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freenet AG Annual Report 2014

May 8, 2015

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Annual Report

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Publication

freenet AG

Büdelsdorf

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014

Konzernlagebericht

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Geschäftsmodell

Als Digital-Lifestyle-Provider ist die freenet Group der größte netzunabhängige Anbieter von Mobilfunkleistungen in Deutschland. Daneben etabliert sich der Konzern im Bereich Digital Lifestyle zunehmend als Anbieter internetbasierter Anwendungen für private Kunden.

Die freenet Group bietet ihren Kunden in Deutschland ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste an. Die Vermarktung der Dienstleistungen der Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland (O2 und E-Plus) erfolgt unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung über eine Vielzahl von Vertriebskanälen und unterschiedlichen Marken. Neben den eigenen netzunabhängigen Diensten und Tarifen vermarktet die freenet Group unter eigenem Namen auch die Originaltarife der deutschen Mobilfunknetzbetreiber.

Darüber hinaus bietet die freenet Group ein wachsendes Angebot attraktiver Produkte und Dienstleistungen für den Haushalt und andere Lebensbereiche privater Kunden rund um das mobile Internet an. Mit der Gravis-Computervertriebsgesellschaft mbH („GRAVIS“), einer der größten unabhängigen autorisierten Apple-Händler in Deutschland, nimmt der Konzern auch in diesem Bereich eine hervorragende Marktstellung ein.

Diese im Berichtssegment Mobilfunk zusammengefassten Geschäftsaktivitäten werden durch umfangreiche Handelsaktivitäten mit mobilen Endgeräten und innovativen Accessoires vervollständigt.

Als wesentliche Einflussfaktoren für ihren Geschäftserfolg sieht die Gesellschaft insbesondere die Kundenentwicklung, die monatlichen Umsatzerlöse pro Kunde im Segment Mobilfunk sowie die Entwicklung der Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten in den drei strategischen Geschäftsfeldern Fitness/Wearables, Entertainment und Smart Home an.

Für den Erfolg der klaren Wettbewerbspositionierung als Digital-Lifestyle-Provider ist die Kundennähe in allen Absatzkanälen unverzichtbar. Mit 570 unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebenen Shops und 45 unter der Premiummarke GRAVIS betriebenen Stores sowie einer Vielzahl weiterer Vertriebsstellen für Mobilfunk im Fachhandel - davon exklusiv rund 400 große Elektronikmärkte der Media-Saturn Deutschland GmbH - ist die freenet Group im stationären Handel flächendeckend in Deutschland vertreten. Gleichzeitig werden erfolgreich mehrere eigene Vertriebsmarken über diverse Online-Vertriebskanäle genutzt. Insgesamt arbeiten 4.826 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der freenet Group laufend an der Verbesserung der Vertriebs- und Servicekompetenz.

Der Vermarktungsschwerpunkt liegt im Wesentlichen auf dem Endkundengeschäft mit Privatkunden in Deutschland, welches in drei Kundensegmente eingeteilt ist. Die Vertragskunden der überwiegend stationären Vertriebsstellen sowie die ausschließlich über Onlinekanäle generierten No-Frills-Kunden bilden zusammen den nicht finanziellen Leistungsindikator Customer Ownership ab, der als interne Steuerungsgröße verwendet wird. Daneben besteht das prepaid Kundensegment.

Konzernstruktur und Akquisitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Konzern seine strategische Weiterentwicklung durch Akquisitionen fortgesetzt. Im Januar 2014 vollzog der Konzern die Übernahme der Jesta Digital Group und erwarb jeweils sämtliche Geschäftsanteile an den Gesellschaften Jesta Digital GmbH, Jesta Digital Holdings, Inc. und Jesta Digital Group U.S. Holdings, Inc. Damit konnte das Leistungsangebot im dynamischen Wachstumsfeld Digital Lifestyle entsprechend den sich verändernden Kundenbedürfnissen weiter ausgebaut werden. Im zweiten Quartal 2014 wurde die Jesta Digital GmbH in freenet digital GmbH umfirmiert.

Im April 2014 schloss GRAVIS einen Vertrag zur Übernahme von bis zu zwölf Ladengeschäften des Apple-Premium-Resellers reStore. Damit vergrößert die freenet Tochtergesellschaft ihre Präsenz und Vertriebsstärke in begehrten 1a-Lagen deutscher Großstädte; die Anzahl der GRAVIS Stores steigt mit der Akquisition von 34 auf 45. Nach der entsprechenden Umgestaltung der Ladengeschäfte von reStore liegt deren Fokus auf der Vermarktung von Apple-Produkten und Digital-Lifestyle-Zubehör.

Grafik 6: Wesentliche Konzerngesellschaften der freenet AG zum 31. Dezember 2014

Segmentspezifische Angaben

Die Organisation und Steuerung der freenet AG erfolgt nicht nach Kundensegmenten und nicht nach geographischen Bereichen. Es werden in Übereinstimmung mit der internen Steuerung der freenet AG die Geschäftssegmente „Mobilfunk“ sowie „Sonstige/Holding“ unterschieden, wenngleich Letzterem für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG lediglich eine untergeordnete Bedeutung beizumessen ist.

Unternehmensstrategie

Die freenet AG hat im Geschäftsjahr 2014 wie im Vorjahr ihre am Umsatz des Segments Mobilfunk gemessene Marktposition als Service-Provider in einem gesättigten, insgesamt rückläufigen Mobilfunkmarkt im Wesentlichen behauptet. Die anhaltende Konsolidierungstendenz der europäischen Telekommunikationsunternehmen berührte insbesondere mit der Übernahme von E-Plus durch Telefônica Deutschland auch den deutschen Markt. Die von der Europäischen Kommission im Sommer genehmigte Übernahme wurde an einige regulatorische Bedingungen geknüpft, welche die Wettbewerbsposition von Mobilfunkanbietern ohne eigene Netzinfrastruktur grundlegend stärken sollen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der deutsche Verbrauchermarkt für Mobilfunk und mobiles Internet insbesondere von der zunehmenden datenbasierten Nutzung von Smartphones und anderen leistungsfähigen mobilen Endgeräten in unterschiedlichen Lebensbereichen geprägt. Die Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen haben ihre Geschäftsmodelle entsprechend strategisch angepasst, um von den vielfältigen neuen Wertschöpfungsquellen der permanenten Vernetzung zu profitieren.

Die freenet Group hat sich frühzeitig als Digital-Life style-Provider unter Fokussierung auf ihre Kernkompetenzen in diesem neu entstehenden Marktsegment für private Verbraucher in Deutschland positioniert. Mit der großen Vertriebskraft der unter der Hauptmarke mobilcom-debitel geführten Shops und Vertriebsstellen, der Premiummarke GRAVIS sowie einem gut ausgewogenen Bündel an Online-Vertriebsmarken und -kanälen verfügt die freenet Group über eine kritische Größe für die erfolgreiche Platzierung neuartiger Produkte und Dienstleistungen im Markt für Digital Lifestyle. Darüber hinaus hat die Akquisition der Jesta Digital (jetzt freenet digital) zu einer Beschleunigung in der nachfragegerechten Bereitstellung und Markteinführung innovativer Anwendungen für die mobile Nutzung geführt.

Der Vorstand hat in diesem Umfeld seine Strategie weiterentwickelt, um als unabhängiger Service-Provider die Wertschöpfung der freenet Group durch zusätzliche Geschäftsaktivitäten rund um den Bereich Mobilfunk und mobiles Internet zu erhöhen. Dazu gehörte insbesondere die weitere Stabilisierung der Kundenbasis in den werthaltigen Kundensegmenten Vertragskunden und No-Frills (zusammen: Customer Ownership), während die Gesamtkunden-zahl aufgrund der fortgesetzten Ausbuchung inaktiver Prepaid-Karten weiter rückläufig war. Daneben lag der rentabilitätsorientierte Ausbau des stationären Vertriebs im strategischen Fokus. Neben der weiteren Optimierung der unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebenen Shops hinsichtlich Standorte, Angebotsportfolio und Vertriebsunterstützung ist hier insbesondere die Weiterentwicklung der GRAVIS Stores als Premiumanbieter von Digital-Lifestyle-Produkten unterschiedlicher Hersteller zu nennen. Das dadurch entstehende Cross- Selling-Potential soll strategisch konsequent ausgenutzt werden. Schließlich wurde mit der erfolgreichen Einführung des Click-and-Collect-Systems eine strategische Weiche für den weiteren Ausbau des Multikanalvertriebs gestellt.

Mittelfristig erweitert die freenet Group neben dem reinen Mobilfunkgeschäft und dem Handel von Produkten rund um den Mobilfunk ihr Angebotsportfolio im Digital Lifestyle in Abhängigkeit vom künftigen Nachfrageverhalten der privaten Nutzer. Unter Verzicht auf eigene Produktentwicklung stehen hier zunehmend Partnerschaften mit innovativen Herstellern im Fokus der Vermarktung. Die weitere Geschäftsentwicklung in diesem Bereich hängt zwar sehr stark von der künftigen Dynamik des noch sehr jungen, oftmals stark fragmentierten Marktsegmentes ab. Die unter dem Begriff „Internet der Dinge“ zunehmend beobachtbare Veränderung des gesellschaftlichen Lebens zu einer umfassend vernetzten Lebensweise bleibt jedoch die feste Grundlage für den künftigen wertschöpfungsorientierten Ausbau dieses Geschäftsbereichs. Die freenet Group nutzt dieses Cross-Selling-Potential innerhalb der Customer-Ownership-Kundenbasis insbesondere durch die zunehmende Vermarktung integrierter Lifestyle- Produktwelten.

Vor diesem Hintergrund wird die freenet AG die strategische Ausrichtung auch in den nächsten Geschäftsjahren weiter fortsetzen und verfeinern. Darüber hinaus wird die freenet Group zusätzliche strategische Handlungsfelder unter eng definierten Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben evaluieren.

Bei der Strategieumsetzung berücksichtigt die freenet AG die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen aller Interessensgruppen gleichermaßen. Während die Anteilseigner eine angemessene und verlässliche Gesamtverzinsung ihres eingesetzten Kapitals erwarten, steht für die Gläubiger der Gesellschaft neben einer attraktiven, risikoadäquaten Fremdkapitalverzinsung die nachhaltige Sicherung der Fähigkeit zur Schuldentilgung im Vordergrund. Die Kunden der freenet Group sind an zeitgemäßen Dienstleistungen und Produkten mit einem spezifischen Zusatznutzen sowie kompetenter Beratung interessiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarten eine vorausschauende Unternehmensführung, die nachhaltig sichere Arbeitsplätze mit angemessenen Arbeitsbedingungen ermöglicht. Daher misst die freenet Group einer offenen, respektvollen und wertschätzenden Unternehmenskultur im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere strategische Bedeutung bei.

Steuerungssystem

Die Unternehmensleitung der freenet Group orientiert sich bei der operativen und strategischen Ausrichtung des Konzerns an den Interessen aller Stakeholder. Zur Umsetzung wird auf der obersten Konzernebene sowie in den einzelnen Unternehmen der freenet Group ein einheitliches Steuerungssystem verwendet, das sowohl an finanziellen als auch an nicht finanziellen Steuerungsgrößen anknüpft. Als steuerungsrelevant sind hierunter insbesondere die folgenden finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren zu verstehen.

Unter Berücksichtigung des fortschreitenden Ausbaus unserer Digital-Lifestyle-Aktivitäten entsprechend unserer zentralen Unternehmensstrategie überprüfen wir laufend die Zusammensetzung unserer gesamten internen Steuerungsgrößen und werden diese gegebenenfalls anpassen, sofern ein entsprechender Anpassungsbedarf identifiziert wird. Im Vergleich zum Vorjahr wurden lediglich klarstellende Anpassungen vorgenommen und in diesem Kontext der Leistungsindikator „Customer Ownership“ nunmehr als nicht finanzieller Leistungsindikator ausgewiesen. Eine Anpassung des Steuerungssystems resultierte daraus nicht.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Um den kurzfristigen sowie mittel- und langfristigen Erfolg unserer strategischen Ausrichtung und deren operativer Umsetzung zu messen, verwenden wir derzeit die folgenden wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren:

Umsatz,
EBITDA,
Free Cashflow,
Postpaid-ARPU.

Umsatz

Das traditionelle Geschäftsfeld der freenet Group wird durch Produkte und Dienstleistungen rund um den Mobilfunk und das mobile Internet bestimmt. Der dort generierte Umsatz wird im Segment Mobilfunk abgebildet. Der deutsche Mobilfunkmarkt ist gesättigt und durch wenige Anbieter gekennzeichnet. Daher besteht seit längerem ein Verdrängungswettbewerb mit zunehmendem Preisdruck, was tendenziell zu einem Umsatzrückgang führt.

In diesem Umfeld richtet sich die Strategie des Vorstands auf die Generierung zusätzlicher Erlösquellen, die komplementär zum Geschäftsfeld Mobilfunk sind. Daher hat der mit Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten in der freenet Group generierte Umsatz eine gestiegene Bedeutung als finanzielle Steuerungsgröße gewonnen. Neben dem EBITDA spiegelt sich der Erfolg der Digital-Lifestyle-Geschäftsaktivitäten primär in der künftigen Umsatzentwicklung der Gesellschaft wider.

EBITDA

Das EBITDA entspricht dem Konzernergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Wertminderungen und bildet allgemein die operative Leistungskraft eines Unternehmens ab. Damit gilt das EBITDA als ein wesentlicher finanzieller Leistungsindikator, sowohl bei der Beurteilung von Unternehmensentwicklungen über mehrere Perioden als auch von Unternehmen untereinander im gleichen Marktsegment.

Während die Mobilfunknetzbetreiber jährlich hohe Kapitalaufwendungen für den Ausbau und die Instandhaltung ihrer Netze verbuchen, beschränkte sich die freenet Group in den vergangenen Jahren im Rahmen der Unternehmensplanung beziehungsweise -steuerung auf jährliche Investitionen von gut 20 Millionen Euro im Bereich Mobilfunk. Da das EBITDA den Fokus allerdings auf die in der Rechnungslegung ermittelte operative Effizienz legt, ermöglicht dieser Leistungsindikator die Vergleichbarkeit auch unabhängig von den strukturell - durch das jeweilige Geschäftsmodell - bedingt unterschiedlichen Kapitalkosten. Entsprechend wird das EBITDA auch für Bewertungszwecke im Rahmen von Unternehmenskäufen und -verkäufen herangezogen.

Free Cashflow

Die freenet AG definiert den Free Cashflow als Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die zahlungswirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Diese liquiditätsorientierte Kennzahl stellt eine wichtige Ergänzung der ergebnisorientierten Leistungsbeurteilung eines Unternehmens dar.

Der Free Cashflow ist gleichermaßen für die Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung bedeutsam. Während die Hauptversammlung über die Höhe der Dividendenausschüttung zwar als Teil des nach dem Handelsgesetzbuch aufgestellten Bilanzgewinns der freenet AG beschließt, wird die sogenannte Ausschüttungsquote der Dividendenausschüttungen in Relation zum Free Cashflow angegeben. Dadurch wird eine direkte Verbindung zum tatsächlich in der jeweiligen Periode erwirtschafteten Barmittelzufluss hergestellt. Zur besseren Orientierung der Aktionäre hat der Vorstand im Rahmen seiner Unternehmenssteuerung einen Ausschüttungskorridor von derzeit 50 Prozent bis 75 Prozent des Free Cashflow festgelegt.

Gleichzeitig ist der Free Cashflow für Fremdkapitalgeber bedeutsam, da er sämtliche operativen Zahlungsverpflichtungen einer Gesellschaft enthält und als solcher ein Gradmesser für potentielle Zins- und Tilgungsleistungen ist.

Postpaid-ARPU

Als Postpaid-ARPU bezeichnen wir den monatlichen Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde. Der ARPU bildet allgemein die Kundenbereitschaft ab, für die jeweiligen Mobilfunkleistungen entsprechende Entgelte zu zahlen. Die über die so genannte Handy-option generierten Umsätze aus dem Verkauf von Handys beziehungsweise Smartphones fließen dabei nicht in den ARPU ein. Die Veränderungen der Markt- und Wettbewerbssituation in Deutschland haben bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des ARPU. Aufgrund des gesättigten deutschen Marktes und des daraus resultierenden hohen Wettbewerbsdrucks befindet sich der Postpaid-ARPU weiterhin in einem abnehmenden Trend.

Mit dem zunehmenden Anteil an anderen werthaltigen Umsätzen wird die Bedeutung dieser Kennzahl für die interne Steuerung allerdings zukünftig abnehmen.

Nicht finanzieller Leistungsindikator

Vor dem Hintergrund der strategischen Positionierung als Digital-Lifestyle-Provider wird neben den finanziellen Leistungsindikatoren der so genannte Customer Ownership als wesentlicher nicht finanzieller Leistungsindikator zur Steuerung der freenet Group eingesetzt.

Customer Ownership

Die Messung des Customer Ownership, bestehend aus werthaltigem Postpaid- und No-frills- Kundenbestand, dient insbesondere der mittel- und langfristigen Unternehmenssteuerung. Im Segment Mobilfunk stellt der Customer Ownership in Verbindung mit dem durchschnittlich generierten Umsatz (ARPU) eine wesentliche Säule des Geschäfts dar.

Darüber hinaus bietet der Customer Ownership die Möglichkeit zur individualisierten Ansprache von Kunden mit dem Ziel des sogenannten Cross- und Up-Sellings. Die durch den Mehrkanalvertrieb bedingten Medienbrüche werden durch vielfältige Marketingmaßnahmen erfolgreich überwunden. Vor diesem Hintergrund ist auch die erfolgreiche Einführung des Click-and-Collect-Systems, also die Bezahlung und Abholung von Online-Bestellungen in mobilcom- debitel Shops, zu sehen.

Im Sinne der strategischen Geschäftsausrichtung zum Digital-Lifestyle-Provider fokussiert sich freenet sowohl in der Neukundengewinnung als auch im Bestandskundenmanagement auf werthaltige Kundenbeziehungen.

Sonstige Steuerungsgrößen

Zur Steuerung des Konzerns werden neben den bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren weitere Steuerungsgrößen verwendet. Diese sonstigen Steuerungsgrößen sind im Vergleich zu den finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren von nachrangiger Bedeutung. Als Indikatoren zur Steuerung sowie Gradmesser für die Fortentwicklung der freenet Group werden hierzu vor allem folgende sonstige Steuerungsgrößen eingesetzt:

Produktmarken, neue Produkte,
Vertriebsaktivitäten,
Partnerschaften,
Forschung und Entwicklung,
Mitarbeiter.

Produktmarken, neue Produkte

Die freenet AG setzt im traditionellen Geschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet auf eine Mehrmarkenstrategie, um alle Segmente dieses Marktes zielgruppenspezifisch bedienen zu können. Unter der Hauptmarke mobilcom-debitel vermarktet die Gesellschaft Postpaid- und Prepaid-Tarife für alle vier deutschen Mobilfunknetze und fokussiert sich dabei auf hochwertige Vertragsverhältnisse. Wesentliche Stärke der Marke ist die bedarfsorientierte, netzunabhängige Kundenberatung zu Mobilfunkprodukten und Dienstleistungen bei bestmöglicher Kundennähe; diese ist gewährleistet durch 570 unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebene Shops, über die Präsenz in rund 400 großen Elektronikmärkten und über eine Vielzahl weiterer stationärer Vertriebsstellen.

Zusätzlich adressiert die freenet AG mit den Discount-Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light den sogenannten No-frills-Bereich: In diesem Bereich sind die Kunden vor allem an kostengünstigen Tarifen und weniger an subventionierten Endgeräten oder besonderen Services interessiert; der Vertrieb der Discounttarife erfolgt schwerpunktmäßig über das Internet.

Die mobilen Datendienste gehören seit mehreren Jahren zu den wachstumsintensivsten Feldern der Telekommunikation und bilden insofern für die freenet AG auch einen Schwerpunkt bei der Vermarktung ihres Produkt- und Dienstleistungsportfolios. Dabei ergänzte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014 sein bestehendes Portfolio an Tarifen um weitere Flatrates für Smartphones und Datentarife. Das bestehende Tarif-Portfolio von mobilcom- debitel und der Discount-Töchter wurde im Jahresverlauf im Rahmen einer Vielzahl von Marketing- und Saisonaktionen mit zusätzlichen Leistungen beziehungsweise Preisnachlässen weiter aufgewertet; die Sonderaktionen liefen dabei zum großen Teil über die unternehmenseigene Online-Vertriebsplattform www.crash-tarife.de.

Im Bereich Digital Lifestyle baute mobilcom-debitel im Geschäftsjahr 2014 das Angebot innovativer Anwendungen und Produkte weiter aus - mit den Bereichen Home Automation & Security, Datensicherheit sowie Entertainment als Schwerpunkten.

Vertriebsaktivitäten

Die freenet AG hat mit den Akquisitionen der Geschäftsjahre 2013 und 2014 ihre Wettbewerbspositionierung als größte netzunabhängige Vertriebsplattform für Digital-Lifestyle-Produkte in Deutschland - wie vorstehend beschrieben - nochmals gestärkt; sie umfasst jetzt

570 unter der Hauptmarke mobilcom-debitel betriebene Shops und 45 unter der Premiummarke GRAVIS betriebene Stores,
rund 400 Media-Saturn-Elektronikmärkte,
eine Vielzahl weiterer stationärer Vertriebsstellen im Fachhandel sowie
einen breit gefächerten Online- und Direktvertrieb.

Darüber hinaus hat die Gesellschaft - wie schon in den Vorjahren - im Jahresverlauf mit einer Vielzahl von innerbetrieblichen Investitionen und Maßnahmen an der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Vertriebsstärke gearbeitet. Einen der Schwerpunkte stellte dabei der Ausbau von Dienstleistungen im stationären Handel und von Online-Angeboten dar.

Partnerschaften

Kooperationen, gemeinsame Aktivitäten und strategische Partnerschaften gewinnen zunehmend an Bedeutung für die freenet Group. Im August vereinbarte die freenet AG eine Kooperation mit dem Axel Springer Verlag. Damit können Kunden künftig die Inhalte von Bild+ inklusive der Bundesliga-Berichterstattungen als kostenpflichtige Option zu ihren jeweiligen Tarifen hinzu buchen. Gleichzeitig startete die freenet Discounttochter klarmobil.de die Bild-Fan Flat. Der für die Tablet-Nutzung optimierte neue Daten-Tarif bietet bei einer monatlichen Grundgebühr von 19,95 Euro im ersten Jahr der Vertragslaufzeit 1.000 MB Highspeed-Volumen mit maximal 7,2 Mbit/s beim Downstream - inklusive Samsung Galaxy Tab 4 und Bild+ zum Sonderpreis; im zweiten Jahr der Vertragslaufzeit erhöht sich die Monatsgebühr dann auf 27,95 Euro.

Im September folgte eine Kooperation mit car2go, dem weltweit größten, App-basierten Car sharing-Service. Rund 100 mobilcom-debitel Shops sowie zwölf GRAVIS Stores übernehmen dazu in sieben deutschen Großstädten - Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart - die für car2go-Nutzer obligatorische Führerscheinvalidierung; zusätzlich können die Shop-Mitarbeiter die erforderliche App auf dem Smartphone installieren und Tipps zur Nutzung geben. Einmal registriert, zeigt das Smartphone an, wo in der Nähe car­2go-Fahrzeuge stehen, und mit einem Click reserviert sich der Nutzer den gewünschten Smart in seiner Nähe für die nächsten 30 Minuten zur Abholung.

Im November vereinbarte GRAVIS eine Kooperation mit shopkick. Der Pionier und US-Marktführer für mobiles Shopping steigert die Kundenfrequenz in Ladengeschäften, indem er schon registrierte Besuche von angeschlossenen Shops und das Anschauen und Ausprobieren von dort verfügbaren Produkten mit geldwerten Punkten über eine entsprechende App entlohnt; zusätzlich gibt er den Nutzern dieser Anwendung maßgeschneiderte Shopping-Tipps.

Gleichzeitig ging mobilcom-debitel eine Vertriebspartnerschaft mit maxdome ein, dem Anbieter von über 50.000 Spielfilmen, Serien, Comedies und Dokumentationen für internetfähige Fernseher, PCs, Laptops und Smartphones. Kunden von mobilcom-debitel können damit zu ihren jeweiligen Sprach- und Datentarifen eine Abonnement-Option der Online videothek zum Monatspreis von 7,99 Euro abschließen.

Im Dezember folgten zwei weitere Kooperationen mit den beiden Payment-Dienstleistern Paymorrow und Barzahlen.de. Sie zielen auf Kunden, die zwar online bestellen, aber derzeit lieber noch in Ladengeschäften bar für ihre gekauften Waren bezahlen.

Forschung und Entwicklung

Die freenet AG agiert als Service Provider ohne eigene Netzinfrastruktur in den Bereichen Mobilfunk, mobiles Internet und Digital Lifestyle. Im traditionellen Geschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet vermarktet das Unternehmen Mobilfunkdienstleistungen der Netzbetreiber in Deutschland sowie eigene Mobilfunkangebote inklusive entsprechender Hardware.

Die Gesellschaft unterhält keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung. Sie setzt sich jedoch in Anbetracht des rasanten technologischen Fortschritts in der Telekommunikation und bei den mobilen Sprach- und Datendiensten intensiv mit den aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich auseinander. Ziel ist es dabei, sich in diesem dynamischen Wettbewerbsumfeld langfristig zu behaupten. Vor diesem Hintergrund hat die freenet AG im Geschäftsjahr 2014 mit einem eigenen Produkt- und Dienstleistungsportfolio rund um Mobilfunk und mobiles Internet die sich stetig wandelnden Markt- und Kundenanforderungen adressiert.

Auch im Wachstumsmarkt Digital Lifestyle ging die freenet Group im Jahresverlauf 2014 mit neuen Produkten an den Start; sie konzentrierten sich im Wesentlichen auf die Bereiche Home Automation & Security, Entertainment sowie Datensicherheit. Um diese innovativen Angebote möglichst kundenfreundlich zu gestalten, beteiligte sich das Unternehmen teilweise an der Endphase von deren Entwicklung; insofern erhöhte sich auch die Wertschöpfung der Gesellschaft bei der Vermarktung der entsprechenden Produkte.

Im Zusammenhang mit der Durchführung von IT- und Strategieprojekten wurden in der freenet Group in 2014 zahlungswirksame Investitionen in selbsterstellte Software in Höhe von 13,3 Millionen Euro (Vorjahr: 10,8 Millionen Euro) vorgenommen.

Mitarbeiter

Die freenet AG verzeichnete auch in 2014 eine hohe Nachfrage am Arbeitsmarkt. So gingen im Jahresverlauf rund 21.500 Bewerbungen auf rund 630 Stellenangebote ein. Um Motivation, Eigenverantwortung, Teamgeist und Identifikation mit dem Unternehmen zu fördern, bietet das Unternehmen eine Vielzahl an Initiativen und Anreizen.

Zudem bildet das Unternehmen kontinuierlich eigene Fachkräfte aus, stellt damit den Bedarf an dringend benötigten Spezialisten und qualifiziertem Nachwuchs sicher - und trägt gleichzeitig seiner gesellschaftlichen Verantwortung als großes und erfolgreiches Unternehmen Rechnung. Im Jahresverlauf 2014 stellte die freenet Group insgesamt 94 Auszubildende ein, u. a. für die Ausbildung als Informatikkaufleute, Fachinformatiker, Einzelhandelskaufleute, Kaufleute für Dialogmarketing sowie in der Lagerlogistik. Zusätzlich bietet das Unternehmen drei verschiedene duale Studiengänge zum Bachelor of Science oder Bachelor of Arts an Berufsakademien an.

Ein weiteres Zusatzangebot ist neben den klassischen Dienstwagen ein Firmenwagen aus dem „Mitarbeiterfahrzeugmodell“: Alle festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im Rahmen eines Gehaltsverzichts ein Fahrzeug zur privaten und dienstlichen Nutzung zu attraktiven Konditionen erhalten. Dabei legt die freenet AG Wert auf umweltfreundliche Fahrzeuge und neue Modelle deutscher Hersteller.

Für die beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Führungskräfte führt freenet bedarfsgenaue, meist maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen durch. In 2014 nahmen gut 892 Festangestellte an einer Personalentwicklungsmaßnahme teil, dazu zählten Fachtrainings ebenso wie Trainings zum methodischen Vorgehen oder auch Teamentwicklungen. Basierend auf den bereits in den Vorjahren erfolgten Führungstrainings wurden Führungskultur und -instrumente weiter verfeinert und kommende Projekte vorbereitet.

Im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft ist die freenet Group von Zukäufen und Verkäufen geprägt. Mit den Veränderungen ist die Herausforderung entstanden, die Eigenschaften, für die die freenet Group als Arbeitgeber steht, zu spezifizieren.

Finanzmanagement

Die strategische Unternehmenssteuerung wird von einem fokussierten Finanzmanagement unterstützt, welches neben der Liquiditätsentwicklung die Kapitalstruktur als Steuerungsgröße aufweist. Die operative Umsetzung erfolgt durch ein umfassendes Treasury Management auf der Basis etablierter Controlling-Strukturen.

Zur Steuerung der Kapitalstruktur dienen insbesondere der Verschuldungsfaktor, der sogenannte Interest Cover und die Eigenkapitalquote als finanzielle Steuerungsgrößen.

Tabelle 3: Kennzahlen des Finanzmanagements

2013 Ziel 2014/15 2014 Ziel 2015/16
Verschuldungsfaktor 1,2 1,0 - 2,5 1,2 1,0 - 2,5
Interest Cover 8,3 > 5 9,0 > 5
Eigenkapitalquote in % 50,0 > 50 51,8 > 50

Der Verschuldungsfaktor gibt an, wie oft das aktuelle operative Ergebnis (EBITDA) erarbeitet werden müsste, um die Nettoverschuldung (Finanzschulden abzüglich liquider Mittel) zu tilgen. Da das Geschäftsmodell der freenet Group als Service-Provider im Segment Mobilfunk - anders als bei den Netzbetreibern - keine hohen Investitionen erfordert und einen stabilen Barmittelzufluss aufweist, liegt der Verschuldungsfaktor innerhalb der als Ziel angegebenen Spanne von 1 bis 2,5 relativ niedrig. Im Rahmen einer risikoorientierten Unternehmensführung wird die Kapitalstruktur laufend optimiert. Gleichzeitig erfordert die Umsetzung der Unternehmensstrategie jedoch eine jederzeit angemessene Liquiditätsreserve, welche bei dem aktuellen Geschäftsvolumen der Gesellschaft mit rund 100 Millionen Euro beziffert wird. Dadurch wird auch die Möglichkeit zur laufenden Liquiditätsbeschaffung von Eigen- und Fremdmitteln erhalten. Da ein geringer Verschuldungsfaktor insbesondere für Fremdkapitalgeber attraktiv ist, können die Fremdkapitalbeschaffungskosten auf diese Weise künftig weiter optimiert werden. Vor diesem Hintergrund ist auch die Entwicklung des Interest Cover zu sehen (Verhältnis von EBITDA zu Zinssaldo). Die Einhaltung einer Eigenkapitalquote von mehr als 50 Prozent dient dabei als zusätzlicher Gradmesser für eine effiziente Aufteilung der Unternehmensfinanzierung.

Schließlich hat der Vorstand eine Dividendenpolitik definiert, die den freenet-Aktionären eine attraktive Dividendenrendite ermöglicht, ohne das Risikoprofil der freenet AG zu gefährden.

Grafik 7: Kennzahlen der Dividendenpolitik

* Free Cashflow (FCF) ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Gemäß der bereits Anfang 2013 vom Vorstand beschlossenen und mit dem Aufsichtsrat abgestimmten aktuellen Dividendenpolitik sollen die jährlichen Dividendenausschüttungen zwischen 50 und 75 Prozent des jeweils generierten freien Barmittelzuflusses (Free Cashflow) liegen. Mit der Anhebung dieser Bandbreite ab dem Geschäftsjahr 2013 trägt der Vorstand dem Interesse der wertorientierten Anteilseigner Rechnung, am freien Barmittelzufluss der Gesellschaft in angemessenem Maße teilzuhaben, während die optimierte Kapitalstruktur für die nachhaltige Unternehmenswertsicherung sorgt.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds („IWF“) wies bereits in seinem im Oktober 2014 veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick 1 auf erhöhte Risiken für die Weltkonjunktur hin. Im Januar 2015 nahm er unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklungen der Ölpreise und Wechselkurse die aktuelle wirtschaftspolitische Situation in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt zum Anlass für eine Aktualisierung seiner Prognose 2 für das globale Wachstum auf nunmehr 3,5 Prozent für 2015 und auf 3,7 Prozent für 2016.

Für die Eurozone rechnet der IWF aktuell mit 0,8 Prozent Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr und 1,2 Prozent im Jahr 2015. Beide Werte wurden ebenfalls deutlich gesenkt. Die konjunkturelle Entwicklung in Italien und Frankreich wird dabei als besonders problematisch angesehen. Allerdings haben sich auch die konjunkturellen Bedingungen für Deutschland im zweiten Halbjahr verschlechtert, sodass für das gesamte Jahr 2014 lediglich eine Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent und für das laufende Geschäftsjahr von 1,3 Prozent angenommen wird.

Die deutsche Wirtschaft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz des zunehmend schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds als weitgehend stabil erwiesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts („Destatis“) 3 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2014 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent gestiegen, nach einer Steigerung um 0,1 Prozent im dritten Quartal. Im zweiten Quartal 2014 war das BIP geringfügig zurückgegangen (-0,1 Prozent), nachdem die deutsche Wirtschaft zunächst mit viel Schwung ins Jahr gestartet war (erstes Quartal 2014: +0,8 Prozent).

Die privaten Konsumausgaben trugen insbesondere im vierten Quartal mit einem bereinigten Wachstum von 1,0 Prozent zu den positiven Impulsen bei, nach 0,6 Prozent im dritten Quartal, 0,4 Prozent im zweiten Quartal und 0,5 Prozent im ersten Quartal.

Entwicklung des Telekommunikationsmarkts 2014

Neben den konjunkturellen Einflüssen war der Telekommunikationsmarkt im Berichtsjahr weiterhin insbesondere durch strukturelle Veränderungen geprägt. So war auf europäischer Ebene eine dynamische Marktkonsolidierung der Netzbetreiber sowie ein anhaltender Trend zur Konvergenz ihres Produktangebotes in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, Breitband/Internet und Fernsehen zu beobachten.

Nach einem im August 2014 von Mergermarket veröffentlichten Bericht 4 dominierte der europäische Telekommunikationssektor allein im ersten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres mit insgesamt 422 Unternehmensübernahmen im Gesamtwert von 65,1 Milliarden Euro und einem Anteil von 19,5 Prozent den gesamten europäischen M&A-Markt über alle Wirtschaftszweige hinweg. Diese Entwicklung wurde maßgeblich von den ordnungspolitischen Bestrebungen der Europäischen Kommission unterstützt, einen einheitlichen europäischen Binnenmarkt für Telekommunikation zu schaffen. Die übergeordneten Konsolidierungsziele der europäischen Telekommunikationsanbieter lagen wie schon im Vorjahr in der Effizienzsteigerung und Ausnutzung von Kostensynergien, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit mit einer leistungsfähigen Infrastruktur für die mobile Kommunikation nachhaltig zu stärken.

1 http://bit.ly/1tT1Qyu

2 http://bit.ly/1wo7Nob

3 http://bit.ly/1Fni9uw

4 http://bit.ly/1Mfz2fS

Der deutsche Telekommunikationsmarkt wurde im Berichtsjahr maßgeblich von dem im Jahresverlauf abgeschlossenen Erwerb der deutschen KPN-Tochtergesellschaft E-Plus durch Telefônica Deutschland bestimmt. Die endgültige Zustimmung der Europäischen Kommission erfolgte im Sommer und wurde im Sinne einer verbraucherorientierten Wettbewerbspolitik an bestimmte Auflagen geknüpft. Diese regulatorischen Auflagen sollen in besonderem Maße die Position von Mobilfunkanbietern ohne eigene Netzinfrastruktur stärken, um das Risiko der Ausnutzung marktbeherrschender Stellungen seitens der drei verbleibenden Netzbetreiber zu mindern.

Das Marktvolumen der Telekommunikationsdienste in Deutschland hat sich gemäß der im Oktober 2014 vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. („VATM“) in Zusammenarbeit mit der Dialog Consult GmbH („Dialog Consult“) veröffentlichten TK-Marktanalyse Deutschland 2014 5 leicht rückläufig entwickelt. Demnach sank das gesamte Marktvolumen im Berichtsjahr um 1,2 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro, was auf die rückläufige Entwicklung der Teilmärkte für Festnetz und Mobilfunk zurückgeführt wird. Demgegenüber hat sich das Marktvolumen für Breitbandkabelnetze leicht ausgedehnt.

Nach den VATM-Angaben lässt sich der gesamte deutsche Telekommunikationsmarkt aktuell zu 57,5 Prozent (Vorjahr: 58,0 Prozent) in das Geschäft mit Festnetzanschlüssen und zu 42,5 Prozent (Vorjahr: 42,0 Prozent) in das Mobilfunkgeschäft einteilen. Das kumulierte Volumen des deutschen Mobilfunkmarktes, also unter Einbeziehung der Geschäftsaktivitäten von Mobilfunkanbietern ohne eigenes Netz, wird von VATM im Berichtsjahr auf 24,8 Milliarden Euro geschätzt (Vorjahr: 25,1 Milliarden Euro). Dabei sieht der Bericht mit 30,3 Prozent (Vorjahr: 29,8 Prozent) Marktanteil weiterhin die Deutsche Telekom in einer dominanten Stellung, gefolgt von Vodafone mit 28,6 Prozent (Vorjahr: 28,3 Prozent) und Telefônica Deutschland mit 13,7 Prozent (Vorjahr: 14,3 Prozent) sowie E-Plus mit 12,1 Prozent (Vorjahr: 12,4 Prozent). Auf die Netze O2 und E-Plus entfällt demnach ein gemeinsamer Marktanteil von 25,8 Prozent (Vorjahr: 26,7 Prozent). Der kumulierte Marktanteil der Anbieter ohne eigenes Netz wird bei 15,3 Prozent (Vorjahr: 15,2 Prozent) gesehen und entfällt den Schätzungen zufolge mit 11,3 Prozent (Vorjahr: 12,0 Prozent) auf die freenet Group, mit 2,8 Prozent (Vorjahr: 2,0 Prozent) auf United Internet und mit 1,2 Prozent (Vorjahr: 1,2 Prozent) auf Drillisch.

Grafik 8: Marktanteile kumulierter Mobilfunkmarkt Deutschland

5 http://bit.ly/1EeiHlU

Während der Datenumsatz laut VATM-Schätzungen im Berichtsjahr mit 9,5 Milliarden Euro etwa 38 Prozent des Marktvolumens ausmachte (Vorjahr: 35 Prozent), hat sich der Anteil des durch SMS generierten Umsatzes am Datenvolumen von 2,1 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro signifikant reduziert. Gleichzeitig wird die Erhöhung des Umsatzes mit mobilen Internetzugängen von VATM mit 1,5 Milliarden Euro auf nunmehr 8,2 Milliarden Euro beziffert. Entsprechend hat sich nach den im Bericht angegebenen Schätzungen das durchschnittliche monatlich verbrauchte Datenvolumen pro Nutzer im Vorjahresvergleich um 45 Prozent auf 283 MB erhöht.

In der Veröffentlichung 6 „The Mobile Internet Economy in Europe“ vom Dezember 2014 weist die Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group („BCG“) auf das sich verändernde Nutzungsverhalten der rund 530 Millionen europäischen Mobilfunkkunden hin, indem sich der Fokus der Konsumenten vom Einkaufen über das Teilen (Sharing) bis hin zur sozialen Vernetzung (sogenanntes Socializing) entwickelt, was eine permanente Online-Verfügbarkeit voraussetzt. Bei einer Penetrationsrate in der europäischen Bevölkerung von ca. 1,33 Mobilfunkverträgen und einem Smartphone-Anteil von über 50 Prozent hat diese Entwicklung auch wesentliche Auswirkungen auf das künftige Nachfrageverhalten von Mobilfunkkunden. Das hat die meisten deutschen Telekommunikationsanbieter im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer proaktiven Anpassung ihrer Geschäftsmodelle veranlasst. Im Bereich der Mobilfunknetze werden sich die Anbieter zunehmend auf die marktpreisfähige Bereitstellung schneller Datenverbindungen mit steigenden Datenvolumina fokussieren.

Die hohe Marktdynamik im Geschäft mit mobilen Internetzugängen wird auch dadurch deutlich, dass laut der BCG-Studie die Ausgaben europäischer Marktteilnehmer für die Entwicklung von mobil genutzten Anwendungen („Apps“) zwischen Juni 2013 und Juli 2014 die Schwelle von 15 Milliarden US-Dollar überschritten. Die weiter zunehmende Verfügbarkeit und Verwendung leistungsstarker mobiler Endgeräte mit einem verbreiterten Anwendungsspektrum sowie die damit verbundene erhöhte Datennutzung blieben somit auch für die deutschen Mobilfunknutzer die bestimmenden Einflussfaktoren im Jahr 2014. Bei der mobilen Internetnutzung werden neben Smartphones auch tragbare Computer wie Laptops, Netbooks und Tablet-Computer über ein Mobilfunknetz oder ein drahtloses Netzwerk verwendet.

Tabelle 4: Anteil der Internetnutzer/-innen in Deutschland, die auch mobiles Internet verwenden (jeweils erstes Quartal des Jahres)

In Prozent bzw. lt. Angabe 2014 2013 Veränderung in Prozentpunkten
Personen ab 10 Jahren insgesamt 63 51 12
darunter im Alter von ...
... 10 bis 15 Jahren 64 47 17
... 16 bis 24 Jahren 90 81 9
... 25 bis 44 Jahren 77 62 15
... 45 bis 64 Jahren 50 37 13
... 65 Jahre oder älter 32 22 10

Nach Destatis-Angaben 7 stieg in der Altersgruppe von 10 bis 15 Jahren die Nutzung des mobilen Internets in Deutschland überproportional an. Gleichzeitig zeigte sich in der Altersgruppe von 16 bis 24 Jahren mit einem Anteil von 90 Prozent die Dominanz der mobilen Internetnutzung am deutlichsten. Weiterhin ist auffällig, dass in der Altersgruppe über 65 inzwischen nahezu jeder dritte Internetnutzer auch mobil auf das Internet zugreift.

6 http://on.bcg.com/1w6rS3c

7 http://bit.ly/16X2xCx

Insgesamt waren nach den von Destatis erhobenen Daten 82 Prozent aller Personen, die im ersten Quartal 2014 das Internet genutzt haben, fast täglich online, 13 Prozent mindestens einmal in der Woche und lediglich 5 Prozent seltener als einmal in der Woche. Die Teilnahme an sozialen Netzwerken im Internet wurde in jedem zweiten Fall als Onlineaktivität beobachtet.

Geschäftsverlauf

Der Konzern kann ein positives Fazit für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 ziehen: die Ziele, die wir uns zu Beginn des Geschäftsjahres im Februar 2014 bezüglich der wesentlichen Steuerungskennzahlen selbst gesetzt hatten, konnten wir für den Postpaid-ARPU, das Konzern-EBITDA, die Customer Ownership sowie den Free Cashflow erreichen oder übertreffen. Unterjährig korrigierten wir die Prognose leicht steigender Konzernumsätze.

Das in 2014 erzielte Konzern-EBITDA beläuft sich auf 365,6 Millionen Euro. Es hat sich gegenüber dem Niveau des Vorjahres (357,4 Millionen Euro) um 2,3 Prozent erhöht und übertrifft damit leicht unsere Zielsetzung (365,0 Millionen Euro). Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistete der um 6,4 Prozent auf 778,1 Millionen Euro gesteigerte Rohertrag.

Die weiteren Ergebniskennzahlen konnten im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr gesteigert bzw. gehalten werden: so ergibt sich nach Abzug von Abschreibungen und Wertminderungen ein annähernd konstantes EBIT von 301,2 Millionen Euro (Vorjahr: 301,3 Millionen Euro). Mit 260,6 Millionen Euro hat sich das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) gegenüber dem Vorjahr (258,4 Millionen Euro) um 0,8 Prozent erhöht. Das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2014 wird mit 248,2 Millionen Euro ausgewiesen, was einer Steigerung von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Der Free Cashflow, einer der wichtigsten steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren im Konzern, beläuft sich im Berichtszeitraum auf 266,6 Millionen Euro (Vorjahr: 256,2 Millionen Euro) und übertrifft damit leicht den prognostizierten Wert von 265,0 Millionen Euro. Die Nettofinanzschulden verringerten sich von 427,2 Millionen Euro am Ende des Geschäftsjahres 2013 auf nun 426,6 Millionen Euro.

Der Kundenbestand im für die Gesellschaft wichtigen Vertragskunden-Bereich (Postpaid) hat sich im Vergleich zum Jahresende 2013 um circa 150.000 von 5,86 Millionen Kunden auf 6,01 Millionen Kunden erhöht. Zusammen mit dem leicht gesteigerten No-frills-Kundenbestand führt dies zu einem Customer-Ownership-Kundenbestand zum Jahresende 2014 von 8,92 Millionen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 160.000 entspricht. Damit konnte das Ziel eines leicht steigenden Customer Ownership erreicht werden. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde (Postpaid-ARPU) zeigte sich im Berichtsjahr mit 21,4 Euro gegenüber dem Niveau des Vorjahres (22,3 Euro) wie erwartet leicht rückläufig, aber im Verhältnis zum Gesamtmarkt vergleichsweise resistent.

Tabelle 5: Wesentliche Leistungsindikatoren 2014

Prognose 2014 2014
In Mio EUR bzw. lt. Angabe 2013 Q3/2014
--- --- --- ---
Umsatz Leichter Anstieg Rückgang um etwa 5 % - 8 % 8 3.040,6
EBITDA 365,0 365,0 365,6
Free Cashflow 265,0 265,0 266,6
Customer-Ownership-Kundenbestand in Mio. Leichtes Wachstum Leichtes Wachstum 8,92
Postpaid-ARPU in EUR Leichter Rückgang Leichter Rückgang 21,4

8 Aktualisiert im Zwischenbericht zum 30. Juni 2014 von ursprünglich „Leichter Anstieg“ auf „Leichter Rückgang“ und weiter konkretisiert im Zwischenbericht zum 30. September 2014.

Diese Ergebnisse bestätigen die Strategieausrichtung des Unternehmens als Digital-Lifestyle-Provider rund um das Geschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet und bilden eine gute Basis, um den erfolgreichen Kurs der freenet AG in den kommenden Monaten und Jahren fortzusetzen.

Wesentliche Einflussfaktoren für den Geschäftsverlauf

Kundenentwicklung

Tabelle 6: Kundenentwicklung im Segment Mobilfunk

In Tsd. bzw. lt. Angabe 31.12.2014 31.12.2013 Veränderung

in %
Mobilfunkkunden 12.727 13.294 -4,3
davon Customer Ownership 8.922 8.760 1,9
davon Vertragskunden 6.012 5.862 2,6
davon No-frills-Kunden 2.910 2.898 0,4
davon Prepaid-Karten 3.805 4.534 -16,1

Im Geschäftsjahr 2014 ist die Zahl der Postpaid- Kunden wieder über sechs Millionen gestiegen. Zum Ende des Berichtsjahrs wurde in dieser Kundengruppe mit 24-Monats-Verträgen ein Bestand von 6,01 Millionen verzeichnet (Vorjahr: 5,86 Millionen). Der Zuwachs gegenüber dem 31. Dezember 2013 konnte im Vorjahresvergleich aufgrund der Vielzahl neu eingeführter datenbasierter Smartphone-Tarife mehr als verdoppelt werden und beläuft sich auf rund 150.000 Kunden (Vorjahr: rund 80.000), auch weil die Kündigungsrate („Churn Rate“) deutlich gesunken ist. Diese Entwicklung wurde durch eine zielgerichtete Kundenansprache über sämtliche Vertriebskanäle des stationären Handels sowie auf der mobilcom-debitel Webseite und durch ein insgesamt verbessertes Kundenmanagement in der freenet Group unterstützt.

Die Kundenzahl im sogenannten No-frills-Bereich ist im Berichtsjahr um rund 10.000 angestiegen. In diesem Bereich werden vorwiegend über das Internet abgeschlossene Verträge mit Laufzeiten von 1 und 24 Monaten sowie Prepaid-Karten zusammengefasst. Der Kundenbestand belief sich in dieser Kundengruppe zum Jahresende 2014 auf 2,91 Millionen, gegenüber 2,90 Millionen im Vorjahr.

Der Customer-Ownership-Bestand, der die Summe der definierten Vertrags- und No-frills-Kundengruppen darstellt, hat sich somit um etwa 160.000 Kunden von 8,76 Millionen auf 8,92 Millionen erhöht. Damit konnte der für das Unternehmen wichtige nicht finanzielle Leistungsindikator auch im Berichtsjahr deutlich gesteigert werden.

Demgegenüber war die Zahl der ausgegebenen Prepaid-Karten im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter rückläufig und betrug zum Jahresende 3,81 Millionen (Vorjahr: 4,53 Millionen). Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der anhaltenden Ausbuchung inaktiver SIM-Karten durch die Netzbetreiber.

Infolgedessen lag die Gesamtzahl der Mobilfunkkunden Ende Dezember 2014 bei 12,73 Millionen, gegenüber 13,29 Millionen zum Jahresende 2013. Das entspricht einem Rückgang um rund 570.000 Mobilfunkkunden.

Monatliche Umsatzerlöse pro Kunde im Segment Mobilfunk

Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Vertragskunde („Postpaid-ARPU“) hat sich im Geschäftsjahr 2014 wie erwartet rückläufig entwickelt und ist um 0,9 Euro auf 21,4 Euro gesunken. Ursächlich dafür war insbesondere die erhöhte Wechselbereitschaft von Bestandkunden innerhalb der freenet Group zu attraktiveren Tarifangeboten, während der ARPU bei Neukunden vergleichsweise stabil blieb.

Der No-frills-ARPU ist im Vorjahresvergleich um 0,6 Euro auf 2,8 Euro gesunken. Der Preisdruck im Discount-Marktsegment, in dem die freenet Group überwiegend über eine Vielzahl von Online- Vertriebskanälen aktiv ist, hat sich im Berichtszeitraum weiter erhöht. Ausschlaggebend war hier insbesondere die erhöhte Nachfrage nach attraktiven datenbasierten Smartphone-Tarifen ohne den Bezug neuer Endgeräte. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Prepaid-Kunde („Prepaid-ARPU“) liegt im Geschäftsjahr 2014 mit 2,9 nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 3,0 Euro).

Tabelle 7: Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU)

In EUR 2014 2013
Vertragskunden 21,4 22,3
No-frills-Kunden 2,8 3,4
Prepaid-Karten 2,9 3,0

Digital Lifestyle

Neben der Optimierung des Kerngeschäfts Mobilfunk konzentriert sich die freenet Group seit 2012 mit ihren Geschäftsaktivitäten zunehmend auf den jungen Wachstumsbereich internetbasierter mobiler Anwendungen für private Kunden. Digital Lifestyle umfasst für die freenet Group die Themen Telekommunikation, Internet und Energie sowie alle Services, Anwendungen und Geräte, die über ein mobiles Endgerät mit dem Internet verbunden oder durch dieses steuerbar sind.

Im Fokus der bestehenden Digital-Lifestyle-Strategie stehen der Ausbau und die Erweiterung des heutigen Produkt- und Serviceportfolios auf den Gesamtbereich Digital Lifestyle unter der konsequenten Nutzung bestehender Stärken und Kompetenzen.

freenet positioniert sich über Partnerschaften in diesem Wachstumsmarkt und erbringt keine eigenen Entwicklungsleistungen. Gleichzeitig vergrößert und optimiert der Konzern seine Digital-Lifestyle-Vertriebsoberfläche, insbesondere über die unter der Premiummarke GRAVIS geführten eigenen Stores in 1a-Lagen sowie die im abgelaufenen Geschäftsjahr erworbene freenet digital GmbH (ehemals: Jesta Digital GmbH), welche moderne, digitale Unterhaltungsformate und Serviceleistungen vermarktet.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Umsatz- und Ertragslage

Tabelle 8: Wichtige Kennzahlen des Konzerns

In TEUR 2014 2013 Ergebnisveränderung
Umsatzerlöse 3.040.585 3.193.329 -152.744
Rohertrag 778.057 731.246 46.811
EBITDA 365.607 357.399 8.208
EBIT 301.194 301.307 -113
EBT 260.633 258.443 2.190
Konzernergebnis 248.163 238.940 9.223

Die KONZERNUMSÄTZE reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr von 3.193,3 Millionen Euro um 4,8 Prozent auf 3.040,6 Millionen Euro. Umsatzmindernde Effekte ergaben sich in erster Linie aus geringeren Umsätzen aus niedrig-margigen Geschäften (hauptsächlich aus Hardware-Verkäufen an Vertriebspartner und Distributoren sowie aus dem Prepaid-Bereich) sowie aus der Verringerung des Postpaid-ARPUs um durchschnittlich 0,9 Euro pro Kunde.

Die ROHERTRAGSMARGE erhöhte sich um 2,7 Prozentpunkte auf 25,6 Prozent, was in erster Linie auf den deutlichen Rückgang der vorstehend erwähnten niedrig-margigen Geschäfte zurückzuführen ist.

Der ROHERTRAG lag mit 778,1 Millionen Euro um 46,8 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres - im Wesentlichen bedingt durch den um die freenet digital Group erweiterten Konsolidierungskreis.

Die SONSTIGEN BETRIEBLICHEN ERTRÄGE verringerten sich gegenüber dem Vorjahr 2013 um 5,3 Millionen Euro auf 64,5 Millionen Euro. Der Rückgang ist in erster Linie dadurch bedingt, dass im Vorjahr Einmalerträge aus dem Verkauf der freeXmedia in Höhe von 4,0 Millionen Euro in dieser Position enthalten waren.

Die ANDEREN AKTIVIERTEN EIGENLEISTUNGEN resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus selbst erstellter Software im Zusammenhang mit IT-Projekten und steigerten sich um 2,6 Millionen Euro auf 13,3 Millionen Euro. Die Erhöhung des PERSONALAUF­WANDS um 25,6 Millionen Euro auf 199,7 Millionen Euro ist in erster Linie eine Folge des Anstiegs der durchschnittlichen Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter von 4.492 im Vorjahr auf 4.908 in 2014, bedingt vor allem durch den Erwerb der freenet digital Group.

Die Erhöhung der SONSTIGEN BETRIEBLICHEN AUF­WENDUNGEN um 10,4 Millionen Euro auf 290,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr stellt, bereinigt um den erstmaligen Einbezug der GRAVIS und MOTION TM, eine leichte Gemeinkostensenkung dar. Diese ist hauptsächlich die Folge geringerer Marketingaufwendungen sowie weiterer Effizienzsteigerungen im Gemeinkostenmanagement.

Das KONZERN-EBITDA liegt als Ergebnis der genannten Effekte mit 365,6 Millionen Euro um 8,2 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau von 357,4 Millionen Euro.

Die ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Millionen Euro auf 64,4 Millionen Euro. Dies ist im Wesentlichen durch den Hinzuerwerb der freenet digital Group bedingt, welcher zu Abschreibungen auf die entsprechende Kaufpreisallokation in Höhe von 5,0 Millionen Euro, aber auch zu höheren laufenden Abschreibungen führte.

Das ZINSERGEBNIS als Saldo der Zinserträge und Zinsaufwendungen hat sich von -42,9 Millionen Euro im Vorjahr auf -40,6 Millionen Euro entwickelt, korrespondierend zu dem im Vorjahresvergleich leicht gesunkenen jahresdurchschnittlichen Stand der Nettofinanzverschuldung.

Damit wurde in 2014 ein ausschließlich auf weitergeführte Geschäftsbereiche entfallender KONZERN­GEWINN VOR STEUERN in Höhe von 260,6 Millionen Euro erzielt - gegenüber dem Vorjahr (258,4 Millionen Euro) eine Steigerung um 2,2 Millionen Euro.

Die AUFWENDUNGEN AUS ERTRAGSTEUERN verminderten sich gegenüber 2013 um 7,0 Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro. Dabei haben sich die laufenden Steueraufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Millionen Euro auf 29,3 Millionen Euro verringert, was im Wesentlichen auf Steuererstattungen für Vorjahre zurückzuführen ist. Daneben wurden Erträge aus latenten Steuern in Höhe von 16,8 Millionen Euro (Vorjahr: 14,7 Millionen Euro) in dieser Position saldiert - diese entfallen wie im Vorjahr hauptsächlich auf Zuschreibungen auf latente Ertragsteueransprüche im Zusammenhang mit steuerlichen Verlustvorträgen.

In der Folge stieg der KONZERNGEWINN nach Steuern von im Vorjahr erzielten 238,9 Millionen Euro um 9,2 Millionen Euro auf 248,2 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014, was einer Erhöhung um 3,9 Prozent entspricht.

Vermögens- und Finanzlage

Tabelle 9: Ausgewählte Bilanzzahlen des Konzerns

Aktiva

In Mio. EUR 31.12.2014
Langfristiges Vermögen 1.872,2
Kurzfristiges Vermögen 626,1
Bilanzsumme 2.498,3
In Mio. EUR 31.12.2013
Langfristiges Vermögen 1.836,1
Kurzfristiges Vermögen 641,1
Bilanzsumme 2.477,2

Passiva

In Mio. EUR 31.12.2014
Eigenkapital 1.293,6
Langfristige und kurzfristige Schulden 1.204,7
Bilanzsumme 2.498,3
In Mio. EUR 31.12.2013
Eigenkapital 1.239,6
Langfristige und kurzfristige Schulden 1.237,6
Bilanzsumme 2.477,2

Zum 31. Dezember 2014 betrug die BILANZSUMME des Konzerns 2.498,3 Millionen Euro und lag damit um 0,9 Prozent über der Bilanzsumme zum Ende des Vorjahres (31. Dezember 2013: 2.477,2 Millionen Euro).

Das LANGFRISTIGE VERMÖGEN erhöhte sich um 36,0 Millionen Euro auf 1.872,2 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 1.836,1 Millionen Euro).

Dieses wird wie im Vorjahr von den immateriellen Vermögenswerten sowie dem Goodwill dominiert. Der Anstieg des langfristigen Vermögens ist im Wesentlichen auf die Erhöhung des Goodwills um 31,2 Millionen Euro auf 1.153,3 Millionen Euro zurückzuführen, aufgrund des Erwerbs der freenet digital Group sowie des Asset Deals mit der reStore GmbH zum Eintritt in Mietverträge für neue Shop-Standorte der Tochtergesellschaft GRAVIS.

Die immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Millionen Euro auf 390,1 Millionen Euro. Hier wurde der Anstieg durch die im Rahmen der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der freenet digital Group angesetzten immateriellen Vermögenswerte überkompensiert durch einen Rückgang der Position aufgrund der planmäßigen Abschreibungen auf das exklusive Vertriebsrecht mit der Media-Saturn Deutschland GmbH.

Die Sachanlagen werden zum 31. Dezember 2014 mit 34,3 Millionen Euro und damit nahezu auf dem Stand des Vorjahres ausgewiesen.

Die Zunahme der latenten Ertragsteueransprüche gegenüber dem Vorjahresstichtag um 12,9 Millionen Euro auf 199,9 Millionen Euro ist im Wesentlichen durch Zuschreibungen auf latente Ertragsteueransprüche auf Verlustvorträge bedingt. Daneben sind in dieser Bilanzposition saldiert die passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden enthalten.

Der langfristige Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zum 31. Dezember 2014 mit 79,6 Millionen Euro annähernd auf Vorjahresniveau ausgewiesen, resultiert hauptsächlich aus der Handy- Option - also dem Angebot an unsere Endkunden, höherwertige Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen. Diese Forderungen reflektieren jene Zahlungsansprüche aus dem Mobilfunkvertrag, die der Komponente „höherwertiges Mobilfunkendgerät“ zugeordnet sind und vom Kunden im Rahmen der Vertragslaufzeit bedient werden.

Das KURZFRISTIGE VERMÖGEN reduzierte sich um 14,9 Millionen Euro auf 626,1 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 641,1 Millionen Euro).

Die dominierende Bilanzposition innerhalb des kurzfristigen Vermögens stellen wie in den vergangenen Jahren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar. Sie bestehen im Wesentlichen gegen Endkunden, Netzbetreiber und Händler sowie Distributoren und betragen zum 31. Dezember 2014 408,5 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 14,6 Millionen Euro bedeutet. Dieser ist hauptsächlich auf die quartalsweisen Verkäufe von Handy- Options-Forderungen zurückzuführen, aus denen zum 31. Dezember 2014 Forderungen im Nominalwert von 49,6 Millionen Euro verkauft und ausgebucht, jedoch noch nicht bezahlt sind. Gegenläufig wirkte eine Erhöhung der Forderungen gegen Netzbetreiber aus Boni gegenüber dem Vorjahresstichtag.

Die Vorräte erhöhten sich im Zusammenhang mit einem starken Weihnachtsgeschäft gegenüber dem 31. Dezember 2013 um 10,2 Millionen Euro auf 80,0 Millionen Euro. Sie setzen sich im Wesentlichen aus Mobiltelefonen und Smartphones, Computern sowie Zubehör zusammen.

Die flüssigen Mittel werden zum 31. Dezember 2014 mit 111,9 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 110,8 Millionen Euro) bilanziert. Während dem Konzern in 2014 aus der laufenden Geschäftstätigkeit Mittel in Höhe von 294,5 Millionen zuflossen, flossen aus der Investitionstätigkeit Mittel in Höhe von 70,4 Millionen Euro sowie aus der Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 222,9 Millionen Euro, davon 185,6 Millionen Euro für Dividendenausschüttungen, ab.

Auf der Passivseite kam es zu einem Anstieg des EIGENKAPITALS: Zum 31. Dezember 2014 betrug das Eigenkapital 1.293,6 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 1.239,6 Millionen Euro). Die Erhöhung um 54,0 Millionen Euro resultiert im Wesentlichen zu 248,2 Millionen Euro aus dem erzielten Konzernjahresüberschuss 2014 sowie zu -185,6 Millionen Euro aus der in 2014 für das Geschäftsjahr 2013 vorgenommenen Dividendenausschüttung.

Damit stieg die Eigenkapitalquote um 1,8 Prozentpunkte auf 51,8 Prozent nach 50,0 Prozent zum Ende des Vorjahres.

Die Summe der LANGFR/ST/GEN UND KURZFRISTIGEN SCHULDEN, verringerte sich von 1.237,6 Millionen Euro (zum 31. Dezember 2013) auf 1.204,7 Millionen Euro zum 31. Dezember 2014 um 32,9 Millionen Euro.

Dabei blieben die Finanzschulden als größte Position innerhalb der langfristigen und kurzfristigen Schulden mit 538,6 Millionen Euro zum 31. Dezember 2014 gegenüber dem Vorjahr (538,0 Millionen Euro) nahezu konstant, da im Gegensatz zum Vorjahr 2013 keine planmäßigen Tilgungen mehr zu leisten waren. Auch die NETTOVERSCHULDUNG des Konzerns bewegte sich zum 31. Dezember 2014 mit 426,6 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 427,2 Millionen Euro) annähernd auf dem Stand des Vorjahres. Damit hat sich der Verschuldungsfaktor als Quotient von Nettoverschuldung und EBITDA von 1,20 in 2013 auf 1,17 in 2014 weiter leicht verringert. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf unsere Ausführungen im Kapitel „Finanzmanagement“ dieses Konzernlageberichts.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen sowie die anderen Rückstellungen werden in Summe mit 568,0 Millionen Euro zum 31. Dezember 2014 (31. Dezember 2013: 611,8 Millionen Euro) und damit im Vergleich zum Vorjahr um 43,8 Millionen Euro verringert ausgewiesen. Wesentlich dazu beigetragen hat die Reduzierung der Verbindlichkeiten aus der in 2013 erfolgten Verlängerung der exklusiven Vertriebskooperation mit der Media-Saturn Deutschland GmbH um 29,8 Millionen Euro.

Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 15,0 Millionen Euro auf 59,3 Millionen Euro zum 31. Dezember 2014, in erster Linie bedingt durch den deutlichen Rückgang des Abzinsungssatzes.

Cashflow

Tabelle 10: Wichtige Cashflow-Kennzahlen des Konzerns

In Mio. EUR 2014 2013 Veränderung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 294,5 278,4 16,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit -70,4 -35,4 -35,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -222,9 -339,6 116,6
Veränderung der flüssigen Mittel 1,2 -96,6 97,8
Free Cashflow 9 266,6 256,2 10,4

9 Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Gegenüber der Vergleichsperiode erhöhte sich der CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT um 16,1 Millionen Euro auf 294,5 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr, bereinigt um die hierin enthaltenen Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen sowie aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen, um 12,2 Millionen Euro erhöht. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) erhöhte sich in 2014 um 29,0 Millionen Euro, während es im Vorjahr um 50,1 Millionen Euro angestiegen war. Der Anstieg des Net Working Capitals in 2014 um 29,0 Millionen Euro erklärt sich im Wesentlichen aus dem planmäßigen zahlungswirksamen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten um 25,0 Millionen Euro. Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2014 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 40,4 Millionen Euro (Vorjahr: 23,5 Millionen Euro) aus Ertragssteuerzahlungen beziehungsweise -erstattungen.

Im Geschäftsjahr 2014 entwickelte sich der CASH-FLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -35,4 Millionen Euro auf -70,4 Millionen Euro. Dafür waren in erster Linie die im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 44,6 Millionen abgeflossenen Mittel für den Erwerb der Anteile an der freenet digital Group, sowie den Erwerb der Ladengeschäfte der reStore verantwortlich. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 36 („Unternehmenserwerbe“) des Konzernanhangs. Im Vorjahr waren Zahlungsabflüsse für Unternehmenserwerbe in Höhe von -13,2 Millionen Euro zu verzeichnen gewesen - damals für den Erwerb der Tochterunternehmen GRAVIS und MOTION TM.

Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, sind in 2014 gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Millionen Euro von 22,2 Millionen Euro auf 27,9 Millionen Euro gestiegen. Die zahlungswirksamen Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen wie im Vorjahr im Wesentlichen selbst erstellte Software im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung unserer IT-Systeme, die Erneuerung und Erweiterung der Ausstattung unserer Mobilfunk-Shops sowie Investitionen in EDV-Hardware.

Die innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Einzahlungen aus Zinsen sind mit 1,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben.

Der CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT entwickelte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -339,6 Millionen Euro um 116,6 Millionen Euro auf -222,9 Millionen Euro. Die Tilgungsleistungen auf Finanzschulden verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 124,7 Millionen Euro von 125,0 Millionen Euro auf 0,3 Millionen Euro. Im Vorjahr war die Tilgungsleistung nahezu ausschließlich auf die vollständige Ablösung des Tilgungsdarlehens im Rahmen der Erweiterung der revolvierenden Kreditlinie entfallen.

Zum 31. Dezember 2014 bestand wie zum 31. Dezember 2013 eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 300,0 Millionen Euro, die nicht in Anspruch genommen war. Im Geschäftsjahr 2014 konnte die variable Tranche des insgesamt im Nominalbetrag von 120,0 Millionen Euro bestehenden Schuldscheindarlehens aufgrund des verbesserten Marktumfelds umgeschichtet werden. Die Marge wurde für einen Teil in Höhe von 55,0 Millionen Euro der über 56,0 Millionen Euro bestehenden variablen Tranche um einen Prozentpunkt gesenkt. Gleichzeitig wurde für 45,0 Millionen Euro aus dieser Tranche die Laufzeit von fünf auf sieben Jahre verlängert.

Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 185,6 Millionen Euro (Vorjahr: 172,8 Millionen Euro) belastet.

Darüber hinaus ergaben sich in 2014 Zinszahlungen, hauptsächlich auf langfristige Bankkredite, in Höhe von 37,0 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 0,3 Millionen Euro bedeutet.

Zusätzlich waren dem Konzern in 2013 aus dem Erwerb der restlichen 49 Prozent der Anteile an der MFE Energie GmbH 5,0 Millionen Euro abgeflossen.

Der FREE CASHFLOW, definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 266,6 Millionen Euro. Gegenüber 2013 konnte er um 10,4 Millionen Euro gesteigert werden.

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für den freenet Konzern ergeben.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Chancenbericht

Zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts hat der Vorstand ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige in- und externe Entwicklungen, Maßnahmen sowie potentielle Chancen besprochen. Die Identifikation, Analyse und Kommunikation der Chancen sowie deren Nutzung stellt eine unternehmerische (Führungs-) Aufgabe dar, die vom Vorstand, den Verantwortlichen der einzelnen Unternehmensbereiche sowie den jeweiligen Entscheidungsträgern in ständiger Kommunikation ausgeübt wird.

Die freenet AG und ihre Tochtergesellschaften haben im Jahr 2014 ihre Strategie als Digital Lifestyle Provider mit einer Fokussierung auf mobile Sprach- und Datendienste sowie der Vermarktung von Digital Lifestyle Produkten konsequent fortgesetzt. Im Rahmen der Vermarktung von Smartphones und Flatrate-Tarifen standen vor allem die Kundenqualität sowie die leichte Steigerung der Vertragskundenbasis im Fokus des unternehmerischen Handelns. Darüber hinaus wurde weiterhin ein Schwerpunkt auf das Digital Lifestyle Geschäft gelegt. Neben der Integration von freenet digital in den freenet Konzern wurde die Vermarktung von SmartHome Produkten und Digital Lifestyle Optionen, wie zum Beispiel md Cloud, mload Plus oder Norton Mobile Security, verstärkt. Als größter netzunabhängiger Digital Lifestyle Provider wird die freenet Group auch zukünftig diesen erfolgreichen Weg weiter fortsetzen und Chancen vor dem Hintergrund einer strikten Stakeholder Value Orientierung nutzen.

Externe Chancen sieht die freenet AG insbesondere in folgenden Marktentwicklungen:

Wachsende Bereitschaft der Kunden, für Mobilfunkendgeräte zu zahlen,
Trend zur mobilen Internet- und Datennutzung über Smartphone und Tablet PC,
Trend zu teureren Endgeräten (Smartphones) und eine damit verbundene höhere Nutzung, beziehungsweise einen damit verbundenen Vertrieb von Flatrate-Produkten,
Trend zur Vernetzung von Produkten („Internet der Dinge“, „integrierte Produktwelten“).

Der anhaltende Trend für Mobilfunkendgeräte zu zahlen und die Ausdehnung der mobilen Internet- und Datennutzung, die weitere Verbreitung von Smartphones sowie die Vernetzung von Produkten, könnte sich positiv auf die erwartete Entwicklung der Umsatzerlöse, des EBITDA und den Free Cash-flow auswirken. Die Auswirkungen aus dem Trend zur mobilen Internet- und Datennutzung sowie dem damit verbundenen Trend zu teureren Flatrate- Produkten könnten darüber hinaus zu einem positiveren Anstieg des Customer Ownerships führen als erwartet, wenngleich Letzteres insgesamt eher als gering wahrscheinlich eingeschätzt wird.

Interne Chancen für die freenet AG könnten sich vor allem ergeben aus:

der Prüfung und Implementierung strategischer Optionen im Bereich Mobilfunk und Digital Lifestyle,
der kontinuierlichen Intensivierung der Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten zur Stabilisierung der bestehenden und zur Entwicklung neuer Konditionenmodelle,
der Festigung und Weiterentwicklung der IT-Systeme zur weiteren Erhöhung der Kundenzufriedenheit,
dem Ausbau der Vertriebsstärke durch die Ausweitung bestehender Vertriebskanäle (Multi- Channel-Ansatz) und die Nutzung bestehender sowie neuer Vertriebskooperationen und Partnerschaften,
der weiteren Steigerung der Shop-Performance auch durch Vermarktung zusätzlicher Produkte,
n der Implementierung und Vermarktung neuer Produkte im Bereich des Digital Lifestyle,
n der verstärkten Etablierung der Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light im stetig wachsenden Discount-Markt, um an diesem Wachstumsmarkt noch stärker zu partizipieren,
n der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen.

Aus der operativen Tätigkeit der freenet AG als weiterhin netzunabhängiger Mobilfunk-Serviceprovider sowie der strategischen geschäftspolitischen Ausrichtung zu einem echten Digital Lifestyle Provider resultieren insbesondere die vorstehenden internen Chancen.

Aus der Prüfung und Implementierung von strategischen Optionen sowohl im Bereich Mobilfunk als auch Digital Lifestyle, der Implementierung und Vermarktung neuer innovativer Produkte sowie dem Ausbau der eigenen Vertriebsstärke, könnte ein positiver Effekt auf die erwarteten Umsatzerlöse, das EBITDA und den Free Cashflow resultieren und unsere Erwartungen mithin übertreffen. Gleichsam könnte ein besserer Ausbau der Vertriebsstärke und der Kundenzufriedenheit dazu führen, dass sich der Customer Ownership möglicherweise positiver entwickelt als prognostiziert. Die Wahrscheinlichkeit hierfür wird jedoch eher als gering eingeschätzt.

Neben der bereits etablierten Hauptmarke mobilcom-debitel könnten sich insbesondere auch die Discount-Marken klarmobil, freenetmobile, callmobile und debitel light zunehmend stärker am Markt etablieren, wodurch eine höhere Marktdurchdringung als bisher erwartet erreicht werden könnte. Sollten die Marken stärker als erwartet am stetig wachsenden Discount-Markt partizipieren, könnte dies sowohl zu höheren Umsatzerlösen als auch Ergebnisgrößen und Free Cashflows führen als bisher prognostiziert.

Das strategische Zusammenwirken von Mobilfunkdienstleistungen und Digital Lifestyle Geschäft wurde im Jahr 2014 weiter forciert. Diese konzernpolitische Ausrichtung der Aktivitäten wird auch zukünftig konsequent verfolgt werden, da der Trend zur fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen weiter anhalten wird („Internet der Dinge“, „integrierte Produktwelten“). Vor diesem Hintergrund werden in Bezug auf die Erbringung von Leistungen im Bereich Digital Lifestyle, insbesondere Home Automation & Security, Datensicherheit sowie Entertainment, weiterhin Wachstumschancen, Synergiepotenziale sowie Chancen für neue strategische Partnerschaften gesehen. Dadurch könnten zukünftig positivere Beiträge zu den Umsatzerlösen sowie zum EBITDA und zum Free Cashflow generiert werden als bisher erwartet. Die Bedeutung der strategischen Transformation vom reinen Mobilfunkspezialisten zum Digital Lifestyle Provider wird vor diesem Hintergrund zukünftig voraussichtlich weiter zunehmen.

Sollten die aus der kontinuierlichen Prozess- und Qualitätsverbesserung resultierenden Maßnahmen und Effizienzsteigerungen zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen erfolgreicher ausfallen als erwartet, könnte sich dies in den kommenden Jahren positiver auf die Höhe der Sachgemein- und Personalkosten und mithin auf das EBITDA sowie den Free Cashflow auswirken als bisher budgetiert.

Gesamtwürdigung der Chancenlage

Durch die regelmäßige Überwachung der in- und externen Chancen durch das monatliche Berichtswesen sowie der Kommunikation in den Besprechungsterminen ist die Unternehmensleitung in der Lage, der ihr obliegenden unternehmerischen (Führungs-) Aufgabe nachzukommen und mithin durch die Nutzung von Chancen einen positiven Beitrag zur operativen als auch strategischen Sicherung des Unternehmenserfolgs zu leisten.

Zum Ende des Jahres 2014 wurden sowohl externe als auch interne Chancen identifiziert, die im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich unverändert bestehen. Die Bedeutung der aufgezeigten Chancen sowie die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die prognostizierten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren und somit auf die Entwicklung der freenet Group insgesamt, werden zusammenfassend als gering eingestuft. Die Unternehmensleitung erwartet daher die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs.

Risikomanagementsystem

Zur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands der freenet AG kommt einem effizienten Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung zu. Das Risikomanagementsystem in der freenet AG wird ausschließlich auf Risiken, nicht hingegen auf Chancen angewendet. Dabei soll es sicherstellen, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens frühzeitig von jedem unserer Führungskräfte erkannt und in systematischer, nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Unternehmen kommuniziert werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken ergriffen und hierdurch Schäden von unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und Kunden abgewendet werden.

Dazu hat der Vorstand der freenet AG innerhalb des Konzerns ein effizientes Risikofrüherkennungs-, Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, welches auch die Tochtergesellschaften abdeckt. Dieses System wird im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahres- und Konzernabschluss durch den Abschlussprüfer auf seine Eignung geprüft, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Das Risikofrüherkennungssystem entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Die Systeme und Methoden des Risikomanagementsystems sind integrativer Bestandteil der generellen Aufbau- und Ablauforganisation der freenet AG.

Grafik 9: Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagementsystems der freenet AG

Mindestens halbjährlich erfassen beziehungsweise aktualisieren die einzelnen Fachbereiche der freenet AG und die freenet Tochterunternehmen bestehende und etwaige neue Risiken, die eine definierte Wesentlichkeitsgrenze übersteigen, in formalisierten Risikoberichten (Risikoidentifikation). Die Risikoberichte beschreiben die spezifischen Risiken und untersuchen diese auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihre Auswirkungen auf das Unternehmen anhand standardisierter Kriterien (Risikoanalyse und -bewertung).

Die Bewertung der Risiken erfolgt innerhalb der freenet Group nach dem Nettoprinzip, bei dem das Risiko inklusive der reduzierenden Einflüsse von durchgeführten Gegenmaßnahmen betrachtet wird. Für die Bewertung der Risiken werden die Kriterien „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „erwartetes Schadensausmaß“ herangezogen. Dabei werden Risiken mit bis zu geringer (< 50 Prozent), mittlerer (50 - 75 Prozent) und einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit (> 75 Prozent) systematisch voneinander unterschieden und kategorisiert. Hinsichtlich der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes aus einem Risiko wird in unwesentliche (< 1,0 Millionen Euro), geringe (1,0 bis 2,5 Millionen Euro), mittlere (> 2,5 bis 10,0 Millionen Euro) und hohe erwartete Schäden (> 10,0 Millionen Euro) unterschieden. Aus der Kombination der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe des erwarteten Schadensausmaßes 10 ergibt sich die Einteilung hinsichtlich der Bedeutung der Risiken in die Kategorien „unwesentlich“, „gering“, „mittel“, „hoch“ sowie „wesentlich“. Diese Risikokategorien sind in der folgenden Abbildung dargestellt.

Grafik 10: Risikomatrix der freenet AG

Basierend auf den kommunizierten Ergebnissen der Risikoanalyse und Bewertung werden verschiedene Handlungsalternativen im Rahmen der allgemeinen Unternehmenssteuerung ergriffen, um angemessen auf die identifizierten Risiken zu reagieren (Risikosteuerung und Risikoüberwachung). Die einzelnen Risikoberichte werden zu einem gesamthaften Konzernrisikobericht zusammengefasst und an den Vorstand berichtet. Auch zwischen den Standard-Meldezeitpunkten werden Risiken direkt nach ihrer Identifikation erfasst, analysiert, bewertet und gesteuert sowie bei entsprechender Größenordnung unmittelbar an den Vorstand und den Aufsichtsrat berichtet (Risikokommunikation).

Der Vorstand hat in einem Leitfaden, der kontinuierlich ergänzt und verbessert wird, die wesentlichen Risikokategorien für den Konzern definiert, eine Strategie des Umgangs mit diesen Risikokategorien erarbeitet und die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Risikomanagement-systems im Konzern dokumentiert. Dieser Leitfaden ist den Mitarbeitern bekannt und entwickelt deren Risikobewusstsein gezielt weiter (Teil der Risikokommunikation).

Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden ständig überprüft, weiterentwickelt und angepasst. Dabei wirkt die interne Revisionsabteilung der freenet AG unterstützend, wobei die regelmäßigen Prüfungen der Risikoberichterstattung den Schwerpunkt bilden. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Prüfungsausschuss der freenet AG, überwacht aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Aufsichtsrat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich, durch eine aktuelle Berichterstattung des Vorstands eingebunden (prozessunabhängige Risikoüberwachung).

10 Bezogen auf das EBITDA und/oder den Free Cashflow.

Neben dem Risikomanagementsystem hat die Unternehmensleitung zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen besprochen (Teil der Risikokommunikation).

Risiken

In diesem Abschnitt werden die Risiken dargestellt, welche die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der freenet AG beeinflussen könnten. Es erfolgt eine Einteilung in die Kategorien Marktrisiken, IT-Risiken, steuerliche Risiken, finanzielle Risiken und rechtliche Risiken. Die einzelnen Risiken werden gemäß ihrer Rangfolge in den jeweiligen Kategorien genannt.

Der Mobilfunkbereich ist sowohl umsatz- als auch ergebnisbezogen der mit Abstand bedeutendste Bereich im freenet Konzern. Entsprechend resultieren auch die maßgeblichen Marktrisiken aus diesem Bereich. Die Risikoeinschätzung für die übrigen Kategorien gilt grundsätzlich für beide Segmente. Wesentliche Unterschiede zwischen den Segmenten in Bezug auf die Risikoeinschätzung werden als solche gesondert genannt.

Marktrisiken

Wettbewerbsintensive Märkte

Die Telekommunikationsmärkte sind weiterhin durch intensiven Wettbewerb geprägt. Dies kann zum einen zu Einbußen bei Umsatzerlösen und zum Verlust von Marktanteilen sowie zu Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen führen und/oder den Gewinn von Marktanteilen erschweren. Weiterhin können höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer Kunden bei gleichzeitig sinkenden Erlösen und hoher Wechselbereitschaft der Kunden die Folge des starken Wettbewerbs sein. Hierdurch könnten sich die prognostizierten umsatzbasierten Kennzahlen, Ergebnisgrößen sowie der Free Cashflow möglicherweise leicht negativer entwickeln als bisher erwartet.

Um sich gegenüber diesem Wettbewerb zu behaupten, muss die freenet AG seine Produkte attraktiv gestalten und erfolgreich vermarkten sowie Kundenbindungsmaßnahmen durchführen. Außerdem muss die freenet AG auf die Geschäftsentwicklung der Konkurrenz reagieren und neue Kundenbedürfnisse antizipieren. Darin liegt ein mittleres Risiko für die Erreichung der Ziele der Gesellschaft.

Netzbetreiber

Eine Reduzierung von Netzbetreiber-Prämien kann zu einem höheren Kapitalbindungs- und Vermarktungsrisiko führen. Auch sind die Margen im Mobilfunk-Service-Provider-Geschäft wesentlich durch die Netzbetreiber und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt, welches sich als ein mittleres Risiko für die freenet AG darstellt. Die freenet AG versucht dieses Risiko dadurch zu minimieren, indem die Gesellschaft flexible Einkaufskonditionen verhandelt sowie laufendes Monitoring der Zielerreichung bei den Prämienzahlungen durchführt und gegebenenfalls nachverhandelt.

Im Rahmen der Neuzuteilung der bisher genutzten Mobilfunkfrequenzen nach 2016 könnte die Bundesnetzagentur nicht mehr die Mobilfunknetzbetreiber verpflichten, Diensteanbieter diskriminierungsfrei zuzulassen. Es besteht das mittlere Risiko, dass der Wegfall der Diensteanbieterverpflichtung zu einer jährlichen Kündigung der Diensteanbieterverträge durch die Mobilfunknetzbetreiber führen könnte, sofern mit dem jeweiligen Mobilfunknetzbetreiber noch keine langfristigen Verträge abgeschlossen worden sind. Ohne einen Diensteanbietervertrag wäre die Vermarktung von Mobilfunkprodukten als Service-Provider für diesen Mobilfunknetzbetreiber nicht mehr möglich. Die freenet AG begegnet diesem Risiko durch langfristige Diensteanbieterverträge mit den entsprechenden Mobilfunknetzbetreibern sowie durch aktive Beteiligung im laufenden Frequenzvergabeverfahren mit dem Ziel, die Diensteanbieterverpflichtung zu erhalten.

Die Netzbetreiber gehen dazu über, ihre Produkte selbst zu vertreiben und die Mobilfunk-Service- Provider aus dem Markt zu drängen (shift to direct). Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber aufgrund ihrer Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als die Mobilfunk-Service-Provider. Dies kann wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen. Die freenet AG schließt mit den wichtigen Vertriebspartnern langfristige Verträge und bietet ihnen attraktive Anreizsysteme (z. B. Airtimemodelle). Gewinnung von zusätzlichen Franchise Partnern ist eine weitere Möglichkeit, Vertriebskanäle zu erhalten bzw. auszubauen und damit das Risiko weiterhin gering zu halten.

In Folge des Zusammenschlusses der beiden Mobilfunk Netzbetreiber O2 und E-Plus kann es zu Einschränkungen im Wettbewerb zwischen den noch verbleibenden Netzbetreibern kommen. Dies kann zu einer Schwächung des Service-Provider-Modells führen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, führt die freenet AG eine Absicherung der Konditionsmodelle mit allen Netzbetreibern durch bzw. verhandelt über alternative Konditionsmodelle. Da aktuell eine Schwächung des Service-Provider- Modells nicht beobachtet werden kann, besteht hier ein geringes Risiko.

Die Netzbetreiberrisiken, allein oder in Kombination miteinander, könnten sich auf die prognostizierten Ergebnisgrößen sowie den Free Cashflow negativer auswirken als dies bisher erwartet wird.

Kauf von Unternehmen

Die freenet AG hat, um die Strategie des Digital Lifestyle zu stärken, in der jüngeren Vergangenheit Unternehmenszukäufe getätigt. Es besteht das mittlere Risiko, dass sich das operative Geschäft dieser neuen Beteiligungen nicht erwartungsgemäß entwickelt und somit das Wachstum unter den Erwartungen und mithin unter den prognostizierten Ergebnissen sowie Free Cashflows bleibt. Im Rahmen des Managementreports findet ein regelmäßiges Monitoring der Unternehmensentwicklung statt mit dem Ziel, sofort Gegenmaßnahmen einleiten zu können, falls eine Planabweichung vorliegt.

Terminierungsentgelte

Eine weitere Absenkung der so genannten Terminierungsentgelte durch die Bundesnetzagentur könnte im Markt die Umsätze pro Kunde stärker reduzieren als erwartet. Aufgrund der in der Vergangenheit bereits durchgeführten Absenkungen ist das Risiko allerdings gering. Es findet eine permanente Beobachtung des Regulierungsumfelds durch die freenet AG statt.

Gesetze und Regulierung

Aufgrund von gesetzlichen Änderungen, Eingriffen von Regulatoren oder auch durch gerichtliche Grundsatzentscheidungen können sich Auswirkungen auf die Tarifstruktur und die Möglichkeit, Kundenforderungen geltend zu machen, ergeben. Dies kann sich zum einen negativ auf die Höhe der prognostizierten Umsatzerlöse und zum anderen auf die Höhe der Free Cashflows auswirken. Die Auswirkungen von einzelnen Entscheidungen oder rechtlichen Änderungen können für sich genommen nicht wesentlich sein, so dass das Risiko insgesamt als gering eingestuft werden kann. Die freenet AG begegnet dem Risiko durch ein regelmäßiges Monitoring der Entwicklungen seitens der Regulatoren beziehungsweise Verfolgen des Ausgangs gerichtlicher Entscheidungen.

IT-Risiken

Die Betriebsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur inklusive der Rechenzentren und Billing-Systeme des Unternehmens sind für dessen erfolgreiches Operieren und seinen Fortbestand von erheblicher Bedeutung. Es besteht das geringe Risiko, dass Netzwerkausfälle oder Serviceprobleme aufgrund von Systemfehlern oder -ausfällen zum Verlust von Kunden führen können. Neben dem Rückgang der Umsatzerlöse bei einem Verlust von Kunden kann bei einem Ausfall der Systeme keine Leistung seitens der freenet AG erbracht und damit auch kein Umsatz bzw. kein positiver Beitrag zum erwarteten Ergebnis sowie Free Cashflow erzielt werden. Um Ausfallrisiken zu vermeiden, werden technische Frühwarnsysteme eingesetzt. Ständige Pflege und Updates halten die Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellen Stand. Um den Verlust von sensiblen Daten zu vermeiden, wird in einem vierundzwanzigstündigen Rhythmus ein Backup erstellt und dieses bei der Speicherung ausgelagert.

Steuerliche Risiken

Verlustvorträge

Wenn innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar 25 Prozent oder mehr der Aktien oder Stimmrechte der Gesellschaft in einer Hand oder in Händen mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen vereinigt würden (schädlicher Beteiligungserwerb), könnten die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) der Gesellschaft gemäß § 8c KStG anteilig oder vollständig verloren gehen. Aktien werden in einer Hand vereinigt, wenn sie an einen Erwerber, an diesem nahestehende Personen oder an eine Gruppe von Erwerbern mit gleichgerichteten Interessen übertragen werden.

Auf den Eintritt dieses Risikos hat die Gesellschaft keinen Einfluss, da der (gegebenenfalls teilweise) Wegfall der bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) durch Maßnahmen und Transaktionen auf der Ebene der Aktionäre herbeigeführt wird. Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in Folge einer Veräußerung oder eines Hinzuerwerbs von Aktien durch die Aktionäre der Gesellschaft zu einer Vereinigung von 25 Prozent der Aktien oder mehr in einer Hand kommen könnte. Dasselbe mittlere Risiko besteht, wenn durch andere Maßnahmen erstmals in der Hand eines Aktionärs oder mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen 25 Prozent oder mehr der Aktien oder Stimmrechte vereinigt werden. Die oben dargestellten Rechtsfolgen gelten entsprechend.

Umsatzsteuerrisiko aus „Entgelt von dritter Seite“

Mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Dezember 2014 sowie gleichzeitiger Ergänzung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses traf die Finanzverwaltung folgende Regelung: Liefert der Vermittler eines Mobilfunkvertrages im eigenen Namen an den Kunden ein Mobilfunkgerät oder einen sonstigen Elektronikartikel und gewährt das Mobilfunkunternehmen dem Vermittler auf Grund vertraglicher Vereinbarung eine von der Abgabe des Mobilfunkgeräts oder sonstiger Elektronikartikel abhängige Provision bzw. einen davon abhängigen Provisionsbestandteil, handelt es sich bei dieser Provision oder diesem Provisionsbestandteil insoweit nicht um ein Entgelt für die Vermittlungsleistung an das Mobilfunkunternehmen, sondern um ein Entgelt von dritter Seite im Sinne des § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die Lieferung des Mobilfunkgeräts oder des sonstigen Elektronikartikels. Dies gilt unabhängig von der Höhe einer von dem Kunden zu leistenden Zuzahlung. Aus der zukünftigen Anwendung dieser Regelung ab dem 1. Januar 2015 entstehen der Gesellschaft keine berichtspflichtigen Risiken. Für die vor dem 1. Januar 2015 ausgeführten Umsätze ist es aus Sicht der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich, dass die genannte Regelung keine wesentlichen negativen umsatzsteuerrechtlichen Auswirkungen für die freenet AG haben wird. Es verbleibt für die vor dem 1. Januar 2015 für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume ausgeführten Umsätze jedoch ein geringes Risiko, bei dem die freenet AG Vorsteuern teilweise an das Finanzamt zurückerstatten müsste.

Sonstige Steuerrisiken

Für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu Änderungen kommen, aus denen Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des jeweiligen zugrundeliegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten, die zum Teil noch nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner steuerlichen Außenprüfung unterliegen.

Das Risiko abweichender Sachverhaltsauslegungen und -bewertungen gilt insbesondere für gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen. Deshalb ist nicht ganz auszuschließen, dass durch Einbringungen, andere Umwandlungsvorgänge, Kapitalzuführungen und Gesellschafterwechsel die von den Kapitalgesellschaften der freenet Group erklärten und so auch bislang von der Finanzverwaltung gesondert festgestellten körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge vermindert werden beziehungsweiseentfallen könnten. Insgesamt wird dies als ein geringes Risiko angesehen.

Finanzielle Risiken

Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Finanzinstrumente, finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten im Wesentlichen den nachfolgend dargestellten Risiken.

Forderungsausfälle

Ein Forderungsausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen aufgrund des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen. Es besteht ein mittleres Ausfallrisiko im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Vermögenswerte.

Bei der Betrachtung des Forderungsausfallrisikos stehen im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt. Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High-Spender-Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos. Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Forderungsausfallrisiken gegenüber Großkunden (Händler und Distributoren im Bereich Mobilfunk) abgesichert. Die Risiken bei nicht versicherten Händlern und Distributoren sind durch ein internes Limitsystem begrenzt - in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Schließlich trägt eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen den Forderungsausfallrisiken Rechnung.

Zwischen dem Konzern und einer Bank besteht eine Vereinbarung zum Verkauf von Handy-Options-Forderungen. Dieser regresslose Verkauf von Forderungen stellt ein echtes Factoring dar. Die relevanten Risiken, wie im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko, und Chancen gehen auf die Bank über. Im freenet Konzern verbleibt in voller Höhe das Spätzahlungsrisiko, das jedoch von untergeordneter Bedeutung ist.

Werthaltigkeit des Vermögens

In der Konzernbilanz der freenet AG werden ein bilanzieller Goodwill sowie immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen und Markenrechte in wesentlicher Höhe ausgewiesen. Es besteht das mittlere Risiko, dass es im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen in den Folgeperioden zu wesentlichen Wertminderungen kommen kann.

Die Vermögenswerte der freenet AG werden regelmäßig als auch anlassbezogen überprüft, sofern mögliche Indikatoren für eine nachhaltige Wertbeeinträchtigung vorliegen. Bei einem solchen Indikator kann es sich zum Beispiel um Änderungen im Wirtschafts- oder Regulierungsumfeld handeln. Eine aus einem Werthaltigkeitstest eventuell resultierende Wertminderung ist nicht zahlungswirksam und bleibt daher ohne Einfluss auf die zentralen Steuerungsgrößen.

Liquidität

Das als mittleres Risiko eingestufte allgemeine Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.

Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken des Weiteren durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen, an denen die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.

Um das allgemeine Liquiditätsrisiko zu verringern, bedienen wir uns verschiedener Finanzierungsinstrumente. Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren aus einer festverzinslichen Unternehmensanleihe (zum 31. Dezember 2014 bilanziert: 418,4 Millionen Euro), die im Rahmen der Neufinanzierung im April 2011 aufgenommen worden war sowie aus dem im Dezember 2012 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen (zum 31. Dezember 2014 mit einem Saldo von insgesamt 119,6 Millionen Euro ausgewiesen - davon entfallen 55,8 Millionen Euro auf drei Tranchen mit variabler Verzinsung sowie 63,8 Millionen Euro auf zwei Tranchen mit jeweils festem Zinssatz). Zudem besteht im Konzern eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt 300,0 Millionen Euro, die zum Jahresende nicht gezogen war.

Aus den abgeschlossenen Kreditverträgen resultiert ein weiteres geringes Liquiditätsrisiko, da die darin vereinbarten Beschränkungen (so genannte Undertakings und Covenants) den finanziellen und operativen Spielraum der freenet AG eingrenzen. Die Verträge erlegen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Der Gesellschaft ist es nur in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren. Aufgrund der genannten Liquiditätsreserven stellen die Covenants jedoch nur eine geringe Einschränkung für die freenet AG dar.

Kapitalrisikomanagement

Das Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern. Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die Einhaltung der in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen (financial covenants) zu gewährleisten. Die wesentlichen financial covenants sind in Bezug auf die Eigenkapitalquote des Konzerns sowie den Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Netto- Finanzverschuldung des Konzerns zu Konzern-EBITDA) definiert. Sollten sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ entwickeln, kann dies unter Umständen dazu führen, dass der freenet Konzern seine Vereinbarungen mit den kreditfinanzierenden Banken nicht mehr einhalten kann. Es besteht das mittlere Risiko zur Fälligkeitsstellung der Kredite durch die finanzierenden Banken. Die freenet AG minimiert das Risiko durch eine laufende Überwachung der finanziellen Kennzahlen.

Zinsänderungsrisiko

Unser Unternehmen unterliegt, was die Finanzschulden mit variabler Verzinsung betrifft, Zinsänderungsrisiken im Wesentlichen bezogen auf den EURIBOR. Das Unternehmen begegnet diesen geringen Risiken durch eine Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden. Die Zinsänderungsrisiken sind nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand, der im Wesentlichen auf Basis von EONIA beziehungsweise EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird, als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.

Geldanlagen werden in der Regel in Form von Tages- und Termingeld bei Geschäftsbanken mit hoher Bonität angelegt.

Die Gesellschaft überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originär variabel verzinslichen Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.

Sonstige finanzielle Risiken

Weitere Finanzrisiken wie beispielsweise Fremdwährungs- und Kursänderungsrisiken sind nach Auffassung der Gesellschaft als unwesentlich einzustufen und daher im Konzernlagebericht nicht separat darzustellen.

Rechtliche Risiken

Spruchverfahren

Ehemalige Aktionäre der mobilcom AG und der freenet.de AG haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschrelation aus der Verschmelzung der mobilcom AG und der freenet.de AG auf die heutige freenet AG im Jahr 2007 nach § 15 UmwG beantragt. Sollte das Gericht in diesem Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses feststellen, besteht das mittlere Risiko, dass ein Ausgleich durch bare Zuzahlung erfolgt. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie im Spruchverfahren nicht Antragssteller waren.

Die Gesellschaft geht allerdings davon aus, dass die Umtauschrelation angemessen war und bare Zuzahlungen nicht zu erfolgen haben, da das Umtauschverhältnis sorgfältig ermittelt und von den gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfern überprüft und bestätigt wurde.

Sie sieht sich in ihrer Einschätzung durch das Landgericht Kiel bestätigt, das die Anträge beider Aktionärsgruppen zurückgewiesen hat. Gegen diese Entscheidung haben einige Antragsteller Beschwerde beim Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht („OLG Schleswig“) eingelegt. Das OLG Schleswig hat mit Beschluss vom 29. Januar 2015 die Beschwerden sämtlicher Antragsteller zurückgewiesen.

Vergleichsvereinbarung mit France Telecom

Die mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft sowie weitere Gesellschaften des ehemaligen mobilcom Konzerns haben im November 2002 einen Vergleich mit der France Telecom und verbundenen Unternehmen geschlossen. Die Wirksamkeit dieses Vergleichs wird von einzelnen Aktionären angezweifelt.

Die Gesellschaft hält diesen Vergleich für wirksam und hat auch keine Anhaltspunkte dafür, dass France Telecom sich daran nicht gebunden fühlt. Sollte die Auffassung dieser Aktionäre jedoch gerichtlich bestätigt werden, würde auf die freenet AG ein mittleres Risiko zukommen, dass France Telecom den Betrag von 7,1 Milliarden Euro, auf den sie im Rahmen des Vergleichs verzichtet hat, gegenüber der Gesellschaft geltend macht und etwaige Gegenansprüche der Gesellschaft dem Grunde und der Höhe nach bestreiten wird.

Sachkapitalerhöhung

Einzelne Aktionäre sind der Ansicht, dass die Sachkapitalerhöhung der mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft im November 2000 fehlerhaft beziehungsweise, dass die erbrachte Sacheinlage nicht werthaltig gewesen sei, mit der Folge, dass einerseits der Gesellschaft noch Ausgleichsansprüche in Milliardenhöhe gegen die France Telecom zustünden sowie ferner, dass die an die France Telecom ausgegebenen Aktien nicht stimmberechtigt gewesen seien. Die freenet AG sieht diesen Sachverhalt als mittleres Risiko an und geht davon aus, dass die Sachkapitalerhöhung wirksam erfolgt ist. Die Gesellschaft geht daher ebenfalls davon aus, dass dies auch keine Auswirkung auf das Spruchverfahren haben wird.

Gesamtwürdigung der Risikolage

Die vorstehend aufgeführten Risiken der freenet AG werden nachstehend überblicksartig zusammengefasst.

Risiken Eintrittswahrscheinlichkeit erwartetes Schadensausmaß Risiko Tendenz
Marktrisiken
Wettbewerbsintensive Märkte mittel mittel mittel
Netzbetreiber
Prämien und Margen mittel mittel mittel
Diensteanbieterverpflichtung gering hoch mittel
shift to direct mittel gering gering
O2 und E-Plus gering gering gering
Kauf von Unternehmen mittel mittel mittel
Terminierungsentgelte gering mittel gering
Gesetze und Regulierung gering gering gering
IT-Risiken gering mittel gering
Steuerliche Risiken
Verlustvorträge gering hoch mittel
Umsatzsteuerrisiko aus „Entgelt von dritter Seite“ gering mittel gering
Sonstige Steuerrisiken gering mittel gering
Finanzielle Risiken
Forderungsausfälle hoch gering mittel
Werthaltigkeit des Vermögens gering hoch mittel
Liquidität
Allgemeines Liquiditätsrisiko gering hoch mittel
Einschränkung finanzieller Spielraum gering mittel gering
Kapitalrisikomanagement gering hoch mittel
Zinsänderungsrisiko gering mittel gering
Sonstige finanzielle Risiken gering unwesentlich unwesentlich
Rechtliche Risiken
Spruchstellenverfahren gering hoch mittel
Vergleichsvereinbarung mit France Telecom gering hoch mittel
Sachkapitalerhöhung gering hoch mittel

Durch den implementierten Risikomanagementprozess sowie das monatliche Berichtswesen hat der Vorstand einen Überblick über die vorgestellte Risikosituation insgesamt. Einzelne Risiken haben sich im Vergleich zum Vorjahr in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit oder die Auswirkung lediglich geringfügig verändert. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Risiken keine Auswirkungen auf den Fortbestand der freenet Group haben. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass bei Fortführung des bisherigen Risikomanagementansatzes die freenet AG auch für das kommende Geschäftsjahr in der Lage sein wird, relevante Risiken rechtzeitig zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen zu ihrer Begegnung einleiten zu können.

Zum Ende des Jahres 2014 wurden Markt- und IT-Risiken sowie steuerliche, finanzielle und rechtliche Risiken identifiziert. Die möglichen Auswirkungen auf die allgemeine zukünftige Entwicklung der free-net Group sowie die finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren werden von der Unternehmensleitung insgesamt als gering qualifiziert. Es wird folglich von der Unternehmensleitung erwartet, dass die im Ausblick prognostizierte, positive Entwicklung nicht wesentlich durch die aufgezeigten Risiken beeinträchtigt wird.

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§ 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems der freenet Group

Das interne Kontrollsystem der freenet Group orientiert sich am international anerkannten Rahmenwerk des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Es umfasst alle Prozesse und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit sowie der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, insbesondere zur Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.

Der Vorstand der freenet AG hat alle Bereiche des Konzerns zur Steuerung ihrer Kontrollprozesse nach einheitlichen Grundsätzen beauftragt.

Die Bereiche analysieren die Prozesse ständig auch in Bezug auf neue gesetzliche Vorgaben und sonstige zu beachtende Standards, entwickeln daraus interne Vorgaben und schulen die verantwortlichen Mitarbeiter.

Die Kernelemente des internen Überwachungssystems der freenet Group basieren einerseits auf automatisierten IT-Kontrollprozessen mit Alarmierungsschwellen, andererseits auf manuellen Prozesskontrollen zur Plausibilisierung der automatisch aggregierten Ergebnisse. Das Risikomanagementsystem ist mit dem internen Kontrollsystem verbunden und umfasst neben dem operativen Risikomanagement konzernweit auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Weitere Erläuterungen zum Risikomanagementsystem werden im Berichtsteil „Risikomanagementsystem“ des Risikoberichts erteilt.

Struktur des Konzernrechnungslegungsprozesses

Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen der freenet AG im Wesentlichen durch lokale Buchhaltungssysteme des Herstellers SAP. Als Konsolidierungssystem auf oberster Konzernebene setzt die freenet AG das Modul „EC-CS“ von SAP ein. Zur Aufstellung der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie zur Durchführung der Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung etc. gelangen die Meldedaten der Tochterunternehmen in unterschiedlicher Weise in das Konsolidierungssystem - im Wesentlichen automatisch über das SAP- Modul „FI“, in Einzelfällen auch manuell durch Eingabe der Meldedaten. Die einzelnen Lageberichts- und Anhangangaben werden jeweils aus standardisierten Berichtspaketen und institutionalisierten Abstimmungsprozessen im Rahmen des internen Steuerungssystems gewonnen, die unter anderem in MS Excel geführt werden. Auch die Konsolidierung dieser Anhangangaben erfolgt in MS Excel.

Durch die Konzernrevision der freenet AG werden die Ordnungsmäßigkeit und Berechtigungen im Konsolidierungssystem SAP EC-CS in regelmäßigen Abständen geprüft. Der Konzernabschlussprüfer der freenet AG prüft regelmäßig die Schnittstelle zwischen SAP-FI und dem Konsolidierungssystem SAP EC-CS sowie die Überleitungen der standardisierten Berichtspakete der Tochterunternehmen bis hin zum Konzernabschluss der freenet AG.

Wesentliche Regelungs- und Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung

Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden.

Die ordentlichen Kontrollelemente innerhalb des internen Kontrollsystems zielen auf weitgehende Automatisierung der Bildung und Gegenkontrolle aller wesentlichen Daten, angefangen von den abrechnungsrelevanten Rohdaten über die Rechnungslegung gegenüber den Kunden bis zur Wertberichtigung, Abgrenzung und Abschreibung. Die automatisierten Kontrollen werden ergänzt durch manuelle Plausibilisierung aller relevanten Zwischenergebnisse und stichprobenartige Kontrolle der zugrundeliegenden Detaildaten. So wird gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden, Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Daneben treten als außerordentliche Kontrollelemente die prozessunabhängigen Prüfungen der Konzernrevision der freenet AG im Auftrag des Aufsichtsrats, insbesondere unter Überwachung durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet AG.

Die jährliche Prüfung des internen Kontrollsystems durch die Konzernrevision zeigte 2014, dass die geprüften Bereiche in den Vorjahren erkannte Verbesserungsmöglichkeiten umgesetzt haben. Sie haben einerseits ihre bewährten Kontrollaktivitäten laufend vertieft und die Häufigkeit der Kontrolldurchführung gesteigert, andererseits den Automatisierungsgrad innerhalb der Kontrollaktivitäten erhöht.

Aus den Kontrollergebnissen leiten sie systematisch Maßnahmen ab und überwachen deren Erfolg.

Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane sind ebenfalls mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld der freenet Group einbezogen.

Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse durch den Konzernabschlussprüfer beziehungsweise die Prüfung der einbezogenen Formularabschlüsse der Konzerngesellschaften bildet die finale prozessunabhängige Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

Grafik 11: Maßnahmen des internen Kontrollsystems der freenet AG

CORPORATE GOVERNANCE

Der Vorstand berichtet an dieser Stelle - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance in der freenet Group. Das Kapitel enthält auch die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB.

Die freenet AG und ihre Leitungs- und Kontrollgremien bekennen sich zu den Prinzipien guter und verantwortungsbewusster Unternehmensführung; sie identifizieren sich mit den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie den Grundsätzen einer transparenten, verantwortlichen und auf Wertsteigerung ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat sowie alle Führungskräfte und Mitarbeiter der freenet Group sind dieser Zielsetzung verpflichtet.

Der Aufsichtsrat hat sich auf seiner Sitzung am 5. Dezember 2014 mit den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Im Zentrum der Beratung stand die Auseinandersetzung mit den erstmalig anzuwendenden Mustertabellen zur Darstellung der Vorstandsvergütung. Nach intensiver Diskussion hat der Aufsichtsrat sich gemeinsam mit dem Vorstand dazu entschlossen, von den Mustertabellen keinen Gebrauch zu machen. Ausschlaggebend hierfür war, dass nach Einschätzung des Aufsichtsrats Maximalbeträge für bestimmte Konstellationen in die Mustertabellen aufgenommen werden müssten, die ein Bild von der Vergütungssituation entstehen lassen könnten, das nicht der Realität entspricht und detaillierter Erläuterungen bedürfte.

Im Zuge der Verlängerung der Vorstandsbestellungen im Februar 2014 hat sich der Aufsichtsrat von der Überlegung leiten lassen, dass Kontinuität im Vorstandsgremium Vorrang gegenüber einer Auswahl neuer Vorstandsmitglieder nach den in Kodex- Ziffer 5.1.2 enthaltenen Kriterien haben soll. Bereits in der Entsprechenserklärung aus dem Dezember 2013 hatte der Aufsichtsrat diese Absicht zum Ausdruck gebracht. Dementsprechend findet sich die entsprechende Kodexabweichung auch in der aktuellen Entsprechenserklärung wieder. Bei der Verlängerung der Vorstandsanstellungsverträge hat der Aufsichtsrat im Februar 2014 besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der sonstigen relevanten Kodexempfehlungen gelegt.

Die übrigen erklärten Abweichungen und ihre Begründungen sind aus den Vorjahren fortgeführt worden. Die Entsprechenserklärung vom 5. Dezember 2014 ist in der nachfolgenden Erklärung zur Unternehmensführung enthalten und auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.

Erklärung zur Unternehmensführung

In der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB stellt die freenet AG ihre aktuelle Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG dar und erläutert die relevanten Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus angewandt werden. Des Weiteren werden die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat beschrieben und die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats dargestellt. Die freenet AG hat folgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB abgegeben, die zugleich Bestandteil ihres Lageberichts für das Geschäftsjahr 2014 ist.

Erklärung nach § 161 AktG

Die freenet AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 5. Dezember 2013 im Zeitraum bis zum 30. September 2014 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex („Kodex“) in der Fassung vom 13. Mai 2013 und seit dem 30. September 2014 den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Abweichungen entsprochen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014, soweit es hierzu nachfolgend seitens der Gesellschaft keine abweichende Erklärung gibt, auch zukünftig entsprechen.

1. Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist keine Vereinbarung eines Selbstbehalts vorgesehen, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Mitglieder des Aufsichtsrats selbstverständliche Pflicht. Ein Selbstbehalt müsste zudem wegen des Gleichheitssatzes einheitlich festgesetzt werden, obwohl die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsratsmitglieder variieren. Ein Selbstbehalt würde die Aufsichtsratsmitglieder daher unterschiedlich belasten. In Anbetracht gleicher Pflichten erscheint das nicht angemessen. (Kodex-Ziffer 3.8 Abs. 3)
2. Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vorstandsvergütung, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Gleichwohl haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vorstandsvergütung vorgesehenen Mustertabellen im Vergütungsbericht nicht zu verwenden. Trotz Vereinbarung von betragsmäßigen Höchstgrenzen in den Vorstandsverträgen steht zu befürchten, dass durch die Angabe von Maximalbeträgen im Hinblick auf aktienbasierte Vergütungsbestandteile ein Bild erzeugt wird, das nicht den tatsächlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung des Aktienkurses entspricht. (Kodex-Ziffer 4.2.5 Satz 5 und Satz 6)
3. Der Aufsichtsrat sieht die derzeitige Besetzung des Vorstands als erfolgreich an und strebt deswegen Kontinuität im Vorstand an. Eine Auswahl nach den in Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1 genannten Kriterien für die Zusammensetzung des Vorstands ist demgegenüber aus Sicht des Aufsichtsrats nachrangig und hat auch bei der Entscheidung über die Neubestellungen der Vorstandsmitglieder im Februar 2014 keine Berücksichtigung gefunden. (Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1)
4. Für die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder ist keine Altersgrenze festgelegt. Es ist nicht einsichtig, warum qualifizierte Personen mit großer Berufs- und Lebenserfahrung allein aufgrund ihres Alters nicht als Kandidaten in Betracht gezogen werden sollen. (Kodex-Ziffern 5.1.2 Satz 7 und 5.4.1 Satz 2)
5. Der Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung im Sinne von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Ziffer 5.4.2 Satz 1. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gem. Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden. Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung leiten lassen. Dies hat sich nach seiner Überzeugung bewährt. Deshalb wird keine Notwendigkeit gesehen, diese Praxis zu ändern. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2, Abs. 3 und 5.4.2 Satz 1)
6. Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 empfiehlt, dass eine erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bemisst sich gem. § 11 Abs. 5 der Satzung nach der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese Form der variablen Vergütung hat sich in der Vergangenheit bewährt. Zudem ist die dem Kapitalmarkt kommunizierte, an den freien Cashflow anknüpfende Dividendenpolitik der Gesellschaft auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Daher dient auch die Anknüpfung der variablen Vergütung an diese Dividendenstrategie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Eine Anpassung der variablen Vergütung des Aufsichtsrats ist aus diesem Grund nicht vorgesehen. (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2)

Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die freenet AG verfügt über eine konzernweite Compliance-Organisation, die kontinuierlich ausgebaut und fortentwickelt wird. Der Chief Compliance Officer der freenet Group berichtet direkt an den Vorstand. Er unterstützt den Vorstand dabei, die für die freenet AG relevanten rechtlichen Vorgaben aufzuzeigen und innerhalb der freenet Group entsprechend umzusetzen sowie Anpassungen des Compliance Systems an sich wandelnde Anforderungen vorzunehmen. Der Chief Compliance Officer berichtet darüber hinaus regelmäßig an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat wird durch den Chief Compliance Officer informiert, wenn Risiken betroffen sind, die die Existenz der freenet Group gefährden.

Die freenet Group bekennt sich umfassend zur Einhaltung von Recht und Gesetz. Compliance bedeutet für die freenet Group, dass rechtliche Vorschriften eingehalten, eigene Regelungen sowie unternehmensinterne Richtlinien beachtet und Straftaten vermieden werden. Die Gesellschaft setzt alles daran, dass Compliance-Verstöße wie Betrug, Korruption und Wettbewerbsverstöße gar nicht erst entstehen. Sofern es aber zu Fehlverhalten und Compliance- Verstößen kommt, werden diese umfassend aufgeklärt und es wird mit Entschiedenheit darauf reagiert.

Die Führungskräfte der freenet Group leben Compliance vor und stellen sicher, dass in ihrem Verantwortungsbereich die maßgeblichen Handlungen im Einklang mit den jeweiligen rechtlichen Bestimmungen und unseren eigenen Werten und Regeln stehen.

Die Compliance-Organisation steht allen Ansprechpartnern beratend für Einzelfragen zur Verfügung.

Der Bereich Compliance hat ein Hinweisgeber system (Whistleblowertool) entwickelt und innerhalb der freenet Group eingeführt. Dies ermöglicht dem Hinweisgeber, bei Kenntniserlangung von Compliance- Verstößen anonym Hinweise zu geben.

Allen Hinweisen wird zeitgerecht nach einem transparenten und nachvollziehbaren Prozess nachgegangen, wobei die Interessen des Hinweisgebers, der Betroffenen und des Unternehmens berücksichtigt werden.

Ziel ist es, dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, bei Compliance-Verstößen sofort konsequent angemessene Maßnahmen zu ergreifen und somit Schäden von der freenet Group abzuwenden. Zur Sicherstellung einer sachgerechten, zügigen Bearbeitung von Hinweisen gemäß dem Hinweisgeberprozesses hat die freenet Group einen Hinweisgeberausschuss eingerichtet. Ständige Mitglieder des Hinweisgeberausschusses sind der Chief Compliance Officer, der Leiter Interne Revision und der Leiter Fraud-Management. Der Hinweisgeberausschuss ist für die operative Durchführung des Hinweisgeberprozesses zuständig.

Ebenfalls wurde ein zentrales Fraud-Management eingerichtet, welches neben der koordinierenden Funktion der einzelnen Fraud-Fachabteilungen der freenet Group insbesondere für die Einführung und Verbesserung wirksamer Präventivmaßnahmen und -prozesse zur Vermeidung von Fraud-Schäden verantwortlich ist.

Die Bedeutung des Datenschutzes hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Die freenet Group ist sich ihrer besonderen Verantwortung im Hinblick auf den Umgang mit den persönlichen Daten unserer Kunden, Lieferanten, Vertragspartner und Mitarbeiter bewusst. Es ist uns daher wichtig, diese Daten vor unberechtigten Zugriffen zu schützen und transparent darüber zu berichten, wie wir mit den uns anvertrauten Daten umgehen. Die operative Verantwortung für den Datenschutz befindet sich im Compliance-Bereich.

Darüber hinaus hat die Compliance-Organisation in diversen Schulungen über die maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen und die zuvor von ihr entwickelten unternehmensinternen Richtlinien aufgeklärt und den Mitarbeitern bei Themen, die für die freenet Group zentrale Bedeutung haben, die notwendige Sicherheit gegeben und entsprechende Transparenz hergestellt. Neben den Präsenzschulungen entwickeln wir E-Learning-Programme, um auf effiziente Weise eine Vielzahl von Mitarbeitern über die maßgeblichen Compliance-Themen zu informieren und zu schulen.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat der freenet AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.

Der Vorstand ist als Leitungsorgan der Konzernmuttergesellschaft dem Unternehmensinteresse verpflichtet und besteht aktuell aus drei Mitgliedern. Die Arbeit des Vorstands ist durch seine Geschäftsordnung geregelt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Im Übrigen ist jedes Vorstandsmitglied eigenverantwortlich für seinen Geschäftsbereich zuständig. Die Vorstandsmitglieder arbeiten kollegial zusammen und informieren sich gegenseitig in regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen laufend über Tatsachen und Entwicklungen aus ihren Geschäftsbereichen. Darüber hinaus nehmen die Mitglieder des Vorstands an regelmäßig stattfindenden Fachbereichssitzungen teil. Der Aufsichtsrat legt im Rahmen eines Geschäftsverteilungsplans die Verantwortungsbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder fest.

Der Aufsichtsrat wird mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr einberufen. Er fasst seine Beschlüsse in der Regel in Präsenzsitzungen, in Ausnahme fällen auch mittels gebräuchlicher Kommunikationsmittel. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei seinen Entscheidungen zur Leitung des Unternehmens regelmäßig und überwacht ihn in seiner Geschäftsführung. Der Vorstand bezieht den Aufsichtsrat in alle grundlegenden Entscheidungen für die Leitung des Unternehmens ein und berichtet regelmäßig über den Geschäftsverlauf, die Unternehmensplanung, die strategische Entwicklung und die Lage des Unternehmens. Der Aufsichtsrat prüft Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen im Einzelnen und erörtert sie mit dem Vorstand. Außerdem prüft er ausführlich für das Unternehmen bedeutende Geschäftsvorgänge auf Basis von Vorstandsberichten, berät sich hierzu und fasst Beschlüsse, soweit dies erforderlich ist. Auch außerhalb von Sitzungen werden die Aufsichtsratsmitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung vom Vorstand informiert.

Zusammensetzung und Arbeitsweise von Ausschüssen

Der Vorstand hat keine Ausschüsse eingerichtet.

Der Aufsichtsrat hat ein Präsidium und vier Ausschüsse gebildet. Diese Ausschüsse bereiten die im Plenum zu behandelnden Themen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vor und sind in einzelnen Bereichen anstelle des Plenums entscheidungsbefugt. Hierbei werden die Ausschüsse im Rahmen von Präsenzsitzungen tätig; in Ausnahmefällen können die Sitzungen aber auch telefonisch durchgeführt werden. Die Ausschüsse beraten zu den Gegenständen der Tagesordnungen und fassen gegebenenfalls hierzu Beschlüsse. Über die Inhalte der Ausschusssitzungen berichten die Ausschussvorsitzenden dem Aufsichtsratsplenum.

Präsidium

Das Präsidium berät über Schwerpunktthemen und bereitet Beschlüsse des Aufsichtsrats vor. Es kann an Stelle des Aufsichtsrats über die nach der Geschäftsordnung des Vorstands erforderliche Zustimmung zu Maßnahmen und Geschäften des Vorstands beschließen, sofern die Angelegenheit keinen Aufschub duldet und ein Beschluss des Aufsichtsrats nicht rechtzeitig gefasst werden kann.

Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Prof. Dr. Helmut Thoma, Birgit Geffke, Knut Mackeprang

Personalausschuss

Der Personalausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Er unterbreitet dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung Vorschläge zur Vergütung des Vorstands, zum Vergütungssystem und zu dessen regelmäßiger Überprüfung. Der Ausschuss beschließt an Stelle des Aufsichtsrats, jedoch vorbehaltlich zwingender Zuständigkeiten des Aufsichtsrats, über personalrelevante Angelegenheiten der Vorstandsmitglieder.

Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Thorsten Kraemer, Claudia Anderleit, Birgit Geffke

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung, hier insbesondere der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Fragen der Compliance.

Mitglieder: Robert Weidinger (Vorsitz), Marc Tüngler, Ronny Minak, Michael Stephan

Vermittlungsausschuss

Der Vermittlungsausschuss ist nach § 27 Abs. 3 MitbestG gebildet, um die in § 31 Abs. 3 Satz 1 MitbestG bezeichnete Aufgabe wahrzunehmen.

Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Thorsten Kraemer, Knut Mackeprang, Gesine Thomas

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, bei anstehenden Neuwahlen dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorzuschlagen.

Mitglieder: Dr. Hartmut Schenk (Vorsitz), Marc Tüngler, Achim Weiss

Übernahmerechtliche Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der freenet AG beträgt 128.061.016 Euro. Es ist in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung je eine Stimme.

Aktienübertragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

10 Prozent der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Zum 31. Dezember 2014 bestanden keine 10 Prozent der Stimmrechte überschreitenden Kapitalbeteiligungen an der freenet AG.

Aktien mit Sonderrechten und Kontrollbefugnissen

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind

Soweit Arbeitnehmer als Aktionäre am Kapital beteiligt sind, können sie daraus keine besonderen Rechte herleiten.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der freenet AG richten sich nach §§ 84,85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 5 Abs. 1 der Satzung. Die maßgeblichen Vorschriften zur Änderung der Satzung sind §§ 133,179 AktG und § 16 der Satzung der freenet AG.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 bis zum 5. Juni 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen insgesamt um höchstens 12.800.000,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2013).

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 ist der Vorstand weiterhin bis zum 12. Mai 2019 ebenfalls mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien insgesamt um höchstens 12.800.000,00 Euro zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2014). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 unter Tagesordnungspunkt 8, lit A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 wurde der Vorstand bis zum 12. Mai 2019 ermächtigt, eigene Aktien in Höhe von bis zu 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Diese Ermächtigung kann durch die Gesellschaft, ihre Tochtergesellschaften oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung ihrer Tochtergesellschaften ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines öffentlichen Kaufangebots, mittels einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten, durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder eine Kombination aus beiden).

Kontrollwechsel

Die Bankverbindlichkeiten, die die freenet Group unter dem Konsortialkreditvertrag in Anspruch nimmt, können unter bestimmten Voraussetzungen teilweise oder zur Gänze fällig gestellt werden. Ein Recht zur Fälligstellung kann bei der Verletzung bestimmter vertraglicher Beschränkungen und Auflagen entstehen, denen sich freenet bei der Übernahme des Konsortialkredits unterworfen hat. Zum Teil hat freenet keinen Einfluss auf die Voraussetzungen, unter denen den Konsortialbanken ein Recht zur Fälligstellung des Kredits entsteht.

Dies gilt insbesondere für das Recht zur Fälligstellung im Falle eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft. Ein solcher Kontrollwechsel liegt, vorausgesetzt, dass die Verpflichtung zur Abgabe eines Übernahmeangebots besteht, bereits beim Erwerb einer Hauptversammlungsmehrheit durch eine oder mehrere gemeinsam handelnde Personen vor. Im Falle der Kündigung des Konsortialkreditvertrages trägt freenet das Risiko, dass eine Folgefinanzierung zur Ablösung des Vertrages nicht oder nur zu ungünstigeren Konditionen zustande kommt.

Erklärung nach § 289a HGB

Die Erklärung nach § 289a HGB ist auf der Homepage der Gesellschaft im Internet unter www.freenet-group.de im Bereich Investor Relations/Corporate Governance veröffentlicht.

Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats

Vorstandsvergütung nach HGB

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus einem jährlichen Fixgehalt, jährlichen variablen Bezügen sowie Bezügen mit langfristiger Anreizwirkung zusammen. Daneben bestehen Pensionszusagen. Die jährlichen variablen Bezüge resultieren jeweils aus einer jährlichen Zielvereinbarung, wobei als Einzelziele regelmäßig bestimmte Ausprägungen der wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren des freenet Konzerns festgelegt werden. Für die Mitglieder des Vorstands war im Geschäftsjahr 2011 ein Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung, das so genannte „LTIP-Programm“ (im Folgenden auch als „LTIP Programm 1“ bezeichnet), aufgelegt worden. Am 26. Februar 2014 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die neue LTIP gewähren (im Folgenden auch als „LTIP Programm 2“ bezeichnet).

In den LTIP-Programmen wird für jeden Vorstand ein LTIP-Konto geführt, auf dem jeweils pro Geschäftsjahr, abhängig von dem Erreichungsgrad bestimmter für dieses Geschäftsjahr definierter Ziele, eine Gutschrift oder Lastschrift in Form von virtuellen Aktien erfolgt. Pro Geschäftsjahr sind dann in einer festgelegten Zeitspanne, abhängig vom Kontostand des LTIP-Kontos, Barauszahlungen abzüglich Steuern und Abgaben möglich. Die Höhe dieser Auszahlungen ist unter anderem von dem zum Auszahlungszeitpunkt maßgeblichen Aktienkurs abhängig.

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzte sich im Berichtsjahr und Vorjahr im Einzelnen wie folgt zusammen; dabei weisen die folgenden Tabellen die Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB in Verbindung mit dem DRS 17 aus. Darin enthalten sind die im Geschäftsjahr gewährten Bezüge. Wertänderungen der LTIP-Programme, die nicht auf einer Änderung der Ausübungsbedingungen beruhen, sind entsprechend § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB nicht angegeben.

Tabelle 11: Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2014 nach HGB

In TEUR Festbezüge Variable Barbezüge Gesamt Barbezüge Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung Gesamt Bezüge nach HGB
Christoph Vilanek 767 659 1.426 5.545 6.971
Joachim Preisig 432 540 972 2.912 3.884
Stephan Esch 442 162 604 1.942 2.546
Gesamt 1.64 1 1.361 3.002 10.399 13.401

Tabelle 12: Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2013 nach HGB

In TEUR Festbezüge Variable Barbezüge Gesamt Barbezüge Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung Gesamt Bezüge nach HGB
Christoph Vilanek 621 504 l.l 25 0 1.125
Joachim Preisig 440 504 944 0 944
Stephan Esch 444 l 5 l 595 0 595
Gesamt 1.505 1.159 2.664 0 2.664

Im Geschäftsjahr 2014 betrugen die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 13.401 Tausend Euro (Vorjahr: 2.664 Tausend Euro). Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich auf das in 2014 neu gewährte LTIP Programm 2 zurückzuführen. Zum Zeitpunkt der Gewährung, am 26. Februar 2014, lag der beizulegende Zeitwert des kompletten LTIP Programms 2 bei insgesamt 10.399 Tausend Euro, davon 5.545 Tausend Euro für Herrn Vilanek, 2.912 Tausend Euro für Herrn Preisig sowie 1.942 Tausend Euro für Herrn Esch. Für das Vorjahr 2013 waren dagegen keine Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung enthalten, da diese bereits im Geschäftsjahr der Gewährung des LTIP Programms 1, in 2011, ausgewiesen worden waren.

Im Geschäftsjahr 2014 kam es aus den LTIP-Programmen zu Barauszahlungen in Höhe von insgesamt 2.847 Tausend Euro (Vorjahr: 797 Tausend Euro), und zwar an Herrn Vilanek in Höhe von 2.280 Tausend Euro (Vorjahr: 405 Tausend Euro), an Herrn Preisig in Höhe von 391 Tausend Euro (Vorjahr: 270 Tausend Euro) sowie an Herrn Esch in Höhe von 176 Tausend Euro (Vorjahr: 122 Tausend Euro). Bei den Barauszahlungen an Herrn Vilanek ist zu berücksichtigen, dass damit sein altes LTIP-Programm (Zielerreichungsjahre 2011 bis 2013) vollständig abgelöst wurde - das neue LTIP-Programm für Herrn Vilanek berücksichtigt die Zielerreichungsjahre 2014 bis 2018. Herr Preisig und Herr Esch befinden sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 noch im alten LTIP-Programm (mit den Zielerreichungsjahren 2011 bis 2014), während ihr neues LTIP-Programm über die Zielerreichungsjahre 2015 bis 2019 laufen wird.

Zum 31. Dezember 2014 beträgt der Stand der Rückstellung nach HGB für die LTIP-Programme für Herrn Vilanek 1.077 Tausend Euro (Vorjahr: 1.853 Tausend Euro), für Herrn Preisig 1.551 Tausend Euro (Vorjahr: 1.236 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 698 Tausend Euro (Vorjahr: 556 Tausend Euro).

Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Im Februar 2014 wurden an den Pensionszusagen aller drei Vorstände Anpassungen vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf den Abschnitt „Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung“.

Zum 31. Dezember 2014 betrug die handelsrechtliche Verpflichtung für Herrn Vilanek 1.290 Tausend Euro (Vorjahr: 698 Tausend Euro), für Herrn Preisig 1.814 Tausend Euro (Vorjahr: 613 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 1.345 Tausend Euro (Vorjahr: 957 Tausend Euro). Der Verpflichtungswert für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2014 insgesamt 4.232 Tausend Euro (Vorjahr: 3.702 Tausend Euro).

Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende Dienstzeitaufwendungen von 541 Tausend Euro (Vorjahr: 515 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2014 mit 146 Tausend Euro (Vorjahr: 142 Tausend Euro) auf Herrn Vilanek, mit 296 Tausend Euro (Vorjahr: 276 Tausend Euro) auf Herrn Preisig sowie mit 99 Tausend Euro (Vorjahr: 97 Tausend Euro) auf Herrn Esch. Weiterhin wurden im Personalaufwand für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen in Höhe von 1.375 Tausend Euro (Vorjahr: 0) erfasst, wovon 306 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, 941 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie 128 Tausend Euro auf Herrn Esch entfielen.

Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

Vorstandsvergütung nach DCGK

Im Sinne der Ziffer 4.2.5 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) machen wir folgende Angaben zu den für das Geschäftsjahr 2014 sowie das Vorjahr gewährten Zuwendungen an die Mitglieder des Vorstands sowie zu den im Geschäftsjahr 2014 und dem Vorjahr an die Mitglieder des Vorstandes geflossenen Zuwendungen.

Tabelle 13: Dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2014 gewährte Zuwendungen gemäß DCGK

In TEUR Christoph Vilanek Joachim Preisig Stephan Esch Summe
Festvergütung 750 418 430 1.598
Nebenleistungen 17 14 12 43
Summe 767 432 442 1.641
Einjährige variable Vergütung 500 400 120 1.020
Mehrjährige variable Vergütung
LTIP-Programm 1 427 706 318 1.451
LTIP-Programm 2 1.142 474 316 1.932
Summe 2.069 1.580 754 4.403
Versorgungsaufwand
Laufender Dienstzeitaufwand 238 126 167 531
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 501 1.422 213 2.136
Summe 739 1.548 380 2.667
Gesamtvergütung 3.575 3.560 1.576 8.711

Tabelle 14: Dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2013 gewährte Zuwendungen gemäß DCGK

In TEUR Christoph Vilanek Joachim Preisig Stephan Esch Summe
Festvergütung 600 418 430 1.448
Nebenleistungen 21 22 14 57
Summe 621 440 444 1.505
Einjährige variable Vergütung 400 400 120 920
Mehrjährige variable Vergütung
LTIP-Programm 1 972 649 292 1.913
LTIP-Programm 2 0 0 0 0
Summe 1.372 1.049 412 2.833
Versorgungsaufwand
Laufender Dienstzeitaufwand 250 125 174 549
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 0 0
Summe 250 125 174 549
Gesamtvergütung 2.243 1.614 1.030 4.887

Tabelle 15: An den Vorstand im Geschäftsjahr 2014 geflossene Zuwendungen gemäß DCGK

In TEUR Christoph Vilanek Joachim Preisig Stephan Esch Summe
Festvergütung 750 418 430 1.598
Nebenleistungen 17 14 12 43
Summe 767 432 442 1.641
Einjährige variable Vergütung 659 540 162 1.361
Mehrjährige variable Vergütung
LTIP-Programm 1 2.280 391 176 2.847
LTIP-Programm 2 0 0 0 0
Summe 2.939 931 338 4.208
Versorgungsaufwand Laufender Dienstzeitaufwand 238 126 167 531
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 501 1.422 213 2.136
Summe 739 1.548 380 2.667
Gesamtvergütung 4.445 2.911 1.160 8.516

Tabelle 16: An den Vorstand im Geschäftsjahr 2013 geflossene Zuwendungen gemäß DCGK

In TEUR Christoph Vilanek Joachim Preisig Stephan Esch Summe
Festvergütung 600 418 430 1.448
Nebenleistungen 21 22 14 57
Summe 621 440 444 1.505
Einjährige variable Vergütung 504 504 151 1.159
Mehrjährige variable Vergütung
LTIP-Programm 1 405 270 122 797
LTIP-Programm 2 0 0 0 0
Summe 909 774 273 1.956
Versorgungsaufwand
Laufender Dienstzeitaufwand 250 125 174 549
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0 0 0
Summe 250 125 174 549
Gesamtvergütung 1.780 1.339 891 4.010

Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung

Die Vergütungsregelungen für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandsdienstverträge und für den Altersversorgungsfall sind wie folgt geregelt:

Regelungen für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Eckhard Spoerr, Axel Krieger und Eric Berger:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhalten die o. g. Vorstände eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente.

Für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Vilanek galten folgende Regelungen vom 1. Juni 2011 bis 31. Dezember 2013:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Vilanek eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Vertragsjahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Maximalrente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal dem Betrag der zuletzt gezahlten Altersrente bzw. des beim Ableben von Herrn Vilanek erreichten Werts der Versorgungsanwartschaft.
Es wurde eine auf vier Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Vilanek Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive- Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Für den Vorstand Stephan Esch galten folgende Regelungen seit 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2014:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Esch eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27.Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente.
Es wurde eine auf vier Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Esch Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Für den Vorstand Joachim Preisig galten folgende Regelungen seit 1. Juni 2011 bis 31. Dezember 2014:

Mit Ausscheiden nach Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Joachim Preisig eine Altersrente in Höhe von 9.333,00 Euro (zugesagte monatliche Altersrente). Bei einem vorzeitigen Ausscheiden erhält Herr Preisig nach Vollendung des 60. Lebensjahrs eine Altersrente, die sich nach den gesetzlichen Vorgaben berechnet, somit erfolgt eine Quotierung der zugesagten Altersrente entsprechend der tatsächlichen Dienstzugehörigkeit.
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau und Waisenrente für die personensorgerechtspflichtigen Kinder auf Basis der zugesagten Altersrente für Joachim Preisig. Witwen- und Waisengelder dürfen zusammen 90 Prozent der Altersrente nicht übersteigen, auf die Herr Preisig zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch oder Anwartschaft hatte. Vollenden Waisen das 18. Lebensjahr, so erlischt der Anspruch auf das monatlich laufende Waisengeld. Zu diesem Zeitpunkt wird eine einmalige Kapitalleistung in Höhe des 24-fachen monatlichen Waisengeldes gezahlt.
Es wurde eine auf vier Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Preisig Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Vilanek gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2014:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Vilanek eine Altersrente in Höhe von 2,7 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Vertragsjahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Maximalrente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal dem Betrag der zuletzt gezahlten Altersrente bzw. des beim Ableben von Herrn Vilanek erreichten Werts der Versorgungsanwartschaft.
Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Vilanek Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Für den Vorstand Stephan Esch gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2015 (Vereinbarung vom 26. Februar 2014):

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Esch eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch 40 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente.
Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Esch Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Für den Vorstand Joachim Preisig gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2015 (Vereinbarung vom 26. Februar 2014):

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Preisig eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, bzw. zuvor bei der Debitel AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente.
Mit Ausscheiden nach Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Preisig aus der Debitel Altersversorgung eine Altersrente in Höhe von 9.333,00 Euro (zugesagte monatliche Altersrente). Bei einem vorzeitigen Ausscheiden erhält Herr Preisig nach Vollendung des 60. Lebensjahrs eine Altersrente, die sich nach den gesetzlichen Vorgaben berechnet, somit erfolgt eine Quotierung der zugesagten Altersrente entsprechend der tatsächlichen Dienstzugehörigkeit. Sämtliche Ansprüche von Herrn Preisig, seiner Ehefrau oder einer bezugsberechtigten Lebensgefährtin und von Hinterbliebenen aus der Debitel-Altersversorgung werden auf sämtliche vorgenannten Ansprüche aus dem aktuellen Dienstvertrag angerechnet.
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau und Waisenrente für die personensorgerechtspflichtigen Kinder auf Basis der zugesagten Altersrente für Joachim Preisig. Witwen- und Waisengelder dürfen zusammen 90 Prozent der Altersrente nicht übersteigen, auf die Herr Preisig zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch oder Anwartschaft hatte. Vollenden Waisen das 18. Lebensjahr, so erlischt der Anspruch auf das monatlich laufende Waisengeld. Zu diesem Zeitpunkt wird eine einmalige Kapitalleistung in Höhe des 24-fachen monatlichen Waisengeldes gezahlt.
Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitlablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Preisig Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive- Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Dienstverträge mit Tochtergesellschaften der freenet AG bestehen nicht.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

einer Basisvergütung,
Sitzungsentgelten und
einer erfolgsabhängigen Vergütung.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.

Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats - mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses - angehören, erhalten zusätzlich für an jeder teilgenommenen Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag.

Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable,

erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.

Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2014 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405 Tausend Euro sowie 84 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 405 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2014 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 894 Tausend Euro.

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.

Es wurden keinem der Aufsichtsratsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Aufsichtsratsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden.

Tabelle 17: Vergütung für das Geschäftsjahr 2014

In TEUR Basisvergütung Sitzungsentgelte Erfolgsabhängige Vergütung Gesamt
Aktive Mitglieder
Dr. Hartmut Schenk 60,0 12,0 60,0 132,0
Knut Mackeprang 11 45,0 6,0 45,0 96,0
Claudia Anderleit 11 30,0 6,0 30,0 66,0
Birgit Geffke 11 30,0 8,0 30,0 68,0
Thorsten Kraemer 30,0 5,0 30,0 65,0
Ronny Minak 11 30,0 8,0 30,0 68,0
Michael Stephan 11 30,0 7,0 30,0 67,0
Prof. Dr. Helmut Thoma 30,0 5,0 30,0 65,0
Gesine Thomas 11 30,0 4,0 30,0 64,0
Marc Tüngler 30,0 8,0 30,0 68,0
Robert Weidinger 30,0 11,0 30,0 71,0
Achim Weiss 30,0 4,0 30,0 64,0
Gesamt 405,0 84,0 405,0 894,0

Tabelle 18: Vergütung für das Geschäftsjahr 2013

In TEUR Basisvergütung Sitzungsentgelte Erfolgsabhängige Vergütung Gesamt
Aktive Mitglieder
Dr. Hartmut Schenk 60,0 12,0 60,0 132,0
Knut Mackeprang 11 27,3 4,0 27,5 58,8
Claudia Anderleit 11 30,0 5,0 30,0 65,0
Birgit Geffke 11 18,2 6,0 18,3 42,5
Thorsten Kraemer 30,0 7,0 30,0 67,0
Ronny Minak 11 18,2 5,0 18,3 41,5
Michael Stephan 11 18,2 5,0 18,3 41,5
Prof. Dr. Helmut Thoma 30,0 5,0 30,0 65,0
Gesine Thomas 11 30,0 4,0 30,0 64,0
Marc Tüngler 30,0 8,0 30,0 68,0
Robert Weidinger 30,0 12,0 30,0 72,0
Achim Weiss 30,0 4,0 30,0 64,0
351,9 77,0 352,4 781,3
Ehemalige Mitglieder
Nicole Engenhardt-Gille 11 17,7 1,0 17,6 36,3
Joachim Halefeld 11 11,9 4,0 11,8 27,7
Steffen Vodel 11 11,9 3,0 11,8 26,7
Angela Witzmann 11 11,9 1,0 11,8 24,7
53,4 9,0 53,0 115,4
Gesamt 405,3 86,0 405,4 896,7

11 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. MitbestG vom 4. Mai 1976

PROGNOSEBERICHT

Marktentwicklung 2015

Im Januar 2015 hat der internationale Währungsfonds („IWF“) seine Prognose 12 für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone auf 1,2 Prozent im laufenden Geschäftsjahr reduziert. Dabei wurden die jüngsten Entwicklungen der Ölpreise und Wechselkurse ebenso berücksichtigt wie die allgemeinen geopolitischen Risiken für die europäische Wirtschaft. Das für die Geschäftsaktivitäten der freenet Group bedeutsame private Konsumentenverhalten ist maßgeblich von künftigen Preiserwartungen abhängig. Somit stellt die Entwicklung des Konsumentenvertrauens einen geeigneten makroökonomischen Indikator für die konjunkturell bedingte Marktentwicklung dar.

Die GFK Konsumklima-Studie 13 für Deutschland für Januar 2015 stellte eine zuletzt deutlich erhöhte Konsumbereitschaft fest, was neben der geringen Preissteigerungsrate im Euroraum insbesondere auf eine Erhöhung des tatsächlich verfügbaren Einkommens aufgrund gesunkener Energiekosten zurückgeführt wird. Entsprechend ist die Sparquote der privaten Haushalte seit Beginn des Vorjahres deutlich rückläufig gewesen. Demgegenüber spielten Deflationsrisiken und mögliche Engpässe bei der individuellen Altersvorsorge in der Wahrnehmung der Konsumenten zu Jahresbeginn nur eine untergeordnete Rolle.

Das kumulierte Marktvolumen des deutschen Telekommunikationsmarktes wird nach Ansicht des Branchenverbandes VATM 14 im laufenden Jahr um 1,5 bis 2 Prozent sinken. Dabei soll das erwartete Wachstum in der mobilen Datennutzung erneut durch sinkende Sprachumsätze sowie sinkende nationale und EU-weite Roamingentgelte aufgezehrt werden. Der VATM geht von einem Rückgang der Endkundenpreise im Mobilfunk um etwa 0,7 Prozent aus. Als bedeutende Trends im deutschen Telekommunikationsmarkt gelten neben der weiteren Marktkonsolidierung der fortschreitende Infrastrukturausbau in leistungsfähige Netze sowie das Thema Mobile Payment. Insgesamt wird vor dem Hintergrund zunehmender globaler Vernetzung und Intensivierung des internationalen Wettbewerbs ein Innovationsdruck für deutsche Telekommunikationsanbieter gesehen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln bzw. Wertschöpfungsquellen zu erschließen.

Auf den globalen Trend zur Transformation der gesamten ökonomischen Wertschöpfung in mobile Geschäftsmodelle weist auch die Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group („BCG“) in ihrer Veröffentlichung 15 „The Mobile Revolution“ vom Januar 2015 hin. Während demnach die gesamte deutsche mobile Wirtschaft - in den Bereichen Telekommunikationsdienstleistungen, Endgeräte und Zubehör sowie mobile Inhalten und Anwendungen - im Geschäftsjahr 2014 etwa 1,8 Prozent zu der gesamten inländischen Bruttowertschöpfung beitrug, wurde für diesen mobilen Teil der deutschen Ökonomie in den Jahren 2009 bis 2014 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 9,1 Prozent gemessen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Wachstumsdynamik hinter Südkorea (18,3 Prozent), China (17,7 Prozent), den USA (15,4 Prozent), Indien (12,4 Prozent) und Brasilien (11,7 Prozent). Mit etwa 13 Prozent vom verfügbaren Haushaltseinkommen gaben die deutschen Konsumenten im Untersuchungszeitraum allerdings am meisten für mobile Technologien aus. Für die private internetbasierte Nutzung mobiler Endgeräte ist neben den technologischen Innovationen grundsätzlich eine Ersparnis von Zeit und/oder Geld durch entsprechende mobile Anwendungen von entscheidender Bedeutung.

12 http://bit.ly/1wo7Nob

13 http://bit.ly/1ton7Ge

14 http://bit.ly/10wU6vk

15 http://on.bcg.com/1zegzMm

In diesem Zusammenhang verwies die Veröffentlichung 16 des Branchenverbands BITKOM und der Beratungsgesellschaft Deloitte „Vor dem Boom - Marktaussichten für Smart Home“ anlässlich des nationalen IT-Gipfels in Hamburg bereits im Oktober 2014 auf die im Vorjahresvergleich deutlich verbesserten Marktaussichten für das vernetzte private Heim. Während im Jahr 2015 frühestens die Schwelle von 500 Tsd. Haushalten erreicht wird, sollen den Schätzungen zufolge bereits im Jahr 2020 mindestens 1 Million Haushalte in Deutschland vernetzt sein. Die besondere Wachstumsdynamik in diesem speziellen Marktsegment wird in der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 18 Prozent für die Jahre 2013 bis 2020 deutlich. Neben den übergeordneten Faktoren allgemeines Marktumfeld, technologische Innovationen, gesellschaftliche Entwicklungen und Energiewende gelten insbesondere folgende Faktoren als Smart-Home-Wachstumstreiber: Portfolioerweiterung etablierter Anbieter, Ausbau des After-Sales-Service, Preissenkungen für Hardware und Dienstleistungen, niedrige Markteintrittsbarrieren, Transparenzerhöhung für Konsumenten, branchenübergreifende Kooperationen, Verfügbarkeit leistungsfähiger Breitbandzugänge.

Im Ergebnis werden insbesondere folgende Annahmen für die Ableitung der Prognosen der freenet Group als wesentlich angesehen:

erhöhte Konsumbereitschaft der privaten Haushalte für Digital-Lifestyle-Produkte,
weiterhin leicht rückläufiges kumuliertes Marktvolumen für Telekommunikation,
zunehmende Vermarktung integrierter Produktangebote der Netzbetreiber (Festnetz, Mobilfunk, Breitband, Fernsehen),
leichter Rückgang der Endkundenpreise im Mobilfunk bei weiterhin hoher Wettbewerbsintensität bei zunehmender Bedeutung von Datentarifen,
hohe Wachstumsraten in neuen Marktsegmenten rund um Digital Lifestyle, insbesondere im Bereich Smart Home.

freenet Konzern

Im Geschäftsfeld Mobilfunk ist die freenet Group in einem gesättigten Markt tätig, der sich durch eine hohe Wettbewerbsintensität auszeichnet. Das leicht rückläufige kumulierte Marktvolumen steht weiterhin unter Konsolidierungsdruck auf der Anbieterseite und dem Einfluss sinkender Gesamtnutzerzahlen auf der Konsumentenseite. Darüber hinaus positioniert sich die freenet Group zunehmend mit Produkten und Dienstleistungen rund um den Bereich Digital Life style auch in jungen Märkten. Diese Marktsegmente - wie Smart Home - verfügen zwar über ein großes Wachstumspotential. Gleichzeitig stellen diese Geschäftsbereiche - gemessen am gesamten Konzernumsatz - derzeit nur einen relativ kleinen Teil des gesamten Geschäftsvolumens der freenet Group dar.

Der im Konzernlagebericht zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2013 anhand der definierten Leistungsindikatoren prognostizierte Geschäftsausblick für die freenet Group hat sich insgesamt als zutreffend erwiesen. Lediglich die Einschätzung des Vorstands hinsichtlich der Entwicklung des Konzernumsatzes wurde im Jahresverlauf aktualisiert und konkretisiert. Maßgeblich ursächlich dafür war die Änderung des Beschaffungsmanagements eines großen Distributionspartners für bestimmte Endgeräte, die zuvor von der freenet Group bezogen wurden. Dadurch entfiel im Jahresverlauf ein Teil des Hardwareumsatzes mit geringen Handelsmargen. Vor dem Hintergrund der Mehrmarken-Strategie haben sowohl der konsequente Ausbau von Vertriebskanälen als auch die Einführung neuer Produkte in geplanter Weise zur Festigung der Marktposition als führender Digital- Lifestyle-Provider beigetragen. Darüber hinaus wurde das leicht rückläufige Geschäftsvolumen im traditionellen Geschäftsfeld Mobilfunk durch eine Portfolioerweiterung über Akquisitionen und Partnerschaften weitgehend kompensiert.

16 http://bit.ly/1oxT5xO

Die freenet Group wird sich auch künftig auf den Erhalt bzw. die Gewinnung werthaltiger Mobilfunkkunden (Customer Ownership) konzentrieren, um das sich daraus ergebende Cross-Selling-Potential zum weiteren Ausbau ihrer Digital-Lifestyle- Geschäftsaktivitäten zu nutzen. Hierzu werden die betrieblichen organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, damit den Kunden zeitnah in den schnell wachsenden, teilweise stark fragmentierten neuen Marktsegmenten auf ihre individuellen Bedürfnisse maßgeschneiderte Angebote in allen relevanten Vertriebskanälen gemacht werden können. Erklärtes Ziel der freenet Group ist es, in diesen Bereichen schneller als der Markt zu wachsen. Die frühzeitige Positionierung als Digital-Lifestyle-Provider sowie der bestehende Mehrkanal-Vertrieb bieten hierfür eine gute Ausgangslage.

Tabelle 19: Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren

Prognose aus 2013 17 2014 Änderung zum Vorjahr

in %
aktuelle Prognose
In Mio. EUR bzw. lt. Angabe 2014 2015 2015 2016
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Leistungsindikatoren
Konzernumsatz leicht steigend 18 leicht steigend 3.040,6 -4,8 stabil leicht steigend
Konzern-EBITDA 365 370 365,6 2,3 370 375
Konzern-Free-Cashflow 19 265 280 266,6 4,1 280 285
Postpaid-ARPU (in €) leicht sinkend stabil 21,4 -4,1 stabil stabil
Nicht finanzieller Leistungsindikator
Customer Ownership in Mio. leicht steigend leicht steigend 8,92 1,9 leicht steigend leicht steigend

Für die Jahre 2015 und 2016 erwartet die freenet AG eine jeweils leicht steigende Kundenzahl im Customer-Ownership-Kundenbestand (Postpaid und No-frills). Dem im Mobilfunkmarkt anhaltenden Preisverfall und dem damit verbundenen allgemeinen Rückgang der ARPUs versucht die freenet AG weiterhin durch eine qualitative Verbesserung der Kundenbasis sowie die zunehmende Vermarktung von Datentarifen in Verbindung mit der gestiegenen Nachfrage nach Smartphones und mobilen Digital- Lifestyle-Anwendungen entgegenzuwirken.

Der freenet AG ist es im Geschäftsjahr 2014 gelungen, dem am Telekommunikationsmarkt im Allgemeinen zu konstatierenden Preisverfall (Rückgang des Postpaid-ARPU) wirkungsvoll entgegenzuwirken. Die jüngsten positiven Entwicklungen im Neukundenbereich führten im Geschäftsjahr 2014 in Verbindung mit den bestehenden Tarifmodellen zu einer Verlangsamung des ARPU-Rückgangs. Darauf aufbauend geht die freenet AG von einer weiteren Stabilisierung des Postpaid-ARPU für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 aus.

Die freenet AG erwartet für das Geschäftsjahr 2015 eine Stabilisierung und für das Geschäftsjahr 2016 einen leichten Anstieg des Konzernumsatzes. Ausschlaggebend hierfür ist neben den vorstehend beschriebenen Erwartungen bezüglich der Entwicklungen von Customer Ownership und Postpaid-ARPU im Kerngeschäftsfeld Mobilfunk auch die zunehmende Erschließung von Erlösquellen aus dem Absatz von Geräten, Zubehör und Dienstleistungen für mobile Anwendungen rund um den Bereich Digital Lifestyle.

Entsprechend den vorstehend beschriebenen Entwicklungen strebt die freenet AG für das Geschäftsjahr 2015 ein Konzern-EBITDA in Höhe von etwa 370 Millionen Euro und für das Geschäftsjahr 2016 ein Konzern-EBITDA in Höhe von etwa 375 Millionen Euro an.

17 Gemäß Konzernlagebericht zum Konzernabschluss 2013.

18 Aktualisiert im Zwischenbericht zum 30. Juni 2014 von ursprünglich „Leichter Anstieg“ auf „Leichter Rückgang“ und weiter konkretisiert im Zwischenbericht zum 30. September 2014 auf „Rückgang um etwa 5 bis 8 Prozent“).

19 Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Des Weiteren strebt die freenet AG einen Free Cash-flow des freenet Konzerns, definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von etwa 280 Millionen Euro und für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von etwa 285 Millionen Euro an.

Weitere Aussagen zu der künftigen Entwicklung nicht steuerungsrelevanter Leistungsindikatoren finden sich im Wirtschaftsbericht.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Der Vorstand der freenet AG geht auf Grundlage der bereits in 2011 eingeleiteten Stabilisierung des Customer Ownership-Kundenbestands in den werthaltigen Kundensegmenten Postpaid und No-frills sowie des im Verlauf des abgelaufenen Geschäftsjahres weiter ausgebauten Digital-Lifestyle-Angebots von einer positiven Gesamtentwicklung des Unternehmens aus. Die Gesellschaft wird ihre grundlegende Ausrichtung auf werthaltige Kundenbeziehungen in allen Geschäftsfeldern fortsetzen, um die etablierte Marktposition im Mobilfunkmarkt weiter abzusichern und gleichzeitig Wachstumspotentiale in den jungen und schnell wachsenden Marktsegmenten rund um den Bereich Digital Lifestyle zu nutzen.

Sicherung und Ausbau einer nachhaltigen Profitabilität und Cashflow-Stärke sind die Kernelemente dieser Geschäftsausrichtung. Darüber hinaus wird die weitere organische und anorganische Erschließung zusätzlicher Handlungsfelder bezüglich Portfolioerweiterung und Ausbau von Vertriebskanälen angestrebt, nahe am Kerngeschäft und unter engen Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben.

Büdelsdorf, den 03. März 2015

Der Vorstand

Christoph Vilanek

Joachim Preisig

Stephan Esch

Konzerngewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

In TEUR bzw. lt. Angabe Anhang Textziffer 1.1. 2014 - 31.12.2014 1.1. 2013 - 31.12.2013
Umsatzerlöse 4 3.040.585 3.193.329
Sonstige betriebliche Erträge 5 64.527 69.785
Andere aktivierte Eigenleistungen 6 13.338 10.752
Materialaufwand 7 -2.262.528 -2.462.083
Personalaufwand 8 -199.677 -174.127
Abschreibungen und Wertminderungen 9 -64.413 -56.092
Sonstige betriebliche Aufwendungen 10 -290.911 -280.477
Betriebsergebnis 300.921 301.087
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 17 273 220
Zinsen und ähnliche Erträge 11 1.715 1.769
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12 -42.276 -44.633
Ergebnis vor Ertragsteuern 260.633 258.443
Ertragsteuern 13 -12.470 -19.503
Konzernergebnis aus weitergeführten Geschäftsbereichen 248.163 238.940
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 0
Konzernergebnis 248.163 238.940
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 247.465 238.943
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 698 -3
Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) 14.1 1,93 1,87
Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) 14.2 1,93 1,87
Ergebnis je Aktie aus weitergeführten Geschäftsbereichen in EUR (unverwässert) 14.1 1,93 1,87
Ergebnis je Aktie aus weitergeführten Geschäftsbereichen in EUR (verwässert) 14.2 1,93 1,87
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in EUR (unverwässert) 14.1 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in EUR (verwässert) 14.2 0,00 0,00
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Tsd. Stück (unverwässert) 128.011 128.011
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Tsd. Stück (verwässert) 128.011 128.011

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

In TEUR 1.1.2014 - 31.12.2014 1.1.2013 - 31.12.2013
Konzernergebnis 248.163 238.940
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten -43 -80
Währungsrechnungsdifferenzen 353 0
Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern -93 24
Sonstiges Ergebnis/in künftigen Perioden in die GuV umzugliedern 217 -56
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus der Bilanzierung von Pensionsplänen gem. IAS 19 (2011) -12.475 809
Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern 3.749 -242
Sonstiges Ergebnis/in künftigen Perioden nicht in die GuV umzugliedern -8.726 567
Sonstiges Ergebnis -8.509 511
Konzern-Gesamterfolg 239.654 239.451
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzern-Gesamterfolg 238.956 239.454
Auf nicht beherrschende Anteile entfallener Konzern-Gesamterfolg 698 -3

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2014

Aktiva

In TEUR Anhang Textziffer 31.12.2014 31.12.2013
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 15,16 390.137 397.331
Goodwill 15,16 1.153.298 1.122.112
Sachanlagen 15,16 34.307 33.752
Nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 17 1.519 1.395
Sonstige Finanzanlagen 18 1.534 1.540
Latente Ertragsteueransprüche 19 199.853 186.947
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 79.581 78.508
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 21 11.950 14.549
1.872.179 1.836.134
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 20 79.996 69.802
Laufende Ertragsteueransprüche 23 1.826 2.326
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 408.482 423.121
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 21 23.879 35.049
Flüssige Mittel 22 111.944 110.766
626.127 641.064
2.498.306 2.477.198
Passiva
In TEUR Anhang Textziffer 31.12.2014 31.12.2013
Eigenkapital
Grundkapital 25.1 128.061 128.061
Kapitalrücklage 25.2 737.536 737.536
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -21.295 -12.786
Konzernbilanzergebnis 25.3 445.625 383.776
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital 1.289.927 1.236.587
Nichtbeherrschende Anteile am Eigenkapital 3.693 2.995
1.293.620 1.239.582
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 540 0
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 27 38.351 65.894
Finanzschulden 29 518.223 517.599
Latente Ertragsteuerschulden 19 123 157
Pensionsrückstellungen 30 59.346 44.369
Andere Rückstellungen 31 9.097 9.512
625.680 637.531
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 369.931 401.970
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 27 124.318 113.520
Laufende Ertragsteuerschulden 28 38.663 43.276
Finanzschulden 29 20.333 20.413
Andere Rückstellungen 31 25.761 20.906
579.006 600.085
2.498.306 2.477.198

AUFSTELLUNG ÜBER VERÄNDERUNGEN DES EIGENKAPITALS vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

Grundkapital Kapitalrücklage Kumuliertes sonstiges Ergebnis
in TEUR Wertänderungsrücklage Bewertungsrücklage nach IAS 19
--- --- --- --- ---
Stand 1.1. 2013 128.061 737.536 -13 -13.284
Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen 0 0 0 0
Dividendenzahlung 0 0 0 0
Erwerb weiterer Anteile an Tochterunternehmen 0 0 0 0
Einbuchung von Optionsverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben 0 0 0 0
Konzernergebnis 0 0 0 0
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente 0 0 -56 0
Erfassung versicherungsmathematischer Verluste gem. IAS 19 (2011) 0 0 0 567
Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg 0 0 -56 567
Stand 31.12.2013 128.061 737.536 -69 -12.717
Konzernbilanzergebnis Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital Eigenkapital
in TEUR
--- --- --- --- ---
Stand 1.1. 2013 324.883 1.177.183 370 1.177.553
Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen 0 0 2.994 2.994
Dividendenzahlung -172.815 -172.815 0 -172.815
Erwerb weiterer Anteile an Tochterunternehmen 366 366 -366 0
Einbuchung von Optionsverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben -7.601 -7.601 0 -7.601
Konzernergebnis 238.943 238.943 -3 238.940
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente 0 -56 0 -56
Erfassung versicherungsmathematischer Verluste gem. IAS 19 (2011) 0 567 0 567
Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg 238.943 239.454 -3 239.451
Stand 31.12.2013 383.776 1.236.587 2.995 1.239.582
Grundkapital Kapitalrücklage Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In TEUR Wertänderungs-

rücklage
Währungs-

umrechnungs-

differenzen
Bewertungsrücklage nach IAS 19
--- --- --- --- --- ---
Stand 1.1. 2014 128.061 737.536 -69 0 -12.717
Dividendenzahlung 0 0 0 0 0
Konzernergebnis 0 0 0 0 0
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (Z011) 0 0 0 0 -8.726
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente 0 0 -30 0 0
Fremdwährungsumrechnung 0 0 0 247 0
Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg 0 0 -30 247 -8.726
Stand 31.12.2014 128.061 737.536 -99 247 -21.443
Konzern-

bilanz-

ergebnis
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital Eigenkapital
In TEUR
--- --- --- --- ---
Stand 1.1. 2014 383.776 1.236.587 2.995 1.239.582
Dividendenzahlung -185.616 -185.616 0 -185.616
Konzernergebnis 247.465 247.465 698 248.163
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste gem. IAS 19 (Z011) 0 -8.726 0 -8.726
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente 0 -30 0 -30
Fremdwährungsumrechnung 0 247 0 247
Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg 247.465 238.956 698 239.654
Stand 31.12.2014 445.625 1.289.927 3.693 1.293.620

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

In TEUR Anhang Textziffer 1.1. 2014 -31.12.2014 1.1. 2013 -31.12.2013
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 301.194 301.307
Anpassungen
Abschreibungen und Wertminderungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 9 64.413 56.092
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 17 -273 -220
Gewinne aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 24 0 -4.009
Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -393 -1.131
Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar 20, 21, 27, 30, 31, 33.1 -29.047 -50.096
Sonstige zahlungsunwirksame Bestandteile -1.000 0
Steuerzahlungen 13,19 -40.407 -23.545
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 33.1 294.487 278.398
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -28.768 -22.323
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 832 90
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen 36.1, 36.2 -44.587 -13.176
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 24 640 1.140
Abgang von Finanzmitteln aus Entkonsolidierungen 0 -2.734
Einlagenrückgewähr von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 17 150 250
Zinseinnahmen 1.347 1.318
Cashflow aus Investitionstätigkeit 33.2 -70.386 -35.435
Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitengesellschafter -185.616 -172.815
Auszahlungen für den Erwerb von Minderheitsanteilen 0 -5.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden 29 -315 -125.020
Zinszahlungen -36.992 -36.715
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 33.3 -222.923 -339.550
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 1.178 -96.587
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 110.766 207.353
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 111.944 110.766
Herleitung des Finanzmittelfonds In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Bestand an flüssigen Mitteln weitergeführter Geschäftsbereiche 111.944 110.766
111.944 110.766
Herleitung des Free Cashflows In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 294.487 278.398
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -28.768 -22.323
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 832 90
Free Cashflow (FCF) 266.551 256.165

Anhang des Konzern-Abschlusses für das Geschäftsjahr 2014

DER FREENET AG

1. Grundlegende Informationen

1.1 Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung

Die freenet AG („Gesellschaft“) als Mutterunternehmen des Konzerns („freenet“) hat ihren Sitz in Büdelsdorf, Deutschland. Die Gesellschaft wurde 2005 gegründet und ist beim Amtsgericht Kiel unter HRB 7306 eingetragen. Der Konzern erbringt Telekommunikationsdienstleistungen im Inland mit dem Schwerpunkt auf Mobilfunk/mobiles Internet sowie Digital Lifestyle.

Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2014 wurde in Übereinstimmung mit den IFRS des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRSIC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2014 anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet.

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Alle Beträge sind, entsprechend der jeweiligen Angabe, in Tausend Euro (TEUR) beziehungsweise Millionen Euro (Mio. EUR) dargestellt.

Dem Konzernabschluss wurde das Prinzip der historischen Anschaffungskosten - eingeschränkt durch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bestimmter finanzieller Vermögenswerte - zugrunde gelegt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Sie sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht.

Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, ab dem 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:

Standard/Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IFRS 10 Konzernabschlüsse 1.1. 2014 1 11.12.2012 Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 1.1. 2014 1 11.12.2012 Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 1.1. 2014 1 11.12.2012 Anhangangaben zu Anteilen an Unternehmen, einschließlich Tochterunternehmen
IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 Änderungen des IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12: Übergangsleitlinien zur Anwendung dieser Standards 1.1. 2014 1 4.4. 2013 Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 Änderungen des IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27: Ausnahme von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften 1.1. 2014 20.11.2013 Keine
IAS 27 Separate Abschlüsse 1.1. 2014 1 11.12.2012 Keine
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 1.1. 2014 1 11.12.2012 Keine materiellen Auswirkungen
IAS 32 Änderung des IAS 32, Finanzinstrumente: Darstellung: Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten 1.1. 2014 13.12.2012 Anhangangaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
IAS 36 Änderung des IAS 36, Wertminderung von Vermögenswerten: Angabe des erzielbaren Betrags 1.1. 2014 19.12.2013 Anhangangaben zum erzielbaren Betrag
IAS 39 Änderung des IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung: Novation von Derivaten und Fortbestehen der Sicherungsbeziehungen 1.1. 2014 19.12.2013 Keine

1 Hier dargestellte Anwendungspflicht in der EU abweichend von Vorgabe des IASB.

Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, noch nicht im Geschäftsjahr 2014 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:

Standard/Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
Diverse Annual Improvements Project 2010 bis 2012 - Verbesserungen der IFRS (IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24, IAS 38) 1.7. 2014 17.12.2014 Keine materiellen Auswirkungen
Diverse Annual Improvements Project 2011 bis 2013 - Verbesserungen der IFRS (IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13, IAS 40) 1.7. 2014 18.12.2014 Keine materiellen Auswirkungen
IAS 19 Änderungen an IAS 19, Leistungen an Arbeitnehmer 1.7. 2014 17.12.2014 Keine materiellen Auswirkungen
Diverse Annual Improvements Project 2012 bis 2014 - Verbesserungen der IFRS (IFRS 7, IFRS 15, IAS 19, IAS 34) 1.1. 2016 Offen Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 1.1. 2016 Offen Keine
IFRS 11 Änderung des IFRS 11: Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 1.1. 2016 Offen Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen
IAS 16 und IAS 38 Änderung an IAS 16 und IAS 38: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden 1.1. 2016 Offen Keine
IAS 16 und IAS 41 Änderungen an IAS 16 und IAS 41: Produzierende Pflanzen 1.1. 2016 Offen Keine
IFRS 10 und IAS 28 Änderung an IFRS 10 und IAS 28: Veräußerung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. Einbringung in sein assoziertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen 1.1. 2016 Offen Keine
IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 Änderung an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28: Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme 1.1. 2016 Offen Keine
IAS 27 Änderung an IAS 27: Equity-Methode im separaten Abschluss 1.1. 2016 Offen Keine
IAS 1 Änderung an IAS 1: Disclosure-Initiative 1.1. 2016 Offen Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 15 IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden 1.1. 2017 Offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management
IFRS 9 IFRS 9, Finanzinstrumente (Juli 2014) 1.1. 2018 Offen Keine materiellen Auswirkungen
IFRIC 21 Abgaben: Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben 1.1. 2014 17.6. 2014 Keine

Der Konzern hat alle ab dem 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. Aus der Anwendung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Für die ab 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwendenden Standards IAS 27 (Separate Abschlüsse), IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen), IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) sowie IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) erfolgte eine vorzeitige freiwillige Anwendung bereits zum 1. Januar des Vorjahres.

Am 28. Mai 2014 hat der IASB den Standard IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) veröffentlicht. IFRS 15 schafft ein einheitliches Regelwerk für alle Fragen der Erlöserfassung aus Verträgen mit Kunden. Die in IFRS 15 enthaltenen Vorgaben sind einheitlich für verschiedene Transaktionen und über alle Branchen hinweg anzuwenden und verbessern damit die weltweite Vergleichbarkeit der Angaben der Unternehmen zu ihren Umsatzerlösen. Ausgenommen sind lediglich solche Verträge, die in den Anwendungsbereich von IAS 17 (Leasingverhältnisse), IFRS 4 (Versicherungsverträge) und IFRS 9 (Finanzinstrumente) fallen. Der IFRS 15 ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen zur Erlöserfassung, mithin den IAS 11 (Fertigungsaufträge), den IAS 18 (Erlöse), den IFRIC 13 (Kundenbindungsprogramme), den IFRIC 15 (Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien), den IFRIC 18 (Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden) sowie den SIC-31 (Erträge - Tausch von Werbeleistungen). Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, wobei Anhang C einige Vereinfachungen für den Übergang auf IFRS 15 enthält.

Das neue Modell sieht ein fünfstufiges Schema vor. Danach sind zunächst der Kundenvertrag sowie die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Sodann ist das hierfür vereinbarte Entgelt zu ermitteln und den separaten Leistungsverpflichtungen zuzuschlüsseln. Am Ende ist für jede Leistungsverpflichtung Umsatz zu erfassen, sobald die vereinbarte Leistung erbracht bzw. dem Kunden die Verfügungsmacht daran übertragen wurde. Hierbei wird zwischen zeitpunktbezogenen Leistungen (z. B. Lieferung einer Mobilfunk-Hardware) und zeitraumbezogenen Leistungen (z. B. Angebot von Mobilfunkdiensten über 24 Monate) differenziert. Mit den Neuregelungen zur Ertragsrealisierung entspricht die Umsatzerfassung in vielen Fällen - insbesondere bei sogenannten Mehrkomponentenverträgen mit mehreren unterschiedlichen Vertragsleistungen - nicht mehr dem Rechnungsbetrag an den Kunden, so dass sich unter anderem Änderungen hinsichtlich der Höhe und des Zeitpunkts der Umsatzrealisierung sowie Umsatzanpassungen aufgrund von Vertragsmodifikationen ergeben können.

Als weitere wesentliche Folge des IFRS 15 ist die Verpflichtung zu nennen, Kundengewinnungskosten sowie Kundenbindungskosten zu aktivieren und fortan abzuschreiben.

Angelehnt an diese neue Bilanzierung werden auch erweiterte Anhangangaben erforderlich. Unter anderem werden Ausführungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der verschiedenen Arten von Leistungsverpflichtungen und den vertraglich vereinbarten Zahlungsplänen verlangt. Ausstehende Leistungsverpflichtungen sind hinsichtlich des diesen noch zuzuordnenden Transaktionspreises und des ausstehenden Erfüllungszeitraums zu erläutern.

1.2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen als Tochterunternehmen einbezogen, die vom Konzern beherrscht werden. Bezüglich einer vollständigen Liste aller in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf unsere Angaben gemäß § 315a HGB in Textziffer 37.

Gemäß IFRS 11 gibt es, je nach Ausgestaltung der sich aus der gemeinsamen Vereinbarung ergebenden Rechte und Verpflichtungen, zwei Formen von gemeinschaftlichen Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Die freenet AG hat ihre gemeinsamen Vereinbarungen untersucht und als Gemeinschaftsunternehmen identifiziert.

Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine Beherrschung besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent.

Die Gesellschaften 01019 Telefondienste GmbH, 01024 Telefondienste GmbH, freenet.de GmbH, freenet Cityline GmbH, freenet Datenkommunikations GmbH, 01050.com GmbH, tellfon GmbH, 01083.com GmbH, new directions GmbH, freenet Direkt GmbH, mobilcom-debitel GmbH, MobilCom Multimedia GmbH, mobilcom-debitel Shop GmbH, Stanniol GmbH für IT & PR, Gravis - Computervertriebsgesellschaft mbH („GRAVIS“), MFE Energie GmbH, freenet digital GmbH, iLove GmbH, Quaid Media GmbH (vormals Lorena Medienagentur GmbH), Motility GmbH, klarmobil GmbH sowie callmobile GmbH werden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen.

1.3 Grundsätze der Konsolidierung

Die erstmalige Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss (Vollkonsolidierung) erfolgt mit Wirkung zu dem Tage, an dem die Möglichkeit zur Beherrschung des Tochterunternehmens auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Beherrschung endet. Die Gesellschaft beherrscht ein Unternehmen, wenn sie die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, sie schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Gesellschaft die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsgewalt der Höhe nach beeinflussen kann. Verfügungsgewalt geht regelmäßig mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 Prozent einher. Bei der Beurteilung, ob Verfügungsgewalt vorliegt, werden jedoch darüber hinaus die Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen und gegebenenfalls weitere Tatsachen und Umstände, die auf die Möglichkeit der Verfügungsgewalt hinweisen, berücksichtigt. Der Konzern prüft daher auch dann, ob Verfügungsgewalt vorliegt, wenn das Mutterunternehmen weniger als 50 Prozent der Stimmrechte hält, jedoch die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Unternehmens zu steuern. Die Verfügungsgewalt kann beispielsweise auch aufgrund von Stimmrechtsvereinbarungen oder erhöhten Minderheitsrechten vorliegen. Die freenet AG nimmt eine Neubeurteilung vor, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eines oder mehrere der Beherrschungskriterien geändert haben. Anderen Gesellschaftern zustehende Beträge werden getrennt ausgewiesen.

Der Kapitalkonsolidierung liegt die Erwerbsmethode zugrunde.

Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses ergeben sich als Summe der beizulegenden Zeitwerte für die entrichteten Vermögenswerte, der entstandenen beziehungsweise übernommenen Schulden und der gegebenenfalls zum Erwerbszwecke emittierten Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte und Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren.

Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens, die die Ansatzkriterien des IFRS 3.37 erfüllen, werden zu ihren beizulegenden Zeitwerten getrennt angesetzt, ungeachtet der Höhe eines jeden Minderheitenanteils. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.

Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen.

Bei Einräumung von Optionen zur Andienung von weiteren Anteilen seitens nicht beherrschender Anteilseigner an Konzernunternehmen richtet sich die Bilanzierung nach der Zuordnung von Chancen und Risiken aus diesen Anteilen. Gehen die Chancen und Risiken auf den freenet Konzern über, mindert sich das den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnende Eigenkapital am Konzern entsprechend. Es wird sodann ausschließlich eine finanzielle Verbindlichkeit in Bezug auf die Optionsverpflichtung angesetzt. Verbleiben die Chancen und Risiken bei dem nicht beherrschenden Anteilseigner, bleibt es beim Ansatz des den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnenden Eigenkapitals. In diesem Fall wird die finanzielle Verbindlichkeit die Optionsverpflichtung betreffend zu Lasten des den Aktionären der freenet AG zuzurechnenden Eigenkapitals erfasst. Die erstmalige Bewertung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zum Barwert des geschätzten Rückkaufbetrags im erwarteten Ausübungszeitpunkt und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode unter Berücksichtigung möglicher Änderungen des Rückkaufbetrags.

Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung werden wie Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.

Als Goodwill ist der Vermögenswert zum Erwerbszeitpunkt anzusetzen, der sich im Zuge der Erstbewertung als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über die Anteile des Erwerbers am beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens ergibt. Ein Überschuss des Anteils an dem beizulegenden Nettozeitwert des erworbenen Unternehmens über die Anschaffungskosten wird sofort ertragswirksam vereinnahmt.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, sodass die Wertansätze der Beteiligungen jährlich um die auf den freenet Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des jeweiligen Unternehmens erhöht beziehungsweise vermindert werden. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von assoziierten Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Goodwill aus dem Erwerb von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wird nicht gesondert ausgewiesen. Wenn der Anteil des Konzerns an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens dem Wert seiner Beteiligung an diesen Unternehmen entspricht oder diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verlustanteile. Nachdem der Beteiligungsansatz auf Null reduziert ist, werden zusätzliche Verluste nur in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, wie der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen eingegangen ist oder Zahlungen für das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen geleistet hat.

Wenn der Konzern die Beherrschung über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital ins Ergebnis umgegliedert wird.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den konsolidierten Unternehmen bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Entsprechendes gilt im Fall der Zwischenergebniseliminierung auch für Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Zur Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses wurden die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind grundsätzlich stetig zum Vorjahr angewandt worden. Zu den Änderungen verweisen wir auf die Textziffern 1.1 sowie 2.18 dieses Anhangs.

2.1 Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Der Konzern erbringt überwiegend Dienstleistungen über eine kurze Leistungsperiode. Die Erlöse werden nach vollständiger Leistungserbringung vereinnahmt, soweit ihr Betrag verlässlich bestimmt werden kann und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erwächst. Erbrachte, jedoch noch nicht abgerechnete Leistungen werden entsprechend im Konzernabschluss abgegrenzt. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug gewährter Skonti und anderer Preisnachlässe ausgewiesen. Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen beziehungsweise zu erhaltenden Gegenleistung.

Der überwiegende Teil der Umsatzerlöse des Konzerns wird gegenüber einer Vielzahl von Endkunden erzielt, die restlichen Umsatzerlöse entfallen auf Geschäftskunden.

Ergänzend weisen wir für die Umsatzrealisierung auf das Folgende hin (Zur Aufteilung auf Geschäftssegmente siehe Textziffer 3, Segmentberichterstattung):

Die Umsätze im Segment Mobilfunk werden durch das Angebot von Mobilfunkdiensten, einmalige Bereitstellungsentgelte sowie den Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör erzielt. Umsätze aus Mobilfunkdiensten (Sprachkommunikation sowie Datenübertragung) enthalten monatliche Leistungsentgelte, Entgelte für Sondermerkmale sowie Verbindungs- und Roaming-Entgelte. Die Entgelte aus Mobilfunkdiensten werden über den Zeitraum der Leistungserbringung als Umsatz ausgewiesen. Die Umsatzrealisierung aus dem Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör findet statt, wenn die Ware an den Kunden oder den Distributor geliefert wird.

Die Kundengewinnungskosten, die sich im Wesentlichen aus den Einstandskosten der Mobilfunkgeräte sowie den Händlerprovisionen zusammensetzen, werden in der Regel sofort bei Kundengewinnung aufwandswirksam erfasst. Bezüglich bestimmter Vermittlungsleistungen von Händlern, bei denen die Höhe der Händlerprovisionen vom zukünftigen Verbleib der gewonnenen Neukunden im Kundenbestand des Konzerns sowie von der Höhe der zukünftigen Umsätze des Konzerns mit den gewonnenen Neukunden abhängt, werden bei Kundengewinnung die bezogenen Leistungen nicht in voller Höhe, sondern teilweise aufwandswirksam erfasst. Die restliche Aufwandserfassung erfolgt jeweils über die Vertragslaufzeit jener Neukunden. Der bei Kundengewinnung sofort aufwandswirksam erfasste Anteil bemisst sich dabei nach dem Grad der Leistungserbringung durch den Händler zum Kundengewinnungszeitpunkt im Verhältnis zur gesamten Gegenleistung des Händlers über die Kundenlaufzeit.

Bestimmte Endkundenverträge im Segment Mobilfunk sind Mehrkomponentenverträge im Sinne des IAS 18.13. Bei Umsätzen aus Mehrkomponentenverträgen wird die „relative-fair-value-Methode“ angewandt. In Übereinstimmung mit IAS 8.10 ff. wendet der Konzern die US-GAAP-Leitlinie ASC 605-25 (ehemals EITF 00-21) an. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die verschiedenen Bewertungseinheiten aufgeteilt. Die Höhe des zu realisierenden Umsatzes für die bereits gelieferten Elemente ist auf die Höhe der Umsätze beschränkt, die nicht von zukünftig zu erbringenden Leistungen abhängig sind (so genannte „Cash Restriction“).

Provisionserlöse erhält der Konzern von den Betreibern der Mobilfunknetze insbesondere für neu gewonnene Kunden und Vertragsverlängerungen. Provisionserlöse für Neukunden werden verbucht, sobald ein Neukunde Netzzugang bei einem Netzanbieter erhält. Die Provisionsansprüche bemessen sich auf Basis von vertraglich festgelegten qualitativen und quantitativen Merkmalen, wie Anzahl der Neukunden pro Quartal oder durchschnittlicher Umsatz pro Kunde. Zusätzlich werden für einzelne Werbeaktionen Werbekostenzuschüsse (WKZ) von den Netzbetreibern gewährt und, soweit die Gewährung der Zuschüsse abhängig von der Aktivierung von Neukunden ist, in den Umsatzerlösen erfasst. Soweit Ansprüche über die Leistungsperiode hinaus bestehen, werden die Provisionserlöse entsprechend abgegrenzt.

2.2 Fremdkapitalkosten, Zinsaufwendungen und -erträge

Fremdkapitalkosten werden aktiviert, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt. Im Geschäftsjahr 2014 sind wie im Vorjahr keine aktivierungsfähigen Fremdkapitalkosten angefallen. Andere Fremdkapitalkosten werden in der Periode ihres Anfalls als Aufwand erfasst.

2.3 Immaterielle Vermögenswerte

Der Goodwill wird mindestens einmal jährlich sowie bei Anzeichen auf Wertminderungen auf Wertminderungsbedarf geprüft und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderung bewertet.

Dazu wird der Goodwill auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen ziehen. Zur konkreten Verteilung siehe Textziffer 15, Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill sowie Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.

Bei einem Markenrecht mit wesentlichem Restbuchwert handelt es sich um einen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer, der nicht planmäßig abgeschrieben, sondern einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderungsindikatoren auf Wertminderungsbedarf geprüft wird. Die unbestimmte Nutzungsdauer wurde gewählt, da kein stetiger Werteverzehr in Bezug auf diesen Vermögenswert erkennbar ist und auch in zeitlicher Hinsicht keine Begrenzung der Nutzungsdauer zu erwägen war.

Die weiteren Markenrechte weisen hingegen eine bestimmbare Laufzeit auf. Diese Markenrechte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von 36 bis 90 Monaten abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 beträgt die Restnutzungsdauer für diese Markenrechte zwischen 13 und 39 Monaten.

Lizenzen und Software werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, in der Regel drei Jahre für Software und drei bis zehn Jahre für Lizenzen, abgeschrieben.

Kosten, die im Zusammenhang mit der Entwicklung oder Pflege von Software-Programmen entstehen, werden in der Regel im Jahr der Entstehung aufwandswirksam erfasst. Sind die Kosten eindeutig einem abgrenzbaren und von der Gesellschaft verwertbaren Software-Produkt zurechenbar und übersteigt insgesamt der voraussichtliche wirtschaftliche Nutzen die anfallenden Kosten, werden sie als immaterieller Vermögenswert in der Kategorie „Selbst erstellte Software“ aktiviert. Die Kosten der Entwicklung werden erst in dem Zeitpunkt aktiviert, in dem die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit nachgewiesen werden kann. Diese Kosten umfassen z.B. die Personalkosten des Software-Entwicklungsteams oder auch Aufwendungen für Dienstleistungen und Gebühren, die bei der Erzeugung des Vermögenswertes entstehen. Sie enthalten zudem einen angemessenen Teil der entsprechenden Gemeinkosten. Aktivierte Software-Entwicklungskosten werden nach der linearen Methode über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Kundenbeziehungen werden planmäßig linear über eine Laufzeit von 36 bis 60 Monaten abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 beträgt die Restnutzungsdauer der bilanzierten Kundenbeziehungen zwischen 13 und 49 Monaten.

Vertriebsrechte werden über die voraussichtliche Dauer der zugrundeliegenden Verträge von 24 bis 36 Monaten planmäßig linear abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 beträgt die Restnutzungsdauer der bilanzierten Vertriebsrechte zwischen 1 und 36 Monaten.

2.4 Sachanlagen

Die Bewertung von Sachanlagen erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und ggf. Wertminderungen. Die dabei zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen der voraussichtlichen Nutzungszeit der Vermögenswerte im Unternehmen. Restwerte sind bei der Berechnung der Abschreibungen aufgrund von Unwesentlichkeit vernachlässigt worden.

Restbuchwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Vermögenswert Nutzungsdauer
Gebäude 25 bis 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3 bis 8 Jahre
Kraftfahrzeuge 5 bis 6 Jahre
EDV-Ausstattung 3 Jahre
Telekommunkationsanlagen und -geräte 2 bis 5 Jahre
Mietereinbauten 3 bis 10 Jahre

2.5 Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

Eine Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten wird immer dann vorgenommen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert.

Ein Wertminderungstest ist dann durchzuführen, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände (Triggering Events) darauf hinweisen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Für den Goodwill sowie die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer gilt, dass deren Werthaltigkeit gemäß IAS 36 einmal jährlich zu prüfen ist.

Ist der Grund für eine Wertminderung entfallen, wird der Vermögenswert höchstens bis zum Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. Dies gilt nicht für den Goodwill, da hier keine Zuschreibungen möglich sind.

2.6 Leasingverhältnisse

2.6.1 Der Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern entscheidet fallweise über die Frage, ob Gegenstände geleast oder gekauft werden. Grundsätzliche Regelungen im Bereich der Sachanlagen bestehen für Pkw (Operating-Leasing-Verträge) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (Kauf), ausgenommen EDV-Hardware und Telekommunikationsanlagen.

Leasingverhältnisse, die der Konzern als Leasingnehmer eingegangen ist, werden in Abhängigkeit von der Tatsache, ob im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen des Leasingobjektes übernommen wurden, entweder als Operating-Leasing oder als Finanzierungsleasing eingestuft. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasing geleistete Zahlungen (ggf. netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

Unter Anwendung von IAS 17 werden bei Finanzierungsleasingverträgen die geleasten Gegenstände, die dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind, mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjekts und Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und über den kürzeren Zeitraum aus ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und der Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Entsprechend wird die Verbindlichkeit, die aus dem Leasingverhältnis entsteht, passiviert und um den Tilgungsanteil der bereits geleisteten Leasingraten gemindert. Der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird aufwandswirksam erfasst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 wurde wie im Vorjahr ein Vertrag als Finanzierungsleasingvertrag eingestuft - es handelt sich um das Leasing diverser Software und Hardware für unsere Shops.

2.6.2 Der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen

Wenn das wirtschaftliche Eigentum an einem Vermögenswert auf den Vertragspartner beziehungsweise Kunden übergeht, weist der Konzern in Anwendung von IAS 17 eine Forderung gegen den Leasingnehmer aus. Der Ausweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitionswertes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Vereinnahmte Leasingraten werden in einen ertragswirksamen Zinsanteil und einen Tilgungsanteil aufgespalten. Die Zinsanteile werden als Finanzerträge auf der Basis einer periodengerechten Abgrenzung verteilt vereinnahmt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 bestehen wie im Vorjahr keine Verträge, bei denen der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen eingestuft wurde.

2.7 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Die Fortführung des Beteiligungsansatzes an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen erfolgt anhand eines Einzelabschlusses nach IFRS des betroffenen assoziierten Unternehmens bzw. Gemeinschaftsunternehmens, der nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns aufgestellt wurde. Zur Equity-Methode siehe Textziffer 1.3, Grundsätze der Konsolidierung.

2.8 Finanzinstrumente

2.8.1 Definition und Kategorisierung

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden für Zwecke der Bewertung grundsätzlich in die folgenden Kategorien unterteilt:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte,
Kredite und Forderungen,
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte,
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Auf die weitere Kategorie „Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden“ wird mangels Relevanz für den Konzern nicht weiter eingegangen.

Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz.

2.8.2 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Diese Kategorie enthält zwei Unterkategorien: Finanzielle Vermögenswerte, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten eingeordnet wurden, und solche, die von Beginn an als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ klassifiziert wurden. Ein finanzieller Vermögenswert wird dieser Kategorie zugeordnet, wenn er prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben oder der finanzielle Vermögenswert vom Management entsprechend designiert wurde. Derivate sind ebenfalls in dieser Kategorie enthalten.

Am Bilanzstichtag existieren keine erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte.

2.8.3 Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt, ohne jegliche Absicht, die Forderungen zu handeln. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Kredite und Forderungen sind in der Bilanz in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie in den liquiden Mitteln enthalten.

Liquide Mittel bestehen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten - diese umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten.

Kredite und Forderungen enthalten auch erbrachte Leistungen, die noch nicht in Rechnung gestellt worden sind, für die gleichwohl ein vertraglicher Anspruch besteht.

2.8.4 Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, bei denen das Konzernmanagement die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind - mit Ausnahme derjenigen, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden und die entsprechend als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen werden - unter den langfristigen Vermögenswerten auszuweisen.

Der Konzern stuft aktuell keine Finanzinstrumente in diese Kategorie ein.

2.8.5 Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zuzuordnen sind oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Diese Kategorie enthält die Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Wertpapiere. Die am Bilanzstichtag vorhandenen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte sind in den sonstigen Finanzanlagen sowie den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

2.8.6 Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden

Finanzielle Verbindlichkeiten gründen auf vertraglichen Vereinbarungen über die Zahlung von liquiden Mitteln oder die Erbringung anderer finanzieller Vermögenswerte an einen Dritten. Die Einbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt dann, wenn freenet Vertragspartei wird.

Die am Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Finanzschulden sowie den übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen.

2.8.7 Bewertung von Finanzinstrumenten

Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf beziehungsweise Verkauf des Vermögenswertes verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt.

Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach der erstmaligen Erfassung werden Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden nach ihrer erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die nicht realisierten Gewinne oder Verluste direkt im Sonstigen Ergebnis, in der Wertänderungsrücklage, erfasst werden. Dividenden auf zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente sind mit der Entstehung des Rechtsanspruches des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige Erträge zu erfassen.

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Wertpapiere werden grundsätzlich mit ihren jeweiligen Anschaffungskosten bewertet, soweit eine verlässliche Ermittlung des Fair Values nicht möglich ist. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt; weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. In der Folgeperiode werden die finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen. Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt auf Basis zukünftiger Cashflows. Daher können auch derivative Finanzinstrumente als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Finanzschulden aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen.

2.8.8 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, wird ein signifikanter und andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten dieser Eigenkapitalinstrumente als Indikator dafür angesehen, dass die Eigenkapitalinstrumente wertgemindert sind. Wenn ein derartiger Hinweis für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte existiert, wird der kumulierte Verlust - gemessen als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme - aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Wertminderungsverluste von Eigenkapitalinstrumenten werden nicht rückgängig gemacht.

Nicht börsennotierte Aktien, die als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert wurden, stellen ein Beispiel für die im vorangegangenen Absatz beschriebenen Eigenkapitalinstrumente dar. Bei ihnen ist eine wesentliche oder anhaltende Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Wertpapiere unter ihre Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Wenn keine Marktpreise vorliegen, werden andere Bewertungsmethoden, wie z. B. DCF-Verfahren zur Ermittlung eines ggf. bestehenden Wertminderungsbedarfs, verwendet.

Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, sowie ein Vertragsbruch wie z. B. ein Ausfall oder Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen gelten als Indikator für das Vorhandensein einer Wertminderung.

Bei einigen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten, zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden Vermögenswerte, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, auf Portfoliobasis auf Wertminderungsbedarf überprüft. Objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen sind Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, ein Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbare Veränderungen des nationalen oder lokalen Wirtschaftsumfelds, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden.

Der Buchwert der Forderung wird durch die Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Sofern eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird sie gegen das Wertberichtigungskonto ausgebucht. Nachträgliche Zahlungseingänge auf vormals ausgebuchte Beträge werden erfolgswirksam gegen die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wertminderungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

2.8.9 Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder es den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.

2.8.10 Saldierung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwendung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

2.9 Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt jeweils zum niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten einerseits und am Bilanzstichtag realisierbarem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte erzielbare Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten.

2.10 Fremdwährungsgeschäfte

Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die Berichtswährung der freenet AG darstellt.

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionstag in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Geschäftsjahr 2014 haben Fremdwährungstransaktionen in einer zu vernachlässigenden Größenordnung stattgefunden.

Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in Euro umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochtergesellschaft ergebnisneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen.

2.11 Eigenkapital

Stammaktien, Kapitalrücklagen, Wertänderungsrücklagen, das Konzernbilanzergebnis sowie die Anteile anderer Gesellschafter werden als Eigenkapital ausgewiesen. Kosten von Kapitalerhöhungen werden nach Abzug der darauf entfallenden laufenden Steuern im Eigenkapital in der Kapitalrücklage erfasst.

2.12 Pensionsrückstellungen

Die Bilanzierung und Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach IAS 19 (2011). Die in der Bilanz angesetzte Pensionsrückstellung entspricht dem versicherungsmathematischen Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien berechnet. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung im Finanzergebnis.

Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne werden im Jahr des Anfalls ergebniswirksam erfasst.

2.13 Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und hinsichtlich ihrer Fälligkeit und/oder ihrer Höhe ungewiss sind, wenn es wahrscheinlich (more likely than not) ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Vermögensabfluss führt und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Die Bewertung erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Abzinsung für langfristige Verpflichtungen.

Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtungen gering ist.

Restrukturierungsrückstellungen umfassen im Wesentlichen Abfindungszahlungen an Mitarbeiter. Rückstellungen für drohende Verluste betreffen in erster Linie Leerstandskosten, negativmargige Tarife sowie Zahlungen für die vorzeitige Kündigung von Mietverhältnissen.

Die für Rückbauverpflichtungen von Mietereinbauten erwarteten Kosten sind nach IAS 16 in den Anschaffungskosten der Mietereinbauten enthalten. Daher wird für diese Verpflichtungen, soweit ein Vermögensabfluss wahrscheinlich ist, zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gemäß IAS 37 in Höhe des Barwerts eine Rückstellung gebildet. Bewertungsänderungen der bestehenden Rückstellung, also Änderungen des Erfüllungsbetrages und/oder des Diskontierungssatzes, werden mittels einer Anpassung des Buchwerts der Mietereinbauten (Obergrenze: erzielbarer Betrag; Untergrenze: Null) erfasst.

2.14 Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

Im Konzern bestehen beziehungsweise bestanden im Geschäftsjahr 2014 folgende Mitarbeiterbeteiligungsprogramme:

Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG,
Long Term Incentive Programme der freenet AG („LTIP-Programme“).

Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der einzelnen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme dargestellt:

2.14.1 Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

Das zum 31. Dezember 2013 noch bestehende Aktienwertsteigerungsprogramm der freenet AG endete durch Zeitablauf am 1. April 2014. Für Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 26.1, Aktienwert-steigerungsrechte der freenet AG.

2.14.2 LTIP Programm

Für die Mitglieder des Vorstands war im Geschäftsjahr 2011 ein neues Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung, das so genannte „LTIP-Programm“, aufgelegt worden. Am 26. Februar 2014 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die neue LTIP gewähren.

In den LTIP-Programmen wird für jeden Vorstand ein LTIP-Konto geführt, auf dem jeweils pro Geschäftsjahr, abhängig von dem Erreichungsgrad bestimmter für dieses Geschäftsjahr definierter Ziele, eine Gutschrift oder Lastschrift in Form von virtuellen Aktien erfolgt. Pro Geschäftsjahr sind dann in einer festgelegten Zeitspanne, abhängig vom Kontostand des LTIP-Kontos, Barauszahlungen abzüglich Steuern und Abgaben möglich. Die Höhe dieser Auszahlungen ist unter anderem von dem zum Auszahlungszeitpunkt maßgeblichen Aktienkurs abhängig. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der virtuellen Aktien, die voraussichtlich unverfallbar werden. Für Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 26.2, LTIP-Programme der freenet AG.

2.15 Latente und laufende Ertragsteuern

Der Ansatz latenter Steuern erfolgt gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf alle temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung beziehungsweise der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.

Latente Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen werden in der Höhe angesetzt, für die latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigt die Höhe der latenten Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen diesen Wert, erfolgt der Ansatz nur in der Höhe, wie die Nutzung dieser latenten Steueransprüche durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Auch latente Steueransprüche auf existierende steuerliche Verlustvorträge werden nur in der Höhe aktiviert, wie deren Nutzung durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Die zukünftig erwarteten Gewinne basieren dabei auf der zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern.

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der deutschen Steuervorschriften berechnet, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind.

2.16 Ermessensentscheidungen, zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss ist von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen abhängig. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen. Die nachstehend aufgeführten wesentlichen Schätzungen und zugehörigen Annahmen sowie die mit den gewählten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verbundenen Unsicherheiten sind entscheidend für das Verständnis der zugrunde liegenden Risiken der Finanzberichterstattung sowie der Auswirkungen, die diese Schätzungen, Annahmen und Unsicherheiten auf den Konzernabschluss haben könnten.

Die Bewertung von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten ist mit Schätzungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Erwerbszeitpunkt verbunden, wenn diese im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden. Ferner ist die erwartete Nutzungsdauer dieser Vermögenswerte zu schätzen.

Bezüglich der getroffenen zukunftsbezogenen Annahmen im Rahmen der Tests zu eventuellen Wertminderungen des Goodwills (Buchwert zum 31. Dezember 2014: 1.153,3 Millionen Euro, Vorjahr: 1.122,1 Millionen Euro) sowie der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Buchwert zum 31. Dezember 2014: 293,2 Millionen Euro, Vorjahr: 293,2 Millionen Euro) verweisen wir auf Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.

Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit (Cash Generating Unit, „CGU“) „Mobilfunk“ zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 249 Millionen Euro geringer beziehungsweise 296 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 563 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 666 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.

Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit „freenet digital“ zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 5 Millionen Euro geringer beziehungsweise 6 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 12 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 13 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.

Zur Bildung angemessener Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögenswerte wurde eine Einschätzung der Werthaltigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte vorgenommen. Im Wesentlichen wurde diese Einschätzung anhand von Erfahrungswerten der Vergangenheit, der Altersstruktur und dem Status der Forderungen im Mahn- und Inkassoprozess vorgenommen.

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Mehrkomponentenverträgen bezüglich des Angebots an Endkunden, höherwertige Mobilfunk-Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen (Handy- Option), wurden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser Forderungen Annahmen über den laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz zur Bestimmung des Barwerts der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus diesen Verträgen getroffen. Dabei berücksichtigt dieser Zinssatz sowohl die Fälligkeit als auch das Ausfallrisiko dieser Forderungen. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich dieses Zinssatzes ergibt, dass diese Forderungen bei einer Erhöhung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 1,0 Millionen Euro geringer, bei einer Verringerung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 1,0 Millionen Euro höher angesetzt worden wären.

Hinsichtlich der Abgrenzung für bezogene Leistungen aus Vertriebsprovisionen für die verschiedenen Produkte des Konzerns wird durch Schätzungen anhand von Vergangenheitserfahrungen berücksichtigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die endgültige und nicht mehr stornierbare Verprovisionierung zustande kommt.

Für bestimmte Vermittlungsleistungen von Händlern, bei denen die Höhe der Händlerprovisionen vom zukünftigen Verbleib der gewonnenen Neukunden im Kundenbestand des Konzerns sowie von der Höhe der zukünftigen Umsätze des Konzerns mit den gewonnenen Neukunden abhängt, werden bei Kundengewinnung die bezogenen Leistungen nicht in voller Höhe, sondern teilweise aufwandswirksam erfasst. Die restliche Aufwandserfassung erfolgt jeweils über die Vertragslaufzeit jener Neukunden. Der bei Kundengewinnung sofort aufwandswirksam erfasste Anteil bemisst sich dabei nach dem Grad der Leistungserbringung durch den Händler zum Kundengewinnungszeitpunkt im Verhältnis zur gesamten Gegenleistung des Händlers über die Kundenlaufzeit. Für diese Bilanzierung sind im Wesentlichen der zukünftige durchschnittliche Umsatz des Konzerns mit den von diesem Händler gewonnenen Endkunden sowie anhand von Aufwandsabschätzungen der Wert desjenigen Teils der Gegenleistung des Händlers einzuschätzen, der erst über die Laufzeit der von ihm gewonnenen Kunden erbracht wird.

Der Ansatz und die Ermittlung von Rückstellungen sind abhängig von Schätzungen. Insbesondere Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten werden anhand der Einschätzung der die Konzerngesellschaften vertretenden Rechtsanwälte gebildet.

Bei der Bildung der Drohverlustrückstellung für den Leerstand von gemieteten Shops und Bürogebäuden wurden Annahmen bezüglich einer zukünftigen möglichen Untervermietung dieser Flächen getroffen. Hinsichtlich der Bewertung der Drohverlustrückstellung für den Netzabbau im Bereich Festnetz/Internet wurde im Wesentlichen eine Annahme bezüglich der Restlaufzeiten bestimmter Mietverträge und damit über die Höhe der zukünftigen Verluste in diesem Bereich getroffen. Bezüglich der Bildung von Drohverlustrückstellungen für erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen wurden in erster Linie Annahmen zur künftigen Verweildauer von Kunden in diesen Tarifen gebildet.

Zu den Annahmen und Schätzungen, die in das Bewertungsmodell zur Ermittlung der Rückstellung für das LTIP-Programm zum 31. Dezember 2014 Eingang fanden, verweisen wir auf Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Zu den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wird unter Textziffer 30 beschrieben, welche zukunftsbezogenen Annahmen hinsichtlich der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemacht wurden. Es handelt sich hier um den Ansatz eines Rechnungszinses, des Rententrends, um die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des pensionsfähigen Einkommens der Anspruchsberechtigten sowie um die Abschätzung deren Lebenserwartung. Ergebnis einer Sensitivitätsbetrachtung ist, dass bei einem Anstieg des Rechnungszinses um 1,0 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 11.926 Tausend Euro geringer, bei einer Verringerung des Rechnungszinses um 1,0 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 16.034 Tausend Euro höher angesetzt würde. Zu weiteren Sensitivitätsbetrachtungen bezüglich der Pensionsverpflichtungen verweisen wir auf Textziffer 30 dieses Konzernanhangs.

Es existieren Geschäftsvorfälle, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Der Konzern bemisst die Höhe der Rückstellungen für erwartete Steuerprüfungen auf Basis von Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Ertragsteuern fällig werden. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die laufenden und die latenten Ertragsteuern haben.

Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge basieren auf einer Unternehmensplanung für die jeweils kommenden vier Geschäftsjahre, in die zukunftsbezogene Annahmen, zum Beispiel bzgl. der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Entwicklung des Telekommunikationsmarktes, Eingang gefunden haben. Zur Höhe der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Höhe der Verlustvorträge, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, verweisen wir auf Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich der latenten Ertragsteueransprüche ergibt, dass die latenten Ertragsteueransprüche bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des Gewerbeertrags beziehungsweise des körperschaftsteuerlichen Einkommens um jeweils 10 Prozent im maßgeblichen Planungszeitraum um circa 19,8 Millionen Euro höher beziehungsweise um circa 19,8 Millionen Euro geringer ausfallen würden.

2.17 Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, die gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, wenn ihr Buchwert generell eher durch einen Verkauf als durch die weitere Nutzung realisiert wird. Im Zeitpunkt der Umklassifizierung in die aufgegebenen Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte wird die planmäßige Abschreibung der entsprechenden Vermögenswerte eingestellt.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte oder die zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe werden zurück in „weitergeführte Geschäftsbereiche“ gegliedert, wenn die Kriterien des IFRS 5 nicht mehr erfüllt werden. Die Vermögenswerte oder die Vermögensgruppe werden zu dem niedrigeren Wert aus dem Buchwert bereinigt um planmäßige Abschreibungen oder Neubewertungen, die vorgenommen worden wären, wenn die Vermögenswerte oder -gruppen nicht als „aufgegebene Geschäftsbereiche“ klassifiziert worden wären und dem erzielbaren Wert zum Rückgliederungszeitpunkt angesetzt. Die Anpassungen zur Neubewertung der Vermögensgruppe werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der weitergeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen.

2.18 Vergleichszahlen

Der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem Vorjahr durch den Erwerb der freenet digital Group (Erstkonsolidierung ab dem 15. Januar 2014) geändert. In den Konzernabschluss 2014 wurden, im Gegensatz zum Vorjahr, die GRAVIS (in 2013 für 11 Monate) sowie die Motion TM Vertriebs GmbH („Motion TM“) (in 2013 für 9 Monate und 11 Tage) vollständig einbezogen. Die Vergleichbarkeit mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013 ist im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darüber hinaus nicht wesentlich beeinträchtigt.

3. Segmentberichterstattung

Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Steuerung von Konzernbereichen abzugrenzen, deren Betriebsergebnisse regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft werden.

Der Vorstand organisiert und steuert das Unternehmen als Hauptentscheidungsträger auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den einzelnen angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Da der Konzern seine Geschäftstätigkeit nahezu ausschließlich in Deutschland ausübt, erfolgt keine Organisation und Steuerung nach geografischen Bereichen. Der Konzern war im Geschäftsjahr 2014 in den folgenden Geschäftssegmenten tätig:

Mobilfunk:

Tätigkeiten als Mobilfunk-Service-Provider - Vermarktung von Mobilfunkdienstleistungen (Sprach- und Datendiensten) der Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 in Deutschland
auf der Grundlage der mit diesen Netzbetreibern geschlossenen Netzbetreiberverträge sowohl Angebot eigener netzunabhängiger Dienste und Tarife als auch Angebot der Tarife der Netzbetreiber
Vertrieb/Verkauf von Mobilfunk-Endgeräten sowie zusätzlicher Dienste in den Bereichen von mobiler Datenkommunikation sowie Digital Lifestyle
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen

n Sonstige/Holding:

Erbringung von Portal-Dienstleistungen wie E-Commerce/Advertising-Leistungen (diese beinhalten im Wesentlichen das Angebot des Online-Shoppings und die Vermarktung von Werbeflächen auf Internet-seiten) sowie von Bezahldiensten für Endkunden
Entwicklung von Kommunikationslösungen, EDV-Dienstleistungen und sonstigen Leistungen für Geschäftskunden
Angebot schmalbandiger Sprachdienste (Call-by-Call, Preselection) und Datendienste
Angebot verschiedener digitaler Produkte und Unterhaltungsformate zum Download bzw. zur Anzeige und Nutzung auf mobilen Endgeräten (freenet digital Group)
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen

Im Segment „Sonstige/Holding“ sind neben den vorstehend genannten operativen Tätigkeiten auch übrige Geschäftsaktivitäten zusammengefasst. Hierzu zählt im Wesentlichen die Holding-Tätigkeit der freenet AG (mit der Erbringung von innerkonzernlichen Dienstleistungen in Zentralbereichen wie zum Beispiel Recht, Personal und Finanzen), daneben aber auch nicht eindeutig zuordenbare Buchungen. Die für das Segment „Sonstige/Holding“ für 2014 berichteten Segmentumsatzerlöse in Höhe von 81,2 Millionen Euro (Vorjahr: 48,7 Millionen Euro) betreffen zu 76,7 Millionen Euro (Vorjahr: 44,6 Millionen Euro) die operativen Geschäftstätigkeiten und zu 4,5 Millionen Euro (Vorjahr: 4,1 Millionen Euro) die übrigen Geschäftsaktivitäten. Der für das Segment „Sonstige/Holding“ in 2014 ausgewiesene Rohertrag von 55,8 Millionen Euro (Vorjahr: 25,9 Millionen Euro) entfällt zu 56,6 Millionen Euro (Vorjahr: 26,1 Millionen Euro) auf die operativen Tätigkeiten sowie zu -0,8 Millionen Euro (Vorjahr: -0,2 Millionen Euro) auf die übrigen Geschäftsaktivitäten. Das für das Segment „Sonstige/Holding“ in 2014 ausgewiesene EBITDA von -12,9 Millionen Euro (Vorjahr: -7,7 Millionen Euro) wurde zu 9,3 Millionen Euro (Vorjahr: 11,1 Millionen Euro) mit den operativen Tätigkeiten sowie zu -22,2 Millionen Euro (Vorjahr: -18,8 Millionen Euro) mit den übrigen Geschäftsaktivitäten erzielt. Das für das Segment „Sonstige/Holding“ für 2014 berichtete EBIT in Höhe von -23,3 Millionen Euro (Vorjahr: -11,4 Millionen Euro) betrifft zu 4,6 Millionen Euro (Vorjahr: 8,2 Millionen Euro) die operativen Geschäftstätigkeiten sowie zu -27,9 Millionen Euro (Vorjahr: -19,6 Millionen Euro) die übrigen Geschäftsaktivitäten.

Der Rückgang des EBITDA sowie des EBIT der operativen Tätigkeiten des Segments „Sonstige/Holding“ gegenüber dem Vorjahr steht unter anderem im Zusammenhang damit, dass in 2013 Gewinne aus dem Verkauf der freeXmedia GmbH in Höhe von 4,0 Millionen Euro ausgewiesen wurden.

Die beiden Segmente erbringen beziehungsweise erbrachten jeweils auch Dienstleistungen an das jeweilige andere Geschäftssegment. Diese Dienstleistungen wurden jeweils zu marktüblichen Transaktionspreisen abgerechnet.

Aufwendungen und Erträge werden den Segmenten aufgrund ausgewählter Kriterien entsprechend der wirtschaftlichen Zugehörigkeit zugeordnet. Ansatz und Bewertung der zugeordneten Aufwendungen und Erträge erfolgen für Zwecke der Segmentberichterstattung wie im Vorjahr nicht abweichend von den Ansätzen und Bewertungen der Konzernbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns.

Eine Untergliederung der Umsatzerlöse mit Dritten nach einzelnen Produkten oder Dienstleistungen ist in Textziffer 4 dargestellt. Eine darüberhinausgehende Untergliederung nach einzelnen Produkten oder Dienstleistungen ist nicht verfügbar.

Der freenet Konzern führt Massengeschäft durch, das sich vorwiegend auf Privatkunden konzentriert. Insofern besteht keine Abhängigkeit von einzelnen Kunden.

Segmentberichterstattung 1. Januar bis 31. Dezember 2014

In TEUR Mobilfunk Sonstige/Holding Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen Gesamt
Umsatzerlöse mit Dritten 2.981.084 59.501 0 3.040.585
Intersegmenterlöse 7.576 21.687 -29.263 0
Umsatzerlöse gesamt 2.988.660 81.188 -29.263 3.040.585
Materialaufwand gegenüber Dritten -2.243.818 -18.710 0 -2.262.528
Intersegmentärer Materialaufwand -13.088 -6.709 19.797 0
Materialaufwand gesamt -2.256.906 -25.419 19.797 -2.262.528
Segment-Rohertrag 731.754 55.769 -9.466 778.057
Sonstige betriebliche Erträge 58.744 10.186 -4.403 64.527
Andere aktivierte Eigenleistungen 9.928 3.410 0 13.338
Personalaufwand -150.635 -49.042 0 -199.677
Sonstige betriebliche Aufwendungen -271.250 -33.530 13.869 -290.911
Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen 0 273 0 273
Segment-EBITDA 378.541 -12.934 0 365.607
Abschreibungen und Wertminderungen -54.009 -10.404 0 -64.413
Segment-EBIT 324.532 -23.338 0 301.194
Konzernfinanzergebnis -40.561
Ertragsteuern -12.470
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 248.163
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0
Konzernergebnis 248.163
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 247.465
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 698
Zahlungswirksame Investitionen der fortgeführten Geschäftsbereiche 23.701 5.067 28.768

Segmentberichterstattung 1. Januar bis 31. Dezember 2013

In TEUR Mobilfunk Sonstige/Holding Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen Gesamt
Umsatzerlöse mit Dritten 3.154.949 38.380 0 3.193.329
Intersegmenterlöse 5.439 i 0.274 -i 5.7 i 3 0
Umsatzerlöse gesamt 3.160.388 48.654 -i 5.7 i 3 3.193.329
Materialaufwand gegenüber Dritten -2.444.618 -17.465 0 -2.462.083
Intersegmentärer Materialaufwand -4.923 -5.322 i 0.245 0
Materialaufwand gesamt -2.449.54 i -22.787 i 0.245 -2.462.083
Segment-Rohertrag 710.847 25.867 -5.468 731.246
Sonstige betriebliche Erträge 63.823 9.727 -3.765 69.785
Andere aktivierte Eigenleistungen 10.045 707 0 i 0.752
Personalaufwand -150.707 -23.420 0 -174.127
Sonstige betriebliche Aufwendungen -268.894 -20.816 9.233 -280.477
Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen 0 220 0 220
Segment-EBITDA 365.114 -7.715 0 357.399
Abschreibungen und Wertminderungen -52.367 -3.725 0 -56.092
Segment-EBIT 312.747 -11.440 0 301.307
Konzernfinanzergebnis -42.864
Ertragsteuern -19.503
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 238.940
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0
Konzernergebnis 238.940
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 238.943
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis -3
Zahlungswirksame Investitionen der fortgeführten Geschäftsbereiche 19.078 3.245 22.323

4. Umsatzerlöse

Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse in Höhe von 3.041 Millionen Euro (Vorjahr: 3.193 Millionen Euro) auf die Segmente ist unter Textziffer 3, Segmentberichterstattung, ersichtlich.

Von den externen Umsätzen des Segments Mobilfunk betreffen im Wesentlichen 1.729 Millionen Euro (Vorjahr: 1.812 Millionen Euro) Nutzungsentgelte und Gebühren, 596 Millionen Euro (Vorjahr: 555 Millionen Euro) Entgelte für Prämien und Provisionen sowie 615 Millionen Euro (Vorjahr: 750 Millionen Euro) Erlöse aus dem Verkauf von Mobilfunkgeräten, Computern/EDV-Produkten und Zubehör.

5. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten größtenteils Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren, Werbekostenzuschüsse (soweit nicht von der Aktivierung von Neukunden abhängig) und Erträge aus der Berechnung von Sachbezügen an Mitarbeiter aus der Überlassung von Firmen-Pkw. Zudem sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen des Geschäftsjahres 2014 3,9 Millionen Euro aus der Ausbuchung einer bedingten Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb der freenet digital Group (wir verweisen auf Textziffer 36.1 dieses Anhangs) enthalten.

6. Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen betreffen im Wesentlichen die Entwicklung von Software im Mobilfunk-Bereich. Diese sind nahezu ausschließlich durch strategische Projekte begründet.

Die aktivierten Kosten umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten, die im Wesentlichen Berater- und Personalkosten betreffen, sowie direkt zurechenbaren Gemeinkosten.

7. Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2014 2013
Aufwendungen für bezogene Waren 671.548 792.732
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.590.980 1.669.351
Gesamt 2.262.528 2.462.083

Die Aufwendungen für bezogene Waren bestehen im Wesentlichen aus den Einstandswerten veräußerter Mobiltelefone, Computer/EDV-Produkte und Bundles aus dem Prepaid-Geschäft.

Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich überwiegend um Gebühren für Mobilfunk-Telefonie, Provisionen und Prämien an Vertriebspartner.

8. Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2014 2013
Löhne und Gehälter 168.082 147.807
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 31.595 26.320
Gesamt 199.677 174.127

Im Konzern waren im Geschäftsjahr 2014 durchschnittlich 4.908 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 4.492). Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte der Konzern 4.826 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.576 Mitarbeiter). Darunter befanden sich zum 31. Dezember 2014 33 (Vorjahr: 34) leitende Angestellte sowie 323 (Vorjahr: 292) Auszubildende bzw. Berufsakademie-Studenten.

Aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen der Gesellschaft resultierte ein Personalaufwand gemäß IFRS 2 in Höhe von 3.313 Tausend Euro (Vorjahr: 2.538 Tausend Euro).

Zur Erläuterung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den Textziffern 2.14 und 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Der Personalaufwand enthält auch Aufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 2.749 Tausend Euro (Vorjahr: 646 Tausend Euro), vgl. hierzu auch Textziffer 30, Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen.

Im Personalaufwand sind als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mit 14.002 Tausend Euro (Vorjahr 12.338 Tausend Euro) enthalten.

9. Abschreibungen und Wertminderungen

Die Zusammensetzung der Abschreibungen ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

In TEUR 2014 2013
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 52.641 46.491
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte 368 0
Abschreibungen auf Sachanlagevermögen 11.404 9.601
Gesamt 64.413 56.092

Der Anstieg der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte ist in erster Linie auf die freenet digital Group-Kaufpreisallokation zurückzuführen.

Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte betreffen eine nicht mehr genutzte Software.

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Marketingkosten (93.591 Tausend Euro in 2014 gegenüber 91.269 Tausend Euro in 2013), Rechts-/Beratungskosten, Verwaltungskosten (z. B. Mieten und Nebenkosten der Shops und Verwaltungsgebäude), Aufwendungen für Wertberichtigungen und den Ausfall von Forderungen, Aufwendungen für Billing, Outsourcing sowie für Porto.

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für die Wertberichtigung sowie den Ausfall von Forderungen von insgesamt 37.748 Tausend Euro (Vorjahr: 33.885 Tausend Euro) an. Diese Aufwendungen entfallen nahezu ausschließlich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen wurden 35.271 Tausend Euro (Vorjahr: 33.734 Tausend Euro) aufwandswirksam erfasst.

11. Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinsen und ähnlichen Erträge bestehen aus folgenden Positionen:

In TEUR 2014 2013
Zinsen von Kreditinstituten und aus Inkasso sowie ähnliche Erträge 1.224 1.769
Zinsertrag aus Steuererstattungen 491 0
Gesamt 1.715 1.769

12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2014 2013
Zinsen an Kreditinstitute und ähnliche Aufwendungen 35.091 37.855
Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Passiva 4.405 4.777
Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen 1.309 1.302
Zinsaufwand aus Steuernachzahlungen 818 492
Übrige 653 207
Gesamt 42.276 44.633

Der Zinsaufwand für 2014 aus der Aufzinsung von Passiva entfällt zu 4.255 Tausend Euro auf die Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrigen Verbindlichkeiten und laufenden Ertragsteuerschulden sowie zu 150 Tausend Euro auf die Aufzinsung anderer Rückstellungen.

13. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind gezahlte oder geschuldete Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern ausgewiesen.

In TEUR 2014 2013
Laufender Steueraufwand des Geschäftsjahres -33.305 -31.805
Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) aus Vorjahren 4.018 -2.394
Latenter Steuerertrag in Folge der Zuschreibung auf latente Ertragsteueransprüche 12.165 10.831
Latenter Steuerertrag bezüglich temporärer Unterschiede 3.181 1.136
Latenter Steuerertrag aus Steuersatzänderungen 1.471 2.729
Gesamt -12.470 -19.503

Zusätzliche Angaben zu latenten Steuern sind unter Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden, enthalten.

Die Anwendung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes der Konzernunternehmen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern würde zu einem erwarteten Steueraufwand von 78,3 Millionen Euro (Vorjahr: 77,1 Millionen Euro) führen. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem tatsächlichen Steueraufwand von 12,5 Millionen Euro (Vorjahr: 19,5 Millionen Euro) ist aus der folgenden Überleitungsrechnung ersichtlich:

In TEUR 2014 2013
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern 260.633 258.443
Erwarteter Steueraufwand bei Anwendung des Steuersatzes von 30,05 % (Vorjahr: 29,85 %) -78.320 -77.145
Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern und nicht angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 61.707 59.118
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen und steuerfreien Erträge -1.346 -1.811
Effekte aus Steuersatzänderungen 1.471 2.729
Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) aus Vorjahren 4.0 i 8 -2.394
Tatsächlicher Steueraufwand -12.470 -19.503
Effektiver Steuersatz in % 4,78 7,55

Bei den Konzerngesellschaften wurde im Geschäftsjahr 2014 für die Berechnung der laufenden und latenten Ertragsteuern ein Körperschaftssteuersatz von 15,0 Prozent (Vorjahr: 15,0 Prozent) verwendet. Weiterhin wurde ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer sowie ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 406,88 Prozent (Vorjahr: 400,70 Prozent) zugrunde gelegt. Die latenten Steuern wurden im Geschäftsjahr 2014 mit einem Durchschnittssteuersatz von 30,05 Prozent (Vorjahr: 29,85 Prozent) errechnet. Diese Erhöhung des Durchschnittssteuersatzes um 0,20 Prozentpunkte ist auf die vorstehend genannte Erhöhung des durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatzes zurückzuführen, welcher im Zusammenhang mit der Betreibung neuer Shop-Standorte der mobilcom-debitel GmbH und der GRAVIS sowie mit dem Erwerb der freenet digital Group steht.

14. Ergebnis je Aktie

14.1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseigern zustehenden Ergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien während des Geschäftsjahres. In Zukunft besteht die Möglichkeit einer Verminderung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie aufgrund der möglichen Inanspruchnahme bedingten Kapitals. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 25.5, Bedingtes Kapital.

20/4 20/3
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in TEUR 247.465 238.943
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück 128.011.016 128.011.016
Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) 1,93 1,87
davon entfallend auf weitergeführte Geschäftsbereiche in EUR 1,93 1,87
davon entfallend auf aufgegebene Geschäftsbereiche in EUR 0,00 0,00

14.2 Verwässertes Ergebnis je Aktie

Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseignern zustehenden Ergebnisses durch den um potenziell verwässernde Aktien erhöhten gewichteten durchschnittlichen Bestand im Umlauf befindlicher Aktien.

Es gibt zum 31. Dezember 2014 keine Verwässerungseffekte, beziehungsweise keine potentiellen Verwässerungseffekte.

2014 2013
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in TEUR 247.465 238.943
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück 128.011.016 128.011.016
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien zzgl. Potenzieller Verwässerungsaktien in Stück 128.011.016 128.011.016
Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) 1,93 1,87
davon entfallend auf weitergeführte Geschäftsbereiche in EUR 1,93 1,87
davon entfallend auf aufgegebene Geschäftsbereiche in EUR 0,00 0,00

15. Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill

Die Entwicklung der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Der wesentliche Buchwert der immateriellen Vermögenswerte entfällt auf Markenrechte aus der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der debitel-Gruppe im Geschäftsjahr 2008.

Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte aus Kaufpreisallokationen dar:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Markenrechte 302.886 305.218
Kundenbeziehungen 13.015 5.530
Software 7.382 0
Gesamt 323.283 310.748

Neben den immateriellen Vermögenswerten aus den diversen Kaufpreisallokationen werden zum 31. Dezember 2014 weitere immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 66,9 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 86,6 Millionen Euro) ausgewiesen, darunter Vertriebsrechte in Höhe von 39,5 Millionen Euro (Vorjahr: 61,9 Millionen Euro).

Aus der in 2013 erfolgten Neuaktivierung des exklusiven Vertriebsrechts mit der Media Saturn Deutschland GmbH resultiert zum 31. Dezember 2014 noch ein Buchwert von 37,4 Millionen Euro.

Zum 31. Dezember 2014 sind keine wertgeminderten immateriellen Vermögenswerte vorhanden. Die Aufteilung des bilanzierten Goodwills auf CGU geht aus der folgenden Übersicht hervor:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Mobilfunk 1.119.396 1.117.372
freenet digital Group 29.162 0
Übrige 4.740 4.740
Gesamt 1.153.298 1.122.112

Die Erhöhung beim Mobilfunk von 2.024 Tausend Euro resultiert aus den Kaufpreisallokationen aus dem Asset Deal von der reStore GmbH. Wir verweisen hierzu auch auf die Ausführungen in Textziffer 36 dieses Konzernanhangs.

Die weitere Erhöhung um 29.162 Tausend Euro resultiert aus der Kaufpreisallokation aus dem Erwerb der Anteile an der freenet digital Group. Wir verweisen hierzu auch auf die Ausführungen in Textziffer 36 dieses Konzernanhangs.

Die CGU „Übrige“ ist dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nicht durch Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belastet.

16. Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

Zum Test auf Wertminderung von Vermögenswerten gemäß IAS 36 machen wir folgende Angaben:

Der CGU „Mobilfunk“, die dem Segment „Mobilfunk“ zugeordnet ist, wurden ein Goodwill in Höhe von 1.119.397 Tausend Euro (Vorjahr: 1.117.372 Tausend Euro) sowie mit einem Markenrecht ein immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 293.204 Tausend Euro (Vorjahr: 293.204 Tausend Euro) zugeordnet.

Als erzielbarer Betrag der CGU „Mobilfunk“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2018 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben. Dies entspricht dem Level 3 der Fair Value Hierarchie gemäß IFRS 13.

Die Planung basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Grundsätzlich lässt sich das Ergebnis der CGU „Mobilfunk“ rohertragsseitig in zwei Ergebnisströme, den Ergebnisbeitrag aus Neukunden beziehungsweise Kundenbindung, untergliedern. Dagegen stehen die Kosten für bezogene Leistungen, insbesondere gegenüber den Mobilfunknetzbetreibern. Der Ergebnisbeitrag der Neukunden beziehungsweise Kundenbindung wird dominiert von Kosten zur Akquisition beziehungsweise Bindung der Kunden. Demgegenüber stehen Kosten für die Beschaffung der Hardware sowie aus an Vertriebspartner im Zuge der Akquisition beziehungsweise Bindung zu zahlende Händlerprovisionen. Die freenet Group geht im Planungszeitraum von leicht sinkenden Kundenakquisitionskosten, leicht steigenden Kundenbindungskosten, für 2015 stabilen und für 2016 leicht steigenden Umsatzerlösen, weiteren leichten Gemeinkosteneinsparungen sowie einer Stabilisierung des Postpaid-ARPUs in 2015 und 2016 aus. Die Gruppe geht ferner für die Jahre 2015 und 2016 von einer leicht steigenden Kundenbasis im Customer Ownership-Bereich (Postpaid und No-frills) aus. Für die Jahre 2015 und 2016 werden das von der freenet Group angestrebte Konzern-EBITDA von 370 Millionen Euro beziehungsweise von 375 Millionen Euro sowie ein Free Cashflow von 280 Millionen Euro beziehungsweise 285 Millionen Euro zugrunde gelegt. Das Konzern-EBITDA sowie der Konzern-Free Cashflow werden überwiegend in der CGU Mobilfunk erzielt werden.

Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU „Mobilfunk“ anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 6,37 Prozent (Vorjahr: 6,35 Prozent). Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2019) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) angenommen worden.

Der Wertminderungstest 2014 bezüglich der CGU „Mobilfunk“ bestätigte sowohl für den zugeordneten Goodwill als auch hinsichtlich des Markenrechts mit unbestimmter Nutzungsdauer, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.

Der CGU „freenet digital“, der die in 2014 erworbene freenet digital Group zugeordnet ist, wurde ein Goodwill in Höhe von 29.162 Tausend Euro zugeordnet. Die CGU „freenet digital“ ist Bestandteil des Segments „Sonstige/Holding“. Als erzielbarer Betrag der CGU „freenet digital“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2016 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben. Dies entspricht dem Level 3 der Fair Value Hierarchie gemäß IFRS 13.

Die Planung für die CGU „freenet digital“ basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten, detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Dies sind im Wesentlichen die Umsatzerlöse und Roherträge der einzelnen Endprodukte, getrennt nach den jeweiligen Absatzmärkten. Die freenet Group geht im Planungszeitraum für die CGU „freenet digital“ von steigenden Umsatzerlösen, Roherträgen sowie EBITDA-Beiträgen der freenet digital aus.

Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU „freenet digital“ anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 8,30 Prozent. Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2017) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 1,0 Prozent angenommen worden.

Der Wertminderungstest 2014 bezüglich der CGU „freenet digital“ bestätigte für den zugeordneten Goodwill, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 besteht übriger Goodwill für diverse CGUs in Höhe von 4.740 Tausend Euro, die jeweils dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet sind.

Im Konzern sind im Geschäftsjahr 2014 insgesamt Wertminderungen auf nicht-monetäre Vermögenswerte in Höhe von 0,4 Millionen Euro (Vorjahr: 0) vorgenommen worden. Diese betreffen nicht mehr genutzte selbst erstellte Software.

17. Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen

In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 werden keine assoziierten Unternehmen einbezogen.

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 ist die FunDorado GmbH, Hamburg, („FunDorado“) inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen als Gemeinschaftsunternehmen enthalten. An der FunDorado hält die freenet Gruppe 50,0 Prozent (Vorjahr: 50,0 Prozent) der Anteile. FunDorado betreibt ein kostenpflichtiges Internet-Portal. In 2006 hatte sich die FunDorado zu 50 Prozent an der Net Con Media s. r. o. mit Sitz in Hlucin, Tschechien („NetCon“) beteiligt. Die Gesellschaft produziert Inhalte, die überwiegend zur Nutzung im kostenpflichtigen Internet-Portal der FunDorado bestimmt sind. NetCon ist wiederum zu 100 Prozent an ihrer Vertriebsgesellschaft siXXup new Media GmbH, Pulheim („siXXup“), beteiligt.

In 2013 beteiligte sich die FunDorado zu 50 Prozent an der Funview GmbH, Hamburg.

Die FunDorado wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Aus der FunDorado inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen wurden in 2014 Ergebnisse in Höhe von 273 Tausend Euro (Vorjahr: 220 Tausend Euro) erzielt. Es handelt sich ausschließlich um erfolgswirksame Ergebnisse aus weitergeführten Geschäftsbereichen, die Gesellschaften erzielten keine sonstigen Ergebnisse aus direkt im Eigenkapital erfassten Wertänderungen.

Der Buchwert der Beteiligung des Konzerns an FunDorado inklusive ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen beträgt zum 31. Dezember 2014 1.519 Tausend Euro (Vorjahr: 1.395 Tausend Euro). Die Erhöhung um 124Tausend Euro ist bei in Höhe von 273 Tausend Euro ausgewiesenen Gewinnanteilen darauf zurückzuführen, dass von der FunDorado in 2014 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 149 Tausend Euro vereinnahmt wurde, die als Buchwertminderung zu behandeln war.

Es bestanden zum 31. Dezember 2014 keine Eventual- oder Kapitalverpflichtungen im Zusammenhang mit den Konzernanteilen an den Gemeinschaftsunternehmen.

18. Sonstige Finanzanlagen

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen sonstigen Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen festverzinsliche Anleihen mit langfristiger Fälligkeit in Höhe von 1.031 Tausend Euro (Vorjahr: 1.037 Tausend Euro), die als Mietsicherheiten für Shops dienen und zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Daneben ist eine stille Beteiligung mit einem unveränderten Buchwert von 500 Tausend Euro bilanziert, die zu Anschaffungskosten bewertet wurde, da kein aktiver Markt besteht.

Auf die Beteiligung an der Pocketfilm Media Entertainment GmbH, Frechen, war im Geschäftsjahr 2011 eine 100-prozentige Wertberichtigung aufgrund nachhaltig schlechter Ertragsaussichten vorgenommen worden - diese Einschätzung hat sich zum 31. Dezember 2014 nicht geändert. Die historischen Anschaffungskosten dieser Beteiligung betragen 398 Tausend Euro.

Auf die sonstigen Finanzanlagen sind zum Bilanzstichtag, mit Ausnahme der im Jahr 2011 gebildeten auf die Pocketfilm Media Entertainment GmbH, keine Wertberichtigungen gebildet worden.

Die sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Stille Beteiligung 500 500
Sonstige Beteiligung 3 3
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten 503 503
Festverzinsliche Anleihen 1.031 1.037
Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet zum Fair value 1.031 1.037
Gesamt 1.534 1.540

19. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden

Die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wurden unter Berücksichtigung der temporären Unterschiede nach der Verbindlichkeitsmethode mit einem Gesamtsteuersatz von 30,05 Prozent (Vorjahr: 29,85 Prozent) errechnet.

Folgende Beträge werden in der Konzernbilanz ausgewiesen:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Latente Ertragsteueransprüche 199.853 186.947
Latente Ertragsteuerschulden -123 -157
Gesamt 199.730 186.790

Der in den latenten Ertragsteueransprüchen für die körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaft der freenet AG bilanzierte Überhang der aktiven latenten Steuern von 199,7 Millionen Euro (Vorjahr: 186,8 Millionen Euro) wird aufgrund der erwarteten Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen zu 44,5 Millionen Euro (Vorjahr: 42,1 Millionen Euro) als kurzfristig sowie zu 155,2 Millionen Euro (Vorjahr: 144,7 Millionen Euro) als langfristig angesehen.

Die Entwicklung der ausgewiesenen latenten Ertragssteueransprüche und -schulden für das Geschäftsjahr 2014 ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

In TEUR 1.1. 2014 Veränderungen des Konsolidierungskreises Im sonstigen Ergebnis verrechnet Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern 31.12.2014
Sachanlagen 1.746 0 0 179 1.925
Immaterielle Vermögenswerte -111.806 -7.521 0 59 -119.268
Finanzanlagen -9 0 0 -2 -11
Verlustvorträge 271.612 0 0 14.101 285.713
Pensionsrückstellungen 5.921 0 3.749 441 10.111
Andere Rückstellungen 4.796 0 0 -748 4.048
Übrige Verbindlichkeiten -47 0 0 -460 -507
Finanzschulden -570 0 0 907 337
Sonstige Vermögenswerte 15.147 0 -105 2.340 17.382
Gesamt 186.790 -7.521 3.644 16.817 199.730

Die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern in Höhe von 16.817 Tausend Euro (Vorjahr: 14.696 Tausend Euro) sind in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung als latente Ertragsteuern in der Position „Ertragsteuern“ enthalten. Sie entsprechen grundsätzlich der Summe der latenten Ertragsteuern aus weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen. In 2014 entfielen die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern, wie im Vorjahr, ausschließlich auf weitergeführte Geschäftsbereiche.

Im Geschäftsjahr 2013 entwickelten sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wie folgt:

In TEUR 1.1. 2013 Veränderungen des Konsolidierungskreises Im sonstigen Ergebnis verrechnet Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern 31.12.2013
Sachanlagen 1.670 0 0 76 1.746
Immaterielle Vermögenswerte -107.116 -3.192 0 -1.498 -111.806
Finanzanlagen 5 0 0 -14 -9
Verlustvorträge 256.711 0 0 14.901 271.612
Pensionsrückstellungen 6.120 0 -242 43 5.921
Andere Rückstellungen 5.630 0 0 -834 4.796
Übrige Verbindlichkeiten -134 0 0 87 -47
Finanzschulden -872 0 0 302 -570
Sonstige Vermögenswerte 13.514 0 0 1.633 15.147
Gesamt 175.528 -3.192 -242 14.696 186.790

Die zusammengefasste Netto-Entwicklung der latenten Steuern ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

In TEUR 2014 2013
Stand 1.1. 186.790 175.528
Veränderungen im Konsolidierungskreis -7.521 -3.192
Im sonstigen Ergebnis verrechnet 3.644 -242
Steuerertrag 16.817 14.696
Stand 31.12. 199.730 186.790

Die vorhandenen, unbegrenzt vortragsfähigen steuerlichen Verlustvorträge übersteigen die Summe der prognostizierten, kumulierten Ergebnisse der folgenden vier Geschäftsjahre. Daher wurde in der Konzernbilanz auch nur in dem Maße ein latenter Steueranspruch angesetzt, wie die Realisierung dieses Anspruches als wahrscheinlich angesehen wird. Die erwarteten Ergebnisse basieren dabei auf der jeweils zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern. Zum 31. Dezember 2014 ergeben sich auf Verlustvorträge gebildete latente Steuern in Höhe von 285.713 Tausend Euro (Vorjahr: 271.612 Tausend Euro). Von dieser Position entfallen 148.047 Tausend Euro (Vorjahr: 141.425 Tausend Euro) auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und 137.666 Tausend Euro (Vorjahr: 130.187 Tausend Euro) auf Verlustvorträge, die der Gewerbesteuer zugeordnet sind. Weitere Verlustvorträge, für die in der Konzernbilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, betreffen mit 1,4 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und mit 0,9 Milliarden Euro Gewerbesteuer (Vorjahr: 1,6 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und 1,1 Milliarden Euro Gewerbesteuer). Es bestehen wie zum Vorjahresstichtag keine nicht angesetzten Zinsvorträge gemäß § 4h Absatz 1 Satz 2 EStG.

Zum 31. Dezember 2014 bestehen temporäre Outside Basis Differenzen (das Nettoeigenkapital nach IFRS ist höher als die entsprechenden steuerlichen Beteiligungsbuchwerte) in Höhe von circa 29,0 Millionen Euro (Vorjahr: circa 36,6 Millionen Euro). Hierauf wurden mangels im steuerlichen Planungszeitraum erwarteter Umkehrung keine latenten Steuern angesetzt.

20. Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Mobiltelefone/Zubehör 47.079 36.801
Computer/EDV-Produkte 21.395 19.460
SIM-Karten 7.937 9.344
Bundles und Voucher 125 1.101
Sonstiges 3.460 3.096
Gesamt 79.996 69.802

Der Jahresendbestand an Vorräten ist in Höhe von 4.223 Tausend Euro (Vorjahr: 3.668 Tausend Euro) wertberichtigt.

21. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 488.063 501.629
Sonstige nicht-derivate finanzielle Vermögenswerte 25.069 26.462
513.132 528.091
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.843 2.897
Finanzielle Vermögenswerte 515.975 530.988
Sonstige Vermögenswerte 4.701 8.452
Geleistete Anzahlungen 3.216 11.787
Nicht-Finanzielle Vermögenswerte 7.917 20.239
Gesamt 523.892 551.227

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegen Dritte und betreffen überwiegend Forderungen aus Gebührenumsätzen, Geräteverkäufen sowie Festnetz- und Internetdienstleistungen.

Die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte beträgt abzüglich gebildeter Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2014 513.132 Tausend Euro (Vorjahr: 528.091 Tausend Euro). Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Textziffer 34, Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente. Die wesentliche Bedeutung in dieser Klasse haben im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie bestehen größtenteils gegen Endkunden, zu geringeren Teilen gegen Geschäftskunden, Händler und Vertriebspartner. Sonstige Vermögenswerte und geleistete Anzahlungen in Höhe von 10.760 Tausend Euro (Vorjahr: 23.136 Tausend Euro) sind zum 31. Dezember 2014 zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie nicht finanzielle Vermögenswerte.

Die Rechnungsstellung erfolgt im Segment Mobilfunk durch den Konzern selbst. Im Segment Sonstige/Holding werden die Rechnungen teilweise selbst gestellt, im Schmalbandbereich wird das Inkasso der Deutsche Telekom AG (DTAG) in Anspruch genommen.

Soweit Rechnungen gegenüber Endkunden selbst gestellt werden, werden sie ganz überwiegend sofort nach Rechnungsstellung fällig. Die an die DTAG getätigten Einreichungen haben ein Zahlungsziel von 30 Tagen.

Bei nicht wertgeminderten und nicht überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im abgelaufenen Jahr keine Neuverhandlungen über bestehende Forderungen vorgenommen.

Zum 31. Dezember 2014 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 444.464 Tausend Euro (31. Dezember 2013: 463.959 Tausend Euro) weder wertgemindert noch überfällig.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 17.155 Tausend Euro (31. Dezember 2013: 8.087 Tausend Euro) sind überfällig, aber nicht wertgemindert. Diese Forderungen betreffen verschiedene Kunden, die in der Vergangenheit nicht ausgefallen sind.

Die bilanzierten Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte ergeben sich aus den Sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten, den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, den Sonstigen Vermögenswerten sowie den Geleisteten Anzahlungen.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Buchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Konzern verfügt über keine erhaltenen Sicherheiten.

Im Geschäftsjahr entstanden aus dem Verkauf von Forderungen Erträge in Höhe von 384 Tausend Euro (Vorjahr: 1.449 Tausend Euro). Alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesen Forderungen verbunden waren, wurden auf den Käufer übertragen.

Zur Altersstruktur für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir die folgenden Angaben:

In TEUR Buchwert 31.12.2014 Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig
weniger als 90 Tage zwischen 91 und 180 Tagen mehr als 180 Tage
--- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 488.063 422.338 6.518 1.115 7.124
Sonstige nicht-derivate finanzielle Vermögenswerte 25.069 22.126 1.652 253 493
Gesamt 513.132 444.464 8.170 1.368 7.617
In TEUR Buchwert 31.12.2013 Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig
weniger als 90 Tage zwischen 91 und 180 Tagen mehr als 180 Tage
--- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 501.629 438.464 5.535 939 1.272
Sonstige nicht-derivate finanzielle Vermögenswerte 26.462 25.495 308 7 26
Gesamt 528.091 463.959 5.843 946 1.298

Zur Entwicklung der Wertberichtigungen für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir folgende Angaben:

In TEUR
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2013 102.082
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2014 99.061
Netto-Zuführung von Wertberichtigungen -3.021
In TEUR angepasst
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2012 132.645
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2013 102.082
Netto-Zuführung von Wertberichtigungen -30.563

Die zum Bilanzstichtag gebildeten Wertberichtigungen entfielen auf folgende Kategorien von Forderungen:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Pauschalierte Einzelwertberichtigungen nach Zeitbändern
davon auf nicht überfällige Forderungen 2.138 1.278
davon auf seit < 90 Tagen überfällige Forderungen 4.658 5.211
davon auf seit zwischen 90 und 180 Tagen überfällige Forderungen 6.188 6.231
davon auf seit > 180 Tagen überfällige Forderungen 80.087 85.560
93.071 98.280
Einzelwertberichtigungen 5.990 3.802
Gesamt Wertberichtigungen 99.061 102.082

Dabei entfielen zu beiden Stichtagen die pauschalierten Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen Endkunden, während die Einzelwertberichtigungen ganz überwiegend auf Forderungen gegen Geschäftskunden, im Wesentlichen gegen Vertriebspartner, gebildet wurden.

Die nachstehende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einzelwertberichtigungen.

In TEUR 2014 2013
Entwicklung der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Stand zum 1.1. 3.458 4.422
Zugänge Erstkonsolidierung 2.122 88
Zuführung 3.844 484
Inanspruchnahme 1.632 1.193
Auflösung 2.519 343
Stand zum 31.12. 5.273 3.458
Entwicklung der Einzelwertberichtigungen auf sonstige nicht derivate Vermögenswerte
Stand zum 1.1. 344 328
Zugänge Erstkonsolidierung 364 0
Zuführung 9 16
Stand zum 31.12. 717 344
Gesamt Einzelwertberichtigungen 5.990 3.802

22. Flüssige Mittel

Die Zusammensetzung der Flüssigen Mittel stellt sich wie folgt dar:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Bankguthaben, Schecks und Kassenbestand 111.944 110.766
Gesamt 111.944 110.766

Wir geben folgende Überleitung der Flüssigen Mittel zum Finanzmittelfonds gemäß IAS 7, bestehend aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten mit einer ursprünglichen Fälligkeit bis zu drei Monaten:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Bestand an flüssigen Mitteln weitergeführter Geschäftsbereiche 111.944 110.766
Verbindlichkeiten im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition gegenüber Kreditinstituten 0 0
Gesamt 111.944 110.766

23. Laufende Ertragsteueransprüche

Die laufenden Ertragsteueransprüche betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Körperschaftsteuer-Anrechnungsguthaben aus Altjahren.

24. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, aufgegebene Geschäftsbereiche und Verkauf von Tochterunternehmen

Zum 31. Dezember 2014 existieren im Konzern, ebenso wie zum Vorjahresstichtag, keine aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Mit Kaufvertrag vom 3. Dezember 2012 und Wirkung zum 31. Dezember 2012 hatte der Konzern seine 100-prozentige Beteiligung an der 4Players GmbH, Hamburg („4Players“) an die Computec Media AG, Fürth, veräußert. 4Players betrieb im Wesentlichen redaktionelle Spielewebsites und erbrachte Server-Dienstleistungen. Als Kaufpreis, der keinen nachträglichen Anpassungen unterliegt, wurden 400 Tausend Euro vereinbart, wovon in den Geschäftsjahren 2012,2013 und 2014 jeweils 100 Tausend Euro zahlungswirksam flossen. Die restlichen 100 Tausend Euro werden 2015 zahlungswirksam vereinnahmt werden. Die Entkonsolidierung der 4Players war bereits zum 31. Dezember 2012 erfolgt. Mit Kaufvertrag vom 4. Dezember 2012 und Wirkung zum 1. Januar 2013 veräußerte der Konzern seine 100-prozentige Beteiligung an der freeXmedia GmbH, Hamburg („freeXmedia“) an die Media Ventures GmbH, Köln. freeXmedia konzentrierte sich in der Online-Vermarktung auf die Themenschwerpunkte Automotive, Digital Entertainment, Sport und Active Living sowie das General Interest Portal freenet.de und Social Media. Als Kaufpreis, der keinen nachträglichen Anpassungen unterliegt, wurden 4.080 Tausend Euro vereinbart, wovon im Geschäftsjahr 2012 500 Tausend Euro zahlungswirksam flossen. Im Geschäftsjahr 2013 flossen dem Konzern 1.040 Tausend Euro zu und 1.000 Tausend Euro wurden zahlungsunwirksam mit Verbindlichkeiten gegenüber der Käuferin verrechnet. Im Geschäftsjahr 2014 wurden weitere 540 Tausend Euro vereinnahmt und 1.000 Tausend Euro zahlungsunwirksam verrechnet. Die Entkonsolidierung der freeXmedia erfolgte zum 1. Januar 2013.

Die Veräußerungen der 4Players sowie der freeXmedia erfolgten im Wege der Fortsetzung der strategischen Portfoliobereinigung und Konzentration auf unser Kerngeschäftsfelder Mobilfunk/mobiles Internet in Verbindung mit Digital Lifestyle.

25. Eigenkapital

Zu den folgenden Ziffern verweisen wir auch auf die Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals.

25.1 Grundkapital

Das begebene Grundkapital der Gesellschaft beträgt 128.061 Tausend Euro. Das Grundkapital ist eingeteilt in 128.061.016 auf den Namen lautende Stückaktien zu einem kalkulatorischen Nennwert von 1,00 Euro. Das gesamte Grundkapital ist voll erbracht. Alle Aktien sind mit gleichen Rechten ausgestattet. 50.000 Stück dieser Aktien werden von der mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig, gehalten, deren Anteile wiederum die Gesellschaft zu 100 Prozent hält. Die eigenen Anteile wurden mit ihren Anschaffungskosten von 50 Tausend Euro von der Kapitalrücklage abgesetzt.

Der Vorstand ist durch die Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG dazu ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung am 13. Mai 2014 bestehenden Grundkapitals oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 12. Mai 2019.

In Ergänzung der Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG darf der Vorstand zusätzlich Eigenkapitalderivate einsetzen, um eigene Aktien zu erwerben. Dadurch wird das Volumen an Aktien, das insgesamt erworben werden darf, nicht erhöht; es wird lediglich eine weitere Handlungsalternative zum Erwerb eigener Aktien eröffnet.

Der vollständige Wortlaut dieser Ermächtigungsbeschlüsse ist unter den Tagesordnungspunkten 6 und 7 der Einladung zur Hauptversammlung 2014 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

25.2 Kapitalrücklage

Wesentliche Bestandteile der zum 31. Dezember 2014 ausgewiesenen Kapitalrücklage stammen aus der Kapitalerhöhung in 2008 aufgrund des Erwerbs der debitel-Gruppe (349,8 Mio. Euro) sowie aus der in 2007 wirksam gewordenen Verschmelzung der mobilcom AG sowie der freenet.de AG auf die freenet AG und dem damit im Zusammenhang stehenden Erwerb der Minderheitenanteile an der ehemaligen freenet.de AG (134,7 Millionen Euro).

25.3 Konzernbilanzergebnis

Das Konzernbilanzergebnis für das Geschäftsjahr 2014 setzt sich aus den auf die Aktionäre der freenet AG entfallenden kumulierten Konzernergebnissen, gemindert um die Dividendenauszahlungen, zusammen. In 2014 wurde für das Geschäftsjahr 2013 eine Dividende von 1,45 Euro je Stückaktie, insgesamt somit 185,6 Millionen Euro, ausgezahlt. Im Geschäftsjahr 2013 war das Konzernbilanzergebnis zusätzlich durch die Einbuchung einer Verbindlichkeit aus einer Put-Option auf den Erwerb der Restanteile an der MOTION TM um 7,6 Millionen Euro gemindert sowie aufgrund des erfolgten Restanteilserwerbs an der MFE Energie GmbH um 0,4 Millionen Euro erhöht worden.

25.4 Genehmigtes Kapital

Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Mai 2013 war ein neues genehmigtes Kapital (Genehmigtes Kapital 2013) geschaffen worden. Danach ist der Vorstand bis zum 6. Juni 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 12,8 Millionen Euro zu erhöhen. Der vollständige Wortlaut der Ermächtigung des Vorstands ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der Einladung zur Hauptversammlung 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

25.5 Bedingtes Kapital

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 13. Mai 2014 ist das Kapital der Gesellschaft um bis zu 12,8 Millionen Euro durch Ausgabe von bis zu 12.800.000 neuen auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von Euro 1,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2014). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 unter Tagesordnungspunkt 8, lit A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- beziehungsweise Optionsrecht oder ein Aktienlieferungsrecht der Gesellschaft auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungs- oder Optionspflicht bestimmen.

Der Ausgabebetrag für die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien richtet sich nach den in § 4 Abs. 8 der Satzung genannten Regelungen. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur soweit durchzuführen, wie von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder einem Aktienlieferungsrecht Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung oder Optionsausübung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung oder Optionsausübung erfüllen und soweit nicht eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden oder durch die Gesellschaft ein Barausgleich erfolgt. Die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Das vor dem genannten Hauptversammlungsbeschluss vom 13. Mai 2014 bestehende Bedingte Kapital 2009 wurde aufgehoben.

26. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

Im Konzern bestehen folgende Mitarbeiterbeteiligungsprogramme:

Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG,
LTIP-Programm der freenet AG.

26.1 Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

Im Geschäftsjahr 2006 hatte die freenet AG ein so genanntes Aktienwertsteigerungsprogramm durch Ausgabe von insgesamt 5.145.000 Aktienwertsteigerungsrechten (AWRs) an Führungskräfte, einschließlich der damaligen Mitglieder des Vorstands, eingeführt („Programm 1“). Im Geschäftsjahr 2008 waren in zwei weiteren Programmen AWRs ausgegeben worden: in einem Programm 2 waren zum 1. April 2008 720.000 AWRs an Führungskräfte ausgegeben worden; zum 30. September 2008 waren Herrn Joachim Preisig anlässlich seiner Bestellung zum Vorstand der freenet AG 400.000 AWRs gewährt worden (Programm 3). Im Geschäftsjahr 2009 waren an Herrn Christoph Vilanek zum 1. Mai 2009 anlässlich seiner Bestellung zum Vorstand der free-net AG 400.000 AWRs ausgegeben worden (Programm 4). Im Geschäftsjahr 2011 war mit Wirkung zum 1. Januar 2011 die Laufzeit der noch bestehenden 300.000 AWRs, die Herrn Stephan Esch im Rahmen von Programm 1 gewährt worden waren, bis zum 31. Dezember 2014 verlängert worden. Für eine einfachere Darstellung waren diese AWRs vom Programm 1 in ein separates Programm 5 umgegliedert worden.

Bereits zum 31. Dezember 2012 waren alle Stücke aus den Programmen 1,3, 4 und 5 entweder ausgeübt, abgegangen oder verfallen, so dass nur Aktienwertsteigerungsrechte aus dem Programm 2 bestanden. Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf das Programm 2.

Das Programm sah keine Berechtigung zum Bezug von Aktien vor, sondern eine Barzahlung je AWR in Höhe der Differenz des Ausübungskurses und einem Basiswert, wobei der Ausübungskurs in den einzelnen Tranchen des Programms jeweils nach oben hin durch einen Cap begrenzt war. Der Ausübungskurs stellte den durchschnittlichen Aktienkurs der Gesellschaft der letzten 30 Börsenhandelstage vor der Ausübung dar. Die jeweilige Höhe des Caps und des Basiswertes je Tranche ergeben sich aus untenstehender Tabelle.

Der Wert von Ausschüttungen an die Aktionäre und sonstiger Vorteile für die Aktionäre wurde jeweils nach anerkannten Methoden für den Total-Shareholder-Return-Ansatz vom Basiswert abgezogen. Vorbehaltlich des Fortbestehens des Anstellungsverhältnisses endete für das Programm die Wartezeit für jeweils 20 Prozent der einem Berechtigten zustehenden AWRs am 1. April eines jeden Jahres beginnend mit dem 1. April 2009 für die erste Tranche, sofern bestimmte Erfolgsziele erreicht wurden.

Für die erste Tranche des Programms war Erfolgsziel, dass der Börsenkurs der Aktie der Gesellschaft den Basiswert (unter Berücksichtigung des Total-Shareholder-Return-Ansatzes) zumindest einmal im Zeitraum beginnend unmittelbar mit dem Ablauf der Wartezeit der jeweiligen AWRs und endend mit dem Ablauf der Laufzeit des Programms (am 1. April 2014) um mindestens 10 Prozent übersteigt. Für die AWRs der Tranchen 2 bis 5 erhöhte sich der Prozentsatz um jeweils 10 Prozentpunkte pro Tranche, bis auf 50 Prozent Anstieg in Bezug auf den Basiswert für die Tranche 5.

Der Zeitraum, beginnend 31 Börsenhandelstage an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main nach dem Ablauf der ersten ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft nach dem Ende der jeweiligen Wartezeit bis zum Ende der Laufzeit, war der jeweilige Ausübungszeitraum.

Einzelheiten zur Entwicklung der AWRs im Verlaufe des Geschäftsjahrs 2014 sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Programm 2 Basiswert

EUR
Erfolgsziel

EUR
Cap

EUR
Laufzeit bis Bestand AWRs 31.12.2013 Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Verfall
Tranche 1 7,78 8,56 21,00 1.4. 2014 3.000 0 0 0 3.000
Tranche 2 7,78 9,34 21,00 1.4. 2014 4.000 0 1.000 0 3.000
Tranche 3 7,78 10,11 21,00 1.4. 2014 8.000 0 5.000 0 3.000
Tranche 4 7,78 10,89 21,00 1.4. 2014 8.500 0 5.500 0 3.000
Tranche 5 7,78 11,67 21,00 1.4. 2014 13.000 0 10.000 0 3.000
Gesamt 36.500 0 2 1.500 0 15.000
Programm 2 Bestand AWRs 31.12.2014 Rückstellung 31.12.2014

in TEUR
Tranche 1 0
Tranche 2 0
Tranche 3 0
Tranche 4 0
Tranche 5 0
Gesamt 0 0

Am 31. Dezember 2014 war mit dem Programm 2 auch das letzte der oben genannten fünf Aktienwertsteigerungsprogramme aufgrund Zeitablaufs beendet, so dass keine Verpflichtungen aus Aktienwertsteigerungsprogrammen mehr bestanden. Es resultierte aus dem Programm 2 im Geschäftsjahr 2014 eine Minderung des Personalaufwand in Höhe von 199 Tausend Euro: zum 31. Dezember 2013 vorhandenen Rückstellungen in Höhe von 483 Tausend Euro standen Auszahlungen in Höhe von 284 Tausend Euro gegenüber. Die in 2014 aufgrund der Ausübungen geleisteten Auszahlungen erfolgten zu einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 21,00 Euro.

In 2014 kam es zu keinen Neugewährungen von AWRs.

26.2 LTIP-Programm der freenet AG

26.2.1 Programm 1

Im Geschäftsjahr 2011 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die langfristige variable Gehaltsbestandteile (sogenannte „LTIP“) gewähren. Im Folgenden wird das in 2011 gewährte Programm als „Programm 1“ bezeichnet. Zusätzlich zur jährlichen Zielvereinbarung wurde eine auf vier Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen, die das Konzern-EBITDA der nächsten vier Geschäftsjahre auf Grundlage des Business Plans, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011, zum Zielparameter erklärt. Bei Akquisitionen, die durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden, werden die Ergebnisziele am Ausgabedatum der neuen Aktien proportional zum effektiven Nettoverwässerungseffekt angepasst. Für diese Vergütungskomponente wurde im Dienstvertrag pro Berechtigtem ein Basisbetrag festgelegt, der nach Maßgabe der Zielerreichung je Geschäftsjahr wie nachfolgend beschrieben in ein virtuelles Konto für das jeweilige Vorstandsmitglied als Positiv- oder Negativbetrag eingebucht und in jährlichen Staffeln, je nach weiterer Wertentwicklung, bei Ausweis eines Guthabens ausgezahlt wird. Für die Berechtigten wurden Basisbeträge von in Summe 590 Tausend Euro pro Geschäftsjahr festgelegt.

Wird das jeweils festgesetzte Konzern-EBITDA für ein Geschäftsjahr erreicht, so werden 100 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Wird das für 120 Prozent Zielerreichung festgeschriebene Konzern-EBITDA erreicht, so werden 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Auch eine Überschreitung des 120 Prozent-Zielwerts führt stets nur zur Einstellung von 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto. Bei einer Zielerreichung zwischen dem festgeschriebenen 90 Prozent-Zielwert und 100 Prozent des festgesetzten Konzern-EBITDAs wird ein linear niedrigerer Prozentsatz des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt; wird nur der 90 Prozent-Zielwert erreicht, so wird dem virtuellen Konto für das betreffende Geschäftsjahr nichts gutgeschrieben. Bei einem unter dem 90 Prozent-Zielwert liegenden Konzern-EBITDA wird in das virtuelle Konto ein Negativbetrag von bis zu maximal 200 Prozent des Basisbetrags (bei Erreichung des 80 Prozent-Zielwerts oder weniger) eingestellt. Der jeweilige auf dem virtuellen Konto stehende Betrag wird in virtuelle Aktien umgerechnet. Grundlage dafür ist der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Billigung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr. Beginnend mit Ablauf des zweiten Geschäftsjahres nach Einführung dieser Vergütungskomponente, jeweils nach der Einstellung eines (Positiv- oder Negativ-) Betrags für das abgelaufene Geschäftsjahr in das virtuelle Konto, kommen 25 Prozent des Kontobestands jährlich zur Auszahlung, sofern das Konto ein Guthaben ausweist. Zu diesem Zweck wird der jeweilige Kontobestand an virtuellen Aktien wiederum auf der Grundlage des durchschnittlichen Xetra-Schlusskurses der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Billigung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr in bar umgerechnet. Dabei wird die Aktienkursentwicklung nur bis zu einem Aktienkurs von 25,00 Euro (Cap) berücksichtigt. Bei der Umrechnung in virtuelle Aktien sind Dividendenzahlungen sowie Umstände, für die bei marktgängigen vom Aktienwert abhängigen Finanzinstrumenten Verwässerungsschutzbestimmungen zur Anwendung kommen, einzurechnen. Befindet sich das virtuelle Konto zu einem Auszahlungszeitpunkt im Minus, erhält das Vorstandsmitglied erst dann (wieder) eine Auszahlung, wenn der Negativbetrag durch das Erreichen entsprechender Zielparameter für das oder die Folgejahre wieder ausgeglichen wurde.

Die Verpflichtung aus dem LTIP-Programm wurde nach IFRS 2 anhand eines anerkannten Bewertungsmodells zum beizulegenden Zeitwert ermittelt. Als wesentliche Parameter gehen in dieses Bewertungsmodell der Aktienkurs der freenet AG zum Bilanzstichtag, die Schätzung des Zielerreichungsgrades für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr, die Schätzung zukünftiger Aktienkurse, aus beiden vorgenannten Schätzungen abgeleitet die Schätzung künftiger Auszahlungen aus den virtuellen Konten sowie die Schätzung des Diskontierungszinssatzes ein.

Die Entwicklung der Bestände auf den virtuellen Konten pro Vorstand ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Programm 1 Bestand virtuelle Aktien 31.12.2013 Zuführung Abgang durch Auszahlung Bestand virtuelle Aktien 31.12.2014 Rückstellung 31.12.2014

in TEUR
Christoph Vilanek 62.878 24.824 87.702 0 0
Joachim Preisig 41.919 16.549 14.617 43.851 1.551
Stephan Esch 18.863 7.448 6.578 19.733 698
Gesamt 123.660 48.821 108.897 63.584 2.249

Die für 2013 festgestellte Ist-Zielerreichung beträgt 120 Prozent, so dass 200 Prozent des Basisbetrages, entsprechend insgesamt 1.180 Tausend Euro, für die Mitglieder des Vorstands zur Einstellung in die virtuellen Konten herangezogen wurden. Nach der Billigung des Konzernabschlusses 2013 erfolgte die Umrechnung in virtuelle Aktien für das Geschäftsjahr 2013 zu einem durchschnittlichen Aktienkurs von 24,17 Euro, so dass insgesamt 48.821 virtuelle Aktien in die virtuellen Konten eingestellt wurden. Die Auszahlungen aus dem Programm 1 in 2014 führten für Herrn Vilanek zu einem Zahlbetrag von 2.280 Tausend Euro, für Herrn Preisig zu einem Zahlbetrag von 391 Tausend Euro sowie für Herrn Esch zu einem Zahlbetrag von 176 Tausend Euro. Für Herrn Vilanek war zu berücksichtigen, dass bei dieser Auszahlung seine gesamten virtuellen Aktien des Programms 1 ausgezahlt wurden und mit dieser Auszahlung in 2014 das Programm 1 für Herrn Vilanek endete. Für Herrn Preisig und Herrn Esch wird das Programm 1 in 2015 enden durch Auszahlung der gesamten dann aufgelaufenen Bestände an virtuellen Aktien, nachdem vorher noch virtuelle Aktien für das Geschäftsjahr 2014 eingestellt werden. Dabei wird die Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 120 Prozent betragen.

Es resultiert aus dem Programm 1 im Geschäftsjahr 2014 ein Personalaufwand in Höhe von 1.451 Tausend Euro, sich zusammensetzend aus Auszahlungen in Höhe von 2.847 Tausend Euro abzüglich der Verringerung der Rückstellung gegenüber dem 31. Dezember 2013 um 1.396 Tausend Euro auf 2.249 Tausend Euro.

26.2.2 Programm 2

Am 26. Februar 2014 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die neue LTIP gewähren (im Folgenden als „Programm 2“) bezeichnet.

Es wurde, wiederum zusätzlich zur jährlichen Zielvereinbarung, eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen, die das EBITDA der Geschäftsjahre 2014 bis 2018 (für Herrn Vilanek) bzw. das EBITDA der Geschäftsjahre 2015 bis 2019 (für Herrn Preisig und Herrn Esch) zum Zielparameter erklärt. Bei Akquisitionen, die durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden, werden die Ergebnisziele am Ausgabedatum der neuen Aktien proportional zum effektiven Nettoverwässerungseffekt angepasst. Für diese Vergütungskomponente wurde im Dienstvertrag pro Berechtigtem ein Basisbetrag festgelegt, der nach Maßgabe der Zielerreichung je Geschäftsjahr wie nachfolgend beschrieben in ein virtuelles Konto für das jeweilige Vorstandsmitglied als Positiv- oder Negativbetrag eingebucht und in jährlichen Staffeln, je nach weiterer Wertentwicklung, bei Ausweis eines Guthabens ausgezahlt wird. Für die Berechtigten wurden Basisbeträge von in Summe 1.050 Tausend Euro pro Geschäftsjahr festgelegt.

Wird das jeweils festgesetzte Konzern-EBITDA für ein Geschäftsjahr erreicht, so werden 100 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Wird das für 120 Prozent Zielerreichung festgeschriebene Konzern-EBITDA erreicht, so werden 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Auch eine Überschreitung des 120 Prozent-Zielwerts führt grundsätzlich nur zur Einstellung von 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto. Bei der Feststellung der jeweiligen Zielerreichung ist der Aufsichtsrat berechtigt, außerordentliche Leistungen und Erfolge durch Ansatz eines fiktiven Konzern-EBITDA-Betrags zu honorieren. Wird durch einen solchen Ansatz der Zielerreichungsgrad von 120 Prozent rechnerisch übertroffen, so kann der Aufsichtsrat auch einen höheren Zielerreichungsgrad festsetzen, allerdings dürfen maximal 300 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt werden. Bei einer Zielerreichung zwischen dem festgeschriebenen 90 Prozent-Zielwert und 100 Prozent des festgesetzten Konzern-EBITDAs wird ein linear niedrigerer Prozentsatz des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt; wird nur der 90 Prozent-Zielwert erreicht, so wird dem virtuellen Konto für das betreffende Geschäftsjahr nichts gutgeschrieben. Bei einem unter dem 90 Prozent-Zielwert liegenden Konzern-EBITDA wird in das virtuelle Konto ein Negativbetrag von bis zu maximal 200 Prozent des Basisbetrags (bei Erreichung des 80 Prozent-Zielwerts oder weniger) eingestellt. Zum Zwecke der Einbuchung der (positiven oder negativen) Anzahl von virtuellen Aktien in das virtuelle Konto werden im LTIP-Konto Unterkonten errichtet, die die jeweilige Bezeichnung des Geschäftsjahres tragen, für das die Einbuchungszahl ermittelt worden ist.

Der jeweilige auf dem virtuellen Konto stehende Betrag (genannt der „Zuteilungsbetrag“ als Produkt aus Basisbetrag und Basisbetragsmultiplikator) wird in virtuelle Aktien umgerechnet. Grundlage dafür ist als maßgeblicher Aktienkurs der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr. Beginnend mit Ablauf des zweiten durch das Programm begünstigten Geschäftsjahres (für Herrn Vilanek damit beginnend im Geschäftsjahr 2016, für die Herren Preisig und Esch beginnend im Geschäftsjahr 2017), jeweils nach der Einstellung eines (Positiv- oder Negativ-) Betrags für das abgelaufene Geschäftsjahr in das virtuelle Konto, hat der Begünstigte jährlich in einem Zeitfenster von drei Monaten ab dem Tage, der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses liegt, Anspruch auf Auszahlung von 25 Prozent des Kontobestands, sofern das Konto ein Guthaben ausweist. Zu diesem Zweck wird der jeweilige Kontobestand an virtuellen Aktien wiederum auf der Grundlage des durchschnittlichen Xetra-Schlusskurses der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr in bar umgerechnet. Dabei wird die Aktienkursentwicklung nur bis zu einem Aktienkurs von 50,00 Euro (Cap) berücksichtigt. Ungeachtet dessen ist der Bruttobetrag der Auszahlung in jedem Geschäftsjahr zusätzlich wie folgt begrenzt: der maximale Bruttobetrag der Auszahlung je Geschäftsjahr entspricht der Summe von je 25 Prozent von 500 Prozent der Anzahl der virtuellen Aktien im jeweiligen Unterkonto, diese multipliziert mit dem maßgeblichen Aktienkurs, der der Ermittlung des Zuteilungsbetrags bei Einbuchung in das jeweilige Unterkonto zugrunde lag.

Bei der Umrechnung in virtuelle Aktien sind Dividendenzahlungen sowie Umstände, für die bei marktgängigen vom Aktienwert abhängigen Finanzinstrumenten Verwässerungsschutzbestimmungen zur Anwendung kommen, einzurechnen. Befindet sich das virtuelle Konto zu einem Auszahlungszeitpunkt im Minus, erhält das Vorstandsmitglied erst dann (wieder) eine Auszahlung, wenn der Negativbetrag durch das Erreichen entsprechender Zielparameter für das oder die Folgejahre wieder ausgeglichen wurde.

Die Verpflichtung aus dem LTIP-Programm wurde nach IFRS 2 anhand eines anerkannten Bewertungsmodells zum beizulegenden Zeitwert ermittelt. Als wesentliche Parameter gehen in dieses Bewertungsmodell der Aktienkurs der freenet AG zum Bilanzstichtag, die Schätzung des Zielerreichungsgrades für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr, die Schätzung zukünftiger Aktienkurse, aus beiden vorgenannten Schätzungen abgeleitet die Schätzung künftiger Auszahlungen aus den virtuellen Konten sowie die Schätzung des Diskontierungszinssatzes ein.

Die Entwicklung der Bestände auf den virtuellen Konten pro Vorstand für das Programm 2 ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Programm 2 Bestand virtuelle Aktien 31.12.2013 Zuführung Abgang durch Auszahlung Bestand virtuelle Aktien 31.12.2014 Rückstellung 31.12.2014

in TEUR
Christoph Vilanek 0 0 0 0 1.205
Joachim Preisig 0 0 0 0 514
Stephan Esch 0 0 0 0 342
Gesamt 0 0 0 0 2.061

Die Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 wird 120 Prozent betragen.

Es resultiert aus dem Programm 2 im Geschäftsjahr 2014 ein Personalaufwand in Höhe von 2.061 Tausend Euro. Da es aus diesem Programm noch keine Auszahlungen gab, beträgt auch die zum 31. Dezember 2014 gebildete Rückstellung 2.061 Tausend Euro.

Aufwendungen wurden dabei in 2014 nicht nur für Herrn Vilanek erfasst, dessen erstes Zielerreichungsjahr für das Programm 2 das Jahr 2014 ist. Auch für Herrn Preisig und Herrn Esch wurden für das Programm 2 in 2014 bereits Aufwendungen erfasst, obwohl deren erstes Zielerreichungsjahr 2015 ist. Dies geschah im Einklang mit der sogenannten „Graded vesting Methode“, nach der der Personalaufwand ab dem Zeitpunkt der Gewährung eines Programms, hier also ab dem 26. Februar 2014, entsteht.

27. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 370.471 401.970
Erhaltene Anzahlungen 66.148 68.116
Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 96.521 111.298
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 162.669 179.414
Gesamt 533.140 581.384

Für Zwecke der vorstehenden Übersicht ist die Bilanzposition „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“ in erhaltene Anzahlungen sowie sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen aufgegliedert worden. Zum 31. Dezember 2014 bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vergleiche hierzu Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

Die Verbindlichkeiten sind zu 494.249 Tausend Euro (Vorjahr: 515.490 Tausend Euro) innerhalb der nächsten 12 Monate fällig. Verbindlichkeiten im Betrag von 30.361 Tausend Euro (Vorjahr: 57.882 Tausend Euro) haben eine Fälligkeit, die zwischen einem Jahr und fünf Jahren liegt; in Höhe von 8.530 Tausend Euro (Vorjahr: 8.012 Tausend Euro) werden die Verbindlichkeiten nach über fünf Jahren fällig. Die erhaltenen Anzahlungen werden in der Bilanz innerhalb der Übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen.

Für die langfristigen übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen entspricht der Marktwert aufgrund der vorgenommenen Abzinsung annähernd dem bilanzierten Buchwert.

Der Teil der Verbindlichkeiten, der in den Klassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der nicht-derivativen finanziellen übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen wird, ist mit 419.647 Tausend Euro (Vorjahr: 445.488 Tausend Euro) innerhalb eines Jahres, mit 30.361 Tausend Euro (Vorjahr: 57.882 Tausend Euro) zwischen einem und fünf Jahren sowie zu 8.530 Tausend Euro (Vorjahr: 8.012 Tausend Euro) nach mehr als fünf Jahren nach dem Bilanzstichtag fällig.

28. Laufende Ertragsteuerschulden

In den laufenden Ertragsteuerschulden sind im Wesentlichen erwartete Steuernachzahlungen für abgelaufene Geschäftsjahre aus Körperschaft- und Gewerbesteuer enthalten.

29. Finanzschulden

Die Finanzschulden strukturieren sich wie folgt:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Langfristig
Verbindlichkeiten aus Unternehmensanleihen 398.515 397.483
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 119.526 119.680
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 182 255
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 0 181
Gesamt 518.223 517.599
Kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Unternehmensanleihen 19.911 19.911
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 115 139
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 126 131
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 181 232
Gesamt 27.333 20.413

Die zum 31. Dezember 2014 im Konzern ausgewiesenen langfristigen Finanzschulden entfallen in Höhe von 398,5 Millionen Euro (Vorjahr: 397,5 Millionen Euro) auf die im April 2011 zum Nominalwert von 400,0 Millionen Euro begebene Unternehmensanleihe, welche eine Laufzeit von fünf Jahren aufweist. Der Differenzbetrag zwischen dem Nominalwert und dem Buchwert in Höhe von 1,5 Millionen Euro resultiert aus den anlässlich der Begebung der Anleihe angefallenen Einmalgebühren, die (erstmals zum 31. Dezember 2012 in Höhe von 3,5 Millionen Euro) von den Finanzschulden abgesetzt und über die Laufzeit der Anleihe unter Anwendung der Effektivzinsmethode aufgezinst werden. Das im Dezember 2012 im Nominalbetrag von 120,0 Millionen Euro aufgenommene Schuldscheindarlehen wird, abzüglich Einmalkosten von 0,5 Millionen Euro (Vorjahr: 0,3 Millionen Euro) am 31. Dezember 2014 mit 119,5 Millionen Euro in den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen. Bei dem Schuldscheindarlehen handelt es sich um ein endfälliges Finanzierungsinstrument, welches ursprünglich in eine fünfjährige fixe Tranche über 44,5 Millionen Euro, eine siebenjährige fixe Tranche über 19,5 Millionen Euro sowie eine fünfjährige variable Tranche über 56,0 Millionen Euro aufgeteilt ist. Die variable Tranche konnte im Geschäftsjahr aufgrund des verbesserten Marktumfelds umgeschichtet werden. Die Marge wurde für einen Teil in Höhe von 55,0 Millionen Euro um einen Prozentpunkt gesenkt. Gleichzeitig wurde für 45,0 Millionen Euro aus dieser Tranche die Laufzeit von fünf auf sieben Jahre verlängert.

Die zum 31. Dezember 2014 als kurzfristig eingeordneten Finanzschulden entfallen zu 19,9 Millionen Euro (Vorjahr: 19,9 Millionen Euro) auf die aufgelaufenen, im abgelaufenen Geschäftsjahr noch nicht zahlungswirksam gewordenen Zinsen auf die Unternehmensanleihe. Die revolvierende Kreditlinie in Höhe von maximal 300,0 Millionen Euro wurde zum Bilanzstichtag ebenso wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen.

Saldiert mit den Flüssigen Mitteln werden im Konzern zum 31. Dezember 2014 Netto-Finanzschulden in Höhe von 426,6 Millionen Euro (Vorjahr: 427,2 Millionen Euro) ausgewiesen.

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Finanzierungsleasingverbindlichkeiten betreffen einen Mietkaufvertrag über diverse Hardware und Software zur Ausstattung unserer Shopkette.

Die Buchwerte des Anlagevermögens aus Finanzierungsleasing betragen zum 31. Dezember 2014 74 Tausend Euro (Vorjahr: 172 Tausend Euro) für Software und 95 Tausend Euro (Vorjahr: 223 Tausend Euro) für EDV-Hardware.

Die Mindestleasingzahlungen werden wie folgt fällig:

In TEUR 2014 2013
Innerhalb eines Jahres 184 245
Zwischen einem und fünf Jahren 0 184
Über fünf Jahre 0 0
184 429
Zinsanteile der zukünftigen Leasingraten
Innerhalb eines Jahres -3 -13
Zwischen einem und fünf Jahren 0 -3
Über fünf Jahre 0 0
Barwerte der Gesamtverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 181 413

Die Fälligkeiten der Gesamtverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing stellen sich wie folgt dar:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Innerhalb eines Jahres 181 232
Zwischen einem und fünf Jahren 0 181
Über fünf Jahre 0 0
Gesamt 181 413

Der Bilanzwert entspricht dem Barwert der vertraglichen Mindestleasingzahlungen. Der für die Bilanzierung der daraus resultierenden Finanzierungsleasingverbindlichkeiten zu Grunde gelegte Zinssatz beträgt 4,3 Prozent.

30. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Die Versorgungsverpflichtungen beruhen auf mittelbaren sowie unmittelbaren Versorgungszusagen. Als Versorgungsleistung ist jeweils die Zahlung einer lebenslangen Altersrente nach Vollendung des 60. beziehungsweise des 65. Lebensjahres sowie eine Hinterbliebenenleistung vorgesehen. Die Finanzierung der Versorgungsleistungen erfolgt teilweise durch eine rückgedeckte Unterstützungskasse. Alle Pensionszusagen werden grundsätzlich nach der Gehaltshöhe und der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit festgelegt.

Der Rückstellungsbetrag in der Konzernbilanz ermittelt sich wie folgt:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 17.461 9.920
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 47.529 38.751
Zwischensumme Barwert der Verpflichtungen 64.990 48.671
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -5.644 -4.302
Bilanzierte Rückstellung 59.346 44.369

Eine Erfüllung dieser Verpflichtungen wird langfristig erwartet.

Die Entwicklung des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht-fondsfinanzierten Verpflichtungen geht aus der folgenden Tabelle hervor:

In TEUR 2014 2013
Stand 1.1. 48.671 48.880
Laufender Dienstzeitaufwand 613 646
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 2.136 0
Bruttozinsaufwand 1.452 1.446
Beiträge durch Arbeitnehmer 26 28
Versicherungsmathematische Verluste
davon auf von erfahrungsbedingten Änderungen 45 95
davon aufgrund von Änderungen demografischer Parameter 0 0
davon aufgrund von Änderungen finanzieller Parameter 12.942 -1.289
Zwischensumme versicherungsmathematischer Verluste 12.987 -1.194
Geleistete Zahlungen -895 -1.135
Stand 31.12. 64.990 48.671

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand entstand in 2014 als Folge der rückwirkenden Anpassung der Pensionszusagen an die Mitglieder des Vorstands.

Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Leistungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2014 für das freenet Programm 28,4 Jahre (Vorjahr: 28,3 Jahre) sowie für die debitel-Programme 18,9 Jahre (Vorjahr: 18,0 Jahre).

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:

In TEUR 2014 2013 2012 2011 2010
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 17.461 9.920 9.777 5.768 4.642
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 47.529 38.751 39.103 29.154 27.187
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -5.644 -4.302 -3.894 -3.017 -2.294
Fehlbetrag des Plans 59.346 44.369 44.986 31.905 29.535
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans 45 95 35 25 9
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte des Plans 512 -383 51 -21 230

Das Planvermögen besteht aus mehreren von der hierfür eingerichteten Unterstützungskasse abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert von insgesamt 5.644 Tausend Euro (31. Dezember 2013: 4.302 Tausend Euro) und ist in Aktienfondsanteilen beziehungsweise Aktien, für die jeweils ein aktiver Markt besteht, angelegt. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

In TEUR 2014 2013
Stand 1.1. 4.302 3.894
Verzinsung des Planvermögens (über GuV, mit typisiertem Zins) 138 126
Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Ertrag aus Planvermögen (über das sonstige Ergebnis erfasst) 512 -383
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 692 665
Stand 31.12. 5.644 4.302

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 650 Tausend Euro (2013: -257 Tausend Euro) und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungs-mathematischen Gewinnen beziehungsweise Verlusten.

Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet die freenet Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 664 Tausend Euro sowie Auszahlungen für Renten in Höhe von 775 Tausend Euro.

Die als Rückstellung in der Bilanz erfassten Beträge haben sich wie folgt entwickelt:

In TEUR 2014 2013
Stand 1.1. 44.369 44.986
Laufender Dienstzeitaufwand 613 646
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 2.136 0
Nettozinsaufwand 1.314 1.320
Zwischensumme in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand 4.063 1.966
Umbewertungen
Erfahrungsbedingte Gewinne (-)/Verluste (+) 45 95
Gewinne (-)/Verluste (+) aufgrund von Änderungen demografischer Parameter 0 0
Gewinne (-)/(Verluste (+) aufgrund von Änderungen finanzieller Parameter 12.942 -1.289
Erträge (-)/Aufwendungen (+) aus Planvermögen, die nicht bereits im Zinsergebnis enthalten sind -512 383
Zwischensumme Umbewertungen, über das sonstige Ergebnis erfasst 12.475 -811
Geleistete Zahlungen -895 -1.135
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen -692 -665
Beiträge durch Arbeitnehmer 26 28
Stand 31.12. 59.346 44.369

Die folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurden getroffen:

In Prozent 31.12.2014 31.12.2013
Abzinsungssatz 1,90 3,00
Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm debitel) 1,50 1,50
Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm freenet) 0,00 0,00
Zukünftige Rentensteigerungen (Programm debitel) 1,50 1,50
Zukünftige Rentensteigerungen (Programm freenet) 1,50 1,50

Als biometrische Grundlagen wurden die Richttafeln RT 2005G von Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Die Sensitivitäten des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen wurden auf Basis der versicherungsmathematischen Gutachten berechnet. Hierzumachen wir die folgenden Angaben.

In TEUR Veränderung des Barwerts der Verpflichtungen
Anstieg Rückgang
--- --- ---
Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte 11.926
Verringerung des Abzinsungssatzes um 1,0 Prozentpunkte 16.034
Erhöhung der zukünftigen Gehaltssteigerungen um 0,5 Prozentpunkte 1.046
Erhöhung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte 1.431
Verringerung der zukünftigen Rentensteigerungen um 0,25 Prozentpunkte 1.361
Lebenserwartung: Altersverschiebung + 2 Jahre 3.080

31. Andere Rückstellungen

Eine Aufgliederung über die Entwicklung der Buchwerte der Rückstellungen ergibt sich aus folgender Übersicht:

In TEUR 1.1.2014 Zugänge Erstkonsoli-

dierung
Verbrauch Auflösung Aufzinsung Zuführung Umgliederung 31.12.2014
Drohende Verluste 12.808 0 1.826 4.032 89 1.999 0 9.038
Rechtsstreitigkeiten 7.718 0 588 1.108 0 1.533 0 7.555
Rückbauverpflichtungen 2.464 388 56 14 34 485 0 3.301
Mitarbeiterbeteiligungs-

programme
4.129 0 3.131 199 0 3.512 0 4.311
Jubiläen 1.348 0 227 0 0 310 0 1.431
Restrukturierungen 0 0 0 0 0 1.305 0 1.305
Gewährleistung/Garantie 1.404 0 355 29 4 556 0 1.580
Aufbewahrungskosten 401 0 0 0 23 24 0 448
Lizenzkosten 0 3.032 77 277 0 114 2.270 5.062
Übrige 146 351 157 33 0 520 0 827
Gesamt 30.418 3.771 6.417 5.692 150 10.358 2.270 34.858

Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen zum einen schwebende Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Festnetzbereich des Konzerns in Höhe von 932 Tausend Euro, wobei der Vermögensabfluss zu 283 Tausend Euro in 2015 sowie zu 649 Tausend Euro in den Jahren 2016 bis 2018 erwartet wird. Die Aufzinsung erfolgte mit 0,5 Prozent.

Zum anderen wurden Drohverlustrückstellungen für Leerstandskosten bezüglich gemieteter Shops und Bürogebäude in Höhe von 5.341 Tausend Euro gebildet, wofür der Vermögensabfluss zu 3.050 Tausend Euro in 2015 sowie zu 2.291 Tausend Euro in 2016 bis 2018 erwartet wird - die Aufzinsung erfolgte hier mit 0,5 Prozent. Schließlich sind in den Rückstellungen für drohende Verluste erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen in Höhe von 2.765 Tausend Euro enthalten, wofür der voraussichtliche Vermögensabfluss in 2015 erwartet wird.

Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen wurde für Verpflichtungen zum Rückbau von Mietereinbauten an diversen Technik- und Verwaltungsstandorten des Konzerns gebildet. Der Vermögensabfluss wird nach dem voraussichtlichen Auslaufen der zugrunde liegenden Mietverträge zu 1.260 Tausend Euro in 2015 sowie zu 2.041 Tausend Euro in den Jahren 2016 bis 2024 erwartet.

Es wurden Jubiläumsrückstellungen gebildet, bei denen ein Vermögensabfluss für 2015 zu 725 Tausend Euro und für die Jahre 2016 bis 2034 zu 706 Tausend Euro erwartet wird. Bei der Berechnung der Jubiläumsrückstellungen wurde ein Zinssatz von 1,18 Prozent und eine durchschnittliche Laufzeit vom Bilanzstichtag bis zur Auszahlung von acht Jahren zu Grunde gelegt.

Die Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten betrifft die voraussichtlichen Kosten aus diversen Klagen gegen Konzerngesellschaften sowie aus sonstigen offenen Streitfragen mit Dritten. Der wesentliche Teil ist auf Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Handelspartnern und Kunden sowie wettbewerbsrechtliche Sachverhalte zurückzuführen. Der Konzern rechnet damit, dass innerhalb des Geschäftsjahres 2014 der überwiegende Teil aller Streitfragen abgewickelt werden kann. Um die Rechts- und Verhandlungspositionen nicht vorzeitig bekannt zu geben und somit zu gefährden, wird auf weitere Ausführungen hierzu verzichtet.

Die Anderen Rückstellungen sind zu 9.097 Tausend Euro langfristig und zu 25.761 Tausend Euro kurzfristig bilanziert.

Nähere Ausführungen zur Bildung der Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme sind unter Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, dokumentiert.

32. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Kreditsicherheiten

Zum Ende des Geschäftsjahres bestehen unkündbare Operating-Leasing-Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen sowie Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen in folgender Höhe:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013 angepasst
Miet- und Leasingverpflichtungen
Innerhalb eines Jahres fällig 42.664 39.560
Fälligkeiten zwischen einem Jahr und fünf Jahren 81.112 90.026
Fälligkeit länger als fünf Jahre 13.351 8.053
137.127 137.639
Davon bereits als Drohverlustrückstellung bilanziert 6.272 5.038
130.855 132.601
Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen
Innerhalb eines Jahres fällig 10.309 5.357
Fälligkeiten zwischen einem Jahr und fünf Jahren 1.182 446
Fälligkeit länger als fünf Jahre 0 0
11.491 5.803
Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen
betreffend immaterielle Vermögenswerte 88 117
betreffend Sachanlagen 130 1.316
betreffend Vorräte, Aufwand und Dienstleistungen 8.506 6.105
8.724 7.538
Gesamt 151.070 145.942

Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen ergeben sich im Wesentlichen aus der Anmietung von Bürogebäuden und Shops sowie aus Hardwareleasing. Dem stehen zu erwartende Einnahmen aus Untermietverhältnissen von 10.629 Tausend Euro (Vorjahr 11.700 Tausend Euro) gegenüber. Es bestehen zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Mehrzahl der Miet- und Leasingverträge Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind in allen Fällen frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen der Verträge. Die Verpflichtungen aus Wartungs-, Support- und sonstigen Verträgen bestehen überwiegend im Zusammenhang mit Verträgen für die Wartung von IT-Hardware und Datenbanken, Gebäudetechnik sowie der Netzinfrastruktur.

Die Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen betragen zum Geschäftsjahresende 8.724 Tausend Euro (Vorjahr: 7.538 Tausend Euro). Davon sind 218 Tausend Euro (Vorjahr: 1.433 Tausend Euro) auf die Beschaffung von Anlagevermögen zurückzuführen. Weitere Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 8.506 Tausend Euro (Vorjahr: 6.105 Tausend Euro) betreffen vorwiegend Dienstleistungen im Zusammenhang mit laufenden Projekten sowie Handelswaren, wie z. B. Mobilfunkgeräte und Zubehör. Darüber hinaus sind finanzielle Verpflichtungen aus Rechenzentrumsdienstleistungen enthalten.

Weitere Haftungsverhältnisse bestehen aus Patronatserklärungen und Mietbürgschaften und betragen zum Bilanzstichtag 14.335 Tausend Euro (Vorjahr: 17.322 Tausend Euro).

Es besteht am 31. Dezember 2014 folgende Eventualverbindlichkeit: Mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4. Dezember 2014 sowie gleichzeitiger Ergänzung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses traf die Finanzverwaltung folgende Regelung: Liefert der Vermittler eines Mobilfunkvertrags im eigenen Namen an den Kunden ein Mobilfunkgerät oder einen sonstigen Elektronikartikel und gewährt das Mobilfunkunternehmen dem Vermittler auf Grund vertraglicher Vereinbarung eine von der Abgabe des Mobilfunkgeräts oder sonstigen Elektronikartikels abhängige Provision bzw. einen davon abhängigen Provisionsbestandteil, handelt es sich bei dieser Provision oder diesem Provisionsbestandteil insoweit nicht um ein Entgelt für die Vermittlungsleistung an das Mobilfunkunternehmen, sondern um ein Entgelt von dritter Seite im Sinne des § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG für die Lieferung des Mobilfunkgeräts oder des sonstigen Elektronikartikels. Dies gilt unabhängig von der Höhe einer von dem Kunden zu leistenden Zuzahlung. Aus der zukünftigen Anwendung dieser Regelung ab dem 1. Januar 2015 entstehen der Gesellschaft keine berichtspflichtigen Risiken. Für die vor dem 1. Januar 2015 ausgeführten Umsätze ist es aus Sicht der Gesellschaft überwiegend wahrscheinlich, dass die genannte Regelung keine wesentlichen negativen umsatzsteuerrechtlichen Auswirkungen für die freenet AG haben wird. Es verbleibt für die vor dem 1. Januar 2015 für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume ausgeführten Umsätze jedoch ein Risiko, bei dessen Eintritt die freenet AG Vorsteuern teilweise an das Finanzamt zurückerstatten müsste, was eine negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnte.

33. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Angaben jeweils für den Gesamtkonzern (weitergeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche) gemacht. Im Geschäftsjahr 2014 wie auch im Vorjahr stammen die Zahlungsmittelflüsse ausschließlich aus weitergeführten Geschäftsbereichen.

Der Finanzmittelfonds besteht aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks, und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, jeweils mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten. Im Finanzmittelfonds sind wie im Vorjahr keine liquiden Mittel aus aufgegebenen Geschäftsbereichen enthalten.

Die Zahlungsströme werden unterteilt nach der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Für die Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde die indirekte Darstellungsmethode gewählt.

Die Position „Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar“ enthält die Veränderung der Bilanzpositionen „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“, „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte“, „Vorräte“, „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“, „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“, „Andere Rückstellungen“ sowie die Veränderung sonstiger Aktiva und Passiva, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar.

33.1 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Gegenüber der Vergleichsperiode erhöhte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 16,1 Millionen Euro auf 294,5 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr, bereinigt um die hierin enthaltenen Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen sowie aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen, um 12,2 Millionen Euro erhöht. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) erhöhte sich in 2014 um 29,0 Millionen Euro, während es im Vorjahr um 50,1 Millionen Euro angestiegen war. Der Anstieg des Net Working Capitals in 2014 um 29,0 Millionen Euro erklärt sich im Wesentlichen aus dem planmäßigen zahlungswirksamen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten um 25,0 Millionen Euro. Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2014 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 40,4 Millionen Euro (Vorjahr: 23,5 Millionen Euro) aus Ertragssteuerzahlungen beziehungsweise -erstattungen.

33.2 Cashflow aus Investitionstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2014 entwickelte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -35,4 Millionen Euro auf -70,4 Millionen Euro. Dafür waren in erster Linie die im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 44,6 Millionen Euro abgeflossenen Mittel für den Erwerb der Anteile an der freenet digital Group sowie den Erwerb der Ladengeschäfte der reStore GmbH. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 36, Unternehmenserwerbe, des Konzernanhangs. Im Vorjahr waren Zahlungsabflüsse für Unternehmenserwerbe in Höhe von -13,2 Millionen Euro zu verzeichnen gewesen - damals für den Erwerb der Tochterunternehmen GRAVIS und MOTION TM.

Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, sind in 2014 gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Millionen Euro von 22,2 Millionen Euro auf 27,9 Millionen Euro gestiegen. Die zahlungswirksamen Investitionen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen wie im Vorjahr im Wesentlichen selbst erstellte Software im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung unserer IT-Systeme, die Erneuerung und Erweiterung der Ausstattung unserer Mobilfunk-Shops sowie Investitionen in EDV-Hardware.

Die innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Einzahlungen aus Zinsen sind mit 1,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben.

33.3 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit entwickelte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -339,6 Millionen Euro um 116,6 Millionen Euro auf -222,9 Millionen Euro. Die Tilgungsleistungen auf Finanzschulden verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 124,7 Millionen Euro von 125,0 Millionen Euro auf 0,3 Millionen Euro. Im Vorjahr war die Tilgungsleistung nahezu ausschließlich auf die vollständige Ablösung des Tilgungsdarlehens im Rahmen der Erweiterung der revolvierenden Kreditlinie entfallen.

Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 185,6 Millionen Euro (Vorjahr: 172,8 Millionen Euro) belastet.

Darüber hinaus ergaben sich in 2014 Zinszahlungen, hauptsächlich auf langfristige Bankkredite, in Höhe von 37,0 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 0,3 Millionen Euro bedeutet.

Zusätzlich waren dem Konzern in 2013 aus dem Erwerb der restlichen 49 Prozent der Anteile an der MFE Energie GmbH 5,0 Millionen Euro abgeflossen.

33.4 Herleitung der Ausgangsgröße der Konzernkapitalflussrechnung

Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung ist das Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT). Im Folgenden ist die Herleitung dieses Ergebnisses aus der Konzerngewinn- und Verlustrechnung ersichtlich.

In TEUR 2014 2013
Ergebnis vor Ertragsteuern der Geschäftsbereiche 260.633 258.443
Zinsen und ähnliche Aufwendungen der weitergeführten Geschäftsbereiche 42.276 44.633
Zinsen und ähnliche Erträge der weitergeführten Geschäftsbereiche -1.715 -1.769
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 301.194 301.307

34. Informationen über Finanzinstrumente

34.1 Angaben gemäß IFRS 7

Dieser Abschnitt vermittelt einen Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für den Konzern und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.

Zur Darstellung der zum 31. Dezember 2014 und zum 31. Dezember 2013 im Konzern bestehenden Finanzinstrumente, deren Zuordnung zu Klassen sowie zur Überleitung in die jeweiligen Bewertungskategorien nach IAS 39 machen wir die folgenden Angaben (Tabellen auf der gegenüberliegenden und folgenden Seite):

Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2014

In TEUR Bewertungs-

kategorie nach IAS 39
Buchwert 31.12.2014 Wertansatz Fair Value 31.12.2014
Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Anschaffungs-

kosten
Fair Value erfolgs- wirksam Fair value, über das sonstige Ergebnis erfasst
--- --- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel KF 111.944 111.944 111.944
Summe der Flüssigen Mittel 111.944 111.944 111.944
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten ZVF 503 503
Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair Value ZVF 1.031 1.031 1.031
Summe Sonstige Finanzanlagen 1.534
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen KF 488.063 488.063 488.415
Sonstige nicht-derivate finanzielle Vermögenswerte KF 25.069 25.069 25.069
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ZVF 2.843 2.843 2.843
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 7.917
Summe übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 35.829
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FV 370.471 370.471 370.471
Finanzschulden FV 538.556 538.375 571.159
Summe Finanzschulden im Anwendungsbereich von IFRS 7 538.556 571.159
Sonstige nicht-derivate finanzielle Verbindlichkeiten FV 88.067 88.067 88.067
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 74.602
Summe Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 162.669
Nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallende Finanzinstrumente
Pensionsrückstellungen nach IAS 19 59.346 59.346
Rückstellungen nach IFRS 2 für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme 4.311 4.311
Summe der nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallenden Finanzinstrumente 63.657
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
Zur veräußerung gehaltene Finanzinstrumente ZVF 4.377 503 3.874 3.874
Kredite und Forderungen KF 625.076 625.076 625.428
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten FV -997.094 -996.913 -1.029.697

Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2013 angepasst

In TEUR Bewertungs-

kategorie nach IAS 39
Buchwert 31.12.2013 Wertansatz Fair Value 31.12.2013
Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Anschaffungs-

kosten
Fair Value erfolgs-

wirksam
Fair value, über das sonstige Ergebnis erfasst
--- --- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel KF 110.766 110.766 110.766
Summe der Flüssigen Mittel 110.766 110.766 110.766
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten ZVF 503 503
Sonstige Finanzanlagen, über das sonstige Ergebnis bewertet, zum Fair value ZVF 1.037 1.037 1.037
Summe Sonstige Finanzanlagen 1.540
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen KF 501.629 501.629 501.781
Sonstige nicht-derivate finanzielle Vermögenswerte KF 26.462 26.462 26.462
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ZVF 2.897 2.897 2.897
Derivate finanzielle Vermögenswerte EFVM 0
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 20.239
Summe übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 49.598
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FV 401.970 401.970 401.970
Finanzschulden FV 538.012 537.599 587.007
Summe Finanzschulden im Anwendungsbereich von IFRS 7 538.012 587.007
Sonstige nicht-derivate finanzielle Verbindlichkeiten FV 109.412 109.412 109.412
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 70.002
Summe Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 179.414
Nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallende Finanzinstrumente
Pensionsrückstellungen nach IAS 19 44.369 44.369
Rückstellungen nach IFRS 2 für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme 4.129 4.129
Summe der nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallenden Finanzinstrumente 48.498
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente ZVF 4.437 503 3.934 3.934
Kredite und Forderungen KF 638.857 638.857 639.009
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten FV -1.049.394 -1.048.981 -1.098.389

Die nicht-finanziellen Vermögenswerte stellen jenen Teil der Bilanzposition „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.

Die nicht-finanziellen Verbindlichkeiten stellen jenen Teil der Bilanzposition „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“ dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.

Der beizulegende Zeitwert von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert. Ursächlich hierfür sind die kurzen Restlaufzeiten dieser Finanzinstrumente.

Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechenden Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Zinsparameter. Zwischen den Buchwerten dieser Finanzinstrumente und den beizulegenden Zeitwerten bestehen aufgrund der anhand der Effektivzinsmethode vorgenommenen Abzinsung nur geringe Unterschiede.

Bei den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten setzt der Konzern als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.

Die sonstigen Finanzanlagen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist, erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht für sie kein aktiver Markt. Weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.

Bei den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten setzt der Konzern als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.

Der beizulegende Zeitwert der kurzfristigen Finanzschulden entspricht aufgrund der Fristigkeit dem Buchwert. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Finanzschulden übersteigt den Buchwert zum 31. Dezember 2014 um 32.604 Tausend Euro. Diese Differenz entfällt in Höhe von 28.717 Tausend Euro auf die Bewertung der Unternehmensanleihe und wurde aufgrund des Börsenkurses dieser Unternehmensanleihe zum Bilanzstichtag ermittelt. Des Weiteren ergab sich eine Differenz in Höhe von 3.887 Tausend Euro aus der Bewertung der Schuldscheindarlehen zum beizulegenden Zeitwert; dieser wurde anhand von aktuellen Einschätzungen zum eigenen Kreditrisiko und zum Zinsniveau jeweils zum Bewertungsstichtag ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert der nicht börsengehandelten derivativen Finanzinstrumente wird vom Konzern anhand anerkannter finanzmathematischer Methoden (Discounted-Cashflow-Methode beziehungsweise Optionspreismodelle) bestimmt. Im Einzelnen werden die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanzinstrument auf Grundlage der relevanten Zinsstruktur- und Forward-Kurven ermittelt und anschließend zum Stichtag diskontiert. Periodisch erfolgt ein Abgleich der von den externen Vertragspartnern erhaltenen Marktwertbestätigungen mit den intern ermittelten Marktwerten. Zum 31. Dezember 2014 bestehen im Konzern keine derivativen Finanzinstrumente.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige finanzielle Verbindlichkeiten und Abgrenzungen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen daher annähernd den beizulegenden Zeitwert dar. Dies gilt auch für die Earn-Out Verpflichtungen, deren beizulegende Zeitwerte zum 31. Dezember 2014 ermittelt wurden. Zum Earn-Out siehe auch Textziffer 36, Unternehmenserwerbe.

In der nachfolgenden Übersicht wird dargelegt, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente als auch die Bewertung der gemäß IFRS 7 zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen Finanzinstrumente basiert. Die einzelnen Levels sind dabei gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:

Level 1:

Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.
Level 2:

Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich jedoch für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.
Level 3:

Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Inputfaktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Fair Value Hierarchie 2014

In TEUR Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.843 2.843 0 0
Sonstige Finanzanlagen 1.031 1.031 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 79.249 0 0 79.249
Finanzschulden 550.646 427.232 0 123.414
Gesamt -467.523 -423.358 0 -44.165

Fair Value Hierarchie 2013

In TEUR Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.897 2.897 0 0
Sonstige Finanzanlagen 1.037 1.037 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 77.987 0 0 77.987
Finanzschulden 566.159 445.224 0 120.935
Gesamt -484.238 -441.290 0 -42.948

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2014 sowie im Vorjahr folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2014

In TEUR Aus Zinsen Aus der Folgebewertung Aus Abgang Nettoergebnis
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgwirksam Zum beizulegenden Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst Wertberichtigungen/Forderungsverluste
--- --- --- --- --- --- ---
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) 0 0 -43 0 0 -43
Kredite und Forderungen (KF) 1.298 0 0 -39.436 384 -37.754
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) 0 -518 0 0 0 -518
finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -35.091 0 0 0 0 -35.091
Gesamt -33.793 -518 -43 -39.436 384 -73.406

Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2013 angepasst

In TEUR Aus Zinsen Aus der Folgebewertung Aus Abgang Nettoergebnis
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgwirksam Zum beizulegenden Zeitwert, über das sonstige Ergebnis erfasst Wertberichtigungen/Forderungsverluste
--- --- --- --- --- --- ---
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) 0 0 -80 0 0 -80
Kredite und Forderungen (KF) 1.769 0 0 -35.334 1.449 -32.116
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) 0 0 -7.601 0 0 -7.601
finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -37.855 0 0 0 0 -37.855
Gesamt -36.086 0 -7.681 -35.334 1.449 -77.652

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus Krediten und Forderungen enthalten Veränderungen in den Wertberichtigungen, Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung sowie Zahlungseingänge und Wertaufholungen aus ursprünglich abgeschriebenen Krediten und Forderungen.

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente beinhalten die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der finanziellen Verbindlichkeit aus der Put-Option im Zusammenhang mit dem Erwerb der MOTION TM (Vorjahr: beinhalten die Erträge und Aufwendungen aus der Marktbewertung des Zinscaps).

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente umfassen Wertminderungen.

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten setzen sich aus Zinsaufwendungen zusammen.

Angaben über Zinserträge und Zinsaufwendungen der nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten basieren auf der Anwendung der Effektivzinsmethode.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2014

In TEUR Bruttobetrag vor Saldierung Saldierungsbeträge Nettobetrag in der Bilanz Fair Value finanzieller Sicherheiten Gesamtnettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 494.063 6.000 488.063 0 488.063
Gesamt 494.063 6.000 488.063 0 488.063
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 376.471 6.000 370.471 4.000 366.471
Gesamt 376.471 6.000 370.471 4.000 366.471

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2013

In TEUR Bruttobetrag vor Saldierung Saldierungsbeträge Nettobetrag in der Bilanz Fair Value finanzieller Sicherheiten Gesamtnettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 507.029 5.400 501.629 0 501.629
Gesamt 507.029 5.400 501.629 0 501.629
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 407.370 5.400 401.970 4.000 397.970
Gesamt 407.370 5.400 401.970 4.000 397.970

Aufgrund einer Vereinbarung mit einem Netzbetreiber zur Anpassung von Zahlungskonditionen werden monatliche Vorauszahlungen für die vom Netzbetreiber erbrachten Mobilfunkdienste geleistet. Diese werden am Bilanzstichtag saldiert und im Folgemonat verrechnet.

34.2 Grundsätze und Ziele des Finanzrisikomanagements und Kapitalrisikomanagements

Der freenet Konzern unterliegt hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Marktrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Ausfallrisiken.

Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken laufend zu überwachen sowie durch die operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.

Die Grundzüge der Finanzpolitik, deren Bausteine nachstehend erläutert sind, werden vom Vorstand festgelegt. Daneben bedürfen bestimmte Finanztransaktionen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand.

Die Abteilung Konzern-Treasury erbringt Dienstleistungen an die Geschäftsbereiche und koordiniert den Zugang zu den Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert sie die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Markt- und Liquiditätsrisiken durch eine regelmäßige interne Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Oberste Priorität für die Abteilung Konzern-Treasury hat der Grundsatz der Risikominimierung; als ein weiteres wichtiges Ziel wird die Optimierung des Zinsergebnisses angesehen. Ein umsichtiges durch die Abteilung Konzern-Treasury gesteuertes Liquiditätsmanagement umfasst das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln, die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien und die Möglichkeit, offene Marktpositionen zu schließen. Liquiditätsrisiken werden durch die permanente Überwachung des Finanzstatus und ausreichende Reserven in Form von Kreditlinien reduziert.

Der Abteilung Konzern-Treasury obliegt die Überwachung der Ausfallrisiken großer Debitoren (insbesondere Distributoren, Händler und anderer B2B-Partner) sowie die regelmäßige interne Risikoberichterstattung bezüglich dieser Risiken. Forderungen gegen Endkunden werden in der Abteilung Forderungsmanagement überwacht. Eines ihrer Hauptziele ist es, die Aufwendungen aus dem Ausfall beziehungsweise der Wertberichtigung von Forderungen gegen Endkunden und Vertriebspartnern zu minimieren.

Das Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern.

Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen (financial covenants), deren Nichterreichung unter Umständen die sofortige Fälligstellung der Kredite nach sich ziehen könnte, zu überwachen. Die wesentlichen financial covenants sind in Bezug auf die Eigenkapitalquote des Konzerns sowie den Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Netto-Finanzverschuldung des Konzerns zu Konzern-EBITDA) definiert. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel „Finanzmanagement“ im Konzernlagebericht. Zum Bilanzstichtag sind sämtliche Covenants-Kennzahlen erfüllt.

Das Verhältnis zwischen der Konzern-Nettofinanzverschuldung und dem Konzern-Eigenkapital (Gearing) ist eine weitere Steuerungsgröße des Kapitalrisikomanagements. Das Gearing beträgt zum Bilanzstichtag 0,33 (Vorjahr: 0,34).

Um die Kapitalstruktur aktiv zu steuern, kann das Management Vermögenswerte verkaufen, um dadurch die Verschuldung zu reduzieren sowie andere Maßnahmen ergreifen wie beispielsweise die Ausgabe neuer Aktien.

Die nachfolgenden Angaben zu den einzelnen Risiken basieren auf Informationen, wie sie dem Vorstand vorgelegt werden.

34.3 Marktrisiko

Die Aktivitäten unseres Konzerns sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen und Wechselkursen ausgesetzt.

34.3.1 Zinsänderungsrisiko

Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten resultieren aus einer festverzinslichen Unternehmensanleihe (zum 31. Dezember 2014 bilanziert: 418,4 Millionen Euro), die im Rahmen der Neufinanzierung im April 2011 aufgenommen worden war sowie aus dem im Dezember 2012 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen (zum 31. Dezember 2014 mit einem Saldo von insgesamt 119,6 Millionen Euro ausgewiesen - davon entfallen 55,8 Millionen Euro auf drei Tranchen mit variabler Verzinsung sowie 63,8 Millionen Euro auf zwei Tranchen mit jeweils festem Zinssatz). Zudem besteht im Konzern eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt 300,0 Millionen Euro, die zum Jahresende nicht gezogen war.

Zum 31. Dezember 2014 weist der Konzern variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von -55,8 Millionen Euro aus. Diesbezüglich ist der Konzern Zinsrisiken ausgesetzt. Die Zinsänderungsrisiken sind nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand (der im Wesentlichen auf Basis von EONIA beziehungsweise EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird) als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.

Die Abteilung Konzern-Treasury überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.

Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet der Konzern eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen von Zinssatzänderungen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigt.

Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden.

In der Bilanz sind unter den kurzfristigen und langfristigen Finanzschulden zum 31. Dezember 2014 Verbindlichkeiten in Höhe von 538,5 Millionen Euro ausgewiesen, davon 55,8 Millionen Euro variabel verzinslich. Die variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten waren zum Stichtag mit 1,7 Prozent verzinst. Die Unternehmensanleihe ist zu 7,1 Prozent verzinst.

Die zum 31. Dezember 2014 bestehenden Finanzschulden werden zu 20,3 Millionen Euro im kurzfristigen Bereich ausgewiesen. Eine verpflichtende Tilgung für 2015 besteht dabei nicht - vielmehr handelt es sich bei den 20,3 Millionen Euro um erwartete Zahlungen aufgelaufener Zinsen. Anhand von Marktschätzungen ergibt sich eine für 2015 erwartete Verzinsung für variabel verzinsliche Kredite in einem Korridor zwischen 1,7 und 2,7 Prozent. Daraus würden sich in 2015 auf die gesamten Finanzschulden Auszahlungen für Zinsen in Höhe von 31,7 Millionen Euro ergeben. Aus der Nettoposition von variabel verzinslichen Aktiva und Passiva, die zum beizulegendem Zeitwert bewertet wurden, hätte eine parallele Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach oben einen Ergebniseffekt nach Steuern von 30 Tausend Euro (Vorjahr: 84 Tausend Euro), eine Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach unten einen Ergebniseffekt nach Steuern von -30 Tausend Euro (Vorjahr: -84 Tausend Euro).

Geldmarktfonds unterliegen marginalen Zinsschwankungen, so dass sich grundsätzlich Kursverluste ergeben können. Es besteht kein signifikantes Risiko, da die Gelder in Fonds sehr kurzfristig angelegt werden. Vertraglich festgelegte Fälligkeits- oder Zinsanpassungstermine bestehen nicht, eine Rendite ergibt sich aus der Veränderung des Kurswerts und etwaiger Ausschüttungen. Aus den in der Bilanz unter den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Finanzinvestitionen in Geldmarktfonds und Anleihen hätte eine Veränderung des Kurses der erworbenen Anteile um 5 Prozent nach oben einen Eigenkapitaleffekt von 135 Tausend Euro (Vorjahr: 138 Tausend Euro), eine Veränderung des Kurses um 5 Prozent nach unten einen Eigenkapitaleffekt von -135 Tausend Euro (Vorjahr: -138 Tausend Euro).

Für die übrigen verzinslichen Vermögenswerte und Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.

Zinssatzänderungen beeinflussen festverzinsliche Finanzinstrumente nur dann, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die finanziellen Verbindlichkeiten von freenet sind daher keinem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt, da diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.

34.3.2 Fremdwährungsrisiko

Im Konzern werden in unwesentlichem Umfang Geschäfte in Fremdwährungen getätigt. Die Währungssicherung erfolgt, i. d. R. durch den Abschluss von Devisentermingeschäften oder, falls nötig, mittels vorgehaltener Barbestände in Fremdwährung.

Insgesamt misst der Konzern dem Fremdwährungsrisiko eine zu vernachlässigende Bedeutung bei.

34.4 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.

Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Es werden hierbei unterschiedliche Planungshorizonte betrachtet, die sich bis zu einem Jahr erstrecken. Die kurzfristige Liquiditätsplanung und -steuerung erfolgt auf Tagesbasis jeweils für die nächsten drei Monate im Voraus. Diese Planung wird täglich von der Abteilung Konzern-Treasury in Abstimmung mit dem Rechnungswesen und dem Controlling auf der Grundlage von Ist-Daten aktualisiert.

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken weiterhin durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Außerdem erfolgen Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Um das Liquiditätsrisiko zu verringern, bedient sich der Konzern einer großen Bandbreite verschiedener Finanzierungsinstrumente.

Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen, an der die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.

Der Konzern erwartet, dass er seine sonstigen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann.

Zum Bilanzstichtag hat der Konzern die in Höhe von 300,0 Millionen Euro eingeräumte revolvierende Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Der Gesellschaft ist es in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren.

Wertpapiere (im Depot befindliche Geldmarktfonds und Anleihen) können innerhalb kurzer Frist liquidiert werden. Bei den Beteiligungen besteht keine Veräußerungsabsicht. Im Falle eines notwendigen Verkaufs dieser Beteiligungen wäre die kurzfristige Abwicklung unter Umständen erschwert, da für diese Anteile kein organisierter Kapitalmarkt besteht.

Der finanzielle und operative Spielraum des Konzerns wird durch bestimmte Regelungen der Kreditverträge eingeschränkt. Diese legen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns am Ende des Geschäftsjahres 2014 und 2013 ersichtlich:

Finanzverbindlichkeiten

In TEUR Buchwert 31.12.2014 Cashflows 2015 Cashflows 2016 Cashflows 2017 und später
Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 370.471 369.931 540
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 538.556 30.775 963 20.333 30.769 966 398.588 3.881 2.462 119.635
Sonstige nicht-derivate finanzielle Verbindlichkeiten 88.067 49.716 29.821 8.530

Finanzverbindlichkeiten

In TEUR Buchwert 31.12.2013 Cashflows 2014 Cashflows 2015 Cashflows 2016 und später
Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 401.970 401.970
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 538.012 30.788 1.671 20.413 30.775 1.680 254 34.579 3.861 517.345
Sonstige nicht-derivate finanzielle Verbindlichkeiten 109.412 43.518 36.557 29.337

34.5 Ausfallrisiko

Ein Kreditausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen aufgrund des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen. Dieser tritt ein, wenn der Vertragspartner nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen innerhalb der Fälligkeit nachzukommen.

Bei der Betrachtung der Ausfallrisiken stehen im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 21, Forderungen und sonstige Vermögenswerte. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt.

Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High-Spender-Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos.

Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Gegebenenfalls führt das Erreichen des Limits zu einer Liefersperre.

Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Kreditausfallrisiken gegenüber Großkunden (Händler und Distributoren im Bereich Mobilfunk) abgesichert. Um das Kreditausfallrisiko zu minimieren, hat der Konzern einen bestimmten Anteil dieser Umsätze versichert. Jeden Monat meldet die Abteilung Konzern-Treasury der Versicherung die aktuellen Umsätze des jeweiligen Großkunden. Im Zusammenhang mit dieser Meldung berechnet die Versicherung das zu versichernde Umsatzvolumen. Die Risiken bei nicht versicherten Kunden sind durch ein internes Limitsystem begrenzt - in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande. Ausfallrisiken gegenüber Endkunden sind nicht abgesichert.

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumen des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditausfallrisikos, da der Kundenbestand breit ist und keine Korrelationen bestehen.

Eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen trägt den Ausfallrisiken Rechnung. Eine Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten erfolgt jeweils, wenn der Konzern die Forderung für uneinbringlich hält.

Wertpapiere und liquide Mittel sind im Wesentlichen bei deutschen Großbanken angelegt. Durch die Streuung auf verschiedene Banken wird das Ausfallrisiko deutlich eingeschränkt. Die Anlagen werden bezüglich ihrer laufenden und zukünftig erwarteten Rendite ständig von der Abteilung Konzern-Treasury überwacht.

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente.

34.6 Übertragung von finanziellen Vermögenswerten

Seit geraumer Zeit bietet der freenet Konzern seinen Endkunden mit der sogenannten Handy-Option die Möglichkeit, höherwertige Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen. Diese Handy- Options-Verträge werden unverändert wie folgt bilanziert: freenet hat nach der Übergabe des Mobiltelefons an den Kunden diesem gegenüber einen unbedingten Zahlungsanspruch aus der Handy-Option. In Höhe des Barwertes der vom Kunden über die Vertragslaufzeit zu zahlenden monatlichen Zusatzbeiträge für das höherwertige Handy erfasst freenet bei Vertragsschluss und Handy-Übergabe eine Forderung. Mit der steigenden Bereitschaft der Kunden, für hochwertige Smartphones entsprechend mehr zu zahlen, hat sich in den vergangenen Geschäftsjahren der Teil des Postpaid-Kundenbestands, der eine solche Handy-Option gewählt hat, stetig erhöht. So sind auch die in den langfristigen und kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bilanzierten Forderungs-Abgrenzungen aus Handy-Option stetig gestiegen. Für den freenet-Konzern bedeutet dies seit Jahren eine steigende Kapitalbindung: die heutigen hochwertigen Smartphones sind im Einkauf teurer als frühere Mobiltelefone, und während die Zahlungsabflüsse für die Beschaffung dieser Geräte bereits vor oder bei Vertragsabschluss mit den Endkunden erfolgen, verteilen sich die Zahlungseingänge aus der Handy- Option auf die 24 Monate des Vertragsverhältnisses mit den Endkunden.

Vor diesem Hintergrund hat der Konzern im Berichtsjahr eine Factoring-Vereinbarung mit einer Bank abgeschlossen. Bei dem Vertrag handelt es sich um einen Rahmenvertrag mit unbegrenzter Laufzeit. Quartalsweise ist ein Verkauf von Handy-Options-Forderungen möglich. Die Bank kauft die Forderungen mit einem festen Delkredere-Abschlag an, außerdem berechnet sie an freenet Finanzierungszinsen sowie Gebühren. Die relevanten Risiken (wie im Wesentlichen das Forderungsausfallrisiko) und Chancen gehen auf die Bank über, so dass die verkauften Forderungen vollständig ausgebucht werden. Der freenet Konzern trägt weiterhin das Spätzahlungsrisiko und ist darüber hinaus für Einzug und Verwaltung der verkauften Forderungen (sog. „Servicing“) verantwortlich.

Aus den im Berichtsjahr quartalsweise vorgenommenen Verkäufen (Nominalvolumen 131,4 Millionen Euro) wurden insgesamt 1,7 Millionen Euro aufwandswirksam erfasst. Davon betreffen 1,3 Millionen Euro das von der Bank übernommene Ausfallrisiko (Delkredere-Abschlag und Gebühren) und 0,4 Millionen Euro Zinsaufwendungen aus dem Spätzahlungsrisiko. Zum Bilanzstichtag sind Forderungen in Höhe von 49,6 Millionen Euro verkauft und ausgebucht aber noch nicht bezahlt. Die aus dem Spätzahlungsrisiko und dem Servicing zu erwartenden Aufwendungen in Höhe von 7 Tausend Euro werden über die Restlaufzeit der Forderungen (9 Monate) realisiert. Das maximale Verlustrisiko für den Konzern beträgt 495 Tausend Euro.

Die Bank tritt monatlich die in der abgelaufenen Finanzierungsperiode neu ausgefallenen Forderungen zu einem festen Preis automatisch an die freenet ab. Der Rückkauf hat weder Auswirkungen auf die Aufteilung des Forderungsausfallrisikos noch auf die Liquidität des freenet Konzern.

35. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

35.1 Übersicht

Zwischen dem Konzern und nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen fanden folgende wesentliche Geschäftsvorfälle statt:

In TEUR 2014 2013
Erlöse aus der Berechnung von Dienstleistungen
Gemeinschaftsunternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 316 446
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss auf freenet AG
b2 c.de GmbH, München (Unternehmensgruppe Drillisch AG) k. A. 286
Gesamt 316 732
Aufwendungen aus dem Bezug von Dienstleistungen
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss auf freenet AG
eteleon e-solutions AG, München (Unternehmensgruppe Drillisch AG) k. A. 24
b2 c.de GmbH, München (Unternehmensgruppe Drillisch AG) k. A. 3.029
Gesamt 0 3.053

Zum 31. Dezember 2014 bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen:

In TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Forderungen aus laufendem Leistungsverkehr
Gemeinschaftsunternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 38 63
Gesamt 38 63

Allen Transaktionen lagen Marktpreise zugrunde. Sicherheiten bestehen nicht.

Sofern die Unternehmen und Personen gemäß IAS 24 nicht als nahe stehend einzuordnen waren, wurde eine Angabe unterlassen (k. A.).

Gemäß Stimmrechtsmitteilung vom 25. März 2013 betrug der Stimmrechtsanteil der Drillisch AG, inklusive der Anteile der MSP Holding GmbH, am 20. März 2013 10,43 Prozent. Seit dem 20. März 2013 konnte die Drillisch AG keinen maßgeblichen Einfluss auf die freenet Gruppe ausüben, so dass seitdem die Drillisch AG sowie die mit ihr verbundenen Unternehmen nicht mehr als nahe stehend eingeordnet werden. Geschäftsvorfälle mit Unternehmen der Drillisch Gruppe wurden im Vorjahr 2013 folglich nur dann als Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen berichtet, soweit sie sich vor dem 20. März 2013 ereignet haben.

35.2 Vorstandsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus einem jährlichen Fixgehalt, jährlichen variablen Bezügen sowie Bezügen mit langfristiger Anreizwirkung zusammen. Daneben bestehen Pensionszusagen. Die jährlichen variablen Bezüge resultieren jeweils aus einer jährlichen Zielvereinbarung, wobei als Einzelziele regelmäßig bestimmte Ausprägungen der wesentlichen finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren des freenet Konzerns festgelegt werden. Bezüglich der Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den LTIP-Programmen in Textziffer 26.2.1 sowie 26.2.2 dieses Anhangs.

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzte sich im Berichtsjahr und Vorjahr im Einzelnen wie folgt zusammen:

Vorstandsbezüge 2014

In TEUR Festbezüge Sonstige variable Bezüge Zwischensumme Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2 Gesamt Bezüge
Christoph Vilanek 767 659 1.426 1.632 3.058
Joachim Preisig 432 540 972 1.220 2.192
Stephan Esch 442 162 604 660 1.264
Gesamt 1.641 1.361 3.002 3.512 6.514

2 Es handelt sich um variable Vergütungen aus dem LTIP-Programm, einschließlich im Geschäftsjahr zahlungsunwirksamer und gemäß IFRS 2 bewerteter Bezüge

Vorstandsbezüge 2013

In TEUR Festbezüge Sonstige variable Bezüge Zwischen- summe Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2 Gesamt Bezüge
Christoph Vilanek 621 504 1.125 972 2.097
Joachim Preisig 440 504 944 649 1.593
Stephan Esch 444 151 595 292 887
Gesamt 1.505 1.159 2.664 1.913 4.577

Zur Zusammensetzung der variablen Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung geben wir folgende Aufstellung:

Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2014

in TEUR LTIP-Programm Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam) LTIP-Programm Bezüge aus geflossenen Zahlungen Gesamt Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung
Christoph Vilanek -648 2.280 1.632
Joachim Preisig 829 391 1.220
Stephan Esch 484 176 660
Gesamt 665 2.847 3.512

Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2013

In TEUR LTIP-Programm Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam) LTIP-Programm Bezüge aus geflossenen Zahlungen Gesamt Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung
Christoph Vilanek 567 405 972
Joachim Preisig 379 270 649
Stephan Esch 170 122 292
Gesamt 1.116 797 1.913

Am 26. Februar 2014 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die neue langfristige variable Gehaltsbestandteile (sogenannte „LTIP“) gewähren. Wir verweisen hierzu auf Textziffer 26.2.2 dieses Anhangs.

In 2011 war den Mitgliedern des Vorstands erstmals ein LTIP-Programm gewährt worden. Wir verweisen auf Textziffer 26.2.1 dieses Anhangs.

Im Geschäftsjahr 2014 kam es aus den LTIP-Programmen zu Barauszahlungen in Höhe von insgesamt 2.847 Tausend Euro (Vorjahr: 797 Tausend Euro), und zwar an Herrn Vilanek in Höhe von 2.280 Tausend Euro (Vorjahr: 405 Tausend Euro), an Herrn Preisig in Höhe von 391 Tausend Euro (Vorjahr: 270 Tausend Euro) sowie an Herrn Esch in Höhe von 176 Tausend Euro (Vorjahr: 122 Tausend Euro). Bei den Barauszahlungen an Herrn Vilanek ist zu berücksichtigen, dass damit sein altes LTIP-Programm (Zielerreichungsjahre 2011 bis 2013) vollständig abgelöst wurde - das neue LTIP-Programm für Herrn Vilanek berücksichtigt die Zielerreichungsjahre 2014 bis 2018. Herr Preisig und Herr Esch befinden sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 noch im alten LTIP-Programm (mit den Zielerreichungsjahren 2011 bis 2014), während ihr neues LTIP-Programm über die Zielerreichungsjahre 2015 bis 2019 laufen wird.

2 Es handelt sich um variable Vergütungen aus dem LTIP-Programm, einschließlich im Geschäftsjahr zahlungsunwirksamer und gemäß IFRS 2 bewerteter Bezüge

Zum 31. Dezember 2014 beträgt der Stand der Rückstellung für die LTIP-Programme für Herrn Vilanek 1.205 Tausend Euro (Vorjahr: 1.853 Tausend Euro), für Herrn Preisig 2.065 Tausend Euro (Vorjahr: 1.236 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 1.040 Tausend Euro (Vorjahr: 556 Tausend Euro).

Insgesamt ergaben sich in 2014 Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB/Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 17 (DRS 17) in Höhe von 13.401 Tausend Euro (Vorjahr: 2.664 Tausend Euro). Dabei sind im Vorjahr keine Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung enthalten, da diese jeweils in den Geschäftsjahren der Gewährung der Vergütungsinstrumente nach HGB bereits ausgewiesen worden waren. Im Geschäftsjahr 2014 ist in diesen Bezügen, zusätzlich zur Zwischensumme aus Festbezügen und sonstigen variablen Bezügen in Höhe von 3.002 Tausend Euro, der beizulegende Zeitwert des gesamten neuen LTIP-Programms zum Gewährungszeitpunkt am 26. Februar 2014, mithin 10.399 Tausend Euro (davon 5.545 Tausend Euro entfallend auf Herrn Vilanek, 2.912 Tausend Euro entfallend auf Herrn Preisig sowie 1.942 Tausend Euro entfallend auf Herrn Esch) ausgewiesen.

Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Im Februar 2014 wurden an den Pensionszusagen aller drei Vorstände Anpassungen vorgenommen. Wir verweisen hierzu auf den Abschnitt „Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung“ im Vergütungsbericht des Vorstands im Konzernlagebericht.

Zum 31. Dezember 2014 betrug die Defined Benefit Obligation (DBO) für Herrn Vilanek 2.641 Tausend Euro (Vorjahr: 1.165 Tausend Euro), für Herrn Preisig 3.214 Tausend Euro (Vorjahr: 893 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 2.826 Tausend Euro (Vorjahr: 1.627 Tausend Euro). Die DBO für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2014 insgesamt 8.779 Tausend Euro (Vorjahr: 6.236 Tausend Euro).

Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende Dienstzeitaufwendungen von 531 Tausend Euro (Vorjahr: 549 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2014 mit 238 Tausend Euro (Vorjahr: 250 Tausend Euro) auf Herrn Vilanek, mit 126 Tausend Euro (Vorjahr: 125 Tausend Euro) auf Herrn Preisig sowie mit 167 Tausend Euro (Vorjahr: 174 Tausend Euro) auf Herrn Esch.

Weiterhin wurden im Personalaufwand für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen in Höhe von 2.136 Tausend Euro (Vorjahr: 0) erfasst, wovon 501 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, 1.422 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie 213 Tausend Euro auf Herrn Esch entfielen.

Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

35.3 Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

einer Basisvergütung,
Sitzungsentgelten und,
einer erfolgsabhängigen Vergütung.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.

Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats - mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses - angehören, erhalten zusätzlich für an jeder teilgenommenen Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag.

Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.

Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2014 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405 Tausend Euro sowie 84 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 405 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2014 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 894 Tausend Euro.

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.

Es wurden keinem der Aufsichtsratsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Aufsichtsratsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden.

Vergütung für das Geschäftsjahr 2014

In TEUR Basisvergütung Sitzungsentgelte Erfolgsabhängige Vergütung Gesamt
Aktive Mitglieder
Dr. Hartmut Schenk 60,0 12,0 60,0 132,0
Knut Mackeprang 3 45,0 6,0 45,0 96,0
Claudia Anderleit 3 30,0 6,0 30,0 66,0
Birgit Geffke 3 30,0 8,0 30,0 68,0
Thorsten Kraemer 30,0 5,0 30,0 65,0
Ronny Minak 3 30,0 8,0 30,0 68,0
Michael Stephan 3 30,0 7,0 30,0 67,0
Prof. Dr. Helmut Thoma 30,0 5,0 30,0 65,0
Gesine Thomas 3 30,0 4,0 30,0 64,0
Marc Tüngler 30,0 8,0 30,0 68,0
Robert Weidinger 30,0 11,0 30,0 71,0
Achim Weiss 30,0 4,0 30,0 64,0
Gesamt 405,0 84,0 405,0 894,0

3 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.

Vergütung für das Geschäftsjahr 2013

In TEUR Basisvergütung Sitzungsentgelte Erfolgsabhängige Vergütung Gesamt
Aktive Mitglieder
Dr. Hartmut Schenk 60,0 12,0 60,0 132,0
Knut Mackeprang 4 27,3 4,0 27,5 58,8
Claudia Anderleit 4 30,0 5,0 30,0 65,0
Birgit Geffke 4 18,2 6,0 18,3 42,5
Thorsten Kraemer 30,0 7,0 30,0 67,0
Ronny Minak 4 18,2 5,0 18,3 41,5
Michael Stephan 4 18,2 5,0 18,3 41,5
Prof. Dr. Helmut Thoma 30,0 5,0 30,0 65,0
Gesine Thomas 4 30,0 4,0 30,0 64,0
Marc Tüngler 30,0 8,0 30,0 68,0
Robert Weidinger 30,0 12,0 30,0 72,0
Achim Weiss 30,0 4,0 30,0 64,0
351,9 77,0 352,4 781,3
Ehemalige Mitglieder
Nicole Engenhardt-Gille 4 17,7 1,0 17,6 36,3
Joachim Halefeld 4 11,9 4,0 11,8 27,7
Steffen Vodel 4 11,9 3,0 11,8 26,7
Angela Witzmann 4 11,9 1,0 11,8 24,7
53,4 9,0 53,0 115,4
Gesamt 405,3 86,0 405,4 896,7

36. Unternehmenserwerbe

36.1 Erwerb der Jesta Digital Group

Am 16. Dezember 2013 schloss der Konzern einen Kaufvertrag über den Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile und Stimmrechte an den Gesellschaften Jesta Digital GmbH, zwischenzeitlich umfirmiert in freenet digital GmbH mit Sitz in Berlin, Jesta Digital Holdings, Inc., zwischenzeitlich umfirmiert in freenet digital Holdings, Inc., mit Sitz in Wilmington/USA sowie Jesta Digital Group U.S. Holdings, Inc. mit Sitz in Wilmington/USA (diese Gesellschaften werden zusammen mit ihren Tochtergesellschaften im Folgenden „freenet digital Group“ genannt) ab. Nach erfolgter kartellrechtlicher Zustimmung sowie der Erfüllung weiterer Bedingungen wurde die Übernahme zum 15. Januar 2014 vollzogen, wodurch der Konzern die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen erlangte. Mit Standorten in Berlin und Los Angeles sowie rund 300 Mitarbeitern ist die freenet digital Group einer der weltweit führenden Anbieter moderner, digitaler Unterhaltungsformate sowie von Serviceleistungen für Nutzer digitaler Anwendungen.

Als Barkaufpreis wurden 72,18 Millionen US Dollar vereinbart. Der Barkaufpreis unterlag Anpassungen in Abhängigkeit des Nettoumlaufvermögens sowie der Barmittel und Finanzverbindlichkeiten der erworbenen Unternehmensgruppe. Die dafür maßgebende bindende Feststellung dieser Kaufpreisanpassungen ist im Juli 2014 erfolgt. Es ergibt sich ein finaler Barkaufpreis in Höhe von umgerechnet 45.897 Tausend Euro, wovon 50.125 Tausend Euro in Q1/2014 als vorläufiger Barkaufpreis abgeflossen waren und dem Konzern in Q3/2014 4.228 Tausend Euro als finale Kaufpreisanpassung zugeflossen sind.

4 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.

Darüber hinaus kann ein „Earn Out 1“ in einer Bandbreite zwischen 0 US Dollar und 10,0 Millionen US Dollar anfallen, dessen exakte Höhe sich am Rohertrag der freenet digital Group für das Kalenderjahr 2014 bemisst. Eine Feststellung der handelsrechtlichen Einzelabschlüsse der freenet digital Group zum 31.Dezember 2014 steht zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernabschlusses noch aus, allerdings ist aufgrund der aufgestellten Einzelabschlüsse davon auszugehen, dass die untere Bandbreite verfehlt wurde und somit kein Earn-Out zu zahlen ist. Die zum Erstkonsolidierungszeitpunkt in Höhe von 3.655 Tausend Euro und während des Geschäftsjahres 2014 bis auf 3.871 Tausend Euro aufgezinste Verbindlichkeit aus dem Earn-Out wurde daher zum 31. Dezember 2014 ertragswirksam ausgebucht.

Zusätzlich kann ein „Earn Out 2“ anfallen. Dieser ist davon abhängig, ob die freenet digital Group oder wesentliche Teile hiervon innerhalb der ersten 60 Monate nach Erwerb bzw. bei Erreichen gewisser EBITDAs innerhalb der ersten 96 Monate nach Erwerb veräußert wird bzw. werden. Es würde dann unter bestimmten Voraussetzungen ein festgelegter Anteil an den Verkaufserlösen als zusätzlicher Kaufpreis fällig, bezüglich dessen kein Höchstbetrag vereinbart wurde. Zum 31. Dezember wurde keine Verbindlichkeit für den „Earn Out 2“ angesetzt.

Die bezüglich des Erwerbs der freenet digital Group nach IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation hat finalen Charakter.

Über die zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung zu beizulegenden Zeitwerten übernommenen Vermögenswerte und Schulden der freenet digital Group gibt die folgende Übersicht Auskunft:

Vermögenswerte und Schulden der freenet digital Group zum 15. Januar 2014 zu beizulegenden Zeitwerten

In TEUR 15.1. 2014
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 26.873
Sachanlagen 29.162
Goodwill 660
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 202
56.897
Kurzfristiges Vermögen
Laufende Ertragsteueransprüche 1.415
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.141
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.710
Flüssige Mittel 3.833
26.099
82.996
In TEUR 15.01.2014
Eigenkapital
Latente Ertragsteuerschulden 7.523
7.523
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.249
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 3.982
Laufende Ertragsteuerschulden 8.307
Sonstige Rückstellungen 3.383
25.921
33.444

Die Differenz zwischen den Aktiva und Passiva in Höhe von 49.552 Tausend Euro stellt den zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung erwarteten Gesamtkaufpreis (finaler Barkaufpreis in Höhe von 45.897 Tausend Euro zuzüglich des im Erwerbszeitpunkt erwarteten Earn-Outs 1 in Höhe von 3.655 Tausend Euro) dar. Aus der Kaufpreisallokation ergibt sich ein Goodwill in Höhe von 29.162 Tausend Euro, der im Wesentlichen auf die Kompetenz der freenet digital Group, auch zukünftig Neukunden zu akquirieren, sowie auf deren nicht separat bilanzierungsfähigen Mitarbeiterstamm zurückzuführen ist. Der Goodwill ist der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „freenet digital Group“ zugeordnet worden. Die übernommenen immateriellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Kundenbeziehungen in Höhe von 12.189 Tausend Euro, Technologie (über den bereits im der Kaufpreisallokation zugrundeliegenden Abschluss der freenet digital Group bilanzierten Betrag hinausgehend) in Höhe von 9.132 Tausend Euro sowie Markenrechte in Höhe von 3.879 Tausend Euro, die aufgrund der Kaufpreisallokation angesetzt wurden. Durch die Folgeabschreibung der im Zuge der Kaufpreisallokation angesetzten immateriellen Vermögenswerte über eine Nutzungsdauer von 48 bis 60 Monaten sind in den ersten vier Jahren nach dem Erwerbszeitpunkt pro Quartal planmäßige Abschreibungen in Höhe von jeweils 1.309 Tausend Euro sowie im fünften Jahr nach dem Erwerbszeitpunkt pro Quartal planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.066 Tausend Euro vorzunehmen. In der Kaufpreisallokation wurden keine Eventualschulden angesetzt. Der Zeitwert der erworbenen Forderungen beträgt 21.053 Tausend Euro. Auf Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 20.263 Tausend Euro wurden zum Erwerbsstichtag Wertberichtigungen in Höhe von 2.122 Tausend Euro gebildet. Es wurden keine Transaktionen identifiziert, die getrennt vom Erwerb der Vermögenswerte und der Übernahme der Schulden auszuweisen sind. Der Kaufpreisallokation lag eine auf dem DCF-Verfahren basierende bewertungsrelevante Planungsrechnung vor. Diese umfasste einen Detail-Zeitraum von drei Jahren sowie einen Grobplanungs-Zeitraum von weiteren drei Jahren. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Technologie sowie der Markenrechte kam die Lizenzpreisanalogiemethode zum Einsatz. Der beizulegende Zeitwert der Kundenbeziehungen erfolgte nach einem kapitalwertorientierten Verfahren auf Basis der Residualwertmethode.

Die kontinuierliche Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs sowie datenfreundlicher Mobilfunktarife führen zu einer dynamisch steigenden Nachfrage nach mobilen Digital-Lifestyle-Applikationen. Mit dem Erwerb der freenet digital Group plant freenet, seinen Wachstumskurs im Bereich Digital Lifestyle konsequent fortzusetzen.

In der Segmentberichterstattung des Konzerns freenet AG ist die freenet digital Group dem Segment „Sonstige/Holding“ zugeordnet worden.

Die freenet digital Group steuerte im Geschäftsjahr 2014 ab dem Zeitpunkt ihrer Erstkonsolidierung insgesamt 23,9 Millionen Euro zu den Konzern-Umsatzerlösen mit Dritten bei. Hätte diese Transaktion zum 1. Januar 2014 stattgefunden, wäre der Beitrag der freenet digital Group zu den Konzernumsatzerlösen des Geschäftsjahres 2014 24,3 Millionen Euro gewesen. Die freenet digital Group steuerte ein negatives Ergebnis nach Steuern zum Konzernergebnis 2014 bei, das unter Einbezug der auf Konzernebene entstandenen Effekte (Auflösung Earn Out) von unwesentlicher Größenordnung war. Dies gilt auch, wenn diese Transaktion zum 1. Januar 2014 stattgefunden hätte.

36.2 Erwerb von Shop-Standorten der reStore GmbH

Im Berichtsjahr 2014 erwarb der Konzern über die Tochtergesellschaft GRAVIS per Asset Deal von der reStore GmbH, Düsseldorf, das Recht, für bestimmte bisher von der reStore GmbH betriebene Shop-Standorte in die Mietverträge als neuer Shop-Mieter einzutreten bzw. diese Mietverträge mit dem Vermieter neu abzuschließen. Dieses Recht bestand für bis zu zwölf Standorte, die schrittweise im Zeitraum von Juni bis November 2014 übernommen wurden. Die Übernahme der reStore-Standorte erfolgte im Rahmen unserer Strategie, die Zahl unserer direkt steuerbaren Shops und somit unsere Nähe zum Kunden weiter auszubauen.

Die bezüglich dieses Erwerbs, für den bis zum Bilanzstichtag Zahlungen in Höhe von 2.523 Tausend Euro geleistet wurden, nach IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation hat finalen Charakter. Für die bisher erworbenen Vermögenswerte wurden in der vorläufigen Kaufpreisallokation 620 Tausend Euro auf das Recht zur Übernahme bzw. zum Neuabschluss der Mietverträge, 263 Tausend Euro auf übernommene Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie 387 Tausend Euro auf Rückbauverpflichtungen allokiert. Ferner wurden latente Ertragssteueransprüche in Höhe von 3 Tausend Euro angesetzt. Die restlichen 2.024 Tausend Euro wurden als Goodwill angesetzt und sind im Wesentlichen auf die Laufkundschaft der Shop-Präsenz sowie in geringem Umfang auf den nicht zu bilanzierenden Mitarbeiterstamm zurückzuführen.

Das Recht zur Übernahme bzw. zum Neuabschluss der Mietverträge sowie die übernommene Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden mit einem kostenorientierten Verfahren bewertet. Die Bewertung der Rückbauverpflichtungen erfolgte über die Barwertmethode.

In der Segmentberichterstattung des Konzerns freenet AG wurden die übernommenen Standorte als Bestandteil der Tochtergesellschaft GRAVIS dem Segment „Mobilfunk“ zugeordnet. Der auf diese Transaktion entfallende Goodwill ist der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Mobilfunk“ zugeordnet worden.

Die Umsatzerlöse und Ergebnisse der übernommenen Shop-Standorte können nicht separat ermittelt werden, da diese nach ihrem Erwerb in das bestehende Geschäft integriert wurden. Der Beitrag der Standorte zu den Konzern-Umsatzerlösen mit Dritten sowie zum Ergebnis des Konzerns während des Berichtsjahres 2014 ab dem Zeitpunkt ihrer Erstkonsolidierung war zudem von unwesentlicher Größenordnung. Dies gilt auch, wenn diese Transaktionen zum 1. Januar 2014 stattgefunden hätten.

37. Angaben gemäß § 315a HGB

Die durchschnittliche Anzahl der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer (§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB) wurde in Textziffer 8, Personalaufwand, dieses Anhangs genannt.

Bezüglich der Angaben zu den Organbezügen (§ 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB) verweisen wir auf Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

Gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB erklären wir, dass die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG im Dezember 2014 vom Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft abgegeben wurde. Sie wurde den Aktionären auf den Unternehmensseiten im Internet unter der Adresse www.freenet-group.de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung dauerhaft zugänglich gemacht.

Für den Abschlussprüfer im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB sind für das Geschäftsjahr insgesamt 1.886 Tausend Euro an Honorar berechnet worden. Hiervon entfallen 34 Tausend Euro auf die RBS RoeverBroennerSusat GmbH, welche zu 27 Tausend Euro für Abschlussprüfungsleistungen und zu 7 Tausend Euro für Sonstige Leistungen angefallen sind. Weitere 1.852 Tausend Euro sind für die Pricewaterhouse Coopers Aktiengesellschaft angefallen. Diese verteilen sich mit 696 Tausend Euro auf Abschlussprüfungsdienstleistungen, mit 60 Tausend Euro auf Steuerberatungsleistungen und mit 1.096 Tausend Euro auf Sonstige Leistungen. Es wurden keine anderen Bestätigungsleistungen erbracht.

Gemäß § 313 Abs. 2 bis 3 HGB geben wir folgenden Überblick zu den im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (Tabelle auf der folgenden Seite):

Anteil am Kapital
Vollkonsolidierte Unternehmen
freenet Cityline GmbH, Kiel 100 %
freenet.de GmbH, Hamburg 100 %
01019 Telefondienste GmbH, Hamburg 100 %
010124 Telefondienste GmbH, Kiel 100 %
01050.com GmbH, Hamburg 100 %
freenet Datenkommunikations GmbH, Hamburg 100 %
tellfon GmbH, Hamburg 100 %
01083.com GmbH, Hamburg 100 %
mobilcom-debitel GmbH, Büdelsdorf 100 %
mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig 100 %
MobilCom Multimedia GmbH, Schleswig 100 %
klarmobil GmbH, Hamburg 100 %
new directions GmbH, Hamburg 100 %
freenet Direkt GmbH, Hamburg 100 %
MFE Energie GmbH, Berlin 100 %
Stanniol GmbH für IT & PR, Oberkrämer 100 %
mobilcom-debitel Shop GmbH, Oberkrämer 100 %
callmobile GmbH, Hamburg 100 %
Gravis-Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin 100 %
MOTION TM Vertriebs GmbH, Troisdorf 51 %
freenet digital GmbH, Berlin 100 %
iLove GmbH, Berlin 100 %
Quaid Media GmbH, Berlin (vormals Lorena Medienagentur GmbH) 100 %
freenet digital Espana S. L., Barcelona (Spanien) 100 %
freenet digital Entretentimendo do Brasil Ltda., Sao Paulo (Brasilien) 100 %
Jamba Mobilnye Razvlecheniya 000, Moskau (Russische Förderation) 100 %
Motility GmbH, Berlin 100 %
freenet digital Holdings Inc., Wilmington (USA) 100 %
freenet digital Entertainment Inc., Los Angeles (USA) 100 %
freenet digital LLC, Wilmington (USA) 100 %
freenet digital North America Inc., Wilmington (USA) 100 %
freenet digital Studios, LLC, Wilmington (USA) 100 %
Aldine Productions LLC, Wilmington (USA) 100 %
Seedling Productions LLC, Los Angeles (USA) 100 %
freenet digital Group US Holdings Inc., Wilmington (USA) 100 %
freenet digital USA LLC, Los Angeles (USA) 100 %
Motility Ads LLC, Los Angeles (USA) 100 %
At Equity bewertete Unternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 50 %

38. Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.

39. Entwicklung des Konzernanlagevermögens

Tabellen auf der nächsten Doppelseite.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2014

Anschaffungs-/Herstellungskosten
In TEUR 1.1. 2014 Veränderung Konsolidierungs-

kreis
Zugänge Umbuchungen Abgänge Fremd-

währung
31.12.2014
--- --- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 72.137 1.464 12.745 -7 368 25 85.996
Software und Lizenzen 166.936 9.961 5.677 15 46.555 0 136.034
Markenrechte 338.273 3.879 0 0 5.800 0 336.352
Kundenbeziehungen 494.365 12.189 0 0 472.808 0 33.746
Goodwill 1.122.112 31.186 0 0 0 0 1.153.298
2.193.823 58.679 18.422 8 525.531 25 1.745.426
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstücks-

einrichtungen und Bauten
15.965 0 63 0 0 0 16.028
Switche und Leitungsnetze 4.506 0 0 0 0 0 4.506
Technische Anlagen und Maschinen 20.620 0 671 0 103 0 21.188
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 96.648 923 10.484 345 3.838 1 104.563
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 384 0 128 -353 17 0 142
138.123 923 11.346 -8 3.958 1 146.427
2.331.946 59.602 29.768 0 529.489 26 1.891.853
Abschreibungen und Wertminderungen
In TEUR 1.1. 2014 Veränderung Konsoldierungs-

kreis
Zugänge Wert-

minderungen
Umbuchungen Abgänge Fremdwährung 31.12.2014
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 53.911 0 10.898 368 -3 368 -3 64.803
Software und Lizenzen 98.859 0 30.643 0 -3 46.413 0 83.086
Markenrechte 32.995 0 6.220 0 0 5.800 0 33.415
Kundenbeziehungen 488.615 0 4.880 0 0 472.808 0 20.687
Goodwill 0 0 0 0 0 0 0 0
674.380 0 52.641 368 -6 525.389 -3 201.991
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstücks-

einrichtungen und Bauten
8.157 0 629 0 0 0 0 8.786
Switche und Leitungsnetze 4.275 0 52 0 0 0 0 4.327
Technische Anlagen und Maschinen 15.388 0 1.466 0 0 103 0 16.751
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 76.551 0 9.257 0 6 3.558 0 82.256
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0 0 0
104.37 1 0 11.404 0 6 3.661 0 112.120
778.75 1 0 64.045 368 0 529.050 -3 314.111
Buchwerte
In TEUR 31.12.2014 1.1. 2014
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 21.193 18.226
Software und Lizenzen 52.948 68.077
Markenrechte 302.937 305.278
Kundenbeziehungen 13.059 5.750
Goodwill 1.153.298 1.122.112
1.543.435 1.5 19.443
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstücks-

einrichtungen und Bauten
7.242 7.808
Switche und Leitungsnetze 179 231
Technische Anlagen und Maschinen 4.437 5.232
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.307 20.097
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 142 384
34.307 33.752
1.577.742 1.553.195

Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2013

Anschaffungs-/Herstellungskosten
In TEUR 1.1. 2013 Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2013
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 62.221 0 9.931 0 15 72.137
Software und Lizenzen 223.481 1.110 74.395 52 132.102 166.936
Markenrechte 334.906 3.367 0 0 0 338.273
Kundenbeziehungen 485.960 7.527 0 0 -878 494.365
Goodwill 1.116.616 5.497 0 0 1 1.122.112
2.223.184 17.501 84.326 52 131.240 2.193.823
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 15.299 560 106 0 0 15.965
Switche und Leitungsnetze 49.593 0 259 0 45.346 4.506
Technische Anlagen und Maschinen 18.917 0 1.943 0 240 20.620
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 87.774 5.803 5.701 621 3.251 96.648
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 290 0 767 -673 0 384
171.873 6.363 8.776 -52 48.837 138.123
2.395.057 23.864 93.102 0 180.077 2.331.946
Abschreibungen und Wertminderungen
In TEUR 1.1. 2013 Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Wertminderungen Umbuchungen Abgänge 31.12.2014
--- --- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 43.618 0 10.308 0 0 15 53.911
Software und Lizenzen 195.477 0 26.391 0 48 123.057 98.859
Markenrechte 27.551 0 5.444 0 0 0 32.995
Kundenbeziehungen 483.389 0 4.348 0 0 -878 488.615
Goodwill 0 0 0 0 0 0 0
750.035 0 46.491 0 48 122.194 674.380
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 7.533 0 624 0 0 0 8.157
Switche und Leitungsnetze 49.585 0 36 0 0 45.346 4.275
Technische Anlagen und Maschinen 14.301 0 1.328 0 0 241 15.388
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 72.138 0 7.613 0 -48 3.152 76.551
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0 0
143.557 0 9.601 0 -48 48.739 104.371
893.592 0 56.092 0 0 170.933 778.751
Buchwerte
In TEUR 31.12.2013 1.1. 4510
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 18.226 18.603
Software und Lizenzen 68.077 28.004
Markenrechte 305.278 307.355
Kundenbeziehungen 5.750 2.571
Goodwill 1.122.112 1.116.616
1.5 19.443 1.473.149
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 7.808 7.766
Switche und Leitungsnetze 231 8
Technische Anlagen und Maschinen 5.232 4.616
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.097 15.636
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 384 290
33.752 28.3 16
1.553.195 1.501.465

Büdelsdorf, den 3. März 2015

freenet AG

Der Vorstand

Christoph Vilanek

Joachim Preisig

Stephan Esch

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der freenet AG, Büdelsdorf, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hamburg, den 4. März 2015

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Dr. Andreas Focke, Wirtschaftsprüfer

ppa. Vinzent Graf, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

der Aufsichtsrat berichtet nachfolgend über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014.

Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand

Wie in den Vorjahren hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2014 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben sorgfältig wahrgenommen. Neben zahlreichen Sachthemen, die im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats diskutiert und entschieden wurden, lag im ersten Halbjahr 2014 der Fokus der Beratungen des Plenums insbesondere auf

der Verlängerung der Vorstandsbestellungen,
der Prüfung und Beschlussfassung zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 und
der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung am 13. Mai 2014, insbesondere
dem Vorschlag zur Wahl eines neuen Abschlussprüfers.

Im zweiten Halbjahr befasste sich der Aufsichtsrat dann schwerpunktmäßig mit der weiteren Optimierung der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft.

Der Aufsichtsrat begleitete und überwachte den Vorstand kontinuierlich bei dessen Geschäftsführung und beriet ihn regelmäßig bei seinen Entscheidungen im Rahmen der Leitung des Unternehmens. Der Vorstand bezog den Aufsichtsrat bei allen grundlegenden Entscheidungen im Rahmen der Unternehmensführung frühzeitig ein und berichtete regelmäßig und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über den Geschäftsverlauf, die Unternehmensplanung, die strategische Entwicklung und die Lage des Unternehmens. In diesem Rahmen stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat Berichte und Unterlagen zur Verfügung, sowohl unaufgefordert als auch auf Anforderung anlässlich von Besprechungen im Aufsichtsrat. Der Vorstand stand zudem im Plenum und in Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats umfassend Rede und Antwort.

Insbesondere erörterte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen im Einzelnen und prüfte diese anhand der vorgelegten Unterlagen. Darüber hinaus setzte der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens - mit der Konzentration auf das Mobilfunkgeschäft bei gleichzeitigem Umbau zum Digital-Lifestyle-Provider - in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat fort. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich diskutiert. Ebenfalls auf der Grundlage der Berichte des Vorstands fasste der Aufsichtsrat nach Prüfung und Beratung Beschlüsse, soweit dies erforderlich war. Auch außerhalb von Sitzungen hat der Vorstand die Aufsichtsratsmitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung informiert.

Zudem besprach der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand die Perspektiven und die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens und informierte sich über aktuelle Themen und Ereignisse. Die Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung durch den Vorstand waren nicht zu beanstanden.

Im Geschäftsjahr 2014 hielt der Aufsichtsrat vier Präsenzsitzungen und eine telefonische Sitzung ab und fasste zusätzlich Beschlüsse im schriftlichen Verfahren. Die Präsenz bei den Aufsichtsratssitzungen war im Berichtsjahr wieder erfreulich hoch: an drei Sitzungen nahmen elf der zwölf Aufsichtsratsmitglieder teil, zu den beiden übrigen Sitzungen fand sich der Aufsichtsrat in voller Besetzung zusammen. Wiederum hat kein Aufsichtsratsmitglied an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Die Ausschüsse tagten 2014 mit Ausnahme einer telefonischen Sitzung des Personalausschusses jeweils in vollzähliger Besetzung.

In Zusammenhang mit einer nicht durchgeführten Unternehmensakquisition hat ein Aufsichtsratsmitglied dem Vorsitzenden gegenüber einen Interessenkonflikt angezeigt und auf die Teilnahme an Beratungen des Plenums und an Beschlussfassungen des Aufsichtsrates in dieser Sache verzichtet. Das betroffene Mitglied hat ebenfalls auf die Zuleitung sämtlicher Informationen und Unterlagen in dieser Angelegenheit verzichtet. Durch dieses Vorgehen des betreffenden Aufsichtsratsmitglieds war nach Auffassung des Aufsichtsrats im Umgang mit dem Interessenkonflikt der Vorrang des Unternehmensinteresses gewährleistet, so dass für darüber hinausgehende Maßnahmen keine Notwendigkeit gesehen wurde.

Weitere Sachverhalte, die Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern begründen können, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind dem Aufsichtsrat gegenüber nicht offengelegt worden.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Regelmäßige Sitzungsinhalte im Plenum waren

die aktuelle Geschäftsentwicklung,
die Markt- und Wettbewerbssituation und
die Finanzlage und Finanzierungssituation der Gesellschaft.

In einer telefonisch durchgeführten Sitzung am 21. Februar 2014 berieten die Aufsichtsratsmitglieder über eine vorzeitige Verlängerung der Vorstandsanstellungsverträge und verlängerten die Bestellungen und Anstellungsverträge für Christoph Vilanek bis zum 31.12.2018 und für Joachim Preisig und Stephan Esch jeweils bis zum 31.12.2019. Auf diese Weise konnte der Aufsichtsrat sein Bestreben nach Kontinuität der erfolgreichen Arbeit des Vorstands sicherstellen.

Die Sitzung des Aufsichtsrats vom 20. März 2014 gab den Mitgliedern Gelegenheit, sich mit einem Akquisitionsprojekt zu befassen, das im Ergebnis jedoch nicht weiter verfolgt wurde. Zuvor hatte der Vorstand dem Aufsichtsrat verschiedene Akquisitionsobjekte vorgestellt, die er identifiziert hatte und die aus seiner Sicht anorganisches Wachstum im Kerngeschäft und im Digital Lifestyle bieten könnten. Unabhängig von diesem Einzelfall unterstützt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Zielrichtung des Vorstands, Möglichkeiten nach anorganischen Wachstumsimpulsen durch Zukäufe wahrzunehmen.

In der Sitzung vom 25. März 2014 war zunächst der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013 zentraler Prüfungs- und Beratungsgegenstand. Gemeinsam mit den Vertretern des Abschlussprüfers, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RBS RoeverBroennerSusat GmbH & Co. KG, wurden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung diskutiert. Nach Abschluss der eigenen Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen das Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer und folgte der Empfehlung des Prüfungsausschusses, indem er den Jahresabschluss und den Konzernabschluss billigte. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Ein weiterer wesentlicher Punkt dieser Sitzung war die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2014 und die entsprechenden Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Auf eine Empfehlung des Prüfungsausschusses, der einen entsprechenden Ausschreibungsprozess durchgeführt hatte, schlug der Aufsichtsrat die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Hauptversammlung zur Wahl als Abschlussprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 vor.

Am 19. September 2014 berichtete der Vorstand ausführlich über die Geschäftsentwicklung und über Projekte zur Effizienzsteigerung der internen Organisation des Unternehmens. Weiteres Thema waren Überlegungen zur Optimierung der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft durch Begebung eines Schuldscheindarlehens über bis zu 100 Millionen Euro.

In der Sitzung vom 5. Dezember 2014 befasste sich der Aufsichtsrat unter anderem mit folgenden Themen: er erteilte die Zustimmung zum Schuldscheindarlehen, verabschiedete das Budget für 2015 und fasste Beschluss über die Abgabe der jährlichen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex. In diesem Zusammenhang beschäftigte sich der Aufsichtsrat nach Vorbereitung des Personalausschusses intensiv mit der Verwendung der vom Kodex empfohlenen Mustertabellen zur Darstellung der Vorstandsvergütung. Vorstand und Aufsichtsrat entschieden sich, diese Tabellen nicht zu verwenden und in der aktuellen Entsprechenserklärung eine Abweichung zu erklären.

Nach Ende des Geschäftsjahres 2014 fand am 25. März 2015 eine Sitzung des Plenums mit der Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2014 als zentralem Inhalt statt. Die Einzelheiten hierzu sind Gegenstand des gesonderten Abschnitts „Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2014“ in diesem Bericht. Weitere Themen waren die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2015 mit den Beschlussvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung.

Arbeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat ein Präsidium und vier weitere Ausschüsse eingerichtet. Die generellen Aufgaben, die Arbeitsweise und die Besetzung der einzelnen Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung näher beschrieben.

Präsidium

Das Präsidium befasste sich in zwei Präsenzsitzungen 2014 einerseits mit aktuellen Akquisitionsprojekten und andererseits mit Möglichkeiten zur Optimierung der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft.

Personalausschuss

Die Mitglieder des Personalausschusses fanden sich 2014 zu insgesamt zwei Präsenzsitzungen und einer telefonischen Sitzung zusammen. Die telefonisch durchgeführte Sitzung diente der Vorbereitung für die Verlängerung der Vorstandsanstellungsverträge. In seiner zweiten Sitzung 2014 stellte der Ausschuss fest, ob und inwieweit die Parameter für die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder für 2013 erreicht wurden, legte neue Parameter für die Zielvereinbarungen für das Geschäftsjahr 2014 fest und schlug diese dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vor. In der dritten Sitzung schließlich befasste sich der Ausschuss mit den Auswirkungen einer Verwendung der Mustertabellen nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss befasste sich in vier Präsenzsitzungen regelmäßig mit den aktuellen Prüfungsschwerpunkten der Bilanzierung und erörterte sie mit den Abschlussprüfern. Intensiv setzten sich die Ausschussmitglieder mit dem Geschäftsbericht, dem Halbjahresbericht und den Zwischenberichten auseinander. Ein wesentliches Thema im Ausschuss war im ersten Halbjahr 2014 der Dividendenvorschlag, den die Ausschussmitglieder intensiv mit dem Finanzvorstand diskutierten. Im zweiten Halbjahr 2014 lag ein Fokus auf dem Forderungsmanagement, dem Risikomanagement und dem Umgang mit Fraud. Hierzu berichteten die verantwortlichen Manager dem Ausschuss regelmäßig. Weitere Berichte erhielten die Ausschussmitgleider von den Managern der Bereiche Interne Revision und Compliance.

Der Schwerpunkt der Arbeit des Prüfungsausschusses lag auf der Begleitung der Jahresabschlussprüfung. Hierzu

● holte der Ausschuss die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex ein,

● überwachte der Ausschuss die Unabhängigkeit des Prüfers sowie die Umsetzung des Prüfungsauftrags,

● legte der Ausschuss die Schwerpunkte der Abschlussprüfung fest und

● bereitete der Ausschuss die Beschlüsse des Aufsichtsrats über den Jahres- und Konzernabschluss

sowie den Vorschlag zur Gewinnverwendung und die Vereinbarungen mit dem Abschlussprüfer vor.

Vermittlungsausschuss

Der Vermittlungsausschuss musste in 2014 nicht einberufen werden.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss wurde 2014 ebenfalls nicht tätig.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2014

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 und der Lagebericht der freenet AG wurden von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses entsprechend dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 13. Mai 2014 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der freenet AG zum 31. Dezember 2014 wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch diesen Konzernabschluss und den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Über die Prüfung wurde im Prüfungsausschuss am 26. Februar 2015 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 25. März 2015 berichtet und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses in beiden Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt.

Der Aufsichtsrat ist der Empfehlung des Prüfungsausschusses gefolgt und hat in der Sitzung am 25. März 2015 den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 25. März 2015 zudem den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Abschlussprüfer erörtert. Hieran anschließend hat sich der Aufsichtsrat - der Empfehlung des Prüfungsausschusses folgend - dem Vorschlag des Vorstands angeschlossen.

Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2014 gab es keine Veränderungen in der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Im Geschäftsjahr 2015 legte Achim Weiss sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 31. Januar 2015 nieder. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Weiss an dieser Stelle für seine sachkundigen und konstruktiven Beiträge und für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Für ihn bestellte das Amtsgericht Kiel mit Beschluss vom 10. Februar 2015 Sabine Christiansen in den Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat spricht den Vorstandsmitgliedern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften Dank und Anerkennung für ihr persönliches Engagement und die geleistete Arbeit aus.

Büdelsdorf, den 25. März 2015

Für den Aufsichtsrat

Dr. Hartmut Schenk, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Datum der Billigung des Konzernabschlusses: 25.03.2015

Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

Die freenet AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 5. Dezember 2013 im Zeitraum bis zum 30. September 2014 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 13. Mai 2013 und seit dem 30. September 2014 den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Abweichungen entsprochen und wird den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014, soweit es hierzu nachfolgend seitens der Gesellschaft keine abweichende Erklärung gibt, auch zukünftig entsprechen.

1. Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist keine Vereinbarung eines Selbstbehalts vorgesehen, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Mitglieder des Aufsichtsrats selbstverständliche Pflicht. Ein Selbstbehalt müsste zudem wegen des Gleichheitssatzes einheitlich festgesetzt werden, obwohl die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsratsmitglieder variieren. Ein Selbstbehalt würde die Aufsichtsratsmitglieder daher unterschiedlich belasten. In Anbetracht gleicher Pflichten erscheint das nicht angemessen. (Kodex-Ziffer 3.8 Abs. 3)
2. Die Gesellschaft fühlt sich im Rahmen ihrer Berichterstattung der Transparenz in einem hohen Maße verpflichtet. Dies gilt auch im Bereich der Vorstandsvergütung, die mit allen ihren Komponenten und zudem individualisiert im Vergütungsbericht uneingeschränkt offengelegt und erläutert wird. Gleichwohl haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, die zur Darstellung der Vorstandsvergütung vorgesehenen Mustertabellen im Vergütungsbericht nicht zu verwenden. Trotz Vereinbarung von betragsmäßigen Höchstgrenzen in den Vorstandsverträgen steht zu befürchten, dass durch die Angabe von Maximalbeträgen im Hinblick auf aktienbasierte Vergütungsbestandteile ein Bild erzeugt wird, das nicht den tatsächlichen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung des Aktienkurses entspricht. (Kodex-Ziffer 4.2.5 Satz 5 und Satz 6)
3. Der Aufsichtsrat sieht die derzeitige Besetzung des Vorstands als erfolgreich an und strebt deswegen Kontinuität im Vorstand an. Eine Auswahl nach den in Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1 genannten Kriterien für die Zusammensetzung des Vorstands ist demgegenüber aus Sicht des Aufsichtsrats nachrangig und hat auch bei der Entscheidung über die Neubestellungen der Vorstandsmitglieder im Februar 2014 keine Berücksichtigung gefunden. (Kodex-Ziffer 5.1.2 Abs. 1)
4. Für die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder ist keine Altersgrenze festgelegt. Es ist nicht einsichtig, warum qualifizierte Personen mit großer Berufs- und Lebenserfahrung allein aufgrund ihres Alters nicht als Kandidaten in Betracht gezogen werden sollen. (Kodex-Ziffern 5.1.2 Satz 7 und 5.4.1 Satz 2)
5. Der Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung im Sinne von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Ziffer 5.4.2 Satz 1. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gem. Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden. Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung leiten lassen. Dies hat sich nach seiner Überzeugung bewährt. Deshalb wird keine Notwendigkeit gesehen, diese Praxis zu ändern. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2, Abs. 3 und 5.4.2 Satz 1)
6. Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 empfiehlt, dass eine erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bemisst sich gem. § 11 Abs. 5 der Satzung nach der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese Form der variablen Vergütung hat sich in der Vergangenheit bewährt. Zudem ist die dem Kapitalmarkt kommunizierte, an den freien Cashflow anknüpfende Dividendenpolitik der Gesellschaft auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Daher dient auch die Anknüpfung der variablen Vergütung an diese Dividendenstrategie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Eine Anpassung der variablen Vergütung des Aufsichtsrats ist aus diesem Grund nicht vorgesehen. (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2)

Büdelsdorf, den 5. Dezember 2014

Der Aufsichtsrat

Der Vorstand

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

freenet AG, Büdelsdorf

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Verwendung des Bilanzgewinns für das zum 31.12.2014 beendete Geschäftsjahr beschließt, folgende Gewinnverwendung vor:

Ausschüttung einer Dividende von Euro 1,50 je dividendenberechtigter Stückaktie, d.h. Euro 192.016.524,00 als Gesamtbetrag der Dividende, und Vortrag des Restbetrags in Höhe von Euro 86.310.149,61 auf neue Rechnung. Die Dividende ist am 22. Mai 2015 zahlbar.

Gesamtbetrag der Dividende Euro 192.016.524,00
Vortrag auf neue Rechnung Euro 86.310.149,61
Bilanzgewinn Euro 278.326.673,61

Zum Zeitpunkt der Einberufung hält die Gesellschaft mittelbar 50.000 eigene Stückaktien, die nicht dividendenberechtigt sind. Bis zur Hauptversammlung kann sich durch den Erwerb, die Einziehung oder die Veräußerung eigener Aktien die Zahl der dividendenberechtigten Aktien verändern. In diesem Fall wird bei unveränderter Ausschüttung von Euro 1,50 je dividendenberechtigter Stückaktie der Hauptversammlung ein angepasster Beschlussvorschlag über die Gewinnverwendung unterbreitet werden, der eine entsprechende Anpassung des insgesamt an die Aktionäre auszuschüttenden Betrags der Dividende und eine entsprechende Anpassung des auf neue Rechnung vorzutragenden Betrags vorsehen wird.

Hamburg, den 25.03.2015

freenet AG

Der Vorstand