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Francotyp-Postalia Holding AG Audit Report / Information 2016

May 18, 2017

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Audit Report / Information

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Francotyp-Postalia Holding AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Jahresabschluss 31. Dezember 2016 und zusammengefasster Konzernlagebericht

Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

Zusammengefasster Konzernlagebericht 2016

der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern, Francotyp-Postalia oder das Unternehmen) mit Hauptsitz in Berlin bietet Unternehmen und Behörden innovative Lösungen für die sichere Kommunikation. Neben Systemen für das Frankieren und Kuvertieren von Briefen umfasst das Angebot derzeit Dienstleistungen wie die Abholung von Geschäftspost sowie Softwarelösungen. Aus seiner mehr als 90-jährigen Unternehmensgeschichte heraus verfügt der FP-Konzern über eine einzigartige Mischung aus gewachsener Kompetenz bei der Postbearbeitung und digitalem Know-how. In vielen Industrieländern ist das Unternehmen mit eigenen Niederlassungen präsent.

Seine Geschäftstätigkeit unterteilt das Unternehmen in drei Produktbereiche: Frankieren und Kuvertieren, Mail Services sowie Softwarelösungen.

1.1.1 Produktbereiche

Produktbereich Frankieren und Kuvertieren

Der FP-Konzern entwickelt und fertigt Frankiersysteme. Er verkauft und vermietet sie ebenso wie Kuvertiersysteme und bietet darüber hinaus umfassende Services. Die Kunden können mit den Frankiersystemen ihre Post in kurzer Zeit automatisiert frankieren und die Portokosten reduzieren. Wichtigster Umsatzträger ist das After-Sales-Geschäft mit seinen wiederkehrenden Umsätzen aus der Vermietung von Frankiermaschinen, den Verkauf von Verbrauchsmaterialien wie Farbbandkassetten und Tintenkartuschen, Servicedienstleistungen, Softwarelösungen für die Kostenstellenverwaltung sowie Teleporto.

Produktbereich Softwarelösungen

Im Bereich Softwarelösungen fasst der FP-Konzern sein Geschäft mit Hybrid-Mail Services sowie Lösungen rund um die volldigitale Kommunikation zusammen. Bei den Hybrid-Mail Services der FP-Tochter IAB verschickt der Absender das Dokument über das Internet unter Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards, der Empfänger erhält im Normalfall einen klassischen Brief. Der FP-Konzern übernimmt den gesamten Herstellungsprozess bis zur Übergabe der Briefe an einen Zustelldienstleister (FP Outbound). Ergänzend bietet der FP-Konzern seinen Kunden auch universelle Komplettlösungen zur Posteingangsverarbeitung (FP Inbound). Dabei wird die gesamte eingehende Post digitalisiert, nach kundenspezifischen Kriterien analysiert, ausgewertet und anschließend dem Daten- oder Dokumentensystem des Kunden in elektronischer Form zugeführt. Die Dienstleistungen der volldigitalen Kommunikation der Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft umfassen vor allem Produkte zur Langzeitspeicherung und zur Absicherung elektronischer Dokumente durch Verschlüsselungs- und Signatursoftware. Zukunftsweisend ist in diesem Bereich das Produkt FP-Sign, eine cloudbasierte Lösung für den rechtssicheren digitalen Abschluss und Austausch von Verträgen und Dokumenten.

Produktbereich Mail Services

Der Produktbereich Mail Services umfasst zum einen den Frankierservice - Abholung unfrankierter Ausgangspost und Übernahme der Frankierung - und zum anderen die Konsolidierung von Geschäftspost. Darunter versteht man die Abholung von Briefen in Unternehmen, deren Sortierung nach Postleitzahlen und die Einlieferung bei einem Briefzentrum der Deutschen Post oder alternativen Postzustellern. Das entsprechende Geschäft betreibt die freesort, die mit acht Sortierzentren im Bundesgebiet der führende unabhängige Konsolidierer von Geschäftspost am deutschen Markt ist.

1.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition

Mit seinen Frankiersystemen ist der FP-Konzern weltweit in den wichtigsten Märkten vertreten, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Mit insgesamt rund 230.000 installierten Frankiersystemen liegt der globale Marktanteil des Unternehmens bei über 10 %; damit ist der FP-Konzern weltweit der drittgrößte Anbieter. In Deutschland ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von rund 42 % Marktführer. Der weltweite Vertrieb erfolgt über Tochtergesellschaften in Deutschland, USA, Großbritannien, Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich, Italien und Schweden sowie über ein dichtes Händlernetzwerk in rund 40 Ländern.

In vielen Märkten profitierte der FP-Konzern auch 2016 von dem anhaltenden Trend hin zu kleineren Frankiersystemen. Der FP-Konzern konzentriert sich traditionell auf das A- sowie das B-Segment für Frankiersysteme und verfügt mit der PostBase-Familie über innovative Frankiersysteme für kleinere und mittlere Briefaufkommen.

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A-Segment B-Segment C-Segment
1 - 200 Briefe/Tag 200 - 2000 Briefe/Tag > 2000 Briefe/Tag

In den Bereichen Mail Services und Softwarelösungen konzentriert sich der FP-Konzern zurzeit auf den deutschen Markt. Dank einer bundesweiten Struktur mit acht Sortierzentren in Langenfeld, Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart und München kann der FP-Konzern eine flächendeckende Abholung der Geschäftspost garantieren und hat sich damit als der führende unabhängige Konsolidierer im deutschen Markt etabliert. Für das Thema Hybrid-Mail verfügt der Konzern über ein eigenes Druckzentrum in Berlin. Darüber hinaus gibt es ein Druckzentrum bei der österreichischen Konzerngesellschaft in Wien.

1.2 STRATEGIEN UND ZIELE

1.2.1 Neue Ära mit ACT Strategie

Der FP-Konzern erarbeitete im Jahresverlauf 2016 die neue Strategie ACT und stellte sie im November der Öffentlichkeit vor. Diese Strategie läutet eine neue Ära ein und macht den Konzern zu einem dynamischen Wachstumsunternehmen. Sie widerlegt eindrucksvoll die seit langen bestehenden drei Mythen zum FP-Geschäftsmodell

1. Der Frankiermaschinenmarkt schrumpft infolge rückläufiger Briefmengen.

2. Der FP-Konzern kann im Geschäft mit Frankiersystemen nicht weiter wachsen.

3. Die Digitalisierung kommt über Nacht und führt zu einer disruptiven Veränderung des Marktes.

Ein Umsatzwachstum im Bereich des Frankiermaschinengeschäfts ist machbar

Bereits im Geschäftsjahr 2016 deutete die Entwicklung des FP-Konzerns an, welche Potenziale im Kerngeschäft mit Frankiersystemen noch möglich sind. Das im Geschäftsjahr erzielte Umsatzwachstum im Bereich der Frankiersysteme in Höhe von 1,9 % ist ein wichtiger erster Indikator. Dieses Wachstum basiert auf der guten Positionierung des FP-Konzerns in dem sich verändernden Markt für Frankiersysteme. Das Unternehmen verfügt über eine installierte Basis von rund 230.000 Frankiersystemen, ist Marktführer in Deutschland und weltweit in gut 50 Ländern sowohl mit eigenen Tochtergesellschaften als auch über Händler präsent. Mit über 10 % Marktanteil im Frankiermaschinenmarkt ist FP weltweit das drittgrößte Unternehmen.

Im vergangenen Jahr komplettierte das Unternehmen sein Produktportfolio im Bereich der Frankiersysteme und verfügt nun über eine innovative und zugleich kundenorientierte Produktpalette; der FP-Konzern spricht damit weltweit vom Kleinkunden bis hin zu Kunden mit mittlerem und größerem Briefaufkommen ein breites Spektrum von Unternehmen an. Über 80 % dieser Unternehmen verwenden auch im digitalen Zeitalter weiter Briefe gerade für vertrauliche Unterlagen; dies zeigte 2016 erneut eine Studie des deutschen ITK-Branchenverbands BITKOM mit FP.

Der Frankiermaschinenmarkt wächst in Teilen

Innerhalb des Frankiermaschinenmarkts kommt es mit Vordringen der E-Mail zu erheblichen Veränderungen: Immer mehr Unternehmen ersetzen große Systeme für hohe Briefaufkommen durch kleinere Systeme. Am Beispiel des größten Frankiermaschinenmarktes den USA kann die Verschiebung vom sogenannten C-Segment mit mehr als 2.000 Briefen täglich zum A-Segment mit weniger als 200 Briefen pro Tag überzeugend dargestellt werden. Während das C- und auch das B-Segment (200 - 2000 Briefe pro Tag) deutlich schrumpfen, wächst das A-Segment um etwa 3,4 % pro Jahr. Unternehmen, die bislang große bis sehr große Briefvolumen selbst verarbeitet haben, lagern deren Verarbeitung an externe Dienstleister aus. Im Unternehmen verbleiben kleinere Mengen klassischer Briefsendungen für die anstelle der großen Frankiermaschinen nunmehr kleine, einfach zu bedienende Frankiersysteme eingesetzt werden. Diese Segmentverschiebung eröffnet FP Chancen für die Gewinnung von Neukunden. Denn der FP-Konzern verfügt gerade im A-Segment mit den PostBase-Frankiersystemen über technisch hochmoderne und mehrfach in Design und Funktionalität ausgezeichnete Systeme.

Die Digitalisierung erfolgt Schritt für Schritt

Die Digitalisierung verläuft gerade im Bereich der Kommunikations- und Dokumentenprozesse eher schleppend. Ein wesentlicher Grund dafür ist ein hohes Maß an Verunsicherung über die richtige Anwendung der digitalen Medien und Kommunikationskanäle. Unternehmen halten an bewährten Prozessen und Medien gerade für vertrauliche Informationen fest und nutzen die E-Mail hingegen vorwiegend für den Versand einfacher Korrespondenz.

Die Digitalisierung selbst verläuft in der Regel über drei Stufen:

1. Digitalisierung der Eingangspost,

2. Produktion und Verarbeitung der Ausgangspost,

3. vollständiges digitales Dokumenten- und Transaktionsmanagement.

Die Digitalisierung dieser Bereiche erfolgt sukzessiv und führt in den meisten Fällen nicht dazu, dass aus den zuvor vollständig analogen, papierbasierten ausschließlich digitale Kommunikations- und Dokumentenprozesse entstehen. Vielmehr laufen beide Kommunikationskanäle nebeneinander. Die Digitalisierung führt also nicht zu einer disruptiven Veränderung des Marktes, sondern mündet in einem länger andauernden Transformationsprozess beim Kunden. Der FP-Konzern verfügt schon heute über Lösungen wie beispielsweise FP-Sign, um diesen Prozess zu begleiten und die Ein- wie Ausgangspost zu digitalisieren.

Paradigmenwechsel im FP-Konzern

Bei der Erarbeitung der neuen Strategie wurden die für den FP-Konzern maßgeblichen Fakten auf diese Weise von einer geänderten Perspektive aus betrachtet und neu bewertet. Das Ergebnis: FP kann aus dem Potenzial des bestehenden Geschäfts seine bestehende Kundenbasis von rund 200.000 Unternehmen erweitern. Zugleich ergibt sich pro bestehenden Kunden und mit jedem neuen Kunden die Möglichkeit, diesen auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten und ihm über die klassische Sendungsverarbeitung hinaus Produkte rund um die digitale Kommunikation anzubieten. Insgesamt führt dies zu einer stärkeren Kundenbindung und höherem nachhaltig profitablen Wachstum pro Kunde.

Die neue ACT-Strategie berücksichtigt diese Chancen. Sie umfasst die drei Bestandteile Attack, Customer Journey und Transformation. Sie wird begleitet durch die laufenden FP FIT-Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und der Umsetzungsstärke in allen Bereichen mit den vier Schwerpunkten Finanzen, Personal, Vertrieb und Digitalisierung.

Attack: Ausbau der Kundenbasis und Erhöhung des Marktanteils im Kerngeschäft

Das Kerngeschäft des FP-Konzerns mit Frankiersystemen verfügt wie gezeigt über mehr Wachstumspotenzial als bislang angenommen. Immer mehr Geschäftskunden setzen auf Systeme für kleinere Briefvolumina, die FP mit der innovativen PostBase-Familie weltweit abdeckt. Schon heute kann das Unternehmen damit seine Umsätze steigern. Mit einer gezielten Marktentwicklungsstrategie vor allem in den nach wie vor attraktivsten Märkten USA und Frankreich will der FP-Konzern nun sukzessive Marktanteile im Kerngeschäft gewinnen und die Kundenbasis ausbauen. Zusätzlich plant der der FP-Konzern, das Leistungsspektrum durch zusätzliche Produkte und Services wie zum Beispiel im Bereich Päckchen und Paketversand zu erweitern.

Customer Journey: Neue Lösungen und Services für Bestands- und Neukunden entwickeln

Der FP-Konzern reagiert auf sich verändernde Kundenbedürfnisse und entwickelt sich zum Begleiter der Digitalisierung von Prozessen rund um die ein- und ausgehende Geschäftskommunikation in Unternehmen und Behörden. Bereits bestehende Services der Tochtergesellschaft IAB werden dazu mit Hilfe der bundesweiten Sortierzentren der Tochter freesort systematisch ausgebaut. Auf diese Weise entstehen Digitalisierungs-Hubs für die Ein- und Ausgangspost. Mit zusätzlichen Innovationen stärkt der FP-Konzern seine Marktposition. Zukunftsweisend ist etwa das auf der CeBIT 2017 vorgestellte Produkt FP-Sign. Mit dieser neuen Lösung für den sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Abschluss und Austausch von Verträgen und Dokumenten adressiert der FP-Konzern einen Wachstumsmarkt, der in den kommenden fünf Jahren um 43 % pro Jahr zulegen soll (Aragon Research).

Transformation: Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsfelder

Die Entwicklung zu einem Begleiter der Digitalisierung von Prozessen setzt zugleich voraus, dass auch die FP sich verändert. Im Wesentlichen gehen die Anforderungen hier in die Implementierung und Nutzung neuer agiler Innovationsmethoden zur besseren und schnelleren strategischen Positionierung und Anpassung des Kerngeschäfts entlang der sich wandelnden Kundenbedürfnisse.

Daraus folgt die Exploration und Verprobung zukünftiger Märkte, Produkte und Geschäftsmodelle auf Basis der FP eigenen DNA (Kryptographie, Sensorik, Aktorik, Konnektivität) und auch die weiter gehenden Überlegungen strategischer Optionen für die Transformation von FP.

1.2.2 Klare Ziele für ein dynamisches Wachstum

Mit der ACT-Strategie verfolgt FP ehrgeizige Ziele: Bis 2023, dem Jahr seines 100-jährigen Bestehens, will das Unternehmen den Umsatz auf rund 400 Mio. Euro verdoppeln und eine EBITDA-Marge von ca. 20 % erzielen. Schon im Jahr 2020 will FP einen Umsatz von rund 250 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von mindestens 17 % erwirtschaften.

Die Basis für ACT schafft das Unternehmen mit FP FIT. Hierin sind bereits gestartete sowie neu definierte Maßnahmen zusammengefasst. Diese Maßnahmen dienen der Steigerung der Effizienz und der Umsetzungsstärke in allen Unternehmensbereichen. Die Maßnahmen mit den vier Schwerpunkten Finanzen, Personal, Vertrieb und Digitalisierung werden ihre volle Wirkung ab 2019 entfalten. Im Zeitraum von 2020 bis 2023 strebt das Unternehmen danach einen Gewinn je Aktie (EPS) von mindestens 1,00 Euro an. In seiner Dividendenpolitik bleibt das Unternehmen konstant: Einen positiven Free Cash Flow vorausgesetzt, plant das Unternehmen mit einer Ausschüttungsquote von 35 - 50 % auf das bereinigte Konzernergebnis.

1.3 ORGANISATION

1.3.1 Konzernstruktur und Standorte

Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2016 wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.

Berlin ist der Hauptsitz des Unternehmens und größter Standort des FP-Konzerns. In Berlin sind zentrale Unternehmensbereiche wie Rechnungswesen, Einkauf, IT und Konzernsteuerung angesiedelt. Außerdem erfolgt dort die Entwicklung der Frankiersysteme und zahlreicher Softwarelösungen. Der weltweite Vertrieb der Frankier- und Kuvertiersysteme erfolgt über Tochtergesellschaften in den Märkten Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Österreich, Italien, Schweden, USA, Kanada und Frankreich sowie über ein dichtes Händlernetzwerk. Eine Übersicht zu den Tochtergesellschaften findet sich im Konzernanhang.

Seit 2012 stellt der FP-Konzern seine Frankiersysteme in einer modernen und flexiblen Produktion im brandenburgischen Wittenberge her.

1.3.2 Leitung und Kontrolle

Für die Darstellung der Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß dem Geschäftsverteilungsplan wird auf die Angaben im Anhang in Abschnitt V. Vorstand und Aufsichtsrat (Zusatzangaben nach HGB) verwiesen.

Die Vorstände arbeiten eng mit einem Team von internationalen Führungskräften zusammen.

Ein dreiköpfiger Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands und berät diesen. Innerhalb des Aufsichtsrats kam es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu keinen Veränderungen. Zum 31. Dezember 2016 gehörten ihm die folgenden Mitglieder an: Klaus Röhrig (Vorsitzender), Robert Feldmeier (stellvertretender Vorsitzender) und Botho Oppermann.

1.4 STEUERUNG

1.4.1 Steuerungssystem

* umfasst 3 Jahre, wird jährlich im Budgetprozeß angepasst, ggf. auch unterjährig

** monatlich über Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Der FP-Konzern gliedert seine betriebliche Tätigkeit in die vier Segmente Produktion, Segmente Vertrieb Deutschland, Vertrieb International sowie Zentrale Funktionen. Die Segmentierung entspricht dem internen Berichtswesen des Unternehmens.

Als Steuerungsinstrumente nutzt der Vorstand das konzernweite Reporting-System sowie die strategische Konzernplanung. Die strategische Planung umfasst drei Jahre und wird jährlich während des Budgetprozesses aktualisiert sowie gegebenenfalls auch unterjährig angepasst.

Monatlich berichten alle Geschäftseinheiten und Tochterunternehmen im Rahmen des konzernweiten Reportings über ihre Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, die konsolidiert in die Quartals- und Geschäftsberichte des Konzerns eingehen.

Darüber hinaus gewährleisten die folgenden Komponenten im Wesentlichen die Einhaltung des konzerninternen Steuerungssystems:

regelmäßige Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen
regelmäßige Gesellschafterversammlungen
regelmäßige Sitzungen aller internationalen und nationalen Führungskräfte
Risiko- und Chancenmanagement
Liquiditätsplanung
Interne Revision
Qualitäts-, Arbeitsschutz-, Umwelt- und Energiemanagement

1.4.2 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Steuerung des Konzerns erfolgt im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen:

Umsatz,
EBITDA,
Free Cashflow.

Damit stellt der FP-Konzern sicher, dass Entscheidungen das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Profitabilität und Liquidität ausreichend berücksichtigen.

Der Umsatz dient der Messung des Erfolgs am Markt. Mit dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) misst der Konzern die operative Leistungskraft und den Erfolg der einzelnen Geschäftseinheiten.

Mit der Berücksichtigung des Free Cashflows wird sichergestellt, dass die finanzielle Substanz des Konzerns erhalten bleibt. Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Saldo von Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich vorgenommener Investitionen.

1.4.3 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Neben finanziellen Leistungsindikatoren nutzt der FP-Konzern auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens. Im Zentrum steht die Qualität des Leistungsspektrums, gemessen an einem Qualitäts- und einem Verbesserungsindikator.

Der Qualitätsindikator misst die Veränderung der Produktqualität auf der Basis der jährlichen Serviceeinsätze im Verhältnis zum durchschnittlichen gewichteten Maschinenbestand. Dabei werden auch laufende Veränderungen wie die Einführung neuer oder die Optimierung bestehender Produkte berücksichtigt. Diese Kennzahl wird in Deutschland erhoben, da aufgrund der hiesigen Organisationsstruktur die Erfassung und Auswertung von Serviceeinsätzen am besten möglich ist, und wird vergleichend auf die international tätigen Tochtergesellschaften angewandt, wo sie beispielsweise der Kostenkalkulation für Vertriebspartner dienen kann.

Auch der Verbesserungsindikator erfasst die Qualität der FP-Produkte und hier insbesondere die Qualität neuer Frankiersysteme. Er basiert auf dem Teileaufwand für Nachbesserungen an ausgelieferten Maschinen und misst das Verhältnis der Teilekosten aus Gewährleistungen zum Gesamtumsatz. Der FP-Konzern erfasst die notwendigen Daten monatlich, wobei eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt, dass der Indikator bei der Neueinführung einer neuen Generation von Frankiersystemen tendenziell steigt.

1.5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

1. Forschung und Entwicklung/ Ziele und Produktneuheiten

Entwicklung neuer Produkte entlang unserer DNA
Unterstützung der wesentlichen strategischen Maßnahmen innerhalb der ACT Strategie zur Entwicklung neuer, innovativer Produkte und Überarbeitung bestehender Produkte entlang der Customer Journey
Steigerung der Effizienz und Innovationsfähigkeit durch Implementierung neuer, agiler Innovationsmethode im Rahmen von FP FIT
Überarbeitung der bestehenden Patenstrategie
Etablierung eines Innovationsnetzwerks - Enge Kooperation mit Hochschulen und Startups

Neue, im FP-Konzern eingeführte Produkte, Ländervarianten und Softwareprogramme

Produktbereich Frankieren und Kuvertieren

PostBase 100 mit dynamischer Waage, neuer automatischer Zuführung und Stapelboxablage
100 Portotabellen weltweit freigegeben
PostBase ONE
PostBase Mini
SANDD
14 neue Ländervarianten

Produktbereich Softwarelösungen

FP-Sign
MailOne Kanada

2. Die DNA des FP-Konzerns

Innovationskraft der DNA von FP

Die kreative Energie der Entwicklungsingenieure des FP-Konzerns bildet die Plattform für innovative Produkte und Services. Neben der Betreuung der Bestandprodukte steht die Entwicklung neuer innovativer Produkte und Services im Vordergrund. Agile Entwicklungsmethoden sind dabei seit Jahren gelebte Praxis. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit Hochschulen. Über die Initiierung und Betreuung von Abschlussarbeiten entstehen in der Zusammenarbeit zwischen erfahrenen FP-Ingenieuren und Studenten neue Ideen, die in die Entwicklung innovativer Produkte und Services übernommen werden. Des Weiteren sucht die FP gezielt Partnerschaften mit jungen Unternehmen. Die Herausforderungen der digitalen Transformation von Unternehmen entstehen auf vielen Ebenen und bedingen Kooperationen, um das steigende Tempo von Innovationszyklen zu halten. Die DNA der FP prädestiniert den Konzern in die Bereiche Industrie 4.0 und Internet of Things vorzudringen.

Kryptographie (Sicherheits- und Verschlüsselungssoftware)

Seit mehr als 15 Jahr wird bei Francotyp-Postalia das Know-How der angewendeten Kryptographie entwickelt und laufend an neue Techniken und Erfordernisse angepasst. Das Beherrschen dieser Technik ist unverzichtbar für alle FP-Produkte und stellt eine herausragende Disziplin dar. Kryptographie ist ursprünglich die Wissenschaft der Verschlüsselung von Informationen. Heute befasst sich Kryptographie auch allgemein mit der Konzeption, Definition und Konstruktion von Informationssystemen, die widerstandsfähig gegen Manipulation und unbefugtes Lesen sind, also dem Thema Informationssicherheit. Sie wird damit überall dort eingesetzt, wo die sichere Speicherung und Übertragung von vertraulichen Daten notwendig ist. Ergänzt werden diese Techniken um Funktionen, die es gestatten den Absender einer Information eindeutig zu identifizieren. Im Fall der Frankiermaschine ist dies im Wesentlichen die hochsichere Übertragung von Geldwerten und Sensorikdaten.

Sensorik/Aktorik (oder Aktuatorik)

Die in den Frankiersystemen und anderer Geräte eingesetzten Sensoren erkennen äußere und innere Betriebszustände. Sie erfassen beispielsweise Temperaturen, Geschwindigkeiten oder Helligkeiten. Diese Informationen werden in den Frankiersystemen aufgezeichnet und mittels spezieller Softwareprogramme in die Steuerung von Antriebselementen sogenannter Aktoren umgesetzt. So kann sichergestellt werden, dass der Transport, der Druck und der Schutz der Systeme auf einem hohen Qualitätsniveau erfolgt.

Software

Der Stellenwert von Software ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der weltweit eingesetzten FP-Produkte. Die Softwarenentwicklung innerhalb des FP-Konzerns reicht von der Maschinensteuerung über die Gruppe von Anwendungen, die auf PCs laufen; den Servern, die unsere Kryptographie realisieren und Web-Anwendungen. Software überspannt heutzutage eine große Bandbreite an unterschiedlichen Techniken. FP organisiert die Software-Entwicklung zunehmend in Kompetenzzentren. Diese stellen sicher, dass wir in den unterschiedlichen Bereichen der Softwaretechnik am Puls der Zeit bleiben. Die Entwicklung von Mobil-Apps ist hier ein gutes Beispiel. Zusammen mit externen Partnern können wir zeitnah auf Trends reagieren. Der Ausbau der Kompetenzzentren wird in 2017 weiter vorangetrieben.

Konnektivität

Ein Produkt oder ein Service der FP ist heute keine isoliert arbeitende Einheit mehr. FP verfügt beispielsweise über mehr als 110.000 PostBase-Systeme, die alle mit dem sogenannten FP Repository verbunden sind. Über dieses System können, z. B. neue Klischees auf die jeweiligen Systeme geladen werden. Jedes Produkte und jeder Service stellt also ein komplexes System dar, das mit verschiedenen anderen Computern und Systemen in Verbindung steht und kommuniziert. Der Navigator für Frankiersysteme stellt eine Verbindung zu hybriden (Web-mail) oder vollelektronischen Versandsystemen her. Über Cloud-Systeme können Paketdienste abgerufen bzw. Verträge und Dokumente auch mobil rechtsverbindlich, sicher und vertraulich ausgetauscht werden. Neben der Verbindung über Produktgrenzen hinweg werden auch innerhalb eines Produktes Dienste zur Verfügung gestellt, die durch den Verbund mit anderen Teilsystemen erst möglich werden. Beispielsweise kann bei der Eingabe einer Adresse geprüft werden, ob es sich um eine gültige Adresse handelt.

3. Innovative Produktentwicklung

Aufbau und Mitarbeiter des Bereichs Forschung und Entwicklung

a. Bereiche Forschung und Entwicklung

b. Aufteilung Mitarbeiter auf die Bereiche Forschung und Entwicklung

c. Mitarbeiter Forschung und Entwicklung

Ende 2016 waren in den Bereichen Forschung und Entwicklung des Konzerns (einschließlich Tochtergesellschaften) 75 Beschäftigte fest angestellt; dies entspricht 7,1 % (Vorjahr 7,4 %) der Konzernbelegschaft. Für bestimmte Projekte werden bei Bedarf zusätzliche, externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter temporär eingesetzt. Ende 2016 betrug deren Anteil 10,7 % der festangestellten F&E-Belegschaft.

Ausgewählte Entwicklungsthemen Forschung und Entwicklung

a. FP-Sign

FP-Sign ist eine plattformbasierte Lösung zur digitalen Abwicklung von dokumentenbasierten Transaktionen und Prozessen im Rahmen von BSI-zertifizierten Cloud-Anwendungen. Mit FP-Sign können Kunden Dokumente einfach digital rechtskonform zeichnen und gegenzeichnen. Die dafür entwickelte Lösung ermöglicht allen Vertragsparteien einen einfachen Zugang unabhängig von Zeit und Ort. Die Authentifizierung für das Portal erfolgt dabei z. B. durch Videoidentifizierung oder durch mobile Tan-Verfahren. FP-Sign lässt sich vielfältig nutzen. Als Enterprise-Lösung kann die Anwendung in bestehende CRM- und ERP-Systeme über offene Schnittstellen integriert werden. Besonders für Großunternehmen ist dies von Vorteil, da jede Fachabteilung von Personal, Einkauf bis zum Vertrieb über eigene Anwendungen verfügt, in die FP-Sign nahtlos eingebunden wird. Darüber hinaus lässt sich die Software as a Service-Lösung auch über ein Portal ansteuern. Dieser Zugang macht diese Variante besonders für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv, weil kein Implementierungsaufwand entsteht und FP-Sign bedarfsgerecht unmittelbar genutzt werden kann.

Der Vorteil für die Kunden: Verträge und andere rechtlich relevante Dokumente können innerhalb kürzester Zeit von allen zeichnenden Parteien digital rechtskonform ohne unnötige Medienbrüche unterschrieben werden.

b. PostBase One

Im Frühjahr 2016 wurde die PostBase One termingerechte in den Markt eingeführt. Das neue System, das die PostBase-Produktfamilie in der oberen Leistungsklasse abrundet, kann zwischen 120 und 150 Briefen pro Minute verarbeiten. Wesentliche Erfolgsfaktoren der PostBase One sind der in dieser Leistungsklasse immer noch konkurrenzlose vertikale Brieftransport für echten Mischpostbetrieb; d. h. die Verarbeitung von nicht nach Format und Stärken (bis zu 20mm) vorsortierten Briefen.

Darüber hinaus wurde die PostBase One als modular wandelbares System konzipiert. Je nach Kundenbedürfnis kann dem Kernsystem eine

automatische Briefzuführung,
eine Anlagenerweiterung für höhere Briefmengen,
ein automatischer Briefschließer (Power Sealer),
eine dynamische Waage,
verschiedene Briefablagen,
eine extern frei platzierbare statische Waage sowie eine Kuvertieranbindung

und die Softwareprodukte NavigatorBasic (PC-Steuerungssoftware), NavigatorPlus (Kostenmanagement) und MailReport hinzugefügt werden. Wie alle übrigen PostBase-Systeme erfolgt die intuitive Bedienführung auch bei der PostBase One über das schwenkbare Farbtouch-Display. Alle Frankiersysteme der FP folgen nunmehr der gleichen Bedienphilosophie, welche erheblich den Aufwand und Schulungsbedarf für Test, Service und Hotline reduziert. Ein hoher Anteil wiederverwendeter Bauteile, z. B. das Sicherheitsmodul oder die Waagekomponenten und die einfache Bedienung von Kartuschen runden das Produktergebnis ab.

c. PostBase 100 Dynamischer Waage

Maßstäbe für die Entwicklung der PostBase 100 mit dynamischer Waage waren Effizienz und hohe Produktivität. Auf dem Weg zu mittleren Postvolumen stellt das neue Frankiersystem PostBase 100 ein innovatives System zur Verfügung, das höchsten Komfort mit Schnelligkeit verknüpft. Mit der PostBase 100 können bis zu 100 Sendungen pro Minute verarbeitet werden. Die Besonderheit der neuen PostBase ist die dynamische Waage. Mit dieser können Kunden Stapel gleichförmiger Mischpost bequem verarbeiten. Die automatische Zuführung vereinzelt die Sendungen und führt sie der dynamischen Waage zu.

Die Waage ermittelt das Gewicht und die signifikanten Dimensionen jeweiligen Sendung und berechnet daraus das Frankierporto. Dieser Wert wird an das Frankiersystem übertragen, so dass die Abrechnung und Frankierung automatisch erfolgt.

d. Mail One Canada

MailOne bietet Kunden eine cloudbasierte Lösung für den Versand von Paketen durch die Kanadische Post an. Kunden, die bereits ein Frankiersystem von Francotyp-Postalia im Einsatz haben können MailOne mühelos in Kombination mit dem Frankiersystem kombinieren.

Neukunden können sich auf einfache Weise registrieren und die angebotenen Dienste einfach nutzen. MailOne kann aufgrund der angewandten Cloud-Technik auch auf mobiles Gerät eingesetzt werden.

Entwicklungsprozesse

Durch den Einsatz agiler Entwicklungsmethoden, z. B. SCRUM, hat FP die Möglichkeit Produkte dynamisch an die Marktbedürfnisse anzupassen. Hierbei besteht am Anfang eines Projektes eine Vorstellung des Projektes, die jedoch nicht starr im Sinne einer herkömmlichen Wasserfall-Modells durchgeführt wird, sondern durch den frühzeitigen Kontakt mit Kunden und Marketing fortwährend verbessert werden kann.

Neben der agilen Umsetzung von Projekten setzt FP vermehrt auch agile Methoden in der Definitionsphase von Produkten ein. Diese Design Sprints (auch Google Sprint genannt) führen zu einem schnellen Marktfeedback bereits in der Phase der Entstehung der Produktidee. Ziel dieser Methode ist es, bereits nach 5 Tagen ein qualifiziertes Feedback zur Produktidee zu erhalten.

Konstruktions-, Elektronik- und Entwicklungslabore

Innovative Techniken werden ebenso im Bereich der Konstruktion eingesetzt. Für die von FP entwickelten Produkte und Services erwartet der Kunde eine hohe Zuverlässigkeit im täglichen Betrieb. Daneben soll das System auch die gehobenen Designansprüche an ein modernes Büro erfüllen. Denn insbesondere die FP-Lösungen für das kleinere und mittlere Leistungssegment finden den Einzug von der traditionellen Poststelle direkt in die Büros der Kunden. Neben der leichten Bedienbarkeit sind es zwei Faktoren, die die hohe Kundenakzeptanz begründen:

1. Eine sehr geringe Betriebslautstärke

2. Ein preisgekröntes Design

Wesentlicher Grund für die erfolgreiche Konstruktion sind frühzeitige und intensive Testphasen der Wirkprinzipien in den FP-Laboren, mit entsprechendem Feedback an die Konstrukteure. Das Feedback kann sofort in den CAD-Systemen (Computer Aided Design) umgesetzt werden. Die dort gewonnenen neuen Konstruktionsdaten gehen direkt an einen der 3D-Drucker, um das neue Bauteil in kürzester Zeit vorliegen, anwenden und erneut testen zu können. Dieses Vorgehen spart Zeit und beschleunigt die Entwicklungsprozesse.

Zusammenarbeit Universitäten

Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und anderen Bildungsträgern ist essentiell für jedes Unternehmen, das für die Zukunft gewappnet sein will. Der FP-Konzern bildet keine Ausnahme. Wir bieten Studenten, die an ihren Bachelor- und Masterabschlüssen arbeiten, Möglichkeiten mit erfahrenen FP-Ingenieuren und FP-Entwicklung zusammen zu arbeiten und die Labore und Werkstätten der FP für eigene Forschungen und Entwicklungen zu nutzen. Für interessierte Studenten bietet FP darüber hinaus Gelegenheiten ein Semester in ausländischen Niederlassungen zu verbringen.

4. Zulassungsbedingungen und -prozesse für Produkte und Services des FP-Konzern

Die meisten der FP-Produkte und Services benötigen eine Betriebszulassung von einer Regulierungsbehörde. Bei den Frankiersystemen sind dies die Postbehörden, bei den Softwareprodukten häufig das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie), um nur die wichtigsten zu nennen.

Die Postbehörden verlangen einen Nachweis, dass die Sicherheit eines Frankiersystems jederzeit gewährleistet ist. Der Transfer von milliardenhohen Portogeldern zwischen den cloudbasierten Infrastrukturen der nationalen Postgesellschaften und den Frankiersystemen der Kunden bedingt hochsichere Kommunikationswege innerhalb des Internets.. Hierbei handelt es sich um Geld, das ein Kunde für die Beförderungs-Dienstleistung der Post zu entrichten hat und jeweils auf sein Frankiersystem aufladen muss. Dieses Geld muss exakt verrechnet und übertragen werden. Es ist offensichtlich, dass die Postgesellschaften an einem hohen Sicherheitsniveau interessiert sind und von den Herstellern verlangen, dass jedes neue Modell gemäß einer Prüfvorschrift validiert wird. Zur Durchführung dieser Prüfungen werden akkreditierte Prüflabore eingesetzt.

Neben der initialen Genehmigung erfolgt eine regelmäßige Überprüfung durch die jeweiligen Postgesellschaften, ob die Sicherheitsanforderungen auch über die Laufzeit des Produktes sichergestellt sind. In diesen Audits wird nicht nur der Sicherheitslevel überprüft. Wichtiger Bestandteil ist ferner, die Prüfung und Bewertung an sich. Sicherheit auf diesem hohen Niveau kann nur durch wohldefinierte und langfristig gelebte Prozesse sichergestellt werden. Insbesondere die langjährige Konstanz und Qualität ist eine der Kernkompetenzen der Francotyp-Postalia und erklärt die hohe Barriere für Unternehmen, die in den Frankiermaschinenmarkt einsteigen wollten. Hier finden sich zudem die Schnittstellen mit exzellentem Synergiepotentiale zu den modernen Produkten, wie z. B. FP-Sign. Vertraulichkeit, Sicherheit und Rechtsverbindlichkeit sind in diesem Zusammenhang unabdingbare Voraussetzungen für den Erfolg der Produkte und Services.

1.5.1 Forschungs- und Entwicklungskosten

F&E-KOSTEN in Mio. Euro

ABSCHREIBUNGEN AKTIVIERTE ENTWICKLUNGSKOSTEN in Mio. Euro

Im Geschäftsjahr 2016 haben sich die Forschungs- und Entwicklungskosten um 5,4 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Anteil der aktivierten Entwicklungskosten an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten der Periode (Aktivierungsquote) hat sich im Berichtszeitraum von 54,6 % im Vorjahr auf 49,3 % vermindert.

1.6 MITARBEITER

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum 31. Dezember 2016 mit Vorjahresvergleich verteilte sich wie folgt auf die Segmente:

Entwicklung der Mitarbeiterzahl

Im Mai 2016 vereinbarte Francotyp-Postalia für insgesamt 190 Beschäftigte in Deutschland Tarifverträge mit einer Laufzeit bis 2020. Die Verträge beinhalten für drei Viertel dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Beschäftigungsgarantie bis zum 31. Dezember 2020.

Der Rückgang der Beschäftigten im Segment Vertrieb Deutschland erfolgte im Wesentlichen aufgrund der geplanten Neuausrichtung des Kundenservice im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren.

2. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2016 nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) um über drei Prozent. Höheren Zuwächsen in Schwellenländern standen niedrigere Wachstumsraten in den für den FP-Konzern vor allem relevanten Industriestaaten gegenüber. Insbesondere in den USA; dem größten FP-Auslandsmarkt; schwächte sich 2016 die Wachstumsdynamik ab. Die Wirtschaft in den Euro-Staaten und in Deutschland entwickelte sich dagegen etwas besser, wie folgende Grafik zeigt:

Tabelle BIP Wachstum in 2016

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Welt +3,1%
USA +1,6%
Euroraum +1,7%
Deutschland +1,9%

Quellen: IWF, Bureau of Economic Analysis, Eurostat, Statistisches Bundesamt

Eine volatile Entwicklung verzeichnete der Euro/US-Dollar-Wechselkurs. Nachdem der Euro im ersten Halbjahr 2016 noch eine Position der relativen Stärke gegenüber dem US-Dollar behaupten konnte, gab er im zweiten Halbjahr kontinuierlich nach. Zum Jahresende 2016 notierte der Euro bei 1,05 US-Dollar und lag damit 4 Cent unter dem Vorjahresendkurs von 1,09 US-Dollar.

Der FP-Konzern beschäftigt sich in aus- und inländischen Märkten mit der Verarbeitung von Post. Nach wie vor werden verschiedenen Poststatistiken zufolge pro Jahr weltweit rund 320 Milliarden Briefe vor allem in Europa und Nordamerika befördert. Doch das weltweite Briefvolumen sank der Weltpostunion zufolge 2015 um 3,3 %; Zahlen für 2016 sind noch nicht veröffentlicht. Dieser Rückgang verändert den Markt für Frankiersysteme und führt insgesamt zu leichten Rückgängen. Eine Ausnahme bildet das A-Segment, die Domäne des FP-Konzerns. Hier kam es in den vier größten Märkten USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland seit 2010 zu deutlichen Zuwächsen, wie nachfolgende Grafik zeigt.

Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 2010-2015

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A-Segment +3,4%
B-Segment -0,7%
C-Segment -11,2%

Quelle: Poststatistiken und eigene Annahmen

2.2 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Am 1. Juli 2016 ist die EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt, kurz eIDAS-Verordnung, in Kraft getreten. Die Verordnung enthält verbindliche europaweit geltende Regelungen in den Bereichen "Elektronische Identifizierung" und "Elektronische Vertrauensdienste". Neben einer Neuregelung elektronischer Signaturen zählen dazu auch Dienste rund um elektronische Siegel und Zeitstempel, Zustellung elektronischer Einschreiben und Webseiten-Zertifikate. In 2016 hat es darüber hinaus keine wesentlichen Veränderungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen für das Geschäft des FP-Konzerns gegeben.

3. ERTRAGSLAGE

3.1 ENTWICKLUNG WESENTLICHER POSTEN DER KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

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in Mio. Euro 2016 2015 Veränderung

%
Umsatzerlöse 203,0 191,1 6,2 %
Bestandsveränderungen 0,2 -0,1 --
Andere aktivierte Eigenleistungen 11,4 15,8 -27,8 %
Gesamtleistung 214,5 206,7 3,8 %
Sonstige Erträge 3,8 4,3 -12,5 %
Materialaufwand 96,5 91,3 5,7 %
Personalaufwand 57,4 57,4 0,1 %
Andere Aufwendungen 37,1 35,6 4,3 %
EBITDA 27,2 26,8 1,6 %
Abschreibungen und Wertminderungen 17,5 17,8 -1,8 %
EBIT 9,7 9,0 8,1 %
Zinsergebnis -0,2 -1,6 --
Sonstiges Finanzergebnis 0,1 0,2 -53,1 %
Ertragsteuern -3,4 -3,9 -13,1 %
Konzernergebnis 6,2 3,7 66,5 %

3.1.1 Umsatzentwicklung

KONZERNUMSATZ in Mio. Euro

Im Geschäftsjahr 2016 behielt der FP-Konzern seinen Wachstumskurs bei und steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,2 %. Dabei haben alle Produktbereiche zum Wachstum beigetragen. Der Umsatz im traditionellen Geschäft Frankieren und Kuvertieren stieg im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr entgegen dem Markttrend um 1,9 % auf 125,9 Mio. Euro. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte erzielte das Unternehmen im Jahr 2016 im Kerngeschäft eine Wachstumsrate in Höhe von 3,8 %.

Im deutschen Heimatmarkt steigerte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2016 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10,8 % auf 111,9 Mio. Euro. Bedeutenden Anteil an diesem Zuwachs hatte der Produktbereich Mail Services; dessen Umsatz in 2016 - auch bedingt durch eine Tarifänderung der Deutsche Post AG - um 16,8 % auf 62,8 Mio. Euro anstieg. Dabei erhöhte sich das Briefvolumen auf rund 212 Mio. Sendungen im Vergleich zu rund 198 Mio. Sendungen im Jahr 2015. Auch im Geschäft mit Softwarelösungen konnte der Umsatz mit Neu- und Bestandskunden im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 % auf 14,2 Mio. Euro gesteigert werden. Im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren realisierte das Unternehmen in Deutschland im Jahr 2016 einen um 3,9 % gesteigerten Umsatz von 35,2 Mio. Euro (im Vorjahr 33,9 Mio. Euro).

Größter ausländischer Markt des FP-Konzerns blieben auch im Jahr 2016 die USA; der Umsatz wuchs dort von 42,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 43,5 Mio. Euro. Nach Ende der Dezertifizierung entwickelte sich das Neugeschäft mit der PostBase unverändert erfreulich. Bedingt durch den starken Euro in Folge des Brexit-Votums verringerte sich hingegen der Umsatz in Großbritannien in 2016 auf 17,2 Mio. Euro im Vergleich zu 19,3 Mio. Euro im Jahr zuvor. Auf Eurobasis stiegen die ausländischen Umsätze trotz des starken Gegenwindes durch Währungseffekte auf insgesamt 91,1 Mio. Euro gegenüber 90,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die negativen Wechselkurseffekte über alle Fremdwährungen summierten sich im Jahr 2016 auf insgesamt 2,3 Mio. Euro.

UMSATZERLÖSE NACH PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN

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in Mio. Euro 2016 2015 Veränderung

%
Wiederkehrende Erträge 161,9 154,3 4,9
Vermietung 32,7 31,4 4,2
Service / Kundendienst 19,7 22,3 -11,5
Verbrauchsmaterial 23,4 23,1 1,3
Teleporto 9,0 10,0 -10,2
Mail Services 62,8 53,8 16,8
Software 14,2 13,7 4,0
Erträge aus Produktverkäufen 41,1 36,8 11,7
Frankieren 32,6 28,2 15,6
Kuvertieren 7,1 7,3 -2,7
Sonstige 1,4 1,3 7,5
Gesamt 203,0 191,1 6,2
Wiederkehrende Umsatzerlöse 79,7 % 80,7 %
Nicht wiederkehrende Umsatzerlöse 20,3 % 19,3 %

Der Anstieg der Umsätze aus der Vermietung von Frankiersystemen beruht im Besonderen auf den Vertriebserfolgen im Mietmarkt USA. Im Jahr 2015 konnte der FP-Konzern sehr erfolgreich den Austausch von postalisch abgemeldeten Frankiersystemen (Dezertifizierung) abschließen und schaffte damit die Basis für mittel- und langfristig wiederkehrende Umsätze. Im Geschäftsjahr 2016 knüpfte das Unternehmen nahtlos an die positive Entwicklung der Vorjahre an. Die Umsätze mit Services und Teleporto waren hingegen rückgängig. Im Vorjahr hatten Portoänderungen das Servicegeschäft im Ausland, insbesondere in den USA und Österreich stärker beeinflusst. Generell führt die hohe Qualität der PostBase zu weniger Ad-hoc-Serviceeinsätzen. Bedingt durch den vermehrten Abschluss von sogenannten All-in-Verträgen in den USA kommt es zu einer Verschiebung zwischen den Service-/ Teleportoumsätzen in Richtung der Umsätze aus Vermietungen.

Der gegenüber dem Vorjahr signifikante Anstieg der Erträge aus Produktverkäufen im Kerngeschäft geht insbesondere auf die vertrieblichen Erfolge und die weiterhin hohe Nachfrage nach dem Frankiersystem PostBase in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden sowie durch internationale Händler zurück. In Großbritannien ist der FP-Konzern auch Finanzierungspartner seiner Kunden und setzte im Jahr 2016 verstärkt Finanzierungsleasing zur Vertriebsunterstützung und Kundenbindung ein.

AUFTEILUNG DER UMSATZERLÖSE in Prozent

3.1.2 Andere aktivierte Eigenleistungen

Der planmäßige Rückgang der aktivierten Eigenleistungen im Berichtsjahr 2016 ist im Wesentlichen eine Folge der im Vorjahr abgeschlossenen Dezertifizierung in den USA, die im Jahr 2015 für einen besonderen Nachfrageschub für das Frankiersystem PostBase gesorgt hatte. Die in den aktivierten Eigenleistungen enthaltenen Zugänge an vermieteten Erzeugnissen lagen im Jahr 2016 bei 6,8 Mio. Euro gegenüber 11,0 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anteil der enthaltenen Entwicklungsleistungen verminderte sich gegenüber dem Jahr 2015 leicht um 0,2 Mio. Euro auf 4,6 Mio. Euro.

3.1.3 Sonstige Erträge

Im Jahr 2016 realisierte der FP-Konzern erhöhte Erträge aus Aufwandszuschüssen und Zulagen in Höhe von 1,4 Mio. Euro (im Vorjahr 1,0 Mio. Euro) sowie Erträge aus verjährten Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Mio. Euro (im Vorjahr 1,4 Mio. Euro). Der Rückgang der sonstigen Erträge im Berichtsjahr von insgesamt 0,5 Mio. Euro beruht im Wesentlichen auf Entkonsolidierungseffekten aus der unterjährigen Änderung des Konsolidierungskreises, die sich im Jahr 2015 positiv auf die sonstigen Erträge ausgewirkt hatten.

3.1.4 Materialaufwand

Wesentlicher Treiber des Anstiegs des Materialaufwandes im Berichtsjahr war das starke Wachstum im Bereich Mail Services. In der Folge erhöhten sich im Jahr 2016 die Aufwendungen für bezogene Leistungen auf 60,9 Mio. Euro gegenüber 54,6 Mio. Euro im Vorjahr. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe verminderten sich im Jahr 2016 trotz des leichten Umsatzanstiegs im Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren auf 35,6 Mio. Euro im Vergleich zu 36,7 Mio. Euro im Jahr 2015. Hierbei hat sich die Entwicklung des Euro zum Britischen Pfund ausgewirkt. Die Materialaufwandsquote verblieb im Ergebnis mit 47,6 % etwa auf Vorjahresniveau.

3.1.5 Personalaufwand

Der Personalaufwand blieb im Berichtsjahr bei allgemeinen Entgelterhöhungen weltweit sowie punktuellen Verstärkungen im Zuge der strategischen Neuaufstellung des FP-Konzerns nahezu auf Vorjahresniveau. Entlastend wirkten dabei Wechselkurseffekte. Im Jahr 2015 waren zudem 0,8 Mio. Euro einmalige Aufwendungen für die Neuausrichtung des Kundenservice in Deutschland sowie 0,4 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem vorzeitigen Ausscheiden des Vorstandssprechers angefallen. Die Personalaufwandsquote hat sich im Berichtsjahr in Folge des Umsatzanstiegs auf 28,3 % gegenüber 30,0 % im Vorjahreszeitraum verbessert.

3.1.6 Andere Aufwendungen

Im Anstieg der anderen Aufwendungen im Berichtsjahr spiegelt sich im Wesentlichen die Neuausrichtung des FP-Konzerns im Rahmen der ACT-Strategie wider. Hierbei erhöhten sich insbesondere die Aufwendungen für Gebühren und Beratungsleistungen in Höhe von 5,4 Mio. Euro gegenüber 3,9 Mio. Euro im Vorjahr. Des Weiteren stiegen mit Bezug auf die ACT-Strategie auch die übrigen sonstigen Aufwendungen um 0,5 Mio. Euro auf 5,1 Mio. Euro. Wesentliche Position waren dabei Aufwendungen im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Produkte De-Mail und EGVP in Höhe von 1,2 Mio. Euro. Weitere wesentliche Positionen der anderen Aufwendungen umfassten im Jahr 2016 gestiegene Aufwendungen für Marketing und personalbezogene Kosten in Höhe von 3,2 Mio. Euro und 1,8 Mio. Euro gegenüber 2,8 Mio. Euro und 1,5 Mio. Euro im Vorjahr. Entlastend auf die anderen Aufwendungen im Berichtsjahr wirkten der Wegfall von Aufwendungen für den Betrieb des in 2015 eingestellten Betriebes in Singapur sowie gegenüber dem Vorjahr veränderte Wechselkursrelationen.

3.1.7 EBITDA

EBITDA in Mio. Euro

Die EBITDA-Marge des FP-Konzerns verminderte sich im Berichtsjahr auf 13,4 % nach 14,0 % im Vorjahr. Belastend auf das EBITDA wirkten dabei Währungseffekte und insbesondere die Entwicklung des Euro zum Britischen Pfund. Die negativen Wechselkurseffekte im Jahr 2016 summierten sich auf insgesamt 1,1 Mio. Euro. Daneben war das EBITDA im Jahr 2016 auch durch Sondereinflüsse geprägt, die sich wie folgt zusammensetzen:

Aufwendungen zur Erarbeitung der Strategie ACT sowie zur Umsetzung erster FP FIT-Maßnahmen in Höhe von 1,0 Mio. Euro
Aufwendungen im Zuge der Neuausrichtung der Produkte De-Mail und EGVP im Rahmen der ACT-Strategie in Höhe von insgesamt 1,3 Mio. Euro
Erträge aus der Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Mio. Euro

3.1.8 Abschreibungen und Wertminderungen

Die Abschreibungen - bereinigt um außerplanmäßige Wertminderungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro (im Vorjahr 1,0 Mio. Euro) - erhöhten sich im Berichtsjahr wie erwartet leicht. Grund hierfür sind im Wesentlichen die höheren Abschreibungen auf vermietete Erzeugnisse einschließlich Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen in Höhe von 9,4 Mio. Euro (im Vorjahr 9,0 Mio. Euro).

3.1.9 EBIT

EBIT in Mio. Euro

Das EBIT stieg im Jahr 2016 aufgrund des höheren EBITDA und der geringeren Abschreibungen und Wertminderungen im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 % auf 9,7 Mio. Euro.

3.1.10 Zinsergebnis

Das deutlich verbesserte Zinsergebnis im Jahr 2016 resultierte im Wesentlichen aus niedrigeren Zinsaufwendungen aus Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 0,9 Mio. Euro (im Vorjahr 1,4 Mio. Euro), höheren Zinserträgen aus Finanzierungsleasing in Höhe von 1,1 Mio. Euro (im Vorjahr 0,6 Mio. Euro) sowie aufgrund von Einmaleffekten aus steuerlich bedingten Zinserträgen und -aufwendungen.

3.1.11 Ertragsteuern

Der FP-Konzern hat wie angekündigt im Jahr 2016 Maßnahmen zur deutlichen Verbesserung der Steuerquote umgesetzt, die sich in der Folge auf 35,5 % nach 51,3 % im Vorjahr beläuft.

3.1.12 Konzernergebnis

KONZERNERGEBNIS in Mio. Euro

Das Ergebnis pro Aktie (EPS) verbesserte sich im Jahr 2016 in Folge des deutlich verbesserten Konzernergebnis um 64,5 % auf 0,36 Euro nach 0,22 Euro im Vorjahr (un-/ verwässert).

3.1.13 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE PRO SEGMENT

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in Mio. Euro Umsatz1) EBITDA
2016 2015 Veränderung

in %
2016 2015 Veränderung

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Produktion 4,9 4,4 11,8 % 7,0 10,6 -33,9 %
Vertrieb Deutschland 112,2 101,4 10,7 % 8,6 6,6 31,3 %
Vertrieb International 85,7 85,4 0,3 % 18,6 16,6 12,2 %
Zentrale Funktionen -- -- -- -6,6 -4,3 -54,3 %
Konzern2) 203,0 191,1 6,2 % 27,2 26,8 1,6 %

1) Umsatzerlöse mit externen Dritten

2) Weitere Informationen zur Konzernüberleitung finden sich im Anhang in Abschnitt II.

4. FINANZLAGE

4.1 GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Zentrales Ziel des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität des FP-Konzerns zu sichern. Das Unternehmen erreicht dieses Ziel durch den Einsatz verschiedener Finanzierungsinstrumente. Bei deren Auswahl werden die Flexibilität, die Art der Kreditauflagen, das bestehende Fälligkeitsprofil und die Kosten der Finanzierung berücksichtigt. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung. Grundsätzlich stammt ein wesentlicher Teil der Liquidität des FP-Konzerns aus der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente mit dem daraus resultierenden Mittelzufluss. Ergänzend nutzt das Unternehmen Kredite von Finanzinstituten und Finanzierungsleasing.

4.2 DIVIDENDENBERECHTIGTER BILANZGEWINN UND DIVIDENDE

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 7. Juni 2017 vor, für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende von 0,16 Euro je Aktie auszuschütten.

Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2016 erfolgt aus dem steuerlich ausschüttbaren Gewinn. Die Brutto-Dividende steigt gegenüber dem Vorjahr um 0,04 Euro. Im Geschäftsjahr 2016 hatte der FP-Konzern eine steuerfreie Bruttodividende von 0,12 Euro gezahlt. Zur Ermittlung des dividendenberechtigten Bilanzgewinns wird auf die Angaben im Anhang in Abschnitt IV. verwiesen. Unter der Voraussetzung der Zustimmung zum Dividendenvorschlag durch die Hauptversammlung wird sich die Gesamtsumme der Ausschüttung für die dividendenberechtigten Aktien auf 2,6 Mio. Euro belaufen. Der Vorstand schlägt vor, den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

4.3 FINANZIERUNGSANALYSE

FINANZVERBINDLICHKEITEN in Mio. Euro

Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen.

KONSORTIALDARLEHEN in Mio. Euro

Im Geschäftsjahr 2016 schloss der FP-Konzern mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium einen neuen, signifikant erweiterten Konsortialdarlehensvertrag zu verbesserten Rahmenbedingungen und Konditionen über 120,0 Mio. Euro ab, verbunden mit einer Erhöhungsoption von 30,0 Mio. Euro. Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 14.06.2021 mit zweimaliger Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr. Damit wurden vorzeitig Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der bis Oktober 2019 laufenden bisherigen Finanzierung in Höhe von 30,1 Mio. Euro abgelöst.

Der FP-Konzern ist gemäß dem neuen Konsortialdarlehensvertrag verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten:

Unter dem bisherigen Kreditengagement hatte der FP-Konzern noch vier, deutlich enger gefasste Finanzkennzahlen einzuhalten (Verschuldungsgrad, Kapitaldienstdeckungsgrad, bereinigte Eigenmittel und Eigenmittelquote).

Zu den weiteren wesentlichen inhaltlichen Neuerungen der Finanzierungsdokumentation auf Basis der britischen Loan Market Association (LMA) gehört auch die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Des Weiteren schafft der neue Kreditvertrag auch Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem hat der FP-Konzern zukünftig unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Auch die Konditionen (Marge zzgl. dem Referenzzinssatz und Bereitstellungsprovision) konnten im Vergleich zur bisherigen Finanzierung verbessert werden. Durch den neuen Konsortialdarlehensvertrag hat der FP-Konzern insgesamt deutlich an finanzieller Stabilität und Flexibilität gewonnen. Ausdruck der neuen Finanzstärke des FP-Konzerns ist eine deutlich verbesserte Bewertung und Wahrnehmung des Unternehmens am Banken- und Kapitalmarkt.

Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten.

Im Jahr 2016 hat der FP-Konzern von der Ausübung des Bedingten Kapitals Gebrauch gemacht und das Grundkapital um 55.356 Aktien auf 16.215.356 auf den Inhaber lautende Stückaktien erhöht.

4.4 INVESTITIONSANALYSE

INVESTITIONEN in Mio. Euro

Der FP-Konzern verfolgt eine fokussierte Wachstumsstrategie. Das Unternehmen investierte 2016 erneut stark in künftiges Wachstum und hierbei unter anderen in die Produktentwicklung, die Produktion und andere Kern- und Unterstützungsprozesse sowie in eine hohe Zahl von Frankiersystemen zur Vermietung in den USA, Großbritannien, Niederlande und Italien.

Der planmäßige Rückgang der Investitionen in vermietete Erzeugnisse im Berichtsjahr 2016 ist eine Folge der im Vorjahr abgeschlossenen Dezertifizierung in den USA, die im Jahr 2015 für einen besonderen Nachfrageschub für das Frankiersystem PostBase gesorgt hatte. Der Anstieg der Investitionen in sonstige immaterielle Vermögenswerte beruht im Wesentlichen auf der Investition in Software zum Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relation Management - CRM) im Kerngeschäft in Deutschland sowie in kleinere Akquisitionen in Kundenlisten in Großbritannien und Kanada. Im Jahr 2016 hat der FP-Konzern zudem die Minderheitenanteile an der IAB erworben.

4.5 AUSSERBILANZIELLE FINANZINSTRUMENTE

Der FP-Konzern nutzt Operate Lease-Vereinbarungen, um zum Beispiel Geschäftsräume oder Fahrzeuge anzumieten. Des Weiteren existieren steuerlich nicht angesetzte Verlustvorträge in Höhe von 5,7 Mio. Euro (im Vorjahr 9,9 Mio. Euro).

4.6 LIQUIDITÄTSANALYSE

LIQUIDITÄTSANALYSE in Mio. Euro

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1.1.-31.12.2016 1.1.-31.12.2015
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 22,1 18,6
Cashflow aus Investitionstätigkeit -17,6 -20,1
Free Cashflow 4,6 -1,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -0,7 2,4
Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel 3,8 1,0
Wechselkursbedingte Änderungen der Finanzmittel -1,1 0,6
Finanzmittel am Anfang der Periode 15,9 14,4
Finanzmittel am Ende der Periode 18,7 15,9

Der Anstieg des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit resultierte aus der Erhöhung des EBITDA bei einer soliden Entwicklung des Working Capital. Dabei wurde der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit durch den Einsatz von Finanzierungsleasing zur Vertriebsunterstützung sowie Kundenbindung, und in der Folge deutlich erhöhter Forderungen aus Finanzierungsleasing in Höhe von 4,1 Mio. Euro, beeinflusst. Positiv ausgewirkt hat sich ein einmaliger Zahlungseingang in Höhe von 1,7 Mio. Euro aus dem erfolgreichen Abschluss eines Steuerverständigungsverfahrens nach der EU-Schiedskonvention.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit profitierte im Geschäftsjahr 2016 im Wesentlichen von den planmäßig verminderten Investitionen in vermietete Erzeugnisse. Des Weiteren beeinflusste der Erwerb der Minderheitenanteile an der IAB in Höhe von 0,8 Mio. Euro den Cashflow aus Investitionstätigkeit. Bezüglich weiterer Veränderung wird auf den Punkt "Investitionsanalyse" verwiesen.

Die positive Entwicklung im Jahresverlauf 2016 unterstreicht der Anstieg des Free Cashflow. Bereinigt um die Investitionen in Finance Lease Assets und Minderheitenanteile IAB erzielte der FP-Konzern im Berichtsjahr einen bereinigten Free Cashflow in Höhe von 9,5 Mio. Euro (im Vorjahr 3,1 Mio. Euro).

Die Veränderung des Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist im Wesentlichen auf Dividendenzahlungen an Aktionäre und Minderheitengesellschafter in Höhe von insgesamt 3,4 Mio. Euro, die Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von 1,7 Mio. Euro sowie auf eine Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 3,8 Mio. Euro zurückzuführen.

Der FP-Konzern konnte im Berichtsjahr zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

ZUGESAGTE, ABER NICHT AUSGENUTZTE KREDITLINIEN in Mio. Euro

Gemäß dem Konsortialdarlehensvertrag ist der FP-Konzern verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten (siehe Abschnitt 4.3).

5. VERMÖGENSLAGE

BILANZSTRUKTURGRAFIK in Mio. Euro

Das wachsende operative Geschäft prägt auch die Bilanz des FP-Konzerns zum 31. Dezember 2016.

5.1 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

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in Mio. Euro 2016 2015 Erläuterung Veränderung
Immaterielle Vermögenswerte 34,9 33,0 Investitionsbedingter Anstieg sonstiger immaterieller Vermögenswerte, insbesondere Software zum Kundenbeziehungsmanagement (CRM)
Sachanlagen 39,3 42,0 Abschreibungsbedingter Rückgang der vermieteten Erzeugnisse und Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen (3,0 Mio. Euro)
Sonstige Vermögenswerte 9,7 6,0 Anstieg der Forderungen aus Finanzierungsleasing (3,8 Mio. Euro)
Steueransprüche 0,9 8,6 Im Zuge des Fortgangs der Verständigungs- und Schiedsverfahren unterjähriger Ausgleich einer Forderung gegenüber Großbritannien (1,7 Mio. Euro) und Umgliederung der weiteren Steuerforderungen in kurzfristige Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern (5,0 Mio. Euro)
Langfristige Vermögenswerte 84,8 89,6
Vorratsvermögen 11,2 11,7 Leichter Rückgang im Rahmen des Working Capital Managements
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19,0 16,9 Anstieg infolge des Ausbaus des operativen Geschäftes
Sonstige Vermögenswerte 25,3 19,0 Anstieg der Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern (s.o.) sowie sonstiger kurzfristiger Vermögenswerte im Rahmen des Ausbaus des operativen Geschäftes
Wertpapiere und Liquide Mittel 27,1 18,9 Anstieg der Finanzmittel sowie der Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden (5,5 Mio. Euro)
Kurzfristige Vermögenswerte 82,5 66,5

5.2 EIGENKAPITAL

Zum 31. Dezember 2016 betrug das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG 16,22 Mio. Euro, eingeteilt in 16.215.356 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag.

Zum Jahresende 2016 hielt das Unternehmen im Zuge der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010 keine eigenen Aktien mehr (im Vorjahr 163.944 Stück bzw. 1,0 % des Grundkapitals). Weitere Angaben zum genehmigten und zum bedingten Kapital sowie zu Wandel- und Optionsrechten können dem erläuternden Bericht des Vorstands gemäß §315 Abs. 4 HGB entnommen werden.

5.3 LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN

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in Mio. Euro 2016 2015 Erläuterung Veränderung
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17,1 15,5 Anstieg aufgrund des weiteren Niedrigzinsumfeldes
Sonstige Rückstellungen, latente Steuerverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten 1,7 1,6
Finanzverbindlichkeiten 37,5 31,7 Rückgang Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (0,9 Mio. Euro), Anstieg Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (insgesamt 3,8 Mio. Euro) und veränderter Ausweis im Wesentlichen unter langfristigen Schulden
Langfristige Schulden 56,3 48,8
Steuerschulden 3,6 3,9
Sonstige Rückstellungen 8,0 5,9 Anstieg im Zusammenhang mit Aufwendungen zur Neuausrichtung der Produkte De-Mail/ EGVP im Rahmen der ACT-Strategie (1,3 Mio. Euro), Anstieg übriger Rückstellungen (1,2 Mio. Euro)
Finanzverbindlichkeiten 0,9 4,6 Veränderter Ausweis der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Wesentlichen unter langfristigen Schulden (im Vorjahr 3,0 Mio. Euro), Rückgang Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (0,8 Mio. Euro),
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10,6 9,9 Anstieg infolge des Ausbaus des operativen Geschäftes
Sonstige Verbindlichkeiten (incl. Derivate für Sicherungsbeziehungen) 52,0 47,9 Anstieg Verbindlichkeiten aus Derivaten für Sicherungsbeziehungen (1,9 Mio. Euro), Anstieg Verbindlichkeiten aus Teleporto (1,1 Mio. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte - 1,8 Mio. Euro)
Kurzfristige Schulden 75,1 72,2

Eine ergänzende Kennziffer für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Nettoverschuldung und Eigenkapital und wird laufend überprüft.

ENTWICKLUNG DER NETTOSCHULDEN in Mio. Euro

Angesichts des neu abgeschlossenen Konsortialdarlehensvertrages vereinheitlichte und verschärfte der FP-Konzern seit dem 30. Juni 2016 den Ausweis der Nettoverschuldung in der Berichterstattung und der damit zusammenhängenden Definition der Finanzmittel. Nach der neuen, einheitlichen Definition werden in die Finanzmittel die liquiden Mittel abzüglich verfügungsbeschränkter flüssiger Mittel (Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden) und die Wertpapiere einbezogen. Eigene Anteile sind nicht Bestandteil der Finanzmittel. Diese Darstellung gilt sowohl im Hinblick auf die Bestimmung des Nettoverschuldungsgrades als Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns als auch in Bezug auf den Ausweis in der Kapitalflussrechnung. Zu den Finanzverbindlichkeiten zählen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing.

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in Mio. Euro 31.12.2016 Neu 31.12.2015 Alt 31.12.2015
Finanzverbindlichkeiten 38,4 36,3 36,3
Finanzmittel 18,7 15,9 16,7
Nettoverschuldung 19,8 20,4 19,6
Eigenkapital 35,9 35,2 35,2
Nettoverschuldungsgrad 55,0 % 57,9 % 55,6 %

Auf Basis der positiven operativen Entwicklung und dem geplanten Rückgang der Investitionen in vermietete Erzeugnisse verminderte sich im Jahr 2016 die Nettoverschuldung des FP-Konzerns. Gleichermaßen erhöhte sich zum 31. Dezember 2016 das Eigenkapital und infolgedessen verbesserte sich der Nettoverschuldungsgrad des Unternehmens.

5.4 LEASING

Der FP-Konzern betreibt sowohl Operate Lease als auch Finance Lease. Diese Geschäftsmodelle beeinflussen die Bilanz des Unternehmens. Im Anlagevermögen sind unter den Positionen "Vermietete Erzeugnisse" und "Anlagen in Finanzierungsleasingverhältnissen" Vermögensgegenstände mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt 26,9 Mio. Euro (im Vorjahr 29,9 Mio. Euro) bilanziert, die im Wesentlichen im Rahmen von Operate Lease-Vereinbarungen an Kunden vermietet werden. Die Finance Lease-Vereinbarungen mit Kunden finden sich unter "Forderungen aus Finanzierungsleasing" und belaufen sich im langfristigen und kurzfristigen Bereich in Summe auf 12,5 Mio. Euro (im Vorjahr 8,4 Mio. Euro). Ohne die genannten Geschäftsmodelle würde sich die Summe der Aktiva auf 127,9 Mio. Euro statt auf 167,3 Mio. Euro belaufen. Auf der Passivseite sind in den Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) 1,5 Mio. Euro für Sale-and-Lease-Back-Geschäfte, bezogen auf die Finanzierung von zu vermietenden Frankiersystemen, enthalten. Ohne diesen Bestandteil würde sich die Summe der Passiva auf 165,8 Mio. Euro statt auf 167,3 Mio. Euro belaufen.

6. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

6.1 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Die unten stehende Tabelle zeigt die finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren des FP-Konzerns.

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Prognose 2016* IST 2016 Erläuterung
Umsatz Leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (191,1 Mio. Euro) 203,0 Mio. Euro Über den Erwartungen liegendes Wachstum im Kerngeschäft bei negativen Währungseffekten, getrieben von höheren Produktverkäufen. Deutlich über den Erwartungen liegendes Wachstum in den Produktbereichen Mail Services und Software.
EBITDA Leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (26,8 Mio. Euro) 27,2 Mio. Euro Verbesserung wie geplant trotz negativer Währungseffekte und höherer Aufwendungen zur Entwicklung und Implementierung der Strategie ACT.
Free Cashflow Positiv (im Vorjahr -1,4 Mio. Euro) 4,6 Mio. Euro Positive operative Entwicklung und geplant niedrigere Investitionen bildeten Basis für positiven Free Cashflow wie erwartet. Zusätzlich unterstützte die Einmalzahlung aus einem Steuerverständigungsverfahren. Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets und Minderheitenanteile IAB resultierte ein bereinigter Free Cashflow in Höhe von 9,5 Mio. Euro.
Qualitätsindikator < 29,0 (im Vorjahr 24,1) 24,2
Verbesserungsindikator < 0,14 (im Vorjahr 0,11) 0,09

* Bei gleichbleibenden Wechselkursen für Fremdwährungen.

6.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2016

Der FP-Konzern erarbeitete im Jahresverlauf 2016 die neue Strategie ACT und stellte sie im November der Öffentlichkeit vor. Diese Strategie läutet eine neue Ära ein und macht den Konzern zu einem dynamischen Wachstumsunternehmen. Begleitet wird die Strategie ACT durch das FP FIT-Programm zur Steigerung der Effizienz und der Umsetzungsstärke in allen Bereichen mit den vier Schwerpunkten Finanzen, Personal, Vertrieb und Digitalisierung.

Im Geschäftsjahr 2016 steigerte der FP-Konzern erneut Umsatz sowie EBITDA und erzielte einen deutlich verbesserten positiven Free Cashflow. Auf der Umsatzseite profitierte das Unternehmen insbesondere von Erfolgen des Frankiersystems PostBase in diversen Märkten sowie dem Ausbau des Mail Services-Geschäft im deutschen Markt. Negative Wechselkurseffekte beeinflussten sowohl den Umsatz als auch das EBITDA. Beim Free Cashflow machte sich neben der positiven operativen Entwicklung der geplante Rückgang der Investitionen in vermietete Erzeugnisse und eine solide Entwicklung beim Working Capital bemerkbar. Außerdem wurde der Free Cashflow durch einen einmaligen Zahlungseingang aus dem Abschluss eines Steuerverständigungsverfahrens, durch Investitionen in den Erwerb der Minderheitenanteile an der IAB sowie durch den Einsatz von Finanzierungsleasings zur Vertriebsunterstützung und Kundenbindung beeinflusst. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 insgesamt als günstig.

7. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Organisation

Im Geschäftsjahr 2016 strukturierte der FP-Konzern das Chancen- und Risikoberichtswesen neu, verbesserte dabei die Vorgehensweise und führte eine neue Richtlinie zum unternehmensweiten Chancen- und Risikomanagement ein. Im Auftrag des Vorstands überwacht ein Risikokoordinator die konzernweite Einhaltung dieses Standards. Der Risikokoordinator ist zuständig für die Implementierung einer einheitlichen Risikostrategie und Methodik. Er wird dabei von Berichtsempfängern unterstützt, die in ihren Themengebieten eine Chancen- und Risikoanalyse gemäß der vorgegebenen Methodik durchführen und die Ergebnisse dem Risikokoordinator zuliefern.

Diese Berichtsempfänger sind für die Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken sowie die anschließende Chancenrealisierung und Risikobehandlung zuständig. Alle Berichtsempfänger bilden ein Gremium, das sich in regelmäßigen Abständen über die Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken im Konzern abstimmt. In ihrer Arbeit werden sie von Berichtsverantwortlichen unterstützt. Dabei handelt es sich überwiegend um Bereichsleiter sowie Geschäftsführer der in- und ausländischen Gesellschaften. Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns liegt unverändert beim Vorstand. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand über das Risiko- und Chancenmanagement informiert und nimmt eine Kontrollfunktion wahr.

Risiko- und Chancenmanagementsystem

Das 2016 noch einmal optimierte Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns dient dazu, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und wahrzunehmen bzw. einzugrenzen. Grundsätzlich ist die Risiko- und Chancenpolitik des FP-Konzerns darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens nachhaltig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern.

Das Risiko- und Chancenmanagement ist in die wertorientierte Steuerung und die bestehenden Strukturen des FP-Konzerns eingebunden, um mögliche Signale frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Es ist aus den strategischen Zielen abgeleitet. Der Chancenerkennung dienen hierbei unter anderem detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen und Prognoseszenarien sowie die intensive Auseinandersetzung mit relevanten Wert- und Kostentreibern. Für die Risiken ist ein Überwachungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Dieses System dient der Früherkennung bestandsgefährdender Risiken.

Zukünftig werden mindestens zweimal im Jahr alle rechtlichen, Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und IT-Risiken und Chancen im FP-Konzern inventarisiert. Im vergangenen Jahr wurde die Inventarisierung aufgrund der Überarbeitung der Richtlinie nur einmal vorgenommen. Die erfassten Risiken werden nach Maßgabe der möglichen Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit danach beurteilt, ob sie bestandsgefährdend sind. Die bestandsgefährdenden Risiken werden gesondert festgehalten und weiter beobachtet. Um Aussagekraft darüber zu erhalten, welche Risiken bestandsgefährdend sein können, werden alle Risiken gemäß ihrer auftretenden Häufigkeit und der Höhe des verursachten Schadens in fünf verschiedene Klassen eingeteilt. Die unten stehenden Tabellen zeigen die Bewertungsraster zur quantitativen und qualitativen Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Schadenshöhe einzelner Risiken.

Der FP-Konzern versteht das Risikomanagement als kontinuierlichen und durchgängigen Prozess. Nach der Dokumentation aller aufgeführten Einzelrisiken im Risikoverzeichnis durch die operativen Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsbereiche erfolgt die Bewertung in Form einer Risikomatrix. Dabei wird die jeweilige Klasse der Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Faktor der möglichen Schadenshöhe multipliziert. Das Ergebnis ergibt die Risikokennzahl für die einzelnen Risiken. Seitens des Risikokoordinators erfolgen die Inventarisierung im Risiko- bzw. Chancenverzeichnis aller gemeldeten Risiken und Chancen, eine Aggregation aller Schlüsselrisiken (alle Risiken mit einer Risikokennzahl von mindestens 15) und eine übergreifende Bewertung der Risikolage des Konzerns.

1. Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit

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Klasse Skalierung Bewertung
1 unwahrscheinlich im Durchschnitt höchstens alle 5 Jahre
2 möglich im Durchschnitt alle 3-5 Jahre
3 mittel im Durchschnitt alle 1-2 Jahre
4 wahrscheinlich jährlich
5 unabwendbar monatlich

2. Bewertung der Schadenshöhe

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Klasse Skalierung Bewertung
1 sehr gering Schaden von unter 5% des Plan-EBITDA
2 gering Schaden zwischen 5% und 7% des Plan-EBITDA
3 mittel Schaden zwischen 7% und 15% des Plan-EBITDA
4 hoch Schaden zwischen 15% und 35% des Plan-EBITDA
5 sehr hoch Schaden über 35% des Plan-EBITDA

Der Vorstand wird über die aktuelle Risikosituation des FP-Konzerns durch den Risikokoordinator informiert und empfiehlt gegebenenfalls weitere Maßnahmen. Nachdem der Vorstand den Konzernrisikobericht verabschiedet hat, wird er dem Aufsichtsrat vorgelegt.

Risikoprävention ist ein wesentliches Element des Risikomanagementsystems, so werden in monatlichen Vorstandssitzungen und Ergebnismeetings mit den Tochtergesellschaften Risiken sowie deren Auswirkungen auf das Unternehmen durch den Vorstand diskutiert und vorgeschlagene Maßnahmen zur Eingrenzung bzw. Eliminierung der wesentlichen Risiken erörtert.

Darüber hinaus werden unterjährig identifizierte Risiken, die eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und ein hohes potenzielles Schadensausmaß haben, unverzüglich im Rahmen von Berichtslinien an den Vorstand kommuniziert (Ad-hoc-Mitteilung).

Das Risiko- und Chancenfrüherkennungssystem wird im Rahmen der Abschlussprüfung vom Abschlussprüfer evaluiert, um sicherzustellen, dass das System geeignet ist, alle potenziell den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erfassen, zu bewerten und zu kommunizieren.

Nachstehend werden die Risiken detailliert erläutert, die aus heutiger Sicht als wesentlich für die Geschäftstätigkeit bzw. den Fortbestand einzustufen sind. Diese Risiken sind rot markiert und haben eine Risikokennzahl von 15 oder höher. Die Risiken "Liquiditätsrisiko", "Abwertungsrisiko" und "Steuerliche Risiken" sind im Laufe des Geschäftsjahres 2016 nicht mehr als wesentliche Schlüsselrisiken einzustufen.

7.1 RISIKEN DES FP-KONZERNS

7.1.1 Marktbezogene Risiken

Kundenverhalten

Seit Mitte der vergangenen Dekade sinken die Volumina der Briefpost in allen Märkten, wenn auch nicht mehr in so starkem Maße; gleichzeitig nimmt der Versand von Päckchen und Paketen zu (E-Business). Sichere E-Mail-Lösungen ersetzen konventionelle Postwege und die digitale Transformation der Wirtschaft schreitet voran. Der FP-Konzern vertreibt Frankiersysteme und bietet Verbrauchsmaterial an und erzeugt damit einen wesentlichen Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse. Angesichts der Änderungen im Kundenverhalten könnte die Nachfrage nach Frankiersystemen und Verbrauchsmaterialien sinken. Der FP-Konzern begrenzt das Risiko (Schadensklasse 5) durch intensive Marktbeobachtung und Kundenbefragungen. Mit einem aktuellen Marktanteil von mehr als 10 % der weltweit installierten Frankiersysteme sieht der FP-Konzern zudem derzeit gute Chancen durch gezielte Maßnahmen, wie die Stärkung des Vertriebs, den Marktanteil zu erhöhen und im Frankiergeschäft zu wachsen. Anders als der Wettbewerb konzentriert sich der FP-Konzern auf Systeme für kleinere und mittlere Briefaufkommen und kommt damit der veränderten Nachfrage entgegen. Zugleich setzt das Unternehmen auf digitale Technologien, um mittel- und langfristig vom Trend der zunehmenden Digitalisierung der Kommunikation zu profitieren.

Änderung der Portorabatte

Die Deutsche Post AG wird Anfang 2017 ihre Teilleistungsrabatte für Konsolidierer senken. Es handelt sich hierbei um Rabatte für Dienstleister, die Briefe bei Kunden abholen, vorsortieren und bei der Deutschen Post einliefern. Grundsätzlich kann die Senkung der Rabatte zu rückläufigen Umsätzen und Ergebnissen führen, da die Attraktivität der Konsolidierung für Kunden abnimmt. Der FP-Konzern begrenzt das Risiko vor allem durch eine intensive Zusammenarbeit mit den seinen Kunden. Eine vertiefte Bindung wird deren Wechselbereitschaft ebenso reduzieren wie eine mögliche Weitergabe der Rabattkürzung an die Kunden.

7.1.2 Leistungswirtschaftliche Risiken

Patentrechtsrisiko

Bei der Entwicklung von Produkten und insbesondere neuen Frankiersystemen wird im Geschäftsfeld Frankieren und Kuvertieren mit großer Sorgfalt darauf geachtet, dass keine Fremdpatente verletzt werden. Diese Aufgabe wird sehr sorgfältig und teilweise mit externer Unterstützung durchgeführt. Eine 100 %-ige Gewähr ist jedoch nicht möglich. Damit besteht das Risiko, dass der FP-Konzern möglicherweise mit Lizenzforderungen der Mitbewerber und anderer Unternehmen konfrontiert wird. Der FP-Konzern hat im Jahr 2016 seine Patentstrategie überarbeitet, um dem Patentrechtsrisiko zukünftig stärker als bislang zu begegnen. Darüber hinaus strebt das Unternehmen Lizenzabkommen mit Konkurrenten an, um Patente wechselseitig nutzen zu können.

Vertragsrisiko

Alle Frankiersysteme des FP-Konzerns sind von den nationalen, gesetzlich autorisierten öffentlichen oder privaten Postgesellschaften zertifiziert. Es besteht das Risiko, dass das Unternehmen gegen Herstellerverträge mit den nationalen Postgesellschaften verstößt, wenn es zu schwerwiegenden Systemausfällen oder Fehldrucken kommt. Solche Verstöße könnten Schadensersatzforderungen, die Kündigung oder eine Dezertifizierung zur Folge haben. Der FP-Konzern begrenzt dieses Risiko (Schadensklasse 5) durch vertragskonformes Verhalten, ausgefeilte Notfallprozesse, ständige Schulungen sowie eine 24/7-Überwachung der Systeme. Systematisch bereitet sich das Unternehmen zudem auf die regelmäßigen Audits der Postorganisationen vor und konnte in der Vergangenheit seine hohe Leistungskraft unter Beweis stellen. Mit Bezug auf die Neuausrichtung einzelner Produkte im Rahmen der ACT-Strategie bestehen Risiken für bereits geschlossene Kundenverträge. Der FP-Konzern begrenzt diese Risiken durch ein proaktives kundenorientiertes Vertragsmanagement.

7.1.3 Finanzrisiken

Währungsrisiko

Die Beschaffungskosten des FP-Konzerns fallen überwiegend in Euro an, da das Unternehmen seine Produktionsstätte in Deutschland hat. Währungsrisiken ergeben sich daraus, dass Umsätze in anderen Währungen, wie z. B. US-Dollar und Britischen Pfund, realisiert werden. Ein Anstieg des Euro gegenüber anderen Währungen wirkt sich deshalb nachteilig auf die in Euro ausgewiesenen Konzernumsätze, Ergebnisse und den Cashflow aus. Während der FP-Konzern die Konzernabschlüsse in Euro erstellt, bilanzieren eine Reihe von Tochtergesellschaften des FP-Konzerns in anderen Währungen, so dass die entsprechenden Positionen bei der Konsolidierung in Euro umgerechnet werden müssen. Der FP-Konzern ist daher Risiken ausgesetzt, die sich durch die Schwankung der relativen Werte der maßgeblichen Währungen, insbesondere zwischen dem Euro und dem US-Dollar, ergeben können. Der FP-Konzern begrenzt die Währungsrisiken (Schadensklasse 4) durch den Abschluss von Währungssicherungsgeschäften sowie den Einkauf im US-Dollarraum ein.

7.1.4 Sonstige Risiken

Länderübergreifende IT-Risiken

Die IT-gestützten Geschäftsprozesse des FP-Konzerns sind Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Es besteht das Risiko von Systemausfällen und externen Angriffen. Diesen möglichen IT-Risiken (Schadensklasse 5) begegnet das Unternehmen durch den Einsatz moderner Hard- und Software, die aktuelle Sicherheitsstandards erfüllen. Um Geschäftsprozesse sicher abzuwickeln wurde 2016 ein globales IT-Assessment durchgeführt, woraus sich die Verbesserungsmaßnahmen für die nächsten 3 Jahre ableiten, um den FP-Konzern fit für die Zukunft zu machen. Mit dem Einsatz eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) und der Sensibilisierung seiner Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen minimiert der FP-Konzern zudem weiter diese Risiken. Darüber hinaus betreibt der FP-Konzern mehrere physisch getrennte Rechenzentren, die unterschiedliche Teile der IT-Landschaft redundant abbilden und so das Risiko eines kompletten Systemausfalls bestmöglich minimieren. Mit dem Einsatz von postalischen Server-Systemen wie FrankIT, IBIP, Orchid usw. ist der IT-Bereich stets gezwungen, postalische Anforderungen in Anlehnung an verschiedene Standards wie BSI-Grundschutz, ISO 27001, NIST 800-34, COBIT 4.1 zu erfüllen. Neben dem Einsatz eines Informationssicherheits-Managementsystems ist auch die Berücksichtigung eines Business-Continuity-Management (BCM)-Prozesses zwingend erforderlich. In Anlehnung an den BSI-Standard 100-3 wurde beim Betrieb von sensiblen, postalischen Server-Systemen ein Risikomanagementprozess innerhalb der IT etabliert. Durch regelmäßige Audits und Sicherheitszertifikate dokumentiert FP gegenüber den Kunden den erreichten Sicherheitsstand.

Personalanpassungsrisiko

Der Erfolg des Unternehmens ist maßgeblich vom Engagement, der Motivation und den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter abhängig. Es besteht das Risiko der nicht ausreichenden Anpassung der Mitarbeiter an technologische oder sonstige, auch unvorhergesehene Entwicklungen. Der FP-Konzern begrenzt diese Risiken (Schadensklasse 3) durch eine Professionalisierung der Bedarfsanalyse und eine umfassende interne Kommunikation. Weitere Maßnahmen bilden ein aktives Change Management, die Stärkung der Führungskräfte und Mitarbeiter durch den gezielten Aufbau entsprechender Kompetenzen sowie die Etablierung einer Feedback- und Fehlerkultur.

7.1.5 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Prinzipiell betreffen die Risiken jeweils sämtliche Segmente - mit der Ausnahme des Währungsrisikos für das Segment Vertrieb Deutschland. Unter Berücksichtigung möglicher Schadensausmaße und Eintrittswahrscheinlichkeiten sind derzeit keine Risiken erkennbar, die zu einer dauerhaften, wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des FP-Konzerns führen werden. Insgesamt sind die Risiken beherrschbar; der Fortbestand des Konzerns ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. Grundlegende Änderungen der Risikolage erwartet der FP-Konzern derzeit nicht. Organisatorisch hat das Unternehmen alle Voraussetzungen dafür geschaffen, frühzeitig über mögliche neue Risikosituationen informiert zu sein und schnell reagieren zu können.

7.2 INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) ist integraler Bestandteil eines umfassenden unternehmensweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Das Ziel des IKS im Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit für die Erstellung eines regelkonformen Abschlusses zu gewährleisten. Das IKS des FP-Konzerns stützt sich dabei überwiegend auf ein funktionierendes internes Steuerungssystem auf der Basis effizienter Prozesse sowie auf prozessintegrierte, organisatorische Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise Zugriffsbeschränkungen im IT-Bereich oder Zahlungsrichtlinien. Prozessintegrierte Kontrollen vermindern die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern bzw. unterstützen das Aufdecken von aufgetretenen Fehlern.

Der Aufsichtsrat berät über das Risikomanagement und überwacht die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems und des Rechnungslegungsprozesses sowie die Abschlussprüfung und deren Unabhängigkeit.

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:

Die Francotyp-Postalia Holding AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des FP-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften. Beide Prozesse werden durch ein stringentes internes Kontrollsystem überwacht, das sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen sichert. Die bereichsübergreifenden Schlüsselfunktionen werden zentral gesteuert, wobei die einzelnen Tochtergesellschaften über ein definiertes Maß an Selbstständigkeit bei der Erstellung ihrer Abschlüsse verfügen.

Wesentliche Regelungen und Instrumentarien bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind:

Bilanzierungsrichtlinien auf Konzernebene,
klar definierte Aufgabentrennung und Zuordnung von Verantwortlichkeiten zwischen den am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen,
Einbeziehung externer Sachverständiger, soweit erforderlich, wie zum Beispiel für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen,
Verwendung geeigneter IT-Finanzsysteme und Anwendung von detaillierten Berechtigungskonzepten zur Sicherstellung aufgabengerechter Befugnisse unter Beachtung von Funktionstrennungsprinzipien,
systemseitig implementierte Kontrollen und weitere Prozesskontrollen der Rechnungslegung in den Gesellschaften, Konsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses sowie anderer relevanter Prozesse auf Konzern- und Gesellschaftsebene,
Berücksichtigung von im Risikomanagementsystem erfassten und bewerteten Risiken in den Jahresabschlüssen, soweit dies nach bestehenden Bilanzierungsregeln erforderlich ist.

Für die Umsetzung dieser Regelungen und die Nutzung der Instrumentarien ist in den Konzerngesellschaften der verschiedenen Länder die jeweilige Leitung des Bereichs Finanzen bzw. die Geschäftsführung verantwortlich. Der Konzernabschluss liegt in der Verantwortung des für Finanzen zuständigen Mitglieds des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG. Das Vorstandsmitglied wird dabei unterstützt durch den Bereichsleiter Finanzen, Controlling und Rechnungswesen sowie den Abteilungsleiter Rechnungswesen und Finanzen und den Abteilungsleiter Controlling.

Durch die Beschäftigung von Fachpersonal, gezielte und regelmäßige Fort- und Weiterbildung sowie Beachtung des Vieraugenprinzips gewährleistet der FP-Konzern die strikte Einhaltung der lokalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften im Jahres- und Konzernabschluss.

Alle Jahresabschlüsse von wesentlichen Konzerngesellschaften, die Eingang in die Konzernkonsolidierung finden, unterliegen der Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer.

Durch die Verpflichtung aller Tochtergesellschaften, ihre Geschäftszahlen monatlich in einem standardisierten Reporting-Format an die Konzernholding zu berichten, werden unterjährige Soll-Ist-Abweichungen zeitnah erkannt, um entsprechend kurzfristig reagieren zu können.

7.3 RISIKOMANAGEMENT IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE

Der FP-Konzern verfügt über ein zentrales Finanzmanagement, wobei die Francotyp-Postalia Holding AG (FP Holding) den Konzernfinanzbedarf koordiniert, die Liquidität sichert und die Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken konzernweit überwacht. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, finanzwirtschaftliche Risiken aus Veränderungen von Marktpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen durch finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zum Zweck der Sicherung von Grundgeschäften genutzt. Währungsbedingte Risiken resultieren aus den internationalen Aktivitäten des Konzerns, insbesondere in den USA und Großbritannien. Die FP Holding identifiziert diese Risiken in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Konzerngesellschaften und steuert sie mit geeigneten Maßnahmen, zum Beispiel dem Abschluss von Devisentermingeschäften. Zinsrisiken resultieren aus den mittelfristigen Finanzverbindlichkeiten, zur Steuerung der Zinsrisiken hat die FP Holding im Geschäftsjahr 2016 keine neuen Zinsderivate abgeschlossen. Die Liquiditätsplanung dient dazu, Liquiditätsrisiken frühzeitig zu erkennen und konzernweit systematisch zu minimieren. Der Liquiditätssteuerung und -überwachung dient ein monatlich rollierender Liquiditäts-Forecast. Für weitere Informationen zu Risiken aus Finanzinstrumenten, darunter Währungs- und Zinsrisiken, sowie den entsprechenden Sicherungsaktivitäten verweisen wir auf die Angaben im Anhang in Abschnitt IV. Textziffer (21) Finanzinstrumente.

7.4 CHANCEN DES FP-KONZERNS

Der FP-Konzern hat die Chancen für 2016 qualitativ ermittelt; sie wurden wie im Vorjahr nicht für Steuerungszwecke quantifiziert oder in einer Chancenmatrix erhoben.

7.4.1 Marktchancen

Trotz eines Rückgangs der zugestellten Postsendungen im globalen Durchschnitt gibt es zahlreiche Länder, in denen der Postmarkt ein Wachstumsmarkt ist. Daraus ergeben sich für den FP-Konzern Chancen, an diesem Wachstum teilzuhaben. Aber auch in etablierten Postmärkten gibt es Chancen. Das gilt vor allem für Märkte, in denen der FP-Konzern bislang noch nicht präsent oder stark vertreten ist. So baut der FP-Konzern Schritt für Schritt seine Präsenz im Frankiermaschinenmarkt Frankreich aus und überzeugt Kunden vor allem mit der PostBase. Potenzial sieht das Unternehmen aber auch in seinen angestammten Märkten USA und Deutschland insbesondere durch die Verschiebung hin zum A-Segment.

In vielen Branchen schreitet die Digitalisierung voran, allerdings langsamer als von Experten erwartet. Von diesem Trend kann auch der FP-Konzern in etablierten Märkten und insbesondere in Deutschland profitieren - entsprechend bestehen Chancen durch die Vermarktung innovativer Softwarelösungen für die Kommunikations- und Dokumentenprozesse.

Die deutsche Bundesnetzagentur schrieb in einem Impulspapier, dass sich die Postmärkte in einer Phase des Umbruchs befinden und einer stetigen Veränderung unterliegen würden. Insbesondere die zunehmende Digitalisierung biete einerseits Raum für Innovationen, setze aber andererseits traditionelle Geschäftsmodelle unter Druck. Der FP-Konzern hat sich auf diesen Wandel frühzeitig vorbereitet und bietet heute ein breites Leistungsspektrum für den analogen und den digitalen Postversand.

7.4.2 Produktchancen

Die innovativen Produkte des FP-Konzerns sind der Garant für den Erfolg des Unternehmens. Dazu gehören die ständige Weiterentwicklung der Frankiersysteme sowie neue Lösungen für den digitalen und hybriden Postversand. Mit der PostBase-Familie verfügt der FP-Konzern über ein modernes und leistungsfähiges Produktangebot im Kerngeschäft, um in diesem Bereich wachsen zu können. Zugleich treibt das Unternehmen die Vermarktung von Softwarelösungen wie etwa FP-Sign voran, eine neue plattformbasierte Lösung für den sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Abschluss von Verträgen und Austausch von Dokumenten. Diese Lösung für das digitale Transaktionsmanagement hat der Konzern auf der diesjährigen CeBIT 2017 erstmals vorgestellt.

7.4.3 Vertriebschancen

In etablierten Märkten ergeben sich durch eine Weiterentwicklung und Stärkung des Vertriebs Chancen für den FP-Konzern. Das Unternehmen nutzt beispielsweise verstärkt Telesales und Leasing-Angebote, um eine hohe Anzahl von Kunden zu erreichen. Das Unternehmen sieht hier Chancen, die Distributionswege auszubauen und die Marktpenetration zu steigern. Vor allem in Deutschland eröffnet auch der Ausbau der Lösungskompetenz des Unternehmens neue Möglichkeiten. Mit dem umfassenden Lösungsportfolio etabliert sich der FP-Konzern auch als Anbieter für Verschlüsselungs- und Archivierungssoftware für die elektronische Kommunikation und Optimierung sämtlicher Prozesse rund um die Ein- und Ausgangspost.

7.4.4 Chancen durch Währungseffekte

Durch die internationale Ausrichtung des FP-Konzerns im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergeben sich für das Unternehmen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen durch Währungseffekte. Positive Fremdwährungseffekte können aus Bilanzpositionen und schwebenden Geschäften in Fremdwährungen resultieren. Positive Ergebnisse können zudem aus allen Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen entstehen, die nicht in Euro notieren.

Jede FP-Gesellschaft hat Chancen im Zusammenhang mit Wechselkursänderungen, wenn sie Geschäfte mit internationalen Vertragspartnern abschließt und daraus in der Zukunft Zahlungsströme entstehen.

7.4.5 Gesamtaussage zur Chancensituation

Die Chancen und Risiken stehen sich wie im Vorjahr ausgewogen gegenüber.

8. PROGNOSEBERICHT

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Prognose 2017
Umsatz leichter Anstieg gegenüber 2016
EBITDA leichter Anstieg gegenüber 2016
Free Cashflow (bereinigt)* auf Vorjahresniveau
Qualitätsindikator leichte Verbesserung gegenüber 2016
Verbesserungsindikator leichte Verbesserung gegenüber 2016

* Bereinigt um M&A und Investitionen in Finance Lease Assets.

Die Planung sowie alle nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem Kenntnisstand am Jahresanfang 2017. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die angegebenen Plandaten von den später tatsächlich erreichten Werten abweichen können.

Die Prognose der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen basiert auf Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Darüber hinaus gelten die folgenden Prämissen, die auch wesentliche Grundannahmen der ACT Strategie sind:

Positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung in wichtigen FP-Märkten
Kontinuität der politischen, wirtschaftlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen in den USA
Stabilität im europäischen Wirtschaftsraum
Reibungsloser Fortgang der Austrittsverhandlung Großbritanniens aus der Europäischen Union, insbesondere eine stabile Wechselkursentwicklung des Britischen Pfundes
Stabile Wechselkursentwicklung der Fremdwährungen
Moderat sinkende bzw. stagnierende Entwicklung des Briefvolumens in klassischen Briefmärkten
Ausbau der installierten Basis im Frankiersystemgeschäft
Ausbau des Mail Services- und Softwaregeschäfts

8.1 ERWARTETE GESAMT- UND BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einer robusten Entwicklung der Weltwirtschaft im laufenden Jahr aus: Er prognostiziert ein höheres Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vergleich zu 2016. Für die Eurozone und Deutschland rechnet der Währungsfonds im Jahr 2017 mit soliden Zuwachsraten. In den USA, dem wichtigsten Auslandsmarkt des FP-Konzerns, soll das BIP-Wachstum deutlich zulegen.

Tabelle Erwartetes BIP-Wachstum in 2017 (laut IWF)

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Welt +3,4%
USA +2,3%
Euroraum +1,6%
Deutschland +1,5%

Das konjunkturelle Umfeld beeinflusst die künftige Branchenentwicklung und damit auch den künftigen Geschäftsverlauf des FP-Konzerns. Ein positives wirtschaftliches Umfeld erhöht die Investitionsneigung von Unternehmen, was sich auf das Frankier- und Kuvertiergeschäft positiv niederschlagen könnte. Bei einer robusten Konjunktur wächst zugleich die Innovationsbereitschaft von Unternehmen; dies begünstigt insbesondere das Softwaregeschäft. Dieses könnte zugleich von der anhaltenden Digitalisierung der Wirtschaft profitieren. Auch wenn sich in den kommenden Jahren die Verlagerung der Briefkommunikation in digitale Kanäle fortsetzen dürfte, bleiben Frankiersysteme ein wichtiger Bestandteil der Postverarbeitung.

8.2 ERWARTETE GESCHÄFTSENTWICKLUNG VON FRANCOTYP-POSTALIA

Die Strategie des FP-Konzerns setzt auf Wachstum im Frankiergeschäft und in den digitalen Märkten. Bei Frankiersystemen wird das Unternehmen 2017 seine Aktivitäten in den weltweit attraktivsten Märkten USA und Frankreich deutlich verstärken. Zudem soll die Wettbewerbsposition in den wichtigen Märkten in Großbritannien und im Heimatland Deutschland weiter verbessert werden. Der Konzern hat dafür gute Voraussetzungen geschaffen; mit der kompletten PostBase-Familie kann er nun im Branchenvergleich die jüngste Produktpalette für das besonders interessante A-Segment sowie das B-Segment anbieten. Mit dem Ausbau des Leasing- und Mietgeschäfts zur Vertriebsunterstützung und Kundenbindung verbessert das Unternehmen zugleich seine Wettbewerbsposition in verschiedenen Ländern. Parallel erweitert das Unternehmen sein Portfolio im Bereich Softwarelösungen. Mit FP-Sign stellte der FP-Konzern auf der CeBIT im März 2017 bereits eines der neuen Produkte vor. Im Bereich Mail Services beginnt der Ausbau der bundesweiten Sortierzentren zu Digitalisierungs-Hubs im Bereich Eingangspost, um Logistikdienstleistungen und IT-Services zu kombinieren.

8.3 ERWARTETE ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSINDIKATOREN

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet der FP-Konzern einen leicht steigenden Umsatz. Das Unternehmen geht hierbei von einer positiven Entwicklung in allen drei Geschäftsbereichen aus.

Auch beim EBITDA plant der FP-Konzern eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Vor dem Hintergrund der hohen Investitionen in die Modernisierung des Produktportfolios in den Vorjahren erwartet der FP-Konzern 2017 steigende Abschreibungen. Trotz leicht steigender Investitionen für ACT und FP FIT rechnet das Unternehmen für 2017 mit einem um M&A und Investitionen in Finance Lease Assets bereinigten Free Cashflow auf Vorjahresniveau.

Die erwartete Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2017 steht grundsätzlich unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse.

Auch die nicht finanziellen Leistungsindikatoren dürften sich 2017 weiter verbessern. Sowohl für den Qualitätsindikator als auch für den Verbesserungsindikator ist eine leicht positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahreswert geplant.

9. SONSTIGE ANGABEN

9.1 ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS GEMÄSS §§ 289 ABS. 4, 315 ABS. 4 HGB

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 2 HGB (Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen)

Jede Aktie berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung. Beschränkungen betreffend die Stimmrechte oder deren Übertragung bestehen nicht.

Die von der Hauptversammlung am 1. Juli 2010 beschlossene, bis zum 30. Juni 2015 befristete Ermächtigung zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 aufgehoben und durch eine neue Ermächtigung ersetzt. Danach ist die Gesellschaft bis zum 10. Juni 2020 ermächtigt, eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden.

Die Aktien können unter anderem unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen daran angeboten und auf diese übertragen werden, sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt und sofern der für die eigenen Aktien zu erbringende Gegenwert nicht unangemessen niedrig ist. Die eigenen Aktien können auch zur Einführung an einer ausländischen Börse, an denen die Aktien bisher nicht zum Handel zugelassen war, ausgegeben oder gegen Barzahlung an Dritte veräußert oder einzelnen Mitgliedern des Vorstands anstelle einer Barvergütung angeboten werden zu einem Preis, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Die eigenen Aktien können auch zur Bedienung des Aktienoptionsplans 2010 und 2015 verwendet oder eingezogen werden.

Zum 31. Dezember 2016 lag der Bestand bei null Aktien im Zuge der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010 (im Vorjahr: 163.944 Stück bzw. 1,0 % des Grundkapitals). Bei eigenen Aktien werden keine Stimmrechte ausgeübt. Etwaige Beschränkungen, die sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben könnten, sind dem Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nicht bekannt.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 3 HGB (Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten)

Zum 31. Dezember 2016 hielt 3R Investments Ltd mit Sitz auf Zypern 10,2 % am Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG. Dies entspricht 1.660.000 Aktien. Diese Stimmrechte sind der Tamlino Import & Advisory LP, Limassol, Zypern, der Tamlino Investments Ltd., Limassol, Zypern, und Klaus Röhrig jeweils gemäß §21 Abs. 1 WpHG bzw. §22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG als indirekte Beteiligung zuzurechnen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 4 HGB (Aktien mit Sonderrechten)

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 5 HGB (Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung)

Es existieren keine Stimmrechtskontrollen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 6 HGB (Gesetzliche Bestimmung der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung)

Gemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Satzung der Francotyp-Postalia Holding AG erfolgen die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder, deren Bestellung sowie der Widerruf ihrer Bestellung durch den Aufsichtsrat. Nach Ziffer 6 Abs. 3 der Satzung kann der Aufsichtsrat einem Aufsichtsratsausschuss den Abschluss, die Änderung und Beendigung von Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder übertragen.

Die Satzung schreibt in Ziffer 23 Abs. 1 vor, dass die Hauptversammlung ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, falls das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend eine größere Mehrheit vorschreiben, fasst. Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 15 Abs. 2 der Satzung Satzungsänderungen vornehmen, die nur die Fassung betreffen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 7 HGB (Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen)

Kapitalgenehmigungen für genehmigtes und bedingtes Kapital

Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) in Höhe von TEUR 8.080 und über die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und entsprechender Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu 8.080.000 Euro erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß §186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu 6.464.000 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallen den anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I).

Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 959.500 Euro durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung gemäß der Anpassung des Aktienoptionsplans 2010 und des Bedingten Kapitals 2010 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil.

Im Jahr 2016 hat der FP-Konzern von der Ausübung des Bedingten Kapitals Gebrauch gemacht und das Grundkapital um 55.356 Aktien auf 16.215.356 auf den Inhaber lautende Stückaktien erhöht.

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000 Euro zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.464.000 Euro nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.

Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.

Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung.

Bedingte Kapitalerhöhung und Aktienoptionspläne 2010 und 2015

Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Anhang in Abschnitt IV. Textziffer (16) Eigenkapital.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 8 HGB (Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen)

Eine wesentliche Vereinbarung der Konzernmuttergesellschaft Francotyp-Postalia Holding AG, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots steht, ist der aktuelle Konsortialdarlehensvertrag, der ein Kündigungsrecht im Fall von "Change of Control" vorsieht. Weitere Vereinbarungen wurden weder mit Dritten noch mit Tochterunternehmen getroffen.

Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 Nr. 9 HGB (Entschädigungsvereinbarung des Mutterunternehmens für den Fall eines Übernahmeangebots)

Eine solche Vereinbarung bestand zum Stichtag 31. Dezember 2016 nicht.

9.2 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289A HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung im FP-Konzern enthält die erforderlichen Angaben nach §289a Abs. 2 HGB und ist auf der Homepage des FP-Konzerns publiziert (http://www.fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporate-governance).

10. VERGÜTUNGSBERICHT GEMÄSS §315 ABS. 2 NR. 4 SATZ 1 HGB

Der Bericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und enthält Angaben nach den Erfordernissen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) sowie der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts. Im Vergütungsbericht werden alle Beträge zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Tausend Euro (TEUR) angegeben.

10.1 VERGÜTUNGSSYSTEM ALLGEMEIN

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat in angemessener Höhe auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung, wobei der Aufsichtsrat für den Vergleich festlegt, wie der obere Führungskreis und die relevante Belegschaft abzugrenzen sind.

Die Gesamtvergütung des Vorstands setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

Monetäre Vergütungsteile (erfolgsunabhängig / -abhängig),
Versorgungszusagen,
Sonstige Zusagen im Fall der Beendigung der Tätigkeit,
Nebenleistungen.

10.2 ERFOLGSUNABHÄNGIGE BESTANDTEILE

10.2.1 Festvergütung

Die Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Grundvergütung von Rüdiger Andreas Günther beträgt 400.000 Euro pro Jahr, die Grundvergütung von Thomas Grethe und Sven Meise beträgt 265.000 Euro pro Jahr. Die Grundvergütung von Hans Szymanski, Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG bis zum 11. Januar 2016 betrug 275.000 Euro.

10.2.2 Nebenleistungen

Die Nebenleistungen enthalten die Kosten für bzw. den geldwerten Vorteil von Sachbezügen und weiteren Nebenleistungen wie die Bereitstellung eines Dienstwagens, Zuschüsse zu Versicherungen, Unterkunft und Umzugskosten.

10.3 ERFOLGSABHÄNGIGE BESTANDTEILE

10.3.1 Variable Vergütung

Die kurzfristige variable Vergütungskomponente ist abhängig vom erzielten "Free Cashflow" und EBITA, und zwar jeweils nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen. Maßgeblich für die Höhe der Bonusermittlung sind die Prozentsätze der Planerreichung und die Vorgaben aus dem jeweiligen vom Aufsichtsrat verabschiedeten geschäftsjährlichen (zwölf Monate) Budget.

Der Langfristbonus ist auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet und wird unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Geschäftsjahre für die gesamte Vertragslaufzeit berechnet. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei werden die während der Vertragslaufzeit angefallenen Guthaben mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Es kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0". Die Grundvoraussetzung für das Sammeln von Guthaben ist zunächst, dass das vom Aufsichtsrat verabschiedete geschäftsjährliche (zwölf Monate) Budget jeweils zumindest zu 90 % erreicht wird. Im Übrigen werden Guthaben und auch Malusbeträge unter Berücksichtigung der Erreichung von zwei Nachhaltigkeitszielen gesammelt. Die zu erreichenden Nachhaltigkeitsziele sind für jedes Vorstandsmitglied individuell geregelt.

Für den CEO/CFO gilt als Nachhaltigkeitsziel 1 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016, 2017, 2018 und 2019 von mindestens 10 % bei EBIT (operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern) kumuliert über die Bereiche freesort, IAB und Mentana-Claimsoft sowie in solchen Bereichen, die während der Vertragslaufzeit in den Geschäftsbereichen Software und IT Service im Wege der Akquisition in den FP-Konzern integriert werden. Der Aufsichtsrat wird jeweils spätestens in seiner letzten Sitzung im vorhergehenden Geschäftsjahr für das kommende Geschäftsjahr für das Vorstandsmitglied Zielvorgaben für das Nachhaltigkeitsziel 2 nach billigem Ermessen festlegen.

Die Regelung für den CSO zielt auf die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016 und 2017 von mindestens 3 % bei EBIT kumuliert über den gesamten Frankiermaschinenbereich und die laut Poststatistik installierte Anzahl der Frankiermaschinen von FP im Verhältnis zum Gesamtmarkt (Welt).

Im Falle des CDO ist als Nachhaltigkeitsziel 1 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016 und 2017 von mindestens 10 % bei EBITDA kumuliert über die Bereiche freesort, IAB und Mentana-Claimsoft sowie in solchen Bereichen, die während der Vertragslaufzeit in den Geschäftsbereichen Software und IT Service im Wege der Akquisition in den FP-Konzern integriert werden, vereinbart. Sofern Gesellschaften aus dem Konzernverbund ausscheiden, ist dies entsprechend zu berücksichtigen. Das Nachhaltigkeitsziel 2 ist eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Wirtschaftsjahre 2016 und 2017 von mindestens 3 % bei EBIT (operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern) für den FP-Konzern.

Der saldierte Langfristbonus wird in dem Monat zur Zahlung fällig, der dem Monat folgt, in dem der Jahresabschluss über den letzten Monat der Vertragslaufzeit festgestellt wird. Auf den zu erwartenden Langfristbonus erhält jedes Vorstandsmitglied eine individuelle, jährliche Abschlagszahlung. Das Vorstandsmitglied ist verpflichtet, nach der Feststellung des endgültigen Langfristbonus eine etwaige Differenz zwischen den Abschlagszahlungen und dem festgestellten Langfristbonus unverzüglich der Gesellschaft zurückzuzahlen.

10.3.2 Langfristige aktienbasierte Vergütung

Als langfristige aktienbasierte Vergütung werden verfallbare Aktienzusagen (Stock-Options) gewährt. Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 11. Juni 2015 hat beschlossen, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des §15 AktG und an Führungskräfte des FP-Konzerns Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals zu beziehen (Aktienoptionsplan 2015). Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Anhang Abschnitt IV. Textziffer (16) Eigenkapital.

10.4 ZUSAGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT IM VORSTAND

Wird die Bestellung zum Vorstand nach § 84 Abs. 3 AktG widerrufen oder legt das Vorstandsmitglied das Vorstandsamt nieder, so endet auch der Dienstvertrag. Beruht der Widerruf auf einem wichtigen Grund, der nicht zugleich ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB für die fristlose Kündigung des Dienstvertrages ist, so endet der Dienstvertrag erst mit Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist nach § 622 Abs. 1, 2 BGB bzw. von drei Monaten zum Monatsende ab Zugang des Widerrufs beim Vorstandsmitglied.

Für den Vorstandsvertrag von Herrn Szymanski galt zudem, dass das Vorstandsmitglied im Falle des Widerrufs Anspruch auf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von 1,75 Jahresvergütungen, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit, hat. Diese Regelung enthält auch der Vertrag von Herrn Günther; allerdings beträgt die Abfindung eineinhalb Jahresvergütungen. Der Vertrag von Herrn Meise sieht im Fall des Widerrufs eine pauschale am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe einer halben Jahresvergütung, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit vor.

Bei vorzeitiger Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund dürfen Zahlungen einschließlich Nebenleistungen den Wert von sechs Monatsvergütungen, einer Jahresvergütung bzw. bis zu eineinhalb Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrages vergüten.

10.5 VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS IM GESCHÄFTSJAHR 2016

10.5.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands

Für die Darstellung der Gesamtvergütung des Vorstandes gemäß DRS 17 verweisen wir auf die Angaben im Anhang Abschnitt V. Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat.

Die nachfolgenden Darstellungen der Vorstandsvergütung entsprechen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). So werden die im Berichtsjahr gewährten Zuwendungen und auch die Werte, die im Minimum beziehungsweise im Maximum erreicht werden können, angegeben.

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Rüdiger Andreas Günther
Vorstandsvorsitzender / Finanzvorstand
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11.01.2016-31.12.2016
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2015 2016 2016 (Min) 2016 (Max)
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Festvergütung 0 400 400 400
Nebenleistungen 0 45 45 45
Summe 0 445 445 445
Einjährige variable Vergütung 0 220 180 340
Mehrjährige variable Vergütung
SOP Tranche 2015 (DCGK) 0 12 12 12
Langfristbonus 0 180 0 180
Summe 0 412 192 532
Versorgungsaufwand 0 19 19 19
Gesamtvergütung 0 876 656 996

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Hans Szymanski
Vorstandssprecher / Finanzvorstand
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01.12.2008-11.01.2016
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2015 2016 2016 (Min) 2016 (Max)
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Festvergütung 275 0 0 0
Aufhebung (Freistellung, Abfindung) 3691) 0
Nebenleistungen 14 0 0 0
Summe 658 0 0 0
Einjährige variable Vergütung -11 -402) 0 0
Mehrjährige variable Vergütung
SOP Tranche 2010 (DCGK) 0 0 0 0
SOP Tranche 2015 (DCGK) 3 0 0 0
Langfristbonus -14 -62) 0 0
Summe -22 -46 0 0
Versorgungsaufwand 76 0 0 0
Gesamtvergütung 712 -46 0 0

1) Dieser Rückstellungsbetrag stellt einen periodenfremden Aufwand i. H. v. TEUR 369 dar.

2) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Ertrag aus einer Rückstellungsauflösung.

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Thomas Grethe
Vorstand zuständig für Vertrieb
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15.06.13-31.12.16
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2015 2016 2016 (Min) 2016 (Max)
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Festvergütung 230 293 293 293
Nebenleistungen 10 16 16 16
Summe 240 309 309 309
Einjährige variable Vergütung -11 101) 0 77
Mehrjährige variable Vergütung
SOP Tranche 2015 (DCGK) 5 14 14 14
Langfristbonus -10 112) 0 42
Summe -16 35 14 133
Versorgungsaufwand 21 21 21 21
Gesamtvergütung 245 365 344 463

1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Ertrag aus einer Rückstellungsauflösung in Höhe von TEUR 40 und der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 50.

2) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Ertrag aus einer Rückstellungsauflösung in Höhe von TEUR 31 und der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 42.

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Sven Meise
Vorstand zuständig für Digitale Lösungen
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01.02.15-31.12.16
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2015 2016 2016 (Min) 2016 (Max)
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Festvergütung 183 233 233 233
Nebenleistungen 18 26 26 26
Summe 201 259 259 259
Einjährige variable Vergütung 24 421) 0 70
Mehrjährige variable Vergütung
SOP Tranche 2015 (DCGK) 4 12 12 12
Langfristbonus 0 41 0 42
Summe 28 95 12 124
Versorgungsaufwand 19 21 21 21
Gesamtvergütung 248 375 292 404

1) Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Ertrag aus einer Rückstellungsauflösung in Höhe von TEUR 3 und der Bildung einer Rückstellung in Höhe von TEUR 45.

FP hat keine alljährlich wiederkehrenden Aktienoptionspläne, sondern regelmäßige mehrjährige Aktienoptionspläne. Zu folgenden Zahlungsabflüssen kam es im Zusammenhang mit der Vorstandsvergütung:

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Hans Szymanski Rüdiger Andreas Günther Thomas Grethe
CEO & CFO CEO & CFO CSO
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12/2008-11.01.2016 11.01.2016-31.12.2016 15.06.2013-31.12.2016
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2015 2016 2015 2016 2015 2016
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Festvergütung 275 92 0 400 230 293
Nebenleistungen 14 5 0 45 10 16
Summe 289 97 0 445 240 309
Einjährige variable Vergütung 40 0 0 0 25 0
Mehrjährige variable Vergütung
Langfristbonus 20 0 0 0 14 18
Sonstiges 0 237 0 0 0
Summe 60 237 0 0 39 18
Versorgungsaufwand 76 26 0 19 21 21
Gesamtvergütung 425 360 0 464 300 348

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Sven Meise
CDO
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01.02.2015-31.12.2016
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2015 2016
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Festvergütung 183 233
Nebenleistungen 18 26
Summe 201 259
Einjährige variable Vergütung 0 24
Mehrjährige variable Vergütung
Langfristbonus 0 0
Sonstiges 0 0
Summe 0 24
Versorgungsaufwand 19 21
Gesamtvergütung 220 304

Von den im Geschäftsjahr 2010 gewährten aktienbasierten Vergütungen aus dem Aktienoptionsplan 2010 entfielen auf den Vorstand insgesamt TEUR 213 bzw. 180.000 Optionen. Im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2015 wurden keine weiteren Optionen aus diesem Aktienoptionsplan 2010 gewährt. Der Ausübungszeitpunkt für die Optionen begann im Geschäftsjahr 2014.

Von den im Geschäftsjahr 2015 gewährten aktienbasierten Vergütungen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt TEUR 280 (360.000 Optionen). Die Ausübungszeitpunkte für die Optionen liegen im Geschäftsjahr 2019 und 2020.

Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte.

Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung und einer Umzugspauschale.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2016: TEUR 3; 2015: TEUR 2).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31.12.2016 TEUR 1.141 zurückgestellt (im Vorjahr TEUR 928). Den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr 2016 TEUR 45 (im Vorjahr TEUR 32) zugeführt.

10.5.2 Vergütung des Aufsichtsrats

Durch Beschluss der Hauptversammlung wird die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder in der Satzung festgelegt. Die Aufsichtsratsvergütung trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung und berücksichtigt sowohl den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz wie auch die mögliche Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats. Eine erfolgsorientierte Vergütung ist dabei nicht vorgesehen.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallenden Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied.

Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2016 TEUR 113 (im Vorjahr TEUR 113). Die Gesamtsumme teilt sich auf in 45 TEUR für Herrn Klaus Röhrig, 37,5 TEUR für Herrn Robert Feldmeier und 30 TEUR für Herrn Botho Oppermann.

10.6 AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Da der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, führen wir den Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat hier auf:

Aktionär

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(Direkt) Anzahl der Aktien %
Rüdiger Andreas Günther 9.886 0,1
Botho Oppermann (Aufsichtsrat) 300.000 1,9
Hans Szymanski (Vorstand bis 11. Januar 2016) 120.000 0,7
(Indirekt) Anzahl der Aktien %
Klaus Röhrig (Aufsichtsratsvorsitzender) über 3R Investment Ltd, Limassol, Zypern Tamlino Import & Advisory LP, Limassol, Zypern und der Tamlino Investments Ltd, Limassol, Zypern 1.660.000 10,2

11. FRANCOTYP-POSTALIA HOLDING AG (KURZFASSUNG HGB)

Die Francotyp-Postalia Holding AG (FP Holding) ist das Mutterunternehmen des FP-Konzerns und hat ihren Sitz in Berlin, Deutschland. Die Geschäftsanschrift lautet Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin.

Die FP Holding bietet indirekt über ihre Tochter- und Enkelgesellschaften Unternehmen und Behörden innovative Lösungen für die sichere Kommunikation an. Die FP Holding kann alle Versandkanäle rund um den Brief bedienen - vom Frankieren und Kuvertieren eines physischen Briefs über die Konsolidierung bis hin zur Hybrid-Mail und dem volldigitalen, sicheren und nachweisbaren Versand von Dokumenten.

Der Vertrieb im In- und Ausland erfolgt über Tochtergesellschaften und einem dichten Händlernetzwerk in rund 40 Ländern.

Die FP Holding nimmt im Wesentlichen Aufgaben einer klassischen Management-Holding war. Da sie selbst kein operatives Geschäft ausübt, ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft abhängig von den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften. Relevante Kennziffern für die FP Holding sind im Wesentlichen die Kennzahlen Erträge aus Beteiligungen und Ergebnisabführungsverträgen, Aufwendungen aus Verlustübernahmeverträgen sowie der Jahresüberschuss/ -fehlbetrag.

Quantitative Informationen über nicht finanzielle Leistungsindikatoren werden für Steuerungszwecke derzeit nicht erhoben.

Der Jahresabschluss der FP Holding wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Für den Jahresabschluss 2016 wurden erstmalig die Änderungen des HGB durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) angewendet. Hieraus ergaben sich im Berichtsjahr Umgliederungen von sonstigen betrieblichen Erträgen zu Umsatzerlösen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (im Vorjahr 0,0 Mio. Euro) sowie von sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu Materialaufwand in Höhe von 0,8 Mio. Euro (im Vorjahr 0,4 Mio. Euro). Bei den Umgliederungen der sonstigen betrieblichen Erträge in den Umsatz handelt es sich um Mieterlöse. Als Materialaufwand (Bezogene Leistungen) werden sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen, die den Umsatzerlösen zugrunde liegen.

Der Konzernabschluss folgt den International Financial Reporting Standards (IFRS). Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen vor allem immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Finanzinstrumente, Leasinggeschäfte und latente Steuern.

11.1 ERTRAGSLAGE

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2016 2015 Veränderung
in Mio. Euro (angepasst*) %
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Umsatzerlöse 2,4 2,1 16,9 %
Sonstige betriebliche Erträge 2,3 1,2 83,0 %
Materialaufwand 0,8 0,4 108,1 %
Personalaufwand 4,8 4,0 20,2 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen 5,7 3,4 69,4 %
Beteiligungsergebnis 5,3 15,1 -65,1 %
Zinsergebnis 0,5 1,1 -54,1 %
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,4 4,0 -89,4 %
Ergebnis nach Steuern -0,4 7,9 --
Jahresüberschuss / -fehlbetrag -0,4 7,9 --

* Angepasst gemäß BilRUG.

11.1.1 Umsatzerlöse

Bei unveränderten Dienstleistungsfunktionen der FP Holding gegenüber den Konzerngesellschaften resultierte die Zunahme der Umsatzerlöse der FP Holding im Jahr 2016 aus erhöhten Konzernumlagen.

11.1.2 Sonstige betriebliche Erträge

Wie im Vorjahr erzielte die FP Holding die sonstigen betrieblichen Erträge im Jahr 2016 im Wesentlichen aus dem Erhalt eines Lohnkostenzuschusses.

11.1.3 Materialaufwand

Die Steigerung des Materialaufwandes aus bezogenen Leistungen im Berichtsjahr resultierte aus erhöhten Konzernumlagen und sonstigen Dienstleistungen

11.1.4 Personalaufwand

Der Anstieg im Personalaufwand im Jahr 2016 ist Folge allgemeiner Entgeltsteigerungen sowie der Einstellung neuer Mitarbeiter im Zuge der strategischen Neuaufstellung der FP Holding im Rahmen der ACT-Strategie des FP-Konzerns.

11.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen

Ursache für den deutlichen Anstieg im Berichtsjahr sind im Wesentlichen die gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Mio. Euro erhöhten Rechts- und Beratungskosten. Des Weiteren steigerten sich die sonstige Sach- und Dienstleistungskosten um 0,5 Mio. Euro sowie die Aufwendungen für Werbung um 0,2 Mio. Euro.

11.1.6 Beteiligungsergebnis

Der deutliche Rückgang der Erträge aus Beteiligungen und Ergebnisabführungsverträgen im Jahr 2016 beruht im Wesentlichen aus verminderten Ergebnisabführungen aufgrund einer im Vorjahresvergleich rückläufigen operativen Entwicklung sowie konzerninternen Umstrukturierungen und der damit verbundenen Abspaltung einer Organgesellschaft aus dem Organkreis sowie aufgrund rückläufiger Gewinnausschüttungen ausländischer verbundener Unternehmen.

11.1.7 Zinsergebnis

Der Rückgang des Zinsergebnisses resultierte im Wesentlichen aus verminderten Zinserträgen verbundener Unternehmen.

11.1.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Der Ertrag aus den Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro Aufwand) resultierte im Wesentlichen aus dem negativen Ergebnis vor Steuern im Jahr 2016 sowie der ertragswirksamen Anpassung latenter Steuern aufgrund steuerbilanzieller Korrekturen in Vorjahren.

11.1.9 Jahresüberschuss/ -fehlbetrag

Im Wesentlichen aufgrund der deutlich verminderten Ergebnisabführungen erzielte die FP Holding im Berichtsjahr einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -0,4 Mio. Euro nach 7,9 Mio. Euro im Vorjahr.

11.2 FINANZLAGE

LIQUIDITÄTSANALYSE in Mio. Euro

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1.1.-31.12.2016 1.1.-31.12.2015
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit -3,7 -3,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit -0,4 -0,3
Free Cashflow -4,2 -3,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 3,2 4,4
Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel -0,9 1,0

Die Veränderung des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Jahr 2016 beruht im Wesentlichen aus verminderten Zinserträgen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 0,6 Mio. Euro.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verminderte sich im Wesentlichen aufgrund eines niedrigeren Saldos aus Einzahlungen und Auszahlungen von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4,6 Mio. Euro (im Vorjahr 6,8 Mio. Euro) und der rückläufigen Dividendenzahlung in Höhe von 1,9 Mio. Euro (im Vorjahr 2,6 Mio. Euro).

Die FP Holding konnte im Jahr 2016 zu jedem Zeitpunkt ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

11.3 VERMÖGENSLAGE

Verkürzte Bilanz der FP Holding

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in Mio. Euro 2016 2015 Veränderung
Anlagevermögen 76,6 64,2 12,4
Umlaufvermögen 38,3 47,2 -8,9
Rechnungsabgrenzungsposten und aktive latente Steuern 1,7 1,7 -
Aktiva 116,7 113,2 3,5
Eigenkapital 71,0 72,8 -1,8
Rückstellungen 6,0 5,6 0,4
Verbindlichkeiten und passive latente Steuern 39,7 34,8 4,9
Passiva 116,7 113,2 3,5

11.3.1 Anlagevermögen

Die Finanzanlagen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund konzerninterner Umstrukturierungen.

11.3.2 Umlaufvermögen

Die Minderung des Umlaufvermögens resultierte insbesondere aus dem Rückgang der konzerninternen Forderungen (-8,2 Mio. Euro). Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit konzerninternen Umstrukturierungen (Abspaltung und Einbringung einer Tochtergesellschaft) und daraus resultierenden Kapitaleinlagen, die mit konzerninternen Forderungen verrechnet wurden.

11.3.3 Eigenkapital

Das Eigenkapital entwickelte sich im Berichtsjahr aufgrund des Jahresfehlbetrag in Höhe von -0,4 Mio. Euro sowie infolge der Dividendenzahlung 2016 in Höhe von 1,9 Mio. Euro rückläufig. Die Eigenkapitalquote verminderte sich von 64,3 % auf 60,9 %.

11.3.4 Rückstellungen

Der leichte Anstieg der Rückstellungen im Jahr 2016 beruhte auf um 0,7 Mio. Euro verminderten Rückstellungen für Steuern und höheren sonstigen Rückstellungen um 1,1 Mio. Euro, im Wesentlichen aufgrund gestiegener variabler Vergütungen sowie höherer Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten.

11.3.5 Verbindlichkeiten und passive latente Steuern

Der Anstieg der Verbindlichkeiten und passiven latenten Steuern beruht im Wesentlichen auf einer Steigerung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4,6 Mio. Euro.

11.4 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF DER FP HOLDING

Die Prognose sah für das Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz auf Vorjahresniveau und einen leicht rückläufigen Jahresüberschuss vor. Der erwartete Rückgang des Jahresüberschusses beruhte auf einem niedriger geplanten Beteiligungsergebnis.

Im Jahr 2016 erwirtschaftete die FP Holding einen Umsatz in Höhe von 2,4 Mio. Euro und erreichte damit die Prognose. Das Beteiligungsergebnis und in der Folge der Jahresfehlbetrag wurden maßgeblich durch die um rund 9,8 Mio. Euro verminderten Erträge aus Beteiligungen und Ergebnisabführungsverträgen - im Wesentlichen aus verminderten Ergebnisabführungen aufgrund einer im Vorjahresvergleich rückläufigen operativen Entwicklung sowie konzerninternen Umstrukturierungen - beeinflusst. Positive Auswirkungen auf den Jahresfehlbetrag in Höhe von -0,4 Mio. Euro ergaben sich aus dem Ertrag der Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 0,4 Mio. Euro (im Vorjahr 3,9 Mio. Euro Aufwand).

11.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF

Das Geschäftsjahr 2016 war für den FP-Konzern und damit auch für die FP Holding insgesamt erfolgreich. Der FP-Konzern erarbeitete im Jahresverlauf 2016 die neue Strategie ACT und stellte sie im November der Öffentlichkeit vor. Diese Strategie läutet eine neue Ära ein und macht den Konzern zu einem dynamischen Wachstumsunternehmen. Begleitet wird die Strategie ACT durch das FP FIT-Programm zur Steigerung der Effizienz und der Umsetzungsstärke in allen Bereichen mit den vier Schwerpunkten Finanzen, Personal, Vertrieb und Digitalisierung. Im Zuge dessen wurden erste Maßnahmen, wie beispielsweise zur Verbesserung der Steuerquote, zur Erhöhung der Sicherheit und Qualität in Abschluss- und Reportingprozessen, zum Aufbau eines Treasury-Bereiches sowie die Erneuerung des Risiko- und Chancenmanagementsystems erfolgreich umgesetzt. Im Ergebnis wurde die Position der FP Holding als Management-Holding im Geschäftsjahr 2016 deutlich gestärkt.

11.6 RISIKEN UND CHANCEN

Die Geschäftsentwicklung der FP Holding unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des FP-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die FP Holding grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken und Chancen sind im »Risiko- und Chancenbericht« dargestellt. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren.

11.7 PROGNOSEBERICHT

Aufgrund der Verflechtungen der FP Holding mit den Konzerngesellschaften verweisen wir auf unsere Aussagen im Prognosebericht des Konzernlageberichts, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln. Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet die FP Holding eine leichte Steigerung des Beteiligungsergebnisses und einen leicht erhöhten Jahresfehlbetrag. Der Anstieg des Jahresfehlbetrags geht bei höher erwarteten Erträgen aus Ergebnisabführungen auf rückläufige sonstige betriebliche Erträge sowie auf einen höher geplanten Personalaufwand zurück.

Diese Planung basiert auf dem Kenntnisstand am Jahresanfang 2017. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die angegebenen Plandaten von den später tatsächlich erreichten Werten abweichen können.

12. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER NACH § 315 ABS. 1 SATZ 6 UND NACH § 289 ABS. 1 SATZ 5 HGB

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Berlin, 29. März 2017

Rüdiger Andreas Günther, Vorstandsvorsitzender

Thomas Grethe, Vorstand

Sven Meise, Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

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31.12.2016 31.12.2015
TEUR TEUR TEUR
--- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 343 50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 1.180 1.221
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 183 157
1.363 1.378
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 21.767 9.660
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 53.123 53.123
74.890 62.783
76.596 64.211
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 36.656 44.866
2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.616 1.336
--davon aus Steuern TEUR 482 (i. Vj. TEUR 822)--
38.272 46.202
II. Guthaben bei Kreditinstituten 76 1.017
38.348 47.219
C. Rechnungsabgrenzungsposten 770 610
D. Aktive latente Steuern 957 1.117
116.671 113.157
Passiva
31.12.2016 31.12.2015
TEUR TEUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Ausgegebenes Kapital
1. Gezeichnetes Kapital 16.215 16.160,00
2. Nennbetrag der eigenen Anteile 0 -164
16.215 15.996
II. Kapitalrücklage 39.135 38.806
III. Bilanzgewinn 15.649 17.966
70.999 72.768
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 627 613
2. Steuerrückstellungen 2.238 2.978
3. Sonstige Rückstellungen 3.087 1.986
5.952 5.577
C. KURZFRISTIGE SCHULDEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 37.968 33.373
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 670 191
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 606 1
4. Sonstige Verbindlichkeiten 222 211
--davon aus Steuern TEUR 182 (i. Vj. TEUR 203)--
39.466 33.776
D. Passive latente Steuern 254 1.036
116.671 113.157

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

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1.1. - 31.12.2016 1.1. - 31.12.2015 (angepasst nach BilRUG) 1.1. - 31.12.2015 (wie berichtet)
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 2.434 2.083 2.049
2. Sonstige betriebliche Erträge 2.284 1.248 1.282
3. Materialaufwand 844 406 0
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 4.365 3.432 3.432
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 390 525 525
--davon für Altersversorgung TEUR -22 (i. Vj. TEUR 76)--
4.755 3.957 3.957
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 134 110 110
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.593 3.270 3.667
7. Erträge aus Beteiligungen 0 38 38
--davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 0 (i. Vj. TEUR 38)--
8. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 5.386 15.305 15.305
9. Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen 108 214 214
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.624 2.016 2.016
--davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.624 (i. Vj. TEUR 2.016)--
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 155 334 334
--davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 148 (i. Vj. TEUR 334)--
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.254 1.209 1.209
13. Außerordentliche Aufwendungen 0 0 9
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (im Geschäftsjahr Ertrag, i.Vj. Aufwand) 416 3.916 3.916
--davon aus Veränderung bilanzierter latenter Steuern TEUR -3.011 (i.Vj. TEUR 2.425)--
15. Ergebnis nach Steuern -390 7.942 7.942
16. Sonstige Steuern 4 5 5
17. Jahresüberschuss / -fehlbetrag -394 7.937 7.937
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 16.043 10.029 10.029
19. Bilanzgewinn / -verlust 15.649 17.966 17.966

Anhang für das Geschäftsjahr 2016

der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin

I. Allgemeine Angaben

Die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin (nachfolgend auch "FP Holding" oder "Gesellschaft" genannt), ist die Obergesellschaft des Francotyp-Postalia-Konzerns (nachfolgend auch "Francotyp-Postalia"). Sitz der Gesellschaft ist Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin.

Die FP Holding ist in 2015 in das Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter HRB 169096 eingetragen worden. Die Gesellschaft war zuvor im Amtsgericht Neuruppin unter HRB 7649 eingetragen.

FP Holding ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der Postausgangsverarbeitung mit einer über 90-jährigen Firmengeschichte. Die Gesellschaft hat eine reine Holding Funktion. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Tochterunternehmen der FP Holding liegt in dem traditionellen Produktgeschäft, welches aus der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Frankiermaschinen, Kuvertiermaschinen und aus dem After-Sales-Geschäft besteht. Zudem bietet die FP-Gruppe ihren Kunden in Deutschland durch ihre Tochtergesellschaft freesort GmbH und deren Tochtergesellschaft der internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik sowie der Mentana-Claimsoft GmbH Sortier- und Konsolidierungsdienstleistungen, Hybrid-Mail-Produkte und Produkte zur vollelektronischen Kommunikation an.

Seit 2006 sind sämtliche Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG zum amtlichen Markt zugelassen. Gleichzeitig erfolgte die Zulassung zum Teilbereich des amtlichen Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse, wobei die Aktien an der Frankfurter Börse mit der Wertpapierkennnummer FPH900 gehandelt werden.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Im Geschäftsjahr 2016 werden erstmalig die Vorschriften des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) angewendet.

Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt -zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Den linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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Jahre
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3-6
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3-25
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-10

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten, die Ausleihungen und die Forderungen jeweils zum Nennwert bilanziert. Die Vermögensgegenstände werden regelmäßigen Werthaltigkeitstests unterzogen. Ist den Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen, werden in Höhe der Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen bedarf es der Schätzung künftiger Cashflows der jeweiligen Tochtergesellschaft sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Die Verzinsung wird nach Effektivzinsmethode vorgenommen und richtet sich nach dem Refinanzierungszinssatz des Konzerns. Für die zweifelhaften Forderungen werden entsprechende Einzelwertberichtigungen gebildet.

Die Forderungen in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst. Ergibt sich im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag eine höhere Forderung, so wird die Forderung mit dem historischen Kurs angesetzt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit diese Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die eigenen Anteile werden als Abzugsposten vom gezeichneten Kapital abgebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten wird mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Weitere Aufwendungen des Erwerbs, die Anschaffungsnebenkosten sind, werden als Aufwand des Geschäftsjahres behandelt.

Die Rückstellungen für Pensionen wurden mit dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Wert auf Basis der "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach der Projected Unit Credit Method, unter Anwendung eines Rechnungszinsfußes gemäß § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB gebildet und gegebenenfalls mit vorhandenem Planvermögen verrechnet. Aktuell wird ein Rechnungszinsfuß in Höhe von 3,24 % (im Vorjahr 3,89 %) bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 7 Jahren und in Höhe von 4,01 % (im Vorjahr kein Ansatz) bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 10 Jahren verwendet. Durchschnittlich erwartete jährliche Rentensteigerungen wurden mit 2,00% (im Vorjahr 2,00%) berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung auf Grund der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird bis zum 31.12.2024 mit mindestens /15 angesammelt und in den außerordentlichen Aufwendungen gezeigt.

Bei mittelbaren Pensionszusagen wird von dem Wahlrecht des Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und keine Pensionsrückstellung erfasst. Ein etwaiger Fehlbetrag, welcher sich als Differenz aus der Rückstellung und dem Vermögen der Versorgungseinrichtung ergibt, wird im Anhang angegeben.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst gebildet.

Entsprechend § 254 HGB hat die Gesellschaft das Wahlrecht dahingehend ausgeübt, dass keine Bewertungseinheiten gebildet werden. Mithin werden die negativen Zeitwertveränderungen der Derivate über die Laufzeit entsprechend dem handelsrechtlichen Imparitätsprinzip durch Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften antizipiert. Positive Zeitwertveränderungen werden entsprechend dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip nicht berücksichtigt.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind in Höhe ihrer Erfüllungsbeträge bewertet.

Die kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Ergibt eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr am Bilanzstichtag eine geringere Verbindlichkeit, so wird die Verbindlichkeit zum historischen Kurs bewertet.

Als latente Steuern werden Steuerbe- und Steuerentlastungen in der Bilanz angesetzt, die sich aus Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie aus Zins- und Verlustvorträgen ergeben und die sich in den nächsten fünf Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Sich ergebende Steuerbe- und Steuerentlastungen werden unverrechnet angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der in der Bilanz genannten Anlagenposten im Geschäftsjahr 2016 ist aus dem als Anlage 1 beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Unter den Finanzanlagen werden Anteile an der Francotyp-Postalia GmbH (FP GmbH), Berlin, (vormals Birkenwerder), Berlin, der freesort GmbH (freesort), Langenfeld, der FP InovoLabs GmbH, Berlin (vormals Birkenwerder), der FP Systems India Private Limited, Mumbai, der FP Produktionsgesellschaft mbH, Wittenberge, sowie der Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree, ausgewiesen.

Dazu wurde mit Abspaltungs- und Übernahmevertrag vom 29.06.2016 der Geschäftsanteil an der FP Vertrieb und Service GmbH nach den Vorschriften der §§123 ff. UmwG aus der Francotyp-Postalia GmbH abgespalten und auf die Mentana-Claimsoft GmbH übertragen. Der Anteilsbesitz der FP Holding AG an der Mentana-Claimsoft GmbH erhöhte sich um TEUR 18.186. Die Abspaltung und Übernahme erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.01.2016. Die Eintragung im HRB erfolgte am 31.10.2016.

Mit Beschluss vom 31. Dezember 2016 hat die Mentana-Claimsoft eine Einlagenrückgewähr aus der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 6.080 an die FP Holding durchgeführt, welche den Beteiligungsbuchwert bei der FP Holding um diesen Betrag mindert. Entsprechend erhöht sich die Forderung der FP Holding gegen die Mentana-Claimsoft, sodass im Ergebnis bilanziell ein Aktivtausch abgebildet wird.

Die FP Holding hat ihr Vorkaufsrecht hinsichtlich der übrigen Anteile (48,99 %) an der internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik, Berlin (iab) mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 ausgeübt. Der Beteiligungsbuchwert erhöhte sich dadurch um den Kaufpreis in Höhe von TEUR 800. Im Anschluss hat sie ihren 100 %-igen Anteil an der Gesellschaft an die freesort GmbH veräußert.

Die FP Holding hält 0,002% der Anteile an der im September 2010 gegründeten FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien, 99,996% der Anteile werden unmittelbar von der FP GmbH gehalten.

Der Anteilsbesitz verteilt sich wie folgt:

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Pos. Nr. Gesellschaft Währung Anteil am Kapital

in %
Ergebnis 31.12.2016 Eigen-Kapital 31.12.2016 Anteilseigner (Pos. Nr.)
1 Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, Deutschland
Aufstellung des Anteilsbesitzes
2 Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 1.005 1
3 freesort GmbH, Langenfeld, Deutschland TEUR 100 4.224 5.610 1
4 internet access GmbH lilibit Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik, Berlin, Deutschland TEUR 100 930 1.039 3
6 FP Direkt Vertriebs GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 26 2
7 Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 11.187 12
8 FP Hanse GmbH, Hamburg, Deutschland TEUR 100 0 102 7
9 FP InovoLabs GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 0 215 1
10 Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH, Berlin, Deutschland TEUR 100 -371 3.659 2
11 FP Produktionsgesellschaft mbH, Wittenberge, Deutschland TEUR 100 0 319 1
12 Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree, Deutschland TEUR 100 2.189 8.137 1
13 Francotyp-Postalia N.V./S.A., Antwerpen, Belgien TEUR 99,97 46 769 2
14 Francotyp-Postalia GmbH, Wien, Österreich TEUR 100 222 981 2
15 Ruys Handelsvereniging B.V., Zoetermeer, Niederlande TEUR 100 292 587 2
16 Italiana Audion s.r.l., Mailand, Italien TEUR 100 -408 -237 2
17 Francotyp-Postalia Ltd., Dartford, Großbritannien TGBP 100 2.355 7.834 2
18 Francotyp-Postalia Inc., Addison, Illinois, USA TUSD 100 641 35.657 2
19 Francotyp-Postalia Canada Inc., Concord, Kanada TCAD 100 202 -2.357 18
20 Francotyp-Postalia Sverige AB, Solna, Schweden TSEK 100 342 1.049 2
21 Francotyp-Postalia France SARL, Rungis, Frankreich TEUR 100 35 349 2
22 Francotyp-Postalia Asia Pte.Ltd., Singapur, Singapur* TSGD - - - -
23 FP Data Center Inc., Osaka, Japan TJPY 49 372 94.781 2
24 Nippon Postalia-Francotyp Co. Ltd., Tokyo, Japan TJPY 24,01 -543 892 23
25 FP Systems India Private Limited Mumbai, Indien TINR 99,996 -324 927 1 und 2
26 FP Direct Ltd., Dartford, Großbritannien GBP 100 n.a 1 17

* noch keine Zahlen verfügbar

** abweichendes Wirtschaftsjahr, Zahlen zum 31. Mai 2016

Die Finanzanlagen entsprechen ca. 64% (im Vorjahr 56%) der Bilanzsumme bzw. 106% (im Vorjahr 86%) des Eigenkapitals.

Die Ausleihungen bestehen unverändert in Höhe von TEUR 53.123 (im Vorjahr TEUR 53.123) davon TEUR 48.623 an die FP GmbH sowie in Höhe von TEUR 4.500 an die freesort GmbH. Für die Ausleihungen an die freesort GmbH wurde eine Rangrücktrittserklärung abgegeben.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 36.657 (im Vorjahr TEUR 44.866) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sie beinhalten neben Cash-Pooling und kurzfristiger Finanzierung auch den Ertrag aus Ergebnisabführung der FP GmbH von TEUR 4.882 (im Vorjahr TEUR 14.810) sowie der FP Produktionsgesellschaft mbH von TEUR 503 (im Vorjahr TEUR 495).

Am 29. Juni 2016 wurde ein Forderungsverzicht gegenüber der FP Vertrieb und Service in Höhe von TEUR 18.186 beschlossen, wodurch sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zugunsten der Beteiligungen reduziert haben. Die Mentana-Claimsoft hat mit Beschluss vom 31. Dezember 2016 eine Rückzahlung aus der Kapitalrücklage beschlossen in Höhe von TEUR 6.080. Die Forderungen gegen die Mentana-Claimsoft erhöhen sich zum Stichtag entsprechend.

Die sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 1.616 (im Vorjahr TEUR 1.336) beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus noch nicht erhaltenen Fördermitteln der Investitionsbank Berlin in Höhe von TEUR 1.051 sowie Steuern vom Einkommen und Ertrag gegen das Finanzamt von TEUR 324 (im Vorjahr TEUR 822) Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit kleiner ein Jahr.

3. Rechnungsabgrenzung ARAP

In den Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 770 (im Vorjahr TEUR 610) sind im Wesentlichen Abgrenzungen für Bankgebühren von TEUR 651 (im Vorjahr TEUR 510) enthalten.

4. Aktive latente Steuern

Es sind aktive latente Steuern von TEUR 956 (im Vorjahr TEUR 1.117) ausgewiesen. Der Steuersatz beträgt 30,18% (im Vorjahr 30,18%). Francotyp-Postalia Holding AG ist körperschaft- und -gewerbe steuerlicher Organträger der Gesellschaften Francotyp-Postalia GmbH, FP Direkt Vertriebs GmbH, FP Produktionsgesellschaft mbH und FP Inovolabs GmbH. Die mittelbaren Beteiligungen an den ehemaligen Organgesellschaften FP Vertrieb und Service GmbH sowie der FP Hanse GmbH wurden im Rahmen einer konzerninternen Umstrukturierung an eine andere Konzerngesellschaft übertragen.

Die aktiven latenten Steuern wurden auf steuerliche Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen der Francotyp-Postalia Holding AG sowie Ihrer Organgesellschaften gebildet.

5. Eigenkapital

5.1 Grundkapital

Das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG beträgt derzeit TEUR 16.215 (im Vorjahr TEUR 16.160) und ist eingeteilt in 16.215.356 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag und anteiliger Berechtigung am Gewinn der Gesellschaft. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt.

Im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010 wurden im Berichtsjahr 163.944 eigenen Aktien ausgegeben. Damit besitzt die Gesellschaft zum 31. Dezember 2016 keine eigenen Anteile mehr (im Vorjahr 163.944 Stück bzw. 1,01 % des Grundkapitals mit einem Kurswert von TEUR 702 zum 31.12.2015).

5.2 Kapitalrücklage

In 2016 wurden im Rahmen der Ausübung des Aktienoptionsprogramms 2010 eigene Anteile reduziert. Der den Nominalwert übersteigenden Betrag in Höhe von TEUR 329 wurde der Kapitalrücklage zugeführt.

5.3 Geltende Beschlüsse

Kapitalgenehmigung für genehmigtes und bedingtes Kapital

Am 11. Juni 2015 sind bei der FP Holding Hauptversammlungsbeschlüsse über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) von TEUR 8.080, die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung des Vorstandes zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital 2011) und über die entsprechende Satzungsänderung gefasst worden. Das Grundkapital der Gesellschaft kann bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu TEUR 8.080 erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu TEUR 6.464 durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/I).

Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 10. Juni 2020 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des § 18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung zu ändern.

Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu TEUR 960 durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2015/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung gemäß der Anpassung des Aktienoptionsplans 2010 und des Bedingten Kapitals 2010 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil.

Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu TEUR 200.000 zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu TEUR 6.464 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.

Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.

Aktienrückkaufprogramm

Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. Juni 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§ 71d und 71e AG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden.

Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Juni 2020. Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juni 2010 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete mit Wirksamwerden der neuen Ermächtigung. Im Zusammenhang mit dieser Ermächtigung wurden im Zeitraum November 2007 bis April 2008 insgesamt 370.444 Aktien erworben. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Aktien hinzugekauft. Zum 31. Dezember 2016 hält die FP Holding keine eigenen Aktien mehr.

Nachdem die eigenen Aktien im Zusammenhang mit der Erfüllung von Bezugsrechten aus dem Aktienoptionsplan 2010 vollständig verbraucht waren, wurde das Grundkapital um 55.356 EUR erhöht und das bedingte Kapital 2015/II in Anspruch genommen (siehe Tz. 16. Eigenkapital Bedingtes Kapital 2015/II).

Die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile geht aus folgender Überleitungsrechnung hervor:

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Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile
Anzahl der Stückaktien 16.160.000
Rückkauf eigener Anteile -163.944
Stand 31.12.2015 15.996.056
Anzahl der Stückaktien per 31.12.2015 16.160.000
Kapitalerhöhung (bedingtes Kapital 2015/II) 55.356
Stand 31.12.2016 16.215.356

Im Berichtsjahr wurden 219.000 Aktien (im Vorjahr 39.000), davon 163.944 im Bestand befindliche eigene Aktien bestimmungsgemäß für die Bedienung von Bezugsrechten aus dem Aktienaktionsplan 2010 der Gesellschaft ausgegeben.

Aktienoptionsplan 2010

Im Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2010 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 1. Juli 2010 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 1.045.000 durch die Ausgabe von bis zu 1.045.000 Stück nennwertloser Inhaberaktien [...] bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen."

Der damit beschlossene Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung.

Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden.

Aktienoptionsplan 2015

In Abschnitt 1.1 des Aktienoptionsplans 2015 der Francotyp-Postalia Holding AG heißt es: "Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG [...] hat am 11. Juni 2015 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 959.500 durch die Ausgabe von bis zu 959.500 Stück nennwertloser Inhaberaktien (die "Aktien") bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG [...] und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte [...] auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen."

Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist.

Zweck beider Aktienoptionspläne ist gemäß Ziffer 1.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans "die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes."

Jede einzelne Aktienoption berechtigt gemäß Ziffer 2.2 des jeweiligen Aktienoptionsplans zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG.

Eine Option hat gemäß Ziffer 2.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans jeweils eine Laufzeit von 10 Jahren ab dem Zeitpunkt der Zuteilung. Die Optionen sind entsprechend Ziffer 2.4 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht verbrieft. Zuzahlungen waren bei der Zuteilung der Optionen entsprechend Ziffer 5.5 des jeweiligen Aktienoptionsplans nicht zu leisten.

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Tag der Gewährung Anzahl der Instrumente in Tausend Vertragliche Laufzeit der Optionen ab Zuteilung Verbriefung Zuzahlung bei Zuteilung
01.09.2010 900.000 10 Jahre Nein Keine
27.04.2012 75.000 10 Jahre Nein Keine
07.09.2012 20.000 10 Jahre Nein Keine
06.12.2014 57.500 10 Jahre Nein Keine
11.06.2014 30.000 10 Jahre Nein Keine
31.08.2015 465.000 10 Jahre Nein Keine
25.11.2015 40.000 10 Jahre Nein Keine
31.08.2016 180.000 10 Jahre Nein Keine

Von den in 2016 zugeteilten Aktienoptionen des Plans 2015 entfallen 180.000 Aktienoptionen auf ein Mitglied des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG.

5.4 Gewinnverwendung

Eine Dividende wurde im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 1.923 (im Vorjahr TEUR 2.559) ausgeschüttet. Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG plant für 2016 eine Dividendenausschüttung von 0,16 €/ Aktie an die Anteilseigner.

5.5 Ausschüttungssperre

Auf Grund der Wahlrechtsausübung zum Ausweis aktiver latenter Steuern unterliegt ein Betrag in Höhe von TEUR 703 (im Vorjahr TEUR 81) gemäß § 268 Absatz 8 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre.

6. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 627 (im Vorjahr TEUR 613) betreffen mit TEUR 616 (im Vorjahr TEUR 603) Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie Sterbegeldverpflichtungen in Höhe von TEUR 11 (im Vorjahr TEUR 10). Der Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 688 (im Vorjahr TEUR 685). Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht des Art. 67 EGHGB in Anspruch. Der Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2016 TEUR 72 (im Vorjahr TEUR 82). Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 3,24% (im Vorjahr 3,89%) bei einem Durchschnitt der letzten 7 Jahr und 4,01% (im Vorjahr ohne Wert) bei einem Durchschnitt der letzten 10 Jahre, die jährliche Lebenshaltungskostensteigerungen beziehungsweise erwartete Rentensteigerungen von 2,00% (im Vorjahr 2,00%) zu Grunde.

Im Zuge des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften vom 11. März 2016 wurde der für die Abzinsung relevante durchschnittliche Marktzinssatz von sieben auf zehn Jahre für Pensionsverpflichtungen erhöht. Es ergibt sich folgender Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB:

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Abzinsung mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz von sieben Jahren Abzinsung mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz von zehn Jahren
Angesetzter Rechnungszins für Pensionsgutachten in % 3,24 4,01
Erfüllungsbetrag zum 31. Dezember 2016 792 688

Der Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 104 (im Vorjahr TEUR 0) unterliegt einer Ausschüttungssperre. Weiterhin besteht eine mittelbare Pensionszusage, bei der die zugesagten Altersversorgungsleistungen an die Versorgungsberechtigten durch die Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH erbracht werden. Der Fehlbetrag gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB vor Abzug des Kassenvermögens beläuft sich auf TEUR 89 (im Vorjahr TEUR 57) bei einem Durchschnitt des Rechnungszinses der letzten 7 Jahr und TEUR 76 (im Vorjahr ohne Wert) bei einem Durchschnitt des Rechnungszinses der letzten 10 Jahre.

7. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 2.237 (im Vorjahr TEUR 2.978) beinhalten die auf Grund einer Betriebsprüfung zu erwartenden Steuernachzahlungen für den Betriebsprüfungszeitraum 2005 bis 2013 sowie laufende Steuern. TEUR 2.186 (im Vorjahr TEUR 1.616) sind periodenfremd.

8. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.087 (im Vorjahr TEUR 1.986) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Prämien und Tantiemen in Höhe von TEUR 939 (im Vorjahr TEUR 434), für Jahresabschluss- und Steuerberatungskosten in Höhe von TEUR 720 (im Vorjahr TEUR 443), für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 522 (im Vorjahr TEUR 187), für Beratungskosten in Projekten in Höhe von TEUR 482 (im Vorjahr 0), ausstehende Urlaubs- und Mehrarbeitsverpflichtungen in Höhe von TEUR 210 (im Vorjahr TEUR 73), für sonstige ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 91 (im Vorjahr TEUR 327), , für Verluste aus Derivaten in Höhe von TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 121) sowie für Abfindungen in Höhe von TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 245). Von den Rückstellungen haben TEUR 204 eine Laufzeit von über einem Jahr.

9. Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr 2016 schloss der FP-Konzern mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium einen neuen, signifikant erweiterten Konsortialdarlehensvertrag zu verbesserten Rahmenbedingungen und Konditionen über TEUR°120.000 ab, verbunden mit einer Erhöhungsoption von TEUR°30.000. Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 14.06.2021 mit zweimaliger Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr. Damit wurden vorzeitig Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der bis Oktober 2019 laufenden bisherigen Finanzierung in Höhe von TEUR 33.373 abgelöst.

Der FP-Konzern ist gemäß dem neuen Konsortialdarlehensvertrag verpflichtet:

den Nettoverschuldungsgrad ≤ 3,0x und den Interest Cover ≥ 5,0x einzuhalten

Unter dem bisherigen Kreditengagement hatte der FP-Konzern noch vier, deutlich enger gefasste Finanzkennzahlen einzuhalten (Verschuldungsgrad, Kapitaldienstdeckungsgrad, bereinigte Eigenmittel und Eigenmittelquote).

Zu den weiteren wesentlichen inhaltlichen Neuerungen der Finanzierungsdokumentation auf Basis der britischen Loan Market Association (LMA) gehört auch die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Des Weiteren schafft der neue Kreditvertrag auch Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem hat der FP-Konzern zukünftig unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Auch die Konditionen (Marge zzgl. dem Referenzzinssatz und Bereitstellungsprovision) konnten im Vergleich zur bisherigen Finanzierung verbessert werden. Durch den neuen Konsortialdarlehensvertrag hat der FP-Konzern insgesamt deutlich an finanzieller Stabilität und Flexibilität gewonnen.

Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 222 (im Vorjahr TEUR 211) beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern. Hiervon entfallen TEUR 6 (im Vorjahr TEUR 140) auf Ertragsteuern und TEUR 176 (im Vorjahr TEUR 63) auf Lohnsteuern.

Die Verbindlichkeiten haben nachfolgend dargestellte Restlaufzeiten:

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TEUR Summe bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2016
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 37.968 0 37.968 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 670 670 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 607 607 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 222 222 0 0
Summe 39.467 1.499 37.968 0
2015
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 33.373 3.000 30.373 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 191 191 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1 1 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 211 211 0 0
Summe 33.776 3.403 30.373 0

10. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern werden mit einem Steuersatz von 30,18% (im Vorjahr 30,18%) ermittelt. In 2016 werden passive latente Steuern in Höhe von TEUR 254 (im Vorjahr TEUR 1.036) ausgewiesen. Die passiven latenten Steuern wurden auf temporäre Differenzen der Francotyp-Postalia Holding AG sowie ihrer Organgesellschaften gebildet.

11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus dem am Bilanzstichtag bestehenden Mietvertrag resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 2.434 (im Vorjahr TEUR 2.783). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 740 (im Vorjahr TEUR 713) und TEUR 1.694 (im Vorjahr 2.070) auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren.

Aus den am Bilanzstichtag bestehenden sonstigen Verträgen (Bestellobligo, Mobilfunk, Kapitalmarktbetreuung, Presseclipping usw.) resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt TEUR 474 (im Vorjahr TEUR 539). Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 469 (im Vorjahr TEUR 376) und TEUR 5 (im Vorjahr TEUR 163) auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren.

Gegenüber verbundenen Unternehmen bestanden zum Abschlussstichtag finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen für Firmenfahrzeuge in Höhe von insgesamt TEUR 182 (im Vorjahr TEUR 110).

Hiervon entfallen auf die Laufzeit von bis zu einem Jahr TEUR 72 (im Vorjahr TEUR 54) und auf die Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren TEUR 109 (im Vorjahr TEUR 56).

12. Haftungsverhältnisse

Alle gegenwärtigen, bedingten und künftigen Forderungen der Finanzierungsparteien des Konsortialdarlehensvertrages aus oder im Zusammenhang mit diesem Darlehensvertrag, einer Abzweiglinienvereinbarung oder den weiteren Finanzierungsdokumenten sind in Form von Garantien besichert. Jeder Garant garantiert selbständig und unabhängig gegenüber den Finanzierungsparteien unwiderruflich und unbedingt die Zahlung aller nach dem Darlehensvertrag oder einem anderen Finanzierungsdokument von den Darlehensnehmern geschuldete Beträge, sofern diese nicht rechtzeitig oder nicht in voller Höhe beglichen werden. Die Garanten verpflichteten sich, jede Zahlung unter dieser Garantie frei von Abzügen oder Einbehalten zu leisten.

Garanten sind neben der Darlehensnehmerin FP Holding auch die Francotyp-Postalia GmbH, die freesort GmbH, die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, die FP Produktionsgesellschaft mbH, die Mentana-Claimsoft GmbH, die iab GmbH, die Francotyp-Postalia Inc. (USA), die Francotyp-Postalia Ltd. (UK), die Francotyp-Postalia Canada Inc. (Kanada) sowie die Francotyp-Postalia France SARL (Frankreich).

Die freesort GmbH hat am 14. März 2011 und am 20. April 2011 jeweils einen Leasingvertrag mit der IKB Leasing GmbH für zwei Briefsortiermaschinen abgeschlossen. In Höhe von TEUR 624 hat die Francotyp-Postalia Holding AG für diese Leasingverträge eine selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven Fortführungsprognose der freesort GmbH als gering eingestuft.

Mit notarieller Beurkundung vom 27. Januar 2012 hat die Gesellschaft eine Höchstbetragsbürgschaft gegenüber der Investitionsbank des Landes Brandenburg für die Sicherung der Forderungen aus dem Subventionsverhältnis insbesondere für mögliche zukünftige Erstattungsansprüche gegen die FP Produktionsgesellschaft mbH in Höhe von TEUR 365 übernommen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven Fortführungsprognose der FP Produktionsgesellschaft mbH als gering eingestuft.

Die FP Holding hat am 29. Februar 2016 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft freesort GmbH eine Patronatserklärung abgegeben mit dem Inhalt, dass sie bis zum 31. Dezember 2017 unwiderruflich die uneingeschränkte Verpflichtung übernimmt

die freesort GmbH auf deren erstes Anfordern mit zusätzlicher Liquidität oder sonstigen finanziellen Mitteln auszustatten, soweit dies erforderlich ist, um es ihr zu ermöglichen, alle fälligen Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen und dadurch eine bestehende oder drohende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen und um eine bestehende Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne zu vermeiden und
dafür Sorge zu tragen, dass die freesort GmbH in der Lage sein wird, ihren Geschäftsbetrieb im Wesentlichen fortzuführen.

Darüber hinaus hat die FP Holding am 29. Februar 2016 gegenüber der freesort GmbH eine unbefristete Rangrücktrittsvereinbarung abgegeben. Inhalt dieser Vereinbarung ist:

Der Rangrücktritt mit allen der FP Holding aus der Gewährung von zusätzlicher Liquidität im Sinne der oben genannten Patronatserklärung zustehenden Forderungen gegen die Gesellschaft gem. § 39 Abs. 2 InsO im Insolvenzverfahren hinter alle gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen anderer Gläubiger der Gesellschaft. Die Forderungen, hinter die die FP Holding zurückgetreten ist, sind nicht vor, sondern nur zugleich mit den Einlagerückgewährungsansprüchen eventueller übriger Gesellschafter zu berücksichtigen.
Auf die Forderungen, mit denen die FP Holding zurückgetreten ist, sind Zahlungen lediglich aus ausgewiesenen Jahresüberschüssen entsprechend der Handelsbilanz, einem Liquiditätsüberschuss oder aus sonstigem freien Vermögen zu leisten.

Die freesort GmbH erzielte in den letzten Jahren Umsatz- und Ergebniszuwächse. Eine Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung sowie aus der Rangrücktrittsvereinbarung erscheint nicht wahrscheinlich.

Die FP Holding hat am 16. Dezember 2016 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft GmbH eine bis zum 31. Dezember 2018 befristete Patronatserklärung mit folgendem Inhalt abgegeben:

die Mentana-Claimsoft GmbH auf deren erstes Anfordern mit zusätzlicher Liquidität oder sonstigen finanziellen Mitteln auszustatten, soweit dies erforderlich ist, um es der Gesellschaft zu ermöglichen, alle fälligen Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen und dadurch eine bestehende oder drohende Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft zu beseitigen und um eine bestehende Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne zu vermeiden und
dafür Sorge zu tragen, dass die Mentana-Claimsoft GmbH in der Lage sein wird, ihren Geschäftsbetrieb im Wesentlichen fortzuführen.

Darüber hinaus hat die FP Holding am 29. Februar 2016 gegenüber der Mentana-Claimsoft GmbH eine unbefristete Rangrücktrittsvereinbarung abgegeben. Inhalt dieser Vereinbarung ist

Der Rangrücktritt mit allen der FP Holding aus der Gewährung von zusätzlicher Liquidität im Sinne der oben genannten Patronatserklärung zustehenden Forderungen gegen die Gesellschaft gem. § 39 Abs. 2 InsO im Insolvenzverfahren hinter alle gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen anderer Gläubiger der Gesellschaft. Die Forderungen, hinter die die FP Holding zurückgetreten ist, sind nicht vor, sondern nur zugleich mit den Einlagerückgewährungsansprüchen eventueller übriger Gesellschafter zu berücksichtigen.
Auf die Forderungen, mit denen die FP Holding zurückgetreten ist, sind Zahlungen lediglich aus ausgewiesenen Jahresüberschüssen entsprechend der Handelsbilanz, einem Liquiditätsüberschuss oder aus sonstigem freien Vermögen zu leisten.

Die Mentana-Claimsoft GmbH erreichte in den letzten Jahren die geplanten Umsatz- und Ergebniszuwächse nicht. Aus diesem Grund erfolgt bereits seit 2015 eine strategische Neuausrichtung der Gesellschaft mit dem Ziel, die Potenziale der Gesellschaft besser zu nutzen. In diesem Zusammenhang erfolgte die Abspaltung und Einbringung des Teilgeschäftsbetriebes Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH in die Mentana-Claimsoft GmbH. Die Einbringung im Wege der Sacheinlage hat zur Erhöhung des Eigenkapitals um TEUR 18.186 geführt hat. Der noch im Vorjahr bestehende Darlehensrahmenvertrag wurde gleichzeitig beendet.

Haftungsverhältnisse aus öffentlichen Förderungen

Aus der Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsausgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) für den Standort Berlin resultiert eine langfristige Verpflichtung der dauerhaften Aufrechterhaltung einer definierten Anzahl von Arbeitsplätzen. Die geförderten Arbeitsplätze sind insgesamt mindestens fünf Jahre ab dem Förderende des letzten geförderten Arbeitsplatzes vorzuhalten. Ein Verstoß gegen die Förderbedingung kann zu einer Rückzahlungsverpflichtung von Fördermitteln führen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.434 (im Vorjahr TEUR 2.049) resultieren im Wesentlichen aus Beratungsleistungen gegenüber den inländischen Tochtergesellschaften. Die konzerninterne Verrechnung von Beratungsleistungen wurde im Geschäftsjahr 2016 neu geregelt und ist in Konzernumlageverträgen vereinbart.

Auf Grund der erstmaligen Anwendung des BilRUG wurden TEUR 69 sonstige betriebliche Erlöse in die Umsatzerlöse umgegliedert. Bei Anwendung von BilRUG auf das Vorjahr wären entsprechend TEUR 33 umgegliedert worden.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 2.284 (im Vorjahr TEUR 1.281) beinhalten im Wesentlichen einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von TEUR 1.768 (im Vorjahr TEUR 991), Erträge aus Währungsgewinnen in Höhe von TEUR 109 (im Vorjahr TEUR 119), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 267 (im Vorjahr TEUR 43) sowie übrige Erlöse in Höhe TEUR 28 (im Vorjahr TEUR 45). Die periodenfremden Erträge belaufen sich auf TEUR 112 (im Vorjahr TEUR 50).

3. Personalaufwand

Der Anstieg im Personalaufwand um TEUR 798 im Jahr 2016 ist Folge allgemeiner Entgeltsteigerungen sowie der Einstellung neuer Mitarbeiter im Zuge der strategischen Neuaufstellung der FP Holding im Rahmen der ACT-Strategie des FP-Konzerns.

4. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter betragen im Geschäftsjahr TEUR 29 (im Vorjahr TEUR 10). Die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von TEUR 105 (im Vorjahr TEUR 100) beinhalten im Wesentlichen Abschreibungen auf Mietereinbauten in Höhe von TEUR 67 (im Vorjahr TEUR 62) und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 26 (im Vorjahr TEUR 26)

5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 2.574 (im Vorjahr 1.369), Konzernumlage der FP GmbH in Höhe von TEUR 751 (im Vorjahr TEUR 657), sonstige Sach- und Dienstleistungskosten in Höhe von TEUR 621 (im Vorjahr TEUR 102), Werbekosten in Höhe von TEUR 378 (im Vorjahr TEUR 177) und Mietaufwendungen in Höhe von TEUR 374 (im Vorjahr TEUR 299). Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen TEUR 94 (im Vorjahr TEUR 8) periodenfremde Aufwendungen.

Durch die erstmalige Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) wurden TEUR 824 aus den sonstigen betriebliche Aufwendungen in den Materialaufwand (bezogene Leistungen) umgegliedert. Dabei handelt es sich um Aufwendungen, die den Umsatzerlösen zugrunde liegen. Bei Anwendung von BilRUG auf das Vorjahr wären entsprechend TEUR 397 umgegliedert worden.

6. Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen

Die Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 5.278 (im Vorjahr TEUR 15.130) resultieren aus den übernommenen Gewinnen von der Francotyp-Postalia GmbH, Berlin, und der FP Produktionsgesellschaft mbH, Wittenberge, sowie des übernommenen Verlustes der FP InovoLabs GmbH, Berlin auf Grund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags.

7. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 1.624 (im Vorjahr TEUR 2.016) entfallen ausschließlich auf verbundene Unternehmen.

8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinserträge in Höhe von TEUR 155 (im Vorjahr TEUR 334) entfallen mit TEUR 148 auf verbundene Unternehmen (im Vorjahr TEUR 334).

9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.254 (im Vorjahr TEUR 1.209) sind überwiegend Zinsen aus Bankdarlehen in Höhe von TEUR 1.225 (im Vorjahr TEUR 1.127) enthalten.

Neben den Darlehenszinsen bestehen Aufwendungen aus Aufzinsung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 27 (im Vorjahr TEUR 27).

10. Außerordentliche Aufwendungen

Die außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 9 (im Vorjahr TEUR 9) werden im Zuge des BilRUG in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen abgebildet.

11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand in Höhe von TEUR 416 (im Vorjahr TEUR 3.916) enthält auch periodenfremde Steueraufwendungen und entfällt vollständig auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

V. Sonstige Angaben

1. Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt neben drei Vorständen 36 Angestellte (im Vorjahr 33). Von den Angestellten sind 2 Angestellte in leitender Funktion. Bei den 36 Angestellten handelt sich um 14 weibliche und 22 männliche Angestellte.

2. Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand der FP Holding bestand im Berichtszeitraum 2016 aus drei Personen. Dem Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nach stellen sich die Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder wie folgt dar.

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Name Bestellung Ende der Bestellung Zuständigkeitsbereiche
Rüdiger Andreas Günther 11. Januar 2016 Dezember 2019 • Strategische Geschäftsentwicklung
Diplom-Kaufmann • Produktion/Einkauf/Qualität
• Personal/Recht/Compliance
• Finanzen/Rechnungswesen/Controlling
• Corporate Communications/Investor Relations/Presse
• Interne Kommunikation
• Merger & Acquisition
Thomas Grethe Juni 2013 Juni 2018 • (Strategische Geschäftsentwicklung)
Bankkaufmann • Interne Revision
und • Business Development/Product Portfolio Management
Betriebswirt • Strategisches Marketing/Brand Management
• Geschäftsfeld Frankieren/Kuvertieren (Vertrieb Deutschland/International/Produktmanagement)
Sven Meise Februar 2015 Januar 2018 • (Strategische Geschäftsentwicklung)
Diplom-Betriebswirt • Business Development/Product Portfolio Management
• Informationstechnik
• Forschung & Entwicklung
• Geschäftsfeld Digitale Lösungen (freesort, iab, Mentana-Claimsoft)

Seit 11. Januar 2016 ist Herr Günther Vorstandsvorsitzender.

Herr Günther war im Berichtsjahr Mitglied der Unternehmerperspektive Mittelstand der Commerzbank und im Regionalbeirat Ost der Commerzbank. Seit Januar 2017 ist er zudem Mitglied im Kundenbeirat der LBBW Sachen Bank. Die Vorstandsmitglieder waren außerhalb des FP-Konzerns sonst in keinen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen vertreten.

Folgende Übersicht zeigt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG mit ihren Tätigkeiten außerhalb der Gesellschaft und mit sonstigen Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandaten bzw. Mandaten bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

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Name Berufliche Tätigkeit Sonstige Verwaltungs- oder Aufsichtsratsmandate bzw. Mandate bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Klaus Röhrig • Geschäftsführender Gesellschafter der Mercury Capital Unternehmensberatungs- GmbH, Wien, Österreich • keine
(Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 1. April 2013; Vorsitzender seit 9. April 2013) • Geschäftsführer, MAM Babyartikel GmbH, Wien, Österreich
• Geschäftsführer, R3 Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich
• Geschäftsführer, Active Ownership Capital SARL, Hesperange, Luxemburg
Robert Feldmeier • Geschäftsführer der Unigloves GmbH, Siegburg • keine
(Mitglied des Aufsichtsrats seit 28. Juli 2012; Stellvertretender Vorsitzender seit 27. Juni 2013) • Geschäftsführer der Unigloves Service und Logistik GmbH, Troisdorf
• Geschäftsführer der Unigloves Arzt- und Klinikbedarfshandels Gesellschaft mbH, Troisdorf-Spich
Botho Oppermann • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz
(Mitglied des Aufsichtsrats seit 27. Juni 2013) • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Aufsichtsrat der ID Information und Dokumentation im Gesundheitswesen GmbH & Co. KGaA, Berlin
• Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Verwaltungsrat der ID Suisse AG, St. Gallen, Schweiz
• Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Verwaltungsrat der HCG Holding AG, Zug, Schweiz

Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat

Aufwandsbezogen sind im Jahresabschluss 2016 sowohl der Langfristbonus für Herrn Günther in Höhe von TEUR 180 (im Vorjahr TEUR 0), für Herrn Grethe in Höhe von TEUR 11 (im Vorjahr TEUR -10), für Herrn Meise in Höhe von TEUR 41 (im Vorjahr TEUR 0) und Herrn Szymanski in Höhe von TEUR -6 (im Vorjahr TEUR -14) als auch jeweils die variable einjährige Vergütung in Höhe der wahrscheinlichen Zielerreichung erfolgswirksam erfasst worden.

In Bezug auf den Vergütungsbericht gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 HGB verweisen wir auf den Konzernlagebericht. Gem. DRS 17 stellt sich die Gesamtvergütung wie folgt dar:

Herr Günther (Vorstandsmitglied ab 11. Januar 2016)

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2016
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 400
Nebenleistungen 45
Summe 445
Erfolgsbezogene Komponente
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 220
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:
Stock Options Plan 2015 141
Langzeitbonus1 180
Summe 541
Versorgungsaufwand 19
Gesamtvergütung 1.005

Herr Szymanski (Vorstandsmitglied bis 10. Januar 2016)

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2012 2013 2014 2015 2016
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 240 253 275 275 0
Aufhebung (Freistellung und Abfindung) 3692 0
Nebenleistungen 15 11 12 14 0
Summe 255 265 287 658 0
Erfolgsbezogene Komponente
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 30 130 913 ) -11 -40
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:
Stock Options Plan 2010 0 0 0 0 0
Stock Options Plan 2015 0 0 0 37 0
Langzeitbonus4 0 0 0 0 -6
Summe 30 130 91 26 -46
Versorgungsaufwand 76 76 76 76 0
Gesamtvergütung 361 471 454 760 -46

1 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt ist. Für das Geschäftsjahr 2016 wurden eine Untergrenze i.H.v. TEUR 180 fixiert. In dieser Höhe wurde eine Rückstellung ergebniswirksam im Jahresabschluss 2016 gebildet.

2 Dieser Rückstellungsbetrag stellt einen periodenfremden Aufwand i.H.v. TEUR 369 dar.

3 Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem periodenfremden Aufwand i.H.v. TEUR 40 und der Bildung einer Rückstellung i.H.v. TEUR 51.

4 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt ist. Entsprechend der Zielerreichung wurden TEUR -6 (im Vorjahr TEUR -14) ergebniswirksam im Jahresabschluss 2016 als Auflösung der Rückstellung berücksichtigt.

Herr Grethe (Vorstandsmitglied ab 15. Juni 2013)

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2012 2013 2014 2015 2016
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 0 119 200 230 293
Nebenleistungen 0 6 12 10 16
Summe 0 125 212 240 309
Erfolgsbezogene Komponente
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 0 20 36 -11 10
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:
Stock Options Plan 2015 0 0 0 54 0
Langzeitbonus5 0 0 0 0 38
Summe 0 20 36 43 48
Versorgungsaufwand 0 2 21 21 21
Gesamtvergütung 0 147 269 304 378

Herr Meise (Vorstandsmitglied ab 1. Februar 2015)

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2015 2016
Erfolgsunabhängige Komponente Festvergütung 183 233
Nebenleistungen 18 26
Summe 201 259
Erfolgsbezogene Komponente
ohne langfristige Anreizwirkung Einjährige variable Vergütung: 24 42
mit langfristiger Anreizwirkung Mehrjährige variable Vergütung:
Stock Options Plan 2015 48 0
Langzeitbonus6 0 0
Summe 72 42
Versorgungsaufwand 19 21
Gesamtvergütung 292 322

Von der im Geschäftsjahr 2010 gewährten aktienbasierten Vergütung aus dem Aktienoptionsplan 2010 entfielen auf Herrn Szymanski insgesamt TEUR 213 bzw. 180.000 Optionen. Im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2016 wurden keine weiteren Optionen aus diesem Aktienoptionsplan 2010 gewährt. Der Ausübungszeitpunkt für die Optionen begann im Geschäftsjahr 2014.

Von der im Geschäftsjahr 2016 gewährten aktienbasierten Vergütung aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt TEUR 141 (180.000 Optionen). Der Ausübungszeitpunkt für die Optionen liegt im Geschäftsjahr 2019.

Die in den obigen Tabellen als Versorgungsaufwand ausgewiesenen Beträge sind Zuschüsse zur Altersvorsorge und Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte.

Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung.

5 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt ist. Im Jahresabschluss 2016 wurden Rückstellungen für in 2016 abgerechnete Perioden aufgelöst und entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung neue gebildet. Der ergebniswirksame Effekt beträgt TEUR 11 (im Vorjahr TEUR -10).

6 Nicht aktienbasierte Vergütungen werden nach DRS 17 in der Gesamtvergütung erfasst, wenn die an die Zusage geknüpfte Bedingung erfüllt ist. Entsprechend der wahrscheinlichen Zielerreichung wurden TEUR 41 (im Vorjahr TEUR 0) aufwandswirksam im Jahresabschluss 2015 als Zuführung zu Rückstellungen berücksichtigt.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2016: TEUR 3; 2015: TEUR 2).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31.12.2016 TEUR 616 (im Vorjahr TEUR 603) gebildet.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallenden Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2009 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied.

Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2016 TEUR 113 (im Vorjahr TEUR 113). Die Gesamtsumme teilt sich auf in 45 TEUR für Herrn Klaus Röhrig, 37,5 TEUR für Herrn Robert Feldmeier und 30 TEUR für Herrn Botho Oppermann.

3. Als Aufwand erfasste Honorare für den Abschlussprüfer

Die Hauptversammlung hat, basierend auf einer Empfehlung des Aufsichtsrats, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zur Abschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2016 gewählt. Die für Dienstleistungen der Abschlussprüferin als Aufwand angefallenen Vergütungen werden gem. § 285 Nr. 17 HGB im Konzernanhang ausgewiesen.

4. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Dem FP-Konzern nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 sind assoziierte Unternehmen und nicht konsolidierte Tochtergesellschaften einerseits und andererseits Personen sowie Unternehmen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns ausüben können; nahestehende Personen sind des Weiteren Personen, die in Schlüsselpositionen des berichtenden Unternehmens tätig sind (jeweils einschließlich naher Familienangehöriger). Unternehmen, deren Finanz- und Geschäftspolitik von den vorgenannten nahestehenden Unternehmen und Personen mindestens maßgeblich beeinflusst wird, gehören ebenfalls zu dem Kreis der Francotyp-Postalia nahestehenden Unternehmen und Personen.

Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns kann auf einem Anteilsbesitz an der FP Holding von 20 % oder mehr, einem Sitz im Vorstand der FP Holding oder einer anderen Schlüsselposition im FP-Konzern sowie auf vertraglichen oder satzungsgemäßen Vereinbarungen beruhen.

Nahestehende Unternehmen und Personen des FP-Konzerns waren - neben den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats (sowie deren nahen Familienangehörigen) der FP Holding im Berichtsjahr:

das assoziierte Unternehmen FP Data Center Inc., Japan;
die nicht konsolidierte Tochtergesellschaft FP Systems India Private Limited, Indien;
die nicht konsolidierte Tochtergesellschaft Francotyp-Postalia Asia Pte. Ltd., Singapur;
die nicht konsolidierte Tochtergesellschaft FP Direct Ltd., Großbritannien;
Mercury Capital Unternehmensberatungs- GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
R3 Beteiligungen GmbH, Wien, Österreich (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Active Ownership Capital SARL, Hesperange, Luxemburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Geschäftsführer der UNIGLOVES GmbH, Siegburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Geschäftsführer der UNIGLOVES Arzt- und Klinikbedarf Handelsgesellschaft mbH, Siegburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Geschäftsführer der UNIGLOVES Holding GmbH, München
Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz (über ein Mitglied des Aufsichtsrates);
CamTech GmbH, Berlin (über ein ehemaliges Mitglied des Vorstands).

An den Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des FP-Konzerns haben, sind im Berichtsjahr 2016 wie im Vorjahr keine Vergütungen gezahlt worden. Berichtspflichtige Sachverhalte im Sinne des IAS 24.18 (b) bis (d) gab es im Berichtszeitraum nicht.

Hinsichtlich der Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den vorhergehenden Punkt "Gesamtbezüge von Vorstand und Aufsichtsrat".

5. Konzernabschluss

Für die Francotyp-Postalia Holding AG wird ein Konzernabschluss erstellt. Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.

6. Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG haben eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG abgegeben und diese Erklärung auf der Internetseite der Gesellschaft (https://www.fp-francotyp.com/de/entsprechenserklarung/fef9a400b3143858) dauerhaft zugänglich gemacht.

7. Aktionärsstruktur

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2016 von ihren Anteilseignern gemäß § 21 Abs. 1 WpHG folgende Mitteilungen erhalten und gemäß § 26 Abs. 1 WpHG und § 26a WpHG veröffentlicht:

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Veröffentlichungsdatum 18.01.2016 31.08.2016
Grund der Mitteilung Erwerb von Aktien Veräußerung von Aktien
Angaben zum Mitteilungspflichtigen Internationale Kapitalanlagegesellschaft mbh, Düsseldorf, Deutschland Scherzer & Co. AG
Datum der Schwellenberührung 12.01.2016 30.08.2016
Gesamtstimmrechtsanteile
alt 6,46 % 3,02 %
neu 10,16 % 2,90 %
Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG) 1.641.732 468.608

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2016 von ihren Anteilseignern gemäß Art. 19 Abs. 1 MAR folgende Mitteilungen bezüglich der Aktie mit der ISIN DE00FPH9000 erhalten und veröffentlicht:

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Veröffentlichungsdatum 26.09.2016 06.10.2016 06.10.2016
Angaben zu den Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen Botho Oppermann Rüdiger Andreas Günther Rüdiger Andreas Günther
Grund der Mitteilung/ Position Aufsichtsrat Vorstand Vorstand
Art des Geschäfts Kauf Kauf Kauf
Preis(e) 4,258185 EUR
Volumen 106.454,63 EUR
Aggregierte Preis n/a 4,1430114 EUR 4,2540557 EUR
Aggregiertes Volumen n/a 30.546,42 EUR 10.690,44 EUR
Datum des Geschäfts 22.09.2016 30.09.2016 05.10.2016
Ort des Geschäfts Xetra Xetra Xetra

Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2016 gemäß § 26a WpHG die Änderung der Gesamtstimmrechte veröffentlicht:

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Veröffentlichungsdatum 04.01.2017 04.01.2017 Korrekturmitteilung
Art der Kapitalmaßnahme Sonstige Kapitalmaßnahme (§ 26a Abs. 1 WpHG) Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG)
Stand zum/ Datum der Wirksamkeit 31.12.2016 31.12.2016
Neue Gesamtzahl der Stimmrechte 16.215.356 16.215.356

8. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat und der ordentlichen Hauptversammlung 2017 vorschlagen, den Bilanzgewinn von 15.648.619,10 EUR wie folgt zu verwenden:

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Ausschüttung von 0,16 EUR Dividende je
dividendenberechtigter Stückaktie 2.594.456,96 EUR
Gewinnvortrag 13.054.162,14 EUR
Bilanzgewinn 15.648.619,10 EUR

Nach dem Ende des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage der FP Holding gehabt hätten.

Berlin, 29. März 2017

Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG

Rüdiger Andreas Günther, Vorsitzender

Thomas Grethe

Sven Meise

Bestätigungsvermerk

Francotyp-Postalia Holding AG

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den zusammengefassten Konzernlagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Berlin, 30. März 2017

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Modder, Wirtschaftsprüfer

Unger, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats

der Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern)

Mit diesem Bericht informiert der Aufsichtsrat gemäß § 171 Abs. 2 AktG über seine Tätigkeit. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2016 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die damit in Zusammenhang stehenden Entscheidungen getroffen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand regelmäßig bei der Leitung des Unternehmens beraten, seine Arbeit überwacht und sich kontinuierlich mit dem Geschäftsverlauf und der Lage des FP-Konzerns befasst. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung wurde der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig einbezogen. Der Vorstand hat die Mitglieder des Aufsichtsrats regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Lage des Unternehmens informiert. Sofern zu Einzelmaßnahmen des Vorstands Entscheidungen des Aufsichtsrats erforderlich waren, hat der Aufsichtsrat darüber - gegebenenfalls auch im schriftlichen Verfahren - Beschlüsse gefasst. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr sieben Präsenzsitzungen statt. Davon waren satzungsgemäß vier ordentliche und drei außerordentliche Sitzungen. Der Vorstand hat an sechs Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen.

Neben der Erörterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie der Entwicklung der Bereiche Frankieren und Kuvertieren, Mail Services und Software wurden folgende Themen schwerpunktmäßig behandelt:

Abschluss der neuen Konzernfinanzierung
Neuausrichtung des Bereichs Finanzen
ACT-Strategie verbunden mit Maßnahmen zu FP FIT

Die gemeinsamen Sitzungen von Aufsichtsrat und Vorstand fanden am 11. Januar, 29. Februar, 7. April, 6. Juni, 28. September, 21. November und 16. Dezember 2016 (Budget-Sitzung) statt.

Themen der Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2016

Ertrags- Finanz- und Vermögenslage

Der Vorstand hat in jeder Sitzung Bericht über die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des FP-Konzerns erstattet. In der Sitzung vom 29. Februar legte der Vorstand dem Aufsichtsrat die derzeitige Situation der Konzernfinanzierung dar und erläuterte, warum die Finanzierung neu strukturiert werden müsse. Über den Fortgang der Verhandlung hat der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, insbesondere aber auf den Aufsichtsratssitzungen vom 7. April und 6. Juni, informiert. Mit Wirkung zum 24. Juni 2016 wurde der neue Konsortialdarlehensvertrag in Höhe von 120 Mio. Euro und einer Erhöhungsoption von 30 Mio. Euro unterzeichnet und damit die Handlungsflexibilität des Konzerns deutlich erweitert. In der Sitzung vom 28. September gab der Vorstand dem Aufsichtsrat einen Überblick über die zwischenzeitlich durchgeführte Neuausrichtung des Finanzbereiches, zu der u. a. die Einstellung eines Leiters Steuern, eines Leiters Controlling sowie die Besetzung der Position des Treasurers gehörte. Erste erfolgreiche Ergebnisse der Neuausrichtung wurden ausführlich in den Sitzungen vom 7. April, 28. September. 21. November und 16. Dezember dargelegt und zeichnen sich bereits mit der deutlich verbesserten Steuerquote ab.

In den Sitzungen vom 21. November und 16. Dezember haben Aufsichtsrat und Vorstand zudem ausführlich das jährlich vom Vorstand aufzustellende Budget für die Folgejahre beraten. Der Aufsichtsrat hat das aufgestellte Budget am 16. Dezember genehmigt.

ACT-Strategie verbunden mit Maßnahmen zu FP FIT

Nach Berufung von Rüdiger Andreas Günther zum Vorstandsvorsitzenden wurde die 2015 für den FP-Konzern eingeführte Strategie FP 2020 gründlich überprüft. Der Aufsichtsrat war in die Prozesse involviert. Er wurde fortlaufend und ausführlich in den Sitzungen vom 7. April, 6. Juni und 28. September über die Ergebnisse informiert. Der Aufsichtsrat stimmte der neu ausgearbeiteten Strategie nicht nur zu, sondern äußerte ausdrücklich seine Anerkennung.

Die ACT-Strategie und die damit verbundenen Maßnahmen in FP FIT beinhalten vielversprechende Initiativen und arbeiten klar die Potenziale der FP heraus. Der Aufsichtsrat unterstützt mit voller Überzeugung den Strategieprozess und die nun notwendige Umsetzung von ACT mit den damit verbundenen Investitionen.

Produktbereiche Frankieren, Kuvertieren sowie Mail Services und Software

Mit der Strategie ACT rückt der Bereich Frankieren und Kuvertieren als wesentlicher Produktbereich des FP-Konzerns wieder mehr in den Fokus. In jeder Sitzung des Aufsichtsrats wurde die Entwicklung im traditionellen Frankier- und Kuvertiermaschinengeschäft thematisiert und ausführlich besprochen.

Aufsichtsrat und Vorstand stimmen überein, dass der FP-Konzern im traditionellen Geschäft noch weiter wachsen kann. Parallel dazu wird die Digitalisierung weiter den Bereich der Dokumenten- und Kommunikationsprozesse beeinflussen und verändern. Hier zeigt ACT eine für den FP-Konzern überzeugende Strategie. Deswegen gilt der Entwicklung der Bereiche Mail Services und Software nach wie vor eine hohe Aufmerksamkeit. Regelmäßig haben Vorstand und Aufsichtsrat im vergangenen Jahr sowohl in den Aufsichtsratssitzungen selbst als auch außerhalb der Sitzungen die Entwicklung der Geschäftsfelder Mail Services und Software ausführlich dargestellt und diskutiert.

Zwei wesentliche Ereignisse sind hierbei hervorzuheben: Am 10. Oktober 2016 wurden mit Abschluss eines Kauf- und Abtretungsvertrages die noch verbliebenen 49 Prozent der internet-access GmbH (lAB) durch den FP-Konzern erworben. Damit ist die lAB jetzt eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des FP-Konzerns.

In den Sitzungen vom 29. Februar, 7. April, 6. Juni, 28. September und 21. November wurde über den Stand der Mentana-Claimsoft GmbH insbesondere über den Status-quo der De-Mail, diskutiert. Die Einführung des De-Mail-Standards zur sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Kommunikation läuft immer noch langsamer an als ursprünglich erhofft. Das Hauptaugenmerk des FP-Konzerns verlagert sich deswegen auf andere Softwareprodukte und Leistungen, die auf Basis des hohen Know-hows und der besonderen Expertise im Bereich der Verschlüsselungs-, Archivierungs- und Signatursoftware der Mentana-Claimsoft entwickelt und vermarktet werden können. Diese können insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer digitaler Produkte im Sinne von ACT für den Kunden des FP-Konzerns weiter ausgebaut und entwickelt werden. Eines dieser Produkte stellt FP-Sign dar.

Personalia Vorstand

Mit Wirkung zum 11. Januar 2016 hat der Aufsichtsrat Rüdiger Andreas Günther zum Mitglied und Vorsitzenden des Vorstandes bestellt. Rüdiger Andreas Günther trat damit die Nachfolge von Hans Szymanski an, dessen Bestellung in bestem gegenseitigem Einvernehmen beendet wurde. Rüdiger Andreas Günther ist als Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand für die Bereiche Strategische Geschäftsentwicklung, Finanzen/Rechnungswesen/Controlling, Corporate Communications/Investor Relations, Public Relations, Personal/Recht/ Compliance, Interne Kommunikation Merger & Acquisition und Produktion/Einkauf/Qualität zuständig.

Der Vorstandsvertrag von Thomas Grethe als Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG und verantwortlich für das Geschäftsfeld Frankieren und Kuvertieren (Vertrieb Deutschland, international, Asien, Produkt Management (Strategische Geschäftsentwicklung), Interne Revision und Strategisches Marketing/Brand Management wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2016 mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2018 verlängert.

Im Zusammenhang der im Corporate Governance Kodex formulierten Empfehlung für das Vergütungssystem des Vorstands hat sich der Aufsichtsrat 2016 intensiv mit der Frage der Vergütungsstruktur befasst. Der Aufsichtsrat zieht zur Beurteilung und weiteren Diskussion der Vergütung einen externen unabhängigen Vergütungsexperten hinzu.

Arbeit in Ausschüssen

Wegen der Unternehmensgröße der Francotyp-Postalia Holding AG und der durch die Satzung bestimmten Anzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats auf drei Personen wurde auf die Bildung von Ausschüssen oder Gremien verzichtet. Solange der Aufsichtsrat lediglich aus drei Personen besteht, nimmt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit auch die Aufgabe eines Prüfungsausschusses (Audit Committee) wahr.

Insofern prüft und überwacht der Aufsichtsrat den Rechnungslegungsprozess genauso wie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Die Prüfung und Überwachung beruht auf den regelmäßigen Berichten von Seiten des Vorstands.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht zu prüfen. Gleiches gilt für den Bericht und die Feststellungen des Abschlussprüfers bzw. des Konzern-Abschlussprüfers. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat den Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG zum 31. Dezember 2016 sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2016 geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Gemäß § 315a HGB wurden der Konzernlagebericht und der Konzernabschluss auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der EU anzuwenden, aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat die Prüfungen unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Da der Aufsichtsrat keinen eigenen Prüfungsausschuss gebildet hat, hat der gesamte Aufsichtsrat die Prüfung der genannten Unterlagen vorgenommen. Diese sind zusammen mit den Prüfungsberichten der KPMG AG vom Vorstand rechtzeitig dem Aufsichtsrat zugesandt worden.

In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 30. März 2017 wurden in Gegenwart des Abschlussprüfers, der über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen berichtete, der Jahresabschluss 2016, der Konzernabschluss 2016 und der zusammengefasste Konzernlagebericht unter Einbeziehung der Prüfungsberichte umfassend behandelt. Der Aufsichtsrat stimmt mit der vom Vorstand in seinen Berichten und Abschlüssen ausgeführten Darstellung der Situation des Unternehmens, des Konzerns sowie den Ergebnissen der Abschlussprüfungen überein. Dementsprechend hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse mit Beschluss vom 30. März 2017 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2016 der Francotyp-Postalia Holding AG gemäß § 172 AktG festgestellt.

Schließlich haben Vorstand und Aufsichtsrat ihre Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung gemeinsam verabschiedet.

Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) gemäß § 161 AktG, die nunmehr entsprechend § 289a HGB Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, abgegeben und machen diese den Aktionären auf der Website der Francotyp-Postalia Holding AG dauerhaft zugänglich. Vorstand und Aufsichtsrat entsprechen in weiten Teilen den Anregungen und Empfehlungen des Kodex. Die Erklärung zur Unternehmensführung, die auch im Geschäftsbericht 2016 zu finden ist, und die Entsprechenserklärung erläutern im Detail, wo Vorstand und Aufsichtsrat von den Empfehlungen und Anregungen des Kodex abweichen.

Entsprechend den 2011 weltweit eingeführten Compliance-Richtlinien wird dem Aufsichtsrat regelmäßig zum Thema Compliance im FP-Konzern berichtet.

Danksagung

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands, den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr hohes Engagement und ihre Leistungen im Geschäftsjahr 2016. Dieser Dank gilt auch unseren Kunden und Partnern, die ebenfalls wesentlich zum Erfolg unseres Unternehmens beigetragen haben. Darüber hinaus danken wir unseren Aktionären, die dem Unternehmen ihr Vertrauen entgegenbringen.

im April 2017

Francotyp-Postalia Holding AG

Der Aufsichtsrat

Klaus Röhrig