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freenet AG Annual Report 2012

Jun 11, 2013

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Annual Report

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Publication

freenet AG

Büdelsdorf

Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2012

Konzernlagebericht

Geschäft und Rahmenbedingungen

● Geschäftstätigkeit

Die freenet Group ist der größte netzunabhängige Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Der Konzern bietet seinen Kunden ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten insbesondere aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste. Als Mobilfunk-Service-Provider verfügt die freenet Group über keine eigene Netzinfrastruktur; vielmehr vermarktet sie unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung Mobilfunkdienstleistungen der Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 in Deutschland. Die mit den genannten Gesellschaften geschlossenen Netzbetreiberverträge bilden dabei die Grundlage des operativen Geschäfts: Auf deren Basis kauft das Unternehmen Mobilfunkleistungen bei den Netzbetreibern als Vorleistungen ein, um diese an seine Endkunden zu vermarkten. Neben den eigenen netzunabhängigen Diensten und Tarifen im Vertragskunden-, No-frills- und Prepaid-Bereich bietet das Unternehmen auch die Originaltarife der Netzbetreiber an. Darüber hinaus vertreibt die freenet Group insbesondere Mobilfunk-Endgeräte und zusätzliche Dienste im Bereich der mobilen Datenkommunikation. Als Vertriebskanäle dienen dabei vor allem die eigene Shopkette mit rund 530 Shops, etwa 6.000 weitere Vertriebsstellen im Fachhandel, in Elektronik- und Flächenmärkten sowie der Online- und Direktvertrieb; hervorzuheben ist dabei die Zusammenarbeit mit der Media-Saturn Deutschland GmbH. Darüber hinaus hat die freenet Group im Dezember 2012 über ihre Tochtergesellschaft mobilcom-debitel GmbH einen Kaufvertrag über 100 Prozent der Anteile an der Gravis - Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin („GRAVIS") abgeschlossen, der im Januar 2013 vollzogen wurde. Die Akquisition baut auf die bereits seit Oktober 2011 bestehende exklusive Kooperation mit dem Marktführer für Apple-Lifestyle-Produkte auf.

Der Konzern verfügt somit über die größte netzunabhängige Vertriebsplattform für Mobilfunkprodukte in Deutschland. Der Vermarktungsschwerpunkt liegt im Wesentlichen auf dem Endkundengeschäft mit Privathaushalten in Deutschland. Ferner betreibt das Unternehmen ein Online-Portal und bietet zunehmend auch Inhalte für das mobile Internet an.

● Konzernstruktur

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Konzern die strategische Portfoliobereinigung fortsetzen und veräußerte im September 2012 seine 50-prozentige Beteiligung an der KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation und im Dezember 2012 sein 100-prozentiges Tochterunternehmen freeXmedia GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2013.

Wesentliche Konzerngesellschaften der freenet AG zum 31. Dezember 2012

Strategische Ausrichtung, Konzernziele und Steuerung

Die freenet AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre am Mobilfunkumsatz gemessene Marktposition in einem insgesamt rückläufigen Markt klar behauptet. Gleichzeitig war die angestrebte Stabilisierung der Kundenbasis bei den so genannten werthaltigen Kundenbeziehungen der Bereiche Postpaid und No-frills (zusammen: Customer Ownership) im Jahresverlauf erfolgreich. Darüber hinaus ist der rentabilitätsorientierte Ausbau des stationären Vertriebs, insbesondere über die eigenen mobilcom-debitel Shops, gezielt vorangetrieben worden. Damit wurde die Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens zum Digital-Lifestyle-Provider geschaffen. Erste Lifestyle-Produkte, wie „SmartHome”, konnten in der zweiten Jahreshälfte bereits erfolgreich im Markt eingeführt werden.

Vor diesem Hintergrund wird die Gesellschaft den eingeschlagenen Weg weiter fortsetzen und sich auch im laufenden Geschäftsjahr auf die Gewinnung und den Erhalt werthaltiger Kundenbeziehungen konzentrieren. Die bestehenden Kundenbindungsmaßnahmen werden in diesem Sinne weiterentwickelt und auf zusätzliche Qualitätsverbesserungen ausgerichtet. Der Vertrieb von Datenprodukten und hochwertigen Endgeräten wird in diesem Zusammenhang ebenso forciert wie der Verkauf hochwertiger Zubehörprodukte. Dabei wird die freenet AG auch künftig alle zur Verfügung stehenden Vertriebskanäle nutzen und ihre deutschlandweite Vertriebspräsenz gezielt ausbauen.

Darüber hinaus wird die Gesellschaft zusätzliche Handlungsfelder bezüglich Portfolioerweiterung und Ausbau von Vertriebskanälen evaluieren, nahe am Kerngeschäft und unter definierten engen Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben. Eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung zum Digital-Lifestyle-Provider hochwertiger Apple-Produkte stellt der im ersten Quartal 2013 vollzogene Erwerb der GRAVIS dar.

Bei der Strategieumsetzung berücksichtigt die freenet AG die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen aller Interessensgruppen gleichermaßen. Unsere Anteilseigner erwarten eine angemessene und verlässliche Gesamtverzinsung ihres eingesetzten Kapitals, die aus Kurssteigerungen und Dividendenausschüttungen besteht. Die Gläubiger der Gesellschaft erwarten neben einer risikoadäquaten Fremdkapitalverzinsung die nachhaltige Sicherung der Fähigkeit zur Schuldentilgung. Unsere Kunden sind an attraktiven Dienstleistungen und Produkten sowie kompetenter Beratung interessiert. Unsere Mitarbeiter erwarten nachhaltig sichere Arbeitsplätze mit angemessenen, modernen Arbeitsbedingungen, in denen sie sich weiterentwickeln und ihre Leistungsfähigkeit optimal entfalten können.

● Finanzstrategie

Unterstützt wird diese strategische Gesamtausrichtung von der Finanzstrategie der freenet AG.

Entsprechend dem Kerngeschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet stellt die Kapitalstruktur die zentrale Säule der Finanzstrategie dar; wir messen sie an folgenden drei Kenngrößen:

Dem Verschuldungsfaktor, der sich aus dem Verhältnis zwischen der wirtschaftlichen Netto-Verschuldung und dem EBITDA ergibt.
Dem Interest Cover, der das Verhältnis zwischen dem EBITDA und dem Netto-Zinsergebnis widerspiegelt. Hierdurch stellt die Gesellschaft sicher, dass die notwendige Zinslast aus der Verschuldung durch das operative Geschäft bedient werden kann.
Der Eigenkapitalquote, die sich aus dem Verhältnis zwischen dem Eigenkapital und dem Gesamtkapital ergibt.

Diese Kenngrößen haben sich entsprechend unserer erfolgreichen Strategieumsetzung besser als geplant entwickelt und dienen uns auch weiterhin als zentrale Steuerungsgrößen im Rahmen der Finanzstrategie.

Kennzahlen der Finanzstrategie

Ziel 2011/12 Ist 2011 Ist 2012 Ziel 2013/14
Verschuldungsfaktor 1,5 - 2,5 1,6 1,3 1,0 - 2,5
Interest Cover >5 6,6 8,5 >5
Eigenkapitalquote >50% 46,3% 48,1% >50%

Zur operativen Umsetzung der Unternehmensstrategie muss das Unternehmen jederzeit über angemessene Liquiditätsreserven verfügen. Dies umfasst ebenfalls die Möglichkeit zur Liquiditätsbeschaffung von Eigen- und Fremdmitteln. Damit sichert sich die Gesellschaft im Rahmen einer risikoorientierten Unternehmensführung gegen temporäre Schwankungen ab. Die Anpassung der Bandbreite des Verschuldungsfaktors dient der ertragsorientierten Optimierung der Kapitalstruktur. Durch die damit verbundene Erhöhung der Attraktivität für Fremdkapitalgeber sollen die künftigen Fremdkapitalbeschaffungskosten reduziert werden. Aufgrund des dem Geschäftsmodell immanenten stabilen Barmittelzuflusses hält die freenet AG bei ihrem aktuellen Geschäftsvolumen eine Liquiditätsreserve von rund 50 Millionen Euro für angemessen und ausreichend.

Schließlich hat der Vorstand eine Dividendenpolitik definiert, die den freenet-Aktionären eine attraktive Dividendenrendite ermöglicht und damit ebenfalls zur langfristigen Unternehmenswertsteigerung beiträgt, ohne das Risikoprofil der Gesellschaft zu gefährden.

Kennzahlen der Dividendenpolitik

Geschäftsjahr 2010 2011 2012 Ziel 2013 Ziel 2014
Ausschüttungsquote (in Prozent des FCF1) 48% 64% 50 - 75% 50 - 75% 50 - 75%
Dividendenzahlung (in Euro pro Aktie) 0,80 1,20 n. a. n. a. n. a.
Dividendenrendite (am Zahltag) 10,0% 10,6% n. a. n. a. n. a.

1) Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Die vom Vorstand Anfang 2013 verabschiedete und mit dem Aufsichtsrat abgestimmte Dividendenpolitik sieht vor, zukünftig 50 bis 75 Prozent des Free Cashflows als Dividende auszuschütten. Mit der Anhebung dieser Bandbreite ab dem Geschäftsjahr 2013 trägt der Vorstand dem Interesse der wertorientierten Anteilseigner Rechnung, am freien Barmittelzufluss der Gesellschaft in angemessenem Maße teilzuhaben, während die optimierte Kapitalstruktur für die nachhaltige Unternehmenswertsicherung sorgt.

● Konkrete Ziele

Basierend auf der strategischen Ausrichtung sowie unter Einhaltung der Eckpfeiler der Finanzstrategie hat der Vorstand folgende konkrete Ziele für die Geschäftsjahre 2013/14 definiert:

Leichter Anstieg der Kundenbasis in den werthaltigen Bereichen Postpaid und No-frills,
Stabilisierung des Postpaid ARPUs im Bereich von 23 Euro,
Anstieg des Konzernumsatzes 2013 und weiteres leichtes Wachstum in 2014,
Konzern-EBITDA von 355,0 Millionen Euro in 2013 und von 360,0 Millionen Euro in 2014,
Free Cashflow von 255,0 Millionen Euro in 2013 und von 260,0 Millionen Euro in 2014

● Konzernsteuerung

Um den mittel- und langfristigen Erfolg unserer strategischen Ausrichtung zu messen, verwenden wir die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:

EBITDA,
Free Cashflow,
Customer Ownership (Postpaid und No-frills),
Postpaid-ARPU,
Kundengewinnungskosten,
Kundenbindungskosten,
Profitabilität des Kunden in der Vertragslaufzeit,
Anzahl der Brutto-Neukunden pro Vertriebskanal.

EBITDA

Das EBITDA entspricht dem Konzernergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Wertminderungen. Das EBITDA bildet die operative Leistungskraft des Unternehmens ab und ist dabei ein Werttreiber mit Fokus sowohl auf das Wachstum (durch den Einfluss des Rohertrages) als auch auf die Kosteneffizienz.

Free Cashflow

Die freenet AG definiert den Free Cashflow als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die zahlungswirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Diese Kennzahl steht für unsere Aktionäre, Fremdkapitalgeber und Mitarbeiter im Vordergrund. Der Free Cashflow beinhaltet sämtliche operativen Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft und ist im Weiteren ein Gradmesser für das Potenzial des Unternehmens, Finanzschulden zurückzuzahlen, die auf die Finanzschulden entfallenden Zinszahlungen zu leisten sowie Dividendenausschüttungen zu tätigen.

Einer der Tätigkeitsschwerpunkte im Finanzbereich unseres Konzerns ist die Optimierung der Liquidität. Maßgebliches Ziel ist dabei die Reduktion des Net Working Capitals auf Basis einer detaillierten Liquiditätsplanung.

Customer Ownership

Die Messung des Customer Ownership-Kundenbestands im werthaltigen Postpaid- sowie im wachsenden No-frills-Bereich dient der mittel- und langfristigen Unternehmenssteuerung. Die freenet AG kann ihren Unternehmenswert erhalten und ihre Position im deutschen Mobilfunkmarkt behaupten, indem es ihr kontinuierlich gelingt, neue Kunden zu gewinnen und Bestandskunden zu binden. Im Sinne der strategischen Ausrichtung ihres Geschäfts auf Werthaltigkeit, fokussiert sich die freenet AG bei der Neukundengewinnung und im Bestandskundenmanagement auf werthaltige Kundenbeziehungen.

Postpaid-ARPU

Als Postpaid-ARPU bezeichnen wir den monatlichen Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde. Der ARPU bildet allgemein die Bereitschaft der Endkunden ab, für die Marktangebote entsprechende Entgelte zu zahlen, wobei die Umsätze aus der Handyoption nicht in den ARPU einfließen. Die Markt-und Wettbewerbssituation hat bedeutenden Einfluss auf den ARPU, der für uns bisher eine wichtige interne Steuerungsgröße dargestellt hat. Mit dem zunehmenden Anteil an anderen werthaltigen Umsätzen wird die Bedeutung dieser Kennzahl für die interne Steuerung allerdings zukünftig abnehmen.

Weitere Steuerungsgrößen

Im Übrigen verwendet die freenet AG eine Vielzahl weiterer Steuerungsgrößen. Dazu zählen in erster Linie die Kundengewinnungskosten sowie die Kundenbindungskosten, die den Ergebnisbeitrag der Neukunden beziehungsweise Kundenbindung wesentlich beeinflussen. Daneben sind die Profitabilität des Kunden in der Vertragslaufzeit sowie die Anzahl der Brutto-Neukunden pro Vertriebskanal wichtige Steuerungsgrößen.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

● Produktmarken, neue Produkte

Die freenet AG setzt konsequent auf eine Mehrmarkenstrategie, um alle Segmente des Mobilfunkmarktes zielgruppenspezifisch adressieren zu können. Unter der Hauptmarke mobilcom-debitel vermarktet die Gesellschaft Postpaid- und Prepaid-Tarife für alle vier deutschen Mobilfunknetze und fokussiert sich dabei auf hochwertige Vertragsverhältnisse. Stärken der Marke sind die bedarfsorientierte, netzunabhängige Kundenberatung zu Mobilfunkprodukten und Dienstleistungen auf Basis der größten vertriebsunabhängigen Vertriebsplattform; diese ist gewährleistet durch rund 530 eigene beziehungsweise direkt steuerbare Shops sowie die Präsenz bei etwa 6.000 Fachhändlern. Darüber hinaus adressiert die freenet AG mit den Discount-Marken „klarmobil", „freenetmobile", „callmobile" und „debitel light" den so genannten No-frills-Bereich für Kunden, die vor allem an kostengünstigen Tarifen und weniger an subventionierten Endgeräten oder besonderen Services interessiert sind; der Vertrieb der Discounttarife erfolgt schwerpunktmäßig über das Internet.

Bei der Vermarktung ihres Produkt- und Dienstleistungsportfolios legt die freenet AG besonderen Wert auf den Wachstumsmarkt Mobile Datendienste. Im Geschäftsjahr 2012 hat das Unternehmen hier sein Angebot weiter ausgebaut mit Konzentration auf die am Markt sehr gefragten und erfolgreichen Flatrates für Smartphones. Zu den wesentlichen neuen Tarifen zählten:

„Flat Clever” im O2-Netz mit Handy-Internet-Flat, Festnetzflat, einer SMS-Allnet-Flat und monatlich 120 Freiminuten in alle deutschen Mobilfunknetze sowie Optionen für ein zusätzliche Smartphone oder Datenvolumen;
„Flat All-Star” im D1-Netz mit einer Telefonie-Flat in alle deutschen Mobilfunknetze und ins deutsche Festnetz, einer Handy-Flat fürs mobile Internet, mit freiem Surfen in den deutschen HotSpots der Telekom sowie 150 Frei-SMS in alle nationalen Netze, ebenfalls verbunden mit Handy-Kaufoptionen;
„Flat Select” als Einführungsangebot im O2-Netz mit Internet-Flat, SMS-Allnet-Flat, Netzintern-Flat und einer Wunschnetz-Flat;
„Flat 4 You Plus” als Aktionsangebot mit Handy-Internet-Flat, einer quasi SMS-Allnet und -MMS-Netzintern-Flat, darüber hinaus einer Netzintern- sowie einer Fremdnetz-Flat nach Wahl für Gespräche plus 120 Freiminuten in alle nationalen Netze;
„Flat Allnet” im Vodafone-Netz mit unbegrenztem Telefonieren in alle deutschen Netze, einer Handy-Internet-Flat sowie einer quasi SMS-Flat für 3.000 Kurznachrichten, wiederum mit hinzu wählbaren Handy-Optionen;
„AllNet-Spar-Flat” von klarmobil im Discount-Bereich mit Flatrates für Internet, Festnetz und alle deutschen Handynetze.

Darüber hinaus richtete die freenet-Tochtergesellschaft klarmobil in der ersten Jahreshälfte ihr komplexes Produktportfolio neu aus - hin zu einer einfacheren, transparenteren Tarifstruktur mit nur noch drei Grundtarifen in den Kategorien reine Sprachtelefonie, Datendienste und Smartphones sowie den dazugehörigen Optionen.

Neben den eigenen Tarifen umfasst das Angebot von mobilcom-debitel auch die Originaltarife der Netzbetreiber. Für deren Smartphone-Tarife dehnte das Unternehmen eine seit 2011 bestehende Rabattaktion von 10 Prozent auf das neue Tarifportfolio von Deutsche Telekom, Vodafone und O2 aus.

Ende September startete mobilcom-debitel mit „SmartHome“ den Vertrieb eines neuen Digital-Lifestyle-Produkts zur intelligenten Energiesteuerung der eigenen Wohnräume via Smartphone. Es beinhaltet in unterschiedlich dimensionierten Versionen Heizkörper-Thermostate inklusive Adapter, eine Steuerungseinheit sowie Fensterkontakte und lässt sich um zusätzliche Komponenten zum komplexen „SmartHome“-Netzwerk erweitern. Nutzer können so per App ferngesteuert ihre Heizkörper zu Hause individuell regulieren und per Tastendruck bei Verlassen von Wohnung oder Haus gleichzeitig runterfahren.

● Strategische Partnerschaften

Im Oktober 2011 hatte die freenet AG mit der GRAVIS eine exklusive Zusammenarbeit vereinbart. GRAVIS vertreibt seit 1991 Apple-Produkte in eigenen Stores und hat sich in diesem Zeitraum als Deutschlands größter Apple-Händler mit iPhone, iPad und Mac am Markt etabliert. Im Zuge der Kooperation begann die freenet AG in 2012 mit der schrittweisen Ausrüstung ihrer mobilcom-debitel-Ladengeschäfte mit Shop-in-Shop-Systemen für die Apple-Welt; diese Shops bieten damit über iPhones und iPads hinaus die gesamte Apple-Produktpalette, also auch iPods, Macs und Zubehör. Im Gegenzug stattete GRAVIS seine 28 Filialen mit mobilcom-debitel-Produkten und entsprechend geschulten Mitarbeitern aus. Zum Jahresende 2012 schloss die freenet AG mit GRAVIS einen Vertrag über den Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile an GRAVIS ab. Die Transaktion wurde im Januar 2013 vollzogen. Das GRAVIS-Angebot soll sukzessive um Digital-Lifestyle-Produkte aus den Bereichen Energie, Mobilfunk-Dienste und -Serviceprodukte sowie Breitband erweitert werden. Gleichzeitig wird mobilcom-debitel den Verkauf eines ausgewählten Apple-Produktportfolios von GRAVIS auf über 300 mobilcom-debitel-Shops ausdehnen.

Mit einer weiteren Kooperation will die freenet AG das dynamisch wachsende Kabelgeschäft erschließen. Dazu schloss das Unternehmen im Februar 2012 eine Vereinbarung mit der Unitymedia KabelBW GmbH. Sie sieht vor, dass rund 150 mobilcom-debitel-Shops im Verbreitungsgebiet des zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers - Nordrhein-Westfalen und Hessen - dessen Breitband-und Kabelangebote vertreiben.

● Vertrieb

Die freenet AG verfügt über die größte netzunabhängige Vertriebsplattform in Deutschland; sie umfasst rund 530 direkt steuerbare Shops, etwa 6.000 Fachhandels- und Vertriebspartner inklusive der Media-/Saturn-Elektronikmärkte sowie einen breitgefächerten Online- und Direktvertrieb. Mit einer Vielzahl von Investitionen und Maßnahmen hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 an der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Vertriebsstärke gearbeitet.

Im 1. Halbjahr 2012 wurde mit „Instore TV” ein Projekt zur zielgerichteten, regionalisierbaren Information von Kunden in den mobilcom-debitel-Shops erfolgreich abgeschlossen. Dazu erhielten 350 Shops hochwertige Flachbildschirme im Ladeninnern - davon 80 Shops zusätzlich auch im Schaufenster. Die bewegten Bilder erzielen hohe Aufmerksamkeit bei Kunden, sind im Vergleich etwa zu Plakaten, Stellwänden oder Flyern über einen längeren Zeitraum wesentlich kostengünstiger und - mit dem Abruf von Informationen quasi auf Knopfdruck - zudem sehr viel schneller, aktueller und damit effizienter.

Unter dem Label „Z-Shop” begann dann im dritten Quartal ein weiteres Projekt von mobilcom-debitel. Nach einer erfolgreichen Testphase in Pilotshops entstanden nach entsprechenden Umbauten beziehungsweise Neueröffnungen zunächst 19 „Z-Shops”. Sie tragen der wachsenden Nachfrage nach Mobilfunk-Zubehör mit einem umfangreichen, restrukturierten Sortiment Rechnung: Es ist nicht mehr nach Herstellern, sondern nach Themen präsentiert und umfasst beispielsweise Kopfhörer, Taschen, Schutzhüllen, Anti-Rutsch-Matten oder Docking Stations. Nachdem die Erfahrungen in den Shops im Hinblick auf gesteigerte Verkäufe und Kundenfrequenz sehr positiv sind, sollen bis zu 200 solcher Z-Shops entstehen und zusätzlich auch die übrigen mobilcom-debitel-Shops ein größeres Zubehör-Sortiment erhalten.

Darüber hinaus wurden im Jahresverlauf 2012 rund 50 mobilcom-debitel-Shops im Rahmen der oben beschriebenen Partnerschaft mit GRAVIS mit Teilen von deren Apple-Sortiment ausgestattet. Zudem liefen in den ersten Monaten des Jahres in ausgewählten Shops in Berlin und Hamburg Verkaufstests zum neuen Digital-Lifestyle-Produkt „SmartHome“; aufgrund der sehr positiven Erfahrungen bieten jetzt etwa 150 mobilcom-debitel-Shops sowie weitere Fachhandelspartner dieses Produkt an.

Die in 2011 eingeführte Testreihe „Mystery Shopping” in mobilcom-debitel-Shops hat die freenet AG in 2012 intensiviert. Ziel der verdeckten Tests durch Testkunden des beauftragen Marktforschungsinstituts Vocatus AG sind verbesserte Beratungs- und Abschlussprozesse; die dabei entstandenen Ergebnisse sind Basis für zielgerichtete Schulungen und Workshops der Shop-Mitarbeiter im Fortbildungszentrum am Standort Erfurt.

Die langjährig bestehende Kooperation mit der Media-Saturn-Deutschland GmbH war bereits zum Jahresbeginn 2011 bis zum Jahresende 2013 verlängert worden. Im Rahmen der Zusammenarbeit vertreibt mobilcom-debitel weiterhin in allen Elektronikmärkten der Gruppe exklusiv Mobilfunkprodukte der Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und E-Plus sowie eigene Mobilfunk-Angebote - und unterstreicht damit seine Wettbewerbs-Positionierung als drittgrößter Anbieter für den Mobilfunkvertrieb im deutschen Handel.

● Forschung und Entwicklung

Die freenet AG agiert im Telekommunikationsmarkt als Service Provider ohne eigene Netzinfrastruktur. In seinem Kerngeschäftsfeld Mobilfunk/mobiles Internet vermarktet das Unternehmen im Wesentlichen Mobilfunkdienstleistungen der Netzbetreiber in Deutschland sowie eigene Mobilfunkangebote inklusive entsprechender Hardware; dies ist im Kapitel Geschäftstätigkeit detailliert beschrieben. Vor diesem Hintergrund unterhält die Gesellschaft keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung. Jedoch macht es der rasante technologische Fortschritt in der Telekommunikation und bei den mobilen Sprach- und Datendiensten erforderlich, sich mit den aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich intensiv auseinanderzusetzen - mit dem Ziel, in diesem innovativen Marktumfeld langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Insofern hat die freenet AG im Geschäftsjahr 2012 mit einem eigenen Produkt- und Dienstleistungsportfolio rund um Mobilfunk/mobiles Internet die sich stetig wandelnden Markt- und Kundenanforderungen adressiert und bedient. Hinzu kommt ein innovatives Produkt des Digital Lifestyle wie „SmartHome“, das freenet im Jahresverlauf in den Markt einführte. Eine ausführliche Erläuterung findet sich im Kapitel „Produktmarken, Neue Produkte“.

● Mitarbeiter

Der nachhaltige Erfolg eines Unternehmens am Markt hängt entscheidend von der Motivation und Kompetenz seines Personals ab. Die freenet AG hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, ihre Attraktivität als Arbeitgeber nach innen und außen kontinuierlich zu verbessern. Gleichzeitig ist es Aufgabe der Personalpolitik, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu qualifizieren und weiterzuentwickeln.

Zum Jahresende waren im freenet Konzern 3.886 Personen beschäftigt; der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr erklärt sich vor allem aus der weiteren Bereinigung der Unternehmensstruktur: In deren Verlauf wurden kleinere Tochterunternehmen beziehungsweise Beteiligungen veräußert, die nicht länger zum Kernsegment Mobilfunk/mobiles Internet zählen. 44 Prozent der Arbeitsplätze im Konzern waren von Frauen besetzt; dies belegt die Anstrengungen der freenet AG, die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt nach besten Kräften zu fördern und umzusetzen.

Wie in den Vorjahren war die freenet AG auch in 2012 als potenzieller Arbeitgeber sehr gefragt. Das Unternehmen verzeichnete im Jahresverlauf über 20.000 Bewerbungen auf rund 580 Stellenangebote; davon entfiel rund ein Drittel auf Bewerberinnen. Alle offenen Stellen bei Konzernunternehmen werden seit 2011 über das Online-Portal www.freenet-group.de/karriere ausgeschrieben. Dieses standortübergreifende Vorgehen in einem gemeinsamen Rekrutierungssystem gewährleistet einen nach außen einheitlichen Arbeitgeberauftritt sowie abgestimmte Auswahlverfahren, und es nutzt mögliche Synergien bei der Suche nach qualifiziertem Personal.

Zusätzlich bildet das Unternehmen traditionell qualifizierten Nachwuchs und Fachkräfte aus, die am Arbeitsmarkt schwer zu finden sind; damit trägt die freenet AG im Übrigen auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung. In 2012 wurden insgesamt 90 Auszubildende eingestellt, im Rahmen der Ausbildung als Informatik- und Einzelhandelskaufleute, als Fachinformatiker, Kaufleute für Dialogmarketing sowie in der Lagerlogistik. Außerdem bietet freenet vier verschiedene duale Studiengänge zum Bachelor of Science beziehungsweise Bachelor of Arts an Berufsakademien an.

Für die beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Führungskräfte werden kontinuierlich bedarfsgenaue, meist maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. In 2012 nahmen rund 950 Personen an solchen Personalentwicklungsmaßnahmen teil; dazu zählten Fach-, Methodik- und Teamtrainings. Zudem fand für alle rund 350 Führungskräfte im Konzern an allen Standorten erneut eine Maßnahmenreihe zu einem ausgewählten Führungsthema statt.

Wirtschaftliches Umfeld

● Konjunkturelle Entwicklung

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaft im Jahr 2012 um 3,2 Prozent gewachsen, was auf weiterhin starke Impulse aus Asien, insbesondere China zurückzuführen ist. Demgegenüber ist die Wirtschaft im Euroraum im Jahr 2012 laut IWF um 0,4 Prozent geschrumpft. Trotz erster Erfolge bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Krisenbekämpfung durch die Regierungen der EU-Länder, herrscht weiterhin große Unsicherheit, berichtet der IWF.

In Deutschland, das zu Jahresbeginn 2012 noch erfolgreich der Euro-Rezession trotzte, kühlte sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte deutlich ab. In einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld erwies sich die deutsche Wirtschaft jedoch als vergleichsweise widerstandsfähig: Ersten Berechnungen des statistischen Bundesamts zufolge ist das preisbereinigte BIP im Jahresdurchschnitt 2012 insgesamt um 0,7 Prozent gewachsen. Angesichts der Wachstumsraten 2010 (+4,2 Prozent) und 2011 (+3,0 Prozent) erscheint diese Entwicklung zwar moderat - bei dem starken BIP-Anstieg 2010 und 2011 handelt es sich laut Statistischem Bundesamt allerdings um Aufholprozesse nach der weltweiten Wirtschaftskrise 2009.

Größter Wachstumstreiber der deutschen Konjunktur war erneut das Exportgeschäft: Der Außenbeitrag - die Differenz zwischen Exporten und Importen - steuerte insgesamt 1,1 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei. Darüber hinaus leistete der Inlandskonsum einen Wachstumsbeitrag, wogegen sich die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen im Jahr 2012 rückläufig entwickelten.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland belief sich 2012 auf 41,6 Millionen und erreichte damit nach Angaben des Statistischen Bundesamts das sechste Jahr in Folge einen neuen Höchststand.

● Marktentwicklung 2012

In seiner im November 2012 veröffentlichten Prognose geht der Hightech-Verband BITKOM davon aus, dass der deutsche Markt für Informations- und Telekommunikationstechnologie im Jahr 2012 um 2,8 Prozent auf 152 Milliarden Euro wachsen wird. Die positive Entwicklung sei insbesondere auf ein starkes Umsatzwachstum in den Bereichen Software und Telekommunikation zurückzuführen.

Während der Softwaremarkt 2012 um 4,4 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro zulegen wird; rechnet BITKOM im Bereich Telekommunikation mit einem Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 66,4 Milliarden Euro. Entscheidend für den positiven Trend im Bereich Telekommunikation sei der boomende Smartphone-Absatz, der 2012 um 45,7 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro steigen wird. Auch Tablet-Computer werden erneut stark nachgefragt: BITKOM erwartet hier einen Umsatzanstieg um 41 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Entwicklung des Tablet Computer- und Smartphone-Absatzes in Deutschland

(in Millionen Stück)

Quelle: BITKOM, EITO

Demgegenüber gehen Dialog Consult GmbH („Dialog Consult”) und der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten („VATM”) in der Mitte Oktober veröffentlichten 14. Telekommunikations-Marktanalyse Deutschland 2012 von einer Stabilisierung des Deutschen Telekommunikations-Gesamtmarkts bei einem Volumen von 60,1 Milliarden Euro aus (Vorjahr: 60,3 Milliarden Euro). Mit 30,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 32,6 Milliarden Euro) entfällt der größte Anteil auf den Bereich Festnetz, gefolgt vom Mobilfunkmarkt mit 24,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 23,9 Milliarden Euro) und 4,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,8 Milliarden Euro), die den Kabelnetzbetreibern zuzurechnen sind.

Im Bereich Mobilfunk zeigt der erneute Anstieg der so genannten Non-Voice-Umsätze (Daten, SMS und MMS) von 6 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2012 (+8,3 Prozent), dass Mobilfunknutzer weiterhin gerne drahtlos online gehen und mobil Kurznachrichten versenden. Wie bereits im Jahr zuvor, entfallen auch 2012 wieder rund zwei Drittel der Non-Voice-Umsätze auf mobile Datendienste und circa ein Drittel auf SMS-Dienste. Die Marktrelevanz von MMS bleibt verschwindend gering.

Die von Mobilfunkanschlüssen abgehenden Sprachminuten haben sich 2012 um rund 6 Prozent auf 310 Millionen Telefonminuten erhöht, was nach Ansicht von Dialog Consult und VATM auf die zunehmende Nutzung von Flatrates zurückzuführen ist.

Das Datenvolumen, das sich in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt hat, wird sich 2012 erneut um rund ein Drittel erhöhen und zwar von 101,1 Millionen Gigabyte (GB) auf 130,7 Millionen GB. Analog dazu steigt das durchschnittliche Datenvolumen pro Postpaid-Nutzer und Monat von 147 Megabyte (MB) im Jahr 2011 auf geschätzte 196 MB im Jahr 2012. Wesentlicher Treiber für diese Entwicklung sei so Dialog Consult und VATM - die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern.

Um dem steigenden Datenvolumen Rechnung zu tragen, wurde 2012 der LTE-Ausbau vorangetrieben. Der Mobilfunkstandard der vierten Generation, durch den im Vergleich zu Vorgängertechnologien wie z. B. UMTS wesentlich mehr Daten transportiert werden können, soll einen schnelleren mobilen Anschluss sicherstellen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

● Gesamtaussage der Unternehmensleitung zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2012

Das Geschäftsjahr 2012 verlief für die freenet AG insgesamt besser als erwartet. Die im November 2012 angepassten Zielvorgaben für das Geschäftsjahr 2012 wurden übertroffen.

Das Unternehmen hat im Berichtszeitraum Umsatzerlöse von 3.089,0 Millionen Euro erwirtschaftet (Vorjahr: 3.266,6 Millionen Euro) und liegt damit leicht über den prognostizierten Mindestwert von 3,0 Milliarden Euro.

Die wesentlichen Ergebniskennzahlen konnten im Berichtszeitraum deutlich gesteigert werden: Das Konzern-EBITDA wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 6 Prozent auf 357,8 Millionen Euro (Vorjahr: 337,4 Millionen Euro) und überschreitet damit den Zielwert von 355,0 Millionen Euro.

Nach Abzug von Abschreibungen und Wertminderungen ergibt sich ein um rund 24 Prozent gesteigertes EBIT von 209,0 Millionen Euro (Vorjahr: 168,5 Millionen Euro). Mit 166,9 Millionen Euro hat sich das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) gegenüber dem Vorjahr (117,3 Millionen Euro) um mehr als 42 Prozent erhöht. Das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2012 wird mit 173,2 Millionen Euro ausgewiesen, was einer Steigerung von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Der Free Cashflow, eine der wichtigsten Steuerungsgrößen im Konzern, beläuft sich im Berichtszeitraum auf 260,0 Millionen Euro (Vorjahr: 241,0 Millionen Euro) und übertrifft damit den im November 2012 prognostizierten Wert von 255,0 Millionen Euro. Infolgedessen verringerten sich die Nettofinanzschulden von 529,4 Millionen Euro am Ende des Geschäftsjahres 2011 auf nun 451,3 Millionen Euro.

Der Kundenbestand im für die Gesellschaft wichtigen Vertragskunden-Bereich (Postpaid-Kundenbestand) hat sich erstmals seit dem debitel-Erwerb im Jahr 2008 wieder erhöht. Im Vergleich zum Jahresende 2011 stieg er um über 40.000 Kunden auf 5,79 Millionen und übertrifft damit ebenfalls das angekündigte Ziel. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde (Postpaid-ARPU) stabilisierte sich im Berichtsjahr mit 23,4 Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres (23,8 Euro).

Wesentliche Kennzahlen 2012

Prognose 2012

(Feb. 2012)
Prognose 2012

(angepasst im Nov. 2012)
Ist 2012
Umsatz in Mio. € stabil >3.000 3,089,0
EBITDA in Mio. € 340,0 355,0 357,8
Free Cashflow in Mio. € 240,0 255,0 260,0
Postpaid-Kundenbestand stabil stabil Anstieg um 40.000
Postpaid-ARPU stabil stabil stabil

Diese Ergebnisse bestätigen die Strategieausrichtung des Unternehmens als Digital-Lifestyle-Provider rund um das Kerngeschäftsfeld Mobilfunk und mobiles Internet mit der Fokussierung auf werthaltige Vertragsverhältnisse.

Wesentliche Einflussfaktoren für den Geschäftsverlauf

Kundenentwicklung

Kundenentwicklung im Segment Mobilfunk 31.12.2012 31.12.2011
Angaben in Mio.
--- --- ---
Mobilfunkkunden 14,08 15,19
davon Customer Ownership 8,50 8,12
davon Vertragskunden 5,79 5,75
davon No-frills-Kunden 2,71 2,37
davon Prepaid-Kunden 5,58 7,07

Erstmals seit dem debitel-Erwerb im Jahr 2008 ist die Zahl der Vertragskunden (auch „Postpaid-Kunden") wieder angestiegen. Zum Jahresende 2012 belief sie sich auf 5,79 Millionen, was gegenüber dem Vorjahr (5,75 Millionen) einem Zuwachs von über 40.000 Kunden entspricht. Diese Erhöhung resultierte planmäßig aus den beiden letzten Quartalen nach leicht rückläufigen Kundenzahlen im ersten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Darüber hinaus konnte der Customer Ownership - definiert als kumulierter Kundenbestand im Vertragskunden- und No-frills-Bereich - erneut gesteigert werden: Er erhöhte sich um rund 380.000 Kunden von 8,12 Millionen zum Jahresende 2011 auf nun 8,50 Millionen (+4,7 Prozent). Zu dieser Entwicklung trug hauptsächlich der deutliche Anstieg der Kundenzahl im No-frills-Bereich um rund 340.000 von 2,37 Millionen auf 2,71 Millionen (+14,3 Prozent) bei.

Der No-frills-Bereich hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, insbesondere aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach Daten- und Flatrate-Produkten in Verbindung mit einer vermehrten Nutzung von Smartphones. In diesem Bereich bildet freenet vorwiegend über das Internet abgeschlossene Mobilfunkverträge im Discount-Bereich ab.

Ende Dezember 2012 beträgt die Gesamtzahl der freenet-Mobilfunkkunden 14,08 Millionen, was einem Rückgang um rund 1,1 Millionen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Verringerung ist auf den deutlichen Abbau des Prepaid-Kundenbestands um knapp 1,5 Millionen auf 5,58 Millionen zurückzuführen und steht vorwiegend im Zusammenhang mit ergebnisneutralen Ausbuchungen inaktiver SIM-Karten.

Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU)

Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU) 2012 2011
Angaben in €
--- --- ---
Vertragskunden 23,4 23,8
No-frills-Kunden 3,9 4,6
Prepaid-Kunden 3,0 3,1

Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Vertragskunde beläuft sich für das Geschäftsjahr 2012 auf 23,4 Euro und stabilisiert sich damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres (23,8 Euro). Der leichte Rückgang des Vertragskunden-ARPUs von 23,6 Euro im dritten Quartal auf 22,8 Euro im vierten Quartal 2012 ist analog zum Verlauf der Vorjahre saisonal bedingt. Durch die im Juli 2012 eingeführte Begrenzung der Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union hat sich die Entwicklung des Vertragskunden-ARPUs im Jahresverlauf ansonsten gegenüber dem Vorjahr stabilisiert.

Bei den No-frills-Kunden ergab sich für den Berichtszeitraum ein gegenüber dem Vorjahr (4,6 Euro) um 0,7 Euro geringerer ARPU von 3,9 Euro. Diese Entwicklung rührt hauptsächlich von einem im Vorquartals-Vergleich um 0,4 Euro reduzierten ARPU im vierten Quartal (3,5 Euro). Der Rückgang steht vorwiegend im Zusammenhang mit einer Verkaufsförderungsmaßnahme im No-frills-Bereich, die zum Jahresende 2012 zur Gewinnung von Neukunden online angeboten wurde. Dabei handelte es sich um Mobilfunkverträge, die für den Kunden in den ersten Monaten kostenfrei waren.

Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde im Prepaid-Bereich lag 2012 mit 3,0 Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (3,1 Euro).

Umsatz- und Ertragslage

Die folgende Übersicht zeigt wichtige Kennzahlen des Konzerns:

Angaben in Tsd. € 2012 2011

angepasst
Ergebnisveränderung
Umsatzerlöse 3.089.032 3.266.619 -177.587
Rohertrag 723.229 715.794 7.435
EBITDA 357.829 337.383 20.446
EBIT 209.006 168.485 40.521
EBT 166.918 117.339 49.579
Konzernergebnis aus weitergeführten Geschäftsbereichen 173.189 143.848 29.341
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 140 -140
Konzernergebnis 173.189 143.988 29.201

Die Konzernumsätze verringerten sich gegenüber dem Vorjahr von 3.266,6 Millionen Euro um 5,4 Prozent auf 3.089,0 Millionen Euro. Wie im Vorjahr entfielen knapp 98 Prozent der Segmentumsätze auf das Segment Mobilfunk. Der Rückgang der Konzernumsätze resultiert bei nahezu stabilem ARPU zum einen aus den margenschwächeren Umsätzen wie Prepaid-Umsätzen. Zum anderen hat sich der durchschnittliche Vertragskundenbestand im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr verringert, was auf den planmäßigen Rückgang während des Geschäftsjahrs 2011 aufgrund der Fokussierung auf werthaltige Kundenbeziehungen zurückzuführen ist. Demgegenüber war im Verlauf des Geschäftsjahres 2012 zunächst eine Stabilisierung und in den letzten beiden Quartalen erfreulicherweise ein Anstieg des Vertragskundenbestands zu verzeichnen.

Die Rohertragsmarge erhöhte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 23,4 Prozent. Der Anstieg konnte im Wesentlichen in den werthaltigen Bereichen Postpaid und No-frills realisiert werden. Dabei wurde ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung des Rohertrags durch den Ausbau unserer Smartphone-Tarife im Zusammenhang mit der weiter gestiegenen Nachfrage nach leistungsstarken Smartphones geleistet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich gegenüber dem Vorjahr 2011 um 27,9 Millionen Euro auf 58,9 Millionen Euro, was im Wesentlichen auf geringere Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren, geringere Erträge aus nicht von der Neukundenaktivierung abhängigen Werbekostenzuschüssen sowie auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass diese Position im Vorjahr periodenfremde Erträge aufgrund abgeschlossener Vergleiche in Höhe eines hohen einstelligen Millionenbetrages enthielt. Die anderen aktivierten Eigenleistungen resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus selbst erstellter Software und verminderten sich um 3,8 Millionen Euro auf 7,0 Millionen Euro. Die Verringerung des Personalaufwands um 1,9 Millionen Euro auf 161,0 Millionen Euro ist in erster Linie auf den Rückgang der durchschnittlichen Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter von 4.065 im Vorjahr auf 3.939 in 2012 zurückzuführen.

Die Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 38,1 Millionen Euro auf 276,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr steht zum einen im Zusammenhang mit dem Anfall ergebnisbelastender restrukturierungsbedingter Einmaleffekte in 2011 in Höhe von 22,9 Millionen Euro, welche im Wesentlichen als Folge der im Vorjahr erfolgreich durchgeführten IT-Integration sowie der damit einhergehenden Integration wesentlicher Mobilfunkgesellschaften auf gesellschaftsrechtlicher Ebene angefallen waren. Zum anderen ist der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen durch weitere Effizienzsteigerungen im Gemeinkostenmanagement, wie beispielsweise verminderte Aufwendungen aus der Wertberichtigung und Ausbuchung von Forderungen gegen Endkunden, zu erklären.

Das Konzern-EBITDA liegt als Ergebnis der genannten Effekte mit 357,8 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 337,4 Millionen Euro.

Die Abschreibungen und Wertminderungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 20,1 Millionen Euro auf 148,8 Millionen Euro. Wie im Vorjahr entfallen die Abschreibungen zum überwiegenden Teil auf immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen und Markenrechte, die in 2008 durch die Kaufpreisallokation anlässlich des debitel-Erwerbs Eingang in die Konzernbilanz gefunden hatten: Während hierauf im Geschäftsjahr 2012 102,0 Millionen Euro abgeschrieben wurden, betrugen die auf diese Vermögenswerte vorgenommenen Abschreibungen im Vorjahr 117,2 Millionen Euro, was den Großteil der Verminderung erklärt.

Das Zinsergebnis als Saldo der Zinserträge und Zinsaufwendungen hat sich von -51,1 Millionen Euro im Vorjahr auf -42,1 Millionen Euro entwickelt. Bei dieser Ergebnisverbesserung ist zunächst ein Sondereffekt zu berücksichtigen: Im April 2011 hatte die freenet ihre alte Finanzierung aus Private Equity-Zeiten abgelöst und durch eine neue, langfristige Finanzierung ersetzt - in diesem Zuge waren einmalige, nicht zahlungswirksame Zinsaufwendungen in Höhe von 6,9 Millionen Euro angefallen. Die restliche Verbesserung des Zinsergebnisses ist im Wesentlichen auf den geringeren durchschnittlichen Bestand der Nettofinanzverschuldung aufgrund des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Als Folge erhöhte sich der Interest Cover als eine der wichtigen Steuerungsgrößen gegenüber dem Vorjahr von 6,60 auf 8,50.

Damit wurde in 2012 ein auf die weitergeführten Geschäftsbereiche entfallender Konzerngewinn vor Steuern in Höhe von 166,9 Millionen Euro erzielt - gegenüber dem Vorjahr (117,3 Millionen Euro) eine Steigerung um 49,6 Millionen Euro beziehungsweise 42,3 Prozent.

Das Ergebnis aus Ertragsteuern verminderte sich gegenüber 2011 um 20,2 Millionen Euro; während im Vorjahr Steuererträge in Höhe von 26,5 Millionen Euro ausgewiesen worden waren, ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr Steuererträge in Höhe von 6,3 Millionen Euro. Zum einen haben sich die laufenden Steueraufwendungen aufgrund der verbesserten Ergebnissituation gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Millionen Euro erhöht. Zum anderen haben sich die Erträge aus latenten Steuern in erster Linie durch niedrigere Zuschreibungen auf latente Ertragsteueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge vermindert. Weitere wesentliche Erträge aus latenten Steuern sind wie im Vorjahr auf temporäre Unterschiede aus der debitel-Kaufpreisallokation zurückzuführen.

In der Folge stieg der Konzerngewinn aus weitergeführten Geschäftsbereichen nach Steuern von im Vorjahr erzielten 143,8 Millionen Euro um 29,3 Millionen Euro auf 173,2 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012.

Das Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen war in 2011 aufgrund nachlaufender Erträge aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich „Next ID" und aufgrund dessen finaler Endkonsolidierung in Höhe von 0,1 Millionen Euro entstanden. Im Geschäftsjahr 2012 fiel kein Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen an.

Der in 2012 ausgewiesene Konzerngewinn aus weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen beträgt damit 173,2 Millionen Euro. Dies entspricht im Vergleich zu dem im Vorjahr erzielten Konzerngewinn von 144,0 Millionen Euro einem Anstieg um 29,2 Millionen Euro beziehungsweise 20,3 Prozent.

Vermögens- und Finanzlage

Die folgende Übersicht zeigt einige Bilanzzahlen des Konzerns:

Aktiva

Angaben in Mio. € 31.12.2012
Langfristiges Vermögen 1.750,4
Kurzfristiges Vermögen 723,8
Bilanzsumme 2.474,2
Angaben in Mio. € 31.12.2011
Langfristiges Vermögen 1.822,9
Kurzfristiges Vermögen 705,6
Bilanzsumme 2.528,4
Passiva
Angaben in Mio. € 31.12.2012
Eigenkapital 1.190,8
Langfristige und kurzfristige Schulden 1.283,4
Bilanzsumme 2.474,2
Angaben in Mio. € 31.12.2011
Eigenkapital 1.171,3
Langfristige und kurzfristige Schulden 1.357,1
Bilanzsumme 2.528,4

Zum 31. Dezember 2012 betrug die Bilanzsumme des Konzerns 2.474,2 Millionen Euro und lag damit um 2,1 Prozent unter der Bilanzsumme zum Ende des Vorjahres (31. Dezember 2011: 2.528,4 Millionen Euro).

Das langfristige Vermögen verringerte sich um 72,4 Millionen Euro auf 1.750,4 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 1.822,9 Millionen Euro).

Dieses wird wie im Vorjahr von den immateriellen Vermögenswerten sowie dem Goodwill dominiert. Der Rückgang des langfristigen Vermögens ist im Wesentlichen auf die im Geschäftsjahr erfolgten Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 139,4 Millionen Euro, davon 102,0 Millionen Euro Abschreibungen auf im Rahmen der Kaufpreisallokation anlässlich des debitel-Erwerbs angesetzte Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen und Markenrechte, zurückzuführen, während der Saldo der übrigen Nettozugänge (Zugänge abzüglich Abgänge zu Restbuchwerten) zu den immateriellen Vermögenswerten, 11,5 Millionen Euro betrug.

Die Sachanlagen werden zum 31. Dezember 2012 mit 28,4 Millionen Euro ausgewiesen, was in etwa dem Niveau des Vorjahresstichtages entspricht.

Einen gegenläufigen Effekt stellt die Erhöhung der latenten Ertragsteueransprüche von 130,9 Millionen Euro um 39,1 Millionen Euro auf 170,0 Millionen Euro dar. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in dieser Position zum einen die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge, gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 8,9 Millionen Euro erhöht, ausgewiesen sind. Zum anderen sind in dieser Position saldiert die passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden enthalten - hier ergab sich eine Verringerung um 30,2 Millionen Euro im Wesentlichen aufgrund der Abschreibungen auf Kundenbeziehungen und Markenrechte, die anlässlich der Kaufpreisallokation bezüglich des debitel-Erwerbs angesetzt worden waren.

Der Anstieg des langfristigen Teils der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert hauptsächlich aus der steigenden Nutzung des Angebots an unsere Endkunden, höherwertige Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen. Diese Forderungen reflektieren jene Zahlungsansprüche aus dem Mobilfunkvertrag, die der Komponente „höherwertiges Mobilfunkendgerät˝ zugeordnet sind und vom Kunden im Rahmen der Vertragslaufzeit bedient werden.

Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich um 18,2 Millionen Euro auf 723,8 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 705,6 Millionen Euro). Hier sind der Anstieg der flüssigen Mittel um 19,6 Millionen Euro auf 205,2 Millionen Euro sowie der Rückgang der übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte um 9,3 Millionen Euro auf 27,3 Millionen Euro, im Wesentlichen bedingt durch verminderte geleistete Anzahlungen, zu erwähnen. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind wie im Vorjahr die innerhalb des kurzfristigen Vermögens dominierende Bilanzposition. Sie bestehen im Wesentlichen gegen Endkunden, Netzbetreiber und Händler sowie Distributoren und betragen zum 31. Dezember 2012 424,9 Millionen Euro, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht. Die Vermögenswerte der im Dezember 2012 mit Wirkung zum 1. Januar 2013 veräußerten freeXmedia GmbH werden in der separaten Bilanzposition „Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte˝ mit 7,4 Millionen Euro ausgewiesen.

Auf der Passivseite kam es zu einem Anstieg des Eigenkapitals: Zum 31. Dezember 2012 betrug das Eigenkapital 1.190,8 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 1.171,3 Millionen Euro). Diese Erhöhung um 19,5 Millionen Euro resultiert zu 173,2 Millionen Euro aus dem erzielten Konzernjahresüberschuss 2012 sowie zu -153,6 Millionen Euro aus der im Geschäftsjahr vorgenommenen Dividendenausschüttung, die in der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 9. Mai 2012 beschlossen worden war.

Damit stieg die Eigenkapitalquote um 1,8 Prozentpunkte auf 48,1 Prozent nach 46,3 Prozent zum Ende des Vorjahres.

Bezüglich der langfristigen und kurzfristigen Schulden, welche sich in Summe von 1.357,1 Millionen Euro (zum 31. Dezember 2011) auf 1.283,4 Millionen Euro zum 31. Dezember 2012 um 73,8 Millionen Euro verringerten, ist vor allem die Reduzierung der Finanzschulden um 58,5 Millionen Euro auf 656,6 Millionen Euro, in erster Linie durch Tilgungsleistungen, hervorzuheben.

In der Folge konnte die Nettoverschuldung des Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres 2012 um 78,1 Millionen Euro auf 451,3 Millionen Euro (2011: 529,4 Millionen Euro) reduziert werden. Damit hat sich der Verschuldungsfaktor als Quotient von Nettoverschuldung und EBITDA von 1,57 in 2011 auf 1,26 in 2012 verringert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen sowie die anderen Rückstellungen werden in Summe mit 563,9 Millionen Euro zum 31. Dezember 2012 (31. Dezember 2011: 594,5 Millionen Euro) und damit im Vergleich zum Vorjahr um 30,6 Millionen Euro verringert ausgewiesen. Wesentlich dazu beigetragen hat der planmäßige Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten sowie gegenüber einem Mobilfunk-Netzbetreiber um insgesamt 36,5 Millionen Euro.

Als Schulden im Zusammenhang mit der Veräußerung bestimmter langfristiger Vermögenswerte wurden zum 31. Dezember 2012 die auf die veräußerte freeXmedia GmbH entfallenden Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Cashflow

Die folgende Übersicht zeigt einige wichtige Cashflow-Kennzahlen des Konzerns:

Operative Entwicklung 2012 2011 Veränderung
Angaben in Mio. €
--- --- --- ---
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 280,5 262,0 18,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit -9,1 -16,2 7,1
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -149,1 -190,4 41,3
Veränderung des Finanzmittelfonds 122,3 55,4 66,9
Free Cashflow1 260,0 241,0 19,0

1 Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Gegenüber der Vergleichsperiode verbesserte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 18,5 Millionen Euro auf 280,5 Millionen Euro, was in erster Linie auf das verbesserte EBITDA zurückzuführen ist. Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr für den Gesamtkonzern inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche, bereinigt um die hierin enthaltenen Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen sowie aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen (die Zahlungseingänge aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen werden im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen) um 15,3 Millionen Euro erhöht. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) entwickelte sich in 2012 mit einem Anstieg um 46,8 Millionen Euro nahezu analog zum Vorjahr (Erhöhung um 45,7 Millionen Euro). Der Anstieg des Net Working Capitals in 2012 um 46,8 Millionen Euro erklärt sich im Wesentlichen aus dem planmäßigen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten sowie gegenüber einem Mobilfunk-Netzbetreiber und aus den weiter angestiegenen Verkäufen hochwertiger Hardware und der damit verbundenen Erhöhung von Forderungen aus Hardware-Verkäufen. Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2012 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 24,7 Millionen Euro (Vorjahr: 29,7 Millionen Euro) aus Ertragsteuerzahlungen beziehungsweise -erstattungen.

Im Geschäftsjahr 2012 erhöhte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,1 Millionen Euro von -16,2 Millionen Euro auf -9,1 Millionen Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung waren in erster Linie die im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von insgesamt 8,2 Millionen erzielten Zahlungseingänge aus den Verkäufen von Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 18 („Anteile an assoziierten Unternehmen"), Textziffer 19 („Sonstige Finanzanlagen") sowie Textziffer 25 („Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, aufgegebene Geschäftsbereiche und Verkauf von Tochterunternehmen") im Konzernanhang.

Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, werden mit 20,6 Millionen Euro und damit auf einem mit dem Vorjahr (21,1 Millionen Euro) vergleichbaren Niveau ausgewiesen. Die im Konzernanlagenspiegel für 2012 in Höhe von 21,3 Millionen Euro ausgewiesenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen waren voll zahlungswirksam. Sie wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen im Wesentlichen selbst erstellte Software im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung unserer IT-Systeme, die Erneuerung und Erweiterung der Ausstattung unserer Mobilfunk-Shops sowie Investitionen in EDV-Hardware. Im Vorjahr 2011 waren im Konzernanlagenspiegel zusätzlich zu den zahlungswirksamen Zugängen auch nicht zahlungswirksame Investitionen in Höhe von 46,5 Millionen Euro berichtet worden, welche überwiegend auf die Verlängerung eines Vertriebsrechts entfielen.

Die innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Einzahlungen aus Zinsen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Millionen Euro auf 2,1 Millionen Euro.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -190,4 Millionen Euro um 41,3 Millionen Euro auf -149,1 Millionen Euro. Im Vorjahr waren dem Konzern aus der Neufinanzierung im April 2011 sowie der Tilgung von Finanzschulden per Saldo Zahlungsmittel in Höhe von 69,0 Millionen abgeflossen. Dagegen flossen der freenet Gruppe aus dem im Dezember 2012 aufgenommenen Schuldscheindarlehen 119,3 Millionen Euro (Nominalbetrag von 120,0 Millionen Euro abzüglich Einmalkosten) zu bei in 2012 planmäßig auf das Tilgungsdarlehen vorgenommenen Tilgungsleistungen in Höhe von 80,0 Millionen Euro.

Bei dem Schuldscheindarlehen handelt es sich um ein endfälliges Finanzierungsinstrument, welches in eine fünfjährige fixe Tranche über 44,5 Millionen Euro, eine fünfjährige variable Tranche über 56,0 Millionen Euro sowie eine siebenjährige fixe Tranche über 19,5 Millionen Euro aufgeteilt ist. Die Zeichnung erfolgte mit einem fixen Kupon von 3,27 Prozent p. a. für die fixe 5-Jahrestranche, einem variablen Kupon von 2,82 Prozent p.a. für die ersten sechs Monate der variablen 5-Jahrestranche und von 4,14 Prozent p. a. für die fixe 7-Jahrestranche. Der Konzern konnte sich damit seine Finanzierung über die Endfälligkeit der in 2011 begebenen Unternehmensanleihe im April 2016 hinaus absichern und seine Finanzierungsstruktur weiter diversifizieren.

Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 153,6 Millionen Euro (Vorjahr: 102,4 Millionen Euro) belastet.

Darüber hinaus ergaben sich in 2012 Zinszahlungen, hauptsächlich auf langfristige Bankkredite, in Höhe von 34,5 Millionen Euro. Die Erhöhung zum Vorjahr, in dem 19,0 Millionen Euro für Zinszahlungen abgeflossen waren, resultiert im Wesentlichen daraus, dass die Zinsen auf die im Geschäftsjahr 2011 aufgenommene Unternehmensanleihe jeweils jährlich nachschüssig gezahlt werden, so dass hierauf im Vorjahr 2011 noch keine Zahlungen angefallen, sondern zahlungsunwirksame Zinsabgrenzungen in Höhe von 20,5 Millionen Euro aufgelaufen waren.

Der Free Cashflow, definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 260,0 Millionen Euro. Gegenüber 2011 hat er sich um 19,0 Millionen Euro, entsprechend 7,9 Prozent, erhöht.

Nachtragsbericht

Am 18. Dezember 2012 schloss der Konzern einen Kaufvertrag über den Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile und Stimmrechte an der GRAVIS ab. Nach erfolgter kartellrechtlicher Zustimmung wurde die Übernahme zum 31. Januar 2013 vollzogen, wodurch der Konzern die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen erlangte. GRAVIS ist der einzige bundesweit flächendeckend vertretene Apple-Händler mit einem Marktanteil von circa 14 Prozent im deutschen Apple-Retail-Markt. Darüber hinaus betreibt GRAVIS ein signifikantes Online-Geschäft.

Am 20. Februar 2013 hat der Konzern einen Kauf- und Abtretungsvertrag über den Erwerb von 51 Prozent der Geschäftsanteile an der MOTION TM Vertriebs GmbH, Troisdorf, (,,MOTION TM˝) abgeschlossen. Die Transaktion wird nach dem üblichen fusionskontrollrechtlichen Freigabeverfahren beim Bundeskartellamt voraussichtlich noch im ersten Quartal 2013 vollzogen werden. Mit der Akquisition stärkt die freenet AG ihre Vertriebskraft insbesondere im Bereich Online. Ferner bietet die MOTION TM mit ihrer Vertriebsplattform „moon˝ auch die erforderliche Systemkompetenz zur Vertriebsunterstützung der Fachhandelspartner.

Darüber hinaus sind uns nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 folgende Stimmrechtsmitteilungen gemäß §§ 21 ff. Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) zugegangen:

Die IPConcept (Luxemburg) S.A., Luxemburg-Strassen, Luxemburg, hat uns am 3. Januar 2013 nach § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der freenet AG am 1. Januar 2013 die Schwelle von 3 Prozent unterschritten hat und zu diesem Tag 0,04 Prozent (48.500 Stimmrechte) beträgt. Von diesen Stimmrechten sind der mitteilenden Gesellschaft 0,01 Prozent (9.500 Stimmrechte) nach § 22 Absatz 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.

Die Flossbach von Storch Invest S.A., Strassen, Luxemburg, hat uns am 4. Januar 2013 nach § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der freenet AG am 1. Januar 2013 die Schwelle von 3 Prozent überschritten hat und zu diesem Tag 4,93 Prozent (6.318.741 Stimmrechte) beträgt. Von diesen Stimmrechten sind der mitteilenden Gesellschaft 4,68 Prozent (5.995.241 Stimmrechte) nach § 22 Absatz 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG über die Flossbach von Storch SICAV zuzurechnen.

Die Flossbach von Storch AG, Köln, Deutschland, hat uns am 7. Januar 2013 nach § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der freenet AG am 1. Januar 2013 die Schwelle von 3 Prozent überschritten hat und zu diesem Tag 4,93 Prozent (6.318.741 Stimmrechte) beträgt. Von diesen Stimmrechten sind der Flossbach von Storch AG 4,68 Prozent (5.995.241 Stimmrechte) nach § 22 Absatz 1 Satz 1 Nr. 6 i.V.m. Satz 2 WpHG über die Flossbach von Storch SICAV sowie 0,25 Prozent (323.500 Stimmrechte) nach § 22 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Übernahmerechtliche Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der freenet AG beträgt 128.061.016 Euro. Es ist in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.

Aktienübertragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

10 Prozent der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Die Drillisch AG hält direkt und indirekt über die MSP Holding GmbH insgesamt 21,86 Prozent der Stimmrechte an der Gesellschaft.

Aktien mit Sonderrechten und Kontrollbefugnissen

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind

Soweit Arbeitnehmer als Aktionäre am Kapital beteiligt sind, können sie daraus keine besonderen Rechte herleiten.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der freenet AG richten sich nach §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 5 Abs. 1 der Satzung. Die maßgeblichen Vorschriften zur Änderung der Satzung sind §§ 133, 179 AktG und § 16 der Satzung der freenet AG.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Juli 2010 wurde der Vorstand bis zum 5. Juli 2015 ermächtigt, eigene Aktien in Höhe von bis zu 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Diese Ermächtigung kann durch die Gesellschaft, ihre Tochtergesellschaften oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung ihrer Tochtergesellschaften ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines öffentlichen Kaufangebots, mittels einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten, durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder eine Kombination aus beiden).

Kontrollwechsel

Die Bankverbindlichkeiten, die die freenet Group unter dem Konsortialkreditvertrag in Anspruch nimmt, können unter bestimmten Voraussetzungen teilweise oder zur Gänze fällig gestellt werden. Ein Recht zur Fälligstellung kann bei der Verletzung bestimmter vertraglicher Beschränkungen und Auflagen entstehen, denen sich freenet bei der Übernahme des Konsortialkredits unterworfen hat. Zum Teil hat freenet keinen Einfluss auf die Voraussetzungen, unter denen den Konsortialbanken ein Recht zur Fälligstellung des Kredits entsteht.

Dies gilt insbesondere für das Recht zur Fälligstellung im Falle eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft. Ein solcher Kontrollwechsel liegt, vorausgesetzt, dass die Verpflichtung zur Abgabe eines Übernahmeangebots besteht, bereits beim Erwerb einer Hauptversammlungsmehrheit durch eine oder mehrere gemeinsam handelnde Personen vor. Im Falle der Kündigung des Konsortialkreditvertrags trägt freenet das Risiko, dass eine Folgefinanzierung zur Ablösung des Vertrags nicht oder nur zu ungünstigeren Konditionen zustande kommt.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft

Bei einem Kontrollwechsel können die Aktienwertsteigerungsrechte ohne Rücksicht auf die Wartezeit ausgeübt werden.

Erklärung nach § 289a HGB

Die Erklärung nach § 289a HGB ist auf der Homepage der Gesellschaft im Internet unter www.freenetgroup.de im Bereich Unternehmen/Corporate Governance veröffentlicht.

Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats

● Vorstandsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen; dabei weist die folgende Tabelle die Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB aus. Darin enthalten sind die im Geschäftsjahr gewährten Bezüge. Wertänderungen des Aktienwertsteigerungsprogramms oder LTIP-Programms, die nicht auf einer Änderung der Ausübungsbedingungen beruhen, sind entsprechend § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB nicht angegeben.

Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2012 nach HGB

Angaben in Tsd. € Festbezüge Variable Barbezüge Gesamt Barbezüge Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung Gesamt Bezüge
Christoph Vilanek 625 480 1.105 0 1.105
Joachim Preisig 444 480 924 0 924
Stephan Esch 445 144 589 0 589
1.514 1.104 2.618 0 2.618

Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2011 nach HGB

Angaben in Tsd. € Festbezüge Variable Barbezüge Gesamt Barbezüge Gewährte Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung Gesamt Bezüge
Christoph Vilanek 621 574 1.195 1.091 2286
Joachim Preisig 444 574 1.018 972 1.990
Stephan Esch 445 222 667 936 1.603
1.510 1.370 2.880 2.999 5.879

An die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2012 keine neuen Aktienwertsteigerungsrechte, Aktienoptionen oder sonstige Vergütungsinstrumente mit langfristiger Anreizwirkung gewährt. Im Geschäftsjahr 2012 betrugen die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 2.618 Tausend Euro.

Im Vorjahr 2011 hatten die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 6.279 Tausend Euro betragen. Neben den zahlungswirksamen Festbezügen und variablen Bezügen in Höhe von 2.880 Tausend Euro waren hier im Vorjahr nicht zahlungswirksame Bezüge aus dem LTIP-Programm bewertet zum beizulegenden Zeitwert im Zeitpunkt der Gewährung in 2011 in Höhe von 3.586 Tausend Euro, negative Bezüge in Höhe von 587 Tausend Euro aufgrund der Änderungen der Ausübungsbedingungen der Aktienwertsteigerungsrechte sowie, über die obige Tabelle hinaus,

Zahlungen an ehemalige Vorstände in Höhe von 400 Tausend Euro für nachvertragliche Wettbewerbsverbote enthalten.

Alle zum Vorjahresstichtag bestehenden Aktienwertsteigerungsrechte der Vorstände wurden in 2012 ausgeübt, wir verweisen hierzu auch auf unsere Ausführungen unter Textziffer 27.1 des Konzernanhangs. Zum 31. Dezember 2011 hatte der Stand der Rückstellung für Aktienwertsteigerungsrechte für Herrn Vilanek 332 Tausend Euro, für Herrn Preisig 191 Tausend Euro sowie für Herrn Esch 419 Tausend Euro betragen. Für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder werden zum 31. Dezember 2012 keine Rückstellungen für Aktienwertsteigerungsrechte ausgewiesen, da alle Stücke in 2012 ausgeübt wurden beziehungsweise aufgrund der Beendigung der Laufzeit verfallen sind. Zum 31. Dezember 2011 waren für diese ehemaligen Vorstandsmitglieder insgesamt Rückstellungen für Aktienwertsteigerungsrechte in Höhe von 273 Tausend Euro ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2012 beträgt der Stand der Rückstellung für das LTIP-Programm für Herrn Vilanek 1.286 Tausend Euro (Vorjahr: 481 Tausend Euro), für Herrn Preisig 857 Tausend Euro (Vorjahr: 321 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 386 Tausend Euro (Vorjahr: 144 Tausend Euro).

Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Zum 31. Dezember 2012 betrug die Defined Benefit Obligation (DBO) für Herrn Vilanek 974 Tausend Euro (Vorjahr: 453 Tausend Euro) und für Herrn Esch 1.531 Tausend Euro (Vorjahr: 832 Tausend Euro). Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Zum 31. Dezember 2012 betrug die DBO für Herrn Preisig 751 Tausend Euro (Vorjahr: 468 Tausend Euro). Die DBO für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2012 insgesamt 6.520 Tausend Euro (Vorjahr: 4.014 Tausend Euro).

Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen von 549 Tausend Euro (Vorjahr: 454 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2012 mit 250 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, mit 125 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie mit 174 Tausend Euro auf Herrn Esch sowie für 2011 mit 138 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, mit 84 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie mit 232 Tausend Euro auf Herrn Esch.

Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung

Die Vergütungsregelungen für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandsdienstverträge und für den Altersversorgungsfall sind wie folgt geregelt:

Regelungen für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Eckhard Spoerr, Axel Krieger und Eric Berger:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhalten die o. g. Vorstände eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch ein Drittel der letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau beziehungsweise Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente.
Aktienwertsteigerungsrechte, die aufgrund des Ablaufs der jeweiligen Wartezeit und Eintritt der jeweiligen Erfolgsziele bereits ausübbar geworden waren, blieben bestehen.

Für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Vilanek gelten folgende Regelungen seit 1. Juni 2011:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhalt Herr Vilanek eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Vertragsjahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Maximalrente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau beziehungsweise Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal dem Betrag der zuletzt gezahlten Altersrente beziehungsweise des beim Ableben von Herrn Vilanek erreichten Werts der Versorgungsanwartschaft.
Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Vilanek Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Für den Vorstand Stephan Esch gelten folgende Regelungen seit 1. Januar 2011:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Esch eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau beziehungsweise Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente.
Bei Kündigung des Dienstvertrags durch Herrn Esch aus einem wichtigen Grund oder aufgrund vollständiger Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit oder im Todesfall bleiben sämtliche Aktienwertsteigerungsrechte bestehen und können nach Maßgabe der sonstigen Vertragsbedingungen binnen einer Frist von zwölf Monaten nach Beendigung des Dienstverhältnisses, längstens jedoch bis zum Ende der Laufzeit, im Falle eines wichtigen Grundes ohne Beschränkung auf die Frist von zwölf Monaten, ausgeübt werden.
Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Esch Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Für den Vorstand Joachim Preisig gelten folgende Regelungen seit 1. Juni 2011:

Mit Ausscheiden nach Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Joachim Preisig eine Altersrente in Höhe von 9.333,00 Euro (zugesagte monatliche Altersrente). Bei einem vorzeitigen Ausscheiden erhält Herr Preisig nach Vollendung des 60. Lebensjahrs eine Altersrente, die sich nach den gesetzlichen Vorgaben berechnet, somit erfolgt eine Quotierung der zugesagten Altersrente entsprechend der tatsächlichen Dienstzugehörigkeit.
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau und Waisenrente für die personensorgerechtspflichtigen Kinder auf Basis der zugesagten Altersrente für Joachim Preisig. Witwen- und Waisengelder dürfen zusammen 90 Prozent der Altersrente nicht übersteigen, auf die Herr Preisig zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch oder Anwartschaft hatte. Vollenden Waisen das 18. Lebensjahr, so erlischt der Anspruch auf das monatlich laufende Waisengeld. Zu diesem Zeitpunkt wird eine einmalige Kapitalleistung in Höhe des 24-fachen monatlichen Waisengeldes gezahlt.
Es wurde eine auf fünf Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen. Endet der Dienstvertrag durch Zeitablauf, Kündigung, durch Aufhebung oder anderweitig oder endet die Organstellung aufgrund Widerrufs, so hat Herr Preisig Anspruch auf Auszahlung des Longterm-Incentive-Kontos zum Zeitpunkt der Beendigung, sofern darauf ein positiver Saldo verbucht ist. Sofern für die Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft nicht ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt oder sofern der Widerruf der Organstellung nicht im Zusammenhang steht mit der Kündigung des Dienstvertrags von Seiten der Gesellschaft, für die ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB vorliegt, wird der Anzahl der virtuellen Aktien im Longterm-Incentive-Konto die Anzahl von Aktien hinzugerechnet, die sich aufgrund des Konzern-EBITDA für das laufende Geschäftsjahr ergibt.

Dienstverträge mit Tochtergesellschaften der freenet AG bestehen nicht.

Für Informationen, insbesondere über Vergütungshöhe, gehaltene Aktienwertsteigerungsrechte, Aktienbesitz und sonstige Angaben, verweisen wir ebenfalls auf Textziffer 36 des Konzernanhangs.

● Aufsichtsratsvergütung

Grundzüge der Vergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

einer Basisvergütung,
Sitzungsentgelten und
einer erfolgsabhängigen Vergütung

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, die stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.

Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats - mit Ausnahme des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Ausschusses - angehören, erhalten zusätzlich für jede Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag. Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, ab dem dritten Quartal 2010 auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, die stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.

Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2012 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405,0 Tausend Euro sowie 113,0 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 406,5 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2012 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 924,5 Tausend Euro.

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.

Chancen- und Risikobericht

● Chancenbericht

Die freenet AG hat im Jahr 2012 ihre Fokussierung auf mobile Sprach- und Datendienste konsequent weiterbetrieben. Im Rahmen der Vermarktung von Smartphones und Flatratetarifen standen vor allem die Kundenqualität sowie die Stabilisierung der Vertragskundenbasis im Fokus des Handelns. Chancen sieht die Gesellschaft insbesondere in folgenden Marktentwicklungen:

Wachsende Bereitschaft der Kunden, für Mobilfunkendgeräte zu zahlen,
Trend zur mobilen Internetnutzung,
Trend zu teureren Endgeräten (Smartphones) und eine damit verbundene höhere Nutzung, beziehungsweise einen damit verbundenen Vertrieb von Flatrate-Produkten.

Weitere Chancen für die Gesellschaft könnten sich ergeben aus:

der kontinuierlichen Intensivierung der Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten zur Stabilisierung der bestehenden und zur Entwicklung von neuen Konditionenmodellen,
der Festigung und Weiterentwicklung der IT-Systeme zur weiteren Erhöhung der Kundenzufriedenheit,
der Prüfung und Implementierung strategischer Optionen vornehmlich im Bereich Mobilfunk,
kontinuierlicher Prozess- und Qualitätsverbesserung zur nachhaltigen Senkung der Kostenstrukturen,
dem Ausbau der Vertriebsstärke durch die Ausweitung bestehender Vertriebskanäle und die Nutzung neuer Vertriebskooperationen,
weiterer Steigerung der Shop-Performance auch durch Vermarktung zusätzlicher Produkte,
der Implementierung und Vermarktung neuer Produkte im Bereich des Digital Lifestyle,
einem Zusammenschluss von Netzbetreibern und damit verbundenen Konditionenverbesserungen.

• Risikobericht

Risikomanagement

Zur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands der freenet AG kommt einem effizienten Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung zu. Dabei soll das Risikomanagementsystem sicherstellen, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens frühzeitig von jedem unserer Führungskräfte erkannt und in systematischer, nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Unternehmen kommuniziert werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken ergriffen und hierdurch Schäden von unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und Kunden abgewendet werden.

Dazu hat der Vorstand der freenet AG innerhalb des Konzerns ein effizientes Risikofrüherkennungs-, Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, welches den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikomanagementsystem entspricht. Die Systeme und Methoden des Risikomanagementsystems sind integrativer Bestandteil der generellen freenet Aufbau- und Ablauforganisation.

Ablauf- und Aufbauorganisation des Risikomanagementsystems der freenet AG

Vierteljährlich erfassen beziehungsweise aktualisieren die einzelnen Fachbereiche und die freenet Tochterunternehmen bestehende und etwaige neue Risiken in formalisierten Risikoberichten. Auch zwischen den Standard-Meldezeitpunkten werden Risiken direkt nach ihrer Identifikation erfasst und gesteuert sowie bei entsprechender Größenordnung unmittelbar an den Vorstand berichtet. Die Risikoberichte beschreiben die spezifischen Risiken und untersuchen sie auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihre Auswirkungen auf das Unternehmen. Die einzelnen Risikoberichte werden zu einem gesamthaften Konzernrisikobericht zusammengefasst und an den Vorstand berichtet.

Der Vorstand hat in einem Leitfaden, der kontinuierlich ergänzt und verbessert wird, die wesentlichen Risikokategorien für den Konzern definiert, eine Strategie des Umgangs mit diesen Risikokategorien erarbeitet und die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Risikomanagementsystems im Konzern dokumentiert. Dieser Leitfaden ist den Mitarbeitern bekannt und entwickelt deren Risikobewusstsein gezielt weiter.

Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Prüfungsausschuss der freenet AG, überwacht aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Aufsichtsrat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich, durch aktuelle Berichterstattung des Vorstands eingebunden.

Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden ständig überprüft, weiterentwickelt und angepasst. Dabei wirkt die interne Revisionsabteilung der freenet AG unterstützend, wobei die regelmäßigen Prüfungen der Risikoberichtserstattung den Schwerpunkt bilden.

Neben dem Risikomanagementsystem hat die Unternehmensleitung zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen besprochen, wie auch die Verantwortlichen der einzelnen Unternehmensbereiche in ständiger Kommunikation mit dem Vorstand entstehende Risiken zeitnah an die Entscheidungsträger melden.

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§ 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems der freenet Group

Das interne Kontrollsystem der freenet Group orientiert sich am international anerkannten Rahmenwerk des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Es umfasst alle Prozesse und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit sowie der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, insbesondere zur Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.

Der Vorstand der freenet AG hat alle Bereiche des Konzerns zur Steuerung ihrer Kontrollprozesse nach einheitlichen Grundsätzen beauftragt.

Die Bereiche analysieren die Prozesse ständig auch in Bezug auf neue gesetzliche Vorgaben und sonstige zu beachtende Standards, entwickeln daraus interne Vorgaben und schulen die verantwortlichen Mitarbeiter.

Die Kernelemente des internen Überwachungssystems der freenet Group basieren einerseits auf automatisierten IT-Kontrollprozessen mit Alarmierungsschwellen, andererseits auf manuellen Prozesskontrollen zur Plausibilisierung der automatisch aggregierten Ergebnisse. Das Risikomanagementsystem als Bestandteil des internen Kontrollsystems umfasst neben dem operativen Risikomanagement konzernweit auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Weitere Erläuterungen zum Risikomanagementsystem werden im Berichtsteil „Risikomanagement" des Risikoberichts erteilt.

Struktur des Konzernrechnungslegungsprozesses

Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen der freenet AG im Wesentlichen durch lokale Buchhaltungssysteme der Hersteller SAP und CSS. Als Konsolidierungssystem auf oberster Konzernebene setzt die freenet AG das Modul „EC-CS˝ von SAP ein. Zur Aufstellung der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung, der Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung etc. gelangen die Meldedaten der Tochterunternehmen in unterschiedlicher Weise in das Konsolidierungssystem im Wesentlichen automatisch über das SAP-Modul „Fl˝, teilweise auch manuell durch Eingabe der Meldedaten, die vorher bereits in einem in MS Excel geführten Teilkonzernabschluss zusammengefasst wurden, der automatisch aus der CSS-Buchhaltung gewonnen wurde. Die einzelnen Anhangangaben werden jeweils aus standardisierten Berichtspaketen gewonnen, die in MS Excel geführt werden. Auch die Konsolidierung dieser Anhangangaben erfolgt in MS Excel.

Durch die Konzernrevision der freenet AG werden die Ordnungsmäßigkeit und Berechtigungen im Konsolidierungssystem SAP EC-CS in regelmäßigen Abständen geprüft. Der Konzernabschlussprüfer der freenet AG prüft regelmäßig die Schnittstelle zwischen SAP-Fl und dem Konsolidierungssystem SAP EC-CS sowie die Überleitungen der standardisierten Berichtspakete der Tochterunternehmen bis hin zum Konzernabschluss der freenet AG.

Wesentliche Regelungs- und Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung

Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden.

Die ordentlichen Kontrollelemente innerhalb des internen Kontrollsystems zielen auf weitgehende Automatisierung der Bildung und Gegenkontrolle aller wesentlichen Daten, angefangen von den abrechnungsrelevanten Rohdaten über die Rechnungslegung gegenüber den Kunden bis zur Wertberichtigung, Abgrenzung und Abschreibung. Die automatisierten Kontrollen werden ergänzt durch manuelle Plausibilisierung aller relevanten Zwischenergebnisse und stichprobenartige Kontrolle der zugrundeliegenden Detaildaten. So wird gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden, Vermögensgegenstände und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Daneben treten als außerordentliche Kontrollelemente die prozessunabhängigen Prüfungen der Konzernrevision der freenet AG im Auftrag des Aufsichtsrats, insbesondere unter Überwachung durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet AG.

Die jährliche Prüfung des internen Kontrollsystems durch die Konzernrevision ergab 2012 das Bild eines umfassenden, sich ständig weiterentwickelnden internen Kontrollsystems bei hohem Kontrollbewusstsein aller beteiligten Mitarbeiter.

Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane sind ebenfalls mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld der freenet Group einbezogen.

Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse durch den Konzernabschlussprüfer beziehungsweise die Prüfung der einbezogenen Formularabschlüsse der Konzerngesellschaften bildet die finale prozessunabhängige Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

Maßnahmen des internen Kontrollsystems der freenet AG

Die wesentlichen Risiken

Aus der Gesamtheit der für den freenet Konzern identifizierten Risiken werden nachfolgend die Risikofelder beziehungsweise Einzelrisiken erläutert, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage der freenet AG wesentlich beeinflussen können.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Mobilfunkbereich ist sowohl umsatz- als auch ergebnisbezogen der mit Abstand bedeutendste Bereich im freenet Konzern. Entsprechend resultieren auch die maßgeblichen Markt- und Wettbewerbsrisiken aus diesem Bereich. Die Telekommunikationsmärkte sind weiterhin durch intensiven Wettbewerb und hohe Wechselbereitschaft der Kunden geprägt. Dies kann zum einen zu Einbußen bei Umsatzerlösen und zum Verlust von Marktanteilen sowie zu Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen führen und/oder den Gewinn von Marktanteilen erschweren.

Zum anderen könnte der starke Wettbewerb höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer Kunden bei gleichzeitig sinkenden Erlösen und hoher Wechselbereitschaft der Kunden mit sich bringen. Sollte sich ein solcher Trend zeigen, wird dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Der Wechselbereitschaft ihrer Kunden versucht die freenet AG durch Kundenbindungsmaßnahmen entgegenzuwirken. Gelingt dies nicht in ausreichendem Umfang oder nur zu unangemessenen Kosten, wird sich dies negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG auswirken.

Die Margen im Mobilfunk-Service-Provider-Geschäft sind wesentlich durch die Netzbetreiber und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt. Die Mobilfunk-Netzbetreiber gehen verstärkt dazu über, ihre Produkte selbst zu vertreiben und die Mobilfunk-Service-Provider aus dem Markt zu drängen. Hinzu kommt, dass die Mobilfunk-Netzbetreiber aufgrund ihrer Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als die Mobilfunk-Service-Provider. Dies kann wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen.

Eine weitere Absenkung der so genannten Terminierungsentgelte durch die Bundesnetzagentur wird im Markt die Umsätze pro Kunde reduzieren. Die resultierende allgemeine Absenkung des Preisniveaus im Markt könnte sich auch negativ auf die Margensituation bei der freenet AG auswirken.

In Folge des anhaltenden Wettbewerbsdrucks ist auch nicht auszuschließen, dass sich unter den Mobilfunk-Netzbetreibern ebenfalls eine Konsolidierung vollzieht. Dies könnte zu einer Reduzierung des Wettbewerbsdrucks und in der Folge zu einer Schwächung des Service-Provider-Modells führen.

Der Preis- und Margendruck im deutschen Endkundenmarkt für Mobilfunkdienstleistungen wird durch den stetig wachsenden Discount-Markt noch verstärkt. Die freenet AG ist selbst mit den Marken „klarmobil", „freenetmobile", „callmobile" und „debitel light" in diesem Bereich tätig, um an diesem Wachstumsmarkt zu partizipieren.

Seit 2008 steigt der Mobilfunk-Umsatz mit so genannten Non-Voice-Diensten aufgrund der stark zunehmenden Nutzung von Datendiensten erheblich an. Die freenet AG möchte die Wachstumschancen des mobilen Internets nutzen, um preisbedingte Umsatzverluste bei den Gesprächsgebühren aufzufangen. Sollte es der freenet AG nicht gelingen, eine entsprechende mobile Reichweite zu generieren oder sollten keine attraktiven Einkaufsmodelle seitens der Netzbetreiber bereitgestellt werden, kann dies nachhaltige negative Ertragsaussichten für die Gesellschaft haben.

Die Ausweitung des Mobilfunk-Endgerätegeschäfts ist mit Preisrisiken verbunden. Auch könnte eine Reduzierung von Netzbetreiber-Prämien in dem Bereich zu einem höheren Kapitalbindungs- und Vermarktungsrisiko führen.

Telefonische Werbung ist gegenüber einem Verbraucher nur noch nach vorheriger ausdrücklicher Einwilligung (so genanntes OPT-IN Verfahren) zulässig. Der Verbraucher muss sein Einverständnis zur Nutzung zu Werbezwecken explizit erklären. Neben der Neukundenakquisition beeinträchtigt diese Regelung insbesondere das Bestandskundenmanagement, da zahlreiche Bestandskunden ihre Einwilligung nicht ausdrücklich erteilt haben. Diese Kunden können seither nicht mehr zu reinen Werbezwecken angerufen werden.

Der Wegfall von Vertriebskanälen beziehungsweise von Kooperationspartnern könnte dazu führen, dass die Bruttoaktivierungen bei anderen bestehenden oder neuen Partnern zu höheren Konditionen realisiert werden müssen oder nicht ersetzt werden können.

Nach dem Anfang des Jahres 2011 verkündeten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) darf die freenet AG die SIM-Karten säumiger Kunden in Zukunft erst dann sperren, wenn die Schulden auf 75 Euro angewachsen sind und der Schuldner zusätzlich vor der Kartensperrung gewarnt wurde. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Auf Basis des Gesetzes zur Änderung Telekommunikationsrechtlicher Regelungen vom 3. Mai 2012 sollen ab Juni 2013 Wartezeiten bei der Service-Hotline für Kunden kostenfrei sein. Dies könnte sich negativ auf die Ertragslage der Gesellschaft auswirken.

Nach dem Urteil des Landgerichts Kiel, zwischenzeitlich bestätigt durch das Oberlandesgericht Schleswig, darf die freenet AG ihren Kunden nach Kündigung und Ende der Vertragslaufzeit keine Gebühren in Rechnung stellen, falls diese ihre SIM-Karte nicht rechtzeitig an die freenet AG zurück gesendet haben. Bei Bestätigung des Urteils in einem eventuellen Revisionsverfahren könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Nach dem Urteil des Landgerichts Kiel, zwischenzeitlich bestätigt durch das Oberlandesgericht Schleswig, darf die freenet AG ihren Kunden keine Gebühren in Rechnung stellen, falls diese mit ihrem Mobilfunkvertrag in drei aufeinanderfolgenden Monaten nicht telefonieren und keine SMS schreiben (Nicht-Nutzung). Bei Bestätigung des Urteils in einem eventuellen Revisionsverfahren wäre die Gesellschaft verpflichtet, die Erhebung einer Nichtnutzungsgebühr zukünftig zu unterlassen, was eine nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft hätte.

Aktuell prüft die Bundesnetzagentur die Verpflichtung der Deutschen Telekom, an ihren Anschlüssen Call-by-Call- und Preselection-Dienste anzubieten. Sollte die Pflicht entfallen, so könnte das eine nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Technische Infrastruktur

Die Betriebsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur inklusive der Rechenzentren und Billing-Systeme des Unternehmens sind für dessen erfolgreiches Operieren und Fortbestand von erheblicher Bedeutung. Netzwerkausfälle oder Serviceprobleme aufgrund von Systemfehlern oder -ausfällen können zum Verlust von Kunden führen und auch finanzielle Nachteile für die Gesellschaft nach sich ziehen.

Steuerliche Risiken

Für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu Änderungen kommen, die in Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des jeweiligen zugrundeliegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten, die zum Teil noch gar nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner steuerlichen Außenprüfung unterliegen.

Das Risiko abweichender Sachverhaltsauslegungen und -bewertungen gilt insbesondere für gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen. Deshalb ist nicht ganz auszuschließen, dass durch Einbringungen, andere Umwandlungsvorgänge, Kapitalzuführungen und Gesellschafterwechsel die von den Kapitalgesellschaften der freenet Group erklärten und so auch bislang von der Finanzverwaltung gesondert festgestellten körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge vermindert werden beziehungsweise entfallen könnten.

Wenn innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar 25 Prozent oder mehr der Aktien oder Stimmrechte der Gesellschaft in einer Hand oder in Händen mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen vereinigt würden (schädlicher Beteiligungserwerb), könnten die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) der Gesellschaft gemäß § 8c KStG, gegebenenfalls in Verbindung mit § 10a Satz 9 GewStG, anteilig oder vollständig verloren gehen. Aktien werden in einer Hand vereinigt, wenn sie an einen Erwerber, an diesem nahe stehenden Personen oder an eine Gruppe von Erwerbern mit gleichgerichteten Interessen übertragen werden.

Auf den Eintritt dieses Risikos hat die Gesellschaft keinen Einfluss, da der (gegebenenfalls teilweise) Wegfall der bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) durch Maßnahmen und Transaktionen auf der Ebene der Aktionäre herbeigeführt wird. Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass es infolge einer Veräußerung oder eines Hinzuerwerbs von Aktien durch die Aktionäre der Gesellschaft zu einer Vereinigung von 25 Prozent der Aktien oder mehr in einer Hand kommen könnte. Dasselbe Risiko besteht, wenn durch andere Maßnahmen erstmals in der Hand eines Aktionärs oder mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen 25 Prozent oder mehr der Aktien oder Stimmrechte vereinigt werden. Die oben dargestellten Rechtsfolgen gelten entsprechend.

Finanzrisiken

Um das Liquiditätsrisiko zu verringern, bedienen wir uns verschiedener Finanzierungsinstrumente. Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren zunächst aus einem variabel verzinslichen Tilgungsdarlehen (zum 31. Dezember 2012 bilanziert: 119,9 Millionen Euro) sowie aus einer festverzinslichen Unternehmensanleihe (zum 31. Dezember 2012 bilanziert: 416,5 Millionen Euro), die jeweils im Rahmen der Neufinanzierung im April 2011 aufgenommen worden waren. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem im Dezember 2012 neu abgeschlossenen Schuldscheindarlehen wurden zum 31. Dezember 2012 mit einem Saldo von insgesamt 119,4 Millionen Euro ausgewiesen davon entfallen 55,7 Millionen Euro auf eine Tranche mit variabler Verzinsung sowie 63,7 Millionen Euro auf zwei Tranchen mit jeweils festem Zinssatz. Zudem besteht im Konzern eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro, die zum Jahresende nicht gezogen war. Durch die Regelungen der Kreditverträge wird der finanzielle Spielraum der Gesellschaft eingeschränkt.

Die freenet AG ist jeweils Kreditnehmer und die mobilcom-debitel GmbH Garantiegeber; bei der revolvierenden Kreditlinie kann die mobilcom-debitel GmbH auch Beträge direkt aus dem Kreditvertrag abrufen. Der Gesellschaft ist es nur in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren.

Darüber hinaus wird der finanzielle und operative Spielraum des Konzerns durch bestimmte vertragliche Beschränkungen (so genannte Undertakings und Covenants) eingeschränkt, denen sich die freenet AG im Hinblick auf die abgeschlossenen Kreditverträge unterworfen hat. Diese legen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf.

Die genannten Beschränkungen können sich - für sich genommen oder im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren, wie einer etwaigen Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds - negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG auswirken.

Unser Unternehmen unterliegt, was die Finanzschulden mit variabler Verzinsung betrifft, Zinsrisiken im Wesentlichen bezogen auf den EURIBOR. Das Unternehmen begegnet diesen Risiken durch eine Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden. Die Zinsänderungsrisiken aus dem variabel verzinslichen Tilgungsdarlehen werden dabei durch den Einsatz eines Zinscaps begrenzt, der noch eine Restlaufzeit bis 31. Juli 2013 hat. Ab diesem Zeitpunkt sind die Zinsänderungsrisiken nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand, der im Wesentlichen auf Basis von EONIA beziehungsweise EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird, als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.

Geldanlagen werden in der Regel in Form von Tages- und Termingeld bei Geschäftsbanken mit hoher Bonität angelegt.

In der Konzernbilanz der freenet AG werden ein bilanzieller Goodwill sowie immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen und Markenrechte in wesentlicher Höhe ausgewiesen. Es besteht das Risiko, dass es im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen in den Folgeperioden zu wesentlichen Wertminderungen kommen kann.

Ausfallrisiken bestehen im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Vermögenswerte. Das Ausfallrisiko ist dabei der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen. Für den erwarteten Ausfall wurden in der Stichtagsbilanz Wertberichtigungen gebildet. Sollten sich die gebildeten Wertberichtigungen als nicht ausreichend erweisen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sollten sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ entwickeln, kann dies unter Umständen dazu führen, dass der Konzern seine Vereinbarungen mit den kreditfinanzierenden Banken nicht mehr einhalten kann. Dies hätte unter Umständen ein Recht zur Fälligkeitsstellung der Kredite durch die finanzierenden Banken zur Folge.

Weitere Finanzrisiken wie Fremdwährungsrisiken oder Kursänderungsrisiken sind nach Auffassung der Gesellschaft als unwesentlich einzustufen und daher im Konzernlagebericht nicht separat darzustellen.

Rechtliche Risiken

Ehemalige Aktionäre der mobilcom AG und der freenet.de AG haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschrelation aus der Verschmelzung der mobilcom AG und der freenet.de AG auf die heutige freenet AG nach § 15 UmwG beantragt. Sollte das Gericht in diesem Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses feststellen, erfolgt ein Ausgleich durch bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie im Spruchverfahren nicht Antragssteller waren.

Die Gesellschaft geht allerdings davon aus, dass die Umtauschrelation angemessen war und bare Zuzahlungen nicht zu erfolgen haben, da das Umtauschverhältnis sorgfältig ermittelt und von den gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfern überprüft und bestätigt wurde.

Die mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft sowie weitere Gesellschaften des ehemaligen mobilcom Konzerns haben im November 2002 einen Vergleich mit der France Telecom und verbundenen Unternehmen geschlossen. Die Wirksamkeit dieses Vergleichs wird von einzelnen Aktionären angezweifelt.

Die Gesellschaft hält diesen Vergleich für wirksam und hat auch keine Anhaltspunkte dafür, dass France Telecom sich daran nicht gebunden fühlt. Sollte die Auffassung dieser Aktionäre jedoch gerichtlich bestätigt werden, wäre damit zu rechnen, dass France Telecom den Betrag von 7,1 Milliarden Euro, auf den sie im Rahmen des Vergleichs verzichtet hat, gegenüber der Gesellschaft geltend macht und etwaige Gegenansprüche der Gesellschaft dem Grunde und der Höhe nach bestreiten wird.

Einzelne Aktionäre sind der Ansicht, dass die Sachkapitalerhöhung der mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft im November 2000 fehlerhaft beziehungsweise, dass die erbrachte Sacheinlage nicht werthaltig gewesen sei, mit der Folge, dass einerseits der Gesellschaft noch Ausgleichsansprüche in Milliardenhöhe gegen die France Telecom zustünden sowie ferner, dass die an die France Telecom ausgegebenen Aktien nicht stimmberechtigt gewesen seien. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Sachkapitalerhöhung wirksam erfolgt ist. Die Gesellschaft geht daher ebenfalls davon aus, dass dies auch keine Auswirkung auf das Spruchverfahren haben wird.

Prognosebericht

Marktentwicklung 2013

Die Weltwirtschaft wird im Jahr 2013 nach aktueller Ansicht des Internationalen Währungsfonds („IWF") um 3,5 Prozent wachsen. Damit hat der IWF seinen im Oktober 2012 veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick um +0,1 Prozentpunkte erhöht. Die korrigierte Erwartungshaltung steht unter dem Vorbehalt, dass sich die Wirtschaft im Euroraum im laufenden Jahr wie zuletzt allgemein erwartet tatsächlich erholt. Dabei werde der Rückgang der Renditeabstände bei den Staatsanleihen der Euroraumländer nur verzögert die Kreditbedingungen für die Privatwirtschaft verbessern. Entsprechend prognostiziert der IWF für das Jahr 2014 einen Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 4,1 Prozent.

Nach Einschätzung des IWF ist im Euroraum auch im Jahr 2013 noch kein Ende der Rezession in Sicht. Zwar haben die Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise erste Erfolge gezeigt. Dennoch korrigierte der IWF seine Oktober-Prognose von 0,2 Prozent BIP-Wachstum zu Beginn des laufenden Jahres nach unten und rechnet nunmehr für das Wirtschafsjahr 2013 mit einem BIP-Rückgang im Euroraum um 0,2 Prozent. Für 2014 wird aktuell wieder ein Anstieg der europäischen Wirtschaftsleistung um 1 Prozent erwartet.

Die Aussichten für Deutschland wurden im Januar ebenfalls kräftig nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr erwartet der IWF in Deutschland aktuell nur noch ein BIP-Wachstum von 0,6 Prozent, während im Oktober 2012 noch ein Wachstum von 0,9 Prozentpunkten prognostiziert worden war. Für das Jahr 2014 rechnet der IWF dann mit einer Beschleunigung des BIP-Wachstums auf 1,4 Prozent.

Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird sich nach Ansicht von VATM und Dialog Consult im Jahr 2013 leicht rückläufig entwickeln: Insgesamt wird ein Rückgang der Gesamtumsätze um 1 bis 2 Prozent erwartet. Diese Einschätzung basiert auf der Annahme weiterhin sinkender Mobilfunkterminierungsentgelte sowie einem anhaltenden Preiswettbewerb im Breitbandmarkt. Demgegenüber gewinnt die mobile Datennutzung in der Mobilfunkbranche laut VATM und Dialog Consult auch 2013 weiter an Bedeutung.

Nach Ansicht der Marktforscher stellt der Netzausbau ein weiteres Kernthema dar. Dieser wird 2013 weiter vorangetrieben - insbesondere in Bezug auf einen verbesserten Zugang der Marktteilnehmer zu den Verteilern in den Gemeinden.

freenet Konzern

Der freenet Konzern agiert mit allen Geschäftsbereichen in Märkten mit hoher Wettbewerbsintensität, unterschiedlichen Wachstumsraten und teilweise rückläufigen Nutzungszahlen. Die Gesellschaft geht derzeit für die Jahre 2013 und 2014 von folgenden Entwicklungen aus:

Die Gesellschaft wird sich weiterhin im Neukundengeschäft auf die Gewinnung werthaltiger Kunden konzentrieren sowie ihre Kundenbindungsmaßnahmen weiterentwickeln und auf zusätzliche Qualitätsverbesserungen ausrichten. Dies hat in der Vergangenheit zu einem Rückgang der gesamten Kundenbasis geführt, der insbesondere durch die Verringerung Kundenbasis im Prepaid-Bereich getrieben war. Die Gesellschaft geht für die Jahre 2013 und 2014 von einer leicht steigenden Kundenbasis in dem für das Unternehmen wichtigen Customer Ownership-Bereich (Postpaid und No-Frills) aus. Dem im Mobilfunkmarkt allgemein erwarteten Preisverfall und damit verbundenen Rückgang der ARPUs versucht die Gesellschaft durch die qualitative Verbesserung der Kundenbasis sowie die zunehmende Vermarktung von Datentarifen in Verbindung mit der gestiegenen Nachfrage nach Smartphones entgegen zu wirken. Für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 geht die Gesellschaft von einer Stabilisierung des Postpaid-ARPUs im Bereich von 23 Euro aus.

Das Unternehmen strebt darüber hinaus für 2013 einen Anstieg und für 2014 ein weiteres leichtes Wachstum des Konzernumsatzes an. Ausschlaggebend hierfür sind die Erwartungen einer leicht steigenden Vertragskundenbasis, die weiterhin erfolgreiche Vermarktung von werthaltigen Postpaid-Verträgen in Verbindung mit Datenprodukten sowie die Vermarktung von hochwertigen Endgeräten.

Eine wichtige Ergänzung der strategischen Entwicklung zum Digital-Lifestyle-Provider hochwertiger Apple-Produkte stellt der im ersten Quartal 2013 vollzogene Erwerb der Gravis - Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin dar.

Für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 strebt die Gesellschaft ein Konzern-EBITDA von 355,0 Millionen Euro beziehungsweise von 360,0 Millionen Euro sowie einen Free Cashflow 255,0 Millionen Euro beziehungsweise von 260,0 Millionen Euro an.

Gemäß der vom Vorstand Anfang 2013 verabschiedeten und mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Dividendenpolitik sollen zukünftig 50 bis 75 Prozent des Free Cashflows als Dividende ausgeschüttet werden.

Aufgrund der etablierten Marktposition im deutschen Mobilfunkmarkt und des sehr skalierbaren Geschäftsmodells, der guten Kapitalstruktur sowie des kontinuierlichen Cashflows hält die Gesellschaft auch in Zukunft an ihrer konservativen und risikobewussten Treasury-Politik fest. In den Geschäftsjahren 2013 und 2014 werden die Investitionen auf dem vergleichbaren Vorjahresniveau bleiben.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Der Vorstand der freenet AG geht auf Grundlage der bereits in 2011 eingeleiteten Stabilisierung der Kundenbasis in den werthaltigen Bereichen Postpaid und No-frills sowie des Ende 2012 begonnenen sukzessiven Ausbaus des Digital-Lifestyle-Angebotes von einer positiven Gesamtentwicklung des Unternehmens aus. Die Gesellschaft wird ihre Ausrichtung auf werthaltige Kundenverhältnisse fortsetzen.

Sicherung und Ausbau der nachhaltigen Profitabilität und Cashflow-Stärke sind die Kernelemente dieser Geschäftsausrichtung. Darüber hinaus wird die organische und anorganische Erschließung zusätzlicher Handlungsfelder bezüglich Portfolioerweiterung und Ausbau von Vertriebskanälen evaluiert, nahe am Kerngeschäft und unter definierten engen Rentabilitäts- und Investitionsvorgaben.

Büdelsdorf, den 4. März 2013

Der Vorstand

Christoph Vilanek

Joachim Preisig

Stephan Esch

Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzern-Gesamterfolgsrechnung

vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

Angaben in Tsd. € Anhang

Textziffer
1.1.2012 - 31.12.2012 1.1.2011 - 31.12.2011

angepasst1
Umsatzerlöse 4 3.089.032 3.266.619
Sonstige betriebliche Erträge 5 58.942 86.857
Andere aktivierte Eigenleistungen 6 7.049 10.838
Materialaufwand 7 -2.365.803 -2.550.825
Personalaufwand 8 -161.022 -162.918
Abschreibungen und Wertminderungen 9 -148.823 -168.898
Sonstige betriebliche Aufwendungen 10 -276.135 -314.275
Betriebsergebnis 203.240 167.398
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 18 5.766 1.087
Zinsen und ähnliche Erträge 11 2.695 4.956
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12 -44.783 -56.102
Ergebnis vor Ertragsteuern 166.918 117.339
Ertragsteuern 13 6.271 26.509
Konzernergebnis aus weitergeführten Geschäftsbereichen 173.189 143.848
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 25 0 140
Konzernergebnis 173.189 143.988
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 173.098 143.764
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 91 224
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 14.1 1,35 1,12
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 14.2 1,35 1,12
Ergebnis je Aktie aus weitergeführten Geschäftsbereichen in € (unverwässert) 14.1 1,35 1,12
Ergebnis je Aktie aus weitergeführten Geschäftsbereichen in € (verwässert) 14.2 1,35 1,12
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in € (unverwässert) 14.1 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in € (verwässert) 14.2 0,00 0,00
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien in Tsd. Stück (unverwässert) 128.061 128.061
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien in Tsd. Stück (verwässert) 128.061 128.061
Konzernergebnis 173.189 143.988
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten -45 -53
Direkt im Eigenkapital verrechnete Ertragsteuern 13 16
Im Eigenkapital direkt erfasste Wertänderung -32 -37
Konzern-Gesamterfolg 173.157 143.951
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzern-Gesamterfolg 173.066 143.727
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Konzern-Gesamterfolg 91 224

1) Die Vergleichszahlen wurden aufgrund der Änderung einer Bilanzierungsmethode angepasst, siehe Textziffer 2.1 und 2.18 des Konzernanhangs.

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2012

Aktiva

Angaben in Tsd. € Anhang

Textziffer
31.12.2012 31.12.2011
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 15,16 357.407 485.325
Goodwill 15,16 1.116.862 1.116.868
Sachanlagen 15,16 28.427 29.280
Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen 18 0 3.060
Sonstige Finanzanlagen 19 1.605 1.915
Latente Ertragsteueransprüche 20 169.985 130.900
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22 67.822 43.039
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 22 8.332 12.482
1.750.440 1.822.869
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 21 56.586 51.537
Laufende Ertragsteueransprüche 24 2.470 3.278
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22 424.852 428.471
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 22 27.300 36.601
Flüssige Mittel 23 205224 185.673
Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte 25 7.350 0
723.782 705.560
2.474.222 2.528.429
Passiva
Angaben in Tsd. C Anhang

Textziffer
31.12.2012 31.12.2011
Eigenkapital
Grundkapital 26.1 128.061 128.061
Kapitalrücklage 26.2 737.536 737.536
Wertänderungsrücklage -13 19
Konzernbilanzergebnis 26.3 324.883 305.398
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital 1.190.467 1.171.014
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital 370 279
1.190.837 1.171.293
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28 272 407
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 28 49 36.608
Finanzschulden 30 556.105 514.777
Pensionsrückstellungen 31 26.197 25.428
Andere Rückstellungen 32 9.872 11.173
592.495 588.393
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28 412.781 399.370
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 28 118.499 124.775
Laufende Ertragsteuerschulden 29 29.378 22.108
Finanzschulden 30 100.449 200.302
Andere Rückstellungen 32 22.458 22.188
Schulden im Zusammenhang mit der Veräußerung bestimmter langfristiger Vermögenswerte 25 7.325 0
690.890 768.743
2.474.222 2.528.429

Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals für das Geschäftsjahr

vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

Angaben in Tsd. € Grundkapital Kapitalrücklage Wertänderungs-

rücklage
Konzern-

bilanzergebnis
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital Nicht beherrsch ende Anteile am Eigenkapital Eigenkapital
Stand 1.1.2011 128.061 737.536 56 268.811 1.134.464 0 1.134.464
Dividendenzahlung 0 0 0 -102.409 -102.409 0 -102.409
Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen 0 0 0 0 0 55 5 E
Einbuchung von Optionsverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben 0 0 0 -4.768 -4.768 0 -4.768
Konzernergebnis 0 0 0 143.764 143.764 224 143.988
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente 0 0 -37 0 -37 0 -37
Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg 0 0 -37 143.764 143.727 224 143.951
Stand 31.12.2011 128.061 737.536 19 305.398 1.171.014 279 1.171.293
Stand 1.1.2012 128.061 737.536 19 305.398 1.171.014 279 1.171.293
Dividendenzahlung 0 0 0 -153.613 -153.613 0 -153.613
Konzernergebnis 0 0 0 173.098 173.098 91 173.189
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente 0 0 -32 0 -32 0 -32
Zwischensumme: Konzern-Gesamterfolg 0 0 -32 173.098 173.066 91 173.157
Stand 31.12.2012 128.061 737.536 -13 324.883 1.190.467 370 1.190.837

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

Angaben in Tsd. € Anhang

Textziffer
1.1.2012 - 31.12.2012 1.1.2011 - 31.12.2011
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 209.006 168.644
Anpassungen
Abschreibungen und Wertminderungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 9 148.823 168.898
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 18 -5.766 -1.087
Gewinne aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 25 -333 0
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 365 1.106
Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investition- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar 21, 22, 31, 32, 34.1 -46.797 -45.719
Sonstige zahlungswirksame Bestandteile -24 -83
Steuerzahlungen 13, 20 -24.736 -29.735
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 34.1 280.538 262.024
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -21.267 -22.495
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 694 1.433
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen 0 -763
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 382 0
Einlagenrückgewähr von assoziierten Unternehmen 18 1.156 1.430
Einzahlungen aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen 18 7.669 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von sonstigen Beteiligungen 19 152 0
Zinseinnahmen 2.079 4.174
Cashflow aus Investitionstätigkeit 34.2 -9.135 -16.221
Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitengesellschafter -153.613 -102.409
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden 30 119.280 631.644
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden 30 -80.239 -700.670
Zinszahlungen -34.548 -18.992
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 34.3 -149.120 -190.427
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 122.283 55.376
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 85.673 30.297
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 207.956 85.673
Herleitung des Finanzmittelfonds 31.12.2012 31.12.2011
Angaben in Tsd. €
--- --- ---
Bestand an flüssigen Mitteln weitergeführter Geschäftsbereiche 207.9561 185.673
Verbindlichkeiten im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition gegenüber Kreditinstituten 0 -100.000
207.956 85.673
Herleitung des Free Cashflows 31.12.2012 31.12.2011
Angaben in Tsd. €
--- --- ---
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 280.538 262.024
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -21.267 -22.495
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 694 1.433
Free Cashflow (FCF) 259.965 240.962

1) Entfällt zu 205.224 Tsd. € auf die Flüssigen Mittel sowie zu 2.732 Tsd. € auf die zur Veräußerung bestimmten langfristigen Vermögenswerte

Anhang des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2012

der freenet AG

1. Grundlegende Informationen

1.1. Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung

Die freenet AG (nachfolgend auch: Gesellschaft) als Mutterunternehmen des Konzerns (nachfolgend auch: freenet) hat ihren Sitz in Büdelsdorf, Deutschland. Die Gesellschaft wurde 2005 gegründet und ist beim Amtsgericht Kiel unter HRB 7306 eingetragen. Der Konzern erbringt Telekommunikationsdienstleistungen im Inland mit dem Schwerpunkt auf den Bereich Mobilfunk/mobiles Internet.

Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2012 wurde in Übereinstimmung mit den IFRS des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRSIC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2012 anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet.

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Alle Beträge sind, entsprechend der jeweiligen Angabe, in Tausend Euro (Tsd. €) beziehungsweise Millionen Euro (Mio. €) dargestellt.

Dem Konzernabschluss wurde das Prinzip der historischen Anschaffungskosten - eingeschränkt durch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bestimmter finanzieller Vermögenswerte zugrunde gelegt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Sie sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht.

Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, ab dem 1. Januar 2012 verpflichtend anzuwendenden beziehungsweise ab dem 1. Januar 2012 freiwillig vorzeitig angewandten, Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:

Standard/ lnterpretation Anwendungspflicht Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IFRS 7 Änderung des IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben zu den Übertragungen finanzieller Vermögenswerte 01.07.2011 22.11.2011 Keine materiellen Auswirkungen

Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, noch nicht im Geschäftsjahr 2012 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) beziehungsweise Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:

Standard/ lnterpretation Anwendungs- pflicht Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IFRS 1 Änderungen des IFRS 1, erstmalige Anwendung der IFRS: Schwerwiegende Hochinflation und Beseitigung fester Anwendungszeitpunkte für erstmalige Anwender 01.01.2013* 11.12.2012 Keine
IAS 12 Änderung des IAS 12, Latente Steuern: Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte 01.01.2013* 11.12.2012 Keine materiellen Auswirkungen
IAS 19 Änderung des IAS 19, Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.2013 05.06.2012 Siehe Konzernanhang Textziffer 2.16
IAS 1 Darstellung des Abschlusses - Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses 01.07.2012 05.06.2012 Darstellung der Konzern- Gesamterfolgsrechnung
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.2014* 11.12.2012 Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 01.01.2014* 11.12.2012 Equity-Methode verpflichtend für Gemeinschaftsunternehmen, geringfügige Verkürzung der Bilanz
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 01.01.2014* 11.12.2012 Anhangangaben zu Anteilen an Unternehmen, einschließlich Tochterunternehmen
IFRS 13 Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts 01.01.2013 11.12.2012 Keine materiellen Auswirkungen
IAS 27 Einzelabschlüsse 01.01.2014* 11.12.2012 Keine
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 01.01.2014* 11.12.2012 Keine materiellen Auswirkungen
IFRIC 20 Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebes im Tagebau 01.01.2013 11.12.2012 Keine
IAS 32 Änderung des IAS 32, Finanzinstrumente: Darstellung: Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten 01.01.2014 13.12.2012 Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 7 Änderung des IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben: Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten 01.01.2013 13.12.2012 Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 01.01.2015 offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management
IFRS 9 und IFRS 7 Änderung des IFRS 9 und IFRS 7: Verpflichtender Anwendungszeitpunkt und Angaben zum Übergang 01.01.2015 offen Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 1 Änderung des IFRS 1: Darlehen der öffentlichen Hand 01.01.2013 offen Keine
Diverse Annual Improvements Project 2009 bis 2011 - Verbesserungen der IFRS 01.01.2013 offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management
IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 Änderungen des IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12: Übergangsleitlinien zur Anwendung dieser Standards 01.01.2013 offen Keine materiellen Auswirkungen
IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 Änderungen des IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27: Ausnahme von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften 01.01.2014 offen Keine

* Hier dargestellte Anwendungspflicht in der EU abweichend von Vorgabe des IASB

Die Gesellschaft wird den IFRS 11 freiwillig vorzeitig ab dem 1. Januar 2013 anwenden. Darüber hinaus ist eine frühzeitige Anwendung der neuen Standards nicht geplant.

1.2. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen als Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Gesellschaft mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, die Finanz- und Geschäftspolitik so zu bestimmen, dass die Konzernmutter aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zieht. Bezüglich einer vollständigen Liste aller in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf unsere Angaben gemäß § 315a HGB in Textziffer 38.

Ein Joint Venture ist eine vertragliche Vereinbarung, nach der zwei oder mehr Partner eine wirtschaftliche Tätigkeit durchführen, die einer gemeinschaftlichen Führung unterliegt.

Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, aber keine Beherrschungsmöglichkeit besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent.

Die Gesellschaften 01019 Telefondienste GmbH, 01024 Telefondienste GmbH, freenet.de GmbH, freeXmedia GmbH, freenet Cityline GmbH, freenet Datenkommunikations GmbH, 01050.com GmbH, tellfon GmbH, 01083.com GmbH, new directions GmbH, freenet Direkt GmbH, mobilcom-debitel GmbH, MobilCom Multimedia GmbH, mobilcom-debitel Shop GmbH, DEG Logistik GmbH, Stanniol GmbH für IT & PR, MIDRAY GmbH, klarmobil GmbH sowie callmobile GmbH werden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen.

1.3. Grundsätze der Konsolidierung

Die erstmalige Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss (Vollkonsolidierung) erfolgt mit Wirkung zu dem Tage, an dem die Möglichkeit zur Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt endkonsolidiert, an dem die Beherrschung endet. Beherrschung geht regelmäßig mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 Prozent einher. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung vorliegt, werden Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder umwandelbar sind, berücksichtigt. Der Konzern prüft auch dann, ob Beherrschung vorliegt, wenn das Mutterunternehmen weniger als 50 Prozent der Stimmrechte hält, jedoch die Möglichkeit hat, die Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens aufgrund von einer de-facto-Beherrschung zu steuern. De-facto-Beherrschung kann beispielsweise bei Stimmrechtsvereinbarungen oder erhöhten Minderheitsrechten vorliegen.

Anderen Gesellschaftern zustehende Beträge werden getrennt ausgewiesen.

Der Kapitalkonsolidierung liegt die Erwerbsmethode zugrunde.

Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses ergeben sich als Summe der beizulegenden Zeitwerte für die entrichteten Vermögenswerte, der entstandenen beziehungsweise übernommenen Schulden und der gegebenenfalls zum Erwerbszwecke emittierten Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte und Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren.

Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens, die die Ansatzkriterien des IFRS 3.37 erfüllen, werden zu ihren beizulegenden Zeitwerten getrennt angesetzt, ungeachtet der Höhe eines jeden Minderheitenanteils. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.

Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen.

Bei Einräumung von Optionen zur Andienung von weiteren Anteilen seitens nicht beherrschender Anteilseigner an Konzernunternehmen richtet sich die Bilanzierung nach der Zuordnung von Chancen und Risiken aus diesen Anteilen. Gehen die Chancen und Risiken auf den freenet Konzern über, mindert sich das den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnende Eigenkapital am Konzern entsprechend. Es wird sodann ausschließlich eine finanzielle Verbindlichkeit in Bezug auf die Optionsverpflichtung angesetzt. Verbleiben die Chancen und Risiken bei dem nicht beherrschenden Anteilseigner, bleibt es beim Ansatz des den nicht beherrschenden Anteilseignern zuzurechnenden Eigenkapitals. In diesem Fall wird die finanzielle Verbindlichkeit die Optionsverpflichtung betreffend zu Lasten des den Aktionären der freenet AG zuzurechnenden Eigenkapitals erfasst. Die erstmalige Bewertung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zum Barwert des geschätzten Rückkaufbetrags im erwarteten Ausübungszeitpunkt und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode.

Als Goodwill ist der Vermögenswert vom Erwerbszeitpunkt an anzusetzen, der sich im Zuge der Erstbewertung als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über die Anteile des Erwerbers am beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens ergibt. Ein Überschuss des Anteils an dem beizulegenden Nettozeitwert des erworbenen Unternehmens über die Anschaffungskosten wird sofort ertragswirksam vereinnahmt.

Joint Ventures werden nach dem Verfahren der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Anteile des Konzerns an den Vermögenswerten, den Schulden, den Erträgen und den Aufwendungen werden mit den entsprechenden Posten der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, sodass die Wertansätze der Beteiligungen jährlich um die auf den freenet Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des jeweiligen assoziierten Unternehmens erhöht beziehungsweise vermindert werden. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von assoziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Goodwill aus dem Erwerb von assoziierten Unternehmen wird nicht gesondert ausgewiesen.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den konsolidierten Unternehmen bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Entsprechendes gilt im Fall der Zwischengewinneliminierung auch für assoziierte Unternehmen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Zur Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses wurden die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind grundsätzlich stetig zum Vorjahr angewandt worden. Zur einzigen Änderung verweisen wir auf die folgende Textziffer 2.1.

2.1. Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Der Konzern erbringt überwiegend Dienstleistungen über eine kurze Leistungsperiode. Die Erlöse werden nach vollständiger Leistungserbringung vereinnahmt, soweit ihr Betrag verlässlich bestimmt werden kann und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erwächst. Erbrachte, jedoch noch nicht abgerechnete Leistungen werden entsprechend im Konzernabschluss abgegrenzt. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug gewährter Skonti und anderer Preisnachlässe ausgewiesen. Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen beziehungsweise zu erhaltenden Gegenleistung.

Der überwiegende Teil der Umsatzerlöse des Konzerns wird gegenüber einer Vielzahl von Endkunden erzielt, die restlichen Umsatzerlöse entfallen auf Geschäftskunden.

Ergänzend weisen wir für die Umsatzrealisierung auf das Folgende hin:

Die Umsätze im Segment Mobilfunk werden durch das Angebot von Mobilfunkdiensten, einmalige Bereitstellungsentgelte sowie den Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör erzielt. Umsätze aus Mobilfunkdiensten (Sprachkommunikation sowie Datenübertragung) enthalten monatliche Leistungsentgelte, Entgelte für Sondermerkmale sowie Verbindungs- und Roaming-Entgelte. Die Entgelte aus Mobilfunkdiensten werden über den Zeitraum der Leistungserbringung als Umsatz ausgewiesen. Die Umsatzrealisierung aus dem Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör findet statt, wenn die Ware an den Kunden oder den Distributor geliefert wird.

Die Kundengewinnungskosten, die sich im Wesentlichen aus den Einstandskosten der Mobilfunkgeräte sowie den Händlerprovisionen zusammensetzen, werden sofort bei Kundengewinnung aufwandswirksam erfasst.

Bestimmte Endkundenverträge im Segment Mobilfunk sind Mehrkomponentenverträge im Sinne des IAS 18.13. Bei Umsätzen aus Mehrkomponentenverträgen wird die „relative-fair-value-Methode˝ angewandt. In Übereinstimmung mit IAS 8.10 ff. wendet der Konzern die US - GAAP - Leitlinie ASC 605-25 (ehemals EITF 00-21) an. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die verschiedenen Bewertungseinheiten aufgeteilt. Die Höhe des zu realisierenden Umsatzes für die bereits gelieferten Elemente ist auf die Höhe der Umsätze beschränkt, die nicht von zukünftig zu erbringenden Leistungen abhängig sind (so genannte „Cash Restriction").

Provisionserlöse erhält der Konzern von den Betreibern der Mobilfunknetze insbesondere für neu gewonnene Kunden und Vertragsverlängerungen. Provisionserlöse für Neukunden werden verbucht, sobald ein Neukunde Netzzugang bei einem Netzanbieter erhält. Die Provisionsansprüche bemessen sich auf Basis von vertraglich festgelegten qualitativen und quantitativen Merkmalen, wie Anzahl der Neukunden pro Quartal oder durchschnittlicher Umsatz pro Kunde. Zusätzlich werden für einzelne Werbeaktionen Werbekostenzuschüsse (WKZ) von den Netzbetreibern gewährt und, soweit die Gewährung der Zuschüsse abhängig von der Aktivierung von Neukunden ist, in den Umsatzerlösen erfasst. Soweit Ansprüche über die Leistungsperiode hinaus bestehen, werden die Provisionserlöse entsprechend abgegrenzt.

Ab dem Geschäftsjahr 2012 wendet der Konzern für Verträge über den Verkauf von Mobilfunkgeräten eine geänderte Bilanzierungsmethode an. Bisher wurden bei bestimmten Geschäftsvorfällen im Mobilfunkbereich ein Verkauf von Mobilfunkgeräten an Händler und Distributoren sowie ein späterer Abschluss eines Endkunden-Mobilfunkvertrages mit Gerätekomponente zusammenhängend bilanziert. Aufgrund aktueller Erkenntnisse erfolgt nunmehr eine separate Bilanzierung beider Rechtsgeschäfte, wodurch der Abschlussadressat verlässlichere und relevantere Informationen erhält. Diese Methodenänderung hat weder auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns noch auf das Ergebnis des Konzerns eine Auswirkung. Im Vergleich zur vorherigen Bilanzierung handelt es sich um eine reine Ausweisänderung innerhalb des Rohertrags: die Umsatzerlöse sowie der Materialaufwand werden, jeweils um den identischen Betrag, vergleichsweise höher ausgewiesen. Im vorliegenden Konzernabschluss erfolgte insofern eine retrospektive Anpassung des Vergleichszeitraums für 2011 bezüglich der Positionen „Umsatzerlöse" sowie „Materialaufwand" der Konzerngewinn- und Verlustrechnung: retrospektiv angepasst werden Umsatzerlöse und Materialaufwand 2011, im Vergleich mit dem veröffentlichten Konzernabschluss 2011, jeweils um 48.718 Tausend Euro erhöht ausgewiesen.

2.2. Fremdkapitalkosten, Zinsaufwendungen und -erträge

Fremdkapitalkosten werden aktiviert, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt. Im Geschäftsjahr 2012 sind keine aktivierungsfähigen Fremdkapitalkosten angefallen. Übrige Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst. Für Zinsaufwendungen und Zinserträge wird die Effektivzinsmethode angewandt.

2.3. Immaterielle Vermögenswerte

Der Goodwill wird mindestens einmal jährlich auf Wertminderungsbedarf geprüft und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderung bewertet.

Dazu wird der Goodwill auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen ziehen. Zur konkreten Verteilung siehe Textziffer 15, Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill sowie Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.

Bei einem Markenrecht mit wesentlichem Restbuchwert handelt es sich um einen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer, der nicht planmäßig abgeschrieben, sondern einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderungsindikatoren auf Wertminderungsbedarf geprüft wird. Die unbestimmte Nutzungsdauer wurde gewählt, da kein stetiger Werteverzehr in Bezug auf diesen Vermögenswert erkennbar ist und auch in zeitlicher Hinsicht keine Begrenzung der Nutzungsdauer zu erwägen war.

Die weiteren Markenrechte weisen hingegen eine bestimmbare Laufzeit auf. Diese Markenrechte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von 12 bis 90 Monaten abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 beträgt die Restnutzungsdauer für diese Markenrechte zwischen 12 und 36 Monaten.

Lizenzen und Software werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, in der Regel drei Jahre für Software und drei bis zehn Jahre für Lizenzen, abgeschrieben.

Kosten, die im Zusammenhang mit der Entwicklung oder Pflege von Software-Programmen entstehen, werden in der Regel im Jahr der Entstehung aufwandswirksam erfasst. Sind die Kosten eindeutig einem abgrenzbaren und von der Gesellschaft verwertbaren Software-Produkt zurechenbar und übersteigt insgesamt der voraussichtliche wirtschaftliche Nutzen die anfallenden Kosten, werden sie als immaterieller Vermögenswert in der Kategorie „Selbst erstellte Software" aktiviert. Diese Kosten umfassen z. B. die Personalkosten des Software-Entwicklungsteams oder auch Aufwendungen für Dienstleistungen und Gebühren, die bei der Erzeugung des Vermögenswertes entstehen. Die Kosten der Entwicklung werden erst in dem Zeitpunkt aktiviert, in dem die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit nachgewiesen werden kann. Aktivierte Software-Entwicklungskosten werden nach der linearen Methode über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Kundenbeziehungen werden planmäßig linear über eine Laufzeit von 42 bis 66 Monaten abgeschrieben. Die in den Konzernabschlüssen der Vorjahre angesetzten wesentlichen Kundenbeziehungen, die aus der Kaufpreisallokation im Rahmen des debitel-Erwerbs stammten, sind am 31. Dezember 2012 nahezu vollständig abgeschrieben.

Vertriebsrechte werden über die voraussichtliche Dauer der zugrundeliegenden Verträge planmäßig linear abgeschrieben.

2.4. Sachanlagen

Die Bewertung von Sachanlagen erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen. Die dabei zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen der voraussichtlichen Nutzungszeit der Vermögenswerte im Unternehmen. Restwerte sind bei der Berechnung der Abschreibungen aufgrund von Unwesentlichkeit vernachlässigt worden.

Restbuchwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Vermögenswert Nutzungsdauer
Gebäude 9 bis 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 1 bis 19 Jahre
Kraftfahrzeuge 1 bis 8 Jahre
EDV-Ausstattung 1 bis 10 Jahre
Telekommunikationsanlagen und -geräte 1 bis 10 Jahre
Mietereinbauten 1 bis 15 Jahre

2.5. Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

Eine Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten wird immer dann vorgenommen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert.

Ein Wertminderungstest ist dann durchzuführen, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände (Triggering Events) darauf hinweisen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Für den Goodwill sowie die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer gilt, dass deren Werthaltigkeit gemäß IAS 36 einmal jährlich auf Wertminderung zu prüfen ist.

Ist der Grund für eine Wertminderung entfallen, wird der Vermögenswert höchstens bis zum Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. Dies gilt nicht für den Goodwill, da hier keine Zuschreibungen möglich sind.

2.6. Leasingverhältnisse

2.6.1. Der Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern entscheidet fallweise über die Frage, ob Gegenstände geleast oder gekauft werden. Grundsätzliche Regelungen im Bereich der Sachanlagen bestehen für Pkw (Operating-Leasing-Verträge) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (Kauf), ausgenommen EDV-Hardware und Telekommunikationsanlagen.

Leasingverhältnisse, die der Konzern als Leasingnehmer eingegangen ist, werden in Abhängigkeit von der Tatsache, ob im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen des Leasingobjektes übernommen wurden, entweder als Operating-Leasing oder als Finanzierungsleasing eingestuft. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasing geleistete Zahlungen (ggf. netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

Unter Anwendung von IAS 17 werden bei Finanzierungsleasingverträgen die geleasten Gegenstände, die dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind, mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjekts und Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und über den kürzeren Zeitraum aus ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und der Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Entsprechend wird die Verbindlichkeit, die aus dem Leasingverhältnis entsteht, passiviert und um den Tilgungsanteil der bereits geleisteten Leasingraten gemindert. Der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird aufwandswirksam erfasst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 wurde ein Vertrag als Finanzierungsleasingvertrag eingestuft es handelt sich um das Leasing diverser Software und Hardware für unsere Shops.

2.6.2. Der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen

Wenn das wirtschaftliche Eigentum an einem Vermögenswert auf den Vertragspartner beziehungsweise Kunden übergeht, weist der Konzern in Anwendung von IAS 17 eine Forderung gegen den Leasingnehmer aus. Der Ausweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitionswertes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Vereinnahmte Leasingraten werden in einen ertragswirksamen Zinsanteil und einen Tilgungsanteil aufgespalten. Die Zinsanteile werden als Finanzerträge auf der Basis einer periodengerechten Abgrenzung verteilt vereinnahmt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 bestehen keine Verträge, bei denen der Konzern als Leasinggeber in Finanzierungsleasingverhältnissen eingestuft wurde.

2.7. Anteile an assoziierten Unternehmen

Die Fortführung des Beteiligungsansatzes an assoziierten Unternehmen erfolgt anhand eines Einzelabschlusses nach IFRS des betroffenen assoziierten Unternehmens, der nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns aufgestellt wurde. Zur At-Equity-Methode siehe Textziffer 1.3, Grundsätze der Konsolidierung. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 wird, nach dem unterjährigen Verkauf der KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel, kein assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der freenet einbezogen.

2.8. Finanzinstrumente

2.8.1. Definition und Kategorisierung

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden für Zwecke der Bewertung grundsätzlich in die folgenden Kategorien unterteilt:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte,
Kredite und Forderungen,
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte,
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und
Finanzielle Verbindlichkeiten.

Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz.

2.8.2. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Diese Kategorie enthält zwei Unterkategorien: Finanzielle Vermögenswerte, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten eingeordnet wurden, und solche, die von Beginn an als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert wurden. Ein finanzieller Vermögenswert wird dieser Kategorie zugeordnet, wenn er prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben oder der finanzielle Vermögenswert vom Management entsprechend designiert wurde. Derivate sind ebenfalls in dieser Kategorie enthalten.

Am Bilanzstichtag existieren keine erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte.

2.8.3. Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt, ohne jegliche Absicht, die Forderungen zu handeln. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Kredite und Forderungen sind in der Bilanz in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie in den liquiden Mitteln enthalten.

Liquide Mittel bestehen aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten diese umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten.

Kredite und Forderungen enthalten auch erbrachte Leistungen, die noch nicht in Rechnung gestellt worden sind, für die gleichwohl ein vertraglicher Anspruch besteht.

2.8.4. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, bei denen das Konzernmanagement die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind - mit Ausnahme derjenigen, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden und die entsprechend als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen werden - unter den langfristigen Vermögenswerten auszuweisen.

Der Konzern stuft aktuell keine Finanzinstrumente in diese Kategorie ein.

2.8.5. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zuzuordnen sind oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Wertpapiere gelten als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Die am Bilanzstichtag vorhandenen zur Veräußerung gehaltenen finanziellen Vermögenswerte sind in den sonstigen Finanzanlagen sowie den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

2.8.6. Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten gründen auf vertraglichen Vereinbarungen über die Zahlung von liquiden Mitteln oder die Erbringung anderer finanzieller Vermögenswerte an einen Dritten. Die Einbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt dann, wenn freenet Vertragspartei wird.

Die am Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Finanzschulden sowie den übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen.

2.8.7. Bewertung von Finanzinstrumenten

Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf beziehungsweise Verkauf des Vermögenswertes verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet˝ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt.

Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet˝ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zinsswaps und Zinscaps stellen derivative Finanzinstrumente dar und werden zur Absicherung der Risiken aus steigenden Zinssätzen für Finanzverbindlichkeiten eingesetzt. Da freenet keine vollständige Dokumentation vorhält und keinen Effektivitätstest durchführt, werden die Zinsswaps und Zinscaps nicht als „Hedge Accounting" gemäß IAS 39 angesetzt. Daher werden Zeitwertveränderungen sofort erfolgswirksam verbucht.

Nach der erstmaligen Erfassung werden Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden nach ihrer erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die nicht realisierten Gewinne oder Verluste direkt im Sonstigen Ergebnis, in der Wertänderungsrücklage, erfasst werden. Dividenden auf zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente sind mit der Entstehung des Rechtsanspruches des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige Erträge zu erfassen.

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Wertpapiere werden jedoch grundsätzlich mit ihren jeweiligen Anschaffungskosten bewertet, soweit eine verlässliche Ermittlung des Fair Values nicht möglich ist. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt; weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. In der Folgeperiode werden die finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen. Langfristige Verbindlichkeiten stehen zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bilanz. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt auf Basis zukünftiger Cashflows. Daher können auch derivative Finanzinstrumente als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Finanzschulden aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

2.8.8. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, wird ein signifikanter und andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten dieser Eigenkapitalinstrumente als Indikator dafür angesehen, dass die Eigenkapitalinstrumente wertgemindert sind. Wenn ein derartiger Hinweis für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte existiert, wird der kumulierte Verlust -gemessen als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme - aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Wertminderungsverluste von Eigenkapitalinstrumenten werden nicht rückgängig gemacht.

Nicht börsennotierte Aktien, die als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert wurden, stellen ein Beispiel für die im vorangegangenen Absatz beschriebenen Eigenkapitalinstrumente dar. Bei ihnen ist eine wesentliche oder anhaltende Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Wertpapiere unter ihre Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Wenn keine Marktpreise vorliegen, werden andere Bewertungsmethoden, wie z. B. DCF-Verfahren zur Ermittlung eines ggf. bestehenden Wertminderungsbedarfs, verwendet.

Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, sowie ein Vertragsbruch wie z. B. ein Ausfall oder Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen gelten als Indikator für das Vorhandensein einer Wertminderung.

Bei einigen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten, zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden Vermögenswerte, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, auf Portfoliobasis auf Wertminderungsbedarf überprüft. Objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen könnten Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, ein Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbare Veränderungen des nationalen oder lokalen Wirtschaftsumfelds, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden, sein.

Der Buchwert der Forderung wird durch die Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Sofern eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird sie gegen das Wertberichtigungskonto ausgebucht. Nachträgliche Zahlungseingänge auf vormals ausgebuchte Beträge werden erfolgswirksam gegen die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wertminderungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

2.8.9. Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder es den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.

2.9. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt jeweils zum niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten einerseits und am Bilanzstichtag realisierbarem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte erzielbare Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten.

2.10. Fremdwährungsgeschäfte

Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die Berichtswährung der freenet AG darstellt.

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionstag in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von im Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Geschäftsjahr 2012 haben Fremdwährungstransaktionen in einer zu vernachlässigenden Größenordnung stattgefunden.

Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine vom Euro abweichende funktionale Währung haben, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in Euro umgerechnet. Im Geschäftsjahr 2012 hat kein Konzernunternehmen eine vom Euro abweichende funktionale Währung.

2.11. Eigenkapital

Stammaktien, Kapitalrücklagen, Wertänderungsrücklagen, das Konzernbilanzergebnis sowie die Anteile anderer Gesellschafter werden als Eigenkapital ausgewiesen. Kosten von Kapitalerhöhungen werden nach Abzug der darauf entfallenden laufenden Steuern im Eigenkapital in der Kapitalrücklage erfasst.

2.12. Pensionsrückstellungen

Die Bilanzierung und Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach IAS 19 (1998). Die in der Bilanz angesetzte Pensionsrückstellung entspricht dem versicherungsmathematischen Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens, angepasst um kumulierte, bisher nicht erfolgswirksam erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste und nicht erfolgswirksam erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien berechnet. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Saldo der kumulierten nicht erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste zum Ende der vorherigen Berichtsperiode den höheren der Beträge aus zehn Prozent des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (vor Abzug des Planvermögens) oder aus zehn Prozent des Fair Values des Planvermögens zu diesem Zeitpunkt übersteigt. Diese Gewinne oder Verluste werden über die erwartete Restdienstzeit der Berechtigten realisiert.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die Änderungen des Pensionsplans hängen vom Verbleib des Berechtigten im Unternehmen für einen festgelegten Zeitraum ab (Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit). In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über den Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst.

Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung im Finanzergebnis.

Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne werden im Jahr des Anfalls ergebniswirksam erfasst.

2.13. Andere Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gebildet, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und hinsichtlich ihrer Fälligkeit und/oder ihrer Höhe ungewiss sind, wenn es wahrscheinlich (more likely than not) ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Konzernressourcen führt und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Die Bewertung erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Abzinsung für langfristige Verpflichtungen.

Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtungen gering ist.

Restrukturierungsrückstellungen umfassen im Wesentlichen Abfindungszahlungen an Mitarbeiter. Rückstellungen für drohende Verluste enthalten in erster Linie Zahlungen für die vorzeitige Kündigung von Mietverhältnissen.

Die für Rückbauverpflichtungen von Mietereinbauten erwarteten Kosten sind nach IAS 16 in den Anschaffungskosten der Mietereinbauten enthalten. Daher wird für diese Verpflichtungen, soweit ein Vermögensabfluss wahrscheinlich ist, zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gemäß IAS 37 in Höhe des Barwerts eine Rückstellung gebildet. Bewertungsänderungen der bestehenden Rückstellung, also Änderungen des Erfüllungsbetrages und/oder des Diskontierungssatzes, werden mittels einer Anpassung des Buchwerts der Mietereinbauten (Obergrenze: erzielbarer Betrag; Untergrenze: Null) erfasst.

2.14. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

Im Konzern bestehen beziehungsweise bestanden im Geschäftsjahr 2012 folgende Mitarbeiterbeteiligungsprogramme:

Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG
Long Term Incentive Programm der freenet AG (im Folgenden: "LTIP-Programm˝)

Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der einzelnen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme dargestellt:

2.14.1. Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

Die Bewertung der von der freenet AG ausgegebenen Aktienwertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der Aktienwertsteigerungsrechte, die voraussichtlich unverfallbar werden. Bei Ausübung dieser Rechte erfolgt die Zahlung eines Barbetrags in Höhe der Differenz zwischen dem maßgeblichen Aktienkurs und dem Basiswert, abzüglich Steuern und Abgaben. Für Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 27.1, Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG.

2.14.2. LTIP Programm

Für die Mitglieder des Vorstands war im Geschäftsjahr 2011 ein neues Vergütungsprogramm mit langfristiger Anreizwirkung, das so genannte „LTIP-Programm", aufgelegt worden.

Dabei wird für jeden Vorstand ein LTIP-Konto geführt, auf dem jeweils pro Geschäftsjahr, abhängig von dem Erreichungsgrad bestimmter für dieses Geschäftsjahr definierten Ziele, eine Gutschrift oder Lastschrift in Form von virtuellen Aktien erfolgt. Pro Geschäftsjahr erfolgen dann zu einem festgelegten Zeitpunkt, abhängig vom Kontostand des LTIP-Kontos, Barauszahlungen abzüglich Steuern und Abgaben. Die Höhe dieser Auszahlungen ist unter anderem von dem zum Auszahlungszeitpunkt maßgeblichen Aktienkurs abhängig. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der virtuellen Aktien, die voraussichtlich unverfallbar werden. Für Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 27.2, LTIP-Programm der freenet AG.

2.15. Latente und laufende Ertragsteuern

Der Ansatz latenter Steuern erfolgt gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf alle temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung beziehungsweise der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.

Latente Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen werden in der Höhe angesetzt, für die latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigt die Höhe der latenten Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen diesen Wert, erfolgt der Ansatz nur in der Höhe, wie die Nutzung dieser latenten Steueransprüche durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Auch latente Steueransprüche auf existierende steuerliche Verlustvorträge werden nur in der Höhe aktiviert, wie deren Nutzung durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist.

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der deutschen Steuervorschriften berechnet, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind.

2.16. Ermessensentscheidungen, zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss ist von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen abhängig. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen. Die nachstehend aufgeführten wesentlichen Schätzungen und zugehörigen Annahmen sowie die mit den gewählten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verbundenen Unsicherheiten sind entscheidend für das Verständnis der zugrunde liegenden Risiken der Finanzberichterstattung sowie der Auswirkungen, die diese Schätzungen, Annahmen und Unsicherheiten auf den Konzernabschluss haben könnten.

Die Bewertung von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten ist mit Schätzungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Erwerbszeitpunkt verbunden, wenn diese im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden. Ferner ist die erwartete Nutzungsdauer dieser Vermögenswerte zu schätzen.

Bezüglich der getroffenen zukunftsbezogenen Annahmen im Rahmen der Tests zu eventuellen Wertminderungen des Goodwills (Buchwert zum 31. Dezember 2012: 1.116,9 Millionen Euro, Vorjahr: 1.116,9 Millionen Euro) sowie der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Buchwert zum 31. Dezember 2012: 293,3 Millionen Euro, Vorjahr: 293,3 Millionen Euro) verweisen wir auf Textziffer 16, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit (Cash Generating Unit, im Folgenden „CGU˝ genannt) "Mobilfunk" zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um circa 254 Millionen Euro geringer beziehungsweise 301 Millionen Euro höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung beziehungsweise Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um circa 575 Millionen Euro geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) beziehungsweise 680 Millionen Euro höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.

Zur Bildung angemessener Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögenswerte wurde eine Einschätzung der Werthaltigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte vorgenommen. Im Wesentlichen wurde diese Einschätzung anhand von Erfahrungswerten der Vergangenheit, der Altersstruktur und dem Status der Forderungen im Mahn- und Inkassoprozess vorgenommen.

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Mehrkomponentenverträgen bezüglich des Angebots an Endkunden, höherwertige Mobilfunk-Endgeräte gegen einen monatlichen Mehrbetrag auszuwählen (Handy-Option), wurden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser Forderungen Annahmen über den laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz zur Bestimmung des Barwerts der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus diesen Verträgen getroffen. Dabei berücksichtigt dieser Zinssatz sowohl die Fälligkeit als auch das Ausfallrisiko dieser Forderungen. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich dieses Zinssatzes ergibt, dass diese Forderungen bei einer Erhöhung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 0,8 Millionen Euro geringer, bei einer Verringerung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte um 0,8 Millionen Euro höher angesetzt worden wären.

Hinsichtlich der Abgrenzung für bezogene Leistungen aus Vertriebsprovisionen für die verschiedenen Produkte des Konzerns wird durch Schätzungen anhand von Vergangenheitserfahrungen berücksichtigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die endgültige und nicht mehr stornierbare Verprovisionierung zustande kommt.

Der Ansatz und die Ermittlung von Rückstellungen sind abhängig von Schätzungen. Insbesondere Rückstellungen für passive Rechtstreitigkeiten werden anhand der Einschätzung der die Konzerngesellschaften vertretenden Rechtsanwälte gebildet.

Bei der Bildung der Drohverlustrückstellung für den Leerstand von gemieteten Shops und Bürogebäuden wurden Annahmen bezüglich einer zukünftigen möglichen Untervermietung dieser Flächen getroffen. Hinsichtlich der Bewertung der Drohverlustrückstellung für den Netzabbau im Bereich Festnetz/Internet wurde im Wesentlichen eine Annahme bezüglich der Restlaufzeiten bestimmter Mietverträge und damit über die Höhe der zukünftigen Verluste in diesem Bereich getroffen.

Zu den Annahmen und Schätzungen, die in das Black-Scholes-Modell zur Ermittlung der Rückstellungen für ausstehende Aktienwertsteigerungsrechte sowie das Bewertungsmodell zur Ermittlung der Rückstellung für das LTIP-Programm, jeweils nach IFRS 2 zum 31. Dezember 2012 Eingang fanden, verweisen wir auf Textziffer 27, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Zu den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wird unter Textziffer 31 beschrieben, welche zukunftsbezogenen Annahmen hinsichtlich der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemacht wurden. Es handelt sich hier um den Ansatz eines Rechnungszinses, des Rententrends, um die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des pensionsfähigen Einkommens der Anspruchsberechtigten sowie um die Abschätzung einer erwarteten Verzinsung des Planvermögens. Ergebnis einer Sensitivitätsbetrachtung ist, dass bei einem Anstieg des Rechnungszinses um 1,00 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 8.635 Tausend Euro geringer, bei einer Verringerung des Rechnungszinses um 1,00 Prozentpunkte der Barwert der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen um 11.548 Tausend Euro höher angesetzt würde. Der ab 1. Januar 2013 verpflichtend anzuwendende geänderte IAS 19 (2011) mit dem Wegfall der Korridormethode wird für freenet einen deutlichen Anstieg der Pensionsrückstellungen mit sich bringen, wobei die zum 1. Januar 2013 erfolgende Anpassung (Erhöhung der Pensionsrückstellungen um 18.789 Tausend Euro) erfolgsneutral über die Wertänderungsrücklage erfolgen wird.

Es existieren Geschäftsvorfälle, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Der Konzern bemisst die Höhe der Rückstellungen für erwartete Steuerprüfungen auf Basis von Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Ertragsteuern fällig werden. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die laufenden und die latenten Ertragsteuern haben.

Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge basieren auf einer Unternehmensplanung, in die zukunftsbezogene Annahmen, zum Beispiel bzgl. der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Entwicklung des Telekommunikationsmarktes, Eingang gefunden haben. Zur Höhe der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Höhe der Verlustvorträge, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, verweisen wir auf Textziffer 20, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich der latenten Ertragsteueransprüche ergibt, dass die latenten Ertragsteueransprüche bei einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des Gewerbeertrags beziehungsweise des körperschaftsteuerlichen Einkommens um jeweils 10 Prozent im maßgeblichen Planungszeitraum um circa 17,1 Millionen Euro höher beziehungsweise um circa 17,1 Millionen Euro geringer ausfallen würden.

2.17. Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, die gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, wenn ihr Buchwert generell eher durch einen Verkauf als durch die weitere Nutzung realisiert wird. Im Zeitpunkt der Umklassifizierung in die aufgegebenen Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte wird die planmäßige Abschreibung der entsprechenden Vermögenswerte eingestellt.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte oder die zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe werden zurück in „weitergeführte Geschäftsbereiche" gegliedert, wenn die Kriterien des IFRS 5 nicht mehr erfüllt werden. Die Vermögenswerte oder die Vermögensgruppe werden zu dem niedrigeren Wert aus dem Buchwert bereinigt um planmäßige Abschreibungen oder Neubewertungen, die vorgenommen worden wären, wenn die Vermögenswerte oder -gruppen nicht als „aufgegebene Geschäftsbereiche˝ klassifiziert worden wären und dem erzielbaren Wert zum Rückgliederungszeitpunkt angesetzt. Die Anpassungen zur Neubewertung der Vermögensgruppe werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der weitergeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen.

2.18. Vergleichszahlen

Bezüglich einer Methodenänderung im Ausweis der Umsatzerlöse sowie des Materialaufwands wurden im vorliegenden Konzernabschluss die Vorjahresvergleichszahlen retrospektiv angepasst. Wir verweisen auf unsere Ausführungen unter Textziffer 2.1, Ertrags- und Aufwandsrealisierung. Diese Methodenänderung hat weder auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns noch auf das Ergebnis des Konzerns eine Auswirkung. Im Vergleich zur vorherigen Bilanzierung handelt es sich um eine reine Ausweisänderung innerhalb des Rohertrags.

3. Segmentberichterstattung

Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Steuerung von Konzernbereichen abzugrenzen, deren Betriebsergebnisse regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft werden.

Der Vorstand organisiert und steuert das Unternehmen als Hauptentscheidungsträger auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den einzelnen angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Da der Konzern seine Geschäftstätigkeit nahezu ausschließlich in Deutschland ausübt, erfolgt keine Organisation und Steuerung nach geografischen Bereichen. Der Konzern war im Geschäftsjahr 2012 in den folgenden Geschäftssegmenten tätig:

Mobilfunk:

Tätigkeiten als Mobilfunk-Service-Provider Vermarktung von Mobilfunkdienstleistungen (Sprach- und Datendiensten) der Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 in Deutschland
auf der Grundlage der mit diesen Netzbetreibern geschlossenen Netzbetreiberverträge sowohl Angebot eigener netzunabhängiger Dienste und Tarife als auch Angebot der Tarife der Netzbetreiber
Vertrieb von Mobilfunk-Endgeräten sowie zusätzlicher Dienste im Bereich der mobilen Datenkommunikation
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen

Sonstige:

Erbringung von Portal-Dienstleistungen wie E-Commerce/Advertising-Leistungen (diese beinhalten im Wesentlichen das Angebot des Online-Shoppings und die Vermarktung von Werbeflächen auf Internetseiten) sowie von Bezahldiensten für Endkunden
Entwicklung von Kommunikationslösungen, EDV-Dienstleistungen und sonstigen Leistungen für Geschäftskunden
Angebot schmalbandiger Sprachdienste (Call-by-Call, Preselection) und Datendienste
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen

Die beiden Geschäftssegmente erbringen beziehungsweise erbrachten jeweils auch Dienstleistungen an das jeweilige andere Geschäftssegment. Diese Dienstleistungen wurden jeweils zu marktüblichen Transaktionspreisen abgerechnet.

Aufwendungen und Erträge werden den Segmenten aufgrund ausgewählter Kriterien entsprechend der wirtschaftlichen Zugehörigkeit zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2012 war wie im Vorjahr die Zuordnung aller Aufwendungen und Erträge auf die beiden Segmente „Mobilfunk˝ und „Sonstige˝ eindeutig möglich, in dem die einzelnen konsolidierten Konzerngesellschaften jeweils einem dieser Segmente zugeordnet wurden.

Ansatz und Bewertung der zugeordneten Aufwendungen und Erträge erfolgen für Zwecke der Segmentberichterstattung wie im Vorjahr nicht abweichend von den Ansätzen und Bewertungen der Konzernbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns.

Eine Untergliederung der Umsatzerlöse mit Dritten nach einzelnen Produkten oder Dienstleistungen ist nicht verfügbar.

Der freenet Konzern führt Massengeschäft durch, das sich vorwiegend auf Privatkunden konzentriert. Insofern besteht keine Abhängigkeit von einzelnen Kunden.

Segmentbericht vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

Angaben in Tsd. € Mobilfunk Sonstige Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen Gesamt
Umsatzerlöse mit Dritten 3.021.103 67.929 0 3.089.032
Intersegmenterlöse 4.836 8.855 -13.691 0
Umsatzerlöse gesamt 3.025.939 76.784 -13.691 3.089.032
Materialaufwand gegenüber Dritten -2.332.790 -33.013 0 -2.365.803
Intersegmentärer Materialaufwand -4.527 -4.744 9.271 0
Materialaufwand gesamt -2.337.317 -37.757 9.271 -2.365.803
Segment-Rohertrag 688.622 39.027 -4.420 723.229
Sonstige betriebliche Erträge 53.583 9.690 -4.331 58.942
Andere aktivierte Eigenleistungen 6.320 729 0 7.049
Personalaufwand -131.986 -29.036 0 -161.022
Sonstige betriebliche Aufwendungen -260.069 -24.817 8.751 -276.135
Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen 0 5.766 0 5.766
Segment-EBITDA 356.470 1.359 0 357.829
Abschreibungen und Wertminderungen -144.235 -4.588 0 -148.823
Segment-EBIT 212.235 -3.229 0 209.006
Konzernfinanzergebnis -42.088
Ertragsteuern 6.271
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 173.189
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0
Konzernergebnis 173.189
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 173.098
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 91
Zahlungswirksame Investitionen der fortgeführten Geschäftsbereiche 14.707 6.560 21.267

Segmentbericht vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 (angepasst)

Angaben in Tsd. € Mobilfunk Sonstige Eliminierung der inter- segmentären Erlöse und Aufwendungen Effekte bzgl. IFRS 5 Gesamt
Umsatzerlöse mit Dritten 3.194.635 71.984 0 0 3.266.619
Intersegmenterlöse 3.788 5.571 -9.359 0 0
Umsatzerlöse gesamt 3.198.423 77.555 -9.359 0 3.266.619
Materialaufwand gegenüber Dritten -2.518.241 -32.584 0 0 -2.550.825
Intersegmentärer Materialaufwand -3.328 -4.686 8.014 0 0
Materialaufwand gesamt -2.521.569 -37.270 8.014 0 -2.550.825
Segment-Rohertrag 676.854 40.285 -1.345 0 715.794
Sonstige betriebliche Erträge 76.132 15.206 -4.322 -159 86.857
Andere aktivierte Eigenleistungen 10.004 834 0 0 10.838
Personalaufwand -134.377 -28.541 0 0 -162.918
Sonstige betriebliche Aufwendungen -289.052 -30.890 5.667 0 -314.275
Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen 0 1.087 0 0 1.087
Segment-EBITDA 339.561 -2.019 0 -159 337.383
Abschreibungen und Wertminderungen -162.564 -6.334 0 0 -168.898
Segment-EBIT 176.997 -8.353 0 -159 168.485
Konzernfinanzergebnis -51.146
Ertragsteuern 26.509
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 143.848
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 140
Konzernergebnis 143.988
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 143.764
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 224
Zahlungswirksame Investitionen der fortgeführten Geschäftsbereiche 19.806 2.689 22.495

4. Umsatzerlöse

Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse in Höhe von 3.089 Millionen Euro (Vorjahr: 3.267 Millionen Euro) auf die Segmente ist unter Textziffer 3, Segmentberichterstattung, ersichtlich.

Von den externen Umsätzen des Segments Mobilfunk betreffen im Wesentlichen 1.923 Millionen Euro (Vorjahr: 2.037 Millionen Euro) Nutzungsentgelte und Gebühren, 525 Millionen Euro (Vorjahr: 591 Millionen Euro) Entgelte für Prämien und Provisionen sowie 552 Millionen Euro (Vorjahr: 533 Millionen Euro) Erlöse aus dem Verkauf von Mobilfunkgeräten und Zubehör.

5. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten größtenteils Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren, Werbekostenzuschüsse (soweit nicht von der Aktivierung von Neukunden abhängig) sowie Erträge aus der Berechnung von Sachbezügen an Mitarbeiter aus der Überlassung von Firmen-Pkw.

Die Position enthält zahlungswirksame periodenfremde Erträge aufgrund abgeschlossener Vergleiche in Höhe eines niedrigen einstelligen Millionenbetrages.

6. Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen betreffen im Wesentlichen die Entwicklung von Software im Mobilfunk-Bereich. Diese sind nahezu ausschließlich durch IT-Migrationen begründet.

Die aktivierten Kosten umfassen die direkt zurechenbaren Einzelkosten, die im Wesentlichen Berater- und Personalkosten betreffen, sowie anteilige Gemeinkosten.

7. Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Aufwendungen für bezogene Waren 560.487 580.870
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.805.316 1.969.955
2.365.803 2.550.825

Die Aufwendungen für bezogene Waren bestehen im Wesentlichen aus den Einstandswerten veräußerter Mobiltelefone und Bundles aus dem Prepaid-Geschäft.

Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich überwiegend um Gebühren für Mobilfunk-Telefonie, Provisionen und Prämien an Vertriebspartner.

8. Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Löhne und Gehälter 137.163 138.871
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 23.859 24.047
161.022 162.918

Im Konzern waren im Geschäftsjahr 2012 durchschnittlich 3.939 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 4.065). Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte der Konzern 3.886 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.057 Mitarbeiter).

Aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen der Gesellschaft resultiert eine Erhöhung des Personalaufwands gemäß IFRS 2 in Höhe von 2.520 Tausend Euro (Vorjahr: 1.381 Tausend Euro).

Zur Erläuterung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den Textziffern 2.14. und 27, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Der Personalaufwand enthält auch Aufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 513 Tausend Euro (Vorjahr: 408 Tausend Euro), vgl. hierzu auch Textziffer 31, Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen.

Im Personalaufwand sind als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mit 11.284 Tausend Euro (Vorjahr 11.691 Tausend Euro) enthalten.

9. Abschreibungen und Wertminderungen

Die Zusammensetzung der Abschreibungen ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 138.448 154.581
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte 920 153
Abschreibungen auf Sachanlagevermögen 9.190 12.630
Wertminderungen auf Sachanlagevermögen 113 1.136
Wertminderungen auf Finanzanlagevermögen 152 398
148.823 168.898

Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte betreffen ein zukünftig nicht mehr genutztes Vertriebsrecht.

Die Wertminderungen auf Finanzanlagevermögen betreffen die Beteiligung an der libri.de GmbH, Hamburg. Weitere Angaben hierzu enthält Textziffer 19, Sonstige Finanzanlagen.

Die im Vorjahr ausgewiesenen Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen resultierten aus dem Abbau von Netztechnik des Festnetzbereichs und betrafen im Wesentlichen Lizenzen, Switche und Leitungsnetze sowie technische Anlagen und Maschinen.

Die im Vorjahr ausgewiesenen Wertminderungen auf Finanzanlagevermögen betrafen die Beteiligung an der Pocketfilm Media Entertainment GmbH, Frechen.

Die Wertminderungsaufwendungen des Geschäftsjahres 2012 entfallen im Wesentlichen auf das Segment „Mobilfunk".

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Marketingkosten (112,1 Millionen Euro in 2012 gegenüber 104,3 Millionen Euro in 2011), Rechts-/ Beratungskosten, Verwaltungskosten (z. B. Mieten und Nebenkosten der Shops und Verwaltungsgebäude), Aufwendungen für Wertberichtigungen und den Ausfall von Forderungen, Aufwendungen für Billing, Outsourcing sowie für Porto.

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für die Wertberichtigung sowie den Ausfall von Forderungen von insgesamt 30.331 Tausend Euro (Vorjahr: 36.831 Tausend Euro) an. Diese Aufwendungen entfallen wie im Vorjahr vollständig auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen wurden 26.920 Tausend Euro (Vorjahr: 32.141 Tausend Euro) aufwandswirksam erfasst.

11. Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinsen und ähnlichen Erträge bestehen aus folgenden Positionen:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Zinsen von Kreditinstituten und aus Inkasso sowie ähnliche Erträge 2.596 4.923
Zinsertrag aus Steuererstattungen 99 33
2.695 4.956

12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Zinsen an Kreditinstitute und ähnliche Aufwendungen 36.489 41.086
Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Passiva 6.248 12.371
Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen 1.551 1.560
Aufwand aus der Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten 12 792
Zinsaufwand aus Steuernachzahlungen 110 148
Übrige 373 145
44.783 56.102

Der Zinsaufwand für 2012 aus der Aufzinsung von Passiva entfällt zu 5.392 Tausend Euro auf die Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrigen Verbindlichkeiten und Laufenden Ertragsteuerschulden sowie zu 856 Tausend Euro auf die Aufzinsung anderer Rückstellungen.

13. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind gezahlte oder geschuldete Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern ausgewiesen.

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Laufender Steueraufwand des Geschäftsjahres -32.978 -24.898
Steuererträge aus Vorjahren 165 293
Latenter Steuerertrag infolge der Zuschreibung auf latente Ertragsteueransprüche 8.917 24.098
Latenter Steuerertrag bezüglich temporärer Unterschiede 30.790 26.997
Latenter Steueraufwand aus Steuersatzänderungen -623 0
6.271 26.4901

1) Der tatsächliche Steuerertrag von 26.490 Tsd. € für das Jahr 2011 entfällt mit einem Steuerertrag von 26.509 Tsd. € auf die weitergeführten Geschäftsbereiche sowie mit Steueraufwendungen von 19 Tsd. € auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Zusätzliche Angaben zu latenten Steuern sind unter Textziffer 20, Latente Ertragsteueransprüche und -schulden, enthalten.

Die Anwendung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes der Konzernunternehmen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern würde zu einem erwarteten Steueraufwand von 48,9 Mio. € (Vorjahr: 34,5 Mio. €) führen. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem tatsächlichen Steuerertrag von 6,3 Mio. € (Vorjahr: 26,5 Mio. €) ist aus der folgenden Überleitungsrechnung ersichtlich:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern 166.918 117.498
Erwarteter Steueraufwand bei Anwendung des Steuersatzes von 29,3% (Vj.: 29,4%) -48.907 -34.544
Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern und nicht angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 57.805 60.981
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen und steuerfreien Erträge -2.169 -240
Effekte aus Steuersatzänderungen -623 0
Steueraufwand aus Vorjahren 165 293
Tatsächlicher Steuerertrag 6.271 26.4901
Effektiver Steuersatz in Prozent -3,76 -22,54

1) Der tatsächliche Steuerertrag von 26.490 Tsd. € für das Jahr 2011 entfällt mit einem Steuerertrag von 26.509 Tsd. € auf die weitergeführten Geschäftsbereiche sowie mit Steueraufwendungen von 19 Tsd. € auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Bei den Konzerngesellschaften wurde im Geschäftsjahr 2012 für die Berechnung der laufenden und latenten Ertragsteuern ein Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) verwendet. Weiterhin wurde ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer sowie ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 384,81 Prozent (Vorjahr: 389,38 Prozent) zugrunde gelegt. Die latenten Steuern wurden im Geschäftsjahr 2012 mit einem Durchschnittssteuersatz von 29,3 Prozent (Vorjahr: 29,4 Prozent) errechnet.

14. Ergebnis je Aktie

14.1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseigern zustehenden Ergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien während des Geschäftsjahres. In Zukunft besteht die Möglichkeit einer Verminderung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie aufgrund der möglichen Inanspruchnahme bedingten Kapitals. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 26.5, Bedingtes Kapital.

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in Tsd. € 173.098 143.764
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück 128.061.016 128.061.016
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 1,35 1,12
davon entfallend auf weitergeführte Geschäftsbereiche in € 1,35 1,12
davon entfallend auf aufgegebene Geschäftsbereiche in € 0,00 0,00

14.2 Verwässertes Ergebnis je Aktie

Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseignern zustehenden Ergebnisses durch den um potenziell verwässernde Aktien erhöhten gewichteten durchschnittlichen Bestand im Umlauf befindlicher Aktien.

Es gibt zum 31. Dezember 2012 keine Verwässerungseffekte, beziehungsweise keine potentiellen Verwässerungseffekte.

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in Tsd. € 173.098 143.764
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück 128.061.016 128.061.016
Potenzielle Verwässerungsaktien in Stück 0 0
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien zzgl. potenzieller Verwässerungsaktien in Stück 128.061.016 128.061.016
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 1,35 1,12
davon entfallend auf weitergeführte Geschäftsbereiche in € 1,35 1,12
davon entfallend auf aufgegebene Geschäftsbereiche in € 0,00 0,00

15. Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill

Die Entwicklung der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Der wesentliche Buchwert der immateriellen Vermögenswerte entfällt auf Markenrechte aus der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der debitel-Gruppe im Geschäftsjahr 2008.

Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte dieser Markenrechte und der im Vorjahr noch bedeutenden Kundenbeziehungen dar:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Markenrechte 307.286 312.127
Kundenbeziehungen 2.123 99.233
309.409 411.360

Neben den Markenrechten und Kundenbeziehungen aus dem debitel-Erwerb werden zum 31. Dezember 2012 weitere immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 48,0 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 74,0 Millionen Euro) ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2012 sind wertgeminderte immaterielle Vermögenswerte vorhanden. Es sind Software durch den Abbau von Netztechnik und Nutzungsrechte an einer Software durch die beabsichtigte eingeschränkte Nutzung wertgemindert.

Die Aufteilung des bilanzierten Goodwills auf CGU geht aus der folgenden Übersicht hervor:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Mobilfunk 1.111.830 1.111.830
Übrige 5.032 5.038
1.116.862 1.116.868

Die Minderung bei den Übrigen um 6 Tausend Euro entfällt auf die Endkonsolidierung der 4Players GmbH, Hamburg (im Folgenden „4Players" genannt). Wir verweisen hierzu auch auf Textziffer 25 dieses Konzernanhangs.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nicht durch Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belastet.

16. Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

Zum Test auf Wertminderung von Vermögenswerten gemäß IAS 36 machen wir folgende Angaben:

Der CGU „Mobilfunk˝ wurden ein Goodwill in Höhe von 1.111.830 Tausend Euro (Vorjahr: 1.111.830 Tausend Euro) sowie mit einem Markenrecht ein immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 293.204 Tausend Euro (Vorjahr: 293.204 Tausend Euro) zugeordnet.

Als erzielbarer Betrag der CGU „Mobilfunk˝ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2016 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben.

Die Planung basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- beziehungsweise Werttreiber. Grundsätzlich lässt sich das Ergebnis der CGU „Mobilfunk˝ rohertragsseitig in zwei Ergebnisströme, den Ergebnisbeitrag aus Neukunden beziehungsweise Kundenbindung, untergliedern. Dagegen stehen die Kosten für bezogene Leistungen, insbesondere gegenüber den Mobilfunknetzbetreibern. Der Ergebnisbeitrag der Neukunden beziehungsweise Kundenbindung wird dominiert von Kosten zur Akquisition beziehungsweise Bindung der Kunden. Demgegenüber stehen Kosten für die Beschaffung der Hardware sowie aus an Vertriebspartner im Zuge der Akquisition beziehungsweise Bindung zu zahlende Händlerprovisionen. freenet geht im Planungszeitraum von leicht sinkenden Kundenakquisitionskosten, leicht steigenden Kundenbindungskosten sowie leicht sinkenden Sachgemeinkosten aus. Die Gesellschaft geht ferner für die Jahre 2013 und 2014 von einer leicht steigenden Kundenbasis im Customer Ownership-Bereich (Postpaid und No-frills) sowie von einer Stabilisierung des Postpaid-ARPUs im Bereich von 23 Euro aus. Für die Jahre 2013 und 2014 werden das von freenet angestrebte Konzern-EBITDA von 355,0 Millionen Euro beziehungsweise von 360,0 Millionen Euro sowie ein Free Cashflow von 255,0 Millionen Euro beziehungsweise 260,0 Millionen Euro zugrunde gelegt. Konzern-EBITDA sowie Free Cashflow werden überwiegend in der CGU Mobilfunk erzielt werden.

Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU "Mobilfunk" anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 6,4 Prozent (Vorjahr: 6,6 Prozent). Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2017) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) angenommen worden.

Der Wertminderungstest 2012 bezüglich der CGUs „Mobilfunk˝ führte sowohl für den zugeordneten Goodwill, als auch hinsichtlich des Markenrechts mit unbestimmter Nutzungsdauer zu dem Ergebnis, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.

Im Geschäftsjahr 2012 sind für die fortgeführten Geschäftsbereiche Wertminderungen auf nicht-monetäre Vermögenswerte in Höhe von 1.185 Tausend Euro (Vorjahr: 1.687 Tausend Euro) vorgenommen worden - wir verweisen auf Textziffer 9, Abschreibungen und Wertminderungen.

17. Joint Ventures

Im Konzernabschluss ist die Beteiligung an einem Joint Venture enthalten. Hierbei handelt es sich zunächst um die im Geschäftsjahr 2001 gegründete FunDorado GmbH, Hamburg, (FunDorado) an der die freenet Gruppe 50,0 Prozent (Vorjahr: 50,0 Prozent) der Anteile hält. FunDorado betreibt ein kostenpflichtiges Internet-Portal.

Zum 31. Dezember 2012 beziehungsweise für das Geschäftsjahr 2012 werden folgende Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge ausgewiesen:

Angaben in Tsd. € FunDorado GmbH Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 2.837 1.419
Langfristige Vermögenswerte 1.967 984
4.804 2.402
Kurzfristige Schulden 2.089 1.045
Langfristige Schulden 76 38
2.165 1.082
Erträge 9.112 4.556
Aufwendungen 8.199 4.100

Zum 31. Dezember 2011 beziehungsweise für das Geschäftsjahr 2011 wies FunDorado die folgenden Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge aus:

Angaben in Tsd. € FunDorado GmbH Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 2.376 1.188
Langfristige Vermögenswerte 2.190 1.095
4.566 2.283
Kurzfristige Schulden 2.764 1.382
Langfristige Schulden 76 38
2.840 1.420
Erträge 8.704 4.352
Aufwendungen 7.984 3.992

Es bestanden zum 31. Dezember 2012 - wie im Vorjahr - keine Eventual- oder Kapitalverpflichtungen im Zusammenhang mit dem Konzernanteil an diesem Joint Venture. FunDorado beschäftigte im Geschäftsjahr 2012 durchschnittlich 37 (Vorjahr: 38) Mitarbeiter.

Mit Wirkung vom 13. Oktober 2006 hatte sich die FunDorado GmbH zu 50 Prozent an der NetCon Media s.r.o. mit Sitz in Hlucin, Tschechien (im Folgenden: NetCon) beteiligt. Die Gesellschaft produziert Inhalte, die überwiegend zur Nutzung im kostenpflichtigen Internet-Portal der FunDorado bestimmt sind. NetCon ist wiederum zu 100 Prozent an ihrer Vertriebsgesellschaft siXXup new Media GmbH, Pulheim (im Folgenden: siXXup), beteiligt. Sowohl NetCon als auch siXXup werden als Gemeinschaftsunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Als Erstkonsolidierungsstichtag war jeweils vereinfachend der 1. November 2006 gewählt worden.

NetCon weist, einschließlich der Salden ihrer Tochtergesellschaft siXXup, zum 31. Dezember 2012 beziehungsweise für das Geschäftsjahr 2012 folgende Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge aus:

Angaben in Tsd. € Netcon Media s.r.o. Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 368 92
Langfristige Vermögenswerte 324 81
692 173
Kurzfristige Schulden 128 32
Langfristige Schulden 0 0
128 32
Erträge 2.003 501
Aufwendungen 1.936 484

Zum 31. Dezember 2011 beziehungsweise für das Geschäftsjahr 2011 weist NetCon, einschließlich der Salden ihrer Tochtergesellschaft siXXup, folgende Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge aus:

Angaben in Tsd. € Netcon Media s.r.o. Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 344 86
Langfristige Vermögenswerte 328 82
673 168
Kurzfristige Schulden 176 44
Langfristige Schulden 0 0
176 44
Erträge 1.839 460
Aufwendungen 1.775 444

Im Geschäftsjahr 2012 beschäftigte NetCon, einschließlich ihrer Tochtergesellschaft, durchschnittlich 8 (Vorjahr: 7) Mitarbeiter.

Es bestanden zum 31. Dezember 2012 keine Eventual- oder Kapitalverpflichtungen im Zusammenhang mit den Konzernanteilen an diesen Unternehmen.

18. Anteile an assoziierten Unternehmen

Der Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen entfiel bis zur Endkonsolidierung dieser Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 ausschließlich auf die KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel (im Folgenden „KielNET"). Der Konzern war zu 50 Prozent an dieser Gesellschaft beteiligt. Die KielNET bietet innerhalb des Lizenzgebiets im Großraum Kiel Telekommunikationsdienstleistungen an.

Mit Kaufvertrag vom 25. September 2012, der am 25. Oktober 2012 vollzogen wurde, veräußerte die freenet Gruppe ihren Anteil an der KielNET an die Versatel Holding GmbH, Berlin, und unternahm damit einen weiteren Schritt zur strategischen Portfoliobereinigung. Der Anteil des freenet Konzerns am Kaufpreis beträgt inklusive Zinsen 7.669 Tausend Euro, die nach Vollzug des Kaufvertrages zahlungswirksam geflossen sind. Kaufpreisanpassungen wurden nicht vereinbart.

Zum Zeitpunkt deren Endkonsolidierung betrug der Buchwert an der KielNET 2.905 Tausend Euro. Die Verringerung des Buchwerts gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 155 Tausend Euro ist bei einem in 2012 bis zur Endkonsolidierung ausgewiesenen Ergebnis aus assoziierten Unternehmen von 1.002 Tausend Euro darauf zurückzuführen, dass von der KielNET in 2012 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 1.157 Tausend Euro vereinnahmt wurde, die als Buchwertminderung zu behandeln war.

Als Gewinn aus der Veräußerung der KielNET wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die Differenz zwischen dem Kaufpreis sowie dem letzten angesetzten Buchwert, mithin 4.764 Tausend Euro, vereinnahmt. Insgesamt wurden in 2012 mit dem laufenden Ergebnis und dem Veräußerungsgewinn 5.766 Tausend Euro als Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen ausgewiesen.

In der Segmentberichterstattung war die Einordnung der KielNET im Segment „Sonstige" erfolgt.

19. Sonstige Finanzanlagen

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen sonstigen Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen festverzinsliche Anleihen mit langfristiger Fälligkeit in Höhe von 1.027 Tausend Euro (Vorjahr: 1.033 Tausend Euro), die als Mietsicherheiten für Shops dienen und zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Daneben ist eine stille Beteiligung mit einem unveränderten Buchwert von 500 Tausend Euro bilanziert, die zu Anschaffungskosten bewertet wurde.

Die am 31. Dezember 2011 zu einem Buchwert von 304 Tausend Euro angesetzte Beteiligung an der Gesellschaft Libri.de GmbH, Hamburg, wurde in 2012 zu einem Kaufpreis von 152 Tausend Euro, der bereits zahlungswirksam geflossen ist, veräußert. Weitere Veräußerungen von sonstigen Finanzanlagen sind in 2012 nicht erfolgt.

Auf die Beteiligung an der Pocketfilm Media Entertainment GmbH, Frechen, war im Geschäftsjahr 2011 eine 100-prozentige Wertberichtigung aufgrund nachhaltig schlechter Ertragsaussichten vorgenommen worden an dieser Einschätzung hat sich zum 31. Dezember 2012 nichts geändert. Die historischen Anschaffungskosten dieser Beteiligung betragen 398 Tausend Euro.

Auf die sonstigen Finanzanlagen sind zum Bilanzstichtag, mit Ausnahme der im Jahr 2011 gebildeten Wertberichtigung auf die Pocketfilm Media Entertainment GmbH, keine Wertberichtigungen gebildet worden.

20. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden

Die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wurden unter Berücksichtigung der temporären Unterschiede nach der Verbindlichkeitsmethode mit einem Gesamtsteuersatz von 29,3 Prozent (Vorjahr: 29,4 Prozent) errechnet.

Folgende Beträge werden in der Konzernbilanz ausgewiesen:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Latente Ertragsteueransprüche 169.985 130.900
Latente Ertragsteuerschulden 0 0
169.985 130.900

Der Überhang der bilanzierten aktiven latenten Steuern von 170,0 Millionen Euro (Vorjahr: 130,9 Millionen Euro) wird aufgrund der erwarteten Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen zu 41,1 Millionen Euro (Vorjahr: 37,7 Millionen Euro) als kurzfristig sowie zu 128,9 Millionen Euro (Vorjahr: 93,2 Millionen Euro) als langfristig angesehen.

Die Entwicklung der ausgewiesenen latenten Steueransprüche und -schulden für das Geschäftsjahr 2012 ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Entwicklung der latenten Ertragsteueransprüche und schulden in 2012

Angaben in Tsd. € 01.01.2012 Veränderungen des Konsolidierungskreises Im sonstigen Ergebnis verrechnet Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern 31.12.2012
Sachanlagen 1.615 0 0 55 1.670
Immaterielle Vermögenswerte -126.980 0 0 30.998 -95.982
Finanzanlagen -3 0 0 8 5
Verlustvorträge 247.794 0 0 8.917 256.711
Rückstellungen 7.343 0 0 -1.098 6.245
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen -322 0 0 188 -134
Finanzschulden -1.216 0 0 344 -872
Übrige 2.669 0 0 -327 2.342
130.900 0 0 39.085 169.985

Die Erträge aus Ertragsteuern in Höhe von 39.085 Tsd. € (Vorjahr: 51.092 Tsd. €) sind wie folgt in der Konzerngewinn- und verlustrechnung enthalten:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Latente Ertragsteuern 39.085 51.092
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 0
39.085 51.092

Die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern entsprechen grundsätzlich der Summe der latenten Ertragsteuern aus weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen. In 2012 entfielen die Erträge aus Ertragsteuern ausschließlich auf weitergeführte Geschäftsbereiche.

Im Geschäftsjahr 2011 entwickelten sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wie folgt:

Entwicklung der latenten Ertragsteueransprüche und -schulden in 2011

Angaben in Tsd. € 01.01.2011 Veränderungen des Konsolidierungskreises Im sonstigen Ergebnis verrechnet Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern 31.12.2011
Sachanlagen 1.111 0 0 504 1.615
Immaterielle Vermögenswerte -160.790 -36 0 33.846 -126.980
Finanzanlagen -24 0 16 5 -3
Verlustvorträge 223.696 0 0 24.098 247.794
Rückstellungen 9.529 0 0 -2.186 7.343
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen -460 0 0 138 -322
Finanzschulden -2.136 0 0 920 -1.216
Übrige 8.902 0 0 -6.233 2.669
79.828 -36 16 51.092 130.900

Die zusammengefasste Netto-Entwicklung der latenten Steuern ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Stand 1.1. 130.900 79.828
Veränderungen im Konsolidierungskreis 0 -36
Im sonstigen Ergebnis verrechnet 0 16
Steuerertrag 39.085 51.092
Stand 31.12. 169.985 130.900

Die vorhandenen, unbegrenzt vortragsfähigen steuerlichen Verlustvorträge übersteigen die Summe der prognostizierten, kumulierten Ergebnisse der folgenden Geschäftsjahre. Daher wurde in der Konzernbilanz auch nur in dem Maße ein latenter Steueranspruch angesetzt, wie die Realisierung dieses Anspruches als wahrscheinlich angesehen wird. Die erwarteten Ergebnisse basieren dabei auf der zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern. Zum 31. Dezember 2012 ergeben sich auf Verlustvorträge gebildete latente Steuern in Höhe von 256.711 Tausend Euro (Vorjahr: 247.794 Tausend Euro). Von dieser Position entfallen 133.965 Tausend Euro (Vorjahr: 128.637 Tausend Euro) auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und 122.746 Tausend Euro (Vorjahr: 119.157 Tausend Euro) auf Verlustvorträge, die der Gewerbesteuer zugeordnet sind. Weitere Verlustvorträge, für die in der Konzernbilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, betreffen mit 1,9 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und mit 1,4 Milliarden Euro Gewerbesteuer (Vorjahr: 2,0 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und 1,6 Milliarden Euro Gewerbesteuer). Es bestehen wie zum Vorjahresstichtag keine nicht angesetzten Zinsvorträge gemäß § 4h Absatz 1 Satz 2 EStG.

Zum 31. Dezember 2012 bestehen temporäre Outside Basis Differenzen (das Nettoeigenkapital nach IFRS ist höher als die entsprechenden steuerlichen Beteiligungsbuchwerte) in Höhe von circa 40,7 Millionen Euro (Vorjahr: circa 46,7 Millionen Euro). Hierauf wurden mangels kurzfristig erwarteter Umkehrung keine latenten Steuern angesetzt.

21. Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Mobiltelefone/Zubehör 45.364 37.966
SIM-Karten 8.559 10.003
Bundles und Voucher 2.663 3.348
Sonstiges 0 220
56.586 51.537

Der Jahresendbestand an Vorräten ist in Höhe von 3.714 Tausend Euro (Vorjahr: 3.206 Tausend Euro) wertberichtigt.

22. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 492.674 471.510
Sonstige Vermögenswerte 22.409 26.672
Geleistete Anzahlungen 13.223 22.411
528.306 520.593

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegen Dritte und betreffen überwiegend Forderungen aus Gebührenumsätzen, Geräteverkäufen sowie Festnetz- und Internetdienstleistungen.

Die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte beträgt abzüglich gebildeter Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2012.510.254 Tausend Euro (Vorjahr: 485.852 Tausend Euro). Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Textziffer 35, Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente. Die wesentliche Bedeutung in dieser Klasse haben im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie bestehen größtenteils gegen Endkunden, zu geringeren Teilen gegen Geschäftskunden, Händler und Vertriebspartner. Sonstige Vermögenswerte und geleistete Anzahlungen in Höhe von 18.052 Tausend Euro (Vorjahr: 34.741 Tausend Euro) sind zum 31. Dezember 2012 zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte, derivative finanzielle Vermögenswerte beziehungsweise nicht finanzielle Vermögenswerte.

Die Rechnungsstellung erfolgt im Segment Mobilfunk durch den Konzern selbst. Im Segment Sonstige werden die Rechnungen teilweise selbst gestellt, im Schmalbandbereich wird das Inkasso der Deutsche Telekom AG (DTAG) in Anspruch genommen.

Soweit Rechnungen gegenüber Endkunden selbst gestellt werden, werden sie überwiegend sofort nach Rechnungsstellung fällig. Die an die DTAG getätigten Einreichungen haben ein Zahlungsziel von 30 Tagen.

Bei nicht wertgeminderten und nicht überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im abgelaufenen Jahr keine Neuverhandlungen über bestehende Forderungen vorgenommen.

Zum 31. Dezember 2012 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nichtderivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 432.378 Tausend Euro (31. Dezember 2011: 253.669 Tausend Euro) weder wertgemindert noch überfällig.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 13.699 Tausend Euro (31. Dezember 2011: 8.010 Tausend Euro) sind überfällig, aber nicht wertgemindert. Diese Forderungen betreffen verschiedene Kunden, die in der Vergangenheit nicht ausgefallen sind.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Buchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Konzern verfügt über keine erhaltenen Sicherheiten.

Im Geschäftsjahr entstanden aus dem Verkauf von Forderungen Erträge in Höhe von 1.279 Tausend Euro (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von 0 Tausend Euro). Alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesen Forderungen verbunden waren, wurden auf den Käufer übertragen.

Zur Altersstruktur für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nichtderivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir die folgenden Angaben:

Angaben in Tsd. € Buchwert 31.12.2012 Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig
weniger als 90 Tage zwischen 91 und 180 Tagen mehr als 180 Tage
--- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 492.674 415.154 13.017 257 135
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 17.580 17.224 234 56 0
Summe 510.254 432.378 13.251 313 135
Angaben in Tsd. € Buchwert 31.12.2011 Davon zum Stichtag weder wertgemindert noch überfällig Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig
weniger als 90 Tage zwischen 91 und 180 Tagen mehr als 180 Tage
--- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 471.510 239.332 7.026 670 162
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 14.342 14.337 5 0 147
Summe 485.852 253.669 7.031 670 309

Zur Entwicklung der Wertberichtigungen für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir folgende Angaben:

Angaben in Tsd. €
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2011 135.865
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2012 132.651
Netto-Reduzierung von Wertberichtigungen -3.214
Angaben in Tsd. €
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2010 129.018
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2011 135.865
Netto-Zuführung von Wertberichtigungen 6.847

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte bestehen zu 248 Tausend Euro (Vorjahr: 238 Tausend Euro) gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vgl. hierzu Textziffer 36, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

23. Flüssige Mittel

Die Zusammensetzung der Flüssigen Mittel stellt sich wie folgt dar:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Bankguthaben, Schecks und Kassenbestand 205.224 185.673
205.224 185.673

Wir geben folgende Überleitung der Flüssigen Mittel zum Finanzmittelfonds gemäß IAS 7, bestehend aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten mit einer ursprünglichen Fälligkeit bis zu drei Monaten:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Bestand an Flüssigen Mitteln weitergeführter Geschäftsbereiche 207.956 185.673
Verbindlichkeiten im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition gegenüber Kreditinstituten 0 -100.000
207.956 85.673

Der Bestand an Flüssigen Mittel im Finanzmittelfonds entfällt zu 205.224 Tsd. € auf Flüssige Mittel sowie zu 2.732 Tsd. € auf die zur Veräußerung verfügbaren langfristigen Vermögenswerte.

24. Laufende Ertragsteueransprüche

Die laufenden Ertragsteueransprüche betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Körperschaftsteuer-Anrechnungsguthaben aus Altjahren.

25. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, aufgegebene Geschäftsbereiche und Verkauf von Tochterunternehmen

Zum 31. Dezember 2012 existieren im Konzern, ebenso wie zum Vorjahresstichtag, keine aufgegebenen Geschäftsbereiche. Im Geschäftsjahr 2011 waren in der Gewinn- und Verlustrechnung allerdings noch nachlaufende Erträge in Höhe von 140 Tausend Euro aus der finalen Endkonsolidierung des ehemaligen Geschäftsbereichs „Next ID", der mit Wirkung zum 1. Januar 2011 veräußert worden war, im Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ausgewiesen worden. Auf den Geschäftsbereich „Next ID" sind in 2012 wie im Vorjahr keine Zahlungsmittelflüsse entfallen und in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen worden.

Mit Kaufvertrag vom 3. Dezember 2012 und Wirkung zum 31. Dezember 2012 veräußerte der Konzern seine 100-prozentige Beteiligung an der 4Players GmbH, Hamburg (im Folgenden „4Players” genannt) an die Computec Media AG, Fürth. 4Players betreibt die redaktionelle Spielewebsite „4Players.de” sowie die „4Netplayers”-Server-Dienstleistungen und die „4Players Liga”. In der Segmentberichterstattung ist diese Gesellschaft Bestandteil des Segments „Sonstige”. Als Kaufpreis, der keinen nachträglichen Anpassungen unterliegt, wurden 400 Tausend Euro vereinbart, wovon im Geschäftsjahr 2012 100 Tausend Euro zahlungswirksam flossen. Die restlichen 300 Tausend Euro werden in den Geschäftsjahren 2013 bis 2015 zahlungswirksam vereinnahmt werden. Durch den Verkauf der 4Players gingen dem Konzern liquide Mittel in Höhe von 218 Tausend Euro, weitere Vermögenswerte in Höhe von 316 Tausend Euro sowie Schulden in Höhe von 456 Tausend Euro ab. Die Endkonsolidierung der 4Players erfolgte zum 31. Dezember 2012, so dass in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2012 keine Vermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaft mehr enthalten sind. Aus der Endkonsolidierung der 4Players resultierte ein Gewinn in Höhe von 322 Tausend Euro, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wird.

Mit Kaufvertrag vom 4. Dezember 2012 und Wirkung zum 1. Januar 2013 veräußerte der Konzern seine 100-prozentige Beteiligung an der freeXmedia GmbH, Hamburg (im Folgenden „freeXmedia” genannt) an die Media Ventures GmbH, Köln. freeXmedia konzentriert sich in der Online-Vermarktung auf die Themenschwerpunkte Automotive, Digital Entertainment, Sport und Active Living sowie das General-Interest-Portal freenet.de und Social Media. In der Segmentberichterstattung ist diese Gesellschaft Bestandteil des Segments „Sonstige”. Als Kaufpreis, der keinen nachträglichen Anpassungen unterliegt, wurden 4.080 Tausend Euro vereinbart, wovon im Geschäftsjahr 2012 500 Tausend Euro zahlungswirksam flossen. Der restliche Kaufpreis wird in den Geschäftsjahren 2013 und 2014 zahlungswirksam vereinnahmt werden. Die Endkonsolidierung der freeXmedia wird zum 1. Januar 2013 erfolgen. Damit sind die Vermögenswerte und Schulden der freeXmedia in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2012 ausgewiesen, allerdings in den eigenen Bilanzpositionen „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte" sowie „Schulden im Zusammenhang mit der Veräußerung langfristiger Vermögenswerte”. Eine Aufgliederung der Zusammensetzung der einzelnen Vermögenswerte und Schulden der freeXmedia zum 31. Dezember 2012 findet sich in nachfolgender Übersicht.

Vermögenswerte und Schulden der freeXmedia GmbH zum 31. Dezember 2012

Aktiva

Angaben in Tsd. € 31.12.2012
Langfristiges Vermögen
Sachanlagen 21
21
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.598
Flüssige Mittel 2.731
7.329
7.350
Passiva
Angaben in Tsd. € 31.12.2012
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.839
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 486
7.325
7.325

Aus der Endkonsolidierung der Gesellschaft wird voraussichtlich ein Gewinn in Höhe von 4.009 Tausend Euro resultieren, der im ersten Quartal 2013 in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wird.

Die Veräußerungen der 4Players sowie der freeXmedia erfolgten im Wege der Fortsetzung der strategischen Portfoliobereinigung und Konzentration auf unser Kerngeschäftsfeld Mobilfunk / mobiles Internet.

26. Eigenkapital

26.1 Grundkapital

Das begebene Grundkapital der Gesellschaft beträgt 128.061 Tausend Euro. Das Grundkapital ist eingeteilt in 128.061.016 auf den Namen lautende Stückaktien zu einem kalkulatorischen Nennwert von 1,00 Euro. Das gesamte Grundkapital ist voll erbracht. Alle Aktien sind mit gleichen Rechten ausgestattet.

Der Vorstand war am 6. Juli 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG durch die Hauptversammlung dazu ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die vorliegende Ermächtigung bestehenden Grundkapitals oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zu erwerben und zu verwenden. Die Ermächtigung gilt bis zum 5. Juli 2015.

In Ergänzung der Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG darf der Vorstand zusätzlich Eigenkapitalderivate einsetzen, um eigene Aktien zu erwerben.

Der vollständige Wortlaut dieser Ermächtigungsbeschlüsse war am 21. Mai 2010 unter den Tagesordnungspunkten 7 und 8 der Einladung zur Hauptversammlung 2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

26.2 Kapitalrücklage

Wesentliche Bestandteile der zum 31. Dezember 2012 ausgewiesenen Kapitalrücklage stammen aus der Kapitalerhöhung in 2008 aufgrund des Erwerbs der debitel-Gruppe (349,8 Mio. Euro) sowie aus der in 2007 wirksam gewordenen Verschmelzung der mobilcom AG sowie der freenet.de AG auf die freenet AG und dem damit im Zusammenhang stehenden Erwerb der Minderheitenanteile an der ehemaligen freenet.de AG (134,7 Mio. Euro).

26.3 Konzernbilanzergebnis

Das Konzernbilanzergebnis setzt sich im Wesentlichen aus den auf die Aktionäre der freenet AG entfallenden kumulierten Konzernergebnissen, gemindert um die Dividendenauszahlungen, zusammen. Im Vorjahr 2011 war der Posten darüber hinaus durch die Erfassung einer Verbindlichkeit in Höhe von 4.768 Tausend Euro aus der im Rahmen des Erwerbs von 51 Prozent der Anteile an der MFE Energie GmbH, Berlin („MFE“, an den nicht beherrschenden Anteilseigner eingeräumten Option zur Andienung der übrigen 49 Prozent der MFE-Anteile belastet worden.

26.4 Genehmigtes Kapital

Zum 31. Dezember 2012 existiert kein genehmigtes Kapital.

26.5 Bedingtes Kapital

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 20. Juli 2007 ist das Kapital der Gesellschaft um bis zu 318.447 Euro bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2007). Dieses bedingte Kapital war für das Aktienoptionsprogramm der ehemaligen mobilcom AG geschaffen worden, welches jedoch im Geschäftsjahr 2011 ausgelaufen ist. Dennoch besteht das Bedingte Kapital 2007 zum 31. Dezember 2012 weiterhin, nachdem auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 9. Mai 2012 der Vorschlag einer Beschlussfassung über die Aufhebung dieses bedingten Kapitals keine Mehrheit fand.

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 7. Juli 2009 ist das Kapital der Gesellschaft um bis zu 15.000.000 Euro durch Ausgabe von bis zu 15.000.000 neuen auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von Euro 1,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 7. Juli 2009 unter Tagesordnungspunkt 10, lit A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- beziehungsweise Optionsrecht auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren beziehungsweise eine Wandlungspflicht bestimmen.

Der Ausgabebetrag für die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien richtet sich nach den in § 4 Abs. 9 der Satzung genannten Regelungen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur soweit durchgeführt, wie von Wandlungs- beziehungsweise Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber beziehungsweise Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden oder durch die Gesellschaft ein Barausgleich erfolgt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu bestimmen.

27. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

Im Konzern bestehen folgende Mitarbeiterbeteiligungsprogramme:

Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG
LTIP-Programm der freenet AG

27.1 Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

Im Geschäftsjahr 2006 hatte die freenet AG ein so genanntes Aktienwertsteigerungsprogramm durch Ausgabe von insgesamt 5.145.000 Aktienwertsteigerungsrechten (AWRs) an Führungskräfte, einschließlich der damaligen Mitglieder des Vorstands, eingeführt (im Folgenden Programm 1 genannt). Im Geschäftsjahr 2008 waren in zwei weiteren Programmen AWRs ausgegeben worden: in einem Programm 2 waren zum 1. April 2008 720.000 AWRs an Führungskräfte ausgegeben worden; zum 30. September 2008 waren Herrn Joachim Preisig anlässlich seiner Bestellung zum Vorstand der freenet AG 400.000 AWRs gewährt worden (Programm 3). Im Geschäftsjahr 2009 waren an Herrn Christoph Vilanek zum 1. Mai 2009 anlässlich seiner Bestellung zum Vorstand der freenet AG 400.000 AWRs ausgegeben worden. (Programm 4). Im Geschäftsjahr 2011 war mit Wirkung zum 1. Januar 2011 die Laufzeit der noch bestehenden 300.000 AWRs, die Herrn Stephan Esch im Rahmen von Programm 1 gewährt worden waren, bis zum 31. Dezember 2014 verlängert worden. Für eine einfachere Darstellung waren diese AWRs vom Programm 1 in ein separates Programm 5 umgegliedert worden.

Die Aktienwertsteigerungsprogramme sehen jeweils keine Berechtigung zum Bezug von Aktien vor, sondern eine Barzahlung je AWR in Höhe der Differenz des Ausübungskurses und einem Basiswert, wobei der Ausübungskurs in den einzelnen Programmen jeweils nach oben hin durch einen Cap begrenzt ist. Der Ausübungskurs stellt den durchschnittlichen Aktienkurs der Gesellschaft der letzten 30 Börsenhandelstage vor der Ausübung dar. Die jeweilige Höhe des Caps und des Basiswertes je Programm ergeben sich aus untenstehender Tabelle.

Der Wert von Ausschüttungen an die Aktionäre und sonstiger Vorteile für die Aktionäre wird jeweils nach anerkannten Methoden für den Total-Shareholder-Return-Ansatz vom Basiswert abgezogen. Vorbehaltlich des Fortbestehens des Anstellungsverhältnisses endet die Wartezeit für jeweils 20 Prozent der einem Berechtigten zustehenden AWRs am 7. November eines jeden Jahres beginnend mit dem 7. November 2006 für die erste Tranche (Programme 1 und 5), am 1. April eines jeden Jahres beginnend mit dem 1. April 2009 für die erste Tranche (Programm 2), am 31. August eines jeden Jahres beginnend mit dem 31. August 2009 (Programm 3) beziehungsweise am 29. April eines jeden Jahres (Programm 4) beginnend mit dem 29. April 2010, sofern bestimmte Erfolgsziele erreicht wurden.

Für die jeweilige erste Tranche eines Programms ist Erfolgsziel, dass der Börsenkurs der Aktie der Gesellschaft den Basiswert (unter Berücksichtigung des Total-Shareholder-Return-Ansatzes) zumindest einmal im Zeitraum beginnend unmittelbar mit dem Ablauf der Wartezeit der jeweiligen AWRs und endend mit dem Ablauf der Laufzeit des jeweiligen Programms um mindestens fünf Prozent (Programme 1 und 5) beziehungsweise um mindestens zehn Prozent (Programme 2, 3 und 4) übersteigt. Für die AWRs der Tranchen zwei bis fünf erhöht sich der Prozentsatz um jeweils fünf Prozentpunkte pro Tranche (Programme 1 und 5) beziehungsweise um jeweils zehn Prozentpunkte pro Tranche (Programme 2, 3 und 4), bis auf 25 Prozent Anstieg in Bezug auf den Basiswert für die Tranche 5 (Programme 1 und 5) beziehungsweise 50 Prozent Anstieg in Bezug auf den Basiswert für die Tranche 5 (Programme 2, 3 und 4).

Tritt ein Kontrollwechsel bei der Gesellschaft ein, so entfallen die vorstehend beschriebenen Wartefristen jeweils, die Erfolgsziele bleiben jedoch erhalten.

Die Laufzeit sämtlicher AWRs endete am 2. Februar 2012 (Programm 1) beziehungsweise endet am 1. April 2014 (Programm 2), am 1. September 2014 (Programm 3), am 1. Mai 2015 (Programm 4) und am 31. Dezember 2014 (Programm 5). Der Zeitraum, beginnend 31 Börsenhandelstage an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main nach dem Ablauf der ersten ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft nach dem Ende der jeweiligen Wartezeit bis zum Ende der Laufzeit, ist der jeweilige Ausübungszeitraum.

Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 sind die Programme 1 (aufgrund der Beendigung der Laufzeit) sowie die Programme 3 bis 5 (durch Ausübung aller AWR) beendet, so dass nur noch das Programm 2 läuft.

Einzelheiten zu den bisher ausgegebenen AWRs sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Programm 1 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2011
Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Verfall
Tranche 1 10,16 10,67 27,00 02.02.2012 9.000 0 0 7.000 2.000
Tranche 2 10,16 11,18 27,00 02.02.2012 485.208 0 427.459 0 57.749
Tranche 3 10,16 11,68 27,00 02.02.2012 485.208 0 0 0 485.208
Tranche 4 10,16 12,19 27,00 02.02.2012 485.208 0 0 0 485.208
Tranche 5 10,16 12,70 27,00 02.02.2012 485.208 0 0 0 485.208
1.949.832 0 427.459 7.000 1.515.373
Programm 1 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2012
Rückstellung

31.12.2012

in Tsd. €
Tranche 1 10,16 10,67 27,00 02.02.2012 0
Tranche 2 10,16 11,18 27,00 02.02.2012 0
Tranche 3 10,16 11,68 27,00 02.02.2012 0
Tranche 4 10,16 12,19 27,00 02.02.2012 0
Tranche 5 10,16 12,70 27,00 02.02.2012 0
0 0
Programm 2 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2011
Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Verfall
Tranche 1 9,13 10,04 21,00 01.04.2014 25.817 0 7.567 0 0
Tranche 2 9,13 10,96 21,00 01.04.2014 25.817 0 7.567 0 0
Tranche 3 9,13 11,87 21,00 01.04.2014 25.817 0 5.567 0 0
Tranche 4 9,13 12,78 21,00 01.04.2014 25.817 0 5.567 0 0
Tranche 5 9,13 13,70 21,00 01.04.2014 25.817 0 0 2.000 0
129.085 0 26.268 2.000 0
Programm 2 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2012
Rückstellung

31.12.2012

in Tsd. €
Tranche 1 9,13 10,04 21,00 01.04.2014 18.250
Tranche 2 9,13 10,96 21,00 01.04.2014 18.250
Tranche 3 9,13 11,87 21,00 01.04.2014 20.250
Tranche 4 9,13 12,78 21,00 01.04.2014 20.250
Tranche 5 9,13 13,70 21,00 01.04.2014 23.817
100.817 470
Programm 3 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2011
Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Verfall
Tranche 1 9,26 10,19 21,46 01.09.2014 80.000 0 80.000 0 0
Tranche 2 9,26 11,11 21,46 01.09.2014 80.000 0 80.000 0 0
160.000 0 160.000 0 0
Programm 3 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2012
Rückstellung

31.12.2012

in Tsd. €
Tranche 1 9,26 10,19 21,46 01.09.2014 0
Tranche 2 9,26 11,11 21,46 01.09.2014 0
0 0
Programm 4 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2011
Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Verfall
Tranche 1 5,80 6,38 18,00 01.05.2015 100.000 0 100.000 0 0
100.000 0 100.000 0 0
Programm 4 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2012
Rückstellung

31.12.2012

in Tsd. €
Tranche 1 5,80 6,38 18,00 01.05.2015 0
0 0
Programm 5 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2011
Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Verfall
Tranche 2 8,96 9,86 27,00 31.12.2014 75.000 0 75.000 0 0
Tranche 3 8,96 10,30 27,00 31.12.2014 75.000 0 75.000 0 0
Tranche 4 8,96 10,75 27,00 31.12.2014 75.000 0 75.000 0 0
Tranche 5 8,96 11,20 27,00 31.12.2014 75.000 0 75.000 0 0
300.000 0 300.000 0 0
Programm 5 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis Bestand AWRs

31.12.2012
Rückstellung

31.12.2012

in Tsd. €
Tranche 2 8,96 9,86 27,00 31.12.2014 0
Tranche 3 8,96 10,30 27,00 31.12.2014 0
Tranche 4 8,96 10,75 27,00 31.12.2014 0
Tranche 5 8,96 11,20 27,00 31.12.2014 0
0 0

Die Verpflichtung aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm wurde nach IFRS 2 anhand eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) ermittelt. Es resultiert aus diesem Programm im Geschäftsjahr 2012 eine Erhöhung des Personalaufwands in Höhe von 938 Tausend Euro, welche zu 1.887 Tausend Euro aus im Geschäftsjahr 2012 geleisteten Auszahlungen resultiert, abzüglich einer Verminderung der Rückstellung gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 949 Tausend Euro. Die in 2012 aufgrund der Ausübungen geleisteten Auszahlungen betragen 51 Tausend Euro bei einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 10,28 Euro für das Programm 1, 98 Tausend Euro bei einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 12,86 Euro für das Programm 2, 375 Tausend Euro bei einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 12,44 Euro für das Programm 3, 571 Tausend Euro bei einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 11,99 Euro für das Programm 4 sowie 793 Tausend Euro bei einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 11,60 Euro für das Programm 5.

In 2012 erfolgten keine Neugewährungen von AWRs. Zum 31. Dezember 2012 wird für die ausstehenden AWRs aus dem Programm 2 eine sonstige Rückstellung in Höhe von 470 Tausend Euro, ausschließlich im kurzfristigen Bereich, ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2012 sind 77.000 AWRs (nämlich die Tranchen 1 bis 4) von den insgesamt 100.817 bestehenden AWRs des Programms 2 ausübbar.

Die Spanne der Optionspreise je Aktienwertsteigerungsrecht beträgt für das Programm 2 zwischen 3,72 Euro und 3,78 Euro.

Die Bewertungsparameter des Optionspreismodells wurden für das noch laufende Programm 2 wie folgt angesetzt: Es wurde als Aktienkurs der Stichtagskurs der Gesellschaft in Höhe von 14,00 Euro herangezogen. Die erwartete Volatilität wurde mit 23,6 Prozent angesetzt; sie wurde mittels einer Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Aktienkurses der Gesellschaft unter Berücksichtigung eines Mittelwertes zwischen der laufzeitkongruenten historischen Volatilität sowie der impliziten Volatilität der Aktie der freenet AG geschätzt. Der risikolose Zinssatz wurde auf Basis der Renditestrukturkurve von deutschen Bundesanleihen zum Bilanzstichtag ermittelt. Zum 31. Dezember 2012 ergab sich so für die einzelnen Tranchen des Programms 2 ein risikoloser Zinssatz zwischen 0,03 Prozent und 0,10 Prozent. Die erwartete Restlaufzeit der AWRs wurde für jede der bewerteten Tranchen des noch laufenden Programms in Höhe der am Bewertungsstichtag verbleibenden Wartezeit zuzüglich der hälftigen Restlaufzeit nach Erreichen des Endes der Wartezeit bestimmt. Daneben wurden weitere Parameter wie die relativen Erfolgsziele der einzelnen Tranchen des Programms berücksichtigt.

27.2 LTIP-Programm der freenet AG

Im Geschäftsjahr 2011 wurden mit den Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen zu den Dienstverträgen geschlossen, die langfristige variable Gehaltsbestandteile (so genannte „LTIP") gewähren. Zusätzlich zur jährlichen Zielvereinbarung wurde eine auf vier Jahre ausgelegte Zielvereinbarung geschlossen, die das Konzern-EBITDA der nächsten vier Geschäftsjahre auf Grundlage des Business Plans, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011, zum Zielparameter erklärt. Bei Akquisitionen, die durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden, werden die Ergebnisziele am Ausgabedatum der neuen Aktien proportional zum effektiven Nettoverwässerungseffekt angepasst. Für diese Vergütungskomponente wurde im Dienstvertrag pro Berechtigtem ein Basisbetrag festgelegt, der nach Maßgabe der Zielerreichung je Geschäftsjahr wie nachfolgend beschrieben in ein virtuelles Konto für das jeweilige Vorstandsmitglied als Positiv- oder Negativbetrag eingebucht und in jährlichen Staffeln, je nach weiterer Wertentwicklung, bei Ausweis eines Guthabens ausgezahlt wird. Für die Berechtigten wurden Basisbeträge von in Summe jeweils 590 Tausend Euro pro Geschäftsjahr festgelegt.

Wird das jeweils festgesetzte Konzern EBITDA für ein Geschäftsjahr erreicht, so werden 100 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Wird das für 120 Prozent Zielerreichung festgeschriebene Konzern EBITDA erreicht, so werden 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt. Auch eine Überschreitung des 120 Prozent-Zielwerts führt stets nur zur Einstellung von 200 Prozent des Basisbetrags in das virtuelle Konto. Bei einer Zielerreichung zwischen dem festgeschriebenen 90 Prozent-Zielwert und 100 Prozent des festgesetzten Konzern EBITDAs wird ein linear niedrigerer Prozentsatz des Basisbetrags in das virtuelle Konto eingestellt; wird nur der 90 Prozent-Zielwert erreicht, so wird dem virtuellen Konto für das betreffende Geschäftsjahr nichts gutgeschrieben. Bei einem unter dem 90 Prozent-Zielwert liegenden Konzern EBITDA wird in das virtuelle Konto ein Negativbetrag von bis zu maximal 200 Prozent des Basisbetrags (bei Erreichung des 80 Prozent-Zielwerts oder weniger) eingestellt. Der jeweilige auf dem virtuellen Konto stehende Betrag wird in virtuelle Aktien umgerechnet. Grundlage dafür ist der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Billigung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr. Beginnend mit Ablauf des zweiten Geschäftsjahres nach Einführung dieser Vergütungskomponente, jeweils nach der Einstellung eines (Positiv- oder Negativ-) Betrags für das abgelaufene Geschäftsjahr in das virtuelle Konto, kommen 25 Prozent des Kontobestands jährlich zur Auszahlung, sofern das Konto ein Guthaben ausweist. Zu diesem Zweck wird der jeweilige Kontobestand an virtuellen Aktien wiederum auf der Grundlage des durchschnittlichen Xetra-Schlusskurses der 20 Börsenhandelstage nach dem Tag der Billigung des Konzernabschlusses für das relevante Geschäftsjahr in bar umgerechnet. Dabei wird die Aktienkursentwicklung nur bis zu einem Aktienkurs von 25,00 Euro (Cap) berücksichtigt. Bei der Umrechnung in virtuelle Aktien sind Dividendenzahlungen sowie Umstände, für die bei marktgängigen vom Aktienwert abhängigen Finanzinstrumenten Verwässerungsschutzbestimmungen zur Anwendung kommen, einzurechnen. Befindet sich das virtuelle Konto zu einem Auszahlungszeitpunkt im Minus, erhält das Vorstandsmitglied erst dann (wieder) eine Auszahlung, wenn der Negativbetrag durch das Erreichen entsprechender Zielparameter für das oder die Folgejahre wieder ausgeglichen wurde.

Die Verpflichtung aus dem LTIP-Programm wurde nach IFRS 2 anhand eines anerkannten Bewertungsmodells zum beizulegenden Zeitwert ermittelt. Als wesentliche Parameter gehen in dieses Bewertungsmodell der Aktienkurs der freenet AG zum Bilanzstichtag, die Schätzung des Zielerreichungsgrades für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr, die Schätzung zukünftiger Aktienkurse, aus beiden vorgenannten Schätzungen abgeleitet die Schätzung künftiger Auszahlungen aus den virtuellen Konten sowie die Schätzung des Diskontierungszinssatzes ein.

Die für 2011 festgestellte Ist-Zielerreichung beträgt 120 Prozent, so dass 200 Prozent des Basisbetrages, entsprechend insgesamt 1.180 Tausend Euro für die Mitglieder des Vorstands in die virtuellen Konten eingestellt wurden. Nach der Billigung des Konzernabschlusses 2011 erfolgte die Umrechnung in virtuelle Aktien für das Geschäftsjahr 2011 zu einem durchschnittlichen Aktienkurs von 11,85 Euro. Dies ergab für das Geschäftsjahr 2011 die Einstellung von 50.633 virtuellen Aktien für Herrn Vilanek, von 33.755 virtuellen Aktien für Herrn Preisig und von 15.190 virtuellen Aktien für Herrn Esch. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 wird die Zielerreichung ebenfalls 120 Prozent betragen.

Es resultiert aus dem LTIP-Programm im Geschäftsjahr 2012 ein Personalaufwand in Höhe von 1.582 Tausend Euro. Da bis zum 31. Dezember 2012 aus dem LTIP-Programm noch keine Zahlungen geflossen waren, entspricht dieser Personalaufwand der Veränderung der gebildeten Rückstellung diese beträgt zum Bilanzstichtag insgesamt 2.528 Tausend Euro.

28. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 413.053 399.777
Erhaltene Anzahlungen 72.127 78.899
Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 46.421 82.484
531.601 561.160

Für Zwecke der vorstehenden Übersicht ist die Bilanzposition „Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen” in erhaltene Anzahlungen sowie sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen aufgegliedert worden. Die Verbindlichkeiten bestehen zu 701 Tausend Euro (Vorjahr: 389 Tausend Euro) gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vergleiche hierzu Textziffer 36, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

Die Verbindlichkeiten sind zu 531.280 Tausend Euro (Vorjahr: 524.145 Tausend Euro) innerhalb der nächsten 12 Monate fällig. Verbindlichkeiten im Betrag von 288 Tausend Euro (Vorjahr: 36.976 Tausend Euro) haben eine Fälligkeit, die zwischen einem Jahr und fünf Jahren liegt; in Höhe von 33 Tausend Euro (Vorjahr: 39 Tausend Euro) werden die Verbindlichkeiten nach über fünf Jahren fällig. Die erhaltenen Anzahlungen werden in der Bilanz innerhalb der Übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen.

In 2011 wurden 51 Prozent der Anteile an der MFE erworben. Der nicht beherrschende Anteilseigner besitzt eine Option, dem freenet Konzern die restlichen 49 Prozent der Anteile zum Kauf anzudienen. Für diese Option wurde zum 31. Dezember 2012 eine kurzfristige übrige Verbindlichkeit in Höhe von 4.952 Tausend Euro angesetzt.

Für die langfristigen übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen entspricht der Marktwert aufgrund der vorgenommenen Abzinsung annähernd dem bilanzierten Buchwert.

Der Teil der Verbindlichkeiten, der in den Klassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der nicht-derivativen finanziellen übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen ausgewiesen wird, ist mit 457.292 Tausend Euro (Vorjahr: 434.785 Tausend Euro) innerhalb eines Jahres, mit 288 Tausend Euro (Vorjahr: 36.976 Tausend Euro) zwischen einem und fünf Jahren sowie zu 33 Tausend Euro (Vorjahr: 39 Tausend Euro) nach mehr als fünf Jahren nach dem Bilanzstichtag fällig.

29. Laufende Ertragsteuerschulden

In den laufenden Ertragsteuerschulden sind im Wesentlichen erwartete Steuernachzahlungen für abgelaufene Geschäftsjahre aus Körperschaft- und Gewerbesteuer enthalten.

30. Finanzschulden

Die Finanzschulden strukturieren sich wie folgt:

Angaben in Tsd. €
Langfristig
Verbindlichkeiten aus Unternehmensanleihen 396.525 395.631
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 119.280 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 39.887 118.511
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 413 635
556.105 514.777
Kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Unternehmensanleihen 19.988 19.934
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 138 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 80.101 180.155
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 222 213
100.449 200.302

Die zum 31. Dezember 2012 im Konzern ausgewiesenen langfristigen Finanzschulden entfallen zum einen in Höhe von 396,5 Millionen Euro (Vorjahr: 395,6 Millionen Euro) auf die im April 2011 zum Nominalwert von 400,0 Millionen Euro begebene Unternehmensanleihe, welche eine Laufzeit von fünf Jahren aufweist. Der Differenzbetrag zwischen dem Nominalwert und dem Buchwert in Höhe von 3,5 Millionen Euro resultiert aus den anlässlich der Begebung der Anleihe angefallenen Einmalgebühren, die (zum 31. Dezember 2011 in Höhe von 4,4 Millionen Euro) von den Finanzschulden abgesetzt und über die Laufzeit der Anleihe unter Anwendung der Effektivzinsmethode aufgezinst werden. Die Zinsen auf die Unternehmensanleihe werden jährlich nachschüssig gezahlt. Zum anderen ist der langfristige Teil des ebenfalls im April 2011 bei Kreditinstituten aufgenommenen Tilgungsdarlehens in Höhe von 39,9 Millionen Euro (Vorjahr: 118,5 Millionen Euro) in den langfristigen Finanzschulden enthalten. Dieses Tilgungsdarlehen, welches zu einem Nominalbetrag von 240,0 Millionen Euro aufgenommen wurde, hat eine Laufzeit von drei Jahren. Es wird halbjährlich, beginnend zum 30. September 2011, zu Beträgen von jeweils 40,0 Millionen Euro getilgt. Somit ist am 31. Dezember 2012 im langfristigen Teil die in 2014 zu leistende Tilgungsrate ausgewiesen, abzüglich abgesetzter Einmalgebühren. Zusätzlich wurde im Dezember 2012 ein Schuldscheindarlehen mit einem Nominalbetrag von 120,0 Millionen Euro aufgenommen, welches abzüglich Einmalkosten von 0,7 Millionen Euro am 31. Dezember 2012 mit 119,3 Millionen Euro in den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen wird. Bei dem Schuldscheindarlehen handelt es sich um ein endfälliges Finanzierungsinstrument, welches in eine fünfjährige fixe Tranche über 44,5 Millionen Euro, eine fünfjährige variable Tranche über 56,0 Millionen Euro sowie eine siebenjährige fixe Tranche über 19,5 Millionen Euro aufgeteilt ist.

Die zum 31. Dezember 2012 als kurzfristig eingeordneten Finanzschulden entfallen zu 20,0 Millionen Euro (Vorjahr: 19,9 Millionen Euro) auf die aufgelaufenen, im abgelaufenen Geschäftsjahr noch nicht zahlungswirksam gewordenen Zinsen auf die Unternehmensanleihe, zu 80,0 Millionen Euro (Vorjahr: 80,0 Millionen Euro) auf den für das Tilgungsdarlehen im kommenden Geschäftsjahr zu tilgenden Anteil sowie zu 0,2 Millionen Euro (Vorjahr: 0,1 Millionen Euro) aus Zinsabgrenzungen auf das im Dezember 2012 aufgenommene Schuldscheindarlehen sowie eine revolvierende Kreditlinie. Zum 31. Dezember 2011 waren zusätzlich 100,0 Millionen Euro aus der Inanspruchnahme dieser revolvierenden Kreditlinie in den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen worden zum 31. Dezember 2012 wurde diese revolvierende Kreditlinie nicht beansprucht.

Saldiert mit den Flüssigen Mitteln werden im Konzern zum 31. Dezember 2012 Netto-Finanzschulden in Höhe von 451,3 Millionen Euro (Vorjahr: 529,4 Millionen Euro) ausgewiesen.

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Finanzierungsleasingverbindlichkeiten betreffen einen Mietkaufvertrag über diverse Hardware und Software zur Ausstattung unserer Shopkette.

Die Buchwerte des Anlagevermögens aus Finanzierungsleasing betragen zum 31. Dezember 2012.270 Tausend Euro (Vorjahr: 369 Tausend Euro) für Software und 349 Tausend Euro (Vorjahr: 477 Tausend Euro) für Hardware.

Die Mindestleasingzahlungen werden wie folgt fällig:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Innerhalb eines Jahres 246 246
Zwischen einem und fünf Jahren 430 675
Über fünf Jahre 0 0
676 921
Zinsanteile der zukünftigen Leasingraten
Innerhalb eines Jahres -23 -33
Zwischen einem und fünf Jahren -17 -40
Über fünf Jahre 0 0
Barwerte der Gesamtverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 636 848

Die Fälligkeiten der Gesamtverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing stellen sich wie folgt dar:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Innerhalb eines Jahres 223 213
Zwischen einem und fünf Jahren 413 635
Über fünf Jahre 0 0
636 848

Der Bilanzwert entspricht dem Barwert der vertraglichen Mindestleasingzahlungen. Der für die Bilanzierung der daraus resultierenden Finanzierungsleasingverbindlichkeiten zu Grunde gelegte Zinssatz beträgt 4,4 Prozent.

31. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Die Versorgungsverpflichtungen beruhen auf mittelbaren sowie unmittelbaren Versorgungszusagen. Als Versorgungsleistung ist jeweils die Zahlung einer lebenslangen Altersrente nach Vollendung des 60. beziehungsweise des 65. Lebensjahres sowie eine Hinterbliebenenleistung vorgesehen. Die Finanzierung der Versorgungsleistungen erfolgt teilweise durch eine rückgedeckte Unterstützungskasse. Alle Pensionszusagen werden grundsätzlich nach der Gehaltshöhe und der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit festgelegt.

Der Rückstellungsbetrag in der Konzernbilanz ermittelt sich wie folgt:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 9.777 5.768
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 39.103 29.154
Zwischensumme Barwert der Verpflichtungen 48.880 34.922
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -3.894 -3.017
Nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste -18.789 -6.477
Bilanzierte Rückstellung 26.197 25.428

Eine Erfüllung dieser Verpflichtungen wird langfristig erwartet.

Die Entwicklung des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht-fondsfinanzierten Verpflichtungen geht aus der folgenden Tabelle hervor:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Stand 1.1. 34.922 31.829
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 155
Laufender Dienstzeitaufwand 426 368
Zinsaufwand 1.552 1.560
Beiträge durch Arbeitnehmer 44 76
Versicherungsmathematische Verluste 12.625 1.559
Geleistete Zahlungen -680 -625
Effekte aus Planänderungen -9 0
Stand 31.12. 48.880 34.922

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:

Angaben in Tsd. € 2012 2011 2010 2009 2008
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtung 9.777 5.768 4.642 3.700 1.830
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtung 39.103 29.154 27.187 26.457 21.411
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -3.894 -3.017 -2.294 -1.389 -1.122
Fehlbetrag des Plans 44.986 31.905 29.535 28.768 22.119
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans 35 25 9 -79 -5
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte des Plans 51 -21 230 -214 -97

Das Planvermögen besteht aus mehreren von der hierfür eingerichteten Unterstützungskasse abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert von insgesamt 3.894 Tausend Euro (31. Dezember 2011: 3.018 Tausend Euro) und ist in Aktienfondsanteilen beziehungsweise Aktien angelegt. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Stand 1.1. 3.017 2.294
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen 166 115
Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Ertrag aus dem Planvermögen 51 -21
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 660 629
Stand 31.12. 3.894 3.017

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 217 Tausend Euro (2011: 94 Tausend Euro) und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen beziehungsweise Verlusten.

Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet die freenet Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 659 Tausend Euro sowie Auszahlungen für Renten in Höhe von 950 Tausend Euro.

Die folgenden Beträge wurden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Laufender nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 426 523
Zinsaufwand 1.552 1.560
Versicherungsmathematische Verluste (realisiert) 253 0
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen -166 -115
Gesamter Aufwand aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 2.065 1.968
davon im Personalaufwand erfasster Betrag 513 408
davon in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erfasster Betrag 1.552 1.560

Die als Rückstellung in der Bilanz erfassten Beträge haben sich wie folgt entwickelt:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Stand 1.1. 25.428 24.638
Gesamter in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand 2.065 1.968
Geleistete Zahlungen -1.340 -1.254
Beiträge durch Arbeitnehmer 44 76
Stand 31.12. 26.197 25.428

Die folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurden getroffen:

Angaben in Prozent 31.12.2012 31.12.2011
Abzinsungssatz 3,00 4,50
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen 3,00 5,00
Zukünftige Gehaltsteigerungen (Programm debitel) 1,50 2,00
Zukünftige Gehaltsteigerungen (Programm freenet) 0,00 0,00
Zukünftige Rentensteigerungen (Programm debitel) 1,75 1,50
Zukünftige Rentensteigerungen (Programm freenet) 2,00 2,00

Der Rechnungszins in Höhe von 3,0 Prozent wurde auf Basis des iBoxx-Index ermittelt. Dabei wurde eine Bereinigung um durch zum Stichtag bereits heruntergeratete sowie bei Moody's für eine Herabstufung unter Beobachtung stehende Papiere und nachrangige Anleihen vorgenommen. Des Weiteren wurde eine Extrapolation durch Swap-Rates durchgeführt, um auf eine höhere Fristigkeit der Verpflichtungen überzuleiten.

Als biometrische Grundlagen wurden die Richttafeln RT 2005G von Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen wurde anhand einer Betrachtung der zugrundeliegenden historischen Kurswerte des Planvermögens sowie der Erwartung der durchschnittlichen Entwicklung des Planvermögens bis zum Ende der Laufzeit des Pensionsplans ermittelt.

32. Andere Rückstellungen

Eine Aufgliederung über die Entwicklung der Buchwerte der Rückstellungen ergibt sich aus folgender Übersicht:

Angaben in Tsd. € 01.01.2012 Verbrauch Auflösung Aufzinsung Zuführung 31.12.2012
Drohende Verluste 19.198 2.695 813 744 167 16.601
Rechtsstreitigkeiten 7.631 1.611 809 0 3.405 8.616
Rückbauverpflichtungen 2.475 262 328 32 555 2.472
Mitarbeiterbeteiligungsprogramme 2.365 1.061 265 0 1.960 2.999
Gewährleistung/Garantie 546 0 0 0 3 549
Aufbewahrungskosten 421 0 133 80 0 368
Übrige 725 0 0 0 0 725
33.361 5.629 2.348 856 6.090 32.330

Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen zum einen schwebende Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Festnetzbereich des Konzerns in Höhe von 1.378 Tausend Euro, wobei der Vermögensabfluss zu 289 Tausend Euro in 2013 sowie zu 1.089 Tausend Euro in den Jahren 2014 bis 2019 erwartet wird. Die Aufzinsung erfolgte mit 1,20 Prozent.

Zum anderen wurden Drohverlustrückstellungen für Leerstandskosten bezüglich gemieteter Shops und Bürogebäude in Höhe von 7.220 Tausend Euro gebildet, wofür der Vermögensabfluss zu 1.821 Tausend Euro in 2013 sowie zu 5.399 Tausend Euro in 2014 bis 2018 erwartet wird die Aufzinsung erfolgte hier mit 1,20 Prozent. Schließlich sind in den Rückstellungen für drohende Verluste erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen in Höhe von 8.004 Tausend Euro enthalten, wofür der voraussichtliche Vermögensabfluss in 2013 erwartet wird.

Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen wurde für Verpflichtungen zum Rückbau von Mietereinbauten an diversen Technik- und Verwaltungsstandorten des Konzerns gebildet. Der Vermögensabfluss wird nach dem voraussichtlichen Auslaufen der zugrunde liegenden Mietverträge zu 1.303 Tausend Euro in 2013 sowie zu 1.169 Tausend Euro in den Jahren 2014 bis 2024 erwartet. Die Aufzinsung erfolgte mit 1,20 Prozent.

Die Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten betrifft die voraussichtlichen Kosten aus diversen Klagen gegen Konzerngesellschaften sowie aus sonstigen offenen Streitfragen mit Dritten. Der wesentliche Teil ist auf Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Handelspartnern und Kunden sowie wettbewerbsrechtliche Sachverhalte zurückzuführen. Der Konzern rechnet damit, dass innerhalb des Geschäftsjahres 2013 der überwiegende Teil aller Streitfragen abgewickelt werden kann. Um die Rechts- und Verhandlungspositionen nicht vorzeitig bekannt zu geben und somit zu gefährden, wird auf weitere Ausführungen hierzu verzichtet.

Nähere Ausführungen zur Bildung der Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme sind unter Textziffer 27, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, dokumentiert.

33. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Kreditsicherheiten

Zum Ende des Geschäftsjahres bestehen unkündbare Operating-Leasing-Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen sowie Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen in folgender Höhe:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Miet- und Leasingverpflichtungen
Innerhalb eines Jahres fällig 34.816 35.910
Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren 73.764 79.938
Fälligkeit länger als fünf Jahre 4.212 12.388
112.792 128.236
Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen
Innerhalb eines Jahres fällig 7.541 824
Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren 1.076 1.911
Fälligkeit länger als fünf Jahre 0 0
8.617 2.735
Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen
Betreffend immaterielle Vermögenswerte 86 3
Betreffend Sachanlagen 130 618
Betreffend Vorräte, Aufwand und Dienstleistungen 7.560 8.037
7.776 8.658
129.185 139.629

Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen ergeben sich im Wesentlichen aus der Anmietung von Bürogebäuden und Shops sowie aus Hardwareleasing. Es bestehen zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Mehrzahl der Miet- und Leasingverträge Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind in allen Fällen frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen der Verträge. Die Verpflichtungen aus Wartungs-, Support- und sonstigen Verträgen bestehen überwiegend im Zusammenhang mit Verträgen für die Wartung von IT-Hardware und Datenbanken, Gebäudetechnik sowie der Netzinfrastruktur.

Die Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen betragen zum Geschäftsjahresende 7.776 Tausend Euro (Vorjahr: 8.658 Tausend Euro). Davon sind 216 Tausend Euro (Vorjahr: 621 Tausend Euro) auf die Beschaffung von Anlagevermögen zurückzuführen. Weitere Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 7.560 Tausend Euro (Vorjahr: 8.037 Tausend Euro) betreffen vorwiegend Dienstleistungen im Zusammenhang mit laufenden Projekten sowie Handelswaren, wie z. B. Mobilfunkgeräte und Zubehör.

Darüber hinaus sind finanzielle Verpflichtungen aus Rechenzentrumsdienstleistungen enthalten.

Sämtliche Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere Haftungsverhältnisse bestehen aus Patronatserklärungen und Mietbürgschaften und betragen zum Bilanzstichtag 16.439 Tausend Euro (Vorjahr: 18.921 Tausend Euro).

34. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Angaben jeweils für den Gesamtkonzern (weitergeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche) gemacht. Im Geschäftsjahr 2012 wie auch im Vorjahr stammen die Zahlungsmittelflüsse ausschließlich aus weitergeführten Geschäftsbereichen.

Der Finanzmittelfonds besteht aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks, und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, jeweils mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten. Im Finanzmittelfonds sind wie im Vorjahr keine liquiden Mittel aus aufgegebenen Geschäftsbereichen enthalten. Allerdings sind im Finanzmittelfonds 2,7 Millionen Euro (Vorjahr: 0) liquide Mittel enthalten, die auf zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (hier: die zum 1. Januar 2013 veräußerte freeXmedia GmbH) entfallen.

Die Zahlungsströme werden unterteilt nach der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Für die Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde die indirekte Darstellungsmethode gewählt.

34.1 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Gegenüber der Vergleichsperiode verbesserte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 18,5 Millionen Euro auf 280,5 Millionen Euro, was in erster Linie auf das verbesserte EBITDA zurückzuführen ist. Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr für den Gesamtkonzern inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche, bereinigt um die hierin enthaltenen Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen sowie aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen (die Zahlungseingänge aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen werden in der Investitionstätigkeit ausgewiesen) um 15,3 Millionen Euro erhöht. Das Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) entwickelte sich in 2012 mit einem Anstieg um 46,8 Millionen Euro nahezu analog zum Vorjahr (Erhöhung um 45,7 Millionen Euro). Der Anstieg des Net Working Capitals in 2012 um 46,8 Millionen Euro erklärt sich im Wesentlichen aus dem planmäßigen Abbau von Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten sowie gegenüber einem Mobilfunk-Netzbetreiber und aus den weiter angestiegenen Verkäufen hochwertiger Hardware und der damit verbundenen Erhöhung von Forderungen aus Hardware-Verkäufen. Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2012 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 24,7 Millionen Euro (Vorjahr: 29,7 Millionen Euro) aus Ertragsteuerzahlungen beziehungsweise -erstattungen.

34.2 Cashflow aus Investitionstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2012 erhöhte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,1 Millionen Euro von -16,2 Millionen Euro auf -9,1 Millionen Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung waren in erster Linie die im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von insgesamt 8,2 Millionen erzielten Zahlungseingänge aus den Verkäufen von Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen. Wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen in Textziffer 18, Anteile an assoziierten Unternehmen, Textziffer 19, Sonstige Finanzanlagen, sowie Textziffer 25 dieses Anhangs, Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, aufgegebene Geschäftsbereiche und Verkauf von Tochterunternehmen.

Die Zahlungsmittelabflüsse für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie in Sachanlagen, saldiert mit den Zahlungseingängen aus dem Abgang solcher Vermögenswerte, werden mit 20,6 Millionen Euro und damit auf einem mit dem Vorjahr (21,1 Millionen Euro) vergleichbaren Niveau ausgewiesen. Die im Konzernanlagenspiegel für 2012 in Höhe von 21,3 Millionen Euro ausgewiesenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen waren voll zahlungswirksam. Sie wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert und betrafen im Wesentlichen selbst erstellte Software im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung unserer IT-Systeme, die Erneuerung und Erweiterung der Ausstattung unserer Mobilfunk-Shops sowie Investitionen in EDV-Hardware. Im Vorjahr waren im Konzernanlagenspiegel zusätzlich zu den zahlungswirksamen Zugängen auch nicht zahlungswirksame Investitionen in Höhe von 46,5 Millionen Euro berichtet worden, welche überwiegend auf die Verlängerung eines Vertriebsrechts entfielen.

Die innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Einzahlungen aus Zinsen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Millionen Euro auf 2,1 Millionen Euro.

34.3 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -190,4 Millionen Euro um 41,3 Millionen Euro auf -149,1 Millionen Euro. Im Vorjahr waren aus dem Konzern aus der Neufinanzierung im April 2011 sowie der Tilgung von Finanzschulden per Saldo Zahlungsmittel in Höhe von 69,0 Millionen abgeflossen. Dagegen flossen der freenet Gruppe aus dem im Dezember 2012 aufgenommenen Schuldscheindarlehen 119,3 Millionen Euro (Nominalbetrag von 120,0 Millionen Euro abzüglich Einmalkosten) zu bei in 2012 planmäßig auf das Tilgungsdarlehen vorgenommenen Tilgungsleistungen in Höhe von 80,0 Millionen Euro.

Bei dem Schuldscheindarlehen handelt es sich um ein endfälliges Finanzierungsinstrument, welches in eine fünfjährige fixe Tranche über 44,5 Millionen Euro, eine fünfjährige variable Tranche über 56,0 Millionen Euro sowie eine siebenjährige fixe Tranche über 19,5 Millionen Euro aufgeteilt ist. Die Zeichnung erfolgte mit einem fixen Kupon von 3,27 Prozent p. a. für die fixe 5-Jahrestranche, einem variablen Kupon von 2,82 Prozent p. a. für die ersten sechs Monate der variablen 5-Jahrestranche und von 4,14 Prozent p. a. für die fixe 7-Jahrestranche. Der Konzern konnte sich damit seine Finanzierung über die Endfälligkeit der in 2011 begebenen Unternehmensanleihe im April 2016 hinaus absichern und seine Finanzierungsstruktur weiter diversifizieren.

Dividendenzahlungen haben den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 153,6 Millionen Euro (Vorjahr: 102,4 Millionen Euro) belastet.

Darüber hinaus ergaben sich in 2012 Zinszahlungen, hauptsächlich auf langfristige Bankkredite, in Höhe von 34,5 Millionen Euro. Im Vorjahr waren 19,0 Millionen Euro für Zinszahlungen abgeflossen. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen daraus, dass die Zinsen auf die im Geschäftsjahr 2011 aufgenommene Unternehmensanleihe jeweils jährlich nachschüssig gezahlt werden, so dass hierauf im Vorjahr noch keine Zahlungen angefallen, sondern zahlungsunwirksame Zinsabgrenzungen in Höhe von 20,5 Millionen Euro aufgelaufen waren.

34.4 Herleitung der Ausgangsgröße der Konzernkapitalflussrechnung

Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung ist das Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT). Im Folgenden ist die Herleitung dieses Ergebnisses aus der Konzerngewinn- und Verlustrechnung sowie aus der Aufgliederung des Periodenergebnisses aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (wir verweisen hierzu auf Textziffer 25) ersichtlich.

Angaben in Tsd. € 1.1.2012- 31.12.2012 1.1.2011- 31.12.2011
Ergebnis vor Ertragsteuern der weitergeführten Geschäftsbereiche 166.918 117.339
Zinsen und ähnliche Aufwendungen der weitergeführten Geschäftsbereiche 44.783 56.102
Zinsen und ähnliche Erträge der weitergeführten Geschäftsbereiche -2.695 -4.956
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 140
Ertragsteuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 19
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 209.006 168.644

35. Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

35.1 Angaben gemäß IFRS 7

Dieser Abschnitt vermittelt einen Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für den Konzern und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.

Zur Darstellung der zum 31. Dezember 2012 und zum 31. Dezember 2011 im Konzern bestehenden Finanzinstrumente, deren Zuordnung zu Klassen sowie zur Überleitung in die jeweiligen Bewertungskategorien nach IAS 39 machen wir die folgenden Angaben:

Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2012

Angaben in Tsd. € Bewertungs-

kategorie

nach IAS 39
Buchwert 31.12.2012 Wertansatz Fair value 31.12.2012
Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Anschaffungs-

kosten
Fair value erfolgs wirksam Fair value erfolgsneutral
--- --- --- --- --- --- --- ---
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente KF 205.224 205.224 205.224
Summe der Flüssigen Mittel 205.224 205.224 205.224
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten ZVF 578 578 -
Sonstige Finanzanlagen, erfolgsneutral bewertet zum Fair value ZVF 1.027 1.027 1.027
Summe Sonstige Finanzanlagen 1.605
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen KF 492.674 492.674 492.745
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte KF 17.580 17.580 17.580
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte ZVF 3.696 3.696 3.696
Derivative finanzielle Vermögenswerte EFVM 0 0 0
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 14.356
Summe Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 35.632
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FV 413.053 413.053 413.053
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anteilseignern) FV 655.918 655.918 708.350
Derivative Finanzverbindlichkeiten EFVM 0 0 0
Summe Finanzschulden im Anwendungsbereich von IFRS 7 655.918 708.350
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten FV 44.561 44.561 44.561
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 73.987
Summe Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 118.548
Nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallende Finanzinstrumente
Barwerte der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing nach IAS 17 636 636 636
Pensionsrückstellungen nach IAS 19 26.197 26.197 26.197
Rückstellungen nach IFRS 2 für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme 2.999 2.999 2.999
Summe der nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallenden Finanzinstrumente 29.832
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) ZVF 5.301 578 4.723 4.723
Kredite und Forderungen (KF) KF 715.478 715.478 715.549
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) EFVM 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) FV -1.113.532 -1.113.532 -1.165.964

Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2011

Angaben in Tsd. € Bewertungs-

kategorie

nach IAS 39
Buchwert

31.12.2011
Wertansatz Fair value 31.12.2011
Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Anschaffungs-

kosten
Fair value erfolgs-

wirksam
Fair value erfolgs-

neutral
--- --- --- --- --- --- --- ---
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente KF 185.673 185.673 185.673
Summe der Flüssigen Mittel 185.673 185.673 185.673
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten ZVF 882 882 -
Sonstige Finanzanlagen, erfolgsneutral bewertet zum Fair value ZVF 1.033 1.033 1.033
Summe Sonstige Finanzanlagen 1.915
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen KF 471.510 471.510 471.676
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte KF 14.342 14.342 14.342
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte ZVF 3.753 3.753 3.753
Derivative finanzielle Vermögenswerte EFVM 12 12 12
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 30.976
Summe Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 49.083
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FV 399.777 399.777 399.777
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anteilseignern) FV 714.231 714.231 731.431
Derivative Finanzverbindlichkeiten EFVM 0 0 0
Summe Finanzschulden im Anwendungsbereich von IFRS 7 714.231 731.431
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten FV 72.023 72.023 72.525
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 89.360
Summe Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 161.383
Nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallende Finanzinstrumente
Barwerte der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing nach IAS 17 848 848 848
Pensionsrückstellungen nach IAS 19 25.428 25.428 25.428
Rückstellungen nach IFRS 2 für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme 2.365 2.365 2.365
Summe der nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallenden Finanzinstrumente 28.641
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente (ZVF) ZVF 5.668 882 4.786 4.786
Kredite und Forderungen (KF) KF 671.525 671.525 671.525
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) EFVM 12 12 12
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) FV -1.186.031 -1.186.031 -1.203.733

Die nicht-finanziellen Vermögenswerte stellen jenen Teil der Bilanzposition "Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte" dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.

Die nicht-finanziellen Verbindlichkeiten stellen jenen Teil der Bilanzposition "Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen" dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.

Der beizulegende Zeitwert von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert. Ursächlich hierfür sind die kurzen Restlaufzeiten dieser Finanzinstrumente.

Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Zinsparameter. Die Buchwerte dieser Finanzinstrumente entsprechen aufgrund der anhand der Effektivzinsmethode vorgenommenen Abzinsung annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

Bei den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten setzt der Konzern als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.

Die sonstigen Finanzanlagen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist, erfolgt eine Bewertung zu Anschaffungskosten. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht für sie kein aktiver Markt. Weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.

Bei den zur Veräußerung gehaltenen übrigen Vermögenswerten setzt der Konzern als beizulegenden Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.

Der beizulegende Zeitwert der kurzfristigen Finanzschulden entspricht aufgrund der Fristigkeit dem Buchwert. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Finanzschulden übersteigt den Buchwert zum 31. Dezember 2012 um 52.432 Tausend Euro. Diese Differenz entfällt auf die Bewertung der Unternehmensanleihe und wurde aufgrund des Börsenkurses dieser Unternehmensanleihe zum Bilanzstichtag ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert der nicht börsengehandelten derivativen Finanzinstrumente wird vom Konzern anhand anerkannter finanzmathematischer Methoden (Discounted-Cashflow-Methode beziehungsweise Optionspreismodelle) bestimmt. Im Einzelnen werden die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanzinstrument auf Grundlage der relevanten Zinsstruktur- und Forward-Kurven ermittelt und anschließend zum Stichtag diskontiert. Periodisch erfolgt ein Abgleich der von den externen Vertragspartnern erhaltenen Marktwertbestätigungen mit den intern ermittelten Marktwerten.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige finanzielle Verbindlichkeiten und Abgrenzungen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen daher annähernd den beizulegenden Zeitwert dar.

In der nachfolgenden Übersicht wird dargelegt, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente basiert. Die einzelnen Levels sind dabei gemäß IFRS 7 wie folgt definiert:

Level 1:

Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.

Level 2:

Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich jedoch für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Level 3:

Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Inputfaktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Fair-Value-Hierarchie 2012

Angaben in Tsd. € Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte 3.696 3.696
Sonstige Finanzanlagen 1.027 1.027
Derivative finanzielle Forderungen 0 0
Gesamt 4.723 4.723 0

Fair-Value-Hierarchie 2011

Angaben in Tsd. € Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte 3.753 3.753
Sonstige Finanzanlagen 1.033 1.033
Derivative finanzielle Forderungen 12 12
Gesamt 4.798 4.786 12

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2012 sowie im Vorjahr folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2012

Angaben in Tsd. € Aus Zinsen Aus der Folgebewertung Aus Abgang Nettoergebnis
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam Zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral Wertberichtigung/ Forderungsverluste
--- --- --- --- --- --- ---
Bewertungskategorie
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) 0 0 -45 0 0 -45
Kredite und Forderungen (KF) 2.596 0 0 -31.610 1.279 -27.735
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) 0 -12 0 0 0 -12
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -36.489 0 0 0 0 -36.489
Summe -33.893 -12 -45 -31.610 1.279 -64.281

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2011

Angaben in Tsd. € Aus Zinsen Aus der Folgebewertung Aus Abgang Nettoergebnis
Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam Zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral Wertberichtigung/ Forderungsverluste
--- --- --- --- --- --- ---
Bewertungskategorie
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) 0 0 -53 0 0 -53
Kredite und Forderungen (KF) 4.923 0 0 -37.160 329 -31.908
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) 0 -792 0 0 0 -792
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -41.086 0 0 0 0 -41.086
Summe -36.163 -792 -53 -37.160 329 -73.839

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus Krediten und Forderungen enthalten Veränderungen in den Wertberichtigungen, Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung sowie Zahlungseingänge und Wertaufholungen aus ursprünglich abgeschriebenen Krediten und Forderungen.

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente beinhalten die Erträge und Aufwendungen aus der Marktbewertung des Zinscaps.

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus der Kategorie der zur Veräußerung gehaltenen Finanzinstrumente umfassen Wertminderungen.

Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten setzen sich aus Zinsaufwendungen zusammen.

Angaben über Zinserträge und Zinsaufwendungen der nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten basieren auf der Anwendung der Effektivzinsmethode.

35.2 Grundsätze und Ziele des Finanzrisikomanagements und Kapitalrisikomanagements

Der freenet Konzern unterliegt hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Marktrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Ausfallrisiken.

Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken laufend zu überwachen sowie durch die operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.

Die Grundzüge der Finanzpolitik, deren Bausteine nachstehend erläutert sind, werden vom Vorstand festgelegt. Daneben bedürfen bestimmte Finanztransaktionen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand.

Die Abteilung Konzern-Treasury erbringt Dienstleistungen an die Geschäftsbereiche und koordiniert den Zugang zu den Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert sie die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Markt- und Liquiditätsrisiken durch eine regelmäßige interne Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Oberste Priorität für die Abteilung Konzern-Treasury hat der Grundsatz der Risikominimierung; als ein weiteres wichtiges Ziel wird die Optimierung des Zinsergebnisses angesehen. Ein umsichtiges durch die Abteilung Konzern-Treasury gesteuertes Liquiditätsmanagement umfasst das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln, die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien und die Möglichkeit, offene Marktpositionen zu schließen. Liquiditätsrisiken werden durch die permanente Überwachung des Finanzstatus und ausreichende Reserven in Form von Kreditlinien reduziert.

Der Abteilung Konzern-Treasury obliegt die Überwachung der Ausfallrisiken großer Debitoren (insbesondere Distributoren, Händler und anderer B2B-Partner) sowie die regelmäßige interne Risikoberichterstattung bezüglich dieser Risiken. Forderungen gegen Endkunden werden in der Abteilung Forderungsmanagement überwacht. Eines ihrer Hauptziele ist es, die Aufwendungen aus dem Ausfall beziehungsweise der Wertberichtigung von Forderungen gegen Endkunden und Vertriebspartnern zu minimieren.

Das Kapitalrisikomanagement des Konzerns bezieht sich auf das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital und daraus abgeleitete Kennziffern.

Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die in den Kreditverträgen vorgesehenen Kennzahlen (financial covenants), deren Nichterreichung unter Umständen die sofortige Fälligstellung der Kredite nach sich ziehen könnte, zu überwachen. Die wesentlichen financial covenants sind in Bezug auf den „Interest Cover” (Verhältnis von Konzern-EBITDA zu Konzern-Zinsergebnis), die Eigenkapitalquote des Konzerns sowie den Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Netto-Finanzverschuldung des Konzerns zu Konzern-EBITDA) definiert. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel „Strategische Ausrichtung, Konzernziele und Steuerung” im Konzernlagebericht. Zum Bilanzstichtag sind sämtliche Covenance-Kennzahlen erfüllt.

Das Verhältnis zwischen der Konzern-Nettofinanzverschuldung und dem Konzern-Eigenkapital (Gearing) ist eine weitere relevante Steuerungsgröße des Kapitalrisikomanagements. Das Gearing beträgt zum Bilanzstichtag 0,38 (Vorjahr: 0,45).

Um die Kapitalstruktur aktiv zu steuern, kann das Management Vermögenswerte verkaufen, um dadurch die Verschuldung zu reduzieren sowie andere Maßnahmen ergreifen wie beispielsweise die Ausgabe neuer Aktien.

Die nachfolgenden Angaben zu den einzelnen Risiken basieren auf Informationen, wie sie dem Vorstand vorgelegt werden.

35.3 Marktrisiko

Die Aktivitäten unseres Konzerns sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen und Wechselkursen ausgesetzt.

35.3.1 Zinsänderungsrisiko

Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten resultieren teils aus einem variabel verzinslichen Tilgungsdarlehen, teils aus einer festverzinslichen Unternehmensanleihe. Zudem besteht eine variabel verzinsliche -zum 31. Dezember 2012 nicht in Anspruch genommene - revolvierende Kreditlinie. Weiterhin bestehen Verbindlichkeiten aus einem im Dezember 2012 neu aufgenommenen Schuldscheindarlehen, welches sich aus zwei Tranchen mit fester Verzinsung sowie einer Tranche mit variabler Verzinsung zusammensetzt. Zum 31. Dezember 2012 weist der Konzern variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 175,9 Millionen Euro aus. Diesbezüglich ist der Konzern Zinsrisiken ausgesetzt. Die Zinsänderungsrisiken aus dem variabel verzinslichen Tilgungsdarlehen (Bilanzstand zum 31. Dezember 2012: 80,0 Millionen Euro) werden durch den Einsatz eines Zinscaps begrenzt. Bei Abschluss des Zinscaps vereinbarte der Konzern mit Dritten - gegen Zahlung einer Prämie - in festgelegten Zeitabschnitten den Unterschiedsbetrag zwischen den vertraglich vereinbarten Zinsen und den jeweils gültigen (höheren) variablen Zinsen auf den Nominalbetrag zu erhalten. Der Zinscap hat eine Restlaufzeit bis zum 31. Juli 2013. Ab diesem Zeitpunkt sind die Zinsänderungsrisiken nicht explizit gesichert, allerdings wirkt der Kassenbestand (der im Wesentlichen auf Basis von EON IA beziehungsweise EURIBOR variabel verzinslich angelegt wird) als natürliche Absicherung und mindert das Zinsänderungsrisiko aus den variabel verzinslichen Finanzschulden entsprechend.

Die Abteilung Konzern-Treasury überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten für die liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.

Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet der Konzern eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen von Zinssatzänderungen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigt.

Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden.

In der Bilanz sind unter den kurzfristigen und langfristigen Finanzschulden zum 31. Dezember 2012 Verbindlichkeiten in Höhe von 656,6 Millionen Euro ausgewiesen, davon 175,9 Millionen Euro variabel verzinslich. Die variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten waren zum Stichtag in einem Korridor zwischen 1,7 und 4,1 Prozent verzinst. Die Unternehmensanleihe ist zu 7,1 Prozent verzinst.

Die zum 31. Dezember 2012 bestehenden Finanzschulden werden zu 100.449 Tausend Euro im kurzfristigen Bereich ausgewiesen. Eine verpflichtende Tilgung für 2013 ergibt sich dabei aus Sicht zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Abschluss in Höhe von circa 80 Millionen Euro. Anhand von Marktschätzungen ergibt sich eine erwartete Verzinsung für variabel verzinsliche Kredite in einem Korridor zwischen 1,7 und 4,1 Prozent. Daraus würden sich in 2013 auf die gesamten Finanzschulden Auszahlungen für Zinsen in Höhe von 33.924 Tausend Euro ergeben. Aus der Nettoposition von variabel verzinslichen Aktiva und Passiva, die zum beizulegendem Zeitwert bewertet wurden, unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Sicherungsinstrumente hätte eine parallele Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach oben einen Ergebniseffekt nach Steuern von 201 Tausend Euro (Vorjahr: 353 Tausend Euro), eine Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach unten einen Ergebniseffekt nach Steuern von -201 Tausend Euro (Vorjahr: -353 Tausend Euro).

Geldmarktfonds unterliegen marginalen Zinsschwankungen, so dass sich grundsätzlich Kursverluste ergeben können. Es besteht kein signifikantes Risiko, da die Gelder in Fonds sehr kurzfristig angelegt werden. Vertraglich festgelegte Fälligkeits- oder Zinsanpassungstermine bestehen nicht, eine Rendite ergibt sich aus der Veränderung des Kurswerts und etwaiger Ausschüttungen. Aus den in der Bilanz unter den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Finanzinvestitionen in Geldmarktfonds und Anleihen hätte eine Veränderung des Kurses der erworbenen Anteile um 5 Prozent nach oben einen Eigenkapitaleffekt von 166 Tausend Euro (Vorjahr: 169 Tausend Euro), eine Veränderung des Kurses um 5 Prozent nach unten einen Eigenkapitaleffekt von -166 Tausend Euro (Vorjahr: -169 Tausend Euro).

Für die übrigen verzinslichen Vermögenswerte und Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.

35.3.2 Fremdwährungsrisiko

Im Konzern werden in unwesentlichem Umfang Geschäfte in Fremdwährungen getätigt. Die Währungssicherung erfolgt, i.d.R. durch den Abschluss von Devisentermingeschäften oder, falls nötig, mittels vorgehaltener Barbestände in Fremdwährung.

Insgesamt misst der Konzern dem Fremdwährungsrisiko eine zu vernachlässigende Bedeutung bei.

35.4 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.

Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Es werden hierbei unterschiedliche Planungshorizonte betrachtet, die sich bis zu einem Jahr erstrecken. Die kurzfristige Liquiditätsplanung und -steuerung erfolgt auf Tagesbasis jeweils für die nächsten drei Monate im Voraus. Diese Planung wird täglich von der Abteilung Konzern-Treasury in Abstimmung mit dem Rechnungswesen und dem Controlling auf der Grundlage von Ist-Daten aktualisiert.

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken weiterhin durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Außerdem erfolgen Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Um das Liquiditätsrisiko zu verringern, bedient sich der Konzern einer großen Bandbreite verschiedener Finanzierungsinstrumente.

Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash-Pooling-Vereinbarungen, an der die wesentlichen Gesellschaften des freenet Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.

Der Konzern erwartet, dass er seine sonstigen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann.

Zum Bilanzstichtag hat der Konzern die in Höhe von 100,0 Millionen Euro eingeräumte revolvierende Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Der Gesellschaft ist es in engen Grenzen erlaubt, außerhalb der Kreditverträge Fremdmittel aufzunehmen, um so beispielsweise zukünftige strategische Investitionen zu finanzieren.

Wertpapiere (im Depot befindliche Geldmarktfonds und Anleihen) können innerhalb kurzer Frist liquidiert werden. Bei den Beteiligungen besteht keine Veräußerungsabsicht. Im Falle eines notwendigen Verkaufs dieser Beteiligungen wäre die kurzfristige Abwicklung unter Umständen erschwert, da für diese Anteile kein organisierter Kapitalmarkt besteht.

Der finanzielle und operative Spielraum des Konzerns wird durch bestimmte Regelungen der Kreditverträge eingeschränkt. Diese legen der Gesellschaft beispielsweise Beschränkungen bei Änderungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns, bei der Durchführung gruppeninterner gesellschaftsrechtlicher Strukturmaßnahmen, bei der Bestellung von Sicherheiten sowie hinsichtlich eventueller Erwerbe sowie Veräußerungen von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns am Ende des Geschäftsjahres 2012 und 2011 ersichtlich:

Finanzverbindlichkeiten

Angaben in Tsd. € Buchwert 31.12.2012 Cashflows 2013 Cashflows 2014 Cashflows 2015 und später
Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 413.053 412.781 272
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) 656.554 30.674 3.250 100.449 30.664 1.923 40.119 65.337 5.063 515.986
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 44.561 44.512 16 33

Finanzverbindlichkeiten

Angaben in Tsd. € Buchwert 31.12.2011 Cashflows 2012 Cashflows 2013 Cashflows 2014 und später
Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung Zins fix Zins variabel Tilgung
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 399.777 399.370 407
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) 715.079 28.500 6.143 200.302 28.500 5.171 80.111 85.500 406 43.666
Sonstige nichtderivative finanzielle Verbindlichkeiten 72.023 35.415 36.467 141

35.5 Ausfallrisiko

Ein Kreditausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen. Dieser tritt ein, wenn der Vertragspartner nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen innerhalb der Fälligkeit nachzukommen.

Bei der Betrachtung der Ausfallrisiken stehen im freenet Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen zur Textziffer 22, Forderungen und sonstige Vermögenswerte. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt.

Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High-Spender-Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos.

Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Gegebenenfalls führt das Erreichen des Limits zu einer Liefersperre.

Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Kreditausfallrisiken abgesichert. Um das Kreditausfallrisiko zu minimieren, hat der Konzern einen bestimmten Anteil der Umsätze mit Großkunden (Händler und Distributoren im Mobilfunkbereich) versichert. Jeden Monat meldet die Abteilung Konzern-Treasury der Versicherung die aktuellen Umsätze des jeweiligen Großkunden. Im Zusammenhang mit dieser Meldung berechnet die Versicherung das zu versichernde Umsatzvolumen. Die Risiken bei nicht versicherten Kunden sind durch ein internes Limitsystem begrenzt - in der Regel müssen Kunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande.

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumen des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditausfallrisikos, da der Kundenbestand breit ist und keine Korrelationen bestehen.

Eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen trägt den Ausfallrisiken Rechnung. Eine Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten erfolgt jeweils, wenn der Konzern die Forderung für uneinbringlich hält.

Wertpapiere und liquide Mittel sind im Wesentlichen bei deutschen Großbanken angelegt. Durch die Streuung auf verschiedene Banken wird das Ausfallrisiko deutlich eingeschränkt. Die Anlagen werden bezüglich ihrer laufenden und zukünftig erwarteten Rendite ständig von der Abteilung Konzern-Treasury überwacht.

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente.

36. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

36.1 Übersicht

Zwischen dem Konzern und nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen fanden folgende wesentliche Geschäftsvorfälle statt:

Angaben in Tsd. € 2012 2011
Erlöse aus der Berechnung von Dienstleistungen
Gemeinschaftsunternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 273 252
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss auf freenet AG
SIMply Communication GmbH, Maintal (Unternehmensgruppe Drillisch AG) 222 0
b2c.de GmbH, München (Unternehmensgruppe Drillisch AG) 1.005 729
1.500 981
Aufwendungen aus dem Bezug von Dienstleistungen
Assoziierte Unternehmen
KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel 27 27
Gemeinschaftsunternehmen
siXXup new Media GmbH, Pulheim 65 72
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss auf freenet AG
Drillisch AG, Maintal 0 5
b2c.de GmbH, München (Unternehmensgruppe Drillisch AG) 14.782 8.737
14.874 8.841

Zum 31. Dezember 2012 bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen beziehungsweise Personen:

Angaben in Tsd. € 31.12.2012 31.12.2011
Forderungen aus laufendem Leistungsverkehr
Gemeinschaftsunternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 28 41
siXXup new Media GmbH, Pulheim 0 2
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss auf freenet AG
SIMpLy Communication GmbH, Maintal (Unternehmensgruppe Drillisch AG) 11 0
b2c.de GmbH, München (Unternehmensgruppe Drillisch AG) 208 195
247 238
Verbindlichkeiten aus laufendem Leistungsverkehr
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss auf freenet AG
Drillisch AG, Maintal 0 6
b2c.de GmbH, München (Unternehmensgruppe Drillisch AG) 701 383
701 389

Den Arbeitnehmervertretern des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2012 Gesamtbezüge in Höhe von insgesamt 294 Tausend Euro (Vorjahr: 619 Tausend Euro) gewährt. Allen Transaktionen lagen Marktpreise zugrunde.

Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen im Sinne des IAS 24.17 wurden die Mitglieder des Vorstands identifiziert, wir verweisen auf unsere nachstehenden Angaben zu Textziffer 36.2.

36.2 Vorstandsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen:

Vorstandsbezüge 2012 nach IFRS

Angaben in Tsd. € Festbezüge Sonstige variable Bezüge Zwischensumme Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung* Gesamt Bezüge
Christoph Vilanek 625 480 1.105 1.044 2.149
Joachim Preisig 444 480 924 720 1.644
Stephan Esch 445 144 589 616 1.205
1.514 1.104 2.618 2.380 4.998

Vorstandsbezüge 2011 nach IFRS

Angaben in Tsd. € Festbezüge Sonstige variable Bezüge Zwischensumme Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung* Gesamt Bezüge
Christoph Vilanek 621 574 1.195 361 1.556
Joachim Preisig 444 574 1.018 331 1.349
Stephan Esch 445 222 667 533 1.200
1.510 1.370 2.880 1.225 4.105

* Es handelt sich um variable Vergütungen aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm sowie dem LTIP-Programm, einschließlich im Geschäftsjahr zahlungsunwirksamer und gemäß IFRS 2 bewerteter Bezüge.

Zur Zusammensetzung der variablen Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung geben wir folgende Aufstellung:

Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2012

Angaben in Tsd. € AWR-Programm

Bezüge aus Veränderung der Rückstellung nach IFRS 2 (nicht zahlungswirksam)
AWR-Programm

Bezüge aus geflossenen Zahlungen
LTIP-Programm

Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam)
LTIP-Programm

Bezüge aus geflossenen Zahlungen
Gesamt Variable

Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung
Christoph Vilanek -332 571 805 0 1.044
Joachim Preisig -191 375 536 0 720
Stephan Esch -419 793 242 0 616
-942 1.739 1.583 0 2.380

Variable Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung 2011

Angaben in Tsd. € AWR-Programm Bezüge aus

Veränderung der Rückstellung nach IFRS 2 (nicht zahlungswirksam)
AWR-Programm

Bezüge aus geflossenen Zahlungen
LTIP-Programm

Bezüge aus Veränderung der Rückstellung (nicht zahlungswirksam)
LTIP-Programm

Bezüge aus geflossenen Zahlungen
Gesamt Variable

Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung
Christoph Vilanek -120 0 481 0 361
Joachim Preisig 10 0 321 0 331
Stephan Esch 389 0 144 0 533
279 0 946 0 1.225

An die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2012 keine neuen Aktienwertsteigerungsrechte, Aktienoptionen oder sonstige Vergütungsinstrumente mit langfristiger Anreizwirkung gewährt. Alle zum Vorjahresstichtag bestehenden Aktienwertsteigerungsrechte der Vorstände wurden in 2012 ausgeübt, wie verweisen hierzu auch auf unsere Ausführungen unter Textziffer 27.1 dieses Anhangs, Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG. Zum 31. Dezember 2011 hatte der Stand der Rückstellung für Aktienwertsteigerungsrechte für Herrn Vilanek 332 Tausend Euro, für Herrn Preisig 191 Tausend Euro sowie für Herrn Esch 419 Tausend Euro betragen. Für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder werden zum 31. Dezember 2012 keine Rückstellungen für Aktienwertsteigerungsrechte ausgewiesen, da alle Stücke in 2012 ausgeübt wurden (wofür in 2012 38 Tausend Euro zahlungswirksam flossen) beziehungsweise aufgrund der Beendigung der Laufzeit verfallen sind. Zum 31. Dezember 2011 waren für diese ehemaligen Vorstandsmitglieder insgesamt Rückstellungen für Aktienwertsteigerungsrechte in Höhe von 273 Tausend Euro ausgewiesen.

In 2011 waren den Mitgliedern des Vorstands über das so genannte „LTIP-Programm” jeweils neue variable Gehaltsbestandteile mit langfristiger Anreizwirkung gewährt worden; wir verweisen auf Textziffer 27.2 dieses Anhangs, LTIP-Programm der freenet AG. Aus diesem Programm sind in 2012 keine Auszahlungen geflossen. Zum 31. Dezember 2012 beträgt der Stand der Rückstellung für das LTIP-Programm für Herrn Vilanek 1.286 Tausend Euro (Vorjahr: 481 Tausend Euro), für Herrn Preisig 857 Tausend Euro (Vorjahr: 321 Tausend Euro) sowie für Herrn Esch 386 Tausend Euro (Vorjahr: 144 Tausend Euro).

Insgesamt ergaben sich in 2012 Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB in Höhe von 2.618 Tausend Euro. Dabei sind keine variablen Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung enthalten, da diese jeweils in den Geschäftsjahren der Gewährung der Vergütungsinstrumente nach HGB bereits ausgewiesen worden waren. Im Vorjahr 2011 betrugen die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 6.279 Tausend Euro. Neben den zahlungswirksamen Festbezügen und variablen Bezügen in Höhe von 2.880 Tausend Euro waren hier in 2011 nicht zahlungswirksame Bezüge aus dem LTIP-Programm bewertet zum beizulegenden Zeitwert im Zeitpunkt der Gewährung in Höhe von 3.586 Tausend Euro, negative Bezüge in Höhe von 587 Tausend Euro aufgrund der Änderungen der Ausübungsbedingungen der Aktienwertsteigerungsrechte sowie Zahlungen an ehemalige Vorstände in Höhe von 400 Tausend Euro für nachvertragliche Wettbewerbsverbote enthalten.

Im November 2004 war Herrn Esch eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Zum 31. Dezember 2012 betrug die Defined Benefit Obligation (DBO) für Herrn Vilanek 974 Tausend Euro (Vorjahr: 453 Tausend Euro) und für Herrn Esch 1.531 Tausend Euro (Vorjahr: 832 Tausend Euro). Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der damaligen debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Zum 31. Dezember 2012 betrug die DBO für Herrn Preisig 751 Tausend Euro (Vorjahr: 468 Tausend Euro). Die DBO für die Herren Spoerr, Krieger und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2012 insgesamt 6.520 Tausend Euro (Vorjahr: 4.014 Tausend Euro).

Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen von 549 Tausend Euro (Vorjahr: 454 Tausend Euro) erfasst. Diese entfielen für 2012 mit 250 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, mit 125 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie mit 174 Tausend Euro auf Herrn Esch sowie für 2011 mit 138 Tausend Euro auf Herrn Vilanek, mit 84 Tausend Euro auf Herrn Preisig sowie mit 232 Tausend Euro auf Herrn Esch.

Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

36.3 Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

einer Basisvergütung
Sitzungsentgelten und
einer erfolgsabhängigen Vergütung

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.

Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats - mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses - angehören, erhalten zusätzlich für an jeder teilgenommenen Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag. Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung beschlossen, ab dem dritten Quartal 2010 auf die Vergütung von Sitzungsgeldern für telefonische Sitzungen des Aufsichtsrates, seiner Ausschüsse und für telefonische Teilnahmen an Präsenzsitzungen zu verzichten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.

Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2012 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405,0 Tausend Euro sowie 113,0 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 406,5 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2012 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 924,5 Tausend Euro.

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.

Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden.

Vergütung für das Geschäftsjahr 2012

Angaben in Tsd. € Basisvergütung Sitzungsentgelte Erfolgsabhängige Vergütung Gesamt
aktive Mitglieder
--- --- --- --- ---
Dr. Hartmut Schenk1 49,2 14,0 49,4 112,6
Nicole Engenhardt-Gillé3 45,0 8,0 45,1 98,1
Claudia Anderleit 3 30,0 7,0 30,1 67,1
Joachim Halefeld 3 30,0 9,0 30,1 69,1
Thorsten Kraemer 19,3 5,0 19,5 43,8
Prof. Dr. Helmut Thoma 19,3 5,0 19,5 43,8
Gesine Thomas 3 19,3 4,0 19,5 42,8
Marc Tüngler 19,3 6,0 19,5 44,8
Steffen Vodel 3 30,0 10,0 30,1 70,1
Robert Weidinger 19,3 8,0 19,5 46,8
Achim Weiss 30,0 5,0 30,1 65,1
Angela Witzmann 3 10,0 2,0 10,0 22,0
320,7 83,0 322,4 726,1
ehemalige Mitglieder
Maarten Henderson# 21,4 12,0 21,3 54,7
Dr. Christof Aha 10,7 4,0 10,7 25,4
Dr. Arnold Bahlmann 10,7 2,0 10,7 23,4
Hans-Jürgen Klempau 3 10,7 2,0 10,7 23,4
Niclas Rauscher 10,7 2,0 10,7 23,4
Matthias Schneider 3 20,1 8,0 20,0 48,1
84,3 30,0 84,1 198,4
405,0 113,0 406,5 924,5

1) Vorsitzender des Aufsichtsrats seit dem 10. Mai 2012.

2) Vorsitzender des Aufsichtsrats bis zum 9. Mai 2012.

3) Arbeitnehmervertreter/-innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 MitbestG vom 4. Mai 1976

Vergütung für das Geschäftsjahr 2011

Angaben in Tsd. € Basisvergütung Sitzungsentgelte Erfolgsabhängige Vergütung Gesamt
aktive Mitglieder
--- --- --- --- ---
Maarten Henderson 1 45,1 25,0 45,0 115,1
Nicole Engenhardt-Gillé 3 28,9 8,0 28,9 65,8
Dr. Christof Aha 30,0 11,0 30,0 71,0
Claudia Anderleit3 30,0 16,0 30,0 76,0
Dr. Arnold Bahlmann 30,0 7,0 30,0 67,0
Joachim Halefeld3 30,0 16,0 30,0 76,0
Hans-Jürgen Klempau 3 30,0 9,0 30,0 69,0
Niclas Rauscher 15,1 7,0 15,1 37,2
Dr. Hartmut Schenk 15,1 6,0 15,1 36,2
Matthias Schneider3 30,0 19,0 30,0 79,0
Steffen Vodel 3 30,0 15,0 30,0 75,0
Achim Weiss 30,0 9,0 30,0 69,0
344,2 148,0 344,1 836,3
ehemalige Mitglieder
Thorsten Kraemer2 30,0 22,0 29,8 81,8
Franziska Oelte 3 15,0 4,0 14,8 33,8
Prof. Dr. Helmut Thoma 15,0 9,0 14,9 38,9
60,0 35,0 59,5 154,5
404,1 183,0 403,6 990,7

1) Vorsitzender des Aufsichtsrats seit dem 30. Juni 2011.

2) Vorsitzender des Aufsichtsrats bis zum 30. Juni 2011.

3) Arbeitnehmervertreter/-innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 MitbestG vom 4. Mai 1976

37. Unternehmenserwerbe

Am 18. Dezember 2012 schloss der Konzern einen Kaufvertrag über den Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile und Stimmrechte an der Gravis - Computervertriebsgesellschaft mbH („GRAVIS”) ab. Nach erfolgter kartellrechtlicher Zustimmung wurde die Übernahme zum 31. Januar 2013 vollzogen, wodurch der Konzern die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen erlangte. GRAVIS ist der einzige bundesweit flächendeckend vertretene Apple-Händler mit einem Marktanteil von circa 14 Prozent im deutschen Apple-Retail-Markt. Darüber hinaus betreibt GRAVIS ein signifikantes Online-Geschäft.

Als Barkaufpreis wurden 12,25 Millionen Euro vereinbart. Der Barkaufpreis unterliegt noch Anpassungen in Abhängigkeit des Nettoumlaufvermögens sowie der Barmittel und Finanzverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens - maßgebend für die bindende Feststellung dieser Kaufpreisanpassungen wird ein Stichtagsabschluss der GRAVIS zum Erwerbszeitpunkt sein, welcher jedoch zum Zeitpunkt der Genehmigung des vorliegenden Konzernabschlusses noch nicht aufgestellt war. Darüber hinaus können Earn-Outs in einer Bandbreite zwischen 0 Euro und 6,25 Millionen Euro anfallen, deren exakte Höhe sich am EBITDA für das Kalenderjahr 2013 der GRAVIS bemisst und unter Umständen auch vom für das Kalenderjahr 2012 erreichten EBITDA der übernommenen Gesellschaft abhängig sein kann.

Mit dem Erwerb der GRAVIS soll unser Angebot hochwertiger Apple-Lifestyle-Produkte rund um Mobilfunk und mobiles Internet gezielt ausgebaut werden, was auf die Unternehmensstrategie unseres Konzerns einzahlt, sich zu einem echten Digital-Lifestyle-Provider zu entwickeln. Gleichzeitig planen wir die sukzessive Einführung unserer bestehenden Digital-Lifestyle-Produkte aus den Bereichen Energie, Mobilfunkdienste und Serviceprodukte in den GRAVIS -Vertrieb. Der geplante Ausbau des Mobilfunkgeschäfts in den GRAVIS -Filialen soll dabei durch einen direkten Know-How-Transfer der mobilcom-debitel Shop GmbH erfolgen.

Da der Erwerbszeitpunkt der GRAVIS zwar vor der Genehmigung zur Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses liegt, die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses jedoch zum Zeitpunkt dieser Genehmigung nicht vollständig ist, macht die freenet Group von der Erleichterungsvorschrift des IFRS 3.B66 Gebrauch. Insbesondere die Angaben zu erworbenen Forderungen, zu zum Erwerbszeitpunkt für jede Hauptgruppe von erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden erfassten Beträgen, zu Eventualverbindlichkeiten, zur Gesamtsumme des Geschäfts- und Firmenwerts sowie zu Transaktionen, die getrennt vom Erwerb der Vermögenswerte und der Übernahme der Schulden auszuweisen sind, können in Ermangelung von validem Datenmaterial zum Erwerbszeitpunkt nicht vorgenommen werden.

Wir erwarten einen Goodwill, der im Wesentlichen auf künftige Ertragschancen und Synergiepotenziale im Zusammenhang mit der Stärkung unserer Vertriebskraft im Bereich hochwertiger Lifestyle-Produkte rund um mobile Endgeräte entfällt. Der Goodwill wird der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Mobilfunk” zugeordnet werden.

In der Segmentberichterstattung des Konzerns freenet AG wird die GRAVIS dem Segment „Mobilfunk" zugeordnet werden.

Zum 31. Dezember 2012 stellen sich die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden der GRAVIS (ohne Eigenkapital) auf Basis einer vorläufigen Bilanz wie folgt dar:

Vermögenswerte und Schulden der GRAVIS zum 31. Dezember 2012 (vorläufiger Stand)

Aktiva

Angaben in Tsd. € 31.12.2012
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 1.096
Sachanlagen 5.743
6.839
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 23.490
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.250
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 3.486
Flüssige Mittel 6.306
36.371
43.371
Passiva
Angaben in Tsd. € 31.12.2012
Langfristige Schulden
Finanzschulden 875
875
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27.221
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 3.828
Laufende Ertragsteuerschulden 161
Finanzschulden 875
Andere Rückstellungen 593
32.678
33.553

Im Vorjahr hatte der Konzern mit Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2011 51 Prozent der Geschäftsanteile an der MFE zu einem Barkaufpreis von 1.000 Tausend Euro erworben. Im Rahmen des Kaufvertrages war dem nicht beherrschenden Anteilseigner der MFE eine Option zur Andienung der übrigen 49 Prozent der MFE-Anteile an den freenet Konzern eingeräumt worden. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf die Textziffer 26.3, Konzernbilanzergebnis.

38. Angaben gemäß § 315a HGB

Die durchschnittliche Anzahl der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer (§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB) wurde in Textziffer 8, Personalaufwand, dieses Anhangs genannt.

Bezüglich der Angaben zu den Organbezügen (§ 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB) verweisen wir auf Textziffer 36, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

Gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB erklären wir, dass die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG im Dezember 2012 vom Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft abgegeben wurde. Sie wurde den Aktionären auf den Unternehmensseiten im Internet unter der Adresse

www.freenet-group. de/unternehmen/corporate-governance/entsprechenserklaerung

dauerhaft zugänglich gemacht.

Für den Abschlussprüfer im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB sind für das Geschäftsjahr insgesamt 1.235 Tausend Euro an Honorar berechnet worden. Davon betreffen 375 Tausend Euro Abschlussprüfungsleistungen von RBS RoeverBroennerSusat, 503 Tausend Euro Abschlussprüfungsleistungen von PricewaterhouseCoopers sowie 357 Tausend Euro andere Bestätigungsleistungen von PricewaterhouseCoopers.

Gemäß § 313 Abs. 2 bis 3 HGB geben wir folgenden Überblick zu den im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen:

Angaben in Tsd. € Anteil am Kapital
Vollkonsolidierte Unternehmen
--- ---
freenet Cityline GmbH, Kiel 100 %
freenet.de GmbH, Hamburg 100 %
freeXMedia GmbH, Hamburg 100 %
01019 Telefondienste GmbH, Hamburg 100 %
01024 Telefondienste GmbH, Kiel 100 %
01050.com GmbH, Hamburg 100 %
freenet Datenkommunikations GmbH, Hamburg 100 %
tellfon GmbH, Hamburg 100 %
01083.com GmbH, Hamburg 100 %
mobilcom-debitel GmbH, Schleswig 100 %
mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig 100 %
MobilCom Multimedia GmbH, Schleswig 100 %
klarmobil GmbH, Hamburg 100 %
CLAROMOVIL S.L., Madrid (Spanien) 100 %
new directions GmbH, Hamburg 100 %
freenet Direkt GmbH, Hamburg 100 %
MFE Energie GmbH, Berlin 51 %
NRG Energieversorgung GmbH, Hamburg 100 %
Stanniol GmbH für IT & PR, Oberkrämer 100 %
mobilcom-debitel Shop GmbH, Oberkrämer 100 %
DEG Logistik GmbH, Oberkrämer 100 %
callmobile GmbH, Hamburg 100 %
Klarcall Dritte Beteiligungs GmbH, Hamburg 100 %
MIDRAY GmbH, Köln 100 %
debitel go GmbH, Stuttgart 100 %
Quotal konsolidierte Unternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 50 %
Netcon Media s.r.o., Hlucin, Tschechien 25 %
siXXup new Media GmbH, Pulheim 25 %

39. Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Am 18. Dezember 2012 schloss der Konzern einen Kaufvertrag über den Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile und Stimmrechte an der GRAVIS ab. Nach erfolgter kartellrechtlicher Zustimmung wurde die Übernahme zum 31. Januar 2013 vollzogen, wodurch der Konzern die Beherrschung über dieses Tochterunternehmen erlangte. GRAVIS ist der einzige bundesweit flächendeckend vertretene Apple-Händler mit einem Marktanteil von circa 14 Prozent im deutschen Apple-Retail-Markt. Darüber hinaus betreibt GRAVIS ein signifikantes Online-Geschäft. Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Textziffer 37 dieses Konzernanhangs.

Am 20. Februar 2013 hat der Konzern einen Kauf- und Abtretungsvertrag über den Erwerb von 51 Prozent der Geschäftsanteile an der MOTION TM Vertriebs GmbH, Troisdorf („MOTION TM”), abgeschlossen. Die Transaktion wird nach dem üblichen fusionskontrollrechtlichen Freigabeverfahren beim Bundeskartellamt voraussichtlich noch im ersten Quartal 2013 vollzogen werden.

Als Barkaufpreis wurden 4,0 Millionen Euro vereinbart. Der Barkaufpreis unterliegt noch Anpassungen in Abhängigkeit des Nettoumlaufvermögens sowie der Barmittel und Finanzverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens. Maßgebend für die bindende Feststellung dieser Kaufpreisanpassungen wird der Jahresabschluss der MOTION TM zum 31. Dezember 2012 sein, welcher zum Zeitpunkt der Genehmigung des vorliegenden Konzernabschlusses noch nicht aufgestellt war.

Mit der Akquisition stärkt die freenet AG ihre Vertriebskraft insbesondere im Online-Segment. Darüber hinaus bietet die MOTION TM mit ihrer Vertriebsplattform „moon” auch die erforderliche Systemkompetenz zur Vertriebsunterstützung der Fachhandelspartner.

Wir erwarten aus diesem Unternehmenszusammenschluss einen Goodwill, der im Wesentlichen auf künftige Ertragschancen im Zusammenhang mit der Stärkung unserer Vertriebskraft insbesondere im Online-Bereich entfällt. Der Goodwill wird der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Mobilfunk” zugeordnet werden.

Weitere Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.

Büdelsdorf, den 4. März 2013

freenet AG

Der Vorstand

Christoph Vilanek

Joachim Preisig

Stephan Esch

Entwicklung des Konzernanlagevermögens

Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2012

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Angaben in Tsd. € 1.1.2012 Veränderung Konsolidierungs-

kreis
Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2012
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 55.637 0 6.805 0 221 62.221
Software und Lizenzen 228.664 -410 4.522 41 7.950 224.867
Markenrechte 335.035 0 0 0 0 335.035
Kundenbeziehungen 486.310 0 528 0 878 485.960
Goodwill 1.116.868 -6 0 0 0 1.116.862
2.222.514 -416 11.855 41 9.049 2.224.945
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 15.123 0 77 99 0 15.299
Switche und Leitungsnetze 109.037 0 0 -55.743 3.701 49.593
Technische Anlagen und Maschinen 20.990 -49 3.993 -4.439 1.364 19.131
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 94.993 -259 5.023 -504 11.373 87.880
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 137 0 329 -173 3 290
240.280 -308 9.422 -60.760 16.441 172.193
2.462.794 -724 21.277 -60.719 1) 25.490 2.397.138
Abschreibungen und Wertminderungen
Angaben in Tsd. € 1.1.2012 Veränderung Konsolidierungs-

kreis
Zugänge Wert-

minderungen
Umbuchungen Abgänge 31.12.2012
--- --- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 34.653 0 8.965 0 0 0 43.618
Software und Lizenzen 176.000 -349 27.333 920 17 7.803 196.118
Markenrechte 22.700 0 4.851 0 0 0 27.551
Kundenbeziehungen 386.968 0 97.299 0 0 878 483.389
Goodwill 0 0 0 0 0 0 0
620.321 -349 138.448 920 17 8.681 750.676
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 6.954 0 579 0 0 0 7.533
Switche und Leitungsnetze 108.635 0 25 0 -55.502 3.573 49.585
Technische Anlagen und Maschinen 18.879 -49 1.367 0 -4.406 1.358 14.433
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 76.530 -249 7.219 113 -535 10.863 72.215
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2 0 0 0 0 2 0
211.000 -298 9.190 113 -60.443 15.796 143.766
831.321 -647 147.638 1.033 -60.4261) 24.477 894.442
Buchwerte
Angaben in Tsd. € 31.12.2012 1.1.2012
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 18.603 20.984
Software und Lizenzen 28.749 52.664
Markenrechte 307.484 312.335
Kundenbeziehungen 2.571 99.342
Goodwill 1.116.862 1.116.868
1.474.269 1.602.193
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 7.766 8.169
Switche und Leitungsnetze 8 402
Technische Anlagen und Maschinen 4.698 2.111
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.665 18.463
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 290 135
28.427 29.280
1.502.696 1.631.473

1) Bei den Umbuchungen handelt es sich um Umgliederungen ins kurzfristige Vermögen.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2011

Angaben in Tsd. € Anschaffungs-/Herstellungskosten
1.1.2011 Veränderung Konsolidierungs-

kreis
Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 45.732 122 10.953 890 2.060 55.637
Software und Lizenzen 223.126 0 51.636 -1.686 44.412 228.664
Markenrechte 335.035 0 0 0 0 335.035
Kundenbeziehungen 488.898 0 0 0 2.588 486.310
Goodwill 1.116.377 944 0 0 453 1.116.868
2.209.168 1.066 62.589 -796 49.513 2.222.514
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 14.979 0 117 51 24 15.123
Switche und Leitungsnetze 111.969 0 0 960 3.892 109.037
Technische Anlagen und Maschinen 29.830 0 452 -1.802 7.490 20.990
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 109.128 98 5.573 1.961 21.767 94.993
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 218 0 293 -374 0 137
266.124 98 6.435 796 33.173 240.280
2.475.292 1.164 69.024 0 82.686 2.462.794
Angaben in Tsd. € Abschreibungen und Wertminderungen
1.1.2011 Zugänge Wert-

minderungen
Umbuchungen Abgänge 31.12.2011
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 26.624 9.666 0 0 1.637 34.653
Software und Lizenzen 187.495 32.609 153 0 44.257 176.000
Markenrechte 17.849 4.851 0 0 0 22.700
Kundenbeziehungen 282.101 107.455 0 0 2.588 386.968
Goodwill 453 0 0 0 453 0
514.522 154.581 153 0 48.935 620.321
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 6.365 576 0 37 24 6.954
Switche und Leitungsnetze 111.219 42 919 136 3.681 108.635
Technische Anlagen und Maschinen 25.175 1.502 215 -573 7.440 18.879
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 85.687 10.508 2 400 20.067 76.530
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 2 0 0 0 2
228.446 12.630 1.136 0 31.212 211.000
742.968 167.211 1.289 0 80.147 831.321
Angaben in Tsd. € Buchwerte
31.12.2011 1.1.2011
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Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 20.984 19.108
Software und Lizenzen 52.664 35.631
Markenrechte 312.335 317.186
Kundenbeziehungen 99.342 206.797
Goodwill 1.116.868 1.115.924
1.602.193 1.694.646
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 8.169 8.614
Switche und Leitungsnetze 402 750
Technische Anlagen und Maschinen 2.111 4.655
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.463 23.441
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 135 218
29.280 37.678
1.631.473 1.732.324

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Abschreibungen und Wertminderungen Buchwerte 1.1.2011 Zugänge Wert-

Wir haben den von der freenet AG, Büdelsdorf, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hamburg, den 5. März 2013

**RBS RoeverBroennerSusat GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft**

Driesch, Wirtschaftsprüfer

Nommensen, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats vom 25.03.2013

der freenet AG

Der Aufsichtsrat berichtet nachfolgend über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012.

Überwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand

Wie in den Vorjahren hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2012 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben sorgfältig wahrgenommen. Neben zahlreichen Sachthemen, die im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats diskutiert und entschieden wurden, lag im ersten Halbjahr 2012 der Fokus der Beratungen des Plenums insbesondere auf

der Prüfung und Beschlussfassung zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 und
der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung am 9. Mai 2012 mit einer Neuwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat.

Im zweiten Halbjahr befasste sich der Aufsichtsrat dann schwerpunktmäßig mit

strategischen Optionen für den Konzern,
dem Erwerb der GRAVIS Computervertriebsgesellschaft mbH, Berlin sowie dem geplanten Erwerb eines 51-prozentigen Anteils der MOTION TM Vertriebs GmbH, Troisdorf („MOTION TM”),
der Optimierung der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft durch ein Schuldscheindarlehen.

Der Aufsichtsrat begleitete und überwachte den Vorstand kontinuierlich bei dessen Geschäftsführung und beriet ihn regelmäßig bei seinen Entscheidungen im Rahmen der Leitung des Unternehmens. Der Vorstand bezog den Aufsichtsrat bei allen grundlegenden Entscheidungen im Rahmen der Unternehmensführung frühzeitig ein und berichtete regelmäßig und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über den Geschäftsverlauf, die Unternehmensplanung, die strategische Entwicklung und die Lage des Unternehmens.

In diesem Rahmen stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat Berichte und Unterlagen zur Verfügung, sowohl unaufgefordert als auch auf Anforderung anlässlich von Besprechungen im Aufsichtsrat. Der Vorstand stand zudem im Plenum und in Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats umfassend Rede und Antwort. Insbesondere erörterte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen im Einzelnen und prüfte diese anhand der vorgelegten Unterlagen.

Darüber hinaus setzte der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens - mit der Konzentration auf das Mobilfunkgeschäft bei gleichzeitiger Identifikation möglicher neuer Geschäftsfelder - in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat fort. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich diskutiert. Ebenfalls auf der Grundlage der Berichte des Vorstands fasste der Aufsichtsrat nach Prüfung und Beratung Beschlüsse, soweit dies erforderlich war. Auch außerhalb von Sitzungen hat der Vorstand die Aufsichtsratsmitglieder über die aktuelle Geschäftsentwicklung informiert. Zudem besprach der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand die Perspektiven und die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens und informierte sich über aktuelle Themen und Ereignisse. Die Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung durch den Vorstand waren nicht zu beanstanden.

Im Geschäftsjahr 2012 hielt der Aufsichtsrat sechs Präsenzsitzungen und vier telefonische Sitzungen ab und fasste zusätzlich Beschlüsse im schriftlichen Verfahren. Die Präsenz bei den Aufsichtsratssitzungen lag im Berichtsjahr mit einem Durchschnitt von über 97 Prozent sehr hoch: mit Ausnahme von drei Sitzungen, an denen jeweils elf der zwölf Aufsichtsratsmitglieder teilnahmen, tagte der Aufsichtsrat stets in voller Besetzung. Kein Aufsichtsratsmitglied hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Die Ausschüsse tagten 2012 mit Ausnahme zweier Sitzungen des Personalausschusses und einer Sitzung des Nominierungsausschusses ebenfalls jeweils in vollzähliger Besetzung.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht in Ziffer 5.5.3 vor, dass der Aufsichtsrat in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren soll. Im Aufsichtsrat der freenet AG wurde über das Vorliegen eines möglichen Interessenkonfliktes bei Niclas Rauscher im Hinblick auf die Billigung des Jahresabschlusses 2011 diskutiert. Niclas Rauscher war unter anderem in seiner Funktion als Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Gesellschaft mit Bilanzierungsfragen befasst, die sich in ähnlicher Form bei der Drillisch AG stellten. Niclas Rauscher ist Mitglied des Vorstands der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die ihrerseits Abschlussprüferin der Drillisch AG ist. Zur Vermeidung jeglichen Risikos hatte Niclas Rauscher sein Amt im Prüfungsausschuss am 23. Februar 2012 niedergelegt und bei der Besprechung des Jahresabschlusses 2011 im Prüfungsausschuss nicht mitgewirkt. Statt Niclas Rauscher hatte der Aufsichtsrat Maarten Henderson für die Zeit bis zur ordentlichen Hauptversammlung 2012 zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestellt. Der Aufsichtsrat hat über diesen Sachverhalt bereits in seinem letztjährigen Tätigkeitsbericht sowie auf der ordentlichen Hauptversammlung am 9. Mai 2012 berichtet.

Im Übrigen wurden Sachverhalte, die Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern begründen können und die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, dem Aufsichtsrat gegenüber nicht offengelegt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Regelmäßige Sitzungsinhalte im Plenum waren

die aktuelle Geschäftsentwicklung,
die Markt- und Wettbewerbssituation und
die Finanzlage und Finanzierungssituation der Gesellschaft.

In der Sitzung vom 22. März 2012 war der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 zentraler Sitzungsinhalt. Gemeinsam mit den Abschlussprüfern der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers wurden die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung diskutiert. Aufgrund eigener Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen das Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer und folgte der Empfehlung des Prüfungsausschusses, indem er den Jahresabschluss und den Konzernabschluss billigte. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Weitere Punkte dieser Sitzung waren die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2012 und die Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat ferner über die Geschäftsentwicklung, aktuelle strategische Projekte und den Stand der Kapitalmarktkommunikation.

Im Rahmen einer telefonisch durchgeführten Sitzung am 29. März 2012 setzte der Aufsichtsrat die Beratungen zu seinen Beschlussvorschlägen an die Hauptversammlung fort und beschloss über die Kandidatenvorschläge für die Wahlen zum Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung.

Am 9. Mai 2012 befasste sich der Aufsichtsrat erneut mit den Kandidatenvorschlägen in Ansehung der zwischenzeitlich angekündigten Gegenanträge zu den Beschlussvorschlägen an die Hauptversammlung. Ebenfalls am 9. Mai 2012 fand im Anschluss an die Hauptversammlung die konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats in der neuen Besetzung statt, in welcher Dr. Hartmut Schenk zum Vorsitzenden gewählt wurde und die Ausschüsse neu besetzt wurden. Robert Weidinger wurde zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt.

Am 5. Juni 2012 berichtete der Vorstand ausführlich über die Geschäftsentwicklung und über strategische Planungen. Der Aufsichtsrat befasste sich mit der Aufgabenverteilung der bestehenden Ausschüsse und des Plenums und bestätigte die Funktionen der bestehenden Ausschüsse. Gemeinsam mit dem Vorstand gab der Aufsichtsrat eine unterjährige Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ab und fasste Beschluss über eine redaktionelle Satzungsänderung infolge der Umfirmierung des ehemals elektronischen Bundesanzeigers.

In einer telefonisch durchgeführten Sitzung am 6. August 2012 berieten die Aufsichtsratsmitglieder über ein aktuelles Merger & Acquisitions-Projekt („M&A-Projekt"), mit dem sich im Vorfeld bereits das Präsidium auseinandergesetzt hatte. Weiteres Thema war eine klarstellende Ergänzung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder im Hinblick auf die jeweiligen Verantwortungsbereiche.

Wegen des Ausscheidens von Matthias Schneider aus dem Aufsichtsrat, der sein Amt zum 31. August 2012 niedergelegt hatte, wurden am 20. September 2012 Nachbesetzungen im Präsidium und im Prüfungsausschuss vorgenommen. Auf dieser Sitzung wurden ebenfalls die Ergebnisse einer Effizienzprüfung des Aufsichtsrats diskutiert. Weiteres Thema war der vom Vorstand vorgestellte Plan zum Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der MOTION TM, die nach intensiver Diskussion im Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen wurde. Der Vorstand stellte dem Aufsichtsrat erstmals seine Überlegungen zur Optimierung der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft durch Ausgabe eines Schuldscheindarlehens vor und diskutierte diese gemeinsam mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats. Der Begebung dieses Schuldscheindarlehens stimmte der Aufsichtsrat im Rahmen einer telefonischen Sitzung am 26. Oktober 2012 zu.

Am 10. Dezember 2012 setzte sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Strategie der Gesellschaft für 2013 sowie die nächsten Jahre auseinander und diskutierte mit dem Vorstand Möglichkeiten zu Ausbau und Erweiterung des heutigen Produkt- und Serviceportfolios in den Bereichen Telekommunikation, Internet und Energie auf den Gesamtbereich Digital Lifestyle. Ebenfalls stimmte der Aufsichtsrat dem Erwerb der GRAVIS Computervertriebsgesellschaft mbH zu, der zuvor Gegenstand von Beratungen des Präsidiums war. In dieser Sitzung wurde zudem das Budget für 2013 verabschiedet und Beschluss gefasst über die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex.

Nach Geschäftsjahresende fand am 25. März 2013 eine Sitzung des Plenums mit der Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2012 als zentralem Inhalt statt. Die Einzelheiten hierzu sind Gegenstand des gesonderten Abschnitts „Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2012” in diesem Bericht. Weitere Themen waren die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2013 und die Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung.

Arbeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat ein Präsidium und fünf weitere Ausschüsse eingerichtet. Die generellen Aufgaben, die Arbeitsweise und die Besetzung der einzelnen Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung näher beschrieben.

Präsidium

Das Präsidium befasste sich in zwei Präsenzsitzungen 2012 mit aktuellen M&A-Projekten, unter anderem beschäftigten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zum Erwerb der Gravis - Computervertriebsgesellschaft mbH.

Personalausschuss

Die Mitglieder des Personalausschusses fanden sich 2012 zu insgesamt drei Präsenz- und einer telefonisch abgehaltenen Sitzung zusammen. In seiner ersten Sitzung 2012 diskutierte der Ausschuss einen potenziellen Interessenkonflikt von Niclas Rauscher im Hinblick auf seine Funktion als Vorsitzender des Prüfungsausschusses vor dem Hintergrund, dass Niclas Rauscher Vorstandsmitglied der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist, die ihrerseits Abschlussprüferin der Drillisch AG ist. Ebenfalls stellte der Ausschuss fest, ob und inwieweit die Parameter für die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder für 2011 erreicht wurden, legte neue Parameter für die Zielvereinbarungen für das Geschäftsjahr 2012 fest und schlug diese dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vor.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss befasste sich in vier Präsenzsitzungen regelmäßig mit den aktuellen Prüfungsschwerpunkten der Bilanzierung und erörterte sie mit den Abschlussprüfern. Intensiv setzten sich die Ausschussmitglieder mit dem Geschäftsbericht, dem Halbjahresbericht und den Zwischenberichten auseinander. Regelmäßig standen auch die Situation der Finanzierung, der Status des Risikomanagements, der Internen Revision und der Compliance zur Diskussion und die verantwortlichen Manager erstatteten dem Ausschuss Bericht. Zusätzlich zu den ordentlichen Sitzungen hielt der Prüfungsausschuss am 21. Juni 2012 eine Informationsveranstaltung ab, in der sich die neugewählten Mitglieder über die Organisation und Verantwortlichkeiten im Finanzbereich informierten und die jeweils verantwortlichen Manager das Konzernrechnungswesen, die Bereiche Controlling inklusive Risikomanagement und internem Kontrollsystem, Compliance und Interne Revision vorstellten.

Der Schwerpunkt der Arbeit des Prüfungsausschusses lag auf der Begleitung der Jahresabschlussprüfung, die durch den Wechsel des Abschlussprüfers aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 9. Mai 2012 besondere Aufmerksamkeit erforderte. Hierzu

holte der Ausschuss die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex ein,
überwachte die Unabhängigkeit des Prüfers sowie die Umsetzung des Prüfungsauftrags,
legte die Schwerpunkte der Abschlussprüfung fest und
bereitete die Beschlüsse des Aufsichtsrats über den Jahres- und Konzernabschluss sowie den Vorschlag zur Gewinnverwendung und die Vereinbarungen mit dem Abschlussprüfer vor.

Vermittlungsausschuss

Der Vermittlungsausschuss musste in 2012 nicht einberufen werden.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss befasste sich 2012 im Nachgang zu einer ersten Beratung in 2011 weiter mit Kandidatenvorschlägen für die 2012 anstehenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat. Dazu hielt er neben vielen informellen Gesprächen eine Sitzung ab, in der die Kandidatenvorschläge beraten und anschließend dem Plenum zur Beschlussfassung vorgelegt wurden. Hintergrund war hier die mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2012 endende Amtszeit aller Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2012

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 und der Lagebericht der freenet AG wurden von der RBS RoeverBroennerSusat GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses entsprechend dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 9. Mai 2012 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der freenet AG zum 31. Dezember 2012 wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch diesen Konzernabschluss und den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Über die Prüfung wurde im Prüfungsausschuss am 26. Februar 2013 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 25. März 2013 berichtet und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses in beiden Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts sowie des vom Vorstand vorgelegten Gewinnverwendungsvorschlags hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Der Aufsichtsrat ist der Empfehlung des Prüfungsausschusses gefolgt und hat in der Sitzung am 25. März 2013 den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.

Zudem hat der Aufsichtsrat der Empfehlung des Prüfungsausschusses vom 26. Februar 2013 folgend - einen Beschluss zum Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung gefasst. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 25. März 2013 den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands geprüft und mit dem Abschlussprüfer erörtert. Hieran anschließend hat der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zugestimmt und sich diesem angeschlossen.

Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat

Vorstand

Im Geschäftsjahr 2012 gab es keine Veränderungen in der Besetzung des Vorstands.

Aufsichtsrat

Mit Ablauf der Hauptversammlung vom 9. Mai 2012 endeten die Amtszeiten der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung wählte die bisherigen Mitglieder Dr. Hartmut Schenk und Achim Weiss erneut in den Aufsichtsrat. Maarten Henderson, Dr. Christof Aha, Dr. Arnold Bahlmann und Niclas Rauscher schieden mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat aus. Für sie wurden Robert Weidinger, Marc Tüngler, Thorsten Kraemer und Prof. Dr. Helmut Thoma neu in den Aufsichtsrat gewählt. Ebenfalls zum Ende der Hauptversammlung am 9. Mai 2012 schied der Arbeitnehmervertreter Hans-Jürgen Klempau aus dem Aufsichtsrat aus. Für ihn bestellte das Amtsgericht Kiel Gesine Thomas mit Wirkung ab dem 9. Mai 2012 in den Aufsichtsrat. Im Anschluss an die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Dr. Hartmut Schenk zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Für Matthias Schneider, der sein Amt im Aufsichtsrat zum 31. August 2012 niederlegte, rückte Angela Witzmann als Arbeitnehmervertreterin mit Wirkung ab dem 1. September 2012 in den Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat dankt allen ausgeschiedenen Mitgliedern für ihre konstruktiven und sachkundigen Beiträge sowie für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Aufsichtsrat spricht den Vorstandsmitgliedern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften Dank und Anerkennung für ihr persönliches Engagement und die geleistete Arbeit aus.

Büdelsdorf, den 25. März 2013

Für den Aufsichtsrat

Dr. Hartmut Schenk

Datum der Billigung des Konzernabschlusses: 25.03.2013

Erklärung nach § 161 AktG

Die freenet AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 5. Juni 2012 im Zeitraum bis zum 15. Juni 2012 den Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 26. Mai 2010 und seit dem 15. Juni 2012 den Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Abweichungen entsprochen und beabsichtigt, den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012, soweit es hierzu nachfolgend seitens der Gesellschaft keine abweichende Erklärung gibt, auch zukünftig zu entsprechen.

1. Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist keine Vereinbarung eines Selbstbehalts vorgesehen, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Mitglieder des Aufsichtsrats selbstverständliche Pflicht. Ein Selbstbehalt müsste zudem wegen des Gleichheitssatzes einheitlich festgesetzt werden, obwohl die persönlichen Verhältnisse der Aufsichtsratsmitglieder variieren. Ein Selbstbehalt würde die Aufsichtsratsmitglieder daher unterschiedlich belasten. In Anbetracht gleicher Pflichten erscheint das nicht angemessen. (Kodex-Ziffer 3.8 Abs. 3)
2. Für die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder ist keine Altersgrenze festgelegt. Es ist nach Auffassung des Aufsichtsrats nicht einsichtig, warum qualifizierte Personen mit großer Berufs- und Lebenserfahrung allein aufgrund ihres Alters nicht als Kandidaten in Betracht gezogen werden sollen. (Kodex-Ziffern 5.1.2 Satz 6 und 5.4.1 Satz 2)
3. Konkrete Ziele für seine Zusammensetzung unter Berücksichtigung von spezifischen Thematiken, die im Kodex mit „Vielfalt (Diversity)" bzw. „angemessener Beteiligung von Frauen" bezeichnet sind, wurden bisher und sind auch künftig vom Aufsichtsrat nicht festgelegt. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass derartige Festlegungen gegenüber anderen Kriterien für Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern nicht sachgerecht sind, und möchte über Vorschläge zu seiner Zusammensetzung in der jeweiligen konkreten Situation individuell entscheiden. Mangels Festlegung konkreter Ziele erfolgt auch keine Veröffentlichung der Ziele und ihrer Umsetzung im Corporate Governance Bericht. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2 und Abs. 3)
4. Der Aufsichtsrat hält die Benennung eines konkreten Ziels für die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinn von Ziffer 5.4.2 nicht für sinnvoll und weicht daher seit dem 15. Juni 2012 von dieser in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 neu aufgenommenen Empfehlung ab. Hierbei erkennt er selbstverständlich die hohe Bedeutung der Unabhängigkeit seiner Mitglieder an. Wesentlich für eine effektive Ausübung seiner Kontrolltätigkeit erscheint dem Aufsichtsrat insofern die Unabhängigkeit seiner Mitglieder vom Vorstand. Die Definition der Unabhängigkeit in Ziffer 5.4.2 geht jedoch darüber hinaus. Der Aufsichtsrat erachtet sie daher als zu weitgehend. Zudem sind die Umstände, aus denen sich ein Interessenkonflikt ergeben kann, nicht eindeutig geregelt. Die Vorgabe konkreter Ziele würde damit zu Unsicherheiten führen. Schließlich ist der Aufsichtsrat auch insofern der Auffassung, dass sich aus einem konkreten Ziel ergebende Beschränkungen gegenüber anderen Kriterien für Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern nicht sachgerecht sind, und möchte über Vorschläge zu seiner Zusammensetzung in der jeweiligen konkreten Situation individuell entscheiden. Mangels Festlegung eines konkreten Ziels erfolgt keine Veröffentlichung eines Ziels und seiner Umsetzung im Corporate Governance Bericht. (Kodex-Ziffern 5.4.1 Abs. 2 und Abs. 3)
5. Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 in ihrer seit dem 15. Juni 2012 geltenden Fassung empfiehlt, dass eine variable Vergütung des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die variable Vergütung des Aufsichtsrats bemisst sich gem. § 11 Abs. 5 der Satzung nach der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass sich diese Form der variablen Vergütung in der Vergangenheit bewährt hat. Der Aufsichtsrat ist zudem der Auffassung, dass die dem Kapitalmarkt kommunizierte, an den freien Cashflow anknüpfende Dividendenpolitik der Gesellschaft auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist. Aus seiner Sicht dient daher auch die Anknüpfung der variablen Vergütung an diese Dividendenstrategie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Eine Anpassung der variablen Vergütung des Aufsichtsrats ist aus diesem Grund nicht vorgesehen. (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2)

Büdelsdorf, im Dezember 2012

Der Aufsichtsrat

Der Vorstand

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

freenet AG, Büdelsdorf

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den im festgestellten Jahresabschluss der freenet AG zum 31.12.2012 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von Euro 400.140.644,16 wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von Euro 1,35 je dividendenberechtigter Stückaktie, d. h. Euro 172.814.871,60 als Gesamtbetrag der Dividende, und Vortrag des Restbetrags in Höhe von Euro 227.325.772,56 auf neue Rechnung. Die Dividende ist am 24. Mai 2013 zahlbar.

Gesamtbetrag der Dividende Euro 172.814.871,60
Vortrag auf neue Rechnung Euro 227.325.772,56
Bilanzgewinn Euro 400.140.644,16