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Francotyp-Postalia Holding AG — Annual Report 2020
Jun 29, 2021
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Annual Report
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Publication

Francotyp-Postalia Holding AG
Berlin
Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020
GESCHÄFTSBERICHT 2020
FUTURE @FP.
Sehr geehrte Geschäftspartner, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!
Wenn sich ein Unternehmen mit 98-jähriger Geschichte für die Zukunft neu ausrichtet, kann der Start holprig sein. So geschah es auch bei FP, als 2016 die Weichen für digitale Geschäftsmodelle gestellt wurden. Die angestrebten Ziele waren ambitioniert, aber die Umsetzung war nicht konsequent und der notwendige Wandel blieb aus. Man bekam die PS nicht auf die Straße, wie man so schön sagt, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Das Geschäftsjahr 2021 ist darauf ausgerichtet, den Wandel für einen erfolgreichen Neustart in die Zukunft zu vollziehen. Es ist kein Zufall, dass das Programm Future@FP genannt wird.
Wo stehen wir also heute?
FP hat ein starkes Frankiermaschinengeschäft. Als Nummer Drei auf dem Weltmarkt hat sich das Unternehmen klar auf das Segment für kleinere und mittlere Briefvolumina konzentriert. Dies ist zwar in gewisser Weise ein Vorteil, da die einzelnen Kunden immer weniger Briefe versenden und eher auf kleinere Frankiermaschinen umsteigen. Doch diese Entwicklung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich aufgrund des weltweit schrumpfenden Briefvolumens der Gesamtabsatz an Frankiermaschinen Jahr für Jahr rückläufig entwickelt. In den vergangenen fünf Jahren ist die installierte Basis von FP alleine in Deutschland insgesamt um mehr als 20 Prozent geschrumpft, der Gesamtmarkt sogar noch stärker. Und damit sinkt auch der Bedarf an Verbrauchsmaterialien und Serviceleistungen, der mit dieser Basis verbunden ist.
Die Zukunft ist digital
Die Digitalisierung breitet sich in vielen Bereichen rasant aus und die Corona-Pandemie könnte diese Entwicklung nochmals beschleunigen. Wir können heute die Auswirkungen noch nicht genau abschätzen: wird das Briefvolumen infolge der Pandemie einmalig stärker zurückgehen oder auch in den Folgejahren verstärkt schrumpfen? Der Trend ist aber unumkehrbar und wir müssen dringend handeln. Zwar verfügt FP verfügt bereits über einige digitale Produkte, allerdings ist der Umsatzanteil noch zu gering, um die Rückgänge im Frankiergeschäft zu kompensieren. Produkte, die aus technischer Sicht entwickelt wurden, bieten oft keinen klaren Mehrwert für den Kunden. Das werden wir ändern, indem wir neue Produkte mit einem klaren Nutzenversprechen für den Kunden und mit Geschäftsmodellen, die ein attraktives Kundenerlebnis schaffen, aufbauen.
Unser Weg voran
Mit Future@FP werden wir die FP-Gruppe zu einem nachhaltig profitablen, internationalen Technologiekonzern mit innovativen Softwarelösungen umbauen.
Mit der klaren Zielsetzung, im digitalen Geschäft Fahrt aufzunehmen und zu wachsen, konzentrieren wir unsere Aktivitäten auf drei Geschäftsfelder:
1. Frankieren und Officelösungen
2. Software & Business Process Automation (BPA)
3. Mail Services
Diese Geschäftsbereiche tragen klare Verantwortung für die Marktentwicklung (go-to-market), die jeweiligen Produkt-Roadmaps und die Entwicklung und Einführung der Produkte. Sie werden mit voller GuV-Verantwortung ausgestattet. So werden wir unsere Kunden und Märkte besser und effizienter bedienen.
Wir werden den Geschäftsbereich "Frankieren & Office Solutions" an die veränderten Marktanforderungen angepasst, um die Profitabilität in diesem Bereich zu sichern und weiter zu optimieren. Um auch in einer Welt mit rückläufigem Briefaufkommen einen Mehrwert zu bieten, wird FP das Angebot an Büro- und Geschäftslösungen für die mehr als 200.000 Kunden weltweit erweitern.
Die Frankiermaschine ist nur eine Komponente, die Unternehmen dabei hilft, das breitere Spektrum an physischen, Finanz- und Informationsflüssen zu bewältigen, das für die Geschäftsabwicklung erforderlich ist. Im gleichen Sinne gibt es eine Reihe von Möglichkeiten für unsere SaaS- und PaaS-basierten Lösungen wie FP Parcel Shipping, Vision360 (Mail Cost Accounting), FP Sign (Digitale Signatur), TransActMail und mehr, um unsere Kunden bei ihren Geschäftsprozessen zu unterstützen. Um es einfach auszudrücken: Wir machen den Menschen das (Home)-Office-Leben leichter.
Damit bewegen wir uns weg von weitgehend hardware-fokussierten Produkten hin zu SaaS-Geschäftsmodellen, die als Lösung mit einem klaren Nutzenversprechen für die Kunden validiert sind. Mittelfristig ist es unser Ziel, dass die digitalen Geschäftsfelder einen spürbaren Beitrag zur Profitabilität von FP leisten.
Mit den oben genannten Anpassungen und unseren PaaS- und SaaS-Lösungen ermöglichen wir den Vertrieb in zahlreiche Märkte und treiben die Transformation von FP zu einem internationalen Technologiekonzern voran.
Veränderung, und zwar jetzt!
Um diese Transformation zielgerichtet und zügig voranzutreiben, schaffen wir jetzt die Voraussetzungen für die Erfolge von morgen. Daher wird das Geschäftsjahr 2021 ein Übergangsjahr. Wir werden mit Maßnahmen zum "rightsizing" und "rightshoring" über die Funktionsbereiche hinweg das Geschäftsvolumen und die Kosten in Einklang bringen.
Durch die Einführung eines neuen einheitlichen ERP/CRM-Systems verbessern wir grundlegend die Effektivität und Effizienz und damit auch Profitabilität. Dies ermöglicht uns zudem eine viel einfachere und stärker KPI-gesteuerte Arbeitsweise.
Um FP in die Zukunft zu bringen, geht es beim Transformationsprogramm Future@FP im Wesentlichen nicht nur um Kostensenkungen, sondern um Entwicklung und Relevanz. Future@FP fasst die Maßnahmen zusammen, mit denen wir unsere Profitabilität steigern, Wachstum durch die Neuausrichtung und die Entwicklung von SaaS- und PaaS-Lösungen erzielen und weiterhin einen starken Fokus auf das Frankiermaschinengeschäft haben.
Mit Future@FP und den eingeleiteten Maßnahmen stellen wir nicht nur die Weichen in Richtung einer erfolgreichen Zukunft, sondern gewinnen auch deutlich Fahrt auf dem Weg zu einem starken, nachhaltig profitablen, internationalen Technologieunternehmen. Ohne weitere Verzögerungen.
Es freut uns, wenn Sie - als Geschäftspartner oder Investor - uns aus diesem Weg begleiten und freuen uns auf den konstruktiven Dialog mit Ihnen.
Ihr Vorstand
Carsten Lind und Martin Geisel
Bericht des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG (FP-Konzern)
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Geschäftspartner!
Durch die Corona-Pandemie wurden das Geschäft und unsere Arbeit im Geschäftsjahr 2020 nachhaltig beeinflusst. Auch wenn die Auswirkungen der Pandemie dramatisch waren, so sind sie für den FP-Konzern insgesamt doch weniger negativ ausgefallen als zwischenzeitlich befürchtet. Das Unternehmen hat entschlossen reagiert und konsequent Maßnahmen zum Schutze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie zur Ergebnis- und Liquiditätssicherung umgesetzt. Außerdem war das abgelaufene Geschäftsjahr wichtig für die weitere Transformation unseres Unternehmens hin zu einem leistungsstarken Technologieunternehmen. Mit den Veränderungen im Vorstand wurden die Voraussetzungen für wesentliche und messbare Fortschritte auf diesem Wege geschaffen.
Für die Zwecke dieses Berichts weisen wir darauf hin, dass zwei der drei derzeitigen Mitglieder des Aufsichtsrats diesem erst seit Mitte November des Berichtsjahres angehören, wie nachstehend weiter ausgeführt.
Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2020 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und dabei die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beratend begleitet.
Der Vorstand ist seinen Informations- und Berichtspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und ausführlich in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung. Darüber hinaus fand ein regelmäßiger Informationsaustausch zwischen den Aufsichtsratsvorsitzenden und den Vorsitzenden des Vorstands sowie den übrigen Vorstandsmitgliedern statt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Der Aufsichtsrat war insbesondere in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat diese mit dem Vorstand intensiv und detailliert erörtert. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. In diesem Zuge wurden dem Aufsichtsrat auch kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Soweit für Entscheidungen oder Maßnahmen des Vorstands aufgrund von Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats diese nach intensiver Prüfung und Erörterung gebilligt.
Angesichts der aktuellen Situation im gesamten Geschäftsjahr 2020 haben Aufsichtsrat und Vorstand die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch deutlich intensiviert, schwerpunktmäßig über den Transformationsprozess des FP-Konzerns sowie über die Auswirkungen der und die Reaktionen auf die Corona-Pandemie.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Im Berichtsjahr fanden vier turnusmäßige und sechs außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand unserer regelmäßigen Beratungen waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Francotyp-Postalia Holding AG und des Konzerns sowie die Finanz- und Ertragslage. Aufgrund der besonderen Umstände der Corona-Pandemie fanden die Sitzungen ab März 2020 verstärkt als Video- oder Telefonkonferenzen statt.
Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Jahres- und Konzernabschluss 2019 samt zusammengefasstem Lagebericht, einschließlich der separaten nichtfinanziellen Erklärung sowie der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung. Die Quartalsmitteilungen und der Halbjahresbericht wurden vor ihrer jeweiligen Veröffentlichung und besonders mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie ausführlich mit dem Vorstand erörtert. Ferner wurde vom Aufsichtsrat nach Ende des Berichtsjahres der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 erörtert und gebilligt und damit der Jahresabschluss festgestellt.
Der Aufsichtsrat hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie des Compliance Managements und der Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen des FP-Konzerns befasst. Zudem hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten beschäftigt. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Internen Revision für das Geschäftsjahr 2020 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Liquiditätsplanung und der aktuelle Umsetzungsstand der Unternehmensstrategie.
Des Weiteren erörterte der Aufsichtsrat die Vorbereitung der Hauptversammlung am 10. November 2020. Der Aufsichtsrat stimmte den Entscheidungen des Vorstands zur Durchführung als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten gemäß § 1 Abs. 2 des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungsund Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie vom 27. März 2020 (Bundesgesetzblatt I Nr. 14 2020, S. 570) zu. Der Aufsichtsrat beriet des Weiteren über die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2020 sowie über Fragen der Vorstandsvergütung. Der ausgearbeitete und vom Aufsichtsrat gebilligte Entwurf eines Vergütungssystems für den Vorstand soll der Hauptversammlung 2021 vorgestellt und zur Billigung vorgelegt werden. Berücksichtigt wurden hierbei auch die neuen Vorgaben der Aktionärsrechterichtlinie II (ARUG II) sowie die Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex. Zudem wurde das aktuelle System der Aufsichtsratsvergütung bewertet und bestätigt. Weiterhin wurde eine Neufassung der Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats einschließlich des Kompetenzprofils und des Diversitätskonzepts für den Aufsichtsrat beschlossen, die in der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 f und § 315 d HGB erläutert werden. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem Internen Kontrollsystem (IKS) und dem Thema Compliance.
Im Rahmen des Berichts zur Lage des FP-Konzern und zur Umsetzung des Transformationsprozesses nahmen die Beratungen zur strategischen Neuausrichtung des Unternehmens und den mittelfristigen Zielen dieser Neuausrichtung einen großen Raum ein. Der Status der Umsetzung der ACTStrategie sowie insbesondere des ACT-Projekts JUMP waren deshalb regelmäßig Bestandteil der Aufsichtsratssitzungen.
Der Aufsichtsrat hat gemeinsam mit dem Vorstand im Geschäftsjahr 2020 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 17. Februar 2017 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von insgesamt zwei Entsprechenserklärungen beschlossen. Die aktuelle, zum 17. Januar 2021 abgegebene Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, die auch die Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 ("DCGK 2020") berücksichtigt, ist auf der Website des FP-Konzerns abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance beim FP-Konzern.
Aufsichtsrat und auch Vorstand haben zudem aufgrund neuer aktienrechtlicher Anforderungen an Zustimmungspflichten des Aufsichtsrats im Falle bestimmter Geschäfte mit nahestehenden Personen ein internes Verfahren zur Einhaltung der Zustimmungserfordernisse beschlossen. Im Berichtsjahr hat es keine zustimmungs- oder veröffentlichungspflichtigen Geschäfte gegeben.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.
Die Teilnahmequote der Mitglieder in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei 100 Prozent. Die Teilnahme der Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen wird im Folgenden in individualisierter Form offengelegt:
AUFSICHTSRATSSITZUNGEN
| Teilnahme | Sitzungen (ges-) | Anwesenheit in % | |
|---|---|---|---|
| Dr. Alexander Granderath (Vorsitzender seit 11. November 2020) | 3 | 3 | 100% |
| Lars Wittan (stellv. Vorsitzender seit 11. November 2020) | 3 | 3 | 100% |
| Klaus Röhrig (Vorsitzender bis 10. November 2020) | 10 | 10 | 100% |
| Botho Oppermann (Mitglied des Aufsichtsrats und stell. Vorsitzender bis 10. November 2020) | 7 | 7 | 100% |
| Dr. Mathias Schindl (Mitglied bis 10. November 2020) | 7 | 7 | 100% |
Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen; regelmäßig tagte der Aufsichtsrat zeitweise auch ohne den Vorstand. Dabei wurden Tagesordnungspunkte behandelt, die entweder den Vorstand selbst oder interne Aufsichtsratsangelegenheiten betrafen.
Die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft unterstützt. Zur gezielten Weiterbildung wird bei Bedarf an Informationsveranstaltungen teilgenommen.
Zur Sicherstellung eines schnellen und effizienten Onboardings neuer Aufsichtsratsmitglieder können sie Mitglieder des Vorstands und fachverantwortliche Führungskräfte zum Austausch über grundsätzliche und aktuelle Themen treffen und sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens verschaffen.
Bericht über die Arbeit der Ausschüsse
Aufgrund der durch die Satzung festgelegten Anzahl von drei Mitgliedern des Aufsichtsrats wurde auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet. Die Aufgaben des Aufsichtsrats werden daher stets durch alle Mitglieder gemeinsam wahrgenommen.
Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss
Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften wurde der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, von der Hauptversammlung am 10. November 2020 gewählt. Der Aufsichtsrat erteilte den Prüfungsauftrag an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020, bestimmte die Prüfungsschwerpunkte und legte dessen Honorar fest. Zuvor prüfte und bewertete er die Auswahl, Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die vom Abschlussprüfer erbrachten Leistungen und befasste sich mit der Überprüfung der Qualität der Abschlussprüfung.
Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Aufsichtsrat erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Aufsichtsrat hat daraufhin eine Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt. Während der Prüfung stand der Aufsichtsrat in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern.
KPMG hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und den Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG, der mit dem Lagebericht des FP-Konzerns zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und der Lagebericht des FP-Konzerns, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der KPMG. Als Wirtschaftsprüfer unterzeichnen Patrick Waubke und Sascha Klein seit dem Geschäftsjahr 2020 und als für die Prüfung verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Patrick Waubke seit dem Geschäftsjahr 2018.
Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung durchgeführt unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA). Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2020 wurden in der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. April 2021 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und insbesondere über die im jeweiligen Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) einschließlich der vorgenommenen Prüfungshandlungen. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen in den Themenbereichen Kontrollumfeld, Aufbauorganisation, Prozesse und Tools sollen nach erfolgter Evaluierung durch den Vorstand und die Fachbereiche zeitnah im Geschäftsjahr 2021 umgesetzt werden. Nach der Prüfung und umfassenden Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Gleiches gilt für die CSR-Berichterstattung. Der Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG ist damit festgestellt.
Die Dividendenpolitik der Francotyp-Postalia Holding AG hat unverändert Bestand. Das Ziel ist es, die Aktionäre grundsätzlich an einer positiven Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Aufgrund der Entwicklungen und Risiken im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona Virus SARS-CoV-2 und den erzielten Jahresfehlbetrag in Höhe von 4,5 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2020 legt das Unternehmen den Fokus weiterhin auf die Sicherstellung und den Ausbau der vorhandenen Konzernliquidität, um die strategischen und operativen Ziele des FP-Konzerns nachhaltig abzusichern. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung deshalb vor, für das Geschäftsjahr 2020 keine Dividende auszuschütten und den Bilanzgewinn in Höhe von 9,2 Mio. EUR (im Vorjahr 13,7 Mio. EUR) auf neue Rechnung vorzutragen.
Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand
Mit Blick auf die auf der Hauptversammlung 2020 anstehende Wahl zum Aufsichtsrat haben wir uns eingehend mit der Nachfolgeplanung für den Aufsichtsrat befasst und die Vorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern vorbereitet. Bei der Auswahl möglicher Kandidaten hat der Aufsichtsrat neben der Aktionärsstruktur auch die vom Aufsichtsrat verabschiedeten Ziele für die Zusammensetzung einschließlich Kompetenzprofil und Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat berücksichtigt.
Gegenstand der Sitzungen im Geschäftsjahr 2020 war auch die Planung und Umsetzung von Veränderungen in der Besetzung des Vorstands, das neue System der Vorstandsvergütung und die damit verbundenen Maßnahmen zur Festsetzung von Tantieme und Bonus. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten, teilweise auch im Kontext von Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder, behandelt.
Im Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG hat es im Berichtsjahr zwei personelle Veränderungen gegeben. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 10. November 2020 sind Botho Oppermann und Dr. Mathias Schindl auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden, und es wurden Dr. Alexander Granderath und Lars Wittan als neue Mitglieder gewählt..
Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, konstruktive und teilweise langjährige Arbeit ausgesprochen.
In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 11. November 2020 wurde Dr. Alexander Granderath zum Vorsitzenden des Gremiums und Lars Wittan zu seinem Stellvertreter gewählt. Drittes Mitglied ist weiterhin Klaus Röhrig.
Anschließend befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Beschluss der Hauptversammlung über den Entzug des Vertrauens gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden, Rüdiger Andreas Günther, und entschied, dessen Bestellung als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung zu widerrufen. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wurde Carsten Lind ernannt, der vom Aufsichtsrat bereits ab dem 1. Juni 2020 als Vorstand bestellt worden war. Zudem legte der Aufsichtsrat die Verantwortungsbereiche der Mitglieder des Vorstands mit Wirkung ab dem 27. November 2020 neu fest. Am 11. Januar 2021 wurde die Vorstandsbestellung von Sven Meise im Einvernehmen aufgehoben und Martin Geisel in den Vorstand berufen. Die Ende Mai 2021 endende Vorstandsbestellung von Patricius de Gruyter wird nicht verlängert. Die Gesellschaft dankt Rüdiger Andreas Günther und Sven Meise für ihr Engagement. Für ihre Zukunft wünscht sie ihnen alles Gute.
Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen der Francotyp-Postalia Holding AG und aller Konzerngesellschaften für ihren tatkräftigen Einsatz und die konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Geschäftsjahr.
Berlin, 28. April 2021
Für den Aufsichtsrat
Dr. Alexander Granderath
Vorsitzender
Billigung
Der Aufsichtsrat hatte nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr 2020 zu erheben. Der Jahresabschluss wurde gebilligt und ist damit nach § 172 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat hat außerdem den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr 2020 gebilligt und nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen erhoben.
Die Billigung erfolgte am 28. März 2021.
Die Aktie
Corona-Krise bestimmt das Börsenjahr 2020
Nach einem erfolgreichen Börsenjahr 2019 kam es 2020 durch die Ausbreitung der Corona-Pandemie im Frühjahr zu deutlichen Verlusten an den weltweiten Börsen: Der Euro Stoxx 50, der amerikanische S&P 500 und auch die US-Technologiebörse Nasdaq mussten zwischenzeitlich deutliche Kursverluste hinnehmen. Doch die internationalen Aktienmärkte konnten sich schnell wieder erholen - begünstigt durch staatliche Konjunkturprogramme und Wertpapierkäufe der Notenbanken. Insbesondere zum Jahresende sorgten zudem positive Meldungen über Corona-Impfstoffe für Kursgewinne an den Börsen. Der US-amerikanische Leitindex Dow Jones markierte mit 30.606 Punkten sogar ein neues Rekordhoch.
Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte zu Beginn des Börsenjahres 2020 Gewinne verzeichnen. Am 19. Februar 2020 erreichte er ein zwischenzeitliches Jahreshoch bei 13.789 Punkten. Aufgrund der Corona-Krise erfolgte jedoch ein heftiger Kursrutsch, sodass der DAX am 18. März 2020 auf einen Jahrestiefstand von 8.442 Punkten fiel. Ab dem zweiten Quartal erholte sich auch die deutsche Börse, und im Juli konnte der DAX wieder die Marke von 13.000 Zählern überwinden. Der DAX schaffte zum Jahresende sogar ein neues Rekordhoch bei 13.903 Zählern und schloss Ende Dezember 2020 bei 13.719 Punkten; auf Jahressicht entspricht das einem leichten Plus von 3,5 %.
Die Entwicklung des SmallCap-Index SDAX verlief 2020 ähnlich zum DAX. Der SDAX startete zu Jahresbeginn zunächst bei 12.646 Punkten. Im März verzeichnete der Index ein Jahrestief bei 7.996 Zählern. Zum Jahresende legte er deutlich zu und schloss bei 14.765 Punkten - auf Jahressicht ein Plus von 18,0 %.
FP-Aktie erholt sich im zweiten Halbjahr 2020
Die FP-Aktie startete mit einem Kurs von 3,47 Euro in das Börsenjahr 2020. In den darauffolgenden Wochen stieg der Kurs weiter an. Die Aktie erreichte am 17. Februar ihren Jahreshöchststand von 4,19 Euro. Die Obotritia Capital KgaA meldete im März 2020 die Überschreitung der Anteilsschwelle von 25 Prozent an der Francotyp-Postalia Holding AG. Mit einem Kapitalanteil von 28,01% ist die Gesellschaft der größte Einzelaktionär der FP.
Die zunehmende Ausbreitung des Corona-Virus und der damit verbundene Lockdown sorgten für eine große Unsicherheit an den Kapitalmärkten. Im März verzeichnete auch der Kurs der FP-Aktie einen deutlichen Rückgang. Am 6. April erreichte sie ihren Jahrestiefstand von 2,68 Euro. Danach nahm die Aktie wieder an Fahrt auf, überwand die Marke von 3 Euro und bewegte sich im weiteren Jahresverlauf in einem Kurskorridor von 3,00 Euro bis 3,40 Euro. Die guten Zahlen des dritten Quartals ließen den Kurs vorübergehend steigen. Am Tag des Eigenkapitalforums am 18. November, als das Unternehmen vor zahlreichen Investoren vorgestellt wurde, konnte der Kurs weiter steigen und erreichte ein zwischenzeitliches Hoch von 3,64 Euro. In den folgenden Wochen gab die FP-Aktie wieder leicht nach und beendete das Jahr 2020 bei 3,20 Euro. Damit büßte sie im Verlauf des Jahres 2020 leicht an Wert ein und schloss mit einem Minus von 7,2 % ab.
Die Papiere der beiden börsennotierten Wettbewerber entwickelten sich unterschiedlich. Während ein Wert um 52,9 % zulegen konnte, verzeichnete die Aktie des europäischen Wettbewerbers auf Jahressicht einen Kursverlust in Höhe von 27,1 %.
Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich das Handelsvolumen auf täglich durchschnittlich 16.727 FP-Aktien auf der Xetra-Plattform. Der Höchstwert wurde am 14. Februar mit 243.689 gehandelten Stück an einem Handelstag erreicht.
Aktienanalysten empfehlen zum Kauf
Die FP-Aktie wurde im Jahr 2020 von den folgenden drei Analystenhäusern begleitet: Baader Bank, Warburg Research und GSC Research. Alle Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf mit einem durchschnittlichen Kursziel von 4,40 Euro. Damit wird das verbundene Kurspotential der Aktie weiter bestätigt. Ein Analyst von Warburg erhöhte zum Jahresende sein Kursziel auf 5,10 Euro.
ENTWICKLUNG DER FRANCOTYP-POSTALIA AKTIE (01.01.2020-30.12.2020)

Breite Aktionärsbasis
AKTIONÄRSSTRUKTUR (in %)

Virtuelle FP-Hauptversammlung
Einmal pro Jahr ermöglicht die Hauptversammlung allen Eigentümern des FP-Konzerns einen direkten Dialog mit dem Management des Unternehmens. Die ordentliche Hauptversammlung von FP fand in diesem Jahr aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus virtuell statt. Bei der virtuellen Hauptversammlung am 10. November 2020 in Berlin waren rund 57 Prozent des stimmberechtigten Aktienkapitals vertreten. Ein Tagesordnungspunkt war der Vertrauensentzug des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Andreas Günther. 84 Prozent der anwesenden Aktionäre stimmten diesem Vorschlag zu. Der ehemalige CEO wurde auch nicht für das Geschäftsjahr 2019 entlastet.
Bei der Abstimmung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 wurde der Beschlussvorschlag mit großer Mehrheit angenommen. Auch allen weiteren Tagesordnungspunkten wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Zudem gab es durch die Hauptversammlungsbeschlüsse Veränderungen im Aufsichtsrat. Dr. Alexander Granderath, selbständiger Unternehmensberater und vormals langjähriger Geschäftsführer der deutschen Gesellschaften der ISS A/S-Gruppe, sowie Lars Wittan, Chief Investment Officer der Obotritia Capital KGaA, wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt. Botho Oppermann und Mathias Schindl sind aus dem Gremium ausgeschieden.
Zunahme von Investorengesprächen
Im Geschäftsjahr 2020 hat der FP-Konzern trotz der Corona-Krise seine IR-Aktivitäten gepflegt. Durch die Ausbreitung der Corona-Pandemie fanden die Investorengespräche vor allem digital oder telefonisch statt. Den Kapitalmarktteilnehmern wurde so ein offener, transparenter und regelmäßiger Austausch mit dem FP-Konzern ermöglicht. Der Vorstand und das Investor Relations-Team von FP haben Einzelgespräche, Investorenkonferenzen und Roadshows genutzt, um das Unternehmen und seine Potenziale zu präsentieren. Dabei präsentierte der FP-Vorstand das Unternehmen auf mehreren digitalen Veranstaltungen.
Der neue CEO Carsten Lind nahm am 18. November 2020 am jährlich stattfindenden Deutschen Eigenkapitalforum (EKF) teil und präsentierte auf digitalem Weg die FP vor mehr als 100 nationalen und internationalen Investoren. Das EKF ist die europaweit wichtigste Plattform für die Eigenkapitalfinanzierung mittelständischer Unternehmen.
Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen nutzte der FP-Konzern erneut Telefonkonferenzen, um einen Austausch mit den Investoren zu ermöglichen. Die entsprechenden Präsentationen stellt das Unternehmen auf seiner Website allen Interessierten zur Verfügung. Auf der unternehmenseigenen Homepage www.fp-francotyp.com1) finden Besucher und Kapitalmarktteilnehmer alle weiteren relevanten Hintergrundinformationen. Dort stehen neben den Geschäfts- und Halbjahresfinanzberichten auch die Quartalsmitteilungen, Finanzpräsentationen und Pressemitteilungen über den FP-Konzern bereit. Alle aktuellen Entwicklungen, wie beispielsweise Stimmrechtsmitteilungen oder Directors' Dealings, sind dort zu finden.
Im Geschäftsjahr 2021 wird FP weiterhin im Dialog mit den Investoren stehen und die IR-Aktivitäten, auch in virtuellen Formaten, ausbauen. Die Präsenz von FP bei internationalen Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen soll kontinuierlich fortgeführt werden, um bisherige Kontakte zu vertiefen bzw. neue Kontakte zu Investoren zu knüpfen.
Bei Fragen steht das Investor Relations-Team per EMail ([email protected]) oder unter Tel. +49 30 220660-410 gerne zur Verfügung.
1) Dieser Querverweis ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
KENNZAHLEN ZUR FP-AKTIE
| Anzahl der Aktien | 16.301.456 Stück |
| Art der Aktien | Inhaberaktie |
| Grundkapital | 16.301.456 € |
| Anzahl der Aktien im Umlauf | 16.044.063 Stück |
| Stimmrechte | Jede Aktie gewährt eine Stimme |
| WKN | FPH900 |
| ISIN | DE000FPH9000 |
| Börsenkürzel | FPH |
| Handelssegment | Amtlicher Markt (Prime-Standard) |
| Börsenplätze | XETRA und regionale deutsche Börsen |
| Designated Sponsor | Stifel Europe Bank AG, Baader Bank |
| Coverage | Warburg Research, GSC Research, Baader Bank |
| Bekanntmachungen | Elektronischer Bundesanzeiger |
| Schlusskurs (Xetra) | 3,20 Euro |
| Jahreshöchstkurs (Xetra) | 4,19 Euro (17.02.2020) |
| Jahrestiefstkurs (Xetra) | 2,68 Euro (06.04.2020) |
| Marktkapitalisierung zum 30.12.2020 | 51,3 Mio. Euro |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | -0,94 Euro |
| Ergebnis je Aktie (verwässert) | -0,94 Euro |
ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020
Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.
1. Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns
1.1 Allgemeine Information
Die Francotyp-Postalia Holding AG (nachfolgend "FP Holding", "Gesellschaft", "Mutterunternehmen" bzw. "Muttergesellschaft") ist eingetragen im Handelsregister Charlottenburg des Amtsgerichts in Berlin (Registernummer: HRB 169096). Der Sitz der Francotyp-Postalia Holding AG ist in der Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin, Deutschland.
Die Francotyp-Postalia Holding AG ist die Muttergesellschaft von unmittelbar und mittelbar gehaltenen Tochtergesellschaften und hält mittelbar Anteile an einem assoziierten Unternehmen (nachfolgend auch als "FP-Konzern", "FP", "Francotyp-Postalia" bzw. "das Unternehmen" bezeichnet).
Die Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum Handel im Prime Standard (reguliertes Marktsegment mit zusätzlichen Folgepflichten) der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen.
Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht des FP-Konzerns mit dem Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem Konzernabschluss und dem Jahresabschluss einschließlich der Anhangangaben gelesen werden. Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss basieren auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Anhang dargestellt sind. Der Konzernabschluss wurde nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) aufgestellt.
Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Francotyp-Postalia Holding AG übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren.
Der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 wird in Euro (EUR), der funktionalen Währung der Francotyp-Postalia Holding AG, aufgestellt. Sofern nicht anders angegeben, werden alle Werte kaufmännisch auf Millionen Euro (Mio. Euro) mit einer Dezimalstelle gerundet, so dass Rundungsdifferenzen auftreten können und die dargestellten Prozentangaben nicht genau die Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Der Lagebericht ist für den Berichtszeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 aufgestellt.
1.2 Geschäftstätigkeit
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des FP-Konzerns liegt bei Produkten und Dienstleistungen zur effizienten Postverarbeitung und der Konsolidierung von Geschäftspost. Daneben gibt es Aktivitäten zum Angebot von digitalen Lösungen sowie Anwendungen im Bereich des "Internet of Things" (IoT) für Unternehmen und Behörden. Das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Industrieländern und einem dichten weltweiten Händlernetzwerk unterteilte seine Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2020 in drei Produktbereiche: Frankieren und Kuvertieren, Mail Services sowie Software/Digital.
FP ist in zehn Ländern mit eigenen Tochtergesellschaften und über ein eigenes Händlernetz in 40 weiteren Ländern vertreten. Aus seiner mehr als 98-jährigen Unternehmensgeschichte heraus verfügt FP über spezielle Kompetenzen in den Bereichen Aktorik, Sensorik, Kryptografie und Konnektivität.
Die Muttergesellschaft nimmt im Wesentlichen Aufgaben einer klassischen Management-Holding wahr. Da sie selbst kein operatives Geschäft ausübt, ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft abhängig von den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften.
1.2.1 Produktbereiche
Produktbereich Frankieren und Kuvertieren
Im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren entwickelt der FP-Konzern Frankier- und Kuvertiersysteme. FP verkauft und vermietet diese und bietet Kunden darüber hinaus ein umfassendes Dienstleistungs- und Serviceangebot. Ein wesentlicher Umsatzträger ist das After-Sales-Geschäft mit seinen wiederkehrenden Umsätzen, im Wesentlichen bestehend aus dem Verkauf von Verbrauchsmaterialien, wie Farbbandkassetten und Tintenkartuschen, Servicedienstleistungen, Softwarelösungen für die Kostenstellenverwaltung sowie Teleporto.
Produktbereich Mail Services
Der Produktbereich Mail Services umfasst den Frankierservice - die Abholung unfrankierter Ausgangspost und Übernahme der Frankierung -sowie den Konsolidierungsservice - die Sortierung nach Postleitzahlen und die Einlieferung bei einem Briefzentrum der Deutschen Post AG oder alternativen Postzustellern. Das entsprechende Geschäft betreibt der FP-Konzern mit acht Sortierzentren im Bundesgebiet und ist damit einer der führenden unabhängigen Konsolidierer von Geschäftspost am deutschen Markt.
Produktbereich Software/Digital
Der Produktbereich Software/Digital umfasst das Geschäft mit Hybrid-Mail Services sowie Lösungen rund um die sichere digitale Kommunikation. Bei den Hybrid-Mail Services bietet der FP-Konzern seinen Kunden universelle Komplettlösungen zur Posteingangsverarbeitung (FP Input). Dabei wird die gesamte eingehende Post digitalisiert, nach kundenspezifischen Kriterien analysiert, ausgewertet und anschließend dem Daten- oder Dokumentensystem des Kunden in elektronischer Form zugeführt. Ergänzend übernimmt FP auch das Output-Management (FP Output), das heißt den Druck, das Kuvertieren, das Frankieren sowie die Übergabe an Zustelldienste. Die Dienstleistungen der sicheren digitalen Kommunikation des FP-Konzerns umfassen vor allem Produkte zur Langzeitspeicherung und zur Absicherung elektronischer Dokumente durch Verschlüsselungs- und Signatursoftware, wie beispielsweise mit FP Sign, einer cloudbasierten elektronischen Signaturlösung. Der Produktbereich Software/Digital umfasst auch das Angebot des FP-Konzerns an Produkten für das Internet of Things (IoT).
1.2.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
Mit seinen Frankiersystemen ist der FP-Konzern weltweit in wichtigen Märkten vertreten, darunter Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Auf Basis von 213.000 installierten Frankiersystemen ist der FP-Konzern weltweit der drittgrößte Anbieter. In Deutschland und Österreich ist das Unternehmen Marktführer. Der weltweite Vertrieb erfolgt in drei Regionen: North America, Central Region (Deutschland, Österreich und die Schweiz) sowie Middle Europe (übrige europäische Länder) über Tochtergesellschaften und ein internationales Händlernetzwerk.
In vielen Märkten sinkt das Briefvolumen als Folge der Digitalisierung und der FP-Konzern beobachtete auch im Geschäftsjahr 2020 einen anhaltenden Trend hin zu kleineren Frankiersystemen. Auf dieses Marktsegment konzentriert sich der FP-Konzern traditionell. Er verfügt mit der PostBase-Familie über Frankiersysteme insbesondere für kleinere und mittlere Briefaufkommen.
Im Produktbereich Mail Services kann der FP-Konzern Dank einer bundesweiten Struktur mit acht Sortierzentren in Langenfeld, Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Stuttgart und München eine flächendeckende Abholung der Geschäftspost garantieren und hat sich damit als unabhängiger Konsolidierer im deutschen Markt etabliert. Für sein Geschäft mit Hybrid-Mail Services im Produktbereich Softwarelösungen verfügt der FP-Konzern über ein eigenes Druck- und Scanzentrum in Berlin. Darüber hinaus gibt es ein Druckzentrum bei der österreichischen Konzerngesellschaft in Wien.
Im Bereich der digitalen Produkte steht FP teilweise im Wettbewerb mit etablierten Anbietern und gewinnt Kunden über gezielte Leistungsversprechen.
1.3 Ziele und Strategie
Das Alte kann nicht das Neue sein
In der Zeit seit 2016 wurde im FP-Konzern eine neue Strategie implementiert. Sie zielte darauf ab, neben dem Frankiermaschinengeschäft digitale Geschäftsbereiche zu erschließen, die der Unternehmensgruppe ein starkes Wachstum bescheren sollten. Die Umsetzung der Strategie gestaltete sich schwieriger als ursprünglich geplant. Das Geschäftsjahr 2021 wird nun ein Jahr der Transformation. Es werden dabei die Voraussetzungen geschaffen, um die Profitabilität des FP-Konzerns zu verbessern. Eine starke Basis in unseren digitalen Geschäftsmodellen ist für die Zukunft erforderlich, nicht nur, um die langfristig schrumpfenden Umsätze im Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren zu kompensieren, sondern auch, um das Unternehmen in Geschäftsbereiche zu lenken, die auch in den nächsten Jahren Wachstumsrelevanz zu akzeptablen Margen erwarten lassen.
Ziele und Umsetzung der Strategie
FP hat drei Produktbereiche: Frankieren und Kuvertieren, Mail Services und IoT/Digital. Der Markt für Frankieren und Kuvertieren entwickelt sich rückläufig. Der Bereich Mail Services ist ein wettbewerbsintensives Geschäft, das ebenfalls von dem allgemein rückläufigen Briefvolumen betroffen ist. Weder die Umsätze noch die Ergebnisbeiträge, die bislang im Bereich Software/Digital erzielt werden, konnten den Rückgang im Kerngeschäft kompensieren. Aus diesen Gründen wurde die Strategie Anfang 2021 angepasst und in der Folge ist nunmehr eine umfassende Reorganisation notwendig geworden.
Step 1: Fokussieren
Die Strukturen des Unternehmens müssen an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Die Infrastruktur innerhalb des Konzerns soll auf ein zeitgemäßes, einheitliches ERP/CRM-System umgestellt werden. Der Personalaufbau der vergangenen Jahre, der mit Blick auf das geplante Umsatzwachstum erfolgte, wird auf die aktuelle Unternehmenssituation angepasst. Die Anzahl der Tochtergesellschaften, die sich mit gleichen oder ähnlichen Aktivitäten beschäftigen, wird auf das Notwendige reduziert. Diese Maßnahmen entlasten die Kostenbasis und sind erforderlich, um die Profitabilität zu verbessern. Nach Abschluss dieser Maßnahmen werden jährliche Einsparungen von ca. 10 Mio. Euro erwartet. Zu diesem Schritt gehört auch die ständige Überprüfung, welchen strategischen Wert und Beitrag die Unternehmenseinheiten für den Konzern leisten.
Step 2: Weiterentwickeln
Durch die verbesserte Profitabilität und schlankere Strukturen kann FP in den vier zukünftigen Geschäftsbereichen erfolgreich agieren:
| ― | Frankieren und Office-Lösungen |
| ― | Software & Business Process Automation (BPA) |
| ― | Internet of Things (IoT) |
| ― | Mail Services |
FP hat das Potenzial und die Finanzkraft, um auf der Basis eines cashflow-starken Kerngeschäfts (Frankiermaschinen) die anderen Geschäftsbereiche (v.a. Software & BPA sowie IoT) dynamisch auszubauen. Dazu gehören auch gezielte M&A-Aktivitäten, die das neue Geschäftsmodell unterstützen und begleiten sollen. Gleichzeitig soll sich die Profitabilität durch die neuen Geschäftsaktivitäten erheblich verbessern, da diese Bereiche tendenziell margenträchtiger sind. Bis der Geschäftsbereich IoT eine notwendige kritische Größe erreicht, wird er unter dem Geschäftsbereich "Software & BPA" berichtet.
Step 3: Werte schaffen
Die digitalen Geschäftstätigkeiten wachsen zu einem wichtigen Teil des Geschäftsmodells heran. Ihre Profitabilität schafft Werte und hebt den Wert des Unternehmens.
Das neue Operating Modell
FP wird somit in den nächsten Jahren zu einem internationalen Technologieunternehmen. Die Organisation stellt den Kunden in den Mittelpunkt und bedient den Markt durch agile Business Units. Durch schlanke Führungsstrukturen gibt es klare Verantwortlichkeiten bei größtmöglicher Flexibilität, Agilität und Eigenverantwortung. Die Servicebereiche unterstützen die operativen Einheiten auf der Basis kostengünstiger, hocheffizienter Prozesse. Das Ziel ist eine deutliche Verbesserung der Profitabilität und damit eine Steigerung des Unternehmenswerts.
Die Business Units
Frankieren und Office-Lösungen
Für Kunden in diesem Segment bietet FP nicht nur Frankiermaschinen und verwandte Hardware, sondern auch anderen Bürobedarf sowie Lösungen aus dem digitalen Produktspektrum. Mit Parcel Shipping und Vision360 sind erste Weichen in diese Richtung gestellt worden. Weitere passende Lösungen können auch durch Kooperationen oder via M&A das Angebot erweitern. Das Ziel ist es, den Kunden eine umfassende Lösung für ihr Office zu bieten. Großes Potenzial für diese Angebote sind in Europa und den USA vorhanden. Diese Business Unit erwirtschaftet bereits einen hohen Anteil wiederkehrender Umsätze.
Software & BPA
Die Lösungen in diesem Segment ermöglichen effiziente Kommunikation und automatisierte ProzessWorkflows für Kunden. Zu den Produkten zählen Hybrid Mail, transACTmail, Backoffice- und Frontoffice-Automatisierung, DE-Mail, FP Sign und Parcel Shipping sowie Produkte von Drittanbietern. Mit dieser Business Unit adressiert FP den stark wachsenden Markt der Prozessautomatisierung. Durch strategische Ergänzungen soll das Lösungsportfolio zum Beispiel im Bereich von Cloudanwendungen erweitert werden, um Kunden sichere und effiziente Prozesse anzubieten.
IoT (Internet of Things)
FP verfügt über die Technologie, um Kunden spezielle IoT-Lösungen aus einer Hand anzubieten. Die Märkte, die im Fokus sind, wie Immobilienmanagement, Abfallwirtschaft und Energie, sollen zukünftig End-to-End Komplettlösungen aus Hard- und Software erhalten, um die Technologie schnell und unkompliziert zu nutzen. Eine vorläufige Validierung erfährt derzeit das Portal NeoMonitor, das das Onboarding von Kunden extrem einfach machen würde. Das Ziel ist dem Kunden eine effiziente Analytik, Steuerung und automatisiertes Servicemanagement zu ermöglichen.
Mail Services
Dieser Geschäftsbereich hat sich auf die Konsolidierung großer Briefmengen spezialisiert. Das Abholen, portooptimierte Sortieren und die Auslieferung an Postdienstleister entlastet Unternehmen mit hohen Briefvolumina und hilft, die damit verbundenen Kosten zu reduzieren. Als Volumengeschäft ist der Ergebnisbeitrag für den FP-Konzern von untergeordneter Bedeutung, daher wird der Geschäftsbereich aktuell strategisch überprüft.
1.4 Organisation
1.4.1 Konzernstruktur und Standorte
Die rechtliche Konzernstruktur zum 31. Dezember 2020 wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Für weitere Informationen hierzu wird auf die Angabe 4. Konsolidierungskreis im Konzernanhang verwiesen.

Berlin ist der Hauptsitz des Unternehmens und größter Standort des FP-Konzerns. In Berlin sind zentrale Unternehmensbereiche wie Controlling, Rechnungswesen, Steuern und Treasury/M&A, Personal, Einkauf, IT und Konzernsteuerung angesiedelt. Außerdem erfolgt dort die Entwicklung der Frankiersysteme sowie der neuen digitalen Produkte und Geschäftsmodelle.
Seit 2012 stellt der FP-Konzern seine Frankiersysteme ausschließlich in der Produktion im brandenburgischen Wittenberge in Deutschland her.
FP hat Tochtergesellschaften in den Märkten Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Österreich, Italien, Schweden, USA, Kanada und Frankreich. Zudem verfügt FP über ein weltweit dichtes Händlernetzwerk für den Vertrieb der Frankier- und Kuvertiersysteme. Eine Übersicht zu den Tochtergesellschaften findet sich im Konzernanhang. Seit 2019 wird der Vertrieb in drei große regionale Organisationen konsolidiert: North America, Central Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Middle Europe (übriges Europa und internationale Händler).
UNSERE STANDORTE WELTWEIT

1.4.2 Leitung und Kontrolle
Der FP-Konzern wird durch den Vorstand in eigener Verantwortung geleitet. Er besteht zum Ende des Geschäftsjahrs 2020 aus drei Personen und wird vom Aufsichtsrat bestellt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Für die Darstellung der Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß dem Geschäftsverteilungsplan wird auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt V. Vorstand und Aufsichtsrat (Zusatzangaben nach HGB) verwiesen.
Die Vorstände arbeiten eng mit einem Team von nationalen und internationalen Führungskräften zusammen.
Ein dreiköpfiger Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands und berät diesen. Einzelheiten zu der Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020 finden sich im "Bericht des Aufsichtsrats".
Erklärung zur Unternehmensführung
Weitere Informationen zur Unternehmensführung und -überwachung, einschließlich der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung2) für die Francotyp-Postalia Holding AG und des FP-Konzerns (§§ 289 f, 315 d HGB) unter http://www. fp-francotyp.com/FP/unternehmen/investoren/corporategovernance.
2) Die Erklärung zur Unternehmensführung ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
1.5 Steuerung
1.5.1 Steuerungssystem
STEUERUNGSSYSTEM

2) Die Erklärung zur Unternehmensführung ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Der FP-Konzern gliedert seine betriebliche Tätigkeit in die vier Segmente Produktion, Vertrieb Deutschland, Vertrieb International sowie Zentrale Funktionen. Die Segmentierung entspricht dem internen Berichtswesen des Unternehmens.
Im Geschäftsjahr 2021 wird die Struktur und Organisation der weltweiten FP-Gruppe geändert und nach einem neuen Target Operating Model optimiert. Parallel hierzu soll eine einheitliche ERP-/CRM-Landschaft eingeführt werden, um die Prozesse weltweit effizient zu unterstützen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden nicht nur die Vertriebsorganisation neu strukturiert, sondern auch die internen Abläufe weiter überarbeitet und prozessorientiert aufgestellt. Eine Vielzahl früher lokal vorgehaltener administrativer Funktionen wird nun in zwei Shared Service Centern konzentriert, eines in Nordamerika, das andere in Berlin/Brandenburg. Das Shared Service Center in Henningsdorf bei Berlin nahm Anfang 2020 seinen Betrieb auf.
1.5.2 Finanzielle Leistungsindikatoren
Die Steuerung des Konzerns erfolgte bisher im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen:
| ― | Umsatz |
| ― | EBITDA |
| ― | Bereinigter Free Cashflow |
Damit stellte der FP-Konzern sicher, dass Entscheidungen das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Profitabilität und Liquidität ausreichend berücksichtigen.
Der Umsatz dient der Messung des Erfolgs am Markt. Mit dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) misst der Konzern die operative Leistungskraft und den Erfolg der einzelnen Geschäftseinheiten. Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Saldo von Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich vorgenommener Investitionen. Für den bereinigten Free Cashflow wurde der Free Cash Flow um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A sowie um Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP bereinigt.
Zukünftig wird neben EBITDA die EBITDA-Marge (EBITDA bezogen auf den Umsatz) verwendet. Zudem wird künftig der Free Cashflow lediglich eine zusätzliche Messgröße sein.
Die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren für die FP Holding waren bisher:
| ― | Beteiligungsergebnis, |
| ― | Jahresüberschuss/-fehlbetrag |
Im Beteiligungsergebnis sind Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Aufwendungen aus Verlustübernahme enthalten.
Jahresüberschuss/-fehlbetrag entspricht dem Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung der Gesellschaft. Zukünftig wird statt des Jahresüberschusses/-fehlbetrages das Ergebnis vor Steuern verwendet.
1.5.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Neben finanziellen Leistungsindikatoren nutzt der FP-Konzern auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens. Im Zentrum steht die Qualität des Leistungsspektrums, gemessen an einem Qualitäts- und einem Verbesserungsindikator.
Der Qualitätsindikator misst die Veränderung der Produktqualität auf der Basis der jährlichen Serviceeinsätze im Verhältnis zum durchschnittlichen gewichteten Maschinenbestand. Dabei werden auch laufende Veränderungen, wie die Einführung neuer oder die Optimierung bestehender Produkte, berücksichtigt. Diese Kennzahl wurde bisher nur in Deutschland erhoben und vergleichend auf die internationalen Tochtergesellschaften angewandt, um beispielsweise bei der Kostenkalkulation zu unterstützen. Seit dem Jahr 2020 wird diese Kennzahl PQI - Germany genannt und durch die Kennzahl PQI -international ergänzt. Der Product Quality Indicator -international setzt sich ebenfalls aus dem durchschnittlichen Maschinenbestand und den jährlichen Serviceeinsätzen zusammen. Jedoch werden mit ihm die Daten aus Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Österreich, Schweden und den USA vereint betrachtet. Dabei handelt es sich um die Länder, die den FP-Konzern mit Daten zu Serviceeinsätzen bei der Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten unterstützen. Da sich der Wert des PQI - international anders berechnet als der des PQI - Germany und dieser 2020 erstmals berichtet wird, wurde er ebenfalls für das Jahr 2019 berechnet, um die Entwicklung vergleichen zu können. Beide PQIs betrachten (seit 2019) nur noch Produkte, die aktuell in Wittenberge produziert werden. Seit 2020 fließen die Werte der PostBase Vision in die Kennzahl mit ein.
Durch die Neuentwicklung unserer PostBase Frankiersysteme konnten wir in den letzten Jahren die Qualität deutlich steigern. Der Wert verbesserte sich von 11,6 für den PQI - Germany in 2019 (Vorjahresangabe von 9,6 in 2019 angepasst) um 8,6 % auf 10,6 in 2020. Grund hierfür ist die gezielte Verbesserung der Qualität, die bei den aktuellen Produktreihen durchgesetzt wurde. Der PQI -international verbessert sich von 47,4 (Vorjahresangabe von 45,4 in 2019 angepasst) in 2019, um 4,8 % auf 45,1 in 2020.
Für 2021 wird erwartet, dass sich sowohl der PQI -Germany als auch der PQI - international leicht verbessern wird, da wir durch Verbesserungsprojekte, die aus den Qualitätszirkeln entstanden sind, unsere Produktqualität weiterhin steigern.
Auch der Verbesserungsindikator (nf IQ) erfasst die Qualität der FP-Produkte und hier insbesondere die Qualität neuer Frankiersysteme. Er basierte bisher auf dem Teileaufwand für Nachbesserungen an ausgelieferten Maschinen und misst das Verhältnis der Teilekosten aus Gewährleistungen zum Gesamtumsatz. Seit 2019 und rückwirkend für 2018 berechnet sich der nf IQ aus den Teilekosten aus Gewährleistungen und dem Umsatz durch Frankiermaschinen. Der FP-Konzern erfasst die notwendigen Daten monatlich, wobei eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt, dass der Indikator bei der Neueinführung einer neuen Generation von Frankiersystemen tendenziell steigt. Nach Anpassung der Berechnungsgrundlage lag der nf IQ im Jahr 2019 bei 0,65. Im Jahr 2020 ist der nf IQ auf 1,0 gestiegen. Dies ist auf die Einführung der PostBase Vision in mehreren Ländern zurückzuführen. Wie bereits erwähnt, ist dies ein normaler Verlauf, wenn neue Produkte eingeführt werden. Für das Geschäftsjahr 2021 wird eine Verbesserung des nf IQ erwartet, da die Maßnahmen aus den regelmäßigen Qualitätszirkeln greifen.
Der FP-Konzern verwendet insbesondere diese beiden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren intern regelmäßig auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Darüberhinaus finden sich weitere nichtfinanzielle Kennzahlen in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Der Qualitätsindikator und der Verbesserungsindikator beschreiben hierbei die nachhaltige Steigerung der Produkt- und Service-Qualität. Verbesserungen beider Indikatoren dienen der Kundenzufriedenheit und dadurch dem ökonomischen Erfolg des Unternehmens. Zugleich wird auf diesem Wege auch ein schonenderer Einsatz von Ressourcen an Material und Personal erreicht.
Quantitative Informationen über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren der Muttergesellschaft werden für Steuerungszwecke derzeit nicht erhoben.
1.6 Forschung und Entwicklung
1.6.1 Darstellung und Erläuterung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
1.6.1.1 Ausrichtung
Als Technologieunternehmen ist Innovation von zentraler Bedeutung. Der Transfer geldwerter Datenströme und die sichere Kommunikation haben zum Aufbau eines speziellen Know-hows in der Entwicklung von Funktionalitäten beigetragen, mit welchen die Anforderungen der verschiedenen Postbehörden und -unternehmen weltweit erfüllt werden. Diese Kompetenzen prägen die DNA der FP mit ihren Komponenten Sensorik, Aktorik, Konnektivität und Kryptographie.
Die Ausrichtung des Bereiches Forschung und Entwicklung fokussiert auf die Produktentwicklung von entsprechenden innovativen Lösungen, physischen Produkten und Software für die Zielmärkte. Grundlagenforschung, die keinen primär ökonomischen Zweck verfolgt, steht weniger im Fokus.
1.6.1.2 Ziele
Das zentrale Ziel der Forschung und Entwicklung ist die Unterstützung wesentlicher Aspekte der Strategie zur Entwicklung innovativer Produkte und zur Überarbeitung bestehender Produkte im Sinn der Markt- und Technologieevaluierung. Dies gilt insbesondere in den digitalen Geschäftsfeldern. Daraus ergeben sich die Schwerpunkte:
| ― | Sicherung des Kerngeschäftes |
| ― | Stärkung der digitalen Produkte |
| ― | Ausbau des Geschäftsfeldes IoT |
Um diese Ziele zu erreichen, ist der optimale Einsatz von Ressourcen und Kompetenzen entscheidend. Der bewährte Einsatz agiler Entwicklungsmethoden ermöglicht es FP, die Produkte dynamisch an die Marktbedürfnisse anzupassen. Hierbei besteht am Anfang eines Projektes eine Vorstellung, die jedoch nicht starr im Sinne eines herkömmlichen "WasserfallModells" durchgeführt wird, sondern durch den frühzeitigen Kontakt mit Kunden und Marketing fortwährend verbessert werden kann. Neben der agilen Umsetzung von Projekten setzt FP vermehrt auch agile Methoden in der Definitionsphase von Produkten ein. Diese Design Sprints führen zu einem schnellen Marktfeedback bereits in der Phase der Entstehung der Produktidee. Mittlerweile nutzt FP in allen Projekten, bei denen es zielführend ist, agile Prozesse und Methoden, die in einer ausgereiften Multiprojektmanagementumgebung integriert sind.
1.6.1.3 Kernkompetenzen
Die Entwicklungsaktivitäten fokussieren sich auf die Kernkompetenzen
| ― | sichere Infrastrukturen |
| ― | Kryptografie (Sicherheits- und Verschlüsselungssoftware) |
| ― | Sensor- und Steuerungslösungen |
| ― | Software |
Sichere Infrastrukturen
FP entwickelt und betreibt sichere Infrastrukturen als Basis für Abrechnungsdienste. Sie ergänzen die Hardwarekomponenten mit lösungsorientierten Services. Kunden nutzen diese Services oft als "Pay-as-you-use"-Services. FP entwickelt die entsprechenden Hard- und Softwarekomponenten für Abrechnungsdienste und bietet hierfür passende Lösungen an.
Kryptografie (Sicherheits- und Verschlüsselungssoftware)
Sichere Abrechnungsdienste erfordern moderne Verschlüsselungstechnologien, also Kryptografie. FP bietet dafür eine Reihe unterschiedlicher Sicherheitslösungen an. Im Fall der Frankiersysteme ermöglichen sie im Wesentlichen die hochsichere Übertragung von Geldwerten und Sensorikdaten. Im IoT-Umfeld stellen sie die Übertragung von Daten jeder Art mit eindeutiger Identität vom Ort der Datenentstehung zu verschiedenen Cloud Services sicher.
Sensor- und Steuerungslösungen
Die vielfach bewährte Schnittstellentechnologie von FP ermöglicht es, Daten aus nahezu allen Quellen, wie Industriesteuerungen, Energiezählern, analogen und digitalen Sensoren jeder Art, zu akquirieren und für die Auswertung und die Nutzung in digitalen Services bereitzustellen. Die mit dieser Technologie realisierten Anwendungen sind äußerst vielfältig. In 2020 wurde mit der Entwicklung weiterer neuer Schnittstellen, wie die lokale metrologische Netz-Schnittstelle (LMN) und Controllable-Local-System-Schnittstelle (CLS, deutsch: Steuerbares, lokales System), für Mehrwertdienste für Smart Meter Gateways gestartet.
Software
Software ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der FP-Produkte. Um die Softwareentwicklung in den unterschiedlichen Bereichen gezielter voranzutreiben, wird sie zunehmend in Kompetenzzentren gebündelt. Die Softwareentwicklung umfasst heute neben der "einfachen" Maschinensteuerung auch PC- und Webanwendungen, Embedded-Software bis hin zu den Servern zur Verwaltung von Daten und zur Realisierung der Kryptografie und Cloudlösungen. Die Entwicklung erfolgt in zwei verschiedenen Kompetenzbereichen. Der erste Bereich beinhaltet die Anwendungsentwicklung mit Fokus auf PC- und Serversoftware, Cloudapplikationen sowie die Entwicklung mobiler Applikationen für die Betriebssysteme Android und iOS. Der zweite Bereich konzentriert die Entwicklung der Embedded-Software mit den Schwerpunkten industrielles IoT und die Weiterentwicklung der Produkte für das Kerngeschäft Frankieren und Kuvertieren.
1.6.1.4 Aktivitäten
Im Einzelnen gab es 2020 die folgenden Schwerpunktaktivitäten in den Produktbereichen:
Produktbereich Frankieren und Kuvertieren
Die Entwicklungsaktivitäten konzentrierten sich im Bereich der Frankiermaschinen auf Maßnahmen der Produktpflege. Die vorhandene Modellpalette wurde auf der Basis von Kundenwünschen oder zur Verbesserung der Sicherheit weiter optimiert. Alle Frankiersysteme werden nach der neuen Sicherheitsrichtlinie IEC62368-1 neu zugelassen. Ebenso wurden sie auf Elektromagnetische Verträglichkeit und Elektro Statische Entladung überprüft. Außerdem wurde die Zulassung der PostBase Vision in weiteren Ländern vorbereitet oder abgeschlossen.
Digitale Produkte (ohne IoT)
Bei der Anwendungsentwicklung lag der Fokus auf der Weiterentwicklung der private-cloudbasierten digitalen Signaturlösung FP Sign. Hier wurde der Umstieg auf eine .NET Core-basierte EnterpriseLösung vorangetrieben, um eine bessere Skalierbarkeit der Signaturlösung zu ermöglichen und so die Voraussetzungen zu schaffen, um die wachsende Anzahl von Kunden zu bedienen. Des Weiteren wurden eine Vielzahl von Funktionen und Komfortmerkmale ergänzt. Der Trend zum dezentralen Arbeiten im vergangenen Geschäftsjahr hat zu einem spürbaren Anstieg des Interesses für Lösungen wie FP Sign geführt.
Außerdem stand die Weiterentwicklung der Lösung für den Paketversand in den USA, Parcel Shipping, im Mittelpunkt. Neben dem funktionalen Ausbau erfolgte eine Erweiterung des integrierten Berichtswesens durch verschiedene analytische Auswertungen, die auch für andere Produktbereiche angeboten werden können.
Ausbau des Geschäftsfeldes IoT
Im Bereich der IoT-Anwendungen gelang es, zahlreiche unterschiedliche Gateways zur Serienreife zu entwickeln und die Produktion in das Werk nach Wittenberge zu transferieren. Für verschiedene Gateways wurden außerdem sicherheitstechnische Zulassungen absolviert.
Anschließend lag der Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeit auf der Softwareentwicklung. Gateways erfassen Daten und leiten diese sicher weiter. Der Nutzen für den Kunden liegt in der Verfügbarkeit der Daten und der entsprechenden Auswertung. Dafür soll ein Portal entwickelt werden, das effizientes Onboarding von neuen Kunden ermöglicht. Dieses Portal würde Kunden die Möglichkeit bieten, individuelle Auswertungen der Daten vorzunehmen. Zur schnellen Inbetriebnahme der Gateways und zur standardisierten Auswertung der Daten sollen Apps und ein Dashboard entwickelt werden, so dass Kunden eine schlüsselfertige End-to-End Lösung erhalten können.
Veränderungen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gegenüber dem Vorjahr
Der Schwerpunkt der F&E-Aktivitäten hat sich im vergangenen Jahr geändert. Standen bisher Hardwareprodukte im Mittelpunkt, wurde sich zunehmend stärker auf die damit verbundenen Softwarelösungen konzentriert. Sie sollen es ermöglichen, den Kunden End-to-End Lösungen anzubieten, mit denen die Daten nicht nur erfasst, sondern auch analysiert und ausgewertet werden können. Dies wird voraussichtlich einer der Schlüssel sein, um im Bereich der digitalen Produkte zukünftig signifikantes Wachstum zu generieren. Dabei erheben wir nicht den Anspruch, alle Lösungen selbst zu entwickeln. Bei passender Gelegenheit würden wir unser Know-how in diesem Bereich auch gezielt anorganisch erweitern.
1.6.2 Quantitative Angaben zur Forschung- und Entwicklung
FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN (in Mio. EUR)

Die F&E-Quote gemessen am Konzernumsatz verringerte sich von 5,6 % im Vorjahr auf 4,5 % im Berichtsjahr.
1.6.2.1 Forschungs- und Entwicklungskosten
Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 8,7 Mio. Euro nach 11,6 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 25 %. Dies ist im Wesentlichen auf geringere F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2020 zurückzuführen. Außerdem entfiel mit 3,3 Mio. Euro der Anteil, der als immaterielle Vermögenswerte aktivierungspflichtig ist, deutlich geringer als im Vorjahr aus. Ferner verringerten sich die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten um 6 % auf 7,9 Mio. Euro. Die Abschreibungen überstiegen damit deutlich die neu aktivierten Entwicklungsaufwendungen.
Die F&E-Quote gemessen am Konzernumsatz verringerte sich von 5,6 % im Vorjahr auf 4,5 % im Berichtsjahr.
ABSCHREIBUNGEN AUF AKTIVIERTE ENTWICKLUNGSKOSTEN (in Mio. EUR)

1.6.2.2 Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung
a. Aufteilung der Beschäftigten zum Bilanzstichtag auf die Bereiche Forschung und Entwicklung
(Angaben in % Vorjahr in Klammern)

b. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Forschung und Entwicklung
Ende 2020 waren in den Bereichen Forschung und Entwicklung des FP-Konzerns (einschließlich Tochtergesellschaften) 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest angestellt (im Vorjahr 78 Beschäftigte); dies entspricht 5,6 % (Vorjahr 7,2 %) der gesamten Konzernbelegschaft. Ursächlich für die Veränderung ist die Verschiebung von Kapazitäten in andere Bereiche des Konzerns, vor allem in die Global IT. Für bestimmte Projekte werden bei Bedarf zusätzliche, externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter temporär eingesetzt. Ende 2020 betrug deren Anteil wiederum bis zu 14,5 % (Vorjahr 7 %) der festangestellten F&E-Belegschaft.
1.6.3 Ausblick
Kundenfokus ist unsere höchste Priorität. Aus diesem Grund werden die F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2021 grundlegend neu ausgerichtet. Die Verantwortung sowohl für die Entwicklungsprojekte als auch der dafür benötigten Ressourcen wird vollständig in die Business Units eingegliedert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Produkte und Lösungen zuverlässig die Erwartungen des jeweiligen Marktes erfüllen und die mit dem Entwicklungsaufwand korrespondierenden Umsatzerwartungen realisiert werden. Darüber hinaus werden zukünftig auch verstärkt spezialisierte Dienstleister genutzt, um das vorhandene Know-how zu ergänzen und kostengünstig zu erweitern.
2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging 2020 aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zurück. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) lag es bei minus 4,4 %. Während in den Schwellenländern der Konjunktureinbruch etwas glimpflicher verlief, war der Rückgang des BIP in den für den FP-Konzern vor allem relevanten Industriestaaten erheblich. In den USA, dem hinsichtlich Kundenanzahl und Umsatz größten FP-Auslandsmarkt, war 2020 ein deutlicher Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität zu beobachten. Die Wirtschaft in den Euro-Staaten und in Deutschland entwickelte sich ebenfalls sehr schwach, wobei der Wirtschaftseinbruch im Euroraum besonders heftig war, wie folgende Grafik zeigt:
TABELLE BIP ENTWICKLUNG IN 2020
| Welt | -4,4% |
| USA | -4,3% |
| Euroraum | -8,3% |
| Deutschland | -6,0% |
1) Quellen: IWF, Bureau of Economic Analysis, Eurostat, Statistisches Bundesamt
Für den Export des FP-Konzerns in die USA, aber auch in andere Märkte, spielt das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und US-Dollar eine wichtige Rolle. Im Jahresverlauf 2020 legte der Euro gegenüber dem US-Dollar kontinuierlich unter Schwankungen deutlich zu; zum 31. Dezember 2020 lag der Kurs bei 1,22 US-Dollar und damit rund 9 % über dem Vorjahresschlusskurs. Im Durchschnitt notierte der Euro gegenüber dem US-Dollar im Geschäftsjahr 2020 rund 2 % über dem Niveau der Vorjahresberichtsperiode. Die Unsicherheiten rund um den Brexit-Handelspakt zwischen Großbritannien und der Europäischen Union sorgten auch 2020 für einen volatilen Kursverlauf beim für den FP-Konzern ebenfalls wichtigen Britischen Pfund. Auf Jahressicht blieb der Wechselkurs mit einem Schlusskurs von 0,90 Pfund deutlich über dem Niveau von 0,85 Pfund Ende 2019. Damit notierte der Euro gegenüber dem Britischen Pfund im Geschäftsjahr 2020 rund 6% über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Auch gegenüber dem Kanadischen Dollar legte der Euro in 2020 zu (+7 %). Im Vergleich zur Schwedischen Krone gab der Euro hingegen leicht nach (-4 %). Ein schwächerer Euro-Kurs wirkt sich negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des FP-Konzerns aus, insofern Teile des Umsatzes in diesen Währungen erlöst und auf Konzernebene in Euro umgerechnet werden. Der FP-Konzern beschäftigt sich in aus- und inländischen Märkten mit der Verarbeitung von Post. Nach wie vor werden laut Statistik des Weltpostvereins mehr als 285 Milliarden Briefe weltweit versendet mit rückläufigem Trend (2019; weltweite Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor; es wird mit einem Rückgang von 4,1 % gerechnet). In den meisten Ländern gab es durch COVID-19 bedingt erhebliche Rückgänge im Briefvolumen (USA: -9,4%; D: -9,5 %), die deutlich über dem zuvor prognostizierten Trend für die nächsten Jahre liegen. Die Rückgänge waren vor allem im Bereich der Werbesendungen erheblich, die sich jedoch teilweise wieder stabilisieren. Es wird daher davon ausgegangen, dass sich perspektivisch die Rückgangsraten wieder den ursprünglichen Werten nähern. Der Paketmarkt zeichnet sich demgegenüber durch sein starkes Wachstum aus, dass durch COVID-19 bedingt nochmals einen Schub erhalten hat. Weltweit wird für die nächsten 3-4 Jahre mit einem jährlichen Wachstum von über 15 % gerechnet. Das weltweite Paketvolumen ist 2019 erstmals über 100 Mrd. Sendungen gestiegen, für 2020 wird mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 130 Mrd. Sendungen gerechnet. In Deutschland wird ein Paketvolumen von über 4 Mrd. Sendungen für 2020 erwartet, das Wachstum für die nächsten Jahre wird mit 6-7% prognostiziert.
Wie stark die Rückgänge des Briefvolumens durch die SARS-CoV-2-Pandemie mittelfristig beeinflusst werden, lässt sich derzeit noch nicht quantifizieren. Es wird aber damit gerechnet, dass sich der Rückgang des Briefvolumens verstärken kann. Zum einen ist im Zuge der Krise ein deutlicher Digitalisierungsschub zu erwarten. Zum anderen können auch mögliche negative Konjunkturentwicklungen belastend auf das Briefvolumen wirken. Für den Paketmarkt wird zumindest vorübergehend eine stärkere Zunahme erwartet.
3. Geschäftsverlauf
Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf des Konzerns
Nachfolgende Tabelle zeigt die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren des FP-Konzerns.
VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF 2020
| in Mio. EUR | Prognose 2020* | IST 2020 |
|---|---|---|
| Umsatz | Umsatzrückgang auf 195 Mio. Euro bis 203 Mio. Euro; auf Basis der Halbjahreszahlen und der Einschätzungen zum weiteren Verlauf der Pandemie konkretisierte der Vorstand am 27. August 2020 seine Prognose. Ursprünglich war für 2020 ein deutlicher Rückgang beim Umsatz prognostiziert worden. | 195,9 |
| EBITDA | EBITDA in einer Bandbreite von 24 und 28 Mio. Euro (konkretisierte Prognose vom 27. August 2020). Zuvor war für 2020 ein deutlicher Rückgang beim EBITDA prognostiziert worden. | 8,0 |
| Bereinigter Free Cashflow** | Deutlicher Rückgang beim bereinigten Free Cashflow. | 15,4 |
| Qualitätsindikator | Leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (im Vorjahr akt. 47,4***) nach Anpassung der Berechnungsgrundlage. | 45.1 |
| Verbesserungsindikator | Leichte Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr (im Vorjahr 0,65) nach Anpassung der Berechnungsgrundlage. | 0.96 |
1) * Bei gleichbleibenden Wechselkursen für Fremdwährungen.
2) ** Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets, M&A und Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP. I.Vj. 12,4 Mio. Euro (bereinigt).
3) *** Vorjahresangabe von 45,4 in 2019 angepasst.
3.1 Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf der FP Holding
Die Prognose sah für das Geschäftsjahr 2020 einen starken Rückgang des Beteiligungsergebnisses und des Jahresergebnisses vor.
Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete die FP Holding ein stark rückläufiges Beteiligungsergebnis in Höhe von 5,9 Mio. Euro (im Vorjahr 23,6 Mio. Euro) und entsprach damit der Prognose. Die starke Abweichung beruht hauptsächlich auf niedrigeren Ergebnisabführungen aufgrund einer im Vorjahresvergleich coronabedingt angespannteren operativen Entwicklung sowie Einmaleffekten in Form von im Geschäftsjahr 2020 in einer Tochtergesellschaft vorgenommen Ausbuchungen und Wertberichtigungen von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen sowie der Bildung von Restrukturierungsrückstellungen.
Daher erzielte die FP Holding im Berichtsjahr einen Jahresfehlbetrag von 4,5 Mio. Euro, was dem prognostizierten starken Rückgang dieses Leistungsindikators entspricht.
3.2 Geschäftsverlauf
Das Geschäftsjahr 2020 war von der Corona-Pandemie geprägt. Zu der planmäßigen Umsatzentwicklung hat auch die Übernahme der Geschäftsaktivitäten der HEFTER Systemform GmbH beigetragen. Zudem verfügt das Unternehmen über eine solide Eigenkapitalausstattung, Liquidität sowie auf Grundlage des bestehenden Konsortialdarlehensvertrages über finanzielle Flexibilität und Reserven.
Trotzdem hat der FP-Konzern seine strategischen Ziele (ACT) auch im Geschäftsjahr 2020 weitgehend nicht erreicht. Aus diesem Grund wurde die Strategie Ende 2020/Anfang 2021 angepasst.
Aufgrund der ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie ging der FP-Konzern für das Geschäftsjahr
2020 von einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und EBITDA gegenüber dem Vorjahr aus (unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse). Beim bereinigten Free Cashflow gab es keinen Rückgang, im Wesentlichen bedingt durch Ersparnisse bei den Investitionen in Höhe von 10 Mio. Euro im Vergleich mit dem Vorjahr. Auf Basis der Halbjahreszahlen und der Einschätzungen zum weiteren Verlauf der Pandemie konkretisierte der Vorstand am 27. August 2020 seine Prognose. FP erwartete für das Gesamtjahr 2020 einen Umsatzrückgang auf 195 Mio. Euro bis 203 Mio. Euro und ein EBITDA in einer Bandbreite von 24 und 28 Mio. Euro. Beim bereinigten Free Cashflow rechnete FP weiterhin mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
FP konnte diese Zielstellung beim Umsatz und bereinigten Free Cashflow erreichen, aber beim operativen Gewinn nicht erfüllen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hätte operativ die Erwartungen von 24 bis 28 Mio. Euro annähernd erreicht, wird jedoch von Einmaleffekten negativ beeinflusst. Diese Einmaleffekte stehen im Zusammenhang mit der Fokussierung auf profitables Wachstum und einer Verschlankung der Unternehmensstruktur. So sind Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 9,0 Mio. Euro im Konzernabschluss 2020 zu berücksichtigen; diese umfassen sowohl Rückstellungen für Abfindungszahlungen auf Grund von personellen Veränderungen im Vorstand und der oberen Führungsebene, als auch Rückstellungen für Personalrestrukturierungen zur Anpassung der Kostenbasis auf das geringere Umsatzniveau (FUTURE@FP). Weiterhin wurde der immaterielle Vermögenswert für das in Entwicklung befindliche ERP/CRM-Projekt aufgrund des nicht mehr tragfähigen Konzepts mit einem Betrag in Höhe von 4,1 Mio. Euro ausgebucht. Das operative EBITDA vor Einmaleffekten beläuft sich auf 21,1 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Einmaleffekte beträgt das berichtete EBITDA 8,0 Mio. Euro.
4. Lage des Konzerns
Der Konzernabschluss der Francotyp Postalia Holding AG wurde nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt.
4.1 Ertragslage des Konzerns
Die Entwicklung wesentlicher Posten der Konzern
Gesamtergebnisrechnung war wie folgt:
| in Mio. EUR | 2020 | 2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 195,9 | 209,1 | -6,3% |
| Bestandsveränderung | -0,4 | 0,0 | n/a |
| Aktivierte Eigenleistungen | 7,8 | 18,6 | -58,1% |
| Gesamtleistung | 203,3 | 227,7 | -10,7% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 4,5 | 2,9 | 55,2% |
| Materialaufwand | 93,9 | 101,6 | -7,6% |
| Personalaufwand | 67,8 | 60,2 | 12,6% |
| Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge auf Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1,2 | 1,9 | -36,8% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 36,8 | 33,5 | 9,9% |
| EBITDA | 8,0 | 33,3 | -76,0% |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 21,9 | 27,4 | -20,1% |
| Zinsergebnis | 0,9 | 0,4 | 125,0% |
| Sonstiges Finanzergebnis | -1,0 | 0,6 | -266,7% |
| Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | -0,6 | -1,0 | 40,0% |
| Ertragsteuern | -0,4 | -4,2 | 90,5 % |
| Konzernergebnis | -15,1 | 1,7 | -988,2% |
4.1.1 Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der FP-Konzern einen Umsatz von 195,9 Mio. Euro im Vergleich zu 209,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum (währungsbereinigt 197,7 Mio. Euro; -5,5 % im Vorjahresvergleich).
Das Jahr 2020 stand dabei ganz im Zeichen der Coronakrise. Trotzdem konnte sich FP in einem schwierigen Marktumfeld vergleichsweise gut behaupten und solide Umsätze verzeichnen, was die Robustheit des Geschäftsmodells belegt.
Dies gilt vor allem für die strategisch wichtigen Märkte USA und Frankreich. Hier konnte sich FP im Berichtsjahr behaupten. Mit 121,5 Mio. Euro realisierte das Unternehmen im traditionellen Geschäft Frankieren und Kuvertieren im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz unter dem Vorjahresniveau von 134,6 Mio. Euro. Basis der soliden Entwicklung ist die PostBase-Produktfamilie. Dennoch ging der Umsatz im Kerngeschäft mit Frankiersystemen 2020 - nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie - deutlich zurück. Darin enthalten sind Umsatzbeiträge aus der im Februar 2020 erfolgten Übernahme der Geschäftsaktivitäten der HEFTER Systemform GmbH, Prien am Chiemsee, in Höhe von 4,8 Mio. Euro sowie negative Währungseffekte (-1,8 Mio. Euro). Im Vorjahr waren hohe Serviceerlöse aus kostenpflichtigen Software-Updates im Zusammenhang mit der Portoänderung in Deutschland im Umsatz enthalten.
Aufgrund der weiterhin angespannten Corona-Infektionslage in wichtigen Märkten und den daraus resultierenden Einschränkungen hat sich der Geschäftsverlauf noch nicht wieder normalisiert. Basierend auf der vorhandenen Produktpalette, die auf das Segment kleiner Briefvolumina ausgerichtet ist, und des hohen Anteils an wiederkehrenden Umsätzen verfügt das Unternehmen allerdings nach wie vor über ein robustes Geschäftsmodell und ist für die Zukunft im Kerngeschäft vergleichsweise gut aufgestellt. Dennoch zeigt sich die weltweit rückläufige Marktentwicklung im Frankiermaschinengeschäft auch in 2020 in den Umsatzzahlen des FP-Konzerns.
Im deutschen Heimatmarkt verringerte sich der Umsatz des FP-Konzerns im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 % auf 109,0 Mio. Euro.
Im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren realisierte das Unternehmen in Deutschland im Geschäftsjahr 2020 einen um 4,9 % verminderten Umsatz von 36,9 Mio. Euro auf 35,1 Mio. Euro. Der Umsatz im Produktbereich Mail Services ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,9 % gestiegen. Das Geschäft mit Mail Services rund um die Abholung, Frankierung und Konsolidierung von Geschäftspost entwickelte sich nach der erfolgreichen Reorganisation wieder positiv. Im Geschäftsjahr 2020 stieg der Umsatz auf 58,0 Mio. Euro nach 57,4 Mio. Euro im Vorjahr. Auch in diesem Produktbereich waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie stark zu spüren. So ging das verarbeitete Briefvolumen nach einem leichten Anstieg im ersten Quartal 2020 im zweiten Quartal deutlich und im dritten und vierten Quartal noch leicht zurück. Die Ende 2018 eingeleitete Neuausrichtung mit Fokus auf profitablen Umsatz zeigt dennoch Wirkung. Zudem hat die Portoerhöhung der Deutschen Post AG 2019 ebenfalls zu einer insgesamt positiven Entwicklung in 2020 beigetragen. Der Umsatz im Produktbereich Software/Digital verzeichnete hingegen im Berichtszeitraum mit 16,4 Mio. Euro einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 3,7 %. Sowohl das Geschäft mit IoT als auch die neuen digitalen Produkte wie FP Sign zeigten sich durch die Einflüsse der Corona-Pandemie negativ belastet. Während die digitale Signaturlösung FP Sign durch die veränderten Arbeitsbedingungen infolge der Pandemie eine signifikante Verbesserung der Auftragspipeline vorweisen kann, war auf Seiten der Kunden für IoT-Anwendungen eine deutliche Investitionszurückhaltung zu spüren. Der Produktbereich Software/Digital befindet sich in der Validierung mit Fokus auf Geschäftsmodelle mit einem klaren Werteversprechen für die Kunden und deutlichem Skalierungspotential für FP.
Größter ausländischer Markt des FP-Konzerns blieben auch im Geschäftsjahr 2020 die USA. Dort reduzierte sich der Umsatz um 7,8 % von 52,6 Mio. Euro auf 48,4 Mio. Euro; Währungsbereinigt sank der Umsatz im Berichtszeitraum in den USA um 5,4 %. Aufgrund der Corona-Pandemie und der weiteren Unsicherheiten rund um den Brexit verminderte sich im Geschäftsjahr 2020 der Umsatz des FP-Konzerns in Großbritannien um 23,8 % von 14,5 Mio. Euro auf 11,0 Mio. Euro; Währungsbereinigt sank der Umsatz im Berichtszeitraum in Großbritannien um 22,8 %. Die negativen Wechselkurseffekte über alle Fremdwährungen summierten sich im Berichtsjahr auf insgesamt 1,8 Mio. Euro. Währungsbereinigt erzielte der FP-Konzern im Geschäftsjahr 2020 im Ausland einen Umsatz von 88,7 Mio. Euro.
UMSATZERLÖSE NACH PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN
| in Mio. Euro | 2020 | 2019 | Veränderung % |
|---|---|---|---|
| Erlöse aus Produktverkäufen (Frankieren & Kuvertieren) | 30,4 | 32,2 | -5,5 |
| Service / Kundendienst | 21,8 | 26,4 | -17,5 |
| Verbrauchsmaterial | 23,9 | 24,3 | -1,5 |
| Teleporto | 8,0 | 8,4 | -4,8 |
| Mail Services | 58,0 | 57,4 | 0,9 |
| Software/Digital | 16,4 | 17,1 | -4,1 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 15 | 158,5 | 165,7 | -4,4 |
| Finance Lease | 9,7 | 14,7 | -34,1 |
| Operate Lease | 28,0 | 29,1 | -3,8 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 16 | 37,7 | 43,7 | -13,7 |
| Umsatzminderung durch Währungseffekte aus hedge accounting | -0,3 | -0,3 | 0,0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 195,9 | 209,1 | -6,4 |
| Nicht wiederkehrende Umsatzerlöse | 38% | 23% | 63,5 |
| Wiederkehrende Umsatzerlöse | 62% | 77% | -19,0 |
Der Rückgang der Erlöse aus Produktverkäufen im Kerngeschäft im Geschäftsjahr 2020 ist im Wesentlichen auf einen Umsatzrückgang in wichtigen Märkten zurückzuführen. Im Servicegeschäft zeigte sich in der Corona-Pandemie die Robustheit des Geschäftsmodells, zudem konnte FP mit kostenpflichtigen Software-Updates im Zusammenhang mit Portoänderungen insbesondere in Österreich höhere Erlöse realisieren. Das Geschäft mit Verbrauchsmaterial entwickelte sich im Berichtszeitraum trotz Corona-bedingt spürbarer Rückgänge vergleichsweise robust. Die Umsatzerlöse im Anwendungsbereich von IFRS 16 entwickelten sich 2020 leicht unter dem Vorjahresniveau. Deutlich rückläufigen Umsatzerlösen aus Leasingverhältnissen im Zuge der Pandemie, insbesondere in Großbritannien, stand der positive Effekt aus der diesjährigen Übernahme der Geschäftsaktivitäten von der HEFTER gegenüber.
4.1.2 Aktivierte Eigenleistungen
Die aktivierten Eigenleistungen verzeichneten im Geschäftsjahr 2020 einen deutlichen Rückgang auf 7,8 Mio. Euro (-58,1 % gegenüber dem Vorjahr). Die in den aktivierten Eigenleistungen enthaltenen Entwicklungskosten verminderten sich gegenüber 2019 deutlich um 10,3 Mio. Euro auf 3,6 Mio. Euro. Im Vorjahr wurden insbesondere Investitionen in die Entwicklung der neuen PostBase Vision mit dem dazugehörigen Kundenportal discoverFP sowie in ein neues ERP/CRM-System vorgenommen. Im Berichtsjahr wurden im Wesentlichen Entwicklungskosten für die Entwicklung neuer IoT-Produkte sowie weitere Investitionen in die PostBase Vision mit discoverFP aktiviert. Der Anteil der enthaltenen Zugänge an vermieteten Erzeugnissen verminderte sich 2020 im Wesentlichen infolge der Pandemie auf 4,0 Mio. Euro gegenüber 4,4 Mio. Euro im Vorjahr.
4.1.3 Sonstige betriebliche Erträge
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge im Berichtsjahr in Höhe von 1,6 Mio. Euro ist überwiegend auf Erträge aus staatlichen Corona-Hilfen in Deutschland, übriges Europa, den USA und Kanada zurückzuführen. Die Erträge aus verjährten Verbindlichkeiten stiegen leicht auf 0,8 Mio. Euro (im Vorjahr 0,6 Mio. Euro).
4.1.4 Materialaufwand
Im Geschäftsjahr 2020 verringerte sich der Materialaufwand des FP-Konzerns, im Wesentlichen infolge des Umsatzrückgangs im Produktbereich Frankieren und Kuvertieren, um 7,7 Mio. Euro auf 93,9 Mio. Euro gegenüber 101,6 Mio. Euro im Vorjahr. Die Aufwendungen für Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe verminderten sich im Berichtsjahr daher auf 33,0 Mio. Euro im Vergleich zu 35,3 Mio. Euro im Vorjahr. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen, die überwiegend auf den Bereich Mail Services entfallen, entwickelten sich dabei mit 60,9 Mio. Euro ebenfalls rückläufig gegenüber dem Vorjahresniveau in Höhe von 66,4 Mio. Euro, wobei sich die Aufwendungen für bezogenes Porto mit 52,6 Mio. Euro auf Vorjahres-Niveau befinden. Die Materialaufwandsquote verbesserte sich im Berichtsjahr auf 47,9 % (im Vorjahr 48,6 %).
4.1.5 Personalaufwand
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 12,7 % auf 67,8 Mio Euro (im Vorjahr 60,2 Mio. Euro). Vor allem die Aufwendungen für Abfindungszahlungen aufgrund der Veränderungen im Vorstand und der oberen Führungsebene als auch die erforderlichen Restrukturingsaufwendungen für FUTURE@FP haben mit insgesamt 9,0 Mio. Euro hierzu geführt. Außerdem wirkten im Berichtsjahr weitere unterschiedliche Einflussfaktoren. Angesichts der Übernahme von Mitarbeitern der HEFTER im Februar 2020 stiegen die Personalkosten, auf der anderen Seite konnten die Kosten entlastet werden aufgrund der im zweiten Quartal infolge der Corona-Pandemie verstärkt eingeleiteten Maßnahmen, u.a. durch die Nutzung von Kurzarbeit und ähnlichen Instrumenten.
Im Zuge der Umsetzung des ACT-Projektes JUMP wirkten Einsparungen in Höhe von 5,5 Mio. Euro entlastend auf den Personalaufwand. Die Personalaufwandsquote erhöhte sich dennoch im Geschäftsjahr 2020 deutlich auf 34,6 % gegenüber 28,8% im Vorjahr. Hier wurde der positive Effekt der JUMP-Maßnahmen durch erhöhte Personalkosten -hauptsächlich bedingt durch vermehrte NeuEinstellungen in der Firmenzentrale - konterkariert.
4.1.6 Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Der Rückgang der Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 0,7 Mio. Euro auf 1,2 Mio. Euro im Berichtsjahr beruht hauptsächlich auf verminderten Einzelausfallrisiken.
4.1.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 um 10,0 % von 33,5 Mio. Euro auf 36,8 Mio. Euro. Ursächlich dafür waren im Wesentlichen die Aufwendungen aus dem Abgang des noch nicht abgeschlossenen, aber nicht mehr tragfähigen Entwicklungsprojekts zur Einführung eines neuen ERP/CRM-Systems (4,1 Mio. Euro), und um 1,5 Mio. Euro gestiegene Beratungskosten. Der Effekt wurde durch um 1,9 Mio. Euro gesunkene personalbezogene Kosten und um 1,0 Mio. Euro gesunkene Reisekosten teilweise kompensiert.
4.1.8 EBITDA
Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der FP-Konzern ein EBITDA von 8,0 Mio. Euro gegenüber 33,3 Mio. Euro im Vorjahr. Die EBITDA-Marge des FP-Konzerns verminderte sich deutlich auf 4,1 % nach 15,9 % im Vorjahr. Das EBITDA wurde im Wesentlichen durch einmalige Aufwendungen für Abfindungen auf Grund von personellen Veränderungen im Vorstand und der oberen Führungsebene und Restrukturierungsmaßnahmen (FUTURE@FP) zur Anpassung der Kostenbasis auf das geringere Umsatzniveau (insgesamt 9,0 Mio. Euro) sowie Abgänge von immateriellen Vermögenswerten (4,1 Mio. Euro) belastet. Im Vorjahr wirkten belastend Aufwendungen für das Projekt JUMP in Höhe 2,3 Mio. Euro. Positiv zur Entwicklung des EBITDA trugen Erträge aus der aktiven Nutzung staatlicher Corona-Hilfen in Höhe von 2,5 Mio. Euro im Wesentlichen in den USA, Kanada, Europa und Deutschland bei.
4.1.9 Abschreibungen und Wertminderungen
Im Geschäftsjahr 2020 verminderten sich die Abschreibungen und Wertminderungen gegenüber dem Vorjahr um 20,0 % von 27,4 Mio. Euro auf 21,9 Mio. Euro deutlich. Belastend wirkten Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 3,0 Mio. Euro (im Vorjahr: 2,7 Mio. Euro); darin sind Wertminderrungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit InovoLabs in Höhe von 0,7 Mio. Euro enthalten.
Die planmäßigen Abschreibungen waren rückläufig aufgrund der im Vorjahr durchgeführten konzerneinheitlichen Umstellung der Nutzungsdauern für vermietete Erzeugnisse auf 7 Jahre.
4.1.10 Zinsergebnis
Der Anstieg des Zinsergebnisses im Geschäftsjahr 2020 um 0,5 Mio. Euro auf 0,9 Mio. Euro resultierte primär aus den im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Mio. Euro erhöhten Zinserträgen aus Finanzierungsleasing und um 0,2 Mio. Euro gesunkenen sonstigen Zinsaufwendungen.
4.1.11 Sonstiges Finanzergebnis
Der FP-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2020 ein negatives sonstiges Finanzergebnis in Höhe von 1,0 Mio. Euro (im Vorjahr positiv 0,6 Mio. Euro). Die Entwicklung im sonstigen Finanzergebnis beruht maßgeblich auf Wechselkurseffekten bei der stichtagsbezogenen Bewertung von Bilanzposten.
4.1.12 Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, nach Steuern
Im Geschäftsjahr 2020 realisierte der FP-Konzern aus der anteilsmäßig (at equity) in den Konzernabschluss einbezogenen Beteiligung an der Juconn GmbH einen Verlustanteil in Höhe von 0,1 Mio. Euro (im Vorjahr 0,1 Mio. Euro). Zudem hat der FP-Konzern im Berichtsjahr vor dem Hintergrund einer gegenüber den ursprünglichen Erwartungen beim Unternehmenserwerb verzögerten Geschäftsentwicklung und Skalierung im Zuge der Werthaltigkeitsprüfung einen Wertminderungsaufwand in Höhe von 0,5 Mio. Euro (im Vorjahr: 0,9 Mio. Euro) erfasst.
4.1.13 Ertragsteuern
Die Aufwendungen aus Ertragsteuern betragen im Geschäftsjahr 2020 0,4 Mio. Euro (im Vorjahr 4,2 Mio. Euro). Dies entspricht einer Steuerquote von 3 % (im Vorjahr 71,3 %). Die Steuerquote wird im Wesentlichen durch nicht angesetzte latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge verursacht.
4.1.14 Konzernergebnis
KONZERNERGEBNIS (in Mio. EUR und EPS (unverwässert) in EUR)

Das Konzernergebnis verminderte sich im Geschäftsjahr 2020 auf -15,1 Mio. Euro. Das Ergebnis ist aufgrund der im Berichtsjahr angefallenen Einmaleffekte deutlich negativ. Der FP-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2020 ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von -0,94 Euro (un-/verwässert) nach 0,11 Euro (un-/verwässert) im Vorjahr.
4.1.15 Zusammenfassung der Ergebnisse pro Segment
Die Segmente berichten nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften. In der folgenden Tabelle werden Umsatz und EBITDA der Segmente dargestellt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE PRO SEGMENT
| Umsatz | EBITDA | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | 2020 | 2019 | Veränderung in % | 2020 | 2019 | Veränderung in % |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Produktion 1) | 3,9 | 4,5 | -14,6% | 5,4 | 26,7 | -79,9% |
| Vertrieb Deutschland 1) | 108,6 | 109,8 | -1,1% | 2,6 | 3,9 | -33,0% |
| Vertrieb International 1) | 84,4 | 91,3 | -7,6% | 15,8 | 13,3 | 18,9% |
| Zentrale Funktionen 1) | 0,0 | 0,0 | 0,0% | -10,8 | 24,4% | |
| Überleitung Konzern | -1,1 | 3,4 | -133,0% | -2,5 | 0,2 | -1.154,2% |
| Konzern | 195,9 | 209,1 | -6,3% | 8,0 | 33,3 | -76,1% |
1) Umsatzerlöse mit externen Dritten und EBITDA nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften
4.2 Finanzlage des Konzerns
4.2.1 Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Zentrales Ziel des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität des FP-Konzerns zu sichern. Das Unternehmen erreicht dieses Ziel durch den Einsatz verschiedener Finanzierungsinstrumente. Bei deren Auswahl werden die Flexibilität, die Art der Kreditauflagen, das bestehende Fälligkeitsprofil und die Kosten der Finanzierung berücksichtigt. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung. Grundsätzlich stammt ein wesentlicher Teil der Liquidität des FP-Konzerns aus der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente mit dem daraus resultierenden Mittelzufluss. Ergänzend nutzt das Unternehmen Kredite von Finanzinstituten und Finanzierungsleasing.
4.2.2 Dividendenberechtigter Bilanzgewinn und Dividende
Auch im Rahmen der Umsetzung der neuen Strategie hat die Dividendenpolitik des FP-Konzerns grundsätzlich Bestand. Aufgrund der Coronakrise legt das Unternehmen den Fokus auf die Sicherstellung und den Ausbau der vorhandenen Konzernliquidität, um die strategischen und operativen Ziele des FP-Konzerns nachhaltig abzusichern. Angesichts der Belastungen im Geschäftsjahr 2020 und des daraus resultierenden negativen Konzernergebnisses ist keine Dividendenausschüttung geplant.
4.2.3 Finanzierungsanalyse
Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen.
FINANZVERBINDLICHKEITEN (in Mio. EUR)

KONSORTIALDARLEHEN (in Mio. EUR)

Der mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium seit 2016 bestehende und im Geschäftsjahr 2018 vorzeitig verlängerte und erweiterte Konsortialdarlehensvertrag über ein Finanzierungsvolumen in Höhe von insgesamt 150 Mio. Euro hat eine Laufzeit bis zum 28. September 2023. Die Finanzierungsdokumentation auf Basis der britischen Loan Market Association (LMA) ist verbunden mit einer Erhöhungsoption von 50 Mio. Euro.
Weitere wesentliche Konditionen des Konsortialdarlehensvertrages umfassen weiterhin die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Zudem verfügt der FP-Konzern über unternehmerische Freiräume, um weitere finanzielle Verpflichtungen einzugehen. Insgesamt bildet der Konsortialdarlehensvertrag eine zukunftsweisende Grundlage für die finanzielle Stabilität und Flexibilität des FP-Konzerns.
Angaben zu Veränderungen im Geschäftsjahr 2020 im Eigenkapital des Unternehmens finden sich im Abschnitt 4.3.2 Eigenkapital.
4.2.4 Investitionsanalyse
INVESTITIONEN (in Mio. EUR)

Der FP-Konzern investierte auch im Geschäftsjahr 2020 erneut in künftiges Wachstum und hierbei unter anderem in die Produktentwicklung, die Produktion und andere Kern- und Unterstützungsprozesse sowie in Frankiersysteme für Mietmärkte.
Beeinflusst durch die ab dem zweiten Quartal infolge der Corona-Pandemie verstärkt eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zum Liquiditätsmanagement lagen die Investitionen im Gesamtjahr 2020 mit 11,4 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau von 21,4 Mio. Euro. Im Rahmen der Umsetzung der Strategie investierte der FP-Konzern dabei 3,1 Mio. Euro in die Entwicklung neuer Produkte (im Vorjahr 8,0 Mio. Euro). Die Investitionen in aktivierte Entwicklungskosten von insgesamt 3,6 Mio. Euro (im Vorjahr 13,9 Mio. Euro) beinhalteten zudem Investitionen in Höhe von 0,2 Mio. Euro (im Vorjahr 5,5 Mio. Euro) in die weltweite Einführung einer einheitlichen ERP/CRM-Landschaft. Des Weiteren investierte der FP-Konzern im Berichtsjahr in Höhe von 1,5 Mio. Euro in den Erwerb des Geschäftsbetriebes der HEFTER Systemform und hat damit das Kerngeschäft weiter gestärkt und das Produktportfolio ausgebaut. Im Vorjahr hatte der FP-Konzern insgesamt 1,0 Mio. Euro in den Erwerb von 15 % der Anteile an dem IoT-Spezialisten JUCONN GmbH investiert. Die Investitionen in vermietete Erzeugnisse, im Wesentlichen in den USA, Großbritannien, Kanada, Niederlande und Frankreich, verminderten sich im Geschäftsjahr 2020 auf 3,5 Mio. Euro (im Vorjahr 4,5 Mio. Euro).
4.2.5 Steuerliche Verlustvorträge
Zum 31. Dezember 2020 verfügt der FP-Konzern über nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 15,2 Mio. Euro (im Vorjahr 8,3 Mio. Euro).
4.2.6 Liquiditätsanalyse
LIQUIDITÄTSANALYSE (IN MIO. EUR)
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | 22,8 | 23,0 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -11,4 | -21,4 |
| Free Cashflow | 11,4 | 1,7 |
| Bereinigter Free Cashflow* | 15,4 | 12,4 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -5,7 | -4,7 |
| Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel | 5,7 | -3,1 |
| Wechselkursbedingte Änderung der Finanzmittel | -1,0 | 0,4 |
| Finanzmittel am Anfang der Periode | 18,5 | 21,2 |
| Finanzmittel am Ende der Periode | 23,2 | 18,5 |
1) *Bereinigt um Investitionen in Finance Lease Assets und M&A sowie um Auszahlungen für das ACT-Projekt JUMP.
LIQUIDITÄTSANALYSE (in Mio. EUR)

Der FP-Konzern hat sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie im Geschäftsjahr 2020 erfolgreich auf die Kostenkontrolle und das Liquiditätsmanagement konzentriert. Mit 22,8 Mio. Euro lag der operative Cashflow im Jahr 2020 nur leicht unter dem Vorjahresniveau (Im Vorjahr 23,0 Mio. Euro). Darin enthalten sind auch Einzahlungen aus staatlichen Corona-Hilfen in Höhe von 2,5 Mio. Euro. Die Abnahme des Net Working Capital um 0,9 Mio. Euro trug zur Verbesserung des operativen Cashflow bei.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit war im Geschäftsjahr 2020 stark rückläufig. Beeinflusst durch die ab dem zweiten Quartal infolge der Corona-Pandemie verstärkt eingeleiteten Gegenmaßnahmen ging der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2020 auf - 11,4 Mio. Euro zurück gegenüber -21,4 Mio. Euro im Vorjahr. Bezüglich weiterer Veränderung wird auf den Abschnitt 4.2.4 Investitionsanalyse verwiesen. Aufgrund des starken operativen Cashflows und den geringeren Investitionen stieg der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2020 auf 11,4 Mio. Euro (im Vorjahr 1,7 Mio. Euro) und der bereinigte Free Cash Flow auf 15,4 Mio. Euro (im Vorjahr 12,4 Mio. Euro).
Die Veränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2020 ist im Wesentlichen auf Auszahlungen zur Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 3,8 Mio. Euro (im Vorjahr 3,9 Mio. Euro) sowie auf Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2,2 Mio. Euro (im Vorjahr 0,4 Mio. Euro) zurückzuführen.
ZUGESAGTE, ABER NICHT AUSGENUTZTE KREDITLINIEN (in Mio. EUR)

Gemäß Konsortialdarlehensvertrag ist der FP-Konzern verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten:

Vereinbarungsgemäß werden Einmaleffekte für die Berechnung der Covenants bereinigt. Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt im Geschäftsjahr 2020 seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
4.3 Vermögenslage des Konzerns
BILANZSTRUKTURGRAFIK (in Mio. EUR)

Die Bilanz des FP-Konzerns zum 31. Dezember 2020 wird geprägt durch die Umsetzung der Strategie, die operative Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2020 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie sowie durch die vorgenommenen Maßnahmen im Rahmen von FUTURE@FP.
4.3.1 Lang- und kurzfristige Vermögenswerte
LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
| in Mio. EUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 28,3 | 38,8 |
| Sachanlagen | 24,9 | 29,2 |
| Nutzungsrechte | 11,2 | |
| Assoziierte Unternehmen | 0,0 | 0,6 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 16,3 | 17,4 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1,0 | 2,8 |
| Latente Steueransprüche | 1,5 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 101,6 | |
| Vorratsvermögen | 12,4 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 17,7 | 18,1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 13,7 | 14,2 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 12,9 | 9,5 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 30,5 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 91,8 | 84,7 |
Die langfristigen Vermögenswerte gingen von 101,6 Mio. Euro um 19,4 Mio. Euro auf 82,2 Mio. Euro zurück.
Der Rückgang der immateriellen Vermögenswerte um 10,4 Mio. Euro ist hauptsächlich auf die Abgänge noch nicht abgeschlossener, aber nicht mehr tragfähiger Entwicklungsprojekte (4,1 Mio. Euro) sowie auf die Abschreibungen und Wertminderungen der selbsterstellten (7,9 Mio. Euro) und der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte (2,2 Mio. Euro) zurückzuführen. Dabei betrug die Wertminderung der selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte 1,7 Mio. Euro und die Wertminderung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Kundenlisten 0,6 Mio. Euro. Eine Wertminderung des Firmenwertes wurde in Höhe von 0,7 Mio. Euro erfasst. Der Rückgang wurde teilweise durch Zugänge bei den selbsterstellten (2,8 Mio. Euro), den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerten (0,9 Mio. Euro) und noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekten (0,8 Mio. Euro) kompensiert.
Die Verringerung der Sachanlagen um 4,3 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der vermieteten Erzeugnisse durch die negativen Währungseffekte (1,4 Mio. Euro) sowie Abschreibungen (4,6 Mio. Euro), die durch Zugänge (3,5 Mio. Euro) teilweise kompensiert wurden. Abschreibungen der technischen Anlagen und Maschinen führten zum Rückgang dieses Postens um 1,0 Mio. Euro.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von 84,7 Mio. Euro um 7,2 Mio. Euro auf 91,8 Mio. Euro. Dies resultiert überwiegend aus der Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 5,6 Mio. Euro und der Erstattungsansprüchen aus Ertragssteuern um 3,4 Mio. Euro. Den gegenläufigen Effekt hatten Rückgänge des Vorratvermögens, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte.
4.3.2 Eigenkapital
Zum 31. Dezember 2020 betrug das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG 16,3 Mio. Euro, eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag (im Vorjahr 16.301.456).
Zum 31. Dezember 2020 hielt das Unternehmen 257.393 eigene Aktien (Im Vorjahr: 397.393) bzw. 1,6 % am Grundkapital. Der rechnerische Wert der eigenen Anteile wird offen vom Eigenkapital abgesetzt. Der Differenzbetrag zum Kaufpreis wird mit der Kapitalrücklage verrechnet. Zusätzliche Angaben zu den eigenen Aktien befinden sich im Konzernanhang, Abschnitt IV. (26). Weitere Angaben zum genehmigten und zum bedingten Kapital sowie zu Wandel- und Optionsrechten können dem erläuternden Bericht des Vorstands gemäß §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB entnommen werden.
Das Eigenkapital des Konzerns hat sich von 32,0 Mio. EUR um 18,3 Mio. EUR auf 13,7 Mio. EUR verringert. Der Rückgang ist hauptsächlich auf das negative Gesamtergebnis in Höhe von -18,7 Mio. EUR zurückzuführen.
4.3.3 Lang- und kurzfristige Schulden
LANG- UND KURZFRISTIGE SCHULDEN
| in Mio. EUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 20,5 | 20,6 |
| Sonstige Rückstellungen, latente Steuerverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten | 8,0 | 5,8 |
| Finanzverbindlichkeiten | 43,3 | 46,2 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 2,0 | 0,0 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 0,5 | 0,0 |
| Langfristige Schulden | 74,2 | 72,5 |
| Steuerschulden | 3,8 | 2,7 |
| Sonstige Rückstellungen | 15,8 | 9,6 |
| Finanzverbindlichkeiten | 3,7 | 4,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14,1 | 14,6 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 32,8 | 34,4 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 16,0 | 16,4 |
| Kurzfristige Schulden | 86,1 | 81,8 |
Die langfristigen Schulden erhöhten sich von 72,5 Mio. Euro um 1,7 Mio. Euro auf 74,2 Mio. Euro im Wesentlichen durch Erhöhung der langfristigen Personalrückstellungen um 2,0 Mio. Euro und der langfristigen Verbindlichkeiten aus Derivaten um 1,7 Mio. Euro. Einen gegenläufigen Effekt hatte der Rückgang der Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten um 2,0 Mio. Euro und der Verbindlichkeit aus Finanzierungsleasingverhältnissen um 0,9 Mio. Euro.
Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich von 81,8 Mio. Euro um 4,3 Mio. Euro auf 86,1 Mio. Euro. Dies resultiert hauptsächlich aus der Zunahme der kurzfristigen Personalrückstellungen um 4,6 Mio. Euro und sonstigen Rückstellungen um 1,6 Mio. Euro, die teilweise durch den Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeit aus Derivaten um 1,3 Mio. Euro kompensiert wurde.
Eine ergänzende Kennziffer für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Nettoverschuldung und Eigenkapital und wird laufend überprüft.
ENTWICKLUNG DER NETTOSCHULDEN (in Mio. EUR)

Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Finanzmittel. Zu den Finanzverbindlichkeiten zählen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Leasingverbindlichkeiten. In die Finanzmittel werden die liquiden Mittel abzüglich verfügungsbeschränkter flüssiger Mittel (Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden) einbezogen. Diese Darstellung gilt sowohl im Hinblick auf die Bestimmung des Nettoverschuldungsgrades als Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur des FP-Konzerns als auch in Bezug auf den Ausweis in der Kapitalflussrechnung.
Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zum Liquiditätsmanagement infolge der Corona-Pandemie verminderte sich im Jahr 2020 die Nettoverschuldung des FP-Konzerns deutlich (-25 %). Das Eigenkapital verminderte sich zum 31. Dezember 2020 auf 13,7 Mio. Euro; dies entspricht einer Reduzierung um 18,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (32,0 Mio. Euro).
4.3.4 Leasing
Der FP-Konzern betreibt als Leasinggeber sowohl Operate Lease als auch Finance Lease. Diese Geschäftsmodelle beeinflussen die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens. Im Anlagevermögen sind zum 31. Dezember 2020 unter dem Posten "Vermietete Erzeugnisse" Vermögenswerte mit einem Buchwert in Höhe von 15,5 Mio. Euro (im Vorjahr: 18,3 Mio. Euro) bilanziert, die im Wesentlichen im Rahmen von Operate LeaseVereinbarungen an Kunden vermietet werden. Die Finance Lease-Vereinbarungen mit Kunden finden sich unter "Forderungen aus Finanzierungsleasing" und belaufen sich zum Bilanzstichtag im langfristigen und kurzfristigen Bereich in Summe auf 22,3 Mio. Euro (Im Vorjahr: 24,1 Mio. Euro).
4.4 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz-und Vermögenslage des Konzerns
Das Geschäftsjahr 2020 war von wesentlichen, negativen Einmaleffekten beeinflusst. Die erforderlichen Aufwendungen für die Ausbuchung von bzw. die Erfassung von Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen haben ihre deutlichen Spuren in die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns hinterlassen.
Beim Umsatz wurden die Erwartungen erreicht, beim bereinigten Free Cashflow übertraf das Unternehmen die Erwartungen, während die Prognose beim EBITDA aufgrund der Einmaleffekte nicht erreicht wurde. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2020 insgesamt als nicht zufriedenstellend. Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lagebeichts hat sich die wirtschatfliche Lage des Konzerns nicht wesentlich geändert.
5. Lage der Gesellschaft
Der Jahresabschluss der FP Holding wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss folgt den International Financial Reporting Standards (IFRS). Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen vor allem immaterielle Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Finanzinstrumente, Leasinggeschäfte und latente Steuern.
5.1 Ertragslage der Gesellschaft
| in Mio. EUR | 2020 | 2019 | Veränderung % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 4,2 | 3,1 | 36,7% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 0,5 | 0,9 | -49,1% |
| Materialaufwand | 1,0 | 0,4 | 141,8% |
| Personalaufwand | 10,9 | 7,1 | 53,5 % |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen | 6,5 | 7,7 | -15,6% |
| Beteiligungsergebnis | 5,9 | 23,6 | -75,0% |
| Zinsergebnis | 1,3 | 0,3 | 340,3% |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Ertrag (+), Aufwand (-)) | 2,0 | -3,6 | -156,3% |
| Ergebnis nach Steuern | -4,4 | 9,1 | -148,7% |
| Jahresfehlbetrag/-überschuss | -4,5 | 9,1 | -149,4% |
5.1.1 Umsatzerlöse
Bei unveränderten Dienstleistungsfunktionen der FP Holding resultierte die Zunahme der Umsatzerlöse der FP Holding um 1,1 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2020 aus erhöhten Konzernumlagen für Beratungsleistungen gegenüber den inländischen Tochtergesellschaften.
5.1.2 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Berichtsjahr im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie aus Fördermitteln (im Vorjahr im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen).
5.1.3 Materialaufwand
Die Erhöhung des Materialaufwandes aus bezogenen Leistungen im Berichtsjahr resultiert im Wesentlichen aus gegenüber dem Vorjahr gestiegenen weiterbelasteten Werbungskosten und übrigen Personalkosten.
5.1.4 Personalaufwand
Der Anstieg im Personalaufwand um 3,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2020 ist im Wesentlichen Folge der Bildung von Rückstellungen für Abfindungszahlungen sowie bezahlter Freistellungen sowie auf Zuführungen zu sonstigen Personalrückstellungen zurückzuführen. Darüber hinaus hat sich die Anzahl der Vorstandmitglieder Mitte des Jahres von drei auf vier erhöht. Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer blieb mit 42 konstant zum Vorjahr.
5.1.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen
Hierin enthalten sind im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten sowie Aufwendungen aus Konzernumlagen. Der Rückgang um 1,2 Mio. Euro im Berichtsjahr ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Aufwendungen für Werbung um 0,5 Mio. Euro, der übrigen Personalkosten um 0,2 Mio. Euro, der Reisekosten um 0,1 Mio. Euro sowie der Konzernumlagen um 0,1 Mio. Euro zurückzuführen. Die Abschreibungen verminderten sich im Geschäftsjahr 2020 um 0,2 Mio. Euro.
5.1.6 Beteiligungsergebnis
Der starke Rückgang des Beteiligungsergebnisses von 23,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 5,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2020 beruht im Wesentlichen auf um 18,0 Mio. Euro gesunkene Ergebnisabführungen. Dies ist zum einen auf die durch die Corona-Pandemie im Vorjahresvergleich angespannte operative Entwicklung zurückzuführen. Zum anderen ist die geringere Ergebnisabführung durch Einmaleffekte in Form von im Geschäftsjahr in einer Tochtergesellschaft vorgenommen Ausbuchungen und Wertberichtigungen von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen sowie die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen bedingt. Die Ergebnisabführungen wurden im Vorjahr positiv durch die konzernweite Neueinschätzung der Nutzungsdauer vermieteter Erzeugnisse im Anlagevermögen in Höhe von 3,1 Mio. Euro positiv beeinflusst.
5.1.7 Zinsergebnis
Die Zinsaufwendungen sind mit 1,2 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben; sie resultieren primär aus der Verzinsung des Bankkredits sowie aus Zinsaufwendungen für Steuern. Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Ausleihungen sowie kurzfristigen Darlehen an verbundene Unternehmen. Die Erhöhung des Zinsergebnisses im Geschäftsjahr 2020 resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Zinserträgen aus Ausleihungen und Forderungen an verbundene Unternehmen um 1,0 Mio. Euro.
5.1.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag
Der Ertrag aus den Steuern von Einkommen und Ertrag in Höhe von 2,0 Mio EUR (Vorjahr Aufwand 3,6 Mio EUR) resultiert überwiegend aus der Auflösung der passiven latenten Steuern (2,6 Mio EUR). Gegenläufig wirken periodenfremde tatsächliche Steuern (0,5 Mio EUR).
5.1.9 Jahresergebnis
Im Wesentlichen aufgrund des stark gesunkenen Beteiligungsergebnisses sowie der gestiegenen Personalaufwendungen erzielte die FP Holding im Geschäftsjahr 2020 einen Jahresfehlbetrag von 4,5 Mio. Euro (im Vorjahr Jahresüberschuss in Höhe von 9,1 Mio. Euro).
5.2 Finanzlage der Gesellschaft
LIQUIDITÄTSANALYSE (IN MIO. EUR)
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | 2,2 | 4,9 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 0,0 | -3,8 |
| Free Cashflow | 2,2 | 1,1 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -1,9 | -1,1 |
| Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel | 0,3 | 0,0 |
Der Rückgang des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2020 beruht im Wesentlichen auf dem negativen Ergebnis. Gegenläufig waren die Effekte aus der Zunahme der Rückstellungen sowie Steuerschulden (+8,1 Mio. Euro, im Vorjahr - 3,4 Mio. Euro) und aus der Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerte (+3,9 Mio. Euro, im Vorjahr - 5,6 Mio. Euro).
Durch Investitionsersparnisse betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit 0,0 Mio. Euro (im Vorjahr - 3,8 Mio. Euro).
Der Anstieg des negativen Cashflows aus Finanzierungstätigkeit im Berichtsjahr resultiert aus höheren Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (2,2 Mio. Euro, im Vorjahr -0,6 Mio. EUR). Gegenläufig wirkt der Verzicht einer Dividendenzahlung (im Vorjahr -0,5 Mio. Euro).
Zum 31. Dezember 2020 verfügte die FP Holding über freie Kreditlinien in Höhe von 111,6 Mio. Euro (im Vorjahr 109,5 Mio. Euro). Die FP Holding konnte im Geschäftsjahr 2020 zu jedem Zeitpunkt ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
5.3 Vermögenslage der Gesellschaft
VERKÜRZTE BILANZ DER FP HOLDING (IN MIO.EUR)
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 81,5 | 80,0 |
| Umlaufvermögen | 43,0 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 0,4 | 0,6 |
| Aktiva | 123,6 | |
| Eigenkapital | 63,2 | 67,4 |
| Rückstellungen | 9,1 | |
| Verbindlichkeiten und passive latente Steuern | 42,0 | 47,2 |
| Passiva | 119,8 | 123,6 |
5.3.1 Anlagevermögen
Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2020 im Wesentlichen im Zuge des Anstiegs von Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 1,6 Mio. Euro.
5.3.2 Umlaufvermögen
Der Rückgang des Umlaufvermögens im Berichtsjahr resultiert insbesondere aus der Abnahme der konzerninternen Forderungen um 5,0 Mio. Euro. Die Veränderung steht im Zusammenhang mit der konzerninternen Finanzierung der Tochtergesellschaften sowie geringeren Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen.
5.3.3 Eigenkapital
Das Eigenkapital ging im Geschäftsjahr 2020 im Wesentlichen aufgrund des Jahresfehlbetrages in Höhe von 4,5 Mio. Euro zurück. Die Eigenkapitalquote der FP Holding verringerte sich im Berichtsjahr von 54,5 % auf 52,8 %.
5.3.4 Rückstellungen
Die Rückstellungen sind insgesamt von 9,1 Mio. Euro auf 14,6 Mio. Euro angestiegen. Der Anstieg der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2020 beruht im Wesentlichen auf der Erhöhung der sonstigen Rückstellungen von 5,5 Mio. Euro um 4,1 Mio. Euro auf 9,6 Mio. Euro. Der Anstieg resultiert überwiegend aus der Zunahme der Rückstellungen für Personalkosten um 4,4 Mio. Euro. Gegenläufig wirkte hauptsächlich der Rückgang der Rückstellung für ausstehende Rechnungen um 0,5 Mio. Euro.
Die Rückstellungen für Steuern und Zinsen auf Steuern erhöhten sich auf 4,0 Mio. Euro (im Vorjahr 2,7 Mio. Euro). Die Zuführungen zu Rückstellungen für Steuern und Zinsen auf Steuern resultieren aus der Risikovorsorge für Betriebsprüfungen der Vorjahre.
5.3.5 Verbindlichkeiten und passive latente Steuern
Der Rückgang der Verbindlichkeiten und passiven latenten Steuern im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 5,2 Mio. Euro beruht im Wesentlichen auf einer Verminderung der passiven latenten Steuern um 2,6 Mio. Euro (aufgrund der durch Ausbuchung und Bildung von Wertberichtungen erfolgten Reduzierung des Buchwerts der in der Organschaft bilanzierten selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände) sowie der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 2,2 Mio. Euro aufgrund von Tilgungszahlungen.
5.4 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz-und Vermögenslage der Gesellschaft
Das Geschäftsjahr 2020 war von signifikanten, negativen Einmaleffekten beeinflusst. Die erforderlichen Aufwendungen für die Ausbuchung bzw. die Erfassung von Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und die Bildung von Abfindungs- und Restrukturierungsrückstellungen haben durch die dadurch geringere Ergebnisabführung deutliche Spuren in der Ertrags- und Vermögenslage der Gesellschaft hinterlassen. Die Finanzlage war im Wesentlichen positiv durch die geringere Investitionstätigkeit geprägt - gegenläufig wirkten sich das rückläufige operative Ergebnis sowie die Tilgung von Bankkrediten aus.
Der starke Rückgang der beiden Leistungsindikatoren der FP Holding AG entsprach der Prognose für das Geschäftsjahr 2020. Der Vorstand beurteilt den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2020 insgesamt als nicht zufriedenstellend. Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts hat sich die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft nicht wesentlich geändert.
6. Risiko- und Chancenbericht
Chancen und Risiken in der folgenden Darstellung sind zu verstehen als Einflüsse oder Ereignisse, die dazu geeignet sind, dass die Zielsetzung des Managements bezüglich der kurz- und mittelfristigen Unternehmensentwicklung übertroffen oder unterschritten wird. Ziel des Chancenmanagements ist es, solche Opportunitäten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu verfolgen. Das Risikomanagement hingegen soll sicherstellen, dass Risiken nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um den Einfluss auf das Unternehmen zu kontrollieren und ggf. zu minimieren.
Risiko- und Chancenmanagementsystem
Die Francotyp-Postalia Holding AG und ihre Tochtergesellschaften sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.
Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem des FP-Konzerns liegt beim Vorstand. Das Risiko- und Chancenmanagement ist mit dem Compliance-Management eng verzahnt und integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Für die Risiken ist ein Überwachungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Gezielt wird die Risiko- und Compliance-Situation regelmäßig analysiert und die identifizierten Risiken bewertet, gesteuert und kontrolliert. Dieses System dient nicht nur der Früherkennung potentiell bestandsgefährdender Risiken.
Der Chancenerkennung dienen unter anderem detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen und Prognoseszenarien sowie die intensive Auseinandersetzung mit relevanten Wert- und Kostentreibern.
Ziele und Strategie
Wichtigstes Ziel des Risiko- und Compliance-Managements ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf zuverlässig einzuschätzen, sie zu steuern und, soweit möglich, sinnvoll zu begrenzen. Gleichzeitig sollen Erfolgschancen gewahrt werden, soweit deren Risikogehalt ein angemessenes Maß nicht überschreitet. Auf dieser Basis werden durch angemessene Maßnahmen die Risiken im Einklang mit der Unternehmensstrategie gesteuert.
Je nach Bewertung der Risiken werden unterschiedliche Strategien verfolgt. Risiken, die gravierende Nachteile für die Unternehmensentwicklung haben können oder sogar den Bestand gefährden würden, werden weitestmöglich und konsequent vermieden. Weniger bedeutende Risiken werden in ihrer Auswirkung begrenzt. Hierfür werden beispielsweise bestimmte Maximalwerte vorgegeben, regelmäßig und systematisch Kontrollen durchgeführt und/oder es wird auf konsequente Funktionstrennung geachtet. Wo möglich oder sinnvoll, werden Risiken ausgelagert, beispielsweise auf Versicherungen oder Zulieferer.
Risiken, die untrennbar mit den geschäftlichen Aktivitäten verbunden sind, werden bewusst und kontrolliert eingegangen.
Die Risikostrategie des FP-Konzerns sieht vor, im traditionellen Geschäftsbereich Frankieren und Office Lösungen zwar innovativ, aber dennoch risikoavers zu agieren, während in die seine Zukunftsvision tragenden, wachsenden Produktbereiche Software & BPA und IoT risikoaffin investiert wird.
Strukturen und Prozesse
Die Strukturen und Prozesse des Risikomanagements sind konzernweit standardisiert. Entlang definierter Risikokategorien erfolgt halbjährlich das Risk Assessment, also die Identifikation und Bewertung potenzieller Risiken, denen sich das Unternehmen ausgesetzt sieht. Dies geschieht dezentral und wird über entsprechende einheitliche Berichtsformate dokumentiert. Hierfür wird innerhalb der Risikokategorien eine Vielzahl von Risikotypen durch jeden Berichtenden betrachtet und bewertet. Die auf dieser Basis entstehenden Einzelberichte werden anschließend im Konzernfachbereich Governance, Risk & Compliance validiert und zu einer Gesamtrisikolage der Unternehmensgruppe konsolidiert. Das Ergebnis dieses strukturierten Prozesses mündet in den Risikobericht, der in schriftlicher Form an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert wird. Diese Informationen fließen sodann in die regelmäßigen Geschäftsanalysen von Vorstand, Standort- und Geschäftsbereichsleitern ein und werden zur Ableitung von Maßnahmen herangezogen.
Um die relevanten Risiken durch geeignete Steuerungsmaßnahmen aktiv zu begrenzen und die festgelegten Kontrollaktivitäten regelmäßig auf Angemessenheit und Effektivität zu überprüfen, wird das Risikomanagement von einem Internen Kontrollsystem (IKS) ergänzt. Der Umfang und die Wirksamkeit des Systems werden regelmäßig überwacht und, wo notwendig, durch neue Steuerungsmaßnahmen erweitert, z. B. in Form von Richtlinien oder Prozessanweisungen. Im Rahmen der Abschlussprüfung wird das Risikofrüherkennungssystem vom Abschlussprüfer evaluiert, um zu beurteilen, dass das System geeignet ist, mit hinreichender Wahrscheinlichkeit alle potenziell den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken rechtzeitig zu erfassen, zu bewerten und zu kommunizieren.
Compliance-Managementsystem
Der Vorstand hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance).
Fragen der Compliance sind regelmäßig Gegenstand der Beratung zwischen dem Aufsichtsrat bzw. Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand. Die Unternehmenskultur des FP-Konzerns ist von Vertrauen und gegenseitigem Respekt sowie dem Willen zur strikten Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen geprägt. Dennoch sind Rechtsverstöße durch individuelles Fehlverhalten nie ganz auszuschließen. Beschäftigte und Dritte haben die Möglichkeit, Fehlverhalten im Unternehmen dem Compliance Officer zu melden, z.B. persönlich oder per E-Mail. Auch anonymen Hinweisen wird nachgegangen. Dem Unternehmen ist sehr daran gelegen, das Risiko von Compliance-Verstößen zu minimieren, Fehlverhalten aufzudecken und konsequent zu verfolgen. Regeln und Grundsätze sind, wie auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Insiderinformationen, im Verhaltenskodex festgeschrieben. Allen Mitarbeitern dient er zur Orientierung für ein integres Verhalten im Geschäftsverkehr. Führungskräfte und Mitarbeiter werden zum Verhaltenskodex geschult. In Zweifelsfällen können und sollen sie jederzeit den Compliance Officer konsultieren. Die Interne Revision nimmt risikoorientierte Prüfungen der Regeleinhaltung vor.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) ist integraler Bestandteil des umfassenden unternehmensweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Sein Ziel als Teilbereich des allgemeinen IKS des FP-Konzerns ist die Sicherstellung der Zuverlässigkeit und Transparenz der Finanzberichterstattung. Um dieses Ziel zu erreichen, hat FP geeignete Strukturen, Prozesse und Kontrollen implementiert. Sie sollen gewährleisten, dass die Ergebnisse des Rechnungslegungsprozesses frei von Fehlern sind und fristgerecht vorliegen.
Die Identifikation und Bewertung von Risiken für die Integrität der Finanzberichterstattung erfolgt implizit und auf Basis der Erfahrung der zuständigen Personen.
Das IKS des FP-Konzerns stützt sich überwiegend auf prozessintegrierte, organisatorische Sicherungsmaßnahmen, wie beispielsweise Funktionstrennung mit entsprechenden Zugriffsbeschränkungen im IT-Bereich oder Zahlungsrichtlinien. Prozessintegrierte Kontrollen vermindern die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern bzw. unterstützen das Aufdecken von aufgetretenen Fehlern.
Das rechnungslegungsbezogene IKS wird vom Vorstand ausgestaltet und seine Wirksamkeit vom Aufsichtsrat überwacht. Die Francotyp-Postalia Holding AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des FP-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften. Beide Prozesse werden durch ein stringentes internes Kontrollsystem überwacht, das sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen sichert. Die bereichsübergreifenden Schlüsselfunktionen werden zentral gesteuert, während die Gesellschaften des Konzerns ihre Abschlüsse dezentral und gemäß den lokalen gesetzlichen Anforderungen erstellen. Alle Jahresabschlüsse von wesentlichen Konzerngesellschaften, die Eingang in die Konzernkonsolidierung finden, unterliegen der Prüfung durch einen Abschlussprüfer.
Wesentliche Regelungen und Instrumentarien bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind:
| ― | Bilanzierungsrichtlinien auf Konzernebene, |
| ― | klar definierte Aufgabentrennung und Zuordnung von Verantwortlichkeiten zwischen den am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen, |
| ― | Einbeziehung externer Sachverständiger, soweit erforderlich, wie zum Beispiel für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, |
| ― | Verwendung geeigneter IT-Finanzsysteme und Anwendung von detaillierten Berechtigungskonzepten zur Sicherstellung aufgabengerechter Befugnisse unter Beachtung von Funktionstrennungsprinzipien, |
| ― | systemseitig implementierte Kontrollen und weitere Prozesskontrollen der Rechnungslegung in den Gesellschaften, bei der Konsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses sowie anderer relevanter Prozesse auf Konzern- und Gesellschaftsebene, |
| ― | Berücksichtigung von im Risikomanagementsystem erfassten und bewerteten Risiken in den Jahresabschlüssen, soweit dies nach bestehenden Bilanzierungsregeln erforderlich ist. |
| ― | Prüfungen der Internen Revision mit Blick auf die Einhaltung und Ordnungsmäßigkeit der hier genannten Regelungen |
Durch die Verpflichtung aller Tochtergesellschaften, ihre Geschäftszahlen monatlich in einem standardisierten Reporting-Format an die Francotyp-Postalia Holding AG zu berichten, werden unterjährige Soll-Ist-Abweichungen zeitnah erkannt, um kurzfristig darauf reagieren zu können.
Risikomanagementsystem im Hinblick auf Finanzinstrumente
Der FP-Konzern verfügt über ein zentrales Finanzmanagement, wobei die FP Holding den Konzernfinanzbedarf koordiniert, die Liquidität sichert und die Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken konzernweit überwacht und steuert. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, finanzwirtschaftliche Risiken aus Veränderungen von Wechselkursen und Zinssätzen durch finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zum Zweck der Sicherung von Grundgeschäften genutzt. Währungsbedingte Risiken resultieren aus den internationalen Aktivitäten des Konzerns, insbesondere in den USA, Kanada und Großbritannien. Die FP Holding identifiziert diese Risiken in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Konzerngesellschaften und steuert sie mit geeigneten Maßnahmen, zum Beispiel dem Abschluss von Devisentermingeschäften. Zinsrisiken resultieren aus den mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Liquiditätsplanung dient dazu, Liquiditätsrisiken frühzeitig zu erkennen und konzernweit systematisch zu minimieren. Der Liquiditätssteuerung und -überwachung dient ein monatlich rollierender Liquiditäts-Forecast. Für weitere Informationen zu Risiken aus Finanzinstrumenten, darunter Währungsund Zinsrisiken, sowie den entsprechenden Sicherungsaktivitäten verweisen wir auf Kapitel 1.1.3 dieses Risikoberichts sowie auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Textziffer (23) Finanzinstrumente.
Risikobewertung
Der Fachbereich Governance, Risk & Compliance gewährleistet die Implementierung einer einheitlichen Risikostrategie und Methodik der Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken sowie die anschließende Chancenrealisierung und Risikobehandlung.
Berichtet wird hier, ebenso wie intern, über alle Risiken mit einem Schadenspotential von mindestens 8 % des für 2021 budgetierten Konzern-EBITDA. Die Bewertung erfolgt "netto", d.h. unter Berücksichtigung bereits implementierter risikoreduzierender Maßnahmen.
Risikomatrix des FP-Konzerns
Erläuterung der Klassen von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe
Die Bewertung von Risiken erfolgt anhand einer unternehmensspezifischen Bewertungsmatrix, die, wie in den Vorjahren, Eintrittswahrscheinlichkeiten und potenzielle Schadenshöhen von möglichen Ereignissen betrachtet und daraus Prioritäten ableitet. Im Zuge der Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems wurden graduelle Änderungen gegenüber dem Vorjahr vorgenommen.
Um die Präventionsressourcen des FP-Konzerns effizienter allokieren zu können, werden Risiken der bislang geringsten Wahrscheinlichkeitsklasse 0-20% p.a. (Eintritt im längerfristigen Durchschnitt bis zu alle fünf Jahre) noch differenzierter betrachtet und in die Klassen 0-5 %, 5-10 % und 10-20 % eingeteilt. Gleichzeitig findet oberhalb von 60% Eintrittswahrscheinlichkeit keine Unterteilung mehr statt, da Ereignissen, deren Eintreten überwiegend wahrscheinlich ist, bereits höchste Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die dazwischen liegenden Wahrscheinlichkeitsklassen reflektieren diese Gedanken, indem sie sich von unten nach oben vergrößern:

Neue Bewertungsmetrik Eintrittswahrscheinlichkeit -Gegenüberstellung Eintrittswahrscheinlichkeit Neu (oben) und Alt (unten)
Die Bewertung des Schadenspotentials orientiert sich nach wie vor an der Auswirkung eines Risikoeintritts auf das budgetierte Konzern-EBITDA. Auch hier wurden die Schadensklassen verändert, um konsistentere Abstände zwischen den Klassengrenzen zu erreichen. Die Klassen sind nach wie vor unterschiedlich groß; ihr Verlauf aber wurde geglättet. Die Abstände wachsen nun konstant um den Faktor 1,5. Zusätzlich wurden die Klassengrenzen verändert, um differenzierter abbilden zu können, ob bei Eintritt des Risikos tatsächlich der Fortbestand des Unternehmens gefährdet ist. Dies wäre bei einem Schaden von 35 % des Konzern-EBITDA noch nicht der Fall:

Neue Bewertungsmetrik Schadenspotenzial - Gegenüberstellung der Intervallgrenzen Neu (links) und Alt (rechts), jeweils in Prozent des budgetierten EBITDA
Die beschriebene stärkere Differenzierung resultiert jedoch in einer Veränderung der Bewertungsmatrix. Durch eine nun höhere Gewichtung der potenziellen Schadenshöhe gegenüber der
Eintrittswahrscheinlichkeit kann FP das Risikomanagement stärker auf die Steuerung der gravierenden bis bestandsgefährdenden Risiken konzentrieren, während in der bisherigen Systematik Ereignisse in den Fokus des Risikomanagements gerieten, die nur noch sehr eingeschränkt einer Prävention zugänglich und überdies nicht bestandsgefährdend, nicht einmal wesentlich waren. Ereignisse mit einem niedrigen Schadenspotential, deren Eintritt fast sicher ist, werden aktiv durch die jeweils zuständige Fachabteilung gesteuert.
Alte Bewertungsmetrik

Neue Bewertungsmetrik

Hieraus resultiert, dass Risiken mit einem bestandsgefährdenden Schadenspotential von z.B. 13 Mio. EUR, die zuletzt erst ab einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 40 % als rot klassifiziert wurden (Eintritt mindestens alle 2 ½ Jahre), nun bereits ab 10 % in diese Klasse eingruppiert werden (Eintritt alle 5 bis 10 Jahre). Neu festgelegt wird außerdem ein Zeitbezug für die Eintrittswahrscheinlichkeit von einem Jahr.
Der FP-Konzern verwendet zur Risikoklassifizierung auch weiterhin ein vierstufiges Ampelsystem (grün, gelb, orange, rot). Es findet die folgende Nomenklatur Anwendung:
Risikoklassifizierung
| wesentliche Risiken | rot | bestandsgefährdend |
| orange | wesentliche Risiken | |
| nicht Wesentliche Risiken | gelb | mittlere Risiken |
| grün | geringe Risiken |
Der Ampel-Logik folgend erhalten rote und orange Risiken eine besonders hohe Aufmerksamkeit im Risikomanagement; sie werden als wesentlich betrachtet, rote gar als bestandsgefährdend. Auch gelbe und grüne Risiken werden aktiv weiter reduziert, wo dies wirtschaftlich sinnvoll ist, d.h. die Kosten der weiteren Risikoreduktion die Absenkung des Schadenserwartungswerts voraussichtlich nicht übersteigen.
Für das Geschäftsjahr 2021 plant FP weitere Methodenänderungen im Risikomanagement, insbesondere im Bereich der Risikoidentifikationsmethoden, um hier eine noch stärkere Fokussierung auf die strategischen Erfolgsfaktoren des Konzerns zu verankern.
6.1 Risiken des FP-Konzerns
Berichtete Risiken
Im Folgenden wird über alle Risiken berichtet, deren Schadenspotential zum Zeitpunkt der Berichtserstellung mit mindestens 8% des für 2021 budgetierten EBITDA eingeschätzt wurde - unabhängig von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit. D.h. lediglich Risiken der niedrigsten Schadensklasse werden nicht berichtet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf einen Zeithorizont von 12 Monaten. Wenn nicht explizit genannt, treffen die Risiken für alle unsere Segmente zu.
Risikobewertung
Wie oben dargestellt, hat sich die Abgrenzung der Risikoklassen gegenüber dem Vorjahr verändert. Um die Risikoentwicklung gegenüber dem Vorjahr besser vergleichbar zu machen, sind die für das Vorjahr angegebenen Risikobewertungen an die neue Matrix angepasst worden und weichen daher von den entsprechenden Angaben im letzten Risikobericht systematisch nach unten ab.
Das für 2021 budgetierte EBITDA beträgt EUR 11,5 Mio. Für 2020 waren EUR 33 Mio. EBITDA budgetiert. Da die Intervallgrenzen der Schadensklassen in Prozent des budgetierten EBITDA definiert sind, haben sich diese Grenzen in absoluten Eurobeträgen erheblich verschoben. Diese Verschiebung ist nicht in die Anpassung der Altbewertungen an die neue Matrix eingeflossen. D.h. die Altbewertung orientiert sich zwar an der neuen Matrix, jedoch weiter an dem zum Zeitpunkt der Altbewertung anzuwendenden budgetierten EBITDA. Ein Risiko, dessen Schadenspotential sich in absoluten Zahlen nicht verändert hat, muss heute in eine höhere Schadensklasse eingruppiert werden.
Die beiden beschriebenen Effekte in Bezug auf die Altbewertungen sind gegenläufig. Sie können sich gegeneinander aufheben oder im Einzelfall in die eine odere andere Richtung überwiegen. FP möchte die Vergleichbarkeit der Risikobewertungen im Zeitverlauf bestmöglich sicherstellen.
6.1.1 Marktbezogene Risiken Gesamtwirtschaftliche Risiken
Das vergangene Geschäftsjahr hat deutlich gezeigt, dass der FP-Konzern verschiedenen Risiken in Bezug auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld ausgesetzt ist. So beeinflussten die Rahmenbedingungen beispielsweise die Kunden, die teilweise eine Verschlechterung ihrer Geschäfte, ihrer Cashflows und ihrer Finanzierungsmöglichkeiten zu verzeichnen hatten. Infolgedessen verschoben oder stornierten Kunden ihre Investitionsabsichten. Darüber waren die Zulieferer in einer ähnlichen Situation, was dazu führen konnte, dass sie Aufträge nicht erfüllen oder die vereinbarten Service- und Qualitätsstandards nicht einhalten. Wenn sich die konjunkturellen Bedingungen im Geschäftsjahr 2021 weiter verschlechtern, kann dies die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage erheblich beeinträchtigen, auch durch zusätzliche Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- und Firmenwerte oder andere Vermögenswerte.
Wettbewerbsumfeld
Die Branche der Frankiermaschinenhersteller hat sich in den letzten Jahren zunehmend konzentriert und globalisiert, und die Hauptwettbewerber von FP verfügen über erhebliche finanzielle Ressourcen und technologische Fähigkeiten. In einigen Bereichen konkurrieren diese Wettbewerber in erster Linie über den Preis. Sie könnten teilweise den Vorteil niedrigerer Produktionskosten für bestimmte Produkte haben. Es ist nicht garantiert, dass FP immer in der Lage sein wird, sich erfolgreich gegen Wettbewerber zu behaupten. Ein verstärkter Wettbewerb kann zu geringeren Gewinnspannen oder dem Verlust von Marktanteilen führen, was die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage wesentlich nachteilig beeinflussen könnte. Die konkreten Auswirkungen des gesamtwirtschaftlichen und Wettbewerbsumfelds auf FP lassen sich nur sehr unzuverlässig quantifizieren, weshalb wir hier darauf verzichten.
Änderungen des Kundenbedarfs aufgrund der digitalen Transformation
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 10-20% | 38-65 % | orange | orange |
Seit vielen Jahren sinken die Volumina der Briefpost in allen Märkten um 3 bis 5 % p.a. und die Wettbewerbsintensität steigt. Die Digitalisierung ersetzt in vielen Bereichen konventionelle Postwege und es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung nachhaltig ist. Diese Entwicklung ist ein Risiko für FP, und zwar sowohl hinsichtlich des Absatzes von neuen Frankiermaschinen als auch der damit verbundenen Verbrauchsmaterialien und Serviceleistungen. Letztere stehen für einen wesentlichen Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse und Ergebnisbeiträge. Sollte sich die rückläufige Entwicklung im Kerngeschäft beschleunigen, würde sich dies belastend auf den Umsatz und damit das EBITDA auswirken.
FP kann durch eigene Maßnahmen Umfang und Geschwindigkeit des Nachfragerückgangs nach Frankiermaschinen nicht beeinflussen. FP kann jedoch beobachten bzw. für die Zukunft versuchen begründet einzuschätzen, in welchen Maschinensegmenten die Nachfrage schneller sinkt als in anderen und sich sodann in der Weiterentwicklung seiner Produkte auf Produkttypen konzentrieren, deren Absatzmarkt stabiler ist. Auch analysiert FP das Wettbewerberverhalten und verhält sich ggf. komplementär dazu. So ist es z.B. in den vergangenen Jahren gelungen, in einem Markt, den ein Wettbewerber aus Sicht von FP zu früh aufgegeben hat, stark zu wachsen. Letztlich aber kann sich FP lediglich intelligent im Markt bewegen, die grundsätzliche Marktentwicklung jedoch nicht ändern.
Die Bewertung des Risikos hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Zwar hat der Digitalisierungsschub infolge der Corona-Pandemie die Nachfrage nach bestimmten digitalen Produkten erhöht, aber nicht zu einem spürbar beschleunigten Rückgang des Briefvolumens über das durch die pandemiebedingte Rezession hinaus zu erwartende Maß geführt.
6.1.2 Operationelle Risiken Umsetzung strategischer und operativer Projekte und Maßnahmen
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 20-30% | 38-65 % | orange | orange |
Im Wesentlichen sind alle Märkte, in denen FP tätig ist, von raschem technologischem Wandel betroffen. Der zukünftige operative Erfolg hängt damit von der Fähigkeit ab, neue und innovative Produkte zu entwickeln, zu produzieren und zu verkaufen bzw. vorhandene Produkte zu modifizieren, um sie an Kundenwünsche anzupassen. Diesen Prozessen sind zahlreiche Risiken inhärent, einschließlich des Risikos, dass FP nicht in der Lage ist, die Richtung des technologischen Wandels zu antizipieren oder dass ertragsstarke neue Produkte und Anwendungen nicht rechtzeitig entwickelt und vermarktet werden können. Auch ein erhebliches Überschreiten der geplanten und angemessenen Entwicklungskosten gehört zu den Projektrisiken.
Um die Strukturen von FP auf die Veränderungen im Geschäftsmodell anzupassen, werden Prozesse neu definiert und organisatorisch und technologisch neu ausgerichtet. Diese Projekte und Maßnahmen können das Tagesgeschäft belasten, sie können zeitlich und budgetär den geplanten Rahmen verlassen, und sie können trotz sorgfältiger Planung und Umsetzung möglicherweise die mit den Veränderungen geplanten Ziele verfehlen. Konkret zu nennen ist hier insbesondere die Einführung eines konzernweit einheitlichen, neuen ERP- und CRM-Systems.
Die Risikobewertung entspricht der des Vorjahres. Zwar ist das Risiko im Geschäftsjahr 2020 eingetreten und erhält seitdem nochmals erheblich erweiterte Aufmerksamkeit des Managements. Auch sind bereits eine Reihe von Entscheidungen sowohl auf technologischer wie auf personeller Ebene getroffen worden, um das Risiko zu senken. Dennoch sind die Projekte gegenüber dem Vorjahr nur wenig weiter voran geschritten und haben nicht an Komplexität verloren.
Werthaltigkeit immaterieller Vermögenswerte
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 10-20% | 20-38% | gelb | gelb |
FP erschließt sich neue Geschäftsbereiche durch die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen. Im Rahmen der Entwicklung werden selbst erstellte Entwicklungsleistungen aktiviert, sofern sie die Voraussetzungen nach IAS 38 erfüllen. Mit der derzeit laufenden Einführung einer ERP/CRM-Lösung werden ebenfalls immaterielle Vermögenswerte geschaffen. Zu jedem Bilanzstichtag werden diese immateriellen Vermögenswerte auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Im Fall eines Triggering Events erfolgt auch unterjährig ein anlassabhängiger Wertminderungstest.
Grundsätzlich besteht das Risiko, dass die Tests eine Wertminderung ergeben. Diese wäre ergebniswirksam zu erfassen. Wertminderungen hätten damit zwar keine Auswirkung auf das EBITDA des FP-Konzerns, jedoch auf das Konzernergebnis und entsprechend auf das Eigenkapital. Falls die Ansatzvoraussetzung nicht mehr vorliegen, ist der Vermögenswert EBITDAwirksam auszubuchen. Dies kann dazu führen, dass das geplante EBITDA nicht erreicht wird.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden Wertminderungen und Ausbuchungen von immateriellen Vermögenswerten in wesentlicher Höhe erfasst, da dies nach IAS 36 und 38 erforderlich war.
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 20-30% | 20-38% | gelb | grün |
Das Management prüft regelmäßig mögliche Akquisitionen von Unternehmen oder Technologien, die das Potenzial haben, die Marktposition zu stärken und das zukünftige Wachstum zu beschleunigen. Aus Akquisitionen kann ein Geschäfts- und Firmenwert resultieren, der als immaterieller Vermögenswert bilanziell erfasst wird. Derartige Transaktionen sind risikobehaftet. Sollte ein erworbenes Unternehmen nicht die erwarteten Resultate erzielen oder nicht erfolgreich in das bestehende Geschäft integriert werden können, könnte dies die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage wesentlich und nachteilig beeinträchtigen.
FP prüft darüber hinaus die wirtschaftliche Lage und die strategische Bedeutung bestimmter Geschäftsbereiche, was zu Veränderungen der Einschätzung zur Werthaltigkeit führen könnte. Dies könnte grundsätzlich zu einem Abschreibungs- bzw. Wertminderungsbedarf führen, einschließlich solcher, die sich auf den Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte beziehen, was erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnte. Desinvestitionen könnten zusätzliche Risiken mit sich bringen, zum Beispiel durch Schwierigkeiten bei der Trennung von Geschäftstätigkeiten, Dienstleistungen, Produkten und Personal oder durch die Ablenkung der Belegschaft vom Tagesgeschäft. Trotz sorgfältiger Planung kann nicht garantiert werden, dass diese oder andere bedeutende Risiken erfolgreich bewältigt werden.
FP begegnet diesem Risiko insbesondere durch die sorgfältige Analyse der Targets, ihrer Synergiepotentiale und Integrierbarkeit. Unternehmensakquisitionen bedürfen bei FP der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat dahingehend kontrolliert, Wachstumsziele, die nur exogen erreicht werden können, nicht auf Kosten unangemessener Kaufpreise zu erreichen.
Das Risiko wird aktuell höher bewertet als zuvor, da gezielte Akquisitionen bei FP zunehmend als ein zusätzliches Mittel der Unternehmensentwicklung ins Auge gefasst werden.
Auslauf von Schlüsselkomponenten
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| < 5 % | 20-38% | gelb | grün |
FP bezieht Bestandteile der Produktpalette von Dritten. Werden Schlüsselkomponenten abgekündigt, bevor das sie verwendende Maschinenmodell durch eine neue Generation abgelöst wird, müssen sie nach einem Pufferzeitraum durch andere Bauteile ersetzt werden. Weicht die Entwicklung der neuen Produktgenerationen von dem dafür vorgesehenen Zeitplan ab, würde das Vorgängermodell vorübergehend weiterproduziert. Bei einer starken Verzögerung wäre ein Produktionsausfall nicht auszuschließen.
Der strategische Einkauf von FP sichert die Verfügbarkeit von Schlüsselkomponenten in enger Abstimmung mit der Produktion und der Entwicklungsabteilung in angemessenem Umfang ab. Dazu gehören, neben des Aufbaus von Pufferbeständen, vertragliche Verpflichtungen der Lieferanten, ein Monitoring ihrer finanziellen Stabilität, die Analyse von Alternativherstellern sowie des voraussichtlichen Zeitaufwands, diese zu qualifizieren.
Die gegenüber dem Vorjahr gestiegene Risikobewertung rührt daher, dass ein Schlüsselbauteil über den geplanten Produktlebenszyklus des es verwendenden Maschinenmodells hinaus nicht mehr lieferbar sein wird.
Vertragsstrafen
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 5-10% | 20-38% | gelb | grün |
In dem wettbewerbsintensiven Markt Mail Services, insbesondere bei Kunden der öffentlichen Hand, ist eine Vertragsstrafe üblicher Bestandteil der Ausschreibungsbedingungen. Diese Strafen übersteigen in der Regel die mit den Verträgen einhergehenden Margenbeiträge deutlich. Sollte ein Schadensfall eintreten, der eine entsprechende Vertragsstrafe zur Folge hätte, wären die Auswirkungen für die Ertragslage entsprechend schwerwiegend. Die gezeigte Risikobewertung bildet den Fall ab, dass infolge technischer Störungen mehrere Vertragsstrafen gleichzeitig anfielen.
FP hat im vergangenen Geschäftsjahr Maßnahmen ergriffen und zum Abschluss gebracht, die die Sicherheit und Stabilität der im Produktionsbetrieb von Mail Services zum Einsatz kommenden Steuerungssysteme erhöhen und die Wiederanlaufzeit bei Ausfällen senken.
Die erhöhte Risikobewertung gegenüber dem Vorjahr geht auf das stark gesunkene budgetierte EBITDA zurück. In absoluten Zahlen sowie gemessen einzig am für Mail Services budgetierten EBITDA ist das Risiko stabil.
Motivations-, Burn-out- und Austrittsrisiko
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 30-40% | 20-38% | orange | orange |
Veränderungen im beruflichen Umfeld können bei den Beschäftigten Unsicherheit über ihre persönliche Zukunft, ihre Rolle im Unternehmen oder über die zukünftigen Arbeitsbedingungen im FP-Konzern verursachen. Damit verbunden ist das Risiko eines Motivationsverlusts in Teilen der Mitarbeiterschaft, der sich negativ auf die Produktivität und insbesondere auf die Bereitschaft, proaktiv im Sinne des Unternehmens Initiative zu ergreifen, auswirken kann. Außerdem kann es dazu führen, dass Mitarbeiter, deren Erfahrung und Know-how wertvoll für das Unternehmen sind, FP verlassen.
FP bemüht sich, klar und frühzeitig zu kommunizieren, welche Veränderungen - auch auf der personellen Ebene - ganz konkret geplant sind, um auf diese Art den nicht betroffenen Mitarbeitern Planungssicherheit zu geben. Personalreduktionen werden, wo sinnvoll, durch die Umlenkung von Prozessen auszugleichen versucht, um Überlastung vorzubeugen.
Diese Thematik war bereits im letzten Geschäftsjahr ein ernstzunehmendes, wesentliches Risiko und das wird es auch im laufenden Geschäftsjahr 2021 bleiben.
6.1.3 Finanzrisiken Fremdfinanzierung
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 5-10% | >106% | orange | N/A |
Der FP-Konzern nutzt Kreditfazilitäten zur Unternehmensfinanzierung. Die aktuellen Bedingungen der syndizierten Kreditfazilität, die zum Jahresende 2020 mit 38,4 Mio. Euro in Anspruch genommen ist, enthalten eine Change-of-Control-Klausel. Danach haben die kreditgebenden Banken das Recht, alle ausstehenden Inanspruchnahmen der syndizierten Kreditfazilität zu kündigen, sobald ein Aktionär einen Anteil von 30 % an den Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG überschreitet. Die aktuelle Bewertung spiegelt sowohl die Change-of-Control wider als auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Banken die Klausel durchsetzen.
Ein Change-of-Control wird vermutet ein, wenn ein Einzelaktionär oder mehrere zusammen arbeitende Aktionäre ("acting in concert") zusätzliche Unternehmensanteile in einem Umfang erwerben, mit dem ihr Anteilsbesitz auf mehr als 30% steigt. Der Großteil der Anteile an FP befindet sich in Streubesitz. Den Eintritt eines Change-of-Control kann FP insoweit nicht beeinflussen. FP steht aber in Austausch mit den Konsortialbanken darüber, was diese bewegen könnte, einen Change-of-Control zum Anlaß zu nehmen, Kredite fällig zu stellen. Im Rahmen dieses Dialogs und ggf. entsprechender Rückkopplungen auf untenehmenspolitische Entscheidungen wird das Risiko gesteuert.
Im Vorjahr stockte ein Aktionär seinen Anteilsbesitz in hoher Geschwindigkeit sukzessive auf mehr als 28% auf, ohne seine Absichten FP gegenüber offen zu legen. Eine weiteren Aufstockung auf über 30 % musste daher im letzten Jahr als möglich bis wahrscheinlich berichtet werden; die Reaktion der Banken darauf als nicht sicher prognostizierbar. Seitdem hat die Dynamik abgenommen, so dass das Risiko in diesem Jahr in eine geringere Wahrscheinlichkeitsklasse eingeordnet wird.
Covenant-Risiken
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| <5 % | >106% | orange | orange |
FP hat mit seinen Konsortialkreditgebern, wie allgemein üblich, Finanzkennzahlen (Covenants) und Grenzwerte für diese vereinbart, bei deren Über- bzw. Unterschreiten der Kredit fällig gestellt werden kann.
Die Situation von FP in Bezug auf die vereinbarten Covenants stellt sich nach wie vor als stabil dar. Die Bewertung bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert. Ein kontinuierliches Covenants-Monetoring wird durchgeführt.
Forderungsausfälle
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenspotential | Aktuell | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 20-30% | 8-20% | gelb | grün |
Es muss grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die schwierige wirtschaftliche Situation infolge der Corona-Pandemie zu einem Anstieg von Forderungsausfällen führen kann. Die Kundenstruktur von FP ist eher von vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Daher wird die Insolvenzgefahr etwas höher eingeschätzt als bei Großkonzernen, was eine im Vergleich zur Gesamtwirtschaft überdurchschnittliche Betroffenheit von FP bedeuten könnte. Durch gezieltes Forderungsmanagement wird dem inhärent gestiegenen Risiko begegnet.
Liquiditätsrisiko
Unter dem Liquiditätsrisiko versteht FP das Risiko, dass der FP Konzern zahlungsunfähig wird. FP hat die Liquiditätslage des Konzerns angesichts der Corona-Krise laufenden Stresstests unterzogen. Hierbei wurden verschiedene Szenarien durchgespielt. In diesen Szenarien ergibt sich für FP - ebenso wie im Vorjahr - bis zum Jahresende 2021 auch ohne die Aufnahme zusätzlicher Kreditmittel kein Liquiditätsengpass. Mögliche Liquiditätseffekte der oben beschriebenen Risiken aus Fremdfinanzierung sind hier ausgeklammert. Aufgrund der positiven Entwicklung der Liquidität auch unter den erschwerenden Bedingungen der Pandemie wird das Risiko im Vergleich zum Vorjahr heruntergestuft. Zur Beurteilung des Risikos verweisen wir auf den Anhangabschnitt 31 Finanzinstrumente, Abs. 4 Liquiditätsrisiken.
Risiken aus Finanzinstrumenten
FP nutzt Finanzinstrumente niemals zu spekulativen, sondern grundsätzlich ausschließlich zu Sicherungszwecken. Insoweit resultieren aus der Verwendung von Finanzinstrumenten für FP keine Risiken, da stets Gegenpositionen mit gegenläufigen Wertentwicklungen existieren.
Bei FP bestehen Risiken, die einer Absicherung über Finanzinstrumente zugänglich sind. Namentlich sind dies
| ― | Wechselkursrisiken aus Umsätzen in USD und GBP |
| ― | Zinsrisiken aus der Inanspruchnahme von Krediten |
| ― | Marktpreisrisiken aus dem Einkauf von aus Kunststoff-Commodities gefertigten Teilen, deren Lieferanten gestiegene Rohstoffpreise an FP weitergeben könnten und dürften |
Alle drei genannten Risikoarten liegen bereits ohne die Eingehung von Sicherungsgeschäften in der niedrigsten Schadensklasse und werden daher nicht berichtet. Aus demselben Grund arbeitet FP derzeit nicht mit definierten Risikolimits. FP sichert die Zinsänderungsrisiken und die Marktpreisrisiken in der Beschaffung von Produktionsmitteln aktuell nicht ab. Im Bereich der Währungsrisiken bestehen saldiert ca. EUR 5-7 Mio. Nettofremdwährungscashflow in den relativ stabilen Währungen USD und GBP, die teilweise, aber nicht voll abgesichert werden.
6.1.4 Risiken aus der SARS-Cov2-Pandemie
Die Geschäftstätigkeit des FP-Konzerns, seiner Zulieferer und Kunden sowie die Lieferketten können durch Naturkatastrophen, einschließlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie, belastet werden. Sollte es nicht gelingen, die Auswirkungen dieser Ereignisse zu minimieren, könnten die Geschäftstätigkeit, das Betriebsergebnis (EBITDA), die Finanzlage und der Cashflow weiterhin erheblich beeinträchtigt werden. Die Corona-Pandemie wirkt sich derzeit auf Länder, Regionen, Beschäftigte, Lieferketten und Märkte auf der ganzen Welt aus. Infolgedessen kam es zu Unterbrechungen und Einschränkungen der Reisemöglichkeiten für die Mitarbeiter sowie zu vorübergehenden Schließungen von Betrieben bei Kunden, Lieferanten und anderen Teilen der Lieferkette. Die folgende Darstellung fasst die Risiken aus der Corona-Pandemie zusammen, ungeachtet der Tatsache, dass einzelne Effekte bereits an anderen Stellen des Risikoberichts berücksichtigt und dort bewertet wurden und andere nicht die Wesentlichkeitsschwelle übersteigen. Aus diesen Gründen finden sich hier nur qualitative Beschreibungen.
Infolge der Corona-Pandemie sind einige Mitarbeiter gebeten worden, auf Voll- oder Teilzeitbasis von zu Hause aus zu arbeiten. Dies kann die Anfälligkeit für Cyber- und andere informationstechnische Risiken erhöhen. Die Corona-Pandemie hat sich bereits kurzfristig negativ auf die Finanz- und Ertragslage ausgewirkt und es ist zu erwarten, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird. Das Ausmaß dieser
Auswirkungen hängt von zukünftigen Entwicklungen ab, die höchst unsicher sind und nicht vorhergesagt werden können. Zu diesen Entwicklungen können gehören: die Dynamik der weiteren Ausbreitung, die betroffenen geografischen Regionen, die Dauer der Pandemie, die Auswirkungen auf die Lieferketten und auf die finanzielle Lage der Lieferanten und Kunden, die Maßnahmen seitens der verschiedenen Regierungsbehörden als Reaktion auf das Infektionsgeschehen und die möglichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die lokalen Volkswirtschaften, in denen FP tätig ist, aber auch welche politischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft ergriffen werden. Darüber hinaus kann die Corona-Pandemie auch viele der anderen in diesem Risikobericht beschriebenen Risiken verstärken.
| ― | Der Produktbereich Frankieren und Kuvertieren zeichnet sich durch ein relativ robustes Geschäftsmodell mit einem hohen Anteil wiederkehrender Erlöse aus, das in der Regel eher träge auf konjunkturelle Einflüsse reagiert. Dies resultiert aus einem hohen Anteil des Miet- und Leasinggeschäfts am Gesamtumsatz mit Frankier- und Kuvertiermaschinen sowie einem hohen Aftersales-Anteil bei Verbrauchsmaterial und Service. |
| ― | Die zunehmende Digitalisierung im Zuge der Pandemie kann zu einem nachhaltigen Digitalisierungsschub führen, der mittelfristig den Rückgang des Briefvolumens beschleunigen kann. Während FP infolge seiner Spezialisierung auf kleine Frankiermaschinen hiervon auch profitieren könnte, wenn Kunden bei rückläufigem Briefvolumen auf kleinere Frankiermaschinen umsteigen, würde ein beschleunigter Rückgang des Gesamtmarkts die Branche insgesamt, so auch FP, treffen. |
| ― | Der Produktbereich Mail Services umfasst die Abholung, Frankierung und Sortierung (Konsolidierung) der Ausgangspost unserer Kunden. Auch hier wirkt sich eine Abnahme der Briefkorrespondenz durch konjunkturelle Einflüsse und gegebenenfalls eine durch die Pandemie verstärkte Digitalisierung direkt auf den Umsatz aus. In diesem Bereich ist im Vergleich zur Gesamtwirtschaft wahrscheinlich von einer leicht überdurchschnittlichen Betroffenheit auszugehen. |
| ― | Der Produktbereich Software/Digital umfasst das Geschäft mit Hybrid-Mail Services sowie Lösungen rund um die sichere digitale Kommunikation. Der Bereich HybridServices könnte von einem mittelfristigen |
Digitalisierungsschub eher profitieren. Bei den digitalen Lösungen besteht eine hohe Abhängigkeit von einer begrenzten Anzahl von FP-Entwicklungsexperten. Eine signifikant sinkende Entwicklungskapazität infolge eines erhöhten Krankenstands könnte die Fähigkeit von FP zur planmäßigen Erarbeitung funktionierender Lösungen temporär beeinträchtigen. Zudem könnte bei einer Beeinträchtigung der Entwicklungskapazitäten auch die generelle geplante Weiterentwicklung des Produkt- und Lösungsportfolios und damit auch das geplante Wachstum in diesem Bereich verlangsamt werden.
6.1.5 Sonstige Risiken
Das Risikoassessment hat in den drei Bereichen
| ― | Regulierung, Recht und Compliance |
| ― | Steuerliche Risiken |
| ― | Risiken der Cyber-Sicherheit |
| ― | Reputations- und Markenrisiken |
| ― | Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken |
keine signifikanten Risikopotenziale identifiziert, über die in diesem Bericht zu informieren wäre.
6.1.6 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns
Zusammenfassend stellt nachfolgende tabellarische Übersicht die Risikosituation des FP-Konzerns zum Bilanzstichtag sowie die Entwicklung der Risiken gegenüber dem Vorjahr dar. Die folgenden zehn Risiken sind aus heutiger Sicht berichtenswerte Risiken des FP-Konzerns:
ÜBERBLICK ÜBER DIE RISIKEN DES FPKONZERNS
| Risiko | aktuelle Eintrittswahr-scheinlichkeit1) | aktuelles Schadenspotential2) | aktuelle Risikoklasse | Risikoklasse im Vorjahr3) |
|---|---|---|---|---|
| Änderungen des Kundenbedarfs aufgrund der digitalen Transformation | 10-20% | 38-65 % | orange | orange |
| Umsetzung strategischer und operativer Projekte und Maßnahmen | 20-30% | 38-65 % | orange | orange |
| Werthaltigkeit immaterieller Vermögenswerte | 10-20% | 20-38% | gelb | gelb |
| Akquisitionen, M&A, Divestments | 20-30% | 20-38% | gelb | grün |
| Auslauf von Schlüsselkomponenten | < 5 % | 20-38% | gelb | grün |
| Vertragsstrafen | 5-10% | 20-38% | gelb | grün |
| Motivations-, Burn-out und Austrittsrisiko | 30-40% | 20-38% | orange | orange |
| Fremdfinanzierung | 5-10% | > 106% | orange | N/A |
| Covenant-Risiko | <5 % | > 106% | orange | orange |
| Forderungsausfälle | 20-30% | 8-20% | gelb | grün |
1) Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf einen Zeithorizont von 12 Monaten.
2) Das Schadenspotential ist in Prozent des für 2021 budgetierten Konzern-EBITDA angegeben.
3) Die Vorjahresbewertung ist auf die seit diesem Jahr erstmalig geltende neue Bewertungsmetrik umgerechnet worden, daher ergeben sich teilweise Abweichungen zur Risikobewertung der letzten Geschäftsjahre.
Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns
Die Änderung des Kundenbedarfs und daraus resultierend ein rückläufiges Kerngeschäft mit Frankiermaschinen und Verbrauchsmaterialien kann die Umsatzentwicklung von FP lang- und ggf. bereits mittelfristig deutlich belasten. Im Prognosezeitraum ergibt sich daraus jedoch keine Bestandsgefährdung; langfristig jedoch muss dem veränderten Kundenbedarf durch ein entsprechend erweitertes Produkt- und Dienstleistungssortiment begegnet werden. Der Aufbau der digitalen Geschäftsbereiche ist deshalb zwingend erforderlich, nicht nur, um den Rückgang zu kompensieren, sondern auch, um die Profitabilität des Unternehmens deutlich zu verbessern und so den Unternehmenswert zu steigern. Diesen Transformationsprozess erfolgreich zu gestalten, ist von erheblicher Relevanz für die mittelund langfristige Perspektive von FP.
Daneben ist die gegenwärtige Risikosituation insbesondere von den sich weiter fortsetzenden organisatorischen Änderungen geprägt (strategisch und operative Projekte und Maßnahmen). Neuerungen in Zuständigkeiten, Abläufen, Personalressourcen und IT-Systemen bergen stets Umsetzungs- und Anpassungsrisiken. Zusätzlich können aus ihnen ggf. auch Motivationsthemen in Teilen der Belegschaft entstehen, die zu einer erhöhten Fluktuation führen.
Darüber hinaus ist der FP-Konzern zum Zeitpunkt der Berichterstellung und für die aktuelle Planungsperiode einer Vielzahl von weiteren Risiken ausgesetzt. Nach Einschätzung des Vorstands sind diese Risiken beherrschbar und der Vorstand sieht den Fortbestand der Unternehmensgruppe im Planungszeitraum in keiner Weise als gefährdet an. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht vollständig ausgeschlossen werden.
6.2 Chancen des FP-Konzerns
Wesentliche Chancen, über die nachfolgend berichtet wird, definiert der Vorstand als solche möglichen künftigen Entwicklungen oder Ereignisse, die zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bekannt sind und zu einer für das Unternehmen wesentlichen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.
Strategische Chancen
Aus verschiedenen Gründen geht der FP-Konzern aktuell von einem stagnierenden oder schrumpfenden Markt im Bereich der Frankiermaschinen aus. Dieses Szenario könnte sich als zu defensiv herausstellen, denn in vielen Bereichen ist die Briefpost nach wie vor der bevorzugte Weg, um vertrauliche oder verbindliche Dokumente auszutauschen. Durch die Konzentration auf Frankiermaschinen für kleinere Briefvolumina könnte ein rückläufiges Briefvolumen sich für die FP-Produktpalette sogar als vorteilhaft erweisen, da sie größere Maschinen substituieren kann und damit Wettbewerbsvorteile hat. Darüber hinaus verfügt FP in verschiedenen Ländern noch nicht über eine große installierte Basis und könnte hier ihre Präsenz noch deutlich ausbauen.
FP kann seine Kundenbasis nutzen, um seinen Kunden ein breiteres Produktprogramm anzubieten. Im Rahmen beispielsweise von Vertriebskooperationen können nicht nur komplementäre Produkte den Umsatz erhöhen, sondern auch zu zusätzlichen Leads führen.
Ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie ist die Akquisition von Unternehmen oder Technologien, um die digitalen Geschäftsfelder auszubauen. Sollten geeignete Akquisitionsziele schneller als erwartet identifiziert und übernommen werden, könnte dies dazu führen, dass die geplante Geschäftsentwicklung deutlich übertroffen wird.
Die Erschließung der neuen digitalen Geschäftsfelder wird mit Hochdruck vorangetrieben. Sollten sich in diesem Bereich Geschäftschancen eröffnen, die die Erwartungen deutlich übertreffen oder deutlich schneller als erwartet zu realisieren sind, würde dies ebenfalls zu einer positiven Abweichung bezüglich der kurz- und mittelfristigen Prognosen führen.
Operative Chancen
Im Rahmen der Transformation werden aktuell zahlreiche Prozesse neugestaltet und verschiedene separate Unternehmenseinheiten zu Business Units organisiert. Diese sollen auf der Basis einer einheitlichen ERP/CRM-Plattform schneller und effizienter arbeiten. Sollte es gelingen, diese Umstellungen deutlich schneller als geplant abzuschließen, könnten entsprechende Kosteneinsparungen ebenfalls früher als erwartet realisiert werden. Außerdem ist die ERP/CRM-Plattform die Voraussetzung, um echtes Cross-selling mit der existierenden Kundenbasis zu realisieren. Eine schnellere Umsetzung birgt daher auch Potenzial für ungeplante Umsatzbeiträge.
Mit dem Transformationsprozess gehen verschiedene Maßnahmen zum "Rightsizing" und "Rightshoring" einher. Sie sollen sicherstellen, dass die Business Units durch schlanke Support Funktionen unterstützt werden und die Kostenbasis entlasten. Dazu gehört im weitesten Sinne auch die Überprüfung des strategischen Beitrags einzelner Unternehmensbereiche. Sollte es in einem margenschwachen Bereich kurzfristig zu Veräußerungen kommen, würde sich dies durch möglicherweise unerwartet hohe Erlöse positiv auf die Finanz- und Ertragslage und insgesamt positiv auf die nachhaltige Profitabilität auswirken.
Mit Parcel Shipping hat FP ein Produkt entwickelt, das es Kunden ermöglicht, für den Versand ihrer Pakete und Päckchen jeweils den besten Versender auszuwählen und so ihre Logistik zu optimieren. Der Versand von Paketen und Päckchen wächst stark, allerdings wird dieses Produkt derzeit nur in den USA angeboten. Das Ausrollen in andere Märkte, in denen FP aktiv ist, könnte zu unerwarteten zusätzlichen Umsätzen führen.
Die digitale Signatur FP Sign hat im Verlauf der Pandemie verstärktes Kundeninteresse gefunden. Hier sehen wir unter anderem großes Potenzial in sogenannten Enterprise Lösungen. Dabei wird das Produkt in vorhandene ERP-Systeme eingebunden und ist so für die Mitarbeiter in großen Unternehmen als Tool für die tägliche Nutzung schnell und unkompliziert verfügbar. Sollte es gelingen, hier einige größere Accounts zu erschließen, kann die Umsatzerwartung für dieses Produkt übertroffen werden.
Im Bereich IoT will FP ein echtes End-to-End-Angebot realisieren, das sich an spezielle Märkte richtet. In einigen dieser Märkte sind große Unternehmen aktiv, die - sollte es gelingen, sie von den FP-Lösungen zu überzeugen - jedes für sich genommen das Potenzial hat, dass die kurzfristigen Umsatzerwartungen deutlich übertroffen werden könnten.
6.3 Gesamtaussage zur Chancensituation
Der FP-Konzern ist gut positioniert, um mit seinen Produkten und internen Maßnahmen die Chancen in den zukünftigen Märkten für die Unternehmensgruppe systematisch zu nutzen. Während das Unternehmen einerseits gezielt daran arbeitet, sich diese Chancen zu erschließen, ist es andererseits eher unwahrscheinlich, dass hier kurzfristige Erfolge verbucht werden können.
6.4 Risiken und Chancen der Gesellschaft
Die Geschäftsentwicklung der FP Holding unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des FP-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die FP Holding grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken und Chancen sind im »Risiko- und Chancenbericht« dargestellt. Aus den Beziehungen zu den Beteiligungen können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren.
7. Prognosebericht
Die Prognose der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der SARS-CoV-2-Pandemie basiert auf Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Sachverständigenrat).
Das Unternehmen weist darauf hin, dass die in die Zukunft gerichteten Aussagen auf Annahmen und Schätzungen beruhen. Die künftigen tatsächlichen Entwicklungen und tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Annahmen und Schätzungen erheblich abweichen.
7.1 Erwartete Gesamt- und branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das konjunkturelle Umfeld beeinflusst die künftige Branchenentwicklung und damit auch den künftigen Geschäftsverlauf des FP-Konzerns. Ein positives wirtschaftliches Umfeld erhöht die Investitionsneigung von Unternehmen, was sich auf das Frankier- und Kuvertiergeschäft positiv niederschlagen könnte. Bei einer robusten Konjunktur wächst zugleich die Innovationsbereitschaft von Unternehmen; dies begünstigt insbesondere das Software/Digital-Geschäft.
Nach dem historischen Konjunktureinbruch im Jahr 2020 prognostiziert der Internationale Währungsfonds3 (IWF) Anfang des Jahres 2021 eine deutliche Erholung der Weltwirtschaft im laufenden Jahr. Er geht davon aus, dass sich der dynamische Aufschwung des zweiten Halbjahrs 2020 fortsetzt und rechnet mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in 2021 von 5,5 Prozent für des globale Bruttoinlandsprodukt (BIP). Gleichzeitig wird betont, dass diese Prognose aufgrund der Corona-Pandemie mit großer Unsicherheit verbunden ist. Für die Eurozone rechnet der Währungsfonds im Jahr 2021 mit einem Plus von 3,9 Prozent. In Deutschland soll das Wachstum 3,5 Prozent erreichen, andere Stellen gehen von 3,0 Prozent aus. In den USA, dem wichtigsten Auslandsmarkt des FP-Konzerns, soll das BIPWachstum in 2021 aufgrund der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen sogar um 6,5 Prozent wachsen.
7.2 Erwartete Geschäftsentwicklung des FP-Konzerns
Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 wird einerseits durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen determiniert und andererseits durch die ergriffenen Maßnahmen, um das Geschäft zu stabilisieren und die Profitabilität zu verbessern. Die genaue Entwicklung der Corona-Pandemie und die sich daraus ergebenden Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FP-Konzerns lässt sich derzeit leider nicht präzise einschätzen.
Im Kerngeschäft Frankieren verzeichnet der FP-Konzern in vielen Märkten seit geraumer Zeit ein rückläufiges Geschäftsvolumen. Dies ist auf das allgemein sinkende Briefvolumen bei gleichzeitig fortschreitender Digitalisierung in vielen Bereichen zurückzuführen. Daher erwarten wir im Bereich Frankieren einen leicht rückläufigen Umsatz im Geschäftsjahr 2021. Unser UK-Geschäft wird aus heutiger Sicht schwer unter dem Brexit leiden. Um diesen Rückgang bestmöglich zu kompensieren, soll das Produktportfolio für die Kunden erweitert werden. Dazu zählen selbst entwickelte Produkte, wie die digitale Signaturlösung FP Sign und Parcel Shipping, ein Tool zur Auswahl des besten Versendens für Pakete und Päckchen. Des Weiteren soll das Spektrum um Bürobedarf und Produkte von Drittanbietern erweitert werden. Ob und in welchem Umfang es gelingt, diesen generischen Rückgang im Kerngeschäft zu kompensieren, ist derzeit schwer abzuschätzen. Die ergriffenen Maßnahmen sollen sicherstellen, dass dies zumindest mittelfristig gelingt.
3 Vgl. https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2021/01/26/2021-world-economic-outlook-update
In den Bereichen "Software und Business Process Automation" und "IoT" hat FP zwar durch eine neue Aufstellung die Voraussetzungen geschaffen, um diese erfolgreich zu einem substanziellen Bereich des Unternehmens auszubauen. Im Geschäftsjahr 2021 werden dennoch eher weitere negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis erwartet. Eine wesentliche Weichenstellung ist die Konzentration auf Lösungen, die den Kunden schnell und effizient Nutzen bieten. Um den Ausbau in diesem Bereich zu beschleunigen, sollen auch gezielte anorganische Erweiterungen beitragen. Das Ziel ist es, sich hier mittelfristig margenstärkere Geschäftsbereiche zu erschließen, die die Profitabilität des Konzerns nachhaltig positiv beeinflussen.
Im Bereich Mail Services gehen wir davon aus, dass dieser Geschäftsbereich auch weiterhin von dem allgemein rückläufigen Briefvolumen betroffen sein wird und wir im Geschäftsjahr 2021 einen leichten Umsatzrückgang verzeichnen müssen. Da dieses Volumengeschäft keinen wesentlichen Beitrag zur Profitabilität des Konzerns leistet, sind strategische Überprüfungen eingeleitet worden.
Mit FUTURE@FP wurden bereits mit Wirkung ab Januar 2021 deutliche Einsparungen initiiert. Somit wird die Kostenbasis dem unter 200 Mio. Euro befindlichen Umsatz-Niveau angepasst. Damit soll sichergestellt werden, dass sich EBITDA und die EBITDA-Marge im Vergleich zu 2020 verbessern.
Wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung wird der weitere Verlauf der Corona-Pandemie haben. Einschränkungen mit dem Ziel des Infektionsschutzes haben auch Auswirkungen auf das operative Geschäft, auf Vertriebsaktivitäten und die Reisetätigkeit. Sollte es hier im weiteren Jahresverlauf erneut zu drastischen Maßnahmen der Behörden kommen, kann dies erheblichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz und Vermögenslage des Konzerns haben.
7.3 Erwartete Entwicklung der Leistungsindikatoren
| Prognose 2021 | |
|---|---|
| Umsatz | 185 - 196 Mio. Euro |
| EBITDA | 6 - 12 Mio. Euro |
| EBITDA-Marge | 3 - 6 Prozent |
| Qualitätsindikator - Germany und International | Leichte Verbesserung gegenüber 2020 |
| Verbesserungsindikator | Leichte Verbesserung gegenüber 2020 |
Die Geschäftsentwicklung 2021 profitiert einerseits von positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen. Andererseits herrscht weiterhin große Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und ihren möglichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf im aktuellen Geschäftsjahr.
Trotz der eingeleiteten Maßnahmen gehen wir davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2021 noch weiter leicht rückläufig sein wird. Wir erwarten hier eine Größenordnung von 185 bis 196 Mio. Euro nach 195,9 Mio. Euro im Vorjahr.
Das operative EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erreichte im Jahr 2020 8,0 Mio. Euro, das entspricht einer EBITDA-Marge von 4,1 Prozent. Die Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität um jährlich 10 Mio. Euro werden im Geschäftsjahr 2021 noch nicht ihre volle Wirkung entfalten. In Abhängigkeit von der Umsatzentwicklung erwarten wir hier deshalb eine EBITDA-Marge zwischen 3 und 6 Prozent.
Die erwartete Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2021 steht grundsätzlich unter der Prämisse gleichbleibender Wechselkurse.
Die nicht finanziellen Leistungsindikatoren dürften sich 2021 leicht verbessern. Sowohl für den Qualitätsindikator als auch für den Verbesserungsindikator ist eine leicht positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahreswert geplant. Dies basiert insbesondere auf der Annahme von stabilen und tendenziell sinkenden Gewährleistungskosten sowie Serviceeinsätzen.
7.4 Prognosebericht der Gesellschaft
Aufgrund der Verflechtungen der FP Holding mit den Konzerngesellschaften verweisen wir auf unsere Aussagen im Prognosebericht des Konzernlageberichts, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln.
Die Prognose für das Geschäftsjahr 2021 trägt den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der SARS-CoV-2-Pandemie Rechnung. Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet die FP Holding eine leichte Verbesserung des Beteiligungsergebnisses und des Ergebnisses vor Steuern.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass die in die Zukunft gerichteten Aussagen auf Annahmen und Schätzungen beruhen. Die künftigen tatsächlichen Entwicklungen und tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Annahmen und Schätzungen erheblich abweichen.
8. Übernahmerelevante
Angaben
8.1 Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Jede Aktie berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung. Beschränkungen betreffend die Stimmrechte oder die Übertragung der Aktien bestehen nicht.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Zum 31. Dezember 2020 bestanden die folgenden direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschritten:
| Name/Firma | Direkte/ Indirekte Beteiligung von mehr als 10 % der Stimmrechte |
|---|---|
| Herr Klaus Röhrig, Österreich | Indirekt |
| Herr Rolf Elgeti, Deutschland | Indirekt |
| Obotritia Capital KGaA, Deutschland | Direkt |
Die obigen Angaben basieren insbesondere auf Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), welche die Francotyp-Postalia Holding AG erhalten und veröffentlicht hat.
Wie zum 10. März 2020 schriftlich mitgeteilt, hielt die Obotritia Capital KGaA insgesamt 28,0 % der Stimmrechte der Gesellschaft. Die Anteile der Obotritia Capital KGaA werden dem Gesellschafter, Herrn Rolf Elgeti, zugerechnet. Die zuletzt gemeldete Anzahl an Stimmrechten könnte sich seither innerhalb der Schwellenwerte von 25,0 bis 29,99 % geändert haben.
Durch die Francotyp-Postalia Holding AG veröffentlichte Stimmrechtsmitteilungen sind im Internet unter: https://www.fp-francotyp.com/de/stimmrechtsmitteilungen/c8b5f191a44159694) abrufbar.
4) Dieser Querverweis ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Aktien mit Sonderrechten
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben.
Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung Es existieren keine Stimmrechtskontrollen.
Gesetzliche Bestimmung der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung.
Gemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Satzung der Francotyp-Postalia Holding AG erfolgen die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder, deren Bestellung sowie der Widerruf ihrer Bestellung durch den Aufsichtsrat. Nach Ziffer 6 Abs. 3 der Satzung kann der Aufsichtsrat einem Aufsichtsratsausschuss den Abschluss, die Änderung und Beendigung von Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder übertragen.
Die Satzung schreibt in Ziffer 23 Abs. 1 vor, dass die Hauptversammlung ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals fasst, falls das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend eine größere Mehrheit vorschreiben. Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 15 Abs. 2 der Satzung Satzungsänderungen vornehmen, die nur die Fassung betreffen.
Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Kapitalgenehmigungen für genehmigtes und bedingtes Kapital
Das von der Hauptversammlung am 11. Juni 2015 beschlossene, in Ziffer 4 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft geregelte, genehmigte Kapital (Genehmigte Kapital 2015/I) lief am 10. Juni 2020 aus; das bedingte Kapital 2015/I gemäß Ziffer 4 Abs. 4 der Satzung wurde aufgehoben.
Um der Verwaltung ihren Handlungsspielraum zu erhalten, wurde auf der Hauptversammlung am 10. November 2020 ein Beschluss über ein neues genehmigtes Kapital (Genehmigtes Kapital 2020/I) mit entsprechender Satzungsänderung in Ziffer 4 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft gefasst. Das Grundkapital der Gesellschaft kann danach bis zum 9. November 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu 8.150.000 Euro erhöht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Am 10. November 2020 hat die Hauptversammlung außerdem mit entsprechender Satzungsänderung in Ziffer 4 Abs. 4 der Satzung der Gesellschaft beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu 6.464.000 Euro durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2020/I). Der Vorstand ist hiernach mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis zum 9. November 2025 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 50.000.000 Euro zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Optionsoder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.464.000 Euro nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.
Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden.
Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 9. November 2025 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.
Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zu. Die Schuldverschreibungen können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.
Bedingte Kapitalerhöhung und Aktienoptionspläne 2020
Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt IV. Angabe (26) Eigenkapital.
Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien
Die Hauptversammlung hat die Gesellschaft am 10. November 2020 ermächtigt, bis zum 9. November 2025 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden.
Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten gegen Sachleistungen, insbesondere im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen daran, angeboten und auf diese übertragen werden, sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt und sofern der für die eigenen Aktien zu erbringende Gegenwert nicht unangemessen niedrig ist.
Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Bareinlagen ausgegeben werden, um die Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse einzuführen, an denen die Aktien bisher nicht zum Handel zugelassen sind.
Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien veräußert werden, den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet. Insgesamt dürfen die aufgrund der Ermächtigungen unter dieser Ziffer verwendeten Aktien, die in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz (unter Bezugsrechtsausschluss gegen Bareinlagen nahe am Börsenpreis) ausgegeben wurden, 10% des Grundkapitals nicht übersteigen. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die in direkter oder entsprechender Anwendung dieser Vorschrift während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zu diesem Zeitpunkt ausgegeben oder veräußert wurden. Ferner sind auf diese Begrenzung diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen (einschließlich Genussrechten) mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungspflichten auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen bzw. Genussrechte während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz ausgegeben werden.
Die eigenen Aktien können vom Aufsichtsrat dazu verwendet werden, Mitgliedern des Vorstands anstelle der von der Gesellschaft geschuldeten Barvergütung eigene Aktien anzubieten.
Die eigenen Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats dazu verwendet werden, Bezugsrechte, die unter dem Aktienoptionsplan 2015 (Tagesordnungspunkt 11 der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015) der Gesellschaft ordnungsgemäß ausgegeben und ausgeübt wurden, zu bedienen.
Darüber hinaus wird auf die Angaben im Anhang zum Jahresabschluss der FP Holding AG hinsichtlich des Erwerbs eigener Aktien gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verwiesen.
Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarung des Mutterunternehmens für den Fall eines Übernahmeangebots
Eine wesentliche Vereinbarung der Konzernmuttergesellschaft Francotyp-Postalia Holding AG, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots steht, ist der aktuelle Konsortialdarlehensvertrag, der ein Kündigungsrecht im Fall von "Change of Control" vorsieht. Sollte dieser Fall eintreten, müsste FP möglicherweise neue Finanzierungsvereinbarungen zu schlechteren Konditionen abschließen. Weitere Vereinbarungen wurden weder mit Dritten noch mit Tochterunternehmen getroffen.
Mit den Mitgliedern des Vorstands bestehen für den Fall eines Kontrollwechsels Vereinbarungen, die der Empfehlung in Kapitel G Absatz G.14 des Deutschen Corporate Goverance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 entsprechen.
9. Nichtfinanzielle Erklärung
Im Hinblick auf die nichtfinanziellen Informationen wird auf die Ausführungen im gesonderten zusammengefassten Nachhaltigkeitsbericht der Francotyp-Postalia Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung5) (§§ 289b, 315b HGB), im Internet unter https://www.fp-francotyp.com/nachhaltigkeitsbericht, verwiesen.
10. Vergütungsbericht
Der Bericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 16. Dezember 2019 (z.T. auch in der Fassung vom 7. Februar 2017), in Kraft getreten am 20. März 2020, und enthält Angaben nach den Erfordernissen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) sowie der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Vergütungsbericht wird zum Bestandteil des Lageberichts gemacht.
10.1 Vergütungssystem Allgemein
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die langfristigen Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt.
Die Gesamtvergütung des Vorstands setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:
| ― | Monetäre Vergütungsteile (erfolgsunabhängig / -abhängig), |
| ― | Versorgungszusagen, |
| ― | Sonstige Zusagen im Fall der Beendigung der Tätigkeit, |
| ― | Nebenleistungen. |
Als weitere Komponenten umfasst die Gesamtvergütung für einzelne Vorstandsmitglieder eine Bonuszusage für den Fall der nachhaltigen Entwicklung der "earnings per share" sowie eine Beteiligung über virtuelle Aktien.
10.2 Erfolgsunabhängige Bestandteile
10.2.1 Festvergütung
Die Festvergütung wird als Jahresfestvergütung ausgewiesen und anteilig monatlich als Gehalt ausgezahlt.
Die Festvergütung von Rüdiger Andreas Günther (bisheriger Vorsitzender des Vorstands und CEO/CFO) beläuft sich aufgrund einer dynamischer Anpassungsregelung in seinem Dienstvertrag mit Wirkung seit dem 1. Juli 2019 auf EUR 430.000 brutto pro Jahr.
Die Festvergütung von Carsten Lind (als neuem Vorstandsmitglied seit dem 1. Juni 2020 und neuem Vorsitzenden des Vorstands seit dem 11. November 2020) beträgt EUR 400.000 brutto pro Jahr. Im Jahr 2020 betrug die Festvergütung von Carsten Lind pro rata temporis EUR 233.333 brutto.
5) Die nichtfinanzielle Erklärung ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Die Festvergütung von Patricius de Gruyter (CSO) und Sven Meise (CDO/COO) beträgt jeweils EUR 310.000 brutto pro Jahr.
10.2.2 Nebenleistungen
Die Nebenleistungen enthalten die Kosten für bzw. den geldwerten Vorteil von Sachbezügen und weiteren Nebenleistungen, wie beispielsweise die Bereitstellung eines Dienstwagens, Zuschüsse zu Versicherungen und Unterkunft.
10.3 Erfolgsabhängige Bestandteile
10.3.1 Variable Vergütung
Die variable Vergütung ("Bonus") für Herrn Rüdiger Andreas Günther enthält sowohl kurzfristige als auch langfristige Elemente. Dieser ist jedoch nicht wie bei den anderen Vorständen in einen Jahresbonus und einen Langfristbonus aufgeteilt. Für den Bonus von Herrn Günther wurden Mindestziele ("Floor"), Ziele für eine Zielerreichung von 100 % und Ziele für einen Maximalbetrag bei 175 % ("Cap") festgelegt. Für eine 100%ige Zielerreichung wurde Herrn Günther ein Bonusbetrag in Höhe von EUR 520.000 brutto zugesagt. Das Cap (175 %ige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag in Höhe von EUR 910.000 brutto. Eine Anpassung des Bonus aufgrund schwankender Wechselkurse bzw. wirtschaftlicher oder politischer Ereignisse kommt nicht in Betracht. Aufgrund der unterjährigen Abberufung und Freistellung von Herrn Günther zum 11. November 2020 reduziert sich die Bonuszahlung für das Geschäftsjahr 2020 pro rata temporis. Die Bonusziele für das Geschäftsjahr 2020 basieren auf dem Budget, das Vorstand und Aufsichtsrat in den Aufsichtsratssitzungen im November und Dezember 2018 abgestimmt haben und das der langfristigen erfolgreichen Entwicklung der Gesellschaft dienen soll. Für den Zeitraum der Geschäftsjahre 2019 bis 2022 wurden Ziele für folgende Leistungsindikatoren ("KPI") vereinbart: Umsatz im Produktbereich Frankieren & Kuvertieren, Umsatz im Produktbereich Software/Digital, Ertragserwartungen aus dem JUMP-Programm (brutto ausschließlich der Kosten), EBITDA (nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft an sämtliche Vorstandsmitglieder zu leistenden Bonuszahlungen und vor IFRS 16-Effekten), bereinigter Free Cashflow (hierbei kommt eine Gesamtbetrachtung über den 4-Jahres-Zeitraum zur Anwendung). Die vier erstgenannten KPI sind gleichwertig und tragen zu jeweils 22,5 % zur Ermittlung der variablen Vergütung bei. Das letztgenannte Ziel für den bereinigten Free Cashflow fließt mit 10 % in die Ermittlung des Bonus ein. Liegt der Grad der Zielerreichung bei dem jeweiligen KPI zwischen dem Floor (0 %) und dem 100 %-Wert bzw. zwischen dem 100 %-Wert und dem CAP, so fließt der jeweilige Wert pro rata in die Berechnung der variablen Vergütung ein.
Hinsichtlich der Auszahlung des Bonus für Herrn Günther gilt folgende Regelung: 60 % des Bonus für ein abgelaufenes Geschäftsjahr werden zusammen mit dem Gehalt für den Monat ausgezahlt, der dem Monat der Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung auf der Jahreshauptversammlung nachfolgt. Weitere 20 % des Bonus werden in dem darauffolgenden Jahr zusammen mit dem Gehalt für den Monat ausgezahlt, der dem Monat der Beschlussfassung über den Jahresabschluss nachfolgt. Die verbleibenden 20 % des Bonus werden ein weiteres Jahr später ausgezahlt (zusammen mit dem Gehalt für den Monat, der dem Monat der Beschlussfassung über den Jahresabschluss nachfolgt). Die Auszahlungen der beiden 20 %-Tranchen stehen dabei unter der Bedingung, dass in dem Geschäftsjahr, das der Auszahlung der jeweiligen Tranche vorausgeht, zumindest hinsichtlich eines der vier erstgenannten Ziele das Mindestziel ("Floor") erreicht wurde. Bezüglich des Langfristziels des bereinigten Free Cashflows erfolgt die endgültige Bewertung des Erfüllungsgrades der Zielerreichung am Ende des 4-Jahres-Zeitraumes auf Basis des kumulierten bereinigten Free Cashflows über diesen Zeitraum. In den einzelnen Jahren erfolgten Abschlagszahlungen auf Basis einer Zielerreichung von 100 %. Am Ende der Betrachtungsperiode erfolgt eine Anpassung der Beträge auf Basis des tatsächlichen Zielerreichungsgrads und eine Verrechnung mit den Abschlagszahlungen. Etwaige Nachzahlungen zugunsten bzw. Kürzungen zu Lasten von Herr Günther erfolgen im Rahmen der Berechnung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2022. Sollte die variable Vergütung von Herr Günther für das Geschäftsjahr nicht ausreichen, um zurückzuerstattende Beträge zu verrechnen, erfolgt die Verrechnung mit anderen Vergütungsbestandteilen (Festgehalt, earnings per share oder Zahlungen aus den virtuellen Aktien). Sollten auch diese offenen Beträge nicht ausreichen, um die zurückzuerstattenden Beträge zu verrechnen, wird Herr Günther den nicht verrechneten Betrag innerhalb eines Monats nach der Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung für das Geschäftsjahr 2022 auf der Jahreshauptversammlung zurückerstatten.
Die variable Vergütung ("Bonus") für Herrn Carsten Lind enthält eine kurzfristige variable Vergütungskomponente ("Jahresbonus") und eine langfristige variable Vergütungskomponente ("Langfristbonus").
Herr Lind erhält für seine Leistungen für die Gesellschaft einen Jahresbonus aufgrund der Erreichung kurzfristiger Ziele. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde eine 100%ige Zielerreichung unterstellt und die Höhe des Jahresbonus für Herrn Lind abhängig vom Beginn der Tätigkeit zeitratierlich bemessen. Im Übrigen (d.h. ab dem Geschäftsjahr 2021) werden für die Ermittlung des Bonus Mindestwerte ("Floor"), Werte für eine Zielerreichung von 100 % und Werte für einen Maximalbetrag bei 120 % ("Cap") festgelegt. Bei einer 100%igen Zielerreichung wird Herrn Lind ein Bonusbetrag in Höhe von EUR 180.000 brutto zugesagt. Das Cap (120 %ige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag in Höhe von EUR 360.000 brutto. Die Zahlung eines Jahresbonus setzt eine Zielerreichung von über 80 % voraus. Vorbehaltlich der Herabsetzung der Vergütung nach Maßgabe von § 87 Abs. 2 AktG kommt eine Anpassung des Bonus aufgrund schwankender Wechselkurse bzw. wirtschaftlicher oder politischer Ereignisse nicht in Betracht. Grundlage für die Ermittlung des Jahresbonus ist das vom Aufsichtsrat genehmigte Budget des jeweiligen Geschäftsjahres. Der Bonus berechnet sich additiv aus zwei Kennzahlen (Konzernumsatz und EBITDA), wobei beide Kennzahlen zu 50 % in die Ermittlung einfließen. Die Kennzahlen werden zwischen Aufsichtsrat und dem Vorstandsmitglied jährlich neu vereinbart und hinreichend klar definiert und haben alle von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen mit zu berücksichtigen.
Der Jahresbonus ist dem Vorstandsmitglied nach Abzug der gesetzlichen Abgabe zusammen mit dem Gehalt für den Monat der Beschlussfassung über den jeweiligen Jahresabschluss auf der Jahreshauptversammlung folgenden Kalendermonat auszuzahlen. Verzögert sich die Beschlussfassung über die Feststellung länger als sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres, steht dem Vorstandsmitglied ein angemessener Abschlag auf den voraussichtlichen Jahresbonus zu.
Der Langfristbonus von Herrn Lind ist auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet und wird unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Geschäftsjahre für den vierjährigen Bonuszeitraum berechnet. Die Zahlung eines Langfristbonus besteht aus den folgenden nachhaltigen Zielkomponenten ("Nachhaltigkeitskomponenten"):
1. Gewährung von virtuellen Aktienoptionen zur Incentivierung der Steigerung des Aktienkurses der Gesellschaft über den Bonuszeitraum ("Nachhaltigkeitskomponente 1")
2. Erfüllung von ESG-Nachhaltigkeitskriterien (ESG = Environment, Social, Governance) durch die Gesellschaft über den Bonuszeitraum ("Nachhaltigkeitskomponente 2").
Die Nachhaltigkeitskomponenten sind nicht additiv miteinander verknüpft. Beide Nachhaltigkeitskomponenten werden vollständig separat betrachtet.
Die Details zur Nachhaltigkeitskomponente 1 und den Bedingungen für die virtuellen Aktienoptionen sind ausführlich im untenstehenden Teil unter Ziffer 10.3.2. beschrieben.
Bezogen auf die Nachhaltigkeitskomponente 2 gilt Folgendes: Für die Bewertung der Erfüllung von wenigstens zwei vereinbarten ESG-Nachhaltigkeitskriterien ist auf verlässliche
Kennzahlensysteme unter Berücksichtigung anerkannter Standards abzustellen. Ferner werden die Zielwerte definiert, welche mit Ablauf des Bonuszeitraums erreicht werden müssen. Die maßgeblichen ESG-Nachhaltigkeitskriterien für die Nachhaltigkeitskomponente 2 sowie das Verfahren zur Bewertung der Erfüllung der ESG-Nachhaltigkeitskriterien werden in einem Addendum zum Dienstvertrag niedergelegt und vereinbart. Nach Ablauf des Bonuszeitraums wird die Zielerreichung der vereinbarten ESG-Nachhaltigkeitskriterien gemessen. Eine unterjährige Messung der Zielerreichung findet nur ausnahmsweise statt. Es kann sich kein negativer Gesamtbetrag ergeben. Bei einem negativen Gesamtbetrag ist der Langfristbonus insgesamt daher "0". Bei mehreren vereinbarten ESG-Nachhaltigkeitskriterien fließt ihre Erfüllung zu gleichen Teilen in die Bewertung der Zielerreichung der Nachhaltigkeitskomponente 2 ein. Der Auszahlungsbetrag, welcher sich aus der Erfüllung der Nachhaltigkeitskomponente 2 ergibt, wird in dem Monat zur Zahlung fällig, nachdem der Bonuszeitraum abgelaufen ist und die Erreichung der ESG-Nachhaltigkeitsziele ermittelt werden konnte.
Herr Lind erhält jährliche Abschlagszahlungen auf einen vermeintlichen Auszahlungsbetrag in Höhe von EUR 40.000 brutto pro Jahr. Am Ende des Bonuszeitraums erfolgt eine Anpassung der Beträge auf Basis des tatsächlichen Zielerreichungsgrades und eine Verrechnung mit den Abschlagszahlungen. Etwaige Nachzahlungen oder Kürzungen erfolgen im Rahmen der Berechnung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2024. Im Übrigen werden für den Langfristbonus der Nachhaltigkeitskomponente 2 Mindestziele ("Floor"), Ziele für eine Zielerreichung von 100 % und Ziele für einen Maximalbetrag bei 120 % ("Cap") festgelegt. Bei einer 100%igen Zielerreichung für den vierjährigen Zeitraum wird Herrn Lind ein Bonusbetrag in Höhe von EUR 280.000 brutto zugesagt. Das Cap (120%ige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag in Höhe von EUR 560.000 brutto. Die Zahlung eines Jahresbonus setzt eine Zielerreichung von über 80 % voraus.
Die variable Vergütung für die Tätigkeiten des CDO/COO (Herrn Sven Meise) und des CSO (Herrn Patricius de Gruyter) enthalten eine kurzfristige variable Vergütungskomponente ("Jahresbonus") und eine langfristige variable Vergütungskomponente ("Langfristbonus").
Der Jahresbonus ist abhängig von erzielten finanziellen Leistungsindikatoren, und zwar jeweils nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen. Maßgeblich für die Ermittlung des Jahresbonus ist das vom Aufsichtsrat genehmigte Budget des jeweiligen Geschäftsjahres und der Zielerreichungsgrad.
Die kurzfristige variable Vergütung des CDO/COO ist abhängig vom erreichten "Free Cashflow" und "Konzern-Jahresüberschuss", wobei beide Kennzahlen zu 50 % in die Ermittlung einfließen. Im Übrigen werden für die Ermittlung des Bonus Mindestwerte ("Floor"), Werte für eine Zielerreichung von 100 % und Werte für einen Maximalbetrag bei 110 % ("Cap") festgelegt. Bei einer 90%igen Zielerreichung wird Herrn Meise ein Bonusbetrag in Höhe von EUR 50.000 zugesagt. Bei einer 100%igen Zielerreichung wird Herrn Meise ein Bonusbetrag in Höhe von EUR 100.000 brutto zugesagt. Bis zu einer Zielerreichung von 105 % (Bonusbetrag EUR 125.000) entspricht jeder Prozentpunkt EUR 5.000. Für jeden Prozentpunkt Übererfüllung über 105 % beträgt der Wert EUR 15.000 je Prozentpunkt. Das Cap (110%ige Zielerreichung) liegt bei einem Bonusbetrag in Höhe von EUR 200.000 brutto. Wird die Kennzahl "KonzernJahresüberschuss" zu weniger als 80% laut Budget erreicht, geht diese Kennzahl mit dem Zielerreichungsgrad "0%" in die Berechnung ein. Die Kennzahl "Free Cash Flow" geht mit ihrem jeweiligen Wert in den Zielerreichungsgrad ein. Eine Bonuszahlung setzt insgesamt eine Zielerreichung von über 80% voraus. Der Jahresbonus ist dem CDO/COO zusammen mit dem Gehalt für den dem Monat der Beschlussfassung auf der Jahreshauptversammlung über den jeweiligen Jahresabschluss folgenden Kalendermonat auszuzahlen.
Die Gesellschaft und Herr Meise haben die zum 31. Dezember 2020 getroffene mündliche Vereinbarung hinsichtlich seines Ausscheidens aus der Gesellschaft am 10. Januar 2021 durch eine Aufhebungsvereinbarung schriftlich fixiert. Bezogen auf das Geschäftsjahr 2020 haben die Parteien bezogen auf den Jahresbonus eine gesonderte Regelung getroffen: Herr Meise erhält demnach einen Mindestbetrag in Höhe von 50 %, berechnet auf eine hypothetische Jahresbonuszahlung in Höhe von EUR 100.000, d.h. EUR 50.000 brutto, fällig am 31. Januar 2021. Die hypothetische Jahresbonuszahlung von EUR 100.000 stellt dabei den von den Parteien zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Aufhebungsvereinbarung und vor der endgültigen Ermittlung der tatsächlichen Kennzahlen geschätzten Jahresbonus dar (Zielerreichung von 100 %). Der CDO/COO erhält darüber hinaus eine etwaige Differenz zwischen dem Mindestbetrag und dem ihm nach dem Dienstvertrag tatsächlich zustehenden Jahresbonus.
Für den Aufsichtsrat ist bei der Festlegung wesentlich, dass der Jahresbonus sämtlicher Vorstandsmitglieder kohärent gestaltet wird.
Für die Ermittlung des Bonus des CSO sind Mindestwerte ("Floor), Werte für eine Zielerreichung von 100 % und Werte für einen Maximalbetrag von 120 % ("Cap") festgelegt. Bei einer Zielerreichung von 90 % nach Budget beträgt der Jahresbonus EUR 55.000 brutto. Bei einer Zielerreichung von 100 % nach Budget beträgt der Jahresbonus EUR 110.000 brutto. Bei einer Zielerreichung von 110 % nach Budget beträgt der Jahresbonus EUR 143.000 brutto, wobei der Jahresbonus bei zwischen den angegebenen Prozentsätzen liegender Zielerreichung jeweils linear angepasst wird. Das Cap liegt bei einem Bonusbetrag in Höhe von EUR 176.000 brutto. Eine Zahlung des Jahresbonus setzt eine Zielerreichung von über 80 % voraus. Der Jahresbonus ist dem CSO zusammen mit dem Gehalt für den dem Monat der Beschlussfassung auf der Jahreshauptversammlung über den jeweiligen Jahresabschluss folgenden Kalendermonat auszuzahlen.
Der Langfristbonus ist auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet und wird unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Geschäftsjahre über einen vierjährigen Bemessungszeitraum berechnet. Nach Ablauf der jeweiligen Vertragslaufzeit wird eine Gesamtbetrachtung angestellt. Dabei sind sowohl für den CDO/COO als auch den CSO Mindestziele ("Floor"), Ziele für eine Zielerreichung von 100 % und Ziele für einen Maximalbetrag ("Cap") festgelegt. Bei einer Zielerreichung von jeweils unter 80 % erhalten der CDO/COO und der CSO jeweils einen Malus auf ihr Bonusguthaben. Bei einer 100%igen Zielerreichung werden dem CDO/COO und dem CSO jeweils ein Guthaben in Höhe von EUR 150.000 gutgeschrieben. Das Cap liegt bei einem Bonusbetrag in Höhe von EUR 300.000 brutto. Das insoweit insgesamt während der Vertragslaufzeit angefallene Guthaben wird mit angefallenen Malusbeträgen verrechnet. Es kann sich jedoch kein negativer Gesamtbonus ergeben, sodass bei einem negativen Gesamtbetrag der Langfristbonus insgesamt mit "0" anzusetzen ist. Der saldierte Langfristbonus wird in dem Monat zur Zahlung fällig, der dem Monat folgt, in dem der Jahresabschluss über den letzten Monat des Bonuszeitraums festgestellt wird. Auf den zu erwartenden Langfristbonus erhalten der CDO/COO und der CSO eine jährliche Abschlagszahlung in Höhe von EUR 50.000. Die Abschlagszahlung ist dem CDO/COO zusammen mit dem Gehalt für den dem Monat der Beschlussfassung über den jeweiligen Jahresabschluss folgenden Kalendermonat auszuzahlen. Steht fest, dass der Langfristbonus nicht gewährt wird, erfolgt keine Abschlagszahlung. Der CDO/COO und der CSO sind jeweils verpflichtet, nach der Feststellung des endgültigen Langfristbonus eine etwaige Differenz zwischen den Abschlagszahlungen und dem festgestellten Langfristbonus unverzüglich der Gesellschaft zurückzuzahlen.
Der Guthabenbetrag für den CDO/COO für das Geschäftsjahr 2020 beträgt mindestens EUR 75.000 brutto; es wird eine Abschlagszahlung in Höhe von EUR 50.000 brutto für das Geschäftsjahr 2020 fällig. Dies folgt aus der zwischen der Gesellschaft und dem CDO/COO abgeschlossenen Aufhebungsvereinbarung vom 10. Januar 2021. Der oben genannte Mindestbetrag von EUR 75.000 brutto gilt in jedem Fall als erreicht. Der tatsächliche Betrag für das Geschäftsjahr 2020 wird anhand der tatsächlichen Kennzahlen im Sinne von Ziff. 3.4 des Dienstvertrages ermittelt. Der so ermittelte Guthabenbetrag erhöht sich daher ggf. um eine etwaige Differenz zwischen dem Mindestbetrag und dem Herrn Meise nach dem Dienstvertrag tatsächlich zustehenden Guthabenbetrag.
Überschreitet der nach der Ermittlung der jeweiligen Kennzahlen tatsächlich entstehende "Gesamtbetrag" (Kumulation aus Jahresbonus und Guthabenbetrag Langfristbonus) für den CDO/COO für das Geschäftsjahr 2020 den Betrag von EUR 325.000 (und sei es auch nur geringfügig), reduziert sich das Guthaben des Langfristbonus (unabhängig von dem Betrag der Überschreitung) automatisch um EUR 35.000 brutto.
Der Langfristbonus des CDO/COO wird an der Erreichung von Konzernzielen und individuellen auf die Nachhaltigkeit ausgerichteten Zielen gemessen. Die beiden Zielbestandteile (Konzernziele und individuelle Ziele) haben hierbei einen Anteil von 70 % (Konzernziele) und 30 % (individuelle Ziele). Die Zielbestandteile sind additiv verknüpft, so dass eine Untererfüllung einzelner Ziele (Konzern- oder individueller Ziele) durch eine Übererfüllung der anderen Ziele (Konzern- oder individueller Ziele) im gleichen Jahr kompensiert werden kann.
Die Konzernziele werden aus den Kennzahlen "EBITDA" und "Umsatz" gebildet, und zwar jeweils nach Berücksichtigung aller von der Gesellschaft zu leistenden Bonuszahlungen. "EBITDA" und "Umsatz" gehen jeweils mit 50 % in die Berechnung der Konzernziele ein und sind additiv verknüpft. Die zu erreichenden Kennzahlen ergeben sich aus dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget. Die individuellen Ziele für den CDO/COO richten sich an den folgenden zwei Merkmalen aus, die jeweils mit 50 % in die Ermittlung der Zielerreichung der individuellen Ziele eingehen und additiv verknüpft sind:
a) Neue digitale Produkte: Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells mit neuen digitalen Produkten, wie FP Sign, IoT oder ähnlicher Produkte; zur 100%igen Zielerreichung ist hierfür ein kumulierter externer Umsatz von EUR 5.000.000 innerhalb von 4 Jahren vorgegeben.
b) Umsatzsteigerung in den Geschäftsbereichen "freesort" und "IAB".
Für die Folgejahre wird der Aufsichtsrat im Einvernehmen mit dem Vorstandsmitglied die Grundlagen, Nachhaltigkeitsziele und die Ermittlungs- bzw. Berechnungsmethoden für den Langfristbonus festlegen. Für den Aufsichtsrat ist bei der Festlegung wesentlich, dass der Langfristbonus der Vorstandsmitglieder kohärent gestaltet wird.
Der Guthabenbetrag für den CSO für das Geschäftsjahr 2020 beträgt schätzungsweise EUR 150.000 brutto; es wird eine Abschlagszahlung in Höhe von EUR 50.000 brutto für das Geschäftsjahr 2020 in 2021 fällig.
Für die Vorstandsmitglieder (mit Ausnahme von Herrn Lind) umfasst die Gesamtvergütung als weitere Komponente eine Bonuszusage für eine einmalige Prämie für den Fall, dass ein während der Vertragslaufzeit, aber spätestens bis 2023 aufgestellter und geprüfter Konzernabschluss unter Berücksichtigung der Prämienzahlungen an alle Vorstände ein auf ein Geschäftsjahr bezogenes "earnings per share" von mindestens EUR 1,00 ausweist.
10.3.2 Langfristige aktienbasierte Vergütung
Die langfristige aktienbasierte Vergütung der Vorstandsmitglieder erfolgt teilweise durch Beteiligung an der Gesellschaft in Form von virtuellen Anteilen, teilweise durch Gewährung von virtuellen Aktienoptionen.
Anders als die übrigen Vorstandsmitglieder (Herr Günther, Herr Meise, Herr de Gruyter) erhält Herr Lind keine virtuellen Anteile an der Gesellschaft. Für Carsten Lind als neuem Vorstandsmitglied (und CEO) ist insoweit im Rahmen der variablen Vergütung (Nachhaltigkeitskomponente 1) als Teil des Langfristbonus die Gewährung virtueller Aktienoptionen vorgesehen. Hierdurch erfolgt eine nachhaltige Incentivierung des Vorstandsmitglieds durch eine positive Entwicklung des Aktienkurses der Gesellschaft.
Herrn Lind wurden mit Bestellung zum Vorstandsmitglied zu Beginn des vierjährigen Bonuszeitraums (am 1. Juni 2020) 350.000 virtuelle Aktienoptionen zu einem auf EUR 3,60 festgelegten Basispreis gewährt. Als Voraussetzung für die Zuteilung der virtuellen Aktienoptionen hat Carsten Lind 8 % der Anzahl der ihm zugeteilten virtuellen Aktienoptionen als echte Aktien erworben und hat diese für eine Dauer von vier Jahren ab dem jeweiligen Erwerb (Sperrfrist) zu halten. In Addendum 2 bezogen auf die Gewährung von virtuellen Aktienoptionen für die Nachhaltigkeitskomponente 1 wurde klarstellend festgelegt, dass der Erwerb der echten Aktien in Höhe von 8 % der dem Vorstandsmitglied zugewiesenen virtuellen Aktienoptionen auch bereits vor dem Zuteilungsdatum erfolgen konnte. Wenn Aktien durch Herrn Lind zwischenzeitlich veräußert werden, verringert sich die Anzahl der zugeteilten virtuellen Aktienoptionen entsprechend anteilig. Ferner gelten weitere 50.000 virtuelle Aktienoptionen als zum Beginn des Bonuszeitraums zugeteilt ("ZusatzOptionen"), wenn das Vorstandsmitglied nachhaltig das Digitale Geschäft der Gesellschaft (IoT, FP Sign, IAB) aufbaut. Ein nachhaltiger Aufbau des Digitalen Geschäfts der Gesellschaft gilt dann als erreicht, wenn die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 in diesem Bereich einen Umsatz von EUR 50 Mio. und ein EBITDA von EUR 10 Mio. erzielt. Mit Zielerreichung gelten die Zusatz-Optionen als zugeteilt und sind gleichzeitig zur Ausübung fällig.
Nach Ablauf von vier Jahren seit Zuteilungsdatum (Haltefrist) sind die virtuellen Aktienoptionen zur Ausübung fällig (Vesting) und können von Carsten Lind ausgeübt werden, solange das Vorstandsmitglied im Amt ist. Nach Ende der Amtszeit und damit der Organstellung hat die Ausübung der virtuellen Aktienoptionen spätestens bis zum 31. Dezember des Jahres zu erfolgen, welches auf das Jahr des Endes der Amtszeit folgt (Ausübungszeitraum). Die Mindesthöhe pro Ausübung muss mindestens 20.000 virtuelle Aktienoptionen umfassen. Der Ausübungspreis errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der Xetra-Tagesschlusskurse der letzten 90 Handelstage, gerechnet ab dem Datum der schriftlichen Ausübungserklärung des Vorstandsmitglieds. Der Ausübungspreis muss keine Mindesthürde gegenüber dem Basispreis erfüllen. Auch bei geringem Überschreiten des Ausübungspreises gegenüber dem Basispreis erfolgt eine Auszahlung. Dem Vorstand steht mit Ausübung der virtuellen Aktienoptionen die Differenz zwischen dem Basispreis und dem Ausübungspreis, multipliziert mit der Stückzahl der virtuellen Aktienoptionen in bar zu.
Aus dieser Vergütung entstehende Ansprüche des Vorstandsmitglieds sind auf den Betrag von EUR 15 pro virtueller Aktienoption begrenzt.
Demgegenüber erhalten die übrigen Vorstandsmitglieder (Herr Günther, Herr Meise, Herr de Gruyter) keine virtuellen Aktienoptionen. Als langfristige aktienbasierte Vergütung wurden den Vorstandsmitgliedern Rüdiger Andreas Günther, Sven Meise sowie Patricius de Gruyter virtuelle Anteile gewährt.
Die Vorstandsmitglieder erhalten für die Dauer ihrer Bestellung jeweils am 1. Januar (Herr Günther) bzw. am 1. März (Herr Meise, Herr de Gruyter) des Jahres virtuelle Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG zu einem Basispreis gutgeschrieben. Herr Günther erhielt 60.000 virtuelle Aktien (beginnend mit dem 1. Januar 2020), der CDO/COO (endend mit dem 1. März 2020 inklusive) und der CSO (endend mit dem 1. März 2021 inklusive) erhalten jeweils 30.000 Stück. Der Basispreis ergibt sich als arithmetisches Mittel der Xetra-Tagesschlusskurse der letzten 90 Handelstage vor dem Zuteilungsdatum. Als Voraussetzung für die Zuteilung der virtuellen Aktien hatten Herr Günther jeweils 25 %, der CDO/COO und der CSO jeweils 15 % der Anzahl der ihnen zugeteilten virtuellen Aktien als echte Aktien eigenhändig zu erwerben und haben diese für eine Dauer von vier Jahren ab dem jeweiligen Erwerb (Sperrfrist) zu halten. Wenn weniger echte eigene Aktien im Geschäftsjahr erworben wurden, verringerte sich die Anzahl der virtuellen zuzuteilenden Aktien entsprechend anteilig. Nach Ablauf von vier Jahren (Haltefrist je Tranche) können der ehemalige CEO/CFO (Herr Günther) während weiterer zwei, der CDO/COO und der CSO während weiterer vier Jahre zu einem von ihnen zu bestimmenden Zeitpunkt von der Gesellschaft die Rücknahme aller ihnen mit der jeweiligen Tranche zugeteilten virtuellen Aktien zu einem Ausübungspreis verlangen. Der Ausübungspreis errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der Xetra-Tagesschlusskurse der letzten 90 Handelstage, gerechnet ab dem Datum der Rückgabeerklärung. Der Ausübungspreis muss mindestens 10 % über dem Basispreis liegen. Liegt der Ausübungspreis niedriger, entfällt der Rücknahmeanspruch ersatzlos. Dem Vorstand steht mit der Rücknahme der virtuellen Aktien die Differenz zwischen Basispreis und Ausübungspreis, multipliziert mit der Stückzahl der virtuellen Aktien der Tranche in bar zu. Aus dieser Vergütung entstehende Ansprüche sind für den ehemaligen CEO / CFO (Herr Günther) pro Tranche auf den Betrag von EUR 600.000, für den CDO/COO und den CSO auf jeweils EUR 300.000 begrenzt.
Zusätzlich zu den oben beschriebenen virtuellen Anteilen wurden den Vorstandsmitgliedern Günther, Meise und de Gruyter echte Aktienoptionen zugeteilt. Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 11. Juni 2015 hatte insoweit beschlossen, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte des FP-Konzerns Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, Stock-Options insgesamt maximal bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals zu beziehen (Aktienoptionsplan 2015). Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernabschluss (Konzernanhang Abschnitt IV. Textziffer (26) Eigenkapital).
10.4 Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Tätigkeit im Vorstand
Wird die Bestellung zum Vorstand nach § 84 Abs. 3 AktG widerrufen oder legt das Vorstandsmitglied das Vorstandsamt nieder, so endet auch der Dienstvertrag. Beruht der Widerruf auf einem wichtigen Grund, der nicht zugleich ein wichtiger Grund gemäß § 626 BGB für die fristlose Kündigung des Dienstvertrages ist, so endet der Dienstvertrag erst mit Ablauf einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende ab Zugang des Widerrufs beim Vorstandsmitglied.
Für den Vorstandsvertrag von Herrn Günther gilt zudem, dass das Vorstandsmitglied im Falle des Widerrufs Anspruch auf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von 100 % seiner letzten Jahresgesamtvergütung (Jahresfestgehalt und Bonus) hat, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Demgegenüber gilt für den Vorstandsvertrag mit Herrn Lind, dass dieser im Falle des Widerrufs seiner Bestellung zum Vorstand Anspruch auf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von 75 % seiner letzten Jahresvergütung (Festgehalt und Jahresbonus) hat, maximal jedoch in Höhe der Festvergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit. Der Vertrag für Herrn Meise sieht im Fall des Widerrufs eine pauschale am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von neun Monatsvergütungen, maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit vor. Herr de Gruyter erhält bei Widerruf eine pauschale, am Tage der rechtlichen Beendigung fällige Abfindung in Höhe von 50 % seiner letzten Jahresgesamtvergütung (Jahresfestgehalt, Jahresbonus und Guthaben / Malus des Langfristbonus), maximal jedoch in Höhe der Vergütungsansprüche für die restliche Vertragslaufzeit.
Bei vorzeitiger Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund können gesonderte Regelungen getroffen werden. Jedoch dürfen Zahlungen an die Vorstandsmitglieder einschließlich Nebenleistungen jeweils den Wert einer Jahresvergütung nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrages vergüten. Für die Berechnung des Abfindungsanspruchs und des Abfindungs-Caps ist auf die Gesamtvergütung des letzten abgelaufenen Geschäftsjahres abzustellen.
10.5 Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020
10.5.1 Vergütung der Mitglieder des Vorstands
Gemäß DRS 17 stellt sich die Gesamtvergütung, unter Berücksichtigung eines teilweisen Gehaltsverzichts aufgrund von Corona, wie folgt dar:
CARSTEN LIND (VORSTANDSMITGLIED SEIT 1. JUNI 2020)
| in TEUR | 2020 | |
|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Komponente | Festvergütung | 230 |
| Nebenleistungen | 15 | |
| Summe | 245 | |
| Erfolgsbezogene Komponente | ||
| Ohne langfristige Anreizwirkung | Einjährige variable Vergütung | 105 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung | Mehrjährige variable Vergütung | 0 |
| Virtuelle Aktienoptionen | 221 | |
| Langfristbonus | 41 | |
| Summe | 367 | |
| Versorgungsaufwand | 0 | |
| Gesamtvergütung | 612 |
RÜDIGER ANDREAS GÜNTHER (VORSTANDSMITGLIED BIS 10. NOVEMBER 2020)
| in TEUR | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Komponente | Festvergütung | 419 | 415 |
| Nebenleistungen | 21 | 20 | |
| Summe | 440 | 435 | |
| Erfolgsbezogene Komponente | |||
| Ohne langfristige Anreizwirkung | Einjährige variable Vergütung | 455 | 603 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung | Mehrjährige variable Vergütung | ||
| Stock Options Plan 2015 | 39 | 35 | |
| Langfristbonus | 23 | 0 | |
| Summe | 517 | 638 | |
| Versorgungsaufwand | 22 | 21 | |
| Gesamtvergütung | 979 | 1.094 |
PATRICIUS DE GRUYTER
| in TEUR | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Komponente | Festvergütung | 302 | 310 |
| Nebenleistungen | 14 | 17 | |
| Summe | 316 | 327 | |
| Erfolgsbezogene Komponente | |||
| Ohne langfristige Anreizwirkung | Einjährige variable Vergütung | 110 | 110 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung | Mehrjährige variable Vergütung | ||
| Virtuelle Aktienoptionen | 20 | 4 | |
| Langfristbonus | 150 | 150 | |
| Summe | 280 | 264 | |
| Versorgungsaufwand | 5 | 4 | |
| Gesamtvergütung | 601 | 595 |
SVEN MEISE
| in TEUR | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Komponente | Festvergütung | 302 | 310 |
| Nebenleistungen | 26 | 28 | |
| Summe | 328 | 338 | |
| Erfolgsbezogene Komponente | |||
| Ohne langfristige Anreizwirkung | Einjährige variable Vergütung | 100 | 200 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung | Mehrjährige variable Vergütung | ||
| Stock Options Plan 2015 | 0 | 12 | |
| Virtuelle Aktienoptionen | 20 | 12 | |
| Langfristbonus | 153 | 144 | |
| Summe | 273 | 368 | |
| Versorgungsaufwand | 23 | 23 | |
| Gesamtvergütung | 624 | 728 |
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) wurde mit Wirkung zum 20. März 2020 neu gefasst und in diesem Zusammenhang entfällt die Empfehlung zu den in der Fassung vom 7. Februar 2017 enthaltenen Mustertabellen. Der Vergütungsbericht im Sinne des §162 AktG ist für die Francotyp-Postalia Holding AG erstmals für das am 1. Januar 2021 beginnende Geschäftsjahr verbindlich. Die im Berichtsjahr gewährten Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder werden im Konzernanhang Abschnitt "Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen" angegeben.
Von den im Geschäftsjahr 2015 und 2016 gewährten Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt 242.500 Optionen. Eine Option berechtigt zum Bezug einer nennwertlosen Inhaberaktie (Stückaktie) der Francotyp-Postalia Holding AG. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Optionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt. Die Möglichkeit der Ausübung der gewährten Optionen begann im Geschäftsjahr 2019 (Ausgabe 2015) bzw. beginnt in 2020 (Ausgabe 2016) und endet im Geschäftsjahr 2024 (Ausgabe 2015) bzw. 2025 (Ausgabe 2016).
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern sind im Geschäftsjahr 2020 wie im Vorjahr nur unwesentliche Beträge zurückgestellt (2020: TEUR 5; 2019: TEUR 4).
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31. Dezember 2020 TEUR 1.442 zurückgestellt (im Vorjahr TEUR 1.354). Den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr 2020 TEUR 11 (im Vorjahr TEUR 19) zugeführt. Davon entfallen TEUR 1 auf Service Cost und TEUR 10 auf Interest Cost.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden für Vorstände aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Abfindungsleistungen in Höhe von TEUR 2.578 (im Vorjahr TEUR 0) zurückgestellt. Davon entfallen auf Herrn Günther TEUR 2.042 und auf Herrn Meise TEUR 536.
10.5.2 Vergütung des Aufsichtsrats
Durch Beschluss der Hauptversammlung wird die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder in der Satzung festgelegt. Die Aufsichtsratsvergütung trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung und berücksichtigt sowohl den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz wie auch die mögliche Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats. Eine variable Vergütung ist dabei nicht vorgesehen.
Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit etwa zur Last fallende Umsatzsteuer geschäftsjährlich eine feste im letzten Monat des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von TEUR 30. Für den Vorsitzenden beträgt die feste Vergütung 150 % und für seinen Stellvertreter 125 % der Vergütung für das normale Aufsichtsratsmitglied. Der Betrag der Vergütung erhöht sich um 10 % je Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats.
Die Festvergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2020 TEUR 102 (im Vorjahr TEUR 110).
10.6 Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat
Da der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien übersteigt, führen wir den Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat zum 31. Dezember 2020 hier auf:
AKTIONÄR
| Anzahl der Aktien | % | |
|---|---|---|
| Direkt | ||
| Carsten Lind | 28.000 | 0,17 |
| Sven Meise | 20.000 | 0,12 |
| Patricius de Gruyter | 10.000 | 0,06 |
| Indirekt | ||
| Klaus Röhrig (Mitglied des Aufsichtsrats) über Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS und Active Ownership Corporation S.ä.r.l | 1.550.000 | 9,51 |
| Klaus Röhrig (Mitglied des Aufsichtsrats) über Active Ownership Investments Limited | 130.000 | 0,80 |
Berlin, 27. April 2021
Der Vorstand
KONZERNABSCHLUSS
Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| in TEUR | Anhang | 01.01.-31.12.2020 | 01.01.-31.12.2019 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (9) | 195.853 | 209.088 |
| Verminderung/Erhöhung des Bestandes an unfertigen und fertigen Erzeugnissen und Leistungen | -439 | -43 | |
| 195.414 | 209.044 | ||
| Aktivierte Eigenleistungen | (10) | 7.795 | 18.596 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (11) | 4.466 | 2.851 |
| Materialaufwand | (12) | 93.910 | 101.634 |
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 32.975 | 35.250 | |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | - | 60.935 | 66.384 |
| Personalaufwand | (13) | 67.800 | 60.186 |
| a) Löhne und Gehälter | 58.627 | 51.118 | |
| b) Soziale Abgaben | 8.471 | 8.205 | |
| c) Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | - | 701 | 863 |
| Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (14, 23) | 1.181 | 1.864 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (15) | 36.834 | 33.496 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | (19, 20) | 21.940 | 27.416 |
| Zinsergebnis | (16) | 875 | 397 |
| a) Zinsen und ähnliche Erträge | 2.450 | 2.199 | |
| b) Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - | 1.575 | 1.801 |
| Sonstiges Finanzergebnis | (16) | -976 | 645 |
| a) Sonstige Finanzerträge | 1.340 | 766 | |
| b) Sonstige Finanzaufwendungen | - | 2.316 | 121 |
| Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | -611 | -994 | |
| Ertragsteuern | (17) | -446 | -4.239 |
| Konzernergebnis | -15.147 | 1.703 | |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | |
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten1) | -3.434 | 1.481 | |
| davon Steuern | -16 | 3 | |
| Anpassungen Rückstellungen für Pensionen und ATZ gem. IAS 19 (rev. 2011)2) | -714 | -1.732 | |
| davon Steuern | 257 | 671 | |
| Absicherung von Zahlungsströmen - wirksamer Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes 1) | 798 | -122 | |
| davon Rücklagen für Kosten der Absicherung | 94 | 57 | |
| davon Steuern | -344 | 52 | |
| Absicherung von Zahlungsströmen - umgegliedert in den Gewinn oder Verlust | -197 | -243 | |
| davon Steuern | 85 | 105 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -3.547 | -616 | |
| Gesamtergebnis | -18.694 | 1.087 | |
| Konzernergebnis | -15.147 | 1.703 | |
| davon auf die Anteilseigner der FP-Holding entfallendes Konzernergebnis | -15.147 | 1.703 | |
| Gesamtergebnis | -18.694 | 1.087 | |
| davon auf die Anteilseigner der FP-Holding entfallendes Gesamtergebnis | -18.694 | 1.087 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert, in EUR) | (18) | -0,94 | 0,11 |
| Ergebnis je Aktie (verwässert, in EUR) | -0,94 | 0,11 |
1) Posten, der in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird
2) Posten, der nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020
AKTIVA
| in TEUR | Anhang | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|---|
| LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE | 82.154 | 101.576 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | (19) | 28.321 | 38.762 |
| Immaterielle Vermögenswerte einschließlich Kundenlisten | 21.449 | 23.701 | |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 3.829 | 4.622 | |
| Noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte und Anzahlungen | 3.043 | 10.438 | |
| Sachanlagen | (20) | 24.898 | 29.220 |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 2.556 | 2.765 | |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3.252 | 4.137 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.471 | 3.878 | |
| Vermietete Erzeugnisse | 15.455 | 18.307 | |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 163 | 134 | |
| Nutzungsrechte | (34) | 10.345 | 11.182 |
| Assoziierte Unternehmen (at-equity) | (4) | 0 | 642 |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 16.317 | 17.420 | |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | (21, 31) | 15.674 | 17.256 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | (31) | 643 | 164 |
| Langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 984 | 2.848 | |
| Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern | (28) | 831 | 2.821 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 153 | 27 | |
| Latente Steueransprüche | (28) | 1.289 | 1.503 |
| KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE | 91.845 | 84.692 | |
| Vorratsvermögen | (22) | 11.509 | 12.357 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 4.417 | 5.156 | |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 232 | 378 | |
| Fertige Erzeugnisse und Handelswaren | 6.861 | 6.823 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (23, 31) | 17.689 | 18.142 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 13.661 | 14.139 | |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing | (21, 31) | 6.679 | 6.875 |
| Derivative Finanzinstrumente | (31) | 566 | 0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | (24, 31) | 6.417 | 7.264 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 12.877 | 9.547 | |
| Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern | (28) | 4.986 | 1.573 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | (24) | 7.891 | 7.974 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente1) | (25, 36) | 36.109 | 30.508 |
| Aktiva | 174.000 | 186.269 |
1) In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden, in Höhe von TEUR 12.929 (Im Vorjahr TEUR 11.990) enthalten.
PASSIVA
| in TEUR | Anhang | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|---|
| EIGENKAPITAL | (26) | 13.670 | 31.991 |
| Gezeichnetes Kapital | 16.301 | 16.301 | |
| Kapitalrücklage | 34.296 | 34.743 | |
| Stock-Options-Rücklage | 1.544 | 1.520 | |
| Eigene Anteile | -1.066 | -1.863 | |
| Verlustvortrag | -13.951 | -15.654 | |
| Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen | -15.147 | 1.703 | |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | -8.308 | -4.760 | |
| LANGFRISTIGE SCHULDEN | 74.240 | 72.517 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | (27) | 20.537 | 20.591 |
| Sonstige Rückstellungen | (29) | 5.358 | 3.374 |
| Finanzverbindlichkeiten | (30, 31) | 43.288 | 46.157 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | (30, 31) | 1.992 | 0 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | (30) | 471 | 27 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | (28) | 2.595 | 2.367 |
| KURZFRISTIGE SCHULDEN | 86.090 | 81.762 | |
| Steuerschulden | (28) | 3.767 | 2.713 |
| Sonstige Rückstellungen | (29) | 15.793 | 9.580 |
| Finanzverbindlichkeiten | (30, 31) | 3.675 | 4.092 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (30, 31) | 14.139 | 14.581 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | (30, 31) | 32.750 | 34.405 |
| davon Teleportogelder | 26.525 | 27.119 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | (30) | 15.966 | 16.391 |
| Passiva | 174.000 | 186.269 |
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| in TEUR | Anhang | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Mittelzuflüsse und -abflüsse aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | |||
| Konzernergebnis | -15.147 | 1.703 | ||
| Erfolgswirksam erfasstes Ertragsteuerergebnis | (17) | 446 | 4.239 | |
| Erfolgswirksam erfasstes Zinsergebnis | (16) | -875 | -397 | |
| Zu- und Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens | (19, 20) | 21.940 | 27.416 | |
| Abnahme (-) / Zunahme (+) der Rückstellungen und Steuerschulden | (28, 29) | 10.558 | -1.501 | |
| Verluste (+) / Gewinn (-) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 297 | -562 | ||
| Abnahme (+) / Zunahme (-) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva | (22, 23, 24) | -442 | -3.020 | |
| Abnahme (+) / Zunahme (-) der Forderungen aus Finanzierungsleasing | (21) | 1.774 | -5.925 | |
| Abnahme (-) / Zunahme (+) von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva | (31) | -991 | 1.688 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) | 4.424 | 1.821 | ||
| Erhaltene Zinsen | (16) | 2.450 | 2.199 | |
| Gezahlte Zinsen | (16) | -1.429 | -1.435 | |
| Erhaltene Ertragsteuer | (17) | 987 | 550 | |
| Gezahlte Ertragsteuer | (17) | -1.221 | -3.667 | |
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | 22.770 | 23.047 | ||
| 2. | Mittelzuflüsse und -abflüsse aus Investitionstätigkeit | |||
| Auszahlungen für Aktivierung von Entwicklungskosten | (10, 19) | -3.407 | -13.773 | |
| Auszahlungen für kapitalisierte Zinsen für Entwicklungskosten | -191 | -171 | ||
| Ein-/ Auszahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens | (19, 20) | -297 | 792 | |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | (19) | -633 | -728 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | (20) | -4.831 | -6.491 | |
| Auszahlungen für nach der Equity Methode bilanzierten Beteiligungen | (4) | -480 | -1.000 | |
| Auszahlungen für Investitionen in den Erwerb von Geschäftsbetrieben | (4) | -1.547 | 0 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -11.386 | -21.372 | ||
| 3. | Mittelzuflüsse und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit | |||
| Auszahlungen aus Gewinnausschüttungen an die Aktionäre | (26) | 0 | -477 | |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (30, 31) | -2.224 | -407 | |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | (30, 31, 34) | -3.804 | -3.859 | |
| Einzahlungen aus der Veräußerung eigener Anteile | (26) | 350 | 0 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (30, 31) | 4 | 0 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -5.674 | -4.743 | ||
| Finanzmittelbestand1) | ||||
| Zahlungswirksame Veränderung der Finanzmittel | (36) | 5.709 | -3.068 | |
| Wechselkursbedingte Änderungen der Finanzmittel | -1.047 | 434 | ||
| Finanzmittel am Anfang der Periode | (36) | 18.518 | 21.153 | |
| Finanzmittel am Ende der Periode | (36) | 23.180 | 18.518 |
1) Aus den Liquiden Mitteln sowie den Sonstigen Verbindlichkeiten sind die Portoguthaben, die von der FP-Gruppe verwaltet werden, in Höhe von TEUR 12.929 (im Vorjahr TEUR 11.990), herausgerechnet.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Stock-Options Rücklage | Eigene Anteile | Bilanzergebnis | Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 1.1.2019 | 16.301 | 34.743 | 1.428 | -1.863 | -15.176 | -130 |
| Konzernergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 1.703 | |||||
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.474 |
| Anpassung der Rückstellungen für Pensionen und ATZ gem. IAS 19 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Absicherung von Zahlungsströmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.474 |
| Gesamtergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.703 | 1.474 |
| Ausschüttungen | 0 | 0 | 0 | 0 | -477 | 0 |
| Bedienung Stock-Options | 0 | 0 | 92 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.12.2019 | 16.301 | 34.743 | 1.520 | -1.863 | -13.951 | 1.344 |
| Konzernergebnis 1.1. - 31.12.2020 | -15.147 | |||||
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -3.396 |
| Anpassung der Rückstellungen für Pensionen und ATZ gem. IAS 19 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Absicherung von Zahlungsströmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis 1.1. - 31.12.2020 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -3.396 |
| Gesamtergebnis 1.1. - 31.12.2020 | 0 | 0 | 0 | 0 | -15.147 | -3.396 |
| Ausschüttungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Bedienung Stock-Options | 0 | -447 | 24 | 797 | 0 | 0 |
| Stand am 31.12.2020 | 16.301 | 34.296 | 1.544 | -1.066 | -29.098 | -2.053 |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Nettoinvestitionen in ausländiche Geschäftsbetriebe | Unterschiedsbetrag aus der Anpassung IAS 19 | Unterschiedsbetrag aus Erwerb von Anteilen anderer Gesellschafter | Rücklage für Cash flow hedges | Rücklage für die Kosten der Absicherung | FP Holding zuzurechnendes Eigenkapital |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 1.1.2019 | 11 | -3.390 | -439 | -70 | -126 | 31.289 |
| Konzernergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 1.703 | |||||
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten | 7 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.481 |
| Anpassung der Rückstellungen für Pensionen und ATZ gem. IAS 19 | 0 | -1.732 | 0 | 0 | 0 | -1.732 |
| Absicherung von Zahlungsströmen | 0 | 0 | 0 | -422 | 57 | -365 |
| Sonstiges Ergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 7 | -1.732 | 0 | -422 | 57 | -616 |
| Gesamtergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 7 | -1.732 | 0 | -422 | 57 | 1.087 |
| Ausschüttungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -477 |
| Bedienung Stock-Options | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 92 |
| Stand am 31.12.2019 | 18 | -5.122 | -439 | -492 | -69 | 31.991 |
| Konzernergebnis 1.1. - 31.12.2020 | -15.147 | |||||
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten | -39 | 0 | 0 | 0 | 0 | -3.434 |
| Anpassung der Rückstellungen für Pensionen und ATZ gem. IAS 19 | 0 | -714 | 0 | 0 | 0 | -714 |
| Absicherung von Zahlungsströmen | 0 | 0 | 0 | 508 | 93 | 601 |
| Sonstiges Ergebnis 1.1. - 31.12.2020 | -39 | -714 | 0 | 508 | 93 | -3.547 |
| Gesamtergebnis 1.1. - 31.12.2020 | -39 | -714 | 0 | 508 | 93 | -18.694 |
| Ausschüttungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Bedienung Stock-Options | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 374 |
| Stand am 31.12.2020 | -21 | -5.836 | -439 | 16 | 24 | 13.670 |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | ||
|---|---|---|
| in TEUR | Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Summe |
| --- | --- | --- |
| Stand am 1.1.2019 | -130 | 31.289 |
| Konzernergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 1.703 | |
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten | 1.474 | 1.481 |
| Anpassung der Rückstellungen für Pensionen und ATZ gem. IAS 19 | 0 | -1.732 |
| Absicherung von Zahlungsströmen | 0 | -365 |
| Sonstiges Ergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 1.474 | -616 |
| Gesamtergebnis 1.1. - 31.12.2019 | 1.474 | 1.087 |
| Ausschüttungen | 0 | -477 |
| Bedienung Stock-Options | 0 | 92 |
| Stand am 31.12.2019 | 1.344 | 31.991 |
| Konzernergebnis 1.1. - 31.12.2020 | -15.147 | |
| Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten | -3.396 | -3.434 |
| Anpassung der Rückstellungen für Pensionen und ATZ gem. IAS 19 | 0 | -714 |
| Absicherung von Zahlungsströmen | 0 | 601 |
| Sonstiges Ergebnis 1.1. - 31.12.2020 | -3.396 | -3.547 |
| Gesamtergebnis 1.1. - 31.12.2020 | -3.396 | -18.694 |
| Ausschüttungen | 0 | 0 |
| Bedienung Stock-Options | 0 | 374 |
| Stand am 31.12.2020 | -2.053 | 13.670 |
KONZERNANHANG
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020
I. Grundlagen
(1) Allgemeine Angaben
Die Francotyp-Postalia Holding AG mit Sitz in Berlin (nachfolgend auch "FP Holding", "Gesellschaft", "Mutterunternehmen" oder "Muttergesellschaft" genannt), ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 169096 B eingetragen. Der Sitz der Francotyp-Postalia Holding AG ist in der Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin, Deutschland.
Die Francotyp-Postalia Holding AG ist die Muttergesellschaft von unmittelbar und mittelbar gehaltenen Tochtergesellschaften und hält mittelbar Anteile an einem assoziierten Unternehmen (nachfolgend auch als "FP-Konzern", "FP-Gruppe", "FP", "Francotyp-Postalia" oder "das Unternehmen" bezeichnet).
Die Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum Handel im Prime Standard (reguliertes Marktsegment mit zusätzlichen Folgepflichten) der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen.
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des international agierenden FP-Konzerns mit einer 98jährigen Geschichte liegt bei Produkten und Dienstleistungen zur effizienten Postverarbeitung, Konsolidierung von Geschäftspost und Digitalen Lösungen für Unternehmen und Behörden. Im Digitalbereich verfügt der FP-Konzern über hochsichere Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) sowie für digitale Signaturen von Dokumenten.
Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat den Konzernabschluss am 27. April 2021 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er diesen billigt.
(2) Grundlagen der Rechnungslegung
Allgemeine Informationen
Die Francotyp-Postalia Holding AG fungiert als Konzernobergesellschaft, unter der die FP-Gruppe konsolidiert wird. Die Geschäftsjahre entsprechen für sämtliche Konzerngesellschaften dem Kalenderjahr.
Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der FP Holding zum 31. Dezember 2020 werden beim Bundesanzeiger elektronisch eingereicht und veröffentlicht.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt -zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Durch kaufmännische Rundungen von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Übereinstimmungserklärung
Die FP Holding hat ihren Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 315e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden konsistent in allen dargestellten Zeiträumen angewandt. Sie werden in der Anhangangabe 7 erläutert. Darüber hinaus hat der Konzern im Geschäftsjahr 2020 die in Anhangangabe 3 dargestellten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen erstmalig angewendet.
(3) Anwendung neuer und überarbeiteter
IFRS-Vorschriften
Erstmalig angewendete IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen
Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2020 die folgenden neuen oder überarbeiteten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen, welche durch die EU bereits verabschiedet wurden und die für am 1. Januar 2020 beginnende Geschäftsjahre verbindlich anzuwenden sind, erstmals angewandt:
| ― | Änderungen von IFRS 3: Unternehmenszusammenschlüsse |
| ― | Änderungen von IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: Reform der Referenzzinssätze |
| ― | Änderungen von IFRS 16: Leasing - Auf Covid-19 bezogene Mietkonzessionen (vorzeitige Anwendung, verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnen) |
| ― | Änderungen von IAS 1 und IAS 8: Definition der Wesentlichkeit |
| ― | Diverse: Anpassung von Referenzen auf das Rahmenwerk in den IFRS Standards |
Diese neuen oder überarbeiteten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen hatten keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Nicht verpflichtend anzuwendende IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen
Die folgenden neuen und überarbeiteten IFRS-Standards und IFRS-Interpretationen, die in der Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden waren oder noch nicht von der Europäischen Union übernommen wurden, werden nicht vorzeitig angewandt. Der Konzern beabsichtigt diese Standards anzuwenden, wenn sie in der EU erstmals verpflichtend anzuwenden sind. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
| Standard /Interpretation | Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend am | Übernahme durch die Europäische Union | Auswirkung auf den Konzernabschluss | |
|---|---|---|---|---|
| Änderungen von IFRS 3 | Unternehmenszusammenschlüsse -Änderungen durch Verweis auf das Rahmenkonzept | 1. Januar 2022 | nein | keine |
| Änderungen von IFRS 4 | Versicherungsverträge - Verschiebung von IFRS 9 | 1. Januar 2021 | ja | keine |
| Änderungen von IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 | Reform der Referenzzinssätze - Phase 2 | 1. Januar 2021 | ja | keine |
| Änderungen von IFRS 16 | Leasing - Auf Covid-19 bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 | 1. April 2021 | nein | keine |
| IFRS 17 | Versicherungsverträge | 1. Januar 2023 | nein | keine |
| Änderungen von IAS 1 | Klassifizierung von Schulden als kurzoder langfristig | 1. Januar 2023 | nein | keine |
| Änderungen von IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 | Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 1. Januar 2023 | nein | keine |
| Änderungen von IAS 8 | Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen | 1. Januar 2023 | nein | keine |
| Änderungen von IAS 16 | Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung | 1. Januar 2022 | nein | keine |
| Änderungen von IAS 37 | Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen - Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages | 1. Januar 2022 | nein | keine |
| Diverse | Annual Improvements 2018 - 2020 | 1. Januar 2022 | nein | keine |
(4) Konsolidierungskreis
Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der FP Holding und ihrer direkt und indirekt beherrschten Tochterunternehmen. Die FP Holding beherrscht ein Unternehmen, wenn sie schwankenden Renditen aus dem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Endet die Möglichkeit der Beherrschung, scheiden die entsprechenden Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus.
Der Konsolidierungskreis veränderte sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019.
Im Geschäftsjahr 2020 nahm die Francotyp-Postalia GmbH die HEFTER Systemform GmbH in den Konsolidierungskreis auf. Nähere Informationen hierzu befinden sich unter "Veränderung des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2020".
Im Geschäftsjahr 2019 wurde die FP Shared Service Europe GmbH, Hennigsdorf; durch Gesellschaftsvertrag vom 5. März 2019 als Tochtergesellschaft der Francotyp-Postalia GmbH gegründet. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 13. März 2019.
In den Konzernabschluss 2020 der FP-Gruppe sind neben der Francotyp-Postalia Holding AG zwölf (im Vorjahr elf) inländische und zehn (im Vorjahr zehn) ausländische Tochterunternehmen einbezogen (siehe nachfolgende Tabelle).
ANTEILSBESITZLISTE NACH § 313 HGB¹
| Lfd. Nr. | Name und Sitz des Unternehmens | 31.12.2020 Kapitalanteil in %2) | Über Nr. |
|---|---|---|---|
| 1 | Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin | ||
| Vollkonsolidierte Tochterunternehmen | |||
| 2 | Francotyp-Postalia GmbH, Berlin | 100 | 1 |
| 3 | freesort GmbH, Langenfeld | 100 | 1 |
| IAB Communications GmbH (bis 2.3.2020: internet access GmbH lilibit Berlin | |||
| 4 | Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik), Berlin | 100 | 3 |
| 5 | FP Direkt Vertriebs GmbH, Berlin | 100 | 2 |
| 6 | Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, Berlin | 100 | 11 |
| 7 | FP InovoLabs GmbH, Berlin | 100 | 1 |
| 8 | Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH, Berlin | 100 | 2 |
| 9 | FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG, Wittenberge | 100 | 2 |
| 10 | FP Produktionsverwaltung GmbH, Wittenberge | 100 | 2 |
| 11 | Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde | 100 | 1 |
| 12 | Francotyp-Postalia N.V./S.A., Antwerpen, Belgien | 99,97 | 2 |
| 13 | Francotyp-Postalia GmbH, Wien, Österreich | 100 | 2 |
| 14 | Ruys Handelsvereniging B.V., Zoetermeer, Niederlande | 100 | 2 |
| 15 | FP Finance B.V., Zoetermeer, Niederlande | 100 | 2 |
| 16 | Italiana Audion s. r. l, Mailand, Italien | 100 | 2 |
| 17 | Francotyp-Postalia Ltd., Dartford, Großbritannien | 100 | 2 |
| 18 | Francotyp-Postalia Inc., Addison, Illinois, USA | 100 | 2 |
| 19 | Francotyp-Postalia Canada Inc., Concord, Kanada | 100 | 18 |
| 20 | Francotyp-Postalia Sverige AB, Bromma, Schweden | 100 | 2 |
| 21 | Francotyp-Postalia France SAS, Nanterre, Frankreich | 100 | 2 |
| 22 | FP Shared Service Europe GmbH, Hennigsdorf | 100 | 2 |
| 23 | Hefter Systemform GmbH, Prien a. Chiemsee | 100 | 2 |
| Übrige Tochterunternehmen 3) | |||
| 24 | FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien | 99,998 | 1, 2 |
| 25 | FP Direct Ltd., Dartford, Großbritannien | 100 | 17 |
| 26 | FP Leasing (UK) Ltd., Dartford, Großbritannien | 100 | 17 |
| Assoziierte Unternehmen | |||
| 27 | JUCONN GmbH, Unterföhring | 15 | 7 |
1) Für die Francotyp-Postalia GmbH, die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, die FP Direkt Vertriebs GmbH, die FP InovoLabs GmbH, die Mentana-Claimsoft GmbH, die freesort GmbH, die IAB Communications GmbH, Hefter Systemform GmbH sowie die Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH wurde beschlossen, die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB i.V.m. § 325 vollumfänglich in Anspruch zu nehmen. Die FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG hat von den Befreiungsvorschriften des § 264b HGB i. V. m. § 325 Gebrauch gemacht. Die genannten Gesellschaften sind zugleich auch von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Lageberichts 2019 gemäß § 264 Abs. 3 HGB i.V.m. § 289 HGB bzw. § 264b HGB befreit. Die entsprechenden Beschlüsse wurden beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch eingereicht, die jeweilige Bekanntmachung wurde veranlasst.
2) Direkt und indirekt zurechenbare Anteile berücksichtigt.
3) Keine Einbeziehung in den Konzernabschluss aufgrund von untergeordneter Bedeutung.
Veränderung des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2020
Am 29. Januar 2020 hat die Francotyp-Postalia GmbH 100% der Anteile an der Kurfürst 1675 GmbH, Berlin, erworben und in FP Service Süd GmbH umfirmiert. Mit Kaufvertrag vom 5. Februar 2020 hat die FP Service Süd GmbH von der in Liquidation befindlichen HEFTER Systemform GmbH, Prien a. Chiemsee, im Rahmen eines asset deals Vermögenswerte des Anlage- und Umlaufvermögens, Kunden- und Lieferantenverträge erworben sowie 28 Mitarbeiter übernommen. Am 14. Februar 2020 erfolgte die Umfirmierung der FP Service Süd GmbH in Hefter Systemform GmbH und die Sitzverlegung der Gesellschaft nach Prien a. Chiemsee. Die Eintragung in das Handelsregister B Traunstein erfolgte am 25. Februar 2020. Die Gesellschaft hat ein Stammkapital von TEUR 25.
Mit diesem Erwerb beabsichtigt FP den Ausbau des klassischen Vertriebsgeschäftes im Bereich Wettbewerbskunden. HEFTER vertreibt seit rund 50 Jahren Postbearbeitungsmaschinen, wie etwa Kuvertier- und Falzmaschinen. Das Unternehmen ist in der Branche für sein hohes Qualitäts- und Serviceniveau bekannt. FP übernimmt den traditionsreichen Markennamen. FP erwartet deutliche Synergieeffekte bei der Erweiterung der Produktpalette, der Optimierung der Servicedienstleistungen sowie dem Ausbau und der Optimierung der Neu- und Wettbewerbsakquise.
Die Gegenleistung für den Erwerb im Rahmen des asset deals betrug TEUR 1.248. Das erworbene Nettovermögen wurde ebenfalls mit TEUR 1.248 bewertet. Es setzt sich zusammen aus Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 10 und Vorratsvermögen in Höhe von TEUR 1.238.
Die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 enthaltenen Umsatzerlöse aus dem übernommenen Geschäft betrugen seit dem Erwerb TEUR 4.838.
Das im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete Gesamtergebnis nach Steuern des übernommenen Geschäfts betrug TEUR 86.
Assoziierte Unternehmen
Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 hat die FP Inovolabs GmbH 15 % der Geschäftsanteile an der Juconn GmbH erworben mit dem Ziel, die Entwicklung digitaler Produkte, insbesondere von FP Secure IoT Gateways, zu stärken und den Kunden die komplette IoT-Wertschöpfungskette anbieten zu können. Mit dem Erwerb der Geschäftsanteile hat FP den Vorsitz des Aufsichtsrates der Juconn GmbH übernommen und verfügt damit über maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft. Im Kaufpreis für den erworbenen Anteil von insgesamt TEUR 2.000 war eine bedingte Verpflichtung in Höhe von TEUR 1.000 enthalten, die im FP-Konzern passiviert wurde. Vor dem Hintergrund einer gegenüber den ursprünglichen Erwartungen bei Anteilserwerb verzögerten Geschäftsentwicklung und Skalierung hat der FP-Konzern im dritten Quartal 2019 innerhalb des Bewertungszeitraumes den zum Erwerbszeitpunkt provisorisch angesetzten Buchwert der bedingten Verpflichtung erfolgsneutral gegen den Beteiligungsbuchwert um TEUR 400 reduziert und so auf TEUR 600 angepasst. Außerdem ergab die Werthaltigkeitsprüfung in Übereinstimmung mit IAS 36 einen Wertminderungsbedarf des impliziten Geschäftsoder Firmenwertes in Höhe von TEUR 903.
Am 26. Februar 2020 einigten sich die Parteien final auf eine verbleibende Zahlung in Höhe von TEUR 410, die im ersten Halbjahr 2020 von FP auch geleistet wurde. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 190 wurde erfolgswirksam im Konzernergebnis erfasst. Ebenfalls mit Vereinbarung vom 26. Februar 2020 erwarb der FP-Konzern von der Juconn GmbH gegen Zahlung von TEUR 70 eine Option auf den Erwerb eines weiteren Anteils an der Gesellschaft in Höhe von 8,5 %. Die Option kann bis zum 30. Juni 2022 unter der Voraussetzung ausgeübt werden, dass die Gesellschaft bis zum 30. Juni 2022 mindestens in einem Geschäftsjahr einen kumulierten Auftragseingang von mindestens TEUR 500 erreicht hat.
Der FP Konzern bilanziert die Anteile an der Juconn GmbH nach der Equity-Methode. Die dem Konzern zugewiesenen Anteile am Jahresergebnis der Juconn GmbH werden mit dem Beteiligungsbuchwert verrechnet. Im Geschäftsjahr 2020 betrug der anteilige Verlust TEUR 84 (im Vorjahr TEUR 91). Zudem wurde gemäß IAS-36 aufgrund der weiterhin verzögerten Geschäftsentwicklung eine Wertminderung in Höhe von TEUR 526 (im Vorjahr TEUR 903) erfasst. Der FP Konzern prüft derzeit, sich von den Anteilen an der Juconn GmbH zu trennen.
Nachstehend sind in zusammengefasster Form die Finanzinformationen für die Juconn GmbH zum Bilanzstichtag dargestellt:
FINANZINFORMATIONEN DER JUCONN GMBH
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 98 | 131 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 247 | 352 |
| Langfristige Schulden | 100 | 100 |
| Kurzfristige Schulden | 70 | 56 |
| Nettovermögen | 175 | 328 |
| Umsatz | 110 | 120 |
| Verlust aus fortzuführenden Geschäftsbetrieben | -563 | -606 |
| Gewinn oder Verlust nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis | -563 | -606 |
(5) Konsolidierungsgrundsätze
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10.
Unternehmenszusammenschlüsse werden nach IFRS 3 unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten, die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben werden, werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Die Anschaffungskosten der Beteiligungen werden sodann gegen das neu bewertete, anteilige Eigenkapital verrechnet. Darüberhinausgehende Beträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.
(6) Währungsumrechnung
Die funktionale Währung der FP Holding ist der Euro (EUR).
Fremdwährungsgeschäfte werden jeweils mit dem Umrechnungskurs zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Zum Bilanzstichtag werden monetäre Posten in fremder Währung unter Verwendung des Stichtagskurses angesetzt. Umrechnungsdifferenzen werden jeweils in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung der betroffenen Konzerngesellschaft erfolgswirksam erfasst und im Finanzergebnis ausgewiesen.
Die zum FP-Konzern gehörenden ausländischen Gesellschaften sind selbständige Teileinheiten und stellen ihre Jahresabschlüsse jeweils in Landeswährung auf. Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung werden Vermögenswerte und Schulden der nicht in Euro bilanzierenden Tochterunternehmen mit dem Stichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs und die Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen, die sich aus unterschiedlichen Umrechnungskursen für Bilanzposten und für Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ergeben, werden ins sonstige Ergebnis gebucht. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst.
Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten, die Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe darstellen, werden auf Konzernebene nach IAS 21.15 i.V.m. IAS 21.32 im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Falle einer späteren Veräußerung der jeweiligen Nettoinvestition bzw. der Tilgung der Darlehen werden die betreffenden Eigenkapitalbeträge über das Periodenergebnis gebucht.
| Stichtagskurs | Durchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|---|
| 1 EURO= | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 2020 | 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| USD | 1,22735 | 1,12275 | 1,1423 | 1,1196 |
| GBP | 0,89925 | 0,84995 | 0,8778 | |
| CAD | 1,56275 | 1,46200 | 1,4856 | |
| SEK | 10,02525 | 10,44450 | 10,5893 |
(7) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses 2020 ging der Vorstand von der Unternehmensfortführung sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften aus.
Umsatzerlöse
Der FP-Konzern erfasst Umsatzerlöse nach IFRS 15 aus Verträgen mit Kunden und nach IFRS 16 als Leasinggeber im Rahmen der Übertragung von Nutzungsrechten. Für die Erfassung von Umsatzerlösen als Leasinggeber siehe die Erläuterungen zu Leasingverhältnissen.
Umsatzerlöse nach IFRS 15
Verträge, die nicht die Übertragung eines Nutzungsrechts enthalten
Der FP-Konzern erwirtschaftet Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden in den drei Segmenten Produktion, Vertrieb Deutschland und Vertrieb International. Umsatzerlöse werden in Übereinstimmung mit IFRS 15 erfasst, wenn der Kunde Kontrolle über die Güter und Leistungen erlangt hat, die der FP-Konzern verpflichtet ist, zu erbringen. Kontrolle wird entweder zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum übertragen.
Der FP-Konzern erbringt in den drei Segmenten Verkaufs- und Serviceleistungen. Die Verkäufe betreffen im Wesentlichen den Verkauf von Frankier- und Kuvertiermaschinen sowie Verbrauchsmaterial. Die Serviceleistungen betreffen Kundendienst und Teleportoleistungen bezüglich verkaufter oder verleaster Frankier- oder Kuvertiermaschinen. Im Segment Vertrieb Deutschland werden zudem Dienstleistungen zur Konsolidierung von Geschäftspost und Software-Dienstleistungen für Unternehmen und Behörden erbracht.
Servicedienstleistungen können jeweils einzeln bestellt werden oder durch Serviceverträge mit fester Laufzeit. Serviceverträge haben grundsätzlich originäre Laufzeiten von 12 Monaten und verlängern sich, wenn der Kunde nicht fristgerecht kündigt. Innerhalb der Serviceverträge können verschiedene Serviceleistungen, wie z.B. Kundendienste, Portoaufladung oder Aktualisierung der Portotabellen, enthalten sein.
Je Verkauf oder einzelner Serviceleistung handelt es sich um eigenständige Leistungsverpflichtungen. Der Umsatz für Verkäufe sowie einzeln bestellte Serviceleistungen wird mit Lieferung bzw. Erbringung der Leistung erfasst. Der Umsatz für Serviceleistungen aus Serviceverträgen mit fester Laufzeit wird gleichmäßig über die Laufzeit der Vereinbarung erfasst. Die gleichmäßige Erfassung über die Laufzeit dieser Verträge spiegelt die gleichmäßige Bereitstellung der Leistungen unmittelbar wider und ist daher eine angemessene Abbildung der Umsatzerfassung über einen Zeitraum.
Je nach Zahlungsvereinbarung leisten Kunden Vorauszahlungen für Servicezeiträume der Folgemonate. Insoweit werden vertragliche Verbindlichkeiten erfasst. Grundsätzlich liegen damit Leistungserbringung und Zahlungseingang maximal wenige Monate auseinander. Daher erfolgt keine Anpassung des Transaktionspreises um den Zeitwert des Geldes.
Soweit der FP-Konzern Vorleistungen erbringt, werden vertragliche Vermögenswerte angesetzt.
Der Höhe nach ergibt sich der Umsatz aus vertraglich festgelegten Fixpreisen abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten. Die Allokation des Transaktionspreises auf verschiedene Leistungsverpflichtungen eines Vertrages erfolgt nach dem Verhältnis der Einzelveräußerungspreise. Bei der Bestimmung der Einzelveräußerungspreise zum Zwecke der Allokation auf Leistungsverpflichtungen greift der FP-Konzern auf beobachtbare Preise sowie auf Schätzungen zurück. Hierbei ist Ermessen notwendig. Bei der Schätzung berücksichtigt FP einerseits Marktdaten und andererseits Kosteninformationen.
Es gelten Zahlungsziele von im Mittel 30 Tagen.
Die Gewährleistung umfasst grundsätzlich die Zusicherung der Fehlerfreiheit über die gesetzliche Laufzeit.
Verträge, die die Übertragung eines Nutzungsrechts enthalten
Leistungsverpflichtungen, die nach IFRS 15 zu bilanzieren sind, treten im FP-Konzern auch in Leasingverträgen auf, die den Kunden Nutzungsrechte an Frankier- oder Kuvertiermaschinen einräumen. Die Bilanzierung der in diesen Verträgen enthaltenen Komponente Nutzungsrecht und der Komponenten, die kein Nutzungsrecht darstellen, erfolgt getrennt. Das Nutzungsrecht wird nach IFRS 16 bilanziert, während die anderen Komponenten in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen. Die Aufteilung der Gegenleistung des Gesamtvertrages auf die enthaltenen Komponenten und
Leistungsverpflichtungen erfolgt auch hier im Verhältnis der Einzelveräußerungspreise.
Sonstige betriebliche Erträge
Die Erfassung von sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt dann, wenn die Leistung erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind, d.h. der Gefahrenübergang auf den Abnehmer stattgefunden hat.
Zuwendungen
Zuwendungen werden im Sinne von IAS 20.7 erfasst, wenn die ihnen zu Grunde liegenden Bedingungen der Gewährung erfüllt sind und angemessene Sicherheit über die Gewährung der Zuwendung besteht. IAS 20 unterscheidet zwischen objektbezogenen Zuwendungen für langfristige Vermögenswerte und erfolgsbezogenen Zuwendungen.
Zuwendungen für langfristige Vermögenswerte werden von dem Buchwert des Vermögenswerts abgesetzt und mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts im Gewinn oder Verlust erfasst. Soweit es sich um Zuwendungen für selbsterstellte Vermögenswerte handelt, mindern die Zuwendungen die aktivierten Eigenleistungen und den Buchwert in gleicher Höhe.
Zuwendungen, die den Konzern für angefallene Aufwendungen kompensieren, werden planmäßig in den Zeiträumen, in denen die Aufwendungen erfasst werden, in den sonstigen Erträgen erfasst und nicht mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.
Zinserträge und Zinsaufwendungen
Zinserträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft dem Konzern zufließt und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Zinsaufwendungen werden unter Berücksichtigung etwaiger Transaktionskosten und Disagien nach der Effektivzinsmethode periodengerecht erfasst.
Geschäfts- oder Firmenwert
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Zudem wird immer dann, wenn es einen Anhaltspunkt gibt, dass die Zahlungsmittel generierende Einheit wertgemindert sein könnte, ein Wertminderungstest durchgeführt. Die Werthaltigkeitstests werden auf Ebene von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen.
Immaterielle Vermögenswerte
Die Werthaltigkeit entgeltlich erworbener immaterieller Vermögenswerte wird nach IAS 36 überprüft. Hierbei wird der Barwert der Cashflows, die allein auf den zu bewertenden Vermögenswert zurückzuführen sind, ermittelt. Der Diskontierungszinssatz für die Cashflows basiert auf dem Konzept der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (sog. weighted average cost of capital -WACC) nach Steuern.
Die Bewertung von im Rahmen von Kaufpreisallokationen aktivierten Kundenbeziehungen erfolgt durch einen ertragsorientierten Ansatz, wobei der Wert der Kundenbeziehungen durch Diskontierung der aus ihnen resultierenden Cashflows dargestellt wird. Von den durch Kundenbeziehungen erwarteten Umsätzen werden die mit der Umsatzerbringung verbundenen Kosten in Abzug gebracht.
Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von aktivierungsfähigen Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.
Entwicklungskosten für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, sofern die Herstellung dieser Produkte technisch soweit realisiert werden kann, dass diese genutzt oder verkauft werden können, der Konzern die Absicht hat, den Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, der FP-Konzern fähig ist, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen bzw. zu verkaufen, die Art des Nutzenzuflusses nachgewiesen werden kann, die technischen und finanziellen Ressourcen zur Fertigstellung zur Verfügung stehen und die während der Entwicklung zurechenbaren Ausgaben verlässlich bewertet werden können. Die Entwicklungskosten umfassen alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten. Erhaltene Zuschüsse zu Entwicklungskosten werden aktivisch abgesetzt. Fremdkapitalkosten, die direkt einem Entwicklungsprojekt, das ein qualifizierter Vermögenswert im Sinne von IAS 23 ist, zugeordnet werden können, werden für den Zeitraum der Herstellung als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Sie werden ausschließlich im Zusammenhang mit aktivierten Entwicklungskosten angesetzt. Der Betrag der aktivierbaren Fremdkapitalkosten wird aus dem gewogenen Durchschnitt der Fremdkapitalkosten für die von Fremdkapitalgebern gewährten Kredite ermittelt.
Aktivierte Entwicklungskosten werden mit Beginn der kommerziellen Fertigung der entsprechenden Produkte linear über die Zeit ihres erwarteten Nutzens abgeschrieben. Für in der Entwicklungsphase befindliche immaterielle Vermögenswerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Für fertig gestellte immaterielle Vermögenswerte wird ein Werthaltigkeitstest bei Vorliegen von triggering events durchgeführt. Nicht mehr werthaltige aktivierte Entwicklungen werden außerplanmäßig abgeschrieben.
Den planmäßigen, linearen Abschreibungen liegen wie auch im Vorjahr im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zu Grunde.
| Immaterielle Vermögenswerte | Nutzungsdauer |
|---|---|
| Gewerbliche Schutzrechte (inklusive Konzessionen, Software, eigenerstellte Immaterielle Vermögenswerte, Kundenlisten) | 2 bis 10 Jahre |
| Selbsterstellte Immaterielle Vermögenswerte | 2 bis 6 Jahre |
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um nutzungsbedingte planmäßige Abschreibungen sowie Wertminderungen, bewertet. Die Anschaffungskosten enthalten den Anschaffungspreis, die Nebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten.
Anschaffungspreisminderungen werden abgesetzt. Finanzierungskosten für den Zeitraum der Herstellung werden einbezogen, soweit qualifizierte Vermögenswerte vorliegen. Kosten für Wartung und Reparatur von Gegenständen des Sachanlagevermögens werden als Aufwand verrechnet. Aufbereitungskosten von Gegenständen des Sachanlagevermögens werden nach den Kriterien des IAS 16.12ff. als nachträgliche Herstellungskosten erfasst, wenn durch diese Kosten der zukünftige Nutzen der Sachanlage erhöht wird (IAS 16.10). Auf Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßige lineare Abschreibungen verrechnet. Wenn Sachanlagen stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.
Den planmäßigen, linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde.
| Sachanlagevermögen | Nutzungsdauer |
|---|---|
| Grundstücke und Bauten | 2 bis 25 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 2 bis 19 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2 bis 23 Jahre |
| Vermietete Erzeugnisse | 7 Jahre |
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag, d.h. der höhere Wert aus Nutzungswert des betroffenen Vermögenswertes und beizulegender Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten, unter den Buchwert gesunken ist. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu der der Vermögenswert gehört. Der Abgleich zwischen erzielbarem Betrag und Buchwert wird dann ebenfalls auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vorgenommen. Sollten die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Dies gilt nicht für den Geschäfts- oder Firmenwert.
Vorräte
Bei der Bewertung der Vorräte wurde von Bewertungsvereinfachungsmethoden in Form von Durchschnittspreisbewertungen Gebrauch gemacht.
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren enthalten den Anschaffungspreis und die Nebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen. Die Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse beinhalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten einschließlich angemessener Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter der Annahme einer Normalauslastung. Finanzierungskosten für den Zeitraum der Herstellung werden nicht einbezogen, weil qualifizierte Vermögenswerte nicht vorliegen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der noch notwendigen Fertigstellungskosten sowie der Veräußerungskosten.
Wertminderungen des Vorratsvermögens werden für Waren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Materialaufwand und für fertige und unfertige Erzeugnisse in den Bestandsveränderungen gezeigt.
Finanzinstrumente
Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Hierzu gehören einerseits originäre Finanzinstrumente wie zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu auch derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen eingesetzt werden.
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden ab dem Zeitpunkt in der Konzernbilanz berücksichtigt, zu welchem der Konzern Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird.
Finanzielle Vermögenswerte
Klassifizierung
Der FP-Konzern stuft seine finanziellen Vermögenswerte in die folgenden
Bewertungskategorien ein:
| ― | Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL) |
| ― | Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTOCI) |
| ― | Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FAAC). |
Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten basiert auf dem Geschäftsmodell, in welchem die finanziellen Vermögenswerte gehalten werden, sowie der Zusammensetzung der vertraglichen Zahlungsströme. Die Festlegung des Geschäftsmodells erfolgt auf Portfolioebene und richtet sich nach der Intention des Managements sowie den Transaktionsmustern der Vergangenheit. Die Prüfung der Zahlungsströme erfolgt auf Basis der einzelnen Instrumente. Bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten werden die Gewinne und Verluste entweder erfolgswirksam oder erfolgsneutral erfasst. Bei Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ist dies abhängig davon, ob sich der Konzern zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes unwiderruflich dafür entschieden hat, die Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
Der Konzern klassifiziert Schuldinstrumente nur dann um, wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung solcher Vermögenswerte ändert. Dies überprüft das Management zu jedem Stichtag.
Ansatz
Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d.h. zu dem Tag, an der sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat.
Bewertung
Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich - im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts - der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden als Aufwand erfasst.
Finanzielle Vermögenswerte mit eingebetteten Derivaten werden in ihrer Gesamtheit betrachtet, wenn ermittelt wird, ob ihre Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen.
Die Folgebewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts. Der Konzern stuft seine Schuldinstrumente in drei Bewertungskategorien ein:
| ― | Zu fortgeführten Anschaffungskosten: Finanzielle Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, und -zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten - unter den sonstigen Finanzerträgen/ sonstigen Finanzaufwendungen ausgewiesen. |
| ― | FVTOCI: Finanzielle Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden, und bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen Finanzerträgen/ sonstigen Finanzaufwendungen ausgewiesen. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in den sonstigen Finanzerträgen/ sonstigen Finanzaufwendungen und Wertminderungsaufwendungen in einem gesonderten Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. |
| ― | FVTPL: Finanzielle Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie FAAC oder FVTOCI nicht erfüllen, werden in die Kategorie FVTPL eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter den sonstigen Finanzerträgen/ sonstigen Finanzaufwendungen in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen. |
In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wurden alle Schuldinstrumente zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanziert.
Der Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente in der Folge erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL). Dividenden aus solchen Instrumenten werden im Finanzergebnis erfasst, wenn der Anspruch des FP-Konzerns auf den Erhalt von Zahlungen begründet wird. Für Eigenkapitalinstrumente gestattet IFRS 9 optional eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (FVTOCI). Der FP Konzern wendet diese Option zur erfolgsneutralen Bewertung derzeit nicht an. In diesen Fällen ist eine spätere Umgliederung der OCI-Effekte mit Ergebniswirkung ausgeschlossen. Wertänderungen von als FVTPL designierten Eigenkapitalinstrumenten sowie übrige Zu- oder Abflüsse werden ergebniswirksam erfasst.
Wertminderung
Der FP-Konzern beurteilt auf zukunftsgerichteter Basis die mit ihren Schuldinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, verbundenen erwarteten Kreditverluste. Die Wertminderungsmethode ist abhängig davon, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt.
Der Ansatz der erwarteten Kreditverluste (expected credit losses) nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen:
Stufe 1: Erwartete Kreditverluste innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Stufe 1 beinhaltet alle Verträge ohne wesentlichen Anstieg des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung und beinhaltet regelmäßig neue Verträge und solche, deren Zahlungen weniger als 31 Tage überfällig sind. Der Anteil an den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzuführen ist, wird erfasst.
Stufe 2: Erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - keine beeinträchtigte Bonität.
Wenn ein finanzieller Vermögenswert nach seiner erstmaligen Erfassung eine signifikante Steigerung des Kreditrisikos erfahren hat, allerdings nicht in seiner Bonität beeinträchtigt ist, wird er der Stufe 2 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste erfasst, welche über mögliche Zahlungsausfälle über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts bemessen werden.
Stufe 3: Erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - bonitätsbeeinträchtigt
Wenn ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oder ausgefallen ist, wird er der Stufe 3 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist, umfassen eine Überfälligkeit ab 91 Tagen sowie weitere Informationen über wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners.
Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos erfahren hat, basiert auf einer mindestens quartalsweise durchgeführten Einschätzung der
Ausfallwahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informationen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigen. Für Schuldinstrumente, die nicht Forderungen aus Finanzdienstleistungen sind, wird eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos maßgeblich anhand von Überfälligkeitsinformationen oder Ausfallwahrscheinlichkeiten festgestellt.
Ein finanzieller Vermögenswert wird in Stufe 2 überführt, wenn das Kreditrisiko im Vergleich zu seinem Kreditrisiko zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist. Das Kreditrisiko wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeit eingeschätzt.
Erwartete Kreditverluste werden unter Zugrundelegung der folgenden Faktoren berechnet:
| ― | Neutraler und wahrscheinlichkeitsgewichteter Betrag; |
| ― | Zeitwert des Geldes; und |
| ― | angemessene und belastbare Informationen (sofern diese ohne unangemessenen Kosten- und Zeitaufwand zur Verfügung stehen) zum Abschlussstichtag über vergangene Ereignisse, gegenwärtige Umstände und Vorhersagen über zukünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. |
Erwartete Kreditverluste werden berechnet als wahrscheinlichkeitsgewichteter Barwert aller Zahlungsausfälle über die erwartete Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts.
Die Schätzung dieser Risikoparameter bezieht sämtliche öffentlich zur Verfügung stehenden relevanten Informationen mit ein. Neben historischen und aktuellen Informationen über Verluste werden ebenfalls angemessene und belastbare zukunftsgerichtete Informationen über Faktoren einbezogen. Diese Informationen umfassen makroökonomische Faktoren (z.B. Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Arbeitslosenquote) und Prognosen über zukünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen ist, dass er ganz oder teilweise realisierbar ist, z.B. nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder nach gerichtlichen Entscheidungen.
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird der vereinfachte Ansatz angewandt, wonach diese Forderungen bereits bei der erstmaligen Erfassung der Stufe 2 zugeordnet werden. Die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste werden ab dem erstmaligen Ansatz der Forderungen erfasst. Zu weiteren Einzelheiten siehe Anhangangabe 23.
Eine Wertberichtigung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Einzelbasis wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeiträge nicht vollständig einbringlich sind (z.B. Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder erhebliche Zahlungsverzögerungen beim Schuldner).
Wertminderungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie liquide Mittel sind für den Konzern von unwesentlicher Bedeutung.
Ausbuchung
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist. Zu den Indikatoren, wonach nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist, zählen unter anderem das Versäumnis eines Schuldners, sich zu einem Rückzahlungsplan gegenüber dem Konzern zu verpflichten und das Versäumnis, für eine Periode von mehr als 120 Tagen Zahlungsverzug vertragliche Zahlungen zu leisten. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden im Betriebsergebnis als Wertminderungsaufwendungen, netto, dargestellt. In Folgeperioden erzielte, früher bereits abgeschriebene Beträge, werden im gleichen Posten erfasst.
Derivate und Sicherungsbeziehungen
Der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges designiert sind, wird in der Rücklage für Cashflow-Hedges als Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Der Gewinn oder Verlust, der den unwirksamen Teil betrifft, wird unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Finanzerträgen/-aufwendungen erfasst.
Ineffektivitäten können im Rahmen der designierten Sicherungsbeziehungen aus zeitlichen Verschiebungen der abgesicherten Grundgeschäfte sowie Auswirkungen des Kreditausfallrisikos auf den beizulegenden Zeitwert der Sicherungsinstrumente entstehen.
Wenn Optionen zur Absicherung erwarteter Transaktionen eingesetzt werden, designiert der FP-Konzern nur den inneren Wert der Optionen als Sicherungsinstrument.
Gewinne oder Verluste aus dem wirksamen Teil der Änderung des inneren Werts der Optionen werden in der Rücklage für Cashflow Hedges als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Änderungen des Zeitwerts von Optionen, die sich auf das gesicherte Grundgeschäft beziehen werden im sonstigen Ergebnis in der Rücklage für die Kosten der Absicherung als Bestandteil des Eigenkapitals erfasst.
Werden Termingeschäfte zur Absicherung erwarteter Transaktionen eingesetzt, designiert der FP-Konzern grundsätzlich nur die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Termingeschäfts aus der Kassakomponente als Sicherungsinstrument. Die Kassakomponente wird anhand der maßgeblichen Kassa-Wechselkurse ermittelt. Die Differenz zwischen dem vertraglich festgelegten Terminkurs und dem Kassa-Wechselkurs wird als Terminkomponente definiert und - sofern wesentlich - abgezinst. Gewinne und Verluste aus dem wirksamen Teil der Änderung der Kassakomponente des Termingeschäfts werden in der Rücklage für Cashflow-Hedges als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Änderung der Terminkomponente des Sicherungsinstruments, die sich auf das gesicherte Grundgeschäft bezieht, wird im sonstigen Ergebnis in der Rücklage für die Kosten der Absicherung als Bestandteil des Eigenkapitals erfasst.
Im Eigenkapital erfasste kumulierte Beträge werden in den Perioden umgegliedert, in denen das gesicherte Grundgeschäft Auswirkungen auf den Gewinn oder Verlust hat.
Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft, verkauft oder beendet wird oder die Sicherungsbeziehung nicht länger die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllt, verbleiben etwaige zu diesem Zeitpunkt kumulierte abgegrenzte Sicherungsgewinne oder -verluste und die abgegrenzten Sicherungskosten im Eigenkapital, bis die erwartete Transaktion eintritt. Wenn der Eintritt der Transaktion nicht mehr erwartet wird, werden die kumulierten Sicherungsgewinne und -verluste und die abgegrenzten Sicherungskosten, die im Eigenkapital ausgewiesen wurden, unmittelbar in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden in die folgenden Kategorien unterteilt:
| ― | zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) und |
| ― | erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLFV). |
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Einbeziehung der direkt verbundenen Transaktionskosten bewertet. Darlehen werden im Konzern stets zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie werden nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert. Für die Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten wird die Effektivzinsmethode zugrunde gelegt.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Unter den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden auch die Verbindlichkeiten aus Derivatgeschäften gezeigt. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Leasingraten ausgewiesen.
Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital entspricht der Anzahl der ausgegebenen Aktien.
In der Kapitalrücklage wird der Betrag von Zuzahlungen in das Eigenkapital ausgewiesen, die Anteilseigner geleistet haben. Kosten, die direkt der Ausgabe neuer Aktien im Rahmen des früheren Börsengangs der FP Holding angefallen waren, werden gemindert um die damit verbundenen Ertragsteuervorteile vom Eigenkapital abgezogen.
Die Stock-Options-Rücklage weist im Personalaufwand erfasste Beträge aus den Aktienoptionsprogrammen 2010 und 2015 aus. Maßgabe hierbei ist der beizulegende Zeitwert der voraussichtlich ausübbaren Aktienoptionen, der periodisch verteilt wird.
Erwirbt der Konzern eigene Anteile, so werden diese direkt vom Eigenkapital abgezogen. Der rechnerische Wert der eigenen Anteile wird offen vom Eigenkapital abgesetzt. Der Differenzbetrag zum Kaufpreis wird mit der Kapitalrücklage verrechnet. Der Kauf, Verkauf sowie die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen berühren nicht das Konzernergebnis.
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") auf der Basis versicherungsmathematischer Grundsätze gebildet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Abschlussstichtag bestehenden Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Diese im Austausch für erbrachte Arbeitsleistungen erdienten Versorgungsleistungen werden mit dem am Periodenende zugrunde liegenden Zinssatz diskontiert. Von diesem Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtungen wird das Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Hieraus ergibt sich die als Rückstellung anzusetzende Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen.
Für die Ermittlung der Nettoschuld werden für jeden Abschlussstichtag versicherungsmathematische Gutachten von qualifizierten Gutachtern zugrunde gelegt.
Der Zinssatz wird auf der Grundlage der Renditen bestimmt, die am jeweiligen Stichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden. Für die Auswahl der zugrunde liegenden Anleihen werden die Währungen und Laufzeiten berücksichtigt, die den Währungen und voraussichtlichen Fristigkeiten der zu erfüllenden Versorgungsverpflichtungen entsprechen.
Pensionspläne, die der FP-Konzern über Versicherungsverträge durchführt, werden als leistungsorientierte Pläne bilanziert, soweit die erdienten Ansprüche nicht durch die Versicherungsbeiträge gedeckt sind.
Beiträge im Rahmen von beitragsorientierten Plänen sind Aufwendungen der Periode, in der die betreffenden Leistungen erbracht werden.
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden gewährt, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird oder wenn ein Mitarbeiter gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Der Konzern erfasst Abfindungsleistungen, wenn er nachweislich verpflichtet ist, das Arbeitsverhältnis von gegenwärtigen Mitarbeitern entsprechend einem detaillierten formalen Plan, der nicht rückgängig gemacht werden kann, zu beenden oder wenn er nachweislich Abfindungen bei freiwilliger Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Mitarbeiter zu leisten hat.
Rückstellungen für Altersteilzeit wurden mit den jeweiligen Barwerten der Erfüllungsrückstände und Aufstockungsbeträge (ratierliche Ansammlung im Erdienungszeitraum) bewertet. Die Rückstellung wurde gemäß IAS 19.102ff. mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögen in der Form einer zur Rückdeckung von Altersteilzeitzusagen eingesetzten Versicherung saldiert.
Der Konzern passiviert eine Rückstellung für Gewinnbeteiligungen und Boni in den Fällen, in denen eine vertragliche Verpflichtung besteht oder sich aufgrund der Geschäftspraxis der Vergangenheit eine faktische Verpflichtung ergibt.
Rückstellungen für Gewährleistungsaufwendungen werden zum Verkaufszeitpunkt der betreffenden Produkte nach der besten Einschätzung des Managements hinsichtlich der Erfüllung der Verpflichtung des Konzerns notwendigen Ausgaben angesetzt.
Bilanzierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasinggeber auftritt
Der FP-Konzern vermietet Frankier- und Kuvertiermaschinen in den Segmenten Vertrieb Deutschland und Vertrieb International. Die Leasingverträge haben grundsätzlich feste Laufzeiten zwischen 2 und 6 Jahren. Soweit die Kunden nicht rechtzeitig kündigen, verlängern sich die Leasingverträge automatisch. Die Leasingverträge können neben der Übertragung des Nutzungsrechts auch Servicekomponenten enthalten.
Die in den Leasingverträgen enthaltenen Nutzungsrechte werden nach IFRS 16 bilanziert. Die Bilanzierung der Servicekomponenten erfolgt nach IFRS 15. Die Aufteilung der Gegenleistung des Gesamtvertrages auf die enthaltenen Komponenten und Leistungsverpflichtungen erfolgt gemäß IFRS 15 im Verhältnis der Einzelveräußerungspreise.
Nach IFRS 16 ist ein Leasingverhältnis als Finance Lease oder Operate Lease zu klassifizieren. Ein Finance Lease liegt vor, wenn die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer übergehen. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangsangabe 8 "Klassifizierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasinggeber auftritt".
Für Leasingverhältnisse, die als Finance Lease klassifiziert werden, wird zu Vertragsbeginn eine Forderung und Umsatz in Höhe des Barwerts der Mindestleasingzahlungen erfasst. Die in der Folge zugehenden Leasingraten werden in einen Tilgungsund einen Zinsanteil aufgeteilt. Der Tilgungsanteil vermindert ergebnisneutral den Forderungsbestand. Der Zinsanteil wird erfolgswirksam vereinnahmt. Es wird der dem jeweiligen Leasing innewohnende Zinssatz verwendet.
Für Operate Lease Verträge werden die dem Vertrag zu Grunde liegenden Maschinen als vermietete Erzeugnisse unter den langfristigen Vermögenswerten im Sachanlagevermögen und die Leasingraten als Umsatz ausgewiesen.
Je nach Zahlungsvereinbarung leisten Kunden Vorauszahlungen für Leasingzeiträume der Folgemonate. Soweit sie nicht Umsatz des Geschäftsjahres darstellen, werden sie als vertragliche Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Bilanzierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasingnehmer auftritt
Gemäß IFRS 16 erfasst der FP-Konzern die Leasingverhältnisse, in denen er Leasingnehmer ist, in der Bilanz. Danach wird auf der Aktivseite ein Nutzungsrecht und auf der Passivseite eine Leasingverbindlichkeit (unter Finanzverbindlichkeiten) angesetzt. Die Zugangsbewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu Anschaffungskosten, die dem Barwert der Leasingverbindlichkeit zuzüglich eventueller anfänglicher direkter Kosten, Zahlungen vor Laufzeitbeginn und geschätzter Rückbauverpflichtungen sowie abzüglich eventueller Anreizzahlungen des Leasinggebers an den Konzern entsprechen.
In der Folge wird das Nutzungsrecht um planmäßige (und ggf. außerplanmäßige) Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Sofern das Eigentum am dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Vermögenswert am Ende der Leasinglaufzeit auf den FP-Konzern übergeht, wird das Nutzungsrecht linear über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben. Im Falle von Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit erfolgt auch eine entsprechende Anpassung des Nutzungsrechts.
Die Leasingverbindlichkeit wird bei Zugang mit dem Barwert der Leasingzahlungen passiviert. In der Folgebilanzierung wird sie unter Anwendung des jeweiligen Grenzfremdkapitalzinssatzes des Konzerns aufgezinst sowie um die Zahlung der Leasingrate vermindert.
Leasingverträge mit einer Laufzeit bis zu zwölf Monaten sowie Verträge mit einem wertmäßig geringen Volumen werden nicht in der Bilanz angesetzt, sondern die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. Das Gleiche gilt für Leasingverträge von immateriellen Vermögenswerten.
(8) Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bei verschiedenen Posten, dass für Ansatz, Bewertung und Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden sowie Erträgen und Aufwendungen Ermessensentscheidungen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst. Die wesentlichen Ermessensspielräume und Schätzungen resultieren aus den folgenden Sachverhalten.
Umsatzerlösen die Eliminierung von Finance Lease-Klassifizieru
Hinsichtlich der Anwendung von Ermessen im Rahmen der Allokation der Transaktionspreise wird auf die Erläuterungen zu den Umsatzerlösen in Anhangsangabe 7 verwiesen.
Klassifizierung von Leasingverhältnissen, bei denen Francotyp-Postalia als Leasinggeber auftritt Eine Klassifizierung als Finance Lease liegt im FP-Konzern u.a. dann vor, wenn die Laufzeit des Leasingverhältnisses dem überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes umfasst (Nutzungsdauertest) oder der Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im Wesentlichen mindestens dem beizulegenden Zeitwert des Leasingvermögenswertes entspricht (Barwertkriterium). Der FP-Konzern hat den "überwiegenden Teil" mit 75 % und "im Wesentlichen" mit 90% ausgelegt. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit berücksichtigt der FP-Konzern die Wahrscheinlichkeit von automatischen Verlängerungen der Verträge.
Zuwendungen
Ermessensspielräume mit möglicherweise erheblicher Auswirkung auf den Konzernabschluss bestehen bei der bilanziellen Behandlung von Zuwendungen im Hinblick auf die eingeschätzten Wahrscheinlichkeiten zukünftiger Nutzenzuflüsse bzw. Nutzenabflüsse im Zusammenhang mit der Einhaltung der Förderbedingungen.
Aktive latente Steuern
Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass diese Verlustvorträge zukünftig durch positives zu versteuerndes Einkommen tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftigen zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.
Steuerforderungen und -Verbindlichkeiten
Die Beurteilung und Bewertung von Steuerforderungen und -verbindlichkeiten ist aufgrund der Komplexität von Rechtsvorschriften und einer unterschiedlichen Praxis der zuständigen Finanzverwaltungen, insbesondere im Kontext grenzüberschreitender Transaktionen, im erheblichen Maße mit Ermessenseinschätzungen des Managements verbunden.
Wesentliche Annahmen im Rahmen der Schätzungen und Quellen für Schätzunsicherheiten sind
Wertberichtigungen
Der Konzern bemisst die erwarteten Kreditverluste für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen anhand der über die Laufzeit insgesamt erwarteten Kreditverluste.
Entwicklungskosten
Schätzungen sind erforderlich, wenn ein Entwicklungsprojekt bestimmte Meilensteine in einem bestehenden Projekt erreicht. Für Zwecke der Beurteilung der Werthaltigkeit der zu aktivierenden Beträge trifft das Management Annahmen über die Höhe der aus Vermögenswerten zu erwartenden Cashflows, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses von zu erwartenden zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren.
Neubewertung immaterieller Vermögenswerte bei der Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen
Schätzungen sind erforderlich bei der Bestimmung beizulegender Zeitwerte im Rahmen der Neubewertung immaterieller Vermögenswerte bei der Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3. Im Rahmen von Kaufpreisallokationen sind immaterielle Vermögenswerte bei den erworbenen Unternehmen zu identifizieren und zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen; von einem etwaigen (negativen) Geschäfts- oder Firmenwert werden sie separiert.
Geschäfts- oder Firmenwert
Zur Feststellung eines eventuellen Wertminderungsbedarfs des Geschäfts- oder Firmenwerts ist es erforderlich, den Nutzungswert des Vermögenswertes bzw. den beizulegenden Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu ermitteln. Die Ermittlung bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung.
Der erzielbare Betrag aller zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit einem Geschäfts- und Firmenwert wird auf Basis des zugehörigen Nutzungswertes abgeleitet. Sofern dieser bereits über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegt, wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten verzichtet.
Der Nutzungswert wird auf Basis diskontierter Cashflows ermittelt. Grundlage sind Cashflow-Prognosen, die auf den Finanzplänen des Managements beruhen. Die hierbei berücksichtigten Werte für diese Annahmen beruhen auf externen Untersuchungen zum Postmarkt (u.a. erwartete Portoerhöhungen durch die Deutsche Post AG) und auf Erfahrungswerten des Managements. Die Finanzplanungen bestehen grundsätzlich aus Erfolgsplanung, Bilanz und Kapitalflussrechnung und werden für die ersten drei Jahre detailliert auf Basis der Absatzplanung abgeleitet und unter pauschalierten Annahmen für die beiden folgenden Planjahre weiterentwickelt. Nach dem fünften Planjahr wird jeweils von einer ewigen Rente ausgegangen.
Die Diskontierungssätze wurden gemäß den Vorgaben des IAS 36 unter Berücksichtigung einer Wachstumsrate für die Cashflows nach Ende des fünfjährigen Planungszeitraums abgeleitet. Die Diskontierungssätze basieren auf dem Konzept der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC).
Die Ableitung des erzielbaren Betrags basiert zunächst auf einer Diskontierung der Cashflows mit den Kapitalkosten nach Steuern. Im Anschluss werden die Kapitalkosten vor Steuern iterativ ermittelt.
Bei den Grundannahmen, die der Berechnung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu Grunde liegen, bestehen Schätzungsunsicherheiten mit Auswirkungen auf das EBIT und damit der zu diskontierenden Cashflows bzw. des Diskontierungssatzes.
Sendungsvolumen: Die künftige Entwicklung der Cashflows ist abhängig von der Anzahl der Kundenbeziehungen beziehungsweise der Anzahl der bearbeiteten Sendungen. Die angesetzten Werte beruhen auf der Evaluierung von Marktpotenzialen sowie aktuellen Kundenkontakten.
Bruttogewinnmargen: Die angesetzten Bruttogewinnmargen basieren auf den aktuell realisierbaren Werten und den Erfahrungen des Managements.
Diskontierungssatz: Annahmen zu den einzelnen Bestandteilen des WACC sowie der nachhaltigen Wachstumsrate.
Pensionen und Leistungen nach Beendigung von Arbeitsverhältnissen
Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen zu Zinssätzen, künftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und den künftigen Rentensteigerungen.
Rückstellungen
Die Bestimmung von Rückstellungen für drohende Verluste aus Aufträgen, Gewährleistungen, für Rechtsstreitigkeiten und Restrukturierungen ist in erheblichem Maß mit Einschätzungen des Managements verbunden.
Aufwendungen für Gewährleistungen fallen im Zusammenhang mit Nachbesserungen an.
Rechtsstreitigkeiten liegen häufig komplexe rechtliche Fragestellungen zugrunde, weshalb sie mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Die Schätzung voraussichtlicher Aufwendungen beinhaltet auch die zu erwartenden Prozesskosten. Der FP Konzern beurteilt den jeweiligen Stand des Verfahrens regelmäßig auch unter Einbeziehung unternehmensexterner Anwälte.
Für Restrukturierungsmaßnahmen werden die erwarteten direkten Aufwendungen zurückgestellt.
Den erwarteten internen und externen Kosten im Zusammenhang mit den noch offenen Betriebsprüfungszyklen der FP-Gruppengesellschaften bzw. Rechtsbehelfsverfahren im Nachgang zu Betriebsprüfungen im In- und Ausland wird durch Passivierung entsprechender Rückstellungen, welche die Komplexität der Sachverhalte u.a. im grenzüberschreitenden Kontext berücksichtigen, Rechnung getragen.
Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte
Eine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:
| ― | Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden. |
| ― | Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen. |
| ― | Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. |
Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.
Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.
Weitere Informationen zu den Annahmen bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte sind in der Anhangsangabe 31 enthalten.
II. Segmentberichterstattung
Francotyp-Postalia ist, basierend auf der Unterteilung für Zwecke der internen Steuerung, in die vier Segmente Produktion, Vertrieb Deutschland, Vertrieb International sowie zentrale Funktionen aufgeteilt. Die Segmente berichten nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften.
Das Segment Produktion beinhaltet im Wesentlichen das traditionelle Produktgeschäft, welches aus der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von insbesondere Frankiermaschinen, aber auch Kuvertiermaschinen und dem After-Sales-Geschäft an ausländische Handelspartner besteht. Weiterhin sind in diesem Segment das Geschäft mit hochsicheren Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) sowie zentrale Unternehmensbereiche wie Einkauf, Konzernsteuerung und Teile des Rechnungswesens sowie die Aussteuerung des internationalen Händlernetzes angesiedelt. Im Berichtsjahr gab es nur eine Produktionsstätte in Wittenberge.
Im Vertrieb Deutschland werden die inländischen Vertriebskräfte gebündelt und gezielt eingesetzt. In diesem Segment sollen Synergien gehoben und die Kundenpotenziale der einzelnen Gesellschaften bestmöglich zugänglich gemacht und bearbeitet werden.
Dem Segment Vertrieb International ist der weltweite Vertrieb der Frankier- und Kuvertiermaschinen über die eigenen Tochtergesellschaften in den wichtigsten Märkten zugeordnet.
Unter das Segment zentrale Funktionen fallen die Francotyp-Postalia Holding AG sowie die FP Shared Service Europe GmbH. Umsatzerlöse wurden im Berichtsjahr aus Dienstleistungen für andere Konzerngesellschaften generiert.
In der Spalte "Überleitung Konzern" werden Inter- und Intrasegment-Beziehungen eliminiert sowie Anpassungen lokaler Bilanzierung an IFRS ausgewiesen.
SEGMENTINFORMATIONEN 2020
| in TEUR | Produktion | Vertrieb Deutschland | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Überleitung Konzern | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 96.235 | 110.659 | 84.577 | 6.123 | -101.741 | 195.853 |
| - mit externen Dritten | 3.870 | 108.565 | 84.426 | 41 | -1.050 | 195.853 |
| - Intersegmentumsätze | 92.365 | 2.094 | 151 | 6.082 | -100.692 | 0 |
| EBITDA | 5.350 | 2.626 | 15.834 | -13.399 | -2.460 | 7.951 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 5.831 | 1.996 | 9.741 | 254 | 4.118 | 21.940 |
| Zinsergebnis | -2.116 | -442 | 1.300 | 1.311 | 822 | 875 |
| - davon Zinsaufwand | 2.464 | 456 | 368 | 1.245 | -2.957 | 1.575 |
| - davon Zinsertrag | 348 | 14 | 1.668 | 2.556 | -2.136 | 2.450 |
| Sonstiges Finanzergebnis | 5.748 | 1.915 | -5 | 5.889 | -14.523 | -976 |
| Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | -421 | 0 | 0 | 0 | -190 | -611 |
| Konzernergebnis vor Steuern und Ergebnisabführung | 2.730 | 2.103 | 7.388 | -6.453 | -20.469 | -14.701 |
| Ertragsteuern | -331 | -1.684 | 1.651 | 2.007 | -2.089 | -446 |
| Ergebnisabführung | -2.397 | -2.052 | 0 | 0 | 4.448 | 0 |
| Nettoergebnis | 2 | -1.633 | 9.038 | -4.446 | -18.108 | -15.147 |
| Segmentvermögen (31.12.) | 137.546 | 65.753 | 128.358 | 120.141 | -277.798 | 174.000 |
| Investitionen | 3.150 | 1.592 | 10.749 | 77 | -6.198 | 9.370 |
| Segmentschulden (31.12.) | 122.832 | 42.995 | 79.635 | 56.826 | -141.958 | 160.330 |
SEGMENTINFORMATIONEN 2019
| in TEUR | Produktion | Vertrieb Deutschland | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Überleitung Konzern | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 106.929 | 111.915 | 91.494 | 3.574 | -104.824 | 209.088 |
| - mit externen Dritten | 4.525 | 109.838 | 91.346 | 24 | 3.355 | 209.088 |
| - Intersegmentumsätze | 102.403 | 2.077 | 148 | 3.550 | -108.179 | 0 |
| EBITDA | 26.649 | 3.877 | 13.310 | -10.768 | 243 | 33.311 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 3.929 | 5.784 | 8.308 | 379 | 9.016 | 27.416 |
| Zinsergebnis | -1.464 | -313 | 1.642 | 328 | 204 | 397 |
| - davon Zinsaufwand | 1.715 | 319 | 303 | 1.225 | -1.760 | 1.801 |
| - davon Zinsertrag | 251 | 6 | 1.945 | 1.553 | -1.556 | 2.199 |
| Sonstiges Finanzergebnis | 12.771 | 2.482 | -11 | 23.585 | -38.182 | 645 |
| Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | -994 | -994 | ||||
| Konzernergebnis vor Steuern und Ergebnisabführung | 33.033 | 262 | 6.633 | 12.766 | -46.751 | 5.943 |
| Ertragsteuern | -36 | 35 | -1.722 | -3.632 | 1.116 | -4.239 |
| Ergebnisabführung | -23.419 | -36 | 0 | 0 | 23.455 | 0 |
| Nettoergebnis | 9.578 | 261 | 4.911 | 9.134 | -22.180 | 1.703 |
| Segmentvermögen (31.12.) | 142.912 | 64.203 | 129.640 | 127.910 | -278.397 | 186.268 |
| Investitionen | 12.821 | 2.743 | 11.466 | 378 | -6.244 | 21.164 |
| Segmentschulden (31.12.) | 122.762 | 39.837 | 82.317 | 60.499 | -151.137 | 154.278 |
| in TEUR | Produktion | Vertrieb Deutschland | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Überleitung Konzern | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | ||||||
| Inanspruchnahme der Rückstellung für Restrukturierung | 0 | 0 | 0 | -1.918 | 0 | -1.918 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 599 | 330 | 25 | 206 | -1.160 | 0 |
| 2019 | ||||||
| Inanspruchnahme der Rückstellung für Restrukturierung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 1.233 | 416 | 39 | 667 | -2.355 | 0 |
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse der Segmente Produktion, Vertrieb Deutschland und Vertrieb International | 291.471 | 310.338 |
| Umsatzerlöse des Segments Zentrale Funktionen | 6.123 | 3.574 |
| Effekte aus der Anpassung Finanzierungsleasing | -779 | 2.911 |
| Effekte aus Anpassung IFRS 15 | 0 | 45 |
| Effekte aus übrigen Umsatzkorrekturen | 11 | 399 |
| 296.826 | 317.267 | |
| Abzüglich Intersegmentumsätze | 100.973 | 108.179 |
| Umsatzerlöse des Konzerns | 195.853 | 209.088 |
UMSATZ NACH REGIONEN
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Deutschland | 109.012 | 110.893 |
| USA und Kanada | 53.820 | 59.131 |
| Europa (ohne Deutschland) | 33.020 | 39.064 |
| Umsatzerlöse des Konzerns# | 195.853 | 209.088 |
VERMÖGEN NACH REGIONEN 2020
| in TEUR | 31.12.2020 | kurzfristig | langfristig |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 196.723 | 81.338 | 115.386 |
| USA und Kanada | 61.537 | 30.933 | 30.603 |
| Europa (ohne Deutschland) | 193.537 | 70.545 | 122.992 |
| 451.798 | 182.816 | 268.981 | |
| Effekte aus Umbewertung nach IFRS | 27.609 | ||
| Effekte aus Abschreibung von Kundenlisten | -220 | ||
| Effekte aus Umbewertung IFRS 16 | 12.174 | ||
| Effekte aus Konsolidierung (u.a. Schuldenkonsolidierung) | -317.361 | ||
| Vermögenswerte des Konzerns | 174.000 |
VERMÖGEN NACH REGIONEN 2019
| in TEUR | 31.12.2019 | kurzfristig | langfristig |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 205.835 | 84.267 | 121.568 |
| USA und Kanada | 60.257 | 29.992 | 30.266 |
| Europa (ohne Deutschland) | 198.572 | 65.701 | 132.871 |
| 464.664 | 179.960 | 284.705 | |
| Effekte aus Umbewertung nach IFRS | |||
| Effekte aus Abschreibung von Kundenlisten | -218 | ||
| Effekte aus Abschreibung selbst erstellter Software | 13.419 | ||
| Effekte aus Konsolidierung (u.a. Schuldenkonsolidierung) | -322.439 | ||
| Vermögenswerte des Konzerns | 186.268 |
SCHULDEN NACH REGIONEN 2020
| in TEUR | 31.12.2020 | kurzfristig | langfristig |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 110.378 | 60.501 | 49.877 |
| USA und Kanada | 23.637 | 18.164 | 5.473 |
| Europa (ohne Deutschland) | 168.273 | 146.146 | 22.127 |
| 302.288 | 224.811 | 77.477 | |
| Effekte aus der Anpassung von Pensionsrückstellungen | 14.362 | ||
| Effekte aus der Anpassung sonstiger Rückstellungen | 13 | ||
| Effekte aus Umbewertung IFRS 16 | 12.210 | ||
| Übrige Überleitungen auf IFRS | 7.114 | ||
| Effekte aus Konsolidierung (u.a. Schuldenkonsolidierung) | -175.656 | ||
| Schulden des Konzerns | 160.330 |
SCHULDEN NACH REGIONEN 2019
| in TEUR | 31.12.2019 | kurzfristig | langfristig |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 113.788 | 57.409 | 56.378 |
| USA und Kanada | 24.562 | 19.896 | 4.666 |
| Europa (ohne Deutschland) | 167.066 | 146.773 | 20.293 |
| 305.416 | 224.078 | 81.337 | |
| Effekte aus der Anpassung von Pensionsrückstellungen | 13.878 | ||
| Effekte aus der Anpassung sonstiger Rückstellungen | -1.044 | ||
| Effekte aus Umbewertung IFRS 16 | 13.468 | ||
| Übrige Überleitungen auf IFRS | 8.518 | ||
| Effekte aus Konsolidierung (u.a. Schuldenkonsolidierung) | -185.958 | ||
| Schulden des Konzerns | 154.278 |
Der FP-Konzern realisiert Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einer sehr breiten Kundenbasis. Dabei liegt im Berichtsjahr der Umsatzanteil von jedem externen Kunden oder jeder Gruppe von Unternehmen, die als einziger externer Kunde anzusehen ist, unterhalb von 10% der Umsatzerlöse vom FP-Konzern.
III. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
(9) Umsatzerlöse
Die folgenden Tabellen zeigen die Umsatzerlöse disaggregiert nach Leistungsarten. Es werden sowohl die Umsatzerlöse im Anwendungsbereich von IFRS 15 als auch IFRS 16 dargestellt. Zudem enthalten die Tabellen die Überleitung zu den Umsätzen der Segmentberichterstattung.
| 2020 | IFRS Umsatz | Überleitung zum Segment-Umsatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Produktion | Vertrieb Deutschland | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Gesamt | Produktion |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erlöse aus Produktverkäufen (Frankieren & Kuvertieren) | 1.764 | 11.236 | 17.365 | 41 | 30.406 | 0 |
| Service/Kundendienst | 83 | 8.885 | 12.800 | 0 | 21.768 | 0 |
| Verbrauchsmaterial | 1.516 | 7.198 | 15.174 | 0 | 23.888 | 0 |
| Teleporto | 0 | 5.790 | 2.211 | 0 | 8.001 | 0 |
| Mail Services | 0 | 57.963 | 0 | 0 | 57.963 | 0 |
| Software/Digital | 518 | 15.775 | 144 | 0 | 16.437 | 0 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 15 | 3.882 | 106.846 | 47.693 | 41 | 158.462 | 0 |
| Finance Lease | 0 | 1.240 | 8.430 | 0 | 9.670 | 0 |
| Operate Lease | 0 | 229 | 27.773 | 0 | 28.002 | 0 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 16 | 0 | 1.468 | 36.204 | 0 | 37.672 | 0 |
| Umsatzminderung durch Währungseffekte aus Hedge Accounting | 0 | 0 | -282 | 0 | -282 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 3.882 | 108.315 | 83.615 | 41 | 195.853 | 0 |
| 2020 | Überleitung zum Segment-Umsatz | Segment-Umsatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Vertrieb Deutschland | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Gesamt | Produktion | Vertrieb Deutschland |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erlöse aus Produktverkäufen (Frankieren & Kuvertieren) | 178 | -33 | 0 | 145 | 1.764 | 11.414 |
| Service/Kundendienst | 86 | -3.587 | 0 | -3.501 | 83 | 8.971 |
| Verbrauchsmaterial | -231 | -136 | 0 | -367 | 1.516 | 6.967 |
| Teleporto | 22 | -384 | 0 | -362 | 0 | 5.812 |
| Mail Services | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 57.963 |
| Software/Digital | -1 | -1 | 0 | -2 | 518 | 15.774 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 15 | 54 | -4.140 | 0 | -4.086 | 3.882 | 106.901 |
| Finance Lease | 9 | -2.089 | 0 | -2.079 | 0 | 1.249 |
| Operate Lease | 186 | 6.758 | 0 | 6.944 | 0 | 415 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 16 | 196 | 4.669 | 0 | 4.865 | 0 | 1.664 |
| Umsatzminderung durch Währungseffekte aus Hedge Accounting | 0 | 282 | 0 | 282 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 250 | 811 | 0 | 1.061 | 3.882 | 108.565 |
| 2020 | Segment-Umsatz | |||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Produktion | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erlöse aus Produktverkäufen (Frankieren & Kuvertieren) | 0 | 17.332 | 41 | 30.551 |
| Service/Kundendienst | 0 | 9.213 | 0 | 18.267 |
| Verbrauchsmaterial | 0 | 15.038 | 0 | 23.522 |
| Teleporto | 0 | 1.827 | 0 | 7.639 |
| Mail Services | 0 | 0 | 0 | 57.963 |
| Software/Digital | 0 | 143 | 0 | 16.435 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 15 | 0 | 43.553 | 41 | 154.377 |
| Finance Lease | 0 | 6.341 | 0 | 7.591 |
| Operate Lease | 0 | 34.531 | 0 | 34.946 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 16 | 0 | 40.873 | 0 | 42.537 |
| Umsatzminderung durch Währungseffekte aus Hedge Accounting | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 0 | 84.426 | 41 | 196.914 |
In der Überleitung zum Umsatz nach Segmentberichterstattung ergibt sich eine Erhöhung um TEUR 1.061 (im Vorjahr Reduktion TEUR 3.355). Der Effekt betrifft im Wesentlichen die Eliminierung von Finance Lease-Klassifizierungen unter IFRS in Höhe von TEUR 779 (im Vorjahr TEUR -3.704) sowie den Ausweis von Aufwand aus Hedge Accounting in Höhe von TEUR 282 (Im Vorjahr TEUR 348).
Aufgrund der Allokation der Transaktionspreise nach IFRS 15 bzw. der Gegenleistungen nach IFRS 16 in Verbindung mit IFRS 15 ergeben sich unter IFRS zwischen den einzelnen Leistungsarten Verschiebungen, die in der Überleitung zum Segment-Umsatz eliminiert werden.
| 2019 | IFRS Umsatz | Überleitung zum Segment-Umsatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Produktion | Vertrieb Deutschland | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Gesamt | Produktion |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erlöse aus Produktverkäufen (Frankieren & Kuvertieren) | 2.710 | 9.330 | 20.103 | 23 | 32.167 | -748 |
| Service/Kundendienst | 117 | 11.691 | 14.582 | 0 | 26.390 | 0 |
| Verbrauchsmaterial | 1.387 | 7.115 | 15.752 | 0 | 24.255 | 0 |
| Teleporto | 0 | 6.221 | 2.157 | 0 | 8.378 | 0 |
| Mail Services | 0 | 57.442 | 0 | 0 | 57.442 | 0 |
| Software/Digital | 1.059 | 15.865 | 149 | 0 | 17.073 | 0 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 15 | 5.273 | 107.665 | 52.743 | 23 | 165.704 | -748 |
| Finance Lease | 0 | 1.898 | 12.777 | 0 | 14.675 | 0 |
| Operate Lease | 0 | 27 | 29.030 | 0 | 29.057 | 0 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 16 | 0 | 1.925 | 41.807 | 0 | 43.732 | 0 |
| Umsatzminderung durch Währungseffekte aus Hedge Accounting | 0 | 0 | -348 | 0 | -348 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 5.273 | 109.590 | 94.201 | 23 | 209.088 | -748 |
| 2019 | Überleitung zum Segment-Umsatz | Segment-Umsatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Vertrieb Deutschland | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Gesamt | Produktion | Vertrieb Deutschland |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erlöse aus Produktverkäufen (Frankieren & Kuvertieren) | 273 | -102 | 0 | -577 | 1.963 | 9.603 |
| Service/Kundendienst | -5 | -4.406 | 0 | -4.411 | 117 | 11.687 |
| Verbrauchsmaterial | -305 | 0 | 0 | -305 | 1.387 | 6.810 |
| Teleporto | 12 | -266 | 0 | -254 | 0 | 6.233 |
| Mail Services | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 57.442 |
| Software/Digital | -20 | 0 | 0 | -20 | 1.059 | 15.845 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 15 | -45 | -4.775 | 0 | -5.567 | 4.525 | 107.620 |
| Finance Lease | -186 | -5.204 | 0 | -5.390 | 0 | 1.712 |
| Operate Lease | 478 | 6.775 | 0 | 7.253 | 0 | 505 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 16 | 292 | 1.571 | 0 | 1.863 | 0 | 2.217 |
| Umsatzminderung durch Währungseffekte aus Hedge Accounting | 0 | 348 | 0 | 348 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 247 | -2.855 | 0 | -3.355 | 4.525 | 109.838 |
| 2019 | Segment-Umsatz | ||
|---|---|---|---|
| in TEUR | Vertrieb International | Zentrale Funktionen | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- |
| Erlöse aus Produktverkäufen (Frankieren & Kuvertieren) | 20.001 | 23 | 31.590 |
| Service/Kundendienst | 10.176 | 0 | 21.979 |
| Verbrauchsmaterial | 15.752 | 0 | 23.950 |
| Teleporto | 1.890 | 0 | 8.124 |
| Mail Services | 0 | 0 | 57.442 |
| Software/Digital | 149 | 0 | 17.053 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 15 | 47.968 | 23 | 160.137 |
| Finance Lease | 7.573 | 0 | 9.285 |
| Operate Lease | 35.804 | 0 | 36.310 |
| Umsatzerlöse nach IFRS 16 | 43.378 | 0 | 45.595 |
| Umsatzminderung durch Währungseffekte aus Hedge Accounting | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 91.346 | 23 | 205.732 |
Die folgende Tabelle zeigt die Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten. Diese werden in der Bilanz unter den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten bzw. den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| V ertragsvermögenswerte | 259 | 60 |
| davon langfristig | 117 | 27 |
| davon kurzfristig | 142 | 33 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 13.486 | 12.424 |
| davon langfristig | 471 | 27 |
| davon kurzfristig | 13.015 | 12.397 |
Die Vertragsverbindlichkeiten resultieren aus abrechnungsbedingten Vorauszahlungen auf künftige Serviceleistungen bzw. Nutzungsüberlassungen in Folgemonaten.
Da die originären Laufzeiten der Serviceverträge im FP-Konzern grundsätzlich nicht mehr als ein Jahr betragen, macht FP von der Erleichterungsvorschrift nach IFRS 15.121(a) Gebrauch. Der Transaktionspreis, der auf Leistungsverpflichtungen eines Vertrags entfällt, die zum Stichtag noch nicht erfüllt sind, wird daher nicht angegeben.
(10) Aktivierte Eigenleistungen
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aktivierte Entwicklungskosten | 3.598 | 13.935 |
| Mietmaschinen | 3.974 | 4.397 |
| Sonstiges | 224 | 265 |
| Gesamt | 7.795 | 18.596 |
Die aktivierten Entwicklungskosten beinhalten im Wesentlichen die Entwicklung neuer IoT-Produkte (TEUR 1.106, im Vorjahr TEUR 1.393), Investitionen in die PostBase Vision mit discoverFP (TEUR 995, im Vorjahr TEUR 3.705) sowie die neue ERP-/CRM-Landschaft des Konzerns (TEUR 228 im Vorjahr TEUR 5.678).
Aktivierte Eigenleistungen auf Mietmaschinen betreffen selbsterstellte, vermietete Erzeugnisse. Im Fall der Anlagen aus Finanzierungsleasing sind diese refinanziert.
Der Posten Sonstiges enthält in Höhe von TEUR 203 (im Vorjahr TEUR 189) Frankiermaschinen, die in einer Konzerngesellschaft betrieblich genutzt werden.
(11) Sonstige betriebliche Erträge
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwandszuschüsse und Zulagen | 2.600 | 1.430 |
| Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 841 | 568 |
| Nutzungsentgelte | 231 | |
| Periodenfremde Erträge | 259 | 238 |
| Bonusgutschriften | 76 | 115 |
| Buchgewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen | 71 | 80 |
| Schadenersatzzahlungen | 13 | 10 |
| Provisionseinnahmen | 9 | 10 |
| Übrige Erträge | 280 | 169 |
| Gesamt | 4.466 | 2.851 |
Die Aufwandszuschüsse und Zulagen enthalten im Berichtsjahr überwiegend staatliche Corona-Hilfen in Deutschland, übriges Europa, USA und Kanada (im Vorjahr überwiegend Aufwandszuschüsse für das EU-Projekt "StudIES+"). Die Ausbuchung von Verbindlichkeiten betriff im Wesentlichen verjährte Teleportoverpflichtungen in Höhe von TEUR 631 (im Vorjahr TEUR 451) sowie das Ausbuchen von Earnout-Verbindlichkeiten (Juconn GmbH in Höhe von TEUR 190; im Vorjahr TIXI.Com GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 100). Die periodenfremden Erträge resultieren überwiegend aus Rechnungsgutschriften.
(12) Materialaufwand
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und | 32.975 | 35.250 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 60.935 | 66.384 |
| davon Portogebühren | 52.621 | 52.664 |
| Gesamt | 93.910 | 101.634 |
(13) Personalaufwand
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 58.627 | 51.118 |
| Soziale Abgaben | 8.471 | 8.205 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 701 | 863 |
| davon beitragsorientierte Versorgungspläne | 570 | 686 |
| davon leistungsorientierte Versorgungspläne | 126 | 155 |
| Gesamt | 67.800 | 60.186 |
Der Anstieg des Personalaufwandes im Berichtsjahr um TEUR 7.614 ist im Wesentlichen auf Rückstellungen für Abfindungszahlungen sowie Restrukturierungsmaßnahmen (rd. 9 Mio. EUR) sowie erhöhte Einstellungen in der Firmenzentrale im Berichtsjahr zurückzuführen. Entlastend wirkten u.a. die durch das JUMP-Projekt erzielten Einsparungen (rd. 5,5 Mio. EUR).
(14) Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Aufwand aus der Bildung von Wertberichtigungen | 1.116 | 1.396 |
| Ausbuchung von Forderungen | 422 | 657 |
| Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen | -309 | -97 |
| Erträge aus der Wertaufholung von Forderungen | -24 | -89 |
| Zahlungseingänge auf ausgebuchte Forderungen | -24 | -3 |
| Gesamt | 1.181 | 1.864 |
Der Aufwand aus der Bildung von Wertberichtigungen im Berichtsjahr beruht im Wesentlichen auf der Bewertung von Einzelausfallrisiken.
(15) Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Rechts- und Beratungskosten | 6.772 | 5.289 |
| Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagevermögen | 4.152 | 254 |
| Marketing | 3.605 | 3.982 |
| Vertriebsprovisionen | 3.501 | 3.213 |
| EDV-Fremdleistungen | 3.029 | 2.521 |
| Reparatur und Instandhaltung | 2.990 | 2.916 |
| Verpackung und Fracht | 2.757 | 2.746 |
| Mieten/Pachten | 1.484 | 1.415 |
| Nachrichtenübermittlung und Porto | 1.409 | 1.487 |
| Personalbezogene Kosten | 1.116 | 2.975 |
| Reisekosten | 889 | 1.901 |
| Sonstige Steuern | 643 | 552 |
| Versicherungen | 640 | 576 |
| Kosten des Geldverkehrs | 512 | 540 |
| KFZ-Kosten (Kraftstoff, lfd. Betriebskosten) ohne Leasingkosten | 474 | 597 |
| Lizenzkosten | 337 | 270 |
| Büromaterial | 320 | 375 |
| Übrige | 2.203 | 1.887 |
| Gesamt | 36.834 | 33.496 |
Die Rechts- und Beratungskosten beziehen sich im Wesentlichen auf Rechtsberatung und Managementberatung. Die Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagevermögen resultieren hauptsächlich aus dem Abgang des noch nicht abgeschlossenen, aber nicht mehr tragfähigen Entwicklungsprojekts zur Einführung eines neuen ERP-/CRM-Systems.
(16) Zinsergebnis und Sonstiges Finanzergebnis
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 2.450 | 2.199 |
| davon aus Finanzierungsleasing | 2.374 | 2.126 |
| davon aus Bankguthaben | 23 | 48 |
| davon von Dritten | 53 | 25 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 1.575 | 1.801 |
| davon aus Bankverbindlichkeiten | 912 | 1.007 |
| davon Zinsen aus Nettoschuld für Versorgungsverpflichtungen | 152 | 304 |
| davon aus Leasingverbindlichkeiten | 45 | 63 |
| Übrige | 466 | 428 |
| Zinsergebnis | 875 | 397 |
| Sonstige Finanzerträge | 766 | |
| Sonstige Finanzaufwendungen | 2.316 | 121 |
| Gesamt | -100 | 1.042 |
Die sonstigen Finanzerträge und sonstigen Finanzaufwendungen resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Fremdwährungsumrechnungen, insbesondere der stichtagsbezogenen Bewertung von Bilanzposten.
Des Weiteren sind darin Aufwendungen und Erträge aus den Entwicklungen der Währungssicherungen enthalten: Erträge in Höhe von TEUR 48 aus der Marktbewertung der Devisenswaps (im Vorjahr TEUR 749) sowie Aufwendungen aus Single Derivaten in Höhe von TEUR 100 (im Vorjahr TEUR 105).
(17) Ertragsteuern
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Tatsächlicher Steuerertrag (-), -aufwand (+) | -371 | 789 |
| davon periodenfremd | -1.227 | -448 |
| Latenter Steueraufwand | 817 | 3.450 |
| davon Entstehung und Umkehrung von temporären Differenzen | 901 | 3.789 |
| davon Inanspruchnahme von Verlust- und Zinsvorträgen sowie Aktivierung latenter Steuern auf neu entstandene Verlustvorträge | -83 | -315 |
| davon aus Änderung von Steuersätzen | -1 | -24 |
| Ertragsteuern | 446 | 4.239 |
Aus der in 2018 begonnenen deutschen KonzernBetriebsprüfung für die Jahre 2013-2015 resultieren vorläufige Prüfungsfeststellungen, die im Rahmen der Rückstellungen für Ertragsteuern berücksichtigt sind.
Gegen die im Rahmen der Betriebsprüfung für die Jahre 2009-2012 vorgenommenen signifikanten Verrechnungspreiskorrekturen für Warenlieferungen der Organgesellschaft Francotyp-Postalia GmbH an deren ausländische Vertriebsgesellschaften in den USA und Niederlanden wurden internationale Verständigungsverfahren zur Vermeidung der Doppelbesteuerung initiiert. Im Januar 2021 hat das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt, das eine Einigung im beantragten Verständigungsverfahren nach dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen gefunden wurde, welche im Wesentlichen dem gestellten Antrag entspricht. Hieraus werden Steuererstattungen auf Ebene der Francotyp-Postalia Inc erwartet. Das Verständigungsverfahren mit dem Königreich der Niederlande ist noch nicht abgeschlossen.
Bei der Bewertung der latenten Steuern wurden die am Abschlussstichtag gültigen bzw. beschlossenen geänderten Steuersätze und Steuervorschriften herangezogen. Für die deutschen Tochtergesellschaften wurden zusammengefasste Ertragsteuersätze aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer berücksichtigt. Die deutschen Steuersätze bewegten sich leicht verändert zum Vorjahr aufgrund der erwarteten Gewerbesteuerzerlegung in einer Spanne zwischen 27,14% bis 30,34% (Vorjahr: 27,14% bis 30,56%).
Bei den ausländischen Gesellschaften wurden länderspezifische Steuersätze von 19,00 % bis 26,60 % (im Vorjahr 17,00% bis 28,00%) ermittelt. Aus den Steuersatzanpassungen ergaben sich nur unwesentliche Abweichungen auf die latenten Steuern.
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis vor Ertragssteuern | 5.943 | |
| Erwarteter Steueraufwand (30,18%) | -4.437 | 1.793 |
| Steuersatzdifferenz | -480 | -427 |
| Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen und steuerfreien Erträge | 731 | |
| Steuereffekt aus Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwert | 10 | 2.066 |
| Tatsächliche und latente Ertragsteuern für Vorjahre | -726 | -552 |
| Änderung des Ansatzes bzw. Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und abzugsfähige temporäre Differenzen | 6.546 | 631 |
| Sonstige Abweichungen | -55 | -3 |
| Ertragsteuern | 446 | 4.239 |
| Steuerbelastung in % | 3,0% | 71,3% |
(18) Ergebnis je Aktie
Zum 31. Dezember 2020 hielt der Konzern 257.393 (im Vorjahr 397.393) eigene Aktien. Dies entspricht 1,6% (im Vorjahr 2,4%) des Grundkapitals.
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Ausgegebene Stammaktien zum 1. Januar (in Stück) | 16.044.063 | 15.904.063 |
| Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien (unverwässert) zum 31. Dezember (in Stück) | 16.044.063 | 15.904.063 |
| Auswirkung der ausgegebenen Aktienoptionen (in Stück) | 41.682 | 74.252 |
| Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien (verwässert) zum 31. Dezember (in Stück) | 16.085.745 | 15.978.315 |
| Konzernergebnis (in TEUR) | -15.147 | 1.703 |
| Unverwässertes Ergebnis (in EUR/Aktie) | -0,94 | 0,11 |
| Verwässertes Ergebnis (in EUR/Aktie) | -0,94 | 0,11 |
IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz
(19) Immaterielle Vermögenswerte
Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ist in den folgenden Tabellen dargestellt.
ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE 2020
| in TEUR | Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte und Kundenlisten | Geschäfts- oder Firmenwert | Noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte und Anzahlungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | |||||
| Vortrag 01.01.2020 | 68.970 | 90.492 | 24.893 | 11.782 | 196.136 |
| Währungsdifferenzen | -1 | -168 | -128 | 0 | -296 |
| Zugänge | 2.827 | 892 | 0 | 811 | 4.530 |
| Abgänge | -698 | -2.860 | 0 | -4.085 | -7.643 |
| Umbuchungen | 5.008 | 396 | 0 | -5.404 | 0 |
| Stand 31.12.2020 | 76.106 | 88.752 | 24.765 | 3.104 | 192.727 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||||
| Vortrag 01.01.2020 | 49.598 | 86.163 | 20.271 | 1.344 | 157.374 |
| Währungsdifferenzen | -1 | -152 | -17 | 0 | -170 |
| Zugänge | 7.885 | 2.155 | 683 | 0 | 10.722 |
| Abgänge | -698 | -2.822 | 0 | 0 | -3.520 |
| Umbuchungen | 1.283 | 0 | 0 | -1.283 | 0 |
| Stand 31.12.2020 | 58.066 | 85.343 | 20.936 | 61 | 164.406 |
| Buchwert 01.01.2020 | 19.372 | 4.329 | 4.622 | 10.438 | 38.762 |
| Buchwert 31.12.2020 | 18.040 | 3.409 | 3.829 | 3.043 | 28.321 |
ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE 2019
| in TEUR | Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte und Kundenlisten | Geschäfts- oder Firmenwert | Noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte und Anzahlungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | |||||
| Vortrag 01.01.2019 | 57.416 | 89.507 | 24.851 | 10.057 | 181.831 |
| Währungsdifferenzen | 1 | 47 | 42 | 0 | 89 |
| Zugänge | 3.590 | 641 | 0 | 10.441 | 14.673 |
| Abgänge | 0 | -314 | 0 | -143 | -457 |
| Umbuchungen | 7.963 | 611 | 0 | -8.574 | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 68.970 | 90.492 | 24.893 | 11.782 | 196.136 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||||
| Vortrag 01.01.2019 | 42.575 | 84.065 | 14.403 | 0 | 141.043 |
| Währungsdifferenzen | 1 | 31 | 17 | 0 | 48 |
| Zugänge | 7.022 | 2.377 | 5.851 | 1.344 | 16.593 |
| Abgänge | 0 | -310 | 0 | 0 | -310 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 49.598 | 86.163 | 20.271 | 1.344 | 157.374 |
| Buchwert 01.01.2019 | 14.841 | 5.442 | 10.448 | 10.057 | 40.788 |
| Buchwert 31.12.2019 | 19.372 | 4.329 | 4.622 | 10.438 | 38.762 |
Die Zugänge zu den selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten sowie den noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekten und Anzahlungen betrugen insgesamt TEUR 3.638 (im Vorjahr TEUR 14.031). Im Geschäftsjahr 2020 wurde in den Segmenten Produktion und Zentrale Funktionen auf in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte eine Wertminderung in Höhe von TEUR 1.673 erfasst (im Vorjahr im Segment Vertrieb Deutschland TEUR 1.344). Im Segment Zentrale Funktionen ergab sich im Berichtsjahr ein Abgang des nicht mehr tragfähigen noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekts zur Einführung eines neuen ERP/CRM-Systems in Höhe von TEUR 4.085.
In den Zugängen der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Kundenlisten von insgesamt TEUR 892 (im Vorjahr TEUR 641) ist u.a. der Erwerb von Software und Lizenzen in Höhe von TEUR 523 (im Vorjahr TEUR 641) und Kundenlisten in Höhe von TEUR 299 (im Vorjahr TEUR 0) enthalten. Im Geschäftsjahr 2020 wurde im Segment Produktion eine Wertminderung auf Lizenzen in Höhe von TEUR 344 (im Vorjahr TEUR 0), auf Kundenlisten in Höhe von TEUR 156 (im Vorjahr TEUR 0) sowie auf Software in Höhe von TEUR 143 (im Vorjahr TEUR 0) erfasst.
Geschäfts- oder Firmenwerte
Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 3.829 (im Vorjahr TEUR 4.622) entfällt mit TEUR 2.643 (im Vorjahr TEUR 2.643) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit IAB (Segment Vertrieb Deutschland), mit TEUR 1.186 (im Vorjahr TEUR 1.296) auf die PostageInk.com LLC (Zahlungsmittelgenerierende Einheit Francotyp-Postalia Inc. im Segment Vertrieb International) sowie mit TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 683) auf den Geschäftsbetrieb der Tixi.com GmbH & Co. KG (zahlungsmittelgenerierende Einheit FP Inovolabs im Segment Produktion).
Die für den ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwert im Geschäftsjahr 2020 erfassten Wertminderungsaufwendungen betreffen die FP Inovolabs mit TEUR 683 (im Vorjahr TEUR 0). Im Vorjahr wurden Wertminderungsaufwendungen für die freesort in Höhe von TEUR 5.851 erfasst.
Die folgenden Tabellen zeigen die Ergebnisse und Annahmen der Wertminderungstests auf die Geschäfts- oder Firmenwerte in den zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.
| 2020 | |||
|---|---|---|---|
| in TEUR | FP Inovo-Labs | Francotyp-Postalia Inc. | IAB |
| --- | --- | --- | --- |
| Erzielbarer Betrag CGU (Nutzungswert) | 5.070 | 113.553 | 26.523 |
| Buchwert | 6.312 | 28.871 | 6.287 |
| Differenz | -1.242 | 84.682 | 20.236 |
| Wertminderung | -1.242 | 0 | 0 |
| Schwellwert EBIT 1) | 117,1 % | 96,4 % | 44,8 % |
| Tendenz EBITDA-Marge | steigend | konstant | steigend |
| Wachstumsrate ewige Rente | 1,0 % | 1,0 % | 1,0 % |
| Grundannahmen | |||
| Bandbreite Umsatzwachstum | 1 % - 62,4 % | 1 % - 5,5 % | 0 % - 13,5 % |
| Bruttogewinnmargen 2) | -2,2 % - 15,1 % | 27,3 % - 27,8 % | 12,7 % - 14,6 % |
| Diskontierungszinssatz (WACC) | 5,66 % | 6,37 % | 5,65 % |
| Diskontierungszinssatz vor Steuern | 7,56 % | 7,31 % | 7,57 % |
1) Erzielbarer Betrag gleich Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit.
2) EBITDA in % vom Umsatz.
| 2019 | |||
|---|---|---|---|
| in TEUR | FP Inovolabs 1) | Francotyp-Postalia Inc. 2) | IAB |
| --- | --- | --- | --- |
| Erzielbarer Betrag CGU | 25.121 | 46.520 | 30.742 |
| Buchwert | 3.801 | 32.594 | 5.680 |
| Differenz | 21.320 | 13.925 | 25.062 |
| Wertminderung | 0 | 0 | 0 |
| Schwellwert EBIT 3) | 25,2 % | 80,4 % | 39,4 % |
| Tendenz EBITDA-Marge | steigend | leicht fallend | steigend |
| Wachstumsrate ewige Rente | 1,0 % | 1,0 % | 2,0 % |
| Grundannahmen | |||
| Bandbreite Umsatzwachstum | 1,0 % - 37,5 % | 1,0 % - 7,2 % | 1,4 % - 8,0 % |
| Bruttogewinnmargen 4) | -7,8 % - 19,1 % | 29,2 % - 32,9 % | 10,8 % - 13,4 % |
| Diskontierungszinssatz (WACC) | 6,18 % | 6,56 % | 6,18 % |
| Diskontierungszinssatz vor Steuern | 8,14 % | 8,60 % | 7,96 % |
1) Erwerb Geschäftsbetrieb Tixi.com GmbH & Co. KG zum 1. Juni 2018
2) Erwerb Geschäftsbetrieb PostageInk.com LLC zum 1. August 2018
3) Erzielbarer Betrag gleich Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
4) EBITDA in % vom Umsatz
Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen, u.a. hinsichtlich der erwarteten Geschäftsentwicklung und regulatorischer Rahmenbedingungen.
Eine Sensitivierung der wesentlichen Berechnungsparameter zeigt für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten das folgende Bild. Die Tabelle gibt an, ob und in welcher Höhe bei Sensitivierung der in den Werthaltigkeitsprüfungen verwendeten Parameter (siehe jeweils Diskontierungssatz, Schwankung des geplanten EBIT und Wachstumsrate) ein Wertminderungsbedarf besteht (ceteris paribus):
| 2020 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| FP InovoLabs | Francotyp-Postalia Inc. | IAB | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Parameter | Parameter | Parameter | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| wie verwendet | sensitiviert | wie verwendet | sensitiviert | wie verwendet | sensitiviert | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz | 5,66 % | 6,66 % | 6,40 % | 7,40 % | 5,65 % | 6,65 % |
| Wertminderung | -1.242 | -3.545 | - | - | - | - |
| Schwankung geplantes EBIT | 100 % | 90 % | 100 % | 90 % | 100 % | 90 % |
| Wertminderung | -1.242 | -1.969 | - | - | - | - |
| Wachstumsrate | 1,0 % | 0,5 % | 1,0 % | 0,5 % | 1,0 % | 0,5 % |
| Wertminderung | -1.242 | -3.545 | - | - |
Forschungs- und Entwicklungskosten
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 8.731 | 11.579 |
| davon Aufwand | 5.444 | 3.625 |
| davon aktiviert | 3.287 | 7.954 |
In der Berichtsperiode wurden TEUR 191 (im Vorjahr TEUR 171) Fremdkapitalkosten aktiviert. Dabei kam ein durchschnittlicher Finanzierungskostensatz von 2,49% (im Vorjahr 1,74%) zur Anwendung.
(20) Sachanlagen
Die Entwicklung der Sachanlagen wird in den folgenden Tabellen dargestellt.
ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN 2020
| in TEUR | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung | Vermietete Erzeugnisse | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | ||||||
| Vortrag 01.01.2020 | 4.615 | 11.533 | 28.902 | 71.306 | 134 | 116.489 |
| Währungsdifferenzen | -26 | -10 | -447 | -7.510 | 0 | -7.994 |
| Zugänge | 37 | 107 | 1.117 | 3.539 | 41 | 4.841 |
| Abgänge | -44 | -65 | -927 | -5.312 | 0 | -6.348 |
| Umbuchungen | 11 | 0 | 0 | 0 | -11 | 0 |
| Stand 31.12.2020 | 4.593 | 11.565 | 28.645 | 62.022 | 163 | 106.989 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | ||||||
| Vortrag 01.01.2020 | 1.850 | 7.396 | 25.025 | 52.999 | 0 | 87.269 |
| Währungsdifferenzen | -26 | -9 | -426 | -5.942 | 0 | -6.403 |
| Zugänge | 255 | 982 | 1.496 | 4.582 | 0 | 7.315 |
| Abgänge | -42 | -56 | -921 | -5.072 | 0 | -6.091 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2020 | 2.037 | 8.313 | 25.175 | 46.567 | 0 | 82.091 |
| Buchwert 01.01.2020 | 2.765 | 4.137 | 3.878 | 18.307 | 134 | 29.220 |
| Buchwert 31.12.2020 | 2.556 | 3.252 | 3.471 | 15.455 | 163 | 24.898 |
ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN 2019
| in TEUR | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung | Vermietete Erzeugnisse | Anlagen in Finanzierungs- leasingverhältnissen |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | ||||||
| Vortrag 01.01.2019 | 4.398 | 11.969 | 32.261 | 69.268 | 914 | 263 |
| Währungsdifferenzen | 25 | 4 | 347 | 2.560 | 0 | 0 |
| Zugänge | 221 | 311 | 1.350 | 4.476 | 0 | 134 |
| Abgänge | -36 | -772 | -5.291 | -4.998 | -914 | 0 |
| Umbuchungen | 7 | 21 | 235 | 0 | 0 | -263 |
| Stand 31.12.2019 | 4.615 | 11.533 | 28.902 | 71.306 | 0 | 134 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | ||||||
| Vortrag 01.01.2019 | 1.592 | 7.069 | 28.355 | 51.683 | 464 | 0 |
| Währungsdifferenzen | 24 | 4 | 334 | 2.007 | 0 | 0 |
| Zugänge | 266 | 1.008 | 1.590 | 4.066 | 0 | 0 |
| Abgänge | -33 | -683 | -5.257 | -4.758 | -464 | 0 |
| Umbuchungen | 0 | -2 | 2 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 1.850 | 7.396 | 25.025 | 52.999 | 0 | 0 |
| Buchwert 01.01.2019 | 2.806 | 4.900 | 3.906 | 17.585 | 450 | 263 |
| Buchwert 31.12.2019 | 2.765 | 4.137 | 3.878 | 18.307 | 0 | 134 |
| in TEUR | Gesamt |
|---|---|
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | |
| Vortrag 01.01.2019 | 119.074 |
| Währungsdifferenzen | 2.936 |
| Zugänge | 6.492 |
| Abgänge | -12.012 |
| Umbuchungen | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 116.489 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |
| Vortrag 01.01.2019 | 89.164 |
| Währungsdifferenzen | 2.368 |
| Zugänge | 6.931 |
| Abgänge | -11.194 |
| Umbuchungen | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 87.269 |
| Buchwert 01.01.2019 | 29.910 |
| Buchwert 31.12.2019 | 29.220 |
Die dargestellten Zugänge der vermieteten Erzeugnisse von insgesamt TEUR 3.539 (im Vorjahr TEUR 4.476) beziehen sich hauptsachlich auf das Segment Vertrieb International.
In den Herstellungskosten des Anlagevermögens sind in der Berichtsperiode aktivierte Eigenleistungen in Höhe von TEUR 7.795 erfasst worden (im Vorjahr TEUR 18.597).
(21) Forderungen aus Finanzierungsleasing (FP als Leasinggeber)
Die Nettoinvestitionen in die Leasingverhältnisse betragen zum 31. Dezember 2020 TEUR 22.353 (31. Dezember 2019 TEUR 24.130). Die Veränderung in Höhe von TEUR -1.777 setzt sich wie folgt zusammen:
VERÄNDERUNG DER NETTOINVESTITIONEN IN DIE LEASINGVERHÄLTNISSE
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| USA | 1.011 | 3.880 |
| Kanada | 108 | 418 |
| UK | -1.800 | 2.651 |
| Übrige | -1.096 | -1.006 |
| Gesamt | -1.777 | 5.943 |
Der Gesamt-Rückgang des Forderungsbestands aus Finanzierungsleasing ist im Wesentlichen auf einen Corona-bedingten Rückgang der Neu-Verträge zurückzuführen.
Der Verkaufserlös aus Finanzierungsleasingverträgen (selling profit) beträgt im Berichtsjahr TEUR 5.586 (im Vorjahr TEUR 9.940).
Die Zinserträge aus der Aufzinsung der Forderungen aus Finanzierungsleasing betragen im Berichtsjahr TEUR 2.374 (im Vorjahr TEUR 2.099).
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Fälligkeiten der Zahlungen aus den zum 31. Dezember 2020 sowie zum 31. Dezember 2019 bestehenden Finanzierungsleasingverträgen mit FP als Leasinggeber. Angegeben werden die vertraglich vereinbarten Zahlungen, soweit sie auf die Leasingkomponenten zu allokieren sind.
| in TEUR | Gesamt | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 | Jahr 4 | Jahr 5 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2020 | ||||||
| Nominalzahlungen | 27.198 | 8.733 | 7.049 | 5.414 | 3.572 | 1.722 |
| Nicht garantierter Restwert | 436 | |||||
| Künftiger Zinsertrag | -5.281 | |||||
| Nettoleasinginvestition | 22.353 | |||||
| 31.12.2019 | ||||||
| Nominalzahlungen | 28.585 | 8.752 | 7.344 | 6.614 | 4.039 | 2.252 |
| Nicht garantierter Restwert | 0 | |||||
| Künftiger Zinsertrag | -4.455 | |||||
| Nettoleasinginvestition | 24.130 |
| in TEUR | Über 5 Jahre |
|---|---|
| 31.12.2020 | |
| Nominalzahlungen | 707 |
| Nicht garantierter Restwert | |
| Künftiger Zinsertrag | |
| Nettoleasinginvestition | |
| 31.12.2019 | |
| Nominalzahlungen | 585 |
| Nicht garantierter Restwert | |
| Künftiger Zinsertrag | |
| Nettoleasinginvestition |
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeiten der Zahlungen aus den zum 31. Dezember 2020 sowie zum 31. Dezember 2019 bestehenden Operate LeaseVerträgen mit FP als Leasinggeber. Angegeben werden die vertraglich vereinbarten Zahlungen ohne Abtrennung eventueller Anteile für Non-Leasing-Komponenten. Die Trennung nach Leasing- und Non-Leasingkomponenten erfolgt in der jeweiligen Periode der Umsatzerfassung.
| in TEUR | Gesamt | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 | Jahr 4 | Jahr 5 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominalzahlungen zum 31.12.2020 | 42.238 | 23.669 | 10.934 | 5.069 | 1.920 | 516 |
| Nominalzahlungen zum 31.12.2019 | 50.680 | 26.170 | 13.920 | 7.737 | 2.436 | 401 |
| in TEUR | über 5 Jahre |
|---|---|
| Nominalzahlungen zum 31.12.2020 | 131 |
| Nominalzahlungen zum 31.12.2019 | 16 |
(22) Vorräte
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 4.417 | 5.156 |
| Unfertige Erzeugnisse | 232 | 378 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 6.861 | 6.823 |
| Gesamt | 11.509 | 12.357 |
Die Wertminderungen auf das Vorratsvermögen betragen TEUR 1.930 (im Vorjahr TEUR 2.389) und sind in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Materialaufwand" ausgewiesen. Der Verbrauch der Vorräte hat die KonzernGesamtergebnisrechnung in der Berichtsperiode in Höhe von TEUR 32.975 (im Vorjahr TEUR 35.250) beeinflusst.
(23) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Inland | 7.713 | 7.457 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - Ausland | 12.199 | 12.478 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - brutto | 19.912 | 19.935 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -2.223 | -1.793 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - netto | 17.689 | 18.142 |
WERTBERICHTIGUNGEN
| in TEUR | |
|---|---|
| Stand 1. Januar 2019 | 970 |
| Fremdwährungseffekte | 6 |
| Zuführung | 987 |
| Inanspruchnahme | 0 |
| Auflösungen | -171 |
| Stand 31. Dezember 2019 | 1.793 |
| Fremdwährungseffekte | -31 |
| Zuführung | 917 |
| Inanspruchnahme | -146 |
| Auflösungen | -309 |
| Stand 31. Dezember 2020 | 2.223 |
Wertberichtigungen
Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bemessen. Demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen. Gemäß der Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhält der FP-Konzern bei Ausfall von Finance-Lease-Forderungen die verleasten Maschinen zurück. Die Markpreise der Vermögenswerte abzüglich Rückführungskosten übersteigen die ausgefallenen Forderungen.
Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale und Überfälligkeitstage zusammengefasst.
Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf den Zahlungsprofilen der Umsätze über drei Jahre und den entsprechenden historischen Ausfällen. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Der Konzern hat das Bruttoinlandsprodukt und die Arbeitslosenquote der Länder, in denen er Produkte und Dienstleistungen verkauft, als relevanteste Faktoren identifiziert und passt die historischen Verlustquoten aufgrund der erwarteten Veränderungen bei diesen Faktoren an.
Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2020 sowie zum 31. Dezember 2019 wie folgt ermittelt.
| 31. Dezember 2020 | Fälligkeit | Fälligkeit | Fälligkeit | Fälligkeit | Fälligkeit | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Summe | Sofort | < 30 Tage | 30-60 Tage | 61-90 Tage | > 90 Tage |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Bruttobuchwert - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 19.912 | 5.651 | 9.508 | 2.975 | 926 | 852 |
| Wertberichtigung - nicht in der Bonität beeinträchtigt | -63 | -16 | -35 | -6 | -1 | -5 |
| Wertberichtigung - in der Bonität beeinträchtigt | -2.160 | -750 | -437 | -248 | -176 | -548 |
| 31. Dezember 2019 | ||||||
| Bruttobuchwert - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 19.935 | 6.225 | 8.441 | 3.117 | 635 | 1.516 |
| Wertberichtigung - nicht in der Bonität beeinträchtigt | -90 | -15 | -32 | -6 | 0 | -36 |
| Wertberichtigung - in der Bonität beeinträchtigt | -1.703 | -240 | -934 | -265 | -89 | -175 |
(24) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Debitorische Kreditoren | 5.060 | 3.670 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 1.356 | 3.594 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 6.417 | 7.264 |
| Erstattungsansprüche aus sonstigen Steuern | 1.689 | 2.560 |
| Vertragserlangungskosten | 3.388 | 3.860 |
| Abgegrenzte Zahlungen | 2.435 | 1.492 |
| V ertragsvermögenswerte | 142 | 33 |
| Übrige nicht finanzielle Vermögenswerte | 238 | 30 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 7.891 | 7.974 |
Die Vertragserlangungskosten betreffen Provisionen an Händler des FP-Konzerns im Wesentlichen für den Abschluss von Leasingverträgen. Die Kosten werden über die Laufzeit der entsprechenden Leasingverträge gleichmäßig im Aufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 1.990 auf Vertragserlangungskosten amortisiert (im Vorjahr TEUR 1.898).
Die Erstattungsansprüche aus sonstigen Steuern betreffen im Wesentlichen Umsatzsteuervergütungsansprüche in Deutschland in Höhe von TEUR 1.653 (im Vorjahr TEUR 2.336).
Die übrigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten Kautionen in Höhe von TEUR 487 (im Vorjahr TEUR 322). Im Vorjahr war hier auch das Projekt "Studies+" in Höhe von TEUR 1.421 enthalten. Dabei handelte es sich um ein im Jahr 2018 gestartetes EU-Fördermittelprojekt zur Schaffung einer datensicheren digitalen Plattform für EU-angehörige Studierende.
(25) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten | 36.016 | 30.235 |
| Schecks und Kassenbestand | 93 | 273 |
| Gesamt | 36.109 | 30.508 |
Von den Guthaben bei Kreditinstituten unterliegen TEUR 12.929 (im Vorjahr TEUR 11.990) einer eingeschränkten Verfügbarkeit. Es handelt sich dabei um von Kunden eingenommene Teleportogelder, die von den Kunden jederzeit abgerufen werden können. Ein korrespondierender Betrag ist in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten.
(26) Eigenkapital
Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
Das Grundkapital ist eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag und mit anteiliger Berechtigung am Gewinn der Gesellschaft. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft und dem Inhaber der Aktie jeweils eine Dividendenberechtigung. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt.
Zum 31. Dezember 2020 hält die Francotyp-Postalia Holding AG 257.393 eigene Aktien (im Vorjahr 397.393). Das entspricht 1,6% (im Vorjahr 2,4%) des Grundkapitals.
Der Vorstand wurde auf der Hauptversammlung am 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§ 71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung galt bis zum 10. Juni 2020. Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG vom 10. November 2020 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt dieser Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 19. November 2025.
Die Kapitalrücklage entwickelte sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt.
ENTWICKLUNG DER KAPITALRÜCKLAGE
| in TEUR | ||
|---|---|---|
| Stand 01.01.2019 | 34.743 | |
| 2019 | n/a | 0 |
| Stand 31.12.2019 | 34.743 | |
| 2020 | Bezug von Aktien aus Aktienoptionsplan 2010 | -447 |
| Stand 31.12.2020 | 34.296 |
KAPITALGENEHMIGUNGEN FÜR GENEHMIGTES UND BEDINGTES KAPITAL
| in TEUR | |
|---|---|
| Bedingtes Kapital 2010 / I | 657 |
| Genehmigtes Kapital 2015 / I | 8.080 |
| Bedingtes Kapital 2015 / II | 960 |
| Genehmigtes Kapital 2020 / I | 8.150 |
| Bedingtes Kapital 2020 / I | 6.464 |
Bedingtes Kapital 2010 / I
Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung die Anpassung des Bedingten Kapitals 2010 / I beschlossen. Das Bedingte Kapital wurde von EUR 1.045.000 um EUR 388.500 auf EUR 656.500 gemindert, da der Aktienoptionsplan 2010 um 388.500 Optionen auf 656.500 Optionen gekürzt wurde. Ziffer 4 Absatz 5 der Satzung zum Bedingten Kapital 2010 wurde wie folgt geändert: "Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 656.500 Euro bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 656.500 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien."
Genehmigtes Kapital 2015 / I
Das Grundkapital der Gesellschaft konnte gem. Hauptversammlungsbeschluss vom 11. Juni 2015 bis zum 10. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen, einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu EUR 8.080.000 erhöht werden. Hiervon wurde kein Gebrauch gemacht.
Bedingtes Kapital 2015 / II
Am 11. Juni 2015 hat die Hauptversammlung beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 959.500 durch Ausgabe von bis zu 959.500 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung diente ausschließlich der Erfüllung von Bezugsrechten, die bis zum 10. Juni 2020 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 gemäß dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug von Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil.
Schuldverschreibungen
Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2020 einmalig oder mehrmalig, insgesamt oder in Teilbeträgen, Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 200.000.000 zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern (zusammen im Folgenden "Inhaber") der jeweiligen Teilschuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf den Erwerb von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu EUR 6.464.000 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren und entsprechende Options- oder Wandlungspflichten zu begründen. Die Schuldverschreibungen sowie die Wandlungs- und Optionsrechte bzw. -pflichten dürfen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren oder ohne Laufzeitbegrenzung begeben werden. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen kann insgesamt oder teilweise auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen.
Die einzelnen Emissionen können in jeweils unter sich gleichberechtigte Teilschuldverschreibungen eingeteilt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen.
Genehmigtes Kapital 2020 / I
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 10. November 2020 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 9. November 2025 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt um bis zu EUR 8.150.000 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020 / I). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen.
Das Genehmigte Kapital 2020/I dient dem Erhalt der bisherigen Handlungsmöglichkeiten der Verwaltung, da das der Verwaltung zur Verfügung stehende genehmigte Kapital gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 11. Juni 2015 (Genehmigtes Kapital 2015/I) am 10. Juni 2020 auslief. Es dient der Verbreiterung der Eigenkapitalbasis der Gesellschaft und soll der Verwaltung die Möglichkeit geben, angemessen auf künftige Entwicklungen reagieren zu können.
Bedingtes Kapital 2020 / I
Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 10. November 2020 um bis zu EUR 6.464.000 durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020 / I).
Das bedingte Kapital 2020/I dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die bis zum 9. November 2025 von der Gesellschaft oder durch ein unmittelbares oder mittelbares Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne des §18 AktG begeben werden. Sie wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- oder Wandlungsrechten aus den vorgenannten Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Options- oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.
Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Juni 2015 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen (Bedingtes Kapital 2015/I) wurde vorsorglich aufgehoben.
Aktienoptionsplan 2010
Der Aktienoptionsplan 2010 sieht vor, an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen.
Der Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung.
Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden.
Aktienoptionsplan 2015
Der Aktienoptionsplan 2015 sieht vor, an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen.
Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist.
Aktienoptionspläne
Zweck beider Aktienoptionspläne ist gemäß Ziffer 1.3 des jeweiligen Aktienoptionsplans "die nachhaltige Verknüpfung der Interessen der Unternehmensführung und der Führungskräfte mit den Interessen der Aktionäre an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes."
Jede einzelne Aktienoption berechtigt gemäß Ziffer 2.2 des jeweiligen Aktienoptionsplans zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG.
Am Abschlussstichtag bestehen daraus nicht ausgeübte Bezugsrechte wie folgt:
| Tag der Gewährung | Anzahl der Instrumente in Tausend | Vertragliche Laufzeit der Optionen ab Zuteilung | Verbriefung | Zuzahlung bei Zuteilung |
|---|---|---|---|---|
| 01.09.2010 | 900.000 | 10 Jahre | Nein | Keine |
| 27.04.2012 | 75.000 | 10 Jahre | Nein | Keine |
| 07.09.2012 | 20.000 | 10 Jahre | Nein | Keine |
| 06.12.2014 | 57.500 | 10 Jahre | Nein | Keine |
| 11.06.2014 | 30.000 | 10 Jahre | Nein | Keine |
| 31.08.2015 | 465.000 | 10 Jahre | Nein | Keine |
| 25.11.2015 | 40.000 | 10 Jahre | Nein | Keine |
| 31.08.2016 | 180.000 | 10 Jahre | Nein | Keine |
Von den in 2015 und 2016 zugeteilten Aktienoptionen des Plans 2015 entfallen 242.500 Aktienoptionen auf zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG.
Für die Ausübung der Optionen müssen folgende in den Aktienoptionsplänen 2010 und 2015 genannten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein:
| a) Wartezeit | Beträgt bis zur Ausübung der Optionen 4 Jahre (Dienstbedingung). |
| b) Erfolgsziel | 10% Anstieg des EBITDA (IFRS) gemäß Konzernjahresabschluss für das Geschäftsjahr der Zuteilung der Bezugsrechte gegenüber dem EBITDA (IFRS) gemäß Konzernjahresabschluss für das letzte Geschäftsjahr vor Zuteilung. Sollte das EBITDA (IFRS) in einem oder in beiden der zu vergleichenden Konzernabschlüsse um Restrukturierungskosten bereinigt ausgewiesen werden, so gilt dieses um Restrukturierungskosten bereinigte EBITDA (IFRS). Soweit das Erfolgsziel nicht erreicht wurde, verfallen die Bezugsrechte und können an die Teilnehmer der Gruppe erneut ausgegeben werden. Bei diesem Erfolgsziel handelt es sich um eine nicht-marktbezogene Leistungsbedingung. |
| c) Persönliche Ausübungsvoraussetzungen | Optionsinhaber muss sich im Zeitpunkt der Ausübung grundsätzlich in einem Dienstverhältnis entweder mit der Francotyp- Postalia Holding AG oder einem in- oder ausländischen Unternehmen der FP-Gruppe befinden. |
In der nachfolgenden Übersicht sind die beizulegenden Zeitwerte der Optionen der einzelnen Tranchen für Aktienoptionspläne 2010 und 2015 sowie die zugrundeliegenden Bewertungskriterien dargestellt. Die Bewertung erfolgte mit Hilfe eines Black-Scholes-Optionspreismodells, da ein öffentlicher Handel von Optionen auf Francotyp-Postalia-Aktien mit gleichen Ausstattungsmerkmalen nicht existiert.
| Zuteilungszeitpunkt | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| SOP 2010 | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 01.09.2010 | 27.04.2012 | 07.09.2012 | 06.12.2013 | 11.06.2014 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 31.12.2020 | ||||||
| Eine Option | in EUR | 1,37 | 1,31 | 1,17 | 1,85 | 1,82 |
| Alle Optionen | in TEUR | 0 | 39 | 0 | 51 | 0 |
| 31.12.2019 | ||||||
| Eine Option | in EUR | 1,37 | 1,31 | 1,17 | 1,85 | 1,82 |
| Alle Optionen | in TEUR | 335 | 39 | 0 | 51 | 0 |
| Kurs einer FP-Aktie | 2,55 EUR | 2,60 EUR | 2,32 EUR | 4,10 EUR | 4,71 EUR | |
| Ausübungspreis 1) | 2,50 EUR | 2,61 EUR | 2,34 EUR | 3,86 EUR | 4,56 EUR | |
| Erwarteter Ausübungszeitpunkt | 31.08.2015 | 26.04.2017 | 06.09.2017 | 05.12.2018 | 10.06.2019 | |
| Erwartete durchschnittliche Haltedauer in Jahren | 5 | 5 | 5 | 5 | 5 | |
| Erwartete Volatilität 2) | 74,48% | 70,84% | 71,31% | 59,94% | 52,21% | |
| Jährliche Dividendenrendite 3) | 2% | 2% | 2% | 2% | 2% | |
| Laufzeitäquivalenter risikofreier Zinssatz 4) | 1,32% | 0,67% | 0,60% | 0,82% | 0,44% | |
| Erwartete Anzahl der ausübbaren Optionen im Zuteilungszeitpunkt | 741.439 | 52.031 | 16.476 | 39.646 | 19.596 | |
| Geschätzte jährliche Mitarbeiterfluktuation | 3,5 % | 3,5 % | 3,5 % | 7,7% | 7,7% | |
| Wahrscheinlichkeit EBITDA-Steigerung > 10% ggü. Vorjahr | 95 % | 80% | 95 % | 95 % | 90% |
| Zuteilungszeitpunkt | |||
|---|---|---|---|
| SOP 2015 | |||
| --- | --- | --- | --- |
| 31.08.2015 | 25.11.2015 | 31.08.2016 | |
| --- | --- | --- | --- |
| 31.12.2020 | |||
| Eine Option | 1,07 | 1,07 | 1,07 |
| Alle Optionen | 326 | 43 | 193 |
| 31.12.2019 | |||
| Eine Option | 1,07 | 1,07 | 1,07 |
| Alle Optionen | 342 | 43 | 193 |
| Kurs einer FP-Aktie | 4,39 EUR | 4,46 EUR | 4,20 EUR |
| Ausübungspreis 1) | 4,48 EUR | 4,48 EUR | 3,90 EUR |
| Erwarteter Ausübungszeitpunkt | 30.08.2020 | 24.11.2020 | 30.08.2022 |
| Erwartete durchschnittliche Haltedauer in Jahren | 5 | 5 | 5 |
| Erwartete Volatilität 2) | 38,81% | 37,41% | 36,62% |
| Jährliche Dividendenrendite 3) | 3% | 3% | 3% |
| Laufzeitäquivalenter risikofreier Zinssatz 4) | 0,07% | 0,07% | -0,48% |
| Erwartete Anzahl der ausübbaren Optionen im Zuteilungszeitpunkt | 302.426 | 26.015 | 65.888 |
| Geschätzte jährliche Mitarbeiterfluktuation | 7,8% | 7,8% | 7,5 % |
| Wahrscheinlichkeit EBITDA-Steigerung > 10% ggü. Vorjahr | 90% | 90% | 50% |
1) Der Ausübungspreis einer Option entspricht dem durchschnittlichen Börsenkurs (Schlusskurs) der Inhaber-Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Xetra-Handel der Deutsche Börse AG in Frankfurt am Main oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem an den letzten 90 Kalendertagen vor Gewährung des Bezugsrechts, mindestens aber der auf eine Aktie entfallende Anteil am Grundkapital. Bei Optionsausübung ist der Ausübungspreis je Aktie von dem jeweiligen Optionsinhaber zu entrichten. Für Mitglieder des Vorstands der Francotyp-Postalia Holding AG gibt es eine Begrenzung. Punkt 9 des Aktienoptionsplans bestimmt: "Für den Vorstand muss der Aufsichtsrat eine maximale Jahresgesamtvergütung (Kappungsgrenze) nach Maßgabe von Ziffer 4.2.3 des Corporate Governance Kodex vorsehen. Die entsprechende Vereinbarung erfolgt in einer Ergänzungsvereinbarung zum Dienstvertrag der Vorstandsmitglieder vor Zuteilung der Optionen."
2) Bestimmung unter Rückgriff auf die im jeweiligen Zeitraum gezeigte Kursvolatilität einer FP-Aktie.
3) Schätzung berücksichtigt das Ausschüttungsverhalten des FP-Konzerns in der Vergangenheit.
4) Der laufzeitäquivalente risikofreie Zinssatz für die erwartete Optionslaufzeit von 5 Jahren (bzw. 6 Jahren) basiert auf den korrespondierenden Zinsstrukturdaten, wobei aus den Umlaufrenditen von Kuponanleihen der Bundesrepublik Deutschland hypothetische Zerobonds abgeleitet worden sind.
| SOP 2010 | SOP 2015 | |||
|---|---|---|---|---|
| Optionen | Anzahl | Durchschnittlicher Ausübungspreis in EUR | Anzahl | Durchschnittlicher Ausübungspreis in EUR |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 01.01.2019 | 302.000 | 2,63 | 625.000 | 4,31 |
| im Geschäftsjahr gewährt | 0 | n/a | 0 | n/a |
| im Geschäftsjahr verwirkt | 0 | n/a | -85.000 | 4,48 |
| im Geschäftsjahr ausgeübt | 0 | n/a | 0 | n/a |
| im Geschäftsjahr verfallen | 0 | n/a | 0 | n/a |
| Stand 31.12.2019 | 302.000 | 2,63 | 540.000 | 4,29 |
| Bandbreite des Ausübungspreises | 2,50 - 3,86 | 3,90 - 4,48 | ||
| Durchschnittliche Restlaufzeit zum 31.12.2019 | 15 Monate | 72 Monate | ||
| Ausübbar per 31.12.2019 | 302.000 | 2,63 | 360.000 | 4,48 |
| Stand 01.01.2020 | 302.000 | 2,63 | 540.000 | 4,29 |
| im Geschäftsjahr gewährt | 0 | n/a | 0 | n/a |
| im Geschäftsjahr verwirkt | 0 | n/a | -15.000 | 4,48 |
| im Geschäftsjahr ausgeübt | -140.000 | 2,50 | 0 | n/a |
| im Geschäftsjahr verfallen | -104.500 | 2,50 | 0 | n/a |
| Stand 31.12.2020 | 57.500 | 3,21 | 525.000 | 4,28 |
| Bandbreite des Ausübungspreises | 2,50 - 3,86 | 3,90 - 4,48 | ||
| Durchschnittliche Restlaufzeit zum 31.12.2020 | 26 Monate | 60 Monate | ||
| Ausübbar per 31.12.2020 | 57.500 | 3,21 | 525.000 | 4,28 |
Zum 31. Dezember 2020 wurden - aus den Aktienoptionsplänen 2015 resultierend - TEUR 23 (im Vorjahr TEUR 92) als Personalaufwand erfasst mit Gegenbuchung direkt im Eigenkapital (Stock-OptionsRücklage).
Sonstiges Ergebnis
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung werden die Effekte aus der Währungsumrechnung ausländischer Abschlüsse erfasst. Im Berichtsjahr betrug der Effekt TEUR -3.396 (im Vorjahr TEUR 1.474).
Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe Entsprechend der Liquiditätsplanung der Francotyp-Postalia Canada Inc. (Kanada) ist mit einer Rückzahlung der ausgewiesenen Verbindlichkeiten an die FP GmbH auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Die FP GmbH behandelt daher diese monetären Posten als eine Nettoinvestition in einen (kanadischen) Geschäftsbetrieb. Die aus der Umrechnung resultierende Währungsdifferenz nach latenten Steuern in Höhe von netto TEUR -39 (im Vorjahr TEUR 33) ist gemäß IAS 21.32f. im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die FP GmbH hatte im Vorjahr die Francotyp-Postalia Sverige AB in Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der Franco Frankerings Interessenter AB (vormals: Carl Lamm Personal AB) in erheblichem Maße refinanziert. Da mit einer Rückzahlung der betreffenden Mittel von der Francotyp-Postalia Sverige AB an die FP GmbH in nächster Zeit nicht zu rechnen ist, wurde die Refinanzierung der Francotyp-Postalia Sverige AB durch die FP GmbH als eine Nettoinvestition in einen (schwedischen) Geschäftsbetrieb angesehen. Die aus der Umrechnung resultierende Währungsdifferenz nach latenten Steuern in Höhe von netto TEUR -25 wurde gemäß IAS 21.32 f. im sonstigen Ergebnis erfasst.
Unterschiedsbetrag aus der Anpassung IAS 19
Der Unterschiedsbetrag aus der Anpassung IAS 19 betrifft die Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Die Änderung des Postens im Berichtsjahr in Höhe von TEUR -714 (im Vorjahr TEUR -1.732) ist im Wesentlichen auf versicherungsmathematische Verluste aus der Veränderung der Diskontierungszinssätze zurückzuführen.
Rücklage für Cashflow-Hedges
Die Rücklage für Cash Flow Hedges umfasst den wirksamen Teil der kumulierten Nettoveränderungen des beizulegenden Zeitwertes von zur Absicherung von Zahlungsströmen verwendeten Sicherungsinstrumenten bis zur späteren Erfassung im Gewinn oder Verlust oder der direkten Erfassung in den Anschaffungskosten oder dem Buchwert eines nicht finanziellen Vermögenswertes oder einer nicht finanziellen Schuld. Demnach enthält die Rücklage für Cashflow Hedges im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen der Kassakomponente von Devisentermingeschäften als auch Veränderungen des inneren Wertes von FX-Optionen und beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 40 (im Vorjahr TEUR -492).
Rücklage für Kosten der Absicherung
Die Rücklage für Kosten der Absicherung zeigt Gewinne und Verluste des Anteils, der von dem designierten Sicherungsgeschäft ausgeschlossen ist, das sich auf das Forward-Element eines Devisentermingeschäfts bzw. auf den Zeitwert eines Optionsgeschäfts bezieht. Diese werden zunächst als sonstiges Ergebnis erfasst und ähnlich wie die Gewinne und Verluste in der Rücklage aus Sicherungsgeschäften bilanziert. Die Rücklage für Kosten der Absicherung umfasst im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen der Terminkomponente von Devisentermingeschäften als auch Veränderungen des Zeitwertes der FX-Optionen und beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 0 (im Vorjahr TEUR -69).
Ausschüttung einer Dividende
Im Berichtsjahr 2020 erfolgte keine Dividendenausschüttung (im Vorjahr EUR 477.121,89, entspricht EUR 0,03 je Stückaktie).
(27) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für die betriebliche Altersversorgung von Mitarbeitern in Deutschland sowie in Österreich, Frankreich, Niederlande und Italien bestehen teilweise leistungsorientierte Versorgungszusagen.
Gemäß einer die inländischen Gesellschaften betreffenden Betriebsvereinbarung vom 9. Juli 1996 gehören alle Mitarbeiter zum Kreis der Begünstigten, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar 1995 begonnen hat. Die Versorgungsleistungen in Form von Pensionen, Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung werden den Mitarbeitern nach Vollendung von zehn anrechnungsfähigen Dienstjahren gewährt. Die Höhe der Versorgungszusagen basiert auf Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt der Mitarbeiter.
Weiterhin haben auch übertarifliche Angestellte nach Maßgabe der "Richtlinien für die Zahlung von Ruhegehalt an übertarifliche Angestellte" in der Fassung vom Januar 1986 einen Anspruch auf Pensionen, Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung. Die Begünstigten müssen bereits vor dem 1.1.1994 im Anstellungsverhältnis gewesen sein und mindestens zehn Dienstjahre vollendet haben. Die Höhe der Versorgungszusagen orientiert sich an Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt der Mitarbeiter.
Sterbegeldverpflichtungen gegenüber den Hinterbliebenen von Mitarbeitern bestehen auf der Grundlage der Manteltarifverträge für Angestellte und Mitarbeiter sowie der Betriebsvereinbarung vom 30. Dezember 1975. Die Leistungen sind abhängig von Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt und werden als Festbetrag gewährt.
Darüber hinaus besteht bei den europäischen Tochtergesellschaften zum Teil die rechtliche Verpflichtung, Versorgungspläne einzurichten. Diese Pläne sehen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Einmalzahlung vor. Die Höhe der Zahlungen richtet sich nach Beschäftigungsdauer und Beschäftigungsentgelt der Mitarbeiter. In den Niederlanden besteht ein leistungsorientierter Plan, bei dem die auf die Jahre entfallenden Verpflichtungszuwächse durch den jährlichen Kauf von Versicherungen erfüllt werden.
Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Versorgungszusagen bestehen insbesondere versicherungsmathematische Risiken wie das Langlebigkeitsrisiko oder Zinsänderungsrisiken.
Es wird von folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen ausgegangen, die bei der Ermittlung des Anwartschaftsbarwerts der Versorgungsverpflichtung zum Stichtag zugrunde liegen:
| in Prozent pro Jahr | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Zinssatz | 0,43 - 0,72 | 0,72 - 0,90 |
| Gehaltstrend | 1,62 - 3,00 | 1,62 - 3,00 |
| Rententrend | 1,62 - 2,00 | 1,62 - 2,00 |
Die biometrischen Rechnungsgrundlagen, wie Sterblichkeit und Invalidität, basieren für die Pensionen in Deutschland auf den erneuerten Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, die zur Bewertung von betrieblichen Versorgungsverpflichtungen allgemein anerkannt sind. Für den leistungsorientierten Pensionsplan in den Niederlanden wurden die Richttafeln der Dutch Actuarial Society's (AG 2020) verwendet.
ANWARTSCHAFTSBARWERT DER VERSORGUNGSVERPFLICHTUNG
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Stand am 1.1. der Berichtsperiode | 20.591 | 18.786 |
| Im Gewinn und Verlust enthalten | ||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 126 | 155 |
| Zinsaufwand (+) -ertrag (-) | 152 | 306 |
| Im sonstiges Ergebnis enthalten | ||
| Neubewertungen | ||
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | 0 | 0 |
| aus Änderungen biometrischer Annahmen | -108 | -28 |
| aus Änderungen finanzieller Annahmen | 1.000 | 2.831 |
| aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 79 | -400 |
| Ertrag aus Planvermögen (ohne obigen Zinsertrag) | 0 | 0 |
| Sonstige | ||
| Arbeitgeberbeiträge zum Versorgungsplan | -420 | -318 |
| Zahlungen aus dem Versorgungsplan | -883 | -741 |
| Stand am 31.12. der Berichtsperiode | 20.537 | 20.591 |
ANWARTSCHAFTSBARWERT DER VERSORGUNGSVERPFLICHTUNG
| in Prozent | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Aktive Anwärter | 14,1 | 18,5 |
| Ausgeschiedene Anwärter | 31,1 | 29,9 |
| Pensionäre | 51,6 |
Sämtliche Versorgungszusagen sind unverfallbar.
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2020 auf 14,9 Jahre (im Vorjahr 15 Jahre).
FÄLLIGKEIT DER NICHT DISKONTIERTEN VERSORGUNGSVERPFLICHTUNGEN
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| bis 1 Jahr | 663 | 743 |
| 1 - 5 Jahre | 3.062 | 3.122 |
| 6 - 10 Jahre | 4.018 | 3.845 |
| über 10 Jahre | 15.205 | 15.738 |
| Gesamt | 22.947 | 23.448 |
In der nachfolgenden Tabelle wird der Effekt der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen auf den Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2020 dargestellt:
SENSITIVITÄTSANALYSE ZUM 31.12.2020
| in TEUR | Anstieg | Rückgang |
|---|---|---|
| Zinssatz (Veränderung um 1,0 %) | -2.851 | 3.730 |
| Gehaltstrend (Veränderung um 0,5 %) | 1.203 | -1.074 |
| Rententrend (Veränderung um 0,25 %) | 1.112 | -1.056 |
| Erwartete Lebensdauern (Veränderung um 1 Jahr) | 1.036 | -1.003 |
Die Sensitivitätsanalyse wurde für die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen isoliert vorgenommen, um die Auswirkungen auf den zum 31. Dezember 2020 berechneten
Anwartschaftsbarwert der Versorgungsverpflichtung separat aufzuzeigen.
(28) Steueransprüche und -schulden
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Latente Steueransprüche | 1.289 | 1.503 |
| Tatsächliche Steueransprüche | 831 | 2.821 |
| Steueransprüche (langfristig) | 2.120 | 4.324 |
| Tatsächliche Erstattungsansprüche | 4.986 | 1.573 |
| Steueransprüche (kurzfristig) | 4.986 | 1.573 |
| Steueransprüche (gesamt) | 7.106 | 5.897 |
Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten und auf steuerliche Verlustvorträge entfallen die folgenden bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:
| in TEUR | Stand netto 31.12.2019 | Erfasst in GuV | Erfasst im sonstigen Ergebnis | Sonstiges | Stand netto | Latente Steueransprüche |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | -9.221 | 2.324 | 0 | 0 | -6.897 | 3.146 |
| Sachanlagen | -2.453 | -1.549 | -16 | 372 | -3.646 | 631 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | -147 | -761 | -259 | 49 | -1.118 | 1.089 |
| Outside basis differences | -201 | -58 | 0 | 0 | -259 | 0 |
| Rückstellungen | 3.518 | -89 | 257 | 12 | 3.698 | 5.345 |
| Verbindlichkeiten | 2.164 | 3.257 | 0 | -37 | 5.384 | 5.878 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 7.970 | 2.502 | 0 | 0 | 10.472 | 10.472 |
| Nicht angesetzte aktive latente Steuern | -2.494 | -6.442 | 0 | -4 | -8.940 | -8.940 |
| Summe | -864 | -816 | -18 | 392 | -1.306 | 17.621 |
| Verrechnung der Steuer | -16.333 | |||||
| Konzernbilanzausweis | 1.289 |
| in TEUR | Latente Steuerschulden |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | -10.043 |
| Sachanlagen | -4.277 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | -2.207 |
| Outside basis differences | -259 |
| Rückstellungen | -1.647 |
| Verbindlichkeiten | -494 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 0 |
| Nicht angesetzte aktive latente Steuern | 0 |
| Summe | -18.927 |
| Verrechnung der Steuer | 16.333 |
| Konzernbilanzausweis | -2.595 |
Die aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge beruhen auf der Erwartung, dass die Verlustvorträge mit künftigen zu versteuernden Ergebnissen verrechnet werden können.
Die den nicht aktivierten latenten Steuern zugrunde liegenden Verlustvorträge betragen TEUR 15.269 (im Vorjahr TEUR 8.292). Ferner wurden auf temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 6.324 (im Vorjahr TEUR 965) keine latenten Steuern angesetzt. Dies betrifft neben den deutschen Gesellschaften insbesondere die Tochtergesellschaften in Frankreich und Italien.
Insgesamt bestehen im Konzern körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 28.409 (im Vorjahr TEUR 18.747), vortragsfähige Gewerbeverluste in Höhe von TEUR 30.138 (im Vorjahr TEUR 17.317) und ausländische steuerliche Verluste in Höhe von TEUR 9.677 (im Vorjahr TEUR 6.733).
Zum Bilanzstichtag bestehen passive latente Steuern in Höhe von TEUR 259 (im Vorjahr TEUR 201) aus outside basis differences in Höhe von TEUR 811 (im Vorjahr TEUR 666), welche nicht gesondert bilanziert wurden, da die Voraussetzungen nach IAS 12.39 vorliegen.
Zur Vermeidung einer allfälligen Doppelbesteuerung in Folge von Verrechnungspreiskorrekturen in der deutschen Konzern-Betriebsprüfung für die Jahre 2009 bis 2012 hat die Francotyp-Postalia entsprechende Verständigungsverfahren mit den betreffenden Ländern initiiert. Es wird diesbezüglich auf Anhangangabe 17 verwiesen.
Die aus den internationalen Verständigungen erwarteten Erstattungsansprüche im In- und Ausland sowie aus Überzahlungen von tatsächlichen Steuern im laufenden Jahr sind langfristige Steuerforderungen in Höhe von TEUR 831 (im Vorjahr TEUR 2.821) sowie kurzfristige Steuerforderungen in Höhe von TEUR 4.986 (im Vorjahr TEUR 1.573) entstanden. Bei der Bewertung der Steuerforderung im Rahmen des Ermessens des Managements wurde das zum Bilanzstichtag wahrscheinlichste Ergebnis der Realisierung der Forderung der Schätzung zugrunde gelegt.
(29) Sonstige Rückstellungen
| in TEUR | Stand 01.01.2020 | Währungsdifferenzen | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | Stand 31.12.2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Personal | 6.858 | -80 | -3.262 | -321 | 7.740 | 10.937 |
| Restrukturierung | 4.226 | 0 | -1.918 | -257 | 5.200 | 7.251 |
| Gewährleistungen | 192 | -1 | -38 | -5 | 46 | 194 |
| Erfindervergütungen | 225 | 0 | -138 | -87 | 159 | 159 |
| Prozesskosten | -3 | -81 | -2 | 609 | 772 | |
| Lizenzkosten | 135 | 0 | 0 | 0 | 0 | 135 |
| Preisnachlässe und Umsatzboni | 23 | 0 | 0 | 0 | 0 | 23 |
| Drohverlust | 3 | 0 | -2 | 0 | 0 | 1 |
| Übrige Rückstellungen | 0 | -285 | -22 | 942 | 1.679 | |
| Sonstige Rückstellungen | 12.955 | -84 | -5.723 | -694 | 14.697 | 21.150 |
Der Zinseffekt aus der Auf- und Abzinsung der langfristigen Rückstellungen beträgt TEUR 3 (im Vorjahr TEUR 1).
Die Rückstellungen im Personalbereich enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Abfindungen, Jubiläumsrückstellungen, Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen (ATZ) sowie Prämien und Tantiemen.
Der im Geschäftsjahr 2018 und in den Folgejahren erstellte Plan zur Restrukturierung des FP-Konzerns im Rahmen des Projektes JUMP wurde im Berichtsjahr weitergeführt. Von den im Konzernabschluss 2019 bestehenden Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von TEUR 4.226 wurden TEUR 1.918 (im Vorjahr TEUR 13) verbraucht und im Rahmen der Prüfung zum Bilanzstichtag TEUR 257 (im Vorjahr TEUR 809) erfolgswirksam aufgelöst. Das Projekt ist Ende 2020 in das Projekt FUTURE@FP aufgegangen - dies hat im Berichtsjahr zu einer Zuführung von TEUR 5.200 (im Vorjahr TEUR 696) geführt. Die Restrukturierungsrückstellung betrifft neben weiteren Maßnahmen in Deutschland auch sämtliche Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Die Maßnahmen wurden den betroffenen Mitarbeitern bzw. der zuständigen Arbeitnehmervertretung mitgeteilt. Die Maßnahmen werden in den Jahren 2021 und 2022 umgesetzt. Von der Gesamtzuführung zu den Personalrückstellungen in Höhe von TEUR 7.740 betreffen TEUR 3.828 Restrukturierungskosten. Die Restrukturierungskosten enthalten Kosten für Vertragsbeendigungen, Beratungskosten und Leistungen an Arbeitnehmer aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die geschätzten Kosten basieren auf den Bedingungen der entsprechenden Verträge. Zudem wurden für die Wertbestimmung wahrscheinlichkeitsgewichtete Annahmen insbesondere im Bereich der Ermittlung der Personalaufwendungen und der geschätzten Annahmequoten unterstellt.
In den übrigen Rückstellungen sind unter anderem Risiken für sonstige Steuern und Zinsen aus Betriebsprüfungen in Höhe von TEUR 1.365 (im Vorjahr TEUR 698) berücksichtigt.
Für die Verpflichtungen aus Altersteilzeit in Höhe von TEUR 153 (im Vorjahr TEUR 331) wird von folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen ausgegangen:
| in Prozent pro Jahr | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Zinssatz | -0,34 | -0,26 |
| Gehaltstrend | 3,00 | 3,00 |
Für die Jubiläumsrückstellungen in Höhe von TEUR 190 (im Vorjahr TEUR 202) wird von folgenden wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen ausgegangen:
| in Prozent pro Jahr | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Zinssatz | -0,06 bis 0,72 | |
| Gehaltstrend | 3,00 | 3,00 |
| Sozialversicherungstrend | 2,50 | 2,50 |
Die biometrischen Rechnungsgrundlagen, wie Sterblichkeit und Invalidität, basieren für die Verpflichtungen aus Altersteilzeit sowie für die Jubiläumsrückstellungen in Deutschland auf den aktualisierten Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und in Österreich auf den aktualisierten Richttafeln Pagler & Pagler (AVÖ 2018 P).
Die Rückstellungen für Prozesskosten beziehen sich im Wesentlichen auf erwartete Kosten anhängiger Rechtsstreitigkeiten.
Rückstellungen für Gewährleistungen werden für veräußerte Produkte auf Basis der Erfahrungswerte aus der Vergangenheit gebildet.
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 694 (im Vorjahr TEUR 2.093) betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Personal (u.a. Tantiemen, Prämien und Abfindungen) in Höhe von TEUR 321 (im Vorjahr TEUR 971), Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 257 (im Vorjahr TEUR 809) und Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 21 (im Vorjahr TEUR 211).
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit > 1 Jahr < 5 Jahre | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit > 1 Jahr < 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Personal | 10.937 | 9.392 | 1.545 | 6.858 | 5.362 | 1.496 |
| Restrukturierungen | 7.251 | 3.479 | 3.772 | 4.226 | 2.388 | 1.838 |
| Gewährleistungen | 194 | 194 | 0 | 192 | 192 | 0 |
| Erfindervergütungen | 159 | 159 | 0 | 225 | 225 | 0 |
| Prozesskosten | 772 | 772 | 0 | 249 | 249 | 0 |
| Lizenzkosten | 135 | 135 | 0 | 135 | 135 | 0 |
| Preisnachlässe und Umsatzboni | 23 | 23 | 0 | 23 | 23 | 0 |
| Drohverluste | 1 | 1 | 0 | 3 | 3 | 0 |
| Übrige Rückstellungen | 1.679 | 1.638 | 41 | 1.044 | 1.003 | 40 |
| Sonstige Rückstellungen | 21.150 | 15.793 | 5.358 | 12.955 | 9.580 | 3.374 |
(30) Verbindlichkeiten
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Restlaufzeit | Restlaufzeit | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Gesamt | < 1 Jahr | > 1 Jahr ≤ 5 Jahre | > 5 Jahre | Gesamt | < 1 Jahr | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 36.402 | 11 | 36.391 | 0 | 38.398 | 7 |
| Leasingverbindlichkeiten | 10.560 | 3.663 | 6.505 | 392 | 11.245 | 3.479 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen | 1 | 1 | 0 | 0 | 6 | 6 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 600 | 600 |
| Finanzverbindlichkeiten | 46.963 | 3.675 | 42.896 | 392 | 50.249 | 4.092 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14.139 | 14.139 | 0 | 0 | 14.581 | 14.581 |
| Verbindlichkeiten aus Teleporto | 26.525 | 26.525 | 0 | 0 | 27.119 | 27.119 |
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 2.363 | 621 | 1.742 | 0 | 1.962 | 1.962 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 5.855 | 5.605 | 250 | 0 | 5.324 | 5.324 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 34.742 | 32.750 | 1.992 | 0 | 34.405 | 34.405 |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | 11 | 11 | 0 | 0 | 1 | 1 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 958 | 958 | 0 | 0 | 1.977 | 1.977 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | 1.512 | 1.512 | 0 | 0 | 1.608 | 1.608 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 378 | 378 | 0 | 0 | 408 | 408 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 13.486 | 13.015 | 471 | 0 | 12.424 | 12.397 |
| Übrige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 92 | 92 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 16.437 | 15.966 | 471 | 0 | 16.418 | 16.391 |
| Gesamt | 112.281 | 66.530 | 45.359 | 392 | 115.653 | 69.469 |
| 31.12.2019 | ||
|---|---|---|
| Restlaufzeit | ||
| --- | --- | --- |
| > 1 Jahr ≤ 5 Jahre | > 5 Jahre | |
| --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 38.391 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 7.446 | 320 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen | 0 | 0 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Finanzverbindlichkeiten | 45.837 | 320 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Teleporto | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 0 | 0 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 27 | 0 |
| Übrige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 27 | 0 |
| Gesamt | 45.864 | 320 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 36.391 (im Vorjahr TEUR 38.391) bestehen gegenüber einem internationalen Bankenkonsortium. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 31 4. Liquiditätsrisiken.
Gemäß dem am 31. Dezember 2020 bestehenden Konsortialdarlehensvertrag ist für die einzelnen Darlehen ein an den EURIBOR gekoppelter Zins festgelegt. Aufgrund der anhaltend vorherrschenden Negativverzinsung der 3-Monats-EURIBOR- bzw. 6-Monats-EURBIOR-Sätze ist eine Zinssicherung zum Bilanzstichtag ökonomisch nicht sinnvoll gewesen.
Aus der in den Vorjahren eingegangenen Finanzierungsvereinbarung resultieren im Jahr 2020 keine vertraglichen Rückzahlungsverpflichtungen. Die Verbindlichkeiten werden entsprechend mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr ausgewiesen.
Die Verbindlichkeiten aus Teleporto betreffen treuhänderisch verwaltete Kundengelder.
Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen die aus Zahlungseingängen abgegrenzten Umsatzerlöse nach IFRS 15 und IFRS 16.
(31) Finanzinstrumente
Klassen von Finanzinstrumenten
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte aller Finanzinstrumente, welche im Konzernabschluss enthalten sind, sowie deren Bewertungskategorie nach IFRS 9.
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN
| in TEUR | Buchwert | ||
|---|---|---|---|
| Bilanzposition | Bewertet zu1) | 2020 | 2019 |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing (langfristig) | n/a2) | 15.674 | 17.256 |
| Derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung | FV | 474 | 0 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | AC | 169 | 164 |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 16.317 | 17.420 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | AC | 17.689 | 18.142 |
| Forderungen aus Finanzierungsleasing (kurzfristig) | n/a2) | 6.679 | 6.875 |
| Derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung | FV | 311 | 0 |
| Derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung | FV | 254 | 0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) | AC | 6.417 | 7.264 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 13.660 | 14.138 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | AC | 36.109 | 30.508 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (langfristig) | AC | 36.391 | 38.391 |
| Leasingverbindlichkeiten (langfristig) | n/a2) | 6.897 | 7.766 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 43.288 | 46.157 | |
| Derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung | FV | 1.742 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten(langfristig) | AC | 250 | 0 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.992 | 0 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (kurzfristig) | AC | 11 | 7 |
| Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) | n/a2) | 3.663 | 3.479 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig) | AC | 1 | 606 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 3.675 | 4.092 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 14.139 | 14.581 |
| Derivative Finanzinstrumente mit Hedge Beziehung | FV | 7 | 285 |
| Derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung | FV | 614 | 1.676 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) | AC | 32.130 | 32.443 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 32.750 | 34.404 | |
| Davon nach Bewertungskategorien des IFRS 9 | |||
| Finanzielle Vermögenswerte - zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (FAAC) | 60.384 | 56.078 | |
| Finanzielle Vermögenswerte - erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) | 728 | 0 | |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte in Sicherungsbeziehung | 311 | 0 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (FLAC) | 82.921 | 86.027 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FLFV) | 2.356 | 1.676 | |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten in Sicherungsbeziehung | 7 | 285 |
1) AC - Amortized cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet), FV - Fair Value (zum beizulegenden Zeitwert bewertet)
2) Die Forderungen aus Finanzierungseasing und die Leasingverbindlichkeiten fallen in den Anwendungsbereich des IFRS 16 und sind daher keiner der unter IFRS 9 gebildeten Bewertungskategorien zuzuordnen.
Der Großteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (kurzfristig), der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (kurzfristig) hat kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen die Buchwerte dieser Finanzinstrumente näherungsweise ihren beizulegenden Zeitwerten zum Abschlussstichtag.
Der Buchwert der langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der langfristigen Finanzverbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, entspricht annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert, da diese variabel verzinst sind oder es seit dem erstmaligen Ansatz dieser Finanzinstrumente keine wesentlichen Änderungen in den anwendbaren Bewertungsparametern gab.
Die nachstehende Tabelle enthält Informationen zur Bewertung der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie.
| Finanzinstrumente | Beizulegende Zeitwerte | Beizulegende Zeitwerte | Bewertungstechnik | Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren | |
|---|---|---|---|---|---|
| Werte in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | Hierarchie | ||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Derivative Finanzinstrumente mit positiven Zeitwerten | 1.039 | 0 | Marktvergleichsverfahren: Die beizulegenden Zeitwerte basieren auf Preisnotierungen von Brokern | nicht anwendbar | Stufe 2 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Derivative Finanzinstrumente mit negativen Zeitwerten | 2.363 | 1.962 | Marktvergleichsverfahren: Die beizulegenden Zeitwerte basieren auf Preisnotierungen von Brokern | nicht anwendbar | Stufe 2 |
Zum Ende der Berichtsperiode wird überprüft, ob Umgruppierungen zwischen den Bewertungshierarchien vorzunehmen sind. In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wurden keine Umgruppierungen vorgenommen.
Risikomanagement
Im Rahmen der operativen Tätigkeit ist der FP-Konzern im Finanzbereich Kredit-, Liquiditäts- sowie Marktrisiken ausgesetzt. Die Marktrisiken betreffen insbesondere Zinsänderungs- und Währungskursrisiken.
Das übergeordnete Risikomanagementsystem des Konzerns berücksichtigt die Unvorhersehbarkeit der Finanzmärkte und ist darauf ausgerichtet, negative Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns zu minimieren. Zur Erreichung dieses Zieles bedient sich der Konzern bestimmter Finanzinstrumente.
Zu weiteren Informationen hinsichtlich qualitativer Angaben zum Risikomanagement und zu den Finanzrisiken verweisen wir auf den Risikobericht im Konzernlagebericht.
Weitere wesentliche Risikokonzentrationen in Bezug auf die Finanzinstrumente sind nicht erkennbar. Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichkeiten, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung und die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind durch konzerninterne Regelungen festgelegt. Hierzu gehört eine Funktionstrennung zwischen Erfassung und Kontrolle der Finanzinstrumente. Die Währungs-, Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken des FP-Konzerns werden zentral gesteuert.
1.Fremdwährungsrisiken
Aufgrund seiner internationalen Ausrichtung ist der FP-Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Fremdwährungsrisiken resultieren aus Bilanzposten und aus schwebenden Geschäften in Fremdwährungen sowie aus allen Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen in Fremdwährungen. Um diese Risiken zu begrenzen, werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt.
Translationsrisiken
Im Berichtsjahr wurden im Finanzergebnis Erträge aus Währungsumrechnungen und -sicherungen in Höhe von TEUR 1.340 (im Vorjahr TEUR 766) sowie Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.316 (im Vorjahr TEUR 121) erfasst.
Transaktionsrisiken
Der Konzern reduziert das Risiko, indem es Geschäftstransaktionen (Verkäufe und Zukäufe von Produkten und Dienstleistungen sowie Investitionsund Finanzierungsaktivitäten) hauptsächlich in der jeweiligen funktionalen Währung abrechnet. Außerdem gleicht es das Fremdwährungsrisiko zum Teil dadurch aus, dass es Güter, Rohstoffe und Dienstleistungen in der entsprechenden Fremdwährung beschafft.
Den operativen Einheiten ist es untersagt, aus spekulativen Gründen Finanzmittel in Fremdwährungen aufzunehmen und/ oder anzulegen. Konzerninterne Finanzierungen oder Investitionen werden bevorzugt in der jeweiligen funktionalen Währung durchgeführt. Die Unternehmensfinanzierung wird von der FP Holding sowie der Francotyp-Postalia GmbH organisiert und durchgeführt.
Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Konzerneigenkapitals in Abhängigkeit von möglichen Änderungen von für die FP-Gruppe relevanten Wechselkursen (GBP, USD, CAD, SEK) ceteris paribus. Als Bezugsgröße für die ermittelten Sensitivitäten wurden die in den jeweiligen Währungen ungesicherten Geschäfte (Nettorisikoposition) sowie die bestehenden derivativen Finanzinstrumente und die Net Investments nach IAS 21 verwendet.
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN USD
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| USD | +5 % | 0 | -418 |
| -5 % | 0 | 393 | |
| 2019 | |||
| USD | +5 % | 0 | -557 |
| -5 % | 0 | 555 |
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN CAD
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| CAD | +5 % | 0 | -33 |
| -5 % | 0 | 30 | |
| 2019 | |||
| CAD | +5 % | 0 | -85 |
| -5 % | 0 | 77 |
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN GBP
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| GBP | +5 % | 82 | -76 |
| -5 % | -131 | 68 | |
| 2019 | |||
| GBP | +5 % | 704 | -193 |
| -5 % | -667 | 174 |
NETTORISIKOPOSITION IN GBP
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| GBP | +5 % | 152 | 0 |
| -5 % | -138 | 0 | |
| 2019 | |||
| GBP | +5 % | 46 | 0 |
| -5 % | -42 | 0 |
NETTORISIKOPOSITION IN USD
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| USD | +5 % | 618 | 0 |
| -5 % | -559 | 0 | |
| 2019 | |||
| USD | +5 % | 563 | 0 |
| -5 % | -509 | 0 |
NETTORISIKOPOSITION IN CAD
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| CAD | +5 % | 88 | 0 |
| -5 % | -79 | 0 | |
| 2019 | |||
| CAD | +5 % | 101 | 0 |
| -5 % | -91 | 0 |
NETTORISIKOPOSITION IN SEK
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| SEK | +5 % | 89 | 0 |
| -5 % | -81 | 0 | |
| 2019 | |||
| SEK | +5 % | 90 | 0 |
| -5 % | -82 | 0 |
NET INVESTMENTS IN SEK
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2019 | |||
| SEK | +5 % | 0 | 0 |
| -5 % | 0 | 0 | |
| 2018 | |||
| SEK | +5 % | 0 | 102 |
| -5 % | 0 | -92 |
NET INVESTMENTS IN CAD
| in TEUR | Kursentwicklung der Fremdwährung in Prozentpunkten | Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| CAD | +5 % | 0 | 37 |
| -5 % | 0 | -33 | |
| 2019 | |||
| CAD | +5 % | 0 | 39 |
| -5 % | 0 | -36 |
Der Konzern nutzt Devisentermingeschäfte und Fremdwährungs-Optionen um die Fremdwährungsrisiken aus den künftig erwarteten Zahlungseingängen in US-Dollar (USD), Canada-Dollar (CAD) sowie Britischen Pfund (GBP) abzusichern. Gemäß der Richtlinie des Konzerns müssen die wesentlichen Vertragsbedingungen der Termingeschäfte und Optionen mit den gesicherten Grundgeschäften übereinstimmen.
Der FP-Konzern erfasst die gesamten Änderungen (einschließlich der Terminkomponente als Sicherungskosten) des beizulegenden Zeitwerts von Devisenterminkontrakten und FremdwährungsOptionen im Eigenkapital.
Gemäß IFRS 9 werden Änderungen der Terminkomponente von Devisentermingeschäften und des Zeitwerts von Optionen, die sich auf die gesicherten Grundgeschäfte beziehen, in der Rücklage für die Kosten der Absicherung abgegrenzt.
Zur Minimierung von Ergebnisschwankungen wurden Sicherungsgeschäfte zusammen mit den jeweiligen Grundgeschäften zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 in eine Sicherungseinheit unter Berücksichtigung der Regelungen des IFRS 9 eingebracht.
ÜBERSICHT DER SICHERUNGSBEZIEHUNGEN MIT HEDGE ACCOUNTING ZUM 31.12.2020
| Währung | Summe der erwarteten Cashflows in Fremdwährung | Abgesichertes Volumen in Fremdwährung per 31.12.2020 | Durchschnittlicher Sicherungskurs | Art der Sicherungsbeziehung | Buchwert zum 31.12.2020 | Effektivitätstest -effektiver Teil, Kassakomponente |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten | Rücklage für Cashflow Hedges | |||||
| USD | 26.400.000 | 12.000.000 | 1,1933 EUR/USD | DTG / Cash Flow Hedge | 149.620,21 | 180.988 |
| 1,2066 EUR/USD | FX-Collar / Cash Flow Hedge | 155.014,21 | 83.101 | |||
| GBP | 3.900.000 | 1.300.000 | 0,9064 EUR/GBP | DTG / Cash Flow Hedge | -7.167,25 | -2.801 |
| CAD | 3.600.000 | 1.000.000 | 1,5507 EUR/CAD | DTG / Cash Flow Hedge | 6.850,61 | 8.512 |
| Währung | Effektivitätstest -ineffektiver Teil | Nicht designierter Teil des Hedges, Terminkomponente |
|---|---|---|
| GuV | Rücklage für die Kosten der Absicherung | |
| USD | 0 | -31.368 |
| 0 | 71.914 | |
| GBP | 0 | -4.366 |
| CAD | 0 | -1.662 |
ÜBERSICHT DER SICHERUNGSBEZIEHUNGEN MIT HEDGE ACCOUNTING ZUM 31.12.2019
| Währung | Summe der erwarteten Cashflows in Fremdwährung | Abgesichertes Volumen in Fremdwährung per 31.12.2019 | Durchschnittlicher Sicherungskurs | Art der Sicherungsbeziehung | Buchwert zum 31.12.2019 | Effektivitätstest -effektiver Teil, Kassakomponente |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten | Rücklage für Cashflow Hedges | |||||
| USD | 24.000.000 | 12.000.000 | 1,1445 EUR/USD | DTG / Cash Flow Hedge | -71.038,00 | 22.439 |
| 1,1452 EUR/USD | FX-Collar / Cash Flow Hedge | -70.599,64 | -101.882 | |||
| GBP | 3.900.000 | 3.155.000 | 0,8798 EUR/GBP | DTG / Cash Flow Hedge | -96.414,73 | -81.921 |
| CAD | 5.200.000 | 2.400.000 | 1,5188 EUR/CAD | DTG / Cash Flow Hedge | -47.262,32 | -24.518 |
| Währung | Effektivitätstest -ineffektiver Teil | Nicht designierter Teil des Hedges, Terminkomponente |
|---|---|---|
| GuV | Rücklage für die Kosten der Absicherung | |
| USD | 0 | -93.477 |
| 0 | 31.282 | |
| GBP | 0 | -14.494 |
| CAD | 0 | -22.744 |
Der FP-Konzern erwartet aus der operativen Geschäftstätigkeit der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Cashflows in US-Dollar in 2021 in Höhe von TUSD 26.400 (im Vorjahr TUSD 24.000). In Höhe von TUSD 12.000 (im Vorjahr TUSD 12.000) wurden per Ende Dezember 2020 Devisentermingeschäfte und FX-Optionsgeschäfte mit fester Fälligkeit abgeschlossen.
Der FP-Konzern erwartet aus der operativen Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft in Großbritannien Cashflows in GBP in 2021 in Höhe von TGBP 3.900 (im Vorjahr TGBP 3.900). In Höhe von TGBP 1.300 (im Vorjahr TGBP 3.155) wurden per Ende Dezember 2020 Devisentermingeschäfte mit fester Fälligkeit abgeschlossen.
Der FP-Konzern erwartet aus der operativen Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft in Kanada Cashflows in CAD in 2021 in Höhe von TCAD 3.600 (im Vorjahr TCAD 5.200). In Höhe von TCAD 1.000 (im Vorjahr TCAD 2.400) wurden per Ende Dezember 2020 Devisentermingeschäfte mit fester Fälligkeit abgeschlossen.
Unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Währungssicherungen ergeben sich die folgenden Nettorisikopositionen.
NETTORISIKOPOSITION ZUM 31.12.2020
| in Tausend | |||
|---|---|---|---|
| Währung | Erwartete Cashflows (Zuflüsse) in Fremdwährung | Abgesichert im Rahmen eines Cash Flow Hedge | Nettorisiko in Fremdwährung |
| --- | --- | --- | --- |
| GBP | 3.900 | 1.300 | 2.600 |
| USD | 26.400 | 12.000 | 14.400 |
| CAD | 3.600 | 1.000 | 2.600 |
| SEK | 17.000 | 0 | 17.000 |
NETTORISIKOPOSITION ZUM 31.12.2019
| in Tausend | |||
|---|---|---|---|
| Währung | Erwartete Cashflows (Zuflüsse) in Fremdwährung | Abgesichert im Rahmen eines Cash Flow Hedge | Nettorisiko in Fremdwährung |
| --- | --- | --- | --- |
| GBP | 3.900 | 3.155 | 745 |
| USD | 24.000 | 12.000 | 12.000 |
| CAD | 5.200 | 2.400 | 2.800 |
| SEK | 17.900 | 0 | 17.900 |
Weitere Währungsrisiken wurden im Rahmen von sog. Einzelderivatgeschäften abgeschlossen, die nach IFRS 9 keine Hedge-Accounting-fähige Sicherungsbeziehung definieren. Hierbei handelt es sich um die in der folgenden Tabelle dargestellten Geschäfte.
| in Tausend | ||||
|---|---|---|---|---|
| Währung | Nominalvolumen in Fremdwährung | Art des Sicherungsgeschäfts | Marktwert per 31.12.2020 | Marktwert per 31.12.2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| GBP | 12.000 | Devisenswap | -2.356 | -1.676 |
| GBP | 10.000 | Devisenswap | 728 | 0 |
2. Zinsrisiken
Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der FP-Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den langfristigen Verbindlichkeiten mit einem variablen Zinssatz. Der Finanzbereich des Konzerns steuert die Zinsrisiken mit dem Ziel, das Zinsergebnis des Konzerns zu optimieren sowie das gesamte Zinsänderungsrisiko zu minimieren. Der Finanzierungsbedarf von Unternehmen des FP-Konzerns wird über konzerninterne Darlehen bzw. konzerninterne Verrechnungskonten gedeckt.
In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wurden keine Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Der im Juni 2016 abgeschlossene und im September 2018 modifizierte Kreditvertrag sieht eine Verzinsung auf Basis eines variablen Referenzzinssatzes (3-Monats-EURIBOR oder 6-Monats-EURIBOR) zzgl. einer Kreditmarge vor. Aufgrund des aktuell anhaltend niedrigen Zinsumfeldes (Negativverzinsung des 3-Monats-EURIBOR bzw. 6-Monats-EURIBOR) wäre eine Zinssicherung zum aktuellen Zeitpunkt mit aktuell nicht notwendigen Sicherungskosten verbunden.
Sämtliche Zins- und Währungsrisiken werden jedoch kontinuierlich überwacht und können bei Bedarf zeitnah abgeschlossen werden.
Variabel verzinsliche Finanzinstrumente bestehen ausschließlich in Form der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Konzerneigenkapitals gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze. Alle anderen Variablen bleiben konstant. Als Bezugsgröße für die Sensitivität wurde der durchschnittliche jährliche Darlehensbestand verwendet.
| in TEUR | Veränderung in Prozentpunkten | Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern | Auswirkung auf das kumulierte übrige Eigenkapital vor Steuern |
|---|---|---|---|
| 2020 | +1% | -180 | 0 |
| -1% | 0 | 0 | |
| 2019 | +1% | -267 | 0 |
| -1% | 0 | 0 |
3.Ausfallrisiken
Die bilanzierte Höhe der finanziellen Vermögenswerte gibt das maximale Ausfallrisiko für den Fall wieder, dass Kontrahenten ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Für alle den originären Finanzinstrumenten zugrunde liegenden Leistungsbeziehungen gilt, dass zur Minimierung der Ausfallrisiken in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung Sicherheiten verlangt werden, Kreditauskünfte/ Referenzen eingeholt werden oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung (etwa Betrachtung des Zahlungsverhaltens) zur Vermeidung von Zahlungsausfällen genutzt werden. Gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Francotyp-Postalia besteht bei Kauf ein Eigentumsvorbehalt an der Kaufsache bis zum Eingang aller Zahlungen. Befindet sich bei einer Vermietung einer Maschine ein Kunde in Zahlungsverzug oder verweigert ein Mieter trotz Fristsetzung die Durchführung des Mietvertrags, so ist der Kunde neben der Zahlung eines Schadensersatzes verpflichtet, den Mietgegenstand an Francotyp-Postalia bei Vertragskündigung zurückzugeben.
Das Ausfallrisiko des FP-Konzerns wird hauptsächlich durch die individuellen Merkmale der Kunden beeinflusst. Allerdings berücksichtigt das Management auch die Merkmale der gesamten Kundenbasis, einschließlich des Ausfallrisikos der Branche und der Länder, in denen die Kunden tätig sind, da diese Faktoren das Ausfallrisiko ebenfalls beeinflussen können.
Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten (wie Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente und derivative Finanzinstrumente) entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem jeweils ausgewiesenen Buchwert.
Die FP-Gruppe schließt derivative Finanzinstrumente unter Netting-Vereinbarungen ab. Im Allgemeinen werden bei diesen Vereinbarungen die geschuldeten Beträge aus allen Transaktionen der jeweiligen Vertragspartner an einem jeweiligen einzelnen Tag innerhalb einer Währung miteinander verrechnet und von einem Vertragspartner zum anderen Vertragspartner als Summe gezahlt. In speziellen Umständen, zum Beispiel bei Eintritt eines Kreditereignisses wie einem Zahlungsausfall, werden alle ausstehenden Transaktionen unter der Vereinbarung beendet und ein Gesamtbetrag durch Verrechnung aller Transaktionen ermittelt, der als Gesamtbetrag zahlbar ist.
Diese Vereinbarungen erfüllen nicht die Kriterien für das Verrechnen der Transaktionen in der Bilanz. Dies ist der Fall, da Francotyp-Postalia keine rechtlichen Mittel hat, diese Transaktionen im Normalfall miteinander zu verrechnen. Eine Verrechnung ist rechtlich nur möglich im Falle eines zukünftigen Ereignisses wie Zahlungsausfall bei Verbindlichkeiten oder ähnlichem.
Die folgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die einer solchen Vereinbarung unterliegen.
| 31.12.2020 | |||
|---|---|---|---|
| in TEUR | Brutto Summe der erfassten Finanzinstrumente in der Bilanz | Zugehörige nicht verrechnete Finanzinstrumente | Nettosumme |
| --- | --- | --- | --- |
| Derivative Finanzinstrumente mit positiven Zeitwerten | 1.039 | 992 | 47 |
| Derivative Finanzinstrumente mit negativen Zeitwerten | 2.363 | 992 | 1.371 |
| 31.12.2019 | |||
|---|---|---|---|
| in TEUR | Brutto Summe der erfassten Finanzinstrumente in der Bilanz | Zugehörige nicht verrechnete Finanzinstrumente | Nettosumme |
| --- | --- | --- | --- |
| Derivative Finanzinstrumente mit positiven Zeitwerten | 0 | 0 | 0 |
| Derivative Finanzinstrumente mit negativen Zeitwerten | 1.962 | 0 | 1.962 |
4. Liquiditätsrisiken
Die Liquiditätsrisiken des Konzerns bestehen darin, dass möglicherweise finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachgekommen werden kann (etwa die erwartete Tilgung von Finanzschulden, Bezahlung von Zulieferern oder die Erfüllung von Verpflichtungen aus dem Finanzierungsleasing). Der FP-Konzern begrenzt diese Risiken durch ein Working-Capital- sowie CashManagement. Den Liquiditätsrisiken wird mit einer Liquiditätsvorschau für den gesamten Konzern begegnet.
Ergänzend zu den oben genannten Instrumenten der Liquiditätssicherung verfolgt der FP-Konzern kontinuierlich die sich an den Finanzmärkten bietenden Finanzierungsmöglichkeiten. Zentrales Ziel dabei ist, die finanzielle Flexibilität des Konzerns zu sichern und Finanzierungsrisiken zu begrenzen.
Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen.
Im Geschäftsjahr 2018 schloss der FP-Konzern mit einem starken, international agierenden Bankenkonsortium einen neuen, signifikant erweiterten Konsortialdarlehensvertrag zu verbesserten Rahmenbedingungen und Konditionen über TEUR 150.000 ab, verbunden mit einer Erhöhungsoption von TEUR 50.000. Der FP-Konzern verfügt zum 31. Dezember 2020 über ungenutzte Kreditlinien in Höhe von TEUR 111.617 (im Vorjahr TEUR 109.526). Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 27. September 2023 mit zweimaliger Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr.
Der FP-Konzern ist gemäß des neuen Konsortialdarlehensvertrags verpflichtet, zwei definierte Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten:

Gemäß der bestehenden Change of Control Klausel des Konsortialdarlehensvertrages liegt ein Kontrollwechsel vor, wenn eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen direkt oder indirekt über 30% der Stimmrechte oder Aktien an der Francotyp-Postalia Holding AG halten.
Bei Vorliegen eines Kontrollwechsels und nach schriftlichem Verlangen eines Kreditgebers werden sämtliche Kredite (inkl. anfallender Zinsen) in Bezug auf den Kreditgeber innerhalb von 30 Tagen zur Rückzahlung fällig.
Zu den weiteren wesentlichen inhaltlichen Bedingungen der Finanzierungsdokumentation auf Basis der britischen Loan Market Association (LMA) gehört auch die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Des Weiteren schafft der Kreditvertrag auch Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem hat der FP-Konzern zukünftig unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Durch den Konsortialdarlehensvertrag hat der FP-Konzern insgesamt deutlich an finanzieller Stabilität und Flexibilität gewonnen.
Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten stammen hauptsächlich aus der Finanzierung von in den fortgeführten Aktivitäten genutzten operativen Vermögenswerten (etwa Sachanlagen) und aus Investitionen innerhalb des Working Capital (zum Beispiel Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Der Konzern berücksichtigt diese Vermögenswerte bei der effektiven Steuerung des gesamten Liquiditätsrisikos.
Die folgenden Tabellen zeigen die undiskontierten, vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten. Dies umfasst u.a. die aus dem Konsortialdarlehensvertrag resultierenden Cashflows einschließlich geschätzter Zinszahlungen sowie die Zahlungen aus den bestehenden derivativen Finanzinstrumenten mit negativem Zeitwert. Neben dem genannten Konsortialdarlehen in Höhe von TEUR 36.391 (im Vorjahr TEUR 38.391) bestanden weitere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 11 (im Vorjahr TEUR 7).
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN PER 31.12.2020
| in TEUR | Buchwert | Zahlungsmittelabflüsse | ||
|---|---|---|---|---|
| < 1 Jahr | 1 - 5 Jahre | > 5 Jahre | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 36.401 | -725 | -39.600 | 0 |
| Verpflichtungen aus Leasingverbindlichkeiten | 10.560 | -3.663 | -6.505 | -392 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 1 | -1 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14.139 | -14.139 | 0 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (ohne Derivate) | 32.380 | -32.130 | -250 | 0 |
| Einzahlungen aus den Derivategeschäften | 5.271 | 9.508 | 0 | |
| Auszahlungen aus den Derivategeschäften | -5.896 | -11.107 | 0 |
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN PER 31.12.2019
| in TEUR | Buchwert | Zahlungsmittelabflüsse | ||
|---|---|---|---|---|
| < 1 Jahr | 1 - 5 Jahre | > 5 Jahre | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 38.398 | -734 | -2.909 | -39.693 |
| Verpflichtungen aus Leasingverbindlichkeiten | 11.245 | -3.479 | -7.446 | -320 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 606 | -606 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14.581 | -14.581 | 0 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (ohne Derivate) | 32.443 | -32.443 | 0 | 0 |
| Einzahlungen aus den Derivategeschäften | 29.766 | 0 | 0 | |
| Äuszahlungen aus den Derivategeschäften | -31.624 | 0 | 0 |
Nettogewinne und Nettoverluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorie
NETTOERGEBNIS IFRS 9
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 1) | -622 | 158 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 2) | 451 | -1.662 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 3) | -111 | 367 |
| Gesamt | -282 | -1.137 |
1) Fair Value Änderungen und Veräußerungsergebnisse
2) Wertminderungen, Wertaufholungen, Zinszahlungen und Fremdwährungseffekte
3) Fremdwährungseffekte, Zinszahlungen und Abgangserfolge
Kapitalsteuerung
Maßgeblich für die Kapitalsteuerung des Konzerns ist die Kapitalstruktur. Die Steuerungsgröße für die Kapitalstruktur ist der Nettoverschuldungsgrad. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis der NettoSchulden zum Eigenkapital. Der Nettoverschuldungsgrad wird fortlaufend überwacht.
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 36.401 | 38.398 |
| Leasingverbindlichkeiten | 10.560 | 11.245 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 1 | 600 |
| Schulden | 46.962 | 50.243 |
| Liquide Mittel | -30.508 | |
| Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden | 12.929 | 11.990 |
| Finanzmittel | -23.180 | -18.518 |
| Nettoschulden | 23.783 | 31.725 |
| Eigenkapital | 13.670 | 31.991 |
| Nettoverschuldungsgrad | 174% | 99% |
Mit der Kapitalsteuerung wird ein möglichst hohes Bonitätsrating angestrebt. Zudem soll der Going Concern sichergestellt werden.
Aufgrund der erforderlichen Aufwendungen, wie Ausbuchungen und Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte, und der Bildung von Restrukturierungsrückstellungen für FUTURE@FP sank das Eigenkapital und damit die Nettoverschuldung des FP-Konzerns im Geschäftsjahr 2020 deutlich. Das Eigenkapital sank im Vergleich zum Vorjahr um 57 %.
Im Berichtsjahr 2020 wurden keine Änderungen an den Zielen, Richtlinien und Verfahren für die Kapitalsteuerung vorgenommen.
Finanzielle Steuerungsgrößen
Die Steuerung des Konzerns erfolgt im Wesentlichen über die folgenden finanziellen Kennzahlen: Umsatz, EBITDA und Bereinigter Free Cashflow.
(32) Sicherheiten
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Bürgschaftsverpflichtungen | 648 | 648 |
| Gesamt | 648 | 648 |
Die Bürgschaftsverpflichtungen beinhalten Mietbürgschaften für Maschinen und Portogebühren und eventuelle Erstattungsansprüche aus Subventionszahlungen.
Alle gegenwärtigen, bedingten und künftigen Forderungen der Finanzierungsparteien des Konsortialdarlehensvertrages aus oder im Zusammenhang mit diesem Darlehensvertrag, einer Abzweiglinienvereinbarung oder den weiteren Finanzierungsdokumenten sind in Form von Garantien besichert. Jeder Garant garantiert selbständig und unabhängig gegenüber den Finanzierungsparteien unwiderruflich und unbedingt die Zahlung aller nach dem Darlehensvertrag oder einem anderen Finanzierungsdokument von den Darlehensnehmern geschuldete Beträge, sofern diese nicht rechtzeitig oder nicht in voller Höhe beglichen werden. Die Garanten verpflichteten sich, jede Zahlung unter dieser Garantie frei von Abzügen oder Einbehalten zu leisten.
Garanten zum Stichtag sind neben der Darlehensnehmerin FP Holding auch die Francotyp-Postalia GmbH, die freesort GmbH, die Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, die FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG, die Mentana-Claimsoft GmbH, die IAB Communications GmbH, die Francotyp-Postalia Inc. (USA), die Francotyp-Postalia Ltd. (UK) sowie die Francotyp-Postalia Canada Inc. (Kanada).
Per 31. Dezember 2020 beträgt der in Anspruch genommene Kredit TEUR 38.383 (im Vorjahr TEUR 40.474). Dieser Betrag beinhaltet ebenso Avale.
Erhaltene Sicherheiten haben einen beizulegenden Zeitwert von TEUR 1.938 (im Vorjahr TEUR 1.306) und stehen dem FP-Konzern im Berichtsjahr ausschließlich kurzfristig zur Verfügung (unverändert zum Vorjahr). Die Sicherheiten bestehen im Wesentlichen aus Mietkautionsbürgschaften und Bürgschaften für Warenlieferungen und Dienstleistungen.
(33) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
NOMINALWERTE DER SONSTIGEN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGEN ZUM 31.12.2020
| in TEUR | Gesamt | < 1 Jahr | 1-5 Jahre | > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 23.302 | 17.297 | 5.991 | 14 |
| davon aus Miet-/ Leasingverträgen (nicht bilanziert) | 1.896 | 903 | 992 | 0 |
| davon aus Bestellobligo | 19.279 | 14.655 | 4.623 | 0 |
| davon aus sonstigen vertraglichen Verpflichtungen | 2.128 | 1.739 | 375 | 14 |
NOMINALWERTE DER SONSTIGEN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGEN ZUM 31.12.2019
| in TEUR | Gesamt | < 1 Jahr | 1-5 Jahre | > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 29.692 | 19.392 | 10.262 | 38 |
| davon aus Miet-/ Leasingverträgen (nicht bilanziert) | 2.143 | 836 | 1.307 | 0 |
| davon aus Bestellobligo | 24.184 | 16.022 | 8.162 | 0 |
| davon aus sonstigen vertraglichen Verpflichtungen | 3.365 | 2.534 | 793 | 38 |
Die Verpflichtungen aus Miet- bzw. Leasingverträgen zum 31. Dezember 2020 betreffen:
(i) Verpflichtungen aus kurzfristigen Verträgen oder Verträgen mit wertmäßig geringem Volumen, die aufgrund der Ausübung von Wahlrechten des IFRS 16 nicht in der Bilanz angesetzt worden sind.
(ii) Verpflichtungen für Vertragsbestandteile mit Dienstleistungscharakter. Das Entgelt, das auf diese Leistungen entfällt, wird nicht als Teil des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit erfasst. Insoweit bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Die Bestellobligos betreffen überwiegend den Erwerb von Materialien und sonstigen Dienstleistungen.
(34) Angaben zu Leasingverhältnissen für den FP-Konzern als Leasingnehmer
Als Leasingnehmer tritt der Konzern hauptsächlich bei der Anmietung von Immobilien (Büro- und Lagerflächen), aber auch von Kraftfahrzeugen, Maschinen und sonstiger Betriebs- und Geschäftsausstattung auf. Die Konditionen der Leasingverträge sind gerade bei den Immobilienmietverträgen, die den wesentlichen Teil des Leasings im Konzern ausmachen, sehr unterschiedlich. Das gilt sowohl für die Laufzeit als auch für die Vereinbarung von Kündigungs- oder Verlängerungsoptionen und die Preisgestaltung.
Zu Leasingverhältnissen, bei denen der Konzern Leasingnehmer ist, lassen sich folgende Angaben machen.
Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten
Der Bilanzausweis der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen erfolgt in der separaten Position "Nutzungsrechte" in den "Langfristigen Vermögenswerten".
Die bilanzierten Nutzungsrechte entwickelten sich wie folgt.
NUTZUNGSRECHTE
| in TEUR | Grundstücke und Gebäude | Maschinen | Kfz | Sonstige BGA | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2019 | 10.946 | 518 | 1.155 | 46 | 12.665 |
| Zugänge zu Nutzungsrechten | 1.959 | 0 | 788 | 11 | 2.758 |
| Abgänge von Nutzungsrechten | -349 | 0 | -33 | 0 | -382 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | -2.908 | -218 | -740 | -25 | -3.891 |
| Währungsdifferenzen | 31 | 0 | 1 | 0 | 32 |
| Stand zum 31.12.2019 | 9.678 | 300 | 1.172 | 32 | 11.182 |
| Zugänge zu Nutzungsrechten | 2.328 | 0 | 970 | 44 | 3.342 |
| Abgänge von Nutzungsrechten | -158 | 0 | -86 | 0 | -244 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | -2.918 | -193 | -768 | -25 | -3.904 |
| Währungsdifferenzen | -29 | 0 | -3 | 0 | -32 |
| Stand zum 31.12.2020 | 8.903 | 106 | 1.285 | 51 | 10.345 |
Die Leasingverbindlichkeiten werden in der Bilanz unter den "Langfristigen Schulden" wie auch unter den "Kurzfristigen Schulden" innerhalb der Position "Finanzverbindlichkeiten" ausgewiesen und haben zum Abschlussstichtag die folgenden Fälligkeiten.
FÄLLIGKEITEN DER LEASINGVERBINDLICHKEITEN
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| bis zu einem Jahr | 3.663 | 3.479 |
| mehr als ein und weniger als fünf Jahre | 6.505 | 7.446 |
| mehr als fünf Jahre | 392 | 320 |
| Gesamt | 10.560 | 11.245 |
Aufwendungen und Erträge aus Leasingverhältnissen
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Beträge aus Leasingverhältnissen erfasst:
AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE AUS LEASING
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte | 3.903 | 3.892 |
| Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten | 45 | 63 |
| Aufwand aus kurzfristigen Leasingverhältnissen | 132 | 72 |
| Aufwand aus Leasingverhältnissen mit wertmäßig geringem Volumen | 78 | 66 |
| Aufwand aus variablen Leasingzahlungen | 29 | 36 |
| Zinserträge aus Untermietverhältnissen | 0 | 0 |
Zahlungen aus Leasingverhältnissen
Im Geschäftsjahr 2020 wurden insgesamt Zahlungen in Höhe von TEUR 4.080 (im Vorjahr TEUR 4.158) für Leasingverhältnisse getätigt.
(35) Eventualforderungen und -verbindlichkeiten
Eventualforderungen
Im Geschäftsjahr 2017 wurde über Unregelmäßigkeiten bei der internen Erfassung und Abrechnung von Briefmengen berichtet. In dem unter engen zeitlichen Vorgaben stehenden Konsolidierungsgeschäft hat der FP-Konzern festgestellt, dass er durch Pflichtverletzungen einzelner Personen finanziell geschädigt wurde. In der Folge hat FP im Rahmen von derzeit noch laufenden Kündigungsschutzprozessen am 14. Februar 2018 Schadenersatzansprüche gegen Mitarbeitende in Höhe von rund 1,7 Mio. Euro geltend gemacht. Die Vertrauensschadenversicherung wurde über die Verletzungshandlungen und den entstandenen Schaden informiert. Im Fall der Durchsetzung der Ansprüche könnte sich dies einmalig positiv auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns auswirken und dazu führen, dass FP die Prognose für 2021 bzw. die mittelfristigen Ziele übertreffen kann.
Eventualverbindlichkeiten
Im zweiten Quartal 2017 wurden Abweichungen und vereinzelt auf Mitarbeiterfehlverhalten beruhende Unregelmäßigkeiten bei der internen Erfassung und Abrechnung von Briefmengen im zeitkritischen Konsolidierungsgeschäft festgestellt. Aus der Aufklärung des Sachverhalts könnten Rückzahlungsverpflichtungen für den FP-Konzern mit einem geschätzten Schadenspotential von TEUR 600 resultieren. Der FP-Konzern geht gegenwärtig nicht
davon aus, dass dafür eine Verpflichtung besteht. Im Geschäftsjahr 2020 wurden keine Ansprüche geltend gemacht.
V. Sonstige Angaben
(36) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
In die Finanzmittel des FP-Konzerns werden liquide Mittel abzüglich verfügungsbeschränkter flüssiger Mittel (Portoguthaben, die vom FP-Konzern verwaltet werden) einbezogen.
| in TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 36.109 | 30.508 |
| abzgl. verfügungsbeschränkte flüssige Mittel (verwaltete Portoguthaben) | -12.929 | -11.990 |
| Finanzmittel | 23.180 | 18.518 |
Die Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit hat sich wie folgt entwickelt:
| in TEUR | 01.01.2020 | Zahlungswirksam | Zahlungsunwirksam | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aufnahme | Tilgung | Effekte aus Effektivverzinsung | Effekte aus Vertragsbeendigung | Zugang | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 38.398 | 4 | -2.224 | 224 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 11.245 | 0 | -3.804 | 0 | -250 | 3.339 |
| Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit | 49.643 | 4 | -6.028 | 224 | -250 | 3.339 |
| in TEUR | Zahlungsunwirksam | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Wechselkurseffekte | ||
| --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 36.401 |
| Leasingverbindlichkeiten | 29 | 10.560 |
| Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit | 29 | 46.961 |
| in TEUR | 01.01.2019 | Zahlungswirksam | Zahlungsunwirksam | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aufnahme | Tilgung | Effekte aus Effektivverzinsung | Effekte aus Vertragsbeendigung | Zugang | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 38.805 | 0 | -407 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 12.685 | 0 | -3.859 | 0 | -380 | 2.758 |
| Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit | 51.490 | 0 | -4.266 | 0 | -380 | 2.758 |
| in TEUR | Zahlungsunwirksam | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Wechselkurseffekte | ||
| --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 38.398 |
| Leasingverbindlichkeiten | 41 | 11.245 |
| Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit | 41 | 49.643 |
(37) Mitarbeiter
DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER JE LAND
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Deutschland | 692 | 655 |
| USA | 123 | 126 |
| Großbritannien | 77 | 86 |
| Niederlande | 22 | 41 |
| Kanada | 37 | 41 |
| Italien | 13 | 24 |
| Schweden | 14 | 18 |
| Österreich | 17 | 17 |
| Frankreich | 21 | 17 |
| Belgien | 3 | 3 |
| Gesamt | 1.019 | 1.028 |
DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER JE SEGMENT
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Vertrieb Deutschland | 404 | 390 |
| Vertrieb International | 327 | 373 |
| Produktion | 218 | 219 |
| Zentrale Funktionen | 70 | 46 |
| Gesamt | 1.019 | 1.028 |
DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER NACH GESCHLECHT
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Männlich | 608 | 628 |
| Weiblich | 411 | 400 |
| Gesamt | 1.019 | 1.028 |
DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER AUFGETEILT NACH GRUPPEN
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| Führungskräfte | 92 | 133 |
| Mitarbeiter | 927 | 895 |
| Gesamt | 1.019 | 1.028 |
(38) Vorstand und Aufsichtsrat (Zusatzangaben nach HGB)
Dem Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nach stellen sich die Positionen und Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß dem aktuell geltenden Geschäftsverteilungsplan gemäß der nachfolgenden Tabelle dar:
| Name | Position im Vorstand | Zuständigkeitsbereiche |
|---|---|---|
| Carsten Lind | Vorsitzender (seit 11. November 2020) | ab dem 11. Januar 2021: |
| Unternehmensstrategie inkl. M&A/ Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit, Corporate Communication)/ Human Resources/ Internal Audit/ Business Unit Frankieren, Software & BPA, IoT und freesort | ||
| bis zum 11. Januar 2021: | ||
| Recht/ Strategy & Corporate Development/ Corporate Communication/ Human Resources Center of Excellence/ Product Management/ Business Development (New)/ Investor Relations/ M&A/ Treasury/ Controlling/ Governance, Risk and Compliance/ QM/ Rechnungswesen inkl. Steuern/ Internal Audit | ||
| Mitglied (seit 1. Juni 2020) | bis zum 11. November 2020: | |
| Recht/ Strategy & Corporate Development/ Corporate Communication/ Human Resources Center of Excellence/ Product Management/ Business Development (New) | ||
| Martin Geisel | CFO (seit 11. Januar 2021) | ab dem 11. Januar 2021: |
| Finanzen/ Rechnungswesen/ Controlling/ Steuern/ Treasury/ Recht und Compliance/ Risikomanagement/ Investor Relations/ Einkauf und Beschaffung/ Interne IT | ||
| Rüdiger Andreas Günther | Vorsitzender und CFO (bis 11. November 2020) | bis zum 11. November 2020: |
| Rechnungswesen inkl. Steuern/ Controlling/ Treasury/ M&A/ Governance, Risk & Compliance/ QM/ Investor Relations | ||
| bis zum 1. Juni 2020: | ||
| Strategische Geschäftsentwicklung/ Human Resources/ Recht/ Rechnungswesen inkl. Steuern/ Controlling/ Corporate Communications/ Treasury/ M&A/ Governance, Risk & Compliance/ QM/ Internal Audit | ||
| Patricius de Gruyter | CSO | bis zum 22. Februar 2021 1): |
| Sales Strategy & Governance/ Sales Transformation/ Vertrieb - Region Middle Europe, Region North America, Region Central Europe/ Digital Business/ Hybrid Business / Service Center of Excellence/ Marketing Center of Excellence/ Internal Audit | ||
| bis zum 11. November 2020: | ||
| Sales Strategy & Governance/ Sales Transformation/ Vertrieb - Region Middle Europe, Region North America, Region Central Europe/ Digital Business/ Hybrid Business / Service Center of Excellence/ Marketing Center of Excellence/ Internal Audit | ||
| bis zum 1. Juni 2020: | ||
| Sales Strategy & Governance / Sales Transformation/ Vertrieb - Region Middle Europe, Region North America, Region Central Region/ Digital Business/ Hybrid Business / Service Center of Excellence/ Business Developement (Traditional & Digital)/ Marketing Center of Excellence | ||
| Sven Meise | COO/CDO (bis 11. Januar 2021) | bis zum 11. Januar 2021: |
| Informationstechnik/ Forschung & Entwicklung (traditionel & digital & IoT)/ Produktion (traditionel & hybrid & IoT) /Einkauf /Logistik/ Facility Management/ Shared Service Center - North America & Europe | ||
| bis zum 11. November 2020: | ||
| Informationstechnik/ Forschung & Entwicklung (traditionel & digital)/ Produktion (traditionel & hybrid) / Einkauf / Logistik / Facility Management/ Shared Service Center -North America & Europe | ||
| bis zum 1. Juni 2020: | ||
| Informationstechnik / Forschung & Entwicklung (traditionel & digital)/ Produktion (traditionel & hybrid) / Einkauf / Logistik / Facility Management/ Shared Service Center -North America & Europe |
1) seit dem 23. Februar 2021 verantwortet Herr de Gruyter keinen Geschäftsbereich mehr. Die Bestellung von Herrn de Gruyter zum Mitglied des Vorstands sowie sein Anstellungsvertrag mit der Francotyp-Postalia Holding AG wird in gegenseitigem Einvernehmen nicht über das Ende der vertraglichen Laufzeit am 31. Mai 2021 hinaus verlängert werden.
Herr Günther war im Berichtsjahr Mitglied der Unternehmerperspektive Mittelstand der Commerzbank im Regionalbeirat Ost der Commerzbank sowie Mitglied im Kundenbeirat der LBBW Sachsen Bank.
Herr Meise war bis zum 11. Januar 2021 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Juconn GmbH.
Folgende Übersicht zeigt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG mit ihren Tätigkeiten außerhalb der Gesellschaft und mit sonstigen Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandaten bzw. Mandaten bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| Name | Berufliche Tätigkeit | Sonstige Verwaltungs- oder Aufsichtsratsmandate bzw. Mandate bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien |
|---|---|---|
| Dr. Alexander Granderath (Vorsitzender seit 11. November 2020) | Geschäftsführer, Dr. Granderath, Rat und Vermögen GmbH, Willich Geschäftsführer, StreamParty GmbH, Willich | keine |
| Lars Wittan (Stellvertretender Vorsitzender seit 11. November 2020) | Chief Investment Officer, Obotritia Capital KGaA, Potsdam | Mitglied des Aufsichtsrats, Quarterback Immobilien AG, Leipzig Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Obotritia Hotel AG, Potsdam (ab August 2020) |
| Klaus Röhrig (Vorsitzender bis 10. November 2020, Mitglied seit 11. November 2020) | Geschäftsführer, Active Ownership Corporation S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg | Vorsitzender des Verwaltungsrats, exceet Group SCA, Luxemburg (bis 23. Januar 2020) Mitglied des Verwaltungsrats, Agfa-Gevaert NV, Mortsel, Belgien Mitglied des Aufsichtsrats, Formycon AG, München (seit 10. Dezember 2020) |
| Botho Oppermann (Stellvertretender Vorsitzender bis 10. November 2020) | Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg | Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz |
| Dr. Mathias Schindl (bis 10. November 2020) | Chief Product Officer, NOVENTI Health SE, München (seit 1. Oktober 2020) Geschäftsführer der awinta GmbH, Bietigheim-Bissingen (seit 1. Oktober 2020) Selbständiger Unternehmensberater (bis 1. Oktober 2020) | keine |
(39) Aktionärsstruktur (Zusatzangaben nach HGB)
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2020 von ihren Anteilseignern gemäß § 33 Abs. 1 WpHG folgende Mitteilungen erhalten und gemäß § 40 Abs. 1 WpHG und § 41 WpHG veröffentlicht.
| Veröffentlichungsdatum | 14.01.2020 | 25.02.2020 | 25.02.2020 | 10.03.2020 | 23.03.2020 | 23.03.2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Erwerb von Aktien | Freiwillige Konzernmitteilung mit Schwellenberührung auf Ebene der Tochtergesellschaften | Erwerb von Aktien | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Veräußerung von Aktien |
| Angaben zum Aktionär / Meldepflichtigen | Obotritia Capital KGaA | Axel Sven Springer / Saltarax GmbH | Axel Sven Springer / Saltarax GmbH | Obotritia Capital KGaA | Baring Asset Management | Baring Fund Managers |
| Datum der Schwellenberührung | 14.01.2020 | 04.07.2018 | 19.02.2020 | 06.03.2020 | 12.03.2020 | 12.03.2020 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | ||||||
| alt | 15,10 % | 3,13 % | 3,93 % | 20,60 % | 3,07 % | 3,07 % |
| neu | 20,60 % | 3,93 % | 5,00 % | 28,01 % | 2,98 % | 2,98 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 3.357.817 | 641.000 | 815.100 | 4.566.594 | 486.423 | 486.423 |
| Veröffentlichungsdatum | 11.11.2020 | 12.11.2020 |
|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Übertragung von Stimmrechte n wegen Hauptversammlung | Erwerb von Aktien |
| Angaben zum Aktionär / Meldepflichtigen | Axel Sven Springer / Thomas Lange | UniversalInvestmentGesellschaft mit beschränkte r Haftung |
| Datum der Schwellenberührung | 02.11.2020 | 11.11.2020 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | ||
| alt | 0,01 % | 2,96 % |
| neu | 5,02 % | 3,19 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 817.800 | 520.000 |
| Veröffentlichungsdatum | 16.01.2019 | 15.02.2019 | 24.05.2019 | 05.09.2019 | 17.09.2019 | 07.10.2019 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Übertragung von Stimmrechte n wegen Hauptversammlung | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Freiwillige Konzernmitteilung mit Schwellenberührung auf Ebene der Tochtergesellschaften |
| Angaben zum Aktionär / Meldepflichtigen | Obotritia Capital KGaA | Universal- Investment- Gesellschaft mit beschränkte r Haftung |
Axel Sven Springer / Thomas Lange | Obotritia Capital KGaA | Quaero Capital SA | Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS / Florian Schubauer |
| Datum der Schwellen- berührung | 14.01.2019 | 13.02.2019 | 22.05.2019 | 29.08.2019 | 10.09.2019 | 01.10.2019 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | ||||||
| alt | 6,60 % | 3,25 % | 0,02 % | 10,30 % | 4,92 % | 9,51 % |
| neu | 10,30 % | 2,96 % | 3,94 % | 15,10 % | 2,69 % | 9,51 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 1.678.636 | 482.070 | 642.500 | 2.460.800 | 438.649 | 1.550.000 |
| Veröffentlichungsdatum | 07.10.2019 |
|---|---|
| Grund der Mitteilung | Freiwillige Konzernmitteilung mit Schwellenberührung auf Ebene der Tochtergesellschaften |
| Angaben zum Aktionär / Meldepflichtigen | Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS / Klaus Röhrig |
| Datum der Schwellen- berührung | 01.10.2019 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | |
| alt | 10,31 % |
| neu | 10,31 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 1.680.000 |
Ferner bestehen noch folgende bedeutende Stimmrechte:
| Veröffentlichungsdatum | 17.09.2019 | 05.09.2019 | 15.02.2019 | 16.01.2019 | 22.05.2018 | 29.05.2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Veräußerung von Aktien | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Erwerb von Aktien | Erwerb von Aktien | Erwerb von Erwerb |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Quaero Capital SA | Obotritia Capital KGaA | Universal InvestmentGesellschaft mit beschränkter Haftung | Obotritia Capital KGaA | Magallanes Value Investors S.A. SGIIC | Ludic GmbH, Bad Oldesloe, Deutschland |
| Datum der Schwellenberührung | 10.09.2019 | 29.08.2019 | 13.02.2019 | 14.01.2019 | 16.05.2018 | 24.05.2013 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | 2,69 % | 15,10 % | 2,96 % | 10,30 % | 3,26 % | 3,51 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 438.649 | 2.460.800 | 482.070 | 1.678.636 | 531.456 | 566.882 |
| Veröffentlichungsdatum | 29.05.2013 |
|---|---|
| Grund der Mitteilung | Erwerb von Aktien |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Tom Hiss |
| Datum der Schwellenberührung | 24.05.2013 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | 3,51 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 566.882 |
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2020 von ihren Anteilseignern gemäß Art. 19 Abs. 1 MAR folgende Mitteilungen bezüglich der Aktie mit der ISIN DE000FPH9000 erhalten und veröffentlicht:
| Veröffentlichungsdatum | 06.10.2020 | |
|---|---|---|
| Angaben zu den Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen | Sven Meise | |
| Grund der Mitteilung / Position | Mitglied des Vorstands (CDO / COO) | |
| Art des Geschäfts | Erwerb von Aktien | |
| Preis(e) / Volumen in EUR | Preis in EUR | Volumen EUR |
| 3,22 | 17.980,48 | |
| Aggregierte Preis / Volumen EUR | 3,22 | 17.980,48 |
| Datum des Geschäfts | 06.10.2020 | |
| Ort des Geschäfts | XEXTRA |
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 keine Änderungen der Gesamtstimmrechte gemäß § 41 WpHG veröffentlicht. In Vorjahren gab es folgende Änderungen:
| Veröffentlichungsdatum | 04.01.2017 | 04.01.2017 Korrekturmitteilung | 30.01.2017 | 28.02.2017 | 31.03.2017 | 30.06.2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Art der Kapitalmaßnahme | Sonstige Kapitalmaßnah me (§ 26a Abs. 1 WpHG) | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG) | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG) | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG |
| Stand zum/Datum der Wirksamkeit | 31.12.2016 | 31.12.2016 | 27.01.2017 | 28.02.2017 | 31.03.2017 | 30.06.2017 |
| Neue Gesamtzahl der Stimmrechte | 16.215.356 | 16.215.356 | 16.255.356 | 16.265.356 | 16.285.356 | 16.301.456 |
(40) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Nahestehende Unternehmen und Personen sind Gesellschafter mit maßgeblichem Einfluss auf den FP-Konzern, das assoziierte Unternehmen, nicht konsolidierte Tochtergesellschaften und Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns haben. Personen mit maßgeblichem Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns umfassen sämtliche Personen in Schlüsselpositionen und deren nahestehende Familienangehörige. Innerhalb des FP-Konzerns trifft dies auf die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG zu.
Transaktionen mit Gesellschaftern mit maßgeblichem Einfluss
Der Gesellschafter mit maßgeblichem Einfluss ist die Obotritia Capital KGaA, Potsdam, die zum 31. Dezember 2020 28,5 % der Stimmrechte an FP Holding hielt. Mit der zum 31. Dezember 2020 bestehenden Beteiligung könnte die Obotritia Capital KGaA auf der nächsten Hauptversammlung "de-facto"-Kontrolle (Präsenzmehrheit) über die Francotyp-Postalia Holding AG erlangen. Die Anteile der Obotritia Capital KGaA werden deren Gesellschafter, Herrn Rolf Elgeti, zugerechnet.
Es wird auf die Angaben im Abschnitt 12 im zusammengefassten Lagebericht (Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten) verwiesen.
Die Erwerbe der Aktien in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 durch Obotritia Capital KGaA sind in Angabe 39 Aktionärsstruktur erläutert.
In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wurden keine anderen Transaktionen mit der Obotritia Capital KGaA bzw. mit Herrn Elgeti durchgeführt.
Vergütung der Personen in Schlüsselpositionen
Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrats gemäß IAS 24.17 stellt sich wie folgt dar:
| in TEUR | 2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen | 2.285 | 2.030 |
| Andere langfristig fällige Leistungen | 204 | 435 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 1.655 | 0 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 86 | 63 |
| Gesamt | 4.229 | 2.528 |
Am Stichtag bestanden gegenüber Vorstandmitgliedern Verbindlichkeiten aus Barvergütung sowie anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich und ähnliche Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 0).
In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wurden an die Vorstandsmitglieder im geringfügigen Umfang Lieferungen und Leistungen erbracht. Die entsprechenden Forderungen wurden vor dem Stichtag vollständig bezahlt.
In Bezug auf die Angaben gemäß § 314 (1) Nr. 6a HGB in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie des Deutschen Rechnungslegungsstandards 17 (DRS 17) verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist.
Zusätzliche Angaben zu Gesamtbezügen gemäß § 314 (1) Nr. 6 HGB
Die Gesamtvergütung für die Mitglieder des Vorstands stellt sich wie folgt dar:
| in TEUR | 2020 | 2019 |
| Erfolgstunabhängige Komponenten | ||
| Festvergütung | 1.253 | 1.035 |
| Nebenleistungen | 76 | 65 |
| Summe | 1.329 | 1.100 |
| Erfolgsbezogene Komponente | ||
| ohne langfristige Anreizwirkung (einjährige variable Vergütung) | 770 | 913 |
| mit langfristiger Anreizwirkung (Langzeitbonus) | 367 | 394 |
| mit langfristiger Anreizwirkung (Aktienbasierte Vergütung) | 300 | 63 |
| Summe | 1.437 | 1.270 |
| Versorgungsaufwand | 50 | 48 |
| Gesamt | 2.816 | 2.413 |
Von den im Geschäftsjahr 2015 und 2016 gewährten Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 entfielen auf den Vorstand insgesamt 242.500 Optionen. Eine Option berechtigt zum Bezug einer nennwertlosen Inhaberaktie (Stückaktie) der Francotyp-Postalia Holding AG. Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Optionen aus dem Aktienoptionsplan 2015 gewährt. Die Möglichkeit der Ausübung der gewährten Optionen begann im Geschäftsjahr 2019 (Ausgabe 2015) bzw. beginnt in 2020 (Ausgabe 2016) und endet im Geschäftsjahr 2024 (Ausgabe 2015) bzw. 2025 (Ausgabe 2016).
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Francotyp-Postalia Holding AG sind zum 31. Dezember 2020 TEUR 1.442 zurückgestellt (im Vorjahr TEUR 1.354). Den Rückstellungen wurden im Berichtsjahr 2020 TEUR 11 (im Vorjahr TEUR 19) zugeführt. Davon entfallen TEUR 1 auf Service Cost und TEUR 10 auf Interest Cost.
Virtuelle Aktienoptionen
Im Rahmen von individuellen Vorstandszusagen wurden im Berichtsjahr einzelnen Vorstandsmitgliedern jeweils bis zu 30.000 virtuelle Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG als erste Tranche gewährt. Weitere Tranchen folgen jährlich bis zum Jahr 2021. Bei Ausübung werden die Optionsrechte durch Barvergütung erfüllt (Cash Settlement). Voraussetzung für die volle Zuteilung ist ein Eigeninvestment. Die Vorstandsmitglieder haben Francotyp-Postalia Holding AG Aktien in Höhe von jeweils 15 % der Anzahl der ihnen zugeteilten virtuellen Aktien zu erwerben und für die Dauer von vier Jahren ab dem jeweiligen Erwerb zu halten. Die Ausübung kann durch die Vorstandsmitglieder zu einem beliebigen Zeitpunkt nach Ablauf der Sperrfrist binnen weiterer vier Jahre erfolgen. Für den Ausübungspreis maßgeblich ist das arithmetische Mittel der Aktienkurse der letzten 90 Handelstage zum Zeitpunkt der Ausübung. Die Werthaltigkeit der Optionsrechte richtet sich nach der Kursentwicklung zwischen der Gewährung und der Ausübung. Die Optionsrechte sind werthaltig, wenn der Ausübungspreis gegenüber dem Basispreis bei der Gewährung der Optionsrechte um mindestens 10% gestiegen ist (absolute Hürde). Ist diese Hürde nicht erreicht, verfällt das damit verbundene Recht. Der Wert der Optionsrechte ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Basispreis, multipliziert mit der Stückzahl der virtuellen Aktien der jeweiligen Tranche. Der Wert ist auf TEUR 300 je Tranche begrenzt. Die Optionen wurden im Berichtsjahr am 1. März 2019 gewährt.
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der gewährten Gegenleistung aus virtuellen Aktienoptionsrechten erfolgt anhand des Black-Scholes Optionspreismodells. Der Bewertung liegt eine erwartete vierjährige Haltedauer zugrunde. Korrespondierend hierzu werden die bewertungsrelevanten Parameter (risikofreier Zinssatz, Volatilität) aus Kapitalmarktdaten über einen Vierjahreszeitraum abgeleitet. Der Ausübungspreis ergibt sich als arithmetisches Mittel der Xetra-Tagesschlusskurse der letzten 90 Handelstage vor Zuteilungsdatum. Vertragliche Besonderheiten wie Ausübungshürde und Auszahlungskappung wurde durch eine Kombination dreier Teil-Optionen Rechnung getragen.
| Zuteilungszeitpunkt | ||||
|---|---|---|---|---|
| Virtuelle Optionen | Virtuelle Optionen | Virtuelle Optionen | Virtuelle Optionen | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 01.03.2019 | 01.01.2020 | 01.03.2020 | 01.06.2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 31.12.2020 | ||||
| Eine Option in EUR | 0,00 | 0,65 | 0,66 | 0,63 |
| Alle Optionen in TEUR | 0 | 39 | 40 | 221 |
| 31.12.2019 | ||||
| Eine Option in EUR | 0,56 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Alle Optionen in TEUR | 34 | 0 | 0 | 0 |
| Kurs einer FP Aktie | 3,52 | 0 | 0 | 0 |
| Ausübungspreis | 3,87 | 0 | 0 | 0 |
| Erwarteter Ausübungszeitpunkt | 01.03.2022 | 01.03.2023 | 01.01.2024 | 01.06.2024 |
| Erwartete durchschnittliche Haltedauer in Jahren | 4 | 4 | 4 | 4 |
| Erwartete Volatilität | 29,65 % | 29,57% | 29,58% | 33,07% |
| Jährliche Dividendenrendite | 3% | 1,5 % | 1,5 % | 1,5 % |
| Laufzeitäquivalenter risikofreier Zinssatz | -0,27% | -0,47% | -0,70% | -0,59% |
| Erwartete Anzahl der ausübbaren Optionen im Zuteilungszeitpunkt | 60.000 | 60.000 | 60.000 | 350.000 |
| Geschätzte jährliche Mitarbeiterfluktuation | 0% | 0% | 0% | 0% |
| 2020 | 2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| Virtuelle Optionen | Anzahl | Durchschnittlicher Ausübungs-preis in EUR | Anzahl | Durchschnittlicher Ausübungspreis in EUR |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 01.01. | 90.000 | 4.24 | 30.000 | 4.98 |
| im Geschäftsjahr gewährt | 470.000 | 3.68 | 60.000 | 3.87 |
| im Geschäftsjahr verwirkt | 0 | n/a | 0 | n/a |
| im Geschäftsjahr ausgeübt | 0 | n/a | 0 | n/a |
| im Geschäftsjahr verfallen | 0 | n/a | 0 | n/a |
| Stand 31.12. | 560.000 | 90.000 | ||
| Bandbreite des Ausübungspreises in EUR | 3,60-3,97 | 3,87-4,98 | ||
| Durchschnittliche Restlaufzeit in Monaten zum 31.12. | 27,5 | 32 | ||
| Ausübbar per 31.12. | 0 | n/a | 0 | n/a |
Zum 31. Dezember 2020 wurden TEUR 62 (im Vorjahr TEUR 16) als Personalaufwand erfasst mit Gegenbuchung in den Verbindlichkeiten.
Den Mitgliedern des Vorstandes wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt. Zum Stichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern des Vorstandes.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden für Vorstände aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Abfindungsleistungen in Höhe von TEUR 2.578 (im Vorjahr TEUR 0) zurückgestellt.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Bezüge (ausschließlich kurzfristig fällige Leistungen) des Aufsichtsrates der Muttergesellschaft für die Wahrnehmung der Aufgaben im Mutterunternehmen und den Tochtergesellschaften beliefen sich auf TEUR 102 (im Vorjahr TEUR 110). Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten keine Kredite und Vorschüsse.
Transaktionen mit dem assoziierten Unternehmen und den nicht konsolidierten Tochtergesellschaften
Parteien werden als nahestehend bezeichnet, wenn sie unter gemeinsamer Beherrschung sind oder wenn eine Partei die Fähigkeit hat, die andere Partei zu beherrschen, einen maßgeblichen Einfluss oder einen gemeinschaftlich beherrschenden Einfluss auf die finanziellen und operativen Entscheidungen der anderen Partei auszuüben. Bei der Betrachtung aller möglichen Beziehungen zwischen nahestehenden Parteien wird der Fokus auf die wirtschaftliche Substanz der Beziehung und nicht auf die rechtliche Form gelegt.
In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wurden keine Transaktionen mit dem assoziierten Unternehmen des FP-Konzerns und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften durchgeführt.
(41) Abschlussprüferhonorar
Die Hauptversammlung hat, basierend auf einer Empfehlung des Aufsichtsrats, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 gewählt. Das für Dienstleistungen des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar wird in der folgenden Tabelle dargestellt.
| in TEUR | 2020 |
|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 519 |
| Steuerberatungsleistungen | 79 |
| Sonstige Leistungen | 9 |
| Gesamt | 613 |
Von dem im Berichtsjahr 2020 berechneten Honorar für Abschlussprüfungsleistungen entfallen TEUR 170 periodenfremd auf das Vorjahr, von den Leistungen für Steuerberatung TEUR 79.
Die Steuerberatungsleistungen in Höhe von TEUR 79 betreffen im Wesentlichen Leistungen im Zusammenhang mit der Erstellung betrieblicher Steuererklärungen und Unterstützung in Verbindung mit der Abwicklung von steuerlichen Verständigungsverfahren.
Sonstige Leistungen betreffen vereinbarte Untersuchungshandlungen bzgl. der Einhaltung von Debt Covenants.
Die ermittelten Angaben umfassen nur die rechtlich selbständige Einheit des bestellten Abschlussprüfers.
Alle Nicht-Prüfungsleistungen wurden vom Aufsichtsrat gebilligt.
(42) Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des FP-Konzerns gehabt hätten.
(43) Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG haben eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG abgegeben und diese Erklärung auf der Internetseite der Gesellschaft (https://www.fp-francotyp.com/de/entsprechenserklarung/fef9a400b 31438586)) dauerhaft zugänglich gemacht.
Berlin, 27. April 2021
Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG
Carsten Lind
Vorsitzender
| Martin Geisel | Patricius de Gruyter |
6) Dieser Querverweis ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
VI. Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FP-Konzern vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Francotyp-Postalia Holding AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass jeweils ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.7)
Berlin, 27. April 2021
Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG
Carsten Lind
Vorsitzender
| Martin Geisel | Patricius de Gruyter |
7) Die Versicherung der gesetzlichen Vertreter ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Entsprechenserklärung
Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 Aktiengesetz (AktG)
Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG erklären gemäß § 161 AktG, dass die Gesellschaft seit der letzten Abgabe der Entsprechenserklärung am 17. Januar 2020 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 ("DCGK 2017") für den Zeitraum bis zum Inkrafttreten des DCGK 2020 am 20. März 2020 mit Ausnahme der nachfolgend unter Ziffer 1 dargelegten Abweichungen entsprochen hat und den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 ("DCGK 2020") seit dem Inkrafttreten am 20. März 2020 mit Ausnahme der nachfolgend unter Ziffer 2 dargelegten Abweichungen entsprochen hat und zukünftig entsprechen wird.
1. Im Zeitraum seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 17. Januar 2020 bis zum Inkrafttreten des DCGK 2020 am 20. März 2020 wurde folgenden Empfehlungen des DCGK 2017 nicht entsprochen:
| ― | Nach Ziffer 3.8 Abs. 3 des DCGK 2017 soll in einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat ein Selbstbehalt vereinbart werden. |
Für den Aufsichtsrat wurde eine D&O-Versicherung abgeschlossen. Bei dieser Versicherung ist kein Selbstbehalt für die Mitglieder des Aufsichtsrats vorgesehen.
| ― | Nach Ziffer 5.3.1,5.3.2 und 5.3.3 des DCGK 2017 soll der Aufsichtsrat verschiedene Ausschüsse bilden. |
Solange der Aufsichtsrat aus drei Personen besteht, werden keine Ausschüsse gebildet, da die Besetzung der Gremien gleich der Besetzung des Aufsichtsrats wäre. Dies gilt insbesondere für die Aufgaben eines Prüfungs- sowie eines Nominierungsausschusses. Auch deren Aufgaben werden vom Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit wahrgenommen.
| ― | Nach Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des DCGK 2017 soll der Aufsichtsrat eine Altersgrenze für seine Mitglieder und eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. |
Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer für Aufsichtsratsmitglieder ist nicht festgelegt. Angesichts der in Ziffer 5.4.1 Satz 1 des Kodex geforderten Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen erscheint die Festlegung einer Zugehörigkeitsdauer bislang nicht als sinnvoll.
Grundsätzlich sieht die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats eine Altersgrenze bei der Benennung von Wahlvorschlägen für die Mitglieder des Aufsichtsrats vor. Das Aufsichtsratsmandat soll demzufolge spätestens mit Ablauf der Hauptversammlung enden, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt. Im Hinblick auf die Anforderungen an die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und im Sinne der Kontinuität wurde vorerst von dieser Empfehlung abgewichen.
| ― | Nach Ziffer 7.1.2. des DCGK 2017 sollen der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende sowie die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein. |
Der Konzernabschluss wurde aufgrund der Beeinträchtigungen durch die COVID-19-Pandemie innerhalb von fünf Monaten nach Geschäftsjahresende öffentlich zugänglich gemacht. Aus demselben Grund wurde der Halbjahresfinanzbericht binnen drei Monaten nach Ende des Berichtzeitraums veröffentlicht.
2. Im Zeitraum seit Inkrafttreten des DCGK 2020 am 20. März 2020 bis zum Datum dieser Erklärung hat die Gesellschaft folgenden Empfehlungen des DCGK 2020 nicht entsprochen und wird diesen künftig nicht entsprechen:
A.1: Berücksichtigung von Diversität bei der Besetzung von Führungspositionen
Durch entsprechende gesellschaftsinterne Richtlinien ist sichergestellt, dass die Besetzung von Führungspositionen diskriminierungsfrei erfolgt. Bei der Besetzung der Führungspositionen wird jedoch nicht gezielt auf Diversität geachtet.
B.1: Berücksichtigung von Diversität bei der Zusammensetzung des Vorstands
Der Aufsichtsrat würde ein weibliches oder diverses Vorstandsmitglied begrüßen und bei gleicher Eignung vorrangig einstellen. Das Geschlecht und Diversität sind aus Sicht des Aufsichtsrats jedoch keine dominanten Auswahlkriterien für Vorstandsmitglieder. Konsequenterweise erlegt sich FP eine Zielgröße von 0% auf.
B.2: Der Aufsichtsrat soll gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen.
Eine langfristige Nachfolgeplanung liegt derzeit nicht vor. Angesichts der Altersstruktur der Mitglieder des Vorstands wird hierfür kein Bedarf gesehen.
B.3: Die Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern soll für längstens drei Jahre erfolgen.
Im Geschäftsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat Herrn Carsten Lind zum neuen Mitglied des Vorstands und zum neuen Vorsitzenden des Vorstands bestellt.
FP strebt grundsätzlich an, neue Vorstandsmitglieder initial für nicht mehr als drei Jahre zu bestellen. In den Verhandlungen mit einem Wunschkandidaten, der eine unbefristete Stelle für FP aufgibt, legt der Aufsichtsrat jedoch - gerade mit Blick auf einen möglicherweise langen Verbleib im Unternehmen - einen höheren Wert darauf, einen angemessenen Vergütungsrahmen nicht zu überschreiten, als darauf, das Mitglied für nur drei Jahre zu bestellen.
D.2: Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern, die Vertreter der Anteilseigner sind. In dieser Konstellation wurden keine Ausschüsse gebildet. Insoweit die Empfehlungen D.3 (Einrichtung eines Prüfungsausschusses), D.4 (Anforderungen an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses), D.5 (Nominierungsausschuss) und D.11 (Beurteilung der Qualität der Abschlussprüfung durch den Prüfungsausschuss) die Bildung von Ausschüssen fordern, wurde dem folglich nicht entsprochen. Die in diesen Empfehlungen an die Ausschüsse gestellten Anforderungen werden jedoch durch den Aufsichtsrat als Ganzem eingehalten.
F.2: Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht sollen binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein.
Der Konzernabschluss wird aufgrund des umfangreichen Konsolidierungsaufwandes innerhalb von vier Monaten nach Geschäftsjahresende erstellt. Der Halbjahresfinanzbericht wird ebenfalls aufgrund des hohen
Konsolidierungsaufwandes entsprechend der Börsenordnung und dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) spätestens innerhalb von zwei Monaten nach Ende des Berichtzeitraums veröffentlicht.
G.1: G.I: Vergütung des Vorstands
Der DCGK 2020 enthält in Abschnitt G.I. neue Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands. Folgenden dieser Empfehlungen entspricht das aktuelle Vorstandsvergütungssystem nicht vollumfänglich: G.1 (Festlegung des Vergütungssystems), G.3 (Vergleichsgruppe anderer Unternehmen), G.6 (Verhältnis zwischen kurzfristigen und langfristigen Zielen), G.10 (Anlegung der Vergütungsbestandteile in Aktien), G.11 (Möglichkeit des Einbehalts und der Rückforderung variabler Vergütungskomponenten), und G13 (Festlegung eines Abfindungs-Cap und Anrechnung der Abfindungszahlung auf die Karenzentschädigung). Aufsichtsrat und Vorstand werden daher der ordentlichen Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2020 entscheidet, eine Änderung und Anpassung des Vergütungssystems unter Berücksichtigung der geänderten Empfehlungen des DCGK 2020 vorschlagen.
Berlin, 17. Januar 2021
Für den Vorstand
| Carsten Lind | Patricius de Gruyter |
| Vorstandsvorsitzender |
Für den Aufsichtsrat
Dr. Alexander Granderath
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.
Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aktivierung und Werthaltigkeit von Entwicklungskosten
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Abschnitt I.
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
In dem Konzernabschluss der Francotyp Postalia Holding AG werden zum 31. Dezember 2020 unter dem Bilanzposten "immaterielle Vermögenswerte" selbsterstellte Vermögenswerte in Höhe von EUR 18,0 Mio und in Entwicklung befindliche selbsterstellte Vermögenswerte in Höhe von EUR 3,0 Mio ausgewiesen. Der Anteil der selbsterstellten Vermögenswerte an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 12,1 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage des Konzerns.
Entwicklungskosten für neue Produkte, inkl. selbst erstellter Software, werden als selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind. Dies sind neben der technischen Realisierbarkeit unter anderem auch die voraussichtliche Erzielung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus dem Vermögenswert, die Verfügbarkeit technologischer und finanzieller Ressourcen für den Abschluss der Entwicklung sowie die Fähigkeit zur verlässlichen Bewertung der zurechenbaren Ausgaben. Die aktivierten Entwicklungskosten beinhalten direkt zurechenbare Einzelkosten unter Einbeziehung von Gemeinkosten.
Die Aktivierung von Entwicklungskosten beruht in hohem Maße auf Annahmen und Schätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Erfüllung der Ansatzkriterien nach IAS 38. Zur Einschätzung der Erfüllung der technischen Realisierbarkeit eines Entwicklungsprojekts hat der Konzern einen externen Sachverständigen hinzugezogen.
Ergeben sich Anhaltspunkte für eine Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten, ist eine Überprüfung der Werthaltigkeit gemäß IAS 36 vorzunehmen. Solange immaterielle Vermögenswerte noch nicht nutzungsbereit sind, sind diese mindestens einmal jährlich einem Wertminderungstest zu unterziehen. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird grundsätzlich auf der Basis des Nutzungswerts unter Verwendung von Discounted Cashflow-Modellen ermittelt.
Die Werthaltigkeitsprüfung der immateriellen Vermögenswerte ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen insbesondere die prognostizierten Zahlungsmittelflüsse, die verwendeten Abzinsungssätze sowie die Einschätzung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen.
Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die aktivierten Entwicklungskosten dem Grunde und der Höhe nach nichtzutreffend in der Bilanz erfasst wurden.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Wir haben die Bilanzierungsanweisungen der Francotyp-Postalia Holding AG im Hinblick auf Vollständigkeit und Konformität mit den Ansatz- und Bewertungsvorschriften nach IAS 38 sowie den Bewertungsvorschriften nach IAS 36 analysiert.
Wir haben die Angemessenheit, Einrichtung und Wirksamkeit von Kontrollen für den Prozess "Entwicklung" beurteilt, den die FP Holding zur Sicherstellung der vollständigen und richtigen Erfassung der Entwicklungskosten sowie deren Bewertung eingerichtet hat.
Dabei haben wir die Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Erfüllung der Ansatzkriterien beurteilt, indem wir im Wege einer bewussten Auswahl Einsicht in die Projektpläne, die internen Aufzeichnungen der Entwicklungsabteilung, genommen haben. Wir haben zur Beurteilung der verlässlichen Bewertung das methodische Vorgehen zur Ermittlung der aktivierungsfähigen Kosten nachvollzogen. Für die ausgewählte Stichprobe haben wir die voraussichtliche Erzielung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus dem Vermögenswert geprüft, indem wir für ausgewählte Projekte die Schätzung der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch Gespräche mit der Entwicklungsabteilung und Einsicht in interne Berechnungen nachvollzogen haben. Des Weiteren haben wir durch Einsichtnahme in Projektkostenübersichten sowie externe Stellungnahmen den Projektfortschritt im Hinblick auf die technische Realisierbarkeit validiert. Wir haben die Kompetenz, Fähigkeiten und Objektivität des von der FP Holding beauftragten unabhängigen Sachverständigen beurteilt.
Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Rechnungswesens sowie Würdigung der Konzernbilanzierungsrichtlinie ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zur Identifizierung von Anhaltspunkten auf Wertminderung sowie der Ermittlung der erzielbaren Beträge verschafft. Die von der Gesellschaft identifizierten Anhaltspunkte auf Wertminderung haben wir analysiert und anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, ob weitere von der Gesellschaft nicht identifizierte Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen.
Wir haben neben der rechnerischen Richtigkeit und IFRS-Konformität der Bewertungsmethode die Angemessenheit der darin einfließenden wesentlichen Annahmen beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Durch Abstimmungen mit anderen intern verfügbaren Prognosen und dem von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget haben wir deren interne Konsistenz sichergestellt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den später tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.
UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat einen sachgerechten Prozess für die Erfassung von Entwicklungskosten nach IAS 38 eingerichtet. Die der Erfassung der Entwicklungskosten zugrunde liegenden Annahmen sind insgesamt angemessen.
Die der Werthaltigkeitsprüfung für immaterielle Vermögenswerte zugrunde liegende Vorgehensweise einschließlich der Bewertungsmethode steht im Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen des IAS 36. Die verwendeten Annahmen und Daten sind angemessen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
| ― | den gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht der Gesellschaft und des Konzerns, auf den im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und |
| ― | die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird. |
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts.
Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "2020_Francotyp-Postalia_Konzernabschluss (1).zip" (SHA256-Hashwert: f0a053ce13d55cd263072ca234259cad3a59f0146fec15dd16492913349ec141), die im geschützten Mandanten-Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEFUnterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusam-mengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF- Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt. |
| ― | beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen. |
| ― | beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML- Wiedergabe ermöglicht. |
Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. November 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Dezember 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009 als Konzernabschlussprüfer der Francotyp-Postalia Holding AG tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Patrick Waubke.
Berlin, den 28. April 2021
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
KPMG
| Waubke | Klein |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |
Glossar
A
Agile Methoden
Agile Methoden sind prinzipiengesteuerte Verfahren für höhere Effizienz in der Softwareentwicklung.
Aktorik
Aktorik bezeichnet die signalgesteuerte Reaktion von Antriebs-elementen auf bestimmte Betriebszustande.
API
Eine Programmierschnittstelle.
App
Programm für Smartphones und Tablet-Computer.
A-Segment
Bezeichnung für das Frankiermaschinensegment von Kunden mit geringem Postaufkommen (bis zu 200 Briefe am Tag).
B
Bluetooth
Standard für die Funkübertragung von Daten zwischen unterschiedlichen elektronischen Geräten über eine Entfernung bis etwa zehn Metern. Bluetooth hat in diesem Segment die Infrarot-Technik abgelöst.
B-Segment
Bezeichnung für das Frankiermaschinensegment von Kunden mit mittlerem Postaufkommen (200-2.000 Briefe am Tag).
BSI
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
C
CDS-Spreads
Credit Default Swap (CDS) ist ein Kreditderivat, das es erlaubt, Ausfallrisiken von Krediten oder Anleihen zu handeln. Spread ist die Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufsgeboten.
CGU
Eine Cash Generating Unit (CGU) ist nach den Standards internationaler Rechnungslegung (IFRS) die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflusse erzeugt, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind (IAS 36.6)
Cloud-Services
Bereitstellung von IT-Infrastruktur wie, Rechenleistung, Speicherplatz oder Anwendungssoftware als Dienstleistung über das Internet.
Concept of Operation
Ein Betriebskonzept, dass die Merkmale eines Systems aus der Sicht eines Anwenders beschreibt.
CRM
Customer-Relationship-Management System (dt. System zur Kundenpflege). Software-Lösung zur systematischen Gestaltung der Kundenbeziehungsprozesse.
Crossselling
Bestreben, dem Kunden den Verkauf von sich ergänzenden Produkten oder Dienstleistungen anzubieten.
C-Segment
Bezeichnung des Frankiermaschinensegments für Kunden mit hohem Postaufkommen (mehr als 2.000 Briefe am Tag).
Cyber-Angriff
Gezielter Angriff auf größere, für eine spezifische Infrastruktur wichtige Rechnernetze von außen.
D
Dashboard
Methode zur übersichtlichen Darstellung von Informationen auf einem Monitor mittels kleiner Programme, die ähnlich wie klassische Armaturen gestaltet sind.
Design Sprint
Ein zeitlich begrenzter fünfstufiger Prozess, bei dem Design Thinking mit dem Ziel der Verringerung des Risikos bei der Markteinführung eines neuen Produkts oder Dienstleistung.
Devisenswap
Bei einem Devisenswap tauschen zwei Vertragspartner zwei Währungen zum aktuellen Kurs und tauschen diese dann zum selben Kurs zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt wieder zurück.
DNA
Wissenschaftlich: Desoxyribonukleinsäure, Träger der einzigartigen Erbinformation, also die materielle Basis der Gene. Die "DNA" eines Unternehmens beschreibt u.a. besondere Eigenschaften eines Unternehmens, die diesem einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen oder Alleinstellungsmerkmale bündeln. Die DNA von FP definiert sich aus Aktorik, Sensorik, Konnektivität und Kryptografie.
E
Edge-Computing
Dezentrale Datenverarbeitung am Rand des Netzwerks durch intelligente Geräte. Modell für IoT.
eIDAS
Europäische Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen.
Elektronische Signatur (E-Signatur)
Datensatz, der die Identität des Absenders zum Beispiel einer E-Mail sowie die Unverändertheit der Nachricht bestätigt. Rechtlich verbindlich durch europäische Richtlinie und deutsches Signaturgesetz in der Form der qualifizierten elektronischen Signatur.
Embedded Software
Software, die innerhalb eines technischen Apparates wie z. B. in einem Auto bestimmte Steuerungs-, Überwachungs- und Korrekturfunktionen übernimmt.
EMV
Elektromagnetische Verträglichkeit. Eigenschaft eines elektronischen Gerätes, andere nicht durch Elektromagnetismus zu stören.
End-to-End-Lösung
End-to-End-Lösung bedeutet, dass FP als Anbieter eines Anwendungsprogramms, einer Software und eines Systems alle Soft- und Hardwareanforderungen des Kunden so erfüllt, dass kein anderer Anbieter beteiligt ist, um die Anforderungen zu erfüllen. Alles aus einer Hand, die gesamte Wertschöpfungskette abbildend.
ERP
Enterprise Ressource Planning (dt. Unternehmensressourcenplanung). ERP-Systeme unterstützen die Planung von Unternehmensressourcen wie Finanzen, Personal, Waren etc. ERP verbindet unterschiedliche Back-Office-Systeme wie zum Beispiel Produktions-, Finanz-, Personal-, Vertriebs- und Materialwirtschaftssysteme.
ESD
ElectroStatical Discharge (dt. elektrostatische Entladung).
F
Finance Lease
Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing (Finance Lease) klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Mietleasingverhältnis (Operate Lease) klassifiziert. Die Klassifizierung wird zu Beginn des Leasingverhältnisses vorgenommen [IAS 17.4 und 8].
Financial Covenants
Sammelbegriff für zusätzliche Vertragsklauseln oder Nebenabreden in Kredit- und Anleihevertragen mit Unternehmen.
Forfaitierung
Der Ankauf von Forderungen - üblicherweise ohne Rückgriffsrecht gegen den Verkäufer bei Zahlungsausfall.
FP Digital Office
Oberbegriff für die digitalen Produkte von FP, die sich als Bürolösung an Klein- und mittlere Unternehmen richten, z.B. FP Sign, Parcel Shipping etc.
FP Input
Mit FP Input werden strukturierte Posteingangsverarbeitung der gesamten eingehenden Post inklusive digitaler Ablage der eingescannten Dokumente übernommen.
FP Output
Mit FP Output werden von den Kunden Datenströme übernommen. FP kümmert sich um den gesamten Herstellungsprozess von der Aufbereitung der Daten, Drucken, Kuvertieren, Frankieren und der Übergabe der Briefe an den Zustelldienst oder alternativ der digitalen Zustellung.
FP Parcel Shipping
Eine neue FP-Lösung für den Paketversand mit Multicarrier- Auswahl, der Frankierung, der Nachverfolgung von Paketen.
FP Product Roadmap
Plan für die Entwicklung neuer Produkte und Services, u.a. im Bereich der Frankiersysteme.
FP Secure Gateway
Das neueste FP-Produkt "FP Secure Gateway" ist die passgenaue Lösung für die Sicherheitsanforderungen im IoT Umfeld und verfügt über eine skalierbare Anzahl von Sensoreingängen.
FP Sign
FP Sign ist eine cloudbasierte Software-Lösung für den sicheren, vertraulichen und rechtsverbindlichen digitalen Abschluss und Austausch von Verträgen und Dokumenten.
TransACTmail
Online-Briefversand für Privatkunden. Der Nutzer übermittelt mittels eine browserbasierten App seinen Text an FP, das den Brief ausdruckt, kuvertiert und versendet. Der Service ist bereits ab nur einem Brief erhältlich.
Freedom-to-Operate Recherche
Prüfung, ob bei der Entwicklung, Herstellung und der Markteinführung eines neuen Produktes bereits bestehende Schutzrechte Dritter vorhanden sind.
G
Gateway
Komponente (Hard- und/oder Software), welche zwischen zwei Systemen eine Verbindung herstellt.
Going Concern
Positive Fortführungsprogonse für das nächste Geschäftsjahr.
H
Hardware Sicherheitsmodul
Externes oder internes Computer-Zubehör zur Ver- und Entschlüsselung sensibler Daten.
Hybrid-Mail Services
Hybrid-Mail Services verwandeln Daten in versandfertige Briefe und umgekehrt.
I
Industrie 4.0
Begriff aus der Hightech-Strategie 2020 der deutschen Bundesregierung, der die vierte industrielle Revolution postuliert. In der Nachfolge von Mechanisierung (Industrie 1.0), Massenproduktion (2.0) und Automatisierung (3.0) regelt in der Industrie 4.0 das §Internet der Dinge die Produktion.
Infrastrukturrabatt
Der Infrastrukturrabatt ersetzt seit dem 1.1.2018 den Mengenrabatt der Deutschen Post AG. Hierfür müssen besondere Voraussetzungen erfüllt sein, u. a. bei den maschinenlesbaren Freimachungsvermerken.
Inserter-Release
Eine neue Option, um das Kuvertieren und das Frankieren miteinander zu verbinden.
Intellectual Property
Das Recht am geistigen Eigentum.
IoT
Internet of Things. Das Internet der Dinge in industrieller Anwendung, synonym zu Industrie 4.0.
Iteration
Der Prozess des mehrfachen Wiederholens gleicher oder ähnlicher Handlungen zur Annäherung an eine Losung oder ein bestimmtes Ziel.
J
Juconn GmbH
Seit Januar 2019 besitzt FP eine 15 %ige Beteiligung an der Juconn GmbH, um Kunden die komplette IoT-Wertschöpfungskette anbieten zu können.
K
Konnektivität
Die Fahigkeit von Systemen, eine Verbindung zu anderen Systemen herzustellen.
Kreditfazilität
Gesamtheit aller Kreditmöglichkeiten, die einem Kunden zur Deckung eines Kreditbedarfs bei einer oder mehreren Banken zur Verfügung stehen (zumeist gegen Stellen von Sicherheiten) und die der Kunde nach Bedarf in Anspruch nehmen kann.
Kryptografie
Ursprünglich die Wissenschaft der Verschlüsselung von Informationen. Heute befasst sich Kryptografie darüber hinaus mit der Konzeption, Definition und Konstruktion von Informationssystemen und der Informationssicherheit.
M
Mail Services
Der Produktbereich Mail Services umfasst den Frankierservice - die Abholung unfrankierter Ausgangspost und Übernahme der Frankierung - und den Konsolidierungsservice - die Sortierung nach Postleitzahlen und die Einlieferung bei einem Briefzentrum der Deutschen Post AG oder alternativen Postzustellern (Sicheres Mail-Business).
O
Operate Lease
Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing (Finance Lease) klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Mietleasingverhältnis (Operate Lease) klassifiziert. Die Klassifizierung wird zu Beginn des Leasingverhältnisses vorgenommen [IAS 17.4 und 8].
P
Parcel Shipping
Ist eine Softwarelösung, mit der Versender unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien den jeweils besten Dienstleister für den Versand ihrer Pakete und Päckchen aussuchen können.
PKI
Public-Key-Infrastruktur bezeichnet in der Kryptologie ein System, das digitale Zertifikate ausstellen, verteilen und prüfen kann.
PostBase One
Die PostBase One loste im Frühjahr 2016 die CentorMail ab und ist ein neues System der PostBase-Produktfamilie in der oberen Leistungsklasse. Die PostBase One ermöglicht das Frankieren mittlerer und größerer Postvolumen.
PostBase Vision
Die PostBase Vision ist die konsequente Weiterentwicklung des 2012 eingeführten PostBase "Classic"-Frankiersystems. Mit einem um über 40 Prozent vergrößerten, farbigen und automatisch schwenkbaren Touch-Display, das sich dem Benutzer automatisch anpasst, kann man nun auch Funktionen per Wischgesten steuern, sowie Texteingaben und QR-Codes direkt an der PostBase Vision tätigen.
PostBase100
Die PostBase 100 ist ein System der PostBase-Produktfamilie. Eine Besonderheit ist die dynamische Waage, mit der Kunden Stapel gleichförmiger Mischpost bequem verarbeiten können.
Proof of Concept
Machbarkeitsnachweise.
S
Sale-and-Lease-Back
Verkauf von Vermögensgegenstanden, die anschließend auf dem Wege von Miete oder Leasing weiter genutzt werden.
Sensorik
Bei der Sensorik werden äußere und innere Betriebszustande durch Sensoren erfasst, welche durch spezielle Softwareprogramme in die Steuerung von Antriebselementen umgesetzt werden.
Shared Service Center (SSC)
Zusammenfassung der internen Service-Leistungen einer Organisation mit dem Ziel, durch Synergieeffekte höhere Effizienz zu erreichen.
Signatur
Rechtsverbindliche Unterschrift. Eine elektronische Signatur, auch E-Signatur genannt, kann die handschriftliche Unterschrift ersetzen. FP-Sign ist ein rechtskonformer Dienst zum Unterschreiben digitaler Dokumente.
Signatur (digital, elektronisch)
siehe E-Signatur, FP Sign.
Social Media
Sammelbegriff für Internet-Dienste wie Facebook oder Twitter, die es Nutzern ermöglichen, in Gruppen miteinander zu kommunizieren und Inhalte gemeinschaftlich zu gestalten.
Stärkenkompass
Der Stärkenkompass ist das weltweit erste und einzige digitale Werkzeug zur Sammlung und Visualisierung von Stärken-Feedback. An den Stärkenkompass-Workshops haben mehr als 1.000 FP-Beschäftigte weltweit teilgenommen.
Startup
Neu gegründetes Unternehmen.
Strategic Controller
Strategische Kontrolle wird verwendet, um den Prozess zu beschreiben, der von Unternehmen zur Kontrolle der Erstellung und Ausführung strategischer Pläne verwendet wird.
T
Target Operating Model
Zielbetriebsmodell, welche die Beschreibung des gewünschten Zustands des Betriebsmodells einer Organisation darstellt.
Teilleistungsrabatt
Der Teilleistungsrabatt wird im Rahmen von Teilleistungsvertragen der Deutschen Post gewährt, wenn Briefsendungen in einem Briefzentrum eingeliefert, verarbeitet und konsolidiert werden.
time to PoC
Zeit bis zum Proof of Concept (PoC). Wichtiger Meilenstein in der Projektentwicklung. Grundlage für die weitere Arbeit, indem er das Projektkonzept bestätigt. Er dient so als Entscheidungsbasis für weiteren Projektverlauf und ermöglicht, Risiken zu erkennen und zu minimieren.
Tixi.com
Zukauf des Geschäftsbetriebs des IoT-Spezialisten im Mai 2018.
Transformation
Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsfelder.
Triggering Event
Anlassgebendes Ereignis für einen Wertminderungstest.
U
Upselling
Bestreben, dem Kunden im nächsten Schritt höherwertige Produkte und Dienstleistungen anzubieten.
V
Vision 360
Unser Portal, das Kunden den Überblick über die relevanten Systemdaten der Frankiersysteme ermöglicht. Es enthält ein Hilfe-Center und die Option, Rechnungen, Bestellungen und Verträge einzusehen sowie Serviceanfragen zu verfolgen.
W
White Spot
"Weiße Flecken", in der Wirtschaft Marktbereiche, welche noch nicht oder erst wenig von aktuellen Angeboten bedient werden (auch "ungenutztes Marktpotential" oder "Identifikation von Innovationsmöglichkeiten").
Wiederkehrende Umsätze
Unter wiederkehrenden Umsätzen verstehen wir Umsätze aus Miet- und Leasingverträgen, aber auch z.B. durch Services und Verbrauchsmaterialien im Zusammenhang mit der installierten Basis. Sie fallen über die Laufzeit der Maschinen an und sind damit unabhängiger von eventuellen zyklischen Schwankungen beim Absatz von Neumaschinen.
WIFI (WLAN)
Wireless Local Area Network (dt. drahtloses lokales Netzwerk). Lokales Datenübertragungsnetz auf Funkbasis mit kurzer Reichweite. International zumeist als WiFi bezeichnet.
Finanzkalender
| FINANZKALENDER | |
|---|---|
| Konzernjahresabschluss 2020 | 29. April 2021 |
| Ergebnisse für das 1. Quartal 2021 | 27. Mai 2021 |
| Hauptversammlung, Berlin | 16. Juni 2021 |
| Halbjahresbericht 2021 | 31. August 2021 |
| Ergebnisse für das 3. Quartal 2021 | 18. November 2021 |
Da wir Terminverschiebungen nicht ausschließen können, empfehlen wir Ihnen, den aktuellen Stand kurzfristig unter http://www.fp-francotyp.com im Bereich Termine abzufragen.
Impressum
Redaktion und Kontakt
Francotyp-Postalia Holding AG
Investor Relations
Prenzlauer Promenade 28
13089 Berlin Deutschland
Telefon: +49 (0)30 220 660 410
Telefax: +49 (0)30 220 660 425
E-Mail: [email protected]
Internet: www.fp-francotyp.com
Vierter Nachhaltigkeitsbericht
Nachhaltigkeit ist in unserem Unternehmen seit Langem auf vielen Ebenen verankert. Nachhaltig zu wachsen ist Teil unserer Verantwortung als weltweit agierender Konzern: gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gegenüber unseren Kunden und Lieferanten, gegenüber unseren Anteilseignern, gegenüber unserer sozialen und natürlichen Umwelt. Indem wir wachsen, bleiben wir in der Lage, dieser Verantwortung immer besser gerecht zu werden. Unser umfassender Nachhaltigkeitsbericht (gesonderter nichtfinanzieller Bericht) beschreibt, wie wir diese Verantwortung wahrnehmen. Er steht auf unserer Internetseite unter dem Link https://www.fp-francotyp.com/nachhaltigkeitsbericht8) bereit.
Zukunftsbezogene Aussagen
Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der Francotyp-Postalia Holding AG beruhen. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU sowie Veränderungen in der Branche gehören. Die Francotyp-Postalia Holding AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Es ist von der Francotyp-Postalia Holding AG weder beabsichtigt, noch übernimmt die Francotyp-Postalia Holding AG eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen. Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor und steht in beiden Sprachen im Internet unter www.fp-francotyp.com1) zum Download bereit. Bei Abweichungen hat die deutsche Fassung des Geschäftsberichts Vorrang gegenüber der englischen Übersetzung.
8 DIESER QUERVERWEIS IST NICHT BESTANDTEIL DER ABSCHLUSSPRÜFUNG DURCH KPMG AG WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT.
Mehrjahresübersicht
WERTE GEMÄSS KONZERNABSCHLUSS (IN MIO. EUR)
| 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 195,9 | 209,1 | 204,2 | 206,3 | 203,0 |
| Wiederkehrende Umsatzerlöse | 127,1 | 161,2 | 160,6 | 162,6 | 161,9 |
| EBITDA | 8,0 | 33,3 | 17,3 | 26,3 | 27,2 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 4,1 | 15,9 | 8,5 | 12,8 | 13,4 |
| Betriebsergebnis EBIT | -14,0 | 5,9 | 0,0 | 7,3 | 9,7 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | -7,1 | 2,8 | - | 3,5 | 4,8 |
| Konzernergebnis | -15,1 | 1,7 | 0,9 | 4,6 | 6,2 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | -7,7 | 0,8 | 0,4 | 2,3 | 3,1 |
| Free Cashflow | 11,4 | 1,7 | 3,0 | 5,8 | 4,6 |
| Bereinigter Free Cashflow | 15,4 | 12,4 | 10,9 | 9,9 | 9,5 |
| Gezeichnetes Kapital | 16,3 | 16,3 | 16,3 | 16,3 | 16,2 |
| Eigenkapital | 13,7 | 32,0 | 31,3 | 33,0 | 35,9 |
| Eigenkapitalquote in Prozent | 7,9 | 17,2 | 18,7 | 19,4 | 21,5 |
| Eigenkapitalrendite in Prozent | -110,2 | 5,3 | 2,9 | 14,1 | 17,2 |
| Fremdkapital | 160,3 | 154,3 | 136,0 | 136,8 | 131,4 |
| Nettoverschuldung | 23,8 | 31,7 | 18,1 | 19,5 | 19,8 |
| Nettoverschuldungsgrad in Prozent | 146 | 99 | 58 | 59 | 55 |
| Bilanzsumme | 174,0 | 186,3 | 167,2 | 169,8 | 167,3 |
| Aktienkurs zum Jahresende (in Euro) | 3,20 | 3,45 | 3,00 | 4,66 | 5,49 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (unverwässert) | -0,94 | 0,11 | 0,06 | 0,29 | 0,36 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (verwässert) | -0,94 | 0,11 | 0,06 | 0,28 | 0,36 |
| Mitarbeiter (zum Stichtag) | 1.003 | 1.012 | 1.055 | 1.067 | 1.052 |
1) Vergleichsperiode 2018 angepasst.
Kennzahlen
WERTE GEMÄSS KONZERNABSCHLUSS (IN MIO. EUR)
| 2020 | 2019 | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 195,9 | 209,1 | -6,3 |
| Wiederkehrende Umsatzerlöse | 127,1 | 161,2 | 21,2 |
| EBITDA | 8,0 | 33,3 | -76,0 |
| in Prozent der Umsatzerlöse | 4,1 | 15,9 | |
| Betriebsergebnis EBIT | -14,0 | 5,9 | n.a. |
| in Prozent der Umsatzerlöse | -7,1 | 2,8 | |
| Konzernergebnis | -15,1 | 1,7 | n.a. |
| in Prozent der Umsatzerlöse | -7,7 | 0,8 | |
| Free Cashflow | 12,4 | 1,7 | n.a. |
| Bereinigter Free Cashflow | 15,4 | 12,4 | n.a. |
| Gezeichnetes Kapital | 16,3 | 16,3 | 0,0 |
| Eigenkapital | 13,7 | 32,0 | n.a. |
| Eigenkapitalquote in Prozent | 7,9 | 17,2 | |
| Eigenkapitalrendite in Prozent | -110,2 | 5,3 | |
| Fremdkapital | 160,3 | 154,3 | 3,9 |
| Nettoverschuldung | 23,8 | 31,7 | -24,9 |
| Nettoverschuldungsgrad in Prozent | 173,7 | 99,1 | |
| Bilanzsumme | 174,0 | 186,3 | -6,6 |
| Aktienkurs zum Jahresende (in Euro) | 3,20 | 3,45 | -7,2 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (unverwässert) | -0,94 | 0,11 | n.a. |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) (verwässert) | -0,94 | 0,11 | n.a. |
| Mitarbeiter (zum Stichtag) | 1.003 | 1.012 | -0,9 |
FRANCOTYP-POSTALIA HOLDING AG
Prenzlauer Promenade 28 13089 Berlin Germany
Phone: +49 (0)30 220 660 410 Mail: [email protected]
www.fp-francotyp.com
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 der Francotyp-Postalia Holding AG
Bilanz zum 31. Dezember 2020
Aktiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| A. | Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 7 | 50 | ||
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 987 | 1.095 | ||
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 241 | 271 | ||
| 1.228 | 1.366 | |||
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 21.767 | 21.767 | ||
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 58.451 | 56.877 | ||
| 80.218 | 78.644 | |||
| 81.453 | 80.060 | |||
| B. | Umlaufvermögen | |||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 44 | 48 | ||
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 37.460 | 42.429 | ||
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 127 | 516 | ||
| 37.631 | 42.993 | |||
| II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 317 | 7 | ||
| 37.948 | 43.000 | |||
| C. | Rechnungsabgrenzungsposten | 432 | 587 | |
| 119.833 | 123.647 |
Passiva
| 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| A. | EIGENKAPITAL | |||
| I. Ausgegebenes Kapital | ||||
| 1. Gezeichnetes Kapital | 16.301 | 16.301 | ||
| Bedingtes Kapital 2010/I TEUR 515 | ||||
| Bedingtes Kapital 2015/II TEUR 960 | ||||
| Bedingtes Kapital 2020/I TEUR 6.464 | ||||
| 2. Rechnerischer Wert eigener Anteile | -257 | -397 | ||
| 16.044 | 15.904 | |||
| II. Kapitalrücklage | 38.012 | 37.802 | ||
| III. Bilanzgewinn | 9.179 | 13.672 | ||
| 63.235 | 67.378 | |||
| B. | Rückstellungen | |||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.019 | 915 | ||
| 2. Steuerrückstellungen | 4.019 | 2.663 | ||
| 3. Sonstige Rückstellungen | 9.596 | 5.539 | ||
| 14.635 | 9.117 | |||
| C. | Verbindlichkeiten | |||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 36.983 | 39.207 | ||
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 396 | 288 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.050 | 4.294 | ||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 534 | 807 | ||
| -- davon aus Steuern TEUR 407 (i. Vj. TEUR 803) -- | 41.963 | 44.596 | ||
| -- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 0 (i. Vj. TEUR 16) -- | ||||
| D. | Passive latente Steuern | 0 | 2.556 | |
| 119.833 | 123.647 |
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
| 1.1. - 31.12.2020 | 1.1. - 31.12.2019 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. | Umsatzerlöse | 4.239 | 3.148 | ||
| 2. | Sonstige betriebliche Erträge | 458 | 883 | ||
| 3. | Materialaufwand | ||||
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 967 | 381 | |||
| 4. | Personalaufwand | ||||
| a) Löhne und Gehälter | 10.250 | 6.539 | |||
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 649 | 571 | |||
| davon für Altersversorgung TEUR 9 (i. Vj. TEUR 9) | |||||
| 10.899 | 7.110 | ||||
| 5. | Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| des Anlagevermögens und Sachanlagen | 205 | 364 | |||
| 6. | Sonstige betriebliche Aufwendungen | 6.294 | 7.329 | ||
| 7. | Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen | 8.369 | 26.359 | ||
| 8. | Aufwendungen aus Verlustübernahme | 2.480 | 2.773 | ||
| 9. | Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 1.570 | 1.020 | ||
| davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.570 (i. Vj. TEUR 1.020) | |||||
| 10. | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 986 | 532 | ||
| davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 973 (i. Vj. TEUR 532) | |||||
| 11. | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 1.235 | 1.223 | ||
| davon aus Aufzinsung TEUR 28 (i. Vj. TEUR 30) | |||||
| 12. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (im Geschäftsjahr Ertrag, i.Vj. Aufwand) | -2.027 | 3.629 | ||
| davon Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern TEUR -2.555 (i.Vj. Aufwand TEUR 3.281) | |||||
| 13. | Ergebnis nach Steuern | -4.431 | 9.133 | ||
| 14. | Sonstige Steuern | 62 | 7 | ||
| 15. | Jahresfehlbetrag (i. Vj. Jahresüberschuss) | -4.493 | 9.126 | ||
| 16. | Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 13.672 | 5.023 | ||
| 17. | Gewinnausschüttung | 0 | -477 | ||
| 18. | Bilanzgewinn | 9.179 | 13.672 |
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020 (TEUR)
| Pos. | Anschaffungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Nr. | 1.1.2020 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 774 | 0 | 0 | 774 |
| 774 | 0 | 0 | 774 | ||
| II. Sachanlagen | |||||
| 2. | 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 1.581 | 5 | 0 | 1.586 |
| 3. | 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 522 | 19 | 16 | 525 |
| 2.103 | 24 | 16 | 2.111 | ||
| III. Finanzanlagen | |||||
| 5. | 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 38.575 | 0 | 0 | 38.575 |
| 6. | 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 56.877 | 1.574 | 0 | 58.451 |
| 95.452 | 1.574 | 0 | 97.026 | ||
| Anlagevermögen | 98.329 | 1.598 | 16 | 99.911 |
| Pos. | Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Nr. | 1.1.2020 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2020 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 724 | 43 | 0 | 767 |
| 724 | 43 | 0 | 767 | ||
| II. Sachanlagen | |||||
| 2. | 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 486 | 113 | 0 | 599 |
| 3. | 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 251 | 49 | 16 | 284 |
| 737 | 162 | 16 | 883 | ||
| III. Finanzanlagen | |||||
| 5. | 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 16.808 | 0 | 0 | 16.808 |
| 6. | 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 16.808 | 0 | 0 | 16.808 | ||
| Anlagevermögen | 18.269 | 205 | 16 | 18.458 |
| Pos. | Buchwerte | ||
|---|---|---|---|
| Nr. | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |
| --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 7 | 50 |
| 7 | 50 | ||
| II. Sachanlagen | |||
| 2. | 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 987 | 1.095 |
| 3. | 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 241 | 271 |
| 1.228 | 1.366 | ||
| III. Finanzanlagen | |||
| 5. | 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 21.767 | 21.767 |
| 6. | 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 58.451 | 56.877 |
| 80.218 | 78.644 | ||
| Anlagevermögen | 81.453 | 80.060 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2020
I. Allgemeine Angaben
Die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin, (nachfolgend auch "FP Holding" oder "Gesellschaft" genannt) ist die Obergesellschaft des Francotyp-Postalia-Konzerns (nachfolgend auch "Francotyp-Postalia" oder "FP-Gruppe"). Sitz der Gesellschaft ist Prenzlauer Promenade 28, 13089 Berlin.
Die FP Holding ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter HRB 169096 eingetragen. FP Holding ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der Postausgangsverarbeitung mit einer 98-jährigen Firmengeschichte. Die Gesellschaft hat eine reine Holding-Funktion. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Tochterunternehmen der FP Holding liegt in dem traditionellen Produktgeschäft, welches aus der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Frankiermaschinen, Kuvertiermaschinen und aus dem After-Sales-Geschäft besteht. Zudem bietet die FP-Gruppe ihren Kunden in Deutschland durch ihre Tochtergesellschaft freesort GmbH und deren Tochtergesellschaft IAB Communications GmbH sowie der Mentana-Claimsoft GmbH Sortier- und Konsolidierungsdienstleistungen, Hybrid-Mail-Produkte und Produkte zur vollelektronischen Kommunikation an.
Seit 2006 sind sämtliche Aktien der Francotyp-Postalia Holding AG zum amtlichen Markt zugelassen. Gleichzeitig erfolgte die Zulassung zum Teilbereich des amtlichen Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse, wobei die Aktien an der Frankfurter Börse mit der Wertpapierkennnummer FPH900 gehandelt werden.
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.
Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt - zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen.
Einige Angaben wurden zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit im Vergleich zum Vorjahr geändert.
II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Den linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Jahre | |
|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 3-6 |
| II. Sachanlagen | |
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 3-25 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2-13 |
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten, die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind zum Nennwert bilanziert.
Ist den Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen, werden in Höhe der Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen bedarf es der Schätzung künftiger Cashflows der jeweiligen Tochtergesellschaft sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Die Verzinsung von Ausleihungen wird nach der Effektivzinsmethode vorgenommen und richtet sich nach dem Refinanzierungszinssatz des Konzerns.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Für zweifelhafte Forderungen werden entsprechende Einzelwertberichtigungen gebildet.
Forderungen in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst. Ergibt eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr eine höhere Forderung, so wird die Forderung mit dem historischen Kurs angesetzt.
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert ausgewiesen.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit diese Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt und vollständig eingezahlt.
Die eigenen Anteile werden als Abzugsposten vom gezeichneten Kapital abgebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem rechnerischen Wert eigener Anteile wird mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Soweit diese nicht frei verfügbar sind, erfolgt eine Verrechnung mit dem Bilanzgewinn. Weitere Aufwendungen des Erwerbs, die Anschaffungsnebenkosten sind, werden als Aufwand des Geschäftsjahres behandelt. Der Erwerb und die Ausgabe eigener Anteile werden somit erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) auf Basis der "Richttafeln 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wird gemäß § 253 (2) Satz 2 HGB der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte, durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren zu Grunde gelegt.
Bei mittelbaren Pensionszusagen wird von dem Wahlrecht des Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und keine Pensionsrückstellung erfasst. Ein etwaiger Fehlbetrag, welcher sich als Differenz aus der Rückstellung und dem Vermögen der Versorgungseinrichtung ergibt, wird im Anhang angegeben.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, drohende Verluste und ungewisse Verpflichtungen. Sie werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Erwartete künftige Preis- und Kostensteigerungen bis zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Geschäftsjahre abgezinst. Änderungen des Abzinsungssatzes oder Zinseffekte auf Grund einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen.
Sämtliche Verbindlichkeiten sind in Höhe ihrer Erfüllungsbeträge bewertet.
Verbindlichkeiten in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Ergibt eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs im Falle einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr am Bilanzstichtag eine geringere Verbindlichkeit, so wird die Verbindlichkeit zum historischen Kurs bewertet.
Als latente Steuern werden erwartete Steuerbe- und Steuerentlastungen in der Bilanz angesetzt, die sich aus Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen sowie aus Zins- und Verlustvorträgen ergeben. Die Francotyp-Postalia Holding AG ist ertragsteuerliche Organträgerin der Gesellschaften Francotyp-Postalia GmbH, FP Direkt Vertriebs GmbH und FP Inovolabs GmbH. Die latenten Steuern werden daher mit dem erwarteten Organschafts-Steuersatz von 30,18 % ermittelt und nicht abgezinst. Sich ergebende Steuerbe- und Steuerentlastungen werden gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB verrechnet angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur angesetzt, wenn sich diese in den nächsten fünf Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen und zum Stichtag als werthaltig eingeschätzt werden.
Aktienoptionspläne (Stock Options): In Übereinstimmung mit der laufenden BFH-Rechtsprechung (BFH Urteil vom 25. August 2010 - I R 103/09, BStBl. II 2011, Seite 215) erfolgt im Zusagezeitpunkt keine bilanzielle Abbildung. Der durch die Mitarbeiter gezahlte Ausübungspreis ist bei einer Kapitalerhöhung in das gezeichnete Kapital (bis zur Höhe des Nennbetrags) bzw. in die Kapitalrücklage einzustellen.
III. Erläuterungen zur Bilanz
1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der in der Bilanz genannten Anlagenposten im Geschäftsjahr 2020 ist aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.
Der Anteilsbesitz stellt sich wie dar:
| Pos. Nr. | Gesellschaft | Währung*** | Anteil am Kapital in % | Ergebnis # 31.12.2020 | Eigenkapital ## 31.12.2020 | Anteilseigner (Pos. Nr.) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin | |||||
| Aufstellung des Anteilsbesitzes | ||||||
| 2 | Francotyp-Postalia GmbH, Berlin | TEUR | 100 | 2.930 | 14.440 | 1 |
| 3 | freesort GmbH, Langenfeld | TEUR | 100 | 202 | 3.824 | 1 |
| 4 | IAB Communications GmbH (bis 2.3.2020: internet access GmbH lilibit | TEUR | 100 | 127 | 2.180 | 3 |
| Berlin Gesellschaft für Kommunikation und Digitaltechnik), Berlin | ||||||
| 5 | FP Direkt Vertriebs GmbH, Berlin | TEUR | 100 | 29 | 26 | 2 |
| 6 | Francotyp-Postalia Vertrieb und Service GmbH, Berlin | TEUR | 100 | 1.923 | 11.187 | 11 |
| 7 | FP InovoLabs GmbH, Berlin | TEUR | 100 | -2.480 | 215 | 1 |
| 8 | Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH, Berlin | TEUR | 100 | - 429 | 2.056 | 2 |
| 9 | FP Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG, Wittenberge | TEUR | 100 | 1.947 | 25 | 2 |
| 10 | FP Produktionsverwaltung GmbH, Wittenberge | TEUR | 100 | 2 | 33 | 2 |
| 11 | Mentana-Claimsoft GmbH, Fürstenwalde/Spree | TEUR | 100 | -452 | 5.516 | 1 |
| 12 | Francotyp-Postalia N.V./S.A., Antwerpen, Belgien | TEUR | 99,97 | 119 | 1.154 | 2 |
| 13 | Francotyp-Postalia GmbH, Wien, Österreich | TEUR | 100 | 205 | 965 | 2 |
| 14 | Ruys Handelsvereniging B.V., Zoetermeer, Niederlande | TEUR | 100 | 260 | 455 | 2 |
| 15 | FP Finance B.V., Zoetermeer, Niederlande | TEUR | 100 | 0 | - 45 | 2 |
| 16 | Italiana Audion s.r.l., Mailand, Italien | TEUR | 100 | 46 | 171 | 2 |
| 17 | Francotyp-Postalia Ltd., Dartford, Großbritannien | TGBP | 100 | 1.197 | 6.697 | 2 |
| 18 | Francotyp-Postalia Inc., Addison, Illinois, USA | TUSD | 100 | 7.374 | 42.389 | 2 |
| 19 | Francotyp-Postalia Canada Inc., Concord, Kanada | TCAD | 100 | 824 | 4.671 | 18 |
| 20 | Francotyp-Postalia Sverige AB, Bromma, Schweden | TSEK | 100 | 486 | 3.265 | 2 |
| 21 | Francotyp-Postalia France SAS, Nanterre, Frankreich | TEUR | 100 | 22 | 350 | 2 |
| 22 | FP Shared Service Europe GmbH Hennigsdorf | TEUR | 100 | 47 | 80 | 2 |
| 23 | FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien* | TINR | 99,9996** | 396 | 2.378 | 1 und 2 |
| 24 | FP Direct Ltd., Dartford, Großbritannien | GBP | 100 | 0 | 1 | 17 |
| 25 | Juconn GmbH, Unterföhring | TEUR | 15 | -563 | 175 | 7 |
| 26 | HEFTER Systemform GmbH, Prien am Chiemsee | TEUR | 100 | 99 | 25 | 2 |
* abweichendes Wirtschaftsjahr, Zahlen zum 31. März 2019
** Die FP Holding hält 0,0004 % der Anteile an der im September 2010 gegründeten FP Systems India Private Limited, Mumbai, Indien, 99,9992 % der Anteile werden unmittelbar von der FP GmbH gehalten.
*** Die folgenden Stichtagskurse für Fremdwährungen zum 31.12.2020 fanden Anwendung: EUR/GBP 0,89925; EUR/USD 1,22735; EUR/CAD 1,56275; EUR/SEK 10,02525; EUR/INR 89,6794; die folgenden Durchschnittskurse für Fremdwährungen fanden Anwendung: EUR/GBP 0,88970; EUR/USD 1,14230; EUR/CAD 1,53000; EUR/SEK 10,4837; EUR/INR 84,6364.
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen, wie im Vorjahr, ausschließliche sonstige Forderungen (im Wesentlichen kurzfristige Finanzierung sowie Forderungen aus Ergebnisabführung).
3. Rechnungsabgrenzung ARAP
In den Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Disagio in Höhe von TEUR 367 (im Vorjahr TEUR 501) enthalten.
4. Eigenkapital
4.1 Grundkapital
Das Grundkapital der Francotyp-Postalia Holding AG beträgt TEUR 16.301 (im Vorjahr TEUR 16.301) und ist eingeteilt in 16.301.456 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag und anteiliger Berechtigung am Gewinn der Gesellschaft. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der Gesellschaft. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt.
Eigene Aktien:
Der Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 9. Oktober 2017 auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 11. Juni 2015 die Durchführung eines Programms zum Rückkauf von Aktien der Gesellschaft beschlossen.
Der Erwerb erfolgte zu dem Zweck, die erworbenen Aktien zur Bedienung von Bezugsrechten einzusetzen, die unter Aktienoptionsplänen ausgegeben wurden oder werden. Das Rückkaufprogramm startete am 13. Oktober 2017 und lief bis zum 12. Januar 2018. Insgesamt wurden 398.493 Aktien zu folgenden Erwerbszeitpunkten erworben:
| Erwerbszeitpunkt | Erworbene Aktien |
|---|---|
| 13.10. - 20.10.2017 | 34.889 |
| 23.10. - 27.10.2017 | 15.194 |
| 30.10. - 3.11.2017 | 19.411 |
| 6.11. - 10.11.2017 | 37.622 |
| 13.11. - 17.11.2017 | 41.926 |
| 20.11. - 24.11.2017 | 34.326 |
| 27.11. - 1.12.20217 | 44.892 |
| 4.12. - 8.12.2017 | 37.709 |
| 11.12. - 15.12.2017 | 37.010 |
| 18.12. - 22.12.2017 | 28.417 |
| 27.12. - 29.12.2017 | 19.773 |
| 2.1. - 5.1.2018 | 24.588 |
| 8.1. - 12.1.2018 | 22.737 |
| Summe | 398.493 |
| Bedienung Stock Options mit eigenen Aktien in 2017 | -1.100 |
| Bedienung Stock Options mit eigenen Aktien in 2020 | -140.000 |
| Bestand an eigenen Aktien zum 31.12.2020 | 257.393 |
Insgesamt werden zum Bilanzstichtag 257.393 eigene Aktien vom Grundkapital abgesetzt. Dies entspricht einem Betrag von TEUR 257 und einem Anteil von 1,6 % am Grundkapital. Das ausgegebene Kapital beträgt TEUR 16.044.
Im Berichtsjahr wurden keine eigenen Aktien zurück erworben.
Auf der Hauptversammlung vom 10. November 2020 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die nach dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß den §§71d und 71e Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 19. November 2025.
Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Juni 2015 beschlossene Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien endete am 10. Juni 2020.
Die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile geht aus folgender Überleitungsrechnung hervor:
| Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile | |
|---|---|
| Anzahl der Stückaktien per 31.12.2015 | 16.160.000 |
| Kapitalerhöhung (bedingtes Kapital 2010/I) | 55.356 |
| Stand 31.12.2016 | 16.215.356 |
| Anzahl der Stückaktien per 31.12.2016 | 16.215.356 |
| Rückkauf eigener Anteile | -351.168 |
| Kapitalerhöhung (bedingtes Kapital 2010/I) | 86.100 |
| Stand 31.12.2017 | 15.950.288 |
| Anzahl der Stückaktien per 31.12.2017 | 15.950.288 |
| Rückkauf eigener Anteile | -47.325 |
| Bedienung Stock Options mit eigenen Anteilen | 1.100 |
| Stand 31.12.2018 | 15.904.063 |
| Anzahl der Stückaktien per 31.12.2018 | 15.904.063 |
| Stand 31.12.2019 | 15.904.063 |
| Anzahl der Stückaktien per 31.12.2019 Bedienung Stock Options mit eigenen Anteilen | 15.904.063 140.000 |
| Stand 31.12.2020 | 16.044.063 |
Genehmigtes Kapital
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 10. November 2020 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 9. November 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 8.150.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/I).
Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu. Gemäß § 186 Abs. 5 AktG können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder einem Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, einmalig oder mehrmalig mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen.
Das Genehmigte Kapital 2020/I dient dem Erhalt der bisherigen Handlungsmöglichkeiten der Verwaltung, da das der Verwaltung zur Verfügung stehende genehmigte Kapital gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 11. Juni 2015 (Genehmigtes Kapital 2015/I) am 10. Juni 2020 auslief. Es dient der Verbreiterung der Eigenkapitalbasis der Gesellschaft und soll der Verwaltung die Möglichkeit geben, angemessen auf künftige Entwicklungen reagieren zu können.
Bedingtes Kapital
Am 10. November 2020 hat die Hauptversammlung außerdem beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um einen Betrag von bis zu TEUR 6.464 durch Ausgabe von bis zu 6.464.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem auf jede Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Aktie bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2020/I).
Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Juni 2015 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen (Bedingtes Kapital 2015/I) wurde vorsorglich aufgehoben.
Das Bedingte Kapital 2020/I dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen oder einer Kombination dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Volumen von bis zu EUR 50.000.000 mit Gewährung von Wandlungs- oder Optionsrechten auf bis zu 6.464.000 neue Aktien und soll eine flexible Grundlage verschaffen, um so die Finanzierungsmöglichkeiten der Gesellschaft angesichts der zum 10. Juni 2020 ausgelaufenen derzeitigen Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen aufrechterhalten bzw. erweitern. Dabei kann die Gesellschaft gegebenenfalls über ihre Konzerngesellschaften je nach Marktlage den deutschen oder den internationalen Kapitalmarkt in Anspruch nehmen.
Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht für die Options- oder Wandelschuldverschreibungen zu. Soweit den Aktionären nicht der unmittelbare Bezug der Schuldverschreibungen ermöglicht wird, kann der Vorstand von der Möglichkeit Gebrauch machen, Schuldverschreibungen an ein oder mehrere Kreditinstitute oder ein Konsortium aus Kreditinstituten mit der Verpflichtung auszugeben, den Aktionären die Schuldverschreibungen entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht im Sinne von § 186 Abs. 5 Aktiengesetz).
In bestimmten Fällen sieht die Ermächtigung einen Ausschluss des Bezugsrechts vor.
Das neben dem Bedingten Kapital 2020/I (Euro 6.464.000,00) bestehende bedingte Kapital 2010/I gemäß Ziffer 4 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft in Höhe von ursprünglich Euro 656.500,00 (zum 31. Dezember 2020: TEUR 515) sowie das Bedingte Kapital 2015/II gemäß Ziffer 4 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft in Höhe von Euro 959.500,00 bleiben von der Aufhebung der bisherigen Ziffer 4 Abs. 4 der Satzung der Gesellschaft und der Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2020/I unberührt.
Die Summe der bedingten Kapitalia liegt damit unter der gesetzlichen Höchstgrenze von 50 % des Grundkapitals, also gegenwärtig Euro 8.150.728.
Insgesamt wird der Vorstand in jedem Einzelfall sorgfältig prüfen, ob er von der Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts Gebrauch machen wird. Eine Ausnutzung dieser Möglichkeiten wird nur dann erfolgen, wenn dies nach Einschätzung des Vorstands im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre liegt und verhältnismäßig ist.
Bezugsrechte:
Aktienoptionsplan 2010
Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG hat am 1. Juli 2010 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 1.045.000 durch die Ausgabe von bis zu 1.045.000 Stück nennwertloser Inhaberaktien bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 1.045.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen. Der damit beschlossene Aktienoptionsplan sieht ausschließlich den Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten vor, und zwar vorrangig durch den Einsatz eigener Aktien, nachrangig im Wege einer bedingten Kapitalerhöhung. Auf der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 wurde beschlossen, dass 200.000 Optionen des Aktienoptionsplans 2010 nicht mehr ausgegeben werden.
Aktienoptionsplan 2015
Die ordentliche Hauptversammlung der Francotyp-Postalia Holding AG hat am 11. Juni 2015 beschlossen, (i) das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von bis zu EUR 959.500 durch die Ausgabe von bis zu 959.500 Stück nennwertloser Inhaberaktien (die "Aktien") bedingt zu erhöhen und (ii) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung von verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG und an Führungskräfte der FP Gruppe Bezugsrechte auszugeben, die die Inhaber dazu berechtigen, insgesamt maximal 959.000 Aktien gegen Zahlung des Ausübungspreises zu beziehen. Die Gesellschaft kann wahlweise zur Bedienung der Bezugsrechte aus dem Aktienoptionsplan 2015 anstelle neuer Aktien eigene Aktien einsetzen, soweit dies von einem gesonderten Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung gedeckt ist. Die Bedingungen sind im Aktionsoptionsplan 2015 geregelt, der eine Laufzeit bis zum 10. Juni 2020 hatte.
Gemäß des jeweiligen Aktienoptionsplans berechtigt jede einzelne Aktienoption zum Erwerb einer Aktie der Francotyp-Postalia Holding AG. Eine Option hat jeweils eine Laufzeit von 10 Jahren ab dem Zeitpunkt der Zuteilung. Die Optionen sind nicht verbrieft. Zuzahlungen waren bei der Zuteilung der Optionen nicht zu leisten. Die Wartezeit bis zur Ausübung von Optionen beträgt vier Jahre. Es sind Ausübungssperrfristen zu beachten. Bezugsrechte dürfen zudem nur bei Erreichen eines Erfolgsziels ausgeübt werden.
Am Abschlussstichtag bestehen daraus nicht ausgeübte Bezugsrechte wie folgt:
| Tag der Gewährung | Anzahl | Ausübungspreis (in EUR) |
|---|---|---|
| 27.04.2012 | 30.000 | 2,61 |
| 06.12.2013 | 27.500 | 3,86 |
| 31.08.2015 | 305.000 | 4,48 |
| 25.11.2015 | 40.000 | 4,48 |
| 31.08.2016 | 180.000 | 3,90 |
| 582.500 |
4.2 Kapitalrücklage
Der zum Bilanzstichtag verbliebene Unterschiedsbetrag aus dem Aktienrückkaufprogramm zwischen den Anschaffungskosten (TEUR 1.060) und dem rechnerischen Wert eigener Anteile (TEUR 257) in Höhe von TEUR 803 wurde mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet.
Die aus dem Aktienoptionsprogramm 2010 im Geschäftsjahr 2020 in Anspruch genommenen Optionen (140.000) wurden zu einem durchschnittlichen Optionspreis von 2,50 EUR aus den eigenen Anteilen bedient. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile betrugen EUR 4,67. Der Unterschied zum rechnerischen Wert in Höhe von TEUR 443 wurde mit der Kapitalrücklage verrechnet.
Durch das Aktienrückkaufprogramm und die gezogenen Optionen aus dem Aktienoptionsprogramm erhöht sich die Kapitalrücklage von TEUR 37.802 auf TEUR 38.012.
5. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.019 (i. Vj. TEUR 915) betreffen mit TEUR 998 (im Vorjahr TEUR 896) unmittelbare Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie Sterbegeldverpflichtungen in Höhe von TEUR 21 (im Vorjahr TEUR 18).
Die Pensionsverpflichtungen wurden mit einem Diskontierungszinssatz von 2,30 % (i. Vj. 2,71 %) ermittelt. Der Zinsaufwand für das Geschäftsjahr beträgt TEUR 26 (i. Vj. TEUR 27) und ist im Zinsergebnis enthalten. Durchschnittlich erwartete jährliche Rentensteigerungen wurden mit 2,00 % (i. Vj. 2,00 %) berücksichtigt.
Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB zwischen der Bewertung der Pensionsverpflichtungen auf Basis des durchschnittlichen Marktzinses der letzten 7 Jahre (1,60 %, i. Vj. 1,97 %) und auf der Basis des durchschnittlichen Marktzinses der letzten 10 Jahre beträgt TEUR 127 (i. Vj. TEUR 127) und unterliegt einer Ausschüttungssperre.
Die Gesellschaft hat das Wahlrecht des Art. 67 (1) EGHGB in Anspruch genommen. Demgemäß wird der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen aufgrund der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes bis zum 31.12.2024 mit mindestens 1/15 angesammelt und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt. Der verbleibende Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 36 (im Vorjahr TEUR 45). Im Berichtsjahr wurden TEUR 9 aufwandswirksam erfasst.
Der Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.035 (im Vorjahr TEUR 941).
Weiterhin besteht eine mittelbare Pensionszusage, bei der die zugesagten Altersversorgungsleistungen an die Versorgungsberechtigten durch die Francotyp-Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH erbracht werden. Der hierfür anzugebende Fehlbetrag beträgt TEUR 124 (im Vorjahr TEUR 119). Der Francotyp Postalia Unterstützungseinrichtung GmbH steht zur Erfüllung dieser Verpflichtung ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 2.056 (im Vorjahr TEUR 2.485) zur Verfügung.
6. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 9.596 (im Vorjahr TEUR 5.539) setzen sich wie folgt zusammen:
| (in TEUR) | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| Prämien und Tantieme | 4.107 | 2.833 |
| Sonstige Personalkosten | 1.936 | 53 |
| Entlassungsabfindungen | 1.280 | 22 |
| Jahresabschluss- und Steuerberatungskosten | 969 | 1.200 |
| Prozess- und Anwaltskosten | 549 | 75 |
| Urlaub- und Mehrarbeitsverpflichtung | 276 | 197 |
| Beratungskosten in Projekten | 31 | 514 |
| Übrige | 448 | 645 |
| Summe | 9.596 | 5.539 |
Von den Rückstellungen haben TEUR 806 (im Vorjahr TEUR 605) eine Laufzeit von über einem Jahr.
Die Rückstellungshöhe für Tantiemen ist mit Schätzungen hinsichtlich der vertraglichen Zielerreichung verbunden. Rückstellungen für Urlaub und Gleitzeitguthaben werden auf Basis der vertraglichen Gehälter inklusive von laufenden Anpassungen unter Berücksichtigung der individuellen Restbestände zum Bilanzstichtag gebildet. Die schätzungsbehaftete Bildung übriger Rückstellungen erfolgt auf Basis vernünftiger kaufmännischer Beurteilung. Diese Einschätzungen basieren auf Erfahrungswerten hinsichtlich in der Vergangenheit erfolgter Ereigniseintritte.
7. Verbindlichkeiten
Zur Finanzierung nutzt der FP-Konzern in erster Linie den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit sowie bestehende bzw. unterjährig angepasste Kreditvereinbarungen mit Finanzinstituten und Finanzierungsleasingvereinbarungen.
Im Geschäftsjahr 2018 schloss der FP-Konzern einen Konsortialdarlehensvertrag über TEUR 150.000 ab, verbunden mit einer Erhöhungsoption von TEUR 50.000.
Gemäß der bestehenden Change of Control Klausel des Konsortialdarlehensvertrages liegt ein Kontrollwechsel vor, wenn eine Person oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Personen direkt oder indirekt über 30 % der Stimmrechte oder Aktien an der Francotyp-Postalia Holding AG halten.
Bei Vorliegen eines Kontrollwechsels und nach schriftlichem Verlangen eines Kreditgebers werden sämtliche Kredite (inkl. anfallender Zinsen) in Bezug auf den Kreditgeber innerhalb von 30 Tagen zur Rückzahlung fällig.
Weitere wesentliche Konditionen des Konsortialdarlehensvertrages umfassen die Möglichkeit, Teile des Kreditrahmens in Fremdwährung ausnutzen zu können. Des Weiteren besteht auf Basis des Kreditvertrages auch Finanzierungssicherheit für Akquisitionen. Zudem verfügt der FP-Konzern über unternehmerische Freiräume zur Eingehung weiterer finanzieller Verpflichtungen. Insgesamt bildet der Konsortialdarlehensvertrag die Grundlage für finanzielle Stabilität und Flexibilität des FP-Konzerns.
Sämtliche Kreditbedingungen wurden im Berichtsjahr durchgängig eingehalten. Der FP-Konzern konnte zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten, wie im Vorjahr, ausschließlich Verbindlichkeiten aus kurzfristiger Finanzierung.
Die Verbindlichkeiten haben nachfolgend dargestellte Restlaufzeiten:
| (in TEUR) | Summe | bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| 2020 | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 36.983 | 67 | 36.916 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 396 | 396 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.050 | 4.050 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 534 | 534 | 0 | 0 |
| Summe | 41.963 | 5.047 | 36.916 | 0 |
| 2019 | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 39.207 | 67 | 39.140 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 288 | 288 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.294 | 4.294 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 807 | 807 | 0 | 0 |
| Summe | 44.596 | 5.456 | 39.140 | 0 |
8. Latente Steuern
Aufgrund von steuerlichen Verlusten in den vergangenen drei Berichtsperioden wurde zum 31.12.2020 der Überschuss der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern in voller Höhe wertberichtigt. Im Vorjahr wurden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge (TEUR 3.216) sowie temporäre Differenzen (TEUR 818) gebildet und mit den passiven latenten Steuern saldiert. Im Vorjahr resultierte insoweit ein Passivüberschuss i.H.v. TEUR 2.556. Die im Vorjahr ermittelten passiven latenten Steuern in Höhe von unsaldiert TEUR 6.589 wurden auf temporäre Differenzen, welche überwiegend auf selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände der Organgesellschaften der Francotyp-Postalia Holding AG entfallen, gebildet.
Demgemäß ergibt sich aus den latenten Steuern, wie im Vorjahr, keine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Absatz 8 Satz 2 HGB.
9. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
| (in TEUR) | Gesamt 31.12.2020 | davon bis 1 Jahr | davon 1 bis 5 Jahre |
|---|---|---|---|
| Mietvertrag | 3.072 | 843 | 2.229 |
| Übrige | 285 | 285 | 0 |
| 3.357 | 1.128 | 2.229 |
10. Haftungsverhältnisse
Die FP Holding AG hat sich verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die freesort GmbH jederzeit in der Lage ist, weitere berechtigte Forderungen der Deutsche Post AG, Bonn, aus dem Konsolidiererverhältnis, die bis zum Ablauf des 31. Mai 2017 entstanden sind, bis zu einer Summe von TEUR 600 zu erfüllen. FP Holding AG wird dementsprechend die Geschäftsführung der freesort GmbH anweisen, alle berechtigten Forderungen der Deutsche Post AG unverzüglich zu erfüllen. Die Gesellschaft sieht auf Grund der derzeitigen Rechtslage keine Hinweise für eine Inanspruchnahme. Im Geschäftsjahr wurden keine Ansprüche geltend gemacht.
Die FP Holding hat mit Datum vom 29. April 2020 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Mentana-Claimsoft GmbH eine Patronatserklärung mit folgendem Inhalt abgegeben:
Die Francotyp-Postalia Holding AG übernimmt bis zum 31. Dezember 2022 unwiderruflich die uneingeschränkte Verpflichtung
| ― | die Mentana-Claimsoft GmbH auf deren erstes Anfordern mit zusätzlicher Liquidität oder sonstigen finanziellen Mitteln auszustatten, soweit dies erforderlich ist, um es der Gesellschaft zu ermöglichen, alle fälligen Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen und dadurch eine bestehende oder drohende Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft zu beseitigen und um eine bestehende Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne zu vermeiden, |
| ― | dafür Sorge zu tragen, dass die Mentana-Claimsoft GmbH in der Lage sein wird, ihren Geschäftsbetrieb im Wesentlichen fortzuführen. |
Die Mentana-Claimsoft GmbH ist insbesondere über ihr Tochterunternehmen Francotyp-Postalia Vertriebs- und Service GmbH, mit der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht, in der Lage positive Zahlungsmittelüberschüsse zu generieren und verfügt über ein robustes Eigenkapital. Die Gesellschaft sieht daher das Risiko einer Inanspruchnahme gegenwärtig als nicht wahrscheinlich an.
Die FP Holding hat am 12. August 2019 gegenüber ihrer Tochtergesellschaft freesort GmbH eine Patronatserklärung mit folgendem Inhalt abgegeben:
Die Francotyp-Postalia Holding AG übernimmt bis zum 31. Dezember 2021 unwiderruflich die uneingeschränkte Verpflichtung
| ― | die freesort GmbH auf deren erstes Anfordern mit zusätzlicher Liquidität oder sonstigen finanziellen Mitteln auszustatten, soweit dies erforderlich ist, um es der Gesellschaft zu ermöglichen, alle fälligen Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen und dadurch eine bestehende oder drohende Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft zu beseitigen und um eine bestehende Überschuldung der Gesellschaft im insolvenzrechtlichen Sinne zu vermeiden und |
| ― | dafür Sorge zu tragen, dass die freesort GmbH in der Lage sein wird, ihren Geschäftsbetrieb im Wesentlichen fortzuführen. |
Unter Berücksichtigung der zum Aufstellungszeitpunkt bestehenden Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der freesort GmbH sieht die Gesellschaft das Risiko einer Inanspruchnahme gegenwärtig als nicht wahrscheinlich an.
IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 4.239 (im Vorjahr TEUR 3.148) resultieren im Wesentlichen aus Beratungsleistungen an inländische Tochtergesellschaften.
2. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 249 (im Vorjahr TEUR 792).
3. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen
Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 8.369 (im Vorjahr TEUR 26.359) resultieren aus den übernommenen Gewinnen von der Francotyp-Postalia GmbH aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags.
4. Aufwendungen aus Verlustübernahme
Die Aufwendungen aus Verlustübernahme in Höhe von TEUR 2.480 (im Vorjahr TEUR 2.773) resultieren aus den übernommenen Verlusten von der FP InovoLabs GmbH aufgrund eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags.
5. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Im Steuerertrag in Höhe von TEUR 2.027 (im Vorjahr Steueraufwand TEUR 3.629) ist in Höhe von TEUR 528 periodenfremder Steueraufwand enthalten (im Vorjahr TEUR 96).
V. Sonstige Angaben
1. Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer
Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 42 Angestellte (im Vorjahr 42). Von den Angestellten sind 2 Angestellte in leitender Funktion. Bei den 42 Angestellten handelt sich um 16 weibliche und 26 männliche Angestellte.
2. Vorstand und Aufsichtsrat
Dem Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG nach stellen sich die Positionen und Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder gemäß dem aktuell geltenden Geschäftsverteilungsplan wie folgt dar:
| Name | Position | Zuständigkeitsbereiche |
|---|---|---|
| Carsten Lind | Vorsitzender (seit 11.11.2020) Mitglied (seit 1.6.2020) | Ab 11. Januar 2021: Unternehmensstrategie inkl. M&A/ Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit, Corporate Communication)/ Human Resources/ Internal Audit/ Business Unit Frankieren, Software & BPA, IoT und freesort Bis 11. Januar 2021: Recht/ Strategy & Corporate Development/ Corporate Communication/ Human Resources Center of Excellence/ Product Management/ Business Development (New)/ Investor Relations/ M&A/ Treasury/ Controlling/ Governance, Risk and Compliance/ QM/ Rechnungswesen inkl. Steuern/ Internal Audit Bis 11. November 2020: Recht/ Strategy & Corporate Development/ Corporate Communication/ Human Resources Center of Excellence/ Product Management/ Business Development (New) |
| Martin Geisel | CFO (seit 11.1.2021) | Finanzen/ Rechnungswesen/ Controlling/ Steuern/ Treasury/ Recht und Compliance/ Risikomanagement/ Investor Relations/ Einkauf und Beschaffung/ Interne IT |
| Rüdiger Andreas Günther | Vorsitzender und CFO (bis 11.11.2020) | Bis 11. November 2020: Rechnungswesen inkl. Steuern/ Controlling/ Treasury/ M&A/ Governance, Risk & Compliance/ QM/ Investor Relations bis zum 1. Juni 2020: Strategische Geschäftsentwicklung/ Human Resources/ Recht/ Rechnungswesen inkl. Steuern/ Controlling/ Corporate Communications/ Treasury/ M&A/ Governance, Risk & Compliance/ QM/ Internal Audit |
| Patricius de Gruyter | CSO | Bis 22. Februar 2021*: Sales Strategy & Governance/ Sales Transformation/ Vertrieb - Region Middle Europe, Region North America, Region Central Europe/ Digital Business/ Hybrid Business (Vertrieb)/ Service Center of Excellence/ Marketing Center of Excellence/ Internal Audit Bis 11. November 2020: Sales Strategy & Governance/ Sales Transformation/ Vertrieb - Region Middle Europe, Region North America, Region Central Europe/ Digital Business/ Hybrid Business (Vertrieb)/ Service Center of Excellence/ Marketing Center of Excellence/ Internal Audit Bis 1. Juni 2020: Sales Strategy & Governance /Sales Transformation/ Vertrieb - Region RoW, Region North America, Region GSA/ Digital Business/ Hybrid Business (Vertrieb)/ Service Center of Excellence/ Business Developement (Traditional & Digital)/ Marketing Center of Excellence |
| Sven Meise | CDO, COO (bis 11.1.2021) | Bis 11. Januar 2021: Informationstechnik/ Forschung & Entwicklung (traditionel & digital & IoT)/ Produktion (traditionel & hybrid & IoT) /Einkauf /Logistik/ Facility Management/ Shared Service Center - North America & Europe Bis 11. November 2020: Informationstechnik/ Forschung & Entwicklung (traditionel & digital)/ Produktion (traditionel & hybrid) /Einkauf /Logistik/ Facility Management/ Shared Service Center - North America & Europe Bis 1. Juni 2020: Informationstechnik/ Forschung & Entwicklung (traditionel & digital)/ Produktion (traditionel & hybrid) /Einkauf /Logistik/ Facility Management/ Shared Service Center - North America & Europe |
* seit dem 23. Februar 2021 verantwortet Herr de Gruyter keinen Geschäftsbereich mehr. Die Bestellung von Patricius de Gruyter zum Mitglied des Vorstands sowie sein Anstellungsvertrag mit der Francotyp-Postalia Holding AG wird in gegenseitigem Einvernehmen nicht über das Ende der vertraglichen Laufzeit am 31. Mai 2021 hinaus verlängert werden.
Herr Günther war im Berichtsjahr Mitglied der Unternehmerperspektive Mittelstand der Commerzbank, im Regionalbeirat Ost der Commerzbank sowie Mitglied im Kundenbeirat der LBBW Sachsen Bank.
Herr Meise war bis zum 11. Januar 2021 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Juconn GmbH.
Folgende Übersicht zeigt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Francotyp-Postalia Holding AG mit ihren Tätigkeiten außerhalb der Gesellschaft und mit sonstigen Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandaten bzw. Mandaten bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
| Name | Berufliche Tätigkeit | Sonstige Verwaltungs- oder Aufsichtsratsmandate bzw. Mandate bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien |
|---|---|---|
| Dr. Alexander Granderath (Vorsitzender) seit 11. November 2020 | • Geschäftsführer, Dr. Granderath, Rat und Vermögen GmbH, Willich • Geschäftsführer, StreamParty GmbH, Willich | • keine |
| Lars Wittan (Stellvertretender Vorsitzender) seit 11. November 2020 | • Chief Investment Officer, Obotritia Capital KGaA, Potsdam | • Mitglied des Aufsichtsrats, Quarterback Immobilien AG, Leipzig • Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Obotritia Hotel AG, Potsdam |
| Klaus Röhrig (Vorsitzender bis 10. November 2020) Mitglied seit 11. November 2020 | • Geschäftsführer, Active Ownership Corporation S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg | • Vorsitzender des Verwaltungsrats, exceet Group SCA, Luxemburg, Luxemburg (bis 23. Januar 2020) • Mitglied des Verwaltungsrats, Agfa-Gevaert NV, Mortsel, Belgien • Mitglied des Aufsichtsrats, Formycon AG, München (seit 10. Dezember 2020) |
| Botho Oppermann (Stellvertretender Vorsitzender) bis 10. November 2020 | • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Nord UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Süd UG (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions Ost UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg • Geschäftsführender Gesellschafter der Internet Business Solutions West UG, (haftungsbeschränkt), Wentorf bei Hamburg | • Präsident des Verwaltungsrates der Internet Business Solutions AG, Boppelsen, Schweiz |
| Dr. Mathias Schindl bis 10. November 2020 | • Chief Product Officer, NOVENTI Health SE, München (seit 1. Oktober 2020) • Geschäftsführer der awinta GmbH, Bietigheim-Bissingen (seit 1. Oktober 2020) • Selbständiger Unternehmensberater (bis 1. Oktober 2020) | • keine |
Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats
Die Angaben zur Organvergütung gemäß § 285 Nr. 9a S. 5-8 HGB werden zusammen mit den Angaben zu den Grundzügen des Vergütungssystems im Vergütungsbericht vorgenommen, der Teil des mit dem Francotyp-Postalia-Konzern zusammengefassten Lageberichts ist.
Die Gesamtvergütung für die Mitglieder des Vorstands stellt sich wie folgt dar:
| 2020 | 2019 | ||
|---|---|---|---|
| Erfolgsunabhängige Komponente | Festvergütung | 1.253 | 1.035 |
| Nebenleistungen*) | 76 | 65 | |
| Summe | 1.329 | 1.100 | |
| Erfolgsbezogene Komponente | |||
| ohne langfristige Anreizwirkung | Einjährige variable Vergütung | 770 | 913 |
| mit langfristiger Anreizwirkung | Mehrjährige variable Vergütung: | ||
| Langzeitbonus | 367 | 294 | |
| Aktienbasierte Vergütung | 300 | 63 | |
| Summe | 1.437 | 1.270 | |
| Versorgungsaufwand**) | 50 | 48 | |
| Gesamtvergütung | 2.816 | 2.418 |
*) Die Nebenleistungen bestehen im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Vorgaben anzusetzenden Werten aus der Dienstwagennutzung.
**) Der Versorgungsaufwand betrifft Zuschüsse zur Altersvorsorge und ist Teil der an die Vorstände gezahlten fixen Entgelte.
Für die Vorstandsmitglieder (mit Ausnahme von Herrn Lind) umfasst die Gesamtvergütung als weitere Komponente eine Bonuszusage für eine einmalige Prämie für den Fall, dass ein während der Vertragslaufzeit, aber spätestens bis 2023 aufgestellter und geprüfter Konzernabschluss unter Berücksichtigung der Prämienzahlungen an alle Vorstände ein auf ein Geschäftsjahr bezogenes "earnings per share" von mindestens EUR 1,00 ausweist.
Die Anzahl der im Geschäftsjahr an aktive Mitglieder ausgegebene Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte Vergütungen mit ihrem beizulegenden Zeitwert stellt sich wie folgt dar:
| Anzahl | Beizulegender Zeitwert (in TEUR) | ||
|---|---|---|---|
| Virtuelle Aktienoptionen | Gewährung am 1.1.2020 | 60.000 | 39 |
| Gewährung am 1.3.2020 | 60.000 | 40 | |
| Gewährung am 1.6.2020 | 350.000 | 221 | |
| 470.000 |
Die Gesamtvergütung für ehemalige Mitglieder des Vorstands bezogen auf Leistungen aus Anlass der Beendigung der Arbeitsverhältnisse beläuft sich auf TEUR 2.578.
Der Betrag der Pensionsverpflichtungen für ehemalige Mitglieder des Vorstands beträgt zum 31.12.2020 TEUR 1.442 (im Vorjahr TEUR 1.354).
Die Gesamtvergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2020 TEUR 102 (im Vorjahr TEUR 110).
3. Honorar des Abschlussprüfers
Die Hauptversammlung hat, basierend auf einer Empfehlung des Aufsichtsrats, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 gewählt. Das für Dienstleistungen des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar wird im Konzernanhang angegeben. Sonstige Leistungen beinhalten Bestätigungen von Financial Covenants.
4. Konzernabschluss
Für die Francotyp-Postalia Holding AG wird ein Konzernabschluss erstellt. Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.
5. Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat der Francotyp-Postalia Holding AG haben eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG abgegeben und diese Erklärung auf der Internetseite der Gesellschaft (https://www.fp-francotyp.com/de/entsprechenserklarung/fef9a400b3143858) dauerhaft zugänglich gemacht.
6. Aktionärsstruktur
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2020 von ihren Anteilseignern gemäß § 33 Abs. 1 WpHG folgende Mitteilungen erhalten und gemäß § 40 Abs. 1 WpHG und § 41 WpHG veröffentlicht:
| Veröffentlichungsdatum | 14.01.2020 | 25.02.2020 | 25.02.2020 | 10.03.2020 | 23.03.2020 | 23.03.2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Erwerb von Aktien | Freiwillige Konzernmitteilung mit Schwellenberührung auf Ebene der Tochtergesellschaften | Erwerb von Aktien | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Veräußerung von Aktien |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Obotritia Capital KGaA | Axel Sven Springer / Saltarax GmbH | Axel Sven Springer / Saltarax GmbH | Obotritia Capital KGaA | Baring Asset Management | Baring Fund Managers |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Datum der Schwellenberührung | 14.01.2020 | 04.07.2018 | 19.02.2020 | 06.03.2020 | 12.03.2020 | 12.03.2020 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | ||||||
| alt | 15,10% | 3,13% | 3,93% | 20,60% | 3,07% | 3,07% |
| neu | 20,60% | 3,93% | 5,00% | 28,01 % | 2,98% | 2,98% |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 3.357.817 | 641.000 | 815.100 | 4.566.594 | 486.423 | 486.423 |
| Veröffentlichungsdatum | 11.11.2020 | 12.11.2020 |
|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Übertragung von Stimmrechten wegen Hauptversammlung | Erwerb von Aktien |
| --- | --- | --- |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Axel Sven Springer / Thomas Lange | Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| --- | --- | --- |
| Datum der Schwellenberührung | 02.11.2020 | 11.11.2020 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | ||
| alt | 0,01% | 2,96% |
| neu | 5,02% | 3,19% |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 817.800 | 520.000 |
| Veröffentlichungsdatum | 16.01.2019 | 15.02.2019 | 24.05.2019 | 05.09.2019 | 17.09.2019 | 07.10.2019 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Übertragung von Stimmrechten wegen Hauptversammlung | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Freiwillige Konzernmitteilung mit Schwellenberührung auf Ebene der Tochtergesellschaften |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Obotritia Capital KGaA | Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung | Axel Sven Springer / Thomas Lange | Obotritia Capital KGaA | Quaero Capital SA | Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS / Florian Schubauer |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Datum der Schwellenberührung | 14.01.2019 | 13.02.2019 | 22.05.2019 | 29.08.2019 | 10.09.2019 | 01.10.2019 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | ||||||
| Alt | 6,60% | 3,25% | 0,02% | 10,30% | 4,92% | 9,51 % |
| neu | 10,30% | 2,96% | 3,94% | 15,10% | 2,69% | 9,51 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 1.678.636 | 482.070 | 642.500 | 2.460.800 | 438.649 | 1.550.000 |
| Veröffentlichungsdatum | 07.10.2019 |
|---|---|
| Grund der Mitteilung | Freiwillige Konzernmitteilung mit Schwellenberührung auf Ebene der Tochtergesellschaften |
| --- | --- |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS / Klaus Röhrig |
| --- | --- |
| Datum der Schwellenberührung | 01.10.2019 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | |
| Alt | 10,31% |
| neu | 10,31% |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 1.680.000 |
Ferner bestehen noch folgende bedeutende Stimmrechte:
| Veröffentlichungsdatum | 17.09.2019 | 05.09.2019 | 15.02.2019 | 16.01.2019 | 22.05.2018 | 29.05.2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grund der Mitteilung | Veräußerung von Aktien | Erwerb von Aktien | Veräußerung von Aktien | Erwerb von Aktien | Erwerb von Aktien | Erwerb von Erwerb |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Quaero Capital SA | Obotritia Capital KGaA | Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung | Obotritia Capital KGaA | Magallanes Value Investors S.A. SGIIC | Ludic GmbH, Bad Oldesloe, Deutschland |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Datum der Schwellenberührung | 10.09.2019 | 29.08.2019 | 13.02.2019 | 14.01.2019 | 16.05.2018 | 24.05.2013 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | 2,69% | 15,10% | 2,96% | 10,30% | 3,26% | 3,51 % |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 438.649 | 2.460.800 | 482.070 | 1.678.636 | 531.456 | 566.882 |
| Veröffentlichungsdatum | 29.05.2013 |
|---|---|
| Grund der Mitteilung | Erwerb von Aktien |
| --- | --- |
| Angaben zum Aktionär/ Meldepflichtigen | Tom Hiss |
| --- | --- |
| Datum der Schwellenberührung | 24.05.2013 |
| Gesamtstimmrechtsanteile | 3,51% |
| Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG) | 566.882 |
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat im Geschäftsjahr 2020 von ihren Anteilseignern gemäß Art. 19 Abs. 1 MAR folgende Mitteilungen bezüglich der Aktie mit der ISIN DE000FPH9000 erhalten und veröffentlicht:
| Veröffentlichungsdatum | 06.10.2020 | |
|---|---|---|
| Angaben zu den Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen | Sven Meise | |
| --- | --- | --- |
| Grund der Mitteilung/ Position | Mitglied des Vorstands (CDO/COO) | |
| --- | --- | --- |
| Art des Geschäfts | Erwerb von Aktien | |
| --- | --- | --- |
| Preis(e)/ Volumen in EUR | Preis in EUR | Volumen EUR |
| --- | --- | --- |
| 3,22 | 17.980,48 | |
| Aggregierte Preis/ Volumen EUR | 3,22 | 17.980,48 |
| Datum des Geschäfts | 06.10.2020 | |
| Ort des Geschäfts | XETRA |
Die Francotyp-Postalia Holding AG hat in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 keine Änderungen der Gesamtstimmrechte gemäß § 41 WpHG veröffentlicht.
In Vorjahren gab es folgende Änderungen:
| Veröffentlichungsdatum | 04.01.2017 | 04.01.2017 Korrekturmitteilung | 30.01.2017 | 28.02.2017 | 31.03.2017 | 30.06.2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Art der Kapitalmaßnahme | Sonstige Kapitalmaßnahme (§ 26a Abs. 1 WpHG) | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG) | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG) | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG | Ausgabe von Bezugsaktien (§ 26a Abs. 2 WpHG |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand zum/ Datum der Wirksamkeit | 31.12.2016 | 31.12.2016 | 27.01.2017 | 28.02.2017 | 31.03.2017 | 30.06.2017 |
| Neue Gesamtzahl der Stimmrechte | 16.215.356 | 16.215.356 | 16.255.356 | 16.265.356 | 16.285.356 | 16.301.456 |
7. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.
8. Ergebnisverwendungsvorschlag
Die Dividendenpolitik der Francotyp-Postalia Holding AG hat unverändert Bestand. Das Ziel ist es, die Aktionäre grundsätzlich an einer positiven Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Aufgrund der Entwicklungen und Risiken im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona Virus SARS-CoV-2 legt das Unternehmen den Fokus weiterhin auf die Sicherstellung und den Ausbau der vorhandenen Konzernliquidität, um die strategischen und operativen Ziele des FP-Konzerns nachhaltig abzusichern.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung deshalb vor, für das Geschäftsjahr 2020 keine Dividende auszuschütten und den Bilanzgewinn in Höhe von 9.179.294,26 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.
Berlin, 27. April 2021
Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG
| Carsten Lind | Martin Geisel | Patricius de Gruyter |
| Vorsitzender |
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Francotyp-Postalia Holding AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Unternehmens so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.1
Berlin, 27. April 2021
Vorstand der Francotyp-Postalia Holding AG
| Carsten Lind | Martin Geisel | Patricius de Gruyter |
| Vorsitzender |
1 Die Versicherung der gesetzlichen Vertreter ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Francotyp-Postalia Holding AG, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Francotyp-Postalia Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.
Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächli- chen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Finanzanlagen
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Anhang im Abschnitt II. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze". Weitere Angaben zu den Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen finden sich im Anhang in Anmerkung 1. "Anlagevermögen" im Abschnitt III. "Erläuterungen zur Bilanz".
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die Francotyp-Postalia Holding AG hält Anteile an verbundenen Unternehmen mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt TEUR 21.767 und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 58.451, deren Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 66,9 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft.
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.
Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für Anteile an verbundenen Unternehmen mithilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens. Die für das Discounted-Cashflow-Verfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten fünf Jahre, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, so wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist.
Die Werthaltigkeitsbeurteilung und die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren sind komplex und hinsichtlich der getroffenen Annahmen in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten, die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze sowie die Einschätzung der Dauerhaftigkeit der Wertminderung.
Die Ertragslage und die zukünftigen Geschäftsaussichten der freesort GmbH sowie der von ihr gehaltenen Tochtergesellschaft IAB haben sich im Vergleich zu den Vorjahren nur leicht verbessert. Die Ergebnisbeiträge sind weiterhin sehr gering. Zudem wirkt sich die Corona- Pandemie überwiegend negativ auf die Geschäftsentwicklung der operativen Beteiligungsgesellschaften aus. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 nicht vorgenommen. Es besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Finanzanlagen nicht werthaltig sind.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Finanzanlagen Anhaltspunkte für einen Abschreibungsbedarf bestehen.
Anschließend haben wir unter partiellem Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Bewertungsmodelle der Gesellschaft beurteilt. Wir haben die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit dem von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen.
Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.
Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir unter Einbezug unserer Spezialisten mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.
Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.
UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das der Werthaltigkeitsprüfung der Finanzanlagen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind sachgerecht.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts
| ― | den gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht der Gesellschaft und des Konzerns, auf den im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und |
| ― | die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwort- lich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebe- richt, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügeri- sches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertre- tern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstä- tigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Be- stätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegeben- heiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresab- schluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zu- kunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsa- men Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorien- tierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es be- steht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen wer- den kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "2020_Francotyp-Postalia_Jahresabschluss (1).zip" (SHA256-Hashwert: 003fc9a6e785b437916fd6b28ba449f19ea5989818f1111d0b6ca97dfcc8e47c), die im geschützten Mandanten-Portal für den Emittenten abrufbar ist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammen- gefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lage- berichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF- Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammen- gefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Jahresabschluss und geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforde- rungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt. |
| ― | beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen. |
Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. November 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Dezember 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009 als Abschlussprüfer der Francotyp-Postalia Holding AG tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Patrick Waubke.
Berlin, den 28. April 2021 KPMG AG
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