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EVN AG — Annual Report 2013
Dec 12, 2013
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Annual Report
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Nahe am Kunden.
sicher/ komfortabel/ effizient/
EVN Ganzheitsbericht 2012/13
Der Fotograf
Daniel Gebhart de Koekkoek fotografierte den Ganzheitsbericht 2012/13.
Der in Tirol geborene Daniel Gebhart de Koekkoek arbeitet seit 2006 als Fotograf und zählt zu den renommiertesten Fotokünstlern Österreichs. Er arbeitet regelmäßig für internationale Magazine und Zeitungen wie "Vanity Fair", "Monocle", "Financial Times", "ZEITmagazin", "SZ-Magazin" oder "FAZ" und Kunden wie Apple, Mercedes-Benz oder IBM. Seine Werke wurden in Galerien in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Taiwan, Großbritannien, Irland und den USA ausgestellt. Sein erster Fotoband "The World We Live In" erschien 2013 bei Kehrer, Heidelberg.
Für diesen Ganzheitsbericht fotografierte Daniel Gebhart de Koekkoek insgesamt zehn Reportagen.
Kennzahlen
| 2012/13 2011/12 2010/11 2009/10 2008/09 in % Verkaufsentwicklung Stromerzeugung 3.701 3.284 12,7 3.332 3.653 3.477 GWh davon erneuerbare Energie 1.954 1.503 27,2 1.181 1.300 1.267 GWh Stromverkauf an Endkunden 20.209 21.241 –4,9 20.403 20.101 19.541 GWh Gasverkauf an Endkunden 6.333 6.166 2,7 6.475 6.738 6.102 GWh Wärmeverkauf an Endkunden 2.062 1.951 5,7 1.911 1.821 1.576 GWh Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Umsatzerlöse 2.755,0 2.846,5 –3,2 2.729,2 2.752,1 2.727,0 Mio. EUR EBITDA1) 457,6 474,5 –3,6 474,9 416,6 373,4 Mio. EUR EBITDA-Marge1)2) 16,6 16,7 –0,1 17,4 15,1 13,7 % Operatives Ergebnis (EBIT)1) 218,5 223,2 –2,1 222,2 187,3 175,2 Mio. EUR EBIT-Marge1)2) 7,9 7,8 0,1 8,1 6,8 6,4 % Ergebnis vor Ertragsteuern 180,3 259,7 –30,6 263,9 270,9 226,0 Mio. EUR Konzernergebnis 114,7 194,9 –41,2 192,3 207,0 177,9 Mio. EUR Konzern-Bilanz Bilanzsumme 7.102,1 6.863,2 3,5 6.870,4 6.731,2 6.695,4 Mio. EUR Eigenkapital 3.066,5 3.013,7 1,8 3.165,8 3.025,3 3.127,2 Mio. EUR Eigenkapitalquote 2) 43,2 43,9 –0,7 46,1 44,9 46,7 % Nettoverschuldung 1.562,3 1.703,7 –8,3 1.579,2 1.458,2 1.378,2 Mio. EUR Gearing2) 50,9 56,5 –5,6 49,9 48,2 44,1 % Return on Equity (ROE)2) 5,2 7,6 –2,4 7,6 7,4 6,3 % Konzern-Cash-Flow und Investitionen Cash Flow aus dem operativen Bereich 561,7 461,0 21,8 522,0 499,3 335,3 Mio. EUR Investitionen3) 328,4 308,3 6,5 415,7 394,0 415,7 Mio. EUR Net Debt Coverage (FFO)2) 44,2 34,8 9,4 38,0 39,0 30,6 % Interest Cover (FFO) 8,2 6,8 20,8 7,6 8,2 4,9 x Wertschaffung Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) 258,5 318,8 –18,9 331,4 254,5 234,9 Mio. EUR Capital Employed4) 4.748,5 4.647,0 2,2 4.395,4 3.952,4 3.493,8 Mio. EUR Return on Capital Employed (ROCE)2) 4,3 5,8 –1,5 5,7 5,6 5,4 % Operativer ROCE 2) 5,4 6,9 –1,4 7,5 6,4 6,7 % Weighted Average Cost of Capital (WACC) 2) 6,5 6,5 – 6,5 6,5 6,5 % Economic Value Added (EVA®) 5) –50,1 16,7 – 45,7 –2,4 7,8 Mio. EUR Aktie Ergebnis 0,64 1,09 –40,8 1,08 1,27 1,09 EUR Dividende 0,426) 0,42 – 0,41 0,40 0,37 EUR Ausschüttungsquote2) 65,3 38,7 26,7 38,0 34,7 33,9 % Dividendenrendite2) 3,7 3,9 –0,2 3,8 3,5 2,7 % Performance der Aktie Kurs per ultimo 11,29 10,84 4,2 10,82 11,45 13,68 EUR Höchstkurs 12,66 11,07 14,4 13,76 13,75 16,00 EUR Tiefstkurs 9,42 9,17 2,7 9,92 10,61 10,11 EUR Börsekapitalisierung per ultimo 2.031,0 1.949,0 4,2 1.945,0 1.872,0 2.237,0 Mio. EUR Credit Rating Moody's A3, stable A3, stable – A3, stable A3, stable A2, negative Standard & Poor's BBB+, stable BBB+, stable – A–, negative A–, negative A–, negative |
Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten
3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
4) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.
5) Definition laut Stern Stewart & Co.
6) Vorschlag an die Hauptversammlung
| 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | ||
|---|---|---|---|---|
| Mitarbeiter | ||||
| Mitarbeiter gesamt | Ø | 7.497 | 7.594 | 8.250 |
| davon Österreich | Ø | 2.489 | 2.428 | 2.578 |
| davon Ausland | Ø | 5.008 | 5.166 | 5.672 |
| Mitarbeiterfluktuation | % | 3,2 | 3,2 | 3,0 |
| Frauenanteil | % | 21,9 | 21,6 | 22,8 |
| Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter | Std. | 31,3 | 26,9 | 22,1 |
| Anzahl der Arbeitsunfälle | 121 | 86 | 113 | |
| Umwelt | ||||
| CO2-Emissionsmengen | 1.000 t | 1.465 | 1.424 | 1.736 |
| Spezifische NOX-Emissionen | kg/MWh | 0,293 | 0,285 | 0,283 |
| Gefährliche Abfälle1) | t | 9.266 | 10.429 | 9.396 |
| Wassereinsatz (Trink- und Brauchwasser) | m³ | 2.040.939 | 1.571.833 | 1.682.836 |
1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte
Eigenkapital, Nettoverschuldung in Mio. EUR, Gearing in %
Nettoverschuldung Gearing
Cash Flow aus dem operativen Bereich Investitionen
Ausland
Österreich
Inhalt
| Intro | 2 | |
|---|---|---|
| Vorwort des Vorstands | 24 | |
| Zum Bericht | 28 | |
| Geschäftsüberblick | 29 | Unternehmensprofil |
| 33 | Unternehmensstrategie | |
| 37 | Stakeholdermanagement | |
| 38 | Strategische Projekte im Überblick | |
| 38 | Finanzstrategie | |
| 39 | Rating | |
| 40 | Die EVN Aktie | |
| 41 | Aktionärsstruktur | |
| 43 | Investor Relations | |
| 45 | EVN auf einen Blick | |
| Der Kunde im Fokus | 46 | |
| Corporate Governance-Bericht | 51 | Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex |
| 52 | Organe der Gesellschaft | |
| 56 | Vergütungsbericht | |
| 58 | Revision und Risikomanagement der EVN | |
| Bericht des Aufsichtsrats | 60 | |
| Konzernlagebericht | 63 | Rechtliches Umfeld |
| 68 | Wirtschaftliches Umfeld | |
| 68 | Energiewirtschaftliches Umfeld | |
| 70 | Erfolgs- und Einflussfaktoren | |
| 72 | Geschäftsentwicklung | |
| 80 | Nichtfinanzielle Kennzahlen | |
| 81 | Risikomanagement | |
| 86 | Aktienstruktur und Angaben zum Kapital | |
| 87 | Ausblick auf das Geschäftsjahr 2013/14 | |
| Wesentliche Beteiligungen der EVN AG | 89 | |
| Segmentberichterstattung | 90 | Überblick |
| 92 | Erzeugung | |
| 94 | Energiehandel und -vertrieb | |
| 95 | Netzinfrastruktur Inland | |
| 97 | Energieversorgung Südosteuropa | |
| 99 | Umwelt | |
| 101 | Strategische Beteiligungen und Sonstiges | |
| Konzernabschluss 2012/13 | 103 | |
| Corporate Social Responsibility | 174 | |
| 175 | Governance, Verpflichtungen und Engagement | |
| 179 | Ökonomische Verantwortung | |
| 183 | Ökologische Verantwortung | |
| 192 | Soziale Verantwortung | |
| 208 | CSR-Programm | |
| 216 | Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung | |
| 217 | Bestätigungsvermerk des Umweltgutachters | |
| Glossar | 219 | |
| Impressum | 224 | |
| GRI G3.1 Content Index | Umschlag |
Walter Grill im Fischerparadies Ybbs.
Familie Gegenbauer im Sonnenkraftwerk Zwentendorf.
Ulf Seifert: sauberes Wasser im Berndl-Bad.
Nahe am Kunden — Der Überblick
Nahe am Kunden
Für die EVN stehen die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kundinnen und Kunden immer im Mittelpunkt. Begleiten Sie uns zu zehn Projekten, die zeigen, wie Kundennähe und wirtschaftlicher Erfolg – für beide Seiten – Hand in Hand gehen.
| 04 VERSORGUNGSSICHERHEIT | Mit Hightech-Hubschraubern sorgt die EVN für ein störungsfreies Stromnetz. |
|---|---|
| 06 ERNEUERBARE ENERGIEN | Walter Grill schätzt das Fischereirevier rund um das Kleinwasserkraftwerk Schütt. |
| 08 SANIERSERVICE | Dank des EVN SanierService genießt Katharina Göbl mehr Lebensqualität. |
| 10 ENERGIEARMUT | Wenn Energiekosten existenzbedrohend werden, kann eine Energieberatung helfen. |
| 12 DIE EVN IN KROATIEN | Die Großbäckerei Tvornica Kruha in Zadar ist auf Erdgas umgestiegen. |
| 14 DIE EVN IN LITAUEN | Mehr Umweltschutz, mehr Effizienz: die Schlammbehandlungsanlage in Vilnius. |
| 16 DIE EVN IN BULGARIEN | Das kleine Gebirgsdorf Plochnik wurde an die Stromversorgung angeschlossen. |
| 18 DIE EVN IN MAZEDONIEN | Für Johnson Matthey ist eine stabile Energieversorgung erfolgsentscheidend. |
| 20 PHOTOVOLTAIK | Familie Gegenbauer investiert in Sonnenkraft als Bürgerbeteiligungsmodell. |
| 22 EVN WASSER | Sauberes Wasser für das neue Florian |
Berndl-Bad in Bisamberg/Korneuburg.
Bäckerei Tvornica Kruha in Kroatien.
Überprüfung der Stromleitungen via Heli.
Luisa Göbl.
Jonas Klebonas von Vilniaus vandenys.
Versorgung? Aber sicher!
Theiß (NÖ). Mit Hightech-Hubschraubern sorgt die EVN für ein funktionierendes Stromnetz.
Echter Hightech-Flug. Mit durchschnittlich 25 km/h, gerade 100 Meter über der 380-kV-Freileitung, schwebt ein roter Hubschrauber in der Nähe des Kraftwerks Theiß. Im "Huby-Fly" sitzen neben dem Piloten ein EVN Mitarbeiter und ein Spezialist, von denen es in ganz Europa exakt zwei gibt. Einer davon ist Lars Sonderstrøm aus Schweden. Er starrt konzentriert auf einen kleinen Bildschirm und bewegt dabei einen Joystick wie in einem Videospiel.
Intaktes Netz. Damit der Strom beim Endkunden ankommt, muss er durch Leitungen fließen. Allein in Niederösterreich betreibt die EVN ein 52.860 km langes Stromnetz. Vor allem Blitzeinschläge können da Schaden anrichten. Deshalb kommt der Hubschrauber zum Einsatz: In regelmäßigen Abständen fliegt er die Leitungen ab. Mit einer speziellen Kamera, die am Unterboden des Hubschraubers befestigt ist, werden die Leitungen Meter für Meter kontrolliert. EVN Mitarbeiter Johannes Holzmayer: "Heuer haben wir in einer Woche 15 Schwachstellen entdeckt." Die gilt es jetzt zu beheben. Weil: Versorgungssicherheit hat bei der EVN oberste Priorität.
www.netz-noe.at
Kraft und Ruhe des Wassers
Waidhofen/Ybbs (NÖ). Rund um das Kleinwasserkraftwerk Schütt befindet sich ein Juwel für Fliegenfischer.
Naturidyll. Walter Grill, selbstständiger Vermögensberater aus Waidhofen, steht bis weit über die Knie in einem der schönsten Abschnitte der Ybbs, etwas flussaufwärts seines Heimatorts. Er wirft seine Angel, an der ein selbstgebastelter Köder hängt, rhythmisch und in hohem Bogen über das Wasser. Es dauert nur wenige Minuten, schon hat er eine Regenbogenforelle gefangen. "Ein prächtiger Fisch", freut sich Grill – und schwupps ist die Forelle wieder im Wasser. In der Freiheit. "Ich esse ja keinen Fisch – ich lasse eigentlich alle unversehrt wieder frei." Für Grill ist das Fliegenfischen Meditation, keine Nahrungsbeschaffung.
Partnerschaft. 2011 hat die EVN – nach einer Investition von rund neun Mio. Euro – das Kleinwasserkraftwerk Schütt eröffnet, das eine 107 Jahre alte Anlage ersetzt. Mit einer Leistung von 1.980 kW wird Energie für rund 2.700 Haushalte erzeugt. Umweltfreundlich. Wie zum Beweis schwärmt Grill vom Artenreichtum des 6,6 Kilometer langen Fischereireviers, das Christoph Friesenegger von der EVN mitbetreut: Hier tummeln sich Bach- und Regenbogenforellen, Äschen und Koppen. In den Seitenarmen findet man sogar Krebse. "Natürlich gab´s in der Bevölkerung Widerstände, als die Kraftwerkspläne bekannt wurden", erzählt Grill. Aber: "Bei uns in der Gegend reden wir miteinander, lösen die Probleme partnerschaftlich." Er ist sichtlich stolz auf seine Gemeinde, die Jungen wandern nicht ab, es gibt genügend Arbeitsplätze – und eben Naturjuwele wie die Ybbs.
www.evn.at/Wasserkraft
Endlich: kuschelig warm!
Markt Piesting (NÖ). Dank der kompetenten Beratung durch das EVN SanierService kann Katharina Göbl mit ihren beiden Kindern das idyllische Leben auf dem Land so richtig genießen.
Kalt trotz Heizung. Nach Hause kommen. Mit den Kindern spielen. Einen Kaffee trinken und dabei gemütlich ein Buch lesen. Kurz: das Leben genießen. So hatte es sich Katharina Göbl jedenfalls vorgestellt, als sie 2009 von der Stadt in das kleine Haus am Waldrand, in dem schon ihre Urgroßeltern wohnten, gezogen ist. Doch ganz so idyllisch wie gedacht kam es dann doch nicht. Denn der Vollziegel-/Holzriegelbau aus dem Jahr 1951 entpuppte sich in der kalten Jahreszeit als wahres Vogelhäuschen. Durch die alten Kastenfenster pfiff der Wind, die Schlafund Kinderzimmer im oberen Stockwerk wollten und wollten nicht warm werden – egal wie sehr Göbl auch heizte. "Ich habe sehr bald beschlossen, dass ich das Haus sanieren muss", erzählt die Musikerin und zweifache Mutter. Allein: "Ich hatte bei allen kontaktierten Bauunternehmen ein unangenehmes Gefühl. Ich bin ja kein Sanierungsprofi, wollte aber, dass ich ehrlich und kompetent beraten werde."
Schön, zu Hause zu sein. Eher zufällig stieß Göbl auf das SanierService der EVN. Sanierbegleiter Andreas Kogler kam, sah sich das Haus an, half bei der Planung, holte Kostenvoranschläge ein und begleitete die Sanierungsmaßnahmen. Göbl: "Insgesamt habe ich 130.000 Euro in das Bauvorhaben gesteckt." Und hat es sich gelohnt? Göbl: "Die Zimmer sind im Winter kuschelig warm, meine Kinder können auch in der kalten Jahreszeit im Haus spielen. Die Lebensqualität ist für uns alle gestiegen." Wie zum Beweis saust Sohn Felix mit seinen Spielzeugautos durchs Haus. Und Töchterchen Luisa kuschelt im T-Shirt auf dem Sofa. Ja, so hat sich das Katharina Göbl vorgestellt.
www.evn.at/SanierService
Hilfe zur Selbsthilfe
Gmünd (NÖ). Wenn Energiekosten existenzbedrohend werden, kann eine Energieberatung spürbar helfen.
Armutsfalle. Manchmal kann das Leben unerbittlich sein. In solchen Situationen ist es unerlässlich, Freunde zu haben. Oder zumindest Menschen, die nicht wegschauen, wenn andere in Not geraten. Roswitha Budin hatte es in den vergangenen Jahren alles andere denn leicht. Vor sieben Jahren starb ihr Lebensgefährte und Vater der beiden gemeinsamen Kinder Pascal und Celina. Es war kein Auffangnetz da: keine Familie, wenige Freunde. Nur Frau Budins Wille, ihren Kindern weiterhin ein Zuhause zu bieten: "Wir hatten damals oft nur zwei Euro am Tag zum Leben." Jeden Tag quälende Fragen: Was kann ich noch kochen? Wie bezahle ich meine Miete? Aber immer auch der Wille: Ich schaffe das. Für mich und meine Kinder.
Beratung und Hilfe. Als dann auch noch die Strom- und Gasrechnung kam: Verzweiflung.
Frau Budin wandte sich an die Caritas. Und deren Mitarbeiterin Martina Floh, von der EVN zur Energieberaterin geschult, ging mit Roswitha Budin alle Einsparungsmöglichkeiten im Haushalt durch – vom richtigen Lüften über die energiesparendste Temperierung des Warmwassers bis hin zur regelmäßigen Entlüftung der Heizkörper. Als konkrete Unterstützung gab es etwa LED-Lampen geschenkt. Auch eine Energie-Monatsrechnung übernahm die Caritas. Budin: "Die Kosten für Strom und Gas haben sich seitdem deutlich reduziert." Auch heute muss Roswitha Budin noch jeden Einkauf planen, die Raumtemperatur im Winter moderat halten – und hoffen, dass keines der Elektrogeräte kaputtgeht. Aber sie weiß: Sie wird es auch in Zukunft schaffen.
www.evn.at/energiespartipps
Süße Erfolge
Zadar (Kroatien). Tvornica Kruha, die größte Bäckerei Dalmatiens, ist von Schweröl auf Erdgas umgestiegen.
Größte Bäckerei Dalmatiens. Anðela Bajlo, Prokuristin der Großbäckerei Tvornica Kruha in Zadar, ist sichtlich stolz auf die neue Produktionsstätte, die vor wenigen Monaten am Stadtrand der Hafenstadt ihren Betrieb aufgenommen hat: "Wir haben uns vor dem Neubau etliche Großbäckereien – vor allem auch in Österreich – angesehen. Wir haben da einiges gelernt. Ich denke, wir sind jetzt auf einem ähnlichen Standard."
Erdgas statt Schweröl. Jetzt sind die Produktionsstätten modern und lichtdurchflutet. Alles ist auf dem letzten Stand der Technik. Auch die gesamte Energieversorgung. Produktionsleiter Zdenko Juki´c: "Jetzt werden sämtliche unserer Öfen ausschließlich mit Erdgas betrieben. Wir dachten gar nicht, dass wir uns so viel Energiekosten sparen können. Die ersten Zahlen zeigen, dass wir rund 50 Prozent weniger für Energie bezahlen." So fallen etwa die enormen Lagerkosten für Schweröl weg. "Und wir hatten bislang noch keinen einzigen Ausfall in der Gasversorgung." Dass der Umstieg auf Erdgas auch der Umwelt zugutekommt, ist ein weiteres Mosaiksteinchen einer Erfolgsgeschichte.
www.evn.hr
Lebensqualität für Vilnius
Vilnius (Litauen). Dank einer modernen Schlammbehandlungsanlage kann die Bevölkerung der litauischen Hauptstadt wieder aufatmen.
Jonas Klebonas (li.) Schaltzentrale der Schlammbehandlungsanlage (u.)
Viele Probleme, eine Lösung. Jonas Klebonas, Cheftechniker von Vilniaus vandenys, dem kommunalen Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieb der litauischen Hauptstadt, steht auf dem rund 20 Meter hohen Faulturm "seiner" Schlammbehandlungsanlage. "Sehen Sie die Hügel hinter unserer Kläranlage?", fragt Klebonas. "Dahinter liegt Vilnius. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Probleme wir mit den Anrainern hatten." Nein, können wir nicht. Welche Probleme sollten das gewesen sein? Der Cheftechniker: "Unsere Kläranlage verarbeitet die Abwässer der ganzen Stadt, also von rund 600.000 Menschen. Das Abfallprodukt, der Schlamm, hat fürchterlich gerochen. Und dieser Gestank ist über die Hügel bis nach Vilnius gezogen."
Aus Schlamm wird Dünger – und Energie. Doch diese Geruchsbelästigung ist längst Vergangenheit. Genauer gesagt: Sie ist seit 6. Juli 2012 kein Thema mehr. An diesem Tag hat die Schlammbehandlungsanlage, die von der EVN Tochter WTE errichtet wurde, ihren Betrieb aufgenommen. Für Nichttechniker ist die Komplexität des 60-Mio.-Euro-Projekts, das täglich 62 Tonnen Schlamm verarbeitet, nur schwer nachzuvollziehen: Der durch den Abwasserreinigungsprozess anfallende Klärschlamm wird mit Hochleistungsdekantern voreingedickt und zur thermischen Hydrolyse gepumpt. Danach wird er in Faultürme eingeleitet – wo Biogas entsteht, das zur Energiegewinnung genutzt wird –, um danach entwässert zu werden. Klingt kompliziert. Und das ist es auch. Hier kommt echtes Hightech zum Einsatz. Das Ergebnis bringt Klebonas jedenfalls zum Schwärmen: "Der Schlamm hat jetzt nur mehr rund ein Zehntel des Volumens. Und er ist hygienisch einwandfrei. Wir können ihn ohne Bedenken als Dünger in der Landwirtschaft einsetzen." Er deutet noch einmal Richtung Vilnius: "Aber vor allem: Die Geruchsbelästigung ist jetzt null."
www.evn-umwelt.at
Strom für unser Leben
Plochnik (Bulgarien). Mitten im bulgarischen Rhodopengebirge schloss die EVN ein kleines Dörfchen an das Stromnetz an. Zur Freude der Bewohner.
Für Dimitriyka Ilieva bedeutet Strom Lebensqualität. Für den täglichen Einkauf muss sie – wie alle Bewohner – zumindest fünf Kilometer in die nächste Greißlerei gehen.
Gastfreundschaft. "Wir freuen uns immer, Gäste begrüßen zu dürfen." Auf dem kleinen Dorfplatz des bulgarischen Bergörtchens Plochnik hat sich eine Handvoll Bewohner versammelt. Dimitriyka Ilieva hat ein köstliches Brot aus Germteig gebacken. Jeder Besucher bekommt ein Stück des noch handwarmen Fladens, der mit Gewürzen bestreut wird. Man kann diese kleine Ortschaft, die auf 1.150 Metern Seehöhe im Rhodopengebirge liegt, getrost als ein kleines Paradies bezeichnen. Wenn man im Paradies keinen Supermarkt sucht. Kein Kino. Kein Restaurant. Ja, nicht einmal geteerte Straßen. Denn das Paradies in den bulgarischen Bergen sieht etwas anders aus: einfache Häuser, kleine Gärten mit dem einen oder anderen Obstbaum, bunte Blumen, die den kühlen Herbstwinden und den ersten Schneeflocken trotzen. Aber vor allem: die schiere, von Herzen kommende Gastfreundschaft.
Freude und Lob. Die Anfahrt nach Plochnik war abenteuerlich. Die letzten fünf Kilometer ging es im Jeep (und im Schritttempo) auf einem Waldweg dahin. "Schade, dass die EVN keine Straßen baut. Dann hätten wir längst eine", scherzt Vasil Vasilev, der uns in sein kleines Häuschen einlädt. Hier ist man mit der EVN zufrieden. Vasilev: "Als uns die EVN vor vier Jahren als letztes Dorf in der Region Plovdiv an den Strom angeschlossen hat, war das ein Festtag." Frau Ilieva ergänzt: "So ein Brot konnte ich früher nicht backen – ganz ohne Strom. Für uns hat sich dank der EVN die Lebensqualität massiv verbessert." Diese Investition von rund 350.000 Euro muss gefeiert werden. Mit einem Gläschen Mastika. Und einem herzlichen Lächeln.
www.evn.bg
Katalysatoren für Europa
Skopje (Mazedonien). Das mazedonische Katalysatorenwerk von Johnson Matthey gehört zu den erfolgreichsten des Konzerns. Auch dank einer stabilen, reibungslosen Energieversorgung.
Jatin Thakrar managt das mazedonische Katalysatorenwerk von Johnson Matthey.
Eine echte Erfolgsstory. Jatin Thakrar ist ein vielbeschäftigter Mann. Der Managing Director des britischen Katalysatorenherstellers Johnson Matthey am Stadtrand der mazedonischen Hauptstadt Skopje hat in nur zwei Jahren ein Werk aufgebaut, das innerhalb des weltweit agierenden Konzerns einen absoluten Spitzenplatz einnimmt. Fünf Millionen Katalysatoren werden jährlich in die Europäische Union exportiert. "Es gibt kaum eine Automarke, bei der nicht unsere Produkte zum Einsatz kommen", ist der in Uganda geborene, in Großbritannien aufgewachsene Manager mit indischen Wurzeln sichtlich stolz.
Stabile Stromversorgung. Das Werk, das 450 Mitarbeiter beschäftigt, wird streng kontrolliert. Hier wird mit wertvollen Materialien wie Platin gearbeitet, hier kommt schützenswertes Know-how zum Einsatz. Aber was nützt das alles, wenn die energieintensive Produktion nicht reibungslos läuft? "Stimmt", sagt Jatin Thakrar. Sein Urteil über die EVN, von Beginn an Partner von Johnson Matthey in Mazedonien: "Die Stromversorgung hat von Anfang an reibungslos funktioniert. Sobald es irgendwelche Probleme oder Fragen gibt, finde ich bei den Kollegen der EVN ein offenes Ohr." Um eine stabile Energieversorgung muss sich Jatin Thakrar also keine Sorgen machen. Vielmehr geht es jetzt darum, den Erfolg in Mazedonien weiter auszubauen. Drei Tage nach unserem Besuch wird er die um rund 60 Mio. Euro neu errichtete Fertigungshalle in Betrieb nehmen. Und die 200 neuen Mitarbeiter können sich dann ebenfalls auf die Energieversorgung durch EVN verlassen.
www.evn.mk
Danke, Sonne!
Zwentendorf (NÖ). Aktiver Klimaschutz und erfreuliche Renditen: Bürgerbeteiligungsmodelle machen es möglich.
Gelebter Umweltschutz. Familie Gegenbauer ist aus dem nördlichen Waldviertel angereist, um uns stolz "ihre" Photovoltaikpaneele, die im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsmodells finanziert wurden, auf dem Gelände des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Zwentendorf zu zeigen. "Schon ein geschichtsträchtiger Ort", meint Papa Robert in Anspielung auf die legendäre Volksabstimmung, die 1978 die Inbetriebnahme des Atommeilers verhinderte. Tochter Nadja, 14, erzählt, dass sie in der Schule über das Thema Atomenergie bereits referiert hat. Ungewöhnlich, oder? "Nein gar nicht!", schmunzelt Robert Gegenbauer. "Wir sind eben eine Familie, die sich gerne mit Energiethemen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigt." Das liegt vielleicht daran, dass man in einem besonders schönen Flecken Niederösterreichs lebt. Oder daran – so Mama Renate –, dass, sobald man Kinder hat, "Themen, die die Zukunft betreffen, eine größere Rolle spielen". So haben die Gegenbauers auch im eigenen Heim, in der Nähe von Waidhofen/ Thaya, eine private Photovoltaikanlage montiert.
Familie als Teil der Energiewende. 2012 hat sich die Familie um rund 3.000 Euro zehn Module in Zwentendorf gekauft. Robert Gegenbauer: "Wir wollen damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten." Angesichts des allgemein niedrigen Zinsniveaus sei eine Rendite von etwas mehr als drei Prozent auch nicht zu verachten. Und weiter: "Als Investor bietet mir ein seriöses Unternehmen wie die EVN eine große Sicherheit." Ja, die Gegenbauers sind mit ihrer Beteiligung sichtlich zufrieden. Oder wie Mama Renate zum Abschied sagt: "Man darf nicht nur reden. Man muss auch handeln."
www.evn.at/Sonnenkraftwerk
www.evn.at/EVN-Buergerbeteiligungsmodell
Wasser ist für alle da!
Bisamberg/Korneuburg (NÖ). Dank Wasser aus Tulln herrscht im Florian-Berndl-Bad ungetrübter Badespaß.
Bad ohne Wasser? Drei Jahre wurde das Florian-Berndl-Bad, das von den Gemeinden Bisamberg und Korneuburg betrieben wird, um neun Mio. Euro generalsaniert. Nur wenige Monate vor der Wiedereröffnung im Frühsommer 2013 die Hiobsbotschaft: Der Brunnen, der bislang das beliebte Bad mit Grundwasser speiste, erfüllt die hygienischen Standards nicht mehr. Was tun? Berndl-Bad-Geschäfstführer Ulf Seifert: "Die EVN war unser erster Ansprechpartner." Da ein Bad in Spitzenzeiten – an Hochsommertagen suchen hier bis zu 5.000 Gäste Abkühlung – enorme Wassermengen benötigt, war dies keine leichte Aufgabe. Seifert: "Wir müssen mit einem Wasserverbrauch von bis zu 300.000 Litern kalkulieren. Und zwar täglich." Doch die EVN nahm die Herausforderung an.
Ausgleich der Regionen. Das Berndl-Bad wurde an die Transportleitung aus Tulln angeschlossen, das Wasser kommt nun direkt aus den ergiebigen Brunnenfeldern Palt bei Göttweig und Mollersdorf bei Tulln. Glasklar, hygienisch einwandfrei. Mit Spitzenmengen von bis zu zwölf Litern pro Sekunde. Seifert, erleichtert: "Der Betrieb läuft völlig problemlos." Und nicht nur die Schulkinder, die hier ihre Bahnen ziehen, wissen das zu schätzen …
www.evn.at/Wasser
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren!
Das Geschäftsjahr 2012/13 war für die EVN ein Jahr voller Herausforderungen unterschiedlicher Natur. Zum einen war die wirtschaftliche Situation in Europa weiterhin von den Auswirkungen der Finanzkrise beeinflusst. Vor allem die sogenannten Peripherieländer hatten mit hoher Arbeitslosigkeit und einer wirtschaftlichen Rezession zu kämpfen. Verschärft wurde diese Lage durch politische Unsicherheiten – vor allem in Ost- und Südosteuropa. Zum anderen führte an den Energiemärkten unter anderem die höhere Einspeisung von erneuerbarer Energie aus Windkraftund Photovoltaikanlagen zu Verwerfungen und Preisrückgängen an den Strombörsen.
In diesem herausfordernden Umfeld konnte die EVN ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren Kunden einmal mehr unter Beweis stellen. Wir verstehen uns als Qualitätsanbieter, der der Versorgungssicherheit oberste Priorität einräumt und sämtliche Leistungen aus einer Hand anbieten kann. Wir liefern Energie in Form von Strom, Erdgas und Wärme, wir stellen für unsere Kunden sauberes Trinkwasser bereit und sind auch als Kabel-TV- und Telekommunikationsanbieter aktiv um die Anliegen unserer Kunden bemüht. Mit unseren Aktivitäten im Umweltgeschäft liefern wir als Projektentwickler und -betreiber einen wichtigen Beitrag für einen höheren Versorgungsund Umweltstandard in zahlreichen Ländern Europas.
Parallel zu dieser Kundenorientierung, die wir auch im Rahmen dieses Berichts mit zahlreichen Beispielen belegen wollen, hat die EVN ihren wirtschaftlichen Erfolg sicherzustellen. Das Geschäftsjahr 2012/13 war in besonderer Weise von den zuvor genannten externen Einflussfaktoren geprägt. Bei den Umsatzerlösen musste die EVN einen Rückgang um 3,2 % auf 2.755,0 Mio. Euro verzeichnen. Das EBITDA ging um 3,6 % auf 457,6 Mio. Euro zurück, und das EBIT sank um 2,1 % auf 218,5 Mio. Euro. Bedingt durch einen starken Rückgang des Finanzergebnisses lag das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2012/13 mit 114,7 Mio. Euro um 41,2 % unter dem Vorjahr.
Mehrere Faktoren führten in Summe zu einer Reduktion des Finanzergebnisses um 74,6 Mio. Euro auf –38,1 Mio. Euro. Die negative Spanne zwischen Gasbezugs- und Verkaufspreisen und die vereinbarten Abnahmeverpflichtungen der EconGas führten bei der EVN zu einem negativen Ergebnisbeitrag von 19,7 Mio. Euro. Die WEEV Beteiligungs GmbH, in der die im Zuge der Kapitalerhöhung der Verbund AG im Jahr 2010 angeschafften Aktien gehalten werden, verzeichnete eine aus der Marktbewertung der Aktien resultierende Belastung in Höhe von 29,6 Mio. Euro. Aus dem Verkauf des 50 %-Anteils an der Devoll Hydropower ShA an den bisherigen Partner Statkraft A.S. ergab sich ein einmaliger negativer Ergebniseffekt von 27,6 Mio. Euro. Mit diesem Ausstieg entfallen jedoch auch zukünftige Kapitaleinzahlungen zur Finanzierung des Projekts, was sich positiv auf die zukünftigen Cash Flows der EVN auswirken wird. Zudem ergab sich ein negativer Ergebnisbeitrag aus der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, die die Anteile am Wasserkraftwerk Ashta in Albanien hält. Dieser Effekt schlug sich in Höhe von 20,4 Mio. Euro im Finanzergebnis nieder.
Neben den operativen Herausforderungen, die das Geschäftsjahr 2012/13 mit sich brachte, haben wir an der Umsetzung unserer Strategie zur Konsolidierung der bestehenden Geschäftsfelder gearbeitet. Diese Strategie basiert auf einem integrierten Geschäftsmodell, mit dem wir im energiewirtschaftlichen Bereich die gesamte Wertschöpfungskette abdecken – von der Produktion über den Netzbetrieb bis hin zur Lieferung der Energie an den Endkunden sowie Energiedienstleistungen. Die damit verbundene Tiefe unserer Wertschöpfung im Energiegeschäft führt auch zu einer hohen Diversifikation der Ertragsmöglichkeiten und Risikostreuung, die durch das Umweltgeschäft, aber auch durch unsere strategischen Beteiligungen zusätzlich abgerundet wird.
Um den Anforderungen gerecht zu werden, die eine dezentrale Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen mit sich bringt, investieren wir in den weiteren Ausbau und die Verbesserung unserer Netze. Im strategischen Fokus steht auch der weitere Ausbau von erneuerbaren Energiequellen. Wir sehen diesbezüglich in Niederösterreich interessante Möglichkeiten, die wir entsprechend unserem nachhaltigen Geschäftsmodell unter Einbindung der regionalen Bevölkerung in die Standortentscheidungen umsetzen wollen. Auch im Umweltgeschäft wollen wir weiterhin ausgewählte Projekte an geeigneten Standorten umsetzen und damit die sektorale Diversifikation absichern.
Auf europäischer Ebene rückt die Diskussion über das Marktdesign stärker in den Blickpunkt. Im Herbst 2013 präsentierten neun große europäische Energieunternehmen im Europaparlament Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit, zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030 und zur Begrenzung des Energiepreisanstiegs. Langfristige Konzepte zur Darstellung der Fördersysteme für erneuerbare Energie wurden gefordert. Wir begrüßen diese Initiative und sehen aufgrund der anhaltenden Verwerfungen auf den Energiemärkten den dringenden Bedarf einer strukturellen Änderung des Marktdesigns.
Die aktuelle Situation an den Energiemärkten eröffnet bei allen Herausforderungen aber auch Chancen. Die EVN wird in den nächsten drei Winterhalbjahren ihre Gaskraftwerke als Reservekapazität im Ausmaß von jährlich 785 MW für den süddeutschen Raum zur Verfügung stellen und im Bedarfsfall Strom liefern. Einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leistet auch die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Duisburg-Walsum, die im Berichtszeitraum fortgesetzt werden konnte. Inzwischen wurde der Probebetrieb eingeleitet, der mit der kommerziellen Inbetriebnahme abgeschlossen werden wird.
Der Ausbau der Windkraft wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter forciert. In der Nähe von Deutsch-Wagram konnte die EVN die 100. Windkraftanlage in Betrieb nehmen. Im Gemeindegebiet von Prellenkirchen werden aktuell gemeinsam mit einem Partner acht Windräder mit einer Gesamtkapazität von 24 MW errichtet, deren Inbetriebnahme für den Winter 2013/14 geplant ist. Damit wird die EVN in Summe über 14 Windparks mit einer Gesamtleistung von 213 MW verfügen, die eine Versorgung von mehr als 100.000 Haushalten mit umweltfreundlichem Strom ermöglichen.
Im Bereich Photovoltaik haben wir am Standort Zwentendorf bereits im Vorjahr ein Bürgerbeteiligungsmodell für unsere Kunden umgesetzt. Aufgrund der hohen Nachfrage wird derzeit ein zweites Bürgerbeteiligungsmodell in Niederösterreich realisiert.
Im Gasnetzbereich dienen zwei Großprojekte der Überwindung von Kapazitätsengpässen sowie dem Ersatz bestehender Leitungssysteme und somit der Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Die Erdgashochdruckleitung Südschiene ist seit Herbst 2011 in Betrieb. Die 150 km lange Westschiene hat auf einer Länge von 60 km ebenfalls bereits den Betrieb aufgenommen. Ein 70 km langer Abschnitt wird derzeit mit Erdgas befüllt, und der verbleibende Abschnitt befindet sich in der Errichtungsphase. Die Westschiene verbindet Gaskraftwerkskapazitäten und Endkundenmärkte mit neu errichteten Gasspeicheranlagen der Rohölaufsuchungs AG in Oberösterreich.
Im Wärmebereich erfolgte die Inbetriebnahme des gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich errichteten Biomasse-Fernheizwerks in Steyr, das 12.000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgen kann. Die EVN ist mit ihren mehr als 60 Biomasseanlagen der größte Naturwärmeversorger in Österreich.
In Südosteuropa wurden nach den Preiserhöhungen im Jahr 2012 im Rahmen der Tarifentscheidungen durch den Regulator die Endkundenpreise für Strom sowohl in Mazedonien als auch in Bulgarien gesenkt, ohne jedoch auch die Beschaffungspreise entsprechend anzupassen. In Bulgarien hat der Regulator allerdings auch per 1. August 2013 einen neuen Mechanismus zur Abgeltung der Mehrkosten aus Ökostrom beschlossen, wodurch keine weiteren Belastungen aus dieser Zwischenfinanzierung für die EVN zu erwarten sind. Die angefallenen Ansprüche der EVN wurden als Forderung abgegrenzt, nachdem seitens der Behörde bestätigt wurde, dass die EVN für die ungedeckten Kosten grundsätzlich entschädigt werden soll. Darüber hinaus werden diese im Zuge des Schiedsgerichtsverfahrens, das bei dem bei der Weltbank eingerichteten International Center for the Settlement of Investment Disputes eingereicht wurde, geltend gemacht. In Mazedonien konnten wir mit der Übernahme des Betriebs von sieben revitalisierten Kleinwasserkraftwerken, die bis Jänner 2013 verpachtet waren, die Eigenerzeugungsquote stärken. Die EVN verfügt nunmehr in Mazedonien über elf Kleinwasserkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 48 MW und einer geplanten Stromerzeugungsmenge von 130 GWh pro Jahr.
Im Umweltgeschäft konnten wir mit unseren Konsortialpartnern im Berichtsjahr in Warschau eine der größten Kläranlagen Europas eröffnen, die die Abwässer von 2,1 Millionen Einwohnern entsorgt. In Summe setzt die EVN aktuell internationale Projekte mit einem Auftragsbestand von 542,1 Mio. Euro um. Die Realisierung der Umweltprojekte in Moskau verzögert sich. Mit der Regierung der Stadt Moskau werden derzeit Gespräche über die Änderung der Struktur der Projekte Natriumhypochlorit und Müllverbrennungsanlage Nr. 1 geführt. Die EVN geht von der Erfüllung der betreffenden Investitionsverträge aus.
Im Segment Umwelt wird auch die Wasserversorgung in Niederösterreich erfasst, die uns ein besonderes Anliegen ist. Im Geschäftsjahr 2012/13 konnten wir die Betreuung und den Betrieb der Trinkwasserleitungsnetze weiterer Gemeinden übernehmen. Die EVN beliefert in Niederösterreich aktuell über 500.000 Kunden direkt und indirekt mit Trinkwasser. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die lokale Versorgungssicherheit und die Qualitätsverbesserung durch die Senkung des Härtegrads des Wassers.
Am Kapitalmarkt hat die EVN von der Ermächtigung durch die 83. Hauptversammlung am 19. Jänner 2012 Gebrauch gemacht und eigene Aktien rückgekauft. Die EVN hält per 30. September 2013 rund 1,0 % eigene Aktien. Mit der Begebung eines Schuldscheindarlehens im Ausmaß von 121,5 Mio. Euro und mit Laufzeiten von bis zu 18 Jahren konnten wir auch das Vertrauen der Fremdkapitalgeber und den Zugang zu langfristigen Finanzierungen unter Beweis stellen. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's haben die Ratings der EVN mit BBB+ und A3 im Investment-Grade-Bereich bestätigt und den Ausblick als stabil eingestuft.
Dem Vertrauen, das Sie uns als Aktionäre der EVN AG entgegenbringen, wollen wir mit einer kontinuierlichen Dividendenpolitik entsprechen. Da die aperiodischen Effekte, die im Berichtsjahr vor allem das Finanzergebnis belasteten, nicht liquiditätswirksam waren, wollen wir auf der 85. ordentlichen Hauptversammlung am 16. Jänner 2014 eine im Vorjahresvergleich unveränderte Dividende von 0,42 Euro je Aktie vorschlagen. Zum Aktienkurs per 30. September 2013 in Höhe von 11,29 Euro errechnet sich eine Dividendenrendite von 3,7 %, womit eine attraktive Dividendenpolitik bei gleichzeitiger Sicherstellung der finanziellen Solidität des Unternehmens gewährleistet wird.
Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2013/14 ist von den herausfordernden Rahmenbedingungen, denen sich Energieversorgungsunternehmen aktuell zu stellen haben, geprägt. Wir sehen deshalb dringenden Bedarf zur Anpassung des Marktdesigns an den Energiemärkten. Vor diesem Hintergrund liegt für 2013/14 unsere Erwartung für das Ergebnis aus dem operativen Geschäft unter dem Vorjahresniveau. Mit dem Wegfall der aperiodischen Effekte, die das Finanzergebnis 2012/13 reduzierten, ist mit einem Konzernergebnis zu rechnen, das über dem Niveau des Geschäftsjahres 2012/13 liegen sollte. Aufgrund der bestehenden Verwerfungen an den Energiemärkten kann jedoch von einer Rückkehr auf das Niveau der letzten Jahre nicht ausgegangen werden. Die Entwicklungen im eingeleiteten Schiedsgerichtsverfahren mit dem Staat Bulgarien und der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten wesentliche Einflüsse auf das Konzernergebnis auslösen. Die EVN wird ihren Konsolidierungspfad konsequent fortsetzen und sich weiter auf die Kernmärkte konzentrieren. Wir vertrauen auf unsere Stärken und betrachten die breite Kundenbasis sowie die hohe Kundenzufriedenheit, die wir als Qualitätsanbieter genießen, als unsere wichtigsten Erfolgsfaktoren, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Wir möchten uns für das Vertrauen, das Sie uns als Aktionärinnen und Aktionäre entgegenbringen, bedanken und hoffen, dass Sie die EVN auch weiterhin begleiten. Unser Dank gilt auch unseren Kundinnen und Kunden, die in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern unseren Kompetenzen vertrauen und uns die Treue halten. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für ihren Einsatz und ihr hohes Engagement, auf das wir auch in Zukunft bauen.
Sprecher des Vorstands Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA
Detaillierte Informationen zu den Vorstandsmitgliedern und ihrer Ressortverantwortung finden sich im Corporate Governance-Bericht ab Seite 51.
Zum Bericht
Der Anspruch der EVN1), ein verantwortungsbewusstes Energieund Umweltdienstleistungsunternehmen zu sein, zeigt sich über alle Wertschöpfungsstufen hinweg in der gleichrangigen Berücksichtigung der Bereiche "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft". Ein zentrales Element in ihrem integrierten Geschäftsmodell ist die ausgeglichene Wahrung der Ansprüche der unterschiedlichen Stakeholdergruppen. In der Berichterstattung spiegelt sich diese Integration wider. Bis zum Geschäftsjahr 2008/09 wurden ein Geschäftsbericht und ein Nachhaltigkeitsbericht, der aus dem 1990 erstmals veröffentlichten Umweltbericht hervorging, publiziert. Für das Geschäftsjahr 2009/10 wurde erstmals ein sogenannter Ganzheitsbericht erstellt, der seither kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Die EVN verfolgt damit das Ziel, die vielfältigen und unterschiedlich gelagerten Informationsbedürfnisse von Investoren und Analysten, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, Menschen in der Region, NGOs, Politik und Behörden bestmöglich zu adressieren. Die Aspekte der Nachhaltigkeit inklusive CSR-Maßnahmenprogramm werden im Ganzheitsbericht gleichrangig mit dem Finanzbericht und dem Corporate Governance-Bericht behandelt. Der vorliegende Bericht gilt auch als Fortschrittsbericht für den UN Global Compact und entspricht den hohen Anforderungen des "Advanced Level" des UN Global Compact.
Die Berichtsinhalte orientieren sich an den gesetzlichen Vorschriften, an den Informationsbedürfnissen der Stakeholder und an den wesentlichsten Handlungsfeldern der CSR-Wesentlichkeitsmatrix (siehe Seite 33). Bei der Entwicklung dieser Matrix wurden von internen und externen Stakeholdern der EVN jene Bereiche identifiziert, die die größten Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken für das Unternehmen in sich bergen. Die CSR-Wesentlichkeitsmatrix wird regelmäßig einer Evaluierung unterzogen, um Trends und für die Anspruchsgruppen relevante Themen zu berücksichtigen. Die nächste Stakeholderbefragung ist für das Geschäftsjahr 2013/14 geplant.
Umfang des Berichts
Das Geschäftsjahr der EVN beginnt mit 1. Oktober und endet am 30. September. Erfasst sind die Gesellschaften des Konsolidierungskreises der EVN, der sich per Stichtag 30. September 2013 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft aus 63 vollkonsolidierten sowie fünf quotenkonsolidierten Gesellschaften konstituiert. Darüber hinaus sind 18 Beteiligungsunternehmen at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Eine detaillierte Aufstellung aller Beteiligungen der EVN AG findet sich ab Seite 167. Sollten sich Angaben nicht auf alle Unternehmen im Konsolidierungskreis beziehen oder sich im Vergleich zu früheren Jahren wesentliche Veränderungen der Berichtsgrenzen ergeben, wird darauf hingewiesen. Die Erfassung von GRI-relevanten Kennzahlen wird laufend ausgebaut, wobei es das Ziel ist, alle Kennzahlen konzernweit zu erheben.
Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI
Der vorliegende Bericht entspricht den Anforderungen der Anwendungsebene A+ der Global Reporting Initiative (GRI), Version 3.1, und er geht auch auf die GRI-Zusatzindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) ein. Eine Anwendung der Version G4 des GRI, die im Mai 2013 veröffentlicht wurde, ist für das Geschäftsjahr 2013/14 vorgesehen. Die EVN strebt damit eine fundierte Ausrichtung auf jene Themen an, die für die Stakeholder der EVN von zentraler Bedeutung sind. Auf Angaben, die für die Stakeholder und die Branche nicht von besonderer Relevanz sind, wird bereits in diesem Ganzheitsbericht verzichtet, ohne dass dadurch Aussagekraft oder Transparenz vermindert werden. Die für die EVN nicht relevanten Indikatoren sind im GRI Content Index auf der hinteren Flappe des Berichts gekennzeichnet. Die Erhebung und Berechnung der Daten erfolgt durch die Bereiche Umweltschutz und -controlling sowie Rechnungswesen. Als Grundlage für die Daten dient das GRI-Indikatorprotokoll, das so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurde. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde von Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) überprüft und offiziell bestätigt (siehe Seite 217).
Die EVN ist in all ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern bemüht, so auch in diesem Ganzheitsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.
Redaktionsschluss war der 27. November 2013.
1) In weiterer Folge ist mit EVN stets der EVN Konzern inklusive Tochtergesellschaften gemeint.
- Für weiterführende Informationen zum Konsolidierungskreis des EVN Konzerns siehe Seite 111ff.
- Informationen zur Global Reporting Initiative unter: www.globalreporting.org.
- Auf der Webseite www.verantwortung.evn.at > Service finden Sie den GRI Content Index.
Geschäftsüberblick
Unternehmensprofil
Die EVN ist ein führendes, international tätiges, börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland. In Summe ist die EVN aktuell in 21 Ländern tätig und beschäftigte im Geschäftsjahr 2012/13 durchschnittlich 7.497 Mitarbeiter.
In ihrem Heimmarkt Niederösterreich deckt die EVN bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, dem Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung ab; bei Erdgas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Ergänzt wird die Produktpalette durch den Betrieb von Netzen für Kabel-TV und Telekommunikation sowie durch verschiedene Energiedienstleistungen für Gemeinden, Privat- und Businesskunden.
Im internationalen Energiegeschäft erfolgt in Bulgarien und Mazedonien der Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden. In Bulgarien wird das Portfolio durch die Produktion und den Verkauf von Wärme an Endkunden ergänzt, in Mazedonien durch die Stromproduktion. In Kroatien ist die EVN über den Gasverkauf an Endkunden aktiv. Weitere Unternehmensaktivitäten sind die Beschaffung von Strom, Erdgas und anderen Primärenergieträgern sowie der Handel mit Strom und Erdgas auf Großhandelsmärkten.
Neben dem Energiegeschäft wurde das Umweltgeschäft als zweites wichtiges Standbein der EVN aufgebaut. Im Jahr 2003 wurde die deutsche Umweltdienstleistungsgruppe WTE übernommen und in die EVN integriert. Nach der Realisierung von über 100 Umweltprojekten verfügt die EVN über umfassende Expertise als Komplettanbieter für die Planung, den Bau und den Betrieb technischer Anlagen zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung und zur thermischen Abfallverwertung. Bei der Durchführung der Projekte stehen die Aspekte Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit im Fokus. Im Segment Umwelt wird zudem die Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft evn wasser erfasst, die direkt oder indirekt für die Trinkwasserversorgung von 502.100 Personen in 671 Katastralgemeinden in Niederösterreich verantwortlich ist.
Über ihre 50,03 %-Beteiligung an der RAG ist die EVN indirekt auch in der Öl- und Gasexploration und im Gasspeichergeschäft aktiv.
| Energiegeschäft | Umweltgeschäft | Sonstige Geschäfts aktivitäten |
|||
|---|---|---|---|---|---|
| Erzeugung | Energiehandel und -vertrieb |
Netzinfrastruktur Inland |
Energie versorgung Südosteuropa |
Umwelt | Strategische Beteiligungen und Sonstiges |
Dank ihres integrierten Geschäftsmodells und modernster Infrastruktur kann die EVN Strom, Gas, Wärme, Trinkwasserversowie Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung aus einer Hand anbieten.
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden 41,8 % der Umsatzerlöse außerhalb Österreichs erwirtschaftet (Vorjahr: 42,1 %).
Konzernstrukturen und operative Ausrichtung
Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Sonstige Geschäftsaktivitäten. Die Geschäftstätigkeiten der EVN gliedern sich in sechs Segmente, die auch der Berichterstattung nach IFRS entsprechen: Erzeugung, Energiehandel und -vertrieb, Netzinfrastruktur Inland, Energieversorgung Südosteuropa, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.
- Eine Auflistung der wesentlichen Beteiligungen der EVN AG sowie aller Beteiligungen und Tochtergesellschaften der EVN findet sich auf Seite 89 bzw. ab Seite 167.
- Details zur Segmentberichterstattung finden sich ab Seite 90.
Energieerzeugungskapazitäten
Die EVN verfügt über eine Stromerzeugungskapazität von 2.037 MW. In Österreich stehen 431 MW Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Energiequellen im Eigentum der EVN:
- 111 MW Wasserkraft aus fünf Speicher- und 67 Laufkraftwerken (davon 63 in Niederösterreich und neun in der Steiermark)
- 184 MW Windkraft aus 100 Windkraftanlagen in 13 Windparks
- Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 0,2 MWp in Zwentendorf
- 13 MW aus drei biomassebetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
Die Erzeugungskapazitäten aus erneuerbarer Energie werden zudem durch Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie Beteiligungen am Kraftwerk Nußdorf in Wien und an 13 Verbund-Innkraftwerken in Deutschland mit insgesamt 123 MW komplettiert.
Darüber hinaus hält die EVN derzeit mehr als 60 Biomasseanlagen in Niederösterreich im Portfolio und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich.
| Stromerzeugungskapazitäten der EVN Kraftwerke | MW | 30.09.2013 | 30.09.2012 |
|---|---|---|---|
| Erneuerbare Energie | 550 | 508 | |
| davon Wasserkraft1) | 307 | 291 | |
| davon Windkraft | 200 | 191 | |
| davon Photovoltaik | 3 | 3 | |
| davon Biomasse | 13 | 10 | |
| davon Sonstige2) | 26 | 13 | |
| Wärmekraft 3) | 1.487 | 1.487 | |
| davon Gas | 1.088 | 1.088 | |
| davon Kohle | 398 | 398 | |
| Gesamt | 2.037 | 1.994 | |
1) Inkl. Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen an den Kraftwerken Nußdorf
in Wien und Ashta in Albanien sowie an der Verbund-Innkraftwerke GmbH
2) Beinhaltet zwei klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerksanlagen in Moskau.
3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien
In Niederösterreich betreibt die EVN Wärmekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 1.487 MW – ein Kohlekraftwerk in Dürnrohr und zwei Gaskraftwerke in Theiß und Korneuburg. Die beiden Gaskraftwerke dienen derzeit als Kraftwerksreserven. Zudem betreibt die EVN zwei Cogeneration-Anlagen und zwei gasbetriebene Blockheizkraftwerke in Niederösterreich sowie eine thermische Abfallverwertungsanlage mit einer Brennstoffwärmeleistung von 210 MW, die ebenfalls zur Energieerzeugung herangezogen wird.
Von den Stromerzeugungskapazitäten der EVN im Ausland entfallen 119 MW auf erneuerbare Energien:
- 16 MW Windkraft aus acht Windkraftanlagen in Bulgarien
- 48 MW Wasserkraft aus elf Wasserkraftwerken in Mazedonien
- 26 MW Wasserkraft aus dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien
- 26 MW aus zwei mit Klärschlamm befeuerten Blockheizkraftwerksanlage im Rahmen eines PPP-Modells1) in Moskau
- 3 MWp aus zwei Photovoltaikanlagen in Bulgarien
Darüber hinaus betreibt die EVN in Bulgarien zwei Cogeneration-Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 105 MW und in Moskau eine thermische Abfallverwertungsanlage mit einer Brennstoffwärmeleistung von 60 MW.
- 1) In der Vergangenheit als BOOT-Projekte (Build, Own, Operate, Transfer) bezeichnete Projekte im Umweltgeschäft werden nunmehr als PPP-Projekte (Public Private Partnership) bezeichnet.
- Ein Überblick über die aktuellen strategischen Projekte der EVN findet sich ab Seite 38.
- GRI-Indikator: Installierte Kapazität (EU1)
EVN Stromerzeugung nach thermischen Energieträgern in %
1) Davon 291.844 MWh Eigenerzeugung in Bulgarien (Cogeneration-Anlage) 1) Umfasst Stromerzeugung aus Biomasse, Photovoltaik und sonstigen
EVN Stromerzeugung nach erneuerbaren Energieträgern in %
erneuerbaren Energieträgern
2) Davon 135.314 MWh Eigenerzeugung in Mazedonien (Wasserkraftanlagen)
Neben planmäßigen Revisionen zur Erhaltung der technischen Sicherheit stand im Geschäftsjahr 2012/13 das Kohlekraftwerk Dürnrohr für weniger als einen Tag still.
GRI-Indikator: Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke (EU30).
Der durchschnittliche Nutzungsgrad (Grad der Nutzung des Brennstoffs) aller EVN Anlagen zur Energieerzeugung aus Erdgas in Österreich und Bulgarien betrug im Geschäftsjahr 2012/13 durchschnittlich 51,4 %1). Das Kraftwerk in Dürnrohr ist Teil eines Dampf- und Fernwärmeverbunds, weshalb eine rechnerische Ermittlung eines reinen Anlagenwirkungsgrads nicht möglich ist. 1) Nach Kapazität gewichteter Wert
GRI-Indikator: Wirkungsgrade (EU11)
Informationen zu den direkten und indirekten Emissionen finden sich ab Seite 187 des Berichts.
Das EVN Netz
Das 150.433 km lange Versorgungsnetz der EVN, das zu 90 % der Stromversorgung dient, wird aufgrund seiner Modernität und Qualität von den Regulatoren als Benchmark herangezogen. In Bulgarien und Mazedonien wurden nach den Akquisitionen im Jahr 2005 bzw. 2006 umfangreiche Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau der Netzinfrastruktur getätigt, um die Versorgungssicherheit und -qualität zu erhöhen.
Der massive Ausbau von erneuerbarer Energie, insbesondere von Windkraft- und Photovoltaikanlagen, führt aufgrund volatiler Erzeugungsmengen zu einer starken Belastung der Übertragungsleitungen. Die EVN wird deshalb in den nächsten Jahren ihren Investitionsschwerpunkt auf den weiteren Ausbau und die Stabilisierung der Netze legen.
Bei den Netzverlusten in Niederösterreich liegt die EVN im österreichischen Durchschnitt. In Bulgarien konnten die Netzverluste aufgrund der laufenden Investitionen zur Verbesserung der Netzqualität seit dem Markteintritt im Jahr 2005 von rund 17 % auf rund 11 % gesenkt werden. In Mazedonien wurden die Netzverluste seit dem Markteintritt im Jahr 2006 von rund 24 % auf rund 17 % reduziert.
| Netzlängen – Energie1) | km | 30.09.2013 |
|---|---|---|
| Stromnetze | 135.900 | |
| Gasnetze | 13.863 | |
| Wärmenetze | 670 | |
| Netzlängen gesamt | 150.433 |
1) Nähere Details werden aufgrund derzeitiger unternehmensspezifischer Beschränkungen sowie interner Regelungen nicht berichtet.
- GRI-Indikator: Länge der Fern- und Verteilleitungen (Netze) (EU4)
- GRI-Indikator: Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze (EU12)
Das EVN Umweltgeschäft
Das Leistungsspektrum der EVN Umwelt setzt sich aus Infrastrukturdienstleistungen in den Bereichen thermische Abfallverwertung sowie Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung zusammen. Mit der Übernahme der deutschen Umweltdienstleistungsgruppe WTE im Jahr 2003 konnte das bestehende Know-how in der Wasserversorgung durch deren langjährige Expertise im Bereich der Abwasserentsorgung komplettiert werden. Die Tätigkeiten der EVN Umwelt beinhalten die Planung, Errichtung, Finanzierung und den Betrieb von maßgeschneiderten Anlagen für Kommunen. Die Umweltprojekte werden in unterschiedlichen Leistungsumfängen betrieben und gehen von der Tätigkeit als Generalunternehmer über das Modell der Betriebsführung hin zum Betreibermodell, bei dem neben Planung, Errichtung und Betrieb auch die Finanzierungsverantwortung bei der EVN liegt. Im Bereich der thermischen Abfallverwertung betreibt die EVN seit 2004 die thermische Abfallverwertungsanlage in Zwentendorf und seit 2007 eine derartige Anlage in Moskau.
Die WTE bereitete im Jahr 2012 mit einer mittleren Reinigungsleistung von 86,6 %1) insgesamt rund 168 Mio. m3 Abwasser auf, was etwa 2,2 Mio. Einwohnerwerten entspricht. Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet; der größte Teil wird deponiert. Zusätzlich unterstützt die WTE die Stadtverwaltung Istanbul bei der Betriebsführung der von der WTE errichteten Kläranlage. Insgesamt werden dort Abwässer von rund 2 Mio. Einwohnerwerten gereinigt.
1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor
Im Bereich der Trinkwasserversorgung betreibt die Tochtergesellschaft evn wasser in Niederösterreich ein 2.361 km langes Leitungsnetz, das von 104 Brunnen in 339 ha Brunnenschutzgebieten gespeist wird. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden insgesamt 502.100 Personen mit 26,2 Mio. m³ Trinkwasser versorgt. Die evn wasser wickelt die überregionale und lokale Versorgung mit Wasser ab und errichtet und betreibt Brunnen und Transportleitungen. Darüber hinaus sorgt sie für das Funktionieren des Wassernetzes durch Leistungen wie Drucksteigerung, Anwendung von Aufbereitungstechniken und Sanierung. Im Bereich der internationalen Trinkwasserversorgung werden durch die WTE 1 Mio. Einwohner Moskaus mit Trinkwasser beliefert.
Unternehmensstrategie
Ausgehend von ihrem Unternehmenssitz in Niederösterreich verfolgt die EVN die Strategie der langfristigen Positionierung in ausgewählten Märkten Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Die EVN versteht sich als ganzheitliches Versorgungsunternehmen und leistet mit der zuverlässigen Bereitstellung von Strom, Gas, Wärme, Wasser, Kabel-TV, Telekommunikation und Umweltdienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität ihrer Kunden.
Die Unternehmensführung stellt auf die Absicherung des wirtschaftlichen Erfolgs und die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung sowie Umwelt- und Ressourcenschonung ab. Dabei werden die Bedürfnisse der Menschen ebenso berücksichtigt wie die Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und die Umwelt. Alle Geschäftsaktivitäten werden im Bewusstsein der Verantwortung für künftige Generationen wahrgenommen. Diese Grundhaltung spiegelt sich auch im Beitritt zum UN Global Compact im September 2005 wider. Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global-Compact-Netzwerks vertreten.
Die EVN ist ein verlässlicher Partner ihrer Kunden, der hochwertige Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbietet. Das außerordentliche Engagement und die Fachexpertise der Mitarbeiter ermöglichen eine hohe Produkt- und Dienstleistungsqualität. Attraktive Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung und Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter sind Voraussetzungen, die die EVN bestmöglich erfüllen will.
Die EVN fühlt sich einer nachhaltig orientierten Unternehmensführung verpflichtet und ist davon überzeugt, dass die angestrebte kontinuierliche Unternehmenswertsteigerung nur unter Einbindung aller relevanten Interessengruppen erreicht werden kann. Die Realisierung von Synergien zwischen verschiedenen Geschäftsfeldern im In- und Ausland unterstützt diese Ausrichtung. Die aktive und transparente Kommunikation soll dazu führen, dass sich die Unternehmenswertsteigerung in der Kursentwicklung der EVN Aktie widerspiegelt. In Verbindung mit einer attraktiven Dividendenpolitik wird eine angemessene Verzinsung des von den Aktionären eingesetzten Kapitals angestrebt.
Die EVN Wesentlichkeitsmatrix, die gemeinsam mit internen und externen Stakeholdern erstellt wurde, zeigt die wichtigsten strategischen Handlungsfelder der EVN. Es sind dies jene
EVN Wesentlichkeitsmatrix
wichtig sehr wichtig für EVN
Umweltleitbild der EVN
Minimierung der Umweltbeeinflussung
Es ist uns ein Anliegen, im Rahmen unserer Tätigkeit auftretende Umweltbeeinträchtigungen zu minimieren und damit einen wichtigen positiven Beitrag zur Gesamtumweltbilanz zu leisten.
Nachhaltigkeit
Wir fühlen uns dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet und gehen verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Ressourcen um, damit wir unsere Umwelt auch für künftige Generationen lebenswert erhalten. Wir sind bestrebt, ökologische, soziale und ökonomische Ziele ausgewogen zu berücksichtigen.
Verbesserung der Umweltleistung
Die EVN gewährleistet durch den Einsatz moderner Systeme die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen. Auch darüber hinaus fühlen wir uns zur stetigen Verbesserung unserer Umweltleistung verpflichtet. So sind unsere emissionsrelevanten Anlagen größtenteils nach EMAS und ISO 14001 zertifiziert und werden jährlich extern auditiert.
Modernste Umwelttechnik
Wir errichten unsere Energieproduktionsanlagen nach dem aktuellen Stand der Umwelttechnik. Der Modernisierung bestehender Anlagen bzw. deren Neuerrichtung an bestehenden Standorten kommt dabei besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig streben wir Ressourcenschonung durch möglichst hohe Wirkungsgrade an. Auch fördern wir die Entwicklung innovativer Umweltschutzeinrichtungen.
Ressourcenschonung und Klimaschutz
Die Schonung von Ressourcen ist der Maßstab unseres Handelns. Durch Effizienzsteigerungen, den forcierten Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Verwertung von Abfällen wollen wir den Klimaschutzzielen der EU, der Republik Österreich und des Landes Niederösterreich Rechnung tragen. Die EVN setzt auf einen flexiblen Erzeugungsmix aus Wasser- und Wärmekraft sowie erneuerbarer Energie. Der Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugung aus regenerativen Quellen hat für die EVN Priorität. Die thermische Erzeugung von Energie wird weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität leisten und zur Integration der erneuerbaren Energie in die Systeme beitragen.
Landschaftsschutz
Bei der Energieproduktion und -verteilung achten wir auf das Landschaftsbild. Durch Ortsnetzverkabelung und Trassenoptimierung leisten wir Beiträge zur Pflege von Orts- und Landschaftsbild.
Abfallmanagement
Die Material- und Stoffströme unseres Unternehmens werden genau verfolgt und gelenkt, um – in dieser Reihenfolge – Abfallvermeidung, Recycling und geeignete Entsorgung sicherzustellen. Unsere Lieferanten für Materialien und Geräte sowie unsere Partner bei der Entsorgung wählen wir auch nach ökologischen Gesichtspunkten aus.
Energieberatung
Wir legen großen Wert auf effiziente und kundennahe Energieberatung. Dabei berücksichtigen wir wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte. "Energiesparen" ist einer der wichtigsten Grundsätze unserer Beratungstätigkeit.
Mitarbeitermotivation
Die vielfältigen Aufgaben eines ökologisch ausgerichteten Unternehmens können nur mit gut informierten und engagierten Mitarbeitern umgesetzt werden. Wir legen daher auch im ökologischen Bereich größten Wert auf Schulung und bereichsübergreifende Einbindung aller Mitarbeiter.
Bereiche, die die größten Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken für das Unternehmen in sich bergen.
Folgende Handlungsfelder bilden die Schwerpunkte, auf die auch in diesem Ganzheitsbericht fokussiert wird:
- Versorgungssicherheit steht für einen flexiblen Erzeugungsmix, den Ausbau der Erzeugungskapazitäten sowie Netzqualität und Beschaffung – unter nachhaltigen Gesichtspunkten.
- Ressourcenschonung bedeutet einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen und zielt insbesondere auf Effizienzsteigerung, Energieberatung und Energiedienstleistungen ab.
- Verantwortungsvoller Arbeitgeber steht für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, eine verantwortungsvolle Personalentwicklung, Gesundheit und Arbeitssicherheit, offene Kommunikation, Work Family Balance und Vielfalt sowie Chancengleichheit.
- Korruptionsprävention umfasst alle Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz und zur Stärkung des Bewusstseins für Unternehmensethik.
- Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung verlangt eine betriebswirtschaftliche und verantwortungsvolle Geschäftstätigkeit, Konkurrenzfähigkeit, gezieltes Wachstum, eine wertorientierte Investitionsstrategie und eine nachhaltige Dividendenentwicklung.
Die EVN Wesentlichkeitsmatrix wird regelmäßig aktualisiert, um neue Entwicklungen und für die Anspruchsgruppen relevante Themen zu berücksichtigen. Sämtliche Unternehmenseinheiten sind involviert, um Maßnahmen und Ziele zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Handlungsfelder zu definieren. Das daraus resultierende CSR-Maßnahmenprogramm wird vom Vorstand beschlossen und durch die zuständigen Fachabteilungen umgesetzt.
- Das aktuelle Maßnahmenprogramm findet sich ab Seite 208 dieses Berichts sowie auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/CSR-Strategie/CSR-Maßnahmenprogramm.
- Die EVN Wesentlichkeitsmatrix inklusive Erläuterungen ist abrufbar unter www.evn.at/CSR-Strategie/CSR-Wesentlichkeitsmatrix.
Strategische Ausrichtung
Die EVN verfolgt für die nächsten Jahre das strategische Ziel, die Konsolidierung des bestehenden Geschäfts fortzusetzen. Die tiefe Verwurzelung in Niederösterreich bildet dabei die Basis für ihre Geschäftsaktivitäten. Neben der angestrebten Konsolidierung des Energiegeschäfts in Niederösterreich, Bulgarien, Mazedonien und Deutschland sollen gleichzeitig die begonnenen Aktivitäten in Kroatien zeitlich optimiert fortgesetzt werden. In Niederösterreich wird der Ausbau der Windkraft weiter forciert
Wir sichern Qualität und Unternehmenserfolg.
- Wir stehen für Kontinuität und Sicherheit. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind leistungsbereit, kompetent, verlässlich und qualitätsbewusst.
- Jeder stellt mit seinem Beitrag sicher, dass unsere Kunden bestmöglich mit Energie und Umweltdienstleistungen im Sinne unserer Strategie versorgt sind.
- Durch diese Haltung ermöglichen wir als Konzern ein gesundes Wachstum.
Wir ermutigen Menschen.
- Wir ermutigen Menschen durch die Art, wie wir denken und handeln.
- Gute Stimmung und ein positives Klima sind für unseren Geschäftserfolg genauso wichtig wie für die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
- Menschen, die Freude am Lernen haben und die wenn notwendig – auch konstruktive Kritik üben, sind bei uns richtig.
Wir machen die Zukunft möglich.
- Wir reden nicht nur, wir machen Dinge möglich. Wir gehen dabei stets den korrekten und lösungsorientierten Weg.
- Was immer wir tun, wir haben die Umwelt, aus der wir Energie gewinnen, im Blick.
- Nachhaltigkeit ist uns in allen Bereichen ein wichtiges Anliegen.
werden, wobei die Umsetzung der Projekte von den durch die Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen bezüglich Raumplanung abhängt. Im Umweltgeschäft werden Projekte auf selektiver Basis unter präziser Abwägung der Risiken umgesetzt werden. Durch die beschriebenen Konsolidierungsmaßnahmen soll der Cash Flow optimiert und ein angemessener Verschuldungsgrad gehalten werden. Die strikte Kapitaldisziplin ist eine Voraussetzung zur Erfüllung der Kriterien eines Investment-Grade-Ratings, das als wesentlicher Erfolgsfaktor für die weitere Geschäftsentwicklung der EVN angesehen wird.
Innerhalb dieses Konsolidierungspfades liegt ein Hauptaugenmerk der EVN auf der Gewährleistung der Versorgungssicherheit, die auch in der Wesentlichkeitsmatrix einen hohen Stellenwert einnimmt. Mit einem kontinuierlichen Ausbau und der Verbesserung der Energienetze begegnet die EVN diesen Herausforderungen, die neben regulatorischen Bestimmungen auch vom Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten im Netzgebiet der EVN geprägt sind.
In der Stromproduktion hat sich die EVN eine 30 %ige Erzeugungsquote zum Ziel gesetzt. Gemeint ist damit der Anteil des verkauften Stroms, der mit eigenen Anlagen erzeugt wird bzw. durch Strombezugsrechte abgedeckt werden kann. Aktuell beläuft sich dieser Wert auf 18,3 % (2011/12: 15,5 %). Nach der Vollinbetriebnahme des Wasserkraftwerks Ashta im April 2013 wird mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum ein weiterer wichtiger Schritt zur Steigerung gesetzt. Die Quote der Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern soll auf 50 % angehoben werden. Neben dem forcierten Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich werden auch regionale Projekte im Bereich der Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik einen Beitrag zur Zielerreichung liefern. Durch den Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energien nimmt die EVN sowohl ihre ökonomische als auch ihre ökologische Verantwortung wahr und trägt zudem zur Sicherstellung der Energieversorgung bei.
Leitbilder
Die Unternehmensstrategie der EVN wird unter anderem von zentralen Leitbildern wie dem Unternehmensleitbild, dem Umweltleitbild und dem Leitbild für Führungskräfte flankiert. Diese Leitbilder beziehen sich ebenso wie der EVN Verhaltenskodex auf international anerkannte Standards und finden in der gesamten Organisation auch als Nachhaltigkeitsprinzipien Anwendung. Darüber hinaus implementierte die EVN eine Integritätsklausel für Lieferanten, die unter anderem Richtlinien für eine nachhaltige Beschaffung sowie Aufgaben und Pflichten der Lieferanten definiert.
- Die einzelnen Leitbilder finden sich unter dem Punkt CSR-Strategie auf www.verantwortung.evn.at.
- Der Verhaltenskodex der EVN ist abrufbar unter: www.evn.at/verhaltenskodex.aspx.
- Die Integritätsklausel ist unter www.evn.at/Integritaetsklausel abrufbar.
Mitarbeiter
Die EVN ist in den letzten zehn Jahren stark gewachsen und hat sich von einem regionalen Arbeitgeber zu einem international tätigen Konzern entwickelt, der heute in 21 Ländern aktiv ist. Vor den Expansionsschritten betrug der Personalstand der EVN rund 2.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2012/13 waren durchschnittlich 7.497 Mitarbeiter beschäftigt.
Mit diesem Wachstum hat auch eine große kulturelle Vielfalt Einzug in die Welt der EVN gehalten, die als Bereicherung und Chance verstanden wird. Die etablierten Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage, E(V)Nable tragen der Diversität der Mitarbeiter
| Mitarbeiterkennzahlen | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Mitarbeiterstand1) | Anzahl | 7.497 | 7.594 | 8.250 |
| davon Frauen | % | 21,9 | 21,6 | 22,8 |
| Lehrlinge 2) | Anzahl | 46 | 41 | 55 |
| Mitarbeiterfluktuation3) | % | 3,2 | 3,2 | 3,0 |
| Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit | Jahre | 16,1 | 15,9 | 16,0 |
| Durchschnittliches Lebensalter | Jahre | 43,5 | 43,2 | 43,6 |
| Umsatz/Mitarbeiter | EUR | 367.474 | 374.830 | 330.807 |
| Krankheitstage/Mitarbeiter | Anzahl | 10 | 9 | 10 |
| Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz 4) | % | 11,1 | 11,0 | 11,7 |
1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt
2) Lehrlinge nur in Österreich und Deutschland aufgrund des dualen Ausbildungssystems
3) Exkl. Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie exkl. Pensionierungen
4) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
Rechnung und sollen diese dazu ermutigen, das EVN Markenversprechen gegenüber den unterschiedlichen Stakeholdern einzuhalten.
Die Grundsätze des Personalwesens zielen auf die Gleichbehandlung und Chancengleichheit der Mitarbeiter ab und fördern die betriebliche Sozialpartnerschaft, Arbeitsschutz, -gesundheit und -sicherheit. Darüber hinaus stehen die laufende Information der Belegschaft über Unternehmensentwicklungen sowie die Förderung des Mitarbeiterengagements für soziale und gesellschaftliche Anliegen im Fokus.
Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze des Personalwesens findet sich ab Seite 192 dieses Berichts.
Stakeholdermanagement
Als Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen erweckt die EVN hohes öffentliches Interesse und steht damit stärker als Unternehmen anderer Branchen unter ständiger kritischer Beobachtung. In den vergangenen Jahren, die von Expansion, Wachstum und Investitionen gekennzeichnet waren, stieg die Aufmerksamkeit der Stakeholder weiter an. Gleichzeitig wurden die Transparenz in der Kommunikation sowie die Anzahl der partizipatorischen Verfahren kontinuierlich gesteigert. Die EVN ist sich der Vielfältigkeit der Ansprüche ihrer Interessengruppen bewusst und forciert daher den Dialog mit ihnen. Im Rahmen eines fundierten Stakeholdermanagements werden wirkungsvolle Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie für den laufenden Nachhaltigkeitsprozess entwickelt. Die EVN stellt an sich selbst den Anspruch, stets die Erwartungen der Stakeholder zu kennen und gute Beziehungen einzugehen, aufrechtzuerhalten und zu stärken.
Für eine systematische und gut strukturierte Pflege der Stakeholderbeziehungen wurde im Jahr 2010 eine Stakeholderbefragung durchgeführt und darauf aufbauend ein strategisches Konzept für das Stakeholdermanagement entwickelt. Die Ergebnisse der Stakeholderbefragung führten auch zu einer Anpassung und Weiterentwicklung der EVN Wesentlichkeitsmatrix (siehe Seite 33). Im Jahr 2014 soll die Stakeholderbefragung mit dem Ziel wiederholt werden, die strategischen Handlungsfelder und
| Stakeholder der EVN und die Art der Einbeziehung (Auszug) |
Befragung (Mitarbeiter und Kundenbefragung in regelmäßigen Abständen, Stakeholderbefragung 2010 etc.) |
Laufender und regelmäßiger Kontakt |
Arbeitsgruppe, Forum, Jahresversammlung (1–2-mal pro Jahr oder öfter) |
Beiräte, Expertengremien (1–2-mal pro Jahr oder öfter) |
Aufsichtsrat |
|---|---|---|---|---|---|
| Mitarbeiter | + | + | + | + | + |
| Kunden | + | + | + | + | + |
| Lieferanten | + | + | + | + | + |
| NGOs | + | + | + | + | – |
| Medien | + | + | + | – | – |
| Investoren | + | + | + | + | + |
Abbildung: Darstellung der EVN Anspruchsgruppen
deren Priorisierung zu überprüfen und Schwerpunkte für die zukünftige Weiterentwicklung abzuleiten. Die Ergebnisse werden auch einer weiteren Optimierung der Unternehmenskommunikation dienen und helfen, geeignete Dialog- und Kooperationspartner zu identifizieren. Gleichzeitig wird davon erwartet, wertvolle Beiträge für die Früherkennung wichtiger sozialer und ökologischer Themenstellungen zu erhalten.
Im Mittelpunkt des Stakeholdermanagements der EVN stehen die intensiven Beziehungen der internen Verantwortlichen für die strategischen Geschäftsfelder und Fachabteilungen mit deren Stakeholdern: Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Partner, externe Organisationen, Verbände, NGOs, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Forschung. Jene Stakeholder, die in enger und relevanter Beziehung mit dem Unternehmen stehen, werden dabei als wichtigste Interessengruppen für die EVN erachtet.
Ein institutionalisierter Dialog mit den verschiedenen Anspruchsgruppen wird in Arbeitsgruppen, Gemeindegremien, in Form von Projektmediation mit regionalen Bürgerinitiativen, im EVN Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung, im EVN Kundenbeirat, im EVN Sozialfonds sowie im EVN Kunstrat sichergestellt. Darüber hinaus gibt es ein Beschwerdemanagement, um auf Wünsche und Anforderungen der Kunden ausreichend und professionell eingehen zu können. Die intensive Kommunikation und Kooperation zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat stellt sicher, dass Mitarbeiterangelegenheiten entsprechende Aufmerksamkeit zukommt. Stakeholderbeziehungen werden zudem durch zahlreiche gemeinsame Initiativen und Projekte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene gestärkt.
Weiterführende Informationen finden sich unter SO1 im Abschnitt Aspekt: Lokale Gemeinschaften und EU19 im Abschnitt Sector Supplements – Gesellschaft.
Strategische Projekte im Überblick
Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit aller Kunden bildet das strategische Fundament der EVN. Neben den dafür notwendigen Energieverteilungsnetzen nimmt dabei der Ausbau der Erzeugungskapazitäten mit dem Ziel eines flexiblen Kraftwerkportfolios die oberste Priorität ein. In den nächsten Jahren liegt der Fokus unverändert auf der Erweiterung von Windenergiekapazitäten im Kernmarkt Niederösterreich. Aktuell werden über 100 Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 200 MW betrieben, womit die EVN der zweitgrößte Windkraftbetreiber Österreichs ist. Darüber hinaus befinden sich weitere Projekte zur Flexibilisierung und Erweiterung der Erzeugungskapazitäten derzeit in unterschiedlichen Planungs- bzw. Realisierungsphasen.
In Albanien konnte im Berichtsjahr das Wasserkraftwerk Ashta am Fluss Drin, das die EVN in einem Joint Venture mit der Verbund AG errichtete, in Betrieb genommen werden. Seit April 2013 liefert das Kraftwerk mit einer Gesamtkapazität von 53 MW Strom an den staatlichen albanischen Energieversorger. Im März 2013 entschied sich die EVN gegen die Realisierung des zweiten geplanten Wasserkraftprojekts am Fluss Devoll in Albanien und verkaufte ihren 50 %-Anteil an den Projektpartner Statkraft A.S. Das Closing fand am 7. Mai 2013 statt.
In Bulgarien erfolgen derzeit Prüfungs- und Vorarbeiten zur Errichtung eines mehrstufigen Speicherkraftwerks am Fluss Arda.
Um Erzeugungsschwankungen aus erneuerbaren Energiequellen bzw. Nachfragespitzen ausgleichen zu können, wird auch weiterhin der Einsatz thermischer Erzeugungsanlagen notwendig sein. Die EVN hat sich daher an der Errichtung des hocheffizienten Steinkohlekraftwerks Duisburg-Walsum in Deutschland beteiligt. Nach der derzeit laufenden Inbetriebsetzung und einem Probebetrieb wird der kommerzielle Betrieb aufgenommen werden.
Im Gasbereich dienen zwei Großprojekte der Abdeckung von Kapazitätsengpässen sowie dem Ersatz bestehender Leitungssysteme und somit der Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Die Erdgashochdruckleitung Südschiene wurde im Herbst 2011 fertiggestellt und in Betrieb genommen. Neben den genannten Aspekten verbindet die 150 km lange sogenannte Westschiene zudem Gaskraftwerkskapazitäten und Endkundenmärkte mit neu errichteten Gasspeicheranlagen der RAG in Oberösterreich. Ihr erster Abschnitt mit einer Länge von etwa 60 km wurde Ende 2012 in Betrieb genommen, die Gasbefüllung des zweiten etwa 70 km langen Abschnitts erfolgt seit September 2013. Der dritte Abschnitt befindet sich derzeit in Errichtung, und die Inbetriebnahme des letzten Abschnitts wird aus heutiger Sicht Mitte 2014 erfolgen können.
Finanzstrategie
Die Erwirtschaftung hoher und stabiler Cash Flows aus dem laufenden Geschäft ist die übergeordnete ökonomische Zielsetzung der EVN, die die Grundlage für eine ausgewogene Mittelverwendung bildet. Neben dieser Innenfinanzierung stehen der EVN weitere Finanzierungsquellen offen, die in Übereinstimmung mit den finanzwirtschaftlichen Zielsetzungen und der Finanzierungsstrategie eingesetzt werden. Die daraus resultierende Finanzkraft ermöglicht die Realisierung wertsteigernder Investitionsvorhaben und eine attraktive Dividendenpolitik. Folgende Aspekte stehen im Fokus der Finanzstrategie:
- Stabile Ergebnisbeiträge aus dem Kerngeschäft
- Absicherung der Ergebnisbeiträge aus den Auslandsaktivitäten und den strategischen Beteiligungen
- Sicherstellung der Einstufung im Bereich "Investment Grade" durch Ratingagenturen, um attraktive Finanzierungskosten sicherzustellen
- Aufrechterhaltung einer attraktiven Dividendenpolitik
Bei der Ausrichtung der finanzwirtschaftlichen Zielsetzungen orientiert sich das Management der EVN an den folgenden Finanzkennzahlen:
| Finanzkennzahlen | 30.09.2013 | 30.09.2012 |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | 43,2 % | 43,9 % |
| Net Debt Coverage (FFO) (Schuldendeckungsgrad) |
44,2 % | 34,8 % |
| Interest Cover (FFO) | 8,2x | 6,8x |
| Ausschüttungsquote | 65,3 % | 38,7 % |
Die Steuerung der Liquidität im Sinne der Beschaffung wie auch der Veranlagung liquider Mittel erfolgt für alle Unternehmenseinheiten im Konzern zentral über die EVN AG. Darüber hinaus dienen die EVN Finanzservice GmbH und die EVN Projektmanagement GmbH als Steuerungsgesellschaften für das Cash Pooling im Konzern sowie für die Vergabe von internen Konzerndarlehen, wobei die Fremdüblichkeit der Finanzierungs- und Veranlagungskonditionen stets gewährleistet sein muss.
Das Geschäftsmodell eines Energieversorgungsunternehmens erfordert vor allem die Optimierung der langfristigen Finanzierungsstruktur. Besonderes Augenmerk wird dabei auf ein ausgewogenes und möglichst langfristig orientiertes Laufzeitenprofil bei gleichzeitiger Optimierung des Durchschnittszinssatzes gelegt. Von wesentlicher Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Ratings der EVN AG und das Debt-Issuance-Programm (aktualisiert am 19. April 2013 mit Nachtrag vom 30. September 2013). Beides sichert der EVN AG flexible und attraktive Refinanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt und erhöht die Unabhängigkeit von den Kreditmärkten. Das Debt-Issuance-Programm, das auf ein Gesamtvolumen von 2 Mrd. Euro ausgerichtet ist, wird derzeit etwa zur Hälfte genutzt. Die aktuell ausstehenden Anleihen weisen Restlaufzeiten von einem bis 19 Jahre aus. Ihre gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit lag am 30. September 2013 bei 7,03 Jahren (Vorjahr: 8,03 Jahre).
Weitere Eckpfeiler für die stabile Finanzierungsstruktur der EVN AG sind die bilateralen Kreditzusagen von insgesamt sieben Banken im Gesamtausmaß von 175,0 Mio. Euro sowie die mit einem aus 13 internationalen Banken bestehenden Konsortium abgeschlossene syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. Euro. Sowohl die Kreditzusagen (Restlaufzeiten von zwei bis sechs Jahren) als auch die syndizierte Kreditlinie (Restlaufzeit von vier Jahren) dienen primär als Liquiditätsreserve. Kreditaufnahmen durch Konzerngesellschaften erfolgen nur in Ausnahmefällen, wobei dies in enger Abstimmung mit der Konzernfunktion Finanzwesen erfolgt.
Neben der Diversifikation der eingesetzten Finanzierungsinstrumente und der Diversifikation der Finanzierungspartner ist die Streuung der Laufzeiten für ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil eine weitere zentrale Zielsetzung der Finanzstrategie. Das Fälligkeitsprofil der Finanzverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag 30. September 2013 wird in nachstehender Grafik veranschaulicht. Die Fälligkeiten des Geschäftsjahres 2013/14 werden zeitgerecht am Kapitalmarkt refinanziert. Falls Finanzierungen in Fremdwährungen abgeschlossen werden, wird das Wechselkursänderungsrisiko bei Vertragsabschluss gegen Währungsschwankungen abgesichert. Eine Beschreibung der Finanztransaktionen des Berichtsjahres und der Bilanzstruktur findet sich im Lagebericht ab Seite 74.
Rating
Die Ratings der europäischen Versorgungsunternehmen standen im vergangenen Geschäftsjahr mehrheitlich unter Druck, weitere Herabstufungen waren die Folge. Die Einschätzungen der Ratingagenturen hinsichtlich der Bonität der EVN blieben hingegen im Geschäftsjahr 2012/13 unverändert. Nach den jährlichen Ratinggesprächen, die mit beiden Agenturen im März 2013 geführt wurden, bestätigte Standard & Poor's im
| EVN Anleihen | Öffentliche Anleihen | Privatplatzierungen | |||
|---|---|---|---|---|---|
| EUR | CHF | JPY | JPY | ||
| Betrag | 300,0 Mio. | 250,0 Mio. | 12,0 Mrd. | 8,0 Mrd. | |
| Endfälligkeit | 13.04.2022 | 20.02.2014 | 09.01.2024 | 01.09.2014 | |
| Laufzeit (Jahre) | 10,5 | 5 | 15 | 20 | |
| Kupon (% p. a.) | 4,250 | 3,625 | 3,130 | 5,200 | |
| ISIN | XS0690623771 | CH0049763102 | XS0406428036 | XS0052014114 |
| EVN Anleihen | Privatplatzierungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| Betrag | 100,0 Mio. | 25,0 Mio. | 30,0 Mio. | 28,5 Mio. | 150,0 Mio. |
| Endfälligkeit | 20.02.2032 | 23.02.2032 | 18.03.2019 | 11.03.2016 | 23.06.2017 |
| Laufzeit (Jahre) | 20 | 20 | 10 | 7 | 8 |
| Kupon (% p. a.) | 4,125 | 4,125 | 5,250 | 5,000 | 5,250 |
| ISIN | XS0744577627 | XS0746091981 | XF000NS4HD4 | XS0417260329 | XS0434384334 |
Das aktuelle Anleihenprogramm der EVN findet sich auf der Webseite der EVN
unter www.evn.at/Finanzstrategie.
Mai 2013 das Rating von BBB+ (stabiler Ausblick). Ende Juni 2013 wurde von Moody's nach Vorliegen des Ergebnisses für das erste Halbjahr 2012/13 die zuvor bereits im April getroffene Ratingeinschätzung von A3 (stabiler Ausblick) bestätigt.
Die stabile Bonitätseinschätzung beider Ratingagenturen im guten Investment-Grade-Bereich ermöglicht der EVN weiterhin einen flexiblen Kapitalmarktzugang zu attraktiven Konditionen und langen Laufzeiten.
Die EVN Aktie
Im Laufe des Berichtzeitraums Oktober 2012 bis September 2013 haben zahlreiche Aktienindizes trotz der anhaltenden Unsicherheiten am Markt und der damit verbundenen Volatilität historische Höchstkurse erreicht. Aktuelle Problemstellungen, die das Geschehen auf den internationalen Kapitalmärkten prägten, waren Diskussionen hinsichtlich einer weiteren Rettungstranche für Griechenland, Regierungskrisen in mehreren europäischen Ländern, der anhaltende Bürgerkrieg in Syrien, die politischen Unruhen in der Türkei und nicht zuletzt unterschiedliche Kommentare der US-Notenbank Fed betreffend einer baldigen Rückführung der Unterstützungsmaßnahmen und einer strafferen Geldpolitik. Darüber hinaus bereitete die unverändert hohe Arbeitslosigkeit in Europa, insbesondere die Zahl der Arbeitssuchenden unter 25 Jahren, Sorge.
Angesichts dieser Entwicklungen senkte die Europäische Zentralbank (EZB) im Mai und November 2013 die Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte auf nunmehr 0,25 % und bekräftigte neuerlich das längerfristige Festhalten an ihrer expansiven Geldpolitik.
Trotz dieses herausfordernden Umfeldes entwickelten sich die Aktienmärkte generell sehr positiv. Der deutsche Leitindex DAX konnte von Oktober 2012 bis September 2013 um 19,1 % zulegen, während der Wiener Leitindex ATX um 21,0 % gestiegen ist.
Die EVN Aktie konnte sich in einem für Energieunternehmen schwierigen Umfeld im Jahresvergleich bewähren. Kursrückgänge, die zwischen Jänner und Juli 2013 zu verzeichnen waren, wurden in weiterer Folge wettgemacht. Die EVN Aktie schloss das Geschäftsjahr 2012/13 mit einem Kurs von 11,29 Euro und verzeichnete damit einen Anstieg um 4,2 %. Daraus errechnet sich eine Marktkapitalisierung per 30. September 2013 in der Höhe von 2,03 Mrd. Euro. Der für die EVN relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities stieg im selben Zeitraum um 0,5 %. Das tägliche durchschnittliche Handelsvolumen mit EVN Aktien legte im Vorjahresvergleich leicht auf 50.554 Stück (Einmalzählung) zu. Daraus ergab sich ein Jahresumsatzvolumen an der Wiener Börse von 136,0 Mio. Euro (Einmalzählung), was einem Anteil von 0,74 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entsprach. Die Gewichtung im ATX betrug per Ende September 2013 1,0 %.
Der Vorstand der EVN AG beschloss am 28. Dezember 2012 und am 29. August 2013, gestützt auf eine Ermächtigung der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 19. Jänner 2012, im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms weitere bis zu jeweils 1.000.000 Stück eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Im Maximalfall entspricht dies bis zu je 0,556 % des derzeitigen Grundkapitals der EVN AG. Gleichzeitig hat der Vorstand der EVN AG den Beschluss gefasst, das seit 6. Juni 2012 planmäßig laufende Aktienrückkaufprogramm bis voraussichtlich 31. Mai 2014 zu verlängern. Seit Beginn des Aktienrückkaufprogramms am 6. Juni 2012 wurden bis Ende Dezember 2012 insgesamt 931.530 Stück eigene Aktien erworben. Im Rahmen der Verlängerung des Programms wurden von Jänner bis 28. August 2013 weitere 656.000 Stück und danach bis 30. September weitere 6.000 Stück eigene Aktien gekauft, womit sich die Gesamtzahl der erworbenen eigenen Aktien auf 1.593.530 beläuft. Per 30. September 2013 hält die EVN damit inklusive der im Jahr 2008 gekauften Aktien 1.843.612 eigene Aktien, die einem Anteil von rund 1,0 % am Grundkapital entsprechen.
In der 84. Hauptversammlung am 17. Jänner 2013 wurde die Zahlung einer Dividende an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von 75,0 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro je dividendenberechtige Aktie beschlossen. Ex-Dividendentag war der 22. Jänner 2013; die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 25. Jänner 2013.
In dieser Hauptversammlung wurde auch ein neues Mitglied in den Aufsichtsrat der EVN AG gewählt. Hans-Peter Villis (Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-Württemberg AG bis zum 30. September 2012) legte sein Aufsichtsratsmandat mit Ablauf der 84. ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2013 zurück. Ihm folgt Thomas Kusterer (CFO, Mitglied des Vorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG) für den Rest der Funktionsperiode, somit bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat.
Des Weiteren wurde zur Umsetzung des Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetzes 2011 BGBl I 53/2011 der § 5 Abs 2 die Satzung der EVN AG geändert und der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ausgeschlossen. Um der neuen Rechtslage zu entsprechen, mussten einzelverbriefte Aktienurkunden eingezogen und durch Sammelurkunden ersetzt werden. Die Kraftloserklärung der nicht eingereichten effektiven Aktienurkunden erfolgte mit Beschluss des Vorstands vom 25. Juni 2013 und mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Wiener Zeitung. Details zur Kraftloserklärung von einzelverbrieften Aktienurkunden finden Sie unter www.evn.at/Kraftloserklaerungvon-Aktien.
Die EVN strebt bei ihrer Mittelverwendungsstrategie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den bereits initiierten Investitionsprojekten und einer attraktiven Aktionärsvergütung an. Für das Geschäftsjahr 2012/13 wird der Vorstand bei der 85. Hauptversammlung am 16. Jänner 2014 eine Dividende in Höhe von 0,42 Euro je Aktie vorschlagen. Dadurch ergibt sich für das Geschäftsjahr 2012/13 eine Ausschüttungsquote von 65,3 % des Konzernergebnisses.
Aktionärsstruktur
Aufgrund verfassungsrechtlicher Bestimmungen werden 51,0 % der Aktien von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten. Die zweitgrößte Aktionärin ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit einem Anteil von 32,5 %. Im Mai 2012 wurde ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen, das im Dezember 2012 und im August 2013 verlängert wurde. In Summe hat die EVN AG im Rahmen dieses Programms eigene Aktien in der Höhe von rund 1 % des Grundkapitals erworben, womit sich der verbliebene Streubesitz per 30. September 2013 auf 15,5 % beläuft.
15,5 % Streubesitz
1,0 % Eigene Aktien
| Die EVN Aktie | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Kurs per ultimo September | EUR | 11,29 | 10,84 | 10,82 |
| Höchstkurs | EUR | 12,66 | 11,07 | 13,76 |
| Tiefstkurs | EUR | 9,42 | 9,17 | 9,92 |
| Kursveränderung | % | 4,2 | 0,2 | –5,5 |
| Total Shareholder Return | % | 8,1 | 4,1 | –1,7 |
| ATX Entwicklung | % | 21,0 | 7,30 | –23,4 |
| Dow Jones Euro Stoxx Utilities Entwicklung | % | 0,5 | –9,10 | –19,2 |
| Aktienumsatz1) | Mio. EUR | 136 | 122 | 358 |
| Durchschnittlicher Tagesumsatz1) | Stück | 50.554 | 48.417 | 122.528 |
| Anteil am Gesamtumsatz1) | % | 0,74 | 0,64 | 1,08 |
| Börsekapitalisierung per ultimo September | Mio. EUR | 2.031 | 1.949 | 1.945 |
| ATX Gewichtung | % | 1,00 | 1,22 | 1,27 |
| WBI (Wiener Börse Index) Gewichtung | % | 2,47 | 2,77 | 2,91 |
| Ergebnis je Aktie3) | EUR | 0,64 | 1,09 | 1,08 |
| Dividende je Aktie3) | EUR | 0,422) | 0,42 | 0,41 |
| Cash Flow je Aktie3)4) | EUR | 3,10 | 2,68 | 2,68 |
| Buchwert je Aktie3) | EUR | 17,19 | 16,80 | 17,84 |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis | X | 17,6 | 10,0 | 10,0 |
| Kurs-Cash-Flow-Verhältnis4) | X | 3,6 | 4,0 | 4,0 |
| Kurs-Buchwert-Verhältnis | X | 0,7 | 0,7 | 0,7 |
| Dividendenrendite | % | 3,7 | 3,9 | 3,8 |
| Ausschüttungsquote | % | 65,3 | 38,7 | 38,0 |
1) Wiener Börse, Einmalzählung
2) Vorschlag an die Hauptversammlung
3) Im Handel befindliche Aktien per 30. September
4) Cash Flow aus dem Ergebnis
Investor Relations
Der aktive und regelmäßige Dialog mit bestehenden und potenziellen Investoren sowie mit Aktien- und Anleiheanalysten, Banken und Ratingagenturen wird bei der EVN durch die Abteilung Investor Relations verantwortet, die dem Finanzwesen zugeordnet und dem Finanzvorstand unterstellt ist.
Bei der Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern gelten klare Grundprinzipien. Alle Informationen werden zeitgleich, offen und transparent kommuniziert, die Berichterstattung erfolgt aktiv und möglichst umfassend. Den Kapitalmarktteilnehmern soll so eine möglichst realistische Einschätzung der Unternehmensentwicklung ermöglicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Kommunikationsangebote und Informationsmaterialien entsprechend den Bedürfnissen der Kapitalmarktteilnehmer laufend weiterentwickelt und um innovative Lösungen ergänzt. Dabei wird auch auf die Informationsbedürfnisse von nachhaltig orientierten Anlegern eingegangen.
Neben der regelmäßigen Teilnahme an Roadshows berichtet die EVN über den Geschäftsverlauf im Rahmen von vierteljährlichen Telefonkonferenzen für Analysten, institutionelle Investoren und Banken sowie in halbjährlichen Pressekonferenzen für Journalisten. Privataktionäre erhalten detaillierte Informationen nicht nur bei der Hauptversammlung, sondern seit dem Geschäftsjahr 2007/08 anlässlich des Halbjahresergebnisses auch in Form eines Informationsnachmittags, bei dem der Vorstand der EVN AG über die Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres und die strategischen Ziele bzw. deren Realisierung berichtet. Im Geschäftsjahr 2012/13 nahmen rund 200 Privataktionäre an dieser Veranstaltung teil.
Zur Ressourcenschonung forciert die EVN seit Beginn des Geschäftsjahres 2012/13 den Einsatz moderner Kommunikationsmittel. Der generelle Massendruck und -versand der EVN Aktionärsbriefe (Zwischenberichte) wurde deshalb eingestellt. Sie stehen unverändert als Online-Berichte sowie als PDF-Dokumente auf der EVN Webseite unter www.investor.evn.at zur Verfügung. Auf Wunsch erhalten die Aktionäre die EVN Aktionärsbriefe nach wie vor auch über den Postweg.
Die EVN arbeitet kontinuierlich an der Optimierung ihrer Berichterstattung. Seit dem Berichtsjahr 2009/10 wird anstelle der bis dahin getrennt publizierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte der EVN Ganzheitsbericht veröffentlicht. Neben dem Konzernlagebericht und dem Konzernabschluss umfasst er auch den Corporate Governance-Bericht und geht detailliert auf die Nachhaltigkeitsindikatoren, wie sie die Global Reporting Initiative vorsieht, ein.
Im Geschäftsjahr 2012/13 hat die EVN in unterschiedlichen Kategorien folgende nationale und internationale Auszeichnungen bzw. Preise erhalten:
- Die EVN Macedonia erhielt für ihr Projekt "Continuous improvement of services" den National CSR-Award 2012 in der Kategorie "Market Relations".
- Der EVN Macedonia wurde das Zertifikat "Golden Supporter" für ihre kontinuierlichen Bemühungen in der Verbesserung der Lebensqualität von hilfsbedürftigen Menschen in der Region überreicht.
- Die EVN Bulgaria wurde für ihre beträchtlichen Errungenschaften im Bereich der Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit mit dem Prometeya Prize ausgezeichnet, der von der Gewerkschaft "Confederation of Independent Trade Unions in Bulgaria" (CITUB) verliehen wird.
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- Platz beim trend Austrian Annual Reporting Award in der Kategorie "Corporate Social Responsibility". Zudem 3. Platz in der Kategorie "Gesamtberichterstattung" sowie in der Kategorie "Online-IR und Geschäftsbericht".
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- Platz beim trend Austrian Annual Reporting Award in der Kategorie "Nachhaltigkeitsberichterstattung"
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- Platz in der Branchenwertung des IR-Global-Rankings 2012 in der Kategorie "Online Annual Report Ranking"
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- Platz beim Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) 2013 in der Kategorie "Integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht"
- Das interaktive Online-Werbemittel "EVN Smart Home" wurde vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) mit dem Werbepreis "Adgar" in der Sonderkategorie "Kreativer Einsatz von Onlinewerbung" prämiert.
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- Platz beim Wettbewerb "Place to Perform"
Als Kommunikationsplattform bieten die Internetportale der EVN www.investor.evn.at und www.verantwortung.evn.at neben den Ganzheits- und Quartalsberichten, Kapitalmarktaussendungen, Informationen zur Hauptversammlung, Roadshows und Analystenpräsentationen auch Audioaufzeichnungen der Telefonkonferenzen, Einschätzungen der Analysten zur Unternehmensentwicklung vor Quartalsergebnisveröffentlichungen, Online-Börseninformationen und zahlreiche individuell auf Anleger zugeschnittene Informationsdienstleistungen an.
Im Geschäftsjahr 2012/13 nahm der Finanzvorstand mit dem Investor-Relations-Team an internationalen Konferenzen und Roadshows folgender Investmentbanken teil: HSBC Trinkaus (Frankfurt), Baader Bank und Wiener Börse (Mailand), Société Générale (London), Raiffeisen Centrobank AG (Zürs), Macquarie (London), Baader Bank (München), Kochbank (Hamburg) und CF&B Communication (Paris).
Derzeit wird die Geschäftsentwicklung der EVN von der Raiffeisen Centrobank AG, Macquarie Capital (Europe) Limited, Société Générale S.A., Deutsche Bank AG und Kepler Cheuvreux regelmäßig analysiert. Trotz des derzeit schwierigen Branchenumfelds der Energieversorgungsunternehmen wies die EVN Aktie per Ende September 2013 drei Halte- und zwei Kaufempfehlungen aus, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 11,56 Euro liegt. Die Investmentstory der EVN stößt auch bei internationalen Investoren auf positive Resonanz. Nähere Informationen zu den einzelnen Empfehlungen finden sich auf www.evn.at/Analysen.
EVN auf einen Blick
Energie
| Energieerzeugung | |
|---|---|
| Stromerzeugungskapazitäten | 2.037 MW |
| Erneuerbare Energie | 550 MW |
| davon Wasserkraft1) | 307 MW |
| davon Windkraft | 200 MW |
| davon Photovoltaik | 3 MW |
| davon Biomasse | 13 MW |
| davon Sonstige 2) | 26 MW |
| Wärmekraft 3) | 1.487 MW |
| davon Gas | 1.088 MW |
| davon Kohle | 398 MW |
Umwelt
| Wasserver- und Abwasserentsorgung | |
|---|---|
| Wasserversorgung in Österreich | |
| Kunden | 502.100 |
| davon direkt versorgt | 83.500 |
| Leitungslänge | 2.361 km |
| Absatz | 26,2 Mio. m3 |
| Wasserver- und Abwasserentsorgung in Mittel-, Ost- und Südosteuropa |
|
| 105 Trink- und Abwasserprojekte | |
| 90 fertiggestellte Projekte davon | |
| installierte Trinkwasserkapazität | 1.183.500 EW6) |
| installierte Abwasserkapazität | 15.312.200 EW6) |
| Energieverteilung/Netzgeschäft | |
|---|---|
| Stromnetze | |
| Leitungslänge | 135.900 km |
| Kundenanlagen | 3.308.100 |
| Absatz | 20.916 GWh |
| Gasnetze4) | |
| Leitungslänge | 13.863 km |
| Kundenanlagen | 292.000 |
| Absatz | 15.239 GWh |
| Sonstige5) | |
| Kundenanlagen Kabel-TV und Telekommunikation | 213.500 |
| Thermische Abfallverwertung | |
|---|---|
| Österreich | |
| Anlage in Zwentendorf/Dürnrohr Jahreskapazität | 500.000 t |
| International | |
| Anlage in Moskau Jahreskapazität | 360.000 t |
Strategische Beteiligungen und Sonstiges
| Kundenanlagen Kabel-TV und Telekommunikation | 213.500 | Strategische Beteiligungen | |
|---|---|---|---|
| Verbund AG (EVN WEEV Beteiligungs GmbH) – Stromproduktion, -handel und -transport |
12,63 % | ||
| Energieversorgung | Burgenland Holding Aktiengesellschaft | ||
| Strom | (Energie Burgenland AG) – | ||
| Absatz | 20.209 GWh | regionale Strom- und Gasversorgung | 73,60 % |
| Gas | RAG-Beteiligungs-AG (Rohöl-Aufsuchungs AG) – | ||
| Absatz | 6.333 GWh | Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung | 50,03 % |
| Wärme | |||
| Leitungslänge | 670 km | ||
| Kundenanlagen | 80.200 | Sonstige Beteiligungen | |
| Absatz | 2.062 GWh | Utilitas-Gruppe – technische Dienstleistungen |
1) Inkl. der Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen
an den Kraftwerken Nußdorf in Wien und Ashta in Albanien sowie an der Verbund-Innkraftwerke GmbH
2) Beinhaltet zwei klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerksanlagen in Moskau
3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien
4) In Österreich und Kroatien
5) In Österreich
6) Einwohnerwert (EW): Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser
Der Kunde im Fokus
Rund vier Millionen Kunden vertrauten im Geschäftsjahr 2012/13 auf die sichere Versorgung mit Energie- und Umweltprodukten, die die EVN aus einer Hand anbieten kann. Das breite Produktportfolio, das sich aus der Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser und der Abwasserentsorgung sowie Kabel-TV- und Telekommunikationsdiensten zusammensetzt, trug zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in mehr als 20 Ländern in Zentral- und Südosteuropa bei. Die EVN beliefert 3,3 Millionen Kunden mit Strom, 292.000 Kunden mit Gas und 80.200 Kunden mit Wärme. Rund 500.000 Kunden in Niederösterreich werden mit sauberem Trinkwasser versorgt, und weitere 213.500 Kunden nahmen die Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste der EVN in Anspruch. Die Anlagen im Umweltgeschäft, die die EVN während der letzten Jahre in Projekten in den Bereichen thermische Abfallverwertung, Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung errichtete, versorgen 16,5 Millionen Kunden in 18 Ländern Europas. Die breite Kundenbasis der EVN spiegelt sich vor allem im Energiegeschäft wider, bei dem rund zwei Drittel auf Haushaltskunden entfallen. Der Rest verteilt sich auf Gewerbeunternehmen, Industrie und öffentliche Einrichtungen. Im projektbasierten Umweltgeschäft arbeitet die EVN überwiegend mit öffentlichen Auftraggebern wie Städten, Gemeinden und Kommunen zusammen.
| Kundenstruktur der EVN | 30.09.2013 |
|---|---|
| Energie1) | 3.680.300 |
| Stromnetze | 3.308.100 |
| Gasnetze | 292.000 |
| Wärmenetze | 80.200 |
| Umwelt | 16.997.800 |
| Wasser (Österreich) 2) | 502.100 |
| Internationales Trink- und Abwassergeschäft (EW3)) | 16.495.700 |
| Kabel-TV und Telekommunikation | 213.500 |
1) Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen erfolgt keine genauere Aufschlüsselung der Kundenstruktur.
2) Davon direkt versorgt: 83.500
3) Einwohnerwert: Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser
Getreu dem Motto "Die EVN ist immer für mich da" bemüht sich die EVN um eine professionelle Partnerschaft mit ihren Kunden, indem sie ein dichtes Netz an Kundenzentren und eine kompetente persönliche und telefonische Betreuung anbietet. In Niederösterreich stehen den EVN Kunden hochqualifizierte Mitarbeiter in 26 Kundenzentren zur Verfügung. Telefonisch werden Kundenanfragen zu Energiethemen, Rechnungen oder Produkten und Dienstleistungen der EVN von den Mitarbeitern des Kundendienstes an Werktagen von 7.00 bis 19.00 Uhr beantwortet. Außerhalb dieser Zeiten können die Kunden bei etwaigen Störungen die Kundenzentren zu jeder Tages- und Nachtzeit kontaktieren. Im Kundenservice der EVN in Österreich gingen im Geschäftsjahr 2012/13 rund 680.000 telefonische Kundenanfragen und 120.000 E-Mail-Anfragen ein. Um die Erfüllung interner Qualitätsstandards bei der Beantwortung von Kundenanfragen und -beschwerden zu überprüfen, führt die EVN seit Jahren ein Quality Improvement Programme durch, bei dem die Kunden nach ihren diesbezüglichen Erfahrungen befragt werden. Ziel ist eine Analyse der Bearbeitungsqualität von spezifischen Szenarien und das Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen, aus denen ein Maßnahmenkatalog abgeleitet wird. Im Zuge des Programms wurden im Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt 1.480 Stichproben durchgeführt. Im Frühling 2013 wurde ein weiterer Durchgang dieses Programms gestartet, bei dem bis Ende September Feedback von rund 520 Mitarbeitern eingeholt wurde.
Auch in der Energieberatung engagiert sich die EVN im Interesse ihrer Kunden. Mobile Beratungsteams und der 2011 eröffnete EVN Shop in Wiener Neustadt liefern in persönlichen Beratungsgesprächen und mit individuellen Serviceleistungen hilfreiche Tipps und wertvolles Wissen zur Hebung von Energiesparpotenzialen. Zu diesen Dienstleistungen zählen beispielsweise das SanierService, der Heizungstausch, die Wartung der Elektro- und Gasanlagen, die Berechnung des Energieausweises oder die Unterstützung bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen. Auf der Produktseite werden technische Lösungen zur Erhöhung der Energieeffizienz und damit zur Senkung des Energieverbrauchs angeboten. Individuelle und flexibel gestaltbare Energietarife runden das Angebot für die Kunden ab.
GRI-Indikator: Kundenzahlen (EU3)
Projekte zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für Energiefragen
Die gesellschaftliche Verantwortung der EVN drückt sich auch in für Kinder und Jugendliche organisierten Projekten aus. Wissenswertes zum breiten Themenfeld der Energie und der bewusste Umgang mit Energie stehen dabei im Fokus. Folgende Projekte werden beispielsweise regelmäßig angeboten:
EVN Kindergartenprojekt – Theatertournee "Joulius und das Licht für Emil"
Im Projekt "Energiebündel Joulius", an dem 950 niederösterreichische Kindergärten beteiligt sind, werden zusätzlich zu der Aufführung von Theaterstücken zu Energiethemen Anschauungs- und Lernmaterialien verteilt. Mit der aktuellen Tournee wurden 12.500 Kindern in rund 250 Kindergärten interessante Einblicke in das Thema Strom vermittelt.
EVN Schulservice
Jährlich besuchen die EVN Schulbetreuer über 15.000 Schüler in Niederösterreich und vermitteln in Vorträgen Wissen rund um die Themen Energie und Energiesparen. Zudem erhalten Schulen auch die Möglichkeit, Kraftwerksstandorte im Rahmen von Exkursionen zu besuchen. Lehrbehelfe, Klassenplaner, CDs, Experimentierkoffer und Modelle werden den 1.458 Schulen in Niederösterreich seit vielen Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt. Seit Oktober 2007 wird auch in Mazedonien und Bulgarien ein Schulservice angeboten.
Kundenbeirat
Als weitere Maßnahme zur Intensivierung des Kundendialogs gibt es bei der EVN einen Kundenbeirat. Dieser wurde 2011 gegründet und ging 2013 in die zweite Funktionsperiode mit neuen Mitgliedern über. Der Kundenbeirat unterstützt die kontinuierlichen Bemühungen des Unternehmens, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und den wechselseitigen Informationsaustausch zu verbessern. Er hat eine wichtige beratende Funktion, gibt Einblick in aktuelle Trends und Fragestellungen, bringt frische Ideen und Vorschläge in die EVN ein und prägt damit wesentlich die Gestaltung von Serviceleistungen, Produkten oder Kommunikationsmaßnahmen. Seine Mitglieder repräsentieren die vielfältigen Meinungen der Kunden und helfen damit der EVN, das Unternehmen mit deren Augen zu sehen.
Der Kundenbeirat wird alle zwei Jahre neu gewählt. Aufrufe zur Bewerbung engagierter Kunden der EVN erfolgen in der Kundenzeitschrift EVN Journal und auf der EVN Homepage. Die Auswahl der Mitglieder soll ein gleichberechtigtes Verhältnis unterschiedlicher Kundengruppen sicherstellen und damit eine breite Berücksichtigung der verschiedenen Kundenbedürfnisse gewährleisten. Die 24 Mitglieder des Kundenbeirats tagen zweimal im Jahr und treffen dabei EVN Mitarbeiter und Vertreter des Vorstands, um kundenrelevante Themen zu diskutieren und an Verbesserungsvorschlägen zu arbeiten.
Die EVN Bulgaria hat im September 2013 erstmals interessierte Kunden aufgerufen, sich zur Teilnahme an einem bulgarischen Kundenbeirat zu bewerben, um auch hier eine Plattform für den direkten Dialog zwischen dem Unternehmen und seinen Haushaltskunden zu gründen. Für 2014 ist auch in der EVN Macedonia die Einrichtung eines Kundenbeirats in Planung.
Nähere Informationen zum EVN Kundenbeirat und seinen Aktivitäten finden sich unter www.evn.at/Kundenbeirat.
Kundenzufriedenheit
Österreich
Die Entwicklung der Zufriedenheit der EVN Kunden wird seit Jahren in Form von systematischen Befragungen erhoben. Im Jahr 2012 wurden insgesamt rund 7.000 Haushaltskunden in Niederösterreich dazu befragt. Die erhobenen Daten und ihr Vergleich im Zeitablauf dienen zur Analyse der generellen Zufriedenheitsentwicklung sowie relevanter Geschäftsfälle und liefern wertvolle Rückschlüsse für Verbesserungspotenziale.
Die Gesamtzufriedenheit der EVN Haushaltskunden lag 2012 mit einem Mittelwert von 1,76 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) stabil auf gutem Niveau (2011: 1,77). Im langjährigen Vergleich lag 2012 die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem höchsten Niveau seit 2004. Die neue und klarer strukturierte Rechnung, die auch den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen hat, wurde ebenfalls positiv beurteilt. Die Kunden bezeichneten neben dem Preis die Versorgungssicherheit als das wichtigste Argument für die Wahl des Stromanbieters und sahen darin unverändert die größte Stärke der EVN, gefolgt von der Zufriedenheit mit der telefonischen Kundenbetreuung.
EVN Rechnung neu: kompakter, klarer und übersichtlicher
Zahlreiche gesetzliche Vorgaben führten dazu, dass die EVN Rechnungen in den letzten Jahren immer komplexer und umfangreicher wurden. Um die Verständlichkeit, Klarheit und Transparenz der Rechnung zu erhöhen, wurde im Rahmen eines umfangreichen Projekts die EVN Rechnung kundengerecht neu gestaltet. Bereichsübergreifend wurden in einem mehrstufigen Prozess, in Zusammenarbeit mit Kunden und Mitgliedern des Kundenbeirats, – die Ansprüche und Bedürfnisse an die Rechnung erhoben,
- die Befragungsergebnisse analysiert und eingearbeitet
- und verschiedene Designentwürfe erarbeitet, bewertet und der finale Rechnungsentwurf ausgewählt.
Insgesamt trugen 811 EVN Mitarbeiter mit ihren Vorschlägen und Anregungen im Zuge der Befragung im Jänner 2012 zur Optimierung der Rechnungsgestaltung bei.
Der 2011 eingeführte Customer Loyalty Index der EVN, der auf Basis verschiedener Indikatoren die Loyalität der Kunden misst, wurde als strategisches Monitoringinstrument etabliert und auch im Jahr 2012 monatlich berechnet. Ziel der Messung ist es, Veränderungen der Kundentreue zeitnah festzustellen, deren Ursachen zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu fördern. Die Erhebung ließ erkennen, dass sich serviceorientierte Kunden besonders loyal mit der EVN verbunden fühlen.
Im Dezember 2012 wurde das Überwachungsaudit für die Zertifizierung für Europäische Call Center nach der Norm EN 15838 erfolgreich absolviert. In der Norm werden Anforderungen an die Qualität der Dienstleistungen von Kundenkontaktzentren festgelegt, wobei die Zufriedenheit der Kunden im Mittelpunkt steht. Geprüft werden die Bereiche Personal, Organisation, Prozess, Technik und Dienstleistung. Diese Zertifizierung ist ein aussagekräftiger Beleg für die hohe Servicequalität der kostenlosen Servicehotline der EVN.
Bulgarien und Mazedonien
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden im Kundenservice der EVN Macedonia 340.000 telefonische Kundenanfragen und rund 14.600 Anfragen per E-Mail bearbeitet. In der EVN Bulgaria waren es rund 531.00 Anfragen per Telefon und rund 23.800 per E-Mail.
In Mazedonien wurden zur Erhebung der Kundenzufriedenheit 7.500 Interviews und 1.500 Mystery-Shopping-Tests durchgeführt. Um eine zeitnahe Realisierung der erkannten Optimierungspotenziale sicherzustellen, wurden die Kommunikation von Ergebnissen und das Management von Verbesserungs maßnahmen neu organisiert. Die EVN Macedonia zeigte ihr Engagement für eine kontinuierliche Verbesserung der Kundenorientierung im Berichtsjahr auch durch die Organisation und Vorbereitung der internationalen Veranstaltung "Customer Service Week" in Mazedonien, die im Oktober 2013 stattfand. Die "Customer Service Week" ist ein internationales Event, an dem sich mehrere Tausend Unternehmen in mehr als 40 Ländern der Welt beteiligt haben und bei dem die Wichtigkeit der Kundenzufriedenheit und die besondere Bedeutung der Mitarbeiter in kundenorientierten Bereichen in den Mittelpunkt gerückt werden.
GRI-Indikator: Kundenzufriedenheit (PR5)
Produktverantwortung
Die Grundsätze der Produktverantwortung sind in den zentralen Leitbildern der EVN wie dem Unternehmensleitbild und dem Umweltleitbild verankert, womit ihr hoher Stellenwert zum Ausdruck kommt. Die EVN Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage und E(V)Nable unterstreichen die Bedeutung des EVN Markenversprechens, das nur mit dem Einsatz aller Mitarbeiter gehalten werden kann.
- Die einzelnen Leitbilder finden sich unter: www.verantwortung.evn.at.
- Nähere Informationen zu den EVN Leitwerten finden sich auf Seite 34 und 36.
Die Sicherung der Qualität und strenge Bestimmungen zum Schutz aller Kundendaten werden akribisch beachtet und permanent kontrolliert. Transparente und aussagekräftige Markt-, Produkt- und Dienstleistungskommunikation und die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber benachteiligten Menschen sowie aktiver Klimaschutz nehmen bei der EVN einen sehr hohen Stellenwert ein.
Die EVN verfügt über eine Zertifizierung ihrer Strom- und Gasnetze, die die Einhaltung der von den Verbänden "Oesterreichs Energie" und ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gasund Wasserfach) festgelegten sicherheitstechnischen Standards gewährleistet. Wiederkehrende Auditierungen durch ein externes, unabhängiges Auditorenteam gewährleisten ein hohes Qualitätsniveau, unter anderem in folgenden Bereichen:
- Planung, Bau, Betrieb, Instandhaltung der Netze und Anlagen
- Organisationsstrukturen, Verfahren und Prozesse
- Verantwortlichkeiten, Fach- und Entscheidungskompetenzen
- Schulungen, Sach- und Personalmittel
Die EVN orientiert sich bei der Planung und Gestaltung ihrer Werbe- und Marketingmaßnahmen nicht nur an den eigenen strategischen Zielsetzungen, sondern auch an den Zielen der Nachhaltigkeit. Zentrale Aspekte der Energieversorgung, Energiespartipps und Energiedienstleistungen werden dabei adäquat kommuniziert. Die EVN lehnt Werbemaßnahmen ab, die nicht den allgemein anerkannten ethischen oder kulturellen Standards entsprechen, die in die Privatsphäre eingreifen oder versuchen, besonders empfängliche Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder, zu beeinflussen.
GRI-Indikator: Gesetzeskonformität in der Werbung (PR6)
Die verantwortungsvolle Vorgehensweise der EVN entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimiert etwaige Risiken hinsichtlich Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das EVN Qualitätsmanagement ein. Im Fokus stehen dabei die Definition und Beachtung hoher Standards bei der (Weiter-)Entwicklung des Produktkonzepts, bei Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten sowie bei den Abläufen im Rahmen der Zertifizierung, Herstellung, Produktion, des Vertriebs, Marketings, der Verkaufsförderung, Verwendung, Wartung, Entsorgung und Wiederverwendung der Produkte. Das Recycling richtet sich nach österreichischen Maßstäben und gilt insbesondere bei den internationalen Aktivitäten der EVN und ihrer Tochtergesellschaften als beispielhaft im jeweiligen Land. Vor allem die nachhaltige Planung, Produktion und der Vertrieb von Elektrizität sowie die Qualitätssicherung der Netze und der Stromversorgung in jenen Gebieten, in denen die EVN tätig ist, sind besonders hervorzuheben. Alle Produkt- und Dienstleistungskategorien werden vollständig und laufend nach den Prinzipien einer ganzheitlichen Verantwortung mittels einer umfassenden Qualitätssicherung in Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden überprüft.
GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus (PR1)
1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh
1) Stromerzeugung aus thermischer Abfallverwertung der EVN Abfallverwertung, Erdöl und dessen Produkte, Biogas, Deponiegas und Klärgas
Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern der Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
Corporate Governance-Bericht
Die EVN ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Corporate Governance ergibt sich somit neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktienund Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN AG aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) – siehe www.corporate-governance.at – sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.
Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex
Allgemeines
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren nach einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Die EVN hat sich mit Wirkung zum 1. Juni 2006 dem ÖCGK in seiner Fassung vom Jänner 2006 vollinhaltlich unterworfen. Zum 1. Jänner 2008 trat der ÖCGK in der Fassung vom Juni 2007 für die EVN in Kraft; die Fassung Jänner 2009 ist für die EVN ab 1. Oktober 2009 und die Fassung Jänner 2010 ab 1. März 2010 verbindlich. Der ÖCGK in der Fassung Jänner 2012 wurde für die EVN ab 1. Oktober 2012 wirksam. Die Anpassung des ÖCGK an das 2. Stabilitätsgesetz vom Juli 2012 ist für die EVN nach Maßgabe dieses Gesetzes verbindlich.
Die Standards des ÖCGK unterteilen sich in drei Gruppen: Die sogenannten Legal Requirements beruhen durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und sind von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Sie werden von der EVN lückenlos eingehalten. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.evn.at/Corporate-Governance-Bericht im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln hingegen, die lediglich reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen, die vollständige Beachtung und Einhaltung der C-Regeln des ÖCGK; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.
Abweichungen von C-Regeln
Aufgrund von Besonderheiten der österreichischen Energiewirtschaft und des Unternehmens werden folgende C-Regeln des ÖCGK von der EVN nicht eingehalten:
Regel 16: Nach dem Ausscheiden des dritten Vorstandsmitglieds, Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher, mit 30. Juni 2013 wurde die Geschäftsordnung des Vorstands für die Dauer der Zusammensetzung des Vorstands aus zwei Mitgliedern dergestalt geändert, dass zu einem gültigen Beschluss die ordnungsgemäße Einberufung und Anwesenheit von mindestens zwei Vorstandsmitgliedern erforderlich ist. Sind nur zwei Vorstandsmitglieder bestellt, haben Beschlüsse einstimmig zu erfolgen; die Stimmenthaltung ist nicht zulässig. Kommt kein einstimmiger Beschluss zustande, hat der Vorstand diesen Tagesordnungspunkt binnen zehn Tagen der neuerlichen Beratung und Beschlussfassung zuzuführen. Sollte wiederum kein Beschluss zustande kommen, hat der Vorstand dies dem Aufsichtsrat zu berichten. Auch bei zwei Vorstandsmitgliedern gibt es einen Sprecher des Vorstands; die Ausführungen zu Sitzungsleitung und Repräsentation gelten auch in diesem Fall.
Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen im Wettbewerb stehen, wurde mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Das betreffende Aufsichtsratsmitglied vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Unternehmensbeteiligung.
Regel 51: Die Vergütungen für den Aufsichtsrat werden als Gesamtsumme sowie in Prozentsätzen für den Vorsitzenden, seine beiden Stellvertreter und die sonstigen Mitglieder dargestellt. Diese Darstellung gibt ein ausreichendes Bild über die Vergütungssituation.
Organe der Gesellschaft
Vorstand
Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands
Geboren 1953, Doktor der Technischen Wissenschaften. 1978 Eintritt in die EVN, Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN AG, Jänner 2011 Ernennung zum Sprecher des Vorstands. Bestellung bis 30. September 2019. Verantwortlich für die Segmente Erzeugung, Netzinfrastruktur Inland sowie Umwelt (seit 1. Juli 2013) und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung, Beschaffung und Einkauf sowie Revision (seit 1. Juli 2013). Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK.1) 1) Verbund AG, Mitglied des Aufsichtsrats
Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Mitglied des Vorstands
Geboren 1964, Magister der Rechtswissenschaften, Master of Business Administration. 1993 Eintritt in die EVN, Jänner 2011 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 19. Jänner 2016. Verantwortlich für die Segmente Energiehandel und -vertrieb sowie Energieversorgung Südosteuropa und für die Konzernfunktionen Controlling, Customer Relations, Finanzwesen (inklusive Investor Relations), Rechnungswesen, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Verwaltung und Bauwesen (seit 1. Juli 2013). Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK.2)
2) EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Mitglied des Vorstands
Geboren 1949, Diplomstudium Vermessungswesen, Raumplanung und Raumordnung. Von 1991 bis 1995 Mitglied des Aufsichtsrats der EVN AG. Juli 1995 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. Juni 2013. Verantwortlich für das Segment Umwelt und die Konzernfunktionen Revision sowie Verwaltung und Bauwesen (bis 30. Juni 2013). Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK.3) Herbert Pöttschacher ist nach Ablauf der Funktionsperiode am 30. Juni 2013 aus der EVN AG ausgeschieden.
3) SERVICE MENSCH GmbH, Mitglied des Aufsichtsrats
Aufsichtsrat
Mitglieder des Aufsichtsrats
| Funktionen in börsenotierten Gesellschaften Name (Geburtsjahr) Bestellung und andere wichtige Funktionen |
Regel 531) | Unabhängigkeit Regel 542) |
||
|---|---|---|---|---|
| Kapitalvertreter | ||||
| Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer Vorsitzender (1944) |
seit 20.01.2011 | Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Wien Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats der HYPO NOE Gruppe Bank AG |
nein | ja |
| Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker 1. Vizepräsident (1946) |
seit 12.12.1996 | Selbstständiger Land- und Forstwirt | ja | ja |
| Mag. Willi Stiowicek 2. Vizepräsident (1956) |
seit 15.01.2009 | Leiter der Präsidiale des Magistrats der Landeshauptstadt St. Pölten |
ja | ja |
| Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (1957) | seit 12.01.2001 | Vorsitzender des Vorstands der VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft |
ja | ja |
| Vorstandsdirektor Dkfm. Thomas Kusterer (1968) |
seit 17.01.2013 | Mitglied des Vorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG |
ja | nein |
| Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz (1954) | seit 12.01.2006 | Gesellschafter und Geschäftsführer der BENDA LUTZ-WERKE GmbH, Vorstand der Benda-Lutz Corporation, USA, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich sowie des Vereins der Österreichischen Industrie – Landesgruppe Niederösterreich |
ja | ja |
| Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) | seit 12.01.2006 | Leiter der Gruppe Finanzen des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung, Geschäftsführer der NÖ Holding GmbH sowie der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH |
ja | nein |
| Bernhard Müller, BA, MPA (1973) | seit 12.01.2006 | Bürgermeister der Statutarstadt Wiener Neustadt | ja | ja |
| Dkfm. Edwin Rambossek (1943) | seit 20.01.2011 | Unternehmensberater | ja | ja |
| Mag. Michaela Steinacker (1962) | seit 12.01.2001 | Generalbevollmächtigte für Immobilien und Beiratsvorsitzende der Raiffeisen Evolution project development GmbH (seit 01.07.2013), Mitglied des Nationalrats (seit 29.10.2013), Mitglied der Geschäftsleitung der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg.Gen.m.b.H. (bis 30.06.2013) |
ja | ja |
| Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis (1958) | seit 17.01.2008 bis 17.01.2013 |
ja | nein | |
| Arbeitnehmervertreter | ||||
| Franz Hemm (1955) | seit 03.05.1994 unbefristet |
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Netz Niederösterreich GmbH, Vizepräsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich |
||
| Ing. Paul Hofer (1960) | seit 01.04.2007 unbefristet |
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG | ||
| Leopold Buchner (1953) | seit 19.01.2009 bis 30.06.2013 |
Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG | ||
| Mag. Dr. Monika Fraißl (1973) | seit 01.07.2013 unbefristet |
Zentralbetriebsrat | ||
| Manfred Weinrichter (1961) | seit 01.01.2001 unbefristet |
Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Netz Niederösterreich GmbH |
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| Ing. Otto Mayer (1959) | seit 12.05.2005 unbefristet |
Zentralbetriebsrat | ||
Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung,
die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat.
Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter seitens der Konzernvertretung ist unbefristet, jedoch können diese jederzeit von der Konzernvertretung abberufen werden.
1) Regel 53 des ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand 2) Regel 54 des ÖCGK: Keine Vertretung eines Anteilseigners über 10 % sowie gemäß Regel 53 des ÖCGK unabhängig
Eine Aufstellung der Ausschüsse des Aufsichtsrats findet sich auf Seite 55.
Unabhängigkeit des Aufsichtsrats
Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei der EVN in Übereinstimmung mit dem ÖCGK mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.
Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied
- in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN AG oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
- in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN AG oder eines Tochterunternehmens der EVN AG gewesen ist;
- zur EVN AG oder einem Tochterunternehmen der EVN AG kein Geschäftsverhältnis in einem für sie bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat;
- in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
- nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN AG Aufsichtsratsmitglied ist, und
- kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.
Arbeitsweise und Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die für ihn Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN AG folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweiligen gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:
Der Prüfungsausschuss nimmt folgende Aufgaben wahr:
- die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses;
- die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft;
- die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzernabschlussprüfung;
- die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers), insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen;
- die Prüfung des Jahresabschlusses und die Vorbereitung seiner Feststellung, die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und gegebenenfalls des Corporate Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
- die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat des Mutterunternehmens und
- die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers).
Der Prüfungsausschuss verfügt über den von Gesetz und Regel 40 ÖCGK geforderten Finanzexperten.
Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate in Vorstand und Aufsichtsrat zuständig. Dem Personalausschuss als Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats gehört ein Mitglied an, das über Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik verfügt (Regel 43 ÖCGK).
Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist er durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, als Dringlichkeitsausschuss im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.
Der Aufsichtsrat hat in der Berichtsperiode in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2012/13 zweimal getagt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Dringlichkeitsausschuss tätig ist, ist in der Berichtsperiode nicht zusammengetreten. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, hat im Berichtsjahr vier Sitzungen abgehalten. Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder im Durchschnitt rund 83 %.
Ein Mitglied des Aufsichtsrats (Bürgermeister Bernhard Müller, BA, MPA) hat im Berichtsjahr an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats nicht persönlich teilgenommen (Regel 58 ÖCGK).
Zusammensetzung der Ausschüsse
Arbeitsausschuss
Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer
Personalausschuss Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek
Prüfungsausschuss
Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender) Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer
Hauptversammlung
Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN AG gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ab und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 84. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 17. Jänner 2013 können auf der EVN Webseite eingesehen werden (siehe www.evn.at/Hauptversammlung.aspx).
Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle
Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.
Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand
Der Vorstand der EVN bestand bis 30. Juni 2013 aus drei Mitgliedern. Seit 1. Juli 2013 gehören dem Vorstand der EVN zwei Mitglieder an. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands bestimmt hat, wird ein Sprecher durch die Mitglieder selbst gewählt. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre, der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der ÖCGK.
Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.
Berichtspflichten des Vorstands
Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.
Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.
Aufsichtsrat
Dem Aufsichtsrat der EVN AG gehören per 30. September 2013 zehn von der Hauptversammlung gewählte und fünf vom Betriebsrat entsandte Mitglieder an. Der Aufsichtsrat wird von einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nach den Regeln 53 und 54 des ÖCGK ist aus der Aufstellung auf Seite 53 ersichtlich.
Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der ÖCGK.
Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat befasst sich jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise.
Vergütungsbericht
Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a): Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen ÖCGK haben die sozietären Organe der Gesellschaft mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte beschlossen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten worden ist.
Mit der Anpassung wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:
Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens: Im Sinne der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns werden nachfolgende quantitative Kenngrößen verwendet: Steigerung des Economic Value Added (EVA®) und durchschnittlicher Cash-Flow-Beitrag.
Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen ÖCGK ist, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Mit der Einführung von mehrjährigen Zielvorgaben sowie dem Instrument einer Bonusreserve ist die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht worden.
Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, welcher die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Aus der erreichten Bonusreserve werden nach Feststellung der Zielerreichung bis zu 50 % ausbezahlt, der verbleibende Bestand wird in das Folgejahr übertragen. Mit der Bonusreserve werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt. Einerseits entsteht damit derweise eine Mehrjährigkeit, dass die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil in die nächste Periode im Sinne eines Anfangsbestands fortgeführt wird, und andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.
Mehrjährigkeit: Die quantitativen Zielgrößen werden jeweils für den Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen wie z. B. Benchmarks, Peervergleiche, Kapitalmarkt- und Ratingbeurteilungen herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren wird die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert.
Aktien-Optionen (Regel 29): Bei der EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.
Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regel 30): Die Bezüge des Vorstands setzten sich im Geschäftsjahr 2012/13 zu rund 76 % aus fixen und zu rund 24 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Basis für die Auszahlung der erfolgsabhängigen Komponenten ist das vorangegangene Geschäftsjahr 2011/12. Die der Höhe nach limitierte Erfolgsbeteiligung basiert zu 40 % auf der Steigerung des Economic Value Added (EVA®), zu 30 % auf dem durchschnittlichen Cash-Flow-Beitrag und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen.
Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen ÖCGK hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010/11 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems beschlossen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten worden ist. Ansonsten wird auf die Ausführungen zum Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a) verwiesen.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands werden im Anhang des Konzernabschlusses auf Seite 163f offengelegt.
Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Versicherung, Regel 30): Im Rahmen der bestehenden D&O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre, der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten bedingungsgemäß konzernmäßig verbundene Tochtergesellschaften sowie bestimmte Beteiligungsgesellschaften als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats zu keiner Prämienerhöhung.
Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.
Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51): Die Aufsichtsratsvergütung ist mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 98 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfallen 15,1 %, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 11,0 % und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp 9,0 % dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsentgelt beträgt 190 Euro.
Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60): Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Der Anteil der Frauen bei der EVN beträgt 21,9 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen. Das Programm dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Im Berichtszeitraum wurden vier leitende Stellen mit weiblichen Führungskräften besetzt. Zudem sind konzernweit sieben Mitarbeiterinnen mit der Leitung von Projekten betraut (Projektleiterkarriere). An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte teilgenommen, als es dem aktuellen Frauenanteil entsprechen würde. Die EVN setzt schon seit langem Maßnahmen, die den Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, wie beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offensteht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.
In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse zu erstellen. Für die betroffenen Gesellschaften wurde der Einkommensbericht laut § 11a Gleichbehandlungsgesetz dem Zentralbetriebsrat wie im Gesetz vorgesehen übermittelt bzw. offengelegt.
Directors' Dealings (Regel 73): Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden der EVN keine Kauftransaktionen von EVN AG Aktien durch Organmitglieder gemeldet.
Related Party: Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden mit dem Land Niederösterreich sowie der NÖ Landeskliniken-Holding (Rechtsträger Land Niederösterreich) Verträge zur Lieferung von Fernwärme und Fernkälte abgeschlossen. Es bestehen ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag zwischen der EVN AG und der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH aus dem Jahr 2005 sowie Telekommunikationsservice- und -dienstleistungsverträge mit dem Land Niederösterreich selbst sowie Tochtergesellschaften des Landes.
Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2012/13 durch die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). Davon entfielen 35,0 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare (Vorjahr: 57,0 %), 63,0 % auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 33,0 %) und 2,0 % auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 10,0 %).
Revision und Risikomanagement der EVN
Revision
Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten im EVN Konzern. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Von den Revisionsabteilungen werden nach Risikogesichtspunkten orientierte Jahresprüfungspläne erstellt und von den zuständigen Gremien beschlossen. Die festgestellten Beanstandungen werden den geprüften Unternehmenseinheiten mitgeteilt und Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen sogenannter "Follow-up-Prüfungen" untersucht. Gravierende Beanstandungen, welche die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.
Risikomanagement der EVN
Das Ziel des Risikomanagements der EVN besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikomanagement eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitern des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig und verantwortlich sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der zweistufige Prozess des Risikomanagements wird durch einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der EVN Risikolandkarte findet sich im Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr 2012/13.
Emittenten-Compliance
In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktienund Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) sowie der Marktmissbrauchsrichtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden zwanzig ständige sowie fünf Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der Mitarbeiter durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich von einem Compliance-Verantwortlichen gemäß Börsegesetz, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2012/13 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Verantwortlichen zu keinen Beanstandungen.
EVN Verhaltenskodex
Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als international tätiger Energie- und Umweltdienstleister haben die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter der EVN eine weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland.
Der in einem konzernweiten Prozess entwickelte und 2012 aktualisierte EVN Verhaltenskodex bildet dabei die Leitlinie für alle Compliance-Maßnahmen im Konzern.
Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde die Compliance-Organisation der EVN überarbeitet, und es wurden grundsätzliche Festlegungen zum Aufbau eines Compliance-Management-Systems (CMS) getroffen. Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des CMS wurde die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) per 1. Oktober 2012 eingerichtet. Das CMS gibt einen konzernweiten einheitlichen Rahmen vor, der im Arbeitsalltag unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.
Das CMS baut auf den drei Säulen Prävention (EVN Verhaltenskodex, Schulungen etc.), Identifikation (Audits, Hinweisgeberverfahren etc.) und Reaktion (Untersuchung, Verbesserung etc.) auf.
Folgende Funktionen bzw. Einrichtungen werden vom CMS verantwortet:
- Chief Compliance Officer (CCO): stellt ein zeitgemäßes, konzernweites und funktionsübergreifendes CMS sicher.
- Dezentrale bzw. nationale Compliance Officer (DCO, NCO): abhängig von einer Risikobewertung verantwortlich für die Umsetzung des Compliance-Programms in den Segmenten bzw. Ländern.
- Compliance Committee (CC): eingerichtet als internes Beratungsgremium für den CCO zur Untersuchung und Bewertung von Compliance-Verstößen, für Beratung über Grundsatzfragen und zur Weiterentwicklung des CMS.
Die Rollen aller am CMS Beteiligten und deren zukünftige Aufgabenbereiche wurden definiert, um ein einheitliches Compliance-Verständnis zu etablieren. Vor der Ableitung von konkreten Maßnahmen wurden Risikobewertungen in den einzelnen Bereichen durchgeführt. Die erste Umsetzungsphase des neuen Compliance Management richtet sich an EVN Führungskräfte, da ihnen eine Schlüsselrolle bzw. Vorbildwirkung bei der Etablierung einer nachhaltigen Compliance-Kultur zuteil wird.
In einem zweiten Schritt werden im Geschäftsjahr 2013/14 die EVN Mitarbeiter mit diesem Themenkomplex stärker vertraut gemacht. Die Führungskräfte organisieren und halten gemeinsam mit dem jeweils zuständigen Compliance Officer die Schulungen für die Mitarbeiter ihres jeweiligen Bereichs ab. In allen Schulungen wird auf die Kernbereiche der Compliance Korruptionsprävention, Kartell- und Wettbewerbsrecht und börserechtliche Compliance eingegangen; vertiefende Schulungen werden abhängig von der Risikoexposition durchgeführt.
Für den Vorstand und Aufsichtsrat werden bedarfsorientiert Compliance-Schulungen angeboten.
Wesentliches Element des CMS stellt das anonyme Hinweisgebersystem dar. Mögliche Verstöße gegen den EVN Verhaltenskodex können so gemeldet werden. Das System beruht auf Freiwilligkeit und Anonymität. Die Identität des Meldungsgebers wird demzufolge keinesfalls offengelegt.
Der EVN Verhaltenskodex ist auf der Webseite unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den EVN Anspruchsgruppen; er soll alle Mitarbeiter bei der Umsetzung der EVN Werte in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.
In der Aufsichtsratssitzung vom 12. Dezember 2012 wurde dem Aufsichtsrat in einem eigenen Tagesordnungspunkt über Inhalt, Zielsetzung und Stand der Compliance-Organisation berichtet und derweise der Regel 18a ÖCGK entsprochen.
Prüfung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria
Den Bericht der KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungsund Steuerberatungsgesellschaft, Wien, über die Prüfung des Corporate Governance-Berichts gemäß § 96 Abs. 2 AktG der EVN AG, Maria Enzersdorf, über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie auf www.investor.evn.at.
Maria Enzersdorf, am 6. November 2013
Sprecher des Vorstands Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Damen und Herren!
Die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und die Verwerfungen auf den europäischen Energiemärkten waren für das Geschäftsjahr 2012/13 prägend. Anhaltende Unsicherheiten auf den internationalen Kapitalmärkten infolge von Regierungskrisen in mehreren europäischen Ländern, politische Unsicherheiten in Nordafrika und im Nahen Osten und nicht zuletzt Richtungsentscheidungen über die Geldpolitik der US-Notenbank Fed führten zu rückläufigen Wirtschaftsleistungen. Hohe und zugleich intermittierende Erzeugungsmengen aus erneuerbaren Energiequellen, vor allem aus Wind- und Photovoltaikanlagen, kennzeichneten die europäischen Energiemärkte und resultierten in einem zeitweisen Stromüberangebot. Diese Entwicklung spiegelte sich auch in den sehr volatilen Strompreisen an den Börsen wider. Trotz des unverändert schwierigen Umfelds ist es der EVN im Geschäftsjahr 2012/13 gelungen, ein zuverlässiger Partner für ihre Kunden zu sein.
Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. In einer Aufsichtsratsklausur wurde von einem in Lehre und Anwaltspraxis verankerten Experten über "Compliance im Unternehmen" vorgetragen.
Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Aufgrund dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattgefunden hat, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.
Änderungen im Aufsichtsrat
In der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2013 fand die Wahl eines neuen Aufsichtsratsmitglieds statt, nachdem ein bisheriges Mitglied seine Funktion zurückgelegt hat. Anstelle von Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis wurde Dkfm. Thomas Kusterer in den Aufsichtsrat gewählt. Leopold Buchner ist aufgrund seiner Pensionierung mit 30. Juni 2013 als Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Die Konzernvertretung hat Frau Mag. Dr. Monika Fraißl mit Wirkung vom 1. Juli 2013 als Arbeitnehmervertreterin in den Aufsichtsrat entsandt. Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre erfolgreiche Tätigkeit im Aufsichtsrat.
Änderungen im Vorstand
Der Aufsichtsrat hat die durch das Ausscheiden von Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher nach Ablauf der Funktionsperiode bzw. wegen Übertritts in den Ruhestand frei werdende Vorstandsposition derzeit nicht nachbesetzt, die Geschäftsverteilung neu geregelt und die Geschäftsordnung für den Vorstand neu gefasst.
Die sich hieraus ergebende Abweichung von den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist im Corporate Governance-Bericht zu Regel 16 dargestellt.
Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher für seine 28-jährige erfolgreiche Tätigkeit in Aufsichtsrat, Beirat und Vorstand der EVN.
Sonstige wesentliche Beschlüsse des Aufsichtsrats
Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2012/13 ist neben der Genehmigung des Budgets 2013/14 für den EVN Konzern insbesondere die Zustimmung zur Abtretung des 50 %-Anteils an der Devoll Hydropower ShA an die Statkraft AS anzuführen. Ein weiterer wesentlicher Beschluss betraf darüber hinaus die vorzeitige Refinanzierung des aushaftenden Fremdkapitals des Wasserkraftprojekts Ashta. Die Genehmigung des Budgets umfasste auch die Genehmigung von Investitionen in das Blockheizwerk Guntramsdorf sowie in Netze im Bereich der Wärme, in Windparks im Erzeugungsbereich sowie in Stromnetze zum Abtransport von erneuerbarer Energie. Im Umweltbereich wurden Investitionen in die Übernahme von Ortswasserleitungsnetzen genehmigt.
Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat in einem eigenen Bericht über die Aktienumstellung gemäß den Bestimmungen des GesRÄG 2011 und die Kraftloserklärung einiger Aktien sowie mit besonderem Schwerpunkt über die aktuellen Entwicklungen in Bulgarien und Moskau informiert.
Österreichischer Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats
Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2012 für die EVN ab dem Geschäftsjahr 2012/13 in Kraft gesetzt. Die Anpassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex an das 2. Stabilitätsgesetz vom Juli 2012 ist für die EVN nach Maßgabe dieses Gesetzes verbindlich. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinne werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, bis auf zwei Abweichungen, die im Corporate Governance-Bericht entsprechend begründet werden, eingehalten.
In der Aufsichtsratssitzung vom 12. Dezember 2012 wurde dem Aufsichtsrat in einem eigenen Tagesordnungspunkt über Inhalt, Zielsetzung und Stand der Compliance-Organisation berichtet und derweise der Regel 18a ÖCGK entsprochen.
Im Hinblick auf die Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat im Berichtsjahr eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Dies erfolgte anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Organisation und Arbeitsweise des Aufsichtsrats beschäftigte. Die Ergebnisse der Befragung wurden im Plenum diskutiert.
Gemäß den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet.
Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2012/13 in vier Sitzungen Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, behandelt.
Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr keine Sitzungen abgehalten. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2012/13 zweimal und befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus hat er aktuelle Entwicklungen in den Geschäftsbereichen erörtert und sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions-, Risiko- und Compliance-Management-System beschäftigt.
Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über seine Vergütung und die Leitlinien, die sich der Aufsichtsrat zur Sicherstellung seiner Unabhängigkeit gesetzt hat, sind dem Corporate Governance-Bericht zu entnehmen.
Jahresabschluss und Konzernabschluss
Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012/13 vom 1. Oktober 2012 bis zum 30. September 2013 bestellte KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2013 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2013 samt Anhang, Lagebericht und Corporate Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2013 gemäß § 96 Abs. 4 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungsund Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.
Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2012/13. Besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.
Maria Enzersdorf, am 11. Dezember 2013
Für den Aufsichtsrat:
Dr. Burkhard Hofer Präsident
Konzernlagebericht
Rechtliches Umfeld
Internationale Klimapolitik
Vom 26. November bis 8. Dezember 2012 fand die 18. UNO-Klimakonferenz in Doha, der Hauptstadt von Katar, statt. Ziel war es, eine Nachfolgeregelung zum Kyoto-Protokoll zu finden, das mit Dezember 2012 auslief. Australien, die Mitgliedsländer der Europäischen Union sowie weitere europäische Staaten einigten sich im Rahmen dieser Konferenz auf eine Verlängerung der Kyoto-Ziele bis 2020. Die Gruppe dieser Länder ist für rund 14 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich und will bis 2020 ihre Treibhausgasemissionen um 25 % bis 40 % reduzieren, wobei der Pfad der Zielerreichung bis 2014 überprüft werden soll, um eventuell das Reduktionsziel anzuheben. Russland, Kanada, Japan und Neuseeland nehmen an dieser zweiten Verpflichtungsperiode nicht teil.
Es wurde zudem ein grober Fahrplan für ein international verbindliches Klimaschutzabkommen ab 2020 verabschiedet, das ab 2015 mit allen Staaten ausverhandelt werden soll. Hinsichtlich der Finanzierung des Green Climate Funds konnte keine Regelung getroffen werden. Seine Einrichtung wurde bereits in der 16. UNO-Klimakonferenz Ende 2011 in Mexiko beschlossen. Ab 2020 soll er jährlich 100 Mrd. US-Dollar für Entwicklungsländer bereitstellen, damit sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können.
Die diesbezüglichen Verhandlungen werden in Polen bei der nächsten UNO-Klimakonferenz in Warschau im November 2013 fortgesetzt.
Europäische Energiepolitik
Europäisches Umfeld
Der europäische Energiemarkt befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch. Aufgrund der stetig zunehmenden, aber volatilen Energieerzeugung aus Wind und Photovoltaik rücken Aspekte der Versorgungssicherheit in Zusammenhang mit einem neuen Marktdesign verstärkt in den Blickpunkt der Diskussion. Große Energieunternehmen aus unterschiedlichen Ländern haben in diesem Zusammenhang im Europäischen Parlament Maßnahmen vorgeschlagen, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten, Treibhausgasemissionen zu verringern und den Energiepreisanstieg zu begrenzen. Langfristige Konzepte zur Darstellung der Fördersysteme erneuerbarer Energie wurden gefordert.
Eine zukunftsorientierte Energiepolitik hat neben der Bereitstellung ausreichender und zuverlässiger Erzeugungskapazitäten auch den Ausbau einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur für die Übertragung und Verteilung des Stroms zu gewährleisten. Energiepolitische Ziele wie die Steigerung der Energieeffizienz, eine weitere Erhöhung der Erzeugung aus erneuerbaren Energien oder die Etablierung von Smart Metering können zu einer finanziellen Belastung der Kunden und zu einer Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Europa führen. Derartige Effekte sind daher bei der Gestaltung des zukünftigen europäischen Energiesystems von großer Bedeutung.
EU-Energieeffizienz-Richtlinie
Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich am 14. Juni 2012 auf neue Vorschriften zur Steigerung der Energieeffizienz geeinigt. Am 25. Oktober 2012 wurde eine entsprechende Richtlinie (RL 2012/27/EG) erlassen, die von den Mitgliedsstaaten die Festlegung eines indikativen nationalen Zielwerts verlangt, der auf eine Verbesserung der Energieeffizienz um 20 % bis zum Jahr 2020 abstellt. Zur Erreichung dieses Ziels wurden eine Reihe konkreter Maßnahmen definiert, beispielsweise die Sanierung von jährlich 3 % der öffentlichen Regierungsgebäude und die Einführung eines Verpflichtungssystems mit einem jährlichen Einsparrichtwert von 1,5 % für Energieversorgungsunternehmen. Effizienzsteigerungen sollen entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette realisiert werden, wofür rechtsverbindliche Maßnahmen zur Umsetzung vorgeschrieben werden. Mithilfe von Verpflichtungssystemen oder politischen Maßnahmen soll die Energieeffizienz sowohl bei Unternehmen als auch in Privathaushalten erhöht werden. Der öffentliche Bereich wird dabei eine Vorreiterrolle einnehmen.
EU-Emissionshandelssystem
Am 3. Juli 2013 hat das Europäische Parlament beschlossen, das Angebot für Emissionshandelszertifikate temporär zu verknappen. Die Versteigerung von 900 Mio. CO2-Emissionszertifikaten, die in der 3. Handelsperiode (2013–2020) bisher nicht zugeteilt worden sind, soll erst ab 2019 stattfinden. Das Gesamtvolumen der Zertifikate in der 3. Handelsperiode bleibt dadurch zwar gleich, wird aber zeitlich gestaffelt ausgegeben. Durch diese Maßnahme wird erwartet, dem Überschuss an CO2-Emissionszertifikaten aus der 2. Handelsperiode und dem daraus resultierenden Preisniveau entgegenzuwirken. Eine generelle Strukturreform des Emissionshandelssystems wird erwartet.
EU-Energieinfrastrukturmaßnahmen
Der Europäische Rat hat im März 2013 dem Kommissionsvorschlag über die Leitlinien für die transeuropäische Energieinfrastruktur zugestimmt und eine entsprechende Verordnung verabschiedet. Grenzüberschreitende Projekte zum Ausbau der Energieinfrastruktur, die von gemeinsamem Interesse sind, sollen durch ein transparenteres und schnelleres Genehmigungs verfahren abgewickelt werden können, wodurch sich bis zu 30 % der Verwaltungskosten einsparen ließen. Zudem ist auch eine Förderung der Europäischen Union im Rahmen der Fazilität "Connecting Europe" möglich. Mit diesen Maßnahmen sollen attraktivere Voraussetzungen für die Umsetzung der notwendigen Investitionen in die europäischen Strom- und Gasnetze, deren Ausmaß auf 200 Mrd. Euro geschätzt wird, geschaffen werden.
Energiepolitisches Umfeld in Österreich
Novellen ElWOG und GWG
Am 6. August 2013 wurden die Novellen des ElWOG (Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz) und des GWG (Gaswirtschaftsgesetz) veröffentlicht.
Ein wesentlicher Bestandteil der Novellen ist die Umsetzung der EU-Verordnung 1227/2011 (REMIT-Verordnung). Mit der REMIT-Verordnung werden Insiderhandel und Marktmanipulation verboten. Die Marktteilnehmer werden zudem verpflichtet, sich bei der Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) zu registrieren und Transaktionen am Energiegroßhandelsmarkt zu melden. ACER wurde als europäische Aufsichtsbehörde für den Energiehandel eingerichtet. Die Energiegroßhandels-Transaktionsdaten-Aufbewahrungsverordnung (ETA-VO) vom 9. Oktober 2012 legte bereits vor dem Inkrafttreten der ElWOG- und GWG-Novellen eine fünfjährige Aufbewahrungsfrist für Daten über börsliche und außerbörsliche Transaktionen im Energiegroßhandel fest. Diese Daten sind auf Aufforderung der E-Control, der Bundeswettbewerbsbehörde sowie der Europäischen Kommission zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus wurden durch die Novellen beider Gesetze Änderungen bezüglich des Lieferantenwechsels vorgenommen. Die maximale Dauer des Lieferantenwechsels wird auf drei Wochen beschränkt und ist für Konsumenten an keinen Stichtag gebunden. Die Umsetzung des elektronischen Lieferantenwechsels erfolgt über eine Plattform, die von der Verrechnungsstelle betrieben wird.
Das ElWOG sieht nunmehr in § 79a eine verpflichtende Stromkennzeichnung der an Endverbraucher gelieferten Energie vor. Auch die Betreiber von Pumpspeicherkraftwerken sind berechtigt, einen Herkunftsnachweis vom Stromhändler bzw. sonstigen Lieferanten zu erhalten. Sie sind zudem verpflichtet, ab 1. Jänner 2015 die eigene Erzeugung mit den erhaltenen Herkunftsnachweisen zu belegen.
Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung auf den Rechnungen der EVN wurde durch die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Umweltauswirkungen des Versorgungsmix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG im Jahr 2011/12 beliefen sich auf 270,64 g/kWh CO2-Emissionen und 0 g/kWh radioaktiven Abfall.
GRI-Indikator: Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen (PR3)
In Bezug auf die Einführung Intelligenter Messgeräte ("Smart Meter") wurden sowohl im ElWOG als auch im GWG umfassende Regelungen hinsichtlich Erfassung, Speicherung und Übermittlung von Daten definiert. Die Datenformat- und Verbrauchsinformationsdarstellungsverordnung (DAVID-VO 2012) regelt im Detail die inhaltlichen Anforderungen der Informationsbereitstellung durch den Lieferanten an den Kunden. Die technischen Anforderungen an Intelligente Messgeräte im Gasbereich wurden in der Intelligente-Gas-Messgeräte-Anforderungs-Verordnung (IGMA-VO) geregelt.
Aufgrund von gesetzlichen Vorschriften zum Unbundling wurde die EVN Netz GmbH nach dem Berichtszeitraum zum 1. Oktober 2013 in Netz Niederösterreich GmbH umbenannt.
Netzdienstleistungsverordnung Strom 2012 samt Novelle 2013
Mit dieser Verordnung und ihrer Novelle wurden Standards für Verteilernetzbetreiber bezüglich Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität der gegenüber den Netzbenutzern und anderen Marktteilnehmern zu erbringenden Dienstleistungen bestimmt und Kennzahlen zur Überwachung der Einhaltung festgelegt. Im Detail sind die Leistungen im Zusammenhang mit der Netzanbindung, der Abschaltung und nachfolgenden Wiederherstellung des Netzzugangs, die Verfahrensweise und Informationspflichten bei geplanten Versorgungsunterbrechungen, die Spannungsqualität, die Erfassung der Verbrauchswerte, die generelle Kundeninformation und das Beschwerdemanagement geregelt.
Energielenkungsgesetz
Das Energielenkungsgesetz 2012 löste mit 26. Februar 2013 das bisherige Gesetz aus dem Jahr 1982 ab. Dem Wirtschaftsminister wird die Befugnis eingeräumt, zur Abwendung einer drohenden oder bereits eingetretenen Störung der Energieversorgung Österreichs direkte Anweisungen an Energieunternehmen zu erteilen, um die Versorgung sicherzustellen. Die betroffenen Bereiche umfassen die Gas-, Strom- und nun auch Wärmeversorgung des Landes, wobei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen oder Fernwärmeunternehmen mit einer thermischen Engpassleistung von zumindest 50 MW oder einer jährlichen Wärmeabgabe von mehr als 300 GWh einbezogen werden.
| Regulierungsmodell für Netznutzungstarife für Strom und Gas in Österreich |
Strom (aktuell) | Strom (neu) | Gas (aktuell) |
|---|---|---|---|
| Regulierungsbehörde | E-Control GmbH | E-Control GmbH | E-Control GmbH |
| Anfang der Regulierungsperiode | 01.01.2010 | 01.01.2014 | 01.01.2013 |
| Nächste regulatorische Anpassung1) | 01.01.2014 | 01.01.2019 | 01.01.2018 |
| Länge der Regulierungsperiode | 4 Jahre | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Regulierungsmethode | Erlösobergrenze | Erlösobergrenze | Erlösobergrenze |
| Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) vor Steuern, nominal2) | 7,0 % | 6,42 % | 6,42 % |
| Genereller Produktivitätsfaktor3) | 1,95 % | 1,25 % | 1,95 % |
| Individueller Produktivitätsfaktor | 0,25 % | 0,36 % | 0,00 % |
| Inflation4) | Jährliche Anpassung | Jährliche Anpassung | Jährliche Anpassung |
1) Anpassung des WACC und Produktivitätsfaktors
2) Die verzinsliche Kapitalbasis wird durch die Regulatory Asset Base (RAB) bestimmt. Die jährlichen Investitionen werden im nächsten Jahr der RAB zugezählt.
3) Beim Strom wird 50 % der erreichten Produktivitätssteigerung während der Regulierungsperiode an die Endkunden weitergegeben. Beim Gas verbleiben die Gewinne aus Kostenreduktion während der Regulierungsperiode bei Unternehmen.
4) Netzbetreiberindex setzt sich zu je 30 % aus dem Verbraucherpreisindex (VPI) und dem Baupreisindex sowie zu 40 % aus dem Tariflohnindex zusammen.
Regulierungssystem für Strom und Gas
Die Einführung des Regulierungskontos ist für Stromnetzbetreiber in § 50 des ElWOG und für Gasnetzbetreiber im § 71 GWG geregelt. Zweck des neu eingeführten Regulierungskontos ist es, mittels eines für jeden Netzbetreiber geführten "virtuellen Kontos" Abweichungen der tatsächlichen Erlöse von den bescheidmäßig zuerkannten Erlösen auszugleichen. Differenzbeträge sind dabei nach dem Gesetzeswortlaut des § 50 ElWOG bzw. § 71 GWG im Rahmen der Feststellung der Kostenbasis für die nächsten Entgeltperioden zu berücksichtigen. Die neue Regulierungsperiode für Gasnetze begann am 1. Jänner 2013 und gilt für einen Zeitraum von fünf Jahren. Für Stromnetze endet die laufende Regulierungsperiode am 31. Dezember 2013.
Energiepolitisches Umfeld in Südosteuropa
Bulgarien
Entsprechend der EU-Richtlinien zum Elektrizitäts- bzw. Erdgasbinnenmarkt wurde per 1. Oktober 2006 die gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Netzbetreiber und Stromversorger in Bulgarien umgesetzt. Die Tochtergesellschaft EVN Bulgaria EP ist für den Netzbetrieb und die EVN Bulgaria EC für den Vertrieb verantwortlich.
Nach dem Energiegesetz sollte der bulgarische Energiemarkt seit 2007 liberalisiert sein. Während sich der Wettbewerb bei Haushaltskunden bislang noch nicht einstellte, ist bei Unternehmenskunden seit einigen Monaten ein Wettbewerbsmarkt zu verzeichnen. Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) beliefert als Großhändler die regionalen Netzbetreiber und Stromversorger EVN, Energo-Pro und CEZ, die ihrerseits den Strom für Endkunden bereitstellen. Einige industrielle Großkunden werden direkt von NEK beliefert.
Die Preise für die regulierten Lizenzen, die die Erzeugung, die Übertragung, den Systembetrieb, das Verteilnetz, die Endkundenbelieferung und den öffentlichen Lieferanten betreffen, werden vom Regulator SEWRC (State Energy and Water Regulatory Commission) festgelegt. Einer tatsächlichen Liberalisierung des Strommarkts steht entgegen, dass die regulierten Preise deutlich unter den realen Marktpreisen liegen und dass die regionalen Versorger über langfristige Bezugsverträge mit festgelegten Preisen und Mengen an den staatlichen Energieproduzenten gebunden sind.
Im Mittelspannungsnetz sind Unternehmenskunden zur freien Anbieterwahl zugelassen. Im Versorgungsgebiet der EVN in Südostbulgarien betrifft diese Regelung rund 1.400 Unternehmen. Alle übrigen Verbraucher werden zu regulierten Preisen beliefert. Die EVN ist mit ihrer bulgarischen Handelsgesellschaft EVN Trading South East Europe EAD im liberalisierten Marktsegment tätig. Für Kunden in diesem Netzsegment, die keine anderen Anbieter auswählen oder vom gewählten Anbieter unverschuldet keinen Strom beziehen können, übernimmt der gesetzlich verpflichtete Lieferant ("Supplier of last Resort") die Versorgung. Die EVN ist neben den beiden anderen Energieunternehmen CEZ und EnergoPro sowie der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft NEK als solcher definiert. Gemäß einer Änderung des Energiegesetzes sind die "Supplier of last Resort" bis zum 30. Juni 2015 dazu verpflichtet, den Strom von NEK zu frei verhandelten Konditionen zu beziehen. Die Berechnung der Preise für Endkunden, die der "Supplier of last Resort" verrechnen kann, hat einer vom Regulator festgelegten Methodologie zu folgen.
Gemäß der 2011 beschlossenen Energiestrategie 2020 der bulgarischen Regierung sollen neben der Entwicklung eines liberalisierten Energiemarkts die Versorgungssicherheit, die Steigerung der Energieeffizienz, der Schutz der Endkunden und die Erhöhung der erneuerbaren Energiekapazitäten in den Mittelpunkt gerückt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien soll bis 2020 auf 16,0 % angehoben werden. Um die Versorgungssicherheit trotz der erhöhten Einspeisung von erneuerbarer Energie gewährleisten zu können, wird es dem Netzbetreiber gestattet, im Bedarfsfall einzelne Anlagen vom Netz zu trennen.
Nachdem der bulgarische Energieregulator am 1. Juli 2012 die Strompreise um 13,6 % angehoben hat, senkte er diese am 5. März 2013 um 7,3 % und am 1. August 2013 um 4,2 %. Am 16. Juli 2012 wurde vom Regulator in Bulgarien eine Änderung der Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen mit Wirkung vom 1. Juli 2012 beschlossen. Durch die große Anzahl von neuen Anschlussverträgen mit Ökostrom-Erzeugern kam es zu höheren Einspeisemengen, wodurch die Strombezugskosten der für den Vertrieb verantwortlichen EVN Bulgaria EC deutlich gestiegen sind. Das bulgarische Gesetz für erneuerbare Energie sieht eine Abgeltung dieser Mehrkosten durch die Endkunden vor. Am 1. August 2013 wurde diese geänderte Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen wiederum abgeändert und die Anhebung der Bezugskosten der Vertriebsgesellschaften zurückgenommen. Die bereits angefallenen Ansprüche wurden als Forderung abgegrenzt, nachdem seitens der Behörde bestätigt wurde, dass die EVN für die ungedeckten Kosten grundsätzlich entschädigt werden soll. Darüber hinaus wurde ein Investitionsschutzverfahren bei dem bei der Weltbank eingerichteten "International Center for the Settlement of Investment Disputes" eröffnet. Hintergrund für dieses Verfahren sind Maßnahmen bulgarischer Regulierungsbehörden und Regierungsstellen im Zusammenhang mit der Preisfestsetzung für Elektrizität und der Vergütung für öffentlich-rechtliche Verpflichtungen in Bezug auf erneuerbare Energie.
Mazedonien
Die Änderungen des Energiegesetzes im Jahr 2011 führten zu deutlich veränderten Rahmenbedingungen für das Energiegeschäft in Mazedonien. Unter anderem wurde die rechtliche Entflechtung (Unbundling) der Stromerzeugung, des Netzbetriebs und des Energievertriebs vorbereitet. Die EVN Macedonia Elektrani DOOEL ist bereits als Erzeugungsgesellschaft aktiv; die EVN Macedonia AD wird wie bisher das Netzgeschäft in Mazedonien abdecken. Bis zur vollständigen Umsetzung des Unbundling ist die EVN Macedonia AD auch noch als Vertriebsgesellschaft tätig. Nach der erforderlichen Anpassung noch offener Punkte im Gesetz wird die EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL die Aktivitäten als Vertriebsgesellschaft übernehmen. Das Unbundling wird als wichtige Voraussetzung für die Erreichung der Hauptziele gesehen, wozu die Öffnung des Energiemarkts hin zu einem liberalisierten System und die Integration in die internationalen Strommärkte zählen.
Während der Jahre 2012 und 2013 wurden die Begleitgesetze zur Einführung des liberalisierten Strommarkts erarbeitet. Sie umfassen die generellen Marktregeln, das Tarifsystem und die Bestimmungen zum "Supplier of last Resort". Das Inkrafttreten der Bestimmungen wurde verschoben und soll nun durch einen Umsetzungsplan des Regulators begleitet werden. Bislang ist der Strommarkt in Mazedonien noch stark reguliert. Als Hauptstromproduzent ist die staatliche AD ELEM zuständig. Die ebenfalls im Staatsbesitz stehende AD MEPSO ist für den Betrieb des staatlichen Übertragungsnetzes verantwortlich. Die EVN Macedonia ist am Endkundenmarkt aktiv; eine kleine Anzahl von Großkunden wird schon heute direkt von AD MEPSO beliefert. Für Nicht-Haushaltskunden soll der liberalisierte Strommarkt frühestens ab 1. April 2014 wirksam werden und für Haushaltskunden frühestens ab 1. Jänner 2015.
Im Juli 2012 hat der Regulator die niedrigen Tagestarife abgeschafft, die täglich zwischen 13 und 16 Uhr verrechnet werden mussten. Davon ausgenommen bleibt der Sonntag. Ziel war es, die Verbrauchsgewohnheiten der Bevölkerung zu ändern und damit den Bedarf an teuren Stromimporten während des Winters zu vermeiden. Eine weitere Änderung in den Regularien betrifft den Netzanschluss. Die Gebühren für standardisierte Anschlüsse richten sich nun nach einem regulierten Preis pro Kilowatt. Für die technisch aufwendigeren Nichtstandardanschlüsse kommen weiterhin die tatsächlichen Anschlusskosten und gegebenenfalls die Kosten für die technische Adaptierung des Netzes hinzu. Die Fristen für die Umsetzung eines Netzanschlusses wurden verkürzt, wobei der Netzbetreiber für nicht in seiner Einflusssphäre liegende Verzögerungen nicht haftbar gemacht werden kann.
Nach einer ersten Preisanhebung im Jänner 2012 verfügte der Regulator im August 2012 eine Erhöhung des Strompreises für Endkunden in Höhe von 9,8 %. Beide Preisanhebungen dienten primär zur Abdeckung der zusätzlichen Aufwände, die die EVN Macedonia seit dem Jahr 2012 zu tragen hatte. Diese Aufwände resultieren aus der Beschaffung des nicht durch mazedonische Erzeugungskapazitäten abgedeckten Energieverbrauchs und der Netzverluste, die seit 1. Jänner 2012 nicht mehr zu regulierten Preisen, sondern am Großhandelsmarkt erworben werden müssen. Am 1. Juli 2013 gab der Regulator eine Senkung der Strompreise für Endkunden um durchschnittlich 3,0 % bekannt, wobei gleichzeitig die Großhandelspreise und die Tarife für den staatlichen Übertragungsnetzbetreiber erhöht wurden.
Kroatien
Die EVN ist mit ihrer Tochtergesellschaft EVN Croatia Plin d.o.o. seit der Erteilung der Konzessionen für die Errichtung und den Betrieb eines Gasnetzes in den Jahren 2009 und 2010 in den Gespanschaften Zadar, Split-Dalmatia und Sibenik-Knin tätig. Die Konzessionen laufen 30 Jahre und berechtigen zur Gasverteilung und -versorgung. Die Region weist in Summe ein Kundenpotenzial von 130.000 Anschlüssen auf. Mit der Inbetriebnahme des Gasnetzes wurden ab Juni 2012 die ersten Kunden in Zadar an das Gasnetz angeschlossen.
Kroatien trat am 1. Juli 2013 als 28. Mitglied der Europäischen Union bei. Damit verbunden waren auch Anpassungen im Energierecht an die geltenden EU-Standards. Das Energierecht wurde als Rahmen für sämtliche Aktivitäten im Strom- und Gasbereich adaptiert, und dem Regulator wurden die Aufgaben zur Regulierung und Beaufsichtigung des Marktes übertragen. Es wurde ein Anreizsystem für die Ermittlung der Netztarife eingeführt, das auch die Anforderungen eines Green-Field-Projekts mit hohen Anfangsinvestitionen und anfänglich geringen Kundenzahlen abdeckt. Die Verlängerung der Regulierungsperiode im Gasbereich von bislang einem auf fünf Jahre führt zu einer verbesserten Prognosequalität der Netztarife. Die Gasabsatzpreise an Unternehmenskunden sind seit 2012 liberalisiert. Ab 1. April 2014 soll auch der Markt für Haushaltskunden liberalisiert werden; gleichzeitig wird auch der Einkauf von Gas am Großhandelsmarkt freigegeben werden.
Albanien
Nachdem im September 2012 die erste Kraftwerksstufe des Kraftwerks Ashta der beiden Projektpartner EVN und Verbund eröffnet wurde, erfolgte die Vollinbetriebnahme im April 2013 mit nunmehr beiden Kraftwerksstufen. Die Bestätigung der Fertigstellung wurde vom zuständigen albanischen Ministerium am 21. August 2013 ausgestellt. Die erzeugte Energie wird gemäß Abnahmevereinbarung, die für einen Zeitraum von 15 Jahren gilt, an das staatliche Energieunternehmen Korporate Elektroenergjetike Shqiptare (KESH) geliefert. Der Konzessionsvertrag, der 2008 zu laufen begann und dem die EVN im Jahr 2009 beigetreten ist, wurde für eine Dauer von 35 Jahren abgeschlossen. Nach Ablauf der Periode ist das Kraftwerk Ashta an die Republik Albanien zu übergeben.
Vom zweiten Kraftwerksprojekt in Albanien, Devoll Hydropower, hat sich die EVN im Geschäftsjahr 2012/13 zurückgezogen. Der 50 %ige Anteil an dem Joint Venture wurde an den norwegischen Partner Statkraft AS verkauft. Nachdem das albanische Parlament der Konzessionsvertragsänderung am 28. März 2013 zugestimmt hat, erfolgte das Closing des Verkaufs am 7. Mai 2013.
| Regulierungsmodell für Netznutzungstarife in Bulgarien und Mazedonien |
Bulgarien Strom |
Bulgarien Wärme |
Mazedonien Strom |
|---|---|---|---|
| State Energy and Water | State Energy and Water | Energy Regulatory | |
| Regulatory Commission | Regulatory Commission | Commission | |
| Regulierungsbehörde | (SEWRC) | (SEWRC) | (ERC) |
| Anfang der Regulierungsperiode | 01.08.2013 | 01.08.2013 | 01.01.2012 |
| Nächste regulatorische Anpassung | 01.08.2015 | 01.08.2014 | 01.01.2015 |
| Länge der Regulierungsperiode | 2 Jahre | 1 Jahre | 3 Jahre |
| Regulierungsmethode1) | Erlösobergrenze | Erlösobergrenze | Erlösobergrenze |
| Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) | |||
| vor Steuern, nominal | 7,0 % | 7,6 % | 6,7 % |
| Anerkannte Netzverluste | 10,0 % | Nein | 14,0 % |
| Produktivitätsfaktor | Ja | Ja | Nein |
| Investitionsfaktor2) | Nein | Nein | Ja |
1) Die Erlösobergrenze umfasst die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und die angemessene Kapitalrendite auf die verzinsliche Kapitalbasis (RAB – Regulatory Asset Base).
2) Jährliche Überprüfung und Genehmigung des Investitionsplans durch Regulierungsbehörde
Wirtschaftliches Umfeld
Im zweiten Quartal 2013 hat die Wirtschaft der Europäischen Union (EU) die Rezession überwunden und erstmals seit dem dritten Quartal 2011 wieder ein Wirtschaftswachstum verzeichnet. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich die positive Entwicklung fortsetzen wird. So hat sich auch in Italien und Spanien der Abschwung zuletzt verlangsamt. Das sind Anzeichen dafür, dass die Strukturreformen in den Krisenstaaten des Euroraums allmählich positive Wirkungen zeigen. Für 2013 wird dennoch eine verhaltene Konjunkturentwicklung erwartet; für 2014 wird hingegen mit einem nachhaltigen konjunkturellen Aufschwung und einem Wachstum in der Höhe von 1,4 % gerechnet.
Die österreichische Wirtschaft stagnierte in den ersten sechs Monaten. Die Verbesserung des internationalen Umfelds und die Stimmungsindikatoren lassen aber eine moderate Belebung in der zweiten Jahreshälfte erhoffen. 2014 sollte die Konjunktur anziehen. Für das Gesamtjahr 2013 wird nunmehr mit einem maximalen Wachstum von 0,5 % gerechnet, wohingegen für 2014 ein Anstieg der Konjunktur um 1,7 % erwartet wird.
Die Wachstumserwartungen für Bulgarien wurden für 2013 leicht nach unten revidiert. Hauptgrund ist eine deutliche Verlangsamung des Exportwachstums; auch der private Konsum entwickelt sich hauptsächlich aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit weiterhin zurückhaltend. Für 2013 wird mit einem BIP-Wachstum in etwa auf dem Niveau des Jahres 2012 gerechnet. Im Jahr 2014 wird ein deutlicherer Anstieg der Wirtschaftsleistung um bis zu 2,5 % erwartet.
Die schwache Wirtschaftsentwicklung in den Nachbarstaaten führte in Mazedonien im Jahr 2012 zu einer Reduktion der Wirtschaftsleistung um 0,3 %. Bereits im Jahr 2013 wird jedoch wieder mit einer deutlichen Belebung der Konjunktur um bis zu 2,0 % gerechnet. Dieser Trend sollte anhalten und 2014 zu einem Wirtschaftswachstum von bis zu 3,1 % führen.
Trotz des per 1. Juli 2013 erfolgten EU-Beitritts Kroatiens bleibt die wirtschaftliche Lage des Landes noch immer angespannt. Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2012 um 2,0 % ist auch für 2013 mit einem Sinken um bis zu 1,0 % zu rechnen. Auch hier stellt sich die hohe Arbeitslosigkeit als Belastung dar. Erst 2014 soll sich die Konjunktur mit einem erwarteten Wachstum von bis zu 1,5 % erholen.
In Albanien führten innenpolitische Auseinandersetzungen zwischen Opposition und Regierung zu einem Reformstau, der sich nach den Parlamentswahlen im Juni 2013 und dem Ergebnis einer neuen Regierungskonstellation langsam aufzulösen beginnt. Nach einem im Vergleich zu den Nachbarstaaten robusten Wirtschaftswachstum von 1,3 % im Jahr 2012 wird für 2013 mit einem Anstieg des BIP um bis zu 2,0 % und für 2014 von bis zu 3,0 % gerechnet.
Energiewirtschaftliches Umfeld
Die Geschäftsentwicklung der EVN wird wesentlich von externen Einflussfaktoren bestimmt, die vom Unternehmen nicht oder nur bedingt beeinflusst werden können. Haupteinflussfaktor für den Energieverbrauch von Haushalten ist die vorherrschende Witterung, die sich insbesondere auf die Gas- und Wärmenachfrage auswirkt. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen steht in Abhängigkeit zu deren Geschäftsentwicklung und damit letztlich zur Situation der Gesamtwirtschaft. Darüber hinaus beeinflussen die Entwicklung der Primärenergiepreise und die am Markt realisierbaren Endkundenpreise die erzielbaren Margen und damit die Ertragslage der EVN.
| % | 2014f | 2013e | 2012 | 2011 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1,4 | –0,1 | –0,3 | 1,6 | 2,1 | |
| 1,7 | 0,5 | 0,8 | 2,7 | 2,3 | |
| 1,7–2,5 | 0,5–0,9 | 0,8 | 1,8 | 0,4 | |
| 2,0–3,1 | 1,0–2,0 | –0,3 | 3,1 | 1,8 | |
| 0,2–1,5 | –0,5–(–1,0) | –2,0 | 0,0 | –2,3 | |
| 2,5–3,0 | 1,8–2,0 | 1,3 | 3,1 | 3,9 | |
1) Quelle: "European Economic Forecast, Spring 2013", EU-Kommission, Mai 2013
2) Quelle: "Prognose der Österreichischen Wirtschaft 2013 –14", IHS, Oktober 2013
3) Quelle: "Prognose für 2013 und 2014: Erste Zeichen einer Konjunkturerholung", WIFO, Oktober 2013
4) Quelle: "Strategie Österreich und CEE 4. Quartal 2013", Raiffeisen Research, September 2013
5) Quelle: "Europe and Central Asia Economic Outlook", World Bank, April 2013
6) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, April 2013
| 2010/11 |
|---|
| 101,7 |
| 86,2 |
| 100,8 |
| 75,5 |
| 22,1 |
| 87,0 |
| 14,8 |
| 50,3 |
| 64,1 |
| 51,6 |
| 61,8 |
1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996 bis 2010, in Bulgarien jenem von 2004 bis 2011 und
in Mazedonien jenem ab 2001; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten. 2) Net Connect Germany (NCG) – EEX (European Energy Exchange)-Börsepreis für Erdgas
3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)
4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forward-Preise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX
5) EPEX Spotmarkt – European Power Exchange
Im Geschäftsjahr 2012/13 waren regional sehr unterschiedliche Temperaturentwicklungen zu verzeichnen. Nach einem milden Vorjahr stieg in Niederösterreich die Heizgradsumme um 8,5 Prozentpunkte an. Gegensätzlich zeigte sich die Witterung in Bulgarien und Mazedonien; nach dem aus historischer Sicht kältesten Winter im Vorjahr gingen im Berichtsjahr die Heizgradsummen um 20,2 bzw. 25,3 Prozentpunkte zurück.
Unterschiedliche Entwicklungen waren auch bei den Primärenergiepreisen im Geschäftsjahr 2012/13 zu beobachten. Der Durchschnittspreis für Rohöl der Sorte Brent lag auf Eurobasis mit 82,9 Euro pro Barrel um 3,5 % unter dem Vorjahreswert. Negativen Effekten aufgrund der angespannten Situation im Nahen Osten standen hohe Rohöllagerbestände in den USA, vor allem im Frühjahr 2013, gegenüber. Zudem war die Nachfrage aufgrund der verhaltenen Konjunktur schwächer, die sich auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften wie China abzeichnete. Der durchschnittliche EEX-Börsenpreis für Erdgas notierte in der Berichtsperiode hingegen mit 26,9 Euro pro MWh um 10,9 % über dem Vorjahresniveau. Der Preis für Kohle sank allerdings
aufgrund hoher Lagerbestände aus den Importen von US-Kohle und der geringeren Nachfrage um 17,2 % auf 63,1 Euro je Tonne. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate fielen im Vorjahresvergleich um 33,0 % und lagen bei 5,3 Euro je Tonne.
Die internationalen Energiemärkte waren im Geschäftsjahr 2012/13 von einem weiteren Rückgang sowohl der Spotmarkt- als auch der Terminpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom geprägt. Hauptverantwortlich dafür war im Wesentlichen die vorhandene Überkapazität an elektrischem Strom, die aus höheren Erzeugungsmengen aus erneuerbaren Energiequellen resultierte und sich auch in äußerst volatilen Preisverläufen widerspiegelte. Im Vergleich zur Vorjahresperiode gingen die Spotmarktpreise für Grundlaststrom um 13,5 % auf 38,8 Euro und jene für Spitzenlaststrom um 9,5 % auf 49,9 Euro pro MWh zurück. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung in der Regel im Vorhinein auf Termin, weswegen die Preise auf den Terminmärkten mit zeitlicher Verzögerung Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN nehmen. Die für diese Berichtsperiode geltenden Terminpreise für Grundbzw. Spitzenlaststrom lagen in der Berichtsperiode mit 47,5 Euro bzw. 58,8 Euro pro MWh um 13,3 % bzw. 12,3 % unter dem Vorjahr.
Im August 2013 kündigte die ENERGIEALLIANZ Austria GmbH mit ihren regionalen Energievertriebsgesellschaften den Start einer Energieeffizienz-Offensive an, die unter anderem eine Unterstützung beim Kauf von energieeffizienten Geräten und Energiedienstleistungen umfasst. Zum Start dieser Offensive wurde auch die Senkung der Energiepreise für Strom und Gas für Haushaltsund Kleingewerbekunden per 1. Oktober 2013 um durchschnittlich 3,6 % bekanntgegeben.
In Bulgarien hat der Regulator nach einer ersten Senkung der Endkundenpreise für Strom um 7,3 % per 5. März 2013, die mit der Kürzung der regulatorisch anerkannten Netzverluste der Verteilnetzbetreiber einherging, den Strompreis für Haushaltskunden per 1. August 2013 um durchschnittlich 4,2 % reduziert. Auch die Endkundenpreise für Wärme wurden per 1. Jänner 2013 infolge einer Preissenkung für Erdgas (Reduktion um 9,8 %) um 5,9 % gesenkt.
In Mazedonien hat der Regulator per 1. Juli 2013 die Endkundenpreise für Strom um 3,0 % reduziert und gleichzeitig die Beschaffungspreise angehoben.
Erfolgs- und Einflussfaktoren
Die Stabilität und Effizienz der Energieübertragungsnetze der EVN bilden die Grundlage für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit, weshalb ihre kontinuierliche Verbesserung zu den strategischen Investitionsschwerpunkten der EVN zählt. In den südosteuropäischen Märkten wird darüber hinaus die Reduktion der Netzverluste verfolgt. Die Ergebnisentwicklung im Netzbereich wird maßgeblich vom Tarifsystem und den regulatorischen Rahmenbedingungen geprägt.
Einen weiteren wesentlichen Faktor für die Versorgungssicherheit bilden die unternehmenseigenen Energieerzeugungskapazitäten. Die EVN setzt auf einen ausgewogenen und flexiblen Erzeugungsmix. Die Bandbreite reicht von flexibel einsetzbaren thermischen Erzeugungskapazitäten bis hin zur erneuerbaren Energie, vor allem aus Wasser- und Windkraft. Entsprechend vielfältig sind auch die Einflussfaktoren im Bereich der Stromerzeugung. Erzeugungsseitig wird die thermische Produktion von der Entwicklung der Primärenergiepreise beeinflusst, während absatzseitig die Entwicklung der europäischen Strompreise der wesentliche Einflussfaktor ist. Im Bereich der erneuerbaren Erzeugung hängt die Ergebnisentwicklung zudem von den gesetzlichen Rahmenbedingungen (z. B. Einspeisetarife) sowie von externen Faktoren wie der Wasserführung oder dem Winddargebot ab. Durch die laufende Analyse der Strompreisentwicklung werden Optimierungspotenziale in der Eigenerzeugung genutzt.
Der Entwicklung der Primärenergiekosten und der Stromhandelspreise begegnet die EVN mit geeigneten Absicherungs- und Beschaffungsstrategien. Im Sinne der mittelfristigen Planungsund Beschaffungssicherheit wird der Bedarf an Energierohstoffen und Strom auf den Terminmärkten gekauft bzw. abgesichert. Etablierte Geschäftsbeziehungen mit zuverlässigen Lieferanten sowie mittel- und langfristige Liefervereinbarungen bilden die Grundlage für die Beschaffung der Primärenergie. Bei der Stromund Gasbeschaffung wird im Rahmen der EnergieAllianz Austria (EAA) eine aktive Hedging-Politik betrieben. Im Stromgeschäft wiederum gewährleistet das integrierte Geschäftsmodell durch die Eigenerzeugung ein natürliches Hedging. Im Wärmegeschäft sind die Verkaufspreise sämtlicher Produkte wertgesichert, wofür in nahezu allen Verträgen eine Bindung an öffentlich erhobene Preisindizes vereinbart wurde.
Im Heimmarkt Niederösterreich steht die starke Verankerung der Marke EVN im Zentrum des integrierten Geschäftsmodells. Die Marke EVN dient der erfolgreichen Positionierung als kompetentes Dienstleistungs- und Versorgungsunternehmen in den Bereichen Strom, Gas, Wärme und Wasser. Darüber hinaus werden unter dem Namen kabelplus Kabel-TV- und Telekommunikations-Dienstleistungen angeboten. Diese Faktoren sichern der EVN eine breit diversifizierte und stabile Endkundenbasis.
Im internationalen Projektgeschäft des Segments Umwelt besteht hohes Potenzial an Neuprojekten im Bereich der kommunalen Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitung oder thermischen Müllverwertung in Mittel-, Südost- und Osteuropa. Die tatsächliche Realisierung dieser Infrastrukturprojekte hängt in der Regel von ihrer Finanzierbarkeit durch die öffentliche Hand als Auftraggeber ab. Bei diesen Projekten agiert die EVN als Generalunternehmer, der für die Planung und schlüsselfertige Errichtung der Anlagen verantwortlich ist, und kann auf Wunsch des Auftraggebers auch die Betriebsführung übernehmen. Ein weiteres Modell zur Abwicklung von Umweltprojekten sind sogenannte PPP-Modelle (Public Private Partnership), bei denen die EVN im Rahmen einer Projektgesellschaft die Finanzierung arrangiert, ohne jedoch das wirtschaftliche Risiko für das Projekt zu übernehmen. Die zentralen Erfolgsfaktoren bilden die Akquisition neuer Projekte innerhalb der Kompetenzfelder der EVN, die hohe technologische sowie wirtschaftliche Planungs- und Umsetzungskompetenz, die sich auch in der Auswahl der Subunternehmer und Lieferanten niederschlägt, sowie die adäquate Risikominimierung bzw. -allokation in der Projektausführung. Aus Sicht des Gesamtkonzerns liefert das Umweltgeschäft einen wichtigen Beitrag zur Ergebnis- und Risikodiversifikation.
Das integrierte Geschäftsmodell der EVN wird durch die strategischen Beteiligungen abgerundet, die im Finanzergebnis abgebildet werden und einen weiteren Beitrag zur vertikalen Integration leisten. Im Besonderen gilt das hinsichtlich der Stromproduktion für die 12,63 %-Beteiligung an der Verbund AG und die 13 %-Beteiligung an den 13 Innkraftwerken; hinsichtlich der Öl- und Gasförderung sowie der Gasspeicherung für die 50,03 %-Beteiligung an der RAG.
Details zu deren Beitrag zum Finanzergebnis der EVN finden sich unter Anhangsangabe 31. Finanzergebnis auf Seite 131f.
| Einflussfaktoren | Auswirkung auf Geschäftsentwicklung1) |
|---|---|
| Temperatur | Neutral |
| Primärenergiepreise | Negativ |
| Strompreise – Forwardmarkt | Negativ |
| Strompreise – Spotmarkt | Negativ |
| Absatz Strom | Negativ |
| Absatz Gas | Positiv |
| Absatz Wärme | Positiv |
1) Im Vergleich zum Vorjahr
| Einflussfaktoren | Auswirkung auf Geschäftsentwicklung (generell) |
|---|---|
| Mitarbeiterfluktuation | Negativ |
| Arbeitsunfälle | Negativ |
| Stakeholderdialog | Positiv |
| CO2-Emissionen | Negativ |
| Netzverluste | Negativ |
Geschäftsentwicklung
Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 111f) wurde gegenüber dem Vorjahr per saldo um eine vollkonsolidierte Gesellschaft erweitert sowie um ein at Equity einbezogenes Unternehmen reduziert. Insgesamt wurden somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 63 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 62), fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: fünf) sowie 18 at Equity einbezogene Unternehmen (Vorjahr: 19) in den Konzernabschluss einbezogen.
Zu den vollkonsolidierten Unternehmen zählen seit dem Geschäftsjahr 2012/13 auch die WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o. sowie die OOO EVN Umwelt. Die EVN Finance Service B.V. wurde aufgrund der Verschmelzung mit der EVN Projektmanagement GmbH aus dem Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen genommen. Infolge des Verkaufs des Wasserkraftwerkprojekts Devoll wurde die bisher at Equity einbezogene Gesellschaft Devoll Hydropower ShA entkonsolidiert.
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2012/13 erwirtschaftete die EVN einen Umsatz von 2.755,0 Mio. Euro, was einem Rückgang um 91,5 Mio. Euro bzw. 3,2 % entspricht. Im Energiegeschäft wirk-
Highlights 2012/13
- Umsatzrückgang um 3,2 % auf 2.755,0 Mio. Euro
- EBITDA-Rückgang um 3,6 % auf 457,6 Mio. Euro
- EBIT-Rückgang um 2,1 % auf 218,5 Mio. Euro
- Finanzergebnis sinkt aufgrund des negativen Beteiligungsergebnisses auf –38,1 Mio. Euro
- Rückgang des Konzernergebnisses um 41,2 % auf 114,7 Mio. Euro
- Erhöhung des Cash Flows aus dem operativen Bereich um 21,8 % auf 561,7 Mio. Euro
- Eigenkapitalquote mit 43,2 % nahezu konstant
ten sich in Österreich rückläufige Stromabsatzpreise negativ aus. Demgegenüber stand ein Umsatzanstieg in Mazedonien aufgrund von Preissteigerungen im Vorjahr. Im Umweltgeschäft lag der Umsatz aufgrund eines geringeren Projektabwicklungsvolumens deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Der im Ausland erzielte Umsatz sank um 45,7 Mio. Euro bzw. 3,8 % auf 1.152,1 Mio. Euro, wodurch sein Anteil am Gesamtumsatz von 42,1 % im Vorjahr auf 41,8 % fiel.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen vor allem aufgrund höherer Bestandsveränderungen um 14,1 Mio. Euro bzw. 17,4 % auf 95,5 Mio. Euro.
| Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Kurzfassung |
2012/13 Mio. EUR |
2011/12 Mio. EUR |
Veränderung in Mio. EUR |
% | 2010/11 Mio. EUR |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.755,0 | 2.846,5 | –91,5 | –3,2 | 2.729,2 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 95,5 | 81,3 | 14,1 | 17,4 | 101,6 |
| Fremdstrombezug und Energieträger | –1.612,6 | –1.630,6 | 18,0 | 1,1 | –1.505,7 |
| Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand | –295,8 | –350,0 | 54,1 | 15,5 | –373,9 |
| Personalaufwand1) | –307,1 | –312,6 | 5,6 | 1,8 | –319,8 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –177,4 | –160,1 | –17,3 | –10,8 | –156,3 |
| EBITDA1) | 457,6 | 474,5 | –16,9 | –3,6 | 474,9 |
| Abschreibungen | –239,1 | –251,3 | 12,2 | 4,9 | –252,8 |
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | 218,5 | 223,2 | –4,7 | –2,1 | 222,2 |
| Finanzergebnis1) | –38,1 | 36,5 | –74,6 | – | 41,8 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 180,3 | 259,7 | –79,3 | –30,6 | 263,9 |
| Ertragsteuern | –22,1 | –25,9 | 3,8 | 14,6 | –28,8 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 158,2 | 233,8 | –75,6 | –32,3 | 235,2 |
| davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis)1) | 114,7 | 194,9 | –80,2 | –41,2 | 192,3 |
| davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile | 43,5 | 38,9 | 4,7 | 12,0 | 42,9 |
| Ergebnis je Aktie in EUR2) | 0,64 | 1,09 | –0,4 | –40,8 | 1,08 |
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) Verwässert ist gleich unverwässert
ergeben sich Abweichungen zu den Vorjahreszahlen.
Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger sank um 18,0 Mio. Euro bzw. 1,1 % auf 1.612,6 Mio. Euro. Der Rückgang ist hauptsächlich durch geringere Bezugsmengen in Südosteuropa aufgrund des milderen Winters und durch den Entfall der fixierten Verrechnungspreise für Ökostrom in Österreich begründet. Dem standen höhere Bezugskosten für Kohle, ein mengenmäßig höherer Gasbezug aufgrund der kälteren Witterung in Österreich und eine Rückstellung für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Produktion gegenüber.
Die Position Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand sank um 54,1 Mio. Euro bzw. 15,5 % auf 295,8 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür war ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Projektabwicklungsvolumen im Umweltgeschäft.
Der durchschnittliche Personalstand ging im Berichtszeitraum um 97 Personen bzw. 1,3 % auf 7.497 Mitarbeiter zurück.
1) Aufgrund der Darstellung nach dem Ursprungslandprinzip ergeben sich Abweichungen zu den Vorjahreszahlen.
Verantwortlich dafür waren weitere Effizienzsteigerungsmaßnahmen und der Verkauf der first facility GmbH, die im Vorjahr im durchschnittlichen Mitarbeiterstand noch Berücksichtigung fand. Der Personalaufwand lag mit 307,1 Mio. Euro um 5,6 Mio. Euro bzw. 1,8% unter dem Vorjahr. Dies ist vor allem auf den Verkauf der first facility GmbH und die reduzierten Restrukturierungsaufwände in Mazedonien zurückzuführen. Demgegenüber standen die kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltsanpassungen.
Im Zusammenhang mit der Änderung der Bilanzierungsmethode, wodurch die Zinskomponente betreffend die Personalrückstellungen von den Personalaufwendungen ins Finanz ergebnis umgegliedert wurde, wurden die Werte des Geschäftsjahres 2011/12 entsprechend angepasst. Der Personalaufwand im Vorjahr veränderte sich daher von 329,1 Mio. Euro auf 312,6 Mio. Euro (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen aufgrund von Rückstellungsveränderungen um 17,3 Mio. Euro auf 177,4 Mio. Euro. Das EBITDA, das in der Berichtsperiode bei 457,6 Mio. Euro lag, verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 16,9 Mio. Euro bzw. 3,6 %. Bei einem leicht gesunkenen Umsatz blieb die EBITDA-Marge bei 16,6 % nahezu auf dem Vorjahresniveau von 16,7%. Die Abschreibungen sanken gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Mio. Euro bzw. 4,9 % auf 239,1 Mio. Euro. Während die planmäßigen Abschreibungen um 10,1 Mio. Euro anstiegen, gingen die außerplanmäßigen Abschreibungen, die im Vorjahr im Wesentlichen aufgrund von Wertminderungen der Biomasse-Versuchsanlage am Kraftwerksstandort Dürnrohr und des Windparks Kavarna in Bulgarien zu berücksichtigen waren, um 22,3 Mio. Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel im Vergleich zum Vorjahr um 2,1% auf 218,5 Mio. Euro. Die EBIT-Marge blieb aufgrund des gesunkenen Umsatzes nahezu unverändert bei 7,9 % (2011/12: 7,8 %).
Das Finanzergebnis ging um 74,6 Mio. Euro zurück und lag bei –38,1 Mio. Euro. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf das Beteiligungsergebnis und hier auf den Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen zurückzuführen. Aufgrund der signifikant negativen Spanne zwischen dem ölpreisgebundenen Gasbezug und den hubpreisgebundenen Verkäufen sowie einer Vorsorge für drohende Verluste im Zusammenhang mit vertraglich vereinbarten, langfristigen Transport- und LNG-Kapazitätsbuchungen war ein negativer Ergebnisbeitrag der EconGas unter Berücksichtigung der kumulierten erfolgswirksamen Ergebnisse von 19,7 Mio. Euro zu verzeichnen. Weiters kam es durch den im Mai vollzogenen Verkauf des 50 %-Anteils der EVN AG an dem albanischen Kraftwerksprojekt Devoll an die Statkraft A.S. zu einem einmaligen negativen Effekt in Höhe von 27,6 Mio. Euro. Der negative Ergebnisbeitrag der WEEV Beteiligungs GmbH, die zum Zweck der Teilnahme an der Kapitalerhöhung des Verbund im Jahr 2011 gegründet wurde, betrug 29,6 Mio. Euro und ist auf eine marktbewertungsbedingte Wertminderung der Aktien am Verbund aufgrund des signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses unter deren Anschaffungskosten zurückzuführen. Ein weiterer Effekt im Finanzergebnis war ein negativer Ergebnisbeitrag von 20,4 Mio. Euro aus der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien. Dies ist eine Folge der nach dem Regierungswechsel höheren Unsicherheit über die Verlängerung der Konzessionsdauer als wirtschaftliche Kompensation für in der Bauphase eingetretene Hochwasserschäden und den damit verbundenen Bauverzug sowie entsprechende Mehrkosten. Weiters hat sich das Kundenrisiko infolge verspäteter Zahlungseingänge erhöht, und Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs) sind weiter gesunken. Positiv für das Finanzergebnis waren der höhere Ergebnisbeitrag der RAG in Höhe von 80,1 Mio. Euro und die Dividendeneinnahmen aus der Beteiligung am Verbund von 24,1 Mio. Euro. Das Zinsergebnis war vor allem aufgrund von geringeren Zinsaufwänden um 1,8 Mio. Euro besser als im Vorjahr und belief sich auf –71,7 Mio. Euro.
Die Ertragsteuern lagen mit 22,1 Mio. Euro aufgrund des geringeren Ergebnisses unter dem Vergleichswert des Vorjahres; die Rückgänge im Finanzergebnis wurden nur teilweise steuerlich wirksam. Das Ergebnis nach Ertragsteuern lag bei 158,2 Mio. Euro. Der Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile stieg vor allem aufgrund des höheren Ergebnisses der RAG, der Burgenland Holding AG und der EVN Macedonia um 4,7 Mio. Euro.
In Summe sank das Konzernergebnis um 80,2 Mio. Euro bzw. 41,2% auf 114,7 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie ging auf 0,64 Euro (Vorjahr: 1,09 Euro) zurück. Da die Einmaleffekte, die heuer vor allem auf das Finanzergebnis wirkten, nicht liquiditätswirksam sind, wird der Vorstand in der 85. Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2012/13 eine stabile Dividende von 0,42 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,42 Euro) vorschlagen. Dabei errechnet sich eine Ausschüttungsquote von 65,3 % (Vorjahr: 38,7%) und eine Dividendenrendite von 3,7 % (Vorjahr: 3,9 %) zum Aktienkurs der EVN AG per 30. September 2013 von 11,29 Euro.
Bilanz
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme der EVN erhöhte sich zum Bilanzstichtag 30. September 2013 um 238,9 Mio. Euro bzw. 3,5 % auf 7.102,1 Mio. Euro im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres.
Die langfristigen Vermögenswerte beliefen sich auf 6.125,1 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anteil am Gesamt-
| Konzern-Bilanz 30.09.2013 Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR |
Veränderung in Mio. EUR % |
30.09.2011 Mio. EUR |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3.491,9 | 3.412,3 | 79,6 | 2,3 | 3.349,4 | ||
| 1.742,7 | 1.717,4 | 25,3 | 1,5 | 1.884,5 | ||
| 890,5 | 924,3 | –33,8 | –3,7 | 849,1 | ||
| 6.125,1 | 6.053,9 | 71,2 | 1,2 | 6.083,0 | ||
| 977,0 | 809,3 | 167,7 | 20,7 | 787,4 | ||
| 7.102,1 | 6.863,2 | 238,9 | 3,5 | 6.870,4 | ||
| 2.824,8 | 2.768,3 | 56,5 | 2,0 | 2.804,1 | ||
| 241,7 | 245,4 | –3,7 | –1,5 | 361,7 | ||
| 3.066,5 | 3.013,7 | 52,8 | 1,8 | 3.165,8 | ||
| 1.571,4 | 1.933,3 | –361,8 | –18,7 | 1.591,3 | ||
| 702,5 | 609,9 | 92,6 | 15,2 | 624,0 | ||
| 555,0 | 519,4 | 35,6 | 6,9 | 506,8 | ||
| 2.829,0 | 3.062,6 | –233,7 | –7,6 | 2.722,2 | ||
| 390,3 | 49,4 | 340,9 | – | 311,6 | ||
| 816,4 | 737,5 | 78,8 | 10,7 | 670,8 | ||
| 1.206,7 | 786,9 | 419,7 | 53,3 | 982,4 | ||
| 7.102,1 | 6.863,2 | 238,9 | 3,5 | 6.870,4 | ||
| 30.09.2012 |
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
vermögen von 86,2% (Vorjahr: 88,2 %) bzw. einem Anstieg dieser Position im Vergleich zum Vorjahr um 71,2 Mio. Euro bzw. 1,2 %. Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen verzeichneten einen Anstieg um 79,6 Mio. Euro bzw. 2,3 % auf 3.491,9 Mio. Euro. Der Beteiligungsansatz der at Equity einbezogenen Unternehmen lag trotz des verringerten laufenden Ergebnisses der at Equity einbezogenen Unternehmen und der Gewinnausschüttungen aufgrund von Kapitaleinzahlungen mit 1.047,9 Mio. Euro annähernd auf dem Vorjahresniveau (Rückgang von 0,7 Mio. Euro bzw. 0,1 %). Die stichtagsbezogene Marktbewertung der direkt von der EVN AG gehaltenen Verbund-Aktien führte zum 30. September 2013 zu einem Anstieg der Position sonstige Beteiligungen um 26,1 Mio. Euro bzw. 3,9 % auf 694,8 Mio. Euro. Innerhalb des Fonds zur Deckung von Pensionsrückstellungen wurden Wertpapiere in liquide Mittel umgeschichtet. Diese Reduktion des Wertpapieranteils im Fonds sowie gesunkene Marktwerte von Zinssicherungsgeschäften für begebene Anleihen führten zu einem Rückgang der übrigen langfristigen Vermögenswerte um 37,3 Mio. Euro bzw. 4,1 % auf 861,1 Mio. Euro. Diese Position enthält auch das aufgrund der österreichischen regulatorischen Bestimmungen gebildete Regulierungskonto in Höhe von 4,1 Mio. Euro.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 167,7 Mio. Euro bzw. 20,7 % auf 977,0 Mio. Euro. Ihr Anteil am Gesamtvermögen verzeichnete dadurch einen Anstieg von 11,8 % auf nunmehr 13,8 %. Der durch den Anspruch auf Kompensation der Ökostrommehrkosten (in Bulgarien) verursachte Anstieg der kurzfristigen Forderungen wurde teilweise durch einen Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgeglichen, sodass sich diese Position zum 30. September 2013 um 27,9 Mio. Euro bzw. 5,2 % auf 565,5 Mio. Euro erhöhte. Zusätzlich resultierte dieser Anstieg vor allem aus dem positiven Cash Flow sowie der oben beschriebenen Umschichtung der langfristigen Wertpapiere im Fonds zur Deckung der Pensionsrückstellungen.
| Wertanalyse | 2012/13 | 2011/12 | Veränderung in % | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|---|
| ROE | % | 5,2 | 7,6 | –2,4 | 7,6 |
| Durchschnittliches Eigenkapital | Mio. EUR | 3.040,1 | 3.089,7 | –1,6 | 3.095,5 |
| WACC nach Ertragsteuern1) | % | 6,5 | 6,5 | – | 6,5 |
| Operativer ROCE (OpROCE)2) | % | 5,4 | 6,9 | –1,4 | 7,5 |
| Durchschnittliches Capital Employed2) | Mio. EUR | 4.748,5 | 4.647,0 | 2,2 | 4.395,4 |
| Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT) 2) | Mio. EUR | 258,5 | 318,8 | –18,9 | 331,4 |
| EVA® | Mio. EUR | –50,1 | 16,7 | – | 45,7 |
1) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,0 % und
einem Fremdkapitalkostensatz nach Steuern von 3,7 % sowie mit einem 50,0 %igen Eigenkapitalanteil berechnet.
2) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der Verbund AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.
Beim Eigenkapital verbuchte die EVN zum 30. September 2013 einen Anstieg von 52,8 Mio. Euro bzw. 1,8 % auf 3.066,5 Mio. Euro und hielt die Eigenkapitalquote mit 43,2 % nahezu konstant (Vorjahr: 43,9 %). Die Gewinnausschüttungen an die Aktionäre der EVN AG und an nicht beherrschende Anteile beliefen sich im Geschäftsjahr 2012/13 auf 111,7 Mio. Euro. Kompensiert wurden die Gewinnausschüttungen durch das erzielte Ergebnis sowie durch direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse wie beispielsweise die erfolgsneutrale Marktwertänderung der direkt von der EVN AG gehaltenen Verbund-Aktien.
Die langfristigen Schulden sanken um 233,7 Mio. Euro bzw. 7,6 % auf 2.829,0 Mio. Euro. Ausschlaggebend dafür waren neben den planmäßigen laufenden Kredittilgungen die Umgliederungen der im Geschäftsjahr 2013/14 fälligen Finanzierungen, insbesondere eine JPY- und eine CHF-Anleihe, von den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie die Marktwertänderung der zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken abgeschlossenen Swaps für Anleihen. Gegenläufig wirkten die Emission eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 121,5 Mio. Euro im Oktober 2012 und die Erhöhung der Rückstellungen sowie der Baukosten- und Investitionszuschüsse.
Die erwähnten Umgliederungen der im Geschäftsjahr 2013/14 fälligen Finanzierungen führten zu einem entsprechenden Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 340,9 Mio. Euro auf 390,3 Mio. Euro. Die Lieferantenverbindlichkeiten erhöhten sich vor allem aufgrund einer infolge einer höchstgerichtlichen Entscheidung in Bulgarien erforderlichen Rückzahlung von Netzzutrittsentgelten um 77,5 Mio. Euro bzw. 20,2 %.
Wertanalyse
Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken unverändert mit 6,5 % angesetzt.
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) sank im Vergleich zum Vorjahr bedingt durch ein geringeres Ergebnis nach Ertragsteuern auf 5,2 %. Die operativen Steuerungskennzahlen veränderten sich in der Berichtsperiode wie folgt: Nach 16,7 Mio. Euro im Vorjahr wurde der erwirtschaftete Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) negativ und betrug –50,1 Mio. Euro. Die Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) sank von 6,9 % auf 5,4 %.
Liquiditätslage
In der Berichtsperiode hat die EVN AG erstmals ein Schuldscheindarlehen begeben und damit erfolgreich eine alternative
| Nettoverschuldung | 30.09.2013 Mio. EUR |
30.09.2012 Mio. EUR |
Veränderung in Mio. EUR % |
30.09.2011 Mio. EUR |
||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 1.571,4 | 1.933,3 | –361,8 | –18,7 | 1.591,3 | |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) | 355,9 | 21,4 | 334,5 | – | 280,8 | |
| Fonds der liquiden Mittel | –224,8 | –134,1 | –90,7 | –67,6 | –112,6 | |
| Kurzfristige Wertpapiere | –43,9 | –3,4 | –40,5 | – | –57,9 | |
| Langfristige Wertpapiere | –57,1 | –77,0 | 19,8 | 25,7 | –97,9 | |
| Ausleihungen | –39,2 | –36,4 | –2,8 | –7,6 | –24,4 | |
| Nettoverschuldung | 1.562,3 | 1.703,7 | –141,4 | –8,3 | 1.579,2 | |
| Eigenkapital2) | 3.066,5 | 3.013,7 | 52,8 | 1,8 | 3.165,8 | |
| Gearing (%) 2) | 50,9 | 56,5 | – | –5,6 | 49,9 | |
1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten
2) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
Finanzierungsquelle am Kapitalmarkt genutzt. Die im Oktober 2012 durchgeführte Transaktion war deutlich überzeichnet und konnte mit einem Volumen von 121,5 Mio. Euro ausschließlich bei deutschen Investoren platziert werden. Neben der damit angestrebten Verbreiterung der Investorenbasis wurde eine Optimierung des Fälligkeitsprofils erzielt, da das Schuldscheindarlehen in insgesamt sechs verschiedene Tranchen mit Laufzeiten von sieben bis 18 Jahren sowie variabler und fixer Verzinsung aufgeteilt wurde. Die Nettoverschuldung reduzierte sich aufgrund des positiven Cash Flows um 141,4 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 1.562,3 Mio. Euro.
Zur Sicherung der finanziellen Flexibilität verfügt die EVN AG über bilaterale Kreditzusagen im Gesamtausmaß von 175,0 Mio. Euro. Sie dienen der vorübergehenden Finanzierung eines etwaigen kurzfristigen Liquiditätsbedarfs. Das Laufzeitenprofil dieser Kreditlinien wurde im August und September 2013 durch die vorzeitige Refinanzierung der im Juli 2014 auslaufenden Kreditzusagen weiter verbessert, sodass die mit sieben Banken vereinbarten Kreditlinien nun Restlaufzeiten von zwei bis sechs Jahren haben. Darüber hinaus besteht mit der syndizierten Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. Euro eine weitere vertraglich abgesicherte Liquiditätsreserve mit einer Restlaufzeit von vier Jahren. Die Liquiditätssituation der EVN kann als stabil beurteilt werden.
Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernabschluss auf Seite 144 abgebildet.
Geldflussrechnung
Im Geschäftsjahr 2012/13 stieg der Cash Flow aus dem Ergebnis trotz eines niedrigeren Ergebnisses vor Ertragsteuern um 73,3 Mio. Euro bzw. 15,3 % auf 553,6 Mio. Euro. Dies kam vor allem aus den nicht liquiditätswirksamen Effekten im Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen und aus einer Zunahme langfristiger Rückstellungen für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Produktion. Zusammen mit dem im Vergleich zum Vorjahr geringeren stichtagsbezogenen Anstieg des Working Capitals ergibt sich ein um 100,7 Mio. Euro bzw. 21,8 % höherer Cash Flow aus dem operativen Bereich von 561,7 Mio. Euro.
Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich sank um 46,6 Mio. Euro auf –380,5 Mio. Euro. Dies ist eine Veränderung um 14,0 %, die vor allem auf den Kauf kurzfristiger Wertpapiere zu Veranlagungszwecken zurückzuführen ist.
Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich stieg um 15,1 Mio. Euro bzw. 14,3 % auf –90,5 Mio. Euro. In der Berichtsperiode wurde ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro emittiert. Dem standen die laufenden Kredittilgungen, die Dividendenzahlung an die Aktionäre der EVN AG und an nicht beherrschende Anteile sowie die Ausgaben für den Erwerb eigener Aktien gegenüber. Der Hauptgrund für die Verbesserung des Cash Flows aus dem Finanzierungsbereich war der
| 2010/11 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio. EUR | Mio. EUR | Mio. EUR | % | Mio. EUR |
| 180,3 | 259,7 | –79,3 | –30,6 | 263,9 |
| 373,3 | 220,6 | 152,7 | 69,2 | 214,1 |
| 553,6 | 480,3 | 73,3 | 15,3 | 478,1 |
| 36,4 | 9,7 | 26,9 | – | 78,3 |
| –28,3 | –28,9 | 0,6 | 2,2 | –34,3 |
| 561,7 | 461,0 | 100,7 | 21,8 | 522,0 |
| –318,2 | ||||
| –24,6 | ||||
| –95,3 | –155,6 | 60,3 | 38,8 | –333,3 |
| –40,3 | 53,8 | –94,1 | – | 164,5 |
| –380,5 | –333,9 | –46,6 | –14,0 | –511,6 |
| –90,5 | –105,6 | 15,1 | 14,3 | 13,1 |
| 90,7 | 21,5 | 69,2 | – | 23,5 |
| 134,1 | 112,6 | 21,5 | 19,1 | 89,1 |
| 0,0*) | 0,0*) | – | – | 0,0*) |
| 224,8 | 134,1 | 90,7 | 67,6 | 112,6 |
| 2012/13 –245,0 – |
2011/12 –232,6 0,6 |
–12,4 0,6 |
Veränderung in –5,3 – |
*) Kleinbetrag
Wegfall des Effekts aus der Anteilsaufstockung an den bulgarischen Unternehmen EVN Bulgaria EC und EVN Bulgaria EP im Vorjahr.
Aus den genannten Entwicklungen resultierte ein positiver Cash Flow von 90,7 Mio. Euro (Vorjahr: 21,5 Mio. Euro), wodurch die liquiden Mittel auf 224,8 Mio. Euro erhöht werden konnten (Vorjahr: 134,1 Mio. Euro).
Investitionstätigkeit
Nach einer deutlichen Reduktion der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 20,0 % im Vorjahr wurde auch im Geschäftsjahr 2012/13 ein besonderes Augenmerk auf die Investitionen gelegt. Das Niveau stieg um 20,0 Mio. Euro bzw. 6,5 % auf 328,4 Mio. Euro und lag damit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Der Fokus der EVN auf die Versorgungssicherheit spiegelte sich auch in den Investitionen wider. Mehr als die Hälfte der Investitionen erfolgte im Segment Netzinfrastruktur Inland, wobei der Bau der Erdgastransportleitung Westschiene besonders hervorzuheben ist.
In der Erzeugung wurde ein Schwerpunkt auf den Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich gelegt, weshalb es in diesem Segment zu einem Anstieg der Investitionen kam.
Im Segment Energiehandel- und -vertrieb erreichte das Investitionsvolumen aufgrund des weiteren Ausbaus des Fernwärmeleitungsnetzes sowie des Baus von Biomasseheizwerken das Niveau des Vorjahres.
In der Energieversorgung Südosteuropa waren die Investitionen leicht rückläufig. Im Blickpunkt standen weiterhin die Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität, der Ausbau der Netz- und Zählertechnik in Bulgarien und Mazedonien sowie der Ausbau der kroatischen Erdgasversorgung. Der Rückgang ergibt sich vor allem durch das höhere Vorjahresniveau aufgrund des Baus der Cogeneration-Anlage in Plovdiv.
Der Investitionsrückgang im Segment Umwelt erklärt sich vor allem durch die in der Vorperiode enthaltenen Investitionen in den Bau des Blockheizkraftwerks in Ljuberzy, einem Vorort Moskaus, das im ersten Quartal 2012/13 fertiggestellt wurde.
Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die folgende Tabelle:
| Investitionsschwerpunkte der EVN1) | 2012/13 Mio. EUR |
2011/12 Mio. EUR |
Veränderung in Mio. EUR % |
2010/11 Mio. EUR |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Erzeugung | 24,0 | 15,7 | 8,3 | 52,8 | 66,4 |
| davon erneuerbare Energie in Niederösterreich | 22,8 | 11,8 | 10,9 | 92,4 | 51,6 |
| davon erneuerbare Energie in Südosteuropa | 0,1 | 2,5 | –2,4 | –95,5 | 8,4 |
| davon kalorische Kraftwerke | 0,4 | 1,2 | –0,8 | –69,5 | 6,5 |
| Energiehandel und -vertrieb | 30,1 | 30,1 | – | – | 25,3 |
| davon Wärmeanlagen | 29,1 | 28,7 | 0,4 | 1,6 | 24,3 |
| Netzinfrastruktur Inland | 176,4 | 144,8 | 31,6 | 21,8 | 160,9 |
| davon Stromnetz | 99,5 | 69,2 | 30,2 | 43,7 | 75,1 |
| davon Gasnetz | 65,1 | 65,3 | –0,2 | –0,3 | 70,0 |
| davon Kabel-TV und Telekommunikation | 9,9 | 9,0 | 0,9 | 10,4 | 12,8 |
| Energieversorgung Südosteuropa | 82,4 | 90,3 | –7,8 | –8,7 | 112,5 |
| Umwelt | 11,9 | 22,7 | –10,8 | –47,6 | 48,3 |
| davon Blockheizkraftwerk in Moskau | 5,2 | 12,5 | –7,3 | –58,6 | 33,0 |
| davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze, | |||||
| Abwasserentsorgung | 5,3 | 9,0 | –3,7 | –41,2 | 9,1 |
| Strategische Beteiligungen und Sonstiges | 3,5 | 4,7 | –1,2 | –25,6 | 2,2 |
| Summe | 328,4 | 308,3 | 20,0 | 6,5 | 415,7 |
1) Nach Konsolidierung
Nichtfinanzielle Kennzahlen
Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2012/13 waren durchschnittlich 7.497 Mitarbeiter bei der EVN beschäftigt. Der Frauenanteil betrug in der Berichtsperiode 21,9 %. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde das Programm Frauen@EVN initiiert und seither fortgesetzt. Es verfolgt insbesondere die Verbesserung jener Rahmenbedingungen, die traditionellerweise Frauen stärker nachteilig betreffen als Männer. Ziel ist es, Chancenungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu reduzieren und den Frauenanteil in der EVN zu erhöhen.
Die EVN ist sich des hohen strategischen Werts ihrer qualifizierten Mitarbeiter bewusst. Die Absicherung und Erweiterung ihres hohen Kompetenzniveaus bilden deshalb einen Schwerpunkt des Personalmanagements. Die Aus- und Weiterbildungsangebote werden in Österreich, Bulgarien und Mazedonien durch die EVN Akademie organisiert. Mit einem Gesamtaufwand von 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2012/13 pro Mitarbeiter 325,5 Euro (Vorjahr: 359,0 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen verwendete Zeitaufwand konnte von jährlich 26,9 Stunden pro Mitarbeiter auf 31,3 Stunden erhöht werden.
Umwelt und Nachhaltigkeit
Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Einen Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung stellt daher die Weiterentwicklung der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen dar, vor allem Wind- und Wasserkraft, aber auch Biomasse und Photovoltaik. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung der EVN soll auf 50 % gesteigert werden. Im Heimmarkt Niederösterreich werden vor allem Windkraftkapazitäten ausgebaut, um dieses Ziel zu erreichen. Neben der ökologischen Verantwortung trägt die EVN auch eine ökonomische Verantwortung, die sich im langfristigen Ziel äußert, 30 % des konzernweiten Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. aus Strombezugsrechten abdecken zu können.
Forschung und Entwicklung
Die EVN engagiert sich in zahlreichen Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten für eine effiziente, intelligente und umweltfreundliche Energiezukunft. Das diesbezügliche Projektportfolio wird durch die aktuellen und zukünftigen Anforderungen aus dem Kerngeschäft Energie und Umwelt auf allen Stufen der Wertschöpfungskette bestimmt. Die Ziele der Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten leiten sich aus der Konzernstrategie ab und werden an ihrem Nutzen für die Schonung von Umwelt und Ressourcen, die Versorgungssicherheit und nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit der EVN gemessen. Die EVN organisiert ihre Forschungsaufgaben durch eine Kombination von Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen. Forschungsprojekte finden – dort, wo es sinnvoll ist – in Kooperation unterschiedlicher Konzernbereiche sowie in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Industrie statt. Der Erfahrungsaustausch in nationalen und internationalen Projekten trägt nicht nur zum Erfolg von EVN Projekten bei, sondern unterstützt auch Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen mit aktuellen Forschungsthemen und leistet einen Beitrag zur qualifizierten und praxisnahen Ausbildung von Studenten. Da der Schwerpunkt der EVN in der anwendungsnahen Forschung und Entwicklung liegt, ergänzen sich die Kompetenzen mit den auf Grundlagenforschung ausgerichteten Profilen der wissenschaftlichen Kooperationspartner.
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden 1,6 Mio. Euro (davon 28,1 % über Förderungen) für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet, wobei die Schwerpunkte auf den Themengebieten innovative Energiespeicher (multifunktionaler Energiespeicher, Power-to-Gas) sowie dezentrale Erzeugung (Photovoltaik, Kleinwindkraft) lagen. Darüber hinaus wurde in der Berichtsperiode unter Führung der EVN die E-Mobilität-Modellregion e-pendler gestartet, wo der Einsatz von E-Mobilität insbesondere für die erste und letzte Meile der Pendlerstrecke sowie die Auswirkungen auf das Stromnetz getestet werden. Im Bereich der konventionellen Erzeugung lag der Schwerpunkt neben der kontinuierlichen Optimierung der bestehenden Kraftwerke im Bereich der CO2-Abscheidung. Das so gewonnene reine CO2 soll mithilfe von biotechnologischen Methoden zu einem biologisch abbaubaren Kunststoff umgewandelt werden (Projekt CO2USE). Im Geschäftsbereich Umwelt lagen die Schwerpunkte in der Trinkwasserbehandlung arsenhaltiger Grundwässer und der Entwicklung einer Kleinklärschlammverbrennung.
Risikomanagement
Risikodefinition
Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.
Risikomanagementprozess
Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt ein zentral organisiertes Risikomanagement den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikomanagement erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation des EVN Konzerns.
Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:
- Identifikation: Erhebung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur (Review des Risikoinventars) und Identifikation von neuen Risikopositionen
- Bewertung und Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnis- und Cash-Flow-Verteilungen
- Berichterstattung: Übermittlung der Risikoberichte an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand des EVN Konzerns, Diskussion und Beurteilung der Risikosituation im "Risikoarbeitsausschuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleiten von Risikosteuerungsmaßnahmen
- Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind
Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses
Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagement-Kreislaufs betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Revision, Generalsekretariat und Corporate Affairs und Controlling. Die Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikomanagements sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung.
Konzernrisikoausschuss und Kontrolle
Im Konzernrisikoausschuss, der aus dem Vorstand, den Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition des EVN Konzerns zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.
Risikoprofil
Risiken im Energiegeschäft
Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für (Primär-)Energie, eine suboptimale bzw. nicht dem derzeitigen Marktumfeld entsprechende Beschaffungsstrategie, Preisdruck durch Mitbewerber und Kundenverluste können die Deckungsbeiträge des EVN Konzerns negativ beeinflussen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage und die Wasserführung auswirken. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie marktkonforme Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung.
Im Energiegeschäft können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion, Verteilung und Vertrieb von Strom und Fernwärme sowie bei Beschaffung, Verteilung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Wesentliche Prozesse des Energiegeschäfts sind gefahrenbehaftet, wodurch der EVN Konzern einem Haftungsrisiko ausgesetzt ist. Der EVN Konzern begegnet diesem Risiko durch die Definition von Sicherheitsrichtlinien und konsequente Überwachung von deren Einhaltung.
Die Wirtschaftlichkeit und Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen ist maßgeblich von den Strom- und Primärenergiepreisen abhängig. Wesentlich ist der politische Einfluss auf die Entwicklung des europäischen Energieportfolios und die daraus resultierenden Marktpreise.
Im Zuge der strategischen Refokussierung in Hinblick auf Märkte und Technologien trennte sich die EVN im Geschäftsjahr 2012/13 von ihrem Anteil an dem Großwasserkraftwerksprojekt Devoll in Albanien.
Vor allem im Erzeugungsbereich ist die EVN Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenkonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden der EVN nicht erteilt oder verlängert werden.
Risiken im Umweltgeschäft
Im Umweltgeschäft sieht der EVN Konzern Risiken in möglichen Nachfrage-, Mengen- und Kostenschwankungen sowie Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen in der Wasserversorgung, bei Abwassersystemen und bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Im Umweltgeschäft ist die EVN zudem auch technologischen, politischen, Vertrags-, Counterparty-, Fremdwährungs- und Projektrisiken ausgesetzt. Hier erfolgt die Risikoreduktion primär durch den Einsatz erfahrener Mitarbeiter, regelmäßige Fortbildungen und Trainings, effizientes Projektmanagement sowie durch den Einsatz von Absicherungsinstrumenten (u. a. Garantien, Versicherungen).
Politische und rechtliche Risiken
Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie veränderte Rahmenbedingungen im Bereich der Energie- und Umweltgesetzgebung sind wesentliche Treiber politischer und rechtlicher Risiken.
Zudem stellen die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten (Süd-)Osteuropas sowie die damit einhergehenden wechselnden rechtlichen Rahmenbedingungen weiterhin große Herausforderungen dar, denen durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen und laufendes Evaluieren strategischer Partnerschaften verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden.
Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen bzw. potenziellen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren in Bezug auf diverse Großprojekte bzw. Beteiligungen.
Finanzrisiken
Die EVN begegnet Zinsänderungs-, Fremdwährungs- und Marktpreisrisiken mit einer umfassenden Treasury-Strategie und diesbezüglichen organisatorischen und methodischen Regelungen, die unter anderem auch tägliche Risikoanalysen und den Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten umfassen.
Den Kredit- bzw. Forderungsausfallsrisiken wird mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet.
Regelmäßige Liquiditätsanalysen, langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanungen, erfolgreiche Kreditaufnahmen und Anleihe-/Schuldscheindarlehensplatzierungen sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien) ermöglichen es, dem Liquiditätsrisiko vorzubeugen.
Zudem bestehen Risiken bei der Finanzierung aufgrund möglicher Ratingveränderungen des EVN Konzerns. Maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis des EVN Konzerns können die Ergebnisund Eigenkapitalentwicklung von Beteiligungen haben.
Gesamtrisikoprofil
Bedingt durch das volatile Umfeld und die Strategie des Konzerns, die für die nächsten Jahre primär die Konsolidierung und Fokussierung auf das Kerngeschäft vorsieht, verändert sich das Risikoprofil des EVN Konzerns kontinuierlich. Risiken können dabei neben der Tätigkeit im Heimmarkt Niederösterreich, dem Umweltgeschäft und den bereits bestehenden Geschäftsfeldern in Südosteuropa auch aus ausgewählten Wachstumsprojekten entstehen. Unter anderem aufgrund des diversifizierten Geschäftsportfolios der EVN wurden trotz des volatilen Umfelds im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten.
Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Preisrisiko
Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs- und Absatzpreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2-Emissionszertifikate und Biomasse
Fixpreisvereinbarungen, auf das Marktumfeld abge stimmte Beschaffungsstrategie, Absicherungsgeschäfte Deckungsbeitragsrisiko
Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen der geplanten Deckungsbeiträge
Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kunden segmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten, auf Kundenbedürfnisse abgestimmte Produktpalette (u. a. diverse Float- und Garant-Tarife)
Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator
Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen
Mengenrisiko
Sinkende Nachfrage nach Produkten bzw. Leistungen der EVN; Rückgang der Eigenerzeugungsmenge unter anderem aufgrund veränderter Wasserführung
Counterparty Risk
Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesicherten Leistung
Vertragliche Konstruktionen, Bonitätsmonitoring und Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner
Lieferantenrisiko
Überschreitung der geplanten Projektkosten; Verzögerungen bei der Ausführung vertraglich zugesicherter Leistungen
Partnerschaften, weitestgehende vertragliche Absicherung, externe Expertisen
Finanzrisiken
Fremdwährungsrisiken
Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverlust) und Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss; nicht währungskonforme Finanzierung von Konzerngesellschaften
Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente Liquiditäts- und Finanzierungsrisiko
Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten, erforderliche Liquidität/Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können
Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, Absicherungen des benötigten Finanz mittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)
Kursänderungsrisiken
Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen (z. B. Fonds) und börsennotierten strategischen Beteiligungen
- (z. B. Verbund AG, Burgenland Holding AG)
- Monitoring des Verlustpotenzials mittels täglicher Value-at-Risk-Ermittlung
- Beteiligungsrisiken
Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft
Vertretungen im Aufsichtsrat bzw. Gesellschafter-/Risiko ausschüssen der jeweiligen Beteiligungsgesellschaft
Ratingveränderung
Bei Verringerung der Ratingeinstufung höhere Refinanzierungskosten
Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen
Zinsänderungsrisiken
- Veränderungen der Marktzinsen, steigender Zinsaufwand
- Einsatz von Absicherungsinstrumenten
- Impairment-Risiken
- Abschreibung von Forderungen, Firmenwerten,
- Beteiligungen bzw. Kraftwerken
- Inflations-/Deflationsrisiko
- Risiko des Schlagendwerdens von Garantien
Betriebsrisiken
Technologierisiko
Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien; Investitionen in "falsche" Technologien
Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten, eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte, ständige Anpassung an den Stand der Technik
Infrastrukturrisiken
Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen
Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur
Störungen/Netzausfall (Eigen- und Fremdanlagen) Blackout/landesweite Netzstörung (u. a. durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze)
Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich
IT-/Sicherheitsrisiken
Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung, u. a. durch Backup-Systeme, technische Wartung, externe Prüfung
Vertragsrisiken
Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen
Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring
Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken
Gesetzgebungs-, regulatorische und politische Risiken Veränderung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie des regulatorischen Umfelds (z. B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen, Marktliberalisierung in Südosteuropa)
Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internatio naler Ebene
Rechts- und Prozessrisiko
Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen
Lobbying über lokale, regionale, nationale und EU-weite Interessenvertretungen, Rechtsberatung
Soziales und gesamtwirtschaftliches Umfeld Entwicklungen in Verbindung mit der Schulden-/Finanzkrise, stagnierende oder rückläufige Kaufkraft
Sonstige Risiken
Unerlaubte Vorteilsgewährung, Non-Compliance Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption
Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südost europa, Verhaltenskodex, Compliance-Organisation Projektrisiko
Projektrisiken beispielsweise infolge von Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau neuer Kapazitäten
Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter Planungsrisiko
Modellrisiko, Treffen von falschen bzw. unvollständigen Annahmen
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip
Organisatorische und Mitarbeiterrisiken
Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitern, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- od. Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren, ineffiziente Abläufe, Schnittstellen, Betrug, bewusste bzw. unbewusste Fehldarstellungen von Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten
Attraktives Arbeitsumfeld und Entlohnungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeits zeitmodelle, Schulungen, Konzerntage, internes Kontrollsystem (IKS)
Co-Investment-Risiko
Risiken in Zusammenhang mit der Durchführung von Großprojekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen Vertragliche Absicherung, effizientes Projektmanagement Sabotage
Sabotage beispielsweise bei Gasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen
- Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte Imagerisiko
- Transparente und proaktive Kommunikation, durchgehend hohe ethische Standards in allen Geschäftsbereichen
Wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Einleitung
Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.
Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ein internes Kontrollsystem (IKS) entwickelt und implementiert. Das IKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht, und die Ergebnisse daraus werden dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das IKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.
Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale besteht aus den fünf zusammenhängenden Komponenten Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.
Kontrollumfeld Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für alle Mitarbeiter des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf www.evn.at/verhaltenskodex in deutscher und unter www.evn.at/code-of-conduct in englischer Sprache abrufbar.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen der EVN. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.
Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeiter erstellt.
Im Zuge der Einführung des IKS wurden im kaufmännischen Bereich jene Prozesse definiert, die für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen diese Risiken zu überwachen sind.
Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.
Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen
Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen.
Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden.
Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segmentund Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.
Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten inund ausländischen Tochtergesellschaften wird mit dem ERP-Softwaresystem SAP, Modul FI (Finanz-/Rechnungswesen) geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt mit der Software Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.
Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeiter bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.
Das IKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden im Sinne der kontinuierlichen Weiterentwicklung des IKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.
Information, Kommunikation und Überwachung
Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht einmal jährlich eine IKS-Berichterstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des IKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des IKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch den IKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem IKS-Komitee auf Basis der Informationen der IKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.
Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden zudem die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitern der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.
Die interne Revision der EVN führt regelmäßig Prüfungen des IKS durch, deren Feststellungen ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontrollsystems Berücksichtigung finden.
Aktienstruktur und Angaben zum Kapital
Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch
-
- Per 30. September 2013 betrug das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und war unterteilt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Aufgrund einer Bestimmung des Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetzes 2011, die vorschreibt, dass börsennotierte Unternehmen zwar weiterhin Inhaberaktien ausgeben dürfen, diese jedoch in einer (gegebenenfalls in mehreren) Sammelurkunde(n) verbrieft werden müssen, wurden zwischen März und Juni 2013 einzelverbriefte Aktienurkunden (effektive Stücke) in Heim- oder in Streifbanddepotverwahrung durch eine Sammelurkunde ersetzt. Aktien die nicht binnen der Frist, die am 10. Juni 2013 endete, umgetauscht wurden, wurden für kraftlos erklärt. Die Kraftloserklärung resultiert in einem Aussetzen des Rechts auf Dividendenauszahlung und auf Teilnahme an der Hauptversammlung – solange, bis der Aktionär die effektiven Stücke unter Bekanntgabe eines Wertpapierdepots eingereicht hat. Form und Inhalt der Aktienurkunden setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.
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- Es gibt keine über die Bestimmungen des Aktiengesetzes hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.
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- Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Die zweitgrößte Aktionärin der EVN AG, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, hat am 5. November 2010 gemäß § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass sie bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG ihre Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.
Per 30. September 2013 verfügt die EVN AG über 1.843.612 eigene Aktien, die in Summe 1,02 % des Grundkapitals der Gesellschaft entsprechen (30. September 2012: 877.622 Stück bzw. 0,49 % des Grundkapitals). Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien erfolgte unter Bezugnahme auf die in der 79. bzw. 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 bzw. 19. Jänner 2012 genehmigten Aktienrückkaufprogramme.
Auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der 83. ordentlichen Hauptversammlung hat der Vorstand der EVN AG am 30. Mai 2012 beschlossen, bis zu 1.000.000 Stück eigene Aktien, dies entspricht bis zu 0,56 % des Grundkapitals, über die Wiener Börse rückzukaufen. Dieses Rückkaufprogramm wurde im Geschäftsjahr 2012/13 zweimal verlängert, jeweils mit dem Ziel, weitere bis zu 1.000.000 Stück eigener Aktien rückzukaufen. Das erste Mal am 30. Dezember 2012 mit einer geplanten Laufzeit bis 31. August 2013 und zum zweiten Mal am 29. August 2013 mit Planlaufzeit bis 31. Mai 2014. Dieser Rückkauf erfolgt mit dem Hauptzweck der Verbesserung von Angebot und Nachfrage für die EVN Aktie an der Wiener Börse. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Erwerbszweck ausgeschlossen.
Am 13. Juni 2013 hat der Vorstand der EVN AG beschlossen, maximal 170.000 Stück eigene Aktien (maximal 0,095 % des Grundkapitals) umzuwidmen, um diese an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmter Unternehmen anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Am 8. August 2013 wurden insgesamt 73.010 Stück Aktien, das entspricht 0,04 % des Grundkapitals der EVN AG, an diese Mitarbeiter außerbörslich übertragen. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz. Bei der EVN AG besteht derzeit kein Aktienoptionsprogramm.
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- Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
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- Mitarbeiter, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
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- Der Vorstand besteht seit dem pensionsbedingten Austritt von Herrn Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher aus zwei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften aufgrund der Eigentumsverhältnisse insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht.
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- Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands gemäß § 243a Abs 1 Z 7 UGB.
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- Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
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- Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots gemäß § 243a Abs 1 Z 9 UGB bestehen nicht.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2013/14
Der europäische Energiemarkt befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch. Aufgrund der stetig zunehmenden, aber volatilen Energieerzeugung vor allem aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen rücken Aspekte der Versorgungssicherheit in Zusammenhang mit einem neuen Marktdesign verstärkt in den Blickpunkt der Diskussion. Die EVN ist trotz dieses herausfordernden Umfelds bestrebt ein zuverlässiger Partner in der Bereitstellung ihrer Leistungen zu bleiben. Im aktuellen strategischen Fokus steht die Konsolidierung der bestehenden Geschäftsaktivitäten. Im Energiebereich liegt dabei ein Hauptaugenmerk auf der Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Die Sicherstellung der hohen Qualität der Energieübertragungsnetze ist dafür unerlässlich, da ihre Inanspruchnahme aufgrund der steigenden Energieproduktion aus erneuerbaren Energiequellen zunimmt. Darüber hinaus gilt es auch die diesbezüglichen regulatorischen Vorgaben zu erfüllen.
Die für den Geschäftserfolg der EVN relevanten Einflussgrößen im Energiegeschäft sind die Stromhandelspreise auf den europäischen Spot- und Terminmärkten sowie die Preise für den Primärenergieeinsatz und für CO2-Emissionszertifikate. Die Entwicklung der Außentemperaturen wirken sich auf das Konsumverhalten der Kunden und somit auf die Energieabsatzmengen aus. Die Nachfrage nach Umweltprojekten wird durch den finanziellen Handlungsspielraum der öffentlichen Auftraggeber beeinflusst. Zudem lösen Umweltaufträge aufgrund ihres Projektcharakters Ergebnisschwankungen aus. Die Ergebnisbeiträge im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges werden maßgeblich von den Beteiligungsunternehmen RAG und Verbund bestimmt, deren Geschäftserfolg wiederum von den Entwicklungen der Primärenergie- und Strompreise abhängt.
Die EnergieAllianz senkte gemeinsam mit ihren regionalen Partnern per 1. Oktober 2013 im Rahmen einer Energieeffizienzoffensive die Strom- und Gaspreise um durchschnittlich 3,6 %. Gleichzeitig initiierte die EVN ein Programm für ihre Kunden, um Maßnahmen zur Steigerung ihrer Energieeffizienz zu unterstützen. Im Netzbereich hat die E-Control-Kommission im Zuge der Anreizregulierung per 1. Jänner 2013 die Stromnetztarife um durchschnittlich 0,4 % (1. Jänner 2012: stabil) und die Gasnetztarife um durchschnittlich 2,5 % (1. Jänner 2012: Reduktion um 1,9 %) gesenkt.
In Südosteuropa wurden nach den Preiserhöhungen im Jahr 2012 im Rahmen der Tarifentscheidungen durch den Regulator die Endkundenpreise für Strom in Mazedonien per 1. Juli 2013 um durchschnittlich 3,0 % und in Bulgarien zum Stichtag 1. August 2013 um durchschnittlich 4,2 % gesenkt. Diesen Preisreduktionen standen keine entsprechenden Anpassungen der Beschaffungspreise gegenüber. In Bulgarien erfolgte damit bereits die zweite Senkung in diesem Jahr nach jener im März um 7,3 %. Darüber hinaus hat der bulgarische Regulator per 1. August 2013 einen neuen Mechanismus zur Abgeltung der Mehrkosten aus Ökostrom beschlossen, wodurch keine weiteren Belastungen aus diesem Titel für die EVN zu erwarten sind. Die angefallenen Ansprüche der EVN wurden als Forderung abgegrenzt, nachdem seitens der Behörde bestätigt wurde, dass die EVN für die ungedeckten Kosten grundsätzlich entschädigt werden soll. Darüber hinaus werden diese im Zuge des Schiedsgerichtsverfahrens, das bei dem bei der Weltbank eingerichteten International Center for the Settlement of Investment Disputes eingereicht wurde, geltend gemacht.
Die genannten Preisanpassungen für Energie und Netzdienstleistungen in Österreich und Südosteuropa führen zu einer Reduktion des Ergebnisses aus dem operativen Geschäft der EVN. Von einer Verbesserung der Rahmenbedingungen an den internationalen Strommärkten, die eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von thermischen Erzeugungsanlagen bewirken könnte, kann aus derzeitiger Sicht nicht ausgegangen werden. Vor diesem Hintergrund liegt unsere Erwartung des Ergebnisses aus dem operativen Geschäft für das Geschäftsjahr 2013/14 unter dem Vergleichswert des Geschäftsjahres 2012/13. Mit dem Wegfall der aperiodischen Effekte, die das Finanzergebnis 2012/13 reduziert hatten, ist mit einem Konzernergebnis zu rechnen, das über dem Niveau des Geschäftsjahres 2012/13 liegen sollte. Aufgrund der bestehenden Verwerfungen an den Energiemärkten kann jedoch von einer Rückkehr auf das Niveau früherer Jahre nicht ausgegangen werden. Die Entwicklungen im eingeleiteten Schiedsgerichtsverfahren mit dem Staat Bulgarien und der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten wesentliche Einflüsse auf das Konzernergebnis auslösen.
Wir sehen unsere ausgewogene Kundenbasis und die hohe Kundenzufriedenheit mit unseren Leistungen als unsere wichtigsten Erfolgsfaktoren, auf die wir auch in Zukunft bauen werden. Die Fortsetzung einer attraktiven Dividendenpolitik in Abstimmung mit einer wertorientierten Unternehmensstrategie werden wir im Interesse aller Anspruchsgruppen weiter verfolgen. Teil dieser Strategie sind auch die vielfältigen Projekte und Maßnahmen, die die EVN im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung in allen Konzernbereichen umsetzt.
Maria Enzersdorf, am 19. November 2013
EVN AG Der Vorstand
Sprecher des Vorstands Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA
Wesentliche Beteiligungen der EVN AG
| Erzeugung | 100 % | EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH |
|---|---|---|
| 49 % STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Errichtung eines Kohlekraftwerks in Duisburg, Deutschland |
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| 100 % | evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen | |
| 100 % EVN Kavarna EOOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien |
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| 100 % Naturkraft EOOD Stromerzeugung aus Photovoltaik in Bulgarien |
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| 100 % evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH |
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| 13 % Verbund-Innkraftwerke Deutschland GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft |
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| 100 % | EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten | |
| 100 % EVN Projektmanagement GmbH |
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| 49,99 % | Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH Holding iZm mit Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien | |
| 100 % Energji Ashta Sh.p.k |
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| Energiehandel und -vertrieb | 100 % | EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Gasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz |
| 100 % | EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Gas, KWK- und Biogas-Wärme sowie solarer Energie | |
| 49 % 45 % |
Fernwärme St. Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken ENERGIEALLIANZ Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz-Partner |
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| 100 % Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen |
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| 100 % Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Strom- und Gasvertrieb in Österreich |
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| 45 % | e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz-Partner für Energiehandel und -aufbringung | |
| 16,5 % | EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz-Gaspartner mit OMV, EGBV | |
| 100 % | Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen | |
| Netzinfrastruktur Inland | 100 % | EVN Netz GmbH Betrieb von Strom- und Gasnetzen |
| 100 % | Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen | |
| 100 % kabelplus AG Kabel-TV- und Internetdienste |
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| 100 % EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie |
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| 100 % V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H. |
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| Energieversorgung | ||
| Südosteuropa | 100 % | EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien |
| 100 % | EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD Stromversorgung in Bulgarien | |
| 100 % | EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel in Bulgarien | |
| 100 % EVN Energy Trading d.o.o. Belgrad, Serbien Stromhandel |
||
| 100 % EVN Energy Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien Stromhandel |
||
| 100 % | EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmegesellschaft in Bulgarien | |
| 100 % | EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft in Bulgarien | |
| 90 % | EVN Macedonia AD Betrieb von Stromnetzen und Stromversorgung in Mazedonien | |
| 100 % EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien |
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| 100 % | EVN Macedonia Holding DOOEL Managementgesellschaft in Mazedonien | |
| 100 % | EVN Croatia Plin d.o.o. Bau und Betrieb von Gasverteilnetzen in Kroatien | |
| Umwelt | 100 % | evn wasser Gesellschaft m.b.H. Trinkwasserversorgung in Niederösterreich |
| 100 % | EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung | |
| 100 % WTE Wassertechnik GmbH, Essen Deutschland Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung |
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| sowie Umweltprojekte in 18 Ländern2) | ||
| 100 % EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung |
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| 100 % EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau |
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| 100 % EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH |
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| 100 % EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH |
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| Strategische Beteiligungen | ||
| und Sonstiges | 12,6 % | Verbund AG3) Stromproduktion, -handel und -transport |
| 100 % | EVN WEEV Beteiligungs GmbH | |
| 50 % WEEV Beteiligungs GmbH |
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| 73,6 % | Burgenland Holding Aktiengesellschaft | |
| 49 % Energie Burgenland AG Strom- und Gasversorgung |
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| 50,03 % | RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft | |
| 100 % Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung |
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| 100 % | Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.1) Technische Dienstleistungen | |
| 100 % EVN Business Service GmbH |
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| 100 % | EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung | |
| 100 % EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung |
Stand: 30. September 2013. Dargestellt sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften der Gruppe. Im Segment Umwelt sind nur die wesentlichen Beteiligungen der Ebenen 1 und 2 angeführt. Der vollkonsolidierte R 138-Fonds wird aufgrund fehlender operativer Tätigkeit nicht angeführt. Beteiligungsausmaße in %
1) Utilitas Dienstleistung ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.
2) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa.
3) Die Verbund AG zählt nicht zu den vollkonsolidierten bzw. at Equity einbezogenen Unternehmen. Die direkte Beteiligung der EVN an der Verbund AG beträgt 11,5 %
und der indirekt gehaltene Anteil über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH und WEEV Beteiligungs GmbH beträgt 1,1 %.
Segmentberichterstattung
Überblick
Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, über den Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft umfasst die Aktivitäten der Trinkwasserverund Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.
Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.
| Geschäftsbereiche | Segmente | Aktivitäten |
|---|---|---|
| Energiegeschäft | Erzeugung | Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an österreichischen und internationalen Standorten |
| Energiehandel und -vertrieb | Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf |
|
| Netzinfrastruktur Inland | Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation |
|
| Energieversorgung Südosteuropa |
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Stromerzeu gung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region |
|
| Umweltgeschäft | Umwelt | Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung in Österreich, der Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie internationales Projektgeschäft |
| Sonstige Geschäftsaktivitäten |
Strategische Beteiligungen und Sonstiges |
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen |
| Veränderung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Energiewirtschaftliche Kennzahlen der EVN | GWh | 2012/13 | 2011/12 | absolut | in % | 2010/11 | |
| Stromerzeugung | 3.701 | 3.284 | 417 | 12,7 | 3.332 | ||
| Erneuerbare Energie | 1.954 | 1.503 | 451 | 30,0 | 1.181 | ||
| Wärmekraftwerke | 1.747 | 1.781 | –34 | –1,9 | 2.151 | ||
| Netzabsatz | |||||||
| Strom | 20.916 | 21.619 | –703 | –3,3 | 21.150 | ||
| Gas1) | 15.239 | 15.435 | –196 | –1,3 | 16.415 | ||
| Energieverkauf an Endkunden | |||||||
| Strom | 20.209 | 21.241 | –1.032 | –4,9 | 20.403 | ||
| davon Mittel- und Westeuropa2) | 7.188 | 7.427 | –239 | –3,2 | 7.143 | ||
| davon Südosteuropa | 13.020 | 13.814 | –793 | –5,7 | 13.260 | ||
| Gas | 6.333 | 6.166 | 166 | 2,7 | 6.475 | ||
| Wärme | 2.062 | 1.951 | 111 | 5,7 | 1.911 | ||
| davon Mittel- und Westeuropa2) | 1.857 | 1.710 | 147 | 8,6 | 1.678 | ||
| davon Südosteuropa | 205 | 241 | –36 | –14,9 | 233 | ||
1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN
2) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.
Erzeugung
Das Segment Erzeugung umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich, Deutschland und Bulgarien.
Die Außenumsätze des Segments umfassen vorwiegend den Verkauf erneuerbarer Energie aus Windkraft. Für den konzerninternen Umsatz wird für die Stromerzeugung (im Wesentlichen für Wasserkraftwerke sowie nicht mehr im Förderregime stehende Windkraftanlagen) der Strommarktpreis abgebildet. Für die thermische Erzeugung der EVN AG sowie für die Speicherkraftwerke wird der Optionswert dargestellt. Der Optionswert spiegelt im Wesentlichen die ermittelte Differenz zwischen den Forward-Preisen für Strom und den Brennstoffkosten wider. Darüber hinaus sind die Bereitstellung sowie ein Abruf von Reservekapazitäten zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum im Optionswert enthalten. Die Vermarktung des erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden im Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst.
Das Beteiligungsergebnis umfasst vor allem die Ergebnisbeiträge an den Beteiligungen der Kraftwerke sowie den Kraftwerksprojekten Duisburg-Walsum, Verbund-Innkraftwerke und Ashta. Im März 2013 wurde der 50 %-Anteil am geplanten Wasserkraftwerksprojekt am Fluss Devoll, Albanien, an den Projektpartner Statkraft A.S. verkauft. Das Closing fand am 7. Mai 2013 statt.
Entwicklung der Erzeugung
Im Geschäftsjahr 2012/13 konnte die Stromerzeugung um 216 GWh bzw. 7,7 % auf 3.021 GWh erhöht werden. Die Erzeugung aus erneuerbarer Energie lag mit 1.637 GWh um 305 GWh bzw. 22,9 % über dem Vorjahr. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks Ashta sowie den höheren Strombezug aus den Innkraftwerken zurückzuführen. Zudem lag der Erzeugungskoeffizient der Wasserkraftwerke in der Berichtsperiode mit 108,0 % über dem bereits hohen Niveau des Vorjahres (105,0 %). Der geringere Leistungsabruf durch die deutsche Bundesnetzagentur führte im Vorjahresvergleich zu einem reduzierten Einsatz der Gaskraftwerke. Infolgedessen wurde die thermische Produktion aus den eigenen Wärmekraftwerken um 89 GWh bzw. 6,0 % auf 1.384 GWh gesenkt. Eine teilweise Auslastung der EVN Gaskraftwerke wird jedoch der im dritten Quartal 2012/13 unterzeichnete Vertrag mit der deutschen Bundesnetzagentur über die Bereitstellung von Reservekapazitäten im Ausmaß von jährlich 785 MW für weitere drei Winterhalbjahre ermöglichen.
Highlights 2012/13
- Anstieg der Erzeugung aus erneuerbarer Energie
- Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks Ashta
- Höherer Strombezug aus den Innkraftwerken
- Gute Wasserführung
- Verlängerung des Vertrags zur Bereitstellung von Reservekapazitäten im Ausmaß von jährlich 785 MW für Süddeutschland um drei Winterhalbjahre
- Umsatzrückgang um 15,3 %
- Rückläufige Entwicklung der Strommarktpreise
- Geringerer Optionswert durch Wegfall der Gratis-CO2-Emissionszertifikate
- Geringeres Winddargebot
- Einmaleffekte belasteten Finanzergebnis
- Negativer Ergebniseffekt aus dem Projektausstieg Devoll Hydropower
- Negativer Ergebnisbeitrag aus dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta
In der Berichtsperiode konnten auf Konzernebene 18,3 % (Vorjahr: 15,5 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt werden. Ohne Berücksichtigung des Energieverkaufs im Segment Energieversorgung Südosteuropa lag der Deckungsgrad bei 51,5 % (Vorjahr: 44,2 %). Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion auf Konzernebene lag bei 52,8 % (Vorjahr: 45,8 %).
Umsatzentwicklung
Trotz der guten Wasserführung und der Erlöse aus der Bereitstellung und dem Abruf von Reservekapazitäten durch die deutsche Bundesnetzagentur lagen die Umsatzerlöse des Segments im Geschäftsjahr 2012/13 mit 114,3 Mio. Euro um 20,7 Mio. Euro bzw. 15,3 % unter dem Wert der Vergleichsperiode. Zurückzuführen ist dies im Wesentlichen auf die rückläufige Entwicklung der Strommarktpreise sowie auf den geringeren Optionswert der thermischen Kraftwerke infolge des Wegfalls der Gratis-CO2 -Emissionszertifikate ab 1. Jänner 2013. Zudem wirkte sich das geringere Winddargebot negativ auf die Umsatzerlöse aus.
Operativer Aufwand und operatives Ergebnis
Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode vor allem infolge des gestiegenen Strombezugs aus den Innkraftwerken um 1,1 Mio. Euro bzw. 1,5 % auf 76,8 Mio. Euro. In Summe führten diese Entwicklungen zu einem um 21,8 Mio. Euro bzw. 36,8 % niedrigeren EBITDA von 37,5 Mio. Euro. Der
| Kennzahlen – Erzeugung 2012/13 Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh Stromerzeugung 3.021 davon erneuerbare Energie 1.637 davon Wärmekraftwerke 1.384 Finanzkennzahlen Mio. EUR |
Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2011/12 | absolut | in % | 2010/11 | ||
| 2.805 | 216 | 7,7 | 3.000 | ||
| 1.332 | 305 | 22,9 | 1.002 | ||
| 1.473 | –89 | –6,0 | 1.998 | ||
| Außenumsatz 34,6 |
40,3 | –5,7 | –14,2 | 24,1 | |
| Innenumsatz 79,8 |
94,8 | –15,0 | –15,8 | 73,0 | |
| 114,3 Gesamtumsatz |
135,1 | –20,7 | –15,3 | 97,1 | |
| Operativer Aufwand1) –76,8 |
–75,7 | –1,1 | –1,5 | –65,0 | |
| EBITDA1) 37,5 |
59,3 | –21,8 | –36,8 | 32,1 | |
| Abschreibungen –27,9 |
–44,5 | 16,7 | 37,4 | –35,7 | |
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) 9,6 |
14,8 | –5,2 | –35,0 | –3,6 | |
| Finanzergebnis1) –55,9 |
–11,5 | –44,5 | – | –32,9 | |
| –46,3 Ergebnis vor Ertragsteuern |
3,3 | –49,6 | – | –36,5 | |
| Gesamtvermögen 849,1 |
820,5 | 28,6 | 3,5 | 745,9 | |
| Gesamtschulden 600,8 |
538,4 | 62,4 | 11,6 | 484,7 | |
| Investitionen2) 29,8 |
16,0 | 13,8 | 86,2 | 70,8 |
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Abschreibungsaufwand fiel um 16,7 Mio. Euro bzw. 37,4 % auf 27,9 Mio. Euro, wobei die Vergleichsperiode von außerplanmäßigen Wertminderungen bei der Biomasse-Versuchsanlage in Dürnrohr sowie dem Windpark Kavarna geprägt war. Das operative Ergebnis (EBIT) lag per Saldo mit 9,6 Mio. Euro um 5,2 Mio. Euro bzw. 35,0 % unter dem Vorjahresniveau.
Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern
Im Geschäftsjahr 2012/13 sank das Finanzergebnis um 44,5 Mio. Euro auf –55,9 Mio. Euro. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war zum einen der einmalige negative Ergebniseffekt in Höhe von 27,6 Mio. Euro aufgrund des Verkaufs des 50 %-Anteils am Wasserkraftwerksprojekt Devoll, Albanien. Zum anderen wurde ein negativer Ergebnisbeitrag von 20,4 Mio. Euro aus der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien verzeichnet. Dies ist eine Folge der nach dem Regierungswechsel höheren Unsicherheit über die Verlängerung der Konzessionsdauer als wirtschaftliche Kompensation für in der Bauphase eingetretene Hochwasserschäden und den damit verbundenen Bauverzug sowie entsprechende Mehrkosten. Weiters hat sich das Kundenrisiko infolge verspäteter Zahlungseingänge erhöht, und Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs) sind weiter gesunken. Die genannten Entwicklungen führten per Saldo zu einem um 49,6 Mio. Euro geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern von –46,3 Mio. Euro.
Investitionen
Das Investitionsvolumen lag in der Berichtsperiode um 13,8 Mio. Euro bzw. 86,2 % über der Vergleichsperiode. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeiten lag im Geschäftsjahr 2012/13 weiterhin auf dem Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich. Im zweiten Quartal 2012/13 wurde gemeinsam mit einem Partner mit der Umsetzung eines Windparks im Gemeindegebiet von Prellenkirchen begonnen. Die Inbetriebnahme der acht Windräder mit einer Gesamtkapazität von 24 MW ist für den Winter 2013/14 geplant. Rund 16.000 Haushalte werden zukünftig mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden. Zudem wurde im September 2013 der Windpark in Deutsch-Wagram in Betrieb genommen, der mit insgesamt fünf Windrädern und einer Gesamtkapazität von 15 MW rund 10.000 Haushalte mit Strom versorgt. Im Rahmen dieses Windparkprojekts wurde das 100. Windrad der EVN errichtet.
Ausblick
Die weiterhin ungünstige Strompreissituation wird auch im Geschäftsjahr 2013/14 das Segment Erzeugung negativ beeinflussen. Aufgrund der niedrigen Spannen zwischen den Primärenergiekosten und den Stromhandelspreisen ist das Umfeld für die thermische Erzeugung weiterhin schwierig. Aus derzeitiger Sicht werden die EVN Gaskraftwerke Korneuburg und Theiß in erster Linie zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum – nach Abruf der deutschen Netzagentur – eingesetzt. Der Ausbau der erneuerbaren Erzeugung, vor allem von Windkraftanlagen, wird weiter forciert werden, weshalb ein Anstieg ihres Ergebnisbeitrags zu erwarten ist. Durch den Wegfall der Effekte aus dem Verkauf des Anteils am albanischen Kraftwerksprojekt Devoll und der Reduktion des At-Equity-Beteiligungsansatzes für Ashta wird in Summe im Segment Erzeugung für das Geschäftsjahr 2013/14 mit einem Ergebnis über dem Vorjahresniveau gerechnet.
Energiehandel und -vertrieb
Das Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst den Handel und Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden vorwiegend am österreichischen Heimmarkt und auf Großhandelsmärkten, die Beschaffung von Strom, Erdgas und anderen Primärenergieträgern sowie Wärmeproduktion und -verkauf.
Die konzerninternen Umsätze umfassen im Wesentlichen den Verkauf von Strom an das Segment Netzinfrastruktur Inland zur Abdeckung der Netzverluste.
Das Beteiligungsergebnis errechnet sich im Wesentlichen aus den Ergebnisbeiträgen der EconGas, der e&t und der Fernwärmegesellschaften in St. Pölten und in Steyr.
Highlights 2012/13
- Energieverkauf an Endkunden
- Rückgang bei Strom aufgrund eines geringeren Absatzes im Kundensegment Industrie
- Temperaturbedingter Anstieg beim Gas- und Wärmeabsatz
- Rückgang der Stromerlöse sowie Strombezugskosten infolge niedrigerer Verrechnungspreise für Ökostrom und geringerer Mengen
- Belastung des Finanzergebnisses durch negativen Ergebnisbeitrag der EconGas
Entwicklung des Energieverkaufs an Endkunden
Im Geschäftsjahr 2012/13 waren unterschiedliche Entwicklungen im Energieverkauf an Endkunden in den einzelnen Märkten zu verzeichnen. Aufgrund eines Absatzrückgangs im Kundensegment Industrie außerhalb des österreichischen Versorgungsgebiets der EVN ging der Stromverkauf um 239 GWh bzw. 3,2 % auf 7.188 GWh zurück. Der Gasabsatz hingegen lag aufgrund der kälteren Temperaturen mit 6.333 GWh um 166 GWh bzw. 2,7 % über dem Wert der Vergleichsperiode. Zudem stieg der Wärmeverkauf an Endkunden auch infolge des stetigen Ausbaus um 147 GWh bzw. 8,6 % auf 1.857 GWh.
Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse lagen in der Berichtsperiode mit 1.082,4 Mio. Euro um 46,1 Mio. Euro bzw. 4,1 % unter dem Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen auf die Weitergabe des Kostenvorteils aus niedrigeren Verrechnungspreisen für die Ökostromzuweisung in Form von Strompreissenkungen im Vorjahr und die rückläufige Entwicklung der Strommarktpreise zurückzuführen. Die gesteigerten Absatzmengen im Gasbereich und der mengen- und preisbedingte Umsatzanstieg im Wärmebereich konnten den Rückgang nicht kompensieren. Zudem waren in der Vergleichsperiode die Umsätze der im Juli 2012 verkauften Tochtergesellschaft first facility GmbH enthalten.
Operativer Aufwand und operatives Ergebnis
Der operative Aufwand ging im Vorjahresvergleich um 64,6 Mio. Euro bzw. 5,9 % auf 1.029,4 Mio. Euro zurück. Dies ist neben dem mengenbedingten Rückgang des Strombezugs auf gesunkene Bezugskosten infolge niedrigerer Verrechnungspreise für Ökostrom zurückzuführen. Höhere Gasbezugskosten im Vertriebsbereich sowie gestiegene Einsatzkosten bei den Wärmeanlagen wirkten hingegen aufwandserhöhend. Zudem wurden in der Berichts- und Vergleichsperiode Rückstellungen für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion gebildet. Per saldo lag das EBITDA mit 53,1 Mio. Euro um 18,5 Mio. Euro bzw. 53,7 % über dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung nahezu stabiler Abschreibungen lag das operative Ergebnis (EBIT) im Geschäftsjahr 2012/13 mit 37,1 Mio. Euro um 18,9 Mio. Euro über dem Wert der Vergleichsperiode.
Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern
Im Geschäftsjahr 2012/13 sank das Finanzergebnis um 20,7 Mio. Euro auf –28,2 Mio. Euro. Ausschlaggebend dafür war der negative Ergebnisbeitrag der EconGas in Höhe von 19,7 Mio. Euro aufgrund der signifikant negativen Spanne zwischen dem ölpreisgebundenen Gasbezug und den hubpreisgebundenen Verkäufen sowie der gebildeten Vorsorge für belastende Verträge der EconGas im Zusammenhang mit vertraglich vereinbarten, langfristigen Transport- und LNG-Kapazitätsbuchungen nach Berücksichtigung der kumulierten erfolgswirksamen Ergebnisse. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 8,9 Mio. Euro um 1,8 Mio. Euro bzw. 16,8 % unter dem Vorjahr.
Investitionen
Das Investitionsvolumen lag in der Berichtsperiode mit 30,1 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeiten stand weiterhin der Anlagen- bzw. Netzausbau im Wärmebereich. Im Geschäftsjahr 2012/13 erfolgte ge-
| Veränderung | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kennzahlen – Energiehandel und -vertrieb | 2012/13 | 2011/12 | absolut | in % | 2010/11 | |
| Energiewirtschaftliche Kennzahlen | GWh | |||||
| Energieverkauf an Endkunden | ||||||
| Strom | 7.188 | 7.427 | –239 | –3,2 | 7.143 | |
| Gas | 6.333 | 6.166 | 166 | 2,7 | 6.475 | |
| Wärme | 1.857 | 1.710 | 147 | 8,6 | 1.678 | |
| Finanzkennzahlen | Mio. EUR | |||||
| Außenumsatz | 1.038,8 | 1.082,2 | –43,4 | –4,0 | 1.113,5 | |
| Innenumsatz | 43,7 | 46,3 | –2,7 | –5,8 | 50,8 | |
| Gesamtumsatz | 1.082,4 | 1.128,5 | –46,1 | –4,1 | 1.164,3 | |
| Operativer Aufwand1) | –1.029,4 | –1.094,0 | 64,6 | 5,9 | –1.060,4 | |
| EBITDA1) | 53,1 | 34,5 | 18,5 | 53,7 | 103,9 | |
| Abschreibungen | –16,0 | –16,4 | 0,4 | 2,5 | –15,1 | |
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | 37,1 | 18,1 | 18,9 | – | 88,8 | |
| Finanzergebnis1) | –28,2 | –7,5 | –20,7 | – | 1,8 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 8,9 | 10,7 | –1,8 | –16,8 | 90,6 | |
| Gesamtvermögen | 516,5 | 624,9 | –108,3 | –17,3 | 634,1 | |
| Gesamtschulden | 428,6 | 413,5 | 15,1 | 3,6 | 363,9 | |
| Investitionen2) | 30,1 | 30,1 | 0,0*) | – | 25,3 |
*) Kleinbetrag
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
meinsam mit der Energie AG Oberösterreich die Inbetriebnahme des Biomasse-Fernheizwerks in Steyr, das rund 12.000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgen kann. Die EVN ist mit ihren mehr als 60 Biomasseanlagen der größte Naturwärmeversorger in Österreich.
Ausblick
Die weiterhin ungünstige Marktpreissituation, die aus wirtschaftlicher Sicht nur einen geringen Einsatz der thermischen Bestandskraftwerke ermöglicht und letztlich auch zu einem Rückgang der Stromvermarktungsmengen führt, wird voraussichtlich auch eine Reduktion der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2013/14 auslösen. Die Strom- und Gaspreissenkung per 1. Oktober 2013 wird sich ebenfalls auf die Ertrags- und Ergebnissituation des Segments auswirken. Positive Ergebniseffekte sind aus der Bereitstellung der Reservekapazität für die deutsche Netzagentur und dem Wegfall des negativen Ergebnisbeitrags der EconGas, der im Geschäftsjahr 2012/13 zu verzeichnen war, zu erwarten. Aus dem Wärmegeschäft wird bedingt durch den Ausbau der Anlagen und der Netzanschlüsse mit einem steigenden Ergebnisbeitrag gerechnet. In Summe wird für das Geschäftsjahr 2013/14 ein Ergebnis erwartet, das über dem Vorjahr liegt.
Netzinfrastruktur Inland
Neben dem Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze umfasst das Segment Netzinfrastruktur Inland den Netzbetrieb für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland. Zudem werden in diesem Segment Konzerndienstleistungen – vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten – erbracht. Diese werden als konzerninterne Umsätze abgebildet. Das Beteiligungsergebnis umfasst zum einen die Ausschüttung des R 138-Fonds an die EVN Netz GmbH. Zum anderen hat am 29. Oktober 2012 die Gas Connect Austria 45,0 % der Anteile ihrer Tochtergesellschaft AGGM Austrian Gas Grid Management AG zu gleichen Teilen an die Landesverteiler Netz Niederösterreich GmbH, OÖ. Ferngas Netz GmbH und Gasnetz Steiermark GmbH abgegeben. Das Closing erfolgte am 11. Februar 2013.
Highlights 2012/13
- Gestiegener Stromnetzabsatz
- Rückläufiger Gasnetzabsatz
- Schwächere Nachfrage im Kundensegment Industrie
- Weiterer Rückgang des Einsatzes der
- EVN Gaskraftwerke
- Anpassung der Netztarife per 1. Jänner 2013
- Gas: –2,5 %
- Strom: –0,4 %
Entwicklung des Netzabsatzes
Im Zuge der Anreizregulierung werden die Netztarife im Strom- und Gasbereich jeweils per 1. Jänner durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2013 wurden die Gasnetztarife um durchschnittlich 2,5 % (1. Jänner 2012: Senkung um 1,9 %) und die Stromnetztarife um durchschnittlich 0,4 % (1. Jänner 2012: stabil) gesenkt. Im Geschäftsjahr 2012/13 konnten die Stromnetzabsatzmengen vor allem aufgrund der kühleren Temperaturen um 103 GWh bzw. 1,3 % auf 7.885 GWh erhöht werden. Der Gasnetzabsatz ging hingegen trotz eines Anstiegs im Segment Haushaltsund Gewerbekunden aufgrund einer geringeren Nachfrage im Kundensegment Industrie und des weiteren Rückgangs des Einsatzes der EVN Gaskraftwerke um 203 GWh bzw. 1,3 % auf 15.232 GWh zurück.
Umsatzentwicklung
In der Berichtsperiode wurden im Segment Netzinfrastruktur Inland in Summe Umsatzerlöse in Höhe von 505,7 Mio. Euro erwirtschaftet. Damit lagen sie um 2,8 Mio. Euro bzw. 0,6 % über dem Wert der Vergleichsperiode. Zurückzuführen ist der Anstieg auf einen höheren Stromnetzabsatz, der jedoch teilweise durch geringere übrige Umsatzerlöse infolge stichtagsbedingt weniger abgerechneter Kundenprojekte kompensiert wurde. Weiters wurde ein Aktivposten zur Berücksichtigung des Regulierungskontos in Höhe von 4,1 Mio. Euro angesetzt. Der Umsatz im Kabel-TVund Telekommunikationsbereich entwickelte sich in der Berichtsperiode auf einem stabilen Niveau.
Operativer Aufwand und operatives Ergebnis
Der operative Aufwand reduzierte sich um 16,0 Mio. Euro bzw. 5,3 % auf 284,6 Mio. Euro. Dies ist vor allem auf geringere vorgelagerte Netzkosten sowie auf höhere Bestandsveränderungen aufgrund geringerer nicht abgerechneter Kundenprojekte zum Stichtag zurückzuführen. In Summe lag das EBITDA mit 221,1 Mio. Euro um 18,8 Mio. Euro bzw. 9,3 % über dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung eines nahezu stabilen Abschreibungsaufwands konnte das operative Ergebnis (EBIT) um 18,2 Mio. Euro bzw. 17,8 % auf 120,4 Mio. Euro erhöht werden.
| Veränderung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kennzahlen – Netzinfrastruktur Inland | 2012/13 | 2011/12 | absolut | in % | 2010/11 | ||
| Energiewirtschaftliche Kennzahlen | GWh | ||||||
| Netzabsatz | |||||||
| Strom | 7.885 | 7.782 | 103 | 1,3 | 7.754 | ||
| Gas | 15.232 | 15.435 | –203 | –1,3 | 16.415 | ||
| Finanzkennzahlen | Mio. EUR | ||||||
| Außenumsatz | 443,8 | 438,2 | 5,6 | 1,3 | 423,5 | ||
| Innenumsatz | 61,9 | 64,7 | –2,8 | –4,3 | 55,2 | ||
| Gesamtumsatz | 505,7 | 502,9 | 2,8 | 0,6 | 478,8 | ||
| Operativer Aufwand1) | –284,6 | –300,6 | 16,0 | 5,3 | –287,5 | ||
| EBITDA1) | 221,1 | 202,3 | 18,8 | 9,3 | 191,3 | ||
| Abschreibungen | –100,7 | –100,1 | –0,6 | –0,6 | –98,8 | ||
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | 120,4 | 102,2 | 18,2 | 17,8 | 92,5 | ||
| Finanzergebnis1) | –19,0 | –20,5 | 1,5 | 7,3 | –11,1 | ||
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 101,4 | 81,6 | 19,7 | 24,2 | 81,3 | ||
| Gesamtvermögen | 1.797,8 | 1.698,4 | 99,5 | 5,9 | 1.673,2 | ||
| Gesamtschulden | 1.267,0 | 1.214,2 | 52,8 | 4,3 | 1.148,4 | ||
| Investitionen2) | 176,4 | 144,8 | 31,6 | 21,8 | 160,9 | ||
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern
Das Finanzergebnis lag vor allem infolge des niedrigeren Zinsaufwands mit –19,0 Mio. Euro um 1,5 Mio. Euro bzw. 7,3 % über dem Wert der Vergleichsperiode. Per saldo wurde in der Berichtsperiode ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 101,4 Mio. Euro erzielt. Dies bedeutet einen Anstieg von 19,7 Mio. Euro bzw. 24,2% gegenüber der Vergleichsperiode.
Investitionen
Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Investitionsvolumen um 31,6 Mio. Euro bzw. 21,8 % auf 176,4 Mio. Euro ausgeweitet. Die Investitionsschwerpunkte lagen auf dem Bau der Erdgastransportleitung Westschiene und dem Netzausbau zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Anbetracht der gestiegenen Einspeiseleistung aus dem intensiven Ausbau erneuerbarer Energie.
Ausblick
Im Segment Netzinfrastruktur Inland ist für das Geschäftsjahr 2013/14 mit niedrigeren Erlösen zu rechnen, die aus dem Übergang in die neue Regulierungsperiode der Stromnetze mit 1. Jänner 2014 resultieren. Im Gasnetz gilt die neue Regulierungsperiode bereits seit 1. Jänner 2013. Aus heutiger Sicht erwarten wir, dass die Umsätze im Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich leicht ansteigen. Der daraus resultierende höhere Beitrag wird den Ergebnisrückgang aus den Strom- und Gasnetzen jedoch nicht kompensieren können.
Energieversorgung Südosteuropa
Im Segment Energieversorgung Südosteuropa werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien, die Stromerzeugung in Mazedonien, der Gasverkauf an Endkunden in Kroatien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst.
Highlights 2012/13
- Tarifänderungen für Strom in Bulgarien in mehreren Schritten
- Juli 2012: +13,6 %; März 2013: –7,3 %; August 2013: –4,2 %
- Tarifsenkung für Wärme in Bulgarien im Jänner 2013 um 5,9 %
- Tarifänderungen für Strom in Mazedonien – August 2012: +9,8 %; Juli 2013: –3,0 %
- Anstieg der Stromerzeugung
- Übernahme des Betriebs zusätzlicher Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien
- Ganzjähriger Betrieb der Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien
Energiewirtschaftliche Entwicklung
Nachdem der bulgarische Energieregulator am 1. Juli 2012 die Strompreise um 13,6 % angehoben hat, senkte er diese am 5. März 2013 um 7,3 % und am 1. August 2013 erneut um 4,2 %. Am 16. Juli 2012 wurde vom Regulator in Bulgarien eine Änderung der Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen mit Wirkung vom 1. Juli 2012 beschlossen. Durch die große Anzahl von neuen Anschlussverträgen mit Ökostrom-Erzeugern kam es zu höheren Einspeisemengen, wodurch die Strombezugskosten der für den Vertrieb verantwortlichen EVN Bulgaria EC deutlich gestiegen sind. Das bulgarische Gesetz für erneuerbare Energie sieht eine Abgeltung dieser Mehrkosten durch die Endkunden vor. Am 1. August 2013 wurde diese geänderte Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen wiederum abgeändert und die Anhebung der Bezugskosten der Vertriebsgesellschaften zurückgenommen. Die angefallenen Ansprüche wurden als Forderung abgegrenzt, nachdem seitens der Behörde bestätigt wurde, dass die EVN für die ungedeckten Kosten grundsätzlich entschädigt werden soll. Darüber hinaus wurde ein Investitionsschutzverfahren bei dem bei der Weltbank eingerichteten "International Center for the Settlement of Investment Disputes" eröffnet.
Die Endkundenpreise für Wärme in Bulgarien wurden nach einer Reduktion um 20,6 % per 1. Juli 2012 neuerlich per 1. Jänner 2013 infolge einer Preissenkung für Gas (Reduktion um 9,8 %) um 5,9 % gesenkt.
In Mazedonien verfügte der Regulator nach einer ersten Preisanhebung per 1. Jänner 2012 eine weitere Erhöhung des
| Veränderung | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kennzahlen – Energieversorgung Südosteuropa | 2012/13 | 2011/12 | absolut | in % | 2010/11 | |
| Energiewirtschaftliche Kennzahlen | GWh | |||||
| Stromerzeugung | 427 | 257 | 170 | 66,3 | 112 | |
| davon Wärmekraftwerke | 292 | 235 | 57 | 24,2 | 86 | |
| davon erneuerbare Energie | 135 | 22 | 113 | – | 26 | |
| Netzabsatz Strom1) | 13.031 | 13.837 | –806 | –5,8 | 13.396 | |
| Wärmeverkauf an Endkunden | 205 | 241 | –36 | –14,9 | 233 | |
| Finanzkennzahlen | Mio. EUR | |||||
| Außenumsatz | 1.007,3 | 968,6 | 38,7 | 4,0 | 834,2 | |
| Innenumsatz | 0,4 | 0,1 | 0,2 | – | 0,1 | |
| Gesamtumsatz | 1.007,7 | 968,7 | 39,0 | 4,0 | 834,3 | |
| Operativer Aufwand2) | –890,6 | –859,9 | –30,7 | –3,6 | –747,4 | |
| EBITDA2) | 117,1 | 108,8 | 8,3 | 7,6 | 86,8 | |
| Abschreibungen | –65,8 | –63,5 | –2,4 | –3,7 | –77,1 | |
| Operatives Ergebnis (EBIT)2) | 51,2 | 45,3 | 5,9 | 13,0 | 9,7 | |
| Finanzergebnis2) | –27,5 | –27,6 | 0,1 | 0,5 | –19,6 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 23,7 | 17,7 | 6,0 | 34,1 | –9,8 | |
| Gesamtvermögen | 1.384,9 | 1.250,0 | 134,9 | 10,8 | 1.140,1 | |
| Gesamtschulden | 1.050,2 | 935,2 | 115,1 | 12,3 | 812,0 | |
| Investitionen3) | 82,4 | 90,3 | –7,8 | –8,7 | 112,5 |
1) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.
2) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Strompreises für Endkunden per 1. August 2012 in Höhe von 9,8 %. Beide Preisanhebungen dienten primär zur Abdeckung der zusätzlichen Aufwände, die die EVN Macedonia seit dem Jahr 2012 zu tragen hat. Diese Aufwände resultieren aus der Beschaffung des nicht durch mazedonische Erzeugungskapazitäten abgedeckten Energieverbrauchs und der Netzverluste, die seit 1. Jänner 2012 nicht mehr zu regulierten Preisen, sondern am Großhandelsmarkt erworben werden müssen. Am 1. Juli 2013 gab der Regulator eine Senkung der Strompreise für Endkunden um durchschnittlich 3,0 % bekannt, wobei gleichzeitig die Beschaffungspreise und die Tarife für den staatlichen Übertragungsnetzbetreiber erhöht wurden.
Die Stromerzeugung stieg von 257 GWh auf 427 GWh an. Dies ist auf die Beiträge der sieben zusätzlichen Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien, die bis Jänner 2013 verpachtet waren und nun wieder von der EVN betrieben werden, sowie auf die Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, zurückzuführen.
Der Netzabsatz ging aufgrund der geringeren Heizgradsummen (Bulgarien –20,2 und Mazedonien –25,3 Prozentpunkte) um 806 GWh bzw. 5,8 % auf 13.031 GWh zurück.
Umsatzentwicklung
Im Geschäftsjahr 2012/13 stiegen die Umsatzerlöse in Südosteuropa um 39,0 Mio. Euro bzw. 4,0 % auf 1.007,7 Mio. Euro. Dies ist vor allem auf die Preiserhöhungen des Vorjahres in Mazedonien und den ganzjährigen Betrieb der Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, zurückzuführen.
Operativer Aufwand und operatives Ergebnis
Der operative Aufwand erhöhte sich um 30,7 Mio. Euro bzw. 3,6 % auf 890,6 Mio. Euro. Ausschlaggebend dafür waren vor allem höhere Beschaffungskosten für Strom und höhere sonstige betriebliche Aufwendungen. Das EBITDA stieg um 8,3 Mio. Euro bzw. 7,6 % auf 117,1 Mio. Euro. Der Anstieg des Abschreibungsaufwands ist im Wesentlichen auf den ganzjährigen Betrieb der Cogeneration-Anlage in Plovdiv zurückzuführen. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 51,2 Mio. Euro und lag damit um 5,9 Mio. Euro bzw. 13,0 % über dem Vorjahr.
Finanzergebnis und Ergebnis nach Ertragsteuern
Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2012/13 –27,5 Mio. Euro und lag damit annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg um 6,0 Mio. Euro bzw. 34,1 % auf 23,7 Mio. Euro.
Investitionen
Im Segment Energieversorgung Südosteuropa waren die Investitionen rückläufig und beliefen sich im Geschäftsjahr 2012/13 auf 82,4 Mio. Euro; dies entspricht einem Rückgang um 7,8 Mio. Euro bzw. 8,7 %. Im Blickpunkt standen weiterhin die Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie der Ausbau der Netz- und Zählertechnik in Bulgarien und Mazedonien sowie der Ausbau der kroatischen Erdgasversorgung. Der Rückgang ergibt sich vor allem durch das höhere Vorjahresniveau aufgrund des Baus der Cogeneration-Anlage in Plovdiv.
Ausblick
Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird für 2013/14 aufgrund der erfolgten Strompreissenkungen in Bulgarien und Mazedonien mit einem Ergebnis unter dem Vorjahr gerechnet. Durch fortgesetzte Restrukturierungsprozesse, Effizienzsteigerungen und eine konsequente Reduktion der Netzverluste soll diesem Effekt weitestmöglich entgegengewirkt werden. Darüber hinaus sind die Entwicklungen im eingeleiteten Investitionsschutzverfahren mit dem Staat Bulgarien von hoher Bedeutung.
Umwelt
Das Segment Umwelt schließt die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung im Inland und das internationale Projektgeschäft in 18 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas mit ein. Das Beteiligungsergebnis umfasst im Wesentlichen die Ergebnisbeiträge der kroatischen ZOV (Planung, Finanzierung und Bau der zentralen Kläranlage in Zagreb) und ZOV UIP (Betriebsführung der zentralen Kläranlage in Zagreb).
Highlights 2012/13
- Umsatzrückgang im internationalen Projektgeschäft durch höhere Projektabrechnungen im Vorjahr
- Eröffnung einer der größten Kläranlagen Europas in Warschau im März 2013
- Schwieriger Verlauf der Umsetzung von Umweltprojekten in Moskau
- Weitere Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
Umsatzentwicklung
In der Berichtsperiode lagen die Umsatzerlöse des Segments Umwelt mit 248,4 Mio. Euro um 87,3 Mio. Euro bzw. 26,0 % unter dem Vorjahr. Zurückzuführen ist diese Entwicklung im Wesentlichen auf den Rückgang im internationalen Projektgeschäft, der vor allem aus höheren Abrechnungen in der Vergleichsperiode resultierte. Die Abfallverwertung sowie die Wasserversorgung in Niederösterreich wiesen eine stabile Entwicklung gegenüber dem Vorjahr auf.
Operativer Aufwand und operatives Ergebnis
Einhergehend mit dem Rückgang der Umsätze reduzierten sich die operativen Aufwendungen um 46,9 Mio. Euro bzw. 18,3 % auf 209,7 Mio. Euro. In Summe lag das EBITDA mit 38,7 Mio. Euro um 40,4 Mio. Euro bzw. 51,1 % unter dem Wert des Vorjahres. Die Abschreibungen erhöhten sich um 1,7 Mio. Euro bzw. 6,4 % auf 28,9 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) lag per Saldo bei 9,8 Mio. Euro und damit um 42,1 Mio. Euro bzw. 81,2 % unter der Vergleichsperiode.
Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern
Das Finanzergebnis stieg um 0,4 Mio. Euro bzw. 3,3 % auf 12,1 Mio. Euro. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus einem besseren Zinsergebnis. Per saldo führten diese Entwicklungen zu einem Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 21,8 Mio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang im Vorjahresvergleich um 41,7 Mio. Euro bzw. 65,6 %.
Investitionen
Derzeit realisiert die EVN neun internationale Projekte im Umweltgeschäft mit einem Auftragsbestand von 542,1 Mio. Euro per 30. September 2013. Das Investitionsvolumen lag im Geschäftsjahr 2012/13 bei 12,0 Mio. Euro im Vergleich zu 22,7 Mio. Euro in der Vergleichsperiode.
Das in Ljuberzy, einem Vorort Moskaus, gelegene Blockheizkraftwerk ging im Geschäftsjahr 2012/13 in den operativen Betrieb. Die Arbeiten zur Inbetriebnahme der Kläranlage Mia Milia, Zypern, wurden in der Berichtsperiode fortgesetzt. Ebenfalls in Zypern wurde mit den Bauarbeiten zur Modernisierung und Erweiterung der bestehenden Kläranlage in Larnaca begonnen.
Mit Erhalt eines Auftrags im Dezember 2012 über die Planung und Errichtung von drei Kläranlagen in und um Silvaniei im Landkreis Salaj konnte die EVN ihre Aktivitäten in Rumänien weiter ausbauen. Die Bauarbeiten wurden im dritten Quartal 2012/13 begonnen und sollen innerhalb von zweieinhalb Jahren abgeschlossen werden. Zwei weitere Projekte in Rumänien, die beiden Kläranlagen in Gherla und Huedin, wurden im dritten Quartal 2012/13, nach nur 21 Monaten Bauzeit, fertiggestellt
| Veränderung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzkennzahlen – Umwelt | Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 | absolut | in % | 2010/11 | |
| Außenumsatz | 227,2 | 314,9 | –87,7 | –27,8 | 329,8 | ||
| Innenumsatz | 21,1 | 20,8 | 0,4 | 1,9 | 17,1 | ||
| Gesamtumsatz | 248,4 | 335,7 | –87,3 | –26,0 | 346,9 | ||
| Operativer Aufwand1) | –209,7 | –256,6 | 46,9 | 18,3 | –278,0 | ||
| EBITDA1) | 38,7 | 79,0 | –40,4 | –51,1 | 68,9 | ||
| Abschreibungen | –28,9 | –27,2 | –1,7 | –6,4 | –26,0 | ||
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | 9,8 | 51,9 | –42,1 | –81,2 | 42,9 | ||
| Finanzergebnis1) | 12,1 | 11,7 | 0,4 | 3,3 | 11,8 | ||
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 21,8 | 63,5 | –41,7 | –65,6 | 54,8 | ||
| Gesamtvermögen | 1.468,9 | 1.472,4 | –3,6 | –0,2 | 1.450,1 | ||
| Gesamtschulden | 1.059,3 | 1.054,0 | 5,3 | 0,5 | 1.077,6 | ||
| Investitionen2) | 12,0 | 22,7 | –10,7 | –47,1 | 48,3 |
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
und sind damit in die Phase des einjährigen Probebetriebs eingetreten. Die Schlammbehandlungsanlage in Vilnius, Litauen, wurde bereits im ersten Quartal 2012/13 in den einjährigen, bisher erfolgreich verlaufenden Probebetrieb genommen.
Das Kläranlagenprojekt in Budva, Montenegro, befindet sich in planmäßiger Abwicklung. Darüber hinaus wurde im August 2013 die erweiterte Kläranlage in Šentjernej, Slowenien, und im März 2013 eine der größten Kläranlagen Europas in Warschau, Polen, eröffnet. Durch die Inbetriebnahme der Anlage in Warschau können erstmals alle kommunalen Abwässer der polnischen Metropole gereinigt werden. Ende Juli 2013 wurde der EVN der Auftrag zur Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage Kujawy in Krakau erteilt, mit der zukünftig Abwässer von rund 100.000 Einwohnern gereinigt werden können.
Der Verlauf von Umweltprojekten in Moskau stellt sich hingegen schwierig dar. Die kommerzielle Inbetriebnahme der vereinbarungsgemäß fertiggestellten Natriumhypochloritanlage wurde von der Stadt Moskau bisher verzögert, und zudem ist die Baugenehmigung für die Müllverbrennungsanlage weiterhin ausständig. Mit der Regierung der Stadt Moskau werden derzeit Gespräche über die nachträgliche Änderung der Struktur dieser beiden Projekte geführt.
In der niederösterreichischen Wasserversorgung übernahm die EVN im Jänner 2013 die Betreuung und den Betrieb des Trinkwasserleitungsnetzes der Marktgemeinde Angern und im September 2013 der Gemeinde Niederleis. Weiters konnte im März 2013, ebenfalls in Niederösterreich, das Pumpwerk Oberzögersdorf nach vier Monaten Bauzeit in Betrieb genommen werden. Das neue Pumpwerk sichert auch in den verbrauchsreichen Sommermonaten die Trinkwasserversorgung von 50.000 Einwohnern in den niederösterreichischen Bezirken Korneuburg und Mistelbach. Darüber hinaus wird die EVN im östlichen Niederösterreich in Drösing und Obersiebenbrunn zwei Naturfilteranlagen errichten, die auf natürliche Weise den Härtegrad des Wassers senken und somit die Qualität verbessern werden. Diese Anlagen sollen bis Ende 2014 fertiggestellt werden und alle von der evn wasser betreuten Gemeinden des Marchfelds und des östlichen Weinviertels versorgen. In dieser Region werden nunmehr rund 60.000 Einwohner von der evn wasser versorgt. In Summe beliefert die EVN in Niederösterreich mittlerweile über 500.000 Kunden direkt und indirekt mit Trinkwasser.
Ausblick
Für das internationale Projektgeschäft im Segment Umwelt rechnen wir mit einem stabilen Niveau. In der heimischen Wasserversorgung wird aufgrund von weiteren geplanten Ortsnetzübernahmen eine leichte Ergebnisverbesserung erwartet. Die Ergebnisbeiträge aus der Abfallverwertung in Österreich sollten stabil verlaufen. In Summe wird im Segment Umwelt für das Geschäftsjahr 2013/14 mit einem Ergebnis auf dem Vorjahresniveau gerechnet, wobei der Fortgang der Aktivitäten in Moskau wesentlichen Einfluss auf das Segmentergebnis haben wird.
Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges sind im Wesentlichen die Beteiligungen an der RAG, der Energie Burgenland AG (über die Burgenland Holding AG) und der Verbund AG abgebildet. Zudem umfasst dieses Segment die zentralen Konzernfunktionen sowie Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts, die vor allem interne Konzerndienstleistungen erbringen.
Highlights 2012/13
- Hoher Ergebnisbeitrag der RAG
- Höherer Ergebnisbeitrag der Energie Burgenland AG (9,7 Mio. Euro)
- Negativer Ergebnisbeitrag der WEEV-Beteiligung (–29,6 Mio. Euro)
Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Entwicklung
Trotz der um 2,2 Mio. Euro bzw. 3,3 % höheren Umsatzerlöse lag das EBITDA des Segments Strategische Beteiligungen und Sonstiges im Geschäftsjahr 2012/13 bei –7,7 Mio. Euro und damit um 0,3 Mio. Euro bzw. 3,6 % unter der Vergleichsperiode. Der Grund dafür liegt in den höheren operativen Aufwendungen. In Summe führten diese Entwicklungen zu einem Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Mio. Euro bzw. 5,8 % auf –9,6 Mio. Euro.
Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern
Das für dieses Segment maßgebliche Finanzergebnis sank um 12,5 Mio. Euro bzw. 12,4 % auf 88,7 Mio. Euro. Dies ist vor allem auf den niedrigeren Ergebnisbeitrag der At-Equity-Beteiligungen zurückzuführen. Die Hauptverantwortung dafür trägt der negative Ergebnisbeitrag der WEEV Beteiligungs GmbH von 29,6 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist auf eine marktbewertungsbedingte Wertminderung der von der WEEV gehaltenen Aktien am Verbund zurückzuführen, die aufgrund des signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses unter deren Anschaffungskosten durchgeführt werden musste. Demgegenüber stand ein im Vorjahresvergleich um 7,8 Mio. Euro höherer Ergebnisbeitrag der Energie Burgenland sowie ein um 6,6 Mio. Euro höherer Ergebnisbeitrag der RAG. Per saldo wurde ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 79,1 Mio. Euro erwirtschaftet, das um 13,0 Mio. Euro bzw. 14,2 % unter dem Wert der Vergleichsperiode lag.
Ausblick
Das Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird durch das Beteiligungsergebnis geprägt. Der Verbund ließ erkennen, dass aufgrund des erfolgreichen Türkeiausstiegs die Ausschüttung einer Sonderdividende möglich wäre. Daher ist zu erwarten, dass der Ergebnisbeitrag aus diesem Segment steigen wird. Eine etwaige negative Entwicklung des Aktienkurses des Verbund birgt hingegen ein Risikopotenzial.
| Finanzkennzahlen – Strategische Beteiligungen und Sonstiges |
Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 | Veränderung absolut |
in % | 2010/11 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsatz | 3,3 | 2,3 | 0,9 | 40,3 | 4,0 | |
| Innenumsatz | 64,7 | 63,5 | 1,2 | 2,0 | 59,4 | |
| Gesamtumsatz | 68,0 | 65,8 | 2,2 | 3,3 | 63,4 | |
| Operativer Aufwand1) | –75,7 | –73,2 | –2,5 | –3,4 | –69,6 | |
| EBITDA1) | –7,7 | –7,4 | –0,3 | –3,6 | –6,2 | |
| Abschreibungen | –1,9 | –1,7 | –0,3 | –15,2 | –2,0 | |
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | –9,6 | –9,1 | –0,5 | –5,8 | –8,2 | |
| Finanzergebnis1) | 88,7 | 101,2 | –12,5 | –12,4 | 94,4 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 79,1 | 92,1 | –13,0 | –14,2 | 86,2 | |
| Gesamtvermögen | 2.887,2 | 2.718,8 | 168,4 | 6,2 | 2.761,3 | |
| Gesamtschulden | 1.342,7 | 1.326,8 | 16,0 | 1,2 | 1.262,7 | |
| Investitionen2) | 3,5 | 4,7 | –1,2 | –25,6 | 2,2 |
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
| Finanzergebnis – Strategische Beteiligungen und Sonstiges |
Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 | Veränderung absolut |
in % | 2010/11 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Beteiligungsergebnis | ||||||
| RAG1) | 80,1 | 73,5 | 6,6 | 9,0 | 60,4 | |
| Energie Burgenland AG2) | 9,7 | 1,9 | 7,8 | – | 9,4 | |
| Andere Gesellschaften | –29,6 | 0,6 | –30,2 | – | 0,8 | |
| Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen | 60,3 | 76,0 | –15,7 | –20,7 | 70,6 | |
| Dividendenzahlungen | 32,5 | 30,7 | 1,8 | 5,9 | 26,5 | |
| Verbund AG | 24,1 | 22,1 | 2,0 | 9,1 | 22,1 | |
| Andere Gesellschaften | 8,4 | 8,6 | –0,2 | –1,9 | 4,5 | |
| Ergebnis aus anderen Beteiligungen | 32,5 | 30,7 | 1,8 | 5,9 | 26,5 | |
| Beteiligungsergebnis | 92,8 | 106,7 | –13,9 | –13,0 | 97,1 | |
| Zinsergebnis3) | –0,3 | –2,9 | 2,6 | 88,9 | 1,2 | |
| Sonstiges Finanzergebnis | –3,8 | –2,6 | –1,2 | –45,9 | –3,8 | |
| Finanzergebnis3) | 88,7 | 101,2 | –12,5 | –12,4 | 94,4 | |
1) Indirekt über RBG gehalten
2) 49,0 % an der Energie Burgenland AG werden indirekt über die Burgenland Holding Aktiengesellschaft gehalten.
3) Vorjahreszahl wurde angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108).
Konzernabschluss 2012/13
Nach International Financial Reporting Standards
| Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung | 104 | |
|---|---|---|
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 104 | |
| Konzern-Bilanz | 105 | |
| Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals | 106 | |
| Entwicklung der Konzern-Geldflussrechnung | 107 | |
| Konzernanhang | 108 | Grundsätze der Rechnungslegung |
| 111 | Konsolidierung | |
| 114 | Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze | |
| 128 | Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung | |
| 134 | Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | |
| 151 | Segmentberichterstattung | |
| 155 | Sonstige Angaben | |
| 166 | Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen |
|
| Beteiligungen der EVN | 167 | |
| Bestätigungsvermerk | 172 | |
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
| Mio. EUR | Erläuterung | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 25 | 2.755,0 | 2.846,5 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 26 | 95,5 | 81,3 |
| Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen | 27 | –1.908,4 | –1.980,5 |
| Personalaufwand1) | 28 | –307,1 | –312,6 |
| Abschreibungen | 29 | –239,1 | –251,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 30 | –177,4 | –160,1 |
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | 218,5 | 223,2 | |
| Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen | 10,0 | 87,0 | |
| Ergebnis aus anderen Beteiligungen | 26,8 | 24,3 | |
| Zinserträge | 28,4 | 30,9 | |
| Zinsaufwendungen1) | –100,1 | –104,4 | |
| Sonstiges Finanzergebnis | –3,2 | –1,3 | |
| Finanzergebnis1) | 31 | –38,1 | 36,5 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 180,3 | 259,7 | |
| Ertragsteuern | 32 | –22,1 | –25,9 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 158,2 | 233,8 | |
| davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) | 114,7 | 194,9 | |
| davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile | 43,5 | 38,9 | |
| Ergebnis je Aktie in EUR2) | 33 | 0,64 | 1,09 |
| Dividende je Aktie in EUR | 0,423) | 0,42 | |
1) Die Zahl des Geschäftsjahres 2011/12 wurde angepasst (EBITDA/EBIT +16,5 Mio. Euro; Finanzergebnis –16,5 Mio. Euro). Details siehe 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108.
2) Verwässert ist gleich unverwässert
3) Vorschlag an die Hauptversammlung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| Mio. EUR | Erläuterung | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis nach Ertragsteuern | 158,2 | 233,8 | |
| Sonstiges Ergebnis aus | |||
| Posten, die in künftigen Perioden nicht in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden |
–31,0 | –30,0 | |
| Neubewertung IAS 19 | 44 | –23,7 | –40,2 |
| At Equity einbezogene Unternehmen | 44 | –13,3 | – |
| Darauf entfallende Ertragsteuern | 44 | 5,9 | 10,2 |
| Posten, die in künftigen Perioden gegebenenfalls in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden |
47,7 | –188,9 | |
| Währungsdifferenzen | 5 | –8,7 | 8,9 |
| Available for Sale Finanzinstrumente | 44 | 24,9 | –223,5 |
| Cash Flow Hedges | 44 | –0,4 | –5,3 |
| At Equity einbezogene Unternehmen | 44 | 38,2 | –26,1 |
| Darauf entfallende Ertragsteuern | 44 | –6,2 | 57,1 |
| Summe sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | 16,7 | –218,9 | |
| Gesamtergebnis der Periode | 174,9 | 14,9 | |
| Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG | 141,9 | –24,0 | |
| Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile | 33,0 | 38,9 | |
Konzern-Bilanz
| Mio. EUR | Erläuterung | 30.09.2013 | 30.09.2012 |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 34 | 397,6 | 403,1 |
| Sachanlagen | 35 | 3.094,3 | 3.009,2 |
| At Equity einbezogene Unternehmen | 36 | 1.047,9 | 1.048,7 |
| Sonstige Beteiligungen | 36 | 694,8 | 668,7 |
| Aktive latente Steuern | 48 | 29,4 | 25,9 |
| Übrige Vermögenswerte | 37 | 861,1 | 898,3 |
| 6.125,1 | 6.053,9 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorräte | 38 | 108,4 | 106,1 |
| Forderungen | 39 | 565,5 | 537,6 |
| Wertpapiere | 40 | 43,9 | 3,4 |
| Liquide Mittel | 58 | 259,2 | 162,1 |
| 977,0 | 809,3 | ||
| Summe Aktiva | 7.102,1 | 6.863,2 | |
| Passiva | |||
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG | 41– 45 | 2.824,8 | 2.768,3 |
| Nicht beherrschende Anteile | 46 | 241,7 | 245,4 |
| 3.066,5 | 3.013,7 | ||
| Langfristige Schulden | |||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 47 | 1.571,4 | 1.933,3 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 48 | 111,5 | 119,2 |
| Langfristige Rückstellungen | 49 | 591,0 | 490,7 |
| Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse | 50 | 503,5 | 469,5 |
| Übrige langfristige Schulden | 51 | 51,5 | 49,9 |
| 2.829,0 | 3.062,6 | ||
| Kurzfristige Schulden | |||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 52 | 390,3 | 49,4 |
| Steuerverbindlichkeiten | 53 | 76,8 | 87,0 |
| Lieferantenverbindlichkeiten | 54 | 461,9 | 384,4 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 55 | 92,7 | 84,9 |
| Übrige kurzfristige Schulden | 56 | 184,9 | 181,3 |
| 1.206,7 | 786,9 | ||
| Summe Passiva | 7.102,1 | 6.863,2 | |
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
| Mio. EUR Stand 30.09.2011 |
Grundkapital 330,0 |
Kapital rücklagen 253,5 |
Gewinn rücklagen 1.928,1 |
Bewertungs rücklage 304,0 |
Unter schiedsbetrag aus der Währungs umrechnung –5,5 |
Eigene Anteile –6,0 |
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 2.804,1 |
Nicht beherrschende Anteile 361,7 |
Summe 3.165,8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtergebnis der Periode | – | – | 194,9 | –227,8 | 8,9 | – | –24,0 | 38,9 | 14,9 |
| Anteilserwerbe bei vollkonsolidierten Gesellschaften |
– | – | 69,6 | – | – | – | 69,6 | –118,9 | –49,3 |
| Kapitalerhöhung | – | – | – | – | – | – | – | 3,0 | 3,0 |
| Dividende 2010/11 | – | – | –73,6 | – | – | – | –73,6 | –38,4 | –112,0 |
| Veränderung eigene Anteile | – | –0,2 | – | – | – | –4,8 | –5,0 | – | –5,0 |
| Konsolidierungskreis änderungen/Sonstiges |
– | – | –2,9 | – | – | – | –2,9 | –0,9 | –3,8 |
| Stand 30.09.2012 | 330,0 | 253,3 | 2.116,2 | 76,2 | 3,4 | –10,7 | 2.768,3 | 245,4 | 3.013,7 |
| Gesamtergebnis der Periode | – | – | 114,7 | 36,0 | –8,7 | – | 141,9 | 33,0 | 174,9 |
| Dividende 2011/12 | – | – | –75,0 | – | – | – | –75,0 | –36,7 | –111,7 |
| Veränderung eigene Anteile | – | –0,1 | – | – | – | –10,1 | –10,2 | – | –10,2 |
| Sonstige Veränderungen | – | – | –0,2 | – | – | – | –0,2 | – | –0,2 |
| Stand 30.09.2013 | 330,0 | 253,1 | 2.155,7 | 112,1 | –5,3 | –20,8 | 2.824,8 | 241,7 | 3.066,5 |
| Erläuterung | 41 | 42 | 43 | 44 | 5 | 45 | 46 |
Konzern-Geldflussrechnung
| Mio. EUR | Erläuterung | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 180,3 | 259,7 | |
| + Abschreibungen /– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 29 | 239,1 | 251,3 |
| + Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen | 36 | 93,9 | 7,1 |
| – Gewinne /+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen | 0,1 | –0,4 | |
| – /+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis | 3,3 | 0,1 | |
| – Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen | 26 | –39,8 | –35,9 |
| – Gewinne /+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs | 58 | 0,0*) | –1,9 |
| + Zunahme /– Abnahme von langfristigen Rückstellungen | 49 | 76,6 | 0,4 |
| Cash Flow aus dem Ergebnis | 553,6 | 480,3 | |
| + Abnahme /– Zunahme der Vorräte und Forderungen | –27,9 | –53,5 | |
| + Zunahme /– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen | 7,9 | 5,5 | |
| + Zunahme /– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten | 56,5 | 57,6 | |
| – Zahlungen für Ertragsteuern | –28,3 | –28,9 | |
| Cash Flow aus dem operativen Bereich | 561,7 | 461,0 | |
| + Einzahlungen aus Anlagenabgängen | 58 | 3,4 | 10,4 |
| + Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen | 73,8 | 66,6 | |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten | 70,8 | 77,2 | |
| + Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere | 70,1 | 443,9 | |
| – Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe | 4 | – | –3,2 |
| + Nettoeinzahlung aus Unternehmensverkäufen | – | 3,7 | |
| – Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | –322,1 | –309,6 | |
| – Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten | –166,1 | –232,8 | |
| – Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere | –110,4 | –390,1 | |
| Cash Flow aus dem Investitionsbereich | –380,5 | –333,9 | |
| + Kapitaleinzahlung von nicht beherrschenden Anteilen /Kapitalerhöhung | – | 3,0 | |
| – Auszahlungen für Anteilsaufstockungen von Anteilen an bereits vollkonsolidierten Unternehmen | – | –49,3 | |
| – Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG | 43 | –75,0 | –73,6 |
| – Gewinnausschüttung nicht beherrschende Anteile | 58 | –36,7 | –38,4 |
| – Erwerb /+ Verkauf eigener Anteile | –10,2 | –4,2 | |
| + Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | 141,6 | 400,6 | |
| – Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | –110,2 | –343,8 | |
| Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich | –90,5 | –105,6 | |
| Cash Flow gesamt | 90,7 | 21,5 | |
| Fondsveränderungen | 58 | ||
| Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode | 134,1 | 112,6 | |
| Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode | 224,8 | 134,1 | |
| Cash Flow gesamt | 90,7 | 21,5 |
*) Kleinbetrag
Konzernanhang
Grundsätze der Rechnungslegung
1. Allgemeines
Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens, Mazedoniens und Kroatiens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 17 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.
Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.
Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen Abschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRSs) geprüft.
Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge im Konzernabschluss werden zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozent angaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
2. Berichterstattung nach IFRS
Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.
Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2012/13 angewendet:
| 2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen | Inkrafttreten1) | |
|---|---|---|
| Neue Standards und Interpretationen | ||
| – | – | – |
| Geänderte Standards und Interpretationen | ||
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses – Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses | 01.07.2012 |
| IAS 12 | Ertragsteuern: Latente Steuern – Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte | 31.12.2012 |
| IFRS 1 | Erstmalige Anwendung der IFRS – Ausgeprägte Hochinflation | 31.12.2012 |
1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.
Die Änderungen im IAS 1 dienen dem Ziel, die Darstellung der zunehmenden Zahl von Posten des sonstigen Ergebnisses klarer zu gestalten. Es wird nun zwischen Posten des sonstigen Ergebnisses, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können (sogenanntes "recycling"), und Posten, bei denen eine solche Umgliederung nie erfolgen wird, unterschieden. Die Änderung führte ab dem ersten Quartal 2012/13 zu einer entsprechenden Neugliederung der Gesamtergebnisrechnung.
Die erstmalige verpflichtende Anwendung der anderen geänderten Standards und Interpretationen hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethode wurde im Geschäftsjahr 2012/13 geändert:
Die Zinskomponente betreffend Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen, Rückstellungen für Abfertigungen sowie Rückstellungen für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurde beginnend mit dem ersten Quartal 2012/13 im Finanzergebnis ausgewiesen. Bisher erfolgte die Darstellung des Zinsaufwands in den Personalaufwendungen. Die Änderung dieser Rechnungslegungsmethode entspricht IAS 1 und dem Rahmenkonzept der IFRS, verbessert die Darstellung der Ertragslage und ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit mit wichtigen Benchmark-Unternehmen. Die Anwendung der neuen Bilanzierungsmethode erfolgte gemäß IAS 8 retrospektiv mit Wirkung vom 1. Oktober 2011.
Durch die Änderung der Bilanzierungsmethode kommt es im Geschäftsjahr 2012/13 zu einem um 15,5 Mio. Euro höheren Zinsaufwand, während der Personalaufwand um diesen Betrag geringer ausfällt (Geschäftsjahr 2011/12: Zinsaufwand um 16,5 Mio. Euro höher, Personalaufwand entsprechend niedriger). Die Änderung der Bilanzierungsmethode hat keine Auswirkung auf das Ergebnis je Aktie.
Fußnoten betreffend die retrospektive Anpassung von Vorjahreszahlen beziehen sich auf die oben beschriebene Änderung der Bilanzierungsmethode.
| 2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen | Inkrafttreten | |
|---|---|---|
| Neue Standards und Interpretationen | ||
| IFRS 10 | Konzernabschlüsse | 01.01.20141) |
| IFRS 11 | Gemeinschaftliche Vereinbarungen | 01.01.20141) |
| IFRS 12 | Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen | 01.01.20141) |
| IFRS 13 | Bewertung zum beizulegenden Zeitwert | 01.01.20131) |
| IFRIC 20 | Abraumbeseitigungskosten während der Produktionsphase im Tagebau | 01.01.20131) |
| Geänderte Standards und Interpretationen | ||
| IAS 27 | Konzern- und Einzelabschlüsse – neue Fassung des IAS 27, Einzelabschlüsse | 01.01.20141) |
| IAS 28 | Assoziierte Unternehmen – neue Fassung des IAS 28, Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen |
01.01.20141) |
| IAS 32 | Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten |
01.01.20141) |
| IFRS 1 | Erstmalige Anwendung der IFRS – Darlehen der öffentlichen Hand | 01.01.20131) |
| IFRS 7 | Finanzinstrumente: Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten |
01.01.20131) |
| IFRS 10 –12 | Änderungen an den Übergangsvorschriften | 01.01.20131) |
| Diverse | Annual Improvements 2009 –2011 | 01.01.20131) |
Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Bilanzstichtag des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und von der EU übernommen sowie im Amtsblatt der EU veröffentlicht.
1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.
Die Auswirkungen geänderter Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden laufend beobachtet und analysiert.
IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 bilden das neue Konsolidierungspaket, das vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht wurde. IFRS 10 enthält Vorschriften für die Erstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen und beinhaltet eine neue, einheitliche Definition der "Beherrschung". IAS 27 enthält künftig nur noch Regelungen zu IFRS-Einzelabschlüssen. IFRS 11 löst IAS 31 ab und beinhaltet zwei Formen von gemeinschaftlichen Vereinbarungen (Joint Arrangements): Abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien wird in Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) unterschieden. Nach IFRS 11 sind gemeinschaftlich geführte Unternehmen, welche die Definition eines Joint Ventures erfüllen, zwingend nach der Equity-Methode zu bilanzieren. IFRS 12 regelt sämtliche Angabevorschriften zu Anteilen an anderen Unternehmen. Die Auswirkung der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards wird aktuell im Detail analysiert. Für den Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften wird aufgrund des neuen Beherrschungskonzepts des IFRS 10 zurzeit mit keinen wesentlichen Änderungen gerechnet. Hinsichtlich der gegenwärtig quotal einbezogenen Gesellschaften könnte sich zukünftig in Bezug auf die EVN KG die Notwendigkeit der Einbeziehung im Wege der Vollkonsolidierung, welche aber aufgrund des derzeitigen 100 % quotalen Einbezugs keinen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hätte, ergeben. Dagegen würde ein zukünftiger At-Equity-Einbezug der EnergieAllianz-Gruppe die Konzern-Bilanz und die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung verkürzen sowie zu einer Umgliederung des Ergebnisses vom operativen Ergebnis ins Finanzergebnis führen. Für STEAG-EVN Walsum wird derzeit die Einordnung in Joint Operation bzw. Joint Venture gemäß IFRS 11 evaluiert. Bei Klassifizierung als Joint Operation könnten sich wesentliche Auswirkungen auf die Bilanz ergeben.
IFRS 13 wurde vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht. IFRS 13 ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von IASB und FASB hinsichtlich eines standardübergreifenden Konzepts für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert basiert auf einer hypothetischen Transaktion. Dabei wird der Verkauf eines Vermögenswerts bzw. die Übertragung einer Schuld im Hauptmarkt für diesen Vermögenswert bzw. diese Schuld vorausgesetzt. Falls ein solcher nicht identifiziert werden kann, hat die Bewertung am vorteilhaftesten Markt zu erfolgen. IFRS 13 beinhaltet eine dreistufige "Fair-Value-Hierarchie", wobei den Inputfaktoren auf Stufe 1 die höchste Priorität für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eingeräumt wird. Beim Übergang auf IFRS 13 wird das eigene Kreditrisiko konsequent bei der Fair-Value-Bewertung von Derivaten zu berücksichtigen sein. Ferner kommt es zu einer Vereinheitlichung sowie Erweiterung der Anhangangaben. Die Auswirkung aus einer Anwendung des IFRS 13 wird aktuell im Detail untersucht, wobei noch keine Aussage betreffend der Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des EVN Konzerns getroffen werden kann.
Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Bilanzstichtag des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und wurden von der EU noch nicht übernommen.
| 2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen | Inkrafttreten | |
|---|---|---|
| Neue Standards und Interpretationen | ||
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | noch nicht festgelegt1) |
| IFRIC 21 Abgaben |
01.01.20142) | |
| Geänderte Standards und Interpretationen | ||
| IAS 36 | Wertminderungen – Angaben zum erzielbaren Betrag bei nicht finanziellen Vermögenswerten | 01.01.20142) |
| IAS 39 | Finanzinstrumente – Novation von Derivaten und der Fortsetzung von Sicherungsbeziehungen | 01.01.20142) |
| Diverse | Investmentgesellschaften – Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 | 01.01.20142) |
1) Das IASB hat in seiner Sitzung am 24. Juli 2013 den vorläufigen Beschluss gefasst, das Datum für die verpflichtende Anwendung des IFRS 9 auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Bisher war im Standard der 1. Jänner 2015 vorgesehen.
2) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.
Der neue IFRS 9, der Teil des Projekts für einen Nachfolgestandard von IAS 39 ist, sieht einen teilweisen Ersatz der bisherigen Bewertungskategorien vor. Daraus werden sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte ergeben, die jedoch aufgrund der laufenden Überarbeitungen des neuen Standards derzeit noch nicht verlässlich abgeschätzt werden können.
Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Konsolidierung
3. Konsolidierungsmethoden
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der übertragenen Gegenleistung mit dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen Vermögenswerte und Schulden.
Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften heraus ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0 % der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein beherrschender Einfluss auf deren Finanzund Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.
Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die nicht beherrschenden Anteile an Tochterunternehmen werden mit dem anteiligen Wert am Nettovermögen (ohne Berücksichtigung anteiliger Firmenwerte) bewertet. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt. Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.
Die Konsolidierung der Energievertriebsgesellschaften im Rahmen der EnergieAllianz erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der quotal und at Equity einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.
Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizulegenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, das anteilige Eigenkapital, der Außenumsatz sowie das Jahresergebnis des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.
Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.
4. Konsolidierungskreis
Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2013 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 37 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 26 inländische und 36 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen). 31 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 33) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.
Die EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Vermögen und am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der EnergieAllianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG erfolgt eine anteilsmäßige Konsolidierung (Quotenkonsolidierung) der EVN KG im Konzernabschluss. Dabei wird die EVN KG aufgrund der sondervertraglichen Regelungen entsprechend der Vermögenseinlage zu 100,0 % einbezogen. Weiters erfolgt aufgrund dieser sondervertraglichen Regelungen der Einbezug der EnergieAllianz-Gruppe (EnergieAllianz sowie deren Tochterunternehmen) quotal entsprechend den Anteilen an der EnergieAllianz mit 45,0 %.
Die vollkonsolidierte RBG, an der EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG at Equity einbezogen.
EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,51 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.
VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 13,00 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.
Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 167 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:
| 4. Veränderungen des Konsolidierungskreises | Voll konsolidiert |
Quoten konsolidiert |
Equity konsolidiert |
Summe |
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2011 | 63 | 5 | 16 | 84 |
| Neugründungen und Erstkonsolidierungen | 5 | – | 4 | 9 |
| Änderung der Konsolidierungsart | – | – | – | – |
| Verschmelzung | –2 | – | –1 | –3 |
| Entkonsolidierung | –4 | – | – | –4 |
| 30.09.2012 | 62 | 5 | 19 | 86 |
| Neugründungen und Erstkonsolidierungen | 2 | – | – | 2 |
| Verschmelzung | –1 | – | – | –1 |
| Entkonsolidierung | – | – | –1 | –1 |
| 30.09.2013 | 63 | 5 | 18 | 86 |
| davon ausländische Unternehmen | 37 | – | 5 | 42 |
Im April 2012 erhielt die EVN den Zuschlag zur Planung, Errichtung, Finanzierung und dem Betrieb einer Trinkwasseraufbereitungsanlage für die Stadtgemeinde Zrenjanin, Serbien. Aus diesem Anlass wurde bereits im Juli 2012 die WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o. gegründet, die im ersten Quartal 2012/13 erstmals vollkonsolidiert wurde. Ebenfalls zum Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften zählt mit dem ersten Quartal 2012/13 die neu gegründete OOO EVN Umwelt, welche Managementleistungen an die übrigen in Russland tätigen EVN Gesellschaften erbringt.
Im August 2013 erfolgte der Verkauf der EVN Finance Service B.V. durch EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH an die EVN Projektmanagement GmbH. Im Anschluss wurde die EVN Finance Service B.V. in die EVN Projektmanagement GmbH upstream verschmolzen.
Die EVN und die Statkraft A.S. einigten sich im März 2013 über den Verkauf des 50 %-Anteils der EVN an der Devoll Hydropower ShA an die Statkraft A.S. Das Closing fand am 7. Mai 2013 statt, womit die bisher at Equity einbezogene Gesellschaft entkonsolidiert wurde.
In der Berichtsperiode fanden keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt. Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich im Vorjahr durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:
| 4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Langfristige Vermögenswerte | – | 10,3 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | – | 8,7 |
| – | 19,0 | |
| Eigenkapital | – | 3,6 |
| Langfristige Schulden | – | 14,0 |
| Kurzfristige Schulden | – | 1,4 |
| – | 19,0 |
5. Währungsumrechnung
Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.
Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei den Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2012/13 von –8,7 Mio. Euro (Vorjahr: 8,9 Mio. Euro).
Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.
Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.
Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:
| 5. Währungsumrechnung | 2012/13 | 2011/12 | ||
|---|---|---|---|---|
| Währung | Kurs zum Bilanzstichtag | Durchschnitt1) | Kurs zum Bilanzstichtag | Durchschnitt1) |
| Albanische Lek | 139,98000 | 140,06538 | 138,29000 | 139,42615 |
| Bulgarische Lew2) | 1,95583 | 1,95583 | 1,95583 | 1,95583 |
| Kroatische Kuna | 7,61530 | 7,54795 | 7,44680 | 7,51739 |
| Mazedonische Denar | 61,50040 | 61,55754 | 61,50080 | 61,52300 |
| Polnische Zloty | 4,22880 | 4,18805 | 4,10380 | 4,26230 |
| Russische Rubel | 43,82400 | 41,42608 | 40,14000 | 40,68757 |
| Serbische Denar | 114,26060 | 112,96633 | 115,03200 | 110,26393 |
1) Durchschnitt der Monatsultimos
2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
6. Immaterielle Vermögenswerte
Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen), sind in der EVN allerdings unwesentlich.
Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.
Dienstleistungskonzessionen, welche die Voraussetzungen des IFRIC 12 erfüllen, werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt.
7. Sachanlagen
Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.
Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.
Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.
Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:
| 7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen | Jahre |
|---|---|
| Gebäude | 10–50 |
| Leitungen | 15–50 |
| Maschinen | 10–33 |
| Zähler | 5–40 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3–25 |
Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.
Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.
8. At Equity einbezogene Unternehmen
At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Liegen solche vor, ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen. Weiters ist gegebenenfalls eine Wertminderung im Ergebnis des at Equity einbezogenen Unternehmens zu erfassen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen sowie 31. Finanzergebnis).
9. Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.
Originäre Finanzinstrumente
Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:
- Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
- Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
- Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")
Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellt sich bei EVN wie folgt dar:
| 9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente | Bewertungskategorie |
|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |
| Sonstige Beteiligungen | |
| Andere Beteiligungen | AFS |
| Übrige langfristige Vermögenswerte | |
| Wertpapiere | @FVTPL |
| Ausleihungen | LAR |
| Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften | LAR |
| Forderungen aus derivativen Geschäften | Hedge Accounting |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |
| Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte | |
| Forderungen | LAR |
| Forderungen aus derivativen Geschäften | Hedge Accounting |
| Wertpapiere | AFS |
| Liquide Mittel | |
| Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten | LAR |
| Langfristige Schulden | |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | |
| Anleihen | FLAC |
| Bankdarlehen | FLAC |
| Übrige langfristige Verbindlichkeiten | |
| Pachtverbindlichkeiten | FLAC |
| Abgrenzungen aus Finanztransaktionen | FLAC |
| Sonstige übrige Verbindlichkeiten | FLAC |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften | Hedge Accounting |
| Kurzfristige Schulden | |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | FLAC |
| Lieferantenverbindlichkeiten | FLAC |
| Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC |
Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Der erstmalige Ansatz erfolgt (mit Ausnahme der Bewertungskategorie @FVTPL) zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.
Derivative Finanzinstrumente
Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Forwards und Futures.
Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.
Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.
Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.
Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.
Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.
Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.
Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2 -Emissionszertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2 -Emissionszertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.
10. Sonstige Beteiligungen
Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen werden. Diese sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.
Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwertes eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten wird eine Abschreibung vorgenommen. Als "signifikanter, länger anhaltender Rückgang" wird bei EVN ein Rückgang von über 20 Prozent über die Dauer von 9 Monaten definiert. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.
11. Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.
Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).
Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).
Die Bewertung der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte und der langfristigen Primärenergiereserven erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.
12. Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Im Falle einer Unterdeckung der Vollkosten der Stromerzeugung aus Primärenergievorräten werden diese mit den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten (diese stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage dar) bewertet. Primärenergievorräte für Handelszwecke werden zum beizulegenden Zeitwert (Börsekurs) abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfsund Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.
Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten CO2-Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag.
13. Forderungen
Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.
Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.
Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.
14. Wertpapiere
Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "AFS" eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.
15. Liquide Mittel
Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel und Sichtguthaben zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.
16. Eigenkapital
In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Ver-
mögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.
Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Gewinnrücklagen.
In den im sonstigen Ergebnis erfassten Posten werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren, den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen sowie sämtliche Neubewertungen gemäß IAS 19 (2011). Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.
17. Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitern, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeiter, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitern selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.
Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeiter wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeiter bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.
Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeiter sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeiter und Mitbegünstigter.
Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeiter unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.
Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen angeführt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 (2011) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.
Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.
Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.
Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung der Rückstellung im Finanzergebnis.
Rückstellung für Abfertigungen
Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.
In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeiter zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeiter der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.
Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen). Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 (2011) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.
Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.
Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung der Rückstellung im Finanzergebnis.
Bei Mitarbeitern österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und /oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.
Als Abzinsungssätze wurden Sätze vor Steuern verwendet, welche die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt sowie die für die Rückstellungen spezifischen Risiken widerspiegeln.
Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden bei den Jubiläumsgeldverpflichtungen gemäß IAS 19 (2011) ergebniswirksam erfasst. Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung der Rückstellung im Finanzergebnis.
Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.
Rückstellungen für belastende Verträge werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.
18. Schulden
Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.
Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich. Bei Finanzverbindlichkeiten mit laufenden Tilgungen unterbleibt eine laufende Umgliederung des kurzfristigen Teils (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.
Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.
19. Ertragsrealisierung
Umsatzrealisierung (allgemein)
Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.
Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.
Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei EVN fallen erhaltene Baukostenbeiträge zum Teil unter den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.
Regulierungskonto
In regelmäßigen Abständen werden seitens der Strom- und Gasnetzregulierungsbehörden angemessene "Zielerlöse" für die einzelnen Marktteilnehmer festgesetzt und laufend evaluiert. Gegenüber diesen "Zielerlösen" erzielte Mehr- oder Mindererlöse werden auf dem Regulierungskonto vorgetragen und im Rahmen der künftigen tariflichen Anpassung berücksichtigt.
In Österreich wurde mit der am 3. März 2011 in Kraft getretenen Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) eine in § 50 ElWOG neue Ex-Post-Erlösregulierung der Erlöse des Netzbetreibers über das Regulierungskonto eingeführt. Diese Systematik wurde auch in den § 71 des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 übernommen. Zweck des neu eingeführten Regulierungskontos ist es, mittels eines für jeden Netzbetreiber geführten "virtuellen Kontos" Abweichungen der tatsächlichen Erlöse von den bescheidmäßig zuerkannten Erlösen auszugleichen. Differenzbeträge sind dabei nach dem Gesetzeswortlaut des § 50 ElWOG bzw. § 71 GWG im Rahmen der Feststellung der Kostenbasis für die nächsten Entgeltperioden zu berücksichtigen.
Aufgrund des Eingriffs der bulgarischen Regulierungsbehörde im Zusammenhang mit der Verteilung von Ökostrommehrkosten sind EVN von 1. Juli 2012 bis zum 31. Juli 2013 erhebliche Kosten im Zusammenhang mit einer notwendig gewordenen Zwischenfinanzierung entstanden. Gemäß Artikel 35 Energy Act sind Endversorger (wie die bulgarische Vertriebsgesellschaft) für die zusätzlichen Kosten aus dem Kauf von Ökostrom zu kompensieren. In der Zwischenzeit wurde von der Behörde auch bestätigt, dass EVN für die ungedeckten Kosten grundsätzlich entschädigt werden soll (siehe Erläuterung 37. Übrige langfristige Vermögenswerte und 39. Forderungen).
Aufgrund des Fehlens eindeutiger gesetzlicher Regelungen zur Bilanzierung dieses Tatbestands, besteht eine "Accounting Policy Choice" für die bilanzielle Behandlung solcher Mehr- oder Mindererlöse. Im Falle von Mindererlösen hat EVN aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen einen Anspruch darauf, dass diese im Rahmen der nächsten Regulierungsperiode im Rahmen der Tarifierung berücksichtigt werden; im Falle von Mehrerlösen ergibt sich für EVN aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen die Verpflichtung, diese über die künftige Tarifierung auszugleichen. In Anlehnung an das Rahmenkonzept der IFRS sowie den Entwurf des Standards zu "Rate-regulated activities" aus dem Jahre 2009, bilanziert EVN hierfür einen Vermögenswert unter den übrigen Vermögenswerten bzw. eine Verbindlichkeit unter den übrigen Verbindlichkeiten. Diese aktiven bzw. passiven Unterschiedsbeträge werden außerdem abhängig vom zeitlichen Rahmen der tariflichen Anpassung in kurz- bzw. langfristig unterschieden. Für den langfristigen Teil des Regulierungskontos wird aktivseitig jeweils über den voraussichtlichen Zeitraum eine Zinskomponente berücksichtigt.
Falls in Zukunft eindeutige Regelungen zur Bilanzierung des Regulierungskontos bestehen sollten, wird EVN diese entsprechend berücksichtigen.
Auftragsfertigung
Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere PPP-Projekte – Public Private Partnership) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Fertigstellungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.
20. Ertragsteuern und latente Steuern
Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.
| 20. Ertragsteuersätze % |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Unternehmenssitz | ||
| Österreich | 25,0 | 25,0 |
| Albanien | 10,0 | 10,0 |
| Bulgarien | 10,0 | 10,0 |
| Deutschland1) | 30,0 | 30,0 |
| Estland2) | 21,0 | 21,0 |
| Kroatien | 20,0 | 20,0 |
| Litauen | 15,0 | 15,0 |
| Mazedonien2) 3) | 10,0 | 10,0 |
| Montenegro | 9,0 | 9,0 |
| Polen | 19,0 | 19,0 |
| Rumänien | 16,0 | 16,0 |
| Russland | 20,0 | 20,0 |
| Serbien | 15,0 | 10,0 |
| Slowenien | 17,0 | 18,0 |
| Tschechien | 19,0 | 19,0 |
| Türkei | 20,0 | 20,0 |
| Zypern | 12,5 | 10,0 |
Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:
1) 15,8 % Körperschaftsteuer inkl. Solidaritätszuschlag, 14,2 % Gewerbesteuer
2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.
Darüber hinaus unterliegen in Mazedonien nicht abzugsfähige Aufwendungen der Körperschaftsteuer.
3) Die Steuer für nicht abzugsfähige Aufwendungen ist jährlich zu entrichten.
Die EVN macht von der Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen Gebrauch. Insgesamt gibt es innerhalb der EVN vier (Vorjahr: fünf) steuerliche Unternehmensgruppen. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.
Dabei werden bei überrechneten steuerlichen Verlusten diese auf Seite der Gruppenmitglieder als "interne Verlustvorträge" evident gehalten und mit künftigen positiven Ergebnissen verrechnet. Eine Ausnahme davon bildet der Vertrag mit dem Gruppenmitglied WEEV Beteiligungs GmbH, der vorsieht, dass der WEEV Beteiligungs GmbH im Falle der Zurechnung eines negativen steuerlichen Ergebnisses eine negative Steuerumlage gutgeschrieben wird.
Aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften wird für die künftige Verpflichtung zur Zahlung von Ertragssteuern eine Verbindlichkeit in Höhe des Nominalbetrages ausgewiesen.
Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.
Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht und die Absicht auf Aufrechnung der Steuern besteht.
Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.
21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen
Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf etwaige, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen (Wertminderungen) hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.
Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden primär auf die CGUs "Stromverteilung Bulgarien", "Stromverteilung Mazedonien" und "Umwelt" verteilt.
Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Windparks, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.
Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird als erzielbarer Betrag der höhere aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.
Als Abzinsungssatz wird ein Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) verwendet. Die Eigenkapitalprämie des WACC setzt sich aus dem risikolosen Zinssatz zehnjähriger EU-Anleihen sowie einer Risikoprämie zusammen, welche die Markt-Risikoprämie und den Beta-Faktor auf Basis von Peer-Group-Kapitalmarktdaten umschließt. Die Fremdkapital-Prämie setzt sich aus dem Basiszinssatz und einem EVN-spezifischen Risikozuschlag zusammen. Für die Gewichtung der beiden Prämien wird eine Zielkapitalstruktur von 50:50 zu Marktwerten (Eigenkapital auf Basis Börsekapitalisierung) unterstellt. Diese Zahlungsströme werden mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7 % (Vorjahr: 8,7 %), angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst.
Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Strompreise werden anhand der Prognosen eines renommierten Informationsdienstleisters in der Energiewirtschaft ermittelt. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.
Die Cash-Flow-Prognosen basieren auf den jüngsten vom Management genehmigten Finanzplänen und erstrecken sich auf einen Zeitraum, für welchen verlässliche Planungsrechnungen erstellt werden können. Der Detailplanungszeitraum beträgt mit Ausnahme der Werthaltigkeitsprüfungen im Segment Energieversorgung Südosteuropa fünf Jahre.
In Südosteuropa ist unter den derzeitigen regulatorischen Rahmenbedingungen und dem aktuellen Niveaus von Netzverlusten unter dem gegebenen wirtschaftlichen Umfeld davon auszugehen, dass der Transformationsprozess über einen längeren Zeitraum andauern wird, wodurch ein fünfjähriger Planungszeitraum mit darauf folgender Extrapolation der Ergebnisse den Sachverhalt nicht richtig abbilden würde. Der Detailplanungszeitraum für die CGUs Stromverteilung Bulgarien und Mazedonien beträgt daher jeweils 10 Jahre. Aus den regelmäßig durchgeführten Ex-post-Analysen ist ersichtlich, dass die Planungsgenauigkeit bzw. die Zuverlässigkeit der Annahmen gegeben ist.
Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt. Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungsbzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.
Die Buchwerte der Firmenwerte stellen sich wie folgt dar:
| 21. Zuordnung der Firmenwerte auf Cash Generating Units Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Stromverteilung Bulgarien | 122,6 | 122,6 |
| Stromverteilung Mazedonien | 26,3 | 26,3 |
| Umwelt | 54,0 | 54,0 |
| Sonstige CGUs | 7,1 | 7,1 |
| Summe Firmenwerte | 210,0 | 210,0 |
Weiters bestehen zum 30. September 2013 Kundenbeziehungen, die noch nicht einer Marktliberalisierung unterliegen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufweisen, mit Anschaffungskosten von 24,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,5 Mio. Euro) zu Buche. Diese sind der CGU Stromverteilung Mazedonien zugeordnet.
Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung der Nutzungswerte für Firmenwerte sowie für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verwendet werden, sind neben den Cash-Flow-Prognosen der Abzinsungssatz und die Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum.
Die Annahmen zu den wesentlichen Cash Generating Units sowie deren Sensitivitäten sind im Folgenden dargestellt:
Energieversorgung Südosteuropa
| 21. Stromverteilung Bulgarien | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Annahmen | ||
| WACC vor Steuern | 8,7 % | 9,4 % |
| Wachstumsrate nach Detailplanungszeitraum von 10 Jahren | 2,5 % | 2,5 % |
| Sensitivitäten | ||
| WACC +1% | –11,2 % | –12,8 % |
| WACC –1% | 26,4 % | 31,9 % |
| Wachstumsfaktor +1% | 16,9 % | 21,3 % |
| Wachstumsfaktor –1% | –4,5 % | –5,4 % |
Der Buchwert des Nettovermögens der CGU Stromverteilung Bulgarien beträgt 585,5 Mio. Euro (Vorjahr: 581,7 Mio. Euro).
Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC von 1 % käme es im Geschäftsjahr 2012/13 ceteris paribus zu einer Unterdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 11,2 % (Überdeckung in Höhe von 26,4 %).
Bei Erhöhung (Verminderung) des Wachstumsfaktors um 1 % käme es im Geschäftsjahr 2012/13 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 16,9 % (Unterdeckung in Höhe von 4,5 %).
| 21. Stromverteilung Mazedonien | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Annahmen | ||
| WACC vor Steuern | 11,6 % | 12,0 % |
| Wachstumsrate nach Detailplanungszeitraum von 10 Jahren | 2,0 % | 2,0 % |
| Sensitivitäten | ||
| WACC +1% | 14,0 % | 18,9 % |
| WACC –1% | 47,4 % | 57,4 % |
| Wachstumsfaktor +1% | 37,1 % | 46,4 % |
| Wachstumsfaktor –1% | 22,1 % | 27,4 % |
Der Buchwert des Nettovermögens der CGU Stromverteilung Mazedonien beträgt 316,2 Mio. Euro (Vorjahr: 292,8 Mio. Euro).
Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC von 1 % käme es im Geschäftsjahr 2012/13 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 14,0 % (Überdeckung in Höhe von 47,4 %).
Bei Erhöhung (Verminderung) des Wachstumsfaktors um 1 % käme es im Geschäftsjahr 2012/13 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 37,1 % (Überdeckung in Höhe von 22,1 %).
Umwelt
Die Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts im Bereich Umwelt wird mit einem WACC vor Ertragsteuern in Höhe von 12,0 % (Vorjahr: 10,0 %) durchgeführt. Der Buchwert des Nettovermögens der CGU Umwelt beträgt 262,9 Mio. Euro. Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC von 1 % käme es im Geschäftsjahr 2012/13 ceteris paribus zu einer Unterdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 3,1 % (Überdeckung in Höhe von 14,8 %).
22. Leasing- und Pachtgegenstände
Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.
Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen von PPP-Projekten anfallen, bei denen eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.
Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.
23. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.
Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).
Die Bewertung des regulatorischen Vermögenswerts in Bulgarien basiert auf den aktuellen Annahmen. Die bereits angefallenen Ansprüche der EVN, welche als Forderung abgegrenzt wurden, nachdem seitens des Regulators bestätigt wurde, dass EVN für die ungedeckten Kosten grundsätzlich entschädigt werden soll, werden darüber hinaus im Zuge des Schiedsgerichtsverfahrens, das bei dem bei der Weltbank eingerichteten International Center for the Settlement of Investment Disputes eingereicht wurde, geltend gemacht. Zukünftige Entwicklungen können zu einer Bewertungsänderung führen (siehe Erläuterung 37. Übrige langfristige Vermögenswerte und 39. Forderungen).
Ausweis und Bewertung der langfristigen Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften im Umweltbereich basieren auf aktuellen Annahmen und Einschätzungen. Mit der Regierung der Stadt Moskau werden derzeit Gespräche über die nachträgliche Änderung der Struktur der Projekte Natriumhypochlorit und Müllverbrennungsanlage Nr. 1 geführt. Die kommerzielle Inbetriebnahme der vereinbarungsgemäß fertiggestellten Natriumhypochloritanlage wurde von der Stadt Moskau bisher verzögert, und zudem ist die Baugenehmigung für die Müllverbrennungsanlage weiterhin ausständig. In diesem Zusammenhang sind Rechtsstreitigkeiten anhängig, für die mit einer Rückstellung für Rechtskosten vorgesorgt wurde. Weitere Auftragsvergaben an Sublieferanten wurden in der Zwischenzeit ausgesetzt. Da die Verhandlungen und Gerichtsverfahren dazu führen können, dass bei der Natriumhypochloritanlage die Übernahme des Betriebes der Anlage durch EVN und bei der Müllverbrennungsanlage die Umsetzung des Investitionsvertrages hinsichtlich des Baues und des Betriebes durch EVN gefährdet werden, könnte es in Zukunft zu Änderungen des Ausweises sowie Wertänderungen dieser langfristigen Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften kommen (siehe Erläuterung 37. Übrige langfristige Vermögenswerte).
Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet, die in künftigen Perioden zu Bewertungsänderungen führen können (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen).
Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens (siehe Erläuterungen 6. Immaterielle Vermögenswerte und 7. Sachanlagen), der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz (siehe Erläuterung 17. Rückstellungen) sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten (siehe Erläuterungen 12. Vorräte und 13. Forderungen). Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.
24. Grundsätze zur Segmentberichterstattung
Die Identifizierung der operativen Segmente erfolgt auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen (Management Approach). Für jedes operative Segment überprüft der Vorstand des EVN Konzerns (Hauptentscheidungsträger gemäß IFRS 8) interne Managementberichte mindestens vierteljährlich. Die Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Energiehandel und -vertrieb", "Netzinfrastruktur Inland", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" entspricht vollständig der internen Berichtstruktur. Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht in Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (siehe Erläuterung 57. Segmentberichterstattung).
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
25. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:
| 25. Umsatzerlöse | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Erzeugung | 34,6 | 40,3 |
| Netzinfrastruktur Inland | 443,8 | 438,2 |
| Energiehandel und -vertrieb | 1.038,8 | 1.082,2 |
| Energieversorgung Südosteuropa | 1.007,3 | 968,6 |
| Umwelt | 227,2 | 314,9 |
| Strategische Beteiligungen und Sonstiges | 3,3 | 2,3 |
| Summe | 2.755,0 | 2.846,5 |
In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von PPP-Projekten in Höhe von 83,5 Mio. Euro (Vorjahr: 123,9 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 37. Übrige langfristige Vermögenswerte).
26. Sonstige betriebliche Erträge
| 26. Sonstige betriebliche Erträge | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen | 39,8 | 35,9 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 15,2 | 15,9 |
| Bestandsveränderungen | 12,5 | –2,2 |
| Zinsen für verspätete Zahlungen | 9,8 | 6,8 |
| Entschädigungen und Vergütungen | 3,6 | 5,8 |
| Miet- und Pachterträge | 2,4 | 2,8 |
| Ergebnis aus der Veräußerung von vollkonsolidierten Unternehmen | 0,5 | 3,1 |
| Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 0,0*) | 1,9 |
| Übrige sonstige betriebliche Erträge | 11,2 | 11,4 |
| Summe | 95,5 | 81,3 |
*) Kleinbetrag
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.
Die höheren Bestandsveränderungen sind auf geringere nicht abgerechnete Kundenprojekte zum Stichtag zurückzuführen.
27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Strom-, Gas-, Kohle- und Biomassebezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratiszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter CO2-Emissionszertifikate in Höhe von 3,5 Mio. Euro (Vorjahr: 7,2 Mio. Euro).
Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.
| 27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Fremdstrombezug und Energieträger | 1.612,6 | 1.630,6 |
| Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand | 295,8 | 350,0 |
| Summe | 1.908,4 | 1.980,5 |
28. Personalaufwand
Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 5,7 Mio. Euro (Vorjahr: 8,5 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro) enthalten.
| 28. Personalaufwand | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Gehälter und Löhne1) | 237,6 | 238,2 |
| Aufwendungen für Abfertigungen1) | 5,2 | 7,3 |
| Aufwendungen für Pensionen1) | 7,6 | 9,5 |
| Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge |
50,2 | 50,1 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 6,4 | 7,6 |
| Summe | 307,1 | 312,6 |
1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS)
Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug:
| 28. Mitarbeiter nach Segmenten1) | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Erzeugung | 192 | 198 |
| Netzinfrastruktur Inland | 1.299 | 1.281 |
| Energiehandel und -vertrieb | 324 | 300 |
| Energieversorgung Südosteuropa | 4.625 | 4.775 |
| Umwelt | 591 | 600 |
| Strategische Beteiligungen und Sonstiges | 466 | 440 |
| Summe | 7.497 | 7.594 |
1) Anzahl im Jahresdurchschnitt
Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter setzte sich zu 95,9 % aus Angestellten und zu 4,1 % aus Arbeitern zusammen (Vorjahr: 96,0 % Angestellte und 4,0 % Arbeiter), wobei in Bulgarien und Mazedonien nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden wird.
Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen wurden entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.
29. Abschreibungen
Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.
| 29. Abschreibungen nach Bilanzpositionen Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 14,9 | 15,2 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 224,2 | 236,2 |
| Summe | 239,1 | 251,3 |
| 29. Abschreibungen |
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Planmäßige Abschreibungen | 238,1 | 228,0 |
| Wertminderungen1) | 1,0 | 23,3 |
| Summe | 239,1 | 251,3 |
1) Details siehe Erläuterung 34. Immaterielle Vermögenswerte und 35. Sachanlagen
30. Sonstige betriebliche Aufwendungen
| 30. Sonstige betriebliche Aufwendungen Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Forderungsabschreibungen | 37,3 | 43,4 |
| Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken | 35,0 | 24,9 |
| Betriebssteuern und Abgaben | 16,0 | 15,8 |
| Telekommunikation und Portospesen | 11,6 | 12,7 |
| Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen | 11,4 | 11,6 |
| Werbeaufwand | 10,7 | 13,1 |
| Versicherungen | 9,0 | 9,3 |
| Wartung und Instandhaltung | 6,9 | 5,0 |
| Mieten | 7,0 | –0,1 |
| Weiterbildung | 2,4 | 2,7 |
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | 30,1 | 21,6 |
| Summe | 177,4 | 160,1 |
Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozesskosten und -risiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte in Bulgarien. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.
31. Finanzergebnis
| 31. Finanzergebnis | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Beteiligungsergebnis | ||
| RAG | 80,1 | 73,5 |
| EconGas | –19,7 | –5,4 |
| ZOV; ZOV UIP | 11,8 | 12,4 |
| Energie Burgenland1) | 9,7 | 1,9 |
| Devoll Hydropower ShA | –27,6 | –1,3 |
| WEEV Beteiligungs GmbH | –29,6 | 0,6 |
| Shkodra | –20,4 | 2,5 |
| Andere Gesellschaften | 5,6 | 2,8 |
| Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen | 10,0 | 87,0 |
| Dividendenzahlungen | 27,2 | 25,1 |
| davon VERBUND AG | 24,1 | 22,1 |
| davon andere Gesellschaften | 3,1 | 3,1 |
| Wertminderungen | –0,4 | –0,9 |
| Sonstiges | – | 0,0*) |
| Ergebnis aus anderen Beteiligungen | 26,8 | 24,3 |
| Summe Beteiligungsergebnis | 36,8 | 111,3 |
| Zinsergebnis | ||
| Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten | 21,2 | 25,6 |
| Übrige Zinserträge | 7,2 | 5,3 |
| Summe Zinsertrag | 28,4 | 30,9 |
| Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten | –75,2 | –81,5 |
| Zinsaufwand Personalrückstellungen2) | –15,5 | –16,5 |
| Übrige Zinsaufwendungen | –9,5 | –6,4 |
| Summe Zinsaufwendungen | –100,1 | –104,4 |
| Summe Zinsergebnis | –71,7 | –73,5 |
| Sonstiges Finanzergebnis | ||
| Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") | –0,1 | 1,4 |
| Währungskursgewinne/-verluste | –0,1 | 0,4 |
| Übriges Finanzergebnis | –3,0 | –3,0 |
| Summe sonstiges Finanzergebnis | –3,2 | –1,3 |
| Finanzergebnis | –38,1 | 36,5 |
*) Kleinbetrag
1) 49,0 % an der Energie Burgenland AG werden indirekt über die Burgenland Holding AG gehalten.
2) Vorjahreszahl wurde angepasst (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS)
Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile, Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten sowie notwendig gewordene Wertminderungen.
Verantwortlich für den starken Rückgang des Beteiligungsergebnisses waren der negative Ergebnisbeitrag der EconGas, der Devoll Hydropower ShA, der WEEV Beteiligungs GmbH und der Shkodra. Der negative Ergebnisbeitrag der EconGas, welcher bereits im ersten Quartal 2012/13 erfasst wurde, resultiert einerseits aus der signifikant negativen Spanne zwischen dem langfristigen ölpreisgebundenen Gasbezug und den hubpreisgebundenen Verkäufen sowie andererseits aus einer Vorsorge für belastende Verträge der EconGas im Zusammenhang mit vertraglich vereinbarten, langfristigen Transport- und LNG-Kapazitätsbuchungen.
Weiters kam es durch den Verkauf des Anteils der EVN AG an der Devoll Hydropower ShA an die Statkraft A.S. zu einem einmaligen negativen Effekt in Höhe von 27,6 Mio. Euro vor Steuern.
Der negative Ergebnisbeitrag der WEEV Beteiligungs GmbH ist auf eine marktbewertungsbedingte Wertminderung der von WEEV gehaltenen Aktien am Verbund aufgrund des signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses unter deren Anschaffungskosten zurückzuführen. Die WEEV Beteiligungs GmbH wurde zum Zweck der Teilnahme an der Kapitalerhöhung des Verbund gemeinsam mit dem Syndikatspartner Wiener Stadtwerke Holding AG gegründet und erstmals im ersten Quartal 2010/11 in den Konzernabschluss der EVN at Equity einbezogen. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden vormalig, nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern, gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet. Im Falle eines signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses erfordern die Bestimmungen der IFRS die Vornahme einer ergebniswirksamen Wertminderung, welche zu dem ausgewiesenen negativen Ergebnisbeitrag führte.
Der negative Ergebnisbeitrag der bei Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien ist auf mehrere Effekte zurückzuführen. Zum einen ist eine von albanischen Regierungsvertretern in Aussicht gestellte Konzessionsdauerverlängerung als wirtschaftliche Kompensation für in der Bauphase eingetretene Hochwasserschäden, einen Bauverzug und entsprechende Mehrkosten nun aufgrund des Regierungswechsels mit hoher Unsicherheit behaftet, und zum anderen hat sich das Kundenrisiko infolge verspäteter Zahlungseingänge erhöht. Weiters sind die Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs) weiter gesunken.
Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus liquiden Mitteln und Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.
Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen Zinsaufwendungen für die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen, die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.
32. Ertragsteuern
| 32. Ertragsteuern | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Laufender Ertragsteueraufwand | 32,4 | 29,3 |
| davon österreichische Gesellschaften | 22,0 | 19,4 |
| davon ausländische Gesellschaften | 10,3 | 9,9 |
| Latenter Steuerertrag | –10,3 | –3,4 |
| davon österreichische Gesellschaften | –9,4 | –5,7 |
| davon ausländische Gesellschaften | –0,8 | 2,3 |
| Summe | 22,1 | 25,9 |
Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2013 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2012/13 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:
| 2012/13 | 2011/12 | |||
|---|---|---|---|---|
| 32. Ermittlung des Effektivsteuersatzes | in % | Mio. EUR | in % | Mio. EUR |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | – | 180,3 | – | 259,7 |
| Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz | 25,0 | 45,1 | 25,0 | 64,9 |
| + /– Abweichende ausländische Steuersätze | –4,5 | –8,1 | –1,4 | –3,7 |
| – Steuerfreie Beteiligungserträge | –7,6 | –13,7 | –12,8 | –33,1 |
| + /– Änderungen im Ansatz / in der Bewertung der latenten Steuern | 2,5 | 4,6 | –0,7 | –1,8 |
| – Steuerrechtliche Anteilsabwertungen | –8,7 | –15,7 | –1,9 | –5,0 |
| – Steuerfreie Erträge | –0,3 | –0,6 | –0,2 | –0,6 |
| + Nicht abzugsfähige Aufwendungen | 6,6 | 11,8 | 1,5 | 4,0 |
| + /– Aperiodische Steuererhöhungen /-minderungen | 0,3 | 0,5 | 0,4 | 1,0 |
| – /+ Sonstige Posten | –0,9 | –1,7 | 0,1 | 0,2 |
| Effektivsteuersatz/-aufwand | 12,3 | 22,1 | 10,0 | 25,9 |
Die steuerrechtlichen Anteilsabwertungen betreffen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungsabschreibungen von Shkodra, Devoll Hydropower, EconGas und EnergieAllianz (Vorjahr: EVN Kavarna). Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2012/13 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 12,3 % (Vorjahr: 10,0 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.
33. Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2012/13 in Umlauf befindlichen Anteile von 178.356.673 Stück (Vorjahr: 179.378.364 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.
Auf Basis des Konzernergebnisses von 114,7 Mio. Euro (Vorjahr: 194,9 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2012/13 ein Ergebnis je Aktie von 0,64 Euro (Vorjahr: 1,09 Euro).
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Die Nettowerte verstehen sich als Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.
Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2012/13 ergaben.
34. Immaterielle Vermögenswerte
Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen und die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden keine Wertminderungen für immaterielle Vermögenswerte erfasst (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro).
Die Zugänge der Firmenwerte aus Konsolidierungskreisänderungen betrugen im Vorjahr 2,8 Mio. Euro und resultierten aus dem Erwerb der FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung.
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden insgesamt 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.
| 34. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte Mio. EUR |
Firmenwerte | Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
Summe |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2012/13 | |||
| Bruttowert 30.09.2012 | 219,2 | 414,9 | 634,2 |
| Währungsdifferenzen | 0,0*) | 0,0*) | 0,0*) |
| Konsolidierungskreisänderungen | – | – | – |
| Zugänge | – | 8,6 | 8,6 |
| Abgänge | – | –1,3 | –1,3 |
| Umbuchungen | – | –1,1 | –1,1 |
| Bruttowert 30.09.2013 | 219,2 | 421,2 | 640,4 |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 | –9,2 | –221,9 | –231,1 |
| Währungsdifferenzen | – | 0,0*) | 0,0*) |
| Planmäßige Abschreibungen | – | –14,9 | –14,9 |
| Wertminderungen | – | – | – |
| Abgänge | – | 1,2 | 1,2 |
| Umbuchungen | – | 1,9 | 1,9 |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 | –9,2 | –233,7 | –242,9 |
| Nettowert 30.09.2012 | 210,0 | 193,0 | 403,1 |
| Nettowert 30.09.2013 | 210,0 | 187,5 | 397,6 |
*) Kleinbetrag
| Geschäftsjahr 2011/12 | Sonstige immaterielle | ||
|---|---|---|---|
| Mio. EUR | Firmenwerte | Vermögenswerte | Summe |
| Bruttowert 30.09.2011 | 216,4 | 410,1 | 626,5 |
| Währungsdifferenzen | 0,1 | – | 0,1 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 2,8 | 0,1 | 2,9 |
| Zugänge | – | 6,2 | 6,2 |
| Abgänge | – | –3,4 | –3,4 |
| Umbuchungen | 1,9 | 1,9 | |
| Bruttowert 30.09.2012 | 219,2 | 414,9 | 634,2 |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 | –9,2 | –206,8 | –216,0 |
| Planmäßige Abschreibungen | – | 0,0*) | 0,0*) |
| Wertminderungen | – | –14,7 | –14,7 |
| Zuschreibung | – | –0,5 | –0,5 |
| Abgänge | – | 2,5 | 2,5 |
| Umbuchungen | – | –2,4 | –2,4 |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 | –9,2 | –221,9 | –231,1 |
| Nettowert 30.09.2011 | 207,2 | 203,3 | 410,5 |
| Nettowert 30.09.2012 | 210,0 | 193,0 | 403,1 |
*) Kleinbetrag
35. Sachanlagen
In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 6,0 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 3,8 %– 8,5 % (Vorjahr: 1,5 %– 8,5 %).
In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 67,0 Mio. Euro (Vorjahr: 66,2 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 15,2 Mio. Euro (Vorjahr: 15,9 Mio. Euro).
Im Geschäftsjahr 2012/13 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf in Höhe von 1,0 Mio. Euro. Dieser betrifft im Wesentlichen Wärmeanlagen (Vorjahr: Wertminderungsbedarf bei der Biomasse-Versuchsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr in Höhe von 8,0 Mio. Euro aufgrund ungünstiger Marktbedingungen, Windpark Kavarna, Bulgarien, in Höhe von 9,8 Mio. Euro aufgrund einer nachteiligen Tarifentscheidung für Ökostrom per 1. Juli 2012, Wertminderungsbedarf bei den übrigen Anlagen in Höhe von 5,0 Mio. Euro).
In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 204,0 Mio. Euro (Vorjahr: 202,2 Mio. Euro) enthalten.
Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 13,3 Mio. Euro (Vorjahr: 14,7 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.
Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen wiesen gegenüber dem Vorjahr unverändert einen Buchwert in Höhe von 116,6 Mio. Euro auf.
| 35. Entwicklung der Sachanlagen Mio. EUR |
Grundstücke und Bauten |
Leitungen | Technische Anlagen |
Zähler | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts ausstattung |
Geleistete Anzahlungen u. Anlagen in Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2012/13 | |||||||
| Bruttowert 30.09.2012 | 695,9 | 3.319,0 | 2.212,0 | 195,6 | 233,0 | 214,1 | 6.869,6 |
| Währungsdifferenzen | 0,0*) | 0,0*) | –7,0 | 0,0*) | –0,1 | –2,9 | –10,0 |
| Konsolidierungskreisänderungen | – | – | – | 0,0*) | – | – | – |
| Zugänge | 11,6 | 130,2 | 44,1 | 12,7 | 12,8 | 111,4 | 322,8 |
| Abgänge | –1,9 | –8,8 | –10,4 | –5,8 | –10,0 | –2,5 | –39,4 |
| Umbuchungen | 5,9 | 84,9 | 16,3 | 0,1 | –5,3 | –101,7 | 0,1 |
| Bruttowert 30.09.2013 | 711,5 | 3.525,2 | 2.255,0 | 202,6 | 230,4 | 218,3 | 7.143,1 |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 | –338,5 | –1.774,1 | –1.428,5 | –128,1 | –181,1 | –10,1 | –3.860,4 |
| Währungsdifferenzen | 0,0*) | 0,0*) | 1,1 | 0,0*) | 0,1 | – | 1,2 |
| Planmäßige Abschreibungen | –20,8 | –98,0 | –76,4 | –10,8 | –17,3 | – | –223,2 |
| Wertminderungen | 0,0*) | – | –1,0 | – | – | – | –1,0 |
| Abgänge | 1,0 | 8,3 | 9,6 | 5,7 | 9,6 | 1,6 | 35,6 |
| Umbuchungen | –0,3 | –3,9 | –0,4 | – | 3,7 | – | –0,9 |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 | –358,7 | –1.867,8 | –1.495,5 | –133,2 | –185,1 | –8,5 | –4.048,7 |
| Nettowert 30.09.2012 | 357,4 | 1.544,9 | 783,5 | 67,5 | 51,9 | 204,0 | 3.009,2 |
| Nettowert 30.09.2013 | 352,9 | 1.657,4 | 759,5 | 69,5 | 45,3 | 209,8 | 3.094,3 |
*) Kleinbetrag
| Geschäftsjahr 2011/12 Mio. EUR |
Grundstücke und Bauten |
Leitungen | Technische Anlagen |
Zähler | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts ausstattung |
Geleistete Anzahlungen u. Anlagen in Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowert 30.09.2011 | 672,1 | 3.135,1 | 2.013,8 | 190,0 | 218,9 | 372,2 | 6.602,1 |
| Währungsdifferenzen | 0,0*) | 0,0*) | 2,7 | 0,0*) | 0,1 | 4,9 | 7,7 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 1,2 | 0,4 | 5,5 | 0,0*) | –0,2 | 0,0*) | 6,9 |
| Zugänge | 21,4 | 119,7 | 121,6 | 10,5 | 21,1 | 9,3 | 303,6 |
| Abgänge | –9,9 | –17,3 | –9,2 | –5,0 | –10,2 | –0,1 | –51,7 |
| Umbuchungen | 10,8 | 81,1 | 77,6 | 0,0*) | 3,3 | –172,2 | 0,6 |
| Bruttowert 30.09.2012 | 695,6 | 3.319,0 | 2.212,0 | 195,6 | 233,0 | 214,1 | 6.869,3 |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 | –320,4 | –1.693,9 | –1.345,7 | –121,7 | –171,3 | –10,1 | –3.663,1 |
| Währungsdifferenzen | 0,0*) | 0,0*) | –0,5 | 0,0*) | 0,0*) | – | –0,5 |
| Planmäßige Abschreibungen | –19,2 | –94,2 | –70,7 | –11,2 | –18,1 | – | –213,4 |
| Wertminderungen | –3,8 | –0,8 | –12,1 | – | –0,5 | –5,6 | –22,8 |
| Abgänge | 5,3 | 15,4 | 4,5 | 4,8 | 9,6 | – | 39,7 |
| Umbuchungen | 0,0*) | –0,7 | –4,2 | – | –0,8 | 5,6 | 0,0*) |
| Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 | –338,2 | –1.774,1 | –1.428,5 | –128,1 | –181,1 | –10,1 | –3.860,1 |
| Nettowert 30.09.2011 | 351,7 | 1.441,2 | 668,1 | 68,3 | 47,6 | 362,0 | 2.938,9 |
| Nettowert 30.09.2012 | 357,4 | 1.544,9 | 783,5 | 67,5 | 51,9 | 204,0 | 3.009,2 |
*) Kleinbetrag
36. At Equity einbezogene Unternehmen und sonstige Beteiligungen
Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 167 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.
Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.
Die Zugänge der at Equity einbezogenen Unternehmen umfassten im Wesentlichen Eigenkapitaleinzahlungen bei STEAG-EVN Walsum. In den Abgängen spiegelt sich der Verkauf des Anteils der EVN AG an der Devoll Hydropower ShA wider.
Im Geschäftsjahr 2012/13 waren bei den at Equity einbezogenen Unternehmen keine Wertminderungen erforderlich (Vorjahr: EconGas 7,8 Mio. Euro).
Die Entwicklung des Nettowerts der at Equity einbezogenen Unternehmen wurde im Geschäftsjahr 2012/13 wesentlich von den negativen Ergebnisbeiträgen der at Equity einbezogenen Unternehmen beeinflusst (siehe auch 31. Finanzergebnis).
Für die im Konzern at Equity einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.
Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2013 78,9 Mio. Euro betrug, wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten (Vorjahr: 77,3 Mio. Euro).
Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.
In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 671,1 Mio. Euro (Vorjahr: 645,8 Mio. Euro) enthalten, von denen 33,5 Mio. Euro zu Besicherungszwecken verwendet werden. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23,7 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert werden, handelt es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderungen bei den sonstigen Beteiligungen betrafen in Höhe von 25,3 Mio. Euro (Vorjahr: Wertänderungen von 223,6 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse.
Am 22. September 2010 haben die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG (WSTW) einen Syndikatsvertrag über die Syndizierung ihrer unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien an der VERBUND AG abgeschlossen und verfügen somit gemeinsam über rund 26 % der stimmberechtigten Aktien an der VERBUND AG. Trotz des Bestehens des Syndikatsvertrages ist der Umfang eines möglichen Einflusses auf die Finanz- und Geschäftspolitik der VERBUND AG aus diesem Syndikatsvertrag sehr begrenzt. Ein maßgeblicher Einfluss gemäß IAS 28 liegt somit nicht vor. Die Anteile an der VERBUND AG werden daher entsprechend IAS 39 bilanziert.
| At Equity einbezogene Unternehmen |
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen |
Andere Beteiligungen |
Summe sonstige Beteiligungen |
|---|---|---|---|
| 1.068,4 | 14,3 | 404,2 | 418,4 |
| 69,2 | 1,5 | 0,8 | 2,2 |
| –30,8 | –2,3 | 0,0*) | –2,3 |
| 1.106,9 | 13,5 | 404,9 | 418,4 |
| –19,7 | –6,6 | 256,8 | 250,2 |
| –1,0 | – | – | – |
| – | –0,1 | –0,4 | –0,4 |
| 30,8 | 1,3 | – | 1,3 |
| 10,0 | – | – | – |
| –103,9 | – | – | – |
| 24,9 | – | 25,3 | 25,3 |
| –58,9 | –5,4 | 281,7 | 276,4 |
| 1.048,7 | 7,7 | 661,0 | 668,7 |
| 1.047,9 | 8,1 | 686,7 | 694,8 |
*) Kleinbetrag
37. Übrige langfristige Vermögenswerte
Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr 2012/13.
Von den Ausleihungen in Höhe von 39,2 Mio. Euro (Vorjahr: 36,4 Mio. Euro) hatten 3,5 Mio. Euro (Vorjahr: 3,5 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von PPP-Projekten (siehe hierzu auch Erläuterung 23. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen). Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 503,4 Mio. Euro (Vorjahr: 430,7 Mio. Euro). Ebenso sind in den Zugängen aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 0,96 %– 5,57 % (Vorjahr: 1,58 %– 6,03 %).
Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.
In den sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerten ist mit 4,1 Mio. Euro (Vorjahr: 5,6 Mio. Euro) das aufgrund der österreichischen regulatorischen Bestimmungen gebildete Regulierungskonto enthalten. Daneben umfasst diese Position im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bankdarlehen.
Am 16. Juli 2012 beschloss die bulgarische Regulierungsbehörde, State Energy and Water Regulatory Commission (SEWRC), für den Zeitraum von 1. Juli 2012 bis 31. Juli 2013 eine Änderung der Methodik, um die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen (Ökostrommehrkosten) auszugleichen. Wie im bulgarischen "Energy Act" geregelt, sind die Energieversorungsunternehmen innerhalb dieses Zeitraums verpflichtet, den Strom von Energieproduzenten erneuerbarer Energien zu beschaffen. Die wachsende Zahl der neuen Verträge mit Netzanbindung von Produzenten erneuerbarer Energien führte zu höheren Absatzmengen, welche die Strom-Beschaffungskosten der EVN in Bulgarien signifikant erhöhten. Das bulgarische Gesetz sieht diesbezüglich eine Entschädigung für diese zusätzlichen Kosten vor, welche prinzipiell vom Endkunden zu tragen sind. Mit Wirkung ab 1. August 2013 wurde diese Methodik erneut in der Weise geändert, dass die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien und für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen von der nationalen Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) getragen werden müssen.
Von 1. Juli 2012 bis zum 31. Juli 2013 sind EVN daraus Kosten in Höhe von 127,1 Mio. Euro entstanden, welche einer Zwischenfinanzierung bedürfen. In einem Schreiben vom 26. September 2013 bestätigte SEWRC, dass EVN für die ungedeckten Kosten grundsätzlich entschädigt werden soll. Aufgrund der beschriebenen Umstände wurde von der Vertriebsgesellschaft in Bulgarien ein regulatorischer Vermögenswert aktiviert, der das Recht auf Kompensation der Mehrkosten infolge der durch den Staat regulierten Aktivitäten abbildet. Da eine Abgeltung sehr wahrscheinlich ist und die Kosten hierfür verlässlich bewertet werden können, wurde nach Einschätzung des Managements ein Teil dieser zusätzlichen Kosten in Form eines regulatorischen Vermögenswerts abgegrenzt.
Zum 30. September 2013 beträgt der in den sonstigen übrigen Vermögenswerten ausgewiesene regulatorische Vermögenswert 86,8 Mio. Euro, wovon 33,4 Mio. Euro langfristigen Charakter haben (siehe auch 39. Forderungen).
Die Bewertung des regulatorischen Vermögenswerts basiert auf dem Barwert der erwarteten künftigen Mittelzuflüsse und berücksichtigt Erfahrungswerte aus dem vergangenen Verhaltensmuster des Regulators in Hinblick auf Kompensation zusätzlich entstandener Kosten. Die Abzinsung spiegelt die Einschätzung des Managements hinsichtlich des aktuellen Marktniveaus des Zeitwerts des Geldes sowie die spezifischen Risiken des regulatorischen Vermögenswerts wider.
Aufgrund der Tatsache, dass alle erwarteten zukünftigen Leistungen von den Handlungen und Entscheidungen der bulgarischen Regulierungsbehörde abhängen, bestehen jedoch Schätzunsicherheiten hinsichtlich der Bewertung des regulatorischen Vermögenswerts. Aus diesem Grund besteht das Risiko einer wesentlichen Anpassung im nächsten Geschäftsjahr.
Mio. EUR Sonstige finanzielle Vermögenswerte Sonstige langfristige Vermögenswerte Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften Forderungen aus derivativen Geschäften Primärenergiereserven Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte Summe Bruttowert 30.09.2012 78,2 36,4 673,0 83,1 14,6 14,9 900,1 Zugänge 3,7 5,8 75,0 0,0 0,6 33,1 118,2 Abgänge –23,5 –3,0 –44,3 0,0 – –1,5 –72,4 Marktwertänderungen –0,2 – – –46,3 – – –46,5 Umbuchungen – – – –36,8 – – –36,8 Bruttowert 30.09.2013 58,2 39,2 703,6 0,0 15,1 46,5 862,7 Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 –1,2 – – – –0,6 – –1,8 Abgang 0,2 – – – – – 0,2 Wertminderungen 0,0*) – – – – – 0,0*) Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 –1,0 – – – –0,5 – –1,6 Nettowert 30.09.2012 77,0 36,4 673,0 83,1 14,0 14,9 898,4 Nettowert 30.09.2013 57,1 39,2 703,6 0,0 14,6 46,5 861,1
37. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte
*) Kleinbetrag
Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:
37. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften Mio. EUR
| Restlaufzeit zum 30.09.2012 | Restlaufzeit zum 30.09.2012 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| < 1 Jahr | > 1 Jahr | > 5 Jahre | Summe | < 1 Jahr | > 1 Jahr | > 5 Jahre | Summe | |
| Zinskomponenten | 33,5 | 105,0 | 162,6 | 301,1 | 36,9 | 115,3 | 139,3 | 291,5 |
| Tilgungskomponenten | 63,0 | 230,5 | 410,1 | 703,6 | 66,3 | 235,3 | 371,4 | 673,0 |
| Summe | 96,5 | 335,6 | 572,7 | 1.004,7 | 103,2 | 350,6 | 510,7 | 964,5 |
Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.
Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Kurzfristige Vermögenswerte
38. Vorräte
Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.
Bei den CO2-Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 55. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.
| 38. Vorräte | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Primärenergievorräte | 41,7 | 49,5 |
| CO2-Emissionszertifikate | 0,4 | 1,0 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte | 27,5 | 28,5 |
| Nicht abgerechnete Kundenaufträge | 38,8 | 27,1 |
| Summe | 108,4 | 106,1 |
Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten sowie gefallener Marktpreise wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 3,6 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 3,7 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro). Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.
39. Forderungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.
Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive. Im Geschäftsjahr 2012/13 betrug die Zunahme der Wertberichtigung 27,6 Mio. Euro (Vorjahr: 9,1 Mio. Euro).
| Nettoforderungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 59,7 | 9,4 | 50,3 | 127,3 | 11,5 | 115,7 |
| 27,2 | – | 27,2 | 45,5 | – | 45,5 |
| 136,1 | 26,3 | 109,8 | 109,7 | 31,2 | 78,5 |
| 247,3 | 160,8 | 86,5 | 218,0 | 126,2 | 91,8 |
| 12,1 | – | 12,1 | 12,3 | – | 12,3 |
| 482,5 | 196,5 | 285,9 | 512,8 | 168,9 | 343,9 |
| Bruttoforderungen | 2012/13 Wertberichtigung |
Nettoforderungen | Bruttoforderungen | 2011/12 Wertberichtigung |
39. Wertberichtigungen zu Forderungen
Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen. Bei den Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz handelt es sich um Forderungen gegenüber Kunden, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.
Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich und Zinsswaps.
Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen mit 53,4 Mio. Euro (Vorjahr: 25,3 Mio. Euro) Vermögenswerte aufgrund des Rechts auf Kompensation der Ökostrommehrkosten infolge der durch den bulgarischen Staat regulierten Aktivitäten und mit 10,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) das aufgrund der österreichischen regulatorischen Bestimmungen gebildete Regulierungskonto (siehe auch Erläuterung 37. Übrige langfristige Vermögenswerte). Weiters sind in dieser Position Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen enthalten. Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 23,2 Mio. Euro.
| 39. Forderungen | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 285,9 | 343,9 |
| Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen | 106,3 | 75,0 |
| Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz | 25,7 | 28,9 |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 9,0 | 4,1 |
| Forderungen gegenüber Dienstnehmern | 5,2 | 1,4 |
| Forderungen aus derivativen Geschäften | 35,1 | 4,0 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 75,3 | 54,1 |
| 542,6 | 511,3 | |
| Sonstige Forderungen | ||
| Steuerforderungen | 22,9 | 26,3 |
| 22,9 | 26,3 | |
| Summe | 565,5 | 537,6 |
40. Wertpapiere
Die Zusammensetzung der Wertpapiere sieht zum Bilanzstichtag wie folgt aus:
| 40. Zusammensetzung Wertpapiere | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Fondsanteile | 43,9 | 3,4 |
| Cashfonds | 40,0 | – |
| Sonstige Fondsprodukte | 3,9 | 3,4 |
| Festverzinsliche Wertpapiere | – | – |
| Aktien | 0,0*) | 0,0*) |
| Summe | 43,9 | 3,4 |
*) Kleinbetrag
Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gestiegener Börsekurse eine erfolgsneutrale Wertänderung in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: –0,8 Mio. Euro) vorgenommen.
Passiva
Eigenkapital
Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2012/13 und 2011/12 ist auf Seite 106 dargestellt.
41. Grundkapital
Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 330,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 Stückaktien (Vorjahr: 179.878.402).
42. Kapitalrücklagen
Die Kapitalrücklagen enthalten nach österreichischem Aktienrecht gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 195,6 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen in Höhe von 57,5 Mio. Euro (Vorjahr: 57,7 Mio. Euro).
43. Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen in Höhe von 2.155,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2.116,2 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.
Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:
| 43. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG | Mio. EUR |
|---|---|
| Ausgewiesener Jahresgewinn 2012/13 | 76,0 |
| Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2011/12 | 0,6 |
| Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn | 76,6 |
| Vorgeschlagene Gewinnausschüttung | –74,8 |
| Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2013/14 | 1,8 |
Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2012/13 in Höhe von 0,42 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.
Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von 75,0 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro pro Aktie wurde in der 84. ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2013 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 25. Jänner 2013.
44. Bewertungsrücklage
In der Bewertungsrücklage werden Wertänderungen von Available for Sales Finanzinstrumenten und von Cash Flow Hedges, die Neubewertung aus IAS 19 sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.
| 44. Bewertungsrücklage | 2012/13 | 2011/12 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio. EUR | vor Steuern | Steuern | nach Steuern | vor Steuern | Steuern | nach Steuern |
| Direkt im sonstigen Ergebnis erfasste Posten aus | ||||||
| Available for Sale Finanzinstrumenten | 282,6 | –70,6 | 212,0 | 257,3 | –64,3 | 193,0 |
| Cash Flow Hedges | –16,5 | 4,1 | –12,3 | –16,0 | 4,0 | –12,0 |
| Neubewertungen IAS 19 | –80,8 | 20,3 | –60,5 | –57,2 | 14,4 | –42,8 |
| At Equity einbezogenen Unternehmen | –27,0 | – | –27,0 | –62,0 | – | –62,0 |
| Summe | 158,4 | –46,2 | 112,1 | 122,1 | –46,0 | 76,2 |
Im Teil at Equity einbezogene Unternehmen der Bewertungsrücklage sind mit Ausnahme der von WEEV Beteiligungs GmbH erfassten Wertänderungen im Zusammenhang mit den von WEEV gehaltenen Aktien am Verbund (AFS Finanzinstrumente) im Wesentlichen erfolgsneutrale Komponenten hinsichtlich Cash Flow Hedges abgebildet.
45. Eigene Anteile
Der Zukauf von eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2012/13 in Höhe von 1.039.000 Stück (das sind 0,58 % des Grundkapitals; 30. September 2012: 554.530 Stück bzw. 0,31% vom Grundkapital) mit einem Anschaffungswert von 11,3 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 11,7 Mio. Euro (30. September 2012: Anschaffungswert von 5,7 Mio. Euro bzw. Kurswert von 6,0 Mio. Euro) erfolgte unter Bezugnahme auf das in der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 19. Jänner 2012 genehmigte Rückkaufprogramm. Im Geschäftsjahr 2012/13 erfolgte der Verkauf von 73.010 Stück eigener Anteile, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.
Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:
| 45. Entwicklung der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile |
Stückaktien | Eigene Aktien | In Umlauf befindliche Anteile |
|---|---|---|---|
| 30.09.2011 | 179.878.402 | –398.260 | 179.480.142 |
| Erwerb eigener Aktien | – | –554.530 | –554.530 |
| Verkauf eigener Aktien | – | 75.168 | 75.168 |
| 30.09.2012 | 179.878.402 | –877.622 | 179.000.780 |
| Erwerb eigener Aktien | – | –1.039.000 | –1039.000 |
| Verkauf eigener Aktien | – | 73.010 | 73.010 |
| 30.09.2013 | 179.878.402 | –1.843.612 | 178.034.790 |
Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 178.356.673 Stück (Vorjahr: 179.378.364 Stück).
Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.
46. Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.
Langfristige Schulden
47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
| 47. Zusammensetzung langfristige Finanzverbindlichkeiten |
Nominal verzinsung (%) |
Laufzeit | Nominale | Buchwert 30.09.2013 Mio. EUR |
Buchwert 30.09.2012 Mio. EUR |
Marktwert 30.09.2013 Mio. EUR |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | – | – | – | 707,0 | 1.028,6 | 792,2 |
| JPY-Anleihe | 5,200 | 1994–2014 | 8,0 Mrd. JPY | – | 81,7 | – |
| CHF-Anleihe | 3,625 | 2009–2014 | 250,0 Mio. CHF | – | 206,6 | – |
| EUR-Anleihe | 5,000 | 2009–2016 | 28,5 Mio. EUR | 28,4 | 28,4 | 31,1 |
| EUR-Anleihe | 5,250 | 2009–2017 | 150,0 Mio. EUR | 149,1 | 148,9 | 170,1 |
| EUR-Anleihe | 5,250 | 2009–2019 | 30,0 Mio. EUR | 29,6 | 29,5 | 34,8 |
| EUR-Anleihe | 4,250 | 2011–2022 | 300,0 Mio. EUR | 287,1 | 285,6 | 330,0 |
| JPY-Anleihe | 3,130 | 2009–2024 | 12,0 Mrd. JPY | 91,1 | 126,3 | 99,5 |
| EUR-Anleihe | 4,125 | 2012–2032 | 100,0 Mio. EUR | 97,3 | 97,1 | 101,4 |
| EUR-Anleihe | 4,125 | 2012–2032 | 25,0 Mio. EUR | 24,5 | 24,4 | 25,3 |
| Bankdarlehen (inkl. Schuldscheindarlehen) | 0,34–7,08 | bis 2042 | – | 864,4 | 904,6 | 864,4 |
| Summe | – | – | – | 1.571,4 | 1.933,3 | 1.656,6 |
Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:
| 47. Fälligkeitsstruktur langfristige | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | Restlaufzeit zum 30.09.2013 | Restlaufzeit zum 30.09.2012 | ||||
| Mio. EUR | < 5 Jahre | > 5 Jahre | Summe | < 5 Jahre | > 5 Jahre | Summe |
| Anleihen | 177,5 | 529,5 | 707,0 | 465,6 | 563,1 | 1.028,6 |
| davon fix verzinst | 177,5 | 438,5 | 616,0 | 383,8 | 436,7 | 820,6 |
| davon variabel verzinst | – | 91,1 | 91,1 | 81,7 | 126,3 | 208,1 |
| Bankdarlehen | 467,8 | 396,6 | 864,4 | 572,6 | 332,1 | 904,7 |
| davon fix verzinst | 288,8 | 305,1 | 593,9 | 402,0 | 240,4 | 642,4 |
| davon variabel verzinst | 178,9 | 91,5 | 270,5 | 170,6 | 91,7 | 262,3 |
| Summe | 645,3 | 926,2 | 1.571,4 | 1.038,2 | 895,2 | 1.933,3 |
Anleihen
Sämtliche Anleihen sind endfällig.
Die JPY-Anleihe sowie die CHF-Anleihe, welche beide 2014 endfällig sind, wurden in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert.
Die Anleihen in fremder Währung werden mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.
Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber.
Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.
Bankdarlehen
Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro, die im Oktober 2012 emittiert wurden, enthalten.
Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.
48. Latente Steuerverbindlichkeiten
| 48. Latente Steuern Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||
| Sozialkapital | –44,3 | –38,7 |
| Vortragsfähige steuerliche Ergebnisse | –26,3 | –20,6 |
| Sonstige aktive latente Steuern | –9,5 | –14,9 |
| Passive latente Steuern | ||
| Anlagevermögen | 71,7 | 74,1 |
| Finanzinstrumente | 85,6 | 76,9 |
| Sonstige passive latente Steuern | 4,8 | 16,6 |
| Summe | 82,1 | 93,3 |
| davon aktive latente Steuern | –29,4 | –25,9 |
| davon latente Steuerverbindlichkeiten | 111,5 | 119,2 |
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
| 48. Veränderung latente Steuern | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Latenter Steuersaldo 01.10.2012 | 93,3 | 163,8 |
| – Erfolgswirksame Veränderung | –10,3 | –3,4 |
| – Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage | 0,3 | –67,3 |
| – Erfolgsneutrale Veränderung aus Währungsdifferenzen und sonstige Veränderungen | 0,3 | –67,3 |
| Latenter Steuersaldo 30.09.2013 | 82,1 | 93,3 |
Aktive latente Steuern in Höhe von 4,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4,6 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert. Davon verfallen in den nächsten fünf Jahren 3,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro). Im Falle einer Ausschüttung der Gewinne aus Mazedonien in Höhe von 20,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro) würde dies zu einer zusätzlichen Steuerschuld in Höhe von 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) führen.
49. Langfristige Rückstellungen
| 49. Langfristige Rückstellungen Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Rückstellung für Pensionen | 263,6 | 250,1 |
| Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen | 27,3 | 24,9 |
| Rückstellung für Abfertigungen | 90,6 | 83,5 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 209,5 | 132,2 |
| Summe | 591,0 | 490,7 |
Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:
- Zinssatz 3,50 % p. a. (Vorjahr: 4,00 % p. a.)
- Bezugserhöhungen 2,50 % p. a.; Folgejahre 3,00 % p. a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 3,00 % p. a., Folgejahre 3,00 % p. a.)
- Pensionserhöhungen 2,50 % p. a.; Folgejahre 3,00 % p. a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 3,00 % p. a., Folgejahre 3,00 %)
- Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"
| 49. Entwicklung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen |
Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|---|
| Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. | 275,0 | 248,0 | |
| + Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) | 1,2 | 1,9 | |
| + Zinsaufwand | 8,3 | 12,3 | |
| – Pensionszahlungen | –14,4 | –18,4 | |
| +/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen | 20,8 | 31,2 | |
| Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. | 290,9 | 275,0 | |
Zum 30.09.2013 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen 14,1 Jahre und die der pensionsähnlichen Verpflichtungen 17,1 Jahre.
| 49. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen | Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|---|
| Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. | 83,5 | 76,0 | |
| + Konsolidierungskreisänderungen | – | –0,5 | |
| + Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) | 2,1 | 2,6 | |
| + Zinsaufwand | 2,3 | 3,7 | |
| – Abfertigungszahlungen | –2,5 | –6,1 | |
| +/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen | 5,2 | 7,8 | |
| Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. | 90,6 | 83,5 |
Zum 30.09.2013 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 11,3 Jahre.
Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter (ceteris paribus) wirkt sich auf die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie auf die Rückstellung für Abfertigungen wie folgt aus:
| 49. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen |
30.09.2013 | 30.09.2012 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Rechnungsgrundlagen/Annahmen | Veränderung der Annahme |
Abnahme des Parameters/ Veränderung DBO |
Zunahme des Parameters/ Veränderung DBO |
Abnahme des Parameters/ Veränderung DBO |
Zunahme des Parameters/ Veränderung DBO |
| Zinssatz | 0,50 % | 6,91 % | –6,16 % | 6,65 % | –5,95 % |
| Bezugserhöhung | 1,00 % | –2,42 % | 2,71 % | –2,30 % | 2,59 % |
| Pensionserhöhung | 1,00 % | –9,91 % | 6,35 % | –9,60 % | 11,53 % |
| Restlebenserwartung | 1 Jahr | –4,40 % | 4,46 % | – | – |
| 49. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Abfertigungen |
30.09.2013 | 30.09.2012 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Veränderung | Abnahme des Parameters/ |
Zunahme des Parameters/ |
Abnahme des Parameters/ |
Zunahme des Parameters/ |
|
| Rechnungsgrundlagen/Annahmen | der Annahme | Veränderung DBO | Veränderung DBO | Veränderung DBO | Veränderung DBO |
| Zinssatz | 0,50 % | 5,37 % | –4,99 % | 5,52 % | –5,12 % |
| Bezugserhöhung | 1,00 % | –10,96 % | 12,57 % | –11,31 % | 13,02 % |
Die Sensitivitätsanalyse wurde für jeden wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter separat durchgeführt. Während für die Analyse jeweils nur ein wesentlicher Parameter verändert wurde, wurden gleichzeitig alle anderen Einflussgrößen konstant gehalten (ceteris paribus). Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgte analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung. Die Grenzen dieser Methode bestehen darin, dass keine Interdependenzen zwischen den einzelnen versicherungsmathematischen Parametern berücksichtigt wurden.
Bei den Abfertigungsverpflichtungen wurde auf eine Sensitivität der Restlebenserwartung verzichtet, da diese die Verpflichtung nur unwesentlich beeinflusst.
| 49. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen Mio. EUR |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jubiläumsgelder | Belastende Verträge |
Mieten für Netzzutritte |
Prozesskosten/ -risiken |
Umwelt- und Entsorgungs risiken |
Übrige langfristige Rückstellungen |
Summe | |
| Buchwert 01.10.2012 | 20,0 | 66,8 | 9,6 | 4,0 | 28,8 | 2,9 | 132,2 |
| Zinsaufwand | 0,4 | 6,2 | 0,1 | 0,1 | 1,0 | – | 7,8 |
| Verwendung | –0,7 | – | –0,8 | –2,1 | –1,3 | –0,3 | 48,8 |
| Zuführung | 0,4 | 54,0 | 1,6 | 12,8 | 3,7 | 1,5 | 19,9 |
| Umbuchung | – | – | – | – | 0,8 | – | 0,8 |
| Buchwert 30.09.2013 | 20,1 | 127,0 | 10,5 | 14,7 | 33,0 | 4,2 | 209,5 |
*) Kleinbetrag
Die Rückstellung für belastende Verträge betrifft Verpflichtungen aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien.
Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, werden in den Prozesskosten/-risiken abgebildet. Umwelt- und Entsorgungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt- und Altlastenrisiken.
50. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse
Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:
| 50. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse Mio. EUR |
Baukostenzuschüsse | Investitionszuschüsse | Summe |
|---|---|---|---|
| Buchwert 01.10.2012 | 425,3 | 44,2 | 469,5 |
| Konsolidierungskreisänderungen | – | – | – |
| Zugänge | 63,0 | 10,8 | 73,8 |
| Auflösung | –35,3 | –4,5 | –39,8 |
| Buchwert 30.09.2013 | 453,0 | 50,5 | 503,5 |
Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 463,7 Mio. Euro (Vorjahr: 433,6 Mio. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.
51. Übrige langfristige Schulden
Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.
Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.
Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht.
Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderen abgegrenzte Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Steuergruppe in Österreich sowie abgegrenzte langfristige Stromlieferverpflichtungen und langfristige Kundenanzahlungen.
| 51. Übrige langfristige Verbindlichkeiten Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Pachtverbindlichkeiten | 21,5 | 23,4 |
| Abgrenzungen aus Finanztransaktionen | 3,9 | 3,4 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften | 16,6 | 16,2 |
| Sonstige übrige Verbindlichkeiten | 9,5 | 6,9 |
| Summe | 51,5 | 49,9 |
51. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten
| Restlaufzeit zum 30.09.2013 | Restlaufzeit zum 30.09.2012 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| < 5 Jahre | > 5 Jahre | Summe | < 5 Jahre | > 5 Jahre | Summe | |
| Pachtverbindlichkeiten | 9,2 | 12,3 | 21,5 | 9,6 | 13,8 | 23,4 |
| Abgrenzungen aus Finanztransaktionen | 3,1 | 0,8 | 3,9 | 2,1 | 1,3 | 3,4 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften | 3,2 | 13,4 | 16,6 | 5,5 | 10,8 | 16,2 |
| Sonstige übrige Verbindlichkeiten | 3,7 | 5,8 | 9,5 | 2,7 | 4,2 | 6,9 |
| Summe | 19,1 | 32,4 | 51,5 | 19,9 | 30,0 | 49,9 |
Kurzfristige Schulden
Mio. EUR
52. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.
| 52. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Bankdarlehen | 91,4 | 21,4 |
| Anleiheverbindlichkeiten | 264,5 | – |
| Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite | 34,4 | 28,0 |
| Summe | 390,3 | 49,4 |
Kredite im Ausmaß von 91,4 Mio. Euro wurden in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert, da diese nun innerhalb eines Jahres fällig sind.
Die Anleihenverbindlichkeiten sind am 20. Februar 2014 (CHF-Anleihe) bzw. am 1. September 2014 (JPY-Anleihe) endfällig und wurden daher vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Hieraus sind aufgrund der bereits fixierten Fremdwährungskurse Finanzverbindlichkeiten in der Höhe von 169,1 Mio. Euro (CHF-Anleihe) bzw. 65,6 Mio. Euro (JPY-Anleihe) im Jahr 2014 zu begleichen.
53. Steuerverbindlichkeiten
Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
| 53. Steuerverbindlichkeiten Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Energieabgaben | 27,1 | 31,5 |
| Umsatzsteuer | 19,2 | 29,1 |
| Körperschaftsteuer | 19,0 | 13,4 |
| Sonstige Posten | 11,4 | 12,9 |
| Summe | 76,8 | 87,0 |
54. Lieferantenverbindlichkeiten
In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 138,6 Mio. Euro (Vorjahr: 160,2 Mio. Euro) enthalten.
Die Lieferantenverbindlichkeiten erhöhten sich vor allem aufgrund einer infolge einer höchstgerichtlichen Entscheidung in Bulgarien erforderlichen Rückzahlung von Netzzutrittsentgelten.
55. Kurzfristige Rückstellungen
Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitern in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro) ausgewiesen.
Die Rückstellung für belastende Verträge beinhaltet absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.
| 55. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen Mio. EUR |
Personalansprüche | Belastende Verträge |
Restrukturierung | Sonstige kurzfristige Rückstellungen |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert 01.10.2012 | 61,8 | 16,3 | 1,3 | 5,7 | 84,9 |
| Verwendung | –26,4 | –14,0 | –1,0 | –17,8 | –59,3 |
| Zuführung | 29,2 | 10,3 | 1,2 | 26,3 | 66,9 |
| Buchwert 30.09.2013 | 64,5 | 12,6 | 1,5 | 14,1 | 92,7 |
56. Übrige kurzfristige Schulden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz stammen aus der Verrechnung von Kundenforderungen, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.
Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte.
Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.
Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.
| 56. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz | 5,9 | 9,6 |
| Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen | 22,4 | 21,3 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 21,8 | 20,6 |
| Zinsenabgrenzungen | 21,9 | 18,6 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften | 6,0 | 4,3 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 29,1 | 55,2 |
| 107,1 | 129,6 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||
| Erhaltene Anzahlungen | 67,7 | 39,9 |
| Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit | 10,2 | 11,9 |
| 77,8 | 51,7 | |
| Summe | 184,9 | 181,3 |
Segmentberichterstattung
| 57. Segmentberichterstattung Mio. EUR |
Erzeugung | Energiehandel und -vertrieb |
Netzinfrastruktur Inland |
Energieversorgung Südosteuropa |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2012/13 | 2011/12 | 2012/13 | 2011/12 | 2012/13 | 2011/12 | 2012/13 | 2011/12 | |
| Außenumsatz | 34,6 | 40,3 | 1.038,8 | 1.082,2 | 443,8 | 438,2 | 1.007,3 | 968,6 |
| Innenumsatz (zwischen Segmenten) | 79,8 | 94,8 | 43,7 | 46,3 | 61,9 | 64,7 | 0,4 | 0,1 |
| Gesamtumsatz | 114,3 | 135,1 | 1.082,4 | 1.128,5 | 505,7 | 502,9 | 1.007,7 | 968,7 |
| Operativer Aufwand1) | –76,8 | –75,7 | –1.029,4 | –1.094,0 | –284,6 | –300,6 | –890,6 | –859,9 |
| EBITDA1) | 37,5 | 59,3 | 53,1 | 34,5 | 221,1 | 202,3 | 117,1 | 108,8 |
| Abschreibungen | –27,9 | –44,5 | –16,0 | –16,4 | –100,7 | –100,1 | –65,8 | –63,5 |
| davon Wertminderungen | – | –17,7 | –0,6 | –1,7 | –0,2 | –0,6 | – | –2,5 |
| davon Zuschreibungen | – | – | – | – | – | – | – | – |
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | 9,6 | 14,8 | 37,1 | 18,1 | 120,4 | 102,2 | 51,2 | 45,3 |
| EBIT-Marge (%)1) | 8,4 | 11,0 | 3,4 | 1,6 | 23,8 | 20,3 | 5,1 | 4,7 |
| Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen |
–43,4 | 2,7 | –18,7 | –4,2 | – | – | – | – |
| Zinserträge | 0,6 | 0,2 | 0,2 | 0,6 | 0,3 | 0,2 | 0,6 | 0,8 |
| Zinsaufwendungen1) | –13,9 | –15,0 | –9,6 | –4,5 | –21,2 | –23,2 | –27,9 | –28,5 |
| Finanzergebnis1) | –55,9 | –11,5 | –28,2 | –7,5 | –19,0 | – 20,5 | –27,5 | –27,6 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern1) | –46,3 | 3,3 | 8,9 | 10,7 | 101,4 | 81,6 | 23,7 | 17,7 |
| Firmenwerte | – | – | 5,4 | 5,4 | 1,8 | 1,8 | 161,4 | 161,4 |
| Buchwert der at Equity einbezogenen Unternehmen |
389,7 | 372,9 | 26,2 | 45,7 | – | – | – | – |
| Gesamtvermögen | 849,1 | 820,5 | 516,5 | 624,9 | 1.797,8 | 1.698,4 | 1.384,9 | 1.250,0 |
| Gesamtschulden | 600,8 | 538,4 | 428,6 | 413,5 | 1.267,0 | 1.214,2 | 1.050,2 | 935,2 |
| Investitionen2) | 29,8 | 16,0 | 30,1 | 30,1 | 176,4 | 144,8 | 82,4 | 90,3 |
1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
| 57. Segmentberichterstattung Mio. EUR |
Umwelt | Strategische Beteiligungen und Sonstiges |
Konsolidierung | Summe | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2012/13 | 2011/12 | 2012/13 | 2011/12 | 2012/13 | 2011/12 | 2012/13 | 2011/12 | ||
| Außenumsatz | 227,2 | 314,9 | 3,3 | 2,3 | – | – | 2.755,0 | 2.846,5 | |
| Innenumsatz (zwischen Segmenten) | 21,1 | 20,8 | 64,7 | 63,5 | –271,5 | –290,2 | – | – | |
| Gesamtumsatz | 248,4 | 335,7 | 68,0 | 65,8 | –271,6 | –290,2 | 2.755,0 | 2.846,5 | |
| Operativer Aufwand1) | –209,7 | –256,6 | –75,7 | –73,2 | 269,5 | 288,2 | –2.297,4 | –2.371,9 | |
| EBITDA1) | 38,7 | 79,0 | –7,7 | –7,4 | –2,1 | –2,0 | 457,6 | 474,5 | |
| Abschreibungen | –28,9 | –27,2 | –1,9 | –1,7 | 2,1 | 2,0 | –239,1 | –251,3 | |
| davon Wertminderungen | –0,2 | –0,7 | – | – | – | – | –1,0 | –23,3 | |
| davon Zuschreibungen | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| Operatives Ergebnis (EBIT)1) | 9,8 | 51,9 | –9,6 | –9,1 | – | – | 218,5 | 223,2 | |
| EBIT-Marge (%)1) | 3,9 | 15,4 | –14,1 | –13,8 | – | – | 7,9 | 7,8 | |
| Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen |
11,8 | 12,4 | 60,3 | 76,0 | – | – | 10,0 | 87,0 | |
| Zinserträge | 20,1 | 24,9 | 34,8 | 35,6 | –28,0 | –31,4 | 28,4 | 30,9 | |
| Zinsaufwendungen1) | –20,4 | –26,1 | –35,1 | –38,5 | 27,9 | 31,3 | –100,1 | –104,4 | |
| Finanzergebnis1) | 12,1 | 11,7 | 88,7 | 101,2 | –8,3 | –9,3 | –38,1 | 36,5 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern1) | 21,8 | 63,5 | 79,1 | 92,1 | –8,3 | –9,3 | 180,3 | 259,7 | |
| Firmenwerte | 41,5 | 41,5 | – | – | – | – | 210,0 | 210,0 | |
| Buchwert der at Equity einbezogenen Unternehmen |
80,2 | 78,5 | 551,9 | 551,4 | – | – | 1.047,9 | 1.048,7 | |
| Gesamtvermögen | 1.468,9 | 1.472,4 | 2.887,2 | 2.718,8 | –1.802,4 | –1.721,8 | 7.102,1 | 6.863,2 | |
| Gesamtschulden | 1.059,3 | 1.054,0 | 1.342,7 | 1.326,8 | –1.712,9 | –1.632,4 | 4.035,6 | 3.849,5 | |
| Investitionen2) | 12,0 | 22,7 | 3,5 | 4,7 | –5,8 | –0,3 | 328,4 | 308,3 |
1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 108)
2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
| 57. Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Strom | 1.918,1 | 1.921,8 |
| Gas | 373,2 | 366,6 |
| Wärme | 137,5 | 123,8 |
| Umweltdienstleistungen | 227,2 | 314,9 |
| Sonstige | 98,8 | 119,5 |
| Gesamt | 2.755,0 | 2.846,5 |
| 57. Segmentinformationen nach Ländern – Umsatz1) Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Österreich | 1.602,9 | 1.648,7 |
| Deutschland | 91,2 | 161,4 |
| Bulgarien | 593,9 | 577,5 |
| Mazedonien | 412,9 | 388,4 |
| Sonstige | 54,2 | 70,4 |
| Gesamt | 2.755,0 | 2.846,5 |
| 57. Segmentinformationen nach Ländern – Langfristige Vermögenswerte1) Mio. EUR |
30.09.2013 | 30.09.2012 | ||
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte |
Sachanlagen | Immaterielle Vermögenswerte |
Sachanlagen | |
| Österreich | 109,9 | 2.225,2 | 115,0 | 2.146,7 |
| Deutschland | 41,8 | 4,1 | 41,9 | 4,5 |
| Bulgarien | 190,3 | 490,0 | 189,5 | 476,7 |
| Mazedonien | 55,6 | 274,8 | 56,7 | 272,0 |
| Sonstige | 0,0*) | 100,3 | 0,0*) | 109,3 |
| Gesamt | 397,6 | 3.094,3 | 403,1 | 3.009,2 |
*) Kleinbetrag
1) Aufgrund der geänderten Darstellung nach Ländern kommt es zu Abweichungen bei den Vorjahreszahlen.
57. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung
Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:
| Geschäftsbereiche | Segmente | Aktivitäten |
|---|---|---|
| Energiegeschäft | Erzeugung | Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an österreichischen und internationalen Standorten |
| Energiehandel und -vertrieb | Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf |
|
| Netzinfrastruktur Inland | Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation |
|
| Energieversorgung Südosteuropa |
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Stromerzeu gung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region |
|
| Umweltgeschäft | Umwelt | Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung in Österreich, der Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie internationales Projektgeschäft |
| Sonstige Geschäfts- aktivitäten |
Strategische Beteiligungen und Sonstiges |
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen |
Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise
Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.
Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.
Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene
In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
Unternehmensweite Angaben
Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Ländern (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Ländern) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.
Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.
Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Ländern erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.
Sonstige Angaben
58. Konzern-Geldflussrechnung
Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres. Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.
Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 28,3 Mio. Euro (Vorjahr: 28,9 Mio. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.
Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2012/13 131,1 Mio. Euro (Vorjahr: 119,2 Mio. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 26,6 Mio. Euro (Vorjahr: 28,1 Mio. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 55,4 Mio. Euro (Vorjahr: 56,4 Mio. Euro) geleistet.
Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 3,4 Mio. Euro (Vorjahr: 10,4 Mio. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierte ein Gewinn in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: Gewinn von 1,9 Mio. Euro).
Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 75,0 Mio. Euro (Vorjahr: 73,6 Mio. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und BUHO) in Höhe von 36,7 Mio. Euro (Vorjahr: 38,4 Mio. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Die im Rahmen von Unternehmenserwerben abgegangenen liquiden Mittel betrugen 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro).
Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug –5,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,2 Mio. Euro).
| 58. Fonds der liquiden Mittel | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Liquide Mittel | 259,2 | 162,1 |
| Kassenbestände | 0,5 | 0,4 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 258,7 | 161,8 |
| Kontokorrentverbindlichkeiten | –34,4 | –28,0 |
| Summe | 224,8 | 134,1 |
59. Risikomanagement
Zinsrisiken
Als Zinsänderungsrisiko definiert EVN das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken und sich somit Auswirkungen auf Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital ergeben. Der Risikominimierung dienen die laufende Überwachung des Zinsrisikos, ein Limitsystem und Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet. Bei der Bewertung werden fix und variabel verzinsliche Finanzinstrumente gesondert behandelt.
Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt für EVN, neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen, unter anderem auch im Rahmen einer täglich durchgeführten Value-at-Risk-(VaR)-Kalkulation, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages unter Anwendung der Varianz-Kovarianz-Methode (Delta-Gamma-Ansatz) berechnet wird. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro). Der Rückgang des Zins-VaR im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag resultiert aus Markt- und Restlaufzeitveränderungen.
Währungsrisiken
Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.
Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Die wesentlichen Treiber des Währungsrisikos im Finanzbereich sind bei EVN die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) begebenen Anleihen. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross-Currency-Swaps (siehe Erläuterungen 47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).
Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 0,03 Mio. Euro (Vorjahr: 0,02 Mio. Euro) und ist auch weiterhin von untergeordneter Bedeutung.
Sonstige Marktrisiken
Unter sonstigen Marktrisiken versteht EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, Strombeschaffung und -absatz sowie Wertpapieren.
Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Gas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Emissionszertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.
| 2012/13 | 2011/12 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominalvolumina | Marktwerte | Nominalvolumina | Marktwerte | |||||||
| Käufe | Verkäufe | Positive | Negative | Netto | Käufe | Verkäufe | Positive | Negative | Netto | |
| Futures | 39,8 | –22,2 | 2,0 | –0,8 | 1,2 | 46,0 | –25,8 | 2,7 | –1,9 | 0,7 |
| Forwards | 154,0 | –43,3 | 6,8 | –12,6 | –5,9 | 118,2 | –99,7 | 12,4 | –14,6 | –2,1 |
59. Preisabsicherungen im Energiebereich Mio. EUR
Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Weiters handelt es sich hier um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.
Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate in Höhe von 6,6 Mio. Euro (Vorjahr: 15,1 Mio. Euro) ergeben.
Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der VERBUND AG. Der Preisänderungs-VaR der von EVN gehaltenen Verbund-Aktien betrug am Bilanzstichtag 28,4 Mio. Euro (Vorjahr: 29,9 Mio. Euro).
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können bzw. die erforderliche Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung. Beim Abschluss von Finanzierungen wird auf die Steuerung der Fälligkeiten ein besonderes Augenmerk gelegt, um ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu erreichen und so Klumpenbildungen hinsichtlich der Fälligkeitstermine zu vermeiden. Der konzerninterne Liquiditätsausgleich erfolgt mittels Cash Pooling.
Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 303,1 Mio. Euro (Vorjahr: 165,5 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus standen EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. Euro (Vorjahr: 500,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte, bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 175,0 Mio. Euro (Vorjahr: 175,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 50,9 % (Vorjahr: 56,5 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.
Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2012/13 auf 544,2 Mio. Euro (Vorjahr: 579,4 Mio. Euro). Die Summe der Cash Flows aus Zinsen von –28,8 Mio. Euro (Vorjahr: 32,8 Mio. Euro) gliedert sich in –4,1 Mio. Euro (Vorjahr: –7,7 Mio. Euro) bis zu einem Jahr, –10,2 Mio. Euro (Vorjahr: 34,6 Mio. Euro) von einem bis zu fünf Jahren und –14,5 Mio. Euro (Vorjahr: 5,9 Mio. Euro) über fünf Jahre.
59. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme Mio. EUR
| Summe | Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme | |||
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2012/13 | Zahlungsströme | < 1 Jahr | 1–5 Jahre | > 5 Jahre |
| Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte | –387,3 | –236,0 | –94,8 | –56,5 |
| Cash Flows der Sicherungsinstrumente | 15,7 | 24,0 | –7,1 | –1,1 |
| Gewinn/Verlust | 57,9 | 64,8 | –6,7 | –0,2 |
| Summe | Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme | |||
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2011/12 | Zahlungsströme | < 1 Jahr | 1–5 Jahre | > 5 Jahre |
| Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte | –418,0 | –30,6 | –295,7 | –91,8 |
| Cash Flows der Sicherungsinstrumente | 13,2 | –4,4 | 19,7 | –2,1 |
| Gewinn/Verlust | 53,3 | –4,8 | 60,9 | –2,7 |
59. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten Mio. EUR
| Summe | Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2012/13 | Buchwert | Zahlungsabflüsse | < 1 Jahr | 1–5 Jahre | > 5 Jahre |
| Anleihen | 707,0 | 1.091,0 | 50,2 | 319,3 | 721,4 |
| Langfristige Bankdarlehen | 864,4 | 977,5 | 126,5 | 415,4 | 435,5 |
| Summe | 1.571,4 | 2.068,4 | 176,7 | 734,8 | 1.157,0 |
| Summe | Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2011/12 | Buchwert | Zahlungsabflüsse | < 1 Jahr | 1–5 Jahre | > 5 Jahre | |
| Anleihen | 1.028,6 | 1.348,5 | 51,8 | 571,1 | 725,6 | |
| Langfristige Bankdarlehen | 904,6 | 1.064,1 | 149,4 | 535,6 | 379,1 | |
| Summe | 1.933,3 | 2.412,6 | 201,2 | 1.106,7 | 1.104,7 |
Kreditrisiko
Kredit- bzw. Ausfallsrisiko ist das Risiko, aufgrund von Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen durch den Geschäftspartner, Verluste zu erleiden. Dieses Risiko ergibt sich zwingend aus allen Vereinbarungen mit aufgeschobenem Zahlungsziel bzw. mit Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt. Um das Kreditrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallwahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäftsabschluss durch Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.
Das Kreditrisikomonitoring sowie die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgt einerseits für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate) und Derivat- bzw. Termingeschäfte, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden, und andererseits in Bezug auf Endkunden und sonstige Debitoren im Bereich des Kerngeschäfts.
Zur Reduzierung des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.
Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vernehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zudem dienen ein effizientes Forderungsmanagement sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken.
| 59. Wertminderungen nach Klassen | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 30.09.2013 | 30.09.2012 |
| Abschreibungen/Wertberichtigungen | ||
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Sonstige Beteiligungen | 0,4 | 0,9 |
| 0,4 | 0,9 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Forderungen | 37,3 | 43,4 |
| Wertpapiere | –0,2 | 0,8 |
| 37,1 | 44,1 | |
| Summe Wertminderungen | 37,5 | 45,0 |
Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2013 und zum 30. September 2012 entsprechen den in den Erläuterungen 37. Übrige langfristige Vermögenswerte, 39. Forderungen und 40. Wertpapiere dargestellten Buchwerten, ohne Finanzgarantien.
Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 61. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).
Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 63. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.
60. Kapitalmanagement
Die EVN ist bestrebt, eine solide Kapitalstruktur einzuhalten, um die daraus resultierende Finanzkraft für die Realisierung wertsteigender Investitionsvorhaben und eine attraktive Dividendenpolitik zu nützen. Ein finanzielles Unternehmensziel ist es, die Eigenkapitalquote über 40 % zu halten. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 43,2 %. Weiters wird das Gearing als Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital gemessen. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel, kurz- und langfristiger Wertpapiere sowie Ausleihungen. Der Wert per 30.09.2013 betrug 50,9 %.
| 60. Kapitalmanagement | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 1.571,4 | 1.933,3 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 355,9 | 21,4 |
| Fonds liquider Mittel | –224,3 | –134,1 |
| Kurzfristige Wertpapiere | –43,9 | –3,4 |
| Langfristige Wertpapiere | –57,1 | –77,0 |
| Ausleihungen | –39,2 | –36,4 |
| Nettoverschuldung | 1.562,8 | 1.703,7 |
| Eigenkapital | 3.066,5 | 3.013,7 |
| Gearing (%) | 50,9 | 56,5 |
61. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten
Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar ist, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.
61. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten Mio. EUR
| Bewertungs | Fair-Value Hierarchie (gem. IFRS |
30.09.2013 | 30.09.2012 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Klassen | kategorie | 7.27 A) | Buchwert | Fair Value | Buchwert | Fair Value |
| Langfristige Vermögenswerte | ||||||
| Sonstige Beteiligungen | ||||||
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | – | – | 8,1 | – | 7,7 | – |
| Andere Beteiligungen1) | AFS | Stufe 1 | 686,7 | 686,7 | 661,0 | 661,0 |
| 694,8 | 668,7 | |||||
| Übrige langfristige Vermögenswerte | ||||||
| Wertpapiere | @FVTPL | Stufe 1 | 57,1 | 57,1 | 77,0 | 77,0 |
| Ausleihungen Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften |
LAR LAR |
39,2 703,6 |
39,2 703,6 |
36,4 673,0 |
36,4 673,0 |
|
| Forderungen aus derivativen Geschäften | Hedge Accounting |
Stufe 2 | – | – | 83,1 | 83,1 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | – | 61,1 | – | 28,9 | – | |
| 861,1 | 898,3 | |||||
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||||
| Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte | ||||||
| Forderungen | LAR | 507,5 | 507,5 | 507,3 | 507,3 | |
| Hedge | ||||||
| Forderungen aus derivativen Geschäften | Accounting | Stufe 2 | 35,1 | 35,1 | 4,0 | 4,0 |
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | – | 22,9 | – | 26,3 | – | |
| 565,5 | 537,6 | |||||
| Wertpapiere | AFS | 43,9 | 43,9 | 3,4 | 3,4 | |
| Liquide Mittel | ||||||
| Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten | LAR | 259,2 | 259,2 | 162,1 | 162,1 | |
| Langfristige Schulden | 259,2 | 162,1 | ||||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | ||||||
| Anleihen | FLAC | 707,0 | 792,2 | 1.028,6 | 1.145,8 | |
| Bankdarlehen | FLAC | 864,4 | 864,4 | 904,6 | 904,6 | |
| 1.571,4 | 1.933,3 | |||||
| Übrige langfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Pachtverbindlichkeiten | FLAC | 21,5 | 21,5 | 23,4 | 23,4 | |
| Abgrenzungen aus Finanztransaktionen | FLAC | 3,9 | 3,9 | 3,4 | 3,4 | |
| Sonstige übrige Verbindlichkeiten | FLAC | 9,5 | 9,5 | 6,9 | 6,9 | |
| Hedge | ||||||
| Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften | Accounting | Stufe 2 | 16,6 | 16,6 | 16,2 | 16,2 |
| 51,5 | 49,9 | |||||
| Kurzfristige Schulden | ||||||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | FLAC | 390,3 | 390,3 | 49,4 | 49,4 | |
| Lieferantenverbindlichkeiten | FLAC | 461,9 | 461,9 | 384,4 | 384,4 | |
| Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 101,1 | 101,1 | 125,3 | 125,3 | |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften | Hedge Accounting |
Stufe 2 | 6,0 | 6,0 | 4,3 | 4,3 |
| Nicht finanzielle Verbindlichkeiten | – | 77,8 | – | 51,7 | – | |
| 184,9 | 181,3 | |||||
| davon aggregiert nach Bewertungskategorie | ||||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AFS | 730,6 | 664,4 | |||
| Kredite und Forderungen | LAR | 1.509,5 | 1.378,8 | |||
| Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum | ||||||
| beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden | @FVTPL | 57,1 | 77,0 | |||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden |
FLAC | 2.559,7 | 2.526,1 |
1) Umfasst im Wesentlichen börsenotierte Beteiligungen, die als Available for Sale eingestuft wurden.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente dienen der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.
Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.
Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.09.2013 | 30.09.2012 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 61. Derivative Finanzinstrumente | Nominalwert1) | Marktwert 2) | Nominalwert1) | Marktwert2) | ||
| Währungsswaps | ||||||
| Mio. CHF (unter 1 Jahr)3) | 250,0 | 35,1 | – | – | ||
| Mio. CHF (unter 5 Jahre)3) | – | – | 250,0 | 36,8 | ||
| Mio. JPY (unter 1 Jahr)3) | 8.000,0 | –5,4 | – | – | ||
| Mio. JPY (unter 5 Jahre)3) | – | – | 8.000,0 | 16,2 | ||
| Mio. JPY (über 5 Jahre)3) | 12.000,0 | –5,4 | 12.000,0 | 30,1 | ||
| Mio. USD (unter 5 Jahre)3) | – | – | 3,0 | 0,0*) | ||
| Zinsswaps | ||||||
| Mio. EUR (unter 5 Jahre)3) | – | – | 5,7 | –0,1 | ||
| Mio. EUR (über 5 Jahre)3) | 150,1 | –11,1 | 165,5 | –14,7 | ||
| Swaps Energiebereich | ||||||
| Käufe (Gas, Kohle, Öl)3) | 18,3 | –1,0 | 31,0 | –0,1 | ||
*) Kleinbetrag
1) In Mio. in Nominalwährung
2) In Mio. EUR
3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet
Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).
62. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die ENERGIEALLIANZ Austria GmbH mit ihren regionalen Energievertriebsgesellschaften verlautbarte den Start einer Energieeffizienz-Offensive (z. B. Bonifikation beim Kauf von energieeffizienten Geräten, Energiedienstleistungen) und gab die Senkung der Energiepreise für Strom und Gas für Haushalts- und Kleingewerbekunden per 1. Oktober 2013 um durchschnittlich 3,6 % bekannt.
Das Kohlekraftwerk Duisburg-Walsum wurde per 21. Oktober 2013 in Probebetrieb genommen. In diesem werden nun letzte Tests durchgeführt, wobei der Probebetrieb mit der kommerziellen Inbetriebnahme abgeschlossen sein wird. Zur Sicherung der eigenen Ansprüche gegen den Generalunternehmer Hitachi Power Europe und Hitachi Ltd hat die STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH die vom Generalunternehmer gestellte Bankgarantie zur Ziehung eingereicht.
Mit der Entscheidung vom 4. November 2013 hat das oberste Verwaltungsgericht in Bulgarien (Supreme Administrative Court, SAC) im fünfköpfigen Senat die Entscheidung des dreiköpfigen Senats des SACs zugunsten der EVN bestätigt. Danach ist die zwischen 1. Juli 2012 und 31. Juli 2013 geltende, für EVN nachteilige Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen unangemessen und rechtswidrig.
Mit Stichtag 5. November 2013 wurde der Verkauf des von Utilitas gehaltenen 50 %-Geschäftsanteils an der ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., welche im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung tätig ist, vollzogen. Die Transaktion erfolgte im Rahmen der von der EVN verfolgten Strategie der Konsolidierung und Konzentration auf das Kerngeschäft.
63. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risiken setzen sich wie folgt zusammen:
| 63. Sonstige Verpflichtungen und Risiken Mio. EUR |
2012/13 | 2011/12 |
|---|---|---|
| Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften | 151,7 | 108,4 |
| Garantien für Projekte im Umweltbereich | 201,9 | 260,4 |
| Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung bzw. dem Betrieb von | ||
| Energienetzen | 9,9 | 7,0 |
| Kraftwerken | 421,3 | 491,1 |
| Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 107,5 | 94,6 |
| Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen | 0,8 | 5,8 |
| Summe | 893,1 | 967,4 |
Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 197,8 Mio. Euro (Vorjahr: 217,2 Mio. Euro) gegenüber.
Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von e&t Energie Handelsgesellschaft mbH sowie von EconGas GmbH abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt.
Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2013 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 91,5 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrundeliegende Nominalvolumen der Garantien betrug 485,5 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2013 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 95,1 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 484,0 Mio. Euro.
Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung hinsichtlich einer möglichen Inanspruchnahme führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben werden. Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.
64. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.
Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, sonstige verbundene und assoziierte Unternehmen, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und deren Tochterunternehmen, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens verantwortlich sind, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie deren Angehörige. Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 167 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen
Hauptgesellschafter
Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2013 eine kurzfristige Verbindlichkeit gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: Verbindlichkeit von 8,8 Mio. Euro).
At Equity einbezogene Unternehmen
Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen.
Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:
| 64. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Unternehmen | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Umsätze | 156,8 | 155,8 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 663,9 | 777,2 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 106,1 | 74,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 22,4 | 21,3 |
| Ausleihungen | 10,4 | 11,7 |
| Forderungen aus der Durchführung des Cash Poolings | 0,1 | 0,1 |
| Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings | 0,0*) | 0,0*) |
| Zinserträge aus Ausleihungen | 0,6 | 0,2 |
| Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings | 0,0*) | 0,0*) |
*) Kleinbetrag
Transaktionen mit nahestehenden Personen
Vorstand und Aufsichtsrat
Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.
Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2012/13 insgesamt 1.404,3 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge, Vorjahr: 1.431,4 Tsd. Euro).
Die Bezüge der im Geschäftsjahr 2012/13 aktiven Vorstandsmitglieder stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
| 64. Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder | |||
|---|---|---|---|
| Tsd. EUR | Fixe Bezüge | Variable Bezüge | Sachbezüge |
| Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr | 363,9 | 118,4 | 9,8 |
| Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA | 339,3 | 110,4 | 9,8 |
| Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher | 280,4 | 113,6 | 7,4 |
Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2012/13 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen ein Betrag in Höhe von 932,6 Tsd. Euro (davon 240,3 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 530,0 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) zugeführt. Im Vorjahr betrug die Dotierung 1.341,5 Tsd. Euro (davon 231,6 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 981,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 51,2 Tsd. Euro (Vorjahr 49,7 Tsd. Euro) geleistet. Weiters wurde für Mag. Szyszkowitz der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen ein Betrag in Höhe von 502,3 Tsd. Euro (davon 92,3 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 294,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) zugeführt. Im Vorjahr betrug die Dotierung 693,5 Tsd. Euro (davon 79,1 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 531,1 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).
Die Zuweisung der Abfertigungsrückstellungen betrug im Geschäftsjahr 2012/13 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 28,0 Tsd. Euro (davon 17,7 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –1,9 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr 43,2 Tsd. Euro (davon 19,9 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 11,9 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Beiträge in die Mitarbeitervorsorgekasse in der Höhe von 8,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 6,8 Tsd. Euro) geleistet.
Die Veränderung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Ausscheiden von Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher mit 30. Juni 2013, der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung und der Veränderung der erfolgsabhängigen Komponenten. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich Abfertigungsregelung die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Weiters besteht jeweils Anspruch auf einen vertraglich vereinbarten Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf welchen ASVG-Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der EVN-Pensionskasse angerechnet werden.
Die Bezüge an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. an deren Hinterbliebene betrugen 1.587,3 Tsd. Euro (Vorjahr 1.028,3 Tsd. Euro).
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen für aktive leitende Angestellte betrugen 1.359,5 Tsd. Euro (davon 303,2 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 780,5 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr 1.841,4 Tsd. Euro (davon 292,5 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 1.160,7 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).
Die genannten Werte beinhalten Aufwendungen nach nationalem Recht, wie sie gemäß Österreichischem Corporate Governance Kodex gefordert werden. Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste werden nach IFRS gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.
Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (ab Seite 56) dargestellt. Dieser ist Bestandteil des Corporate Governance-Berichts.
Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen
Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.
Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.
Nahestehende Personen können unmittelbar Kunden eines Unternehmens der EVN Gruppe sein, wobei Geschäftsbeziehungen aus einem solchen Verhältnis zu marktüblichen Konditionen bestehen und im Geschäftsjahr 2012/13 für die Gesamteinnahmen der EVN nicht wesentlich sind. Die daraus zum 30. September 2013 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.
65. Sonstige Angaben
Im EVN Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.
66. Angaben über Organe und Arbeitnehmer
Die Organe der EVN AG sind:
Vorstand
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands
Aufsichtsrat
Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer – Vorsitzender Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Mag. Willi Stiowicek – Vizepräsident Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Dkfm. Thomas Kusterer Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meissl Bernhard Müller, BA, MPA
Dkfm. Edwin Rambossek Mag. Michaela Steinacker Mag. Dr. Monika Fraißl – Arbeitnehmervertreter Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter
67. Freigabe des Konzernabschlusses 2012/13 zur Veröffentlichung
Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 11. Dezember 2013 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und der Einzelabschluss zur Feststellung vorgelegt.
68. Honorare des Wirtschaftsprüfers
Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2012/13 durch die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). Davon entfielen 35,0 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 63,0 % auf Steuerberatungsleistungen und 2,0 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.
Maria Enzersdorf, am 19. November 2013
EVN AG Der Vorstand
Sprecher des Vorstands Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA
Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen
Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:
| Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Bilanz | ||
| Langfristige Vermögenswerte | 19,8 | 17,1 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 293,9 | 357,7 |
| Langfristige Schulden | 1,1 | 1,7 |
| Kurzfristige Schulden | 209,8 | 268,0 |
| Gewinn-und-Verlust-Rechnung | ||
| Umsatzerlöse | 1.111,7 | 1.146,9 |
| Operativer Aufwand | –1.057,8 | –1.103,9 |
| Abschreibungen | –0,4 | –0,4 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 53,4 | 42,6 |
| Finanzergebnis | –0,4 | –0,1 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 53,0 | 42,6 |
Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen Unternehmen:
| Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen Unternehmen | ||
|---|---|---|
| Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 |
| Bilanz | ||
| Eigenkapital | 2.532,5 | 1.630,2 |
| Vermögenswerte | 7.290,1 | 5.829,0 |
| Schulden | 4.757,6 | 4.198,8 |
| Gewinn-und-Verlust-Rechnung | ||
| Umsatzerlöse | 13.178,5 | 12.116,0 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | –48,3 | 134,5 |
Beteiligungen der EVN
Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung für die in den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogenen Gesellschaften enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.
1. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Energie ≥ 20,0% per 30.09.2013
| 1.1 In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Jahresabschluss zum |
Konsolidierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|
| ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien | Utilitas | 50,00 | 31.12.2012 | E |
| Bioenergie Steyr GmbH, Behamberg | EVN Wärme | 51,00 | 30.09.2013 | E |
| EAA Erdgas Mobil GmbH in Liquidation, Wien | EAA | 100,00 | 30.09.2013 | Q |
| EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien1) | EVN | 16,51 | 31.12.2012 | E |
| ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("EnergieAllianz"), Wien | EVN | 45,00 | 30.09.2013 | Q |
| EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD, ("EVN Bulgaria EP"), Plovdiv, Bulgarien | EVN | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD, ("EVN Bulgaria EC"), Plovdiv, Bulgarien | EVN | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien | EVN | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien | EVN | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG"), Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | Q |
| EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien | EVN Bulgaria | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf | Utilitas | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Kavarna EOOD, ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien | evn naturkraft | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH, ("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H., ("EVN LV"), Maria Enzersdorf | EVN/Utilitas | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien | EVN | 90,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien | EVN Macedonia | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien | EVN | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH, ("evn nk BuB"), Maria Enzersdorf | evn naturkraft | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., ("evn naturkraft"), Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf 2) | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf | EVN LV | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Service Centre EOOD, Plovdiv, Bulgarien | EVN Bulgaria | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien | EVN SEE | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien | EVN SEE | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien | EVN | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG ("EVN-WE Wind KG"), Wien |
evn naturkraft | 50,00 | 30.09.2012 | E |
| e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien | EVN | 45,00 | 30.09.2013 | E |
| Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten | EVN | 49,00 | 31.12.2012 | E |
| Fernwärme Steyr GmbH, Steyr | EVN Wärme | 49,00 | 30.09.2013 | E |
| Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien | EVN | 70,00 | 31.12.2012 | V |
Konsolidierungsart:
V: Vollkonsolidiertes Tochterunternehmen
NV: Nicht konsolidiertes Tochterunternehmen
Q: Quotenkonsolidiertes Gemeinschaftsunternehmen
NQ: Nicht quotenkonsolidiertes Gemeinschaftsunternehmen
E: At Equity einbezogenes Unternehmen
NE: Nicht at Equity einbezogenes Unternehmen
| 1.1 In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Jahresabschluss zum |
Konsolidierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|
| kabelplus GmbH, ("kabelplus"), Maria Enzersdorf 3) | Utilitas | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien | EAA | 100,00 | 30.09.2013 | Q |
| Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien | evn naturkraft | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien | EVN | 49,99 | 31.12.2012 | E |
| SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Salzburg-Aigen | EAA | 100,00 | 30.09.2013 | Q |
| STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, Essen, Deutschland | EVN Kraftwerk | 49,00 | 31.12.2012 | E |
| VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH, Töging, Deutschland1) | evn nk BuB | 13,00 | 31.12.2012 | E |
| V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H., ("V&C"), Pressbaum | Utilitas | 100,00 | 31.03.2013 | V |
| Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, ("WTK"), Maria Enzersdorf | evn naturkraft | 70,00 | 30.09.2013 | V |
1) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.
2) Aufgrund von gesetzlichen Vorgaben wurde der Name der Gesellschaft mit 1.10.2013 in "Netz Niederösterreich GmbH" geändert.
3) Vormals kabelplus AG, Maria Enzersdorf
| 1.2 In den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Währung | Eigenkapital in Tsd. EUR |
Letztes Jahresergebnis in Tsd. EUR |
Jahresabschluss zum |
Konsoli dierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlagenbetriebsgesellschaft Waidhofen/Ybbs GmbH | EVN Wärme | 100,00 | EUR | 2.628 | 7.807 | 30.09.2012 | NV |
| (–6.652) | (–6.946) | (31.12.2011) | |||||
| Albnor Company DOO, Tetovo, Mazedonien | EVN Macedonia | 70,00 | MKD | 742 | –86 | 31.12.2012 | NV |
| (327) | (27) | (31.12.2011) | |||||
| ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf | EVN Geoinfo | 50,00 | EUR | 102 | 41 | 31.12.2012 | NE |
| (93) | (32) | (31.12.2011) | |||||
| ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf | EVN Geoinfo | 30,00 | EUR | 71 | 104 | 31.12.2012 | NE |
| (–32) | (–164) | (31.12.2011) | |||||
| ARGE GIP.nö, Maria Enzersdorf 1) | EVN Geoinfo | 60,00 | EUR | – | – | 31.12.2013 | NE |
| (–) | (–) | (31.12.2012) | |||||
| B3 ENERGIE GmbH, St.Georgen an der Gusen | EVN Wärme | 50,00 | EUR | –957 | –642 | 30.09.2012 | NE |
| (–314) | (–322) | (30.09.2011) | |||||
| B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn | kabelplus | 100,00 | HUF | –59 | –39 | 30.09.2012 | NV |
| (–21) | (–57) | (30.09.2011) | |||||
| Bioenergie Wiener Neustadt GmbH, Wiener Neustadt | EVN Wärme | 90,00 | EUR | 607 | –28 | 31.12.2012 | NV |
| (636) | (–328) | (31.12.2011) | |||||
| Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten | EVN Wärme | 49,00 | EUR | 64 | –73 | 31.12.2012 | NE |
| (137) | (–20) | (31.12.2011) | |||||
| EMC Energy Consulting Trading Gesellschaft mbH | EAA | 100,00 | EUR | 22 | –3 | 30.09.2013 | NQ |
| München, Deutschland | (25) | (–1) | (30.09.2012) | ||||
| EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien | EVN | 100,00 | ALL | 49 | –86 | 31.12.2012 | NV |
| (36) | (–106) | (31.12.2011) | |||||
| EVN GRID MANAGEMENT EOOD, Plovdiv, Bulgarien1) | EVN Bulgaria | 100,00 | BGN | – | – | 31.12.2013 | NV |
| (–) | (–) | (31.12.2012) | |||||
| EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL | EVN Macedonia | 100,00 | MKD | 5 | 0 | 31.12.2012 | NV |
| Skopje, Mazedonien | (5) | (0) | (31.12.2011) | ||||
| Energiespeicher Sulzberg GmbH, Maria Enzersdorf | evn naturkraft | 51,00 | 1.031 | –14 | 30.09.2013 | NV | |
| –5 | –241 | (30.09.2012) | |||||
| EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro | EVN SEE | 100,00 | EUR | 10 | 0 | 31.12.2012 | NV |
| (10) | (0) | (31.12.2011) | |||||
| EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien | EVN SEE | 100,00 | ALL | 3 | –12 | 31.12.2012 | NV |
| (15) | (–10) | (31.12.2011) |
| 1.2 In den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Währung | Eigenkapital in Tsd. EUR |
Letztes Jahresergebnis in Tsd. EUR |
Jahresabschluss zum |
Konsoli dierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und | evn naturkraft | 50,00 | EUR | 37 | 1 | 30.09.2012 | NE |
| Betriebs GmbH, ("EVN-WE Wind GmbH"), Wien | (36) | (1) | (30.09.2011) | ||||
| Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell | EVN Wärme | 48,86 | EUR | 772 | –51 | 31.12.2012 | NE |
| (24) | (–5) | (31.12.2011) | |||||
| FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte | EVN/Utilitas | 100,00 | EUR | 377 | –10 | 30.06.2013 | NV |
| Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Liquidation, Göllersdorf |
(952) | (18) | (30.06.2012) | ||||
| IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn | EVN | 70,00 | HUF | 1.856 | 16 | 31.12.2012 | NV |
| (1.925) | (10) | (31.12.2011) | |||||
| Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und | evn naturkraft | 33,33 | EUR | 48 | 3 | 31.12.2012 | NE |
| Betriebs GmbH, Wien | (45) | (3) | (31.12.2011) | ||||
| Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und | evn naturkraft | 33,33 | EUR | 6.740 | 704 | 31.12.2012 | NE |
| Betriebs GmbH & Co KG, Wien | (6.036) | (566) | (31.12.2011) | ||||
| MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien | EVN | 100,00 | MKD | – | – | 31.12.2012 | NV |
| (0) | (0) | (31.12.2011) | |||||
| Netz Niederösterreich Grundstücksverwaltung | EVN Netz | 100,00 | EUR | 1.757 | 0 | 30.09.2013 | NV |
| Bergern GmbH, Maria Enzersdorf 1) | (–) | (–) | (30.09.2012) | ||||
| Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH | V&C | 100,00 | EUR | 0 | –8 | 31.12.2012 | NV |
| Denkendorf, Deutschland | (0) | (–10) | (31.12.2011) | ||||
| VCK Betonschutz + Monitoring GmbH, Mainz, Deutschland | V&C | 50,00 | EUR | 67 | 2 | 31.12.2012 | NE |
| (65) | (4) | (31.12.2011) |
1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2012/13 neu gegründet.
2. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Umwelt ≥ 20% per 30. September 2013
| 2.1 In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Jahresabschluss zum |
Konsolidierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|
| AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, Maria Enzersdorf | EVN Abfall | 50,00 | 30.09.2013 | E |
| Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien | WTE Betrieb | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, ("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf | EVN Umwelt | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH, ("EVN MVA1") Essen, Deutschland |
WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH, ("EVN MVA3") Maria Enzersdorf |
EVN Umwelt/ Utilitas |
100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH, ("EVN UBS"), Maria Enzersdorf | EVN Umwelt | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH, ("EVN UFS"), Maria Enzersdorf | EVN Umwelt | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf | EVN/Utilitas | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| OAO BUDAPRO-ZAVOD No. 1, Moskau, Russland | EVN MVA1 | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3"), Moskau, Russland | EVN MVA3 | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland | Süd-West | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland | WTE Hyp | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland | EVN UBS | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| OOO EVN Umwelt, Moskau, Russland1) | EVN UBS | 100,00 | 31.12.2013 | V |
| Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH, ("Süd Butowo") Essen, Deutschland |
WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| 2.1 In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Jahresabschluss zum |
Konsolidierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|
| SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH, ("Zelenograd"), Essen, Deutschland | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| sludge2energy GmbH, Berching, Deutschland | WTE Essen | 50,00 | 30.09.2013 | E |
| Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb"), Hecklingen, Deutschland | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro | WTE Essen | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| WTE otpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro | WTE Essen | 100,00 | 31.12.2012 | V |
| EVN UFS / | ||||
| WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH, ("WTE Hyp"), Essen, Deutschland | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH, ("Süd-West"), Essen, Deutschland | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o., Beograd-Vracar, Serbien2) | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen"), Essen, Deutschland | EVN Umwelt | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen | WTE Essen | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| Zagrebacke otpadne vode d.o.o., ("ZOV"), Zagreb, Kroatien | WTE Essen | 48,50 | 31.12.2012 | E |
| Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o., ("ZOV UIP"), Zagreb, Kroatien | WTE Essen | 33,00 | 31.12.2012 | E |
1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2012/13 neu gegründet.
2) Die Gesellschaft wurde mit ersten Quartal 2012/13 erstmals vollkonsolidiert.
| WTE Essen 49,00 EUR 564 84 30.09.2013 NE ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH Offenbach am Main, Deutschland (478) (22) (30.09.2012) WTE Essen 26,00 EUR 37 0 31.12.2012 NE Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs- und Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen (37) (0) (31.12.2011) WTE Essen 35,00 CZK – – 31.12.2012 NE Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s. Prag, Tschechische Republik (–) (–) (31.12.2011) WTE Essen 100,00 EUR 31 –1 30.09.2013 NV EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH Maria Enzersdorf (33) (–2) (30.09.2012) WTE Essen 100,00 EUR 24 –1 30.09.2013 NV Nevawasser Projektgesellschaft mbH, ("Nevawasser") Essen, Deutschland1) (–) (–) (30.09.2012) OAO WTE Kurjanovo, Moskau, Russland Kurjanovo 100,00 RUB 2 0 31.12.2012 NV (2) (0) (31.12.2011) OAO EVN Ljuberzy, Moskau, Russland Ljuberzy 100,00 RUB 2 0 31.12.2012 NV (2) (0) (31.12.2011) OOO Eco Reagent, Moskau, Russland OAO "WTE Süd 100,00 RUB 2 0 31.12.2012 NV Ost"/ EVN UBS (2) (0) (31.12.2011) OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 3.544 1.116 31.12.2012 NV (2.900) (335) (31.12.2011) OOO Nordwasserwerk, Moskau, Russland1) Nevawasser 100,00 RUB – – 31.12.2013 NV (–) (–) (31.12.2012) OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 2.939 693 31.12.2012 NV (3.769) (2.099) (31.12.2011) OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 2 0 31.12.2012 NV (3) (0) (31.12.2011) WTE Essen 100,00 EUR 24 0 30.09.2013 NV EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH, ("Ljuberzy") Essen, Deutschland (24) (–1) (30.09.2012) |
2.2 In den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Währung | Eigenkapital in Tsd. EUR |
Letztes Jahresergebnis in Tsd. EUR |
Jahresabschluss zum |
Konsoli dierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2.2 In den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Währung | Eigenkapital in Tsd. EUR |
Letztes Jahresergebnis in Tsd. EUR |
Jahresabschluss zum |
Konsoli dierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o. | WTE Essen | 50,00 | HRK | 1.419 | 103 | 31.12.2012 | NE |
| Zagreb, Kroatien | (1.696) | (351) | (31.12.2011) | ||||
| Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft | WTE Essen | 49,00 | EUR | 530 | 8 | 31.12.2012 | NE |
| Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland | (521) | (9) | (31.12.2011) | ||||
| Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach | evn wasser | 50,00 | EUR | 873 | –1 | 31.12.2012 | NE |
| (874) | (–5) | (31.12.2011) | |||||
| WTE Baltic UAB, Kaunas, Litauen | WTE Essen | 100,00 | LTL | 185 | 17 | 30.09.2013 | NV |
| (169) | (13) | (30.09.2012) | |||||
| WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH | WTE Essen | 100,00 | EUR | 23 | –1 | 30.09.2013 | NV |
| Essen, Deutschland ("Kurjanovo") | (23) | (–1) | (30.09.2012) | ||||
| WTE Projektmanagement GmbH, Essen, Deutschland | WTE Essen | 100,00 | EUR | 19 | –1 | 30.09.2013 | NV |
| (20) | (0) | (30.09.2012) | |||||
| ZAO "STAER", Moskau, Russland | Süd Butowo | 70,00 | RUB | 110 | 63 | 31.12.2012 | NV |
| (281) | (120) | (31.12.2011) | |||||
| ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland | Zelenograd | 70,00 | RUB | 610 | 116 | 31.12.2012 | NV |
| (713) | (173) | (31.12.2011) | |||||
1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2012/13 neu gegründet.
| 3. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20% | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| per 30. September 2013 |
| 3.1 In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen | Beteiligung | Jahresabschluss | Konsolidierungsart | |
|---|---|---|---|---|
| Gesellschaft, Sitz | Anteilseigner | % | zum | 2012/13 |
| Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt | EVN | 73,63 | 30.09.2013 | V |
| Energie Burgenland AG, Eisenstadt | BUHO | 49,00 | 30.09.2012 | E |
| EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf | Utilitas | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, ("EVN FM"), Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf | EVN FM | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 31.08.2013 | V |
| e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien | EVN | 50,00 | 30.09.2013 | E |
| EVN/EVN Netz/ | ||||
| R 138-Fonds, Wien | evn wasser | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG"), Maria Enzersdorf | EVN | 50,03 | 31.03.2013 | V |
| Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien | RBG | 100,00 | 31.12.2012 | E |
| UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H, ("Utilitas") | ||||
| Maria Enzersdorf | EVN | 100,00 | 30.09.2013 | V |
| WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf 1) | EVN WEEV | 50,00 | 30.06.2013 | E |
1) An der VERBUND AG werden 12,63 % gehalten, davon indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH 1,09 %.
| 3.2 In den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogen Gesellschaft, Sitz |
Anteilseigner | Beteiligung % |
Währung | Eigenkapital in Tsd. EUR |
Letztes Jahresergebnis in Tsd. EUR |
Jahresabschluss zum |
Konsoli dierungsart 2012/13 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, ("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf |
EVN | 100,00 | EUR | 3.846 (3.675) |
176 (175) |
31.12.2012 (31.12.2011) |
NV |
| NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs- und -servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf |
Utilitas | 50,00 | EUR | 5 (30) |
–195 (–934) |
31.12.2012 (31.12.2011) |
NE |
| Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs GmbH Wien |
Utilitas | 47,37 | EUR | 466 (470) |
–3 (–449) |
30.11.2012 (30.11.2011) |
NE |
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der
EVN AG, Maria Enzersdorf,
für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2012 bis zum 30. September 2013 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2013, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2013 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.
Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung
Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.
Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.
Prüfungsurteil
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögensund Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2013 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2012 bis zum 30. September 2013 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.
Aussagen zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.
Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.
Wien, am 19. November 2013
KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Walter Reiffenstuhl Mag. Heidi Schachinger Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin
Corporate Social Responsibility
Der Anspruch der EVN, ein verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen zu sein, impliziert die ausgewogene und gleichberechtigte Wahrung der Interessen und Ansprüche aller Stakeholdergruppen. Basierend auf dieser Grundhaltung versteht die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und bemüht sich um einen Ausgleich bei etwaigen Interessenkonflikten.
1990 veröffentlichte die EVN erstmals einen Umweltbericht und ging damit verstärkt auf die Informationsbedürfnisse jener Interessengruppen ein, deren Interesse am Wirken des Unternehmens nicht rein finanzieller Natur ist. In den Folgejahren wurde die Nachhaltigkeitsberichtserstattung kontinuierlich weiterentwickelt, bis im Jahr 2002 der erste Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht wurde. Mit der laufenden Etablierung der damit verbundenen internen Prozesse und der zunehmenden Einflussnahme von Nachhaltigkeitsaspekten auf das Geschäftsmodell der EVN wurde für das Geschäftsjahr 2009/10 der bislang getrennt publizierte Nachhaltigkeitsbericht erstmals mit dem Geschäftsbericht in Form eines integrierten Ganzheitsberichts verschmolzen. Die EVN spiegelt damit auch in ihrer Kommunikationsstrategie verstärkt ihre Grundhaltung wider, mit allen ihren Stakeholdern gleichberechtigt in den Dialog zu treten.
Im Ganzheitsbericht werden alle Themenfelder, die für die unterschiedlichen Anspruchsgruppen der EVN relevant sind, gleichrangig dargestellt. Die Richtschnur zur Auswahl der Themen und Informationen bildet die EVN Wesentlichkeitsmatrix, die auf Seite 33 abgebildet ist. Die Erörterung von Nachhaltigkeitsaspekten sowie das CSR-Maßnahmenprogramm stehen auf einer Ebene mit dem Finanz- und dem Corporate Governance-Bericht. Im nachstehenden Kapitel finden Sie jene CSR-Inhalte, die nicht in die anderen Teile des Ganzheitsberichts integriert wurden. Einen Gesamtüberblick zur Platzierung der Inhalte entlang der GRI-Indikatoren liefert die Aufstellung in der hinteren Flappe des Berichts. Zudem werden die GRI-Indikatoren bei den korrespondierenden Abschnitten dieses Berichts ausgewiesen. Hinweise zu weiterführenden Informationen auf der Webseite der EVN und zu anderen Publikationen dienen der Eindämmung des Berichtsumfangs und der vertiefenden Lektüre zu ausgewählten Fragestellungen und Projektbeschreibungen.
Governance, Verpflichtung und Engagement
Corporate Governance und Führungsstruktur
Die Führungs- und Organisationsstruktur der EVN wird im Corporate Governance-Bericht ab Seite 51 dargestellt; eine Übersicht der wesentlichen Unternehmensbeteiligungen findet sich auf Seite 89.
Die laufende Strategieentwicklung, die durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat erfolgt, wird durch anlassbezogene Lenkungsausschüsse und Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenstellungen ergänzt. Für die Behandlung von Nachhaltigkeitsfragen wurde der CSR-Lenkungsausschuss eingerichtet, der sich nach einer Erweiterung im Geschäftsjahr 2011/12 aus dem gesamten Managementteam inklusive des Vorstands konstituiert und sich damit an der europäischen Best Practice orientiert. Diese breite Aufstellung des Ausschusses ermöglicht eine zielgerichtete Steuerung der CSR-Agenden und Abstimmung mit der Unternehmensstrategie und den Zielen der operativen Unternehmensbereiche.
Ein weiteres Gremium, das dem Vorstand und Aufsichtsrat in Nachhaltigkeitsaspekten beratend zur Seite steht, ist der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung. Dieser setzt sich aus unabhängigen externen und internen Experten sowie Personalvertretern zusammen. Für Fragen des sozialen Engagements kann der Vorstand auf das Wissen von externen Experten zurückgreifen, die sich im Beirat des EVN Sozialfonds engagieren. (Details zu beiden Beiräten finden sich auf Seite 176 f.) Auch für die Stakeholdergruppe der Kunden wurde 2011 ein beratendes Gremium ins Leben gerufen, das sich der Intensivierung des Kundendialogs widmet. Der Kundenbeirat setzt sich aus 24 Mitgliedern zusammen, die die Interessen der Kunden aus Niederösterreich vertreten. Dieser Beirat wird im Zweijahresrhythmus neu bestellt; zuletzt Anfang 2013.
Mit der dynamischen internationalen Expansion der EVN in den vergangenen Jahren waren auch neue Herausforderungen hinsichtlich kultureller Vielfalt, Wertevorstellungen und Geschäftsethik verbunden. Zur Förderung einer gemeinsamen Unternehmenskultur über sprachliche Barrieren oder Landesgrenzen hinweg wurde der EVN Verhaltenskodex formuliert. Er verdeutlicht den Mitarbeitern wesentliche Prinzipien und Verhaltensregeln der EVN Unternehmenskultur und steht neben Deutsch auch in Englisch und in den Sprachen der Tochtergesellschaften, Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch, zur Verfügung. Der EVN Verhaltenskodex wird laufend an die aktuellen Entwicklungen angepasst, insbesondere an die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Seine Grundlagen bilden neben internen Organisationsvorschriften und gesetzlichen Bestimmungen folgende internationale Regelwerke:
– UN Global Compact
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UNO) und Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten
- Dreigliedrige Grundsatzerklärung der ILO (International Labour Organisation) über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik
- ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit
- OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
- OECD-Übereinkommen zur Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr
- Österreichischer Corporate Governance Kodex
Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde die Compliance Organisation der EVN überarbeitet, und es wurden grundsätzliche Festlegungen zum Aufbau eines Compliance Management Systems (CMS) getroffen. Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des CMS wurde die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet. Folgende Funktionen bzw. Einrichtungen werden vom CMS verantwortet:
- Chief Compliance Officer (CCO): stellt ein zeitgemäßes, konzernweites und funktionsübergreifendes CMS sicher.
- Dezentrale bzw. nationale Compliance Officer (DCO, NCO): abhängig von einer Risikobewertung verantwortlich für die Umsetzung des Compliance-Programms in den Segmenten bzw. Ländern.
- Compliance Committee (CC): eingerichtet als internes Beratungsgremium für den CCO zur Untersuchung und Bewertung von Compliance-Verstößen, für Beratung über Grundsatzfragen und zur Weiterentwicklung des CMS. Das Komitee setzt sich aus 16 Mitgliedern zusammen – neben dem CCO zählen dazu ausgewählte Leiter und Vertreter der Konzernfunktionen, alle Leiter der strategischen Geschäftseinheiten und alle DCOs.
Im Frühjahr 2013 wurden drei Workshops mit den Zielen veranstaltet, die Rollen der Mitglieder des Compliance Committee zu definieren, zukünftige Aufgabenbereiche festzulegen und ein einheitliches Compliance-Verständnis zu etablieren. Vor der Ableitung von konkreten Maßnahmen wurden Risikobewertungen in den einzelnen Bereichen durchgeführt.
Die erste Umsetzungsphase des neuen Compliance Managements richtet sich an EVN Führungskräfte, da ihnen eine Schlüsselrolle bzw. Vorbildwirkung bei der Etablierung einer nachhaltigen Compliance-Kultur zuteil wird. Im September und Oktober 2013 fanden Schulungen für rund 100 Führungskräfte statt. Auch der Vorstand nahm daran teil, um von Beginn an die Wichtigkeit zu verdeutlichen und klare Statements zu setzen. Jede Einheit dauerte fünf Stunden, in denen unterschiedliche Compliance-Aspekte auf interaktive und dialogorientierte Art und Weise diskutiert wurden.
In einem zweiten Schritt werden im Geschäftsjahr 2013/14 die EVN Mitarbeiter mit diesem Themenkomplex stärker vertraut gemacht werden. Die Führungskräfte werden gemeinsam mit den zuständigen DCOs die Schulungen für die Mitarbeiter ihres jeweiligen Bereichs organisieren und abhalten. In Summe sollen mit diesem Programm im Zeitraum November 2013 bis März 2014 rund 2.700 Mitarbeiter erreicht werden. Die Führungskräfte und DCOs werden bei der Umsetzung durch CCM unterstützt. Die Schulung der Mitarbeiter in den Tochtergesellschaften Südosteuropas werden im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2013/14 folgen (rund 5.000 Mitarbeiter). Als Mindeststandard wird eine Schulungszeit von 2,5 Stunden pro Mitarbeiter vorgegeben. Alle Trainings finden konzernweit nach gleichen Standards mit identem Schulungsmaterial statt. Für den Vorstand und Aufsichtsrat werden bedarfsorientiert Compliance-Schulungen angeboten.
- Der EVN Verhaltenskodex ist abrufbar unter www.evn.at/Verhaltenskodex.aspx.
- Zur Kapitalmarktkommunikation der EVN siehe Seite 43f Investor Relations.
- Siehe Seite 177 zu EVN AG in Nachhaltigkeitsindizes.
CSR-Organisation
Die Nachhaltigkeit und davon abgeleitete Zielsetzungen sind ein integraler Bestandteil der EVN Unternehmensstrategie. Die tatsächliche Einbindung von Nachhaltigkeitsaspekten wird durch den CSR-Lenkungsausschuss sichergestellt. Inhaltliche Unterstützung erfährt der Ausschuss durch das CSR-Beratungsteam. Seine zentrale Aufgabe ist es, neue Denkanstöße zu liefern sowie in Abstimmung mit dem jeweiligen Fachbereich Impulse für neue CSR-Maßnahmen zu setzen. Die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten und die Identifikation von weiteren CSR-Potenzialen werden durch die Nominierung von CSR-Verantwortlichen aus allen Fachbereichen sichergestellt. Zweimal jährlich werden im Rahmen eines CSR-Erfahrungsaustausches die bisherigen CSR-Aktivitäten reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungsansätze diskutiert. Die Berücksichtigung von CSR-Themen in den EVN Gesellschaften in Bulgarien, Mazedonien, Kroatien und Deutschland wird durch die Implementierung eigener CSR-Strukturen analog zum System in Österreich forciert.
Der zentralen Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten wurde auch im Geschäftsjahr 2012/13 Rechnung getragen. Die Durchführung von CSR-Zielgesprächen bewirkte die verstärkte interne Durchdringung von CSR in den EVN Fachbereichen. So wurden bereichsspezifische Schwerpunkte auf Basis der EVN Wesentlichkeitsmatrix konkretisiert und darauf aufbauend unternehmensweite CSR-Ziele definiert. Die effektive Steuerung der CSR-Agenden im Einklang mit der Unternehmensstrategie und den operativen Unternehmensbereichen stand dabei im Vordergrund.
Die CSR-Maßnahmen der einzelnen Unternehmenseinheiten werden jährlich einem Monitoring unterzogen. Im Berichtszeitraum wurden in Mazedonien und Deutschland CSR-Workshops zur Erarbeitung der wesentlichen CSR-Handlungsfelder durchgeführt. In Kroatien und Bulgarien wurden die wesentlichen Handlungsfelder weiter geschärft und in Kroatien auch mit externen Stakeholdern reflektiert. In Mazedonien wurde die CSR-Organisation analog zur Struktur in Österreich eingerichtet, und auch in Bulgarien, Deutschland und Kroatien bestehen neben den Lenkungsausschüssen CSR-Beratungsteams.
Neben diesen Weiterentwicklungen wurde im Geschäftsjahr 2012/13 ein CSR-Arbeitsschwerpunkt auf die Abstimmung mit Konzernfunktionen wie dem Risikomanagement, Compliance und Revision gelegt. Beispielsweise wurden CSR-relevante Risiken identifiziert und in die jährliche Risikoinventur aufgenommen. In der Revision wurde CSR als Prüfungsziel bei einem Pilotprojekt miteinbezogen; in Zukunft soll darauf bei den Prüfungsprozessen verstärkt Rücksicht genommen werden. Zur Verbesserung des Verständnisses von menschenrechtlichen Anforderungen an die EVN wurde ein Workshop abgehalten, der vom UN Global Compact geleitet wurde. Darauf aufbauend sollen interne Prozesse vor allem im Einkauf geschärft sowie das erlernte Wissen in relevanten Fachbereichen weitergegeben werden.
In Summe sollen die genannten Maßnahmen das CSR-Verständnis, die Glaubwürdigkeit und Transparenz in der EVN erhöhen und die Unternehmensleitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage und E(V)Nable unterstreichen.
Nähere Informationen zur CSR-Organisation finden Sie unter www.verantwortung.evn.at.
Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung
Bereits im Jahr 1992 wurde der Umweltbeirat der EVN zur Beratung des Vorstands in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen gegründet. 2006 wurde sein Beratungsumfang um Aspekte der sozialen Verantwortung erweitert und sein Name in Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung geändert. Die 28 Mitglieder treffen sich zu zwei Sitzungen jährlich, bei denen aktuelle Themen diskutiert werden. Im Geschäftsjahr 2012/13 lag der Fokus auf den Themen "Energieeffizienz: Status und Ausblick", "Das Energieeffizienzgesetz – eine unternehmerische Herausforderung!", "Soziale Fragen – zentrale Herausforderungen" sowie "Energiearmut".
Eine Auflistung der Mitglieder findet sich auf Seite 216 sowie unter www.evn.at/Beirat-fur-Umwelt-undsoziale-Verantwortung.
EVN Sozialfonds
Ende September 2008 rief die EVN einen Sozialfonds ins Leben, um bestehende Sponsoring-Aktivitäten im Sozialbereich zu bündeln und transparent zu gestalten. Der EVN Sozialfonds ist auf die nachhaltige Unterstützung von Jugendinstitutionen in Niederösterreich fokussiert und mit 100.000 Euro jährlich dotiert. Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet ein Expertengremium, das sich zweimal pro Jahr trifft. Es besteht aus Mag. Gabriela Peterschofsky-Orange, Dr. Helga Preitschopf, Harald Wieser, Elisabeth Baum-Breuer und dem Vorsitzenden, Caritas-Präsident Dr. Michael Landau. Die Empfehlungen zur Mittelverwendung an den Vorstand der EVN AG erfolgen einstimmig. In der Berichtsperiode wurden 20 Projekte unterstützt.
Eine Auflistung der unterstützten Projekte findet sich unter dem Indikator EC8.
Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung und Leistungsbeurteilung des Vorstands hinsichtlich Nachhaltigkeit
Neben der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist das wirkungsvollste Instrument der EVN zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung – und somit auch des Vorstands der EVN – der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI, Anwendungsebene A+. Zudem erfolgt eine externe GRI-Prüfung durch ein unabhängiges Prüfinstitut. Der Vorstand unterzieht sich der jährlichen Überprüfung des Unternehmens im Rahmen der Notierungen als nachhaltiges Investment (entsprechend dem österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel und ECPI) sowie im Rahmen der EMAS-Zertifizierungen.
Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Zu ihrem Kompetenzbereich gehören Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten der EVN. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Die in den technischen und kaufmännischen Bereichen im Geschäftsjahr 2012/13 festgestellten Beanstandungen wurden den Verantwortlichen mitgeteilt, zugleich wurden Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen eines Follow-up-Verfahrens geprüft. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.
Mit Wirksamkeit 1. Oktober 2010 wurde das Vergütungssystem für leitende Angestellte angepasst. Mit der Anpassung werden unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt:
- Einbeziehung wertorientierter Kennzahlen
- Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Bereiche
- Der Bericht zur Internen Revision und zum Risikomanagement sowie Informationen zum Vergütungssystem der EVN finden sich im Corporate Governance-Bericht ab Seite 51.
Unterstützung externer Initiativen
Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global-Compact-Netzwerks vertreten. Ziel des seit 2009 bestehenden Lenkungskreises ist die Evaluierung vergangener und die Planung zukünftiger Aktivitäten des österreichischen UNGC-Netzwerks.
| Externe Initiativen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| OECD | OECD Guidelines for Multinational Enterprises | |||||
| UNGC | UN Global Compact | |||||
| respACT | austrian business council for sustainable development | |||||
| ÖGUT | Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik |
Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen
Die EVN ist Mitglied in zahlreichen branchenrelevanten Organisationen und Verbänden.
| Auswahl von Mitgliedschaften (in alphabetischer Reihenfolge) | |
|---|---|
| AEA | Österreichische Energieagentur |
| AIA | Association for Internal Auditors of Macedonia |
| AmCham | American Chamber of Commerce in Macedonia |
| ATDB | Association of District Heating Companies in Bulgaria |
| ATEB | Association of traders with electricity in Bulgaria |
| BBCE | Bulgarian Branch Chamber of Power Engineers |
| BHRMDA | Bulgarian Human Resources Management and Development Association |
| BIA | Bulgarian Industrial Association |
| BPVA | Bulgarian Photovoltaic Association |
| CEIBG | Confederation of the Employers and Industrialists in Bulgaria |
| CEWEP | Confederation of European Waste-to-Energy Plants |
| CIRA | Cercle Investor Relations Austria |
| DBIHK | Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer |
| DWA | Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. |
| EBA | European Business Association |
| ECNWM | Economic Chamber of North-Western Macedonia |
| ECRM | Economic Chamber of the Republic of Macedonia |
| EDSO | European Distribution System Operators (for Smart Grids) |
| EMI | Energy Management Institute, Bulgaria |
| ERC | Energy Regulatory Commission of Republic of Macedonia |
| FGW | Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen |
| GEC | German Economic Chamber |
| GWP | German Water Partnership e. V. |
| IV | Industriellenvereinigung Österreich |
| MABA | Macedonian Austrian Business Association |
| MAKO Cigre | Macedonian National Committee – MAKO Cigre |
| MCC | Macedonian Chambers of Commerce |
| MGEA | Macedonian-German Economic Association |
| MHRA | Macedonian Human Resources Association |
| NCBWEC | Bulgarian National Committee to the World Energy Council |
| OE | Oesterreichs Energie |
| ÖGUT | Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik |
| ORM | Organization of Employers of Macedonia |
| OVE | Österreichischer Verband für Elektrotechnik |
| ÖVFA | Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management |
| ÖVGW | Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach |
| ÖWAV | Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband |
| Plattform Thermik | |
| respACT | austrian business council for sustainable development |
| UNGC | UN Global Compact |
| VABU | Verband für Anschlussbahnunternehmen |
| VÖEB | Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe |
| VGB | PowerTech e.V. |
| WK NÖ | Wirtschaftskammer Niederösterreich |
| ZEMAK | Association of Energy Department Engineers of Macedonia |
Ökonomische Verantwortung
Aspekt: Wirtschaftliche Leistung
EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels
Der Klimawandel und seine Auswirkungen sind auch für die Unternehmensstrategie der EVN von zentraler Bedeutung. Neben der Reduktion von klimarelevanten Effekten im eigenen Wirkungsbereich wird der einsetzende Klimawandel aber auch als Herausforderung verstanden, die nach neuen Geschäftsmodellen verlangt. Zur Nutzung der damit verbundenen Ansatzpunkte und Chancen sowie zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit beschäftigt sich die EVN intensiv mit neuen Technologien. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Energiedienstleistungen engagiert sich die EVN stark. Ziel der EVN ist es, im Rahmen der Stromerzeugung den Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50 % zu steigern. Um die Energieeffizienz ihrer Kunden zu erhöhen, bietet die EVN zahlreiche Dienstleistungen für Haushalts-, Industrie- und Gewerbekunden, aber auch für Kommunen an.
- Zu den Auswirkungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der EU-Energieeffizienz-Richtlinie oder des EU-Emissionshandelssystems auf die Geschäftstätigkeit der EVN siehe Seite 63f.
- Weiterführende Informationen zu Initiativen und Projekten der EVN zur Verringerung der CO2-Emissionen finden sich ab Seite 187.
- Informationen zu den Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten siehe Seite 80 und Seite 181f.
EC4 Finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand Die EVN AG ist zu 51 % im Besitz der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden 1,6 Mio. Euro (davon 28,1 % über Förderungen) für Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte aufgewendet. Eine darüber hinausgehende finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies beispielsweise beim Ökostromgesetz oder der steuerlichen Forschungsprämie der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen finanziellen Unterstützungen.
Aspekt: Marktpräsenz
EC6 Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten
Eine partnerschaftliche Grundhaltung, faire Geschäftsgebarung und offener Dialog sind bei der EVN in allen Beschaffungsaktivitäten fest verankert. Darüber hinaus wird großer Wert darauf gelegt, gemeinsam mit Geschäftspartnern innovative Energielösungen zu entwickeln und damit eine hohe Qualität bei maximaler Ressourcenschonung sicherzustellen. Die EVN sieht es in all ihren Beschaffungsaktivitäten als ihre Pflicht, die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit der Beschaffung, Grundsätze des freien und lauteren Wettbewerbs, die Gleichbehandlung aller Bieter, Vertraulichkeit während des Geschäftsvorgangs, Transparenz und Dokumentation der Ergebnisse, Ressourcenschonung und soziale Verantwortung zu wahren.
Die schrittweise Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl der Lieferanten und ihrer Produkte nimmt in der CSR-Agenda der EVN einen hohen Stellenwert ein, um eine nachhaltige Ausrichtung der Beschaffung zu erzielen. Dabei spielt der kontinuierliche Dialog mit den Lieferanten eine wichtige Rolle. Eine Integritätsklausel für Lieferanten definiert die Richtlinien der nachhaltigen Beschaffung und die Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in elf Punkten. Sie gilt für alle Lieferanten (100 %) und ist auf der Homepage der EVN für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar (siehe www.evn.at/Integritaetsklausel). Die Integritätsklausel liegt jeder Bestellung und Ausschreibung bei und wird dadurch immer zum Vertragsbestandteil.
Bei der Auswahl der Lieferanten ist das Bundesvergabegesetz zu berücksichtigen: Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und hat daher die dafür geltenden Bestimmungen einzuhalten. Zudem befolgt die EVN die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Die Ungleichbehandlung von Bietern und somit die Bevorzugung lokaler Lieferanten ist unzulässig. Der Anteil der lokalen Lieferanten beläuft sich auf über 50 %, bei Bautätigkeiten liegt der Vergleichswert bei über 70 %.
Seit dem Geschäftsjahr 2011/12 wird, insbesondere bei der Beschaffung von Risikoprodukten, eine zusätzliche Checkliste den Ausschreibungen beigelegt, die weitere Informationen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit der Produkte, der Verpackung sowie zu Zertifizierungen der Hersteller liefern soll. Der Kontrollbogen dient dazu, die Überprüfung der Lieferanten auf Einhaltung und Erfüllung der Integritätsklauseln zu vereinheitlichen. Seit seiner Einführung wurden bereits die wichtigsten Lieferanten der EVN einer diesbezüglichen Kontrolle unterzogen.
EC7 Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer
Die Einbeziehung und Karriereplanung von Mitarbeitern aus der jeweiligen Region unterstützt den wirtschaftlichen Nutzen und das Verständnis für die Besonderheiten der lokalen Kultur. In allen Märkten der EVN stammen nahezu alle Mitarbeiter und ein Großteil der Führungskräfte aus der jeweiligen Region. Die Stärkung der lokalen Managementkapazitäten bildet einen wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie. Die EVN unter-
Bekämpfung der Energiearmut
Die EVN legt großen Wert auf eine effiziente und kundennahe Energieberatung. "Energiesparen" ist dabei einer der wichtigsten Grundsätze der Beratungstätigkeit der EVN. Um die Energiekosten für armutsgefährdete Menschen spürbar zu verringern, haben Caritas und die EVN das gemeinsame Projekt "Armutsbekämpfung" nach dem Prinzip "Train the Trainer" erarbeitet. Sozialberater der Caritas werden dabei von EVN Energieberatern mit dem notwendigen Know-how und speziellen technischen Hilfsmitteln ausgestattet, um direkt im Haushalt ein Beratungsgespräch zum Thema Energiesparen durchzuführen. Durch die Energiesparberatung wird "Hilfe zur Selbsthilfe" geleistet.
Die Umsetzung des Projekts erfolgte in sechs Stufen:
Stufe 1: Erstellung der Beratungswerkzeuge (Leitfaden, Checkliste) und Auswahl der technischen Hilfsmittel (Energiemessgeräte, Durchflussbegrenzer zur Reduktion des Warmwasserverbrauchs)
- Stufe 2: Expertenberatungen vor Ort (erste Evaluierungen) Stufe 3: Eintägiger Grundkurs für Sozialberater mit
- Energieexperten der EVN
- Stufe 4: Gemeinsame Beratung vor Ort
- Stufe 5: Weitere Ausbildungseinheit, Feedback-Schleife
- Stufe 6: Energieeinsparberatungen der Sozialberater vor Ort
stützt deshalb die Karriereplanung von lokalen Mitarbeitern in Bulgarien und Mazedonien durch Führungskräftetrainings und internationale Programme wie die EVN Summer University, eine Weiterbildungs- und Vernetzungsplattform für zukünftige Führungskräfte.
Aspekt: Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen
EC8 Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen, die vorrangig im öffentlichen Interesse erfolgen
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden 328,4 Mio. Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie in den Erzeugungsbereich investiert. Diese Investitionen dienen der Verbesserung der Versorgungssicherheit und somit dem öffentlichen Interesse. In ihrer Verantwortung gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen setzt die EVN auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen. Der EVN Sozialfonds wird jährlich mit 100.000 Euro dotiert und konzentriert sich auf die Unterstützung niederösterreichischer Institutionen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Auch im Ausland engagiert sich die EVN und unterstützt insbesondere Kindergärten, -heime und Schulen in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien.
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden vom Sozialfonds folgende Projekte unterstützt:
| Projekte | EUR |
|---|---|
| Caritas – "Aus-Zeit"; Spielgruppe für Flüchtlingskinder und begleitende Betreuung junger Mütter |
6.600 |
| Caritas – Familienzentrum Baden; Psychotherapie für "verhaltensauffällige, aggressive" Kinder |
7.000 |
| Caritas – Familienzentrum Mistelbach; Psychotherapie für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mit Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen als Folge einer komplexen Traumatisierung |
7.000 |
| Caritas – Kräuter-Café; Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen mit intellektueller Behinderung in der Region Laa/Thaya |
7.000 |
| Caritas – Erlebnispädagogische Projekttage, Lanzendorf | 2.800 |
| Caritas – Zentrum für Frauengesundheit; Mädchengruppe "Selbstbewusst – Aktiv – Kreativ" |
4.000 |
| Caritas – Ferien am Reiterhof für sozial benachteiligte Kinder, minderjährige Migranten und Asylbewerber |
5.000 |
| Diakonie – Wohngemeinschaft Strengberg | 5.000 |
| SOS Kinderdorf – Jugendhilfszentrum Guntramsdorf | 7.000 |
| Caritas – Flüchtlingshilfe St.Gabriel | 7.500 |
| Caritas – Familienzentrum Baden | 3.500 |
| Caritas – Zentrum für Frauengesundheit, Wiener Neustadt, Asyl und Integration NÖ |
10.000 |
| Caritas – Kinderkurse, Sprachförderung | 6.500 |
| Caritas – Lerncafé | 10.000 |
| Caritas – WerkStart | 8.500 |
| Diakonie Zentrum Spattstraße – Wohngruppe "Neue Welt" | 8.000 |
| Diakonie Flüchtlingsdienst | 3.200 |
| Hin und Weg Bildungsunternehmen OG – | |
| Einrichtung einer Werkstatt | 4.950 |
| Verein Jugendförderung Neunkirchen | 7.500 |
| Landesjugendheim Pottenstein | 6.000 |
| Gesamt | 127.050 |
EC9 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen
Als Arbeit- und Auftraggeber sowie als Anbieter von Energieund Umweltdienstleistungen löst die EVN eine Reihe von positiven direkten und indirekten Effekten für die Volkswirtschaften aus, in denen sie tätig ist. Die wichtigsten werden in der vorderen Flappe dieses Berichts skizziert, wobei auf das Anführen von Multiplikatoreffekten für die Gesamtwirtschaft verzichtet wurde.
Sector Supplements – Ökonomie
EU7 Programme zum Demand Side Management
Die Schwerpunkte der EVN im Bereich des Demand Side Managements lagen im Geschäftsjahr 2012/13 unter anderem auf Fragen der Energiespeicherung und der Energieeffizienz im Endkundenhaushalt.
Der signifikante Ausbau von Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen stellt die Energieversorgungsunternehmen vor neue Herausforderungen und wirkt sich auch auf die Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsstrategie der EVN aus. Von zentraler Bedeutung dabei ist die Entwicklung von Lösungen für den Umgang mit der hohen Volatilität der Erzeugungsmengen aus Wind- und Sonnenkraft. Starke tägliche und auch saisonale Schwankungen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern führen zu Herausforderungen beim Betrieb konventioneller Kraftwerke, da diese nicht unterhalb einer Mindestlast betrieben werden können und ihre temporäre Außerbetriebnahme erhebliche Kosten verursacht. Außerdem lösen diese Schwankungen erhebliche wirtschaftliche Folgen aus, da die daraus resultierende Angebotsvolatilität starke Preisschwankungen an den Energiemärkten mit sich bringt.
Die Speicherung von überschüssiger Energie zu Zeiten hoher Verfügbarkeit erneuerbarer Energieträger wie Sonne und Wind wurde von der EVN daher in zwei Projekten untersucht. Im ersten Projekt namens GECO wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie getestet, ob die Speicherung des Überschusses an erneuerbarer Energie in Form von Methan im Erdgasnetz möglich ist. In Perioden des Energiemangels bzw. hoher Energienachfrage können Kohlenwasserstoffe als Energieträger sowohl in der Stromerzeugung als auch in der Mobilität genutzt werden. Im zweiten Projekt "Multifunktionaler Energiespeicher" wurde ein Batteriespeicher getestet, der bei Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energien die großen zeitlichen Unterschiede zwischen Energieangebot und -nachfrage abfedern soll.
Das große Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz von Endverbrauchern wird in zahlreichen weiteren Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten der EVN untersucht und in Beratungsaktivitäten vorangetrieben:
– Smart Metering: Im Oktober 2011 wurden die technischen Mindestanforderungen an die neuen Stromzähler (Smart Meter) per Verordnung der E-Control festgelegt. Die Messung und Speicherung von Zählerständen, die Speicherdauer der erfassten Daten sowie die Häufigkeit der Ausgabe der Daten an den Netzbetreiber wurden definiert. Bis Ende 2015 soll jeder Netzbetreiber mindestens 10 %, bis Ende 2017 mindestens 70 % und im Rahmen der technischen Machbarkeit bis Ende 2019 mindestens 95 % der an sein Netz angeschlossenen Zählpunkte mit intelligenten Messgeräten ausstatten. Smart Meter ermöglichen es den Kunden, ihren Stromverbrauch jederzeit über ein Display abzulesen und über das Online-Energie-Management-System im Internet ihr Energiewerteprofil zu analysieren.
- Produkte im Bereich der Energieeffizienz: Die EVN bietet ihren Kunden eine Reihe von innovativen Produkten an, die die Energieeffizienz im Endverbrauch steigern. Ein Beispiel dafür liefert die mobile und raumindividuelle Heizungs- und Stromsteuerung EVN SmartHome, mit der bis zu 20 % der Heizkosten eingespart werden können. Die Temperatur in nicht benutzten Räumen wird abgesenkt, der Wärmezufluss während des Lüftens automatisch gestoppt, und die Fensterstellung kann über ein Smartphone überprüft werden.
- Dienstleistungen im Bereich der Energieeffizienz: Die EVN gilt seit Jahren als kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen der Energieversorgung und verfügt über eine breite Palette von Dienstleistungs- und Informationsangeboten sowohl für Haushalte als auch für Industrie- und Gewerbekunden sowie Gemeinden. Das diesbezügliche Portfolio umfasst unter anderem ein Sanierservice, den Energieausweis, den Heizungstausch und die Business-Energie-Beratung und wird laufend um neue Dienstleistungen erweitert.
EU8 Programme zur Sicherstellung der Energieversorgung und der Förderung von nachhaltigen Entwicklungen
Neben den Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkten, die weiter oben unter dem Indikator EU7 bereits vorgestellt wurden, widmete sich die EVN im Berichtsjahr weiteren Innovationsthemen mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Eine Auswahl davon wird nachstehend erörtert.
– CO2:use: Im September 2011 wurde die CO2-Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr, die gemeinsam mit ANDRITZ Energy & Environment und der TU Wien konzipiert und errichtet wurde, in Betrieb genommen. Untersucht wird die Separation von Kohlendioxid (CO2) aus dem Rauchgas des Kohle-/ Gas-Kraftwerks in Dürnrohr. Ziel ist es, CO2-Emissionen zu senken und gleichzeitig reines CO2 für die künftige Nutzung als Rohstoff zu gewinnen, zum Beispiel als Biokunststoff. Zur Erzeugung von Biokunststoff, der unter anderem ein interessanter Rohstoff für die Automobilproduktion ist, wird das separierte CO2 einer Kultur aus Cyanobakterien zugeführt. Diese Mikroorganismen, die in natürlichen Gewässern vorkommen, haben besonders gute CO2-Bindeeigenschaften.
Multifunktionaler Energiespeicher
Erneuerbare Energieträger wie Wind und Sonne sind umweltfreundlich, aber Strom aus den entsprechenden Erzeugungsanlagen wird nicht immer dann erzeugt, wenn er vom Kunden benötigt wird. Aus diesem Grund werden Lösungen zur Zwischenspeicherung der Energie benötigt. Dies trifft vor allem dann zu, wenn die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in großem Ausmaß erfolgen soll.
Neuartiger Batteriespeicher
Das Forschungsprojekt "Multifunktionaler Energiespeicher" soll Aufschlüsse darüber liefern, wie die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern mithilfe eines Batteriespeichers mit dem Verbrauch in Einklang gebracht werden kann. Zentrales Element ist dabei ein neuartiger Batteriespeicher, der mit Photovoltaik- und Windkraftanlagen kombiniert wurde. Damit werden Lösungen entwickelt, volatile Energieträger wie Sonne und Wind "planbar zu machen". Die herkömmliche Form der großtechnischen Speicherung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen sind Pumpspeicherkraftwerke.
Im Projekt "Multifunktionaler Energiespeicher" wird die erzeugte Energie der Versuchsanlage mittels Vanadium-Redox-Flow-Batterie (10 kW/100 kWh) gespeichert. Die Erzeugungsanlagen, bestehend aus 15 kWp Photovoltaik und 1,5 kW Kleinwindkraft, in Verbindung mit der Vanadium-Redox-Flow-Batterie, liefern zusammen eine Leistung von 26,5 kW.
Forschungsziele
Ziel des Projekts ist nicht nur die Entwicklung eines regelbaren Erneuerbare-Energien-Kraftwerks – vergleichbar mit einem Pumpspeicherkraftwerk –, sondern auch die Lieferung einer Potenzial- und Wirtschaftlichkeitsanalyse multifunktionaler Energiespeichersysteme. Zudem werden unterschiedliche Implementierungsmöglichkeiten des Erneuerbare-Energien-Kraftwerks für Einzelhaushalte und für Kraftwerksbetreiber sowie als Systempool erforscht. Hierzu zählen beispielsweise die Peak-Off-Peak-Arbitrage, die Ausgleichsenergie-Bereitstellung oder die Energieautonomie.
Durch die ständige Düngung mit CO2 in den speziellen Reaktoren der Testanlage wird ein optimales Wachstum der Bakterien ermöglicht, die die Grundlage des Biokunststoffs bilden. Die Reststoffe der gewonnenen Biomasse werden zu Biogas verarbeitet. Bei der Verwertung in einem Wärmekraftwerk wird dieses Biogas in den Produktionszyklus rückgeführt, wodurch ein nachhaltiger Prozess ohne Abfälle möglich wird.
- Solarthermie-Projekt mit HELIOVIS AG und TU Wien: Zentraler Bestandteil dieser CSP-(Concentrated Solar Power-) Demonstrationsanlage am Kraftwerksstandort Dürnrohr ist ein sogenannter HELIOtube (Sonnenkonzentrator). Der aufblasbare Sonnenkonzentrator aus Kunststofffolien bündelt mithilfe einer Spiegelfolie das Sonnenlicht und macht es so wirtschaftlich nutzbar. In diesem HELIOtube, der dem Tagesverlauf der Sonne folgen kann, wird durch die reflektierende Membran die Sonnenstrahlung gebündelt und in einem Verdampferrohr Wasserdampf erzeugt, der anschließend energetisch verwertet werden kann. Die Demonstrationsanlage soll zu Forschungszwecken für die Dauer von etwa zwei Jahren betrieben werden und Erkenntnisse über die Einsatztauglichkeit im Dauerbetrieb, die Erzeugungskapazität und das Regelverhalten liefern.
- Sludge2energy: Dieses Verfahren stellt die dezentrale Verknüpfung einer Klärschlammtrocknung mit nachgeschalteter Monoverbrennung und einer Stromerzeugung mittels Gasturbine dar und gewährleistet eine bestmögliche Mengen- und Massenreduzierung des Klärschlamms. Zudem ist aufgrund der selbstgängigen (autarken) Verbrennung und Trocknung keine externe thermische Energie erforderlich. Der verbleibende Reststoff kann größtenteils – zum Beispiel in der Bauindustrie – weiterverwertet werden.
Ökologische Verantwortung
Als Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen sieht sich die EVN verpflichtet, Verantwortung im Umgang mit Ressourcen zu übernehmen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ein primäres Ziel hierbei ist es, die Grundsätze einer umweltorientierten Unternehmensführung ausgehend von Niederösterreich auch in den internationalen Tochtergesellschaften zu implementieren.
Bereits im Jahr 1990 hat die EVN eine eigene Abteilung für Umweltschutz im Konzern aufgebaut sowie die Ziele und Werte in einem Umweltleitbild definiert. Zudem wird das Umweltmanagementsystem der EVN Standorte, das um die Anforderungen des Arbeitsschutzes erweitert wurde, seit 1995 nach den Standards von ISO 14001 und EMAS zertifiziert.
Die EVN erbringt durch die Forcierung erneuerbarer Energieträger, durch effizienzsteigernde Maßnahmen sowie umfassende Beratung ihrer Kunden zur Reduktion ihres Energiebedarfs einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Österreichs. Eine ausgewogene Mischung zwischen optimaler Versorgungssicherheit bei minimalen Umweltauswirkungen ist hier entscheidend. Das Klimaschutzmanagement der EVN umfasst unterschiedliche Initiativen und strategische Ansätze:
- Forcierung erneuerbarer Energiequellen aus Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Biogas
- Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Produktionsanlagen und Netze
- Aktive Teilnahme an Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten (u. a. CCS-Technologien)
- Information und Beratung der Kunden zur Reduktion des Energiebedarfs
- Regionale Wertschöpfung durch Nutzung heimischer Energieträger wie Biomasse und Biogas
- Aktive Teilnahme an der Einführung alternativer Antriebe wie Elektrofahrzeuge oder Erdgasfahrzeuge
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Mitarbeiter durch Bildungs- und Informationsveranstaltungen
- Innerbetriebliche Maßnahmen, wie beispielsweise Ökologisierung der Beschaffung
Zum Umweltleitbild der EVN siehe Seite 34.
Alle EMAS-zertifizierten Anlagen der EVN finden Sie unter www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/ums/emas/
EMAS-Zertifizierung
Im Jahr 1993 wurde das Öko-Audit EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) als freiwilliges Umweltmanagementsystem von der EU eingeführt. Ziel der EMAS-Verordnung, die als weltweit anspruchsvollste
und umfassendste Umweltzertifizierung gilt, ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Neben einer internen Auditierung der Einhaltung von Gesetzen und Bescheidvorgaben werden unter anderem Maßnahmen zur Einsparung bzw. Verringerung von Ressourcen und Emissionen definiert. Die EVN startete bereits im Jahr 1995 mit der Zertifizierung ihrer Kraftwerksstandorte. Das Kraftwerk Theiß war eine der ersten zertifizierten EMAS-Anlagen in Niederösterreich; kurz darauf folgte das Kraftwerk Dürnrohr, und an der Zertifizierung für Korneuburg wird bereits gearbeitet. Damit sind dann im ersten Quartal 2014 100 % der Energie aus den EVN Wärmekraftwerken gemäß EMAS zertifiziert. Aber auch die Anlagen der EVN Wärme werden seit mittlerweile 15 Jahren diesem freiwilligen Umweltmanagementsystem unterzogen; hier werden bereits 40 zertifizierte Anlagen gezählt. Als Nächstes ist die Zertifizierung der EVN Direktion geplant; das Projekt startet im Jahr 2014.
Aspekt: Materialien
EN1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen Frühere Erhebungen bestätigen, dass bei den Anlagen der EVN in Österreich und Bulgarien die gesetzlichen polychlorierten Biphenyl (PCB) Grenzwerte nicht überschritten werden. Transformatoren werden vor einer Verschrottung auf PCB getestet.
In Mazedonien wurde ein umfassendes Assessment durchgeführt, das Ende 2011 abgeschlossen wurde. Im Rahmen eines Projekts der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) zur Ablöse von polychlorierten Biphenylen wurde im Sommer 2012 in Skopje, Mazedonien, eine Dekontaminationsanlage getestet, die Transformatoren von PCB befreit. Die Anlage wurde im Geschäftsjahr 2012/13 erfolgreich in Betrieb genommen, und die ersten Transformatoren der EVN Macedonia als Projektpartner konnten bereits dekontaminiert werden.
EN2 Einsatz von Recyclingmaterial
Bei den Hauptkomponenten kommt aus technischen Gründen wenig Recyclingmaterial zum Einsatz.
| Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Fossile Brennstoffe2) | Terajoule | 18.195 | 18.900 | 22.670 |
| Biomasse | Terajoule | 2.757 | 2.336 | 2.311 |
| Abfälle3) | Terajoule | 4.205 | 4.502 | 4.178 |
1) Der EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und Bulgarien sowie der thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr, Zwentendorf
2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl
3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr, Zwentendorf
| Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Leitungszuwachs Strom | km | 1.087 | 505 | 2.403 |
| Leitungszuwachs Gas | km | 132 | 101 | 90 |
| Leitungszuwachs Wärme | km | 68 | 59 | 16 |
1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel.
Aspekt: Energie
EN5 Energieeinsparungen aufgrund von umweltbewusstem Einsatz und Effizienzsteigerungen
In zahlreichen Bereichen werden durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen, auch im Zusammenhang mit zusätzlichen freiwilligen Zielvereinbarungen im Rahmen des EMAS, laufend Effizienzsteigerungen erzielt. Ein Beispiel hierfür ist, dass in den Kraftwerken Dürnrohr und Theiß durch das Umweltmanagementsystem bei der Beleuchtung und der Wärme-/Kälteversorgung in den Jahren von 2010 bis 2012 insgesamt 350 MWh Strom pro Jahr eingespart werden konnten. Das entspricht einem Jahresenergieverbrauch von rund 90 Durchschnittshaushalten. Zusätzlich konnte bei zwei Fernheizkraftwerken der EVN Wärme der Wasserverbrauch um 75.000 m³ reduziert werden.
EN6 Initiativen für erneuerbare Energien und höhere Energieeffizienz
Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit hat sich die EVN langfristig das Ziel gesetzt, 30 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (2012/13: 18,3 %, 2011/12: 15,5 %). Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist hierbei ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung der EVN soll im Zuge der Umsetzung der österreichischen Energiestrategie 2020 auf 50 % gesteigert werden. Dabei steht insbesondere der Ausbau an Windenergie in Niederösterreich im Fokus. Bis 2015 soll die installierte Kapazität insgesamt 300 MW betragen.
- Weiterführende Projekte zur Erhöhung der erneuerbaren Energie finden sich unter dem Indikator EN18 ab Seite 187.
- Details zu den Beratungsleistungen finden sich unter www.evn.at/Energie-optimieren.
EN7 Initiativen zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs und erzielte Einsparungen
Zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs werden unter anderem für Kurzstreckenfahrten der EVN so weit wie möglich Elektrofahrzeuge eingesetzt. Für übrige Betriebsfahrten wird ein vermehrter Einsatz alternativ angetriebener Fahrzeuge angestrebt. Zudem wird die Reisetätigkeit durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen möglichst reduziert. In Bulgarien wurden zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs Fenster in den Betriebsgebäuden getauscht sowie eine solar-
| EN3, EN4 Direkter und indirekter Eigenenergieverbrauch der EVN1) aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern |
2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Gas | MWh | 6.229 | 6.846 | 7.034 |
| Strom | MWh | 316.504 | 313.676 | 301.128 |
| Wärme | MWh | 10.260 | 10.181 | 8.466 |
| Heizöl 2) |
MWh | 324 | 246 | 348 |
| Gesamt | MWh | 333.318 | 330.949 | 316.976 |
1) Da der Energieeinkauf für Kunden und für den Eigenverbrauch nicht getrennt wird, können direkter und indirekter Primärenergieverbrauch nicht getrennt ausgewiesen werden. 2) Heizöl wird nur in Mazedonien eingesetzt.
| Wassereinsatz | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Trinkwasser (kommunale Versorger) | m3 | 320.877 | 324.143 | 305.671 |
| Brauchwasser (Grundwasser) | m3 | 1.720.062 | 1.247.690 | 1.377.166 |
| Kühlwasser (Oberflächenwässer) | m3 | 237.576.241 | 240.537.744 | 293.400.737 |
Alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien
thermische Anlage in einem Hauptquartier zur Eigenversorgung mit Warmwasser installiert.
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden an der Südfassade der EVN Direktion 66 Photovoltaik-Paneele angebracht. Die Gesamtfläche der Anlage umfasst 105,6 m² und ermöglicht die Erzeugung von rund 10.500 kWh elektrischer Energie pro Jahr, die in weiterer Folge eine Stromtankstelle speisen.
Aspekt: Wasser
EN8 Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen
Der Anstieg des Brauchwassereinsatzes im Geschäftsjahr 2012/13 ist im Wesentlichen auf eine Änderung des Ausweises an Kühl- und Brauchwasser in Bulgarien sowie auf die Inbetriebnahme neuer Anlagen der EVN Wärme zurückzuführen. Der Einsatz an Kühlwasser reduzierte sich im Vorjahresvergleich vor allem aufgrund des geringeren Einsatzes der EVN Gaskraftwerke.
EN9 Wasserquellen, die wesentlich von der Entnahme von Wasser betroffen sind
Die EVN Anlagen beziehen ihr Wasser von kommunalen Versorgern bzw. Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2012/13 betrug der Kühlwasser-Durchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 237,5 Mio. m3 . Dieser Wert entspricht 0,39 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau, der sich beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) auf 60.644 Mio. m3 beläuft. Der Grenzwert von 5 % wird somit deutlich unterschritten.
1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2010, BMLFUW
EN10 Rückgewonnenes, wiederverwendetes Wasser
In den EVN Kraftwerken werden Abwässer so weit wie möglich als Prozesswässer wiederverwendet.
Aspekt: Biodiversität
EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten
Für eine flächendeckende Versorgung ist ein ausreichend dichtes Leitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiet ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, legt die EVN großen Wert auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.
- Besondere Schutzgebiete (BSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Kurznennung: Vogelschutzrichtlinie)
- Sonderschutzgebiete (SSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen 92/43/EWG (Kurznennung: FFH-Richtlinie)
EVN Bulgaria
| Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder angrenzend an Schutzgebiete1) |
Anzahl | Fläche (in ha) |
|---|---|---|
| In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² | 666 | 471,2 |
| In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² | 404 | 367,7 |
| In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² | 515 | 236,9 |
| An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften | 18 | 22,0 |
| Gesamt | 1.603 | 1.097,8 |
1) Exkl. Leitungstrassen; Mehrfachnennungen möglich
EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität
EN13 Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume
EN14 Strategien und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität
Die EVN ist in all ihren Aktivitäten bemüht, die Eingriffe in die Natur auf das Mindestmaß zu reduzieren. Dabei wird auch ein besonderes Augenmerk auf den Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen im Umfeld der Projektstandorte gelegt. Beispielsweise wird auf die sensible Biodiversität von Gewässern beim Betrieb von Wasserkraftwerken besonders geachtet, indem Auflagen über Einleittemperaturen von Kühlwasser genau eingehalten werden. Auf diese Weise können schädliche Umweltauswirkungen minimiert werden.
Zum Schutz der Biodiversität im Einzugsgebiet von Wasserkraftwerken spielt die Stauraumüberwachung eine entscheidende Rolle. Am Ottensteiner Stausee werden in einem jährlichen Treffen mit Behörden und Interessenvertretungen Themen wie der Stausee als Lebensraum für Fische behandelt. Im diesjährigen Treffen wurde das Problem des schwankenden Wasserspiegels für Fische, die bevorzugt im Flachwasser laichen, diskutiert und nach Lösungen gesucht. Um die Bedingungen für diese Fischarten zu verbessern, wurde vom örtlichen Vertreter der Fischerei ein Projekt ins Leben gerufen, das von der EVN unterstützt wurde. Im Projekt wurden Maßnahmen zur künstlichen Schaffung von Laichplätzen aus Totholz, zum Bau von Flachwasserbiotopen und zur Errichtung von Schwimminseln entwickelt.
Eine weitere Maßnahme, die im Geschäftsjahr 2012/13 zum Erhalt der Biodiversität des Stausees Ottenstein initiiert wurde, war die Installation einer Online-Monitoring-Anlage. Mit der Anlage, die von der DWS-Hydro-Ökologie GmbH mithilfe der EVN Stabstelle für Umweltschutz- und -controlling entwickelt wurde, werden wichtige Parameter zur Bestimmung der Wasserqualität kontinuierlich erfasst und kontrolliert. Von einer schwimmenden Messstation aus kann ein Sonden-Set die volle Tiefe des Sees erreichen, und somit können Parameter wie pH-Wert, Temperatur oder Sauerstoffgehalt in verschiedenen Seetiefen gemessen werden. Das Ziel der umfangreichen Datenerfassung durch das Monitoring ist es, Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Rückpumpbetrieb und Starkregen auf die Wasserqualität zu ziehen sowie die Algenentwicklung zu erforschen.
Weiters konnte im Geschäftsjahr 2012/13 die zweite Kraftwerksstufe des Wasserkraftwerks Ashta in Albanien in Betrieb genommen werden. Die erste Kraftwerksstufe des gemeinsam mit dem Verbund betriebenen Wasserkraftwerks ist bereits seit September 2012 in Betrieb. Mit Vollbetrieb beider Stufen kommt das Kraftwerk auf eine Gesamtleistung von 53 MW. Mit einer jährlichen Erzeugungsmenge von 240 Millionen kWh Strom können künftig rund 100.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt und 79.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Das Projekt Ashta wurde nach den Regeln des Clean Development Mechanism (CDM) der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) errichtet. Der CDM sieht einen umfangreichen Dialog mit den Anspruchsgruppen vor, der bei diesem Projekt auf in Albanien bislang einzigartige Weise umgesetzt wurde.
Zahlreiche weitere Projekte wurden zum Schutz der Artenvielfalt initiiert:
- Fischwanderhilfe bei den Kleinwasserkraftwerken Hohenberg und Schaldorf
- Projekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Projekt LIFE+)
- Nestplattformen für Störche (gefährdete Gattung der Weißund Schwarzstörche) in Bulgarien und Mazedonien
- Projekt zum Schutz der Kaiseradler und Jagdfalken mit dem Bulgarischen Verband für Vogelschutz (EU LIFE+ Programm)
- Projekt zum Schutz der Vogelwelt der Burgas-Seen in Bulgarien
- Projekt mit der mazedonischen Umweltgesellschaft zum Vogelschutz im Gebiet Ovce Pole (Bewertung des Einflusses des Energienetzes auf Vögel)
- Teilnahme an der Errichtung eines mazedonischen nationalen Umweltnetzes MAK-NEN
Als laufende Maßnahme für das Management der Auswirkungen auf die Biodiversität ist die EVN zudem bestrebt, bei ihren Bauvorhaben eine ökologische Bauaufsicht einzusetzen.
Aspekt: Emissionen, Abwasser und Abfall
EN16 Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen Die EVN setzt zahlreiche Maßnahmen, um die betriebliche Energieeffizienz zu verbessern und die Emissionen auf Produktions- und Kundenseite zu reduzieren. Die Erhebung der CO2- Emissionen aus der Erzeugung wurde entsprechend der europäischen und österreichischen bzw. bulgarischen Gesetzgebung zum Emissionshandel durchgeführt. Dabei wird auf Basis von vorgegebenen Emissionsfaktoren der CO2-Ausstoß aufgrund der eingesetzten Primärenergieträger berechnet.
Bedingt durch gestiegene Produktionsmengen in Dürnrohr und der Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, war im Vorjahresvergleich ein leichter Anstieg bei den CO2-Emissionsmengen zu verzeichnen.
Die Umweltauswirkungen des Versorgermix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG im Jahr 2011/12 belaufen sich auf 270,64 g/kWh CO2-Emissionen und 0 g/kWh radioaktiven Abfall. Der Versorgermix der Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. weist in diesem Zeitraum 0,0 g/kWh CO2-Emissionen und 0,0 g/kWh radioaktiven Abfall auf.
Siehe ebenfalls EN20.
EN17 Andere relevante Treibhausgasemissionen
Durch Dienstfahrten und Flugreisen wurden in der EVN im Geschäftsjahr 2012/13 rund 13.700 Tonnen an CO2-Emissionen verursacht. Das ist rund 1 % des Gesamtausstoßes der EVN.
Zu Initiativen zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs siehe EN7.
Spezifische CO2-Emissionen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN1) 2) in t/MWh 2010/11 2011/12 2012/13 0,314 0,296 Bulgarien 0,333 0,358 0,399
1) Jahresdurchschnitt der österreichischen und bulgarischen Anlagen
Österreich
2) Der Einsatz von Biomasse wurde bei der Berechnung der CO2-Emissionen nicht berücksichtigt, da Biomasse als CO2 -neutral gilt.
0,360
EN18 Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und erzielte Ergebnisse
Die EVN setzt laufend Aktivitäten zur Verringerung treibhausrelevanter Emissionen. Die Initiativen im Geschäftsjahr 2012/13 ermöglichen insgesamt eine Erhöhung der Einsparung von jährlich rund 151.000 Tonnen CO2. Beispielhaft werden nachfolgend einige aktuelle Projekte vorgestellt:
Der Windpark Deutsch-Wagram, ein gemeinsames Projekt der W.E.B. und evn naturkraft, wurde im September 2013 eröffnet. Mit einer Leistung von 15 MW wird Strom für rund 10.000 Haushalte geliefert, und jährlich können rund 23.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Emissionsmengen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN1)
Die Gemeinde Deutsch-Wagram setzt neben der Windenergie auch im Bereich der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energieträger. Mit der 2012 errichteten Biomasse-Nahwärmeanlage werden bis zu 500 Haushalte bei einer CO2-Vermeidung von 400 Tonnen versorgt. Weiters können durch die Eröffnung der neuen Biomasseanlage in Gänserndorf jährlich 3.800 Tonnen CO2 vermieden werden. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2012/13 mit dem Bau einer neuen Biomasseanlage und des Fernwärmenetzes in Fischamend begonnen, die bei einer Kapazität von 1.500 kW jährlich rund 1.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen wird. Das größte neu gebaute Biomassekraftwerk wurde im Oktober 2012 in Steyr in Betrieb genommen. Das 20-MW-Kraftwerk ermöglicht eine Wärmelieferung an bis zu 12.000 Haushalte und vermeidet jährlich bis zu 43.000 Tonnen CO2.
Die EVN betreibt derzeit mehr als 60 Biomasseanlagen und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich. Zur Belieferung der Biomasseanlagen mit Hackgut wurde eine Kooperation mit den Wiener Neustädter Stadtwerken und Kommunal Service GmbH (WNSKS) eingegangen, die jährlich bis zu 300 Tonnen Waldhackgut an die nächstgelegenen Fernheizwerke der EVN liefern. Insgesamt werden mehr als 1,2 Millionen Schüttraummeter Hackschnitzel in den Anlagen verwertet.
Auch im Bereich der Fernkälte wurde mit Eröffnung der Fernkälteversorgung für das Landesklinikum St. Pölten zur Reduktion von Schadstoffemissionen im Ausmaß von 630 Tonnen CO2 beigetragen.
Weiters konnte im Geschäftsjahr 2012/13 die zweite Kraftwerksstufe des Wasserkraftwerks Ashta in Albanien in die Inbetriebsetzungsphase eintreten. Die erste Kraftwerksstufe des gemeinsam mit dem Verbund betriebenen Wasserkraftwerks ist bereits seit September 2012 in Betrieb. Mit Vollbetrieb beider Stufen kommt das Kraftwerk auf eine Gesamtleistung von 53 MW. Mit einer jährlichen Erzeugungsmenge von 240 Millionen kWh Strom können künftig rund 100.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt und 79.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
Weitere Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen:
- "Sonnenkraftwerk Zwentendorf": Die EVN und das Land Niederösterreich starteten im Frühjahr 2012 ein Bürgerbeteiligungsmodell für eine weitere Photovoltaikanlage in Zwentendorf mit insgesamt 1.300 Paneelen.
-
Der Spatenstich für ein Sonnenkraftwerk in Schönkirchen, das im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsmodell errichtet wird, fand im Juli 2013 statt. Aufgrund der hohen Nachfrage ist bereits Schönkirchen II in Planung, das 2.000 weitere Paneele für Beteiligungen vorsieht.
-
Errichtung des größten Photovoltaikparks der EVN in Trastikovo, Bulgarien – 2.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr
- CO2-Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr: Die Versuchsanlage, die in Kooperation mit ANDRITZ Energy & Environment und der TU Wien konzipiert, errichtet und in Betrieb genommen wurde, untersucht die Separation des Kohlendioxids (CO2) aus dem Rauchgas des Kohle-/Gas-Kraftwerks in Dürnrohr. Durch die Anlage sollen die CO2-Emissionen gesenkt, das Separationsverfahren industriell weiter erforscht und reines CO2 für die künftige Nutzung als wertvoller Rohstoff gewonnen werden.
- Biogas-Aufbereitungsanlage in Wiener Neustadt: Mithilfe der neuen Biogas-Aufbereitungsanlage der EVN wird Biomethan in Erdgasqualität produziert und zur energetischen Nutzung in das Netz eingespeist. Pro Jahr werden etwa 1,1 Mio. m³ Biomethan genutzt, um damit den Wärmebedarf von mehr als 1.000 Haushalten zu decken. Durch die Anlage werden jährlich rund 2.000 Tonnen CO2 eingespart.
- 31 km lange Fernwärme-Transportleitung von Dürnrohr über den Perschlingkanal und das Traisental nach St. Pölten – pro Jahr mehr als 40.000 Tonnen an CO2-Einsparungen
- Linie 3 der thermischen Abfallverwertungsanlage Zwentendorf/Dürnrohr: Durch die Erweiterung um die Linie 3 ist eine ökologische Behandlung von mehr als 500.000 Tonnen Hausrest- und Sperrmüll sowie Industrie- und Gewerbeabfällen pro Jahr möglich; das entspricht einer jährlichen Einsparung von 100.000 Tonnen Kohle und 10 Mio. m3 Erdgas.
- 5 km lange Fernwärmeleitung aus dem Burgenland nach Niederösterreich: Vermeidung von 7.000 Tonnen CO2 pro Jahr
Siehe hierzu ebenfalls Indikator EN16.
EN20 NOX, SO2 und andere wesentliche Luftemissionen
Die Emissionsfrachten werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben entweder durch kontinuierliche Messungen erhoben oder aufgrund von Referenzmessungen aus dem Brennstoffeinsatz berechnet.
Siehe ebenfalls EN16.
Entwicklung der Abfallmengen1) 2012/13 2011/12 2010/11 Gefährliche Abfälle t 9.266 10.429 9.396 Nicht gefährliche Abfälle t 137.663 139.123 127.522 Export gefährlicher Abfälle2) Gefährliche Abfälle t 0 0 53)
1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte
2) EVN AG, EVN Netz GmbH, Bulgarien, Mazedonien
3) PCB-haltige Öle aus Mazedonien zur Entsorgung nach Frankreich
EN21 Gesamte Abwassereinleitungen
Wenn sich Art oder Menge eines Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheidet, hat die EVN im Falle eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung abgeschlossen. Dieser Vertrag enthält detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe, die erforderlichen Abwasseruntersuchungen usw. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch zahlreiche wasserrechtliche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch externe akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert.
EN22 Abfall nach Art und Entsorgungsmethode
Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden in Österreich mittels Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsfirmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß österreichischem Recht einer umweltgerechten Entsorgung (thermische bzw. stoffliche Verwertung oder Deponierung) zuführen.
Flug- und Grobasche wird zu 100 % verwertet. REALIT wurde bis Oktober 2009 auf betriebseigenen Deponien abgelagert, seit November 2009 wird auch REALIT zu 100 % verwertet. Die Biomasseaschen der Fernwärmeproduktion werden etwa zur Hälfte über Entsorger einer Verwertung zugeführt.
EN23 Umweltrelevante Zwischenfälle
Im Geschäftsjahr 2012/13 kam es zu einem leichten umweltrelevanten Zwischenfall in der Netz Niederösterreich GmbH, bei dem eine lecke Ölwanne eines PKWs Erdreich verunreinigte, das unverzüglich abgegraben und entsorgt wurde. Zudem kam es im selben Zeitraum in einer der Anlagen der EVN Wärme GmbH zu einer meldepflichtigen Überschreitung des Grenzwerts der Kohlenmonoxid-Tagesmittelwerte. Verursacht wurde dies durch nasses Hackgut sowie eine defekte Sonde.
1) Das Meldewesen für umweltrelevante Zwischenfälle umfasst Österreich, Bulgarien und Mazedonien.
EN24 Gewicht des als gefährlich eingestuften Abfalls
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden keinerlei gefährliche oder nicht gefährliche Abfälle grenzüberschreitend entsorgt.
EN25 Durch Abwassereinleitungen und
Oberflächenabfluss belastete Gewässer
Ein Großteil der Abwässer wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. In den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.
Aspekt: Produkte und Dienstleistungen
EN26 Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen
Aufgrund des Unternehmensgegenstands der EVN betreffen Umweltauswirkungen der Produkte hauptsächlich Luft-Emissionen. Zur Vermeidung und Minimierung dieser Emissionen werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, unter anderem durch Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten. Weiters soll der Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50 % gesteigert werden, und es werden sowohl innerbetrieblich als auch auf Seite der Kunden (durch Beratungsleistungen) Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt.
- Siehe hierzu auch das Umweltleitbild der EVN auf Seite 34 sowie den Managementansatz zur ökologischen Verantwortung auf Seite 183.
- Weitere Informationen finden sich auch unter den Indikatoren EN6 und EN18.
Aspekt: Insgesamt
EN30 Umweltschutzausgaben und -investitionen
Die Umweltkostenrechnung umfasst alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des EVN Konzerns in Österreich mit zu erwartenden umweltbezogenen Gesamtausgaben von über 10.000 Euro. Grundlage der Erhebungen ist die "Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung" der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar.
Im Geschäftsjahr 2012/13 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 94,0 Mio. Euro. Die zugrunde liegenden Schadensbehebungskosten, wie Altlastensanierungskosten, und Schadensvermeidungskosten, wie beispielsweise Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung, teilen sich auf die im Diagramm genannten Umweltmedien und Kostenkategorien auf. Im Bereich der Emissionsbehandlung ist die Rauchgasreinigung als größter Posten zu nennen. Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkäufe, Dampf aus Abfall) beliefen sich im Geschäftsjahr 2012/13 auf 34,4 Mio. Euro.
| Umweltkosten und -erlöse |
Mio. EUR | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 |
|---|---|---|---|---|
| Kosten gesamt | 94,0 | 92,6 | 88,3 | |
| Erlöse gesamt | 34,4 | 32,9 | 26,2 |
Sector Supplements – Ökologie
EU13 Biodiversität von Ersatzflächen
In der Berichtsperiode wurden für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 67,75 ha gehalten. Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.
Soziale Verantwortung
Die EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber
Im Geschäftsjahr 2012/13 waren durchschnittlich 7.497 Mitarbeiter bei der EVN beschäftigt. Damit war der Personalstand mehr als dreimal so hoch wie vor rund zehn Jahren. Dieses Wachstum ist hauptsächlich auf die Expansion der EVN in Südosteuropa zurückzuführen. Mit internationalen Aktivitäten in insgesamt 21 Ländern entstand eine große kulturelle Vielfalt innerhalb des EVNKonzerns. Um die EVN Identität und das EVN Markenversprechen gegenüber ihren Stakeholdern in jenen Ländern, in denen die EVN aktiv ist, gleichermaßen einzuhalten, wurden die EVN Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage, E(V)Nable im EVN Konzern eingeführt. Um die Marke EVN durch ihre Mitarbeiter mit Leben zu füllen, sind die EVN Leitwerte zentraler Bestandteil aller wichtigen "Kultur"-Instrumente des Konzerns, wie zum Beispiel des Führungsleitbilds sowie der Feedback- und Orientierungsgespräche (FOG).
Nähere Informationen zu den EVN Leitwerten finden sich auch auf Seite 35.
Grundsätze des Personalwesens
Als Unternehmen, das sich der ausgewogenen Wahrung der unterschiedlichen Stakeholderinteressen verpflichtet hat, legt die EVN großen Wert darauf, den vielfältigen Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter zu entsprechen. Mit zahlreichen Maßnahmen kommt sie nicht nur ihren gesetzlich definierten Pflichten als Arbeitgeber nach, sondern erbringt darüber hinaus eine Reihe freiwilliger Leistungen. Auf diese Weise wird kontinuierlich an einem positiven Arbeitsumfeld gearbeitet, in dem sich die EVN Mitarbeiter entsprechend ihren Fähigkeiten entwickeln können. Die zentralen Prinzipien der Unternehmenskultur und des Umgangs mit Mitarbeitern sind in Form von Grundsätzen definiert.
Gleichbehandlung und Chancengleichheit
Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der wachsenden Anzahl an Ländern, in denen die Gruppe aktiv ist, verpflichtet sich die EVN zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO) und des UN Global Compact. Im September 2005 ist die EVN dem UN Global Compact beigetreten und bekennt sich damit explizit zur Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns. Damit verbunden ist die Herausforderung, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu diskriminieren. Menschen gleicher fachlicher und persönlicher Qualifikation sind in Bezug auf Einstellung, Fortbildung und Personalentwicklung, Beschäftigungsbedingungen und Entlohnung gleichwertig zu behandeln. Darüber hinaus hat die EVN im Mai 2011 die "Charta zur neuen Vereinbarkeit von Eltern – Wirtschaft" unterzeichnet. Weiters wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen.
Betriebliche Sozialpartnerschaft
Wesentliche unternehmerische Entscheidungen werden transparent im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN und auf Basis der diesbezüglichen rechtlichen Bestimmungen getroffen. Die Information bzw. Einbindung der Arbeitnehmervertretung ist dabei selbstverständlich.
| Diversität der Mitarbeiter 2012/13 | Österreich | Bulgarien | Mazedonien | Andere Länder |
Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitarbeiterstand1) | Anzahl | |||||
| davon Frauen | % | 20,8 | 24,4 | 18,8 | 30,7 | 21,9 |
| davon Männer | % | 79,2 | 75,6 | 81,2 | 69,3 | 78,1 |
| Beschäftigungsart 2) | ||||||
| Arbeiter | % | 7,3 | 0,0 | 0,0 | 29,0 | 4,1 |
| Angestellte | % | 92,7 | 100,0 | 100,0 | 71,0 | 95,9 |
| Vertragstyp | ||||||
| Teilzeit gesamt | % | 10,7 | 0,0 | 0,0 | 8,8 | 4,2 |
| Teilzeit Frauen | % | 8,5 | 0,0 | 0,0 | 7,3 | 3,4 |
| Menschen mit besonderen Bedürfnissen | % | 1,8 | 1,5 | 1,1 | 1,5 | 1,5 |
1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt
2) In Bulgarien und Mazedonien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden.
Arbeitsschutz, -gesundheit und -sicherheit
Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten der EVN einen hohen Stellenwert ein. Ein hohes Sicherheitsniveau wird vor allem in Form von Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet. Neben den gesetzlichen Vorschriften besteht ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien. Das Kernstück bildet das speziell für die Arbeitsbedingungen der Energiewirtschaft zugeschnittene "Handbuch Sicherheit", das jedem Mitarbeiter im Intranet zur Verfügung steht.
Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft
Die Mitarbeiterzeitung "EVN Intern" informiert die Belegschaft seit vielen Jahren regelmäßig über Unternehmensentwicklungen. Zusätzlich bietet das EVN Intranet einen breiten Überblick zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmens, der Energieversorgung, der Belegschaftsvertretung sowie Informationen über Seminare, Ausbildungsveranstaltungen und die persönlichen Gleitzeitdaten. Transparent erfolgt auch die Ausschreibung zur Besetzung vakanter Stellen, um die favorisierte interne Nachbesetzung zu ermöglichen. Durch diese und weitere Maßnahmen wird auch der konzernweite Austausch bzw. Einsatz von Mitarbeitern gefördert.
Mitarbeiterengagement für soziale und gesellschaftliche Anliegen
Zahlreiche Mitarbeiter der EVN leisten neben ihrer Tätigkeit für das Unternehmen auch gesellschaftlich wertvolle Beiträge. So ist eine große Zahl der EVN Mitarbeiter in der Freizeit in Organisationen wie dem Roten Kreuz oder der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Die EVN als Arbeitgeber unterstützt dieses Engagement. Im Katastrophenfall werden diese Mitarbeiter für bis zur Hälfte der investierten Zeit vom Unternehmen freigestellt. Im Rahmen flexibler Arbeitszeitmodelle ist die EVN als Arbeitgeber bemüht, die erforderliche Freizeit durch Einarbeitungsmöglichkeiten zu gewähren.
Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens
Zu den wichtigsten Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens, die im Geschäftsjahr 2012/13 fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen unter anderem:
- Konzerntag SMART EVN
- Neukonzeption des Ideenmanagements
- Ferienbetreuung "Ferien@EVN"
- Eltern-Kind Büro
- EVN SUN Akademie (erstmals in Kooperation mit der Donauuniversität Krems)
- Traineeprogramm in Mazedonien
- Lehrlingsförderung der EVN
-
Konzernweiter Know-how-Transfer und Dialog
-
Führungskräftebegleitprogramm
- Mitarbeiterbefragung in Mazedonien
- Führungskräfteprogramm in Bulgarien
Ideenmanagement
– Führungskräfteprogramm in Bulgarien Die große Vielfalt an unterschiedlichen Hintergründen, Nationalitäten und Kulturen der EVN Belegschaft bietet auch einen großen Reichtum an unterschiedlichen Sichtweisen und damit an Ideen. Um dieses Potenzial effektiv nutzen zu können, wurde das Ideenmanagement der EVN überarbeitet. Im EVN Intranet können die EVN Mitarbeiter seit März 2013 ihre Ideen – auf Wunsch auch anonym – einbringen. Experten urteilen über die Annahme und Weiterverfolgung der Ideen. Für tatsächlich umgesetzte Ideen werden Prämien vergeben. Themenbereiche, für die das kreative Potenzial der Mitarbeiter besonders gefragt ist, sind Effizienzpotenziale, das Ansehen des Unternehmens, Qualität und Sicherheit, Mitarbeiterzufriedenheit sowie neue Produkte, Dienstleistungen und Technologien. Im Geschäftsjahr 2012/13 partizipierten rund 2,4 % der Mitarbeiter am neuen Ideenmanagement und brachten so über 100 Ideen und Anregungen ein.
- GRI-Indikator: Managementansatz Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
- Zum Mitarbeiterengagement für soziale und gesellschaftliche Anliegen siehe ebenfalls EC8 auf Seite 180.
Mitarbeiterzufriedenheit
Für die EVN ist die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsumfeld und den jeweiligen Bedingungen ein zentrales Anliegen. Im Rahmen von regelmäßigen Befragungen werden diesbezügliche Indikatoren und Anregungen zur kontinuierlichen Verbesserung erhoben. Nach der erstmaligen Erhebung der Mitarbeiterzufriedenheit in Bulgarien im Geschäftsjahr 2011/12, wurde im September 2013 erstmals auch unter den Mitarbeitern der EVN Mazedonien eine Befragung durchgeführt. Die hohe Rücklaufquote von 85 % lässt eine offene Feedbackkultur und enge Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen erkennen. Insgesamt gaben mehr als 80 % an, mit ihrem Arbeitgeber, der EVN, zufrieden bzw. sehr zufrieden zu sein. Die Kommunikationsbereitschaft der Mitarbeiter spiegelt sich auch darin wider, dass sich rund ein Drittel der Befragten Zeit für individuelles Feedback in Form von offenen Kommentaren nahm. Die ausgewerteten Ergebnisse dienten in weiterer Folge als Grundlage für konkrete Arbeitspakete zur Umsetzung von zentralen Mitarbeiteranliegen im kommenden Geschäftsjahr. Unter anderem kristallisierten sich für die Mitarbeiter insbesondere die Themen Arbeitsplatzsicherheit und Kommunikation als wichtige Bereiche heraus, in denen es noch weitere Verbesserungen geben sollte.
Diversität der Belegschaft
Per 30. September 2013 waren 1.696 Frauen (21,9 %) und 6.051 Männer (78,1 %) bei der EVN beschäftigt. Die Anzahl der Lehrlinge betrug durchschnittlich 46. Alle Mitarbeiter der EVN AG und der EVN Netz GmbH sind Angestellte. In Mazedonien und Bulgarien erfolgt keine Unterscheidung in Angestellte und Arbeiter. Konzernweit lag daher der Anteil der Arbeiter bei 4,1 %.
Einhergehend mit dem international ausgerichteten Geschäftsmodell der EVN, bilden auch ihre Mitarbeiter eine aus verschiedenen Nationalitäten zusammengesetzte Einheit. Insgesamt sind Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen bei der EVN beschäftigt. Die nach Anzahl der Mitarbeiter am stärksten vertretenen Nationen sind Österreich, Bulgarien und Mazedonien.
Die Mitarbeiterfluktuation der EVN lag in der Berichtsperiode bei 3,2 %. Nicht berücksichtigt sind Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans, Konzernübertritte sowie Pensionierungen. Aufgrund der geringen Fluktuation erfolgt keine detaillierte Auswertung dieser Kennzahl. Insgesamt konnte in der Berichtsperiode 126 Frauen und 219 Männern ein neuer Arbeitsplatz in der EVN angeboten werden.
bis 20 Jahre 21–30 Jahre 31– 40 Jahre 41–50 Jahre 51–60 Jahre über 60 Jahre
Der Einsatz von Personalleasing im EVN Konzern erfolgt aus dreierlei Gründen. Erstens als Vorstufe zu einem traditionellen Arbeitsverhältnis (Integrationsleasing), zweitens für zeitlich befristete Projekte und drittens zur Abdeckung von Arbeitsspitzen. Am Bilanzstichtag, den 30. September 2013, waren im EVN Konzern 151 Leasing-Mitarbeiter beschäftigt.
Der Frauenanteil lag bei der EVN in der Berichtsperiode bei 21,9 %. Um den Frauenanteil zu erhöhen, wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN initiiert und soll seither die Chancen und Perspektiven aller Frauen, die im EVN Konzern an einem Dienstort in Österreich tätig sind, verbessern. Die Optimierung von Rahmenbedingungen soll es Frauen erleichtern, gemäß ihren Neigungen und Fähigkeiten, qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist der EVN schon lange ein Anliegen. Dazu wurden Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitarbeit oder Gleitzeitmodelle ohne Kernzeit, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung (Programm Ferien@EVN), Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeitern offensteht, implementiert. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.
Bei der EVN bestehen zwischen Frauen und Männern bei vergleichbarer Betriebszugehörigkeit, Funktion und Qualifikation keine Lohn- oder Gehaltsunterschiede. Laut Gleichbehandlungsgesetz sind die österreichischen Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitern dazu verpflichtet, im Abstand von jeweils zwei Jahren einen Bericht zur Entgeltanalyse (§ 11a Gleichbehandlungsgesetz) zu erstellen. Für die vorgesehenen Gesellschaften wurde ein derartiger Bericht, wie im Gesetz vorgesehen, verfasst und der zuständigen Belegschaftsvertretung übermittelt.
- GRI-Indikator: Gesamtbelegschaft nach Beschäftigungsart, Arbeitsvertrag und Region (LA1)
- GRI-Indikator: Mitarbeiterfluktuation (LA2)
- GRI-Indikator: Diversität der Mitarbeiter und leitenden Organe (LA13)
- GRI-Indikator: Lohnunterschiede nach Geschlecht (LA14)
Betriebliche Sozialpartnerschaften der EVN
Das Motto der betrieblichen Sozialpartnerschaft der EVN lautet: "Überzeugung vor Zwang". Die laufende Information bzw. Einbindung der Arbeitnehmervertretung in wesentliche unternehmerische Entscheidungen ist in der EVN sichergestellt. Der Entscheidungsprozess ist transparent und findet im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN sowie auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen statt. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen und Anpassungen im Personalbereich. Neben der EVN AG sind auch in den größeren Unternehmen der EVN Gruppe eigene Belegschaftsvertretungen eingerichtet.
Die Wahrung der Mitarbeiterinteressen wird durch die EVN Mitarbeitervertretungen in Form der Betriebsräte oder Gewerkschaften gewährleistet. Mehr als 90 % aller Mitarbeiter der EVN werden durch diese Einrichtungen vertreten und sind hinsichtlich ihrer Bezahlung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt. In Österreich, Mazedonien und Bulgarien werden Mitarbeiterthemen in Arbeits- und Sicherheitsausschüssen, die sich unter anderem aus Betriebsräten oder Gewerkschaftsvertretern zusammensetzen, behandelt.
Die Stimmen der Betriebsratsvertreter finden sowohl im Aufsichtsrat als auch im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung Gehör. Seit dem Jahr 2008, in dem zum ersten Mal Jugendvertrauensräte ernannt wurden, haben auch die Lehrlinge ein Mitspracherecht im Betriebsrat. Die letzte Wahl der Jugendvertrauensräte fand im Mai 2012 statt.
Die erstmalige Berufung eines europäischen Betriebsrats im September 2007 diente zur weiteren Integration der südosteuropäischen Tochterunternehmen und zur Verbesserung der länderübergreifenden Kommunikation. Dem Gremium, das als Kommunikations- und Austauschplattform dient, gehören Vertreter aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien an. Die letzte Konferenz fand von 16. bis 18. September 2013 in Ohrid, Mazedonien, statt; die letzte Präsidiumssitzung wurde am 17. und 18. Juni 2013 in Plovdiv, Bulgarien, abgehalten.
Darüber hinaus wird auf die Bedürfnisse folgender Arbeitnehmer besondere Rücksicht genommen:
Ältere Arbeitnehmer
Der durchschnittliche EVN Mitarbeiter ist 43,5 Jahre alt. Es wird davon ausgegangen, dass sich dieses Alter in den kommenden Jahren aufgrund der zu erwartenden Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters steigern wird. Angesichts dieser Erwartung erweiterte die EVN ihre Fortbildungsangebote für ältere Mitarbeiter bereits in den letzten Jahren. Zusätzlich zu Personalentwicklungsmaßnahmen wurden Altersteilzeitmodelle eingeführt. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden diese von 47 Mitarbeitern der EVN Netz GmbH, der EVN AG, der evn wasser und der EVN Business Service in Anspruch genommen.
Ausgehend vom derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalter, werden in den nächsten fünf Jahren rund 7 % und in den nächsten zehn Jahren rund 20 % der Mitarbeiter pensionsbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Daraus ergibt sich ein künftiger Bedarf an Fach- und Führungskräften, dem die EVN mit entsprechenden Maßnahmen begegnet: Zum einen unterstützen erfahrene Kollegen den Nachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrungen sicher. Zum anderen geht die EVN bei der Entwicklung ihres Gesundheitsprogramms auf die Anforderungen der unterschiedlichen Altersgruppen ein.
bis 3 Jahre 4–10 Jahre 11– 20 Jahre 21–30 Jahre 31–40 Jahre über 40 Jahre
bis 20 Jahre 21–30 Jahre 31– 40 Jahre 41–50 Jahre 51–60 Jahre über 61 Jahre
Menschen mit besonderen Bedürfnissen
Angesichts ihrer sozialpolitischen Verantwortung legt die EVN einen hohen Stellenwert auf die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in das Unternehmen. Um diesen Mitarbeitern eine gleichberechtigte Einbindung in das Arbeitsgeschehen der EVN zu ermöglichen und ihnen den Arbeitsalltag zu erleichtern, wird vor allem auf eine individuelle Gestaltung der Arbeitsplätze und -abläufe (wie beispielsweise das Einsetzen von Dolmetschern für Gebärdensprache) geachtet. Bei Bedarf werden zusätzlich flexible Lösungen in Bezug auf Arbeitszeit und -ort angeboten. In der Berichtsperiode waren bereits 21 der insgesamt 26 EVN Kundenzentren in Niederösterreich barrierefrei zugänglich. In Summe beschäftigte die EVN im Geschäftsjahr 2012/13 116 Menschen mit besonderen Bedürfnissen, das entspricht 1,5 % der Gesamtbelegschaft der EVN. Zudem vergaben im Geschäftsjahr 2012/13 die EVN AG, die EVN Netz GmbH und die EVN Wärme GmbH Aufträge in einer Gesamthöhe von rund 660.000 Euro an geschützte Werkstätten und leisteten auch auf diesem Weg einen Beitrag zur Beschäftigung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Jugendliche
Die Lehrlingsausbildung bei der EVN nimmt traditionellerweise einen hohen Stellenwert ein. Damit übernimmt die EVN nicht nur unternehmerische Verantwortung, sondern sorgt auch dafür, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften aus eigener Kraft abdecken zu können. Um interessierten Jugendlichen, vor allem auch Mädchen, einen Einblick in den Berufsalltag eines Elektrotechnikers bei einem Energieversorgungsunternehmen zu geben, fand im Oktober 2012 ein Informationsnachmittag mit Fokus auf praktischen Vorführungen statt. Mit 1. September 2013 konnten 16 Lehrlinge ihre Ausbildung zum Elektrotechniker beginnen. Damit waren im Geschäftsjahr 2012/13 durchschnittlich 46 Auszubildende bei der EVN beschäftigt. Neben der dualen Ausbildungsschiene aus Berufsschule und Einsatz im Unternehmen werden auch begleitende Kurse und Seminare angeboten, um das Ausbildungsspektrum abzurunden. Zur Förderung fachübergreifender Qualifikationen unterstützt die EVN auch Doppel- und Mehrfachqualifizierungen, wie etwa Lehrausbildungen als Gasund Wärmetechniker.
Die hohe Qualität der Ausbildung zeigt sich nicht zuletzt darin, dass ein überwiegender Teil der Lehrlinge nach Abschluss der Ausbildung im Unternehmen tätig bleibt. Von den rund 15 Lehrlingen, die 2007 ihre Ausbildung bei der EVN Netz GmbH (per 1. Oktober 2013 umbenannt in Netz Niederösterreich GmbH) begonnen haben, wurden elf in ein weiterführendes Arbeitsverhältnis übernommen. Nach dem Lehrabschluss unterstützen erfahrene Kollegen den Technikernachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrungen sicher.
Darüber hinaus bietet die EVN jährlich mehr als 300 Schülern und Studenten die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen im Rahmen von spannenden Praktika anzuwenden und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Damit verfolgt die EVN das Ziel, jungen Menschen schon früh Perspektiven zu vermitteln und Begeisterung für Berufe im Energie- und Umweltsektor zu wecken.
Für ihren Einsatz bezüglich der Ausbildung junger Menschen wurde die EVN im November 2012 mit dem zweiten Platz (erster Platz 2011) beim Wettbewerb "Place to Perform" ausgezeichnet, bei dem jährlich die besten Praktikumsangebote österreichischer Unternehmen bewertet werden. Auch in Bulgarien widmet sich die EVN mit großem Engagement der Kooperation mit Studenten und jungen Fachkräften. Im April 2012 unterzeichneten die EVN Bulgaria und die Technische Universität in Sofia eine Kooperationsvereinbarung mit dem Zweck, die praktischen Fähigkeiten der Studenten und den Erfahrungsaustausch auf Gebieten wie Informationstechnologie und Elektrotechnik zu fördern. Zudem führte die EVN Bulgaria in der Berichtsperiode bereits im achten aufeinanderfolgenden Jahr das Praktikumsprogramm "Jugend mit Zukunft" durch, das begabten Jugendlichen die Möglichkeit verschafft, im Rahmen von dreimonatigen Praktika, je nach Interesse und Vorliebe Erfahrungen in einer der Zentralabteilungen des Standorts Plovdiv zu sammeln.
Stipendien in Mazedonien
Im Studienjahr 2010/11 wurde ein Stipendienprogramm in Zusammenarbeit der Universität Skopje und der EVN ins Leben gerufen. Insgesamt wurden im ersten Jahr vier Stipendien für Studenten der Universität Skopje an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnologie vergeben. Seither wurde das Programm auch auf die Technische Universität von Bitola ausgedehnt und pro Jahr ein weiteres Stipendium gewährt. Zur Zeit unterstützt die EVN neun Studentinnen und fünf Studenten.
Die Auswahl der Studenten aus verschiedenen technischen Studienrichtungen erfolgte auf Basis von Tests und Aufnahmegesprächen. Um die angemessene Nutzung des Stipendiums sicherzustellen, ist der Erhalt an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Zum Beispiel sieht das Programm vor, dass die Studenten einen guten Studienerfolg erreichen, während des Studiums Seminar- und Projektarbeiten zu EVN relevanten Themen erarbeiten und im Sommer ein Praktikum bei der EVN absolvieren. Ziel ist es, vor allem Studenten technischer Fachrichtungen an die EVN zu binden und gleichzeitig den Studenten die Möglichkeit zu geben, die EVN sehr gut kennenzulernen. Mittelfristiges Ziel ist die Rekrutierung qualifizierter Stipendiaten für vielversprechende Jobs im EVN Konzern.
Integritätsklausel für Vertragspartner
Für die Mitarbeiter von Vertragspartnern und Subauftragnehmern gilt die Integritätsklausel der EVN als Vertragsbestandteil. Darin ist festgehalten, dass Diskriminierung oder Belästigung am Arbeitsplatz in keiner Weise geduldet werden. Weiters werden die Bedingungen am Arbeitsplatz zu den Punkten "Gesundheitsschutz", "Arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften" und "Transparenz der Arbeitszeit und Entlohnung" adressiert.
- GRI-Indikator: Prozentsatz der Mitarbeiter, die unter Kollektivvertrag fallen (LA4)
- GRI-Indikator: Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen (LA5)
- GRI-Indikator: Prozentsatz der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird (LA6)
- GRI-Indikator: Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern (EU14)
Arbeiten und Leben bei der EVN
Work Family Balance
Die EVN unterstützt die Eltern unter ihren Mitarbeitern bei der Vereinbarung von Berufs- und Familienleben und damit auch jene Mitarbeiter, die vor der Entscheidung über die Inanspruchnahme der ihnen gesetzlich zustehenden Karenzansprüche stehen. Zudem wird durch die Aufrechterhaltung des Kontakts während der Karenzzeit der berufliche Wiedereinstieg erleichtert. Als Alternative zur Karenzierung oder auch in der Phase des Wiedereinstiegs können sich Eltern für ein Teilzeitmodell entscheiden und dabei ihre Arbeitszeit individuell anpassen.
Diese flexiblen Regelungen bieten Vorteile für beide Seiten: Die EVN kann das Wissen ihrer qualifizierten Mitarbeiter über die Phase intensiver Kinderbetreuung hinweg nutzen und stellt damit auch die Rentabilität der Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung sicher. Aufseiten der Eltern erleichtern die enge Bindung und der laufende Kontakt zum Unternehmen den Wiedereinstieg und sorgen dafür, dass das berufliche Know-how auf dem aktuellen Stand gehalten wird.
Über die gesetzliche Karenzierung hinaus, bietet die EVN die Möglichkeit – mit Wiedereinstellungszusage – eine Freistellung bis zum 36. Lebensmonat des Kindes in Anspruch zu nehmen. Auch Männer nutzten die angebotenen Modelle. Im Geschäftsjahr 2012/13 waren sechs Männer in Väterkarenz. Dank der individuellen Lösungen kehren im Grunde alle Mütter und Väter der EVN Netz GmbH, der EVN Wärme GmbH, der evn wasser GmbH und der EVN Business GmbH nach ihrer Karenz wieder ins Unternehmen zurück. Aus familiären Gründen ist in der Berichtsperiode eine Mitarbeiterin aus dem Unternehmen ausgeschieden (Vorjahr: ein Austritt nach einer Karenz).
Eine weitere Maßnahme, die den beruflichen Wiedereinstieg erleichtert, ist das 2012 eingeführte Eltern-Kind-Büro, das den Mitarbeitern ermöglicht, ihr Kind an Tagen, an denen Betreuungsengpässe bestehen, in die Arbeit mitzunehmen. Die kindgerechte Ausstattung der beiden vollwertigen Arbeitsplätze mit Kindersitzecke, Spielsachen oder Fläschchenwärmer ermöglicht es Eltern, in einer auch für ihr Kind angenehmen Atmosphäre zu arbeiten.
Für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wurde auch im Sommer 2013 das zweiwöchige Kinderferienprogramm "Ferien@EVN" angeboten. Das Programm, das 2011 initiiert wurde, fand in den Räumlichkeiten der EVN Direktion, der angrenzenden Grünfläche und im Informationszentrum des Kraftwerks Theiß statt und wurde gemeinsam mit der Initiative Family Business veranstaltet. Insgesamt nahmen mehr als 60 Kinder von EVN Mitarbeitern bei dem bunten Programm aus Spiel- und Bastelaktionen, Ausflügen und Trommel-Workshop teil.
- GRI-Indikator: Diversität der Mitarbeiter und leitenden Organe (LA13)
- GRI-Indikator: Wiedereinstieg der Mitarbeiter ins Berufsleben nach einer Karenz (LA15)
EVN-Pensionskasse
Mit der EVN-Pensionskasse bietet die EVN ihren Mitarbeitern eine Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsvorsorge (ASVG-Pension) und somit die Möglichkeit, in Eigeninitiative – und unterstützt vom Unternehmen – ein zusätzliches privates Standbein für die Altersversorgung aufzubauen. Damit trägt die EVN maßgeblich zur Sicherung des späteren Lebensunterhalts ihrer Belegschaft bei. Die Pensionskasse bietet ein beitragsorientiertes Pensionssystem, bei dem sich die Höhe der künftigen Pension aus der Verrentung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile bis zum Pensionsantritt errechnet. Die Altersversorgung wurde bewusst nicht in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgelagert. Die eigene Betriebspensionskasse gewährleistet die Mitsprachemöglichkeit der Mitarbeiter über die Belegschaftsvertretung. Auch in Bulgarien nimmt die EVN im Bereich der betrieblichen Altersversorgung ihre Verantwortung als Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitern wahr und hat eine freiwillige Rentenversicherung für jeden Beschäftigten – Voll- und Teilzeitbeschäftigte – abgeschlossen.
Krankenzusatzversicherung
Als weitere freiwillige Sozialleistung bietet die EVN ihrer Belegschaft die Möglichkeit zum begünstigten Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Ein zu diesem Zweck bestehender Rahmenvertrag mit einem österreichischen Versicherungsunternehmen soll für alle teilnehmenden Mitarbeiter eine optimale ärztliche Betreuung sicherstellen.
Zusatzleistungen wie die Krankenzusatzversicherung und die EVN Pensionskasse stehen allen Mitarbeitern der jeweils beitragsleistenden Arbeitgeber der EVN Gruppe – unabhängig von Alter, Geschlecht und Ausmaß der Beschäftigung – gleichberechtigt zur Verfügung.
EVN Kultur- und Sportverein
Der EVN Kultur- und Sportverein (KSV) ist eine Mitarbeiterinitiative mit jahrzehntelanger Tradition. Das Angebot reicht von Fußball, Yoga, Mountainbike, Laufen über Sport- und Stockschießen, Sportklettern, Winter- und Wassersport, Tauchen, Segeln und Surfen bis zu Fischen oder Tennis. Auch Pilates, Schach, Golf, Bodywork, Kraftkammer- und Ganzkörpertraining, Flugsport, Tischtennis, Wandern, Foto und Film oder Kultur und Touristik werden im Rahmen des KSV angeboten und von den Mitarbeitern gerne in Anspruch genommen.
Die EVN unterstützt diese Aktivitäten vor allem unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitsförderung. Gleichzeitig fördert die Teilnahme an KSV Angeboten die Mitarbeiterkommunikation und damit die Gemeinschaftsbildung innerhalb des Unternehmens.
Der KSV der EVN zählte in der Berichtsperiode mehr als 1.500 aktive Mitglieder und setzt sich aus 16 einzelnen Vereinen, die in Krems, Horn, Waidhofen an der Thaya, Deutsch-Wagram, Hollabrunn, Mistelbach, St. Pölten, Waidhofen an der Ybbs, Wiener Neustadt, Korneuburg, Theiß, Dürnrohr und Maria Enzersdorf beheimatet sind, zusammen. Alle Vereine haben eine starke Bindung an die jeweilige Region und agieren weitgehend selbstständig.
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden insgesamt 14,0 Mio. Euro für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet, das entspricht einem Anteil von 4,6 % des Personalaufwands.
GRI-Indikator: Betriebliche Leistungen,
die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden (LA3) GRI-Indikator: Betriebliche soziale Zuwendungen (EC3)
Personalentwicklung
Die EVN ist sich der Bedeutung ihrer erstklassig qualifizierten und motivierten Mitarbeiter für die gesamte unternehmerische Leistungserbringung bewusst. Nicht nur mit ihrem Wissen, auch mit ihrem Engagement und ihrer ständigen Lernbereitschaft tragen sie zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens bei. Vor diesem Hintergrund bildet die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Belegschaft den Schwerpunkt des Personalmanagements. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. In jedem Konzernbereich der EVN sind Mitarbeiter als Bildungsbeauftragte nominiert. Ihre Aufgaben liegen darin, die Qualifizierungsmaßnahmen zu koordinieren, Entwicklungsbedürfnisse einzelner Personen zu erheben und an die Teams der EVN Akademien weiterzuleiten.
1) Inkludiert aufgrund der länderspezifischen Ausbildungsstrukturen den höheren Schulabschluss in Mazedonien, der dem Maturaabschluss gleichzustellen ist.
Weitere Angaben zu Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung finden sich unter www.evn.at/Personalentwicklung/Aus-und-Weiterbildung.
GRI-Indikator: Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen (LA11)
Eine Perspektive für die Mitarbeiter der EVN Gaskraftwerke
Die Verwerfungen auf den europäischen Energiemärkten stellten die EVN in der Berichtsperiode vor wirtschaftliche und soziale Herausforderungen. Die hohen Einspeisemengen von Strom aus erneuerbaren Energiequellen führten zu einer Überangebotssituation, wodurch es zu einem Rückgang der Strompreise an den Börsen kam. Die dadurch negativen Spannen zwischen Primärenergie- und Strompreisen machten den Betrieb von Gaskraftwerken aktuell unwirtschaftlich und hatten starke Auslastungsrückgänge zur Folge. Die Vertragsunterzeichnung im Geschäftsjahr 2012/13 mit der deutschen Bundesnetzagentur über die Bereitstellung von Reservekapazitäten für weitere drei Winterhalbjahre ermöglicht nur eine teilweise Auslastung der Anlagen. Dieser Auslastungsrückgang setzte naturgemäß auch Kapazitäten unter den speziell ausgebildeten Mitarbeitern frei. Insgesamt sind rund 200 Mitarbeiter der EVN davon betroffen. Die EVN sieht es jedoch in ihrer Verantwortung, die Auswirkungen der sich verändernden Energiemärkte nicht auf ihre Mitarbeiter abzuwälzen. Durch Maßnahmen wie Weiterbildungen, Umschulungen und EVN-interne Entwicklungsmöglichkeiten werden den Mitarbeitern neue Perspektiven innerhalb des Unternehmens eröffnet. Wertvolles Know-how und Expertise können dadurch im Unternehmen behalten und an anderer Stelle mit neuem Wissen verknüpft werden.
Laufende Aus- und Weiterbildung
Mit einem Gesamtaufwand von 2,4 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2011/12: 2,7 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2012/13 pro Mitarbeiter 325,5 Euro (Geschäftsjahr 2011/12: 359,0 Euro) in Weiterbildungsmaßnahmen investiert. Die Stundenanzahl der durchschnittlich absolvierten Weiterbildungsveranstaltungen beläuft sich auf 31,3 Stunden pro Mitarbeiter.
Die Schwerpunkte der Aus- und Weiterbildung lagen neben Sprachtrainings und Fachseminaren in der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien lag der Fokus in dieser Berichtsperiode auf dem Seminar "Kundenkommunikation – Standards und Richtlinien", das nun seit der Gründung der EVN Akademie in Bulgarien im Jahr 2006 von insgesamt 2.500 Personen besucht wurde. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2011/12 ein neues Ausbildungszentrum im bulgarischen Stara Zagora eröffnet, das eine weitere Optimierung der Aus- und Weiterbildung der bulgarischen Mitarbeiter ermöglicht. In Mazedonien wurden neben IT-Schulungen und Projektmanagement auch Sprachkurse und Trainings zum Thema "Arbeiten unter Spannung" sowie unterschiedliche Verhaltenstrainings abgehalten.
GRI-Indikator: Aus- und Weiterbildung (LA10)
Abdeckung des Bedarfs an Fach- und Führungskräften Zur zuverlässigen Deckung des zukünftigen Bedarfs an Fachund Führungskräften setzt die EVN umfangreiche Aktivitäten vor allem in der Lehrlingsausbildung (siehe Seite 196), dem Talente-Management und der Führungskräfteentwicklung.
- Talente-Management: Die Besetzung von Führungspositionen aus den eigenen Reihen wird in der EVN durch die Qualifizierung und Förderung bestehender Mitarbeiter gefördert. Ein Programm, das die EVN zu diesem Zweck implementierte, ist die EVN Summer University "EVN SUN". In der Berichtsperiode nahmen an dem sechstägigen Programm acht Mitarbeiterinnen und 13 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Ländern des EVN Konzerns wie Österreich, Mazedonien, Bulgarien, Kroatien und Deutschland teil. Bei der Summer University vom 22. bis 27. September 2013, die erstmals mit der Donauuniversität Krems veranstaltet wurde, führten internationale Vortragende in die Themen Operations Management, Innovation Management, Cross-Cultural Management, Corporate Management und Key Performance Indicators ein und vertieften die Theorie durch zahlreiche praktische Fallstudien. Darüber hinaus konnten interessante Fragestellungen mit dem EVN Management diskutiert werden.
- Führungskräfteentwicklung: Die Führungskräfteentwicklung bildet einen wichtigen Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung der EVN Akademien in Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Ausgewählte Mitarbeiter sollen darauf vorbereitet werden, mittelfristig Führungs- und Expertenaufgaben zu übernehmen und interne Karrierechancen zu nutzen. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde ein individuelles
| Aus- und Weiterbildung | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Aufwand1) | Mio. EUR | 2,4 | 2,7 | 2,6 |
| Durchschnittlicher Bildungsaufwand/Mitarbeiter/in | EUR | 325,5 | 359,0 | 313,7 |
| Ausbildungsstunden/Mitarbeiter/in | Std. | 31,3 | 26,9 | 22,1 |
1) Seminargebühren, Trainer, E-Learning
und maßgeschneidertes Führungskräftebegleitprogramm für Mitarbeiter initiiert. Die EVN unterstützt zudem auch Weiterbildungen auf Hochschulniveau wie MBA-Programme. Die EVN Bulgaria veranstaltete für 65 Führungskräfte ein zweitägiges Führungskräfteprogramm, das Themen wie "Leading and Developing Others", "Talent Management" oder "Performance Management Systems" beinhaltete. Zudem wurde Anfang 2013 eine elektronische Trainingsplattform eingeführt, die seither 1.251 Mitarbeiter für Weiterbildung in Bereichen wie Excel, Projektmanagement oder jährliche Leistungsbewertung nutzten.
GRI-Indikator: Sicherstellung des Bedarfs an Fachkräften (EU14)
Im Zuge von Auftritten bei Lehrlings- und Berufsinformationsmessen sowie durch Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen präsentiert sich die EVN als attraktiver Arbeitgeber. Im Geschäftsjahr 2012/13 nahm die EVN an der Karriere-Messe der Technischen Universität in Wien, dem Career Calling, der YPD-Challenge, dem High-Potential-Day in Wien und auch an Karriere-Messen in Bulgarien (z. B. "National Career Days" in Plovdiv) und in Mazedonien (z. B. BEST, Career Days, SEEU) teil. Zudem ist die EVN auf Informationsplattformen wie kununu oder facebook präsent.
Nähere Details über kununu unter www.kununu.com.
Teilnahme der EVN Bulgaria am "go-international"-Programm
In Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich und deren Initiative für Exportförderung "go-international" wurde in der EVN Bulgaria das Programm "Go International Programme" initiiert. Insgesamt wurden in 35 Trainingstagen sechs Trainingsthemen behandelt und dabei 415 Mitarbeiter der EVN geschult. Themen dabei waren zum Beispiel Zeitmanagement, Konfliktmanagement, effektive Zusammenarbeit sowie telefonische und schriftliche Kommunikation.
Feedback- und Orientierungsgespräche
Seit Februar 2010 werden bei der EVN einmal jährlich "Feedback- und Orientierungsgespräche" (FOG) in allen größeren österreichischen Konzernunternehmen durchgeführt. Regelmäßige Mitarbeitergespräche finden auch in Bulgarien und seit Jänner 2012 auch in Mazedonien statt. Diese Instrumente ermöglichen die Beurteilung durch den Vorgesetzten und ein strukturiertes Feedback zu Arbeitsverhalten und -qualität. Weiters werden konkrete Entwicklungsziele und -maßnahmen vereinbart. Mehr als 90 % der Mitarbeiter sind vom Konzept des FOGs erfasst und erhalten damit auch regelmäßig Rückmeldung zu ihrer Leistung und Entwicklungsplanung.
GRI-Indikator: Mitarbeiter, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten (LA12)
Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit
Die bestmögliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in allen gesundheits- und sicherheitsrelevanten Bereichen ist der EVN ein großes Anliegen. Dafür wurde ein sicherheitstechnischer Dienst eingerichtet, mit dem nun neben den gesetzlichen Vorschriften ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien besteht. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft sind bei Belangen der Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge miteinbezogen. Zur Vertiefung und Festigung der Initiativen im Gesundheitsbereich hat die EVN im Geschäftsjahr 2012/13 das Gesundheitsprogramm Gesundheit@EVN weiterentwickelt. Die drei Ziele des Programms, "Gesundheit sichern", "Zu gesunder Lebensweise ermutigen" und "Leistungsfähigkeit ermöglichen", werden durch zahlreiche Maßnahmen wie Gesundenuntersuchung, Impfungen, Seh- und Hörtests, psychologische Beratung, Coachings, Tipps zur gesunden Ernährung sowie zielgruppenspezifische Angebote für Mitarbeiter, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, ergänzt.
Die von den Mitarbeitern geschätzte und sehr gut angenommene arbeitsmedizinische Betreuung geht weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden in Niederösterreich bei der EVN AG und der EVN Netz GmbH (per 1. Oktober 2013 umbenannt in Netz Niederösterreich GmbH) 1.087 Schutzimpfungen durchgeführt, und von 56 Mitarbeitern wurde die Möglichkeit einer Gesundenuntersuchung genutzt.
Die EVN ist nicht in Ländern mit erhöhten Risiken für übertragbare Krankheiten aktiv. Dennoch bestehen für Ernstfälle Konzernanweisungen wie die "Pandemievorsorge EVN", die jeweils für alle Konzerngesellschaften gelten. Die Pandemievorsorge (insbesondere für Grippepandemie) soll das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz minimieren, sodass die betriebliche Aktivität und die Versorgung der Kunden mit den Dienstleistungen der EVN sichergestellt sind. Die Anweisung regelt organisatorische, präventive und hygienische Maßnahmen, um im Fall einer Grippepandemie eine Ausbreitung unter den Beschäftigten zu minimieren. Über die Umsetzung der Maßnahmen in den betroffenen Organisationseinheiten entscheiden im Pandemiefall die Abläufe des Krisenmanagements, die in einer gesonderten Konzernanweisung geregelt sind.
Das umfangreiche Angebot an Schulungen zu den Themen Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit und Brandschutz wurde im Berichtsjahr fortgesetzt. Trainings zu Sicherheitsthemen waren beispielsweise "Arbeiten unter Spannung" oder "Motorsägeführerkurse". Weiters wurden Spezialausbildungen wie etwa der Umgang mit Absturzsicherung oder Erste-Hilfe-Kurse angeboten. In Österreich sind alle Mitarbeiter über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen vertreten, die Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten.
- GRI-Indikator: Schulung, Beratung und Gesundheitsvorsorge in Bezug auf ernste Krankheiten (LA8)
- GRI-Indikator: Arbeitsschutzthemen und diesbezügliche Vereinbarungen, die mit Gewerkschaften verhandelt wurden (LA9)
- GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen (EU16)
Die für diese Berichtsperiode geplante Implementierung einer eigenen Unfalldatenbank, die im vorigen Geschäftsjahr konzeptioniert wurde, musste nach einer internen Testphase aus systemtechnischen Gründen auf das kommende Geschäftsjahr verschoben werden. Das Ziel der Datenbank ist eine lückenlose Unfallerfassung zum Zwecke der statistischen Auswertung und zur Entwicklung von Präventionsmaßnahmen.
Die Anzahl der Arbeitsunfälle im EVN Konzern stieg im Geschäftsjahr 2012/13 um 40,7 % auf 121. Ebenso musste bei den Ausfallstagen eine Steigerung von 52,3 % auf 3.346 Tage verzeichnet werden. Im Berichtszeitraum kam es zu zwei tödlichen Unfällen von Mitarbeitern, die sich im Zuständigkeitsbereich der EVN Macedonia ereigneten.
GRI-Indikator: Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfallstage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle (LA7)
Arbeitsschutz und -sicherheit bei Auftragnehmern und Sublieferanten
Um Risiken bezüglich Arbeitssicherheit zu minimieren, arbeitet die EVN nur mit ausgesuchten Partnern zusammen und verpflichtet diese vertraglich dazu, geschultes Personal einzusetzen. Um die Erfüllung der Anforderungen, die die EVN an die Partnerunternehmen stellt, zu überprüfen, werden erfahrene und gut ausgebildete Mitarbeiter der EVN beispielsweise als Baukoordinatoren oder Bauaufsichten eingesetzt. Auftragnehmer und Sublieferanten kommen zeitlich begrenzt, insbesondere bei Wartungs- und Revisionsarbeiten sowie beim Bau neuer Kraftwerke und Übertragungsnetze, zum Einsatz. Insgesamt waren in der Berichtsperiode mehr als 5.000 Auftragnehmer und Sublieferanten für die EVN im In- und Ausland tätig. Eine zentrale Erfassung der geleisteten Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten wird von der EVN nicht vorgenommen, da damit keine wesentliche Aussagekraft zu Arbeitspraktiken verbunden wäre.
Sicherheits- und gesundheitsrelevante Fremdleistungen (z. B. im Bereich Hoch- und Tiefbau) werden konzernweit über Rahmenverträge mit präqualifizierten Unternehmen durchgeführt. Die Anzahl dieser qualifizierten Firmen beläuft sich auf etwa 300. In Österreich müssen alle Firmen, die Dienstleistungen für die EVN erbringen, die Integritätsklausel der EVN als Vertragsgrundlage anerkennen. Als integrierende Bestellgrundlage schreibt diese Klausel unter Punkt 4 "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz" die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz sowie den freien Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, geeigneten Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und Einschulung auf deren korrekten Gebrauch vor. Weiters müssen Firmen ihre Mitarbeiter gemäß § 14 ASchG und § 154 BauV unterwiesen haben. Dieselben Regelungen gelten für die von ihnen beauftrag-
| Unfall- und Ausfallstatistik | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 |
|---|---|---|---|
| Anzahl der Arbeitsunfälle1) | 121 | 86 | 113 |
| Anzahl der Ausfallstage2) | 3.346 | 2.197 | 3.149 |
| LTIF 3) | 10,1 | 6,9 | 8,2 |
1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)
2) Ausfallstage sind reine Arbeitstage exkl. Wochenenden, die aus Arbeitsunfällen resultieren (ohne Wegunfälle)
3) Lost Time Injury Frequency Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden
| Brandstatistik1) | 2012/13 | 2011/12 | 2010/11 | |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl | 3 | 6 | 4 | |
| Schäden | Tsd. EUR | 15,5 | 311,5 | 62,0 |
1) Österreich
ten Subunternehmer. Entsprechende Unterweisungsnachweise müssen unaufgefordert vorgelegt werden. Die Auftragnehmer sind weiters aufgefordert zu bestätigen, dass sie für die Abwicklung der beauftragten Arbeiten die entsprechende Befugnis und Befähigung haben. Für die internationalen Tochtergesellschaften gelten vergleichbare Gesetze und Prinzipien.
- GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen (EU16)
- GRI-Indikator: Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung (EU17)
- GRI-Indikator: Anteil der Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben (EU18)
Menschenrechte
Die EVN sieht es als ihre Verpflichtung an, die uneingeschränkte Wahrung von Menschenrechten in all ihren Handlungsbereichen zu respektieren. Dabei wird großer Wert auf die Sicherstellung von Menschrechtsklauseln in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte indigener Gruppen gelegt. Bereits im Jahr 2005 hat sich die EVN zur Berücksichtigung der Prinzipien des UN Global Compact bekannt und sich selbst verpflichtet, für die vollständige Einhaltung der Menschenrechte an allen EVN Standorten zu sorgen. Die entschiedene Ablehnung jeder Form von Kinder- und Zwangsarbeit wird auch für ihre Geschäftspartner und Lieferanten vorausgesetzt.
In Form des EVN Verhaltenskodex sind diese für alle Mitarbeiter bindenden Grundsätze festgehalten und jedermann zugänglich. Die Anwendung in allen EVN Gesellschaften wird durch die Verfügbarkeit in Deutsch und Englisch, speziell aber auch durch Übersetzung in die Landessprachen der EVN Tochtergesellschaften, wie Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch, gewährleistet. Außerdem wird das Regelwerk laufend an die aktuellen Entwicklungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst.
Alle Lieferanten und Auftragnehmer der EVN werden zur Einhaltung der EVN Integritätsklausel verpflichtet. Sie ist auf der Homepage der EVN für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar und liegt außerdem jeder Bestellung und Ausschreibung bei, wodurch sie immer Vertragsbestandteil wird. Ihre Einhaltung bzw. Erfüllung seitens der Lieferanten wird durch die EVN überprüft, wofür eigens ein Fragebogen entwickelt wurde. Bei den seither durchgeführten Auditierungen konnten keine Beanstandungen festgestellt werden.
Die Agenden der Menschenrechte liegen im Verantwortungsbereich des Vorstands, der vom EVN Compliance Officer unterstützt wird.
Aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung ist die EVN auch in Ländern mit einem weniger ausgeprägten Verständnis für Fragen der Menschenrechte tätig bzw. bezieht über den zentralen Einkauf fallweise Dienstleistungen, Materialien und Produkte von dort. Im sensiblen Bereich der Beschaffung von Textilien (Arbeitsbekleidung) wurde der Bezug aus Risikoländern durch die Anwendung einer entsprechenden internen Regelung bereits ausgeschlossen. Stufenweise wird bei weiteren Produktgruppen ein solcher Ausschluss umgesetzt oder spezifische Kriterien und Maßnahmen eingeführt, die die konzernweite Integritätsklausel umsetzen bzw. über diese hinausgehen. Ein Beispiel dazu liefert die Kohlebeschaffung in Polen oder Russland, wo Untersuchungen und Kontrollen zur Beurteilung der Einhaltung von Menschenund Arbeitsrechten sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen durchgeführt werden, bevor ein Auftrag erteilt wird.
- GRI-Indikator: Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln (HR1)
- Zum Verhaltenskodex der EVN siehe www.verantwortung.evn.at.
- Die Integritätsklausel ist abrufbar unter www.evn.at/Integritaetsklausel.
Die EVN unterstützt den UN Global Compact
| Prinzip 1: | Die EVN unterstützt und achtet den Schutz |
|---|---|
| der internationalen Menschenrechte. |
Prinzip 2: Die EVN stellt sicher, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig macht.
- Prinzip 3: Die EVN wahrt die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen.
- Prinzip 4: Die EVN tritt ein für die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit.
- Prinzip 5: Die EVN tritt ein für die Abschaffung von Kinderarbeit.
- Prinzip 6: Die EVN tritt ein für die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung.
- Prinzip 7: Die EVN unterstützt im Umgang mit Umweltproblemen einen vorsorgenden Ansatz.
- Prinzip 8: Die EVN ergreift viele Initiativen im In- und Ausland, um ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu erzeugen.
- Prinzip 9: Die EVN fördert die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien.
- Prinzip 10: Die EVN tritt gegen alle Arten der Korruption ein.
Aspekt: Investitions- und Beschaffungspraktiken
HR2 Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte
In ausgewählten Produktgruppen wie Textilien oder Materialien, wie beispielsweise Stahl, wurden wesentliche Zulieferer und Auftragnehmer, vor allem aus Herkunftsländern außerhalb der EU, unter Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekten geprüft. Diese Kontrollen erfolgen stichprobenartig. Der Großteil der Lieferungen wird aus der EU bezogen. Lieferanten, die ihren Sitz nicht in der EU haben, werden von der EVN vor Ort auditiert. Speziell bei Firmen des Baugewerbes überprüft die EVN ihre Auftragnehmer hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer. Diese Überprüfung findet bei 100 % der österreichischen Auftragnehmer für Bauleistungen mit einem Volumen von über 5.000 Euro statt. Bisher wurde kein Auftragnehmer der EVN identifiziert, der seinen Verpflichtungen zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen nicht nachkam.
HR3 Stundenanzahl der Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten
Im Rahmen der Schulungen zur Vermittlung des Verhaltenskodex, der neben dem Schwerpunkt Korruptionsprävention auch alle für das Unternehmen relevanten Menschenrechtsaspekte umfasst, sind pro Mitarbeiter 2,5 Stunden an Schulungsaufwand vorgesehen.
Siehe hierzu auch unter Corporate Governance und Führungsstruktur auf Seite 175f.
Aspekt: Gleichbehandlung
HR4 Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen
In der Berichtsperiode wurde kein Fall von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder politischer Ansichten bekannt. Als eine der zentralen Schlüsselanforderungen internationaler Übereinkommen, nationaler Sozialgesetzgebung, sozialer Richtlinien sowie der ILO-Kernarbeitsnormen ist die Gleichbehandlung ein zentraler Faktor der Positionierung der EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Fälle von Diskriminierung würden aufs Schärfste verurteilt und entsprechend den Compliance-Richtlinien und Personalstatuten der EVN sanktioniert werden.
Aspekt: Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlung HR5 Recht auf Versammlungsfreiheit und
Kollektivverhandlungen
Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen ist für die EVN und ihre Tochtergesellschaften ein zentrales Anliegen bei der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der ILO-Kernarbeitsnormen an allen Standorten ihrer Geschäftstätigkeit. Dieses Recht ist auch fest in der Integritätsklausel der EVN verankert, die jeder Bestellung und jedem Vertrag der EVN zugrunde liegt. Die EVN und ihre Tochtergesellschaften verfolgen keine Geschäftstätigkeiten, bei denen die freie Ausübung der Mitarbeiterrechte, speziell Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, gefährdet sein könnten. In Österreich und den EU-Ländern sind diese Rechte durch gesetzliche Bestimmungen gewahrt. Darüber hinaus hat die EVN neben einer bestehenden Belegschaftsvertretung in ihren österreichischen Konzerngesellschaften die Gründung eines EU-Betriebsrats unterstützt, der diese und andere Menschenund Mitarbeiterrechte in den EU-Standorten der EVN wahrt.
Eine Analyse der Länder oder geografischen Gebiete, in denen Risiken in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte möglich sind, hat ergeben, dass als einziger Standort außerhalb der EU, an dem internationale EVN Tochtergesellschaften tätig sind, Russland von den maßgeblichen Institutionen als ein Risikoland im Bereich Menschenrechte bezeichnet wird, wobei insbesondere die oben genannten Rechte betroffen sein können.
Aus diesem Grund hat die Rechtsabteilung der EVN sich intensiv mit den Fragen der Menschenrechte in solchen Risikoländern auseinandergesetzt und neben der eigenen Weiterbildung auf diesem Sektor dafür Sorge getragen, dass speziell die Führungskräfte in den russischen Tochtergesellschaften bzw. Standorten im Rahmen der internen Schulung zum EVN Verhaltenskodex angewiesen werden, auf die Einhaltung der Menschen- und Mitarbeiterrechte, speziell der oben angeführten, zu achten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Überprüfungen und Rückmeldungen haben ergeben, dass diese Rechte im Rahmen der Geschäftstätigkeit der EVN und ihrer Tochtergesellschaften in Russland nicht gefährdet sind. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Menschen- und Mitarbeiterrechte überprüft die EVN vor jedem internationalen Projekt die diesbezüglichen Risiken.
Aspekt: Kinderarbeit
HR6 Geschäftstätigkeiten mit Risiko der Kinderarbeit
Das Risiko der Kinderarbeit besteht für die EVN insofern, als verschiedene Produkte und Materialien über die Beschaffungsabteilung aus Ländern bezogen werden könnten, die zu den Risikoländern zählen. In der Beschaffung wurden bereits eine Reihe von Schritten gesetzt, um dieses Risiko möglichst zu eliminieren. Ein wichtiger Fortschritt war die Einführung der Integritätsklausel, welche jeder Bestellung und jedem Vertrag der EVN zugrunde liegt. Des Weiteren werden Beschaffungsvorgänge mit hohem Potenzial an möglicher Kinderarbeit penibel kontrolliert. Hinzu kommen noch Vorbehalte in Textilausschreibungen, welche nur Produkte zulassen, die in der EU hergestellt werden. Die EVN ist damit in keinem Land aktiv, das Risiko auf Kinderarbeit vermuten lässt.
Aspekt: Zwangsarbeit
HR7 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit
Die EVN ist in keinen Ländern mit Risiko von Zwangsarbeit, mit Ausnahme von Russland, tätig. Dort werden Maßnahmen getroffen, um das Risiko von Zwangsarbeit zu reduzieren.
Siehe hierzu auch HR6.
Aspekt: Sicherheitsverfahren
HR8 Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte
Die EVN ist in keinen Ländern mit Risiko von Übergriffen seitens des lokal angestellten Sicherheitspersonals, außer in Russland, tätig. Auf den russischen Anlagen ist jeweils eine Sicherheitskraft beschäftigt (mit Arbeitsvertrag). Alle Sicherheitskräfte wurden über den EVN Verhaltenskodex, welcher auch das Thema Menschenrechte behandelt, informiert. Übergriffe sind somit nahezu ausgeschlossen oder werden streng sanktioniert.
Aspekt: Assessment
HR10 Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen
Die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Investitionsund Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte der Ureinwohner ist fest in der Werteskala der EVN verankert. Die diesbezüglichen Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben und gelten für alle Mitarbeiter in allen Geschäftsbereichen. Eine sogenannte Integritätsklausel der Konzernfunktion Beschaffung verpflichtet alle Lieferanten und Auftragnehmer zu einer entsprechenden Einhaltung. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN im Zuge ihrer Leistungserbringung hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte überprüft.
Siehe hierzu auch HR2.
Gesellschaft
Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen setzt sich die EVN schon seit Jahren mit gesellschaftlicher Verantwortung, nachhaltiger Unternehmensführung sowie Umwelt- und Ressourcenschonung auseinander und strebt dabei eine ausgewogene Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte an. Die EVN ist über ihre Geschäftstätigkeit mitverantwortlich für die gesellschaftliche Entwicklung ihrer Märkte und nimmt aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher Verflechtungen Einfluss auf lokale Stakeholder.
Die EVN verfügt über einen klaren Managementansatz in all jenen gesellschaftlichen Aspekten ihrer Geschäftstätigkeit, die Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Dieser Managementansatz ist im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben (www.evn.at/verhaltenskodex).
Aspekt: Lokale Gemeinschaften
SO1 Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten auf das Gemeinwesen
Die EVN versorgt insgesamt 3,7 Millionen Menschen sicher und zuverlässig mit Energie. Zu ihren Kernaufgaben zählt, die täglichen Bedürfnisse ihrer Kunden verlässlich abzudecken und zu deren Lebensqualität beizutragen. Einen besonders hohen Stellenwert nimmt die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen ein, die sich in einer umsichtigen Geschäftsführung widerspiegelt. Das gilt für die Menschen und den sozialen Zusammenhalt ebenso wie für die regionale Wirtschaft, die Umwelt und den Einsatz natürlicher Ressourcen.
Siehe ebenfalls EN18 und EU19.
SO9 Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativem Einfluss auf die lokale Gemeinschaft
Für alle Aktivitäten des Unternehmens gelten die zentralen Grundsätze der Versorgungssicherheit, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen, der Schaffung moderner Infrastruktur sowie des konsequenten Auftretens als Qualitätsanbieter. Alle Infrastrukturprojekte – vom (Klein-)Wasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen – haben Einfluss auf die Ökologie und die regionale Bevölkerung.
Trotz hoher Zustimmung zur Windenergie und Wasserkraft sind bei der Umsetzung konkreter Projekte Interessenkonflikte mit Anrainern sowie Natur- und Umweltschützern nicht gänzlich auszuschließen. Potenzielle Interessenkonflikte müssen daher so früh als möglich erkannt und berücksichtigt werden. Die EVN setzt daher bei ihren Projekten auf eine professionelle Kommunikation mit Gemeinden, Anrainern, Bürgerinitiativen und NGOs und sieht eine konstruktive Gesprächsbasis mit allen Stakeholdern als Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Realisierung von Wind- und Wasserkraftprojekten.
SO10 Präventionsmaßnahmen für Geschäftstätigkeiten mit negativem Einfluss auf lokale Gemeinschaften
Sämtliche Infrastrukturprojekte vom (Klein-)Wasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen werden unter aktiver und frühzeitiger Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner und Informationsgeber für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung. Daneben wird auf die Zusammenarbeit mit führenden Umwelt- und Tierschutzexperten sowie auf State-ofthe-Art-Technologie gesetzt. Die behördlichen Auflagen stellen für die EVN lediglich eine Mindestanforderung dar. Darüber hinausgehende Informations-, Schutz- und Präventionsmaßnahmen sind prioritäres Ziel der EVN.
Jedes Windkraftprojekt ist einem strengen Genehmigungsverfahren zu unterziehen. Hierbei wird zwischen Einzelverfahren und konzentrierten Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) unterschieden. Die Entscheidung, ob ein Projekt UVP-pflichtig ist, obliegt der zuständigen Behörde. Sie beurteilt dabei unter anderem die Größe des geplanten Windparks, bestehende Windkraftanlagen in der Umgebung sowie relevante Schutzgebiete. Sowohl im Einzel- als auch im konzentrierten UVP-Verfahren werden alle relevanten Faktoren, wie Schall, Schatten, Ornithologie, Umwelt oder Landschaftsbild, beurteilt. Die gesetzlichen Vorgaben der niederösterreichischen Landesregierung, wie beispielsweise die Einhaltung eines verpflichtenden Mindestabstands von 1,2 km zu gewidmetem Wohnbauland, gehören dabei zu den strengsten Europas.
Siehe hierzu ebenfalls SO9.
Aspekt: Korruption
SO2 Untersuchung von Korruptionsrisiken
Korruption wird als Risikofaktor im unternehmensinternen Risikomanagement der EVN geführt, und im Rahmen der Richtlinien des EVN Verhaltenskodex erfolgt hierzu in allen Konzerngesellschaften eine einschlägige Unterrichtung. Es wird auch im Rahmen aller durchgeführten internen Revisionsprojekte auf die Einhaltung sämtlicher Compliance-relevanter Sachverhalte und Regelungen geachtet.
SO3 Mitarbeiterschulung zur Korruptionsprävention
Alle Mitarbeiter werden hinsichtlich des EVN Verhaltenskodex geschult und zur Antikorruptionspolitik unterrichtet. Im Geschäftsjahr 2012/2013 wurden das Hinweisgeberverfahren (Whistle Blowing) für Mitarbeiter in Österreich im Intranet fertiggestellt und eingerichtet und ein entsprechendes Präsenztraining "Compliance" für alle Mitarbeiter aufgesetzt. Die datenschutzrechtliche Prüfung in den wichtigsten Märkten im Ausland befindet sich in Umsetzung – das Hinweisgeberverfahren wird in der Folge auch dort zur Anwendung kommen. Im Rahmen des Projekts der Implementierung eines umfassenden Compliance Management Systems wurde unter anderem ein Compliance-Handbuch erarbeitet, das die Grundlage für alle diesbezüglichen konzernweiten Schulungen bildet. Weiters dient es der Information der Mitarbeiter.
Siehe hierzu auch Governance, Verpflichtung und Engagement auf Seite 175ff.
SO4 Antikorruptionsmaßnahmen
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden keine Fälle von Korruption verzeichnet. Übertretungen und Verstöße stellen eine Verletzung von Dienstpflichten dar; eine allfällige strafrechtliche Relevanz würde von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen sein. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, so würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit unbeabsichtigt in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich direkt und rechtzeitig an den EVN Compliance Officer zu wenden.
Details zum Compliance Management System finden sich auf Seite 175f Governance, Verpflichtungen und Engagement.
Aspekt: Öffentliche Ordnung
SO5 Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying
Die EVN bezieht im Rahmen ihrer Mitgliedschaften bei Wirtschafts- und Fachverbänden und deren Gremien bzw. Arbeitsgruppen zu Fragen des Klimaschutzes und der Energieeffizienz Stellung. Eine der bedeutendsten Organisationen, bei denen die EVN Mitglied ist, ist die Interessenvertretung der E-Wirtschaft in Österreich, "Oesterreichs Energie".
Aspekt: Wettbewerbswidriges Verhalten
SO7 Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung
Die bulgarische Finanzaufsichtsbehörde hat die Struktur der Kaufaufträge, die die EVN AG im Zuge des Privatisierungsverfahrens im Dezember 2011 für das vom Staat gehaltene Drittel an EVN Electrorazpredelenie AD abgegeben hat, für nicht regelkonform befunden. Die EVN vertritt den Standpunkt, sich vollinhaltlich an die Vorgaben des Privatisierungsverfahrens (veröffentlicht auf der Webseite der Börse Sofia) gehalten zu haben, und hat die Berufung eingeleitet. Die EVN AG hat im Zuge der Privatisierung den Anteil an der EVN Electrorazpredelenie AD (nunmehr EAD) zunächst auf 97,75 % und im Nachgang über den Börsehandel auf 100 % erhöht.
In Bulgarien laufen Verfahren gegen EVN EP, EVN EC, EVN SEE und EVN BG über die Feststellung eines Verstoßes wegen mangelnder Unterstützung und Behinderung des Registrierungsprozesses am freien Markt sowie des Lieferantenwechsels; weiters läuft ein Verfahren über die Feststellung eines Verstoßes gem. Art. 15 (verbotene Vereinbarungen, Beschlüsse und abgestimmte Praktiken) und Art. 21 (Missbrauch mit Monopol- oder beherrschender Marktstellung) des Gesetzes über Wettbewerbsschutz und Art. 101 und 102 von TFEU (Treaty on the Foundation of the European Union). Gegen EVN EP läuft ein Gerichtsverfahren über die Feststellung von Gesetzesverstößen wegen Festsetzung von Preisen und weiteren Bedingungen für Netzzugang sowie Bereitstellung von Masten. Die oben angeführten Verfahren sind vor der Kommission für Wettbewerbsschutz anhängig.
Ein Mitbewerber hat gegen die EVN Energievertrieb GmbH & Co KG eine Klage mit dem Vorwurf eingebracht, irreführende bzw. herabsetzende Behauptungen verbreitet zu haben, die den Anschein erwecken, der Mitbewerber habe keinen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet bzw. die Versorgungssicherheit der Kunden des Klägers sei bei außergewöhnlichen Witterungsbedingungen gefährdet. Das Verfahren wurde zwischenzeitlich verglichen.
Sector Supplements – Gesellschaft
EU19 Partizipative Entscheidungsfindungsprozesse mit Stakeholdern
Die EVN ist sich der gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit im In- und Ausland bewusst und berücksichtigt diese entsprechend den Richtlinien internationaler Vereinbarungen, nationaler Gesetzgebung und auch darüber hinaus.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen bei neuen Großprojekten. Dabei setzt die EVN auf die frühzeitige, umfassende und offene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner. Eine frühzeitige Einbindung schafft die Voraussetzung für eine breite Akzeptanz, liefert wertvolle Informationen für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung und ist die entscheidende Voraussetzung für die Planungssicherheit ("Licence to operate").
Siehe hierzu ebenfalls Seite 37f Stakeholdermanagement.
EU20 Unfreiwillige Umsiedlungen EU22 Umsiedlungen im Berichtsjahr
Die EVN lehnt jegliche Zwangsumsiedlung sowie physische und ökonomische Vertreibung ab und hält sich an die internationalen Richtlinien bzw. an die nationale Gesetzgebung zu diesem Thema. Bei neuen Projekten wird grundsätzlich eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die diese Aspekte bewertet. In der Berichtsperiode waren keine Umsiedlungen zu verzeichnen.
EU21 Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme
Die EVN verfügt in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit, insbesondere in Risikobereichen, die die Bevölkerung betreffen können, über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme. Es werden in Niederösterreich interne und externe Übungen und Schulungen zum Krisenmanagement durchgeführt. An allen Standorten der EVN werden Krisensituationen simuliert. Mitarbeiter im Störungsdienst werden laufend geschult, und es gibt jährliche Trainings aller Diensthabenden sowie jährliche Sicherheitsunterweisungen für alle Mitarbeiter. In Bulgarien und Mazedonien wurden ebenfalls Krisenmanagement-Systeme eingeführt.
Klare Grundsätze der evn naturkraft im Bereich Windenergie – Fair Policy
Fairness für das Gemeinwohl: Vorrang für Gemeindegrundstücke.
Faires Vorgehen: Keine Planung ohne Zustimmung der Gemeinden. Die Bürgermeister sind Erst-Ansprechpartner, bevor Kontakte zu Grundstückseigentümern aufgenommen werden.
Fair Play: Kein Ausspielen von Gemeinden und Grundstückseigentümern.
Faire Information: Die evn naturkraft plant und betreibt Windkraftanlagen mit der Bevölkerung und nicht gegen sie. Deshalb informiert sie früh, ehrlich und umfassend – von Informationsabenden über Gespräche mit allen ortsansässigen Gruppen und Stakeholdern bis hin zu runden Tischen.
Fairness für die Bewohner: Minimale Störungen durch Windkraftanlagen durch enge Zusammenarbeit mit den Anrainern und die beste Technologie.
Fairness für Flora und Fauna: Minimale Beeinträchtigungen von Tieren und Pflanzen durch enge Zusammenarbeit mit führenden Umwelt- und Tierschutzexperten
Produktverantwortung
PR4 Verstöße gegen Informationspflichten
Die FMA hat mit Straferkenntnis vom 11. Jänner 2013 die Veröffentlichung des Beschlusses der Hauptversammlung vom 19. Jänner 2012 betreffend die Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien während einer Geltungsdauer von 30 Monaten auf der Webseite der Gesellschaft nicht für ausreichend erkannt und über die Mitglieder des Vorstands wegen der Verwaltungsübertretung gem. § 82 Abs. 8 und 9 BörseG eine Geldstrafe (Mindeststrafe) verhängt.
PR9 Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen
Die bulgarische Energieregulierungsbehörde DKEWR hat mit Straferkenntnis vom 7. Oktober 2013 über die EVN EP eine Geldstrafe im Ausmaß von 20.000 BGN verhängt, weil die EVN EP ohne nachweisliche Zustimmung des Kunden und eines Zeugen einen Zählertausch vorgenommen hat.
Sector Supplements – Produktverantwortung
EU25 Verletzungen und Todesfälle von Personen (Kunden, Anrainer, allgemeine Öffentlichkeit)
Im Geschäftsjahr 2012/13 musste die EVN in der Gruppe der betriebsfremden Personen insgesamt sieben (Vorjahr: drei) Zwischenfälle verzeichnen. In Österreich zog sich ein Elektromonteur bei Kabelarbeiten Strommarken zu. Bei drei Personen kam es zu einer Elektrisierung. Eine Person erlitt Prellungen bei Mastarbeiten durch einen umfallenden Mast. Leider kam es auf einer Baustelle bei der Reinigung eines betonführenden Rohres zum Absturz einer Person, die an den Folgen des Absturzes verstarb. In Bulgarien erlitt eine Person Verbrennungen, als sie beim Betreten einer Trafostation unter Spannung geriet.
EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung
In allen Ländern mit Stromversorgung durch die EVN kann von einer Vollversorgung ausgegangen werden.
EU27 Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen
Sollten Kunden nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung und die Möglichkeit an, Ratenzahlungen zu vereinbaren. In der Vergangenheit sah sich die EVN trotzdem, vor allem in den Ländern Bulgarien und Mazedonien, mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert. Die Einbringungsrate konnte im Geschäftsjahr 2012/13 auf rund 99 % in Bulgarien und rund 92 % in Mazedonien erhöht werden. Im Bereich Wärme hingegen lag die Einbringungsrate in Bulgarien lediglich bei etwa 70 %. Die EVN Macedonia setzte im Geschäftsjahr 2012/13 einige Maßnahmen zur Verbesserung der Einbringungsrate und Erhöhung der Kundenzufriedenheit, in denen Schwerpunkte in der Kundenerziehung und -information und der Qualitätssicherung der Rechnungslieferung lagen. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen.
CSR-Programm
Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden im Zuge der Durchführung von CSR-Zielgesprächen bereichsspezifische Schwerpunkte auf Basis der EVN Wesentlichkeitsmatrix konkretisiert und darauf aufbauend unternehmensweite CSR-Ziele definiert. Diese Ziele sind im folgenden CSR-Programm je Handlungsfeld grau hinterlegt dargestellt. In einem iterativen Prozess wurde das CSR-Maßnahmenprogramm unter Beachtung der Handlungsfelder erarbeitet und wird unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche laufend um neue Maßnahmen erweitert.
Die EVN Wesentlichkeitsmatrix findet sich auf Seite 33 des Berichts.
Das Maßnahmenprogramm ist auch unter www.verantwortung.evn.at abgebildet.
CSR-Maßnahmen je Handlungsfeld
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Meilenstein Termin |
Status per 30. September 2013 |
|---|---|---|---|
| Handlungsfeld: Versorgungssicherheit | |||
| Nachhaltiger, wirtschaftlicher Ausbau der Versorgungsinfrastruktur Status: Erarbeiten eines gemeinsamen Themen-/Kriterienkatalogs |
|||
| Zur Umsetzung der unternehmensweiten Ziele wurden in der EVN folgende Abteilungsziele erarbeitet und Maßnahmen ergriffen: | |||
| Steigerung des konzernweiten Eigendeckungsgrads auf 30 % der Stromabsatzmenge |
Realisierung von Kraftwerksprojekten im In- und Ausland – dabei soll die Erweiterung der Erzeugungskapazitäten vorwiegend im Bereich der erneuerbaren Energien erfolgen – dazu zählen Wind- und Wasserkraftwerke im Inland als auch Großwasserkraftwerks projekte im Ausland. |
Laufend | Laufende Maßnahme |
| Zertifizierung der evn wasser zum zertifizierten Wasserversorger nach ÖVGW in den nächsten |
Zertifizierung der evn wasser zum zertifizierten Wasserversorger nach ÖVGW |
| nach ÖVGW in den nächsten zwei Jahren |
zertifizierten Wasserversorger nach ÖVGW in den nächsten zwei Jahren |
Ende 2013/14 |
Geplant |
|---|---|---|---|
| EVN Abfall: Erhöhung der | Schrittweise Ausrüstung der Kesselanlage mit korrosionsbeständigeren Materialien |
||
| Verfügbarkeit der Anlage | (Cladding) | Bis 2015 | In Umsetzung |
| Gemeinsames Verständnis für die nachhaltige und wirtschaftliche |
|||
| Errichtung von Netzinfrastruktur projekten bei allen betroffenen |
|||
| Mitarbeitern schaffen, derzeitiges Wissen erhalten und neuen |
Erarbeiten eines Themen-/Kriterienkatalogs für das nachhaltige und wirtschaftliche |
In Umsetzung, Liste wurde mit | |
| Mitarbeitern zur Verfügung stellen | Planen und Errichten von Leitungsprojekten | 31.03.2014 | Bezirksleitern erarbeitet |
| Meilenstein | Status per | ||
|---|---|---|---|
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Termin | 30. September 2013 |
Handlungsfeld: Ressourcenschonung
Steigerung der Anzahl an Energieberatungen
Status: 6.891 Energieberatungen wurden durchgeführt.
0% Atomstrom und 0% Graustrom im Energiemix der EVN in Österreich Status: 0% Atomstrom und Graustrom im EVN Energiemix
Zur Umsetzung der unternehmensweiten Ziele wurden in der EVN folgende Abteilungsziele erarbeitet und Maßnahmen ergriffen:
| EMAS-Ziel | Ressourceneinsparung im Bereich der Biomasseanlagen der EVN Wärme GmbH |
Verwertung von 20 % der anfallenden Bio masseasche pro Jahr als wertvoller Ersatzstoff und somit Einsparung von Ressourcen, Reduktion treibhausrelevanter Emissionen und Deponierungskosten |
Laufend | Derzeit Verwertung von 57 % der Biomasseasche durch Entsorger (insbesondere Bauindustrie) |
|---|---|---|---|---|
| EMAS-Ziel | Kontinuierliche Verbesserung der Anlagenkennzahlen in den Fernheizwerken der EVN Wärme GmbH |
Laufende Erhöhung der Datenqualität, Erfassung und Kontrolle der Daten, Ein führung von Bewertungsmodellen zur Optimierung im Rahmen des technischen Controllings und damit Erreichung einer Verbesserung der Anlagenkennzahlen, wie zum Beispiel Anlagenwirkung |
Mehrjähriges Ziel |
Grundsystem im Aufbau; Fernheizwerke werden für fünf Jahre an das neue System angeschlossen |
| EMAS-Ziel | Reduktion des CO2-Footprints der Fahrzeugflotte der EVN Wärme |
Ersatz von 10 % der dieselbetriebenen Dienstfahrzeuge durch erdgasbetriebene Kraftfahrzeuge im Jahr 2013; Ersatz von 5 % der dieselbetriebenen Dienstfahrzeuge durch alternativ angetrie bene Kraftfahrzeuge |
2014 | Maßnahme teilweise abgeschlossen |
| Steigerung der Wirkungsgrade | Optimierung des Startvorgangs im Kraftwerk Korneuburg sowie Emissionsreduktion und Gaseinsparungen im Kraftwerk Dürnrohr durch Optimierung der Fernwärmeabgabe |
Laufend | Laufende Maßnahme | |
| EMAS-Ziel | Wirkungsgradverbesserung der EVN Dampfturbine im Kraftwerk Dürnrohr |
Zusätzliches Leckdampfevakuierungssystem |
Laufend | In Umsetzung |
| EMAS-Ziel | Energieeinsparung im Bereich der Rauchgasentschwefe lungsanlage (REA) um 50 % im Kraftwerk Theiss |
Optimierung des Druckluftsystems | Laufend | In Umsetzung |
| Erhöhung der Sicherheit beim Umgang mit Strom in Bulgarien |
Projekt "Energieeffizienz in Schulen" (5. Schuljahr) – Aufklärung über den Stromverbrauch in Kooperation mit dem Unterrichtsministerium und Schulinspektoren in neun Regionen |
Laufend | Aufklärung von rund 8.700 Schülern seit Beginn der Initiative; Aktualisierung der Schulungsunterlagen; Erweiterung um neue Regionen |
|
| WTE-Projekte: energetische Verwertung von Klärschlamm |
Bau von Klärschlammverbrennungsanlagen | Laufend | In Umsetzung |
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Meilenstein Termin |
Status per 30. September 2013 |
|
|---|---|---|---|---|
| Erneuerbare Energien – Dienstleistungsprodukte und Tarife |
Angebote an Kunden zur eigenen Erzeugung von erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Photovoltaik-Bürgerbeteiligung, Kleinwind kraft, Biogasprodukt etc.) Dienstleistungen zur Erhöhung der Energie effizienz und damit Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger Angebot von CO2-zertifizierten Tarifen (Naturkraft, Sonnenstrom etc.) |
Ende 2013/14 |
Erfolgreich abgeschlossen | |
| Sensibilisierung der Kunden für einen bewussten Umgang mit Energie in Mazedonien |
Workshops, Kooperationen, Aufklärung durch Energiesparkampagnen und Social Media |
Laufend | Aufklärung der Kunden in Workshops, Round Tables, Seminaren für Studierende, Medien, kleine und mittlere Unterneh men; Energiesparkampagne über Medien, Broschüren und Energieberatung online oder durch das Customer Care Center |
|
| Erhöhung des Bewusstseins für Energieeffizienz sowie der Sicherheit beim Umgang mit Strom in Mazedonien |
Energieeffizienzklubs sowie Unterrichts stunden zum Thema, Gründung einer gemeinsamen Energieeffizienzplattform mit dem Wirtschaftsministerium |
Laufend | Gründung von Energieeffizienzklubs in 15 Schulen mit regelmäßigen Unterrichts stunden, je ein Workshop für Medien vertreter und Firmenkunden veranstaltet |
Handlungsfeld: Verantwortungsvoller Arbeitgeber
Förderung des internen Arbeitsmarkts und Erhöhung des internen Recruitings Status: 80% der Führungskräfte wurden intern besetzt.
Größerer Anteil an neu aufgenommenen Frauen als derzeitiger Frauenanteil im Unternehmen (je Position) und höhere Teilnahmequote von Frauen an Personalentwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte als Frauenanteil unter Führungskräften Status: Frauenanteil im Unternehmen war 21,9% – neu aufgenommen
wurden 36,8% Frauen; Anteil an Führungskräften ist 7% –
Anteil an Führungskräfteentwicklungsmaßnahmen war 20%
Erarbeitung und Umsetzung zielgruppenspezifischer Gesundheitsprogramme für alle Mitarbeiter
Status: 50% der Mitarbeiter nahmen an präventiven Maßnahmen teil.
Zur Umsetzung der unternehmensweiten Ziele wurden in der EVN folgende Abteilungsziele erarbeitet und Maßnahmen ergriffen:
| EVN Abfall: Ausrüstung der Arbeitnehmer mit verbesserter Schutzkleidung |
Für den Anlagenbereich wurden Schutzjacken getestet und den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. |
2013 | In Umsetzung |
|---|---|---|---|
| Verbesserung der Zufriedenheit und der Unternehmensidentifikation der Mitarbeiter |
Fortführung der Feedback und Orientierungsgespräche (FOGs ) |
Laufend | Einführung abgeschlossen; Gespräche werden jährlich durchgeführt |
| Förderung von Frauen in technischen Berufen |
Teenies' Day: Meine Zukunft in der EVN: Lehre bei EVN |
Herbst 2012 |
Erfolgreich abgeschlossen; Teenies' Day fand im Herbst 2012 statt |
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Meilenstein Termin |
Status per 30. September 2013 |
|
|---|---|---|---|---|
| Nachhaltigkeitsaspekte in bestehende Schulungsprogramme integrieren |
Gespräche mit Verantwortlichen für Aus- und Weiterbildung zur Identifikation von möglichen Integrationspotenzialen für CSR-Aspekte |
31.07.2014 | Geplant | |
| Gesunde Ernährung | Gesündere Bestückung der Snack-Automaten | 30.04.2014 | Geplant | |
| Information über gesunden Ernährungsstil am Arbeitsplatz |
30.12.2013 | In Umsetzung | ||
| Förderung des Gesundheits bewusstseins der Mitarbeiter |
Weiterentwicklung des Gesundheitsprogramms |
01.09.2014 | Maßnahme in Umsetzung; Weiter entwicklung im Geschäftsjahr 2013/14 |
|
| Jährlich ein Vortrag über Gesundheit | Laufend | Laufende Maßnahme | ||
| Erste-Hilfe-Kurse und Vorsorgeuntersuchungen |
Laufend | Laufende Maßnahme |
Handlungsfeld: Korruptionsprävention
Ausrollen des Compliance-Managements (Aufbau- und Ablauforganisation) auf die gesamte EVN Gruppe
Status: In fünf strategischen Geschäftseinheiten und vier definierten Ländern wurden dezentrale und nationale Compliance Officers ernannt.
Flächendeckende Schulung aller Führungskräfte und Mitarbeiter zu Compliance
Status: 30% der Führungskräfte wurden geschult;
Mitarbeiter wurden anlassbezogen geschult.
Zur Umsetzung der unternehmensweiten Ziele wurden in der EVN folgende Abteilungsziele erarbeitet und Maßnahmen ergriffen:
Einhaltung nationaler, internationaler und unternehmensinterner (Code-of-Conduct-)Bestimmungen, zwecks Vermeidung von: • strafrechtlichen Konsequenzen für Unternehmen und Mitarbeiter • zivilrechtlichen Konsequenzen für Unternehmen und Mitarbeiter • Erpressbarkeit Erstellung und Kommunikation des Code of Conduct Laufend Erstellung abgeschlossen, Kommunikation laufende Maßnahme Schulungen für Management und Mitarbeiter In Umsetzung Laufende Beratung Laufend Laufende Maßnahme Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter und aktiver Beitrag zur Einhaltung der Menschenrechte und Vermeidung von Korruption Konzeption und Implementierung eines umfassenden Compliance-Management-Systems für den EVN Konzern. Alle der Schulung und Information der Mitarbeiter dienenden Kommunikationsmaßnahmen werden entwickelt und umgesetzt. 01.05.2014 Konzeption abgeschlossen, Start Rollout per September 2013 Erstellung eines Corporate-Governance-Schulungskonzepts für Geschäftsführer der EVN bis Ende 2012 Ein modulares Konzept für die Schulung der Geschäftsführer erarbeiten Bis Ende 2012 Erfolgreich abgeschlossen
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Meilenstein Termin |
Status per 30. September 2013 |
||
|---|---|---|---|---|---|
| Schulung von Führungskräften mit dem Schwerpunkt Corporate Governance sowie rechtliche Rahmenbedingungen für die Leitung von Unternehmen |
Erstellung eine Konzepts, Ausarbeitung umfangreicher Schulungsunterlagen, Einbindung externer Referenten, Durchführung von Testschulungen, Individualisierung des Informationsangebots |
Bis Ende 2014 |
Nachdem im abgelaufenen Geschäfts jahr das Konzept samt Testschulungen entwickelt wurde, erfolgt 2013/14 die konzernweite Umsetzung. |
||
| Aufdeckung von Fehlverhalten | Einrichtung eines Hinweisgeberverfahrens (Whistle Blowing) konzernweit |
01.09.2014 | In Österreich eingerichtet; Prüfung in Ländern angestoßen |
||
| Vereinheitlichung der konzernweiten Corporate Governance zur risikoadäquaten Steuerung der Beteiligungen |
Erstellung von Musterdokumenten und Handlungsanleitungen, Clusterung der Beteili gungen zur risikoadäquaten Differenzierung der Corporate Governance, davon abhängig abgestufte Steuerungsmechanismen |
Bis Ende 2015 |
Die Vereinheitlichung ist bereits in Umsetzung; der Schwerpunkt 2013/14 liegt auf der Clusterung der Beteiligungen. |
Handlungsfeld: Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung
Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeit in Österreich halten und weiterhin in den Nachhaltigkeitsindizes gelistet bleiben bzw. in neuen gelistet werden Status: EVN derzeit in vier Nachhaltigkeitsindizes gelistet (VÖNIX, FTSE4Good, ECPI, Ethibel)
Langfristige Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in das Risikomanagement Status: 5% der Risiken unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten
Zur Umsetzung der unternehmensweiten Ziele wurden in der EVN folgende Abteilungsziele erarbeitet und Maßnahmen ergriffen:
| WTE: Weiterentwicklung von Dokumentation und Kontrolle der Prozesse der Finanzberichterstattung |
Aufrechterhaltung des Risikoorientierten Internen Kontrollsystems (RIKS) |
Laufend | In Umsetzung |
|---|---|---|---|
| Ableitung von weiterführenden Zielen auf der Basis der Ergebnisse des Pilotprojekts |
2013/14 | Berücksichtigung von CSR als poten zielles Prüfungsziel in der für Revisionen verwendeten Software TeamMate. Dadurch soll gewährleistet werden, dass bei jeder Revision die Relevanz von CSR im Zusammenhang mit der Revisions thematik hinterfragt wird und als eigenes Prüfungsziel entsprechend aufgenommen werden kann. Dies soll durch standardi sierte Vorgaben (sog. Testlabels) inner halb der Software erfolgen. |
|
| Bewusstseinsbildung der Revision (RV) für CSR in der eigenen Tätigkeit |
Durchführung Pilotprojekt 2013 zur Aufnahme von CSR-Aspekten in die Tätigkeit der RV |
2013 | Erfolgreich abgeschlossen; in der Revision "Einhaltung von Eichzählerfristen bei Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserzäh lern" wurde CSR erstmals als Prüfungsziel eingebaut. |
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Meilenstein Termin |
Status per 30. September 2013 |
|
|---|---|---|---|---|
| Etablierung eines gruppenweiten CSR-Standards |
Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der CSR-Ziele, Organisation und Prozesse |
2014 | Aufnahme von CSR in die Inventur des Risikomanagements; Start der Einführung eines Maßnahmenmonitorings |
|
| CSR-Zielgespräche mit den Fachabteilungen zur Vervollständigung des CSR-Managements |
Dez. 2013 | Erfolgreich abgeschlossen; im Geschäfts jahr 2012/13 wurden Zielgespräche so wie Gespräche zur Zusammenfassung zu unternehmensweiten Zielen durchgeführt |
||
| Stakeholderbefragung zur CSR-Wesentlichkeitsmatrix durchführen |
01.05.2014 | Geplant | ||
| WTE: Etablierung von CSR-Standards | Aufbau eines CSR-Teams | Juli 2013 beginnend |
In Umsetzung | |
| Verankerung der Integritätsklausel (inkl. sozialer, ökologischer und der Korruptionsaspekte) bei allen Auftragnehmern |
Erstellung und laufende Anpassung der Integritätsklausel (inkl. sozialer, ökologischer und der Korruptionsaspekte) |
2012 | Erfolgreich abgeschlossen; Überarbeitung 2013 mit geringen Anpassungen an Überprüfungsbogen für Auftragnehmer |
|
| Integritätsklausel als fester Bestandteil aller Bestellungen/Rahmenvereinbarungen |
2012 | Erfolgreich abgeschlossen; wurde 2012/13 eingehalten |
||
| Erstellung eines Auditierungsbogens zur Einhaltung der Integritätsklausel |
2013 | Erfolgreich abgeschlossen; Dokument wurde erstellt, neue Überarbeitung dieses Dokuments wurde auf Konzern ausge weitet (Bulgarien, Mazedonien, Kroatien). |
||
| Überprüfung der Auftragnehmer auf Einhaltung der Integritätsklausel |
2014 | Erste Audits bereits abgeschlossen; Ziel kann auf Top 20 ausgeweitet werden für 2015. |
||
| Nachschulung bei Nichteinhaltung wesent licher Bestandteile der Integritätsklausel |
Laufend | Im Zuge der Überprüfung der Einhaltung der Integritätsklausel |
Neben den fünf wesentlichsten Handlungsfeldern wurde in der EVN noch in weiteren wichtigen Handlungsfeldern an Abteilungszielen und zahlreichen Maßnahmen gearbeitet:
| Handlungsfeld: Klimaschutz | |||
|---|---|---|---|
| Reduktion der NOX-Emissionen im Kraftwerk Dürnrohr ab 2010 im Jahresdurchschnitt um 25 % gegenüber dem gesetzlich vor geschriebenen Wert |
Freiwillige Vereinbarung NOX: Trotz Alters der Anlagen, zusätzlicher Anforderungen etc. wird dieses Ziel nachhaltig beibehalten durch: + Katalysatorwaschen zur Erhöhung des Abscheidegrads + Einkauf von Kohlesorten mit niedrigem Stickstoffgehalt + Primärmaßnahmen wie z. B. die Optimierung der Feuerung |
Laufend, seit 2010 |
Laufende Maßnahme; auch im Geschäftsjahr 2012/13 wurden die Vorgaben der freiwilligen Verein barung eingehalten. |
| Steigerung des Bewusstseins für Klimaschutz |
Zwei Aktionen zur Bewusstseinsbildung pro Jahr in Abstimmung mit Handlungsfeld Klimaschutz |
Laufend/ jährlich |
Bewusstseinsbildung EMAS mittels Gewinnspiels in Bereichen Erzeugung und Wärme |
| EVN Abfall: Emissionsreduktion durch bessere Verbrennung |
Feuerleistungsregelung optimiert | Laufend | In Umsetzung |
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Meilenstein Termin |
Status per 30. September 2013 |
|---|---|---|---|
| Handlungsfeld: Umweltschutz |
| Stauraumüberwachung: Forschung/Monitoring/Vorhersage von Blaualgen |
Entwicklung eines Messsystems | 2014 | Versuchssonde im Probebetrieb am Stausee Ottenstein |
|---|---|---|---|
| Vogelschutz in Österreich | Verkabelung von Freileitungen und Freileitungskennzeichnung zum Schutz von Großtrappen in Niederösterreich im Rahmen des Projekts LIFE+ |
2015 | In Umsetzung |
| Vogelschutz in Mazedonien | Sicherung von Storchennestern und Errichtung von Nestplattformen in Mazedonien |
Laufend | In Umsetzung |
| Vogelschutz in Bulgarien | Isolierung von gefährlichen Masten und Leitungen durch Unterstützung des bulgarischen Vogelschutzvereins (BDZP, birdlife), Projekt: "Bewahren des Kaiseradlers und des Jagdfalken" |
2018 | Installation von weiteren 260 Nestplatt formen und 217 Schutzisolatoren im Geschäftsjahr 2012/13 (seit Beginn wurden insgesamt 1100 Nestplattformen installiert) |
Handlungsfeld: Menschenrechte
| Teilnahme an einem United Nations Global | |||
|---|---|---|---|
| Compact (UNGC) Unternehmensworkshop zum | |||
| Verbesserung des Verständnisses | Thema Menschenrechte, im Anschluss interner | ||
| menschenrechtlicher Anforderungen | Know-how Transfer | 2012/13 | Erfolgreich abgeschlossen |
Handlungsfeld: Interner Ressourcenverbrauch
| E-Mail-Flut eindämmen | Projekt "Intranet 2.0", Umsetzung "Personal Excellence Programme (PEP)" |
Laufend | PEP in EVN Österreich umgesetzt; Umsetzung in Südosteuropa geplant |
|---|---|---|---|
| PEP weiterführen | Laufend | In Österreich umgesetzt; Umsetzung in Südosteuropa geplant |
|
| Papierloses Büro | Elektronischer Versand von Bestellungen | 2012/13 | Erfolgreich abgeschlossen; Ziel wurde überschritten; Versand aller Bestellungen < 100.000 Euro |
| Elektronische Archivierung aller vergaberelevanter Dokumente |
2012/13 | Maßnahme begonnen | |
| Sensibilisierung der Mitarbeiter in Bulgarien zum schonenden Umgang mit Ressourcen |
Projekt "Code grün" (Handyrecycling, Tonerentsorgung, Recyclingpapier etc.) |
Laufend | Erfolgreich abgeschlossen; Recycling von über 29 Tonnen Papier |
Handlungsfeld: Stakeholderdialog
| Kontinuierlicher Dialog mit allen Stakeholdern |
Konkretisierung sowie Umsetzung des ausgearbeiteten Stakeholderkonzepts |
Laufend | Stakeholderbefragung zur EVN Wesent lichkeitsmatrix im Frühjahr 2014 geplant |
|---|---|---|---|
| Aktive Kommunikation und Kooperation mit anderen Unter nehmen; Organisation von und Teilnahme an CSR-Veranstaltungen |
Austausch im Rahmen von externen CSR-Veranstaltungen, Mitarbeit im Steering Committee des UN Global Compact (UNGC) |
Laufend | Teilnahme an UNGC Working Groups, UNGC-Besuch aus Taiwan, Mitwirkung Österreichischer CSR-Dialog, respACT Mitgliedertreffen |
| Abteilungsziel | Maßnahmen | Meilenstein Termin |
Status per 30. September 2013 |
|
|---|---|---|---|---|
| Handlungsfeld: Integration Südosteuropa | ||||
| Etablierung eines gruppenweiten CSR-Standards |
Aufbau der CSR-Organisation (Aufbau und Ablauforganisation) analog der Struktur in Österreich; Kommunikation mit den CSR Verantwortlichen in Bulgarien, Mazedonien, Kroatien und Deutschland |
Laufend | Workshops in Südosteuropa und Deutschland zur Erstellung und Weiterentwicklung der wesentlichen Handlungsfelder haben stattgefunden. |
|
| Leitwerte in Bulgarien einführen und das kulturelle Verständnis steigern |
Human Resources/CSR-Day für Integration Südosteuropa (2014) |
2012/13 | In Umsetzung | |
| Integration, Modernisierung | Interne Veranstaltungen und bereichs und länderübergreifender Know-how-Transfer |
Laufend | In Umsetzung | |
| Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement Tenniswochenende für Kinder "Master your Energy! Turn it into health, knowledge and skills." |
Tenniswochenenden für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren, wobei die EVN nicht nur den Auszeichnungsfonds für die Dauer des Tenniswochenendes, sondern auch die Trainingsstunden sicherstellt |
Laufend | Teilnahme von 520 Kindern seit Anfang der Initiative im Jahr 2010 |
|
| Soziale Aktivitäten im Versorgungsgebiet Bulgarien |
Weihnachtsgeschenke | Laufend | Erfolgreich abgeschlossen; Renovierung des Kindergartens "Kalina Malina" im Geschäftsjahr 2012/13 (inkl. der Energieeffizienzmaßnahmen und des neuen Spielplatzes) in Burgas |
|
| WTE: Fokussierung der Sozialsponsoringaktivitäten auf Projekte zur Kinder- und Jugendförderung in Deutschland |
WTE-Sozialfonds mit jährlich 10.000 Euro | Laufend | In Umsetzung |
Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung
Dr. Theodor Zeh (Vorsitzender)
Dipl.-Päd. Erika Adensamer, Präsidentin der Interessenvertretung der Niederösterreichischen Familien, Hauptschullehrerin
Karl Bader, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Bürgermeister der Gemeinde Rohrbach an der Gölsen, Hauptschuldirektor
Josef Edlinger, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Landwirt
Univ.-Prof. i. R. Dipl.-Ing. DDr. Albert Hackl, Zivilingenieur, Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien
Mag. Kurt Hackl, Abgeordneter zum NÖ Landtag, selbstständig
Hofrat Hermann Helm, Amtsführender Präsident des Landesschulrats für Niederösterreich
Ing. Josef Hintermayer, Geschäftsführender Gemeinderat der Marktgemeinde Großweikersdorf, Winzer
Norbert Hummel, ARGE Kompost und Biogas, Landwirt
Dr. Klaus Kastenhofer, Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
Vorstandsdirektor i. R. Baurat h.c. Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa
Mag. Gunda Kirchner, Österreichische Energieagentur, Leiterin Energie- und Klimapolitik, Volkswirtschaft
Em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Helmut Kroiss, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien
Ing. Hermann Kühtreiber, Bürgermeister der Marktgemeinde Zwentendorf
Mag. Walter Marschitz, Bundesgeschäftsführer Hilfswerk Österreich
Dipl.-Ing. Georg Mayer, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
a.o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ernst Pucher, Institut für Fahrzeugantriebe u. Automobiltechnik d. Technischen Universität Wien
Gerhard Razborcan, Abgeordneter zum NÖ Landtag
Ing. Franz Rennhofer, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Techniker
Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA, Konzernarzt der EVN AG, Regionalmanager der NÖ Landeskliniken-Holding für die Region Mostviertel
Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, Angestellter
Christa Vladyka, Abgeordnete zum NÖ Landtag
Hofrat Dr. Heinz Zimper, Bezirkshauptmann für den Bezirk Baden
Arbeitnehmervertreter
Gerhard Felberbauer, Friedrich Bußlehner, Mag. Dr. Monika Fraißl (bis 30. Juni 2013), Helmut Peter, Ing. Walter Rehwald, Peter Spielauer (seit 1. Juli 2013)
Bestätigungsvermerk
zum EVN Ganzheitsbericht 2012/13, Geschäftsjahr 1. Oktober 2012 bis 30. September 2013
Umfang und Kriterien der Bescheinigung Dieser Bestätigungsvermerk wurde für die EVN AG erstellt.
Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) wurde von der EVN AG (EVN) beauftragt, deren "Ganzheitsbericht 2012/13", den Abschnitt Corporate Social Responsibility (CSR) sowie den GRI Index, für das Geschäftsjahr 2012/13, beginnend mit 1. Oktober 2012 und endend mit 30. September 2013 (im Folgenden als "der Bericht" bezeichnet), zu verifizieren.
Der Bericht bezieht sich auf alle CSR-Daten und Informationen aller Aktivitäten der EVN in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserver- und -entsorgung sowie Abfallverbrennung. Geografisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten der EVN in Österreich, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren europäischen Ländern.
Verantwortung des Managements
Das Management der EVN war für die Erstellung des Berichts und das interne Kontrollsystem in Bezug auf die veröffentlichten Daten und Informationen verantwortlich. Die Verantwortung von LRQA war die Durchführung einer Überprüfung des Berichtes entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der EVN AG.
Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.
LRQA's Überprüfungsmethode
Die Überprüfung wurde auf Basis der Global Reporting Initiative Sustainable Reporting Guidelines 2011 (GRI G3.1) und des GRI "Electric Utility Sector Supplement" (EUSS) durchgeführt.
Die Zielsetzung der Überprüfung war:
- zu bestätigen, dass der Bericht den Anforderungen von GRI's application level A und GRI's EUSS entspricht
- die Bestätigung der EVN Selbsterklärung zur Erreichung der Anwendungsebene A+ des GRI G3.1
- die Prüfung der Zuverlässigkeit der CSR-Leistungsdaten und Informationen der EVN.
Unsere Bewertung basierte auf einer Stichprobenüberprüfung und umfasste die folgenden Aktivitäten:
- Rückblick auf den Stakeholderprozess und damit zusammenhängende Informationen
- Überprüfung der CSR-Wesentlichkeitsmatrix
- Evaluierung der durch die EVN ermittelten Wesentlichkeitskriterien gegen unser eigenes Verständnis der Wesentlichkeitskriterien der Branche
- Feststellung, wie die EVN wesentliche Kriterien identifiziert, darauf reagiert und darüber berichtet
- Interviews mit einer Auswahl an Mitarbeitern in der Zentrale der EVN in Österreich
- Prüfung des EVN-Datenmanagementprozesses und Überprüfung von unterstützenden Nachweisen, die uns von der EVN zugänglich gemacht wurden.
Anmerkung 1: Die Verifizierung wurde im Headquarter der EVN in Maria Enzersdorf, Österreich, durchgeführt. Die Verifizierung wurde entsprechend unserem Vertrag durchgeführt und beinhaltete nicht die Verifizierung der Daten bis zu deren Originalquellen sowie die Verifizierung der Richtigkeit und Vollständigkeit der von den einzelnen Standorten übermittelten Daten.
- Anmerkung 2: Ökonomische Leistungsdaten wurden direkt vom geprüften Geschäftsbericht übernommen.
- Bewertung der Verwendung der Leistungsdaten im Rahmen der internen Entscheidungsfindungsprozesse.
- Überprüfung, ob der GRI-Index den Stakeholdern Zugang zu CSR-Leistungsindikatoren verschafft.
Level of Assurance & Wesentlichkeitsschwelle
Der in diesem Bestätigungsvermerk verfassten Stellungnahme wurden ein "limited level of assurance" sowie einer, auf fachkundigen Bewertung basierenden Wesentlichkeitsschwelle zugrunde gelegt.
LRQA's Prüfungsurteil
Basierend auf unserer Prüfmethode haben wir keine Hinweise erlangt, die uns zur Entscheidung führen würden, dass der Bericht nicht die Anforderungen nach GRI, Anwendungsebene A+ sowie GRI Electric Utility Sector Supplement (EUSS), erfüllt. Wir haben nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt.
Darüber hinaus sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die EVN keine wesentlichen Aspekte im Bericht ausgeschlossen hat und der Prozess zur Berichterstattung zuverlässige CSR-Daten und CSR-Informationen liefert.
LRQA's Empfehlungen
EVN AG sollte in Betracht ziehen:
- Das Monitoring der Umsetzung von CSR-bezogenen Aktivitäten durch die Implementierung von Prüfmechanismen, die regelmäßig die CSR-Leistung und Weiterentwicklung in Übereinstimmung mit der EVN-Strategie überprüfen, weiter zu verbessern.
- Das Verständnis zum Thema Menschenrechte auf allen Ebenen der Organisation zu verbessern.
Harald Ketzer LRQA Lead Verifier Im Auftrag von Lloyd's Register Quality Assurance Lloyd's Register EMEA Vienna, Austria
LRQA Reference: VNA0004673/0030
Datum: 14. November 2013
This document is subject to the provision below:
This Assurance Statement is only valid when published with the Report to which it refers. It may only be reproduced in its entirety.
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Due to the inherent limitations in any internal control it is possible that fraud, error, or non-compliance with laws and regulations may occur and not be detected. Further, the verification was not designed to detect all weakness or errors in internal controls so far as they relate to the requirements set out above as the verification has not been performed continuously throughout the period and the verification carried out on the relevant internal controls were on a test basis. Any projection of the evaluation of control to future periods is subject to the risk that the processes may become inadequate because of changes in conditions, or that the degree of compliance with them may deteriorate.
The English version of this statement is the only valid version. The Lloyd's Register Group assumes no responsibility for versions translated into other languages.
Glossar
American Depositary Receipts (ADR)
In den USA handelbare Aktienzertifikate über nicht amerikanische Aktien; sie erleichtern nicht amerikanischen Unternehmen den Zugang zu US-Investoren.
Anreizregulierung
Regulierungsmodell, das einen Anreiz zur Verbesserung bestimmter Parameter beinhaltet – im Bereich der Netznutzungstarife etwa zur Steigerung der Produktivität der Netzbetreiber. Der Regulator definiert dazu eine Obergrenze für Netzentgelte für eine gewisse Regulierungsperiode. Um Produktivitätssteigerungen zu erzielen, wird diese Obergrenze für die einzelnen Betreiber individuell um entsprechende Abschläge reduziert.
ARA/ARA-Raum
Die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Mineralöl in Europa. Der Handel erfolgt durch kurzfristige Verträge. Die Preise schwanken erheblich, je nach Angebot und Nachfrage (siehe auch Spotmarkt/Spothandel). Die Rotterdamer Preisnotierungen sind maßgebend für das Ölpreisniveau in Europa.
At Equity bzw. At-Equity-Konsolidierung
Bilanzierungsmethode zur Berücksichtigung von Unternehmensanteilen, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Sie werden bei Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich entsprechend dem anteiligen Eigenkapital fortgeschrieben. Der Anteil am jährlichen Erfolg des Beteiligungsunternehmens wird in der Konzern-GuV erfasst.
Ausschüttungsquote
Ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie.
Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA)
Jährliche Auszeichnung der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und Kooperationspartner für die besten Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen.
Barrel
Weltweite Handelseinheit für Rohöl. 1 Barrel Rohöl = 158,987 Liter.
Biogas
Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.
Biomasse
Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden.
BOOT-Modell
(Build Own Operate Transfer) Siehe PPP-Modell.
Brent
Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.
Buchwert je Aktie
Buchwert des Eigenkapitals dividiert durch die Anzahl der Aktien jeweils zum Bilanzstichtag.
Capital Employed
Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.
Cash Flow
Saldo der Zahlungsströme (Zufluss und Abfluss) von liquiden Mitteln; dient als Indikator zur Beurteilung der Finanzkraft sowie der Fähigkeit eines Unternehmens, die Mittel für Dividendenzahlungen, Schuldentilgungen und Investitionsfinanzierungen aus eigener Kraft aufzubringen.
Cash Generating Unit (CGU)
Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden (siehe auch Werthaltigkeitstest).
Certified Emission Reduction (CER):
Zertifizierte Emissionsreduktion aus Projekten des Clean Development Mechanism (CDM). Staaten oder Unternehmen können aus Emissionsminderungsprojekten in Schwellen- oder Entwicklungsländern, die selbst keine Emissions-Reduktionsverpflichtung haben, Emissionsgutschriften erwerben und zur Erfüllung der Abgabepflicht gemäß dem Europäischen Emissionshandelssystem verwenden. 1 CER = 1 Tonne CO2
CO2 (Kohlendioxid)
Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.
CO2-Emissionshandel bzw. EU-Emissionshandel
Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedsstaaten CO2 -Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2 -Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.
CO2-Emissionszertifikat
Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplans" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.
Corporate Covernance Kodex
"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.
Deckungsgrad
Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.
Derivative Finanzinstrumente
Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Optionen, Swaps, Futures. Durch deren Einsatz können Finanzrisiken minimiert werden.
Directors-and-Officers- (D & O)-Versicherung
Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.
Dividendenrendite
Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.
Earnings before Interest and Taxes (EBIT)
Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder Operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.
Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.
Economic Value Added (EVA®)
Differenz aus Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.
E-Control (ECG)/ Energie-Control GmbH
Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.
Eigenkapitalquote
Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.
Einwohnerwert (EW)
Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und Einwohnergleichwerten: EW = EZ + EGW.
E-Mobilität
Bezeichnet die Nutzung von elektronisch angetriebenen Fahrzeugen für den Personen- und Güterverkehr.
EMAS
Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.
Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV)
Eine 2007 in Kraft getretene Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde über Grundsätze für Informationsweitergabe im Unternehmen sowie zu organisatorischen Maßnahmen zur Vermeidung von Insiderinformationsmissbrauch für Emittenten.
Ergebnis je Aktie
Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.
Erneuerbare Energien
Nach menschlichen Zeiträumen gemessen kontinuierlich verfügbare Energien aus Biomasse wie z. B. Biogas, Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie.
Ethibel
Unabhängiges Beratungsbüro für nachhaltiges und ethisches Investieren, das Banken und Börsengesellschaften dabei unterstützt, ihr Angebot an nachhaltigen Spar- und Anlagemodellen zu entwickeln.
European Energy Community
Energiegemeinschaft der Europäischen Union für die Entwicklung der Energiemärkte in Europa.
European Energy Exchange (EEX)
Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.
Ex-Dividendentag
Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.
Fair Value
Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen
voneinander unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.
FTSE4Good Index
Index, der nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit bietet, gezielt in Unternehmen zu investieren, die die weltweit anerkannten Standards für verantwortungsvolles Handeln im Sinne von Umwelt und Stakeholdern erfüllen.
Funds from Operations (FFO)
Operativer Cash Flow, bereinigt um das Zinsergebnis.
Gearing
Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.
Global Reporting Initiative (GRI)
Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.
Grundlast/Spitzenlast
Als Grundlast bezeichnet man den über den gesamten Tagesverlauf im Wesentlichen konstanten Strombedarf; Spitzenlast hingegen ist eine kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz.
Hedge-Geschäft
Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das Verluste aus negativen Marktwertveränderungen im Zins-, Währungs- oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.
Heizgradsumme
Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.
Interest Cover
Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.
International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC)
Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.
International Financial Reporting Standards/ International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS)
Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.
International Securities Identification Number (ISIN)
Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.
Intranet
Nichtöffentliches unternehmensinternes Rechnernetz.
ISO 14001
Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.
Kilowatt Peak (kWp)
Maximale Leistung eines Photovoltaikmoduls bzw. einer Solarstromanlage.
Konsolidierungskreis
Als Konsolidierungskreis bezeichnet man den Kreis der Unternehmen, die in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27.
Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)
Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.
Management Approach
Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.
Messzahlen Energie
Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm³ 1 m³ Erdgas = 11,07 kWh
Nachhaltigkeitsindex
In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.
Nationaler Allokationsplan (NAP)
Ein von jedem EU-Mitgliedsstaat im Rahmen des Europäischen Treibhausgasemissionshandels zu erstellender Plan, der die Obergrenze des Ausstoßes von Treibhausgasen sowie Ausgabe und Verteilung der entsprechenden CO2-Emissionszertifikate regelt.
Net Debt Coverage
Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.
Net Operating Profit after Tax (NOPAT)
Ergibt sich aus dem versteuerten Ergebnis vor Finanzierungskosten.
Nettoverschuldung
Saldo aus zinstragenden Aktivund Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).
Netzverlust
Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.
Netzzutrittentgelt
Durch das einmalig zu leistende Netzzutrittsentgelt werden dem Netzbetreiber alle Aufwendungen abgegolten, die mit der erstmaligen Herstellung eines Anschlusses an das Netz oder der Abänderung eines Anschlusses infolge Erhöhung der Anschlussleistung eines Netzbenutzers unmittelbar verbunden sind.
Non-Governmental Organisation (NGO)
Nichtprofitorientierte Gesellschaften, die durch zivilgesellschaftliche Initiativen zustande kommen und sich aus zivilen Personen oder Organisationen zusammensetzen.
Ökostrom
Elektrische Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas erzeugt wird.
Operatives Ergebnis (EBIT)
Siehe Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization.
Polychlorierte Biphenyle (PCB)
Giftige Chlorverbindungen.
Primärenergie
Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Sowohl fossile Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle als auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind zählen dazu.
PPP-Modell
(Public Private Partnership) Im Rahmen von PPP-Projekten werden Anlagen für Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen. Diese Projekte wurden in der Vergangenheit als BOOT-Projekte bezeichnet.
Quotenkonsolidierung
Bei dieser Konsolidierungsart werden die Vermögensgegenständen, Schulden, Aufwendungen und Erträge des Tochterunternehmens nur entsprechend der Höhe der Beteiligung des Mutterunternehmens im Konzernabschluss berücksichtigt.
Regulatory Asset Base (RAB – Finanzierungskostenbasis)
Die verzinsliche Kapitalbasis setzt sich aus der Summe der im materiellen Vermögensgegenstände und dem Sachanlagevermögen abzüglich passivierter Netzzutrittsund Netzbereitstellungsentgelten (Baukostenzuschüsse/BKZ) und etwaigen Firmenwerten auf der Basis von bilanziellen Werten zusammen. Anpassungen erfolgen in Bezug auf die Standardisierung der Abschreibungsdauern und der Standardisierung der Auflösung der BKZ.
Rating/Bonitätsrating/ Kreditrating
Beurteilung von Emittenten bzw. Schuldnern entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen; international bekannte Rating-Agenturen sind z. B. Standard&Poor's und Moody's.
Regulator
Behörde zur Überwachung der nicht liberalisierten Monopolbereiche (z. B. Energienetze), um Wettbewerb und faire Preisfindung sicherzustellen (siehe E-Control GmbH (ECG)).
Return on Capital Employed (ROCE)
Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund AG Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.
Return on Equity (ROE)
Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.
Risikomanagement
Potenzielle Risiken (Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und Ereignisrisiken) sollen durch geeignete Maßnahmen möglichst identifiziert, bewertet, abgefedert bzw. vermieden werden.
Schuldscheindarlehen
Anleiheähnliche, langfristige Großkredite. Die Kredite werden gegen Schuldscheine von Banken, Versicherungen u. a. Kapitalsammelstellen an Industrieunternehmen und die öffentliche Hand gegeben. Der Schuldschein beherbergt dabei die Verpflichtung zur Rückzahlung und zur Entrichtung der Zinsen. Er dient als Beweis für die Vergabe des Kredites. Schuldscheindarlehen werden nicht an der Börse gehandelt.
Smart Meter/Metering
Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Stromzähler, der dem Energieversorgungsunternehmen über eingebaute Zusatzfunktionen oder nachträgliche Module ermöglicht, die erfassten Zählerstände über die Ferne auszulesen.
Sonstiges Ergebnis
Das sonstige Ergebnis, das auch mit dem englischen Begriff "other comprehensive income" (OCI) bezeichnet wird, ist die Summe aller ergebnisneutralen Erträge abzüglich der Summe aller ergebnisneutralen Aufwendungen der Berichtsperiode.
Spitzenlast
Siehe Grundlast/Spitzenlast.
Spotmarkt/Spothandel
Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).
Stakeholder
Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.
Syndizierte Kreditlinie
Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.
Terminmarkt
Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.
Thermische Abfallverwertung
Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.
Total Shareholder Return
Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktien-Engagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.
UN Global Compact
Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Unterstützung ökologischer und ökonomischer Interessen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.
Value at Risk (VaR)
Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.
Verhaltenskodex (Code of Conduct)
Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.
VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)
Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.
Weighted Average Cost of Capital (WACC)
Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt; die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.
Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test)
Der Buchwert eines Vermögensgegenstands wird mit seinem Fair Value verglichen. Unterschreitet der Fair Value eines Vermögensgegenstands seinen Buchwert, ist eine außerplanmäßige Wertminderung vorzunehmen. Von besonderer Bedeutung ist dieses Instrument für Firmenwerte, diese sind zumindest einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen. Im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen werden Cash Generating Units gebildet.
Wertorientierte bzw. wertschaffende Unternehmenssteuerung
Der Fokus einer wertorientierten Unternehmenssteuerung liegt weniger auf den traditionellen Zielen wie Umsatz oder Gewinn als auf der Steigerung von Unternehmenswerten. Im Zentrum steht die Steigerung des Stakeholder Values, der neben den Interessen der Aktionäre sämtliche andere Anspruchsgruppen des Unternehmens
berücksichtigt. Sämtliche Investitionsentscheidungen werden in diesem Sinne an ihrer Auswirkung auf den nachhaltigen Wertbeitrag gemessen. Als zentrale Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts der EVN werden der Wertbeitrag (Economic Value Added) und die Kapitalrendite (Return on Capital Employed herangezogen.
Wertschöpfungsstufen
Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.
Wirkungsgrad
Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).
Zugelassene Endkunden
Endkunden, die gemäß Energiegesetz den Energielieferanten am liberalisierten Markt frei wählen dürfen.
Impressum Herausgeber: EVN AG, EVN Platz, A-2344 Maria Enzersdorf Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030
Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung
Wir haben diesen Ganzheitsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Ganzheitsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Ganzheitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version. Redaktionsschluss: 27. November 2013. Veröffentlichung: 12. Dezember 2013.
Fotos Introstrecke: Daniel Gebhart de Koekkoek Vorstandsfotos: Udo Titz Konzept und Beratung: Mensalia Unternehmensberatungs GmbH Redaktion und Art Direction: Ralf Strobl
Das für dieses Druckprodukt verwendete Papier wird mit Rohstoffen aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung erzeugt. Die Produktion erfolgt mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Die bei der Druckproduktion entstandenen CO2-Emissionen werden gemäß den Richtlinien von Print CO2 kompensiert.
Print CO2 geprüft Kompensierung von CO2-Emissionen im Druckprozess. Unterstützung und Beitrag zum Klimaschutz. Verankerung des Umweltbewusstseins in unserem Handeln. PEFC-Zertifizierung Internationales Waldzertifizierungssystem zur Sicherstellung und kontinuierlichen
Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung Österreichisches Umweltzeichen Qualität, Produktsicherheit und hohe Umweltstandards Umweltmanagement-System ISO 14001:2004
Optimierung der Umweltprozesse, schonender Umgang mit Ressourcen
GRI G3.1 Content Index
Der GRI Content Index gibt an, an welcher Stelle in diesem Bericht die Informationen zu den einzelnen Indikatoren zu finden sind. Der Index ist ebenfalls im Internet unter www.evn.at/GRI-Content-Index abgebildet.
| Beschreibung | Quelle | Status | |
|---|---|---|---|
| Deklaration und Profil | |||
| 1 | Strategie und Analyse | ||
| 1.1 1.2 |
Stellenwert der Nachhaltigkeit im Unternehmen Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen |
33ff 81ff |
|
| 2 2.1 – 2.10 |
Organisationsprofil Organisationsprofil |
29ff, 40ff, 45 | |
| 3 3.1– 3.13 |
Berichtsparameter Berichtsparameter |
28 | |
| Sector Supplements – Unternehmensprofil | |||
| EU1 | Installierte Kapazität | 30f, 45 | |
| EU2 EU3 |
Energieerzeugung Kundenanzahl |
31, 91 45, 46 |
|
| EU4 | Länge der Fern- und Verteilleitungen | 32, 45 | |
| EU5 | Kontingent der CO2-Emissionszertifikate | 63 | |
| 4 | Governance, Verpflichtungen, Engagement | ||
| 4.1 4.2 |
Corporate Governance/Führungsstruktur Erläuterung, ob der Vorstandsvorsitzende eine Position im operativen Management besitzt |
51ff, 175f 51ff, 175f |
|
| 4.3 | Leitungsorgane in Organisationen ohne Aufsichtsrat | da es einen Aufsichtsrat gibt | n. r. |
| 4.4 4.5 |
Mitsprachemöglichkeiten für Mitarbeiter und Anteilseigner Zusammenhang zwischen Vergütung leitender Organe und Leistung der Organisation |
51ff, 175f 51ff, 175f |
|
| 4.6 | Mechanismen zur Vermeidung von Interessenkonflikten | 51ff, 175f | |
| 4.7 | Expertise der Leitungsgremien im Bereich Nachhaltigkeit | 175f | |
| 4.8 4.9 |
Leitbilder, Verhaltenskodizes, Prinzipien der Nachhaltigkeit Verfahren zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung |
34, 36, 175 177 |
|
| 4.10 | Leistungsbeurteilung des Vorstands bzgl. Nachhaltigkeit | 177 | |
| 4.11 | Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips | 33ff, 175ff | |
| 4.12 4.13 |
Unterstützung externer Initiativen Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen |
177 177f |
|
| 4.14 – 4.17 | Stakeholdermanagement (Auswahl, Ansätze, zentrale Themen) | 37f, 204f, 206 | |
| Leistungsindikatoren | |||
| Ökonomische Leistungsindikatoren | 33ff, 38ff, 70f, 108 | ||
| EC1 | Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert | Flappe vorne | |
| EC2 EC3 |
Finanzielle Folgen des Klimawandels Betriebliche soziale Zuwendungen |
179 197f |
|
| EC4 | Zuwendungen der öffentlichen Hand | 179 | |
| EC51) | Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn | 194f | |
| EC6 EC7 |
Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer/innen |
179 179f |
|
| EC8 | Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen für das Gemeinwohl | 180 | |
| EC91) | Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen | 180 | |
| Sector Supplements – Ökonomie | |||
| EU6 EU7 |
Kurz- und langfristige Sicherung der Versorgung Programme zum Demand Side Management |
33ff, 38 181 |
|
| EU8 | Programme zur Sicherstellung der Energieversorgung | 181f, 80 | |
| EU9 EU10 |
Rücklagen für den Rückbau von Kernkraftwerken Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage |
da EVN keine Kernkraftwerke betreibt 26, 36, 38 |
n. r. |
| EU11 | Durchschnittlicher Wirkungsgrad bei der Erzeugung | 32 | |
| EU12 | Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze | 32 | |
| Ökologische Leistungsindikatoren | 183 | ||
| EN1 EN2 |
Materialeinsatz Einsatz von Recyclingmaterial |
183 183 |
|
| EN3 | Direkter Primärenergieverbrauch | 184 | |
| EN4 | Indirekter Primärenergieverbrauch | 184 | |
| EN51) EN61) |
Energieeinsparungen aufgrund von umweltbewusstem Einsatz und Effizienzsteigerungen Initiativen für höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien |
184 184 |
|
| EN71) | Initiativen zur Reduktion des indirekten Energieverbrauchs | 184f | |
| EN8 | Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen | 185 | |
| EN91) EN101) |
Von der Wasserentnahme betroffene Wasserquellen Rückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser |
185 185 |
|
| EN11 | Flächennutzung in Schutzgebieten | 185 | |
| EN12 | Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität | 186 | |
| EN131) EN14 |
Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume Strategien und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität |
186 186 |
|
| EN151) | Bedrohte Arten in Gebieten der Geschäftstätigkeit | n. r. | |
| EN16 | Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen | 187 | |
| EN17 EN18 |
Andere relevante Treibhausgasemissionen Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und Ergebnisse |
187 187ff |
|
| EN19 | Emissionen von Ozon abbauenden Stoffen | n. r. | |
| EN20 | NOX, SOX und andere wesentliche Luftemissionen | 189 | |
| EN21 EN22 |
Gesamte Abwassereinleitungen Abfall nach Art und Entsorgungsmethode |
189 189 |
|
| EN23 | Umweltrelevante Zwischenfälle | 190 | |
| EN241) | Gewicht des als gefährlich eingestuften Abfalls | 190 | |
| EN251) EN26 |
Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer Initiativen zur Verringerung von Umweltauswirkungen der Produkte und Dienstleistungen |
190 190 |
|
| Beschreibung | Quelle | Status | |
|---|---|---|---|
| EN27 EN28 EN291) EN301) |
Zurückgenommenes Verpackungsmaterial Geldbußen, Sanktionen aufgrund von Übertretungen im Umweltbereich Wesentliche Umweltauswirkungen durch den Transport Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen |
aufgrund des Unternehmensgegenstands keine relevanten Vorkommnisse siehe EN16 und EN17 190f |
n. r. |
| EU13 | Sector Supplements – Ökologie Biodiversität von Ersatzflächen |
191 | |
| LA1 LA2 LA31) LA15 LA4 LA5 LA61) LA7 LA8 LA91) LA10 LA111) LA121) LA13 LA14 |
Soziale Leistungsindikatoren Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung Mitarbeiter nach Beschäftigungsverhältnis und Region Mitarbeiterfluktuation Leistungen nur für Vollzeitbeschäftigte Wiedereinstieg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Berufsleben nach einer Karenz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kollektivvereinbarungen Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Arbeitsschutzausschüssen Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und Todesfälle Gesundheitsvorsorge, Schulungen zu ernsthaften Krankheiten Arbeitsschutzvereinbarungen mit Gewerkschaften Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter/in Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen Leistungsbeurteilung und Entwicklungspläne von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leitender Organe Lohnunterschiede nach Geschlecht |
35ff, 192f 36, 192, 194 36, 194 197f 197 194f 194f 194f 201 200f 200f 199 198 200 192, 194 194 |
|
| EU14 EU15 EU16 EU17 EU18 |
Sector Supplements – Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern Pensionierungen in den nächsten fünf und zehn Jahren Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben |
196, 199f 195 200f 201f 201f |
|
| HR1 HR2 HR3 HR4 HR5 HR6 HR7 HR81) HR91) |
Menschenrechte Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen Geschäftstätigkeit mit Risiko der Kinderarbeit Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte Verletzung von Rechten der Ureinwohner |
202f 202 203 203 203 203f 204 204 204 da keine Tätigkeiten in Ländern mit Ureinwohnern nach GRI |
n. r. |
| HR10 HR11 |
Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen Anzahl der Beschwerden hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte |
204 keine relevanten Vorkommnisse |
|
| SO1 SO9 SO10 SO2 SO3 SO4 SO5 SO61) SO71) SO8 |
Gesellschaft Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativem Einfluss auf die lokale Gemeinschaft Präventions- und Minderungsmaßnahmen für Geschäftstätigkeiten mit signifikantem potenziellem oder aktuellem negativem Einfluss auf die lokale Gemeinschaft Untersuchung von Korruptionsrisiken Mitarbeiterschulungen zur Vermeidung von Korruption Antikorruptionsmaßnahmen Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying Zuwendungen an Politik Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen |
204 204f 205 205 205 205 205 205f 206 keine relevanten Fälle 206 keine relevanten Vorkommnisse |
|
| EU19 EU20 EU21 EU22 |
Sector Supplements – Gesellschaft Partizipative Entscheidungsfindungsprozesse mit Stakeholdern Unfreiwillige Umsiedlungen Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne Umsiedlungen |
206 206 206f 206 |
|
| PR1 PR21) PR3 PR41) PR51) PR6 PR71) PR81) PR9 |
Produktverantwortung Gesundheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen Verstöße gegen Informationspflichten Kundenzufriedenheit Gesetzeskonformität im Bereich Werbung Verstöße im Bereich Werbung Berechtigte Datenschutzbeschwerden Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen |
48f 49 keine relevanten Vorkommnisse 64 207 47f 49 keine Verstöße keine relevanten Fälle 207 |
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| EU23 EU24 EU25 EU26 EU27 EU28 EU29 EU30 |
Sector Supplements – Produktverantwortung Programme, um den Zugang zu Elektrizität und Kundenservices zu verbessern Sichere Nutzung von Energie und Kundenservice ohne Barrieren Verletzungen und Todesfälle, die mit Anlagen des Unternehmens verbunden sind Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen Häufigkeit von Stromausfällen Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke |
37f, 46ff, 181f 37f, 46ff 207 207 207 aus regulatorischen Gründen keine Angaben aus regulatorischen Gründen keine Angaben 32 |
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| vollständig berichtet teilweise berichtet Der Nachhaltigkeitsteil des EVN Ganzheitsberichts orientiert sich an den Anforderungen der Anwendungsebende A+ der GRI nicht berichtet Richtlinie, Version 3.1, und wendet die Branchenindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) |
unwesentlich
1) Zusätzlicher Leistungsindikator
n. r. nicht relevant/
Auf der Webseite www.verantwortung.evn.at > Service finden Sie den GRI Content Index wie hier abgebildet. Die EVN erweitert die Berichterstattung ständig und bemüht sich, alle Indikatoren vollständig zu berichten.
an. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde von Lloyd's Register Quality Assurance
(LRQA) überprüft und offiziell bestätigt.
Kontakt
Ansprechpartner Investor Relations
Mag. Gerald Reidinger, Telefon +43 2236 200-12698 Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473 Katrin Stehrer, BSc, Telefon +43 2236 200-13140 E-Mail: [email protected]
Ansprechpartner für Fragen zu Corporate Social Responsibility (CSR)
Mitglieder des CSR-Beratungsteams
CSR-Beauftragter, Netz-Engineering Gas: Dipl.-Ing. Peter Zaruba, Telefon +43 2236 200-12249, [email protected] CSR-Organisation, Personalwesen: Mag. Renate Lackner-Gass, MSc MBA, Telefon +43 2236 200-12799, [email protected] Innovationsbeauftragte: Dipl.-Ing. Dr. Andrea Edelmann, Telefon +43 2236 200-12190, [email protected] Generalsekretariat und Corporate Affairs: MMag. Ute Teufelberger, Telefon +43 2236 200-12777, [email protected] Information und Kommunikation: Mag. Jochen Kugler, Telefon +43 2236 200-12139, [email protected] Investor Relations: Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473, [email protected] Personalwesen: Mag. Elvira Hammer, Telefon +43 2236 200-12727, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Stefan Vadura, MSc, Telefon +43 2236 200-12217, [email protected]
Service-Telefon für Kunden: 0800 800 100, für Anleger: 0800 800 200
| Informationen im Internet | Online-Report |
|---|---|
| www.evn.at | EVN Online-Ganzheitsbericht 2012/13 |
| www.investor.evn.at | www.investor.evn.at/gb/gb2013 |
| www.verantwortung.evn.at |
| Finanzkalender 2013/141) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 85. ordentliche Hauptversammlung | 16.01.2014 | Ergebnis 1. Halbjahr 2013/14 | 28.05.2014 | |||
| Ex-Dividendentag | 21.01.2014 | Ergebnis 1.– 3. Quartal 2013/14 | 28.08.2014 | |||
| Dividendenzahltag | 24.01.2014 | Jahresergebnis 2013/14 | 11.12.2014 | |||
| Ergebnis 1. Quartal 2013/14 | 27.02.2014 |
1) Vorläufig
| Basisinformationen1) | |
|---|---|
| Grundkapital | 330.000.000,00 EUR |
| Stückelung | 179.878.402 Stückaktien |
| ISIN-Wertpapierkennnummer | AT0000741053 |
| Ticker-Symbole | EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR) |
| Börsenotierung | Wien |
| ADR-Programm; Depositary | Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon |
| Nachhaltigkeitsindizes | VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel, ECPI |
| Ratings | A3, stabil (Moody's); BBB+, stabil (Standard & Poor's) |
1) Per 30. September 2013