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Evotec SE — AGM Information 2009
Sep 23, 2009
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AGM Information
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Es gilt das gesprochene Wort
Rede des Vorstandsvorsitzenden der Evotec AG Dr. Werner Lanthaler Ordentliche Hauptversammlung am 4. Juni 2009
Forschung hört nie auf!
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Sehr geehrte Damen und Herren,
Herzlich Willkommen zu unserer diesjährigen Hauptversammlung.
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Ich möchte mit Ihnen heute erläutern:
- Warum unser Sektor die Biotechnologie einer der zukunftsträchtigsten Industriezweige für uns alle ist, und
- Wie wir speziell bei Evotec Werte schaffen und was wir tun müssen, um unser Unternehmen nach einem schwierigen Jahr 2008 wieder voll auf Kurs zu bringen.
- Natürlich erläutere ich gerne auch den Konzernabschluss 2008, den Ausblick für 2009 und gehe kurz auf die wesentlichen Punkte der Tagesordnung ein.
- Doch erlauben Sie mir bitte, dass ich mich Ihnen zunächst, da ich ja "neu" bei Evotec bin, selbst kurz vorstelle.
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Lassen Sie mich unserem Team danken. Wir sind der Forschung, dem Aktionär und unseren Mitarbeitern verpflichtet, und es ist mir eine besondere Freude mit einem ausgezeichneten Aufsichtsrat und mit einem hervorragenden Team und Kollegen neu bei Evotec starten zu dürfen.
Und lassen Sie mich Ihnen, unseren Aktionären, danken…
Wenn wir uns heute fragen, was ist eigentlich eine der größten Herausforderungen vor der wir alle stehen, dann möchte ich Sie zunächst mit zwei zentralen Bildern für unser aller Zukunft konfrontieren.
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Das Erste:
Wir erleben in der Bevölkerung einen explosionsartigen Anstieg in der Situation des Älterwerdens.
• Wenn wir heute wissen, dass die Anzahl der Menschen über 65 Jahre in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren stärker ansteigen wird als je zuvor, dann ist das eine grundsätzlich wunderbare Feststellung. Wir können uns sehr freuen, dass wir alle älter werden.
Das Zweite:
• Gleichzeitig steigen mit zunehmendem Alter die Beschwerden der auftretenden Krankheitsbilder und damit die Kosten dramatisch.
Mit dreißig hat das Knie noch nicht wehgetan und die Schulter noch nicht beim Aufstehen jeden Tag ein bisschen gezogen. Der medizinische Bedarf wird dramatisch ansteigen, und unsere Ausgaben verlagern sich mit zunehmendem Alter immer mehr in Investitionen für den Erhalt unserer Gesundheit.
Diese Dynamik ist eigentlich der strategische Hintergrund unseres Geschäftsmodells: Wir wissen, dass neue medizinische Produkte und Hilfsmittel notwendig sind, und wir wissen aber auch, dass die Produktentwicklung lange dauert, viel Geld kostet und alles andere als risikoarm ist.
Wenn Sie sich den Durchschnitt aller Produktentwicklungen der letzten zwanzig Jahre anschauen, steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit von einem Produkt zur Zulassung ungefähr von 5% am Anfang auf 99% nach der Phase III der klinischen Entwicklung.
- Es hat in den letzten 10 Jahren noch nie ein breit zugelassenes pharmazeutisches Produkt gegeben, das mit weniger als ca. 200 Mio. € Forschungs- und Entwicklungsaufwand – und das ist noch die Untergrenze - zugelassen worden ist.
- Aber vor allem: Jeder, der glaubt, dass die Entwicklung von pharmazeutischen Wirkstoffen schnell geht, ist falsch beraten, denn noch nie hat es ein Produkt in einer kürzeren Zeit als neun Jahren von der Forschung zur Zulassung geschafft.
- Doch die erfolgreiche Innovationsleistung wird belohnt, und zwar ungleich höher als der Aufwand ist. Und das gilt nicht nur in kommerzieller Hinsicht.
Diese Fakten muss man kennen, wenn man sich mit der Biotechnologie beschäftigt, und ich bin sehr dankbar, dass ich meinen Namen hinter ein Produkt stellen darf, das von Anfang bis Ende von mir und meinen Freunden bzw. Kollegen bei meinem vorherigen Unternehmen begleitet worden ist: Ein neuer Impfstoff, der gerade kürzlich in den USA, Europa und Australien zugelassen worden ist.
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Forschung hört nie auf
Wenn man das alles gehört hat, kann man natürlich argumentieren: Produktentwicklung dauert zu lange, kostet zu viel Geld und ist zu riskant. Aber hier möchte ich Sie mit einem Zitat der Gründerin der Lasker Foundation und einer der wichtigsten Aktivistinnen für ein besseres Gesundheitssystem in Amerika konfrontieren.
Wenn Sie glauben, dass Forschung & Entwicklung teuer sind, dann fragen Sie sich mal, wie die Kosten einer Krankheit aussehen.
Und daher gilt für Sie und für uns: Forschung hört nie auf!
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Respekt vor der Geschichte
Evotec hat Geschichte, und zwar eine besonders wertvolle und auch werthaltige Geschichte. Diese Geschichte ist etwas, vor der man Respekt zeigen muss und vor der ich auch Respekt zeigen möchte. Es ist beeindruckend, was wissenschaftlich und technologisch geleistet worden ist. Was an Technologien aufgebaut wurde und was wir heute als Wertschöpfungsplattform bei Evotec vorfinden, ist ein starkes Fundament auf dem man sehr gut aufbauen kann.
James Watson und Francis Crick haben im Jahr 1953 die Molekularstruktur der Desoxyribonukleinsäure entschlüsselt. – Viel hat man seit dieser Zeit schon an medizinischem Fortschritt erreicht, doch angesichts des dramatischen Leids, das mit vielen Krankheiten verbunden ist, ist eines sicher: Forschung hört nie auf.
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Einflussfaktoren für Probleme
Für Evotec muss man dennoch deutlich und ungeschminkt ansprechen, dass es Rückschläge gegeben hat.
Rückschläge sind für einen Unternehmer keine Katastrophen, wenn man sie offen adressiert, sauber analysiert und wenn man den Handlungsbedarf, den Rückschläge nun einmal auslösen, entschlossen umsetzt.
- Wir haben Rückschläge mit unseren klinischen Entwicklungsprodukten erlebt, insbesondere mit unserem Schlafmittelkandidaten EVT 201 und mit unserem Raucherentwöhnungsprodukt EVT 302.
- Darüber hinaus hatten wir eine zu hohe strategische Kostenbasis,
- und wir haben eine sehr schwierige Merger-Situation in den USA nach der Übernahme von Renovis vorgefunden.
- Diese Faktoren sind kombiniert mit einem Kapitalmarktumfeld, das wie Sie wissen - nicht einfach ist.
Dennoch, aus der starken Geschichte von Evotec heraus haben wir eine solide Geschäftsgrundlage, um Forschung & Entwicklung von neuen Wirkstoffkandidaten alleine und auch in Allianzen nach vorne zu bewegen. Es gibt keinen Grund für Evotec aufzugeben – sondern im Gegenteil viele Gründe sich stärker als je zuvor dazu zu bekennen: Forschung hört nie auf.
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Kritik hören
Wir müssen allerdings akzeptieren, dass es nach einer derart schwierigen Phase natürlich auch Kritik von unseren Aktionären gibt. Ich habe Ihnen hier beispielsweise einmal aufgelistet, was in so genannten Chat-Foren im Internet über uns geschrieben wird:
- Zuviel versprochen, zu wenig gehalten;
- die Projekte sind zu riskant;
- es ist unklar, wie sich das Unternehmen jemals selbst tragen kann,
- die Kosten sind viel zu hoch und
- der Traum vom amerikanischen Biotechnologieunternehmen sollte abgeschrieben werden.
Man sollte nie das Fähnchen in den Wind stellen, aber man sollte Kritik hören, man sollte sie analysieren und man soll sie vor allem ernst nehmen. Wir möchten Ihnen sagen, wir hören Sie, wir analysieren genau und wir setzen die richtigen Analysen um.
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Starke Fundamente
Man sollte kein Haus bauen, wenn man nicht über ein starkes Fundament verfügt. Wir haben exzellente Fundamente, um einen Weg nach vorne zu gehen. Unsere Fundamente sind so stark, wie sie kaum in anderen Biotechunternehmen zu finden sind.
- Wir haben ausgezeichnete Wissenschaft. Hier nur ein Beispiel: unser NR2B-Subtyp spezifischer NMDA-Antagonist EVT 101, der vor Kurzem in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature dargestellt wurde. Dies ist das Produkt, das wir gemeinsam mit Roche in einer Phase-II-Studie entwickeln wollen.
- Wir haben ein ausgezeichnetes Allianzgeschäft. Immer wieder bestätigen uns unsere Kunden die hohe Qualität unserer Arbeit. Dies macht uns enorm stolz, und so haben wir uns in der Branche einen respektablen Namen erarbeitet.
- Und, wir haben ausgezeichnete Wissenschaftler und Mitarbeiter in Vertrieb und Verwaltung.
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Klare Ziele ohne übertriebene Visionen
Wie wir auf Basis dieser Fundamente entschlossen einen gemeinsamen Weg nach vorne auf einen neuen Gipfel gehen und nicht nur eine kleine Rundwanderung im Tal machen, ist jetzt die entscheidende strategische Frage.
Wenn wir zu Bergsteigern werden wollen, dann gilt es zu akzeptieren, dass man nach einem herben Rückschlag zunächst wieder Kräfte sammeln und dann seine Stärken stärken muss, um auf Basis der wertvollen Infrastruktur eines gesunden, stabilen Allianzgeschäfts die weiteren Schritte nach vorne machen zu können.
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Die weltweit beste Wertarbeit in unseren Forschungsallianzen
Dies ist ein Kernelement unseres eingeleiteten und mittlerweile implementierten Aktionsplans Evotec 2012 für Fokus und Wachstum. Die zentralen Ideen sind nicht neu, aber wirksam und wertvoll.
- Im ersten Horizont unserer Weiterentwicklung wollen wir die beste Wertarbeit für die Erforschung & Entwicklung von neuen Wirkstoffen leisten. Dazu beabsichtigen wir unser Allianzgeschäft zu verstärken, um eine stabile Basis zu schaffen, auf deren Grundlage wir in eigene Forschung & Entwicklung verstärkt investieren können.
- Im zweiten Horizont unserer Weiterentwicklung wollen wir die Art und Weise wie wir eigene Forschung betreiben noch stärker konzentrieren. Wir werden uns auf wenige eigene Kernprojekte fokussieren und drittens das Risiko unseres breiteren Forschungsengagements durch Eingehen einer größeren Anzahl von Partnerschaften sorgfältig ausbalancieren.
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Bausteine für Wachstum
Nur wenige Wochen nach Implementierung dieser Maßnahmen haben wir bereits einiges erreicht. Schauen wir uns die Bausteine unseres Plans einmal genauer an.
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- Zur Stärkung unseres Allianzgeschäftes haben wir unsere Kostenstrukturen angepasst und einen ersten Schritt zum weiteren Ausbau unserer Technologieführerschaft vollzogen.
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- Wir haben unsere Pipeline fokussiert (fokussieren müssen). Durch diese Fokussierung und eine Reduktion unserer aktiven frühen Forschungsprojekte haben wir die Grundlage geschaffen, dass sich unser F+E-Aufwand schon in diesem Jahr deutlich reduziert, ohne dass wir kurzfristige Werttreiber aktiv aufgeben.
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- Wir haben beispielsweise mit unserer Partnerschaft mit Roche unser Allianzgeschäft verstärkt, um hier tatsächlich nicht Werte abzugeben, sondern Risiko zu teilen und gleichzeitig Wertzuwachs aus mehreren Projekten zu behalten.
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- Und, wir haben alle sofort notwendigen, wenn auch zum Teil schmerzlichen, Maßnahmen ergriffen, um dafür zu sorgen, dass die strategischen Kosten stimmen, die man hinter die Wertschöpfung legt.
Schauen wir uns das etwas mehr im Detail an.
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Stärken Verstärken
"Stärken verstärken" war schon immer die richtige Strategie für jedes Unternehmen. Nur wer entlang seiner starken Wurzeln eine Transformation anstrebt, hat langfristig eine Chance auf Erfolg. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Evotec, sondern war auch Basis des Erfolgs vieler anderer Unternehmen, die schon einmal durch das Stahlbad einer Restrukturierung gehen mussten.
Es ist eine großartige Stärke, wenn man im Rahmen von Forschungsallianzen höhere Qualität, besseres Know-how und eine effiziente Organisation anbieten kann. Dieses Geschäft werthaltig nach vorne zu bewegen, mit einem soliden Wachstum und mit großen Aspirationen, ist etwas, was nicht nur in Zeiten wie diesen ein gutes Fundament darstellt, sondern wo wir eine weltweite Führerschaft anstreben.
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Technologieführerschaft
Entscheidend in einem solchen Geschäft ist es natürlich, die besten Technologien entlang einer gesamten Wertschöpfungskette in einer Plattform zu vereinen. Hier sehen Sie das Angebot, das wir für Partner, aber natürlich auch für unsere eigenen Entwicklungen nutzen. Erst vor wenigen Wochen haben wir unsere Plattform durch den Zukauf der so genannten Zebrafisch-Screening-Technologie weiter komplettiert, um unsere Wettbewerbsvorteile zu erhalten und auszubauen.
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Weniger kann mehr sein
Produktentwicklung, wie bereits betont und am eigenen Leib schmerzlich erfahren, ist nicht einfach, hat aber natürlich auch ein riesiges Wertsteigerungspotenzial. Wir hatten Rückschläge zu verzeichnen, dennoch haben wir, wie Sie hier sehen können, mehrere Projekte, die wir weiter nach vorne bewegen wollen und weiter bewegen werden. Lassen Sie mich an dieser Stelle hervorheben: unser Projekt EVT 101 in Partnerschaft mit Roche im Bereich behandlungsresistente Depressionen und – aus der Forschungsbasis von Renovis - unser Projekt EVT 401 zur Behandlung von rheumatoider Arthritis.
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Rheumatoide Arthritis als mögliche Produktentwicklung
Rheumatoide Arthritis ist ein Krankheitsgebiet, in dem ein enormer medizinischer Bedarf vorherrscht. Etwa 1% der Weltbevölkerung leiden unter rheumatoider Arthritis, im Übrigen signifikant mehr Frauen als Männer. Die Lebensqualität ist deutlich beeinträchtigt, es ist eine schmerzhafte Krankheit, die Bewegung ist deutlich eingeschränkt und die heutigen Therapieoptionen sind nur unzureichend. Bei diesem Projekt werden wir in den nächsten Wochen zum ersten Mal menschliche klinische Daten sehen, und auf der Basis werden wir entscheiden können, wie wir weiter nach vorne gehen oder ob dieses Projekt das gewünschte Profil zeigt.
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Viele noch ungenutzte Potenziale
In der Geschichte des Unternehmens haben wir viele Pflänzchen gesät, um uns über unsere stabile Basis hinaus Wertstrategien aufzubauen. Einige davon tragen bereits heute im Hintergrund kontinuierlich zu unserem Wachstum bei und haben das Potenzial diesen Beitrag weiter auszubauen: Über 25 Mio. \$ aus der VR1-Kooperation mit Pfizer, unser Lizenzeinkommen von Roche für die Vergabe von Technologiepatenten sowie unser Anteil an einem Projekt von DeveloGen, das vor Kurzem mit Boehringer Ingelheim verpartnert wurde und uns 0,7 Mio. € einbrachte.
Mehrere andere dieser vielen Pflänzchen können wir in der Zukunft zum Aufbau von neuen Allianzen einsetzten, und das werden wir auch tun. Wir haben ca. 8-10 Projekte, die noch nicht verpartnert sind, und wir haben mehrere Programme, die in der Vorklinik sind, die wir entweder selber entwickeln können oder mit denen wir auch unmittelbar Partnerschaften eingehen könnten.
Bild 22 Teilen, um mehr zu bekommen Was heißt Partnerschaften für uns? Partnerschaften heißt mit den besten Unternehmen der Welt große Ziele erreichen zu wollen, und es ist ein besonderes Vergnügen, dass sich die besten Unternehmen der Welt immer wieder dazu entschließen mit uns zusammen zu arbeiten. Zum Beispiel arbeiten 70 Wissenschaftler von Boehringer Ingelheim und Evotec seit über sechs Jahren innerhalb von Projekten auf der Basis von unseren Technologien zusammen. Mit dem japanischen Unternehmen Ono Pharmaceutical arbeiten 20 Wissenschaftler im Bereich der fragmentbasierten Wirkstoffforschung zusammen. Alle hier dargestellten Verträge sind langfristig ausgerichtet, geben uns Stabilität und haben an der einen oder anderen Stelle interessante Potenziale für Erfolgsbeteiligungen an unserer Forschung.
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Allianzen, um große Ziele zu erreichen
Allianzen heißt es zu schätzen, und wenn man Allianzen richtig behandelt, dann können sie zu großen Partnerschaften werden. Es ist beeindruckend, wie unsere Allianz mit Roche im Bereich der behandlungsresistenten Depressionen ausschaut. Behandlungsresistente Depressionen ist eine schreckliche Erkrankung, die zu anhaltender Traurigkeit, Pessimismus und zu depressiven Situationen im Leben der betroffenen Personen führt. Ein Medikament dagegen zu entwickeln ist sicher nicht nur eine tolle unternehmerische Herausforderung, sondern vor allem auch eine wichtige Herausforderung für die Menschheit. Das Projekt ist sehr riskant, aber es gibt eine enorme kommerzielle Chance, für uns schon mittelfristig, wenn die bald startende Phase-II-Studie erfolgreich verläuft und Roche die Substanzen zurücknimmt. Und, im Sinne der Risikoteilung unseres Forschungsengagements ist zu betonen, dass Roche alle weiteren Kosten für dieses Projekt übernehmen wird.
Richtig ausrichten
Wenn es um Effizienzsteigerung geht, dann haben wir uns in den letzten Wochen intensiv damit beschäftigt, keine Werte herzugeben, sondern alle Werte optimal zu organisieren. Es ist uns dabei sehr gut gelungen aus drei Wertschöpfungsketten eine zu machen - ohne ein einziges werthaltiges Projekt nicht weiterführen zu können. Die Stärke unseres erfolgreichen Forschungsallianzengeschäfts gibt Evotec die Möglichkeit, Synergien in Forschung & Entwicklung innerhalb der bestehenden europäischen Infrastruktur zu realisieren. Alle Programme von Evotec werden daher aus Europa heraus geführt. Dieses Maßnahmenpaket wird ab dem Jahr 2010 zu etwa 10 Mio. € jährlichen Kosteneinsparungen führen. Ich bedauere, dass diese Neuorganisation gleichzeitig die Aufgabe unserer operativen Geschäftstätigkeit in den USA bedeutet hat und ca. 90 Arbeitsplätze rationalisiert werden mussten.
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Richtige Verhältnisse schaffen
Wie Sie hier sehen, werden sich diese Maßnahmen schon in diesem Jahr deutlich in unserer Bilanz umsetzen.
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Controlling als gemeinsame Steuerleistung
Finanzielle Stabilität ist wichtig. Stabilität ist etwas, was man sich erarbeiten muss. Vor allem aber muss man die Schritte entlang des Weges kontrollieren. Sie sehen hier einige von uns definierte Parameter. Wir laden Sie ein, seien Sie unsere Kontrolleure im öffentlichen Raum - genauso wie wir uns innerhalb des Unternehmens noch stärker kontrollieren werden, um zu entscheiden, ob der eingeschlagene Weg tatsächlich der richtige Weg ist.
Strategische Absicherung und Wachstum
Das Ergebnis des Aktionsplans Evotec 2012 heißt nachhaltiges Wachstum. Nachhaltiges Wachstum heißt, dass wir nach Jahren hohen Liquiditätsverbrauchs uns aus eigener Kraft entwickeln und beweisen wollen, dass unsere Investitionen, unsere vielen zarten Pflänzchen, Früchte tragen können. Unser Liquiditätsverbrauch wird noch viel stärker nach der Maßgabe ausgerichtet werden, dass wir nur bei weniger, aber dafür sehr hochwertigen Projekten, Geld einsetzen und ansonsten aus unserem Allianzgeschäft Geld verdienen werden. Damit schaffen wir eine sehr solide Ausgangsbasis für weitere Wachstumspotenziale innerhalb des Unternehmens.
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Damit komme ich zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008. Wie üblich werde ich nur auf die Kernpunkte unseres Konzernabschlusses eingehen. Der ausführliche Geschäftsbericht mit dem Konzernabschluss der Evotec AG liegt auf jedem Platz aus, der Einzelabschluss nach HGB steht allen Anwesenden am Informationsschalter zur Verfügung.
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Unser Konzernabschluss 2008 zeigt zwei Dinge:
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- Wir haben im letzten Jahr eine gute operative Leistung erzielt, wir haben unseren Umsatz um 20% gesteigert und unsere Finanzprognose insgesamt eingehalten.
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- Was nutzt einem das jedoch, wenn die Kostenbasis im Unternehmen einfach deutlich zu hoch ist? Daher mussten wir handeln.
Auf diesem Bild sehen Sie die Entwicklung unserer Liquidität. Wir haben viel Geld in die Forschung investiert, aber dank der Übernahme von Renovis das Jahr mit einer weiterhin starken Liquidität von 92,4 Mio. € beendet. Damit haben wir alle Chancen, um unser Unternehmen weiter wachsen zu lassen.
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Die Aktivseite unserer Bilanz ist im Jahr 2008 erneut gekürzt worden. Wir mussten erhebliche Wertberichtigungen in Höhe von 28 Mio. € verbuchen. Ein Großteil dieser Wertberichtigungen resultiert aus dem Misserfolg bei der Verpartnerung von EVT 201 sowie der Entscheidung, sich auf bestimmte Kernprojekte zu fokussieren und frühere Projekte einzustellen. Dies ist natürlich unerfreulich, aber bedenken Sie bitte, dass diese Position rein bilanziell ist und sich nicht auf unsere Liquidität auswirkt. Nach vorne sind diese möglichen Wertberichtigungen nur mehr sehr beschränkt möglich.
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Ein Blick auf die Passivseite der Bilanz: Wir haben weiterhin eine starke Eigenkapitalquote von über 82%. Dies können sich in Zeiten wie diesen die meisten Hightech-Unternehmen nur wünschen.
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Mit den Aktionären
Unternehmensführung heißt für uns nicht nur verantwortungsvoll und wertorientiert wichtige unternehmerische Ziele zu erreichen, sondern auch diese Ziele in IHREM Sinne und zu IHRER Zufriedenheit zu erreichen und sie transparent gegenüber unseren Mitarbeitern und unseren Aktionären zu kommunizieren.
Evotec ist sicher eines der Vorzeigeunternehmen, wenn es um die Unterwerfung aller Regeln des Corporate Governance Kodex geht. Wir befolgen sehr eng die deutschen Standards und dank des Zweitlistings in den USA unterwerfen wir uns auch den internationalen Standards, wenn es den deutschen Regeln nicht widerspricht. Diesen hohen Standard wollen wir konsequent weiter ausbauen.
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Erlauben Sie mir einige Worte zu den Zahlen des ersten Quartals 2009. Sie sehen, dass sich die Situation ähnlich darstellt wie bereits zum Jahresende 2008 erläutert. Wir haben mit 13% Umsatzwachstum selbst ohne Meilensteinbeiträge erneut eine sehr gute operative Leistung erbracht. Die Kosten sind aber weiterhin deutlich zu hoch, und wir mussten aufgrund der Verzögerung mit unserem VR1-Antagonsiten-Programm eine Wertberichtigung in Höhe von 6,6 Mio. € verbuchen. Die von uns ergriffenen Maßnahmen des Aktionsplans Evotec 2012 schlagen sich hier selbstverständlich noch nicht nieder.
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Wurzeln schätzen
Bevor ich zum Ausblick komme, möchte ich zunächst den österreichischen Maler Hundertwasser zitieren. Dieser hat mal gesagt: "Wer keine Wurzeln hat, der kann nicht wachsen." In diesem Sinne möchte ich nochmals betonen, wie wertvoll die starken Wurzeln der Technologieplattform von Evotec sind, um darauf aufbauend neu wachsen zu können.
Zusammenfassung
Wir erwarten mit über 35 Mio. € in diesem Jahr erneut eine sehr gute Umsatzbasis. Wie viele Unternehmen können schon behaupten, dass ihre Umsätze gerade in wirtschaftlichen Situationen wie diesen steigen? Sie werden zudem am Jahresende sehen, dass unser F+E-Aufwand deutlich zurückgegangen sein wird und dass wir mit einer Liquidität von über 65 Mio. € das Jahr beenden werden.
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Nachrichtenkultur
Sie werden auch sehen, dass Sie ein starker Nachrichtenfluss erwartet. Sie werden viel von uns hören - zu unseren Forschungsallianzen, zu unseren strategischen Partnerschaften und zu unseren klinischen Programmen. Ich hoffe sehr, dass Sie viel Gutes hören. Aber seien Sie gewiss, dass Sie auch unmittelbar von uns hören, sollte es schlechte Nachrichten geben.
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Zusammengefasst glauben wir, dass das Tal tatsächlich sein Ende erreicht haben könnte.
- Mit einer soliden Liquidität von über 80 Mio. €,
- mit entschlossen eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen,
- mit mehreren kurzfristigen Chancen, insbesondere der Rückkaufoption von Roche, die Evotec im ersten Schritt bereits 65 Mio. \$ einbringen könnte,
- mit einer verbleibenden starken Pipeline, die zwar reduziert, aber dennoch aussichtsreich ist,
- und mit einer Fülle von präklinischen Projekten, die die Grundlage für neue Partnerschaften sein könnten,
haben wir die Basis zu neuem Wachstum geschaffen, an dem wir in den nächsten Jahren konsequent für Sie arbeiten wollen.
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In diesem Sinne möchte ich mich bei Ihnen bedanken und zur Tagesordnung zurückgehen. Die Tagesordnung ist auch in diesem Jahr sehr überschaubar. Ich werde an dieser Stelle nur einige wesentliche Punkte erläutern. Die ausführliche Tagesordnung, in der alle Agendapunkte in juristisch erforderlichem Umfang dargestellt sind, liegt jedem Aktionär vor.
Wir haben uns entschieden, die Punkte 6 und 7 von der Agenda zu nehmen. Auch wenn es grundsätzlich sicher richtig ist, einem Unternehmen möglichst große strategische Flexibilität einzuräumen, haben wir erkannt, dass es für Evotec aktuell nicht der richtige Zeitpunkt ist, unsere Aktionäre nach der Genehmigung von Kapitalmaßnahmen zu fragen. Wir werden diese Punkte daher nicht zur Abstimmung bringen.
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Zunächst möchte ich Sie unter Agendapunkt 5 über die Neuwahlen im Aufsichtsrat informieren. Wir haben bei Evotec in den vergangenen Jahren ein Gremium aufgebaut, in dem sich international ausgewiesene Experten aus der Pharmaindustrie befinden, die über erhebliche Erfahrung in der Medikamentenentwicklung, bei internationalen Transaktionen sowie bei strategischen Neupositionierungen verfügen. Darauf sind wir sehr stolz. Die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder läuft mit dem heutigen Tag regulär aus. Daher schlagen wir vor, die Ihnen bereits bekannten Flemming Ørnskov, Hubert Birner, Corey Goodman, Peter Fellner sowie Mary Tanner erneut in den Aufsichtsrat zu wählen. Neu zur Wahl vorschlagen möchten wir Ihnen Walter Wenninger. Herr Wenninger war er mehr als 30 Jahre bei der Bayer AG tätig, wo er Positionen in der obersten Führungsebene im Life-ScienceGeschäft in Europa und den USA innehatte. Von 1994 bis 2000 war er im Bayer-Vorstand. Walter Wenninger soll John Walker ersetzen, der sich aufgrund anderweitiger Verpflichtungen entschlossen hat, nicht für eine erneute Nominierung zur Verfügung zu stehen.
Aus Sicht des Vorstands begrüße ich diese Wahlvorschläge des Aufsichtsrats sehr. Bei John Walker bedanke ich mich im Namen des Vorstands und aller Mitarbeiter für seine überaus engagierte Zusammenarbeit.
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Unter Agendapunkt 8 bitten wir Sie um die Zustimmung zur flexibleren Gestaltung der Ausübungsmöglichkeiten von Aktienoptionen für unsere Mitarbeiter. Bisher sind die Ausübungszeiträume auf ganz wenige Wochen im Jahr begrenzt. Wir schlagen vor, dass Optionsrechte – ausgenommen von definierten Sperrfristen – durchgehend ausgeübt werden können.
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Agendapunkt 9 befasst sich mit der Vergütung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat der Evotec AG leistet Erhebliches. Weit über die vier üblichen Meetings im Jahr hinaus, tritt er zu weiteren Besprechungen und monatlichen Telefonkonferenzen zusammen. Insgesamt sind die gesetzlichen Anforderungen an Aufsichtsräte und deren Verantwortung enorm. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir international herausragenden Persönlichkeiten in unserem Aufsichtsrat erhebliche Bedeutung beimessen und schlagen deshalb eine maßvolle Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung vor. Während die Basisvergütung annähernd unverändert bleibt, soll das besondere Engagement unserer Aufsichtsratsmitglieder, d.h. der Vorsitz und die Arbeit in Ausschüssen, besonders honoriert werden.
Damit komme ich zum jährlich wiederkehrenden Agendapunkt 10. Unsere Satzung sieht vor, dass unsere Aufsichtsratsmitglieder zusätzlich zu ihrer Vergütung in bar jährlich Aktien erhalten. Dieses Vergütungsmodell entspricht dem Deutschen Corporate Governance Kodex und soll das Interesse der Aufsichtsratsmitglieder an dem langfristigen Unternehmenserfolg festigen.
Um das umzusetzen braucht Evotec eigene Aktien. Die bestehende Ermächtigung zum Aktienrückkauf läuft 18 Monate nach der letzten Hauptversammlung aus. Daher schlagen wir vor, die Gesellschaft für diesen Zweck und auch zur Bedienung von Bezugsrechten im Rahmen der Aktienoptionsprogramme erneut zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien mit rechnerischem Anteil am Grundkapital von bis zu 500.000 € zu ermächtigen.
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Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme jetzt zum Ende meines Vortrages und möchte kurz zusammenfassen.
Die vergangenen zwölf Monate haben Evotec zwei herbe Rückschläge in der klinischen Pipeline beschert – EVT 201 und EVT 302. Diese Misserfolge haben unsere Aktionäre zu Recht enttäuscht. Sie erinnern uns schmerzlich daran, mit welchem Risiko klinische Medikamentenforschung im Allgemeinen verbunden ist. Das Risiko unseres Geschäftsmodells war zu hoch, ebenso unsere Kostenbasis - es wurde Zeit zu handeln. Wir haben gehandelt. Wir haben den Evotec Aktionsplan 2012 implementiert, uns fokussiert und die Kosten deutlich gesenkt. Damit haben wir die Basis geschaffen, um uns nach Jahren hohen Liquiditätsverbrauchs aus eigener Kraft zu entwickeln und zu beweisen, dass unsere Investitionen Früchte tragen können. Unser erfolgreiches Allianzgeschäft und unsere starke Liquidität geben uns Stabilität und damit Zeit, die Werte zu realisieren, die wir geschaffen haben. Wir haben eine ganze Reihe "zarter Pflänzchen" gesät, aus denen durchaus ein substanzieller Erfolg hervorgehen könnte.
Wir hoffen, dass Sie, sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, uns auf diesem Weg auch weiterhin Ihr Vertrauen schenken. Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen versichert zu haben, dass wir dieses Vertrauen verdienen.
Ich freue mich auf zahlreiche Fragen und eine interessante Diskussion mit Ihnen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Ende