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EVN AG Interim / Quarterly Report 2015

May 25, 2016

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Interim / Quarterly Report

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Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2015 /16

Halbjahresfinanzbericht 1. Oktober 2015 – 31. März 2016

EVN Zukunftslabor @ EVN_Zukunftslabor

Die Welt von morgen? # Wir_haben_Antworten

Highlights

  • Anstieg der thermischen Stromproduktion zur Netzstabilisierung
  • Konzernergebnis über Vorjahresniveau
  • Auftrag für drei Abwasserprojekte in Mazedonien
  • Bestätigung der Ratings durch Moody's (A3) und Standard & Poor's (BBB+), Ausblick jeweils stabil
  • Ausblick 2015/16: Konzernergebnis weitgehend stabil erwartet

Kennzahlen

2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
in %
2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
2014/15
(30.09.2015)
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 3.363 2.935 14,6 1.727 1.570 10,0 4.882
davon erneuerbare Energie GWh 966 1.082 –10,7 528 574 –8,1 2.106
Stromverkauf an Endkunden GWh 10.239 10.569 –3,1 5.256 5.499 –4,4 19.263
Gasverkauf an Endkunden GWh 4.129 4.235 –2,5 2.340 2.449 –4,4 5.241
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.432 1.403 2,1 800 766 4,5 2.038
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 1.196,8 1.224,7 –2,3 623,5 624,9 –0,2 2.135,8
EBITDA Mio. EUR 422,4 384,0 10,0 237,4 199,2 19,2 583,2
EBITDA-Marge % 35,3 31,4 12,6 38,1 31,9 6,2 27,3
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 290,7 237,5 22,4 171,2 116,3 47,2 268,2
EBIT-Marge % 24,3 19,4 4,9 27,5 18,6 8,8 12,6
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 251,1 215,5 16,6 148,4 118,7 25,1 207,9
Konzernergebnis Mio. EUR 189,9 165,4 14,8 111,0 92,4 20,2 148,1
Ergebnis je Aktie EUR 1,07 0,93 14,9 0,62 0,51 20,2 0,83
Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.484,8 6.691,8 –3,1 6.484,8 6.691,8 –3,1 6.501,2
Eigenkapital Mio. EUR 2.683,0 2.693,7 –0,4 2.683,0 2.693,7 –0,4 2.590,1
Eigenkapitalquote % 41,4 40,3 1,1 41,4 40,3 1,1 39,8
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.148,9 1.359,4 –15,5 1.148,9 1.359,4 –15,5 1.230,9
Gearing % 42,8 50,5 –7,6 42,8 50,5 –7,6 47,5
Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem Ergebnis Mio. EUR 384,6 305,7 25,8 202,5 139,1 45,6 438,1
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 236,0 209,4 12,7 142,8 117,0 22,0 478,3
Investitionen1) Mio. EUR 115,6 136,8 –15,5 58,2 71,3 –18,4 322,7
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ø 6.837 7.048 –3,0 6.813 7.371 –7,6 6.973

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Inhalt

Vorwort des Vorstands 3 Konzern-Zwischenabschluss 21
Zwischenlagebericht 5 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 21
Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld 5 Konzern-Gesamtergebnisrechnung 22
Geschäftsentwicklung 6 Konzern-Bilanz 23
Risikobericht 10 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 24
Entwicklung der Segmente 12 Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung 24
Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss 25
Erklärung des Vorstands 31
Die EVN Aktie 32

Vorwort

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Im ersten Halbjahr 2015/16 stieg die Stromerzeugung der EVN deutlich an. Hohe Bedeutung hatte dabei der Einsatz unserer thermischen Kraftwerke für die Lieferung von Ausgleichsenergie und für das Engpassmanagement – und damit zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie zur Unterstützung des Systemumbaus in Richtung erneuerbare Energie. Auch in Zukunft werden wir unsere thermischen Kraftwerke für diese wichtigen Aufgaben verfügbar halten. So werden die thermischen Kraftwerke der EVN auch in den Sommermonaten 2016 und 2017 insbesondere zur Netzstabilisierung in Österreich auf vertraglicher Basis bei Bedarf eingesetzt werden. Ebenso gilt unser Vertrag über die Bereitstellung von Reservekapazitäten für den süddeutschen Raum auch für die kommenden beiden Winterhalbjahre.

Einen witterungsbedingten Rückgang um 10,7 % auf 966 GWh zeigte im Berichtszeitraum hingegen die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen, hervorgerufen durch ein merklich schwächeres Windund Wasserdargebot. Die Temperaturen lagen im Winterhalbjahr 2015/16 sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien über dem langjährigen Durchschnitt und wirkten sich damit tendenziell dämpfend auf unsere Absatz- und Umsatzentwicklung aus.

Trotz eines Umsatzrückgangs um 2,3 % auf 1.196,8 Mio. Euro konnte die EVN ihr EBITDA im ersten Halbjahr 2015/16 um 10,0 % auf 422,4 Mio. Euro steigern. Einen Anstieg des operativen Ergebnisses verzeichneten dabei die Segmente Energiehandel und -vertrieb, Netzinfrastruktur Inland sowie Energieversorgung Südosteuropa. Das Konzernergebnis erhöhte sich damit im Berichtszeitraum um 14,8 % auf 189,9 Mio. Euro.

Im Bereich der erneuerbaren Stromerzeugung verläuft der Baufortschritt des Windparks Paasdorf-Lanzendorf nach Plan. Aus heutiger Sicht werden wir diesen Windpark mit sechs Windkraftanlagen und einer installierten Leistung von 19,2 MW im Lauf des heurigen Sommers in Betrieb nehmen können. Damit werden wir unserem Ziel, die Erzeugungskapazität aus Windkraft innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre von derzeit 250 MW auf über 300 MW zu erhöhen, wieder einen Schritt näher kommen.

Zum 1. Mai 2016 hat unsere Vertriebsgesellschaft in Österreich im Rahmen der EnergieAllianz Austria neuerlich Einkaufsvorteile aus den gesunkenen Großhandelspreisen für Erdgas durch eine Preissenkung an ihre Privatkunden weitergegeben. Nach den jeweils fünfprozentigen Energiepreissenkungen für Strom und Erdgas im letzten Oktober haben wir die Erdgas-Arbeitspreise für Haushalte damit im Schnitt um weitere rund 7 % gesenkt.

In der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich legen wir unseren Fokus nachhaltig auf die weitere Verbesserung der Versorgungsinfrastruktur. Deshalb investieren wir im Rahmen unseres im Geschäftsjahr 2013/14 gestarteten vierjährigen Investitionsprogramms zur Stärkung der Versorgungssicherheit in Niederösterreich allein im Bereich der Wasserversorgung mehr als 50 Mio. Euro in Leitungen und sonstige Anlagen. So werden unsere Kunden künftig beispielsweise von der gesteigerten Leistungsfähigkeit der Pumpwerke im Waldviertel profitieren. Ebenfalls planmäßig schreitet die Errichtung der Naturfilteranlage in Zwentendorf an der Zaya voran, die im Juni den Probebetrieb aufnehmen und die Wasserqualität steigern bzw. die Wasserhärte deutlich reduzieren soll.

Im Umweltgeschäft konnten wir im Berichtszeitraum einen wichtigen Erfolg auf internationaler Ebene verbuchen: Die EVN wurde als Generalunternehmer für die Planung und Errichtung von drei Abwasserbehandlungsanlagen in Mazedonien beauftragt. Die Projekte mit einem Auftragswert von insgesamt rund 20 Mio. Euro werden aus Fördermitteln der Europäischen Union zur Unterstützung des Beitrittskandidaten Mazedonien finanziert.

Erfreuliche Ergebnisse brachte auch die Aktualisierung unserer Bonitätseinstufungen durch die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's: Moody's bestätigte im Februar 2016 das bisherige Rating A3 mit stabilem Ausblick, und auch Standard & Poor's beließ in einer Analyse Anfang April das Rating für die EVN bei BBB+ und stabilem Ausblick. Diese Einstufungen im guten Investment-Grade-Bereich sind eine Bestätigung für unsere solide Bilanzstruktur und Ertragskraft.

Unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2015/16 weitgehend stabil erwartet. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Entwicklung in den eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit den Forderungen aus den Tarifentscheidungen in Bulgarien und im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten das Konzernergebnis jedoch wesentlich beeinflussen.

Maria Enzersdorf, im Mai 2016

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld

BIP-Wachstum % 2017f 2016f 2015e 2014 2013
EU-281)2) 1,8–1,9 1,7–1,8 1,9–2,0 1,4 0,2
Österreich2)3) 1,5–1,6 1,5–1,6 0,9 0,4 0,3
Bulgarien1)2)4) 2,4–3,0 2,0–2,2 2,9–3,0 1,5 1,3
Kroatien1)2)4)5) 1,5–2,1 1,5–1,9 1,6 –0,4 –1,0
Mazedonien5)6) 3,6–3,7 3,4–3,6 3,2–3,7 3,5 2,7

1) Quelle: "European Economic Forecast, Spring 2016", EU-Kommission, Mai 2016

2) Quelle: "Prognose der österreichischen Wirtschaft 2016–2017", IHS, März 2016

3) Quelle: "Prognose für 2016 bis 2017: Konsum gleicht Exportabschwächung in Österreich aus", WIFO, März 2016

4) Quelle: "Strategie Österreich & CEE 2. Quartal 2016", Raiffeisen Research, April 2016

5) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, April 2016

6) Quelle: "Global Economic Prospects", World Bank, Jänner 2016

Wirtschaftliches Umfeld

Die weltweite Konjunktur entwickelt sich angesichts der anhaltenden Rezession in bedeutsamen Schwellenländern, etwa Russland und Brasilien, weiterhin verhalten. In China verlangsamte sich das Wachstum im Zuge der Transformation zu einer stärker konsumorientierten Volkswirtschaft auf knapp 7 %. Positive Impulse erhält die Weltwirtschaft jedoch durch ein moderates Anziehen der Konjunkturdynamik in den USA, Japan und dem Euroraum. Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union liegen für 2016 zwischen 1,7 % und 1,8 % und für 2017 zwischen 1,8 % und 1,9 %.

Für Österreichs Wirtschaft wird in den kommenden Jahren ein stärkeres Wachstum als noch in den Vorjahren erwartet; die Prognosen für 2016 und 2017 liegen zwischen 1,5 % und 1,6 %. Positiv sollten nach Ansicht der Experten vor allem die Anfang 2016 in Kraft getretene Steuerreform und die daraus resultierende Belebung des privaten Konsums wirken. Belastet wird die Konjunktur jedoch durch die Entwicklung der Arbeitslosenrate, für die ein Anstieg auf bis zu 10 % vorhergesagt wird.

In Bulgarien begünstigen weiterhin positive wirtschaftliche Rahmenbedingungen die konjunkturelle Entwicklung. Niedrige Öl-

Energiewirtschaftliches Umfeld –
Kennzahlen
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
Temperaturbedingter Energiebedarf1) %
Österreich 87,8 87,1 92,4 94,3
Bulgarien 80,3 93,3 86,7 92,5
Mazedonien 96,2 96,7 92,6 101,6
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 35,2 54,5 30,4 48,0
Gas – NCG2) EUR/MWh 15,3 22,2 13,3 21,7
Kohle – API#23) EUR/Tonne 44,0 56,1 41,0 54,0
CO2-Emissionszertifikate EUR/Tonne 7,0 6,8 5,6 7,0
Strom – EEX Forwardmarkt4)
Grundlaststrom EUR/MWh 34,0 38,0 33,2 37,9
Spitzenlaststrom EUR/MWh 43,9 49,1 42,9 48,8
Strom – EPEX Spotmarkt5)
Grundlaststrom EUR/MWh 29,1 33,5 25,1 32,3
Spitzenlaststrom EUR/MWh 37,6 43,5 32,1 41,2

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996 bis 2010,

in Bulgarien jenem von 2004 bis 2012 und in Mazedonien jenem von 2001 bis 2015; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten.

2) Net Connect Germany (NCG) – EEX-(European Energy Exchange)-Börsepreis für Erdgas

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forward-Preise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

5) EPEX Spot – European Power Exchange

preise, ein günstiges Kreditumfeld sowie moderate Lohnzuwächse bei gleichzeitig sinkender Arbeitslosigkeit werden als positive Impulsgeber für das reale BIP-Wachstum angesehen. Als zusätzliche Wachstumstreiber gelten die Nettoexporte, die auf konstant hohem Niveau erwartet werden. In diesem Umfeld liegen die Prognosen für das Wirtschaftswachstum für das Jahr 2016 zwischen 2,0 % und 2,2 % und für 2017 zwischen 2,4 % und 3,0 %.

Kroatien meldete einen frühen Start in die diesjährige Tourismussaison. Dies bringt positive Impulse für die Beschäftigung und die Kaufkraft der privaten Haushalte, gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck gering. Der Tourismus bleibt damit der Konjunkturmotor für den Adriastaat. Experten weisen aber auf einen dringenden Reformbedarf im öffentlichen Sektor sowie im Gesundheits- und Bildungssystem hin. Die Prognosen für das BIP-Wachstum bewegen sich für 2016 zwischen 1,5 % und 1,9 % und für 2017 zwischen 1,5 % und 2,1 %.

Mazedonien profitiert weiterhin von einer konstant guten Auslandsnachfrage. Dennoch bleibt die Kaufkraft trotz leichter Zuwächse in den Realeinkommen deutlich unter dem europäischen Schnitt. Für 2016 und 2017 werden Wachstumsraten zwischen 3,4 % und 3,6 % bzw. 3,6 % und 3,7 % vorhergesagt.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die Temperaturen in den für die EVN relevanten Märkten entwickelten sich im ersten Halbjahr 2015/16 unterschiedlich. Dabei waren die Wintermonate jedoch in allen drei Kernmärkten der Gruppe von Temperaturen über dem langjährigen Mittelwert geprägt: In Österreich lag die Heizgradsumme nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Auch in Bulgarien verlief der Winter überaus milde; die Heizgradsumme lag deshalb im Berichtszeitraum nicht nur um 13,0 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert, sondern auch deutlich unter dem Mehrjahresdurchschnitt. In Mazedonien lagen die Temperaturen im Winter 2015/16 etwa auf Vorjahresniveau, womit die Heizgradsumme nur leicht unter dem langjährigen Durchschnitt blieb.

Der Durchschnittspreis für Rohöl der Sorte Brent auf Eurobasis lag im Berichtszeitraum vor allem aufgrund des aktuellen weltweiten Überangebots mit 35,2 Euro pro Barrel um 35,5 % unter dem Vergleichswert der Vorjahresperiode. Auch der durchschnittliche EEX-Börsepreis für Erdgas war in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 mit 15,3 Euro pro MWh um 30,8 % niedriger als im Vorjahr. Zurückzuführen war dies unter anderem auf die höheren Temperaturen im Berichtszeitraum, die sich dämpfend auf die Nachfrage auf den Spotmärkten auswirkten. Bei Kohle wiederum löste die insbesondere in China konjunkturbedingt schwächere Nachfrage einen Preisrückgang um 21,6 % auf 44,0 Euro je Tonne aus. Nach einem starken Anstieg der Preise für CO2-Emissionszertifikate im ersten Quartal 2015/16 um 26,2 % auf 8,4 Euro je Tonne war über den gesamten Berichtszeitraum des ersten Halbjahres 2015/16 ein Rückgang auf 7,0 Euro je Tonne zu verzeichnen. Damit lag der Preis je Tonne zum Stichtag 31. März 2016 um 2,9 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Der fortgesetzte Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energieträgern in Österreich und Deutschland sowie die niedrigen Preise für Primärenergieträger und – ungeachtet des leichten Anstiegs – nach wie vor auch für CO2-Emissionszertifikate führten in der Berichtsperiode zu einem weiteren Rückgang der Termin- und Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom. Die für den Berichtszeitraum geltenden Terminpreise für Grundlaststrom sanken um 10,6 % auf 34,0 Euro pro MWh, jene für Spitzenlaststrom um 10,7 % auf 43,9 Euro pro MWh. Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 13,1 % auf 29,1 Euro pro MWh zurück, jene für Spitzenlaststrom reduzierten sich um 13,7 % auf 37,6 Euro pro MWh.

Geschäftsentwicklung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Highlights 2015/16

  • Umsatz: –2,3 % auf 1.196,8 Mio. Euro
  • EBITDA: +10,0 % auf 422,4 Mio. Euro
  • EBIT: +22,4 % auf 290,7 Mio. Euro
  • Finanzergebnis: –79,3 % auf –39,5 Mio. Euro
  • Konzernergebnis: +14,8 % auf 189,9 Mio. Euro

Die Umsatzerlöse der EVN verringerten sich in den ersten sechs Monaten 2015/16 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 28,0 Mio. Euro bzw. 2,3 % auf 1.196,8 Mio. Euro. Gesteigerte Erlöse aus der Vermarktung des in den Kraftwerken der EVN erzeugten Stroms sowie aus dem niederösterreichischen Netzgeschäft konnten dabei geringere Erlöse aus den reduzierten Erdgashandelsaktivitäten des Konzerns sowie einen durch den milden Winter beeinflussten mengenbedingten Umsatzrückgang in Südosteuropa, der durch niedrigere Preise noch verstärkt wurde, nicht ausgleichen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich um 24,2 Mio. Euro bzw. 36,3 % auf 42,4 Mio. Euro. Maßgeblich dafür war der im Vorjahr in dieser Position abgebildete Verkauf der Anteile an der Projektgesellschaft für die Natriumhypochloritanlage in Moskau.

Im Einklang mit den rückläufigen Umsatzerlösen lag der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger im Berichtszeitraum mit 581,2 Mio. Euro um 57,1 Mio. Euro bzw. 8,9 % unter dem Vorjahresniveau.

Die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand blieben mit 111,4 Mio. Euro um 15,2 Mio. Euro bzw. 12,0 % unter dem Vorjahreswert. Dies lag insbesondere an einem Rückgang der projektbezogenen Fremdleistungen und Materialaufwendungen.

Der durchschnittliche Personalstand sank aufgrund kontinuierlicher Reorganisations- und Optimierungsmaßnahmen im Jahresvergleich um 211 Personen auf 6.837 Mitarbeiter. Aufwandssteigerungen infolge kollektivvertraglicher Lohn- und Gehaltsanpassungen sowie Einmaleffekte aus Restrukturierungsmaßnahmen in Mazedonien wurden durch diesen Rückgang mehr als ausgeglichen. Per Saldo verringerte sich der Personalaufwand dadurch um 4,2 Mio. Euro bzw. 2,7 % auf 154,9 Mio. Euro.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 68,0 Mio. Euro um 20,4 Mio. Euro bzw. 23,1 % unter dem Vorjahreswert. Dieser signifikante Rückgang stammte überwiegend aus weiteren Steigerungen der Inkassoquote und einer gleichzeitigen Kostenreduktion in Südosteuropa sowie operativen Verbesserungen in der gesamten EVN Gruppe.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verringerte sich um 6,4 Mio. Euro bzw. 6,1 % auf 98,8 Mio. Euro. Einer Ergebnisverbesserung der Vertriebsgesellschaft der EVN in Österreich stand hier vor allem ein Ergebnisrückgang bei der Rohöl-Aufsuchungs AG entgegen.

Per Saldo führten diese Entwicklungen zu einer Steigerung des EBITDA um 38,4 Mio. Euro bzw. 10,0 % auf 422,4 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich dadurch ebenfalls von 31,4 % auf 35,3 %.

Die Abschreibungen erhöhten sich bedingt durch die Investitionstätigkeit des Konzerns um 4,2 Mio. Euro bzw. 3,3 % auf 131,7 Mio. Euro. Per Saldo ergab sich damit ein EBIT von 290,7 Mio. Euro, das um 53,2 Mio. Euro bzw. 22,4 % über dem Vergleichswert des Vorjahres lag.

Das Finanzergebnis lag mit –39,5 Mio. Euro um 17,5 Mio. Euro bzw. 79,3 % unter jenem des Vorjahreszeitraums. Hervorgerufen wurde dieser Rückgang vor allem durch einen negativen Ergebnisbeitrag der WEEV Beteiligungs GmbH, der seinerseits auf einer Wertminderung der Aktien an der Verbund AG beruhte, die angesichts der anhaltend negativen Abweichung des laufenden Aktienkurses von den bilanziellen Anschaffungskosten vorzunehmen war. Weiters wurde die Dividende der Verbund AG in

Struktur der Investitionen 1. Halbjahr

in %, Gesamtsummen in Mio. EUR

der Berichtsperiode nicht im Beteiligungsergebnis berücksichtigt, da diese erst am 13. April 2016 von der Hauptversammlung der Verbund AG beschlossen wurde. Positiv auf das Finanzergebnis wirkte hingegen der Entfall der im Vorjahr verbuchten Aufwendungen für die Auflösung der für das Projekt Natriumhypochloritanlage in Moskau abgeschlossenen Investitionsgarantie der Bundesrepublik Deutschland und des diesbezüglichen Zinssicherungsgeschäfts.

Per Saldo ergab sich damit ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 251,1 Mio. Euro, das den Vorjahreswert um 35,7 Mio. Euro bzw. 16,6 % übertrifft. Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 47,7 Mio. Euro und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile belief sich das Konzernergebnis auf 189,9 Mio. Euro. Es lag damit um 24,4 Mio. Euro bzw. 14,8 % über dem Vorjahresniveau.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis erhöhte sich im Berichtszeitraum – in erster Linie bedingt durch das gesteigerte Ergebnis vor Ertragsteuern und geringere unbare Ergebniskomponenten aus den at Equity einbezogenen Beteiligungen und dem Beteiligungsergebnis – um 78,9 Mio. Euro bzw. 25,8 % auf 384,6 Mio. Euro. Unter Einbeziehung der Veränderungen im Working Capital ergab sich ein Cash Flow aus dem operativen Bereich von 236,0 Mio. Euro, der um 26,6 Mio. Euro bzw. 12,7 % über jenem des Vergleichszeitraums lag.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich blieb mit –86,3 Mio. Euro um 181,8 Mio. Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Wesentlicher Grund dafür war der im Vorjahr erfolgte Verkauf der Natriumhypochloritanlage in Moskau.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich belief sich – nach –300,4 Mio. Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres – im Berichtszeitraum auf –173,3 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist maßgeblich auf die Rückführung der Finanzierungen im Zusammenhang mit dem Projekt Natriumhypochloritanlage im vergangenen Jahr zurückzuführen. Der aktuelle Berichtszeitraum war neben der Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2014/15 auch von der planmäßigen Tilgung von Finanzverbindlichkeiten geprägt.

In Summe ergab sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 ein Cash Flow von –23,6 Mio. Euro. Die liquiden Mittel beliefen sich per 31. März 2016 auf 221,4 Mio. Euro und lagen damit um 19,6 Mio. Euro bzw. 9,7 % über dem Niveau des Vorjahresstichtags. Zusätzlich standen der EVN nicht gezogene Kreditlinien in Höhe von 575,0 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

Bilanz

Die Bilanzsumme der EVN lag per 31. März 2016 mit 6.484,8 Mio. Euro um 16,4 Mio. Euro bzw. 0,3 % unter dem Wert zum 30. September 2015.

Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich im ersten Halbjahr 2015/16 um 42,1 Mio. Euro bzw. 0,8 % auf 5.487,0 Mio. Euro. Auch ihr Anteil am Gesamtvermögen verringerte sich geringfügig auf 84,6 % (30. September 2015: 85,0 %). Während sich Veränderungen bei den immateriellen Vermögenswerten und den Sachanlagen hier etwa ausglichen, kam es zu einer ausschüttungsbedingten Verminderung des Wertansatzes der at Equity einbezogenen Beteiligungen sowie zu einem bewertungsbedingten Rückgang der sonstigen Beteiligungen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen um 25,7 Mio. Euro bzw. 2,6 % auf 997,7 Mio. Euro zu. Der Hauptgrund dafür lag in einem saisonbedingten Anstieg der Forderungen gegenüber Endkunden.

Das Eigenkapital stieg bedingt durch das positive Ergebnis des ersten Halbjahres 2015/16 um 92,9 Mio. Euro bzw. 3,6 % auf 2.683,0 Mio. Euro. Damit belief sich die Eigenkapitalquote zum 31. März 2016 auf 41,4 % (30. September 2015: 39,8 %). Die von der 87. Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 beschlossene Ausschüttung einer Dividende von 0,42 Euro pro Aktie erfolgte am 29. Jänner 2016 und ist daher bereits im Eigenkapital abgebildet.

Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 27,0 Mio. Euro bzw. 1,0 % auf 2.638,0 Mio. Euro. Während sich hier die langfristigen Finanzverbindlichkeiten und die übrigen langfristigen Schulden rückläufig entwickelten, kam es zu einem Anstieg der vereinnahmten Baukosten- bzw. Investitionszuschüsse sowie der langfristigen Rückstellungen.

Die kurzfristigen Schulden sanken um 136,3 Mio. Euro bzw. 10,5 % auf 1.163,7 Mio. Euro. Dabei entwickelten sich mit Ausnahme eines stichtagsbedingten Anstiegs der Steuerverbindlichkeiten alle übrigen Positionen rückläufig.

Die Nettoverschuldung reduzierte sich gegenüber dem 30. September 2015 um 81,9 Mio. Euro bzw. 6,7 % auf 1.148,9 Mio. Euro. Im Einklang damit ging das Gearing auf 42,8 % zurück (30. September 2015: 47,5 %).

Energiewirtschaftliche Kennzahlen
Konzern
GWh 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
Stromerzeugung 3.363 2.935 428 14,6 1.727 1.570 10,0
Erneuerbare Energie 966 1.082 –116 –10,7 528 574 –8,1
Wärmekraftwerke 2.397 1.853 544 29,4 1.199 996 20,4
Netzabsatz
Strom 11.625 11.744 –119 –1,0 6.033 6.133 –1,6
Erdgas1) 11.254 10.377 878 8,5 5.852 5.907 –0,9
Energieverkauf an Endkunden
Strom 10.239 10.569 –331 –3,1 5.256 5.499 –4,4
davon Mittel- und Westeuropa2) 3.507 3.629 –121 –3,3 1.713 1.824 –6,1
davon Südosteuropa 6.731 6.941 –210 –3,0 3.543 3.675 –3,6
Erdgas 4.129 4.235 –106 –2,5 2.340 2.449 –4,4
Wärme 1.432 1.403 29 2,1 800 766 4,5
davon Mittel- und Westeuropa2) 1.276 1.229 47 3,8 703 664 5,8
davon Südosteuropa 156 174 –18 –10,5 97 102 –4,3

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Risikobericht

gemäß § 87 Abs. 4 Börsegesetz

Risikoprofil

Das Risikoprofil des EVN Konzerns ist vor allem durch die branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten und insbesondere durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen geprägt. Gegenwärtig sind keine Risiken für die Zukunft erkennbar, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten.

Das identifizierte Gesamtrisikoprofil hat sich seit dem Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2015 nicht wesentlich verändert und bleibt daher auch noch für die restlichen sechs Monate des Geschäftsjahres 2015/16 aufrecht. Nachfolgend sollen die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten zusammenfassend erläutert werden. Die Kategorisierung folgt dabei dem EVN Risikomanagementprozess.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Energiehandel und -vertrieb

Nachfragerückgänge aufgrund von witterungs- bzw. klimawandelbedingten, demografischen, politischen und technologischen Einflüssen sowie reputations- bzw. wettbewerbsbedingte Kundenund Absatzmengenverluste können negative Auswirkungen auf die Umsatzerlöse der EVN haben. Zudem können die Marktpreisentwicklung und -volatilität, eine suboptimale Beschaffungsstrategie und sinkende Margen die energiewirtschaftlichen Deckungsbeiträge der EVN negativ beeinflussen.

Erzeugung/Aufbringung

Der Anstieg dezentraler und nicht regelbarer Produktion sowie Schwankungen bei Windaufkommen, Wasserführung, Sonnenstunden und Witterungsverhältnissen können sich nachteilig auf das Ergebnis im Erzeugungsbereich auswirken (Preis- und Mengeneffekte). Da die Wirtschaftlichkeit und die Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen maßgeblich von Strom- und Primärenergiepreisen, Wirkungsgraden, energiepolitischen Rahmenbedingungen und Standorten abhängig sind, können nachteilige Entwicklungen einen Wertberichtigungsbedarf auslösen. Darüber hinaus könnte die Bildung bzw. Nachdotierung von Rückstellungen für Belastungen aus langfristigen (Bezugs-)Verträgen erforderlich werden. Trotz der bereits gesetzten Maßnahmen bestehen derartige Risiken weiterhin für thermische Erzeugungsanlagen, aber auch für Wasserkraftwerke und Erzeugungsanlagen im Bereich der erneuerbaren Energie.

Umwelt

Im Umweltgeschäft sieht die EVN Risiken in möglichen Nachfrage-, Mengen- und Kostenschwankungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Aufgrund von Marktsättigung, eingeschränkten Ressourcen für Infrastrukturprojekte oder Nichtberücksichtigung bzw. Unterliegen in Ausschreibungsverfahren kann das Projektvolumen im Umweltbereich zurückgehen. Die EVN ist zudem Projektabwicklungs- und Lieferantenrisiken, etwa dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen, ausgesetzt.

Finanzrisiken

Im Rahmen des Managements von Kredit- bzw. Forderungsausfallrisiken unterscheidet die EVN zwischen Forderungen gegenüber Endkunden und Forderungen im Finanz- und Energiehandelsbereich sowie bei Großprojekten/-anlagen.

Im Endkundenbereich dienen insbesondere ein effizientes Forderungsmanagement, die Beurteilung der Kundenbonität auf Basis von Ratings und Erfahrungswerten sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken. Dennoch können die Energieerträge durch mangelnde Kaufkraft bzw. Zahlungsmoral der Kunden belastet werden.

Den Kreditrisiken wird insbesondere im Treasury- und im Energiehandelsbereich sowie im Projekt- und Beschaffungsmanagement mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen, Absicherungsinstrumenten wie Bankgarantien sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet.

Im Bereich der kerngeschäftsnahen Beteiligungen (vor allem Verbund AG, Rohöl-Aufsuchungs AG, Burgenland Holding AG, EnergieAllianz Austria GmbH) besteht aufgrund des schwierigen energiepolitischen Umfelds die Gefahr, dass nachteilige Ergebnisund Eigenkapitalentwicklungen auf die EVN durchschlagen.

Im Rahmen der aktiven Steuerung der Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Fremdwährungs- und Marktpreisrisiken stellt das niedrige Zinsniveau eine zunehmende Herausforderung für die kurz- bis mittelfristige Veranlagung von liquiden Mitteln dar. Dies kann zu Opportunitätsverlusten führen und negative Auswirkungen auf die Bewertung von Personalrückstellungen sowie auf künftige Tarife haben.

Betriebsrisiken

Insbesondere im Energie- und Netzgeschäft können operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen und -störungen sowie IT- und sicherheitstechnische Probleme auftreten, wodurch es zu Versorgungsunterbrechungen und zum Schlagendwerden von Haftungsund Reputationsrisiken kommen kann. Auch im Umweltgeschäft besteht das Risiko von Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen.

Risiken bestehen auch in der suboptimalen Auslegung und Verwendung technischer Anlagen und der Einschätzung und Umsetzung von technologischen Neuerungen. Zudem bestehen operationelle Risiken in Bezug auf Organisation, Planung, Personal und Compliance.

Umfeldrisiken

Regulierung, Energie- und Umweltgesetzgebung sowie die Veränderung von politischen und öffentlichen Positionen zu Energie- und Infrastrukturprojekten sind wesentliche Risikotreiber. Eine Änderung des Förderregimes, das Ausbleiben von erwarteten Förderungen und eine Änderung der gesetzlich fixierten Tarife können die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Politische und wirtschaftliche Instabilität, willkürliche Rechtssetzungs- und Regulierungsmaßnahmen sowie Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen stellen Herausforderungen dar. Erforderliche Genehmigungen und Lizenzen könnten nicht erteilt, entzogen oder nicht verlängert werden. In diesem Zusammenhang ist das von der bulgarischen Regulierungsbehörde eingeleitete Lizenzentzugsverfahren für den Strombereich (EWRC) gegen die Stromvertriebsgesellschaft der EVN in Bulgarien (EVN Bulgaria Electrosnabdiavane EAD) zu nennen. Die EVN hat geeignete Maßnahmen gesetzt, um ihre Rechte in diesem ihrer Ansicht nach unbegründeten Verfahren zu wahren.

Vertrags- und Rechtsrisiken bestehen im Zusammenhang mit potenziellen oder bereits anhängigen (Schieds-)Gerichts- und Investitionsschutzverfahren sowie regulatorischen bzw. aufsichtsrechtlichen Prüfungen.

Entwicklung der Segmente

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Erdgas sind es die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie durch regionale Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft umfasst die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie
an österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel mit und
Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandels
märkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien
und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien,
Stromerzeugung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie
internationales Projektgeschäft
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Erzeugung

Das Segment "Erzeugung" umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionsanlagen und aus erneuerbaren Energiequellen in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich und Bulgarien.

Die Außenumsätze des Segments resultieren vorwiegend aus dem Verkauf von Strom aus Windkraft. Für den konzerninternen Umsatz wird für die Stromerzeugung (im Wesentlichen jene in Wasserkraftwerken sowie nicht mehr im Förderregime stehenden Windkraftanlagen) der Strommarktpreis abgebildet. Für Kraftwerke mit flexibel steuerbarer Erzeugung wird der Optionswert dargestellt. Dieser spiegelt die Deckungsbeiträge aus mittel- und kurzfristig realisierten Optionalitäten wider. Die Verrechnung der Energielieferungen der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH beinhaltet im Wesentlichen die Betriebs-, Finanzierungs- und Primärenergiekosten. Die Vermarktung des im Segment erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden im Segment Energiehandel und -vertrieb abgebildet.

Die Erträge aus den Beteiligungen der EVN an den Kraftwerken der Verbund-Innkraftwerke sowie der EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH &Co KG werden als Ergebnisanteile at Equity einbezogener Unternehmen mit operativem Charakter im EBIT erfasst. Die Beteiligung an der STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft wird als anteilig konsolidiertes Unternehmen abgebildet.

Highlights

  • Steigerung der Energieproduktion durch deutlich stärkeren Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung
  • Rückgang der Stromproduktion aus erneuerbarer Energie aufgrund geringeren Wind- und Wasserdargebots
  • EBITDA leicht rückläufig, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

Im ersten Halbjahr 2015/16 erhöhte sich die Stromerzeugung im Segment um 457 GWh bzw. 18,4 % auf 2.942 GWh. Während die Erzeugung aus erneuerbarer Energie mit 769 GWh um 82 GWh bzw. 9,7 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres blieb, nahm die Erzeugung in den Wärmekraftwerken der EVN um 539 GWh bzw. 33,0 % auf 2.174 GWh zu. Im Bereich der erneuerbaren Erzeugung lag das Wind- und Wasserdargebot im Berichtszeit-

Kennzahlen – Erzeugung 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 2.942 2.486 457 18,4 1.484 1.321 12,4
davon erneuerbare Energie 769 851 –82 –9,7 419 449 –6,8
davon Wärmekraftwerke 2.174 1.635 539 33,0 1.065 871 22,3
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 24,4 30,3 –5,9 –19,5 14,7 15,9 –7,5
Innenumsatz 95,6 93,1 2,5 2,7 47,2 48,3 –2,2
Gesamtumsatz 120,0 123,3 –3,4 –2,7 61,9 64,2 –3,5
Operativer Aufwand –51,0 –58,1 7,1 12,2 –25,9 –29,0 10,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
–4,1 0,7 –4,9 0,1 0,5 –89,2
EBITDA 64,8 65,9 –1,1 –1,7 36,0 35,7 1,0
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–27,3 –44,3 17,1 38,5 –13,6 –30,9 55,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 37,6 21,6 16,0 73,8 22,4 4,8
Finanzergebnis –11,7 –12,4 0,7 5,8 –5,7 –6,2 7,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 25,9 9,2 16,7 16,7 –1,4
Gesamtvermögen 1.245,2 1.243,5 1,7 0,1 1.245,2 1.243,5 0,1
Gesamtschulden 934,4 1.021,5 –87,1 –8,5 934,4 1.021,5 –8,5
Investitionen1) 14,7 38,3 –23,6 –61,6 9,3 24,3 –61,9

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

raum signifikant unter dem Niveau des Vorjahres, wodurch sich das Produktionsvolumen trotz erhöhter Windkraftkapazitäten verringerte. Die thermischen Kraftwerke Theiß und Korneuburg standen auch im Winter 2015/16 wieder für den süddeutschen Raum als Reservekapazität zur Verfügung; zusätzlich wurde auch das Kraftwerk Dürnrohr für das Engpassmanagement eingesetzt. Die Anzahl der Abrufe der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland lag nach dem ersten Halbjahr deutlich über dem Vergleichswert des Geschäftsjahres 2014/15.

Auf Konzernebene stammten in der Berichtsperiode 32,8 % (Vorjahr: 27,8 %) des abgesetzten Stroms aus eigener Produktion. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion des Konzerns reduzierte sich aufgrund der ungünstigeren Witterungsbedingungen und des verstärkten Einsatzes der thermischen Kraftwerke von 36,9 % im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 28,7 %.

Die Umsatzerlöse des Segments lagen mit 120,0 Mio. Euro um 3,4 Mio. Euro bzw. 2,7 % unter jenen des Vorjahres. Damit konnte der Anstieg der Erlöse aus der Bereitstellung von Regelenergie bzw. Reservekapazitäten für den süddeutschen Raum die mengenbedingt verringerten Umsatzerlöse aus der erneuerbaren Erzeugung nicht vollständig ausgleichen.

Der operative Aufwand verringerte sich um 7,1 Mio. Euro bzw. 12,2 % auf 51,0 Mio. Euro, hauptsächlich zurückzuführen auf den Rückgang des Aufwands für Primärenergieträger.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter nahm um 4,9 Mio. Euro auf –4,1 Mio. Euro ab. Neben einem witterungs- und marktpreisbedingten leichten Rückgang des Ergebnisbeitrags aus der Verbund Innkraftwerke GmbH war dies hauptsächlich auf eine Wertminderung der Beteiligung am Wasserkraftwerk Ashta zurückzuführen, über die bereits im ersten Quartal berichtet wurde.

In Summe ergab sich ein EBITDA in Höhe von 64,8 Mio. Euro, das um 1,1 Mio. Euro bzw. 1,7 % unter jenem der Vergleichsperiode lag. Die Abschreibungen inkl. der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen verringerten sich um 17,1 Mio. Euro bzw. 38,5 % auf 27,3 Mio. Euro. Während es im Vergleichszeitraum des Vorjahres zu einer Wertminderung des Kohlekraftwerks Dürnrohr in der Höhe von 17,8 Mio. Euro gekommen war, gab es im aktuellen Berichtszeitraum keine Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen. Das EBIT erhöhte sich dadurch um 16,0 Mio. Euro bzw. 73,8 % auf 37,6 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis des Segments verbesserte sich dank einer Reduktion der Finanzverbindlichkeiten durch planmäßige Tilgungen um 0,7 Mio. Euro bzw. 5,8 % auf –11,7 Mio. Euro. Per Saldo lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 25,9 Mio. Euro um 16,7 Mio. Euro über dem Vorjahresergebnis.

Die Investitionen blieben mit 14,7 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2015/16 um 23,6 Mio. Euro bzw. 61,6 % unter dem Vorjahresniveau. Wesentlicher Grund dafür war die vollständige Fertigstellung und Inbetriebnahme des Windparks Prottes-Ollersdorf, die im zweiten Quartal 2014/15 für ein vergleichsweise hohes Investitionsvolumen gesorgt hatte.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment "Energiehandel und -vertrieb" umfasst den Handel mit und den Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden vorwiegend auf dem österreichischen Heimmarkt und auf Großhandelsmärkten, die Beschaffung von Strom, Erdgas und anderen Primärenergieträgern sowie die Produktion und den Verkauf von Wärme.

Highlights

  • Energieabsatz durch milden Winter und anhaltend intensiven Wettbewerb verringert
  • Operative Aufwendungen gesunken
  • EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

Während sich der Wärmeabsatz der EVN an Endkunden in Österreich im Berichtszeitraum erhöhte, waren der Strom- und der Erdgasabsatz rückläufig. Hauptgründe dafür waren die milden Temperaturen im Winter 2015/16, Effekte aus Energieeffizienzmaßnahmen sowie der intensive Wettbewerb im Endkundenmarkt.

Die Umsatzerlöse des Segments erhöhten sich in Summe dennoch um 10,3 Mio. Euro bzw. 3,4 % auf 310,4 Mio. Euro, hauptsächlich zurückzuführen auf einen Anstieg der Erlöse aus der Vermarktung des in thermischen Kraftwerken erzeugten Stroms.

Der im operativen Aufwand verzeichnete Rückgang um 3,1 Mio. Euro bzw. 1,1 % auf 276,9 Mio. Euro ging größtenteils auf geringere Primärenergiebezugskosten für die Wärmeerzeugung und die Gasvermarktung zurück.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter erhöhte sich um 19,7 Mio. Euro bzw. 42,3 % auf 66,3 Mio. Euro. Per Saldo konnte das EBITDA dadurch um 33,1 Mio. Euro bzw. 49,6 % auf 99,8 Mio. Euro gesteigert werden.

Unter Einbeziehung der um 0,4 Mio. Euro bzw. 4,3 % auf 8,7 Mio. Euro gestiegenen Abschreibungen ergab sich ein EBIT von 91,1 Mio. Euro. Es lag um 32,7 Mio. Euro bzw. 56,1 % über jenem des Vorjahres.

Kennzahlen – 2015/16 2014/15 +/– 2015/16 2014/15 +/–
Energiehandel und -vertrieb 1. Halbjahr 1. Halbjahr absolut in % 2. Quartal 2. Quartal in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom 3.507 3.629 –121 –3,3 1.713 1.824 –6,1
Erdgas 4.129 4.235 –106 –2,5 2.340 2.449 –4,4
Wärme 1.276 1.229 47 3,8 703 664 5,8
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 304,2 292,8 11,4 3,9 154,6 141,1 9,5
Innenumsatz 6,2 7,3 –1,1 –14,5 3,7 3,2 12,9
Gesamtumsatz 310,4 300,1 10,3 3,4 158,2 144,4 9,6
Operativer Aufwand –276,9 –280,0 3,1 1,1 –137,1 –135,7 –1,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
66,3 46,6 19,7 42,3 39,3 27,9 40,5
EBITDA 99,8 66,7 33,1 49,6 60,4 36,6 65,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–8,7 –8,3 –0,4 –4,3 –4,3 –4,2 –3,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 91,1 58,3 32,7 56,1 56,0 32,4 73,0
Finanzergebnis –1,7 –1,4 –0,3 –21,6 –0,7 –0,8 7,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 89,4 57,0 32,4 56,9 55,3 31,6 75,0
Gesamtvermögen 598,7 493,5 105,2 21,3 598,7 493,5 21,3
Gesamtschulden 495,8 364,5 131,2 36,0 495,8 364,5 36,0
Investitionen1) 6,6 4,4 2,2 50,9 3,4 2,9 16,6

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Finanzergebnis betrug im Berichtszeitraum –1,7 Mio. Euro nach –1,4 Mio. Euro im Vorjahr. Damit ergibt sich für das erste Halbjahr 2015/16 ein um 32,4 Mio. Euro bzw. 56,9 % auf 89,4 Mio. Euro erhöhtes Ergebnis vor Ertragsteuern.

Das Investitionsvolumen lag im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 mit 6,6 Mio. Euro um 2,2 Mio. Euro bzw. 50,9 % über dem Vorjahreswert. Es entfiel ausschließlich auf den Anlagen- und Netzausbau im Wärmebereich.

Netzinfrastruktur Inland

Neben dem Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland werden im Segment "Netzinfrastruktur Inland" auch Konzerndienstleistungen erbracht. Diese Leistungen, die vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten anfallen, werden als konzerninterne Umsätze abgebildet. Das Beteiligungsergebnis des Segments umfasst auch die Ausschüttungen des R-138-Fonds sowie der AGGM Austrian Gas Grid Management AG an die Netz Niederösterreich GmbH.

Highlights

  • Anstieg der Strom- und Gas-Netzabsatzmengen
  • Umsatzerlöse über Vorjahresniveau
  • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern
  • Investitionsfokus auf Versorgungssicherheit

Die österreichischen Strom- und Gasnetztarife werden im Rahmen der Anreizregulierung jeweils mit Beginn des Kalenderjahres durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. In diesem Sinn wurden die Netznutzungsentgelte für Strom und Erdgas für Haushaltskunden per 1. Jänner 2016 um durchschnittlich jeweils 11,0 % erhöht. Per 1. Jänner 2015 waren der entsprechende Netztarif für Strom um 1,0 % und jener für Erdgas um 3,0 % gesenkt worden.

Der Strom-Netzabsatz stieg im ersten Halbjahr 2015/16 insbesondere durch Zuwächse im Industriekundensegment um 66 GWh bzw. 1,6 % auf 4.328 GWh. Der Gas-Netzabsatz verzeichnete aufgrund des häufigen Einsatzes der Gaskraftwerke der EVN zur Stabilisierung der österreichischen und süddeutschen Stromnetze einen Anstieg um 875 GWh bzw. 8,4 % auf 11.237 GWh.

Kennzahlen –
Netzinfrastruktur Inland 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 4.328 4.261 66 1,6 2.181 2.158 1,1
Erdgas 11.237 10.363 875 8,4 5.842 5.899 –1,0
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 253,7 242,0 11,7 4,8 137,5 125,8 9,3
Innenumsatz 25,0 23,5 1,5 6,3 13,3 11,9 11,8
Gesamtumsatz 278,7 265,5 13,2 5,0 150,7 137,6 9,5
Operativer Aufwand –127,5 –133,3 5,8 4,4 –73,0 –73,2 0,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 151,2 132,2 19,0 14,4 77,7 64,4 20,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–54,8 –51,7 –3,2 –6,1 –27,5 –26,3 –4,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 96,4 80,5 15,9 19,7 50,2 38,1 31,6
Finanzergebnis –8,6 –8,7 0,1 1,0 –4,3 –4,3 –1,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 87,7 71,8 16,0 22,2 45,8 33,9 35,3
Gesamtvermögen 1.848,1 1.824,5 23,6 1,3 1.848,1 1.824,5 116,3
Gesamtschulden 1.312,6 1.319,6 –7,0 –0,5 1.312,6 1.319,6
Investitionen1) 46,3 52,1 –5,8 –11,2 23,3 23,8 –2,0

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Umsatzerlöse stiegen angesichts dieser Preis- und Mengenentwicklung um 13,2 Mio. Euro bzw. 5,0 % auf 278,7 Mio. Euro. Die operativen Aufwendungen des Segments sanken im Berichtszeitraum hingegen um 5,8 Mio. Euro bzw. 4,4 % auf 127,5 Mio. Euro. Zurückzuführen war dies im Wesentlichen auf geringere Aufwendungen für Fremdleistungen, Netzverluste und das vorgelagerte Netz.

Auf Basis dieser Umsatz- und Aufwandsentwicklung stieg das EBITDA im Vergleich zur Vorjahresperiode um 19,0 Mio. Euro bzw. 14,4 % auf 151,2 Mio. Euro. Das EBIT erhöhte sich um 15,9 Mio. Euro bzw. 19,7 % auf 96,4 Mio. Euro, da die Abschreibungen einen investitionsbedingten Anstieg um 3,2 Mio. Euro bzw. 6,1 % auf 54,8 Mio. Euro zeigten.

Das Finanzergebnis entwickelte sich mit –8,6 Mio. Euro stabil (Vorjahr: –8,7 Mio. Euro). Per Saldo erzielte das Segment Netzinfrastruktur Inland damit im ersten Halbjahr 2015/16 ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 87,7 Mio. Euro, das um 16,0 Mio. Euro bzw. 22,2 % über dem Vorjahreswert lag.

Der im Geschäftsjahr 2013/14 vorgestellte Investitionsschwerpunkt der EVN, der Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Euro innerhalb von vier Jahren in Niederösterreich vorsieht, wurde im ersten Halbjahr 2015/16 plangemäß im nunmehr dritten Jahr fortgesetzt. Rund 70 % des gesamten Investitionsprogramms sind für die Erweiterung bzw. den Neubau von Anlagen im Netzbereich vorgesehen, die insbesondere auch dem Transport der laufend steigenden Einspeisemengen an Windenergie dienen. Im Berichtszeitraum beliefen sich die Investitionen des Segments auf 46,3 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 5,8 Mio. Euro bzw. 11,2 %, der auf die Verschiebung einzelner Bauvorhaben zurückgeht.

Kennzahlen –
Energieversorgung Südosteuropa
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 246 288 –41 –14,4 152 168 –9,4
davon erneuerbare Energie 76 114 –38 –33,1 49 66 –24,9
davon Wärmekraftwerke 170 174 –4 –2,2 103 102 0,6
Netzabsatz Strom1) 7.297 7.483 –185 –2,5 3.852 3.976 –3,1
Wärmeverkauf an Endkunden 156 174 –18 –10,5 97 102 –4,3
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 533,6 581,2 –47,7 –8,2 281,2 307,2 –8,5
Innenumsatz 0,2 0,1 0,0 41,6 0,1 0,1 67,6
Gesamtumsatz 533,7 581,3 –47,6 –8,2 281,3 307,2 –8,4
Operativer Aufwand –476,8 –530,3 53,5 10,1 –239,1 –271,8 12,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 56,9 51,1 5,8 11,4 42,2 35,4 19,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–31,5 –30,6 –0,9 –3,1 –16,0 –15,3 –4,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 25,4 20,5 4,9 23,9 26,2 20,1 30,4
Finanzergebnis –12,0 –13,5 1,6 11,5 –6,2 –7,8 20,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 13,4 7,0 6,5 92,8 20,0 12,3 63,0
Gesamtvermögen 1.291,9 1.270,1 21,8 1,7 1.291,9 1.270,1 1,7
Gesamtschulden 1.121,9 1.138,5 –16,6 –1,5 1.121,9 1.138,5 –1,5
Investitionen2) 44,5 42,7 1,8 4,2 20,1 15,7 28,2

1) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment "Energieversorgung Südosteuropa" werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien, die Stromerzeugung in Mazedonien, der Gasverkauf an Endkunden in Kroatien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst.

Highlights

  • Stromerzeugung in Mazedonien aufgrund Wasserführung rückläufig, jedoch über langjährigem Durchschnitt
  • Hohe Temperaturen in Bulgarien dämpften Energienachfrage
  • Geringere Umsatzerlöse und Energiebeschaffungskosten
  • Zuwächse in EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Mit 1. August 2015 senkte die zuständige Regulierungskommission in Bulgarien die Strom-Endkundenpreise im Versorgungsgebiet der EVN um durchschnittlich 0,4 %. Zusätzlich wurden die Endkundenpreise für Wärme schrittweise mit 1. Juli 2015 um 7,0 % und mit 1. Oktober 2015 um weitere 0,7 % gesenkt. Das im Juni 2013 eingeleitete Schiedsgerichtsverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID) wird von der EVN weiterhin aktiv verfolgt.

In Mazedonien kam es mit Tarifentscheid vom 1. Juli 2015 zu einer Senkung der Strom-Endkundenpreise um durchschnittlich 0,3 %. Die Kostenelemente im Zusammenhang mit den geplanten nächsten Liberalisierungsstufen wurden dabei nicht berücksichtigt.

In Kroatien werden bereits in allen drei Regionen (Zadar, Šibenik und Split), für die die EVN Croatia über Konzessionsverträge zur Errichtung und zum Betrieb von Gasverteilnetzen verfügt, Kunden

versorgt. Aktuell liegt der Fokus auf dem Anschluss neuer Kunden durch Netzverdichtungsmaßnahmen sowie auf dem weiteren Ortsnetzausbau.

Die Stromerzeugung der EVN in Südosteuropa verringerte sich im ersten Halbjahr 2015/16 um 41 GWh bzw. 14,4 % auf 246 GWh. Zwar lag das Wasserdargebot in Mazedonien über dem langjährigen Durchschnitt, der Rekordwert des Vorjahres konnte jedoch nicht erreicht werden. Dies bedingte einen Rückgang der erneuerbaren Produktion um 38 GWh bzw. 33,1 % auf 76 GWh. In Bulgarien wiederum waren die Durchschnittstemperaturen nach dem milden Winter des Vorjahres nochmals deutlich höher. Dadurch reduzierten sich auch die Einsatzzeiten der Cogeneration-Anlage in Plovdiv, sodass die thermische Erzeugung um 4 GWh bzw. 2,2 % auf 170 GWh zurückging.

In Summe lag der Strom-Netzabsatz mit 7.297 GWh um 185 GWh bzw. 2,5 % unter dem Niveau des Vorjahres. Der Wärmeverkauf an Endkunden in Bulgarien nahm ebenfalls um 18 GWh bzw. 10,5 % auf 156 GWh ab.

Im Einklang mit dieser Entwicklung verringerten sich die Umsatzerlöse in der Berichtsperiode um 47,6 Mio. Euro bzw. 8,2 % auf 533,7 Mio. Euro. Neben den Tarifentscheiden des Jahres 2015 in Bulgarien und Mazedonien sowie den in beiden Ländern umgesetzten Liberalisierungsschritten wirkte sich auch der milde Winter in Bulgarien dämpfend aus.

Gleichzeitig reduzierten sich jedoch auch die operativen Aufwendungen um 53,5 Mio. Euro bzw. 10,1 % auf 476,8 Mio. Euro. Neben absatzbedingt rückläufigen Energiebeschaffungskosten führte hier nicht zuletzt die weitere Reduktion der Netzverluste zu einem Rückgang im Fremdenergiebezug. Positiv wirkte sich auch die kontinuierliche Verbesserung der Inkassoquote bei den Kundenrechnungen auf die Aufwendungen für Forderungswertberichtigungen aus. In Summe verbesserte sich das EBITDA dadurch um 5,8 Mio. Euro bzw. 11,4 % auf 56,9 Mio. Euro.

Die Abschreibungen erhöhten sich lediglich um 0,9 Mio. Euro bzw. 3,1 % auf 31,5 Mio. Euro. Damit lag das EBIT mit 25,4 Mio. Euro um 4,9 Mio. Euro bzw. 23,9 % über dem Vorjahresniveau.

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 1,6 Mio. Euro bzw. 11,5 % auf –12,0 Mio. Euro. Dies lag zum einen an der planmäßigen Rückführung von Kreditfinanzierungen, zum anderen an einem weiteren Rückgang des Zinsniveaus. Insgesamt ergab sich daraus für das erste Halbjahr 2015/16 ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 13,4 Mio. Euro, das um 6,5 Mio. Euro bzw. 92,8 % über jenem des Vorjahreszeitraums lag.

Die Investitionen erhöhten sich im Berichtszeitraum um 1,8 Mio. Euro bzw. 4,2 % auf 44,5 Mio. Euro.

Umwelt

Das Segment "Umwelt" umfasst die Bereiche Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung im Inland, das internationale Projektgeschäft in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie den Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken in Moskau.

Highlights

  • Auftrag für drei Abwasserprojekte in Mazedonien
  • Beginn der Bauarbeiten für eine Kläranlage in Prag
  • Anstieg der Umsatzerlöse
  • Geringeres EBITDA und EBIT, Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

Das Segment Umwelt verzeichnete im ersten Halbjahr 2015/16 einen Anstieg der Umsatzerlöse um 4,2 Mio. Euro bzw. 5,1 % auf 88,0 Mio. Euro. Er resultierte aus höheren Verkaufsvolumina in der Wasserversorgung in Niederösterreich und einer positiven Umsatzentwicklung im internationalen Projektgeschäft. Die Erlöse aus der thermischen Abfallverwertung in Niederösterreich lagen auf Vorjahresniveau.

Der Entfall des positiven Einmaleffekts, der sich im Vorjahr aus dem Verkauf der Anteile an der Objektgesellschaft für das Projekt Natriumhypochloritanlage in Moskau ergeben hatte, führte im Berichtszeitraum zu einem Anstieg des operativen Aufwands auf 72,2 Mio. Euro (Vorjahr: 65,4 Mio. Euro). Er konnte auch durch einen Rückgang der Materialaufwendungen im internationalen Projektgeschäft nicht zur Gänze kompensiert werden, der aus dem Entfall der im Vorjahr durchgeführten Wertberichtigung der Rauchgasreinigungsanlage aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau resultierte.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter lag mit 6,4 Mio. Euro leicht über dem Vorjahresniveau von 6,0 Mio. Euro. Per Saldo führten diese Entwicklungen zu einem EBITDA von 22,1 Mio. Euro; dies entspricht einem Rückgang von 2,3 Mio. Euro bzw. 9,5 %. Bei nahezu konstanten Abschreibungen von 12,8 Mio. Euro (Vorjahr: 13,2 Mio. Euro) erwirtschaftete das Segment ein EBIT von 9,3 Mio. Euro, das um 1,9 Mio. Euro bzw. 17,3 % unter jenem des Vorjahres lag.

Das Finanzergebnis verbesserte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,2 Mio. Euro bzw. 78,1 % auf –1,7 Mio. Euro. Diese Entwicklung war primär auf den Entfall der Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Auflösung des Sicherungsgeschäfts und der Bundesanlagengarantie für das Projekt Natriumhypochloritanlage in Moskau zurückzuführen. Per Saldo lag das Ergebnis vor Ertragsteuern im ersten Halbjahr 2015/16 bei 7,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro).

Finanzkennzahlen – Umwelt Mio. EUR 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
Außenumsatz 79,0 74,1 4,9 6,7 35,4 33,1 6,8
Innenumsatz 9,0 9,7 –0,7 –7,1 4,5 4,4 0,7
Gesamtumsatz 88,0 83,8 4,2 5,1 39,8 37,6 6,1
Operativer Aufwand –72,2 –65,4 –6,9 –10,5 –33,2 –45,5 26,9
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
6,4 6,0 0,3 5,3 3,6 3,2 11,5
EBITDA 22,1 24,4 –2,3 –9,5 10,2 –4,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–12,8 –13,2 0,4 2,8 –6,4 –6,5 2,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 9,3 11,2 –1,9 –17,3 3,8 –11,2
Finanzergebnis –1,7 –7,9 6,2 78,1 –2,1 1,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 7,6 3,4 4,2 1,7 –9,4
Gesamtvermögen 906,4 964,6 –58,2 –6,0 906,4 964,6 –6,0
Gesamtschulden 721,6 773,1 –51,5 –6,7 721,6 773,1 –6,7
Investitionen1) 3,2 4,8 –1,6 –33,0 1,8 3,6 –48,9

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Im Segment Umwelt investierte die EVN im ersten Halbjahr 2015/16 in Summe 3,2 Mio. Euro und damit um 1,6 Mio. Euro bzw. 33,0 % weniger als in der Vergleichsperiode. Der Schwerpunkt lag dabei auf der weiteren Steigerung der Versorgungssicherheit mit Trinkwasser und der Verbesserung der Trinkwasserqualität. Zudem investierte die EVN in die Leistungsfähigkeit ihrer Pumpwerke im Waldviertel, um steigende Verbrauchsspitzen, insbesondere solche während der Sommermonate, auszugleichen. Die Errichtung einer Naturfilteranlage in Zwentendorf an der Zaya, mit der die Wasserhärte künftig auf natürliche Weise reduziert wird, ist bereits weit fortgeschritten und soll Ende Juni abgeschlossen werden. Per 1. Jänner 2016 erweiterte die EVN ihr Versorgungsgebiet in Niederösterreich durch die Übernahme des Wasserleitungsnetzes der Stadtgemeinde Litschau.

Im internationalen Projektgeschäft arbeitete die EVN zum Stichtag 31. März 2016 an der Umsetzung von sieben Projekten in Mazedonien, Montenegro, Tschechien und Zypern. In Mazedonien erhielt die EVN einen Auftrag zur Errichtung von drei Abwasserbehandlungsanlagen in den Städten Kičevo, Radoviš und Strumica. Die EVN ist bei diesen Projekten als Generalunternehmer für die Planung und Errichtung der Kläranlagen sowie die Modernisierung und Erweiterung der Abwassernetze verantwortlich. Der Auftragswert beträgt in Summe rund 20,0 Mio. Euro; finanziert werden die Anlagen aus Fördermitteln der Europäischen Union zur Unterstützung des Beitrittskandidaten Mazedonien. In Prag konnte das Konsortium, dem die EVN angehört, mit Vorliegen der Baugenehmigung mit den Arbeiten für die Errichtung und Erweiterung einer Kläranlage mit einer Kapazität für 1,2 Mio. Einwohner beginnen.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" sind im Wesentlichen die Beteiligungen der EVN an der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), der Energie Burgenland (gehalten über die Burgenland Holding AG) und der Verbund AG abgebildet. Zudem werden in diesem Segment zentrale Konzernfunktionen sowie Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts, die hauptsächlich interne Konzerndienstleistungen erbringen, erfasst.

Highlights

  • Geringere Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter (RAG und Energie Burgenland)
  • Geringeres EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Die Umsatzerlöse des Segments entwickelten sich im ersten Halbjahr 2015/16 mit 32,5 Mio. Euro nahezu stabil (Vorjahr: 31,9 Mio. Euro), während sich der operative Aufwand um 4,9 Mio. Euro bzw. 12,7 % auf 33,9 Mio. Euro reduzierte.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verzeichnete angesichts geringerer Ergebnisbeiträge der RAG sowie der Energie Burgenland einen Rückgang um 21,6 Mio. Euro bzw. 41,7 % auf 30,3 Mio. Euro. In Summe führten diese Entwicklungen zu einem EBITDA in Höhe von 28,8 Mio. Euro (Vorjahr: 44,9 Mio. Euro) und einem EBIT von 28,0 Mio. Euro (Vorjahr: 42,9 Mio. Euro).

Mio. EUR 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
absolut in % 2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
1,9 4,3 –2,4 –56,3 0,2 1,7 –90,0
30,6 27,6 3,0 10,7 15,4 14,9 3,3
32,5 31,9 0,5 1,7 15,6 16,6 –6,0
–33,9 –38,8 4,9 12,7 –17,7 –19,8 10,6
30,3 51,9 –21,6 –41,7 13,6 35,8 –61,9
28,8 44,9 –16,1 –35,9 11,5 32,5 –64,7
–0,8 –2,0 1,2 60,0 –0,4 –1,6 74,9
28,0 42,9 –14,9 –34,8 11,1 30,9 –64,2
9,5 34,3 –24,8 –72,3 –3,7 19,2
37,5 77,3 –39,7 –51,4 7,4 50,1 –85,2
2.461,1 2.762,4 –301,3 –10,9 2.461,1 2.762,4 –10,9
1.038,7 1.168,2 –129,5 –11,1 1.038,7 1.168,2 –11,1
0,4 0,8 –0,4 –49,7 0,4 0,8 –54,7
+/–

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Finanzergebnis ging um 24,8 Mio. Euro bzw. 72,3 % auf 9,5 Mio. Euro zurück, da die Dividende der Verbund AG erst am 13. April 2016 von der Hauptversammlung beschlossen wurde und daher noch nicht im Beteiligungsergebnis der Berichtsperiode enthalten war. Darüber hinaus wurde das Finanzergebnis durch einen negativen Ergebnisbeitrag der WEEV Beteiligungs GmbH belastet, der seinerseits auf einer Wertminderung der Aktien an der Verbund AG beruhte, die angesichts der anhaltend negativen Abweichung des laufenden Aktienkurses von den bilanziellen Anschaffungskosten vorzunehmen war. Per Saldo erzielte das Segment ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 37,5 Mio. Euro (Vorjahr: 77,3 Mio. Euro).

Konzern-Zwischenabschluss

nach IAS 34

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
in %
2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
2014/15
Umsatzerlöse 1.196,8 1.224,7 –2,3 623,5 624,9 –0,2 2.135,8
Sonstige betriebliche Erträge 42,4 66,6 –36,3 20,8 18,8 10,7 108,4
Fremdstrombezug und Energieträger –581,2 –638,3 8,9 –298,3 –326,9 8,8 –1.066,5
Fremdleistungen und
sonstiger Materialaufwand
–111,4 –126,6 12,0 –51,5 –60,5 14,9 –254,0
Personalaufwand –154,9 –159,1 2,7 –76,2 –77,4 1,6 –313,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen –68,0 –88,5 23,1 –37,4 –46,9 20,3 –168,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
98,8 105,2 –6,1 56,5 67,4 –16,2 141,1
EBITDA 422,4 384,0 10,0 237,4 199,3 19,1 583,2
Abschreibungen –131,7 –127,5 –3,3 –66,2 –63,9 –3,5 –260,3
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –0,0*) –19,0 99,9 –0,0*) –19,0 99,9 –54,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 290,7 237,5 22,4 171,2 116,3 47,2 268,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit finanziellem Charakter
–5,0 0,7 –5,0 0,9 0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 0,2 13,5 –98,5 13,5 –100,0 11,6
Zinserträge 8,7 11,5 –24,4 4,6 5,0 –8,3 21,7
Zinsaufwendungen –38,8 –51,7 24,9 –19,3 –21,0 8,3 –91,1
Sonstiges Finanzergebnis –4,6 4,0 –3,2 3,9 –2,9
Finanzergebnis –39,5 –22,0 –79,3 –22,8 2,4 –60,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 251,1 215,5 16,6 148,4 118,7 25,1 207,9
Ertragsteuern –47,7 –26,8 –78,0 –30,7 –9,2 –17,3
Ergebnis nach Ertragsteuern 203,5 188,7 7,8 117,7 109,4 7,6 190,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre
der EVN AG (Konzernergebnis)
189,9 165,4 14,8 111,0 92,4 20,2 148,1
davon Ergebnisanteil
nicht beherrschender Anteile
13,6 23,3 –41,5 6,7 17,1 –60,8 42,6
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,07 0,93 14,9 0,62 0,51 20,2 0,83

1) Verwässert ist gleich unverwässert.

*) Kleinbetrag

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
in %
2015/16
2. Quartal
2014/15
2. Quartal
+/–
in %
2014/15
Ergebnis nach Ertragsteuern 203,5 188,7 7,8 117,7 109,4 7,6 190,7
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht in
die Konzern-Gewinn-und-Verlust-
Rechnung umgegliedert werden
–6,2 –35,0 82,2 7,9 –21,5 1,6
Neubewertung IAS 19 –13,3 –30,7 56,5 –12,5 –28,2 55,8 21,2
At Equity einbezogene Unternehmen 3,5 –12,0 17,4 –0,3 –13,9
darauf entfallende Ertragsteuern 3,6 7,6 –52,4 3,0 7,0 –57,3 –5,6
Posten, die in künftigen Perioden
gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn-und-
Verlust-Rechnung umgegliedert werden
–26,4 –15,2 –73,4 –33,7 13,2 –139,4
Währungsdifferenzen –2,0 –7,6 73,2 4,4 4,2 5,4 –10,7
Available-for-Sale-Finanzinstrumente –25,7 –14,6 –75,3 –25,3 11,4 –163,5
Cash Flow Hedges –1,1 –0,3 –3,1 –1,6 –99,1 5,4
At Equity einbezogene Unternehmen –6,4 3,2 –18,1 1,5 –12,9
darauf entfallende Ertragsteuern 8,9 4,1 8,4 –2,3 42,2
Summe sonstiges Ergebnis
nach Ertragsteuern
–32,6 –50,2 35,0 –25,8 –8,3 –137,9
Gesamtergebnis der Periode 170,8 138,5 23,4 91,9 101,1 –9,1 52,9
davon Ergebnisanteil der
Aktionäre der EVN AG
157,2 115,2 36,5 85,2 84,1 1,4 15,4
davon Ergebnisanteil
nicht beherrschender Anteile
13,6 23,3 –41,5 6,7 17,1 –60,8 37,5

Konzern-Bilanz

+/–
Mio. EUR 31.03.2016 30.09.2015 absolut in %
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 229,0 220,2 8,7 4,0
Sachanlagen 3.503,8 3.516,3 –12,5 –0,4
At Equity einbezogene Unternehmen 887,3 898,1 –10,8 –1,2
Sonstige Beteiligungen 473,6 499,7 –26,0 –5,2
Aktive latente Steuern 85,2 86,4 –1,3 –1,5
Übrige Vermögenswerte 308,2 308,4 –0,3 –0,1
5.487,0 5.529,2 –42,1 –0,8
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 117,2 132,5 –15,3 –11,5
Forderungen 564,3 503,2 61,1 12,1
Wertpapiere 84,7 81,3 3,5 4,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 231,5 255,1 –23,5 –9,2
997,7 972,0 25,7 2,6
Summe Aktiva 6.484,8 6.501,2 –16,4 –0,3
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital 330,0 330,0
Kapitalrücklagen 253,0 253,0
Gewinnrücklagen 1.983,4 1.868,2 115,2 6,2
Bewertungsrücklage –100,5 –69,9 –30,6 –43,8
Währungsumrechnungsrücklage –26,0 –24,0 –2,0 –8,5
Eigene Aktien –23,6 –22,5 –1,1 –4,9
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 2.416,2 2.334,8 81,4 3,5
Nicht beherrschende Anteile 266,8 255,4 11,5 4,5
2.683,0 2.590,1 92,9 3,6
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.491,3 1.535,7 –44,4 –2,9
Latente Steuerverbindlichkeiten 40,6 31,2 9,4 30,1
Langfristige Rückstellungen 477,6 461,1 16,5 3,6
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 556,0 507,4 48,6 9,6
Übrige langfristige Schulden 72,6 75,6 –3,1 –4,1
2.638,0 2.611,0 27,0 1,0
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 99,2 140,1 –40,9 –29,2
Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern 109,9 63,6 46,2 72,6
Lieferantenverbindlichkeiten 426,1 472,3 –46,2 –9,8
Kurzfristige Rückstellungen 113,1 146,1 –33,0 –22,6
Übrige kurzfristige Schulden 415,4 477,9 –62,5 –13,1
1.163,7 1.300,0 –136,3 –10,5
Summe Passiva 6.484,8 6.501,2 –16,4 –0,3

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Nicht beherrschende
Mio. EUR Aktionäre der EVN AG Anteile Summe
Stand 30.09.2014 2.395,2 237,5 2.632,7
Gesamtergebnis der Periode 115,2 23,3 138,5
Dividende 2013/14 –74,7 –2,1 –76,9
Veränderung eigene Anteile –0,6 –0,6
Stand 31.03.2015 2.435,1 258,7 2.693,7
Stand 30.09.2015 2.334,8 255,4 2.590,1
Gesamtergebnis der Periode 157,2 13,6 170,8
Dividende 2014/15 –74,7 –2,2 –76,9
Veränderung eigene Anteile –1,1 –1,1
Stand 31.03.2016 2.416,2 266,8 2.683,0

Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2014/15
Ergebnis vor Ertragsteuern 251,1 215,5 35,7 16,6 207,9
+
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
131,7 146,5 –14,8 –10,1 315,0

Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen
Unternehmen und sonstigen Beteiligungen
–93,9 –119,4 25,5 21,3 –153,1
+
Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen
109,3 89,5 19,8 22,1 120,7
+
Zinsaufwendungen
38,8 51,7 –12,9 –24,9 91,1

Zinsauszahlungen
–28,0 –42,9 14,9 34,8 –76,6

Zinserträge
–8,7 –11,5 2,8 24,4 –21,7
Zinseinzahlungen
+
7,2 10,4 –3,2 –30,6 20,3
–/+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 1,5 –5,4 6,9 2,2

Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen
–21,2 –18,9 –2,3 –12,0 –38,7
–/+ Abnahme/Zunahme von langfristigen Rückstellungen –4,8 –10,2 5,4 53,2 –30,1
+/– Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 1,6 0,4 1,2 0,9
Cash Flow aus dem Ergebnis 384,6 305,7 78,9 25,8 438,1

Veränderung der Vermögenswerte und Schulden aus operativer Geschäftstätigkeit
–153,8 –106,2 –47,6 –44,9 35,6

Zahlungen für Ertragsteuern
5,1 9,9 –4,8 –48,0 4,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 236,0 209,4 26,5 12,7 478,3

Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
–75,8 –107,6 31,8 29,5 –242,5

Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten
–7,0 218,2 –225,2 250,3

Veränderung bei kurzfristigen Finanzinvestitionen
–3,5 –15,1 11,6 77,1 –80,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –86,3 95,5 –181,8 –72,7

Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG
–74,7 –74,7 0,1 0,1 –74,7

Gewinnausschüttung an nicht beherrschende Anteile
–2,2 –2,1 –0,0*) –1,9 –19,6

Erwerb eigener Anteile
–1,1 –0,6 –0,5 –92,3 –1,1
+/– Veränderung von Finanzverbindlichkeiten –95,4 –222,9 127,5 57,2 –261,9
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –173,3 –300,4 127,0 42,3 –357,3
Cash Flow gesamt –23,6 4,6 –28,2 48,3
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode1) 244,9 197,2 47,7 24,2 197,2
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode1) 221,4 201,8 19,6 9,7 244,9

1) Durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten ergibt sich der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente laut Konzern-Bilanz.

*) Kleinbetrag

Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2016 der EVN AG wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Vom Wahlrecht nach IAS 34, einen verkürzten Anhang zu erstellen, wurde Gebrauch gemacht. Somit enthält dieser Konzern-Zwischenabschluss im Einklang mit IAS 34 einen gegenüber dem Jahresabschluss verkürzten Berichtsumfang sowie ausgewählte Informationen und Angaben zum Berichtszeitraum und sollte daher gemeinsam mit dem Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2014/15 (Bilanzstichtag: 30. September 2015) gelesen werden.

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 30. September 2015 angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert angewendet. Die Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses nach IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen, welche die berichteten Werte beeinflussen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Alle Beträge in Kommentaren und tabellarischen Übersichten werden, soweit nicht anders vermerkt, zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Die Abschlüsse der in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogenen Unternehmen folgen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen.

Berichterstattung nach IFRS

Folgende Standards und Interpretationen sind ab dem Geschäftsjahr 2015/16 verpflichtend anzuwenden:

Erstmals anwendbare Standards
und Interpretationen
Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer – Leistungs
orientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge
01.02.2015
Diverse Annual Improvements 2010–2012 01.02.2015
Diverse Annual Improvements 2011–2013 01.01.2015

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Die geänderten Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr 2014/15 vorzeitig angewendet und hatten keine Auswirkungen auf den Konzern-Zwischenabschluss.

Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Witterungsbedingte Schwankungen in Produktion und Absatz sind besonders im Energiegeschäft zu verzeichnen, weshalb im zweiten Halbjahr eines Geschäftsjahres grundsätzlich geringere Ergebnisse erzielt werden. Das Umweltgeschäft ist ebenfalls durch saisonale Effekte geprägt. Der Baubeginn vieler Großprojekte findet witterungsbedingt im Frühjahr statt. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres ist somit im Segment Umwelt in der Regel umsatzschwächer als das zweite Halbjahr. Dadurch wird der Saisonalität des Energiegeschäfts zwar grundsätzlich entgegengewirkt, trotzdem kann es bei Großprojekten zu Schwankungen in der Umsatz- und Ergebnisrealisierung kommen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen.

Prüferische Durchsicht

Der Konzern-Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10. Dementsprechend sind zum 31. März 2016 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 31 inländische und 36 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (30. September 2015: 31 inländische und 37 ausländische Tochterunternehmen). Zum 31. März 2016 wurden 35 Tochterunternehmen (30. September 2015: 36) aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Veränderungen des
Konsolidierungskreises
Voll Anteilig (Joint
Operation)
Equity Summe
30.09.2014 69 1 19 89
Erstkonsolidierungen 1 1
Entkonsolidierungen –2 –2
30.09.2015 68 1 19 88
Erstkonsolidierungen
Entkonsolidierungen –1 –1
31.03.2016 67 1 18 86
davon ausländische
Unternehmen
36 1 6 43

Der operative Betrieb der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H, Wien, wurde zum 1. Oktober 2015 an die EAA veräußert. Anschließend wurde die Gesellschaft mit Verschmelzungsvertrag vom 3. Dezember 2015 rückwirkend auf den 30. September 2015 mit der Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H, Wien, verschmolzen und entkonsolidiert.

Die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene Anlagenbetriebsgesellschaft Waidhofen/Ybbs GmbH, Maria Enzersdorf, wurde mit Verschmelzungsvertrag vom 11. November 2015 rückwirkend auf den 30. September 2015 mit der EVN Wärme GmbH, Maria Enzersdorf, verschmolzen.

Die bisher vollkonsolidierte Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien, wurde mit 8. März 2016 mit der EVN Kavarna EOOD, Plovdiv, Bulgarien, verschmolzen und somit im zweiten Quartal 2015/16 entkonsolidiert.

In der Berichtsperiode fanden keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

Ausgewählte Anhangangaben zur

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter entwickelte sich wie folgt:

Zusammensetzung des Ergebnis
anteils der at Equity einbezogenen
Unternehmen operativ 2015/16 2014/15
Mio. EUR 1. Halbjahr 1. Halbjahr
EVN KG 60,0 42,0
RAG 19,8 38,7
Energie Burgenland 10,4 13,2
ZOV; ZOV UIP 6,4 6,0
Shkodra –3,8
Verbund Innkraftwerke –0,5 0,0*)
Andere Gesellschaften 6,5 5,3
Summe Ergebnis der at Equity
einbezogenen Unternehmen operativ 98,8 105,2

*) Kleinbetrag

Im Ergebnis der at Equity einbezogenen Beteiligung Shkodra ist im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Ashta eine Wertminderung des Beteiligungsansatzes in Höhe von 4,1 Mio. Euro enthalten. Eine im Oktober 2015 erfolgte Kapitalerhöhung gab Anlass für die Überprüfung der Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes. Der erzielbare Betrag für den EVN Anteil an Shkodra wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 2,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 8,16 % für die regulierte Phase und von 10,29 % nach Steuern für die Phase der freien Vermarktung verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell umfasst einen Planungszeitraum bis 2043, im Anschluss wird das Kraftwerk dem Eigentum des Staates Albanien zugeführt.

Das Beteiligungsergebnis, welches das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter sowie das Ergebnis aus anderen Beteiligungen enthält, entwickelte sich wie folgt:

Zusammensetzung des
Beteiligungsergebnisses
Mio. EUR
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
WEEV Beteiligungs GmbH –5,0 0,7
Andere Gesellschaften 0,0*) 0,0*)
Ergebnis der at Equity einbezogenen
Unternehmen finanziell
–5,0 0,7
Verbund AG 11,6
Andere Gesellschaften 0,2 1,8
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 0,2 13,5
Summe Beteiligungsergebnis –4,8 14,2

*) Kleinbetrag

Der negative Ergebnisbeitrag der WEEV Beteiligungs GmbH ist auf eine marktbewertungsbedingte Wertminderung der von WEEV gehaltenen Aktien an der Verbund AG aufgrund des signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses unter deren Anschaffungskosten zurückzuführen. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden vom Zeitpunkt der letztmaligen Wertminderung zum 30. Juni 2013, nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern, gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet. Im Fall eines signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses erfordern die Bestimmungen der IFRS die Vornahme einer ergebniswirksamen Wertminderung, die zu dem ausgewiesenen negativen Ergebnisbeitrag führte.

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der am 31. März 2016 im Umlauf befindlichen Aktien von 177.773.033 Stück (Vorjahr: 177.923.816 Stück) ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie. Auf Basis des Konzernergebnisses von 189,9 Mio. Euro (Vorjahr: 165,4 Mio. Euro) errechnet sich zum Quartalsstichtag 31. März 2016 ein Ergebnis je Aktie von 1,07 Euro (Vorjahr: 0,93 Euro je Aktie).

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Bilanz

Im ersten Halbjahr 2015/16 hat die EVN immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von 115,6 Mio. Euro (Vorjahr: 136,8 Mio. Euro) erworben. Sachanlagen mit einem Nettobuchwert in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro) wurden mit einem Veräußerungsgewinn von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: Veräußerungsverlust von 0,0 Mio. Euro) verkauft.

Die Position der at Equity einbezogenen Unternehmen reduzierte sich um 10,8 Mio. Euro bzw. 1,2 % auf 887,3 Mio. Euro. Diese Reduktion resultierte vorwiegend aus den Ausschüttungen der at Equity einbezogenen Gesellschaften, die insgesamt 109,3 Mio. Euro betrugen, sowie aus erfolgsneutralen Wertänderungen in Höhe von 2,9 Mio. Euro. Dieser Reduktion standen laufende Ergebnisanteile in Höhe von 93,7 Mio. Euro gegenüber.

Die sonstigen Beteiligungen in Höhe von 473,6 Mio. Euro, die der Kategorie "Available for Sale" zugeordnet sind, beinhalten Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 450,4 Mio. Euro, deren Wert sich gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 25,7 Mio. Euro reduzierte. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien entwickelte sich wie folgt:

Entwicklung der Anzahl der in Umlauf
befindlichen Aktien 2015/16
Stück 1. Halbjahr
Stand 30.09.2015 177.820.083
Erwerb eigener Aktien –110.800
Stand 31.03.2016 177.709.283

Von der 87. Hauptversammlung wurde die vorzeitige Beendigung des am 16. Jänner 2014 begonnenen Aktienrückkaufprogramms beschlossen und dem Vorstand die Ermächtigung für ein neues Aktienrückkaufprogramm über höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN während einer Geltungsdauer von 30 Monaten erteilt. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und den Rückkauf von bis zu 1.000.000 Stück Aktien bis 31. Oktober 2016 beschlossen. Dies entspricht bis zu 0,556 % des derzeitigen Grundkapitals. Im Rahmen des neuen Aktienrückkaufprogramms wurden zwischen 28. Jänner und 31. März 2016 90.000 Aktien über die Wiener Börse erworben; dies entspricht 0,05 % des Grundkapitals.

Zum Stichtag 31. März 2016 wurden 2.169.119 Stück eigene Aktien (das sind 1,2 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 23,6 Mio. Euro und einem Kurswert von 21,4 Mio. Euro (30. September 2015: 20,3 Mio. Euro) gehalten. Aus den eigenen Aktien stehen der EVN keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die 87. Hauptversammlung der EVN hat am 21. Jänner 2016 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, für das Geschäftsjahr 2014/15 eine Dividende von 0,42 Euro je Aktie auszuschütten, was eine Gesamtdividendenzahlung von 74,7 Mio. Euro ergab. Ex-Dividendentag war der 27. Jänner 2016, Dividendenzahltag war der 29. Jänner 2016.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung
langfristiger
Finanzverbindlichkeiten
Mio. EUR 31.03.2016 30.09.2015
Anleihen 686,0 679,4
Bankdarlehen 805,3 856,2
Summe langfristiger
Finanzverbindlichkeiten
1.491,3 1.535,7

Der Anstieg der Anleihen um 6,6 Mio. Euro resultierte im Wesentlichen aus der Wertveränderung des abgesicherten Fremdwährungsrisikos. Diesem stand eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Absicherungsgeschäfte gegenüber.

In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro, die im Oktober 2012 emittiert wurden, enthalten.

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Erzeugung Energiehandel und
-vertrieb
Netzinfrastruktur
Inland
Energieversorgung
Südosteuropa
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
Außenumsatz 24,4 30,3 304,2 292,8 253,7 242,0 533,6 581,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 95,6 93,1 6,2 7,3 25,0 23,5 0,2 0,1
Gesamtumsatz 120,0 123,3 310,4 300,1 278,7 265,5 533,7 581,3
Operativer Aufwand –51,0 –58,1 –276,9 –280,0 –127,5 –133,3 –476,8 –530,3
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen operativ
–4,1 0,7 66,3 46,6
EBITDA 64,8 65,9 99,8 66,7 151,2 132,2 56,9 51,1
Abschreibungen –27,3 –44,3 –8,7 –8,3 –54,8 –51,7 –31,5 –30,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 37,6 21,6 91,1 58,3 96,4 80,5 25,4 20,5
Finanzergebnis –11,7 –12,4 –1,7 –1,4 –8,6 –8,7 –12,0 –13,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 25,9 9,2 89,4 57,0 87,7 71,8 13,4 7,0
Gesamtvermögen 1.245,2 1.243,5 598,7 493,5 1.848,1 1.824,5 1.291,9 1.270,1
Investitionen1) 14,7 38,3 6,6 4,4 46,3 52,1 44,5 42,7
Umwelt Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Konsolidierung Summe
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
Außenumsatz 79,0 74,1 1,9 4,3 0,0*) 1.196,8 1.224,7
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 9,0 9,7 30,6 27,6 –166,5 –161,2
Gesamtumsatz 88,0 83,8 32,5 31,9 –166,5 –161,3 1.196,8 1.224,7
Operativer Aufwand –72,2 –65,4 –33,9 –38,8 165,3 160,1 –873,1 –945,9
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen operativ
6,4 6,0 30,3 51,9 98,8 105,2
EBITDA 22,1 24,4 28,8 44,9 –1,2 –1,2 422,4 384,0
Abschreibungen –12,8 –13,2 –0,8 –2,0 4,2 3,6 –131,7 –146,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 9,3 11,2 28,0 42,9 3,0 2,4 290,7 237,5
Finanzergebnis –1,7 –7,9 9,5 34,3 –13,4 –12,5 –39,5 –22,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 7,6 3,4 37,5 77,3 –10,4 –10,1 251,1 215,5
Gesamtvermögen 906,4 964,6 2.461,1 2.762,4 –1.866,5 –1.866,7 6.484,8 6.691,8
Investitionen1) 3,2 4,8 0,4 0,8 –0,1 –6,3 115,6 136,8

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

*) Kleinbetrag

Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Darüber hinaus ergeben sich Überleitungsbeträge, die aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente Erzeugung sowie Energiehandel und -vertrieb und der Konzernebene im Hinblick auf den Einbezug der Steag-EVN Walsum als Joint Operation resultieren. Während im Segment Erzeugung das dort anteilig enthaltene Kraftwerk aus dem Einbezug der Steag-EVN Walsum als Joint Operation werthaltig ist und im Segment Energiehandel und -vertrieb hinsichtlich Vermarktung der eigenen Stromproduktion Rückstellungen für belastende Verträge bestehen, liegt aus Konzernbetrachtung eine Wertminderung des Kraftwerks Walsum vor.

Ausgewählte Angaben zu Finanzinstrumenten

Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR
Fair-Value
Hierarchie
31.03.2016 30.09.2015
Klassen Bewertungs
kategorie
(gem.
IFRS 13)
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Nicht finanzielle Vermögenswerte 13,4 13,8
Andere Beteiligungen AFS 9,8 9,8
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 450,4 450,4 476,1 476,1
473,6 499,7
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 88,7 88,7 73,3 73,3
Ausleihungen LAR Stufe 2 33,7 42,7 33,1 40,4
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR Stufe 2 115,9 131,4 128,1 146,1
Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 12,9 12,9 5,7 5,7
Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte LAR 43,5 43,5 53,8 53,8
Nicht finanzielle Vermögenswerte (Primärenergiereserven) 13,4 14,4
308,2 308,4
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 529,1 529,1 472,6 472,6
Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 16,8 16,8 7,3 7,3
Nicht finanzielle Vermögenswerte 18,4 23,4
564,3 503,2
Wertpapiere AFS Stufe 1 84,7 84,7 81,3 81,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten
LAR 231,5 231,5 255,1 255,1
231,5 255,1
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC Stufe 2 686,0 831,6 679,4 805,3
Bankdarlehen FLAC Stufe 2 805,3 888,9 856,2 916,7
1.491,3 1.535,7
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC Stufe 2 15,0 16,1 16,0 16,4
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 1,8 1,8 2,0 2,0
Sonstige übrige Schulden FLAC 7,2 7,2 8,9 8,9
Hedging,
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 48,6 48,6 48,7 48,7
72,6 75,6
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
FLAC 99,2 99,2 140,1 140,1
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 426,1 426,1 472,3 472,3
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 286,5 286,5 327,7 327,7
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging,
@FVTPL
Stufe 2 24,5 24,5 17,7 17,7
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 104,4 132,5
415,4 477,9
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 544,9 567,2
Kredite und Forderungen LAR 953,8 942,6
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 118,4 86,3
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden FLAC 2.327,1 2.502,7

Aus der vorstehenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Der Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, die an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forwardpreiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, welche die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Gegenüber dem letzten Konzernabschluss ergaben sich keine Veränderungen im Kreis der nahestehenden Personen.

Die Transaktionen mit wesentlichen at Equity einbezogenen Unternehmen setzten sich wie folgt zusammen:

Transaktionen mit at Equity
einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR
2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
Umsätze 170,6 139,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen 70,4 95,0
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
58,1 47,6
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
29,3 24,8

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die sonstigen Verpflichtungen und Risiken erhöhten sich gegenüber dem 30. September 2015 um 50,0 Mio. Euro auf 429,4 Mio. Euro. Diese Veränderung resultierte überwiegend aus einer Erhöhung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften, einer Erhöhung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb von Projekten im Umweltbereich sowie einer Erhöhung der planmäßigen Bestellungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der EAA abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 31. März 2016 eine Eventualverbindlichkeit von 104,9 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 268,5 Mio. Euro.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Quartalsstichtag 31. März 2016 und dem Redaktionsschluss des Konzern-Zwischenabschlusses am 20. Mai 2016 traten folgende Ereignisse auf:

In der am 13. April 2016 abgehaltenen 69. ordentlichen Hauptversammlung der Verbund AG wurde für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,35 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,29 Euro je Aktie) beschlossen.

Der Vorstand der EVN AG beschloss am 13. Mai 2016, maximal 306.000 Stück eigene Aktien umzuwidmen, um diese im Lauf des dritten Kalenderquartals des Jahres 2016 an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmter verbundener Unternehmen auszugeben. Die Ausgabe erfolgt einerseits an Mitarbeiter, aufgrund einer Betriebsvereinbarung Anspruch auf eine Sonderzahlung haben und vom diesbezüglichen Wahlrecht Gebrauch machen, sowie andererseits an einen Mitarbeiterkreis eines bestimmten Bereichs als einmalige Zuwendung für besondere Leistungen.

Nach Vorliegen der fusionskontrollrechtlichen Freigabe der im Dezember 2015 vereinbarten Übernahme sämtlicher Anteile von EVN (16,51 %), Wien Energie (16,51 %) und Energie Burgenland (2,73 %) an der EconGas durch die OMV fand am 20. Mai 2016 das Closing dieser Transaktion statt.

Erklärung des Vorstands

gemäß § 87 Abs. 1 Z. 3 Börsegesetz

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgeblichen Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzern-Zwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Maria Enzersdorf, am 20. Mai 2016

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

Die internationalen Aktienmärkte zeigten im Berichtszeitraum eine uneinheitliche Performance. Während der deutsche Leitindex DAX von Oktober 2015 bis März 2016 einen Anstieg von 3,2 % verzeichnete, konnte der amerikanische Leitindex Dow Jones um 8,6 % zulegen. Der Wiener Leitindex ATX sowie der für die EVN relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities erzielten im selben Zeitraum moderate Zuwächse von 1,8 % bzw. 0,7 %, während die EVN Aktie eine Steigerung um 2,5 % erzielte. Auf Basis eines Schlusskurses von 10,10 Euro belief sich die Marktkapitalisierung per 31. März 2016 auf 1,82 Mrd. Euro. Das durchschnittliche tägliche Umsatzvolumen lag bei 32.259 Stück (Einmalzählung). Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 39,55 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 0,27 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entspricht.

Aktienrückkaufprogramm

Die 87. Hauptversammlung beschloss am 21. Jänner 2016 die vorzeitige Beendigung des seit 16. Jänner 2014 laufenden Aktienrückkaufprogramms und ermächtigte gleichzeitig den Vorstand, während einer Geltungsdauer von 30 Monaten auf Inhaber lautende eigene Stückaktien zum Zweck (i) der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie (ii) gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG (zweckfreier Erwerb) im Ausmaß von insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN zu erwerben.

Auf Basis dieser Ermächtigung beschloss der Vorstand am 21. Jänner 2016 den Rückkauf von bis zu 1.000.000 Stück eigenen Aktien; dies entspricht bis zu 0,556 % des Grundkapitals. Im Rahmen dieses neuen Aktienrückkaufprogramms wurden zwischen 28. Jänner und 31. März 2016 90.000 Aktien erworben; dies entspricht 0,05 % des Grundkapitals. Einschließlich der bereits in früheren Jahren rückgekauften Aktien besitzt die EVN per 31. März 2016 2.169.119 eigene Aktien, die einem Anteil von rund 1,2 % am Grundkapital entsprechen.

Mittelverwendungsstrategie und Dividende

Die EVN strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihren bereits initiierten Investitionsprojekten und einer attraktiven Vergütung für ihre Aktionäre an. Langfristig wird in diesem Sinn eine Ausschüttungsquote von rund 40 % des Konzernergebnisses angestrebt.

Für das Geschäftsjahr 2014/15 wurde in der 87. Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 die Zahlung einer Dividende von 74,7 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro je dividendenberechtige Aktie an die Aktionäre der EVN AG beschlossen. Ex-Dividendentag war der 27. Jänner 2016, die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 29. Jänner 2016.

Aktionärsstruktur

Die EVN ist eine börsenotierte Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht. Ihre Aktien werden im Segment Prime Market der Wiener Börse gehandelt. Aufgrund bundes- und landesverfassungsrechtlicher Bestimmungen ist das Land Niederösterreich, das seine

EVN Aktie – Performance 2015/16
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
Kurs per Ultimo März EUR 10,10 10,47
Höchstkurs EUR 10,52 10,56
Tiefstkurs EUR 9,65 9,50
Aktienumsatz1) Mio. EUR 39,55 46,79
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 32.259 37.721
Anteil am Gesamtumsatz1) % 0,27 0,35
Börsekapitalisierung per Ultimo März Mio. EUR 1.817 1.883
ATX-Gewichtung per Ultimo März % 0,94 0,88
WBI-(Wiener Börse Index)-Gewichtung per Ultimo März % 2,20 2,12

1) Wiener Börse, Einmalzählung

Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit 51,0 % Mehrheitsaktionär der EVN AG. Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist der EnBW Trust e.V., ein im Vereinsregister des Amtsgerichts Mannheim unter VR 3737 eingetragener Verein mit Sitz in Karlsruhe (EnBW Trust). Er hält EVN Aktien im Ausmaß von 32,2 % des Grundkapitals treuhändig für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 107956 (EnBW). Der Anteil der von der EVN gehaltenen eigenen Aktien betrug zum 31. März 2016 wie erwähnt 1,2 %; der Streubesitz belief sich somit auf 15,6 %.

Kontakt

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Online-Aktionärsbrief www.finanzbericht.evn.at/?report=DE2016-Q2

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Finanzkalender1)
Ergebnis 1.–3. Quartal 2015/16 25.08.2016
Jahresergebnis 2015/16 13.12.2016
1) Vorläufig
EVN Aktie – Basisinformationen1)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Nachhaltigkeitsindizes VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel, ECPI
Ratings A3, stabil (Moody's); BBB+, stabil (Standard & Poor's)

1) Per 31. März 2016

Impressum

Herausgeber: EVN AG EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon: +43 2236 200-0 Telefax: +43 2236 200-2030 Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung

Redaktionsschluss: 20. Mai 2016