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freenet AG Annual Report 2010

Apr 28, 2011

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Annual Report

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Publication

freenet AG

Büdelsdorf

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Konzernlagebericht

Inhaltsverzeichnis

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

1.1 Geschäftstätigkeit

1.2 Produktmarken

1.3 Konzernstruktur

1.4 Marktentwicklung 2010

1.5 Entwicklung

1.6 Produkte

2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.1 Vorbemerkungen zur Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr

2.2 Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2010

2.3 Die wesentlichen Positionen des Konzernabschlusses

3. Nachhaltigkeitsbericht

3.1 Personal

3.2 Soziales Engagement

3.3 Umweltschutz

4. Nachtragsbericht

5. Risikobericht

5.1 Risikomanagement

5.2 Die wesentlichen Risiken

5.3 Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§289 Abs. 5 und §315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

6. Übernahmerelevante Angaben nach §315 Abs. 4 HGB

7. Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats

7.1 Vorstandsvergütung

7.2 Aufsichtsratsvergütung

8. Chancen- und Prognosebericht

8.1 Chancenbericht

8.2 Prognosebericht

Wichtiger Hinweis:

Dieser Konzernlagebericht (Lagebericht) sollte im Kontext mit den geprüften Konzernfinanzdaten und den Konzernanhangsangaben gelesen werden.

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen; Aussagen, die nicht auf historischen Tatsachen, sondern auf aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen. Zukunftsaussagen sind immer nur zum Zeitpunkt gültig, zu dem sie gemacht werden. Die freenet AG übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten neuer Informationen zu überarbeiten. Zukunftsaussagen unterliegen per se Risiken und Unsicherheiten. Wir möchten deshalb deutlich darauf hinweisen, dass eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ergebnisse dahingehend beeinflussen können, dass diese von den prognostizierten wesentlich abweichen. Einige dieser Faktoren sind im Abschnitt „Risikobericht“ und in weiteren Teilen dieses Berichts beschrieben.

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

1.1 Geschäftstätigkeit

Die freenet Group ist der größte netzunabhängige Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Der Konzern bietet seinen Kunden ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten insbesondere aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste.

Als Mobilfunk-Service-Provider verfügt die freenet Group über keine eigene Netzinfrastruktur; vielmehr vermarktet sie unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung Mobilfunkdienstleistungen der Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 in Deutschland. Die mit den genannten Gesellschaften geschlossenen Netzbetreiberverträge bilden dabei die Grundlage des operativen Geschäfts: Auf deren Basis kauft das Unternehmen Mobilfunkleistungen bei den Netzbetreibern als Vorleistungen ein, um diese an seine Endkunden zu vermarkten. Neben den eigenen netzunabhängigen Diensten und Tarifen im Vertrags-, Prepaid- und No-frills-Bereich bietet das Unternehmen auch die Tarife der Netzbetreiber an.

Darüber hinaus vertreibt die freenet Group Mobilfunk-Endgeräte und zusätzliche Dienste im Bereich der mobilen Datenkommunikation.

Als Vertriebskanäle dienen dabei vor allem die eigene Shopkette mit knapp 600 Shops, eine große Präsenz in Elektronik- und Flächenmärkten zu der beispielsweise eine Vertriebsvereinbarung mit der Media-Saturn Deutschland GmbH zählt sowie der Online- und Direktvertrieb. Damit verfügt der Konzern über die größte netzunabhängige Vertriebsplattform für Mobilfunkprodukte in Deutschland. Der Vermarktungsschwerpunkt liegt dabei im Wesentlichen auf dem Endkundengeschäft mit Privathaushalten in Deutschland.

Darüber hinaus betreibt das Unternehmen ein Online-Portal und bietet zunehmend auch Inhalte für das mobile Internet an. Das Portalgeschäft der freenet Group wird abgerundet durch die Online-Vermarktungsagentur freeXmedia.

1.2 Produktmarken

Mit der Hauptmarke „mobilcom-debitel“ positioniert sich das Unternehmen als Deutschlands größter netzunabhängiger Telekommunikationsanbieter im Wettbewerb. Zu den Stärken der Marke zählen die netzunabhängige, bedarfsorientierte Kundenberatung zu ausgewählten Mobilfunk-Produkten und -Services sowie die große Kundennähe durch die größte netzunabhängige Vertriebsplattform für Mobilfunkprodukte in Deutschland.

Mit ihren No-frills-Marken „klarmobil“, „freenetMobile“ und „callmobile“ zählt die freenet Group zu den führenden Mobilfunk-Discountern in Deutschland. Die Produkte sind über das Internet, via Hotline oder im Einzelhandel erhältlich.

1.3 Konzernstruktur

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich der Konzern vom Mehrwertdienstegeschäft getrennt. Die Next-ID GmbH sowie Next ID technologies GmbH, in denen dieser Geschäftsbereich gebündelt war, wurden an die mr. net group GmbH & Co. KG verkauft.

Innerhalb des Konzerns wurden die beiden wesentlichen Gesellschaften im Mobilfunksegment umfirmiert, um eine Übereinstimmung mit dem Markenauftritt herzustellen. Die ehemalige debitel AG firmiert nun unter mobilcom-debitel AG und die ehemalige mobilcom Communicationstechnik GmbH unter mobilcom-debitel GmbH.

In der Übersicht über die wesentlichen Konzerngesellschaften wird zudem nun auch die mobilcom-debitel Logistik GmbH aufgeführt, um ihrer Bedeutung im Konzern Rechnung zu tragen.

Wesentliche Konzerngesellschaften:

1.4 Marktentwicklung 2010

Gesamtmarkt

Im Laufe des Jahres 2010 hat sich die Weltwirtschaft von der schweren Krise der beiden Vorjahre weitgehend erholt. In Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 3,6 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren neben kräftigen Impulsen durch stark ansteigende Exporte, insbesondere nach Asien, auch die zunehmende Binnennachfrage in der Bundesrepublik.

Telekommunikationsmarkt

Der Telekommunikationsmarkt in Deutschland war im Gegensatz zu der Entwicklung an den Weltmärkten nur wenig volatilen Entwicklungen ausgesetzt. Er verzeichnete nach Zahlen der Unternehmensberatung Dialog Consult und des Branchenverbands VATM im vergangenen Geschäftsjahr erneut einen Umsatzrückgang.

Während bei anhaltend hoher Wettbewerbsintensität der Umsatz in der klassischen Festnetztelefonie weiterhin rückläufig war, zeigte der Mobilfunkmarkt erstmals seit 2005 im Jahresvergleich wieder leicht steigende Umsätze. Getragen wird dieses Wachstum durch die im Vergleich zum Vorjahr stärkere Nutzung des Handys für Gespräche (+3,2%) und die Verdreifachung des Datenvolumens. Insgesamt legte der Mobilfunkumsatz im Jahresvergleich aber nur um 0,8 Prozent zu, da die Endkundenpreise sowohl in der Telefonie als auch bei der mobilen Datenübertragung in 2010 weiter gesunken sind.

Der Non-Voice-Anteil an den Mobilfunkumsätzen in Deutschland stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent. Begünstigt durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones wuchs der Anteil der Datenumsätze an den Non-Voice-Umsätzen von 51,5 Prozent in 2009 auf 55,8 Prozent in 2010.

Die Telekom bleibt in 2010 mit einem Umsatzanteil von 30,1 Prozent Marktführer im Mobilfunk, dicht gefolgt von Vodafone mit 29,8 Prozent. An dritter Stelle folgen freenet und E-Plus, die jeweils beide nach Schätzungen von Dialog Consult und VATM einen Marktanteil von 13,3 Prozent erreichen. O2 hält einen Marktanteil von 12,1 Prozent und Drillisch liegt bei 1,4 Prozent.

Die Gesamtzahl der aktiven SIM-Karten stagnierte nach Schätzungen von Dialog Consult und VATM bei 108,3 Millionen; dies ist nicht zuletzt auf Bereinigungen inaktiver SIM-Karten im Prepaid-Bereich insbesondere bei der Telekom zurückzuführen. Offensichtlich nähert sich der Mobilfunkmarkt hinsichtlich der Teilnehmerzahl aber auch seiner Sättigungsgrenze.

1.5 Entwicklung

Die freenet AG ist mit ihrer Ausrichtung auf mobile Sprach- und Datendienste als Dienstleister im Telekommunikationsmarkt tätig. Insofern unterhält das Unternehmen keine eigene klassische Abteilung für Forschung und Entwicklung.

Gleichwohl machen es der rasante technologische Fortschritt und der starke Wettbewerb in diesem Bereich erforderlich, sich kontinuierlich mit den Trends am Markt auseinanderzusetzen und das eigene Produkt- und Dienstleistungsportfolio an neue Markt- und Kundenanforderungen anzupassen. Durch die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung innovativer Angebote sichert sich die freenet AG damit langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit.

1.6 Produkte

Geprägt wurde der Telekommunikationsmarkt im vergangenen Jahr wie auch schon in 2009 durch Entwicklungen im Bereich des mobilen Internets. Neue Technologien und Endgeräte (Smartphones, Netbooks und Surfsticks) sowie die ansteigende Verfügbarkeit mobiler Inhalte in Verbindung mit einem weiter voranschreitenden Ausbau der Datennetze haben die Konvergenz von Mobilfunk und Internet weiter vorangetrieben.

Vor diesem Hintergrund hat die freenet AG im Rahmen ihres Geschäftsmodells ihr Portfolio an Tarifen, Produkten und Dienstleistungen rund um mobile Sprach- und Datendienste im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter ausgebaut und auf neue Kundenanforderungen abgestimmt, um so die Kundenzufriedenheit und -bindung nachhaltig zu stärken.

Im Mobilfunk etablierte die freenet AG in der zweiten Jahreshälfte 2010 mit dem neuen free Tarif ein innovatives Tarifkonzept. Dieses nutzt die besondere Positionierung der freenet AG als netzunabhängigen Anbieter und ermöglicht damit dem Kunden größtmögliche Unabhängigkeit in seiner Entscheidung: Er kann nach dem Baukastenprinzip einen maßgeschneiderten Mobilfunktarif nach seinen individuellen Bedürfnissen zusammenstellen und dabei jeden Monat zwischen D-Netz, O2 sowie E-Plus wählen. Der Basistarif sieht keinen Mindestumsatz vor und ist innerhalb eines Monats kündbar. Zubuchbare Optionen umfassen diverse Sprach- und Datenflatrates sowie ein SMS-Paket. Wer zusätzlich ein modernes Smartphone benötigt, muss sich für 24 Monate vertraglich binden.

Ein weiteres attraktives Produktportfolio zum einfachen Telefonieren und mobilen Surfen im Internet war mit den neuen e@sy-Tarife n Anfang April entstanden. Diese bieten eine Internet-Flatrate sowie die Wahl unter drei Varianten für Gespräche in alle deutschen Mobilfunknetze und ins nationale Festnetz mit unterschiedlich günstigen Minutenpreisen und Mindestumsätzen, und sind für alle Netze verfügbar.

Mit dem „Internet Starter“ führte die freenet AG ebenfalls im Juli erstmals eine Tages-Flatrate fürs Handysurfen ein — und zwar als vorinstallierte Option in allen Sprachtarifen und allen vier deutschen Mobilfunknetzen. Der feste Tagesnutzungspreis fällt dabei nur bei tatsächlicher Nutzung des mobilen Internets für den jeweiligen Kalendertag an.

Dem Trend zur mobilen Internetnutzung hat die freenet AG jedoch nicht nur durch die Einführung attraktiver Tarife Rechnung getragen. Auch der Ausbau ihres Angebots an neuesten Endgeräten trug dazu bei, dass die freenet AG im abgelaufenen Geschäftsjahr über eine halbe Million neue Kunden ins mobile Internet brachte.

Einen Meilenstein markierte dabei der Vertriebsstart des Apple iPhone 3G und des Apple iPhone 3GS, sowie später des Apple iPhone 4, das die freenet AG neben der Deutschen Telekom ab der ersten Jahreshälfte in ihren eigenen Shops, in allen Media-Märkten und Saturn-Filialen sowie bei ausgesuchten Fachhändlern anbot. Seit dem vierten Quartal vermarktet die freenet AG das iPhone von Apple jetzt auch in Kooperation mit den Netzbetreibern Vodafone und O2. Dabei kam es im Berichtsjahr aufgrund der überaus großen Kundennachfrage zu Lieferengpässen.

Im November 2010 schloss die freenet AG zudem eine strategische Partnerschaft mit BlackBerry. Die Kooperation ermöglicht es der Gesellschaft, ihren Kunden noch mehr hochwertige Smartphones aus dem Hause BlackBerry zum Ausprobieren in den Shops zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus erweiterte die freenet AG qualitativ und quantitativ auch ihr Angebot an anderen hochwertigen Smartphones in ihren Shops – so etwa um Geräte der Hersteller HTC und Sony Ericsson oder um das neue Entertainment- und Multitasking-Flaggschiff Nokia N8.

Im November führte die freenet AG außerdem die mobilcom-debitel „Surf Box“ ein, die den Zugang zu mobilem High-Speed Internet mit einer für Datenkommunikation freigeschalteten SIM-Karte überall dort ermöglicht, wo ein entsprechendes Mobilfunk- oder WLAN-Netz verfügbar ist.

Im Discount-Bereich belegt die freenet AG regelmäßig Spitzenplätze in den jeweiligen Segmenten der Wenig-, Normal- und Vielnutzer. Im Jahresverlauf 2010 wurde diese herausgehobene Wettbewerbspositionierung durch neue Angebote rund um mobile Sprach- und Datendienste untermauert.

So startete im Juni für Neueinsteiger ins mobile Internet die Produktmarke „freenetMobile“, basierend auf der Kooperation zwischen den Konzernmarken „klarmobil“ und „freenet.de“. Sie ermöglicht günstiges Telefonieren und die kostenlose Nutzung mobiler Inhalte und Services von freenet.de: Die Kunden telefonieren und schreiben SMS für einheitlich 8 Cent pro Minute in alle deutschen Netze — ohne Grundgebühren, Mindestumsatz und Vertragslaufzeiten. Zusätzlich können sie kostenlos und unbegrenzt jederzeit auf aktuelle Nachrichten und begehrte Dienste des mobilen freenet.de-Portals zugreifen, bis hin zur mobilen E-Mail-Nutzung von freenetMail.

Die Marke „callmobile“ schließlich konnte sich – nachdem die callmobile GmbH & Co. KG einen entsprechenden Kooperationsvertrag mit Vodafone geschlossen hatte – aufgrund der attraktiven Konditionen mit einem Minutentarif von 9 Cent inklusive 10 Freiminuten monatlich in alle Netze gleich nach dem Start den 1. Platz in der Hitliste der Stiftung Warentest vom September 2010 sichern.

2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.1 Vorbemerkungen zur Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr

Bei einem Vergleich des Konzernabschlusses 2010 mit den angepassten Vorjahreszahlen ist bezüglich des Ergebnisses aus aufgegebenen Geschäftsbereichen zu beachten, dass in 2009 die Bereiche „DSL-Geschäft“ (11 Monate konsolidiert) und „STRATO Gruppe“ (12 Monate konsolidiert) zu den aufgegebenen Geschäftsbereichen zählten. Diese gingen in 2010 aufgrund der in 2009 vorgenommenen Endkonsolidierung nicht mehr mit Ergebnissen aus ihrer operativen Geschäftstätigkeit, sondern nur noch mit Ergebnissen aus nachträglichen Kaufpreisanpassungen sowie mit nachlaufenden Aufwendungen und Erträgen von zu vernachlässigender Bedeutung in den Konzernabschluss ein. Der im Vorjahr 2009 erzielte Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen wurde maßgeblich durch den Gewinn aus der Veräußerung der Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ und „STRATO Gruppe“ beeinflusst.

Eine sehr geringe retrospektive Anpassung der Vorjahresvergleichszahlen erfolgte bezüglich der Darstellung des Geschäftsbereichs „Next ID“ in der Gewinn- und Verlustrechnung als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5.

Soweit in den nachstehenden Ausführungen ein Vorjahresvergleich erfolgt, wird mit den entsprechend retrospektiv angepassten Vergleichszahlen des Vorjahres verglichen.

2.2 Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2010

Im Geschäftsjahr 2010 konnte die freenet Group trotz des Rückgangs der Konzernumsatzerlöse und des Konzernrohertrags wesentliche Ergebniskennzahlen wie Konzern-EBITDA, -EBIT und -EBT sowie Konzernergebnis aus weitergeführten Geschäftsbereichen gegenüber dem Vorjahr steigern. Das Konzernergebnis wurde gegenüber dem Vorjahr verringert ausgewiesen aufgrund eines in 2009 höheren Konzernergebnisses aus aufgegebenen Geschäftsbereichen, bedingt durch Gewinne aus dem Verkauf des „DSL-Geschäfts“ sowie der „STRATO Gruppe“. Aufgrund der Erwirtschaftung eines Free Cashflows von 211,7 Millionen Euro, der sich gegenüber dem Vorjahr leicht reduzierte, aber auf hohem Niveau stabilisierte, konnten die Netto-Finanzschulden von 789,8 Millionen Euro (Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 2010) auf 623,1 Millionen Euro zum 31. Dezember 2010 verringert werden.

Diese Ergebnisse bestätigen die freenet AG ein weiteres Mal in der konsequenten Weiterführung der gewählten Ausrichtung auf das Kerngeschäftsfeld mobile Sprach- und Datendienste.

2.3 Die wesentlichen Positionen des Konzernabschlusses

Die folgende Übersicht zeigt einige wichtige Kennzahlen des Konzerns:

In Tsd. € 2010 2009 Ergebnisveränderung
Umsatzerlöse 3.339.504 3.601.786 -262.282
Rohertrag 720.305 762.634 -42.329
EBITDA 334.943 327.025 7.918
EBIT 145.501 124.587 20.914
EBT 102.640 36.733 65.907
Konzernergebnis aus weitergeführten Geschäftsbereichen 118.762 17.721 101.041
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -6.295 238.769 -245.064
Konzernergebnis 112.467 256.490 -144.023

Kunden- und ARPU-Entwicklung

In ihrem Kerngeschäftsfeld mobile Sprach- und Datendienste vermarktet die freenet AG unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung Mobilfunkdienstleistungen der vier Netzbetreiber in Deutschland. In einem weiter verschärften Wettbewerb mit starker Preisdynamik fokussiert sich die freenet AG bei ihrer Neukundengewinnung und ihrem Bestandskundenmanagement auf hochwertige Postpaid-Vertragsbeziehungen. Dabei wurde bewusst und planmäßig die Kundenbasis reduziert. Darüber hinaus führte im abgelaufenen Geschäftsjahr, wie auch schon in 2009, ein sogenannter technischer Churn im Prepaid-Geschäft, insbesondere in Folge von Ausbuchungen inaktiver SIM-Karten durch die Netzbetreiber, erneut zu deutlichen, jedoch ergebnisneutralen Kundenverlusten. Hingegen konnte die Kundenbasis im Discountbereich insbesondere durch die Fokussierung auf Daten- und Flatrateprodukte weiter ausgebaut werden. Insgesamt reduzierte sich der Teilnehmerbestand im Mobilfunk von 17,58 Millionen zum Ende des Geschäftsjahres 2009 auf 15,65 Millionen Teilnehmern Ende 2010. Er setzt sich zusammen aus 6,11 Millionen Vertragskunden (ohne No-frills), 7,58 Millionen Prepaidkunden sowie 1,97 Millionen No-frills-Kunden.

Mit der beschriebenen Konzentration auf hochwertige Postpaid-Vertragsbeziehungen ist es der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 gelungen, den ARPU-Rückgang der vergangenen Jahre fast vollständig zu stoppen. So entwickelten sich die ARPUs im Vertragskundenbereich von 24,2 Euro in 2009 auf 24,0 Euro in 2010 und im Prepaid-Bereich von 3,0 Euro in 2009 auf 3,2 Euro in 2010. Im No-frills-Bereich lag der ARPU im Geschäftsjahr 2010 mit 4,9 Euro unter dem Vorjahreswert von 5,4 Euro.

Umsatz- und Ertragslage

Die Konzernumsätze verringerten sich gegenüber dem Vorjahr von 3.601,8 Millionen Euro auf 3.339,5 Millionen Euro. Das Segment Mobilfunk steuerte über 97 Prozent, bzw. 3.265,6 Millionen Euro zu den Segmentumsätzen bei (2009: 3.508,8 Millionen Euro). Die verbleibenden sonstigen Umsätze trugen die Bereiche Portalgeschäft, Schmalband sowie B2B-Services bei.

Die Rohertragsmarge erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 21,6 Prozent (2009: 21,2 Prozent). Infolge der im Jahresvergleich verminderten Umsatzerlöse reduzierte sich der Rohertrag im Geschäftsjahr 2010 auf 720,3 Millionen Euro, verglichen mit 762,6 Millionen Euro in 2009.

Der Personalaufwand im Konzern konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich von 199,7 Millionen Euro um 50,3 Millionen Euro auf 149,3 Millionen Euro verringert werden. Damit liegt die Personalaufwandsquote im Geschäftsjahr 2010 bei 4,5 Prozent, verglichen mit 5,5 Prozent in 2009. Der Rückgang des Personalaufwands erklärt sich maßgeblich aus dem Rückgang der Anzahl der Beschäftigten im Jahresverlauf um 422, bedingt insbesondere durch kontinuierliche Effizienzsteigerungen und Restrukturierungen im operativen Geschäft. Die im Personalaufwand enthaltenen Aktienwertsteigerungsrechte haben diesen in 2010 vermindernd um -4,0 Millionen Euro und in 2009 um 2,9 Millionen Euro erhöhend beeinflusst.

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und sonstigen betrieblichen Erträge ergab für 2010 Aufwendungen in Höhe von 247,4 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr (Aufwendungen von 247,8 Millionen Euro) eine Ergebnisverbesserung um 0,4 Millionen Euro bedeutet.

Im Wesentlichen aus der Summe der genannten Effekte ergibt sich im Konzern ein Anstieg des Konzernergebnisses der weitergeführten Geschäftsbereiche vor Abschreibungen und Wertminderungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) auf 334,9 Millionen Euro nach im Vorjahr erreichten 327,0 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2010 wurde das EBITDA durch restrukturierungsbedingte Einmaleffekte in Höhe von 31,6 Millionen Euro (Vorjahr: 65,9 Millionen Euro) belastet. In 2010 entfielen diese Einmaleffekte vor allem auf das Projekt der Zusammenführung der gesamten IT-Systemlandschaft in Folge des debitel-Erwerbs.

Die Abschreibungen und Wertminderungen betrugen 189,4 Millionen Euro gegenüber 202,4 Millionen Euro im Vorjahr. Der leichte Rückgang gegenüber dem Vorjahr erklärt sich dabei in erster Linie aus zurückgegangenen Investitionen. Wie im Vorjahr entfallen die Abschreibungen zum Großteil auf immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen und Markenrechte, die in 2008 durch die Kaufpreisallokation anlässlich des debitel-Erwerbs Eingang in die Konzernbilanz gefunden hatten: während hierauf im Geschäftsjahr 2010 121,6 Millionen Euro abgeschrieben worden waren, betrugen die auf diese Vermögenswerte entstandenen Abschreibungen im Vorjahr 124,9 Millionen Euro.

Das Zinsergebnis als Saldo der Zinserträge und Zinsaufwendungen hat sich mit Netto-Zinsaufwendungen von 42,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (Netto-Zinsaufwendungen von 87,9 Millionen Euro) deutlich verbessert. Das Zinsergebnis entfiel wie in 2009 im Wesentlichen auf die anlässlich des Erwerbs der debitel Group aufgenommenen Finanzschulden gegenüber Banken. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr erklärt sich in erster Linie aus der gesunkenen jahresdurchschnittlichen Netto-Finanzverschuldung in Folge von Tilgungen nach dem Verkauf des „DSL-Geschäfts“ und der „STRATO Gruppe“ zum Ende des Geschäftsjahres 2009, aus den zum 31. Juli 2010 ausgelaufenen Zinsswaps sowie Tilgungen aus dem operativen Cashflow.

Damit wurde in 2010 ein auf die weitergeführten Geschäftsbereiche entfallender Konzerngewinn vor Steuern in Höhe von 102,6 Millionen Euro ausgewiesen – gegenüber dem Vorjahr (36,7 Millionen Euro) eine Steigerung um 65,9 Millionen Euro bzw. 179,6 Prozent.

Das Ergebnis aus Ertragsteuern verbesserte sich gegenüber 2009 um 35,1 Millionen Euro – während im Vorjahr Steueraufwendungen in Höhe von 19,0 Millionen Euro ausgewiesen worden waren, ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr Steuererträge in Höhe von 16,1 Millionen Euro. Diese Verbesserung erklärt sich im Wesentlichen aus einem das Vorjahr betreffenden Einmaleffekt aus latenten Steuern: aufgrund des Verkaufs der „STRATO Gruppe“ und der dadurch in der Mehrjahresplanung des Konzerns weggefallenen zukünftigen Gewinne war es in 2009 zu einer einmaligen Abschreibung auf latente Ertragsteueransprüche aus Verlustvorträgen in Höhe von ca. 25 Millionen Euro gekommen.

In der Folge stieg der Konzerngewinn aus weitergeführten Geschäftsbereichen nach Steuern von im Vorjahr erzielten 17,7 Millionen Euro um 101,1 Millionen Euro auf 118,8 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2010.

Das Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 2010 betrug -6,3 Millionen Euro und entfiel überwiegend auf den Geschäftsbereich „Next ID“, nachdem für die bereits in 2009 veräußerten Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ sowie „STRATO Gruppe“ in 2010 nur noch nachlaufende Erträge und Aufwendungen von geringer Größenordnung sowie Ergebnisse aus nachträglichen Kaufpreisanpassungen resultierten. In 2009 wurde in den aufgegebenen Geschäftsbereichen dagegen ein Gewinn in Höhe von 238,8 Millionen Euro ausgewiesen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass für die drei aufgegebenen Geschäftsbereiche zusammen aus der laufenden Geschäftstätigkeit ein Verlust von 1,1 Millionen Euro erzielt worden war, so dass der genannte Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nahezu in voller Höhe durch den Veräußerungsgewinn von 239,9 Millionen Euro aus dem Verkauf der Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ und „STRATO Gruppe“ zu erklären ist.

Der in 2010 ausgewiesene Konzerngewinn aus weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen addiert sich auf 112,5 Millionen Euro, nachdem sich für das Vorjahr ein Gewinn in Höhe von 256,5 Millionen Euro errechnete.

Vermögens- und Finanzlage

Die folgende Übersicht zeigt einige wichtige Bilanz-Kennzahlen des Konzerns:

Aktiva in Mio. € 31.12.2010 Passiva

in Mio. €
31.12.2010
Langfristiges Vermögen 1.848,4 Eigenkapital 1.134,5
Kurzfristiges Vermögen 694,0 Langfristige und kurzfristige Schulden 1.407,9
Bilanzsumme 2.542,4 Bilanzsumme 2.542,4
Aktiva in Mio. € 31.12.2009 Passiva

in Mio. €
31.12.2009
Langfristiges Vermögen 1.958,2 Eigenkapital 1.047,8
Kurzfristiges Vermögen 1.075,3 Langfristige und kurzfristige Schulden 1.985,8
Bilanzsumme 3.033,5 Bilanzsumme 3.033,5

Zum 31. Dezember 2010 betrug die Bilanzsumme des Konzerns 2.542,4 Millionen Euro und lag damit um 491,1 Millionen Euro bzw. 16,2 Prozent unter der Bilanzsumme zum Ende des Vorjahres (31. Dezember 2009: 3.033,5 Millionen Euro). Der deutliche Rückgang der Bilanzsumme ist in erster Linie auf einen Rückgang der Flüssigen Mittel in Folge von Sondertilgungen nach dem Verkauf der Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ und „STRATO Gruppe“ sowie auf die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte zurückzuführen.

Das langfristige Vermögen verringerte sich um 5,6 Prozent auf 1.848,4 Millionen Euro (31. Dezember 2009: 1.958,2 Millionen Euro) und wird wie im Vorjahr von den immateriellen Vermögenswerten sowie dem Goodwill dominiert. Der Rückgang des langfristigen Vermögens ist im Wesentlichen auf die im Geschäftsjahr erfolgten Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 170,4 Millionen Euro, davon 121,6 Millionen Euro Abschreibungen auf im Rahmen der Kaufpreisallokation anlässlich des debitel-Erwerbs angesetzte Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen und Markenrechte, zurückzuführen, während der Saldo der übrigen Nettozugänge (Zugänge abzgl. Abgänge zu Restbuchwerten) zu den immateriellen Vermögenswerten, hauptsächlich auf Software und Lizenzen entfallend, 14,0 Millionen Euro betrug.

Die Verringerung der Sachanlagen um 14,4 Millionen Euro auf 37,7 Millionen Euro ist überwiegend die Folge von Abschreibungen auf die bestehenden Sachanlagen bei geringen Neuinvestitionen. Einen gegenläufigen Effekt stellt die Erhöhung der latenten Ertragsteueransprüche von 27,1 Millionen Euro um 52,7 Millionen Euro auf 79,8 Millionen Euro dar. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in dieser Position zum einen die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge, gegenüber dem 31. Dezember 2009 leicht erhöht, ausgewiesen sind. Zum anderen sind in dieser Position saldiert die passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden enthalten – hier ergab sich eine Verringerung im Wesentlichen aufgrund der Abschreibungen auf Kundenbeziehungen und Markenrechte, die anlässlich der Kaufpreisallokation bezüglich des debitel-Erwerbs angesetzt worden waren.

Das kurzfristige Vermögen verringerte sich um 35,5 Prozent auf 694,0 Millionen Euro (31. Dezember 2009: 1.075,3 Millionen Euro), was im Wesentlichen auf den Rückgang der Flüssigen Mittel (um 306,0 Millionen Euro) zurückzuführen ist, wobei zum Vorjahresstichtag 362,8 Millionen Euro aus Einzahlungen aus dem Verkauf des „DSL-Geschäfts“ sowie der „STRATO Gruppe“ stammten. Korrespondierend zur Entwicklung der Umsatzerlöse ist eine Verminderung der kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 79,8 Millionen Euro bzw. 16,4 Prozent auf 407,5 Millionen Euro zu verzeichnen.

Zum 31. Dezember 2010 wurden in der Bilanzposition „Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte“ dem aufgegebenen Geschäftsbereich „Next ID“ zuzuordnende Vermögenswerte in Höhe von 12,3 Millionen Euro ausgewiesen – jene Vermögenswerte der Next ID Gruppe waren im Vorjahr noch in den einzelnen Bilanzpositionen der weitergeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen worden.

Auf der Passivseite kam es zu einem Anstieg des Eigenkapitals: zum 31. Dezember 2010 betrug das Eigenkapital 1.134,5 Millionen Euro (31. Dezember 2009: 1.047,8 Millionen Euro). Diese Erhöhung um 86,7 Millionen Euro resultiert im Wesentlichen zu 112,5 Millionen Euro aus dem erzielten Konzernjahresüberschuss 2010 sowie zu -25,6 Millionen Euro aus der im Geschäftsjahr vorgenommenen Dividendenausschüttung, die in der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 6. Juli 2010 beschlossen worden war.

Damit stieg die Eigenkapitalquote um 10,1 Prozentpunkte auf 44,6 Prozent nach 34,5 Prozent zum Ende des Vorjahres.

Bezüglich der langfristigen und kurzfristigen Schulden, welche sich in Summe von 1.985,8 Millionen Euro (zum 31. Dezember 2009) auf 1.407,9 Millionen Euro zum 31. Dezember 2010 um 29,1 Prozent verringerten, ist vor allem die Reduzierung der Finanzschulden um 470,1 Millionen Euro auf 800,0 Millionen Euro, davon 454,0 Millionen Euro aus der zahlungswirksamen Tilgung von Finanzschulden, hervorzuheben.

In der Folge konnte die Nettoverschuldung des Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres 2010 um 166,7 Millionen Euro auf 623,1 Millionen Euro (2009: 789,8 Millionen Euro) reduziert werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen sowie die anderen Rückstellungen werden in Summe mit 545,6 Millionen Euro zum 31. Dezember 2010 (31. Dezember 2009: 667,6 Millionen Euro) im Vergleich zum Vorjahr um 122,0 Millionen Euro verringert ausgewiesen. Dieser Rückgang lässt sich auf eine Reihe von Faktoren zurückführen, wozu wir auf unsere nachstehenden Ausführungen zum Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verweisen.

Als Schulden im Zusammenhang mit der Veräußerung bestimmter Vermögenswerte wurden zum 31. Dezember 2010 die auf den aufgegebenen Geschäftsbereich „Next ID“ entfallenden Verbindlichkeiten in Höhe von 10,3 Millionen Euro dargestellt. Im Vorjahr waren in dieser Position 16,5 Millionen Euro für drohende Verluste aus der Abwicklung des verbliebenen „DSL-Geschäfts“ ausgewiesen worden.

Cashflow

Die folgende Übersicht zeigt einige wichtige Cashflow-Kennzahlen des Konzerns

Kapitalflussrechnung in Mio.€ 2010 2009 Veränderung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 236,3 295,5 -59,3
Cashflow aus Investitionstätigkeit 0,4 307,8 -307,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -537,8 -252,0 -285,8
Veränderung der flüssigen Mittel -301,1 351,4 -652,5
Free Cashflow * 211,7 232,4 -20,7

* Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Gegenüber der Vergleichsperiode verringerte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit um 59,3 Millionen Euro auf 236,3 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr für den Gesamtkonzern inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche, bereinigt um die hierin enthaltenen Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen (die Zahlungseingänge aus dem Verkauf von Tochterunternehmen werden in der Investitionstätigkeit ausgewiesen), um 11,0 Millionen Euro vermindert. Daneben lässt sich die Verringerung des Zahlungsmittelzuflusses aus laufender Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr in erster Linie auf eine Erhöhung des Net Working Capitals (Nettoumlaufvermögens) in 2010 um 82,7 Millionen Euro (2009: Anstieg des Net Working Capitals um 22,3 Millionen Euro) zurückführen. Die Erhöhung um 82,7 Millionen Euro erklärt sich im Wesentlichen aus dem Abbau von Verbindlichkeiten der rückläufigen übrigen Geschäftsbereiche außer dem Mobilfunk, dem planmäßigen Abbau der Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten sowie gegenüber einem Mobilfunk-Netzbetreiber, der Reduzierung der Rückstellungen für Restrukturierung im Zusammenhang mit der Integration der erworbenen debitel-Gruppe, aber auch aus stichtagsbedingten Schwankungen der Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Hardware-Herstellern im Segment Mobilfunk. Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2010 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 10,4 Millionen Euro (Vorjahr: 20,8 Millionen Euro) aus Ertragsteuerzahlungen, reduziert um Ertragsteuererstattungen.

Im Geschäftsjahr 2010 reduzierte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 307,4 Millionen Euro auf 0,4 Millionen Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung des Cashflows waren Einzahlungen im Vorjahr 2009 in Höhe von 362,8 Millionen Euro für die Veräußerung des „DSL-Geschäfts“ und der „STRATO Gruppe“. Dieser Betrag setzte sich zusammen aus Einzahlungen aus vorläufigen Kaufpreisen in Höhe von insgesamt 410,3 Millionen Euro sowie aus durch die Endkonsolidierung dieser verkauften Unternehmen abgegangenen liquiden Mitteln in Höhe von 47,5 Millionen Euro. Die für das Geschäftsjahr 2010 ausgewiesenen Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen in Höhe von 19,1 Millionen Euro entfallen in erster Linie zu 16,4 Millionen Euro auf nachträgliche Kaufpreiszahlungen für den Verkauf der freenet Breitband GmbH, zu 0,6 Millionen Euro auf nachträgliche Kaufpreiszahlungen für den Verkauf der „STRATO Gruppe“ sowie zu 2,0 Millionen Euro auf erhaltene Kaufpreiszahlungen für den Verkauf des Geschäftsbereichs „Next ID“. Die Kaufpreise für diese 3 Verkäufe sind damit final. Die Zahlungsmittelabflüsse für die Erneuerung und Erweiterung von immateriellen Vermögenswerten des Anlagevermögens sowie für Sachanlagen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 43,4 Millionen Euro auf 26,6 Millionen Euro reduziert. Maßgeblich für diese Entwicklung waren hauptsächlich im Vorjahr getätigte Auszahlungen für Vertriebsrechte sowie rückläufige Investitionen im Segment „Sonstige“. Weitere der Investitionstätigkeit zurechenbare Einzahlungen in 2010, überwiegend aus dem Verkauf von Anlagevermögen (2,0 Millionen Euro) und Zinsen (4,3 Millionen Euro), haben sich im geplanten betriebsüblichen Rahmen bewegt.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verminderte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -252,0 Millionen Euro um 285,8 Millionen Euro auf

-537,8 Millionen Euro. Während im Vorjahr 2009 Finanzschulden in Höhe von 155,8 Millionen Euro reduziert wurden, konnten in 2010, als unmittelbare Folge aus den Ende 2009 abgeschlossenen Unternehmensverkäufen, Tilgungen auf Finanzschulden in Höhe von 454,0 Millionen Euro vorgenommen werden. Dabei entfielen diese Tilgungen zu 145,3 Millionen Euro auf das anlässlich des debitel-Erwerbs aufgenommene Verkäuferdarlehen sowie zu 308,7 Millionen Euro auf die im Zusammenhang mit dem debitel-Erwerb bestehenden beiden langfristigen Bankdarlehen. Die Tilgungen auf die langfristigen Bankdarlehen sind zu 66,7 Millionen Euro planmäßig sowie zu 242,0 Millionen Euro außerplanmäßig, und hier im Wesentlichen aus den Verkäufen der Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ und „STRATO Gruppe“ resultierend, vorgenommen worden. Darüber hinaus ergaben sich Zinszahlungen, im Wesentlichen für die anlässlich des debitel-Erwerbs aufgenommenen Kredite, in Höhe von 58,1 Millionen Euro, was einer Reduzierung gegenüber dem Vorjahr um 38,1 Millionen Euro gleich kommt, welche zum einen aus der vergleichsweise niedrigeren durchschnittlichen Netto-Finanzverschuldung des Konzerns, zum anderen aber auch aus dem Auslaufen der Zinsswaps Mitte 2010 resultiert. Den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit mindernd wirkte im Geschäftsjahr 2010 die Dividendenzahlung in Höhe von 25,6 Millionen Euro.

Zur Schaffung einer zusätzlichen Transparenz hat die Gesellschaft den Free Cashflow als Kennzahl in ihr Berichtswesen aufgenommen. Der Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Dieser belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 211,7 Millionen Euro. Gegenüber 2009 hat er sich um 20,7 Millionen Euro verringert.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter im freenet Konzern lag zum Ende des Geschäftsjahres 2010 bei 3.972 verglichen mit 4.394 zum Ende des Geschäftsjahres 2009.

3. Nachhaltigkeitsbericht

Als Unternehmen sieht sich die freenet AG nicht nur ihren Kunden und Aktionären gegenüber in der Verantwortung, sondern im Sinne eines umfassenden Stakeholder Value auch ihren Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt.

In diesem Sinne war das Geschäftsjahr 2010 einmal mehr durch vielfältige Aktivitäten und Maßnahmen in den Bereichen Personal, Soziales Engagement und Umweltschutz geprägt.

3.1 Personal

Erfolgreiches Agieren im Wettbewerb ist ohne die engagierten, kompetenten Leistungen sämtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich. Deshalb betreibt die freenet AG eine verantwortungsvolle Personalpolitik.

Dazu zählen im Bereich der Mitarbeiterentwicklung ein umfassendes Ausbildungsangebot, bedarfsgenaue fachliche und persönliche Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Förderprogramme für besondere Leistungsträger. Darüber hinaus wird berufliches Engagement belohnt durch flache Hierarchien mit großen Entscheidungsspielräumen, durch Zusatzleistungen und -angebote (wie beispielsweise Mitarbeitertarife und ein Mitarbeiterfahrzeugmodell) und die Zahlung von Prämien für besondere außerordentliche Leistungen.

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten, gewährt die freenet AG ihren Mitarbeitern flexible Eltern- und Arbeitszeiten. Die bewusste Berücksichtigung der gleichen Behandlung von Frauen und Männern bei unterschiedlichen Bedürfnissen und die spezielle Förderung von Frauen sind im Unternehmensleitbild verankert.

Darüber hinaus legt die freenet AG großen Wert auf den direkten Dialog mit ihren Mitarbeitern. So informiert das Unternehmen insbesondere über ein konzernweites Intranet über wesentliche betriebliche Entwicklungen. Gleichzeitig ermuntern Ideenwettbewerbe, Innovationmanagement oder ein betriebliches Vorschlagswesen die Mitarbeiter dazu, diese Entwicklungen mit eigenen Initiativen mitzugestalten.

3.2 Soziales Engagement

Das soziale Engagement der freenet AG beschränkt sich nicht nur auf die Mitarbeiter; vielmehr nimmt das Unternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung als Ganzes wahr. Dies betrifft zunächst die – naheliegenden – Kundenbeziehungen und beweist sich hier beispielsweise in Warnungen vor kostenpflichtigen Funktionen, aber auch in Verhaltenskodizes, Überwachungen und Sperrlisten in Chats und Communities oder im strikten Schutz persönlicher Kundendaten.

Gleichzeitig unterstützt die Gesellschaft schon seit Jahren mit teilweise sechsstelligen Beträgen ein gutes Dutzend an Stiftungen/Vereinen im Kinder-, Jugend- und Sportbereich, sowie ein Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Thüringen oder Spielplatzinitiativen in der Region Büdelsdorf.

Aus der Vielzahl weiterer Initiativen der Konzernunternehmen im Geschäftsjahr 2010 seien an dieser Stelle einige exemplarisch genannt:

Im Rahmen der seit 2006 laufenden Aktion „Sparen und Spenden“ wurden 10.000 Euro aus gespendeten Kundengeldern von klarmobil für ein SOS-Kinderdorf in Haiti übergeben.
Aus diversen Weihnachtsauktionen an unterschiedlichen Standorten flossen jeweils fünfstellige Beträge an Kinderhilfsprojekte in den entsprechenden Regionen, so in Stuttgart, Düsseldorf, Kaiserslautern und Erfurt.
An Stelle eines Weihnachtspräsents an seine Premiumkunden spendete mobilcom-debitel im Rahmen der ZDF-Spendengala 100.000 Euro an die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“. Und weitere 40.000 Euro wurden an acht Kinderhilfsprojekte im Umkreis der Unternehmensstandorte gegeben – mit Schwerpunkt auf Kinderkrebszentren und -hospizdienste.

3.3 Umweltschutz

Auch wenn die freenet AG als Dienstleistungsunternehmen von Umweltschutzanforderungen weniger betroffen ist als produzierende Unternehmen, so praktiziert die Gesellschaft dennoch bestmöglich den verantwortungsvollen Umgang mit den im Konzern eingesetzten Ressourcen.

So wurden schon in den Vorjahren das Rechenzentrum in Düsseldorf auf energiesparende Rechnersysteme und die dortige Stromversorgung auf Ökostrom umgestellt.

Partner in der umfassenden Logistik der freenet AG ist mit der GLS-Group ein hocheffizienter Dienstleister, der ebenfalls auf eine nachhaltige Unternehmensphilosophie setzt. Innerhalb des Konzerns werden – wenn möglich – insbesondere Großkartonagen zur Wiederverwendung für interne Lagerprozesse und wiederverwendbare Europaletten genutzt.

In einem Unternehmen mit derzeit über 4.000 Mitarbeitern muss ein möglichst effizientes, umweltschonendes Management der Mitarbeiter-Fahrzeuge von zentraler Bedeutung sein. Die freenet AG bietet ein Fullservice-Modell, in welchem der Mitarbeiter zwischen verschiedenen Modellen auswählen kann. Neben der Modellauswahl und dem Verbrauch bezieht die freenet AG in die Auswahlentscheidung auch die Emissionsklassen oder CO2-Richtwerte mit ein; bevorzugt wird dabei die neueste umweltschonende Technik.

Im Juli 2010 wurde darüber hinaus mit „Volt+Wald“ ein nachhaltiges Ökostromprojekt durch den Konzern gestartet. In Kooperation mit den Stadtwerken Flensburg bietet mobilcom-debitel in den eigenen Shops, im Fachhandel sowie über seine Online-Vertriebskanäle bundesweit günstigen, ökologisch erzeugten Strom. Im Rahmen der Strombelieferung pflanzt die Initiative „Volt+Wald“ zusätzlich über fünf Jahre für jeden Kunden pro Jahr einen Baum in einem von sieben deutschen Aufforstungsgebieten – vom TÜV Nord überwacht.

Eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen rundet die Umweltschutzphilosophie der freenet AG ab. So sind beispielsweise alle Mitarbeiter zu Mülltrennung und sparsamem Papierverbrauch angehalten. Zudem verzichtet das Unternehmen auch auf den Druck von Quartalsberichten, und umweltbelastende Dienstreisen werden möglichst durch Video- und Telefonkonferenzen ersetzt. Gleichzeitig versendet das Unternehmen jetzt auch Informationen und entsprechendes Material für die Shops als E-Mail.

Auch ihren Kunden ermöglicht die freenet AG einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, etwa mit der Online-Rechnung, dem Reparaturservice beziehungsweise dem Rückkauf gebrauchter Handys.

4. Nachtragsbericht

Die DWS Investment GmbH, Frankfurt, Deutschland, meldete im Januar 2011 einen Rückgang ihres Stimmrechtsanteils an der freenet AG von 5,06 Prozent auf 2,97 Prozent.

Ebenfalls im Januar 2011 haben die zum freenet Konzern gehörende mobilcom-debitel AG und die Media-Saturn-Deutschland GmbH die Fortsetzung ihrer bisherigen Zusammenarbeit vereinbart.

Der Vorstand hat eine Financial Policy verabschiedet, die festlegt, zukünftig 40-60 Prozent des Free Cashflows* als Dividende auszuschütten.

Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 80 Cent je Stückaktie aus dem Bilanzgewinn vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 48 Prozent des Free Cashflows*.

Für das Geschäftsjahr 2011 strebt der Vorstand an, dem Aufsichtsrat die Zahlung einer Dividende in Höhe von 80 Cent je Stückaktie vorzuschlagen.

*Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

5. Risikobericht

5.1 Risikomanagement

Zur Gewährleistung des langfristigen Fortbestands der freenet AG kommt einem effizienten Risikomanagementsystem eine maßgebliche Bedeutung zu. Dabei soll das Risikomanagementsystem sicherstellen, dass Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens frühzeitig von jedem unserer Führungskräfte erkannt und in systematischer, nachvollziehbarer Weise an die zuständigen Entscheidungsträger im Unternehmen kommuniziert werden. Durch die rechtzeitige Kommunikation von Risiken an die verantwortlichen Entscheidungsträger soll gewährleistet werden, dass angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken ergriffen und hierdurch Schäden von unserem Unternehmen, unseren Mitarbeitern und Kunden abgewendet werden.

Dazu hat der Vorstand der freenet AG innerhalb des Konzerns ein effizientes Risikofrüherkennungs-, Überwachungs- und Steuerungssystem eingerichtet, welches den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikomanagementsystem entspricht.

Des Weiteren hat der Vorstand in einem Leitfaden, der kontinuierlich ergänzt und verbessert wird, die wesentlichen Risikokategorien für den Konzern definiert, eine Strategie des Umgangs mit diesen Risikokategorien erarbeitet und die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Risikomanagementsystems im Konzern dokumentiert. Dieser Leitfaden ist den Mitarbeitern bekannt und entwickelt deren Risikobewusstsein gezielt weiter.

Gleichzeitig ist eine Stelle in der Aufbauorganisation des freenet Konzerns damit befasst, die formalisierten Risikoberichte der einzelnen Abteilungen und der Tochterunternehmen in regelmäßigen Zeitabständen zusammenzufassen. Diese Risikoberichte, in denen erkannte spezifische Risiken beschrieben und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Auswirkungen hin untersucht werden, erhält der Vorstand und wertet sie entsprechend aus.

Darüber hinaus hat die Unternehmensleitung zur Steuerung und Überwachung des laufenden Geschäfts ein umfangreiches monatliches Berichtswesen aufgebaut, das sowohl die finanziellen als auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Konzern umfasst. In regelmäßigen Besprechungsterminen mit allen relevanten Geschäftsbereichen informiert sich der Vorstand zeitnah über die operativen Entwicklungen. Zusätzlich werden in diesen Besprechungsterminen aktuelle Themen diskutiert und zukünftige Maßnahmen besprochen, wie auch die Verantwortlichen der einzelnen Unternehmensbereiche in ständiger Kommunikation mit dem Vorstand entstehende Risiken zeitnah an die Entscheidungsträger melden.

Die Methoden und Systeme des Risikomanagements werden ständig überprüft, weiterentwickelt und angepasst. Im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres 2010 wurde das Risikomanagementsystem der freenet AG durch den Abschlussprüfer überprüft.

5.2 Die wesentlichen Risiken

Aus der Gesamtheit der für den freenet Konzern identifizierten Risiken werden nachfolgend die Risikofelder bzw. Einzelrisiken erläutert, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG wesentlich beeinflussen können.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Mobilfunkbereich ist sowohl umsatz- als auch ergebnisbezogen der mit Abstand bedeutendste Bereich im freenet Konzern. Entsprechend resultieren auch die maßgeblichen Markt- und Wettbewerbsrisiken aus diesem Bereich.

Die Telekommunikationsmärkte sind weiterhin durch intensiven Wettbewerb und hohe Wechselbereitschaft der Kunden geprägt. Dies kann zum einen zu Einbußen bei Umsatzerlösen und zum Verlust von Marktanteilen sowie zu Margendruck in den jeweiligen Geschäftsbereichen führen und/oder den Gewinn von Marktanteilen erschweren. Zum anderen könnte der starke Wettbewerb immer höhere Aufwendungen für die Gewinnung neuer Kunden bei gleichzeitig sinkenden Erlösen und hoher Wechselbereitschaft der Kunden mit sich bringen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen oder gar verstärken, wird dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Der Wechselbereitschaft ihrer Kunden versucht die freenet AG durch Kundenbindungsmaßnahmen entgegenzuwirken. Gelingt dies nicht in ausreichendem Umfang oder nur zu unangemessenen Kosten, wird sich dies negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG auswirken.

Die Margen im Mobilfunk-Service-Provider-Geschäft sind wesentlich durch die Netzbetreiber und deren Gestaltung der Tarifmodelle bedingt. Die Mobilfunk-Netzbetreiber gehen verstärkt dazu über, ihre Produkte selbst zu vertreiben und die Mobilfunk-Service-Provider aus dem Markt zu drängen. Hinzu kommt, dass die Mobilfunk-Netzbetreiber aufgrund ihrer Geschäftsstruktur im Vertrieb zum Teil bessere Konditionen bieten können als die Mobilfunk-Service-Provider. Dies kann wiederum zum Verlust von Vertriebswegen und Kunden führen.

Eine weitere Absenkung der sogenannten Terminierungsentgelte durch die Bundesnetzagentur wird im Markt die Umsätze pro Kunde reduzieren. Die resultierende allgemeine Absenkung des Preisniveaus im Markt könnte sich auch negativ auf die Margensituation bei freenet auswirken.

In Folge des anhaltenden Wettbewerbsdrucks ist auch nicht auszuschließen, dass sich unter den Mobilfunk-Netzbetreibern ebenfalls eine Konsolidierung vollzieht. Dies könnte zu einer Reduzierung des Wettbewerbsdrucks und in der Folge zu einer Schwächung des Service-Provider-Modells führen.

Der Preis- und Margendruck im deutschen Endkundenmarkt für Mobilfunkdienstleistungen wird durch den stetig wachsenden Discount-Markt noch verstärkt. Die freenet AG ist selbst mit den Marken „klarmobil“, „freenetMobile“ und „callmobile“ in diesem Segment tätig, um an diesem Wachstumsmarkt zu partizipieren.

Seit 2008 steigt der Mobilfunk-Umsatz mit sogenannten Non-Voice-Diensten auf Grund der stark zunehmenden Nutzung von Datendiensten erheblich an. Die freenet AG möchte die Wachstumschancen des mobilen Internets nutzen, um preisbedingte Umsatzverluste bei den Gesprächsgebühren aufzufangen. Sollte es der freenet AG nicht gelingen, eine entsprechende mobile Reichweite zu generieren oder sollten keine attraktiven Einkaufsmodelle seitens der Netzbetreiber bereitgestellt werden, kann dies nachhaltige negative Ertragsaussichten für die Gesellschaft haben.

Die Ausweitung des Mobilfunk-Endgerätegeschäfts ist mit Preisrisiken verbunden. Auch könnte eine Reduzierung von Netzbetreiber-Subventionen in dem Bereich zu einem höheren Kapitalbindungs- und Vermarktungsrisiko führen. Die deutliche Präferenz für neue Endgeräte auf der Kundenseite sowie die Skalenvorteile auf der Einkaufsseite bei den Herstellern und Netzbetreibern bieten in Kombination mit der hohen Anzahl von Verkaufspunkten deutliche Chancen.

Am 4. August 2009 ist das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen in Kraft getreten. Damit ist die telefonische Werbung gegenüber einem Verbraucher nur noch nach vorheriger ausdrücklicher Einwilligung (sog. OPT-IN-Verfahren) zulässig. Der Verbraucher muss sein Einverständnis zur Nutzung zu Werbezwecken explizit erklären. Neben der Neukundenakquisition wird diese Regelung insbesondere das Bestandskundenmanagement beeinträchtigen, da zahlreiche Bestandskunden ihre Einwilligung nicht ausdrücklich erteilt haben. Diese Kunden können seither nicht mehr zu reinen Werbezwecken angerufen werden.

Der Wegfall von Vertriebskanälen bzw. von Kooperationspartnern könnte dazu führen, dass die Bruttoaktivierungen bei anderen bestehenden oder neuen Partnern zu höheren Konditionen realisiert werden müssen.

Sollten sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder negativ entwickeln, kann dies unter Umständen dazu führen, dass der Konzern seine Vereinbarungen mit den Kredit finanzierenden Banken nicht mehr einhalten kann. Dies hätte unter Umständen ein Recht zur Fälligkeitsstellung der Kredite durch die finanzierenden Banken zur Folge.

Technische Infrastruktur

Die Betriebsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur inklusive der Rechenzentren und Billingsysteme des Unternehmens sind für dessen erfolgreiches Operieren und Fortbestand von erheblicher Bedeutung. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der im Jahr 2011 anstehenden IT-Migrationen, bei denen es sich um Projekte mit enormer Komplexität handelt. Netzwerkausfälle oder Serviceprobleme auf Grund von Systemfehlern oder -ausfällen können zum Verlust von Kunden führen und auch finanzielle Nachteile für die Gesellschaft nach sich ziehen. Zudem binden die komplexen Integrationsvorhaben aus der Zusammenführung von Unternehmen erhebliche Ressourcen. Soweit die freenet AG dazu noch Dienstleistungen Dritter in Anspruch nimmt, sind diese Risiken nicht vollumfänglich vom Unternehmen selbst kontrollierbar.

Steuerliche Risiken

Für noch nicht abschließend geprüfte Veranlagungszeiträume kann es grundsätzlich zu Änderungen kommen, die in Steuernachzahlungen oder Veränderungen der Verlustvorträge resultieren, sofern die Finanzbehörden im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zu abweichenden Auslegungen steuerlicher Vorschriften oder abweichenden Bewertungen des jeweiligen zugrundeliegenden Sachverhalts kommen. Gleiches gilt für Abgabenarten, die zum Teil noch gar nicht geprüft wurden, insbesondere weil sie üblicherweise keiner steuerlichen Außenprüfung unterliegen.

Das Risiko abweichender Sachverhaltsauslegungen und -bewertungen gilt insbesondere für gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen. Deshalb ist nicht ganz auszuschließen, dass durch Einbringungen, andere Umwandlungsvorgänge, Kapitalzuführungen und Gesellschafterwechsel gemäß § 8 Abs. 4 KStG (alte Fassung), ggf. in Verbindung mit § 10a Satz 9 GewStG, sowie § 12 Abs. 3 Satz 2 UmwStG (alte Fassung), ggf. in Verbindung mit § 19 Abs. 2 UmwStG (alte Fassung), die von den Kapitalgesellschaften der freenet Group erklärten und so auch bislang von der Finanzverwaltung gesondert festgestellten körperschafts- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge vermindert würden bzw. entfallen könnten.

Wenn innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar 25 Prozent oder mehr der Aktien oder Stimmrechte der Gesellschaft in einer Hand oder in Händen mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen vereinigt würden (schädlicher Beteiligungserwerb), könnten die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschafts- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) der Gesellschaft gemäß § 8c KStG, ggf. in Verbindung mit § 10a Satz 9 GewStG, anteilig oder vollständig verloren gehen. Aktien werden in einer Hand vereinigt, wenn sie an einen Erwerber, an diesem nahe stehende Personen oder an eine Gruppe von Erwerbern mit gleichgerichteten Interessen übertragen werden.

Auf den Eintritt dieses Risikos hat die Gesellschaft keinen Einfluss, da der (ggf. teilweise) Wegfall der bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (körperschafts- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge) durch Maßnahmen und Transaktionen auf der Ebene der Aktionäre herbeigeführt wird. Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass es infolge einer Veräußerung oder eines Hinzuerwerbs von Aktien durch die Aktionäre der Gesellschaft zu einer Vereinigung von 25 Prozent der Aktien oder mehr in einer Hand kommen könnte. Dasselbe Risiko besteht, wenn durch andere Maßnahmen erstmals in der Hand eines Aktionärs oder mehrerer Aktionäre mit gleichgerichteten Interessen 25 Prozent oder mehr der Aktien oder Stimmrechte vereinigt werden. Die oben dargestellten Rechtsfolgen gelten entsprechend.

Finanzrisiken

Die unter den Finanzschulden ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren aus variabel verzinslichen Krediten. Im Zusammenhang mit der debitel-Akquisition führt die freenet AG Kreditverbindlichkeiten der debitel Group aus einem Konsortialkreditvertrag in Höhe von ca. 653 Millionen Euro (Stand 31. Dezember 2010) unter einer Garantie der freenet AG fort. Zudem besteht im Rahmen des Konsortialkreditvertrags eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 150 Millionen Euro. Durch die Regelungen des Konsortialkreditvertrags wird der finanzielle Spielraum der Gesellschaft eingeschränkt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die freenet AG Kredite bis zur Hälfte des Betrags der revolvierenden Kreditlinie unter dem Konsortialkreditvertrag in Anspruch nehmen. Der Gesellschaft ist es ferner nur in engen Grenzen erlaubt, außerhalb des Konsortialkreditvertrags Fremdmittel aufzunehmen.

Darüber hinaus wird der finanzielle und operative Spielraum der freenet AG durch eine Vielzahl von vertraglichen Beschränkungen (sog. Undertakings und Covenants) eingeschränkt, denen sich die freenet AG im Hinblick auf die Fortführung des Konsortialkreditvertrags unterworfen hat. Diese legen der freenet AG beispielsweise Beschränkungen bei der Aufnahme weiterer Fremdmittel, der Bestellung von Sicherheiten sowie bei der Veräußerung von Vermögensgegenständen, insbesondere von Anteilsbesitz, auf. Der Konsortialkreditvertrag verpflichtet die freenet AG zudem, die Erlöse aus der Veräußerung von bestimmten Vermögensgegenständen anteilig zur Tilgung der Verbindlichkeiten aus dem Konsortialkreditvertrag zu verwenden. Unter dem Konsortialkreditvertrag besteht zudem die Verpflichtung, einen Betrag von bis zu 50 Prozent des nach Schuldendienst verfügbaren operativen Cashflows aus dem Tätigkeitsfeld Mobilfunk zur Rückführung der Kreditverbindlichkeiten zu verwenden, was die Dividendenfähigkeit der Gesellschaft beeinträchtigen kann. Auch sind zur Sicherung der Ansprüche der Kreditgeber aus dem Konsortialkreditvertrag unter anderem die Anteile an den wesentlichen Gesellschaften der freenet Group zugunsten der Kreditgeber verpfändet.

Die genannten Beschränkungen können sich – für sich genommen oder im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren, wie einer etwaigen Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds – negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freenet AG auswirken. Im Falle eines Kontrollwechsels ergibt sich ein Sonderkündigungsrecht der Konsortialbanken. Dies würde sich auf die Fähigkeit der Gesellschaft, ihrer Geschäftstätigkeit nachzugehen, nachteilig auswirken und könnte sogar eine Insolvenz der freenet AG nach sich ziehen.

Zinsänderungsrisiken wurden bislang teilweise durch den Einsatz von Zinsswaps begrenzt. Damit wurden variabel verzinsliche Finanzschulden in festverzinsliche Verbindlichkeiten umgewandelt. Die bislang eingesetzten Zinsswaps sind zum 31. Juli 2010 ausgelaufen. Damit haben sich ab dem 1. August 2010 neue Risiken aus der Kreditfinanzierung ergeben. Falls die kurzfristigen Zinsen (=EURIBOR) im Zeitverlauf steigen, steigt auch der Zinsaufwand. Die Gesellschaft hat durch den Einsatz eines Zinscaps, der im Mai 2010 mit Wirkung per 31. Juli 2010 gekauft wurde, das Zinsänderungsrisiko jedoch begrenzt. Der Zinscap deckt von den am 31. Dezember 2010 in Höhe von 800,0 Millionen Euro ausgewiesenen Finanzschulden einen Betrag von 750,0 Millionen Euro ab.

In der Konzernbilanz der freenet AG werden ein bilanzieller Goodwill sowie immaterielle Vermögenswerte wie Kundenbeziehungen und Markenrechte in wesentlicher Höhe ausgewiesen. Es besteht das Risiko, dass es im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen in den Folgeperioden zu wesentlichen Wertminderungen kommen kann.

Ausfallrisiken bestehen im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Vermögenswerte. Das Ausfallrisiko ist dabei der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen. Für den erwarteten Ausfall wurden in der Stichtagsbilanz Wertberichtigungen gebildet. Sollten sich die gebildeten Wertberichtigungen als nicht ausreichend erweisen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Weitere Finanzrisiken wie Fremdwährungsrisiken oder Kursänderungsrisiken sind nach Auffassung der Gesellschaft als unwesentlich einzustufen und daher im Lagebericht nicht separat darzustellen.

Wir verweisen auch auf unsere Ausführungen im Anhang unter Textziffer 34, wo die Finanzrisiken näher kategorisiert und erläutert sowie insbesondere Grundsätze, Ziele und implementierte Maßnahmen des Finanzrisikomanagements der freenet Group beschrieben werden.

Rechtliche Risiken

Ehemalige Aktionäre der mobilcom AG und der freenet.de AG haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschrelation aus der Verschmelzung der mobilcom AG und der freenet.de AG auf die heutige freenet AG nach § 15 UmwG beantragt. Sollte das Gericht in diesem Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses feststellen, erfolgt ein Ausgleich durch bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie im Spruchverfahren nicht Antragssteller waren.

Die Gesellschaft geht allerdings davon aus, dass die Umtauschrelation angemessen war und bare Zuzahlungen nicht zu erfolgen haben, da das Umtauschverhältnis sorgfältig ermittelt und von den gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfern überprüft und bestätigt wurde.

Die mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft sowie weitere Gesellschaften des ehemaligen mobilcom Konzerns haben im November 2002 einen Vergleich mit der France Télécom und verbundenen Unternehmen geschlossen. Die Wirksamkeit dieses Vergleichs wird von einzelnen Aktionären angezweifelt.

Die Gesellschaft hält diesen Vergleich für wirksam und hat auch keine Anhaltspunkte dafür, dass France Télécom sich daran nicht gebunden fühlt. Sollte die Auffassung dieser Aktionäre jedoch gerichtlich bestätigt werden, wäre damit zu rechnen, dass France Télécom den Betrag von 7,1 Milliarden Euro, auf den sie im Rahmen des Vergleichs verzichtet hat, gegenüber der Gesellschaft geltend machen und etwaige Gegenansprüche der Gesellschaft dem Grunde und der Höhe nach bestreiten wird.

Einzelne Aktionäre sind der Ansicht, dass die Sachkapitalerhöhung der mobilcom AG als Rechtsvorgängerin der Gesellschaft im November 2000 fehlerhaft bzw. dass die erbrachte Sacheinlage nicht werthaltig gewesen sei, mit der Folge, dass einerseits der Gesellschaft noch Ausgleichsansprüche in Milliardenhöhe gegen die France Télécom zustünden sowie ferner, dass die an die France Télécom ausgegebenen Aktien nicht stimmberechtigt gewesen seien.

Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Sachkapitalerhöhung wirksam erfolgt ist. Die Gesellschaft geht daher ebenfalls davon aus, dass dies auch keine Auswirkung auf das Spruchstellenverfahren haben wird.

5.3 Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (§289 Abs. 5 und §315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

1. Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems der freenet Group

Das interne Kontrollsystem der freenet Group orientiert sich am international anerkannten Rahmenwerk des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Es umfasst alle Prozesse und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit sowie der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, insbesondere zur Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.

Der Vorstand der freenet AG hat zur Steuerung der Kontrollprozesse insbesondere die Bereiche Controlling, Rechnungswesen, Treasury sowie Personal als Verantwortliche des internen Steuerungssystems der freenet Group beauftragt.

Diese Bereiche analysieren die Prozesse ständig auch in Bezug auf neue gesetzliche Vorgaben und sonstige zu beachtende Standards, entwickeln daraus interne Vorgaben und schulen die verantwortlichen Mitarbeiter.

Die Kernelemente des internen Überwachungssystems der freenet Group basieren einerseits auf automatisierten IT-Kontrollprozessen über Fehlerrollen und Summenprüfungen, andererseits auf manuellen Prozesskontrollen zur Plausibilisierung der automatisch aggregierten Ergebnisse.

Das Risikomanagementsystem als Bestandteil des internen Kontrollsystems umfasst neben dem operativen Risikomanagement konzernweit auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Weitere Erläuterungen zum Risikomanagementsystem werden im Berichtsteil „Risikomanagement“ des Risikoberichts erteilt.

2. Struktur des Konzernrechnungslegungsprozesses

Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen der freenet AG im Wesentlichen durch lokale Buchhaltungssysteme der Hersteller SAP und CSS. Zur Aufstellung des Konzernabschlusses der freenet AG werden durch die Tochterunternehmen die jeweiligen Einzelabschlüsse durch weitere Informationen zu standardisierten Berichtspaketen ergänzt, die in MS Excel geführt werden. Als Konsolidierungssystem auf oberster Konzernebene setzt die freenet AG das Modul „EC-CS“ von SAP ein. Zur Aufstellung der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung, der Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung etc. gelangen die Meldedaten der Tochterunternehmen in unterschiedlicher Weise in das Konsolidierungssystem – sowohl automatisch über das SAP-Modul „FI“, als auch teilweise manuell durch Eingabe der Meldedaten, die vorher bereits in verschiedenen Teilkonzernen zusammengefasst wurden. Die einzelnen Anhangsangaben werden jeweils aus den standardisierten Berichtspaketen gewonnen, die Konsolidierung der Anhangsangaben erfolgt in MS Excel.

Durch die Konzern-Revision der freenet AG werden die Ordnungsmäßigkeit und Berechtigungen im Konsolidierungssystem SAP EC-CS in regelmäßigen Abständen geprüft. Der Konzernabschlussprüfer der freenet AG prüft regelmäßig die Schnittstelle zwischen SAP-FI und dem Konsolidierungssystem SAP EC-CS sowie die Überleitungen der standardisierten Berichtspakete der Tochterunternehmen bis hin zum Konzernabschluss der freenet AG.

3. Wesentliche Regelungs- und Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung

Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Die ordentlichen Kontrollelemente innerhalb des internen Kontrollsystems zielen auf weitgehende Automatisierung der Bildung und Gegenkontrolle aller wesentlichen Daten, angefangen von den abrechnungsrelevanten Rohdaten über die Rechnungslegung gegenüber den Kunden bis zur Wertberichtigung, Abgrenzung und Abschreibung. Die automatisierten Kontrollen werden ergänzt durch manuelle Plausibilisierung aller relevanten Zwischenergebnisse und stichprobenartige Kontrolle der zugrundeliegenden Detaildaten. So wird gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden, Vermögensgegenstände und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden.

Daneben treten als außerordentliche Kontrollelemente die prozessunabhängigen Prüfungen der Konzernrevision der freenet AG im Auftrag des Aufsichtsrats, insbesondere unter Überwachung durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der freenet AG.

Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane sind ebenfalls mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld der freenet Group einbezogen.

Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse durch den Konzernabschlussprüfer bzw. die Prüfung der einbezogenen Formularabschlüsse der Konzerngesellschaften bildet die finale prozessunabhängige Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

6. Übernahmerelevante Angaben nach §315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der freenet AG beträgt 128.061.016 Euro. Es ist in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung je eine Stimme.

Aktienübertragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

10 Prozent der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Die Drillisch AG hält direkt und indirekt über die MSP Holding GmbH insgesamt 12,14 Prozent der Stimmrechte an der Gesellschaft.

Aktien mit Sonderrechten und Kontrollbefugnissen

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind

Soweit Arbeitnehmer als Aktionäre am Kapital beteiligt sind, können sie daraus keine besonderen Rechte herleiten.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands , Satzungsä nderung en

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der freenet AG richten sich nach §§ 84,85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 5 Abs. 1 der Satzung. Die maßgeblichen Vorschriften zur Änderung der Satzung sind §§ 133, 179 AktG und § 16 der Satzung der freenet AG.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe

Gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung ist der Vorstand bis zum 6. Juli 2011 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 20.000.000 Euro durch Ausgabe ebenso vieler neuer, auf den Namen oder Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2009).

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Juli 2010 wurde der Vorstand bis zum 5. Juli 2015 ermächtigt, eigene Aktien in Höhe von bis zu 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Diese Ermächtigung kann durch die Gesellschaft, ihre Tochtergesellschaften oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung ihrer Tochtergesellschaften ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines öffentlichen Kaufangebots, mittels einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten, durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder eine Kombination aus beiden).

Kontrollwechsel

Die Bankverbindlichkeiten, die die freenet Group unter dem Konsortialkreditvertrag in Anspruch nimmt, können unter bestimmten Voraussetzungen teilweise oder zur Gänze fällig gestellt werden. Ein Recht zur Fälligstellung kann bei der Verletzung bestimmter vertraglicher Beschränkungen und Auflagen entstehen, denen sich die freenet AG bei der Übernahme des Konsortialkredits unterworfen hat. Zum Teil hat die freenet AG keinen Einfluss auf die Voraussetzungen, unter denen den Konsortialbanken ein Recht zur Fälligstellung des Kredits entsteht.

Dies gilt insbesondere für das Recht zur Fälligstellung im Falle eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft. Ein solcher Kontrollwechsel liegt, vorausgesetzt, dass die Verpflichtung zur Abgabe eines Übernahmeangebots besteht, bereits beim Erwerb einer Hauptversammlungsmehrheit durch eine oder mehrere gemeinsam handelnde Personen vor. Im Falle der Kündigung des Konsortialkreditvertrags trägt die freenet AG das Risiko, dass eine Folgefinanzierung zur Ablösung des Vertrags nicht oder nur zu ungünstigeren Konditionen zustande kommt. Sofern keine Folgefinanzierung zustande käme, wäre die freenet AG dem Risiko ausgesetzt, dass die Konsortialbanken die zu ihren Gunsten eingeräumten Pfandrechte an den wesentlichen Gesellschaften und die weiteren von der freenet Group bestellten Sicherheiten verwenden.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft

Bei einem Kontrollwechsel können die Aktienwertsteigerungsrechte ohne Rücksicht auf die Wartezeit ausgeübt werden.

7. Vergütungsbericht des Vorstands und des Aufsichtsrats

7.1 Vorstandsvergütung

Gru ndzüge der Vergütung

Die Vorstandsvergütung wird gemäß der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats vom Aufsichtsrat auf Vorschlag des Personalausschusses des Aufsichtsrats der freenet AG festgelegt.

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ist leistungsorientiert und setzt sich aus drei Komponenten zusammen: einem fixen Bestandteil, einem erfolgsabhängigen Bestandteil und einem langfristigen Anteil mit entsprechender Anreizwirkung.

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen; dabei weist die folgende Tabelle die Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB aus, also nur die zahlungswirksamen Bezüge und damit ohne die nicht zahlungswirksamen Bezüge aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm:

Vorstandsbezüge 2010 Festbezüge Sonstige variable Bezüge Gesamt Bezüge
TEUR TEUR TEUR
--- --- --- ---
Christoph Vilanek 615 400 1.015
Joachim Preisig 425 400 825
Stephan Esch 365 230 595
Axel Krieger 575 299 874
1.980 1.329 3.309
Vorstandsbezüge 2009 Festbezüge Sonstige variable Bezüge Gesamt Bezüge
TEUR TEUR TEUR
--- --- --- ---
Christoph Vilanek * 410 267 677
Joachim Preisig 422 400 822
Stephan Esch 327 137 464
Axel Krieger 503 212 715
Eric Berger ** 205 62 267
Eckhard Spoerr *** 53 29 82
1.920 1.107 3.027

* Bezüge ab der Bestellung zum Vorstand der freenet AG, also für die Zeit vom 1. Mai 2009 bis 31.Dezember 2009

** Festbezüge und sonstige variable Bezüge bis zur Aufhebung des Dienstverhältnisses, also vom 1. Januar 2009 bis 30. September 2009

*** Festbezüge und sonstige variable Bezüge bis zur Aufhebung des Dienstverhältnisses, also vom 1. Januar 2009 bis 23. Januar 2009

Über die in der obigen Tabelle aufgeführten Bezüge hinaus wurden im Geschäftsjahr 2010 an ehemalige Vorstandsmitglieder Zahlungen aus nachvertraglichen Wettbewerbsverboten in Höhe von 200 Tausend Euro geleistet.

Insgesamt ergaben sich in 2010 Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB (zahlungswirksame Bezüge inklusive der Zahlungen an ehemalige Vorstände aus nachvertraglichen Wettbewerbsverboten) in Höhe von 3.509 Tausend Euro. Im Vorjahr 2009 betrugen die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 4.044 Tausend Euro, inklusive der Zahlung von 508 Tausend Euro an Herrn Berger zur Abgeltung vertraglicher Ansprüche sowie zuzüglich der an Herrn Vilanek neu ausgegebenen Aktienwertsteigerungsrechte zu ihrem Gesamtwert von 509 Tausend Euro (beizulegender Zeitwert gemäß IFRS 2) bei Gewährung in 2009.

Zum 31. Dezember 2010 beträgt der Stand der Rückstellung für Aktienwertsteigerungsrechte für Herrn Vilanek 452 Tausend Euro (Vorjahr: 424 Tausend Euro), für Herrn Preisig 181 Tausend Euro (Vorjahr: 386 Tausend Euro), für Herrn Esch 30 Tausend Euro (Vorjahr: 392 Tausend Euro) sowie für Herrn Krieger 56 Tausend Euro (Vorjahr: 719 Tausend Euro). Für die Herren Spoerr und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder werden zum 31. Dezember 2010 insgesamt Rückstellungen für Aktienwertsteigerungsrechte in Höhe von 148 Tausend Euro (Vorjahr: 1.921 Tausend Euro) ausgewiesen.

An die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2010 keine neuen Aktienwertsteigerungsrechte oder Aktienoptionen ausgegeben.

Im Geschäftsjahr 2010 sind wie im Vorjahr aus Aktienoptionen und Aktienwertsteigerungsrechten keine Bezüge zahlungswirksam geflossen.

Im November 2004 war den Herren Esch und Krieger jeweils eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Zum 31. Dezember 2010 betrug die Defined Benefit Obligation (DBO) für Herrn Vilanek 265 Tausend Euro (Vorjahr: 115 Tausend Euro), für Herrn Esch 518 Tausend Euro (Vorjahr: 386 Tausend Euro) sowie für Herrn Krieger 1.416 Tausend Euro (Vorjahr: 1.128 Tausend Euro). Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Zum 31. Dezember 2010 betrug die DBO für Herrn Preisig 347 Tausend Euro(Vorjahr: 244 Tausend Euro). Die DBO für die Herren Spoerr und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 2.096 Tausend Euro (Vorjahr: 1.827 Tausend Euro).

Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen von 373 Tausend Euro (Vorjahr: 820 Tausend Euro) erfasst.

Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

Vergütungsregelungen für den Fall der Tätigkeitsbeendigung

Altersversorgung

Im November 2004 war sämtlichen Vorstandsmitgliedern der damaligen freenet.de AG jeweils eine mittelbare Pensionszusage von der freenet.de AG gewährt worden.

Bei Beendigung des Dienstverhältnisses haben die Vorstandsmitglieder der freenet AG Anspruch auf die unter Textziffer 35 des Konzernanhangs dargestellten Leistungen.

Vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags

Die vor Wirksamwerden der Verschmelzung bestehenden Dienstverträge mit der mobilcom und freenet.de AG gingen mit Wirksamwerden der Verschmelzung auf die Gesellschaft über. Die kraft Gesetzes fortgeltenden alten Verträge wurden durch neue Verträge ersetzt. Mit Ausnahme der Höhe der Vergütung einschließlich der Anzahl der Aktienwertsteigerungsrechte entsprechen die Dienstverträge auch hinsichtlich der Vergünstigungen für den Fall der (vorzeitigen) Beendigung des Dienstverhältnisses einander. Ein Abfindungsanspruch besteht nicht, sofern ein Vorstandsmitglied die (vorzeitige) Beendigung des Dienstvertrags selbst zu vertreten hat.

Im Einzelnen sehen die Dienstverträge der Gesellschaft für den Fall der Beendigung des Dienstverhältnisses folgende Vergünstigungen für den Vorstand Stephan Esch sowie die ehemaligen Vorstände Eckhard Spoerr, Axel Krieger und Eric Berger vor:

Anspruch auf Auszahlung des Gehalts sowie der Tantiemen (auf der Grundlage der Annahme einer 100-prozentigen Zielerreichung) für die verbliebene restliche Vertragslaufzeit bei einvernehmlicher Beendigung oder Kündigung des Dienstvertrags, jeweils binnen zwölf Monaten nach Eintritt eines Kontrollwechsels an der Gesellschaft.
Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhalten die o. g. Vorstände eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Jahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft oder ihrer Rechtsvorgängerin, der freenet.de AG, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Garantierente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Garantierente.
Aktienwertsteigerungsrechte, die auf Grund Ablaufs der jeweiligen Wartezeit und Eintritt der jeweiligen Erfolgsziele bereits ausübbar geworden sind, bleiben bestehen. Bei Kündigung des Dienstvertrags auf Grund Kontrollwechsels bleiben sämtliche Aktienwertsteigerungsrechte bestehen und können ohne Rücksicht auf die Wartezeit bei Eintritt der sonstigen Ausübungsvoraussetzungen binnen zwölf Monaten, längstens jedoch bis zum Ende der Laufzeit, ausgeübt werden. Bei Kündigung des Dienstvertrags durch ein Vorstandsmitglied aus einem sonstigen wichtigen Grund oder auf Grund vollständiger Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit oder im Todesfall bleiben sämtliche Aktienwertsteigerungsrechte bestehen und können nach Maßgabe der sonstigen Vertragsbedingungen binnen einer Frist von zwölf Monaten nach Beendigung des Dienstverhältnisses, längstens jedoch bis zum Ende der Laufzeit, im Falle eines wichtigen Grundes ohne Beschränkung auf die Frist von zwölf Monaten ausgeübt werden.

Für den Vorstand Joachim Preisig gelten folgende Regelungen seit 1. September 2008:

Mit Ausscheiden nach Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Joachim Preisig eine Altersrente in Höhe von 9.333,00 Euro (zugesagte monatliche Altersrente). Bei einem vorzeitigen Ausscheiden erhält Herr Preisig nach Vollendung des 60. Lebensjahrs und Eintritt der Unverfallbarkeitsvoraussetzungen eine Altersrente, die sich nach den gesetzlichen Vorgaben berechnet, somit erfolgt eine Quotierung der zugesagten Altersrente entsprechend der tatsächlichen Dienstzugehörigkeit.
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau und Waisenrente für die personensorgerechtspflichtigen Kinder auf Basis der zugesagten Altersrente für Joachim Preisig. Witwen- und Waisengelder dürfen zusammen 90 Prozent der Altersrente nicht übersteigen, auf die Herr Preisig zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch oder Anwartschaft hatte. Vollenden Waisen das 18. Lebensjahr, so erlischt der Anspruch auf das monatlich laufende Waisengeld. Zu diesem Zeitpunkt wird eine einmalige Kapitalleistung in Höhe des 24-fachen monatlichen Waisengeldes gezahlt.
Aktienwertsteigerungsrechte, die auf Grund Ablaufs der jeweiligen Wartezeit und Eintritt der jeweiligen Erfolgsziele bereits ausübbar geworden sind, bleiben bestehen. Bei Kündigung des Dienstvertrags durch Herrn Preisig aus einem sonstigen wichtigen Grund oder auf Grund vollständiger Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit oder im Todesfall bleiben sämtliche Aktienwertsteigerungsrechte bestehen und können nach Maßgabe der sonstigen Vertragsbedingungen binnen einer Frist von zwölf Monaten nach Beendigung des Dienstverhältnisses, längstens jedoch bis zum Ende der Laufzeit, im Falle eines wichtigen Grundes ohne Beschränkung auf die Frist von zwölf Monaten, ausgeübt werden.

Für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Vilanek gelten folgende Regelungen seit 01. Mai 2009:

Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält Herr Vilanek eine Altersrente in Höhe von 2,5 Prozent des letzten jährlichen Fixgehalts für jedes angefangene Vertragsjahr der Vorstandstätigkeit bei der Gesellschaft, maximal jedoch ein Drittel des letzten jährlichen Fixgehalts (Zielrente).
Hinterbliebenenrente für die Ehefrau bzw. Lebensgefährtin und Waisenrente für etwaige Kinder bis zur Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, in einem Gesamtbetrag von maximal der Zielrente.
Aktienwertsteigerungsrechte, die auf Grund Ablaufs der jeweiligen Wartezeit und Eintritt der jeweiligen Erfolgsziele bereits ausübbar geworden sind, bleiben bestehen. Bei Kündigung des Dienstvertrags durch ein Vorstandsmitglied aus einem sonstigen wichtigen Grund oder auf Grund vollständiger Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit oder im Todesfall bleiben sämtliche Aktienwertsteigerungsrechte bestehen und können nach Maßgabe der sonstigen Vertragsbedingungen binnen einer Frist von zwölf Monaten nach Beendigung des Dienstverhältnisses, längstens jedoch bis zum Ende der Laufzeit, im Falle eines wichtigen Grundes ohne Beschränkung auf die Frist von zwölf Monaten ausgeübt werden.

Dienstverträge mit Tochtergesellschaften der freenet AG bestehen nicht.

Für Informationen, insbesondere über Vergütungshöhe, gehaltene Aktienwertsteigerungsrechte, Aktienbesitz und sonstige Angaben, verweisen wir ebenfalls auf Textziffer 35 des Konzernanhangs.

7.2 Aufsichtsratsvergütung

Grundzüge der Vergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

einer Basisvergütung
Sitzungsentgelten und
einer erfolgsabhängigen Vergütung

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 Euro von der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, die stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.

Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats – mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Ausschusses – angehören, erhalten zusätzlich für jede Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag. Der Aufsichtsrat hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstbeschränkung mit Wirkung ab dem dritten Quartal 2010 auf Sitzungsentgelte für telefonische Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen sowie für die telefonische Teilnahme an Präsenzsitzungen verzichtet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 Euro je 0,01 Euro Dividende, die über 0,10 Euro je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, die stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.

Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2010 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405,0 Tausend Euro sowie 158,0 Tausend Euro Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 405,0 Tausend Euro als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2010 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 968,0 Tausend Euro.

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.

8. Chancen- und Prognosebericht

8.1 Chancenbericht

Die freenet AG hat im Geschäftsjahr 2010 die in Folge des debitel-Erwerbs begonnene Fokussierung auf mobile Sprach- und Datendienste konsequent weiterbetrieben und in diesem Rahmen ein umfassendes Restrukturierungs- und Integrationsprogramm zu großen Teilen umgesetzt. Für den Zeitraum 2011/2012 sind weitere Maßnahmen vorgesehenen, die die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens weiter steigern sollen. Dazu zählen als operative Schwerpunkte und Chancen:

abschließende Integrationsschritte zur Vereinheitlichung der zwei noch bestehenden IT-Landschaften auf nur noch ein System, mit dem Ziel der Hebung von weiteren Synergien und Kosteneinsparungen;
der Ausbau des Tarif- und Produktangebots der Gesellschaft, insbesondere beim mobilen Internet, aber auch in den Segmenten des klassischen Mobilfunks, zur Nutzung von Wachstumschancen;
die Ausdehnung der in 2010 im eigenen Shop-Bereich erfolgreich durchgeführten Maßnahme zur Qualitäts- und Produktivitätssteigerung (Retail+) auf den Bereich des unabhängigen Fachhandels;
kontinuierliche Prozess- und Qualitätsverbesserungen zur weiteren Senkung der Kostenstrukturen;
die Nutzung der Vertriebsstärke der Gesellschaft für die Vermarktung neuer Produkte;
der quantitative und qualitative Ausbau des Angebots an Smartphones insbesondere im Premiumsegment und die weitere Entwicklung attraktiver Apps und damit Teilhabe am Wachstumstrend mit dem Ziel der nachhaltigen Stabilisierung des ARPUs im Vertragskundenbereich.

8.2 Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht für 2011 von einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,3 Prozent aus. Hieraus werden positive Effekte für den Arbeitsmarkt und ein weiterer Anstieg der verfügbaren Einkommen privater Haushalte erwartet, was einen positiven Einfluss auf den privaten Konsum haben könnte.

Telekommunikationsmarkt

Die Experten des VATM und der Dialog Consult erwarten für 2011 einen leichten Anstieg der Mobilfunkumsätze, rechnen jedoch mit einem Rückgang der bereits niedrigen Mobilfunk-Endkundenpreise um bis zu drei Prozent.

freenet Konzern

Der freenet Konzern agiert mit allen Geschäftsbereichen in Märkten mit hoher Wettbewerbsintensität, unterschiedlichen Wachstumsraten und teilweise rückläufigen Nutzungszahlen. Basierend auf den Markterwartungen der Bundesregierung, des VATM und der Dialog Consult geht die Gesellschaft derzeit für die Jahre 2011 und 2012 von folgenden Entwicklungen aus:

Der Vorstand der freenet AG sieht durch die Stabilisierung der Kundenqualität und mit dem Abschluss der Integrationsarbeiten im Laufe des Jahres 2011 eine positive Gesamtentwicklung des Unternehmens in Zukunft voraus.

Bei der Gewinnung von Neukunden und im Bestandskundenmanagement wird sich die Gesellschaft weiterhin auf hochwertige Vertragsbeziehungen konzentrieren. Dies hat in der Vergangenheit zu einem Abschmelzen der Kundenbasis geführt. In der Planung für 2011 ist eine fortgesetzte qualitative Bereinigung des Postpaid-Kundenbestandes um weniger als 500 Tausend und eine positive Entwicklung im No-frills-Kundenbestand berücksichtigt; für das Geschäftsjahr 2012 wird eine weitgehende Stabilisierung der Kundenbasis angestrebt.

Dem marktweit erwarteten Preisverfall und damit verbundenen Rückgang der ARPUs versucht die Gesellschaft durch die qualitative Verbesserung der Kundenbasis sowie die Vermarktung von Datentarifen entgegen zu wirken. Für das Geschäftsjahr 2011 geht die Gesellschaft von einer Stabilisierung der ARPUs auf dem Niveau des Vorjahres aus.

Insbesondere in Folge der in 2010 gesunkenen Kundenbasis im Mobilfunkbereich erwartet die Gesellschaft einen Umsatzrückgang in 2011 gegenüber dem Vorjahr.

Der freenet Konzern strebt für 2011 ein bereinigtes Konzern-EBITDA von 325 Millionen Euro und einen Free Cashflow* von über 200 Millionen Euro an.

Für 2012 geht die Gesellschaft aus heutiger Sicht von einem bereinigten Konzern-EBITDA von über 300 Millionen Euro und einem nachhaltig starken Free Cashflow* von über 200 Millionen Euro aus.

Weiterhin hat der Vorstand eine Financial Policy verabschiedet, die festlegt, zukünftig 40-60 Prozent des Free Cashflows* als Dividende auszuschütten.

Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 80 Cent je Stückaktie aus dem

Bilanzgewinn vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 48 Prozent des Free Cashflows.

Für das Geschäftsjahr 2011 strebt der Vorstand an, dem Aufsichtsrat die Zahlung einer Dividende in Höhe von 80 Cent je Stückaktie vorzuschlagen.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Die Gesellschaft wird ihre Ausrichtung auf mobile Sprach- und Datendienste fortsetzen. Sicherung und Ausbau der nachhaltigen Profitabilität und Cashflow-Stärke sowie die weitere Rückführung der Verschuldung sind die Kernziele dieser Geschäftsausrichtung. Darüber hinaus wird die Erschließung möglicher zusätzlicher Wachstumsfelder konsequent weiter verfolgt.

*Free Cashflow ist definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Büdelsdorf, den 6. März 2011

Der Vorstand

Christoph Vilanek

Joachim Preisig

Stephan Esch

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang Textziffer 2010 2009 angepasst
T€ T€
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Umsatzerlöse 4 3.339.504 3.601.786
Sonstige betriebliche Erträge 5 85.692 116.444
Andere aktivierte Eigenleistungen 9.991 10.192
Materialaufwand 6 -2.619.199 -2.839.152
Personalaufwand 7 -149.312 -199.653
Abschreibungen und Wertminderungen 8 -189.442 -202.438
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 -333.064 -364.277
Betriebsergebnis 144.170 122.902
Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen 17 1.331 1.685
Zinsen und ähnliche Erträge 10 18.163 15.188
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11 -61.024 -103.042
Ergebnis vor Ertragsteuern 102.640 36.733
Ertragsteuern 12 16.122 -19.012
Konzernergebnis aus weitergeführten Geschäftsbereichen 118.762 17.721
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 24 -6.295 238.769
Konzernergebnis 112.467 256.490
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzern-Ergebnis 112.433 256.485
Anteile anderer Gesellschafter am Konzern-Ergebnis 34 5
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 13.1 0,88 2,00
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 13.2 0,88 2,00
Ergebnis je Aktie aus weitergeführten Geschäftsbereichen in € (unverwässert) 13.1 0,93 0,14
Ergebnis je Aktie aus weitergeführten Geschäftsbereichen in € (verwässert) 13.2 0,93 0,14
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in € (unverwässert) 13.1 -0,05 1,86
Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in € (verwässert) 13.2 -0,05 1,86
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Tsd. Stück (unverwässert) 128.061 128.061
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Tsd. Stück (verwässert) 128.061 128.061

Konzern-Gesamterfolgsrechnung

2010 2009
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Konzernergebnis 112.467 256.490
Änderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 22 12
Direkt im Eigenkapital verrechnete Ertragsteuern -7 -4
Im Eigenkapital direkt erfasste Wertänderung 15 8
Konzern-Gesamterfolg 112.482 256.498
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzern-Gesamterfolg 112.448 256.493
Anteil anderer Gesellschafter am Konzern-Gesamterfolg 34 5

Konzern-Bilanz

Aktiva

Anhang Textziffer 31.12.2010 31.12.2009
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Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 14,15 578.722 735.082
Goodwill 14,15 1.115.924 1.116.505
Sachanlagen 14,15 37.678 52.103
Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen 17 3.403 3.645
Sonstige Finanzanlagen 18 2.258 2.190
Latente Ertragsteueransprüche 19 79.828 27.090
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 19.530 3.755
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 21 11.006 17.817
1.848.349 1.958.187
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 20 51.897 52.057
Laufende Ertragsteueransprüche 23 3.486 10.005
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 407.539 487.296
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 21 44.500 45.689
Flüssige Mittel 22 174.334 480.291
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 24 12.283 0
694.039 1.075.338
2.542.388 3.033.525

Passiva

Anhang Textziffer 31.12.2010 31.12.2009
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Eigenkapital 25
Grundkapital 25.1 128.061 128.061
Kapitalrücklage 737.536 737.536
Wertänderungsrücklage 56 41
Konzernbilanzergebnis 268.811 181.980
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital 1.134.464 1.047.618
Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital 0 141
1.134.464 1.047.759
Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 387 3
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 27 11.796 54.138
Finanzschulden 29 584.583 718.207
Pensionsrückstellungen 30 24.638 24.194
Andere Rückstellungen 31 19.211 12.792
640.615 809.334
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 355.191 390.289
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 27 132.082 177.927
Laufende Ertragsteuerschulden 28 27.339 7.337
Finanzschulden 29 215.435 551.874
Andere Rückstellungen 31 26.929 32.469
Schulden im Zusammenhang mit der Veräußerung
bestimmter Vermögenswerte 24 10.333 16.536
767.309 1.176.432
2.542.388 3.033.525

Aufstellung über Veränderungen des Konzern-Eigenkapitals

Grundkapital Kapitalrücklage Wertnderungsrücklage Konzernbilanzergebnis
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Stand 01.01.2009 128.061 737.536 33 -74.505
Konzern-Gesamterfolg 0 0 8 256.485
Stand 31.12.2009 128.061 737.536 41 181.980
Stand 01.01.2010 128.061 737.536 41 181.980
Dividendenzahlung 0 0 0 -25.602
Endkonsolidierung aufgrund Verkauf von Tochterunternehmen 0 0 0 0
Konzern-Gesamterfolg 0 0 15 112.433
Stand 31.12.2010 128.061 737.536 56 268.811
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Eigenkapital Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital Eigenkapital
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Stand 01.01.2009 791.125 136 791.261
Konzern-Gesamterfolg 256.493 5 256.498
Stand 31.12.2009 1.047.618 141 1.047.759
Stand 01.01.2010 1.047.618 141 1.047.759
Dividendenzahlung -25.602 0 -25.602
Endkonsolidierung aufgrund Verkauf von Tochterunternehmen 0 -175 -175
Konzern-Gesamterfolg 112.448 34 112.482
Stand 31.12.2010 1.134.464 0 1.134.464

Konzern-Kapitalflussrechnung

Anhang Textziffer 2010 2009
T€ T€
--- --- --- ---
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 139.058 352.528
Anpassungen
Abschreibungen und Wertminderungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 8,24 191.624 224.872
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 17 -1.331 -1.685
Gewinne aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 24 -4.251 -239.920
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 4.259 2.816
Zunahme des Net Working Capitals *, soweit nicht der Investitions-oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar 20,21,30, 31,33.1 -82.658 -22.294
Sonstige zahlungsunwirksame Bestandteile -49 23
Steuerzahlungen 12,19 -10.400 -20.797
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 33.1 236.252 295.543
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -26.561 -69.920
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2.044 6.734
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 24 19.062 362.793
Einlagenrückgewähr von assoziierten Unternehmen 17 1.573 1.502
Zinseinnahmen 4.275 6.726
Cashflow aus Investitionstätigkeit 33.2 393 307.835
Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitengesellschafter -25.602 0
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden 29 -454.047 -155.813
Zinszahlungen -58.117 -96.197
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 33.3 -537.766 -252.010
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -301.121 351.368
Finanzmittelfonds am 01.01. 331.418 -19.950
Finanzmittelfonds am 31.12. 30.297 331.418
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 236.252 295.543
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -26.561 -69.920
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2.044 6.734
Free Cashflow (FCF) 211.735 232.357

* Das Net Working Capital ergibt sich als Summe folgender Bilanzpositionen:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Vorräte

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen

Pensionsrückstellungen

Andere Rückstellungen

Ebenso können die Bilanzpositionen "Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" sowie "Schulden im

Zusammenhang mit der Veräußerung bestimmter Vermögenswerte" bezüglich ihrer ursprünglichen Herkunft

Positionen des Net Working Capitals enthalten - in jener Höhe zählen dann auch diese Bilanzpositionen in die

"Abnahme/Zunahme des Net Working Capitals"

Konzern-Anhang

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlegende Informationen

1.1. Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung

1.2. Konsolidierungskreis

1.3. Grundsätze der Konsolidierung

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Umsatzerlöse

2.2. Fremdkapitalkosten

2.3. Immaterielle Vermögenswerte

2.4. Sachanlagen

2.5. Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

2.6. Leasingverhältnisse

2.6.1. Der Konzern als Leasingnehmer

2.6.2. Der Konzern als Leasinggeber

2.7. Anteile an assoziierten Unternehmen

2.8. Finanzinstrumente

2.8.1. Definition und Klassifizierung

2.8.2. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

2.8.3. Kredite und Forderungen

2.8.4. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte

2.8.5. Zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte

2.8.6. Bewertung von Finanzinstrumenten

2.8.7. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

2.8.8. Verbindlichkeiten

2.8.9. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

2.8.10. Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

2.9. Vorräte

2.10. Fremdwährungsgeschäfte

2.11. Eigenkapital

2.12. Pensionsrückstellungen

2.13. Andere Rückstellungen

2.14. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

2.14.1. Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

2.14.2. Aktienoptionen der vormaligen mobilcom AG

2.15. Latente und laufende Ertragsteuern

2.16. Abgrenzungen für Zuwendungen der öffentlichen Hand

2.17. Ermessensausübung des Managements

2.18. Zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

2.19. Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

2.20. Vergleichszahlen und Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3. Segmentberichterstattung

4. Umsatzerlöse

5. Sonstige betriebliche Erträge

6. Materialaufwand

7. Personalaufwand

8. Abschreibungen und Wertminderungen

9. Sonstige betriebliche Aufwendungen

10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

12. Ertragsteuern

13. Ergebnis je Aktie

13.1. Unverwässertes Ergebnis je Aktie

13.2. Verwässertes Ergebnis je Aktie

14. Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill

15. Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

16. Joint Ventures

17. Anteile an assoziierten Unternehmen

18. Sonstige Finanzanlagen

19. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden

20. Vorräte

21. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

22. Flüssige Mittel

23. Laufende Ertragsteueransprüche

24. Aufgegebene Geschäftsbereiche

25. Eigenkapital

25.1. Grundkapital

25.2. Genehmigtes Kapital

25.3. Bedingtes Kapital

26. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

26.1. Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

26.2. Aktienoptionen der vormaligen mobilcom AG

27. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen

28. Laufende Ertragsteuerschulden

29. Finanzschulden

30. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

31. Andere Rückstellungen

32. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Kreditsicherheiten

33. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

33.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

33.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit

33.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

33.4. Änderungen in der Aufgliederungsstruktur der Konzernkapitalflussrechnung

33.5. Herleitung der Ausgangsgröße der Konzernkapitalflussrechnung

34. Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

34.1. Angaben gemäß IFRS 7

34.2. Grundsätze und Ziele des Finanzrisikomanagements und Kapitalrisikomanagements

34.3. Marktrisiko

34.3.1. Zinsänderungsrisiko

34.3.2. Fremdwährungsrisiko

34.4. Liquiditätsrisiko

34.5. Ausfallrisiko

35. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

35.1. Übersicht

35.2. Vorstandsvergütung

35.3. Aufsichtsratsvergütung

36. Angaben gemäß § 315a HGB

37. Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

1. Grundlegende Informationen

1.1. Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Rechnungslegung

Die freenet AG (nachfolgend auch: Gesellschaft) als Mutterunternehmen des Konzerns (nachfolgend auch: freenet) hat ihren Sitz in Büdelsdorf, Deutschland. Der Konzern erbringt Telekommunikationsdienstleistungen im Inland mit dem Schwerpunkt auf den Bereich Mobilfunk/mobiles Internet.

Der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2010 wurde in Übereinstimmung mit den IFRS des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2010 anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet.

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nicht anders angegeben, in Tausend Euro (Tsd. €) bzw. Millionen Euro (Mio. €) dargestellt.

Dem Konzernabschluss wurde das Prinzip der historischen Anschaffungskosten eingeschränkt durch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bestimmter finanzieller Vermögenswerte – zugrunde gelegt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Sie sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, ab dem 1. Januar 2010 verpflichtend anzuwendenden bzw. ab dem 1. Januar 2010 freiwillig vorzeitig angewandten, Standards (IAS/IFRS) bzw. Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:

Standard/Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IAS 27 (revised 2008) Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS 1.7.2009 12.6.2009 Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen.
IFRS 3 (revised 2008) Unternehmenszusammenschlüsse 1.7.2009 12.6.2009 Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen.
IFRIC 12 Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen 30.3.2009 26.3.2009 Keine
IFRIC 15 Immobilienfertigungsaufträge 1.1.2010 27.7.2009 Keine
IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 1.7.2009 5.6.2009 Keine
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 1.11.2009 27.11.2009 Keine
IFRIC 18 Vom Kunden übertragene Vermögenswerte 1.11.2009 1.12.2009 Keine
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen) 1.7.2009 16.9.2009 Keine
IFRS 1 Umstrukturierung des Standards 1.1.2010 26.11.2009 Keine
IFRS 2 Änderungen des IFRS 2 und IFRIC 11: Anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich innerhalb einer Unternehmensgruppe 1.1.2010 24.3.2010 Keine
Diverse Annual Improvements Project 2009 - Verbesserungen der IFRS 1.1.2010 (teilweise früher) 24.3.2010 Keine materiellen Auswirkungen.

Die folgende Tabelle zeigt die neuen oder geänderten, noch nicht im Geschäftsjahr 2010 verpflichtend anzuwendenden Standards (IAS/IFRS) bzw. Interpretationen (IFRIC) und deren Auswirkungen auf den Konzern:

Standard/Interpretation Anwendungspflicht Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen 1.1.2011 20.7.2010 Unterliegt einer Prüfung durch das Management.
IFRS 1 Änderung des IFRS 1: Begrenzte Befreiung von Vergleichsangaben nach IFRS 7 für erstmalige Anwender 1.7.2010 1.7.2010 Keine
IAS 32 Änderungen des IAS 32: Einstufung von Bezugsrechten 1.2.2010 24.12.2009 Keine
Diverse Annual Improvements Project 2010 - Verbesserungen der IFRS In Abhängigkeit des Standards offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management.
IFRIC 14 Änderung des IFRIC 14: Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen 1.1.2011 20.7.2010 Keine
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten 1.7.2010 24.7.2010 Unterliegt einer Prüfung durch das Management.
IFRS 7 Änderung des IFRS 7: Finanzinstrumente - Angaben (Oktober 2010) 1.7.2011 offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management.
IFRS 1 Änderung des IFRS 1: Schwerwiegende Hochinflation und Beseitigung fixer Daten für erstmalige Anwender 1.7.2011 offen Keine
IAS 12 Änderung des IAS 12: Latente Steuern - Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte 1.1.2012 offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management.
IFRS 9 Finanzinstrumente - Klassifizierung und Bewertung 1.1.2013 offen Unterliegt einer Prüfung durch das Management.

1.2. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen als Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Gesellschaft mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, die Finanz- und Geschäftspolitik so zu bestimmen, dass die Konzernmutter aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zieht. Bezüglich einer vollständigen Liste aller in den Konzernabschluss der freenet AG einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf unsere Angaben gemäß § 315a HGB in Textziffer 36.

Ein Joint Venture ist eine vertragliche Vereinbarung, in der zwei oder mehr Partner eine wirtschaftliche Tätigkeit durchführen, die einer gemeinschaftlichen Führung unterliegt.

Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, aber keine Kontrolle besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent.

Die Gesellschaften 01019 Telefondienste GmbH, 01024 Telefondienste GmbH, freenet.de GmbH, freeXmedia GmbH, freenet Cityline GmbH, freenet Datenkommunikations GmbH, 01050.com GmbH, tellfon GmbH, 01083.com GmbH, new directions GmbH, freenet Direkt GmbH, mobilcom-debitel GmbH, MobilCom Multimedia GmbH, mobilcom-debitel AG, debitel Konzernfinanzierungs GmbH, mobilcom-debitel Shop GmbH, DEG Logistik GmbH, Stanniol GmbH für IT & PR, MIDRAY GmbH sowie meOme GmbH werden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 von den Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen.

1.3. Grundsätze der Konsolidierung

Die erstmalige Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss erfolgt mit Wirkung zu dem Tage, an dem die Gesellschaft in das Beherrschungsverhältnis gegenüber dem Tochterunternehmen eintritt. Anderen Gesellschaftern zustehende Beträge werden getrennt ausgewiesen.

Der Kapitalkonsolidierung liegt die Erwerbsmethode zugrunde.

Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses ergeben sich als Summe der beizulegenden Zeitwerte für die entrichteten Vermögenswerte, der entstandenen bzw. übernommenen Schulden, der gegebenenfalls zum Erwerbszwecke emittierten Eigenkapitalinstrumente und derjenigen Kosten, die dem Unternehmenserwerb direkt zurechenbar sind.

Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens, die die Ansatzkriterien des IFRS 3.37 erfüllen, werden zu ihren beizulegenden Zeitwerten getrennt angesetzt, ungeachtet der Höhe eines jeden Minderheitenanteils.

Als Goodwill ist der Vermögenswert vom Erwerbszeitpunkt an anzusetzen, der sich im Zuge der Erstbewertung als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über die Anteile des Erwerbers am beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens ergibt. Ein Überschuss des Anteils an dem beizulegenden Nettozeitwert des erworbenen Unternehmens über die Anschaffungskosten wird sofort ertragswirksam vereinnahmt.

Joint Ventures werden nach dem Verfahren der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Anteile des Konzerns an den Vermögenswerten, den Schulden, den Erträgen und den Aufwendungen werden mit den entsprechenden Posten der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, sodass die Wertansätze der Beteiligungen jährlich um die auf den freenet-Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des jeweiligen Joint Ventures erhöht bzw. vermindert werden. Der Goodwill aus dem Erwerb von assoziierten Unternehmen wird nicht gesondert ausgewiesen.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen den konsolidierten Unternehmen bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert. Entsprechendes gilt im Fall der Zwischengewinneliminierung auch für assoziierte Unternehmen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Zur Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses wurden die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind stetig zum Vorjahr angewandt worden, mit Ausnahme der unter "2.20 Vergleichszahlen und Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" beschriebenen Änderungen.

2.1. Umsatzerlöse

Der Konzern erbringt überwiegend Dienstleistungen über eine kurze Leistungsperiode. Die Erlöse werden nach vollständiger Leistungserbringung vereinnahmt, soweit ihr Betrag verlässlich bestimmt werden kann und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erwächst. Erbrachte, jedoch noch nicht abgerechnete Leistungen werden entsprechend im Konzernabschluss abgegrenzt. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und nach Abzug gewährter Skonti und anderer Preisnachlässe ausgewiesen. Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung.

Der ganz überwiegende Teil der Umsatzerlöse des Konzerns wird gegenüber einer Vielzahl von Endkunden erzielt, die restlichen Umsatzerlöse entfallen auf Geschäftskunden.

Ergänzend weisen wir für die Umsatzrealisierung auf das Folgende hin:

Die Umsätze im Segment Mobilfunk werden durch das Angebot von Mobilfunkdiensten, einmalige Bereitstellungsentgelte sowie den Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör erzielt. Umsätze aus Mobilfunkdiensten (Sprachkommunikation sowie Datenübertragung) enthalten monatliche Leistungsentgelte, Entgelte für Sondermerkmale sowie Verbindungs- und Roaming-Entgelte. Die Entgelte aus Mobilfunkdiensten werden über den Zeitraum der Leistungserbringung als Umsatz ausgewiesen. Die Umsatzrealisierung aus dem Verkauf mobiler Endgeräte und Zubehör findet statt, wenn die Ware an den Kunden oder den Distributor geliefert wird. Umsatzerlöse aus Bereitstellungsgebühren werden bei Netzzugang des Kunden realisiert.

Bestimmte Endkundenverträge im Segment Mobilfunk sind Mehrkomponentenverträge im Sinne des IAS 18.13. Bei Umsätzen aus Mehrkomponentenverträgen wird die „relative-fair-value-Methode“ angewandt. In Übereinstimmung mit IAS 8.10 ff. wendet der Konzern die US - GAAP - Leitlinie EITF 00-21 an. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die verschiedenen Bewertungseinheiten aufgeteilt. Die Höhe des zu realisierenden Umsatzes für die bereits gelieferten Elemente ist auf die Höhe der Umsätze beschränkt, die nicht noch von zukünftig zu erbringenden Leistungen abhängig sind (sog. „Cash Restriction“).

Provisionserlöse erhält der Konzern von den Betreibern der Mobilfunknetze insbesondere für neu gewonnene Kunden und Vertragsverlängerungen. Provisionserlöse für Neukunden werden verbucht, sobald ein Neukunde Netzzugang bei einem Netzanbieter erhält. Die Provisionsansprüche bemessen sich auf Basis von vertraglich festgelegten qualitativen und quantitativen Merkmalen, wie Anzahl der Neukunden pro Quartal oder durchschnittlicher Umsatz pro Kunde. Zusätzlich werden für einzelne Werbeaktionen Werbekostenzuschüsse (WKZ) gewährt und, soweit die Gewährung der Zuschüsse abhängig von der Aktivierung von Neukunden ist, in den Umsatzerlösen erfasst. Soweit Ansprüche über die Leistungsperiode hinaus bestehen, werden die Provisionserlöse entsprechend abgegrenzt.

Beim Angebot von Mehrwertdiensten werden sowohl Beträge auf eigene Rechnung als auch im Interesse Dritter vereinnahmt. Hierbei stellen Beträge, die das Unternehmen für Rechnung des Auftraggebers erhebt, gemäß IAS 18 keine Umsatzerlöse dar.

2.2. Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden aktiviert, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt. Übrige Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst.

2.3. Immaterielle Vermögenswerte

Der Goodwill wird mindestens einmal jährlich auf Wertminderungsbedarf geprüft und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderung bewertet.

Dazu wird der Goodwill auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen ziehen. Zur konkreten Verteilung siehe Textziffer 14, Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill sowie Textziffer 15, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten.

Bei einem Markenzeichen mit wesentlichem Restbuchwert handelt es sich um einen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer, der nicht planmäßig abgeschrieben, sondern einmal jährlich oder bei Anzeichen für Wertminderungsindikatoren auf Wertminderungsbedarf geprüft wird. Die unbestimmte Nutzungsdauer wurde gewählt, da kein stetiger Werteverzehr in Bezug auf diesen Vermögenswert erkennbar ist und auch in zeitlicher Hinsicht keine Begrenzung der Nutzungsdauer zu erwägen war.

Die weiteren Markenzeichen mit wesentlichem Restbuchwert weisen hingegen eine bestimmbare Laufzeit auf. Diese Markenzeichen werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 beträgt die Restnutzungsdauer für diese Markenzeichen zwischen 36 und 60 Monaten.

Lizenzen und Software werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, in der Regel drei Jahre für Software und drei bis zehn Jahre für Lizenzen, abgeschrieben.

Kosten, die im Zusammenhang mit der Entwicklung oder Pflege von Software-Programmen entstehen, werden in der Regel im Jahr der Entstehung aufwandswirksam erfasst. Sind die Kosten eindeutig einem abgrenzbaren und von der Gesellschaft verwertbaren Software-Produkt zurechenbar und übersteigt insgesamt der voraussichtliche wirtschaftliche Nutzen die anfallenden Kosten, werden sie als immaterieller Vermögenswert in der Kategorie „Selbst erstellte Software“ aktiviert. Diese Kosten umfassen z.B. die Personalkosten des Software-Entwicklungsteams oder auch Aufwendungen für Dienstleistungen und Gebühren, die bei der Erzeugung des Vermögenswertes entstehen. Die Kosten der Entwicklung werden erst in dem Zeitpunkt aktiviert, in dem die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit nachgewiesen werden kann. Aktivierte Software-Entwicklungskosten werden nach der linearen Methode über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Kundenbeziehungen werden planmäßig linear über eine Laufzeit von 42 bis 66 Monaten abgeschrieben. Die wesentlichen im Konzernabschluss angesetzten Kundenbeziehungen werden jeweils über eine Restnutzungsdauer zum 31. Dezember 2010 von 24 Monaten abgeschrieben.

Vertriebsrechte werden über die voraussichtliche Dauer der zugrundeliegenden Verträge planmäßig linear abgeschrieben.

2.4. Sachanlagen

Die Bewertung von Sachanlagen erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen. Die dabei zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen der voraussichtlichen Nutzungszeit der Vermögenswerte im Unternehmen. Restwerte sind bei der Berechnung der Abschreibungen aufgrund von Unwesentlichkeit vernachlässigt worden.

Restbuchwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Vermögenswert Nutzungsdauer
Gebäude 25 bis 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3 bis 19 Jahre
Kraftfahrzeuge 2 bis 7 Jahre
EDV-Ausstattung 3 bis 10 Jahre
Telekommunikationsanlagen und -geräte 3 bis 6 Jahre
Mietereinbauten 3 bis 10 Jahre

2.5. Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

Eine Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten wird immer dann vorgenommen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert.

Ein Wertminderungstest ist dann durchzuführen, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände (Triggering Events) darauf hinweisen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Für den Goodwill sowie die Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer gilt, dass deren Werthaltigkeit gemäß IAS 36 einmal jährlich auf Wertminderung zu prüfen ist.

Ist der Grund für eine Wertminderung entfallen, wird der Vermögenswert höchstens bis zum Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. Dies gilt nicht für den Goodwill sowie für Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, da hier keine Zuschreibungen möglich sind.

2.6. Leasingverhältnisse

2.6.1. Der Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern entscheidet fallweise über die Frage, ob Gegenstände geleast oder gekauft werden. Grundsätzliche Regelungen im Bereich der Sachanlagen bestehen für Pkw (Operating-Leasing-Verträge) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (Kauf), ausgenommen EDV-Hardware und Telekommunikationsanlagen.

Leasingverhältnisse, die der Konzern als Leasingnehmer eingegangen ist, werden in Abhängigkeit von der Tatsache, ob im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen des Leasingobjektes übernommen wurden, entweder als Operating-Leasing oder als Finanzierungsleasing eingestuft. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasing geleistete Zahlungen (ggf. netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

Unter Anwendung von IAS 17 werden bei Finanzierungsleasingverträgen die geleasten Gegenstände, die dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind, aktiviert und über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Entsprechend wird die Verbindlichkeit, die aus dem Leasingverhältnis entsteht, passiviert und um den Tilgungsanteil der bereits geleisteten Leasingraten gemindert. Der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird aufwandswirksam erfasst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 wurden keine Verträge als Finanzierungsleasingverträge eingestuft.

2.6.2. Der Konzern als Leasinggeber

Wenn das wirtschaftliche Eigentum an einem Vermögenswert auf den Vertragspartner bzw. Kunden übergeht, weist der Konzern in Anwendung von IAS 17 eine Forderung gegen den Leasingnehmer aus. Der Ausweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitionswertes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Vereinnahmte Leasingraten werden in einen ertragswirksamen Zinsanteil und einen Tilgungsanteil aufgespalten. Die Zinsanteile werden als Finanzerträge auf der Basis einer periodengerechten Abgrenzung verteilt vereinnahmt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 bestehen keine Verträge, bei denen der Konzern als Leasinggeber eingestuft wurde.

2.7. Anteile an assoziierten Unternehmen

Die Fortführung des Beteiligungsansatzes an assoziierten Unternehmen erfolgt anhand eines Einzelabschlusses nach IFRS des betroffenen assoziierten Unternehmens, der nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns aufgestellt wurde. Zur At-Equity-Methode siehe Textziffer 1.3, Grundsätze der Konsolidierung.

2.8. Finanzinstrumente

2.8.1. Definition und Klassifizierung

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte werden für Zwecke der Bewertung grundsätzlich in die folgenden Kategorien unterteilt:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte,
Kredite und Forderungen,
Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte,
Zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte.

Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz.

2.8.2. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Diese Kategorie enthält zwei Unterkategorien: Finanzielle Vermögenswerte, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten eingeordnet wurden, und solche, die von Beginn an als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert wurden. Ein finanzieller Vermögenswert wird dieser Kategorie zugeordnet, wenn er prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben oder der finanzielle Vermögenswert vom Management entsprechend designiert wurde. Derivate sind ebenfalls in dieser Kategorie enthalten.

Bei den am Bilanzstichtag vorhandenen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten handelt es sich um derivative finanzielle Vermögenswerte, die unter den kurzfristigen übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen werden.

2.8.3. Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt, ohne jegliche Absicht, die Forderungen zu handeln. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst 12 Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Kredite und Forderungen sind in der Bilanz in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie in den liquiden Mitteln enthalten. Sie enthalten auch erbrachte Leistungen, die noch nicht in Rechnung gestellt worden sind, für die gleichwohl ein vertraglicher Anspruch besteht.

2.8.4. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen bzw. bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, bei denen das Konzernmanagement die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte sind - mit Ausnahme derjenigen, die innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden und die entsprechend als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen werden – unter den langfristigen Vermögenswerten auszuweisen.

Der Konzern stuft aktuell keine Finanzinstrumente in diese Kategorie ein.

2.8.5. Zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zuzuordnen sind oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen gelten als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Die am Bilanzstichtag vorhandenen zur Veräußerung gehaltenen finanziellen Vermögenswerte sind in den sonstigen Finanzanlagen sowie den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

2.8.6. Bewertung von Finanzinstrumenten

Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf bzw. Verkauf des Vermögenswertes verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt.

Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zinsswaps und Zinscaps stellen derivative Finanzinstrumente dar und werden zur Absicherung der Risiken aus steigenden Zinssätzen für Finanzverbindlichkeiten eingesetzt. Da freenet keine vollständige Dokumentation und keinen Effektivitätstest vorhält, werden die Zinsswaps und Zinscaps nicht als „Hedge Accounting“ gemäß IAS 39 angesetzt. Daher werden Zeitwertveränderungen sofort erfolgswirksam verbucht. Die Bewertung von Zinsswaps und Zinscaps erfolgt zum Marktpreis. Dieser ergibt sich aus entsprechenden Quotierungen von Kreditinstituten, die den Marktpreis auf Basis zukünftiger Cashflows über interne Mark-to-Market-Modelle ermitteln.

Nach der erstmaligen Erfassung werden Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden nach ihrer erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die nicht realisierten Gewinne oder Verluste direkt im Eigenkapital, in der Wertänderungsrücklage, erfasst werden. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten aus dieser Kategorie sind als sonstige Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. Dividenden auf zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente sind mit der Entstehung des Rechtsanspruches des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige Erträge zu erfassen.

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Wertpapiere werden jedoch grundsätzlich mit ihren jeweiligen Anschaffungskosten bewertet, da eine verlässliche Ermittlung des Fair Values nicht möglich ist. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt; weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.

2.8.7. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten.

2.8.8. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten umfassen die Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige Verbindlichkeiten. Sie werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet.

In der Folgeperiode werden die finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Langfristige Verbindlichkeiten stehen zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bilanz. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt.

Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben.

Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt auf Basis zukünftiger Cashflows. Daher können auch derivative Finanzinstrumente als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden.

Finanzschulden aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen.

2.8.9. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes bzw. einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, wird ein wesentlicher oder andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten dieser Eigenkapitalinstrumente als Indikator dafür angesehen, dass die Eigenkapitalinstrumente wertgemindert sind. Wenn ein derartiger Hinweis für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte existiert, wird der kumulierte Verlust – gemessen als Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich davor im Hinblick auf den betrachteten finanziellen Vermögenswert erfasster Wertminderungsverluste – aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Wertminderungsverluste von Eigenkapitalinstrumenten werden nicht ergebniswirksam rückgängig gemacht.

Bei nicht börsennotierten Aktien, die als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert wurden, ist eine wesentliche oder anhaltende Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Wertpapiere unter ihre Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Wenn keine Marktpreise vorliegen, werden andere Bewertungsmethoden, wie z.B. DCF-Verfahren, verwendet.

Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, sowie ein Vertragsbruch wie z.B. ein Ausfall oder Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen gelten als Indikator für das Vorhandensein einer Wertminderung.

Bei einigen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten, zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden Vermögenswerte, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, auf Portfoliobasis auf Wertminderungsbedarf überprüft. Objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen könnten Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, ein Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbare Veränderungen des nationalen oder lokalen Wirtschaftsumfelds, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden, sein.

Der Buchwert der Forderung wird durch die Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Sofern eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird sie gegen das Wertberichtigungskonto ausgebucht. Nachträgliche Zahlungseingänge auf vormals ausgebuchte Beträge werden erfolgswirksam gegen die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wertminderungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

2.8.10. Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder es den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.

2.9. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt jeweils zum niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einerseits und am Bilanzstichtag realisierbarem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte erzielbare Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten. Die Ermittlung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt auf Basis des gleitenden Durchschnitts.

2.10. Fremdwährungsgeschäfte

Die Abschlüsse ausländischer, nicht in Berichtswährung bilanzierender Konzernunternehmen werden in Euro umgerechnet. Als Umrechnungsmethode wird die modifizierte Stichtagsmethode verwendet. Die Forderungen und Verbindlichkeiten werden mit dem Kurs am Tage des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

Die Salden der Gewinn- und Verlustrechnung werden zu Durchschnittskursen in Euro umgerechnet. Bis zum Bilanzstichtag eingetretene Gewinne und Verluste aus Kursänderungen werden ergebniswirksam erfasst.

2.11. Eigenkapital

Stammaktien, Kapitalrücklagen, Wertänderungsrücklagen, das Konzernbilanzergebnis sowie die Anteile anderer Gesellschafter werden als Eigenkapital ausgewiesen.

2.12. Pensionsrückstellungen

Die Bilanzierung und Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach IAS 19. Die in der Bilanz angesetzte Pensionsrückstellung entspricht dem versicherungsmathematischen Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens, angepasst um kumulierte, bisher nicht erfolgswirksam erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste und nicht erfolgswirksam erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien berechnet. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Saldo der kumulierten nicht erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste zum Ende der vorherigen Berichtsperiode den höheren der Beträge aus zehn Prozent des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (vor Abzug des Planvermögens) oder aus zehn Prozent des Fair Values des Planvermögens zu diesem Zeitpunkt übersteigt. Diese Gewinne oder Verluste werden über die erwartete Restdienstzeit der Berechtigten realisiert.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die Änderungen des Pensionsplans hängen vom Verbleib des Berechtigten im Unternehmen für einen festgelegten Zeitraum ab (Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit). In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über den Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst.

Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung im Finanzergebnis.

Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne werden im Jahr des Anfalls ergebniswirksam erfasst.

2.13. Andere Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gebildet, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und hinsichtlich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind, wenn es wahrscheinlich (more likely than not) ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Konzernressourcen führt und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Die Bewertung erfolgt mit der bestmöglichen Schätzung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Abzinsung für langfristige Verpflichtungen.

Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtungen gering ist.

Restrukturierungsrückstellungen umfassen Zahlungen für die vorzeitige Kündigung von Mietverhältnissen sowie Abfindungszahlungen an Mitarbeiter.

Die für Rückbauverpflichtungen von Mietereinbauten erwarteten Kosten sind nach IAS 16 in den Anschaffungskosten der Mietereinbauten enthalten. Daher wird für diese Verpflichtungen, soweit ein Vermögensabfluss wahrscheinlich ist, zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gemäß IAS 37 in Höhe des Barwerts eine Rückstellung gebildet. Bewertungsänderungen der bestehenden Rückstellung, also Änderungen des Erfüllungsbetrages und/oder des Diskontierungssatzes, werden mittels einer Anpassung des Buchwerts der Mietereinbauten (Obergrenze: erzielbarer Betrag; Untergrenze: Null) erfasst.

2.14. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

Im Konzern bestehen folgende Mitarbeiterbeteiligungsprogramme:

Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG
Aktienoptionen der vormaligen mobilcom AG

Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der einzelnen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme dargestellt:

2.14.1. Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

Die Bewertung der von der freenet AG ausgegebenen Aktienwertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der Aktienwertsteigerungsrechte, die voraussichtlich unverfallbar werden. Bei Ausübung dieser Rechte erfolgt die Zahlung eines Barbetrags in Höhe der Differenz zwischen dem maßgeblichen Aktienkurs und dem Basiswert, abzüglich Steuern und Abgaben. Für Details verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

2.14.2. Aktienoptionen der vormaligen mobilcom AG

Die vormalige mobilcom AG hatte einen aktienbasierten Vergütungsplan aufgelegt, der durch Eigenkapital-Instrumente beglichen wird. Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern erbrachten Arbeitsleistungen als Gegenleistung für die Gewährung der Optionen wird als Aufwand erfasst. Der gesamte Aufwand, der über den Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit der Optionen zu erfassen ist, ermittelt sich aus dem beizulegenden Zeitwert der voraussichtlich ausübbar werdenden Optionen. An jedem Bilanzstichtag wird die Schätzung der Anzahl an Optionen, die erwartungsgemäß ausübbar werden, überprüft.

Im Rahmen der Ausübung von Optionsrechten wurde seitens der vormaligen mobilcom AG vom ihr eingeräumten Ersetzungsrecht Gebrauch gemacht. Die Aktienoptionen werden in Form eines Barausgleichs abgegolten. Nach Umbewertung nach den Parametern des jeweiligen Stichtags wird über eine erfolgsneutrale Buchung im Eigenkapital die Rückstellung dotiert.

2.15. Latente und laufende Ertragsteuern

Der Ansatz latenter Steuern erfolgt gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf alle temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Werten und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.

Latente Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen werden in der Höhe angesetzt, für die latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigt die Höhe der latenten Steueransprüche auf abzugsfähige temporäre Differenzen diesen Wert, erfolgt der Ansatz nur in der Höhe, wie die Nutzung dieser latenten Steueransprüche durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist. Auch latente Steueransprüche auf existierende steuerliche Verlustvorträge werden nur in der Höhe aktiviert, wie deren Nutzung durch zukünftige Gewinne wahrscheinlich ist.

Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der deutschen Steuervorschriften berechnet, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden.

2.16. Abgrenzungen für Zuwendungen der öffentlichen Hand

Forderungen auf Gewährung von Zuwendungen der öffentlichen Hand werden aktiviert, sofern ein entsprechender Anspruch besteht und ihre Höhe hinreichend verlässlich geschätzt werden kann. Der Posten wird gemäß IAS 20 als passivischer Abgrenzungsposten in den Übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen dargestellt und entsprechend der Abschreibungsdauer der geförderten Vermögenswerte ertragswirksam vereinnahmt. Soweit im Zeitpunkt der Entstehung des Zuwendungsanspruchs die betreffenden Anlagegüter bereits teilweise oder vollständig abgeschrieben sind, erfolgt eine sofortige Vereinnahmung.

2.17. Ermessensausübung des Managements

Gemäß IAS 1.122 machen wir die folgenden Angaben:

Der Ansatz und die Ermittlung von Rückstellungen sind abhängig von Schätzungen. Insbesondere Rückstellungen für passive Rechtstreitigkeiten werden anhand der Einschätzung der die Konzerngesellschaften vertretenden Rechtsanwälte gebildet.

Zur Bildung angemessener Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögenswerte wurde eine Einschätzung der Werthaltigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte vorgenommen. Im Wesentlichen wurde diese Einschätzung anhand von Erfahrungswerten der Vergangenheit, der Altersstruktur und dem Status der Forderungen im Mahn- und Inkassoprozess vorgenommen.

Zur Ermittlung des Ergebnisses aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich „Next ID“ waren Abschätzungen anhand von Einzelfallbeurteilungen des Managements vorzunehmen – wir verweisen auf Textziffer 24, Aufgegebene Geschäftsbereiche.

Hinsichtlich der Abgrenzung für bezogene Leistungen aus Vertriebsprovisionen für die verschiedenen Produkte des Konzerns wird durch Schätzungen anhand von Vergangenheitserfahrungen berücksichtigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die endgültige und nicht mehr stornierbare Verprovisionierung zustande kommt.

Es existieren Geschäftsvorfälle, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Der Konzern bemisst die Höhe der Rückstellungen für erwartete Steuerprüfungen auf Basis von Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Ertragsteuern fällig werden. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die laufenden und die latenten Ertragsteuern haben.

2.18. Zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Zu den wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungsunsicherheiten, die Eingang in den Konzernabschluss gefunden haben, machen wir die folgenden Angaben gemäß IAS 1.125:

Bezüglich der getroffenen zukunftsbezogenen Annahmen im Rahmen der Tests zu eventuellen Wertminderungen des Goodwills (Buchwert zum 31. Dezember 2010: 1.115,9 Mio. €, Vorjahr: 1.116,5 Mio. €) sowie der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Buchwert zum 31. Dezember 2010: 293,3 Mio. €, Vorjahr: 293,3 Mio. €) verweisen wir auf Textziffer 15, Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich des Wertminderungstests der auf die CGU "Mobilfunk" zugeordneten Vermögenswerte ergibt, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bei einer Erhöhung bzw. Verminderung des WACC um 0,5 Prozentpunkte um ca. 195 Mio. € geringer bzw. 230 Mio. € höher ausfallen würde sowie bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des im Planungszeitraum angesetzten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um jeweils 10 Prozent um ca. 512 Mio. € geringer (bei gleichzeitiger Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) bzw. 607 Mio. € höher (bei gleichzeitiger Verringerung des WACC um 0,5 Prozentpunkte) ausfallen würde, was jeweils keine Wertminderung bezüglich der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte zur Folge hätte.

Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge basieren auf einer Unternehmensplanung, in die zukunftsbezogene Annahmen, zum Beispiel bzgl. der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Entwicklung des Telekommunikationsmarktes, Eingang gefunden haben. Zur Höhe der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Höhe der Verlustvorträge, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, verweisen wir auf Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und –schulden. Eine Sensitivitätsbetrachtung bezüglich der latenten Ertragsteueransprüche ergibt, dass die latenten Ertragsteueransprüche bei einer Erhöhung bzw. Verminderung des Gewerbeertrags bzw. des körperschaftsteuerlichen Einkommens um jeweils 10 Prozent im maßgeblichen Planungszeitraum um ca. 13,7 Mio. € höher bzw. um ca. 13,7 Mio. € geringer ausfallen würden.

Bei der Bildung der Drohverlustrückstellung für den Leerstand von gemieteten Shops und Bürogebäuden wurden Annahmen bezüglich einer zukünftigen möglichen Untervermietung dieser Flächen getroffen. Hinsichtlich der Bewertung der Drohverlustrückstellung für den Netzabbau im Bereich Festnetz/Internet wurde im Wesentlichen eine Annahme bezüglich der Höhe der zukünftigen Verluste in diesem Bereich getroffen.

Zu den Annahmen und Schätzungen, die in das Binomialmodell zur Ermittlung der Rückstellungen für ausstehende Aktienoptionen und Aktienwertsteigerungsrechte nach IFRS 2 zum 31. Dezember 2010 Eingang fanden, verweisen wir auf Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Zu den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wird unter Textziffer 30 beschrieben, welche zukunftsbezogenen Annahmen hinsichtlich der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemacht wurden. Es handelt sich hier um den Ansatz eines Rechnungszinses, des Rententrends, um die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des pensionsfähigen Einkommens der Anspruchsberechtigten sowie um die Abschätzung einer erwarteten Verzinsung des Planvermögens.

Für die Bewertung der Restrukturierungsrückstellungen für die Zahlung von Abfindungen waren Schätzungen bezüglich der Zahl der Mitarbeiter, die nach dem Bilanzstichtag Abfindungen aus dem zugrundeliegenden Restrukturierungsprogramm erhalten werden, vorzunehmen ebenso wie hinsichtlich des pro Mitarbeiter voraussichtlich zu zahlenden Abfindungsbetrages. Diese Einschätzungen wurden auf der Basis der Erfahrungen aus vergangenen Restrukturierungsprogrammen getroffen. Wir verweisen hier auch auf Textziffer 31, Andere Rückstellungen.

2.19. Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, wenn ihr Buchwert generell eher durch einen Verkauf als durch die weitere Nutzung realisiert wird. Im Zeitpunkt der Umklassifizierung in die aufgegebenen Geschäftsbereiche und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte wird die planmäßige Abschreibung der entsprechenden Vermögenswerte eingestellt.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte oder die zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe werden zurück in „weitergeführte Geschäftsbereiche“ gegliedert, wenn die Kriterien des IFRS 5 nicht mehr erfüllt werden. Die Vermögenswerte oder die Vermögensgruppe werden zu dem niedrigeren Wert aus dem Buchwert bereinigt um planmäßige Abschreibungen oder Neubewertungen, die vorgenommen worden wären, wenn die Vermögenswerte oder –gruppen nicht als „aufgegebene Geschäftsbereiche“ klassifiziert worden wären und dem erzielbaren Wert zum Rückgliederungszeitpunkt angesetzt. Die Anpassungen zur Neubewertung der Vermögensgruppe werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der weitergeführten Geschäftsbereiche ausgewiesen.

2.20. Vergleichszahlen und Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei einem Vergleich des Konzernabschlusses 2010 mit den angepassten Vorjahreszahlen ist bezüglich des Ergebnisses aus aufgegebenen Geschäftsbereichen zu beachten, dass in 2009 die Bereiche „DSL-Geschäft“ (11 Monate konsolidiert), „STRATO-Gruppe“ (12 Monate konsolidiert) zu den aufgegebenen Geschäftsbereichen zählten. Diese Geschäftsbereiche gingen in 2010 aufgrund der in 2009 vorgenommenen Endkonsolidierung nicht mehr mit Ergebnissen aus ihrer operativen Geschäftstätigkeit, sondern nur noch mit Ergebnissen aus nachträglichen Kaufpreisanpassungen sowie mit nachlaufenden Aufwendungen und Erträgen von zu vernachlässigender Bedeutung in den Konzernabschluss ein. Der im Vorjahr 2009 erzielte Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen wurde maßgeblich durch den Gewinn aus der Veräußerung der Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ und „STRATO Gruppe“ beeinflusst.

Eine retrospektive Anpassung der Vorjahresvergleichszahlen erfolgte bezüglich der Darstellung des Geschäftsbereichs „Next ID“ in der Gewinn- und Verlustrechnung als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5. Wir verweisen jeweils auf Textziffer 24, Aufgegebene Geschäftsbereiche.

Eine Änderung der Bilanzierungsmethoden stellt die Änderung der Aufgliederungsstruktur der Konzernkapitalflussrechnung dar – wir verweisen dazu auf Textziffer 33, Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung.

3. Segmentberichterstattung

Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Steuerung von Konzernbereichen abzugrenzen, deren Betriebsergebnisse regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft werden.

Der Vorstand organisiert und steuert das Unternehmen auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den einzelnen angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Da der Konzern seine Geschäftstätigkeit nahezu ausschließlich in Deutschland ausübt, erfolgt keine Organisation und Steuerung nach geografischen Bereichen. Der Konzern war im Geschäftsjahr 2010 in den folgenden Geschäftssegmenten tätig:

Mobilfunk:
Tätigkeiten als Mobilfunk-Service-Provider – Vermarktung von Mobilfunkdienstleistungen (Sprach- und Datendiensten) der Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 in Deutschland
auf der Grundlage der mit diesen Netzbetreibern geschlossenen Netzbetreiberverträge sowohl Angebot eigener netzunabhängiger Dienste und Tarife als auch Angebot der Tarife der Netzbetreiber
Vertrieb von Mobilfunk-Endgeräten sowie zusätzlicher Dienste im Bereich der mobilen Datenkommunikation
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen
Sonstige:
Erbringung von Portal-Dienstleistungen wie E-Commerce/Advertising-Leistungen (diese beinhalten im Wesentlichen das Angebot des Online-Shoppings und die Vermarktung von Werbeflächen auf Internetseiten) sowie von Bezahldiensten für Endkunden; bis einschließlich 2009 Darstellung als eigenes Segment „Portal“
Entwicklung von Kommunikationslösungen, EDV-Dienstleistungen und sonstigen Leistungen für Geschäftskunden; Angebot von Mehrwertdiensten für Geschäftskunden; bis einschließlich 2009 Darstellung als eigenes Segment „B2B“
Angebot schmalbandiger Sprachdienste (Call-by-Call, Preselection) und Datendienste; bis einschließlich 2009 Darstellung als eigenes Segment „Schmalband“
Erbringung von Vertriebsdienstleistungen
Bis einschließlich 2009: Angebot breitbandiger Internetanschlüsse und –zugänge, Angebot breitbandiger Sprachdienste; Darstellung als Segment „Breitband“
Bis einschließlich 2009: Angebot von Hosting-Dienstleistungen, wie Registrierung von Top-Level-Domains, Bereitstellung von Webspace, Realisierung damit verbundener Softwarelösungen; Darstellung als Segment „Hosting“

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2010 besteht die Segmentberichterstattung des Konzerns freenet AG nicht mehr aus sechs Segmenten, sondern nur noch aus den beiden Segmenten „Mobilfunk“ und „Sonstige“.

Die ehemaligen Segmente „Breitband“ sowie „Hosting“ beinhalten nach den im Vorjahr erfolgten Verkäufen der „STRATO Gruppe“ sowie des „DSL Geschäfts“ nur noch Restaktivitäten von zu vernachlässigender Bedeutung. Diese Segmente sowie die weiteren bisherigen Segmente „Portal“, „B2B“ und „Schmalband“ erreichen nach eingehender Prüfung nicht mehr die quantitativen Schwellenwerte des IFRS 8.13 für angabepflichtige Segmente und werden daher im vorliegenden verkürzten Konzernabschluss nicht mehr als Segmente aufgeführt.

Die einzelnen Geschäftssegmente erbringen bzw. erbrachten daneben jeweils auch Dienstleistungen an andere Geschäftssegmente. Diese Dienstleistungen wurden jeweils zu kaufmännisch verhandelten Transaktionspreisen abgerechnet.

Aufwendungen und Erträge werden den Segmenten aufgrund ausgewählter Kriterien entsprechend der wirtschaftlichen Zugehörigkeit zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2010 war die Zuordnung aller Aufwendungen und Erträge auf die beiden Segmente „Mobilfunk“ und „Sonstige“ eindeutig möglich, in dem die einzelnen konsolidierten Konzerngesellschaften jeweils einem dieser Segmente zugeordnet wurden. Im Geschäftsjahr 2009 war die Zuordnung lediglich bei Umsatzerlösen, Materialaufwand und damit einhergehend dem Rohertrag anhand der Dimensionen des Kostenträgers eindeutig möglich, sodass der gesamte Konzern-Rohertrag vollständig auf Segmente zugeordnet wurde.

Ansatz und Bewertung der zugeordneten Aufwendungen und Erträge erfolgen für Zwecke der Segmentberichterstattung nicht abweichend von den Ansätzen und Bewertungen der Konzernbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns.

Im Rahmen des vom freenet-Konzern durchgeführten Massengeschäfts, das sich vorwiegend auf Privatkunden konzentriert, besteht keine Abhängigkeit von einzelnen Kunden. Die Vorjahresvergleichszahlen der Segmentberichterstattung wurden retrospektiv angepasst und sind damit nicht identisch mit dem Segmentbericht 2009, wie im Konzernabschluss 2009 veröffentlicht. Zum Hintergrund dieser retrospektiven Anpassung verweisen wir auf Textziffer 24, Aufgegebene Geschäftsbereiche.

Segmentbericht 2010

01.01.2010 - 31.12.2010 Mobilfunk Sonstige Gesamt
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In Tsd. € Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen Effekte bzgl. IFRS 5
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Umsatzerlöse mit Dritten 3.261.682 92.910 0 -15.088 3.339.504
Intersegmenterlöse 3.953 6.481 -10.434 0 0
Umsatzerlöse, gesamt 3.265.635 99.391 -10.434 -15.088 3.339.504
Materialaufwand gegenüber Dritten -2.588.655 -34.450 0 3.906 -2.619.199
Intersegmentärer Materialaufwand -2.531 -6.041 8.572 0 0
Materialaufwand, gesamt -2.591.186 -40.491 8.572 3.906 -2.619.199
Segment-Rohertrag 674.449 58.900 -1.862 -11.182 720.305
Sonstige betriebliche Erträge 79.323 13.302 -4.162 -2.771 85.692
Andere aktivierte Eigenleistungen 9.265 726 0 0 9.991
Personalaufwand -123.161 -34.525 0 8.374 -149.312
Sonstige betriebliche Aufwendungen -311.225 -37.703 6.024 9.840 -333.064
Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen 0 1.331 0 0 1.331
Segment-EBITDA 328.651 2.031 0 4.261 334.943
Abschreibungen und Wertminderungen -177.664 -13.960 0 2.182 -189.442
Segment-EBIT 150.987 -11.929 0 6.443 145.501
Konzernfinanzergebnis -42.861
Ertragsteuern 16.122
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 118.762
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -6.295
Konzernergebnis 112.467
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 112.433
Anteil anderer Gesellschafter am Konzernergebnis 34
Investitionen der fortgeführten Geschäftsbereiche 21.821 4.343 26.164

Segmentbericht 2009

0 1.01.2009 - 31.12.2009 Mobilfunk Breitband Portal Hosting B2B
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In Tsd. €
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Umsatzerlöse mit Dritten 3.499.740 232.274 40.451 88.674 68.088
Intersegmenterlöse 9.088 0 2.843 2.476 1.975
Umsatzerlöse, gesamt 3.508.828 232.274 43.294 91.150 70.063
Materialaufwand gegenüber Dritten -2.798.455 -157.413 -14.317 -15.676 -50.507
Intersegmentärer Materialaufwand -2.143 -7.803 -3.690 -702 -1.880
Materialaufwand, gesamt -2.800.598 -165.216 -18.007 -16.378 -52.387
Segment-Rohertrag 708.230 67.058 25.287 74.772 17.676
Sonstige betriebliche Erträge
Andere aktivierte Eigenleistungen
Personalaufwand
Abschreibungen und Wertminderungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen
Konzernergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern
Konzernfinanzergebnis
Ertragsteuern
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
Konzernergebnis
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis
Anteil anderer Gesellschafter am Konzernergebnis
01.01.2009 - 31.12.2009 Schmalband Gesamt
(angepasst)
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In Tsd. € Eliminierung der intersegmentären Erlöse und Aufwendungen Effekte bzgl. IFRS 5 (angepasst)
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Umsatzerlöse mit Dritten 42.069 0 -369.510 3.601.786
Intersegmenterlöse 79 -16.461 0 0
Umsatzerlöse, gesamt 42.148 -16.461 -369.510 3.601.786
Materialaufwand gegenüber Dritten -14.391 0 211.607 -2.839.152
Intersegmentärer Materialaufwand -1 16.219 0 0
Materialaufwand, gesamt -14.392 16.219 211.607 -2.839.152
Segment-Rohertrag 27.756 -242 -157.903 762.634
Sonstige betriebliche Erträge 116.444
Andere aktivierte Eigenleistungen 10.192
Personalaufwand -199.653
Abschreibungen und Wertminderungen -202.438
Sonstige betriebliche Aufwendungen -364.277
Ergebnis nach der Equity-Methode einbezogener Unternehmen 1.685
Konzernergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern 124.587
Konzernfinanzergebnis -87.854
Ertragsteuern -19.012
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 17.721
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 238.769
Konzernergebnis 256.490
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis 256.485
Anteil anderer Gesellschafter am Konzernergebnis 5

Das in den fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 124.587 Tsd. € erzielte EBIT entfällt zu 136.433 Tsd. € auf das Segment Mobilfunk, zu 4.253 Tsd. € auf das Segment Portal sowie zu -16.099 Tsd. € auf den Bereich Festnetz (bestehend aus B2B, Schmalband sowie den Holding-Aktivitäten).

Das in den fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 327.025 Tsd. € erzielte EBITDA entfällt zu 322.601 Tsd. € auf das Segment Mobilfunk, zu 4.862 Tsd. € auf das Segment Portal sowie zu -438 Tsd. € auf den Bereich Festnetz.

Die in den fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 63,6 Mio. € getätigten Investitionen (ohne Berücksichtigung der Auszahlungen für den Erwerb von Tochter- und Beteiligungsunternehmen) entfallen zu 49,2 Mio. € auf das Segment Mobilfunk sowie zu 14,4 Mio. € auf den Bereich Festnetz.

4. Umsatzerlöse

Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse in Höhe von 3.340 Mio. € (Vorjahr: 3.602 Mio. €) ist unter Textziffer 3, Segmentberichterstattung, ersichtlich.

Von den externen Umsätzen des Segments Mobilfunk betreffen 2.345 Mio. € (Vorjahr: 2.593 Mio. €) Nutzungsentgelte und Gebühren, 501 Mio. € (Vorjahr: 586 Mio. €) Entgelte für Prämien und Provisionen sowie 416 Mio. € (Vorjahr: 320 Mio. €) Erlöse aus dem Verkauf von Mobilfunkgeräten und Zubehör.

5. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten größtenteils Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren, Werbekostenzuschüsse, Erträge aus der Berechnung von Sachbezügen an Mitarbeiter aus der Überlassung von Firmen-Pkw, Mieterträge sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und abgegrenzten Schulden.

Im Vorjahr waren darüber hinaus, aufgrund der Reorganisation des Filialgeschäfts, Erträge aus dem Verkauf von Shops enthalten.

6. Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

In Tsd. € 2010 2009
angepasst
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Aufwendungen für bezogene Waren 544.446 513.638
Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.074.753 2.325.514
2.619.199 2.839.152

Die Aufwendungen für bezogene Waren bestehen im Wesentlichen aus den Einstandswerten veräußerter Mobiltelefone und Bundles aus dem Prepaid-Geschäft.

Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich überwiegend um Gebühren für Mobilfunk-Telefonie, Provisionen und Prämien an Vertriebspartner.

7. Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

In Tsd. € 2010 2009
angepasst
--- --- ---
Löhne und Gehälter 124.749 169.493
Soziale Abgaben 24.563 30.160
149.312 199.653

Die Anzahl der durchschnittlich im Konzern beschäftigten Mitarbeiter verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 6.020 um 31,7 Prozent auf 4.111 Personen, hauptsächlich in Folge der letztjährigen Verkäufe des „DSL-Geschäfts“ mit dem Kieler Callcenter und der „STRATO Gruppe“ sowie aufgrund der Restrukturierung in Folge des debitel-Erwerbs. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigt der Konzern 3.972 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.394 Mitarbeiter). Aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm der Gesellschaft resultiert eine Minderung des Personalaufwands gemäß IFRS 2 in Höhe von 4.011 Tsd. € (Vorjahr: Erhöhung des Personalaufwands um 2.940 Tsd. €). Zur Erläuterung des Aktienwertsteigerungsprogramms sowie des Aktienoptionsprogramms verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den Textziffern 2.14 und 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Der Personalaufwand enthält auch Aufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 473 Tsd. € (Vorjahr: 920 Tsd. €), vgl. hierzu auch Textziffer 30, Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen.

Im Personalaufwand sind als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mit 11.771 Tsd. € (Vorjahr angepasst: 14.803 Tsd. €) enthalten.

8. Abschreibungen und Wertminderungen

Die Zusammensetzung der Abschreibungen ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

In Tsd. € 2010 2009
angepasst
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Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 168.325 171.324
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte 2.044 4.165
Abschreibungen auf Sachanlagevermögen 18.938 26.726
Wertminderungen auf Sachanlagevermögen 135 223
189.442 202.438

Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte betreffen größtenteils ein Vertriebsrecht sowie das Nutzungsrecht an einer Software. Das Vertriebsrecht wurde im Rahmen der Umstrukturierung bei einem durch Insolvenz bedrohten Vertriebspartner und der sich daraus ergebenden Einschätzung des Nutzungswerts mit Null vollständig wertgemindert. Die teilweise Wertminderung eines Nutzungsrechts an einer Software resultierte aus der Absicht, diese Software zukünftig nur noch eingeschränkt zu nutzen, was gleichbedeutend mit einer Verminderung des Nutzungswerts ist. Diese Software war in erster Linie im früheren „DSL-Geschäft“ genutzt worden, so dass die eingeschränkte Nutzung eine Folge des letztjährigen Verkaufs des „DSL-Geschäfts“ ist.

Die im Vorjahr ausgewiesenen Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte waren größtenteils auf die standortübergreifende IT-Integration innerhalb der debitel-Gruppe zurückzuführen und betrafen Software und Nutzungsrechte sowie selbsterstellte Software und Entwicklungskosten für selbsterstellte Software.

9. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen im Wesentlichen Marketingkosten, Verwaltungskosten, Aufwendungen für Porto, für Wertberichtigungen sowie den Ausfall von Forderungen sowie Rechts- und Beratungskosten.

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für die Wertberichtigung sowie den Ausfall von Forderungen von insgesamt 46.178 Tsd. € (Vorjahr: 31.472 Tsd. €) an. Diese Aufwendungen entfallen zu 46.178 Tsd. € (Vorjahr: 31.410 Tsd. €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie zu 0 Tsd. € (Vorjahr: 62 Tsd. €) auf sonstige Vermögenswerte.

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen wurden Zahlungen in Höhe von 51.929 Tsd. € (Vorjahr: 74.004 Tsd. €) aufwandswirksam erfasst.

Aus Fremdwährungsumrechnungen wurden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen 0 Tsd. € (Vorjahr: 18 Tsd. €) ausgewiesen.

10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge bestehen aus folgenden Positionen:

In Tsd. € 2010 2009
angepasst
--- --- ---
Zinsen von Kreditinstituten und aus Inkasso sowie ähnliche Erträge 3.412 5.378
Ertrag aus der Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten 13.460 8.109
Zinsertrag aus der Aufzinsung von Aktiva 991 601
Zinsertrag aus Steuererstattungen 300 1.100
18.163 15.188

11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

In Tsd. € 2010 2009
Zinsen an Kreditinstitute und ähnliche Aufwendungen 50.419 93.354
Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Passiva 8.111 6.811
Zinsaufwand aus Steuernachzahlungen 726 1.446
Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen 1.502 1.398
Aufwand aus der Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten 266 0
Zinsaufwand aus Finanzierungsleasing 0 33
61.024 103.042

12. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind gezahlte oder geschuldete Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern ausgewiesen.

In Tsd. € 2010 2009
Laufender Steueraufwand des Geschäftsjahres -25.143 -20.561
Steueraufwendungen (Vorjahr: Steuererträge) aus Vorjahren -6.924 1.066
Latenter Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) infolge der Zuschreibung (Vorjahr: Abschreibung) auf latente Ertragsteueransprüche 14.563 -18.866
Latenter Steuerertrag bezüglich temporärer Unterschiede 34.601 32.185
Latenter Steueraufwand aus Steuersatzänderungen -1.060 -2.113
Tatsächlicher Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) 16.037 1) -8.289 2)

1) Der tatsächliche Steuerertrag von 16.037 Tsd. € für das Jahr 2010 entfällt mit Steuerertrag von 16.122 Tsd. € auf die weitergeführten Geschäftsbereiche sowie mit Steueraufwendungen von 85 Tsd. € auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche.

2) Der tatsächliche Steueraufwand von 8.289 Tsd. € für das Jahr 2009 entfällt mit Steueraufwand von 19.012 Tsd. € auf die weitergeführten Geschäftsbereiche sowie mit Steuererträgen von 10.723 Tsd. € auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Zusätzliche Angaben zu latenten Steuern sind unter Textziffer 19, Latente Ertragsteueransprüche und –schulden, enthalten.

Die Anwendung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes der Konzernunternehmen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern würde zu einem erwarteten Steueraufwand von 28,4 Mio. € (Vorjahr: 80,0 Mio. €) führen. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem tatsächlichen Steuerertrag von 16,0 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. € Steueraufwand) ist aus der folgenden Überleitungsrechnung ersichtlich:

In Tsd. € 2010 2009
Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern 96.430 264.779
Erwarteter Steueraufwand bei Anwendung des Steuersatzes von 29,4 Prozent (Vorjahr: 30,2 Prozent) -28.350 -79.963
Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern und nicht angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 50.627 9.541
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen und steuerfreien Erträge 787 43.869
Effekte aus Steuersatzänderungen -1.060 -2.113
Steueraufwand aus Vorjahren -6.924 1.066
Andere Erträge und Aufwendungen 957 19.311
Tatsächlicher Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) 16.037 1) -8.289 2)
Effektiver Steuersatz in Prozent -16,63 3,13

1) Der tatsächliche Steuerertrag von 16.037 Tsd. € für das Jahr 2010 entfällt mit Steuerertrag von 16.122 Tsd. € auf die weitergeführten Geschäftsbereiche sowie mit Steueraufwendungen von 85 Tsd. € auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche.

2) Der tatsächliche Steueraufwand von 8.289 Tsd. € für das Jahr 2009 entfällt mit Steueraufwand von 19.012 Tsd. € auf die weitergeführten Geschäftsbereiche sowie mit Steuererträgen von 10.723 Tsd. € auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche.

Bei den Konzerngesellschaften wurde im Geschäftsjahr 2010 für die Berechnung der laufenden und latenten Ertragssteuern ein Körperschaftssteuersatz von 15 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) verwendet. Weiterhin wurde ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer sowie ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 387,59 Prozent (Vorjahr: 411,46 Prozent) zugrunde gelegt. Die latenten Steuern wurden im Geschäftsjahr 2010 mit einem Durchschnittssteuersatz von 29,4 Prozent (Vorjahr: 30,2 Prozent) errechnet.

13. Ergebnis je Aktie

13.1. Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseigern zustehenden Ergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien während des Geschäftsjahres. In Zukunft besteht die Möglichkeit einer Verminderung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie aufgrund der möglichen Inanspruchnahme bedingten Kapitals.

2010 2009
angepasst
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Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in Tsd.€ 112.433 256.485
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück 128.061.016 128.061.016
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 0,88 2,00
davon entfallend auf weitergeführte Geschäftsbereiche in € 0,93 0,14
davon entfallend auf aufgegebene Geschäftsbereiche in € -0,05 1,86

13.2. Verwässertes Ergebnis je Aktie

Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Anteilseignern zustehenden Ergebnisses durch den um potenziell verwässernde Aktien erhöhten gewichteten durchschnittlichen Bestand im Umlauf befindlicher Aktien.

Die Anzahl der potenziell verwässernden Aktien ergibt sich aus der Differenz der zum Bezugspreis bewerteten potenziellen Stammaktien aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen und der zum beizulegenden Wert emittierbaren Stammaktien.

2010 2009
angepasst
--- --- ---
Anteil der Aktionäre der freenet AG am Konzernergebnis in Tsd. € 112.433 256.485
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien in Stück 128.061.016 128.061.016
Potenzielle Verwässerungsaktien in Stück 0 0
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien zzgl. potenzieller Verwässerungsaktien in Stück 128.061.016 128.061.016
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 0,88 2,00
davon entfallend auf weitergeführte Geschäftsbereiche in € 0,93 0,14
davon entfallend auf aufgegebene Geschäftsbereiche in € -0,05 1,86

14. Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Goodwill

Die Entwicklung der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Die wesentlichen Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte entfallen auf Markenrechte und Kundenbeziehungen, die aus der Kaufpreisallokation anlässlich des Erwerbs der debitel-Gruppe im Geschäftsjahr 2008 stammen.

Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte dieser Markenrechte und Kundenbeziehungen jeweils zum Ende des Geschäftsjahres dar:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Markenrechte 316.968 321.809
Kundenbeziehungen 206.632 314.031
523.600 635.840

Neben den Markenrechten und Kundenbeziehungen aus dem debitel-Erwerb werden zum 31. Dezember 2010 weitere immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 55,1 Mio. € (31. Dezember 2009: 99,2 Mio. €) ausgewiesen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nur in unwesentlichem Maße von Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belastet.

Die Aufteilung des bilanzierten Goodwills auf Cash Generating Units geht aus der folgenden Übersicht hervor:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Mobilfunk 1.111.830 1.111.830
Übrige 4.094 4.675
1.115.924 1.116.505

Die Verringerung bei den Übrigen um 581 Tsd. € entfällt zu 453 Tsd. € auf den dem Geschäftsbereich „Next ID“ zugeordneten Goodwill. Wir verweisen hierzu auch auf Textziffer 24, Aufgegebene Geschäftsbereiche.

15. Test auf Wertminderung von nicht-monetären Vermögenswerten

Zum Test auf Wertminderung von Vermögenswerten gemäß IAS 36 machen wir folgende Angaben:

Der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Cash Generating Unit, im Folgenden „CGU“ genannt) „Mobilfunk“ wurden ein Goodwill in Höhe von 1.111.830 Tsd. € (Vorjahr: 1.111.830 Tsd. €) sowie mit einem Markenrecht ein immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 293.204 Tsd. € (Vorjahr: 293.204 Tsd. €) zugeordnet. In der CGU „Mobilfunk“ werden die Geschäftsmodelle „Postpaid“, „Prepaid“, „No frills“ sowie „Original Mobile Network Operator Business“ zusammengefasst.

Aufgrund der Möglichkeit, dem Markenrecht mit unbestimmter Nutzungsdauer Cashflows zuordnen zu können, erfolgte die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten nach dem kapitalwertorientierten Verfahren in Form der Lizenzpreisanalogiemethode. Die auf Basis von Vergleichstransaktionen ermittelte Lizenzrate für dieses Markenrecht beträgt unter Berücksichtigung dessen spezifischer Markenstärke als Premiummarke 1,5 Prozent. Die geplanten markenrelevanten Umsätze für dieses Markenrecht wurden der im Text unten beschriebenen Planung der CGU „Mobilfunk“ entnommen. Der zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Kapitalisierungszinssatz (WACC) nach Steuern beträgt zum Bewertungsstichtag 6,6 Prozent (Vorjahr: 7,4 Prozent). Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2015) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) angenommen worden. Für das der CGU „Mobilfunk“ zugeordnete Markenrecht mit unbestimmter Nutzungsdauer ergab sich kein Wertminderungsbedarf.

Als erzielbarer Betrag der CGU „Mobilfunk“ wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes diente eine vom Management genehmigte Planung, die den Zeitraum bis einschließlich 2014 umfasst. Die Detailplanungsphase wurde in der ewigen Rente fortgeschrieben.

Die Planung basiert auf aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleiteten detaillierten Annahmen bezüglich der wesentlichen Ergebnis- bzw. Werttreiber. Grundsätzlich lässt sich das Ergebnis der CGU „Mobilfunk“ rohertragsseitig in zwei Ergebnisströme, den Ergebnisbeitrag aus Neukunden bzw. Kundenbindung, untergliedern. Dagegen stehen die Kosten für bezogene Leistungen, insbesondere gegenüber den Mobilfunknetzbetreibern. Der Ergebnisbeitrag der Neukunden bzw. Kundenbindung wird dominiert von Kosten zur Akquisition bzw. Bindung der Kunden. Demgegenüber stehen Kosten für die Beschaffung der Hardware sowie aus an Vertriebspartner im Zuge der Akquisition bzw. Bindung zu zahlende Händlerprovisionen. freenet geht im Planungszeitraum von leicht sinkenden Kundenakquisitionskosten sowie leicht steigenden Kundenbindungskosten aus.

Der auf die spezielle Risikostruktur der CGU "Mobilfunk" anhand von Marktdaten abgeleitete und im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendete WACC nach Steuern beträgt 6,6 Prozent (Vorjahr: 7,4 Prozent). Hinsichtlich des Kapitalisierungszinssatzes in der Anschlussphase (ab dem Jahr 2015) ist aufgrund von Wachstumsannahmen ein Abschlag von 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) angenommen worden.

Der Wertminderungstest 2010 bezüglich der CGUs „Mobilfunk“ führte sowohl für den zugeordneten Goodwill, als auch hinsichtlich des immateriellen Vermögenswertes mit unbestimmter Nutzungsdauer zu dem Ergebnis, dass kein Wertminderungsbedarf besteht.

Im Geschäftsjahr 2010 sind für die fortgeführten Geschäftsbereiche Wertminderungen auf nicht-monetäre Vermögenswerte in Höhe von 2.179 Tsd. € (Vorjahr: 4.388 Tsd. €) vorgenommen worden – wir verweisen auf Textziffer 8, Abschreibungen und Wertminderungen.

16. Joint Ventures

Im Konzernabschluss sind die Beteiligungen an drei Joint Ventures enthalten. Hierbei handelt es sich zunächst um die im Geschäftsjahr 2001 gegründete FunDorado GmbH, Hamburg, (FunDorado) an der die freenet-Gruppe 50,0 Prozent (Vorjahr: 50,0 Prozent) der Anteile hält. FunDorado betreibt ein kostenpflichtiges Internet-Portal.

Zum 31. Dezember 2010 bzw. für das Geschäftsjahr 2010 werden folgende Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge ausgewiesen:

In Tsd. € FunDorado GmbH Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 2.179 1.089
Langfristige Vermögenswerte 1.826 913
4.005 2.002
Kurzfristige Schulden 1.922 961
Langfristige Schulden 76 38
1.998 999
Erträge 7.991 3.996
Aufwendungen 6.890 3.445

Zum 31. Dezember 2009 bzw. für das Geschäftsjahr 2009 wies FunDorado die folgenden Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge aus:

In Tsd. € FunDorado GmbH Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 2.240 1.120
Langfristige Vermögenswerte 1.526 763
3.766 1.883
Kurzfristige Schulden 1.938 969
Langfristige Schulden 104 52
2.042 1.021
Erträge 8.604 4.302
Aufwendungen 7.602 3.801

Es bestanden zum 31. Dezember 2010 – wie im Vorjahr – keine Eventual- oder Kapitalverpflichtungen im Zusammenhang mit dem Konzernanteil an diesem Joint Venture. FunDorado beschäftigte im Geschäftsjahr 2010 durchschnittlich 38 (Vorjahr: 38) Mitarbeiter.

Mit Wirkung vom 13. Oktober 2006 beteiligte sich die FunDorado GmbH zu 50 Prozent an der NetCon Media s.r.o. mit Sitz in Hlucin, Tschechien (im Folgenden: NetCon). Die Gesellschaft produziert Inhalte, die überwiegend zur Nutzung im kostenpflichtigen Internet-Portal der FunDorado bestimmt sind. NetCon ist wiederum zu 100 Prozent an ihrer Vertriebsgesellschaft siXXup new Media GmbH, Pulheim (im Folgenden: siXXup), beteiligt. Sowohl NetCon als auch siXXup werden als Gemeinschaftsunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Als Erstkonsolidierungsstichtag war jeweils vereinfachend der 1. November 2006 gewählt worden.

NetCon weist, einschließlich der Salden ihrer Tochtergesellschaft siXXup, zum 31. Dezember 2010 bzw. für das Geschäftsjahr 2010 folgende Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge aus:

In Tsd. € NetCon Media s.r.o. Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 266 67
Langfristige Vermögenswerte 327 82
594 148
Kurzfristige Schulden 131 33
Langfristige Schulden 0 0
131 33
Erträge 1.652 413
Aufwendungen 1.642 411

Zum 31. Dezember 2009 bzw. für das Geschäftsjahr 2009 weist NetCon, einschließlich der Salden ihrer Tochtergesellschaft siXXup, folgende Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge aus:

In Tsd. € NetCon Media s.r.o. Anteil des Konzerns
Kurzfristige Vermögenswerte 261 65
Langfristige Vermögenswerte 182 46
443 111
Kurzfristige Schulden 81 20
Langfristige Schulden 0 0
81 20
Erträge 1.126 282
Aufwendungen 1.048 262

Im Geschäftsjahr 2010 beschäftigte NetCon, einschließlich ihrer Tochtergesellschaft, durchschnittlich 75 (Vorjahr: 71) Mitarbeiter.

Es bestanden zum 31. Dezember 2010 keine Eventual- oder Kapitalverpflichtungen im Zusammenhang mit den Konzernanteilen an diesen Joint Ventures.

17. Anteile an assoziierten Unternehmen

Der Buchwert der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen zum 31. Dezember 2010 von 3.403 Tsd. € (Vorjahr: 3.645 Tsd. €) entfiel wie im Vorjahr auf die KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel (im Folgenden „KielNET“). Der Konzern ist zu 50 Prozent an dieser Gesellschaft beteiligt. Sofern bei Beschlussvorhaben Stimmrechtsgleichheit vorliegt, liegt die Entscheidungsbefugnis mit einer zusätzlichen Stimme bei der Stadtwerke Kiel AG, Kiel. Die KielNET bietet innerhalb des Lizenzgebiets im Großraum Kiel Telekommunikationsdienstleistungen an.

KielNET erzielte im Geschäftsjahr 2010 Umsatzerlöse in Höhe von 19.083 Tsd. € (Vorjahr: 20.392 Tsd. €) sowie einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.662 Tsd. € (Vorjahr: 3.370 Tsd. €). Zum 31. Dezember 2010 betragen die Vermögenswerte dieser Gesellschaft aggregiert 16.962 Tsd. € (Vorjahr: 17.074 Tsd. €), die Schulden betragen aggregiert 10.208 Tsd. € (Vorjahr: 9.835 Tsd. €).

Die Verringerung des Buchwerts der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen gegenüber dem 31. Dezember 2009 um 242 Tsd. € ist bei einem in 2010 erzielten Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen von 1.331 Tsd. € (Vorjahr: 1.685 Tsd. €) darauf zurückzuführen, dass von der KielNET eine Dividendenausschüttung in Höhe von 1.573 Tsd. € vereinnahmt wurde, die als Buchwertminderung zu behandeln war.

18. Sonstige Finanzanlagen

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen sonstigen Finanzanlagen betreffen zum einen mit einem unveränderten Buchwert von 304 Tsd. € die Beteiligung an der Gesellschaft Libri.de GmbH, Hamburg, sowie mit einem unveränderten Buchwert von 398 Tsd. € die Beteiligung an der Pocketfilm Media Entertainment GmbH, Frechen. Diese Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten bewertet.

Weiterhin werden in den sonstigen Finanzanlagen im Wesentlichen eine stille Beteiligung, bewertet zu Anschaffungskosten, in Höhe von 500 Tsd. € (Vorjahr: 500 Tsd. €) sowie festverzinsliche Anleihen mit langfristiger Fälligkeit in Höhe von 1.054 Tsd. € (Vorjahr: 987 Tsd. €), die als Mietsicherheiten für Shops dienen und zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, bilanziert.

Auf die sonstigen Finanzanlagen sind zum Bilanzstichtag sowie zum Stichtag des Vorjahres keine Wertberichtigungen gebildet worden. Des Weiteren wurden keine Veräußerungen vorgenommen.

19. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden

Die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wurden unter Berücksichtigung der temporären Unterschiede nach der Verbindlichkeitsmethode mit einem Gesamtsteuersatz von 29,4 Prozent (Vorjahr: 30,2 Prozent) errechnet.

Folgende Beträge werden in der Konzernbilanz ausgewiesen:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Latente Ertragsteueransprüche 79.828 27.090
Latente Ertragsteuerschulden 0 0
79.828 27.090

Der Überhang der bilanzierten aktiven latenten Steuern von 79,8 Mio. € (Vorjahr: 27,1 Mio. €) wird aufgrund der erwarteten Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen zu 34,9 Mio. € (Vorjahr: 27,1 Mio. €) als kurzfristig sowie zu 44,9 Mio. € (Vorjahr: 0) als langfristig angesehen.

Die Entwicklungen der ausgewiesenen latenten Steueransprüche und -schulden für die Geschäftsjahre 2010 und 2009 sind den folgenden Tabellen zu entnehmen:

Entwicklung der latenten Ertragsteueransprüche und -schulden in 2010 01.01.2010 31.12.2010
(in Tsd. €) Veränderungen des Konsolidierungskreises Direkt im Eigenkapital verrechnet Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern
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Sachanlagen -272 0 0 1.383 1.111
Immaterielle Vermögenswerte -202.085 0 0 41.295 -160.790
Finanzanlagen -138 0 -7 121 -24
Verlustvorträge 215.237 -220 0 8.679 223.696
Rückstellungen 6.765 0 0 2.764 9.529
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 9 0 0 -469 -460
Finanzschulden 433 0 0 -2.569 -2.136
Übrige 7.141 0 0 1.761 8.902
27.090 -220 -7 52.965 79.828

Die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern in Höhe von 52.965 Tsd. € sind wie folgt in der Konzerngewinn- und –verlustrechnung enthalten:

In Tsd. € 2010
Ertragsteuern 52.965
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0
52.965

Die Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern entsprechen der Summe der latenten Ertragsteuern aus weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen.

Im Geschäftsjahr 2009 entwickelten sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden wie folgt:

Entwicklung der latenten Ertragsteueransprüche und -schulden in 2009 (in Tsd. €) 1.1.2009 Veränderungen des Konsolidierungskreises Direkt im Eigenkapital verrechnet Aufwendungen und Erträge aus Ertragsteuern 31.12.2009
Sachanlagen -1.110 -4 0 842 -272
Immaterielle Vermögenswerte -251.670 0 0 49.585 -202.085
Finanzanlagen -928 0 -4 794 -138
Verlustvorträge 234.103 0 0 -18.866 215.237
Rückstellungen 14.867 -30 0 -8.072 6.765
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 1.454 1.053 0 -2.498 9
Finanzschulden -547 0 0 980 433
Übrige 18.709 -9 0 -11.559 7.141
14.878 1.010 -4 11.206 27.090

Die zusammengefasste Netto-Entwicklung der latenten Steuern ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

In Tsd. € 2010 2009
Stand 01.01. 27.090 14.878
Veränderungen im Konsolidierungskreis -220 1.010
Direkt im Eigenkapital verrechnet -7 -4
Steuerertrag 52.965 11.206
Stand 31.12. 79.828 27.090

Die vorhandenen, unbegrenzt vortragsfähigen steuerlichen Verlustvorträge übersteigen die Summe der prognostizierten, kumulierten Ergebnisse der folgenden Geschäftsjahre. Daher wurde in der Konzernbilanz auch nur in dem Maße ein latenter Steueranspruch angesetzt, wie die Realisierung dieses Anspruches als wahrscheinlich angesehen wird. Die erwarteten Ergebnisse basieren dabei auf der jeweils zum Bilanzstichtag gültigen Unternehmensplanung des Ergebnisses vor Steuern. Zum 31. Dezember 2010 ergeben sich auf Verlustvorträge gebildete latente Steuern in Höhe von 223.696 Tsd. € (Vorjahr: 215.237 Tsd. €). Von dieser Position entfallen 115.819 Tsd. € (Vorjahr: 105.307 Tsd. €) auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und 107.877 Tsd. € (Vorjahr: 109.930 Tsd. €) auf Verlustvorträge, die der Gewerbesteuer zugeordnet sind. Weitere Verlustvorträge, für die in der Konzernbilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, betreffen mit 2,3 Mrd. € Körperschaftsteuer und mit 1,7 Mrd. € Gewerbesteuer (Vorjahr: 2,3 Mrd. € Körperschaftsteuer und 1,7 Mrd. € Gewerbesteuer). Es bestehen wie zum Vorjahresstichtag keine nicht angesetzten Zinsvorträge gemäß § 4h Absatz 1 Satz 2 EStG.

Zum 31. Dezember 2010 bestehen temporäre Outside Basis Differenzen (das Nettoeigenkapital nach IFRS ist höher als die entsprechenden steuerlichen Beteiligungsbuchwerte) in Höhe von ca. 12,3 Mio. €. Hierauf wurden mangels kurzfristig erwarteter Umkehrung keine latenten Steuern angesetzt.

20. Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Mobiltelefone/Zubehör 34.211 29.928
SIM-Karten 8.821 5.708
Bundles und Voucher 8.377 15.304
Sonstiges 488 1.117
51.897 52.057

Der Jahresendbestand an Vorräten ist in Höhe von 4.837 Tsd. € (Vorjahr: 3.679 Tsd. €) wertberichtigt.

21. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 427.069 491.051
Sonstige Vermögenswerte 35.744 45.700
Geleistete Anzahlungen 19.762 17.806
482.575 554.557

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegen Dritte und betreffen überwiegend Forderungen aus Gebührenumsätzen, Geräteverkäufen sowie Festnetz- und Internetdienstleistungen.

Die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte beträgt abzüglich gebildeter Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2010 442.170 Tsd. € (Vorjahr: 520.943 Tsd. €). Die wesentliche Bedeutung in dieser Klasse haben im freenet-Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie bestehen größtenteils gegen Endkunden, zu geringeren Teilen gegen Geschäftskunden, Händler und Vertriebspartner.

Die Rechnungsstellung erfolgt im Segment Mobilfunk durch den Konzern selbst. Im Segment Sonstige werden die Rechnungen teilweise selbst gestellt, im Schmalbandbereich wird das Inkasso der Deutsche Telekom AG (DTAG) in Anspruch genommen.

Soweit Rechnungen gegenüber Endkunden selbst gestellt werden, werden sie ganz überwiegend sofort nach Rechnungsstellung fällig. Die an die DTAG getätigten Einreichungen haben ein Zahlungsziel von 30 Tagen.

Bei nicht wertgeminderten und nicht überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im abgelaufenen Jahr keine Neuverhandlungen über bestehende Forderungen vorgenommen.

Zum 31. Dezember 2010 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 352.501 Tsd. € (31. Dezember 2009: 355.851 Tsd. €) weder wertgemindert noch überfällig.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 7.285 Tsd. € (31. Dezember 2009: 24.386 Tsd. €) sind überfällig, aber nicht wertgemindert. Diese Forderungen betreffen verschiedene Kunden, die in der Vergangenheit nicht ausgefallen sind.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Buchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Konzern verfügt über keine erhaltenen Sicherheiten.

Im Geschäftsjahr entstanden aus dem Verkauf von Forderungen Aufwendungen in Höhe von 64 Tsd. € (Vorjahr: Erträge in Höhe von 506 Tsd. €). Alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesen Forderungen verbunden waren, wurden auf den Käufer übertragen.

Zur Altersstruktur für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir die folgenden Angaben:

In Tsd. € Buchwert 31.12.2010 Davon zum Stichtag: Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig:
Weder wertgemindert Zwischen
--- --- --- --- --- ---
noch überfällig Weniger als 90 Tage 91 und 180 Tagen Mehr als 180 Tage
--- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 427.069 337.608 6.958 46 134
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 15.101 14.893 0 0 147
442.170 352.501 6.958 46 281
In Tsd. € Buchwert 31.12.2009 Davon zum Stichtag: Davon zum Stichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitabschnitten überfällig:
Weder wertgemindert Zwischen
--- --- --- --- --- ---
noch überfällig Weniger als 90 Tage 91 und 180 Tagen Mehr als 180 Tage
--- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 491.051 327.917 15.632 2.070 5.994
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 29.892 27.934 0 127 563
520.943 355.851 15.632 2.197 6.557

Zur Entwicklung der Wertberichtigungen für die Klasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte machen wir folgende Angaben:

In Tsd. €
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2009 126.280
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2010 129.018
Netto-Zuführung von Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2010 2.738
In Tsd. €
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2008 125.397
Durch Endkonsolidierungen abgegangene Wertberichtigungen (zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung) -2.827
Gebildete Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2009 126.280
Netto-Zuführung von Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2009 3.710

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte bestehen zu 40 Tsd. € (Vorjahr: 4.606 Tsd. €) gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vgl. hierzu Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

22. Flüssige Mittel

Die Zusammensetzung der Flüssigen Mittel stellt sich wie folgt dar:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Bankguthaben, Schecks und Kassenbestand 174.334 480.285
Wertpapiere (Geldmarktpapiere) 0 6
174.334 480.291

Wir geben folgende Überleitung der Flüssigen Mittel zum Finanzmittelfonds gemäß IAS 7, bestehend aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten mit einer ursprünglichen Fälligkeit bis zu drei Monaten:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Bestand an Flüssigen Mitteln weitergeführter Geschäftsbereiche 174.334 480.291
Bestand an Flüssigen Mitteln aufgegebener Geschäftsbereiche 2.588 0
Verbindlichkeiten im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition gegenüber Kreditinstituten -146.625 -148.873
30.297 331.418

23. Laufende Ertragsteueransprüche

Die laufenden Ertragsteueransprüche betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Körperschaftsteuer-Anrechnungsguthaben aus Altjahren.

24. Aufgegebene Geschäftsbereiche

Am 23. Dezember 2010 schlossen die freenet Gruppe und die mr.net group GmbH & Co. KG einen Vertrag über den Verkauf sämtlicher Geschäftsanteile an der Next-ID GmbH sowie der Next ID technologies GmbH (im Folgenden gemeinsam als Geschäftsbereich „Next ID“ oder „Next ID Gruppe“ bezeichnet).

Das Geschäft der Next ID Gruppe besteht im Wesentlichen im Angebot von Mehrwertdiensten für Geschäftskunden. Die Next ID Gruppe ist dem Segment „Sonstige“ zugeordnet.

Für den Verkauf wurde ein Barkaufpreis von 2,0 Mio. € vereinbart, der noch im Geschäftsjahr 2010 an freenet geflossen ist.

Der Vollzug dieser Transaktion erfolgte am 1. Januar 2011. Zu diesem Zeitpunkt ging die Kontrolle über den veräußerten Geschäftsbereich auf die Erwerberin über, folglich wurde zu diesem Zeitpunkt auch die Endkonsolidierung der verkauften Gesellschaften vorgenommen. In der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 sind diese Gesellschaften damit noch vollkonsolidiert enthalten.

Der Geschäftsbereich „Next ID“ wird im vorliegenden Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRS 5 dargestellt. Die Vermögenswerte und Schulden dieses Geschäftsbereichs zum 31. Dezember 2010 sowie die Aufwendungen und Erträge dieses Geschäftsbereichs für das Geschäftsjahr 2010 wurden in die „aufgegebenen Geschäftsbereiche“ umgegliedert. Bezüglich der Vorjahresvergleichszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte diesbezüglich eine retrospektive Anpassung.

Wie im Konzernabschluss der freenet AG zum 31. Dezember 2009 dargestellt, wurden während des Geschäftsjahrs 2009 die Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ (Endkonsolidierung zum 30. November 2009) sowie „STRATO Gruppe“ (Endkonsolidierung zum 31. Dezember 2009) verkauft. Auch im Geschäftsjahr 2010 entfielen auf diese beiden Geschäftsbereiche noch Ergebnisse, die nachträgliche Kaufpreisanpassungen sowie in unwesentlichem Ausmaße nach der Endkonsolidierung angefallene Aufwendungen und Erträge betrafen. Folglich werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2010 neben dem Geschäftsbereich „Next ID“ auch die Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ und „STRATO Gruppe“ als aufgegebene Geschäftsbereiche ausgewiesen.

Die Bilanzpositionen des aufgegebenen Geschäftsbereiches „Next ID“ stellen sich zum 31. Dezember 2010 wie folgt dar:

AKTIVA 31.12.2010
Tsd. €
--- ---
Langfristiges Vermögen
Forderungen, sonstige Vermögenswerte
und geleistete Anzahlungen 5
5
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 1
Forderungen, sonstige Vermögenswerte
und geleistete Anzahlungen 9.689
Flüssige Mittel 2.588
12.278
PASSIVA 31.12.2010
Tsd. €
--- ---
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 10.309
Andere Rückstellungen 24
10.333

Das Periodenergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche für 2010 und 2009 gliedert sich wie folgt:

I n Tsd. € 2010
DSL-Geschäft STRATO Next ID Gesamt
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 2.383 0 12.841 15.224
Sonstige betriebliche Erträge 144 45 1.368 1.557
Ergebnis aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs 4.513 -115 0 4.398
Materialaufwand 513 0 -4.555 -4.042
Personalaufwand -2.962 0 -5.411 -8.373
Abschreibungen 0 0 -727 -727
Wertminderungen 0 0 -1.455 -1.455
Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.020 0 -9.005 -13.025
Zinsen und ähnliche Erträge 0 0 233 233
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 0 0
Ertragsteuern 0 0 0 0
Steuern auf den Gewinn aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs -85 0 0 -85
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 486 -70 -6.711 -6.295
In Tsd. € 2009 angepasst
DSL-Geschäft STRATO Next ID Gesamt
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 232.213 88.413 52.647 373.273
Sonstige betriebliche Erträge 3.468 2.359 3.544 9.371
Ergebnis aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs 16.948 222.972 0 239.920
Materialaufwand -161.464 -13.214 -40.692 -215.370
Personalaufwand -19.459 -20.297 -6.710 -46.466
Abschreibungen 0 -5.610 -1.367 -6.977
Wertminderungen -15.457 0 0 -15.457
Sonstige betriebliche Aufwendungen -77.116 -24.567 -8.671 -110.354
Zinsen und ähnliche Erträge 29 163 80 272
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 -166 0 -166
Ertragsteuern 0 14.163 0 14.163
Steuern auf den Gewinn aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs -2.240 -1.200 0 -3.440
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -23.078 263.016 -1.169 238.769

Im Vertrag zum Verkauf der Next ID Gruppe ist geregelt, dass die innerkonzernlichen Leistungsbeziehungen zwischen dem freenet Konzern und dem Geschäftsbereich „Next ID“ teilweise innerhalb kurzer Frist nach dem erfolgten Verkauf beendet werden und teilweise langfristig weiterlaufen. Das Ergebnis nach Steuern des Geschäftsbereichs „Next ID“ wurde folglich in Bezug auf die mit der innerkonzernlichen Leistungsbeziehung in Zusammenhang stehenden Aufwendungen und Erträge teilweise vor und teilweise nach Durchführung einer Aufwands- und Ertragskonsolidierung abgeleitet.

Bezüglich des Periodenergebnisses 2010 der Next ID -Gruppe sind in den Positionen „Wertminderungen“ sowie „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ insgesamt Aufwendungen in Höhe von 2.503 Tsd. € enthalten für die Berücksichtigung eines voraussichtlichen, zum Bilanzstichtag jedoch noch nicht realisierten Verlustes aus der bevorstehenden Endkonsolidierung der Next ID-Gruppe.

Bei dem Verkauf der freenet Breitband GmbH (als Bestandteil des Geschäftsbereichs „DSL-Geschäft“) an die 1&1 Internet AG in 2009 handelte es sich um den Verkauf eines vollkonsolidierten Konzernunternehmens an ein nahestehendes Unternehmen. Aufgrund von Kaufpreisanpassungen wurde aus diesem Verkauf im Geschäftsjahr 2010 ein nachträglicher Veräußerungsgewinn in Höhe von 4,5 Mio. € erzielt.

Auf das DSL-Geschäft entfallende immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die nicht im Zuge des in 2009 erfolgten Verkaufs der freenet Breitband GmbH sowie der freenet Customer Care GmbH veräußert werden konnten, waren zum 31. Dezember 2009 und im Folgenden bis einschließlich zum 30. Juni 2010 als zur Veräußerung gehalten eingestuft. In Bezug auf hinsichtlich dieser immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen bestehende schwebende Dienstleistungen war zum 31. Dezember 2009 eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 16,5 Mio. € (30. Juni 2010: 12,8 Mio. €) in der Bilanz in der Position „Schulden im Zusammenhang mit der Veräußerung bestimmter Vermögenswerte“ ausgewiesen worden. Bisher kam es nicht zu einer Veräußerung jener Vermögenswerte, und eine solche ist auch kurzfristig nicht mehr wahrscheinlich. Folglich wurde die beschriebene Drohverlustrückstellung für schwebende Dienstleistungen in die weitergeführten Geschäftsbereiche zurückgegliedert und wird zum 31. Dezember 2010 in Höhe von 12,4 Mio. € in den „Anderen Rückstellungen“ ausgewiesen, davon mit 10,2 Mio. € im langfristigen Bereich sowie mit 2,2 Mio. € im kurzfristigen Bereich. Wir verweisen hierzu auch auf unsere Erläuterungen zu Textziffer 31, „Andere Rückstellungen“.

In der Kapitalflussrechnung wurden die Angaben jeweils für den Gesamtkonzern (weitergeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche) gemacht.

Von dem ausgewiesenen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit entfielen in 2010 Zahlungsmittelabflüsse von 3,0 Mio. € (Vorjahr: Zahlungsmittelabflüsse von 2,4 Mio. €), von dem ausgewiesenen Cashflow aus Investitionstätigkeit Zahlungsmittelabflüsse von 0,4 Mio. € (Vorjahr: Zahlungsmittelabflüsse von 0,4 Mio. €) und von dem ausgewiesenen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Zahlungsmittelzuflüsse von 0,2 Mio. € (Vorjahr: Zahlungsmittelzuflüsse von 0,1 Mio. €) auf den aufgegebenen Geschäftsbereich „Next ID“.

Von dem ausgewiesenen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit entfielen in 2010 Zahlungsmittelabflüsse von 3,6 Mio. € (Vorjahr: Zahlungsmittelabflüsse von 10,4 Mio. €) auf den aufgegebenen Geschäftsbereich „DSL-Geschäft“. Cashflows aus der Investitions- bzw. Finanzierungstätigkeit waren im Geschäftsjahr 2010 für das „DSL-Geschäft“ nicht zu verzeichnen. Die dem „DSL-Geschäft“ zuzuordnenden Zahlungsmittelabflüsse aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit waren in der Vorjahresvergleichsperiode von geringer Größenordnung.

Für den Geschäftsbereich „STRATO Gruppe“ fielen im Geschäftsjahr 2010 keine Cashflows an. In 2009 entfielen von dem ausgewiesenen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Zahlungsmittelzuflüsse von 36,9 Mio. € sowie von dem Cashflow aus Investitionstätigkeit Zahlungsmittelabflüsse von 5,9 Mio. € auf den aufgegebenen Geschäftsbereich „STRATO Gruppe“, bei Zahlungsmittelflüssen aus der Finanzierungstätigkeit von geringer Größenordnung.

Zu den Auswirkungen der im Geschäftsjahr zugeflossenen nachträglichen Kaufpreiszahlungen aus den Verkäufen der Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ sowie „STRATO-Gruppe“ sowie der im Geschäftsjahr zugeflossenen Kaufpreiszahlungen aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs „Next ID“ verweisen wir auf Textziffer 33, Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung.

25. Eigenkapital

25.1. Grundkapital

Das begebene Grundkapital der Gesellschaft beträgt 128.061 Tsd. €. Das Grundkapital ist eingeteilt in 128.061.016 auf den Namen lautende Stückaktien zu einem kalkulatorischen Nennwert von 1,00 €. Das gesamte Grundkapital ist voll erbracht. Alle Aktien sind mit gleichen Rechten ausgestattet.

Der Vorstand wurde am 6. Juli 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG durch die Hauptversammlung dazu ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die vorliegende Ermächtigung bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zu erwerben und zu verwenden. Die Ermächtigung gilt bis zum 5. Juli 2015.

In Ergänzung der Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG darf der Vorstand zusätzlich Eigenkapitalderivate einsetzen, um eigene Aktien zu erwerben.

Der vollständige Wortlaut dieser Ermächtigungsbeschlüsse wurde am 21. Mai 2010 unter den Tagesordnungspunkten 7 und 8 der Einladung zur Hauptversammlung 2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

25.2. Genehmigtes Kapital

Die Hauptversammlung der Gesellschaft hatte am 7. Juli 2009 ein Genehmigtes Kapital in Höhe von 20.000.000 € beschlossen, das am 9. September 2009 im Handelsregister eingetragen worden ist. Gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 6. Juli 2011 das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals insgesamt um bis zu 20.000.000 € durch Ausgabe neuer auf den Namen oder Inhaber lautender Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2009). Der Vorstand ist ferner ermächtigt, in gesetzlich zugelassenen Fällen und mit Zustimmung des Aufsichtsrats über einen Ausschluss des Bezugsrechts zu entscheiden.

25.3. Bedingtes Kapital

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 20. Juli 2007 ist das Kapital der Gesellschaft um bis zu 318.447 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2007).

Die Gesellschaft ist aufgrund der Verschmelzung der vormaligen mobilcom AG auf die freenet AG gemäß § 23 Umwandlungsgesetz verpflichtet, Inhabern von Aktienoptionen der vormaligen mobilcom AG gleichwertige Rechte einzuräumen. Nach Maßgabe von § 4 des Verschmelzungsvertrags vom 8. Juli 2005 ist dies dadurch erfolgt, dass die Gesellschaft die bisherigen Bezugsrechte auf Aktien der mobilcom AG entsprechend dem im Verschmelzungsvertrag festgelegten Umtauschverhältnis der Aktien der mobilcom AG in Aktien der Gesellschaft von 1:1 unverändert in Bezugsrechte auf Aktien der Gesellschaft umgestellt hat.

Um im Falle der Ausübung der genannten Aktienoptionen in der Lage zu sein, an die jeweiligen Optionsinhaber entsprechend den Regelungen in den Optionsbedingungen neue Aktien der Gesellschaft ausgeben zu können, wurde in § 4 Abs. 8 der Satzung ein bedingtes Kapital in Höhe von 318.447 € geschaffen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der Optionsrechte ihr Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft ausüben und die Gesellschaft zur Erfüllung der Optionsrechte keine eigenen Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie ausgegeben werden, am Gewinn teil. Es sind bislang keine Aktien aus dem Bedingten Kapital 2007 ausgegeben worden.

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 7. Juli 2009 ist das Kapital der Gesellschaft um bis zu 15.000.000 € durch Ausgabe von bis zu 15.000.000 neuen auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von Euro 1,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 7. Juli 2009 unter Tagesordnungspunkt 10, lit A) beschlossenen Ermächtigung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht bestimmen.

Der Ausgabebetrag für die neuen auf den Namen lautenden Stückaktien richtet sich nach den in § 4 Abs. 9 der Satzung genannten Regelungen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur soweit durchgeführt, wie von Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden oder durch die Gesellschaft ein Barausgleich erfolgt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu bestimmen.

26. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

Im Konzern bestehen folgende Mitarbeiterbeteiligungsprogramme:

Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG
Aktienoptionen der vormaligen mobilcom AG

26.1. Aktienwertsteigerungsrechte der freenet AG

Im Geschäftsjahr 2006 hatte die freenet AG ein so genanntes Aktienwertsteigerungsprogramm durch Ausgabe von insgesamt 5.145.000 Aktienwertsteigerungsrechten (AWRs) an Führungskräfte, einschließlich der Mitglieder des Vorstands, eingeführt (im Folgenden Programm 1 genannt). Im Geschäftsjahr 2008 waren in zwei weiteren Programmen AWRs ausgegeben worden: in einem Programm 2 waren zum 1. April 2008 720.000 AWRs an Führungskräfte ausgegeben worden; zum 30. September 2008 waren Herrn Joachim Preisig anlässlich seiner Bestellung zum Vorstand der freenet AG 400.000 AWRs gewährt worden (Programm 3). Im Geschäftsjahr 2009 wurden an Herrn Christoph Vilanek zum 1. Mai 2009 anlässlich seiner Bestellung zum Vorstand der freenet AG 400.000 AWRs ausgegeben (Programm 4).

Die Aktienwertsteigerungsprogramme sehen jeweils keine Berechtigung zum Bezug von Aktien vor, sondern eine Barzahlung je AWR in Höhe der Differenz des bei Ausübung geltenden Aktienkurses der Gesellschaft, der jedoch in den einzelnen Programmen jeweils nach oben hin durch einen Cap begrenzt ist, und einem Basiswert. Die jeweilige Höhe des Caps und des Basiswertes je Programm ergeben sich aus untenstehender Tabelle.

Der Wert von Ausschüttungen an die Aktionäre und sonstiger Vorteile für die Aktionäre wird jeweils nach anerkannten Methoden für den Total-Shareholder-Return-Ansatz vom Basiswert abgezogen. Vorbehaltlich des Fortbestehens des Anstellungsverhältnisses endet die Wartezeit für jeweils 20 Prozent der einem Berechtigten zustehenden AWRs am 7. November eines jeden Jahres beginnend mit dem 7. November 2006 für die erste Tranche (Programm 1), am 1. April eines jeden Jahres beginnend mit dem 1. April 2009 für die erste Tranche (Programm 2), am 31. August eines jeden Jahres beginnend mit dem 31. August 2009 (Programm 3) bzw. am 29. April eines jeden Jahres (Programm 4) beginnend mit dem 29. April 2010, sofern bestimmte Erfolgsziele erreicht wurden.

Für die jeweilige erste Tranche eines Programms ist Erfolgsziel, dass der Börsenkurs der Aktie der Gesellschaft den Basiswert (unter Berücksichtigung des Total-Shareholder-Return-Ansatzes) zumindest einmal im Zeitraum beginnend unmittelbar vor Eintritt der Ausübbarkeit der jeweiligen AWRs und endend mit dem Ablauf der Laufzeit des jeweiligen Programms um mindestens fünf Prozent (Programm 1) bzw. um mindestens zehn Prozent (Programme 2, 3 und 4) übersteigt. Für die AWRs der Tranchen zwei bis fünf erhöht sich der Prozentsatz um jeweils fünf Prozentpunkte pro Tranche (Programm 1) bzw. um jeweils zehn Prozentpunkte pro Tranche (Programme 2, 3 und 4), bis auf 25 Prozent Anstieg in Bezug auf den Basiswert für die Tranche 5 (Programm 1) bzw. 50 Prozent Anstieg in Bezug auf den Basiswert für die Tranche 5 (Programme 2, 3 und 4).

Tritt ein Kontrollwechsel bei der Gesellschaft ein, so entfallen die vorstehend beschriebenen Wartefristen jeweils; die Erfolgsziele bleiben jedoch erhalten.

Die Laufzeit sämtlicher AWRs endet am 2. Februar 2012 (Programm 1), am 1. April 2014 (Programm 2), am 1. September 2014 (Programm 3) bzw. am 1. Mai 2015 (Programm 4). Der Zeitraum, beginnend 31 Börsenhandelstage an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main nach dem Ablauf der ersten ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft nach dem Ende der jeweiligen Wartezeit bis zum Ende der Laufzeit, ist der jeweilige Ausübungszeitraum.

Einzelheiten zu den bisher ausgegebenen AWRs sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Aktienwertsteigerungsrechte Programm 1 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis
Tranche 1 10,96 11,51 27,00 02.02.2012
Tranche 2 10,96 12,06 27,00 02.02.2012
Tranche 3 10,96 12,60 27,00 02.02.2012
Tranche 4 10,96 13,15 27,00 02.02.2012
Tranche 5 10,96 13,70 27,00 02.02.2012
Aktienwertsteigerungsrechte Programm 1 Bestand AWRs 31.12.2009 Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Bestand AWRs 31.12.2010 Rückstellung 31.12.2009

in Tsd. €
Tranche 1 9.000 0 0 0 9.000
Tranche 2 747.000 0 0 37.292 709.708
Tranche 3 747.000 0 0 37.292 709.708
Tranche 4 747.000 0 0 37.292 709.708
Tranche 5 747.000 0 0 37.292 709.708
2.997.000 0 0 149.168 2.847.832 288
Aktienwertsteigerungsrechte Programm 2 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis
Tranche 1 11,13 12,24 21,00 01.04.2014
Tranche 2 11,13 13,36 21,00 01.04.2014
Tranche 3 11,13 14,47 21,00 01.04.2014
Tranche 4 11,13 15,58 21,00 01.04.2014
Tranche 5 11,13 16,70 21,00 01.04.2014
Aktienwertsteigerungsrechte Programm 2 Bestand AWRs 31.12.2009 Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Bestand AWRs 31.12.2010
Tranche 1 40.500 0 0 11.683 28.817
Tranche 2 40.500 0 0 11.683 28.817
Tranche 3 40.500 0 0 11.683 28.817
Tranche 4 40.500 0 0 11.683 28.817
Tranche 5 40.500 0 0 11.683 28.817
202.500 0 0 58.415 144.085
Aktienwertsteigerungsrechte Programm 3 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis
Tranche 1 11,26 12,39 21,46 01.09.2014
Tranche 2 11,26 13,51 21,46 01.09.2014
Tranche 3 11,26 14,64 21,46 01.09.2014
Tranche 4 11,26 15,76 21,46 01.09.2014
Tranche 5 11,26 16,89 21,46 01.09.2014
Aktienwertsteigerungsrechte Programm 3 Bestand AWRs 31.12.2009 Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Bestand AWRs 31.12.2010
Tranche 1 80.000 0 0 0 80.000
Tranche 2 80.000 0 0 0 80.000
Tranche 3 80.000 0 0 0 80.000
Tranche 4 80.000 0 0 0 80.000
Tranche 5 80.000 0 0 0 80.000
400.000 0 0 0 400.000
Aktienwertsteigerungsrechte Programm 4 Basiswert

Erfolgsziel

Cap

Laufzeit bis
Tranche 1 7,80 8,58 18,00 01.05.2015
Tranche 2 7,80 9,36 18,00 01.05.2015
Tranche 3 7,80 10,14 18,00 01.05.2015
Tranche 4 7,80 10,92 18,00 01.05.2015
Tranche 5 7,80 11,70 18,00 01.05.2015
Aktienwertsteigerungsrechte Programm 4 Bestand AWRs 31.12.2009 Ausgegeben Ausgeübt Abgänge Bestand AWRs 31.12.2010
Tranche 1 100.000 0 0 0 100.000
Tranche 2 100.000 0 0 0 100.000
Tranche 3 100.000 0 0 0 100.000
Tranche 4 50.000 0 0 0 50.000
Tranche 5 50.000 0 0 0 50.000
400.000 0 0 0 400.000

Die Verpflichtung aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm wurde nach IFRS 2 anhand eines Optionspreismodells (Binomialmodell) ermittelt. Es resultiert aus diesem Programm im Geschäftsjahr 2010 eine Minderung des Personalaufwands in Höhe von 4.011 Tsd. €, welche ausschließlich aus der Reduzierung der Rückstellung gegenüber dem 31. Dezember 2009 resultiert. In 2010 erfolgten jeweils keine Neugewährungen von AWRs, keine Ausübungen von AWRs und damit auch keine Barzahlungen aus Ausübungen. Zum 31. Dezember 2010 wird für die ausstehenden AWRs eine sonstige Rückstellung in Höhe von 984 Tsd. €, davon 688 Tsd. € im kurzfristigen und 296 Tsd. € im langfristigen Bereich, ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2010 sind insgesamt 100.000 AWR (Tranche 1 aus dem Programm 4) ausübbar.

Die Spannen der Optionspreise je Aktienwertsteigerungsrecht betragen für das Programm 1 zwischen 0,08 € und 0,18 €, für das Programm 2 zwischen 0,45 € bis 0,85 €, für das Programm 3 zwischen 0,49 € bis 1,03 € bzw. für das Programm 4 zwischen 1,58 € und 2,09 €.

Die Bewertungsparameter des Optionspreismodells wurden für alle vier Programme jeweils wie folgt angesetzt: Es wurde als Aktienkurs der Stichtagskurs der Gesellschaft in Höhe von 7,90 € herangezogen. Die erwartete Volatilität wurde mit 32,0 Prozent angesetzt; sie wurde mittels einer Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Aktienkurses der Gesellschaft unter Berücksichtigung eines Mittelwertes zwischen der laufzeitkongruenten historischen Volatilität sowie der impliziten Volatilität der Aktie der freenet AG geschätzt. Der risikolose Zinssatz wurde auf Basis der Renditestrukturkurve von deutschen Bundesanleihen zum Bilanzstichtag ermittelt. Zum 31. Dezember 2010 ergab sich so für die einzelnen Tranchen des Programms 1 ein risikoloser Zinssatz zwischen 0,46 und 0,54 Prozent, für das Programm 2 ein risikoloser Zinssatz zwischen 0,76 und 1,11 Prozent, für das Programm 3 ein risikoloser Zinssatz zwischen 0,81 und 1,41 Prozent sowie für das Programm 4 ein risikoloser Zinssatz zwischen 0,90 und 1,56 Prozent. Die erwartete Restlaufzeit der AWRs wurde für jede der bewerteten Tranchen der einzelnen Programme in Höhe der am Bewertungsstichtag verbleibenden Wartezeit zuzüglich der hälftigen Restlaufzeit nach Erreichen des Endes der Wartezeit bestimmt. Daneben wurden weitere Parameter wie die relativen Erfolgsziele der einzelnen Tranchen der Programme berücksichtigt.

26.2. Aktienoptionen der vormaligen mobilcom AG

Die vormalige mobilcom AG gewährte dem Vorstand, den Organen der Tochtergesellschaften und ausgewählten Mitarbeitern der mobilcom AG und den nachfolgend mit ihnen verbundenen Unternehmen Aktienoptionen. Gemäß § 4 Abs. 1 des Verschmelzungsvertrags vom 8. Juli 2005, der zwischen der Gesellschaft sowie der mobilcom AG und der freenet.de AG abgeschlossen wurde, gewährt die freenet AG sämtlichen Optionsinhabern gemäß § 23 UmwG gleichwertige Rechte, da die mobilcom-Aktien im Verhältnis 1:1 in Aktien der freenet AG gewandelt wurden.

Alle Aktienoptionen unterliegen folgenden Ausgabebedingungen: keine Ausübung der Optionen vor Ablauf von zwei Jahren ab Ausgabezeitpunkt (Sperrfrist). Unter der Voraussetzung des Erreichens eines relativen Erfolgsziels einer Steigerung des Aktienkurses gegenüber dem Basiswert um 20 Prozent können nach der Sperrfrist bis zu 50 Prozent der gewährten Optionsrechte ausgeübt werden; weitere 25 Prozent dürfen erstmals nach einem Zeitraum von drei Jahren, die übrigen Optionsrechte erst nach vier Jahren ab dem Ausgabezeitpunkt ausgeübt werden. Nach dem Ablauf der jeweiligen Sperrfrist ist ein Zeitraum von weiteren drei Jahren für die Ausübung vorgesehen. Einzelheiten zu den bisher ausgegebenen Optionen sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Aktienoptionen Basiswert

Erfolgsziel

Laufzeit bis
Tranche 2004 17,09 20,51 31.03.2011
Aktienoptionen Bestand Aktienoptionen 01.01.2010 Verfallen Ausgeübt Abgänge Bestand Aktienoptionen 31.12.2010
Tranche 2004 73.412 16.884 0 5.240 51.288
73.412 16.884 0 5.240 51.288

Bezüglich der zum Bilanzstichtag noch nicht ausgeübten 51.288 (Vorjahr: 73.412) Aktienoptionen handelt es sich um Optionen, die an das Beschäftigungsverhältnis innerhalb des Konzerns geknüpft sind.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden keine Aktienoptionen ausgeübt, da die Ausübungsbedingungen nicht erfüllt waren.

Bei der Tranche 2004 bemisst sich der pro Option zu gewährende Unterschiedsbetrag nach der Differenz des durchschnittlichen XETRA-Schlusskurses der Aktie der Gesellschaft an den letzten zehn Handelstagen vor dem Ausübungstag und dem Ausübungskurs in Höhe von 20,51 €.

Die als Abgänge erfassten Optionen (5.240 Stück; Vorjahr: 4.541 Stück) waren an Mitarbeiter vergeben, deren Beschäftigungsverhältnis bei einer Konzerngesellschaft vor dem Ende des Ausübungszeitraums endete.

Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 16.884 (Vorjahr: 31.952) Aktienoptionen verfallen, bei denen der vertraglich fixierte Ausübungszeitraum endete bzw. das Laufzeitende erreicht wurde.

Die Bewertung von Aktienoptionen der Tranche 2004 erfolgte mittels eines Binomialmodells. In diesen Modellen werden mittels eines binomiellen Entscheidungsbaums mögliche Entwicklungen eines Aktienkurses modelliert. Der Bewertung wurden die folgenden Annahmen zugrunde gelegt: Unter Berücksichtigung des Ausübungspreises von 20,51 € wurde der Stichtagskurs der freenet-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse (XETRA) in Höhe von 7,90 € herangezogen. Die erwartete Volatilität wurde mit 32,0 Prozent angesetzt – sie wurde mittels einer Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Aktienkurses der freenet AG im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse unter Einbeziehung der laufzeitkongruenten historischen Volatilität geschätzt. Der laufzeitkongruente, risikolose Zinssatz wurde jeweils gesondert für die unverfallbaren Optionen sowie für die verfallbaren Optionen auf Basis der Renditestrukturkurve von deutschen Bundesanleihen zum Bilanzstichtag bestimmt. Zum 31. Dezember 2010 ergab sich so für das Programm ein risikoloser Zinssatz von ca. 0,6 Prozent. Als erwartete Restlaufzeit der Aktienoptionen wurde der jeweilige Zeitraum bis zum Verfallstag angesetzt. Daneben wurden weitere Parameter wie die relativen Erfolgsziele des Programms berücksichtigt.

Für das Aktienoptionsprogramm der vormaligen mobilcom AG wurde zum 31. Dezember 2010, ebenso wie zum Vorjahresstichtag, keine Rückstellung angesetzt, weil die Aktienoptionen gemäß des angewandten Bewertungsmodells als wertlos einzustufen waren. Der Optionspreis je Aktienoption betrug zum 31. Dezember 2010 nahezu 0,00 €.

27. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 355.578 390.292
Erhaltene Anzahlungen 100.946 101.891
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 42.932 130.174
499.456 622.357

Im Geschäftsjahr 2010 wurden 0 Tsd. € (Vorjahr: 701 Tsd. €) aus der anteiligen Auflösung der passivischen Abgrenzungen für Zuwendungen der öffentlichen Hand, wie in Textziffer 2.16 beschrieben, ertragswirksam vereinnahmt.

Die Verbindlichkeiten bestehen zu 4 Tsd. € (Vorjahr: 47 Tsd. €) gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vergleiche hierzu Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

Die Verbindlichkeiten sind zu 487.273 Tsd. € (Vorjahr: 568.216 Tsd. €) innerhalb der nächsten 12 Monate fällig. Verbindlichkeiten im Betrag von 12.150 Tsd. € (Vorjahr: 54.141 Tsd. €) haben eine Fälligkeit, die zwischen einem Jahr und fünf Jahren liegt; in Höhe von 33 Tsd. € (Vorjahr: 0) werden die Verbindlichkeiten nach über fünf Jahren fällig.

Übrige Verbindlichkeiten, deren Fälligkeitstermin nach dem 31. Dezember 2011 liegt, werden zu einem Betrag von 11.574 Tsd. € mit einem Kapitalisierungszinssatz von 7,80 Prozent abgezinst. Der Marktwert dieser Verbindlichkeiten entspricht zum 31. Dezember 2010 insgesamt 12.545 Tsd. €. Für die restlichen langfristigen übrigen Verbindlichkeiten in Höhe von 609 Tsd. € entspricht der Marktwert aufgrund der vorgenommenen Abzinsung annähernd dem bilanzierten Buchwert.

Der Teil der Verbindlichkeiten, der in den Klassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Sonstigen nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen wird, ist mit 383.680 Tsd. € (Vorjahr: 454.537 Tsd. €) innerhalb eines Jahres, mit 12.150 Tsd. € (Vorjahr: 40.092 Tsd. €) zwischen einem und fünf Jahren sowie zu 33 Tsd. € (Vorjahr: 14.046 Tsd. €) nach mehr als fünf Jahren nach dem Bilanzstichtag fällig.

28. Laufende Ertragsteuerschulden

In den laufenden Ertragsteuerschulden sind im Wesentlichen erwartete Steuernachzahlungen für abgelaufene Geschäftsjahre aus Körperschaft- und Gewerbesteuer enthalten.

29. Finanzschulden

Die Finanzschulden strukturieren sich wie folgt:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Langfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 584.583 718.207
584.583 718.207
Kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 215.435 406.251
Verbindlichkeiten gegenüber Anteilseignern (Verkäuferdarlehen) 0 145.623
215.435 551.874

Die zum 31. Dezember 2010 im Konzern ausgewiesenen langfristigen Finanzschulden in Höhe von 584,6 Mio. € (Vorjahr: 718,2 Mio. €) entfallen auf den langfristigen Anteil zweier zur Finanzierung des debitel-Erwerbs in 2008 übernommener Bankdarlehen und weisen eine Laufzeit bis zum 31. Juli 2014 auf. Die zum 31. Dezember 2010 als kurzfristig ausgewiesenen Finanzschulden in Höhe von 215,4 Mio. € (Vorjahr: 551,9 Mio. €) setzen sich aus dem kurzfristigen Anteil der oben erwähnten beiden Bankkredite in Höhe von 68,8 Mio. € (Vorjahr: 243,9 Mio. €) sowie einer revolvierenden Kreditlinie bei den den debitel-Erwerb finanzierenden Banken in Höhe von 146,6 Mio. € (Vorjahr: 146,6 Mio. €) zusammen. Im Vorjahr wurden in den kurzfristigen Finanzschulden zusätzlich ein Verkäuferdarlehen mit 145,6 Mio. €, Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten (Swaps) in Höhe von 13,5 Mio. € sowie übrige Finanzschulden von 2,3 Mio. € ausgewiesen. Von den Finanzschulden zum 31. Dezember 2009 bestanden 145,6 Mio. € gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, vergleiche hierzu Textziffer 35.

Saldiert mit den Flüssigen Mitteln sowie einschließlich der auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche entfallenden Flüssigen Mittel werden im Konzern zum 31. Dezember 2010 Netto-Finanzschulden in Höhe von 623,1 Mio. € (Vorjahr: 789,8 Mio. €) ausgewiesen.

30. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Die Versorgungsverpflichtungen beruhen auf mittelbaren sowie unmittelbaren Versorgungszusagen. Als Versorgungsleistung ist jeweils die Zahlung einer lebenslangen Altersrente nach Vollendung des 60. bzw. des 65. Lebensjahres sowie eine Hinterbliebenenleistung vorgesehen. Die Finanzierung der Versorgungsleistungen erfolgt teilweise durch eine rückgedeckte Unterstützungskasse. Alle Pensionszusagen werden grundsätzlich nach der Gehaltshöhe und der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit festgelegt.

Der Rückstellungsbetrag in der Konzernbilanz ermittelt sich wie folgt:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 4.642 3.700
Barwert der nicht-fondsfinanzierten Verpflichtungen 27.187 26.457
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -2.294 -1.389
Versicherungsmathematische Verluste (Gewinne) -4.897 -4.574
Bilanzierte Rückstellung 24.638 24.194

Eine Erfüllung dieser Verpflichtungen wird langfristig erwartet.

Die Entwicklung des Barwerts der fondsfinanzierten und nicht-fondsfinanzierten Verpflichtungen geht aus der folgenden Tabelle hervor:

In Tsd. € 2010 2009
Stand 01.01. 30.157 23.241
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 545
Laufender Dienstzeitaufwand 460 432
Zinsaufwand 1.502 1.398
Beiträge durch Arbeitnehmer 254 1.095
Versicherungsmathematische Verluste 636 4.308
Geleistete Zahlungen -1.180 -862
Stand 31.12. 31.829 30.157

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt:

In Tsd. € 2010 2009 2008 2007 2006
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtung 4.642 3.700 1.830 1.550 1.453
Barwert der nicht-fondsfinanzierten Verpflichtung 27.187 26.457 21.411 82 78
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -2.294 -1.389 -1.122 -829 -699
Überschuss/ (Fehlbetrag) des Plans 29.535 28.768 22.119 803 832
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans 9 -79 -5 4 4
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte des Plans 230 -214 -97 -255 -22

Das Planvermögen besteht aus einer von der hierfür eingerichteten Unterstützungskasse abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung mit einem beizulegenden Zeitwert von 2.294 Tsd. € (31. Dezember 2009: 1.389 Tsd. €) und ist in Aktienfondsanteilen bzw. Aktien angelegt. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

In Tsd. € 2010 2009
Stand 01.01. 1.389 1.122
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen 70 56
Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichen Ertrag aus dem Planvermögen 230 -214
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 605 425
Stand 31.12. 2.294 1.389

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen 300 Tsd. € (2009: Aufwendungen von 158 Tsd. €) und berechnen sich als Summe der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen und den versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten.

Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet die freenet Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 515 Tsd. € sowie Auszahlungen für Renten in Höhe von 597 Tsd. €.

Die folgenden Beträge wurden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst:

In Tsd. € 2010 2009
Laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 460 976
Zinsaufwand 1.502 1.398
Versicherungsmathematische Verluste (realisiert) 83 0
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen -70 -56
Gesamter Aufwand aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 1.975 2.318
- davon im Personalaufwand erfasster Betrag 473 920
- davon in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erfasster Betrag 1.502 1.398

Die als Rückstellung in der Bilanz erfassten Beträge haben sich wie folgt entwickelt:

In Tsd. € 2010 2009
Stand 01.01. 24.194 22.068
Gesamter in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand 1.975 2.318
Geleistete Zahlungen -1.785 -1.287
Beiträge durch Arbeitnehmer 254 1.095
Stand 31.12. 24.638 24.194

Die folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen wurden getroffen:

In Prozent 31.12.2010 31.12.2009
Abzinsungssatz 5,0 5,1
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen 5,0 5,0
Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm debitel) 2,5 2,5
Zukünftige Gehaltssteigerungen (Programm freenet) 0,0 0,0
Zukünftige Rentensteigerungen 2,0 2,0

Der Rechnungszins in Höhe von 5,0 Prozent wurde auf Basis des iBoxx-Index ermittelt. Dabei wurde eine Bereinigung um durch zum Stichtag bereits heruntergeratete sowie bei Moody´s für eine Herabstufung unter Beobachtung stehende Papiere und nachrangige Anleihen vorgenommen. Des Weiteren wurde eine Extrapolation durch Swap-Rates durchgeführt, um auf eine höhere Fristigkeit der Verpflichtungen überzuleiten.

Als biometrische Grundlagen wurden die Richttafeln RT 2005G von Dr. Klaus Heubeck verwendet.

Der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen wurde anhand einer Betrachtung der zugrundeliegenden historischen Kurswerte des Planvermögens sowie der Erwartung der durchschnittlichen Entwicklung des Planvermögens bis zum Ende der Laufzeit des Pensionsplans ermittelt.

31. Andere Rückstellungen

Eine Aufgliederung über die Entwicklung der Rückstellungen ergibt sich aus folgender Übersicht:

In Tsd. € 01.01.2010 Verbrauch Auflösung
Drohende Verluste 14.507 4.198 491
Rechtsstreitigkeiten 3.958 335 376
Rückbauverpflichtungen 4.282 682 750
Restrukturierung 16.432 12.060 4.057
Ausstehende Aktienoptionen und Aktienwertsteigerungsrechte 4.995 0 4.011
Gewährleistung/Garantie 547 0 70
Aufbewahrungskosten 540 0 65
Übrige 0 0 0
45.261 17.275 9.820
In Tsd. € Aufzinsung Zuführung Umgliederung 31.12.2010
Drohende Verluste 1.462 2.416 12.843 26.539
Rechtsstreitigkeiten 0 9.019 -24 12.242
Rückbauverpflichtungen 94 0 0 2.944
Restrukturierung 0 1.568 0 1.883
Ausstehende Aktienoptionen und Aktienwertsteigerungsrechte 0 0 0 984
Gewährleistung/Garantie 0 0 0 477
Aufbewahrungskosten 0 0 0 475
Übrige 0 596 0 596
1.556 13.599 12.819 46.140

Die Rückstellungen für Restrukturierungen enthalten im Wesentlichen personalbezogene Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration der erworbenen debitel-Gruppe sowie mit der Restrukturierung des Festnetzbereichs des Konzerns. Der Vermögensabfluss für diese Rückstellungen wird für 2011 erwartet.

Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen zum einen schwebende Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Festnetzbereich des Konzerns in Höhe von 12.432 Tsd. €, wobei der Vermögensabfluss zu 2.176 Tsd. € in 2011 sowie zu 10.256 Tsd. € in den Jahren 2012 bis 2017 erwartet wird. Zum 31.12.2009 war für diesen Sachverhalt eine Rückstellung in Höhe von 16.536 Tsd. Euro gebildet und, da dem „DSL-Geschäft“ zugeordnet, unter der Bilanzposition „Schulden im Zusammenhang mit der Veräußerung bestimmter Vermögenswerte“ ausgewiesen worden. Diese Rückstellung wurde zum 1. Juli 2010 mit einem Wert von 12.843 Tsd. € in die weitergeführten Geschäftsbereiche zurückgegliedert (wir verweisen dazu auch auf Textziffer 24, „Aufgegebene Geschäftsbereiche“), wofür im Rückstellungsspiegel der Ausweis in der Spalte „Umgliederung“ erfolgte. Zum anderen wurden Drohverlustrückstellungen für Leerstandskosten bezüglich gemieteter Shops und Bürogebäude in Höhe von 10.006 Tsd. € gebildet, wofür der Vermögensabfluss zu 4.318 Tsd. € in 2011 sowie zu 5.688 Tsd. € in 2012 bis 2017 erwartet wird – die Aufzinsung erfolgte hier mit 4,50 Prozent. Schließlich sind in den Rückstellungen für drohende Verluste erwartete Verluste aus negativmargigen Tarifen in Höhe von 4.101 Tsd. € enthalten, wofür der voraussichtliche Vermögensabfluss in 2011 erwartet wird.

Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen wurde für Verpflichtungen zum Rückbau von Mietereinbauten an diversen Technik- und Verwaltungsstandorten des Konzerns gebildet. Der Vermögensabfluss wird nach dem voraussichtlichen Auslaufen der zugrunde liegenden Mietverträge zu 449 Tsd. € in 2011 sowie zu 2.495 Tsd. € in den Jahren 2012 bis 2018 erwartet. Die Aufzinsung erfolgte mit 4,25 Prozent.

Die Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten betrifft die voraussichtlichen Kosten aus diversen Klagen gegen Konzerngesellschaften sowie aus sonstigen offenen Streitfragen mit Dritten. Der wesentliche Teil ist auf Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Handelspartnern und Kunden sowie wettbewerbsrechtliche Sachverhalte zurückzuführen. Der Konzern rechnet damit, dass innerhalb des Geschäftsjahres 2011 der überwiegende Teil aller Streitfragen abgewickelt werden kann. Um die Rechts- und Verhandlungspositionen nicht vorzeitig bekannt zu geben und somit zu gefährden, wird auf weitere Ausführungen hierzu verzichtet.

Nähere Ausführungen zur Bildung der Rückstellungen für ausstehende Aktienoptionen und -wertsteigerungsrechte sind unter Textziffer 26, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, dokumentiert.

32. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Kreditsicherheiten

Zum Ende des Geschäftsjahres bestehen unkündbare Operating-Leasing-Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen sowie Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen in folgender Höhe:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Miet- und Leasingverpflichtungen
Innerhalb eines Jahres fällig 33.534 38.143
Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren 72.726 74.793
Fälligkeit länger als fünf Jahre 13.837 22.044
120.097 134.980
Wartungs-, Support- und sonstige Verpflichtungen
Innerhalb eines Jahres fällig 15.066 16.504
Fälligkeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren 1.455 21
Fälligkeit länger als fünf Jahre 0 0
16.521 16.525
Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen
betreffend immaterielle Vermögenswerte 5 585
betreffend Sachanlagen 180 21
betreffend Vorräte, Aufwand und Dienstleistungen 20.624 20.245
20.809 20.851
157.427 172.356

Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen ergeben sich im Wesentlichen aus der Anmietung von Bürogebäuden und Shops sowie aus Hardwareleasing. Es bestehen zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Mehrzahl der Miet- und Leasingverträge Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind in allen Fällen frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen der Verträge. Die Verpflichtungen aus Wartungs-, Support- und sonstigen Verträgen bestehen überwiegend im Zusammenhang mit Verträgen für die Wartung von IT-Hardware und Datenbanken, Gebäudetechnik sowie der Netzinfrastruktur.

Die Abnahmeverpflichtungen aus Bestellungen betragen zum Geschäftsjahresende 20.809 Tsd. € (Vorjahr: 20.851 Tsd. €). Davon sind 185 Tsd. € (Vorjahr: 606 Tsd. €) auf die Beschaffung von Anlagevermögen zurückzuführen. Weitere Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 20.624 Tsd. € (Vorjahr: 20.245 Tsd. €) betreffen vorwiegend Dienstleistungen im Zusammenhang mit laufenden Projekten sowie Handelswaren, wie z.B. Mobilfunkgeräte und Zubehör. Darüber hinaus sind finanzielle Verpflichtungen aus Rechenzentrumsdienstleistungen enthalten.

Wesentliche Vermögenswerte des Konzerns wurden als Sicherheit für die im Rahmen des debitel-Erwerbs aufgenommenen Finanzschulden begeben. Die freenet AG sowie wesentliche Konzerngesellschaften sind bezüglich dieses Kreditvertrages Kreditnehmer bzw. dem Kreditvertrag als Garantiegeber beigetreten. Diese Gesellschaften haben in erster Linie ihre jeweiligen in flüssigen Mitteln bestehenden Forderungen gegenüber Kreditinstituten, wesentliche Teile ihrer Forderungen und sonstigen Vermögenswerte (mit Ausnahme der Forderungen an Endkunden) sowie bestimmte immaterielle Vermögenswerte als Sicherheit an die Kreditgeber abgetreten. Bezüglich der Bilanz zum 31. Dezember 2010 bedeutet dies, dass der wesentliche Teil der Guthaben bei Kreditinstituten, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sowie ein untergeordneter Teil der immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit begeben ist.

Weitere Haftungsverhältnisse bestehen aus Patronatserklärungen und Mietbürgschaften und betragen zum Bilanzstichtag 15.452 Tsd. € (Vorjahr: 10.545 Tsd. €).

33. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Angaben jeweils für den Gesamtkonzern (weitergeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche) gemacht. Gesonderte Angaben die aufgegebenen Geschäftsbereiche betreffend sind in Textziffer 24, Aufgegebene Geschäftsbereiche, ersichtlich.

Der Finanzmittelfonds besteht aus Bankguthaben, Kassenbestand, Schecks, und kurzfristigen, jederzeit liquidierbaren Geldmarktpapieren sowie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, jeweils mit einer ursprünglichen Fälligkeit bis zu drei Monaten. Im Finanzmittelfonds sind in Höhe von 2,6 Mio. € auch die liquiden Mittel der Next ID Gruppe als aufgegebenem Geschäftsbereich enthalten.

Die Zahlungsströme werden unterteilt nach der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Für die Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde die indirekte Ermittlungsmethode gewählt.

33.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Gegenüber der Vergleichsperiode verringerte sich der Zahlungsmittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit um 59,3 Mio. € auf 236,3 Mio. €.

Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) hat sich gegenüber dem Vorjahr für den Gesamtkonzern inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche, bereinigt um die hierin enthaltenen Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen (die Zahlungseingänge aus dem Verkauf von Tochterunternehmen werden in der Investitionstätigkeit ausgewiesen) um 11,0 Mio. € vermindert. Daneben lässt sich die Verringerung des Zahlungsmittelzuflusses aus laufender Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr in erster Linie auf eine Erhöhung des Net Working Capitals (Nettoumlaufvermögens) in 2010 um 82,7 Mio. € (2009: Anstieg des Net Working Capitals um 22,3 Mio. €) zurückführen. Die Erhöhung um 82,7 Mio. € erklärt sich im Wesentlichen aus dem Abbau von Verbindlichkeiten der rückläufigen übrigen Geschäftsbereiche außer dem Mobilfunk, dem planmäßigen Abbau der Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Vertriebspartnern aus Vertriebsrechten sowie gegenüber einem Mobilfunk-Netzbetreiber, der Reduzierung der Rückstellungen für Restrukturierung im Zusammenhang mit der Integration der erworbenen debitel-Gruppe, aber auch aus stichtagsbedingten Schwankungen der Verbindlichkeiten und Abgrenzungen gegenüber Hardware-Herstellern im Segment Mobilfunk.

Zudem resultierten im Geschäftsjahr 2010 Netto-Zahlungsmittelabflüsse über 10,4 Mio. € (Vorjahr: 20,8 Mio. €) aus Ertragsteuerzahlungen, reduziert um Ertragsteuererstattungen.

33.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2010 reduzierte sich der Zahlungsmittelzufluss aus Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 307,4 Mio. € auf 0,4 Mio. €.

Maßgeblich für diese Entwicklung des Cashflows waren Einzahlungen im Vorjahr 2009 in Höhe von 362,8 Mio. € für die Veräußerung des DSL-Geschäfts und der STRATO-Gruppe. Dieser Betrag setzte sich zusammen aus Einzahlungen aus vorläufigen Kaufpreisen in Höhe von insgesamt 410,3 Mio. € sowie durch die Endkonsolidierung dieser verkauften Unternehmen abgegangene liquide Mittel in Höhe von 47,5 Mio. €. Die für das Geschäftsjahr 2010 ausgewiesenen Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen in Höhe von 19,1 Mio. € entfallen in erster Linie zu 16,4 Mio. € auf nachträgliche Kaufpreiszahlungen für den Verkauf der freenet Breitband GmbH, zu 0,6 Mio. € auf nachträgliche Kaufpreiszahlungen für den Verkauf der STRATO Gruppe sowie zu 2,0 Mio. € auf erhaltene Kaufpreiszahlungen für den Verkauf des Geschäftsbereichs „Next ID“. Die Kaufpreise für diese drei Verkäufe sind damit final.

Die Zahlungsmittelabflüsse für die Erneuerung und Erweiterung von immateriellen Vermögenswerten des Anlagevermögens sowie für Sachanlagen, haben sich gegenüber dem Vorjahr um 43,4 Mio. € auf 26,6 Mio. € reduziert. Maßgeblich für diese Entwicklung waren hauptsächlich im Vorjahr getätigte Auszahlungen für Vertriebsrechte sowie rückläufige Investitionen im Segment „Sonstige“.

Weitere der Investitionstätigkeit zurechenbare Einzahlungen in 2010, überwiegend aus dem Verkauf von Anlagevermögen (2,0 Mio. €) und Zinsen (4,3 Mio. €), haben sich im geplanten betriebsüblichen Rahmen bewegt.

33.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verminderte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von -252,0 Mio. € um 285,8 Mio. € auf -537,8 Mio. €.

Während im Vorjahr 2009 Finanzschulden in Höhe von 155,8 Mio. € reduziert wurden, konnten in 2010, als unmittelbare Folge aus den Ende 2009 abgeschlossenen Unternehmensverkäufen, Tilgungen auf Finanzschulden in Höhe von 454,0 Mio. € vorgenommen werden. Dabei entfielen diese Tilgungen zu 145,3 Mio. € auf das anlässlich des debitel-Erwerbs aufgenommene Verkäuferdarlehen sowie zu 308,7 Mio. € auf die im Zusammenhang mit dem debitel-Erwerb bestehenden beiden langfristigen Bankdarlehen. Die Tilgungen auf die langfristigen Bankdarlehen sind zu 66,7 Mio. € planmäßig sowie zu 242,0 Mio. € außerplanmäßig, und hier im Wesentlichen aus den Verkäufen der Geschäftsbereiche „DSL-Geschäft“ und „STRATO“ Gruppe resultierend, vorgenommen worden.

Darüber hinaus ergaben sich Zinszahlungen, im Wesentlichen für die anlässlich des debitel-Erwerbs aufgenommenen Kredite, in Höhe von 58,1 Mio. €, was einer Reduzierung gegenüber dem Vorjahr um 38,1 Mio. € gleich kommt, welche zum einen aus der vergleichsweise niedrigeren durchschnittlichen Netto-Finanzverschuldung des Konzerns, zum anderen aber auch aus dem Auslaufen der Zinsswaps Mitte 2010 resultiert.

Den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit mindernd wirkte im Geschäftsjahr 2010 die in der ordentlichen Hauptversammlung der freenet AG vom 6. Juli 2010 beschlossene Dividendenzahlung in Höhe von 25,6 Mio. €.

33.4. Änderungen in der Aufgliederungsstruktur der Konzernkapitalflussrechnung

Die Gesellschaft ist der Ansicht, durch die nachfolgend beschriebenen Änderungen in der Aufgliederungsstruktur der Konzernkapitalflussrechnung gegenüber dem Vorjahr den Adressaten des Konzernabschlusses ein klareres Bild der Finanzlage des Konzerns zu vermitteln. Dabei wurden bezüglich dieser Umstellung auch die Anregungen von Investoren und Analysten aufgegriffen. Die Vorjahresspalte der Konzernkapitalflussrechnung wurde entsprechend angepasst.

Statt mit dem „Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern“ bildet nunmehr das „Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen – EBIT“ den Startpunkt der Rechnung, so dass daraus resultierend in den Anpassungen der laufenden Geschäftstätigkeit nicht mehr um die Zinsen und ähnlichen Erträge sowie Zinsen und ähnlichen Aufwendungen zu bereinigen ist. Ferner werden in der laufenden Geschäftstätigkeit die Positionen „Abnahme/Zunahme von Rückstellungen“, „Abnahme/Zunahme der Vorräte, der Forderungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind“ sowie „Abnahme/Zunahme der Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind“, nunmehr zusammengefasst zu einer Position „Abnahme/Zunahme des Net Working Capitals, soweit nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuordenbar“. In der Investitionstätigkeit erfolgt die Zusammenfassung der Positionen „Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen“ sowie „Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte“ zu einer neuen Position „Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte“. Außerdem wird nachrichtlich die Kennzahl des „Free Cashflow“ eingeführt, definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte, zuzüglich der Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Schließlich ergaben sich Änderungen in der Reihenfolgegliederung innerhalb der laufenden Geschäftstätigkeit.

33.5. Herleitung der Ausgangsgröße der Konzernkapitalflussrechnung

Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung ist das Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT). Im Folgenden ist die Herleitung dieses Ergebnisses aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie aus der Aufgliederung des Periodenergebnisses aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (wir verweisen hierzu auf Textziffer 24) ersichtlich.

In Tsd. € 01.01. - 31.12.2010 01.01. - 31.12.2009
Ergebnis vor Ertragsteuern der weitergeführten Geschäftsbereiche 102.640 36.733
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen der weitergeführten Geschäftsbereiche 61.024 103.042
./. Zinsen und ähnliche Erträge der weitergeführten Geschäftsbereiche -18.163 -15.188
+ Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -6.295 238.769
+/- Ertragsteuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 85 -10.722
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen der aufgegebenen Geschäftsbereiche 0 166
./. Zinsen und ähnliche Erträge der aufgegebenen Geschäftsbereiche -233 -272
\= Ergebnis der weitergeführten und aufgegebenen Geschäftsbereiche vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 139.058 352.528

34. Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

34.1. Angaben gemäß IFRS 7

Dieser Abschnitt vermittelt einen Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für den Konzern und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.

Zur Darstellung der zum 31. Dezember 2010 und zum 31. Dezember 2009 im Konzern bestehenden Finanzinstrumente, deren Zuordnung zu Klassen sowie zur Überleitung in die jeweiligen Bewertungskategorien nach IAS 39 machen wir die folgenden Angaben:

Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2010 (In Tsd. €) Bewertungskategorie nach IAS 39 Buchwert Wertansatz
31.12.2010 Fortgeführte
--- --- --- ---
Anschaffungskosten
--- --- --- ---
Aktiva
--- --- --- ---
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente KF 174.334 174.334
Summe der Flüssigen Mittel 174.334 174.334
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten ZVF 1.205
Sonstige Finanzanlagen, erfolgsneutral bewertet zum Fair Value ZVF 1.053
Summe der Sonstigen Finanzanlagen 2.258
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen KF 427.069 427.069
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte KF 15.101 15.101
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte ZVF 4.427
Derivative finanzielle Vermögenswerte EFVM 838
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 35.140
Summe der Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte 55.506
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FV 355.578 355.578
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) FV 800.018 800.018
Derivative Finanzverbindlichkeiten EFVM 0
Summe der Finanzschulden 800.018
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten FV 40.285 40.285
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 103.593
Summe der Übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 143.878
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) ZVF 6.685
Kredite und Forderungen (KF) KF 616.504 616.504
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) EFVM 838
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) FV -1.195.881 -1.195.881
Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2010 (In Tsd. €) Wertansatz Fair Value
Anschaffungskosten Fair Value Fair Value 31.12.2010
--- --- --- --- ---
erfolgswirksam erfolgsneutral
--- --- --- --- ---
Aktiva
--- --- --- --- ---
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 174.334
Summe der Flüssigen Mittel 174.334
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten 1.205 -
Sonstige Finanzanlagen, erfolgsneutral bewertet zum Fair Value 1.053 1.053
Summe der Sonstigen Finanzanlagen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 427.069
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 15.101
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte 4.427 4.427
Derivative finanzielle Vermögenswerte 838 838
Nicht-finanzielle Vermögenswerte
Summe der Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 355.578
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) 800.018
Derivative Finanzverbindlichkeiten 0 0
Summe der Finanzschulden 800.018
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 41.701
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
Summe der Übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) 1.205 5.480 5.480
Kredite und Forderungen (KF) 616.504
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) 838 838
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -1.197.297
Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2009 (In Tsd. €) Bewertungskategorie nach IAS 39 Buchwert Wertansatz
31.12.2009 Fortgeführte
--- --- --- ---
Anschaffungskosten
--- --- --- ---
Aktiva
--- --- --- ---
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente KF 480.291 480.291
Summe der Flüssigen Mittel 480.291 480.291
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten ZVF 1.203
Sonstige Finanzanlagen, erfolgsneutral bewertet zum Fair Value ZVF 987
Summe der Sonstigen Finanzanlagen 2.190
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen KF 491.051 491.051
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte KF 29.892 29.892
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte ZVF 5.174
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 28.440
Summe der Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte 63.506
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FV 390.292 390.292
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anteilseignern) FV 1.256.621 1.256.621
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing FV 0 0
Derivative Finanzverbindlichkeiten EFVM 13.460
Summe der Finanzschulden 1.270.081
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten FV 118.383 118.383
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 113.682
Summe der Übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 232.065
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) ZVF 7.364
Kredite und Forderungen (KF) KF 1.001.234 1.001.234
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) EFVM -13.460
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) FV -1.765.296 -1.765.296
Finanzinstrumente nach Klassen per 31. Dezember 2009 (In Tsd. €) Wertansatz Fair Value
Anschaffungskosten Fair Value Fair Value 31.12.2009
--- --- --- --- ---
erfolgswirksam erfolgsneutral
--- --- --- --- ---
Aktiva
--- --- --- --- ---
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 480.291
Summe der Flüssigen Mittel 480.291
Sonstige Finanzanlagen, bewertet zu Anschaffungskosten 1.203 -
Sonstige Finanzanlagen, erfolgsneutral bewertet zum Fair Value 987 987
Summe der Sonstigen Finanzanlagen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 491.051
Sonstige nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte 29.892
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte 5.174 5.174
Nicht-finanzielle Vermögenswerte
Summe der Übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 390.292
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anteilseignern) 1.256.621
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 0
Derivative Finanzverbindlichkeiten 13.460 13.460
Summe der Finanzschulden 1.270.081
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 119.993
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
Summe der Übrigen Verbindlichkeiten und Abgrenzungen
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) 1.203 6.161 6.161
Kredite und Forderungen (KF) 1.001.234
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) -13.460 -13.460
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -1.766.906

Die nicht-finanziellen Vermögenswerte stellen jenen Teil der Bilanzposition "Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte" dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.

Die nicht-finanziellen Verbindlichkeiten stellen jenen Teil der Bilanzposition "Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen" dar, der nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 7 fällt.

Der Marktwert von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert. Verantwortlich hierfür sind die kurzen Restlaufzeiten dieser Finanzinstrumente.

Die Marktwerte der langfristigen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Zinsparameter. Die Buchwerte dieser Finanzinstrumente entsprechen aufgrund der vorgenommenen Abzinsung annähernd den Marktwerten.

Bei den zum Marktwert bewerteten Finanzinstrumenten setzt der Konzern als Marktwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.

Die sonstigen Finanzanlagen werden grundsätzlich mit ihren Anschaffungskosten bewertet, da eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Die Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht für sie kein aktiver Markt. Weiterhin ist eine Veräußerung derzeit nicht vorgesehen. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt.

Bei den zur Veräußerung gehaltenen übrigen Vermögenswerten setzt der Konzern als Marktwert den Kurswert in einem aktiven Markt an.

Der Marktwert der Finanzschulden entspricht aufgrund von jeweils kurzen Restlaufzeiten dem Buchwert.

Der Marktwert der nicht börsengehandelten derivativen Finanzinstrumente wird vom Konzern anhand anerkannter finanzmathematischer Methoden (Discounted-Cashflow-Methode bzw. Optionspreismodelle) bestimmt. Im Einzelnen werden die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanzinstrument auf Grundlage der relevanten Zinsstruktur- und Forward-Kurven ermittelt und anschließend zum Stichtag diskontiert. Periodisch erfolgt ein Abgleich der von den externen Vertragspartnern erhaltenen Marktwertbestätigungen mit den intern ermittelten Marktwerten.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige finanzielle Verbindlichkeiten und Abgrenzungen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen annähernd den Marktwert dar. In der nachfolgenden Übersicht wird dargelegt, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente basiert. Die einzelnen Levels sind dabei gemäß IFRS 7 wie folgt definiert:

Level 1:

Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.

Level 2:

Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich jedoch für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Level 3:

Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Fair-Value-Hierarchie 2010 (in Tsd. €) Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte 4.427 4.427
Sonstige Finanzanlagen 1.053 1.053
Derivative finanzielle Forderungen 838 838
Gesamt 6.318 5.480 838
Fair-Value-Hierarchie 2009 (in Tsd. €) Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zur Veräußerung gehaltene übrige Vermögenswerte 5.174 5.174
Sonstige Finanzanlagen 987 987
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten -13.460 -13.460
Gesamt -7.299 6.161 -13.460

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2010 sowie im Vorjahr folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2010 aus Zinsen aus der Folgebewertung aus Abgang Nettoergebnis
(In Tsd. €) zum beizulegenden Zeitwert (erfolgswirksam) zum beizulegenden Zeitwert (erfolgsneutral) Wertberichtigung/ Forderungsverluste
--- --- --- --- --- --- ---
Bewertungskategorie
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) 0 0 22 0 0 22
Kredite und Forderungen (KF) 3.412 0 0 -46.114 -64 -42.766
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) 0 13.460 0 0 0 13.460
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -50.419 0 0 0 0 -50.419
-47.007 13.460 22 -46.114 -64 -79.703
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2009 (angepasst) aus Zinsen aus der Folgebewertung aus Abgang Nettoergebnis
(In Tsd. €) zum beizulegenden Zeitwert (erfolgswirksam) zum beizulegenden Zeitwert (erfolgsneutral) Wertberichtigung/ Forderungsverluste
--- --- --- --- --- --- ---
Bewertungskategorie
Zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (ZVF) 0 0 12 0 0 12
Kredite und Forderungen (KF) 5.378 0 0 -32.040 506 -26.156
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente (EFVM) -4.463 8.109 0 0 0 3.646
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (FV) -88.891 0 0 0 0 -88.891
-87.976 8.109 12 -32.040 506 -111.389

Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen enthalten Veränderungen in den Wertberichtigungen, Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung sowie Zahlungseingänge und Wertaufholungen aus ursprünglich abgeschriebenen Krediten und Forderungen.

Nettogewinne bzw. –verluste aus der Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente beinhalten die Erträge und Aufwendungen aus Zinsen sowie der Marktbewertung des Zinsswaps bzw. Zinscaps sowie Erträge aus der Marktbewertung von Geldmarktpapieren.

Nettogewinne bzw. -verluste aus der Kategorie der zur Veräußerung gehaltenen Finanzinstrumente umfassen Wertminderungen sowie Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung.

Nettogewinne bzw. -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten setzen sich aus Gewinnen oder Verlusten aus der Ausbuchung zusammen.

Des Weiteren werden Angaben über Zinserträge und Zinsaufwendungen der nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode dargestellt.

34.2. Grundsätze und Ziele des Finanzrisikomanagements und Kapitalrisikomanagements

Der freenet-Konzern unterliegt hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Marktrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Ausfallrisiken.

Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken laufend zu überwachen sowie durch die operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.

Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt. Daneben bedürfen bestimmte Finanztransaktionen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand.

Die Abteilung Konzern-Treasury erbringt Dienstleistungen an die Geschäftsbereiche und koordiniert den Zugang zu den Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert sie die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Markt- und Liquiditätsrisiken durch eine regelmäßige interne Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Oberste Priorität für die Abteilung Konzern–Treasury hat der Grundsatz der Risikominimierung; als ein weiteres wichtiges Ziel wird die Optimierung des Zinsergebnisses angesehen. Ein umsichtiges durch die Abteilung Konzern-Treasury gesteuertes Liquiditätsmanagement umfasst das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln, die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien und die Möglichkeit, offene Marktpositionen zu schließen. Liquiditätsrisiken werden durch die permanente Überwachung des Finanzstatus und ausreichende Reserven in Form von Kreditlinien reduziert.

Der Abteilung Konzern-Treasury obliegt die Überwachung der Ausfallrisiken großer Debitoren (insbesondere Distributoren, Händler und anderer B2B-Partner) sowie die regelmäßige interne Risikoberichterstattung bezüglich dieser Risiken. Forderungen gegen Endkunden werden in der Abteilung Forderungsmanagement überwacht. Eines ihrer Hauptziele ist es, die Aufwendungen aus dem Ausfall bzw. der Wertberichtigung von Forderungen gegen Endkunden und Vertriebspartnern zu minimieren.

Primäres Ziel des Kapitalrisikomanagements des Konzerns ist es, die im Konsortialkreditvertrag vorgesehenen Kennzahlen (financial covenants), deren Nichterreichung unter Umständen die sofortige Fälligstellung der Kredite nach sich ziehen könnte, zu überwachen. Die wesentlichen financial covenants sind in Bezug auf den „Interest Cover“ (Verhältnis von wiederkehrendem EBITDA zu Zinsergebnis) des Mobilfunk-Bereiches sowie den „Debt Cover“ (Verhältnis von Netto-Finanzverschuldung zu wiederkehrendem EBITDA) des Mobilfunk-Bereiches definiert. Zum Bilanzstichtag sind sämtliche Covenance-Kennzahlen erfüllt.

Auf Konzernebene ist das Verhältnis zwischen der Konzern-Nettofinanzverschuldung und dem Konzern-Eigenkapital nach IFRS (Gearing) eine relevante Steuerungsgröße des Kapitalrisikomanagements. Das Gearing beträgt zum Bilanzstichtag 0,55 (Vorjahr: 0,75).

Um die Kapitalstruktur aktiv zu steuern, kann das Management Vermögenswerte verkaufen, um dadurch die Verschuldung zu reduzieren sowie andere Maßnahmen ergreifen wie beispielsweise neue Aktien auszugeben.

34.3. Marktrisiko

Die Aktivitäten unseres Konzerns sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen und Wechselkursen ausgesetzt.

34.3.1. Zinsänderungsrisiko

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da die Konzernunternehmen Finanzmittel überwiegend zu variablen Zinssätzen aufnehmen. Das größte Zinsrisiko entsteht durch die langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Für diese langfristigen, variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten wurde durch den Abschluss von Zinsswaps bzw. Zinscaps das Risiko für steigenden Zinsaufwand deutlich vermindert. Die Zinsswaps, die 70 Prozent der zwei langfristigen Bankdarlehen abdeckten, liefen vereinbarungsgemäß per 30. Juli 2010 aus. Im Mai 2010 wurden mit Wirkung zum 30. Juli 2010 entsprechende Zinscaps gekauft, um eine lückenlose Zinssicherung zu gewährleisten. Bei Abschluss der Zinscaps vereinbarte der Konzern mit Dritten – gegen Zahlung einer Prämie – in festgelegten Zeitabschnitten den Unterschiedsbetrag zwischen den vertraglich vereinbarten Zinsen und den jeweils gültigen (höheren) variablen Zinsen auf den Nominalbetrag zu erhalten. Die Zinscaps decken von den am 31. Dezember 2010 in Höhe von 800,0 Mio. € ausgewiesenen Finanzschulden einen Betrag in Höhe von 750,0 Mio. € ab.

Die Abteilung Konzern-Treasury überprüft auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden täglichen Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel sowie die verschiedenen Dispositionsmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzschulden. Auf Basis mehrerer bestehender konzerninterner Cash–Pooling-Vereinbarungen, an der die wesentlichen Gesellschaften des freenet-Konzerns teilnehmen, werden Bedarf und Anlage von liquiden Mitteln im Konzern zentral gesteuert.

Die zum Bilanzstichtag aufgenommenen kurzfristigen und langfristigen Bankverbindlichkeiten sind ausschließlich variabel verzinslich zu den im Kreditvertrag anlässlich der Finanzierung des debitel-Erwerbs geregelten Konditionen (fest geregelte Margen ausgehend vom EURIBOR bzw. LIBOR) abgeschlossen.

Marktzinsänderungen auf das Zinsergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein.

Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet der Konzern eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigt.

Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden.

In der Bilanz sind unter den kurzfristigen und langfristigen Finanzschulden zum 31. Dezember 2010 Bankverbindlichkeiten in Höhe von 800,0 Mio. € ausgewiesen. Diese Bankverbindlichkeiten waren zum Stichtag in einem Korridor zwischen 3,1 und 4,7 Prozent verzinst.

Die genannten Bankverbindlichkeiten werden zu 215.435 Tsd. € im kurzfristigen Bereich ausgewiesen. Eine verpflichtende Tilgung für 2011 ergibt sich dabei aus Sicht zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Abschluss in Höhe von ca. 69 Mio. €. Aufgrund einer anhand von Marktschätzungen erwarteten Verzinsung, die für die einzelnen Kredite in einem Korridor zwischen 3,2 und 5,1 Prozent liegt, würden sich in 2011 Auszahlungen für Zinsen auf die genannten Bankverbindlichkeiten in Höhe von 34.442 Tsd. € ergeben. Aus der Nettoposition von variabel verzinslichen Aktiva und Passiva unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Sicherungsinstrumente hätte eine parallele Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach oben einen Ergebniseffekt nach Steuern von 2.180 Tsd. € (Vorjahr: 240 Tsd. €), eine Verschiebung der Zinskurve um 50 Basispunkte nach unten einen Ergebniseffekt nach Steuern von -2.180 Tsd. € (Vorjahr: -245 Tsd. €).

Geldmarktfonds unterliegen marginalen Zinsschwankungen, sodass sich grundsätzlich Kursverluste ergeben können. Es besteht kein signifikantes Risiko, da die Gelder in Fonds sehr kurzfristig angelegt werden. Vertraglich festgelegte Fälligkeits- oder Zinsanpassungstermine bestehen nicht, eine Rendite ergibt sich aus der Veränderung des Kurswerts und etwaiger Ausschüttungen. Aus den in der Bilanz unter den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Finanzinvestitionen in Geldmarktfonds und Anleihen hätte eine Veränderung des Kurses der erworbenen Anteile um 5 Prozent nach oben einen Eigenkapitaleffekt von 193 Tsd. € (Vorjahr: 216 Tsd. €), eine Veränderung des Kurses um 5 Prozent nach unten einen Eigenkapitaleffekt von -193 Tsd. € (Vorjahr: -216 Tsd. €).

Für die übrigen verzinslichen Vermögenswerte und Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.

34.3.2. Fremdwährungsrisiko

Im Konzern werden in unwesentlichem Umfang Geschäfte in Fremdwährungen getätigt. Die Währungssicherung erfolgt, i.d.R. durch den Abschluss von Devisentermingeschäften oder, falls nötig, mittels vorgehaltener Barbestände in Fremdwährung.

Insgesamt misst der Konzern dem Fremdwährungsrisiko eine zu vernachlässigende Bedeutung bei.

34.4. Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko des Konzerns besteht darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden, der Bezahlung von Einkaufsverpflichtungen und der Verpflichtungen aus Leasingverträgen.

Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden konzernweit umfangreiche Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Es werden hierbei unterschiedliche Planungshorizonte betrachtet, die sich bis zu einem Jahr erstrecken. Die kurzfristige Liquiditätsplanung und -steuerung erfolgt auf Tagesbasis jeweils für die nächsten drei Monate im Voraus. Diese Planung wird täglich von der Abteilung Konzern-Treasury in Abstimmung mit dem Rechnungswesen und dem Controlling auf der Grundlage von Ist-Daten aktualisiert.

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken weiterhin durch das Halten angemessener Bankguthaben, Kreditlinien bei Banken sowie durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Außerdem erfolgen Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Der Konzern erwartet, dass er seine sonstigen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann.

Zum Bilanzstichtag hat der Konzern die in Höhe von 150,0 Mio. € eingeräumte revolvierende Kreditlinie zu 146,6 Mio. € ausgeschöpft. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die freenet AG zusätzlich Kredite bis zur Hälfte des Betrages der revolvierenden Kreditlinie unter dem Konsortialkreditvertrag in Anspruch nehmen.

Wertpapiere (im Depot befindliche Geldmarktfonds und Anleihen) können innerhalb kurzer Frist liquidiert werden. Bei den Beteiligungen besteht keine Veräußerungsabsicht. Im Falle eines notwendigen Verkaufs dieser Beteiligungen wäre die kurzfristige Abwicklung unter Umständen erschwert, da für diese Anteile kein organisierter Kapitalmarkt besteht.

Wesentliche Vermögenswerte des Konzerns wurden ferner als Sicherheit für die im Rahmen des debitel-Erwerbs aufgenommenen Finanzschulden begeben. Die freenet AG sowie wesentliche Konzerngesellschaften sind bezüglich dieses Kreditvertrages Kreditnehmer bzw. dem Kreditvertrag als Garantiegeber beigetreten. Diese Gesellschaften haben in erster Linie ihre jeweiligen in flüssigen Mitteln bestehenden Forderungen gegenüber Kreditinstituten, wesentliche Teile ihrer Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sowie bestimmte immaterielle Vermögenswerte als Sicherheit an die Kreditgeber abgetreten.

Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns am Ende des Geschäftsjahres 2010 und 2009 ersichtlich:

Finanzverbindlichkeiten Buchwert Cashflows 2011
(In Tsd. €) 31.12.2010 Zins Zins Tilgung
--- --- --- --- ---
(fix) (variabel)
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 355.578 355.191
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) 800.018 34.442 215.435
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 43.285 28.489
Finanzverbindlichkeiten Cashflows 2012 Cashflows 2013 und später
(In Tsd. €) Zins Zins Tilgung Zins Zins Tilgung
--- --- --- --- --- --- ---
(fix) (variabel) (fix) (variabel)
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 387
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) 33.677 66.667 46.096 517.916
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 8.981 2.815
Finanzverbindlichkeiten Buchwert Cashflows 2010
(In Tsd. €) 31.12.2009 Zins Zins Tilgung
--- --- --- --- ---
(fix) (variabel)
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 390.292 390.292
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anteilseignern) 1.256.621 43.116 538.414
Finanzschulden (derivative Finanzverbindlichkeiten) 13.460 13.505
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 118.383 64.245
Finanzverbindlichkeiten Cashflows 2011 Cashflows 2012 und später
(In Tsd. €) Zins Zins Tilgung Zins Zins Tilgung
--- --- --- --- --- --- ---
(fix) (variabel) (fix) (variabel)
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anteilseignern) 42.464 66.667 114.598 651.540
Finanzschulden (derivative Finanzverbindlichkeiten)
Sonstige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 40.092 14.046

34.5. Ausfallrisiko

Ein Kreditausfallrisiko ist der unerwartete Verlust an Zahlungsmitteln oder Erträgen. Dieser tritt ein, wenn der Kunde nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen innerhalb der Fälligkeit nachzukommen.

Bei der Betrachtung der Ausfallrisiken stehen im freenet-Konzern die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Endkunden im Fokus. Hierbei wird im Massengeschäft unseres Konzerns der Bonität von Kunden und Vertriebspartnern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Für wesentliche Vertragskundenbereiche werden vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen der Kunden durchgeführt.

Im laufenden Vertragsverhältnis sind die Durchführung eines zügigen und regelmäßigen Mahn- und Inkassoprozesses mit mehreren Inkassounternehmen im Benchmarking und einer Langzeitinkassoüberwachung sowie das High–Spender-Monitoring in unserem Konzern wesentliche Maßnahmen zur Minimierung des Ausfallrisikos.

Auch im Bereich der Forderungen gegen Händler und Franchisepartner findet ein laufender Mahn- und Inkassoprozess statt. Ebenso werden Kreditlimits festgelegt und überwacht. Gegebenenfalls führt das Erreichen des Limits zu einer Liefersperre.

Überdies sind durch eine Warenkreditversicherung wesentliche Kreditausfallrisiken abgesichert. Um das Kreditausfallrisiko zu minimieren, hat der Konzern einen bestimmten Anteil der Umsätze mit Großkunden (Händler und Distributoren im Mobilfunkbereich) versichert. Jeden Monat meldet die Abteilung Konzern-Treasury der Versicherung die aktuellen Umsätze des jeweiligen Großkunden. Im Zusammenhang mit dieser Meldung berechnet die Versicherung das zu versichernde Umsatzvolumen. Die Risiken bei nicht versicherten Großkunden sind durch ein internes Limitsystem begrenzt – in der Regel müssen Großkunden mit schlechter Bonität Vorauskasse leisten oder die Geschäftsbeziehung kommt nicht zustande.

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumen des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditausfallrisikos, da der Kundenbestand breit ist und keine Korrelationen bestehen.

Eine angemessene Bildung von Wertberichtigungen trägt den Ausfallrisiken Rechnung. Eine Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten erfolgt jeweils, wenn der Konzern die Forderung für uneinbringlich hält.

Wertpapiere und liquide Mittel sind im Wesentlichen bei deutschen Großbanken angelegt. Ein bedeutendes Ausfallrisiko besteht nicht. Die Anlagen werden bezüglich ihrer laufenden und zukünftig erwarteten Rendite ständig von der Abteilung Konzern-Treasury überwacht.

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente.

35. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

35.1. Übersicht

Zwischen dem Konzern und nahe stehenden Unternehmen bzw. Personen fanden folgende wesentliche Geschäftsvorfälle statt:

In Tsd. € 2010 2009
Erlöse aus der Berechnung von Dienstleistungen
Assoziierte Unternehmen
KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel 1.197 1.640
Gemeinschaftsunternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 177 175
Unternehmen mit maßgeblichen Einfluss auf freenet AG
1&1 Internet AG, Montabaur 6.428 5.340
7.802 7.155
Aufwendungen aus dem Bezug von Dienstleistungen
Assoziierte Unternehmen
KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel 38 447
Gemeinschaftsunternehmen
siXXup new Media GmbH, Pulheim 73 0
FunDorado GmbH, Hamburg 15 13
NetCon Media s.r.o., Hlucin, Tschechische Republik 2 73
128 533
Zinsaufwendungen aus Verkäuferdarlehen
Unternehmen mit maßgeblichen Einfluss auf freenet AG
Telco (Netherlands) Holding B.V., Hoofddorp, Niederlande 181 7.425

Zum Geschäftsjahresende bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen bzw. Personen:

In Tsd. € 31.12.2010 31.12.2009
Forderungen aus laufendem Leistungsverkehr
Assoziierte Unternehmen
KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel 13 164
Gemeinschaftsunternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 27 20
Unternehmen mit maßgeblichen Einfluss auf freenet AG
1&1 Internet AG, Montabaur k.A. 4.422
40 4.606
Verbindlichkeiten aus laufendem Leistungsverkehr
Assoziierte Unternehmen
KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel 0 43
Gemeinschaftsunternehmen
FunDorado GmbH, Hamburg 4 4
4 47
Finanzschulden aus Verkäuferdarlehen
Unternehmen mit maßgeblichen Einfluss auf freenet AG
Telco (Netherlands) Holding B.V., Hoofddorp, Niederlande k.A. 145.623

Darüber hinaus handelt es sich bei dem Verkauf der freenet Breitband GmbH an die 1&1 Internet AG um den Verkauf eines vollkonsolidierten Konzernunternehmens an ein nahestehendes Unternehmen. Durch diesen Verkauf wurde im Geschäftsjahr 2010 ein Veräußerungsgewinn in Höhe von 4.513 Tsd. € erzielt, nachdem aus diesem Verkauf bereits im Geschäftsjahr 2009 ein Veräußerungsgewinn in Höhe von 16.948 Tsd. € ausgewiesen worden war.

Die United Internet AG sowie deren verbundene Unternehmen, wie die 1&1 Internet AG, werden ab dem 23. November 2010 nicht mehr als nahe stehend ausgewiesen. An diesem Tag ging der Gesellschaft eine Unterschreitungsmitteilung zu, nach der die United Internet AG mit 4,98 Prozent an der freenet AG beteiligt ist – damit liegt kein maßgeblicher Einfluss der United Internet AG auf die freenet AG mehr vor. Sofern die Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr nicht als nahe stehend gemäß IAS 24 einzuordnen waren, wurde eine vergleichende Angabe unterlassen (k.A.). Alle Transaktionspreise wurden kaufmännisch verhandelt.

35.2. Vorstandsvergütung

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen:

Vergütung für das Geschäftsjahr 2010 (In Tsd.€) Festbezüge Variable Vergütung aus Aktienwertsteigerungsprogramm 1 Sonstige variable Bezüge Gesamt-Bezüge
Christoph Vilanek 615 28 400 1.043
Joachim Preisig 425 -205 400 620
Stephan Esch 365 -362 230 233
Axel Krieger 575 -663 299 211
1.980 -1.202 1.329 2.107

1 Einschließlich im Geschäftsjahr zahlungsunwirksamer und gemäß IFRS 2 bewerteter Bezüge.

Vergütung für das Geschäftsjahr 2009 (In Tsd.€) Festbezüge Variable Vergütung aus Aktienwertsteigerungsprogramm 1 Sonstige variable Bezüge Gesamt-Bezüge
Christoph Vilanek 2 410 424 267 1.101
Joachim Preisig 422 331 400 1.153
Stephan Esch 327 216 137 680
Axel Krieger 503 367 212 1.082
Eric Berger 3 205 142 62 409
Eckhard Spoerr 4 53 1.110 29 1.192
1.920 2.590 1.107 5.617

1 Einschließlich im Geschäftsjahr zahlungsunwirksamer und gemäß IFRS 2 bewerteter Bezüge.

2 Bezüge ab der Bestellung zum Vorstand der freenet AG, also für die Zeit vom 1.5. bis 31.12.2009.

3 Festbezüge und sonstige variable Bezüge bis zur Aufhebung des Dienstverhältnisses, also vom 1.1. bis 30.9.2009; variable Bezüge aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm für das Gesamtjahr 2009.

4 Festbezüge und sonstige variable Bezüge bis zur Aufhebung des Dienstverhältnisses, also vom 1.1. bis 23.1.2009; variable Bezüge aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm für das Gesamtjahr 2009.

An die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2010 keine neuen Aktienwertsteigerungsrechte oder Aktienoptionen ausgegeben.

Die variablen Bezüge aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm wurden im Geschäftsjahr 2010 für die Herren Preisig, Esch und Krieger mit negativem Vorzeichen ausgewiesen, was auf die Verringerung der Rückstellung für Aktienwertsteigerungsrechte zurückzuführen ist. Ohne Berücksichtigung der zahlungsunwirksamen Vergütungsbestandteile aus Aktienwertsteigerungsrechten ergeben sich in 2010 für Herrn Vilanek Bezüge in Höhe von 1.015 Tsd. €, für Herrn Preisig Bezüge in Höhe von 825 Tsd. €, für Herrn Esch Bezüge in Höhe von 595 Tsd. € sowie für Herrn Krieger Bezüge in Höhe von 874 Tsd. €.

Über die in der obigen Tabelle aufgeführten Bezüge hinaus wurden im Geschäftsjahr 2010 an ehemalige Vorstandsmitglieder Zahlungen aus nachvertraglichen Wettbewerbsverboten in Höhe von 200 Tsd. € geleistet.

Insgesamt ergaben sich in 2010 Vorstandsbezüge im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB (zahlungswirksame Bezüge inklusive der Zahlungen an ehemalige Vorstände aus nachvertraglichen Wettbewerbsverboten) in Höhe von 3.509 Tsd. €. Im Vorjahr 2009 betrugen die Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB 4.044 Tsd. €, inklusive der Zahlung von 508 Tsd. € an Herrn Berger zur Abgeltung vertraglicher Ansprüche sowie zuzüglich der an Herrn Vilanek neu ausgegebenen Aktienwertsteigerungsrechte zu ihrem Gesamtwert von 509 Tsd. € (beizulegender Zeitwert gemäß IFRS 2) bei Gewährung in 2009.

Zum 31. Dezember 2010 beträgt der Stand der Rückstellung für Aktienwertsteigerungsrechte für Herrn Vilanek 452 Tsd. € (Vorjahr: 424 Tsd. €), für Herrn Preisig 181 Tsd. € (Vorjahr: 386 Tsd. €), für Herrn Esch 30 Tsd. € (Vorjahr: 392 Tsd. €) sowie für Herrn Krieger 56 Tsd. € (Vorjahr: 719 Tsd. €). Für die Herren Spoerr und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder werden zum 31. Dezember 2010 insgesamt Rückstellungen für Aktienwertsteigerungsrechte in Höhe von 148 Tsd. € (Vorjahr: 1.921 Tsd. €) ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2010 sind wie im Vorjahr aus Aktienoptionen und Aktienwertsteigerungsrechten keine Bezüge zahlungswirksam geflossen.

Im November 2004 war den Herren Esch und Krieger jeweils eine mittelbare Pensionszusage gewährt worden. Im Geschäftsjahr 2009 war Herrn Vilanek anlässlich seiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Mai 2009 eine mittelbare Pensionszusage erteilt worden. Zum 31. Dezember 2010 betrug die Defined Benefit Obligation (DBO) für Herrn Vilanek 265 Tsd. € (Vorjahr: 115 Tsd. €), für Herrn Esch 518 Tsd. € (Vorjahr: 386 Tsd. €) sowie für Herrn Krieger 1.416 Tsd. € (Vorjahr: 1.128 Tsd. €). Die freenet AG hatte zum 1. September 2008 von der debitel AG die an Herrn Preisig gewährte Pensionszusage übernommen. Zum 31. Dezember 2010 betrug die DBO für Herrn Preisig 347 Tsd. € (Vorjahr: 244 Tsd. €). Die DBO für die Herren Spoerr und Berger als ehemalige Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 2.096 Tsd. € (Vorjahr: 1.827 Tsd. €).

Im Personalaufwand wurden für die Vorstandsmitglieder aus den Pensionszusagen insgesamt laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen von 373 Tsd. € (Vorjahr: 820 Tsd. €) erfasst.

Es wurden keinem der Vorstandsmitglieder Darlehen gewährt und für keines der Vorstandsmitglieder Bürgschaften oder sonstige Gewährleistungen übernommen.

35.3. Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

einer Basisvergütung
Sitzungsentgelten und
einer erfolgsabhängigen Vergütung

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Juli 2009 wurde die Basisvergütung geändert. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ab dem Geschäftsjahr 2009 für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zu diesem Gremium eine feste Basisvergütung in Höhe von 30.000 € von der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende den anderthalbfachen Betrag der Basisvergütung.

Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält zusätzlich für jede Sitzung des Aufsichtsrats, an der es teilgenommen hat, ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 €. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss des Aufsichtsrats – mit Ausnahme des gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz gebildeten Ausschusses – angehören, erhalten zusätzlich für jede Sitzung des Ausschusses ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 €. Der Vorsitzende des Ausschusses erhält den doppelten Betrag.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner nach Ablauf jedes Geschäftsjahres eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 500 € je 0,01 € Dividende, die über 0,10 € je Stückaktie der Gesellschaft hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Vergütung ist der Höhe nach begrenzt auf den als feste Vergütung geschuldeten Betrag. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, der stellvertretende Vorsitzende erhält den anderthalbfachen Betrag.

Für ihre Tätigkeit innerhalb des Geschäftsjahrs 2010 bezogen die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft eine Festvergütung in Höhe von 405,0 Tsd. € sowie 158,0 Tsd. € Sitzungsgeld. Zudem wurde eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 405,0 Tsd. € als Aufwand erfasst. Inwiefern diese erfolgsabhängige Vergütung zur Auszahlung kommen wird, ist vom Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2010 abhängig. Die Gesamtsumme an Aufwendungen für Aufsichtsratstätigkeiten beträgt somit 968,0 Tsd. €.

Mitgliedern des Aufsichtsrats werden darüber hinaus Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie Umsatzsteuer ersetzt.

Individualisierte Angaben für die letzten beiden Geschäftsjahre sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich. Es ist zu beachten, dass es aufgrund des Zahlenformats bei den Zwischen- und Endsummen rechnerische Rundungsdifferenzen geben kann, da die Zahlen auf eine Dezimalstelle gerundet wurden.

Vergütung für das Geschäftsjahr 2010 Erfolgsabhängige
(In Tsd. €) Basisvergütung Sitzungsentgelte Vergütung Gesamt
--- --- --- --- ---
aktive Mitglieder
Thorsten Kraemer 60,0 30,0 60,0 150,0
Franziska Oelte 1 45,0 12,0 45,0 102,0
Dr. Christof Aha 30,0 11,0 30,0 71,0
Claudia Anderleit 1 30,0 12,0 30,0 72,0
Dr. Arnold Bahlmann 30,0 5,0 30,0 65,0
Joachim Halefeld 1 30,0 11,0 30,0 71,0
Maarten Henderson 30,0 21,0 30,0 81,0
Hans-Jürgen Klempau 1 30,0 6,0 30,0 66,0
Matthias Schneider 1 30,0 18,0 30,0 78,0
Prof. Dr. Helmut Thoma 30,0 12,0 30,0 72,0
Steffen Vodel 1 30,0 11,0 30,0 71,0
Achim Weiss 30,0 9,0 30,0 69,0
405,0 158,0 405,0 968,0

1 Arbeitnehmervertreter/innen gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG vom 4. Mai 1976.

Vergütung für das Geschäftsjahr 2009 Erfolgsabhängige
(In Tsd. €) Basisvergütung Sitzungsentgelte Vergütung Gesamt
--- --- --- --- ---
aktive Mitglieder
Thorsten Kraemer 1 44,5 32,0 7,4 84,0
Franziska Oelte 3 45,0 16,0 7,5 68,5
Dr. Christof Aha 14,6 6,0 2,4 23,0
Claudia Anderleit 3 30,0 25,0 5,0 60,0
Dr. Arnold Bahlmann 14,6 4,0 2,4 21,0
Joachim Halefeld 3 30,0 25,0 5,0 60,0
Maarten Henderson 14,6 14,0 2,4 31,0
Hans-Jürgen Klempau 3 30,0 11,0 5,0 46,0
Matthias Schneider 3 30,0 25,0 5,0 60,0
Prof. Dr. Helmut Thoma 2 45,6 42,0 7,6 95,2
Steffen Vodel 3 30,0 14,0 5,0 49,0
Achim Weiss 14,6 5,0 2,4 22,0
343,5 219,0 57,3 619,7
ehemalige Mitglieder
Dr. Dieter Leuering 15,6 8,0 2,6 26,2
Prof. Dr. Hans-Joachim Priester 15,6 12,0 2,6 30,2
Lars P. Reichelt 15,6 1,0 2,6 19,2
Richard Roy 15,6 20,0 2,6 38,2
62,3 41,0 10,3 113,6
405,8 260,0 67,6 733,3

36. Angaben gemäß § 315a HGB

Die durchschnittliche Anzahl der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer (§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB) wurde in Textziffer 7, Personalaufwand, dieses Anhangs genannt.

Bezüglich der Angaben zu den Organbezügen (§ 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB) verweisen wir auf Textziffer 35, Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen.

Gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB erklären wir, dass die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG im Dezember 2010 vom Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft abgegeben wurde. Sie wurde den Aktionären auf den Unternehmensseiten im Internet unter der Adresse

http://www.freenet.ag/media/Entsprechenserklaerung_freenet_AG_2010.pdf

dauerhaft zugänglich gemacht.

Für den Abschlussprüfer im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB sind für das Geschäftsjahr insgesamt 1.784 Tsd. € an Honorar berechnet worden. Davon betreffen 1.118 Tsd. € Abschlussprüfungsleistungen, 642 Tsd. € andere Bestätigungsleistungen sowie 24 Tsd. € sonstige Leistungen.

Gemäß § 313 Abs. 2 bis 3 HGB geben wir folgenden Überblick zu den im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen:

Anteil am
Kapital
--- ---
Vollkonsolidierte Unternehmen
freenet Cityline GmbH, Kiel 100%
freenet.de GmbH, Hamburg 100%
freeXMedia GmbH, Hamburg 100%
freenet Zugangsdienste GmbH, Hamburg 100%
01019 Telefondienste GmbH, Hamburg 100%
01024 Telefondienste GmbH, Kiel 100%
01050.com GmbH, Hamburg 100%
freenet Datenkommunikations GmbH, Hamburg 100%
tellfon GmbH, Hamburg 100%
01083.com GmbH, Hamburg 100%
mobilcom-debitel GmbH, Schleswig 100%
mobilcom-debitel Logistik GmbH, Schleswig 100%
MobilCom Multimedia GmbH, Schleswig 100%
klarmobil GmbH, Büdelsdorf 100%
Next-ID GmbH, Bonn 100%
Next ID technologies GmbH, Hamburg 100%
CLAROMOVIL S.L., Madrid (Spanien) 100%
altnetsurf GmbH, Crailsheim 100%
new directions GmbH, Hamburg 100%
freenet Direkt GmbH, Hamburg 100%
meOme GmbH, Hamburg 100%
air2mp3 GmbH, Karlsruhe 51%
4Players GmbH, Hamburg 100%
debitel Konzernfinanzierungs GmbH, Stuttgart 100%
Stanniol GmbH für IT & PR, Oberkrämer 100%
mobilcom-debitel AG, Stuttgart 100%
mobilcom-debitel Shop GmbH, Oberkrämer 100%
DEG Logistik GmbH, Oberkrämer 100%
callmobile GmbH & Co. KG, Hamburg 100%
callmobile Verwaltungs GmbH, Hamburg 100%
MIDRAY GmbH, Köln 100%
debitel go GmbH, Stuttgart 100%
Joint-Ventures
FunDorado GmbH, Hamburg 50%
Netcon Media s.r.o., Hlucin, Tschechien 25%
siXXup new Media GmbH, Pulheim 25%
Assoziiertes Unternehmen
KielNET GmbH Gesellschaft für Kommunikation, Kiel 50%

37. Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Der Vorstand hat beschlossen, dem Aufsichtsrat die Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 80 Cent je Stückaktie aus dem Bilanzgewinn vorzuschlagen.

Im Januar 2011 haben die freenet Group und die Media-Saturn Deutschland GmbH vereinbart, dass die Zusammenarbeit beider Häuser bis zum Ende des Jahres 2013 fortgesetzt wird. Freenet wird mit Ausnahme von Produkten der Telefonica o2 Germany weiterhin die Mobilfunkprodukte der Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und E-Plus sowie eigene Angebote in allen Media Märkten und Saturn-Häusern in Deutschland anbieten.

Am 1. Januar 2011 wurde der Verkauf der Next ID Gruppe vollzogen – wir verweisen dazu auch auf unsere Ausführungen zu Textziffer 24, Aufgegebene Geschäftsbereiche.

Büdelsdorf, den 6. März 2011

freenet AG

Der Vorstand

Christoph Vilanek

Joachim Preisig

Stephan Esch

Feststellungsbeschluss

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 wurde am 24.03.2011 gebilligt.

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2010 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2010
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Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 36.763 10.175 4.068 5.274 45.732
Software und Lizenzen 242.619 5.365 -4.037 20.821 223.126
Markenrechte 335.035 0 0 0 335.035
Kundenbeziehungen 489.072 0 0 174 488.898
Goodwill 1.116.505 0 0 128 1.116.377
2.219.994 15.540 31 26.397 2.209.168
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 14.914 65 0 0 14.979
Technische Anlagen und Maschinen 23.605 2.596 3.704 75 29.830
Switche und Leitungsnetze 177.910 65 -4.799 61.207 111.969
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 120.479 8.078 1.190 20.619 109.128
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 129 217 -126 2 218
337.037 11.021 -31 81.903 266.124
2.557.031 26.561 0 108.300 2.475.292
Abschreibungen und Wertminderungen
01.01.2010 Zugänge Wertminderungen Umbuchungen Abgänge 31.12.2010
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Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 20.588 11.126 0 0 5.090 26.624
Software und Lizenzen 163.290 42.278 2.545 26 20.644 187.495
Markenrechte 12.998 4.851 0 0 0 17.849
Kundenbeziehungen 171.531 110.585 0 0 15 282.101
Goodwill 0 0 453 0 0 453
368.407 168.840 2.998 26 25.749 514.522
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 5.801 564 0 0 0 6.365
Technische Anlagen und Maschinen 19.398 1.899 226 3.727 75 25.175
Switche und Leitungsnetze 176.984 118 120 -4.799 61.204 111.219
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 82.751 16.569 290 1.046 14.969 85.687
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
284.934 19.150 636 -26 76.248 228.446
653.341 187.990 * 3.634 * 0 101.997 742.968
Buchwerte
31.12.2010 01.01.2010
--- --- ---
T€ T€
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 19.108 16.175
Software und Lizenzen 35.631 79.329
Markenrechte 317.186 322.037
Kundenbeziehungen 206.797 317.541
Goodwill 1.115.924 1.116.505
1.694.646 1.851.587
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 8.614 9.113
Technische Anlagen und Maschinen 4.655 4.207
Switche und Leitungsnetze 750 926
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.441 37.728
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 218 129
37.678 52.103
1.732.324 1.903.690

* Die Zugänge zu Abschreibungen i.H.v. T€ 187.990 und die Wertberichtigungen iHv T€ 3.634 sind wie folgt in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 189.442
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 2.182
191.624

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2009 Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2009
--- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 26.755 -175 9.989 203 9 36.763
Software und Lizenzen 231.166 -25.616 39.855 1.580 4.366 242.619
Markenrechte 352.639 -17.704 100 0 0 335.035
Kundenbeziehungen 524.870 -36.304 506 0 0 489.072
Goodwill 1.120.162 -3.717 60 0 0 1.116.505
2.255.592 -83.516 50.510 1.783 4.375 2.219.994
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 14.930 0 5 0 21 14.914
Technische Anlagen und Maschinen 50.343 -31.516 3.286 2.882 1.390 23.605
Switche und Leitungsnetze 187.670 0 574 61 10.395 177.910
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 143.441 -19.098 15.220 -2.938 16.146 120.479
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.597 0 325 -1.788 5 129
397.981 -50.614 19.410 -1.783 27.957 337.037
2.653.573 -134.130 69.920 0 32.332 2.557.031
Abschreibungen und Wertminderungen
01.01.2009 Abgänge Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Wertminderungen
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--- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 11.534 -11 6.594 2.471
Software und Lizenzen 119.612 -12.423 48.649 9.433
Markenrechte 5.178 0 7.820 0
Kundenbeziehungen 69.918 -10.258 111.873 0
Goodwill 0 0 0 0
206.242 -22.692 174.936 11.904
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 5.248 0 565 0
Technische Anlagen und Maschinen 34.441 -19.887 4.623 1.480
Switche und Leitungsnetze 177.011 0 4.175 6.193
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 83.706 -12.818 20.728 268
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
300.406 -32.705 30.091 7.941
506.648 -55.397 205.027 * 19.845 *
Abschreibungen und Wertminderungen
Umbuchungen Abgänge 31.12.2009
--- --- --- ---
T€ T€ T€
--- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 0 0 20.588
Software und Lizenzen 2 1.983 163.290
Markenrechte 0 0 12.998
Kundenbeziehungen -2 0 171.531
Goodwill 0 0 0
0 1.983 368.407
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 0 12 5.801
Technische Anlagen und Maschinen 0 1.259 19.398
Switche und Leitungsnetze 0 10.395 176.984
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 9.133 82.751
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0
0 20.799 284.934
0 22.782 653.341
Buchwerte
31.12.2009 01.01.2009
--- --- ---
T€ T€
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Selbst erstellte Software 16.175 15.221
Software und Lizenzen 79.329 111.554
Markenrechte 322.037 347.461
Kundenbeziehungen 317.541 454.952
Goodwill 1.116.505 1.120.162
1.851.587 2.049.350
Sachanlagen
Grundstücke, Grundstückseinrichtungen und Bauten 9.113 9.682
Technische Anlagen und Maschinen 4.207 15.902
Switche und Leitungsnetze 926 10.659
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 37.728 59.735
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 129 1.597
52.103 97.575
1.903.690 2.146.925

* Die Zugänge zu Abschreibungen i.H.v. T€ 205.027 und die Wertberichtigungen iHv T€ 19.485 sind wie folgt in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 202.438
Konzernergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 22.434
224.872

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der freenet AG, Büdelsdorf, aufgestellten Konzernlagebericht sowie den Konzernabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamterfolgsrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hamburg, den 7. März 2011

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Niklas Wilke, Wirtschaftsprüfer

ppa. Marko Schipper, Wirtschaftsprüfer