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The Platform Group AG

Annual Report Jul 6, 2023

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Annual Report

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Finanzbericht: 32726545

fashionette AG

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT 2021

Dieser Lagebericht umfasst sowohl den IFRS-Konzernlagebericht als auch den Lagebericht der fashionette AG zum 31. Dezember 2021. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf sowie die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des fashionette AG Konzerns sowie der fashionette AG.

Sofern nicht ausdrücklich anders angegeben, beziehen sich alle Darstellungen im Geschäftsbericht auf konsolidierte IFRS Zahlen (einschließlich der Übernahme von Brandfield und der Konsolidierung ab dem 1. Juli 2021). Mit Brandfield sind im Weiteren die Brandfield Holding B.V. Groningen, NL, sowie die Fastylo Holding B.V., Groningen, NL, gemeint. Die im weiteren Verlauf angegebenen Pro-Forma Zahlen sind Werte, die sich ergeben würden, wenn Brandfield anstelle des 1. Juli 2021 bereits am 1. Januar 2021 von der fashionette AG in den Konzernabschluss einbezogen worden wäre. Die Ausführungen zum handelsrechtlichen HGB-Jahresabschluss der fashionette AG sind im Abschnitt "Ergänzender Lagebericht der fashionette AG" enthalten.

Außerdem werden die Ergebnisse für das Geschäftsjahr und die Jahre davor nach IFRS ausgewiesen und weichen daher vom Geschäftsbericht 2020 ab.

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

Im Jahr 2021 hat fashionette weiterhin das Ziel verfolgt, mit der kontinuierlichen Erweiterung des Sortiments und der geografischen Expansion schneller als der Markt zu wachsen. Die Übernahme von Brandfield zu Beginn des dritten Quartals 2021 unterstützte die beim Börsengang im Vorjahr angekündigte Expansion und trug erheblich dazu bei, das dynamische und profitable Wachstum zu beschleunigen. Mit der Akquisition von Brandfield, insbesondere tätig in den Benelux-Ländern tätig ist, hat fashionette die eigene geografische Präsenz erweitert und das Marketing und die Kund*innenakquise in Europa vorangetrieben. Im vierten Quartal 2021 führte die Online-Plattform fashionette.com Beautyprodukte des Premium- und Luxussegments von mehr als 100 etablierten und unabhängigen Beauty-Marken ein, um von starken Cross-Selling-Möglichkeiten zu profitieren, die Kauffrequenz zu erhöhen und das profitable Wachstum voranzutreiben.

Die Herausforderungen, die sich aus dem Wechsel des Logistikdienstleisters ergaben, wurden überwunden, und nach der raschen Rückkehr zum ursprünglichen Lieferversprechen wuchs die Zahl der Neukund*innen um 27 % (auf Pro-forma-Basis) gegenüber dem Vorjahr. Der neue Logistikdienstleister ermöglicht eine stärkere Internationalisierung und Skalierbarkeit des Geschäfts.

Finanzielle Leistungsindikatoren

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Konsolidierte Ertragslage (verkürzt, in Millionen) 2021 2020 A
Nettoumsatzerlöse 133,8 95,3 40,4 %
EBITDA (bereinigt) 4,4 9,3 -52,7 %
EBITDA (berichtet) 1,6 5,8 -72,4 %
Gewinn oder Verlust für den Berichtszeitraum -1,7 1,8 >-100 %
Konsolidierte Finanzlage (verkürzt, in Millionen)
Nettoverschuldung 8,7 0,0 >100 %
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit -13,8 5,6 >-100 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit -18,2 -0,7 >-100 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 7,3 33,1 -77,9 %
Konsolidierte Vermögenslage (verkürzt, in Millionen)
Gesamtvermögen 96,4 69,9 37,9 %
Gesamtverbindlichkeiten 45,3 16,4 >100 %

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022

Der Ausblick basiert auf der Annahme eines stabilen Portfolios. Die relevanten Chancen und Risiken, die den Ausblick beeinflussen, werden im Chancen- und Risikobericht erläutert.

Der Ausblick basiert auf der aktuellen Einschätzung der Auswirkungen, die sich aus der geopolitischen Lage und der Weltwirtschaft ergeben. Er geht davon aus, dass es zu keiner weiteren wesentlichen Verschlechterung kommt. Die Unsicherheiten, die sich aus der Entwicklung der aktuellen geopolitischen Lage ergeben, könnten wesentliche Auswirkungen auf die operative und finanzielle Leistung von fashionette haben. Weitere zu berücksichtigende Faktoren:

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Schwächung des Konsumklimas und des verfügbaren Einkommens aufgrund der makroökonomischen Bedingungen
inflationäres Umfeld, das das verfügbare Einkommen der Verbraucher*innen zusätzlich belastet
erhöhter Kostendruck

Umsatz

Der Vorstand der fashionette AG erwartet für das Geschäftsjahr 2022 ein Wachstum der Nettoumsätze von 16 % bis 21 % (2021:154,8 Mio. EUR) auf Pro-forma-Basis bzw. 34 % bis 40 % des Konzernumsatzes (2021: 133,8 Mio. EUR). Dieses Wachstum wird in beiden Segmenten DACH und Benelux & Sonstige erwartet.

Ertrag

Der Vorstand erwartet weiterhin ein bereinigtes EBITDA von 5 Mio. EUR bis 7,5 Mio. EUR (2021: 5,7 Mio. EUR auf proforma-Basis bzw. 4,4 Mio. EUR auf konsolidierter Basis), davon ca. 75 % in der DACH Region und ca. 25 % in der Region Benelux & Sonstige

Es wird erwartet, dass die Zahl der Neukund*innen im Jahr 2022 um etwa 18 % bis 25 % (2021: 26,7 % auf pro-Forma-Basis) über dem Vorjahr liegen wird und der aktive Kund*innenstamm weiter ausgebaut wird. Auch die übrigen nicht-finanziellen Leistungsindikatoren werden sich voraussichtlich wie im Vorjahr weiter positiv entwickeln.

DIE FASHIONETTE-GRUPPE

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Geschäftsmodell und Geschäftstätigkeit
Gruppenstruktur
Wichtige Leistungsindikatoren

Die fashionette-Gruppe ist als Marke und Plattform im Bereich des Premium- und Luxus-E-Commerce in Europa tätig. fashionette wurde 2008 gegründet und unter fashionette.de erfolgte 2009 der offizielle Start der Website.

Der Fokus des Sortiments lag von Anfang an auf Premium- und Luxus-Modeaccessoires. Bereits 2013 erreichte fashionette mit Nettoumsatzerlösen von 13 Mio. EUR operativ die Gewinnschwelle.

Geschäftsmodell und Geschäftstätigkeit

fashionette ist eine der führenden Anlaufstellen für Premium- und Luxus-Modeaccessoires in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) und den Benelux-Ländern (Belgien, die Niederlande und Luxemburg). Mit ihren Handelsmarken und Online-Plattformen "fashionette" und "Brandfield" ist die fashionette-Gruppe in 14 europäischen Ländern aktiv. Ende 2021 beschäftigte das Unternehmen 266 Mitarbeitende in Deutschland und den Niederlanden und erzielte trotz der negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie Nettoumsatzerlöse in Höhe von 134 Mio. EUR. Durch die erfolgreiche Übernahme von Brandfield stieg der Anteil der außerhalb der DACH-Region erzielten Nettoumsatzerlöse auf 28 %.

Mit 976 Tsd. aktiven Kund*innen und mehr als 300 Premium- und Luxusmarken unter einem Dach ist fashionette eine der führenden E-Commerce-Gruppen für Premium- und Luxus-Modeaccessoires in Europa. Die Gruppe bietet ihren Kund*innen eine kuratierte Auswahl an hochwertigen Premium- und Luxus-Modeaccessoires, wie Handtaschen, Schuhe, Kleinlederwaren, Sonnenbrillen, Uhren, Schmuck und Beauty-Produkte, fashionette verfolgt ein datengesteuertes Geschäftsmodell, das auf intelligenten Algorithmen für eine effiziente Bestandsverwaltung und ein personalisiertes Einkaufserlebnis basiert.

Die Identität des Unternehmens beschreibt die Mission der fashionette-Gruppe: Wir ermöglichen personalisiertes Online-Shopping von Premium- und Luxus-Modeaccessoires für alle, die ihr Outfit vervollständigen, akzentuieren und individualisieren möchten.

Wir glauben, dass jede Person die Möglichkeit haben sollte, ihre Persönlichkeit auszudrücken und ihre Individualität hervorzuheben. Darum kombinieren wir ein breites und vielfältiges Angebot an Modeaccessoires und Designern mit attraktiven Preisen für jedes Budget, kund*innenorientierte Zahlungsoptionen und einem einzigartigen Kund*innenerlebnis.

fashionette zielt auf zwei attraktive Märkte ab, den europäischen Luxusgüter- und den europäischen Accessoires-Markt 1.

Für den Zeitraum von 2020 bis 2023 wird ein Wachstum des europäischen Luxusgütermarktes auf 100,9 Mrd. EUR prognostiziert, bei einer Online-Durchdringung von 13,1 %.

Der europäischen Accessoires-Markt wird schätzungsweise von 2020 bis 2023 auf 78,9 Mrd. EUR Marktumsatz anwachsen. Im gleichen Zeitraum wird die Online-Durchdringung voraussichtlich 17,8 % erreichen und mit einer CAGR von 11,1 % wachsen.

Die Corporate Governance und der Geschäftserfolg von fashionette basieren auf den gemeinsamen Unternehmenswerten und dem Verhaltenskodex, der im Oktober 2021 verfasst wurde.

1 Statista; Umsatzschätzungen für Standort: Europa, Sektoren Luxusgüter Schuhe, Luxusgüter Brillen, eCommerce Unterhaltungselektronik, eCommerce Haushaltsgeräte, eCommerce Schuhe, eCommerce Möbel & Haushaltswaren, Accessoires Handtaschen (20. Juli 2020)

Gruppenstruktur

An der Spitze der Gruppe steht ihre Holdinggesellschaft, die fashionette AG, eine börsennotierte Gesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, Deutschland, die im Handelsregister unter der Nummer HRB 91139 eingetragen ist. Die Geschäftsadresse des Unternehmens ist Lierenfelder Straße 45, 40231 Düsseldorf, Deutschland, fashionette ist seit dem 29. Oktober 2020 an der Frankfurter Wertpapierbörse (Scale) notiert.

Der Vorstand der fashionette AG besteht aus zwei Mitgliedern, die gemeinsam für die Leitung der Gruppe verantwortlich sind. Daniel Raab, Vorstandsvorsitzender, ist verantwortlich für Strategie, Category Management, Finanzen, Markenführung, Personal, Investor Relations und Nachhaltigkeit. COO/​CTO Thomas Buhl verantwortet die Bereiche Operations, Performance Marketing, Business Intelligence, Produktmanagement und IT, wobei er seine Erfahrungen aus führenden Positionen in der E-Commerce-Branche erfolgreich einbringt.

Leistungs- und Steuerungssystem

fashionette steuert sein operatives Geschäft über die beiden Segmente DACH und Benelux & Sonstige anhand der Kennzahlen Nettoumsatzerlöse, Bruttoergebnis und Bruttoergebnismarge, bereinigtes EBITDA und bereinigte EBITDA-Marge. Das DACH-Segment umfasst die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Segment Benelux & Sonstige umfasst hauptsächlich die Benelux-Region (Niederlande, Belgien und Luxemburg) und andere europäische Länder wie Großbritannien, Italien, Frankreich und Schweden. Weitere geringfügige Umsätze werden auch international erzielt.

Wichtige Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung der fashionette AG sind Nettoumsatzerlöse, Bruttoergebnis und Bruttoergebnismarge, berichtetes EBITDA und berichtete EBITDA-Marge. fashionette definiert das berichtete EBITDA als die Summe der Gewinne vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertminderungen. Das berichtete EBITDA wird bereinigt um Aufwendungen und Erträge für aktienbasierte Vergütungen, einmalige Erträge und Aufwendungen sowie Erträge und Aufwendungen, die nicht der operativen Tätigkeit zuzurechnen sind.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Die wichtigsten nicht-finanziellen Leistungsindikatoren für die Geschäftsführung der fashionette AG sind Anzahl der Bestellungen, durchschnittlicher Warenkorb, Anzahl der aktiven Kund*innen und Anzahl der Neukund*innen.

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Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren 2021 2020 A
Anzahl der Bestellungen (in tausend) 1.113 608 83,1 %
Durchschnittlicher Warenkorb (in EUR) 196 261 -24,9 %
Aktive Kund*innen (in tausend, LTM) 976 357 >100 %
Neukund*innen (in tausend) 552 240 >100 %

Anzahl der Bestellungen - Definiert als die Anzahl der Kund*innenbestellungen, die im Berichtszeitraum auf einer der Websites der Gruppe oder auf Marktplätzen Dritter aufgegeben wurden, nach Stornierungen und vor Retouren. Die Erfassung erfolgt am Tag der Bestellung, sodass erfasste und ausgelieferte Bestellungen voneinander abweichen können.

Durchschnittlicher Bestellwert - Definiert als Verhältnis des Bestellwerts zur Anzahl der Bestellungen im Berichtszeitraum.

Aktive Kund*innen - Definiert als die Anzahl der Kund*innen, die in den letzten zwölf Monaten mindestens eine nicht stornierte Bestellung auf einer der Websites der Gruppe oder auf Marktplätzen Dritter im Berichtszeitraum aufgegeben haben, unabhängig von Retouren.

Neukund*innen - Definiert als die Anzahl der Bestellungen von Kund*innen, die im Berichtszeitraum eine erste nicht stornierte Bestellung auf einer der Websites der Gruppe oder auf Marktplätzen Dritter aufgegeben haben, unabhängig von Retouren.

WIRTSCHAFTSBERICHT

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Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Branchenbedingungen
Geschäftsentwicklung
Wirtschaftliche Lage

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

fashionette ist in 14 europäischen Ländern im Online-Handel mit Premium- und Luxus-Modeaccessoires tätig. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa sowie die Rahmenbedingungen im Marktsegment für Premium- und Luxus-Modeaccessoires sind daher für fashionette von entscheidender Bedeutung.

Globale Wirtschaft

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat sich die Weltwirtschaft im Jahr 2021 weiter von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erholt, obwohl Infektionsraten trotz wirksamer Impfstoffe erneut angestiegen sind. Während eine zweite und dritte Infektionswelle die Dynamik nach erneuten Einschränkungen in der ersten Jahreshälfte verringerte, erhöhte die schnelle Ausbreitung der Delta-Variante die Unsicherheit über eine nachhaltige Reaktion auf die Pandemie im weiteren Verlauf des Jahres. Die Lieferunterbrechungen setzten sich im vierten Quartal fort und behinderten die weltweite Produktion, insbesondere in Europa und den USA. 2 2021 betrug das weltweite Wirtschaftswachstum laut IWF 5,9 %, nach einem Rückgang von 3,1 % im Vorjahr. 3 Für die Eurozone hob der IWF seine Einschätzung um 0,6 Prozentpunkte gegenüber der ursprünglichen Zahl an. Dementsprechend lag das Wachstum im Jahr 2021 bei 5,0 %, was auf die allmählich steigenden Impfraten und die makroökonomische Politik zurückzuführen ist. Insgesamt hat sich der Konsum der privaten Haushalte in der Eurozone dank der verbesserten Beschäftigungsaussichten erholt. 4

2 https:/​/​www.imf.org/​-/​media/​Files/​Publications/​WEO/​2022/​Update/​January/​English/​text.ashx

3 https:/​/​www.imf.org/​-/​media/​Files/​Publications/​WEO/​2021/​October/​English/​text.ashx

Deutschland

In Deutschland erwartet der IWF für 2021 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,1 %. Die Wachstumsaussichten in Deutschland für 2021 wurden gegenüber der Juli-Prognose um 0,5 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Grund dafür sind Engpässe in der Lieferkette, höhere Rohstoffpreise und das Auslaufen einer vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung. 5 Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Rückgang im Vorjahr jedoch trotz der anhaltenden Pandemielage und zunehmender Engpässe in der Lieferkette erholen. Die Wirtschaftsleistung ist noch nicht auf das Niveau vor der Krise zurückgekehrt. Im Jahr 2021 stabilisierten sich die Verbraucher*innenausgaben, lagen jedoch weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Die Beschäftigungszahlen blieben in einem anhaltend schwierigen Umfeld mit stabilen Zahlen auf dem Niveau des Vorjahres robust. 6

Branchenbedingungen

Nach Angaben des Beratungsunternehmens Bain & Company erlebte der globale Luxusgütermarkt im Jahr 2021 eine V-förmige Erholung. Ausgehend von den niedrigen Niveaus des Jahres 2020 wuchs der Umsatz mit Luxusgütern um rund 29 % und erreichte 283 Mrd. EUR, was einem Anstieg von rund 1 % gegenüber dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 entspricht. Der europäische Markt verzeichnete ein Umsatzwachstum von 20 % gegenüber 2020 auf 71 Mrd. EUR, wobei die Ausgaben der europäischen Verbraucher*innen etwas weniger stark stiegen als die der chinesischen Verbraucher*innen. 7

Beauty

Nach Angaben der Unternehmensberatungen The Business of Fashion und McKinsey & Company wird der globale Markt für Schönheitsprodukte nach dem Einbruch im Vorjahr bis 2021 um 13 % auf 518 Mrd. USD wachsen und damit noch leicht unter dem Niveau vor der Pandemie liegen. Hautpflegeprodukte verzeichneten mit 22 % das stärkste Wachstum. In Bezug auf die Kanäle ist der digitale Handel weiterhin schnell gewachsen und gewinnt Anteile vom stationären Einzelhandel. Damit war E-Commerce der am schnellsten wachsende Vertriebskanal für Schönheitsprodukte. 8

Online-Kanal

Der globale Trend vom Offline- zum Online-Handel setzte sich im Luxusgütermarkt fort und wird laut den Unternehmensberatungen The Business of Fashion und McKinsey & Company einen Schlüsselkanal der Erholung darstellen. Der Online-Handel mit Luxusgütern wird im Jahr 2021 um 27 % auf 62 Mrd. EUR steigen. Zu den am besten abschneidenden Kategorien gehörten die Produkte, die für fashionette von Bedeutung sind, wie Lederwaren, Schmuck und Hautpflege. 9 Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) stellt fest, dass E-Commerce im zweiten Pandemiejahr zur neuen Normalität für Kund*innen und Einzelhändler geworden ist. Der E-Commerce-Umsatz stieg in Deutschland im Jahr 2021 um 19 % auf ein Rekordhoch von rund 100 Mrd. EUR. Die E-Commerce-Umsätze stiegen in allen Altersgruppen der deutschen Gesellschaft, wobei vor allem die über 50-Jährigen zur größten Kund*innengruppe wurden. Den Zahlen zufolge stabilisiert sich das Wachstum nach der anfänglichen Volatilität zu Beginn der COVID-19-Pandemie auf einem hohen Niveau. E-Commerce bietet eine größere Auswahl und mehr zusätzliche Dienstleistungen und wird sich deshalb langfristig behaupten. Der über Mobiltelefone erwirtschaftete Umsatz stieg um 56,5 % auf rund 40 Mrd. EUR. 10

4 https:/​/​www.imf.org/​-/​media/​Files/​Publications/​REO/​EUR/​2021/​October/​English/​text.ashx

5 https:/​/​www.imf.org/​-/​media/​Files/​Publications/​WEO/​2021/​October/​English/​text.ashx

6 https:/​/​www.destatis.de/​DE/​Presse/​Pressekonferenzen/​2022/​BIP2021/​pm-bip.pdf?_​blob=publicationFile

7 https:/​/​altagamma.it/​media/​source/​Altagamma%20-%20Bain%20Luxury%20Market%20Monitor%202021_​l.pdf

8 https:/​/​www.mckinsey.com/​~/​media/​mckinsey/​industries/​retail/​our%20insights/​state%20of%20fashion/​2022/​the-state-of-fashion-2022.pdf

9 https:/​/​altagamma.it/​media/​source/​Altagamma%20-%20Bain%20Luxury%20Market%20Monitor%202021_​1.pdf

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die fashionette AG ein Wachstum der Nettoumsatzerlöse von 40,3 % auf 133.757 TEUR (2020: 95.339 TEUR) mit Steigerungen in allen Produktkategorien. Der absolute Anstieg der Nettoumsatzerlöse von 38.418 TEUR enthält 24.832 TEUR aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises im Zusammenhang mit der Übernahme von Brandfield. Die Zahl der Neukund*innen stieg um 130 % auf 552 Tsd. und die Zahl der aktiven Kund*innen wuchs von 357 Tsd. auf 976 Tsd., unter anderem bedingt durch die Übernahme von Brandfield.

Mit einem Anteil am Nettoumsatz von 72,2 % (2020: 85,0 %) bleibt die DACH-Region mit einer Wachstumsrate von 19,2 % der wichtigste geografische Markt für fashionette. Der Anteil von Brandfield am Nettoumsatz in der DACH-Region beträgt dabei 5,0 %. Infolge des Zusammenschlusses mit Brandfield hat sich der Anteil der Nettoumsatzerlöse in die nicht-deutschsprachigen Länder verlagert, hauptsächlich in die Benelux-Länder. Eine Wachstumsrate von 359,6 % auf 24.539 TEUR (2020: 5.339 TEUR) in der Benelux-Region untermauert die strategische Expansion. Der Anteil des Nettoumsatzes in der Benelux-Region am Gesamtumsatz beträgt 18,3 % (2020: 5,6 %); bezogen auf den Umsatz in nicht-deutschsprachigen Ländern liegt der Anteil der Benelux-Region bei 66,0 % (2020: 37,4 %). Davon entfällt auf Brandfield ein Anteil von 66,7 %. Insgesamt konnte in den nichtdeutschsprachigen Ländern ein Wachstum um 160,1 % auf 37.155 TEUR (2020: 14.286 TEUR) verzeichnet werden. Der Anteil des Nettoumsatzes in den übrigen Ländern, hauptsächlich in Europa, hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert und beträgt 9,4 %, dennoch liegt das Wachstum der Nettoumsätze bei 41,0 % auf 12.616 TEUR (2020: 8.947 TEUR).

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Konsolidierte Ertragslage (verkürzt, in TEUR) 2021 2020 A
Nettoumsatzerlöse 133.757 95.339 40,3 %
Materialaufwand/​Aufwendungen für bezogene Waren 82.343 57.606 42,9 %
Bruttoergebnis 51.414 37.733 36,3 %
Bruttoergebnismarge 38,4 % 39,6 % -1,2 PP
Sonstige betriebliche Erträge 2.438 950 >100 %
Personalaufwand 9.887 7.555 30,9 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 42.378 25.257 67,8 %
EBITDA (berichtet) 1.586 5.872 -73,0 %
EBITDA-Marge (berichtet) 1,2 % 6,2 % -5,0 PP

10 https:/​/​www.bevh.org/​presse/​pressemitteilungen/​details/​e-commerce-ist-das-neue-normal-branchenumsatz-waechst-2021-auf-mehr-als-100-mrd-euro.html

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), im Wesentlichen bereinigt um einmalige Beratungskosten, um nicht dem operativen Geschäft zuordenbare Aufwendungen und Abschreibungen der aufgedeckten stillen Reserven in den Vorräten, sank um 52,7 % auf 4.381 TEUR (2020: 9.270 TEUR) bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 3,3 % (2020: 9,7 %). Das berichtete EBITDA sank um 73 % auf 1.586 TEUR (2020: 5.872 TEUR) mit einer berichteten EBITDA-Marge von 1,2 % (2020: 6,2 %). Der Rückgang des EBITDA (berichtet) um 4.286 TEUR resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr angekündigten Investitionen in das weitere Wachstum, insbesondere in Marketingaufwendungen, aus dem Wechsel des Logistikdienstleisters mit negativem Effekt auf das Bruttoergebnis sowie aus Aufwendungen im Rahmen der Brandfield Akquisition.

Bei den Sondereffekten handelt es sich hauptsächlich um Beratungskosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Brandfield und der IFRS-Umstellung. Darüber hinaus wurden einmalige Aufwendungen aus dem Wechsel des Logistikdienstleisters bereinigt. Im Rahmen der Kaufpreisallokation von Brandfield wurden stille Reserven in den Vorräten aufgedeckt. Die im 2. Halbjahr 2021 im Materialaufwand enthaltene Abschreibung wurde bereinigt. Diese Einmaleffekte werden im bereinigten EBITDA nicht berücksichtigt.

Die Überleitung auf das bereinigte EBITDA und die Verteilung der Sondereffekte auf die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

Überleitung EBITDA

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Überleitung zum bereinigten EBITDA (in TEUR) 2021 2020 A
EBITDA (berichtet) 1.586 5.872 -73,0 %
Einmaleffekte
Aufwendungen i. V. m. Börsengang 0 3.029
Einmalige Beratungsaufwendungen 1.210 156
Aufwendungen nicht der Geschäftstätigkeit zuordenbar 589 158
Aktienbasierte Vergütung 273 55
Abschreibung stille Reserven Vorratsvermögen 723 0
Summe Einmaleffekte 2.795 3.398
EBITDA (bereinigt) 4.381 9.270 -52,7 %
EBITDA-Marge (bereinigt) 3,3 % 9,7 % -6,4 PP

Wirtschaftliche Lage

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die fashionette AG ein Wachstum des Nettoumsatzes von 40,3 % auf 133.757 TEUR (2020: 95.339 TEUR), einschließlich des Zuwachses durch Brandfield. Der Materialaufwand stieg um 42,9 % auf 82.343 TEUR (2020: 57.606 TEUR) aufgrund höherer Volumina sowie der Akquisition von Brandfield (13.060 TEUR). Der Materialaufwand von Brandfield beinhaltet die Abschreibung der im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven im Vorratsvermögen in Höhe von 723 TEUR mit einem negativen Effekt auf die Bruttoergebnismarge von 0,5 Prozentpunkten. Der Materialaufwand von fashionette enthält eine Bestandsminderung in Höhe von 926 TEUR aufgrund von Inventurdifferenzen und Diebstahl. Dies führte zu Schadenersatzforderungen, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen Forderungen ausgewiesen sind. Daraus ergibt sich ein weiterer negativer Effekt auf die Bruttoergebnismarge von 0,8 Prozentpunkten. Bereinigt um diese beiden Effekte liegt die operative Bruttoergebnismarge im Geschäftsjahr 2021 bei 39,7 % und damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um mehr als 100 % auf 2.438 TEUR (2020: 950 TEUR), was hauptsächlich auf den Schadenersatz aus Inventurdifferenzen und Diebstahl zurückzuführen ist.

Die Personalausgaben stiegen im Berichtsjahr um 30,9 % auf insgesamt 9.887 TEUR (2020: 7.555 TEUR), davon 1.526 TEUR durch den Zuwachs von Brandfield. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden stieg um 45,9 % auf 216 (31. Dezember 2020: 148), einschließlich 88 Mitarbeitende von Brandfield.

Im Rahmen der IFRS-Umstellung wurden der nach HGB vorhandene Geschäfts- oder Firmenwert und die damit verbundene Abschreibung eliminiert. Im Geschäftsjahr 2021 belaufen sich die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen auf 2.097 TEUR (2020:1.361 TEUR). Darin enthalten sind 221 TEUR aus dem Zugang von Brandfield und 320 TEUR Abschreibung auf die aktivierten Marken- und Kund*innenbeziehungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 67,8 % auf 42.378 TEUR (2020: 25.257 TEUR). Der absolute Anstieg von 17.121 TEUR beinhaltet 10.051 TEUR durch den Zugang von Brandfield. Die Kosten gliedern sich in Vertriebskosten in Höhe von 16.665 TEUR (2020: 10.035 TEUR), Marketingkosten in Höhe von 19.333 TEUR (2020: 8.772 TEUR), Technologiekosten in Höhe von 1.645 TEUR (2020: 1.074 TEUR) und nicht bereinigte Allgemeine- und Verwaltungskosten in Höhe von 4.737 TEUR (2020: 5.385 TEUR). Im Verhältnis zum Nettoumsatz stiegen die Vertriebskosten um 1,9 Prozentpunkte auf 12,5 %, die Marketingkosten um 5,3 Prozentpunkte auf 14,5 %, die Technologiekosten um 0,1 Prozentpunkte auf 1,2 %, während die Allgemeinen- und Verwaltungskosten um 2,1 Prozentpunkte auf 3,5 % sanken.

Ergebnisse nach Segmenten

Die verkürzten Segmentergebnisse zeigen insbesondere die Verschiebung von der DACH-Region zu Benelux & Sonstige aufgrund des Zusammenschlusses mit Brandfield. Der Anteil der Segmente am Nettoumsatz und am Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen:

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Segmentberichterstattung 2021 (in TEUR) DACH Benelux & Sonstige Konsolidierung fashionette-Gruppe
Nettoumsatz (extern) 96.601 37.155 0 133.757
Nettoumsatz zwischen den Segmenten 337 0 -337 0
Nettoumsatz (Segment) 96.938 37.155 -337 133.757
EBITDA (bereinigt) 3.370 1.012 0 4.381
EBITDA-Marge (bereinigt) 3,5 % 2,7 % 3,3 %

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Segmentberichterstattung 2020 (in TEUR) DACH Benelux & Sonstige Konsolidierung fashionette
Nettoumsatz (extern) 81.053 14.286 0 95.339
Nettoumsatz zwischen den Segmenten 0 0 0 0
Nettoumsatz (Segment) 81.053 14.286 0 95.339
EBITDA (bereinigt) 8.065 1.205 0 9.270
EBITDA-Marge (bereinigt) 9,9 % 8,4 % 9,7 %

Infolge des Zusammenschlusses mit Brandfield hat sich der Anteil der Nettoumsätze in die nichtdeutschsprachigen Länder verlagert, hauptsächlich in die Benelux-Länder. Der Nettoumsatz in der Benelux-Region beläuft sich auf 24.539 TEUR und stellt einen Großteil des Segments Benelux & Sonstige dar. Der Nettoumsatz von Brandfield in der Benelux-Region beläuft sich auf 16.371 TEUR, dies entspricht 66,7 % des Gesamtumsatzes in den Benelux-Ländern. Das bereinigte EBITDA im Segment Benelux & Sonstige wurde hauptsächlich von Brandfield erwirtschaftet, während das bereinigte EBITDA in der DACH-Region im Wesentlichen von fashionette erwirtschaftet wurde.

Finanzlage

Das Finanz- und Liquiditätsmanagement spielt eine wichtige Rolle für das Wachstum der fashionette AG sowie für die Begrenzung der finanziellen Risiken und die Optimierung der Kapitalkosten. Die Finanzierungsstrategie ist darauf ausgerichtet, die Liquidität für die Umsetzung der Unternehmensstrategie zu sichern und den operativen Finanzierungsbedarf zu decken.

Liquiditätslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete die fashionette AG einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von -13.813 TEUR (2020: 5.628 TEUR), hauptsächlich getrieben durch einen Anstieg des Working Capital in Höhe von 15.410 TEUR, davon Aufbau von Vorratsvermögen in Höhe von 16.438 TEUR. Brandfield steuerte einen positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.319 TEUR bei. Der Cashflow enthält einmalige Beratungsaufwendungen in Höhe von 1.210 TEUR und einmalige nicht wiederkehrende Aufwendungen in Höhe von 589 TEUR.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf -18.226 TEUR (2020: -685 TEUR) und spiegelt in erster Linie die Übernahme von Brandfield wider.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 7.344 TEUR (2020: 33.191 TEUR) beinhaltet hauptsächlich die teilweise Refinanzierung der Übernahme von Brandfield sowie die Tilgung der in diesem Zusammenhang von den Altgesellschaftern übernommene Darlehensverbindlichkeit von 2.477 TEUR.

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Verkürzte Kapitalflussrechnung (in TEUR) 2021 2020
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -13.813 5.628
Cashflow aus Investitionstätigkeit -18.226 -685
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 7.344 33.191
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -24.694 38.134
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 31.829 -6.273
Sonstige zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 43 -32
Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2021 7.177 31.829

Im Jahr 2021 verzeichnete die fashionette AG einen Abfluss von liquiden Mitteln von -24.694 TEUR (2020: Zufluss: 38.134 TEUR). Der Finanzmittelfonds belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 7.177 TEUR (31. Dezember 2020: 31.829 TEUR). Zum Bilanzstichtag bestanden mit 20 TEUR keine nennenswerten Inanspruchnahmen von Kreditlinien bei Kreditinstituten (31. Dezember 2020: 6 TEUR). Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Banken belaufen sich auf 11.550 TEUR (31. Dezember 2020: O TEUR) und die Verbindlichkeiten aus Mietverträgen auf 4.309 TEUR (31. Dezember 2020: 974 TEUR). Bei den Hausbanken bestehen unausgeschöpfte kurzfristige Kreditlinien von insgesamt 13.000 TEUR.

Die fashionette AG verfügt aus Sicht des Vorstands über ausreichend liquide Mittel zur Finanzierung der weiteren Wachstumspläne.

Kreditfazilität

Im vierten Quartal 2021 wurde eine Teilrefinanzierung der Übernahme von Brandfield mit zwei Banken erfolgreich umgesetzt. In diesem Prozess wurde die Landesbank Baden-Württemberg als neue Hausbank hinzugefügt. Der Finanzierungsbetrag beläuft sich auf 12 Mio. EUR mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Die Deutsche Bank und die Landesbank Baden-Württemberg sind jeweils zur Hälfte an der Refinanzierung beteiligt. Die Zinssätze sind fest und variabel und liegen derzeit zwischen 1,2 % und 1,9 %. Die Kredite sind unbesichert. Außerdem wurden die Betriebsmittelkredite umstrukturiert. Die bisherigen Kontokorrentkredite mit der Deutschen Bank und der HypoVereinsbank in Höhe von jeweils 7,5 Mio. EUR wurden durch drei neue Kontokorrentkredite mit einer Höhe von insgesamt 11 Mio. EUR ersetzt. Die bisherige Finanzierung von Brandfield durch einen Betriebsmittelkredit bei der ABN AMRO in Höhe von 2 Mio. EUR besteht weiterhin. Die fashionette-Gruppe hat Kontokorrentkredite in Höhe von insgesamt 13 Mio. EUR.

Vermögenslage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist in der nachstehenden verkürzten Bilanz dargestellt:

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Aktiva (in TEUR) 2021 2020
Anlagevermögen 22.789 23,6 % 3.209 4,6 %
Umlaufvermögen 73.621 76,4 % 66.755 95,4 %
Aktiva 96.410 100,0 % 69.964 100,0 %

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Passiva (in TEUR) 2021 2020
Eigenkapital 51.065 53,0 % 52.511 75,1 %
Langfristige Verbindlichkeiten 15.181 15,7 % 1.089 1,6 %
Kurzfristige Verbindlichkeiten 30.164 31,3 % 16.364 23,4 %
Passiva 96.410 100,0 % 69.964 100,0 %

Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 erhöhte sich die Bilanzsumme der fashionette AG um 37,8 % auf 96.410 TEUR (31. Dezember 2020: 69.964 TEUR), davon 18.963 TEUR durch die Akquisition von Brandfield. Das Anlagevermögen erhöhte sich um >100 % auf 22.789 TEUR (31. Dezember 2020: 3.209 TEUR), hauptsächlich aufgrund des Unternehmenszusammenschlusses mit Brandfield und aufgrund der Eliminierung des aus dem Einzelabschluss der fashionette AG stammenden Geschäfts- oder Firmenwerts im Rahmen der IFRS-Umwandlung zum 1. Januar 2019. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme stieg auf 23,6 % (31. Dezember 2020: 4,6 %).

Das Umlaufvermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021 um 6.866 TEUR auf 73.621 TEUR (31. Dezember 2020: 66.755 TEUR), davon 13.134 TEUR durch den Zukauf von Brandfield. Das Vorratsvermögen stieg um 22.651 TEUR auf 44.268 TEUR (31. Dezember 2012: 21.617 TEUR), der Anteil von Brandfield betrug 7.548 TEUR. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen stiegen um 6.483 TEUR auf 17.519 TEUR (31. Dezember 2020: 11.036 TEUR), davon entfallen 2.348 TEUR auf Brandfield. Die liquiden Mittel verringerten sich im Geschäftsjahr 2021 um 24.637 TEUR auf 7.198 TEUR (31. Dezember 2020: 31.835), im Wesentlichen durch Aufbau des Working Capital und der Übernahme von Brandfield.

Im Rahmen der IFRS-Umstellung zum 01.01.2019 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert eliminiert und reduzierte das Eigenkapital zum Stichtag 31.12.2020 um einen absoluten Betrag von 14.149 TEUR. Dadurch sank das Eigenkapital auf 52.511 TEUR und die Eigenkapitalquote von 83,9 % auf 75,1 % zu Ende Dezember 2020. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 verringerte sich das Eigenkapital um 1.446 TEUR auf 51.065 TEUR, was hauptsächlich auf den Verlust aus dem Jahr 2021 zurückzuführen ist. Aufgrund der Übernahme von Brandfield und der entsprechenden Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerten sank die Eigenkapitalquote um 22,1 Prozentpunkte auf 53,0 % zum 31. Dezember 2021.

Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 14.092 TEUR auf 15.181 TEUR (31. Dezember 2020: 1.089 TEUR), hauptsächlich bedingt durch die Refinanzierung der Übernahme von Brandfield (9.750 TEUR) und die Erhöhung der Leasingverbindlichkeiten aufgrund des neuen Büros von fashionette (2.822 TEUR). Die latenten Steuerverbindlichkeiten erhöhten sich im Zusammenhang mit dem Unternehmenszusammenschluss mit Brandfield um 1.366 TEUR auf 1.653 TEUR (31. Dezember 2020: 287 TEUR). Der Anteil der langfristigen Verbindlichkeiten am Gesamtkapital stieg auf 15,7 % (31. Dezember 2020: 1,6 %).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten stiegen um 11.584 TEUR auf 27.140 TEUR (31. Dezember 2020: 15.556 TEUR), wobei der Zugang von Brandfield einen Anteil von 8.104 TEUR ausmacht. Die kurzfristigen Darlehen erhöhten sich um 2.322 TEUR auf 2.495 TEUR (31. Dezember 2020: 173 TEUR), davon 1.800 TEUR kurzfristiger Anteil der Refinanzierung Brandfield und 512 TEUR Leasingverbindlichkeiten. Die gesamten kurzfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf 30.164 TEUR (31. Dezember 2020: 16.364 TEUR) und der Anteil am Gesamtkapital stieg auf 31,3 % (31. Dezember 2020: 23,4 %).

Gesamtaussage des Vorstands zur Wirtschaftlichen Entwicklung

Obwohl die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen auch an uns nicht spurlos vorbeigegangen sind, hatten wir ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 mit starken Ergebnissen. Der Unternehmenszusammenschluss von fashionette und Brandfield ist ein Erfolg. Die erstmalige Einbeziehung von Brandfield hat uns auf eine neue Ebene gebracht: Wir sind nun eine Gruppe mit zwei Plattformen und einem Umsatz von 134 Mio. EUR. Wir haben unsere Erfolgsgeschichte in Europa fortgesetzt.

Außerdem haben wir im Hinblick auf unsere Bemühungen um Nachhaltigkeit nicht innegehalten. Wir arbeiten weiter an Themen wie Wiederverkauf und Beschaffung und haben in diesem Jahr Beschaffungsrichtlinien zur Unterstützung des Tier- und Artenschutzes festgelegt. Wir freuen uns darauf, unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiter auszubauen und sie im nächsten Geschäftsbericht mit Ihnen zu teilen.

Wir haben unseren angepassten Ausblick für 2021, veröffentlicht im August 2021, mit einem Anstieg des Nettoumsatzes um 40 % auf 134 Mio. EUR erreicht. Auf Pro-Forma-Basis stieg der Nettoumsatz um 21 %, d.h. konstant mit der Portfoliologik. Dies ist das Ergebnis unserer kontinuierlichen Bemühungen, das Einkaufserlebnis zu verbessern und dadurch das Wachstum zu fördern. Die sehr positive Entwicklung der aktiven Kund*innen mit einem Anstieg von 173 % (Pro-Forma-Basis 32 %) ist insbesondere auf den deutlichen Zuwachs der Neukund*innen um 130 % (Pro-Forma-Basis 27 %) zurückzuführen. Angesichts des allgemeinen Umfelds entwickelte sich das Geschäft in den Regionen DACH und Benelux aus unserer Sicht gut. Das Segment Sonstige hingegen wurde durch den Brexit und das daraus resultierende geminderte Einkaufserlebnis der Kund*innen beeinträchtigt.

Das bereinigte EBITDA im Jahr 2021 betrug 4,4 Mio. EUR, was einer bereinigten EBITDA-Marge von 3,3 % entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Ergebnis um 53 % gesunken. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist ein Wechsel des Logistikdienstleisters mit negativem Effekt auf das Bruttoergebnis auf Seiten von fashionette sowie weitere Investitionen in das Marketing. Trotz der Herausforderungen, die im Jahr 2022 auf uns zukommen, wie z. B. die angespannte und schwierig einzuschätzendes Stimmung der Verbraucher*innen und das inflationäre Umfeld, sind wir überzeugt, dass wir die richtige Grundlage geschaffen haben, um unsere Versprechen zu erfüllen.

Dank unserer kontinuierlichen Weiterentwicklung bekräftigen wir unser Ziel, die führende datengesteuerte E-Commerce-Gruppe für Premium- und Luxus-Modeaccessoires in Europa zu werden. Wir wollen unseren Kund*innen ein herausragendes, personalisiertes Einkaufserlebnis mit einer innovativen Technologie dahinter bieten. Denn nur wenn wir die Anforderungen und Wünsche unserer Kundinnen erfüllen, können wir langfristig den Unternehmenswert steigern. Das profitable Wachstum wird durch ein sorgfältiges Management unserer internen Ressourcen und der sich ständig verändernden Dynamik unserer Verbraucher*innen ermöglicht. Wir ermöglichen personalisiertes Online-Shopping von Premium- und Luxus-Modeaccessoires für alle, die ihr Outfit vervollständigen, akzentuieren und individualisieren möchten. Daran glauben wir und darauf arbeiten wir hin.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses für das Jahr 2021 sind dem Vorstand und dem Aufsichtsrat keine Risiken bekannt, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft ist von verschiedenen branchentypischen Chancen und Risiken abhängig. Im vorliegenden Risiko- und Chancenbericht werden die für fashionette und Brandfield als wesentlich erachteten Chancen und Risiken dargestellt sowie ein Überblick über das implementierte Risiko- und Chancenmanagementsystem gegeben. Als Instrument für den Vorstand und Aufsichtsrat haben fashionette und Brandfield ein Risikomanagementsystem mit den folgenden Elementen implementiert:

Ziel des RMS

Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Transparenz für Vorstand und Aufsichtsrat bezüglich Risiken und Chancen zu schaffen, ein gemeinsames Verständnis von Risiken und Chancen innerhalb des Unternehmens aufzubauen, unsere Risiko- und Chancenkultur zu fördern sowie risikobewusstes Handeln zu gewährleisten.

Identifikation und Überwachung von Chancen und Risiken

Die Identifizierung der Chancen und Risiken findet halbjährlich in Workshops statt und dient dazu, alle möglichen internen sowie externen Risiken zu erkennen, zu bewerten, zu dokumentieren und im Anschluss alle Mitarbeitenden dafür zu sensibilisieren.

Bewertung von Chancen und Risiken

Alle identifizierten Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr bewertet und inventarisiert. Die Inventarisierung erfolgt in unternehmensspezifischen Clustern. Die Zusammenfassung der einzelnen Cluster wird unter Verwendung der folgenden Heatmap dargestellt:

Die Eintrittswahrscheinlichkeit gibt die Höhe der Wahrscheinlichkeit wieder, mit der ein bestimmtes Risiko innerhalb von einem Jahr eintreten könnte. Die Bewertung der möglichen Auswirkung erfolgt mittels qualitativer Skalen. Die qualitative Bewertung bezieht sich auf die potenziellen operativen, finanziellen und rechtlichen Auswirkungen auf den Konzern. Auf Basis der Bewertung und der jeweiligen Kombination aus Wahrscheinlichkeit und Auswirkung werden Chancen und Risiken als sehr gering, gering, mittel, hoch und sehr hoch eingestuft. Die wesentlichen Chancen und Risiken werden in diesem Bericht ausführlich beschrieben.

Darstellung von Risiken

Im Berichtszeitraum wurden keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. In der folgenden Tabelle werden die Risikocluster inklusive Vorjahresvergleich dargestellt:

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2021 2020
ID - Risikocluster Bewertung /​ Risikoklasse Auswirkung Wahrscheinlichkeit Auswirkung Wahrscheinlichkeit
--- --- --- --- --- ---
Märkte & Wettbewerb
1. COVID-19-Pandemie mittel hoch möglich gering unwahrscheinlich
2. Markt- und Wettbewerbsstruktur mittel mittel möglich gering unwahrscheinlich
3. Zoll- und Außenhandelsbestimmungen niedrig sehr gering wahrscheinlich sehr gering unwahrscheinlich
4. Kund*innenstruktur niedrig sehr gering äußerst unwahrscheinlich sehr gering äußerst unwahrscheinlich
5. Marktvolumen niedrig gering unwahrscheinlich sehr gering äußerst unwahrscheinlich
6. Sortimentsausweitung niedrig sehr gering möglich sehr gering unwahrscheinlich
7. Eigenmarken mittel hoch unwahrscheinlich
Operativ
8. Logistik hoch sehr hoch möglich mittel unwahrscheinlich
9. Personal mittel mittel wahrscheinlich sehr gering unwahrscheinlich
10. IT-Sicherheit mittel sehr hoch unwahrscheinlich mittel äußerst unwahrscheinlich
11. Operative Steuerung mittel mittel unwahrscheinlich gering äußerst unwahrscheinlich
12. IT-Infrastruktur und -systeme mittel hoch unwahrscheinlich gering äußerst unwahrscheinlich
13. Bezugsquellen mittel hoch möglich gering Unwahrscheinlich
14. Unterschreitung von Planumsätzen mittel mittel möglich gering äußerst unwahrscheinlich
15. Vertragsabschlüsse niedrig gering äußerst unwahrscheinlich sehr gering äußerst unwahrscheinlich
Finanzen
16. Liquiditätsrisiken durch Forderungsausfall mittel gering sehr wahrscheinlich sehr gering möglich
17. Risiken im Zusammenhang mit den Aktien, Aktionärsstruktur niedrig sehr gering wahrscheinlich sehr gering unwahrscheinlich
18. Steuerrisiken mittel mittel unwahrscheinlich gering äußerst unwahrscheinlich
19. Währungsrisiken mittel mittel unwahrscheinlich sehr gering unwahrscheinlich
20. Risiken aus fehlendem Versicherungsschutz niedrig mittel äußerst unwahrscheinlich gering äußerst unwahrscheinlich
21. Liquiditätsrisiken aus Bankfinanzierung mittel mittel unwahrscheinlich gering äußerst unwahrscheinlich
Recht
22. Rufschädigung mittel hoch möglich gering unwahrscheinlich
23. Compliance mittel mittel unwahrscheinlich gering äußerst unwahrscheinlich
24. Rechtsstreitigkeiten mittel mittel unwahrscheinlic h gering äußerst unwahrscheinlich
25. Ungeschütztes geistiges Eigentum niedrig gering unwahrscheinlic h sehr gering äußerst unwahrscheinlich

1. Märkte und Wettbewerb

1.1 Markt- und Wettbewerbsstruktur

fashionette ist in einem dynamischen, fragmentierten und wettbewerbsintensiven Marktsegment tätig. Die vielfältigen Wettbewerber operieren unter verschiedenen Marken und umfassen sowohl im Online- als auch Offline-Handel Mode-Generalisten ebenso wie Spezialisten für Accessoires. Zudem sind die Lieferanten von fashionette überwiegend selbst Hersteller oder Händler mit einem eigenen Endkundenvertrieb. Daher ist mit zusätzlicher Wettbewerbsintensität zu rechnen, falls Lieferanten den kostengünstigeren Warenzugang für den Auf- und/​oder Ausbau von Online-Shops nutzen sollten. Ein zunehmender Wettbewerb im europäischen Markt für Premium- und Luxus-Modeaccessoires könnte sich negativ auf das Unternehmenswachstum sowie die Umsatz- und Ertragslage und damit auch die Wettbewerbssituation auswirken. fashionette ist überzeugt, mit dem proprietären, datengesteuerten Geschäftsmodell dynamisch und flexibel neue Trends, Nachfrageänderungen oder technologischen Fortschritt antizipieren zu können sowie Marktanteile gegenüber bestehenden und neuen Wettbewerbern zu sichern und auszubauen.

1.2 COVID-19-PANDEMIE

fashionette vertreibt Premium- und Luxus-Modeaccessoires in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in ausgewählten Ländern der EU und in Großbritannien. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und in Rezessionen könnten wirtschaftliche Rahmenbedingungen der entsprechenden Märkte Kaufkraft und Konsumverhalten der Verbraucher*innen beeinträchtigen und sich infolge geringerer Online-Bestellungen negativ auf das Unternehmenswachstum und die Entwicklung der operativen Profitabilität auswirken. Insbesondere durch die COVID-19-Pandemie ist die weitere wirtschaftliche Entwicklung ungewiss und könnte zu Änderungen im Nachfrageverhalten führen. fashionette ist überzeugt, mögliche Marktveränderungen bewältigen zu können und auch künftig vom Trend zum Online-Shopping sowie von Veränderungen im Einkaufsverhalten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie profitieren zu können.

2. Operativ

2.1 Logistik

Als Online-Plattform ist fashionette von der Belieferung durch Bezugsquellen als auch von einem externen Logistikdienstleister abhängig, um ein ansprechendes Sortiment gewährleisten und zeitnah ausliefern zu können. Die COVID-19-Pandemie beeinträchtigt die Lieferkette sowie die Logistik und erhöht die Unsicherheit in Bezug auf Lagerhaltung und Fulfillment als auch auf eine schnelle Lieferung. Verzögerungen in der Bestellabwicklung aufgrund von Personalmangel durch hohe Infektionszahlen oder Quarantäne können zu Umsatzverlusten, höheren Kosten in der Logistik sowie sinkender Zufriedenheit seitens unserer Kundinnen führen.

Um Lieferengpässe zu vermeiden, basiert der Beschaffungsprozess von fashionette auf langfristig im Voraus aufgestellten Planungen. Somit stellen wir sicher, dass der größte Teil der Saisonware frühzeitig vor der jeweiligen Verkaufssaison bestellt und angeliefert wird. Zusätzlich haben wir das Monitoring unserer Bestände intensiviert, um flexibel und frühzeitig auf Unterbrechungen in der Lieferkette reagieren zu können. Um unsere Lager- und Logistikkapazitäten auf einem hohen Niveau zu halten, haben wir mit unserem Logistikdienstleister eine Reihe zusätzlicher vorbeugender Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz eingeführt.

2.2 IT-Infrastruktur und- systeme

fashionette investiert kontinuierlich erhebliche Mittel und interne Ressourcen in die Weiterentwicklung der eigenen IT-Plattform und IT-Infrastruktur. Um erfolgreich zu arbeiten, haben wir eine umfangreiche Infrastruktur mit verschiedenen komplexen IT-Lösungen und -Schnittstellen entwickelt. Dieser hohe Grad an Interkonnektivität könnte ein erhebliches Risiko für das Unternehmen darstellen, wenn Daten aufgrund eines Systemausfalls nicht übertragen werden können. Darüber hinaus könnten Bedrohungen der Cybersicherheit wie unbefugter Zugriff von Innen oder Außen unsere internen Tools oder kundenorientierten Anwendungen stören. Wenn ein Cyberangriff erfolgreich ist, könnte fashionette einen schweren Schaden erleiden, der zu Umsatzverlusten, Rufschädigung oder nicht unerheblichem Wiederherstellungsaufwand führen kann. Derzeit beschäftigt fashionette ein qualifiziertes IT-Team von zehn Vollzeitmitarbeitenden und bis zu zehn externe Spezialisten. Dadurch sind wir in der Lage, unsere interne IT-Infrastruktur und die Support-Lösungen unserer Drittanbieter ständig zu überwachen, weiterzuentwickeln und zu verbessern. Im Jahr 2021 haben sich keine limitierenden Vorfälle ergeben. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden wir weiterhin erhebliche Investitionen in unsere IT tätigen.

3. Finanzen

3.1 Liquiditäts-, Ausfall- und Zinsrisiko

Finanzielle Risiken (Ausfallrisiko und Liquiditätsrisiko) sind aufgrund der aktuellen Liquiditätssituation nicht gegeben, fashionette verfügt zusätzlich zu den vorhandenen langfristigen Darlehen über Kontokorrentkredite von insgesamt 13.000 TEUR.

Dem Risiko variabler Zinsen (Zinsrisiko) aus ausgewählten langfristig variabel verzinsten Darlehen wurde durch im Berichtsjahr abgeschlossene laufzeitkongruente Zinsderivate begegnet. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements hat die Gesellschaft auch Vereinbarungen mit Factoring-Gesellschaften abgeschlossen, die das Ausfallrisiko der Schuldner tragen. Die Beendigung bestehender Factoring-Vereinbarungen könnte sich negativ auf die Liquiditätssituation und auch auf die Umsatz- und Ertragslage auswirken.

fashionette ist überzeugt, auch künftig steigende Gewinne durch Umsatzwachstum und Profitabilitätssteigerungen zu erzielen und somit die laufende Geschäftstätigkeit und Investitionen in die internationale Expansion finanzieren zu können.

4. Recht

4.1 Compliance

Die fashionette AG ist im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und unterliegt somit einer Vielzahl von zusätzlichen gesetzlichen Regelungen und Pflichten. Compliance-Risiken lassen sich ganz allgemein als Risiken verstehen, die aus Regelverstößen hervorgehen. Dabei können Risiken bezüglich der Unternehmensreputation, der Haftung, des Rechts sowie der Wirtschaftlichkeit auftreten. Diese können wiederum ernsthafte finanzielle Schäden zur Folge haben. Denn bei der Missachtung von Compliance-Richtlinien drohen Bußgelder, Umsatzeinbußen aufgrund von Reputationsverlust oder Schadensersatzforderungen. Wir verfolgen die laufende Rechtsprechung zu relevanten Themen und holen uns diesbezüglich Einschätzungen von erfahrenen Anwälten ein. Im Vorjahr wurden zwei interne Compliance-Officer damit beauftragt, den Aufbau eines umfassenden Compliance Management Systems für die Gesellschaft zu starten, um auf diese Weise in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung eine Compliance-Kultur zu etablieren, aus der sich feste Compliance-Ziele ableiten lassen. Im Jahr 2021 hat man bereits erste Schritte unternommen die Mitarbeitenden für Compliance-Themen zu sensibilisieren u.a. in Form von Schulungen zum Daten- und Arbeitsschutz.

Gesamtchancensituation

Die wesentlichen Chancen für die Gesellschaft haben sich seit der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts nicht verändert. Chancen, die zur signifikanten Übererfüllung der ehrgeizigen Ziele führen könnten, sind nicht bekannt.

Darstellung wesentlicher Chancen

Risiken, die sich auf die Wettbewerbssituation und wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft auswirken können, stehen Chancen gegenüber, die das Potenzial darstellen, auch Wachstum und Profitabilität zu begünstigen.

Nachfrage für Premium- und Luxus-Modeaccessoires

fashionette verfügt mit der Positionierung im europäischen Markt für Premium- und Luxus-Modeaccessoires über ein bewährtes und profitables Geschäftsmodell. Dabei gilt fashionette laut Marktforschungsunternehmen Statista als erste Anlaufstelle in Deutschland beim Kauf einer Designer-Handtasche. Das Unternehmen kann davon sowie von einem beschleunigten Trend zum Online-Shopping mit Umsatz- und Ergebnissteigerungen profitieren. Dabei bietet der europäische Markt für Premium- und Luxus-Modeaccessoires aufgrund der geringeren Online-Durchdringung ein höheres Wachstumspotenzial gegenüber generalisierten Produktsegmenten und Märkten.

Proprietäre, datengesteuerte Plattform

Für die Nachfrage nach Premium- und Luxus-Modeaccessoires der Gesellschaft sind folgende Fähigkeiten der proprietären, datengesteuerten Online-Plattform entscheidend: Bereitstellung eines relevanten und breiten Produktangebots, Schnelligkeit in der Auslieferung von Bestellungen, Attraktivität der Premium- und Luxus-Modeaccessoires und des Preisangebots sowie erfolgreiche Vermarktung der Produkte und Exzellenz des Kund*innenservices. Durch die Erweiterung des Angebots an Premium- und Luxus-Modeaccessoires, die Optimierung des Einkaufserlebnisses und die kontinuierliche Fokussierung auf operative Exzellenz und hochwertigen Kund*innenservice ist fashionette überzeugt, weiter von einem Anstieg der Nachfrage nach Premium- und Luxus-Modeaccessoires profitieren zu können.

Markenbekanntheit

fashionette ist eine führende Online-Plattform für Premium- und Luxus-Modeaccessoires in Deutschland mit hoher Markenbekanntheit. Laut Marktforschungsunternehmen Statista ist fashionette der bekannteste Online- Shop für Designer-Handtaschen in Deutschland. Die langjährige Marktpräsenz der Marke "fashionette" und die kontinuierlichen Investitionen in Marketing und Markenaufbau haben es dem Unternehmen ermöglicht, viele langfristige Beziehungen zu zahlreichen Designermarken und Lieferanten in Europa aufzubauen und damit Markteintrittsbarrieren für neue Wettbewerber zu schaffen. Die Möglichkeit, Premium- und Luxus- Modeaccessoires verschiedener Designermarken zu vergleichen, aktuelle Trends zu erkennen und dabei das Risiko von Produktfälschungen zu minimieren, trägt zum Vertrauen in die Marke "fashionette" und damit zu deren Bekanntheit bei. fashionette ist überzeugt, dass Website-Besucher*innen durch das Einkaufserlebnis zu aktiven Kundinnen werden sowie entsprechende Wiederholungskäufe gestärkt werden und damit entscheidend zu Umsatz und operativem Ergebnis beitragen können.

Kund*innenbindung

fashionette ist überzeugt, mit einem inspirierenden Einkaufserlebnis die Kund*innenbindung zu erhöhen sowie loyale und dauerhafte Beziehungen zu seinen Kund*innen aufzubauen. Die Kund*innenbindung ist maßgeblich, um die Häufigkeit von Wiederholungskäufen und infolgedessen das Auftragsvolumen bei geringeren Marketingkosten im Verhältnis zum Umsatz zu steigern. Zur Erhöhung des durchschnittlichen Bestellwerts erweitert die Gesellschaft die Auswahl der bestehenden Produktkategorien kontinuierlich und investiert zusätzlich in nutzenbringende Inhalte sowie ein kontinuierlich verbessertes Kund*innenerlebnis. fashionette ist überzeugt, bei der Steigerung des durchschnittlichen Bestellwerts gleichzeitig sowohl beträchtliche Marketinginvestitionen tätigen zu können als auch die operative Profitabilität zu steigern.

PROGNOSEBERICHT

• Künftige gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Lage

• Ausblick

Künftige gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Lage

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) steht die Weltwirtschaft Anfang 2022 schwächer da als im Oktober 2021 erwartet. Das globale Wachstum wird sich voraussichtlich von 5,9 % im Vorjahr auf 4,4 % im Jahr 2022 abschwächen - ein halber Prozentpunkt weniger als in der Prognose von Oktober. Die Hauptgründe dafür waren Abwärtskorrekturen in den beiden größten Volkswirtschaften, die insbesondere auf die frühere Rücknahme der akkommodierenden Geldpolitik und die anhaltenden Angebotsengpässe in den USA zurückzuführen waren, sowie pandemiebedingte Störungen im Zusammenhang mit der COVID-19- Nulltoleranzpolitik und anhaltende finanzielle Spannungen bei Immobilienentwicklern in China. Im Oktober ging der IWF außerdem davon aus, dass hohe Inflationsraten länger als angenommen fortbestehen werden, da die Unterbrechungen der Lieferketten und die hohen Energiepreise auch 2022 noch anhalten werden. Es wird erwartet, dass der Inflationsdruck im Laufe des Jahres 2022 nachlässt und sich die Versorgungsengpässe und die Rohstoffpreise wieder normalisieren. Für die Eurozone erwartet der IWF einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,9 % nach einer Abwärtskorrektur von 0,4 Prozentpunkte. Hier fiel die Korrektur der Wirtschaftswachstumsprognose für Deutschland um 0,8 Prozentpunkte auf 3,8 % auf, die vor allem die Anfälligkeit der exportorientierten Wirtschaft für Schocks in der Lieferkette widerspiegelt. 11

Nach Angaben der Unternehmensberatung Bain & Company wird der globale Markt für Luxusgüter bis 2022 um bis zu 9,5 % auf 310 Mrd. EUR anwachsen. Der globale Trend vom Offline- zum Online-Handel wird sich auch im Luxusgütermarkt weiter beschleunigen und in den kommenden Jahren unter allen Vertriebskanälen das stärkste Wachstum verzeichnen. 12

Die Unternehmensberatungen The Business of Fashion und McKinsey & Company gehen davon aus, dass die globale Beauty-Branche im Jahr 2022 das Niveau vor der COVID-19-Pandemie übertreffen und einen Wert von 560 Mrd. USD übersteigen wird, was einem jährlichen Wachstum von 8 % entspricht. Das Beauty-Segment mit dem stärksten erwarteten Wachstum ist Parfüms mit 18 %, gefolgt von Hautpflege mit 10 % und Haarpflege mit 6 %. Es wird erwartet, dass nicht-digitale Kanäle Marktanteile verlieren werden, wobei der Online-Verkauf bis 2022 23 % des Beauty-Marktes ausmachen wird, was einem Wachstum von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. 13

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) erwartet, dass die verlässliche Leistung der digitalen Händler dazu beitragen wird, den Umsatzanteil des E-Commerce am gesamten Einzelhandel bis 2022 weiter zu erhöhen. Er prognostiziert ein Umsatzwachstum von 12,0 % auf über 110 Mrd. EUR. 14

11 https:/​/​www.imf.org/​-/​media/​Files/​Publications/​WEO/​2022/​Update/​January/​English/​text.ashx

12 https:/​/​altagamma.it/​media/​source/​Altagamma%20-%20Bain%20Luxury%20Market%20Monitor%202021_​l.pdf

13 https:/​/​www.mckinsey.com/​~/​media/​mckinsey/​industries/​retail/​our%20insights/​state%20of%20fashion/​2022/​the-state-of-fashion-2022.pdf

14 https:/​/​www.bevh.org/​presse/​pressemitteilungen/​details/​e-commerce-ist-das-neue-normal-branchenumsatz-waechst-2021-auf-mehr-als-100-mrd-euro.html

Ausblick

Der Vorstand der fashionette AG geht mit Zuversicht in das Jahr 2022. Das signifikante Wachstum der letzten Jahre unterstreicht nach Ansicht des Vorstands das große Expansionspotenzial der Gruppe. Für fashionette steht das Einkaufserlebnis der Kundi*nnen im Mittelpunkt. Den Kundi*nnen wird nicht nur angeboten, was sie suchen, sondern sie erhalten auch Ideen, wie sie diese Artikel mit anderen Modeprodukten kombinieren können, um den perfekten Look zu finden oder zu ergänzen. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass ein personalisiertes Einkaufserlebnis und eine kuratierte Produktauswahl über die firmeneigene Online-Plattform der fashionette AG den Unterschied in einem dynamisch wachsenden Markt ausmachen werden.

In diesem Zusammenhang schafft die firmeneigene Technologieplattform in Verbindung mit dem kund*innenrelevanten Angebot hervorragende Rahmenbedingungen, um das profitable Wachstum von fashionette weiter voranzutreiben.

Der Vorstand geht davon aus, dass die Gruppe weiterhin von der beschleunigten Verlagerung des stationären Einzelhandels hin zum E-Commerce im europäischen Marktsegment für Premium- und Luxus-Modeaccessoires profitieren wird.

Die fashionette AG verfolgt daher das Ziel, deutlich schneller als der Online-Modemarkt zu wachsen und den Marktanteil der Gruppe weiter auszubauen, um Europas führende E-Commerce-Gruppe für Premium- und Luxus-Modeaccessoires zu werden. Der Vorstand ist überzeugt, dass diese Strategie den Wert des Unternehmens langfristig maximieren wird.

Der Ausblick basiert auf der Annahme eines stabilen Portfolios. Die relevanten Chancen und Risiken, die den Ausblick beeinflussen, werden im Chancen- und Risikobericht dieses zusammengefassten Lageberichts erläutert. Der Ausblick basiert auf der aktuellen Einschätzung der Auswirkungen, die sich aus der geopolitischen Lage und der Weltwirtschaft ergeben. Er geht davon aus, dass es zu keiner weiteren wesentlichen Verschlechterung kommt. Die Unsicherheiten, die sich aus der Entwicklung der aktuellen geopolitischen Lage ergeben, könnten wesentliche Auswirkungen auf die operative und finanzielle Leistung von fashionette haben. Weitere zu berücksichtigende Faktoren:

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Schwächung des Konsumklimas und des diskretionären Einkommens aufgrund der makroökonomischen Bedingungen
inflationäres Umfeld, das das verfügbare Einkommen der Verbraucherinnen zusätzlich belastet
erhöhter Kostendruck

Umsatz

Der Vorstand der fashionette AG erwartet für das Geschäftsjahr 2022 ein Wachstum der Nettoumsätze von 16 % bis 21 % (2021: 154,8 Mio. EUR) auf Pro-forma-Basis bzw. 34 % bis 40 % des Konzernumsatzes (2021: 133,8 Mio. EUR). Dieses Wachstum wird in beiden Segmenten DACH und Benelux & Sonstige erwartet.

Ertrag

Der Vorstand erwartet weiterhin ein bereinigtes EBITDA von 5 Mio. EUR bis 7,5 Mio. EUR (2021: 5,7 Mio. EUR aus Pro-forma-Basis oder 4,4 Mio. EUR auf konsolidierter Basis), davon ca. 75 % in der DACH Region und ca. 25 % in der Region Benelux & Sonstige.

Es wird erwartet, dass die Zahl der Neukund*innen im Jahr 2022 um etwa 18 % bis 25 % (2021: 26,7 % auf Proforma-Basis) über dem Vorjahr liegen wird und der aktive Kund*innenstamm weiter ausgebaut wird. Auch die übrigen nicht-finanziellen Leistungsindikatoren werden sich voraussichtlich wie im Vorjahr weiter positiv entwickeln.

ERGÄNZENDER LAGEBERICHT DER FASHIONETTE AG

Der Jahresabschluss der fashionette AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt. Die fashionette AG ist die Muttergesellschaft des fashionette-Konzerns und ist ebenfalls operativ tätig.

Steuerungssystem

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung der fashionette AG sind Nettoumsatzerlöse, Bruttoergebnis und Bruttoergebnismarge, berichtetes EBITDA und berichtete EBITDA-Marge sowie bereinigtes EBITDA und bereinigte EBITDA-Marge.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die wichtigsten nicht finanziellen Leistungsindikatoren für die Steuerung der fashionette AG sind Anzahl Bestellungen, durchschnittlicher Warenkorb, Anzahl aktive Kund*innen sowie Anzahl Neukund*innen.

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Nicht finanzielle Leistungsindikatoren 2021 2020 Δ
Anzahl der Bestellungen (in tausend) 774 608 27,3 %
Durchschnittlicher Warenkorb (in EUR) 244 261 -6,5 %
Aktive Kund*innen (in tausend, LTM) 454 357 27,2 %
Neukund*innen (in tausend) 302 240 25,9 %

Anzahl der Bestellungen

Anzahl der Kund*innenbestellungen auf einer der Websites der fashionette AG nach Stornierungen und vor Retouren. Die Erfassung erfolgt am Tag der Bestellung, sodass erfasste und ausgelieferte Bestellungen voneinander abweichen können.

Durchschnittlicher Warenkorb

Verhältnis des Bestellwerts zur Anzahl der Bestellungen.

Aktive Kund*innen (Vergangene zwölf Monate, LTM)

Anzahl von Kunden*innen mit mindestens einer Bestellung in den vergangenen zwölf Monaten über eine Website der fashionette AG vor Retouren.

Neukund*innen

Anzahl von Kund*innen mit Erstbestellungen über eine Website der fashionette AG vor Retouren.

Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die fashionette AG mit Steigerungen in allen Produktkategorien ein Wachstum der Nettoumsatzerlöse nach Gutschriften für Retouren und Rabatte von 14,9 % auf TEUR 108.925 (2020: TEUR 94.812). Zum Umsatzwachstum trugen die um 25,9 % gestiegenen Neukund*innenzahlen bei sowie der Anstieg aktiver Kunden*innen um 27,2 % bei.

Mit einem Anteil am Nettoumsatz von 84,2 % (2020: 85,0 %) verzeichnete die DACH-Region als wichtigster geografischer Markt für fashionette ein Wachstum von 13,8 %. Die nicht-deutschsprachigen Länder wuchsen um 21,3 % auf TEUR 17.158 (2020: TEUR 14.150). Die Anzahl der Bestellungen stieg um 27,3 % auf 773.842 (2020: 607.687). Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 verzeichnete fashionette 454.167 aktive Kunden*innen (31. Dezember 2020: 357.084).

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GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (verkürzt) 2021 2020 A
TEUR TEUR
--- --- --- ---
Bruttoumsatzerlöse 188.370 162.584 15,9 %
Gutschriften 79.445 67.772 17,2 %
Nettoumsatzerlöse 108.925 94.812 14,9 %
Materialaufwand /​ Aufwand bezogene Waren 69.550 57.298 21,4 %
Bruttoergebnis 39.375 37.514 5,0 %
Bruttoergebnismarge 36,1 % 39,6 % -3,5 PP
sonstige betriebliche Erträge 2.327 1.705 36,5 %
Personalaufwand 8.089 7.500 7,9 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 32.360 25.838 25,2 %
EBITDA (berichtet) 1.254 5.881 -78,7 %
EBITDA-Marge (berichtet) 1,2 % 6,2 % -5,0 PP

Das im Wesentlichen um Einmaleffekte für Beratungsaufwendungen und nicht der Geschäftstätigkeit zuordenbaren Aufwendungen bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 um 75,0 % auf TEUR 2.226 (2020: TEUR 8.894) bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 2,0 % (2020: 9,4 %). Das berichtete EBITDA sank um 78,7 % auf TEUR 1.254 (2020: TEUR 5.881) bei einer berichteten EBITDA-Marge von 1,2 % (2020: 6,2 %).

Sondereffekte sind im Wesentlichen in Form von Einmal-Aufwendungen in Verbindung mit dem Wechsel des Logistikdienstleisters und Beratung in Verbindung mit der Umstellung auf den IFRS-Standard von insgesamt TEUR 973 (2020: TEUR 3.013) enthalten. Diese Sondereffekte werden im bereinigten EBITDA nicht berücksichtigt.

Die Überleitung auf das bereinigte EBITDA und die Verteilung der Sondereffekte auf die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

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2021 2020 A
Überleitung EBITDA (bereinigt) TEUR TEUR
--- --- --- ---
EBITDA (berichtet) 1.254 5.881 -78,7 %
Einmaleffekte
Aufwendungen und Erträge i. V. m. Börsengang 0 2.699
Einmalige Beratungsaufwendungen 423 156
Aufwendungen nicht der Geschäftstätigkeit zuordenbar 549 158
Summe Einmaleffekte 972 3.013
EBITDA (bereinigt) 2.226 8.894 -75,0 %
EBITDA-Marge (bereinigt) 2,0 % 9,4 % -7,4 PP

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die fashionette AG ein Wachstum der Nettoumsatzerlöse nach Gutschriften für Retouren und Rabatte von 14,9 % auf TEUR 108.925 (2020: TEUR 94.812). Zum Umsatzwachstum trugen insbesondere die um 25,9 % gestiegenen Neukund*innenzahlen bei. Die Abweichung in den Nettoumsatzerlöse zur Prognose des Vorjahres resultiert aus in noch im Jahr 2021 überwundenen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wechsel des Logistikdienstleisters.

Der Materialaufwand erhöhte sich volumenbedingt um 21,4 % auf TEUR 69.550 (2020: TEUR 57.298). Der Materialaufwand beinhaltet eine Bestandsminderung in Höhe von TEUR 926 aufgrund von Inventurdifferenzen und Diebstahl. Dies führt zu Schadensersatzforderungen gegenüber dem Logistikdienstleister, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen Forderungen ausgewiesen sind. Daraus ergibt sich ein negativer Effekt auf die Rohertragsmarge von 0,9 Prozentpunkten. Bereinigt um diesen Effekt liegt die operative Rohertragsmarge im Geschäftsjahr 2021 bei 37,0 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen insbesondere durch Schadenersatzansprüche aus Inventurdifferenzen und Diebstahl um 36,5 % auf TEUR 2.327 (2020: TEUR 1.705).

Der Personalaufwand erhöhte sich im Berichtsjahr aufgrund des Anstiegs der durchschnittlichen Mitarbeiter*innenzahlen um 16,2% auf 172 Beschäftigte (31. Dezember 2020: 148) um 7,9% auf insgesamt TEUR 8.089 (2020: TEUR 7.500).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen lagen mit TEUR 2.503 auf Vorjahresniveau (2020: TEUR 2.434). Davon entfielen TEUR 1.415 auf die nach HGB linear vorzunehmenden Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts (2020: TEUR 1.415).

Sonstige betriebliche Aufwendungen erhöhten sich in Relation zum Umsatzwachstum im Wesentlichen durch den Anstieg der Vertriebs- und Marketingkosten sowie der übrigen betrieblichen Kosten um 25,2 % auf TEUR 32.360 (2020: TEUR 25.838).

Die oben genannten Bewegungen resultieren in einem Jahresfehlbetrag von TEUR 2.394 (2020: Jahresüberschuss TEUR 872).

Finanzlage

Die fashionette AG verfügte zum 31. Dezember 2021 über liquide Mittel in Höhe von TEUR 5.386 (31. Dezember 2020: TEUR 21.835). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entwickelten sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt:

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Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit belief sich auf TEUR -15.305 (2020: TEUR 5.241), was im Wesentlichen auf den Aufbau von Vorratsvermögen zurückzuführen ist.
Die Investition in den Unternehmenskauf der Brandfield Gruppe führte im Wesentlichen zu einem Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR -21.320 (2020: TEUR -685).
Die fashionette AG hat im vierten Quartal 2021 eine Refinanzierung der Brandfield -Akquisition mit zwei Banken erfolgreich umgesetzt. Dabei wurde die Landesbank Baden-Württemberg als neue Hausbank hinzugewonnen. Der Finanzierungsbetrag beläuft sich auf insgesamt EUR 12 Mio., die Laufzeit beträgt 5 Jahre. Die Deutsche Bank und die Landesbank Baden-Württemberg sind je zur Hälfte an der Refinanzierung beteiligt. Die Zinssätze sind fest und variabel und bewegen sich derzeit zwischen 1,2% - 1,9%. Die Kredite sind unbesichert. Daraus resultiert im Wesentlichen ein Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von TEUR 10.220 (2020: TEUR 33.578).

Im Geschäftsjahr 2021 verbuchte die fashionette AG einen Abfluss an liquiden Mitteln von TEUR 26.405 (2020: Zufluss TEUR 38.134). Der Abfluss resultiert im Wesentlichen aus der Brandfield Akquisition und dem Aufbau des Vorratsvermögens. Der Finanzmittelfonds betrug am 31.12.2021 TEUR 5.375 (31. Dezember 2020: TEUR 31.829). Zum Abschlussstichtag bestanden Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 11.561 (31. Dezember 2020: TEUR 6), wovon TEUR 1.811 (Vorjahr: TEUR 6) eine Restlaufzeit von einem Jahr haben und TEUR 9.750 (Vorjahr: TEUR 0) eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahre. Im Rahmen der Refinanzierung der Brandfield Akquisition wurde die Betriebsmittelfinanzierung im vierten Quartal 2021 neu strukturiert. Die bisherigen Kontokorrentkredite mit fester Laufzeit bei der Deutschen Bank und der Hypo Vereinsbank in Höhe von jeweils 7,5 Millionen Euro wurden durch drei neue Kontokorrentkredite in Höhe von insgesamt 11 Millionen Euro ersetzt. Die Kredite sind unbefristet und unbesichert.

Die fashionette AG verfügt aus Sicht des Vorstandes über ausreichend liquide Mittel zur Finanzierung der weiteren Wachstumspläne.

Vermögenslage

Die Vermögenslage ist in der folgenden verkürzten Bilanz dargestellt:

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BILANZ 31.12.2021 31.12.2020 Δ
TEUR TEUR
--- --- --- ---
Anlagevermögen 35.079 16.253 +115,8 %
Umlaufvermögen 54.463 62.112 -12,3 %
Rechnungsabgrenzungsposten 863 713 +21,0 %
AKTIVA 90.405 79.078 +14,3 %
Eigenkapital 63.975 66.369 -3,6 %
Rückstellungen 1.697 1.074 +58,0 %
Verbindlichkeiten 24.733 11.635 +112,6 %
PASSIVA 90.405 79.078 +14,3 %

Die Bilanzsumme der fashionette AG erhöhte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 insbesondere infolge der Akquisition der Brandfield Gruppe um 14,3 % auf TEUR 90.405 (31. Dezember 2020: TEUR 79.078).

Der Unternehmenskauf Brandfield führte zu einem Anstieg des Anlagevermögens um 115,8 % auf TEUR 35.079 (31. Dezember 2020: TEUR 16.253). Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen stieg auf 38,8 % (31. Dezember 2020: 20,6 %).

Das Umlaufvermögen hat sich im Geschäftsjahr 2021 um TEUR 7.649 auf TEUR 54.463 (31. Dezember 2020: TEUR 62.112) reduziert. Das Vorratsvermögen stieg dabei um TEUR 15.038 auf TEUR 36.891 (31. Dezember 2019: TEUR 21.852). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Vermögensgegenständen stiegen um TEUR 3.763 auf TEUR 12.187 (31.12.2020: TEUR 8.424). Die liquiden Mittel inklusive der sonstigen kurzfristigen Wertpapiere (31.12.2021: TEUR 0, Vorjahr TEUR: 10.000) sanken im Geschäftsjahr 2021 um TEUR 26.450 auf TEUR 5.386 (31. Dezember 2020: TEUR 21.835) im Wesentlichen bedingt durch die Unternehmensakquisition von Brandfield sowie durch den Aufbau von Working Capital.

Das Eigenkapital sank um 3,6 % auf TEUR 63.975 (31. Dezember 2020: TEUR 66.369), im Wesentlichen bedingt durch den Jahresverlust 2021. Die Eigenkapitalquote liegt zum 31.12.2021 bei 70,8 % (31. Dezember 2020: 83,9 %).

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich im Wesentlichen durch ausstehende Rechnungen sowie Prüfungs- und Abschlusskosten auf insgesamt TEUR 1.697 (31. Dezember 2020: TEUR 1.074).

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um >100 % auf TEUR 24.733 (31. Dezember 2020: TEUR 11.635), im Wesentlichen bedingt durch die Refinanzierung der Brandfield-Akquisition. Damit stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 11.550 auf TEUR 11.561 (31.12.2020: TEUR 6). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen und sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 13,3 % auf TEUR 13.172 (31. Dezember 2020: TEUR 11.629). Der Anteil der Verbindlichkeiten am Gesamtkapital stieg auf 27,4 % (31. Dezember 2020: 14,7 %).

Chancen und Risiken

Die Chancen und Risiken der fashionette AG sind dieselben wie für den Konzern. Wir verweisen daher auf den Chancen- und Risikobericht dieses zusammengefassten Lageberichts.

Ausblick fashionette AG

Die Prognose für die fashionette AG in Bezug auf das wirtschaftliche Umfeld und die Erwartungen für das operative Geschäft entspricht im Wesentlichen der Prognose für den fashionette-Konzern, siehe Kapitel Ausblick dieses zusammengefassten Lageberichts.

Für 2022 erwartet der Vorstand der fashionette AG einen Anstieg des Nettoumsatzes von rund 16 % bis 21 %. Die Anzahl der Neukund*innen soll dabei ca. 18 % bis 25 % über dem Vorjahr liegen, auch bei den übrigen nicht finanziellen Leistungsindikatoren wird von einer Entwicklung wie im Geschäftsjahr 2021 ausgegangen. Die bereinigte EBITDA-Marge (bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) soll im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen.

Düsseldorf, den 31. März 2022

Geschäftsführung

gez. Daniel Raab

gez. Thomas Buhl

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva in TEUR

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31.12.2021 31.12.2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.655 1.275
2. Geschäfts- oder Firmenwert 12.734 14.149
3. Geleistete Anzahlungen 152 544
14.542 15.968
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 330 285
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 17.729 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.478 0
20.207 0
35.079 16.253
B. Umlaufvermermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 145 72
2. Waren 36.635 21.545
3. Geleistete Anzahlungen 111 236
36.891 21.853
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.126 7.636
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.061 788
12.187 8.424
III. Wertpapiere
Sonstige Wertpapiere 0 10.000
IV. Kassenbestand und Guthaben in Kreditinstituten 5.386 21.835
54.464 62.112
C. Rechnungsabgrenzungsposten 863 713
Summe Aktiva 90.405 79.078

Passiva in TEUR

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A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 6.200 6.200
II. Kapitalrücklage 59.200 59.200
III. Bilanzverlust/​-gewinn -1.425 969
63.975 66.369
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 1.697 1.074
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.561 6
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 523 178
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.499 7.790
4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.151 3.661
24.734 11.635
90.405 79.078

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum zum 1. Januar bis 31. Dezember 2021 in TEUR

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2021 2020
1. Umsatzerlöse 108.926 94.812
a) Bruttoumsatzerlöse 188.370 162.584
b) abzgl. Gutschriften 79.444 67.772
2. Sonstige betriebliche Erträge 2.327 1.705
davon aus der Währungsumrechnung TEUR 425 (Vj. TEUR 368)
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren 69.550 57.298
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.894 6.487
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 1.195 1.013
davon für Altersversorgung TEUR 6 (Vj. TEUR 7)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.503 2.434
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 32.360 25.838
davon aus der Währungsumrechnung TEUR 424 (Vj. TEUR 529)
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 15 18
davon Erträge aus der Abzinsung TEUR 2 (Vj. TEUR 0)
8. Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 3 9
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.330 1.460
10. Steuern vom Einkommen und Ertrag -173 1.124
11. Ergebnis nach Steuern -2.394 872
12. Jahresfehlbetrag/​-überschuss -2.394 872
13. Gewinn-/​Verlustvortrag aus dem Vorjahr 969 97
14. Bilanzverlust/​- gewinn -1.425 969

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

A. Allgemeine Angaben

Die fashionette AG ("Gesellschaft") ist eine in Deutschland gegründete Kapitalgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, Deutschland. Die Gesellschaft ist unter der Firma fashionette AG im Handelsregister des Amtsgerichtes Düsseldorf unter der Nummer HRB 91139 eingetragen. Die Gesellschaft wurde mit Umwandlungsbeschluss vom 22. September 2020 und Handelsregistereintragung vom 1. Oktober 2020 von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Die fashionette AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem deutschen Aktiengesetz. Die fashionette-Stammaktien sind seit dem 29. Oktober 2020 an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main (Segment Scale/​Freiverkehr) notiert.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes unter Anwendung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gem. § 267 Abs. 3 S. 2 HGB i. V. m. § 264 d HGB. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266, 275 HGB sowie §§ 150 ff. AktG. Umsatzerlöse werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Bruttoumsatzerlöse abzgl. Gutschriften dargestellt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie im Vorjahr nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

Der Jahresabschluss wurde grundsätzlich nach den gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen wie im Vorjahr aufgestellt. Im Geschäftsjahr 2021 weist die Gesellschaft das Eigenkapital und die Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend den aktienrechtlichen Ergänzungen zum Handelsgesetzbuch aus.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend planmäßig linear abgeschrieben.

Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Unterschiedsbetrag, um den der Wert der einzelnen Vermögensgegenstände abzüglich der Schulden im Zeitpunkt der Unternehmensübernahme die Gegenleistung übersteigt, angesetzt und entsprechend ihre zeitlich begrenzte Nutzbarkeit planmäßig abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf Grundlage der wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter zwischen EUR 250,00 - EUR 1.000,00 werden auf einem Konto gesammelt und über die Laufzeit von 5 Jahren linear abgeschrieben. Wirtschaftsgüter bis EUR 250,00 werden sofort abgeschrieben. Die Abschreibungen auf die Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten und die Ausleihungen zum Nennwert bzw. zu den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten ausgewiesen. Die Ermittlung des niedrigeren beizulegenden Werts erfolgt über ein Ertragswertverfahren, wobei die Planzahlen für die einzelnen Gesellschaften als eine Geschäftseinheit gruppiert betrachtet werden.

Die Vorräte werden mit den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert unter Beachtung des Niederstwertprinzips, angesetzt. Handelswaren mit verminderter Marktgängigkeit werden auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Vorräte sind frei von Rechten Dritter, abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten sind durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die Gewinnrealisierung wird durch eine angemessene Abwertung der Forderungen in Höhe der zu erwartenden Retouren angepasst. Die Bildung erfolgt nach der Bruttomethode. Hiernach wird neben dem Gewinnanteil der Retoure auch der Materialaufwand der zu erwartenden Retouren berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen. Es sind keine Positionen im Sinne § 250 Abs. 3 HGB enthalten.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, drohende Verluste sowie ungewissen Verbindlichkeiten auf Grundlage einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung. Sie werden mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet, d. h. künftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Rückstellungsbeträge mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.

Die Verbindlichkeiten bzw. erhaltenen Anzahlungen sind grundsätzlich mit dem Erfüllungsbetrag bzw. Nennwert angesetzt.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Erlöse für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich am Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§252 Abs. 1 Nr. 4 HB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Bei Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke bzgl. der Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnung enthalten im Wesentlichen realisierte Währungskursdifferenzen.

C. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel als Anlage des Anhangs dargestellt.

Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert wird über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben, da davon ausgegangen wird, dass die übernommenen Kundenbeziehungen, die Marktstellung und das Know-how sich über diesen Zeitraum auswirken werden.

Angaben zum Anteilsbesitz der fashionette AG gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Im Rahmen des Kaufvertrages vom 29. April 2021 hat die fashionette AG 100% der Anteile an den folgenden Gesellschaften erworben. Der rechtliche und wirtschaftliche Übergang des Anteilsbesitzes erfolgte zum Stichtag 01.07.2021.

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Gesellschaft Firmensitz Land Jahresergebnis 2021 * in TEUR Eigenkapital 31.12.2021 in TEUR Anteile am Kapital in %
Brandfield Holding B.V. Bornholmstraat 82, 9723 AZ Groningen Niederlande -115 1.838 100
Brandfield B.V. Bornholmstraat 82, 9723 AZ Groningen Niederlande 328 2.395 100
Fastylo Holding B.V. Bornholmstraat 86, 9723 AZ Groningen Niederlande 5 -669 100
Favorite Brands B.V. Bornholmstraat 86, 9723 AZ Groningen Niederlande 759 -1.615 100

* Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli 2021 - 31. Dezember 2021

Anteile und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen

Ausleihungen umfassen ausschließlich Darlehen an verbundene Unternehmen, die mit einem Zinssatz von 2% p.a. verzinst werden und kurzfristig fällig gestellt werden können. Die Darlehen haben eine Laufzeit > 5 Jahre und werden daher unter den Ausleihungen im Anlagevermögen dargestellt. Die Anteile und Ausleihungen wurden auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Eine Zu- bzw. Abschreibung erfolgte nicht.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten wie im Vorjahr keine Forderungen gegen die Gesellschafter. Die Forderungen gegen Factoringunternehmen aus bereits verkauften, jedoch noch nicht bezahlten Kundenforderungen, werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen Kreditoren aus Gutschriften, Werbekostenzuschüssen, Bonus-Vereinbarungen in Höhe von TEUR 783 (Vorjahr: TEUR 469), Umsatzsteuer- und Vorsteuerforderungen in Höhe von TEUR 882 (Vorjahr: TEUR 113) sowie Forderungen aus Haftungsfällen TEUR 1.118 (Vorjahr: TEUR 0).

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2021 entsprechend dem Vorjahr EUR 6.200.000,00. Das Grundkapital ist in 6.200.000,00 nennbetragslose Stückaktien mit einem Nominalwert von EUR 1,00 je Aktie eingeteilt. Die Gesellschaft hält keine eigenen Aktien.

Die Kapitalrücklagen betragen zum 31.12.2021 TEUR 59.200 und entsprechen dem Vorjahr.

Genehmigtes Kapital 2020

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Oktober 2025 das Grundkapital der Gesellschaft ein- oder mehrmalig um bis zu insgesamt EUR 3.100.000,00 durch Ausgabe von bis zu 3.100.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen zu erhöhen und unter Zustimmung des Aufsichtsrats und bestimmten Voraussetzungen unter Einhaltung bestimmter Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als genehmigtes Kapital 2020 eingetragen.

Bedingtes Kapital 2020/​I

Das Grundkapital der Gesellschaft wurde um bis zu EUR 310.000,00 durch Ausgabe von bis zu 310.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht.

Das bedingte Kapital 2020/​I dient zur Ausführung von Optionsrechten aus dem "Aktienoptionsprogramm 2020" für Mitglieder des Vorstandes und Arbeitnehmer der Gesellschaft. Die Laufzeit endet am 15. Oktober 2024. Dieses bedingte Kapital ist im Handelsregister als bedingtes Kapital 2020/​I eingetragen.

Bedingtes Kapital 2020/​11

Das Grundkapital der Gesellschaft wurde um bis zu EUR 2.190.000,00 durch Ausgabe von bis zu 2.190.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht.

Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen sowie Genussrechten mit Options- oder Wandlungsrecht, die gemäß der von der Hauptversammlung am 16. Oktober 2020 beschlossenen Ermächtigung bis zum 15. Oktober 2025 von der Gesellschaft, von ihr abhängigen oder von im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen ausgegeben werden. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungs- bzw. Optionspflichten oder durch Ausübung von Andienungsrechten entstehen, am Gewinn teil. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie von Options- oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird oder Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden, soweit nicht eigene Aktien oder neue Aktien aus dem genehmigten Kapital zur Erfüllung eingesetzt werden.

Von der Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital ist im Handelsregister als bedingtes Kapital 2020/​II eingetragen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.697 (Vorjahr: TEUR 1.074) beinhalten im Wesentlichen Personalrückstellungen TEUR 412 (Vorjahr: TEUR 471), Rückstellungen für Abschluss und Prüfung TEUR 224 (Vorjahr: TEUR 164) und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen TEUR 645 (Vorjahr: TEUR 398).

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeiten Spiegel im Einzelnen dargestellt:

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31.12.2021
Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit
--- --- --- --- ---
(in TEUR) Betrag bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
--- --- --- --- ---
gegenüber Kreditinstituten 11.561 1.811 9.750 0
aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 523 523 0 0
aus Lieferungen und Leistungen 8.499 8.499 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 4.151 4.151 0 0
- davon aus Steuern 3.683 3.683 0 0
- davon im Rahmen der soz. Sicherheit 6 6 0 0
Summe 24.733 14.983 9.750 0

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31.12.2020
Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit
--- --- --- --- ---
(in TEUR) Betrag bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre
--- --- --- --- ---
gegenüber Kreditinstituten 6 6 0 0
aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 179 179 0 0
aus Lieferungen und Leistungen 7.790 7.790 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 3.661 3.661 0 0
- davon aus Steuern 3.470 3.470 0 0
- davon im Rahmen der soz. Sicherheit 5 5 0 0
Summe 11.635 11.635 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind unbesichert.

Außerbilanzielle Geschäfte

Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit hat die fashionette AG mit der Arvato Payment Solutions GmbH, Verl, sowie der Ratepay GmbH, Berlin, Verträge über den Ankauf von Endverbraucherforderungen abgeschlossen. Die fashionette AG bietet den beiden Factoringunternehmen in dem Zusammenhang täglich Rechnungs- bzw. Ratenkaufforderungen an, wobei diese das Delkredererisiko tragen (echtes Factoring). Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von TEUR 2.774 (Vorjahr: TEUR 828) verkauft.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen aus langfristigen Mietverpflichtungen mit fremden Dritten. In den folgenden Geschäftsjahren beträgt die finanzielle Verpflichtung TEUR 2.381, davon TEUR 524 im Jahr 2022. Neben den dargelegten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sowie den zuvor beschriebenen außerbilanziellen Geschäften existieren keine weiteren nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäfte.

Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse.

D. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Aufgliederung der Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse verteilen sich zu 84,2 % (Vorjahr: 85,0 %) auf die DACH-Regionen Deutschland, Österreich und die Schweiz, zu 11,2 % (Vorjahr: 8,2 %) auf die übrigen EU-Länder (ohne Vereinigtes Königreich) und zu 4,6 % (Vorjahr: 6,8 %) auf das Vereinigte Königreich.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Ertragspositionen in Höhe von TEUR 1.218 (Vorjahr: TEUR 0) aus Haftungsfällen, sowie Versicherungsentschädigungen in Höhe von TEUR 468 (Vorjahr: TEUR 286) enthalten. Periodenfremde Erträge sind wie im Vorjahr nicht enthalten.

Personalaufwendungen

Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr 2020 169 Mitarbeiter (Vorjahr: 148) beschäftigt. Sämtliche Mitarbeiter sind wie im Vorjahr Angestellte. Die Personalaufwendungen betragen insgesamt TEUR 8.089 (Vorjahr: TEUR 7.500), davon entfallen auf soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung TEUR 1.195 (Vorjahr: TEUR 1.013).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten hauptsächlich Raumkosten TEUR 844 (Vorjahr: TEUR 560), Werbekosten TEUR 14.370 (Vorjahr: TEUR 9.136), Kosten der Warenabgabe TEUR 9.515 (Vorjahr: TEUR 6.774), Kosten des Zahlungsverkehrs: TEUR 3.508 (Vorjahr: TEUR 3.006), Forderungsverluste TEUR 375 (Vorjahr: TEUR 726), IT-Kosten TEUR 664 (Vorjahr: TEUR 547) sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung TEUR 424 (Vorjahr: TEUR 529). Aufwandspositionen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung sowie wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind nicht enthalten.

Finanzergebnis

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 18) resultieren aus kundenbezogenen Verzugszinsen. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.330 (Vorjahr: TEUR 1.460) betreffen in Höhe von TEUR 1.247 (Vorjahr: TEUR 1.283) Zinsen für Factoring und in Höhe von TEUR 83 (Vorjahr: TEUR 176) Zinsen für die Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten und der Aufnahme von Darlehen.

Ertragsteuer

Die Erträge aus Ertragsteuern resultieren aus einem Steuerverlustrücktrag.

E. Sonstige Pflichtangaben

Bewertungseinheiten

Folgende Bewertungseinheiten wurden gebildet:

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Grundgeschäft /​ Sicherungsinstrument Risiko /​ Art der Bewertungseinheit einbezogener Betrag Höhe des abgesicherten Risikos
in TEUR in TEUR
--- --- --- ---
1 variabel verzinstes Darlehen /​ Zinsswap Zinsrisiko/​Micro hedge 4.000 4.000

Die gegenläufigen Wertänderungen /​ Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäften werden sich im Sicherungszeitraum bis zum 30. September 2026 voraussichtlich vollständig kompensieren, weil das Grundgeschäft unverzüglich nach Entstehung in betragsgleicher Höhe in derselben Währung und Laufzeit durch einen Zinsswap abgesichert wurde. Bis zum Abschlussstichtag haben sich die gegenläufigen Wertänderungen /​ Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäften vollständig ausgeglichen. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die "Critical-Terms-Match-Methode" verwendet.

Honorar für den Abschlussprüfer

Gemäß § 285 Nr. 17 letzter Halbsatz HGB wird auf die Angabe des Abschlussprüferhonorars verzichtet. Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss der fashionette AG.

Vorstand

Die während des Geschäftsjahres 2021 agierenden Vorstände waren Daniel Raab (Chief Executive Officer) und Thomas Buhl (Chief Operating Officer /​ Chief Technology Officer). Insgesamt erhielten die Mitglieder des Vorstands von fashionette im Geschäftsjahr 2021 Gehaltszahlungen in Höhe von TEUR 703 (Vorjahr: TEUR 1.017). Auf die Verpflichtung zur individualisierten Offenlegung der Bezüge der Vorstände wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 5 HGB verzichtet.

Aufsichtsrat

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der fashionette AG geregelt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Grundvergütung für jedes Geschäftsjahr des Unternehmens in Höhe von TEUR 25. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine feste Grundvergütung von TEUR 40, der stellvertretende Vorsitzende von TEUR 30.

Die Vergütung ist nach Ablauf der Hauptversammlung, die den Jahresabschluss über das Geschäftsjahr, für das die Vergütung gezahlt wird, fällig. Aufsichtsratsmitglieder, die nur für einen Teil des Geschäftsjahres im Amt sind, erhalten eine entsprechende anteilsmäßige Vergütung.

Neben den festen Bezügen erstattet die fashionette AG den Mitgliedern des Aufsichtsrats ihre im Rahmen der Ausübung ihrer Pflichten entstandenen angemessenen Auslagen sowie die auf ihre Vergütung und Auslagen entfallene Umsatzsteuer.

Ferner werden die Mitglieder des Aufsichtsrats in die D & O-Haftpflichtversicherung für Vorstandsmitglieder einbezogen, die eine Absicherung gegen finanzielle Schäden bietet. Die Prämien für diese Versicherungspolice werden vom Unternehmen gezahlt.

Gemäß der Satzung (§ 11 Abs. 1) setzt sich der Aufsichtsrat aus fünf Mitgliedern zusammen. Er unterliegt keiner Mitbestimmung durch Arbeitnehmer. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung als Anteilseigner Vertreter gewählt.

Weitere Einzelheiten zu den Aufsichtsratsmitgliedern werden im Folgenden aufgeführt.

Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat keine Ausschüsse gebildet.

Während des Geschäftsjahres setzte sich der Aufsichtsrat aus den folgenden Mitgliedern zusammen:

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Name Funktion
Stefan Schütze, Geschäftsführer C3 Management GmbH seit 25. Juni 2021 Vorsitzender des Aufsichtsrats, bis 25. Juni 2021 Stellvertr. Vorsitzender des Aufsichtsrates
Dr. Oliver Serg, Geschäftsführer Genui GmbH seit 25. Juni 2021 Stellvertr. Vorsitzender des Aufsichtsrats, bis 25. Juni 2021 Vorsitzender des Aufsichtsrats
Karoline Huber, Selbstständige Beraterin und Interimsmanagerin ab April 2022 Mitglied des Aufsichtsrats
Christian van der Bosch, Investment Professional Genui GmbH bis 25. Juni 2021 Mitglied des Aufsichtsrats
Rolf Sigmund, Berater Mitglied des Aufsichtsrats
Ingo Arnold, CFO freenet AG Seit 25. Juni 2021 Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Oliver Serg und Christian van der Bosch verzichten auf den Anspruch der Aufsichtsratvergütung, solange die Genui GmbH Aktionär der fashionette AG ist.

Die Aufsichtsratsmitglieder der fashionette AG sind darüber hinaus in Aufsichtsraten sowie Kontrollgremien der folgenden Gesellschaften vertreten:

Stefan Schütze:

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MagForce AG (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Coreo AG (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Cyan AG (Stellvertr. Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Dr. Oliver Serg:

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Genui GmbH (Geschäftsführer)
Genui GP II GmbH (Geschäftsführer)
Genui GP GmbH (Geschäftsführer)
Genui Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui Vierte Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Cherry TopCo S.ä r.l., Luxembourg (Mitglied des Beirats)
Genui Siebte Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui Achte Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui Sechzehnte Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui 21. Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui 22. Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui 23. Beteiligungsgesellschaft mbH (Mitglied des Beirats)
Genui 25. Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui 26. Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Genui 27. Beteiligungsgesellschaft mbH (Geschäftsführer)
Mindcurv Holding GmbH (Mitglied des Beirats)
Physio Group GmbH (Vorsitzender des Beirats)
CHRILIAN AG (Mitglied des Aufsichtsrats)
GHM TopCo GmbH (Mitglied des Beirats)
GNS Gesellschaft für Neurologie und seelische Gesundheit mbH (Mitglied des Beirats)

Rolf Sigmund:

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Accenture Dienstleistungen GmbH (Mitglied des Beirats)
Börlind GmbH (Vorsitzender des Beirats)

Ingo Arnold:

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MEDIA BROADCAST GmbH (Vorsitzender des Beirats)

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft erstellt als deutsche Muttergesellschaft einen Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen. Der Konzernabschluss der fashionette AG, Düsseldorf, wird unter Anwendung der International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt (§ 315e HGB). Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Bilanzverlust wird auf neue Rechnung vorgetragen.

F. Nachtragsbericht

Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die Brandfield Holding B.V. auf die Brandfield B.V. abwärts verschmolzen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die die Favorite Brands B.V. auf die Fastylo Holding B.V. aufwärts verschmolzen.

Am 31. März 2022 gab fashionette-CEO Daniel Raab bekannt, dass er das Unternehmen mit Wirkung zum Ende September 2022 verlassen wird.

Darüber hinaus lagen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und besondere Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, vor. Hinsichtlich weiterer Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wird auf den Abschnitt Ausblick im Prognosebericht des Lageberichts verwiesen.

Düsseldorf, 31. März 2022

Daniel Raab

Thomas Buhl

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in TEUR Anschaffungs-/​Herstellungskosten
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2021
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EURO EURO EURO EURO EURO
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.251 820 0 544 6.615
2. Geschäfts- oder Firmenwert 21.228 0 0 0 21.228
3. geleistete Anzahlungen 544 152 0 -544 152
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 27.023 972 0 0 27.995
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 792 154 14 0 932
Summe Sachanlagen 792 154 14 0 932
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 17.729 0 0 17.729
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 2.478 0 0 2.478
Summe Finanzanlagen 0 20.207 0 0 20.207
Summe Anlagevermögen 27.815 21.333 14 0 49.134

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Abschreibungen
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2021
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EURO EURO EURO EURO EURO
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.976 984 0 0 4.960
2. Geschäfts- oder Firmenwert 7.078 1.415 0 0 8.493
3. geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 11.054 2.399 0 0 13.453
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 507 104 9 0 602
Summe Sachanlagen 507 104 9 0 602
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 0
Summe Finanzanlagen 0 0 0 0 0
Summe Anlagevermögen 11.561 2.503 9 0 14.055

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Nettobuchwerte
Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2020
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EURO EURO
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.655 1.275
2. Geschäfts- oder Firmenwert 12.735 14.149
3. geleistete Anzahlungen 152 544
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 14.542 15.968
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 330 285
Summe Sachanlagen 330 285
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 17.729 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.478 0
Summe Finanzanlagen 20.207 0
Summe Anlagevermögen 35.079 16.253

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre,

im Namen des gesamten Aufsichtsrats möchte ich an dieser Stelle allen Mitarbeitenden der fashionette-Gruppe unseren besonderen Dank aussprechen. Ihr unermüdlicher Einsatz und ihre enorme Leidenschaft - trotz aller beruflichen und privaten Einschränkungen - haben den Grundstein für die erfolgreiche Bewältigung der mit der Pandemie verbundenen Herausforderungen gelegt.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Aufsichtsrat war und ist jederzeit eng in die Verfahren und Maßnahmen des Vorstands zur Weiterentwicklung des Unternehmens eingebunden und hat sich angemessen unterrichten lassen.

Der Aufsichtsrat hat im vergangenen Geschäftsjahr die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand fortgesetzt. Auch zwischen den Sitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und wurde über alle wesentlichen Entwicklungen und anstehenden Entscheidungen, die für das Unternehmen von besonderer Bedeutung waren, in Kenntnis gesetzt.

Der Vorstandsvorsitzende hat den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich über alle wichtigen Ereignisse informiert, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung waren. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats wurden vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats umfassend über kritische Themen informiert.

Darüber hinaus hat der Vorstand den Aufsichtsrat monatlich per Videokonferenz über die Finanz- und Geschäftsentwicklung informiert. Im vergangenen Geschäftsjahr gab es keine Veränderungen im Vorstand.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der fashionette AG setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden auf der Hauptversammlung des Jahres 2021 bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 beschließt, bestellt.

Im Anschluss an die Hauptversammlung vom 25. Juni 2021 hat der Aufsichtsrat Stefan Schütze zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Dr. Oliver Serg als stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Wir bedanken uns herzlich bei Christian van der Bosch, dessen Mandat mit der ordentlichen Hauptversammlung 2021 endete. Angesichts der anstehenden Wachstumsphase des Unternehmens freuen wir uns, dass Ingo Arnold den Aufsichtsrat als Finanzexperte im Sinne von Art. 100 Abs. 5 Aktiengesetz (AktG) ergänzt. Darüber hinaus wurden Karoline Huber und Rolf Sigmund erneut gewählt und bleiben Mitglieder des Aufsichtsrats.

Der neu konstituierte Aufsichtsrat verfügt in seiner Zusammensetzung über langjährige Vorstandserfahrung, umfassende Marktkenntnisse, insbesondere im Luxusmarktsegment, sowie Börsenerfahrung und Finanzkompetenz. Mit Ingo Arnold als Finanzexperten werden bereits Anforderungen erfüllt, die nur für Unternehmen im regulierten Markt vorgeschrieben sind.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der fashionette AG hat im Geschäftsjahr 2021 die Aufgaben, die ihm nach dem Gesetz und der Satzung obliegen, vollumfänglich wahrgenommen und den Vorstand regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Grundlage hierfür waren die regelmäßigen schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstands zu allen für das Unternehmen und den Konzern relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der Geschäftsentwicklung, insbesondere der Geschäfts- und Finanzlage, der Übernahmestrategie, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Falls erforderlich, hat der Aufsichtsrat die Vorschläge und Angelegenheiten des Vorstands ohne den Vorstand erörtert.

Im Geschäftsjahr 2021 fanden insgesamt fünf Aufsichtsratssitzungen statt. Aufgrund der COVID-19-Anforderungen wurden einige der Aufsichtsratssitzungen auch als Telefon- oder Videokonferenzen abgehalten.

In der nachfolgenden Tabelle legen wir die Teilnahme der Mitglieder des Aufsichtsrats in individualisierter Form offen:

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03.02.2021 29.04.2021 06.05.2021 25.06.2021 11.11.2021 Teilnahme in %
Stefan Schütze Vorsitzender x x x x x 100
Dr. Oliver Serg Stellvertretender Vorsitzender x x x x x 100
Karoline Huber x x x 60
Rolf Sigmund x x x x x 100
Christian van der Bosch bis 25.06.2021 x x x 100
Ingo Arnold ab 25.06.2021 x x 100

In seinen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Berichte und Beschlussvorlagen des Vorstands eingehend erörtert und geprüft. Darüber hinaus fanden verschiedene Gespräche zwischen einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern und dem Vorstand statt, um dessen Tätigkeit fachlich zu unterstützen.

Der Vorstand berichtete sowohl schriftlich als auch mündlich in den unterjährigen Sitzungen und Besprechungen sowie in Telefonkonferenzen über die Erstellung der Finanzberichterstattung sowie die Prognoseanpassung aufgrund von Herausforderungen beim Übergang nach dem Wechsel des Logistikpartners. Der Aufsichtsrat hat diese Angelegenheiten erörtert und, soweit erforderlich, die entsprechenden Beschlüsse gefasst.

Nach §15 Abs. 4 der Satzung können Beschlüsse auch außerhalb von Sitzungen gefasst werden.

Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat allen zustimmungspflichtigen Angelegenheiten zugestimmt, nachdem sie eingehend geprüft und mit dem Vorstand erörtert worden waren.

Schwerpunktthemen

In der ersten Sitzung des Jahres am 3. Februar 2021 erörterte der Aufsichtsrat das vom Vorstand erstellte Budget für das Jahr 2021. Insbesondere die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Unsicherheiten bei der Planung der Geschäftsentwicklung wurden intensiv besprochen. Der Vorstand hat zu diesem Zweck verschiedene Szenarien vorgestellt, die dem Aufsichtsrat als Grundlage für dessen Beratungen dienten.

Im Hinblick auf die Vergütung des Vorstands wurden in der Aufsichtsratssitzung am 3. Februar 2021 auch die Ziele für die Bonusvereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern für das Geschäftsjahr 2021 beschlossen.

In der Aufsichtsratssitzung zur Feststellung des Jahresabschlusses am 29. April 2021 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 eingehend erörtert. Der Abschlussprüfer stand für Fragen des Aufsichtsrats zur Verfügung. Auf der Grundlage des festgestellten Jahresabschlusses fasste der Aufsichtsrat die erforderlichen Beschlüsse zur Festlegung des Leistungsbonus für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2020.

In dieser Sitzung wurden auch die strategischen Ziele der Übernahme der Brandfield-Gruppe, die Ergebnisse der Due Diligence und der Stand der Kaufpreisverhandlungen besprochen. Nach intensiver Beratung fasste der Aufsichtsrat die notwendigen Beschlüsse zur Fortsetzung des Transaktionsprozesses.

Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen am 29. April 2021 und 6. Mai 2021 mit den Tagesordnungspunkten und dem Ablauf der Hauptversammlung befasst. Nach intensiven Beratungen haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, von der Möglichkeit einer virtuellen Hauptversammlung Gebrauch zu machen und die entsprechenden Voraussetzungen dafür geschaffen. Darüber hinaus haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, die Satzung an die Anforderungen der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) anzupassen.

Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung am 25. Juni 2021 fand die vierte Sitzung des Aufsichtsrats der fashionette AG statt. In dieser Sitzung wählte der Aufsichtsrat Stefan Schütze zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Dr. Oliver Serg zu seinem Stellvertreter. Der Vorstand hat auch weitere Informationen über die logistische Lage nach dem Wechsel des Logistikpartners zur Verfügung gestellt.

In der Aufsichtsratssitzung am 11. November 2021 konzentrierte sich der Aufsichtsrat auf die Besprechung des Budgets für das Jahr 2022. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand vorgelegte Unternehmensplanung intensiv erörtert und sich dabei insbesondere mit den Marktperspektiven im Zuge der geplanten Internationalisierungsstrategie befasst. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Refinanzierungsverträge erörtert und genehmigt. Außerdem hat der Vorstand ein Update zur logistischen Lage gegeben. Der Aufsichtsrat hat sich auch mit der Frage befasst, welche Auswirkungen das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) auf seine Tätigkeit und die Tätigkeit gegenüber dem Vorstand und dem Abschlussprüfer haben könnte.

Mit Umlaufbeschluss vom 23. Dezember 2021 wurde das Grundgehalt für die beiden Vorstandsmitglieder nach vorheriger Diskussion angepasst und erhöht und das Bonusziel für 2022 festgelegt.

Corporate Governance

Die fashionette AG ist im Scale-Segment des Freiverkehrs (Open Market) an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und unterliegt daher nicht den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Ungeachtet dessen ist eine gute Corporate Governance eine wesentliche Grundlage für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Der Aufsichtsrat hat derzeit keine Ausschüsse gebildet. Der Aufsichtsrat vertritt jedoch die Auffassung, dass eine fokussierte und strategische Begleitung des Unternehmens die Erfahrung und Kompetenzen des gesamten Gremiums erfordert, das gezielt auf die unternehmensrelevanten Zielsetzungen des Unternehmens zusammengestellt wurde.

Im Berichtszeitraum sind keine Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern aufgetreten.

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der fashionette AG, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der fashionette AG für das Geschäftsjahr 2021 sind unter Einbeziehung der Buchführung von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die von der ordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni 2021 zum Abschlussprüfer gewählt wurde, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Abschlussprüfer hat die geforderte Unabhängigkeitserklärung dem Aufsichtsrat vor Beginn der Prüfung vorgelegt.

Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen jedem Mitglied des Aufsichtsrats in der Bilanzsitzung am 25. April 2022 vor und wurden jedem Mitglied des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Vorbereitung weitergeleitet. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung teil, um den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zu prüfen und zu erörtern. Der Abschlussprüfer berichtete über die wichtigsten Ergebnisse der Prüfungen und stand für zusätzliche Informationen zur Verfügung. In seiner Sitzung am 25. April 2022 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss nach eingehender Prüfung der Unterlagen und unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte gebilligt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Planungsunterlagen, die Risikolage und das Risikomanagementsystem der fashionette AG geprüft. Es wurden alle aus Sicht des Vorstands und des Aufsichtsrats erkennbaren Risikobereiche erörtert. Das Risikomanagementsystem wurde vom Abschlussprüfer intensiv geprüft. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass der Vorstand der Gesellschaft die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Weise getroffen hat, insbesondere durch die Einrichtung eines Überwachungssystems. Darüber hinaus bestätigte er, dass das Überwachungssystem grundsätzlich geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen und gegen festgestellte Fehlentwicklungen vorzugehen.

Abschließend möchte der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeitenden von fashionette seinen Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr aussprechen. Ferner gilt der Dank des Aufsichtsrats auch allen Aktionär*innen für das entgegengebrachte Vertrauen sowie ihre Unterstützung.

Düsseldorf, den 25. April 2022

Für den Aufsichtsrat

Stefan Schütze, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss 2021 der fashionette AG, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der fashionette AG, der mit dem Konzernlagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Düsseldorf, den 31. März 2022

Daniel Raab, CEO

Thomas Buhl, COO/​CTO

Sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 24.6.2022 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die fashionette AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der fashionette AG, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der fashionette AG, der mit dem Konzernlagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen folgende, für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben: den Bericht des Aufsichtsrats nach § 171 Abs. 2 und 3 oder 4 AktG, Informationen zum Unternehmen und Aktie (Brief des Vorstands, die fashionette AG auf dem Kapitalmarkt, Ziele und Strategien) sowie der Abschnitt "fashionette auf einen Blick".

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Dortmund, 28 April 2022

Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Muzzu, Wirtschaftsprüfer

gez. Schmolders, Wirtschaftsprüfer

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