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freenet AG Interim / Quarterly Report 2022

Aug 12, 2022

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Interim / Quarterly Report

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Publication

freenet AG

Büdelsdorf

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Halbjahresbericht die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

FREENET KENNZAHLENÜBERSICHT

OPERATIVE KENNZAHLEN

In Mio. EUR bzw. It. Angabe H1/2022 H1/2021 Veränderung Q2/2022 Q2/2021 Veränderung
Umsatzerlöse 1.237,0 1.239,0 -0,2% 620,1 619,9 0,0%
Rohertrag 436,8 424,3 2,9% 218,6 210,3 4,0%
EBITDA 240,9 222,3 8,4% 122,9 113,5 8,3%
Adjustiertes Konzernergebnis 1 139,6 82,5 69,2% 76,8 32,8 134,4%
Adjustiertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 1,2 1,17 0,74 58,5% 0,65 0,34 89,7%

ABONNENTEN

In Tsd. 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Postpaid-Kunden 7.200,3 7.178,0 0,3% 7.113,3
App-basierte Tarife 3 106,2 88,0 20,7% 77,9
freenet TV Abo-Kunden (RGU) 741,3 796,6 -6,9% 845,0
waipu.tv Abo-Kunden 820,2 722,5 13,5% 644,6
Abonnentenzahl (Summe) 8.868,1 8.785,1 0,9% 8.680,8

BILANZKENNZAHLEN

It. Angabe 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Eigenkapitalquote (in %) 40,1 41,5 - 1,4 PP 41,3
Verschuldungsfaktor 1,8 1,8 0,0% 1,9

CASHFLOW, INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN

In Mio. EUR H1/2022 H1/2021 Veränderung Q2/2022 Q2/2021 Veränderung
Free Cashflow 124,6 112,2 11,1% 61,9 52,7 17,4%
Nettoinvestitionen (CapEx) 26,7 19,4 37,6% 13,9 10,8 28,7%
Abschreibungen und Wertminderungen -172,9 -113,3 52,6% -88,0 -73,5 19,7%
davon Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel" -96,3 0,0 k.A. -49,2 0,0 k.A.

AKTIE

In EUR bzw. lt. Angabe 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Kurswert je Aktie 4 23,67 23,27 1,7% 19,92
Marktkapitalisierung (in Mio. EUR) 4 2.814 2.980 -5,6% 2.551

MITARBEITER

30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Anzahl 3.650 3.784 -3,5% 3.812

1 Angepasst um Effekte aus der Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel"

2 Unverwässert und verwässert

3 Umfasst Abonnenten von freenet FUNK und freenet FLEX

4 Auf Basis Tagesschlusskurs XETRA

AN UNSERE AKTIONÄRE

BRIEF DES VORSTANDS

Liebe Aktionäre, Geschäftspartner, Kunden, Mitarbeiter und Freunde von freenet,

im Herbst des vergangenen Geschäftsjahres haben wir auf unserem Kapitalmarkttag eine neue Phase des Wachstums von freenet angekündigt ("freenet 2025"). Die Weichen dafür stellten wir bereits in den Jahren zuvor mit dem Einstieg in neue Geschäftsfelder und der Anpassung unserer Organisationstruktur. Das erklärte Ziel ist es, unser EBITDA auf mindestens 520 Millionen Euro im Jahr 2025 zu steigern. Dies entspricht ausgehend vom Jahr 2020 einer jährlichen Wachstumsrate von über 4 Prozent.

Bereits im Jahr 2021 haben wir diese Wachstumsambition mit einem EBITDA-Wachstum in Höhe von 5 Prozent erfolgreich unter Beweis gestellt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben wir ein EBITDA in Höhe von 241 Millionen Euro erzielt und liegen damit deutlich über dem Vorjahr (222 Millionen Euro). Diese überaus starke Performance und die Erwartung, dass sich unsere Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr nicht eintrübt, hat zu dem Entschluss geführt, die EBITDA-Guidance zu erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2022 haben wir ursprünglich ein EBITDA im Bereich von 450 bis 470 Millionen Euro avisiert. Diese Spanne heben wir nun auf 460 bis 480 Millionen Euro an. Sie sehen also, wir sind voll "on track", unser Wachstumsziel für 2025 zu erreichen.

Um die avisierten 520 Millionen Euro im Jahr 2025 zu erzielen, wollen wir insbesondere die Profitabilität unseres bestehenden Mobilfunkgeschäfts weiter deutlich erhöhen, die Kundenbasis von waipu.tv massiv steigern und die Effizienz unserer Organisation kontinuierlich erhöhen. Viele wichtige Schritte sind wir im ersten Halbjahr 2022 dafür bereits gegangen:

Wir haben im Mobilfunkgeschäft die Entwicklung unseres Smart-Pricing-Algorithmus, also die kundenbezogene Ange-bots-/Preissetzungslogik, im Bereich "Prevention & Retention" stark vorangetrieben. Als Resultat stellen wir positive Effekte auf den ARPU und somit auf den durchschnittlichen Customer-Lifetime-Value fest. Smart-Pricing und das Konzept des Customer-Lifetime-Values sind Kernelemente unseres kundenzentrierten Geschäftsmodells. Wir zielen darauf ab, unsere Kunden noch stärker in den Mittelpunkt unseres gesamten Tuns zu stellen. Dass unsere Anstrengungen wahrgenommen werden, belegt auch ein Anbietertest des Fachmagazins "connect", bei dem sich unsere NoFrills-Tochter klarmobil auf dem Treppchen platzieren konnte.

Die uns so wichtige persönliche Nähe zu unseren Kunden werden wir zukünftig weiterhin in den Märkten von MediaMarkt-Saturn finden. Denn jüngst haben wir den Kooperationsvertrag mit der Media-Saturn Deutschland GmbH bis 2027 verlängert und freuen uns, die überaus erfolgreiche Zusammenarbeit zu gewohnt fairen Konditionen fortzuführen - in Zukunft auch im Onlinehandel!

Mit waipu.tv haben wir die 800.000er-Marke an Abonnenten deutlich geknackt und sind auf dem besten Weg, sehr bald eine Million Kunden mit einem der innovativsten IPTV Produkte Deutschlands zu versorgen. Hierfür sind wir im ersten Halbjahr dieses Jahres weitere strategische Kooperationen eingegangen (u.a. Deutsche Glasfaser, Roku TV). Weitere Wachstumstreiber werden folgen!

Und auch unser Anbieter von Antennenfernsehen (freenet TV) Media Broadcast bleibt umtriebig und erweitert sein Geschäftsmodell konsequent in Richtung "Professional Services". So hat Media Broadcast neben einem langjährigen Vertrag mit 1&1 zur Wartung und Instandsetzung von deren neuem 5G-Mobilfunknetz einen Vertrag mit Nichtmedienkunden geschlossen für die Planung, den Aufbau und Betrieb von dessen 5G-Campusnetz. Im Bereich von 5G-Campusnetzen für private Anwendungen stellt Media Broadcast nun bereits seit über einem Jahr seine hohe technische Kompetenz unter Beweis.

Über das Vorantreiben des Wachstums unserer Geschäftsfelder haben wir auch unsere Organisationsstruktur weiter verschlankt, indem wir die Konsolidierung unserer Marken unter der Dachmarke "freenet" gestartet haben. Unsere 550 Shops sind nahezu vollständig "rebranded" und als Testimonial für freenet sorgt Dieter Bohlen weiterhin für eine starke Markenidentifikation. Die Marke "mobilcom-debitel" wird in diesem Zusammenhang sukzessive verschwinden. Und zwar nicht nur aus der Kundenwahrnehmung, sondern auch aus unserer Bilanz. Dort stand der immaterielle Vermögenswert zum 31. Dezember 2021 mit knapp 293 Millionen Euro. Dieser Wert wird nun sukzessive bis Mitte 2023 auf null Euro abgeschrieben. Nichts davon ist jedoch Cash bzw. Free Cashflow wirksam, sodass unsere Aktionäre mit einem gewohnt hohen Dividendenvorschlag rechnen können!

Um auch weiterhin konstant hohe Cashflows zu generieren, haben wir zum Ende dieses Halbjahres mit "freenet Internet" das erste App-basierte Internetprodukt in Deutschland gelauncht. Der Tarif wird komplett kontaktlos und digital über die App verwaltet sowie monatlich kündbar sein. "freenet Internet" ist damit - nach "freenet FUNK" und "freenet FLEX" - der nächste konsequente Schritt auf dem Weg zu einem kundenzentrierten Ansatz, der auf Digital First setzt. Wir gehen in diesem Zusammenhang von einem zusätzlichen EBITDA-Beitrag in Höhe von 15-25 Millionen Euro im Jahr 2025 aus.

Sie lesen also, obwohl die Welt im Krisenmodus steckt, treiben wir bei freenet unsere Ambitionen tatkräftig voran und liefern nebenbei auch noch überaus erfolgreiche Zahlen. Und das honoriert auch der Aktienmarkt! Während die Märkte nun schon seit Wochen auf Talfahrt sind, wirkt die freenet Aktie wie ein Fels in der Brandung. Für die höhere Stabilität unserer Aktie gegenüber dem Markt zeichnet sich zusätzlich zu den konstant hohen Cashflows durch fast 9 Millionen Abonnenten auch das weitestgehend inflationsgeschützte Geschäftsmodell (geringe Energieintensität, CapEx-light-Strategie, niedrige Verschuldung sowie vorausschauende Personalpolitik) von freenet verantwortlich.

Neben unserem operativen Geschäft haben wir im ersten Halbjahr 2022 unsere dritte (und hoffentlich auch letzte) virtuelle Hauptversammlung durchgeführt. Auf dieser wurde nicht nur eine Dividende in Höhe von 1,57 Euro je Aktie beschlossen, sondern auch der Aufsichtsrat neu besetzt. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der freenet AG ist das bereits langjährige Aufsichtsratsmitglied Marc Tüngler. Daneben wurden Prof. Dr. Kerstin Lopatta als Nachhaltigkeitsexpertin, Miriam Wohlfarth als Treiberin der weiteren Digitaltransformation sowie Thomas Karlowits als Kapitalmarktexperte in den Aufsichtsrat gewählt. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Zudem wurde auf der diesjährigen Hauptversammlung ein neues Vergütungssystem für den Vorstand verabschiedet. Das neue Vergütungssystem incentiviert den Vorstand, die Digital-Lifestyle-Strategie konsequent umzusetzen und setzt Anreize für eine nachhaltige, langfristige und wertorientierte Unternehmensentwicklung. Erstmalig werden hierin nun auch ESG-Ziele berücksichtigt.

Nachhaltigkeit bedeutet bei freenet auch, seinen Mitarbeitern nachhaltig zu danken - aber eben nicht nur mit warmen Worten! Deshalb haben wir unseren Mindestlohn pro Stunde bereits zum 1. April dieses Jahres auf über 13 Euro angehoben, um unseren Mitarbeitern im unteren Lohnbereich die Wertschätzung für ihr Engagement und Sicherheit in diesen herausfordernden Zeiten zu geben. Aber auch das Sicherheitsbedürfnis unserer Kunden haben wir im Fokus. Im Mai dieses Jahres wurden die E-Mail-Services von freenet.de mit dem IT-Sicherheitskennzeichen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ausgezeichnet. Damit verpflichten wir uns gegenüber unseren Kunden zur Einhaltung höchster deutscher IT-Sicherheitsstandards in der E-Mail-Kommunikation.

Wie Sie lesen, ist bei freenet dieses Jahr schon ordentlich etwas los gewesen. Und wir sind uns sicher, mit Abschluss des Geschäftsjahres haben wir für das zweite Halbjahr 2022 mindestens ebenso viel Spannendes zu berichten. Bis dahin bleiben Sie freenet treu!

Herzlichst

Ihr Vorstandsteam

Christoph Vilanek Ingo Arnold Stephan Esch
(CEO) (CFO) (CTO)
Antonius Fromme Rickmann v. Platen
(CCE) (CCO)

DIE FREENET AKTIE

ENTWICKLUNG DER FREENET AKTIE IM 1. HALBJAHR 2022

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres war die Entwicklung auf den internationalen Aktienmärkten gekennzeichnet von starken Wertverlusten angesichts einer drohenden weltweiten Rezession aufgrund der negativen Entwicklung verschiedener makroökonomischer und geopolitischer Faktoren.

Auch die beiden deutschen Aktienindices MDAX und TecDAX, in denen die freenet AG gelistet ist, haben seit Jahresbeginn 2022 deutlich an Wert verloren. Der Performanceindex des STOXX 600 Europe Telecommunications (SXKGR), welcher die Wertentwicklung (inkl. Reinvestition von Ausschüttungen) von 21 ausgewählten europäischen Telekommunikationsunternehmen (inkl. freenet) abbildet, entwickelte sich deutlich besser als die beiden vorgenannten Indices. So gingen seit dem Jahresbeginn die Kurse des TecDAX um 26,4 Prozent und des MDAX um 26,5 Prozent zurück. Im selben Zeitraum stieg der Kurs des SXKGR um 2,6 Prozent.

Dies deutet auf eine Übergewichtung von Aktien von Telekommunikationsunternehmen bei Investoren hin. Die in der Regel konstanten und planbaren Umsätze von Telekommunikationsunternehmen sowie das vergleichsweise niedrige Inflationsrisiko spiegeln sich in dieser Anlageentscheidung wider. Der Telekommunikationssektor wird als defensives Investment in Zeiten von Krisen wahrgenommen. freenet ist als Service Provider mit seiner Asset-Light Strategie und längerfristig kontrahierten Umsätzen insbesondere dem Risiko steigender Energiekosten nur unwesentlich ausgesetzt. Die freenet Aktie kann als verlässlicher Dividendentitel und als wertstabiles Investment angesehen werden.

Ein Performancezuwachs der Aktie, d.h. inklusive Dividende, in Höhe von 8,5 Prozent seit Jahresende 2021 unter den gegebenen Markttrends unterstreicht diese Auffassung und führt zu einer deutlichen Outperformance gegenüber dem MDAX sowie TecDAX. Zum 30. Juni 2022 weist die freenet AG eine Marktkapitalisierung in Höhe von 2,81 Milliarden Euro auf (Jahresende 2021: 2,98 Milliarden Euro).

Grafik 1: freenet Aktie im 1. Halbjahr 2022 (indexiert)

(indexiert; 100 = Xetra-Schlusskurs Jahresende 2021) in %

AKTIONÄRSSTRUKTUR ZUM 30. JUNI 2022

Infolge der Vernichtung der von der freenet AG eingezogenen Aktien erhöhen sich die relativen Anteile bestehender Aktionäre an der freenet AG entsprechend der Verringerung des Grundkapitals. Ausgehend vom Tag der Vernichtung der oben genannten Aktien bis zum 30. Juni 2022 wurden keine neuen Stimmrechtsmitteilungen von Aktionären gemeldet, welche die Schwelle von mindestens 3 Prozent der Stimmrechte überschreiten. Zum 30. Juni 2022 meldet BlackRock Inc. mit 5,89 Prozent den größten Anteil an Stimmrechten. Dimensional Holdings Inc. vereinen, angepasst auf das neue Grundkapital, 3,24 Prozent der Stimmrechte auf sich. Daneben liegt keine Meldung vor, dass ein Aktionär mindestens 3 Prozent der Stimmrechte innehat. Somit ergibt sich ein Streubesitz (Free Float) gem. WpHG in Höhe von 90,87 Prozent. Aktuelle Veränderungen der Aktionärsstruktur der freenet AG sind unter fn.de/aktionaere abgebildet.

Grafik 2: Aktionärsstruktur der freenet AG zum 30. Juni 2022

in %

1 Streubesitz gemäß WpHG

2 Einschließlich Zurechnungen gemäß WpHG

ANALYSTEN

Die Anzahl der Institute respektive Analysten, welche die freenet Aktie offiziell bewerten, erhöhte sich zum 30. Juni 2022 auf 17 (Jahresende 2021: 15). Zehn Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Fünf Analysten empfehlen die Aktie zu halten, und zwei Analysten stufen die Aktie zum Verkauf ein. Im Vergleich zum Jahresende 2021 nahm ein Analyst ein Doppel-Upgrade seiner Empfehlung vor und empfiehlt die Aktien zum Kauf statt Verkauf. Zudem initialisierte ein Analyst seine Empfehlung für die freenet Aktie mit Kaufen. Ein Analyst stufte die Aktie herab von Halten auf Verkaufen, wohingegen ein anderer Analyst die Aktie von Verkaufen auf Halten setzte. Darüber hinaus initialisierte ein Analyst seine Coverage mit Halten. Im Median errechnen die Analysten ein Kursziel in Höhe von 27,50 Euro (Jahresende 2021: 24,00 Euro), wobei der Durchschnitt bei 25,91 Euro liegt. Das höchste Kursziel wird von drei Analysten bei 30,00 Euro (Jahresende 2021: 29,00 Euro) und das niedrigste Kursziel von einem Analysten bei 16,00 Euro (Jahresende 2021: 13,00 Euro) gesehen. Aktuelle Analysteneinstufungen zur freenet Aktie sind unter fn.de/analysten zu finden.

Grafik 3: Verteilung Analysten-Empfehlungen zum 30. Juni 2022

Angaben absolut

HAUPTVERSAMMLUNG 2022

Am 5. Mai 2022 fand aufgrund der in Deutschland vorherrschenden pandemischen Situation die Hauptversammlung der freenet AG zum dritten Mal in Folge virtuell statt. Es waren rund 40 Prozent (Vorjahr: 35 Prozent) des Grundkapitals auf der Veranstaltung vertreten. Insgesamt waren 733 Aktionäre virtuell anwesend (Vorjahr: 938), und es wurden mehr als 50 Fragen im Vorfeld (Vorjahr: mehr als 100) eingereicht und während der Hauptversammlung durch den Vorstand bzw. Aufsichtsrat beantwortet.

Die Hauptversammlung bestätigte den Dividendenvorschlag in Höhe von 1,57 Euro je ausstehender Aktie. freenet setzt seine Dividendenkontinuität damit fort und schüttete 186,6 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2021 an seine Aktionäre aus. Zudem bestätigte die Hauptversammlung den Vorschlag des neuen Vergütungssystems für den Vorstand. Die Vergütung wird damit ab dem Geschäftsjahr 2022 noch stärker von langfristigen Erfolgsindikatoren des Unternehmens sowie erstmals auch von der Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen (sog. ESG-Ziele) determiniert.

Weiterhin wurden auf der Hauptversammlung 2022 drei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt:

Prof. Dr. Kerstin Lopatta verstärkt als ausgewiesene Expertin im Bereich Nachhaltigkeitsberichterstattung die Kompetenz des Aufsichtsrats im Bereich ESG.
Miriam Wohlfarth wird als Gründerin und Unternehmerin im Bereich FinTech die weitere digitale Transformation von freenet begleiten.
Thomas Karlovits bringt als langjähriger Finanzanalyst von Unternehmen der Telekommunikationsbranche seine umfangreiche Branchen- sowie Kapitalmarktexpertise in den Aufsichtsrat ein.

Alle drei vorgenannten Personen sind bis zur Hauptversammlung 2026 bestellt. Daneben wurden für denselben Zeitraum Sabine Christiansen (Mitglied seit 2015), Robert Weidinger (Mitglied seit 2012) und Marc Tüngler (Mitglied seit 2012) als Mitglieder des Aufsichtsrats bestätigt. Der neubesetzte Aufsichtsrat wählte im Anschluss an die Hauptversammlung das Aufsichtsratsmitglied Marc Tüngler zum neuen Vorsitzenden. Marc Tüngler löst damit Prof. Dr. Helmut Thoma ab, der aus dem Gremium ausscheidet.

BEENDIGUNG AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM UND VERNICHTUNG EINGEZOGENER AKTIEN

Die ordentliche Hauptversammlung 2020 hat den Vorstand der freenet AG ermächtigt, Aktien im Umfang von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft zurückzukaufen. Insgesamt hat freenet im Rahmen von drei Aktienrückkaufprogrammen 7,15 Prozent des Grundkapitals (9,16 Millionen Aktien) zurückgekauft. Alle im Rahmen der drei Aktienrückkaufprogramme erworbenen Aktien wurden am 8. Juni 2022 unter Herabsetzung des Grundkapitals eingezogen. Per 30. Juni 2022 beträgt das Grundkapital der freenet AG 118.900.598 Euro aufgeteilt auf 118.900.598 Aktien. Detaillierte Informationen zum Aktienrückkauf sind unter fn.de/aktienrueckkauf einzusehen.

Tabelle 1: Aktienrückkaufprogramme der freenet AG im Überblick

Stück
Ausstehende Aktien (vor Rückkauf) 128.061.016
Genehmigtes Rückkaufvolumen 12.801.101
Aktienrückkaufprogramm 2020 Rückkaufvolumen 2.956.232
Aktienrückkaufprogramm 2021 Rückkaufvolumen 5.552.664
Aktienrückkaufprogramm 2022 Rückkaufvolumen 651.522
Gesamtes Rückkaufvolumen 9.160.418
Ausstehende Aktien (nach Rückkauf) 118.900.598

KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

GRUNDLAGEN DER UNTERNEHMENSSTEUERUNG

Zur Umsetzung der strategischen Zielsetzungen und Messung der operativen Leistung verwendet die freenet AG ein konzernweit einheitliches und bewährtes Steuerungssystem. Die Erfolgsmessung knüpft an finanzielle wie auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren an, die den Rahmen für eine wertorientierte Unternehmensführung bilden. Das etablierte Finanzmanagementsystem gewährleistet darüber hinaus finanzielle Stabilität. Die Zweckmäßigkeit des Steuerungssystems wird regelmäßig vom Management überprüft und wenn notwendig angepasst.

Die zur Unternehmenssteuerung herangezogenen Leistungsindikatoren stellen regelmäßig auch alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures, APM) dar.

Im Folgenden werden die Grundzüge des Steuerungssystems dargestellt. Für eine ausführliche Darstellung der verwendeten Kennzahlen und deren Berechnungssystematik wird auf den Abschnitt "Unternehmenssteuerung" im Geschäftsbericht 2021 (siehe Seite 38 ff.) verwiesen.

FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Um den Unternehmenserfolg bzw. die Unternehmensentwicklung nachvollziehbar zu messen und darzustellen, werden folgende Leistungsindikatoren verwendet.

Tabelle 2: Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren (in Mio. EUR bzw. It. Angabe) H1/2022 H1/2021 Veränderung Q2/2022 Q2/2021 Veränderung
Umsatzerlöse 1.237,0 1.239,0 -0,2% 620,1 619,9 0,0%
EBITDA 240,9 222,3 8,4% 122,9 113,5 8,3%
Free Cashflow 124,6 112,2 11,1% 61,9 52,7 17,4%
Postpaid-ARPU (in EUR) 17,8 17,9 - 0,6% 17,9 18,0 -0,6%
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren (in Tsd.) 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Postpaid-Kundenbestand 7.200,3 7.178,0 0,3% 7.113,3
freenet TV Abo-Kunden (RGU) 741,3 796,6 -6,9% 845,0
waipu.tv Abo-Kunden 820,2 722,5 13,5% 644,6
Summe Abonnenten Kundenstamm (exkl. App-basierte Kunden) 8.761,9 8.697,1 0,7% 8.602,9

Die Steuerung nach dem finanziellen Leistungsindikator Free Cashflow erfolgt nicht segmentbezogen, während der Postpaid-ARPU lediglich im Segment Mobilfunk zur Steuerung verwendet wird. Die finanziellen Leistungsindikatoren EBITDA, Free Cashflow, Postpaid-ARPU sowie die gelegentlich zu Informationszwecken ermittelte Kennzahl Adjusted EBITDA sind gleichzeitig APM. Im ersten Halbjahr 2022 existieren keine Sondereffekte, die eine Bereinigung des EBITDA (Adjusted EBITDA) notwendig machen.

Mit dem konsequent am Kunden und seinen Bedürfnissen ausgerichteten Geschäftsmodell ist die Entwicklung von freenet - und damit auch der finanziellen Leistungsindikatoren - eng verknüpft mit der Entwicklung des Abonnenten-Kundenstamms. Aus diesem Grund sind die Gewinnung von Kunden und deren nachhaltige Bindung unabdingbar für den Unternehmenserfolg. Die jeweils strategisch relevante Kundengruppe variiert in Abhängigkeit des operativen Segments: Der Postpaid-Kundenbestand dient als Leistungsindikator für das Segment Mobilfunk und der umsatzgenerierende TV Kundenbestand, bestehend aus freenet TV Abo-Kunden (RGU) und waipu.tv Abo-Kunden, für das Segment TV und Medien.

Der Postpaid-Kundenbestand, in dem die strategisch wichtigen Mobilfunkkunden zusammengefasst werden, sichert auf Grundlage der Laufzeitverträge die mittelfristige Ertrags- und Liquiditätskraft von freenet und ist damit zentral für die Unternehmenssteuerung. Seit dem Einstieg in das TV-Geschäft adressiert freenet ein weiteres Geschäftsfeld, das die Positionierung als Digital-Lifestyle-Provider stärkt und ausbaut. Insbesondere die waipu.tv Abo-Kunden dienen hierbei als Gradmesser für den Erfolg beim Aufbau des neuen Geschäftsfelds und damit für die Marktdurchdringung.

Ein Vergleich zwischen der prognostizierten Entwicklung der Leistungsindikatoren und den Ist-Werten findet sich im Abschnitt "Prognosebericht" auf Seite 21.

FINANZMANAGEMENT

FINANZMANAGEMENTSYSTEM

Das Kennzahlensystem zur strategischen und operativen Unternehmenssteuerung wird ergänzt durch ein etabliertes Finanzmanagementsystem. Oberste Ziele des verfolgten Finanzmanagementansatzes sind, den Zugang zum (Fremd-) Kapitalmarkt sicherzustellen, ausreichend Liquidität für das operative Geschäft vorzuhalten sowie eine verlässliche und nachhaltige Ausschüttungspolitik zu definieren. Die Aufgaben im Rahmen dieser Zielsetzung werden zentral von der Treasury-Abteilung wahrgenommen, unterstützt durch Finanzcontrolling und Rechnungswesen.

CASH-, LIQUIDITÄTS- UND KAPITALSTRUKTURMANAGEMENT

Integral für die Sicherstellung des Zugangs zum (Fremd-) Kapitalmarkt sowie der Liquidität sind:

1. das Kapitalstrukturmanagement sowie

2. das Cash- und Liquiditätsmanagement.

Wesentliche Kennzahlen zur konzernweiten Gestaltung der Kapitalstruktur sind die beiden alternativen Leistungskennzahlen Eigenkapitalquote und Verschuldungsfaktor, für die jeweils einzuhaltende Grenzwerte definiert wurden. Zusätzlich wird zu Informationszwecken ein adjustierter Verschuldungsfaktor berichtet, der durch die Einbeziehung der Börsenwerte von Aktienbeteiligungen in die Nettofinanzschulden (adjustierte Nettofinanzschulden) eine weniger konservative Perspektive auf die Verschuldung der freenet liefert.

Für die Eigenkapitalquote, die das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme (jeweils gemäß Konzern-Bilanz) abbildet, wurde eine Untergrenze von 25,0 Prozent festgelegt und für den Verschuldungsfaktor eine Obergrenze von maximal des 3,0-fachen EBITDA.

Tabelle 3: KPIs Kapitalstrukturmanagement

It. Angabe Grenzwerte Erfüllt per 30.6.2022 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Eigenkapitalquote (in %) > 25,0 Ja 40,1 41,5 -1,4 PP 41,3
Verschuldungsfaktor ≤ 3,0 Ja 1,8 1,8 0,0% 1,9

Die Eigenkapitalquote liegt zum Stichtag mit 40,1 Prozent deutlich oberhalb des Grenzwerts von 25,0 Prozent und verringerte sich im Vergleich zum Jahresende 2021 leicht um 1,4 Prozentpunkte. Die Reduzierung resultiert aus der am 5. Mai 2022 von den Aktionären im Rahmen der Hauptversammlung beschlossenen und im Berichtsquartal erfolgten Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 186,6 Millionen Euro sowie dem fortgeführten Erwerb eigener Aktien im ersten Halbjahr 2022 (vgl. Abschnitt "Aktienrückkaufprogramm 2022") in Höhe von 14,7 Millionen Euro.

Der Verschuldungsfaktor liegt per Ende Juni 2022 bei 1,8 und damit deutlich unterhalb des Maximalwerts und auf dem Niveau der Vergleichszeitpunkte 31. Dezember 2021 und 30. Juni 2021.

Zum 30. Juni 2022 bestätigt der Vorstand seinen Finanzausblick sowie alle formulierten Zielgrößen.

Tabelle 4: Entwicklung Nettofinanzschulden und Verschuldungsgrad

In Mio. EUR 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Langfristige Finanzschulden 427,7 505,8 -15,4% 636,3
Kurzfristige Finanzschulden 172,4 143,6 20,0% 54,4
Nettoleasingverbindlichkeiten 398,9 425,3 -6,2% 440,0
Flüssige Mittel -145,0 -286,3 -49,3% -288,9
Nettofinanzschulden 854,0 788,4 8,3% 841,9
Verschuldungsfaktor 1,8 1,8 0,0% 1,9
Beteiligung CECONOMY 1 86,8 123,7 -29,8% 134,3
Adjustierte Nettofinanzschulden 767,2 664,7 15,4% 707,6
Adjustierter Verschuldungsfaktor 1,6 1,5 7,8% 1,6

1 Schlusskurswert (XETRA) der Anzahl der von freenet gehaltenen Aktien

GESCHÄFTSVERLAUF UND WESENTLICHE EREIGNISSE

Als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen rund um Mobilfunk, Internet und TV Entertainment verfügt freenet über ein widerstandsfähiges, belastbares Geschäftsmodell. Dieses zeichnet sich aus durch

eine auf größtenteils langfristige Abonnements basierende Wertschöpfung,
weitgehend digitalisierte Prozesse und flexible Vertriebsstrukturen sowie
einen Nachfragemarkt, der nicht wesentlich durch makroökonomische Faktoren beeinflusst wird.

Vor diesem Hintergrund konnte freenet trotz der aktuellen gesamtwirtschaftlichen und politischen Herausforderungen ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr 2022 verzeichnen.

Das kontinuierliche Wachstum der Abonnentenverträge von freenet setzte sich fort: Die Zahl inklusive der App-basierten Tarife stieg zum 30. Juni 2022 um 0,9 Prozent auf 8,868 Millionen (Jahresende 2021: 8,785 Millionen). Im Vergleich wuchs die Anzahl von waipu.tv Abonnenten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres überproportional stark (+ 13,5 Prozent) auf 820 Tausend.
Die Umsatzerlöse entwickelten sich im ersten Halbjahr mit 1,237 Milliarden Euro wie erwartet stabil gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (1,239 Milliarden Euro); davon entfallen 620 Millionen Euro auf das zweite Quartal.
Das EBITDA verbesserte sich im ersten Halbjahr 2022 mit 240,9 Millionen Euro deutlich gegenüber dem Halbjahr des Vorjahres (222,3 Millionen Euro); wobei das zweite Quartal 2022 mit 122,9 Millionen Euro das vorangegangene Quartal (118,0 Millionen Euro) übertraf.
Der Free Cashflow summiert sich in den ersten sechs Monate des laufenden Jahres auf 124,6 Millionen Euro und liegt damit ebenso über dem Vorjahreszeitraum (112,2 Millionen Euro).

SEGMENT MOBILFUNK: STÄRKUNG VON DACHMARKE, VERTRIEB UND ANGEBOTEN

Stärkung der Dachmarke "freenet", Ausbau der Vertriebskanäle, Aufwertung des Tarifportfolios und stetige Zuwächse bei Kundenzahlen und Service-Umsätzen - so lassen sich die wesentlichen Entwicklungen im ersten Halbjahr 2022 zusammenfassen.

Zu Beginn dieses Jahres startete freenet mit der Konsolidierung ihres Markenportfolios und der Stärkung der Dachmarke "freenet". Die unter der Marke "mobilcom-debitel" vertriebenen Produkte tragen künftig den Namen "freenet". Ziel der Vereinheitlichung und neuen Markenarchitektur ist es, die Bekanntheit von freenet als Marke und einen der größten Anbieter von Digital-Lifestyle in Deutschland zu intensivieren. Einen Beitrag dazu leistete bereits die Verpflichtung des Entertainers Dieter Bohlen im Herbst letzten Jahres, dessen Testimonial die Bekanntheit als Consumer Brand steigerte und die einzelnen Produktmarken miteinander verband. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erfolgte der Markenwechsel sukzessive auf allen analogen und digitalen Kanälen, und zur Jahresmitte war bereits ein Großteil der rund 550 unternehmenseigenen Shops entsprechend umgestaltet. Vor diesem Hintergrund wird der bilanzielle Wert der Marke "mobilcom-debitel" in Höhe von rund 293 Millionen Euro bis zum 30. Juni 2023 linear über 18 Monate abgeschrieben. Dies hat zwar einen negativen Effekt auf relevante Kennzahlen wie EBIT oder Eigenkapitalquote, jedoch keinen Einfluss auf die Liquidität und damit die Ausschüttungskraft von freenet.

In Kooperation mit freenet bieten die Müller Drogeriemärkte - neben "dm" und "Rossmann" die dritte große Drogeriekette Deutschlands - seit April drei Vertragsangebote im Netz von Telefónica an. Als Zusatzprodukt kann unter anderem das IPTV-Produkt waipu.tv der freenet-Tochter EXARING AG hinzugebucht werden. Im Mai 2022 verlängerte freenet zudem vorzeitig die exklusive Vertriebspartnerschaft mit der Media-Saturn Deutschland GmbH um weitere fünf Jahre. Im Rahmen der nun über drei Jahrzehnte etablierten, erfolgreichen Zusammenarbeit vertreibt freenet in den Saturn- und Media-Märkten eigene Mobilfunktarife in den Netzen von Deutsche Telekom und Vodafone und darüber hinaus gesonderte Mobilfunkprodukte und -dienstleistungen. Die erneuerte Kooperation berücksichtigt überdies ebenfalls die Online-Kanäle von Media-Saturn sowie die Omnichannel-Vermarktung.

freenet offerierte als erster Service Provider in Deutschland das Magenta-Tarifportfolio im superschnellen 5G-Standard. Damit haben Kunden jetzt unter dem Dach eines Anbieters die freie Wahl zwischen beiden D-Netzen. Daneben startete freenet mit "green 5G 40 GB" den ersten 5G-Tarif im eigenen Portfolio. Im Mai folgte die NoFrills-Marke "klarmobil" ebenfalls mit einem entsprechenden 5G-Tarif im D-Netz.

Tabelle 5: Kundenentwicklung Segment Mobilfunk

In Tsd. 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Postpaid-Kunden 7.200,3 7.178,0 0,3% 7.113,3
App-basierte Tarife 1 106,2 88,0 20,7% 77,9
Abonnentenzahl (Summe) 7.306,5 7.266,0 0,6% 7.191,2

1 Umfasst Abonnenten von freenet FUNK und freenet FLEX

Auf Basis der geschilderten Initiativen hält das Wachstum der Abonnentenzahl im Kerngeschäft an, wobei die Entwicklung weiterhin geprägt ist durch das nun wesentlich restriktivere regulatorische Umfeld, das mit dem neuen Telekommunikationsgesetz (TKG) am 1. Dezember 2021 in Kraft trat. Insgesamt werden die Auswirkungen als vorübergehend eingestuft und damit am moderaten Wachstum des Postpaid-Kundenbestands festgehalten. Die Zahl der Postpaid-Kunden erhöhte sich seit Jahresende 2021 leicht um 0,3 Prozent auf 7,2 Millionen. Gleichzeitig übersprang die Nutzeranzahl der App-basierten Tarife erstmals die 100.000er-Marke: Per Ende Juni 2022 nutzten 106,2 Tausend User die innovativen freenet-Produkte - ein Plus von 20,7 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn. Als stabil erweist sich weiterhin der Postpaid-ARPU mit 17,8 Euro in den ersten sechs Monaten 2022 (H1/2021: 17,9 Euro). Gleichbleibend hoch zeigen sich entsprechend die Service-Umsätze im Postpaid-Bereich: Sie sind gegenüber dem Halbjahreszeitraum 2021 leicht um 0,5 Prozent auf 766,7 Millionen Euro gestiegen (763,1 Millionen Euro).

Eine sehr gute Ergänzung des Mobilfunk- und TV-Geschäfts stellen Produkte und Dienstleistungen dar, die sich am Digital-Lifestyle (DLS) der Kunden ausrichten und das bestehende Angebot von freenet ergänzen. Insbesondere Smartphone-Versicherungen, Antiviren-Software oder sonstige digitale Services für die Mobilfunk-Vertragskunden bilden seit Jahren eine weitere konstante Erlössäule. Eine fortan noch gestärkte Consumer-Marke "freenet" sollte sich in diesem Zusammenhang zusätzlich positiv auswirken. Im ersten Halbjahr 2022 steuerte das Geschäftsfeld 93,1 Millionen Euro bei. Gegenüber dem Halbjahreszeitraum 2021 ist dies ein vorübergehend leichter Rückgang in Höhe von 1,6 Prozent (95,9 Millionen Euro) infolge geringerer Umsätze mit Zubehör (u.a. Smartphone-Schutzhüllen) aufgrund gestörter Lieferketten.

Als wesentliche Ergänzung des eigenen Produktportfolios startete freenet zum Ende dieses Halbjahres mit "freenet Internet" das erste App-basierte Internetprodukt in Deutschland und wird somit zu einem vollwertigen DLS-Anbieter mit besten Voraussetzungen für die Gestaltung konvergenter Produkte unter vollen Customer Ownership. Der Tarif wird komplett kontaktlos und digital über eine App verwaltet und ist monatlich kündbar. "freenet Internet" kostet 29,99 Euro pro Monat und wird zunächst als Fixed-Wireless-Access (FWA) Variante angeboten, bevor Ende des Jahres Breitband (DSL) das technologische Angebot erweitern soll. Der Start der App-Plattform schafft die Voraussetzung für zusätzliches EBITDA-Wachstum in Höhe von 15-25 Millionen Euro im Jahr 2025.

Tabelle 6: Umsatzentwicklung Segment Mobilfunk

In Mio. EUR bzw. lt. Angabe H1/2022 H1/2021 Veränderung Q2/2022 Q2/2021 Veränderung
Postpaid ARPU (in EUR) 17,8 17,9 - 0,7% 17,9 18,0 - 0,8%
Serviceumsätze Postpaid 766,7 763,1 0,5% 385,2 384,2 0,3%
Serviceumsätze No-Frills / Prepaid 57,3 53,2 7,7% 29,4 26,7 10,5%
Umsatz Digital-Lifestyle 93,1 95,9 - 2,8% 48,2 49,0 - 1,6%

SEGMENT TV UND MEDIEN: NEUE PARTNER, PROGRAMME UND KUNDEN

Das Fernseh- und Radiogeschäft von freenet wird getragen von den freenet-Töchtern EXARING AG mit waipu.tv sowie der Media Broadcast als Anbieter von freenet TV und umfassender digitaler Sendelösungen für die Übertragung von TV- und Radiosignalen über terrestrische Wege sowie 5G-Campusnetze. Beide Unternehmen verzeichneten im ersten Halbjahr 2022 neue Partnerschaften, neue Programme und neue Kunden.

waipu.tv setzte in der ersten Jahreshälfte 2022 sein starkes Wachstum weiter fort. Die Zahl der Abonnenten von waipu.tv steigt in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 97,7 Tausend auf 820,2 Tausend zum 30. Juni (Jahresende 2021: 722,5 Tausend). Davon entfiel mit 51,3 Tausend Netto-Neukunden mehr als die Hälfte des Wachstums auf das zweite Quartal und verdeutlicht den starken Wachstumstrend bei waipu.tv.

Tabelle 7: Kundenentwicklung Segment TV und Medien

In Tsd. 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
freenet TV Abo-Kunden (RGU) 741,3 796,6 - 6,9% 845,0
waipu.tv Abo-Kunden 820,2 722,5 13,5% 644,6
Abonnentenzahl (Summe) 1.561,6 1.519,1 2,8% 1.489,6

Neben der Kundenzahl wuchsen auch die Partnerschaften und Programmangebote. So erweiterte sich das Programmangebot um ein gutes Dutzend Sender - mit den Doku-Sendern "Animal Planet" und "One Terra HD", mit "Der Spiegel HD", "Amuse Kids" sowie "Street Comedy" als Highlights. Darüber hinaus waren zwei wesentliche neue Kooperationen zu verzeichnen. Zum Ende dieses Jahres startet waipu.tv eine vielversprechende Kooperation mit Deutsche Glasfaser. Deutsche Glasfaser stellt den Betrieb ihres IPTV-Produkts "BrightBlue" zum Jahresende ein und wird in diesem Zuge ihre Bestandskunden ab 2023 auf waipu.tv migrieren. Deren Neukunden können waipu.tv schon zum Jahresende 2022 nutzen. Die ambitionierten Pläne der Deutschen Glasfaser beim Ausbau des Glasfasernetztes und der damit einhergehenden Neukundengewinnung eröffnen einen weiteren Wachstumskanal für die Abo-Kunden von waipu.tv ab Anfang 2023. Voraussichtlich noch im laufenden Geschäftsjahr startet eine umfassende Partnerschaft mit Roku. Der Hardware-Hersteller aus den USA ist als führende TV-Streaming-Plattform in den USA, Kanada und Mexiko seit Ende letzten Jahres auch in Deutschland vertreten. Die waipu.tv-App wird auf den stark auf Kundenbedürfnisse ausgerichteten Streaming-Produkten von Roku TV verfügbar sein.

Auch Media Broadcast baute das Programmangebot ihres Fernsehproduktes "freenet TV" um den Live-Shopping-Kanal "ShopLC" aus, der zudem seit Anfang Mai frei empfangbar ist. Das B2C-Geschäftsfeld bleibt auch im ersten Halbjahr 2022 profitabel - ungeachtet des erwartungsgemäßen, sukzessiven Nutzerrückgangs. Die Zahl der umsatzgenerierenden Nutzer (RGU) von freenet TV reduzierte sich in den ersten sechs Monaten um 55,3 Tausend auf 741,3 Tausend.

Im Bereich B2B-Services bleibt die Media Broadcast ebenfalls erfolgreich. Im März wurde ein langfristiger Vertrag mit dem Mobilfunkdienstleister 1&1 zur Wartung und Instandsetzung ihres neuen 5G-Mobilfunknetzes geschlossen und erweiterte damit den Geschäftsbereich "Professional Services" um die Präsenz im Telekommunikationsmarkt. Zu den spezifischen Aufgaben zählen neben der Wartung und Entstörung mehrerer tausend Mobilfunk-Standorte auch die Instandsetzung und Entstörung der vier zentralen Rechenzentren des vierten deutschen Mobilfunknetzes - mit daran angeschlossenen über 500 lokalen Rechenzentren bundesweit.

Darüber hinaus arbeitet die freenet-Tochter kontinuierlich am Sendernetz-Ausbau für Digitalradio. Im ersten Halbjahr 2022 gingen Sender unter anderem an folgenden Standorten ans Netz: im Saarland (der zweite), Reutlingen, Uelzen in Niedersachsen, Petkus in Brandenburg, Hamburg, Güstrow und Eisenhüttenstadt. Zum Jahresende soll das Sendernetz dann insgesamt 161 Standorte umfassen; das erste nationale Programmensemble von DAB+ wird dann neun von zehn Einwohner der Bundesrepublik erreichen - mithin rund 75 Millionen Hörer.

Ebenfalls Pionierarbeit leistet Media Broadcast im Bereich von 5G-Campusnetzen. So unterstützt das Unternehmen seit September letzten Jahres mit seiner Expertise das EU-Forschungsprojekt "5G-VIRTUOSA". Seit Ende des ersten Quartals ergänzte die freenet-Tochter ihr 5G-Technologie-zentrum in Nauen / Berlin um einen zweiten Standort in der Unternehmenszentrale in Köln - mit Anbindung der neuen Funkzelle an den Nauener 5G-Core via Glasfaser. Dies erlaubt technisch höchst leistungsfähige und kommerziell erfolgreiche Lösungen an diversen Außenstandorten -etwa Stadien, Produktionsorten, Baustellen oder landwirtschaftlichen Flächen. Darüber hinaus hat Media Broadcast einen Vertrag mit einem deutschen Automobilzulieferer geschlossen für die Planung, den Aufbau und Betrieb von dessen 5G-Campusnetz.

VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE

Tabelle 8: Umsatz- und Ertragskennzahlen des Konzerns

In Mio. EUR H1/2022 1 H1/2021 Veränderung Q2/2022 1 Q2/2021 Veränderung
Umsatzerlöse 1.237,0 1.239,0 -0,2% 620,1 619,9 0,0%
Rohertrag 436,8 424,3 2,9% 218,6 210,3 4,0%
Gemeinkosten -195,9 -202,0 -3,0% -95,7 -96,8 -1,1%
EBITDA 240,9 222,3 8,4% 122,9 113,5 8,3%
Adjustiertes EBIT 164,3 109,0 50,7% 84,1 40,0 110,4%
Finanzergebnis -4,0 -16,2 75,4% -4,4 -7,3 40,4%
Adjustiertes EBT 160,3 92,8 72,8% 79,8 32,6 144,3%
Adjustiertes Konzernergebnis 139,6 82,5 69,2% 76,8 32,8 134,4%

1 Ertragsgrößen (EBIT, EBT, Konzernergebnis) angepasst um Effekte aus der Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel".

Die Konzernumsätze liegen im ersten Halbjahr 2022 mit 1.237,0 Millionen Euro auf dem Niveau der ersten sechs Monate 2021 (1.239,0 Millionen Euro). Die Zahl der für das Mobilfunksegment steuerungsrelevanten Postpaid-Kunden stieg moderat auf 7,2 Millionen zum 30. Juni 2022 (30. Juni 2021: 7,1 Millionen Kunden). Der Postpaid-ARPU ist mit 17,8 Euro nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum (H1/2021: 17,9 Euro). Infolgedessen stiegen im ersten Halbjahr 2022 die korrespondieren Serviceumsätze im Segment Mobilfunk um 3,6 Millionen Euro auf 766,7 Millionen Euro (H1/2021: 763,1 Millionen Euro). Insgesamt betrachtet liegen die Mobilfunkumsätze mit 1.092,1 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (H1/2021: 1.099,9 Millionen Euro), wofür niedrigere Hardwareumsätze ursächlich sind. Dagegen erhöhten sich die Umsatzerlöse im Segment TV und Medien gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 138,8 Millionen Euro um 9,9 Millionen Euro auf 148,7 Millionen Euro im Wesentlichen aufgrund der Überkompensation des Rückgangs der freenet TV Abo-Kunden (RGU) durch den weiterhin starken Anstieg der waipu.tv Abo-Kunden. In Summe führt die Entwicklung zu einem der Prognose entsprechenden stabilen Verlauf der Umsatzerlöse, wobei der enthaltene Anteil höhermargiger Serviceumsatzerlöse stieg.

Der Rohertrag erhöhte sich entsprechend gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 (424,3 Millionen Euro) um 12,5 Millionen Euro auf 436,8 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2022. Die Rohertragsmarge verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 35,3 Prozent in erster Linie aufgrund des höheren Anteils von Serviceumsatzerlösen und den ansonsten konstanten Konzernumsätzen.

Die Gemeinkosten als Differenz zwischen Rohertrag und EBITDA verringerten sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 von 202,0 Millionen Euro um 6,1 Millionen Euro auf 195,8 Millionen Euro - ursächlich dafür sind im Wesentlichen die um 4,3 Millionen Euro niedrigeren Forderungsausfälle. Der in den Gemeinkosten enthaltene Personalaufwand entspricht mit 106,2 Millionen Euro trotz geringerer Inanspruchnahme von Kurzarbeit in Höhe von 10,0 Millionen Euro (Nettoeffekt) weitestgehend dem Vorjahreswert (H1/2021: 105,8 Millionen Euro). Einem Anstieg des Personalaufwands entgegen wirkten der im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 geringere durchschnittliche Mitarbeiterbestand sowie eine im zweiten Quartal 2021 gebildete Personalkostenrückstellung.

Aufgrund des erläuterten Profitabilitätszuwachses ergibt sich ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gestiegenes EBITDA in Höhe von 240,9 Millionen Euro (H1/2021: 222,3 Millionen Euro), zu dem beide operativen Segmente ihren Beitrag leisteten. Zum EBITDA im ersten Halbjahr 2022 trugen das Segment Mobilfunk 195,2 Millionen Euro (H1/2021: 183,3 Millionen Euro), das Segment TV und Medien 54,3 Millionen Euro (H1/2021: 47,0 Millionen Euro) sowie das Segment Sonstige / Holding - 8,6 Millionen Euro (H1/2021: - 7,9 Millionen Euro) bei.

Die Abschreibungen und Wertminderungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum (113,3 Millionen Euro) um 59,6 Millionen Euro auf 172,9 Millionen Euro. Der starke Anstieg ist auf die zu Beginn des Geschäftsjahres angestoßene Neuausrichtung der Markenstrategie zurückzuführen. Im Rahmen der Markentransformation soll die seit 2009 genutzte Marke "mobilcom-debitel" sukzessive durch die Marke "freenet" ersetzt werden. Die Marke "mobilcom-debitel" wurde bisher als immaterieller Vermögenswert mit einer unbestimmten Nutzungsdauer in der Bilanz ausgewiesen (31. Dezember 2021: 293,2 Millionen Euro). Infolge der Umsetzung der neuen Markenstrategie wird der Buchwert der Marke "mobilcom-debitel" über die erwartete Restnutzungsdauer von 18 Monaten bis zum 30. Juni 2023 planmäßig linear abgeschrieben. Für das erste Halbjahr 2022 resultiert hieraus eine Abschreibung in Höhe von 96,3 Millionen Euro. Der vollständige Effekt daraus ist in den Abschreibungen und Wertminderungen nicht zu sehen, da im Vorjahreszeitraum planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit einem Nutzungsrecht der EXARING AG an einem Glasfasernetz in Höhe von 36,0 Millionen Euro vorgenommenen wurden - seitdem fallen diesbezüglich keine Abschreibungen und Wertminderungen mehr an.

Die Ertragsgrößen unterhalb des EBITDA (EBT und Konzernergebnis) werden nachfolgend zur besseren Vergleichbarkeit mit dem Vorjahreszeitraum um aus der Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel" resultierende Effekte angepasst ausgewiesen. Eine Anpassung um die oben genannten Abschreibungen auf das Nutzungsrecht an dem Glasfasernetz der EXARING AG (36,0 Millionen Euro) erfolgt nicht.

Das Finanzergebnis verbesserte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 um 12,3 Millionen Euro auf - 4,0 Millionen Euro (H1/2021: - 16,2 Millionen Euro). Die Abnahme der im Finanzergebnis enthaltenen Zinsaufwendungen um 4,3 Millionen Euro (H1/2022: 11,2 Millionen Euro, H1/2021: 15,6 Millionen Euro) resultiert überwiegend aus geringeren Bankzinsen als Folge der (vorzeitigen) Tilgung von Finanzschulden. Im sonstigen Finanzergebnis des ersten Halbjahres 2022 ist zudem erstmalig eine Dividende in Höhe von 5,5 Millionen Euro von der CECONOMY AG enthalten.

Grafik 5: Überleitung EBITDA zum adjustierten Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2022 (in Mio. Euro)

Aufgrund der erläuterten Effekte ergibt sich ein adjustiertes Ergebnis vor Ertragsteuern (adjustiertes EBT) in Höhe von 160,3 Millionen Euro, was im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 67,6 Millionen Euro darstellt (H1/2021: 92,8 Millionen Euro).

Im ersten Halbjahr 2022 wurden Aufwendungen aus Ertragsteuern in Höhe von 6,8 Millionen Euro (H1/2021: 10,3 Millionen Euro) ausgewiesen. Dabei wurden laufende Steueraufwendungen in Höhe von 20,8 Millionen Euro (H1/2021: 16,1 Millionen Euro) und latente Steuererträge in Höhe von 14,0 Millionen Euro (H1/2021: 5,8 Millionen Euro) erfasst. Aus der Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel" resultierten im ersten Halbjahr 2022 latente Steuererträge in Höhe von 13,9 Millionen Euro. Dieser Betrag ist dem Abschreibungswert durch das Markenrecht "mobilcom-debitel" im Zuge der Ermittlung des adjustierten Konzernergebnisses gegenübergestellt.

In Summe ergibt sich für das erste Halbjahr 2022 ein adjustiertes Konzernergebnis in Höhe von 139,6 Millionen Euro (H1/2021: 82,5 Millionen Euro).

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Tabelle 9: Verkürzte Bilanz des Konzerns

in Mio. EUR 30.6.2022 31.12.2021 Veränderung 30.6.2021
Langfristiges Vermögen 2.997 3.106 -3,5% 3.149
Kurzfristiges Vermögen 678 846 -19,9% 794
Aktiva 3.675 3.952 -7,0% 3.943
Eigenkapital 1.472 1.639 -10,2% 1.628
Langfristige Schulden 1.113 1.181 -5,8% 1.318
Kurzfristige Schulden 1.090 1.132 -3,7% 996
Passiva 3.675 3.952 -7,0% 3.943

Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2022 beträgt 3.675,1 Millionen Euro und verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember 2021 (3.952,4 Millionen Euro) um 277,3 Millionen Euro.

Auf der Aktivseite reduzierte sich das langfristige Vermögen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres von 3.106,2 Millionen Euro um 109,1 Millionen Euro auf 2.997,1 Millionen Euro. Einerseits kam es zu einer Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 51,5 Millionen Euro auf 150,2 Millionen Euro (Jahresende 2021: 201,8 Millionen Euro) im Zuge der gesunkenen Marktwerte der Beteiligungen an der CECONOMY AG sowie der Media and Games Invest (MGI) SE. Andererseits verringerten sich die immateriellen Vermögenswerte um 33,2 Millionen Euro auf 425,7 Millionen Euro (Jahresende 2021: 458,9 Millionen Euro). Hauptsächlich ist die Veränderung auf die Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel" in Höhe von 96,3 Millionen Euro zurückzuführen - dem entgegen wirkte die Verlängerung des exklusiven Vertriebsrechts mit der Media-Saturn Deutschland GmbH über nominal 78,0 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang wird verwiesen auf die ausgewählten erläuternden Anhangangaben unter Textziffer 4. Darüber hinaus reduzierte sich das Leasingvermögen überwiegend aufgrund planmäßiger Abschreibungen um 26,3 Millionen Euro auf 375,1 Millionen Euro (Jahresende 2021: 401,4 Millionen Euro).

Das kurzfristige Vermögen sank um 168,2 Millionen Euro auf 678,0 Millionen Euro (Jahresende 2021: 846,2 Millionen Euro). Ausschlaggebend war die Abnahme der flüssigen Mittel um 141,3 Millionen Euro auf 145,0 Millionen Euro (Jahresende 2021: 286,3 Millionen Euro). Diese Veränderung resultierte vorwiegend aus der am 10. Mai 2022 erfolgten Dividendenausschüttung in Höhe von 186,6 Millionen Euro, der planmäßigen Tilgung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 50,0 Millionen Euro zuzüglich dem im ersten Halbjahr 2022 erzielten Free Cashflow in Höhe von 124,6 Millionen Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 7,6 Millionen Euro auf 238,0 Millionen Euro (Jahresende 2021: 245,6 Millionen Euro) stichtagsbedingt zurückgegangen.

Auf der Passivseite kam es zu einem Rückgang des Eigenkapitals um 166,6 Millionen Euro auf 1.472,3 Millionen Euro (Jahresende 2021: 1.638,9 Millionen Euro). Die Verringerung ist bei einem Konzernergebnis in Höhe von 57,3 Millionen Euro im Wesentlichen auf die in Höhe von 186,6 Millionen Euro gezahlte Dividende sowie auf die erfolgsneutral erfasste Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligungen an CECONOMY und MGI im sonstigen Ergebnis zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote verringerte sich entsprechend von 41,5 Prozent per Ende Dezember 2021 auf 40,1 Prozent per Ende Juni 2022. Der Rückgang der Finanzschulden um 49,3 Millionen Euro auf 600,1 Millionen Euro (Jahresende 2021: 649,4 Millionen Euro) ist auf die Tilgung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 50,0 Millionen Euro zurückzuführen. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten von 87,9 Millionen Euro um 51,5 Millionen Euro auf 139,4 Millionen Euro ist im Wesentlichen auf die korrespondierend im Zusammenhang mit der Verlängerung des exklusiven Vertriebsrechts mit der Media-Saturn Deutschland GmbH (Aktivierung eines immateriellen Vermögenswertes) bilanzierte Verbindlichkeit zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 44,6 Millionen Euro auf 294,2 Millionen Euro (Jahresende 2021: 338,8 Millionen Euro) überwiegend aufgrund stichtagsbedingter Entwicklungen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Hardwarelieferanten und Netzbetreibern. Die Pensionsrückstellungen verringerten sich

um 32,9 Millionen Euro auf 63,4 Millionen Euro (Jahresende 2021: 96,3 Millionen Euro) bedingt durch einen deutlichen Anstieg des Rechnungszinses. In diesem Zusammenhang wird verwiesen auf die ausgewählten erläuternden Anhangangaben unter Textziffer 9. Zudem verringerten sich die Leasingverbindlichkeiten, in erster Linie aufgrund planmäßiger Tilgungen, um 32,7 Millionen Euro auf 448,2 Millionen Euro (Jahresende 2021: 480,9 Millionen Euro).

LIQUIDITÄTSLAGE

Tabelle 10: Liquiditätskennzahlen des Konzerns

In Mio. EUR H1/2022 H1/2021 Veränderung Q2/2022 Q2/2021 Veränderung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 194,9 174,9 11,5% 97,6 85,9 13,6%
Cashflow aus Investitionstätigkeit -37,4 -17,2 -117,2% -24,8 -10,3 -139,5%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -298,8 -535,6 44,2% -262,3 -287,1 8,6%
Zahlungswirksame Veränderung Finanzmittelfonds -141,3 -378,0 62,6% -189,5 -211,6 10,4%
Free Cashflow 1 124,6 112,2 11,1% 61,9 52,7 17,4%

1 Der Free Cashflow ist eine alternative Leistungskennzahl, die im Abschnitt "Unternehmenssteuerung" im Geschäftsbericht 2021 (Seite 38 ff.) definiert ist.

Gegenüber der Vergleichsperiode erhöhte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im ersten Halbjahr 2022 um 20,0 Millionen Euro auf 194,9 Millionen Euro (H1/2021: 174,9 Millionen Euro). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das um 18,6 Millionen Euro höhere EBITDA zurückzuführen, während sich alle übrigen Effekte nahezu ausgleichen. Zu nennen ist hier die aggregierte Veränderung des Net Working Capitals und der Vertragserlangungskosten um - 14,7 Millionen Euro. Dieser Effekt wird durch die um 10,8 Millionen Euro auf 9,2 Millionen Euro verminderten Zinszahlungen (H1/2021: 20,0 Millionen Euro) sowie die von der CECONOMY AG erhaltene Dividende in Höhe von 5,5 Millionen Euro ausgeglichen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug - 37,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022 gegenüber - 17,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2021 und fällt entsprechend 20,2 Millionen Euro geringer aus. Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, haben sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 (19,4 Millionen Euro) unter anderem bedingt durch die Erneuerung des Verwaltungsgebäudes in Büdelsdorf um 7,3 Millionen Euro auf 26,7 Millionen Euro erhöht. Die zahlungswirksamen Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Im Rahmen des Unternehmenserwerbs der The Cloud Gruppe, München, zum 1. Januar 2019 wurde mit den Alt-Gesellschaftern ein Earn-Out vereinbart, der im ersten Halbjahr 2022 nach Erreichung der festgelegten Ziele in Höhe von 10,0 Millionen Euro zur Auszahlung kam.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit entwickelte sich in den ersten sechs Monaten 2022 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 von - 535,6 Millionen Euro auf - 298,8 Millionen Euro. Die Veränderung ist überwiegend auf Vorjahreseffekte im Zusammenhang mit der Tilgung von Schuldscheindarlehen (H1/2022: 50,0 Millionen Euro, H1/2021: 249,0 Millionen Euro) zurückzuführen. Darüber hinaus verringerten sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 die Mittelabflüsse im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen (H1/2022: 14,7 Millionen Euro, H1/2021: 39,5 Millionen Euro).

Im ersten Halbjahr 2022 wurde ein Free Cashflow in Höhe von 124,6 Millionen Euro erzielt, was einem Anstieg um 12,5 Millionen Euro gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 (112,2 Millionen Euro) entspricht.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Seit Beginn des Geschäftsjahres haben sich keine wesentlichen Änderungen hinsichtlich der Chancen und Risiken der künftigen Geschäftsentwicklung ergeben. Die Chancen und Risiken, denen freenet im Rahmen ihrer laufenden Geschäftstätigkeit ausgesetzt ist, wurden im Geschäftsbericht 2021 (vgl. Seite 55 ff.) ausführlich dargestellt und gelten grundsätzlich weiterhin.

Gleichwohl haben sich die geopolitischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr 2022 -insbesondere durch den Krieg in der Ukraine - deutlich verschlechtert. Es könnten z. B. Lieferketten und die Energieversorgung unterbrochen werden sowie zunehmend Engpässe bei Rohstoffen und Vorleistungsprodukten entstehen. Ferner könnten weiter steigende Inflationsraten die Folge sein, welche auch Mitarbeiter und Kunden von freenet unmittelbar betreffen würden.

Der Vorstand der freenet AG bewertet kontinuierlich diese Entwicklungen und Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Zu diesem Zweck wurde ein Krisenstab eingerichtet, um Gegenmaßnahmen konzernweit koordinieren und etablieren zu können. Hierbei werden auch etwaige Auswirkungen der andauernden Corona-Pandemie berücksichtigt. Dauer und Ausmaß dieser Entwicklungen sind derzeit nicht vollständig und verlässlich abschätzbar. Für das Geschäftsjahr 2022 werden die negativen Auswirkungen dieser Rahmenbedingungen auf die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren als gering eingeschätzt. Mittelfristig könnten moderate Kostensteigerungen und ein temporär angepasstes Konsumverhalten die Folge sein.

Aufgrund gestiegener Baukosten und Verschiebungen im Baufortschritt ist es nahezu sicher, dass die Investitionen zur Gebäudesanierung in Büdelsdorf im laufenden Geschäftsjahr höher ausfallen als ursprünglich projektiert. Dies stellt für freenet ein mittleres, allerdings kein ergebniswirksames Risiko dar.

Branchenweit klagen Verbraucherschutzverbände gegen Netzbetreiber und Diensteanbieter wegen Art und Höhe erhobener Gebühren. freenet hat im Mai 2022 ein Verfahren im Zusammenhang mit der Höhe der in der Vergangenheit erhobenen Rücklastschriftgebühren mit einem Vergleich beendet. In den Vorjahren wurde ausreichend bilanzielle Risikovorsorge gebildet.

Zu den Entwicklungen auf dem Mobilfunk- sowie TV-/ Bewegtbildmarkt wird auf die Darstellung im Geschäftsverlauf verwiesen.

Zum 30. Juni 2022 ergaben sich weiterhin keine Risiken der Kategorie "hoch". Zudem wurden keine Risiken identifiziert, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand von freenet gefährden könnten. Die möglichen Auswirkungen auf das laufende Geschäftsjahr werden unverändert als gering qualifiziert.

PROGNOSEBERICHT

Auf Basis der guten Geschäftsentwicklung sowohl im Segment TV und Medien als auch im Segment Mobilfunk und den weiterhin positiven Aussichten für die zweite Jahreshälfte 2022 wird die Prognose für den finanziellen Leistungsindikator EBITDA für das Gesamtjahr angehoben. Das EBITDA wird nun in einer Bandbreite zwischen 460 und 480 Millionen Euro erwartet (vormals: 450 und 470 Millionen Euro). Bezogen auf den Mittelpunkt der ursprünglichen Prognose entspricht dies einer Erhöhung um 10 Millionen Euro. Die Prognose der weiteren finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren bleibt unverändert (vgl. Tabelle 11). Die aktuellen Entwicklungen im Markt für Telekommunikation sowie TV-/ Bewegtbild (vgl. Abschnitt "Geschäftsverlauf") als auch die derzeitigen geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (vgl. Abschnitt "Chancen- und Risikobericht") führen zum jetzigen Zeitpunkt zu keinen signifikanten Änderungen der Aussagen zu diesen Leistungsindikatoren gegenüber den im Prognosebericht des Geschäftsberichts 2021 getätigten. Die für diese finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der freenet AG getroffenen Annahmen werden auch weiterhin als zutreffend angesehen. Eine detaillierte Erläuterung der Prognose für das laufende Jahr kann dem Geschäftsbericht 2021 (vgl. Seite 69 ff.) entnommen werden.

Tabelle 11: Prognose-Ist-Vergleich

Finanzielle Leistungsindikatoren (in Mio. EUR bzw. It. Angabe) Referenzwert 2021 Prognose 2022 (25.02.2022) Prognoseerhöhung (11.08.2022) Prognoseveränderung H1 /2022
Umsatzerlöse 2.556,3 Stabiler Verlauf Stabiler Verlauf 1.237,0
EBITDA 447,3 450 -470 460 -480 240,9
Free Cashflow 234,4 230 -250 230 -250 124,6
Postpaid-ARPU (in EUR) 18,1 Stabiler Verlauf Stabiler Verlauf 17,8
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren (in Tsd.) Referenzwert 2021 Prognose 2022 (25.02.2022) Prognosebestätigung (11.08.2022) Prognoseveränderung 30.6.2022
Postpaid-Kundenbestand 7.178,0 moderat wachsend moderat wachsend 7.200,3
freenet TV Abo-Kunden (RGU) 796,6 merklich abnehmend merklich abnehmend 741,3
waipu.tv Abo-Kunden 722,5 solide wachsend solide wachsend 820,2
über der bisherigen Prognose
unverändert gegenüber der bisherigen Prognose
unter der bisherigen Prognose

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem 30. Juni 2022 ergaben sich keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung.

Büdelsdorf, den 11. August 2022

freenet AG

Der Vorstand

Christoph Vilanek Ingo Arnold Stephan Esch
(CEO) (CFO) (CTO)
Antonius Fromme Rickmann v. Platen
(CCE) (CCO)

VERKÜRZTER KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS

KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022

H1/2022 H1/2021 Q2/2022 Q2/2021
In TEUR bzw. It. Angabe 1.1.2022 - 30.6.2022 1.1.2021 - 30.6.2021 1.4.2022 - 30.6.2022 1.4.2021 - 30.6.2021
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 1.236.958 1.239.009 620.142 619.858
Sonstige betriebliche Erträge 23.336 20.195 12.643 10.602
Andere aktivierte Eigenleistungen 11.151 10.737 5.860 5.392
Materialaufwand -800.184 -814.712 -401.543 -409.605
Personalaufwand -106.244 -105.843 -53.202 -55.374
Sonstige betriebliche Aufwendungen -124.084 -127.073 -60.992 -57.390
davon: Ergebnis aus Wertberichtigungen finanzieller Vermögenswerte sowie vertraglicher Vermögenswerte -11.799 -16.095 -5.461 -7.435
davon: ohne Ergebnis aus Wertberichtigungen finanzieller Vermögenswerte sowie vertraglicher Vermögenswerte -112.285 -110.978 -55.531 -49.955
EBITDA 1 240.933 222.313 122.908 113.483
Abschreibungen und Wertminderungen -172.892 -113.300 -88.012 -73.501
EBIT 2 68.041 109.013 34.896 39.982
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen -630 -898 -690 - 381
Zinsen und ähnliche Erträge 3.830 1.099 2.813 524
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -11.239 -15.568 -5.664 -7.116
Sonstiges Finanzergebnis 4.048 -874 -832 -368
Finanzergebnis -3.991 -16.241 -4.373 -7.341
Ergebnis vor Ertragsteuern 64.050 92.772 30.523 32.641
Ertragsteuern -6.791 -10.253 4.214 124
Konzernergebnis 57.259 82.519 34.737 32.765
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 56.426 91.806 34.122 41.651
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 833 -9.287 615 -8.886
Ergebnis je Aktie (EPS) unverwässert und verwässert (in EUR) 0,47 0,74 0,28 0,34
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien unverwässert und verwässert (in Tsd. Stück) 119.050 124.026 118.851 123.444

1 EBITDA ist definiert als Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen.

2 EBIT ist definiert als Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern.

KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022

H1/2022 H1/2021 Q2/2022 Q2/2021
In TEUR 1.1.2022 - 30.6.2022 1.1.2021 - 30.6.2021 1.4.2022 - 30.6.2022 1.4.2021 - 30.6.2021
--- --- --- --- ---
Konzernergebnis 57.259 82.519 34.737 32.765
Währungsumrechnungsdifferenzen 180 51 42 4
Sonstiges Ergebnis / in künftigen Perioden in die GuV umzugliedern 180 51 42 4
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente -45.670 -37.867 -29.611 -22.434
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus der Bilanzierung von Pensionsplänen gemäß IAS 19 (2011) 32.074 7.490 18.834 384
Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern -9.026 -1.701 -5.258 224
Sonstiges Ergebnis / in künftigen Perioden nicht in die GuV umzugliedern -22.622 -32.078 -16.035 -21.826
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -22.442 -32.027 -15.993 -21.822
Konzern-Gesamterfolg 34.817 50.492 18.744 10.943
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzern-Gesamterfolg 33.984 59.779 18.129 19.829
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Konzern-Gesamterfolg 833 -9.287 615 -8.886

KONZERNBILANZ

30. JUNI 2022

AKTIVA

In TEUR 30.6.2022 31.12.2021 30.6.2021
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 425.664 458.911 452.823
Leasingvermögen 375.130 401.423 413.443
Goodwill 1.382.394 1.382.394 1.382.394
Sachanlagen 125.731 124.349 134.157
Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen 220 100 940
Latente Ertragsteueransprüche 139.239 134.229 133.559
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 48.429 56.895 65.167
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 99.151 95.094 93.452
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 150.233 201.776 224.509
Vertragserlangungskosten 250.927 251.053 248.114
2.997.118 3.106.224 3.148.558
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 86.515 92.668 69.478
Laufende Ertragsteueransprüche 357 293 2.081
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 237.976 245.591 190.032
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 163.270 173.426 190.594
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 44.890 47.936 53.065
Flüssige Mittel 145.019 286.287 288.902
678.027 846.201 794.152
Summe Aktiva 3.675.145 3.952.425 3.942.710

PASSIVA

In TEUR 30.6.2022 31.12.2021 30.6.2021
Eigenkapital
Grundkapital 118.901 128.061 128.061
Kapitalrücklage 567.465 737.536 737.536
Eigene Aktien 0 -164.562 - 90.961
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -144.852 -122.410 -107.545
Konzernbilanzergebnis 938.016 1.064.475 969.933
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital 1.479.530 1.643.100 1.637.024
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital -7.223 -4.185 -8.728
1.472.307 1.638.915 1.628.296
Langfristige Schulden
Leasingverbindlichkeiten 363.707 395.554 418.734
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 112.285 110.172 93.162
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 96.576 23.832 29.410
Finanzschulden 427.674 505.786 636.327
Pensionsrückstellungen 63.391 96.265 95.309
Andere Rückstellungen 49.375 49.666 45.004
1.113.008 1.181.275 1.317.946
Kurzfristige Schulden
Leasingverbindlichkeiten 84.528 85.332 85.402
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 294.197 338.785 308.816
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 423.462 418.334 426.429
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 42.798 64.045 49.661
Laufende Ertragsteuerschulden 41.999 34.808 40.087
Finanzschulden 172.391 143.619 54.430
Andere Rückstellungen 30.455 47.312 31.643
1.089.830 1.132.235 996.468
Summe Passiva 3.675.145 3.952.425 3.942.710

AUFSTELLUNG ÜBER VERÄNDERUNGEN DES EIGENKAPITALS

1. JANUAR BIS 30. JUNI 2021

Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Eigene Aktien Währungsumrechnungsdifferenzen Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente Bewertungsrücklage nach IAS 19
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 1.1.2021 128.061 737.536 -51.420 679 -42.873 -33.324
Dividendenzahlung 0 0 0 0 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0 -39.541 0 0 0
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente 1 0 0 0 0 -37.291 0
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011) 1 0 0 0 0 0 5.213
Fremdwährungsumrechnung 1 0 0 0 51 0 0
Zwischensumme: Konzern Gesamterfolg 0 0 0 51 -37.291 5.213
Stand 30.6.2021 128.061 737.536 -90.961 730 -80.164 -28.111
In TEUR Konzernbilanzergebnis Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand 1.1.2021 1.081.861 1.820.520 559 1.821.079
Dividendenzahlung -203.734 -203.734 0 -203.734
Erwerb eigener Aktien 0 -39.541 0 -39.541
Konzernergebnis 91.806 91.806 -9.287 82.519
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente 1 0 -37.291 0 -37.291
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (2011) 1 0 5.213 0 5.213
Fremdwährungsumrechnung 1 0 51 0 51
Zwischensumme: Konzern Gesamterfolg 91.806 59.779 -9.287 50.492
Stand 30.6.2021 969.933 1.637.024 -8.728 1.628.296

1 Die Beträge werden mit den im sonstigen Ergebnis erfassten Ertragsteuern saldiert dargestellt.

1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022

Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Eigene Aktien Währungsumrechnungsdifferenzen Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente Bewertungsrücklage nach IAS 19
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 1.1.2022 128.061 737.536 -164.562 790 -93.651 -29.549
Dividendenzahlung 0 0 0 0 0 0
Erwerb weiterer Aktien an Tochterunternehmen 0 0 0 0 0 0
Anpassung von Optionsverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0 -14.669 0 0 0
Einziehung eigener Aktien -9.160 -170.071 179.231 0 0 0
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente 1 0 0 0 0 - 44.978 0
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gemäß IAS 19 (2011) 1 0 0 0 0 0 22.356
Fremdwährungsumrechnung 1 0 0 0 180 0 0
Zwischensumme: Konzern Gesamterfolg 0 0 0 180 -44.978 22.356
Stand 30.6.2022 118.901 567.465 0 970 -138.629 -7.193
In TEUR Konzernbilanzergebnis Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand 1.1.2022 1.064.475 1.643.100 -4.185 1.638.915
Dividendenzahlung -186.595 -186.595 0 -186.595
Erwerb weiterer Aktien an Tochterunternehmen 3.871 3.871 -3.871 0
Anpassung von Optionsverbindlichkeiten -161 -161 0 -161
Erwerb eigener Aktien 0 -14.669 0 -14.669
Einziehung eigener Aktien 0 0 0 0
Konzernergebnis 56.426 56.426 833 57.259
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente 1 0 -44.978 0 -44.978
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gemäß IAS 19 (2011) 1 0 22.356 0 22.356
Fremdwährungsumrechnung 1 0 180 0 180
Zwischensumme: Konzern Gesamterfolg 56.426 33.984 833 34.817
Stand 30.6.2022 938.016 1.479.530 -7.223 1.472.307

1 Die Beträge werden mit den im sonstigen Ergebnis erfassten Ertragsteuern saldiert dargestellt.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022

H1/2022 H1/2021 Q2/2022 Q2/2021
In TEUR 1.1.2022 - 30.6.2022 1.1.2021 - 30.6.2021 1.4.2022 - 30.6.2022 1.4.2021 - 30.6.2021
--- --- --- --- ---
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) 68.041 109.013 34.896 39.982
Anpassungen:
Abschreibungen und Wertminderungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens 172.892 113.300 88.012 73.501
Erhaltene Dividenden von Beteiligungsgesellschaften 5.548 0 0 0
Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens 129 -214 107 -266
Zunahme des Net Working Capital, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar -35.163 -61.576 -18.608 -30.947
Einzahlungen aus der Tilgung von finanziellen Vermögenswerten aus Leasing 7.147 7.590 3.558 3.778
Aktivierung von Vertragserlangungskosten -135.881 -107.255 -67.349 -53.885
Amortisation von Vertragserlangungskosten 136.007 148.476 67.876 73.506
Steuerzahlungen -14.599 -14.942 -6.338 -8.989
Erhaltene Zinsen und sonstiges Finanzergebnis -12 512 -40 760
Gezahlte Zinsen -9.173 -20.004 -4.516 -11.532
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 194.936 174.900 97.598 85.908
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -28.475 -21.631 -15.109 -12.482
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1.790 2.233 1.240 1.644
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen -10.000 0 -10.000 0
Einzahlungen aus der Entkonsolidierung von Tochterunternehmen 0 2.000 0 0
Einzahlungen für den Verkauf von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 125 0 0 0
Einlagenrückgewähr von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 0 1.000 0 1.000
Auszahlungen in das Eigenkapital von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen -750 -750 -750 - 500
Auszahlungen für Investitionen in sonstige Beteiligungen -136 -96 -136 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -37.446 -17.244 -24.755 -10.338
Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitengesellschafter -186.595 -203.734 -186.595 -203.734
Auszahlungen für den Erwerb von eigenen Aktien -14.669 -39.541 0 -12.016
Auszahlungen für den Erwerb von Minderheitsanteilen -3.871 0 -3.871 0
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden -50.000 -249.000 -50.000 -49.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -43.623 -43.346 -21.850 -22.378
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -298.758 -535.621 -262.316 -287.128
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -141.268 -377.965 -189.473 -211.558
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 286.287 666.867 334.492 500.460
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 145.019 288.902 145.019 288.902

HERLEITUNG DES FINANZMITTELFONDS

In TEUR 30.6.2022 31.12.2021 30.6.2021
Bestand an flüssigen Mitteln 145.019 286.287 288.902
Finanzmittelfonds 145.019 286.287 288.902

HERLEITUNG DES FREE CASHFLOW

H1/2022 H1/2021 Q2/2022 Q2/2021
In TEUR 1.1.2022 - 30.6.2022 1.1.2021 - 30.6.2021 1.4.2022 - 30.6.2022 1.4.2021 - 30.6.2021
--- --- --- --- ---
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 194.936 174.900 97.598 85.908
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -28.475 -21.631 -15.109 -12.482
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1.790 2.233 1.240 1.644
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -43.623 -43.346 -21.850 -22.378
Free Cashflow 1 124.628 112.156 61.879 52.692

1 Der Free Cashflow ist eine alternative Leistungskennzahl, die im Abschnitt "Unternehmenssteuerung" im Geschäftsbericht 2021 (vgl. Seite 38 ff.) definiert ist.

AUSGEWÄHLTE ERLÄUTERNDE ANHANGANGABEN GEMÄß IAS 34

WESENTLICHE BILANZIERUNGS-, BEWERTUNGS- UND KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

1. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß der Verordnung 1606 / 2002 des Europäischen Parlaments und des Rates nach den durch die Europäische Union übernommenen internationalen Rechnungslegungsstandards, den International Financial Reporting Standards (IFRS), in Übereinstimmung mit IAS 34 erstellt. Hierbei hat der Konzern alle von der EU übernommenen und verpflichtend anzuwendenden IFRS berücksichtigt. Auf eine prüferische Durchsicht des vorliegenden verkürzten Konzern-Zwischenabschluss wurde verzichtet.

Der Konzern hat alle zum Berichtszeitpunkt verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. Hierbei handelt es sich um folgende Änderungen: Jährliche Verbesserungen Zyklus 2018-2020, Änderungen an IAS 37 (belastende Verträge), Aktualisierung eines Verweises auf das Rahmenkonzept (IFRS 3), Änderungen an IAS 16 (Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung). Auf den vorliegenden verkürzten Konzern-Zwischenabschluss der freenet AG haben die Änderungen keinen materiellen Einfluss.

Trotz Berücksichtigung der aktuellen Unsicherheiten und Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine (z.B. hinsichtlich eines möglichen russischen Gaslieferstopps) sind die wesentlichen Schätzungen und Annahmen im Vergleich zum Konzernabschluss 2021 unverändert geblieben.

ERHEBLICHE EREIGNISSE UND GESCHÄFTSVORFÄLLE

2. Die ordentliche Hauptversammlung 2020 hatte den Vorstand der freenet AG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Aktien im Umfang von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft zurückzukaufen. Insgesamt hat die Gesellschaft im Rahmen von drei Aktienrückkaufprogrammen (Aktienrückkaufprogramme 2020, 2021, 2022) 7,153 Prozent des Grundkapitals (9.160.418 Aktien) zurückgekauft. Alle im Rahmen der drei Aktienrückkaufprogramme von der freenet AG zurück erworbenen Aktien wurden am 8. Juni 2022 unter Herabsetzung des Grundkapitals eingezogen.

Das Grundkapital der freenet AG zum 30. Juni 2022 ist eingeteilt in 118.900.598 auf den Namen lautende Stückaktien zu einem kalkulatorischen Nennwert von 1,00 Euro. Mit Vorstandsbeschluss vom 8. Juni 2022 wurde das eingetragene Grundkapital von 128.061 TEUR auf 118.901 TEUR durch Einziehung von 9.160.418 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem kalkulatorischen Nennwert von 1,00 Euro je Aktie herabgesetzt.

Die Kapitalrücklage der freenet AG betrug zum 30. Juni 2022 567.465 TEUR (31. Dezember 2021: 737.536 TEUR). Der Rückgang der Kapitalrücklage resultiert aus der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von eigenen Aktien.

3. Im Rahmen der Neuausrichtung der Markenstrategie hatte der Vorstand der freenet AG zu Beginn dieses Jahres beschlossen, die seit 2009 genutzte Marke "mobilcom-debitel" sukzessive durch die Marke "freenet" zu ersetzen. Die Marke "mobilcom-debitel" wurde bisher als immaterieller Vermögenswert mit einer unbestimmten Nutzungsdauer in der Bilanz ausgewiesen (31. Dezember 2021: 293,2 Millionen Euro). Infolge des Vorstandsbeschlusses wird der Buchwert der Marke "mobilcom-debitel" über die erwartete Restnutzungsdauer von 18 Monaten bis zum 30. Juni 2023 planmäßig linear abgeschrieben. Für das erste Halbjahr 2022 resultiert hieraus eine Abschreibung in Höhe von 96,3 Millionen Euro. Im Juli 2022 wurden die Umfirmierungen der mobilcom-debitel GmbH zur freenet DLS GmbH sowie der mobilcom-debitel Shop GmbH zur freenet Shop GmbH im Handelsregister eingetragen.

4. Die freenet AG hat vorzeitig im Mai 2022 das exklusive Vertriebsrecht mit der Media-Saturn Deutschland GmbH über nominal 78,0 Millionen Euro mit einer Mindestlaufzeit bis 30. September 2025 verlängert.

5. Zum 30. Juni 2022 wurden aus der bestehenden Vereinbarung über das Factoring von Handy-Optionsforderungen Forderungen in Höhe von 50,3 Millionen Euro (31. Dezember 2021: 60,5 Millionen Euro) verkauft und ausgebucht, aber noch nicht bezahlt.

6. Im ersten Halbjahr 2022 wurde ein Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2015 über insgesamt 50,0 Millionen Euro vollständig getilgt.

7. Zwischen dem Konzern und nahestehenden Unternehmen bzw. Personen fanden folgende wesentliche Geschäftsvorfälle statt:

In TEUR 1.1.2022 - 30.6.2022 1.1.2021 - 30.6.2021
Erlöse aus der Berechnung von Dienstleistungen
Gemeinschaftsunternehmen
Jestoro GmbH, Hamburg 0 183
Nicht konsolidierte Gesellschaften
Antenne Deutschland GmbH & Co KG 139 2.251
Bayern Digital Radio GmbH 225 219
Hessen Digital Radio GmbH 500 474
Gesamt 864 3.127
In TEUR 1.1.2022 - 30.6.2022 1.1.2021 - 30.6.2021
Aufwendungen aus dem Bezug von Dienstleistungen
Gemeinschaftsunternehmen
Check Tech Service GmbH, Hamburg (Tochterunternehmen der Jestoro GmbH) 0 35
Nicht konsolidierte Gesellschaften
Antenne Deutschland GmbH & Co KG 60 75
Bayern Digital Radio GmbH 277 277
Hessen Digital Radio GmbH 36 71
Gesamt 373 458

Zum 30. Juni 2022 bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen beziehungsweise Personen:

In TEUR 30.6.2022 30.6.2021
Forderungen aus laufendem Leistungsverkehr
Gemeinschaftsunternehmen
Jestoro GmbH, Hamburg 0 32
Nicht konsolidierte Gesellschaften
Antenne Deutschland GmbH & Co KG 87 34
Gesamt 87 66

Allen Transaktionen lagen Marktpreise zugrunde. Sicherheiten bestehen nicht.

SONSTIGE ANHANGANGABEN

8. Zu beizulegenden Zeitwerten machen wir die folgenden Angaben:

In der nachfolgenden Übersicht "Fair-Value-Hierarchie zum 30. Juni 2022" wird dargelegt, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung zum einen der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente sowie zum anderen auch des Teils der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente, für die ein beizulegender Zeitwert ermittelt werden konnte, basiert. Zur Definition der einzelnen Levels gemäß IFRS 13 verweisen wir auf den Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 der freenet AG.

FINANZINSTRUMENTE NACH KLASSEN PER 30. JUNI 2022

In TEUR Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert Bilanz Wertansatz Beizulegender Zeitwert Finanzinstrumente
30.6.2022 Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst 30.6.2022
--- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel / Flüssige Mittel AC 145.019 145.019 -1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 286.405
Zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 178.187 178.187 -1
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam FVTPL 108.218 108.218 -1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 195.123
Leasingforderungen n / a 49.184
Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 18.076 18.076 -1
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 9.476 9.476 -1
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam FVTPL 19.432 19.432
Übrige Eigenkapitalinstrumente
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam FVTPL 1.611 1.611 -1
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral FVOCI 97.344 97.344 97.344

1 Für die Positionen wurde kein beizulegender Zeitwert ermittelt, jedoch stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Dies führt dazu, dass die aggregierten beizulegenden Zeitwerte für die Bewertungskategorien AC sowie FVTPL jeweils deutlich unter deren aggregierten Buchwerten in der Bilanz liegen.

In TEUR Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert Bilanz Wertansatz Beizulegender Zeitwert Finanzinstrumente
30.6.2022 Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst 30.6.2022
--- --- --- --- --- --- ---
Passiva
Leasingverbindlichkeiten n / a 448.235
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 294.197 294.197
Finanzschulden 600.065 600.065
Finanzschulden aus Schuldscheindarlehen AC 596.582 596.582 592.346
Übrige Finanzschulden AC 3.483 3.483
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 139.374
Zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 131.769 131.769
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam FVTPL 7.605 7.605 -1
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Aktiva
Zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 350.758 350.758 -1
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam FVTPL 129.261 129.261 -1
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral FVOCI 97.344 97.344 97.344
Passiva
Zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 1.026.031 1.026.031 592.346 1
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam FVTPL 7.605 7.605 -1

1 Für die Positionen wurde kein beizulegender Zeitwert ermittelt, jedoch stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Dies führt dazu, dass die aggregierten beizulegenden Zeitwerte für die Bewertungskategorien AC sowie FVTPL jeweils deutlich unter deren aggregierten Buchwerten in der Bilanz liegen.

FAIR-VALUE-HIERARCHIE ZUM 30. JUNI 2022

In TEUR Summe Level 1 Level 2 Level 3
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 108.218 0 0 108.218
Übrige finanzielle Vermögenswerte, zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 19.432 0 0 19.432
Übrige Eigenkapitalinstrumente, zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 1.611 0 0 1.611
Übrige Eigenkapitalinstrumente, zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral 97.344 97.344 0 0
Passiva
Finanzschulden aus Schuldscheindarlehen 592.346 0 0 592.346
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam 7.605 0 0 7.605

Es haben sich keine Verschiebungen hinsichtlich der Levels ergeben.

9. Auf Basis von aktualisierten Zinssätzen (Programme freenet, debitel: 3,52 Prozent, Programme Media Broadcast Gruppe: 3,21 Prozent) wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Pensionsrückstellungen vorgenommen. Der hieraus resultierende versicherungsmathematische Gewinn in Höhe von 32,1 Millionen Euro sowie die gegenläufige Verringerung der latenten Steueransprüche um 9,0 Millionen Euro wurden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Per Saldo ergab sich ein positives Ergebnis aus nicht in die GuV umzugliedernden Posten von 23,0 Millionen Euro.

10. Der Berechnung der laufenden und latenten Ertragsteuern wurde wie im Konzernabschluss 2021 ein Durchschnittssteuersatz von 30,30 Prozent (Vorjahr: 30,40 Prozent) zu Grunde gelegt.

11. Nach dem 30. Juni 2022 ergaben sich keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung.

12. Der Vorstand organisiert und steuert das Unternehmen als Hauptentscheidungsträger auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den einzelnen angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Da der Konzern seine Geschäftstätigkeit nahezu ausschließlich in Deutschland ausübt, erfolgt keine Organisation und Steuerung nach geografischen Bereichen. Der Konzern war in den ersten sechs Monaten 2022 in den folgenden Geschäftssegmenten tätig:

Mobilfunk:
Tätigkeiten als Mobilfunk-Service-Provider - Vermarktung von Mobilfunkdienstleistungen (Sprach- und Datendiensten) der Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone und Telefónica Deutschland
auf der Grundlage der mit diesen Netzbetreibern geschlossenen Netzbetreiberverträge sowohl Angebot eigener netzunabhängiger Dienste und Tarife als auch Angebot der Tarife der Netzbetreiber
Vertrieb / Verkauf von Mobilfunk-Endgeräten sowie zusätzlicher Dienste in den Bereichen von mobiler Datenkommunikation sowie Digital-Lifestyle
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen
Planung, Aufbau, Einrichtung und Wartung von WiFi-Netzwerken
TV und Medien:
Erbringung von Leistungen, im Wesentlichen an Endkunden, im Bereich IPTV
Planung, Projektierung, Errichtung, Betrieb, Service sowie Vermarktung von broadcastnahen Lösungen für Geschäftskunden der Rundfunk- und Medienbranche
Erbringung von Leistungen im Bereich DVB-T2 an Endkunden
Sonstige / Holding:
Erbringung von Portal-Dienstleistungen wie E-Commerce / Advertising-Leistungen (diese beinhalten im Wesentlichen das Angebot des Online-Shoppings und die Vermarktung von Werbeflächen auf Internetseiten), von Bezahldiensten für Endkunden sowie Angebot verschiedener digitaler Produkte und Unterhaltungsformate zum Download bzw. zur Anzeige und Nutzung auf mobilen Endgeräten
Entwicklung von Kommunikationslösungen, EDV-Dienstleistungen und sonstigen Leistungen für Geschäftskunden
Angebot schmalbandiger Sprachdienste (Call-by-Call, Preselection) und Datendienste
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen

Im Segment "Sonstige / Holding" sind neben den operativen Tätigkeiten auch übrige Geschäftsaktivitäten zusammengefasst. Hierzu zählt im Wesentlichen die Holding-Tätigkeit der freenet AG (mit der Erbringung von innerkonzernlichen Dienstleistungen in Zentralbereichen wie zum Beispiel Recht, Personal und Finanzen), daneben aber auch nicht eindeutig den operativen Segmenten zuordenbare Bereiche.

Die für das Segment "Sonstige / Holding" in den ersten sechs Monaten 2022 berichteten Segmentumsatzerlöse in Höhe von 18,4 Millionen Euro (Vorjahr: 21,6 Millionen Euro) betreffen zu 18,7 Millionen Euro (Vorjahr: 22,0 Millionen Euro) die operativen Geschäftstätigkeiten und zu - 0,3 Millionen Euro (Vorjahr: - 0,4 Millionen Euro) die übrigen Geschäftsaktivitäten.

Der für das Segment "Sonstige / Holding" in den ersten sechs Monaten 2022 ausgewiesene Rohertrag von 13,2 Millionen Euro (Vorjahr: 12,6 Millionen Euro) entfällt zu 13,6 Millionen Euro (Vorjahr: 13,0 Millionen Euro) auf die operativen Tätigkeiten sowie zu - 0,4 Millionen Euro (Vorjahr: - 0,4 Millionen Euro) auf die übrigen Geschäftsaktivitäten.

Das für das Segment "Sonstige / Holding" in den ersten sechs Monaten 2022 ausgewiesene EBITDA von - 8,6 Millionen Euro (Vorjahr: - 7,9 Millionen Euro) wurde zu 5,5 Millionen Euro (Vorjahr: 5,0 Millionen Euro) mit den operativen Tätigkeiten sowie zu - 14,1 Millionen Euro (Vorjahr: - 12,9 Millionen Euro) mit den übrigen Geschäftsaktivitäten erzielt.

SEGMENTBERICHT

1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022

In TEUR Mobilfunk TV und Medien Sonstige/Holding Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen Gesamt
Umsatzerlöse mit Dritten 1.083.396 143.170 10.392 0 1.236.958
Intersegmenterlöse 8.743 5.532 8.009 -22.284 0
Umsatzerlöse gesamt 1.092.139 148.702 18.401 -22.284 1.236.958
Materialaufwand gegenüber Dritten -749.493 -45.882 -4.809 0 -800.184
Intersegmentärer Materialaufwand -10.576 -7.571 -399 18.546 0
Materialaufwand gesamt -760.069 -53.453 -5.208 18.546 -800.184
Segment-Rohertrag 332.070 95.249 13.193 -3.738 436.774
Sonstige betriebliche Erträge 23.484 195 797 -1.140 23.336
Andere aktivierte Eigenleistungen 7.354 3.116 681 0 11.151
Personalaufwand - 64.326 -26.686 -15.232 0 -106.244
Sonstige betriebliche Aufwendungen -103.396 -17.538 -8.028 4.878 -124.084
davon: Ergebnis aus Wertberichtigungen finanzieller Vermögenswerte sowie vertraglicher Vermögenswerte -11.473 -285 - 41 0 -11.799
davon: ohne Ergebnis aus Wertberichtigungen finanzieller Vermögenswerte sowie vertraglicher Vermögenswerte -91.923 -17.253 -7.987 4.878 -112.285
Gemeinkosten gesamt 1 -136.884 -40.913 -21.782 3.738 -195.841
davon: intersegmentäre Verrechnung -3.231 -473 -34 3.738
Segment-EBITDA 195.186 54.336 -8.589 0 240.933
Abschreibungen und Wertminderungen -172.892
EBIT 68.041
Finanzergebnis -3.991
Ertragsteuern -6.791
Konzernergebnis 57.259
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 56.426
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 833
Zahlungswirksame Nettoinvestitionen 12.701 7.936 6.048 26.685

1 Die Gemeinkosten als Differenz von Rohertrag und EBITDA enthalten die Positionen sonstige betriebliche Erträge, andere aktivierte Eigenleistungen, Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen.

1. JANUAR BIS 30. JUNI 2021

In TEUR Mobilfunk TV und Medien Sonstige/ Holding Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen Gesamt
Umsatzerlöse mit Dritten 1.091.885 133.478 13.646 0 1.239.009
Intersegmenterlöse 7.969 5.339 7.907 -21.215 0
Umsatzerlöse gesamt 1.099.854 138.817 21.553 -21.215 1.239.009
Materialaufwand gegenüber Dritten -764.401 -41.507 -8.804 0 -814.712
Intersegmentärer Materialaufwand -9.737 -7.520 -174 17.431 0
Materialaufwand gesamt -774.138 -49.027 -8.978 17.431 -814.712
Segment-Rohertrag 325.716 89.790 12.575 -3.784 424.297
Sonstige betriebliche Erträge 19.478 617 1.380 -1.280 20.195
Andere aktivierte Eigenleistungen 6.683 3.034 1.020 0 10.737
Personalaufwand -63.144 -27.167 -15.532 0 -105.843
Sonstige betriebliche Aufwendungen -105.455 -19.301 -7.381 5.064 -127.073
davon: Ergebnis aus Wertberichtigungen finanzieller Vermögenswerte sowie vertraglicher Vermögenswerte -15.977 -42 -76 0 -16.095
davon: ohne Ergebnis aus Wertberichtigungen finanzieller Vermögenswerte sowie vertraglicher Vermögenswerte -89.478 -19.259 -7.305 5.064 -110.978
Gemeinkosten gesamt 1 -142.438 -42.817 -20.513 3.784 -201.984
davon intersegmentäre Verrechnung -3.560 -378 154 3.784
Segment-EBITDA 183.278 46.973 -7.938 0 222.313
Abschreibungen und Wertminderungen -113.300
EBIT 109.013
Finanzergebnis -16.241
Ertragsteuern -10.253
Konzernergebnis 82.519
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 91.806
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis -9.287
Zahlungswirksame Nettoinvestitionen 12.413 5.050 1.935 19.398

1 Die Gemeinkosten als Differenz von Rohertrag und EBITDA enthalten die Positionen sonstige betriebliche Erträge, andere aktivierte Eigenleistungen, Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen.

Büdelsdorf, den 11. August 2022

freenet AG

Der Vorstand

Christoph Vilanek (CEO) Ingo Arnold (CFO) Stephan Esch (CTO) Antonius Fromme (CCE) Rickmann v. Platen (CCO)

WEITERE INFORMATIONEN

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen und Gewissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt wird, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Büdelsdorf, den 11. August 2022

freenet AG

Der Vorstand

Christoph Vilanek Ingo Arnold Stephan Esch
(CEO) (CFO) (CTO)
Antonius Fromme Rickmann v. Platen
(CCE) (CCO)

WEITERE INFORMATIONEN

GLOSSAR

5G Fünfte Generation des Mobilfunks, die auf dem bestehenden Mobilfunkstandard LTE aufbaut.

Adjustiertes EBIT EBIT zuzüglich Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel".

Adjustiertes EBT EBT zuzüglich Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel".

Adjustiertes Konzernergebnis Konzernergebnis zuzüglich Abschreibung des Markenrechts "mobilcom-debitel" und abzüglich korrespondierendem latenten Steuerertrag.

Adjustierte Nettofinanzschulden Nettofinanzschulden (siehe "Nettofinanzschulden") abzüglich Aktienbeteiligungen (siehe "Aktienbeteiligungen").

Adjustierter Verschuldungsgrad Verhältnis der adjustierten Nettofinanzschulden (siehe "adjustierte Nettofinanzschulden") zum in den letzten zwölf Monaten erzielten EBITDA (siehe "EBITDA").

Aktienbeteiligungen Börsenwert der CECONOMY AG zum Stichtag. Der Börsenwert der CECONOMY AG ergibt sich aus der Multiplikation des Schlusskurses an der Frankfurter Börse mit den von freenet an der CECONOMY AG gehaltenen Aktien (32.633.555 Stückaktien) zum jeweiligen Stichtag.

ARPU (Segment Mobilfunk) Abk., englisch: Average revenue per user, deutsch: Monatlicher Durchschnittsumsatz pro Kunde, d.h. das kundengruppenspezifische Nutzungsentgelt geteilt durch den durchschnittlichen Kundenbestand zum jeweiligen Stichtag.

EBIT Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern.

EBITDA EBIT (siehe "EBIT") zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen.

EBT Ergebnis vor Ertragsteuern.

Eigenkapitalquote Verhältniszahl aus Eigenkapital und Bilanzsumme.

Ergebnis je Aktie Teil des erwirtschafteten Konzernüberschusses / -fehlbetrags, der auf eine Aktie entfällt. Die Kennzahl wird errechnet, indem der Konzernüberschuss / -fehlbetrag durch den gewichteten Durchschnitt der emittierten Aktienzahl geteilt wird.

Free Cashflow Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (ohne Auszahlungen für Transaktionskosten aus Unternehmensverkäufen / -erwerben) verringert um CapEx (siehe "Nettoinvestitionen) und Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten.

freenet TV Abo-Kunden (RGU) RGU bedeutet "Revenue Generating Unit", deutsch: umsatzgenerierender Kunde; bezieht sich auf aktive freenet TV Abo-Kunden.

Gemeinkosten Gemeinkosten beinhalten sonstige betriebliche Erträge, andere aktivierte Eigenleistungen, Personalaufwand sowie sonstige betriebliche Aufwendungen.

IPTV Abk., englisch: Internet Protocol Television, deutsch: Übertragung von Fernsehprogrammen und Filmen mithilfe des Internetprotokolls. Im Gegensatz dazu stehen die Übertragungswege Kabelfernsehen, DVB-T2 oder Satellit.

Nettofinanzschulden Langfristige und kurzfristige Finanzschulden aus der Bilanz, abzüglich flüssiger Mittel und zuzüglich der Nettoleasingverbindlichkeiten.

Nettoinvestitionen (CapEx) Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, abzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Nettoleasingverbindlichkeiten Langfristige und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten aus der Bilanz abzüglich langfristige und kurzfristige Leasingforderungen.

No-Frills No-Frills-Tarife sind bewusst einfach strukturiert und beinhalten in der Regel kein subventioniertes Endgerät. Klassischerweise erfolgt der Vertrieb per Direktvertrieb (z.B. Online) und nicht über spezialisierte Filialen.

Postpaid Englische Bezeichnung für "am Monatsende" also nachträglich abgerechnete Mobilfunkdienstleistungen (in der Regel 24-Monats-Verträge).

Prepaid Englische Bezeichnung für im Voraus bezahlte Mobilfunkdienstleistungen.

Rohertrag Saldo aus Umsatzerlösen und Materialaufwendungen.

Rohertragsmarge Verhältniszahl aus Rohertrag und Umsatzerlösen.

Verschuldungsfaktor Verhältnis der Nettofinanzschulden (siehe "Nettofinanzschulden") zum in den letzten zwölf Monaten erzielten EBITDA (siehe "EBITDA").

Verwässertes Ergebnis je Aktie Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseignern zustehenden Ergebnisses durch den um potenziell verwässernde Aktien erhöhten gewichteten durchschnittlichen Bestand im Umlauf befindlicher Aktien. Die Anzahl der potenziell verwässernden Aktien ergibt sich aus der Differenz, der zum Bezugspreis bewerteten, potenziellen Stammaktien aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen und der zum beizulegenden Wert emittierbaren Stammaktien.

waipu.tv Abo-Kunden Kunden, die einen der kostenpflichtigen Tarife abgeschlossen haben.

FINANZKALENDER

Datum Event
4. November 2022 Neunmonatszahlen bzw. 3. Quartal 2022

Der aktuelle Stand des Finanzkalenders ist unter fn.de/finanzkalender ersichtlich.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Der Halbjahresbericht liegt auch in englischer Fassung vor.

Im Zweifelsfall ist die deutsche Fassung maßgeblich.

Weitere Informationen zu freenet und zur Aktie sind verfügbar unter: fn.de/ir

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