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First Sensor AG — Management Reports 2023
Feb 1, 2024
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Download source fileFirst Sensor AG 2. ZUSAMMENGEFASSTER BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS DER FIRST SENSOR AG 2.1. GRUNDLAGEN DES FIRST SENSOR-KONZERNS 2.1.1. Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit Rechtliche Konzernstruktur Der First Sensor-Konzern (im Folgenden auch „First Sensor“ oder „die Gruppe“) bestand zum Berichtsstichtag (30.09.2023) aus der Muttergesellschaft First Sensor AG mit Sitz in Berlin und der Tochtergesellschaft First Sensor Lewicki GmbH, an der die First Sensor AG sämtliche Anteile hält. Eine nicht mehr aktive Tochtergesellschaft in Schweden wurde im Geschäftsjahr 2022 entkonsolidiert und liquidiert. Der Konzernlagebericht wurde mit dem Lagebericht der First Sensor AG nach § 315 Abs. 5 HGB i.V.m. § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Seit 2020 ist die TE Connectivity Sensors Germany Holding AG, Bensheim, mit knapp 72 Prozent größte Aktionärin der First Sensor AG. Zwischen den Gesellschaften besteht seit dem 14. April 2020 (Handelsregister-Eintragung am 6. Juli 2020) ein Beherrschungs-und mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 ein Gewinnabführungsvertrag. Segmente First Sensor entwickelt, produziert und vertreibt Sensorchips, Sensorkomponenten, Sensoren und Sensorsysteme. Der Umsatz wird nach der geographischen Herkunft der Endkunden (DACH-Region, übriges Europa, Nordamerika, Asien, Rest der Welt) berichtet. Eine Segmentierung entsprechend IFRS 8, die sich in internen Organisations-und Berichtsstrukturen widerspiegelt und nach der der Vorstand die Steuerung vornimmt, ist nicht gegeben. Standorte Die Gruppe verfügte im Geschäftsjahr 2023 insgesamt über vier Entwicklungs-bzw. Produktionsstandorte in Deutschland. Sie sind auf unterschiedliche Produkte und Stufen entlang der Sensorik-Wertschöpfungskette spezialisiert. Im Berichtszeitraum gab es Standorte in Berlin (Oberschöneweide und Weißensee), Dresden (Klotzsche) und Oberdischingen. Die Vertriebsgesellschaft in Kungens Kurva (Schweden) wurde im Geschäftsjahr 2022 geschlossen. Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse Im Wachstumsmarkt Sensorik entwickelt und fertigt First Sensor Standardprodukte und kundenspezifische Sensorlösungen für die stetig zunehmende Zahl an Anwendungen in den unterschiedlichen Zielmärkten. Entlang der Wertschöpfungskette zeichnet sich First Sensor durch zwei Kernkompetenzen aus: Zum einen besitzt die Gruppe Expertenwissen beim Detektieren von physikalischen Parametern mithilfe des Designs und der Produktion von Sensorchips auf Siliziumbasis. Zum anderen nutzt First Sensor Kenntnisse in der mikroelektronischen Aufbau-und Verbindungstechnik, um diese Chips mit dem besten „form factor“ anwendungsgerecht weiterzuverarbeiten. Zusätzliches Wachstum entsteht durch Systemlösungen für neue Anwendungen in den verschiedenen Märkten. Solche Sensorsysteme übernehmen nicht nur Messaufgaben, sondern reagieren intelligent auf Ergebnisse und kommunizieren mit anderen Systemen. Auf dieser Basis fokussiert sich First Sensor auf die Produktbereiche Pressure, Photonics und Advanced Electronics. Insgesamt verfügt die Gruppe damit über ein umfangreiches Angebot eigenentwickelter und -produzierter Standardsensoren, die primär über das Vertriebsnetz von TE Connectivity vertrieben werden. Durch die langjährige Expertise in der Sensorik ist First Sensor außerdem in der Lage, maßgeschneiderte Sensorlösungen anzubieten, die in den Produkten von Schlüsselkunden anwendungsspezifische Herausforderungen meistern. Darüber hinaus greift das Unternehmen auf eine Vielzahl technischer Lösungen im Bereich der Aktuatorik und Embedded Software zurück, um bei Systemansätzen zu unterstützen. Deshalb ist die Produkt-und Technologieentwicklung ein wesentlicher Kernprozess. First Sensor kann über die Zusammenarbeit mit der TE Connectivity Solutions GmbH (Schaffhausen, Schweiz -TESOG) an Kunden in mehr als 140 Ländern liefern. Auf der Basis entsprechender Vereinbarungen ist die TESOG Verkaufs-und Distributionspartner der First Sensor AG und hat im Geschäftsjahr 2022 den kompletten Vertrieb des Unternehmens übernommen. 2 Absatzmärkte Seit dem 1. Juni 2022 erfolgt der Vertrieb der Produkte der First Sensor AG ausschließlich über den Distributionspartner TESOG. Für die regionale Aufteilung der Umsätze wird auf den Standort des Endkunden von TESOG abgestellt. Das größte Umsatzvolumen wurde im Geschäftsjahr 2023 wie bisher im deutschsprachigen Raum realisiert. Der Anteil der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein) belief sich auf 57,5 Prozent (VJ: 70,1 Prozent). 14,1 Prozent (VJ: 12,0 Prozent) der Umsätze erwirtschaftete First Sensor in den nicht deutschsprachigen europäischen Ländern. In Nordamerika, mit Schwerpunkt auf den USA, erwirtschaftete der Konzern 12,4 Prozent des Umsatzes (VJ: 5,3 Prozent). Auf Asien entfallen 15,7 Prozent (VJ: 12,3 Prozent) der Umsatzanteile mit Schwerpunkt in China. Die grundsätzliche Absatzentwicklung im Konzern spiegelt sich entsprechend auch bei der First Sensor AG als Einzelgesellschaft wider. Externe Einflussfaktoren Externe Einflussfaktoren für das Geschäft, wie zum Beispiel rechtliche, politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Rahmenbedingungen, die eine Veränderung im Nachfrageverhalten der Kunden begründen könnten, sowie regulatorische Rahmenbedingungen sind im positiven wie im negativen Sinne von geringerer Bedeutung für First Sensor. Durch die Integration in den TE Connectivity-Konzern profitiert First Sensor nicht nur von der dynamisch wachsenden Anzahl von Sensorapplikationen, die für neue Funktionalitäten sowie für Sicherheit, Komfort und Effizienz entwickelt werden. Die globale Reichweite von TE Connectivity erweitert auch die Zahl potenzieller Kunden, die beliefert werden können. Diese Kombination sollte auch mögliche Schwankungen durch konjunkturelle Zyklen mindern. 2.1.2. Ziele und Strategien Strategische Ausrichtung der Geschäftsfelder First Sensor ist Teil von TE Connectivity und damit eingebunden in die TE Connectivity-Strategie für den Geschäftsbereich Sensoren. Ziel der Strategie ist es, Menschen, Maschinen und die Welt nahtlos miteinander zu verbinden, so dass alle weltweit ein besseres Leben führen können. Dafür werden innovative Sensorlösungen entwickelt, die Werte für die Mitarbeiter, Kunden und Investoren schaffen. Sie sollen dazu beitragen, dass die vernetzte Welt sicherer, produktiver und zuverlässiger wird. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen in der Medizintechnik wie Diagnostik und Patientenüberwachung. Außerdem konzentriert sich die Gruppe auf industrielle Automatisierung und Zustandsüberwachung sowie auf die Steuerung von Bewegungen. TE Connectivity setzt dabei auf die Werte Innovation, Integrität, Zuverlässigkeit, Inklusion und Teamwork. In den verschiedenen Handlungsfeldern konzentriert sich TE Connectivity mittelfristig auf eine ausgeprägte Wachstumsstrategie. Drucksensoren sind ein wesentlicher Bestandteil des Produktportfolios. Hier bietet First Sensor für Applikationen in der Industrie und Medizintechnik passende Produkte. Oft sind in diesen High-Tech-Applikationen individuelle, kundenspezifische Lösungen gefragt. Mit der vielfältigen und umfassenden Anwendungserfahrung ist First Sensor in der Lage, die unterschiedlichsten Branchen mit passgenauen Lösungen zu bedienen –von leistungsstarken, plattformbasierten Drucksensoren für die Pneumatik und Hydraulik, unter anderem zur Automatisierung industrieller Anlagen, bis hin zu Sonderanfertigungen für hochspezialisierte Medizintechnik-Anwendungen. Im Bereich Photonics umfasst das Produktprogramm LiDAR-Anwendungen, Imaging-Module und Lichtdetektoren. Sie kommen vorwiegend in Industrie-, Medizin-und Transportanwendungen zum Einsatz. First Sensor konzentriert sich hier vorrangig auf Anwendungen im Industrie-und Medizinbereich mit dem Ziel, sich auf wachstumsstarke Anwendungen zu fokussieren und das Produktportfolio weiter zu optimieren. Besonders im Bereich Advanced Electronics hat sich First Sensor auf den steigenden Bedarf an komplexen Lösungen, die in Kundenapplikationen mehrere Funktionen verbinden, konzentriert. Dies bedarf der Kernkompetenzen in Chip-Design und -Produktion sowie in der Aufbau-und Verbindungstechnik. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf den Auf-und Ausbau der Expertise in weiteren Verfahrenstechniken sowie in Software und Sensorik-Kommunikation. In der Zusammenarbeit mit TE Connectivity ergeben sich hier zusätzliche Optionen, die in der Zusammenarbeit stetig weiter validiert werden sollen. 3 Ergänzend entwickelt First Sensor nicht nur Produkte, sondern auch Lösungen. Beim „Solution Selling“ ist es wichtig, ein tiefgreifendes Verständnis für die Systeme der Kunden zu entwickeln und Trends und Systemprobleme zu erkennen, die gelöst werden müssen. Dies geht häufig mit der Erweiterung des Anteils von Sensoren in diesen Anwendungen und Anwendungsfällen einher. Auf diese Weise erhalten die Kunden ein umfassenderes Wertangebot. Gleichzeitig können der Beschaffungsprozess, die Komplexität und die Kosten reduziert werden, indem beispielsweise die Anzahl der Lieferanten reduziert werden kann. Strategische Finanzierungsmaßnahmen Das operative Geschäft finanziert First Sensor vorrangig aus dem operativen Cashflow und den vorhandenen liquiden Mitteln bzw. über den Cash- Pool mit TE Connectivity. Weiterer Finanzierungsbedarf könnte zukünftig auch durch die Hauptaktionärin gedeckt werden. Strategische Finanzierungsmaßnahmen im engeren Sinne wurden bisher nicht vorgenommen und dies ist auch für die Zukunft nicht geplant. 2.1.3. Unternehmensinternes Steuerungssystem Der Vorstand verantwortet die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Er wird gemäß Gesetz und Satzung vom Aufsichtsrat beraten und überwacht. Im Zuge der Festlegung der strategischen Ziele des Unternehmens werden die Interessen von Kunden, Mitarbeitern, Investoren und Lieferanten bestmöglich berücksichtigt. Aus den strategischen Zielen wird jährlich die Mittelfristplanung für die nächsten drei Jahre abgeleitet. Auf dieser Basis entsteht die jeweilige Detailplanung für das Folgejahr. Der Vorstand stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und setzt sie um. Mit den Mitarbeitern der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands erörtert der Vorstand regelmäßig strategische und wesentliche operative Fragen, analysiert die aktuelle Geschäftsentwicklung und berät über den Umgang mit Chancen und Risiken. Diese Führungskräfte haben außerdem direkte Berichtslinien zu den regionalen und globalen Fachverantwortlichen der TE Connectivity. Die Steuerung der First Sensor-Unternehmensgruppe erfolgt in erster Linie durch die kontinuierliche Kontrolle der Zielerreichung hinsichtlich der Jahres-und Mittelfristplanung. Abweichungen sollen so frühzeitig erkannt werden, um zeitnah geeignete Maßnahmen einzuleiten. Verwendete Steuerungskennzahlen First Sensor wurde auch im Geschäftsjahr 2023 primär nach den Zielgrößen Umsatz und EBIT-Marge (EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern) gesteuert. Diese stellten bislang die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren (KPIs) dar. Die für das Geschäftsjahr 2024 vorgenommenen Änderungen der relevanten KPIs sind dem Prognosebericht zu entnehmen. Informationen zu den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren finden sich in der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Sie werden vom Vorstand nicht für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des Konzerns berücksichtigt. 4 2.1.4. Forschung und Entwicklung Vielfältige neue Einsatzmöglichkeiten von Sensoren und Sensorsystemen sind die Treiber für das geplante Wachstum von First Sensor. Aus diesem Grund hat die Entwicklung eine hohe Relevanz für den Erfolg des Unternehmens. Sie prägt die Umsetzung kundenspezifischer Lösungen und verantwortet den Produktentwicklungsprozess sowie den Bau von Prototypen. Außerdem bildet die Entwicklung die Grundlage für die Plattform- und Technologiestrategie von First Sensor. Sie ist integraler Teil der Strategie und Roadmaps der Sensor Business Unit von TE Connectivity. Die gesamte Expertise umfasst Halbleiterentwicklung und Design von Sensoren, Aufbau-und Verbindungstechnik sowie die Prozessentwicklung bis zum Prototypenbau, Sensorelektronik sowie Software und Systemintegration. Die Koordination der Fachbereiche innerhalb der Produktentwicklungsprojekte leistet das Projektmanagement, um die Einhaltung der definierten Projektziele sicherzustellen. Die Organisationsstruktur ist nach Sensortechnologien ausgerichtet. Der Entwicklungsbereich Photonics befasst sich mit der Entwicklung von Fotodioden und bildgebenden Sensoren. Die Entwicklung von Drucksensoren arbeitet vereint mit den entsprechenden Entwicklern der TE Connectivity im Entwicklungsbereich Pressure & Force. Prozessseitig ist die gesamte Entwicklung auf den Projekt-Governance-Prozess der TE Connectivity „LEANPD“ (Lean Enterprise Accelerated New Product Development) abgestellt. Dafür wurden Softwarelösungen angeglichen und das Dokumentenmanagement an die TE Connectivity- Infrastruktur angebunden. Vorgehen und Schwerpunkte Unabhängig davon, ob der Anstoß zu einem Entwicklungsprojekt von Kundenseite oder aus den eigenen Reihen kommt, verlaufen Entwicklungsaktivitäten von First Sensor entlang eines strukturierten Prozesses. Vor dem eigentlichen Start des Projekts steht zunächst die Prüfung des Business Cases. Dabei werden neben Zeitrahmen und Kosten auch die Potenziale des Projekts für First Sensor und TE Connectivity gesamt berücksichtigt. Wenn die Prüfung zu einem positiven Ergebnis kommt, folgt die Umsetzung des Projekts. Ein mehrstufiger Prozess regelt dabei die Organisation von der Konzepterstellung über die Fertigung von Prototypen bis zur Vorbereitung der Serienproduktion. Mithilfe vorab definierter Meilensteine und standardisierten Berichtserfordernissen stellt dieser Prozess sicher, dass sich die Ergebnisse des Entwicklungsprojekts auf jeder Stufe im Einklang mit dem gewünschten Ziel befinden und Abweichungen zeitnah erkannt, analysiert und bearbeitet werden. Die mittel-und kurzfristigen Entwicklungsaktivitäten bündelt First Sensor entlang der übergeordneten Unternehmensstrategie in einer Technologie- und Produkt-Roadmap. Diese stellt sicher, dass Projekte mit Schlüsselkunden bzw. mit hohen Umsatzvolumina Vorrang genießen. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt zum einen auf kundenspezifischen Sensorlösungen und damit auf der Entwicklung neuer Sensorchips. Ergänzt werden diese durch innovative Signalelektronik sowie Aufbau-und Verbindungstechnologien. Darüber hinaus geht es je nach Applikation darum, dass Produkte den besten „form factor“ aufweisen, also zum Beispiel besonders robust sind. Kunden erwarten darüber hinaus Innovationen, die in drei bis fünf Jahren noch „state of the art“ und gleichzeitig preislich wettbewerbsfähig sind. Kooperationen First Sensor verfolgt den Ansatz, Innovationsprozesse zu öffnen und strategische Kooperationen mit starken Industriepartnern und Forschungseinrichtungen einzugehen. Im Rahmen gemeinsamer Projekte profitiert jeder Partner von dem Austausch der Expertise und kann die jeweiligen Kernkompetenzen einbringen. Durch regelmäßigen engen Kontakt mit Forschungsinstituten trägt die Entwicklung darüber hinaus dazu bei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in nutzbare Innovationen überführt werden. Eine eigene über die bestehenden Kooperationen hinausgehende Forschung findet in der Gruppe nicht statt. 5 F&E-Kennzahlen Der jährliche F&E -Aufwand wird mit einem Budget hinterlegt. Projektkosten werden im Rahmen von Innenaufträgen erfasst und fließen als Aufwand in die Gewinn-und Verlustrechnung. Kosten für kundenindividuelle Projekte werden separat erfasst und weiterbelastet oder über die Laufzeit der Produkte amortisiert, sofern dies so vereinbart wurde. Ebenfalls getrennt erfasst werden strategische Entwicklungsprojekte; diese Entwicklungsleistungen werden aktiviert, sofern die Kriterien nach IAS 38.57 erfüllt sind. in TEUR, wenn nicht anders angegeben 2022 2023 F&E-Aufwand 3.633 4.189 F&E-Quote in % 3,1 3,1 Neue Aktivierung von Entwicklungsleistungen 117 16 Buchwerte der Aktivierungen 2.144 1.818 Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen 994 342 Anzahl Mitarbeiter F&E (FTE) 45 52 Anzahl Patente und Lizenzen 18 17 Im Geschäftsjahr 2023 betrug der Aufwand für F&E 4,2 Mio. Euro. Die F&E-Quote im Verhältnis zum Umsatz blieb stabil bei 3,1 Prozent. In der Entwicklung waren im Berichtszeitraum durchschnittlich 52 Mitarbeiter beschäftigt. F&E-Ergebnisse Die Entwicklungsarbeit konzentrierte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem auf Produkte und Technologien der MEMS Druck-und Gassensoren sowie der photonischen Sensoren. Der Schwerpunkt in der Entwicklung der Drucksensoren lag auf Applikationen in der Gasversorgung in der Halbleiterindustrie. Hochgenaue Transmitter für Prozessgase sind die Grundlage für stabile und präzise Herstellungsprozesse. Ein weiterer Fokus lag auf der Erweiterung des Portfolios für intelligente Sensoren mit IO-Link. Im Bereich Photonics wurden hauptsächlich für Infrarotanwendungen etliche kundenspezifische Entwicklungen für Fotodioden und bildgebende Sensoren fertiggestellt. Dazu gehören Aerospace Anwendungen im Wellenlängenbereich 1064nm sowie APD LiDAR Sensoren bei 905nm. Die APD- Technologie wurde bezüglich Signal-Rausch-Verhältnis verbessert und eine Verkleinerung der Chips hat die Kostenposition verbessert. Weitere Fotodiodenentwicklungen umfassen beispielsweise optische Encoderanwendungen für den hochpräzisen Maschinenbau sowie Beugungssensoren für analytische Instrumente. Auch wurde eine neue Fotodiodenzeile für Röntgendetektion in einer Sicherheitsanwendung entwickelt. Bei den bildgebenden Sensoren wurden Lösungen basierend auf der Chip-on-board (COB) Technologie für verschiedene Kunden entwickelt. Diese Technologie verbindet skalierbare Produktion, kostengünstige Materialien und höchste Ansprüche an Positionsgenauigkeit, Planarität und Reinheit auch bei sehr großen Sensoren. Mit solchen Lösungen werden z.B. High-End-Machine-Vision Applikationen bedient. Entwicklungsprojekte wie die genannten Beispiele tragen üblicherweise nach 6 bis 24 Monaten zu den Umsätzen bei. Patente und Gebrauchsmuster werden nur selektiv angemeldet. Dabei wird zunächst geprüft, ob der Nutzen einer Anmeldung die Risiken einer Offenlegung übersteigt, ob eine strategische Notwendigkeit besteht oder ob aus Wettbewerbsgründen eine Anmeldung notwendig ist. Patente werden im Anschluss jährlich einer Bewertung unterzogen. Wenn sich die Marktsituationen oder die strategische Ausrichtung des Unternehmens geändert haben oder wenn sich die Werthaltigkeit nicht mehr nachweisen lässt, wird entschieden, bestimmte Patente auslaufen zu lassen. 6 2.2. WIRTSCHAFTSBERICHT 2.2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Entwicklung der Gesamtwirtschaft Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnete die Weltwirtschaft 2023 im Angesicht der vielfältigen Krisen und Belastungsfaktoren vom Krieg in der Ukraine über die hohen Energie-und Lebensmittelpreise und die synchrone Straffung der Geldpolitik in der ganzen Welt als überraschend robust. Das Wachstum habe sich lediglich verlangsamt, so der IWF. In seiner jüngsten Prognose erwartet er für 2023 ein Plus von 3 Prozent für die Weltwirtschaft. Für die USA erhöhten die Experten des IWF die Prognose auf ein Wachstum von 2,1 Prozent. Damit ist der IWF für die USA deutlich optimistischer als für Europa. Für 2023 senkte der IWF hier die Erwartung an das Wachstum auf 0,7 Prozent. Für Deutschland prognostizierte der IWF für 2023 aufgrund der Schwäche in zinssensiblen Sektoren und der geringeren Nachfrage der Handelspartner einen deutlicheren Rückgang als zuvor und setzte die Erwartungen auf -0,5 Prozent herunter. Eine vollständige Erholung in Richtung der vor der Pandemie herrschenden Trends scheine laut IWF zunehmend außer Reichweite zu sein. Das Wachstum werde neben den Folgen der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine auch wegen der strengen Geldpolitik aufgrund der hohen Inflation und extremer Wetterereignisse weiterhin gebremst. Entwicklungen des Sensormarktes Das Marktforschungsinstitut WSTS erwartete für den globalen Halbleitermarkt im Jahr 2023 einen Rückgang von 10,3 Prozent, gefolgt von einer robusten Erholung 2024 mit einem geschätzten Wachstum von 11,8 Prozent. Die Wachstumsprognosen wurde zuletzt nach unten korrigiert, um der steigenden Inflation und der nachlassenden Nachfrage in den Endmärkten, insbesondere in den konsumabhängigen Märkten, Rechnung zu tragen. Für den Sensormarkt weltweit erwarten sie 2023 ebenfalls einen deutlichen Rückgang um 6,3 Prozent. Die regionalen Unterschiede sind dabei sehr ausgeprägt: Für 2023 wird für den europäischen und den japanischen Markt ein Wachstum von 6,3 bzw. 1,2 Prozent prognostiziert. Für die übrigen Regionen wird dagegen ein Rückgang erwartet, wobei für Amerika ein Minus von 9,1 Prozent und für den asiatisch-pazifischen Raum ein Minus von 15,1 Prozent erwartet wird. Die deutsche Elektroindustrie verzeichnete zuletzt Auftragseingänge auf Vorjahresniveau. Nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI stiegen die Bestellungen aus dem Inland um 7,0 Prozent, während sich die Aufträge ausländischer Geschäftspartner, besonders aus der Eurozone, rückläufig entwickelten und um 5,7 Prozent sanken. Die Branchenumsätze stiegen gegenüber dem Vorjahreswert deutlich um 12,0 Prozent. Die größeren Unternehmen des deutschen Branchenverbands AMA (Verband für Sensorik und Messtechnik e.V.) verzeichneten 2023 einen stärkeren Umsatzrückgang. Die Absatzmärkte in den Bereichen Sensorik, Messtechnik und Elektrotechnik entwickelten sich zwar vergleichsweise gut, während sich die Absatzmärkte im Energiesektor und in der Bahntechnik herausfordernder zeigten. Rückläufige Umsatzzahlen wurden von den AMA Mitgliedern größtenteils auf Lieferengpässe während der COVID-19-Pandemie zurückgeführt. Kunden hätten aufgrund dieser Lieferengpässe ihre Lagerbestände aufgefüllt und versuchten nun, sie auf ein normales Niveau zu bringen. 7 2.2.2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Die Lage des Konzerns Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023 und Vergleich mit der prognostizierten Entwicklung Im Geschäftsjahr 2023 erreichte der Umsatz der First Sensor-Gruppe 134,6 Mio. Euro (VJ: 115,4 Mio. Euro). Der Umsatzanstieg um 16,7 Prozent spiegelt auch die erfolgreiche Integration in den TE Connectivity-Konzern wider. Damit wurde die Umsatzguidance für das Geschäftsjahr 2023 von 130 bis 140 Mio. Euro erreicht. Die Profitabilität verbesserte sich im Einklang mit der Umsatzentwicklung. Die EBIT-Marge erreichte 3,1 Prozent (VJ: -3,4 Prozent) und damit ebenfalls noch die Guidance von 3 bis 5 Prozent für das Geschäftsjahr 2023. Insgesamt liegt die Entwicklung im Berichtszeitraum damit im Rahmen der ursprünglichen Erwartungen. Zielwerte der Steuerungskennzahlen für das Geschäftsjahr 2023 Für das Geschäftsjahr 2023 wurde ein Konzernumsatz zwischen 130 und 140 Mio. Euro erwartet. Für die operative EBIT-Marge wurde ein Bereich zwischen 3,0 und 5,0 Prozent erwartet. Diese Ziele wurden am 31. Januar 2023 veröffentlicht. Vergleich von Ziel- und Ist-Werten 2023 Die folgende Tabelle stellt den erreichten Wert im Geschäftsjahr 2022, die Guidance für das Geschäftsjahr 2023 sowie den im Geschäftsjahr 2023 erreichten Wert dar: Guidance 01.10.2021- 01.10.2022- 01.10.2022- 30.09.2022 30.09.2023 30.09.2023 Umsatz in Mio. Euro 115,4 130 -140 134,6 EBIT-Marge in % -3,4 3,0 -5,0 3,1 Damit wurde die Umsatz-und Ergebnisentwicklung zutreffend eingeschätzt, da beide Zielgrößen für das Geschäftsjahr erreicht wurden. 8 Ertragslage Umsatzentwicklung Der Umsatz der First Sensor-Gruppe erreichte 134,6 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2023 gegenüber 115,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022. Der Anstieg um 16,7 Prozent spiegelt auch die erfolgreiche Integration in den TE Connectivity-Konzern wider. 01.10.2021 - 01.10.2022 - in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Δ absolut in % DACH 80.836 77.389 -3.447 -4,3 Übriges Europa 13.802 18.968 5.166 37,4 Nordamerika 6.088 16.721 10.633 174,7 Asien 14.167 21.190 7.023 49,6 Rest der Welt 477 342 -135 -28,3 Gesamt 115.370 134.610 19.240 16,7 Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein Der starke Umsatzanstieg in Nordamerika entspricht einer Rückkehr auf das Niveau vor der Corona-Pandemie und steht im Einklang mit der globalen Konjunkturentwicklung. Die Region repräsentiert damit 12,4 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Umsatz der DACH-Region war mit -4,3 Prozent leicht rückläufig und repräsentiert 57,5 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Umsätze im übrigen Europa stiegen hingegen um 37,4 Prozent, hier werden 14,1 Prozent der Gesamtumsätze realisiert. Starkes Wachstum mit einem Zuwachs um 49,6 Prozent zeigte auch Asien, der Umsatzanteil beläuft sich auf 15,7 Prozent. Auftragslage1 Die außergewöhnlich gute Auftragslage des Vorjahres schwächte sich im Berichtszeitraum etwas ab. Einem Umsatz von 134,6 Mio. Euro standen Auftragseingänge in Höhe von 105,2 Mio. Euro gegenüber. Daraus resultiert zum Stichtag ein Auftragsbestand in Höhe von 77,5 Mio. Euro und ein Book-to-Bill Ratio von 0,81. Die Volatilität der Auftragseingänge hat sich seit der Einbindung in die TE Connectivity-Vertriebsstruktur leicht erhöht, daher ist die Aussagekraft für das laufende Geschäftsjahr 2024 nur beschränkt valide und die Erwartungen sind trotzdem optimistisch. 01.10.2021- 01.10.2022- in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Δ absolut in % Umsatz 115.370 134.610 19.240 16,7 Umsätze mit Produkten - 129.329 - - Umsätze aus Dienstleistungen - 5.300 - - Auftragseingang 136.453 105.224 -31.229 -22,9 Auftragsbestand 106.852 77.465 -29.387 -27,5 Book-to-Bill-Ratio 1,21 0,81 -0,4 - 1 Der Abschnitt „Auftragslage“ ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 9 Ergebnis Der Umsatz der First Sensor-Gruppe im Geschäftsjahr 2023 betrug 134,6 Mio. Euro (VJ: 115,4 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 1,4 Mio. Euro (VJ: 2,7 Mio. Euro). Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen stieg nochmals um 4,1 Mio. Euro (VJ: 4,0 Mio. Euro). Die anderen aktivierten Eigenleistungen beliefen sich auf 16 TEUR (VJ: 0,1 Mio. Euro). Die Gesamtleistung (ohne sonstige betriebliche Erträge) stieg entsprechend um 16,1 Prozent auf 138,8 Mio. Euro (VJ: 119,5 Mio. Euro). Der Materialaufwand erhöhte sich um 11,8 Prozent auf 69,2 Mio. Euro (VJ: 61,9 Mio. Euro). Das entspricht einer Materialquote von 51,4 Prozent (VJ: 51,8 Prozent). Die Rohmarge bezogen auf die Gesamtleistung erreichte 50,7 Prozent nach 48,2 Prozent im Vorjahr. Der Personalaufwand, der sich im Vorjahr auf 40,3 Mio. Euro belief, erhöhte sich im Berichtszeitrum um 5,6 Prozent auf 42,5 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen veränderten sich nur unwesentlich und betrugen 16,5 Mio. Euro (VJ: 16,4 Mio. Euro). Dementsprechend erreichte das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) 12,0 Mio. Euro nach 3,6 Mio. Euro im Vorjahr. Die EBITDA-Marge betrug 8,9 Prozent (VJ: 3,1 Prozent). Nach Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 7,7 Mio. Euro (VJ: 7,6 Mio. Euro) erreichte das Betriebsergebnis (EBIT) 4,2 Mio. Euro (VJ: -4,0 Mio. Euro). Das entspricht einer EBIT-Marge von 3,1 Prozent (VJ: -3,4 Prozent). Das EBIT des Vorjahres war durch Materialkostensteigerungen, Lieferengpässe sowie zusätzliche Aufwendungen und Verzögerungen bei Produktionsverlagerungen und Integrationsmaßnahmen negativ belastet. Das Finanz-und Währungsergebnis betrug im Berichtszeitraum 0,2 Mio. Euro (VJ: -0,8 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte folglich 4,4 Mio. Euro (VJ: -4,7 Mio. Euro). Nach Steuern in Höhe von -0,3 Mio. Euro (VJ: Steuerertrag 0,3 Mio. Euro) erreichte das Konzernergebnis 4,1 Mio. Euro (VJ: -4,5 Mio. Euro). Aufgrund der steuerlichen Organschaft fallen Ertragsteuern vorrangig beim Organträger an. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,40 Euro / 0,40 Euro (VJ: -0,43 Euro / -0,43 Euro; jeweils verwässert/unverwässert). Außenstehende Aktionäre erhalten entsprechend den Regelungen im Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrag eine jährliche Ausgleichszahlung gemäß § 304 AktG, die vom Mehrheitsgesellschafter geleistet wird. Die First Sensor AG trägt lediglich die darauf entfallende Steuer (303 TEUR). Finanz- und Vermögenslage Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Ziel des Finanzmanagements von First Sensor ist es, die notwendige Liquidität für die Produktionsprozesse, das Wachstum und die Investitionen jederzeit sicherzustellen. Die Steuerung erfolgt zentral durch die First Sensor AG. Sie umfasst primär die Liquiditätssteuerung, die Beschaffung von Fremdkapital sowie das Management von Zins-und Währungsrisiken. Seit dem Geschäftsjahr 2020 nimmt First Sensor an dem Cash-Pool von TE Connectivity teil. Das Risiko steigender Zinsen betrifft Fremdkapital, das mittlerweile nur noch in begrenzter Größenordnung und überwiegend festverzinslich eingesetzt wird. Deshalb nutzt die Gesellschaft keinen Einsatz von Zinsswaps auf variabel verzinsliche Darlehen. Fremdwährungsrisiken durch Materialeinkäufe und Fremdleistungsbezug begegnet First Sensor durch die bevorzugte Vereinbarung von Zahlungen in Euro. Eine konzernweite Finanz-Risikomanagement-Richtlinie dient der rechtzeitigen Erkennung von Währungs-und Zinsrisiken und regelt die zulässigen Sicherungsinstrumente. Zum Stichtag 30.09.2023 ergaben die ermittelten Risikolimits und Wesentlichkeitsgrenzen keinen Handlungsbedarf zum Abschluss von Sicherungsgeschäften. 10 Kapitalstruktur Zum Stichtag 30. September 2023 betrug das Konzerneigenkapital 126,8 Mio. Euro (VJ: 124,4 Mio. Euro). Bezogen auf die Bilanzsumme von 169,0 Mio. Euro (VJ: 164,3 Mio. Euro) errechnet sich daraus eine Eigenkapitalquote von 75,1 Prozent (VJ: 75,7 Prozent). Die Veränderung resultiert überwiegend aus der Bilanzverlängerung als Folge des Anstiegs der Vorräte auf der Aktivseite und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf der Passivseite. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten einschließlich Leasingverbindlichkeiten wurden in der Berichtsperiode weiter reduziert und belaufen sich auf 7,5 Mio. Euro (VJ: 9,7 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen ein KfW-Darlehen in Höhe von ursprünglich 13,0 Mio. Euro. Als Sicherheit dient ein verpfändetes Guthabenkonto, das entsprechend der Fristigkeiten als sonstiger kurz-bzw. langfristiger Vermögenswert in Höhe von 6,9 Mio. Euro ausgewiesen wird. Deshalb sind keine Covenants und die Entlassung von Sicherheiten vereinbart. 30.09.2022 30.09.2023 Verschuldungsgrad: Nettoverschuldung zu EBITDA -3,8 -2,3 Zinsdeckungsgrad: EBITDA zu Zinsaufwand 7,2 44,0 Eigenmittelquote 86,0 86,0 * Die Eigenmittelquote entspricht der Eigenkapitalquote, bereinigt um Geschäfts-und Firmenwerte. in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Δ absolut in % Langfristige Finanzverbindlichkeiten (inkl. Leasingverbindlichkeiten) 9.738 7.518 -2.220 -22,8 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (inkl. Leasingverbindlichkeiten) 6.271 4.540 -1.731 -27,6 Finanzmittelfonds 899 1.531 632 70,2 Cashpool-Forderungen 28.880 27.832 -1.048 -3,6 Verpfändete Bankguthaben 0 6.906 6.906 100,0 Nettoverschuldung (+) / Netto Cash (-) -13.770 -24.211 -10.441 75,8 * Die Cash-Pool-Forderungen werden in diesem Jahr nicht mehr als Teil des Finanzmittelfonds ausgewiesen. Die Vorjahresangaben wurden rückwirkend angepasst. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich überwiegend aufgrund von Tilgungsleistungen zum Stichtag auf 4,5 Mio. Euro (VJ: 6,3 Mio. Euro). Die Finanzmittelfonds und die Cashpool-Forderungen (siehe auch Erläuterungen im Anhang 4.30) reduzierten sich zum Stichtag 30.09.2023 zusammen um 1,7 Mio. Euro und beliefen sich insgesamt auf 29,4 Mio. Euro (VJ: 31,0 Mio. Euro). Insgesamt weist First Sensor eine Netto-Cash- Position in Höhe von 24,2 Mio. Euro (VJ: 13,8 Mio. Euro) aus. First Sensor kann eingeräumte Kreditlinien nutzen, wird aber bei Bedarf vorrangig die Möglichkeiten der Finanzierung innerhalb des TE Connectivity- Konzerns nutzen. Daher ist auch für die Zukunft davon auszugehen, dass First Sensor in der Lage sein wird, das geplante Wachstum aus den zur Verfügung stehenden Mitteln zu finanzieren. Eine Inanspruchnahme des Kapitalmarkts ist in absehbarer Zeit nicht geplant. Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente werden von First Sensor nicht eingesetzt. 11 Investitionen Investitionen im Bereich der immateriellen Vermögenswerte waren erneut zu vernachlässigen und finden vorrangig auf der Ebene von TE Connectivity statt. Im Bereich der Sachanlagen wurden 10,4 Mio. Euro (VJ: 10,7 Mio. Euro) investiert, vor allem in neue Maschinen und Anlagen an den Standorten in Berlin zur Kapazitätsausweitung und zur Prozessstabilisierung bzw. -verbesserung. Die Abschreibungen stiegen als Folge der Investitionen im Konzern leicht auf 7,7 Mio. Euro (VJ: 7,6 Mio. Euro). 01.10.2021- 01.10.2022- in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Δ absolut in % Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -200 9 209 n.a. Investitionen in Sachanlagen -10.688 -10.357 -331 -3,1 -10.358 Investitionen -10.888 530 4,9 1.352 Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 672 680 101,1 411 Sonstige Effekte 2.616 -2.205 -84,3 -8.596 Cashflow aus Investitionstätigkeit -7.600 -996 -13,1 -2.095 Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte -2.272 177 7,8 -5.629 Abschreibungen auf Sachanlagen -5.335 -294 -5,5 - davon aus IFRS 16 Miet-und Leasingverhältnissen -661 -747 -86 -13,0 Abschreibungen -7.607 -7.724 -117 -1,5 Liquidität Der Finanzmittelfonds 2023 unterliegt einer geänderten Zusammensetzung, da die in den Cash-Pool eingezahlten Mittel nunmehr in der Investitionstätigkeit abgebildet werden. Dies wurde nötig, da der Cash-Pool, in den die First Sensor Gruppe eingebunden ist, nicht länger als Finanzmittel klassifiziert wird, sondern als Darlehen an eine Konzerngesellschaft. Diese Korrektur erfolgt auch rückwirkend für das Jahr 2022, da bei einer Prüfung aufgefallen ist, dass die Beurteilung der Forderungen aus dem Cash-Pool auch für 2022 nicht die Anforderungen an Finanzmittel erfüllte. In diesem Zusammenhang wird auch die uneinheitliche Berichterstattung zwischen Bilanz und Konzern-Kapitalflussrechnung aufgehoben. 01.10.2021- 01.10.2022- in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Δ absolut in % Operativer Cashflow -2.754 14.089 16.843 n.a. Cashflow aus der Investitionstätigkeit 26.311 -7.548 -33.859 -128,7 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -25.663 -5.909 19.754 77,0 Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel -2.106 632 2.738 130,0 Währungsdifferenzen 0 0 0 0 Finanzmittelfonds zu Beginn des Geschäftsjahres 3.006 899 -2.106 -70,1 Finanzmittelfonds zum Ende des Geschäftsjahres 899 1.531 632 70,2 Free-Cashflow 23.557 6.541 -17.016 -72,2 * Die Ein- und Auszahlungen in den Cash-Pool stellen Auszahlungen für Investitionen dar und werden dieses Jahr erstmalig und rückwirkend für das Vorjahr dargestellt. Der korrigierte Wert für die Finanzmittelfonds zum 30. September 2022 beträgt 0,9 Mio. Euro. Somit wird der Finanzmittelfond um 29,7 Mio. Euro nach unten korrigiert. Der operative Cashflow für das Geschäftsjahr 2023 beträgt 14,1 Mio. Euro und war damit im Vergleich zum korrigierten Vorjahreswert von -2,8Mio. Euro wieder deutlich positiv. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -7,6Mio. Euro (VJ: korrigiert auf 26,3 Mio. Euro). Der Free Cashflow als Saldo aus dem operativen Cashflow und dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit erreichte deshalb 6,5 Mio. Euro (VJ: korrigiert auf 23,6 Mio. Euro). 12 Aus Sicht des Vorstands ist die Liquiditätsausstattung des Konzerns damit weiterhin komfortabel, auch aufgrund der Möglichkeiten der Finanzierung innerhalb des TE Connectivity-Konzerns. Auch im Geschäftsjahr 2024 wird First Sensor so in der Lage sein, die Zahlungsverpflichtungen aus dem operativen Geschäft und die Tilgung der Fremdfinanzierung jederzeit zu erfüllen. Zur Beurteilung der Zahlungsfähigkeit von First Sensor wird in der folgenden Tabelle die Liquidität in Form von Liquiditätsgraden aufgeführt. Zur Berechnung der Liquidität ersten Grades wird der Finanzmittelfonds ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gesetzt. Im zweiten Grad werden die kurzfristigen Forderungen hinzugerechnet und im dritten Grad werden die Vorräte mit einbezogen. Die Veränderungen resultieren in erster Linie aus dem Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten und dem Aufbau von Vorratsvermögen. in % 30.09.2022 30.09.2023 ΔPP Liquidität ersten Grades 112,6 94,3 -18,3 Liquidität zweiten Grades 202,9 171,7 -31,2 Liquidität dritten Grades 352,4 348,2 -4,2 Vermögenslage Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2023 auf 169,0 Mio. Euro (VJ: 164,3 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote ging leicht auf 75,1 Prozent zurück (VJ: 75,7 Prozent). Die Veränderung resultiert überwiegend aus der Bilanzverlängerung um 5,0 Mio. Euro, in erster Linie aufgrund des Bestandsaufbaus. Aktiva Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 6,5 Mio. Euro auf 77,2 Mio. Euro (VJ: 70,7 Mio. Euro), hauptsächlich aufgrund des langfristigen Teils des Bankkontos, das als Sicherheit für das KfW-Darlehen verpfändet wurde. Die Höhe der Geschäfts-oder Firmenwerte beträgt zum Stichtag unverändert 16,0 Mio. Euro (VJ: 16,0 Mio. Euro). Die Sachanlagen erhöhten sich um 2,6 Mio. Euro, da die Investitionen mit 9,1 Mio. Euro die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 7,7 Mio. Euro überstiegen. Die Summe der kurzfristigen Vermögenswerte reduzierte sich, und zwar von 93,6 Mio. Euro auf 91,8 Mio. Euro. Wesentliche Veränderungen hier betrafen die Vorräte, sie stiegen im Berichtszeitraum von 39,7 Mio. Euro auf 43,6 Mio. Euro, während die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte um 6,2 Mio. Euro auf 29,5 Mio. Euro sanken (VJ: 35,6 Mio. Euro). Passiva Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital auf 126,8 Mio. Euro (VJ: 124,4 Mio. Euro). Das gezeichnete Kapital erhöhte sich durch die Ausgabe von 9.000 Aktien im Rahmen eines Aktienoptionsplans. Die Veränderung der Kapitalrücklage um 0,2 Mio. Euro resultiert ebenfalls aus den neu ausgegebenen Aktien. Durch das Ergebnis nach IFRS stiegen die Gewinnrücklagen auf 64,4 Mio. Euro (VJ: 62,2 Mio. Euro). Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten wurden im Berichtszeitraum auf 7,5 Mio. Euro reduziert (VJ: 9,7 Mio. Euro). Dadurch sanken auch die langfristigen Schulden insgesamt auf 10,0 Mio. Euro (VJ: 12,5 Mio. Euro). Die kurzfristigen Schulden stiegen hingegen deutlich von 27,5 Mio. Euro auf 32,1 Mio. Euro, in erster Linie aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Das Working Capital erhöhte sich zum 30.09.2023 auf 45,59 Mio. Euro (VJ: 44,2 Mio. Euro). Das Capital Employed stieg ebenfalls auf 122,7 Mio. Euro (VJ: 121,5 Mio. Euro). Aufgrund des positiven Ergebnisses erreichte das ROCE (Return on Capital Employed) 3,5 Prozent (VJ: -3,3 Prozent). 13 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der First Sensor AG (HGB) Ertragslage der First Sensor AG GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER FIRST SENSOR AG 01.10.2021 - 01.10.2022 - in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 ∆ absolut in % Umsatzerlöse 101.332 122.875 21.543 21,3 Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 4.030 4.397 367 9,1 Andere aktivierte Eigenleistungen 117 16 -101 -86,3 Gesamtleistung 105.479 127.289 21.810 20,7 Übrige sonstige betriebliche Erträge 2.940 1.407 -1.533 -52,2 Aufwendungen für Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe -46.173 -50.155 -3.982 8,6 Aufwendungen für bezogene Leistungen -10.344 -15.258 -4.914 47,5 Rohergebnis 51.902 63.283 11.381 21,9 Löhne und Gehälter -31.709 -33.306 -1.597 5,0 Soziale Abgaben -5.904 -6.373 -469 8,0 Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen -17.316 -16.691 625 -3,6 Operatives Ergebnis (EBITDA) -3.027 6.912 9.939 n.a. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -8.857 -8.918 -61 -0,7 Betriebsergebnis (EBIT) -11.884 -2.006 9.878 -83,1 Erträge aus Ergebnisabführungen 5.079 4.042 -1.037 -20,4 Erträge aus Beteiligungen 141 0 -141 -100,0 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 41 268 227 553,7 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -232 -85 147 -63,4 Ergebnis vor Steuern -6.855 2.219 9.074 n.a. Steuern vom Einkommen und Ertrag 255 -303 -558 n.a. Sonstige Steuern -33 -30 3 -9,1 Ergebnis vor Gewinnabführung/Verlustübernahme -6.633 1.886 8.519 n.a. Gewinnabführung/Verlustübernahme 6.633 -1.886 -8.519 n.a. Periodenergebnis 0 0 0 - Verlust-/Gewinnvortrag 41.986 41.986 0 - Gewinnausschüttung 0 0 0 - Bilanzgewinn (nach Gewinnabführung) 41.986 41.986 0 - Der Umsatz der Einzelgesellschaft First Sensor AG stieg im Geschäftsjahr 2023 um 21,3 Prozent auf 122,9 Mio. Euro (VJ: 101,3 Mio. Euro). Um die Lieferfähigkeit zu sichern, wurden die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen im Berichtszeitraum um weitere 4,4 Mio. Euro ausgeweitet. Die aktivierten Eigenleistungen waren mit 16 TEUR weiterhin niedrig (VJ: 0,1 Mio. Euro). Die Gesamtleistung belief sich auf 127,3 Mio. Euro (VJ: 105,5 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 1,5 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro (VJ: 2,9 Mio. Euro). Der Materialaufwand bezogen auf die Gesamtleistung stieg unterproportional um 15,7 Prozent auf 65,4 Mio. Euro (VJ: 56,5 Mio. Euro). Dies entspricht einer Materialaufwandsquote von 51,4 Prozent (VJ: 53,6 Prozent). Der Rohertrag belief sich auf 63,3 Mio. Euro (VJ: 51,9 Mio. Euro). Der Personalaufwand stieg nur auf 39,7 Mio. Euro (VJ: 37,6 Mio. Euro). Das entspricht einer Personalaufwandsquote von 31,2 Prozent (VJ: 35,7 Prozent). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich auf 16,7 Mio. Euro (VJ: 17,3 Mio. Euro). Die Abschreibungen betrugen nahezu unverändert 8,9 Mio. Euro (VJ: 8,9 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug -2,0 Mio. Euro (VJ: -11,9 Mio. Euro). Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag mit der First Sensor Lewicki GmbH, aus dem Erträge in Höhe von 4,0 Mio. Euro (VJ: 5,1 Mio. Euro) resultieren. Aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen und Aufwendungen ergibt sich saldiert ein Betrag von 0,2 Mio. Euro (VJ: -0,2 Mio. Euro). 14 Das Vorsteuerergebnis beträgt entsprechend 2,2 Mio. Euro (VJ: -6,9 Mio. Euro). Steuern vom Einkommen und Ertrag belaufen sich auf -0,3 Mio. Euro (VJ: Steuerertrag 0,2 Mio. Euro). Der mit der TE Connectivity Germany Sensors Holding AG bestehende Gewinnabführungsvertrag führt zu einer Gewinnabführung des Jahresergebnisses in Höhe von -1,9 Mio. Euro (VJ: Verlustausgleich +6,6 Mio. Euro). Für das Geschäftsjahr 2023 weist die First Sensor AG wie im Vorjahr ein Jahresergebnis von 0 Euro aus. 15 Finanz- und Vermögenslage der First Sensor AG AKTIVA in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 ∆ absolut in % 1.672 -796 -47,6 Immaterielle Vermögenswerte 876 Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 2.144 -326 -15,2 1.818 9.974 -2.157 -21,6 Geschäfts-oder Firmenwert 7.817 235 -204 -87,0 Geleistete Anzahlungen 31 46.161 3.314 7,2 Sachanlagen 49.475 Anteile an verbundenen Unternehmen 7.912 0 0,0 7.912 Anlagevermögen 68.097 -169 -0,2 67.928 37.308 4.131 11,1 Vorräte 41.439 1.395 -1.311 -94,0 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 84 48.605 -6.125 -12,6 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 42.480 Sonstige Vermögensgegenstände 863 6.355 736,4 7.218 843 297 35,2 Liquide Mittel 1.140 89.023 3.339 3,8 Summe kurzfristige Vermögensgegenstände/ Umlaufvermögen 92.362 162 -109 -67,5 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 53 157.273 160.342 3.069 2,0 AKTIVA Zum Stichtag 30.09.2023 stieg die Bilanzsumme um 2,0 Prozent auf 160,3 Mio. Euro (VJ: 157,3 Mio. Euro). Auf der Aktivseite reduzierten sich im Anlagevermögen die Geschäfts-oder Firmenwerte um 2,2 Mio. Euro auf 7,8 Mio. Euro (VJ: 10,0 Mio. Euro). Die Sachanlagen erhöhten sich um 3,3 Mio. Euro auf 49,5 Mio. Euro als Folge der Investitionen im Berichtszeitraum. Insgesamt veränderte sich das Anlagevermögen nur unwesentlich um 0,2 Mio. Euro auf 67,9 Mio. Euro (VJ: 68,1 Mio. Euro). Das Umlaufvermögen erhöhte sich von 89,0 Mio. Euro auf 92,4 Mio. Euro. Wesentliche Veränderungen betrafen die Vorräte, die auf 41,5 Mio. Euro stiegen (VJ: 37,3 Mio. Euro). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen aufgrund der Umstellung des Vertriebes auf das verbundene Unternehmen TESOG als alleinigen Verkaufs-und Distributionspartner zum Stichtag auf 84 TEUR zurück (VJ: 1,4 Mio. Euro). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 42,5 Mio. Euro (VJ: 48,6 Mio. Euro) enthalten neben den Forderungen gegenüber TESOG auch die Cashpool- Forderungen. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Stichtag auf 1,1 Mio. Euro (VJ: 0,8 Mio. Euro). 17 PASSIVA in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 ∆ absolut in % Gezeichnetes Kapital 51.612 45 0,1 51.657 Kapitalrücklage 21.966 237 1,1 22.203 Gewinnrücklagen 6.004 0 0,0 6.004 Bilanzgewinn 41.986 0 0,0 41.986 Eigenkapital 121.568 282 0,2 121.850 Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 2.424 -148 -6,1 2.276 Rückstellungen 10.088 -798 -7,9 9.290 Schuldscheindarlehen 3.000 -3.000 -100,0 0 Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten 8.545 -1.639 -19,2 6.906 Verbindlichkeit aus Gewinnabführung 0 1.886 n.a. 1.886 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 138 -137 -99,3 1 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.182 794 12,8 6.976 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.170 4.480 141,3 7.650 Sonstige Verbindlichkeiten 2.159 1.347 62,4 3.506 PASSIVA 157.273 160.342 3.069 2,0 Das Eigenkapital der First Sensor AG betrug zum Bilanzstichtag 121,9 Mio. Euro und erhöhte sich damit nur geringfügig (VJ: 121,6 Mio. Euro). Als Folge der Bilanzverlängerung sank die Eigenkapitalquote leicht auf 76,0 Prozent (VJ: 77,3 Prozent). Die Rückstellungen stehen im Zusammenhang mit ausstehenden Rechnungen, Personalverpflichtungen sowie möglichen Gewährleistungsansprüchen. Sie gingen von 10,1 Mio. Euro auf 9,3 Mio. Euro zurück. Das Schuldscheindarlehen wurde im Berichtszeitraum vollständig zurückgeführt, und planmäßige Tilgungen reduzierten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weiter von 8,5 Mio. Euro auf 6,9 Mio. Euro. Auf der Basis des Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrags mit TE Connectivity werden zum Stichtag 1,9 Mio. Euro als Verbindlichkeit ausgewiesen und im folgenden Jahr getilgt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich überwiegend aufgrund der höheren Vorratsbestände auf 7,0 Mio. Euro (VJ: 6,2 Mio. Euro). Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 3,5 Mio. Euro (VJ: 2,2 Mio. Euro); der Anstieg liegt im Wesentlichen in den Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer begründet. Der operative Cashflow belief sich auf 14,6 Mio. Euro (VJ: -3,0 Mio. Euro). Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit beträgt aufgrund der getätigten Investitionen -9,4 Mio. Euro (VJ: -27,9 Mio. Euro). Der Free Cashflow betrug entsprechend 5,2 Mio. Euro (VJ: 24,8 Mio. Euro). 18 Gesamtaussage Im Geschäftsjahr 2023 erreichte der Umsatz der First Sensor-Gruppe 134,6 Mio. Euro nach 115,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022. Dieser Anstieg entsprach den veröffentlichten Erwartungen und spiegelt auch die erfolgreiche Integration in den TE Connectivity-Konzern wider. Insgesamt wurde damit die Umsatzguidance von 130 bis 140 Mio. Euro erreicht. Die Profitabilität verbesserte sich im Einklang mit der Umsatzentwicklung. Die EBIT-Marge erreichte 3,1 Prozent (VJ: -3,4 Prozent) und erreichte damit ebenfalls die Guidance von 3 bis 5 Prozent für das Geschäftsjahr 2023. Insgesamt liegt die Entwicklung im Berichtszeitraum damit im Rahmen der ursprünglichen Erwartungen. First Sensor hat die Herausforderungen des Geschäftsjahres gemeistert und profitiert zunehmend von der Integration in den TE Connectivity- Konzern. Damit sind die Weichen für eine weitere Ausweitung des Geschäfts und eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Entwicklung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren Der gesonderte nichtfinanzielle Bericht (CSR-Bericht) wurde auch auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Mitarbeiter2 Überwiegend als Folge der positiven Geschäftsentwicklung wuchs die Zahl der Beschäftigten bei First Sensor im Geschäftsjahr 2023. Die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter stieg zum Berichtsstichtag am 30. September 2023 um 10,5 Prozent auf 686 FTE (Full Time Equivalent). Zusätzlich waren bei First Sensor am Stichtag 23 Auszubildende beschäftigt (VJ: 30), die Ausbildungsquote beläuft sich auf 3,4 Prozent. Der Frauenanteil bezogen auf die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lag erneut bei 32,8 Prozent (VJ: 32,7 Prozent). Um Schwankungen in der Auslastung zu begegnen und um offene Stellen vorübergehend zu besetzen, arbeitet First Sensor mit Zeitarbeitsfirmen zusammen, die generelle Qualitätsstandards einhalten. Zum Stichtag 30. September 2023 betrug die Anzahl der Leiharbeitnehmer/-innen 18 (VJ: 37). Üblicherweise werden im Verlauf eines Geschäftsjahres rund 10 Prozent dieser Beschäftigten in ein Angestelltenverhältnis übernommen. Anteil der Mitarbeiter in % 30.09.2022 30.09.2023 Alter unter 30 Jahre 16 16 Alter zwischen 31 und 40 Jahren 31 30 Alter zwischen 41 und 50 Jahren 21 22 Über 51 Jahre 32 32 Gesamt 100 100 Die Altersstruktur der Beschäftigten zeigt sich stabil. 46 Prozent der Beschäftigten sind unter 40 Jahre alt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus resultierenden, sich absehbar verstärkenden Fachkräftemangels, ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs durch eine eigene Ausbildung qualifizierter Mitarbeiter ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie. Ziel ist es, auf der Grundlage einer langfristigen Personalplanung den Bedarf an Nachwuchskräften auch durch eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Ausbildung in den eigenen Reihen zu decken. First Sensor bildet Mikrotechnologen (19), Fachkräfte für Lagerlogistik (2) und Mechatroniker (2) aus Aufgrund der Rolle des Mutterunternehmens im Konzern gelten die vorstehenden Erläuterungen für die First Sensor AG entsprechend. Zum Stichtag beschäftigte die First Sensor AG 651 Mitarbeiter (FTE –Full Time Equivalent; VJ: 581). 2 Der Abschnitt „Mitarbeiter“ ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 19 Qualitätsmanagement3 Der Fachbereich „Corporate QHSE“ (Quality, Health, Safety, Environment) wurde für die Themen „HSE“ in die Strukturen des TE Connectivity- Konzerns integriert und entsprechend vereinheitlicht. Die Funktion „Quality“ ist im TE Connectivity-Konzern dem Einkauf zugeordnet. Durch die Steuerung auf der Ebene des Mutterkonzerns ist gewährleistet, dass alle Standorte nach den gleichen Regeln und Richtlinien arbeiten. Alle Standorte von First Sensor konnten im Berichtszeitraum die Überwachsungsaudits der bestehenden Qualitäts-und Umweltzertifizierungen erfolgreich bestehen. Zum Stichtag verfügen sie über folgende Zertifizierungen: IATF 16949 Qualitätsmanagementsystem für die Automobilindustrie DIN EN ISO 13485 Qualitätsmanagementsystem für Medizinprodukte DIN EN 9100 Qualitätsmanagementsystem für Luftfahrt-, Raumfahrt-und Verteidigungsindustrie DIN EN ISO 9001 Qualitätsmanagementsystem DIN EN ISO 14001 Umweltmanagementsystem 3 Der Abschnitt „Qualitätsmanagement“ ist nicht Bestandteil der Abschlussprüfung durch BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 20 2.3. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 2.3.1. Prognosebericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Nach Ansicht der Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft mit Blick auf die zahlreichen Krisen bemerkenswert. Die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft 2024 liegt zuletzt bei 2,9 Prozent nach 3 Prozent für 2023. In den jüngsten Prognosen sind allerdings die Folgen der Auseinandersetzungen in Nahost noch nicht berücksichtigt. Für die USA wurde die Wachstumsprognose für 2024 von 1 Prozent auf 1,5 Prozent angehoben, was auf stärkeren Unternehmensinvestitionen und einem robusten Konsumwachstum beruht. Die Wachstumsprognose für den Euroraum wurde hingegen gesenkt, und zwar von 1,5 Prozent auf 1,2 Prozent. 2024 soll auch die deutsche Wirtschaft wieder wachsen, allerdings nur um 0,9 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als in der IWF-Prognose vom Juli 2023. Für 2023 hatte der der IWF zuletzt sogar einen Rückgang um 0,5 Prozent prognostiziert. Der IWF hat außerdem seine globale Inflationsprognose für das kommende Jahr angehoben und die Zentralbanken aufgefordert, die Geldpolitik so lange straff zu halten, bis der Preisdruck dauerhaft nachlässt. In den meisten Ländern geht der IWF davon aus, dass die Inflation bis 2025 über den Zielvorgaben der Zentralbanken bleiben wird. Aufgrund der Integration in den TE Connectivity-Konzern haben sich die Auswirkungen der Konjunkturentwicklung in einzelnen Regionen der Welt auf First Sensor reduziert. Eine weltweite negative Entwicklung würde jedoch Belastungen auch für die Geschäftsentwicklung von First Sensor im Geschäftsjahr 2024 (01.10.2023-30.09.2024) bedeuten. Entwicklung des Sensormarktes Laut einer Studie von Mordor Intelligence wird der Bedarf an Sensoren auch zukünftig noch deutlich steigen. Sie erwarten, dass die Größe des Sensormarktes von 116,72 Mrd. USD im Jahr 2023 auf 165,47 Mrd. USD im Jahr 2028 wachsen wird, das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,23 Prozent im Prognosezeitraum (2023-2028). Besonders die zunehmende Automatisierung kann die Nachfrage nach Sensoren steigern, da sie eine wichtige Rolle bei der Erkennung, Analyse, Messung und Verarbeitung verschiedener Transformationen spielen. Laut Cisco wird erwartet, dass bis 2023 Machine-to-Machine-Verbindungen (M2M), die Internet-of-Things-Anwendungen unterstützen, mehr als die Hälfte der weltweit 14,7 Milliarden vernetzten Geräte ausmachen werden. Die nächste Generation von Robotik-und Automatisierungstechnologien sollte die Fertigung in Bezug auf Produktivität, Qualität, Sicherheit und Kostenkennzahlen noch deutlich verbessern. Gleichzeitig wird der Markt laut der genannten Studie immer wettbewerbsintensiver, da verschiedene etablierte und neue Akteure immer mehr einzigartige Produkte für den Automatisierungsmarkt entwickeln. Prominente Hersteller beeinflussen den Gesamtmarkt erheblich, indem sie ihre Geschäftstätigkeit kontinuierlich erweitern, auch über Markterweiterungen und Akquisitionen. Ihre stetige Einführung neuer Produkte und technologische Upgrades erweisen sich als Treiber für das allgemeine Marktwachstum im Sensorsektor. Die Mitglieder des deutschen Branchenverbands AMA (Verband für Sensorik und Messtechnik e.V.) verzeichneten zuletzt einen Umsatzrückgang von drei Prozent. Diese Entwicklung lag unter den Erwartungen. Auch bei den Auftragseingängen waren zuletzt Rückgänge von fünf Prozent zu verzeichnen. Aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit von Lieferungen sind die Mitglieder des Verbands dennoch zuversichtlich für die nächste Zukunft und rechnen mit einem Umsatzplus von drei Prozent. Diese optimistische Einschätzung wird unter den Vorbehalt der gesamtwirtschaftlichen Situation gestellt. 21 Prognose für den Verlauf des Geschäftsjahres 2024 (01.10.2023 – 30.09.2024) Umsatz Im Geschäftsjahr 2023 (01.10.2022-30.09.2023) erzielte die First Sensor-Gruppe einen Umsatz von 134,6 Mio. Euro. Die Umsatzentwicklung entsprach damit den ursprünglichen Erwartungen (130 –140 Mio. Euro). Die EBIT-Marge erreichte 3,1 Prozent und lag damit ebenfalls innerhalb des geplanten Bereichs von 3,0 bis 5,0 Prozent. Die folgenden Erwartungen für das Geschäftsjahr 2024 (01.10.2023-30.09.2024) berücksichtigen keine unterjährigen Veränderungen in der Konzernstruktur. Änderung der finanziellen Steuerungskennzahlen ab dem Geschäftsjahr 2024 Die First Sensor AG und ihre Tochtergesellschaften wurden bis zum Geschäftsjahr 2023 primär nach den Zielgrößen Umsatz und EBIT-Marge (EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern) gesteuert. Diese stellten bislang die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren (KPIs) dar. Da als Folge der Integration in den TE Connectivity-Konzern seit dem Geschäftsjahr 2022 alle wesentlichen Umsätze über die TESOG (TE Connectivity Solutions GmbH, Schaffhausen, Schweiz) als Verkaufs-und Distributionspartner erzielt werden, ist die Profitabilität von First Sensor keine relevante Steuerungsgröße mehr. Auch in Verbindung mit dem Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrag ist die Ertragslage von First Sensor von nachgelagerter Bedeutung, da unabhängig hiervon die außenstehenden Anteilseigner eine Ausgleichszahlung erhalten. Um den Erfolg und die zukünftige positive Entwicklung der Gruppe zu messen, hat der Vorstand verschiedene Kennziffern geprüft und ist zu der Überzeugung gekommen, dass die Realisierung des geplanten Volumens der Investitionen im Geschäftsjahr eine geeignete Steuerungsgröße ist. Gelingt es, das anspruchsvolle Investitionsbudget im vorgesehenen Zeitraum zu realisieren, hat dies unmittelbaren Einfluss auf die zukünftige erfolgreiche Entwicklung der Gruppe und schafft eine belastbare Grundlage für weiteres Wachstum. Dies vorausgeschickt geht der Vorstand der First Sensor AG für das Geschäftsjahr 2024 davon aus, dass der Umsatz leicht wächst und zwischen 135 und 145 Mio. Euro erreichen wird, obwohl das konjunkturelle Umfeld vorübergehend belastet. Im Geschäftsjahr 2024 und den folgenden Geschäftsjahren werden außerdem die hohen Bestände an halbfertigen Erzeugnissen in Fertigerzeugnisse überführt und danach an Kunden ausgeliefert. Daher sind die Voraussetzungen günstig, um auch in der Zukunft von den globalen Vertriebsstrukturen des TE Connectivity-Konzerns zu profitieren. Das Investitionsbudget für das Geschäftsjahr 2024 wurde nochmals erhöht und soll zwischen 8 und 10 Mio. Euro betragen (Cashflow aus Investitionstätigkeit). Neben Kapazitätserweiterungen sind auch Qualitäts-und Effizienzsteigerungen das Ziel dieser Investitionen. Geschäftsjahr 2023 und Guidance 2024 2023 Guidance 2024 Wesentliche Prämissen Konjunkturelles Umfeld belastet vorübergehend, Umsatz [Mio. Euro] 134,6 135 -145 Kapazitätsausweitung und neue Projekte aus dem TE Connectivity-Konzern - EBIT-Marge [%] 3,1 - Für Kapazitätserweiterungen und Modernisierungen im Investitionen [Mio. Euro] 8,6 8 -10 Geschäftsjahr 2024 22 Finanz- und Vermögenslage Die für das Geschäftsjahr 2024 geplanten Investitionen betreffen sowohl Kapazitätserweiterungen in der Produktion als auch Ersatzinvestitionen für veraltete Technologien. Die Vorräte werden sich voraussichtlich im Jahresverlauf reduzieren. Dies wird sich auch auf das Working Capital auswirken. Die Finanzierung wird aus den bestehenden liquiden Mitteln und den unter den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen aus dem Cashpooling sowie dem Cashflow erfolgen. First Sensor nimmt am TE Connectivity-Cash-Pool teil und verfügt zum Stichtag über einen Finanzmittelfonds in Höhe von 1,5 Mio. Euro sowie Cash-Pool-Guthaben in Höhe von 27,8 Mio. Euro. Der Cashflow hatte sich 2023 bereits signifikant verbessert. Es wird erwartet, dass sich auch der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2024 positiv entwickelt. Außerdem ist zu erwarten, dass First Sensor auch im Geschäftsjahr 2024 durchgängig eine positive Netto-Cash-Position ausweisen wird. Ausblick für die First Sensor AG Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet der Vorstand, dass das Unternehmen von der Integration in den TE Connectivity-Konzern profitiert und sich positiv entwickelt. Nach einem Umsatz in Höhe von 122,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2023 wird daher für das Geschäftsjahr 2024 ein Umsatz zwischen 125 und 135 Mio. Euro erwartet. Das Investitionsbudget der Gruppe für das Geschäftsjahr 2024 entfällt zu rund 95 Prozent auf die First Sensor AG. Die Gesellschaft wird also überproportional von diesen Planungen profitieren. Gesamtaussage Der Umsatz im Konzern erreichte 134,6 Mio. Euro, die EBIT-Marge erreichte 3,1 Prozent. Beides entspricht der erwarteten Spanne. First Sensor konzentriert sich darauf, die Wachstumschancen zu nutzen, die die Integration in den TE Connectivity-Konzern bietet. Der Vorstand der First Sensor AG geht deshalb davon aus, dass sich der First Sensor-Konzern auch zukünftig positiv entwickelt und durch die Investitionen die Grundlage für eine auch mittelfristig erfolgreiche Entwicklung geschaffen werden. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 135 bis 145 Mio. Euro und mit einem Investitionsvolumen zwischen 8 und 10 Mio. Euro. Die positive Entwicklung sollte sich in den nächsten Geschäftsjahren weiter beschleunigen. 23 2.3.2. Chancen– und Risikobericht Chancen und Risiken sind in der folgenden Darstellung als Einflüsse oder Ereignisse zu verstehen, die dazu geeignet sind, dass die Zielsetzung des Managements bezüglich der kurz-und mittelfristigen Unternehmensentwicklung übertroffen oder unterschritten wird. Ziel des Chancenmanagements ist es, solche Opportunitäten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu verfolgen. Das Risikomanagement hingegen soll sicherstellen, dass Risiken nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um deren Einfluss auf das Unternehmen zu kontrollieren und nach Möglichkeit zu minimieren. Risikomanagementsystem Die First Sensor AG und ihre Tochtergesellschaft ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Sie können die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage negativ beeinflussen. Der gewissenhafte Umgang mit Risiken ist deshalb elementarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Zur Sicherung des kurz-und langfristigen Unternehmenserfolgs bedarf es folglich eines lebendigen Risikobewusstseins, einer offenen Risikokultur und eines wirksamen Risikomanagementsystems. First Sensor verfügt über ein angemessenes und effektives Risikomanagement-und internes Kontrollsystem, das der Vorstand der First Sensor AG verantwortet. Es stellt sicher, dass die Risikosituation regelmäßig analysiert sowie die identifizierten Risiken bewertet, gesteuert und kontrolliert werden. Das Risikomanagement wird vom Fachbereich Finance in enger Zusammenarbeit mit den Führungskräften der Gesellschaften, Standorte und Geschäftsbereiche gesteuert. Es wird ergänzt durch ein Compliancemanagement, das auch die Umsetzung und Einhaltung der ethischen Grundsätze der Unternehmensführung (Verhaltenskodex) sowie der gesetzlichen Bestimmungen, die Leitlinien des Handelns der Unternehmensgruppe sind, berücksichtigt. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig in einem strukturierten Prozess über die Risikolage und Compliance des Unternehmens informiert und überwacht in diesem Rahmen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Ziele und Strategie Wichtigstes Ziel des Risiko-und Compliance-Managements ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf zuverlässig einzuschätzen, sie zu steuern und soweit möglich sinnvoll zu begrenzen. Gleichzeitig sollen Erfolgschancen gewahrt werden, soweit deren Risikogehalt ein angemessenes Maß nicht überschreitet. Auf dieser Basis werden durch angemessene Maßnahmen die Risiken im Einklang mit der Unternehmensstrategie der First Sensor-Gruppe gesteuert. Je nach Bewertung der Risiken werden unterschiedliche Strategien verfolgt. Risiken, die gravierende Nachteile für die Unternehmensentwicklung haben können oder sogar den Bestand gefährden würden, werden weitestmöglich vermieden. Weniger bedeutende Risiken werden in ihrer Auswirkung begrenzt. Hierfür werden beispielsweise bestimmte Maximalwerte vorgegeben, regelmäßig und systematisch Kontrollen durchgeführt und/oder auf konsequente Funktionstrennung geachtet. Wo möglich und sinnvoll, werden Risiken ausgelagert, beispielsweise auf Versicherungen oder Zulieferer. Andere Risiken werden bewusst und kontrolliert eingegangen. Die Regelungen des Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrags mit TE Connectivity bieten für außenstehende Aktionäre von First Sensor einen wirksamen Schutz gegenüber den Risiken und ihren möglichen Folgen für die Unternehmensentwicklung. Struktur und Prozesse Die Strukturen und Prozesse des Risikomanagements sind konzernweit standardisiert und decken fünf Risikokategorien ab, die für das Unternehmen wesentlich sind. Es wird ergänzt durch das Compliancemanagement. 24 Die Risikokategorien von First Sensor: Entlang dieser Risikokategorien erfolgt das quartalsweise Risk Assessment, also die Identifikation und Bewertung potenzieller Risiken, denen sich das Unternehmen ausgesetzt sieht. Dies erfolgt dezentral und wird über entsprechende einheitliche Berichtsformate dokumentiert. Hierfür wird innerhalb der Risikokategorien eine Vielzahl von Risikotypen durch jeden Berichtenden betrachtet und bewertet. Die auf dieser Basis entstehenden Einzelberichte werden anschließend im Konzernfachbereich Finance validiert und zu einer Gesamtrisikolage der Unternehmensgruppe konsolidiert. Das Ergebnis dieses strukturierten Prozesses mündet in den Quartalsrisikobericht, der in schriftlicher Form an Vorstand und Aufsichtsrat der First Sensor AG kommuniziert wird. Diese Analysen sind die Basis, um gegebenenfalls Maßnahmen zur Steuerung zu ergreifen. Um die für First Sensor als relevant eingestuften Risiken durch geeignete Kontrollaktivitäten aktiv zu begrenzen und die festgelegten Kontrollaktivitäten regelmäßig auf Angemessenheit und Effektivität zu überprüfen, wird das Risikomanagementsystem mit einem Internen Kontrollsystem (IKS) ergänzt. Umfang und Ausgestaltung des IKS liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands der First Sensor AG. Eine wesentliche Zielsetzung des IKS ist es, einen gesetzeskonformen (Konzern-) Abschluss zu gewährleisten. Das IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen. Es ist derart gestaltet, dass der Jahresabschluss nach den einschlägigen Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt wird. Der Konzernabschluss wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind und den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Prozesse der Konzernrechnungslegung werden von den zuständigen Mitarbeitenden im Konzernrechnungswesen gesteuert. Die Organisation des Rechnungswesens beinhaltet ein einheitliches und zentral vorgegebenes Berichtswesen, das auf den jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen basiert und im Einklang mit den Konzerngrundsätzen steht. Ein größtenteils einheitliches ERP-und Buchhaltungssystem ist an allen Produktionsstandorten implementiert. Die Reporting-und Konsolidierungsprozesse erfolgen für alle Konzerngesellschaften über ein IT-System, das zentral von der TE Connectivity Ltd zur Verfügung gestellt wird. In regelmäßigen Abständen erfolgen interne Kontrollen der Rechnungslegung der Konzerngesellschaften sowie dezentrale Compliance-Audits. Diese finden auch IT-gestützt in Form von stichprobenhaften Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen statt. Zum Geschäftsjahresende erfolgt eine interne Prüfung der Abschlüsse der Konzerngesellschaften, bevor diese für den Konzernabschluss freigegeben werden. Der Umfang und die Wirksamkeit des Systems werden regelmäßig überwacht, auch durch die Interne Revision, und, wo notwendig, durch neue Kontrollaktivitäten erweitert, z. B. in Form von Richtlinien oder Prozessanweisungen. Ergänzt werden die Kontrollaktivitäten durch das IKS des TE Connectivity-Konzerns. Ergänzend zu dem Risikoberichtswesen verfügt First Sensor auch über ein robustes Chancenreporting. Die Chancenlage der Unternehmensgruppe wird damit ebenfalls in einem systematischen Prozess erhoben. 25 Risikobewertung Die Bewertung von Risiken erfolgt anhand einer unternehmensspezifischen Bewertungsmatrix, die Eintrittswahrscheinlichkeiten und potenzielle Schadenshöhen von möglichen Ereignissen betrachtet und daraus Prioritäten ableitet. Eintrittswahrscheinlichkeit Rating Potenzielle Schadenshöhe je Ereignis Rating Sehr unwahrscheinlich 0 Keine 0 Unwahrscheinlich, aber vorhanden 1 <500 TEUR 1 Wahrscheinlich, wenn keine Gegenmaßnahmen >500 TEUR <2 Mio. EUR/und/oder Erreichung 2 2 ergriffen werden strategischer Ziele ist gefährdet >2 Mio. EUR und/oder Erreichung Sehr wahrscheinlich, wenn keine Gegenmaßnahmen 3 strategischer Ziele ist gefährdet und/oder 3 ergriffen werden Verstöße gegen Recht und Regularien Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die möglichen Auswirkungen werden jeweils auf einer Rating-Skala von null bis drei gewichtet und miteinander multipliziert. Ist der daraus errechnete Risikofaktor oberhalb der Wesentlichkeits-Schwelle von drei, werden Maßnahmen zur Steuerung des Risikos definiert und deren Wirksamkeit periodisch überwacht. Entsprechend werden die kumulierten Risiken in die Kategorien „gering“, „mittel“ oder „hoch“ eingestuft. Wesentliche Risiken Wesentliche Risiken (mit einem Risikofaktor von drei und mehr), über die nachfolgend berichtet wird, definiert der Vorstand als solche, die zum Zeitpunkt der Berichtserstellung voraussichtlich Einfluss auf die Erreichung der Unternehmensziele haben können und damit für den verständigen Adressaten entscheidungsrelevant sind. Risiken von untergeordneter Bedeutung werden nicht gesondert aufgeführt. Strategische Risiken Die strategischen Risiken umfassen makroökonomische Risiken sowie bestimmte Risiken aus Produkten und Technologien. Die makroökonomischen Risiken schätzt First Sensor derzeit als „mittel“ ein. Als Folge des Krieges in der Ukraine kühlte sich die Konjunktur nicht nur in Deutschland deutlich ab. Die energischen Maßnahmen der Zentralbanken zeigten aber erste Erfolge, so dass die Inflation sich leicht rückläufig entwickelte. Die Rezession im Jahr 2023 verlief glimpflicher als befürchtet. Eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würde auch First Sensor und ihre Kunden treffen. Den Risiken aus Produkten und Technologien wird vor allem durch die aktive Steuerung des Produktportfolios und strategische Technologie- Roadmaps entgegengesteuert, die regelmäßig aktualisiert werden. Die strategischen Risiken werden insgesamt als „niedrig“ eingestuft. Operative Risiken Unter operativen Risiken werden Vertriebsrisiken, Entwicklungs-und Technologierisiken, Produktions-, Qualitäts-, Einkaufs-und Lagerrisiken, IT- Risiken und Personalrisiken zusammengefasst. Das Profil der Vertriebsrisiken hat sich seit dem Geschäftsjahr 2022 durch die Umstellung des Vertriebs auf die Zusammenarbeit mit der TE Connectivity Solutions GmbH (Schaffhausen, Schweiz) verändert. Seither werden die für den Vertrieb notwendigen Ressourcen durch TE Connectivity gesteuert. Vertriebsrisiken beschränken sich deshalb im Wesentlichen auf Verhandlungen mit Endkunden über Preise und vereinbarte Abnahmemengen. Sie werden deshalb unverändert als „hoch“ bewertet. Die im vergangenen Jahr identifizierten Herausforderungen im Entwicklungs-und Technologiebereich wurden gelöst. Im Berichtszeitraum wurden keine neuen Risiken identifiziert, so dass die Entwicklungs-und Technologierisiken mit „niedrig“ bewertet werden. Produktions-und Qualitätsrisiken werden durch die Investitionen in neue Maschinen und Ausrüstung minimiert. Sie werden deshalb als „mittel“ eingestuft. 26 IT-Risiken ergeben sich zum Zeitpunkt der Berichterstellung lediglich bei einer Tochtergesellschaft. Sie stellen für die First Sensor-Gruppe insgesamt ein „niedriges“ Risiko dar. Die Personalrisiken, denen sich das Unternehmen gegenübersieht, werden weiterhin mit „mittel“ bewertet. Anhaltende Schwierigkeiten bereitet die Akquirierung und Bindung von Personal aufgrund eines starken Wettbewerbs um Fachkräfte. Die Umstellung auf das TE Connectivity- Vergütungsmodell hat viele Beschäftigte besser gestellt, aber nicht die Erwartungen aller erfüllt. Diese Risiken werden deshalb als „mittel“ eingestuft. Finanzbezogene Risiken In der Kategorie finanzbezogene Risiken werden Risiken aus dem Rechnungslegungsprozess und der Finanzberichterstattung, Liquiditäts-und Wechselkursrisiken, Working Capital Risiken sowie Versicherungs-und Haftungsrisiken zusammengefasst. Durch den Zusammenschluss mit TE Connectivity haben diese Risiken für First Sensor an Relevanz verloren. Zwar ist die Berichterstattung nach den neuen Konzernrichtlinien anspruchsvoller geworden, aber mit entsprechenden Kapazitäten zu bewältigen. Da First Sensor Teilnehmer des Cash Pools ist, sind die Liquiditätsrisiken zu vernachlässigen. Gleiches gilt für die Risiken aus Wechselkursveränderungen, da First Sensor nunmehr fast ausschließlich im EUR-Raum tätig ist. Lediglich im Bereich des Working Capitals gibt es derzeit einen erhöhten Bestand an Vorräten, um die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Die genannten Risiken werden insgesamt weiterhin als „gering“ bewertet. Regulatorische Risiken Regulatorische Risiken umfassen politische und rechtliche Risiken sowie Compliance-bezogene Risiken. Zu den politischen Risiken gehören unter anderem geopolitische und handelsbezogene Konflikte. Insgesamt werden diese Risiken bei First Sensor als „gering“ eingestuft. Nachhaltigkeitsrisiken Als Nachhaltigkeitsrisiken werden Risiken bezeichnet, die sich auf den Bereich ESG (Environmental, Social, Governance) von First Sensor beziehen. Im Einklang mit der nichtfinanziellen Berichterstattung wurden deshalb die folgenden Risiken in das Risikoassessment einbezogen. First Sensors Produktionsbetrieb in Berlin-Oberschöneweide liegt in einem Wasserschutzgebiet. Folglich muss über entsprechende Maßnahmen und Kontrollen sichergestellt werden, dass weder das Unternehmen noch Lieferanten negative Auswirkungen auf dieses Schutzgebiet haben. Dies wird über das nach ISO 14001 zertifizierte Umweltmanagementsystem gewährleistet. Als Produktionsbetrieb ist First Sensor auf die Verfügbarkeit von Energie, in erster Linie Strom, angewiesen. Hier besteht das Risiko, dass eine unterbrechungsfreie Stromversorgung durch die eigene Photovoltaikanlage möglicherweise nicht sichergestellt ist und damit eine Abhängigkeit von der externen Stromversorgung besteht. First Sensor hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Diversitätskonzept verabschiedet. Es soll dazu beitragen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen mittelfristig deutlich zu erhöhen. Der Vorstand überwacht den Fortschritt in regelmäßigen Abständen, um sicherzustellen, dass das Ziel erreicht wird. Insgesamt werden diese Risiken als „niedrig“ eingestuft. Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem Bestandteil des Risikomanagementsystems ist das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS). Sein Ziel ist die Sicherstellung der Zuverlässigkeit und Transparenz der Finanzberichterstattung. Um dieses Ziel zu erreichen, hat First Sensor geeignete Strukturen, Prozesse und Kontrollen implementiert. Sie sollen gewährleisten, dass die Ergebnisse des Rechnungslegungsprozesses frei von Fehlern sind und fristgerecht vorliegen. Das rechnungslegungsbezogene IKS wird vom Vorstand ausgestaltet und seine Wirksamkeit vom Aufsichtsrat der First Sensor AG überwacht. Das Risikomanagementsystem von First Sensor ist ebenfalls in das entsprechende Managementsystem von TE Connectivity einbezogen. Dies ist verantwortlich für den internen Kontrollrahmen von TE Connectivity/First Sensor, die globale Einhaltung des Sarbanes-Oxley Act (SOX) und die Einhaltung der Finanzrichtlinien. Das Rahmenwerk umfasst aktuell mehr als 80 Finanzrichtlinien und mehr als 450 Richtlinien für die verschiedenen funktionalen Bereiche. Alle Standorte von First Sensor werden regelmäßig gemäß diesen Richtlinien auditiert. Es besteht aus verschiedenen Elementen, darunter die SOx 404-Compliance -Bemühungen im Rahmen des jährlichen SOx-Programms (einschließlich der Durchführung einer 27 Risikobewertung, der Bewertung des Kontrolldesigns und der operativen Effektivität sowie der Unterstützung der Kontrollverantwortlichen bei der Behebung von internen Kontrolllücken) sowie dem vierteljährlichen SOx 302-Zertifizierungsverfahren und dem Verwalten des Betrugsbekämpfungsprogramms. Das rechnungslegungsbezogene IKS gibt die Finanzrichtlinien von TE Connectivity/First Sensor vor, einschließlich der Rezertifizierung von Richtlinien, Verfahrensdokumentation, Schulungen, Auslegungen und Abweichungen von Finanzrichtlinien. Darüber hinaus kontrolliert es die Freigabe-und Unterschriftenrichtlinie, die unter anderem das Vier-Augen-Prinzip festschreibt. Kontrollen flankieren diese Bestandteile des IKS, indem sie an verschiedenen Punkten die abschlussrelevanten Daten prüfen und validieren. Durch die Implementierung dieser Kontrollen wird mit größtmöglicher Sicherheit gewährleistet, dass ein regelungskonformer (Konzern-) Abschluss erstellt wird. Dazu gehören monatlich erstellte, standardisierte Berichte aller Konzernunternehmen und -standorte. Die Gesellschaften des Konzerns erstellen ihre Abschlüsse auf diesem Fundament dezentral und gemäß den lokalen gesetzlichen Anforderungen. Der Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen, IFRS-konformen Konzernrechnungslegung schafft zusammen mit dem Abschlusskalender die Basis für den Abschlusserstellungsprozess. Wesentliche lokale Abschlüsse werden außerdem zum Geschäftsjahresende zunächst einer umfassenden internen Prüfung unterzogen, bevor sie für den Konzernabschluss freigegeben werden. Ergänzend werden monatlich stichprobenhafte Überprüfungen und Plausibilitätsanalysen auf Standortebene durchgeführt, flankiert durch Compliance-Audits. Der Zugriff durch die Zentrale auf alle Buchungssysteme und alle Bankkonten der Unternehmensgruppe ist außerdem jederzeit gewährleistet. Die laufende Weiterentwicklung und Anpassung des rechnungslegungsbezogenen IKS tragen dazu bei, die Zuverlässigkeit der Rechnungslegung zu gewährleisten und auch nachhaltig zu verbessern. Trotz dieser Bestrebungen können auch angemessene und funktionsfähig eingerichtete Systeme keine absolute Sicherheit zur Identifikation und Steuerung der Risiken gewähren. Chancen und Risiken der First Sensor AG Die Geschäftsentwicklung der First Sensor AG unterliegt aufgrund der Rolle im Konzern den gleichen Risiken und Chancen wie die Gruppe. Insofern wird auf die Erläuterungen auf Konzernebene im Chancen-und Risikobericht verwiesen. Zusammengefasste Risikolage Nach Einschätzung des Vorstands sind die Risiken, denen First Sensor zum Zeitpunkt der Berichterstellung und für die aktuelle Planungsperiode ausgesetzt ist, beherrschbar. Dazu zählen auch die möglichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und anderer geopolitischer Konflikte, die sich jedoch nicht zuverlässig einschätzen lassen. In jedem Fall sieht der Vorstand den Fortbestand der Unternehmensgruppe in keiner Weise als gefährdet an. Insbesondere in Anbetracht des Gewinnabführungsvertrags mit TE Connectivity und der daraus resultierenden Pflicht zur Verlustübernahme ist die Risikotragfähigkeit des First Sensor Konzerns nicht auf die eigenen quantitativen Möglichkeiten beschränkt. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. 28 Chancenmanagementsystem Ebenso wie die Risiken werden auch die Chancen im Konzern systematisch identifiziert, transparent dokumentiert und in unternehmerische Entscheidungen einbezogen. Sie repräsentieren mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unternehmen positiven Prognose-bzw. Zielabweichung führen können. First Sensor unterscheidet Chancen wie Risiken danach, ob sie strategischer, operativer, finanzbezogener oder regulatorischer Natur sind. Strategische Chancen Der Zusammenschluss mit TE Connectivity und die Einbindung in das Vertriebsnetzwerk von TE Connectivity bieten neue Chancen für First Sensor. Dies zeigen einige neue Projekte mit interessantem Potenzial. Durch die effiziente Kombination der Ressourcen in Vertrieb, Produktion und Einkauf bieten sich Möglichkeiten, die First Sensor sich nur in Verbindung mit TE Connectivity erschließen kann. Erhöhte Nachfrage ist insbesondere bei Transmittern und Druck-Sensoren zu verzeichnen. Um sich diese Chancen zu erschließen, müssen die Investitionen zur Produktionsausweitung umgesetzt werden und das benötigte Material in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Operative Chancen First Sensor hat mithilfe von TE Connectivity die Zahl der neuen Entwicklungsprojekte deutlich erhöht. Sollten diese Anwendungen für die Industrie- oder Medizintechnik schneller als erwartet marktreif werden oder sollte der Bedarf höher als erwartet sein, könnten sich die Wachstumsziele von First Sensor als zu konservativ erweisen. Vorteilhaft erweist sich hier neben der Kapazitätsausweitung auch die hohe Wertschöpfungstiefe, die es erlaubt, spezifische Kundenanforderungen in jeder Hinsicht zu berücksichtigen. Neben den langjährigen Industriepartnern hat First Sensor auch hier die Chance, die Vertriebsreichweite durch das TE Connectivity-Netzwerk deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus profitiert First Sensor auch vom TE Connectivity-Lieferantennetzwerk und verringert so den Einfluss von zeitweise gestörten Lieferketten. Auch bei der Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung eröffnet der Zusammenschluss für First Sensor neue Perspektiven als Teil eines weltweit präsenten, starken Partners. Für viele Kunden bestehen Rahmenverträge über eine Laufzeit von ein bis zwei Jahren, in denen Abnahmemengen garantiert werden, gleichzeitig aber auch Abnahmevarianzen definiert sind. Da positive Abnahmevarianzen nicht in die operative Planung einfließen, können sich hieraus Chancen für zusätzliche Umsatzbeiträge ergeben. First Sensor arbeitet auch weiter daran, Produktionsprozesse unter dem Stichwort „operative Exzellenz“ zu optimieren. Dazu gehören neben dem Manufacturing Execution Systems (MES) auch gezielte Investitionen in neue Anlagen. Sollten einzelne Maßnahmen schneller als geplant realisiert werden, könnte dies zu einer Erhöhung der monatlichen Produktionsmengen und somit zu mehr Umsatz führen. Gleiches gilt für ungeplant höhere Umsätze mit wesentlichen Kunden, die aufgrund von Skaleneffekten stets auch einen positiven Einfluss auf die Profitabilität hätten. Finanzbezogene Chancen und regulatorische Chancen In beiden Kategorien sieht First Sensor aktuell keine Chancen, auf deren Realisierung das Unternehmen Einfluss hätte. Zusammengefasste Chancenlage First Sensor ist gut positioniert, um mit ihren Produkten und internen Maßnahmen die Chancen in den Zielmärkten systematisch zu nutzen. Während das Unternehmen einerseits gezielt daran arbeitet, sich diese Chancen zu erschließen, ist es andererseits eher unwahrscheinlich, dass hier kurzfristige Erfolge verbucht werden können. 29 2.4. ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Abschnitt [4.11] des Konzernanhangs dargestellt. Alle Aktien gewähren identische Rechte gemäß Aktiengesetz. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Vereinbarungen über Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand der Gesellschaft nicht bekannt. Es gelten ansonsten lediglich die gesetzlichen Vorschriften gemäß §136 Abs. 1 AktG sowie Handelsverbote gemäß Art. 19 Abs. 11 MAR, insbesondere für Mitglieder des Vorstands. Direkte Beteiligungen am Grundkapital, die zehn Prozent überschreiten Angaben zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10 von Hundert der Stimmrechte überschreiten, finden sich im Abschnitt [4.35] im Konzernanhang und im Abschnitt [5.8] des Anhangs zum Einzelabschluss. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Es sind keine Aktien mit Sonderrechten ausgestattet, insbesondere keine, die Kontrollbefugnisse verleihen. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind, üben ihre Stimmrechte unmittelbar aus. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung Für die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands (§§ 84, 85 AktG) und für die Änderung der Satzung (§ 179 AktG) gelten die gesetzlichen Vorschriften. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien und zum Rückkauf von Aktien Das Kapital ist bedingt erhöht für die Ausgabe von Aktien an Führungskräfte im Rahmen der Ausübungsphase eines Optionsplans. Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt [4.19] im Konzernanhang. Vereinbarungen der Gesellschaft unter der Bedingung eines Kontrollwechsels und Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft im Falle eines Übernahmeangebots Der Kontrollwechsel ist 2020 eingetreten, die First Sensor AG gehört nunmehr mehrheitlich zu TE Connectivity. Vereinbarungen für den Fall eines weiteren Kontrollwechsels wurden nicht geschlossen. 30 2.5. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN Die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG sowie die (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung sind auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich Investor Relations unter www.first-sensor.com dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Auf der Internetseite der Gesellschaft ist auch der Vergütungsbericht nach § 162 AktG, das geltende Vergütungssystem nach § 87a AktG und der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung nach § 113 Abs. 3 AktG veröffentlicht. Die Gesellschaft erstellt einen Bericht über Nachhaltigkeit (gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht), der sich an dem Format des Deutschen Nachhaltigkeitskodex orientiert. Der Bericht ist ein eigenständiger Bestandteil des Geschäftsberichts und steht auch auf der Internetseite der Gesellschaft zum Download bereit. Berlin, den 30. Januar 2024 First Sensor AG Thibault Kassir Robin Maly Dirk Schäfer Vorstand Vorstand Vorstand 31 3. Jahresabschluss der First Sensor AG; Berlin zum 30. September 2023 3.1. Bilanz zum 30. September 2023 AKTIVA in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.144 1.818 2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.671 876 sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3. Geschäfts- oder Firmenwert 9.974 7.817 4. Geleistete Anzahlungen 235 31 14.024 10.541 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden 9.868 10.055 Grundstücken 2. Technische Anlagen und Maschinen 19.871 32.835 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung 1.124 1.102 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 15.298 5.483 46.161 49.475 III. Finanzanlagen Anteile an verbunden Unternehmen 7.912 7.912 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.465 15.650 2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 16.284 19.676 3. Fertige Erzeugnisse und Waren 4.559 5.976 4. Geleistete Anzahlungen auf Bestellungen 0 137 37.308 41.439 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.395 84 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 48.605 42.480 3. Sonstige Vermögensgegenstände 863 7.218 50.863 49.782 III. Guthaben bei Kreditinstituten 843 1.140 C. Rechnungsabgrenzungsposten 162 53 Aktiva 157.273 160.342 32 PASSIVA in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital (Bedingtes Kapital: TEUR 295; i.V. TEUR 20.725) 51.612 51.657 II. Kapitalrücklage 21.966 22.203 III. Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen 6.004 6.004 IV. Bilanzgewinn 41.986 41.986 121.568 121.850 B. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 2.424 2.276 C. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 305 290 2. Steuerrückstellungen 531 838 3. Sonstige Rückstellungen 9.252 8.162 10.088 9.290 D. Verbindlichkeiten 1. Schuldscheindarlehen 3.000 0 2. Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten 8.545 6.906 3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 138 1 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.182 6.976 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.169 9.537 6. Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern TEUR 400 (i.Vj. EUR 582) 2.159 3.506 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 1 (i.Vj. TEUR 1) 23.193 26.926 PASSIVA 157.273 160.342 33 3.2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 01.10.2021 - 01.10.2022 - in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 1. Umsatzerlöse 101.332 122.875 2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 4.030 4.397 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 117 16 4. Sonstige betriebliche Erträge 2.940 1.407 Gesamtleistung 108.419 128.695 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -46.173 -50.155 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -10.344 -15.258 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -31.709 -33.306 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung davon für Altersversorgung TEUR 202 (i.Vj. TEUR 174) -5.904 -6.373 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -8.857 -8.918 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -17.316 -16.691 9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 5.079 4.042 10. Erträge aus Beteiligungen davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 0 (i.Vj. TEUR 141) 141 0 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 266 (i.Vj. TEUR 41) 41 268 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -232 -85 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 255 -303 14. Ergebnis nach Steuern -6.600 1.916 15. Sonstige Steuern -33 -30 16. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne / Erträge aus 6.633 -1.886 Verlustübernahme 17. Jahresüberschuss 0 0 18. Gewinnvortrag 41.986 41.986 19.Ausschüttung Dividende 0 0 20. Bilanzgewinn 41.986 41.986 34 FIRST SENSOR AG, BERLIN 4. ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 01. OKTOBER 2022 BIS ZUM 30. SEPTEMBER 2023 ERLÄUTERUNGEN ZUM JAHRESABSCHLUSS (alle Beträge in TEUR, sofern nicht anders angegeben) 4.1. Allgemeines Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die First Sensor AG (FIS) ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB. Sie ist unter der Nummer HRB 69326 B im Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen. Die Gewinn-und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. 4.2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden maßgebend. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer (1 bis 20 Jahre) um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Herstellungskosten angesetzt und nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer (4 bis 10 Jahre) planmäßig linear abgeschrieben. Die aus der Verschmelzung der Sensortechnics GmbH im Jahr 2011 und der Elbau GmbH im Jahr 2013 resultierenden Firmenwerte beinhalten im Wesentlichen spezifisches Knowhow der Mitarbeiter, das langfristig nutzbar ist; daher erfolgt die Abschreibung über einen Zeitraum von 15 Jahren. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer (Gebäude: 25 bis 33 Jahre, technische Anlagen und Betriebs-und Geschäftsaustattung: 1 bis 15 Jahre) linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von 800 Euro werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. In die Herstellungskosten selbsterstellter immmaterieller Anlagen sind Einzelkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Fremdbezüge werden mitaktiviert. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Finanzanlagen werden nur im Fall einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Bestehen die hierfür einschlägigen Gründe an einem späteren Bilanzstichtag nicht mehr, wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. 35 Die Vorräte werden durch Einzelfeststellungen der Anschaffungskosten bzw. den Einstandswert zu Anschaffungs-und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Werten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die direkten Personalkosten, Materialkosten und den zurechenbaren Anteil der Material-und Fertigungsgemeinkosten. Der bei den Herstellungskosten zugrunde gelegte Beschäftigungsgrad beträgt 80%. Veraltete Artikel und Artikel mit geringer Umschlagshäufigkeit werden über ein Pauschalverfahren in allen Vorratsgruppen auf den niedrigeren beizulegenden Wert berichtigt. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Auf Fremdwährungen lautende Vermögensgegenstände und Schulden werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten-bzw. Realisations-und Imparitätsprinzips. Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der in der Bilanz ausgewiesene Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen betrifft gewährte Fördermittel, die passivisch abgegrenzt werden. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt planmäßig entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter (2 bis 22 Jahre). Die Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsverfahren ermittelt. Der zum Bilanzstichtag verwendete laufzeitkongruente Rechnungszinssatz beträgt 1,81 Prozent (VJ: 1,78 Prozent). Zukünftig erwartete Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,50 Prozent (VJ: 2,40 Prozent) bei den Renten ausgegangen. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Es werden Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet, soweit sich Wertänderungen bzw. Zahlungsströme von Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen einerseits und von Finanzinstrumenten andererseits ausgleichen. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind teilweise Annahmen getroffen und Schätzwerte verwandt worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögensgegenstände und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Die tatsächlichen Werte können zu einem späteren Zeitpunkt in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. 36 4.3. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 4.3.1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2023 ist in folgender Tabelle dargestellt. Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am Stand am in TEUR Zugänge Abgänge Umbuchungen 01.10.2022 30.09.2023 Gesamt 155.549 10.305 -16.681 0 149.173 I. Immaterielle Vermögensgegenstände 47.481 45 -2.433 45 45.139 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche 4.081 16 -651 0 3.446 Rechte und Werte 2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 9.332 29 -1.676 195 7.881 an solchen Rechten und Werten 3. Geschäfts- oder Firmenwert 33.782 0 0 0 33.782 4. Geleistete Anzahlungen 286 0 -106 -149 31 II. Sachanlagen 100.156 10.260 -14.249 -45 96.122 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 17.545 168 -1 608 18.320 einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2. Technische Anlagen und Maschinen 59.106 6.647 -11.403 12.187 66.537 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.189 53 -2.826 367 5.781 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 15.316 3.392 -18 --13.207 5.483 III. Finanzanlagen 7.912 0 0 0 7.912 Anteile an verbundenen Unternehmen 7.912 0 0 0 7.912 Kumulierte Abschreibungen Buchwerte Stand am Stand am Stand am Stand am Zugänge Abgänge Umbuchungen 01.10.2022 30.09.2023 30.09.2023 01.10.2022 87.452 8.918 -15.125 0 81.245 67.928 68.097 33.457 3.514 -2.373 0 34.598 10.541 14.024 1.937 343 -651 0 1.629 1.818 2.144 7.661 1.014 -1.671 0 7.004 876 1.671 23.808 2.157 0 0 25.965 7.817 9.974 51 0 -51 0 0 31 235 53.995 5.404 -12.753 0 46.647 49.475 46.161 7.677 590 -1 0 8.266 10.055 9.868 39.235 4.374 -9.908 0 33.702 32.835 19.870 7.065 440 -2.826 0 4.679 1.102 1.124 18 0 -18 0 0 5.483 15.298 0 0 0 0 0 7.912 7.912 0 0 0 0 0 7.912 7.912 37 Im Berichtsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 16 (VJ: TEUR 117) aktiviert. Insgesamt betrugen die Kosten für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr 2,2 Mio. Euro (VJ: 3,0 Mio. Euro). 4.3.2. Vorräte in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.465 15.650 Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 16.284 19.676 Fertige Erzeugnisse und Waren 4.559 5.976 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 0 137 Gesamt 37.308 41.439 Die Wertminderung auf Vorräte beläuft sich zum 30. September 2023 auf TEUR 5.497 (VJ: TEUR 2.710) und gliedert sich in TEUR 2.978 (VJ: TEUR 1.310 ) für RHB, TEUR 1.965 (VJ: TEUR 1.119) unfertige Erzeugnisse und TEUR 554 (VJ: TEUR 281) fertige Erzeugnisse auf. Die Veränderung wurde als Aufwand erfasst und beläuft sich in der Berichtsperiode auf TEUR 2.787. Dieser Aufwand wurde für Wertberichtigungen auf Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe und Waren in der Position Materialaufwand und für Unfertige und Fertige Erzeugnisse in den Bestandsveränderungen ausgewiesen. 4.3.3. Angaben zum Anteilsbesitz Die Gesellschaft ist unmittelbar Mutterunternehmen für folgendes Tochterunternehmen i. S. d. §290 HGB, das damit auch verbundenes Unternehmen i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB ist: Beteiligung in TEUR Eigenkapital Ergebnis % Inland First Sensor Lewicki GmbH, Oberdischingen (Ergebnis nach Gewinnabführung) 100 4.792 0 4.3.4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 84 (VJ: TEUR 1.395) haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Zum Stichtag bestanden Wertberichtigungen von TEUR 21 (VJ: TEUR 542) auf überfällige Rechnungen und Rechnungsausfälle. 38 4.3.5. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Gegen den Hauptaktionär bestehen Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 23.302 (VJ: TEUR 29.154), die aus dem seit September 2020 bestehenden Cash-Pooling (TEUR 23.302, VJ: TEUR 22.521) sowie aus dem Gewinnabführungsvertrag (TEUR 0 , VJ: TEUR 6.633) resultieren. Darüber hinaus bestehen gegen die First Sensor Lewicki GmbH, Oberdischingen, Forderungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag (TEUR 4.042; VJ: TEUR 5.079). Im Übrigen resultieren die Forderungen, wie im Vorjahr, aus dem Lieferungs-und Leistungsverkehr im Verbundbereich. Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 4.3.6. Sonstige Vermögensgegenstände Die Gliederung der sonstigen Vermögensgegenstände ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Umsatzsteuererstattungsansprüche 259 0 Anzahlungen 431 53 Forderungen gegenüber Personal 29 6 Verpfändetes Bankguthaben 0 6.906 Sonstige 144 253 Gesamt 863 7.218 Sämtliche sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 4.3.7. Liquide Mittel Die liquiden Mittel bestehen aus Sichtguthaben bei Kreditinstituten von TEUR 1.140 (VJ: TEUR 843). 4.3.8. Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten beträgt TEUR 53 (VJ: TEUR 162). Rechnungsabgrenzungsposten werden für geleistete Zahlungen in Verbindung mit zukünftigen Leistungen gebildet. 4.3.9. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag 30. September 2023 EUR 51.657.480 (VJ: EUR 51.612.480) und setzt sich aus 10.331.496 Stückaktien (VJ: 10.322.496 Stückaktien) im rechnerischen Wert nach §160 Abs. 1 Nr. 3 HGB von 5,00 Euro zusammen. Das gezeichnete Kapital der First Sensor AG hat sich durch ausgeübte Aktienoptionen im Berichtsjahr um 9.000 Aktien erhöht. Dies entspricht einer Kapitalerhöhung von EUR 45.000. 39 4.3.10.Kapitalrücklage Die Entwicklung der Kapitalrücklage ist im Folgenden dargestellt: in TEUR 2022 2023 01.10.2021 / 01.10.2022 21.437 21.966 Ausübung Aktienoptionen 529 237 30.09.2022 / 30.09.2023 21.966 22.203 Die Kapitalrücklage kann in einer Höhe von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals verwendet werden: zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags, soweit er nicht durch einen Gewinnvortrag aus dem Vorjahr gedeckt ist und nicht durch Auflösung § anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann; zum Ausgleich eines Verlustvortrags aus dem Vorjahr, soweit er nicht durch einen Jahresüberschuss gedeckt ist und nicht durch Auflösung § anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann. Der Anteil der Kapitalrücklage, der 10 Prozent des Grundkapitals übersteigt, darf verwendet werden: § zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags, soweit er nicht durch einen Gewinnvortrag aus dem Vorjahr gedeckt ist; zum Ausgleich eines Verlustvortrags aus dem Vorjahr, soweit er nicht durch einen Jahresüberschuss gedeckt ist; § § zur Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln nach den §§ 207 bis 220 AktG. 4.3.11.Andere Gewinnrücklagen Die anderen Gewinnrücklagen haben sich im Geschäftsjahr 2023 nicht verändert. 4.3.12.Bedingtes Kapital Das bedingte Kapital der First Sensor AG ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt: in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Bedingtes Kapital 2013/I 185 - Bedingtes Kapital 2016/II 340 295 Bedingtes Kapital 2017/I 1.200 - Bedingtes Kapital 2017/II 19.000 - Gesamt 20.725 295 Zum 30. September 2023 betrug das bedingte Kapital insgesamt TEUR 295 (VJ: TEUR 20.725). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten im Rahmen des Aktienoptionsplans 2016/II von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Das bedingte Kapital 2013/I, 2017/I und 2017/II wurde auf Beschluss der Hauptversammlung 2023 aufgehoben und die Satzung entsprechend angepasst. 40 4.3.13.Ausschüttungssperre In der Bilanz des Einzelabschlusses der First Sensor AG werden selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 1.818 (VJ: TEUR 2.144) ausgewiesen. Somit ergibt sich ein Betrag in Höhe von TEUR 1.818 (VJ: TEUR 2.144), der einer Ausschüttungssperre unterliegt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsverpflichtungen mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (1,81 Prozent; VJ: 1,78 Prozent) und der vergangenen sieben Jahre (1,66 Prozent; VJ: 1,40 Prozent) beträgt TEUR 13 (VJ: TEUR 13) und ist gemäß §253 Abs. 6 S. 2 HGB ebenfalls ausschüttungsgesperrt. 4.3.14.Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen Die Investitionszuschüsse für die Erweiterung der Betriebsstätte sowie die Investitionszulagen werden als Sonderposten abgegrenzt und entsprechend dem Abschreibungsverlauf der geförderten Vermögensgegenstände aufgelöst. In der Berichtsperiode wurden TEUR 2.276 (VJ: TEUR 2.424) abgegrenzt. 4.3.15.Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 8.162 (VJ: TEUR 9.252) gliedern sich wie folgt: in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Personenbezogene Rückstellungen 3.781 3.531 Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 2.413 4.488 Rückstellungen für Gewährleistung 303 0 Übrige Rückstellungen 2.755 143 Gesamt 9.252 8.162 41 4.3.16.Verbindlichkeiten Die Gliederung und die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt: bis 1 1 – 5 > 5 in TEUR 30.09.2022 Jahr Jahre Jahre Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.545 2.045 6.500 0 Schuldscheindarlehen 3.000 3.000 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.182 6.182 0 0 Erhaltene Anzahlungen 138 138 0 0 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.169 3.169 0 0 Sonstige Verbindlichkeiten 2.159 1.925 234 0 Gesamt 23.193 16.460 6.734 0 bis 1 1 – 5 > 5 in TEUR 30.09.2023 Jahr Jahre Jahre Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.906 1.625 5.281 0 Schuldscheindarlehen 0 0 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.976 6.976 0 0 Erhaltene Anzahlungen 1 1 0 0 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9.537 9.537 0 0 Sonstige Verbindlichkeiten 3.506 3.480 26 0 Gesamt 26.926 21.619 5.307 0 Das unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesene KfW-Darlehen in Höhe von TEUR 6.906 (VJ: TEUR 8.531) ist durch ein verpfändetes Guthabenkonto bei der Commerzbank besichert. Die unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Mietkaufverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 242 (VJ: TEUR 699) sind durch Eigentumsrechte an den Mietkaufobjekten besichert. 4.3.17.Schuldscheindarlehen First Sensor hat am 15. Dezember 2015 drei Schuldscheindarlehen von insgesamt 28,0 Mio. Euro platziert. Im Rahmen der Platzierung wurden von deutschen institutionellen Investoren Schuldscheine mit Laufzeiten von fünf Jahren (18,0 Mio. Euro, variabel verzinst und 7,0 Mio. Euro, fest verzinst) und sieben Jahren (3,0 Mio. Euro, fest verzinst) gezeichnet. Als Finanzrelationen wurden für die platzierten Schuldscheine der Verschuldungsgrad und die Eigenkapitalquote festgelegt. Die seit 2016 bestehenden variabel und fest verzinsten Schuldscheindarlehen über 18,0 und 7,0 Mio. Euro wurden am 21. Dezember 2020 getilgt. Das noch verbliebene Schuldscheindarlehen über 3 Mio. Euro wurde im Dezember 2022 getilgt. Die Finanzkennzahlen werden jährlich ermittelt. 42 4.3.18.Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs-und Leistungsverkehr (TEUR 7.651, VJ: TEUR 3.169) sowie dem Gewinnabführungsvertrag mit der TE Connectivity Sensors Germany Holding AG als Muttergesellschaft (TEUR 1.886, VJ: TEUR 0). 4.3.19.Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Steuerverbindlichkeiten 582 3.223 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen 51 2 Sicherheit Mietkaufverbindlichkeiten 699 242 Übrige sonstige Verbindlichkeiten 827 39 Gesamt 2.159 3.506 Der Anstieg der Steuerverbindlichkeiten resultiert überwiegend aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer . 4.3.20.Latente Steuern Aufgrund des am 14.04.2020 abgeschlossenen Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrags mit der TE Connectivity Sensors Germany Holding AG als Muttergesellschaft, dem die Hauptversammlung durch Beschluss am 26.05.2020 zustimmte, besteht mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 ein Organschaftsverhältnis im Sinne des § 14 KStG. Infolge der körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Organschaft werden das zu versteuernde Einkommen und der Gewerbeertrag der First Sensor AG der TE Connectivity Sensors Germany Holding AG als Organträgerin ab dem Veranlagungs-bzw. Erhebungszeitraum 2021 zugerechnet. Infolgedessen werden seit dem 1. Januar 2021 keine latenten Steuern mehr bilanziert. 43 4.3.21.Haftungsverhältnisse, Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten Die First Sensor AG haftet nach § 74 Abgabenordnung für die beim steuerlichen Organträger entstehenden Steuern, bei denen sich die Steuerpflicht auf den Geschäftsbetrieb der First Sensor AG gründet. Mit einer Inanspruchnahme wird aufgund der Bonität des Organträgers nicht gerechnet. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Gesamt in TEUR Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 630 1.462 0 2.091 aus Mietverträgen 29.172 4.792 0 33.964 Bestellobligo 114 100 0 214 aus Leasingverträgen 22 95 946 1.063 aus Erbpachtvertrag Gesamt 31.673 4.714 946 37.332 Die Miet-und Leasingverträge enden zwischen 2023 und 2026. Das Bestellobligo resultiert vorwiegend aus Investitionen und Materialbestellungen für die Produktion. Darüber hinaus bestehen keine Eventualverbindlichkeiten. 44 4.4. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 4.4.1. Umsatzerlöse Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 hat die First Sensor AG einen Umsatz von TEUR 122.875 (VJ: TEUR 101.332) erzielt. Die Umsatzerlöse gliedern sich folgendermaßen in Umsätze mit Drittkunden und mit verbundenen Unternehmen. 01.10.2021 – 01.10.2022 – in TEUR 30.09.2022 30.09.2023 Drittkunden 66.281 0 Verbundene Unternehmen 35.051 122.875 Gesamt 101.332 122.875 Die First Sensor AG verbucht den Umsatz ausschließlich mit der Vertiebsorganisation der TE Connectivity (TESOG) mit Sitz in der Schweiz. Für Geschäfte mit Drittkunden wurden im Geschäftsjahr Gutschriften erstellt. Die regionale Aufteilung ergibt sich aus der folgenden Tabelle: 01.10.2021 - 01.01.2022 - in TEUR Δ absolut in % 30.09.2022 30.09.2023 DACH 71.060 56.847 -14.213 -20,0 Europäische Union 12.149 13.516 1.367 11,3 Übriges Ausland 18.123 40.426 22.303 123,1 Gesamt 101.332 122.875 21.543 21,3 *Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein 4.4.2. Aktivierte Eigenleistungen Die aktivierten Eigenleistungen von TEUR 16 (VJ: TEU 117) entfallen überwiegend auf die Entwicklung von neuen Produktfamilien. Die aktivierten Eigenleistungen sinken, weil die Enticklungsleistungen nicht mehr ausschließlich durch die First Sensor AG erfolgen, sondern auch durch andere TE- Gesellschaften erbracht werden. 45 4.4.3. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge teilen sich auf die folgenden Sachverhalte auf: 01.10.2021 01.10.2022 in TEUR – 30.09.2022 – 30.09.2023 Periodenfremde Erträge Veräußerung von Anteilen an verbundenen Unternehmen 0 0 Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 0 0 Auflösung von Rückstellungen 157 176 Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen 17 0 Versicherungsentschädigungen 0 0 Übrige periodenfremde Erträge 62 0 236 176 Übrige Erträge Währungsgewinne 520 23 Kostenweiterberechnungen an verbundene Unternehmen 1.440 0 Auflösung Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen 162 148 Sonstige 582 1.060 2.704 1.231 Gesamt 2.940 1.407 46 4.4.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen teilen sich in die folgenden Kostenarten auf: 01.10.2021. 01.10.2022 – in TEUR – 30.09.2022 30.09.2023 Periodenfremde Aufwendungen Wertberichtigung von Forderungen 677 280 Verluste aus Anlagenabgängen 4 151 Übrige periodenfremde Aufwendungen 1.521 1.734 2.202 2.165 Übrige Aufwendungen Werbe- und Vertriebskosten 228 116 Mieten und Raumkosten 2.085 1.665 Instandhaltungsaufwendungen 2.172 908 Währungsverluste 850 36 Rechts- und Beratungskosten 203 628 Kfz-Kosten 476 417 Reise- und Bewirtungskosten 330 374 Kosten der Warenabgabe 779 0 Investor Relations 302 273 Personalbeschaffung 188 120 Versicherungen 252 115 Hauptversammlung 103 103 Kostenweiterbelastungen von verbundenen Unternehmen 1.976 972 Sonstige 5.170 8.799 15.144 14.526 Gesamt 17.316 16.691 4.4.5. Erträge aus Gewinnabführungen und Beteiligungen Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von TEUR 4.042 (VJ: TEUR 5.220) betreffen im Geschäftsjahr 2023 den in voller Höhe übernommenen Gewinn der First Sensor Lewicki GmbH. 4.4.6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Die Zinserträge in Höhe von TEUR 268 (VJ: TEUR 41) enthalten Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 266 (VJ: TEUR41). Der Rest entfällt auf Zinserträge auf Bankguthaben. 47 4.4.7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Im Berichtsjahr wurden Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 85 (VJ: TEUR 232) erfasst, davon betreffen TEUR 5 (VJ: TEUR 5) Aufzinsung der Pensionsrückstellungen und der restliche Betrag Darlehen zur Finanzierung des Anlagevermögens. 4.4.8. Gewinnabführung / Verlustausgleich, Jahresüberschuss /-verlust und Bilanzgewinn /-verlus Aufgrund des am 14.04.2020 abgeschlossenen Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrags mit der TE Connectivity Sensors Germany Holding AG als Muttergesellschaft, dem die Hauptversammlung durch Beschluss am 26.05.2020 zustimmte, wird der gesamte handelsrechtliche Gewinn an die TE Connectivity Sensors Germany Holdings AG abgeführt. Gemäß § 277 Abs. 3 HGB wird die Gewinnabführung als Aufwand innerhalb der Gewinn-und Verlustrechnung ausgewiesen, sodass ein Jahresergebnis von Null auszuweisen ist. Der Aufwand aus Gewinnabführung entspricht demzufolge dem Ergebnis vor Gewinnabführung / Verlustausglich von TEUR 1.886. 48 5. WEITERE ANGABEN 5.1. Vorstand • Robin Jan Maly, Meilen / Schweiz • Dirk Karl Schäfer, Mannheim • Thibault Kassir, Scottsdale / USA Die Vorstände übernehmen die Organfunktion im Rahmen des bestehenden Beherrschungsvertrags. Operative Managementleistungen werden überwiegend durch First Sensor Mitarbeiter und Serviceeinheiten der TE-Gruppe, die auch die jeweiligen Entscheidungsvorlagen für den Vorstand vorbereiten, übernommen. Die im Geschäftsjahr 2022/2023 bestellten Mitglieder des Vorstands haben in diesem Rahmen die Vorstandstätigkeiten zusätzlich übernommen und erhalten weder durch die First Sensor AG noch durch andere Gesellschaften von TE Connectivity eine Vergütung für ihre Vorstandstätigkeit bei der First Sensor AG. Für das Vorstandsmitglied Dirk Karl Schäfer erhält die First Sensor AG, eine dem zeitlichen Aufwand entsprechende, Weiterbelastung von Gehaltsbestandteilen durch den Arbeitgeber (TE Connectivity Germany GmbH). Weitere Angaben werden im Vergütungsbericht veröffentlicht. 49 5.2. Aufsichtsrat Name/ Mitgliedschaften in gesetzlich Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und Tätigkeitsbezeichnung Position im Aufsichtsrat zu bildenden Aufsichtsräten ausländischen Kontrollgremien Michael Gerosa Vorsitzender des Aufsichtsrats seitMitglied des keine TE Connectivity Poland Services sp. z o.o. in Aufsichtsrats seit 18. Februar 2021) Krakau, Polen (Mitglied des Verwaltungsrats), Senior Director / Regional Controller EMEA, TE Connectivity Jaquet Technology Group AG in Pratteln, Ltd., Schaffhausen, Schweiz Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats), Tyco Electronics Finland Oy in Helsinki, Finnland (Mitglied des Verwaltungsrats), TE Connectivity Svenska AB in Upplands-Vasby, Schweden (Mitglied des Verwaltungsrats), Tyco Electronics Saudi Arabia Limited in Riyadh, Saudi-Arabien (Mitglied des Verwaltungsrats), TE Connectivity (Denmark) ApS in Glostrup, Dänemark (Mitglied des Verwaltungsrats), Tyco Electronics (Gibraltar) Limited in Gibraltar (Mitglied des Verwaltungsrats) Peter McCarthy Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats keine keine Senior Director Product seit 1. Mai 2020 Management, TE Connectivity Germany GmbH, Bensheim Stephan Itter Mitglied des Aufsichtsrats Läpple Automotive GmbH, Teublitz; FIBRO keine seit 1. Mai 2020 GmbH, Weinsberg CEO, Läpple AG, Heilbronn Olga Wolfenberg Mitglied des Aufsichtsrats keine keine (Arbeitnehmervertreter) seit 03. Mai 2019 Rob Tilmanns Mitglied des Aufsichtsrats keine Keine Director Commercial Excellence, Seit 24. Juni 2021 TE Connectivity Corporation, Berwin Christoph Findeisen Mitglied des Aufsichtsrats keine keine (Arbeitnehmervertreter) Seit 26. August 2021 Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch § 13 der Satzung geregelt sowie von der Hauptversammlung festgelegt. Die Aufsichtsratsvergütung wurde gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2014 neu geregelt. Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten nach Ablauf des Geschäftsjahres eine Vergütung von TEUR 20 für jedes volle Jahr der Mitgliedschaft im Aufsichtsrat. Für den Vorsitzenden erhöht sich diese Vergütung auf TEUR 50, für seinen Stellvertreter erhöht sich die Vergütung auf TEUR 30. Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden in eine im Interesse der Gesellschaft von dieser in angemessener Höhe unterhaltenen Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) einbezogen. Die Prämien hierfür entrichtet die Gesellschaft. Ein Selbstbehalt ist nicht vereinbart. Die Gesellschaft erstattet jedem Aufsichtsratsmitglied die ihm bei der Ausübung seines Amtes entstandenen angemessenen und nachgewiesenen Auslagen sowie die auf die Vergütung gegebenenfalls entfallende Umsatzsteuer. Die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 60 (VJ: TEUR 60). Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten keine erfolgsabhängige Vergütung und nehmen auch nicht am Aktienoptionsplan der Gesellschaft teil. 50 5.3. Mitarbeiter Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres 2023 beschäftigten Mitarbeiter nach den Bereichen Produktion und Administration ergibt sich wie folgt: 01.10.2022- 30.09.2023 Produktion 273 Administration 366 Gesamt 639 5.4. Konzernverhältnisse Die Gesellschaft erstellt einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht in Übereinstimmung mit § 315a HGB nach IFRS (International Financial Reporting Standards). Zudem wird die Gesellschafft in den Konzernabschluss der TE Connectivity Ltd., Schaffhausen / Schweiz einbezogen, die zum 30. September 2023 einen Konzernabschluss für den größten Kreis an Unternehmen aufstellt und diesen im Internet auf der Homepage der TE Connectivity Ltd. (https://investors.te.com/financial-reports/annual-reports/default.aspx) veröffentlicht. 5.5. Prüfungsgebühren In TEUR 2023 Abschlussprüfung 135 Der Abschlussprüfer erbringt ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen. Die Prüfungsgebühren umfassen die Prüfung des Einzelabschlusses der First Sensor AG nach HGB und des Konzernabschlusses nach IFRS. Daneben erbringt die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgeselschaft Abschlussprüfungsleistungen an die Tochtergesellschaft First Sensor Lewicki GmbH, Oberdischingen. Das hierfür berechnete Honorar beträgt insgesamt TEUR 15. Der Abschlussprüfer prüft den Einzelabschluss der Gesellschaft und den Konzernabschluss ab dem Prüfungszeitraum 2023. 5.6. Nachtragsbericht Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die eine nennenswerte Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz-oder Vermögenslage der First Sensor AG und des Konzerns gehabt hätten. 51 5.7. Erklärung gem. § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gem. § 161 AktG abgegeben und auf der Webseite der Gesellschaft (https://www.first-sensor.com/de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung/ ) dauerhaft zugänglich gemacht. 5.8. Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Nach den uns übermittelten Stimmrechtsmitteilungen hielten zum 30. September 2023 folgende Personen/Gesellschaften mehr als 3 Prozent der Aktien der First Sensor AG. Diese können dann von den aktuellen Stimmrechtsanteilen abweichen, wenn keine Meldeschwelle seit der letzten Meldung erreicht wurde und die Person oder Institution daher keine Verpflichtung zur Meldung hatte: Schwellenwert Höhe des Datum der erreicht bzw. Stimmrechtsanteils Meldepflichtiger Datum der Schwellenb Datum der über- zum Zeitpunkt der Stimmrecht Zurechnun Name/Firma Wohnort/Sitz Mitteilung erührung Veröffentlichung /unterschritten Mitteilung in % e g gemäß TE Connectivity Ltd. 3%, 5%, 10%, Aktionär: TE Schaffhausen, 13.03.2020 12.03.2020 13.03.2020 15%, 20%, 25% und 71,87 7.380.905 § 34 WpHG Connectivity Sensors Schweiz 30% überschritten Germany Holding AG Wilmington, John Addis Delaware, Aktionär: FourWorld 10% Vereinigte 03.09.2021 02.09.2021 07.09.2021 12,31 1.267.452 § 34 WpHG Capital Management überschritten Staaten von LLC Amerika Paris, Syquant Capital SAS 23.10.2020 20.10.2020 23.10.2020 3% überschritten 3,4 349.767 § 34 WpHG Frankreich Berlin, 30. Januar 2024 First Sensor AG Thibault Kassir Robin Maly Dirk Schäfer 52