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EVN AG Interim / Quarterly Report 2015

May 28, 2015

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Interim / Quarterly Report

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Vernetzt denken

Erneuerbare Energie und Versorgungssicherheit

Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2014/15 1. Oktober 2014 – 31. März 2015

Highlights

  • Stromerzeugung deutlich gesteigert:
  • Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum
  • Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion
  • Vermehrte Abrufe der Gaskraftwerke zur
  • Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland
  • Veräußerung der Natriumhypochloritanlage an das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen der Stadt Moskau
  • Operatives Ergebnis über Vorjahresniveau; Konzernergebnis stabil
  • Ausblick 2014/15: Konzernergebnis über dem Niveau des Geschäftsjahres 2012/13

Kennzahlen

2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
in %
2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
2013/14
(30.09.2014)
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 2.935 2.208 32,9 1.570 1.236 27,0 3.701
Stromverkauf an Endkunden GWh 10.569 10.653 –0,8 5.499 5.374 2,3 20.209
Gasverkauf an Endkunden GWh 4.235 4.376 –3,2 2.449 2.324 5,4 6.333
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.403 1.393 0,7 766 739 3,6 2.062
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 1.224,7 1.150,5 6,5 624,9 596,3 4,8 1.974,8
EBITDA Mio. EUR 384,0 325,3 18,1 199,2 185,7 7,3 184,1
EBITDA-Marge % 31,4 28,3 3,1 31,9 31,1 0,7 9,3
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 237,5 198,8 19,5 116,3 119,8 –2,9 –341,4
EBIT-Marge % 19,4 17,3 2,1 18,6 20,1 –1,5 –17,3
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 215,5 208,1 3,5 118,7 147,5 –19,5 –373,3
Konzernergebnis Mio. EUR 165,4 166,3 –0,5 92,4 122,3 –24,5 –299,0
Ergebnis je Aktie EUR 0,93 0,93 –0,5 0,51 0,68 –24,5 –1,68
Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.691,8 7.318,9 –8,6 6.691,8 7.318,9 –8,6 6.841,8
Eigenkapital Mio. EUR 2.693,7 3.098,4 –13,1 2.693,7 3.098,4 –13,1 2.632,7
Eigenkapitalquote % 40,3 42,3 –2,1 40,3 42,3 –2,1 38,5
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.359,4 1.633,2 –16,8 1.359,4 1.633,2 –16,8 1.622,4
Gearing % 50,5 52,7 –2,2 50,5 52,7 –2,2 61,6
Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem Ergebnis Mio. EUR 305,7 300,4 1,8 139,1 163,5 –14,9 337,4
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 209,4 350,5 –40,2 116,5 164,1 –29,0 546,0
Investitionen2) Mio. EUR 136,8 171,7 –20,3 71,3 66,2 7,7 396,3
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ø 7.048 7.353 –4,1 7.371 7.487 –1,6 7.314

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang, Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Inhalt

Vorwort des Vorstands 3 Konzern-Zwischenabschluss 20
Zwischenlagebericht 5 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 20
Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld 5 Konzern-Gesamtergebnisrechnung 21
Geschäftsentwicklung 6 Konzern-Bilanz 22
Risikobericht 9 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 23
Entwicklung der Segmente 11 Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung 23
Vorwort des Vorstands 3 Konzern-Zwischenabschluss 20
Zwischenlagebericht 5 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 20
Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld 5 Konzern-Gesamtergebnisrechnung 21
Geschäftsentwicklung 6 Konzern-Bilanz 22
Risikobericht 9 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 23
Entwicklung der Segmente 11 Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung 23
Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss 24
Erklärung des Vorstands 31
Die EVN Aktie 32

Vorwort

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Im ersten Halbjahr 2014/15 stieg der Konzernumsatz der EVN um 6,5 % auf 1.224,7 Mio. Euro an, das Konzernergebnis lag hingegen – bedingt durch einen Rückgang im Finanzergebnis – auf Vorjahresniveau. Die operative Entwicklung verlief dabei in den meisten Segmenten positiv. Während etwa durch den kurzfristigen Einsatz von Kraftwerken zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland ein zusätzlicher Ergebnisbeitrag erwirtschaftet werden konnte und auch das Segment Südosteuropa seine Vorjahresperformance übertraf, lagen im Netzgeschäft in Österreich sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis unter den Vorjahreswerten. Verantwortlich dafür waren die Tarifsenkungen für Strom um rund 1 % und für Erdgas um rund 3 % per Anfang Jänner 2015. Das EBITDA des Konzerns stieg per Saldo um 18,1 % auf 384,0 Mio. Euro an, das EBIT erhöhte sich um 19,5 % auf 237,5 Mio. Euro. Das Finanzergebnis hingegen reduzierte sich wie erwähnt aufgrund eines niedrigeren Beteiligungsergebnisses und bewirkte damit einen geringfügigen Rückgang des Konzernergebnisses um 0,5 % auf 165,4 Mio. Euro.

Die Temperaturen in Österreich lagen im ersten Halbjahr 2014/15 im Schnitt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Damit blieb die Heizgradsumme weiterhin unter dem langjährigen Durchschnittswert. Dennoch nahmen die Netzabsatzmengen bei Erdgas aufgrund des vermehrten kurzfristigen Einsatzes von Gaskraftwerken spürbar zu, und auch bei Strom kam es zu einem leichten Anstieg. Die Energieabsatzmengen lagen bei Strom und Erdgas unter und bei Wärme leicht über dem Vorjahresniveau.

In den nächsten vier Jahren wird die EVN rund 1 Mrd. Euro in die Bereiche Netze, erneuerbare Energie und Wasserversorgung in Niederösterreich investieren. Damit betont sie nicht nur ihren klaren Fokus auf die Versorgungssicherheit für ihre Kunden, sondern unterstreicht gleichzeitig ihre lokale Präsenz in ihrem Heimmarkt.

Im Bereich Windkraft ging im Berichtszeitraum der Windpark Prottes-Ollersdorf mit zwölf Windkraftanlagen und einer Erzeugungskapazität von 37 MW in Betrieb. Damit verfügt die EVN nun über eine Windkraftkapazität von insgesamt 250 MW, aus der sie 150.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen kann. Mit der Revitalisierung des Wasserkraftwerks Mühlhof, die im März abgeschlossen wurde, wurde auch im Bereich Wasserkraft ein weiterer Akzent gesetzt. Für das Kraftwerk Dürnrohr, das zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit beiträgt, musste gleichzeitig eine Bewertungsanpassung aufgrund eines erwarteten Anstiegs der Instandhaltungs- und Betriebskosten vorgenommen werden.

In Bulgarien und Mazedonien war es im Berichtszeitraum deutlich kälter als im Vorjahr. Auf dieser Grundlage stieg der Stromnetzabsatz um 5,4 %, wodurch sich auch das Ergebnis im Segment Südosteuropa gegenüber dem Vorjahr erhöhte. In Kroatien gingen im Jänner 2015 das Gasverteilnetz in der Stadt Biograd sowie im Mai 2015 jenes in der Stadt Dugopolje in Betrieb.

Im internationalen Projektgeschäft der EVN werden derzeit acht Projekte umgesetzt. Im März 2015 konnte die Übergabe der Natriumhypochloritanlage in Moskau erfolgreich finalisiert werden. Wie bereits im Bericht über das erste Quartal dargelegt, wurde die Anlage an Moswodokanal, das städtische Wasserver- und -entsorgungsunternehmen Moskaus, veräußert. Durch erfolgreiche Absolvierung eines 72-Stunden-Tests wurde nun die Erfüllung der Qualitäts- und Mengenanforderungen nachgewiesen. Damit wurde die Inbetriebnahme abgeschlossen, sodass die für die Funktionsfähigkeit der Anlage eingeräumte Garantie der EVN erlosch. Im Vorratsvermögen musste eine Wertberichtigung auf die Rauchgasreinigungsanlage – eine der verbliebenen Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau – im Ausmaß von 11,0 Mio. Euro vorgenommen werden.

In der Wasserversorgung in Niederösterreich gelang es mit der Inbetriebnahme einer neuen Naturfilteranlage in Drösing, den Härtegrad des Wassers für die Kunden in der Region auf natürliche Weise zu reduzieren. Der Bau einer weiteren Naturfilteranlage in Obersiebenbrunn schreitet voran, und die wasserrechtliche Bewilligung für die Naturfilteranlage in Zwentendorf an der Zaya wurde bereits erteilt. Mit der Fertigstellung dieser drei Anlagen wird die Wasserqualität für insgesamt rund 200.000 Einwohner in der Region Weinviertel und Marchfeld wesentlich verbessert. Darüber hinaus hat die EVN mit 1. Jänner 2015 das Wasserleitungsnetz der Marktgemeinde Paudorf übernommen.

Für das Geschäftsjahr 2014/15 gehen wir nach dem stabilen ersten Halbjahr weiterhin davon aus, dass das Konzernergebnis über dem Niveau des Jahres 2012/13 liegen wird. Die energiewirtschaftlichen Annahmen für das verbleibende Geschäftsjahr basieren dabei auf langjährigen Durchschnittswerten, wobei aktuelle Entwicklungen nicht vorhersehbar sind. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Entwicklungen in den eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit den Forderungen aus den Tarifentscheidungen in Bulgarien und im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie der Fortgang der Aktivitäten in Moskau sind geeignet, das Konzernergebnis wesentlich zu beeinflussen.

Maria Enzersdorf, im Mai 2015

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld

BIP-Wachstum % 2016f 2015e 2014 2013 2012
EU-281)2) 1,8–2,1 1,5–1,7 1,3 0,0 –0,4
Österreich2)3) 1,3–1,6 0,5–0,8 0,3 0,3 0,9
Bulgarien1)2)4)5) 1,0–2,1 0,8–1,7 1,4–1,7 1,1 0,6
Kroatien1)2)4)6) 0,8–1,3 0,0–0,4 (–0,4) – (–0,6) –0,9 –2,2
Mazedonien5)6) 3,8 3,4–3,5 3,2–3,3 3,1 –0,4

1) Quelle: European Economic Forecast, Winter 2015, EU-Kommission, Februar 2015

2) Quelle: Prognose der österreichischen Wirtschaft 2015–2016, IHS, März 2015

3) Quelle: Prognose für 2015 bis 2016: Unsicherheit bremst Konjunktur, WIFO, März 2015

4) Quelle: Strategie Österreich & CEE 2. Quartal 2015, Raiffeisen Research, März 2015

5) Quelle: ECA Economic Outlook, World Bank, Dezember 2014

6) Quelle: World Economic Outlook, International Monetary Fund, April 2014

Wirtschaftliches Umfeld

Die Erholung der Weltkonjunktur bleibt unverändert verhalten und verläuft darüber hinaus regional unterschiedlich. So verzeichnen beispielsweise die USA und Großbritannien ein relativ kräftiges Wachstum, während sich die wirtschaftliche Entwicklung in Europa insgesamt weniger positiv darstellt. Dabei bestehen jedoch große regionale Unterschiede. Während beispielsweise Deutschland stärker wächst, entwickelt sich die Konjunktur in den Schwellenländern weniger dynamisch. Trotz allem hat sich die Wirtschaftslage stabilisiert. Unterstützend wirken unter anderem der Rückgang der Ölpreise und der schwächere Euro-Dollar-Wechselkurs sowie die anhaltend expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die Vorlaufindikatoren deuten aktuell zwar auf eine Belebung, aber nicht auf einen starken Aufschwung hin. Für das laufende Jahr 2015 wird in der Europäischen Union nunmehr mit einem BIP-Wachstum zwischen 1,5 % und 1,7 % gerechnet, während die Erwartungen für 2016 zwischen 1,8 % und 2,1 % liegen.

Die österreichische Wirtschaft dürfte nach dem geringen Wachstum im Jahr 2014 auch 2015 nur sehr zurückhaltend wachsen. Dabei gehen von der Konjunkturbelebung im Euroraum zwar positive Impulse aus, mit einer stärkeren Wachstumsdynamik ist jedoch erst im Jahr 2016 zu rechnen. Für das Jahr 2015 liegen die Schätzungen für das Wirtschaftswachstum zwischen 0,5 % und 0,8 %, 2016 wird mit Wachstumsraten von 1,3 % bis 1,6 % gerechnet.

Kennzahlen
zum energiewirtschaftlichen Umfeld
2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
in %
2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
Temperaturbedingter Energiebedarf1) %
Österreich 87,1 87,0 0,0 94,3 84,7 9,6
Bulgarien 93,3 81,1 12,3 92,5 73,7 18,7
Mazedonien 96,7 87,6 9,0 101,6 81,5 20,1
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 54,5 80,0 –31,9 48,0 79,7 –39,8
Gas – NCG2) EUR/MWh 22,2 25,9 –14,5 21,7 24,6 –11,8
Kohle – API#23) EUR/Tonne 56,1 60,6 –7,4 54,0 59,5 –9,3
CO2-Emissionszertifikate (2./3. Periode) EUR/Tonne 6,8 5,0 40,1 7,0 5,3 31,6
Strom – EEX Forwardmarkt4)
Grundlaststrom EUR/MWh 38,0 43,2 –12,0 37,9 42,6 –10,9
Spitzenlaststrom EUR/MWh 49,1 55,8 –11,9 48,8 54,9 –11,1
Strom – EPEX Spotmarkt5)
Grundlaststrom EUR/MWh 33,5 36,5 –8,2 32,3 35,5 –9,2
Spitzenlaststrom EUR/MWh 43,5 48,9 –11,0 41,2 47,0 –12,4

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996 bis 2010,

in Bulgarien jenem von 2004 bis 2012 und jenem in Mazedonien von 2001 bis 2010; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten.

2) Net Connect Germany (NCG) – EEX-(European Energy Exchange)-Börsenpreis für Erdgas

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forward-Preise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

5) EPEX Spot – European Power Exchange

Die politische Situation in Bulgarien zeigt sich stabil. Die Inlandsnachfrage wird vom Privatkonsum der Haushalte getrieben, und der höhere Staatskonsum sowie die steigenden Bruttoanlageinvestitionen erhöhen die öffentlichen Ausgaben. Zur Finanzierung werden die günstigen Bedingungen für die Schuldenaufnahme auf den Kapitalmärkten genutzt. Für 2015 wird mit einem BIP-Wachstum von 0,8 % bis 1,7 % gerechnet; die Erwartungen für 2016 liegen zwischen 1,0 % und 2,1 %.

Wie bereits in den Jahren zuvor versuchte Kroatien auch 2014, die Rezession hinter sich zu lassen. Die schwache Inlandsnachfrage, eine Folge des schwachen Arbeitsmarktes, belastet jedoch die wirtschaftliche Entwicklung. Darüber hinaus konnte bislang die Produktivität noch nicht gesteigert werden. Aufgehellt wird das Bild hingegen von einem kontinuierlichen Exportwachstum bei Waren und Dienstleistungen. Für das laufende Jahr 2015 werden ein Verlassen der Rezession und ein Wachstum zwischen 0,0 % und 0,4 % erwartet. Diese positive Entwicklung soll im Jahr 2016 weiter an Dynamik zulegen und zu Wachstumsraten zwischen 0,8 % und 1,3 % führen.

In Mazedonien waren in den letzten Monaten positive Entwicklungen sichtbar, die auch in den kommenden Monaten Fortsetzung finden sollten. So verbesserte sich die Inlandsnachfrage, und auch die Industrieproduktion zeigte zuletzt positive Tendenzen. Von den steigenden Wachstumsraten in Europa profitierte auch die Exporttätigkeit in Mazedonien. Für 2015 ist mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 %, für 2016 mit einem Plus von 3,8 % zu rechnen.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 war in Österreich von Durchschnittstemperaturen geprägt, die gegenüber dem Vorjahr kaum eine Veränderung zeigten und damit erneut über dem langjährigen Durchschnitt lagen. Die Heizgradsumme blieb dadurch unverändert auf niedrigem Niveau. In Südosteuropa hingegen führten niedrigere Temperaturen zu einem Anstieg der Heizgradsummen um 12,3 % in Bulgarien sowie um 9,0 % in Mazedonien.

Der Durchschnittspreis für Rohöl der Sorte Brent auf Eurobasis gab weiter nach und lag im Berichtszeitraum vor allem aufgrund des aktuellen weltweiten Überangebots mit 54,5 Euro pro Barrel um 31,9 % unter dem Vergleichswert der Vorjahresperiode. Auch der durchschnittliche EEX-Börsepreis für Erdgas war in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 mit 22,2 Euro pro MWh um 14,5 % niedriger als im Vorjahr. Zurückzuführen war dies vor allem auf die milde Witterung im Winter 2014/15 und die daraus resultierende geringere Nachfrage auf den Spotmärkten. Die ebenfalls temperaturbedingt schwächere Nachfrage nach Kohle löste auch hier einen weiteren Preisrückgang um 7,4 % auf 56,1 Euro je Tonne aus. Gegenläufig gestaltete sich die Entwicklung der Preise für CO2-Emissionszertifikate: Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erhöhte sich der Preis je Tonne um 40,1 % auf 6,8 Euro. Dieser Trend beruhte – wie schon in den vorangegangenen Quartalen – vorrangig auf der durch die EU-Kommission im Jänner 2014 beschlossenen Verringerung der Auktionsmenge um 900 Mio. CO2-Emissionszertifikate für die Jahre 2014, 2015 und 2016 und der Verschiebung der Auktionen in die Jahre 2019 und 2020 ("Backloading").

Der fortgesetzte Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energieträgern in Deutschland und Österreich sowie die niedrigen Preise für Kohle und – trotz des leichten Anstiegs – nach wie vor auch für CO2-Emissionszertifikate führten in der Berichtsperiode zu einem weiteren Rückgang der Termin- und Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom. Konkret sanken die für die Berichtsperiode geltenden Terminpreise für Grundlaststrom um 12,0 % auf 38,0 Euro und jene für Spitzenlaststrom um 11,9 % auf 49,1 Euro pro MWh. Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 8,2 % auf 33,5 Euro pro MWh und jene für Spitzenlaststrom um 11,0 % auf 43,5 Euro pro MWh zurück.

Geschäftsentwicklung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Highlights

  • Umsatz: +6,5 % auf 1.224,7 Mio. Euro
  • EBITDA: +18,1 % auf 384,0 Mio. Euro
  • EBIT: +19,5 % auf 237,5 Mio. Euro
  • Finanzergebnis: –31,4 Mio. Euro auf –22,0 Mio. Euro
  • Konzernergebnis: –0,5 % auf 165,4 Mio. Euro

Die Umsatzerlöse der EVN erhöhten sich im ersten Halbjahr 2014/15 gegenüber dem Vergleichszeitraum um 74,2 Mio. Euro bzw. 6,5 % auf 1.224,7 Mio. Euro. Neben dem erstmaligen Betrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum über den gesamten Berichtszeitraum hinweg und der damit verbundenen Vermarktung der erzeugten Strommengen trugen die Erdgasvermarktungsaktivitäten im Konzern und die Effekte aus den letzten Preisentscheidungen in Bulgarien und Mazedonien zu dieser Steigerung bei. Zusätzlich wurden im Berichtszeitraum die Kraftwerke Theiß und Korneuburg deutlich häufiger durch den österreichischen und den deutschen Übertragungsnetzbetreiber zur Netzstabilisierung abgerufen. Diese beiden Anlagen werden als Reservekapazität bzw. zur Erzeugung von Regelenergie und für das Engpassmanagement vorgehalten. Im Netzgeschäft führten die mit 1. Jänner 2015 verordneten Netztarifsenkungen bei Strom und Erdgas zu einem leichten Rückgang. Dabei konnten gesteigerte Gasnetzerlöse den Rückgang der Stromnetzerlöse nicht zur Gänze kompensieren.

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang, Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 25,1 Mio. Euro auf 66,6 Mio. Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung war der positive Abschluss der Verhandlungen mit der Stadt Moskau im Zusammenhang mit dem ehemaligen Projekt Natriumhypochloritanlage, der im Oktober 2014 zum Verkauf der Anteile an der Projektgesellschaft führte.

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger betrug für den Berichtszeitraum 638,3 Mio. Euro und lag damit um 35,7 Mio. Euro bzw. 5,9 % über dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend dafür waren gesteigerte Einsatzkosten für Energieträger bedingt durch den Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum, der Einsatz von Erdgasmengen zu Handelszwecken sowie erhöhte Energiebezugspreise in Bulgarien. Gegenläufig wirkte eine Reduktion der Aufwendungen für die Strombeschaffung in Mazedonien, die aus der Marktliberalisierung für Großkunden im Vorjahr resultierte. Relativiert wurde der Anstieg im Jahresvergleich dabei durch Rückstellungen, die im Vorjahr für drohende Verluste aus belastenden Verträgen über die Vermarktung der eigenen Stromproduktion gebildet werden mussten.

Der Aufwand für Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand erhöhten sich um 16,3 Mio. Euro bzw. 14,8 % auf 126,6 Mio. Euro. Eine Wertberichtigung in Höhe von 11,0 Mio. Euro wurde hier im Berichtszeitraum auf die in den Vorräten abgebildeten verbliebenen Anlagenkomponenten aus dem Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau vorgenommen. Diese Maßnahme betrifft die auf die besonderen Anforderungen der Stadt Moskau hin adaptierte Rauchgasreinigungsanlage, für die nach einer Marktsondierung aus heutiger Sicht keine Folgeverwendung gefunden werden kann. Daneben kam es zu Kostensteigerungen durch den bereits erwähnten durchgehenden Betrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum, einen Turbinenschaden bei der Cogneration-Anlage in Bulgarien sowie witterungsbedingte Schäden am Verteilnetz in Bulgarien und Mazedonien im Winter 2014/15.

Der durchschnittliche Personalstand sank aufgrund kontinuierlicher Reorganisations- und Optimierungsmaßnahmen um 304 Personen auf 7.048 Mitarbeiter. Der Personalaufwand stieg dennoch durch kollektivvertragliche Lohn- und Gehaltsanpassungen sowie durch Einmaleffekte im Zusammenhang mit Restrukturierungs-

Struktur der Investitionen

aufwendungen in Mazedonien um 5,6 Mio. Euro bzw. 3,6 % auf 159,1 Mio. Euro.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 88,5 Mio. Euro um 1,5 Mio. Euro bzw. 1,7 % unter dem Vorjahreswert.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter erhöhte sich um 15,4 Mio. Euro bzw. 17,2 % auf 105,2 Mio. Euro. Während der Ergebnisbeitrag der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG – hauptsächlich bedingt durch die Senkung der Endkundenpreise für Strom um durchschnittlich 10 % per 1. Oktober 2014 sowie durch Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Energieeffizienzgesetz – leicht rückläufig war, trugen gesteigerte Ergebnisse der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) sowie der Energie Burgenland AG wesentlich zu dieser Verbesserung bei.

Per Saldo führten diese Entwicklungen zu einer Steigerung des EBITDA um 58,7 Mio. Euro bzw. 18,1 % auf 384,0 Mio. Euro.

Die Abschreibungen erhöhten sich um 20,0 Mio. Euro bzw. 15,8 % auf 146,5 Mio. Euro. Neben einem Anstieg der planmäßigen Abschreibungen, der im Wesentlichen auf den Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum zurückging, kam es im Berichtszeitraum zu Wertminderungen in Höhe von 19,0 Mio. Euro. Diese betrafen überwiegend die Schließung eines Kraftwerksblocks von Verbund am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr mit April 2015 und die darauf beruhende Erwartung künftig erhöhter Instandhaltungs- und Betriebskosten. Auf Basis dieser Entwicklungen ergab sich ein EBIT von 237,5 Mio. Euro, das um 38,8 Mio. Euro bzw. 19,5 % über dem Ergebnis der Vergleichsperiode des Vorjahres lag.

Das Finanzergebnis lag mit –22,0 Mio. Euro um 31,4 Mio. Euro unter jenem des Vorjahreszeitraums. Diese Veränderung resultiert zum einen aus einer reduzierten Ausschüttung der Verbund AG für das Geschäftsjahr 2014 und zum anderen aus der Auflösung des Sicherungsgeschäfts für die Finanzierung der mittlerweile veräußerten Natriumhypochloritanlage in Moskau sowie den Kosten für die diesbezügliche Investitionsgarantie der Bundesrepublik Deutschland.

Per Saldo ergab sich ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 215,5 Mio. Euro, das sich damit gegenüber dem Vorjahreswert um 7,3 Mio. Euro bzw. 3,5 % erhöhte. Nach Berücksichtigung eines im Jahresvergleich unveränderten Ertragsteueraufwands von 26,8 Mio. Euro und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile, der sich vor allem auf das Ergebnis der RAG bezieht, belief sich das Konzernergebnis auf 165,4 Mio. Euro und lag damit um 0,9 Mio. Euro bzw. 0,5 % unter dem Vorjahresniveau.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis erhöhte sich im Berichtszeitraum hauptsächlich bedingt durch das gesteigerte Ergebnis vor Ertragsteuern um 5,3 Mio. Euro auf 305,7 Mio. Euro. Der Rückgang des Cash Flow aus dem operativen Bereich um 141,0 Mio. Euro auf 209,4 Mio. Euro ergab sich aus Veränderungen im Working Capital. Der Vorjahreswert war hier zudem durch Einmaleffekte geprägt.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich war positiv und lag bei 95,5 Mio. Euro. Diese Entwicklung war durch den Verkauf der Natriumhypochloritanlage bedingt. Ein Teil des Erlöses wurde in kurzfristigen Wertpapieren veranlagt. Darüber hinaus bildet der Cash Flow aus dem Investitionsbereich das laufende Investitionsprogramm der EVN sowie Veränderungen bei den langfristigen Wertpapieren im R138-Fonds ab.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich belief sich nach –216,8 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres im Berichtszeitraum auf –300,4 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist auf die Rückführung der Finanzierung im Zusammenhang mit der Natriumhypochloritanlage sowie auf die laufende Tilgung von Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Zudem ist hier die im Jänner 2015 ausbezahlte Dividende für das Geschäftsjahr 2013/14 enthalten.

In Summe ergab sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 ein Cash Flow von 4,6 Mio. Euro. Der Fonds liquider Mittel belief sich damit per 31. März 2015 auf 201,8 Mio. Euro. Zusätzlich standen der EVN nicht gezogene Kreditlinien in Höhe von 575,0 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

Bilanz

Die Bilanzsumme der EVN lag per 31. März 2015 mit 6.691,8 Mio. Euro um 150,0 Mio. Euro bzw. 2,2 % unter dem Wert vom 30. September 2014.

Die langfristigen Vermögenswerte sanken dabei um 54,4 Mio. Euro bzw. 0,9 % auf 5.723,3 Mio. Euro, hervorgerufen insbesondere durch die Umgliederung der kurzfristigen Komponenten der Leasingforderungen in das kurzfriste Vermögen. Zusätzlich verringerten die Wertberichtigung für das Kraftwerk Dürnrohr sowie Bewertungseffekte aufgrund des niedrigeren Aktienkurses der Verbund AG die langfristigen Vermögenswerte zum Stichtag. Ihr Anteil am Gesamtvermögen erhöhte sich bedingt durch den Rückgang der Bilanzsumme dennoch auf 85,5 % (30. September 2014: 84,4 %).

Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte um 128,1 Mio. Euro bzw. 15,2 % auf 968,6 Mio. Euro ergab sich saisonal bedingt aus höheren Forderungen aus dem Energiegeschäft sowie durch die erwähnte Umgliederung der kurzfristigen Komponenten aus den langfristigen Leasingforderungen.

Rückläufige Vorräte schwächten diese Entwicklung etwas ab. Bei den kurzfristigen Wertpapieren ergab sich aus der Veranlagung der verfügbaren Liquidität in Cash-Fonds ein Zugang.

Der Rückgang der zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte resultierte aus dem Verkauf der Natriumhypochloritanlage in Moskau Ende Oktober 2014. Die dadurch generierte Liquidität wurde zur Rückzahlung von Finanzierungen im Zusammenhang mit diesem Projekt verwendet bzw. in Cash-Fonds veranlagt.

Das Eigenkapital erhöhte sich um 61,0 Mio. Euro bzw. 2,3 % auf 2.693,7 Mio. Euro. Dieser Anstieg basierte auf dem positiven Ergebnis des ersten Halbjahres 2014/15; gegenläufig wirkten hingegen die Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2013/14 im Jänner 2015 sowie insbesondere ein Rückgang der Bewertungsrücklage. Die Eigenkapitalquote belief sich zum 31. März 2015 auf 40,3 % (30. September 2014: 38,5 %).

Die langfristigen Schulden reduzierten sich um 181,5 Mio. Euro bzw. 6,3 % auf 2.721,1 Mio. Euro. Hauptgründe dafür waren planmäßige Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten sowie die Umgliederung von kurzfristigen Anteilen aus den langfristigen Finanzierungen.

Die kurzfristigen Schulden sanken um 29,5 Mio. Euro bzw. 2,3 % auf 1.277,0 Mio. Euro. Dabei wurde die Rückführung der Finanzierungen für die Natriumhypochloritanlage durch die Umgliederung der kurzfristigen Komponenten der Finanzverbindlichkeiten sowie durch saisonal bedingt höhere Umsatzsteuer- und Körperschaftsteuerverbindlichkeiten zum Teil kompensiert.

Die Nettoverschuldung reduzierte sich gegenüber dem 30. September 2014 um 263,0 Mio. Euro auf 1.359,4 Mio. Euro. Das Gearing ging auf 50,5 % zurück (30. September 2014: 61,6 %).

Risikobericht

gemäß § 87 Abs. 4 Börsegesetz

Risikoprofil

Das Risikoprofil des EVN Konzerns ist vor allem durch die branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten und insbesondere durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen geprägt. Gegenwärtig sind keine Risiken für die Zukunft erkennbar, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten.

Das identifizierte Gesamtrisikoprofil hat sich seit dem Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2014 nicht wesentlich verändert und bleibt daher auch noch für die restlichen sechs Monate des Geschäftsjahres 2014/15 aufrecht. Nachfolgend sollen die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten zusammenfassend erläutert werden. Die Kategorisierung folgt dabei dem EVN Risikomanagementprozess.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Energiehandel und -vertrieb

Nachfragerückgänge aufgrund von witterungs- bzw. klimawandelbedingten, demografischen, politischen und technologischen Einflüssen sowie reputations- bzw. wettbewerbsbedingte Kundenund Absatzmengenverluste können negative Auswirkungen auf die Umsatzerlöse der EVN haben. Zudem können steigende bzw. volatilere Marktpreise, eine suboptimale Beschaffungsstrategie und sinkende Margen die energiewirtschaftlichen Deckungsbeiträge der EVN negativ beeinflussen.

Erzeugung

Das Wachstum dezentraler und nicht regelbarer Produktion sowie Schwankungen bei Windaufkommen, Wasserführung, Sonnenstunden und Witterungsverhältnissen können sich nachteilig auf das Ergebnis im Erzeugungsbereich auswirken.

Da die Wirtschaftlichkeit und die Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen maßgeblich von Strom- und Primärenergiepreisen, Wirkungsgraden, energiepolitischen Rahmenbedingungen und Standorten abhängig sind, können nachteilige Entwicklungen einen Wertminderungsbedarf auslösen. Darüber hinaus könnte die Bildung bzw. Nachdotierung von Rückstellungen für Belastungen aus langfristigen (Bezugs-)Verträgen erforderlich werden. Trotz der bereits gesetzten Maßnahmen bestehen derartige Risiken weiterhin für thermische Erzeugungsanlagen, aber auch für Wasserkraftwerke und Erzeugungsanlagen im Bereich der erneuerbaren Energie.

Umwelt

Im Umweltgeschäft sieht die EVN Risiken in möglichen Nachfrage-, Mengen- und Kostenschwankungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Aufgrund von Marktsättigung oder Nichtberücksichtigung in Ausschreibungsverfahren kann das Projektvolumen im Umweltbereich zurückgehen. Die EVN ist zudem Projektabwicklungs- und Lieferantenrisiken sowie dem Risiko der mangelhaften oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen ausgesetzt.

Finanzrisiken

Kredit- bzw. Forderungsausfallrisiken bestehen insbesondere gegenüber Endkunden, im Finanz- und im Energiehandelsbereich sowie bei Großprojekten. Das Ergebnis kann durch mangelnde Zahlungsfähigkeit bzw. Zahlungsmoral der Kunden belastet werden. Wesentliche Bedeutung kommt der Kaufkraftentwicklung in den Märkten Bulgarien und Mazedonien zu.

Forderungswertberichtigungen, die Wertminderung von Vermögenswerten und das Schlagendwerden von Eventualverbindlichkeiten können das Ergebnis maßgeblich negativ beeinflussen.

Im Bereich der kerngeschäftsnahen Beteiligungen (vor allem Verbund AG, Rohöl-Aufsuchungs AG, Burgenland Holding AG, EconGas GmbH) besteht aufgrund des schwierigen energiepolitischen Umfelds die Gefahr, dass nachteilige Ergebnis- und Eigenkapitalentwicklungen auf die EVN durchschlagen.

Im Rahmen der aktiven Steuerung der Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Fremdwährungs- und Marktpreisrisiken stellt das niedrige Zinsniveau eine zunehmende Herausforderung für die kurz- bis mittelfristige Veranlagung von liquiden Mitteln dar. Dies kann zu Opportunitätsverlusten führen und negative Auswirkungen auf die Bewertung von Personalrückstellungen sowie auf künftige Tarifentscheidungen haben.

Betriebsrisiken

Im Energie- und Netzgeschäft können operative Risiken wie Betriebsstörungen sowie IT- und sicherheitstechnische Probleme auftreten, wodurch es zu Versorgungsunterbrechungen und zum Schlagendwerden von Haftungs- und Reputationsrisiken kommen kann. Auch im Umweltgeschäft besteht das Risiko von Betriebsunterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei Anlagen zur thermischen Abfallverwertung.

Risiken bestehen auch in der suboptimalen Auslegung und Verwendung technischer Anlagen und der Einschätzung und Umsetzung von technologischen Neuerungen. Zudem bestehen operationelle Risiken in Bezug auf Organisation, Planung, Personal und Compliance.

Umfeldrisiken

Regulierung, Energie- und Umweltgesetzgebung sowie die Veränderung von politischen und öffentlichen Positionen zu Energieund Infrastrukturprojekten sind wesentliche Risikotreiber. Eine Änderung des Förderregimes, das Ausbleiben von Förderungen und eine Änderung der gesetzlichen Tarifierungen können die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Politische und wirtschaftliche Instabilität, willkürliche Rechtssetzungs- und Regulierungsmaßnahmen sowie wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen können ein Risiko darstellen.

Erforderliche Genehmigungen und Lizenzen könnten nicht erteilt, entzogen oder nicht verlängert werden. In diesem Zusammenhang ist das von der bulgarischen Regulierungsbehörde eingeleitete Lizenzentzugsverfahren für den Strombereich ("DKEVR") gegen die Stromvertriebsgesellschaft der EVN in Bulgarien (EVN Bulgaria Elektrosnabdiavane EAD) zu nennen.

Vertrags- und Rechtsrisiken bestehen im Zusammenhang mit potenziellen oder bereits anhängigen (Schieds-)Gerichts- und Investitionsschutzverfahren sowie regulatorischen bzw. aufsichtsrechtlichen Prüfungen.

Entwicklung der Segmente

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas sind es die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie durch regionale Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft umfasst die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie an
österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten
sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien
und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien,
Stromerzeugung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie inter
nationales Projektgeschäft
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh 2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
Stromerzeugung 2.935 2.208 727 32,9 1.570 1.236 27,0
Erneuerbare Energie1) 1.082 884 198 22,3 574 405 41,9
Wärmekraftwerke2) 1.853 1.324 529 40,0 996 831 19,8
Netzabsatz
Strom 11.744 11.261 483 4,3 6.133 5.729 7,1
Erdgas3) 10.377 9.646 730 7,6 5.907 4.874 21,2
Energieverkauf an Endkunden
Strom 10.569 10.653 –83 –0,8 5.499 5.374 2,3
davon Mittel- und Westeuropa4) 3.629 3.653 –25 –0,7 1.824 1.776 2,7
davon Südosteuropa 6.941 6.999 –59 –0,8 3.675 3.598 2,1
Erdgas 4.235 4.376 –141 –3,2 2.449 2.324 5,4
Wärme 1.403 1.393 10 0,7 766 739 3,6
davon Mittel- und Westeuropa4) 1.229 1.240 –11 –0,9 664 651 2,0
davon Südosteuropa 174 153 21 13,6 102 89 14,9

1) Umfasst auch die Bio-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb, Kleinwasserkraftwerke

in Mazedonien im Segment Energieversorgung Südosteuropa sowie ein Blockheizkraftwerk am Standort Kurjanovo, Moskau, im Segment Umwelt. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

2) Beinhaltet auch die Cogeneration-Anlage in Bulgarien im Segment Energieversorgung Südosteuropa und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

3) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

4) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Erzeugung

Das Segment Erzeugung umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich und Bulgarien.

Die Außenumsätze des Segments resultieren vorwiegend aus dem Verkauf erneuerbarer Energie aus Windkraft. Für den konzerninternen Umsatz wird für die Stromerzeugung (im Wesentlichen für Wasserkraftwerke sowie nicht mehr im Förderregime stehende Windkraftanlagen) der Strommarktpreis abgebildet. Für die thermische Erzeugung der Kraftwerke Dürnrohr, Korneuburg und Theiß sowie für die Speicherkraftwerke wird der Optionswert dargestellt. Der Optionswert spiegelt im Wesentlichen die ermittelte Differenz zwischen den Forwardpreisen für Strom und den Brennstoffkosten wider. Darüber hinaus sind die Bereitstellung und der Abruf von Reservekapazitäten zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum sowie Regelenergie und Engpassmanagement für die Austrian Power Grid AG (APG) im Optionswert enthalten. Die Verrechnung der Energielieferung der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH beinhaltet im Wesentlichen die Betriebs-, Finanzierungs- und Primärenergiekosten. Die Vermarktung des im Segment erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden im Segment Energiehandel und -vertrieb abgebildet.

Highlights

  • Deutliche Steigerung der erneuerbaren und der thermischen Produktion
  • Schrittweise Inbetriebnahme des 37-MW-Windparks Prottes-Ollersdorf
  • Deutlich häufigere Abrufe der Gaskraftwerke Theiß und Korneuburg zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland
  • EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

Im ersten Halbjahr 2014/15 erhöhte sich die Stromerzeugung um 630 GWh bzw. 34,0 % auf 2.486 GWh. Dabei stieg sowohl die Erzeugung aus erneuerbarer Energie wie auch jene in den Wärmekraftwerken. Bei der Produktion aus erneuerbarer Energie trugen neben einem im Jahresvergleich verbesserten Wasser- und Winddargebot insbesondere der Vollbetrieb des Windparks Prellenkirchen sowie die schrittweise Inbetriebnahme des Windparks Prottes-Ollersdorf zu einer Steigerung um 15,1 % bei. Die Produktion in den thermischen Kraftwerken erhöhte sich um 46,5 %. Abgesehen vom erstmaligen Betrieb des im Dezember 2013 in Dienst

2014/15 2013/141) +/– 2014/15 2013/141) +/–
Kennzahlen – Erzeugung 1. Halbjahr 1. Halbjahr absolut in % 2. Quartal 2. Quartal in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 2.486 1.855 630 34,0 1.321 1.052 25,6
davon erneuerbare Energie 851 739 112 15,1 449 331 35,7
davon Wärmekraftwerke 1.635 1.116 519 46,5 871 720 20,9
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 30,3 20,8 9,5 45,7 15,9 7,5
Innenumsatz 93,1 71,0 22,1 31,1 48,3 49,2 –1,8
Gesamtumsatz 123,3 91,8 31,6 34,4 64,2 56,7 13,3
Operativer Aufwand –58,1 –50,4 –7,7 –15,3 –29,0 –29,7 2,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 0,7 0,8 –0,1 –10,2 0,5 0,6 –9,2
EBITDA 65,9 42,2 23,8 56,3 35,7 27,5 29,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –44,3 –23,3 –21,0 –89,9 –30,9 –14,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 21,6 18,8 2,8 14,8 4,8 13,4 –63,9
Finanzergebnis –12,4 –11,2 –1,2 –10,3 –6,2 –7,0 11,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 9,2 7,6 1,6 21,4 –1,4 6,4
Gesamtvermögen 1.243,5 1.246,5 –2,9 –0,2 1.243,5 1.246,5 –0,2
Gesamtschulden 1.021,5 992,0 29,5 3,0 1.021,5 831,9 22,8
Investitionen2) 38,3 54,7 –16,4 –30,0 24,3 5,0

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang, Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

gestellten Kraftwerks Duisburg-Walsum über den gesamten Berichtszeitraum hinweg trug auch eine steigende Zahl von Abrufen der Gaskraftwerke Theiß und Korneuburg zur Netzstabilisierung durch den österreichischen und den deutschen Übertragungsnetzbetreiber zu diesem Produktionsanstieg bei.

Auf Konzernebene konnten in der Berichtsperiode 27,8 % (Vorjahr: 20,7 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion reduzierte sich auf Konzernebene insbesondere aufgrund der Produktion des Kraftwerks Duisburg-Walsum von 40,0 % im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf nunmehr 36,9 %.

Die Umsatzerlöse im Segment lagen mit 123,3 Mio. Euro um 31,6 Mio. Euro bzw. 34,4 % über jenen des Vorjahres. Neben den positiven Effekten aus dem Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum wirkten sich Erlöse im Zusammenhang mit der Lieferung von Regelenergie und dem Engpassmanagement durch Abrufe des österreichischen Übertragungsnetzbetreibers sowie Erlöse aus der Bereitstellung von Reservekapazitäten zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum positiv aus.

Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode um 7,7 Mio. Euro bzw. 15,3 % auf 58,1 Mio. Euro. Dieser Anstieg stand hauptsächlich im Zusammenhang mit den für den Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum angefallenen Einsatzkosten für Energieträger, denen allerdings durch die aktuelle Marktsituation bedingte weitere Optimierungsmaßnahmen bei den thermischen Kraftwerken gegenüberstanden.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verringerte sich um 0,1 Mio. Euro auf 0,7 Mio. Euro, zurückzuführen auf einen Rückgang des Ergebnisbeitrags aus der Verbund Innkraftwerke GmbH.

In Summe ergab sich ein EBITDA in Höhe von 65,9 Mio. Euro, das um 23,8 Mio. Euro bzw. 56,3 % über jenem des Vergleichszeitraums lag. Die Abschreibungen inkl. der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen erhöhten sich um 21,0 Mio. Euro bzw. 89,9 % auf 44,3 Mio. Euro. Neben einer erhöhten laufenden Abschreibung für das Kraftwerk Duisburg-Walsum aufgrund des Vollbetriebs kam es im Berichtszeitraum zu einer Wertminderung des Kohlekraftwerks Dürnrohr in Höhe von 17,8 Mio. Euro. Diese Wertminderung beruht auf der Schließung eines Kraftwerksblocks von Verbund am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr mit April 2015 und der darauf beruhenden Einschätzung zukünftig erhöhter Instandhaltungs- und Betriebskosten. Die EVN wird ihre Rechte, zur Abdeckung der Instandhaltungs- und Betriebskosten nur anteilig verpflichtet zu sein, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln wahrnehmen. In Summe erhöhte sich das EBIT um 2,8 Mio. Euro bzw. 14,8 % auf 21,6 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich um 1,2 Mio. Euro bzw. 10,3 % auf –12,4 Mio. Euro. Dieser Rückgang ist durch den Zinsaufwand aus der Finanzierung der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH nach der Inbetriebnahme begründet. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 9,2 Mio. Euro um 1,6 Mio. Euro bzw. 21,4 % über dem Vorjahresniveau.

Das Investitionsvolumen verringerte sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 um 16,4 Mio. Euro bzw. 30,0 % auf 38,3 Mio. Euro. Der Vergleichswert des Vorjahres hatte noch die Investitionen für die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum enthalten. Die im Berichtszeitraum vorgenommenen Investitionen entfielen nahezu ausschließlich auf Anlagen zur Erzeugung aus erneuerbarer Energie. Der Fokus lag hier auf dem in der finalen Bauphase befindlichen Windpark Prottes-Ollersdorf.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst den Handel und den Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden vorwiegend im österreichischen Heimmarkt und auf Großhandelsmärkten, die Beschaffung von Strom, Erdgas und anderen Primärenergieträgern sowie Wärmeproduktion und -verkauf.

Highlights

  • Rückgang der Erdgasabsatzmenge
  • EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Steuern geringfügig unter Vorjahresniveau

Während die Strom- und Wärmenachfrage im Berichtszeitraum nahezu unverändert blieb, trat beim Gasverkauf eine Verringerung um 3,2 % ein. Einem starken Gasabsatz an Gewerbekunden stand dabei ein reduziertes Verkaufsvolumen bei Haushaltskunden gegenüber.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich dennoch um 36,4 Mio. Euro bzw. 13,8 % auf 300,1 Mio. Euro. Insbesondere die Vermarktung der Erzeugungsmengen des Kraftwerks Duisburg-Walsum sowie verstärkte Erdgashandelsaktivitäten trugen zu dieser Steigerung bei.

Der operative Aufwand stieg um 39,5 Mio. Euro bzw. 16,4 % auf 280,0 Mio. Euro. Hauptgründe dafür waren der Bezug des im Kraftwerk Duisburg-Walsum erzeugten Stroms sowie die für die gesteigerten Handelsaktivitäten eingesetzten höheren Erdgasmengen.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter erhöhte sich geringfügig um 0,6 Mio. Euro bzw. 1,3 % auf 46,6 Mio. Euro. Per Saldo führten diese Entwicklungen zu einem um 2,5 Mio. Euro bzw. 3,6 % niedrigeren EBITDA von 66,7 Mio. Euro.

Kennzahlen –
Energiehandel und -vertrieb 2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom 3.629 3.653 –25 –0,7 1.824 1.776 2,7
Erdgas 4.235 4.376 –141 –3,2 2.449 2.324 5,4
Wärme 1.229 1.240 –11 –0,9 664 651 2,0
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 292,8 256,4 36,4 14,2 141,1 146,7 –3,8
Innenumsatz 7,3 7,3 0,0 0,1 3,2 3,4 –4,6
Gesamtumsatz 300,1 263,7 36,4 13,8 144,4 150,1 –3,8
Operativer Aufwand –280,0 –240,5 –39,5 –16,4 –135,7 –143,6 5,5
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
46,6 46,0 0,6 1,3 27,9 24,9 12,4
EBITDA 66,7 69,2 –2,5 –3,6 36,6 31,4 16,5
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–8,3 –7,8 –0,5 –6,4 –4,2 –4,0 –3,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 58,3 61,4 –3,0 –4,9 32,4 27,4 18,4
Finanzergebnis –1,4 –1,5 0,2 11,9 –0,8 –0,7 –9,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 57,0 59,8 –2,8 –4,8 31,6 26,6 18,6
Gesamtvermögen 493,5 446,2 47,3 10,6 493,5 446,2 10,6
Gesamtschulden 364,5 315,4 49,1 15,6 364,5 136,2
Investitionen2) 4,4 10,8 –6,4 –59,5 2,9 6,3 –54,2

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang, Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Unter Einbeziehung der um 6,4 % auf 8,3 Mio. Euro gestiegenen Abschreibungen errechnete sich ein EBIT von 58,3 Mio. Euro, das damit um 3,0 Mio. Euro bzw. 4,9 % unter jenem des Vorjahres lag.

Das Finanzergebnis verbesserte sich von zuvor –1,5 Mio. Euro um 11,9 % auf –1,4 Mio. Euro. Damit ergab sich für das erste Halbjahr 2014/15 ein um 2,8 Mio. Euro bzw. 4,8 % auf 57,0 Mio. Euro reduziertes Ergebnis vor Ertragsteuern.

Das Investitionsvolumen, das sich auf den Anlagen- und Netzausbau im Wärmebereich bezieht, verringerte sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 um 6,4 Mio. Euro bzw. 59,5 % auf 4,4 Mio. Euro.

Netzinfrastruktur Inland

Neben dem Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland werden im Segment Netzinfrastruktur Inland auch Konzerndienstleistungen erbracht. Diese Leistungen, die vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten anfallen, werden als konzerninterne Umsätze abgebildet.

Im Beteiligungsergebnis des Segments werden auch die Ausschüttungen des R-138-Fonds sowie der AGGM Austrian Gas Grid Management AG an die Netz Niederösterreich GmbH abgebildet.

Highlights

  • Anstieg der Strom- und Gasnetzabsatzvolumina
  • Anpassung der Netztarife per 1. Jänner 2015:
  • Strom: –1,0 %
  • Erdgas: –3,0 %
  • Investitionsfokus Versorgungssicherheit
  • Rückgänge in EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Die österreichischen Strom- und Gasnetztarife werden im Zuge der Anreizregulierung jeweils mit Beginn des Kalenderjahres durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2015 wurden die Stromnetztarife um durchschnittlich 1,0 % (1. Jänner 2014: Senkung um 9,0 %) und die Gasnetztarife um durchschnittlich 3,0 % (1. Jänner 2014: Erhöhung um 7,7 %) gesenkt.

Kennzahlen –
Netzinfrastruktur Inland
2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 4.261 4.162 99 2,4 2.158 2.116 2,0
Erdgas 10.363 9.639 724 7,5 5.907 4.874 21,2
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 242,0 251,9 –9,9 –3,9 125,8 125,9 –0,1
Innenumsatz 23,5 24,6 –1,1 –4,6 11,9 13,3 –10,8
Gesamtumsatz 265,5 276,5 –11,0 –4,0 137,6 139,2 –1,1
Operativer Aufwand –133,3 –139,1 5,8 4,2 –73,2 –74,5 1,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
EBITDA 132,2 137,4 –5,2 –3,8 64,4 64,7 –0,5
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–51,7 –50,6 –1,1 –2,1 –26,3 –25,5 –3,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 80,5 86,8 –6,3 –7,2 38,1 39,3 –2,9
Finanzergebnis –8,7 –8,3 –0,4 –4,5 –4,3 –3,6 –17,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 71,8 78,4 –6,6 –8,5 33,9 35,6 –4,9
Gesamtvermögen 1.824,5 1.788,6 35,8 2,0 1.824,5 1.788,6 2,0
Gesamtschulden 1.319,6 1.274,3 21,5 6,2 1.319,6 1.274,3 6,2
Investitionen2) 52,1 61,0 –8,9 –14,6 23,8 33,7 –29,3

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang. Erläuterung Berichterstattung nach IFRS. Seite 24).

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Netzabsatzmengen im Strombereich erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 99 GWh bzw. 2,4 % auf 4.261 GWh. Dies ist insbesondere auf gestiegene Nachfrage seitens der Industriekunden zurückzuführen, doch auch bei den Haushalts- und Gewerbekunden wurde eine Zunahme verzeichnet. Im Erdgasbereich legten die Netzabsatzmengen bei allen Kundengruppen zu; zusätzlich trug der gesteigerte Einsatz der zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland zur Verfügung gestellten EVN-Gaskraftwerke zu einem Anstieg des Netzabsatzvolumens bei, das sich um insgesamt 724 GWh bzw. 7,5 % auf 10.363 GWh erhöhte.

Die Umsatzerlöse des Segments verringerten sich im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres dennoch um 11,0 Mio. Euro bzw. 4,0 % auf 265,5 Mio. Euro. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf die Senkung der Netztarife. Höhere Gasnetzerlöse sowie ein Anstieg der Umsatzerlöse aus dem Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich konnten hier den Rückgang der Stromnetzerlöse nicht kompensieren.

Die operativen Aufwendungen reduzierten sich im ersten Halbjahr 2014/15 in Summe um 5,8 Mio. Euro bzw. 4,2 % auf 133,3 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür war ein geringerer Material- und Fremdleistungsaufwand. Dem stand ein leichter Anstieg bei den Personalaufwendungen gegenüber. Aufgrund des Umsatzrückgangs kam es dennoch zu einem Rückgang des EBITDA um 5,2 Mio. Euro bzw. 3,8 % auf 132,2 Mio. Euro. Im Zusammenwirken mit einem Anstieg der Abschreibungen um 1,1 Mio. Euro bzw. 2,1 % auf 51,7 Mio. Euro resultierte dies in einem Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um 6,3 Mio. Euro bzw. 7,2 % auf 80,5 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis verringerte sich um 0,4 Mio. Euro bzw. 4,5 % auf –8,7 Mio. Euro. Ausschlaggebend dafür war vor allem ein durch geringere aktivierte Bauzeitzinsen bedingter Anstieg des Zinsaufwands für langfristige Finanzverbindlichkeiten. Per Saldo wurde ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 71,8 Mio. Euro – und damit um 6,6 Mio. Euro bzw. 8,5 % weniger als im Vorjahr – erwirtschaftet.

Im Segment Netzinfrastruktur Inland liegt der Fokus der Investitionsstrategie auf der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in Niederösterreich. Die EVN investiert insbesondere in den Netzausbau zur Anbindung der im Versorgungsgebiet intensiv ausgebauten Anlagen zur Erzeugung aus erneuerbarer Energie sowie in die Ertüchtigung ihrer Verteilnetze. In der Berichtsperiode wurden die Arbeiten an der Verstärkung des 110-kV-Netzes zum Transport der laufend steigenden Einspeisemengen von Strom aus Windenergie fortgesetzt sowie Umspannwerke erweitert bzw.

Kennzahlen –
Energieversorgung Südosteuropa
2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 288 213 75 35,1 168 111 51,2
davon erneuerbare Energie 114 43 71 66 22
davon Wärmekraftwerke 174 171 4 2,1 102 89 15,1
Netzabsatz Strom2) 7.483 7.099 384 5,4 3.976 3.667 8,4
Wärmeverkauf an Endkunden 174 153 21 13,6 102 89 14,9
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 581,2 540,9 40,4 7,5 307,2 277,0 10,9
Innenumsatz 0,1 0,2 –0,1 –47,2 0,1 0,2 –67,4
Gesamtumsatz 581,3 541,1 40,3 7,4 307,2 277,2 10,9
Operativer Aufwand –530,3 –504,7 –25,6 –5,1 –271,8 –253,4 –7,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakte
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
EBITDA 51,1 36,3 14,7 40,5 35,4 23,8 48,8
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–30,6 –31,0 0,4 1,3 –15,3 –15,4 0,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 20,5 5,4 15,1 20,1 8,4
Finanzergebnis –13,5 –15,3 1,8 11,9 –7,8 –7,8 –0,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 7,0 –10,0 16,9 12,3 0,6
Gesamtvermögen 1.270,1 1.494,4 –224,3 –15,0 1.270,1 1.494,4 –15,0
Gesamtschulden 1.138,5 1.164,3 –25,8 –2,2 427,4 381,6 12,0
Investitionen3) 42,7 39,9 2,7 6,8 15,7 15,5 1,3

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang, Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden im Wesentlichen dem derzeitigen Netzabsatz.

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

neu errichtet. In Summe hat die EVN im ersten Halbjahr 2014/15 52,1 Mio. Euro in die Netzinfrastruktur investiert. Dies bedeutet einen Rückgang von 8,9 Mio. Euro bzw. 14,6 % gegenüber dem Vorjahreswert, der allerdings durch die Fertigstellung der Gastransportleitung Westschiene mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 150 Mio. Euro beeinflusst war.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien, die Stromerzeugung in Mazedonien, der Gasverkauf an Endkunden in Kroatien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst.

Highlights

  • Regulatorische Entscheide per 1. Oktober 2014
  • Bulgarien: Erhöhung des Endkundenpreises um 9,7 % bei gleichzeitiger Anhebung der Strombezugskosten
  • Mazedonien: schrittweise Marktöffnung
  • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Steuern

In Bulgarien kam es – nach mehreren vorangegangenen Tarifsenkungen – per 1. Juli 2014 zu einer geringfügigen Erhöhung der Endkundenpreise um 0,6 %. Gleichzeitig wurden jedoch auch die Strombezugskosten erneut angehoben und die zugestandene Marge für die Vertriebsgesellschaft der EVN von 3,0 % auf 2,0 % reduziert. Per 1. Oktober 2014 erhöhte der Regulator die Tarife um weitere rund 9,7 % und die zugestandene Vertriebsmarge auf 2,3 %. Abermals wurden auch die Strombezugskosten für die EVN erhöht.

Die Endkundenpreise für Wärme in Bulgarien blieben seit dem Tarifentscheid vom Juli 2014 unverändert. Das im Juni 2013 eingeleitete Schiedsgerichtsverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID) wird weiterhin aktiv verfolgt.

In Mazedonien wurden die durchschnittlichen Endkundenpreise vom Regulator per 1. Juli 2014 um 3,5 % angehoben. Der darin enthaltene und für die EVN relevante Netztarif wurde dabei nur geringfügig erhöht und blieb damit unter dem erwarteten Niveau. Des Weiteren wurden Kostenelemente im Zusammenhang mit der geplanten nächsten Liberalisierungsstufe für Haushalts- und Kleingewerbekunden nicht berücksichtigt.

In Kroatien erfolgte im Jänner 2015 die Inbetriebnahme der Gasverteilung in der Stadt Biograd. Damit sind alle drei großen Städte in der Gespanschaft Zadar (Zadar, Benkovac, Biograd) an das Gasverteilnetz angeschlossen. Im Mai 2015 wurde das Gasverteilnetz in Dugopolje – und damit in der ersten Stadt der Gespanschaft Split-Dalmatien – eröffnet.

Die Stromerzeugung der EVN in Südosteuropa erhöhte sich im ersten Halbjahr 2014/15 um 75 GWh bzw. 35,1 % auf 288 GWh. Während die thermische Produktion in der Cogeneration-Anlage in Plovdiv mit 174 GWh um 4 GWh bzw. 2,1 % geringfügig über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lag, führte insbesondere das erhöhte Wasserdargebot in Mazedonien zu einem deutlichen Anstieg der Stromproduktion aus erneuerbarer Energie um 71 GWh auf 114 GWh.

Der Stromnetzabsatz lag mit 7.483 GWh um 384 GWh bzw. 5,4 % über dem Niveau des Vorjahres. Dies ist insbesondere auf die milden Temperaturen im Winter des vergangenen Geschäftsjahres zurückzuführen. Aus demselben Grund nahm auch der Wärmeverkauf an Endkunden in Bulgarien um 21 GWh bzw. 13,6 % auf 174 GWh zu.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich in der Berichtsperiode um 40,3 Mio. Euro bzw. 7,4 % auf 581,3 Mio. Euro. Neben den erwähnten Erhöhungen der Endkundenpreise in Bulgarien und Mazedonien zeichnete dafür der witterungsbedingt erhöhte Absatz verantwortlich.

Die operativen Aufwendungen nahmen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013/14 um 25,6 Mio. Euro bzw. 5,1 % auf 530,3 Mio. Euro zu. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus den regulatorischen Tarifentscheidungen und den damit verbundenen erhöhten Energiebeschaffungskosten. Leicht gegenläufig wirkte die im Berichtszeitraum weiter vorangetriebene Verringerung der Netzverluste. In Summe resultierten diese Entwicklungen in einer Erhöhung des EBITDA um 14,7 Mio. Euro bzw. 40,5 % auf 51,1 Mio. Euro.

Die Abschreibungen verringerten sich um 0,4 Mio. Euro bzw. 1,3 % auf 30,6 Mio. Euro. Damit hat sich das operative Ergebnis (EBIT) auf 20,5 Mio. Euro erhöht (Vorjahr: 5,4 Mio. Euro).

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 1,8 Mio. Euro bzw. 11,9 % auf –13,5 Mio. Euro; hervorgerufen zum einen durch die planmäßige Rückführung von Kreditfinanzierungen und zum anderen durch das aktuelle Zinsniveau. Per Saldo lag das Ergebnis vor Ertragsteuern für das erste Halbjahr 2014/15 mit 7,0 Mio. Euro um 16,9 Mio. Euro über jenem des Vorjahreszeitraums.

Die Investitionen stiegen im Berichtszeitraum um 2,7 Mio. Euro bzw. 6,8 % auf 42,7 Mio. Euro.

Umwelt

Das Segment Umwelt umfasst die Bereiche Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung im Inland, das internationale Projektgeschäft in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie den Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken in Moskau.

Highlights

  • Inbetriebnahmen von Anlagen in Polen, Rumänien und Zypern
  • Inbetriebnahme und Übernahme der Natriumhypochloritanlage durch die Stadt Moskau
  • Positive Umsatzentwicklung in der Wasserversorgung sowie in der thermischen Abfallverwertung in Niederösterreich
  • Verbessertes EBITDA und EBIT; geringeres Ergebnis vor Ertragsteuern

Im ersten Halbjahr 2014/15 wurden im Segment Umwelt Umsatzerlöse in Höhe von 83,8 Mio. Euro und damit um 2,9 Mio. Euro bzw. 3,4 % weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres erwirtschaftet. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf einen Umsatzrückgang im internationalen Projektgeschäft, der nur teilweise durch die positive Umsatzentwicklung der Wasserversorgung sowie der thermischen Abfallverwertung in Niederösterreich kompensiert werden konnte.

Die operativen Aufwendungen reduzierten sich in der Berichtsperiode in Summe um 5,2 Mio. Euro bzw. 7,4 % auf 65,4 Mio. Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung war der im ersten Quartal 2014/15 erzielte positive Abschluss der Verhandlungen mit der Stadt Moskau über das Projekt Natriumhypochloritanlage, der zum Verkauf der Anteile an der Objektgesellschaft um 250,0 Mio. Euro führte. Dem daraus resultierenden Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge standen im Vorjahresvergleich höhere Materialaufwendungen gegenüber. Sie waren von einer Wertberichtigung in Höhe von 11,0 Mio. Euro beeinflusst, die im Berichtszeitraum auf die – in den Vorräten abgebildeten – verbliebenen Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau vorgenommen werden musste. Diese Maßnahme betrifft die auf die besonderen Anforderungen der Stadt Moskau

Finanzkennzahlen – Umwelt Mio. EUR 2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
Außenumsatz 74,1 76,4 –2,3 –3,0 33,1 37,5 –11,6
Innenumsatz 9,7 10,3 –0,6 –6,2 4,4 4,7 –5,8
Gesamtumsatz 83,8 86,7 –2,9 –3,4 37,6 42,2 –11,0
Operativer Aufwand –65,4 –70,6 5,2 7,4 –45,5 –34,6 –31,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
6,0 5,7 0,3 5,8 3,2 2,8 13,4
EBITDA 24,4 21,8 2,6 12,1 –4,7 10,4
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–13,2 –14,0 0,8 6,0 –6,5 –7,0 6,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 11,2 7,8 3,5 44,8 –11,2 3,4
Finanzergebnis –7,9 –0,7 –7,2 1,9 –0,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 3,4 7,0 –3,7 –52,3 –9,4 3,2
Gesamtvermögen 964,6 1.440,1 –475,6 –33,0 964,6 1.440,1 –33,0
Gesamtschulden 773,1 1.036,7 –263,6 –25,4 773,1 1.036,7 –25,4
Investitionen2) 4,8 8,2 –3,4 –41,2 3,6 5,3 –33,1

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang, Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

hin adaptierte Rauchgasreinigungsanlage, für die nach einer Marktsondierung aus heutiger Sicht keine Folgeverwendung gefunden werden kann. In Summe verbesserten sich jedoch das EBITDA um 2,6 Mio. Euro bzw. 12,1 % auf 24,4 Mio. Euro sowie das operative Ergebnis (EBIT) um 3,5 Mio. Euro bzw. 44,8 % auf 11,2 Mio. Euro.

Bedingt durch geringere Zinserträge aus auslaufenden Projekten sowie insbesondere durch die Auflösung des Sicherungsgeschäfts und der Bundesanlagengarantie im Zusammenhang mit der Natriumhypochloritanlage in Moskau verringerte sich das Finanzergebnis um 7,2 Mio. Euro auf –7,9 Mio. Euro. Per Saldo wurde damit ein um 3,7 Mio. Euro bzw. 52,3 % niedrigeres Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 3,4 Mio. Euro erzielt.

Im Segment Umwelt investierte die EVN im ersten Halbjahr 2014/15 4,8 Mio. Euro und damit um 3,4 Mio. Euro bzw. 41,2 % weniger als in der Vergleichsperiode. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Fertigstellung des Blockheizkraftwerks Ljuberzy in Moskau zurückzuführen.

Im internationalen Projektgeschäft arbeitet die EVN derzeit an der Realisierung von acht Projekten. Nach der Vertragsunterzeichnung im Februar 2014 wurde im Jänner 2015 an der Küste Montenegros in Kotor-Tivat mit dem Bau einer Kläranlage für die Reinigung der Abwässer von bis zu 72.500 Einwohnern begonnen. Ebenfalls in Montenegro begannen im März 2015 die Bauarbeiten für die zweite von der EVN geplante und errichtete Kläranlage in der Stadt Budva, Buljarica.

Im polnischen Krakau wurden im ersten Halbjahr 2014/15 bereits drei von vier Abwasserlinien der für 370.000 Einwohner ausgelegten Kläranlage Kujawy erfolgreich in Betrieb genommen und die Inbetriebnahme der vierten Linie eingeleitet.

In Rumänien arbeitet die EVN aktuell an der Umsetzung von zwei Projekten. In Zalau starteten im Februar 2015 der Ausbau einer bestehenden Abwasserbehandlungsanlage sowie die Errichtung einer Schlammbehandlungsanlage mit Biogasnutzung für 85.000 Einwohner. Die von der EVN errichtete Abwasserbehandlungsanlage in der Stadt Silvaniei wurde im April 2015 in die Inbetriebnahmephase übergeleitet.

In der zypriotischen Stadt Larnaca wurde in der Berichtsperiode die Inbetriebnahme der Kläranlage, die im vergangenen Geschäftsjahr baulich fertiggestellt worden war, nahezu abgeschlossen.

In Moskau ging im März 2015 die per Oktober 2014 an die Stadt Moskau verkaufte Natriumhypochloritanlage erfolgreich in Betrieb und wurde nach einem 72-Stunden-Test an die Stadt Moskau übergeben.

Im Bereich der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich arbeitete die EVN – sie ist der Trinkwasserlieferant für mehr als 500.000 Einwohner in Niederösterreich – auch in der Berichtsperiode an mehreren Projekten zur Versorgung neuer Gemeinden mit Trinkwasser sowie an der weiteren Verbesserung der Trinkwasserqualität für ihre bestehenden Kunden. Mit 1. Jänner 2015 hat die EVN das Wasserleitungsnetz der Marktgemeinde Paudorf und damit die Trinkwasserversorgung für die rund 2.500 Einwohner dieses Ortes übernommen. Im Dezember 2014 startete in Drösing die Inbetriebnahme einer Naturfilteranlage, die den Härtegrad des Wassers auf natürliche Weise reduziert. Der Bau einer weiteren Naturfilteranlage in Obersiebenbrunn wurde in der Berichtsperiode fortgesetzt. Zudem erhielt die EVN die wasserrechtliche Bewilligung für den Bau einer weiteren derartigen Anlage in Zwentendorf an der Zaya. Mit Fertigstellung dieser drei Anlagen kann zukünftig die Wasserqualität für die rund 200.000 Einwohner der betreffenden Regionen verbessert werden.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges sind im Wesentlichen die Beteiligungen der EVN an der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), der Energie Burgenland (gehalten über die Burgenland Holding AG) und der Verbund AG abgebildet. Zudem werden in diesem Segment zentrale Konzernfunktionen sowie Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts, die hauptsächlich interne Konzerndienstleistungen erbringen, erfasst.

Highlights

  • Gestiegener Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter
  • Höherer Ergebnisbeitrag der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG)
  • Höherer Ergebnisbeitrag der Energie Burgenland
  • Rückgang der Dividende der Verbund AG
  • Anstieg des EBITDA und des EBIT; Rückgang des Ergebnisses vor Ertragsteuern

Im ersten Halbjahr 2014/15 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 31,9 Mio. Euro und damit um 2,9 Mio. Euro bzw. 8,3 % weniger erwirtschaftet als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die operativen Aufwendungen um 0,7 Mio. Euro bzw. 1,9 % auf 38,8 Mio. Euro an. Die Verbesserung des Ergebnisses aus at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter um 14,6 Mio. Euro bzw. 39,2 % auf 51,9 Mio. Euro konnte die genannten Entwicklungen jedoch mehr als ausgleichen. Hauptverantwortlich für diesen Anstieg waren die höheren Ergebnisbeiträge der RAG und der Energie Burgenland. Alles in allem resultierten diese Entwicklungen in einem Anstieg des EBITDA um 11,0 Mio. Euro bzw. 32,3 % auf 44,9 Mio. Euro. Bei Abschreibungen von 2,0 Mio. Euro im Vergleich zu 0,8 Mio. Euro im Vorjahr errechnete sich ein um 9,8 Mio. Euro bzw. 29,6 % höheres operatives Ergebnis (EBIT) von 42,9 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis, das maßgeblich vom Beteiligungsergebnis beeinflusst wird, reduzierte sich um insgesamt 24,7 Mio. Euro bzw. 41,8 % auf 34,3 Mio. Euro. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die im Vorjahresvergleich geringere Dividendenzahlung der Verbund AG in Höhe von 0,29 Euro je Aktie im Vergleich zu 1,00 Euro je Aktie im Vorjahr. Per Saldo ergab sich daraus für das erste Halbjahr 2014/15 ein um 14,8 Mio. Euro bzw. 16,1 % niedrigeres Ergebnis vor Ertragsteuern von 77,3 Mio. Euro.

Finanzkennzahlen – Strategische 2014/15 2013/141) +/– 2014/15 2013/141) +/–
Beteiligungen und Sonstiges Mio. EUR 1. Halbjahr 1. Halbjahr absolut in % 2. Quartal 2. Quartal in %
Außenumsatz 4,3 4,2 0,1 3,0 1,7 0,5
Innenumsatz 27,6 30,7 –3,0 –9,8 14,9 16,4 –9,0
Gesamtumsatz 31,9 34,8 –2,9 –8,3 16,6 17,0 –2,2
Operativer Aufwand –38,8 –38,1 –0,7 –1,9 –52,4 –41,7 –25,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
51,9 37,3 14,6 39,2 35,8 24,7 44,9
EBITDA 44,9 34,0 11,0 32,3 32,5 21,6 50,5
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–2,0 –0,8 –1,2 –1,6 –0,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 42,9 33,1 9,8 29,6 30,9 21,2 46,0
Finanzergebnis2) 34,3 59,0 –24,7 –41,8 19,2 47,1 –59,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 77,3 92,1 –14,8 –16,1 50,1 68,3 –26,6
Gesamtvermögen 2.762,4 2.766,5 –4,1 –0,15 2.762,4 2.766,5 –0,1
Gesamtschulden 1.168,2 1.223,8 –55,5 –4,5 1.168,2 1.223,8 –4,5
Investitionen3) 0,8 0,4 0,4 93,6 0,8 0,3

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang, Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) Beteiligungsergebnis siehe im Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss, Seite 27

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Konzern-Zwischenabschluss

nach IAS 34

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR 2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
in %
2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
2013/14
Umsatzerlöse 1.224,7 1.150,5 6,5 624,9 596,3 4,8 1.974,8
Sonstige betriebliche Erträge 66,6 41,4 60,6 18,8 19,8 –5,1 71,1
Fremdstrombezug und Energieträger –638,3 –602,6 –5,9 –326,9 –306,4 –6,7 –1.032,2
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –126,6 –110,3 –14,8 –60,5 –55,6 –8,8 –251,9
Personalaufwand –159,1 –153,5 –3,6 –77,4 –76,0 –1,9 –313,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –88,5 –90,0 1,7 –46,9 –45,3 –3,5 –359,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
105,2 89,8 17,2 67,4 52,9 27,4 94,0
EBITDA 384,0 325,3 18,1 199,3 185,7 7,3 184,1
Abschreibungen –127,5 –126,2 –1,0 –63,9 –65,6 2,5 –256,0
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –19,0 –0,3 –19,0 –0,3 –269,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 237,5 198,8 19,5 116,3 119,8 –2,9 –341,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit finanziellem Charakter
0,7 3,3 –77,5 0,9 3,5 –73,8 2,8
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 13,5 42,3 –68,2 13,5 42,3 –68,2 42,4
Zinserträge 11,5 12,4 –7,6 5,0 6,4 –21,2 23,5
Zinsaufwendungen –51,7 –47,3 –9,4 –21,0 –23,8 11,8 –96,7
Sonstiges Finanzergebnis 4,0 –1,3 3,9 –0,7 –4,0
Finanzergebnis –22,0 9,4 2,4 27,7 –91,5 –31,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 215,5 208,1 3,5 118,7 147,5 –19,5 –373,3
Ertragsteuern –26,8 –26,8 0,2 –9,2 –14,5 36,3 102,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 188,7 181,3 4,1 109,4 133,0 –17,7 –270,5
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der
EVN AG (Konzernergebnis)
165,4 166,3 –0,5 92,4 122,3 –24,5 –299,0
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender
Anteile
23,3 15,0 54,9 17,1 10,7 60,2 28,5
Ergebnis je Aktie in EUR2) 0,93 0,93 –0,5 0,51 0,68 –24,5 –1,68

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) Verwässert ist gleich unverwässert.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
in %
2014/15
2. Quartal
2013/141)
2. Quartal
+/–
in %
2013/14
Ergebnis nach Ertragsteuern 188,7 181,3 4,1 109,4 133,0 –17,7 –270,5
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden
nicht in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-
Rechnung umgegliedert werden –35,0 –0,8 –21,5 –0,6 –22,1
Neubewertung IAS 19 –30,7 –5,0 –28,2 –0,2 –31,0
At Equity einbezogene Unternehmen –12,0 3,0 –0,3 –1,1 1,3
darauf entfallende Ertragsteuern 7,6 1,2 7,0 0,7 7,5
Posten, die in künftigen Perioden gegebenen-
falls in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-
Rechnung umgegliedert werden –15,2 –83,6 81,8 13,2 –40,0 –46,5
Währungsdifferenzen –7,6 –8,6 11,1 4,2 –6,3 –7,9
Available-for-Sale-Finanzinstrumente –14,6 –72,3 79,7 11,4 –23,5 –31,6
Cash Flow Hedges –0,3 –2,7 90,5 –1,6 –4,7 66,8 –10,6
At Equity einbezogene Unternehmen 3,2 –19,0 1,5 –12,8 –7,8
darauf entfallende Ertragsteuern 4,1 18,9 –78,4 –2,3 7,4 11,5
Summe sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern –50,2 –84,5 40,5 –8,3 –40,6 79,5 –68,6
Gesamtergebnis der Periode 138,5 96,9 43,0 101,1 92,4 9,4 –339,0
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 115,2 81,8 40,8 84,1 81,8 2,8 –367,0
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 23,3 15,0 54,9 17,1 10,7 60,2 27,9

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

Konzern-Bilanz

+/–
Mio. EUR 31.03.2015 30.09.2014 absolut in %
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 221,8 196,5 25,3 12,9
Sachanlagen 3.506,9 3.542,2 –35,3 –1,0
At Equity einbezogene Unternehmen 895,4 889,1 6,3 0,7
Sonstige Beteiligungen 650,5 664,7 –14,2 –2,1
Aktive latente Steuern 94,2 87,1 7,1 8,2
Übrige Vermögenswerte 354,5 398,1 –43,6 –10,9
5.723,3 5.777,7 –54,4 –0,9
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 142,4 178,1 –35,7 –20,0
Forderungen 586,1 443,9 142,2 32,0
Wertpapiere 15,9 0,8 15,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 224,2 217,6 6,6 3,0
968,6 840,4 128,1 15,2
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 223,7 –223,7 –100,0
968,6 1.064,1 –95,6 –9,0
Summe Aktiva 6.691,8 6.841,8 –150,0 –2,2
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital 330,0 330,0
Kapitalrücklagen 253,1 253,1
Gewinnrücklagen 1.885,5 1.794,9 90,7 5,1
Bewertungsrücklage 9,5 52,1 –42,6 –81,8
Währungsumrechnungsrücklage –20,9 –13,2 –7,6 –57,6
Eigene Aktien –22,1 –21,6 –0,6 –2,6
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 2.435,1 2.395,2 39,9 1,7
Nicht beherrschende Anteile 258,7 237,5 21,1 8,9
2.693,7 2.632,7 61,0 2,3
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.577,2 1.747,7 –170,5 –9,8
Latente Steuerverbindlichkeiten 35,3 48,1 –12,8 –26,6
Langfristige Rückstellungen 534,5 497,4 37,1 7,5
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 497,4 521,6 –24,2 –4,6
Übrige langfristige Schulden 76,7 87,8 –11,1 –12,6
2.721,1 2.902,6 –181,5 –6,3
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 151,7 194,2 –42,5 –21,9
Steuerverbindlichkeiten 102,5 61,1 41,4 67,8
Lieferantenverbindlichkeiten 483,6 505,1 –21,4 –4,2
Kurzfristige Rückstellungen 139,9 137,2 2,7 2,0
Übrige kurzfristige Schulden 399,2 408,9 –9,7 –2,4
1.277,0 1.306,5 –29,5 –2,3
Summe Passiva 6.691,8 6.841,8 –150,0 –2,2

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Gezeichnetes Kapital
und Rücklagen der
Nicht beherrschende
Mio. EUR Aktionäre der EVN AG Anteile Summe
Stand 30.09.20131) 2.837,5 241,7 3.079,2
Gesamtergebnis der Periode1) 81,8 15,0 96,9
Dividende 2012/13 –74,8 –2,1 –76,9
Veränderung eigene Anteile –1,0 –1,0
Stand 31.03.20141) 2.843,6 254,6 3.098,2
Stand 30.09.2014 2.395,2 237,5 2.632,7
Gesamtergebnis der Periode 115,2 23,3 138,5
Dividende 2013/14 –74,7 –2,1 –76,9
Veränderung eigene Anteile –0,6 –0,6
Stand 31.03.2015 2.435,1 258,7 2.693,7

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR 2014/15
1. Halbjahr
2013/141)
1. Halbjahr
+/–
absolut
in % 2013/14
Ergebnis vor Ertragsteuern 215,5 208,1 7,3 3,5 –373,3
+
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
146,5 126,5 20,0 15,8 716,9
–/+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen
Unternehmen
–16,5 26,8 –43,3 48,8
–/+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis –18,8 –42,6 23,8 55,9 –2,7

Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen
–18,9 –21,7 2,8 12,8 –45,4
–/+ Abnahme/Zunahme von langfristigen Rückstellungen –2,5 1,5 –3,9 –10,7
+/– Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0,4 1,8 –1,3 –75,9 3,9
Cash Flow aus dem Ergebnis 305,7 300,4 5,3 1,8 337,4

Veränderung der Vermögenswerte und Schulden aus operativer
Geschäftstätigkeit
–106,2 65,5 –171,7 228,3

Zahlungen für Ertragsteuern
9,9 –15,4 25,3 –19,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 209,4 350,5 –141,0 –40,2 546,0

Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
–107,6 –129,7 22,1 17,1 –300,5

Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen
Vermögenswerten
218,2 –18,9 237,1 14,1

Veränderung bei kurzfristigen Finanzinvestitionen
–15,1 43,2 –58,3 43,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich 95,5 –105,5 201,0 –243,3

Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG
–74,7 –74,8 0,0 0,0 –74,8

Gewinnausschüttung nicht beherrschende Anteile
–2,1 –2,1 –32,1

Erwerb eigener Anteile
–0,6 –1,0 0,4 43,3 –0,8
+/– Veränderung von Finanzverbindlichkeiten –222,9 –138,9 –84,0 –60,5 –227,3
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –300,4 –216,8 –83,6 –38,5 –335,0
Cash Flow gesamt 4,6 28,2 –23,6 –83,7 –32,3
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode2) 197,2 229,5 –32,3 –14,1 229,5
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode2) 201,8 257,7 –55,9 –21,7 197,2

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 24).

2) Durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten ergibt sich der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente laut Konzern-Bilanz.

Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2015 der EVN AG wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Vom Wahlrecht nach IAS 34, einen verkürzten Anhang zu erstellen, wurde Gebrauch gemacht. Somit enthält dieser Konzern-Zwischenabschluss im Einklang mit IAS 34 einen gegenüber dem Jahresabschluss verkürzten Berichtsumfang sowie ausgewählte Informationen und Angaben zum Berichtszeitraum und sollte daher gemeinsam mit dem Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2013/14 (Bilanzstichtag: 30. September 2014) gelesen werden.

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 30. September 2014 angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden – abgesehen von den im Abschnitt "Berichterstattung nach IFRS" beschriebenen Änderungen – unverändert angewendet. Die Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses nach IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen, welche die berichteten Werte beeinflussen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Alle Beträge in Kommentaren und tabellarischen Übersichten werden, soweit nicht anders vermerkt, zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Die Abschlüsse der in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogenen Unternehmen folgen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen.

Berichterstattung nach IFRS

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2014/15 angewendet:

Erstmals anwendbare Standards
und Interpretationen
Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
IFRIC 21 Abgaben 01.01.2014
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer – Leistungs
orientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge
01.07.2014
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung
von finanziellen Vermögenswerten und
finanziellen Verbindlichkeiten
01.01.2014
Diverse Annual Improvements 2010–2012 01.07.2014
Diverse Annual Improvements 2011–2013 01.07.2014

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Die erstmalige verpflichtende Anwendung der neuen und geänderten Standards und Interpretationen hatte keine Auswirkungen auf den Konzern-Zwischenabschluss.

Im Rahmen der erstmaligen Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 beginnend mit dem 3. Quartal 2013/14 wurde auch der Ausweis des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen geändert. Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wird nunmehr als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen. Davor war ein Ausweis des gesamten Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen im Finanzergebnis erfolgt. Die veränderte Darstellung führte zu einer Verschiebung des wesentlichen Anteils des At-Equity-Ergebnisses ins operative Ergebnis.

Außerdem wurde aufgrund aktueller Entwicklungen im Bereich der Bilanzierung von regulatorischen Abgrenzungsposten und aufgrund der nicht möglichen Anwendbarkeit des IFRS 14 für die EVN beginnend mit dem 4. Quartal 2013/14 von einem Ansatz regulatorischer Vermögenswerte und regulatorischer Verbindlichkeiten abgesehen und damit die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode im Zusammenhang mit dem Regulierungskonto geändert.

Die Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards, die geänderte Darstellung des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen sowie die geänderte Bilanzierungsmethode im Zusammenhang mit dem Regulierungskonto erfolgten retrospektiv gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1. Oktober 2012. Dadurch kam es zu Anpassungen der in den Vorperioden berichteten Zahlen. Sämtliche Vergleichswerte im vorliegenden Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss sind entsprechend angepasst.

Die Änderungen wurden im Konzernabschluss 2013/14, der Teil des EVN Ganzheitsberichts 2013/14 ist, umfangreich beschrieben. Der EVN Ganzheitsbericht 2013/14 steht auf der Website der EVN unter folgendem Link zur Verfügung:

https://www.evn.at/EVN-Group/Investor-Relations/Publikationen/2013-14.aspx

Anpassungen auf Posten der Konzern
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
2013/14
1. Halbjahr
2012/13
30.09.2013
Mio. EUR bisher Veränderung angepasst bisher Veränderung angepasst
Umsatzerlöse 1.481,5 –331,0 1.150,5 2.755,0 –649,1 2.105,9
Operativer Aufwand –1.178,5 263,5 –915,0 –2.297,4 636,5 –1.660,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen
mit operativem Charakter
89,8 89,8 95,0 95,0
EBITDA 303,0 22,3 325,3 457,6 82,5 540,0
Abschreibungen inkl. Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –118,0 –8,5 –126,5 –239,1 –58,8 –297,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 184,9 13,9 198,8 218,5 23,7 242,2
Finanzergebnis 53,4 –44,0 9,4 –38,1 –33,4 –71,5
davon Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen
49,5 –49,5 10,0 –10,0
davon Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit finanziellem Charakter
3,3 3,3 –29,6 –29,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 238,3 –30,2 208,1 180,3 –9,7 170,7
Ertragsteuern –33,7 6,9 –26,8 –22,1 4,2 –17,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 204,5 –23,2 181,3 158,2 –5,4 152,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG
(Konzernergebnis)
189,5 –23,2 166,3 114,7 –5,4 109,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 15,0 15,0 43,5 43,5
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,06 –0,13 0,93 0,64 –0,03 0,61

1) Verwässert ist gleich unverwässert.

Anpassungen auf Posten der 2013/14 2012/13
30.09.2013
Konzern-Bilanz 31.03.2014
Mio. EUR bisher Veränderung angepasst bisher Veränderung angepasst
Langfristige Vermögenswerte 6.116,0 239,8 6.355,8 6.125,1 282,0 6.407,2
davon at Equity einbezogene Unternehmen 1.066,7 –165,2 901,5 1.047,9 –103,9 944,0
Kurzfristige Vermögenswerte 1.080,2 –117,1 963,1 977,0 –100,5 876,5
Summe Aktiva 7.196,3 122,6 7.318,9 7.102,1 181,5 7.283,7
Eigenkapital 3.108,9 –10,5 3.098,4 3.066,5 12,7 3.079,2
Langfristige Schulden 2.918,8 155,7 3.074,5 2.829,0 142,6 2.971,5
Kurzfristige Schulden 1.168,5 –22,4 1.146,1 1.206,7 26,3 1.232,9
Summe Passiva 7.196,3 122,6 7.318,9 7.102,1 181,5 7.283,7
Anpassungen auf Posten der
Konzern-Geldflussrechnung
2013/14
1. Halbjahr
2012/13
30.09.2013
Mio. EUR bisher Veränderung angepasst bisher Veränderung angepasst
Cash Flow aus dem operativen Ergebnis 219,3 131,2 350,5 561,7 8,3 570,0
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –10,2 –95,3 –105,5 –380,5 21,4 –359,1
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –207,9 –8,9 –216,8 –90,5 –23,3 –113,8

Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Witterungsbedingte Schwankungen in Produktion und Absatz sind besonders im Energiegeschäft zu verzeichnen, weshalb im zweiten Halbjahr eines Geschäftsjahres grundsätzlich geringere Ergebnisse erzielt werden. Das Umweltgeschäft ist ebenfalls durch saisonale Effekte geprägt. Der Baubeginn vieler Großprojekte findet witterungsbedingt im Frühjahr statt. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres ist somit im Segment Umwelt in der Regel umsatzschwächer als das zweite Halbjahr. Dadurch wird der Saisonalität des Energiegeschäfts zwar grundsätzlich entgegengewirkt, trotzdem kann es bei Großprojekten zu Schwankungen in der Umsatz- und Ergebnisrealisierung kommen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen.

Prüferische Durchsicht

Der Konzern-Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10. Dementsprechend sind zum 31. März 2015 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 27 inländische und 37 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (30. September 2014: 26 inländische und 38 ausländische Tochterunternehmen). Zum 31. März 2015 wurden 29 Tochterunternehmen (30. September 2014: 30) aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Veränderungen des
Konsolidierungskreises
Voll Anteilig (Joint
Operation)
Equity Summe
30.09.2013 63 1 19 83
Erstkonsolidierungen 1 1 2
Entkonsolidierungen –1 –1
30.09.2014 64 1 19 84
Erstkonsolidierungen 1 1
Entkonsolidierungen –1 –1
31.03.2015 64 1 19 84
davon ausländische
Unternehmen
37 1 6 44

Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 29. Oktober 2014 bekanntgegeben, erzielte die EVN mit der Regierung der Stadt Moskau eine Einigung über den Verkauf der Natriumhypochloritanlage: Mosvodokanal, das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen der Stadt Moskau, übernahm die von der Projektgesellschaft gehaltenen Anteile an der Objektgesellschaft in Russland, in der die Natriumhypochloritanlage bilanziert war. Die Veräußerung erfolgte am 30. Oktober 2014. Die bisher vollkonsolidierte Objektgesellschaft in Russland, die OAO "WTE Süd-Ost", wurde daher im 1. Quartal 2014/15 entkonsolidiert.

Die in den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH, Maria Enzersdorf, wurde im 1. Halbjahr 2014/15 in EVN Bulgaria RES Holding GmbH umbenannt und unter der EVN Naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, angeordnet. Die Gesellschaft hält nun 100 Prozent der Anteile der beiden in Bulgarien im Bereich der erneuerbaren Energieproduktion tätigen Gesellschaften EVN Kavarna EOOD, Plovdiv, und Naturkraft EOOD, Plovdiv. Beide Gesellschaften wurden zuvor direkt durch die EVN Naturkraft gehalten. Die EVN Bulgaria RES Holding GmbH, Maria Enzersdorf, wurde im 1. Halbjahr 2014/15 erstmals vollkonsolidiert.

In der Berichtsperiode fanden keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Im Materialaufwand ist eine Wertberichtigung in Höhe von 11,0 Mio. Euro enthalten, welche im ersten Halbjahr 2014/15 auf die in den Vorräten abgebildeten verbliebenen Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau vorgenommen wurde. Diese Maßnahme betrifft die auf die besonderen Anforderungen der Stadt Moskau hin adaptierte Rauchgasreinigungsanlage, für die nach einer Marktsondierung aus heutiger Sicht keine Folgeverwendung gefunden werden kann.

Die im Berichtszeitraum durchgeführten Wertminderungen, die in der Position Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen ausgewiesen werden, betreffen im Wesentlichen das Kraftwerk Dürnrohr aufgrund erwarteter erhöhter Betriebs- und Instandhaltungsaufwendungen infolge der Schließung eines Kraftwerksblocks von Verbund am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr mit April 2015.

Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter entwickelte sich wie folgt:

Zusammensetzung des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen operativ Mio. EUR 2014/15 1. Halbjahr 2013/14 1. Halbjahr EVN KG 42,0 43,9 RAG 38,7 25,7 Energie Burgenland 13,2 11,1 ZOV; ZOV UIP 6,0 5,7 Andere Gesellschaften 5,3 3,3 Summe Ergebnis der at Equity

einbezogenen Unternehmen operativ 105,2 89,8

Das Beteiligungsergebnis, welches das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter sowie das Ergebnis aus anderen Beteiligungen enthält, entwickelte sich wie folgt:

Zusammensetzung des
Beteiligungsergebnisses
Mio. EUR
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
WEEV Beteiligungs GmbH 0,7 3,3
Andere Gesellschaften 0,0*) 0,0*)
Ergebnis der at Equity einbezogenen
Unternehmen finanziell
0,7 3,3
Verbund AG 11,6 40,1
Andere Gesellschaften 1,8 2,2
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 13,5 42,3
Summe Beteiligungsergebnis 14,2 45,6

*) Kleinbetrag

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der am 31. März 2015 im Umlauf befindlichen Aktien von 177.923.816 Stück (31. März 2014: 177.968.040 Stück) ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie. Auf Basis des Konzernergebnisses von 165,4 Mio. Euro (31. März 2014: 166,3 Mio. Euro) errechnet sich zum Quartalsstichtag 31. März 2015 ein Ergebnis je Aktie von 0,93 Euro (31. März 2014: 0,93 Euro je Aktie).

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Bilanz

Im ersten Halbjahr 2014/15 wurden von der EVN immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 136,8 Mio. Euro (Vorjahr: 171,7 Mio. Euro) erworben. Sachanlagen mit einem Nettobuchwert in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro) wurden mit einem Veräußerungsverlust in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: Veräußerungsverlust in Höhe von 0,8 Mio. Euro) verkauft.

Die Position der at Equity einbezogenen Unternehmen erhöhte sich um 6,3 Mio. Euro bzw. 0,7 % auf 895,4 Mio. Euro. Diese Erhöhung resultierte vorwiegend aus den laufenden Ergebnisanteilen in Höhe von 105,9 Mio. Euro. Dieser Erhöhung standen Reduktionen resultierend aus den Ausschüttungen der at Equity einbezogenen Gesellschaften, welche insgesamt 89,4 Mio. Euro betrugen, sowie aus erfolgsneutralen Wertänderungen in Höhe von 11,1 Mio. Euro gegenüber.

Die sonstigen Beteiligungen in Höhe von 650,5 Mio. Euro, die der Kategorie "Available for Sale" zugeordnet sind, beinhalten Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 624,9 Mio. Euro, deren Wert sich gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 14,7 Mio. Euro reduzierte. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien entwickelte sich wie folgt:

Entwicklung der Anzahl der in Umlauf
befindlichen Aktien 2014/15
Stück 1. Halbjahr
Stand 30.09.2014 1.939.992
Erwerb eigener Aktien 57.500
Stand 31.03.2015 1.997.492

Der Vorstand der EVN AG hat am 30. September 2014 auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der 85. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 16. Jänner 2014 beschlossen, im Rahmen des seit 22. Jänner 2014 laufenden Aktienrückkaufprogramms weitere bis zu 1.000.000 Stück eigene Aktien der Gesellschaft – dies entspricht bis zu 0,556 % des derzeitigen Grundkapitals der EVN AG – zu erwerben. Gleichzeitig hat der Vorstand der EVN AG beschlossen, das bestehende Aktienrückkaufprogramm bis voraussichtlich zum 30. Juni 2015 zu verlängern.

Zum Stichtag 31. März 2015 wurden 1.997.492 Stück eigene Aktien (das sind 1,1 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 22,1 Mio. Euro und einem Kurswert von 20,9 Mio. Euro (30. September 2014: 19,6 Mio. Euro) gehalten. Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die 86. Hauptversammlung der EVN AG hat am 15. Jänner 2015 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, für das Geschäftsjahr 2013/14 eine Dividende in Höhe von 0,42 Euro je Aktie auszuschütten, was eine Gesamtdividendenzahlung von 74,7 Mio. Euro ergab. Ex-Dividendentag war der 22. Jänner 2015, und Dividendenzahltag war der 28. Jänner 2015.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung langfristiger Finanzverbindlichkeiten Mio. EUR 31.03.2015 30.09.2014 Anleihen 686,0 705,7 Bankdarlehen 891,3 1.041,9 Summe langfristiger Finanzverbindlichkeiten 1.577,2 1.747,7

Der Rückgang der Anleihen in Höhe von 19,7 Mio. Euro resultierte im Wesentlichen aus der Umgliederung einer EURO-Anleihe in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 28,5 Mio. Euro. Diesem stand eine Erhöhung aus der Wertveränderung des abgesicherten Fremdwährungsrisikos gegenüber.

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Erzeugung Energiehandel und
-vertrieb
Netzinfrastruktur
Inland
Energieversorgung
Südosteuropa
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
Außenumsatz 30,3 20,8 292,8 256,4 242,0 251,9 581,2 540,9
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 93,1 71,0 7,3 7,3 23,5 24,6 0,1 0,2
Gesamtumsatz 123,3 91,8 300,1 263,7 265,5 276,5 581,3 541,1
Operativer Aufwand –58,1 –50,4 –280,0 –240,5 –133,3 –139,1 –530,3 –504,7
Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen operativ
0,7 0,8 46,6 46,0
EBITDA 65,9 42,2 66,7 69,2 132,2 137,4 51,1 36,3
Abschreibungen –44,3 –23,3 –8,3 –7,8 –51,7 –50,6 –30,6 –31,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 21,6 18,8 58,3 61,4 80,5 86,8 20,5 5,4
Finanzergebnis –12,4 –11,2 –1,4 –1,5 –8,7 –8,3 –13,5 –15,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 9,2 7,6 57,0 59,8 71,8 78,4 7,0 –10,0
Gesamtvermögen 1.243,5 1.246,5 493,5 446,2 1.824,5 1.788,6 1.270,1 1.494,4
Investitionen1) 38,3 54,7 4,4 10,8 52,1 61,0 42,7 39,9
Umwelt Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Konsolidierung
Summe
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
Außenumsatz 74,1 76,4 4,3 4,2 1.224,7 1.150,5
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 9,7 10,3 27,6 30,7 –161,2 –144,0
Gesamtumsatz 83,8 86,7 31,9 34,8 –161,3 –144,0 1.224,7 1.150,5
Operativer Aufwand –65,4 –70,6 –38,8 –38,1 160,1 128,5 –945,9 –915,0
Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen operativ
6,0 5,7 51,9 37,3 105,2 89,8
EBITDA 24,4 21,8 44,9 34,0 –1,2 –15,5 384,0 325,3
Abschreibungen –13,2 –14,0 –2,0 –0,8 3,6 1,1 –146,5 –126,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 11,2 7,8 42,9 33,1 2,4 –14,4 237,5 198,8
Finanzergebnis –7,9 –0,7 34,3 59,0 –12,5 –12,4 –22,0 9,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 3,4 7,0 77,3 92,1 –10,1 –26,8 215,5 208,1
Gesamtvermögen 964,6 1.440,1 2.762,4 2.766,5 –1.866,7 –1.863,4 6.691,8 7.318,9
Investitionen1) 4,8 8,2 0,8 0,4 –6,3 –3,4 136,8 171,7

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Darüber hinaus ergeben sich Überleitungsbeträge, welche aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente Erzeugung sowie Energiehandel und -vertrieb und der Konzernebene in Hinblick auf den Einbezug der Steag-EVN Walsum als Joint Operation resultieren. Während im Segment Erzeugung das dort anteilig enthaltene Kraftwerk aus dem Einbezug der Steag-EVN Walsum als Joint Operation werthaltig ist und im Segment Energiehandel und -vertrieb hinsichtlich Vermarktung der eigenen Stromproduktion Rückstellungen für belastende Verträge bestehen, liegt aus Konzernbetrachtung eine Wertminderung des Kraftwerks Walsum vor.

Ausgewählte Angaben zu Finanzinstrumenten

Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR
Bewertungs Fair-Value
Hierarchie
(gem.
31.03.2015 30.09.2014
Klassen kategorie IFRS 13) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Nicht finanzielle Vermögenswerte 25,6 25,1
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 624,9 624,9 639,6 639,6
650,5 664,7
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 93,2 93,2 62,1 62,1
Ausleihungen LAR Stufe 2 34,3 41,6 38,9 44,0
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR Stufe 2 148,4 170,1 207,0 236,1
Hedge
Forderungen aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 2 0,2 0,2
Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte LAR 63,9 63,9 75,5 75,5
Nicht finanzielle Vermögenswerte (Primärenergiereserven) 14,6 14,6
354,5 398,1
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 565,9 565,9 406,6 406,6
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 2 1,2 1,2 0,2 0,2
Nicht finanzielle Vermögenswerte 19,0 37,1
586,1 443,9
Wertpapiere AFS Stufe 1 15,9 15,9 0,8 0,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 224,2 224,2 217,6 217,6
224,2 217,6
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC Stufe 1 686,0 840,0 705,7 836,2
Bankdarlehen FLAC Stufe 2 891,3 987,2 1.041,9 1.165,1
1.577,2 1.747,7
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC 17,0 17,0 19,8 19,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 2,2 2,2 2,9 2,9
Sonstige übrige Schulden FLAC 6,6 6,6 8,1 8,1
Hedge
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 2 50,8 50,8 56,9 56,9
Kurzfristige Schulden 76,7 87,8
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 151,7 151,7 194,2 194,2
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 483,6 483,6 505,1 505,1
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 288,9 288,9 320,3 320,3
Hedge
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 2 10,0 10,0 11,6 11,6
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 63,0 77,0
361,9 408,9
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 640,8 640,4
Kredite und Forderungen LAR 1.036,7 945,6
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 93,2 62,1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden
FLAC 2.527,2 2.798,2

In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro, die im Oktober 2012 emittiert wurden, enthalten. In der vorhergehenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Zur Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, welche an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsenpreisen abgeleitete Forwardpreiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, welche die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

Ausgewählte Anhangangaben zur Geldflussrechnung

Die Zinsein- und -auszahlungen werden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Zinseinzahlungen beliefen sich auf 9,1 Mio. Euro (Vorjahr: 11,5 Mio. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 35,2 Mio. Euro (Vorjahr: 24,6 Mio. Euro) geleistet. Weiters sind Einzahlungen aus Dividenden in Höhe von 89,5 Mio. Euro (Vorjahr: 119,9 Mio. Euro) im operativen Cash Flow enthalten.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Gegenüber dem letzten Konzernabschluss ergaben sich keine Veränderungen beim Kreis der nahestehenden Personen.

Die Transaktionen mit wesentlichen at Equity einbezogenen Unternehmen setzten sich wie folgt zusammen:

Transaktionen mit at Equity
einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR
2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
Umsätze 139,6 115,1
Aufwendungen für bezogene Leistungen 95,0 89,2
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
47,6 43,31)
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
24,8 14,01)

1) Wert zum 30. September 2014

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die sonstigen Verpflichtungen und Risiken reduzierten sich gegenüber dem 30. September 2014 um 145,1 Mio. Euro auf 368,0 Mio. Euro. Diese Veränderung resultierte überwiegend aus einer Reduktion der planmäßigen Bestellungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie einer Verringerung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb von Projekten im Umweltbereich. Dieser Reduktion standen eine Erhöhung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften sowie eine Erhöhung der Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb von Kraftwerken gegenüber.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der e&t Energie Handelsgesellschaft mbH sowie von der EconGas GmbH abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 31. März 2015 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 53,2 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 348,5 Mio. Euro.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Quartalsstichtag 31. März 2015 und dem Redaktionsschluss des Konzern-Zwischenabschlusses am 22. Mai 2015 traten folgende Ereignisse auf:

In der am 22. April 2015 abgehaltenen 68. ordentlichen Hauptversammlung der Verbund AG wurde für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,29 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,00 Euro je Aktie) beschlossen. Die Dividende wurde bereits in dieser Berichtsperiode in der Bewertung der Beteiligung und im Finanzergebnis abgebildet.

Im April 2015 bestätigte die Ratingagentur Standard & Poor's das langfristige Credit Rating der EVN im Investment-Grade-Bereich BBB+ bei stabilem Ausblick.

Erklärung des Vorstands

gemäß § 87 Abs. 1 Z 3 Börsegesetz

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzern-Zwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Maria Enzersdorf, am 22. Mai 2015

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Die EVN Aktie

Highlights

  • Expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank
  • Positive Entwicklung der internationalen Aktienmärkte
  • Negative Entwicklung des Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities

Marktumfeld und Performance

Die Unterschiede in der konjunkturellen Entwicklung Europas und der USA blieben im ersten Halbjahr 2014/15 weiterhin bestehen. Dies spiegelte sich auch in der unterschiedlichen Notenbankpolitik der beiden Wirtschaftsräume wider. Während die US Federal Reserve (Fed) bereits die Diskussion über zukünftige Zinsanhebungen aufnahm, begann die Europäische Zentralbank (EZB) im März mit ihrem groß angelegten Kaufprogramm von Staatsanleihen. Anhaltend negativ wirkten sich die diversen geopolitischen Risiken rund um die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten aus.

Die internationalen Aktienmärkte behielten ihre positive Tendenz im Berichtszeitraum bei und erreichten zum Teil neue Höchststände. Insbesondere traf dies auf den deutschen Leitindex DAX zu, der – getrieben von der expansiven Geldpolitik der EZB – seine positive Entwicklung vor allem seit Jänner 2015 ausbauen konnte und seit Oktober 2014 in Summe um 26,3 % angestiegen ist. Der amerikanische Leitindex Dow Jones konnte im selben Zeitraum lediglich um 4,3 % zulegen. Auch die Entwicklung des ATX verlief in Summe positiv: Der Wiener Leitindex verzeichnete im ersten Halbjahr 2014/15 einen Kursgewinn von 13,9 %.

In einem für Energieversorgungsunternehmen unverändert schwierigen Umfeld – der für die EVN relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities gab im Berichtszeitraum um 1,3 % nach – konnte die EVN Aktie im Jahresvergleich um 3,4 % zulegen. Per 31. März 2015 lag der Kurs der EVN Aktie bei 10,47 Euro. Daraus errechnet sich eine Marktkapitalisierung von 1,88 Mrd. Euro. Das tägliche durchschnittliche Handelsvolumen in EVN Aktien reduzierte sich auf 37.721 Aktien (Einmalzählung). Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 46,8 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 0,35 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entspricht. Die Gewichtung im ATX Prime betrug per Ende März 2015 0,88 %.

Aktienrückkaufprogramm

Mit Beschluss der 85. Hauptversammlung vom 16. Jänner 2014 wurde der Vorstand der EVN AG ermächtigt, auf Inhaber lautende eigene Stückaktien zum Zweck der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines ihr verbundenen Unternehmens im Ausmaß von höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zu erwerben. Zeitgleich wurde damit der Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Jänner 2012 zur Genehmigung des Aktienrückkaufs durch die EVN AG vorzeitig beendet. Auf seiner Basis waren zwischen 6. Juni 2012 und 15. Jänner 2014 insgesamt 1.640.030 Stückaktien der EVN AG über die Wiener Börse zurückgekauft worden; dies entspricht 0,91 % des Grundkapitals. Auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der 85. Hauptversammlung hat der Vorstand am 16. Jänner 2014 ein Aktienrückkaufprogramm mit Laufzeit bis 30. September 2014 beschlossen; dieses wurde per Vorstandsbeschluss vom 30. September 2014 bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Zwischen 16. Jänner 2014 und

EVN Aktie – Performance 2014/15
1. Halbjahr
2013/14
1. Halbjahr
Kurs per Ultimo März EUR 10,47 10,22
Höchstkurs EUR 10,56 12,50
Tiefstkurs EUR 9,50 10,01
Aktienumsatz1) Mio. EUR 46,79 79,01
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 37.721 57.778
Anteil am Gesamtumsatz1) % 0,35 0,66
Börsekapitalisierung per Ultimo März Mio. EUR 1.883 1.838
ATX Gewichtung per Ultimo März % 0,88 0,76
WBI (Wiener Börse Index) Gewichtung per Ultimo März % 2,12 2,12

1) Wiener Börse, Einmalzählung

  1. März 2015 wurden 175.000 Stückaktien erworben; dies entspricht 0,1 % des Grundkapitals. Somit hält die EVN AG per 31. März 2015 einschließlich der in früheren Jahren rückgekauften Aktien 1.997.492 eigene Aktien, die einem Anteil von rund 1,1 % am Grundkapital entsprechen.

Mittelverwendungsstrategie und Dividende

Die EVN strebt im Rahmen ihrer Mittelverwendungsstrategie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den bereits initiierten Investitionsprojekten und einer attraktiven Aktionärsvergütung an. Der 86. Hauptversammlung wurde am 15. Jänner 2015 die Zahlung einer Dividende von 0,42 Euro bzw. 74,7 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2013/14 an die Aktionäre der EVN AG vorgeschlagen. Die Hauptversammlung hat diesen Vorschlag angenommen und eine Dividendenausschüttung in der genannten Höhe beschlossen. Ex-Dividendentag war der 22. Jänner 2015; die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 28. Jänner 2015.

Aktionärsstruktur

Die EVN ist eine börsenotierte Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht. Ihre Aktien werden im Segment Prime Market der Wiener Börse gehandelt. Aufgrund verfassungsrechtlicher Bestimmungen werden unverändert 51,0 % der EVN Aktien von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten. Am 20. Dezember 2013 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, ihren 32,5%-Anteil an der EVN an die EnBW Trust e.V., einen eingetragenen Verein mit Sitz in Karlsruhe, Durlacher Allee 93, 76131 Karlsruhe, eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Mannheim unter VR 3737 (EnBW Trust), übertragen. Über einen Treuhandvertrag im Rahmen eines sogenannten CTA-Modells (Contractual Trust Arrangement) werden diese Aktien von EnBW Trust treuhändig für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe, Durlacher Allee 93, 76131 Karlsruhe, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 107956 (EnBW), gehalten. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien beträgt zum 31. März 2015 1,1 %; der Streubesitz beläuft sich somit auf 15,4 %.

Kontakt

Investor Relations

Mag. Gerald Reidinger Telefon: +43 2236 200-12698

Mag. Alexander Sipek, MBA Telefon: +43 2236 200-12360

Katrin Stehrer, MSc Telefon: +43 2236 200-13140

E-Mail: [email protected]

Service-Telefon für Anleger/innen: 0800 800 200 Service-Telefon für Kunden/innen: 0800 800 100

Online-Aktionärsbrief www.finanzbericht.evn.at/?report=DE2015-Q2

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Finanzkalender1)
Ergebnis 1.–3. Quartal 2014/15 27.08.2015
Jahresergebnis 2014/15 10.12.2015

1) Vorläufig

EVN Aktie – Basisinformation
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Nachhaltigkeitsindizes VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel, ECPI
Ratings A3, negativ (Moody's); BBB+, stabil (Standard & Poor's)

Impressum

Herausgeber: EVN AG EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon: +43 2236 200-0 Telefax: +43 2236 200-2030

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung

Redaktionsschluss: 22. Mai 2015