Vorhandensein einer Wertminderung.
Bei einigen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten, zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden Vermögenswerte, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, auf Portfoliobasis auf Wertminderungsbedarf überprüft. Objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen sind Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, ein Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbare Veränderungen des nationalen oder lokalen Wirtschaftsumfelds, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden.
Der Buchwert der Forderung wird durch die Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Sofern eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird sie gegen das Wertberichtigungskonto ausgebucht. Nachträgliche Zahlungseingänge auf vormals ausgebuchte Beträge werden erfolgswirksam gegen die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wertminderungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.
2.8.9. Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte
Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder es den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt. Für Details verweisen wir auf die Erläuterungen in Textziffer 34.6, Übertragung von finanziellen Vermögenswerten.
2.8.10. Saldierung von Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwendung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
2.9. Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt jeweils zum niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten einerseits und am Bilanzstichtag realisierbarem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte erzielbare Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten.
2.10. Fremdwährungsgeschäfte
Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die Berichtswährung der freenet AG darstellt.
Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionstag in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Geschäftsjahr 2015 haben Fremdwährungstransaktionen in einer zu vernachlässigenden Größenordnung stattgefunden.
Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in Euro umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochtergesellschaft ergebnisneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen.
2.11. Eigenkapital
Stammaktien, Kapitalrücklagen, Wertänderungsrücklagen, das Konzernbilanzergebnis sowie die Anteile anderer Gesellschafter werden als Eigenkapital ausgewiesen. Kosten von Kapitalerhöhungen werden nach Abzug der darauf entfallenden laufenden Steuern im Eigenkapital in der Kapitalrücklage erfasst.
2.12. Pensionsrückstellungen
Die Bilanzierung und Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach IAS 19. Die in der Bilanz angesetzte Pensionsrückstellung entspricht dem versicherungsmathematischen Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien berechnet. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Differenzen zwischen dem rechnerischen und tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Pensionszusagen unterliegen den Regelungen des Betriebsrentengesetzes. Soweit die Pensionspläne Rentenleistungen vorsehen, besteht das biometrische Risiko der Langlebigkeit. Weitere Risiken ergeben sich in Bezug auf Rentenanpassungsverpflichtungen aus der Inflationsentwicklung sowie bei gehaltsabhängigen Zusagen aus der Gehaltsentwicklung.
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung im Finanzergebnis.
Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne werden im Jahr des Anfalls ergebniswirksam erfasst.
2.13. Rückstellungen
Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und hinsichtlich ihrer Fälligkeit und/oder ihrer Höhe ungewiss sind, wenn es wahrscheinlich (more likely than not) ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Vermögensabfluss führt und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Die Bewertung erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Abzinsung für langfristige Verpflichtungen.
Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtungen gering ist.
Restrukturierungsrückstellungen umfassen im Wesentlichen Abfindungszahlungen an Mitarbeiter. Rückstellungen für drohende Verluste betreffen in erster Linie Leerstandskosten, negativmargige Tarife sowie Zahlungen für die vorzeitige Kündigung von Mietverhältnissen.
Die für Rückbauverpflichtungen von Mietereinbauten erwarteten Kosten sind nach IAS 16 in den Anschaffungskosten der Mietereinbauten enthalten. Daher wird für diese Verpflichtungen, soweit ein Vermögensabfluss wahrscheinlich ist, zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gemäß IAS 37 in Höhe des Barwerts eine Rückstellung gebildet. Bewertungsänderungen der bestehenden Rückstellung, also Änderungen des Erfüllungsbetrages und/oder des Diskontierungssatzes, werden mittels einer Anpassung des Buchwerts der Mietereinbauten (Obergrenze: erzielbarer Betrag; Untergrenze: Null) erfasst.
2.14. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
Im Konzern bestehen beziehungsweise bestanden im Geschäftsjahr 2015 als Mitarbeiterbeteiligungsprogramme zwei Long Term Incentive Programme („LTIP-Programme“) der freenet AG.
Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dieser Mitarbeiterbeteiligungs-programme dargestellt:
Für die Mitglieder des Vorstands war im Geschäftsjahr 2011 ein neues Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung, das so genannte „Programm 1“, aufgelegt worden. Am 26. Februar 2014 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die neue LTIP gewähren („Programm 2“).
In den LTIP-Programmen wird für jeden Vorstand ein LTIP-Konto geführt, auf dem jeweils pro Geschäftsjahr, abhängig von dem Erreichungsgrad bestimmter für dieses Geschäftsjahr definierter Ziele, eine Gutschrift oder Lastschrift in Form von virtuellen Aktien erfolgt. Pro Geschäftsjahr sind dann in einer festgelegten Zeitspanne, abhängig vom Kontostand des LTIP-Kontos, Barauszahlungen abzüglich Steuern und Abgaben möglich. Die Höhe dieser Auszahlungen ist unter anderem von dem zum Auszahlungszeitpunkt maßgeblichen Aktienkurs abhängig. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der virtuellen Aktien, die voraussichtlich unverfallbar werden. Für Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
2.15. Latente und laufende Ertragsteuern
Der Ansatz latenter Steuern erfolgt gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf alle temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung beziehungsweise der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.
Latente Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen werden in der Höhe angesetzt, für die latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigt die Höhe der latenten Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen diesen Wert, erfolgt der Ansatz nur in der Höhe, wie die Nutzung dieser latenten Steueransprüche durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Auch latente Steueransprüche auf existierende steuerliche Verlustvorträge werden nur in der Höhe aktiviert, wie deren Nutzung durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Die zukünftig erwarteten Gewinne basieren dabei auf der zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern.
Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.
Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der deutschen Steuervorschriften berechnet, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind.
2.16. Ermessensentscheidungen, zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungsunsicherheiten
Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss ist von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen abhängig. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen. Die nachstehend aufgeführten wesentlichen Schätzungen und zugehörigen Annahmen sowie die mit den gewählten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verbundenen Unsicherheiten sind entscheidend für das Verständnis der zugrunde liegenden Risiken der Finanzberichterstattung sowie der Auswirkungen, die diese Schätzungen, Annahmen und Unsicherheiten auf den Konzernabschluss haben könnten.
Die Bewertung von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten ist mit Schätzungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Erwerbszeitpunkt verbunden, wenn diese im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden. Ferner ist die erwartete Nutzungsdauer dieser Vermögenswerte zu schätzen.
Bezüglich der getroffenen zukunftsbezogenen Annahmen im Rahmen der Tests zu eventuellen Wertminderungen des Goodwills (Buchwert zum 31. Dezember 2015: 1.154,0 Millionen Euro, Vorjahr: 1.153,3 Millionen Euro) sowie der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Buchwert zum 31. Dezember 2015: 293,2 Millionen Euro, Vorjahr: 293,2 Millionen Euro) verweisen wir auf Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.
Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit (Cash Generating Unit, „CGU“) „Mobilfunk“ zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 248 Millionen Euro geringer beziehungsweise 295 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 565 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 672 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.
Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Online“ zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 8 Millionen Euro geringer beziehungsweise 9 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 19 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 22 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.
Zur Bildung angemessener Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögenswerte wurde eine Einschätzung der Werthaltigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte vorgenommen. Im Wesentlichen wurde diese Einschätzung anhand von Erfahrungswerten der Vergangenheit, der Altersstruktur und dem Status der Forderungen im Mahn- und Inkassoprozess vorgenommen.
Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Mehrkomponentenverträgen bezüglich des Angebots an Endkunden, höherwertige Mobilfunk-Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen (Handy-Option), wurden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser Forderungen Annahmen über den laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz zur Bestimmung des Barwerts der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus diesen Verträgen getroffen. Dabei berücksichtigt dieser Zinssatz sowohl die Fälligkeit als auch das Ausfallrisiko dieser Forderungen. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich dieses Zinssatzes ergibt, dass diese Forderungen bei einer Erhöhung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 1,0 Millionen Euro geringer, bei einer Verringerung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 1,0 Millionen Euro höher angesetzt worden wären.
Hinsichtlich der Abgrenzung für bezogene Leistungen aus Vertriebsprovisionen für die verschiedenen Produkte des Konzerns wird durch Schätzungen anhand von Vergangenheitserfahrungen berücksichtigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die endgültige und nicht mehr stornierbare Verprovisionierung zustande kommt.
Für bestimmte Vermittlungsleistungen von Händlern, bei denen die Höhe der Händlerprovisionen vom zukünftigen Verbleib der gewonnenen Neukunden im Kundenbestand des Konzerns sowie von der Höhe der zukünftigen Umsätze des Konzerns mit den gewonnenen Neukunden abhängt, werden bei Kundengewinnung die bezogenen Leistungen nicht in voller Höhe, sondern teilweise aufwandswirksam erfasst. Die restliche Aufwandserfassung erfolgt jeweils über die Vertragslaufzeit jener Neukunden. Der bei Kundengewinnung sofort aufwandswirksam erfasste Anteil bemisst sich dabei nach dem Grad der Leistungserbringung durch den Händler zum Kundengewinnungszeitpunkt im Verhältnis zur gesamten Gegenleistung des Händlers über die Kundenlaufzeit. Für diese Bilanzierung sind im Wesentlichen der zukünftige durchschnittliche Umsatz des Konzerns mit den von diesem Händler gewonnenen Endkunden sowie anhand von Aufwandsabschätzungen der Wert desjenigen Teils der Gegenleistung des Händlers einzuschätzen, der erst über die Laufzeit der von ihm gewonnenen Kunden erbracht wird.
Der Ansatz und die Ermittlung von Rückstellungen sind abhängig von Schätzungen. Insbesondere Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten werden anhand der Einschätzung der die Konzerngesellschaften vertretenden Rechtsanwälte gebildet.
Bei der Bildung der Drohverlustrückstellung für den Leerstand von gemieteten Shops und Bürogebäuden wurden Annahmen bezüglich einer zukünftigen möglichen Untervermietung dieser Flächen getroffen. Hinsichtlich der Bewertung der Drohverlustrückstellung für den Netzabbau im Bereich Festnetz/Internet wurde im Wesentlichen eine Annahme bezüglich der Restlaufzeiten bestimmter Mietverträge und damit über die Höhe der zukünftigen Verluste in diesem Bereich getroffen. Bezüglich der Bildung von Drohverlustrückstellungen für erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen wurden in erster Linie Annahmen zur künftigen Verweildauer von Kunden in diesen Tarifen gebildet.
Zu den Annahmen und Schätzungen, die in das Bewertungsmodell zur Ermittlung der Rückstellung für das LTIP-Programm zum 31. Dezember 2015 Eingang fanden, verweisen wir auf Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Zu den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wird unter Textziffer 30 beschrieben, welche zukunftsbezogenen Annahmen hinsichtlich der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemacht wurden. Es handelt sich hier um den Ansatz eines Rechnungszinses, des Rententrends, um die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des pensionsfähigen Einkommens der Anspruchsberechtigten sowie um die Abschätzung deren Lebenserwartung. Ergebnis einer Sensitivitätsbetrachtung ist, dass bei einem Anstieg des Rechnungszinses um 1,0 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 10.032 Tausend Euro geringer, bei einer Verringerung des Rechnungszinses um 1,0 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 13.316 Tausend Euro höher angesetzt würde. Zu weiteren Sensitivitätsbetrachtungen bezüglich der Pensionsverpflichtungen verweisen wir auf Textziffer 30, Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen des Konzernanhangs.
Es existieren Geschäftsvorfälle, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Der Konzern bemisst die Höhe der Rückstellungen für erwartete Steuerprüfungen auf Basis von Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Ertragsteuern fällig werden. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die laufenden und die latenten Ertragsteuern haben.
Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge basieren auf einer Unternehmensplanung für die jeweils kommenden vier Geschäftsjahre, in die zukunftsbezogene Annahmen, zum Beispiel bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Entwicklung des Telekommunikationsmarktes, Eingang gefunden haben. Zur Höhe der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Höhe der Verlustvorträge, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, verweisen wir auf Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich der latenten Ertragsteueransprüche ergibt, dass die latenten Ertragsteueransprüche bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des Gewerbeertrags beziehungsweise des körperschaftsteuerlichen Einkommens um jeweils 10 Prozent im maßgeblichen Planungszeitraum um circa 20,2 Millionen Euro höher beziehungsweise um circa 20,2 Millionen Euro geringer ausfallen würden.
2.17. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, die gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, wenn ihr Buchwert generell eher durch einen Verkauf als durch die weitere Nutzung realisiert wird. Im Zeitpunkt der Umklassifizierung in die aufgegebenen Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte wird die planmäßige Abschreibung der entsprechenden Vermögenswerte eingestellt.
Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte oder die zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe werden zurück in „weitergeführte Geschäftsbereiche“ gegliedert, wenn die Kriterien des IFRS 5 nicht mehr erfüllt werden. Die Vermögenswerte oder die Vermögensgruppe werden zu dem niedrigeren Wert aus dem Buchwert bereinigt um planmäßige Abschreibungen oder Neubewertungen, die vorgenommen worden wären, wenn die Vermögenswerte oder -gruppen nicht als „aufgegebene Geschäftsbereiche“ klassifiziert worden wären und dem erzielbaren Wert zum Rückgliederungszeitpunkt angesetzt. Die Anpassungen zur Neubewertung der Vermögensgruppe werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der weitergeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen.
2.18. Vergleichszahlen
Der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem Vorjahr durch den Erwerb der EXARING AG, München (im Folgenden gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Synergy Networks GmbH, Leipzig, als „EXARING“ bezeichnet; Erstkonsolidierung ab dem 31. Dezember 2015) geändert. Die Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2015 zu beizulegenden Zeitwerten haben wir unter Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, beschrieben. Die Vergleichbarkeit mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 ist im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darüber hinaus nicht wesentlich beeinträchtigt.
3. Segmentberichterstattung
Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Steuerung von Konzernbereichen abzugrenzen, deren Betriebsergebnisse regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft werden.
Der Vorstand organisiert und steuert das Unternehmen als Hauptentscheidungsträger auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den einzelnen angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Da der Konzern seine Geschäftstätigkeit nahezu ausschließlich in Deutschland ausübt, erfolgt keine Organisation und Steuerung nach geografischen Bereichen. Der Konzern war im Geschäftsjahr 2015 in den folgenden Geschäftssegmenten tätig:
| • | Mobilfunk: |
| • | Tätigkeiten als Mobilfunk-Service-Provider – Vermarktung von Mobilfunkdienstleistungen (Sprach- und Datendiensten) der Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone und Telefónica Deutschland in Deutschland |
| • | auf der Grundlage der mit diesen Netzbetreibern geschlossenen Netzbetreiberverträge sowohl Angebot eigener netzunabhängiger Dienste und Tarife als auch Angebot der Tarife der Netzbetreiber |
| • | Vertrieb/Verkauf von Mobilfunk-Endgeräten sowie zusätzlicher Dienste in den Bereichen von mobiler Datenkommunikation sowie Digital Lifestyle |
| • | Erbringung von Vertriebsdienstleistungen |
| • | Sonstige/Holding: |
| • | Erbringung von Portal-Dienstleistungen wie E-Commerce/Advertising-Leistungen (diese beinhalten im Wesentlichen das Angebot des Online-Shoppings und die Vermarktung von Werbeflächen auf Internetseiten), von Bezahldiensten für Endkunden sowie Angebot verschiedener digitaler Produkte und Unterhaltungsformate zum Download bzw. zur Anzeige und Nutzung auf mobilen Endgeräten |
| • | Entwicklung von Kommunikationslösungen, EDV-Dienstleistungen und sonstigen Leistungen für Geschäftskunden |
| • | Angebot schmalbandiger Sprachdienste (Call-by-Call, Preselection) und Datendienste |
| • | Erbringung von Vertriebsdienstleistungen |
Im Segment „Sonstige/Holding“ sind neben den vorstehend genannten operativen Tätigkeiten auch übrige Geschäftsaktivitäten zusammengefasst. Hierzu zählt im Wesentlichen die Holding-Tätigkeit der freenet AG (mit der Erbringung von innerkonzernlichen Dienstleistungen in Zentralbereichen wie zum Beispiel Recht, Personal und Finanzen). Die für das Segment „Sonstige/Holding“ für 2015 berichteten Segmentumsatzerlöse in Höhe von 87,2 Millionen Euro (Vorjahr: 81,2 Millionen Euro) betreffen zu 81,2 Millionen Euro (Vorjahr: 76,7 Millionen Euro) die operativen Geschäftstätigkeiten und zu 6,0 Millionen Euro (Vorjahr: 4,5 Millionen Euro) die übrigen Geschäftsaktivitäten. Der für das Segment „Sonstige/Holding“ in 2015 ausgewiesene Rohertrag von 54,6 Millionen Euro (Vorjahr: 55,8 Millionen Euro) entfällt zu 55,5 Millionen Euro (Vorjahr: 56,6 Millionen Euro) auf die operativen Tätigkeiten sowie zu -0,9 Millionen Euro (Vorjahr: -0,8 Millionen Euro) auf die übrigen Geschäftsaktivitäten. Das für das Segment „Sonstige/Holding“ in 2015 ausgewiesene EBITDA von -12,6 Millionen Euro (Vorjahr: -12,9 Millionen Euro) wurde zu 11,2 Millionen Euro (Vorjahr: 9,3 Millionen Euro) mit den operativen Tätigkeiten sowie zu -23,8 Millionen Euro (Vorjahr: -22,2 Millionen Euro) mit den übrigen Geschäftsaktivitäten erzielt. Das für das Segment „Sonstige/Holding“ für 2015 berichtete EBIT in Höhe von -24,0 Millionen Euro (Vorjahr: -23,3 Millionen Euro) betrifft zu 0,5 Millionen Euro (Vorjahr: -0,4 Millionen Euro) die operativen Geschäftstätigkeiten sowie zu -24,5 Millionen Euro (Vorjahr: -22,9 Millionen Euro) die übrigen Geschäftsaktivitäten.
Die beiden Segmente erbringen beziehungsweise erbrachten jeweils auch Dienstleistungen an das jeweilige andere Geschäftssegment. Diese Dienstleistungen wurden jeweils zu marktüblichen Transaktionspreisen abgerechnet.
Aufwendungen und Erträge werden den Segmenten aufgrund ausgewählter Kriterien entsprechend der wirtschaftlichen Zugehörigkeit zugeordnet. Ansatz und Bewertung der zugeordneten Aufwendungen und Erträge erfolgen für Zwecke der Segmentberichterstattung wie im Vorjahr nicht abweichend von den Ansätzen und Bewertungen der Konzernbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns.
Eine Untergliederung der Umsatzerlöse mit Dritten nach einzelnen Produkten oder Dienstleistungen ist in Textziffer 4, Umsatzerlöse, dargestellt. Eine darüberhinausgehende Untergliederung nach einzelnen Produkten oder Dienstleistungen ist nicht verfügbar.
Der freenet Konzern führt Massengeschäft durch, das sich vorwiegend auf Privatkunden konzentriert. Insofern besteht keine Abhängigkeit von einzelnen Kunden.
Segmentbericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015
| In TEUR | Mobilfunk | Sonstige/Holding | Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten | 3.051.499 | 66.393 | 0 | 3.117.892 |
| Intersegmenterlöse | 9.695 | 20.768 | -30.463 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 3.061.194 | 87.161 | -30.463 | 3.117.892 |
| Materialaufwand gegenüber Dritten | -2.303.816 | -23.659 | 0 | -2.327.475 |
| Intersegmentärer Materialaufwand | -14.535 | -8.942 | 23.477 | 0 |
| Materialaufwand gesamt | -2.318.351 | -32.601 | 23.477 | -2.327.475 |
| Segment-Rohertrag | 742.843 | 54.560 | -6.986 | 790.417 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 50.800 | 6.452 | -5.984 | 51.268 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 9.180 | 2.290 | 0 | 11.470 |
| Personalaufwand | -154.951 | -40.284 | 0 | -195.235 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -265.111 | -35.772 | 12.970 | -287.913 |
| Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen | 0 | 171 | 0 | 171 |
| Segment-EBITDA | 382.761 | -12.583 | 0 | 370.178 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | -60.000 | -11.403 | 0 | -71.403 |
| Segment-EBIT | 322.761 | -23.986 | 0 | 298.775 |
| Konzernfinanzergebnis | -44.084 | |||
| Ertragsteuern | -33.231 | |||
| Konzernergebnis | 221.460 | |||
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis | 220.969 | |||
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis | 491 | |||
| Zahlungswirksame Investitionen | 27.177 | 4.207 | 31.384 |
Segmentbericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014
| In TEUR | Mobilfunk | Sonstige/Holding | Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten | 2.981.084 | 59.501 | 0 | 3.040.585 |
| Intersegmenterlöse | 7.576 | 21.687 | -29.263 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.988.660 | 81.188 | -29.263 | 3.040.585 |
| Materialaufwand gegenüber Dritten | -2.243.818 | -18.710 | 0 | -2.262.528 |
| Intersegmentärer Materialaufwand | -13.088 | -6.709 | 19.797 | 0 |
| Materialaufwand gesamt | -2.256.906 | -25.419 | 19.797 | -2.262.528 |
| Segment-Rohertrag | 731.754 | 55.769 | -9.466 | 778.057 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 58.744 | 10.186 | -4.403 | 64.527 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 9.928 | 3.410 | 0 | 13.338 |
| Personalaufwand | -150.635 | -49.042 | 0 | -199.677 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -271.250 | -33.530 | 13.869 | -290.911 |
| Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen | 0 | 273 | 0 | 273 |
| Segment-EBITDA | 378.541 | -12.934 | 0 | 365.607 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | -54.009 | -10.404 | 0 | -64.413 |
| Segment-EBIT | 324.532 | -23.338 | 0 | 301.194 |
| Konzernfinanzergebnis | -40.561 | |||
| Ertragsteuern | -12.470 | |||
| Konzernergebnis | 248.163 | |||
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis | 247.465 | |||
| Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis | 698 | |||
| Zahlungswirksame Investitionen | 23.701 | 5.067 | 28.768 |
4. Umsatzerlöse
Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse in Höhe von 3.118 Millionen Euro (Vorjahr: 3.041 Millionen Euro) auf die Segmente ist unter Textziffer 3, Segmentberichterstattung, ersichtlich.
Von den externen Umsätzen des Segments Mobilfunk betreffen im Wesentlichen 1.752 Millionen Euro (Vorjahr: 1.729 Millionen Euro) Nutzungsentgelte und Gebühren, 616 Millionen Euro (Vorjahr: 596 Millionen Euro) Entgelte für Prämien und Provisionen sowie 634 Millionen Euro (Vorjahr: 615 Millionen Euro) Erlöse aus dem Verkauf von Mobilfunkgeräten, Computern/EDV-Produkten und Zubehör.
5. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten größtenteils Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren, Erträge aus der Weiterberechnung von Aufwendungen, Werbekostenzuschüsse (soweit nicht von der Aktivierung von Neukunden abhängig) und Erträge aus der Berechnung von Sachbezügen an Mitarbeiter aus der Überlassung von Firmen-Pkw.
6. Andere aktivierte Eigenleistungen
Die anderen aktivierten Eigenleistungen betreffen im Wesentlichen die Entwicklung von Software im Mobilfunk-Bereich. Diese sind nahezu ausschließlich durch strategische Projekte begründet.
Die aktivierten Kosten umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten, die im Wesentlichen Berater- und Personalkosten betreffen, sowie die direkt zurechenbaren Gemeinkosten.
7. Materialaufwand
Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für bezogene Waren | 659.937 | 671.548 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 1.667.538 | 1.590.980 |
| Gesamt | 2.327.475 | 2.262.528 |
Die Aufwendungen für bezogene Waren bestehen im Wesentlichen aus den Einstandswerten veräußerter Mobiltelefone, Computer/EDV-Produkte und Bundles aus dem Prepaid-Geschäft.
Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich überwiegend um Gebühren für Mobilfunk-Telefonie, Provisionen und Prämien an Vertriebspartner.
8. Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 165.860 | 168.082 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | 29.375 | 31.595 |
| Gesamt | 195.235 | 199.677 |
Im Konzern waren im Geschäftsjahr 2015 durchschnittlich4.560 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 4.908). Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte der Konzern 4.367 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.826 Mitarbeiter). Darunter befanden sich zum 31. Dezember 2015 27 (Vorjahr: 33) leitende Angestellte sowie 306 (Vorjahr: 323) Auszubildende bzw. Berufsakademie-Studenten.
Aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen des Konzerns resultierte ein Personalaufwand gemäß IFRS 2 in Höhe von 2.157 Tausend Euro (Vorjahr: 3.313 Tausend Euro).
Zur Erläuterung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den Textziffern 2.14 und 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Der Personalaufwand enthält auch Aufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 1.122 Tausend Euro (Vorjahr: 2.749 Tausend Euro), vgl. hierzu auch Textziffer 30, Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen.
Im Personalaufwand sind als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mit 13.514 Tausend Euro (Vorjahr 14.002 Tausend Euro) enthalten.
9. Abschreibungen und Wertminderungen
Die Zusammensetzung der Abschreibungen ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 60.480 | 52.641 |
| Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte | 0 | 368 |
| Abschreibungen auf Sachanlagevermögen | 10.743 | 11.404 |
| Wertminderungen auf Sachanlagevermögen | 180 | 0 |
| Gesamt | 71.403 | 64.413 |
Der Anstieg der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte ist in erster Linie auf in 2015 erworbene Nutzungsrechte zurückzuführen.
Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte im Vorjahr betrafen eine nicht mehr genutzte Software.
Die Wertminderungen auf Sachanlagevermögen betreffen nicht mehr genutzte Mietereinbauten in Stores.
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Marketingkosten (96.671 Tausend Euro in 2015 gegenüber 93.591 Tausend Euro in 2014), Rechts-/Beratungskosten, Verwaltungskosten (z. B. Mieten und Nebenkosten der Shops und Verwaltungsgebäude), Aufwendungen für Wertberichtigungen und den Ausfall von Forderungen, Aufwendungen für Billing, Outsourcing sowie für Porto.
Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für die Wertberichtigung sowie den Ausfall von Forderungen von insgesamt 44.396 Tausend Euro (Vorjahr: 37.748 Tausend Euro) an. Diese Aufwendungen entfallen nahezu ausschließlich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen wurden 33.324 Tausend Euro (Vorjahr: 35.271 Tausend Euro) aufwandswirksam erfasst.
11. Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinsen und ähnlichen Erträge bestehen aus folgenden Positionen:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Zinsen von Kreditinstituten und aus Inkasso sowie ähnliche Erträge | 393 | 1.224 |
| Zinsertrag aus Steuererstattungen | 25 | 491 |
| Gesamt | 418 | 1.715 |
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Zinsen an Kreditinstitute und ähnliche Aufwendungen | 35.063 | 35.091 |
| Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Passiva | 6.790 | 4.405 |
| Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen | 1.106 | 1.309 |
| Zinsaufwand aus Steuernachzahlungen und ähnliche Aufwendungen | 719 | 818 |
| Übrige | 824 | 653 |
| Gesamt | 44.502 | 42.276 |
Der Zinsaufwand für 2015 aus der Aufzinsung von Passiva entfällt zu 6.695 Tausend Euro (Vorjahr 4.255 Tausend Euro) auf die Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrigen Verbindlichkeiten und laufenden Ertragsteuerschulden sowie zu 95 Tausend Euro (Vorjahr: 150 Tausend Euro) auf die Aufzinsung anderer Rückstellungen.
13. Ertragsteuern
Als Ertragsteuern sind gezahlte oder geschuldete Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern ausgewiesen.
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand des Geschäftsjahres | -35.173 | -33.305 |
| Steuerertrag aus Vorjahren | 8 | 4.018 |
| Latenter Steuerertrag infolge der Zuschreibung auf latente Ertragsteueransprüche | 3.840 | 12.165 |
| Latenter Steueraufwand (Vorjahr: Steuerertrag) bezüglich temporärer Unterschiede | -2.270 | 3.181 |
| Latenter Steuerertrag aus Steuersatzänderungen | 364 | 1.471 |
| Gesamt | -33.231 | -12.470 |
Zusätzliche Angaben zu latenten Steuern sind unter Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden, enthalten.
Die Anwendung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes der Konzernunternehmen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern würde zu einem erwarteten Steueraufwand von 76,7 Millionen Euro (Vorjahr: 78,3 Millionen Euro) führen. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem tatsächlichen Steueraufwand von 33,2 Millionen Euro (Vorjahr: 12,5 Millionen Euro) ist aus der folgenden Überleitungsrechnung ersichtlich:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 254.691 | 260.633 |
| Erwarteter Steueraufwand bei Anwendung des Steuersatzes von 30,10 % (Vj.: 30,05 %) | -76.662 | -78.320 |
| Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern und nicht angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge | 54.960 | 61.707 |
| Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen und steuerfreien Erträge | -11.901 | -1.346 |
| Effekte aus Steuersatzänderungen | 364 | 1.471 |
| Steuerertrag aus Vorjahren | 8 | 4.018 |
| Tatsächlicher Steueraufwand | -33.231 | -12.470 |
| Effektiver Steuersatz in % | 13,05 | 4,78 |
Bei den Konzerngesellschaften wurde im Geschäftsjahr 2015 für die Berechnung der laufenden und latenten Ertragsteuern ein Körperschaftssteuersatz von 15,0 Prozent (Vorjahr: 15,0 Prozent) verwendet. Weiterhin wurde ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer sowie ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 407,48 Prozent (Vorjahr: 406,88 Prozent) zugrunde gelegt. Die latenten Steuern wurden im Geschäftsjahr 2015 mit einem Durchschnittssteuersatz von 30,10 Prozent (Vorjahr: 30,05 Prozent) errechnet. Diese Erhöhung des Durchschnittssteuersatzes um 0,05 Prozentpunkte ist auf die vorstehend genannte Erhöhung des durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatzes zurückzuführen.
14. Ergebnis je Aktie
14.1. Unverwässertes Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseigern zustehenden Ergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien während des Geschäftsjahres. In Zukunft besteht die Möglichkeit einer Verminderung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie aufgrund der möglichen Inanspruchnahme bedingten Kapitals. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 25.5, Bedingtes Kapital.
| 2015 | 2014 | |
|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in TEUR | 220.969 | 247.465 |
| Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück | 128.011.016 | 128.011.016 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) | 1,73 | 1,93 |
14.2. Verwässertes Ergebnis je Aktie
Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseignern zustehenden Ergebnisses durch den um potenziell verwässernde Aktien erhöhten gewichteten durchschnittlichen Bestand im Umlauf befindlicher Aktien.
Es gibt zum 31. Dezember 2015 keine Verwässerungseffekte, beziehungsweise keine potentiellen Verwässerungseffekte.
| 2015 | 2014 | |
|---|---|---|
| Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in TEUR | 220.969 | 247.465 |
| Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück | 128.011.016 | 128.011.016 |
| Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien zzgl. potenzieller Verwässerungsaktien in Stück | 128.011.016 | 128.011.016 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) | 1,73 | 1,93 |
15. Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill
Die Entwicklung der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte ist im Anlagenspiegel dargestellt.
Der wesentliche Buchwert der immateriellen Vermögenswerte entfällt auf Markenrechte aus der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der debitel-Gruppe im Geschäftsjahr 2008.
Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte aus Kaufpreisallokationen dar:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Markenrechte | 296.641 | 302.886 |
| Nutzungsrechte | 72.296 | 0 |
| Kundenbeziehungen | 8.219 | 13.015 |
| Software | 5.555 | 7.382 |
| Gesamt | 382.711 | 323.283 |
Neben den immateriellen Vermögenswerten aus den diversen Kaufpreisallokationen werden zum 31. Dezember 2015 weitere immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 75,4 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 66,9 Millionen Euro) ausgewiesen, darunter Vertriebsrechte in Höhe von 46,3 Millionen Euro (Vorjahr: 39,5 Millionen Euro).
Aus der in 2013 erfolgten Neuaktivierung und einer in 2015 durchgeführten Verlängerung des exklusiven Vertriebsrechts mit der Media Saturn Deutschland GmbH resultiert zum 31. Dezember 2015 noch ein Buchwert von 38,6 Millionen Euro.
Zum 31. Dezember 2015 sind keine wertgeminderten immateriellen Vermögenswerte vorhanden.
Die Zusammensetzung der Cash Generating Units (CGU) wurde im vorliegenden Konzernabschluss der internen Unternehmenssteuerung angepasst. Die CGU freenet digital (entfallender Buchwert des Goodwills zum 31. Dezember 2015: 29.162 Tausend Euro) und die CGU Portal (entfallender Buchwert des Goodwills zum 31. Dezember 2015: 588 Tausend Euro) wurden im ersten Quartal 2015 zur CGU Online zusammengelegt, da eine Reorganisation der Bereiche erfolgte. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurde der Vorjahreswert angepasst.
Die Aufteilung des bilanzierten Goodwills auf CGU geht aus der folgenden Übersicht hervor:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 angepasst |
|---|---|---|
| Mobilfunk | 1.119.396 | 1.119.396 |
| Online | 29.750 | 29.750 |
| TV | 687 | 0 |
| Übrige | 4.152 | 4.152 |
| Gesamt | 1.153.985 | 1.153.298 |
Aus der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der EXARING resultiert ein Goodwill in Höhe von 687 Tausend Euro, welcher unter der neuen CGU „TV“ ausgewiesen wird. Wir verweisen hierzu auch auf die Ausführungen in Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, dieses Konzernanhangs.
Die CGU „TV“ sowie die unter „Übrige“ zusammengefassten CGU sind dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr durch Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belastet.
16. Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten
Zum Test auf Wertminderung von Vermögenswerten gemäß IAS 36 machen wir folgende Angaben:
Der CGU „Mobilfunk“, die dem Segment „Mobilfunk“ zugeordnet ist, wurden ein Goodwill in Höhe von 1.119.396 Tausend Euro (Vorjahr: 1.119.396 Tausend Euro) sowie mit einem Markenrecht ein immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 293.204 Tausend Euro (Vorjahr: 293.204 Tausend Euro) zugeordnet.
Als erzielbarer Betrag der CGU „Mobilfunk“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2019 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben. Dies entspricht dem Level 3 der Fair Value Hierarchie gemäß IFRS 13.
Die Planung basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Grundsätzlich lässt sich das Ergebnis der CGU „Mobilfunk“ rohertragsseitig in zwei Ergebnisströme, den Ergebnisbeitrag aus Neukunden beziehungsweise Kundenbindung, untergliedern. Dagegen stehen die Kosten für bezogene Leistungen, insbesondere gegenüber den Mobilfunknetzbetreibern. Der Ergebnisbeitrag der Neukunden beziehungsweise Kundenbindung wird dominiert von Kosten zur Akquisition beziehungsweise Bindung der Kunden. Demgegenüber stehen Kosten für die Beschaffung der Hardware sowie aus an Vertriebspartner im Zuge der Akquisition beziehungsweise Bindung zu zahlende Händlerprovisionen. Die freenet Group geht im Planungszeitraum von leicht sinkenden Kundenakquisitionskosten, leicht steigenden Kundenbindungskosten, für 2016 moderat steigenden Umsatzerlösen, weiteren leichten Gemeinkosteneinsparungen sowie einer Stabilisierung des Postpaid-ARPUs in 2016 aus. Die Gruppe geht ferner für 2016 von einer leicht steigenden Kundenbasis im Customer-Ownership-Bereich (Postpaid und No-frills) aus. Für 2016 werden das von der freenet Group angestrebte Konzern-EBITDA in Höhe von leicht über 400 Millionen Euro sowie ein Free Cashflow von etwa 300 Millionen Euro zugrunde gelegt. Das Konzern-EBITDA sowie der Konzern-Free Cashflow werden überwiegend in der CGU Mobilfunk erzielt werden. Die freenet Group rechnet damit, dass innerhalb der CGU Mobilfunk im Planungszeitraum die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der Digital Lifestyle-Produkte steigen werden.
Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU „Mobilfunk“ anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 6,23 Prozent (Vorjahr: 6,37 Prozent). Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2020) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) angenommen worden.
Der Wertminderungstest 2015 bezüglich der CGU „Mobilfunk“ bestätigte sowohl für den zugeordneten Goodwill als auch hinsichtlich des Markenrechts mit unbestimmter Nutzungsdauer, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.
Der CGU „Online“ wurde ein Goodwill in Höhe von 29.750 Tausend Euro (31. Dezember 2014 angepasst: 29.750 Tausend Euro – zur Vorjahresanpassung verweisen wir auf Textziffer 15 dieses Konzernanhangs) zugeordnet. Die CGU „Online“ ist Bestandteil des Segments „Sonstige/Holding“. Als erzielbarer Betrag der CGU „Online“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2019 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben. Dies entspricht dem Level 3 der Fair Value Hierarchie gemäß IFRS 13.
Die Planung für die CGU „Online“ basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten, detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Dies sind im Wesentlichen die Umsatzerlöse und Roherträge der einzelnen Endprodukte, getrennt nach den jeweiligen Absatzmärkten. Die freenet Group geht im Planungszeitraum für die CGU „Online“ von steigenden Umsatzerlösen, Roherträgen sowie EBITDA-Beiträgen aus.
Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU „Online“ anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 7,72 Prozent. Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2020) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 0,5 Prozent angenommen worden.
Der Wertminderungstest 2015 bezüglich der CGU „Online“ bestätigte für den zugeordneten Goodwill, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 besteht übriger Goodwill für diverse CGUs in Höhe von 4.839 Tausend Euro, die jeweils dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet sind.
Im Konzern sind im Geschäftsjahr 2015 insgesamt Wertminderungen auf nicht-monetäre Vermögenswerte in Höhe von 0,2 Millionen Euro (Vorjahr: 0,4 Millionen Euro) vorgenommen worden. Diese betreffen nicht mehr genutzte Mietereinbauten in Stores.
17. Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen
In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 werden keine assoziierten Unternehmen einbezogen.
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 ist die FunDorado GmbH, Hamburg, („FunDorado“) inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen als Gemeinschaftsunternehmen enthalten. An der FunDorado hält die freenet Gruppe 50 Prozent (Vorjahr: 50 Prozent) der Anteile. FunDorado betreibt ein kostenpflichtiges Internet-Portal. In 2006 hatte sich die FunDorado zu 50 Prozent an der Net Con Media s. r. o. mit Sitz in Hlucin, Tschechien („NetCon“) beteiligt. Die Gesellschaft produziert Inhalte, die überwiegend zur Nutzung im kostenpflichtigen Internet-Portal der FunDorado bestimmt sind. NetCon ist wiederum zu 100 Prozent an ihrer Vertriebsgesellschaft siXXup new Media GmbH, Pulheim („siXXup“), beteiligt.
In 2013 beteiligte sich die FunDorado zu 50 Prozent an der Funview GmbH, Hamburg.
Die FunDorado wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Aus der FunDorado inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen wurden in 2015 Ergebnisse in Höhe von 171 Tausend Euro (Vorjahr: 273 Tausend Euro) erzielt. Es handelt sich ausschließlich um erfolgswirksame Ergebnisse aus weitergeführten Geschäftsbereichen, die Gesellschaften erzielten keine sonstigen Ergebnisse aus direkt im Eigenkapital erfassten Wertänderungen.
Der Buchwert der Beteiligung des Konzerns an FunDorado inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen beträgt zum 31. Dezember 2015 1.760 Tausend Euro (Vorjahr: 1.519 Tausend Euro). Die Erhöhung um 241 Tausend Euro ist bei in Höhe von 171 Tausend Euro ausgewiesenen Gewinnanteilen darauf zurückzuführen, dass die freenet AG in 2015 eine Barzuzahlung in die Kapitalrücklage der FunDorado in Höhe von 70 Tausend Euro tätigte.
Es bestanden zum 31. Dezember 2015 keine Eventual- oder Kapitalverpflichtungen im Zusammenhang mit den Konzernanteilen an den Gemeinschaftsunternehmen.
18. Sonstige Finanzanlagen
Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen sonstigen Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen festverzinsliche Anleihen mit langfristiger Fälligkeit in Höhe von 1.014 Tausend Euro (Vorjahr: 1.031 Tausend Euro), die als Mietsicherheiten für Shops dienen und zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Daneben ist eine stille Beteiligung mit einem unveränderten Buchwert von 500 Tausend Euro bilanziert, die zu Anschaffungskosten bewertet wurde, da kein aktiver Markt besteht.
Auf die Beteiligung an der Pocketfilm Media Entertainment GmbH, Frechen, war im Geschäftsjahr 2011 eine 100-prozentige Wertberichtigung aufgrund nachhaltig schlechter Ertragsaussichten vorgenommen worden – diese Einschätzung hat sich zum 31. Dezember 2015 nicht geändert. Die historischen Anschaffungskosten dieser Beteiligung betragen 398 Tausend Euro.
Auf die sonstigen Finanzanlagen sind zum Bilanzstichtag, mit Ausnahme der im Jahr 2011 gebildeten auf die Pocketfilm Media Entertainment GmbH, keine Wertberichtigungen vorgenommen worden.
Die sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Stille Beteiligung | 500 | 500 |
| Sonstige Beteiligung | 3 | 3 |
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | 503 | 503 |
| Festverzinsliche Anleihen | 1.014 | 1.031 |
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet zum Fair Value | 1.014 | 1.031 |
| Gesamt | 1.517 | 1.534 |
19. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden
Die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wurden unter Berücksichtigung der temporären Unterschiede nach der Verbindlichkeitsmethode mit einem Gesamtsteuersatz von 30,10 Prozent (Vorjahr: 30,05 Prozent) errechnet.
Folgende Beträge werden in der Konzernbilanz ausgewiesen:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Latente Ertragsteueransprüche | 177.337 | 199.853 |
| Latente Ertragsteuerschulden | -6 | -123 |
| Gesamt | 177.331 | 199.730 |
Der in den latenten Ertragsteueransprüchen für die körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaft der freenet AG bilanzierte Überhang der aktiven latenten Steuern von 177,3 Millionen Euro (Vorjahr: 199,7 Millionen Euro) wird aufgrund der erwarteten Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen zu 47,5 Millionen Euro (Vorjahr: 44,5 Millionen Euro) als kurzfristig sowie zu 129,8 Millionen Euro (Vorjahr: 155,2 Millionen Euro) als langfristig angesehen.
Die Entwicklung der ausgewiesenen latenten Ertragssteueransprüche und -schulden für das Geschäftsjahr 2015 ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
| In TEUR | 1.1.2015 | Veränderungen des Konsolidierungskreises | Im sonstigen Ergebnis verrechnet | Korrektur | Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern | 31.12.2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | 1.925 | 0 | 0 | 0 | -1.545 | 380 |
| Immaterielle Vermögenswerte | -119.268 | -21.761 | 0 | -154 | 254 | -140.929 |
| Finanzanlagen | -11 | 0 | 0 | 0 | -3 | -14 |
| Verlustvorträge | 285.713 | 0 | 0 | 0 | 4.326 | 290.039 |
| Pensionsrückstellungen | 10.111 | 0 | -2.521 | 154 | -34 | 7.710 |
| Andere Rückstellungen | 4.048 | 0 | 0 | 0 | -2.245 | 1.803 |
| Übrige Verbindlichkeiten | -507 | 0 | 0 | 0 | 408 | -99 |
| Finanzschulden | 337 | 0 | 0 | 0 | 76 | 413 |
| Sonstige Vermögenswerte | 17.382 | 0 | -51 | 0 | 697 | 18.028 |
| Gesamt | 199.730 | -21.761 | -2.572 | 0 | 1.934 | 177.331 |
Die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern in Höhe von 1.934 Tausend Euro (Vorjahr: 16.817 Tausend Euro) sind in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung als latente Ertragsteuern in der Position „Ertragsteuern“ enthalten. Sie entsprechen grundsätzlich der Summe der latenten Ertragsteuern aus weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen. In 2015 entfielen die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern, wie im Vorjahr, ausschließlich auf weitergeführte Geschäftsbereiche.
Im Geschäftsjahr 2014 entwickelten sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wie folgt:
| In TEUR | 1.1.2014 | Veränderungen des Konsolidierungskreises | Im sonstigen Ergebnis verrechnet | Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern | 31.12.2014 |
|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen | 1.746 | 0 | 0 | 179 | 1.925 |
| Immaterielle Vermögenswerte | -111.806 | -7.521 | 0 | 59 | -119.268 |
| Finanzanlagen | -9 | 0 | 0 | -2 | -11 |
| Verlustvorträge | 271.612 | 0 | 0 | 14.101 | 285.713 |
| Pensionsrückstellungen | 5.921 | 0 | 3.749 | 441 | 10.111 |
| Andere Rückstellungen | 4.796 | 0 | 0 | -748 | 4.048 |
| Übrige Verbindlichkeiten | -47 | 0 | 0 | -460 | -507 |
| Finanzschulden | -570 | 0 | 0 | 907 | 337 |
| Sonstige Vermögenswerte | 15.147 | 0 | -105 | 2.340 | 17.382 |
| Gesamt | 186.790 | -7.521 | 3.644 | 16.817 | 199.730 |
Die zusammengefasste Netto-Entwicklung der latenten Steuern ergibt sich aus der folgenden Übersicht:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 199.730 | 186.790 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | -21.761 | -7.521 |
| Im sonstigen Ergebnis verrechnet | -2.572 | 3.644 |
| Steuerertrag | 1.934 | 16.817 |
| Stand 31. 12. | 177.331 | 199.730 |
Die vorhandenen, unbegrenzt vortragsfähigen steuerlichen Verlustvorträge übersteigen die Summe der prognostizierten, kumulierten Ergebnisse der folgenden vier Geschäftsjahre. Daher wurde in der Konzernbilanz auch nur in dem Maße ein latenter Steueranspruch angesetzt, wie die Realisierung dieses Anspruches als wahrscheinlich angesehen wird. Die erwarteten Ergebnisse basieren dabei auf der jeweils zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern. Zum 31. Dezember 2015 ergeben sich auf Verlustvorträge gebildete latente Steuern in Höhe von 290.039 Tausend Euro (Vorjahr: 285.713 Tausend Euro). Von dieser Position entfallen 151.430 Tausend Euro (Vorjahr: 148.047 Tausend Euro) auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und 138.609 Tausend Euro (Vorjahr: 137.666 Tausend Euro) auf Verlustvorträge, die der Gewerbesteuer zugeordnet sind. Weitere Verlustvorträge, für die in der Konzernbilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, betreffen mit 1,2 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und mit 0,7 Milliarden Euro Gewerbesteuer (Vorjahr: 1,4 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und 0,9 Milliarden Euro Gewerbesteuer). Es bestehen wie zum Vorjahresstichtag keine nicht angesetzten Zinsvorträge gemäß § 4h Absatz 1 Satz 2 EStG.
Zum 31. Dezember 2015 bestehen temporäre Outside Basis Differenzen (das Nettoeigenkapital nach IFRS ist höher als die entsprechenden steuerlichen Beteiligungsbuchwerte) in Höhe von circa 1,1 Millionen Euro (Vorjahr: circa 29,0 Millionen Euro). Hierauf wurden mangels im steuerlichen Planungszeitraum erwarteter Umkehrung keine latenten Steuern angesetzt.
20. Vorräte
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Mobiltelefone/Zubehör | 48.984 | 47.079 |
| Computer/EDV-Produkte | 18.980 | 21.395 |
| SIM-Karten | 7.117 | 7.937 |
| Bundles und Voucher | 63 | 125 |
| Sonstiges | 4.324 | 3.460 |
| Gesamt | 79.468 | 79.996 |
Der Jahresendbestand an Vorräten ist in Höhe von 4.465 Tausend Euro (Vorjahr: 4.223 Tausend Euro) wertberichtigt.
21. Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 31.12.2015 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 515.447 | 79.438 | 436.009 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 18.403 | 4.525 | 13.878 |
| 533.850 | 83.963 | 449.887 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.802 | 2.802 | 0 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 536.652 | 86.765 | 449.887 |
| Sonstige Vermögenswerte | 5.280 | 4.718 | 562 |
| Geleistete Anzahlungen | 4.470 | 0 | 4.470 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | 9.750 | 4.718 | 5.032 |
| Gesamte Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | 546.402 | 91.483 | 454.919 |
| In TEUR | 31.12.2014 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 488.063 | 79.581 | 408.482 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 25.069 | 4.409 | 20.660 |
| 513.132 | 83.990 | 429.142 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.843 | 2.843 | 0 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 515.975 | 86.833 | 429.142 |
| Sonstige Vermögenswerte | 4.701 | 4.698 | 3 |
| Geleistete Anzahlungen | 3.216 | 0 | 3.216 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | 7.917 | 4.698 | 3.219 |
| Gesamte Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | 523.892 | 91.531 | 432.361 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegen Dritte und betreffen überwiegend Forderungen aus Gebührenumsätzen, Geräteverkäufen sowie Festnetz- und Internetdienstleistungen.
Die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte beträgt abzüglich gebildeter Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2015 533.850 Tausend Euro (Vorjahr: 513.132 Tausend Euro). Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Textziffer 34, Informationen über Finanzinstrumente. Die wesentliche Bedeutung in dieser Klasse haben im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie bestehen größtenteils gegen Endkunden, zu geringeren Teilen gegen Geschäftskunden, Händler und Vertriebspartner. Sonstige Vermögenswerte und geleistete Anzahlungen in Höhe von 12.552 Tausend Euro (Vorjahr: 10.760 Tausend Euro) sind zum 31. Dezember 2015 zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie nicht finanzielle Vermögenswerte.
Die Rechnungsstellung erfolgt im Segment Mobilfunk durch den Konzern selbst. Im Segment Sonstige/Holding werden die Rechnungen teilweise selbst gestellt, im Schmalbandbereich wird das Inkasso der Deutsche Telekom AG (DTAG) in Anspruch genommen.
Soweit Rechnungen gegenüber Endkunden selbst gestellt werden, werden sie ganz überwiegend sofort nach Rechnungsstellung fällig. Die an die DTAG getätigten Einreichungen haben ein Zahlungsziel von 30 Tagen.
Bei nicht wertgeminderten und nicht überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im abgelaufenen Jahr keine Neuverhandlungen über bestehende Forderungen vorgenommen.
Zum 31. Dezember 2015 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 445.309 Tausend Euro (31. Dezember 2014: 444.464 Tausend Euro) weder wertgemindert noch überfällig.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 21.420 Tausend Euro (31. Dezember 2014: 17.155 Tausend Euro) sind überfällig, aber nicht wertgemindert. Diese Forderungen betreffen verschiedene Kunden, die in der Vergangenheit nicht ausgefallen sind.
Die bilanzierten Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte ergeben sich aus den Sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten, den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, den Sonstigen Vermögenswerten sowie den Geleisteten Anzahlungen.
Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Buchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Der Konzern verfügt über keine erhaltenen Sicherheiten.
Im Geschäftsjahr entstanden aus dem Verkauf von Forderungen Aufwendungen in Höhe von 87 Tausend Euro (Vorjahr: Erträge in Höhe von 384 Tausend Euro). Alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesen Forderungen verbunden waren, wurden auf den Käufer übertragen.
Zur Altersstruktur für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir die folgenden Angaben:
| Buchwert | Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig | Davon zum S tichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig | |||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2015 | weniger als 90 Tage | zwischen 91 und 180 Tagen | mehr als 180 Tage | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 515.447 | 428.137 | 15.241 | 600 | 4.348 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 18.403 | 17.172 | 704 | 6 | 521 |
| Gesamt | 533.850 | 445.309 | 15.945 | 606 | 4.869 |
| Buchwert | Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig | Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig | |||
|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2014 | weniger als 90 Tage | zwischen 91 und 180 Tagen | mehr als 180 Tage | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 488.063 | 422.338 | 6.518 | 1.115 | 7.124 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 25.069 | 22.126 | 1.652 | 253 | 493 |
| Gesamt | 513.132 | 444.464 | 8.170 | 1.368 | 7.617 |
Zur Entwicklung der Wertberichtigungen für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir folgende Angaben:
| In TEUR | |
|---|---|
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2014 | 99.061 |
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2015 | 109.416 |
| Netto-Zuführung von Wertberichtigungen | 10.355 |
| In TEUR | |
|---|---|
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2013 | 102.082 |
| Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2014 | 99.061 |
| Netto-Zuführung von Wertberichtigungen | -3.021 |
Die zum Bilanzstichtag gebildeten Wertberichtigungen entfielen auf folgende Kategorien von Forderungen:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Pauschalierte Einzelwertberichtigungen nach Zeitbändern | ||
| davon auf nicht überfällige Forderungen | 1.734 | 2.138 |
| davon auf seit < 90 Tagen überfällige Forderungen | 6.877 | 4.658 |
| davon auf seit zwischen 90 und 180 Tagen überfällige Forderungen | 9.008 | 6.188 |
| davon auf seit > 180 Tagen überfällige Forderungen | 86.069 | 80.087 |
| 103.688 | 93.071 | |
| Einzelwertberichtigungen | 5.728 | 5.990 |
| Gesamt Wertberichtigungen | 109.416 | 99.061 |
Dabei entfielen zu beiden Stichtagen die pauschalierten Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen Endkunden, während die Einzelwertberichtigungen ganz überwiegend auf Forderungen gegen Geschäftskunden, im Wesentlichen gegen Vertriebspartner, gebildet wurden.
Die nachstehende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einzelwertberichtigungen.
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Entwicklung der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | ||
| Stand zum 1.1. | 5.273 | 3.458 |
| Zugänge Erstkonsolidierung | 0 | 2.122 |
| Zuführung | 476 | 3.844 |
| Inanspruchnahme | 357 | 1.632 |
| Auflösung | 402 | 2.519 |
| Stand zum 31.12. | 4.990 | 5.273 |
| Entwicklung der Einzelwertberichtigungen auf sonstige nicht derivative Vermögenswerte | ||
| Stand zum 1.1. | 717 | 344 |
| Zugänge Erstkonsolidierung | 0 | 364 |
| Zuführung | 365 | 9 |
| Inanspruchnahme | 0 | 0 |
| Auflösung | 344 | 0 |
| Stand zum 31.12. | 738 | 717 |
| Gesamt Einzelwertberichtigungen | 5.728 | 5.990 |
22. Flüssige Mittel
Die Zusammensetzung der Flüssigen Mittel stellt sich wie folgt dar:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Bankguthaben, Schecks und Kassenbestand | 269.761 | 111.944 |
| Gesamt | 269.761 | 111.944 |
Wir geben folgende Überleitung der Flüssigen Mittel zum Finanzmittelfonds gemäß IAS 7, bestehend aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten mit einer ursprünglichen Fälligkeit bis zu drei Monaten:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Bestand an flüssigen Mitteln weitergeführter Geschäftsbereiche | 269.761 | 111.944 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 |
| Gesamt | 269.761 | 111.944 |
23. Laufende Ertragsteueransprüche
Die laufenden Ertragsteueransprüche betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Körperschaftsteuer-Anrechnungsguthaben aus Altjahren sowie Forderungen gegen Altgesellschafter im Zusammenhang mit Steuerklauseln aus Unternehmenserwerben.
24. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Am 11. Dezember 2015 schlossen der freenet Konzern und die ProPartner IT GmbH, Osnabrück, einen Vertrag über den Verkauf von Vermögenswerten aus dem Bereich „mds Repair/Service“ ab. Das Geschäft des Bereiches „mds Repair/Service“ besteht im Wesentlichen aus Reparaturleistungen von Mobiltelefonen, die in Shops der mobilcom-debitel Shop GmbH zur Reparatur angenommen wurden.
Für den Verkauf wurde ein Barkaufpreis von 3,5 Millionen Euro vereinbart, der noch im Geschäftsjahr 2015 an freenet geflossen ist und in der Kapitalflussrechnung im Posten „Einzahlungen aus dem Verkauf von zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten“ ausgewiesen wird. Der Vollzug der Transaktion erfolgte am 1. Januar 2016. Zu diesem Zeitpunkt ging die Kontrolle über die veräußerten Vermögenswerte auf die Erwerberin über.
Die zur Veräußerung anstehenden Vermögenswerte wurden zum 31. Dezember 2015 innerhalb der Bilanz in den Posten „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ mit dem Restbuchwert in Höhe von 0,1 Millionen Euro ausgewiesen.
25. Eigenkapital
Zu den folgenden Ziffern verweisen wir auch auf die Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals.
25.1. Grundkapital
Das begebene Grundkapital der Gesellschaft beträgt 128.061 Tausend Euro. Das Grundkapital ist eingeteilt in 128.061.016 auf den Namen lautende Stückaktien zu einem kalkulatorischen Nennwert von 1,00 Euro. Das gesamte Grundkapital ist voll erbracht. Alle Aktien sind mit gleichen Rechten ausgestattet. 50.000 Stück dieser Aktien werden von der mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig, gehalten, deren Anteile wiederum die Gesellschaft zu 100 Prozent hält. Die eigenen Anteile wurden mit ihren Anschaffungskosten von 50 Tausend Euro von der Kapitalrücklage abgesetzt.
Der Vorstand ist durch die Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG dazu ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung am 13. Mai 2014 bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 12. Mai 2019.
In Ergänzung der Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG darf der Vorstand zusätzlich Eigenkapitalderivate einsetzen, um eigene Aktien zu erwerben. Dadurch wird das Volumen an Aktien, das insgesamt erworben werden darf, nicht erhöht; es wird lediglich eine weitere Handlungsalternative zum Erwerb eigener Aktien eröffnet.
Der vollständige Wortlaut dieser Ermächtigungsbeschlüsse ist unter den Tagesordnungspunkten 6 und 7 der Einladung zur Hauptversammlung 2014 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht worden.
25.2. Kapitalrücklage
Wesentliche Bestandteile der zum 31. Dezember 2015 ausgewiesenen Kapitalrücklage stammen aus der Kapitalerhöhung in 2008 aufgrund des Erwerbs der debitel-Gruppe (349,8 Millionen Euro) sowie aus der in 2007 wirksam gewordenen Verschmelzung der mobilcom AG sowie der freenet.de AG auf die freenet AG und dem damit im Zusammenhang stehenden Erwerb der Minderheitenanteile an der ehemaligen freenet.de AG (134,7 Millionen Euro).
25.3. Konzernbilanzergebnis
Das Konzernbilanzergebnis für das Geschäftsjahr 2015 setzt sich aus den auf die Aktionäre der freenet AG entfallenden kumulierten Konzernergebnissen, gemindert um die Dividendenauszahlungen, zusammen. In 2015 wurde für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 1,50 Euro je Stückaktie, insgesamt somit 192,0 Millionen Euro, ausgezahlt.
25.4. Genehmigtes Kapital
Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 war ein neues genehmigtes Kapital (Genehmigtes Kapital 2013) geschaffen worden. Danach ist der Vorstand bis zum 6. Juni 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 12,8 Millionen Euro zu erhöhen. Der vollständige Wortlaut der Ermächtigung des Vorstands ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der Einladung zur Hauptversammlung 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.
25.5. Bedingtes Kapital
Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 13. Mai 2014 ist das Kapital der Gesellschaft um bis zu 12,8 Millionen Euro durch Ausgabe von bis zu 12.800.000 neuen auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von Euro 1,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2014). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 unter Tagesordnungspunkt 8, lit A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- beziehungsweise Optionsrecht oder ein Aktienlieferungsrecht der Gesellschaft auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen.
Der Ausgabebetrag für die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien richtet sich nach den in § 4 Abs. 8 der Satzung genannten Regelungen. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur soweit durchzuführen, wie von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder einem Aktienlieferungsrecht Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung oder Optionsausübung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung oder Optionsausübung erfüllen und soweit nicht eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden oder durch die Gesellschaft ein Barausgleich erfolgt. Die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
26. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
26.1 . LTIP-Programm der freenet AG - Programm 1
Im Geschäftsjahr 2011 waren mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen worden, die langfristige variable Gehaltsbestandteile (sogenannte „LTIP“) gewähren. Im Folgenden wird das in 2011 gewährte Programm als „Programm 1“ bezeichnet. Zusätzlich zur jährlichen Zielvereinbarung wurde eine auf vier Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen, die das Konzern-EBITDA der nächsten vier Geschäftsjahre auf Grundlage des Business Plans, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011, zum Zielparameter erklärt. Bei Akquisitionen, die durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden, werden die Ergebnisziele am Ausgabedatum der neuen Aktien proportional zum effektiven Nettoverwässerungseffekt angepasst. Für diese Vergütungskomponente wurde im Dienstvertrag pro Berechtigtem ein Basisbetrag festgelegt, der nach Maßgabe der Zielerreichung je Geschäftsjahr wie nachfolgend beschrieben in ein virtuelles Konto für das jeweilige Vorstandsmitglied als Positiv- oder Negativbetrag eingebucht und in jährlichen Staffeln, je nach weiterer Wertentwicklung, bei Ausweis eines Guthabens ausgezahlt wird. Für die Berechtigten wurden Basisbeträge von in Summe 590 Tausend Euro pro Geschäftsjahr festgelegt.
Wird das jeweils festgesetzte Konzern-EBITDA für ein Geschäftsjahr erreicht, so werden 100 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Wird das für 120 Prozent Zielerreichung festgeschriebene Konzern-EBITDA erreicht, so werden 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Auch eine Überschreitung des 120 Prozent-Zielwerts führt stets nur zur Einstellung von 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto. Bei einer Zielerreichung zwischen dem festgeschriebenen 90 Prozent-Zielwert und 100 Prozent des festgesetzten Konzern-EBITDAs wird ein linear niedrigerer Prozentsatz des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt; wird nur der 90 Prozent-Zielwert erreicht, so wird dem virtuellen Konto für das betreffende Geschäftsjahr nichts gutgeschrieben. Bei einem unter dem 90 Prozent-Zielwert liegenden Konzern-EBITDA wird in das virtuelle Konto ein Negativbetrag von bis zu maximal 200 Prozent des Basisbetrags (bei Erreichung des 80 Prozent-Zielwerts oder weniger) eingestellt. Der jeweilige auf dem virtuellen Konto stehende Betrag wird in virtuelle Aktien umgerechnet. Grundlage dafür ist der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Billigung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr. Beginnend mit Ablauf des zweiten Geschäftsjahres nach Einführung dieser Vergütungskomponente, jeweils nach der Einstellung eines Positiv- oder Negativbetrags für das abgelaufene Geschäftsjahr in das virtuelle Konto, kommen 25 Prozent des Kontobestands jährlich zur Auszahlung, sofern das Konto ein Guthaben ausweist. Zu diesem Zweck wird der jeweilige Kontobestand an virtuellen Aktien wiederum auf der Grundlage des durchschnittlichen Xetra-Schlusskurses der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Billigung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr in bar umgerechnet. Dabei wird die Aktienkursentwicklung nur bis zu einem Aktienkurs von 25,00 Euro (Cap) berücksichtigt. Bei der Umrechnung in virtuelle Aktien sind Dividendenzahlungen sowie Umstände, für die bei marktgängigen vom Aktienwert abhängigen Finanzinstrumenten Verwässerungsschutzbestimmungen zur Anwendung kommen, einzurechnen. Befindet sich das virtuelle Konto zu einem Auszahlungszeitpunkt im Minus, erhält das Vorstandsmitglied erst dann (wieder) eine Auszahlung, wenn der Negativbetrag durch das Erreichen entsprechender Zielparameter für das Geschäftsjahr oder die Folgejahre wieder ausgeglichen wurde.
Die Verpflichtung aus dem LTIP-Programm wurde nach IFRS 2 anhand eines anerkannten Bewertungsmodells zum beizulegenden Zeitwert ermittelt. Als wesentliche Parameter gehen in dieses Bewertungsmodell der Aktienkurs der freenet AG zum Bilanzstichtag, die Schätzung des Zielerreichungsgrades für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr, die Schätzung zukünftiger Aktienkurse, aus beiden vorgenannten Schätzungen abgeleitet die Schätzung künftiger Auszahlungen aus den virtuellen Konten sowie die Schätzung des Diskontierungszinssatzes ein.
Die Entwicklung der Bestände auf den virtuellen Konten pro Vorstand ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:
| Programm 1 | Bestand virtuelle Aktien 31.12.2014 | Zuführung | Abgang durch Auszahlung | Bestand virtuelle Aktien 31.12.2015 | Rückstellung 31.12.2015 in TEUR |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Joachim Preisig | 43.851 | 16.000 | 59.851 | 0 | 0 |
| Stephan Esch | 19.733 | 7.200 | 26.933 | 0 | 0 |
| Gesamt | 63.584 | 23.200 | 86.784 | 0 | 0 |
Die für 2014 festgestellte Ist-Zielerreichung beträgt 120 Prozent, so dass 200 Prozent des Basisbetrages, entsprechend insgesamt 580 Tausend Euro, für die Herren Preisig und Esch zur Einstellung in die virtuellen Konten herangezogen wurden, während das Programm 1 für Herrn Vilanek bereits im Vorjahr 2014 durch Auszahlung beendet war. Nach der Billigung des Konzernabschlusses 2014 erfolgte die Umrechnung in virtuelle Aktien für das Geschäftsjahr 2014 zu einem Aktienkurs von 25,00 Euro, so dass insgesamt 23.200 virtuelle Aktien in die virtuellen Konten eingestellt wurden. Die Auszahlungen aus dem Programm 1 in 2015 führten für Herrn Preisig zu einem Zahlbetrag von 1.603 Tausend Euro sowie für Herrn Esch zu einem Zahlbetrag von 721 Tausend Euro. Damit wurden die gesamten virtuellen Aktien des Programms 1 an Herrn Preisig und Herrn Esch ausgezahlt, wodurch das Programm 1 auch für Herrn Preisig und Herrn Esch endete. Die Auszahlungen erfolgten jeweils zu einem Aktienkurs von 25,00 Euro (Cap).
Es resultiert aus dem Programm 1 im Geschäftsjahr 2015 ein Personalaufwand in Höhe von 75 Tausend Euro, sich zusammensetzend aus Auszahlungen in Höhe von 2.324 Tausend Euro abzüglich der Verringerung der Rückstellung gegenüber dem 31. Dezember 2014 um 2.249 Tausend Euro auf 0.
26.2. LTIP-Programm der freenet AG - Programm 2
Am 26. Februar 2014 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die neue LTIP gewähren (im Folgenden als „Programm 2“) bezeichnet.
Es wurde, wiederum zusätzlich zur jährlichen Zielvereinbarung, eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen, die das EBITDA der Geschäftsjahre 2014 bis 2018 (für Herrn Vilanek) bzw. das EBITDA der Geschäftsjahre 2015 bis 2019 (für Herrn Preisig und Herrn Esch) zum Zielparameter erklärt. Bei Akquisitionen, die durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden, werden die Ergebnisziele am Ausgabedatum der neuen Aktien proportional zum effektiven Nettoverwässerungseffekt angepasst. Für diese Vergütungskomponente wurde im Dienstvertrag pro Berechtigtem ein Basisbetrag festgelegt, der nach Maßgabe der Zielerreichung je Geschäftsjahr wie nachfolgend beschrieben in ein virtuelles Konto für das jeweilige Vorstandsmitglied als Positiv- oder Negativbetrag eingebucht und in jährlichen Staffeln, je nach weiterer Wertentwicklung, bei Ausweis eines Guthabens ausgezahlt wird. Für die Berechtigten wurden Basisbeträge von in Summe 1.050 Tausend Euro pro Geschäftsjahr festgelegt.
Wird das jeweils festgesetzte Konzern-EBITDA für ein Geschäftsjahr erreicht, so werden 100 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Wird das für 120 Prozent Zielerreichung festgeschriebene Konzern-EBITDA erreicht, so werden 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Auch eine Überschreitung des 120 Prozent-Zielwerts führt grundsätzlich nur zur Einstellung von 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto. Bei der Feststellung der jeweiligen Zielerreichung ist der Aufsichtsrat berechtigt, außerordentliche Leistungen und Erfolge durch Ansatz eines fiktiven Konzern-EBITDA-Betrags zu honorieren. Wird durch einen solchen Ansatz der Zielerreichungsgrad von 120 Prozent rechnerisch übertroffen, so kann der Aufsichtsrat auch einen höheren Zielerreichungsgrad festsetzen, allerdings dürfen maximal 300 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt werden. Bei einer Zielerreichung zwischen dem festgeschriebenen 90 Prozent-Zielwert und 100 Prozent des festgesetzten Konzern-EBITDAs wird ein linear niedrigerer Prozentsatz des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt; wird nur der 90 Prozent-Zielwert erreicht, so wird dem virtuellen Konto für das betreffende Geschäftsjahr nichts gutgeschrieben. Bei einem unter dem 90 Prozent-Zielwert liegenden Konzern-EBITDA wird in das virtuelle Konto ein Negativbetrag von bis zu maximal 200 Prozent des Basisbetrags (bei Erreichung des 80 Prozent-Zielwerts oder weniger) eingestellt. Zum Zwecke der Einbuchung der (positiven oder negativen) Anzahl von virtuellen Aktien in das virtuelle Konto werden im LTIP-Konto Unterkonten errichtet, die die jeweilige Bezeichnung des Geschäftsjahres tragen, für das die Einbuchungszahl ermittelt worden ist.
Der jeweilige auf dem virtuellen Konto stehende Betrag (genannt der „Zuteilungsbetrag“ als Produkt aus Basisbetrag und Basisbetragsmultiplikator) wird in virtuelle Aktien umgerechnet. Grundlage dafür ist als maßgeblicher Aktienkurs der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr. Beginnend mit Ablauf des zweiten durch das Programm begünstigten Geschäftsjahres (für Herrn Vilanek damit beginnend im Geschäftsjahr 2016, für die Herren Preisig und Esch beginnend im Geschäftsjahr 2017), jeweils nach der Einstellung eines Positiv- oder Negativbetrags für das abgelaufene Geschäftsjahr in das virtuelle Konto, hat der Begünstigte jährlich in einem Zeitfenster von drei Monaten ab dem Tage, der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses liegt, Anspruch auf Auszahlung von 25 Prozent des Kontobestands, sofern das Konto ein Guthaben ausweist. Zu diesem Zweck wird der jeweilige Kontobestand an virtuellen Aktien wiederum auf der Grundlage des durchschnittlichen Xetra-Schlusskurses der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr in bar umgerechnet. Dabei wird die Aktienkursentwicklung nur bis zu einem Aktienkurs von 50,00 Euro (Cap) berücksichtigt. Ungeachtet dessen ist der Bruttobetrag der Auszahlung in jedem Geschäftsjahr zusätzlich wie folgt begrenzt: der maximale Bruttobetrag der Auszahlung je Geschäftsjahr entspricht der Summe von je 25 Prozent von 500 Prozent der Anzahl der virtuellen Aktien im jeweiligen Unterkonto, diese multipliziert mit dem maßgeblichen Aktienkurs, der der Ermittlung des Zuteilungsbetrags bei Einbuchung in das jeweilige Unterkonto zugrunde lag.
Bei der Umrechnung in virtuelle Aktien sind Dividendenzahlungen sowie Umstände, für die bei marktgängigen vom Aktienwert abhängigen Finanzinstrumenten Verwässerungsschutzbestimmungen zur Anwendung kommen, einzurechnen. Befindet sich das virtuelle Konto zu einem Auszahlungszeitpunkt im Minus, erhält das Vorstandsmitglied erst dann (wieder) eine Auszahlung, wenn der Negativbetrag durch das Erreichen entsprechender Zielparameter für das oder die Folgejahre wieder ausgeglichen wurde.
Die Verpflichtung aus dem LTIP-Programm wurde nach IFRS 2 anhand eines anerkannten Bewertungsmodells zum beizulegenden Zeitwert ermittelt. Als wesentliche Parameter gehen in dieses Bewertungsmodell der Aktienkurs der freenet AG zum Bilanzstichtag, die Schätzung des Zielerreichungsgrades für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr, die Schätzung zukünftiger Aktienkurse, aus beiden vorgenannten Schätzungen abgeleitet die Schätzung künftiger Auszahlungen aus den virtuellen Konten sowie die Schätzung des Diskontierungszinssatzes ein. Anwendung findet die sogenannte „Graded vesting Methode“, nach der der Personalaufwand für alle Vorstände ab dem Zeitpunkt der Gewährung des Programms, hier also ab dem 26. Februar 2014, entsteht.
Die Entwicklung der Bestände auf den virtuellen Konten pro Vorstand für das Programm 2 ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:
| Programm 2 | Bestand virtuelle Aktien 31.12.2014 | Zuführung | Abgang durch Auszahlung | Bestand virtuelle Aktien 31.12.2015 | Rückstellung 31.12.2015 in TEUR |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 0 | 41.214 | 0 | 41.214 | 2.488 |
| Joachim Preisig | 0 | 0 | 0 | 0 | 993 |
| Stephan Esch | 0 | 0 | 0 | 0 | 662 |
| Gesamt | 0 | 41.214 | 0 | 41.214 | 4.143 |
Die für 2014 festgestellte Ist-Zielerreichung beträgt 120 Prozent, so dass für Herrn Vilanek 200 Prozent des Basisbetrages, entsprechend insgesamt 1.100 Tausend Euro, zur Einstellung in das virtuelle Konto herangezogen wurden. Nach der Billigung des Konzernabschlusses 2014 erfolgte die Umrechnung in virtuelle Aktien für das Geschäftsjahr 2014 zu einem durchschnittlichen Aktienkurs von 26,69 Euro, so dass 41.214 virtuelle Aktien in das virtuelle Konto von Herrn Vilanek eingestellt wurden. Für die Herren Preisig und Esch werden für das Programm 2 die EBITDA´s der Jahre 2015 bis 2019 herangezogen, so dass es für sie erstmals im Geschäftsjahr 2016 zu einer Einstellung in die virtuellen Konten kommen wird, anhand der Zielerreichung für das Geschäftsjahr 2015. Die Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 wird dabei 120 Prozent betragen.
Es resultiert aus dem Programm 2 im Geschäftsjahr 2015 ein Personalaufwand in Höhe von 2.082 Tausend Euro, aufgrund der Zuführung zur Rückstellung um 2.082 Tausend Euro von 2.061 Tausend Euro (zum 31. Dezember 2014) auf 4.143 Tausend Euro zum 31. Dezember 2015.
27. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen setzen sich folgendermaßen zusammen:
| In TEUR | 31.12.2015 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 443.718 | 0 | 443.718 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 93.748 | 42.452 | 51.296 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 537.466 | 42.452 | 495.014 |
| Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 2.285 | 0 | 2.285 |
| Erhaltene Anzahlungen | 54.394 | 0 | 54.394 |
| Nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 56.679 | 0 | 56.679 |
| Gesamt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 594.145 | 42.452 | 551.693 |
| In TEUR | 31.12.2014 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamt | langfristig | kurzfristig | |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 370.471 | 540 | 369.931 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 88.067 | 38.351 | 49.716 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 458.538 | 38.891 | 419.647 |
| Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 8.454 | 0 | 8.454 |
| Erhaltene Anzahlungen | 66.148 | 0 | 66.148 |
| Nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 74.602 | 0 | 74.602 |
| Gesamt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 533.140 | 38.891 | 494.249 |
Für Zwecke der vorstehenden Übersicht ist die Bilanzposition „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“ in erhaltene Anzahlungen, sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen sowie Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten aufgegliedert worden. Zum 31. Dezember 2015 bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vergleiche hierzu Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.
Die Verbindlichkeiten sind zu 551.693 Tausend Euro (Vorjahr: 494.249 Tausend Euro) innerhalb der nächsten 12 Monate fällig. Verbindlichkeiten im Betrag von 29.582 Tausend Euro (Vorjahr: 30.361 Tausend Euro) haben eine Fälligkeit, die zwischen einem Jahr und fünf Jahren liegt; in Höhe von 12.870 Tausend Euro (Vorjahr: 8.530 Tausend Euro) werden die Verbindlichkeiten nach über fünf Jahren fällig.
Für die langfristigen übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen entspricht der Marktwert aufgrund der vorgenommenen Abzinsung annähernd dem bilanzierten Buchwert.
Der Teil der Verbindlichkeiten, der unter den Finanziellen Verbindlichkeiten zusammengefasst wird, ist mit 495.014 Tausend Euro (Vorjahr: 419.467 Tausend Euro) innerhalb eines Jahres, mit 29.582 Tausend Euro (Vorjahr: 30.361 Tausend Euro) zwischen einem und fünf Jahren sowie zu 12.870 Tausend Euro (Vorjahr: 8.530 Tausend Euro) nach mehr als fünf Jahren nach dem Bilanzstichtag fällig.
28. Laufende Ertragsteuerschulden
In den laufenden Ertragsteuerschulden sind im Wesentlichen erwartete Steuernachzahlungen für abgelaufene Geschäftsjahre aus Körperschaft- und Gewerbesteuer enthalten.
29. Finanzschulden
Die Finanzschulden strukturieren sich wie folgt:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Langfristig | ||
| Verbindlichkeiten aus Unternehmensanleihen | 0 | 398.515 |
| Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen | 218.276 | 119.526 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 106 | 182 |
| Gesamt | 218.382 | 518.223 |
| Kurzfristig | ||
| Verbindlichkeiten aus Unternehmensanleihen | 419.479 | 19.911 |
| Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen | 919 | 115 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 134 | 126 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 0 | 181 |
| Gesamt | 420.532 | 20.333 |
Die zum 31. Dezember 2015 im Konzern ausgewiesenen langfristigen Finanzschulden entfallen in Höhe 218,3 Millionen Euro (Vorjahr: 119,5 Millionen Euro) auf Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen.
Das im Dezember 2012 im Nominalbetrag von 120,0 Millionen Euro aufgenommene Schuldscheindarlehen wird, abzüglich Einmalkosten von 0,2 Millionen Euro (Vorjahr: 0,5 Millionen Euro) am 31. Dezember 2015 mit 118,8 Millionen Euro in den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen. Bei dem Schuldscheindarlehen handelt es sich um ein endfälliges Finanzierungsinstrument, welches ursprünglich in eine fünfjährige fixe Tranche über 44,5 Millionen Euro, eine siebenjährige fixe Tranche über 19,5 Millionen Euro sowie eine fünfjährige variable Tranche über 56,0 Millionen Euro aufgeteilt war. Die variable Tranche konnte im Jahr 2014 aufgrund des verbesserten Marktumfelds umgeschichtet werden. Die Marge wurde für einen Teil in Höhe von 55,0 Millionen Euro um einen Prozentpunkt gesenkt. Gleichzeitig wurde für 45,0 Millionen Euro aus dieser Tranche die Laufzeit von fünf auf sieben Jahre verlängert. Aus dieser variablen Tranche wurde zudem im Geschäftsjahr ein Betrag von 1,0 Million Euro vorzeitig gekündigt und zurückgezahlt.
Als zusätzlichen Finanzierungsbaustein hat der Konzern im Mai 2015 ein weiteres Schuldscheindarlehen bestehend aus 3 Tranchen platziert. Die erste Tranche besteht aus einem endfälligen Darlehen in Höhe von 25,0 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einer variablen Verzinsung. Die zweite Tranche besteht aus einem endfälligen Darlehen in Höhe von 25,0 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einer Verzinsung von 1,33 Prozent. Die dritte Tranche des Schuldscheindarlehens besteht aus einem Darlehen in Höhe von 50,0 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 7 Jahren und einer Verzinsung von 1,79 Prozent. Dieses Schuldscheindarlehen 2015 im Nominalbetrag von 100,0 Millionen Euro wird, abzüglich Einmalkosten von 0,5 Millionen Euro zum Bilanzstichtag mit 99,5 Millionen Euro ebenfalls in den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen.
Die zum 31. Dezember 2015 als kurzfristig eingeordneten Finanzschulden entfallen zu 419,5 Millionen Euro (Vorjahr: 19,9 Millionen Euro) auf die im April 2011 zum Nominalwert von 400,0 Millionen Euro begebene Unternehmensanleihe, welche eine Laufzeit von 5 Jahren aufweist. Während im Vorjahr hier nur die aufgelaufenen, im abgelaufenen Geschäftsjahr noch nicht zahlungswirksam gewordenen Zinsen auf die Unternehmensanleihe ausgewiesen wurden, ist zum 31. Dezember 2015 zusätzlich zu den aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 19,9 Millionen Euro der Buchwert der Unternehmensanleihe mit 399,6 Millionen Euro angesetzt, bestehend aus deren Nominalwert abzüglich einer Differenz in Höhe von 0,4 Millionen Euro aus den anlässlich der Begebung der Anleihe angefallenen Einmalgebühren, die (erstmals zum 31. Dezember 2012 in Höhe von 3,5 Millionen Euro) von den Finanzschulden abgesetzt und über die Laufzeit der Anleihe unter Anwendung der Effektivzinsmethode aufgezinst werden. Zum 31. Dezember 2014 war der Buchwert der Unternehmensanleihe in Höhe von 398,5 Millionen Euro unter den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen.
Die revolvierende Kreditlinie in Höhe von maximal 300,0 Millionen Euro wurde zum Bilanzstichtag ebenso wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen.
Saldiert mit den Flüssigen Mitteln werden im Konzern zum 31. Dezember 2015 Netto-Finanzschulden in Höhe von 369,2 Millionen Euro (Vorjahr: 426,6 Millionen Euro) ausgewiesen.
Zum Bilanzstichtag werden keine Finanzierungsleasingverbindlichkeiten ausgewiesen.
30. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen
Die Versorgungsverpflichtungen beruhen auf mittelbaren sowie unmittelbaren Versorgungszusagen. Als Versorgungsleistung ist jeweils die Zahlung einer lebenslangen Altersrente nach Vollendung des 60. beziehungsweise 65. Lebensjahres sowie eine Hinterbliebenenleistung vorgesehen. Die Finanzierung der Versorgungsleistungen erfolgt teilweise durch eine rückgedeckte Unterstützungskasse. Alle Pensionszusagen werden grundsätzlich nach der Gehaltshöhe und der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit festgelegt.
Der Rückstellungsbetrag in der Konzernbilanz ermittelt sich wie folgt:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen | 16.162 | 17.461 |
| Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen | 41.604 | 47.529 |
| Zwischensumme Barwert der Verpflichtungen | 57.766 | 64.990 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -6.575 | -5.644 |
| Bilanzierte Rückstellung | 51.191 | 59.346 |
Eine Erfüllung dieser Verpflichtungen wird langfristig erwartet.
Die Entwicklung des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht-fondsfinanzierten Verpflichtungen geht aus der folgenden Tabelle hervor:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 64.990 | 48.671 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.122 | 613 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 2.136 |
| Bruttozinsaufwand | 1.232 | 1.452 |
| Beiträge durch Arbeitnehmer | 28 | 26 |
| Versicherungsmathematische Verluste | 0 | 0 |
| davon aufgrund von erfahrungsbedingten Änderungen | 284 | 45 |
| davon aufgrund von Änderungen demografischer Parameter | 0 | 0 |
| davon aufgrund von Änderungen finanzieller Parameter | -8.902 | 12.942 |
| Zwischensumme versicherungsmathematische Verluste | - 8.618 | 12.987 |
| Geleistete Zahlungen | -988 | -895 |
| Stand 31.12. | 57.766 | 64.990 |
Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Leistungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2015 für das freenet Programm 27,3 (Vorjahr: 28,4 Jahre) sowie für die debitel-Programme 17,8 Jahre (Vorjahr: 18,9 Jahre).
Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:
| In TEUR | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|
| Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtung | 16.162 | 17.461 | 9.920 | 9.777 | 5.768 |
| Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtung | 41.604 | 47.529 | 38.751 | 39.103 | 29.154 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -6.575 | -5.644 | -4.302 | -3.894 | -3.017 |
| Fehlbetrag des Plans | 51.191 | 59.346 | 44.369 | 44.986 | 31.905 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans | 284 | 45 | 95 | 35 | 25 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte des Plans | -226 | 512 | -383 | 51 | -21 |
Das Planvermögen besteht aus mehreren von der hierfür eingerichteten Unterstützungskasse abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert von insgesamt 6.575 Tausend Euro (Vorjahr: 5.644 Tausend Euro). Die Rückdeckungsversicherungen legen das Planvermögen in Aktienfondsanteilen beziehungsweise Aktien an, für die jeweils ein aktiver Markt besteht. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 5.644 | 4.302 |
| Verzinsung des Planvermögens (über GuV, mit typisiertem Zins) | 121 | 138 |
| Differenz zwischen rechnerischem und tatsächlichem Ertrag aus Planvermögen (über das sonstige Ergebnis erfasst) | -226 | 512 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 1.036 | 692 |
| Stand 31.12. | 6.575 | 5.644 |
Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen -105 Tausend Euro (Vorjahr: 650 Tausend Euro) und berechnen sich als Summe der rechnerischen Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen beziehungsweise Verlusten.
Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet die freenet Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 1.036 Tausend Euro sowie Auszahlungen für Renten in Höhe von 954 Tausend Euro. Im Vorjahr 2014 hatte die freenet für das Geschäftsjahr 2015 Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 664 Tausend Euro sowie Auszahlungen für Renten in Höhe von 775 Tausend Euro erwartet.
Die als Rückstellung in der Bilanz erfassten Beträge haben sich wie folgt entwickelt:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Stand 1.1. | 59.346 | 44.369 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.122 | 613 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0 | 2.136 |
| Nettozinsaufwand | 1.111 | 1.314 |
| Zwischensumme in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand | 2.233 | 4.063 |
| Umbewertungen | ||
| Erfahrungsbedingte Gewinne (-)/Verluste (+) | 284 | 45 |
| Gewinne (-)/Verluste (+) aufgrund von Änderungen demografischer Parameter | 0 | 0 |
| Gewinne (-)/(Verluste (+) aufgrund von Änderungen finanzieller Parameter | -8.902 | 12.942 |
| Erträge (-)/Aufwendungen (+) aus Planvermögen, die nicht bereits im Zinsergebnis enthalten sind | 226 | -512 |
| Zwischensumme Umbewertungen, über das sonstige Ergebnis erfasst | -8.392 | 12.475 |
| Geleistete Zahlungen | -988 | -895 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | -1.036 | -692 |
| Beiträge durch Arbeitnehmer | 28 | 26 |
| Stand 31.12. | 51.191 | 59.346 |
Die folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurden getroffen:
| In Prozent | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz | 2,60 | 1,90 |
| Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm debitel) | 1,50 | 1,50 |
| Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm freenet) | 0,00 | 0,00 |
| Zukünftige Rentensteigerungen (Programm debitel) | 1,25 | 1,50 |
| Zukünftige Rentensteigerungen (Programm freenet) | 1,75 | 1,50 |
Als biometrische Grundlagen wurden die Richttafeln RT 2005G von Dr. Klaus Heubeck verwendet.
Die Sensitivitäten des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen wurden auf Basis der versicherungsmathematischen Gutachten berechnet. Hierzumachen wir die folgenden Angaben.
| Veränderung des Barwerts der Verpflichtungen | ||
|---|---|---|
| In TEUR | Anstieg | Rückgang |
| --- | --- | --- |
| Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte | 10.032 | |
| Verringerung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte | 13.316 | |
| Erhöhung der zukünftigen Gehaltssteigerungen um 0,5 Prozentpunkte | 420 | |
| Erhöhung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte | 1.198 | |
| Verringerung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte | 1.139 | |
| Lebenserwartung: Altersverschiebung + 2 Jahre | 2.769 |
Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgte auf Basis desselben Bestandes und mit demselben Bewertungsverfahren, wie die Ermittlung des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2015. Dabei wurde jeweils ein Parameter variiert, und die übrigen Parameter konstant gelassen. Etwaige in der Praxis vorkommende Interdependenzen zwischen einzelnen Parametern blieben unberücksichtigt.
31. Andere Rückstellungen
Eine Aufgliederung über die Entwicklung der Buchwerte der Rückstellungen ergibt sich aus folgender Übersicht:
| In TEUR | 01.01.2015 | Zugänge Erstkonsolidierung | Verbrauch | Auflösung |
|---|---|---|---|---|
| Drohende Verluste | 9.038 | 0 | 4.059 | 1.830 |
| Rechtsstreitigkeiten | 7.555 | 0 | 828 | 2.498 |
| Rückbauverpflichtungen | 3.301 | 0 | 40 | 81 |
| Mitarbeiterbeteiligungsprogramme | 4.311 | 0 | 2.249 | 0 |
| Jubiläen | 1.431 | 0 | 250 | 430 |
| Restrukturierungen | 1.305 | 0 | 1.305 | 0 |
| Gewährleistung/Garantie | 1.580 | 0 | 469 | 130 |
| Aufbewahrungskosten | 448 | 0 | 0 | 144 |
| Lizenzkosten | 5.062 | 0 | 164 | 146 |
| Übrige | 827 | 16 | 0 | 529 |
| Gesamt | 34.858 | 16 | 9.364 | 5.788 |
| davon langfristig | 9.097 | |||
| davon kurzfristig | 25.761 |
| In TEUR | Aufzinsung | Zuführung | Umgliederung | 31.12.2015 |
|---|---|---|---|---|
| Drohende Verluste | 23 | 72 | -600 | 2.644 |
| Rechtsstreitigkeiten | 0 | 1.202 | 0 | 5.431 |
| Rückbauverpflichtungen | 68 | 708 | 0 | 3.956 |
| Mitarbeiterbeteiligungsprogramme | 0 | 2.082 | 0 | 4.144 |
| Jubiläen | 0 | 107 | 0 | 858 |
| Restrukturierungen | 0 | 3.466 | 0 | 3.466 |
| Gewährleistung/Garantie | 0 | 566 | 0 | 1.547 |
| Aufbewahrungskosten | 4 | 0 | 0 | 308 |
| Lizenzkosten | 0 | 393 | 0 | 5.145 |
| Übrige | 0 | 451 | 0 | 765 |
| Gesamt | 95 | 9.047 | -600 | 28.264 |
| davon langfristig | 8.044 | |||
| davon kurzfristig | 20.220 |
Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen zum einen schwebende Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Festnetzbereich des Konzerns in Höhe von 672 Tausend Euro, wobei der Vermögensabfluss zu 282 Tausend Euro in 2016 sowie zu 390 Tausend Euro in den Jahren 2017 bis 2018 erwartet wird. Die Aufzinsung erfolgte mit 0,5 Prozent.
Zum anderen wurden Drohverlustrückstellungen für Leerstandskosten bezüglich gemieteter Shops und Bürogebäude in Höhe von 1.017 Tausend Euro gebildet, wofür der Vermögensabfluss in voller Höhe in 2016 erwartet wird – die Aufzinsung erfolgte hier mit 0,5 Prozent. Schließlich sind in den Rückstellungen für drohende Verluste erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen in Höhe von 955 Tausend Euro enthalten, wofür der voraussichtliche Vermögensabfluss in 2016 erwartet wird.
Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen wurde für Verpflichtungen zum Rückbau von Mietereinbauten an diversen Technik- und Verwaltungsstandorten des Konzerns gebildet. Der Vermögensabfluss wird nach dem voraussichtlichen Auslaufen der zugrunde liegenden Mietverträge zu 1.623 Tausend Euro in 2016 sowie zu 2.333 Tausend Euro in den Jahren 2017 bis 2025 erwartet.
Es wurden Jubiläumsrückstellungen gebildet, bei denen ein Vermögensabfluss für 2016 zu 263 Tausend Euro und für die Jahre 2017 bis 2035 zu 595 Tausend Euro erwartet wird. Bei der Berechnung der Jubiläumsrückstellungen wurde ein Zinssatz von 1,81 Prozent und eine durchschnittliche Laufzeit vom Bilanzstichtag bis zur Auszahlung von acht Jahren zu Grunde gelegt.
Die Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten betrifft die voraussichtlichen Kosten aus diversen Klagen gegen Konzerngesellschaften sowie aus sonstigen offenen Streitfragen mit Dritten. Der wesentliche Teil ist auf Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Handelspartnern und Kunden sowie wettbewerbsrechtliche Sachverhalte zurückzuführen. Der Konzern rechnet damit, dass innerhalb des Geschäftsjahres 2016 der überwiegende Teil aller Streitfragen abgewickelt werden kann. Um die Rechts- und Verhandlungspositionen nicht vorzeitig bekanntzugeben und somit zu gefährden, wird auf weitere Ausführungen hierzu verzichtet.
Nähere Ausführungen zur Bildung der Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme sind unter Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, dokumentiert.
Die Rückstellungen für Restrukturierungen enthalten im Wesentlichen personalbezogene Aufwendungen für Abfindungen. Der Vermögensabfluss für diese Rückstellungen wird für 2016 erwartet.
32. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Kreditsicherheiten
Zum Ende des Geschäftsjahres bestehen unkündbare Operating-Leasing-Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen sowie Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen in folgender Höhe:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Miet- und Leasingverpflichtungen | ||
| Innerhalb eines Jahres fällig | 36.071 | 42.664 |
| Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 65.507 | 81.112 |
| Fälligkeit länger als fünf Jahre | 12.853 | 13.351 |
| 114.431 | 137.127 | |
| davon bereits als Drohverlustrückstellung bilanziert | 1.689 | 6.272 |
| 112.742 | 130.855 | |
| Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen | ||
| Innerhalb eines Jahres fällig | 12.661 | 10.309 |
| Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 122 | 1.182 |
| Fälligkeit länger als fünf Jahre | 0 | 0 |
| 12.783 | 11.491 | |
| Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen | ||
| betreffend immaterielle Vermögenswerte | 21 | 88 |
| betreffend Sachanlagen | 419 | 130 |
| betreffend Vorräte, Aufwand und Dienstleistungen | 5.627 | 8.506 |
| 6.067 | 8.724 | |
| Gesamt | 131.592 | 151.070 |
Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen ergeben sich im Wesentlichen aus der Anmietung von Bürogebäuden und Shops sowie aus Hardwareleasing. Dem stehen zu erwartende Einnahmen aus Untermietverhältnissen von 8.501 Tausend Euro (Vorjahr angepasst: 12.697 Tausend Euro) gegenüber. Es bestehen zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Mehrzahl der Miet- und Leasingverträge Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind in allen Fällen frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen der Verträge. Die Verpflichtungen aus Wartungs-, Support- und sonstigen Verträgen bestehen überwiegend im Zusammenhang mit Verträgen für die Wartung von IT-Hardware und Datenbanken, Gebäudetechnik sowie der Netzinfrastruktur.
Die Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen betragen zum Geschäftsjahresende 7.201 Tausend Euro (Vorjahr: 8.724 Tausend Euro). Davon sind 440 Tausend Euro (Vorjahr: 218 Tausend Euro) auf die Beschaffung von Anlagevermögen zurückzuführen. Weitere Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 6.761 Tausend Euro (Vorjahr: 8.506 Tausend Euro) betreffen vorwiegend Dienstleistungen im Zusammenhang mit laufenden Projekten sowie Handelswaren, wie z. B. Mobilfunkgeräte und Zubehör. Darüber hinaus sind finanzielle Verpflichtungen aus Rechenzentrumsdienstleistungen enthalten.
Weitere Haftungsverhältnisse bestehen aus Patronatserklärungen und Mietbürgschaften und betragen zum Bilanzstichtag 16.570 Tausend Euro (Vorjahr: 14.335 Tausend Euro).
Es besteht am 31. Dezember 2015 folgende Eventualverbindlichkeit: Mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Dezember 2014 sowie gleichzeitiger Ergänzung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses traf die Finanzverwaltung folgende Regelung: Liefert der Vermittler eines Mobilfunkvertrags im eigenen Namen an den Kunden ein Mobilfunkgerät oder einen sonstigen Elektronikartikel und gewährt das Mobilfunkunternehmen dem Vermittler auf Grund vertraglicher Vereinbarung eine von der Abgabe des Mobilfunkgeräts oder sonstigen Elektronikartikels abhängige Provision bzw. einen davon abhängigen Provisionsbestandteil, handelt es sich bei dieser Provision oder diesem Provisionsbestandteil insoweit nicht um ein Entgelt für die Vermittlungsleistung an das Mobilfunkunternehmen, sondern um ein Entgelt von dritter Seite im Sinne des § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die Lieferung des Mobilfunkgeräts oder des sonstigen Elektronikartikels. Dies gilt unabhängig von der Höhe einer von dem Kunden zu leistenden Zuzahlung. Aus der Anwendung dieser Regelung ab dem 1. Januar 2015 entstehen der Gesellschaft keine berichtspflichtigen Risiken. Für die vor dem 1. Januar 2015 ausgeführten Umsätze ist es aus Sicht der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich, dass die genannte Regelung keine wesentlichen negativen umsatzsteuerrechtlichen Auswirkungen für die freenet AG haben wird. Es verbleibt für die vor dem 1. Januar 2015 für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume ausgeführten Umsätze jedoch ein geringes Risiko, bei dem Eintritt die freenet AG Vorsteuern teilweise an das Finanzamt zurückerstatten müsste.
33. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung
In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Angaben jeweils für den Gesamtkonzern (weitergeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche) gemacht. Im Geschäftsjahr 2015 wie auch im Vorjahr stammen die Zahlungsmittelflüsse ausschließlich aus weitergeführten Geschäftsbereichen.
Der Finanzmittelfonds besteht aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks, und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, jeweils mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten. Im Finanzmittelfonds sind wie im Vorjahr keine liquiden Mittel aus aufgegebenen Geschäftsbereichen enthalten.
Die Zahlungsströme werden unterteilt nach der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Für die Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde die indirekte Darstellungsmethode gewählt.
Die Position „Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar“ enthält die Veränderung der Bilanzpositionen „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“, „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte“, „Vorräte“, „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“, „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“, „Andere Rückstellungen“ sowie die Veränderung sonstiger Aktiva und Passiva, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar.
33.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Gegenüber der Vergleichsperiode erhöhte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 20,5 Millionen Euro auf 314,9 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Millionen Euro erhöht. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) erhöhte sich in 2015 um 10,3 Millionen Euro, während es im Vorjahr um 29,0 Millionen Euro angestiegen war. Der Anstieg des Net Working Capitals in 2015 um 10,3 Millionen Euro erklärt sich überwiegend aus dem planmäßigen zahlungswirksamen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten um 25,0 Millionen Euro. Als wesentlicher Gegeneffekt wirkte das im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 8,9 Millionen Euro höhere Volumen des Factorings von Handy-Optionsforderungen – wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Textziffer 34.6, Übertragung von finanziellen Vermögenswerten, dieses Konzernanhangs.
Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2015 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 44,3 Millionen Euro (Vorjahr: 40,4 Millionen Euro) aus Ertragssteuerzahlungen beziehungsweise -erstattungen.
33.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit
Im Geschäftsjahr 2015 entwickelte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -70,4 Millionen Euro auf -28,5 Millionen Euro. Dafür waren in erster Linie die im Vorjahr in Höhe von 44,6 Millionen Euro abgeflossenen Mittel für den Erwerb der Anteile an der freenet digital Group sowie den Erwerb der Ladengeschäfte der reStore GmbH verantwortlich. Zahlungszuflüsse waren im Geschäftsjahr unter anderem aus dem Verkauf von Vermögenswerten aus dem Bereich „mds Repair/Service“ zu verzeichnen. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 24, Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, des Konzernanhangs.
Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, sind in 2015 gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Millionen Euro von 27,9 Millionen Euro auf 30,4 Millionen Euro gestiegen. Die zahlungswirksamen Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen im Wesentlichen selbst erstellte Software im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung unserer IT-Systeme, die Erneuerung und Erweiterung der Ausstattung unserer Mobilfunk-Shops, den Erwerb von Nutzungsrechten sowie Investitionen in EDV-Hardware.
Die für 2015 ausgewiesenen Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen betreffen den Erwerb von 24,99% der Anteile an der EXARING – hierfür wurden im Geschäftsjahr 2015 5.000 Tausend Euro ausgezahlt, während dem Konzern über die Erstkonsolidierung der EXARING per 31. Dezember 2015 liquide Mittel in Höhe von 2.225 Tausend Euro zugingen – somit ergaben sich Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen in Höhe von 2.775 Tausend Euro.
Die innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Einzahlungen aus Zinsen sind mit 1,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben.
33.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit entwickelte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -222,9 Millionen Euro um 94,3 Millionen Euro auf -128,7 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im Mai 2015 erfolgte Emittierung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von nominal 100,0 Millionen Euro zurückzuführen.
Die Tilgungsleistungen auf Finanzschulden erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Millionen Euro von 0,3 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr ist die Tilgungsleistung überwiegend auf das platzierte Schuldscheindarlehen entfallen.
Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 192,0 Millionen Euro (Vorjahr: 185,6 Millionen Euro) belastet.
Darüber hinaus ergaben sich in 2015 Zinszahlungen, hauptsächlich auf langfristige Bankkredite, in Höhe von 34,8 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 2,2 Millionen Euro bedeutet.
33.4. Herleitung der Ausgangsgröße der Konzernkapitalflussrechnung
Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung ist das Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT). Im Folgenden ist die Herleitung dieses Ergebnisses aus der Konzerngewinn- und Verlustrechnung ersichtlich.
| In TEUR | 1.1.2015-31.12.2015 | 1.1.2014-31.12.2014 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 254.691 | 260.633 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 44.502 | 42.276 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | -418 | -1.715 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) | 298.775 | 301.194 |
34. Informationen über Finanzinstrumente
34.1. Angaben gemäß IFRS 7
Dieser Abschnitt vermittelt einen Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für den Konzern und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.
Zur Darstellung der zum 31. Dezember 2015 und zum 31. Dezember 2014 im Konzern bestehenden Finanzinstrumente, deren Zuordnung zu Klassen sowie zur Überleitung in die jeweiligen Bewertungskategorien nach IAS 39 machen wir die folgenden Angaben (Tabellen auf der gegenüberliegenden und folgenden Seite):
Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2015
| Buchwert | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Bilanz | Wertansatz | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 31.12.2015 | Fortgeführte Anschaffungs-kosten | Anschaffungs-kosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value, über das sonstige Ergebnis erfasst | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | KF | 269.761 | 269.761 | |||
| Sonstige Finanzanlagen | ZVF | 1.517 | ||||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | ZVF | 503 | 503 | |||
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair Value | ZVF | 1.014 | 1.014 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | KF | 515.447 | 515.447 | |||
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 30.955 | |||||
| Sonstige nicht derivate finanzielle Vermögenswerte | KF | 18.403 | 18.403 | |||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | ZVF | 2.802 | 2.802 | |||
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FV | 443.718 | 443.718 | |||
| Finanzschulden | FV | 638.914 | 638.914 | |||
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 150.427 | |||||
| Sonstige nicht derivate finanzielle Vermögenswerte | FV | 93.748 | 93.748 | |||
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | ZVF | 4.319 | 503 | 3.816 | ||
| Kredite und Forderungen | KF | 803.611 | 803.611 | |||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | FV | 1.176.380 | 1.176.380 |
| In TEUR | ||
| --- | --- | --- |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten | Fair Value Finanzinstrumente 31.12.2015 | |
| --- | --- | --- |
| Aktiva | ||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | -* | |
| Sonstige Finanzanlagen | ||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | ||
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair Value | 1.014 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 515.824 | |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 9.750 | |
| Sonstige nicht derivate finanzielle Vermögenswerte | 18.403 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.802 | |
| Passiva | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -* | |
| Finanzschulden | 653.158 | |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 56.679 | |
| Sonstige nicht derivate finanzielle Vermögenswerte | 93.748 | |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | 3.816 | |
| Kredite und Forderungen | 534.227* | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | 746.906* |
* Für die Positionen Zahlungsmittel/ Flüssige Mittel und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurde kein Fair Value ermittelt, jedoch stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den Fair Value dar. Dies führt dazu, dass die aggregierten Fair Values für die Bewertungskategorien KF sowie FV jeweils deutlich unter deren aggregierten Buchwerten in der Bilanz liegen.
Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2014
| Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert Bilanz | Wertansatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2014 | Fortgeführte Anschaffungs-kosten | Anschaffungs-kosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value, über das sonstige Ergebnis erfasst | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | KF | 111.944 | 111.944 | |||
| Sonstige Finanzanlagen | ZVF | 1.534 | ||||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | ZVF | 503 | 503 | |||
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair Value | ZVF | 1.031 | 1.031 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | KF | 488.063 | 488.063 | |||
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 35.829 | |||||
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | KF | 25.069 | 25.069 | |||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | ZVF | 2.843 | 2.843 | |||
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FV | 370.471 | 370.471 | |||
| Finanzschulden | FV | 538.556 | 538.375 | |||
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 162.669 | |||||
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | FV | 88.067 | 88.067 | |||
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||||||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | ZVF | 4.377 | 503 | 3.874 | ||
| Kredite und Forderungen | KF | 625.076 | 625.076 | |||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | FV | 997.094 | 996.913 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten | Fair Value Finanzinstrumente | |
|---|---|---|
| In TEUR | 31.12.2014 | |
| --- | --- | --- |
| Aktiva | ||
| Zahlungsmittel/Flüssige Mittel | -* | |
| Sonstige Finanzanlagen | ||
| Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten | ||
| Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair Value | 1.031 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 488.415 | |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 7.917 | |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte | 25.069 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.843 | |
| Passiva | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -* | |
| Finanzschulden | 571.159 | |
| Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 74.602 | |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 88.067 | |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | 3.874 | |
| Kredite und Forderungen | 513.484* | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | 659.226* |
*Für die Positionen Zahlungsmittel/ Flüssige Mittel und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurde kein Fair Value ermittelt, jedoch stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den Fair Value dar. Dies führt dazu, dass die aggregierten Fair Values für die Bewertungskategorien KF sowie FV jeweils deutlich unter deren aggregierten Buchwerten in der Bilanz liegen.
Die nicht finanziellen Vermögenswerte stellen jenen Teil der Bilanzposition „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.
Die nicht finanziellen Verbindlichkeiten stellen jenen Teil der Bilanzposition „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“ dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.
Der beizulegende Zeitwert von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert. Ursächlich hierfür sind die kurzen Restlaufzeiten dieser Finanzinstrumente.
Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechenden Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Zinsparameter. Zwischen den Buchwerten dieser Finanzinstrumente und den beizulegenden Zeitwerten bestehen aufgrund der anhand der Effektivzinsmethode vorgenommenen Abzinsung nur geringe Unterschiede.
Bei den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten setzt der Konzern als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.
Die sonstigen Finanzanlagen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist, erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht für sie kein aktiver Markt. Weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.
Bei den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten setzt der Konzern als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.
Der beizulegende Zeitwert der kurzfristigen Finanzschulden entspricht aufgrund der Fristigkeit dem Buchwert. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Finanzschulden übersteigt den Buchwert zum 31. Dezember 2015 um 14.244 Tausend Euro. Diese Differenz entfällt in Höhe von 8.494 Tausend Euro auf die Bewertung der Unternehmensanleihe und wurde aufgrund des Börsenkurses dieser Unternehmensanleihe zum Bilanzstichtag ermittelt. Des Weiteren ergab sich eine Differenz in Höhe von 5.750 Tausend Euro aus der Bewertung der Schuldscheindarlehen zum beizulegenden Zeitwert; dieser wurde anhand von aktuellen Einschätzungen zum eigenen Kreditrisiko und zum Zinsniveau jeweils zum Bewertungsstichtag ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert der nicht börsengehandelten derivativen Finanzinstrumente wird vom Konzern anhand anerkannter finanzmathematischer Methoden (Discounted-Cashflow-Methode beziehungsweise Optionspreismodelle) bestimmt. Im Einzelnen werden die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanzinstrument auf Grundlage der relevanten Zinsstruktur- und Forward-Kurven ermittelt und anschließend zum Stichtag diskontiert. Periodisch erfolgt ein Abgleich der von den externen Vertragspartnern erhaltenen Marktwertbestätigungen mit den intern ermittelten Marktwerten. Zum 31. Dezember 2015 bestehen im Konzern keine derivativen Finanzinstrumente.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige finanzielle Verbindlichkeiten und Abgrenzungen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen daher annähernd den beizulegenden Zeitwert dar.
In der nachfolgenden Übersicht wird dargelegt, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente als auch die Bewertung der gemäß IFRS 7 zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen Finanzinstrumente basiert. Die einzelnen Levels sind dabei gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:
| • | Level 1: |
Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.
| • | Level 2: |
Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich jedoch für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.
| • | Level 3: |
Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Inputfaktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).
Fair-Value-Hierarchie zum 31. Dezember 2015
| In TEUR | Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.802 | 2.802 | 0 | 0 |
| Sonstige Finanzanlagen | 1.014 | 1.014 | 0 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 79.702 | 0 | 0 | 79.702 |
| Passiva | ||||
| Finanzschulden | 632.142 | 408.116 | 0 | 224.026 |
Fair-Value-Hierarchie zum 31. Dezember 2014
| In TEUR | Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.843 | 2.843 | 0 | 0 |
| Sonstige Finanzanlagen | 1.031 | 1.031 | 0 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 79.249 | 0 | 0 | 79.249 |
| Passiva | ||||
| Finanzschulden | 550.646 | 427.232 | 0 | 123.414 |
Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2015 sowie im Vorjahr folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2015
| In TEUR | Aus Zinsen | Aus der Folgebewertung | Aus | Nettoergebnis | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zum beizulegenden Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst | Wertberichtigungen/ Forderungsverluste | Abgang | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) | 0 | -57 | 0 | 0 | -57 |
| Kredite und Forderungen (KF) | -251 | 0 | -44.309 | -87 | -44.647 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) | -39.436 | 0 | 0 | 0 | -39.436 |
| Gesamt | -39.687 | -57 | -44.309 | -87 | -84.140 |
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2014 (angepasst)
| In TEUR | Aus Zinsen | Aus der Folgebewertung | Aus Abgang | Nettoergebnis | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zum beizulegenden Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst | Wertberichtigungen/ Forderungsverluste | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) | 0 | -43 | 0 | 0 | -43 |
| Kredite und Forderungen (KF) | 1.298 | 0 | -38.132 | 384 | -36.450 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) | -35.609 | 0 | 0 | 0 | -35.609 |
| Gesamt | -34.311 | -43 | -38.132 | 384 | -72.102 |
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus Krediten und Forderungen enthalten Veränderungen in den Wertberichtigungen, Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung sowie Zahlungseingänge und Wertaufholungen aus ursprünglich abgeschriebenen Krediten und Forderungen.
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der finanziellen Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten, beinhalten die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der finanziellen Verbindlichkeit aus der Put-Option im Zusammenhang mit dem Erwerb der MOTION TM (Buchwert der Verbindlichkeit zum 31. Dezember 2015: 12.870 Tausend Euro; Vorjahr: 8.260 Tausend Euro). Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Unternehmenswertes ergibt, dass die finanzielle Verbindlichkeit bei einer Erhöhung des Unternehmenswertes um 10 Prozent um 1,2 Millionen Euro höher, bei einer Verringerung des Unternehmenswertes um 10 Prozent um 1,2 Millionen Euro geringer angesetzt worden wäre.
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente umfassen Wertminderungen.
Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten setzen sich aus Zinsaufwendungen zusammen.
Angaben über Zinserträge und Zinsaufwendungen der nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten basieren auf der Anwendung der Effektivzinsmethode.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2015
| In TEUR | Bruttobetrag vor Saldierung | Saldierungsbeträge | Nettobetrag in der Bilanz | Fair Value finanzieller Sicherheiten | Gesamtnettobetrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 521.447 | 6.000 | 515.447 | 0 | 515.447 |
| Gesamt | 521.447 | 6.000 | 515.447 | 0 | 515.447 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 449.718 | 6.000 | 443.718 | 4.000 | 439.718 |
| Gesamt | 449.718 | 6.000 | 443.718 | 4.000 | 439.718 |
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2014
| In TEUR | Bruttobetrag vor Saldierung | Saldierungsbeträge | Nettobetrag in der Bilanz | Fair Value finanzieller Sicherheiten | Gesamtnettobetrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 494.063 | 6.000 | 488.063 | 0 | 488.063 |
| Gesamt | 494.063 | 6.000 | 488.063 | 0 | 488.063 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 376.471 | 6.000 | 370.471 | 4.000 | 366.471 |
| Gesamt | 376.471 | 6.000 | 370.471 | 4.000 | 366.471 |
Aufgrund einer Vereinbarung mit einem Netzbetreiber zur Anpassung von Zahlungskonditionen werden monatliche Vorauszahlungen für die vom Netzbetreiber erbrachten Mobilfunkdienste geleistet. Diese werden am Bilanzstichtag saldiert und im Folgemonat verrechnet.
34.2. Grundsätze und Ziele des Finanzrisikomanagements und Kapitalrisikomanagements
Der freenet Konzern unterliegt hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Marktrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Ausfallrisiken.
Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken laufend zu überwachen sowie durch die operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.
Die Grundzüge der Finanzpolitik, deren Bausteine nachstehend erläutert sind, werden vom Vorstand festgelegt. Daneben bedürfen bestimmte Finanztransaktionen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand.
Die Abteilung Konzern-Treasury erbringt Dienstleistungen an die Geschäftsbereiche und koordiniert den Zugang zu den Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert sie die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Markt- und Liquiditätsrisiken durch eine regelmäßige interne Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Oberste Priorität für die Abteilung Konzern-Treasury hat der Grundsatz der Risikominimierung; als ein weiteres wichtiges Ziel wird die Optimierung des Zinsergebnisses angesehen. Ein umsichtiges durch die Abteilung Konzern-Treasury gesteuertes Liquiditätsmanagement umfasst das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln, die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien und die Möglichkeit, offene Marktpositionen zu schließen. Liquiditätsrisiken werden durch die permanente Überwachung des Finanzstatus und ausreichende Reserven in Form von Kreditlinien reduziert.
Der Abteilung Konzern-Treasury obliegt die Überwachung der Ausfallrisiken großer Debitoren (insbesondere Distributoren, Händler und anderer B2B-Partner) sowie die regelmäßige interne Risikoberichterstattung bezüglich dieser Risiken. Forderungen gegen Endkunden werden in der Abteilung Forderungsmanagement überwacht. Eines ihrer Hauptziele ist es, die Aufwendungen aus dem Ausfall beziehungsweise der Wertberichtigung von Forderungen gegen Endkunden und Vertriebspartnern zu minimieren.
Das Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern.
Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen (financial covenants), deren Nichterreichung unter Umständen die sofortige Fälligstellung der Kredite nach sich ziehen könnte, zu überwachen. Die wesentlichen financial covenants sind in Bezug auf die Eigenkapitalquote des Konzerns sowie den Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Netto-Finanzverschuldung zu EBITDA) definiert. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel „Finanzmanagement“ im Konzernlagebericht. Zum Bilanzstichtag sind sämtliche Covenants-Kennzahlen erfüllt.
Das Verhältnis zwischen der Konzern-Nettofinanzverschuldung und dem Konzern-Eigenkapital (Gearing) ist eine weitere Steuerungsgröße des Kapitalrisikomanagements. Das Gearing beträgt zum Bilanzstichtag 0,27 (Vorjahr: 0,33).
Um die Kapitalstruktur aktiv zu steuern, kann das Management Vermögenswerte verkaufen, um dadurch die Verschuldung zu reduzieren sowie andere Maßnahmen ergreifen wie beispielsweise die Ausgabe neuer Aktien.
Die nachfolgenden Angaben zu den einzelnen Risiken basieren auf Informationen, wie sie dem Vorstand vorgelegt werden.
34.3. Marktrisiko
Die Aktivitäten unseres Konzerns sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen und Wechselkursen ausgesetzt.
34.3.1. Zinsänderungsrisiko
Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten resultieren aus einer festverzinslichen Unternehmensanleihe (zum 31. Dezember 2015 bilanziert: 419,5 Millionen Euro), die im Rahmen der Neufinanzierung im April 2011 aufgenommen worden war sowie aus einem im Dezember 2012 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen (zum 31. Dezember 2015 mit einem Saldo von insgesamt 118,9 Millionen Euro ausgewiesen – davon entfallen 55,0 Millionen Euro auf die Tranchen mit variabler Verzinsung) und aus einem im Mai 2015 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen (zum 31. Dezember 2015 mit einem Saldo von insgesamt 100,3 Millionen Euro ausgewiesen – davon entfallen 24,9 Millionen Euro auf die Tranchen mit variabler Verzinsung). Zudem besteht im Konzern eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt 300,0 Millionen Euro, die zum Jahresende nicht gezogen war.
Zum 31. Dezember 2015 weist der Konzern variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 79,9 Millionen Euro aus. Diesbezüglich ist der Konzern Zinsrisiken ausgesetzt. Die Zinsänderungsrisiken sind nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand (der im Wesentlichen auf Basis von EONIA beziehungsweise EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird) als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.
Die Abteilung Konzern-Treasury überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.
Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet der Konzern eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen von Zinssatzänderungen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigt.
Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden.
In der Bilanz sind unter den kurzfristigen und langfristigen Finanzschulden zum 31. Dezember 2015 Verbindlichkeiten in Höhe von 638,9 Millionen Euro ausgewiesen, davon 79,9 Millionen Euro variabel verzinslich. Die variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten waren zum Stichtag mit 1,3 Prozent verzinst. Die Unternehmensanleihe ist zu 7,1 Prozent verzinst.
Die zum 31. Dezember 2015 bestehenden Finanzschulden werden zu 420,5 Millionen Euro im kurzfristigen Bereich ausgewiesen. Eine verpflichtende Tilgung für 2016 besteht dabei für die Rückzahlung der im April 2016 fälligen Unternehmensanleihe über 400,0 Millionen Euro sowie 20,5 Millionen Euro für erwartete Zahlungen aufgelaufener Zinsen. Anhand von Marktschätzungen ergibt sich eine für 2016 erwartete Verzinsung für variabel verzinsliche Kredite in einem Korridor zwischen 1,3 und 2,3 Prozent. Daraus würden sich in 2016 auf die gesamten Finanzschulden Auszahlungen für Zinsen in Höhe von 32,0 Millionen Euro ergeben. Aus der Nettoposition von variabel verzinslichen Aktiva und Passiva, die zum beizulegendem Zeitwert bewertet wurden, hätte eine parallele Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach oben einen Ergebniseffekt vor Steuern von -157 Tausend Euro (Vorjahr angepasst: -30 Tausend Euro), eine Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach unten einen Ergebniseffekt vor Steuern von 157 Tausend Euro (Vorjahr angepasst: 30 Tausend Euro).
Geldmarktfonds unterliegen marginalen Zinsschwankungen, so dass sich grundsätzlich Kursverluste ergeben können. Es besteht kein signifikantes Risiko, da die Gelder in Fonds sehr kurzfristig angelegt werden. Vertraglich festgelegte Fälligkeits- oder Zinsanpassungstermine bestehen nicht, eine Rendite ergibt sich aus der Veränderung des Kurswerts und etwaiger Ausschüttungen. Aus den in der Bilanz unter den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Finanzinvestitionen in Geldmarktfonds und Anleihen hätte eine Veränderung des Kurses der erworbenen Anteile um 5 Prozent nach oben einen Eigenkapitaleffekt von 133 Tausend Euro (Vorjahr: 135 Tausend Euro), eine Veränderung des Kurses um 5 Prozent nach unten einen Eigenkapitaleffekt von -133 Tausend Euro (Vorjahr: -135 Tausend Euro).
Für die übrigen verzinslichen Vermögenswerte und Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.
Zinssatzänderungen beeinflussen festverzinsliche Finanzinstrumente nur dann, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die finanziellen Verbindlichkeiten von freenet sind daher keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt, da diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.
34.3.2. Fremdwährungsrisiko
Im Konzern werden in unwesentlichem Umfang Geschäfte in Fremdwährungen getätigt. Die Währungssicherung erfolgt, i. d. R. durch den Abschluss von Devisentermingeschäften oder, falls nötig, mittels vorgehaltener Barbestände in Fremdwährung.
Insgesamt misst der Konzern dem Fremdwährungsrisiko eine zu vernachlässigende Bedeutung bei.
34.4. Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.
Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Es werden hierbei unterschiedliche Planungshorizonte betrachtet, die sich bis zu einem Jahr erstrecken. Die kurzfristige Liquiditätsplanung und -steuerung erfolgt auf Tagesbasis jeweils für die nächsten drei Monate im Voraus. Diese Planung wird täglich von der Abteilung Konzern-Treasury in Abstimmung mit dem Rechnungswesen und dem Controlling auf der Grundlage von Ist-Daten aktualisiert.
Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken weiterhin durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Außerdem erfolgen Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Um das Liquiditätsrisiko zu verringern, bedient sich der Konzern einer großen Bandbreite verschiedener Finanzierungsinstrumente.
Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen, an der die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.
Der Konzern erwartet, dass er seine sonstigen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann.
Zum Bilanzstichtag hat der Konzern die in Höhe von 300,0 Millionen Euro eingeräumte revolvierende Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Der Gesellschaft ist es in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren.
Wertpapiere (im Depot befindliche Geldmarktfonds und Anleihen) können innerhalb kurzer Frist liquidiert werden. Bei den Beteiligungen besteht keine Veräußerungsabsicht. Im Falle eines notwendigen Verkaufs dieser Beteiligungen wäre die kurzfristige Abwicklung unter Umständen erschwert, da für diese Anteile kein organisierter Kapitalmarkt besteht.
Der finanzielle und operative Spielraum des Konzerns wird durch bestimmte Regelungen der Kreditverträge eingeschränkt. Diese legen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns am Ende des Geschäftsjahres 2015 und 2014 ersichtlich:
Finanzverbindlichkeiten
| Buchwert 31.12.2015 | Cashflows 2016 | |||
|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 443.718 | 443.718 | ||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 638.914 | 31.994 | 1.056 | 420.532 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 93.748 | 51.296 |
| Cashflows 2017 | |||
|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 3.492 | 1.077 | 54.464 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 29.582 |
| Cashflows 2018 und später | |||
|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 7.091 | 1.948 | 163.918 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 12.870 |
Finanzverbindlichkeiten
| Buchwert 31.12.2014 | Cashflows 2015 | |||
|---|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 370.471 | 369.931 | ||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 538.556 | 30.775 | 963 | 20.333 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 88.067 | 49.716 |
| Cashflows 2016 | |||
|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 540 | ||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 30.769 | 966 | 398.588 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 29.821 |
| Cashflows 2017 und später | |||
|---|---|---|---|
| In TEUR | Zins fix | Zins variabel | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) | 3.881 | 2.462 | 119.635 |
| Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 8.530 |
34.5. Ausfallrisiko
Ein Kreditausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen aufgrund des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen. Dieser tritt ein, wenn der Vertragspartner nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen innerhalb der Fälligkeit nachzukommen.
Bei der Betrachtung der Ausfallrisiken stehen im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 21, Forderungen und sonstige Vermögenswerte. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt.
Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High-Spender-Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos.
Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Gegebenenfalls führt das Erreichen des Limits zu einer Liefersperre.
Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Kreditausfallrisiken gegenüber Großkunden (Händler und Distributoren im Bereich Mobilfunk) abgesichert. Um das Kreditausfallrisiko zu minimieren, hat der Konzern einen bestimmten Anteil dieser Umsätze versichert. Jeden Monat meldet die Abteilung Konzern-Treasury der Versicherung die aktuellen Umsätze des jeweiligen Großkunden. Im Zusammenhang mit dieser Meldung berechnet die Versicherung das zu versichernde Umsatzvolumen. Die Risiken bei nicht versicherten Kunden sind durch ein internes Limitsystem begrenzt – in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Ausfallrisiken gegenüber Endkunden sind nicht abgesichert.
Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumen des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditausfallrisikos, da der Kundenbestand breit ist und keine Korrelationen bestehen.
Eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen trägt den Ausfallrisiken Rechnung. Eine Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten erfolgt jeweils, wenn der Konzern die Forderung für uneinbringlich hält.
Wertpapiere und liquide Mittel sind im Wesentlichen bei deutschen Großbanken angelegt. Durch die Streuung auf verschiedene Banken wird das Ausfallrisiko deutlich eingeschränkt. Die Anlagen werden bezüglich ihrer laufenden und zukünftig erwarteten Rendite ständig von der Abteilung Konzern-Treasury überwacht.
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
Bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente.
34.6. Übertragung von finanziellen Vermögenswerten
Seit geraumer Zeit bietet der freenet Konzern seinen Endkunden mit der sogenannten Handy-Option die Möglichkeit, höherwertige Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen. Diese Handy-Options-Verträge werden unverändert wie folgt bilanziert: freenet hat nach der Übergabe des Mobiltelefons an den Kunden diesem gegenüber einen unbedingten Zahlungsanspruch aus der Handy-Option. In Höhe des Barwertes der vom Kunden über die Vertragslaufzeit zu zahlenden monatlichen Zusatzbeiträge für das höherwertige Handy erfasst freenet bei Vertragsschluss und Handy-Übergabe eine Forderung. Mit der steigenden Bereitschaft der Kunden, für hochwertige Smartphones entsprechend mehr zu zahlen, hat sich in den vergangenen Geschäftsjahren der Teil des Postpaid-Kundenbestands, der eine solche Handy-Option gewählt hat, stetig erhöht. So sind auch die in den langfristigen und kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bilanzierten Forderungs-Abgrenzungen aus Handy-Option stetig gestiegen. Für den freenet Konzern bedeutet dies seit Jahren eine steigende Kapitalbindung: die heutigen hochwertigen Smartphones sind im Einkauf teurer als frühere Mobiltelefone, und während die Zahlungsabflüsse für die Beschaffung dieser Geräte bereits vor oder bei Vertragsabschluss mit den Endkunden erfolgen, verteilen sich die Zahlungseingänge aus der Handy-Option auf die 24 Monate des Vertragsverhältnisses mit den Endkunden.
Vor diesem Hintergrund hat der Konzern seit dem Vorjahr eine Factoring-Vereinbarung mit einer Bank abgeschlossen. Bei dem Vertrag handelt es sich um einen Rahmenvertrag mit unbegrenzter Laufzeit. Quartalsweise ist ein Verkauf von Handy-Options-Forderungen möglich. Die Bank kauft die Forderungen mit einem festen Delkredere-Abschlag an, außerdem berechnet sie an freenet Finanzierungszinsen sowie Gebühren. Die relevanten Risiken (wie im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko) und Chancen gehen auf die Bank über, so dass die verkauften Forderungen vollständig ausgebucht werden. Der freenet Konzern trägt weiterhin das Spätzahlungsrisiko und ist darüber hinaus für Einzug und Verwaltung der verkauften Forderungen (sog. „Servicing“) verantwortlich.
Aus den im Berichtsjahr quartalsweise vorgenommenen Verkäufen (Nominalvolumen 119,8 Millionen Euro, Vorjahr: 131,4 Millionen Euro) wurden insgesamt 2,5 Millionen Euro (Vorjahr: 1,7 Millionen Euro) aufwandswirksam erfasst. Davon betreffen 1,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1,3 Millionen Euro) das von der Bank übernommene Ausfallrisiko (Delkredere-Abschlag und Gebühren) und 0,7 Millionen Euro Zinsaufwendungen aus dem Spätzahlungsrisiko (Vorjahr: 0,4 Millionen Euro). Zum Bilanzstichtag sind Forderungen in Höhe von 58,5 Millionen Euro (Vorjahr: 49,6 Millionen Euro) verkauft und ausgebucht aber noch nicht bezahlt. Die aus dem Spätzahlungsrisiko und dem Servicing zu erwartenden Aufwendungen in Höhe von 10 Tausend Euro (Vorjahr: 7 Tausend Euro) werden über die Restlaufzeit der Forderungen (6 Monate) realisiert. Das maximale Verlustrisiko für den Konzern beträgt 0,6 Millionen Euro (Vorjahr: 0,5 Millionen Euro).
Die Bank tritt monatlich die in der abgelaufenen Finanzierungsperiode neu ausgefallenen Forderungen zu einem festen Preis automatisch an die freenet ab. Der Rückkauf hat weder Auswirkungen auf die Aufteilung des Forderungsausfallrisikos noch auf die Liquidität des freenet Konzern.
Im Rahmen von sonstigen Forderungsverkäufen wurden im Geschäftsjahr 2015 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe 0,5 Millionen Euro veräußert. Die für die Risikobeurteilung relevanten Risiken hinsichtlich der verkauften Forderungen sind von untergeordneter Bedeutung.
35. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
35.1. Übersicht
Zwischen dem Konzern und nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen fanden folgende wesentliche Geschäftsvorfälle statt:
| In TEUR | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Erlöse aus der Berechnung von Dienstleistungen | ||
| Gemeinschaftsunternehmen | ||
| FunDorado GmbH, Hamburg | 377 | 316 |
| Gesamt | 377 | 316 |
Zum 31. Dezember 2015 bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen:
| In TEUR | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Forderungen aus laufendem Leistungsverkehr | ||
| Gemeinschaftsunternehmen | ||
| FunDorado GmbH, Hamburg | 44 | 38 |
| Gesamt | 44 | 38 |
Den Arbeitnehmervertretern des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2015 Gesamtbezüge in Höhe von insgesamt 460 Tausend Euro (Vorjahr: 436 Tausend Euro) gewährt.
Allen Transaktionen lagen Marktpreise zugrunde. Sicherheiten bestehen nicht.
35.2. Vorstandsvergütung
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus einem jährlichen Fixgehalt, jährlichen variablen Bezügen sowie Bezügen mit langfristiger Anreizwirkung zusammen. Daneben bestehen Pensionszusagen. Die jährlichen variablen Bezüge resultieren jeweils aus einer jährlichen Zielvereinbarung, wobei als Einzelziele regelmäßig bestimmte Ausprägungen der wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren des freenet Konzerns festgelegt werden. Bezüglich der Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den LTIP-Programmen in Textziffer 26.1 sowie 26.2 dieses Anhangs.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzte sich im Berichtsjahr und Vorjahr im Einzelnen wie folgt zusammen:
Vorstandsbezüge 2015
| In TEUR | Festbezüge | Sonstige variable Bezüge | Zwischensumme | Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 1 | Gesamt Bezüge |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 765 | 639 | 1.404 | 1.283 | 2.687 |
| Joachim Preisig | 544 | 512 | 1.056 | 531 | 1.587 |
| Stephan Esch | 492 | 256 | 748 | 343 | 1.091 |
| Gesamt | 1.801 | 1.407 | 3.208 | 2.157 | 5.365 |
Vorstandsbezüge 2014
| In TEUR | Festbezüge | Sonstige variable Bezüge | Zwischensumme | Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 1 | Gesamt Bezüge |
|---|---|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 767 | 659 | 1.426 | 1.632 | 3.058 |
| Joachim Preisig | 432 | 540 | 972 | 1.220 | 2.192 |
| Stephan Esch | 442 | 162 | 604 | 660 | 1.264 |
| Gesamt | 1.641 | 1.361 | 3.002 | 3.512 | 6.514 |
1) Es handelt sich um variable Vergütungen aus dem LTIP-Programm, einschließlich im Geschäftsjahr zahlungsunwirksamer und gemäß IFRS 2 bewerteter Bezüge
Zur Zusammensetzung der variablen Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung geben wir folgende Aufstellung:
Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2015
| In TEUR | LTIP-Programm Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam) | LTIP-Programm Bezüge aus geflossenen Zahlungen | Gesamt Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung |
|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | 1.283 | 0 | 1.283 |
| Joachim Preisig | -1.072 | 1.603 | 531 |
| Stephan Esch | -378 | 721 | 343 |
| Gesamt | -167 | 2.324 | 2.157 |
Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2014
| In TEUR | LTIP-Programm Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam) | LTIP-Programm Bezüge aus geflossenen Zahlungen | Gesamt Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung |
|---|---|---|---|
| Christoph Vilanek | -648 | 2.280 | 1.632 |
| Joachim Preisig | 829 | 391 | 1.220 |
| Stephan Esch | 484 | 176 | 660 |
| Gesamt | 665 | 2.847 | 3.512 |
Am 26. Februar 2014 waren mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen worden, die neue langfristige variable Gehaltsbestandteile (sogenannte „LTIP “) gewähren. Wir verweisen hierzu auf Textziffer 26.2 dieses Anhangs.
In 2011 war den Mitgliedern des Vorstands erstmals ein LTIP-Programm gewährt worden. Wir verweisen auf Textziffer 26.1 dieses Anhangs.
Im Geschäftsjahr 2015 kam es aus den LTIP-Programmen zu Barauszahlungen in Höhe von insgesamt 2.324 Tausend Euro (Vorjahr: 2.847 Tausend Euro), und zwar an Herrn Vilanek in Höhe von 0 (Vorjahr: 2.280 Tausend Euro), an Herrn Preisig in Höhe von 1.603 Tausend Euro (Vorjahr: 391 Tausend Euro) sowie an Herrn Esch in Höhe von 721 Tausend Euro (Vorjahr: 176 Tausend Euro). Mit den Barauszahlungen an die Herren Preisig und Esch wurde jeweils deren altes LTIP-Programm (Zielerreichungsjahre 2011 bis 2014) vollständig abgelöst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 befinden sich alle drei Vorstände im neuen LTIP-Programm - mit den Zielerreichungsjahren 2014 bis 2018 für Herrn Vilanek sowie 2015 bis 2019 für die Herren Preisig und Esch.
Zum 31. Dezember 2015 beträgt der Stand der Rückstellung für die LTIP-Programme für Herrn Vilanek 2.488 Tausend Euro (Vorjahr: 1.205 Tausend Euro), für Herrn Preisig 993 Tausend Euro (Vorjahr: 2.065 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 662 Tausend Euro (Vorjahr: 1.040 Tausend Euro).
Insgesamt ergaben sich in 2015 Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB/Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 17 (DRS 17) in Höhe von 3.208 Tausend Euro (Vorjahr: 13.401 Tausend Euro). Dabei sind in 2015 keine Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung enthalten, da diese jeweils in den Geschäftsjahren der Gewährung der Vergütungsinstrumente nach HGB bereits ausgewiesen worden waren. Im Vorjahr 2014 war in diesen Bezügen, zusätzlich zur Zwischensumme aus Festbezügen und sonstigen variablen Bezügen in Höhe von 3.002 Tausend Euro, der beizulegende Zeitwert des gesamten neuen LTIP-Programms zum Gewährungszeitpunkt am 26. Februar 2014, mithin 10.399 Tausend Euro (davon 5.545 Tausend Euro entfallend auf Herrn Vilanek, 2.912 Tausend Euro entfallend auf Herrn Preisig sowie 1.942 Tausend Euro entfallend auf Herrn Esch) ausgewiesen worden.
Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Im Februar 2014 wurden an den Pensionszusagen aller drei Vorstände Anpassungen vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf den Abschnitt „Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung“ im Vergütungsbericht des Vorstands im Konzernlagebericht.
Zum 31. Dezember 2015 betrug die Defined Benefit Obligation (DBO) für Herrn Vilanek 2.686 Tausend Euro (Vorjahr: 2.641 Tausend Euro), für Herrn Preisig 3.180 Tausend Euro (Vorjahr: 3.214 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 2.671 Tausend Euro (Vorjahr: 2.826 Tausend Euro). Die DBO für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2015 insgesamt 7.625 Tausend Euro (Vorjahr: 8.779 Tausend Euro).
Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende Dienstzeitaufwendungen von 1.020 Tausend Euro (Vorjahr: 531 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2015 mit 446 Tausend Euro (Vorjahr: 238 Tausend Euro) auf Herrn Vilanek, mit 314 Tausend Euro (Vorjahr: 126 Tausend Euro) auf Herrn Preisig sowie mit 260 Tausend Euro (Vorjahr: 167 Tausend Euro) auf Herrn Esch.
In 2015 wurden im Personalaufwand für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen keine nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwendungen erfasst. Im Vorjahr waren nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen in Höhe von 2.136 Tausend Euro erfasst worden, wovon 501 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, 1.422 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie 213 Tausend Euro auf Herrn Esch entfielen.
Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
35.3. Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
| • | einer Basisvergütung, |
| • | Sitzungsentgelten und, |
| • | einer erfolgsabhängigen Vergütung. |
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.
Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats – mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses – angehören, erhalten zusätzlich für an jeder teilgenommenen Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag.
Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.
Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2015 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 403 Tausend Euro sowie 90 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 403 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2015 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 896 Tausend Euro.
Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.
Es wurden keinem der Aufsichtsratsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Aufsichtsratsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.
Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden.
Vergütung für das Geschäftsjahr 2015
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 14,0 | 60,0 | 134,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 5,0 | 45,0 | 95,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 9,0 | 30,0 | 69,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 12,0 | 30,0 | 72,0 |
| Sabine Christiansen | 25,5 | 3,0 | 25,6 | 54,1 |
| 400,5 | 90,0 | 400,6 | 891,1 | |
| Ehemalige Mitglieder | ||||
| Achim Weiss | 2,5 | 0,0 | 2,5 | 5,0 |
| Gesamt | 403,0 | 90,0 | 403,1 | 896,1 |
1Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
Vergütung für das Geschäftsjahr 2014
| In TEUR | Basisvergütung | Sitzungsentgelte | Erfolgsabhängige Vergütung | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Mitglieder | ||||
| Dr. Hartmut Schenk | 60,0 | 12,0 | 60,0 | 132,0 |
| Knut Mackeprang1 | 45,0 | 6,0 | 45,0 | 96,0 |
| Claudia Anderleit1 | 30,0 | 6,0 | 30,0 | 66,0 |
| Birgit Geffke1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Thorsten Kraemer | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Ronny Minak1 | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Michael Stephan1 | 30,0 | 7,0 | 30,0 | 67,0 |
| Prof. Dr. Helmut Thoma | 30,0 | 5,0 | 30,0 | 65,0 |
| Gesine Thomas1 | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Marc Tüngler | 30,0 | 8,0 | 30,0 | 68,0 |
| Robert Weidinger | 30,0 | 11,0 | 30,0 | 71,0 |
| Achim Weiss | 30,0 | 4,0 | 30,0 | 64,0 |
| Gesamt | 405,0 | 84,0 | 405,0 | 894,0 |
1Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.
36. Unternehmenserwerbe
In 2015 erwarb der Konzern in mehreren Schritten eine Beteiligung in Höhe von 24,99 Prozent der Geschäftsanteile und Stimmrechte an der Gesellschaft EXARING AG, München. Der Konzern erlangte die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen am 15. Dezember 2015. Die Beherrschung ergibt sich trotz einer nicht vorliegenden Mehrheit bezüglich der Stimmrechte aus substanziellen vertraglichen Rechten im Sinne des IFRS 10. Diese vertraglichen Rechte geben dem Konzern die Möglichkeit, über eine mehrheitliche Besetzung der Organe der EXARING Verfügungsgewalt zu erlangen und die Renditen der EXARING zu beeinflussen.
Als Stichtag der Erstkonsolidierung im Konzernabschluss der freenet AG wurde aus Vereinfachungsgründen der 31. Dezember 2015 gewählt. Mit diesem Erwerb erfolgte eine Frühphaseninvestition in ein Geschäftsvorhaben im Bereich IP-TV. Mit einer intelligenten und performanten Lösung möchte die EXARING einer Vielzahl erreichbarer deutscher Haushalte eine TV-Lösung in höchster Qualität und zu attraktiven Konditionen bieten – versehen mit einer Reihe anspruchsvoller Zusatzfunktionen.
Für den Anteil von 24,99 Prozent wurde ein Barkaufpreis in Höhe von 25.000 Tausend Euro vereinbart, der keinen Anpassungen unterliegt und somit final ist, da auch keine bedingten Kaufpreisbestandteile vorliegen. Von diesem Barkaufpreis flossen dem Konzern im vierten Quartal 2015 5.000 Tausend ab und wurden in die Kapitalrücklage der erworbenen Gesellschaft eingelegt – die restlichen 20.000 Tausend Euro werden dem Konzern in 2016, wiederum durch Einlage in die Kapitalrücklage der EXARING, abfließen.
Die bezüglich des Erwerbs der EXARING nach IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation hat vorläufigen Charakter, da die den identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden beizulegenden Zeitwerte erst provisorisch bestimmt werden konnten.
Über die zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung zu beizulegenden Zeitwerten übernommenen Vermögenswerte und Schulden der EXARING gibt die folgende Übersicht Auskunft:
Vermögenswerte und Schulden der EXARING zum 31. Dezember 2015 zu beizulegenden Zeitwerten
| Aktiva | Passiva | ||
|---|---|---|---|
| in TEUR | 31 . 12.2015 | in TEUR | 31 . 12 . 2015 |
| --- | --- | --- | --- |
| Langfristiges Vermögen | Nichtbeherrschende Anteile am Eigenkapital | 50.040 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 73.013 | ||
| Goodwill | 687 | Langfristige Schulden | |
| Sachanlagen | 1.225 | Latente Ertragsteuerschulden | 21.761 |
| 74.925 | 21.761 | ||
| Kurzfristiges Vermögen | Kurzfristige Schulden | ||
| Laufende Ertragsteueransprüche | 2 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 876 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 20.595 | Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | 54 |
| Liquide Mittel | 2.225 | Andere Rückstellungen | 16 |
| 22.822 | 946 | ||
| 97.747 | 72.747 |
Die Differenz zwischen den Aktiva und Passiva in Höhe von 25.000 Tausend Euro stellt den Kaufpreis dar. Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation ergibt sich ein Goodwill in Höhe von 687 Tausend Euro, der im Wesentlichen auf den nicht separat bilanzierungsfähigen Mitarbeiterstamm zurückzuführen ist. Der Goodwill ist der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „TV“ zugeordnet worden. Die übernommenen immateriellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen ein günstiges Nutzungsrecht an einem Leitungsnetz in Höhe von 68.874 Tausend Euro sowie das Recht, dieses Leitungsnetz nach dem Ablauf des genannten Nutzungsrechts käuflich zu erwerben, in Höhe von 3.422 Tausend Euro. Durch die Folgeabschreibung des Nutzungsrechts über eine Nutzungsdauer von 114 Monaten sind nach dem Erwerbszeitpunkt pro Quartal planmäßige Abschreibungen in Höhe von jeweils 1.812 Tausend Euro zu erwarten. In der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden keine Eventualschulden angesetzt. Der Zeitwert der erworbenen Forderungen beträgt 20.595 Tausend Euro. Auf Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte wurden zum Erwerbsstichtag keine Wertberichtigungen gebildet. Es wurden keine Transaktionen identifiziert, die getrennt vom Erwerb der Vermögenswerte und der Übernahme der Schulden auszuweisen sind. Der vorläufigen Kaufpreisallokation lag eine auf dem DCF-Verfahren basierende bewertungsrelevante Planungsrechnung vor. Diese umfasste einen Detail-Zeitraum von fünf Jahren. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der genannten im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation angesetzten immateriellen Vermögenswerte kam die direkte Cashflow-Methode zum Einsatz.
Die nicht beherrschenden Anteile wurden zum beizulegenden Zeitwert nach der Full Goodwill Methode bewertet.
Mit dem Erwerb der EXARING plant freenet, seinen Wachstumskurs im Bereich Digital Lifestyle konsequent fortzusetzen.
In der Segmentberichterstattung des freenet Konzerns ist die EXARING dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet worden.
Der Konzern besitzt im Geschäftsjahr 2016 die Option auf den Erwerb von weiteren 25,02 Prozent der Anteile und Stimmrechte an der EXARING, um auf einen Anteil von 50,01 Prozent zu gelangen.
37. Angaben gemäß § 315a HGB
Die Die durchschnittliche Anzahl der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer (§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB) wurde in Textziffer 8, Personalaufwand, dieses Anhangs genannt.
Bezüglich der Angaben zu den Organbezügen (§ 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB) verweisen wir auf Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.
Gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB erklären wir, dass die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG im Dezember 2015 vom Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft abgegeben wurde. Sie wurde den Aktionären auf den Unternehmensseiten im Internet unter der Adresse
www.freenet-group.de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung
dauerhaft zugänglich gemacht.
Für den Abschlussprüfer im Sinne des §314 Abs. 1 Nr. 9 HGB sind für das Geschäftsjahr 2015 insgesamt 1.311 Tausend Euro an Honorar berechnet worden. Hiervon entfallen 1.109 Tausend Euro auf Abschlussprüfungsleistungen (davon 710 Tausend Euro auf die laufende Abschlussprüfung für 2015 sowie 399 Tausend Euro auf projektbegleitende Prüfungen im Rahmen der IFRS 15 Einführung), 168 Tausend Euro auf sonstige Leistungen, 19 Tausend Euro auf andere Bestätigungsleistungen sowie 15 Tausend Euro auf Steuerberatungsleistungen.
Gemäß § 313 Abs. 2 bis 3 HGB geben wir folgenden Überblick zu den im Konzernabschluss einbezogenen Unter nehmen (Tabelle auf der folgenden Seite):
| Anteil am Kapital | |
|---|---|
| Vollkonsolidierte Unternehmen | |
| freenet Cityline GmbH, Kiel | 100,00% |
| freenet.de GmbH, Hamburg | 100,00% |
| 01019 Telefondienste GmbH, Hamburg | 100,00% |
| 01024 Telefondienste GmbH, Kiel | 100,00% |
| 01050.com GmbH, Hamburg | 100,00% |
| freenet Datenkommunikations GmbH, Hamburg | 100,00% |
| tellfon GmbH, Hamburg | 100,00% |
| 01083.com GmbH, Hamburg | 100,00% |
| mobilcom-debitel GmbH, Büdelsdorf | 100,00% |
| mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig | 100,00% |
| MobilCom Multimedia GmbH, Schleswig | 100,00% |
| klarmobil GmbH, Hamburg | 100,00% |
| new directions GmbH, Hamburg | 100,00% |
| freenet Direkt GmbH, Hamburg | 100,00% |
| MFE Energie GmbH, Berlin | 100,00% |
| Stanniol GmbH für IT & PR, Oberkrämer | 100,00% |
| mobilcom-debitel Shop GmbH, Oberkrämer | 100,00% |
| callmobile GmbH, Hamburg | 100,00% |
| Gravis-Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin | 100,00% |
| MOTION TM Vertriebs GmbH, Troisdorf | 51,00% |
| freenet digital GmbH, Berlin | 100,00% |
| iLove GmbH, Berlin | 100,00% |
| Quaid Media GmbH, Berlin | 100,00% |
| Quaid Media International GmbH, Berlin | 100,00% |
| freenet digital Espana S. L., Barcelona (Spanien) | 100,00% |
| freenet digital Entretentimendo do Brasil Ltda., Sao Paulo (Brasilien) | 100,00% |
| Jamba Mobilnye Razvlecheniya 000, Moskau (Russische Förderation) | 100,00% |
| Motility GmbH, Berlin | 100,00% |
| freenet digital Holdings Inc., Wilmington (USA) | 100,00% |
| freenet digital Entertainment Inc., Los Angeles (USA) | 100,00% |
| freenet digital LLC, Wilmington (USA) | 100,00% |
| freenet digital North America Inc., Wilmington (USA) | 100,00% |
| freenet digital Studios, LLC, Wilmington (USA) | 100,00% |
| Aldine Productions LLC, Wilmington (USA) | 100,00% |
| Seedling Productions LLC, Los Angeles (USA) | 100,00% |
| freenet digital Group US Holdings Inc., Wilmington (USA) | 100,00% |
| freenet digital USA LLC, Los Angeles (USA) | 100,00% |
| Motility Ads LLC, Los Angeles (USA) | 100,00% |
| EXARING AG, München | 5,00%* |
| Synergy Networks GmbH, Leipzig | 5,00%* |
| At Equity bewertete Unternehmen | |
| FunDorado GmbH, Hamburg | 50,00% |
*Erwerb von 24,99 Prozent der Anteile ist erfolgt, zum 31. Dezember 2015 noch nicht erfolgte Handelsregistereintragung für 19,99 Prozent.
38. Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
Die mobilcom-debitel GmbH, als eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der freenet AG, hat am 3. März 2016 einen Kaufvertrag über den Erwerb von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Media Broadcast Gruppe unterzeichnet. Die Media Broadcast Gruppe besteht aus zwei Holdinggesellschaften sowie der wesentlichen operativen Gesellschaft Media Broadcast GmbH, Köln, und weiteren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Der Geschäftsbereich Satellite der Media Broadcast Gruppe (Media Broadcast Satellite GmbH und Media Broadcast Satellite Services GmbH) ist von der Akquisition nicht umfasst.
Die Übernahme unterliegt den üblichen kartellrechtlichen Zustimmungen. Bei Vollzug der Transaktion wird die mobilcom-debitel GmbH einen Kaufpreis für den Erwerb der Geschäftsanteile in Höhe von ca. 100 Millionen Euro in bar entrichten, einen Kaufpreis für den Erwerb eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von ca. 195 Millionen Euro leisten sowie Bankverbindlichkeiten ablösen. Mit dem Vollzug der Transaktion wird spätestens im April 2016 gerechnet.
Bei der Media Broadcast Gruppe handelt es sich um den alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland. DVB-T wird aktuell in über sieben Millionen deutschen TV-Haushalten genutzt, davon in knapp drei Millionen TV-Haushalten über mobile Geräte wie Sticks und Dongles. Es bietet den Vorteil der kostenlosen Verfügbarkeit und einfacheren Installation gegenüber Kabel und Satellit – jedoch mit einem eingeschränkten Senderangebot. Durch DVB-T2-HD verbessert sich diese Ausgangslage grundlegend. Nach dem Start der ersten Stufe von DVB-T2-HD bereits im zweiten Quartal 2016 bietet die terrestrische Antennenübertragung der zweiten Generation ab dem ersten Quartal 2017 den Nutzern das vollständige Senderpaket auch in Full-HD, ergänzt durch den Zugang zu Abrufdiensten wie den jeweiligen Mediatheken der Sender. Dabei werden private Programme gegen ein Zugangsentgelt angeboten, was das Marktumfeld für diese Technologie ändert.
Die Akquisition der Media Broadcast Gruppe stellt in Verbindung mit der bereits vorab erworbenen Beteiligung an der EXARING AG eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung der freenet AG zum führenden Digital-Lifestyle-Provider in Deutschland dar. Der Einstieg in das neue Geschäftsfeld des linearen und internetbasierten Fernsehens eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, sich im Bereich Digital-Lifestyle weiter zu diversifizieren und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen zu erschließen. In Summe verspricht sich die freenet AG von beiden Transaktionen einen positiven Beitrag zu Konzernumsatz, EBITDA und Free Cashflow.
Ferner hat die Gesellschaft Ende Februar 2016 ein Schuldscheindarlehen über ein Gesamtvolumen von 560 Millionen Euro begeben. Das endfällige Finanzierungsinstrument ist in eine fünfjährige fixe Tranche über 264,0 Millionen Euro, eine fünfjährige variable Tranche über 179,0 Millionen Euro, eine siebenjährige fixe Tranche über 78,5 Millionen Euro, eine siebenjährige variable Tranche über 15,0 Millionen Euro und einer zehnjährige fixe Tranche über 23,5 Millionen Euro aufgeteilt. Die Zeichnung erfolgte über das gesamte Volumen am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne mit einem fixen Kupon von 1,03% für die fixe 5-Jahrestranche, einem variablen Kupon, der bei 1,00% für die ersten sechs Monate der variablen 5-Jahrestranche erwartet wird, einem fixen Kupon von 1,45% für die fixe 7-Jahrestranche, einem variablen Kupon, der bei 1,20% für die ersten sechs Monate der variablen 7-Jahrestranche erwartet wird und einem fixen Kupon von 1,95% für die fixe 10-Jahrestranche. Durchschnittlich 1,12% p.a. über die genannten Laufzeiten.
Daneben haben die freenet AG sowie die mobilcom-debitel GmbH Anfang März 2016 einen Kreditvertrag („Facilities Agreement“) mit einem Bankenkonsortium unterzeichnet, der es diesen Gesellschaften erlaubt, in drei unterschiedlichen Tranchen Mittel für mögliche Akquisitionen und den laufenden Betrieb zu ziehen. Die dritte Tranche mit einem Volumen von 100,0 Millionen Euro ist variabel verzinslich und speziell als Revolving Credit Facility ausgestaltet, d.h. die Mittel können während der 5-jährigen Laufzeit der Tranche jederzeit gezogen und wieder zurückgezahlt werden. Die beiden ersten Tranchen dienen der Brückenfinanzierung von möglichen Akquisitionen und stellen die für die jeweilige Akquisition benötigten Mittel zur Verfügung. Aus diesen beiden variabel verzinslichen Tranchen wurden von den kreditgebenden Banken bisher Mittel von bis zu 240 Mio. Euro als Kreditrahmen zur Verfügung gestellt, der aber von den Gesellschaften noch nicht genutzt wurde und auch nicht verpflichtend genutzt werden muss.
39. Entwicklung des Konzernanlagevermögens
Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2015
| In TEUR | Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2015 | Veränderung Konsolidierungs-kreis | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | Fremdwährung | 31.12.2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||||||
| Selbst erstellte Software | 85.996 | 703 | 11.074 | 0 | 2.270 | 24 | 95.527 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 136.034 | 72.310 | 44.450 | 0 | 27.084 | 0 | 225.710 |
| Markenrechte | 336.352 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 336.352 |
| Kundenbeziehungen | 33.746 | 0 | 0 | 0 | 12.399 | 0 | 21.347 |
| Goodwill | 1.153.298 | 687 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.153.985 |
| 1.745.426 | 73.700 | 55.524 | 0 | 41.753 | 24 | 1.832.921 | |
| Sachanlagen | |||||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 16.028 | 0 | 20 | 0 | 6 | 0 | 16.042 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.506 | 0 | 0 | 0 | 41 | 0 | 4.465 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 21.188 | 0 | 1.324 | 0 | 3 | 0 | 22.509 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 104.563 | 1.225 | 7.009 | 110 | 4.531 | 1 | 108.377 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 142 | 0 | 18 | -110 | 9 | 0 | 41 |
| 146.427 | 1.225 | 8.371 | 0 | 4.590 | 1 | 151.434 | |
| 1.891.853 | 74.925 | 63.895 | 0 | 46.343 | 25 | 1.984.355 |
| In TEUR | Abschreibungen und Wertminderungen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2015 | Veränderung Konsolidierungs-kreis | Zugänge | Wert-minderungen | Um-buchungen | Abgänge | Fremd-währung | 31.12.2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||||||
| Selbst erstellte Software | 64.803 | 0 | 8.602 | 0 | 0 | 2.270 | 3 | 71.138 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 83.086 | 0 | 40.782 | 0 | 0 | 26.958 | 0 | 96.910 |
| Markenrechte | 33.415 | 0 | 6.257 | 0 | 0 | 0 | 0 | 39.672 |
| Kundenbeziehungen | 20.687 | 0 | 4.839 | 0 | 0 | 12.399 | 0 | 13.127 |
| Goodwill | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 201.991 | 0 | 60.480 | 0 | 0 | 41.627 | 3 | 220.847 | |
| Sachanlagen | ||||||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 8.786 | 0 | 626 | 0 | 0 | 1 | 0 | 9.411 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.327 | 0 | 52 | 0 | 0 | 41 | 0 | 4.338 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 16.751 | 0 | 1.495 | 0 | 0 | 3 | 0 | 18.243 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 82.256 | 0 | 8.570 | 180 | 0 | 4.106 | 0 | 86.900 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 112.120 | 0 | 10.743 | 180 | 0 | 4.151 | 0 | 118.892 | |
| 314.111 | 0 | 71.223 | 180 | 0 | 45.778 | 3 | 339.739 |
| In TEUR | Buchwerte | |
|---|---|---|
| 31.12.2015 | 01.01.2015 | |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Selbst erstellte Software | 24.389 | 21.193 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 128.800 | 52.948 |
| Markenrechte | 296.680 | 302.937 |
| Kundenbeziehungen | 8.220 | 13.059 |
| Goodwill | 1.153.985 | 1.153.298 |
| 1.612.074 | 1.543.435 | |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 6.631 | 7.242 |
| Switche und Leitungsnetze | 127 | 179 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 4.266 | 4.437 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 21.477 | 22.307 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 41 | 142 |
| 32.542 | 34.307 | |
| 1.644.616 | 1.577.742 |
Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2014
| In TEUR | Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2014 | Veränderung Konsolidierungs-kreis | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | Fremdwährung | 31.12.2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||||||
| Selbst erstellte Software | 72.137 | 1.464 | 12.745 | -7 | 368 | 25 | 85.996 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 166.936 | 9.961 | 5.677 | 15 | 46.555 | 0 | 136.034 |
| Markenrechte | 338.273 | 3.879 | 0 | 0 | 5.800 | 0 | 336.352 |
| Kundenbeziehungen | 494.365 | 12.189 | 0 | 0 | 472.808 | 0 | 33.746 |
| Goodwill | 1.122.112 | 31.186 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.153.298 |
| 2.193.823 | 58.679 | 18.422 | 8 | 525.531 | 25 | 1.745.426 | |
| Sachanlagen | |||||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 15.965 | 0 | 63 | 0 | 0 | 0 | 16.028 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.506 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 4.506 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 20.620 | 0 | 671 | 0 | 103 | 0 | 21.188 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 96.648 | 923 | 10.484 | 345 | 3.838 | 1 | 104.563 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 384 | 0 | 128 | -353 | 17 | 0 | 142 |
| 138.123 | 923 | 11.346 | -8 | 3.958 | 1 | 146.427 | |
| Gesamt | 2.331.946 | 59.602 | 29.768 | 0 | 529.489 | 26 | 1.891.853 |
| In TEUR | Abschreibungen und Wertminderungen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2014 | Veränderung Konsolidierungs-kreis | Zugänge | Wert-minderungen | Um-buchungen | Abgänge | Fremd-währung | 31.12.2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||||||
| Selbst erstellte Software | 53.911 | 0 | 10.898 | 368 | -3 | 368 | -3 | 64.803 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 98.859 | 0 | 30.643 | 0 | -3 | 46.413 | 0 | 83.086 |
| Markenrechte | 32.995 | 0 | 6.220 | 0 | 0 | 5.800 | 0 | 33.415 |
| Kundenbeziehungen | 488.615 | 0 | 4.880 | 0 | 0 | 472.808 | 0 | 20.687 |
| Goodwill | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 674.380 | 0 | 52.641 | 368 | -6 | 525.389 | -3 | 201.991 | |
| Sachanlagen | ||||||||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 8.157 | 0 | 629 | 0 | 0 | 0 | 0 | 8.786 |
| Switche und Leitungsnetze | 4.275 | 0 | 52 | 0 | 0 | 0 | 0 | 4.327 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 15.388 | 0 | 1.466 | 0 | 0 | 103 | 0 | 16.751 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 76.551 | 0 | 9.257 | 0 | 6 | 3.558 | 0 | 82.256 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 104.371 | 0 | 11.404 | 0 | 6 | 3.661 | 0 | 112.120 | |
| Gesamt | 778.751 | 0 | 64.045 | 368 | 0 | 529.050 | -3 | 314.111 |
| In TEUR | Buchwerte | |
|---|---|---|
| 31.12.2014 | 01.01.2014 | |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Selbst erstellte Software | 21.193 | 18.226 |
| Software, Lizenzen und Nutzungsrechte | 52.948 | 68.077 |
| Markenrechte | 302.937 | 305.278 |
| Kundenbeziehungen | 13.059 | 5.750 |
| Goodwill | 1.153.298 | 1.122.112 |
| 1.543.435 | 1.519.443 | |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten | 7.242 | 7.808 |
| Switche und Leitungsnetze | 179 | 231 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 4.437 | 5.232 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 22.307 | 20.097 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 142 | 384 |
| 34.307 | 33.752 | |
| Gesamt | 1.577.742 | 1.553.195 |
Büdelsdorf, den 03. März 2016
freenet AG
Christoph Vilanek
Joachim Preisig
Stephan Esch
Der Vorstand
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Büdelsdorf, den 03. März 2016
freenet AG
Der Vorstand
Christoph Vilanek
Joachim Preisig
Stephan Esch
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der freenet AG, Büdelsdorf, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzerngewinn- und Verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals, Konzernkapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hamburg, den 4. März 2016
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Dr. Andreas Focke, Wirtschaftsprüfer
ppa. Vinzent Graf, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat berichtet nachfolgend über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015.
Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand
Wie in den Vorjahren hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2015 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben sorgfältig wahrgenommen. Neben zahlreichen Sachthemen, die im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats diskutiert und entschieden wurden, lag im ersten Halbjahr 2015 der Fokus der Beratungen des Plenums insbesondere auf
| • | der Prüfung und Beschlussfassung zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 und |
| • | der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung am 21. Mai 2015. |
Im zweiten Halbjahr befasste sich der Aufsichtsrat dann schwerpunktmäßig mit
| • | der strategischen Weiterentwicklung der Gesellschaft und |
| • | möglichen Akquisitionsprojekten. |
Der Aufsichtsrat begleitete und überwachte den Vorstand kontinuierlich bei dessen Geschäftsführung und beriet ihn regelmäßig bei seinen Entscheidungen im Rahmen der Leitung des Unternehmens. Bei allen grundlegenden Entscheidungen im Rahmen der Unternehmensführung bezog der Vorstand den Aufsichtsrat frühzeitig ein und berichtete regelmäßig und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über Geschäftsverlauf, Unternehmensplanung, strategische Entwicklung und Lage des Unternehmens. In diesem Rahmen stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat Berichte und Unterlagen zur Verfügung, sowohl unaufgefordert als auch auf Anforderung anlässlich von Besprechungen im Aufsichtsrat. Der Vorstand stand zudem im Plenum und in Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats umfassend Rede und Antwort.
Insbesondere erörterte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen im Einzelnen und prüfte diese anhand der vorgelegten Unterlagen. Darüber hinaus setzte der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens – mit der Konzentration auf das Mobilfunkgeschäft bei gleichzeitigem Umbau zum Digital-Lifestyle-Provider und Erweiterung der Geschäftsfelder – in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat fort. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich diskutiert. Ebenfalls auf der Grundlage der Berichte des Vorstands fasste der Aufsichtsrat nach Prüfung und Beratung Beschlüsse, soweit dies erforderlich war. Auch außerhalb von Sitzungen hat der Vorstand die Aufsichtsratsmitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung informiert.
Zudem besprach der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand die Perspektiven und die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens und informierte sich über aktuelle Themen und Ereignisse. Die Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung durch den Vorstand waren nicht zu beanstanden.
Im Geschäftsjahr 2015 hielt der Aufsichtsrat vier Präsenzsitzungen und eine telefonische Sitzung ab und fasste zusätzlich einen Beschluss im schriftlichen Verfahren. Die Präsenz bei den Aufsichtsratssitzungen war im Berichtsjahr wieder überdurchschnittlich hoch: mit Ausnahme einer Sitzung, an der elf der zwölf Aufsichtsratsmitglieder teilnahmen, fand sich der Aufsichtsrat stets in voller Besetzung zusammen. Dementsprechend hat kein Aufsichtsratsmitglied an der Hälfte der Sitzungen oder weniger teilgenommen. Die Ausschüsse tagten 2015, mit Ausnahme einer Sitzung des Personalausschusses, jeweils in vollzähliger Besetzung.
Sachverhalte, die Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern begründen können, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind, soweit nicht an anderer Stelle in diesem Bericht ausdrücklich erwähnt, dem Aufsichtsrat gegenüber nicht offengelegt worden.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Regelmäßige Sitzungsinhalte im Plenum waren
| • | die aktuelle Geschäftsentwicklung, |
| • | die Markt- und Wettbewerbssituation und |
| • | die Finanzlage und Finanzierungssituation der Gesellschaft. |
In der Sitzung vom 25. März 2015 war zunächst der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 zentraler Prüfungs- und Beratungsgegenstand. Gemeinsam mit den Vertretern des Abschlussprüfers, der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wurden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung diskutiert. Nach Abschluss der eigenen Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen das Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer und folgte der Empfehlung des Prüfungsausschusses, indem er den Jahresabschluss und den Konzernabschluss billigte. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Ein weiterer wesentlicher Punkt dieser Sitzung war die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung am 21. Mai 2015 und die entsprechenden Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat fasste in dieser Sitzung ebenfalls Beschluss über die Zielvereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern für das Jahr 2015. Schließlich stellte der Vorstand erste Überlegungen zu verschiedenen Akquisitionsprojekten vor, die er identifiziert hatte und die aus seiner Sicht anorganisches Wachstum bieten könnten und diskutierte diese mit dem Aufsichtsrat. Von einem der Projekte, über das der Aufsichtsrat in einer telefonischen Sitzung am 6. Mai 2015 beschlossen hatte, wurde im Nachgang Abstand genommen.
Ein zweites im März dem Aufsichtsrat vorgestelltes Projekt erörterte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Mai 2015 weiter mit dem Vorstand und erteilte seine Zustimmung zum Erwerb einer Beteiligung an der EXARING AG, München. In dieser Sitzung, die im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung stattfand, initierte der Aufsichtsrat eine Effizienzprüfung, die er im Anschluss mit Unterstützung der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchführte.
Am 24. Juli 2015 fasste der Aufsichtsrat nach umfassender Vorbereitung im schriftlichen Verfahren Beschluss über die Einwilligung zur privaten Beteiligung der drei Vorstandsmitglieder an der EXARING AG.
Beide Sitzungsinhalte aus dem Mai griff der Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung am 24. September 2015 wieder auf. Er ließ sich einerseits das Produkt der EXARING AG demonstrieren und diskutierte andererseits eingehend die von Vertretern der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgestellten Ergebnisse der Effizienzprüfung. Gemeinsam mit dem Vorstand berieten die Aufsichtsratsmitglieder über die Strategie des Konzerns mit dem Fokus auf das Kerngeschäft und dem Konzept Digital Lifestyle. Diskutiert wurde über das Erschließen neuer Geschäftsfelder, in den mit dem Erwerb einer Beteiligung an der EXARING AG ein erster Schritt unternommen wurde. Ebenfalls befasste sich der Aufsichtsrat mit der Geschlechterquote, deren gesetzliche Vorgabe für den Aufsichtsrat von 30 Prozent bereits frühzeitig erfüllt war. Die Arbeitnehmervertreter erklärten im Nachgang den Widerspruch gegen die Gesamterfüllung der Geschlechterquote für die nächste Wahl der Anteilseignerseite im Aufsichtsrat. Vor dem Hintergrund der bis Ende 2018 bzw. Ende 2019 andauernden Vorstandbestellungen legte der Aufsichtsrat den für den Vorstand bis zum 30. Juni 2017 zu erreichenden Frauenanteil bei 0 Prozent fest.
In der Sitzung vom 10. Dezember 2015 diskutierte der Aufsichtsrat über die vom Vorstand vorgelegte Planung für das Geschäftsjahr 2016, die er anschließend genehmigte. Zentraler Sitzungsinhalt waren weitere Überlegungen zur strategischen Position des Konzerns und zur Ausrichtung auf neue Geschäftsfelder. In diesem Kontext stimmte der Aufsichtsrat dem Erwerb der Media Broadcast Gruppe zu. Weiterhin fasste der Aufsichtsrat Beschluss über die Abgabe der jährlichen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex. Dazu beschäftigte er sich insbesondere mit den neu in den Kodex aufgenommenen Empfehlungen zur Einführung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat und der Definition des zu erwartenden Zeitaufwands für die Aufsichtsratstätigkeit. Vorstand und Aufsichtsrat hatten bereits in den Vorjahren die Abweichung von Empfehlungen für die konkrete Benennung von Zielen für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats erklärt und lehnten auf dieser Grundlage eine Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat mit gleicher Begründung ebenfalls ab.
Nach Ende des Geschäftsjahres 2015 fand am 22. März 2016 eine Sitzung des Plenums mit der Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2015 als zentralem Inhalt statt. Die Einzelheiten hierzu sind Gegenstand des gesonderten Abschnitts „Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2015“ in diesem Bericht. Weiteres Thema war die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2016 mit den Beschlussvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung.
Arbeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat ein Präsidium und vier weitere Ausschüsse eingerichtet. Die generellen Aufgaben, die Arbeitsweise und die Besetzung der einzelnen Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung näher beschrieben.
Präsidium
Das Präsidium befasste sich in einer Präsenzsitzung 2015 in erster Linie mit der Vorbereitung des Akquisitionsprojekts EXARING AG.
Personalausschuss
Die Mitglieder des Personalausschusses fanden sich 2015 zu insgesamt vier Präsenzsitzungen zusammen. In seinen Sitzungen behandelte der Ausschuss Fragen der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder. Hierbei stellte er fest, ob und inwieweit die Parameter für die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder für 2014 erreicht wurden, legte neue Parameter für die Zielvereinbarungen für das Geschäftsjahr 2015 fest und schlug diese dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vor. Zudem untersuchte der Ausschuss das System der von der Gesellschaft abgeschlossenen Versicherungsverträge zur Altersversorgung des Vorstands und dessen Kongruenz mit den abgeschlossenen Vereinbarungen.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss befasste sich in vier Präsenzsitzungen regelmäßig mit den aktuellen Prüfungsschwerpunkten und erörterte sie mit den Abschlussprüfern. Intensiv setzten sich die Ausschussmitglieder mit dem Geschäftsbericht, dem Halbjahresbericht und den Quartalsberichten auseinander. Ein wesentliches Thema im Ausschuss war im ersten Halbjahr 2015 der Dividendenvorschlag, den die Ausschussmitglieder intensiv mit dem Vorstand für Finanzen und Controlling diskutierten. Aus den Bereichen Compliance und Interne Revision ließ sich der Ausschuss von den verantwortlichen Managern genauso direkt berichten, wie auch über das Risikomanagement und das Fraud-Management.
Der Schwerpunkt der Arbeit des Prüfungsausschusses lag auf der Begleitung der Jahresabschlussprüfung. Hierzu
| • | holte der Ausschuss die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex ein, |
| • | überwachte der Ausschuss die Unabhängigkeit des Prüfers sowie die Umsetzung des Prüfungsauftrags, |
| • | legte der Ausschuss die Schwerpunkte der Abschlussprüfung fest und |
| • | bereitete der Ausschuss die Beschlüsse des Aufsichtsrats über den Jahres- und Konzernabschluss sowie den Vorschlag zur Gewinnverwendung und die Vereinbarungen mit dem Abschlussprüfer vor. |
Vermittlungsausschuss
Der Vermittlungsausschuss musste 2015 nicht einberufen werden.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss wurde 2015 ebenfalls nicht tätig.
Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2015
Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2015 und der Lagebericht der freenet AG wurden von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses entsprechend dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 21. Mai 2015 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der freenet AG zum 31. Dezember 2015 wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch diesen Konzernabschluss und den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Über die Prüfung wurde im Prüfungsausschuss am 1. März 2016 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2016 berichtet und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses in beiden Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt.
Der Aufsichtsrat ist der Empfehlung des Prüfungsausschusses gefolgt und hat in der Sitzung am 22. März 2016 den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 22. März 2016 zudem den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Abschlussprüfer erörtert. Hieran anschließend hat sich der Aufsichtsrat – der Empfehlung des Prüfungsausschusses folgend – dem Vorschlag des Vorstands angeschlossen.
Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2015 gab es keine Veränderungen in der Besetzung des Vorstands.
Mit Wirkung zum 31. Januar 2015 legte Achim Weiss sein Mandat im Aufsichtsrat nieder. Der Aufsichtsrat hat Herrn Weiss bereits im Vorjahresbericht und auf der Hauptversammlung 2015 für seine sachkundigen und konstruktiven Beiträge und für die vertrauensvolle Zusammenarbeit gedankt und wiederholt den Dank an dieser Stelle.
Für ihn bestellte das Amtsgericht Kiel mit Beschluss vom 10. Februar 2015 Sabine Christiansen in den Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung am 21. Mai 2015 bestätigte diese Bestellung und wählte Frau Christiansen zum Aufsichtsratsmitglied.
Der Aufsichtsrat spricht den Vorstandsmitgliedern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften Dank und Anerkennung für ihr persönliches Engagement und die geleistete Arbeit aus.
Büdelsdorf, den 22. März 2016
Für den Aufsichtsrat
Dr. Hartmut Schenk, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG
Die freenet AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 5. Dezember 2014 im Zeitraum bis zum 12. Juni 2015 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 24. Juni 2014 und seit dem 12. Juni 2015 den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Abweichungen entsprochen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015, soweit es hierzu nachfolgend seitens der Gesellschaft keine abweichende Erklärung gibt, auch zukünftig entsprechen.
| 1. | Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist keine Vereinbarung eines Selbstbehalts vorgesehen, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Mitglieder des Aufsichtsrats selbstverständliche Pflicht. Ein Selbstbehalt müsste zudem wegen des Gleichheitssatzes einheitlich festgesetzt werden, obwohl die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsratsmitglieder variieren. Ein Selbstbehalt würde die Aufsichtsratsmitglieder daher unterschiedlich belasten. In Anbetracht gleicher Pflichten erscheint das nicht angemessen. (Kodex-Ziffer 3.8 Abs. 3) |
| 2. | Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vorstandsvergütung, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Gleichwohl haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vorstandsvergütung vorgesehenen Mustertabellen im Vergütungsbericht nicht zu verwenden. Trotz Vereinbarung von betragsmäßigen Höchstgrenzen in den Vorstandsverträgen steht zu befürchten, dass durch die Angabe von Maximalbeträgen im Hinblick auf aktienbasierte Vergütungsbestandteile ein Bild erzeugt wird, das nicht den tatsächlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung des Aktienkurses entspricht. (Kodex-Ziffer 4.2.5 Satz 5 und Satz 6) |
| 3. | Der Aufsichtsrat sieht die derzeitige Besetzung des Vorstands als erfolgreich an und strebt deswegen Kontinuität im Vorstand an. Eine Auswahl nach den in Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1 genannten Kriterien für die Zusammensetzung des Vorstands ist demgegenüber aus Sicht des Aufsichtsrats nachrangig und hat auch bei der Entscheidung über die Neubestellungen der Vorstandsmitglieder im Februar 2014 keine Berücksichtigung gefunden. (Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1) |
| 4. | Für die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder ist keine Altersgrenze festgelegt. Es ist nicht einsichtig, warum qualifizierte Personen mit großer Berufs- und Lebenserfahrung allein aufgrund ihres Alters nicht als Kandidaten in Betracht gezogen werden sollen. (Kodex-Ziffern 5.1.2 Satz 8 und 5.4.1 Satz 2) |
| 5. | Der Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung im Sinne von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Ziffer 5.4.2 Satz 1. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gem. Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden. Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung leiten lassen. Dies hat sich nach seiner Überzeugung bewährt. Deshalb wird keine Notwendigkeit gesehen, diese Praxis zu ändern. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2, Abs. 3 und 5.4.2 Satz 1) |
| 6. | Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 empfiehlt, dass eine erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bemisst sich gem. § 11 Abs. 5 der Satzung nach der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese Form der variablen Vergütung hat sich in der Vergangenheit bewährt. Zudem ist die dem Kapitalmarkt kommunizierte, an den freien Cashflow anknüpfende Dividendenpolitik der Gesellschaft auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Daher dient auch die Anknüpfung der variablen Vergütung an diese Dividendenstrategie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Eine Anpassung der variablen Vergütung des Aufsichtsrats ist aus diesem Grund nicht vorgesehen. (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2) |
Büdelsdorf, den 10. Dezember 2015
Der Aufsichtsrat
Der Vorstand
Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns des Vorstands
der freenet AG, Büdelsdorf
Der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Verwendung des Bilanzgewinns für das zum 31.12.2015 beendete Geschäftsjahr beschließt, soll folgender Gewinnverwendungsvorschlag vorgelegt werden:
Ausschüttung einer Dividende von Euro 1,55 je dividendenberechtigter Stückaktie, d.h. Euro 198.417.074,80 als Gesamtbetrag der Dividende, und Vortrag des Restbetrags in Höhe von Euro 221.547.706,48 auf neue Rechnung. Die Dividende ist am 13. Mai 2016 zahlbar.
| Gesamtbetrag der Dividende | Euro | 198.417.074,80 |
| Vortrag auf neue Rechnung | Euro | 221.547.706,48 |
| Bilanzgewinn | Euro | 419.964.781,28 |
Zum Zeitpunkt der Einberufung hält die Gesellschaft mittelbar 50.000 eigene Stückaktien, die nicht dividendenberechtigt sind. Bis zur Hauptversammlung kann sich durch den Erwerb, die Einziehung oder die Veräußerung eigener Aktien die Zahl der dividendenberechtigten Aktien verändern. In diesem Fall wird bei unveränderter Ausschüttung von Euro 1,55 je dividendenberechtigter Stückaktie der Hauptversammlung ein angepasster Beschlussvorschlag über die Gewinnverwendung unterbreitet werden, der eine entsprechende Anpassung des insgesamt an die Aktionäre auszuschüttenden Betrags der Dividende und eine entsprechende Anpassung des auf neue Rechnung vorzutragenden Betrags vorsehen wird.
Hamburg, den 15.03.2016
freenet AG
Der Vorstand
Christoph Vilanek
Stephan Esch
Joachim Preisig
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 wurde am 22. März 2016 gebilligt.