AI assistant
Formycon AG — Annual Report (ESEF) 2024
May 14, 2025
Preview isn't available for this file type.
Download source file39120005TZ76GQOY8Z192024-12-31iso4217:EUR39120005TZ76GQOY8Z192023-12-3139120005TZ76GQOY8Z192024-01-012024-12-3139120005TZ76GQOY8Z192023-01-012023-12-31iso4217:EURxbrli:shares39120005TZ76GQOY8Z192022-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192022-12-31ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192022-12-31ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192022-12-31ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192022-12-3139120005TZ76GQOY8Z192023-01-012023-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192023-01-012023-12-31ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192023-01-012023-12-31ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192023-01-012023-12-31ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192023-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192023-12-31ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192023-12-31ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192023-12-31ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192024-01-012024-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192024-01-012024-12-31ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192024-01-012024-12-31ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192024-01-012024-12-31ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192024-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192024-12-31ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember39120005TZ76GQOY8Z192024-12-31ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember39120005TZ76GQOY8Z192024-12-31ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember Formycon. Biosimilar-Experten. Geschäftsbericht 2024 Entwicklung der wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren des Formycon-Konzerns 69,7 Umsatzerlöse in Mio. € -13,7 EBITDA in Mio. € -1,6 Bereinigtes EBITDA in Mio. € 55,1 Working Capital in Mio. € 77,7 Umsatzerlöse in Mio. € 1,5 EBITDA in Mio. € 13,3 Bereinigtes EBITDA in Mio. € 38,9 Working Capital in Mio. € 2024 2023 Highlights 2024 fyb201 in 20 Ländern weltweit auf dem Markt fyb202 in den usa und der eu zu- gelassen fyb210 Entwicklungs- start eines neuen Biosimilar- Kandidaten Formycon wechselt in den prime standard der Deutschen Börse Mehr über unsere Biosimilar-Projekte ab Seite 37 fyb203 in den usa zugelassen ... ... und seit Januar 2025 auch in der EU fyb206 Start der klinischen Ent- wicklung Formycon wird in den sdax der Deutschen Börse aufge- nommen Im Januar 2025 rückt Formycon in den tecdax der Deutschen Börse auf 6 7 An unsere Aktionäre Interview mit dem Vorstand 08 Bericht des Aufsichtsrats 14 Formycon an der Börse 22 Inhalt Zusammengefasster Lagebericht des Formycon-Konzerns Grundlagen des Formycon- Konzerns 66 Wirtschaftsbericht 78 Umsatz- und Ertrags- entwicklung 84 Finanzmanagement 87 Formycon AG 88 Sonstige nicht-finanzielle Aspekte 90 Risiko- und Chancenbericht 94 Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten 106 Prognosebericht für den Formycon-Konzern 107 Prognosebericht für die Formycon AG 111 Übernahmerechtliche Angaben 112 Erklärung zur Unternehmensführung 116 Konzernabschluss der Formycon Gruppe Konzernbilanz 141 Gesamtergebnisrechnung 142 Konzerneigenkapital- Veränderungsrechnung 143 Konzernkapitalflussrechnung 144 Konzernanhang 145 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschluss- prüfers 204 Impressum Impressum 216 Den Zugang zu biologischen Arzneimitteln nachhaltig verbessern Produkte, Strategien und wesentliche Themen 33 8 An unsere Aktionäre An unser e Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 9 Interview mit dem Vorstand Von links nach rechts : Enno Spillner (CFO), Dr. Stefan Glombitza (CEO), Nicola Mikulcik (CBO), Dr. Andreas Seidl (CSO) Drei Zulassungen, mehrere Produkt- launches, Start der klinischen Entwicklung von Formycons nächstem großen Asset und Erweiterung der Pipeline um ein neues Biosimilar-Projekt – und an der Börse ging es nicht nur in den regulierten Markt, sondern in Rekordzeit weiter in den SDAX und schließlich in den TecDAX. Scheint, als wäre 2024 alles nach Plan verlaufen? Dr. Stefan Glombitza, CEO: „Eine unglaubliche Ent- wicklung, die aber einem klaren Plan folgt. Wir ha- ben immer betont, dass 2024 ein wichtiges Jahr sein wird, in dem wir die operativen Grundlagen für unsere nächste Wachstumsphase schaffen wollen. Das hat hervorragend geklappt und wir sind nicht nur ausgesprochen zufrieden mit dem Verlauf des Jahres 2024, sondern richtig stolz auf unser #TeamFormycon, das mit unermüdlichem Einsatz An unser e Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 10 und großem Know-How den Hauptanteil daran hat, dass wir alle Meilensteine „in time“ erreichen konn- ten.“ Meilensteine wie die Zulassungen durch die FDA und die Europäische Kommission? Dr. Stefan Glombitza: „Wir haben unser Stelara®- Biosimilar FYB202 und unser Eylea®-Biosimilar FYB203 in den USA und inzwischen auch in der EU in sehr kompetitiven Zeitschienen über die regula- torische Ziellinie gebracht – deutlich schneller als im Branchendurchschnitt. FYB202 ist inzwischen durch unseren Partner Fresenius Kabi auf dem US- Markt und in der EU eingeführt worden. Mit den Zulassungen in Kanada und Großbritannien haben wir die Voraussetzung für weitere Markteinführun- gen geschaffen. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.“ Wie geht es auf dieser hervorragenden Grundlage weiter? Dr. Stefan Glombitza: „Lassen Sie mich die Entwick- lung bis hierher noch einmal kurz skizzieren: Formycon als reiner Biosimilarentwickler – so sind wir 2012 gestartet. Der Launch unseres ersten Biosi- milars FYB201 und die ATHOS-Transaktion haben 2022 die Transformation zu einem kommerziellen Biosimilar-Player eingeläutet. Die Vermarktung von FYB202/Otulfi® und FYB203/Ahzantive® – sobald es eine Einigung mit dem Hersteller des Referenzarz- neimittels Eylea® gibt – werden diese Transformation weiter voranbringen. Dabei bleibt die Entwicklung unser Fokus, unser Motor. Die Kommerzialisierung über strategische Partnerschaften versorgt – bildlich gesprochen – unsere Entwicklungspipeline mit der Energie für weiteres Wachstum. Auf Basis der überzeugenden operativen Erfolge vor allem der letzten beiden Jahre hat sich unsere Wahr- nehmung und Reputation als Partner der Wahl für die wichtigen kommerziellen Player gefestigt und er- höht. Wir sind für unsere bestehende und künftige Pipeline sehr zuversichtlich, renommierte Kommerzi- alisierungspartner zu gewinnen und gemeinsam in strategischen Kooperationen am weiteren Ausbau unseres Portfolios zu arbeiten. Es wird nur über Part- nerschaften möglich sein, die zahlreichen sich bietenden Produktopportunitäten für Biosimilars op- timal zu nutzen.“ Was bedeuten die kommerziellen Partnerschaften für die einzelnen Projekte? Nicola Mikulcik, CBO: „Da Formycon die entwickel- ten Biosimilars nicht selbst vermarktet, ist es ein wichtiges Ziel, für jedes unserer hochwertigen Pro- dukte Partner zu finden, die das kommerzielle Po- tential bestmöglich ausschöpfen. Wir wollen, dass unsere Biosimilars möglichst vielen Patienten zur Verfügung stehen. Da die Märkte für Biosimilars so- wohl hinsichtlich unterschiedlicher Anwendungsge- biete als auch hinsichtlich unterschiedlicher struktu- reller Gegebenheiten teilweise sehr lokal organi- siert sind, müssen wir bei der Partnerwahl neben rein monetären Faktoren wie die Höhe von Up- front-Payments oder Royalties viele andere As- pekte berücksichtigen. Im Fokus der Überlegungen stehen die beiden größten Märkte USA und Eu- ropa, aber auch andere Regionen gewinnen an Be- deutung für den Vertrieb von Biosimilars. Die oben genannten Einflussfaktoren mündeten in die Ent- scheidung für FYB202/Otulfi® eine globale Partner- schaft mit Fresenius Kabi einzugehen, während wir uns bei FYB203/Ahzantive® zusammen mit unse- rem Lizenzpartner Klinge Biopharma GmbH für re- gional orientierte Kooperationen entschieden ha- ben.“ Bei FYB203 ist Formycon nun auch für die Bereitstellung des fertigen Produktes verantwortlich? Nicola Mikulcik, CBO: „Der Aufbau einer Launch- und Supply-Chain-Organisation ist für das Formycon-Geschäftsmodell der nächste logische Schritt. Insbesondere dann, wenn wir unterschiedli- che Partner in Europa, den USA, Australien, Latein- amerika und der APAC-Region (Asia-Pazifik) haben, lassen sich Synergien schaffen, wenn das Manage- ment der gesamten Lieferkette und die Verantwor- tung für die Marktversorgung in einer Hand liegen. Der Zeitpunkt der Markteinführung von FYB203 kann leider noch nicht genannt werden, da wir uns aktuell in Patentauseinandersetzungen mit dem An unser e Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 11 Referenzarzneimittelhersteller Regeneron befinden.“ Ziel ist die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten mit hochwirksamen Arzneimitteln? Nicola Mikulcik, CBO: „Mit jeder Injektion oder In- fusion eines unserer Biosimilars kann das Leben ei- nes chronisch oder schwer kranken Patienten ver- bessert werden. Da die Preise von Biosimilars deut- lich niedriger sind als die Preise der Referenzpro- dukte, können mit demselben Gesundheitsbudget mehr Patienten mit hochwirksamen Biologika be- handelt werden. Basierend auf dieser Logik wurde das erste von Formycon entwickelte und zugelas- senen Biosimilar FYB201/Ranibizumab bisher in über 20 Ländern eingeführt und ungefähr eine Mil- lion Mal an Patienten verabreicht. Indem wir dafür sorgen, dass weitere Biosimilars auf den Markt kommen, tragen wir zu einer breiteren Patienten- versorgung und höherer Kosteneffizienz im Ge- sundheitssystemen bei.“ Stichwort Kosteneffizienz: Die Ent- wicklung von Biosimilars ist komplex, zeitaufwändig und budgetintensiv. Wie gelingt es am Ende dennoch ein Medika- ment auf den Markt zu bringen, das die Behandlungskosten senkt? Dr. Andreas Seidl, CSO: „Die hohen Behandlungs- kosten mit biologischen Arzneimitteln stehen unter anderem im Zusammenhang mit den immensen Entwicklungskosten. Bis zu 3 Mrd. US$ schlagen für die Entwicklung eines innovativen biologischen Arzneimittels zu Buche. Im direkten Vergleich dazu kostet eine Biosimilar-Entwicklung maximal ein Zehntel. Hinzu kommt, dass wir bei der Herstellung oft auf modernere und effizientere Methoden zu- rückgreifen können. Und nicht zuletzt haben wir bei einem Biosimilar statistisch gesehen von Beginn an eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Ent- wicklung später auch in eine Zulassung mündet. Scheitern nicht etliche innovative Arzneimittelentwicklungen in der klinischen Prüfung? Dr. Andreas Seidl: „Richtig. Und das ist ein Entwick- lungsschritt, der enorme Kosten verursacht. Bei Biosimilars liegt die Erfolgsquote für die spätere Zulassung beim Start der klinischen Prüfung immer- hin bei mehr als 80 %. Hinzu kommt, dass es in der Regel ausreicht, die klinische Prüfung in einer einzi- gen sensitiven Indikation durchzuführen. Sofern diese Prüfung erfolgreich ist, lässt sich das Indikati- onsgebiet auf das gesamte Spektrum des Refe- renzarzneimittels erweitern.“ Beim Keytruda ® Biosimilar-Kandidaten FYB206 fokussiert sich Formycon inzwischen ganz auf die Phase-I-Studie? Dr. Andreas Seidl: „Ja, und die FDA unterstützt die- sen Ansatz. Denn wir sind überzeugt, dass wir in der Phase-I-Studie alle für die Zulassung notwendi- gen klinischen Daten erheben können. Ergänzt durch unsere umfangreichen analytischen Daten, die wir zum Teil bereits im September 2024 im in- ternationalen, peer-reviewed Journal Drugs in R&D veröffentlicht haben.“ Das klingt nach einem hocheffizienten Ansatz und spart vermutlich auch einiges an Investitionen? Enno Spillner, CFO: „Tatsächlich sind die Einspa- rungen durch den Verzicht auf die Phase-III-Studie über die kommenden vier Jahre gesehen nicht un- erheblich. Das versetzt uns in die Lage, noch stär- ker in unsere attraktive, frühphasige Entwicklungs- pipeline mit den Biosimilar-Kandidaten FYB208, FYB209 und FYB210 zu investieren. Mit diesem neuen Ansatz ist Formycon ein Pionier auf dem Ge- biet der kosten- und zeitsparenden Entwicklung von Biosimilars. Dies wird den Zugang zu dieser enorm wichtigen Klasse von Pharmazeutika weiter erhöhen, was ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie ist.“ Inzwischen musste Formycon die Umsatzerwartungen für FYB201 und FYB202 in den USA nach unten korrigieren? Enno Spillner: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der US-Markt, so wie es sich aktuell darstellt, An unser e Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 12 deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt und sich gerade im Pharmacy-Benefit Segment viel langsamer öffnet als wir und viele andere das prog- nostiziert haben. Das bedeutet für Biosimilars, die jetzt in den USA in diesem Segment auf den Markt kommen ein hartes Stück Arbeit. Dabei ist es fatal für das Gesundheitssystem und die Patienten, weil immense Einsparpotenziale nicht genutzt werden. Wir sehen aber, dass hier Veränderungsprozesse bereits angestoßen sind – im Moment brauchen wir einfach noch mehr Geduld.“ Welche Auswirkungen hat das auf die konkreten Planungen von Formycon – Stichwort: Profitabilität? Enno Spillner: „Wir sind diesbezüglich sehr fokus- siert: Die Profitabilität bleibt unser mittelfristiges Ziel. Ein Zweijahreshorizont scheint machbar. Zu- nächst müssen die beiden neuen kommerziellen Produkte FYB202 und FYB203 in den Märkten Fuß fassen. Das braucht seine Zeit. Für FYB203 ist ak- tuell noch offen, wann ein Launch rechtlich möglich sein wird.“ Lassen Sie uns noch kurz auf das Uplisting und die Aufnahme in den SDAX und TecDAX eingehen. Wie stellt sich der Schritt jetzt mit etwas Abstand für Sie dar? Enno Spillner: „Die Sichtbarkeit von Formycon ist nicht zuletzt durch den Wechsel in den Prime Stan- dard und die Aufnahme in den SDAX und TecDAX deutlich gestiegen. Das ist nicht nur auf den inter- nationalen Investorenkonferenzen zu spüren, son- dern machte sich auch in gestiegener Liquidität der Aktie gleich Anfang des Jahres bemerkbar. Auch die Berichterstattung über unser Unternehmen in den unterschiedlichsten Medien zeigt: das Inte- resse ist groß. Positiv ist – das hilft nicht nur Formycon, das hilft auch dem Thema Biosimilars an sich. Denn noch immer sind Biosimilars, trotz ihres hohen Stellenwertes für die Gesundheitssysteme und die Behandlung schwer kranker Patientinnen und Patienten, für viele etwas völlig Neues. Dabei gibt es Biosimilars inzwischen seit fast 20 Jahren. Mit der Unterstützung unserer Aktionärinnen und Aktionäre, für die ich mich im Namen des gesamten Vorstands herzlich bedanken möchte, und unserer hervorragenden Mitarbeitenden arbeiten wir daran, Biosimilars und Formycon als Biosimilar-Unterneh- men weiter nach vorne zu bringen – auch und ge- rade in herausfordernden Zeiten. Die Formycon ist auf dem richtigen Weg zur Profitabilität und das nachhaltig – basierend auf einem intakten Ge- schäftsmodel.“ Ich bedanke mich für das Gespräch! An unser e Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 13 An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 14 Bericht des Aufsichtsrats An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 15 Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, die Formycon AG (nachfolgend auch „Gesell- schaft“) blickt auf ein ereignisreiches und erfolgrei- ches Jahr 2024 zurück. In meiner Funktion als Vor- sitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft freue ich mich, Ihnen einen Überblick über die Arbeit des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024 geben zu dürfen. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Wie in der aktuellen Satzung der Gesellschaft ver- ankert, besteht der Aufsichtsrat aus fünf Mitglie- dern. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichts- rats hat sich im Vergleich zum vorherigen Ge- schäftsjahr geändert. Die am 12. Juni 2024 als Prä- senzveranstaltung in München abgehaltene ordent- liche Hauptversammlung wählte Herrn Dr. Bodo Coldewey (Geschäftsführer der WEGA Invest GmbH) und Herrn Nicholas Haggar (Chief Executive Officer der HealthQube Ltd) mit großer Mehrheit in den Aufsichtsrat. An dieser Stelle möchte ich bei- den ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedern sehr herz- lich für die langjährige und wertvolle Tätigkeit für die Formycon AG danken Die bisherigen Aufsichts- ratsmitglieder Herr Dr. Olaf Stiller und Herr Peter Wendeln hatten ihr jeweiliges Amt mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung niedergelegt. Die Hauptversammlung beschloss zudem, den bislang Zusammensetzung des Aufsichtsrats Name Funktion im Amt seit Gewählt bis zum Ende der ordentlichen Hauptver- sammlung in Wolfgang Essler Vorsitzender 2023 2027 Colin Bond Stellvertretender Vorsitzender 2024 2028 Nicholas Haggar Mitglied 2024 2028 Klaus Röhrig Mitglied 2020 2025 Dr. Bodo Coldewey Mitglied 2024 2027 An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 16 aus vier Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat der Gesellschaft auf fünf Mitglieder zu vergrößern und Herrn Colin Bond mit Wirkung zum 1. Oktober 2024 in den Aufsichtsrat zu wählen. In dieser Zusammen- setzung ist der Aufsichtsrat mit unterschiedlichen und komplementären Kompetenzen sehr gut be- setzt. Bei potentiellen zukünftigen Mitgliedern des Aufsichtsrats werden wir ein Augenmerk auf die Diversität, insbesondere auch auf die Frauenquote, richten. Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in alle wichtigen Vorgänge, die von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Lage und Entwicklung der Gesell- schaft waren, frühzeitig eingebunden. Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig in schriftli- cher und mündlicher Form sowohl zeitnah als auch umfassend über alle Geschäftsvorgänge und -er- eignisse von wesentlicher Bedeutung. Gegenstand und Umfang der Berichterstattung des Vorstands wurden den vom Aufsichtsrat gestellten Anforde- rungen in vollem Umfang gerecht. Dabei wurden die aktuellen Entwicklungen der Biosimilar-Kandi- daten, strategische Wachstumsoptionen, das Uplis- ting der Gesellschaft am Kapitalmarkt, die wirt- schaftliche Lage der Gesellschaft und deren organi- satorische Ausrichtung sowie wesentliche Ge- schäftsvorfälle besprochen. Zudem erfolgten regel- mäßige Abstimmungen mit dem Vorstand zu Fra- gen der Strategie, der (Finanz-) Planung und der Geschäftsentwicklung. Der Aufsichtsrat beobach- tete zudem aufmerksam die Risikolage, das Risiko- management sowie die rechtskonforme und ethisch korrekte Unternehmensführung (Compli- ance) der Gesellschaft. Zusätzlich erörterte der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie wesentliche Einzelthemen und Entscheidungen. Auf diese Weise wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungsterminen fortlaufend ausführlich unterrich- tet. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war daher in jeder Hinsicht von verantwortungsvollem und zielgerichtetem Handeln geprägt. Tätigkeit des Aufsichtsrats Während des gesamten Geschäftsjahres nahm der Aufsichtsrat seine ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Pflichten ordnungsge- mäß wahr. Er setzte sich intensiv mit der operativen und strategischen Entwicklung der Gesellschaft auseinander, beriet den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft regelmäßig und überwachte die Geschäftsführung kontinuierlich. Für Gespräche über Aufsichtsratsthemen mit Investoren stand der Aufsichtsratsvorsitzende zur Verfügung. Der Auf- sichtsrat behandelte in seinen Sitzungen alle Ge- schäftsvorfälle und anstehenden Entscheidungen, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, ausführlich und fasste die entsprechenden Beschlüsse. Im Geschäftsjahr 2024 hielt der Aufsichtsrat vier or- dentliche Sitzungen und vier außerordentliche Sit- zungen ab, wovon vier als Präsenzsitzung, zwei als hybride Sitzung und zwei als Videokonferenz abge- halten wurden. Der Aufsichtsrat tagte regelmäßig auch ganz oder zeitweise ohne den Vorstand, um dabei solche Tagesordnungspunkte zu behandeln, die entweder den Vorstand selbst betrafen oder eine interne Diskussion des Aufsichtsrats erforder- ten. Die nachstehende Tabelle enthält eine Übersicht über die Teilnahme an den Sitzungen des Auf- sichtsrats und seiner Ausschüsse: An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 17 Teilnahme an den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse Aufsichtsratsmitglied Aufsichtsratsplenum Prüfungsausschuss Nominierungs- und Vergütungs- ausschuss Dr. Olaf Stiller (bis 12. Juni 2024) 1/2 2/2 - Peter Wendeln (bis 12. Juni 2024) 2/2 2/2 - Wolfgang Essler 8/8 - 0/2 Colin Bond (seit 1. Oktober 2024) 3/3 2/2 1/2 Nicholas Haggar (seit 12. Juni 2024) 5/6 0/3 2/2 Klaus Röhrig 6/8 3/3 - Dr. Bodo Coldewey (seit 12. Juni 2024) 6/6 2/3 - Schwerpunkte der Beratungen im Geschäftsjahr 2024 In seinen Sitzungen im Geschäftsjahr 2024 beriet der Aufsichtsrat unter anderem über folgende re- gelmäßig wiederkehrende Tagesordnungspunkte: — Berichte zu den sich in der Entwicklung be- findlichen Biosimilar-Kandidaten und der Vermarktung des bereits zugelassenen Bio- similar FYB201; insbesondere Erörterung der Zulassungsprozesse und Kommerziali- sierungsmöglichkeiten der Biosimilar-Kandi- daten FYB202 und FYB203 und des Ein- tritts in die klinische Phase bei FYB206; — Unternehmensplanung, Finanzkennzahlen und Sicherung der finanziellen Ausstattung der Gesellschaft; — Erörterung verschiedener Finanzierungs- möglichkeiten; — Diskussion der generellen Unternehmens- strategie, Fokussierung, Ausrichtung sowie vertikale vs. horizontale Integration entlang der Wertschöpfungskette; — Gegenwärtige und künftige Entwicklung der Geschäftsbereiche sowie des Marktumfelds, — Personal-Reporting und Personalentwick- lung und — Vorstandsverträge, -vergütung sowie lang- fristige Bindungs- und Vergütungspro- gramme Weitere Kernthemen der Sitzungen waren die Si- cherung und der Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und Konzepte für das zukünftige Wachstum des Unternehmens. Darüber hinaus erfolgten Beratungen zu Son- derthemen wie: — die strategische Partnerschaft mit dem un- garischen Spezialpharmaunternehmen Ge- deon Richter, das sich im Januar 2024 im Rahmen einer Kapitalerhöhung als strategi- scher Investor bei der Gesellschaft betei- ligte; — strategischen Wachstumsoptionen, deren Wertschöpfungspotenzial und Finanzierung; — das im November 2024 vollzogene Uplis- ting der Gesellschaft in den regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wert- papierbörse; — die Verlängerung des Vorstandsdienstver- trages mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Stefan Glombitza; — die Ausgestaltung und Überprüfung der Zielvereinbarung für den Vorstand; An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 18 — die Vergrößerung und teilweise Neubeset- zung des Aufsichtsrats und Bildung eines Nominierungs- und Vergütungsausschusses und — die Genehmigung der Tagesordnung für die Hauptversammlung. Des Weiteren stärkte der Aufsichtsrat die Corporate Governance der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat be- schloss neue Geschäftsordnungen für den Vor- stand und den Aufsichtsrat. Zudem verabschiedete der Aufsichtsrat Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, u.a. im Hinblick auf das Kompe- tenzprofil, die Unabhängigkeit und das Diversitäts- konzept. Prüfungsausschuss Um seine Aufgabe im Rahmen der Abschlussprü- fung effizient wahrzunehmen, hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss gebildet, der aus drei Mit- gliedern besteht. Der Prüfungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2024 zu fünf Sitzungen zusammen, von denen eine Sit- zung in Präsenz und vier Sitzungen als Videokonfe- renz abgehalten wurden. Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich in Gegen- wart des Abschlussprüfers mit dem Jahresab- schluss der Gesellschaft und dem Konzernab- schluss sowie dem zusammengefassten Lagebe- richt. Zudem erörterte er den Jahresbericht und dessen prüferische Durchsicht. Der Prüfungsausschuss diskutierte mit dem Ab- schlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie, -schwerpunkte und Prü- fungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauschte sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtete dem Prü- fungsausschuss hierüber. Der Prüfungsausschuss beriet regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat, der Hauptversammlung 2024 die KPMG AG Wirt- schaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Ab- schlussprüfer und Konzernabschlussprüfer zur Wahl vorzuschlagen. Der Prüfungsausschuss er- teilte den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2024, bestimmte die Prü- fungsschwerpunkte und legte das Honorar des Ab- schlussprüfers fest. Der Ausschuss überwachte außerdem die Auswahl, Unabhängigkeit, Qualifikation und Effizienz des Ab- schlussprüfers. Dabei beschäftigte er sich insbe- sondere mit der Beurteilung der Qualität der Ab- schlussprüfung. Des Weiteren behandelte der Prüfungsausschuss den Rechnungslegungsprozess, die Finanzierung sowie die Geschäftsrisiken des Unternehmens und ließ sich über Compliance-Themen informieren. Prüfungsausschuss Name Funktion Klaus Röhrig Vorsitzender des Prüfungsausschusses (bis 12. Juni 2024) Dr. Olaf Stiller Mitglied des Prüfungsausschusses (bis 12. Juni 2024) Peter Wendeln Mitglied des Prüfungsausschusses (bis 12. Juni 2024) Klaus Röhrig Mitglied des Prüfungsausschusses (12. Juni 2024 bis 30. September 2024) Bodo Coldewey Vorsitzender (12. Juni 2024 bis 30. September 2024) und stellvertretender Vorsitzender (seit 1. Oktober 2024) des Prüfungsausschusses Nicholas Haggar Mitglied des Prüfungsausschusses (seit 12. Juni 2024) Colin Bond Vorsitzender des Prüfungsausschusses (seit 1. Oktober 2024) An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 19 Nominierungs- und Vergütungsausschuss Der Aufsichtsrat beschloss am 12. Juni 2024, zu- sätzlich einen Nominierungs- und Vergütungsaus- schuss zu bilden, der aus drei Mitgliedern besteht. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2024 zu zwei Sitzungen zusam- men, die als Videokonferenz abgehalten wurden. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corpo- rate Governance Kodex Gemäß § 161 Abs. 1 S. 1 AktG haben der Vorstand und Aufsichtsrat jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlun- gen der „Regierungskommission Deutscher Corpo- rate Governance Kodex“ entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht (sog. Ent- sprechenserklärung). Am 28. April 2022 wurde durch die „Regierungskommission Deutscher Cor- porate Governance Kodex“ eine neue Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vorge- legt, die am 27. Juni 2022 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemacht worden ist. Im März 2025 haben Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung veröffentlicht, die auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.formycon.com/investoren/governance/ veröffentlicht wurde. Weitere Informationen zur Corporate Governance der Gesellschaft enthält die Erklärung zur Unternehmensführung. Aus- und Fortbildungsmaßnahmen Die Aufsichtsratsmitglieder nahmen die für ihre Auf- gaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaß- nahmen eigenverantwortlich wahr. Die Gesellschaft unterstützte die Aufsichtsratsmitglieder bei ihren Aus- und Fortbildungsmaßnahmen angemessen. Jahres- und Konzernabschlussprüfung Der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprü- fungsgesellschaft, München, hat den Konzernab- schluss und den Jahresabschluss sowie den zu- sammengefassten Lagebericht der Gesellschaft und des Formycon-Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 geprüft und jeweils mit einem uneinge- schränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss der Gesellschaft und der zusam- mengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und den Formycon-Konzern wurden nach den deut- schen gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach den International Fi- nancial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und gemäß den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwen- denden deutschen gesetzlichen Vorschriften er- stellt. Die Abschlussunterlagen mit den Prüfungsberich- ten des Abschlussprüfers, einschließlich des Prü- fungsvermerks zum Vergütungsbericht, wurden den Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugesandt und in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 21. März 2025 sowie in der Sitzung des Aufsichts- rats am 21. März 2025, die jeweils in den Ge- schäftsräumen der Gesellschaft stattfanden, insbe- sondere im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit und Nominierungs - und Vergütungsausschuss Name Funktion Nicholas Haggar Vorsitzender des Nominierungs- und Vergütungsausschusses Wolfgang Essler Stellvertretender Vorsitzender des Nominierungs- und Vergütungsausschusses Klaus Röhrig Mitglied des Nominierungs- und Vergütungsausschusses (12. Juni 2024 bis 1. Oktober 2024) Colin Bond Mitglied des Nominierungs- und Vergütungsausschusses (seit 1. Oktober 2024) An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 20 Ordnungsmäßigkeit in Gegenwart des Abschluss- prüfers ausführlich geprüft und besprochen. Der Abschlussprüfer berichtete jeweils über die we- sentlichen Ergebnisse seiner Prüfung, die festge- legten Prüfungsschwerpunkte sowie die im jeweili- gen Bestätigungsvermerk beschriebenen beson- ders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) und die hierauf bezogenen Prüfungshand- lungen. Der Vorstand und der Abschlussprüfer standen dem Prüfungsausschuss und dem Auf- sichtsrat für weitere Fragen und ergänzende Aus- künfte zur Verfügung. Der Prüfungsausschuss be- schloss nach eingehender Erörterung, dem Auf- sichtsrat vorzuschlagen, die Abschlussunterlagen zu billigen. Der Aufsichtsrat stimmte den Ergebnissen der Ab- schlussprüfung zu. Nach dem abschließenden Er- gebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. In Übereinstim- mung mit den Empfehlungen des Prüfungsaus- schusses billigte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. März 2025 daher den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 sowie den zusammengefassten Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns; der Jahresab- schluss für das Geschäftsjahr 2024 ist damit festgestellt. Interessenkonflikte in Aufsichtsrat und Vorstand Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Wolfgang Essler ist Geschäftsführer der Santo Holding (Deutsch- land) GmbH. Das Mitglied des Aufsichtsrats Klaus Röhrig ist Gründungspartner und Co-Chief Invest- ment Officer bei Active Ownership Corporation S.à r.l. Aufgrund eines potentiellen Interessenkonflikts bedingt durch diese Funktionen nahmen Wolfgang Essler und Klaus Röhrig vorsorglich nicht an der Be- schlussfassung über den Abschluss des zwischen der Gesellschaft als Darlehensnehmerin und der Santo Holding (Deutschland) GmbH sowie der Ac- tive Ownership Corporation S.à r.l. handelnd für die Active Ownership SICAV SIF SCS als Darlehensge- berinnen abgeschlossenen Darlehensvertrags teil. Beide legten den potentiellen Interessenkonflikt gegenüber den übrigen Mitgliedern des Aufsichts- rats offen. Wolfgang Essler und Klaus Röhrig erklär- ten sich mit der Beschlussfassung durch die übri- gen Mitglieder des Aufsichtsrats einverstanden. Im Übrigen wurden im Geschäftsjahr 2024 keine In- teressenkonflikte von Aufsichtsrats- und Vorstands- mitgliedern gemeldet. Veränderung in der Besetzung des Vorstands Im Geschäftsjahr 2024 gab es keine Veränderun- gen in der Besetzung des Vorstands. An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 21 Dank für engagierte Leistungen Im Namen des gesamten Aufsichtsrats möchte ich mich bei den Vorstandsmitgliedern für die gute Zu- sammenarbeit und die erfolgreiche Führung des Unternehmens im herausfordernden zurückliegen- den Geschäftsjahr bedanken. Auch den Mitarbeitenden sprechen wir unseren Dank für ihr außerordentliches Engagement und ihre besonderen Leistungen aus. Durch ihren Ein- satz ist die Pipeline der Formycon AG weiter gereift und erneut erweitert worden und es konnten di- verse wichtige Meilensteine erreicht werden. Ein weiterer Dank geht an unsere Partner, die ebenfalls wesentlich zum Erfolg unseres Unterneh- mens beigetragen haben. München, im März 2025 Wolfgang Essler Vorsitzender des Aufsichtsrats An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 22 Formycon an der Börse An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 23 Aktie und Kapitalmarkt Entwicklung des nationalen und internationalen Börsenumfelds Der positive Trend an den internationalen Aktien- märkten setzte sich auch im Jahr 2024 fort. Der MSCI World Index knüpfte an seine starke Perfor- mance von 2023 an und verzeichnete im Jahr 2024 einen Zuwachs von knapp 18 %. 1 Der deut- sche Aktienindex Dax 40 konnte im Börsenjahr ein Plus von rund 18,7 % 2 realisieren, das von einem starken ersten und vierten Quartal geprägt war, und erreichte 2024 ein neues Allzeithoch. Auch in den USA entwickelten sich die Hauptindizes Dow Jo- nes, S&P 500 sowie der Technologieindex NAS- DAQ weiterhin positiv. Der Dow Jones legte um 12,8 % 3 , der S&P 500 4 um 24 % und der NASDAQ 100 sogar um 27 % zu. 5 Haupttreiber der positiven Entwicklungen an den Börsen dürften die Zinssen- kungen der großen Notenbanken gewesen sein, 1 https://www.onvista.de/index/chart/MSCI-WORLD-Index-3193857 2 https://www.onvista.de/index/chart/DAX-Index-20735 3 https://www.onvista.de/index/chart/Dow-Jones-Index-324977 4 https://www.onvista.de/index/chart/S-P-500-Index-4359526 5 https://www.onvista.de/index/chart/NASDAQ-100-Index-325104 aber auch Faktoren wie der Boom im Technologie- sektor, insbesondere im Bereich Künstliche Intelli- genz, sowie die anhaltende wirtschaftliche Wider- standsfähigkeit vieler Unternehmen. 6,7 Für 2025 gibt die US-Notenbank wegen der hartnäckig ho- hen Inflation in den USA allerdings einen verhalte- nen Zinsausblick, was auf ein schwieriges Börsen- jahr hindeuten könnte. 8 Auch in Europa konnte sich das Wachstum des eu- ropäischen Börsenbarometers Euro Stoxx 50 fort- setzen. Im Jahr 2024 legte der Index um rund 8,5 % 9 zu, was trotz einiger Herausforderungen im zweiten, dritten und vierten Quartal, ausgelöst durch politische Unsicherheiten in Frankreich und Deutschland, eine robuste Performance ist. Die po- sitive Tendenz wurde vor allem durch Faktoren wie Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und den Tech- nologiesektor-Boom unterstützt. 6 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktberichte/marktbericht- geldanlage-finanzen-aktien-rendite-konjunktur-inflation-100.html 7 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktberichte/marktbericht- dax-boerse-dollar-dow-jones-100.html 8 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktberichte/marktbericht- dax-boerse-dollar-dow-jones-100.html 9 https://www.onvista.de/index/chart/DAX-Index-20735 An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 24 Performance des Biotechnologie-Sektors Nach drei Jahren deutlich unterdurchschnittlicher Performance und einem langsamen Start ins Jahr 2024 zeigt der Biotech-Sektor wieder leichte posi- tive Signale für eine Wiederbelebung. 10 Zwar konnte der Nasdaq Biotechnology Index im zwei- ten und dritten Quartal deutlich zulegen und auch die wichtige Hürde von 4.350 Punkten überwinden, was als signifikanter charttechnischer Durchbruch gewertet wurde. Dennoch schloss der Index das Jahr mit knapp 3,3 % im Minus. 11 Der DAXsubsector Biotechnology, ein spezialisierter Aktienindex, der die Wertentwicklung von Unternehmen aus dem deutschen Biotechnologiesektor abbildet und in dem auch Formycon berücksichtigt ist, verzeich- nete im Jahresverlauf sogar einen Rückgang von etwa 16,3 %. 12 Lediglich der S&P Biotechnology In- dex (XBI), der in 10 https://www.jefferies.com/insights/boardroom-intelligence/healthcares- path-forward-the-key-trends-shaping-2025/ 11 https://www.onvista.de/index/chart/NASDAQ-Biotechnology-Index- Index-2569917 seinem gleichgewichteten Portfolio ausschließlich US-amerikanische klein und mittelgroße-Biotech Aktie aufweist, konnte mit einem hauchdünnen Mi- nus von 0,1 % die beste Performance des Jahres er- zielen. Insgesamt fällt die Performance im Vergleich zu anderen Indizes aber enttäuschend aus. Die Entwicklung der Biotechnologie-Aktien in die- sem Jahr lässt sich auf verschiedene Faktoren zu- rückführen: Zum einen gibt es attraktivere Bewer- tungen nach der schwächeren Kursentwicklung der letzten Jahre. Zum anderen scheint die Innovati- onskraft in der Branche zuzunehmen, unter ande- rem durch neue Technologien wie künstliche Intelli- genz 13 . Auch scheinen die Auswirkungen von sin- kender Inflation und Erwartungen an mögliche Zins- senkungen den kapitalintensiven Sektor positiv zu beeinflussen. Diese Kombination könnte das Anle- gerinteresse an Biotech-Unternehmen neu belebt haben. 14 Andererseits bleibt die Kombination aus Small & Mid-Cap, Life Science sowie nicht-profitab- len Firmen für viele Investoren weiterhin eine we- nig attraktive Kombination, die derzeit nicht zu ih- rem Risiko-Profil passt. Das gilt insbesondere dann, wenn andere Segmente oder Indizes weiterhin deutlich besser performen. 12 https://www.onvista.de/index/chart/DAXsubsector-Biotechnology- Performance-Index-6623297 13 https://www.ey.com/en_us/insights/life-sciences/optimism-for-life- sciences-growth-in-2025 14 https://www.ey.com/en_us/life-sciences/biotech-outlook#form An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 25 Performance der Formycon-Aktie Die Formycon-Aktie startete das Börsenjahr am 02. Januar 2024 mit 57,00 € 15 , was auch den Höchst- kurs in diesem Jahr markierte. Nachdem der Akti- enkurs bis zur Mitte des zweiten Quartals trotz di- verser positiver Nachrichten eher durchwachsen performte und einen vorübergehenden Abwärts- trend bis zum Jahrestiefstand von 38,20 € 16 erlitt, konnte er sich im Verlauf des zweiten Quartals stark erholen. Im zweiten Halbjahr bewegte sich die Aktie zwi- schen 45,00 € und 56,00 € und beendete das Jahr mit einem Schlusskurs von 53,10 € und damit ins- gesamt 6,8 % schwächer. 17 Formycon hat am 12. November 2024 das Uplisting in den Prime Standard vollzogen. 18 An diesem Tag wechselte das Unternehmen vom Wachstumsseg- ment Scale in den Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Mit dem Wechsel in den Prime Standard erfüllt Formycon nun die höchsten Trans- parenzanforderungen der Deutschen Börse. Der Prime all Share Index, in den Formycon dadurch aufgestiegen war, erreichte über das Jahr hinweg ein Plus von rund 16%. Im Vergleich dazu hat der Scale 30 Index, in welchem Formycon über weite 15 https://www.finanzen.net/historische-kurse/formycon 16 https://www.finanzen.net/historische-kurse/formycon 17 https://www.finanzen.net/historische-kurse/formycon 18 https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/formycon- ag-jetzt-im-prime-standard Teile des Jahres gelistet war, auf das Gesamtjahr 2024 gesehen 2 % verloren. 19 Am 23. Dezember 2024 wurde die Formycon-Aktie in den SDAX aufgenommen. Dies geschah im Rah- men der regulären Indexüberprüfung durch die Deutsche Börse, die am 5. Dezember 2024 ange- kündigt wurde. Die Aufnahme erfolgte aufgrund der gestiegenen Marktkapitalisierung der frei han- delbaren Aktien (Streubesitz), wodurch Formycon zu den 70 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands unterhalb des MDAX zählt. Der SDAX verzeichnete im Jahr 2024 eine negative Entwick- lung und schloss mit einem Minus von 1,8 % bei 13.711 Punkten. Trotz eines Höchststandes von über 15.300 Punkten im Mai/Juni fiel der Index im Au- gust kurzzeitig unter 13.000 Punkte, bevor er sich wieder stabilisierte. 20 Im Vergleich zum DAX, der fast 20 % zulegte, blieb der SDAX deutlich zurück und war von hoher Volatilität geprägt. Der durchschnittliche Xetra-Kurs an den 254-Han- delstagen im Börsenjahr 2024 lag bei 49,23 €. Po- sitive operative Fortschritte bei Formycons Biosimi- lar-Projekten, wie der Start der klinischen Studien für den Keytruda® Biosimilar-Kandidaten FYB206, die US-Marktzulassung des Eylea®-Biosimilars FYB203 durch die FDA oder die fast zeitgleiche 19 https://www.onvista.de/index/chart/SCALE-30-PRICE-EUR- Index-201488990 20 https://www.onvista.de/index/chart/SDAX-Index-324724 An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 26 Marktzulassung von FYB202 in den USA und Eu- ropa sorgten dabei für Kursanstiege. Positive quit- tiert wurde auch das erfolgreiche Uplisting der Formycon-Aktie in den Prime Standard. Dieser nachhaltig positive Newsflow stabilisierte im zwei- ten Halbjahr den Kurs der Aktie. An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 27 Kursdaten der Formycon -Aktie Symbol FYB Wertpapierkennnummer (WKN) A1EWVY ISIN DE000A1EWVY8 Börse, Marktsegment Frankfurter Wertpapierbörse, Scale (Open Market) bis 11.11.2024, Prime Standard (ab 12.11.2024), SDAX ab 23.12.2024 Handelsplätze Xetra, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart, Tradegate Designated Sponsor Oddo BHF Corporates & Markets AG M.M. Warburg & Co. Kennzahlen der Formycon -Aktie in Euro 2024 2023 Eröffnungskurs 02.01.2023 / 03.01.2024 (Xetra) 55,50 87,00 Schlusskurs 29.12.2023 / 30.12.2024 (Xetra) 53,10 56,40 Durchschnittskurs (Schlusskurse Xetra) 49,23 67,25 Marktkapitalisierung zum 31.12. 937.581.496 905.390.610 In Stück Gesamtzahl gehandelter Aktien aller Handelsplätze 4.771.509 3.815.854 Durchschnittliche Anzahl täglich gehandelter Aktien aller Handelsplätze 18.785 14.964 Gesamtzahl ausgegebener Aktien zum 31.12. 17.656.902 16.053.025 An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 28 Aktionärsstruktur Bei Überschreitung bestimmter Stimmrechts- schwellen müssen die betreffenden Aktionäre den Emittenten der Aktie und die Bundesanstalt für Fi- nanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) informieren. Seit dem 12. November 2024 ist die Formycon AG als Emittent von im Geregelten Markt (Prime Stan- dard) gelisteten Wertapieren § 33 ff WpHG ver- pflichtet, die Veränderungen bedeutender Stimm- rechtsanteile mitzuteilen. Die relevanten Schwel- lenwerte liegen bei 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %. Bis zum Uplisting am 12. November 2024 war das Unternehmen im Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und damit aus- schließlich gemäß § 20 Aktiengesetz (AktG) mittei- lungspflichtig. Diese Mitteilungspflicht bezog sich auf Stimmrechtsanteile, die mehr als den vierten Teil (25 %) der Aktien an einer Aktiengesellschaft mit Sitz im Inland halten. Die ATHOS KG erwarb im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung im Jahr 2022 mittelbar durch die Santo Holding (Deutschland) GmbH einen Anteil von über 25 % am Grundkapital der Formycon AG. Unter Berücksichtigung der zu Beginn des Jahres 2024 durchgeführten Barkapi- talerhöhung und dem damit verbundenen Einstieg des ungarischen Spezialpharmaunternehmens Ge- deon Richter Plc., wurde der Anteil der Santo Hol- ding (Deutschland) GmbH verwässert und lag damit knapp unterhalb der Schwelle von 25 %. Die jewei- ligen Mitteilungen gemäß § 20 AktG waren der Formycon AG entsprechend übermittelt und von der Gesellschaft im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Am 31. Dezember 2024 befanden sich gemäß den gegenüber uns erfolgten Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz insgesamt 60,79 % des Aktienkapitals in den Händen von An- kerinvestoren. Der Streubesitz betrug 39,21 %. Die Stimmrechtsmitteilungen können auf der Webseite unter https://www.formycon.com/investo- ren/stimmrechtsmitteilungen/ abgerufen werden. Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2024 An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 29 Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors’ Dealings) Im Geschäftsjahr 2024 wurden obenstehende mel- depflichtigen Wertpapiergeschäfte gemäß Artikel 19 MMVO (Marktmissbrauchsverordnung) von Vor- stand und Aufsichtsrat getätigt. Die Meldepflichti- gen Wertpapiergeschäfte können auch auf unserer Webseite unter https://www.formycon.com/in- vestoren/directors-dealings/ abgerufen werden. Uplisting in den Prime Standard und Aufnahme in den SDAX und TecDAX Die Formycon AG hat im November 2024 bei der Frankfurter Wertpapierbörse die Zulassung ihrer Aktien zum Handel im regulierten Markt (Prime Standard) beantragt. Am 12. November 2024 er- folgte die Handelsaufnahme in diesem Segment. Der Prime Standard ist das Segment des regulier- ten Marktes der Frankfurter Wertpapierbörse mit besonderen Zulassungsfolgepflichten und stellt den Transparenzstandard mit den höchsten Anfor- derungen dar. Durch das Uplisting beabsichtigt das Unternehmen, seine Position auf dem nationalen und internationalen Kapitalmarkt zu stärken, die Handelbarkeit in der Aktie zu erhöhen sowie Trans- parenz und Attraktivität für Investoren weiter auszu- bauen. Nur wenige Wochen nach dem erfolgreichen Uplis- ting in den Prime Standard, stieg die Aktie am 23. Dezember 2024 in den SDAX auf. Mit der Aufnahme in die renommierte Indexfamilie zählt Formycon – unterhalb des DAX und MDAX – zu den 70 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, gemessen an der Marktkapitalisie- rung der frei handelbaren Aktien. Im Rahmen einer außerplanmäßigen Indexanpas- sung durch die Deutsche Börse, erfolgte drei Wo- chen später, am 13. Januar 2025, die Aufnahme in den TecDAX. Damit zählt Formycon zu den 30 größten börsennotierten Technologieunternehmen Deutschlands – basierend auf der Marktkapitalisie- rung des Streubesitzes sowie dem Handelsvolu- men. Die Aufnahme in die beiden Indizes wird das Han- delsvolumen zusätzlich positiv beeinflussen. ETFs und Fonds, die den SDAX, bzw. TecDAX nachbil- den, müssen die Aktie erwerben, sobald eine In- dexaufnahme erfolgt ist. Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital der Formycon AG betrug zum 1. Januar 2024 insgesamt 16.053.025,00 €, eingeteilt in 16.053.025 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 1,00 €. Im Rahmen einer Barkapitalerhöhung Ende Januar 2024, wurde durch teilweise Ausnutzung des ge- nehmigten Kapitals um 1.603.877,00 €, bzw. durch Ausgabe von 1.603.877 neuen auf den Inhaber lau- tenenden Stückaktien, das Grundkapital erhöht. Der Platzierungspreis der Aktien betrug 51,65 € je An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 30 Aktie und führte zu einem Mittelzufluss von insge- samt 82,84 Mio. €. Für die neuen Aktien, die aus- schließlich von dem ungarischem Spezialpharma- unternehmen Gedeon Richter Plc. gezeichnet wur- den, ist das Bezugsrecht gem. § 4 Abs. 3 der Sat- zung ausgeschlossen worden. Die neuen Aktien entsprachen 9,08 % des zum damaligen Zeitpunkt ausgegebenen Grundkapitals der Gesellschaft in Höhe von 17.656.902,00 €. Um der Gesellschaft auch in Zukunft jederzeit die gesetzlich mögliche Flexibilität zu einem schnellen Handeln am Kapitalmarkt zu geben, hatten Vor- stand und Aufsichtsrat der Formycon AG im Juni 2024 auf Grundlage der Hauptversammlung vom 12. Juni 2024 beschlossen, das Genehmigte Kapital 2023 aufzuheben und durch ein neues Genehmig- tes Kapital 2024/I zu ersetzen. Das neue Geneh- migte Kapital 2024/I hat ein Volumen von 50 % des Grundkapitals. Der Vorstand ist dadurch mit der Zu- stimmung des Aufsichtsrats dazu ermächtigt, in der Zeit bis zum 11. Juni 2029 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 8.828.451,00 € durch Aus- gabe von bis zu 8.828.451 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sach- einlage, das Grundkapital zu erhöhen. Neben der Barkapitalerhöhung im Januar 2024 wurden im weiteren Verlauf des Jahres und auf Basis des bedingten Kapitals 2015/I insgesamt 7.525 Bezugsaktien ausgegeben. Das Grundkapi- tal der Formycon AG betrug damit zum Stichtag 31. Dezember 2024 insgesamt 17.664.427,00 €. Hauptversammlung Die ordentliche Hauptversammlung der Formycon AG fand am 12. Juni 2024 in Präsenz in München statt. In seiner Präsentation informierte der Vor- stand die Aktionärinnen und Aktionäre ausführlich über die Unternehmensentwicklung und beantwor- tete in der Generaldebatte sämtliche Fragen. Dr. Olaf Stiller, langjähriger Vorsitzender des Aufsichts- rats, führte letztmalig als Versammlungsleiter durch die Hauptversammlung und wurde mit großem Dank für die lange und erfolgreiche Zusammenar- beit verabschiedet. Die vertretenen Aktionärinnen und Aktionäre folg- ten mit Stimmabgaben für 62,16 % des Grundkapi- tals den Vorschlägen von Vorstand und Aufsichtsrat und stimmten mit jeweils großen Mehrheiten allen Beschlussvorschlägen der Verwaltung zu. Sowohl den Mitgliedern des Vorstands als auch des Auf- sichtsrats wurde bei der Entlastung mit Mehrheiten von jeweils über 96 % das Vertrauen ausgespro- chen. Um zukünftig eine noch internationalere Ausrich- tung und erweiterte Industrie- bzw. Finanz-Exper- tise im Aufsichtsrat zu repräsentieren, wurden neue und unabhängige Mitglieder in den Aufsichtsrat ge- wählt sowie die Vergrößerung des Gremiums von vier auf fünf Mitglieder beschlossen. Dr. Bodo Coldewey, Geschäftsführer der WEGA Invest GmbH, dem Family Office der Familie Wendeln, und Nicholas Haggar, aktuell CEO der healthqube Ltd. und langjährige Führungskraft bei namhaften pharmazeutischen Unternehmen, wurden mit gro- ßer Mehrheit als neue Mitglieder in den Aufsichts- rat gewählt. Dr. Olaf Stiller und sein Stellvertreter Peter Wendeln hatten zuvor ihre Aufsichtsratsman- date mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung niedergelegt. Colin Bond, bis dato noch Chief Fi- nancial Officer der Sandoz Group AG, wurde eben- falls mit großer Mehrheit mit Wirkung zum 1. Okto- ber 2024 in den vergrößerten Aufsichtsrat gewählt. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung hat sich der Aufsichtsrat konstituiert und Wolfgang Ess- ler zum neuen Vorsitzenden gewählt. An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 31 Investor-Relations-Aktivitäten Ein wichtiger Bestandteil von Formycons Investor- Relations-Aktivitäten ist der professionelle Dialog mit Investoren und den internationalen Kapitalmärk- ten. Im Geschäftsjahr 2024 präsentierten das Ma- nagement und die Investor-Relations-Abteilung das Unternehmen unter anderem auf den folgenden ausgewählten nationalen und internationalen Inves- torenkonferenzen: — J.P. Morgan Healthcare Conference, San Francisco — Oddo BHF Forum, virtuell — UniCredit & Kepler Cheuvreux German Cor- porate Conference, Frankfurt — Alster Research Pop-up Konferenz Health Care, virtuell — Berenberg EU Opportunities Conference 2024, London — Jefferies Pan-European Mid-Cap Confer- ence, London — Metzler Small Cap Days, Frankfurt — Equity Forum Frühjahrskonferenz, Frankfurt — Hauck Aufhäuser Stockpicker Summit, Kitz- bühel — 10th Berenberg European Conference 2024, New York — mwb Research Roundtable, virtuell — Jefferies Global Healthcare Conference, New York — Warburg Highlights, Hamburg — Stifel European Healthcare Summit, Lyon — Montega Hamburger Investorentage HIT, Hamburg — H.C. Wainwright Annual Investment Confer- ence, New York — Pareto Securities Healthcare Conference, Stockholm — Berenberg & Goldman Sachs German Cor- porate Conference, München — Jefferies London Healthcare Conference, London — Deutsche Eigenkapital Forum, Frankfurt Unabhängig von Konferenzen und Roadshows hielt das Unternehmen Kontakt zu potenziellen und be- stehenden Investoren und erhöhte durch verschie- dene Maßnahmen (z.B. virtuelle Roundtables und Firesidechats) weiter die Visibilität am Kapitalmarkt. Zum 31. Dezember 2024 beobachteten und bewer- teten insgesamt 11 nationale und internationale Analysten regelmäßig die Entwicklung der Formycon-Aktie. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Anzahl der Finanzanalysen von 7 auf 11, was für großes Interesse an der Formycon-Aktie spricht. An unsere Aktionäre — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 32 Folgende Finanzanalysten haben Formycon im Geschäftsjahr 2024 mit Studien begleitet: Bankhaus Equity Research Analyst Berenberg Benjamin Thielmann B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA Alexander Neuberger First Berlin Equity Research GmbH Simon Scholes Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG Alexander Galitsa H.C. Wainwright Yi Chen Jefferies Brian Balchin Kepler Cheuvreux Nicolas Pauillac mwb Research Alexander Zienkowicz M.M. Warburg Dr. Christian Ehmann Oddo BHF Damien Choplain Royal Bank of Canada Alistair Campbell Mehr Informationen über Formycon und die Inves- tor-Relations-Aktivitäten erhalten Sie im Bereich Investoren auf unserer Internetseite https://www.formycon.com/ investoren/formycon-aktie/ Ein wesentlicher Bestandteil unserer Unterneh- mensphilosophie ist der Dialog mit den Kapital- marktakteuren. Daher steht Ihnen bei Fragen oder Anregungen die Investor-Relations-Abteilung der Formycon AG gerne zur Verfügung: Formycon AG Sabrina Müller Director Investor Rela�ons & Corporate Communica�ons Telefon +49 89 864 667 149 [email protected] Den Zugang zu biologischen Arzneimitteln nachhaltig verbessern – Produkte, Strategien und wesentliche Themen Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 34 Unsere Verantwortung Die finanzielle Belastung der weltweiten Gesund- heitssysteme nimmt durch nichtübertragbare Krank- heiten stark zu. Nichtübertragbare Krankheiten sind für fast 75 % aller Todesfälle verantwortlich und der Bedarf an innovativen Therapien für chronische Erkrankungen oder Krebserkrankungen steigt trotz Therapieerfolgen weiter rapide an 1 . Biopharmazeutische oder biologische Arzneimit- tel (sog. Biologika) haben die Behandlung vieler schwerer Krankheiten deutlich verbessert und machen mittlerweile mehr als ein Drittel des Arznei- mittelmarkts in Deutschland aus 2 . Allerdings ist die Behandlung mit Biologika in der Regel sehr kos- tenintensiv. Aus diesem Grund bekommen selbst in wirtschaftlich starken Ländern wie Deutschland Patientinnen und Patienten oft erst nach langen Wartezeiten, und wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, Zugang zu einer biopharmazeu- tischen Therapie. 1 Generics and Biosimilars Initiative Journal, Mai 2024, https://gabi-journal.net/increasing-adoption-of-quality-assured-biosimilars- to-address-access-challenges-in-low-and-middle-income-countries.html 2 Deutsches Ärzteblatt, Januar 2024, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/148389/Biopharmazeutika-machen- mehr-als-ein-Drittel-des-Arzneimittelmarktes-aus Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 35 Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 36 Unsere Mission ist es, den Zugang zu biologischen Arzneimitteln nachhaltig zu verbessern. Hierfür haben wir uns ganz auf die Entwicklung von Bio- similars spezialisiert. Biosimilars sind Nachfolge- präparate biologischer Arzneimittel und diesen im Hinblick auf Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit ebenbürtig. Kommen Biosimilars nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist des Referenzarzneimnittels auf den Markt, sorgen sie für eine Wettbewerbs - dynamik, die die Kosteneffizienz steigert und damit den Therapiezugang verbessert. Denn für die Kostenträger im Gesundheitssektor bedeuten die Einsparungen durch Biosimilars, dass mehr Patien - tinnen und Patienten als zuvor mit hochwirksamen biopharmazeutischen Arzneimitteln behandelt werden können. Als „Pure-Play“ Biosimilar-Unternehmen sind wir in der Lage, die technisch-pharmazeutische Entwick - lung von der Auswahl eines vielversprechenden Biosimilar-Kandidaten, über die Zelllinienentwick - lung, vergleichende Analytik, Prozessentwicklung sowie Präklinik und Klinik bis hin zur Erstellung der Zulassungsunterlagen und Management der Zulassungsverfahren in hoch regulierten Märkten abzudecken. Darüber hinaus zählen die Gestal - tung und Kontrolle der gesamten Lieferkette sowie der Produktlogistik ebenfalls zu unserer Kern-Expertise. Für die Vermarktung unserer Bio- similars setzen wir auf starke, vertrauenswürdige und lang- fristige Partnerschaften. Unsere Mission Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 37 Unsere Biosimilars Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 38 FYB201 ranibizumab Referenzarznei: Lucentis® 1 FYB201 Brands Ranivisio® 2 Region: Europa Teva Ongavia® 3 Region: Großbritannien Teva Cimerli® 4 Region: USA Sandoz Ranopto TM5 Region: Kanada Teva Ravegza® 6 Region: Saudi Arabien MS Pharma Uptera® 6 Region: Jordanien MS Pharma Ongavia Ravegza ® Uptera ® 1 Lucentis ® ist eine eingetragene Marke von Genentech Inc. 2 Ranivisio ® ist eine eingetragene Marke der Bioeq AG 3 Ongavia ® ist eine eingetragene Marke von Teva Pharmaceutical Industries Ltd. 4 Cimerli ® ist eine eingetragene Marke von Coherus BioSciences, Inc. 5 Ranopto TM ist eine Marke von Teva Canada Limited 6 Ravegza ® und Uptera ® sind eingetragene Marken von MS Pharma Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 39 Indikationsgebiet Ophthalmologie Wirkstoffgruppe VEGF-Inhibitor Indikationen des Referenzarzneimittels Neovaskuläre (feuchte) altersbedingte Makuladegeneration, Diabetisches Makula- ödem, Choroidale Neovaskularisation, Proliferative diabetische Retinopathie, Maku- laödem infolge eines Netzhautvenenver- schlusses Business Modell 50 % Formycon- Projekt über Beteili- gung an Bioeq AG (Joint Venture aus Formycon AG 50 % und Polpharma Biologics Group B.V. 50 %) Markteintritt 2022 – 2026 (je nach Region) Ranibizumab-Markt Ranibizumab gehört zu den am häufigsten eingesetzten Anti- VEGF-Medikamenten. Im Jahr 2024 verzeich- nete das Referenz- arzneimittel Lucentis® einen weltweiten Umsatz von rund 1,0 Mrd. US$. FYB201 auf dem Markt FYB201 zugelassen Weiteres Potenzial Kommerzialisierungspartner: Vermarktung von FYB201 pausiert vorübergehend * Indikationen des Biosimilars abhängig von gesetzlichen Schutzfristen in den jeweiligen Regionen Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 40 FYB202 ustekinumab Referenzarznei: Stelara® 1 FYB202 Brands Otulfi® 2 Region: Globale Schlüsselmärkte Fresenius Kabi Fymskina® 3 Region: Deutschland NN Sitovab® 4 Region: MENA MS Pharma Sitovab ® Ustekinumab FYMSKINA® 1 Stelara ® ist eine eingetragene Marke von Johnson & Johnson 2 Otulfi ® ist eine eingetragene Marke von Fresenius Kabi Deutschland GmbH in ausgewählten Ländern 3 Fymskina ® ist eine eingetragene Marke der Formycon AG 4 Sitovab ® ist eine eingetragene Marke von MS Pharma Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 41 Indikationsgebiet Immunologie Wirkstoffgruppe Immunsuppres- siva / Interleukin- Inhibitoren Indikationen des Referenzarzneimittels Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Plaque-Psoriasis (Schuppenflechte), psoriatische Arthritis Business Modell 100 % Formycon Projekt Markteintritt ab Q1/2025 Ustekinumab-Markt Der weltweite Umsatz mit dem Referenzarz- neimittel Stelara® lag im Jahr 2024 bei rund 10,4 Mrd. US$. Die mögliche Verwendung von Uste- kinumab für weitere therapeutische Indikati- onen bietet zusätzliches Umsatzpotenzial. Kommerzialisierungspartner: FYB202 auf dem Markt FYB202 zugelassen * Indikationen des Biosimilars abhängig von gesetzlichen Schutzfristen in den jeweiligen Regionen Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 42 FYB203 aflibercept Referenzarznei: Eylea® 1 AHZANTIVE® 2 Region: Global Weite Teile Europas, Israel: Teva APAC: Lotus Baiama® 2 Region: Europa NN Fovlya ®4 Region: MENA MS Pharma .(ﻞﻣ/ ﻢﻐﻠﻣ ٤٠ ﺊﻓﺎﻜﻳ ) لﻮﻠﺤﳌا ﻦﻣ ﻞﻣ ٠٫١ ﰲ ﺖﺒﺳﱪﻴﻠﻓا ﻢﻐﻠﻣ ٤ ﲆﻋ ةﻮﺒﻋ ﻞﻛ يﻮﺘﺤﺗ .ﻞﻣ ٠٫٠٥ ﰲ ﺖﺒﺳﱪﻴﻠﻓا ﻢﻐﻠﻣ ٢ ﺔﻋﺮﺟ ةﺪﺣاو ﺔﻴﺟﺎﺟز ةﻮﺒﻋ ﻞﻛ ﺮﻓﻮﺗ سﻷا ﻂﺒﻀﻟ) تارﺪﻴﮬﻮﻧﻮﻣ ﺪﻳارﻮﻠﻛورﺪﻴﮬ ﻦﻳﺪﻴﺘﺴﻴﮬ ،٢٠ تﺎﺑرﻮﺴﻴﻟﻮﺑ :ﻲﮬ ىﺮﺧﻻا تﺎﻧﻮﻜﳌا ءﺎﻣو ،زوﺮﻜﺳ ، مﻮﻳدﻮﺼﻟا ﺪﻳرﻮﻠﻛ ، (ﻲﻨﻴﺟورﺪﻴﮭﻟا سﻷا ﻂﺒﻀﻟ) ﻦﻳﺪﻴﺘﺴﻴﮬ (ﻲﻨﻴﺟورﺪﻴﮭﻟا .ﻦﻘﺤﻠﻟ .ﺔﻘﻓﺮﳌا ةﴩﻨﻟا ﺮﻈﻧا :تﺎﻋﺮﺠﻟاو لﺎﻤﻌﺘﺳﻻا .ﻂﻘﻓ ةﺪﺣاو ﻴﻦﻋ جﻼﻌﻟ ةﻮﺒﻌﻟا ماﺪﺨﺘﺳا ﻲﻐﺒﻨﻳ .ﺪ ً ﻤﺠ ُ ﻳ ﻻ .(م°٨ -م°٢) ﺔﺟﻼﺜﻟا ﰲ ﻆﻔﺤﻳ .ءﻮﻀﻟا ﻦﻣ ﺎﮭﺘﻳﺎﻤﺤﻟ ﺔﻴﺟرﺎﺨﻟا ةﻮﺒﻌﻟا ﰲ ةرورﺎﻘﻟﺎﺑ ﻆﻔﺘﺣا .ﴡﻗأ ﺪﺤﻛ ﺔﻋﺎﺳ ٢٤ ل م° ٢٥ ﻦﻣ ﻞﻗأ ةراﺮﺣ ﺔﺟرد ﲆﻋ ﺔﺟﻼﺜﻟا جرﺎﺧ ةﻮﺒﻌﻟا كﺮﺗ ﻦﻜﻤﳌا ﻦﻣ .ﺔﻤﻘﻌﻣ فوﺮﻇ ﻊﺒﺗا ،ةﻮﺒﻌﻟا ﺢﺘﻓ ﺪﻌﺑ .مﺪﺨﺘﺴﳌا ﲑﻏ ءﺰﺠﻟا ﻦﻣ ﺺﻠﺨﺗ .ةﺪﺣاو ةﺮﳌ ماﺪﺨﺘﺳﻼﻟ .ﻦﻘﺤﻟا ﻞﺒﻗ ﺪﺋاﺰﻟا ﻢﺠﺤﻟا ﻦﻣ ﺺﻠﺨﺘﻟا ﻰﺟﺮﻳ .ﺔﻴﺒﻃ ﺔﻔﺻﻮﺑ فﴫﻳ لﺎﻔﻃﻷا لوﺎﻨﺘﻣ ﻦﻋ ا ً ﺪﻴﻌﺑ ﻆﻔﺤﻳ .ةﺪﺤﺘﳌا تﺎﻳﻻﻮﻟا ،ﺎﻴﺜﻟا ﻮﺗﻮﻣﻮﻨﻴﺟا ﺔﻛﴍ :ﺔﻌ ّ ﻨﺼ ُ ﳌا ﺔﻛﴩﻟا .ﺎﻴﻧﺎﳌأ – ﺞﻴﻧﻼﺑ / ﺪﻳﴪﻨﻴﺗرﺎﻣ - نﻮﻜﻳﺎﻣرﻮﻓ ﺔﻛﴍ : ﻦﻣ ﺺﻴﺧﺮﺗ :ﻖﻳﻮﺴﺘﻟا ﻖﺣ ﻚﻟﺎﻣ .ندرﻷا - ﺎﻣرﺎﻓ سا ما ﺔﻛﴍ ندرﻷا – نﺎﻤﻋ - ﺔﻴﻋﺎﻨﺼﻟا ﻧﻲﺎﺜﻟا ەﻠﻟاﺪﺒﻋ ﻚﻠﳌا ﺔﻨﻳﺪﻣ ﺎﻴﻠﭬﻮﻓ ﺖﺒﺳﱪﻴﻠﻓا ﻦﻘﺤﻠﻟ لﻮﻠﺤﻣ ﻂﻘﻓ ﻴﻦﻌﻟا ﻞﺧاد ﻦﻘﺤﻠﻟ ﺺﺼﺨﻣ جاﺮﺨﺘﺳﻼﻟ ﻞﺑﺎﻗ ﻞﻣ ٠٫١ ﻢﺠﺣ يﻮﺘﺤﺗ ةﺪﺣاو ةﻮﺒﻋ Fovlya ® Aflibercept ﻞﻣ ﻞﻜﻟ ﻢﻐﻠﻣ ٤٠ (ﻞﻣ ٠٫١/ﻢﻐﻠﻣ ٤ AHZANTIVE® Baiama ® 40 solution for inject 1 Eylea ® ist eine eingetragene Marke von Regeneron Pharmaceuticals Inc. 2 AHZANTIVE ® und Baiama ® sind eingetragene Marken der Klinge Biopharma GmbH 4 Fovlya ® ist eine eingetragene Marke von MS Pharma FYB203 Brands Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 43 Indikationsgebiet Ophthalmologie Wirkstoffgruppe VEGF-Inhibitor Indikationen des Referenzarzneimittels Neovaskuläre (feuchte) altersbedingte Makuladegeneration, Diabetisches Makula- ödem, Choroidale Neovaskularisation, Proliferative diabetische Retinopathie, Maku- laödem infolge eines Netzhautvenenver- schlusses Business Modell Auslizenziert an Klinge Biopharma GmbH Markteintritt Abhängig von juristischer Einigung mit dem Hersteller des Referenz- arzneimittels Aflibercept-Markt Aflibercept und Rani- bizumab machen zu- sammen mehr als 90 % des Weltmarktes für Anti-VEGF-Thera- pien aus. Im Jahr 2024 erwirtschaftete das Referenzarzneimittel Eylea® in den Dosie- rungen 2mg und 8mg (High-Dose) zusammen einen Umsatz von rund 9,5 Mrd. US$. FYB203 zugelassen Kommerzialisierungspartner: * Indikationen des Biosimilars abhängig von gesetzlichen Schutzfristen in den jeweiligen Regionen Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 44 Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 45 Unsere Entwicklungs- Projekte Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 46 Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 47 FYB206 pembrolizumab Referenzarznei: Keytruda® 1 Indikationsgebiet Immun-Onkologie Wirkstoffgruppe PD1-Inhibitor Indikationen des Referenzarzneimittels Fortgeschrittenes Melanom, nicht klein- zelliges Bronchial- karzinom, Hodgkin- Lymphom, Urothel- karzinomen, Tumoren im Kopf- und Hals- Bereich, weitere Tumorerkrankungen Business Modell 100 % Formycon Projekt Markteintritt In den USA und der EU nach Ablauf der Marktexklusi- vität des Referenz- arzneimittels Pembrolizumab-Markt Mit seinem breiten In- dikationsgebiet in der Onkologie und einem Umsatz von 29,5 Mrd. US$ im Jahr 2024 ist Keytruda® eines der umsatzstärksten Medi- kamente. Aufgrund der zunehmenden Zahl von Krebsdiagnosen auf der ganzen Welt ist für die kommenden Jahre wei- teres Umsatzwachstum prognostiziert. Technische Entwicklung Herstellung Klinische Entwicklung Einreichung Zulassungs- Prozess Entwicklungs- Status * Indikationen des Biosimilars abhängig von gesetzlichen Schutzfristen in den jeweiligen Regionen 1 Keytruda ® ist eine eingetragene Marke von Merck Sharp & Dohme LLC., einer Tochtergesellschaft von Merck & Co., Inc., Rahway, NJ/USA. Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 48 FYB210 unveröffentlicht Indikationsgebiet: Immunologie Technische Entwicklung Herstellung Klinische Entwicklung Einreichung Zulassungs- Prozess Entwicklungs- Status FYB209 unveröffentlicht Indikationsgebiet: Immunologie Technische Entwicklung Herstellung Klinische Entwicklung Einreichung Zulassungs- Prozess Entwicklungs- Status FYB208 unveröffentlicht Indikationsgebiet: Immunologie Technische Entwicklung Herstellung Klinische Entwicklung Einreichung Zulassungs- Prozess Entwicklungs- Status Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 49 Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 50 Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 51 Unser Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 52 Basierend auf unserer ersten Wesentlichkeitsana- lyse im Jahr 2023 haben wir eine umfangreiche Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Diese adres- siert unsere wesentlichen Themen und setzt die Leitplanken für unser Handeln in den kommen- den Jahren. Sie beschreibt, wie wir die positiven Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit stärken, negative Auswirkungen minimieren und nachhaltig- keitsbezogene Risiken effektiv mindern wollen. Wir setzen den Fokus auf fünf Schwerpunktthemen, die insgesamt 19 Bereiche umfassen. Für jedes Thema haben wir Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen de- finiert. Für das Berichtsjahr 2024 haben wir – aus- gehend von strategischen ebenso wie operativen Zielen – über 100 einzelne Maßnahmen erarbeitet. 88% dieser Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden. Nicht umgesetzte Maßnahme wurden ent- sprechend in das darauffolgende Berichtsjahr 2025 verschoben. Unsere Nachhaltigskeits- strategie Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 53 41 % männliche Mitarbeitende 59 % weibliche Mitarbeitende Unsere wesentlichen Themen Unsere Mitarbeitenden — Wir sind #TeamFor- mycon! Bei Formycon arbeiten aktuell rund 250 engagierte Mitarbeitende aus 33 Nationen, ca. 80 % davon sind in der Forschung und Entwick- lung tätig. Wir erkennen die Stärke der Vielfalt und fördern diese, wo immer wir können. Wir setzen uns für eine Welt ein, in der jeder Mensch – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder anderen Merkmalen – die gleichen Chancen und Rechte genießt. Mit einer Gesamtfrauenquote von 59%, deutlich mehr als in der Pharma-Branche üblich, hat Formycon mit seiner Frauenförderung Erfolg. Gleichzeitig ist es uns wichtig, leitende Funktionen verstärkt mit weiblichen Führungskräften zu be- setzen. Der Frauenanteil in der zweiten Führungs- ebene (Vice President, Senior Director, Director und Associate Director) lag zum 31. Dezember 2024 bei 40,6 %. In der höchsten Führungsebene lag der An- teil bei 25%. Über alle Leitungspositionen hinweg liegt der Frauenanteil bei Formycon bei 36,5 %. Um den Anteil an Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern, planen wir die Umsetzung von spezifi- schen Förderprogrammen für weibliche Talente. Wir leben Werte wie Offenheit, Toleranz, Zuver- lässigkeit, Wertschätzung und gegenseitiges Vertrauen. Deshalb unterstützt Formycon aktiv die LGBTQIA+ Community im Unternehmen. Durch firmeneigene Kommunikationskanäle und zusätz- liche Events wie gemeinsame Mittagsessen, wird der Austausch sowohl innerhalb der Community wie auch mit weiteren Mitarbeitenden gefördert. Eine eigene LGBTQIA+- Podcast-Reihe zu Themen wie Diversität oder internationalen LGBTQIA+-Rech- ten klärt nicht nur auf, sondern sensibilisiert die Mitarbeitenden und fördert ein verständnisvolles Miteinander. Um den team- und abteilungsübergrei- fenden Austausch zu fördern, wurde im Berichtsjahr ein neues, teamübergreifendes Event-Format ein- geführt, das sehr positiv aufgenommen wurde. 54Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 „Was ich an Formycon schätze, ist die offene und klare Haltung des Unternehmens zu Diversität. Abseits meiner eigentlichen Tätigkeit habe ich die Möglichkeit, meine Leidenschaft für LGBTQIA+ Themen eigenständig durch die Organisation von Treffen und Repräsentation queerer Themen im firmeninternen Podcast einbringen zu können.“ Jessica Lorenz Scientist Wir sind sehr stolz auf unsere hochqualifizierten und engagierten Mitarbeitenden und setzen ihre Sicherheit und Gesundheit an erster Stelle. Formycon hält das Gütesiegel „Sicher mit System“ der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemi- sche Industrie (BG-RCI). Im Rahmen des regel- mäßigen freiwilligen Audits werden sowohl das Arbeitsschutz-Management-System (AMS) als auch die Wirksamkeit des betrieblichen Gesundheitsma- nagements (BGM) begutachtet und das Gütesiegel erteilt. Auch im Berichtsjahr wurde das Manage- ment-System, das alle unsere Mitarbeitenden um- fasst, begutachtet und erfolgreich zertifiziert. Der AMS-Audit orientiert sich in seinen wesentlichen Punkten an der ISO 45001 -Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein unkritischer Arbeits- unfall bei Formycon verzeichnet. Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 55 Um die Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen und die Motivation unserer Mitarbeitenden zu steigern, bie- ten wir umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten an. Diese werden in Career Paths und in individuel- len, jährlichen Entwicklungsgesprächen festgelegt. Zusätzlich zur Fort- und Weiterbildung auf fach- licher Ebene, bieten wir Weiterbildung in Bereichen wie Sprachen, Personal Coaching, Resilienz und Leadership an. Auch für den Nachwuchs wollen wir ein Zeichen setzen und planen, zusätzlich zu unseren schon vorhandenen Ausbildungsplätzen im Bereich IT, zukünftig weitere Ausbildungsplätze in mehreren Fachbereichen anzubieten. Formycon orientiert sich hinsichtlich der Gehalts- struktur an in der Biotechnologiebranche üblichen Vergütungshöhen und -modellen. Zusätzlich über- prüfen wir im Rahmen jährlicher Gehaltsrunden die Anpassung der Vergütung auf Basis gesamtwirt- schaftlicher Rahmenbedingungen. Im Jahr 2024 haben wir zudem unser Benefit-Konzept 1 überprüft und optimiert, um im Jahr 2025 weitere umfang- reiche Unternehmensvorteile anbieten zu können, die nicht nur unseren Mitarbeitenden zugutekom- men, sondern auch der Gleichberechtigung und der Nachhaltigkeit. 1 MehrzuunserenBenefitsfindenSieKarrierebereichunsererHomepage: https://www.formycon.com/karriere/ihre-benefits/ Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 56 Eindämmung des Klimawandels und nachhaltiger Umgang mit knappen Ressourcen — Die global steigenden Treibhaus- gasemissionen und der damit einhergehende Klimawandel sind eine Gefahr für uns alle. Formy- con möchte seinen Beitrag zur Emissionsreduktion leisten und hat hierfür unter anderem das Energie- managementsystem ISO 50001 eingeführt und erfolgreich für Formycon sowie all unsere Tochter- unternehmen zertifizieren lassen. Dadurch können wir auf eine strukturierte Art und Weise Energieein- sparpotenziale erkennen und diesen nachgehen. Für 2025 planen wir zusätzlich die Einführung des Umweltmanagementsystems ISO 14001. Viele der in diesem System vorgesehenen Maßnahmen, z.B. zur Reduzierung von Schadstoffen und zu einem effizienteren Umgang mit Ressourcen, werden in unserem Betrieb schon heute umgesetzt. Mit der Einführung eines Umweltmanagementsystems wol- len wir all unseren Vorhaben einen Rahmen geben, sowie Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten noch klarer als bisher definieren. Im Jahr 2024 haben wir mit der Bilanzierung unse- rer eigenen Treibhausgasemissionen begonnen (Scope 1 & 2). Als Entwicklungsunternehmen ohne eigene Herstellung entstehen über 90% der Treibhausemissionen unserer Produkte entlang der Wertschöpfungskette. Deshalb werden wir Anfang 2025 die Bilanzierung auf diese erweitern (Scope 3), um die Potentiale für Emissionsreduk- tionen besser zu verstehen. Die Ergebnisse der Treibhausgasbilanzierung werden als Grundlage für unsere Klimastrategie dienen, die wir bis 2026 entwickeln wollen. Neben der Eindämmung des Klimawandels sind zudem der Erhalt der ökologischen Vielfalt und eine verbesserte Ressourceneffizienz für uns wichtige Themen. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren Maßnahmen an unserem Standort umge- setzt, um Wasser zu sparen und verantwortungs- voller mit unseren Abfällen z.B. durch Mülltrennung umzugehen. Allerdings sind die größten negativen Auswirkungen vor allem in der Wertschöpfungsket- te – z.B. die Herstellung und Endphase der Produk- te – zu verorten. Deshalb wollen wir verstärkt in den Dialog mit unseren Geschäftspartnern gehen und mit ihnen gemeinsam Lösungen erarbeiten. Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 56 57 „Das Energiemanagement-Team kümmert sich seit der Ein- führung und Zertifizierung nach DIN EN ISO 5001 um das Energie- management-System. Wir haben hierdurch bereits tiefere Einblicke bekommen und können so gezielter auf die Anforderungen eingehen und Maßnahmen effizienter umsetzten.“ Bernd Schimkat Facility, Environment, Health & Safety Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 58 Auswirkungen entlang der Wertschöp- fungskette — Für die Herstellung biopharmazeu- tischer Produkte sind entlang der Wertschöpfungs- kette allgemein große Mengen an Energie, aber auch Wasser, Chemikalien und weitere Rohmateria- lien notwendig. Diese Ressourcen werden auch in der Entwicklung bei Formycon eingesetzt, jedoch in deutlich geringeren Mengen. Um die negativen Auswirkungen durch die Herstellung zu minimie- ren, will Formycon mit seinen Lieferanten und Geschäftspartnern zusammenarbeiten. Zu diesem Zweck haben wir im Berichtsjahr unseren Supplier Code of Conduct entwickelt und diesen zusammen mit einem Lieferantenfragebogen zu ESG-Themen an unsere strategisch wichtigsten Lieferanten ver- schickt. Mit unserem Supplier Code of Conduct wollen wir auch sicherstellen, dass international anerkannte Standards zu Menschenrechten und Nicht-Diskri- minierung entlang unserer Wertschöpfungskette eingehalten werden. Der Supplier Code of Conduct definiert unsere Werte für eine integre Zusammen- arbeit mit unseren Partnern bezüglich umwelt- und sozialer Aspekte. Er basiert auf den 10 Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen (UN), den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschen- rechte, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen sowie den Konventionen der Interna- tionalen Arbeitsorganisation (ILO). In den kommen- den Jahren wollen wir verstärkt ESG-Kriterien in die Auswahl unserer Lieferanten und Geschäftspartner aufnehmen. Hierbei suchen wir den aktiven Dialog mit unseren Partnern, um die Transparenz in der Wertschöpfungskette zu erhöhen, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren und die Wahrung der Menschenrechte zu sichern. “Wir bei Formycon sind uns bewusst, dass starke Partnerschaften mit unseren Lieferanten die Grundlage für unseren Erfolg sind. Durch die strategische Zusammenarbeit schaffen wir langfristige Werte, von denen sowohl unser Unternehmen als auch unsere Lieferanten profitieren, während wir für unsere Kunden die besten Lösungen entwickeln.” Fernando Montini Procurement 01. Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte unterstützen und achten. 02. Unternehmen sollen sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen. 03. Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren. 04. Unternehmen sollen für die Beseitigung aller Formen von Zwangsarbeit eintreten. 05. Unternehmen sollen für die Abschaffung von Kinderarbeit eintreten. 10. Unternehmen sollen gegen alle Arten der Korruption eintreten, einschließlich Erpressung und Bestechung. 09. Unternehmen sollen die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien beschleunigen. 08. Unternehmen sollen Initiativen ergreifen, um größeres Umweltbewusstsein zu fördern. 07. Unternehmen sollen im Umgang mit Umweltproblemen dem Vorsorgeprinzip folgen. 06. Unternehmen sollen für die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Erwerbstätigkeit eintreten. Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 59 lich sind, stellt Formycon stets sicher, dass diese Studien mit den höchsten ethischen und wissen- schaftlichen Qualitätsstandards des Tierschutzes durchgeführt werden, und die international an- erkannten 3R-Prinzipien eingehalten werden. Tierschutz — Wir sorgen dafür, dass unsere Produkte sicher, effektiv und effizient sind. Alle unsere Produkte werden in voller Übereinstimmung mit den gesetzlichen Standards entwickelt. In sehr seltenen Fällen ist es aufgrund regionaler regula- torischer Vorgaben erforderlich, unsere Produkte an Tieren zu testen, bevor klinische Studien am Menschen eingeleitet werden dürfen. Formycon ist sich bewusst, dass Tierversuche eine besondere Verantwortung mit sich bringen. Aus diesem Grund hält Formycon nicht nur alle Gesetze und Vor- schriften zu Tierversuchen ein, sondern hat zudem eine Tierschutz-Richtlinie verabschiedet, um einen respektvollen und ethischen Umgang mit den Tie- ren zu gewährleisten. Es ist das Ziel von Formycon, Tierversuche für Forschungszwecke maximal zu minimieren und wenn immer möglich vollkommen zu vermeiden, indem alternative Forschungsmetho- den wie In-vitro- oder Ex-vivo-Tests oder Computer- modellierung eingesetzt werden. Formycon führt Tierversuche nur auf Anforderung der Gesundheits- behörden durch. In solchen Fällen verwenden wir Expertenorganisationen, die Studien in unserem Auftrag durchführen. Wenn Tierversuche erforder- Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 60 Faire Geschäftspraktiken — Der Unterneh- menserfolg von Formycon hängt unter anderem von der Expertise unserer gut ausgebildeten Mit- arbeitenden ab, deren Verhalten von Verantwor- tungsbewusstsein und ethischen Grundsätzen ge- prägt ist. Formycon legt großen Wert auf eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens, die einen offenen und freien Meinungsaustausch auf und über alle Ebenen der Unternehmenshierarchie hinweg för- dern soll. Ein aufgeschlossenes und agiles Arbeits- umfeld ist die Grundlage für unseren Erfolg. Die Einhaltung des Formycon-Verhaltenskodex (Formycon Code of Conduct) ist der Grundstein für ein verantwortungsbewusstes und rechtmäßiges Handeln. Das Management, Mitarbeitende und alle, die im Namen von Formycon tätig werden, sind zur Einhaltung unseres Verhaltenskodex verpflichtet, unabhängig davon, wo und in welchem Tätig- keitsbereich sie arbeiten. Formycon toleriert keine Verstöße gegen den Verhaltenskodex oder gegen anwendbares Recht, und wird jeden nicht regelkon- formen Vorfall aufklären. Weiterhin hat Formycon stringente Richtlinien zu den Themen Korruption und Bestechung eingeführt. Sämtliche Mitarbei- tenden sind dazu angehalten diesen zu folgen. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat Formycon auch ein Whistleblowing-Tool implementiert, um die vertrauliche und anonyme Meldung von Verstößen gegen den Verhaltenskodex oder geltendes Recht zu ermöglichen. Das Tool trägt dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, in dem ethisches Verhalten gefördert und Verstöße effektiv aufgedeckt, nachverfolgt und entsprechend behandelt werden können. Der Kodex, das Whistleblowing-Tool, sowie relevante Richtlinien und umfassende Schulungen für alle Mit- arbeitende sind Teil unseres Compliance Manage- ment System (CMS), das wir engagiert umsetzen. Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 60 Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 61 Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 62 Patientinnen und Patienten — Zusätzlich zu unserer Mission, den Zugang zu modernen und wirksamen Therapien für viele bislang unterver- sorgte Patientinnen und Patienten zu verbessern, hat die Sicherheit und Qualität unserer Arzneimittel höchste Priorität. Die Entwicklung von Biosimilars für hochregulierte Märkte setzt einen hohen An- spruch an Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit der Arzneimittel voraus. Die Anforderungen an die Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen sind von der Europäischen Kom- mission in den Grundsätzen und Leitlinien der Gu- ten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Praxis – „GMP“) für Humanarzneimittel formuliert. Formy- cons Laborstätten werden unter diesen Richtlinien geführt und periodisch von Aufsichtsbehörden wie beispielsweise der U.S. Food and Drug Administra- tion (FDA) geprüft und auditiert. Auch die Durchführung von klinischen Prüfungen mit Arzneimitteln zur Anwendung am Menschen ist strengstens durch Regelungen zur guten klinischen Praxis (Good Clinical Praxis – „GCP“) reglementiert. Die GCP-Verordnung hat weltweite Gültigkeit und dient dem Schutz der Patientinnen und Patienten und der Integrität und Richtigkeit der im Rahmen der Studien generierten Daten und Erkenntnisse. Wir achten sehr genau auf die Einhaltung aller rele- vanten Regulierungen und Standards, nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Geschäftspartnern. Für Patientinnen und Patienten stellen wir jetzt und in Zukunft die hohe Qualität und Sicherheit unserer Produkte sicher und arbeiten daran, diese global verfügbar zu machen. Außerdem wollen wir in unserer Entwicklung die patienten-freundliche An- wendung unsere Produkte stärken. Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 63 Als Gesellschaft stehen wir vor enormen Herausfor- derungen, die wir nur gemeinsam meistern können. Um große Probleme wie den Klimawandel lösen zu können bleibt nicht viel Zeit und wir müssen voneinander lernen. Um ihre Erwartungen an das Unternehmen besser zu verstehen und von ihrem Wissen zu profitieren sucht Formycon gezielt den Austausch mit unterschiedlichen Stakeholder-Grup- pen. Unsere wichtigsten Stakeholder sind unsere Mitarbeitenden. Wir fördern einen offenen und freien Meinungsaustausch über sämtliche Hierar- chieebenen hinweg durch verschiedene Formate wie Company Meetings oder „Coffee with your CXO“. Zusätzlich führen wir regelmäßige, anonyme Mitarbeitendenbefragungen durch, um die Mitar- beitendenzufriedenheit zu evaluieren. Alle Mitarbei- tenden haben zudem die Möglichkeit, Ideen und Verbesserungen einzubringen. Seit dem Jahr 2024 hat Formycon einen Betriebsrat, der sich zusätzlich für die Belange der Mitarbeitenden einsetzt. Weitere, für uns sehr wichtige Stakeholder sind unsere Geschäftspartner, Lieferanten, Investorinnen und Investoren, Aktionärinnen und Aktionäre, Be- hörden, sowie Ärztinnen und Ärzte und ihre Patien- tinnen und Patienten. Wir bemühen uns, mit allen Stakeholdergruppen eine offene und transparente Kommunikation zu führen und treten durch ver- schiedene Kanäle in den Dialog. Um unsere Transparenz weiter zu steigern, nehmen wir auch an unterschiedlichen Ratings zum Thema ESG teil. Im Dialog mit unseren Stakeholdern “Als Anleger sind wir uns bewusst, dass Nach- haltigkeit der Schlüssel ist, um eine lang- fristige Wertschöpfung zu gewährleisten und gleichzeitig den Zugang zur Gesundheitsver- sorgung weltweit zu verbessern. Durch die Re- duzierung der Umweltbelastung in Formycons Geschäftsbereichen und Lieferketten trägt das Unternehmen zu einem gesünderen Planeten bei und steigert gleichzeitig die Effizienz und Kosteneffizienz. Darüber hinaus führt die Ein- haltung immer strenger werdende Nachhaltig- keitsvorschriften zur Risikominimierung und stärkt die Unternehmensposition in einer stark regulierten Branche, wodurch das Vertrauen der Stakeholder gefördert und langfristiges Wachstum gesichert wird.” Roxana Budimir Head of ESG, Active Ownership Capital S.à r.l. Produkte, Strategien und wesentliche Themen — Formycon AG Geschäftbericht 2024 64 65 Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 66 Zusammengefasster Lagebericht Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 67 Grundlagen des Formycon-Konzerns Der zusammengefasste Lagebericht umfasst den Berichtszeitraum vom 01. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 und bezieht sich sowohl auf den Formycon-Konzern (Konzernlagebericht) als auch auf die Formycon AG. Die Darstellung der Geschäftsentwicklung sowie die Lage und Prognose der steuerungsrelevanten Kennzahlen betreffen, soweit nicht anders vermerkt, den Formycon-Konzern. Informationen, die lediglich die Formycon AG betreffen, sind als solche entsprechend gekennzeichnet Geschäftstätigkeit Formycon ist ein global operierender, unabhängi- ger Biosimilar-Spezialist mit einer umfassenden Produktpipeline und einer skalierbaren Entwick- lungsplattform für Biosimilars aus den Bereichen Augenheilkunde, Immunologie, Immun-Onkologie und anderen wichtigen Indikationen. Dabei ist Formycon in der Lage, die technisch-pharmazeuti- sche Entwicklungskette von der Auswahl eines viel- versprechenden Biosimilar-Kandidaten, über die Zelllinienentwicklung, vergleichende Analytik, Pro- zessentwicklung sowie Präklinik und Klinik bis hin zur Erstellung der Zulassungsunterlagen und Ma- nagement der Zulassungsverfahren abzubilden. Darüber hinaus zählen die Gestaltung und Kontrolle der gesamten Lieferkette sowie der Produktlogistik ebenfalls zu Formycons Kern-Expertise. Für die Kommerzialisierung seiner Biosimilars setzt Formycon auf starke, vertrauenswürdige und lang- fristige Partnerschaften mit etablierten Unterneh- men weltweit. Mit FYB201/Ranibizumab hat Formycon bereits ein Biosimilar in den USA, Europa, Kanada und der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) auf dem Markt. Zwei weitere Biosimilars, FYB202/Uste- kinumab und FYB203/Aflibercept, wurden in den USA, in der Europäischen Union und in Großbritan- nien zugelassen. Vier weitere Biosimilar-Kandida- ten befinden sich derzeit in der Entwicklungspipe- line – eines davon (FYB206/Pembrolizumab) wurde im Jahr 2024 in die klinische Entwicklung überführt – drei weitere, bisher unveröffentlichte Kandidaten, befinden sich in der präklinischen Entwicklungs- phase. Die konsequente Erweiterung des Produkt- portfolios durch die gezielte Auswahl neuer Biosi- milar-Kandidaten, deren Entwicklung und spätere Kommerzialisierung – vollständig oder teilweise in Kommerzialisierungspartnerschaften – ist die Basis Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 68 unserer langfristigen und nachhaltigen Wachs- tumsstrategie. Was sind Biosimilars? Biopharmazeutische Arzneimittel haben seit den 1980er-Jahren die Behandlung schwerwiegender Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Rheuma, Mul- tiple Sklerose und „erworbene“ Blindheit revolutio- niert. Seit Mitte der 2020er-Jahre und speziell in den nächsten neun Jahren werden viele weitere dieser Biotech-Medikamente ihren Patentschutz verlieren - darunter über 40 Blockbuster Arzneimit- tel mit einem geschätzten jährlichen Gesamtumsatz von insgesamt mehr als 200 Mrd. US$ 21 . 21 Blockbuster ist hier definiert als ein Medikament mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Milliarde Dollar im Spitzenjahr, wobei die Analyse auf dem Biosimilars sind Nachfolgeprodukte für biopharma- zeutische Arzneimittel, deren Marktexklusivität ab- gelaufen ist. Sie weisen vergleichbare Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit auf und werden in hoch regulierten Märkten wie der EU, Großbritannien, den USA, Japan, Kanada und Australien über strenge Zulassungsverfahren genehmigt, die auf der nachgewiesenen Ähnlichkeit des Biosimilars mit dem biopharmazeutischen Referenzprodukt ba- sieren. Zeitpunkt des Ablaufs des US-Patents basiert. EvaluatePharma- Datenbank, April 2022; Presseberichte; McKinsey-Analysis Die Biosimilar Wertschöpfungskette Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 69 Produkt-Pipeline Die Entwicklung neuer Biosimilars bildet die Grund- lage für langfristiges und nachhaltiges Wachstum. Derzeit verfügt Formycon über folgende Biosimilar- Projekte, die sich in verschiedenen Entwicklungs- phasen befinden: 22 Abbildung: EvaluatePharma-Datenbank, April 2022; Presseberichte; McKinsey-Analysis Biosimilar -Potenzial – bis 2032 verlieren mehr als 40 Blockbuster ihre Marktexklusivität 22 (in Mrd. US$) Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 70 Formycon Biosimilar -Produkt-Pipeline Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 71 Die Erfolgswahrscheinlichkeit der Zulassung eines Biosimilars liegt schon zu Beginn bei knapp 70% Der Entwicklungsansatz eines Biosimilars unter- scheidet sich hinsichtlich des Risikoprofils grundle- gend von der Entwicklung eines innovativen biolo- gischen Arzneimittels. Während eine Biosimilar-Ent- wicklung über die gesamte Entwicklungsdauer von ca. sieben bis zehn Jahren darauf ausgelegt ist, die Vergleichbarkeit mit dem Referenzarzneimittel zu belegen, und damit einem konfirmatorischen Ent- wicklungsansatz folgt, hat die Erforschung und Ent- wicklung eines biologischen Erstanbieterpräparats (innovatives Produkt) explorativen Charakter und bringt damit ein signifikant höheres Entwicklungsri- siko und noch längere Entwicklungszeiten sowie um ein vielfaches höhere Entwicklungskosten mit sich . Entsprechende Expertise und Erfahrung in der Entwicklung von Biosimilars vorausgesetzt, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit für die Zulassung eines Biosimilars von Beginn an kontinuierlich hoch 23 . Anders bei der Entwicklung innovativer Arzneimit- tel: Hier schafft es im Durchschnitt nur eine von zwanzig Entwicklungen von der Präklinik bis zur Zulassung. 24 23 The path towards a tailored clinical biosimilar development, Schiestl et. al 2020 Ziel und Strategie Formycons langfristiges Ziel ist es, im Wachstums- markt der Biosimilars einer der führenden, unab- hängigen Spezialisten und Partner erster Wahl zu werden. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die treibende Kraft bei der Entwicklung von Biosimilars zu sein, indem es den Zugang für Patienten zu hocheffizienten Medikamenten demo- kratisiert und damit gleichzeitig zur finanziellen Ent- lastung der Gesundheitssysteme weltweit beiträgt. Konzernstruktur Der Formycon-Konzern besteht aus der Mutterge- sellschaft Formycon AG und ihren hundertprozenti- gen Tochtergesellschaften, der Formycon Project 201 GmbH, der FYB202 Project GmbH, der Formycon Project 203 GmbH sowie der Clinical Re- search GmbH (ehemals Bioeq GmbH). Zudem hält Formycon 50 % der Anteile der Bioeq AG, einem Joint Venture zwischen der Formycon AG und der Polpharma Biologics BV (siehe Abbildung). 24 https://klinischeforschung.novartis.de/patienten/allgemeines-zu-klinischen- studien/entwicklung-von-medikamenten/, Entwicklungsphasen im Überblick Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Biosimilar -Entwicklung Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 72 Die Struktur der Formycon-Unternehmensgruppe zeigt, dass bisher insbesondere für die heute spät- phasigen Biosimilar-Projekte separate rechtliche Einheiten etabliert wurden. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten erfolgen in der Formycon AG, die diese Tätigkeit für eigene Projekte, verbun- dene Unternehmen (Tochtergesellschaften) oder Entwicklungspartner erbringt. Die Muttergesellschaft Formycon AG ist eine an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Segment (ISIN DE000A1EWVY8) börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft. Sie fungiert als gesellschafts- rechtliche und operative Holding der Gruppe. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Formycon AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete strategische Steuerung sowie die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Un- ternehmens. In der derzeitigen Unternehmensphase fokussiert sich der Formycon-Konzern auf Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sowohl für eigene als auch auslizenzierte Biosimilar-Projekte. Darüberhinaus- gehende Geschäftsprozesse sind primär auf die Unterstützung dieser Forschungs- und Entwick- lungstätigkeiten, das Management der entspre- chenden Versorgungsketten (Supplychain) für die Marktversorgung ausgewählter Biosimilar-Kandida- ten sowie auf die Koordination bestehender Indust- riepartnerschaften ausgerichtet. Struktur des Formycon -Konzerns Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 73 Vorstand und Ressortverteilung Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 74 Leitung und Kontrolle Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrie- ben, besitzt die Muttergesellschaft Formycon AG ein duales Führungssystem, das sich aus Vorstand und Aufsichtsrat zusammensetzt. Der Vorstand be- steht aus vier Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat be- stellt und überwacht werden. Der Aufsichtsrat der Formycon setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Informationen zu Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Aufgabenverteilung können der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 117 ff. entnommen werden. Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Die Vergütung des Vorstands enthält fixe und vari- able Elemente. Die Grundzüge des Vergütungssys- tems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im geson- derten Vergütungsbericht auf unserer Webseite un- ter https://www.formycon.com/investo- ren/governance/ nachzulesen. 25 Vergütung des erweiterten Führungskreises Ein erweiterter Führungskreis des Konzernmanage- ments der Formycon AG wird an vereinbarten Ziel- vorgaben gemessen. Spezifische Ziele werden auf konzernweiter und operativer Ebene definiert und kontinuierlich überprüft. Erklärung zur Unternehmensführung Die nach §289 HGB und §315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist ab Seite 117 zu finden. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenser- klärung nach §161 AktG, Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken und weitere An- gaben zur Corporate Governance. Die Entsprechenserklärung ist auf unserer Web- seite unter https://www.formycon.com/investo- ren/governance/ dauerhaft zugänglich. 26 25 Nicht geprüfte Information 26 Nicht geprüfte Information Wichtige Prozesse, Partner und Absatzmärkte Die Entwicklung von Biosimilars für hochregulierte Märkte setzt ein hohes Niveau an Sicherheit, Quali- tät und Wirksamkeit der Arzneimittel voraus. Die Anforderungen an die Qualitätssicherung der Pro- duktionsabläufe und -umgebung in der Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen sind von der Eu- ropäischen Kommission in den Grundsätzen und Leitlinien der Guten Herstellungspraxis (Good Ma- nufacturing Praxis – „GMP“) für Humanarzneimittel formuliert. Formycons Laborstätten werden unter entsprechenden Richtlinien geführt und periodisch von Aufsichtsbehörden wie beispielsweise der U.S. Food and Drug Administration (FDA) oder der Re- gierung von Oberbayern geprüft und auditiert. Wichtige Partner entlang der Wertschöpfungskette einer Biosimilar-Entwicklung sind sogenannte Lohn- hersteller (Contract Development and Manufac- turing Organization – „CDMO“), auf deren Produkti- onskapazitäten Formycon unter anderem im Be- reich der Wirkstoffproduktion zurückgreift. Darüber hinaus ist Formycon in der Lage die produktspezifi- sche Lieferkette für die kommerzielle Marktversor- gung eines Produktes zu übernehmen und so dem Kommerzialisierungspartner das fertige Produkt zur Verfügung zu stellen. Mit dem Einstieg des ungarischen Spezialpharma- unternehmens Gedeon Richter Plc. als strategi- scher Investor bei Formycon und dessen Wirkungs- bereich als multinationales Unternehmen mit Kern- kompetenzen in der Produktherstellung eröffnet sich die Möglichkeit, in Zukunft gemeinsam lang- fristige strategische Opportunitäten in den Berei- chen Entwicklung, Fertigung und kommerzielle Wertströme zu nutzen. Zur globalen Vermarktung der Biosimilars koope- riert Formycon mit international renommierten Pharmapartnern wie beispielsweise der Fresenius Kabi AG, Teva Pharmaceutical Industries Ltd., der- Sandoz AG 27 und MS Pharma, die als Kommerziali- sierungspartner fungieren. 27 Zu Beginn des Jahres 2024 wurden die FYB201 Kommerzialisierungsrechte von Coherus BioSciences, Inc. auf auf die Sandoz AG übertragen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 75 Der Zielmarkt für Formycons Biosimilars ist der glo- bale Pharmamarkt, insbesondere die Territorien USA, Europa, UK, Japan, Kanada, Australien, die MENA-Region (Middle East and North Africa) und Lateinamerika. Zwar existieren für eine große Anzahl schwerer Er- krankungen bereits hocheffiziente biologische Arz- neimittel, allerdings sind diese aufgrund ihrer auf- wendigen Entwicklungs- und Herstellungsprozesse besonders teuer, sodass sie selbst in den Industrie- nationen nicht immer und selbstverständlich als Therapie der ersten Wahl für alle Patientinnen und Patienten eingesetzt werden können. Sobald die exklusiven Schutzfristen solcher biologischer Arz- neimittel enden, können Biosimilars für die Patien- tenversorgung bereitgestellt werden. Die durch den Wettbewerb der Biosimilars sinkenden Thera- piekosten entlasten nicht nur die weltweiten Ge- sundheitsbudgets: Sie ermöglichen zusätzlich eine frühere Behandlung in der Therapiekaskade und können darüber hinaus mehr Patientinnen und Pati- enten den Zugang zu hochwirksamen Therapien ermöglichen sowie gleichzeitig neue Märkte er- schließen. Wettbewerbssituation International veröffentlichte Studien sprechen dem Weltmarkt für Biosimilars zwischen 2025 und 2034 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 16,5 % zu. 28 Auch wenn die Marktein- trittsbarrieren aufgrund der Entwicklungskosten (pro Entwicklung ca. 150 bis 300 Mio. US$), der lan- gen Entwicklungszyklen (sieben bis zehn Jahre) und der benötigten Entwicklungsexpertise hoch sind, gibt es in diesem attraktiven Arzneimittelseg- ment einige internationale Wettbewerber. Zu nen- nen sind hier aus dem Big-Pharma-Umfeld in 28 Three imperatives for R&D in biosimilars | McKinsey alphabethischer Reihenfolge beispielsweise Amgen, Biocon, Biogen, Fresenius Kabi, Pfizer, Samsung Bioepis, Sandoz, Teva, etc. aber auch auf Biosimilars spezialisierte Unternehmen wie Alvo- tech, Celltrion, Xbrane, etc. Aufgrund der Positionierung Formycons als unab- hängiger Entwickler kann es zu Situationen kom- men, in denen eines der oben genannten Unter- nehmen bei einem Produkt als Mitbewerber und bei einem anderen Entwicklungskandidaten als Kommerzialisierungspartner fungiert. Formycon versucht stets, den geeignetsten Kommerzialisie- rungspartner pro Biosimilar und Region zu gewin- nen und sich durch innovative Entwicklungskon- zepte, Zuverlässigkeit der angewandten wissen- schaftlichen Verfahren, strenge Auswahl verlässli- cher Partner und den hohen Anspruch an Qualität und wissenschaftlicher Expertise bei der Auswahl seiner Dienstleister und Berater vom Wettbewerb abzuheben. Weitere Wettbewerbsrisiken können dem Risiko- und Chancen-Bericht auf Seite 94 ent- nommen werden. Unternehmensstrategie und Unternehmenssteuerung Formycons strategisches Ziel ist der nachhaltige Ausbau der Geschäftstätigkeit, um die Position als einder der führenden unabhängigen Entwicklungs- spezialisten und Partner erster Wahl im Wachstums- markt Biosimilars einzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird Formycon auch weiterhin stark in die Entwicklung und Erweiterung der eigenen Pipe- line investieren, so dass in regelmäßigen Abstän- den Biosimilars in die Vermarktung gebracht wer- den können. Zudem verfolgt Formycon eine Wachstumsstrategie, die eine Entwicklung hin zu einem nachhaltig wachsenden und profitablen Spe- zialisten für Biosimilars vorsieht. Um dies zu errei- chen, hält der Vorstand mittel- und langfristig bei- spielsweise Kooperationen und Integrationen in ausgewählten Bereichen des Herstellungsprozes- ses aber auch eigene Kommerzialisierungskapazi- täten in ausgewählten Territorien für denkbar. Da- bei stehen eine nachhaltige Profitabilität und stabile Cashflows im Fokus. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 76 Formycon passt die Strategie sowie das operative Handeln bei Bedarf den jeweiligen Marktgegeben- heiten an. Eine wesentliche Änderung der strategi- schen Ausrichtung gegenüber dem Vorjahreszeit- raum war im Jahr 2024 nicht erforderlich. Unsere Erfolgsparameter sind Agilität und Entwicklungsexpertise Formycon differenziert sich gegenüber Mitbewer- bern und großen Pharmaunternehmen vor allem in der hohen Agilität und Flexibilität des operativen Handelns bei gleichzeitig sehr hoher Qualität. Da- bei gilt es, Strukturen, Prozesse und Verhaltenswei- sen entlang der Wertschöpfungskette so auszurich- ten, dass eine lernende und sich kontinuierlich ver- bessernde integrierte Plattform entsteht, deren Fo- kus auf einer hocheffizienten Umsetzung der Ent- wicklungsanforderungen liegt. Die sogenannte operative Exzellenz zielt auf die ganzheitliche Ver- besserung aller direkten wie auch indirekten Funk- tionen im Wertschöpfungsprozess ab, ermöglicht Performancesteigerungen und führt zu einer nach- haltigen Verbesserung der operativen und finanzi- ellen Kennzahlen. Mit hoher Effizienz und schlanken Strukturen – der- zeit sind 250 Mitarbeitende bei Formycon beschäf- tigt – ist Formycon so in der Lage, mehrere bio- pharmazeutische Projekte parallel zu entwickeln. Finanzielle Leistungsindikatoren Der Vorstand des Formycon Konzerns orientiert sich bei der Unternehmensführung im Wesentli- chen an folgenden finanziellen Steuerungsgrößen: Umsatzerlöse, EBITDA, bereinigtes (adjusted) EBITDA und Nettoumlaufvermögen inkl. Zahlungs- mittel (Working Capital). Dabei stellt das bereinigte EBITDA insbesondere darauf ab, die Erträge aus FYB201, die aufgrund der aktuellen vertraglichen Struktur als "At Equity" Performance aus dem Betei- ligungsgeschäft gezeigt werden, regulär über das operative Geschäft transparent zu machen. Dies soll der besseren Transparenz und Nachvollzieh- barkeit der operativen Leistung dienen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 77 Hinsichtlich der vorstehenden Leistungsindikatoren beschränkt sich die Formycon AG derzeit darauf, nur für das laufende Geschäftsjahr eine konkrete Prognose auszugeben. Formycon unterhält ein Portfolio von verpartnerten Biosimilar-Kandidaten, die nach erfolgter Überführung in Lizenz- oder Ko- operationspartnerschaften Umsätze aus erbrachter Entwicklungsleistung, Abschlags- und Meilenstein- sowie Lizenzzahlungen generieren. Mit zunehmen- der Reife der Pipeline wird nach Einschätzung Formycons der prozentuale Anteil der Umsätze aus Meilenstein- und Lizenzzahlungen am Gesamtum- satz weiter steigen. Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, De- preciation and Amortization) ist definiert als das Er- gebnis vor Zinsen und Steuern ohne Berücksichti- gung von Abschreibungen auf Sachanlagen sowie immaterielle Vermögensgegenstände und bezieht sich auf die operative Ertragskraft des Unterneh- mens. Da beim EBITDA keine Kosten berücksichtigt werden, die nicht unmittelbar mit dem zugrunde lie- genden operativen Geschäft verbunden sind, eig- net sich die Kennzahl nach Meinung des Vorstands besonders für die Bewertung der operativen Leis- tung des Unternehmens. Dem bereinigten (adjusted) EBITDA wird zudem das At Equity-Ergebnis aus der unter gemeinschaft- licher Führung stehenden Bioeq AG hinzugerech- net. Das Ergebnis der Bioeq AG resultiert einzig aus dem operativen Ergebnis unseres Produkts FYB201. Aufgrund der Klassifizierung als Unterneh- men unter gemeinschaftlicher Führung wird dieses aus dem Produkt der Gesellschaft resultierende Er- gebnis nicht im operativen Bereich gezeigt. Um dies dort rechnerisch zuzuordnen, wird die entspre- chende Anpassung am EBITDA vorgenommen. Mit der Fokussierung auf das Nettoumlaufvermö- gen (Working Capital) beobachtet das Management die Veränderung der Liquidität und stellt sicher, dass auch in Zukunft die finanzielle Solidität der Formycon erhalten bleibt. Das Nettoumlaufvermö- gen stellt das kurzfristige Vermögen (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige For- derungen, Forderungen aus Kundenverträgen so- wie liquide Mittel) des Unternehmens dar, das um die kurzfristigen Verbindlichkeiten, die Gesellschaf- terdarlehen und den kurzfristigen Anteil des be- dingten Kaufpreises, reduziert wurde. Die Gefahr von Liquiditätsschwierigkeiten ist umso geringer, je höher das Nettoumlaufvermögen ist. Formycons Ziel ist es, dauerhaft einen positiven Wert zu errei- chen. Alle finanziellen Steuerungsgrößen werden kon- zernweit geplant sowie fortlaufend überwacht. Formycon misst Abweichungen zwischen geplan- ten und tatsächlich erreichten Zielen monatlich auf Konzernebene und in der Muttergesellschaft. Schlüsselgrößen werden monatlich und quartals- weise analysiert. Ebenso überprüft Formycon regel- mäßig auf Basis der vorliegenden Monats- und Quartalsergebnisse die detaillierte Geschäftspla- nung. Weiter wird drei Mal im Jahr eine ausführli- che und detaillierte Überarbeitung der Entwick- lungsplanung der einzelnen Produktkandidaten vorgenommen, einschließlich finanzieller Überpla- nung. Die vorgenannten wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen werden durch weitere nichtfi- nanzielle Aspekte ergänzt und können dem Ab- schnitt „Sonstige nichtfinanzielle Aspekte“ entnom- men werden. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 78 Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2024 als bemer- kenswert stabil und widerstandsfähig erwiesen, trotz bewaffneter Konflikte in der Ukraine und im Mittleren Osten, flächendeckender Inflation und ho- her Zinsen. Die wirtschaftspolitische Unsicherheit hat jedoch stark zugenommen, insbesondere in den Bereichen Handel und Steuern, wozu auch die erwarteten Politikwechsel unter den 2024 neu ge- wählten Regierungen beigetragen haben. 29 Das globale Wirtschaftswachstum bleibt dennoch stabil, die Inflation normalisiert sich langsam wieder und soll 2025 auf 4,2 % sinken. 30 Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für das Jahr 2024 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,2 % und für das Jahr 2025 von 3,3 %. 31 Deutsch- land bleibt mit einem erwarteten Negativwachstum von -0,2 % im Jahr 2024 und einem schwachen Wachstum von 0,3 % im Jahr 2025 voraussichtlich deutlich hinter dem globalen Wachstum zurück. 32 Die deutsche Wirtschaft befand sich zum Jahres- ende unverändert in einer Schwächephase. 33 Laut ersten, vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes ist das preisbereinigte Bruttoinlands- produkt (BIP) im Gesamtjahr 2024 um 0,2 % im Ver- gleich zum Vorjahr gesunken. Zur Lage positiv tru- gen vor allem die öffentlichen und – in geringerem Ausmaß – die privaten Konsumausgaben bei. Dies wurde jedoch überlagert von deutlich rückläufigen Anlageinvestitionen sowie weitgehend 29 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2025/01/17/world-eco- nomic-outlook-update-january-2025 30 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2025/01/17/world-eco- nomic-outlook-update-january-2025 31 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2025/01/17/world-eco- nomic-outlook-update-january-2025 32 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2025/01/17/world-eco- nomic-outlook-update-january-2025 33 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche- Lage/2025/20250115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar- 2025.html stagnierenden Importen, denen sinkende Exporte gegenüberstanden. 34 Nach einer vorübergehenden Aufhellung hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft sowie bei den Verbrauchern zum Jahresende aufgrund gestiegener geopolitischer und innenpolitischer Unsicherheiten wieder etwas verschlechtert. 35 Ak- tuelle Stimmungsindikatoren wie der ifo-Geschäfts- klimaindex zeigen vor dem Hintergrund der anhal- tenden Auftragsschwäche und des drohenden US- Protektionismus noch keine Belebung an. Zuletzt hat sich auch das HDE-Konsumbarometer wieder deutlich eingetrübt; das GfK-Konsumklima zeigt da- gegen eine leichte Erholung bei der Verbraucher- stimmung angesichts der fortgesetzten realen Kauf- kraftgewinne. Die Inflationsrate nahm zum Jahres- ende deutlich zu und lag im Dezember bei ca. +2,6 %. 36 Trotz anhaltender wirtschaftlicher Stagnation entwi- ckelte sich der Arbeitsmarkt zum Jahresende stabil, doch die weiteren Aussichten bleiben eingetrübt. Zwar stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Novem- ber, doch gleichzeitig nahmen die registrierte Ar- beitslosigkeit sowie die Zahl der Kurzarbeitenden im Dezember weiter zu. Die Frühindikatoren deu- ten auf eine weiter rückläufige Nachfrage nach Ar- beitskräften hin, so dass auch zu Jahresbeginn 2025 nicht mit einer Umkehr der schwachen Ent- wicklung am Arbeitsmarkt zu rechnen ist. 37 Hohe Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftlichen Perspektiven im Inland wie auch im Ausland 34 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche- Lage/2025/20250115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar- 2025.html 35 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/konjunktur-und- wachstum.html 36 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche- Lage/2025/20250115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar- 2025.html 37 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche- Lage/2025/20250115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar- 2025.html Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 79 dämpfen derzeit Nachfrage, Produktion, Investitio- nen und privaten Konsum. Eine spürbare konjunk- turelle Erholung in Deutschland dürfte erst mit kla- ren Aussichten für die weiteren wirtschafts-, finanz- und geopolitischen Rahmenbedingungen einset- zen. 38 Krisen und kriegsbedingte Sondereffekte führten in der Vergangenheit zu Lieferengpässen und deutli- chen Preisanstiegen bei Energie und in vorgelager- ten Produktionsstufen. Der Geschäftsbetrieb der Formycon AG wird nicht unmittelbar von der schwa- chen Wirtschaftslage beeinflusst, gleichwohl betrifft sie auch die schlechtere Verfügbarkeit von Materia- lien sowie Zins- und Preissteigerungen bei Produk- ten und Dienstleistungen. Entwicklungen im globalen Biosimilar-Markt Der globale Markt für Biosimilars ist seit Jahren auf Wachstumskurs und wird laut zahlreicher Progno- sen sein dynamisches Wachstum weiter fortsetzen. Experten zufolge soll der globale Biosimilar-Markt von 19 Mrd. US$ in 2021 bis 2030 auf 74 Mrd. US$ anwachsen. 39 Biosimilars sind das am schnellsten wachsende Teilsegment im Pharmasektor. Bis zum Jahr 2032 werden weit über 100 Biologika und da- von mehr als 40 biologische Blockbuster mit einem Umsatz von über 200 Mrd. US$ ihre Exklusivität verlieren (sog. Loss of Exclusivity, LoE). 40 Biosimilars sind weltweit auf dem Vormarsch, aller- dings gibt es regionale Unterschiede in der Markt- durchdringung. Von 2015 bis 2021 verzeichnete der US-Markt mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 97 Prozent das schnellste Wachstum bei Biosimilars – verglichen mit 48 % in Europa und 39 % im Rest der Welt. Das vergleichsweise gerin- gere Wachstum in Europa lässt sich unter anderem damit erklären, dass Biosimiliars bereist deutlich länger in Europa auf dem Markt sind als in den USA. Obwohl die Prognosen bis 2025 eine 38 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche- Lage/2025/20250115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar- 2025.html 39 Three imperatives for R&D in biosimilars | McKinsey 40 EvaluatePharma- Datenbank, April 2022; Presseberichte; McKinsey-Analyse 41 Three imperatives for R&D in biosimilars | McKinsey 42 iqvia-institute-biosimilars-in-the-united-states-2023-usl-orb3393.pdf geringere Wachstumsrate zeigen, werden die Ver- einigten Staaten mit einer CAGR von 26 % voraus- sichtlich weiterhin die Spitzenposition einnehmen. 41 IQVIA erwartet für den gesamten US-Markt, der für Formycon von großer Bedeutung ist und den das Unternehmen seit 2022 bereits mit seinem Lucen- tis®-Biosimilar adressiert, bis 2027 Jahresumsätze in Höhe von bis zu 49 Mrd. US$, gegenüber 10 Mrd. US$ in 2022. 42 Der europäische Markt für Biosimilars hat sich seit 2008 deutlich verändert. Der Umsatz mit Biosimi- lars in Europa lag 2024 bei ca. 13 Mrd. €. 43 Das Wachstum des Biosimilar-Marktes hat sich verlang- samt und entspricht mittlerweile dem gesamten Pharmamarkt mit einer durchschnittlichen jährli- chen Wachstumsrate (CAGR) von 8,7 %. 44 Seit der ersten Zulassung eines Biosimilars im Jahr 2006 wurden in der Europäischen Union insgesamt 98 Biosimilars zugelassen. 45 Der globale Wettbewerb im Biosimilar-Markt inten- siviert sich weiter. Asiatische Hersteller, insbeson- dere aus China und Indien, bauen ihr Know-how in der biotechnologischen Produktion und Entwick- lung kontinuierlich aus. Dennoch behält Europa als Produktionsstandort aufgrund seiner hohen Exper- tise in der Herstellung innovativer und technisch komplexer Arzneimittel eine dominante Rolle. Ne- ben Deutschland zählen insbesondere Großbritan- nien und Frankreich zu den stark expandierenden Märkten. Für 2021 bis 2031 rechnet IQVIA mit ei- nem Wachstum allein des britischen Markts um 213 % und des französischen Markts um 260 %. 46 In Europa wird zudem erwartet, dass bis Ende 2030 insgesamt weitere 69 biologische Arzneimit- tel ihre Marktexklusivität verlieren werden. Dies stellt eine Verdoppelung im Vergleich zu den vor- herigen sieben Jahren dar. Der kumulierte Wert dieser Produkte – basierend auf dem Jahresumsatz 43 https://www.giiresearch.com/report/imarc1642527-europe-biosimilar-market- report-by-molecule.html 44 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/library/white-papers/the-impact- of-biosimilar-competition-in-europe-2024.pdf 45 https://media.gelbe-liste.de/documents/biosimilars-%C3%BCbersicht-dezem- ber-2024.pdf 46 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/publications/artikel-in- der-fachpresse/2023/know-how_iqvia_mahp_01-2023.pdf Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 80 vor LoE – wird auf etwa 28 Mrd. € zwischen 2024 und 2030 geschätzt. Dies entspricht einer Verdrei- fachung im Vergleich zum kumulierten historischen Wert der Biologika, die in den vorherigen sieben Jahren ihre Exklusivität verloren haben. In den nächsten 10 Jahren werden die meisten LoEs für bi- ologische Arzneimittel in der Onkologie (24 %), ge- folgt von Arzneimitteln zur Behandlung des Immun- systems (11 %) und Bluterkrankungen (10 %) 47 , er- wartet. Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäfts- verlauf und zur wirtschaftlichen Lage Wir blicken zurück auf ein Geschäftsjahr 2024, in dem Formycon eine starke Leistung erbracht hat und die wichtigsten strategischen und operativen Ziele erreicht bzw. sogar übertroffen hat. Mit der Perfomance unseres ersten kommerziellen Biosimi- lars FYB201 konnten wir bisher sehr zufrieden sein. Es nahm 2024 eine führende Position auf dem US- amerikanischen Markt für Ranibizumab-Biosimilars ein und erzielte gleichzeitig gute Fortschritte in wichtigen europäischen Märkten wie beispiels- weise in Großbritannien. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2024 die Expansion in neue Märkte wie Kanada und die MENA-Region eingeleitet. FYB201 ist zum Ende des Jahres 2024 in insgesamt 20 Ländern verfügbar und wird in den nächsten Jahren in weiteren Territorien eingeführt werden. Mit der im Jahr 2025 beabsichtigten Einführung der Fertigspritze erwarten wir in verschiedenen Regio- nen eine weiter steigende Marktdurchdringung - speziell in Europa. Nach der strategischen Neuausrichtung des Ver- triebspartners Coherus BioSciences, Inc. wurden die US-Vermarktungsrechte für FYB201/Cimerli®, einschliesslich des ophthalmologischen Vertriebs- teams, am 1. März 2024 an die Sandoz AG übertra- gen. Im Februar 2025 hat uns die Sandoz AG mit- geteilt, dass FYB201/Cimerli® im laufenden Jahr durch eine zeitlich begrenzte Pausierung der US- Vermarktung kommerziell neu positioniert werden soll. Diesbezüglich erwarten wir für das Geschäfts- jahr 2025 in den USA eine signifikant rückläufige Performance weshalb das Bewertungsmodell und 47 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/library/white-papers/the-impact- of-biosimilar-competition-in-europe-2024.pdf der Bilanzansatz für FYB201 überprüft und entspre- chend angepasst werden mussten. Im Jahr 2024 konnten wir einen Umsatz von 69.674 T€ erzielen, was einem erwarteten Rück- gang von -10,32 % im Vergleich zum Vorjahr (2023: 77.696 T€) entsprach. Dies liegt hauptsächlich da- rin begründet, dass insbesondere abgegrenzte Umsätze aus den inzwischen erhaltenen Erfolgs- zahlungen für FYB202 im Vergleich zu 2023 zu- rückgegangen sind. Aber auch Erstattungen aus verrechenbaren Entwicklungsleistungen für FYB201 sowie FYB203 waren ob des erfolgreich fortge- schrittenen Entwicklungsstadiums rückläufig. Besonderes Augenmerk war auf die bevorste- hende Markteinführung des FYB202/Ustekinumab- Biosimilars durch unseren Partner Fresenius Kabi gerichtet, die anstatt wie ursprünglich für Mitte April 2025 antizipiert, bereits Ende Februar 2025 erfol- gen konnte. Die logistische Vorbereitung des vor- gezogenen Einführungsdatums konnte erfolgreich bewerkstelligt werden. Im Vorfeld der Markteinfüh- rung zeichnete sich im Rahmen der kommerziellen Verhandlungen des Fresenius Kabi US-Teams mit den relevanten US-Vertragspartnern ein deutlich höher als erwarteter Preisnachlass für Biosimilars sowie eine langsamere Marktdurchdringung in den USA ab. Auf Basis der Abstimmungen mit Fresenius Kabi wurden daher das Bewertungsmodell und der Bilanzansatz für FYB202 überprüft und entspre- chend angepasst. Das Konzern-Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Ab- schreibungen (EBITDA) in Höhe von -13.736 T€ ba- siert neben den Umsätzen und den damit in Verbin- dung stehenden Umsatzkosten im Wesentlichen auf den Forschungs- und Entwicklungskosten auf- grund des konsequenten Voranschreitens der früh- phasigen Pipeline-Projekte sowie gestiegene Ver- waltungskosten u.a. aufgrund des allgemeinen Un- ternehmenswachstums sowie der Vorbereitung und Durchführung des Uplistings am Kapitalmarkt. Erfreulich zeigte sich die Entwicklung des Bereinig- ten EBITDA, welches den Gesamtertrag unseres Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 81 FYB201 Ranibizumab-Biosimilars widerspiegelt und der größtenteils aufgrund der bestehenden 50%- Beteiligung an der Bioeq AG als At Equity-Ergebnis unterhalb des EBITDA ausgewiesen wird. Erste Auswirkungen der Entwicklungen in den USA wa- ren jedoch bereits im letzten Quartal zu spüren, was im vierten Quartal zu einem At Equity-Ergebnis unterhalb der Erwartungen führte. Das Bereinigte EBITDA in Höhe von -1.649 T€ zeigt den direkten finanziellen Beitrag von FYB201 zum Geschäftser- folg des Formycon-Konzerns auf. Eine ausführli- chere Darstellung kann der Segmentberichtserstat- tung im Konzernanhang (Seite 164) entnommen werden. Der Liquiditätsbestand des Formycon-Konzerns zeigte sich zum 31. Dezember 2024 mit 41.834 T€ stabil. Dies war nicht zuletzt auf die im Februar durchgeführte Kapitalerhöhung mit einem Brutto- emissionserlös von rund 82,8 Mio. € zurückzufüh- ren. Die umsatzseitig bereits abgegrenzte, aber li- quiditätswirksame Meilensteinzahlung für die frühere Zulassung des FYB202/Ustekinumab-Biosi- milars in Europa trug ebenfalls zum stabilen Liquidi- tätsbestand bei. Weiterere zentrale Meilensteine konnten mit der Zulassung unseres FYB203 Aflibercept-Biosimilars durch die FDA sowie der positiven Empfehlung durch das CHMP der EMA erzielt werden. Mit dem Hersteller des Referenzarzneimittels Regeneron Pharmaceuticals Inc. konnte noch keine Einigung bezüglich eines potenziellen Markteinführungsda- tums herbeigeführt werden. Eine entsprechende Übereinkunft wird angestrebt. Im Jahr 2024 konnte bereits eine Kommerzialisierungspartnerschaft mit MS Pharma für die MENA-Region geschlossen wer- den. Nach dem Stichtag wurden weitere Partner- schaften mit Teva Pharmaceuticals International GmbH für die Vermarktung in weiten Teilen Euro- pas sowie mit der Firma Lotus Pharmaceutical für die Region Asien-Pazifik vereinbart. Im Projekt FYB206 konnte im Juni 2024 mit dem Einschluss des ersten Patienten das klinische Pro- gramm mit einer Phase-I-Studie zum Vergleich der 48 www.mckinsey.com/industries/life-sciences/our-insights/three-imperatives- for-r-and-d-in-biosimilars Pharmakokinetik (PK), Sicherheit und Verträglich- keit von FYB206 mit dem Referenzarzneimittel Key- truda® /Pembrolizumab bei Patienten mit malignem Melanom (schwarzem Hauptkrebs) gestartet wer- den. Damit ist Formycon unter den führenden Ent- wicklern von Keytruda® Biosimilars für westliche Märkte. Auch eine parallellaufende Phase-III-Studie zum Vergleich der Sicherheit und Wirksamkeit von FYB206 mit dem Referenzarzneimittel Keytruda® bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzi- nom wurde entsprechend gestartet. Im Rahmen ei- nes FDA Scientific Advice-Meetings wurde eine von Formycon neu ausgearbeitete klinische Strategie diskutiert. Auf Basis der wissenschaftlichen Argu- mente von Formycon und der darauf aufbauenden Behördenrückmeldung kann die Entwicklung von FYB206 nun ohne eine klinische Phase-III-Studie fortgesetzt werden. Formycon konnte damit eine Vorreiterrolle unter den Pembrolizumab-Biosimilar- Entwicklern einnehmen und kann gleichzeitig hohe Investitionsersparnisse über die kommenden Jahre verzeichnen. Der globale Markt für Biosimilars entwickelte sich weiterhin dynamisch. Auch für die Zukunft stehen die Zeichen auf Expansion. So soll der globale Bio- similar-Markt bis 2030 auf über 70 Mrd. US$ an- wachsen 48 , was uns zuversichtlich in die kommen- den Jahre blicken lässt. Mit dem Einstieg des ungarischen Spezialpharma- unternehmens Gedeon Richter als strategischer In- vestor konnte in Verbindung mit einer Kapitalerhö- hung zu Beginn des Jahres, Formycon liquide Mit- tel in Höhe von 82,8 Mio. € vereinnahmen. Im Ge- genzug wurden neue Unternehmensanteile in Höhe von 9,08 % ausgegeben. Beide Unternehmen vereint die Überzeugung vom großen Potenzial der Biosimilars und die strategische Nähe. Diese Trans- aktion eröffnet die Möglichkeit, in Zukunft gemein- sam langfristige strategische Chancen in den Berei- chen Entwicklung, Fertigung und kommerzielle Wertschöpfung zu nutzen. Der Mittelzufluss wird vor allem für die Weiterent- wicklung der bestehenden Biosimilar-Pipeline, Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 82 insbesondere für die Projekte FYB206, FYB208 und FYB209, verwendet. Darüber wurde mit FYB210 ein neuer Biosimilar-Kandidat aus dem Be- reich der Immunologie der Pipeline hinzugefügt. Positiv wirkte sich auch das Ende des Jahres 2024 vollzogene Uplisting in den Prime Standard der Deutsche Börse aus. Damit einhergehend streben wir für die Formycon-Aktien eine zunehmende Visi- bilität und Attraktivität am Kapitalmarkt an. Unmittel- bar nach dem Uplisting wurde die Formycon Aktie bereits in den SDAX der Deutschen Börse aufge- nommen und zählt damit zu den 70 größten deut- schen börsennotierten Unternehmen unterhalb des MDAX. Nach dem Stichtag wurde das Formycon- Papier zusätzlich in den TecDAX aufgenommen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 83 Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 84 Vermögens-, Umsatz- und Ertragsentwicklung Der Formycon-Konzern erwirtschaftete in der Be- richtszeit einen Umsatz von 69.674 T€ gegenüber 77.696 T€ im Vorjahreszeitraum. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Abgrenzung der erhaltenen Erfolgszahlungen in Höhe von 23.128 T€ gegenüber 37.672 T€ im Vor- jahr, die für das Projekt FYB202 aus der Partner- schaft mit Fresenius Kabi realisiert wurden. Gleich- zeitig wurden im Geschäftsjahr einmalig Erlöse aus Verkäufen von Überbeständen aus der Entwicklung in Höhe von 9.479 T€ realisiert. Zudem gingen die Umsätze aus den Entwicklungspartnerschaften für FYB201 und FYB203 aufgrund der rückläufigen Tä- tigkeiten in diesen Projekten zurück. Das EBITDA belief sich auf -13.736 T€ (Vorjahres- zeitraum: 1.517 T€), was im Wesentlichen auf den Rückgang der Umsätze bei annähernd stabilen Um- satzkosten sowie gestiegenen Kosten Forschung und Entwicklung zurückzuführen ist. Gleichzeitig war ein Anstieg im Bereich der allgemeinen Verwal- tung zu verzeichnen, der im Wesentlichen aus dem Personalaufbau im Vorjahr und im laufenden Ge- schäftsjahr sowie gestiegene Beratungskosten in Zusammenhang mit strategischen Projekten und Projekten im Bereich der Finanzierung zurückzu- führen ist. Im bereinigten (adjusted) EBITDA sind daneben die Ergebnisbeiträge der Bioeq AG in Höhe von 12.087 T€ (Vorjahreszeitraum: 11.811 T€) berücksichtigt, so dass sich ein bereinigtes (ad- justed) EBITDA von -1.649 T€ nach 13.329 T€ im Vorjahreszeitraum ergibt. Das Nettoergebnis be- läuft sich auf -125.672 T€ (Vorjahreszeitraum: 75.796 T€). Das Nettoergebnis ist geprägt von au- ßerplanmäßigen Abschreibungen auf die Beteili- gung an der Bioeq AG sowie den bilanzierten im- materiellen Vermögenswerten für FYB202. Dem gegenüber steht einem Rückgang des beizulegen- den Zeitwerts der bedingten Kaufpreiszahlungen. Aufgrund der Markt- und Preisentwicklung speziell in den USA wurde die Planung für beide Projekte im Geschäftsjahr entsprechend angepasst. Als Folge dieser Anpassung wurde zum einen die Be- wertung der Anteile an der Bioeq AG um 27.261 T€ ergebniswirksam reduziert, gleichzeitig ergab sich dadurch aber auch ein Rückgang des bedingten Kaufpreises an die ATHOS in Höhe von 5.062 T€. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Neubewertung von FYB202 der aus der Akquisition hervorgegan- gene Goodwill in Höhe von 44.534 T€ vollständig und der angesetzte Immaterielle Vermögenswert um 84.719 T€ außerplanmäßig abgeschrieben, was einen Rückgang der enstprechenden latenten Steuerverpflichtung um 22.603 T€ sowie einen Rückgang des bedingten Kaufpreises um 16.026 T€ nach sich zieht. Dem Geschäftsmodell entsprechend, hat Formycon die Entwicklung der Biosimilar-Projekte im Jahr 2024 weiter mit Nachdruck vorangetrieben. Infolge der Auslizenzierungen von FYB201 Ende 2013 und FYB203 im Jahr 2015 hat das Unternehmen wie schon in den Vorjahren nennenswerte Umsatzer- löse erwirtschaftet. Dabei erhielt Formycon eine laufende Vergütung für Leistungen in der Produkt- entwicklung, die das Unternehmen im Auftrag der Lizenznehmer erbracht hat. Formycon belastet die entstandenen Kosten der Entwicklungsleistungen und klinischen Studien für die beiden Projekte an den jeweiligen Lizenznehmer weiter. Daneben wurde am 01. Februar 2023 eine Kommerzialisie- rungsvereinbarung mit Fresenius Kabi für das Pro- dukt FYB202 abgeschlossen. Bestandteil der Ver- einbarung sind die Übertragung der zum Zeitpunkt des Abschlusses unfertigen Lizenz, erfolgsabhän- gige Zahlungen bis zur Zulassung des Produkts durch die FDA und EMA sowie Lizenzzahlungen aus dem späteren Verkauf der Produkte. Im Rah- men dieser Vereinbarung wurden im Geschäftsjahr 23.128 T€ Umsatzerlöse erfasst und 35.000 T€ zahlungswirksam vereinnahmt. Mit dem Abschluss der Vereinbarung wurden zudem die ab dem Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 85 Zeitpunkt der Vereinbarung anfallenden Investitio- nen als Umsatzkosten erfasst und nicht mehr als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, was zu ei- ner deutlichen Steigerung der Umsatzkosten ge- führt hat. Der Start der Entwicklung der beiden neuen Biosi- milar-Kandidaten FYB208 und FYB209 im Vorjahr führte zu einem Anstieg der Forschungs- und Ent- wicklungskosten. Gleichzeitig wurden die Ausga- ben für das Entwicklungsprojekt FYB206 aktiviert, da der “TPoS” (technical proof of similarity) erreicht wurde. Diese sind somit nicht mehr in den For- schungs- und Entwicklungskosten erfasst. Zudem sind die Kosten für das Projekt FYB207 im Ge- schäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu- rückgegangen, was in Summe zu einem signifikan- ten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr führte. Die Eigenkapitalquote des Konzerns betrug 59,9 % zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: 56,5 %). Das langfristige Vermögen ist größtenteils durch das Eigenkapital und die langfristigen Schulden aus der bedingten Kaufpreiszahlung gedeckt, was ge- sunde Bilanzstrukturdaten impliziert. Das Umlauf- vermögen besteht zu mehr als einem Drittel aus Li- quidität und liquiditätsnahen Werten. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten den kurzfristigen Anteil der bedingten Kaufpreiszahlun- gen aus dem Anteilserwerb 2022 in Höhe von 8.680 T€. Die wesentlichen Liquiditätsindikatoren Zahlungsmittelbestand und Working Capital sind wie in der Vergangenheit zufriedenstellend. Dem kurzfristig gebundenen Vermögen in Höhe von 95.024 T€ stehen kurzfristige Verbindlichkeiten, ohne Berücksichtigung des bedingten Kaufpreises, in Höhe von 25.213 T€ gegenüber. Kreditfinanzie- rungen über Kreditinstitute erfolgten in der Be- richtszeit nicht. Im Berichtszeitraum wurden 20.000 T€ der Gesellschafterdarlehen zuzüglich abge- grenzter Zinsen zurückgeführt, so dass zum Stich- tag 0 T€ aus dem Verfügungsrahmen von 48.000 T€ abgerufen wurden. Zur weiteren Stärkung der Finanzstruktur wurden 1.603.877 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung an einen privaten Investor zu einem Kurs von 51,65 € platziert. Die liquiden Mittel der Gesellschaft betrugen zum Stichtag 41.834 T€ (31. Dezember 2023: 27.035 T€) und das Working Capital inkl. liquider Mittel 55.106 T€ (31. Dezember 2023: 38.695 T€). Die Zu- nahme im Vergleich zum Vorjahr spiegelt den Ge- schäftsverlauf des Jahres unter Berücksichtigung der durchgeführten Kapitalerhöhung wider. Im ope- rativen Bereich war ein Rückgang von -9.848 T€ auf -23.221 T€ zu verzeichnen was im Wesentli- chen der Veränderung des EBITDA entspricht. Im Investitionsbereich konnten Rückführungen des Darlehens an die Bioeq AG in Höhe von 27.300 T€ verzeichnet werden was zu einem Anstieg des Cashflows von -17.380 T€ auf -1.459 T€ führte. Ne- ben der durchgeführten Kapitalerhöhung in Höhe von 83.086 T€ wurden im Geschäftsjahr 41.292 T€ Schulden in Form der Gesellschafterdarlehen und Verpflichtungen aus bedingten Kaufpreisen getilgt so dass sich ein Cashflow aus Finanzierung in Hö- hen von 39.478 T€ (Vorjahr: 44.443 T€) ergab. Auf die Kapitalflussrechnung wird verwiesen. Die Entwicklung des Segments FYB201 entsprach im Geschäftsjahr im Wesentlichen den Erwartungen der Gesellschaft. Hier werden Umsätze in Form von Lizenzerlösen basierend auf den weltweiten Pro- duktverkäufen erzielt. Es konnten 7.104 T€ nach 4.159 T€ im Vorjahr erzielt werden was zu einem Gesamtumsatz des Segment von 17.293 T€ nach 14.885 T€ im Vorjahr führte. Daneben werden im Segment weiterhin, wenn auch planmäßig rückläu- fig, Umsatzerlöse aus der Weiterbelastung von Ent- wicklungskosten erzielt. Das Beteiligunsergenis der Bioeq AG wird ebenfalls dem Segment zugeordnet. Hier wurde speziell im vierten Quartal ein signifi- kanter nicht erwarteter Rückgang verzeichnet der u.a. die strategische Neuausrichtung des Vermark- tungspartners in den USA ab Q2 2025 mit ausge- löst hat. Nichtsdestotrotz befinden sich das Beteili- gungsergebnis mit 12.087 T€ nach 11.811 T€ im Vor- jahr innerhalb der Erwartungen. Im Rahmen des durchgeführten Wertminderungstests wurde jedoch insbesondere aufgrund des reduzierten Ausblicks ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 27.261 T€ identifiziert und entsprechend als außerplanmäßige Abschreibung erfasst. Das Segment FYB202 entwickelte sich im Ger- schäftsjahr wie erwartet. Neben der Erfassung der Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 86 Umsatzerlöse aus Meilensteinzahlungen des Ver- marktungspartners Fresenius Kabi konnten im Ge- schäftsjahr weitere Erfolgszahlungen vom Vermark- tungspartner für Deutschland sowie die MENA Re- gion realisiert werden. Darüber hinaus konnten Er- löse, die aus Produktverkäufen die aus Restbestän- den der Entwicklungstätigkeiten hervorgingen, rea- lisiert werden, so dass sich Gesamtumsätze von 34.683 T€ nach 37.356 T€ im Vorjahr ergaben. Nach erfolgreicher Zulassung Ende September wurde mit der planmäßigen Abschreibung des bi- lanzierten immateriellen Vermögenswerts begon- nen, die in den Umsatzkosten erfasst sind. Bedingt durch die korrigierten Aussichten für zukünftige Produktverkäufe war zum 31.12.2024 ein Wertmin- derungstest für die Zahlungsmittel Generierende Einheit (ZGE) FYB202 durchzuführen der in einem Wertminderungsbedarf von 106.650 T€ nach Steu- ern resultierte. Die ZGE weist zum Stichtag damit einen verbleibenden Buchwert von 300.415 T€ aus. Im Segment FYB203 wurden im Geschäftsjahr 17.676 T€ (Vorjahr: 25.456 T€) Umsätze realisiert die im Wesentlichen aus Weiterbelastung der ange- fallenen Entwicklungskosten resultieren. Daneben konnten aber auch erst Umsätze aus der neu mit Klinge Pharma abgeschlossenen Vereinabrung zur Organisation der Lieferkette inkl. Produktion der Produkte realisiert werden. Die verbleibenden Segmente FYB206, FYB208, und FYB 209 entwickelten sich im Geschäftsjahr den Erwartungen entsprechend. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 87 Finanzmanagement Grundsätze und Ziele Zentrales Kriterium des Finanzmanagements des Formycon-Konzerns ist es, ausreichend Liquidität zur zeitgerechten Umsetzung der Entwicklungs- schritte in den Projekten zur Verfügung stellen zu können. Liquiditätsmanagement Hierzu werden regelmäßig die erwarteten Zah- lungsströme aus den einzelnen Projekten analysiert und aktualisiert, um jederzeit einen Überblick über die kommenden Ausgaben und Einnahmen zu ha- ben. Durch den dabei angewandten Planungshori- zont von fünf Jahren ist es der Gesellschaft jeder- zeit möglich, proaktiv auf Änderungen zu reagieren und so die Liquidität zu steuern. Die Überwachung der Liquidität findet zentralisiert am Hauptstandort der Gruppe in Martinsried statt. Übersicht zur Finanzlage Die liquiden und liquiditätsnahen Mittel (Working Capital wie oben beschrieben) des Konzerns zu- sammen mit den zum Stichtag nicht gezogenen Mitteln aus den Gesellschafterdarlehen gewährleis- ten die Finanzierung der Entwicklungsprojekte bis mindestens Q2 2026. Begrenzung finanzieller Risiken Wesentliche finanzielle Risiken bestehen für den Konzern nicht. Zahlungen, die in Fremdwährung geleistet werden, (USD, GBP, CHF und JPY) sind für den Konzern von nicht wesentlicher Bedeutung. Die erwarteten Umsätze basieren teilweise auf Pro- duktverkäufen in USD und somit bestehen be- grenzte Risiken hinsichltich der Wechselkursent- wicklung EUR zu USD. Wesentliche Zinsrisiken be- stehen nicht. Investitionsanalyse Wesentliche Investitionen in das Anlagevermögen erfolgen derzeit lediglich im Rahmen des aktivier- ten Entwicklungsprojekts FYB206, die auch dem Segment FYB206 zugeordnet werden. Hier werden auch in den Folgejahren signifikante Investitionen in die Fertigstellung der Entwicklung erwartet. We- sentliche notwendige Investitionen in das Sachan- lagevermögen, vor allem im Bereich der Laboraus- stattung, werden in der Regel über Leasingverein- barungen finanziert. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 88 Einzelabschluss der Formycon AG Ergänzend zur Berichterstattung über den Formycon-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Formycon AG. Der Jahresabschluss der Formycon AG ist nach den Vorschriften des deut- schen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt wor- den. Der vollständige Abschluss einschließlich zu- gehöriger Unterlagen wird separat veröffentlicht. Als Muttergesellschaft des Formycon-Konzerns be- stimmt die Formycon AG die übergeordnete strate- gische Steuerung, die Finanzierung und die Kom- munikation mit dem Kapitalmarkt und den Aktionä- ren. Die Formycon AG ist operativ tätig. Am einzi- gen deutschen Standort in Martinsried werden Bio- similars entwickelt. Ihren Umsatz erzielt die Gesell- schaft zum einen aus der Erbringung FTE-basier- ter 49 Entwicklungsleistungen für die auslizenzierten oder in Partnerschaften entwickelten Biosimilar- Kandidaten sowie aus Abschlags- und Meilenstein- zahlungen- und Lizenzzahlungen aus Produktum- sätzen der jeweiligen Partner. Der Vertrieb der Bio- similars erfolgt in der derzeitigen Unternehmens- phase über Kommerzialisierungspartner. Ertragslage der Formycon AG nach HGB Die Formycon AG erwirtschaftete in der Berichts- zeit einen Umsatz von 33.906 T€ gegenüber 37.917 T€ im Vorjahreszeitraum, was im Wesentli- chen aus gesunkenen internen Weiterberechnun- gen für die Projekte für FYB202 und FYB203 resul- tiert. Das EBITDA der Formycon AG belief sich auf -59.753 T€ (Vorjahr: -30.031 T€) und der Jahres- fehlbetrag auf 129.019 T€ (Vorjahr: Jahresfehlbe- trag 166.143 T€). Der Rückgang des EBITDA resul- tiert im Wesentlichen aus einem Anstieg der Kosten für die Entwicklungsprojekte FYB206 bis FYB209, für die die Kosten vollumfänglich von der Formycon AG getragen werden sowie gestiegenen Kosten im 49 Bei einem FTE (Full Time Equivalent / Vollzeitäquivalent) handelt sich um eine rechnerische Größe, die die Arbeitszeit beziehungsweise den Zeitwert misst, den eine Vollzeitkraft erbringt. Die Gesamtzahl der angegebenen FTEs entspricht Personalbereich die aus dem Wachstum des Vor- jahres und des aktuellen Geschäftsjahres sowie ge- stiegenen Beratungskosten für strategische und Fi- nanzierungsprojekte sowie dem Uplisting zum Prime Standard resultieren. Sowohl die erzielten Umsatzerlöse also auch die operativen Kosten und das EBITDA entsprechen dabei den Erwartungen des Vorstands. Der Rückgang des Jahresergebnis- ses resultiert im Wesentlichen aus den Effekten der Aktualisierung der Planungen für die Projekte FYB201 und FYB202 was zum einen außerplanmä- ßige Abschreibungen auf die Beteilung an der Bioeq AG in Höhe von 11.263 T€ und den Anteilen an der FYB202 Project GmbH in Höhe von 115.044 T€ führte und zum anderen – gegenläufig - einen Rückgang der Rückstellungen für die bedingten Kaufpreisverpflichtungen in Höhe von 29.202 T€ mit sich brachte. Dem Geschäftsmodell entsprechend hat die Formycon AG im Jahr 2024 die Entwicklung der Bi- osimilar-Projekte konsequent vorangetrieben. In- Folge der Auslizenzierungen von FYB201 Ende 2013 und FYB203 im Jahr 2015 hat das Unterneh- men wie schon in den Vorjahren nennenswerte Umsatzerlöse erwirtschaftet. Dabei erhielt die AG eine laufende Vergütung für Leistungen in der Pro- duktentwicklung, die das Unternehmen im Auftrag der Lizenznehmer erbracht hat. Die Formycon AG belastet die ihr entstandenen Kosten der Entwick- lungsleistungen für die beiden Projekte an ihre 100%-igen Tochterunternehmen Formycon Project 201 GmbH und Formycon Project 203 GmbH wei- ter, die diese wiederum an den jeweiligen Lizenz- nehmer weiter verrechnen. Im Rahmen der Gründung eines Gemeinschaftsun- ternehmens mit der Aristo Pharma GmbH im Jahr der Anzahl an fiktiven Vollzeitstellen, die die tatsächlich existierenden Stellen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle ergeben. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 89 2017 hat Formycon die Rechte (Intellectual Pro- perty) an dem Biosimilar-Projekt FYB202 auf die FYB 202 GmbH & Co. KG beziehungsweise die FYB 202 Project GmbH übertragen. Seither belas- tet die Formycon AG die ihr entstandenen Kosten der Entwicklungsleistungen für das Projekt an die FYB202 Project GmbH weiter. Mit Wirkung zum 01. Mai 2022 hat die Formycon AG 100 % der Anteile an der FYB202 Project GmbH übernommen. Die Verrechnung der Entwicklungsleistungen an die Gesellschaft erfolgt weiterhin unverändert. Vermögenslage der Formycon AG nach HGB Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft betrug 48,9 % zum 31. Dezember 2024 nach 46,7% im Vorjahr. Das langfristige Vermögen ist mehr als vollständig durch das Eigenkapital und die Rückstellung aus den bedingten Kaufpreiszah- lungen gedeckt, was gesunde Bilanzstrukturdaten impliziert. Das Umlaufvermögen besteht weit- gehend aus Liquidität und liquiditätsnahen Werten, sodass der bilanzierte Ver-mögensbestand kaum risikobelastet ist. Die Finanzanlagen sanken im Vergleich zum Vorjahr von 719.966 T€ auf 568.778 T€, was im Wesentlichen aus der beim Jahresergebnis erläuterten Abwertung der Finanz- anlagen resultiert. Gleichzeitig stieg das Umlaufver- mögen von 53.884 T€ auf 75.292 T€, was zum ei- nen auf den Zahlungsmittelzufluss aus der im Ge- schäftsjahr durchgeführten Kapitaler- höhung und zum anderen auf einen Anstieg der geleisteten Anzahlungen für Entwicklungsdienst- leistungen von 9.690 T€ auf 20.967 T€ zurückzu- führen ist. Gleichzeitig war ein Rückgang der For- derungen gegen verbundene Unternehmen um 1.311 T€ auf 16.046 T€ zu verzeichnen. Darüber hinaus erfolgt ein Rückgang der sonstigen Rückstellungen um 62.992 T€ auf 313.595 T€, der im Wesentlichen aus der Aktualisierung der Pla- nung für die Projekte FYB201 und FYB202 und der Zahlungen für den bedingten Kaufpreis für die Anteile der Bioeq AG resultiert. Gleichzeitig wurden im Geschäftsjahr 20.000 T€ des Gesellschafterdar- lehens zzgl. abgegrenzter Zinsen zurückgeführt, so dass zum Stichtag 0 T€ der Linie gezogen sind. Finanzlage der Formycon AG nach HGB Die Finanzlage der Formycon AG ist weiterhin stabil. Die wesentlichen Liquiditätsindikatoren Zah- lungsmittelbestand und Working Capital weisen wie in der Vergangenheit gute Werte aus. Dem kurzfris- tig gebundenen Vermögen in Höhe von 75.292 T€ stehen kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 27.904 T€ inklusive des kurzfristigen Anteils der bedingten Kaufpreiszahlungen gegenüber. Kreditfi- nanzierungen über Kreditinstitute erfolgten im Be- richtszeitraum nicht. Zur Sicherstellung der Finan- zierung der Gesellschaft wurde im Vorjahr eine Kre- ditlinie durch Aktionäre der Formycon AG in Höhe von bis zu 68.000 T€ zur Verfügung gestellt. Nach Tilgung von 20.000 T€ im vorherigen Geschäfts- jahr beläuft sich diese nunmehr auf 48.000 T€, von denen zum Stichtag 0 T€ von der Gesellschaft ab- gerufen waren. Die liquiden Mittel der Gesellschaft betrugen zum Stichtag 30.623 T€. Analog der Entwicklung des operativen Ergebnis- ses war im Geschäftsjahr ein Rückgang des opera- tiven Cashflows auf -83.432 T€ nach -36.845 T€ im Vorjahr zu verzeichnen. Die im Vorjahr erfolgten Auszahlungen für Finanzanlagen und gestiegenen Zinseinnahmen, führen zu einer Zunahme des Cash Flows aus Investitionstätigkeit von -2.906 T€ auf 34 T€. Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit war geprägt durch die im Geschäftsjahr durchge- führte Kapitalerhöhung, die teilweise erfolgte Rück- zahlung des der Bioeq AG gewährten Darlahens in Höhe von 27.300 T€ und die Rückführung der Ge- sellschafterdarlehen, so dass hier ein Cash Zufluss von 92.529 T€ nach 57.203 T€ im Vorjahr zu ver- zeichnen war. In Summe stieg somit der Liquiditäts- bestand von 21.494 T€ um 9.130 T€ auf 30.623 T€ zum 31.12.2024. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 90 Sonstige nicht- finanzielle Aspekte Mitarbeitende Die Biosimilar-Entwicklung ist ein forschungsinten- sives, auf die Expertise gut ausgebildeter Mitarbei- tender ausgelegtes Tätigkeitsfeld. Dementspre- chend gibt die rein finanzielle Performance kein umfassendes Bild des Wertschöpfungspotenzials des Unternehmens wieder. Aus diesem Grund zieht Formycons Vorstand auch sonstige nichtfinanzielle Aspekte zur Unternehmenssteuerung heran. Hierzu zählt vor allem die Arbeit der Belegschaft, die täg- lich ihre Fähigkeiten und ihre Leidenschaft für Bio- similars einbringt und damit die Grundlage für Formycons Unternehmenserfolg bildet. Die Anzahl der Mitarbeitenden (Total Headcount) des Formycon-Konzerns belief sich zum 31. Dezem- ber 2024 auf insgesamt 250 (31. Dezember 2023: 197). Um die Aussagekraft der Anzahl der Mitarbeiten- den nach Funktionen zu erhöhen und der Quote an Teilzeitkräften Rechnung zu tragen, weist der Formycon-Konzern auch die durchschnittliche Zahl der Vollzeitäquivalente (full-time equivalent FTE) zum 31. Dezember 2024 und deren prozentuale Veränderung im Vergleich zum 31. Dezember 2023 aus: Nicht geprüfte Information Durchschnittliche FTE (gerundet) des Formycon -Konzerns nach Funktionen (inkl. Vorstand) 2024 2023 Veränderung Forschung und Entwicklung 170,7 161,6 +5,6% Business Operations 12,9 9,7 +33,0% Allgemeine Verwaltung 33,4 25,6 +30% Gesamt 217,0 196,9 +10,2% Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 91 Nicht geprüfte Information Ausbildungsstand der Formycon Mitarbeitenden – mehr als 80 % mit akademischer Qualifikation Nicht geprüfte Information Vielfalt der Formycon Mitarbeitenden 50 50 Nicht geprüfte Information Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 92 Nicht geprüfte Information Geschlechterverteilung 2. Führungsebene Nicht geprüfte Information Geschlechterverteilung Leitungspositionen Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 93 Der Personalaufwand der Formycon AG stieg zum 31. Dezember 2024 auf insgesamt 24.959 T€ (Vor- jahr: 21.542 T€), was insbesondere durch die hö- here durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitenden bedingt ist. 51 Insgesamt beschäftigt der Formycon-Konzern hoch- qualifizierte Mitarbeitende mit folgendem Ausbil- dungsstand zum 31. Dezember 2024: 81 % der Mit- arbeitenden verfügen über eine akademische Qua- lifikation. Promoviert haben 37 % der Belegschaft. 52 Seit 2022 bildet Formycon in Zusammenarbeit mit der IHK für München und Oberbayern in techni- schen Berufen aus und beschäftigen derzeit drei Auszubildende zum Fachinformatiker Systemin- tegration im Bereich IT. 53 Ab September 2025 soll darüber hinaus erstmals die Ausbildung zum Kauf- mann / zur Kauffrau für Büromanagement angebo- ten werden. Was die Geschlechtervielfalt betrifft, so sind rund 60 % der Belegschaft weiblich. Das Durchschnitts- alter der Beschäftigten lag zum 31. Dezember 2024 bei 42 Jahren 54 . Formycon ist stolz auf die über Jahre stabil gewachsene Organisation und darauf, Mitarbeitende aus 33 verschiedenen Nationen zu beschäftigen, was Formycons Selbstverständnis als global ausgerichtetes Unternehmen unterstreicht. 55 Forschung und Entwicklung Da sich Formycon wie in den Vorjahreszeiträumen im Wesentlichen auf die Entwicklung der eigenen, auslizenzierten oder in Partnerschaften entwickel- ten Biosimilars fokussiert, beschränken sich die Tä- tigkeiten des Konzerns im Wesentlichen auf For- schungs- und Entwicklungstätigkeiten. Aus den 51 Nicht geprüfte Information 52 Nicht geprüfte Information 53 Nicht geprüfte Information 54 Nicht geprüfte Information FTE-basierten Entwicklungsleistungen für die ausli- zenzierten bzw. in Partnerschaften entwickelten Bi- osimilar-Kandidaten resultiert ein Großteil der aus- gewiesenen Umsätze. Zum 31. Dezember 2024 waren insgesamt 170,7 Mitarbeitende (FTE) (31. Dezember 2023: 161,6) in der Forschung und Entwicklung tätig. 56 For- schungsund Entwicklungskosten des Konzerns wurden im Berichtszeitraum in Höhe von 28.385 T€ aktiviert. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Kosten der Weiterentwicklung des Projektes FYB206, das 2022 einen Entwicklungsmeilenstein erreichte, ab dem die Aktivierung der ab diesem Meilenstein angefallenen Kosten verpflichtend durchzuführen war. Die Produktentwicklungen schreiten voran, sodass unverändert mit einem er- folgreichen Entwicklungsverlauf gerechnet werden kann. Zusammen mit den in den Vorjahren aktivier- ten Entwicklungsleistungen für laufende Projekte ergibt sich zum 31. Dezember 2024 ein Bestand in Höhe von 50.781 T€. Die im Vorjahr hier erfassten Kosten des Projektes FYB202 wurden nach Zulas- sung des Produktes in den USA und Europa als fer- tig klassifiziert und im Oktober 2024 mit der plan- mäßigen Abschreibung begonnen. Die Mitarbeitenden im Forschungs- und Entwick- lungsbereich konnten die Produktivität, gemessen an den direkt den Entwicklungsprojekten zurechen- baren Stunden, auf dem hohen Niveau der Vorjahre stabilisieren. Im Berichtszeitraum waren so 83,9 % (Vorjahr: 85,1 %) der geleisteten Stunden projektbe- zogen. Von Mitarbeitenden, die nicht dem For- schungs- und Entwicklungsbereich zuzuordnen sind, wurden im Berichtszeitraum 18,0 % (Vorjahr: 14,5 %) der Stunden geleistet. 57 55 Nicht geprüfte Information 56 Nicht geprüfte Information 57 Nicht geprüfte Information Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 94 Risiko- und Chancenbericht Risikostrategie und Risikopolitik Ein effektives Chancen- und Risikomanagement ist für uns ein wichtiger Bestandteil unserer Unterneh- mensführung und dient der gezielten Sicherung be- stehender und künftiger Erfolgspotenziale. Unter Risiken versteht Formycon interne und externe Er- eignisse, die ein Erreichen der Ziele und Progno- sen potenziell negativ beeinflussen können. Ausge- hend vom vertretbaren Gesamtrisiko, entscheidet der Vorstand, welche Risiken eingegangen werden, um Chancen zu nutzen, die sich dem Unternehmen bieten. Formycons Ziel ist es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen oder zu vermeiden. Die Risikostrategie, die alle Un- ternehmensbereiche umfasst, wird vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Eine Risk Policy als Rahmenwerk aller im Formycon Risk Management maßgeblicher Maßnahmen wurde er- arbeitet und etabliert. Risikomanagementsystem Formycon bewegt sich als einer der wenigen unab- hängigen Biosimilar-Entwickler in einem globalen und dynamischen Markt mit einer Vielzahl von Akt- euren. Die Identifizierung von Ertragschancen und die bestmögliche Einschätzung der damit verbun- denen vielschichtigen Risiken bedingen den wirt- schaftlichen Erfolg. Die regelmäßige Überprüfung dieses Systems sichert seine kontinuierliche Wei- terentwicklung und gewährleistet, dass bei Verän- derungen zeitnahe und bedarfsgerechte Anpas- sungen stattfinden können. Das Risikomanagement der Formycon ist ein Grundpfeiler der Corporate Governance und dient der Einhaltung der Grundsätze guter Unterneh- mensführung sowie gesetzlicher und regulatori- scher Vorschriften. Durch regelmäßige Bottom-Up- Meldungen aus allen Abteilungen werden die vor- handenen Unternehmensrisiken entlang der Wert- schöpfungskette analysiert und – wo möglich – reduziert, einerseits zur präventiven Vermeidung eines Risikoeintritts, andererseits zum erforderli- chen Umgang für den Fall der Risikomaterialisie- rung. Im Vordergrund stehen hier bestandsgefähr- dende Risiken oder Risiken, die wesentlichen Ein- fluss auf die Geschäftstätigkeit nehmen könnten. In 2024 hat Formycon einen Bottom-Up-Risiko-Mel- deprozess etabliert, um das Risiko-Früherken- nungssystem zu erweitern und schneller und struk- turierter an Risiko-Informationen zu gelangen. Auf dessen Basis wird der Risk Report erstellt und dem Vorstand halbjährlich vorgestellt, der die vor- handenen Risiken auf mögliche Gegenmaßnahmen überprüft. Über den Vorstand erfolgt wiederum eine Information an den Aufsichtsrat. Unabhängig von der fortlaufenden Risikoüberwa- chung besteht die Möglichkeit, kurzfristig auftre- tende Risiken mit unmittelbarem Handlungsbedarf unverzüglich zu bewerten und zu melden, um die- sen sofort begegnen zu können. Das Risikomanagementsystem umfasst insbeson- dere die nachfolgend näher beschriebenen Berei- che: Strategische Risiken, operative Risiken, Patent (IP)-Risiken, regulatorische und politische Risiken, finanzielle Risiken, Branchen-, Markt- und Wettbe- werbs-Risiken, Finanzierungs-, Kredit- und Liquidi- täts-Risiken, Umweltschutz-, Gesundheitsvorsorge- und Arbeitsschzutz-Risiken, IT-Risiken, HR- und Pro- zess-Risiken sowie Legal & Compliance-Risiken. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 95 Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 96 Risiken Die folgende Übersicht gibt unsere Einschätzung zu wesentlichen Risiken wieder, die negative Aus- wirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Fi- nanz- und Ertragslage sowie unsere Reputation ha- ben können. Die Aussagen beziehen sich auf den mehrjährigen Planungshorizont. Die Bewertung der Risiken in der Übersicht erfolgt nach dem soge- nannten Nettoprinzip, das heißt unter Berücksichti- gung der ergriffenen Steuerungs- und Absiche- rungsmaßnahmen. Strategische Risiken Die Biosimilar-Entwicklung erfordert, verglichen mit der Neuentwicklung eines innovativen Wirkstoffs, einen geringeren – wenngleich immer noch signifi- kanten – Einsatz finanzieller Ressourcen. Die Ent- wicklung eines Biosimilars, bei der in aufwendigen analytischen, präklinischen und klinischen Untersu- chungen die Vergleichbarkeit des Biosimilars mit dem Referenzprodukt in Bezug auf Qualität, Sicher- heit und Wirksamkeit nachgewiesen werden muss, kostet zwischen 150 und 300 Mio. US$ pro Pro- dukt. Aufgrund der komplexen Anforderungen be- nötigt die Entwicklung eines Biosimilars auch einen vergleichsweisen langen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren bis zur Einreichung der Zulassung bei den jeweiligen Zulassungsbehörden in den hoch- regulierten Märkten. Die Weichen für eine kommerziell erfolgreiche Bio- similar-Entwicklung werden bereits zu Beginn die- ser Zeitspanne, nämlich bei der Auswahl des Pro- duktkandidaten, gestellt. Formycon fokussiert sich mit seinen Projekten FYB201 und FYB203 auf oph- thalmologische Präparate. Mit FYB202 adressiert Formycon immunologische und mit FYB206 im- munonkologische Erkrankungen. 58 Nicht geprüfte Information Aus der Umsatzentwicklung der Referenzprodukte kann abgeleitet werden, wie sich deren Markt künf- tig entwickeln könnte. Sinkende Umsätze der Refe- renzprodukte können dazu führen, dass das Markt- potenzial für das jeweilige von Formycon entwi- ckelte Biosimilar deutlich geringer ausfallen kann als ursprünglich prognostiziert. Dies kann im schlechtesten Fall dazu führen, dass die Entwick- lung eines Biosimilars gänzlich unwirtschaftlich und ggf. eingestellt wird. Die erwarteten Erlöse würden sich dann nicht realisieren. Formycon adressiert mit seinen spätphasigen Biosimilar-Kandidaten drei umsatzstarke biopharmazeutische Produkte (welt- weites Gesamtvolumen 2023 mehr als 22 Mrd. €) 58 , sodass – den Abschluss einer erfolgreichen Entwicklung vorausgesetzt – die Wirtschaftlichkeit der Projekte zurzeit angenommen werden kann. Dennoch kann auch die Wettbewerbssituation nicht ausgeschlossen werden, dass die Geschwindigkeit des Markteintritts, das angestrebte Volumen ver- kaufter Produkte und/oder die realisierbaren Preise je Produkt geringer ausfallen als antizipiert, mit ent- sprechend negativen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnisbeitrag. Operationelle und Projekt-Risiken im Zusammen- hang mit der Entwicklung von Biosimilars Qualität, Vergleichbarkeit, Wirksamkeit und Sicher- heit von Biosimilars müssen gegenüber den Zulas- sungsbehörden sowohl umfassend analytisch als auch durch präklinische und klinische Prüfungen nachgewiesen werden. Sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung einzelner Entwicklungsab- schnitte kann es zu unvorhersehbaren Verzögerun- gen kommen, die einerseits höhere Kosten verursa- chen, andererseits die Gefahr bergen, dass sich Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 97 auch die finale Zulassung des jeweiligen Biosimilar- Kandidaten verzögert oder gänzlich ausbleibt. Formycon ist im Rahmen der Biosimilar-Entwicklung auf externe Partner angewiesen. Erhält Formycon bei seinen Partnern die erforderlichen Kapazitäten nicht oder nicht zum erforderlichen Zeitpunkt oder kommt es aus anderen Gründen zu einer zeitlichen Verschiebung der Kapazitäten, so kann dies zu Ver- zögerungen in den Entwicklungsprojekten führen. Formycon plant sämtliche Entwicklungsschritte da- her mit größtmöglicher Sorgfalt und – sofern mög- lich – mit auf Basis eigener Erfahrungswerte ange- messenen zeitlichen Reserven. Die Abstimmung präklinischer und klinischer Studien sowie das um- fangreiche analytische Charakterisierungspro- gramm geschehen in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Behörden und unter Zuhilfenahme externer Spezialisten. Ungeachtet dessen sind die Ergebnisse beziehungsweise der Ausgang der je- weiligen Studien nicht uneingeschränkt vorherseh- bar. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Teile eines Entwicklungsprogramms wiederholt werden müssen, eine oder mehrere Studien nicht erfolg- reich abgeschlossen werden können oder Entwick- lungsprogramme gänzlich scheitern. In der Entwick- lung stellt die Wirkstoff- und Fertigproduktherstel- lung externer Partner eine wesentliche Kostenposi- tion dar. Hierbei ist unter Risikogesichtspunkten zu erwähnen, dass die Produktionskapazitäten mit Vorlaufzeiten von ein bis zwei Jahren geplant wer- den müssen und im Falle kurzfristiger Änderungen im Projektzyklus nur unter Inkaufnahme von zusätz- lichen Wartefristen und hohen Stornierungsgebüh- ren modifiziert werden können. Ein weiteres Risiko kann darin bestehen, dass ex- terne Partner behördliche Anforderungen wie bei- spielsweise Inspektionen oder Auditierungen, die für eine Zulassung der Biosimilar-Produkte notwen- dig sind, nicht oder nicht ausreichend erfüllen. Sollte dies der Fall sein, könnte sich die Zulassung zeitlich verzögern oder dauerhaft verweigert wer- den. Auch können Schwierigkeiten bei der Rekru- tierung von Patienten, der Verfügbarkeit von Pro- duktionskapazitäten, Verbrauchsmaterialien oder aber Vorprodukten den Verlauf von Forschung, Ent- wicklung oder klinischen Studien beeinflussen und so die Zeitpläne und/oder die Wirtschaftlichkeit ei- nes Projekts negativ beeinflussen oder das Projekt gänzlich gefährden. Operationelle und Projekt-Risiken im Zusammen- hang mit klinischen Studien und der Clinical Re- search GmbH in der Funktion als Sponsor klini- scher Studien Mit der Übernahme der Bioeq GmbH im Mai 2022 hat Formycon das Entwicklungsspektrum um den Bereich der klinischen Entwicklung und der Durch- führung klinischer Studien erweitert. Die Bioeq GmbH wurde zwischenzeitlich in „Clinical Research GmbH“ umfirmiert und fungiert als eigenständige Tochtergesellschaft der Formycon AG in klinischen Studien der Biosimilar-Kandidaten als sogenannter Sponsor und damit als offizieller Auftraggeber der klinischen Studien. In der Funktion als Sponsor trägt die Clinical Research GmbH neben dem finan- ziellen Risiko auch das Haftungsrisiko gegenüber teilnehmenden Probanden bzw. Patienten. Durch die Übernahme der Clinical Research GmbH als ei- genständige Tochtergesellschaft innerhalb des Formycon-Konzerns gehen diese Risiken auf Formycon über. Formycon und Clinical Research GmbH begegnen diesen Risiken durch ein entsprechendes bran- chenübliches Monitoring- und Qualitätsmanage- mentsystem mit risikobasiertem Ansatz, um die Qualität und Sicherheit in allen Phasen des klini- schen Prüfungsprozesses zu managen. Hierzu ge- hört unter anderem die Gewährleistung des Schut- zes der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie der Richtigkeit und Zuverlässigkeit der klini- schen Prüfungsergebnisse. Um diese sicherzustel- len, werden entlang des gesamten klinischen Prüf- prozesses im Rahmen des Risikokontrollsystems regelmäßig vordefinierte Kontrollen durchgeführt, die insbesondere Gesichtspunkte der adäquaten medizinischen Versorgung, des Patientenschutzes und der Datenintegrität berücksichtigen. Etwaigen Haftungsrisiken wird durch den Abschluss von Pati- entenversicherungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben begegnet. Das Risiko des Eintritts eines Schadensfalls bei Probanden bzw. Patienten kann Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 98 in Bezug auf Biosimilar-Studien jedoch grundsätz- lich als gering eingeschätzt werden, da die einge- setzten Proteine bereits seit mehreren Jahren durch den Originator zur Anwendung kommen und sich in den entsprechenden Therapiefeldern etab- liert haben. Die Clinical Research GmbH als Sponsor klinischer Studien ist zudem verpflichtet, sich bei der Durch- führung der Studien an die detaillierten Regelun- gen zur Guten Klinischen Praxis bei der Durchfüh- rung von klinischen Prüfungen mit Arzneimitteln zur Anwendung am Menschen (GCP-Verordnung) zu halten. Die GCP-Verordnung hat weltweite Gültig- keit und dient dem Schutz der Patienten und der In- tegrität und Richtigkeit der im Rahmen der Studien generierten Daten und Erkenntnisse. Die Einhal- tung von GCP-Richtlinien seitens des Studien- sponsors, der beteiligten Prüfzentren sowie weite- rer am klinischen Prüfprozess Beteiligter, wird im Rahmen von GCP-Inspektionen durch lokale Ge- sundheitsbehörden überprüft. Patentrisiken (IP) Der Erfolg, die Wettbewerbsposition und die künfti- gen Einnahmen der Gruppe hängen von ihrer Fä- higkeit ab, die Betriebsfreiheit für die Entwicklung und rechtzeitige Einführung ihrer Produktkandida- ten zu erlangen. Die Erlangung der Betriebsfreiheit beinhaltet die Schaffung und den angemessenen Schutz des eigenen geistigen Eigentums und Know-hows sowie die Sicherstellung, dass gültige geistige Eigentumsrechte Dritter nicht verletzt wer- den. Dazu gehört auch die Anfechtung der Gültig- keit und des Umfangs von potenziell relevantem geistigem Eigentum Dritter, wie Patente, Marken und Geschmacksmusterrechte. Die Möglichkeit einer – wenn auch nur behaupte- ten – Patentrechtsverletzung ist dem Geschäftsfeld der Biosimilar-Entwicklung aufgrund der Vielzahl zu beachtenden Schutzrechten inhärent. Auseinander- setzungen mit Wettbewerbern und/oder Patentin- habern beziehungsweise die Verteidigung gegen Klagen aufgrund einer vermeintlichen Schutz- rechtsverletzung können zu einer erheblichen fi- nanziellen Belastung führen. Insbesondere in den USA sind solche Verfahren ggf. mit sehr hohen Kosten verbunden. Derartige Auseinandersetzun- gen können im ungünstigsten Fall die Einschrän- kung oder sogar das Verbot der Vermarktung eines oder mehrerer Produkte auf mehreren relevanten Märkten oder die Zahlung erheblicher Strafen nach sich ziehen. Möglich ist auch, dass die Entwicklung beziehungsweise Vermarktung eines oder mehre- rer Produkte eingestellt werden muss. Zur Vermeidung von Schutzrechtsverletzungen führt Formycon bereits bei Auswahl der Projektkan- didaten umfangreiche Patentrecherchen durch und lässt auch im Laufe der fortschreitenden Entwick- lung seiner Biosimilar-Kandidaten die relevante Pat- entlandschaft überwachen. Dennoch kann eine Ein- beziehung in Patentstreitigkeiten, die auch unbe- rechtigt erfolgen kann, nicht in Gänze ausgeschlos- sen werden. Regulatorische und politische Risiken Die regulatorischen Anforderungen und Bedingun- gen, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zulas- sung von Arzneimitteln sind, unterliegen einem ste- tigen Wandel. Es kann nicht ausgeschlossen wer- den, dass die Zulassungsbehörden die entspre- chenden regulatorischen Anforderungen verändern und damit den Marktzugang für Biosimilars erheb- lich erschweren oder sogar verhindern. Auch die politischen Rahmenbedingungen, insbesondere in der EU und den USA, können die Marktchancen für Biosimilars insgesamt oder in einzelnen Indikations- gebieten deutlich beeinflussen. So können sich po- litisch motivierte Änderungen der Regularien, die Biosimilars, sowie deren Austauschbarkeit zum Ori- ginalpräparat betreffen, auf den Wettbewerb bezie- hungsweise die Preisgestaltung und damit auf den Absatz von Biosimilars im Allgemeinen sowie auf die von Formycon entwickelten Produkte im Spezi- ellen auswirken. Weiterhin kann nicht ausgeschlos- sen werden, dass eine (teilweise) Stilllegung von Verwaltungsbehörden (Government Shutdown), ins- besondere in den USA, zu Verzögerungen im Zu- lassungsprozess führt. Auch die Etablierung von zusätzlichen Zöllen oder Einfuhrabgaben, z.B. aktuell potenziell in den USA, kann zu einer erheblichen Reduktion der Profitabili- tät der betroffenen Produkte führen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 99 Die militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine haben zu Preissteigerun- gen u.a. im Energiebereich geführt. Die operativen Prozesse der Formycon sind bislang jedoch nur marginal betroffen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass sich sowohl wichtige Rohstoffe und Vorpro- dukte als auch Dienstleistungen verteuern und ver- knappen können. Formycon begleitet dieses durch eine langfristige Sourcingstrategie mit strategi- schen Partnern und transparenter Preisgestaltung. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass aufgrund einer möglichen Ressourcenknappheit oder erneuten Rationierung von Energie Verzöge- rungen oder Unterbrechungen von Entwicklungs- projekten eintreten können oder sich deren Ent- wicklung wesentlich verteuert. Auch die Rekrutie- rung von Patienten für klinische Studien kann durch diesen Konflikt in osteuropäischen Ländern teil- weise erheblich beeinträchtigt werden, was den Wettbewerb um Patienten erhöhen und klinische Studien verzögern und verteuern kann. Darüber hinaus hat die terroristische Vereinigung Hamas am 7. Oktober 2023 einen Überraschungs- angriff auf Israel aus dem Gazastreifen heraus ge- startet. Der noch immer andauernde Krieg zwi- schen der Hamas und Israel stellt derzeit eines der größten geopolitischen Risiken für Formycons Ab- satzmärkte dar. Eine mögliche erneute Eskalation der kriegerischen Auseinandersetzung ist in der Lage sich auf die umliegende Region auszuwirken und über steigende Erdölpreise die weltwirtschaftli- che Lage und somit auch sämtliche Absatzmärkte Formycons zu beeinflussen. Es besteht eine erhebliche Unsicherheit über das Ausmaß und die Dauer aller Störungen im Zusam- menhang mit der Invasion sowie über deren Aus- wirkungen auf die Weltwirtschaft. Es kann daher nicht garantiert werden, dass es bei den Projekten der Gruppe nicht zu Verzögerungen oder Unterbre- chungen kommt, die auf eine mögliche Ressour- cenknappheit, Energierationierung oder erheblich höhere Entwicklungskosten zurückzuführen sind. Insgesamt gibt es weltweit gestiegene Risiken für länderübergreifende geschäftliche Aktivitäten durch eine vermehrte Anzahl an kriegerischen 59 Nicht geprüfte Information Auseinandersetzungen, Bedrohungen (z.B. Taiwan) sowie einem sich ausbreitenden Nationalismus in mehreren Regionen, die sowohl die Beschaffungs- als auch Absatzmärkte der Formycon bedrohen. Branchen-, Markt- und Wettbewerbsrisiken Die Gesundheitswirtschaft entwickelt sich aus Sicht von Formycon nach wie vor positiv. Durch die welt- weit steigende Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Menschen, die auf intensive medizinische Betreuung angewiesen sind – unabhängig von konjunkturellen Schwankungen und individueller Kaufkraft. Weiterhin ermöglicht der medizinisch-technische Fortschritt die Behandlung von Krankheiten, die bis vor wenigen Jahren beziehungsweise Jahrzehnten nicht oder nur unzureichend behandelt werden konnten. Insbesondere biotechnologisch herge- stellte Wirkstoffe leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Bereits heute sind ein Großteil der weltweit umsatzstärksten Medikamente Biopharmazeutika. In Deutschland hatten Biopharmazeutika im Jahr 2023 einen Marktanteil von 34,5 % vom Gesamt- markt (55,7 Mrd. €), was einem Umsatz von 19,2 Mrd. € entspricht – mit weiterwachsender Ten- denz. 59 Jedoch steigen auch die Aufwendungen für diese hochwirksamen Therapien, die teilweise 100.000 € pro Patienten/Jahr und mehr kosten können, und beeinflussen damit wesentlich die Gesundheitsaus- gaben insgesamt. 60 Der hierdurch entstehende po- litische Handlungswille kann sich – durch einen möglicherweise zunehmenden Preisdruck – auch auf das Geschäftsfeld von Formycon auswirken. Die gesamtwirtschaftliche Lage ist von zusätzlichen Unsicherheiten gezeichnet (s. politische Risiken) die sich negativ auf die Marktlage auswirken kön- nen. Formycon verfolgt derzeit das Ziel, seine Produkte vollständig oder teilweise durch seine jeweiligen Partner nach Ablauf der Schutzrechte in den jewei- ligen Märkten anbieten zu lassen. Aufgrund der 60 Nicht geprüfte Information Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 100 Positionierung Formycons als unabhängiger Ent- wickler kann es zu Situationen kommen, in denen eines der oben genannten Unternehmen sowohl als Mitbewerber als auch als Kommerzialisierungs- partner fungiert. Hierbei tritt Formycon in Konkur- renz sowohl zu den Herstellern der Referenzpräpa- rate, die versuchen können, ihre Marktposition wei- terhin zu verteidigen und Markteintrittsbarrieren zu errichten (etwa durch Lifecycle-Management), als auch zu anderen Biosimilar-Herstellern. Zu nennen sind hier aus dem Big-Pharma-Umfeld in alphab- ethischer Reihenfolge beispielsweise Amgen, Bio- con, Biogen, Fresenius Kabi, Pfizer, Samsung Bioepis, Sandoz, Te va etc. aber auch auf Biosimi- lars spezialisierte Unternehmen wie Alvotech, Cell- trion, Xbrane, etc. Die konkrete Wettbewerbssitua- tion wird sowohl von der Preisgestaltung des Refe- renzpräparats als auch von der Anzahl der Mitbe- werber sowie deren Preisstrategie geprägt. Es be- steht die Möglichkeit, dass die Hersteller der Refe- renzprodukte ihre Präparate im Zeitraum der Markteinführung entsprechender Biosimilars güns- tiger anbieten oder Abnehmer wie zum Beispiel Krankenkassen über Rabattverträge längerfristig binden, um sich auf diese Weise Marktanteile zu si- chern. Damit würden sie in Konkurrenz zu Biosimi- lars treten und so die Marktpenetration für Biosimi- lars erschweren. Formycon versucht, der Wettbewerbssituation durch die Erfahrung seiner Mitarbeitenden und sei- ner strategischen Partner, die Ausrichtung des Pro- duktportfolios sowie durch finanzielle Stabilität zu begegnen. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber unerwartet und unvor- hersehbar in eine vorteilhafte Position gelangen, die Formycons Produkte benachteiligt und die fi- nanzielle Performance reduziert. Finanzierungs-, Kredit- und Liquiditätsrisiken Formycon verfügt nach wie vor über eine stabile Li- quiditäts- und Eigenkapitalsituation. Insbesondere die Liquiditätslage von Formycon ist für ein noch nicht profitables Unternehmen, dessen Produkte sich größtenteils noch in der Entwicklung befinden, zufriedenstellend. Ungeachtet dessen können sich im operativen Geschäft die Rahmenbedingungen verändern und dadurch finanzielle Risiken entstehen, z.B. durch langsamere Marrktdurchdrin- gung, weniger verkaufte Einheiten oder geringer als erwartete Preise sowie verspätete bzw. gerin- gere Erträge aus Auslizensierungen. Da ein Groß- teil der Produkte noch nicht zugelassen ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich eine oder mehrere Zulassungen verspäten, in einem anderen Umfang oder gar nicht erteilt werden. Zudem kann es sein, dass die finanziellen Aufwendungen für die Entwicklung, Zulassung und Markteinführung der Biosimilars höher als budgetiert ausfallen. Nach Zu- lassung besteht die Möglichkeit, dass die Einnah- men aus Lizenzerlösen geringer als antizipiert aus- fallen. Eine vermehrte Anzahl an Change Orders und Unsicherheiten innerhalb der laufenden Pro- jekte erhöhen die Kosten- und Risikosituation. Um finanzielle Risiken im laufenden operativen Ge- schäft zu minimieren, plant Formycon seine Pro- jekte detailliert und langfristig auch unter Zuhilfen- ahme externer Berater. Die finanziellen Risiken der Projektentwicklung, die Formycon zunächst selbst trägt, konnten durch die teilweise oder vollständige Auslizenzierung der Projekte FYB201 und FYB203 reduziert werden. Zudem wurde Formycon eine ab- rufbare Darlehenslinie in Höhe von bis zu 48 Mio. € durch das Investorenkonsortium aus ATHOS und der auf Healthcare-Investments fokussierten Betei- ligungsgesellschaft Active Ownership eingeräumt. Ursprünglich wurden 40 Mio. € davon abgerufen, wovon 20 Mio. € bereits im ersten Halbjahr 2023 sowie weitere 20 Mio. € im ersten Quartal 2024 zu- rückgeführt worden sind. Die aktuell bis zum 31. Mai 2026 laufende Gesamtdarlehenslinie steht Formycon damit derzeit wieder vollumfänglich und flexibel zur Ausnutzung zur Verfügung. Es kann jedoch insgesamt nicht ausgeschlossen werden, dass aus Gründen, auf die Formycon kei- nen Einfluss hat, Entwicklungspartnerschaften vor- zeitig enden. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung wie auch auf die Finanzplanung haben. Formycon schätzt dieses Risiko zum jetzigen Zeitpunkt allerdings als gering ein. Auch zukünftig wird Formycon etwaige weitere Pro- jekte zunächst eigenständig finanzieren, um diese ab einem bestimmten Entwicklungsstand Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 101 vollständig oder teilweise in aussichtsreiche Part- nerschaften einzubringen. Formycon ist vor dem Hintergrund seiner finanziel- len Stabilität zur Bewältigung etwaiger finanzieller Risiken gut aufgestellt. Die bestehenden finanziel- len Mittel sollten genügen, um den kurz- und mittel- fristigen Kapitalbedarf des Unternehmens weitest- gehend zu decken. Eine Garantie, dass mittel- und langfristig ausreichend finanzielle Mittel zur Verfü- gung stehen, kann daraus jedoch nicht abgeleitet werden. Fundamentale Risiken, die kurzfristig den Fortbestand des Unternehmens gefährden könn- ten, sind derzeit nicht erkennbar. Sollten laufende oder zukünftige Entwicklungsprojekte scheitern oder zugelassene Produkte nicht die erwartete kommerzielle Leistung erbringen, so können dadurch, abhängig von der Relevanz des jeweili- gen Projektes, fundamentale Risiken entstehen. Umweltschutz, Gesundheitsvorsorge und Arbeits- sicherheit Sicherheit und Gesundheit sowie der Schutz von Mitarbeitenden und Umwelt haben für Formycon höchste Priorität. Daher legt Formycon Wert darauf, dass nicht nur behördliche Auflagen erfüllt, sondern auch alle Mitarbeitenden regelmäßig in relevanten Belangen der Arbeitssicherheit geschult und wei- terqualifiziert werden. Hierzu wurden umfangreiche prozessuale Maßnahmen etabliert. Umweltschutz- verstöße werden nicht selten mit erheblichen Geld- bußen sanktioniert. Schutzmaßnahmen vor einem möglichen Ausfall von Mitarbeitern wirken neben dem rein subjektiven Empfinden der Mitarbeiter auch auf die Risiken des möglichen Produktions- ausfalls, der Fluktuationsquote und der Mitarbeiter- zufriedenheit. Formycon hat neben dem Beauftrag- ten für biologische Sicherheit, dem Projektleiter nach Gentechnikgesetz und der Sicherheitsfach- kraft mehrere erfahrene Mitarbeitende mit speziel- len Aufgaben auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Arbeitsschutzes betraut. Ein Betriebsarzt führt regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durch und berät Mitarbeitende und Vorstand in medizini- schen Belangen. Formycon verfügt über sämtliche Zulassungen und Genehmigungen, die für einen ordnungsgemäßen Betrieb notwendig sind. Die Einhaltung aller regulatorischen Anforderungen zur Sicherheit und zum Schutz von Mitarbeitenden und Umwelt wird intern fortlaufend überwacht. Zudem werden fortlaufend Maßnahmen identifiziert, die insbesondere den Gesundheitsschutz der Mitarbei- tenden noch weiter verbessern sollen. So wurde beispielsweise das betriebliche Gesundheitsmana- gementsystem der Formycon erfolgreich zertifiziert. Informations- und technologische Risiken Sämtliche operativen Tätigkeiten hängen von der Funktionsfähigkeit der Laborausstattung und der IT- Infrastruktur ab. In diesem Bereich sind Risiken durch nachhaltige Beeinträchtigungen des Be- triebsablaufs, durch Betriebsstörungen oder Be- triebsunterbrechungen denkbar. Soweit möglich, sind die sich hieraus ergebenden finanziellen Risi- ken durch Versicherungen abgedeckt. Darüber hin- aus verfügt Formycon über moderne Technologien und etablierte Prozesse, um Datenverluste infolge von Cyberangriffen oder Ähnlichem zu vermeiden, beziehungsweise um mögliche Schäden zu mini- mieren. Der Gerätepark wird zudem regelmäßig durch geschultes Personal oder hierauf speziali- sierte Dienstleister gewartet, kontrolliert und den neuesten technischen Entwicklungen angepasst. Die Einhaltung von Gesetzen und Regelungen im Rahmen der Informationssicherheit sowie dem Da- tenschutz dienen nicht nur der Sicherstellung der operativen Tätigkeit, sondern auch der Verhinde- rung von Sanktionszahlungen. Diese Risiken wer- den von der Formycon eng überwacht. Personelle und Prozess-Risiken Die Expertise und die langjährige Erfahrung der Mitarbeitenden stellen wesentliche Säulen des Er- folgs von Formycon dar. Insbesondere die Biosimi- lar-Entwicklung von der frühen Analytik bis zur re- gulatorischen Zulassung erfordert hoch qualifizierte Fachkräfte. In den vergangenen Jahren hat Formycon zahlreiche hoch spezialisierte Fach- und Führungskräfte eingestellt. Dies zeigt, dass das Un- ternehmen als attraktiver Arbeitgeber in der Lage ist, in einem umkämpften Arbeitsmarkt wichtige Schlüsselpositionen erfolgreich zu besetzen. Die Fluktuation in der Belegschaft ist bei wachsender Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 102 Organisation vergleichsweise gering. Ein wesentli- ches Risiko liegt in dem potenziellen Verlust von Schlüsselpersonal und Know How-Trägern. Um die- ses Risiko so gering wie möglich zu halten, hat Formycon mehrere Initiativen zur Mitarbeitermoti- vation und -bindung implementiert. Ebenfalls nicht ausgeschlossen werden können Risiken aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle in der Belegschaft. Formycon hat hierfür ein Gesundheitsmanagement installiert, das krankheitsbedingten Ausfällen vor- beugt. Rechtliche und Compliance Risiken Die Geschäftstätigkeit von Formycon verläuft in ei- nem internationalen kompetitiven Umfeld und in hoch regulierten Märkten. Es besteht die Möglich- keit, dass Formycon – auch unberechtigt – in Rechtsstreitigkeiten, beispielsweise basierend auf Patent-, Wettbewerbs-, Kartell-, Steuer- oder Um- weltrecht, gerät oder in Auseinandersetzungen in- volviert wird, die aus sonstigen vertraglichen An- sprüchen/Vereinbarungen resultieren. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass etwaige Ver- fahren in (außer-) gerichtlichen Vergleichen oder behördlichen oder gerichtlichen Entscheidungen münden, deren finanzielle Belastungen nicht oder nicht vollständig, zum Beispiel durch Versicherun- gen, abgedeckt werden können. Durch das im November 2024 durchgeführte Uplis- ting und die Aufnahme in den SDax steigen die re- gulatorischen Anforderungen und damit verbunden mögliche Sanktionen bei Verstößen. Weitere Risiken ergeben sich auf dem Feld der Compliance. Hier ist es denkbar, dass Geschäftsab- läufe juristisch beanstandet werden, eine unzu- reichende beziehungsweise zeitlich unpassende Finanzkommunikation zu Bußgeldern führt oder fehlerhaft durchgeführte Hauptversammlungen be- ziehungsweise die dort gefassten Beschlüsse an- gegriffen werden. Formycon prüft und überwacht aus diesem Grund sämtliche relevanten Prozesse, Abläufe und Entscheidungen durch interne und/oder externe Stellen unter legalen Gesichts- punkten und hat ein Compliance-Management-Sys- tem eingeführt, das geltenden rechtlichen und re- gulatorischen Anforderungen, basierend auf einem Verhaltenskodex und daran anknüpfenden Richtli- nien und SOPs (Standard Operating Procedures), Rechnung trägt. Die entsprechenden Vorgaben werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf ange- passt. Das interne Schulungssystem sowie stich- probenartige und anlassbezogene Einzelfallprüfun- gen stellen sicher, dass die jeweiligen Vorgaben ihre erforderliche Beachtung finden und eingehal- ten werden. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 103 Chancen Formycon konzentriert sich im Rahmen seines Kerngeschäfts auf die Entwicklung qualitativ hoch- wertiger Biosimilars für hoch regulierte Märkte. In diesem Bereich wird das Unternehmenswachstum sowohl durch quantitative als auch insbesondere durch qualitative Weiterentwicklung des Produkt- portfolios konsequent vorangetrieben. Hierzu kön- nen mögliche strategische Kooperationen einen wesentlichen Beitrag leisten. Biosimilars haben gegenüber ihren Referenzpro- dukten den Vorteil einer kostengünstigeren Ent- wicklung durch wissenschaftlich erprobte Verfah- ren und weitestgehend etablierte Prozesse. Da Ähnlichkeit und Vergleichbarkeit eines Biosimilars mit dessen Referenzprodukt bereits analytisch nachgewiesen werden müssen, ist die Wahrschein- lichkeit, dass die Entwicklung des Biosimilars in ei- ner der anschließenden klinischen Phasen schei- tert, üblicherweise deutlich geringer als bei innova- tiven Medikamenten. Der mit der FDA in Bezug auf den Biosimilar-Kandi- daten FYB206 diskutierte mögliche Verzicht auf eine klinische Phase-III-Studie beinhaltet zudem die Chance, in einem optimierten klinischen Entwick- lungsverfahren die für die Zulassung notwendigen Daten schneller zu erheben und darüber hinaus ei- nen erheblichen Kostenblock einzusparen. Darüber hinaus gibt es Anzeichen dafür, dass die Notwen- digkeit von Phase-III-Wirksamkeitsstudien für die Zulassung von Biosimilars bei den Zulassungsbe- hörden grundsätzlich neu bewertet wird. Kürzere Entwicklungszeiten und geringere Kosten würden im Ergebnis dazu führen, dass mehr Biosimilar-Kan- didaten in kürzerer Zeit zur Zulassung gebracht werden könnten. Aufgrund der relativ hohen Markteintrittshürden durch die Komplexität der Herstellung und das 61 Nicht geprüfte Information dazu erforderliche Know-how, herrscht im Bereich der Biosimilar-Entwicklung bis auf wenige Ausnah- men ein im Vergleich zum Generikamarkt über- schaubarer Wettbewerb. Diesem begegnet Formycon durch die Erfahrung seiner Mitarbeiten- den, mit innovativen Entwicklungskonzepten, der Zuverlässigkeit der angewandten wissenschaftli- chen Verfahren, der strengen Auswahl verlässlicher Partner, einem hohen Grad an Integration sowie Agilität und dem hohen Anspruch an Qualität und wissenschaftliche Expertise bei der Auswahl seiner Dienstleister und Berater. Die zukünftige Entwicklung in diesem Bereich be- wertet Formycon unverändert positiv. Die demografische Entwicklung in der westlichen Welt führt zu einem Anwachsen des Bevölkerungs- anteils der über 55-Jährigen. 61 Diese Bevölke- rungsgruppe ist häufiger auf intensive medizinische Betreuung angewiesen. Zudem steigt die Lebens- erwartung der Menschen insgesamt, sodass ihre (medikamentöse) Behandlung häufig über einen teils deutlich längeren Zeitraum möglich, aber auch erforderlich wird. Formycon hat den zukunftsträchtigen Markt der Bi- osimilar-Entwicklung frühzeitig besetzt und kann aufgrund seiner umfassenden Expertise das Poten- zial dieses stark wachsenden Marktes nutzen. Formycons Geschäftsmodell ist skalierbar. Die wei- terhin positive Entwicklung sowohl des Marktum- felds als auch des Unternehmens zeigt, dass sich Formycon mit der Unternehmensstrategie auf dem richtigen Weg befindet. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 104 Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt sich in Bezug auf die beschriebenen Risiken eine Erhö- hung der Risikolage. Was die allgemeinen Risiken im Zusammenhang mit der Entwicklung von Formycons Biosimilar-Kandidaten betrifft, so hat der Vorstand die Risikolage erneut geprüft und bewer- tet. Die geopolitischen Verwerfungen sowie die po- tenziellen wirtschaftlichen Veränderungen in den USA aber auch geringer als erwartet ausfallende Preise und Mengen bei geplanten Produktverkäufen können die finanzielle Leistung der Formycon signifikant negativ beeinflussen. Da in der Vergangenheit bei vereinzelten Lohnher- stellern, sogenannten Contract Development and Manufacturing Organizations (“CDMO”) sowie bei produzierenden Mitbewerbern Formycons Vorbe- halte von Seiten der Regulierungsbehörden bei der Auditierung der Produktionsstätten vernommen wurden, hat der Vorstand die Risikolage adjustiert und ist gemäß den Kriterien der Risikomatrix zu dem Entschluss gekommen, das Risiko mit “eher hoch” zu bewerten. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 105 Zusammenfassende Risikomatrix Risiko Kategorie Einschätzung Operationelle und Projekt-Risiken im Zusammenhang mit der Ent- wicklung von Biosimilars Strategisch Hoch Operationelle und Projekt-Risiken im Zusammenhang mit klini- schen Studien und der Clinical Research GmbH in der Funktion als Sponsor klinischer Studien Strategisch Niedrig Patentrisiken Strategisch / Kommerziell Eher niedrig Regulatorische und politische Risiken Strategisch / Kommerziell Eher hoch Branchen- Markt- und Wettbewerbsrisiken Kommerziell Eher hoch Finanzierungs- Kredit- und Liquiditätsrisiken Finanzwirtschaftlich Eher hoch Umweltschutz, Gesundheitsvorsorge und Arbeitssicherheit Operativ Eher hoch Informations- und technologische Risiken Operativ Hoch Personelle und Prozessrisiken Operativ Eher hoch Rechtliche und Compliance-Risiken Operativ Eher hoch Die Bewertungsklassen „Schadenhöhe“ und „Eintrittswahrscheinlichkeit“ haben sich im Vergleich zum Vorjahr geändert. Aus diesem Grund wurde bewusst auf eine Darstellung der Veränderung der Risiken gegenüber dem Vorjahr verzichtet. Risikoeinstufung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen auf die Entwicklungen der Vermögens -, Finanz-, und Ertragslage Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenhöhe < 25 % Niedrig 25 – 50 % Eher niedrig 50 – 75 % Eher hoch > 75 % Hoch > 8.000 T€ Eher hoch Hoch Hoch Hoch 4.000 T€ - 8.000 T€ Eher niedrig Eher hoch Hoch Hoch 500 T€ - 4.000 T€ Niedrig Eher niedrig Eher hoch Hoch < 500 T€ Niedrig Niedrig Eher niedrig Eher hoch Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 106 Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten Zu den bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Gesellschafterdarlehen, Zahlungsver- pflichtungen aus bedingtem Kaufpreis und Gutha- ben bei Kreditinstituten. Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt. Potenzielle Währungsrisiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens beein- flussen könnten, werden weitestgehend kompen- siert, indem der Aufbau wesentlicher Fremdwäh- rungspositionen in der Bilanz vermieden wird. Die größte Währungsposition entsteht durch Ein- käufe von Fremdleistungen in Schweizer Franken und US$, die zeitnah gezahlt werden, wodurch nicht absehbare Währungsrisiken weitgehend eli- miniert werden. Ziel des Finanzrisikomanagements ist die Siche- rung des Unternehmens gegenüber finanziellen Ri- siken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt der Konzern eine konservative Risikopolitik. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bo- nitätsrisiken erkennbar sind, werden entspre- chende Wertberichtigungen vorgenommen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 107 Prognosebericht für den Formycon Konzern Die in diesem Abschnitt dargelegten Informationen enthalten zukunftsbezogene Aussagen, die auf un- seren heutigen Erwartungen und bestimmten An- nahmen beruhen. Bekannte und unbekannte Risi- ken, Unsicherheiten sowie andere Faktoren kön- nen zu erheblichen Abweichungen zwischen den hier getroffenen Einschätzungen und den tatsächli- chen künftigen Ergebnissen führen. Dies kann die zukünftige finanzielle Situation und generelle Ent- wicklung des Unternehmens wie auch die Entwick- lung von Produkten beeinflussen. Bezüglich der Pipeline-Projekte werden von der Formycon AG keine Zusicherungen, Gewährleistungen oder an- dere Garantien übernommen, dass diese die not- wendigen regulatorischen und zulassungsrelevan- ten Zustimmungen erhalten oder wirtschaftlich ver- wertbar und/oder erfolgreich sein werden. Geschäfts- und Finanzprognose für das Ge- schäftsjahr 2025 für den Formycon-Konzern Die Entwicklung von Biosimilars steht unverändert im strategischen Fokus des Formycon-Konzerns und bildet die Grundlage für ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum des Unternehmens. Im Rahmen der Produktentwicklung erwartet Formycon im Geschäftsjahr 2025 wichtige opera- tive Meilensteine, die die Grundlage für die Trans- formation von einem erfolgreichen Entwicklungsun- ternehmen hin zu einem mittelfristig profitablen Un- ternehmen bilden. Mit dem Markteintritt sowie einer erfolgreichen Etablierung der beiden Biosimilar- Kandidaten FYB202 und FYB203 strebt Formycon mittelfristig die EBITDA- und Cash-Flow-Profitabilität an. Bis dahin und auch darüber hinaus, wird 62 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/publications/fokus- biosmilars/newsletter-fokus-biosimilars-ausgabe-10.pdf Formycon kontinuierlich in die Pipeline-Projekte in- vestieren. Der globale Markt für Biosimilars soll sein dynami- sches Wachstum fortsetzen und IQVIA zufolge bis 2030 auf 74 Mrd. US$ anwachsen. 62 Speziell in den USA haben jedoch aktuell vorherrschende Be- dingungen einen Einfluss auf Formycons Prognose ergeben. Dazu gehören maßgeblich eine langsa- mere Öffnung bestimmter Marktsegmente sowie deutlich höhere Preisnachlässe als bisher ange- nommen. Die jüngsten Entwicklungen in unseren Projekten unterstreichen diese Volatilität, zeigen aber auch die damit verbundenen Chancen in die- sem Marktumfeld. Im Fall von FYB201 reagierte unser Partner Sandoz AG in den USA auf die zunehmende Preiserosion mit einer kurzfristigen Anpassung der Vermark- tungsstrategie für FYB201/Cimerli ® . Demnach ist ge- plant, das Produkt nach einer zeitlich begrenzten Pausierung der US-Vermarktung kommerziell neu zu positionieren und nach der Wiedereinführung neue Kundensegmente zu erschließen. Die temporäre Aussetzung der Vermaktung hat zur Folge, dass Formycon im Jahr 2025 für dieses Pro- dukt mit erheblichen Umsatz- und Ergebnisrück- gängen rechnen muss, die durch die Einnahmen aus Europa und anderen Territorien nicht kompen- siert werden könnnen. In 2026 ist jedoch mit einem Relaunch des Produktes in den USA mit verbesser- ten Marktchancen zu rechnen. Die Vermarktung in Europa und weiteren Märkten ausserhalb der USA ist von dieser markttaktischen Maßnahme nicht be- troffen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 108 Mit FYB202 startete im Jahr 2025 das zweite Formycon-Biosimilar in die kommerzielle Vermark- tung. Dabei konnte die Markteinführung durch un- seren Partner Fresenius Kabi, anstatt wie ursprüng- lich für Mitte April 2025 antizipiert, bereits Ende Februar 2025 in den USA erfolgen. In Europa wurde FYB202/Otulfi ® Anfang März 2025 in diver- sen Ländern eingeführt. Im Rahmen der Markteinführung zeichnet sich im US-amerikanischen Pharmacy-Benefit-Marktseg- ment ab, dass sich die Marktöffnung für Biosimilars immer noch langsamer entwickelt und größere Preisnachlässe erfordert als zuvor angenommen. Aufgrund dieser Gegebenheiten erwartet Formycon langsamer ansteigende Umsätze aus den Vermarktungserlösen als ursprünglich geplant. Positiv können die regulatorische Entwicklungen in den USA für unseren immunonkologischen Biosimi- lar-Kandidaten FYB206 bewertet werden. Sie zei- gen, dass sich die Rahmenbedingungen für die Ent- wicklung von Biosimilars in den USA weiter verbes- sern. Im Rahmen eines Scientific Advice Meetings hat die FDA bestätigt, dass umfangreiche analytische Da- ten zusammen mit der laufenden Phase-I-Studie im abgestimmten Design ausreichen werden, um die therapeutische Vergleichbarkeit unseres Biosimilar- Kandidaten FYB206 zu Keytruda ® nachweisen zu können. Damit entfällt für FYB206 die Notwendig- keit einer Phase-III-Studie. Ein wichtiger Schritt, der nicht nur die Entwicklungszeit deutlich verkürzt, sondern auch die geplanten Investitionen massiv senken wird. Dieses Ergebnis unterstreicht, dass die Qualität unserer analytischen und präklinischen Daten eine wichtige Rolle spielt und Formycon so- mit eine Pionier- und Vorreiterrolle unter den Key- truda ® -Biosimilar-Entwicklern einnimmt. Nach den erfolgreichen Zulassungen des Eylea®- Biosimilars FYB203 in den USA und in Europa ist Formycon in unterschiedlichen Patentaktivitäten engagiert, die auf die Festlegung eines potenziel- len Markteinführungsdatums abzielen. Bisher konnte noch keine Entscheidung herbeigeführt werden, weshalb Formycon für FYB203 im Jahr 2025 noch nicht mit Vermarktungserlösen rechnet. Als semi-exklusiver Vermarktungspartner für weite Teile Europas und Israel fungiert die Teva Phar- maceuticals International GmbH, für die Asia-Pazi- fik-Region die Firma Lotus Pharmaceutical. Mit der Verkündung eines Vermarktungspartners für den US-amerikanischen Markt wird im Laufe des ersten Halbjahres 2025 gerechnet. Die Biosimilar-Kandidaten FYB208, FYB209 und das im Jahr 2024 gestartete Projekt FYB210 befin- den sich in frühen Entwicklungsphasen. Mit Errei- chen des Meilensteins Technical Proof of Similarity (TPoS), könnte FYB208 im Laufe des zweiten Halb- jahres 2025 in die klinische Entwicklungsphase überführt werden. Biosimilars haben in der Vergangenheit bereits an vielen Produktbeispielen gezeigt, dass sie langfris- tig eine nachhaltige Marktposition einnehmen kön- nen und auf einem profitablen Geschäftsmodell ba- sieren. Unsere Strategie bleibt darauf ausgerichtet, in diesem dynamischen Wachstumsfeld gemeinsam mit unseren Partnern eine führende Position einzu- nehmen. Umsatz Trotz der Etablierung von FYB201 in zahlreichen Ländern sowie geplanter Markteinführungen in wei- teren Territorien rechnet Formycon 2025 mit deut- lich rückläufigen Umsatz- und Ergebnisbeiträgen von FYB201 bedingt durch die geplante taktische Maßnahme in den USA. Aufgrund starker Preisero- sionen wird die Vermarktung des Produkts in den USA ab dem zweiten Quartal 2025 für voraussicht- lich ein Jahr pausiert. Die Wiedereinführung auf ei- nem stabileren Preisniveau wird voraussichtlich für die erste Jahreshälfte 2026 erwartet. Aufgrund der Markteinführungen von FYB202/Otulfi® im ersten Quartal 2025 in den USA und in Teilen Europas wird für 2025 mit ersten Um- satzbeiträgen aus dem Produkt gerechnet. Derzeit zeichnet sich ein stark kompetitives Marktumfeld insbesondere in den USA ab, bei dem es schwer einzuschätzen ist, wie schnell und zu welchen wirt- schaftlichen Konditionen die Marktdurchdringung konkret erfolgen wird. Dennoch geht die Gesell- schaft davon aus, dass FYB202 im Jahr 2025 Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 109 basierend auf der Performance des Vermarktungs- partners Fresenius Kabi Formycons größter Um- satzgenerator sein wird. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Entwicklung der Fertigspritze für die opthalmologischen Biosimi- lars FYB201 und FYB203 werden die Umsatzerlöse aus erbrachten Entwicklungsleistungen wie erwar- tet weiter signifikant zurückgehen. Vor dem Hintergrund des fortgeschrittenen Stadi- ums der klinischen Entwicklung von FYB206 sowie der Genehmigung der FDA, auf die klinische Phase III zu verzichten, erwägt der Konzern den Abschluss einer ersten Vermaktungspartnerschaft für FYB206 bereits im Laufe des Jahres 2025. Dies könnte zu signifikanten Umsatzerlösen bei Abschluss der Ver- einbarung führen. Insgesamt rechnet Formycon für 2025 mit Konzernumsatzerlösen auf Vorjahresni- veau, die zwischen 55,0 Mio. € und 65,0 Mio. € lie- gen werden. EBITDA Bereinigtes EBITDA (Adjusted EBITDA) Dem bereinigten (adjusted) EBITDA wird zusätzlich das At Equity-Ergebnis aus dem Joint Venture Bioeq AG hinzugerechnet. Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Überblick in Mio. € Ergebnis 2023 Finanz- prognose für 2024 aus dem Geschäfts- bericht 2023 Aktualisierte Finanz- prognose für 2024 Ergebnis 2024 Analyse zur Ziel- erreichung 2024 Prognose 2025 Umsatzerlöse 77,7 55,0 bis 65,0 55,0 bis 65,0 69,7 55,0 bis 65,0 EBITDA 1,5 -25,0 bis -15,0 -25,0 bis -15,0 -13,7 -20,0 bis -10,0 Bereinigtes (adjusted) EBITDA 13,3 -15,0 bis -5,0 -5,0 bis 5,0 -1,6 Höheres At Equity Ergeb- nis aufgrund stärkerer FYB201 Per- formance -20,0 bis -10,0 Working Capital 38,9 10,0 bis 20,0 35,0 bis 45,0 55,1 Frühere EU- Zulassung von FYB202 führt zu umsatzsei- tig bereits ab- gegrenzter aber liquidi- tätswirksamer Meilenstein- zahlung 25 bis 35 Die Grundlage der Wertschöpfung basiert auf Formycons Entwicklungspipeline. Daher wird die Gesellschaft weiterhin signifikant in die reifende Produktpipeline (FYB208, FYB209 und – neu - FYB210) investieren. FYB206 fließt aufgrund der Aktivierung der anfallenden Kosten neutral in die Bilanz ein. Das EBITDA für 2025 wird in einem ne- gativen Korridor zwischen – 20,0 Mio. € und – 10,0 Mio. € erwartet, was auf die für 2025 stabil prognostizierten Umsatzerlöse sowie auf die wei- ter anhaltenden signifikanten F&E-Investitionen neben sonstigen laufenden Kosten zurückzufüh- ren ist. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 110 Das Ergebnis der Bioeq AG resultiert einzig aus dem operativen Erfolg unseres Produkts FYB201. Durch die strategische Neuausrichtung und die da- mit verbundene Pausierung der Vermarktung in den USA wird es daher mit 0€ antizipiert. Die Bioeq AG wird als Unternehmen unter gemeinschaftlicher Führung klassifiziert. Daher wird ihr Ergebnis nicht im operativen Bereich abgebildet. Um dies dort rechnerisch zuzuordnen und damit die operative Performance besser abschätzen zu können, wird die entsprechende Anpassung am EBITDA vorge- nommen. Formycon rechnet für das Jahr 2025 mit einem bereinigten EBITDA (Adjusted EBITDA) zwi- schen –10,0 Mio. € und –20,0 Mio. €. Damit wird das Adjusted EBITDA im gleichen Korridor wie das EBITDA erwartet. Working Capital Zusätzlich zum Ergebnis wird eine Minderung des Working Capital um die Investitionen in das Projekt FYB206 erwartet. Dies soll durch Einzahlungen aus den derzeit nicht abgerufenen Gesellschafterdarle- hen kompensiert werden. In Summe wird daher ein Working Capital zwischen 25,0 Mio. € und 35,0 Mio. € erwartet. Mittelfristiger Ausblick Formycon strebt nach wie vor eine nachhaltige und mittelfristig EBITDA-profitable Unternehmensentwicklung an. Dabei geht das Ma- nagement derzeit davon aus, dass ein positives E- BITDA-Ergebnis idealerweise bereits im Jahr 2026, spätestens jedoch im Geschäftsjahr 2027 erreicht werden kann. Dabei sollen kurz- und mittelfirstig insbesondere vier Faktoren maßgeblich zum Erfolg der Formycon und zum Erreichen dieses Ziels beitragen: FYB201: Wiedereinsetzen der Vermarktung nach Pausierung in den USA sowie zunehmende Etablie- rung in bereits erschlossenen Märkten durch den Launch der Fertigspritze und Erschließung weiterer Märkte wie beispielsweise Lateinamerika. FYB202: Solide Etablierung in wesentlichen Märk- ten wie USA, Europa, Kanada und weiteren Territo- rien. FYB203: Klärung der Patentsituation bzw. Einigung mit Referenzarzneimittelhersteller und mittelfristiger Vermarktungsstart. FYB206 : Abschluss von regionalen oder globalen Partnerschaften inklusive entsprechender Verein- nahmung von Vorab- und Meilensteinzahlungen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 111 Prognosebericht für die Formycon AG Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen Umsatz Mittlerer Anstieg EBITDA Mittlerer Rückgang Working Capital Leichter Rückgang Umsatz Die Umsatzerlöse der Formycon AG aus der inter- nen Weiterbelastung der Entwicklungsprojekte werden leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet. Gegenläufig werden erste Erlöse aus der Ver- partnerung von FYB206 so dass in Summe mit ei- nem mittleren Anstieg gerechnet wird. EBITDA Das EBITDA wird unterhalb des Vorjahresniveaus erwartet. Die Projekte FYB201, FYB202 und FYB203 werden aufgrund der konzerninternen Weiterbelastung auf Ebene der Formycon AG E- BITDA neutral sein. Das EBITDA spiegelt damit die steigenden Investitionen in die eigenen Projekte FYB206, FYB208, FYB209 und neu FYB210 wider. Der operative Erfolg des Projektes FYB201 wird nur ausserhalb des EBITDA über den Ergebnisabfüh- rungsvertrag mit der Formycon Project 201 GmbH erfasst. Der operative Erfolg des Projektes FYB202 wird ebenfalls ausserhalb des EBITDA über das Be- teiligungsergebnis der FYB202 Project GmbH er- fasst. Working Capital Zusätzlich zum Ergebnis wird eine Zunahme des Working Capital aus der teilweisen Ziehung der Ge- sellschafterdarlehen antizipiert. In Summe wird da- her ein nur leicht rückläufiges Working Capital er- wartet. Zusammenfassende Aussage des Vorstands zur erwarteten Entwicklung Formycon plant keine wesentlichen Änderungen der Unternehmensziele und -strategie. Auch weiter- hin wollen wir unsere Position als global operieren- des Unternehmen mit vollem Fokus auf Biosimilars ausbauen und unsere hohe Qualitätsperformance beibehalten. Um dieses Ziel zu erreichen, wird Formycon auch weiterhin stark in die Entwicklung und Erweiterung der eigenen Pipeline und der Ka- pazitäten investieren, um in regelmäßigen Abstän- den neue Biosimilars kommerzialisieren zu können. Darüber hinaus verfolgt Formycon eine Wachs- tumsstrategie, die eine Entwicklung hin zu einem führenden und nachhaltig profitablen Unternehmen im Markt für Biosimilars vorsieht. Um dies zu errei- chen, hält der Vorstand beispielsweise strategische Kooperationen und Integrationen in ausgewählten Bereichen des Herstellungsprozesses aber auch den Aufbau eigene Kommerzialisierungskapazitä- ten in ausgewählten Territorien für denkbar. Die Fortsetzung unseres Anspruchs der operativen Ex- zellenz wird ebenso wie stabile Cashflows kurz- und langfristig im Fokus stehen. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 112 Übernahmerelevante Angaben (nach § 289a und § 315a HGB) sowie erläuternder Bericht I. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das von den Aktionären der Gesellschaft gehaltene Grundkapital beträgt zum 31. Dezember 2024 17.664.427,00 €, eingeteilt in 17.664.427 auf den In- haber lautende Aktien mit einem rechnerischen An- teil am Grundkapital von je 1,00 € (Stückaktien). Die Aktien sind voll eingezahlt. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die Rechte und Pflichten der Aktionärinnen und Aktio- näre ergeben sich aus den Regelungen des Aktien- gesetzes (AktG) und der Satzung der Gesellschaft. II. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktie betreffen Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Akti- onäre am Gewinn der Gesellschaft. Hiervon ausge- nommen sind von der Gesellschaft gehaltene ei- gene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. Zum 31. Dezember 2024 hält die Gesellschaft keine eigenen Aktien. In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffe- nen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. III. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapi- tal, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten Am 31. Dezember 2024 hielten nach den gegen- über uns erfolgten Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) die folgen- den Aktionäre direkte oder indirekte Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschritten: Herr Thomas Peter Maier hat der Gesellschaft am 11. November 2024 mitgeteilt, dass er mittelbar über die Santo Holding (Deutschland) GmbH mit Sitz in München, Deutschland, 24,04 % der Stimm- rechte der Gesellschaft hält. Herr Peter Wendeln hat der Gesellschaft am 11. No- vember 2024 mitgeteilt, dass er teilweise unmittel- bar und teilweise mittelbar über die Wpart GmbH und die Wen.Co.Invest GmbH, jeweils mit Sitz in Garrel, Deutschland, 13,25% der Stimmrechte der Gesellschaft hält. IV. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kon- trollbefugnisse verleihen. V. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitneh- mer am Kapital beteiligt sind Arbeitnehmer, die Aktien der Gesellschaft halten, üben ihre Kontrollrechte aus Aktien wie andere Ak- tionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzli- chen Bestimmungen und der Satzung aus. VI. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands erfolgt gemäß §§ 84 und 85 AktG durch den Aufsichtsrat. Der Vorstand besteht ge- mäß § 5 Abs. 1 der Satzung aus einem oder mehre- ren Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichts- rat die Zahl der Vorstandsmitglieder. Änderungen der Satzung der Gesellschaft erfolgen gemäß §§ 119 Abs. 1 Nr. 6, 179 i. V. m. § 133 AktG, so- weit nicht in der Satzung etwas anderes geregelt ist. Die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fas- sung betreffen, ist gemäß § 8 Abs. 2 der Satzung dem Aufsichtsrat übertragen. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat nach der Satzung ermächtigt, § 4 der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnut- zung der genehmigten und bedingten Kapitalien und nach Ablauf der jeweiligen Ermächtigungs- und Ausnutzungsfrist zu ändern. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 113 Die Hauptversammlung fasst ihre Beschlüsse ge- mäß § 14 Abs. 2 der Satzung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes vorschreibt. Sofern das Gesetz für Beschlüsse der Hauptversammlung außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, genügt, soweit gesetzlich zulässig, die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Satzungsändernde Be- schlüsse der Hauptversammlung bedürfen daher der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen sowie der einfachen Mehrheit des bei der Be- schlussfassung vertretenen Grundkapitals, sofern- nicht das Gesetz zwingend einen Beschluss mit ei- ner Mehrheit von mindesten drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals verlangt. VII. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszuge- ben oder zurückzukaufen Der Vorstand ist mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 11. Juni 2029 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insge- samt bis zu EUR 8.828.451,00 durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien ge- gen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Ge- nehmigtes Kapital 2024/I). Der Vorstand ist dazu er- mächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre nach Maßgabe des Beschlusses der Hauptversammlung mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Ge- nehmigten Kapitals 2024/I auszuschließen. Das Ge- nehmigte Kapital 2024/I wurde bislang nicht ausge- nutzt. Ferner ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 724.000,00 bedingt erhöht (Bedingtes Ka- pital 2020). Diese bedingte Kapitalerhöhung wurde nur insoweit durchgeführt, wie gemäß dem Aktien- optionsprogramm 2020 nach Maßgabe der Er- mächtigung der Hauptversammlung vom 10. De- zember 2020 Bezugsrechte ausgegeben wurden, die Inhaber der Bezugsrechte von ihrem Aus- übungsrecht Gebrauch machten und die Gesell- schaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eige- nen Aktien gewährte. Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine Aktienoptionen aus dem Aktienopti- onsprogramm 2020 ausgeübt. Außerdem ist das Grundkapital um bis zu EUR 6.497.125,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur inso- weit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 beschlossenen Ermächtigung bis zum 29. Juni 2027 von der Gesellschaft oder einem Konzernunternehmen der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Ge- brauch machen oder, soweit sie zur Wandlung ver- pflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfül- len, oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht aus- übt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu ge- währen, soweit nicht jeweils ein Barausgleich ge- währt oder eigene Aktien oder Aktien einer ande- ren börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Bislang wurde keine Kapitaler- höhung aus dem Bedingten Kapital 2022 durchge- führt. Das Grundkapital der Gesellschaft ist ferner um bis zu EUR 225.450,00 durch Ausgabe von bis zu 225.450 auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Diese be- dingte Kapitalerhöhung wurde nur insoweit durch- geführt, wie gemäß dem Aktienoptionsprogramm 2015 nach Maßgabe der Ermächtigung der Haupt- versammlung vom 30. Juni 2015 im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2015 in der Zeit bis ein- schließlich zum 29. Juni 2020 an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft so- wie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Ar- beitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen ausgegeben wurden, Inhaber der Bezugsrechte von ihrem Ausübungsrecht Ge- brauch machten und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährte. Im Geschäftsjahr 2024 wurden 7.525 Aktienoptio- nen aus dem Aktienoptionsprogramm 2015 ausge- übt und das Grundkapital der Gesellschaft entspre- chend um EUR 7.525 durch Ausgabe von 7.525 Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 114 neuen Aktien aus dem Bedingten Kapital 2015 er- höht. Die ordentliche Hauptversammlung am 12. Juni 2024 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juni 2029 (einschließ- lich) unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrund- satzes eigene Aktien der Gesellschaft in einem Um- fang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert ge- ringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Ge- sellschaft zu erwerben. Die aufgrund dieser Er- mächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, wel- che die Gesellschaft erworben hat und noch besitzt oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 % des jeweiligen Grundka- pitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. mittels einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe von Verkaufsangeboten. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Auf- sichtsrats die von der Gesellschaft aufgrund der Er- mächtigung erworbenen eigenen Aktien neben ei- ner Veräußerung über die Börse oder mittels eines Angebots an alle Aktionäre zu jedem zulässigen Zweck, insbesondere auch zu verwenden, (i) um diese ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen, (ii) zur Durchführung einer Aktiendivi- dende, (iii) um sie Personen, die in einem Arbeits- verhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen im Sinne des § 15 AktG stehen oder standen sowie Organmitgliedern der Gesellschaft bzw. von mit der Gesellschaft verbun- denen Unternehmen im Rahmen von Aktienbeteili- gungs- oder anderen aktienbasierten Programmen entgeltlich oder unentgeltlich zum Erwerb anzubie- ten, zuzusagen und übertragen, (iv) zur Bedienung von unter dem Aktienoptionsprogramm 2020 aus- gegebenen Aktienoptionen, (v) um sie Dritten ge- gen Sachleistung anzubieten und auf diese zu übertragen, (vi) um sie gegen Barzahlung an Dritte zu veräußern, wenn der Preis den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und (vii) zur Bedie- nung von Erwerbspflichten oder Erwerbsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Opti- onspflichten. Im Geschäftsjahr 2024 hat die Gesell- schaft keine eigenen Aktien erworben. VIII. Wesentliche Vereinbarungen der Gesell- schaft, die unter der Bedingung eines Kontroll- wechsels infolge eines Übernahmeangebots ste- hen und Entschädigungsvereinbarungen der Ge- sellschaft, die für den Fall eines Übernahmeange- bots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitneh- mern getroffen sind Der zwischen der FYB202 Project GmbH als Li- zenzgeberin und der Fresenius Kabi SwissBioSim GmbH als Lizenznehmerin abgeschlossene Lizenz- vertrag bezüglich FYB202 sieht ein Kündigungs- recht der Parteien für u.a. den Fall der direkten oder indirekten Beherrschung einer Partei durch ei- nen Konkurrenten für FYB202 vor. Die Vorstandsmitglieder haben ein Sonderkündi- gungsrecht, wenn ein Dritter durch den Erwerb von Aktien oder in sonstiger Weise mehr als 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft im Sinne des § 29, 35 Abs. 1 Satz 1 WpÜG erreicht oder die Gesell- schaft einen Beherrschungsvertrag mit einem an- deren Unternehmen schließt (sog. change of con- trol). In diesem Fall kann jedes Vorstandsmitglied seinen Vorstandsdienstvertrag mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats kündigen und erhält als Abfindung — die Festvergütung für die restliche Laufzeit des Vorstandsdienstvertrags nebst aller bis zu diesem Zeitpunkt erreichten jahresbezo- genen Tantiemen, sowie — die jahresbezogenen Tantiemen für die ur- sprüngliche Restlaufzeit des Vorstands- dienstvertrags in der durchschnittlichen Höhe der bisher gezahlten jahresbezoge- nen Tantiemen, — mindestens jedoch die Festvergütung für ein volles Dienstjahr nebst der jahresbezo- genen Tantieme, sofern die Restlaufzeit des Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 115 Vorstandsdienstvertrags mindestens noch ein Jahr beträgt, — höchstens jedoch zwei Jahresvergütungen ohne jahresbezogene Tantieme oder Ne- benleistungen und nicht mehr, als auf Grundlage des Vorstandsdienstvertrags für dessen Restlaufzeit zu vergüten wäre. Im Fall der Sonderkündigung hat das Vorstandsmit- glied zudem das Recht, die ihm zugeteilten Aktien- optionen fällig zu stellen und sich den Gegenwert von der Gesellschaft in bar auszahlen zu lassen. Sollten Dritte durch den Erwerb von Aktien mindes- tens 50 % der Stimmrechte an der Gesellschaft hal- ten oder auf sonstige Weise beherrschenden Ein- fluss auf die Gesellschaft erwerben, hat jedes Vor- standsmitglied oder jeder sonstige Inhaber von Ak- tienoptionen das Recht, die ihm zugeteilten Aktien- optionen vorzeitig auszuüben. Sollte ein Dritter durch den Erwerb von Aktien oder in sonstiger Weise unmittelbar und/oder mittelbar mindestens 50 % der Stimmrechte an der Gesell- schaft halten, oder ein nach Ansicht des Aufsichts- rats vergleichbares Ereignis oder Vorkommnis ein- treten, endet der Plan für die langfristige variable Vergütung des Vorstands 2024 (LTI-Plan) und die zugeteilten (virtuellen) Performance Share Units (PSUs), zeitanteilig gekürzt auf Basis der vollen Ka- lendermonate in der entsprechenden Vesting-Peri- ode, kommen unter Zugrundlegung eines Perfor- mance-Faktors von 100 % sofort zur Auszahlung. Im Übrigen unterhält die Gesellschaft keine we- sentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedin- gung eines Kontrollwechsels infolge eines Über- nahmeangebots stehen, und keine Entschädi- gungsvereinbarungen, die für den Fall eines Über- nahmeangebots mit den Mitgliedern der Geschäfts- leitung oder den Arbeitnehmern getroffen sind. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 116 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB 63 Vorstand und Aufsichtsrat der Formycon AG (nach- folgend auch „Gesellschaft“ und zusammen mit ih- ren konsolidierten Tochterunternehmen, „Konzern“ oder „Formycon“) berichten in dieser Erklärung ge- mäß §§ 289f, 315d HGB sowie Grundsatz 23 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (nachfolgend auch „DCGK“) über die Corporate Governance der Ge- sellschaft im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024. Corporate Governance steht bei Formycon für eine verantwortungsbewusste, auf nachhaltige Wert- schöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung, die sämtliche Bereiche des Konzerns einbezieht. Transparente Berichterstat- tung und Unternehmenskommunikation, eine an den Interessen aller Stakeholder ausgerichtete Un- ternehmensführung, die vertrauensvolle Zusam- menarbeit von Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbei- tenden sowie die Einhaltung geltenden Rechts sind wesentliche Eckpfeiler dieser Unternehmenskultur. Die Gesellschaft und ihre Organe sind sich in ihrem Handeln stets der Rolle des Unternehmens in der Gesellschaft und ihrer gesellschaftlichen Verant- wortung bewusst. 1. Allgemeine Angaben Die Gesellschaft hat als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht drei Organe: den Vorstand, den Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Deren Aufgaben und Befugnisse ergeben sich im Wesent- lichen aus dem Aktiengesetz und der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen. Als börsennotiertes Unternehmen richtet sich die 63 Nicht geprüfte Information Corporate Governance der Gesellschaft zudem nach den Empfehlungen des DCGK in der jeweils geltenden Fassung. 2. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) Am 21. März 2025 haben der Vorstand und der Auf- sichtsrat der Gesellschaft die folgende Erklärung gemäß § 161 Abs. 1 Satz 1 AktG verabschiedet: Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Formycon AG zu den Empfehlungen der „Re- gierungskommission Deutscher Corporate Gover- nance Kodex“ gemäß § 161 AktG Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Formycon AG („Gesellschaft“) erklären gemäß § 161 AktG, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Empfehlungen der „Re- gierungskommission Deutscher Corporate Gover- nance Kodex“ in der Fassung vom 28. April 2022 („DCGK“) seit der erstmaligen Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum Handel an einem geregelten Markt am 11. November 2024 („Uplisting“) mit nach- folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und auch in Zukunft entsprochen wird: Empfehlung A.3 des DCGK: Gemäß der Empfehlung A.3 des DCGK sollen das interne Kontrollsystem und das Risikomanagement- system, soweit nicht bereits gesetzlich geboten, auch nachhaltigkeitsbezogene Ziele abdecken; dies soll die Prozesse und Systeme zur Erfassung und Verarbeitung nachhaltigkeitsbezogener Daten mit einschließen. Mit dem internen Kontrollsystem und dem Risikomanagementsystem hält sich die Gesellschaft strikt an die Vorgaben des Aktienge- setzes. Nachhaltigkeitsbezogene Ziele, die über diese Anforderungen hinausgehen, setzt die Ge- sellschaft im Interesse schlanker und funktionieren- der Verwaltungsprozesse derzeit nicht um. Die Ge- sellschaft legt jedoch großen Wert darauf, dass nachhaltigkeitsbezogene Ziele zukünftig in der Un- ternehmensstrategie und -planung angemessen Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 117 berücksichtigt werden. Daher sollen das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem des Unternehmens zukünftig um nachhaltigkeitsbe- zogene Ziele erweitert werden. Empfehlung C.10 des DCGK: Gemäß der Empfehlung C.10 des DCGK soll der Aufsichtsratsvorsitzende unabhängig von der Ge- sellschaft und vom Vorstand sein. Für den derzeiti- gen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Gesell- schaft („Aufsichtsrat“), Wolfgang Essler, wird vor- sorglich eine Abweichung von dieser Empfehlung erklärt. Aufsichtsratsmitglieder sind als von der Ge- sellschaft und deren Vorstand als unabhängig an- zusehen, wenn sie in keiner persönlichen oder ge- schäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand stehen, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt be- gründen kann. Herr Essler ist Geschäftsführer der Santo Holding (Deutschland) GmbH, die 24,04 % der Aktien der Gesellschaft hält und damit der größte Aktionär der Gesellschaft ist. Zwischen der Santo Holding (Deutschland) GmbH oder der mit ihr verbundenen Unternehmen und der Gesellschaft bestehen Geschäftsbeziehungen. Diese Umstände stellten bzw. stellen keinen Interessenkonflikt dar und beeinträchtigten bzw. beeinträchtigen auch nicht die Wahrnehmung der Aufgaben von Herrn Essler als Aufsichtsratsvorsitzender. Allerdings kann die Gesellschaft in bestimmten Fällen Interessen verfolgen, die mit den Interessen der Santo Holding (Deutschland) GmbH kollidieren. Im Übrigen wurde und wird der Empfehlung C.10 des DCGK, insbesondere in Bezug auf den Vorsit- zenden des Prüfungsausschusses, entsprochen. Empfehlungen G.1 und G.2 des DCGK: Die Empfehlungen G.1 und G.2 des DCGK enthalten Vorgaben, die der Aufsichtsrat bei der Festlegung des Vergütungssystems für die Mitglieder des Vor- stands der Gesellschaft („Vorstand“) gemäß § 87a Abs. 1 AktG und der Festlegung der konkreten Ver- gütung für die Vorstandsmitglieder auf Grundlage dieses Vergütungssystems berücksichtigen sollte. Zum Zeitpunkt des Uplisting hatte der Aufsichtsrat noch kein Vergütungssystem für die Vorstandsmit- glieder nach Maßgabe des § 87a Abs. 1 AktG und der Empfehlung G.1 des DCGK beschlossen. Der Aufsichtsrat beabsichtigt, ein Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder zu beschließen, das § 87a Abs. 1 AktG und der Empfehlung G.1 des DCGK ent- spricht und auf dessen Grundlage er die konkrete Vergütung für die Vorstandsmitglieder gemäß Emp- fehlung G.2 des DCGK festlegt. Das Vergütungs- system für die Vorstandsmitglieder soll der ordentli- chen Hauptversammlung der Gesellschaft im Juni 2025 zur Billigung vorgeschlagen werden und bis zu diesem Zeitpunkt in sämtlichen bestehenden Vorstandsdienstverträgen umgesetzt werden. Empfehlung G.7 des DCGK: Nach der Empfehlung G.7 Satz 1 des DCGK soll der Aufsichtsrat für das bevorstehende Geschäftsjahr für jedes Vorstandsmitglied für alle variablen Ver- gütungsbestandteile die Leistungskriterien festle- gen. Im Dezember 2024 wurden den Vorstandsmit- gliedern (virtuelle) Performance Share Units („PSUs“) zugeteilt. Die PSUs haben eine Perfor- mance Periode vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2028. Die Leistungskriterien für die PSUs wurden ebenfalls im Dezember 2024 und so- mit nicht „für das bevorstehende Geschäftsjahr“ festgelegt. Hintergrund für die Festlegung der Leistungskrite- rien im Dezember 2024 war, dass die PSUs auf Grundlage eines neuen, im Geschäftsjahr 2024 entwickelten Long-Term Incentive Plans („LTI-Plan 2024“) ausgegeben wurden, und dieser LTI-Plan 2024 erst nach dem Uplisting beschlossen wurde. Im Übrigen wurde der Empfehlung G.7 des DCGK entsprochen. Es ist beabsichtigt, der Empfehlung G.7 des DCGK in Zukunft vollumfänglich zu entspre- chen. Empfehlungen G.9, G.10 und G.12 des DCGK: Nach der Empfehlung G.9 des DCGK soll der Auf- sichtsrat nach Ablauf des Geschäftsjahres die Höhe der individuell für dieses Jahr zu gewährenden Ver- gütungsbestandteile in Abhängigkeit von der Ziel- erreichung festlegen, wobei die Zielerreichung dem Grunde und der Höhe nach nachvollziehbar sein soll. Über die langfristig variablen Gewäh- rungsbeträge soll das Vorstandsmitglied nach der Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 118 Empfehlung G.10 Satz 2 des DCGK erst nach vier Jahren verfügen können. Die Empfehlung G.12 des DCGK sieht schließlich vor, dass im Fall der Beendi- gung eines Vorstandsdienstvertrags die Auszah- lung noch offener variabler Vergütungsbestand- teile, die auf die Zeit bis zur Vertragsbeendigung entfallen, nach den ursprünglich vereinbarten Zie- len und Vergleichsparametern und nach den im Vertrag festgelegten Fälligkeitszeitpunkten oder Haltedauern erfolgen soll. Der LTI-Plan 2024 sieht für den Fall eines Kontroll- wechsels (d.h. das unmittelbare und/oder mittel- bare Halten von mindestens 50 % der Stimmrechte an der Gesellschaft durch den Erwerb von Aktien oder in sonstiger Weise durch einen Dritten, der Abschluss eines Beherrschungsvertrags zwischen der Gesellschaft als beherrschtem Unternehmen und einem anderen Unternehmen als herrschen- dem Unternehmen oder ein vergleichbares Ereig- nis) vor, dass der LTI-Plan 2024 endet und die An- zahl der zugeteilten PSUs zeitanteilig (pro rata tem- poris) mit einem Performance-Faktor von 100 % un- abhängig von der konkreten Zielerreichung bereits mit Beendigung des LTI-Plans 2024 ausgezahlt werden. Im Übrigen wurde und wird den Empfehlung G.9, G.10 und G.12 des DCGK entsprochen. Der Vorstand Der Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.formycon.com/investoren/ governance/ verfügbar. Planegg-Martinsried, 21. März 2025 Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 119 3. Vergütungssystem und Vergütungsbericht Der Aufsichtsrat wird der am 18. Juni 2025 geplan- ten ordentlichen Hauptversammlung der Gesell- schaft ein Vergütungssystem für die Vorstandsmit- glieder zur Billigung vorlegen, das § 87a Abs. 1 AktG und der Empfehlung G.1 des DCGK entspricht und auf dessen Grundlage er die konkrete Vergü- tung für die Vorstandsmitglieder gemäß Empfeh- lung G.2 des DCGK festlegt. Das Vergütungssys- tem für die Vorstandsmitglieder soll spätestens bis zur der am 18. Juni 2025 geplanten ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft in allen beste- henden Vorstandsverträgen reflektiert sein. Das Vergütungssystem und die Vergütung für die Aufsichtsratsmitglieder sollen der am 18. Juni 2025 geplanten ordentlichen Hauptversammlung der Ge- sellschaft zur Beschlussfassung nach § 113 Abs. 3 AktG vorgelegt werden. Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2024 und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG sind auf der Internetseite der Gesell- schaft unter https://www.formycon.com/ investoren/governance/ öffentlich zugänglich. 4. Vorstand Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Ver- antwortung mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöp- fung und im Unternehmensinteresse, also unter Be- rücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Ar- beitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen (Stakeholder). Überblick Der Vorstand besteht gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 der Satzung aus einem Mitglied oder mehreren Mitglie- dern. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglie- der und bestimmt ihre Zahl. Zum 31. Dezember 2024 bestand der Vorstand aus vier Mitgliedern. Ausschüsse des Vorstands bestehen nicht. Der Vorstand entwickelt die strategische Ausrich- tung der Gesellschaft, stimmt diese mit dem Auf- sichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Der Vor- stand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der internen Richtlinien und wirkt auf deren Beachtung im Konzern hin (Compli- ance). Er trägt zudem für ein im Hinblick auf den Umfang der Geschäftstätigkeit und die Risikolage der Gesellschaft angemessenes und wirksames in- ternes Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und internes Revisionssystem Sorge. Das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem umfassen auch ein an der Risikolage des Unterneh- mens ausgerichtetes Compliance-Management- System. Die wesentlichen Merkmale des gesamten internen Kontrollsystems und des Risikomanage- mentsystems werden im Lagebericht beschrieben, wo auch zur Angemessenheit und Wirksamkeit die- ser Systeme Stellung genommen wird. Die Vorstandsmitglieder sind ausschließlich dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie dürfen bei ihren Entscheidungen weder persönliche Interes- sen verfolgen noch Geschäftschancen der Gesell- schaft oder anderer Unternehmen des Konzerns für sich, für eine ihnen nahestehende natürliche oder juristische Person oder für eine sonstige Institution oder Vereinigung, in der bzw. für die sie tätig sind, nutzen. Die Übernahme von Nebentätigkeiten, ins- besondere von Aufsichtsratsmandaten bei Unter- nehmen außerhalb des Konzerns, bedarf der vor- herigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Jedes Vor- standsmitglied muss bestehende oder potenzielle Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenlegen und die anderen Vor- standsmitglieder darüber informieren, dass und zu welchem Gegenstand ein Interessenkonflikt be- steht oder bestehen könnte und dass der Interes- senkonflikt dem Aufsichtsrat offengelegt worden ist. Interessenkonflikte wurden im Geschäftsjahr 2024 nicht angezeigt. Die Vorstandsmitglieder un- terliegen während ihrer Zugehörigkeit zum Vor- stand und während der Dauer ihres Dienstvertrags einem umfassenden Wettbewerbsverbot. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 120 Zusammensetzung Im Geschäftsjahr 2024 gehörten dem Vorstand die folgenden Mitglieder an: Dr. Stefan Glombitza — Jahrgang 1965 — Vorsitzender des Vorstands (seit 1. Januar 2025) und Chief Executive Officer/Chief Operations Officer — Erste Bestellung mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 — Bestellt bis zum 31. Dezember 2027 — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): keine Nicola Mikulcik — Jahrgang 1971 — Mitglied des Vorstands und Chief Business Officer — Erste Bestellung mit Wirkung zum 1. Juni 2022 — Bestellt bis zum 31. Mai 2027 — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): Mitglied des Verwaltungsrats der Bioeq AG, Zug, Schweiz Dr. Andreas Seidl — Jahrgang 1969 — Mitglied des Vorstands und Chief Scientific Officer — Erste Bestellung mit Wirkung zum 1. Juli 2022 — Bestellt bis zum 30. Juni 2027 — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): keine Enno Spillner — Jahrgang 1970 — Mitglied des Vorstands und Chief Financial Officer — Erste Bestellung mit Wirkung zum 1. April 2023 — Bestellt bis zum 31. März 2026 — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): Mitglied des Aufsichtsrats der NANOBIOTIX SA à directoire (s.a.i.), Paris, Frankreich Die Lebensläufe der aktuellen Vorstandsmitglieder werden auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.formycon.com/unternehmen/vor- stand/ veröffentlicht und bei Bedarf aktualisiert. Angaben zur Vergütung der Vorstandsmitglieder sind im Vergütungsbericht zu finden. Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in der Führungsebene unterhalb des Vorstands Der Aufsichtsrat hat die Zielgröße für den Frauen- anteil im Vorstand gemäß § 111 Abs. 5 AktG auf min- destens 25 % (dies entspricht einer Frau bei einem aus vier Mitgliedern bestehenden Vorstand). Er hat bestimmt, dass diese Zielgröße für den Frauenan- teil im Vorstand bis zum Ablauf des 26. Februar 2030 zu erreichen ist. Die festgelegte Zielgröße für Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 121 den Frauenanteil im Vorstand wurde im Geschäfts- jahr 2024 erreicht. Für den Frauenanteil in der Führungsebene unter- halb des Vorstands hat der Vorstand die Zielgröße gemäß § 76 Abs. 4 AktG in Höhe von mindestens 35 % festgelegt und bestimmt, dass diese Ziel- größe bis zum Ablauf des 26. Februar 2030 zu er- reichen ist. Die zuvor genannte Zielgröße wurde im Geschäftsjahr 2024 erreicht. Die Führungsebene unterhalb des Vorstands der Gesellschaft setzt sich aus den Mitarbeitenden der Gesellschaft zusam- men, welche die Funktionsbezeichnungen Vice President, Senior Director, Director oder Associate Director führen. Dieser Führungsebene gehörten zum 31. Dezember 2024 32 Mitarbeitende an, von denen 13 Mitarbeitende weiblich sind (dies ent- spricht einem Anteil von rund 40 %). Da die Gesell- schaft über eine geringe Zahl von Mitarbeitenden und eine flache Managementstruktur verfügt, be- steht unterhalb des Vorstands nur eine Führungs- ebene, sodass ausschließlich für diese Führungs- ebene eine Zielgröße für den Frauenanteil festge- legt wurde. Diversitätskonzept für den Vorstand Die Zusammensetzung des Vorstands orientiert sich an der fachlichen Qualifikation der Mitglieder für das zu übernehmende Aufgabengebiet, der ausgewiesenen Führungserfahrung sowie den bis- her gezeigten Leistungen und Kenntnissen. Neben diesen Kriterien achtet der Aufsichtsrat bei Neube- setzungen auch auf Vielfalt (Diversität) im Vorstand. Die Vorstandsmitglieder sollen das folgende Profil erfüllen: — Der Aufsichtsrat strebt eine hinreichende Diversität im Hinblick auf Persönlichkeit, Ge- schlecht, Internationalität, beruflichen Hin- tergrund, Fachkenntnisse und Erfahrungen sowie Altersverteilung an. Bei der Prüfung potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten für die Besetzung von Vorstandspositionen soll der Gesichtspunkt der Diversität frühzei- tig im Auswahlprozess angemessen berück- sichtigt werden. Zusammen mit den Zielen für die Zusammensetzung und dem Kompetenzprofil soll damit der Vorstand so besetzt sein, dass eine qualifizierte Leitung des Unternehmens durch den Vorstand si- chergestellt ist. — Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft um- fasst eine Vielzahl grenzüberschreitender Aktivitäten. Eine angemessene Anzahl an Vorstandsmitgliedern soll daher aufgrund ihrer Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit Erfahrungen in international tätigen Unter- nehmen gesammelt haben. Maßgeblich für die Entscheidung über die Beset- zung einer konkreten Position im Vorstand ist stets das Unternehmensinteresse unter Berücksichti- gung aller Umstände des Einzelfalls. Der Aufsichts- rat berücksichtigt die Ziele für die Zusammenset- zung und die im Diversitätskonzept niederlegten Anforderungen im Rahmen des Auswahlprozesses und der Bestellung von Vorstandsmitgliedern. Alle genannten Kriterien sind erfüllt bzw. werden beachtet. Der Vorstand ist entsprechend den Vor- gaben des Diversitätskonzepts für den Vorstand zusammengesetzt. Zum Vorstandsmitglied soll in der Regel nur bestellt werden, wer im Zeitpunkt der Bestellung das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet hat (vgl. Emp- fehlung B.5 des DCGK). Langfristige Nachfolgeplanung Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vor- stand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Grundlage dafür bilden Gespräche mit den Vor- standsmitgliedern und Eindrücke von Führungskräf- ten, die in den Sitzungen des Aufsichtsrats präsen- tieren. Auf diese Weise macht sich der Aufsichtsrat ein Bild von potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern innerhalb des Konzerns. Arbeitsweise Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand eine Geschäfts- ordnung gegeben, die unter anderem auch einen Geschäftsverteilungsplan mit der Ressortaufteilung zwischen den einzelnen Vorstandsmitgliedern ent- hält. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 122 Im Geschäftsjahr 2024 waren die Verantwortlich- keiten der Vorstandsmitglieder wie folgt geregelt: Dr. Stefan Glombitza Vorsitzender des Vorstands Chief Executive Officer (CEO) & Chief Operations Officer (COO) — Unternehmensstrategie und Unternehmens- entwicklung — Leitung operativer technischer Entwick- lungseinheiten — Program-Management inkl. Project Manage- ment Office — Protein(analytics) - and Process Sciences — Drug Product Development — Regulatory affairs — Quality Management Nicola Mikulcik Chief Business Officer (CBO) — Geschäftsentwicklung insbesondere Koope- rationen (z.B. Lizenzierung, Co-Entwicklung, strategische Partnerschaften) und Wettbe- werbsbeobachtung — Leitung Einkauf — Leitung Launch-Management und Supply Chain — Leitung Patent Litigation — Repräsentanz der Gesellschaft in der bioeq AG Dr. Andreas Seidl Chief Scientific Officer (CSO) — Prä-klinische Entwicklung — Klinische Entwicklung — Klinische Bioanalytik — IP (FTO-Analysen and Patentschutz für Ent- wicklungsprojekte) — Bereichsübergreifend Innovations- und Technologie-Management — Arbeitssicherheit Enno Spillner Chief Financial Officer (CFO) — Finanzen (Buchhaltung, Controlling, Trea- sury, Steuern) — Kommunikation (Investor Relations, Public Relations, Interne Kommunikation) — ESG — Legal, Governance & Compliance — Risiko Management — IT (IT, Digitalisierung, Cyber Security) — Human Resources — Facility Management Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft unter Beachtung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters nach Maß- gabe der Gesetze, der Satzung der Gesellschaft, Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 123 der Geschäftsordnung für den Vorstand und der je- weiligen Dienstverträge. Er arbeitet zum Wohle der Gesellschaft und des Konzerns eng und vertrau- ensvoll mit den übrigen Organen der Gesellschaft, insbesondere dem Aufsichtsrat, und der Beleg- schaft zusammen. Die Vorstandsmitglieder tragen die Gesamtverant- wortung für die Führung der Geschäfte der Gesell- schaft. Die Geschäftsordnung für den Vorstand legt bestimmte Angelegenheiten von besonderer Be- deutung und Tragweite fest, für die eine Entschei- dung durch den Gesamtvorstand erforderlich ist. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vor- stands leitet jedes Mitglied des Vorstands den ihm nach Maßgabe der Geschäftsordnung zugewiese- nen Geschäftsbereich selbstständig. Die Führung aller Geschäftsbereiche ist einheitlich auf die durch die Beschlüsse des Vorstands festgelegten Ziele auszurichten. Jedes Vorstandsmitglied hat die ge- schäftsbereichsbezogenen Interessen stets dem Erfolg und Wohl der Gesellschaft und des Konzerns unterzuordnen. Die Vorstandsmitglieder arbeiten kollegial zusam- men und unterrichten sich gegenseitig und insbe- sondere den Vorsitzenden des Vorstands laufend über wesentliche Maßnahmen, Vorgänge und Ab- sichten sowie über besondere Risiken oder dro- hende Verluste. Jedes Vorstandsmitglied kann von den anderen Vorstandsmitgliedern jederzeit Aus- kunft über konkrete Geschäftsangelegenheiten aus dem jeweiligen Geschäftsbereich des Vorstands- mitglieds verlangen. Der Vorsitzende des Vor- stands koordiniert die Geschäftsbereiche sachlich untereinander. Zugleich obliegt ihm die vorstands- interne Überwachung der einzelnen Geschäftsbe- reiche. Er hat insbesondere darauf hinzuwirken, dass die Führung der Geschäftsbereiche einheitlich auf die durch die Beschlüsse des Vorstands festge- legten Ziele und Pläne ausgerichtet wird. Der Vorstand tritt in der Regel alle zwei Wochen zu einer Sitzung zusammen. Sitzungen müssen statt- finden, wenn das Wohl der Gesellschaft es erfor- dert oder ein Vorstandsmitglied unter Angabe des Beratungsgegenstands die Einberufung verlangt. Der Vorsitzende des Vorstands beruft die Sitzun- gen ein, sofern er nicht turnusmäßige Sitzungen anordnet, und leitet sie. Sind der Vorsitzende des Vorstands und – sofern ein Stellvertreter ernannt wurde – der Stellvertreter an der Teilnahme an ei- ner Vorstandssitzung gehindert, wird die Sitzung von dem vom Vorsitzenden des Vorstands be- stimmten Mitglied, anderenfalls von dem an Le- bensjahren ältesten anwesenden Mitglied des Vor- stands geleitet. Beschlüsse des Vorstands werden in der Regel in Sitzungen gefasst. Auf Antrag eines Vorstandsmit- glieds können Sitzungen auch in Form einer Tele- fonkonferenz oder mittels sonstiger elektronischer Kommunikationsmittel (insbesondere Videokonfe- renz) abgehalten und einzelne Vorstandsmitglieder telefonisch oder mittels anderer elektronischer Kommunikationsmittel zugeschaltet werden, wenn kein Vorstandsmitglied diesem Verfahren unver- züglich widerspricht. In diesen Fällen kann die Be- schlussfassung im Wege der Telefonkonferenz oder mittels sonstiger elektronischer Kommunikati- onsmittel erfolgen. Beschlussfassungen können auch außerhalb von Sitzungen schriftlich, mündlich, fernmündlich, per E-Mail oder mittels sonstiger elektronischer Kommunikationsmittel, in Kombina- tion der vorgenannten Formen sowie in Kombina- tion von Sitzung und Beschlussfassung außerhalb einer Sitzung gefasst werden, wenn ein Vorstands- mitglied dies beantragt und kein anderes Vor- standsmitglied diesem Verfahren unverzüglich wi- derspricht. Sofern ein Vorstandsmitglied nicht an ei- ner solchen Beschlussfassung teilgenommen hat, soll es unverzüglich über die gefassten Beschlüsse informiert werden. Über die Beschlüsse und Sitzun- gen des Vorstands sind Niederschriften zu fertigen, die der Leiter der jeweiligen Sitzung oder bei Be- schlüssen außerhalb von Sitzungen der Vorsit- zende des Vorstands unterzeichnet. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn sämtliche Vorstandsmitglieder ordnungsgemäß eingeladen worden sind und mindestens die Hälfte seiner Mit- glieder an der Beschlussfassung teilnimmt. Be- schlüsse des Vorstands sollen möglichst einstim- mig gefasst werden. Ist keine Einstimmigkeit zu er- zielen, werden die Beschlüsse des Vorstands mit einfacher Mehrheit der an der Beschlussfassung teilnehmenden Mitglieder gefasst, soweit nicht das Gesetz etwas anderes vorschreibt. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 124 Jedes Vorstandsmitglied kann bestimmen, dass Personen, die nicht dem Vorstand angehören, zur Beratung über einzelne Gegenstände zugezogen werden, sofern der Gesamtvorstand nicht wider- spricht. Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. In Entscheidun- gen von grundlegender Bedeutung ist der Auf- sichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand berichtet an den Aufsichtsrat regel- mäßig, zeitnah, umfassend und in der Regel in Text- form über alle für die Gesellschaft oder den Kon- zern relevanten Fragen insbesondere der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risiko- lage, des Risikomanagements, der Finanzen und der Compliance. Der Vorstand hat dabei auf Abwei- chungen des Geschäftsverlaufs von den in den auf- gestellten Plänen vereinbarten Zielen unter An- gabe von Gründen einzugehen. Für Geschäftsführungsmaßnahmen von grundle- gender Bedeutung hat der Aufsichtsrat in der Ge- schäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvor- behalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat durch Be- schluss weitere Geschäfte oder Maßnahmen, die nicht in der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgeführt sind, der Zustimmung durch den Auf- sichtsrat unterwerfen. Praktiken der Unternehmensführung Compliance und umfassender Verhaltenskodex (Code of Conduct) Für die Gesellschaft hat unternehmerische Integri- tät höchste Priorität. Deshalb versteht der Konzern unter Compliance nicht nur die Einhaltung der gel- tenden nationalen und internationalen Gesetze und Vorschriften. Die Gesellschaft fühlt sich darüber hinaus auch ethischen und moralischen Werten verpflichtet. Zu diesem Zweck hat das Unterneh- men bestimmte an der Risikolage des 64 Nicht geprüfte Information Unternehmens ausgerichtete Compliance-Maßnah- men implementiert, welche die Mitarbeitenden und Führungskräfte dabei unterstützen, diesen Ansprü- chen gerecht zu werden. Die Abteilung Recht & Compliance berichtet direkt an den Chief Financial Officer und betreut die Com- pliance. Der Vorstand ist für die Einhaltung Compli- ance-relevanter Maßnahmen und Prozesse, der ge- setzlichen Bestimmungen und der unternehmensin- ternen Richtlinien verantwortlich. Im Aufsichtsrat befasst sich vor allem der Prüfungsausschuss re- gelmäßig mit Compliance-Themen, wodurch eine Berichtslinie in den Aufsichtsrat sichergestellt ist. Das konzernweite Hinweisgebersystem (Whist- leblower-System) gibt Mitarbeitenden die Möglich- keit, anonym und geschützt Hinweise auf Rechts- verstöße im Unternehmen zu geben. Das Hinweis- gebersystem steht unter https://formycon.integri- tyline.com/?lang=de zur Verfügung. Auch Dritten steht dieses System zur Verfügung. Die Gesell- schaft hat eine „Whistleblower Policy“ zum Hinweis- gebersystem verabschiedet und auf ihrer Internet- seite unter https://www.formycon.com/nachhal- tigkeit/berichte-downloads/ veröffentlicht. Die Gesellschaft hat einen Verhaltenskodex für Lie- feranten (Supplier CoC) erlassen. Diese Grundsätze sollen eine Grundlage für Lieferungen von Waren und Dienstleistungen bilden. Der Supplier CoC ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.formycon.com/nachhaltigkeit/ berichte-downloads/ veröffentlicht. 64 Der Verhaltenskodex (Code of Conduct) fasst die Compliance-Anforderungen von Formycon zusam- men, die sowohl für das Unternehmen und das Ma- nagement als auch für jeden einzelnen Mitarbeiten- den verbindlich sind. Der Verhaltenskodex ist auf der Internetseite von Formycon unter https://www.formycon.com/nachhaltigkeit/ berichte-downloads/verfügbar. Der Verhaltenskodex (Code of Conduct) regelt ins- besondere: Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 125 — den Schutz des Wissensvorsprungs von Formycon und den Schutz der gewerbli- chen Schutzrechte Dritter, — die Zusammenarbeit mit Behörden, — die Fairness im Wettbewerb und strikte Ein- haltung des Kartellrechts, — die Integrität im Geschäftsleben, — die Trennung von unternehmerischen und privaten Interessen, — die Wahrung der Chancengleichheit beim Wertpapierhandel und der Wertpapierbe- richterstattung, — den Datenschutz und die Datensicherheit, — den Schutz der Umwelt, Gesundheit und Si- cherheit sowie — die Compliance für die Datenverarbeitung und Finanzberichterstattung. Der Verhaltenskodex steht den Mitarbeitenden auf Deutsch und Englisch zur Verfügung. Bei Fragen oder Verdachtsfällen des Verstoßes ge- gen den Verhaltenskodex können sich die Mitarbei- tenden jederzeit an den Compliance-Beauftragten der Gesellschaft wenden oder einen anonymen Hinweis über das Hinweisgebersystem abgeben. Weitere die Compliance betreffende Sachverhalte, wie zum Beispiel der Umgang mit Insiderinformatio- nen, werden über konzernweit verbindliche Richtli- nien geregelt. Im Fall von Veränderungen der ge- setzlichen Rahmenbedingungen werden die Infor- mationen aktualisiert und die betroffenen Mitarbei- tenden auch im Rahmen von Schulungen infor- miert. Nachhaltigkeit Der Vorstand stellt sicher, dass die mit den Sozial- und Umweltfaktoren verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen sowie die ökologi- schen und sozialen Auswirkungen der Unterneh- menstätigkeit systematisch identifiziert und bewer- tet werden. In der Unternehmensstrategie werden neben langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen berück- sichtigt. Die Unternehmensplanung umfasst – ne- ben entsprechenden finanziellen Zielen – auch ent- sprechende nachhaltigkeitsbezogene Ziele. Umfas- sende Informationen zum Thema Nachhaltigkeit sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.formycon.com/nachhaltigkeit/ verantwortung/ verfügbar. Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem Die Gesellschaft verfügt über ein integriertes Risi- komanagementsystem. Ziel des zentralen Risiko- managements ist es, Risiken und Chancen frühzei- tig zu erkennen, finanzielle, umwelt- und strategie- bezogene Schäden zu mindern, das Risikoprofil zu optimieren und die Einhaltung wesentlicher Unter- nehmensgrundsätze sicherzustellen. Das Risikoma- nagement ist daher ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Das interne Kontrollsys- tem wird regelmäßig von Vorstand und Abschluss- prüfer auf Angemessenheit und Wirksamkeit über- prüft. Die Gesellschaft hat Maßnahmen ergriffen, um fest- gestellte Schwächen zu beheben und die Prozesse und Systeme kontinuierlich zu verbessern. In der gesamthaften Würdigung der Angemessen- heit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie des Risikomanagementsystems haben sich unter Berücksichtigung von Umfang der Geschäfts- tätigkeit und Risikolage des Unternehmens keine Hinweise darauf ergeben, dass diese Systeme im Ergebnis nicht angemessen oder nicht wirksam sind. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 126 Weitere Informationen sind im Risiko- und Chan- cenbericht zu finden. 5. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und zu beraten. Überblick Der Aufsichtsrat besteht gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 der Satzung aus fünf Mitgliedern. Die Aufsichtsrats- mitglieder werden von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit gewählt. Wahlen zum Aufsichts- rat werden regelmäßig als Einzelwahl durchgeführt. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und setzt ihre Vergütung fest. Er kann die Bestel- lung zum Vorstandsmitglied widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Der Aufsichtsrat über- wacht und berät den Vorstand bei der Geschäfts- führung. Die Überwachung und Beratung durch den Aufsichtsrat umfasst insbesondere auch Nach- haltigkeitsfragen. Der Aufsichtsrat wird in Entschei- dungen von grundlegender Bedeutung für Formycon eingebunden. In regelmäßigen Abstän- den erörtert der Aufsichtsrat Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risiko- lage, des Risikomanagements, der Compliance so- wie sonstige wichtige Ereignisse, die für die Beur- teilung der Lage und Entwicklung sowie für die Lei- tung der Gesellschaft und des Konzerns von we- sentlicher Bedeutung sind. Er prüft den Jahres- und Konzernabschluss, den zusammengefassten Lage- bericht der Gesellschaft und des Konzerns und den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns. Er stellt den Jahresabschluss der Gesellschaft fest und billigt den Konzernabschluss, wobei er die Ergebnisse der durch den Prüfungs- ausschuss vorgenommenen Vorprüfung zugrunde legt und die Prüfungsberichte des Abschlussprü- fers berücksichtigt. Der Aufsichtsrat beschließt über den Vorschlag für die Verwendung des Bilanz- gewinns und den Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Er befasst sich auch mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Gesellschaft. Die Aufsichtsratsmitglieder sind ausschließlich dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie dürfen bei ihren Entscheidungen weder persönliche Interes- sen verfolgen noch Geschäftschancen der Gesell- schaft oder anderer Unternehmen des Konzerns für sich, für eine ihnen nahestehende natürliche oder juristische Person oder für eine sonstige Institution oder Vereinigung, in der bzw. für die sie tätig sind, nutzen. Jedes Aufsichtsratsmitglied hat beste- hende und potenzielle Interessenkonflikte, insbe- sondere solche, die aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditge- bern der Gesellschaft oder bei sonstigen Dritten entstehen bzw. entstehen können, dem Vorsitzen- den des Aufsichtsrats gegenüber unverzüglich of- fenzulegen. Über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung wird im Bericht des Aufsichtsrats infor- miert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Wolfgang Essler ist Geschäftsführer der Santo Holding (Deutschland) GmbH. Das Mitglied des Aufsichts- rats Klaus Röhrig ist Gründungspartner und Co- Chief Investment Officer bei Active Ownership Cor- poration S.à r.l. Aufgrund eines potentiellen Interes- senkonflikts bedingt durch diese Funktionen nah- men Wolfgang Essler und Klaus Röhrig vorsorglich nicht an der Beschlussfassung über den Abschluss des zwischen der Gesellschaft als Darlehensneh- merin und der Santo Holding (Deutschland) GmbH sowie der Active Ownership Corporation S.à r.l. handelnd für die Active Ownership SICAV SIF SCS als Darlehensgeberinnen abgeschlossenen Darle- hensvertrag teil. Beide legten den potentiellen Inte- ressenkonflikt gegenüber den übrigen Mitgliedern des Aufsichtsrats offen. Wolfgang Essler und Klaus Röhrig erklärten sich mit der Beschlussfassung durch die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats ein- verstanden. Im Übrigen wurden im Geschäftsjahr 2024 keine Interessenkonflikte angezeigt. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten in der Person des Aufsichts- ratsmitglieds soll das betreffende Aufsichtsratsmit- glied sein Amt niederlegen. Neue Aufsichtsratsmitglieder durchlaufen ein On- boarding-Programm. Das Onboarding-Programm sieht unter anderem eine Einführung in die Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 127 Regelwerke zur Corporate Governance, die Ge- schäftstätigkeit und strategische Ausrichtung der Gesellschaft vor und umfasst zudem vorbereitende Gespräche mit Vorstandsmitgliedern. Die Aufsichtsratsmitglieder stellen sicher, dass ihnen für die Wahrnehmung ihres Mandats genü- gend Zeit zur Verfügung steht. Sofern die Aufsichts- ratsmitglieder gleichzeitig dem Vorstand einer bör- sennotierten Gesellschaft angehören, sollen sie insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsman- date in konzernexternen börsennotierten Gesell- schaften oder vergleichbare Funktionen und kei- nen Aufsichtsratsvorsitz in einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft wahrnehmen. Ein Auf- sichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer bör- sennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei kon- zernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt. Zusammensetzung Im Geschäftsjahr 2024 gehörten dem Aufsichtsrat die folgenden Mitglieder an: Wolfgang Essler — Jahrgang: 1972 — Vorsitzender des Aufsichtsrats — Mitglied seit 25. Juli 2023 — Gewählt bis zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2027 — Haupttätigkeit: Generalbevollmächtigter der ATHOS und Geschäftsführer der Santo Hol- ding (Deutschland) GmbH — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): o Vanguard AG, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates; o Mega Pharma Holding Uruguay S.A., Montevideo, Uruguay, Mit- glied des nicht-exekutiven Verwal- tungsrats; o Terra Quantum AG, St. Gallen, Schweiz, Mitglied des Verwal- tungsrats. Colin Bond (ab 1. Oktober 2024) — Jahrgang: 1960 — Stellvertretender Vorsitzender seit 1. Okto- ber 2024 — Mitglied seit 1. Oktober 2024 — Gewählt bis zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2028 — Haupttätigkeit: Verwaltungsratsmitglied — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): o BioPharma Credit Plc, Leeds, Ver- einigtes Königreich, Mitglied des Board of Directors; o Agomab Therapeutics NV, Antwer- pen, Belgien, Mitglied des Board of Directors; o Oxford Biomedica PLC, Oxford, Vereinigtes Königreich, Mitglied des Board of Directors (seit 1. Ja- nuar 2025). Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 128 Nicholas Haggar (ab 12. Juni 2024) — Jahrgang: 1965 — Stellvertretender Vorsitzender von 12. Juni 2024 bis 30. September 2024 — Mitglied seit 12. Juni 2024 — Gewählt bis zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2028 — Haupttätigkeit: Chief Executive Officer der HealthQube Ltd — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): o Zentiva K.S. International, Prag, Tschechische Republik, nicht ge- schäftsführender Direktor; o Biocon Limited, Bangalore, Indien, unabhängiges Verwaltungsratsmit- glied; o Biocon Biologics Ltd., Bangalore, Indien, unabhängiges Mitglied des Verwaltungsrats; o Biocon Biologics UK Ltd, London, Vereinigtes Königreich, nicht ge- schäftsführendes Verwaltungsrats- mitglied; o Biosimilars NewCo Ltd, London, Vereinigtes Königreich, nicht ge- schäftsführendes Verwaltungsrats- mitglied; o Biosimilars Collaborations Ireland Ltd., Dublin, Irland, nicht geschäfts- führendes Vorstandsmitglied; o Polpharma Group B.V., nicht-ge- schäftsführender Vorsitzender. Klaus Röhrig — Jahrgang: 1977 — Mitglied seit 10. Dezember 2020 — Gewählt bis zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2025 — Haupttätigkeit: Gründungspartner und Co- Chief Investment Officer der Active Owner- ship Capital S.à r.l. — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): o Agfa-Gevaert N.V., Belgien, Mit- glied des Verwaltungsrats (nicht geschäftsführendes Mitglied); o Fagron NV, Belgien, Mitglied des Verwaltungsrats (nicht geschäfts- führendes Mitglied); o MAM Baby AG, Wollerau, Schweiz, Mitglied des Verwaltungsrates; o Active Ownership Corporation S.à.r.l., Grevenmacher, Luxemburg, Mitglied des Verwaltungsrats; o Active Ownership Capital S.à.r.l., Grevenmacher, Luxemburg, Mit- glied des Verwaltungsrats; o White Elephant Holdco S.à.r.l., Gre- venmacher, Luxemburg, Mitglied des Verwaltungsrats; o White Elephant S.à.r.l., Grevenma- cher, Luxemburg, Mitglied des Ver- waltungsrats; Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 129 o AOC Technology SAS, Grevenma- cher, Luxemburg, Mitglied des Ver- waltungsrats; o AO Gaming S.à.r.l., Grevenmacher, Luxemburg, Mitglied des Verwal- tungsrats; o AOC Cloud S.à.r.l., Grevenmacher, Luxemburg, Mitglied des Verwal- tungsrats; o AOC Pharma S.à.r.l., Grevenma- cher, Luxemburg, Mitglied des Ver- waltungsrats. Dr. Bodo Coldewey (ab 12. Juni 2024) — Jahrgang 1971 — Mitglied seit 12. Juni 2024 — Gewählt bis zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2027 — Haupttätigkeit: Geschäftsführer des Family Office WEGA Invest GmbH — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezem- ber 2024): Keine Dr. Olaf Stiller (bis 12. Juni 2024) — Jahrgang 1977 — Vorsitzender bis 12. Juni 2024 — Mitglied von 4. August 2010 bis 12. Juni 2024 — Haupttätigkeit: Mitglied des Vorstands der Paedi Protect AG (bis 25. September 2024) — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 12. Juni 2024): o NanoRepro AG, Mitglied des Auf- sichtsrats; o Deutsche Reinigungswerke AG, Mitglied des Aufsichtsrats; o HWT invest Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats. Peter Wendeln (bis 12. Juni 2024) — Jahrgang 1964 — Stellvertretender Vorsitzender bis 12. Juni 2024 — Mitglied von 4. August 2010 bis 12. Juni 2024 — Haupttätigkeit: Geschäftsführer und Gesell- schafter der Wendeln & Cie. Asset Manage- ment GmbH — Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 12. Juni 2024): Keine Die Lebensläufe der aktuellen Aufsichtsratsmitglie- der werden auf der Internetseite von Formycon un- ter https://www.formycon.com/unternehmen/ aufsichtsrat-der-formycon-ag/ veröffentlicht und jährlich aktualisiert. Angaben zur Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder finden Sie im Vergütungs- bericht. Mit Ausnahme von Wolfgang Essler und Klaus Röh- rig sind alle Aufsichtsratsmitglieder (d.h. (Stand 31. Dezember 2024) Colin Bond, Nicholas Haggar und Dr. Bodo Coldewey) nach Einschätzung des Aufsichtsrats unabhängig im Sinne des DCGK. Colin Bond verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 130 Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kon- troll- und Risikomanagementsysteme sowie Kennt- nisse und Erfahrungen in der Nachhaltigkeitsbe- richterstattung. Dr. Bodo Coldewey verfügt über be- sondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Ab- schlussprüfung einschließlich der Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen in ihrer Ge- samtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrneh- mung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fä- higkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen und mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut sein. Der Aufsichtsrat orientiert sich bei Besetzungen im Aufsichtsrat am Kompetenzprofil und der Qualifika- tionsmatrix, welche die Anforderungen an den Auf- sichtsrat in den Bereichen (1) Unabhängigkeit, (2) Diversität und (3) fachliche Kompetenzen im Detail darstellt. Das Kompetenzprofil berücksichtigt zu- dem die unternehmensspezifische Situation von Formycon, die internationale Struktur, die zukünf- tige Entwicklung der Märkte und des Produktport- folios. — Unabhängigkeit: Der Aufsichtsrat orientiert sich bei der Definition der Unabhängigkeit am Deutschen Corporate Governance Ko- dex. — Diversität: Der Aufsichtsrat strebt eine hin- reichende Diversität im Hinblick auf Persön- lichkeit, Geschlecht, Internationalität, berufli- chen Hintergrund, Fachkenntnisse und Er- fahrungen sowie Altersverteilung an. — Fachliche Kompetenzen: Zur verantwor- tungsvollen Ausübung des Mandats hat der Aufsichtsrat zudem eine Vielzahl an fachli- chen Kompetenzen definiert, die zur Bewer- tung der vielfältigen Themen der Aufsichts- ratsagenda erforderlich sind. Der Aufsichts- rat soll insgesamt über Kompetenzen verfü- gen, die angesichts der Aktivitäten der Ge- sellschaft als wesentlich erachtet werden. Hierzu gehören insbesondere vertiefte Er- fahrungen und Kenntnisse — in der Führung eines (internationalen) Unter- nehmens, — in der Healthcare- und Life Science- Branche, — auf dem Gebiet der Forschung & Entwick- lung sowie Kommerzialisierung, — zu den wesentlichen Märkten, in denen Formycon tätig ist, — in der Rechnungslegung, — in der Abschlussprüfung, — im Controlling und Risikomanagement, — auf den Gebieten Recht, Governance und Compliance, und — auf dem Gebiet Nachhaltigkeit (Umwelt und Soziales). Darüber hinaus muss mindestens ein Aufsichtsrats- mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet Rech- nungslegung und mindestens ein weiteres Auf- sichtsratsmitglied über Sachverstand auf dem Ge- biet der Abschlussprüfung verfügen (zwei Financial Experts). Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat folgende wei- tere Vorgaben bzgl. seiner Besetzung festgelegt: — In den Aufsichtsrat soll in der Regel nur ge- wählt werden, wer zum Zeitpunkt der Wahl das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. — Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft um- fasst eine Vielzahl grenzüberschreitender Aktivitäten. Eine angemessene Anzahl an Aufsichtsratsmitgliedern soll daher aufgrund ihrer Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit Erfahrungen in international tätigen Unter- nehmen gesammelt haben Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 131 — Aufsichtsratsmitglieder dürfen keine Funk- tion in einem Geschäftsführungsorgan bei wesentlichen Wettbewerbern des Konzerns ausüben. Alle genannten Kriterien sind erfüllt bzw. werden beachtet. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 132 Das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats wird konti- nuierlich weiterentwickelt und der Stand der Umsetzung im Folgenden in Form der Qualifikati- onsmatrix offengelegt. Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 133 Der Aufsichtsrat der Formycon AG ist der Auffas- sung, dass er in seiner Gesamtheit das Kompetenz- profil angemessen ausfüllt. Zudem ist für jede der definierten Kompetenzen mindestens ein Experte im Aufsichtsrat vertreten. Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat hat die Zielgröße für den Frauen- anteil im Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG in Höhe von mindestens 0,00 % festgelegt und be- stimmt, dass diese Zielgröße bis zum 26. Februar 2030 zu erreichen ist. Die Zielgröße „Null“ entspricht dem Status Quo bei der Gesellschaft, die einen nur mit Männern besetz- ten Aufsichtsrat hat. Die Gesellschaft hat ihren Auf- sichtsrat im Geschäftsjahr 2024 neu zusammenge- setzt. Der Such- und Auswahlprozess für neue Auf- sichtsratsmitglieder wurde gerade auch im Hinblick auf eine Besetzung mit Frauen durchgeführt. Letzt- lich hat sich der Aufsichtsrat entschieden, mit Colin Bond, Dr. Bodo Coldewey und Nicholas Haggar drei hoch qualifizierte neue Mitglieder vorzuschla- gen und zu gewinnen, die wesentlich zu einer Pro- fessionalisierung und Internationalisierung der Auf- sichtsratstätigkeit beitragen. Die Gesellschaft ist ein dynamisches Wachstumsunternehmen, das erst im November 2024 das Uplisting in den regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse vollzogen hat. In dieser Phase des Unternehmens ist nach Auffassung des Aufsichtsrats eine Konstanz in der Organbesetzung von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung. Es ist daher beabsich- tigt, die Tätigkeit im Aufsichtsrat auch in den kom- menden Jahren in dieser Zusammensetzung fortzu- führen. Die zuvor genannte Zielgröße wurde im Geschäfts- jahr 2024 erreicht. Angaben zum Diversitätskonzept für den Auf- sichtsrat Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat soll si- cherstellen, dass dessen Mitglieder über die per- sönlichen Voraussetzungen wie zum Beispiel die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachli- chen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Es setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen: — die festgesetzten Ziele für die Zusammen- setzung des Aufsichtsrats; — das Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat; — die Zielgröße für den Frauenanteil im Auf- sichtsrat in Höhe von mindestens 0,00 %. Das Diversitätskonzept wird im Zuge der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder umgesetzt sowie in Vorbe- reitung auf diese bei der Suche nach Kandidaten für den Aufsichtsrat. Im Falle von Neubesetzungen wird zudem geprüft, welche der Kompetenzen im Aufsichtsrat gegebenenfalls verstärkt werden kön- nen. Es wurden alle genannten Kriterien im Geschäfts- jahr 2024 erfüllt bzw. beachtet. Der Aufsichtsrat war im Geschäftsjahr 2024 entsprechend den Vor- gaben des Diversitätskonzepts zusammengesetzt. Die Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitglie- dern an die Hauptversammlung erfolgen unter Be- achtung der gesetzlichen Regelungen und der Vor- gaben des Diversitätskonzepts. Arbeitsweise Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Die Geschäftsordnung für den Aufsichts- rat ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.formycon.com/investoren/ governance/ öffentlich zugänglich. Der Aufsichtsrat hält so viele Sitzungen ab, wie es das Gesetz oder die Geschäfte der Gesellschaft er- fordern; er tagt mindestens zweimal im Kalender- halbjahr. Die Schwerpunkte der Sitzungen im abge- laufenen Geschäftsjahr sind im Bericht des Auf- sichtsrats zusammengefasst. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, beruft dessen Sitzungen ein und leitet sie. Beschlüsse des Aufsichtsrats werden in der Regel in Sitzungen gefasst. Auf Anordnung des Vorsitzen- den oder mit Zustimmung aller Aufsichtsratsmitglie- der können Sitzungen auch in Form einer Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 134 Telefonkonferenz oder mittels sonstiger elektroni- scher Kommunikationsmittel (insbesondere Video- konferenz) abgehalten und/oder einzelne Auf- sichtsratsmitglieder telefonisch oder mittels sonsti- ger elektronischer Kommunikationsmittel zuge- schaltet werden; in diesen Fällen kann die Be- schlussfassung im Wege der Telefonkonferenz oder mittels sonstiger elektronischer Kommunikati- onsmittel erfolgen. Telefonisch oder mittels sonsti- ger elektronischer Kommunikationsmittel zuge- schaltete Aufsichtsratsmitglieder gelten als anwe- send. Abwesende bzw. nicht telefonisch oder über sonstige elektronische Kommunikationsmittel teil- nehmende oder zugeschaltete Aufsichtsratsmitglie- der können auch dadurch an der Beschlussfassung des Aufsichtsrats teilnehmen, dass sie schriftliche Stimmabgaben durch ein anderes Aufsichtsratsmit- glied überreichen lassen. Darüber hinaus können sie ihre Stimme auch im Vorfeld der Sitzung, wäh- rend der Sitzung oder nachträglich innerhalb einer vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu bestimmen- den angemessenen Frist auch mündlich, fernmünd- lich, per E-Mail oder mittels sonstiger elektronischer Kommunikationsmittel abgeben. Ein Recht zum Wi- derspruch gegen die vom Vorsitzenden angeord- nete Form der Beschlussfassung besteht nicht. Beschlüsse des Aufsichtsrats können auch ohne Einberufung einer Sitzung schriftlich, fernmündlich, per E-Mail oder per Videokonferenz oder mittels sonstiger elektronischer Kommunikationsmittel ge- fasst werden, wenn der Vorsitzende es anordnet und entweder die teilnehmenden Aufsichtsratsmit- glieder durch elektronische Kommunikationsmittel miteinander in Verbindung stehen und den Be- schlussgegenstand erörtern können oder kein Auf- sichtsratsmitglied dem Verfahren widerspricht. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn mindes- tens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insge- samt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnehmen. In jedem Fall müssen drei Mitglieder an der Beschlussfassung teilnehmen. Beschlüsse des Aufsichtsrats bedürfen der Mehrheit der abgegebe- nen Stimmen, soweit das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend etwas anderes bestimmen. Stimm- enthaltungen gelten in diesem Sinne nicht als ab- gegebene Stimmen. Ergibt eine Abstimmung Stim- mengleichheit, gibt die Stimme des Vorsitzenden oder, falls dieser nicht an der Beschlussfassung teil- nimmt, des Stellvertreters den Ausschlag (Stichent- scheid). Über die Sitzungen des Aufsichtsrats sowie über Beschlussfassungen des Aufsichtsrats außerhalb von Sitzungen sind Niederschriften zu fertigen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat die Niederschrif- ten zu unterzeichnen. Der Aufsichtsrat tagt regelmäßig auch ohne den Vorstand. Sachverständige und Auskunftspersonen können zur Beratung über einzelne Gegenstände zugezogen werden. Ausschüsse und deren Arbeitsweise Der Aufsichtsrat hat zwei Ausschüsse, einen Prü- fungsausschuss sowie einen Nominierungs- und Vergütungsausschuss, gebildet. Prüfungsausschuss Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwa- chung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirk- samkeit des internen Kontrollsystems, des Risiko- managementsystems und des internen Revisions- systems sowie der Abschlussprüfung, insbeson- dere der Auswahl und der Unabhängigkeit des Ab- schlussprüfers, der Qualität der Abschlussprüfung und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, der Compliance und der Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Gesellschaft. Der Prüfungsausschuss kann Empfehlungen oder Vorschläge zur Gewährleistung der Integrität des Rechnungslegungsprozesses unterbreiten. Der Prüfungsausschuss legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für die Bestellung des Abschlussprü- fers vor, die in den Fällen der Ausschreibung des Prüfungsmandats mindestens zwei Vorschläge und eine Präferenzangabe umfasst, und bereitet den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversamm- lung zur Wahl des Abschlussprüfers vor. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauscht sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtet hierüber an den Prüfungsausschuss. Der Prüfungsausschuss diskutiert mit dem Abschlussprüfer die Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 135 Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstra- tegie, Prüfungsfokus, Materialität und Prüfungspla- nung sowie die Prüfungsergebnisse. Der Prüfungs- ausschuss berät regelmäßig mit dem Abschlussprü- fer auch ohne den Vorstand. Zum 31. Dezember 2024 setzte sich der Prüfungs- ausschuss aus den folgenden Mitgliedern zusam- men: — Colin Bond (Vorsitzender), — Dr. Bodo Coldewey (stellv. Vorsitzender) und — Nicholas Haggar. Colin Bond und Dr. Bodo Coldewey verfügen über den erforderlichen Sachverstand auf dem Gebiet auf dem Gebiet Rechnungslegung bzw. Abschluss- prüfung (siehe hierzu bereits oben unter Ziffer 0.). Nominierungs- und Vergütungsausschuss Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss be- reitet die Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsrats- mitgliedern vor und benennt geeignete Kandidaten gegenüber dem Aufsichtsrat. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss ist zudem verantwortlich für die Vorbereitung der Be- schlussfassung des Aufsichtsrats über die Auswahl, Bestellung, Abberufung und die Vergütung von Vorstandsmitgliedern sowie über den Abschluss, die Änderung und Beendigung ihrer Dienstver- träge. Zum 31. Dezember 2024 setzte sich der Nominie- rungs- und Vergütungsausschuss aus den folgen- den Mitgliedern zusammen: — Nicholas Haggar (Vorsitzender), — Wolfgang Essler (stellv. Vorsitzender) und — Colin Bond. Arbeitsweise Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat enthält Vorgaben zum Verfahren der Ausschüsse. Im Übri- gen gelten die Bestimmungen der Geschäftsord- nung betreffend die Arbeitsweise im Aufsichtsrat für die Ausschüsse entsprechend, soweit nicht der Aufsichtsrat für den betreffenden Ausschuss etwas anderes bestimmt. Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat beurteilt im Rahmen einer Selbste- valuation regelmäßig, wie effizient der Aufsichtsrat und die Ausschüsse ihre Aufgaben wahrnehmen. Zu diesem Zweck wird ein Fragebogen an die Mit- glieder des Aufsichtsrats verteilt, in dem sie sich zur Wirksamkeit der Arbeitsweise des Aufsichtsrats äußern und Verbesserungsmöglichkeiten aufzei- gen können. Die Gesellschaft hat ihren Aufsichtsrat im Ge- schäftsjahr 2024 neu aufgestellt und drei neue Mit- glieder in den Aufsichtsrat gewählt. Eine erstmalige Selbstbeurteilung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse in dieser Besetzung wird derzeit durchgeführt und soll im ersten Halbjahr 2025 ab- geschlossen werden. Die Ergebnisse der Selbstbe- urteilung werden in der nächsten ordentlichen Sit- zung des Aufsichtsrats nach Abschluss der Selbst- beurteilung erörtert und mögliche Verbesserungen diskutiert. 6. Aktiengeschäfte von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind nach Artikel 19 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Marktmissbrauch (Marktmissbrauchsverordnung) gesetzlich verpflich- tet, Eigengeschäfte mit Aktien der Gesellschaft oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten offenzule- gen, soweit der Gesamtbetrag der von dem Mit- glied oder ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von EUR 20.000,00 erreicht oder über- steigt. Die der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2024 gemeldeten Geschäfte wurden ordnungsgemäß Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 136 veröffentlicht und sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.formycon.com/ investoren/directors-dealings/ verfügbar. 7. Transparenz und Kommunikation Um größtmögliche Transparenz und Informations- gleichheit zu gewährleisten, fühlt sich die Gesell- schaft einer umfassenden, gleichberechtigten und zeitnahen Kommunikation gegenüber ihren Aktio- nären und der Öffentlichkeit verpflichtet. Die Ter- mine der regelmäßigen Finanzberichterstattung so- wie anderer wichtiger Ereignisse, wie der Hauptver- sammlung, sind im Finanzkalender abrufbar. Alle Geschäfts- und Quartalsberichte, Ad-hoc- und Pres- semeldungen sowie meldepflichtigen Veränderun- gen von Stimmrechtsanteilen stehen auf der Inter- netseite der Gesellschaft in deutscher und engli- scher Sprache zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Internetseite die Möglichkeit, sich über die Satzung, die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie anstehende und frühere Hauptversammlun- gen zu informieren. Anlässlich der Veröffentlichung des Jahresab- schlusses hält die Gesellschaft eine Analysten- und Investorenkonferenz ab. Im Anschluss an die Veröf- fentlichung der Quartalsergebnisse veranstaltet das Unternehmen regelmäßige Earnings Calls. Eine Aufzeichnung dieser Earnings Calls steht ebenfalls auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfü- gung. 8. Rechnungslegung Der Vorstand hat den Konzernabschluss der Gesell- schaft zum 31. Dezember 2024 auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschrif- ten, und den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 gemäß den Vorschriften des HGB aufgestellt. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden binnen 90 Tagen nach Ende des Geschäftsjahres veröffentlicht. Die ver- pflichtenden unterjährigen Finanzinformationen (Halbjahresfinanzbericht und Quartalsmitteilungen) werden grundsätzlich binnen 45 Tagen nach Ende des jeweiligen Quartals bzw. Halbjahres veröffent- licht. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss, je- weils zum 31. Dezember 2024, wurden von dem durch die ordentliche Hauptversammlung 2024 ge- wählten Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprü- fungsgesellschaft, München, geprüft. Vor Erteilung des Prüfungsmandats versicherte der Abschluss- prüfer dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit und Objektivität. Der Jahresabschluss und der Konzern- abschluss wurden – nach Vorbereitung durch den Prüfungsausschuss – vom Aufsichtsrat erörtert, ge- prüft und festgestellt bzw. gebilligt. 9. Hauptversammlung Die Aktionäre der Gesellschaft nehmen ihre Kon- troll- und Mitbestimmungsrechte in der Hauptver- sammlung wahr. Die Hauptversammlung entschei- det insbesondere über die Verwendung des Bilanz- gewinns, die Entlastung der Mitglieder des Vor- stands und des Aufsichtsrats, die Bestellung des Abschlussprüfers, den Vergütungsbericht, das Ver- gütungssystem und die Vergütung für die Auf- sichtsratsmitglieder, Satzungsänderungen sowie bestimmte Kapitalmaßnahmen und wählt Vertreter der Aktionäre in den Aufsichtsrat. Darüber hinaus wird der Hauptversammlung bei wesentlichen Änderungen, mindestens jedoch alle vier Jahre, das System zur Vergütung der Vor- standsmitglieder zur Billigung vorgelegt. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht in der Haupt- versammlung entweder selbst, durch einen Bevoll- mächtigten oder durch einen von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter ausüben. Der Vor- stand ist ermächtigt vorzusehen, dass Aktionäre ihre Stimmen, auch ohne selbst oder durch einen Vertreter an der Versammlung teilzunehmen, schriftlich oder im Wege elektronischer Kommuni- kation abgeben dürfen (Briefwahl) und dass Aktio- näre an der Hauptversammlung auch ohne Anwe- senheit an deren Ort und ohne einen Bevollmäch- tigten teilnehmen und sämtliche oder einzelne ihrer Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 137 Rechte ganz oder teilweise im Wege elektronischer Kommunikation ausüben können (Online-Teil- nahme). Der Vorstand ist zudem ermächtigt, vorzu- sehen, dass die Hauptversammlung unter Einhal- tung der hierfür vorgesehenen rechtlichen Voraus- setzungen ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten am Ort der Hauptver- sammlung abgehalten wird (virtuelle Hauptver- sammlung). Diese Ermächtigung gilt für die Abhal- tung von virtuellen Hauptversammlungen bis zum Ablauf des 31. August 2026. Die ordentliche Hauptversammlung am 12. Juni 2024 wurde als Präsenzversammlung durchge- führt. Der Vorstand Der Aufsichtsrat Martinsried/Planegg, den 21. März 2025 Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 138 Planegg-Martinsried, den 26. März 2025 Dr. Stefan Glombitza Nicola Mikulcik Dr. Andreas Seidl Enno Spillner Zusammengefasster Lagebericht — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 139 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 140 Konzernabschluss der Formycon Gruppe für den Zeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2024 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 141 Konzernbilanz zum 31.12.2024 in T€ Anhangangaben 31.12.2024 31.12.2023 Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert 18 - 44.534 Immaterielle Vermögenswerte 18 444.116 508.403 Aktivierte Nutzungsrechte 17 1 0 .7 4 9 9.3 00 Sachanlagen 17 3.821 3 .02 7 Nach der Equity Methode bilanzierte 19 151.870 1 6 7.0 4 4 Investments Finanzanlagen 19 66. 134 90 .907 Summe langfristige Vermögenswerte 676. 691 823.215 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 262 467 Forderungen aus Lieferungen und 24 23. 693 11. 612 Leistungen und sonstige Forderungen Vermögenswerte aus Kundenverträgen 8 7. 0 1 6 16.561 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6 6 Geleistete Anzahlungen und sonstige 24 22. 123 11.335 Vermögenswerte Forderungen aus Ertragssteuern 15 91 131 Zahlungsmittel und 41.834 2 7. 0 3 5 Zahlungsmitteläquivalente Summe kurzfristige Vermögenswerte 95. 024 6 7. 1 4 7 Summe Vermögenswerte 771. 715 890. 362 Eigenkapital und Schulden Eigenkapital Gezeichnetes Kapital 20 17 .664 1 6 .05 3 Kapitalrücklage 20 496.021 412.871 Gewinn- / Verlustvortrag aus Vorjahren 20 73.829 -1.968 Ergebnis der Periode 20 -125. 672 75. 795 Summe Eigenkapital 461.843 502. 751 Langfristige Schulden Langfristige Leasingverbindlichkeiten 25 9.0 9 7 7. 8 1 5 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 23 1 6 4 .7 2 6 1 8 7.6 9 0 Passive Latente Steuern 15 102. 156 122.800 Summe langfristige Schulden 275.979 318.305 Kurzfristige Schulden Rückstellungen - 387 Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 25 1.496 1. 186 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 22 12.932 51.349 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 24 1 7. 4 3 7 16.319 Leistungen Verbindlichkeiten aus Ertragssteuern 15 2.028 65 Summe Kurzfristige Schulden 33.893 69. 3 06 Summe Schulden 309 .872 3 8 7. 6 1 1 Summe Eigenkapital und Schulden 771. 715 890. 362 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 142 Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 01.01.2024 bls 31.12.2024 in T€ Anhangangaben 01.01. – 31.12.2024 01.01. – 31.12.2023 Umsatzerlöse 8 69. 674 7 7.6 9 6 Umsatzkosten 9 -54.840 -54.391 Forschungs- und Entwicklungskosten 10 -16.5 03 -9 .1 6 2 Vertriebskosten 11 -1.302 -841 Verwaltungsaufwendungen 11 -20 .085 -13.283 Sonstige Aufwendungen 11 -567 -389 Sonstige Erträge 11 78 1 Betriebsergebnis (EBIT) -23.543 -369 At-Equity Ergebnis 12 -15. 174 -19. 36 2 Finanzerträge 12 24.777 102.210 Finanzierungsaufwendungen 12 -1. 137 -2.962 Veränderung von Wertberichtigung nach 12 78 -447 dem Model des erwarteten Kreditverlustes Finanzergebnis 8.543 7 9.43 9 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Good- will und immaterielle Vermögesnwerte 18 -129.253 - Ergebnis vor Steuern -144.253 79.070 Ertragssteuern 15 18.582 -3.275 Jahresergebnis/Gesamtergebnis -125. 672 75.795 Ergebnis je Aktie (unverwässert) in EUR 13 -7,1 8 € 4 ,7 6 € Durchschnittliche Anzahl der ausstehenden 17.491.811 15.915.789 Aktien (unverwässert) Ergebnis je Aktie (verwässert) in EUR -7,1 8 € 4,72 € Durchschnittliche Anzahl der 17.633.367 16.048.616 ausstehenden Aktien (verwässert) Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 143 Konzerneigenkapital-Veränderungsrechnung für den Zeitraum 01.01.2024 bls 31.12.2024 in T€ Verlust- Jahres- Gezeich- vortrag ergebnis/ Summe Anhang- netes Kapital- aus Vor- Gesamt- Eigen- angaben Kapital rücklage jahren ergebnis kapital Stand 01.01.2023 15. 129 343.419 -37 .960 35.993 356.5 81 Ergebnis des Vorjahres 20 - - 35.993 -35.993 0 Kapitalerhöhung 910 69. 160 - - 70. 070 gegen Bareinlage Kosten der Kapitalerhöhung - -1.7 36 - - -1. 736 Effekt von ausgegebenen 14 - 1 .6 2 4 - - 1.6 24 Aktienoptionen Ausgabe von Aktien durch die 14 404 - - 418 Ausübung von Aktienoptionen Ergebnis der Periode - - - 75. 796 75.796 Stand 31.12.2023/01.01.2024 16. 053 412.871 -1.9 68 75.796 502. 752 Ergebnis des 20 - - 75. 796 -75. 796 0 Vorjahres Kapitalerhöhung 1 .6 0 4 81.240 - - 82.843 gegen Bareinlage Effekt von ausgegebenen 14 - 1 .6 7 5 - - 1.6 75 Aktienoptionen Ausgabe von Aktien durch die 8 235 - - 243 Ausübung von Aktienoptionen Ergebnis der Periode - - - -125. 672 -125. 672 Stand 31.12.2024 1 7.6 6 4 496. 021 73.829 -125. 672 461.844 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 144 Konzernkapitalflussrechnung für den Zeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2024 in T€ Anhangangaben 01.01. bis 31.12.2024 01.01. bis 31.12.2023 Ergebnis der Periode -125. 672 75. 795 Anpassung für zahlungsunwirksame Positionen Abschreibungen 17, 18 1 3 9.0 6 5 1.887 Finanzergebnis 12 -8.543 -79. 43 9 Effekt aus Aktienoptionen 14 1 .6 7 5 1 .6 2 4 Netto (Gewinn) / Verlust aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 17, 18 163 41 Sonstige zahlungsunwirksame Transaktionen 495 -46 Steueraufwand (ertrag) 15 -18.582 3.275 Veränderung operative Vermögenswerte und Schulden Abnahme (Zunahme) von Vorräten 206 104 Abnahme (Zunahme) von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen 24 -12.275 2. 696 Abnahme (Zunahme) von Vermögenswerten aus Kundenverträgen 8 9.5 44 -15.40 0 Abnahme (Zunahme) von geleisteten Anzahlungen und sonstigen Vermögenswerten 24 -1 0 .7 8 8 -6. 699 Zunahme (Abnahme) von sonstigen Verbindlichkeiten 24 762 1 .0 9 4 Zunahme (Abnahme) von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24 1. 118 4.999 Zunahme (Abnahme) von kurzfristigen Rückstellungen -387 387 Gezahlte Ertragssteuern 15 -4 -166 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -23.221 -9.8 4 8 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 18 -28.395 -2 0 .1 6 7 Investitionen in Sachanlagen 17 -1.545 -1 .0 29 Einzahlungen aus dem Verkauf von langfristi- gen Vermögenswerten 5 - Einzahlungen aus ausgegeben Darlehen 19 2 7. 3 0 0 3.300 Erhalten Zinsen 12 1. 176 516 Cash Flow aus Investitionstätigkeit -1.4 59 -1 7. 3 8 0 Einzahlungen aus der Ausgabe von Anteilen 20 83. 086 7 0.4 8 8 Transaktionskosten in Bezug auf die Ausgabe von Anteilen 20 - -1.7 36 Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 25 -1.404 -1. 103 Auszahlungen aus der Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten 22, 23 -41.292 -23. 137 Gezahlte Zinsen 12 -913 -69 Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 39. 47 8 44.443 Nettozu- (Ab)nahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 4 .7 9 8 17 .215 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. 2 7. 0 35 9.820 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. 41.834 2 7. 0 35 Konzernkapitalflussrec Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 145 Konzernanhang zum Konzernabschluss der Formycon Gruppe für den Zeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2024 Die FORMYCON AG, (im Folgenden „Gesellschaft“), zusammen mit ihren konsolidierten Tochtergesell- schaften (im Folgenden „Konzern“ oder gemeinsam „Formycon“), ist ein führender und unabhängiger Entwickler von qualitativ hochwertigen biopharma- zeutischen Nachfolgeprodukten, sogenannten Bio- similars. Formycon hat sich auf die Entwicklung von Biosimilars spezialisiert und ist in der Lage, die technischpharmazeutische Entwicklungskette von der Analytik und Zelllinienentwicklung über die Präklinik und Klinik bis hin zur Erstellung und Einrei- chung der Zulassungsunterlagen abzubilden. Ne- ben jahrzehntelanger Erfahrung in der Proteinche- mie, Analytik und Immunologie verfügt Formycon zudem über umfassende Expertise in der erfolgrei- chen Überführung von Antikörpern und antikörper- basierten Therapien in die klinische Entwicklung. Die FORMYCON AG hat ihren Sitz in Martinsried/ Planegg. Sie ist im Handelsregister des Amtsge- richts München unter HRB 200801 eingetragen. Die Gesellschaft ist an der Frankfurter Wertpapier- börse im Prime Standard gelistet (Deutsche Börse: WKN A1EWVY, Kürzel FYB, ISIN: DE000A1EWVY8). Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Über- einstimmung mit den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) wie in der EU anzuwenden aufgestellt. Zudem wurden die Vor- schriften des §315e HGB entsprechend berücksich- tigt. Der vorliegende Abschluss wurde vom Vor- stand am 26.03.2025 zur Veröffentlichung freige- geben. Die folgenden Standards und Interpretationen wa- ren im Geschäftsjahr erstmalig verpflichtend anzu- wenden: — Änderungen an IAS 1 zur Einstufung von Schul- den als kurz- oder langfristig und Änderungen an IAS 1 zu langfristigen Schulden mit Neben- bedingungen, die Änderungen sind retrospek- tiv anzuwenden: Die Änderungen enthalten Klarstellungen bestimmter Vorgaben zur Beur- teilung, ob eine Schuld als kurz- oder langfristig eingestuft wird, und führen neue Angaben für langfristige Darlehensverbindlichkeiten ein, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ab- schlussstichtag Nebenbedingungen (Covenants) unterliegen. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern- abschluss der Formycon AG. — Anpassungen zu IFRS 16 – Leasingverbindlich- keiten aus Sale-and-Leaseback Transaktionen: Die Änderung betrifft die Bilanzierung von Lea- singverbindlichkeiten aus Sale-and-Leaseback Transaktionen und schreibt vor, dass ein Lea- singnehmer im Anschluss an einen Verkauf die Leasingverbindlichkeit so zu bewerten hat, dass er keinen Betrag im Gewinn oder Verlust erfasst, der sich auf das zurückbehaltene Nut- zungsrecht bezieht. Die neu eingefügten Para- grafen erläutern unter anderem anhand von Beispielen, unterschiedliche mögliche Vorge- hensweisen, insbesondere bei variablen Lea- singzahlungen. Es ergeben sich keine wesentli- chen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Formycon AG. — Änderungen zu IAS 7 und IFRS 7 – Lieferanten- finanzierungsvereinbarungen: Die Änderungen betreffen Angabevorschriften im Zusammen- 1. Berichtendes Unternehmen 2. Grundlagen der Rechnungslegung Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 146 hang mit Lieferantenfinanzierungsvereinbarun- gen – auch als Lieferkettenfinanzierung, Finan- zierung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder Reverse-Factoring-Verein- barungen bekannt. Die neuen Vorschriften er- gänzen die in anderen Standards bereits ent- haltenen Anforderungen und schreiben explizit folgende Anhangangaben vor: — Bedingungen und Konditionen von Lieferantenfinanzierungsvereinbarun- gen — Beträge der Verbindlichkeiten, die Ge- genstand solcher Vereinbarungen sind; für welchen Teil davon die Liefe- ranten bereits Zahlungen von den Fi- nanzierern erhalten haben und unter welchem Posten diese Verbindlichkei- ten in der Bilanz ausgewiesen werden — Spannen der Fälligkeitszeitpunkte — Informationen zum Liquiditätsrisiko Es ergeben sich keine wesentlichen Auswir- kungen auf den Konzernabschluss der Formycon AG. Für die folgenden neuen oder geänderten Stan- dards und Interpretationen, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant Formycon keine frühzeitige Anwendung. Soweit nicht anders angegeben, werden die Auswirkun- gen auf den Konzernabschluss derzeit geprüft. EU Endorsement bereist erfolgt: — Änderungen zu IAS 21 – Fehlende Umtausch- barkeit: Die Änderung betrifft die Bestimmung des Wechselkurses bei langfristig fehlender Umtauschbarkeit; bislang enthielt der IAS 21 keine entsprechenden Vorschriften dazu. IAS 21 wird nunmehr ergänzt um: — Vorgaben zur Beurteilung, ob eine Währung in eine andere Währung um- getauscht werden kann — Ausführungen zur Bestimmung des Wechselkurses, wenn ein solcher Um- tausch nicht möglich ist — zusätzliche korrespondierende Anga- bepflichten. Die Änderungen sind auf Berichtsperioden an- zuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2025 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentli- chen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. EU Endorsement noch ausstehend: — Änderungen zu IFRS 10 und IAS 28 – Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unter- nehmen oder Gemeinschaftsunternehmen: Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkon- sistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräuße- rung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunter- nehmen bzw. der Einlage von Vermögenswer- ten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen. Nach IFRS 10 hat ein Mutterunternehmen den Gewinn oder Ver- lust aus der Veräußerung eines Tochterunter- nehmens bei Verlust der Beherrschungsmög- lichkeit in voller Höhe in der Gewinn- und Ver- lustrechnung zu erfassen. Demgegenüber ver- langt der aktuell anzuwendende IAS 28.28, dass der Veräußerungserfolg bei Veräuße- rungstransaktionen zwischen einem Investor und einer at-equity bewerteten Beteiligung – sei es ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen – lediglich in der Höhe des Anteils der anderen an diesem Un- ternehmen zu erfassen ist. Künftig soll der ge- samte Gewinn oder Verlust aus einer Transak- tion nur dann erfasst werden, wenn die veräu- ßerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Transaktion als Share oder Asset Deal Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 147 ausgestaltet ist. Bilden die Vermögenswerte dagegen keinen Geschäftsbetrieb, ist lediglich eine anteilige Erfolgserfassung zulässig. Der Er- stanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben. — IFRS 18 Darstellung und Angaben im Ab- schluss: IFRS 18 wird IAS 1 Darstellung des Ab- schlusses ersetzen und ist in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen. Der neue Standard führt die folgenden wesentlichen neuen Anforderungen ein. — Unternehmen werden verpflichtet, alle Erträge und Aufwendungen in der Ge- winn- und Verlustrechnung in fünf Ka- tegorien einzuteilen: die betriebliche Kategorie, die Investitions-Kategorie, die Finanzierungs-Kategorie, die Er- tragsteuern-Kategorie und die Aufge- gebene-Geschäftsbereiche-Kategorie. Unternehmen werden auch verpflich- tet, eine neu definierte Zwischen- summe „Betriebsergebnis“ darzustel- len. Das Periodenergebnis der Unter- nehmen wird sich nicht ändern. — Bestimmte unternehmensindividuelle Leistungskennzahlen (sogenannte Ma- nagement-defined Performance Mea- sures, MPMs) werden in einer geson- derten Anhangangabe im Abschluss angegeben. — Es werden verbesserte Leitlinien zur Gruppierung von Informationen inner- halb des Abschlusses eingeführt. — Darüber hinaus werden alle Unterneh- men verpflichtet, das Betriebsergebnis als Startpunkt für die Kapitalflussrech- nung zu verwenden, wenn sie den Cashflow aus der betrieblichen Tätig- keit nach der indirekten Methode dar- stellen. Zurzeit bewertet der Konzern die möglichen Auswirkungen des neuen Standards, insbe- sondere im Hinblick auf die Struktur der Kon- zern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Kapi- talflussrechnung und die zusätzlichen Angabe- pflichten für MPMs. Der Konzern prüft auch die Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Infor- mationen in den Abschlüssen gruppiert wer- den, einschließlich der Posten, die derzeit als „Sonstige“ bezeichnet werden. — IFRS 19 - Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben: IFRS 19 erlaubt es bestimmten Tochterunternehmen, die IFRS- Rechnungslegungsstandards mit reduzierten Anhangangaben anzuwenden. IFRS 19 kann von einem Tochterunternehmen angewendet werden, wenn das Tochterunternehmen selbst keiner öffentlichen Rechenschaftspflicht unter- liegt und sein Mutterunternehmen einen IFRS- Konzernabschluss erstellt. Eine öffentliche Re- chenschaftspflicht liegt insbesondere dann vor, wenn das Tochterunternehmen Eigenkapital- oder Fremdkapitalinstrumente an einem öffent- lichen Markt notiert hat. IFRS 19 tritt – vorbe- haltlich einer Übernahme in EU-Recht – für Be- richtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen. Eine vorzeitige Anwen- dung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus. Der Konzern er- füllt die Anwendungsvoraussetzungen nicht, daher wird es keine Anwendung des IFRS 19 und damit keine Auswirkungen geben. — Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 - Klassifizie- rung und Bewertung von Finanzinstrumenten: Die Änderungen beinhalten eine Klärung der Klassifizierung von finanziellen Vermögenswer- ten, die mit Umwelt-, Sozial- und Unterneh- mensführungs- (ESG) und ähnlichen Merkmalen verknüpft sind. Die Änderungen stellen klar, wie die vertraglichen Zahlungsströme entspre- chender Instrumente im Rahmen der Folgebi- lanzierung, also der Bilanzierung zu fortgeführ- ten Anschaffungskosten oder zum beizulegen- den Zeitwert, zu beurteilen sind. Darüber hin- aus adressiert die Änderung die Erfüllung von Verbindlichkeiten durch elektronische Zah- lungssysteme. Die Änderungen stellen zum Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 148 einen klar, zu welchem Zeitpunkt ein finanziel- ler Vermögenswert oder eine finanzielle Ver- bindlichkeit ausgebucht wird. Darüber hinaus wird ein Wahlrecht eingeführt, das es einem Unternehmen ermöglicht, eine finanzielle Ver- bindlichkeit auszubuchen, bevor es am Erfül- lungstag Barmittel liefert, sofern bestimmte Kri- terien erfüllt sind. Mit den Änderungen wurden auch zusätzliche Angabepflichten im Hinblick auf Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Ergebnis bewertet werden, sowie auf Finanzinstrumente mit bedingten Merkmalen (z.B. ESG-Ziele) eingeführt. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU- Recht – auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2026 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement vo- raus. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. — Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 - Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen: Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen, sind häufig als sog. Power Purchase Agreements (PPA) strukturiert. Der Bezug auf Basis dieser Verträge kann aufgrund von un- vorhergesehenen Ereignissen, wie den Wetter- bedingungen, schwanken. Die Anwendung der derzeitigen Rechnungslegungsvorschriften kann zu Erfolgswirkungen führen, die nicht zwingend den Einfluss dieser Verträge auf die Performance des bilanzierenden Unterneh- mens adäquat reflektierten. Um eine bessere Abbildung dieser Verträge in den Abschlüssen der Unternehmen zu ermöglichen, wurden die folgenden Änderungen vorgenommen: — Klarstellung zur Anwendung der own use exemption auf diese Verträge. — Anpassung der Vorschriften zur Bilan- zierung von Sicherungsgeschäften mit der Möglichkeit, Verträge über Strom aus naturabhängigen erneuerbaren Energiequellen als Sicherungsinstrument zu verwenden, wenn bestimmte Voraussetzungen er- füllt sind. — Einführen zusätzlicher Angabepflich- ten zu den Auswirkungen dieser Ver- träge auf die finanzielle Leistungsfä- higkeit und den künftigen Cashflow ei- nes Unternehmens. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – auf Berichtsperi- oden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2026 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. — Jährliche Verbesserungen an den IFRS Ac- counting Standards – Band 11: Die jährlichen Verbesserungen des IASB beschränken sich auf Änderungen, die entweder den Wortlaut ei- nes IFRS-Standards klarstellen oder relativ ge- ringfügige unbeabsichtigte Konsequenzen, Versehen oder Konflikte zwischen Anforderun- gen in den Standards korrigieren und enthält vor allem die folgenden Anpassungen: — IFRS 1 Erstmalige Anwendung der In- ternational Financial Reporting Stan- dards: Bilanzierung von Sicherungsge- schäften durch einen Erstanwender — IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben: Gewinn oder Verlust aus der Ausbu- chung; Angabe bei Abweichungen zwischen dem beizulegenden Zeitwert und dem Transaktionspreis; Angaben zum Kreditrisiko — IFRS 9 Finanzinstrumente: Ausbu- chung von Leasingverbindlichkeiten; Transaktionspreis — IFRS 10 Konzernabschlüsse: Bestim- mung eines „De- facto-Agenten“ Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 149 — IAS 7 Kapitalflussrechnung: Anschaf- fungskostenmethode. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – auf Berichtsperio- den anzuwenden, die am oder nach dem 1. Ja- nuar 2026 beginnen. Eine vorzeitige Anwen- dung der Änderungen ist zulässig, setzt je- doch ein EU-Endorsement voraus.Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine we- sentlichen Auswirkungen auf den Konzernab- schluss ergeben werden. Dieser Konzernabschluss wird in Euro, der funktio- nalen Währung der Gesellschaft, dargestellt. Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen wurden, soweit nicht anders angegeben, auf volle Tausend Euro gerundet. Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt vom Vorstand Ermessensentscheidungen und Schätzungen, die die Anwendung von Rechnungs- legungsmethoden und die ausgewiesenen Beträge der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Auf- wendungen betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst. Ermessensentscheidungen Ermessungsentscheidungen des Vorstands haben Einfluss auf die folgenden Sachverhalte: — Laufzeit des Leasingvertrags: Bestimmung, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hin- reichend sicher ist (siehe Anhangangabe 25) — Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte: Zeitpunkt der Erfüllung der Kriterien des IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte die zu einer Pflicht zur Aktivierung des Vermögenswertes führen (siehe Anhangangabe 18) — Identifizierung mehrerer Leistungsverpflichtun- gen im Rahmen der Entwicklungspartnerschaf- ten im Rahmen der Umsatzrealisierung (siehe Anhangangabe 8) und Trennung der Leistungs- verpflichtung in die Erbringung von Entwick- lungsleistungen und Gewährung einer Lizenz Annahmen und Schätzungsunsicherheiten Wesentliche Annahmen und Schätzungen, durch die ein Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine Anpassung der er- fassten Beträge erforderlich sind wurden bei den folgenden Sachverhalten vorgenommen: — Ansatz aktiver latenter Steuern: Verfügbarkeit künftig zu versteuernder Ergebnisse, gegen die abzugsfähige temporäre Differenzen und die steuerliche Verlustvorträge verwendet werden können (siehe Anhangangabe 15) — Wertminderungstest der immateriellen Vermö- genswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte: wesentliche Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde gelegen haben (Anhangangabe 18) — Ermittlung IFRS 2 Stock Options/Phantom Stock Programm/Langfristige Erfolgsbeteiligung: Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts an- teilsbasierter Vergütungen berücksichtigt Schätzungen zur Volatilität des Aktienkurses und der Fluktuation der Mitarbeiter die signifi- kanten Einfluss auf die Bewertung der Optio- nen zum Ausgabezeitpunkt haben. Die künftige Entwicklung hängt von der faktischen Personal- fluktuationen und im Falle des Phantom Stock Programms zusätzlich vonder tatsächlichen Entwicklung des Börsenkurses ab, die von den zur Schätzung der Beträge verwendeten Erwar- tungen abweichen können und somit zu einer wesentlichen Abweichung in den Folgeperio- den führen können. Im Rahmen der langfristi- gen Erfolgsbeteiliung werden zudem Annah- men über die zukünftige operationelle und fi- nanzelle Geschäftsentwicklung getroffen die 3. Funktionale und Darstellungswährung 4. Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 150 Einfluß auf die zukünftige Bewertung haben (siehe Anhangangabe 14) — Ermittlung des Buchwerts der Beteiligungen an Unternehmen unter gemeinschaftlicher Füh- rung: wesentliche Annahmen im Rahmen des Wertminderungstest nach IAS 28 (siehe Anhan- gangabe 19) Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte Eine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlich- keiten. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwen- det der Konzern, soweit möglich, am Markt be- obachtbare Daten. Basierend auf den in den Be- wertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unter- schiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie einge- ordnet: — Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden — Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten, notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder di- rekt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen — Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögens- werte oder Schulden, die nicht auf beobachtba- ren Marktdaten beruhen Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeit- wertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stu- fen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insge- samt wesentlich ist. Annahmen zur Bestimmung beizulegender Zeit- werte wurden bei der Bewertung der folgenden Sachverhalte getroffen: — Bewertung der bedingten Kaufpreiszahlungen (siehe Anhangangabe 24) — Bewertung der Verpflichtung aus anteilsbasier- ter Vergütung mit Ausgleich in bar und mit Aus- gleich durch Eigenkapitalinstrumente (siehe Anhangangabe 14) — Wertminderungstests für selbsterstellte imma- terielle Vermögenswerte und Goodwill (siehe Anhangangabe 18) — Wertminderungstest für Finanzanlagen (siehe Anhangangabe 19 ) Der Formycon Konzern beinhaltet neben der Formycon AG zum 31.12.2024 die folgenden voll- konsolidierten Unternehmen, bei sämtlichen Unter- nehmen handelt es sich um 100% ige Tochterunter- nehmen des Konzerns: — Formycon Project 201 GmbH, Martinsried/Planegg — Formycon Project 203 GmbH, Martinsried/Planegg — FYB202 Project GmbH, Martinsried/Planegg — Clinical Research GmbH, Holzkirchen Daneben ist die Bioeq AG, Zug, Schweiz, die unter gemeinschaftlicher Führung steht, unter Anwen- dung der Equity Methode in den Konzernabschluss mit einbezogen. 5. Konzernstruktur Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 151 Bewertungsgrundlagen Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage histori- scher Anschaffungs- und Herstellungskosten er- stellt. Ausnahme hierzu ist die Bewertung der be- dingten Kaufpreise in Rahmen von Unternehmens- zusammenschlüssen (siehe Anhangangaben 22 und 23) sowie die Bewertung der Verpflichtung aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich in bar die zum beizulegenden Zeitwert erfolgen. Zudem wird die Bewertung der den Mitarbeitern gewährten An- teilsbasierten Vergütung mit Ausgleich durch Ei- genkapitalinstrumente zum Zeitpunkt der Gewäh- rung ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bewer- tet (siehe Anhangangabe 14). Der Konzern hat die nachstehenden Rechnungsle- gungsmethoden auf alle in diesem Konzernab- schluss dargestellten Perioden stetig angewendet, es sei denn, es ist anders angegeben. Konsolidierungsgrundsätze Tochterunternehmen Tochterunternehmen sind vom Konzern be- herrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Rendi- ten aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Ver- fügungsgewalt über das Unternehmen zu beein- flussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthal- ten, an dem die Beherrschung beginnt und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Verlust der Beherrschung Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögens- werte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen, nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigenkapital aus. Je- der entstehende Gewinn oder Verlust wird im Ge- winn oder Verlust erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung bewertet. Anteile an Finanzanlagen, die nach der Equity- Methode bilanziert werden Die Anteile des Konzerns an nach der Equity-Me- thode bilanzierten Finanzanlagen umfassen Anteile an einem Unternehmen unter gemeinschaftlicher Führung. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemein- schaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflich- tungen für deren Schulden zu haben. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sie werden zu- nächst mit den Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch Transaktionskosten zählen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanla- gen bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder die gemeinschaftliche Führung endet. Bei der Konsolidierung eliminierte Geschäftsvor- fälle Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle und alle nicht realisierten Erträge und Aufwendungen (außer Aufwendungen und Erträge aus Fremdwäh- rungstransaktionen) aus konzerninternen Ge- schäftsvorfällen werden bei der Erstellung des Kon- zernabschlusses eliminiert. Nicht realisierte Ge- winne aus Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, wer- den gegen die Beteiligung in Höhe des Anteils des Konzerns an dem Beteiligungsunternehmen ausge- bucht. Nicht realisierte Verluste werden auf die gleiche Weise eliminiert wie nicht realisierte Ge- winne, jedoch nur, falls es keinen Hinweis auf eine Wertminderung gibt. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden zum Kassakurs am Tag der Transaktion in die 6. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 152 entsprechende funktionale Währung der Konzern- unternehmen umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die am Abschlussstichtag auf eine Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Wäh- rung umgerechnet. Nicht monetäre Vermögens- werte und Schulden, die mit dem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden zu dem Kurs umgerechnet, der zum Zeit- punkt der Ermittlung des Zeitwertes gültig ist. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaf- fungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwäh- rung bewertet werden, werden mit dem Wechsel- kurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Wäh- rungsumrechnungsdifferenzen werden grundsätz- lich im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst und innerhalb der Finanzierungserträgen und -aufwen- dungen ausgewiesen. Erlöse aus Verträgen mit Kunden Der Konzern erzielt Umsätze durch die Gewährung von Lizenzen zur Vermarktung der fertig entwickel- ten Produkte. Diese Rechte umfassen je nach Ge- staltung Vermarktungsrechte für bestimmte Regio- nen und Rechte für Unterlizensierungen für be- stimmte Regionen sowie Rechte zur Entwicklung, Herstellung und Registrierung der Produkte. Teil- weise behält der Konzern bestimmte Rechte ein. Der Konzern erhält für die gewährten Rechte Li- zenzerlöse basierend auf den Produktverkäufen in den lizensierten Gebieten. Der Konzern erfasst die Erlöse zum Zeitpunkt der Gewährung der Lizenz, sofern deren Höhe zuverlässig bestimmbar ist. In der Regel hängen die Lizenzerlöse jedoch von den tatsächlichen Produktverkäufen ab, so dass eine zuverlässige Bestimmung der Höhe der Erlöse nur im Zeitablauf möglich ist. Die entsprechenden Li- zenzerlöse werden als variable Gegenleistung der separaten Leistungsverpflichtung Lizenzgewährung zugeordnet. Des Weiteren kann es Upfront-Payments geben, welche auch der Leistungsverpflichtung Lizenzge- währung zugerechnet werden. Umsätze aus den U- pfront-Payments werden zum Zeitpunkt der Lizenz- gewährung realisiert. Darüber hinaus erzielt das Unternehmen Umsatzer- löse aus Entwicklungsleistungen und sonstigen Leistungen zur Fertigstellung des Produkts bis zur Marktzulassung sowie aus Leistungen nach Zulas- sung des Produkts. Die sonstigen Leistungen um- fassen unter anderem die Organisation von klini- schen Studien und Erstellung von Zulassungsunter- lagen. Die Leistungen nach Zulassung des Pro- dukts beinhalten im Wesentlichen die Organisation und Abwicklung der Lieferkette von der Herstel- lung des Wirkstoffs bis zum Verkauf des Fertigpro- dukts an den jeweilgen Vermarktungspartner. Die Kundenvereinbarung kann entweder eine laufende Erstattung der Kosten oder spezifische Meilen- steine vorsehen. Für bereits erbrachte Leistungen, wenn der Zahlungsanspruch nicht nur vom Zeitab- lauf abhängt, werden Vertragsvermögenswerte ausgewiesen. Bei laufender Erstattung reduzieren die regelmäßigen Zahlungen die Vertragsvermö- genswerte, wohingegen Meilensteinzahlungen diese nur bei der vertraglichen Zielerreichung redu- zieren. Die Erfassung der Erlöse erfolgt über den Entwicklungszeitraum nach der Cost-to-Cost-Me- thode. Die damit verbundenen Kosten werden bei Anfall im Gewinn oder Verlust erfasst. Teilweise können mehrere Leistungsverpflichtun- gen wie die Gewährung der Lizenz und die Erbrin- gung von Entwicklungsleistungen in einer gemein- samen Kundenvereinbarung geregelt werden. Der Transaktionspreis wird auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen Leis- tungsverpflichtungen aufgeteilt. Die Aufteilung er- folgt unter Berücksichtigung der erwarteten Kosten der Leistungserbringung zzgl. einer angemessener Marge sowie des Residualansatzes. Die Gewäh- rung der Lizenz erfolgt auf Basis des Residualwert- ansatzes, soweit die Einzelveräußerungspreise nicht beobachtbar sind. Die Meilensteine und eventuelle Upfront Zahlun- gen können an spezifische Bedingungen geknüpft sein. Die Einschätzung der Erfüllung der Bedingun- gen wirkt sich auf die Höhe der Umsätze aus. Der- zeit wird die Erfüllung als höchstwahrscheinlich ein- geschätzt. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 153 Zusätzlich erzielt der Konzern Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten und Materialien aus dem Entwicklungsprozess zur Weiterverwendung an den jeweiligen Lizenzinhaber sowie von Fertig- produkten an Vermarktungspartner. Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt zum Zeitpunkt der Gefah- renübergangs an den jeweiligen Kunden. Sämtliche Zahlungen sind dabei innerhalb kurzfris- tiger Zahlungsziele durch den Kunden zu leisten. Leistungen an Arbeitnehmer Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer Verpflichtungen aus kurzfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer werden als Aufwand erfasst, so- bald die damit verbundene Arbeitsleistung erbracht wird. Eine Schuld ist für den erwartungsgemäß zu zahlenden Betrag zu erfassen, wenn der Konzern gegenwärtig eine rechtliche oder faktische Ver- pflichtung hat, diesen Betrag aufgrund einer vom Arbeitnehmer erbrachten Arbeitsleistung zu zahlen und die Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann. Anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente Der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung anteilsbasierter Vergütungsvereinbarungen an Ar- beitnehmer wird als Aufwand mit einer entspre- chenden Erhöhung des Eigenkapitals über den Zeitraum erfasst, in dem die Arbeitnehmer einen uneingeschränkten Anspruch auf die Anteile erwer- ben. Der als Aufwand erfasste Betrag wird ange- passt, um die Anzahl der Anteile widerzuspiegeln, für die die entsprechenden Dienstbedingungen und marktunabhängigen Leistungsbedingungen er- wartungsgemäß erfüllt werden, sodass der letztlich als Aufwand erfasste Betrag auf der Anzahl der An- teile basiert, die die entsprechenden Dienstbedin- gungen und marktunabhängigen Leistungsbedin- gungen am Ende des Erdienungszeitraums erfüllen. Für anteilsbasierte Vergütungsprämien mit Nicht- ausübungsbedingungen wird der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung unter Berücksichti- gung dieser Bedingungen ermittelt; eine Anpas- sung der Unterschiede zwischen erwarteten und tatsächlichen Ergebnissen ist nicht vorzunehmen. Beinhaltet eine anteilsbasierte Vergütung mit Aus- gleich durch Eigenkapitalinstrumente Ausübungs- bedingungen die marktbedingunsunabhängig sind erfolgt eine Aktualisierung der Bewertung zu jedem Reporting Stichtag. Nähere Erläuterungen zu den Vergütungsvereinbarungen des Konzerns finden sich unter Anhangangabe 14. Anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen mit Ausgleich in bar Der beizulegende Zeitwert des Betrags, der an die Arbeitnehmer im Hinblick auf Wertsteigerung der Anteile des Unternehmens zu zahlen ist, die bar beglichen werden, wird als Aufwand mit einer ent- sprechenden Erhöhung der Schulden über den Zeitraum erfasst, in dem die Arbeitnehmer einen uneingeschränkten Anspruch auf diese Zahlungen erwerben. Die Schuld wird an jedem Abschluss- stichtag sowie am Erfüllungstag basierend auf dem beizulegenden Zeitwert der Wertsteigerungsrechte neu bewertet. Alle Änderungen der Schuld werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Nähere Erläuterun- gen zu den Vergütungsvereinbarungen des Kon- zerns finden sich unter Anhangangabe 14. Beitragsorientierte Pläne Verpflichtungen für Beiträge zu beitragsorientierten Plänen werden als Aufwand erfasst, sobald die da- mit verbundene Arbeitsleistung erbracht wird. Vo- rausgezahlte Beiträge werden als Vermögenswert erfasst, soweit ein Anrecht auf Rückerstattung oder Verringerung künftiger Zahlungen entsteht. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand in Bezug auf Vermögenswerte werden zunächst als passivische Abgrenzungsposten zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dar- über besteht, dass sie gewährt werden und der Konzern die mit der Zuwendung verbundenen Be- dingungen erfüllen wird. Anschließend werden diese sonstigen Zuwendungen der öffentlichen Hand, die mit einem Erwerb von Vermögenswerten zusammenhängen planmäßig über den Zeitraum der Nutzungsdauer des Vermögenswertes als Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 154 sonstige Erträge im Gewinn oder Verlust erfasst. Zuwendungen, die den Konzern für angefallene Aufwendungen kompensieren, werden planmäßig in den Zeiträumen, in denen die Aufwendungen er- fasst werden, aufwandsmindernd erfasst, es sei denn, die Zuwendungsbedingungen werden erst erfüllt, nachdem die zugehörigen Aufwendungen angesetzt wurden. In diesem Fall wird die Zuwen- dung in der Periode erfasst, in der der Anspruch entsteht. Der Konzern erhält derzeit Zuwendungen zur Kom- pensation angefallener Aufwendung in Zusammen- hang mit der Entwicklung des Projekts FYB207. Die Zuwendungen werden dementsprechend analog den Aufwendungen aufwandsmindernd erfasst und in der Kapitalflussrechnung im operativen Cash- Flow dargestellt. Finanzerträge und Finanzierungsaufwendungen Die Finanzerträge und Finanzierungsaufwendun- gen des Konzerns umfassen: — Zinserträge — Zinsaufwendungen — Gewinne/Verluste aus der At-Equity Bewertung von Finanzanlagen — außerplanmäßige Abschreibungen auf nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen — Fremdwährungsgewinne und -verluste aus fi- nanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten — Gewinne/Verluste aus der Zeitwertbewertung bedingter Gegenleistungen, die als finanzielle Verbindlichkeiten eingestuft sind Zinserträge und -aufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode im Gewinn oder Verlust er- fasst. Der Effektivzinssatz ist jener Zinssatz, der exakt die geschätzten künftigen Zahlungsaus- oder - eingänge während der voraussichtlichen Lebens- dauer des Finanzinstruments auf den Nettobuch- wert des finanziellen Vermögenswertes oder auf den Restbuchwert der finanziellen Verbindlichkeit abzinst. Bei der Berechnung der Zinserträge und -aufwen- dungen wird der Effektivzinssatz auf den Brutto- buchwert des Vermögenswertes (wenn dieser nicht in der Bonität beeinträchtigt ist) oder auf den Rest- buchwert der Verbindlichkeit angewendet. Für fi- nanzielle Vermögenswerte, die nach der erstmali- gen Erfassung in der Bonität beeinträchtigt werden, werden die Zinserträge hingegen durch Anwen- dung des Effektivzinssatzes auf die fortgeführten Anschaffungskosten des finanziellen Vermögens- wertes berechnet. Wenn der Vermögenswert nicht mehr in der Bonität beeinträchtigt ist, wird die Be- rechnung der Zinserträge wieder auf der Bruttoba- sis vorgenommen. Ertragsteuern Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und la- tente Steuern. Tatsächliche Steuern und latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit ei- nem Unternehmenszusammenschluss oder mit ei- nem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Er- gebnis erfassten Posten verbunden sind. Der Kon- zern hat festgelegt, dass Zinsen und Strafen auf Er- tragsteuern, einschließlich unsicherer Steuerpos- ten, nicht die Definition von Ertragsteuern erfüllen und deshalb nach IAS 37 bilanziert werden. Tatsächliche Steuern Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuer- schuld oder Steuerforderung auf das für das Ge- schäftsjahr zu versteuernde Einkommen oder den steuerlichen Verlust, und zwar auf der Grundlage von Steuersätzen, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, sowie alle Anpassun- gen der Steuerschuld für frühere Jahre. Der Betrag der erwarteten Steuerschuld oder Steuerforderung spiegelt den Betrag wider, der unter Berücksichti- gung steuerlicher Unsicherheiten, sofern vorhan- den, die beste Schätzung darstellt. Tatsächliche Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 155 Steueransprüche und -schulden werden nur unter bestimmten Bedingungen saldiert. Latente Steuern Latente Steuern werden im Hinblick auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermö- genswerte und Schulden für Konzernrechnungsle- gungszwecke und den verwendeten Beträgen für steuerliche Zwecke erfasst. Latente Steuern wer- den nicht erfasst für — temporäre Differenzen beim erstmaligen An- satz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergeb- nis beeinflusst. — temporäre Differenzen in Verbindung mit Antei- len an Tochterunternehmen, assoziierten Un- ternehmen und gemeinschaftlich geführten Un- ternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der tem- porären Differenzen zu steuern und es wahr- scheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden. — zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Fir- menwertes. Ein latenter Steueranspruch wird für noch nicht ge- nutzte steuerliche Verluste, noch nicht genutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, für die sie genutzt werden können. Zukünftig zu versteu- ernde Gewinne werden auf Basis der Umkehr zu versteuernder temporärer Differenzen ermittelt. Sollte der Betrag nicht ausreichen, um latente Steu- eransprüche vollständig zu aktivieren, werden die zukünftig zu versteuernden Gewinne – unter Be- rücksichtigung der Umkehr temporärer Differenzen – auf Basis der individuellen Geschäftspläne der Tochterunternehmen ermittelt. Latente Steueran- sprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit ver- bundene Steuervorteil realisiert werden wird; Zu- schreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftig zu versteuernder Ergebnisse verbessert. Die Bewertung latenter Steuern spiegelt die steuer- lichen Konsequenzen wider, die sich aus der Erwar- tung des Konzerns im Hinblick auf die Art und Weise der Realisierung der Buchwerte seiner Ver- mögenswerte bzw. der Erfüllung seiner Schulden zum Abschlussstichtag ergeben. Latente Steueransprüche und latente Steuerschul- den die aus der Anwendung von IFRS 16 Leasing- verhältnisse resultieren werden saldiert. Alle weite- ren Latente Steueransprüche und latente Steuer- schulden werden saldiert, wenn bestimmte Voraus- setzungen erfüllt sind. Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus An- schaffungs- oder Herstellungskosten und Netto- veräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten basieren auf dem First-in-first-out-Zuordnungsverfahren. Im Fall hergestellter Erzeugnisse beinhalten die Herstel- lungskosten einen angemessenen Anteil an den auf der normalen Betriebskapazität basierenden Produktionsgemeinkosten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um- fassen Kassenbestände und Sichteinlagen sowie sonstige kurzfristige, hochliquide Anlagen mit einer Laufzeit von 90 Tagen ab dem Erwerbsdatum, die leicht in bekannte Zahlungsmittelbeträge umge- wandelt werden können und einem unwesentli- chen Wertänderungsrisiko unterliegen. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 156 Sachanlagen Erfassung und Bewertung Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Her- stellungskosten, einschließlich aktivierter Fremdka- pitalkosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Wenn Teile einer Sachanlage unter- schiedliche Nutzungsdauern haben, werden sie als gesonderte Posten (Hauptbestandteile) von Sach- anlagen bilanziert. Jeder Gewinn oder Verlust aus dem Abgang einer Sachanlage wird im Gewinn oder Verlust erfasst. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten Nachträgliche Ausgaben werden nur aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit den Ausgaben verbundene, künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird. Abschreibung Die Abschreibung wird berechnet, um die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Sachanlagen abzüglich ihrer geschätzten Restwerte linear über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauern abzuschreiben. Die Abschreibung wird grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Die geschätzten Nutzungsdauern für das laufende Jahr und Vergleichsjahre von bedeutenden Sachanlagen betragen: — Mietereinbauten: spezifische Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögenswerts höchstens jedoch die Dauer des zu Grunde liegenden Mietvertrags bei Errichtung der Mietereinbauten: 5–10 Jahre — Laboreinrichtung und -geräte: 7–15 Jahre — Betriebs- und Geschäftsausstattung: 5–10 Jahre Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert Erfassung und Bewertung Geschäfts- oder Firmenwert Der im Rahmen von Unternehmenszusammen- schlüssen entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird mit den Anschaffungskosten abzüglich kumu- lierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Forschung und Entwicklung Ausgaben für Forschungstätigkeiten werden im Ge- winn oder Verlust erfasst, wenn sie anfallen. Ent- wicklungsausgaben werden nur aktiviert, wenn die Entwicklungskosten verlässlich bewertet werden können, das Produkt oder das Verfahren technisch und kommerziell geeignet ist, ein künftiger wirt- schaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist und der Kon- zern sowohl beabsichtigt sowie über genügend Ressourcen verfügt, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkau- fen. Sonstige Entwicklungsausgaben werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Aktivierte Entwicklungsausgaben werden zu An- schaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich ku- mulierter Amortisationen und kumulierter Wertmin- derungsaufwendungen bewertet. Formycon entwickelt Biopharmazeutika, insbeson- dere Biosimilars, mit dem Ziel, Biosimilar-Kandida- ten nach Erreichen bestimmter definierter Meilen- steine in Entwicklungs- und Vermarktungspartner- schaften zu überführen. Derzeit ist Formycon in sie- ben Entwicklungsprojekten aktiv. Es ist jeweils ein- zeln zu beurteilen, ob die Kriterien für den Ansatz eines selbst geschaffenen immateriellen Vermö- genswerts erfüllt sind. Während innovative Projekte in Phase 3 klinischer Studien in vielen Fällen abgebrochen oder in ein früheres Projektstadium zurückgeführt werden müssen, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit von Biosi- milars in Phase III signifikant höher. Da die Wirk- samkeit des Produkts für den Originator bereits Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 157 nachgewiesen und anerkannt ist und mehrere Tests und Studien durchgeführt wurden, die die Ähnlichkeit mit dem Originator belegen, kann man schlussfolgern, dass bei nachgewiesener Ähnlich- keit die Wahrscheinlichkeit, ein Produkt zu entwi- ckeln, das zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen bringt, sehr hoch ist. Darüber hinaus werden mehr als 95 % der Biosimilars, die in Phase III eintreten, nach Phase III als dem Originator ähnlich aner- kannt. 78 % der Biosimilars, die in Phase I klinischer Studien eintreten, erhalten am Ende der Entwick- lung eine Lizenz. Generell bündelt Formycon seine Aktivitäten zur Konstruktion eines neuen Biosimilars in sechs Schritten: — Marktforschung: Bewertung der Marktsituation, Identifizierung möglicher Targets und Projekt- planung — Anfängliche Analysen: Entwicklung des analyti- schen Methodenpanels, Charakterisierung des Referenzmoleküls, Definition des Quality Target und Beginn der Zelllinienentwicklung — Entwicklungsphase: Zelllinienentwicklung und Entwicklung des Herstellungsprozesses des Arzneimittelprodukts — Präklinische Phase: Normalerweise keine In- vivo-Studien notwendig, aber umfassendes Set an physiochemischen und bioanalytischen Me- thoden, die zum TPoS (Technical Proof of Simi- larity) führen — Klinische Phase I: Test mit gesunden Proban- den zum Nachweis der biologischen Ähnlich- keit mit dem Referenzprodukt — Klinische Phase III: Studie zum Nachweis der Ähnlichkeit von Referenzprodukt und Biosimilar (ähnliche Wirksamkeit, Sicherheit und Immuno- genität) Im Allgemeinen wäre TPoS nach der präklinischen Phase der Zeitpunkt, an dem Formycon auf Grund- lage der Ergebnisse zeigen kann, dass der aus der Entwicklung entstehende Vermögenswert die Krite- rien des IAS 38.57 erfüllt und daher alle zukünfti- gen Ausgaben Teil der Anschaffungskosten dieses Vermögenswerts sind. Jedes Projekt muss jedoch individuell bewertet werden. Die zuzurechnenden Kosten werden dabei als di- rekt der Entwicklung zurechenbaren Kosten ermit- telt, da es sich um qualifizierende Vermögenswerte iSd IAS 23 handelt beinhaltet dies auch entspre- chende Fremdkapitalkosten. Die Aktivierung der Entwicklungskosten wird bei Erteilung der Zulas- sung beendet sofern die nachträglich anfallenden Kosten nicht einen zusätzlichen Nutzen des Vermö- genswerts nach sich ziehen. Sonstige immaterielle Vermögenswerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte, die vom Konzern erworben werden und begrenzte Nut- zungsdauern haben, werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Amortisationen und kumulierter Wertminderungs- aufwendungen bewertet. Nachträgliche Ausgaben Nachträgliche Ausgaben werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des Vermögenswertes, auf den sie sich beziehen, erhö- hen. Alle sonstigen Ausgaben, inklusive der Ausga- ben für einen selbst geschaffenen Geschäfts- oder Firmenwert und selbst geschaffene Markennamen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Abschreibung Immaterielle Vermögenswerte werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauern linear abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt mit dem Tag der Nutzung der jeweiligen Vermögenswerte, bei Entwicklungsprojekten wird hier der Tag der ersten Zulassung des entsprechenden Medika- ments herangezogen. Die Abschreibungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Ge- schäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die geschätzten Nutzungsdauern betragen: Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 158 — Patente und Warenzeichen: in Abhängigkeit der jeweiligen Laufzeit des entsprechenden Schutzes: 5–10 Jahre — Aktivierte Entwicklungskosten für erworbene und selbsterstellte Entwicklungen: bis zu 18 Jahre Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Finanzinstrumente Ansatz und erstmalige Bewertung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und ausgegebene Schuldinstrumente werden ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind, angesetzt. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Ver- bindlichkeiten werden erstmals am Handelstag er- fasst, wenn das Unternehmen Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Instruments wird. Ein finanzieller Vermögenswert (außer einer Forde- rung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesent- liche Finanzierungskomponente) oder eine finanzi- elle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei einem Posten, der nicht zu FVTPL bewertet wird, werden die Transaktionskosten, die direkt seinem Erwerb bzw. ihrer Ausgabe zurechenbar sind, hinzugerech- net bzw. abgezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungs- komponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Klassifizierung und Folgebewertung Finanzielle Vermögenswerte Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet: — zu fortgeführten Anschaffungskosten — FVOCI-Schuldinstrumente (Investments in Schuldinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert mit Änderungen im sonstigen Ergeb- nis bewertet werden) — FVOCI-Eigenkapitalinvestments (Eigenkapitalin- vestments, die zum beizulegenden Zeitwert mit Änderungen im sonstigen Ergebnis bewertet werden) — FVTPL (zum beizulegenden Zeitwert bewertet mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust) Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erst- maligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steu- erung der finanziellen Vermögenswerte. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermö- genswerte am ersten Tag der Berichtsperiode re- klassifiziert, die auf die Änderung des Geschäfts- modells folgt. Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführ- ten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als FVTPL designiert wurde: — Er wird im Rahmen eines Geschäftsmodells ge- halten, dessen Zielsetzung darin besteht, finan- zielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten. — Die Vertragsbedingungen des finanziellen Ver- mögenswertes führen zu festgelegten Zeit- punkten zu Zahlungsströmen, die ausschließ- lich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den aus- stehenden Kapitalbetrag darstellen. Ein Schuldinstrument wird zu FVOCI klassifiziert, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und es nicht als FVTPL designiert wurde: — Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells ge- halten, dessen Zielsetzung sowohl im Halten fi- nanzieller Vermögenswerte zur Vereinnah- mung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht. — Seine Vertragsbedingungen führen zu festge- legten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 159 Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinvest- ments, das nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des Investments im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Diese Wahl wird einzelfallbezogen für jedes Invest- ment getroffen. Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fort- geführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI be- wertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Dies umfasst alle derivativen finanziellen Vermögens- werte. Bei der erstmaligen Erfassung kann der Kon- zern unwiderruflich entscheiden, finanzielle Vermö- genswerte, die ansonsten die Bedingungen für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI erfüllen, zu FVTPL zu designieren, wenn dies dazu führt, ansonsten auftretende Rech- nungslegungsanomalien (accounting missmatch) zu beseitigen oder signifikant zu verringern. Finanzielle Vermögenswerte – Einschätzung des Geschäftsmodells Der Konzern trifft eine Einschätzung der Ziele des Geschäftsmodels, in dem der finanzielle Vermö- genswert gehalten wird basierend auf einer Einzel- portfoliobetrachtung. Die zu berücksichtigenden In- formationen schließen ein: — die angegebenen Ziele für die Anlage; dies umfasst, ob die Strategie des Managements darauf ausgerichtet ist, die vertraglichen Zins- erträge zu vereinnahmen, ein bestimmtes Zins- satzprofil beizubehalten, die Laufzeit eines fi- nanziellen Vermögenswertes mit der Laufzeit einer damit verbundenen Verbindlichkeit oder den erwarteten Mittelabflüssen abzustimmen oder Zahlungsströme durch den Verkauf der Vermögenswerte zu realisieren, — wie die Ergebnisse ausgewertet und an das Konzernmanagement berichtet werden, — die Risiken, die sich auf die Ergebnisse des Ge- schäftsmodells (und der nach diesem Ge- schäftsmodell gehaltenen finanziellen Vermö- genswerte) auswirken und wie diese Risiken gesteuert werden, — wie die Manager vergütet werden – zum Bei- spiel, ob die Vergütung auf dem beizulegenden Zeitwert der verwalteten Vermögenswerte oder auf den vereinnahmten vertraglichen Zahlungs- strömen basiert – und — Häufigkeit, Umfang und Zeitpunkt von Verkäu- fen finanzieller Vermögenswerte in vorherigen Perioden und die Erwartungen im Hinblick auf zukünftige Verkaufsaktivitäten. Finanzielle Verbindlichkeiten – Klassifizierung, Folgebewertung und Gewinne und Verluste Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführ- ten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft und be- wertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, ein Derivat ist oder beim Erstansatz als ein solches designiert wird. Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Netto- gewinne oderverluste, einschließlich Zinsaufwen- dungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaf- fungskosten mittels der Effektivzinsmethode be- wertet. Zinsaufwendungen und Fremdwährungs- umrechnungsdifferenzen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Aus- buchung werden ebenfalls im Gewinn oder Verlust erfasst. Mit Ausnahme der bedingten Kaufpreiszahlung aus dem Unternehmenszusammenschluss werden sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten des Kon- zerns mit fortgeführten Anschaffungskosten bewer- tet. Ausbuchung Finanzielle Vermögenswerte Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögens- wert aus, wenn sein vertragliches Anrecht auf Zah- lungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert ausläuft oder er sein Anrecht auf den Bezug von Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 160 vertraglichen Zahlungsströmen in einer Transaktion überträgt, in der entweder im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden oder wenn der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen weder überträgt noch behält und er nicht die Verfügungsmacht über den übertragenen Ver- mögenswert behält. Finanzielle Verbindlichkeiten Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der Konzern bucht des Weiteren eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn dessen Vertragsbedingungen geändert werden und die Zahlungsströme der angepassten Verbindlichkeit signifikant anders sind. In diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit ba- sierend auf den angepassten Bedingungen zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Bei der Ausbuchung einer finanziellen Verbindlich- keit wird die Differenz zwischen dem Buchwert der getilgten Verbindlichkeit und dem gezahlten Ent- gelt (einschließlich übertragener unbarer Vermö- genswerte oder übernommener Verbindlichkeiten) im Gewinn oder Verlust erfasst. Gezeichnetes Kapital Die der Emission von Stammaktien unmittelbar zu- rechenbaren Kosten werden als Abzug vom Eigen- kapital erfasst. Ertragsteuern in Bezug auf Transak- tionskosten einer Eigenkapitaltransaktion werden in Übereinstimmung mit IAS 12 ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Wertminderung Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte Finanzinstrumente und Vertragsvermögenswerte Formycon bilanziert Wertberichtigungen für erwar- tete Kreditverluste (ECL) für: — finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführ- ten Anschaffungskosten bewertet werden — Vertragsvermögenswerte. Der Konzern bilanziert Wertberichtigungen für er- wartete Kreditverluste (ECL) auch für sonstige For- derungen. Formycon bemisst die Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit zu erwartenden Kreditver- luste, außer für die folgenden Wertberichtigungen, die in Höhe des erwarteten Zwölf-Monats-Kredit- verlusts bemessen werden: — Schuldinstrumente, die ein geringes Ausfallri- siko zum Abschlussstichtag aufweisen — andere Schuldinstrumente und Bankguthaben, bei den sich das Ausfallrisiko (zum Beispiel das Kreditausfallrisiko über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments) seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferun- gen und Leistungen sowie für Vertragsvermögens- werte werden immer in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts bewertet. Bei der Festlegung, ob das Ausfallrisiko eines fi- nanziellen Vermögenswertes seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berück- sichtigt der Konzern angemessene und belastbare Informationen, die relevant und verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualita- tive Informationen und Analysen, die auf vergange- nen Erfahrungen des Konzerns und fundierten Ein- schätzungen, inklusive zukunftsgerichteter Informa- tionen, beruhen. Der Konzern nimmt an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes signifikant angestiegen ist, wenn er 30 Tage über- fällig ist. Aufgrund der Kundenstruktur der Gesell- schaft und den vertraglich vereinbarten Zahlungs- zielen sind bisher solche Verzögerung nicht vorge- kommen. Aufgrund der geringen Anzahl der entsprechenden Vertragsparteien nimmt der Konzern für alle we- sentlichen Positionen eine Einzelportfoliobetrach- tung vor und schätzt in allen Fällen das Ausfallrisiko Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 161 als äußerts gering ein. Basierend auf Wesentlich- keitsüberlegungen wurden daher aktuell keine Wertberichtigungen erfasst. Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermö- genswert als ausgefallen, wenn — es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtung vollständig an den Konzern zahlen kann, ohne dass der Konzern auf Maßnahmen wie die Verwertung von Si- cherheiten (falls vorhanden) zurückgreifen muss, oder — der finanzielle Vermögenswert mehr als 180 Tage überfällig ist. Eine Schuldverschreibung weist aus Sicht des Kon- zerns ein geringes Ausfallrisiko auf, wenn sein Kre- ditrisikorating der weltweiten Definition von „Invest- ment Grade“ entspricht. Der Konzern sieht dies bei einem Rating von BBB oder höher bei Ratingagen- tur S&P als gegeben an. Über die Laufzeit erwar- tete Kreditverluste sind erwartete Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen wäh- rend der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Zwölf-Monats-Kreditverluste sind der Anteil der erwarteten Kreditverluste, die aus Ausfal- lereignissen resultieren, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag (oder einem kürzeren Zeitraum, falls die erwartete Laufzeit des Instruments weniger als zwölf Monate beträgt) möglich sind. Der bei der Schätzung von erwarte- ten Kreditverlusten maximal zu berücksichtigende Zeitraum ist die maximale Vertragslaufzeit, in der der Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt ist. Nicht finanzielle Vermögenswerte Die Buchwerte der nicht finanziellen Vermögens- werte des Konzerns – mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen – werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Ver- mögenswertes geschätzt. Der Geschäfts- oder Fir- menwert und immaterielle Vermögenswerte mit ei- ner unbegrenzten Nutzungsdauer sowie immateri- elle Vermögenswerte die sich noch in der Entwicklung befinden werden jährlich auf Wertmin- derung überprüft. Um zu prüfen, ob eine Wertminderung vorliegt, werden Vermögenswerte in der kleinsten Gruppe von Vermögenswerten zusammengefasst, die Mit- telzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung erzeu- gen, die weitestgehend unabhängig von den Mittel- zuflüssen anderer Vermögenswerte oder ZGEs sind. Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der bei ei- nem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, wird den ZGEs oder Gruppen von ZGEs zu- geordnet, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlus- ses ziehen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer ZGE ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüg- lich Abgangskosten. Bei der Beurteilung des Nut- zungswertes werden die geschätzten künftigen Cashflows auf ihren Barwert abgezinst, wobei ein Abzinsungssatz vor Steuern verwendet wird, der gegenwärtige Marktbewertungen des Zinseffekts und die speziellen Risiken eines Vermögenswertes oder einer ZGE widerspiegelt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer ZGE seinen/ihren erzielbaren Betrag übersteigt. Wertminderungsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Wertminderungen, die im Hin- blick auf ZGEs erfasst werden, werden zuerst ei- nem etwaigen der ZGE zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet und dann den Buch- werten der anderen Vermögenswerte der ZGE (Gruppe von ZGEs) auf anteiliger Basis zugeordnet. In der Regel entspricht jedes Entwicklungsprojekt einer eigenen ZGE. Ein Wertminderungsaufwand im Hinblick auf den Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht aufgeholt. Bei anderen Vermögenswerten wird ein Wertmin- derungsaufwand nur insofern aufgeholt, als der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, der abzüglich der Abschreibungen oder Amortisationen bestimmt worden wäre, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 162 Leasingverhältnisse Der Konzern tritt ausschließlich als Leasingnehmer auf. Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermö- genswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für ei- nen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungs- recht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewer- tet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingver- bindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlun- gen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kos- ten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermö- genswertes oder zur Wiederherstellung des zu- grunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize. Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereit- stellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern über oder in den Kosten des Nutzungs- rechtes ist berücksichtigt, dass der Konzern eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesen Fällen wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zu- grunde liegenden Vermögenswertes abgeschrie- ben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwen- dig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Der Leasing- zeitraum beinhaltet in diesem Zusammenhang auch eventuelle Verlängerungsoptionen sofern wahrscheinlich ist, dass diese in Anspruch genom- men werden. Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Bar- wert der am Bereitstellungsdatum noch nicht ge- leisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Lea- singverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, wenn sich dieser nicht ohne Weiteres bestimmen lässt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Kon- zerns. Normalerweise nutzt der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz. Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und macht bestimmte An- passungen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen. Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen — feste Zahlungen, einschließlich de facto festen Zahlungen — variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig be- wertet anhand des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. (Zins-)Satzes — Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind — den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese aus- zuüben, Leasingzahlungen für eine Verlänge- rungsoption, wenn der Konzern hinrei¬chend sicher ist, diese auszuüben, sowie Strafzahlun- gen für eine vorzeitige Kündigung des Leasing- verhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hin- reichend sicher, nicht vorzeitig zu kündigen Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index - oder (Zins-)Satzänderung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie an- passt, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 163 Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingver- bindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenom- men bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenom- men, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf null verringert hat. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingver- hältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen Der Konzern hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zu- grunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhält- nisse, einschließlich IT-Ausstattung, nicht anzuset- zen. Der Konzern erfasst die mit diesen Leasingver- hältnissen in Zusammenhang stehenden Leasing- zahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnis- ses linear als Aufwand. Betriebsergebnis (EBIT) Das Betriebsergebnis ist das Ergebnis aus den fort- geführten umsatzgenerierenden Haupttätigkeiten des Konzerns sowie den sonstigen Erträgen und Aufwendungen der betrieblichen Tätigkeit. Nicht im Betriebsergebnis enthalten sind das Finanzergeb- nis, Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, au- ßerplanmäßigen Abschreibungen und Ertragsteu- ern. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, zu dem am Bewertungsstichtag in einem geordneten Ge- schäftsvorfall im Hauptmarkt oder, wenn keiner vor- handen ist, im vorteilhaftesten Markt, zu dem der Konzern zu diesem Zeitpunkt Zugang hat, ein Ver- mögenswert verkauft oder eine Schuld übertragen werden würde. Der beizulegende Zeitwert einer Schuld spiegelt das Risiko der Nichterfüllung wider. Einige Rechnungslegungsmethoden und Anhang- angaben des Konzerns erfordern die Ermittlung beizulegender Zeitwerte für finanzielle und nicht fi- nanzielle Vermögenswerte und Schulden. Sofern verfügbar ermittelt der Konzern den beizule- genden Zeitwert eines Finanzinstruments auf Basis notierter Preise auf einem aktiven Markt für dieses Instrument. Ein Markt wird dann als aktiv angese- hen, wenn Transaktionen für den jeweiligen Vermö- genswert oder die jeweilige Verbindlichkeit in aus- reichender Frequenz und in ausreichendem Um- fang stattfinden, sodass Preisinformationen fortlau- fend zur Verfügung stehen. Sofern keine notierten Preise auf einem aktiven Markt existieren, verwendet der Konzern Bewer- tungstechniken, die die Verwendung relevanter, beobachtbarer Inputfaktoren maximieren und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren mi- nimieren. In die verwendete Bewertungstechnik fließen alle Faktoren ein, die die Marktteilnehmer bei der Preisfindung einer solchen Transaktion be- rücksichtigen würden. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 164 Segmente 2024 in T€ FYB201 FYB202 FYB203 FYB206 Externe Umsatzerlöse 17.293 34.683 17.676 - Segmentumsatz 17.293 34.683 17.676 - Gewinn (Verlust) des Segments - 5.245 - 109.093 - 3.237 - Finanzerträge 5.062 16.026 - - Finanzaufwendungen - - - - Außerplanmäßige Abschreibungen - - 129.253 - - At Equity Ergebnis - 15.174 - - - Zugeordnete Kosten (Umsatzkosten, Forschung und Entwicklung, Verwaltung) - 12.098 - 22.191 - 20.372 - sonstige Kosten (Vertrieb und sonstiges) - - - - planmäßige Abschreibungen - 328 - 8.358 - 541 - Ertragsteuern - - - - Vermögenswerte nach der Equity Methode bilanzierte Finanzanlagen 151.870 - - - Zugänge zu langfristigen Vermögenswerten 12.087 - - 28.385 Segmente 2023 in T€ FYB201 FYB202 FYB203 FYB206 Externe Umsatzerlöse 14.885 37.356 25.456 - Segmentumsatz 14.885 37.356 25.456 - Gewinn (Verlust) des Segments -16.038 12.502 -1.672 - Finanzerträge - - - - Finanzaufwendungen - - - - At Equity Ergebnis -19.362 - - - Zugeordnete Kosten (Umsatzkosten, Forschung und Entwicklung, Verwaltung) -11.275 -24.185 -26.456 - sonstige Kosten (Vertrieb und sonstiges) - - - - planmäßige Abschreibungen -286 -668 -672 - Ertragsteuern - - - - Vermögenswerte nach der Equity Methode bilanzierte Finanzanlagen 16 7.044 - - - Zugänge zu langfristigen Vermögenswerten 14.111 3.717 - 16.073 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 165 FYB207 FYB208 FYB209 Summe Rest Konzern berichtspflichtige Segmente - - - 69.652 22 69.674 - - - 69.652 22 69.674 - - 12.182 - 9.580 -139.338 13.666 -125.672 - - - 21.088 3.689 24.777 - - - - - 1.060 -1.060 - - - -129.253 - -129.253 - - - -15.174 - -15.174 - - 11.858 - 9.325 -75.844 - 5.776 -81.620 - - - - - 1.791 -1.791 - - 324 - 255 -9.807 - -9.807 - - - - 18.582 18.582 - - - 151.870 - 151.870 - - - 40.472 6.686 47.15 8 FYB207 FYB208 FYB209 Summe Rest Konzern berichtspflichtige Segmente - - - 77.696 - 77.696 - - - 77.696 - 77.69 6 -2.920 -3.431 -4.175 -15.733 91.528 75.795 - - - - 102.210 102.210 - - - - -3.409 -3.409 - - - -19.362 - -19.362 -2.847 -3.346 -4.072 -72.181 -2.768 -74.949 - - - - -1.229 -1.229 -72 -85 -103 -1.887 - -1.887 - - - - -3.275 -3.275 - - - 167.044 - 167.044 - - - 33.902 1.406 35.307 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 166 Grundlage der Segmentierung In Übereinstimmung mit IFRS 8 (Geschäftsseg- mente) werden die Segmente auf der Grundlage des "Management Approach" gebildet. Demnach sind die Segmente und die Angaben für diese auf der Grundlage der Kriterien zu klassifizieren, die die Hauptentscheidungsträger intern für die Alloka- tion von Ressourcen und die Bewertung der Er- tragskraft der Unternehmensbestandteile verwen- det. Bei der Formycon AG ist dies der Gesamtvor- stand, der die Ressourcenallokation und die Bewer- tung der Segmentleistung auf der Grundlage der ihm vorgelegten Vorstandsberichte vornimmt. Die nachfolgende Segmentberichterstattung wurde in Übereinstimmung mit dieser Definition erstellt. Der Hauptentscheidungsträger verwendet den Be- triebsgewinn/-verlust als primäre Rentabilitätskenn- zahl zur Bewertung der Leistung der Geschäftsseg- mente des Unternehmens. Der Vorstand des Konzerns steuert die Tätigkeiten basierend auf den einzelnen Entwicklungsprojek- ten des Konzerns. Dabei wird ihm auf monatlicher Basis die aktuelle Entwicklung sowohl operativ als auch finanziell berichtet und eine Abweichungsana- lyse zum genehmigten Plan für das jeweilige Pro- jekt erstellt. Die Entwicklungsprojekte des Kon- zerns stellen somit auch die berichtspflichtigen Segmente des Konzerns dar. In allen Fällen besteht die Geschäftstätigkeit des Segments aus der Entwicklung von Biopharmazeu- tischen Arzneimitteln. In allen Fällen handelt es sich um Biosimilars so dass sich die operative Tätigkeit innerhalb der Segmente nicht wesentlich unter- scheidet. Für Zwecke des internen Reportings wer- den nahezu sämtliche Kosten der Gruppe auf die einzelnen Projekte als Kostenträger verteilt. Bei den Erträgen und Aufwendungen die keinem der Segmente zugeordnet werden können handelt es sich im Wesentlichen um die Ergebnisse der Zeitwertbewertung der Verpflichtungen aus den bedingten Kaufpreiszahlungen. Das dem Segment FYB201 zugeordnete At-Equity Ergebnis beinhaltet neben dem anteiligen Ergebnis der unter gemein- schaftlicher Leitung stehenden Bioeq AG auch die außerplanmäßige Wertminderung der Anteile (siehe Anhangangabe 19). Die Geschäftstätigkeit des Konzerns findet aus- schließlich in Deutschland statt. Umsätze wurden im Geschäftsjahr im Wesentlichen sowie im Vorjahr ausschließlich mit Unternehmen der Athos Gruppe (Umsätze des Segments FYB203), der unter ge- meinschaftlicher Leitung stehenden Bioeq AG (Um- sätze des Segments FYB201, siehe Anhangangabe 26) und der Fresenius Kabi (Umsätze des Seg- ments FYB202 im Geschäftsjahr) als Vermarkungs- partner des Projekts FYB202 erzielt. Im Geschäfts- jahr wurden somit nahezu sämtliche Umsatzerlöse mit drei Großkunden erzielt. Umsatzerlösströme Formycon erzielt Umsatzerlöse durch die Erbrin- gung von Entwicklungsleistungen aus den ver- partnerten Entwicklungsprojekten FYB201, FYB202 und FYB203. Dies gilt sowohl für die eigentliche Entwicklungsleistung als auch für Kosten die im Rahmen der Organisation der jeweiligen klinischen Studien entstehen. Zusätzlich erzielt Formycon seit Markteinführung von FYB201 in Großbritannien und später der EU und den USA Umsatzerlöse aus Li- zenzeinnahmen aus der Vergabe der exklusiven Vermarktungsrechte an die Bioeq AG. Sobald die Höhe dieser Lizenzerlöse zuverlässig bestimmbar ist werden diese entsprechend erfasst. Im Ge- schäftsjahr wurden 7.104 T€ (Vorjahr: 4.159 T€) als Lizenzerlöse aus FYB201 erfasst. 7. Geschäftssegmente 8. Umsatzerlöse Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 167 Regionale Aufteilung der Umsatzerlöse in T€ Region 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Deutschland 17.59 4 25.456 Schweiz 52.080 52.240 Gesamt 69.674 77.696 Regionale Aufteilung der Umsatzerlöse Der Konzern erzielt Umsatzerlöse basierend auf dem Sitz des Kunden ausschließlich in Deutschland und der Schweiz und teilen sich wie oben darge- stellt auf. Die Umsatzerlöse des Segments FYB203 entspre- chen im Geschäftsjahr dabei den in Deutschland erzielten Umsatzerlösen. Vertragssalden Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vermögenswerten aus Kundenverträgen ent- halten. Diese beinhalten zum Stichtag 18.497 T€ (31.12.2023: 6.757 T€) abgerechnete Forderungen gegen Kunden. Forderungen aus noch nicht abge- rechneten Leistungen werden als Vermögens- werte aus Kundenverträgen mit einem Saldo von 7.016 T€ (31.12.2023: 16.561 T€) ausgewiesen. Der Rückgang der Vertragssalden in Höhe von 9.544 T€ resultiert im Wesentlichen aus Leistungen die im Rahmen der Vereinbarung zur Weiterent- wicklung und Vermarktung von FYB202 im Vorjahr bereits erbracht aber, noch nicht mit dem Kunden abgerechnet wurden und im abgelaufen Geschäfts- jahr zur Abrechnung gekommen sind. Die Vertrags- salden resultieren im Wesentlichen aus nicht abge- rechneten Entwicklungs- und anderen Dienstleis- tungenleistungen aus FYB201 und FYB203. Ver- tragsverbindlichkeiten bestehen nicht. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 168 Umsatzkosten in T€ Kostenart 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Materialkosten -2.262 -3.410 Auftragsforschung -29.739 -33.820 Personalkosten -11.440 -11.915 Abschreibungen FYB202 -7.579 - Abschreibungen -327 -397 Zulassungsgebühren -1.884 -3.744 Sonstiges -1.609 -1.105 Gesamt -54.840 -54.391 In den Umsatzkosten sind sämtliche Kosten erfasst die in direktem Zusammenhang mit den erzielten Umsatzerlösen stehen und somit sämtliche den verpartnerten Projekten zuordenbaren Kosten. Ab dem 01.02.2023 wurden mit Abschluss der Marke- tingvereinbarung mit Fresenius Kabi und der damit einhergehenden Realisierung von Umsätzen aus erfolgsabhängigen Zahlungen nach der Cost-to- Cost Methode sämtliche weiteren Entwicklunskos- ten in den Umsatzkosten erfasst. Mit Zulassung des Projekts FYB202 Ende September 2024 startete die planmäßige Abschreibung der bis zu diesem Zeitpunkt aktivierten Entwicklungskosten. Die Um- satzkosten beihalten im Wesentlichen die obenste- henden Kostenarten. Bei den Zulassungsgebühren handelt es sich um Gebühren der FDA und EMA für die Zulassungsan- träge für FYB201, FYB202 und FYB203. In den Forschungs- und Entwicklungskosten sind sämtliche Kosten erfasst die in Zusammenhang mit den nicht verpartnerten Projekten entstehen. Dies beinhaltet im Wesentlichen die untenstehenden Kostenarten. In den sonstigen Erträgen sind im Wesentlichen Er- träge aus periodenfremde Erträge erfasst. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie die sonstigen Aufwendungen setzen sich im Wesentli- chen wie untenstehend zusammen. Forschungs - und Entwicklungskosten in T€ Kostenart 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Materialkosten -726 -391 Auftragsforschung -8.887 -8.038 Personalkosten -5.431 -2.977 Abschreibungen -254 -153 erhaltene Zuschüsse - 2.914 Sonstiges -1.205 -519 Gesamt -16.503 -9.163 9. Umsatzkosten 10. Forschungs- und Entwicklungskosten 11. Sonstige Erträge und Aufwendungen Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 169 Sonstige Kosten in T€ 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Kostenart Personalkosten -9.565 -7.485 Marketing -959 -608 Rechts- und Beratungskosten -6.018 -3.304 IT-Kosten -1.926 -813 Abschreibungen -1.311 -1.130 Sonstiges -2.174 -1.173 Summe der Vertriebskosten, Verwal- tungsaufwendungen und der sonstigen Aufwendungen -21.953 -14.513 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 170 Finanzergebnis in T€ 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Beteiligungsergebnis aus der At-Equity Bewertung der unter gemeinschaftlichen Führung stehenden Bioeq AG 12.087 11.811 Außerplanmäßige Abschreibung der Anteile an der unter gemeinschaftlicher Führung stehenden Bioeq AG -27.261 -31.173 At-Equity Ergebnis -15.174 -19.362 realisierte und unrealiserte Gewinne aus der Währungsumrechnung 94 73 Zinsertrag nach der Effektivzinsmethode 3.595 2.816 Fair Value Änderung bedingter Kaufpreis 21.088 99.321 - - Finanzerträge 24.777 102.210 - - Bankgebühren -18 -15 realisierte und unrealiserte Verluste aus der Währungsumrechnung -31 -165 Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten -269 -80 Zinsaufwand nach der Effektivzinsmethode -820 1 Fair Value Änderung bedingter Kaufpreis -0 -2.703 - - Finanzaufwendungen -1.137 -2.962 - - Veränderung von Wertberichtigung nach dem Model des erwarteten Kreditverlusts 78 -447 Finanzergebnis 8.543 79.439 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 171 Das Finanzergebnis des Konzerns setzt sich im Be- trachtungszeitraum wie obenstehend zusammen. Die Wertberichtigung nach dem Model des erwar- teten Kreditverlustes resultiert im Wesentlichen auf einer Wertberichtigung der Ausleihungen an Unter- nehmen unter gemeinschaftlicher Leitung (siehe Anhangangabe 19). Der verbleibende Betrag be- zieht sich auf die verbleibenden kurzfristigen finan- ziellen Vermögenswerte. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird berech- net, indem das auf die Aktien entfallende Ergebnis nach Steuern durch die Anzahl der gewinnberech- tigten Aktien dividiert wird. Das verwässerte Ergeb- nis je Aktie wird berechnet, indem zusätzlich poten- zielle Aktien der Gruppe infolge der gewährten Ak- tienoptionenberücksichtigt werden. Durch die aus- übbare bisher aber nicht ausgeübte Aktienoptio- nen ergibt sich eine Verwässerung in der Anzahl der ausstehenden Stammaktien, die oben darge- stellt ist. Ergebnis je Aktie ausstehende ausübbare verwässerte Anzahl Stammaktien Optionen Stammaktien 01.01.2023 15.128.775 128.725 15.257.500 03.02.2023 16.038.775 128.725 16.167.500 20.09.2023 16.048.225 146.775 16.195.000 20.11.2023 16.053.025 141.975 16.195.000 Durchschnitt 31.12.2023 15.915.789 - 16.048.616 01.01.2024 16.053.025 141.975 16.195.000 08.02.2024 17.656.902 141.975 17.798.877 24.09.2024 17.662.127 136.750 17.798.877 15.10.2024 17.664.427 134.450 17.798.877 15.12.2024 17.664.427 16 7.950 17.832.377 Durchschnitt 31.12.2024 17.491.811 - 17.633.367 12. Finanzergebnis 13. Ergebnis je Aktie Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 172 Anzahl der ausgegebenen Optionen Anzahl Anzahl Gewichteter Anzahl Optionspro- Optionspro- Durchschnitt- LTI P gramm 2015 gramm 2020 licher Aus- übungspreis Stand 01.01.2023 217.225 204.000 € 49,06 - Gewährung Mai 2023 - 25.000 € 78,90 - Ausübung August 2023 -9.750 - € 36,46 - Ausübung September 2023 -4.500 - € 22,70 - Gewährung Oktober 2023 - 2.000 € 67,74 - Gewährung Dezember 2023 - 1.000 € 63,94 - Stand 31.12.2023 / 01.01.2024 202.975 232.000 € 51,45 - Gewährung Mai 2024 - - Verfallene Optionen Mai 2024 - - Verfallene Optionen Juli 2024 - -2.000 € 58,61 - Ausübung Juli 2024 -5.225 - € 35,46 - Ausübung August 2024 -2.300 € 34,59 Gewährung Dezember 2024 - 22.740 Stand 31.12.2024 195.450 230.000 € 51,70 22.740 Aktienoptionsprogramme Aktienoptions- Tranche Ausgabe- Unverfall- Ablauf- erwartetes datum barkeit datum Enddatum programm 2015 1 16.07.2015 16.07.2019 15.07.2025 15.11.2020 2015 2 28.06.2016 28.06.2020 27.06.2026 29.10.2021 2015 3 04.10.2016 04.10.2020 03.10.2026 04.02.2022 2015 (angepasst) 4 03.07.2017 03.07.2021 02.07.2027 03.11.2022 2015 (angepasst) 5 28.02.2018 28.02.2022 27.02.2028 01.07.2023 2015 (angepasst) 6 01.04.2018 01.04.2022 31.03.2028 02.08.2023 2015 (angepasst) 7 01.07.2018 01.07.2022 30.06.2028 01.11.2023 2015 (angepasst) 8 10.07.2019 10.07.2023 09.07.2029 09.11.2024 2020 1 16.12.2020 16.12.2024 15.12.2030 18.04.2026 2020 2 19.10.2021 19.10.2025 18.10.2031 19.02.2027 2020 3 09.12.2021 09.12.2025 08.12.2031 11.04.2027 2020 4 01.08.2022 01.08.2026 31.07.2032 11.02.2028 2020 5 12.05.2023 12.05.2027 11.05.2033 13.10.2028 2020 6 01.10.2023 01.10.2027 30.09.2033 12.10.2029 2020 7 01.12.2023 01.12.2027 30.11.2033 15.10.2029 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 173 Beschreibung der anteilsbasierten Vergütungs- vereinbarungen Am 1. Juli 2015, geändert am 27. April 2017 und am 10. Dezember 2020 führte der Konzern Aktienopti- onsprogramme ein, die die Mitglieder des Vor- stands sowie weiteren Mitarbeitern den Erwerb von Aktien am Konzern ermöglichen. Entsprechend die- ser Programme haben die Inhaber ausübbarer Op- tionen das Recht, Aktien zum Marktpreis der Aktien am Tag der Gewährung zu erwerben. Derzeit sind diese Programme auf den Vorstand sowie weitere Angestellte beschränkt. Die folgenden Vertragsbe- dingungen liegen den zugesagten Aktienoptions- programmen zugrunde. Alle Optionen sind durch physische Lieferung von Aktien zu erfüllen. Die Op- tionen werden unter beiden Programmen ausüb- bar, wenn der entsprechende Begünstigte 4 Jahre nach Gewährung der Optionen im Konzern ver- bleibt und gleichzeitig der Börsenkurs mindestens 10% über dem bei Ausgabe festgelegten Bezugs- kurs liegt. Der Bezugskurs ermittelt sich als Durch- schnitt der Schlusskurse der Formycon AG Aktie im Xetra Handeln in den 60 Tagen vor Gewährung der Optionen. Die Optionen haben in allen Fällen eine Laufzeit von 10 Jahren. Durch entsprechende Hauptversammlungsbe- schlüsse wurden Bedingte Kapitalia zur Ausgabe von 715.260 Optionen (Optionsprogramm 2015) respektive 724.000 Optionen (Optionsprogramm 2020) geschaffen. Die Anzahl der ausgegebenen Optionen hat sich im Berichts- und Vergleichszeit- raum wie oben dargestellt entwickelt. Folgende Parameter wurden bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte am Tag der Gewäh- rung der anteilsbasierten Vergütungspläne mit Aus- gleich durch Eigenkapitalinstrumente verwendet. Für alle Tranchen wurde eine Volatilität basierend auf historischen Daten zwischen 0,35% und 0,43% erwartete Zinssatz Aktienkurs bei Ausübungs- Mindest- Marktwert Laufzeit Ausgabe kurs kurs Optionen 5,63 0,07 % 27,10 26,29 29,36 8,4058 5,63 -0,17 % 17,51 20,70 22,70 4,7053 5,63 -0,56 % 19,90 19,46 21,42 7,0826 5,63 -0,42 % 34,32 33,29 36,16 11,1178 5,63 -0,10 % 33,10 31,73 34,95 11,1551 5,63 -0,04 % 32,20 31,74 35,04 10,6511 5,63 -0,11 % 35,00 36,07 39,33 10,3722 5,63 -0,33 % 30,40 32,83 36,04 8,0761 5,38 -0,78 % 58,40 47,57 38,32 22,2827 5,34 -0,68 % 53,30 51,72 57,71 18,1448 5,34 -0,58 % 53,60 49,78 55,00 18,9723 5,53 0,93 % 83,00 75,12 82,06 32,6618 5,53 2,38 % 78,60 71,04 78,90 39,3118 6,03 2,53 % 58,30 61,34 67,74 27,7102 6,03 2,54 % 67,20 56,51 63,94 35,8599 14. Anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 174 Programm Beschreibung SAR (Phantom Stocks) Wartezeit in Jahren 4,00 Laufzeit in Jahren 10,00 Erwartete Laufzeit 6,35 Bewertungszeitpunkt 31.12.2024 Unverfallbarkeit 11.12.2027 Ablaufdatum 10.12.2033 Erwartetes Enddatum 15.10.2029 Börsenkurs am Bewertungszeitpunkt 50,28 € Ausübungspreis 58,08 € Mindestkurs 55,31 € Historische Volatilität 51,16 % Erwartete Dividende 0,00 % Marktwert je Option zum 31.12.2024 17,17 € sowie eine Fluktuation der Begünstigten von ca. 3%, eine Dividende von 0 angenommen. Die aus- stehenden Optionen weisen eine durchschnittliche gewichtete Restlaufzeit von 0,33 Jahren aus. Der Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütun- gen, der im Geschäftsjahr 2024 im Rahmen der Ak- tienoptionspläne erfasst wurde, beträgt 1.565 T€ (2023: 1.624 T€). Die in der Kapitalrücklage erfass- ten aktienbasierten Vergütungen belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf 8.074 T€ (31.12.2023: 6.509 T€). Daneben wurde im Geschäftsjahr 2023 ein Phan- tom Stock Programm durch den Aufsichtsrat be- schlossen. Entsprechend dem Programm erhielten Mitglieder des Vorstands sowie weitere Angestellte Phantom-Bezugsrechte auf Aktien der Gesellschaft. Jedes Phantom-Bezugsrecht berechtigt den Inha- ber zum Erhalt einer Barzahlung, die der Differenz zwischen Aktienpreis zum relevanten Ausübungs- tag und dem bei Zuteilung festgelegten Bezugs- preis entspricht. Die Laufzeit der Phantom-Bezugs- rechte beträgt zehn Jahre ab dem Ausgabetag un- ter Beachtung eines Erdienungszeitraums von 4 Jahren. Der Ausübungspreis der Phantom-Bezugs- rechte entspricht dem durchschnittlichen nicht ge- wichteten Aktienschlusskurs der Aktie der Gesell- schaft im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten 60 Börsen- handelstage vor dem Angebotstag der Optionen zuzüglich einer implizierten Hürde von 10% bezo- gen auf die Kursbasis. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden keine neuen Phantom-Bezugsrechte ausgegeben (31.12.2023: 109.250) und es sind 500 Phantom-Bezugsrechte verfallen (31.12.2023: -). Unter Berücksichtigung der Wartefrist wurden 448 T€ (31.12.2023: 44 T€) als Aufwand erfasst. Da es sich um eine anteilsba- sierte Vergütung mit Ausgleich in bar handelt wurde eine entsprechende Verbindlichkeit ange- setzt die unter den sonstigen langfristigen Verbind- lichkeiten ausgewiesen wird. Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein Long-Term Incen- tive Plan (LTIP) für Mitglieder des Vorstands und weitere Angestellte aufgesetzt, um die Interessen von Aktionären und Vorstandsmitgliedern und wei- teren Angestellten aufeinander abzustimmen, die Bindung der Vorstandsmitglieder zu stärken und deren Beteiligung am zukünftigen Unternehmen- ser-folg zu fördern. Der Plan sieht die Zuteilung von Performance Share Units (PSUs) vor, deren Anzahl sich am Fixgehalt der Begünstigten (Zuteilungsbe- trag) orientiert. Die finale Anzahl der PSUs, die nach Ablauf der 4-jährigen Wartefrist ausgegeben wird, ergibt sich aus der Multiplikation der zugeteil- ten Anzahl mit einem Performance-Faktor. Der Per- formance-Faktor basiert auf der Erfüllung vordefi- nierter Leistungsbedingungen, die folgende Krite- rien umfassen: ein EBITDA-Ziel, ein ESG-Ziel, ein Ziel für Innovation und ein Ziel für strategisches Wachstum. Der Performance-Faktor ist auf maximal 200 % begrenzt, und der Gesamtwert der Ausgabe kann 400 % des Fixgehalts nicht überschreiten. Im Geschäftsjahr wurden 22.740 PSU’s ausgegeben Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 175 und unter Berücksichtigung der Wartefrist 109 T€ (31.12.2023: -) als Aufwand erfasst. Da es sich um ein Vergütungsprogramm mit Ausgleich durch Ei- genkapitalinstrumente handelt, wird eine entspre- chende Kapitalrücklage erfasst. Programm Beschreibung LTI Wartezeit in Jahren 4,00 Laufzeit in Jahren 4,00 Erwartete Laufzeit 4,00 Ausgabezeitpunkt 04.12.2024 Unverfallbarkeit 30.09.2028 Erwartetes Enddatum 30.09.2028 Börsenkurs am Bewertungszeitpunkt 48,29 € Historische Volatilität 46,28 % Erwartete Dividende 0,00 % Marktwert je Option 48,21 € Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 176 Im Gewinn oder Verlust erfasste Steuern Im Berichtszeitraum wurden die folgenden Steuer- aufwendungen/-erträge erfasst: Steueraufwendungen/ -erträge in T€ 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 tatsächlicher Steueraufwand 2.062 -8 Latenter Steueraufwand / ertrag aus: At-Equity Bewertung 430 -258 der Bewertung des Anlagevermögens 43 -4 dem Ansatz von Nutzungsrechten und korrespondierenden Leasing- verbindlichkeiten -49 -36 dem Ansatz anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich -115 -12 dem Ansatz selbsterstellter immaterieller Vermögenswerte -20.860 8.664 Sonstige 251 -110 Latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge -344 -4.962 Summe Steueraufwand -18.582 3.275 15. Ertragsteuern Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 177 Aktive Latente Steuern auf steuerliche Verlustvor- träge werden in dem Umfang wertberichtigt in dem der Konzern nicht nachweisen kann, dass Ausreichend zukünftige steuerbare Ergebnisse er- zielt werden um die Verlustvorträge zu nutzen. Latente Steueransprüche/ -schulden in T€ 31.12.2024 31.12.2023 Aktive latente Passive Latente Aktive latente Passive Latente Steuern Steuern Steuern Steuern Bewertung Anteile an assoziierten Unternehmen - 431 Bewertung langfristiger Vermögenswerte 134 91 Nutzungsrechte und Leasing- verbindlichkeiten 123 74 Im Rahmen eines Unternehmens- zusammenschlusses aktivierte im- materielle Vermögenswerte 96.517 119.116 Aktivierung selbsterstellter im- materieller Vermögenswerte 17.539 15.801 Sonstige 226 241 198 76 Steuerliche Verlustvorträge Formycon AG Körperschafts- steuer 6.062 3.345 Steuerliche Verlustvorträge Formycon AG Gewerbesteuer 4.074 2.257 Steuerliche Verlustvorträge FYB202 Project GmbH 1.790 5.980 Aufrechnung aktive und passi- ve latente Steuern -12.275 -12.275 -12.284 -12.284 Summe - 102.156 - 122.800 Überleitung des erwarteten Steueraufwands in T€ 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Ergebnis vor Steuern -144.253 79.070 Steuersatz 26,68% 26,68% erwarteter Steueraufwand -38.487 21.096 Steuerfreie Erträge aus der Bewertung von Finazinstrumenten -5.626 -20.454 nicht steuerbare Aufwendungen 12.329 Steuern für Vorjahre 39 -121 Sonstige 59 -221 nicht Ansatz aktiver latenter Steuer auf Verluste 13.104 3.022 Steueraufwand Total -18.582 3.275 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 178 EBITDA und bereinigtes EBITDA in T€ Der Vorstand macht Angaben zum Ergebnis vor wird zudem das At-Equity Ergebnis aus der unter gemeinschaftlicher Führung stehenden Bioeq AG hinzugerechnet. Das EBITDA und das bereingte E- BITDA sind keine nach dem Umsatzkostenverfah- Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und zum bereinigten (adjusted) EBITDA, da er diese Leistungskennzahlen auf konsolidierter Ebene zur Steuerung verwendet und sie nach seiner Auffas- sung wesentlich für das Verständnis der Ertrags- lage ist. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Ab- schreibungen wird durch Anpassungen des ausge- wiesenen EBIT ermittelt. Dem bereinigten EBITDA ren definierte Leistungskennzahlen. Die Definition des Konzerns für das EBITDA entspricht jedoch den üblichen Definitionen. Im Berichtszeitraum setzen sich das EBITDA und das angepasste EBITDA wie oben dargestellt zu- sammen. 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Betriebsergebnis (EBIT) -23.543 -369 Abschreibung auf Sachanlagevermögen 732 564 Abschreibung auf aktivierte Nutzungs- rechte 1.262 1.122 Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte 7.813 201 EBITDA -13.736 1.518 Beteiligunsergebnis Bioeq AG 12.087 11.811 bereinigtes EBITDA -1.649 13.329 16. Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und bereinigtes (adjusted) EBITDA Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 179 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 180 Aktivierte Nutzungsrechte Die aktivierten Nutzungsrechte beinhalten Nut- zungsrechte für die gemieteten Flächen am Unter- nehmenssitz, technische Anlagen und Maschinen Sachanlagen und aktivierte Nutzungsrechte in T€ 2023 Aktivierte gemietete gemietete Nutzungsrechte Immobilien technische Anlagen und Maschinen Anschaffungskosten 01.01.2023 11.821 9.719 1.856 Zugänge 1.506 683 705 Abgänge -125 - - Anschaffungskosten 31.12.2023 13.202 10.402 2.561 kumulierte Abschreibung 01.01.2023 -2.905 -1.966 -796 Zugänge -1.122 -838 -203 Abgänge 125 - - kumulierte Abschreibung 31.12.2023 -3.902 -2.804 -999 Restbuchwert 01.01.2023 8.916 7.753 1.060 Restbuchwert 31.12.2023 9.300 7.598 1.562 Sachanlagen und aktivierte Nutzungsrechte in T€ 2024 Aktivierte gemietete gemietete Nutzungsrechte Immobilien technische Anlagen und Maschinen Anschaffungskosten 01.01.2024 13.201 10.402 2.560 Umbuchungen - - - Zugänge 2.711 2.358 228 Abgänge -67 - - Anschaffungskosten 31.12.2024 15.845 12.759 2.788 kumulierte Abschreibung 01.01.2024 -3.901 -2.804 -1.000 Zugänge -1.262 -927 -249 Abgänge 67 - - kumulierte Abschreibung 31.12.2024 -5.096 -3.731 -1.248 Restbuchwert 01.01.2024 9.300 7.598 1.561 Restbuchwert 31.12.2024 10.749 9.029 1.540 17. Sachanlagen und aktivierte Nutzungsrechte Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 181 gemietete Betriebs- Sachanlagen Mietereinbauten Technische Anlagen und Betriebs- und und Geschäfts- Maschinen Geschäftsausstattung ausstattung 246 6.523 644 3.723 2.157 118 1.029 7 423 599 -125 -189 - - -189 239 7.363 651 4.146 2.567 -143 -3.923 -424 -2.345 -1.154 -81 -564 -57 -282 -225 125 151 - - 151 -99 -4.336 -481 -2.627 -1.228 103 2.600 220 1.378 1.003 140 3.027 170 1.519 1.339 gemietete Betriebs- Sachanlagen Mietereinbauten Technische Anlagen und Betriebs- und und Geschäfts- Maschinen Geschäftsausstattung ausstattung 239 7.365 651 4.146 2.567 - 2 32 98 -129 126 1.545 405 247 893 -67 -54 - -15 -39 297 8.857 1.089 4.476 3.293 -98 -4.338 -481 -2.628 -1.228 -86 -732 -80 -321 -331 67 33 - 11 22 -116 -5.036 -562 -2.938 -1.537 141 3.027 170 1.518 1.340 181 3.821 527 1.538 1.756 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 182 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert in T€ 2023 Geschäfts- oder Summe immaterielle Firmenwert Vermögenswerte Anschaffungskosten 01.01.2023 44.534 489.079 Zugänge 0 20.167 Abgänge 0 -11 Umbuchungen 0 0 Anschaffungskosten 31.12.2023 44.534 509.235 kumulierte Abschreibung 01.01.2023 0 -641 Zugänge 0 -201 Abgänge 0 9 kumulierte Abschreibung 31.12.2023 0 -832 Restbuchwert 01.01.2023 44.534 488.438 Restbuchwert 31.12.2023 44.534 508.402 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert in T€ 2024 Geschäfts- oder Summe immaterielle Firmenwert Vermögenswerte Anschaffungskosten 01.01.2024 44.534 509.236 Zugänge 0 28.395 Abgänge 0 -192 Umbuchungen 0 -2 Anschaffungskosten 31.12.2024 44.534 537.437 kumulierte Abschreibung 01.01.2024 0 -833 Zugänge 0 -7.813 Abgänge 0 45 außerplanmäßige Zugänge -44.534 -84.719 kumulierte Abschreibung 31.12.2024 -44.534 -93.321 Restbuchwert 01.01.2024 44.534 508.403 Restbuchwert 31.12.2024 0 444.116 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 183 Licenses and Software Prepayments for similar rights intangible assets 488.017 951 111 19.807 360 0 -0 -11 0 0 111 -111 507.824 1.411 0 -84 -557 0 -38 -163 0 0 9 0 -122 -711 0 487.933 394 111 507.702 700 0 Licenses and Software Prepayments for similar rights intangible assets 507.825 1.411 0 28.385 10 0 0 -192 0 0 -2 0 536.211 1.227 0 -122 -712 0 -7.617 -197 0 0 45 0 -84.719 0 0 -92.457 -864 0 507.704 699 0 443.753 363 0 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 184 Aktivierte Entwicklungskosten Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlus- ses wurden u.a. sämtliche Rechte am unfertigen Projekt FYB202 zurückerworben und entsprechend angesetzt. Sämtliche internen und externen Kosten zur Weiterentwicklung des Projekts wurden ab dem 01.05.2022 bis zum 31.01.2023 als Entwicklungs- kosten des Projekts zusätzlich im Buchwert erfasst. Ab dem 01.02.2023 wurden sämtliche weiteren Entwicklungskosten als Umsatzkosten erfasst. Mit Erhalt der Zulassungen für FYB202 in Europa und den USA began die planmäßige Abschreibung des Vermögenswerts über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer. Im Projekt FYB206 wurde 2022 der Meilenstein des TPoS erreicht. Mit Erreichung des TPoS akti- viert die Gruppe prospektiv sämtliche internen und externen Entwicklungskosten. Der Buchwert der unfertigen Entwicklung beläuft sich zum 31.12.2024 auf 50.781 T€ (31.12.2023: 22.395 T€). Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 300 T€ (Vorjahr: 1.460 T€) aus den Ge- sellschafterdarlehen dem qualifizierten Vermögens- wert FYB206 zugeordnet und als Bestandteil der Anschaffungskosten aktiviert. Wertminderungstest Im Rahmen des Erwerbs der FYB202 Project GmbH wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 44.534 T€ erstmalig erfasst. Der gesamte Ge- schäfts- oder Firmenwert wurde dabei der Zah- lungsmittel generierenden Einheit (ZGE) FYB202 zugeordnet die auch dem Segment FYB202 ent- spricht. Ebenfalls der ZGE zugeordnet ist das unfer- tige Entwicklungsprojekt FYB202. Der jährliche Wertminderungstest wurde nach Abschluss der Budgetplanung für 2025 und Folgejahre auf den Stichtag 30.09.2024 durchgeführt. Der Buchwert der ZGE betrug dabei 424.987 T€, darin enthalten sind unter anderem der Geschäfts- oder Firmen- wert (44.534 T€), unfertige selbsterstellte immateri- elle Vermögenswerte (485.128 T€) sowie entsprechende latente Steuerverpflichtungen (119.116 T€). Der erzielbare Betrag der ZGE wurde anhand des Nutzungswerts und somit im Level 3 der Fair Value Hierarchie bestimmt. Der beizule- gende Zeitwert wurde auf Basis der zu diesem Zeit- punktaktuellen Planung für das Projekt FYB202 an- hand diskontierter Zahlungsströme ermittelt. Die Planung wiederum basierte auf Analysen des Mark- tes für das Originalprodukt, internen Daten bezüg- lich möglicher Konkurrenten, Marktanalysen über Biosimilar-Produkte im Allgemeinen sowie internen Erfahrungswerten die zusammen mit dem Vertrags- partner zur Vermarktung des Produktes und exter- nen Beratern entwickelt wurde. Dabei kamen An- nahmen in Hinblick auf Gesamtmarkt, den Biosimi- lar-Anteil am Gesamtmarkt, den Marktanteil von FYB202 und Preisreduktionen zur Anwendung, aus denen die erwarteten Marktumsätze des Produkts abgeleitet werden. Für die Jahre 2025 bis 2035 wurden Marktumsätze des Produkts zwischen 145 und 370 Mio. € (Vorjahr: 127 bis 377 Mio. €) zu Grunde gelegt und für die Folgejahre konstant fort- geführt. Der Planungszeitraum endet dabei 2040, eine weitere Extrapolation wurde nicht vorgenom- men. Der Konzern verwendete für die CGU einen laufzeitabhängigen Abzinsungssatz vor Steuern von 17,6 % (Vorjahr: 16,2 %), der auf den historischen branchengewichteten durchschnittlichen Kapital- kosten basiert, mit einem möglichen Fremdkapital- hebel von 8,0 % (Vorjahr: 9,9 %) und einer Marktrisi- koprämie von 7,25 % (Vorjahr: 8 %). Der so ermit- telte erzielbare Betrag lag somit 89.151 T€ (Vorjahr: 38.428 T€) über dem Buchwert der ZGE so dass die Erfassung einer Wertminderung nicht nötig war. Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 17. Februar 2025 offengelegt, geht Formycon in Abstimmung mit sei- nem Kommerzialisierungspartner aufgrund eines sich abzeichnenden, deutlich höher als erwarteten Preisnachlasses sowie eines langsameren Markteintritts in den USA für Stelara® Biosimilars zudem davon aus, dass die als auslösendes Ereig- nis für einen zusätzlichen Wertminderungstest zu klassifizieren ist. Dementsprechend wurde die Pla- nung für das Produkt basierend auf den neusten verfügbaren Informationen aktualisiert. Für die Jahre 2025 bis 2035 wurden Marktumsätze des Produkts zwischen 58 und 186 Mio. € zu 1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 185 Grunde gelegt und für die Folgejahre konstant fort- geführt. Der Planungszeitraum endet dabei 2040, eine weitere Extrapolation wurde nicht vorgenom- men. Der Konzern verwendete für die CGU einen laufzeitabhängigen Abzinsungssatz vor Steuern von 16,1 %, der auf den historischen branchenge- wichteten durchschnittlichen Kapitalkosten basiert, mit einem möglichen Fremdkapitalhebel von 5,8 % und einer Marktrisikoprämie von 7,25 %. Der so er- mittelte erzielbare Betrag lag somit mit 300.351 T€ 106.650 T€ unter dem Buchwert der ZGE so dass die Erfassung einer Wertminderung nötig war. Im ersten Schritt wurde dabei der der ZGE zugeord- nete Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 44.534 T€ komplett abgeschrieben. Im zweiten Schritt wurden unter Anwendung der Bruttome- thode sowohl der selbst erstellte immaterielle Ver- mögenswert um 84.719 T€ und die damit in zusam- menhängende latente Steuerverpflichtung um 22.603 T€ reduziert, so dass sich ein Nettoeffekt von 62.116 T€ ergab. Nach Erfassung beträgt der Buchwert der ZGE 300.351 T€ und beinhaltet im Wesentlichen den selbsterstellten immateriellen Vermögenswert in Höhe von 392.752 T€ und die resultierende latente Steuerverpflichtung von 98.721 T€. Das unfertige Entwicklungsprojekt FYB206 wurde der ZGE FYB206 zugeordnet und somit ein Buch- wert der ZGE zum 30.09.2024 von 47.621 T€ (Vorjahr: 21.815 T€) ermittelt. Der erzielbare Betrag wurde auch für diese ZGE anhand des Nutzungs- werts auf Basis der aktuellen Planung für das Pro- jekt FYB206 anhand diskontierter Zahlungsströme ermittelt. Die Planung beinhaltet dabei verschie- dene Szenarien hinsichtlich Verpartnerung, Preis- entwicklung und Marktanteil des Produkts. Die Sze- narien wiederum basieren auf den Erfahrungen des Konzerns mit den bisherigen Biosimilar Produkten. Dabei kamen Annahmen in Hinblick auf Gesamt- markt, den Biosimilar Anteil am Gesamtmarkt, den Marktanteil von FYB206 und Preisreduktionen zur Anwendung. Mit ersten Erlösen in Form von Miles- tone Zahlungen eines potentiellen Vermarktungs- partners wird dabei ab 2025 gerechnet, eine kom- merzielle Vermarktung wird nach Patentablauf des Originators 2029 erwartet. Der Planungszeitraum endet dabei 2040, eine weitere Extrapolation wurde nicht vorgenommen. Der Konzern verwen- det für die CGU einen Abzinsungssatz vor Steuern von 9,9 % (Vorjahr: 11,9 %) der auf den historischen branchengewichteten durchschnittlichen Kapital- kosten basiert, mit einem möglichen Fremdkapital- hebel von 8 % (Vorjahr: 7,5 %) und einer Markrisi- koprämie von 7,25 % (Vorjahr: 8 %). Der so ermit- telte erzielbare Betrag liegt bei 310.640 T€. Ein Wertminderungsbedarf hat sich somit nicht erge- ben . Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 186 Finanzanlagen – Überleitung des Buchwerts in T€ Beteiligung Ausleihungen Bioeq AG Bioeq AG Summe 2023 Buchwert 01.01.2023 186.406 92.300 278.706 Zugänge 11.811 2.300 14.111 Abgänge - -3.300 -3.300 außerplanmäßige Abschreibung -31.173 -393 -31.566 Buchwert 31.12.2023 16 7.044 90.907 257.952 Finanzanlagen – Überleitung des Buchwerts in T€ Beteiligung Ausleihungen Bioeq AG Bioeq AG Summe 2024 Buchwert 01.01.2024 16 7.044 90.907 257.952 Zugänge 12.087 2.419 14.506 Abgänge - -27.300 -27.300 außerplanmäßige Abschreibung -27.261 107 -27.154 Buchwert 31.12.2024 151.870 66.134 218.004 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 187 Anteile an Unternehmen unter gemeinschaftli- cher Leitung 2022 wurde der Konzern Miteigentümer der unter gemeinschaftlicher Leitung stehenden Bioeq AG, Zug, Schweiz mit einem Anteil von 50 %. Die Ge- sellschaft wird unter Anwednung der Equity Me- thode in den Konzernabschluss einbezogen. Wertminderungstest Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 17. Februar 2025 offengelegt, befindet sich die Bioeq AG, die exklu- sive Lizenzinhaberin von FYB201/CIMERLI®, auf- grund des zunehmenden Preisdrucks unter den Ra- nibizumab-Anbietern in den USA derzeit in Gesprä- chen mit ihrem Kommerzialisierungspartner Sandoz AG zur weiteren Vermarktungsstrategie von FYB201/CIMERLI® in den USA. Basierend auf dem aktuellen Stand der Gespräche geht Formycon ge- genwärtig davon aus, dass die Vermarktung von FYB201/CIMERLI® in den USA mit Ende Q1 2025 vorübergehend für ca. ein Jahr pausiert werden wird. Die Unternehmensleitung klassifizierte diese Information als auslösendes Ereignis für einen Wertminderungstest der Nettoinvestition der Bioeq AG. Zu diesem Zweck wurden zum 31.12.2024 die er- warteten Zahlungszumittelflüsse aufgrund geänder- ter Markterwartungen aus der Bioeq AG (Projekt FYB201) signifikant angepasst. Dementsprechend wurde ein Impairment Test entsprechend den Vor- schriften des IAS 36 durchgeführt. Der Buchwert der Beteiligung betrug, nach Berücksichtigung des anteiligen Ergebnisses in Höhe von 12.087 T€ 179.132 T€. Der erzielbare Betrag des Gemein- schaftsunternehmens wurde anhand des Nutzungs- werts und damit auf Level 3 der Fair Value Finanzinformationen zur Bioeq AG in T€ 2024 2023 Eigentumsanteil 50% 50% Langfristige Vermögenswerte 120.958 144.167 Kurzfristige Vermögenswerte 61.137 74.147 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 15.157 5.739 Langfristige finanzielle Schulden -128.000 -178.000 Sonstige langfristige Schulden -1.267 -1.305 Kurzfristige finanzielle Schulden -4.991 -8.991 Sonstige kurzfristige Schulden -23.099 -20.142 Nettovermögen zu 100 % 39.895 15.615 Anteil des Konzerns 50 % 19.948 7.808 Im Rahmen der Ersterfassung aufgedeckte Stille Reserven und Goodwill abzgl. kumulierter Abschreibung und Impairment 154.929 187.337 Steuereffekt hierauf -23.007 -28.101 Buchwert zum 31.12. 151.870 167.044 Umsatzerlöse 108.286 101.743 planmäßige Abschreibungen -31.205 -30.924 Operatives Ergebnis (EBIT) 32.950 36.091 Zinserträge 531 35 Zinsaufwendungen -4.834 -4.632 Ertragssteuern -4.578 3.472 Jahresergebnis/Gesamtergebnis 24.174 23.623 Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis 12.087 11.811 19. Finanzanlagen Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 188 Hierarchie bestimmt. Der beizulegende Zeitwert wurde auf Basis der aktuellen Planung für das Pro- jekt FYB201 anhand diskontierter Zahlungsströme ermittelt. Die aktuelle Planung wiederum basiert auf Analysen des Marktes für das Originalprodukt, in- ternen Daten bezüglich möglicher Konkurrenten, Marktanalysen über Biosimilar Produkte im Allge- meinen sowie internen Erfahrungswerten die zu- sammen mit den Vertragspartnern zur Vermarktung des Produktes entwickelt wurde. Dabei kamen An- nahmen in Hinblick auf Gesamtmarkt, den Biosimi- lar Anteil am Gesamtmarkt, den Marktanteil von FYB201 und Preisreduktionen zur Anwendung, aus denen die erwarteten Marktumsätze des Produkts abgeleitet werden. Für die Jahre 2025 bis 2028 wurden Marktumsätze des Produkts zwischen 68 und 221 Mio. € zu Grunde gelegt und in der Folge um 5 % pro Jahr reduziert. Der Planungszeitraum endet dabei 2040, eine weitere Extrapolation wurde nicht vorgenommen. Der Konzern verwen- dete für die Bioeq AG einen laufzeitabhängigen Ab- zinsungssatz vor Steuern von 14,0 % (Vorjahr 30.09.23: 15,2 %), der auf den historischen bran- chengewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten basiert, mit einem möglichen Fremdkapitalhebel von 5,8 % (Vorjahr 30.09.23: 9,9 %) und einer Marktrisikoprämie von 7,25 % (Vorjahr 30.09.23: 8 %). Der so ermittelte erzielbare Betrag lag mit 151.870 T€ unter dem Buchwert des Gemein- schaftsunternehmens, so dass eine außerplanmä- ßige Wertminderung in Höhe von 27.261 T€ vorge- nommen werden musste. Die Finanzinformationen zur Bioeq AG sind der vor- stehenden Tabelle zu entnehmen. Darin enthalten sind im Geschäftsjahr -31 T€ (Vorjahr: -177 T€) aus der Bewertung leistungsorientierter Versorgungs- zusagen die erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. Anpassungen an den beizulegen- den Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt sowie zum 31.12.2024 sind dabei ebenfalls bereits berücksich- tigt. Ausleihungen Unternehmen unter gemeinschaft- licher Leitung Zusammen mit dem Erwerb der Anteile an der Bioeq AG erwarb der Konzern eine Darlehensforde- rung gegen die Bioeq AG in Höhe von 82.000 T€. Bis zum 31.12.2022 wurden das Darlehen durch Ab- ruf der Gesellschaft um weitere 10.000 T€ auf 92.000 T€ innerhalb des vertraglichen Darlehens- rahmens von 99.000 T€ erhöht. Zusätzlich wurden im Vorjahr 2.300 T€ als Zinsertrag erfasst und den Darlehen zugeschrieben. Im Geschäftsjahr wurden 25.000 T€ sowie die Zinsen aus dem Vorjahr von der Bioeq AG zurückführt und weitere 2.419 T€ als Zinsertrag dem Darlehen zugeschrieben. Der Zins- satz des Darlehens richtet sich dabei nach den Ver- lautbarungen der Schweizer Steuerbehörden für zulässige Verzinsung grenzüberscheitender Darle- hen mit verbunden Unternehmen und liegt im Ge- schäftsjahr bei ca. 3,0 %. Das Darlehen wird mit dem von der Eidgenössischen Steuerverwaltung im „Rundschreiben steuerlich anerkannter Zinssätze für Vorschüsse oder Darlehen in Fremdwährung“ veröffentlichtem Zinssatz verzinst. Die Aufholung der Wertberichtigung in Höhe von 107 T€ (Vorjahr: Wertberichtigung 393 T€) wurde basierend auf dem Model der erwarteten Kreditverluste erfasst. Im Februar 2024 hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Formycon AG beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft von 16.053.025,00 € um 1.603.877,00 € auf 17.656.902,00 € durch Ausgabe von 1.603.877 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen. Die neuen Aktien entspra- chen etwa 9,08 % des Grundkapitals der Gesell- schaft und wurden im Rahmen einer Privatplatzie- rung ausgegeben. Die platzierung erfolgt zu einem Kurs von 51,65 € je Aktie. Für eine Übersicht über die Entwicklung des Eigenkapitals wird auf den Ei- genkapitalspiegel verwiesen. Zahl der Aktien Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 17.664.427,00 € (Vorjahr: 16.053.025,00 €) und ist eingeteilt in 17.664.427 Stückaktien (Inhaberaktien) (Vorjahr: 16.053.025 Stück). Sämtliche Anteile sind voll stimmrechts- und dividendenberechtigt. Genehmigtes Kapital (2024) Der Vorstand wurde mit Beschluss der Hauptver- sammlung vom 12. Juni 2024 ermächtigt, mit 3. Eigenkapital Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 189 Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 11. Juni 2029 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien ge- gen Bar- und/oder Sacheinlagen, ganz oder in Teil- beträgen, einmalig oder mehrmals, um bis zu insge- samt EUR 8.828 .451,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2024). Die neuen Aktien sind grundsätzlich den Aktionären zum Bezug (auch im Wege des mit- telbaren Bezugs gemäß § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG) anzubieten. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zu- stimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Be- zugsrecht der Aktionäre insbesondere in folgenden Fällen ganz oder teilweise auszuschließen: : — um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszu- nehmen; — bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Er- werbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder anderen Vermögensgegenständen oder Rechten; — bei Barkapitalerhöhungen, wenn der Ausgabe- betrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits bestehenden Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien ins- gesamt 10 % des Grundkapitals nicht über- schreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Aus- übung dieser Ermächtigung. Auf diese Begren- zung auf 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die (a) während der Laufzeit die- ser Ermächtigung unter Ausschluss des Be- zugsrechts in direkter und entsprechender An- wendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausge- geben oder veräußert werden oder die (b) zur Bedienung von Schuldverschreibungen und/oder Genussrechten mit Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder Wandlungs- und/oder Optionspflichten ausgegeben wer- den oder ausgegeben werden können, sofern diese Finanzinstrumente nach dem Wirksam- werden dieser Ermächtigung in entsprechen- der Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgege- ben werden; — bei Barkapitalerhöhungen, soweit es erforder- lich ist, um Inhabern der von der Gesellschaft oder von Konzerngesellschaften, an denen die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mehr- heitlich beteiligt ist, begebenen Schuldver- schreibungen oder Genussrechten mit Wand- lungs- und/oder Optionsrechten bzw. Wand- lungs- oder Optionspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien der Gesellschaft in dem Um- fang zu gewähren, wie es ihnen nach Aus- übung des Options- oder Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wand- lungspflicht oder nach Ausübung einer Erset- zungsbefugnis der Gesellschaft als Aktionär zu- stehen würde; — zur Gewährung einer sogenannten Aktiendivi- dende (Scrip Dividend), bei der den Aktionären angeboten wird, ihren Dividendenanspruch (ganz oder teilweise) als Sacheinlage gegen Gewährung neuer Aktien aus dem genehmig- ten Kapital in die Gesellschaft einzulegen. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte, die Einzelheiten der Kapitalerhöhung sowie die Be- dingungen der Aktienausgabe, insbesondere den Ausgabebetrag, festzulegen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung nach vollstän- diger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital 2023 entsprechend dem Umfang der Kapitalerhö- hung aus dem Genehmigten Kapital 2023 oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen. Bedingtes Kapital 2022 Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Be- schluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 um 6.497.125,00 € bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewäh- rung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandel- und/oder Optionsrech- ten (oder der Erfüllung entsprechender Wandlungs- bzw. Optionspflichten) oder dazu, bei Ausübung Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 190 d es Wahlrechts der Gesellschaft ganz oder teil- weise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbe- trags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an den Inhaber oder Gläubiger von Wandel- oder Opti- onsschuldverschreibungen, die aufgrund der Er- mächtigung der Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 bis zum 29. Juni 2027 von der Gesellschaft oder einem Konzernunternehmen im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorste- hend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses je- weils zu bestimmenden Wandlungs- oder Options- preis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Options- rechten Gebrauch gemacht wird oder zur Options- ausübung bzw. Wandlung verpflichtete Inhaber oder Gläubiger von Schuldverschreibungen ihre Verpflichtung zur Optionsausübung bzw. Wandlung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausgeübt hat, ganz oder teilweise anstelle der Zah- lung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Ge- sellschaft zu gewähren und soweit jeweils nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Ak- tien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die ausgegebenen neuen Aktien nehmen grundsätzlich vom Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie entstehen, am Ge- winn teil; soweit neue Aktien jedoch aufgrund einer Wandlungs- oder Ausübungserklärung ausgegeben werden, die noch vor der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft, die über die Verwendung des Bi- lanzgewinns des vorangegangenen Geschäftsjah- res beschließt, erklärt wurde, so gilt die Dividen- denberechtigung dieser neuen Aktien auch für das ihrer Ausgabe vorangegangene Geschäftsjahr. So- weit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zu- stimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festlegen. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zu- stimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelhei- ten der Durchführung der bedingten Kapitalerhö- hung festzusetzen. Zahl der Bezugsrechte gemäß § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG Bedingtes Kapital 2015 Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 376.000 € durch Ausgabe von bis zu 376.000 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückak- tien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2015“). Das Bedingte Kapital 2015 dient ausschließlich der Si- cherung von Bezugsrechten, die aufgrund der Er- mächtigung der Hauptversammlung vom 30. Juni 2015 im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2015 in der Zeit bis einschließlich zum 29. Juni 2020 an Mitglieder des Vorstands und Arbeitneh- mer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Ge- schäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen ausgege- ben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Bezugsrechte aus- gegeben werden und deren Inhaber von ihrem Be- zugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien gewährt oder Baraus- gleich leistet. Die neuen Aktien nehmen vom Be- ginn des Geschäftsjahres an, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Be- schluss der Hauptversammlung über die Verwen- dung des Bilanzgewinns gefasst worden ist, am Ge- winn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustim- mung des Aufsichtsrats, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Soweit der Vorstand betroffen ist, ist der Aufsichtsrat entsprechend ermächtigt. Der Auf- sichtsrat ist des Weiteren ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnut- zung des Bedingten Kapitals anzupassen. Auf Grund des am 30.06.2015 beschlossenen Be- dingten Kapitals (2015/I) wurden im Geschäftsjahr 7.525 Bezugsaktien ausgegeben. Zum Stichtag waren 194.450 Optionen ausgege- ben, die weder verfallen noch ausgeübt sind. Bedingtes Kapital 2020 Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 724.000 € durch Ausgabe von bis zu 724.000 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 191 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien be- dingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020). Das Be- dingte Kapital 2020 dient ausschließlich der Siche- rung von Bezugsrechten, die aufgrund der Ermäch- tigung der Hauptversammlung vom 10. Dezember 2020 im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2020 in der Zeit bis einschließlich zum 9. Dezember 2025 an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen aus- gegeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Bezugsrechte ausgegeben werden und deren Inhaber von ihrem Eigenkapitalquote in T€ 2024 2023 Eigenkapital 461.843 502.751 langfristige Schulden 275.979 318.305 kurzfristige Schulden 33.893 69.306 Eigenkapital und Schulden 771.715 890.363 Eigenkapitalquote 59,8 % 56,5 % Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien gewährt oder Baraus- gleich leistet. Die neuen Aktien nehmen vom Be- ginn des Geschäftsjahres an, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Be- schluss der Hauptversammlung über die Verwen- dung des Bilanzgewinns gefasst worden ist, am Ge- winn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustim- mung des Aufsichtsrats, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Soweit der Vorstand betroffen ist, ist der Aufsichtsrat entsprechend ermächtigt. Der Auf- sichtsrat ist des Weiteren ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnut- zung des Bedingten Kapitals anzupassen. Im Ge- schäftsjahr wurden keine (Vorjahr: 28.000) Optio- nen ausgegeben und 2.000 Optionen sind verfal- len. Somit waren zum Stichtag waren 230.000 Opti- onen ausgegeben, die weder verfallen noch ausge- übt sind. Ziel des Konzerns ist es, eine starke Kapitalbasis beizubehalten, um das Vertrauen der Anleger, Gläubiger und der Märkte zu wahren und die nach- haltige Entwicklung des Unternehmens sicherzu- stellen. Der Vorstand überwacht regelmäßig die Li- quidität und die Eigenkapitalquote um diese sicherzustellen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde be- dingt durch einen Unternehmenszusammenschluss und der damit einhergehenden Finanzierung durch die Gesellschafter erstmalig eine signifikante lang- fristige Fremdkapitalposition geschaffen. Die Trans- aktion diente dazu die mittel bis langfristige Strate- gie des Konzerns umzusetzen und dadurch in die Lage versetzt werden die Entwicklungsprojekte ei- genständig weiterzuführen ohne auf die Unterstüt- zung von externen Partnern angewiesen zu sein. Gleichzeitig ist die Eigenkapitalquote durch das im Rahmen der Transaktion aufgenommene Fremdka- pital signifikant gesunken, auch wenn die langfris- tige Finanzierung ausschließlich durch Gesellschaf- ter der Formycon erfolgt. Im Geschäftsjahr wurde durch die durchgeführte Kapitalerhöhung durch Bareinlage die Eigenkapitalbasis weiter gestärkt, so dass trotz der erfolgten außerplanmäßigen Ab- schreibungen im Geschäftsjahr die Eigenkapital- quote im Wesentlichen stabil gehalten werden konnte. 21. Kapitalmanagement Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 192 In der Position Gesellschafterdarlehen im Vorjahr sind Darlehen und abgegrenzte Zinsen enthalten. Das Darlehen wurde dem Konzern im Zuge der Transaktionsabwicklung durch seine Gesellschafter (bzw. den direkten Gesellschaftern verbundene Un- ternehmen) eingeräumt. Bei dem Darlehen handelt es sich um eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von ursprünglich 68.000 T€ mit einer Laufzeit von 24 Monaten ab erstmaliger Inanspruchnahme. Durch Rückzahlung im Vorjahr wurde die Linie auf 48.000 T€ reduziert. Die in Anspruch genomme- nen Beträge werden marktzgerecht verzinst und können jederzeit zurückgezahlt werden. Im Ge- schäftsjahr wurden die verbleibenden 20.000 T€ zzgl. zugehöriger Zinsen an die Darlehensgeber zurückgeführt. Zum Stichtag waren vom Konzern 0 T€ dieser Darlehenslinie in Anspruch genommen. In den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind die bedingten Kaufpreiszahlungen aus dem Er- werb von Tochterunternehmen in Höhe von 164.249 T€ (31.12.2023: 187.644 T€) sowie die Ver- pflichtung aus anteilsbasierter Vergütung mit Bar- ausgleich in Höhe von 477 T€ (31.12.2023: 44 T€) enthalten. Bewertung Grundsätzlich stuft der Konzern sämtliche finanziel- len Vermögenswerte und Schulden als zu fortge- führten Anschaffungskosten bewertete Finanzin- strumente ein. Einzige Ausnahme hierzu bilden die bedingten Kaufpreiszahlungen aus dem Erwerb der Anteile an der FYB202 Project GmbH und der Bioeq AG (siehe Anhangangabe 22 und 23) die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Mit Ausnahmen des Gesellschafterdarlehens an die Bioeq AG, dessen Verzinsung nicht marktgerecht ist, sind die Buchwerte der finanziellen Vermögens- werte und Schulden angemessene Näherungen für den beizulegenden Zeitwert. Die Buch- und Zeit- werte der finanziellen Vermögenswerte und Schul- den können der folgenden Tabelle entnommen werden. Im Vorjahr stellte der Buchwert für alle fi- nanziellen Vermögenswerte und Schulden einen angemessenen Näherungswert für den beizulegen- den Zeitwert dar so dass auf die Angabe der beizu- legenden Zeitwerte verzichtet wurde. Die Bewertung der bedingten Kaufpreiszahlungen zum beizulegenden Zeitwert erfolgt basierend auf Inputfaktoren der Stufe 3 der Fair Value Hierarchie (siehe Anhangangabe 6 Bilanzierungs- und Bewer- tungsmethoden). Zum Stichtag ergibt sich für die bedingten Kaufpreiszahlungen ein beizulegender Zeitwert von 172.929 T€ (31.12.2023: 214.824 T€). Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten in T€ 31.12.2024 31.12.2023 Gesellschafterdarlehen - 20.485 kurzfristiger Anteil bedingter Kaufpreis 8.680 27.17 9 Personalbezogene Verbindlichkeiten 3.069 2.684 Steuern - 194 Sonstiges 1.183 806 Summe 12.932 51.349 22. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 23. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 24. Finanzinstrumente Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 193 Buch - und Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden in T€ Buchwert Marktwert FV 31.12.2024 31.12.2024 Kategorie Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 Finanzanlagen 66.134 55.673 3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 23.693 23.693 3 Vermögenswerte aus Kundenverträgen 7.016 7.016 3 geleistete Anzahungen 22.123 22.123 3 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 41.834 41.834 3 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbind- lichkeiten - - - kurzfristiger Anteil der bedingten Kaufpreiszahlung 8.680 8.680 3 langfristiger Anteil der bedingten Kaufpreiszahlung 164.249 164.249 3 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.437 17.437 3 Buch- und Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden in T€ Buchwert Marktwert FV 31.12.2023 31.12.2023 Kategorie Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0 0 0 Finanzanlagen 90.907 82.765 3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 11.612 11.612 3 Vermögenswerte aus Kundenverträgen 16.561 16.561 3 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 27.035 27.035 3 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbind- lichkeiten - - - kurzfristiger Anteil der bedingten Kaufpreiszahlung 27.17 9 27.17 9 3 langfristiger Anteil der bedingten Kaufpreiszahlung 187.645 187.645 3 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - - Gesellschafterdarlehen 20.485 20.485 3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.319 16.319 3 Im Laufenden Geschäftsjahr wurden 20.807 T€ der bedingten Kaufpreiszahlung getilgt. Die verblei- bende Wertänderung von 21.088 T€ wurde erfolgs- wirksam im Finanzergebis erfasst. Das Bewertungsmodell basiert dabei auf den er- warteten Zahlungsströmen abgezinst mit einem risi- koadjustierten laufzeitabhängigen Zinssatz. Zum Stichtag belief sich dieser Zinssatz auf 10,04 % für die bedingten Kaufpreiszahlungen. Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde in beiden Fällen stei- gen, wenn die erwarteten Zahlungsströme früher auftreten oder wenn der risikoadjustierte Zinssatz niedriger wäre. Eine Minderung (Erhöhung) des Zinssatzes um 1 % hatte eine Erhöhung (Minderung) des beizulegenden Zeitwerts um 10.596 T€ resp. 9.641 T€ zur Folge die ergebniswirksam zu erfas- sen wäre. Bei den geleisteten Anzahlungen in Höhe von 22.123 T€ (31.12.2023: 11.335 T€) handelt es sich im Wesentlichen um Anzahlungen für Entwick- lungsleistungen. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 194 Liquiditätsrisiko in T€ 31.12.2024 fällig innerhalb 1–2 Jahre 2–3 Jahre 1 Jahres Leasingverbindlichkeit 1.597 1.523 1.409 bedingte Kaufpreiszahlung 9.107 12.555 20.730 Liquiditätsrisiko in T€ 31.12.2023 fällig innerhalb 1–2 Jahre 2–3 Jahre 1 Jahres Leasingverbindlichkeit 1.294 1.223 1.136 Gesellschafterdarlehen 20.485 - - bedingte Kaufpreiszahlung 28.743 28.671 33.654 Risikomanagement Zur Darstellung der Methoden, Prozesse, Verant- wortlichkeiten und Ziele des Risikomanagement- systems verweisen wir ergänzend zu den Ausfüh- rungen im Lagebericht. Der Konzern ist den folgen- den Risiken aus dem Einsatz von Finanzinstrumen- ten ausgesetzt: — Kreditrisiko — Liquiditätsrisiko — Fremdwährungsrisiko Grundsätze des Risikomanagements Der Vorstand der Gesellschaft ist für die Struktur und Kontrolle des Risikomanagements der Gruppe verantwortlich. Zu diesem Zweck hat der Vorstand Mitarbeiter ernannt, die für die Überwachung und Weiterentwicklung der Risikomanagementpolitik der Gruppe zuständig sind. Die Mitarbeiter erstat- ten dem Vorstand regelmäßig Bericht über ihre Tä- tigkeit. Die Risikomanagementpolitik und die Risi- komanagementsysteme werden regelmäßig über- prüft, um Veränderungen der Marktbedingungen und der Aktivitäten der Gruppe zu berücksichtigen. Kreditrisiko Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, wenn ein Kunde oder eine Gegenpartei eines Finanzinstruments seinen vertraglichen Ver- pflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko ergibt sich in erster Linie aus den ausgegebenen Darlehen, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Vermögenswerten aus Kundenver- trägen und den Zahlungsmitteln und Zahlungsmit- teläquivalenten der Gruppe. Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte und der vertraglichen Vermögenswerte entsprechen dem maximalen Kreditrisiko. Bei der Feststellung, ob sich das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, und bei der Schät- zung der erwarteten Kreditausfälle berücksichtigt die Gruppe Informationen, die ohne unangemes- sene Kosten oder Aufwand verfügbar sind. Dazu gehören Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 195 3–4 Jahre 4–5 Jahre > 5 Jahre Gesamtbetrag Buchwert 1.349 1.198 5.179 12.255 10.593 32.900 28.324 243.742 347.358 172.929 3–4 4–5 Jahre > 5 Jahre Gesamtbetrag Buchwert Jahre 1.069 1.013 3.602 9.337 9.001 - - - 20.485 20.485 44.964 32.378 240.080 408.489 214.824 s owohl quantitative als auch qualitative Informatio- nen und Analysen, die auf den historischen Erfah- rungen der Gruppe und einer fundierten Bonitäts- beurteilung beruhen, die auch zukunftsgerichtete Informationen umfasst. Diese Information umfasst externe Ratings, soweit erhältlich, Auskünfte von Kreditagenturen und Brancheninformationen. Im laufenden Geschäftsjahr wurde basierend auf dem erwarteten Kreditverluste für Darlehen gleicher Bo- nität eine Aufholung der Wertminderung von 78 T€ (Vorjahr: 447 T€) erfasst. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Kon- zern möglicherweise nicht in der Lage ist, seine fi- nanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß durch Lieferung von Zahlungsmitteln oder anderen finan- ziellen Vermögenswerten zu erfüllen. Das Ziel des Konzerns in der Steuerung der Liquidität ist es si- cherzustellen, dass – soweit möglich – stets ausrei- chend liquide Mittel verfügbar sind, um unter nor- malen wie Fremdwährungsrisiko auch unter ange- spannten Bedingungen den Zahlungsverpflichtun- gen bei Fälligkeit nachkommen zu können, ohne untragbare Verluste zu erleiden oder die Reputa- tion des Konzerns zu schädigen. Im Folgenden werden die vertraglichen Restlaufzeiten der finanzi- ellen Verbindlichkeiten am Abschlussstichtag ein- schließlich geschätzter Zinszahlungen dargestellt. Es handelt sich um nicht diskontierte Bruttobeträge inklusive vertraglicher Zinszahlungen, jedoch ohne Darstellung der Auswirkung von Verrechnungen. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 196 Währungsrisiko in T€ 31.12.2024 USD GBP CHF JPY Laufende Bankkonten 1.268 - - - Verbindlichkeiten aus L+L 91 22 206 - Nettorisiko -1.177 22 206 - Währungsrisiko in T€ 31.12.2023 USD GBP CHF JPY Laufende Bankkonten 368 - - - Verbindlichkeiten aus L+L 52 1 294 84 Nettorisiko -316 1 294 84 Fremdwährungsrisiko Der Konzern ist transaktionalen Fremdwährungsrisi- ken in dem Umfang ausgesetzt, wie die Notierun- gen von Währungen, in denen Erwerbsgeschäfte sowie Kreditgeschäfte erfolgen, mit der funktiona- len Währung der Konzerngesellschaften nicht über- einstimmen. In allen Fällen ist die funktionale Wäh- rung der konsolidierten Gesellschaften EUR. Die genannten Transaktionen werden vorwiegend auf der Grundlage von US-Dollar (USD), Britischem Pfund (GBP) und Schweizer Franken (CHF) und in geringem Umfang Japanischen Yen (JPY) durchge- führt. Zudem verfügt der Konzern über laufende Bankkonten die in USD valutieren. Zum Stichtag weist die Bilanz des Konzerns das oben stehende Nettorisiko aus, alle Angaben sind dabei in der Tau- send der jeweiligen Währung. Eine für möglich gehaltene Stärkung (Schwächung) von Euro, US-Dollar, Britischem Pfund, Schweizer Franken oder Japanischen Yen gegenüber den an- deren Währungen zum 31. Dezember hätte die Be- wertung der Finanzinstrumente in fremder Wäh- rung beeinflusst und sich mit den unten dargestell- ten Beträgen auch auf das Eigenkapital und den Gewinn oder Verlust ausgewirkt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren, vor allem die Zinssätze, konstant bleiben. Eine Än- derung des Wechselkurses des USD zum Euro um 10% würde zu einem Gewinn/Verlust von 9 T€ (2023: 6 T€) führen. Eine Änderung des Wechsel- kurses des CHF zum Euro um 10 % würde zu einem Gewinn/ Verlust von 21 T€ (2023: 28 T€) führen. Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 197 Leasingverbindlichkeiten in T€ 31.12.2024 fällig in- nerhalb 1–2 2–3 3–4 4–5 > 5 1 Jahres Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Gesamt kurzfrstige Leasingverbindlichkeit 1.496 - - - - - 1.496 langfristige Leasingverbindlichkeit - 1.214 1.147 1.133 1.021 4.582 9.097 Leasingverbindlichkeiten in T€ 31.12.2023 fällig in- nerhalb 1–2 2–3 3–4 4–5 > 5 1 Jahres Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Gesamt kurzfrstige Leasingverbindlichkeit 1.186 - - - - - 1.186 langfristige Leasingverbindlichkeit - 1.166 1.089 1.028 978 3.555 7.816 Formycon tritt ausschließlich als Leasingnehmer auf und mietet in diesem Zusammenhang das Verwal- tungsgebäude der Gruppe in Martinsried-Planegg, technische Anlagen und Maschinen, im Wesentli- chen Laborausstattung sowie KfZ für einzelne Mit- arbeiter. Für die Entwicklung der aktivierten Nut- zungsrechte wird auf Anhangangabe 17 verwiesen. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden im Ge- schäftsjahr 301 T€ (2023: 80 T€) Zinsaufwand er- fasst. Zudem wurden im Geschäftsjahr Leasingzah- lungen für Vermögenswerte mit geringem Wert die nicht als Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit angesetzt wurden in Höhe von 18 T€ (2023: 19 T€) im Verwaltungsaufwand erfasst. Die oben stehende Tabelle zeigt eine Übersicht der Fälligkeiten der Leasingverbindlichkeiten. 25. Leasingverhältnisse Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 198 Vergütung Key Management nach IAS 24.17 in T€ 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1.906 1.678 Aufwand aus Aktienoptionen 1.331 998 Tota l 3.237 2.676 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 199 Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositi- onen und Mitglieder des Aufsichtsrats Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositi- onen umfassen den Vorstand der Formycon AG. Die Mitglieder des Vorstands erhielten die folgende Vergütung im Berichtszeitraum. Daneben wurden im Geschäftsjahr Beiträge einer Unterstützung- kasse zu Gunsten eines Familienangehörigen des Vorstands in Höhe von 27 T€ (Vorjahr: 0€) entrich- tet. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr eine Vergütung von 211 T€ (2023: 109 T€). Neben der regulären Vergütung fanden weder im Berichtszeitraum noch im Vergleichszeitraum Trans- aktionen mit Mitgliedern des Managements oder Aufsichtsrats statt. Nahestehende Unternehmen Durch den Anteilsbesitz an der Formycon AG und die Vertretung im Aufsichtsrat sind die Unterneh- men der Athos Gruppe als nahestehende Unter- nehmen zu identifizieren. Ebenfalls als naheste- hend ist das unter gemeinschaftlicher Führung ste- henden Unternehmen Bioeq AG zu klassifizieren. Im Berichtszeitraum wurden Umsatzerlöse in Höhe von 34.969 T€ (Vorjahr: 40.341 T€) mit nahestehen- den Unternehmen erfasst, davon 17.293 T€ (Vor- jahr: 14.885 T€) mit der unter gemeinschaftlicher Führung stehenden Bioeq AG. 6.049 T€ (31.12.2023: 6.471 T€) Forderungen gegen naheste- hende Unternehmen sind in der Bilanz unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an- gesetzt. Zudem besteht eine Darlehensforderung gegen die Bioeq AG in Höhe von nominal 66.419 T€ (31.12.2023: 91.300 T€) inklusive aufgelaufener Zinsen. Neben den Entwicklungspartnerschaften und den daraus resultierenden Umsatzerlösen und Forde- rungen aus Lieferungen und Leistungen hat der Konzern eine Darlehenslinie der Gesellschafter er- halten (siehe Anhangangabe 22). Zudem bestehen die Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreiszah- lungen aus dem Unternehmenszusammenschluss ebenfalls gegen Unternehmen der Athos Gruppe. Zum Stichtag waren hier 172.929 T€ (31.12.2023: 214.824 T€) als Verbindlichkeit erfasst, im Ge- schäftsjahr wurde Ertrag aus der Zeitwertbewer- tung der Verpflichtungen in Höhe von 21.088 T€ (Vorjahr: 96.618 T€) im Finanzergebnis erfasst. Eine Reihe dieser Unternehmen tätigte im Laufe des Jahres Geschäfte mit dem Konzern. Die Bedin- gungen und Konditionen dieser Geschäftsvorfälle waren marktüblich. Weitere Transaktionen mit nahestehenden Perso- nen oder Unternehmen fanden im Berichtszeitraum nicht statt. 26. Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 200 Anzahl Arbeitnehmer 2024 2023 Forschung & Entwicklung 176 162 Business Operations 12 10 Allgemeine Verwaltung 47 25 Tota l 235 197 Personalaufwand nach dem Gesamtkostenverfahren 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Löhne und Gehälter 21.912 18.853 Kosten der sozialen Sicherheit 3.525 3.247 Kosten der Altersversorgung 603 275 Tota l 26.040 22.375 Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 201 Bezüge Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten in der Be- richtszeitraum als Gesamtbezüge 211 T€ (Vorjahr: 109 T€); die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtszeitraum 2.980 T€ (Vorjahr 1.814 T€) (davon 587 T€ (Vorjahr 604 T€) erfolgs- abhängig) im Sinne des § 315e HGB iVm. § 314 Nr. 6 HGB, darin enthalten sind 1.096 T€ aus der Gewäh- rung von Bezugsrechten im Rahmen eines erfolgs- basierten Aktienoptionsprogramms. Honorar der Konzernabschlussprüfer nach §314 Abs.1 Nr. 9 HGB in T€ 01.01.-31.12.2024 01.01.-31.12.2023 Abschlussprüfungsleistungen 631 582 andere Bestätigungsleistungen 969 0 Tota l 1.600 582 Entsprechenserklärung Die Erklärung der Unternehmensführung zum Deut- schen Corporate Governance Kodex findet sich auf der Homepage unter www.formycon.com im Be- reich Investor Relations. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung noch in der Konzernbilanz berücksichtigt sind, sind nicht festzustellen . Nach dem Stichtag wurde die Formycon-Aktie in den TecDAX aufgenommen. Das Eylea®-Biosimilar FYB203 wurde in der EU sowie in Großbritannien zugelassen und es wurden Partnerschaften mit Teva Pharmaceuticals International GmbH für die Vermarktung in weiten Teilen Europas sowie mit Lo- tus Pharmaceutical für die Region Asien-Pazifik ver- einbart. Formycons Stelara-Biosimilar FYB202/Otulfi® erhielt die Zulassung in Kanada und in Großbritannien. 27. Weitere Angaben 28. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag 29. Nachtragsbericht Konzernabschluss — Formycon AG Geschäftsbericht 2024 202 Martinsried/Planegg, den 26. März 2025 Dr. Stefan Glombitza Nicola Mikulcik Dr. Andreas Seidl Enno Spillner 116 Impressum Formycon AG Fraunhoferstraße 15 82152 Planegg-Martinsried Germany + 49 89 864 667 100 [email protected] www.formycon.com Veröffentlichungsdatum 27. März 2025 Fotos Martin Joppen Hagen Brede Adobe Stock Formycon AG 117 www.formycon.com