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First Sensor AG Annual Report 2022

Feb 15, 2023

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First Sensor AG Jahresabschluss (HGB) 2022

FIRST SENSOR AG, BERLIN

ZUSAMMENGEFASSTER BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS DER FIRST SENSOR AG

2.1 GRUNDLAGEN DES FIRST SENSOR-KONZERNS

2.1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Rechtliche Konzernstruktur

Der First Sensor-Konzern (im Folgenden auch „First Sensor“ oder „die Gruppe“) bestand zum Berichtsstichtag aus der Muttergesellschaft First Sensor AG mit Sitz in Berlin und der Tochtergesellschaft First Sensor Lewicki GmbH, an der die First Sensor AG sämtliche Anteile bzw. Mehrheitsanteile hält. Eine nicht mehr aktive Tochtergesellschaft in Schweden wurde im Geschäftsjahr 2021/2022 entkonsolidiert und liquidiert. Seit 2020 ist die TE Connectivity Sensors Germany Holding AG mit knapp 72 Prozent größte Aktionärin der First Sensor AG. Zwischen den Gesellschaften besteht seit dem 6. Juli 2020 ein Beherrschungs- und mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 ein Ergebnisabführungsvertrag.

Segmente

First Sensor entwickelt, produziert und vertreibt Sensorchips, Sensorkomponenten, Sensoren und Sensorsysteme. Der Umsatz wird nach der geographischen Herkunft der Kunden (DACH-Region, übriges Europa, Nordamerika, Asien, Rest der Welt) berichtet. Eine Segmentierung entsprechend IAS 8, die sich in internen Organisations- und Berichtsstrukturen widerspiegelt und nach der der Vorstand die Steuerung vornimmt, ist nicht gegeben.

Standorte

Die Gruppe verfügte 2022 insgesamt über vier Entwicklungs- bzw. Produktionsstandorte in Deutschland. Sie sind auf unterschiedliche Produkte und Stufen entlang der Sensorik-Wertschöpfungskette spezialisiert. Im Berichtszeitraum gab es Standorte in Berlin (Oberschöneweide und Weißensee), Dresden (Klotzsche) und Oberdischingen sowie eine Vertriebsgesellschaft in Kungens Kurva (Schweden), die im Laufe des Geschäftsjahres geschlossen wurde.

Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse

Im Wachstumsmarkt Sensorik entwickelt und fertigt First Sensor Standardprodukte und kundenspezifische Sensorlösungen für die stetig zunehmende Zahl an Anwendungen in den unterschiedlichen Zielmärkten. Entlang der Wertschöpfungskette zeichnet sich First Sensor durch zwei Kernkompetenzen aus: Zumeinen besitzt die Gruppe Expertenwissen beim Detektieren von physikalischen Parametern mit Hilfe des Designs und der Produktion von Sensorchips auf Siliziumbasis. Zum anderen nutzt First Sensor Kenntnisse in der mikroelektronischen Aufbau- und Verbindungstechnik, um diese Chips mit dem besten „form factor“ anwendungsgerecht weiterzuverarbeiten. Zusätzliches Wachstum entsteht durch Systemlösungen für neue Anwendungen in den verschiedenen Märkten. Solche Sensorsysteme übernehmen nicht nur Messaufgaben, sondern reagieren intelligent auf Ergebnisse und kommunizieren mit anderen Systemen. Auf dieser Basis fokussiert sich First Sensor auf die Produktbereiche Pressure, Photonics und Advanced Electronics. Insgesamt verfügt die Gruppe damit über ein umfanges Angebot eigenentwickelter, -produzierter und -vertriebener Standardsensoren. Durch die langjährige Expertise in der Sensorik ist First Sensor außerdem in der Lage, maßgeschneiderte Sensorlösungen anzubieten, die in den Produkten von Schlüsselkunden anwendungsspezifische Herausforderungen meistern. Darüber hinaus greift das Unternehmen auf eine Vielzahl technischer Lösungen im Bereich der Aktuatorik und Embedded Software zurück, um bei Systemansätzen zu unterstützen. Deshalb ist die Produkt- und Technologieentwicklung ein wesentlicher Kernprozess.

Die Gruppe kann über die Zusammenarbeit mit der TE Connectivity Solutions GmbH (Schaffhausen, Schweiz - TESOG) an Kunden in mehr als 140 Ländern liefern. Auf der Basis entsprechender Vereinbarungen ist die TESOG Verkaufs- und Distributionspartner von First Sensor und hat zum 1. Juni 2022 den kompletten Vertrieb übernommen.

Absatzmärkte

Aufgrund der Veräußerung der First Sensor Mobility GmbH im Rumpfgeschäftsjahr 2021 und der mittlerweile engen Zusammenarbeit mit der TE Connectivity Solutions GmbH als Vertriebs- und Distributionspartner wurde von First Sensor die Unterteilung der Umsätzenach Zielmärkten im Berichtszeitraum nicht fortgesetzt. Die Umsatzentwicklung in den verschiedenen regionalen Märkten ist nur bedingt aussagefähig, da seit 1. Juni 2022 alle wesentlichen Umsätze über die TESOG als Verkaufs- und Distributionspartner erzielt werden. Diese Umsätze sind der DACH-Region zugeordnet. Entsprechend sind die Umsätze der anderen Regionen rückläufig. Das größte Umsatzvolumen wurde wie bisher im deutschsprachigen Raum realisiert. Der Anteil der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein) belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 70,1 Prozent (VJ: 53,0 Prozent). 12,0 Prozent (VJ: 21,3 Prozent) der Umsätze erwirtschaftete First Sensor in den nicht deutschsprachigen europäischen Ländern. In Nordamerika, mit Schwerpunkt auf den USA, erwirtschaftete der Konzern 5,3 Prozent des Umsatzes (VJ: 5,4 Prozent). Auf Asien entfallen 12,3 Prozent (VJ: 19,0 Prozent) der Umsatzanteile mit Schwerpunkt in China. Die grundsätzliche Absatzentwicklung im Konzern spiegelt sich entsprechend auch bei der First Sensor AG als Einzelgesellschaft wider.

Externe Einflussfaktoren

Externe Einflussfaktoren, die eine Veränderung im Nachfrageverhalten der Kunden begründen, sowie regulatorische Rahmenbedingungen sind im positiven wie im negativen Sinne von geringerer Bedeutung für First Sensor. Durch die Integration in den TE Connectivity-Konzern profitiert First Sensor nicht nur von der dynamisch wachsenden Anzahl von Sensorapplikationen, die für neue Funktionalitäten sowie für Sicherheit, Komfort und Effizienz entwickelt werden. Die globale Reichweite von TE Connectivity erweitert auch die Zahl potenzieller Kunden, die beliefert werden können. Diese Kombination sollte auch mögliche Schwankungen durch konjunkturelle Zyklen mindern.

2.1.2 Ziele und Strategien

Strategische Ausrichtung der Geschäftsfelder

First Sensor ist Teil von TE Connectivity und damit eingebunden in die TE Connectivity-Strategie für den Geschäftsbereich Sensoren. Ziel der Strategie ist es, Menschen, Maschinen und die Welt nahtlos miteinander zu verbinden, sodass alle weltweit ein besseres Leben führen können. Dafür werden innovative Sensorlösungen entwickelt, die Werte für die Mitarbeiter, Kunden und Investoren schaffen. Sie sollen dazu beitragen, dass die vernetzte Welt sicherer, produktiver und zuverlässiger wird. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen in der Medizintechnik wie Diagnostik und Patientenüberwachung. Außerdem konzentriert sich die Gruppe auf industrielle Automatisierung und Zustandsüberwachung sowie auf die Steuerung von Bewegungen. Wesentliche Alleinstellungsmerkmale sind die Anwendungskompetenz, technische Brillanz, Kundenerfahrung und die globale Aufstellung. TE Connectivity setzt dabei auf die Werte Innovation, Integrität, Zuverlässigkeit und Teamwork. In den verschiedenen Handlungsfeldern konzentriert sich TE Connectivity mittelfristig auf eine ausgeprägte Wachstumsstrategie. Drucksensoren sind ein wesentlicher Bestandteil des Produktportfolios. Hier bietet First Sensor für Applikationen der Industrie und Medizintechnik passende Produkte. Oft sind in diesen High-Tech-Applikationen individuelle, kundenspezifische Lösungen gefragt. Mit der vielfältigen und umfassenden Anwendungserfahrung ist First Sensor in der Lage, die unterschiedlichsten Branchen mit passgenauen Lösungen zu bedienen – von 3 leistungsstarken, plattformbasierten Drucksensoren für die Pneumatik und Hydraulik, unter anderem zur Automatisierung industrieller Anlagen, bis hin zu Sonderanfertigungen für hochspezialisierte Medizintechnik-Anwendungen. Im Bereich Photonics umfasst das Produktprogramm LiDAR-Anwendungen, Imaging-Module und Lichtdetektoren. Sie kommen vorwiegend in Industrie-, Medizin- und Transportanwendungen zum Einsatz. First Sensor konzentriert sich hier vorrangig auf Anwendungen im Industrie- und Medizinbereich mit dem Ziel, sich auf wachstumsstarke Anwendungen zu fokussieren und das Produktportfolio weiter zu optimieren. Besonders im Bereich Advanced Electronics hat sich First Sensor auf den steigenden Bedarf an komplexen Lösungen, die in Kundenapplikationen mehrere Funktionen verbinden, konzentriert. Dies bedarf der Kernkompetenzen in Chip-Design und -Produktion sowie in der Aufbau- und Verbindungstechnik. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf den Auf- und Ausbau der Expertise in weiteren Verfahrenstechniken sowie in Software und Sensorik-Kommunikation. In der Zusammenarbeit mit TE Connectivity ergeben sich hier zusätzliche Optionen, die im neuen Geschäftsjahr weiter validiert werden sollen. Ergänzend entwickelt First Sensor nicht nur Produkte, sondern auch Lösungen. Beim „Solution Selling“ ist es wichtig, ein tiefgreifendes Verständnis für die Systeme der Kunden zu entwickeln und Trends und Systemprobleme zu erkennen, die gelöst werden müssen. Dies geht häufig mit der Erweiterung des Anteils von Sensoren in diesen Anwendungen und Anwendungsfällen einher. Auf diese Weise erhalten die Kunden ein umfassenderes Wertangebot. Gleichzeitig können der Beschaffungsprozess, die Komplexität und die Kosten reduziert werden, indem beispielsweise die Anzahl der Lieferanten reduziert werden kann.

Strategische Finanzierungsmaßnahmen

Das operative Geschäft finanziert First Sensor vorrangig aus dem operativen Cashflow und den vorhandenen liquiden Mitteln bzw. über den Cash-Pool mit TE Connectivity. Weiterer Finanzierungsbedarf könnte zukünftig auch durch die Hauptaktionärin gedeckt werden. Strategische Finanzierungsmaßnahmen im engeren Sinne wurden bisher nicht vorgenommen und dies ist auch für die Zukunft nicht geplant.

2.1.3 Unternehmensinternes Steuerungssystem

Der Vorstand verantwortet die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Er wird gemäß Gesetz und Satzung vom Aufsichtsrat beraten und überwacht. Im Zuge der Festlegung der strategischen Ziele des Unternehmens werden die Interessen von Kunden, Mitarbeitern, Investoren und Lieferanten bestmöglich berücksichtigt. Aus den strategischen Zielen wird jährlich die Mittelfristplanung für die nächsten drei Jahre abgeleitet. Auf dieser Basis entsteht die jeweilige Detailplanung für das Folgejahr. Der Vorstand stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und setzt sie um. Mit den Mitarbeitern der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands erörtert der Vorstand regelmäßig strategische und wesentliche operative Fragen, analysiert die aktuelle Geschäftsentwicklung und berät über den Umgang mit Chancen und Risiken.# 2.1.3 Management and Control

These executives also have direct reporting lines to the regional and global functional heads of TE Connectivity. The management of the First Sensor corporate group is primarily carried out through continuous monitoring of target achievement with regard to annual and medium-term planning. Deviations should be identified at an early stage in order to initiate appropriate measures in a timely manner.

Key Performance Indicators Used

First Sensor AG and its subsidiaries are primarily managed according to the target figures of revenue and EBIT margin (EBIT = Earnings Before Interest and Taxes). These represent the most significant financial performance indicators.

2.1.4 Research and Development

Various new application possibilities for sensors and sensor systems are the drivers for the planned growth of the First Sensor Group. For this reason, development is of high relevance to the success of the corporate group. It shapes the implementation of customer-specific solutions and is responsible for the product development process as well as the construction of prototypes. Furthermore, development forms the basis for First Sensor's platform and technology strategy. The entire expertise of the corporate group encompasses semiconductor development and sensor design, assembly and connection technology, as well as process development up to prototype construction, sensor electronics, and software and system integration. Project management coordinates the specialist areas within product development projects to ensure that the defined project goals are met. As part of the integration of First Sensor Development into TE Connectivity's development, adjustments to the organizational structure and a standardization of the process landscape and IT infrastructure have already been made. The organizational structure is aligned with sensor technologies and continues to be organized across locations. The Photonics development area deals with the development of photodiodes and imaging sensors. The development of pressure sensors works together with the corresponding developers at TE Connectivity in the Pressure & Force development area. The L-series flow sensor technology is further developed in the Temperature development area due to the calorimetric method. On the process side, the entire development has been switched to TE Connectivity's project governance process "LEANPD" (Lean Enterprise Accelerated New Product Development). Projects to align software solutions and document management with the TE Connectivity infrastructure have been successfully completed. In addition, 44 engineers were trained in the TE internal Design for Six Sigma Green Belt program, which was rolled out further in fiscal year 2022.

Approach and Focus Areas

Regardless of whether the impetus for a development project comes from the customer side or from within the company, First Sensor's development activities follow a structured process. Before the actual start of the project, the business case is first examined. In addition to timeframes and costs, the project's potential for First Sensor is also taken into account. If the examination leads to a positive result, the project is implemented. A multi-stage process regulates the organization from concept creation through the production of prototypes to the preparation of series production. With the help of predefined milestones and standardized reporting requirements, this process ensures that the results of the development project are aligned with the desired goal at every stage and that deviations are identified, analyzed, and addressed in a timely manner. First Sensor bundles medium- and short-term development activities along the overarching corporate strategy in a technology and product roadmap. This ensures that projects with key customers or with high sales volumes are given priority. For this reason, the focus is partly on customer-specific sensor solutions and thus on the development of new sensor chips. These are supplemented by innovative signal electronics as well as assembly and connection technologies. Furthermore, depending on the application, it is about products having the best "form factor," meaning they are particularly robust, for example. Customers also expect innovations that will still be "state of the art" in three to five years and at the same time be price-competitive.

Cooperations

First Sensor pursues the approach of opening up innovation processes and entering into strategic cooperations with strong industrial partners and research institutions. In the context of joint projects, each partner benefits from the exchange of expertise and can contribute their respective core competencies. Through regular close contact with research institutions, development also contributes to the transfer of scientific findings into usable innovations. There is no independent research within the group beyond existing cooperations.

5 R&D Key Figures

The annual R&D expenditure is covered by a budget. Project costs are recorded as internal orders and flow into the profit and loss statement as expenses. Costs for customer-specific projects are recorded separately and either recharged or amortized over the product's life cycle, if agreed upon. Strategic development projects are also recorded separately; these development services are capitalized if the criteria according to IAS 38 are met.

in TEUR, unless otherwise specified RGJ2021* 2022
R&D expenditure 6,703 3,633
R&D ratio in % 6.4 3.1
New capitalization of development services 583 117
Book value of capitalized assets 3,021 2,144
Depreciation on capitalized development services 701 994
Number of R&D employees (FTE) 86 45
Number of patents and licenses 26 18

*01.01.-30.09.2021

In fiscal year 2022, the expenditure for R&D amounted to EUR 3.6 million. The R&D ratio in relation to revenue was 3.1 percent. An average of 45 employees were employed in development during the reporting period.

R&D Results

In the past fiscal year, development work focused primarily on products and technologies for photonic sensors as well as MEMS pressure and gas sensors. The focus in the development of pressure sensors was on applications in gas supply in the semiconductor industry, which recorded strong demand in the past fiscal year. High-precision transmitters for process gases are the basis for stable and precise manufacturing processes. In the field of gas sensing, a simplified version of the Gas Property Sensor was developed, which measures oxygen concentration, e.g., for ventilators. The non-consumptive, fast, and energy-saving measuring principle represents a significant advantage. In the Photonics division, several customer-specific developments for photodiodes and imaging sensors were completed. The photodiodes were mainly developed for customer-specific infrared applications. These include aerospace applications in the 1064nm wavelength range, as well as APD LIDAR sensors at 905nm. For LIDAR applications, a demonstrator system was completed together with the partner Leddartech and made available to customers for evaluation. Further photodiode developments include, for example, optical encoder applications for high-precision mechanical engineering, as well as diffraction sensors for analytical instruments. For imaging sensors, solutions based on chip-on-board (COB) technology were developed for various customers. This technology combines scalable production, cost-effective materials, and the highest demands on positional accuracy, flatness, and purity, even for very large sensors. Such solutions are used, for example, in high-end machine vision applications. Furthermore, projects for an optical system for a 3D camera and a module for a time-of-flight imager were successfully completed. Development projects such as the examples mentioned usually contribute to the group's revenue within 6 to 24 months. Patents and utility models are only applied for selectively. It is first examined whether the benefit of an application outweighs the risks of disclosure, whether there is a strategic necessity, or whether an application is necessary for competitive reasons. Patents are subsequently evaluated annually. If the market situation or the strategic orientation of the company has changed, or if the value can no longer be proven, it is decided to let certain patents expire.

2.2 MANAGEMENT REPORT

2.2.1 Overall Economic and Industry-Specific Framework Conditions

Development of the Overall Economy

The International Monetary Fund (IMF) lowered its estimates several times during the year and stated in its latest forecast that high inflation, the Russian war of aggression against Ukraine, and the consequences of the Corona pandemic are weighing heavily on the global economy. The forecast is the weakest in about 20 years - with the exception of the forecasts during the pandemic and the global financial crisis. For 2022, the IMF expects global growth of 3.2 percent. The United States – the world's largest economy – is expected to grow by 1.6 percent in 2022, according to experts. For the Eurozone, gross domestic product (GDP) is only expected to grow by 3.1 percent in 2022. And for the German economy, it expects growth of only 1.5 percent in 2022. The IMF views the energy crisis in Europe as a temporary phenomenon, as it expects a comprehensive and lasting geopolitical reordering of energy supply as a result of the Russian war of aggression. Furthermore, high inflation is a burden. It therefore recommends that central banks, despite all risks, focus on curbing inflation and maintain their course of interest rate hikes.

Developments in the Sensor Market

The market research institute WSTS also lowered its forecast for the semiconductor market and expects a plus of 13.9 percent for 2022. For the sensor market, they expect growth of 16.6 percent in 2022. According to WSTS, all regions are expected to grow in 2022, with growth rates varying considerably in some cases. For example, the largest region, Asia-Pacific, is expected to grow by 10.5 percent. This is significantly lower growth than in America.# WSTSvoneinem Plus von23,5 Prozent

Europa kommt auf 14,0 Prozent und Japan auf 14,2 Prozent. Unverändert verzeichneten verschiedene Industriezweige 2022 Engpässe in der Chiplieferung. Einerseits wirkten hiernach wie vor Störungen in der Lieferkette, beispielsweise aufgrund der restriktiven Corona-Politik von China. Andererseits werden die begonnenen Kapazitätserweiterungen erst mit zeitlichem Nachlauf zu einer Entlastung in der Versorgung beitragen. Von der positiven Nachfrageentwicklung profitierte auch die deutsche Elektroindustrie. Nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI stiegen die Umsätze in den ersten drei Quartalen 2022 um 11,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Preisbereinigt belief sich der Anstieg jedoch nur auf 3,5 Prozent. Auch die Auftragslage entwickelte sich erfreulich. In den ersten drei Quartalen 2022 gingen 11,7 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vorjahr. Versorgungsengpässe stellen weiter das mit Abstand größte Produktionshemmnis dar, außerdem beklagt die Hälfte der Unternehmen Fachkräftemangel. Die Mitglieder des deutschen Branchenverbands AMA berichten von einer positiven Geschäftsentwicklung. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte die Branche den Umsatz zur Jahresmitte 2022 um neun Prozent.

2.2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Vorbemerkung:

Aufgrund des Rumpfgeschäftsjahres 2021 (01.01.-30.09.), in dem auch eine Tochtergesellschaft veräußert wurde, die in dem Rumpfgeschäftsjahr etwa 19 Prozent des Konzernumsatzes erzielte, ist die Vergleichbarkeit der Zahlen in diesem Bericht mit den Vorjahreszahlen (VJ) der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung eingeschränkt.

Bei einer rein zeitanteiligen Betrachtung ergibt sich allein durch die Geschäftsjahresumstellung für 2022 ein Anstieg um rund 33 Prozent, so dass in den nachfolgenden Erläuterungen zur Ertrags- und Finanzlage ein Anstieg von weniger als 33 Prozent tendenziell einem Rückgang und ein Anstieg von mehr als 33 Prozent tendenziell einem tatsächlichen Anstieg gegenüber dem Zeitraum des Rumpfgeschäftsjahres 2021 entsprechen würde. Bei zusätzlicher Berücksichtigung der nur im Vorjahr einbezogenen Tochtergesellschaft entspräche ein Anstieg von weniger 8 Prozent tendenziell einem Rückgang gegenüber dem Zeitraum des Rumpfgeschäftsjahres 2021.

In der folgenden Analyse wird teilweise auf die um Einmaleffekte bereinigten Zahlen des Vorjahres (Geschäftsbericht 2021, Seite 35) abgestellt.

Die Überleitung des berichteten Betriebsergebnisses zum operativen Betriebsergebnis stellt sich im Vorjahr wie folgt dar:

01.01.-30.09.2021 wie berichtet 01.01.-30.09.2021 bereinigt Δ absolut in %
Umsatz 105.314 105.314 0 0,0
Gesamtleistung 109.966 109.966 0 0,0
Sonstige betriebliche Erträge 25.091 1.589 -23.502 -93,7
Personalaufwand -41.611 -34.851 6.760 -16,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.496 -12.119 1.377 -10,2
EBITDA 26.379 11.014 -15.365 -58,2
EBIT 18.194 2.828 -15.366 -84,5

Die Differenz der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 23,5 Mio. Euro resultierte aus der Veräußerung der Tochtergesellschaft. Die Differenz in Höhe von 6,8 Mio. Euro im Personalaufwand resultierte überwiegend aus der eingeleiteten Schließung des Standortes in Puchheim. Aus strukturellen Anpassungen an den TE-Konzern, z.B. im Bereich der IT, resultierte die Differenz in Höhe von 1,4 Mio. Euro.

Bereinigt um diese Beträge betrug das operative Betriebsergebnis (EBIT) für das Rumpfgeschäftsjahr 2,8 Mio. Euro, das entsprach einer EBIT-Marge von 2,7 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden die strukturellen Anpassungen an den TE-Konzern fortgeführt. Die zusätzlichen Aufwendungen aus der Integration in den TE Connectivity-Konzern, der Verlagerung von Produktion vom TE Connectivity Standort in Dortmund nach Berlin und die damit verbundenen strukturellen Anpassungen und Kapazitätserweiterungen des Produktionsstandortes haben zu vielschichtigen Einmalaufwendungen geführt, die nur schwierig genau zu beziffern sind. Aufgrund der ohnehin nur eingeschränkten Vergleichbarkeit wurde daher auch auf eine Bereinigung verzichtet.

Die Lage des Konzerns

Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2022 und Vergleich mit der prognostizierten Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 erreichte der Umsatz der First Sensor-Gruppe 115,4 Mio. Euro (VJ: 105,3 Mio. Euro). Der Umsatzanstieg um nur 9,5 Prozent resultiert im Wesentlichen aus der Tatsache, dass der Vorjahresumsatz noch Beiträge einer im Vorjahr veräußerten Tochtergesellschaft enthielt, und aus Veränderungen in den Vertriebsstrukturen. Damit wurde die zuletzt im Mai 2022 konkretisierte Umsatzguidance von 105 bis 115 Mio. Euro am oberen Rand der Spanne erreicht.

Aufgrund der Umsatzentwicklung und deutlicher Steigerungen der Materialkosten erreichte die operative Profitabilität mit einer EBIT-Marge von -3,4 Prozent (VJ: bereinigt 2,7 Prozent) die Zielspanne der zuletzt angepassten Guidance von -3,0 bis -4,0 Prozent. Neben Materialkostensteigerungen führten Lieferengpässe sowie zusätzliche Aufwendungen und Verzögerungen bei Produktionsverlagerungen und Integrationsmaßnahmen zu einem EBIT von -4,0 Mio. Euro, das damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 18,2 Mio. Euro lag, der durch die Veräußerung einer Tochtergesellschaft positiv beeinflusst war. Auch das bereinigte EBIT des Vorjahres von 2,8 Mio. Euro konnte so nicht erreicht werden.

Insgesamt ist die Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 schwächer als ursprünglich geplant. Neben dem konjunkturellen Umfeld sind hierfür auch interne Faktoren wie die genannten Aufwendungen und Verzögerungen im Zusammenhang mit den Integrationsmaßnahmen ursächlich, die im kommenden Geschäftsjahr verstärkt adressiert werden.

Zielwerte der Steuerungskennzahlen für das Geschäftsjahr 2022

Für das Geschäftsjahr 2022 wurde ursprünglich ein Konzernumsatz zwischen 110 und 120 Mio. Euro erwartet. Für die operative EBIT-Marge wurde ein Bereich zwischen 5,0 und 7,0 Prozent erwartet. Diese Ziele wurden am 31. Januar 2022 veröffentlicht.

Die Guidance wurde das erste Mal im Vorfeld der Veröffentlichung des Halbjahresberichtes am 13. Mai 2022 angepasst. Nunmehr wurde für das Geschäftsjahr 2022 ein Umsatz zwischen 105 und 115 Mio. Euro erwartet. Die EBIT-Marge sollte in erster Linie infolge von Belastungen aus Lieferengpässen und Steigerungen von Materialkosten zwischen -2,0 und +2,0 Prozent betragen. Auf der Basis vorläufiger Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 wurde das Ziel für die EBIT-Marge schließlich auf -3,0 bis -4,0 Prozent abgesenkt.

Vergleich von Ziel- und Ist-Werten 2022

Die folgende Tabelle stellt jeweils den erreichten Wert im Rumpfgeschäftsjahr 2021, die Guidance und die später angepasste Guidance für das Geschäftsjahr 2022 sowie den im Geschäftsjahr 2022 erreichten Wert dar:

01.01.-30.09.2021 Guidance I 01.10.2021-30.09.2022 Guidance II 01.10.2021-30.09.2022 Guidance III 01.10.2021-30.09.2022 01.10.2021-30.09.2022
Umsatz in Mio. Euro 105,3 110 - 120 105 – 115 105 – 115 115,4
EBIT-Marge in % 2,7 5,0 - 7,0 -2,0 – +2,0 -3,0 – -4,0 -3,4

Damit wurde die Umsatz- und Ergebnisentwicklung zuletzt zutreffend eingeschätzt, dabei die Zielgrößen für das Geschäftsjahr erreicht wurden.

Ertragslage

Umsatzentwicklung

Der Umsatz der First Sensor-Gruppe erreichte im Geschäftsjahr 2022 115,4 Mio. Euro gegenüber 105,3 Mio. Euro im Rumpfgeschäftsjahr 2021. Der Anstieg um nur 9,5 Prozent resultiert im Wesentlichen aus der Tatsache, dass der Vorjahresumsatz noch Beiträge einer im Vorjahr veräußerten Tochtergesellschaft enthielt, und aus Veränderungen in den Vertriebsstrukturen.

01.01.-30.09.2021 in TEUR 01.10.2021-30.09.2022 in TEUR Δ absolut in TEUR in %
DACH* 55.815 80.836 25.021 44,8
Übriges Europa 22.447 13.802 -8.645 -38,5
Nordamerika 5.688 6.088 400 7,0
Asien 20.030 14.167 -5.863 -29,3
Rest der Welt 1.334 477 -857 -64,2
Gesamt 105.314 115.370 10.056 9,5

*Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Die Verschiebungen bei der regionalen Verteilung der Umsätze sind neben der Veräußerung einer Tochtergesellschaft auch auf die Veränderung der Vertriebsstruktur zurückzuführen, da seit 1. Juni 2022 alle wesentlichen Umsätze über die TESOG als Verkaufs- und Distributionspartner erzielt werden, die der Region DACH angehört. So stieg der Umsatzanteil in der DACH-Region um 44,8 Prozent und repräsentiert 70,1 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Umsätze des übrigen Europas waren um 38,5 Prozent rückläufig, hier werden noch 12,0 Prozent der Gesamtumsätze realisiert. In Nordamerika entwickelten sich die Umsätze mit einem Plus von 7,0 Prozent relativ rückläufig, dies entspricht einem Umsatzanteil von 5,3 Prozent. In Asien hingegen betrug der Rückgang 29,3 Prozent, der Umsatzanteil beläuft sich auf 12,3 Prozent.

Auftragslage

Die Auftragslage entwickelte sich im Berichtszeitraum deutlich positiv. Einem Umsatz von 115,4 Mio. Euro standen Auftragseingänge in Höhe von 136,5 Mio. Euro gegenüber. Daraus resultiert zum Stichtag ein Auftragsbestand in Höhe von 106,9 Mio. Euro und eine Book-to-Bill Ratio von 1,21, die vielversprechende Aussichten für das neue Geschäftsjahr signalisiert.

01.01.-30.09.2021 in TEUR 01.10.2021-30.09.2022 in TEUR Δ absolut in TEUR in %
Umsatz 105.314 115.370 10.056 9,5
Auftragseingang 119.618 136.453 16.835 14,1
Auftragsbestand 85.769 106.852 21.083 24,6
Book-to-Bill-Ratio 1,14 1,21 0,07 6,1
Ergebnis

Der Umsatz der First Sensor-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 betrug 115,4 Mio. Euro (VJ: 105,3 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 2,7 Mio. Euro (VJ bereinigt: 1,6 Mio. Euro). Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen stieg nochmals um 4,0 Mio. Euro (VJ: 3,6 Mio. Euro). Die aktivierten Eigenleistungen sanken auf 0,1 Mio. Euro (VJ: 1,0 Mio. Euro). Die Gesamtleistung (ohne sonstige betriebliche Erträge) stieg entsprechend um 10,9 Prozent auf 120,3 Mio. Euro (VJ: 110,0 Mio. Euro).

Der Materialaufwand stieg überwiegend aufgrund gestiegener Beschaffungskosten überproportional um 15,6 Prozent auf 61,9 Mio. Euro (VJ: 53,6 Mio. Euro). Das entspricht einer Materialquote von 51,8 Prozent (VJ: 48,7 Prozent). Die Rohmarge bezogen auf die Gesamtleistung erreichte 48,2 Prozent nach 51,3 Prozent im Vorjahr. Der Personalaufwand, der sich im Vorjahr bereinigt auf 34,9 Mio. Euro belief, erhöhte sich im Berichtszeitraum durch den Anstieg der Löhne und Gehälter und durch Mitarbeiteraufbau und -wechsel auf 40,3 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 35,2 Prozent auf 16,4 Mio. Euro (VJ bereinigt: 12,1 Mio. Euro). Dementsprechend erreichte das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) 3,6 Mio. Euro nach bereinigt 11,0 Mio. Euro im Vorjahr.# DieEBITDA-Marge betrug3,0 Prozent (VJ bereinigt: 10,0Prozent).

NachAbschreibungen aufSachanlagen undimmaterielleVermögenswerteinHöhevon 7,6 Mio. Euro (VJ: 8,2 Mio. Euro)erreichte das Betriebsergebnis(EBIT) -4,0 Mio. Euro(VJbereinigt: 2,8 Mio. Euro). Dasentspricht einerEBIT-Margevon -3,4Prozent. Bereinigt betrugdieEBIT- MargeimVorjahr2,6 Prozent. DasFinanz-und Währungsergebnisbliebim Berichtszeitraum mit -0,8 Mio.Euro annähernd auf demNiveaudesVorjahres (VJ: -0,5 Mio. Euro). Das unbereinigteErgebnisvorSteuern (EBT) betrug folglich -4,8 Mio. Euro(VJ: 17,7 Mio. Euro). Nach einem SteuerertraginHöhevon 0,3 Mio. Euro erreichtedasKonzernergebnis -4,5 Mio. Euro (VJ: 18,8 Mio. Euro).DasErgebnis je Aktiebezogen auf dasErgebnisderPeriodebetrug-0,43Euro/- 0,43Euro (VJunbereinigt: 1,82Euro/1,82Euro; jeweilsverwässert/unverwässert). AußenstehendeAktionäre erhaltenentsprechendden Regelungenim Beherrschungs- undGewinnabführungsvertrageine jährliche Ausgleichszahlunggemäß§ 304 AktG, dievom Mehrheitsgesellschafter geleistet wird. DieFirst SensorAGträgt lediglichdie daraufentfallende Steuer (306 TEUR).

10 Finanz- und Vermögenslage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Ziel desFinanzmanagementsvonFirst Sensorist es, dienotwendige Liquidität fürdie Produktionsprozesse, dasWachstumund dieInvestitionen jederzeit sicherzustellen. DieSteuerung erfolgtzentral durch dieFirst Sensor AG. Sieumfasst primär die Liquiditätssteuerung, dieBeschaffungvon Fremdkapital sowiedas Management vonZins-und Währungsrisiken. Seit dem Geschäftsjahr2020nimmt First Sensor andemCash-Pool von TE Connectivityteil. DasRisikosteigenderZinsen betrifft Fremdkapital, das mittlerweilenurnochinbegrenzterGrößenordnung undüberwiegend festverzinslich eingesetzt wird. Deshalbnutzt dieGesellschaft keinenEinsatz vonZinsswaps aufvariabel verzinslicheDarlehen. Fremdwährungsrisikendurch MaterialeinkäufeundFremdleistungsbezugbegegnet First Sensordurchdie bevorzugteVereinbarung vonKundenzahlungeninEuro. EinekonzernweiteFinanz-Risikomanagement-Richtliniedient derrechtzeitigenErkennungvon Währungs-undZinsrisikenundregelt diezulässigen Sicherungsinstrumente. ZumStichtag30.09.2022 ergabendie ermitteltenRisikolimits undWesentlichkeitsgrenzen keinen Handlungsbedarfzum Abschlussvon Sicherungsgeschäften.

Kapitalstruktur

ZumStichtag30.09.2022 betrugdas Konzerneigenkapital 124,4 Mio. Euro(VJ: 122,0 Mio. Euro). Bezogen auf dieBilanzsummevon 164,3 Mio. Euro errechnet sichdaraus eineEigenkapitalquote von75,7Prozent (VJ: 64,4 Prozent). DieVeränderungresultiert überwiegend ausderBilanzverkürzung um 25,0 Mio. Euro, in ersterLinie aufgrund derZahlung an TE Connecivityim Zusammenhangmit demErgebnisabführungsvertag unddemdamit verbundenenRückgangderkurzfristigen Schulden. DielangfristigenFinanzverbindlichkeiten einschließlich Leasingverbindlichkeiten wurdenin derBerichtsperiodedeutlichreduziert und belaufensich auf 9,7Mio. Euro (VJ:17,1Mio. Euro). EinSchuldscheindarlehenzu3,0 Mio.Euro hat eineLaufzeit bisDezember2022. AußerdemnutztFirst Sensor einKfW-Darlehenin Höhevonursprünglich13,0Mio. Euro. InVerbindung mit demKfW-DarlehenunddemSchuldscheindarlehenist die Einhaltungvon Covenants jeweilszum Jahresendevereinbart worden. Zum30.09.2022 wirdFirst Sensor voraussichtlich alle gefordertenFinanzkennzahleneingehaltenhaben.

30.09.2021 30.09.2022
Verschuldungsgrad: NettoverschuldungzuEBITDA -0,87 -2,8
Zinsdeckungsgrad: EBITDAzuZinsaufwand 53,5 -11,6
Eigenmittelquote 62,6 86,0
inTEUR 30.09.2021 30.09.2022 Δabsolut in%
LangfristigeFinanzverbindlichkeiten(inkl. Leasingverbindlichkeiten) 17.103 9.738 -7.365 -43,1
KurzfristigeFinanzverbindlichkeiten (inkl. Leasingverbindlichkeiten) 27.278 6.271 -21.007 -77,0
Finanzmittelfonds 65.784 29.779 -36.005 -54,7
Nettoverschuldung (+)/NettoCash (-) -21.403 -13.770 -7.633 -35,7

Die kurzfristigenFinanzverbindlichkeiten reduziertensichzumStichtag auf 6,3 Mio. Euro (VJ: 27,3 Mio. Euro). DieDifferenz resultiert überwiegend aus dem Ausgleich der Gewinnabführungsverbindlichkeit gegenüber TE ConnectivityfürdasRumpfgeschäftsjahr2021. Im Einklang mit dieser Gewinnabführungreduzierten sichdieliquiden Mittel bzw. dieCashpool-Forderungen (zusammen: Finanzmittelfonds). Zum Stichtag 30.09.2022weist First Sensoreine Netto-Cash-Positionin Höhe von 13,8 Mio. Euroaus. First Sensor kanneingeräumteKreditliniennutzen, wird aberbei Bedarfvorrangig dieMöglichkeitenderFinanzierunginnerhalbdes TE Connectivity-Konzernsnutzen. Daherist auch für die Zukunft davon auszugehen, dassFirst SensorinderLageseinwird, dasgeplanteWachstumausdenzur Verfügungstehenden Mittelnzu finanzieren. Eine InanspruchnahmedesKapitalmarktsist inabsehbarerZeit nicht geplant. AußerbilanzielleFinanzierungsinstrumente werden vonFirst Sensornicht eingesetzt.

Investitionen

Die Investitionenim BereichderimmateriellenVermögenswerte betrugen0,2 Mio. Euro (VJ: 0,6 Mio. Euro). ImBereich derSachanlagen wurden 10,7 Mio. Euro(VJ: 11,3Mio. Euro)investiert, voralleminneue MaschinenundAnlagen anden StandorteninBerlinzurKapazitätsausweitung, zur Prozessstabilisierungbzw. -verbesserungundim Zusammenhang mit derVerlagerungvon Produktionvom TE ConnectivityStandort inDortmund. Die Abschreibungenreduzierten sichim Konzernleicht auf 7,6 Mio. Euro(VJ: 8,2 Mio. Euro).

01.10.2021- 01.01.-30.09.2021 30.09.2022 Δabsolut in%
InvestitioneninimmaterielleVermögenswerte -599 399 -66,6 -200
InvestitioneninSachanlagen -11.310 -10.688 -622 -5,5
Investitionen -11.909 -10.888 -1.021 -8,6
VerkaufvonimmateriellenVermögenswertenundSachanlagen 11 661 >1.000,0 672
SonstigeEffekte 39.172 2.616 -36.556 -93,3
Cashflow ausInvestitionstätigkeit 27.274 -7.600 -34.874 -127,9
Abschreibungen aufimmaterielleVermögenswerte 2.894 -2.272 -622 -21,5
Abschreibungen auf Sachanlagen 5.292 5.335 -43 0,8
- davonaus IFRS16Miet- und Leasingverhältnissen 853 661 -192 -22,5
Abschreibungen 8.186 -7.607 -579 -7,1

12 Liquidität

Der operativeCashflow verringertesich gegenüberdemVorjahreswert von 2,6Mio. Euro auf -3,0 Mio. Euro. Die wesentlicheVeränderungim VergleichzumletztenGeschäftsjahrbetrafdasniedrigereErgebnisvorSteuern. DerCashflowausInvestitionstätigkeit betrug -7,6Mio. Euro (VJ: 27,3 Mio. Euro). DieVeränderungresultiert überwiegend ausdenEffektenimZusammenhangmit derVeräußerungeinerTochtergesellschaftim Vorjahreszeitraum.DerFree Cashflowals Saldo aus dem operativen Cashflow unddemCashflow aus derInvestitionstätigkeit erreichte deshalb -10,6 Mio. Euro (VJ: 29,9 Mio. Euro).

inTEUR 01.10.2021- 01.01.-30.09.2021 30.09.2022 Δabsolut in%
OperativerCashflow 2.640 -3.015 -5.655 -214,2
Cashflow ausderInvestitionstätigkeit 27.274 -7.600 -34.874 -127,9
Cashflow ausderFinanzierungstätigkeit -13.472 -11.880 88,2 -25.352
ZahlungswirksameVeränderungderliquiden Mittel 16.443 -52.410 -318,7 -35.967
Währungsdifferenzen -8 -30 374,7 -38
FinanzmittelfondszuBeginn desGeschäftsjahres 49.349 65.784 16.435 33,3
FinanzmittelfondszumEndedes Geschäftsjahres 65.784 29.779 -36.005 -54,7
Free-Cashflow 29.914 -40.529 -135,5 -10.615

Der Cashflow ausderFinanzierungstätigkeit beliefsich auf-25,4 Mio. Euro(VJ: -13,5 Mio. Euro)und war maßgeblich geprägt durch die GewinnabführunganTE ConnectivityfürdasRumpfgeschäftsjahr 2021unddie TilgungvonFremdkapital.DerFinanzmittelfonds reduzierte sichim Berichtszeitraumvon65,8 Mio. Euroauf 29,8 Mio. Euro. AusSicht desVorstandsist die Liquiditätsausstattungdes Konzernsdamit weiterhin komfortabel, auch aufgrundder MöglichkeitenderFinanzierunginnerhalbdes TE Connectivity-Konzerns. Auchim Geschäftsjahr2023 wirdFirst Sensorsoinder Lage sein, dieZahlungsverpflichtungenaus dem operativen Geschäft und dieTilgungderFremdfinanzierung jederzeit zu erfüllen ZurBeurteilung derZahlungsfähigkeit vonFirst Sensor wirdinder folgendenTabelledie Liquidität inFormvon Liquiditätsgraden aufgeführt. Zur Berechnungder Liquidität ersten Grades wirdderFinanzmittelfondsinsVerhältniszuden kurzfristigenVerbindlichkeitengesetzt. ImzweitenGrad werden diekurzfristigenForderungenhinzugerechnet undimdrittenGradwerden dieVorräte mit einbezogen. DieVeränderungenresultierenin erster Linie ausdemRückgang desFinanzmittelfonds sowiedem AufbauvonVorratsvermögen.

in % 310.09.2021 30.09.2022 ΔPP
LiquiditäterstenGrades 112,6 143,5 -30,9
LiquiditätzweitenGrades 202,9 186,7 16,2
LiquiditätdrittenGrades 352,4 252,6 99,8

Vermögenslage

Die Bilanzsummesankim Geschäftsjahr2022auf164,3 Mio. Euro(VJ:189,4 Mio. Euro). DieEigenkapitalquotestiegauf75,7Prozent (VJ: 64,4 Prozent). DieVeränderung resultiert überwiegendausder Bilanzverkürzungum 25,0 Mio. Euro,inerster Linieaufgrund derZahlungan TE Connectivityim Zusammenhang mit demErgebnisabführungsvertagund dem damit verbundenenRückgangderkurzfristigen Schuldenunddem korrespondierendenAbflussliquiderMittel.

Aktiva

DielangfristigenVermögenswertesanken überwiegendaufgrund planmäßiger Abschreibungenum 1,3 Mio. Euro auf70,7Mio. Euro (VJ: 72,0 Mio. Euro). Die HöhederGeschäfts- oderFirmenwerte beträgt zumStichtagunverändert 16,0Mio. Euro (VJ: 16,0 Mio. Euro). DieInvestitionen überstiegenmit 10,9Mio. Eurodie planmäßigen AbschreibungenaufSachanlagenundimmaterielleVermögensgegenstände in Höhevon7,6Mio. Euro. EssindjedochauchBuchwertabgängein Höhevon4,4Mio. Eurozuverzeichnen, insbesonderebei den den Sachanlagenzugerechneten Nutzungsrechtenmit 3,9Mio. Euro. DieSummeder kurzfristigenVermögenswerte reduzierte sichebenfallsvon 117,3 Mio. Euroauf93,6Mio. Euro. WesentlicheVeränderungen hier betrafendieliquiden Mittel und dieunterdenfinanziellenVermögenswerten ausgewiesenen Cashpool-Forderungen, dieüberwiegendinfolgeder GewinnabführunganTE ConnectivityinSumme von67,4Mio.Euro auf29,0 Mio. Eurozurückgingen. DieVorräte stiegenim Berichtszeitraum hingegendeutlichvon30,2 Mio. Euroauf 39,7 Mio. Euro, währenddieForderungenausLieferungenundLeistungenvon 18,6Mio. Euro auf 16,4 Mio. Eurozurückgingen.

Passiva

Auf der Passivseite stiegdasEigenkapital auf124,4 Mio. Euro(VJ: 122,0Mio. Euro). Das gezeichnete Kapital erhötesichdurch dieAusgabevon 20.100 Aktienim Rahmender Aktienoptionspläne.# Die Veränderung der Kapitalrücklage um 0,6 Mio. Euro resultiert ebenfalls aus den neuen Aktien.

Durch das Ergebnis nach IFRS steigen die Gewinnrücklagen auf 62,2 Mio. Euro (VJ: 60,1 Mio. Euro). Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten wurden im Berichtszeitraum auf 9,7 Mio. Euro reduziert (VJ: 17,1 Mio. Euro). Dadurch sanken auch die langfristigen Schulden insgesamt auf 12,5 Mio. Euro (VJ: 17,6 Mio. Euro). Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich ebenfalls deutlich auf 27,5 Mio. Euro (VJ: 47,4 Mio. Euro), hauptsächlich aufgrund der Gewinnabführung an TE Connectivity.

Das Working Capital belief sich am 30.09.2022 auf 44,2 Mio. Euro (VJ: 43,2 Mio. Euro). Das Capital Employed stieg auf 121,5 Mio. Euro (VJ: 115,2 Mio. Euro). Dieser Anstieg ist überwiegend auf die Veränderungen im Bereich der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Aufgrund des negativen Ergebnisses erreicht das ROCE (Return on Capital Employed) -3,3 Prozent (VJ: 15,8 Prozent).

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der First Sensor AG (HGB)

Ertragslage der First Sensor AG

Vorbemerkung: Aufgrund des Rumpfgeschäftsjahres 2021 (01.01.-30.09.), in dem eine Tochtergesellschaft veräußert wurde, ist die Vergleichbarkeit der Zahlen in diesem Bericht mit den Vorjahreszahlen (VJ) der Gewinn- und Verlustrechnung eingeschränkt. Bei einer rein zeitanteiligen Betrachtung ergibt sich allein durch die Geschäftsjahresumstellung für 2022 ein Anstieg um rund 33 Prozent, sodass in den nachfolgenden Tabellen und Texten zur Ertrags- und Finanzlage ein Anstieg von weniger als 33 Prozent tendenziell einem Rückgang und einem Anstieg von mehr als 33 Prozent tendenziell einem tatsächlichen Anstieg gegenüber dem Zeitraum des Rumpfgeschäftsjahres 2021 entsprechen.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER FIRST SENSOR AG

01.01.-30.09.2021 01.10.2021-30.09.2022 ∆ absolut in %
in TEUR
Umsatzerlöse 80.105 101.332 21.227 26,5
Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 3.656 4.030 374 10,2
Andere aktivierte Eigenleistungen 584 117 -467 -80,0
Gesamtleistung 84.345 105.479 21.134 25,1
Erträge aus Anteils- und Forderungs­veräußerung 28.210 0 -28.210 -100,0
Übrige sonstige betriebliche Erträge 1.553 2.940 1.387 89,3
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -34.287 -46.173 -11.886 34,7
Aufwendungen für bezogene Leistungen -6.614 -10.344 -3.730 56,4
Rohergebnis 73.207 51.902 -21.305 -29,1
Löhne und Gehälter -30.879 -31.709 -830 2,7
Soziale Abgaben -4.524 -5.904 -1.380 30,5
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen -12.420 -17.316 -4.896 39,4
Operatives Ergebnis (EBITDA) 25.384 -3.027 -28.411 -111,9
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -6.128 -8.857 -2.729 44,5
Betriebsergebnis (EBIT) 19.256 -11.884 -31.140 -161,7
Erträge aus Gewinnabführungen 2.132 5.079 2.947 138,2
Erträge aus Beteiligungen 0 141 141 100,0
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 43 41 -2 -5,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -189 -232 -43 22,8
Ergebnis vor Steuern 21.242 -6.855 -28.097 -132,3
Steuern vom Einkommen und Ertrag 777 255 -522 -67,2
Sonstige Steuern -25 -33 -8 -32,0
Ergebnis vor Gewinn­abführung/Verlust­übernahme 21.994 -6.633 -28.627 -130,2
Gewinnabführung/Verlust­übernahme -21.994 6.633 28.627 -130,2
Periodenergebnis 0 0 0 -
Verlust-/Gewinnvortrag 47.748 41.986 -5.762 -12,1
Gewinnausschüttung -5.762 0 5.762 -100,0
Bilanzgewinn (nach Gewinn­abführung) 41.986 41.986 0 0,0

Der Umsatz der Einzelgesellschaft First Sensor AG stieg im Geschäftsjahr 2022 um 26,5 Prozent auf 101,3 Mio. Euro (VJ: 80,1 Mio. Euro). Um die Lieferfähigkeit zu sichern, wurden die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen im Berichtszeitraum um weitere 4,0 Mio. Euro ausgeweitet. Die aktivierten Eigenleistungen betrugen 0,1 Mio. Euro (VJ: 0,6 Mio. Euro). Die Gesamtleistung belief sich auf 105,5 Mio. Euro (VJ: 84,3 Mio. Euro).

Im Vorjahr wurden aus der Veräußerung einer Tochtergesellschaft ergebniswirksame Erträge in Höhe von 28,2 Mio. Euro erzielt. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 1,4 Mio. Euro auf 2,9 Mio. Euro.

Der Materialaufwand stieg überwiegend aufgrund von Preissteigerungen deutlich auf 56,5 Mio. Euro (VJ: 40,9 Mio. Euro). Dies entspricht einer Materialaufwandsquote von 53,6 Prozent (VJ: 48,5 Prozent). Der Rohertrag belief sich auf 51,9 Mio. Euro (VJ: 73,2 Mio. Euro). Der Personalaufwand stieg auf 37,6 Mio. Euro (VJ: 35,4 Mio. Euro). Das entspricht einer Personalaufwandsquote von 35,7 Prozent (VJ: 42,0 Prozent). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 17,3 Mio. Euro (VJ: 12,4 Mio. Euro). Die Abschreibungen betrugen 8,9 Mio. Euro (VJ: 6,2 Mio. Euro).

Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug -11,9 Mio. Euro (VJ: 19,3 Mio. Euro, maßgeblich durch den Veräußerungserlös für die Tochtergesellschaft geprägt). Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag mit der First Sensor Lewicki GmbH, aus dem Erträge in Höhe von 5,1 Mio. Euro (VJ: 2,1 Mio. Euro) resultieren. Aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen und Aufwendungen ergibt sich saldiert ein Betrag von -0,2 Mio. Euro (VJ: -0,1 Mio. Euro). Das Vorsteuerergebnis beträgt entsprechend -6,9 Mio. Euro (VJ: 21,2 Mio. Euro). Steuern vom Einkommen und Ertrag belaufen sich auf +0,3 Mio. Euro (VJ: Steuerertrag 0,8 Mio. Euro).

Der mit der TE Connectivity Germany Sensors Holding AG bestehende Gewinnabführungsvertrag führt zu einem Ausgleich des negativen Jahresergebnisses. Der Verlustausgleich durch TE Connectivity beläuft sich auf 6,6 Mio. Euro (im Vorjahr Gewinnabführung: -22,0 Mio. Euro). Für das Geschäftsjahr 2022 weist die First Sensor AG wie im Vorjahr ein Jahresergebnis von 0 Mio. Euro aus.

Finanz- und Vermögenslage der First Sensor AG

AKTIVA

30.09.2021 30.09.2022 ∆ absolut in %
in TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 2.747 1.672 -1.075 -39,1
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 3.021 2.144 -877 -29,0
Geschäfts- oder Firmenwert 12.131 9.974 -2.157 -17,8
Geleistete Anzahlungen 235 235 0 0,0
Anlagevermögen 68.097 69.501 -1.404 -2,0
Vorräte 28.003 37.308 9.305 33,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.017 1.395 -15.597 -91,8
Forderungen gegen­verbundene Unternehmen 64.833 48.605 -16.228 -25,0
Sonstige Vermögensgegenstände 862 863 1 0,1
Liquide Mittel 1.488 843 -645 -43,3
Summe kurzfristige Vermögensgegenstände/Umlaufvermögen 112.178 89.023 -23.155 -20,6
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 162 352 190 54,0
Summe Aktiva 182.032 157.273 -24.759 -13,6

Zum Stichtag 30.09.2022 verringerte sich die Bilanzsumme um 13,6 Prozent auf 157,3 Mio. Euro (VJ: 182,0 Mio. Euro). Auf der Aktivseite reduzierten sich im Anlagevermögen die Geschäfts- oder Firmenwerte aufgrund planmäßiger Abschreibungen um 2,1 Mio. Euro auf 10,0 Mio. Euro (VJ: 12,1 Mio. Euro). Die Sachanlagen erhöhten sich um 2,9 Mio. Euro auf 46,2 Mio. Euro als Folge der Investitionen im Berichtszeitraum. Insgesamt verringerte sich das Anlagevermögen um 1,4 Mio. Euro auf 68,1 Mio. Euro (VJ: 69,5 Mio. Euro).

Das Umlaufvermögen sank von 112,2 Mio. Euro auf 89,0 Mio. Euro. Wesentliche Veränderungen betrafen die Vorräte, die auf 37,3 Mio. Euro stiegen (VJ: 28,0 Mio. Euro). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen aufgrund der Umstellung des Vertriebes auf das verbundene Unternehmen TESOG als alleinigen Verkaufs- und Distributionspartner zum Stichtag auf 1,4 Mio. Euro zurück (VJ: 17,0 Mio. Euro). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 48,6 Mio. Euro (VJ: 64,8 Mio. Euro) enthalten neben den Forderungen gegen TESOG und den Cashpool-Forderungen gegen den Gesellschafter auch den Anspruch auf Verlustausgleich für den Berichtszeitraum. Die Reduktion im Vergleich zum Vorjahr ist unter anderem eine Folge der liquiditätswirksamen Abführung des Vorjahresgewinns an TE Connectivity. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Stichtag auf 0,8 Mio. Euro (VJ: 1,5 Mio. Euro).

PASSIVA

30.09.2021 30.09.2022 ∆ absolut in %
in TEUR
Gezeichnetes Kapital 51.512 51.612 100 0,2
Kapitalrücklage 21.437 21.966 529 2,5
Gewinnrücklagen 6.004 6.004 0 0,0
Bilanzgewinn 41.986 41.986 0 0,0
Eigenkapital 120.939 121.568 629 0,5
Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 2.586 2.424 -162 -6,3
Rückstellungen 8.307 10.088 1.781 21,4
Schuldscheindarlehen 0 3.000 3.000 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.047 8.545 -3.502 -29,1
Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung 21.994 0 -21.994 -100,0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 204 138 -66 -32,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.750 6.182 2.432 64,9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.746 3.170 1.423 81,5
Sonstige Verbindlichkeiten 7.459 2.159 -5.300 -71,1
Summe Passiva 182.032 157.273 -24.759 -13,6

Das Eigenkapital der First Sensor AG betrug zum Bilanzstichtag 121,6 Mio. Euro und erhöhte sich damit nur geringfügig (VJ: 121,0 Mio. Euro). Als Folge der Bilanzverkürzung stieg die Eigenkapitalquote auf 77,3 Prozent (VJ: 66,4 Prozent).

Die Rückstellungen stehen im Zusammenhang mit ausstehenden Rechnungen, Personalverpflichtungen sowie möglichen Gewährleistungsansprüchen. Sie stiegen auf 10,1 Mio. Euro (VJ: 8,3 Mio. Euro). Durch Tilgungen sanken die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 12,0 Mio. Euro auf 8,5 Mio. Euro. Auf der Basis des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit TE Connectivity wurden im Vorjahr 22,0 Mio. Euro als Verbindlichkeit ausgewiesen und im Berichtsjahr getilgt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich aufgrund der höheren Vorratsbestände sowie vorübergehender Umstellungseffekte aus der Auslagerung der Buchhaltung in ein Shared-Service-Center zum Stichtag auf 6,2 Mio. Euro (VJ: 3,8 Mio. Euro). Die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich auf 2,2 Mio. Euro (VJ: 7,5 Mio. Euro); der Rückgang liegt im Wesentlichen in der Auszahlung der hohen Personalverbindlichkeiten des Vorjahres begründet.

Der operative Cashflow belief sich auf -6,8 Mio. Euro (VJ: 1,9 Mio. Euro). Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit beträgt aufgrund der getätigten Investitionen -7,7 Mio. Euro (VJ: 19,1 Mio. Euro), während im Vorjahr Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen in Höhe von 33,3 Mio. Euro enthalten waren. Der Free Cashflow betrug entsprechend -14,8 Mio. Euro (VJ: 21,0 Mio. Euro).

Gesamtaussage

Im Geschäftsjahr 2022 erreichte der Umsatz der First Sensor-Gruppe 115,4 Mio. Euro nach 105,3 Mio. Euro im Rumpfgeschäftsjahr 2021. Dieser Anstieg entsprach den zuletzt veröffentlichten Erwartungen.# Ausschlaggebend für den etwas verhalteneren Geschäftsverlaufs sind zeitliche Anpassungen bei der Produktionsverlagerung vom TE Connectivity-Standort in Dortmund nach Berlin und Veränderungen in den Vertriebsstrukturen. Insgesamt wurde damit der obere Rand der angepassten Umsatzguidance von 105 bis 115 Mio. Euro erreicht. Die Profitabilität entwickelte sich angesichts gestiegener Material- und Energiekosten im unteren Bereich der Erwartungen. Außerdem führten Lieferengpässe sowie zusätzliche Aufwendungen und Verzögerungen bei Produktionsverlagerungen und Integrationsmaßnahmen zu weiteren Belastungen. Die operative EBIT-Marge erreichte -3,4 Prozent und lag damit innerhalb des zuletzt nochmals angepassten Zielkorridors von -3,0 bis -4,0 Prozent. First Sensor hat die Herausforderungen des Geschäftsjahres gemeistert und ist im Prozess der Integration in den TE Connectivity-Konzern große Schritte vorangekommen. Damit sind die Weichen für eine Ausweitung des Geschäfts und eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

Entwicklung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren

Der gesonderte nichtfinanzielle Bericht (CSR-Bericht) wurde auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Mitarbeiter

Überwiegend als Folge der Integration in den TE Connectivity-Konzern und die Veräußerung einer Tochtergesellschaft im Vorjahr war die Zahl der Beschäftigten bei First Sensor im Geschäftsjahr 2022 rückläufig. Die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter sank zum Berichtsstichtag am 30. September 2022 um 21,0 Prozent auf 640 FTE (Full Time Equivalent). Zusätzlich waren bei First Sensor am Stichtag 30 Auszubildende beschäftigt (VJ: 28). Der Frauenanteil bezogen auf die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war ebenfalls leicht rückläufig und lag bei 32,7 Prozent (VJ: 35,6 Prozent). Um Schwankungen in der Auslastung zu begegnen und um offene Stellen vorübergehend zu besetzen, arbeitet First Sensor mit Zeitarbeitsfirmen zusammen, die generelle Qualitätsstandards einhalten. Zum Stichtag 30. September 2022 betrug die Anzahl der Leiharbeitnehmer/-innen 37 (VJ: 51). Üblicherweise werden im Verlaufe eines Geschäftsjahres rund 10 Prozent dieser Beschäftigten in ein Angestelltenverhältnis übernommen.

Anteile der Mitarbeiter in % 30.09.2021 30.09.2022
Alter unter 30 Jahre 16 12
Alter zwischen 31 und 40 Jahren 34 31
Alter zwischen 41 und 50 Jahren 22 21
Über 51 Jahre 32 32
Gesamt 100 100

Die Altersstruktur der Beschäftigten zeigt sich stabil. 47 Prozent der Beschäftigten sind unter 40 Jahre alt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus resultierenden, sich absehbar verstärkenden Fachkräftemangels, ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs durch eine eigene Ausbildung qualifizierter Mitarbeiter ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie. Ziel ist es, auf der Grundlage einer langfristigen Personalplanung den Bedarf an Nachwuchskräften auch durch eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Ausbildung in den eigenen Reihen zu decken. First Sensor bildet Mikrotechnologen (24), Fachkräfte für Lagerlogistik (3), Industriekaufleute (2) und Mechatroniker (1) aus. Am Stichtag 30.09.2022 waren somit 30 Auszubildende im Unternehmen beschäftigt (VJ: 28), die Ausbildungsquote beläuft sich auf 4,4 Prozent.

Aufgrund der Rolle des Mutterunternehmens im Konzern gelten die vorstehenden Erläuterungen für die First Sensor AG entsprechend. Zum Stichtag beschäftigte die First Sensor AG 581 Mitarbeiter (FTE – Full Time Equivalent; VJ: 614).

Qualitätsmanagement

Der Fachbereich „Corporate QHSE“ (Quality, Health, Safety, Environment) wurde für die Themen „HSE“ in die Strukturen des TE Connectivity-Konzerns integriert und entsprechend vereinheitlicht. Die Funktion „Quality“ ist im TE Connectivity-Konzern dem Einkauf zugeordnet. Durch die Steuerung auf der Ebene des Mutterkonzerns ist gewährleistet, dass alle Standorte nach den gleichen Regeln und Richtlinien arbeiten. Alle Standorte von First Sensor konnten im Berichtszeitraum die Überwachungsaudits der bestehenden Qualitäts- und Umweltzertifizierungen erfolgreich bestehen. Zum Stichtag verfügen sie über folgende Zertifizierungen:

  • IATF 16949 Qualitätsmanagementsystem für die Automobilindustrie
  • DIN EN ISO 13485 Qualitätsmanagementsystem für Medizinprodukte
  • DIN EN 9100 Qualitätsmanagementsystem für Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie
  • DIN EN ISO 9001 Qualitätsmanagementsystem
  • DIN EN ISO 14001 Umweltmanagementsystem

2.3 PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

2.3.1 Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts der hohen Inflation, des Krieges Russlands gegen die Ukraine und den Folgen der Corona-Pandemie seine globale Wachstumsvorhersage mehrfach reduziert. Zuletzt erwartete er für 2022 ein weltweites Wachstum von 3,2 Prozent und für 2023 von 2,7 Prozent. Im Euroraum soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 nur noch um 0,5 Prozent wachsen, das bedeutet ebenfalls eine deutliche Herabstufung im Vergleich zur vorigen Prognose. Auch für die deutsche Volkswirtschaft sind die Prognosen reduziert worden. Im Jahr 2022 erwartet der IWF zwar noch ein Wachstum um 1,5 Prozent, 2023 dann aber einen Rückgang um 0,3 Prozent. Damit korrigierte der IWF seine letzte Prognose für 2023 um ganze drei Prozentpunkten nach unten. Der IWF betont darüber hinaus, dass die Prognosen außerordentlich unsicher seien. Die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft hänge entscheidend von der Geldpolitik, dem Verlauf des Krieges Russlands gegen die Ukraine und möglichen weiteren pandemiebedingten Störungen ab, zum Beispiel in China. Die Inflation hat sich als hartnäckiges Problem manifestiert und der Währungsfond erwartet eine weitere Abkühlung. Für 2022 rechnet der IWF in den Industriestaaten mit einer Teuerungsrate von 7,2 Prozent. Für 2023 prognostiziert der IWF eine Inflationsrate von im Schnitt „nur“ 4,4 Prozent. Das ist aber ebenfalls immer noch deutlich höher als bisher vorhergesagt. Aufgrund der Integration in den TE Connectivity-Konzern haben sich die Auswirkungen der Konjunkturentwicklung in einzelnen Regionen der Welt auf First Sensor reduziert. Eine weltweite negative Entwicklung würde jedoch Belastungen auch für die Geschäftsentwicklung von First Sensor im Geschäftsjahr 2023 (01.10.2022-30.09.2023) bedeuten.

Entwicklung des Sensormarktes

Da Sensoren das Herzstück der meisten Elektronik-, Industrie- und Verbraucherprodukte bilden, wirkt sich die Volatilität der Endverbraucherindustrien direkt auf den Markt aus. Technologische Weiterentwicklungen in Bezug auf verbesserte Effizienz und Leistung haben das Wachstum wieder angekurbelt. Die Zunahme hochentwickelter elektronischer Steuersysteme hat den Anwendern von Sensoren kontinuierliche Verbesserungen in Bezug auf Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Reaktionszeit, Robustheit, Miniaturisierung, Kommunikationsfähigkeit und Effizienz beschert. Dies hat die Forschung und Entwicklung in der Sensorindustrie angekurbelt, was wiederum Chancen für technologische Fortschritte und neue Anwendungen für Sensoren eröffnet. Es gibt darüber hinaus mehrere wichtige Markttreiber, die das Wachstum der Sensormärkte beeinflussen und bestimmen, darunter der steigende Bedarf an Automatisierung, das Wachstum der Anwendungen und Branchen sowie zunehmende Applikationen im Bereich von Smart Cities. Dies soll sich auch zukünftig in robusten Wachstumsraten niederschlagen. So erwartet bcc Research beispielsweise für Drucksensoren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 7,8 Prozent bis 2026. Problematisch für die Absatzmärkte bleibt der Engpass „Mikrochips“. Für die Automobilindustrie wird zum Beispiel erwartet, dass der Mangel noch bis in das Jahr 2025 hinein spürbar bleiben wird. Grund sind nicht nur der stark wachsende Bedarf der Elektronikchips für E-Autos. Auch die zunehmend vernetzten und digitalisierten Systeme wie Instrumentencluster, Telemetrie und Infotainment sorgen für einen steigenden Bedarf an Mikrochips. Die Mitglieder des deutschen Branchenverbands AMA berichten von einer positiven Geschäftsentwicklung. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte die Branche den Umsatz zur Jahresmitte 2022 um neun Prozent. Auch die Auftragseingänge stiegen an, sodass die AMA Mitglieder für die weitere Geschäftsentwicklung ebenfalls optimistisch sind.

Prognose für den Verlauf des Geschäftsjahres 2023 (01.10.2022 – 30.09.2023)

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2022 (01.10.2021-30.09.2022) erzielte die First Sensor-Gruppe einen Umsatz von 115,4 Mio. Euro. Die Umsatzentwicklung entsprach damit den im Jahresverlauf angepassten Erwartungen (105 – 115 Mio. Euro). Die EBIT-Marge erreichte -3,4 Prozent und lag damit ebenfalls innerhalb des zuletzt angepassten Bereichs von -3,0 bis -4,0 Prozent. Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023 (01.10.2022-30.09.2023) berücksichtigen die Veränderungen in der Vertriebsstruktur. Eventuelle Veränderungen in der Konzernstruktur sind für den Planungszeitraum nicht berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet First Sensor einen Umsatz zwischen 130 und 140 Mio. Euro. Dies würde einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von rund 15 bis 24 Prozent entsprechen. Neben der erwarteten steigenden Nachfrage aus dem Kreis der bestehenden Kunden wird das zukünftige Umsatzwachstum auch durch die größere Marktpräsenz über die Strukturen des TE Connectivity-Konzerns unterstützt. Die Profitabilität sollte sich im neuen Geschäftsjahr sukzessive verbessern, da die Integration in den TE Connectivity-Konzern nahezu abgeschlossen ist und zunehmend Kosteneinsparungen und Synergien realisiert werden. Es wird deshalb auf dem geplanten Umsatzniveau eine EBIT-Marge zwischen 3,0 und 5,0 Prozent erwartet.

Geschäftsjahr 2022 Guidance 2023 Wesentliche Prämissen
Umsatz [Mio. Euro] 115,4 130-140 Kapazitätserweiterung; neue Projekte aus dem TE Connectivity-Konzern
EBIT-Marge [%] -3,4 3,0–5,0 Integration weitgehend abgeschlossen; Hochlauf neuer Produkte, gestiegene Material- und Energiekosten belasten

Finanz- und Vermögenslage

Für das Geschäftsjahr 2023 sind Investitionen in einer Größenordnung von bis zu 13 Mio. Euro geplant. Der Großteil der Summe steht im Zusammenhang mit Kapazitätserweiterungen und verschiedenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Die Vorräte werden sich voraussichtlich bis auf Weiteres auf einem höheren Niveau bewegen, um die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Dies wird sich auch auf das Working Capital auswirken. Die Finanzierung wird aus den liquiden Mitteln und dem Cashflow erfolgen.# First Sensor AG - Geschäftsbericht

First Sensor nimmt am TE Connectivity-Cash-Pool teil und verfügt zum Stichtag über einen Finanzmittelfondsin Höhe von 29,9 Mio. Euro. Der Cashflow 2022 wardurch das geringe Ergebnis beeinflusst. Es wird erwartet, dass sich der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2023 positiv entwickelt. Außerdem ist zu erwarten, dass First Sensor auch im Geschäftsjahr 2023 durchgängig eine positive Netto-Cash-Position ausweisen wird.

Ausblick für die First Sensor AG

Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet der Vorstand, dass das Unternehmen von der Integration in den TE Connectivity-Konzern profitiert und sich positiv entwickelt. Nach einem Umsatz in Höhe von 101,3 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 wird daher für das Geschäftsjahr 2023 ein Umsatz zwischen 118 und 123 Mio. Euro erwartet. Im Geschäftsjahr 2022 fiel das EBIT aufgrund von Steigerungen bei Material-, Personal- und Energiekosten mit -11,9 Mio. Euro deutlich negativ aus. Für das Geschäftsjahr 2023 wird mit einer EBIT-Marge zwischen 1,0 und 3,0 Prozent gerechnet.

Umsatz 101,3 Mio. Euro
EBIT -11,9 Mio. Euro

Gesamtaussage

Der Umsatz im Konzern erreichte 115,4 Mio. Euro. Das entspricht dem oberen Rand der erwarteten Spanne. Die EBIT-Marge erreichte -3,4 Prozent. First Sensor konzentriert sich nun darauf, die Wachstumschancen zu nutzen, die die Integration in den TE Connectivity-Konzern bietet. Der Vorstand geht deshalb davon aus, dass sich der First Sensor-Konzern auch zukünftig positiv entwickelt und dabei seine Profitabilität verbessert.

Für das Geschäftsjahr 2023 rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 130 bis 140 Mio. Euro und mit einer EBIT-Marge zwischen 3,0 und 5,0 Prozent. Die positive Entwicklung solltesich in den nächsten Geschäftsjahren weiter beschleunigen.

Umsatz 130-140 Mio. Euro
EBIT-Marge 3,0-5,0 %

2.3.2 Chancen- und Risikobericht

Chancen und Risiken sind in der folgenden Darstellung als Einflüsse oder Ereignisse zu verstehen, die dazu geeignet sind, dass die Zielsetzung des Managements bezüglich der kurz- und mittelfristigen Unternehmensentwicklung übertroffen oder unterschritten wird. Ziel des Chancenmanagements ist es, solche Opportunitäten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu verfolgen. Das Risikomanagement hingegen soll sicherstellen, dass Risiken nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um deren Einfluss auf das Unternehmen zu kontrollieren und nach Möglichkeit zu minimieren.

Risikomanagementsystem

Die First Sensor AG und ihre Tochtergesellschaften sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Sie können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Der gewissenhafte Umgang mit Risiken ist deshalb elementarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Zur Sicherung des kurz- und langfristigen Unternehmenserfolgs bedarf es folglich eines lebendigen Risikobewusstseins, einer offenen Risikokultur und eines wirksamen Risikomanagementsystems.

First Sensor verfügt über ein angemessenes und effektives Risikomanagement- und internes Kontrollsystem, das der Vorstand verantwortet. Es stellt sicher, dass die Risikosituation regelmäßig analysiert sowie die identifizierten Risiken bewertet, gesteuert und kontrolliert werden. Das Risikomanagement wird vom Fachbereich Finance in enger Zusammenarbeit mit den Führungskräften der Gesellschaften, Standorte und Geschäftsbereiche gesteuert. Es wird ergänzt durch ein Compliancemanagement, das auch die Umsetzung und Einhaltung der ethischen Grundsätze der Unternehmensführung (Verhaltenskodex) sowie der gesetzlichen Bestimmungen, die Leitlinien des Handelns der Unternehmensgruppe sind, berücksichtigt. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig in einem strukturierten Prozess über die Risikolage und Compliance des Unternehmens informiert und überwacht in diesem Rahmen die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems.

Ziele und Strategie

Wichtigstes Ziel des Risiko- und Compliance-Managements ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf zuverlässig einzuschätzen, sie zu steuern und soweit möglich sinnvoll zu begrenzen. Gleichzeitig sollen Erfolgschancen gewahrt werden, soweit deren Risikogehalt ein angemessenes Maß nicht überschreitet. Auf dieser Basis werden durch angemessene Maßnahmen die Risiken im Einklang mit der Unternehmensstrategie der First Sensor Gruppe gesteuert. Je nach Bewertung der Risiken werden unterschiedliche Strategien verfolgt. Risiken, die gravierende Nachteile für die Unternehmensentwicklung haben können oder gar den Bestand gefährden würden, werden weitestmöglich vermieden. Weniger bedeutende Risiken werden in ihrer Auswirkung begrenzt. Hierfür werden beispielsweise bestimmte Maximalwerte vorgegeben, regelmäßig und systematisch Kontrollen durchgeführt und/oder auf konsequente Funktionstrennung geachtet. Wo möglich und sinnvoll, werden Risiken ausgelagert, beispielsweise auf Versicherungen oder Zulieferer. Andere Risiken werden bewusst und kontrolliert eingegangen. Die Regelungen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit TE Connectivity bieten für außenstehende Aktionäre von First Sensor einen wirksamen Schutz gegenüber den Risiken und ihren möglichen Folgen für die Unternehmensentwicklung.

Struktur und Prozesse

Die Strukturen und Prozesse des Risikomanagements sind konzernweit standardisiert und decken fünf Risikokategorien ab, die für das Unternehmen wesentlich sind. Es wird ergänzt durch das Compliancemanagement.

Die Risikokategorien von First Sensor:

Entsprechend den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden 2022 die bereits vorhandenen Kategorien um Risiken aus dem Bereich der Nachhaltigkeit ergänzt. Entlang dieser Risikokategorien erfolgt das quartalsweise Risk Assessment, als die Identifikation und Bewertung potenzieller Risiken, denen sich das Unternehmen ausgesetzt sieht. Dies folgt dezentral und wird über entsprechende einheitliche Berichtsformate dokumentiert. Hierfür wird innerhalb der Risikokategorien eine Vielzahl von Risikotypen durch jeden Berichtenden betrachtet und bewertet. Die auf dieser Basis entstehenden Einzelberichte werden anschließend im Konzernfachbereich Finance validiert und zu einer Gesamtrisikolage der Unternehmensgruppe konsolidiert. Das Ergebnis dieses strukturierten Prozesses mündet in den Quartalsrisikobericht, der in schriftlicher Form an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert wird. Diese Analysen sind die Basis, um gegebenenfalls Maßnahmen zur Steuerung zu ergreifen.

Um die für First Sensor als relevant eingestuften Risiken durch geeignete Kontrollaktivitäten aktiv zu begrenzen und die festgelegten Kontrollaktivitäten regelmäßig auf Angemessenheit und Effektivität zu überprüfen, wird das Risikomanagementsystem mit einem Internen Kontrollsystem (IKS) ergänzt. Der Umfang und die Wirksamkeit des Systems werden regelmäßig überwacht, auch durch die Interne Revision, und, wo notwendig, durch neue Kontrollaktivitäten erweitert, z. B. in Form von Richtlinien oder Prozessanweisungen. Ergänzt werden die Kontrollaktivitäten durch das IKS des TE Connectivity-Konzerns.

Ergänzend zu dem Risikoberichtswesen verfügt First Sensor auch über ein robustes Chancenreporting. Die Chancelage der Unternehmensgruppe wird damit ebenfallsin einem systematischen Prozess erhoben.

Risikobewertung

Die Bewertung von Risiken erfolgt anhand einer unternehmensspezifischen Bewertungsmatrix, die Eintrittswahrscheinlichkeiten und potenzielle Schadenshöhen von möglichen Ereignissen betrachtet und daraus Prioritäten ableitet.

Eintrittswahrscheinlichkeit Rating Potenzielle Schadenshöhe je Ereignis Rating
Sehr unwahrscheinlich 0 Keine 0
Unwahrscheinlich, aber vorhanden 1 <500 TEUR 1
Wahrscheinlich, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden 2 >500 TEUR <2 Mio. EUR/und/oder Erreichung strategischer Ziele ist gefährdet 2
Sehr wahrscheinlich, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden 3 >2 Mio. EUR und/oder Erreichung strategischer Ziele ist gefährdet und/oder Verstöße gegen Recht und Regularien 3

Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die möglichen Auswirkungen werden jeweils auf einer Rating-Skala von null bis drei gewichtet und miteinander multipliziert. Ist der daraus errechnete Risikofaktor oberhalb der Wesentlichkeits-Schwelle von drei, werden Maßnahmen zur Steuerung des Risikos definiert und deren Wirksamkeit periodisch überwacht. Entsprechend werden die kumulierten Risiken in die Kategorien „gering“, „mittel“ oder „hoch“ eingestuft.

Wesentliche Risiken

Wesentliche Risiken (mit einem Risikofaktor von drei und mehr), über die nachfolgend berichtet wird, definiert der Vorstand als solche, die zum Zeitpunkt der Berichtserstellung voraussichtlich Einfluss auf die Erreichung der Unternehmensziele haben können und damit für den verständigen Adressaten entscheidungsrelevant sind. Risiken von untergeordneter Bedeutung werden nicht gesondert aufgeführt.

Strategische Risiken

Die strategischen Risiken umfassen makroökonomische Risiken, Risiken aus Märkten und Wettbewerb sowie bestimmte Risiken aus Produkten und Technologien. Die makroökonomischen Risiken schätzt First Sensor derzeit als „hoch“ ein. Als Folge des Krieges in der Ukraine kühlte sich im Verlauf des Jahres 2022 die Konjunktur nicht nur in Deutschland deutlich ab. Eine Rezession im Jahr 2023 kann nicht ausgeschlossen werden. Eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würde auch First Sensor und ihre Kunden treffen. Die Wettbewerbsintensität ist in verschiedenen attraktiven Nischen gestiegen, zum Beispiel für optische Sensoren. Darüber hinaus besteht weiterhin das Risiko, dass sich die Wachstumspotenziale im LiDAR-Markt langsamer realisieren lassen als in der bisherigen Planung vorgesehen. Die Auswirkungen dieser Risiken auf den Geschäftsverlauf sind nur schwer abzuschätzen. Den Risiken aus Produkten und Technologien wird vor allem durch die aktive Steuerung des Produktportfolios und strategische Technologie-Roadmaps entgegengesteuert, die regelmäßig aktualisiert werden. Die strategischen Risiken werden insgesamt als „niedrig“ eingestuft.

Operative Risiken

Unter operativen Risiken werden Vertriebsrisiken, Entwicklungs- und Technologierisiken, Produktions-, Qualitäts-, Einkaufs- und Lagerrisiken, IT-Risiken und Personalrisiken zusammengefasst.# First Sensor AG

Vertriebsrisiken

Das Profil der Vertriebsrisiken hat sich im Geschäftsjahr 2022 durch die Umstellung des Vertriebs auf die Zusammenarbeit mit der TE Connectivity Solutions GmbH (Schaffhausen, Schweiz) verändert. Vertriebsrisiken beschränken sich mittlerweile im Wesentlichen auf mögliche Kapazitätsengpässe als Folge von Störungen in der Lieferkette. Diese werden deshalb unverändert als „hoch“ bewertet. Die für den Vertrieb notwendigen Ressourcen werden hingegen durch TE Connectivity gesteuert.

Entwicklungs- und Technologierisiken

Im Entwicklungs- und Technologiebereich ergeben sich weiterhin Herausforderungen aus der Integration der Produktion vom TE Connectivity-Standort in Dortmund in den Standort von First Sensor in Oberschöneweide (Berlin). Die hier laufende Umstellung weiterer Produkte auf 6‘‘-Wafer belastet zusätzlich. Insgesamt hat sich die Situation jedoch im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, sodass die Entwicklungs- und Technologierisiken mit „mittel“ bewertet werden.

Produktions-, Qualitäts-, Einkaufs- und Lagerrisiken

Bei den Produktions-, Qualitäts-, Einkaufs- und Lagerrisiken dominieren Effizienz- und Kapazitätsschwierigkeiten, die teilweise aus der Umstellung der ERP-Software resultieren. Dem soll mit einer Verbesserung der Produktionsplanung und sukzessiver Ausweitung der Kapazitäten begegnet werden. Darüber hinaus behindern nach wie vor Störungen in einigen Lieferketten, und vereinzelt sind die Preise für Material signifikant gestiegen. Sie führen teilweise zu Produktionsverzögerungen, die durch nochmals erhöhte Vorräte kompensiert werden sollen. Die Gruppe dieser Risiken wird weiterhin mit „mittel“ bewertet.

IT-Risiken

IT-Risiken stellen für das operative Geschäft derzeit ein „geringes“ Risiko dar.

Personalrisiken

Die Personalrisiken, denen sich das Unternehmen gegenübersieht, werden weiterhin mit „mittel“ bewertet. Anhaltende Schwierigkeiten bereitet die Bindung von Personal aufgrund eines starken Wettbewerbs um Fachkräfte. Unzufriedenheit mit dem Arbeitsumfeld, der Unternehmenskultur oder den Schichtplänen werden proaktiv adressiert. Die Umstellung auf das TE Connectivity-Vergütungsmodell hat viele Beschäftigte bessergestellt, aber nicht die Erwartungen aller erfüllt.

Finanzbezogene Risiken

In der Kategorie finanzbezogene Risiken werden Risiken aus dem Rechnungslegungsprozess und der Finanzberichterstattung, Liquiditäts- und Wechselkursrisiken, Working Capital Risiken sowie Versicherungs- und Haftungsrisiken zusammengefasst. Durch den Zusammenschluss mit TE Connectivity haben diese Risiken für First Sensor an Relevanz verloren. Zwar ist die Berichterstattung nach den neuen Konzernrichtlinien anspruchsvoller geworden, aber mit entsprechenden Kapazitäten zu bewältigen. Da First Sensor Teilnehmer des Cash Pools ist, sind die Liquiditätsrisiken zu vernachlässigen. Gleiches gilt für die Risiken aus Wechselkursveränderungen, da First Sensor nunmehr fast ausschließlich im EUR-Raum tätig ist. Lediglich im Bereich des Working Capitals gibt es derzeit aus den genannten Gründen einen erhöhten Bestand an Vorräten, um die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Die genannten Risiken werden insgesamt weiterhin als „gering“ bewertet.

Regulatorische Risiken

Regulatorische Risiken umfassen politische und rechtliche Risiken sowie Compliance-bezogene Risiken. Zu den politischen Risiken gehören unter anderem geopolitische und handelsbezogene Konflikte. Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine sind die internationalen Handelsbeziehungen teilweise belastet. Diesbezügliche Sanktionen könnten sich auch auf First Sensor auswirken. Insgesamt werden diese Risiken als „gering“ eingestuft.

Nachhaltigkeitsrisiken

Als Nachhaltigkeitsrisiken werden Risiken bezeichnet, die sich auf den Bereich ESG (Environmental, Social, Governance) von First Sensor beziehen. Im Einklang mit der nichtfinanziellen Berichterstattung wurden deshalb die folgenden Risiken in das Risikoassessment einbezogen.

First Sensors Produktionsbetrieb in Berlin-Oberschöneweide liegt in einem Wasserschutzgebiet. Folglich muss über entsprechende Maßnahmen und Kontrollen sichergestellt werden, dass weder das Unternehmen noch Lieferanten negative Auswirkungen auf dieses Schutzgebiet haben. Dies wird über das nach ISO14001 zertifizierte Umweltmanagementsystem gewährleistet.

Als Produktionsbetrieb ist First Sensor auf die Verfügbarkeit von Energie, in erster Linie Strom, angewiesen. Hier besteht aktuell das Risiko, dass im Winter 2022/23 eine unterbrechungsfreie Stromversorgung durch die Versorgungsunternehmen möglicherweise nicht sichergestellt ist. Es wurde deshalb ein Antrag gestellt, um die Priorisierung der eigenen Produktion bei Versorgungsengpässen zu gewährleisten.

First Sensor hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Diversitätskonzept verabschiedet. Es soll dazu beitragen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen mittelfristig deutlich zu erhöhen. Der Vorstand überwacht den Fortschritt in regelmäßigen Abständen, um sicherzustellen, dass das Ziel erreicht wird. Insgesamt werden diese Risiken als „niedrig“ eingestuft.

Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem

Bestandteil des Risikomanagementsystems ist das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS). Sein Ziel ist die Sicherstellung der Zuverlässigkeit und Transparenz der Finanzberichterstattung. Um dieses Ziel zu erreichen, hat First Sensor geeignete Strukturen, Prozesse und Kontrollen implementiert. Sie sollen gewährleisten, dass die Ergebnisse des Rechnungslegungsprozesses frei von Fehlern sind und fristgerecht vorliegen. Sekundär dient das IKS auch der effizienten Geschäftsführung, der Sicherung der Vermögenswerte sowie der Verhinderung bzw. Aufdeckung von deliktischen Handlungen und Fehlern.

In das IKS einbezogen sind alle Konzerngesellschaften sowie operative Unternehmensprozesse, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Konzernabschlusses generieren. Das rechnungslegungsbezogene IKS wird vom Vorstand ausgestaltet und seine Wirksamkeit vom Aufsichtsrat überwacht. Es besteht aus verschiedenen Elementen, darunter Richtlinien und Verfahrensanweisungen wie dem Konzernfinanzhandbuch, dem Bilanzierungshandbuch, der Richtlinie zum Finanzrisikomanagement oder der Freigabe- und Unterschriftenrichtlinie, die auch das Vier-Augen-Prinzip festschreibt. Diese werden ergänzt durch weitere, übergreifende Verfahrensanweisungen zu Themen wie die Ermittlung von Herstellkosten oder Intercompany-Verrechnungen.

Kontrollen flankieren diese Bestandteile des IKS, indem sie an verschiedenen Punkten die abschlussrelevanten Daten prüfen und validieren. Durch die Implementierung dieser Kontrollen wird mit größtmöglicher Sicherheit gewährleistet, dass ein regelungskonformer (Konzern-)Abschluss erstellt wird. Dazu gehören monatlich erstellte, standardisierte Controllingberichte aller Konzerngesellschaften und -standorte, ergänzt um Plan-Ist-Abweichungsanalysen mit Handlungsempfehlungen durch das Corporate Controlling.

Die Gesellschaften des Konzerns erstellen ihre Abschlüsse auf diesem Fundament dezentral und gemäß den lokalen gesetzlichen Anforderungen. Einheitliche Reporting-Strukturen werden durch standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie IT-unterstützte Konsolidierungsprozesse gewährleistet. Der Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen, IFRS-konformen Konzernrechnungslegung schafft zusammen mit dem Abschlusskalender die Basis für den Abschlusserstellungsprozess. Wesentliche lokale Abschlüsse werden außerdem zum Geschäftsjahresende zunächst einer umfassenden internen Prüfung unterzogen, bevor sie für den Konzernabschluss freigegeben werden.

Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung werden keine wesentlichen Aufgaben von externen Dienstleistern wahrgenommen mit Ausnahme des XBRL-konformen Taggings. Ergänzend werden monatlich stichprobenhafte Überprüfungen und Plausibilitätsanalysen auf Standort- und Konzernebene durchgeführt, flankiert durch Compliance-Audits. Der Zugriff durch die Zentrale auf alle Buchungssysteme und alle Bankkonten der Unternehmensgruppe ist außerdem jederzeit gewährleistet. Zur Kontrolle des Bestands an liquiden Mitteln wurde außerdem eine Cash Tracking Tabelle für alle Konten der Konzerngesellschaften eingerichtet. Der Vorstand wird laufend über das Ergebnis dieser Kontrollen informiert.

Die laufende Weiterentwicklung und Anpassung des rechnungslegungsbezogenen IKS tragen dazu bei, die Zuverlässigkeit der Rechnungslegung zu gewährleisten und auch weiterhin zu verbessern. Trotz dieser Bestrebungen können auch angemessene und funktionsfähige eingerichtete Systeme keine absolute Sicherheit zur Identifikation und Steuerung der Risiken gewähren.

Chancen und Risiken der First Sensor AG

Die Geschäftsentwicklung der First Sensor AG unterliegt aufgrund der Rolle im Konzern den gleichen Risiken und Chancen wie die Gruppe. Insofern wird auf die Erläuterungen auf Konzernebene im Chancen- und Risikobericht verwiesen.

Zusammengefasste Risikolage

Nach Einschätzung des Vorstandes sind die Risiken, denen First Sensor zum Zeitpunkt der Berichterstellung und für die aktuelle Planungsperiode ausgesetzt ist, beherrschbar. Dazu zählen auch die möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine, die sich jedoch nicht zuverlässig einschätzen lassen. In jedem Fall sieht der Vorstand den Fortbestand der Unternehmensgruppe in keiner Weise als gefährdet an. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Chancenmanagementsystem

Ebenso wie die Risiken werden auch die Chancen im Konzern systematisch identifiziert, transparent dokumentiert und in unternehmerische Entscheidungen einbezogen. Sie repräsentieren mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unternehmen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. First Sensor unterscheidet Chancen wie Risiken danach, ob sie strategischer, operativer, finanzbezogener oder regulatorischer Natur sind.

Strategische Chancen

Der Zusammenschluss mit TE Connectivity und die Einbindung in das Vertriebsnetzwerk von TE Connectivity bieten neue Chancen für First Sensor. Dies zeigen einige neue Projekte mit interessantem Potenzial. Durch die effiziente Kombination der Ressourcen in Vertrieb, Produktion und Einkauf bieten sich Möglichkeiten, die First Sensor sich nur in Verbindung mit TE Connectivity erschließen kann. Erhöhte Nachfrage ist insbesondere bei Transmittern und Druck-Sensoren zu verzeichnen. Um sich diese Chancen zu erschließen, muss die Produktion ausgeweitet werden und das benötigte Material in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.# 28 Operative Chancen

First Sensor hat mithilfe von TE Connectivity die Zahl der neuen Entwicklungsprojekte deutlicherhöht. Sollten diese Anwendungen für die Industrie- oder Medizintechnik schneller als erwartet marktreif werden oder sollte der Bedarf höher als erwartet sein, könnten sich die Wachstumsziele von First Sensor als zu konservativ erweisen. Vorteilhaft erweist sich hier neben der Kapazitätsausweitung auch die hohe Wertschöpfungstiefe, die es erlaubt, spezifische Kundenanforderungen in jeder Hinsicht zu berücksichtigen. Neben den langjährigen Industriepartnern hat First Sensor auch hier die Chance, die Vertriebsreichweite durch das TE Connectivity-Netzwerk deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus profitiert First Sensor auch vom TE Connectivity-Lieferantennetzwerk und verringert so den Einfluss von zeitweise gestörten Lieferketten. Auch bei der Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung eröffnet der Zusammenschluss für First Sensor neue Perspektiven als Teil eines weltweit präsenten, starken Partners. Für viele Kunden bestehen Rahmenverträge über eine Laufzeit von ein bis zwei Jahren, in denen Abnahmemengen garantiert werden, gleichzeitig aber auch Abnahmevarianzen definiert sind. Da positive Abnahmevarianzen nicht in die operative Planung einfließen, können sich hieraus Chancen für zusätzliche Umsatzbeiträge ergeben. First Sensor arbeitet auch weiter daran, Produktionsprozesse unter dem Stichwort „operative Exzellenz“ zu optimieren. Dazu gehören neben dem Manufacturing Execution Systems (MES) auch gezielte Investitionen in neue Anlagen und eine höhere Automatisierung im Bereich der Chipfertigung sowie in der Aufbau- und Verbindungstechnik. Sollten einzelne Maßnahmen schneller als geplant realisiert werden, könnte dies zu einer Erhöhung der monatlichen Produktionsmengen und somit zu mehr Umsatz führen. Gleiches gilt für ungeplant höhere Umsätze mit wesentlichen Kunden, die aufgrund von Skaleneffekten stets auch einen positiven Einfluss auf die Profitabilität hätten.

Finanzbezogene Chancen und regulatorische Chancen

In beiden Kategorien sieht First Sensor aktuell keine Chancen, auf deren Realisierung das Unternehmen Einfluss hätte.

Zusammengefasste Chancenlage

First Sensor ist gut positioniert, um mit ihren Produkten und internen Maßnahmen die Chancen in den Zielmärkten systematisch zu nutzen. Während das Unternehmen einerseits gezielt daran arbeitet, sich diese Chancen zu erschließen, ist es andererseits eher unwahrscheinlich, dass hier kurzfristige Erfolge verbucht werden können.

2.4 ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Abschnitt [11] des Konzernanhangs dargestellt. Alle Aktien gewähren identische Rechte gemäß Aktiengesetz.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Vereinbarungen über Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand der Gesellschaft nicht bekannt. Es gelten ansonsten lediglich die gesetzlichen Vorschriften gemäß § 136 Abs. 1 AktG sowie Handelsverbote gemäß Art. 19 Abs. 11 MAR, insbesondere für Mitglieder des Vorstands.

Direkte Beteiligungen am Grundkapital, die zehn Prozent überschreiten

Angaben zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10 von Hundert der Stimmrechte überschreiten, finden sich im Abschnitt [35] im Konzernanhang.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Es sind keine Aktien mit Sonderrechten ausgestattet, insbesondere keine, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind, üben ihre Stimmrechte unmittelbar aus.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung

Für die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands (§§ 84, 85 AktG) und für die Änderung der Satzung (§ 179 AktG) gelten die gesetzlichen Vorschriften.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien und zum Rückkauf von Aktien

Das Kapital ist bedingt erhöht für die Ausgabe von Aktienoptionen an Vorstände und Führungskräfte. Einzelheiten zu dem Optionsplan finden sich im Abschnitt [19] im Konzernanhang.

Vereinbarungen der Gesellschaft unter der Bedingung eines Kontrollwechsels und Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft im Falle eines Übernahmeangebots

Der Kontrollwechsel ist 2020 eingetreten, die First Sensor AG gehört nunmehr mehrheitlich zu TE Connectivity. Vereinbarungen für den Fall eines weiteren Kontrollwechsels wurden nicht geschlossen.

2.5 SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

Die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG sowie die (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung sind auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich Investor Relations unter www.first-sensor.com dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Auf der Internetseite der Gesellschaft ist auch der Vergütungsbericht nach § 162 AktG, das geltende Vergütungssystem nach § 87a AktG und der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung nach § 113 Abs. 3 AktG veröffentlicht. Die Gesellschaft erstellt einen Bericht über Nachhaltigkeit (gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht), der sich an dem Format des Deutschen Nachhaltigkeitskodex und dem Rahmenwerk des GRI Standards orientiert. Der Bericht ist ein eigenständiger Bestandteil des Geschäftsberichts und steht auch auf der Internetseite der Gesellschaft zum Download bereit.

Berlin, den 30. Januar 2023

First Sensor AG

Thibault Kassir
Vorstand

Robin Maly
Vorstand

Dirk Schäfer
Vorstand

3 JAHRESABSCHLUSS DER FIRST SENSOR AG; BERLIN ZUM 30. SEPTEMBER 2022

3.1 BILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2022

AKTIVA

30.09.2021 30.09.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.021 2.144
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.747 1.671
3. Geschäfts- oder Firmenwert 12.131 9.974
4. Geleistete Anzahlungen 235 235
18.134 14.024
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.342 9.868
2. Technische Anlagen und Maschinen 20.395 19.871
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.402 1.124
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 11.161 15.298
43.300 46.161
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 8.068 7.912
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 10.637 16.465
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 11.647 16.284
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 5.658 4.559
4. Geleistete Anzahlungen auf Bestellungen 61 0
28.003 37.308
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.992 1.395
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 64.833 48.605
3. Sonstige Vermögensgegenstände 862 863
82.687 50.863
III. Guthaben bei Kreditinstituten 1.488 843
C. Rechnungsabgrenzungsposten 352 162
Aktiva 182.032 157.273

PASSIVA

30.09.2021 30.09.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital (Bedingtes Kapital: TEUR 20.725; i.V. TEUR 22.825) 51.512 51.612
II. Kapitalrücklage 21.437 21.966
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 6.004 6.004
IV. Bilanzgewinn 41.986 41.986
120.939 121.568
B. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 2.586 2.424
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 283 305
2. Steuerrückstellungen 1.116 531
3. Sonstige Rückstellungen 6.908 9.252
8.307 10.088
D. Verbindlichkeiten
1. Schuldscheindarlehen 3.000 3.000
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.047 8.545
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 204 138
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.750 6.182
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 23.740 3.169
6. Sonstige Verbindlichkeiten 7.459 2.159
davon aus Steuern TEUR 582 (i.Vj. EUR 421)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 1 (i.Vj. TEUR 1)
50.200 23.193
PASSIVA 182.032 157.273

3.2 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. OKTOBER 2021 BIS ZUM 30. SEPTEMBER 2022

01.10.2021 - 30.09.2022 01.10.2021 - 30.09.2022
1. Umsatzerlöse 101.332 80.105
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 4.030 3.656
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 117 584
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.940 29.763
Gesamtleistung 108.419 114.108
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -46.173 -34.287
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -10.344 -6.614
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -31.709 -30.879
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -5.904 -4.524
davon für Altersversorgung TEUR 202 (i.Vj. TEUR 174)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -8.857 -6.128
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -17.316 -12.420
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 5.079 2.132
10. Erträge aus Beteiligungen 141 0
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 141 (i.Vj. TEUR 0)
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 41 43
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 41 (i.Vj. TEUR 36)
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -232 -189
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 255 777
14. Ergebnis nach Steuern -6.600 22.019
15. Sonstige Steuern -33 -25
16. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn 0 -21.994
17. Erträge aus Verlustübernahme 6.633 0
18. Jahresergebnis 0 0
19. Gewinnvortrag 41.986 47.748
20. Ausschüttung Dividende 0 -5.762
21. Bilanzgewinn 41.986 41.986

4 ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 01. OKTOBER 2021 BIS ZUM 30. SEPTEMBER 2022 (alle Beträge in TEUR, sofern nicht anders angegeben)

4.1. Allgemeines

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die First Sensor AG (FIS) ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB. Sie ist unter der Nummer HRB 69326 B im Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen.# Das Geschäftsjahr der First Sensor AG

Das Geschäftsjahr der First Sensor AG entsprach in der Vergangenheit dem Zeitraum eines Kalenderjahres. Im Zuge der Integration in den TE Connectivity Konzern (TE Connectivity, Schaffhausen, Schweiz) hat die ordentliche Hauptversammlung der First Sensor AG am 24. Juli 2021 beschlossen, das Geschäftsjahr der Gesellschaft mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2021 auf den Zeitraum 1. Oktober eines Jahres bis zum 30. September des Folgejahres umzustellen. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2021 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr („RGJ“) gebildet. Die Berichtsperiode und damit das GJ 2021/2022 (im Folgenden auch GJ 2022) umfasst einen Zeitraum von zwölf Monaten, wohingegen das Geschäftsjahr 2021 als Vergleichsperiode einen Zeitraum von neun Monaten umfasste. Aufgrund der unterschiedlichen Zeiträume der Berichts- und Vergleichsperiode sind die dargestellten Beträge nicht vollständig vergleichbar. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

4.2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer (1 bis 20 Jahre) um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Herstellungskosten angesetzt und nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer (4 bis 10 Jahre) planmäßig linear abgeschrieben.

Die aus der Verschmelzung der Sensortechnics GmbH im Jahr 2011 und der Elbau GmbH im Jahr 2013 resultierenden Firmenwerte beinhalten im Wesentlichen spezifisches Knowhow der Mitarbeiter, das langfristig nutzbar ist; daher erfolgt die Abschreibung über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer (1 bis 33 Jahre) linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von 800 Euro werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.

In die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Fremdbezüge werden aktiviert.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten angesetzt.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Bestehen die hierfür einschlägigen Gründe an einem späteren Bilanzstichtag nicht mehr, wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Werten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die direkten Personalkosten, Materialkosten und den zurechenbaren Anteil der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Veraltete Artikel und solche mit geringem Umschlag werden angemessen wertberichtigt. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Auf Fremdwährungen lautende Vermögensgegenstände und Schulden werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten- bzw. Realisations- und Imparitätsprinzips.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlusstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Der in der Bilanz ausgewiesene Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen betrifft gewährte Fördermittel, die passivisch abgegrenzt werden. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt planmäßig entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter (2 bis 22 Jahre).

Die Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsverfahren ermittelt. Der zum Bilanzstichtag verwendete laufzeitkongruente Rechnungszinssatz beträgt 1,78 Prozent (VJ: 1,98 Prozent). Zukünftig erwartete Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,40 Prozent (VJ: 1,80 Prozent) bei den Renten ausgegangen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Es werden Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet, soweit sich Wertänderungen bzw. Zahlungsströme von Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen einerseits und von Finanzinstrumenten andererseits ausgleichen.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind teilweise Annahmen getroffen und Schätzwerte verwendet worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögensgegenstände und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Die tatsächlichen Werte können zu einem späteren Zeitpunkt in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen.

4.3. Erläuterungen zur Bilanz

4.3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2022 ist in folgender Tabelle dargestellt.

Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 01.10.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 30.09.2022
Gesamt 153.837 8.281 -6.571 2 155.549
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 49.753 200 -2.772 300 47.481
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.697 117 -733 0 4.081
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.988 83 -2.039 300 9.332
3. Geschäfts- oder Firmenwert 33.782 0 0 0 33.782
4. Geleistete Anzahlungen 286 0 0 0 286
II. Sachanlagen 96.016 8.081 -3.643 -298 100.156
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.449 45 0 51 17.545
2. Technische Anlagen und Maschinen 56.860 912 -647 1.981 59.106
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.528 449 -2.618 -170 8.189
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 11.179 6.675 -378 -2.160 15.316
III. Finanzanlagen 8.068 0 -156 0 7.912
Anteile an verbundenen Unternehmen 8.068 0 -156 0 7.912
in TEUR Kumulierte Abschreibungen Stand am 01.10.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen Kumulierte Abschreibungen Stand am 30.09.2022 Buchwerte Stand am 01.10.2021 Buchwerte Stand am 30.09.2022
Gesamt 84.335 8.857 -5.743 2 87.452 69.502 68.097
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 31.619 4.403 -2.566 0 33.457 18.134 14.024
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.676 860 -600 0 1.937 3.021 2.144
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.661 1.386 -1.966 0 7.661 3.327 1.671
3. Geschäfts- oder Firmenwert 21.651 2.157 0 0 23.808 12.131 9.974
4. Geleistete Anzahlungen 51 0 0 0 51 235 235
II. Sachanlagen 46.161 4.454 -3.177 2 53.995 49.855 46.161
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.107 570 0 0 7.677 10.342 9.872
2. Technische Anlagen und Maschinen 36.465 3.394 -626 2 39.235 20.395 19.871
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.065 1.124 -1.402 0 7.065 3.463 1.124
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18 0 0 0 18 11.179 15.298
III. Finanzanlagen 7.912 8.068 0 0 7.912 0 0
Anteile an verbundenen Unternehmen 7.912 8.068 0 0 7.912 0 0

Im Berichtsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 117 (VJ: TEUR 162) aktiviert. Insgesamt betrugen die Kosten für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr 3,0 Mio. Euro (VJ: 4,3 Mio. Euro).

4.3.2. Angaben zum Anteilsbesitz

Die Gesellschaft ist unmittelbar Mutterunternehmen für folgendes Tochterunternehmen i. S. d. § 290 HGB, das damit auch verbundenes Unternehmen i. S. d. §271 Abs. 2 HGB ist:

Beteiligung in % Inland Eigenkapital in TEUR Ergebnis in TEUR
First Sensor Lewicki GmbH, Oberdischingen (Ergebnis nach Gewinnabführung) 100 4.792 0

Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 wurde die First Sensor Scandinavia AG liquidiert. Das Liquidationsergebnis wird unter den Erträgen aus Beteiligungen ausgewiesen. Die Höhe beläuft sich auf TEUR 141.

4.3.3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.395 (VJ: TEUR 16.992) haben wie im Vorjahr alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Zum Stichtag bestanden Wertberichtigungen von TEUR 542 (VJ: TEUR 89) auf überfällige Rechnungen und Rechnungsausfälle.

4.3.4. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Gegen den Hauptaktionär bestehen Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 29.154 (VJ: TEUR 62.190), die aus dem Cash-Pooling (TEUR 22.521; VJ: TEUR 62.190) und dem Ergebnisabführungsvertrag (TEUR 6.633; VJ: TEUR 0) resultieren. Darüber hinaus bestehen gegen die First Sensor Lewicki GmbH, Oberdischingen, Forderungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag (TEUR 5.079; VJ: TEUR 2.132). Im Übrigen resultieren die Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr im Verbundbereich. Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

4.3.5. Sonstige Vermögensgegenstände

Die Gliederung der sonstigen Vermögensgegenstände ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

in TEUR 30.09.2021 30.09.2022
Umsatzsteuererstattungsansprüche 412 259
Anzahlungen 0 431
Forderungen gegenüber Personal 97 29
Forderung aus Kurzarbeitergeld 38 0
Sonstige 315 144
Gesamt 862 863

Sämtliche sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahre eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

4.3.6. Guthaben bei Kreditinstituten

Die liquiden Mittel bestehen aus Sichtguthaben bei Kreditinstituten von TEUR 843 (VJ: TEUR 1.488). Seit September 2020 ist die First Sensor AG in den Cash-Pool der Tyco Electronics Germany Holdings GmbH eingebunden.## 4.3. Zusätzliche Angaben zum bilanzorientierten Lagebericht

4.3.7. Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten von TEUR 162 (VJ: TEUR 352) besteht im Wesentlichen aus Versicherungsaufwendungen, Wartungskosten und Gebühren.

4.3.8. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag 30. September 2022 EUR 51.612.480 (VJ: EUR 51.511.980) und setzt sich aus 10.322.496 Stückaktien (VJ: 10.302.396 Stückaktien) im rechnerischen Nennwert von 5,00 Euro zusammen. Das gezeichnete Kapital der First Sensor AG hat sich durch ausgeübte Aktienoptionen im Berichtsjahr um 20.100 Aktien erhöht. Dies entspricht einer Kapitalerhöhung von EUR 100.500.

4.3.9. Kapitalrücklage

Die Entwicklung der Kapitalrücklage ist im Folgenden dargestellt:

in TEUR
01.10.2020 2021 2022
01.10.2021 30.09.2021 30.09.2022
Kapitalrücklage 21.296 21.437 21.966
Ausübung Aktienoptionen 141 529

Die Kapitalrücklage kann in einer Höhe von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals verwendet werden:
* zum Ausgleiche eines Jahresfehlbetrags, soweit er nicht durch einen Gewinnvortrag aus dem Vorjahr gedeckt ist und nicht durch Auflösung anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann;
* zum Ausgleiche eines Verlustvortrags aus dem Vorjahr, soweit er nicht durch einen Jahresüberschuss gedeckt ist und nicht durch Auflösung anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann.

Der Anteil der Kapitalrücklage, der 10 Prozent des Grundkapitals übersteigt, darf verwendet werden:
* zum Ausgleiche eines Jahresfehlbetrags, soweit er nicht durch einen Gewinnvortrag aus dem Vorjahr gedeckt ist;
* zum Ausgleiche eines Verlustvortrags aus dem Vorjahr, soweit er nicht durch einen Jahresüberschuss gedeckt ist;
* zur Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln nach den §§ 207 bis 220 AktG.

4.3.10. Andere Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen haben sich im Geschäftsjahr 2022 nicht verändert.

4.3.11. Bedingtes Kapital

Das bedingte Kapital der First Sensor AG ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

in TEUR
30.09.2021 30.09.2022
Bedingtes Kapital 2013/I 185 185
Bedingtes Kapital 2016/II 2.440 340
Bedingtes Kapital 2017/I 1.200 1.200
Bedingtes Kapital 2017/II 19.000 19.000
Gesamt 22.825 20.725

Zum 30. September 2022 betrug das bedingte Kapital insgesamt TEUR 20.725 (VJ: TEUR 22.825).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten im Rahmen der jeweiligen Aktienoptionspläne aus dem Bedingten Kapital 2013/I, dem Bedingten Kapital 2016/II und dem Bedingten Kapital 2017/I von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Die bedingte Kapitalerhöhung 2017/II wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Entsprechende Schuldverschreibungen wurden bis zum Bilanzstichtag nicht begeben.

Der Aktionoptionsplan 2013/I ist bereits beendet und mit dem Ausscheiden und der Abfindung der Bezugsberechtigten des Aktienoptionsplans 2017/I im Geschäftsjahr 2020 bestehen aus dem Aktienoptionsplan 2017/I und 2017/II keinerlei Bezugsrechte mehr. Eine auch nur anteilige Ausübung der bedingten Kapitalerhöhungen 2013/I, 2017/I und 2017/II ist folglich nicht mehr möglich.

4.3.12. Ausschüttungssperre

In der Bilanz des Einzelabschlusses der First Sensor AG werden selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 2.144 (VJ: TEUR 3.021) ausgewiesen. So ergibt sich ein Betrag in Höhe von TEUR 2.144 (VJ: TEUR 3.021), der einer Ausschüttungssperre unterliegt.

Der Differenzbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsverpflichtungen mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (1,78 Prozent; VJ: 1,98 Prozent) und der vergangenen sieben Jahre (1,40 Prozent; VJ: 1,39 Prozent) beträgt TEUR 13 (VJ: TEUR 17) und ist gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB ebenfalls ausschüttungsgesperrt.

4.3.13. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen

Die Investitionszuschüsse für die Erweiterung der Betriebsstätte sowie die Investitionszulagen werden als Sonderposten abgegrenzt und entsprechend dem Abschreibungsverlauf der geförderten Vermögensgegenstände aufgelöst. In der Berichtsperiode wurden TEUR 2.424 (VJ: TEUR 2.586) abgegrenzt.

4.3.14. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 9.252 (VJ: TEUR 6.908) gliedern sich wie folgt:

in TEUR
30.09.2021 30.09.2022
Personenbezogene Rückstellungen 3.227 3.781
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 1.060 2.413
Rückstellungen für Gewährleistung 258 303
Übrige Rückstellungen 2.363 2.755
Gesamt 6.908 9.252

Der Anstieg der personenbezogenen Rückstellungen ist im Wesentlichen auf das neu eingeführte 13. Monatsgehalt zurückzuführen.

4.3.15. Verbindlichkeiten

Die Gliederung und die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt:

30.09.2021

in TEUR Bis 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.047 3.174 6.758 2.115
Schuldscheindarlehen 3.000 0 3.000 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.750 3.750 0 0
Erhaltene Anzahlungen 204 204 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 23.740 23.740 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 7.459 6.780 679 0
Gesamt 50.200 37.648 10.437 2.115

30.09.2022

in TEUR Bis 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.545 2.045 6.500 0
Schuldscheindarlehen 3.000 3.000 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.182 8.595 0 0
Erhaltene Anzahlungen 138 138 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.169 3.170 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 2.159 1.925 242 0
Gesamt 23.193 18.873 6.742 0

Das unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesene KfW-Darlehen in Höhe von TEUR 8.531 (VJ: TEUR 10.563) ist durch Raumsicherungsübereignung von Maschinen und Anlagen am Standort Berlin-Weissensee besichert. Mithafter ist die First Sensor Lewicki GmbH. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist ebenso eine in Anspruch genommene Kontokorrentkreditlinie von TEUR 13 enthalten. Im Rahmen der Cashpoolingvereinbarung mit TE werden alle Bewegungen der angebundenen Bankkonten laufend über den Cashpool ausgeglichen. Zum Bilanzstichtag hat aus technischen Gründen kein Ausgleich im Rahmen des Cashpoolings stattgefunden. Die in Anspruch genommene Kontokorrentkreditlinie wurde am 1. Oktober 2022 ausgeglichen.

Die unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Mietkaufverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 699 (VJ: TEUR 1.298) sind durch Eigentumsrechte an den Mietkaufobjekten besichert.

4.3.16. Schuldscheindarlehen

First Sensor hat am 15. Dezember 2015 drei Schuldscheindarlehen von insgesamt 28,0 Mio. Euro platziert. Im Rahmen der Platzierung wurden von deutschen institutionellen Investoren Schuldscheine mit Laufzeiten von fünf Jahren (18,0 Mio. Euro, variabel verzinst und 7,0 Mio. Euro, fest verzinst) und sieben Jahren (3,0 Mio. Euro, fest verzinst) gezeichnet. Als Finanzrelationen wurden für die platzierten Schuldscheine der Verschuldungsgrad und die Eigenkapitalquote festgelegt. Das noch verbliebene Schuldscheindarlehen über 3 Mio. Euro wird aufgrund seiner Endfälligkeit im Dezember 2022 als kurzfristig ausgewiesen. Die Finanzkennzahlen werden jährlich ermittelt.

4.3.17. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

4.3.18. Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

in TEUR
30.09.2021 30.09.2022
Steuerverbindlichkeiten 421 582
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 1 51
Mietkaufverbindlichkeiten 1.298 699
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 5.739 827
Gesamt 7.459 2.159

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten enthielten im Vorjahr vereinbarte Abfindungen von TEUR 5.642, welche aus der Restrukturierung des Standorts Puchheim resultieren.

4.3.19. Latente Steuern

Aufgrund des am 14.04.2020 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der TE Connectivity Sensors Germany Holding AG als Muttergesellschaft, dem die Hauptversammlung durch Beschluss am 26.05.2020 zustimmte, besteht mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 ein Organschaftsverhältnis im Sinne des § 14 KStG. Infolge der körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Organschaft werden das zu versteuernde Einkommen und der Gewerbeertrag der First Sensor AG der TE Connectivity Sensors Germany Holding AG als Organträgerin ab dem Veranlagungs- bzw. Erhebungszeitraum 2021 zugerechnet. Infolgedessen werden seit dem 1. Januar 2021 keine latenten Steuern mehr bilanziert.

4.3.20. Haftungsverhältnisse, Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

Die First Sensor AG haftet nach § 74 Abgabenordnung für die beim steuerlichen Organträger entstehenden Steuern, bei denen sich die Steuerpflicht auf den Geschäftsbetrieb der First Sensor AG begründet. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.

in TEUR Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
aus Mietverträgen 617 2.091 0 2.708
Bestellobligo 19.976 1.626 0 21.602
aus Leasingverträgen 855 2.319 0 3.174
aus Erbbaurechtsvertrag 22 95 810 927
Gesamt 21.470 6.131 810 28.411

Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2023 und 2026. Das Bestellobligo resultiert vorwiegend aus Investitionen und Materialbestellungen für die Produktion. Darüber hinaus bestehen keine Eventualverbindlichkeiten.

4.4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.4.1. Umsatzerlöse

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 hat die First Sensor AG einen Umsatz von TEUR 101.332 (VJ: TEUR 80.105) erzielt. Die Umsatzerlöse gliedern sich folgendermaßen in Umsätze mit Drittkunden und mit verbundenen Unternehmen.

in TEUR 01.01 – 30.09.2021 01.10.2021 – 30.09.2022
Drittkunden 78.851 66.281
Verbundene Unternehmen 1.254 35.051
Gesamt 80.105 101.332

Die regionale Aufteilung ergibt sich aus der folgenden Tabelle:

in TEUR 01.10.2021 – 30.09.2022 Δ absolut in %
DACH* 71.060 25.583 56,3
Europäische Union 12.149 -4.634 -27,6
Übriges Ausland 18.123 278 1,6
Gesamt 101.332 21.127 26,4

4.4.2. Aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen von TEUR 117 (VJ: TEU 584) entfallen überwiegend auf die Entwicklung von neuen Produktfamilien.# Jahresabschluss zum 30. September 2022

4.4.3. Sonstige betriebliche Erträge

Diesonstigen betrieblichenErträgeteilensich aufdiefolgendenSachverhalte auf:

01.01. – 30.09.2021 (in TEUR) 01.10.2021 – 30.09.2022 (in TEUR)
Periodenfremde Erträge
Veräußerung von Anteilen an verbundenen Unternehmen 28.210 0
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 123 0
Auflösung von Rückstellungen 343 157
Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen 0 17
Versicherungsentschädigungen 2 0
Übrige periodenfremde Erträge 319 62
28.997 236
Übrige Erträge
Währungsgewinne 174 520
Kostenweiterberechnungen an verbundene Unternehmen 0 1.440
Auflösung Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen 118 162
Sonstige 474 582
766 2.704
Gesamt 29.763 2.940

4.4.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Diesonstigen betrieblichenAufwendungenteilensichindie folgendenKostenartenauf:

01.01. – 30.09.2021 (in TEUR) 01.10.2021 – 30.09.2022 (in TEUR)
Periodenfremde Aufwendungen
Wertberichtigung von Forderungen 367 677
Verluste aus Anlagenabgängen 38 4
Übrige periodenfremde Aufwendungen 671 1.521
1.076 2.202
Übrige Aufwendungen
Werbe- und Vertriebskosten 1.463 228
Mieten und Raumkosten 1.286 2.085
Instandhaltungsaufwendungen 1.572 2.172
Währungsverluste 218 850
Rechts- und Beratungskosten 818 203
Kfz-Kosten 403 476
Reise- und Bewirtungskosten 128 330
Kosten der Warenabgabe 254 779
Investor Relations 147 302
Personalbeschaffung 125 188
Versicherungen 244 252
Hauptversammlung 45 103
Kostenweiterbelastungen von verbundenen Unternehmen 0 1.976
Sonstige 4.641 5.170
11.344 15.114
Gesamt 12.420 17.316

4.4.5. Erträge aus Gewinnabführungen und Beteiligungen

DieErträge ausGewinnabführungsverträgenin HöhevonTEUR 5.079 (VJ: TEUR 2.132)betreffenimGeschäftsjahr 2022deninvollerHöhe übernommenenGewinn derFirst Sensor Lewicki GmbH unddenErtragnach Liquidierung derFirst SensorScandinavia AB.

4.4.6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

DieZinserträgeinHöhevon TEUR 41 (VJ: TEUR43)enthaltenZinsen aus verbundenenUnternehmenin HöhevonTEUR 41 (VJ: TEUR36).

4.4.7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Im Berichtsjahr wurdenZinsenund ähnliche Aufwendungenin HöhevonTEUR 232 (VJ: TEUR189)insbesonderefürDarlehenzurFinanzierung des AnlagevermögenssowiederSchuldscheineerfasst.

4.4.8. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn / Erträge aus Verlustübernahme / Jahresergebnis und Bilanzgewinn

Aufgrunddesam14.04.2020 abgeschlossenen Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrags mit der TE ConnectivitySensors Germany Holding AG als Muttergesellschaft, demdie Hauptversammlung durchBeschluss am 26.05.2020zustimmte, wird der gesamtehandelsrechtlicheVerlust durch dieTE ConnectivitySensors GermanyHoldingsAGausgeglichen. Gemäß § 277 Abs. 3 HGB wirddieVerlustausgleich alsErtrag innerhalbder Gewinn-undVerlustrechnung ausgewiesen, sodassein Jahresergebnisvon Null auszuweisenist. DerErtragausVerlustübernahmeentspricht demzufolgedemErgebnisvorGewinnabführung /VerlustübernahmevonTEUR -6.633.

5. Weitere Angaben

5.1. Vorstand

  • Robin Jan Maly, Meilen / Schweiz (seit 20. April 2021)
  • Dirk Karl Schäfer, Mannheim (seit 1. Juni 2021)
  • Thibault Kassir, Scottsdale / USA (seit 21. April 2022)
  • Sibylle Büttner, Unna (vom 20. April 2021 bis 13. April 2022)

DieVorstände übernehmendieOrganfunktionimRahmendes bestehenden Beherrschungsvertrags. OperativeManagementleistungen werden überwiegend durchFirst Sensor MitarbeiterundServiceeinheitenderTE-Gruppe, dieauch diejeweiligenEntscheidungsvorlagenfürdenVorstand vorbereiten, übernommen. DieimGeschäftsjahr2021/2022bestelltenMitgliederdesVorstandshabenindiesemRahmendieVorstandstätigkeitenzusätzlich übernommen und erhaltenwederdurchdieFirst SensorAG nochdurchandere GesellschaftenvonTE ConnectivityeineVergütungfürihreVorstandstätigkeit bei der First Sensor AG. Weitere Angaben werdenimVergütungsbericht veröffentlicht.

5.2. Aufsichtsrat

| Name/ Tätigkeitsbezeichnung | Position im Aufsichtsrat | Mitgliedschaften in gesetzlich | Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien