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EVN AG Annual Report 2010

Jan 16, 2011

742_10-k_2011-01-16_889c048d-e67a-4906-9697-21df8e670aa7.pdf

Annual Report

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EVN Ganzheitsbericht 2009/10

Konzernlagebericht und Konzernabschluss Corporate-Governance-Bericht Nachhaltigkeitsbericht

EVN. Das Ganze im Blick.

Nachhaltigkeit im Sinne einer weitreichenden unternehmerischen Verantwortung ist in allen Unternehmensbereichen und in der Konzernstrategie der EVN fix verankert und bestimmt das operative Kerngeschäft. Um diesen hohen Stellenwert auch in der Berichterstattung noch deutlicher als bislang zum Ausdruck zu bringen, hat die EVN für den diesjährigen Bericht ein neues Format gewählt: Mit dem EVN Ganzheitsbericht 2009/10 wird ein neuer Weg beschritten, der die Informationsbedürfnisse der unterschiedlichen Anspruchsgruppen differenzierter als bislang erfüllen möchte. Alle Zahlen, Daten und Fakten sowohl zum ökonomischen Erfolg als auch zu den Nachhaltigkeitsindikatoren finden Sie in der vorliegenden Publikation. Die Finanzberichterstattung mit dem Konzernlagebericht, dem Konzernabschluss und dem Corporate-Governance-Bericht wurde damit auf die gleiche Ebene wie der Nachhaltigkeitsbericht und die Ziele und Maßnahmen des EVN CSR-Programms gehoben. Der entlang der GRI-Leitlinien strukturierte GRI-Bericht soll einen umfassenden Überblick liefern, für weitere Informationen finden Sie entsprechende Querverweise.

Inhalt

Geschäftsüberblick 2 Unternehmensprofil
2 Strategische Ausrichtung
3 EVN auf einen Blick
Corporate-Governance-Bericht 4 Organe der Gesellschaft
6 Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex
Bericht des Aufsichtsrats 12
Konzernlagebericht 14 Rechtliches Umfeld
15 Wirtschaftliches Umfeld
16 Energiewirtschaftliches Umfeld
18 Geschäftsentwicklung
25 Mitarbeitende
26 Umwelt und Nachhaltigkeit
26 Forschung und Entwicklung
26 Risikomanagement
30 Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)
32 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2010/11
Segmentberichterstattung 34 Überblick
35 Erzeugung
37 Netzinfrastruktur Inland
39 Energiehandel und -vertrieb
40 Energieversorgung Südosteuropa
42 Umwelt
43 Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzernabschluss 2009/10 45
Nachhaltigkeitsbericht 2009/10 100
Glossar 144
EVN Anleihen und EVN Aktie 148 EVN Anleihen
148 EVN Aktie
Wesentliche Beteiligungen der EVN AG Umschlag
Impressum Umschlag

Kennzahlen

Veränderung
2009/10 2008/09 in % 2007/08 2006/07 2005/06
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 3.653 3.477 5,0 4.022 3.451 4.556
Stromverkauf an Endkunden GWh 20.101 19.541 2,9 19.372 18.043 15.641
Gasverkauf an Endkunden GWh 6.738 6.102 10,4 6.759 5.603 7.580
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.821 1.576 15,6 1.362 911 1.067
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.752,1 2.727,0 0,9 2.397,0 2.233,1 2.071,6
EBITDA Mio. EUR 416,6 373,4 11,6 362,3 350,7 397,4
EBITDA-Marge1) % 15,1 13,7 1,4 15,1 15,7 19,2
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 187,3 175,2 6,9 166,6 197,3 184,4
EBIT-Marge1) % 6,8 6,4 0,4 7,0 8,8 8,9
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 270,9 226,0 19,8 235,5 287,4 304,9
Konzernergebnis Mio. EUR 207,0 177,9 16,3 186,9 227,0 221,9
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.731,2 6.695,4 0,5 6.636,3 6.261,9 5.845,8
Eigenkapital Mio. EUR 3.025,3 3.127,2 –3,3 3.208,5 3.014,7 2.756,0
Eigenkapitalquote1) % 44,9 46,7 –1,8 48,3 48,1 47,1
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.458,2 1.378,2 5,8 1.131,3 825,3 930,0
Gearing1) % 48,2 44,1 4,1 35,3 27,4 33,7
Return on Equity (ROE)1) % 7,4 6,3 1,1 7,4 9,0 10,6
Return on Capital Employed (ROCE)1) % 5,6 5,4 0,2 6,3 7,1 7,9
Konzern-Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 499,3 335,3 48,9 382,6 342,8 399,7
Investitionen2) Mio. EUR 394,0 415,7 –5,2 415,6 277,7 251,5
Net Debt Coverage (FFO)1) % 39,0 30,6 8,4 41,3 50,7 49,1
Interest Cover (FFO) x 8,2 4,9 67,1 5,5 5,5 8,1
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Mitarbeitende Ø 8.536 8.937 –4,5 9.342 9.535 9.973
davon Österreich Ø 2.546 2.563 –0,6 2.468 2.365 2.306
davon Ausland Ø 5.990 6.374 –6,0 6.874 7.170 7.667
Wertschaffung
Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) Mio. EUR 254,5 234,9 8,3 280,9 275,2 298,2
Capital Employed3) Mio. EUR 3.952,4 3.493,8 13,1 3.219,7 3.041,2 2.760,4
Operativer ROCE1) % 6,4 6,7 –0,3 8,7 9,0 10,8
Weighted Average Cost of Capital (WACC)1) % 6,5 6,5 6,5 6,5 6,5
Economic Value Added (EVA®)4) Mio. EUR –2,4 7,8 71,7 77,5 118,8
Aktie
Ergebnis5) EUR 1,27 1,09 16,3 1,14 1,39 1,36
Dividende5) EUR 0,406) 0,37 8,1 0,37 0,38 0,35
Ausschüttungsquote1)7) % 34,7 33,9 0,8 32,4 27,0 25,8
Dividendenrendite1) % 3,5 2,7 0,8 2,5 1,7 1,7
Performance der Aktie
Kurs per Ultimo5) EUR 11,45 13,68 –16,3 14,99 22,63 20,90
Höchstkurs5) EUR 13,75 16,00 –14,1 23,38 23,87 24,75
Tiefstkurs5) EUR 10,61 10,11 4,9 14,39 20,38 16,30
Mio. EUR
Börsekapitalisierung per Ultimo 1.872,0 2.237,0 –16,3 2.451,3 3.699,8 3.416,9
Credit Rating
Moody's A3, stable A2, negative A1, stable A1, stable A1, stable
Standard & Poor's A–, negative A–, negative A, negative A, stable A, stable

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

3) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

4) Definition laut Stern Stewart & Co.

5) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Werte für die Geschäftsjahre 2005/06 und 2006/07 angepasst.

6) Vorschlag an die Hauptversammlung

7) Angepasst um Neuanteile

Umsatz, EBITDA in Mio. EUR, EBITDA-Marge in % 2.071,6 397,4 19,2 15,7 15,1 13,7 15,1 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2.233,1 2.397,0 2.727,0 2.752,1 350,7 362,3 373,4 416,6 2.500 2.000 1.500 1.000 500 0 55 45 35 25 15 5 –5 Umsatzerlöse EBITDA EBITDA-Marge

Eigenkapital, Nettoverschuldung in Mio. EUR, Gearing in %

Operativer ROCE und WACC in %

EBIT nach Regionen in Mio. EUR

Ergebnis, Dividende je Aktie1) in EUR, Ausschüttungsquote in %

Cash Flow und Investitionen in Mio. EUR

Mitarbeitende nach Regionen

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Werte für die Geschäftsjahre 2005/06 und 2006/07 angepasst. 2) Vorschlag an die Hauptversammlung

3) Angepasst um Neuanteile

Geschäftsüberblick

Unternehmensprofil

Wir sind ein führendes, internationales, börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland. Unseren Kunden/innen bieten wir hier auf Basis modernster Infrastruktur Strom, Gas, Wärme, Wasser, thermische Abfallverwertung und damit verbundene Dienstleistungen "aus einer Hand". Mit diesem Angebot sichert und verbessert die EVN1) die Lebensqualität von über 3,6 Millionen Kunden/innen in der Energieversorgung. In der Energiewirtschaft konnten wir uns neben Österreich erfolgreich in Albanien, Bulgarien, Deutschland, Kroatien und Mazedonien positionieren. Weiters verfügt die EVN auf Basis von 82 Umweltprojekten, die die EVN in den letzten 20 Jahren in diesen Ländern errichtet hat, über umfassende Expertise in der Planung und Errichtung von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen, Entsalzungs- und thermischen Abfallverwertungsanlagen. Insgesamt ist die EVN in 19 Ländern tätig.

Durch die Realisierung von Synergien zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern der EVN im In- und Ausland steht bei allen Aktivitäten die nachhaltige Wertschaffung und -steigerung im Interesse von Kunden/innen, Eigentümern und Mitarbeitenden im Vordergrund. Für alle Aktivitäten des Unternehmens gelten unsere zentralen Grundsätze der Versorgungssicherheit, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen, der Schaffung moderner und umweltgerechter Infrastruktur sowie des konsequenten Auftretens als Qualitätsanbieter.

Strategische Ausrichtung

Die Konzernstruktur der EVN2) umfaßt das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Das Energiegeschäft beinhaltet aus regionaler Sicht die Aktivitäten in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Kroatien. Funktional betrachtet wird bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, dem Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio aus Strom, Gas und Wärme wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdiensleistungen. Das Umweltgeschäft bildet die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung in 15 Ländern ab.

Die Geschäftstätigkeiten der EVN gliedern sich in sechs einzelne Segmente – Erzeugung, Netzinfrastruktur Inland, Energiehandel und -vertrieb, Energieversorgung Südosteuropa, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.3)

1) In weiterer Folge ist mit EVN stets der EVN Konzern inklusive Tochtergesellschaften gemeint.

2) Eine Auflistung aller Beteiligungs- und Tochtergesellschaften der EVN findet sich ab Seite 95.

3) Eine ausführliche Beschreibung der Segmente findet sich auf Seite 34.

EVN auf einen Blick

Energie

Energieerzeugung

Stromerzeugungskapazitäten 1.787 MW
Wärmekraft 1.421 MW
Wasserkraft1) 235 MW
Windkraft 120 MW
Photovoltaik 1 MW
Biomasse 10 MW

Energieverteilung/Netzgeschäft

Stromnetze
Leitungslänge 131.905 km
Österreich 51.205 km
Bulgarien 55.500 km
Mazedonien 25.200 km
Kundenanlagen 3.255.000
Österreich 807.000
Bulgarien 1.635.000
Mazedonien 813.000
Absatz 20.766 GWh
Österreich 7.576 GWh
Bulgarien 7.977 GWh
Mazedonien 5.213 GWh
Gasnetze2)
Leitungslänge 13.540 km
Kundenanlagen 289.000
Absatz 18.525 GWh
Sonstige2)
Kabel-TV-Kundenanlagen 109.063
Internet-Kundenanlagen 53.912

Energieversorgung

Strom3)
Absatz 20.101 GWh
Gas3)
Absatz 6.738 GWh
Wärme
Leitungslänge 586 km
Österreich 434 km
Bulgarien 152 km
Kundenanlagen 78.000
Österreich 43.000
Bulgarien 35.000
Absatz 1.821 GWh
Österreich 1.569 GWh
Bulgarien 253 GWh

Umwelt

Wasserver- und Abwasserentsorgung

Wasserversorgung
Kunden 493.000
davon direkt versorgt 58.800
Leitungslänge 2.110 km
Absatz 26,1 Mio. m3
Abwasserentsorgung in Zentral-, Ost- und
Südosteuropa
90 Trink- und Abwasserprojekte
82 fertig gestellte Projekte
davon
Installierte Trinkwasserkapazität
in Tausend
1.098 EW4)
Installierte Abwasserkapazität
in Tausend
12.664 EW4)
Thermische Abfallverwertung
Österreich
Anlage in Zwentendorf/Dürnrohr
Jahreskapazität
500.000 t
International
Anlage in Moskau
Jahreskapazität
360.000 t

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Strategische Beteiligungen VERBUND AG – Stromproduktion, -handel und -transport Burgenland Holding AG (BEWAG/BEGAS) – Regionale Strom- und Gasversorgung RAG-Beteiligungs-AG (Rohöl-Aufsuchungs AG) – Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung

Sonstige Beteiligungen

Utilitas-Gruppe – Technische Dienstleistungen

1) Inkl. Bezugsrechte aus Donaukraftwerken in Österreich

2) In Österreich

3) Inkl. von EnergieAllianz versorgte Anlagen (anteilig) in Österreich

4) Einwohnerwert: Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

Corporate-Governance-Bericht

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Sprecher des Vorstands

Geboren 1944, Doktor der Rechtswissenschaften. 1980 Eintritt in die EVN, März 2005 Berufung zum Mitglied und Sprecher des Vorstands der EVN AG, Mai 2008 Ernennung zum Generaldirektor. Bestellung bis zum Ende der Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2011/12 entscheidet. Verantwortlich für die Segmente Umwelt sowie Energiehandel und -vertrieb, weiters für die Konzernfunktionen Beschaffung und Einkauf, Controlling, Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen (inkl. Investor Relations), Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation sowie Personalwesen. Fünf Aufsichtsratsmandate in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.1)

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mitglied des Vorstands

Geboren 1953, Doktor der Technischen Wissenschaften. 1978 Eintritt in die EVN, Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. September 2014. Verantwortlich für die Segmente Netzinfrastruktur Inland sowie Energieversorgung Südosteuropa und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung sowie Umweltcontrolling und Sicherheit. Keine Aufsichtsratsmandate oder vergleichbaren Funktionen gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Mitglied des Vorstands

Geboren 1949, Diplomstudium aus Vermessungswesen, Raumplanung und Raumordnung. Von 1991 bis 1995 Mitglied des Aufsichtsrats der EVN AG. Juli 1995 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. Juni 2013. Verantwortlich für das Segment Erzeugung, die Konzernfunktionen Revision sowie Verwaltung und Bauwesen. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.2)

1) AUSTRIA FERNGAS Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Vorsitzender des Aufsichtsrats; EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats;

Flughafen Wien Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats; HYPO NOE Gruppe Bank AG, Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats; VERBUND AG, Mitglied des Aufsichtsrats 2) SERVICE MENSCH GmbH, Mitglied des Aufsichtsrats

Mitglieder des Aufsichtsrats

Name (Geburtsjahr) Bestellung Andere Funktionen Unabhängigkeit
Regel 531) Regel 542)
Kapitalvertreter
Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber
Vorsitzender (1933)
seit 19.1.2005 Aufsichtsratsfunktionen in mehreren
nicht börsenotierten Gesellschaften
nein3) ja
Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker
1. Vizepräsident (1946)
seit 12.12.1996 Forstwirt ja ja
Gerhard Posset
2. Vizepräsident (1949)
seit 12.12.1995 ja ja
Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (1957) seit 12.1.2001 Vorsitzender des Vorstands der VAV
Versicherungs-Aktiengesellschaft
ja ja
Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer (1946) seit 22.6.1987 ja ja
Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz (1954) seit 12.1.2006 Gesellschafter und Geschäftsführer der
Benda Lutz-Werke GmbH, Vizepräsident der
Wirtschaftskammer Niederösterreich
ja ja
Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) seit 12.1.2006 Leiter der Gruppe Finanzen des Amts der
Niederösterreichischen Landesregierung, Geschäfts
führer der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH
ja nein
Bernhard Müller (1973) seit 12.1.2006 Bürgermeister der Stadtgemeinde Wiener Neustadt ja ja
Wolfgang Peterl (1955) seit 12.1.2001 Obmannstellvertreter der Gemeinnützigen Wohnungs
und Siedlungsgenossenschaft Neunkirchen
registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
ja ja
Martin Schuster (1967) seit 12.1.2006 Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag,
Bürgermeister der Marktgemeinde Perchtoldsdorf
ja ja
Mag. Michaela Steinacker (1962) seit 12.1.2001 Mitglied der Geschäftsleitung der Raiffeisenholding
Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.H.
ja ja
Mag. Willi Stiowicek (1956) seit 15.1.2009 Leiter der Präsidialabteilung des Magistrats der
Landeshauptstadt St.Pölten
ja ja
Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis (1958) seit 17.1.2008 Vorsitzender des Vorstands der
EnBW Energie Baden-Württemberg AG
ja nein

Arbeitnehmervertreter

Franz Hemm (1955) seit 3.5.1994 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN Netz GmbH,
Vizepräsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte für
Niederösterreich
Kammerrat Manfred Weinrichter (1961) seit 1.1.2001 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN Netz GmbH
Ing. Paul Hofer (1960) seit 1.4.2007 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Leopold Buchner (1953) seit 19.1.2009 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Ing. Otto Mayer (1959) seit 12.5.2005 Zentralbetriebsrat
Helmut Peter (1957) seit 1.1.2009 Zentralbetriebsrat
Franz Ziegelwagner (1952) seit 22.3.2004 Zentralbetriebsrat

Kein Aufsichtsratsmitglied hat eine vergleichbare Position bei einer in- oder ausländischen börsenotierten Gesellschaft inne.

Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2009/10 beschließt. 1) Regel 53 des ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

2) Regel 54 des ÖCGK: Keine Vertretung eines Anteilseigners über 10 % sowie gemäß Regel 53 des ÖCGK unabhängig

Eine Aufstellung der Ausschüsse des Aufsichtsrats findet sich auf Seite 8.

3) Seit 20.1.2010 ist Dr. Rudolf Gruber unabhängig gemäß Regel 53 des ÖCGK.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei EVN in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

    1. in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN AG oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
    1. in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN AG oder eines Tochterunternehmens der EVN AG gewesen ist;
    1. zur EVN AG oder einem Tochterunternehmen der EVN AG kein Geschäftsverhältnis in einem für sie bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat;
    1. in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
    1. nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN AG Aufsichtsratsmitglied ist und
    1. kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Corporate-Governance-Bericht

Die EVN ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Corporate Governance ergibt sich somit – neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN AG – aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex unter www.corporate-governance.at sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren nach einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Die EVN hat sich mit Wirkung zum 1. Juni 2006 dem Österreichischen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom Jänner 2006 vollinhaltlich unterworfen. Zum 1. Jänner 2008 trat der Kodex in der Fassung vom Juni 2007 für die EVN in Kraft, die Fassung Jänner 2009 ist für EVN ab 1. Oktober 2009 und die Fassung Jänner 2010 ab März 2010 verbindlich.

Die Standards des Österreichischen Corporate Governance Kodex unterteilen sich in drei Gruppen. Die erste Kategorie von Regelungen (Legal Requirements) beruht durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und ist von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Sie wird auch von der EVN lückenlos eingehalten. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.investor.evn.at/Corporate_Governance im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln hingegen, die lediglich reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen, die vollständige Beachtung und Einhaltung der L- und C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Aufgrund von Besonderheiten der österreichischen Energiewirtschaft und des Unternehmens werden folgende C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex von der EVN nicht eingehalten:

Regel 16: Da der Vorstand der EVN aus drei Mitgliedern besteht, kann eine Stimmengleichheit bei Beschlussfassungen ausgeschlossen werden; die Ernennung eines Vorsitzenden, dem bei Stimmengleichheit ein Dirimierungsrecht zukäme, ist daher nicht notwendig. Die Aufgaben der Sitzungsleitung und der Repräsentation nach außen sowie gegenüber dem Aufsichtsrat (Regel 37) werden durch den Sprecher des Vorstands wahrgenommen.

Regel 31: Die Offenlegung der Vergütung erfolgt nur für den gesamten Vorstand. Eine Veröffentlichung der Einzelbezüge ohne Kenntnis aller vom Vergütungsausschuss (Personalausschuss) zu berücksichtigenden Umstände würde ein unvollständiges Bild abgeben und zu Fehlinterpretationen führen, weshalb von einer Aufschlüsselung abgesehen wird.

Regel 52: Aufgrund der Aktionärsstruktur und im Sinne einer möglichst vielfältigen Interessenvertretung zählt der Aufsichtsrat der EVN per 30. September 2010 dreizehn gewählte Mitglieder. Die derzeitige Funktionsperiode des Aufsichtsrats begann vor der freiwilligen Selbstverpflichtung der EVN zur Einhaltung des Corporate Governance Kodex. Nach der im Jahr 2006 erfolgten satzungsmäßigen Reduktion von zuvor fünfzehn Mitgliedern auf dreizehn wird eine weitere Annäherung an die empfohlene Anzahl von zehn Mitgliedern angestrebt.

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus drei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands bestimmt hat, wird dieser durch die Mitglieder selbst gewählt. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der Österreichische Corporate Governance Kodex.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN AG gehören per 30. September 2010 dreizehn von der Hauptversammlung gewählte Kapitalvertreter an. Die Anzahl der vom Betriebsrat entsandten Belegschaftsvertreter beläuft sich auf sieben. Der Aufsichtsrat wird von einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus seinen eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder nach den Regeln 53 und 54 des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist aus der Aufstellung auf Seite 5 ersichtlich. Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der Österreichische Corporate Governance Kodex.

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die seine Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweiligen gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

  • Der Prüfungsausschuss war im Geschäftsjahr 2009/10 für die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, des Vorschlags für die Gewinnverteilung und des Lageberichts der Gesellschaft und des Konzerns zuständig. Weiters erstellt er einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers.
  • Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss nimmt die Aufgaben eines Nominierungs- und Vergütungsausschusses wahr.
  • Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist der Arbeitsausschuss durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Arbeitsausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Gerhard Posset Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Personalausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Gerhard Posset

Prüfungsausschuss

Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender) Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber Gerhard Posset Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller Franz Hemm Kammerrat Manfred Weinrichter Ing. Paul Hofer

Der Aufsichtsrat hat im Berichtszeitraum in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2009/10 zweimal getagt. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, hat im Berichtsjahr drei Sitzungen abgehalten.

Vergütungsbericht

Aktien-Optionen (Regel 29): Bei EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regel 30): Die Bezüge des Vorstands setzen sich zu rund 78 % aus fixen und zu rund 22 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Die der Höhe nach limitierte Erfolgsbeteiligung basiert zu jeweils 35 % auf dem operativen Ergebnis (EBIT) und dem Return on Capital Employed (ROCE) und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen. Die Altersversorgung ist unterschiedlich geregelt; sie reicht von einem festgelegten Prozentsatz des Letztbezugs bis zu einer Pensionskassenregelung. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich Abfertigungsregelung im Wesentlichen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder belaufen sich für das Geschäftsjahr 2009/10 auf insgesamt 1.295,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.280,9 Tsd. Euro). Darüber hinaus bestehen für die derzeitigen Vorstandsmitglieder Pensionsverpflichtungen in Höhe von 10.400,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.896,2 Tsd. Euro). Es besteht jeweils Anspruch auf einen vertraglich vereinbarten Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf welchen ASVG Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der EVN Pensionskasse angerechnet werden. Die Erhöhung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung. Etwaige Sachbezüge sind in diesem Ausweis inkludiert. Ein Vorstandsmitglied nahm im Berichtsjahr ein konzernfremdes Aufsichtsratsmandat an.

Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a): Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen Österreichischen Corporate Governance Kodex (Fassung vom Jänner 2010) wird ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des derzeit bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte erfolgen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten wird. Diese Anpassung wurde von den sozietären Organen der Gesellschaft bereits mit Wirksamkeit ab dem folgenden Geschäftsjahr beschlossen.

Mit der Anpassung werden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens

Derzeit werden im Zusammenhang mit der erfolgsabhängigen Vergütung die quantitativen Kenngrößen "EBIT" und "operativer ROCE" verwendet. Auf der Grundlage der damit gesammelten Erfahrungen und im Sinne der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns sollen zukünftig nachfolgende quantitative Kenngrößen verwendet werden: 1) Steigerung des Economic Value Added (EVA), 2) Durchschnittlicher Cash-Flow-Beitrag.

Nachhaltigkeit

Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen Corporate Governance Kodex ist, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Ungeachtet dessen, dass falsche Anreize in der Vergütungsstruktur wie unangemessen kurzfristige Erfolgsorientierung oder zu hohe Risikofreudigkeit im System der EVN nicht erkennbar waren und sind, wird mit der Einführung einer Bonusreserve die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht werden.

Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, welcher die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Zukünftig sollen aus der erreichten Bonusreserve 50 % nach Feststellung der Zielerreichung ausbezahlt werden, der verbleibene Bestand wird dem Anfangsstand des Folgejahres übertragen. Durch die Einführung dieser Bonusreserve erreicht man im Wesentlichen zwei Ziele. Einerseits entsteht damit derweise eine Mehrjährigkeit, dass die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil in die nächste Periode im Sinne eines Anfangsbestands fortgetragen wird, und andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.

Mehrjährigkeit

Derzeit bilden die jeweils genehmigten Jahresbudgets die Grundlage für die variable Vergütung. Um einerseits den jährlichen Unternehmensplanungsprozess vom variablen Vergütungssystem zu entkoppeln und andererseits eine mittelfristigere und stärker an den strategischen Entwicklungspfaden und Potenzialen ausgerichtete Orientierung zu unterstützen, sollen zukünftig die quantitativen Zielgrößen jeweils für den Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert werden. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen wie z.B. Benchmarks, Peervergleiche, Kapitalmarkt- und Ratingbeurteilungen herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren soll die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert werden.

Directors-and-Officers-Versicherung (D&O) (Regel 30): Im Rahmen der bestehenden D&O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre, der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden/innen an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten bedingungsgemäß konzernmäßig verbundene Tochtergesellschaften sowie bestimmte Beteiligungsgesellschaften als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der von zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats zu keiner Prämienerhöhung.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60): Im Berichtszeitraum wurden zwei leitende Stellen mit weiblichen Führungskräften besetzt. An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte, als es dem aktuellen Frauenanteil entspricht, teilgenommen. Weiters wurden Ausbildungsmaßnahmen während der Karenzzeit aktiv angeboten. Für Mütter und Väter in Karenz gab es in Österreich eine konzernweite Veranstaltung, um den Wiedereinstieg möglichst reibungslos zu gestalten und auf die Bedürfnisse der betroffenen Eltern nach Möglichkeit eingehen zu können.

Darüber hinaus wurde ein umfangreiches, nicht nur auf Führungskräfte beschränktes Programm zur Förderung von Frauen bei EVN entworfen, das von der Personalsuche über die gezielte Förderung von Mitarbeiterinnen bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein breites Spektrum behandelt. Dieses Programm wird nach Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung im kommenden Berichtsjahr dem Vorstand zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate in Vorstand und Aufsichtsrat zuständig. Im Berichtszeitraum waren keine Mandate zu besetzen. Die Funktionsperiode der Mitglieder des Aufsichtsrats geht über das abgelaufene Geschäftsjahr hinaus, weswegen keine besonderen Maßnahmen gesetzt wurden.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51): Die Aufsichtsratsvergütung ist mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 108 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfallen 12,5 %, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 8,5 % und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp über 7,0 % dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsgeld beträgt 170 Euro.

Teilnahme an Sitzungen (Regel 58): Zwei Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2009/10 an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats nicht persönlich teilgenommen.

Directors' Dealings (Regel 73): Im Geschäftsjahr 2009/10 wurde der EVN keine Kauftransaktion von EVN Aktien von einem Organmitglied gemeldet.

Im Geschäftsjahr 2009/10 wurde keine Geschäftsbeziehung zu einer "Related Party" eingegangen.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2009/10 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro). Davon entfielen 55,5 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 40,0 % auf Steuerberatungsleistungen und 4,5 % auf sonstige Beratungsleistungen.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ab und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 81. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 21. Jänner 2010 können auf der EVN Website eingesehen werden.

Interne Revision und Risikomanagement der EVN

Interne Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten der EVN. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Die Prüfungen im technischen wie auch im kaufmännischen Bereich führten im Berichtsjahr zu keinen gravierenden Beanstandungen.

Risikomanagement der EVN

Das Ziel des Risikomanagements der EVN, als international operierende Unternehmensgruppe, besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikocontrolling eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitenden des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig und verantwortlich sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der mehrstufige Prozess des Risikocontrollings wird durch konzernweit einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der EVN Risikolandkarte findet sich ab Seite 28.

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktien- und Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung sowie der Marktmissbrauch-Richtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden achtzehn ständige sowie zwei Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der betroffenen Mitarbeitenden durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich von einem Compliance-Beauftragten gemäß Börsegesetz, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2009/10 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Beauftragten zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als international tätiger Energie- und Umweltdienstleister haben die Führungskräfte und Mitarbeitenden der EVN eine weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland. Die EVN hat deshalb ihre Grundsätze und Leitlinien für verantwortungsvolles und integres Handeln im EVN Verhaltenskodex konkretisiert und zusammengefasst. Der Verhaltenskodex wurde im Geschäftsjahr 2008/09 in einem konzernweiten Prozess unter Einbindung der EVN CSR-Organisation und begleitet von externen Experten erarbeitet. Im Juli 2009 wurde der Verhaltenskodex nach Zustimmung des Betriebsrats von den sozietären Organen der Gesellschaft beschlossen. Er ist auf der Website unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den EVN Anspruchsgruppen; er soll alle Mitarbeitenden bei der Umsetzung der EVN Werte in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

Evaluierung der Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Den Bericht der KPMG Austria GmbH über die Evaluierung der gemeinsamen Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der EVN AG, Maria Enzersdorf, über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie auf www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 19. November 2010

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher (Sprecher des Vorstands) (Mitglied des Vorstands) (Mitglied des Vorstands)

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Geschäftsjahr 2009/10 hat der EVN Konzern auf Basis seiner Strategie im Energie- und Umweltgeschäft den Ausbau der Geschäftstätigkeiten konsequent weiterverfolgt. Ausgehend von einem stabilen Kerngeschäft in Österreich wurden trotz eines schwierigen Marktumfelds wichtige Schritte zur weiteren Optimierung der Beteiligungen in Südosteuropa gesetzt. Hinzu kommen das internationale Umweltgeschäft, das attraktive Erträge gewährleistet, sowie die strategischen Beteiligungen bei VERBUND AG und Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft. Insgesamt ist der EVN Konzern damit breit aufgestellt, wodurch geschäftsimmanente Risiken bestmöglich abgesichert werden. Trotz der nach wie vor schwachen Konjunktur und der ungünstigen energiewirtschaftlichen Einflussfaktoren wurde damit insgesamt ein sehr gutes Ergebnis erreicht.

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 78 %. Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Aspekte der Geschäftsentwicklung und die Risikosituation sowie über die Entwicklung der wesentlichen Konzernunternehmen informiert. So konnte der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwachen und begleitend beraten. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.

Unter den wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats ist neben der Genehmigung des Budgets 2010/11 für den EVN Konzern die Inkraftsetzung der EVN Strategie 2020 hervorzuheben.

Auf Grundlage des in der 81. ordentlichen Hauptversammlung vom 21. Jänner 2010 gefassten Beschlusses über genehmigtes Kapital hat der Aufsichtsrat nach eingehender Beratung den Arbeitsausschuss ermächtigt, alle für die (zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossene) Durchführung der Kapitalerhöhung notwendigen Zustimmungen zu erteilen und Erklärungen abzugeben, und den Bericht über das Mitarbeiterprogramm im Rahmen dieser Transaktion zustimmend zur Kenntnis genommen.

Er hat die Zustimmung erteilt, eine Gesellschaftervereinbarung mit der Wiener Stadtwerke Holding AG insbesondere zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens und der Mitwirkung an der Kapitalerhöhung der VERBUND AG abzuschließen, den EVN Garantierahmen für die EnergieAllianz Austria GmbH zu erhöhen und Anteile an der NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H. zu übernehmen.

Im Bereich Umwelt sind die Zustimmungen zur Übernahme des Projekts zur Rekonstruktion der thermischen Abfallbehandlungsanlage Nr. 1 in Moskau, zur Errichtung der Klärschlammverbrennung Ljuberzy in Moskau sowie zur Finanzierung des Abwassersystems Budva in Montenegro anzuführen.

Des Weiteren hat der Aufsichtsrat die Zustimmung zur Kapitalerhöhung bei Devoll Hydropower Sh.A. und zum Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien erteilt. Er genehmigte die Ausweitung der Anteile der EVN an der Gorna Arda Hydropower Company AD sowie den Anteilskauf beim Windpark Kavarna in Bulgarien.

Er hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2010 ab März 2010 für die EVN AG in Kraft gesetzt, eine Prokura erteilt und die Modifikation des variablen Vergütungssystems für die Leiter der Strategischen Geschäftseinheiten, die Leiter der Konzernfunktionen sowie die Vorstände bzw. Geschäftsführer größerer Tochterunternehmen mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 genehmigt.

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, hat im Geschäftsjahr 2009/10 drei Sitzungen abgehalten, die Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, zum Gegenstand hatten. Mit Wirkung vom 1. Oktober 2010 ist eine Modifikation des variablen Vergütungssystems für die Mitglieder des Vorstands wirksam geworden.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2009/10 zweimal getagt. Er hat sich mit dem Halbjahresabschluss 2009/10 inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr befasst, die Beschlussfassung für den Jahresabschluss vorbereitet und einen Vorschlag für die Bestellung des Abschlussprüfers erstellt. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss aktuelle Entwicklungen aus den Geschäftsbereichen wie insbesondere die Lage in Mazedonien sowie die Situation bei den wichtigsten Kraftwerksprojekten erörtert und sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem beschäftigt.

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2009/10 vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2010 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft und den Corporate-Governance-Bericht evaluiert. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2010 samt Anhang, Lagebericht und Corporate-Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2010 gemäß § 125 Abs. 2 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2009/10. Besonderer Dank gilt auch den Aktionären, Kunden/innen und Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 15. Dezember 2010

Für den Aufsichtsrat:

Präsident Dr. Rudolf Gruber Vorsitzender

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Im Dezember 2008 verabschiedete das Europäische Parlament das Energie- und Klimapaket. Damit wurden die bis zum Jahr 2020 festgelegten Dreiecksziele – Reduktion des Endenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen (CO2 ) um 20 % sowie Ausbau der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien auf 20 % des Energieverbrauchs – rechtsverbindlich und sind von den Mitgliedsländern in nationales Recht umzusetzen.

Das Energie- und Klimapaket berücksichtigt das jeweils nationale Potenzial der Mitgliedsländer. Österreich ist demnach verpflichtet, ausgehend vom Basisjahr 2005 bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch von 25,8 % auf 34,0 % zu erhöhen und gleichzeitig seine Treibhausgasemissionen in Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, um mindestens 16 % zu reduzieren. Die Energieeffizienz ist bis 2020 um 20 % zu erhöhen.

Energiepolitisches Umfeld Österreich

Um diese sogenannten 20-20-20-Klimaschutzziele der Europäischen Union zu erreichen, wurde Mitte 2009 mit der Ausarbeitung der "Energiestrategie Österreich" begonnen und das Endergebnis im März 2010 präsentiert. Sie baut auf drei Säulen auf: Steigerung der Energieeffizienz, Ausbau erneuerbarer Energieträger und Sicherstellung der Energieversorgung. Das größte Einsparungspotenzial wurde im Bereich der Gebäudesanierung erkannt. Für die Wirtschaft soll ein Energieeffizienzpaket erarbeitet und umgesetzt werden, dazu zählen beispielsweise die Einführung von Energiemanagementsystemen und betrieblichen Energiekonzepten. Beim Ausbau der erneuerbaren Energie soll auf eine stärkere Nutzung der Biomasse zur Wärmegewinnung gesetzt werden. Im Bereich des erneuerbaren Stroms soll die Wasserkraft bis zum Jahr 2015 um 12,6 Petajoule (PJ) ausgebaut werden, die Windkraft bis zum Jahr 2020 verdoppelt (plus 10 PJ) und gebäudeintegrierte Photovoltaik vorangetrieben werden. Die drei Ziele müssen zur Eindämmung des Endenergieverbrauchs im Jahr 2020 auf dem Niveau von 2005 (1.100 PJ) beitragen.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008 –2012) wurden EVN – auf Basis der historischen Emissionen – Gratis-CO2 - Emissionszertifikate von 1,58 Mio. Tonnen p. a. zugeteilt, womit ihr langjähriger Bedarfswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den Mehrbedarf abdecken zu können. (Details zu zugekauften Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2009/10 siehe Anhang, Erläuterung 50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen).

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Anreizregulierungssystem auf einheitlicher Basis eingeführt: Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrunde liegenden Benchmarking-Verfahrens rechnet die EVN für beide Regulierungsperioden mit einer stabilen Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010 –2013) wurden Ende 2009 verabschiedet. Die wesentlichen Änderungen waren die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC stieg von 6,040 % auf 7,025 %), die Anerkennung von Investitionen, die während der Regulierungsperiode durchgeführt werden, sowie die 50 %ige Weitergabe der Effizienzsteigerung an die Endkunden am Ende der Regulierungsperiode.

Auf Basis anerkannter Vollkosten hat EVN im Juni 2009 mit dem Bau der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" begonnen, die zur Versorgungssicherheit im Süden Niederösterreichs und über die Landesgrenzen hinaus beitragen wird. Ende September 2010 wurde das erste etwa 90 km lange Teilstück in Betrieb genommen.

Rechtliches Umfeld in Südosteuropa

Bulgarien

Der Strommarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation existiert aufgrund des mangelnden Mengenangebots am freien Markt jedoch noch nicht. Bis auf einige industrielle Großkunden wird die Energie für die Belieferung der regionalen Versorger (CEZ, E.ON und EVN) und der Endkunden weiterhin vom zentralen öffentlichen Vorlieferanten, der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK, bezogen. Für die Versorgungsfunktionen (Erzeugung, Übertragung, System Operator, Verteilernetz, Endversorger) wurden die Preise vom Regulator festgelegt. Diese regulierten Energiepreise liegen unter den Preisen an den europäischen Strombörsen, sodass durch den Wechsel in den freien Markt vom Kunden noch keine Einsparungen erzielt werden können. Darüber hinaus nehmen die Erzeuger aufgrund vertraglicher Bindungen mit dem öffentlichen Versorger meist nicht oder nur eingeschränkt am liberalisierten Markt teil.

Per 1. Juli 2008 startete in Bulgarien eine fünfjährige Regulierungsperiode mit jährlichen Preisanpassungen für alle Versorgungsfunktionen und Änderungen in den Preiskomponenten der Strompreise. Per 1. Juli 2009 hat der Regulator die Endkundenpreise um etwa 1,0 % gesenkt, obwohl die Preise beim öffentlichen Vorlieferanten um 3,27 % angehoben wurden. Zusätzlich wurde ein Zuschlag zur Abdeckung der Mehrkosten durch die stark zunehmende Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen zu Präferenzpreisen, insbesondere bei Windkraft und Photovoltaik, eingeführt. Damit werden die Lasten auf alle bulgarischen Energieverbraucher gleichmäßig verteilt.

Per 1. Juli 2010 startete die dritte Preisperiode innerhalb des seit Juli 2008 laufenden, fünfjährigen Regulierungszeitraums. Der Regulator hat die Endkundenpreise um etwa 2,0 % erhöht, die Preise für Energie jedoch um etwa 8,0 %, ebenso die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator. Weiters wurde ein Zuschlag für die Stromproduktion aus nicht umweltfreundlichen Energiequellen (Brown Energy) eingeführt. In den Strombezugspreisen, die vom zentralen öffentlichen Vorlieferanten NEK an die Verteil- und Versorgungsunternehmen verrechnet werden, werden ab 1. Juli 2010 die Energiepreiskomponente, die Tarife für den Zugang zum Hochspannungsnetz und jene für die Übertragung durch das Hochspannungsnetz getrennt ausgewiesen und verrechnet. Deshalb kommt es zu einer entsprechenden Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten in EVN EC, da die Tarifbestandteile, die mit dem Hochspannungsnetz zusammenhängen und nur Durchläufer darstellen, erfolgsneutral erfasst werden. Dies hat keine Auswirkung auf das Ergebnis.

Mazedonien

Bis September 2008 hat EVN in Mazedonien den gesamten Strombedarf am regulierten Markt vom Übertragungsnetzbetreiber MEPSO bezogen. Mit Inkrafttreten der Novelle zum Energiegesetz am 5. Juli 2008 wurde die Marktorganisation grundlegend geändert. Jener Netzverlustanteil, der über der Anerkennungsgrenze liegt, muss als nicht regulierter Bezug zu Marktbedingungen am Großhandelsmarkt beschafft werden, wobei eine Weitergabe in den Endkundenpreisen im Regulativ ausdrücklich untersagt wird. In diesem Zusammenhang fordert die Energy Community, eine Organisation der EU- und südeuropäischer Länder zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts in Südosteuropa, vom Mitgliedsland Mazedonien unmissverständlich die Reformierung des Preisregelwerks zur Erlangung voller Kostendeckung. Die EU fordert weiters die Einhaltung der Unabhängigkeit des Regulators von politischen Einflüssen.

Im Jahr 2009 hat der Regulator in Mazedonien keine Preisänderung genehmigt; per 1. Jänner 2010 erfolgte jedoch eine deutliche Erhöhung der Endkundenpreise um rund 10,0 %, wovon rund 51,0 % durch eine Anhebung des Netzentgelts für Mittel- und Niederspannungsnetze der EVN in Mazedonien zustehen. Die derzeit gewährten Endkundenpreise sind allerdings noch keineswegs kostendeckend.

Nach einem aktuell in der Regierung diskutierten Reformplan zur weiteren Marktentwicklung soll das Energiegesetz abermals novelliert, das Preisregelwerk mit den Vorgaben der EU harmonisiert und mit der Öffnung des Marktes für Mittelspannungskunden ab dem Jahr 2011 ein weiterer Schritt in Richtung vollständige Marktliberalisierung gesetzt werden. Für das Jahr 2011 ist auch die Einführung von Marktregeln zur genauen Definition der gegenseitigen Rechte und Pflichten aller Marktteilnehmer geplant, die die bestehende Rechtsunsicherheit nach Änderung des Energiegesetzes 2008 beseitigen soll. Die bereits von der Regierung beschlossene Einführung einer Sozialunterstützung für Haushalte für Energie ist mit Juni 2010 in Kraft getreten und stellt für die EVN eine wichtige Verbesserung dar.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft erholt sich von der tiefen Wirtschaftskrise im Jahr 2009 schneller, als noch Anfang 2010 erwartet wurde. Nach einem unerwartet kräftigen Wachstum in den ersten zwei Quartalen 2010 wurden die Prognosen nach oben angepasst. Die globale Wirtschaft dürfte im Jahr 2010 um 4,8 % wachsen. Die Unterschiede zwischen Schwellen- und Industrieländern bleiben jedoch groß. Für die aufstrebenden Volkswirtschaften wird eine starke Erhöhung um mehr als 7,0 % erwartet, die entwickelten Industriestaaten werden voraussichtlich nur um 2,7 % zulegen.

Die Konjunktur in Europa hat im zweiten Quartal 2010 ebenfalls deutlich an Fahrt gewonnen. Das BIP-Wachstum stieg von 0,4 % im ersten auf rund 1,0 % im zweiten Quartal. Besonders dynamisch entwickelte sich die deutsche Wirtschaft, die in diesem Vergleichszeitraum von 0,5 % auf 2,2 % zulegte. Relativ schwach blieb mit etwa 1,0 % das Wirtschaftswachstum in Südeuropa. Im Euroraum wird für 2010 insgesamt ein BIP-Wachstum von 1,7 % erwartet (Vorjahr: –4,2 %) und für Mittel- und Osteuropa 1,6 % (Vorjahr: –3,1 %). Im Einklang mit der internationalen Entwicklung hat die österreichische Wirtschaft im zweiten Quartal 2010 kräftig expandiert und das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 % gesteigert. Prognosen gehen für das Gesamtjahr 2010 von einem BIP-Wachstum in Österreich von 1,8 % (Vorjahr: –3,9 %) und für 2011 von 2,0 % aus.

Die bulgarische Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal 2010 noch einen BIP-Rückgang von 0,5 %, im zweiten Quartal jedoch einen Anstieg von 0,5 %. Aufgrund dieser Verbesserung geht die Prognose des Internationalen Währungsfonds für 2010 von einem BIP-Wachstum von bis zu 0,4 % aus. Nach einem Rückgang um 0,9 % im ersten Quartal 2010 ist die mazedonische Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,4 % gewachsen. In Summe wird für 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 % bis 0,6 % gerechnet.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Veränderung
2009/10 2008/09 in % 2007/08
Temperaturbedingter Energiebedarf1)
%
Österreich 105,5 93,8 12,6 102,0
Bulgarien 81,2 102,8 –21,0 101,3
Mazedonien 91,3 87,5 4,3 104,6
Primärenergie und CO2-Zertifikate
Rohöl – Brent
EUR/Barrel
57,28 42,91 33,5 70,41
Gas – GIMP2)
EUR/MWh
21,37 22,17 –3,6 25,22
Kohle – API#23)
EUR/Tonne
69,49 65,23 6,5 98,84
CO2
-Zertifikate (1. und 2. Periode)
EUR/Tonne
14,23 14,50 –1,9 17,92
Strom – Spotmarkt
EEX4) Grundlaststrom
EUR/MWh
41,28 46,20 –10,6 63,20
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
52,23 61,57 –15,2 86,58
Strom – Forwardmarkt5)
EEX Grundlaststrom
EUR/MWh
48,87 66,57 –26,6 56,01
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
67,84 93,33 –27,3 79,64

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich und Bulgarien dem Durchschnittswert 1997–2006, in Mazedonien jenem von 1997 bis 2009; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP); ab diesem Geschäftsjahr erfolgt der Ausweis in EUR/MWh, die Vorjahreswerte wurden dementsprechend angepasst.

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EEX – European Energy Exchange

5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

Die seit Oktober 2008 rückläufige Entwicklung des Stromverbrauchs in Österreich erlebte im Dezember 2009 eine Trendumkehr. Nach vorläufigen Berechnungen der E-Control war im ersten Halbjahr 2010 eine Verbrauchssteigerung um 4,3 % oder 1,4 Terrawattstunden (TWh) auf 34,1 TWh zu verzeichnen, womit beinahe wieder das Verbrauchsniveau des ersten Halbjahres 2008 von rund 34,6 TWh erreicht wurde. Die Abgabe im öffentlichen Netz stieg im ersten Halbjahr 2010 lediglich um 2,5 % an. Der Eigenbeitrag der industriellen Stromerzeugung, aber auch der Strombezug verzeichneten aufgrund der konjunkturellen Entwicklung einen beachtlichen Zuwachs. Dem gegenüber war bei den Haushalten ein gleich bleibender bzw. nur sehr leicht steigender Stromverbrauch im ersten Halbjahr festzustellen.

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Im Geschäftsjahr 2009/10 löste die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung vor allem in Österreich, aber auch in Mazedonien eine höhere Nachfrage aus. Der temperaturbedingte Energiebedarf im Heimmarkt lag um 5,5 % über dem langjährigen Durchschnitt bzw. um 12,6 % über dem Vorjahreswert. In Mazedonien blieb der temperaturbedingte Energiebedarf um 8,7 % unter dem langjährigen Durchschnittswert, jedoch um 4,3 % über dem Vorjahreswert. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen um 18,8 % unter dem langjährigen Durchschnitt sowie um 21,0 % unter jenen des Vorjahres.

Aufgrund der positiven Entwicklung der wirtschaftlichen Frühindikatoren seit dem letzten Quartal 2009 stieg im Geschäftsjahr 2009/10 der Preis für das in Europa als Referenz geltende Nordseeöl Brent auf Eurobasis um 33,5 % an. Der grundsätzlich an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis sank jedoch um 3,6 %. Diese Entwicklung ist vor allem mit dem noch hohen Lagerstand für Gas und Kohle sowie dem wachsenden Angebot der erneuerbaren Energien zu begründen. Der Preis für CO2 -Emissionszertifikate gab um 1,9 % nach. Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom zeigten eine leichte Erholung im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10, blieben durchschnittlich jedoch um 10,6 % unter dem Vorjahresniveau. Die Spotmarktpreise für Spitzenlaststrom lagen um 15,2 % und die Forwardpreise für Grundlast- bzw. Spitzenlaststrom um 26,6 % bzw. 27,3 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Entwicklung der Primärenergiepreise (indexiert)

Im Sinne der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weshalb die Preise auf Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN ausüben. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2009/10 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2009 schon auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte zeitlich verzögert positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. Im Gasbereich ermöglichten die rückläufigen Primärenergiepreise eine neuerliche Weitergabe der daraus resultierenden Vorteile an die Endkunden. Die Gaspreise konnten nach den Reduktionen im Jänner 2009 und März 2009 am 1. Dezember 2009 neuerlich um rund 7,0 % gesenkt werden.

Entwicklung der Strompreise – Spot- und Forwardmarkt

Einflussfaktoren Auswirkung auf Geschäftsentwicklung im Vergleich zu Vorjahr
Temperatur Positiv
Primärenergiepreise Positiv
Strompreise – Forwardmarkt Positiv
Strompreise – Spotmarkt Negativ
Absatz Strom Positiv
Absatz Gas Positiv
Absatz Wärme Positiv

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren lässt sich Folgendes zusammenfassen: Die niedrigen Preise bei der Energiebeschaffung im Bereich der Elektrizität und der Primärenergieträger (vor allem von Erdgas) wirkten sich grundsätzlich positiv auf den Geschäftsverlauf der EVN aus. Die Preise für CO2 -Emissionszertifikate waren aufgrund des niedrigen Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang, Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 56) wurde gegenüber dem Vorjahr um sieben vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie ein at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen erweitert. Insgesamt flossen somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 60 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 53), fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: fünf) sowie 15 at Equity einbezogene assoziierte Unternehmen (Vorjahr: 14) in den Konzernabschluss ein.

Umsatz nach Regionen

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die EVN konnte im Geschäftsjahr 2009/10 insgesamt eine leichte Umsatzsteigerung von 0,9 % bzw. 25,1 Mio. Euro auf 2.752,1 Mio. Euro erzielen. Diese positive Entwicklung wurde wesentlich durch den Umsatzanstieg im Segment Umwelt – vorrangig aus der Inbetriebnahme der Linie 3 der Abfallverwertung Zwentendorf/Dürnrohr und dem höheren Volumen im internationalen Projektgeschäft – und im Segment Netzinfrastruktur Inland aufgrund der Mengensteigerungen im Strom- und Gasnetzabsatz sowie aufgrund der Netztarifentwicklung im Gasnetzbereich getragen. Dem gegenüber stand vor allem ein Rückgang im Segment Energieversorgung Südosteuropa, der in erster Linie aus der geänderten Darstellung der Umsatzerlöse in Bulgarien resultierte. Es kam zu einer Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten – der Effekt daraus belief sich im vierten Quartal 2009/10 auf rund 28 Mio. Euro –, die jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis hatte (siehe Rechtliches Umfeld in Südosteuropa, Seite 14). Weitere Details finden sich in der Segmentberichterstattung ab Seite 34.

Der im Ausland erzielte Umsatz zeigt sich mit 1.051,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.048,4 Mio. Euro) nahezu unverändert, was einem Anteil am Gesamtumsatz von 38,2 % (Vorjahr: 38,4 %) entspricht.

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2009/10 2008/09 Veränderung 2007/08
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.752,1 2.727,0 25,1 0,9 2.397,0
Sonstige betriebliche Erträge1) 69,7 83,3 –13,6 –16,3 62,6
Fremdstrombezug und Energieträger –1.600,0 –1.653,2 53,1 3,2 –1.375,8
Material- und Betriebsaufwand –314,5 –297,5 –16,9 –5,7 –281,7
Personalaufwand –329,2 –319,4 –9,8 –3,1 –304,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen –161,5 –166,8 5,2 3,1 –135,3
EBITDA 416,6 373,4 43,2 11,6 362,3
Abschreibungen –229,3 –198,2 –31,1 –15,7 –195,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 187,3 175,2 12,1 6,9 166,6
Finanzergebnis 83,6 50,8 32,8 64,5 68,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 270,9 226,0 44,9 19,8 235,5
Ertragsteuern –42,1 –28,0 –14,1 –50,5 –5,6
Ergebnis nach Ertragsteuern 228,7 198,0 30,7 15,5 229,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 207,0 177,9 29,0 16,3 186,9
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 21,8 20,1 1,7 8,5 42,9
Ergebnis je Aktie in EUR 1,27 1,09 0,18 16,3 1,14

1) Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen werden ab dem Geschäftsjahr 2009/10 als Teil der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Bestandsveränderungen lagen aufgrund der Abrechnung von Kundenprojekten mit –2,0 Mio. Euro um 7,0 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Darüber hinaus lagen das Ergebnis aus Anlagenabgängen – das im Vorjahr durch einen positiven Einmaleffekt beeinflusst war – und die Erträge aus Entschädigungen und Vergütungen unter dem Niveau des Vorjahres, wodurch sich die sonstigen betrieblichen Erträge per Saldo um 16,3 % bzw. 13,6 Mio. Euro auf 69,7 Mio. Euro reduzierten.

Die Position Fremdstrombezug und Energieträger konnte trotz gestiegener Absatzmengen bei Strom, Gas und Wärme sowie der durch gesunkene Stromabsatzpreise notwendigen Bildung von Drohverlustrückstellungen deutlich um 3,2 % bzw. 53,1 Mio. Euro auf 1.600,0 Mio. Euro verringert werden. Diese Verbesserung war neben der Reduktion der Netzverluste in Südosteuropa, einem negativen Einmaleffekt aus der Abwertung der Lagerbestände an Kohle im Vorjahr und der geänderten Darstellung der Beschaffungskosten in Bulgarien (siehe Rechtliches Umfeld in Südosteuropa, Seite 14) vor allem auf die rückläufigen Großhandelspreise für Strom und Gas zurückzuführen.

Die Ausweitung des internationalen Projektgeschäfts, die Inbetriebnahme der Linie 3 in Dürnrohr und der erstmalig ganzjährige Einbezug des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net führten trotz gesunkener Instandhaltungsaufwendungen zu einem um 5,7 % bzw. 16,9 Mio. Euro gestiegenen Material- und Betriebsaufwand.

Der durchschnittliche Personalstand der EVN verringerte sich im Geschäftsjahr 2009/10 um 4,5 % bzw. 401 Personen auf 8.536 Mitarbeitende. Diese Reduktion war maßgeblich bedingt durch die Effizienzsteigerungen in Bulgarien und Mazedonien, die in Summe zu einem Rückgang von 6,0 % bzw. 384 Personen auf 5.990 Mitarbeitende im Ausland führten. Der Personalstand in Österreich sank um 0,6 % bzw. 17 Personen auf 2.546 Mitarbeitende. Diese Rückgänge konnten jedoch aufgrund der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltssteigerungen, eines Anstiegs der Abfertigungsaufwendungen und der Fortführung der Restrukturierungsmaßnahmen in Südosteuropa nicht auf den Personalaufwand übertragen werden, der um 3,1 % bzw. 9,8 Mio. Euro auf 329,2 Mio. Euro anstieg.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 3,1 % bzw. 5,2 Mio. Euro auf 161,5 Mio. Euro resultierte aus niedrigeren Aufwendungen für Prozessrisiken und Mietaufwendungen, was in erster Linie aus einer Reduktion von Rückstellungen resultierte, denen im Vorjahr eine Erhöhung gegenüberstand. Diese Entwicklung wurde jedoch durch eine Erhöhung der Forderungsabschreibungen im Segment Südosteuropa abgeschwächt.

Umsatz nach Segmenten in Mio. EUR

Basierend auf diesen Entwicklungen verzeichnete das EBITDA einen Anstieg um 11,6 % bzw. 43,2 Mio. Euro auf 416,6 Mio. Euro. Bei einem nur leichten Umsatzanstieg in der Berichtsperiode verbesserte sich die EBITDA-Marge daher von 13,7 % auf 15,1 %.

Die rege Investitionstätigkeit der vergangenen Jahre und die nunmehrige Fertigstellung einiger Bauvorhaben, besonders jene der Linie 3 in Dürnrohr und eines Blockheizkraftwerks in Moskau, sowie der erstmals ganzjährige Einbezug der B.net erhöhten die planmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres 2009/10 um 18,9 Mio. Euro. Zusätzlich führten Wertminderungen in Höhe von insgesamt 12,2 Mio. Euro, die in erster Linie durch eine zeitliche Verzögerung des Baus des bulgarischen Windparks Kavarna ausgelöst wurden, zu einer Erhöhung des Abschreibungsaufwands um 15,7 % bzw. 31,1 Mio. Euro auf 229,3 Mio. Euro.

Veränderung des EBIT 2009/10 im Vergleich zum Vorjahr in Mio. EUR

Unter Berücksichtigung der erhöhten Abschreibungen konnte das EBIT um 6,9 % bzw. 12,1 Mio. Euro auf 187,3 Mio. Euro gesteigert werden und die EBIT-Marge von 6,4 % auf 6,8 %. Vom EBIT entfielen 18,5 Mio. Euro bzw. 9,9 % auf das Segment Erzeugung, 94,6 Mio. Euro bzw. 50,5 % auf das Segment Netzinfrastruktur Inland, 43,4 Mio. Euro bzw. 23,2 % auf das Segment Energiehandel und -vertrieb, 8,6 Mio. Euro bzw. 4,6 % auf das Segment Energieversorgung Südosteuropa sowie 28,0 Mio. Euro bzw. 15,0 % auf das Segment Umwelt.

Überaus positiv entwickelte sich das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2009/10, welches mit 83,6 Mio. Euro um 64,5 % bzw. 32,8 Mio. Euro über dem Wert der Vergleichsperiode lag. Zu diesem Anstieg trug zum einen die erfreuliche Entwicklung des Beteiligungsergebnisses bei: Durch die wachsenden Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen – besonders jene der RAG und ZOV – um 32,1 % bzw. 15,0 Mio. Euro auf 61,6 Mio. Euro und durch die erhöhte Dividendenausschüttung der VERBUND AG stieg das Beteiligungsergebnis um 23,7 % bzw. 22,3 Mio. Euro auf 116,3 Mio. Euro an. Zum anderen verbesserten sich sowohl das Zins- als auch das sonstige Finanzergebnis erheblich. Beim Zinsergebnis profitierte EVN von niedrigeren Zinssätzen für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und höheren aktivierten Bauzeitzinsen, was in Summe die Rückgänge in den Zinserträgen aufgrund geringerer Leasingzahlungen im Projektgeschäft sowie niedrigerer Zinserträge aus kurzfristigen Veranlagungen mehr als ausgleichen konnte. In Summe konnte so das Zinsergebnis um 17,0 % bzw. 6,5 Mio. Euro auf –31,9 Mio. Euro verbessert werden. Die Erholung der Kapitalmärkte wirkte sich positiv auf die maßgeblichen Bewertungskomponenten des sonstigen Finanzergebnisses aus, das einen Anstieg von –4,7 Mio. Euro des Vorjahres auf –0,8 Mio. Euro verzeichnen konnte.

Unter Berücksichtigung dieser positiven Veränderungen im Finanzergebnis erhöhte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 19,8 % bzw. 44,9 Mio. Euro auf 270,9 Mio. Euro. Höhere Ertragsteuern aufgrund des verbesserten Ergebnisses vor Ertragsteuern wirkten dämpfend

auf das Ergebnis nach Ertragsteuern, welches dennoch deutlich um 15,5 % bzw. 30,7 Mio. Euro auf 228,7 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Davon entfielen 21,8 Mio. Euro auf nicht beherrschende Anteile, die sich trotz der anteiligen Berücksichtigung der Wertminderung beim Windpark in Kavarna aufgrund der Verbesserung des Ergebnisbeitrags der at Equity einbezogenen RAG gegenüber der Vorjahresperiode um 8,5 % bzw. 1,7 Mio. Euro erhöhten. Das Konzernergebnis betrug 207,0 Mio. Euro – ein Anstieg von 16,3 % bzw. 29,0 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode. Daraus resultierte ein Ergebnis je Aktie von 1,27 Euro (Vorjahr: 1,09 Euro).

Im Einklang mit der positiven Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 0,40 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,37 Euro je Aktie) vorschlagen, was unter Einbezug der dividendenberechtigten Aktien aus der Kapitalerhöhung einer Ausschüttungsquote von 34,7 % (Vorjahr: 33,9 %) und einer Dividendenrendite zum Aktienkurs vom 30. September 2010 von 3,5 % (Vorjahr: 2,7 %) entspricht.

Veränderung
Entwicklung ausgewählter Kennzahlen 2009/10 2008/09 in % 2007/08
ROE1) % 7,4 6,3 1,2 7,4
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 3.076,2 3.167,8 –2,9 3.111,6
WACC nach Ertragsteuern1) 2) % 6,5 6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)1) 3) % 6,4 6,7 –0,3 8,7
Durchschnittliches Capital Employed3) Mio. EUR 3.952,4 3.493,8 13,1 3.219,7
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT)3) Mio. EUR 254,5 234,9 8,3 280,9
EVA® Mio. EUR –2,4 7,8 71,7

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,1 % und

einem Fremdkapitalkostensatz (nach Steuern) von 4,0 % sowie mit einem 50,0 %igen Eigenkapitalanteil berechnet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der VERBUND AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Auf Basis des gestiegenen Ergebnisses nach Ertragsteuern und des geringeren durchschnittlichen Eigenkapitals wurde die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE) von 6,3 % auf 7,4 % verbessert. Die ergebnisneutrale Marktwertänderung der VERBUND AG führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals.

Nach Neutralisierung dieses Bewertungseffekts ergeben sich für die operativen Steuerungskennzahlen für das Geschäftsjahr 2009/10 mit –2,4 Mio. Euro ein gegenüber dem Vorjahr niedrigerer erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) und eine von 6,7 % auf 6,4 % gesunkene Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE).

Bei einem deutlich höheren Ergebnis ist für diesen Verlauf der Anstieg des verzinslichen Gesamtkapitals verantwortlich, der im Wesentlichen aus der Fortführung der langfristigen Infrastrukturinvestitionen in den Strom- und Gasnetzen im In- und Ausland sowie im Erzeugungsbereich resultiert. Das höhere Projektvolumen im Umweltbereich führte ebenfalls zu einem Aufbau im gebundenen Kapital.

Im Berichtszeitraum wurden die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) der EVN unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken wie im Vorjahr mit 6,5 % berechnet.

Bilanz

Die Bilanzsumme der EVN belief sich zum Bilanzstichtag 30. September 2010 auf 6.731,2 Mio. Euro und erhöhte sich mit 0,5 % nur geringfügig im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Während sich der Anteil der lang- und kurzfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen relativ konstant zeigte, erfolgten sehr wohl Veränderungen in der Zusammensetzung der darin erfassten Positionen.

Der vermehrten Investitionstätigkeit in Sachanlagen und den aufgrund des Anstiegs der langfristigen Leasingforderungen durch das laufende Projektgeschäft des Segments Umwelt höheren sonstigen langfristigen Vermögenswerten stand ein deutlicher Rückgang der sonstigen Beteiligungen gegenüber, der aus der negativen Marktwertänderung der Beteiligung an der VERBUND AG resultierte. Dadurch reduzierte sich der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen von 86,0 % auf 85,3 %.

Der Anstieg des Anteils der kurzfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen von 14,0 % auf 14,7 % wurde durch Zukäufe im Wertpapierbereich geprägt, denen vor allem eine Reduktion der Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen gegenüberstand.

EBIT nach Segmenten in Mio. EUR

Energiehandel und -vertrieb

  • Energieversorgung Südosteuropa
  • Umwelt Strategische Beteiligungen und

Sonstiges

Ergebnis und Dividende je Aktie

30.9.2010 30.9.2009 Veränderung 30.9.2008
Konzern-Bilanz – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.179,2 3.018,3 160,9 5,3 2.749,5
At Equity einbezogene Unternehmen
und sonstige Beteiligungen 1.811,7 2.122,2 –310,5 –14,6 2.365,0
Sonstige langfristige Vermögenswerte 751,3 620,7 130,5 21,0 597,9
5.742,1 5.761,2 –19,1 –0,3 5.712,4
Kurzfristige Vermögenswerte 989,1 934,2 54,9 5,9 923,9
Summe Aktiva 6.731,2 6.695,4 35,8 0,5 6.636,3
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.679,5 2.783,8 –104,3 –3,7 2.975,9
Anteile nicht beherrschender Anteile 345,7 343,4 2,4 0,7 232,5
3.025,3 3.127,2 –101,9 –3,3 3.208,5
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.726,4 1.702,5 23,9 1,4 1.358,9
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen 677,0 751,9 –74,8 –10,0 850,3
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten 461,0 469,3 –8,3 –1,8 446,1
2.864,5 2.923,7 –59,2 –2,0 2.655,3
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 205,2 17,0 188,3 153,9
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 636,2 627,5 8,7 1,4 618,6
841,5 644,5 197,0 30,6 772,5
Summe Passiva 6.731,2 6.695,4 35,8 0,5 6.636,3

Bilanzstruktur

Kurzfristige Vermögenswerte

  • Langfristige Vermögenswerte
  • Kurzfristige Schulden Langfristige Schulden

Eigenkapital

Das Eigenkapital ging in Summe um 3,3 % bzw. 101,9 Mio. Euro auf 3.025,3 Mio. Euro zurück. Das im Geschäftsjahr 2009/10 erwirtschaftete Ergebnis nach Ertragsteuern konnte den Rückgang durch die erfolgsneutral erfasste Marktwertveränderung der Beteiligung an der VEBUND AG einerseits und die Dividendenausschüttung des Geschäftsjahres 2008/09 an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60,3 Mio. Euro sowie an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 22,5 Mio. Euro andererseits nicht gänzlich ausgleichen. Damit einhergehend sank die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag von 46,7 % auf 44,9 %. Bei einer Nettoverschuldung von 1.458,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.378,2 Mio. Euro) errechnete sich ein Gearing von 48,2 % (Vorjahr: 44,1 %).

Die langfristigen Schulden konnten um 2,0 % bzw. 59,2 Mio. Euro auf 2.864,5 Mio. Euro verringert werden. Die latenten Steuerverbindlichkeiten und langfristigen Rückstellungen reduzierten sich – hauptsächlich bedingt durch die Marktwertveränderung an der VERBUND AG – um 10,0 % bzw. 74,8 Mio. Euro auf 677,0 Mio. Euro. Dem gegenüber stand eine Zunahme der langfristigen Finanzverbindlichkeiten: Die Erhöhung durch Kreditaufnahmen und durch bewertungsbedingte Anstiege der Anleihen wurde durch die planmäßigen Tilgungen und die Umgliederung eines im Februar 2011 rückzahlbaren und somit nunmehr im kurzfristigen Bereich ausgewiesenen endfälligen Kredits nahezu ausgeglichen. In Summe beliefen sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 1.726,4 Mio. Euro, was einem Anstieg von 1,4 % bzw. 23,9 Mio. Euro entsprach. In den vereinnahmten Baukosten- und Investitionszuschüssen und übrigen langfristigen Verbindlichkeiten glichen sich höhere vereinnahmte Baukostenund Investitionszuschüsse und nunmehr positive Marktwerte für Sicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit Anleihen großteils aus, womit die Position mit 461,0 Mio. Euro um 1,8 % bzw. 8,3 Mio. Euro knapp unter dem Vorjahr lag.

Die bereits erwähnte Umgliederung eines im Februar 2011 rückzahlbaren endfälligen Kredits und sein nunmehriger Ausweis unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten bestimmten den Anstieg der kurzfristigen Schulden, die sich um 30,6 % bzw. 197,0 Mio. Euro auf 841,5 Mio. Euro erhöhten. Die Veränderung der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten war geprägt durch die Erhöhung der kurzfristigen Rückstellungen für Drohverluste, denen ein Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten aufgrund einer Erholung der Marktwerte von Sicherungsgeschäften für Anleihen gegenüberstand.

Finanz- und Liquiditätslage

Im Geschäftsjahr 2009/10 erhöhte sich die Nettoverschuldung um 5,8 % bzw. 80,0 Mio. Euro auf 1.458,2 Mio. Euro. Die größten Veränderungen in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten resultierten aus der Aufnahme einer Finanzierung bei der Europäischen Investitionsbank für den Bau der regionalen Gastransportleitungssysteme "Süd- und Westschiene" im September 2010 mit einem Volumen von 125,0 Mio. Euro und einer Laufzeit von 25 Jahren. Weiters wurde eine zehnjährige Non-Recourse-Projektfinanzierung über 114,3 Mio. Euro für die Errichtung der Natriumhypochloritanlage in Moskau abgeschlossen. Laufende Tilgungen beliefen sich konzernweit auf 101,0 Mio. Euro. Ein Kredit in Höhe von 170,8 Mio. EUR, der am 28. Februar 2011 planmäßig fällig wird, wurde zu den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Per Saldo erhöhten sich damit die langfristigen Finanzverbindlichkeiten geringfügig um 1,4 % bzw. 23,9 Mio. Euro auf 1.726,4 Mio. Euro.

Zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos wird die Zinsbindungsstruktur in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen fix und variabel gehalten, wobei zu dessen Steuerung Zinsderivate eingesetzt werden. Der Durchschnittszinssatz der Finanzierungen lag per 30. September 2010 bei 3,6 %, die Duration bei 3,32 (Vorjahr: Durchschnittszinssatz von 3,5 %, Duration von 3,17).

Die Veranlagung der liquiden Mittel erfolgte unter der Vorgabe der jederzeitigen Verfügbarkeit der Liquidität und der Limitierung von Kontrahenten- und Marktrisiken. Neben der in den liquiden Mitteln dargestellten Veranlagung in Form von Festgeldern bei Banken bester Bonität wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr verstärkt in Cashfonds investiert, wodurch sich die kurzfristigen Wertpapiere um 137,0 Mio. Euro auf 223,8 Mio. Euro erhöhten. Dadurch wurde eine Streuung des Kontrahentenrisikos erreicht. Es wurde besonderer Wert auf die Größe und Liquidität der Fonds gelegt. Es wird ausschließlich in Cashfonds investiert, die in Staatsanleihen mit höchster Bonität veranlagen.

Die langfristigen Wertpapiere, die mit 104,1 Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahresniveau lagen, dienten zur gesetzlichen Deckung der Pensionsrückstellungen.

Durch die nach dem Bilanzstichtag 30. September 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung werden rund 173,0 Mio. Euro an Liquidität zufließen. Diese Mittel und die bestehenden Liquiditätsreserven sind ausreichend, um vor allem den Finanzbedarf für die geplanten Investitionen zu decken und den Tilgungsverpflichtungen aus bestehenden Krediten nachzukommen. Dennoch werden laufend Finanzierungsalternativen geprüft, um die Fristenkonformität der Finanzierung sicherzustellen und Marktopportunitäten zu nützen.

Weiters besteht als Liquiditätsreserve eine syndizierte Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro, die im ersten Halbjahr des Berichtszeitraums zu 100,0 Mio. Euro ausgenutzt war, aber zu Beginn des zweiten Halbjahres im April 2010 zurückgezahlt wurde. Zum Bilanzstichtag 2009/10 war die Kreditlinie nicht gezogen, floss somit nicht in die Finanzverbindlichkeiten ein und steht vollumfänglich zur Verfügung. Die Kreditlinie wird nur für die kurzfristige Zwischenfinanzierung eines etwaigen Bedarfs verwendet, eine langfristige kontinuierliche Ausnützung der Kreditlinie ist grundsätzlich nicht geplant.

Insgesamt ergibt sich daraus abgeleitet folgende Entwicklung der Nettoverschuldung:

2009/10 2008/09 Veränderung 2007/08
Nettoverschuldung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.726,4 1.702,5 23,9 1,4 1.358,9
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 170,8 0,1 170,7 127,0
Fonds der liquiden Mittel –89,1 –113,6 24,5 21,6 –94,1
Kurzfristige Wertpapiere –223,8 –86,7 –137,0 –136,0
Langfristige Wertpapiere –104,1 –102,4 –1,7 –1,7 –102,9
Ausleihungen –22,0 –21,6 –0,4 –2,0 –21,6
Nettoverschuldung 1.458,2 1.378,2 80,0 5,8 1.131,3
Eigenkapital 3.025,3 3.127,2 –101,9 –3,3 3.208,5
Gearing (%)2) 48,2 44,1 4,1 35,3

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Der Anstieg der Nettoverschuldung sowie der Rückgang des Eigenkapitals lösten eine Erhöhung des Gearings um 4,1 Prozentpunkte auf 48,2 % aus. Der deutliche Anstieg der Funds from Operations (FFO) führte trotz der Erhöhung der Nettoverschuldung zu einer Erhöhung der Net Debt Coverage von 30,6 % auf 39,0 %. Gesunkene Zinsaufwendungen in Kombination mit den gestiegenen FFO erhöhten die Interest Cover von 4,9 auf 8,2.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis lag im Geschäftsjahr 2009/10 mit 467,7 Mio. Euro um 5,1 % bzw. 22,6 Mio. Euro über dem Niveau der Vergleichsperiode. Die Erhöhung des Ergebnisses vor Ertragsteuern von 226,0 Mio. Euro auf 270,9 Mio. Euro konnte damit nicht zur Gänze auf den Cash Flow aus dem Ergebnis übertragen werden: Zwar flossen in die Entwicklung der unbaren Ergebniskomponenten höhere Abschreibungen ein, jedoch wirkten sich die höheren unbaren Erfolgsbeiträge im Ergebnis der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen sowie der geringere Anstieg der langfristigen Rückstellungen gegenläufig aus.

2009/10 2008/09 Veränderung 2007/08
Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 270,9 226,0 44,9 19,8 235,5
Unbare Ergebniskomponenten 196,8 219,1 –22,3 –10,2 191,2
Cash Flow aus dem Ergebnis 467,7 445,1 22,6 5,1 426,7
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 67,0 –74,5 141,6 –15,6
Zahlungen für Ertragsteuern –35,5 –35,3 –0,2 –0,4 –28,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich 499,3 335,3 164,0 48,9 382,6
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –335,8 –349,6 13,8 4,0 –350,4
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –20,4 20,4 –35,0
Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –104,1 –56,4 –47,7 –84,6 –186,8
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren –141,1 26,1 –167,2 245,4
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –581,0 –400,4 –180,6 –45,1 –326,8
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 57,1 84,3 –27,2 –32,2 –16,0
Cash Flow gesamt –24,6 19,2 –43,8 39,8
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 113,6 94,1 19,5 20,7 54,4
Währungsdifferenzen 0,1 0,3 –0,2 –67,4
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 89,1 113,6 –24,5 –21,6 94,1

Struktur der Investitionen

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Energieversorgung Südosteuropa

Energiehandel und -vertrieb Netzinfrastruktur Inland

Im Cash Flow aus dem operativen Bereich wirkte sich der Rückgang im Working Capital im Vergleich zu einem Anstieg im Vorjahr positiv aus. Geringere Forderungen sowie höhere kurzfristige Rückstellungen und übrige Verbindlichkeiten führten in Summe zu einem deutlichen Anstieg des Cash Flows aus dem operativen Bereich um 48,9 % bzw. 164,0 Mio. Euro auf 499,3 Mio. Euro.

Der Mittelabfluss im Cash Flow aus dem Investitionsbereich erhöhte sich um 180,6 Mio. Euro auf –581,0 Mio. Euro. Dem geringeren Investitionsniveau in Sachanlagen standen vor allem der Aufbau der Leasingforderungen im Projektgeschäft des Segments Umwelt und die verstärkte Veranlagung in Cashfonds gegenüber. Im Geschäftsjahr 2008/09 war der Unternehmenserwerb der B.net enthalten.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich lag mit 57,1 Mio. Euro um 27,2 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Neben der Dividendenzahlung an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60,3 Mio. Euro und an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 22,5 Mio. Euro sowie laufenden planmäßigen Kredittilgungen von 101,0 Mio. Euro auf der einen Seite, flossen andererseits durch die Realisierung einer Non-Recourse-Projektfinanzierung in Höhe von 114,3 Mio. Euro und die Aufnahme einer Finanzierung bei der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 125,0 Mio. Euro insgesamt 239,3 Mio. Euro zu (siehe Finanzund Liquiditätslage, Seite 23).

Aus den genannten Entwicklungen resultiert für die EVN im Geschäftsjahr 2009/10 ein negativer Cash Flow von –24,6 Mio. Euro, womit sich der Fonds der liquiden Mittel auf

Umwelt

Erzeugung

89,1 Mio. Euro reduzierte. Darüber hinaus standen per 30. September 2010 Finanzmittel in Form von kurzfristigen Wertpapierveranlagungen in Höhe von 223,8 Mio. Euro (Vorjahr: 86,7 Mio. Euro) sowie die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro zur Gänze zur Verfügung (30. September 2009: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenützt). In Summe bestehen demnach ausreichende Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, womit die Liquiditätssituation der EVN weiterhin als stabil zu bezeichnen ist.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen der EVN in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden im Berichtszeitraum um 5,2 % bzw. 21,8 Mio. Euro auf 394,0 Mio. Euro reduziert. Unverändert hoch zeigten sich dabei die Investitionen im Netzbereich im niederösterreichischen Versorgungsgebiet mit besonderem Fokus auf den Bau der regionalen Erdgastransportleitungen "Süd- und Westschiene" sowie den Kabel-TV- und Telekombereich. Das nach wie vor hohe Investitionsniveau in Südosteuropa zielte unverändert auf die Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie den Ausbau der Netz- und Zählertechnik ab. Im Segment Umwelt entfiel in etwa die Hälfte der Investitionen auf die Blockheizkraftwerke in Moskau.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die folgende Tabelle:

2009/10 2008/09 Veränderung 2007/08
Investitionsschwerpunkte der EVN Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Erzeugung 45,2 63,4 –18,2 –28,7 32,3
davon kalorische Kraftwerke 7,2 31,5 –24,2 –77,0 26,6
davon Windpark in Bulgarien 32,4 28,3 4,0 14,2
Netzinfrastruktur Inland 156,5 161,5 –5,0 –3,1 140,0
davon Stromnetz 65,3 74,9 –9,6 –12,8 107,2
davon Gasnetz 75,6 82,6 –7,1 –8,5 27,3
davon Kabel-TV- und Telekombereich 11,5 3,9 7,6 5,5
Energiehandel und -vertrieb 21,5 32,5 –11,0 –33,9 20,6
davon Wärmeanlagen 18,8 29,2 –10,5 –35,8 20,5
Energieversorgung Südosteuropa 100,7 104,8 –4,1 –4,0 153,2
Umwelt 68,6 52,4 16,1 30,8 67,9
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 22,4 29,2 –6,8 –23,4 39,0
davon Blockheizkraftwerke in Moskau 33,9 5,1 28,8 6,4
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze, Abwasserentsorgung 8,2 9,1 –1,0 –10,6 14,9
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 1,6 1,1 0,5 41,3 1,6
Summe 394,0 415,7 –21,8 –5,2 415,6

Mitarbeitende

Die EVN investiert laufend und bedarfsorientiert in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, in Sicherheitsmaßnahmen und in die Implementierung moderner Führungsinstrumente.

Mit einem Gesamtaufwand (Seminargebühren, Trainer, E-Learning) von rund 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) wurden im Berichtsjahr pro Mitarbeitenden 314,1 Euro (Vorjahr: 324,5 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Der Rückgang erklärt sich durch den Abschluss von Bildungsschwerpunkten im Vorjahr und vermehrte interne Veranstaltungen. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen verwendete Zeitaufwand konnte trotz des konzernweiten Effizienzsteigerungsprogramms von jährlich 23,9 Stunden pro Mitarbeitenden auf 27,1 Stunden gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2009/10 lag neben EDV-Schulungen und Fachseminaren ein Fokus auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien wurde die im Juli 2008 gestartete Initiative zur Steigerung der Fremdsprachenkompetenz, die vom Europäischen Sozialfonds anerkannt und gefördert wurde, erfolgreich abgeschlossen. 225 Mitarbeitende haben erfolgreich Englisch- und Deutschkurse absolviert. Das Führungskräfteprogramm in Bulgarien wurde fortgesetzt, und 2010 haben auch die Gruppenleiter/innen der Kundenzentren dieses Programm erfolgreich durchlaufen. In Mazedonien lag der Schwerpunkt auf EDV-Schulungen und Sicherheitstrainings.

Führungspositionen werden bei EVN bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzt. Um qualifizierte Mitarbeitende aus Bulgarien, Deutschland, Mazedonien und Österreich zu fördern, fand vom 14. bis 19. September die erste EVN Summer University "EVN SUN 2010" mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Konzernbereichen dieser Länder statt. In Kooperation mit der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien wurde dafür ein Programm entwickelt, das basierend auf Fallstudien und praktischen Aufgabenstellungen eine Erweiterung des eigenen Horizonts ermöglichte. Wichtiger Hintergrund der EVN SUN ist neben der Förderung talentierter Führungskräfte das Etablieren eines internationalen konzerninternen Netzwerks.

Zur Abdeckung des zukünftigen Bedarfs an Führungs- und Fachkräften wurden beispielsweise in Mazedonien seit 2007 drei Traineeprogramme gestartet, bei denen die Trainees alle Unternehmensprozesse möglichst umfassend kennenlernen. Von den 52 Teilnehmenden wurden 50 als Mitarbeitende fix übernommen. Ein Programm für das Geschäftsjahr 2010/11 ist in Ausarbeitung, um die Initiative erfolgreich weiterzuführen.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Aspekt der Geschäftstätigkeit der EVN. Der schonende Umgang mit Ressourcen ist fest in der Unternehmensstrategie verankert. Ebenso ist die Forcierung erneuerbarer Energieträger ein wesentlicher Bestandteil der EVN Strategie. Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energieträger auf 50 % gesteigert werden. Daher wird in den nächsten Jahren in den Ausbau von Windparks und Wasserkraftwerken sowohl in Niederösterreich als auch im Ausland investiert. Aber auch bei den thermischen Erzeugungsanlagen achtet die EVN darauf, die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Das Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum beispielsweise ist mit einem Wirkungsgrad von 46 % eine der modernsten Anlagen in Europa. Durch den Einsatz neuer Technologien liegen die Umweltauswirkungen weit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Anlagen. Nahezu alle kalorischen Anlagen der EVN weisen ein Umweltzertifikat auf.

Forschung und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Im Berichtsjahr wurden 834,9 Tsd. Euro für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet, wobei der Schwerpunkt auf den folgenden Projekten lag: Biomasse Versuchsanlage Dürnrohr – Biomasse Pyrolyse, CO2 -Abscheidungsanlage Dürnrohr, Solarenergieprojekt mit Partnern ab November 2010, DEMO-Smart-Metering, ARGE EEE (thermische E-Effizienz), ADRES (energieautarke Siedlung), MBS (multifunktionale Energiespeicher) und emporA (Elektromobilität).

Risikomanagement

Risikodefinition

Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt das zentral organisierte Risikocontrolling den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikocontrolling erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation des EVN Konzerns.

Der Risikocontrollingprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur und Identifikation von neuen Risikopositionen
  • Bewertung & Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnisverteilungen
  • Berichterstattung: Übermittlung von Risikoberichten an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand des EVN Konzerns, Diskussion und Beurteilung der Risikosituation im "Risikoarbeitsausschuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleiten von Risikosteuerungsmaßnahmen
  • Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikocontrolling-Kreislaufs betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Finanz- und Rechnungswesen, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Controlling und Interne Revision. Die Interne Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikocontrollings sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leiter der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition des EVN Konzerns zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.

Risikoprofil

Risiken im Energiebereich

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie sowie eine Intensivierung des Wettbewerbs können die Deckungsbeiträge des EVN Konzerns beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie diversifizierte Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, die den EVN Konzern dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Vor allem im Erzeugungsbereich ist EVN Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistung im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenkonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von EVN nicht erteilt oder verlängert werden.

Risiken im Segment Umwelt

Die Risiken im Segment Umwelt betreffen die Abnahme der Nachfrage nach Abfallverwertungsleistungen des EVN Konzerns und Betriebsstörungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Im Umweltsegment ist EVN zudem technologischen und Projektrisiken ausgesetzt. Hier erfolgt die Risikoreduktion primär durch Einsatz erfahrener Mitarbeitender, regelmäßige Fortbildung und Trainings sowie durch effizientes Projektmanagement.

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie verschärfte Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd- und Südosteuropas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte sowie den Aktivitäten des EVN Konzerns in Mazedonien.

Gesamtrisikoprofil

Da sich das Risikoprofil der EVN expansionsbedingt kontinuierlich verändert, sind eine eingehende und laufende Auseinandersetzung mit Risiken sowie ein effizientes Risikomanagement essenziell. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur konnten keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Bezugspreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2 -Emissionszertifikate und Biomasse

Fixpreisvereinbarungen, langfristige Beschaffungspolitik Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungsbeiträge

Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator

Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen

Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesagten Leistung

Vertragliche Konstruktionen, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten

Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss

Finanzierung in JPY und CHF

Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente

Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft

Vertretungen im Aufsichtsrat der jeweiligen Beteiligungsgesellschaft

Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere Refinanzierungskosten

Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, Wertveränderung der variabel verzinsten Finanzinstrumente

Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten und eine ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze

Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Vertragsrisiken

Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen

Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/ Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken Gesetzgebung/Politisches Risiko

Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. Umweltgesetze oder wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen in Südosteuropa)

Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen

Lobbying über lokale, regionale, nationale und EU-weite Interessenvertretungen

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung

Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung

Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südosteuropa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

Weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter

Sonstige Risiken

Mitarbeiterrisiko

Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitenden, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren

Attraktives Arbeitsumfeld und Entlohnungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle, Schulungen, Konzerntage

Co-Investment-Risiko

Risiken in Zusammenhang mit der Durchführung von Großprojekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen Vertragliche Absicherung, effizientes Projektmanagement

Sabotage

Sabotage beispielsweise bei Gasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen

Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Einleitung

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und ausgebaut. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und dokumentiert die entsprechenden Kontrollmaßnahmen, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO-Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeitenden des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf http://www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter http://www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die Konzernfunktion Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen die Prozesse definiert, welche für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen die Risiken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie der zugehörigen Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen implementiert, mit dem Ziel, dass die Einzelabschlüsse nach IFRS sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen sowohl automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese beiden Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse richtig in den Konzernabschluss übernommen werden.

Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor Konsolidierung als auch nach Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird in SAP-FI geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt in Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeitenden bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2009/10 kam es aufgrund der Implementierung bzw. erstmaligen Anwendung des RIKS noch zu keinen Anpassungen oder sonstigen Veränderungen des Systems.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie weiterführende Analysen enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht einmal jährlich eine RIKS-Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuß des Aufsichtsrats, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Die RIKS-Berichterstellung erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitenden der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)

  1. Per 30. September 2010 betrug das Grundkapital der EVN AG 300.000.000 Euro und war unterteilt in 163.525.820 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.

Nach dem Bilanzstichtag, am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis 10:1. Das Grundkapital wurde mit der Durchführung der Kapitalerhöhung von 300,0 Mio. Euro um 10,0 % auf 330,0 Mio. Euro erhöht. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,0 Euro pro Aktie festgelegt. Die Bezugsfrist für die Aktionäre der EVN AG lief vom 29. Oktober bis einschließlich 12. November 2010. EVN floss aus der Kapitalerhöhung ein Nettoemissionserlös von rund 173,0 Mio. Euro zu, der für Stärkung der Bilanz und Unterstützung des Ratings der EVN Gruppe sowie für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte in Niederösterreich und den Ausbau von Wasserkraft außerhalb Niederösterreichs in Österreich und in angrenzenden Ländern verwendet wird. Erster Handelstag der neuen Aktien an der Wiener Börse war am 2. November 2010. Die Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hat ihre Bezugsrechte zur Gänze ausgeübt, sodass sie nach Durchführung der Kapitalerhöhung weiterhin 51,0 % des Grundkapitals der EVN AG hält. Insgesamt wurden 9.597.864 Aktien oder 58,7% der gesamten Kapitalerhöhung von 16.352.582 neuen Aktien von bezugsberechtigten Aktionären, einschließlich der Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, gezeichnet. 129.875 neue Aktien werden berechtigten Mitarbeitenden zugeteilt, und 6.624.843 neue Aktien oder 40,5 % aller neu ausgegebenen Aktien wurden somit im Rahmen der Vorabplatzierung mit institutionellen Investoren platziert.

    1. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.
    1. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien in Höhe von 467.328 Stück (das sind 0,29 % des Grundkapitals; 30. September 2009: 534.864 Stück bzw. 0,33 % vom Grundkapital) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2009/10 erfolgte der Verkauf von 67.536 Stück eigener Anteile, um diese an Stelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz.

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat gem. § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass sie bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG ihre Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeitende, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
    1. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens zehn und höchstens fünfzehn von der Hauptversammlung zu wählenden Mitgliedern. Die Wahl erfolgt auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Dauer.
    1. In der Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 wurde der Vorstand für höchstens fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 30.000.000 Euro, allenfalls in mehreren Tranchen, durch Ausgabe von bis zu 16.352.582 Stück auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen und die jeweilige Ausübung, den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen, sofern sichergestellt ist, dass der Anteil der Beteiligung der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH an der EVN AG auch nach der Kapitalerhöhung nicht unter 51 % des Grundkapitals an der EVN AG fällt (§ 2 Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 143/1998), und §1 NÖ Landesbeteiligungsgesetz (NÖ LGBl 3930-0)). Von dieser Ermächtigung wurde nach dem Bilanzstichtag Gebrauch gemacht (siehe S. 30).
    1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitenden für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2010/11

Der Geschäftserfolg der EVN im Energiebereich wird vor allem von den Strompreisen im Stromhandel auf den europäischen Spotund Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2 -Emissionszertifikate bestimmt. Zusätzlich wirkt die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Verkaufsmengen der Energie. Die rückläufigen Primärenergiepreise ermöglichten es, die Ende 2009 vorgenommene Erhöhung der Gaspreise im Laufe des Geschäftsjahres 2008/09 in Form von zwei Preissenkungen und einer weiteren per 1. Dezember 2009 wieder voll an Endkunden in Niederösterreich zurückzugeben. Die Strompreise für die Endkunden sind in Niederösterreich stabil geblieben. In Mazedonien hat per 1. Jänner 2010 der Regulator die Absatzpreise für Strom um rund 10,0 % erhöht, von der Gesamterhöhung entfielen rund 51,0 % auf die EVN Macedonia. In Bulgarien wurden per 1. Juli 2010 die Endkundenpreise um 2,0 % erhöht, die Preise für den für die EVN relevanten Energiebezug wurden hingegen um etwa 8,0 % angehoben.

Die für das Geschäftsjahr 2010/11 erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung resultiert demnach aus folgenden Faktoren:

  • Im Segment Erzeugung wird die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 aufgrund der Inbetriebnahme des mit der Evonik Steag GmbH errichteten Steinkohlekraftwerks in Duisburg-Walsum per Mitte 2011 über eine größere Erzeugungskapazität der thermischen Kraftwerke verfügen. Es werden jedoch niedrigere Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet, die zu einem niedrigeren Einsatz der thermischen Kraftwerke in Niederösterreich führen können. Die aktuelle Entwicklung dieser beiden Faktoren wird daher voraussichtlich im Segment Erzeugung zu einer rückläufigen Ergebnisentwicklung führen.
  • Im Segment Netzinfrastruktur Inland wird unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs im Geschäftsjahr 2010/11 mit einem leicht rückläufigen Absatz der Strom-, aber vor allem der Gasnetze gerechnet. Hinsichtlich Tarifgestaltung wird mit keinen nennenswerten negativen Einflüssen auf die Netzerlöse gerechnet. Aufgrund weiterer interner Optimierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen könnte das Ergebnis an den Vorjahreswert anschließen. Im Bereich Kabel-TV und Telekommunikation wird weiterhin eine stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung erwartet.
  • Im Segment Energiehandel und -vertrieb wird im Geschäftsjahr 2010/11, unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs, im Gas- und Wärmebereich ein leichter Absatzrückgang im Vergleich zum relativ kalten Vorjahr erwartet. Im Stromvertrieb wird mit einem stabilen Absatz infolge der erstmaligen Vermarktung der erzeugten Strommenge aus dem Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum ab Mitte 2011 gerechnet. In Summe wird im Segment Vertrieb mit einem leicht rückläufigen Umsatz, aufgrund niedrigerer Beschaffungspreise für Strom und Gas jedoch mit einer leichten Ergebnisverbesserung gerechnet.
  • Die Integration im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird planmäßig fortgesetzt und sollte zu einer leicht steigenden Umsatz- und stabilen Ergebnisentwicklung führen. Der Geschäftsverlauf in Bulgarien wird unverändert von der erfolgreichen Bewältigung der Marktliberalisierung abhängen. In Mazedonien kann eine Ergebnisverbesserung nur bei Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen und des Energiegesetzes erreicht werden, im Übrigen werden Effizienzsteigerungen und eine weitere Reduktion der Netzverluste angestrebt.
  • Die positive Entwicklung im Segment Umwelt wird sich im Geschäftsjahr 2010/11 aufgrund des hohen Auftragswerts von über 1,2 Mrd. Euro in internationalen Projekten sowohl umsatz- als auch erfolgsmäßig fortsetzen. Der Anstieg wird überwiegend aus den Projekten im Wasserver- und -entsorgungsgeschäft sowie der thermischen Abfallverwertung kommen, die als BOOT-Modell ausgerichtet sind und sich derzeit in der Errichtungsphase befinden. Die Akquisition weiterer Großprojekte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa wird erwartet. Im Bereich der Abfallverwertung in Niederösterreich wird für 2010/11 allerdings noch keine Erholung der Mengen- bzw. Preissituation erwartet.
  • Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird ein mit dem Geschäftsjahr 2009/10 vergleichbares Niveau angestrebt, wenngleich diese Erwartung in sehr starker Abhängigkeit zur weiteren Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen, RAG und VERBUND AG, stehen wird.

Bei Eintreten der genannten Prämissen kann für das Geschäftsjahr 2010/11 in Summe mit Umsatzerlösen auf Vorjahresniveau und einem stabilen operativen Ergebnis der EVN gerechnet werden. Das Finanzergebnis sollte ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres zu liegen kommen, was allerdings in hohem Ausmaß von der energiewirtschaftlichen Entwicklung bei den Beteiligungsunternehmen abhängig sein wird. Das Konzernergebnis sollte somit in Summe zumindest an das Ergebnis des erfolgreichen Geschäftsjahres 2009/10 anschließen können. Eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik wird in Abstimmung mit dem wertorientierten Wachstumskurs angestrebt.

Für das Geschäftsjahr 2010/11 plant die EVN ein ähnliches Niveau der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen als im Berichtsjahr. Die Investitionsschwerpunkte liegen unverändert im Segment Netzinfrastruktur Inland und Energieversorgung Südosteuropa. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei steigender Nachfrage werden die Investitionen in das niederösterreichische Strom- und Gasnetz auf hohem Niveau weitergeführt. In Südosteuropa wird fortlaufend in die weitere Modernisierung der Netze und den Ausbau der Cogeneration-Anlage in Plovdiv investiert.

Ausblick Mio. EUR 2009/10 Prognose 2010/11 vs. 2009/10
Umsatzerlöse 2.752,1 auf Vorjahresniveau
Operatives Ergebnis (EBIT) 187,3 auf Vorjahresniveau
Finanzergebnis 83,6 auf Vorjahresniveau
Konzernergebnis 207,0 auf Vorjahresniveau
Investitionen 394,0 auf Vorjahresniveau

Maria Enzersdorf, am 22. November 2010 EVN AG Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Segmentberichterstattung

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Das Energiegeschäft beinhaltet aus regionaler Sicht die Aktivitäten in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien, und Kroatien. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, dem Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio aus Strom, Gas und Wärme wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft bildet die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung in 15 Ländern ab.

Unter Beachtung des ab dem Geschäftsjahr 2009/10 verpflichtend anzuwendenden IFRS 8 "Geschäftssegmente" erfolgt die Identifizierung der operativen Segmente nunmehr ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Die EVN Segmentberichterstattung wurde dahingehend adaptiert. Die vormals unter dem Segment Energie abgebildeten Business Units werden fortan als eigene Segmente dargestellt. Im Zuge dieser Änderungen wurden zur klareren Abgrenzung der Segmentinhalte die Segmentbezeichnungen angepasst (siehe Anhang, Erläuterung 24. Segmentberichterstattung, Seite 67).

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien
an österreichischen und internationalen Standorten
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten
sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Energieversorgung Südosteuropa Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Errichtung und
Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Umsatz nach Segmenten in Mio. EUR

EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern nach Segmenten in Mio. EUR

Veränderung
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Stromerzeugung 3.653 3.477 175 5,0 4.022
Wärmekraftwerke1) 2.352 2.211 142 6,4 2.722
davon Segment Erzeugung 2.185 2.031 154 7,6 2.566
davon Segment Energiehandel und -vertrieb 73 84 –11 –12,7 95
davon Segment Energieversorgung Südosteuropa 95 96 –1 –1,2 61
Erneuerbare Energie2) 1.300 1.267 34 2,7 1.300
davon Segment Erzeugung 1.118 1.166 –48 –4,1 1.202
davon Segment Energiehandel und -vertrieb 84 81 4 4,6 174
davon Segment Energieversorgung Südosteuropa 27 20 7 37,2 79
davon Segment Umwelt 70 70
Netzabsatz
Strom 20.766 20.428 338 1,7 20.408
davon Österreich 7.576 7.317 259 3,5 7.476
davon Bulgarien 7.977 7.861 116 1,5 7.945
davon Mazedonien 5.213 5.250 –37 –0,7 4.987
Gas 18.525 17.159 1.366 8,0 18.818
davon Netzabsatz an Kraftwerke der EVN 3.101 2.557 543 21,2 3.360
Energieverkauf an Endkunden
Strom 20.101 19.541 560 2,9 19.372
davon Österreich3) 6.445 6.311 134 2,1 6.478
davon Deutschland 572 226 346
davon Bulgarien 7.871 7.753 118 1,5 7.904
davon Mazedonien 5.213 5.250 –37 –0,7 4.987
Gas 6.738 6.102 636 10,4 6.759
Wärme 1.821 1.576 245 15,6 1.362
davon Österreich 1.569 1.316 253 19,2 1.176
davon Bulgarien 253 260 –7 –2,8 186

1) Beinhaltet auch Cogeneration in Bulgarien im Segment Energieversorgung Südosteuropa und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

2) Umfasst auch die Bio-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb, Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien im Segment Energieversorgung Südosteuropa sowie ein Blockheizkraftwerk am Standort Kurjanovo, Moskau, im Segment Umwelt. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

3) Inkl. Energieverkauf an Netzinfrastruktur Inland für Netzverluste

Nachstehend werden die operative Entwicklung der nunmehr sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Erzeugung

Das Segment Erzeugung umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Deutschland, Bulgarien und Albanien.

Die Umsätze des Segments beinhalten im Wesentlichen konzerninterne Innenumsätze und zu einem geringeren Anteil Außenumsätze, die vorwiegend aus dem Verkauf erneuerbarer Energie aus Windkraft resultieren. Hinsichtlich der thermischen Erzeugung der EVN AG und der Strombezugsrechte aus Donaukraftwerken wird der Optionswert als konzerninterner Innenumsatz abgebildet. Der Optionswert ist im Wesentlichen jener Preis, den das Segment Erzeugung für die Benützung der Erzeugungskapazitäten durch das Segment Energiehandel und -vertrieb im Gegenzug für den Verkauf der erzeugten Energie erhält. Die Berechnung erfolgt im Vorhinein anhand der geplanten Erzeugung auf Basis von Forward-Preisen und geplanter Einsatzkosten. Die aktuelle Eigenerzeugungsmenge lässt daher generell nur bedingt Rückschlüsse auf die Ergebnisentwicklung zu. Die Vermarktung des erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden hingegen im Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst.

Veränderung
Kennzahlen 2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
Stromerzeugung 3.303 3.197 105 3,3 3.768
davon Wärmekraftwerke 2.185 2.031 154 7,6 2.566
davon erneuerbare Energie 1.118 1.166 –48 –4,1 1.202
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
Außenumsatz 25,6 30,1 –4,4 –14,8 29,5
Innenumsatz 93,0 116,0 –23,0 –19,8 95,1
Gesamtumsatz 118,6 146,1 –27,5 –18,8 124,6
Operativer Aufwand –66,2 –61,9 –4,3 –7,0 –55,5
EBITDA 52,5 84,2 –31,8 –37,7 69,1
Abschreibungen –34,0 –21,3 –12,7 –59,5 –21,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 18,5 62,9 –44,5 –70,7 47,9
Finanzergebnis –7,1 –6,5 –0,5 –8,2 –4,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 11,4 56,4 –45,0 –79,8 43,6
Gesamtvermögen 458,0 436,5 21,5 4,9 375,1
Gesamtschulden 258,5 224,0 34,5 15,4 192,6
Investitionen1) 48,9 63,4 –14,5 –22,9 32,3

1) In Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Im Segment Erzeugung konnte im Geschäftsjahr 2009/10 die Stromerzeugung in Summe um 3,3 % bzw. 105 GWh auf 3.303 GWh gesteigert werden. Diese positive Veränderung wurde ausschließlich in den Wärmekraftwerken generiert, deren Stromerzeugung – gemessen am niedrigen Niveau des Vorjahres – um 7,6 % bzw. 154 GWh auf 2.185 GWh anstieg. Einen Rückgang um 4,1 % bzw. 48 GWh auf 1.118 GWh verzeichnete hingegen die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen: Sowohl die Erzeugung aus Windkraft als auch jene aus Wasserkraft sanken bedingt durch das schlechtere Winddargebot bzw. die niedrigere Wasserführung.

Basierend auf diesen Entwicklungen konnte im Geschäftsjahr 2009/10 auf Konzernebene die Abdeckung des Gesamtstromabsatzes durch Eigenerzeugung von 17,8 % des Vorjahres auf 18,2 % angehoben werden. Darin enthalten sind auch die Erzeugungskapazitäten der Segmente Energiehandel und -vertrieb, Energieversorgung Südosteuropa und Umwelt. Unter Außerachtlassung des Energieverkaufs im Segment Energieversorgung Südosteuropa lag der Deckungsgrad aus der Eigenerzeugung bei 52,1 % (Vorjahr: 53,2 %).

Da der für die Ermittlung des Optionswerts herangezogene Zeitraum für das Geschäftsjahr 2009/10 von rückläufigen Strompreisen geprägt war, reduzierten sich die Umsätze der thermischen Kraftwerke um 15,5 Mio. Euro. Geringer waren auch die Umsatzerlöse aus dem Bereich der erneuerbaren Energie aufgrund gesunkener Stromerzeugung bzw. Absatzpreise. In Summe gingen die Umsatzerlöse um 18,8 % bzw. 27,5 Mio. Euro auf 118,6 Mio. Euro zurück.

In den operativen Aufwendungen konnten leicht geringere Betriebskosten den Anstieg sämtlicher anderer Aufwandspositionen nicht ausgleichen. Vor allem höhere Personalaufwendungen führten zu einem Anstieg der operativen Aufwendungen und zu einem Rückgang im EBITDA um 37,7 % bzw. 31,8 Mio. Euro auf 52,5 Mio. Euro. Durch die Wertminderung beim Windpark in Kavarna in Höhe von 10,7 Mio. Euro fiel der Rückgang des EBIT um 70,7 % bzw. 44,5 Mio. Euro auf 18,5 Mio. Euro noch deutlicher aus. Aufgrund des leicht gesunkenen Finanzergebnisses ging das Ergebnis vor Ertragsteuern in Summe um 79,8 % bzw. 45,0 Mio. auf 11,4 Mio. Euro zurück.

Für die Errichtung des Windparks Kavarna in Bulgarien wurden 32,4 Mio. Euro – und somit ein Großteil der Gesamtinvestitionen des Segments – aufgewendet. In Blatets, Bulgarien, wurde im Mai 2010 ein Photovoltaikpark in Betrieb genommen, der mit einer Gesamtleistung von 836,7 kWp die leistungsstärkste Photovoltaikanlage der EVN ist. In Summe wurden rund 3,0 Mio. Euro in diesen Beitrag zum Klimaschutz investiert.

Mit der Inbetriebnahme einer 3,2 km langen Rohrgurtförderanlage im März 2010 konnte ein aus ökologischer Sicht wichtiges Investitionsprojekt abgeschlossen werden: Über diese Anlage erfolgt die Anlieferung von 50 % der Brennstoffe für das Kraftwerk Dürnrohr über den umweltfreundlichen Wasserweg, das ummantelte Förderband bringt die Brennstoffe von der Donaulände bis ins Kraftwerk. Am 20. April 2010 haben EVN und die VERBUND AG einen Syndikatsvertrag über eine 50 %ige Beteiligung am albanischen Kraftwerksprojekt Ashta unterschrieben, das bis 2012 im Norden Albaniens errichtet werden wird. Der Syndikatsvertrag wurde nach Zustimmung der albanischen und europäischen Behörden am 27. August 2010 rechtswirksam. Das Kraftwerk am Fluss Drin wird mit seinen beiden Staustufen über eine Kapazität von 50 MW verfügen. Das Investitionsvolumen wurde mit 200 Mio. Euro veranschlagt.

Am 16. Mai 2010 hat sich die Alpine Bau GmbH aus dem mit EVN und NEK EAD geplanten Projekt zur Errichtung von Wasserkraftwerken am Fluss Arda in Bulgarien zurückgezogen. EVN wird das Projekt gemeinsam mit der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK EAD entwickeln. Eine diesbezügliche Joint-Venture-Vereinbarung wurde am 19. Juli 2010 zwischen EVN und NEK EAD unterfertigt. In mehreren Ausbauschritten sollen Speicherkraftwerke mit einer Gesamtleistung von bis zu 170 MW entstehen. Das Projekt befindet sich in der Evaluierungsphase.

Die Fertigstellung des gemeinsam mit Evonik Steag GmbH errichteten Kohlekraftwerks in Duisburg-Walsum, Deutschland, wird sich infolge von erforderlichen Reparaturmaßnahmen zur Behebung von Schäden im Zuge der Bauausführung verzögern, sodass mit einer Inbetriebnahme des Kraftwerks nunmehr in der ersten Jahreshälfte 2011 gerechnet wird.

Aufgrund der Inbetriebnahme des mit Evonik Steag GmbH errichteten Steinkohlekraftwerks in Duisburg-Walsum per Mitte 2011 rechnet die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 in Summe mit einer Zunahme der thermischen Kraftwerkskapazitäten. Die EVN ist an diesem Projekt mit 49,0 % beteiligt und konsolidiert die Projektgesellschaft at Equity. Die Stromvermarktung wird über EVN erfolgen, und das Ergebnis wird im operativen Bereich ausgewiesen werden. Die aktuelle Entwicklung der Primärenergieeinsatzkosten und der Stromgroßhandelspreise wird jedoch im Segment Erzeugung zu einer schwächeren Ergebnisentwicklung führen. Die Wasserkraftprojekte am Fluss Devoll in Albanien und am Fluss Arda in Bulgarien sind in der Evaluierungsphase, die Realisierung des Wasserkraftwerks Ashta in Albanien verläuft plangemäß. Eingehend geprüft wird derzeit der Ausbau von erneuerbaren Energieprojekten in Südosteuropa und in Niederösterreich. Das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2010/11 wird sich auf dem Vorjahresniveau bewegen.

Netzinfrastruktur Inland

Das Segment Netzinfrastruktur Inland umfasst den Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und seit dem zweiten Quartal 2008/09 auch im Burgenland. Darüber hinaus erbringt es Konzerndienstleistungen – vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten – welche als konzerninterne Innenumsätze abgebildet sind.

Veränderung
Kennzahlen 2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 7.576 7.317 259 3,5 7.476
Gas 18.525 17.159 1.366 8,0 18.818
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 428,9 404,8 24,1 5,9 419,0
Innenumsatz 60,0 63,0 –3,0 –4,7 55,6
Gesamtumsatz 488,9 467,9 21,1 4,5 474,7
Operativer Aufwand –297,5 –308,7 11,2 3,6 –327,4
EBITDA 191,4 159,1 32,3 20,3 147,3
Abschreibungen –96,8 –93,0 –3,8 –4,1 –89,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 94,6 66,2 28,5 43,0 58,0
Finanzergebnis –13,2 –13,8 0,6 4,3 –15,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 81,5 52,4 29,1 55,5 43,1
Gesamtvermögen 1.620,7 1.547,7 73,0 4,7 1.442,9
Gesamtschulden 1.093,4 1.076,9 16,6 1,5 1.000,9
Investitionen1) 156,5 161,5 –5,0 –3,1 140,0

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Im Strom- und Gasbereich werden im Zuge der Anreizregulierung die Netztarife jeweils per 1. Jänner durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2010 wurden eine Senkung der Stromnetztarife um durchschnittlich 2,0 % (per 1. Jänner 2009 Anstieg um 1,0 %) und eine Erhöhung der Gasnetztarife um durchschnittlich 8,2 % (per 1. Jänner 2009 Erhöhung um durchschnittlich 7,3 %) angeordnet.

Witterungsbedingt war sowohl im Strom- als auch im Gasbereich ein höherer Netzabsatz an Industrie- und Privatkunden zu verzeichnen. Der Strom-Netzabsatz lag aufgrund des temperaturbedingt um 11,7 Prozentpunkte höheren Energiebedarfs mit 7.576 GWh um 3,5 % bzw. 259 GWh über dem Vorjahresniveau. Der Gasbereich, der generell sensibler auf Temperatureinflüsse reagiert, verzeichnete eine Steigerung des Netzabsatzes von 8,0 % bzw. 1.366 GWh auf 18.525 GWh. Beeinflusst wurde diese Entwicklung auch von einem höheren Einsatz der Gaskraftwerke.

Basierend auf diesen energiewirtschaftlichen Entwicklungen verzeichneten die Netzerlöse einen Anstieg um 5,7 % bzw. 20,6 Mio. Euro auf 381,6 Mio. Euro. Neben den im Wesentlichen temperaturbedingten Mengeneffekten wirkten sich die zuvor beschriebenen Anpassungen der Netztarife per Saldo positiv aus. Der erstmalig ganzjährige Einbezug der B.net führte zu einem Umsatzanstieg von 7,2 Mio. Euro und leistete somit einen wesentlichen Beitrag zur Umsatzentwicklung im Kabel-TV- und Telekombereich. Geringere interne Leistungsverrechnungen reduzierten die übrigen Umsatzerlöse. In Summe konnte dennoch eine Erhöhung des Segmentumsatzes um 4,5 % bzw. 21,1 Mio. Euro auf 488,9 Mio. Euro realisiert werden.

Aufgrund der Rückgänge in nahezu allen operativen Aufwandspositionen lag die Verbesserung von EBIT und EBITDA über jener der Umsatzerlöse. Besonders die geringeren Kosten für Netzverluste und Ausgleichsenergie aufgrund sinkender Strommarktpreise sowie rückläufiger Material- und Personalaufwendungen reduzierten – trotz eines positiven Einmaleffekts aus Anlagenverkäufen im Vorjahr – die operativen Aufwendungen um 3,6 % bzw. 11,2 Mio. Euro auf 297,5 Mio. Euro. Das EBITDA konnte damit um 20,3 % bzw. 32,3 Mio. Euro auf 191,4 Mio. Euro gesteigert werden und das EBIT nach Berücksichtigung höherer Abschreibungen um 43,0 % bzw. 28,5 Mio. Euro auf 94,6 Mio. Euro. Im Finanzergebnis stand einem Rückgang der Zinsaufwendungen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus eine Belastung im Beteiligungsbereich in Höhe von 0,7 Mio. Euro gegenüber, was zu einem Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 81,5 Mio. Euro führte.

Zur weiteren Verbesserung der Versorgungssicherheit in Niederösterreich sowie zur engeren Anbindung des Kraftwerks Theiß an das Hochspannungsnetz wurde im Oktober 2009 eine 380-kV-Leitung zwischen Etzersdorf und Theiß in Betrieb genommen. Ebenfalls im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 wurde für den Transfer von Windenergie die neue 18 km lange 110-kV-Leitung Eibesbrunn–Gänserndorf fertig gestellt.

Die Investitionen waren geprägt vom derzeit bedeutendsten Bauvorhaben des Segments – dem Bau der überregionalen Erdgastransportleitung "Südschiene" –, in das in der Berichtsperiode 51,2 Mio. Euro investiert wurden. Das erste, etwa 90 km lange Teilstück auf dem Abschnitt Gänserndorf-Peisching/Hohe Wand wurde Ende September 2010 in Betrieb genommen. Die Vorbereitungen auf der "Westschiene", für die in der Berichtsperiode 8,7 Mio. Euro investiert wurden, laufen plangemäß; mit dem Bau kann nach dem Winter begonnen werden.

Für übrige Investitionen im Strom- und Gasbereich wurden weitere 80,9 Mio. Euro aufgewendet, wobei der Fokus auf der Gewährleistung der Versorgungssicherheit und Leistungsfähigkeit sowie der Modernisierung der Netze lag. Im Kabel-TV- und Telekombereich wurde in Netzverdichtungen und -erneuerungen investiert. In Summe beliefen sich die Investitionen im Bereich Netzinfrastruktur im Geschäftsjahr 2009/10 auf 156,5 Mio. Euro, was einem Rückgang von 3,1 % bzw. 5,0 Mio. Euro gegenüber der Vergleichsperiode entspricht.

Die zweite vierjährige Regulierungsperiode im Stromnetzbereich ist per 1. Jänner 2010 angelaufen. Dabei wurden die Parameter der ersten Periode leicht angepasst bzw. neue Anreize eingeführt (siehe Energiepolitisches Umfeld Österreich, Seite 14). Unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs im Geschäftsjahr 2010/11 wird im Bereich Netze im Vergleich zum Vorjahr eine leicht rückläufige Absatzentwicklung erwartet. Aufgrund weiterer interner Optimierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen könnte das Ergebnis jedoch an den Vorjahreswert anschließen. Im Bereich Kabel-TV und Telekommunikation werden weiterhin ein stabiler Umsatz und ein stabiles Ergebnis erwartet. Die Stromnetze der EVN werden kontinuierlich modernisiert und um neue Kundenanschlüsse erweitert werden, das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2010/11 wird über dem Vorjahresniveau liegen. Die Investitionen im Gasnetz werden vor allem aufgrund der Errichtung der überregionalen Gastransportleitungen "Südschiene" und "Westschiene" weiter ansteigen.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst die Beschaffung von Strom, Gas und anderen Primärenergieträgern, den Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf – vorwiegend am österreichischen Heimmarkt.

Die konzerninternen Innenumsätze umfassen im Wesentlichen den Verkauf von Strom an das Segment Netzinfrastruktur Inland zur Abdeckung der Netzverluste.

Veränderung
Kennzahlen 2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom 7.017 6.538 480 7,3 6.478
Gas 6.738 6.102 636 10,4 6.759
Wärme 1.569 1.316 253 19,2 1.176
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 1.139,3 1.147,1 –7,8 –0,7 979,5
Innenumsatz 47,9 42,7 5,2 12,2 19,5
Gesamtumsatz 1.187,2 1.189,8 –2,6 –0,2 999,0
Operativer Aufwand –1.130,0 –1.156,4 26,5 2,3 –955,4
EBITDA 57,3 33,4 23,9 71,6 43,7
Abschreibungen –13,9 –10,8 –3,1 –28,7 –10,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 43,4 22,6 20,8 92,2 32,8
Finanzergebnis 8,0 10,4 –2,3 –22,3 10,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 51,4 32,9 18,5 56,2 43,7
Gesamtvermögen 665,0 627,0 38,0 6,1 623,7
Gesamtschulden 367,8 373,4 –5,6 –1,5 409,4
Investitionen1) 21,5 32,5 –11,0 –33,9 20,6

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Im Geschäftsjahr 2009/10 konnte EVN im gesamten Energiebereich Absatzsteigerungen im Verkauf an Endkunden erzielen. Für die Erhöhung im Strombereich um 7,3 % bzw. 480 GWh auf 7.017 GWh waren primär die verstärkten Verkaufsaktivitäten der Energieallianz außerhalb des Versorgungsgebiets der EVN – vor allem in Deutschland –, aber auch die steigenden Absatzmengen in Niederösterreich sowie Netzverlustlieferungen an das Segment Netzinfrastruktur Inland verantwortlich. Der Gasbereich reagierte naturgemäß sensibel auf die kältere Witterung des Berichtsjahres, was den Gasverkauf an Endkunden um 10,4 % bzw. 636 GWh auf 6.738 GWh ansteigen ließ. Ebenfalls aufgrund der Witterung und bedingt durch die Wärmelieferungen an die Bioethanolanlage der Agrana sowie die Inbetriebnahme der Fernwärmeleitung St.Pölten konnte im Wärmebereich eine Verkaufserhöhung um 19,2 % bzw. 253 GWh auf 1.569 GWh verzeichnet werden.

Im Gasbereich ermöglichten die rückläufigen Primärenergiepreise eine neuerliche Weitergabe der daraus resultierenden Vorteile an die Endkunden. Die Tarife konnten nach Reduktionen im Jänner und März 2009 am 1. Dezember 2009 neuerlich um rund 7,0 % gesenkt werden.

Aufgrund der negativen Strompreisentwicklung lagen trotz der höheren Stromerzeugung der Kraftwerke die daraus resultierenden Umsatzerlöse unter dem Vorjahresniveau. Negativ wirkten sich auch die Preissenkungen für Strom und Gas auf die Umsatzentwicklung aus. Höhere Absatzmengen ließen sich somit nicht auf die Umsatzerlöse des Segments übertragen, eine leichte Reduktion der Umsatzerlöse um 0,2 % bzw. 2,6 Mio. Euro auf 1.187,2 Mio. Euro war die Folge. Nach Abzug der operativen Aufwendungen, die wesentlich durch gesunkene Primärenergie- und Strombezugskosten sowie einen Einmaleffekt im Vorjahr durch eine notwendige Abwertung der Kohlevorräte geprägt waren, wurde das überdurchschnittlich geringe EBITDA des Vorjahres um 23,9 Mio. Euro auf 57,3 Mio. Euro gesteigert. Nach Abzug höherer Abschreibungen wird eine Verbesserung des EBIT um 20,8 Mio. Euro auf 43,4 Mio. Euro ausgewiesen. Bedingt durch einen geringeren Ergebnisbeitrag der EconGas und die Finanzierungskosten für die Errichtung der Wärmeanlagen ging das Finanzergebnis um 22,3 % bzw. 2,3 Mio. Euro auf 8,0 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 51,4 Mio. Euro um 56,2 % bzw. 18,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert.

Mit der Inbetriebnahme der längsten Fernwärme-Transportleitung Österreichs konnte das wesentlichste Projekt des Segments im ersten Quartal 2009/10 erfolgreich abgeschlossen werden. Seit 1. Oktober 2009 versorgt EVN die Landeshauptstadt St.Pölten mit Fernwärme aus dem Kraftwerk Dürnrohr, im Geschäftsjahr 2009/10 wurden bereits knappe 149,0 GWh Fernwärme geliefert. Mit einer Fernwärmeleistung von 50 MW wurde die geplante Leistung in den Wintermonaten um mehr als 20,0 % überschritten. Durch die Fertigstellung dieses Projekts reduzierten sich die Investitionen gegenüber der Vergleichsperiode deutlich um 11,0 Mio. Euro auf 21,5 Mio. Euro.

Im September 2010 ging das 50. Biomasseheizwerk der EVN, das die Gemeinden Ternitz, Neunkirchen und Wimpassing mit Naturwärme versorgt, in Betrieb. Das 24 km lange Fernwärmenetz versorgt etwa 4.500 Haushalte. Die Investitionen betrugen 17,5 Mio. Euro.

Unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs wird im Geschäftsjahr 2010/11 im Gas- und Wärmebereich ein leichter Absatzrückgang im Vergleich zum verhältnismäßig kalten Vorjahr erwartet. Im Stromvertrieb wird mit einem stabilen Absatz infolge der erstmaligen Vermarktung der erzeugten Strommenge aus dem Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum ab Mitte 2011 gerechnet. In Summe wird im Segment Vertrieb mit einem leicht rückläufigen Umsatz und – aufgrund niedrigerer Beschaffungspreise für Strom und Gas – jedoch mit einer leichten Ergebnisverbesserung gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2010/11 sind höhere Investitionen im Wärmebereich aufgrund der geplanten Biomasseanlage sowie des Ausbaus bestehender Fernwärmenetze budgetiert.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst. Weiters ist in diesem Segment die Projektgesellschaft zur Errichtung der Gasnetze in Split, Zadar und Sibenik in Kroatien erfasst.

Veränderung
Kennzahlen 2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz Strom1) 13.189 13.111 78 0,6 12.932
davon Bulgarien 7.977 7.861 116 1,5 7.945
davon Mazedonien 5.213 5.250 –37 –0,7 4.987
Wärmeverkauf an Endkunden 253 260 –7 –2,8 186
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 862,2 877,3 –15,1 –1,7 754,3
Innenumsatz 1,4 –1,4
Gesamtumsatz 862,2 878,7 –16,4 –1,9 754,3
Operativer Aufwand –793,2 –813,8 20,5 2,5 –678,4
EBITDA 69,0 64,9 4,1 6,3 75,9
Abschreibungen –60,4 –57,9 –2,5 –4,4 –59,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 8,6 7,1 1,6 22,3 16,5
Finanzergebnis –19,1 –25,5 6,4 25,1 –22,8
Ergebnis vor Ertragsteuern –10,5 –18,4 8,0 43,2 –6,3
Gesamtvermögen 1.089,7 1.037,5 52,2 5,0 1.003,8
Gesamtschulden 768,0 712,6 55,4 7,8 661,9
Investitionen2) 100,7 104,8 –4,1 –4,0 153,2

1) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

In Bulgarien führte eine Änderung in der Tarifierung per 1. Juli 2010 zu einer geänderten Darstellung der Preiskomponenten im Zusammenhang mit dem Hochspannungsnetz, die nicht mehr bei EVN berücksichtigt werden. Daraus kam es zu einer Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten. Der Effekt daraus belief sich im vierten Quartal 2009/10 auf rund 28,0 Mio. Euro, hatte jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis.

Im südosteuropäischen Versorgungsgebiet der EVN zeigten sich im Geschäftsjahr 2009/10 konträre energiewirtschaftliche Entwicklungen. Während sich in Bulgarien trotz einer um 21,5Prozentpunkte gesunkenen Heizgradsumme der Strom-Netzabsatz aufgrund der erfolgreich fortgeführten Investitionstätigkeiten zur Reduktion der Netzverluste um 1,5 % bzw. 116 GWh auf 7.977 GWh erhöhte, wurde in Mazedonien trotz kälterer Witterung (die Heizgradsumme lag um 3,8Prozentpunkte über dem Vorjahr) ein mit 5.213 GWh um 0,7 % bzw. 37 GWh leicht gesunkener Strom-Netzabsatz verzeichnet. Der Wärmeabsatz in Bulgarien war mit 253 GWh witterungsbedingt um 2,8 % bzw. 7,0 GWh geringer als im Vorjahr.

Gegensätzlich wirkten sich auch Preisentscheidungen auf die Umsatzentwicklung in Bulgarien und Mazedonien aus. Trotz einer höheren Strom-Netzabsatzmenge lagen in Bulgarien bedingt durch die geänderte Darstellung der Umsatzerlöse und die Senkung der Endkundenpreise um rund 1,0 % im Vorjahr die Umsatzerlöse um 5,8 % unter dem Wert des Vorjahres. Positiv hingegen verlief die Entwicklung in Mazedonien durch den positiven Preisentscheid mit Absatzpreiserhöhungen von rund 10,0 %, von denen rund 51,0 % auf die EVN Macedonia entfielen. Der negative Mengeneffekt konnte durch den positiven Preiseffekt mehr als ausgeglichen werden, sodass in Mazedonien die Umsatzerlöse um 5,0 % gesteigert werden konnten. Per Saldo waren jedoch die Umsatzrückgänge in Bulgarien dominierend, sodass die Umsatzerlöse des Segments um 1,9 % bzw. 16,4 Mio. Euro auf 862,2 Mio. Euro zurückgingen.

Trotz höherer Personalaufwendungen und gestiegener Forderungsabschreibungen konnte das Segmentergebnis vor allem aufgrund geringerer Energiebeschaffungskosten – in erster Linie durch die geänderte Darstellung in Bulgarien – deutlich positiv beeinflusst und die negative Umsatzentwicklung mehr als kompensiert werden. Das EBITDA wurde um 6,3 % bzw. 4,1 Mio. Euro auf 69,0 Mio. Euro gesteigert und das EBIT trotz höherer Abschreibungen um 22,3 % bzw. 1,6 Mio. Euro auf 8,6 Mio. Euro. Die Verbesserung des Finanzergebnisses von –25,5 Mio. Euro auf –19,1 Mio. Euro ist auf das niedrige Zinsniveau und einmalige Belastungen im Vorjahr zurückzuführen. Per Saldo konnte das Ergebnis vor Ertragsteuern um 43,2 % bzw. 8,0 Mio. Euro auf –10,5 Mio. Euro gesteigert werden.

Das Investitionsvolumen lag mit 100,7 Mio. Euro um 4,1 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau und diente weiterhin primär dem Ausbau der Netzinfrastrukturen und dem Austausch von Zählern, um die Versorgungssicherheit und -qualität zu verbessern und Netzverluste nachhaltig zu reduzieren.

Die Bauarbeiten an der neuen Cogeneration-Anlage am Fernwärmestandort TEZ Plovdiv mit einer Kapazität von 50 MW und mit einem geplanten Investitionsvolumen von ca. 50,0 Mio. Euro laufen seit Mitte Juli 2010 auf Hochtouren, die Inbetriebnahme ist für Dezember 2011 geplant.

In Südosteuropa wird für das Geschäftsjahr 2010/11 eine konjunkturelle Erholung erwartet. Die Energienachfrage stützt sich mittelfristig unverändert auf ein über dem europäischen Durchschnitt liegendes Wirtschaftswachstum. Die Umstrukturierungsphase wurde in Bulgarien weitgehend abgeschlossen. In der Optimierungsphase wird vor allem ein weiterer Rückgang der Netzverluste angestrebt. Um den Auswirkungen der ungünstigen Preisentscheidung der bulgarischen Regulierungsbehörde per 1. Juli 2010 für die Gesellschaften der EVN gegenzusteuern, wurde ein umfassendes Optimierungsprojekt erstellt.

Vor dem Hintergrund der am 8. Mai 2009 von der EVN AG gegen die mazedonische Regierung eingebrachten internationalen Schiedsgerichtsklage zum Schutz der getätigten Investitionen haben am 28. Juli 2010 die Regierung Mazedoniens und EVN einer schrittweisen, gemeinsamen Klärung aller zurzeit offenen Fragen und Probleme zwischen den beiden Parteien zugestimmt. Durch die Festlegung von Kriterien und eines Zeitplans für die Umsetzung soll in den nächsten Monaten durch intensive Verhandlungen auf bilateraler Ebene zwischen den Parteien eine sowohl für die Regierung als auch für die Bürger und die EVN positive Situation herbeigeführt und das Vertrauen gestärkt werden. Aktuell wird in Mazedonien auf Forderung der EU bzw. der Energy Community an der Harmonisierung des Energiegesetzes mit der EU-Binnenmarktrichtlinie sowie der Änderung des Regulativs mit dem Prinzip der Kostendeckung gearbeitet. Die Regierung hat das vorbereitete Energiegesetz im September 2010 im Parlament eingebracht.

In Summe rechnet EVN im Geschäftsjahr 2010/11 im Segment Südosteuropa mit einer leicht steigenden Umsatz- und stabilen Ergebnisentwicklung. Die Investitionen werden infolge der Bauarbeiten an der Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, und der Errichtung der Gasnetze in Zadar und Split, Kroatien, gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen.

Umwelt

Das Segment Umwelt umfasst die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung im Inland und das internationale Projektgeschäft in 15 Ländern Zentral-, Ost- und Südosteuropas.

Veränderung
Finanzkennzahlen Mio. EUR 2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Außenumsatz 268,7 236,1 32,6 13,8 184,6
Innenumsatz 16,7 11,3 5,4 48,2 11,1
Gesamtumsatz 285,4 247,3 38,1 15,4 195,7
Operativer Aufwand –233,1 –205,3 –27,8 –13,5 –156,1
EBITDA 52,3 42,0 10,3 24,5 39,6
Abschreibungen –24,3 –14,5 –9,8 –68,0 –14,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 28,0 27,5 0,5 1,7 25,4
Finanzergebnis 18,5 17,5 1,0 5,7 17,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 46,5 45,1 1,5 3,3 43,3
Gesamtvermögen 1.345,2 1.135,4 209,8 18,5 1.083,8
Gesamtschulden 1.004,5 833,9 170,7 20,5 801,0
Investitionen1) 68,6 67,4 1,1 1,7 67,9

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Umsatzerlöse des Segments konnten im Geschäftsjahr 2009/10 um 15,4 % bzw. 38,1 Mio. Euro auf 285,4 Mio. Euro gesteigert werden. Die wesentlichsten Faktoren für diese verbesserte Umsatzentwicklung waren im Bereich des heimischen Abfallgeschäfts der laufende Betrieb der Abfallverwertungsanlage Dürnrohr und deren fertig gestellte Erweiterung um die Linie 3. Im Projektgeschäft wirkten sich höhere bzw. erstmalige Umsatzbeiträge von Projekten – vor allem von der Natriumhypochlorit- bzw. Müllverbrennungsanlage MSZ 1 in Moskau sowie der Abwasserbeseitigungsanlage in Budva, Montenegro – positiv aus. Die Umsatzentwicklung der heimischen Trinkwasserversorgung verlief konstant.

Die operativen Aufwendungen des Segments verzeichneten einen Anstieg um 13,5 % bzw. 27,8 Mio. Euro auf 233,1 Mio. Euro. Maßgebend dafür war einerseits die Inbetriebnahme der Linie 3 sowie die vermehrte Projekttätigkeit, was sich besonders in Erhöhungen des Material- und Betriebs- sowie des Personalaufwands niederschlug. Andererseits wirkten sich höhere Forderungsabschreibungen aufgrund der Insolvenz eines Großkunden im Abfallbereich negativ aus. Per Saldo konnte die Steigerung der Umsatzerlöse somit nicht zur Gänze auf das EBITDA übertragen werden, das mit 52,3 Mio. Euro dennoch den Vorjahreswert um 24,5 % bzw. 10,3 Mio. Euro übertreffen konnte. Die Erweiterung der Abfallverwertungsanlage Dürnrohr um die Linie 3 und die Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerks in Kurjanovo, Moskau, Russland, spiegelten sich vor allem in höheren Abschreibungen wider, weshalb das EBIT mit 28,0 Mio. Euro lediglich um 1,7 % bzw. 0,5 Mio. Euro über dem Wert der Vergleichsperiode lag.

Das Finanzergebnis konnte um 5,7 % bzw. 1,0 Mio. Euro auf 18,5 Mio. Euro verbessert werden. Dabei standen dem gestiegenen Erfolgsbeitrag der Abwasserbehandlungsanlage in Zagreb sinkende Zinserträge aus BOOT-Projekten gegenüber. Der Anstieg im Ergebnis vor Ertragsteuern belief sich somit auf 3,3 % bzw. 1,5 Mio. Euro auf 46,5 Mio. Euro.

Im Oktober 2009 erhielt EVN den Auftrag für Planung und Bau von zwei Abwasserbehandlungsanlagen für Famagusta und Morphou, Zypern. Finanziert durch die Europäische Kommission wird die Übergabe der schlüsselfertigen Anlagen mit einem Projektvolumen von insgesamt 11,4 Mio. Euro und einem Leistungsumfang von insgesamt 44.250 Einwohnerwerten (EW) innerhalb von 24 Monaten erfolgen.

Anfang Februar 2010 unterschrieb EVN im Konsortium mit einer lokalen Baufirma den Auftrag zum Neubau und zur anschließenden zehnjährigen Betriebsführung der Abwasseranlage in Nordnikosia. Mit einem Projektvolumen von 45,0 Mio. Euro wird in einer Bauzeit von 27 Monaten eine Kapazität von 30.000 m³ pro Tag bzw. etwa 270.000 EW realisiert. Zusätzlich wird auch eine Schlammbehandlungsanlage mit Biogasgewinnung errichtet.

Am 14. Mai 2010 wurde die Kläranlage Pomorzany in Stettin, Polen, in Betrieb genommen. EVN war als Konsortialführer für die Planung, die Realisierung und die Inbetriebnahme der schlüsselfertigen Anlage verantwortlich. Die Anlage ist für über 400.000 EW konzipiert und verfügt auch über eine Schlammtrocknungs- und -verbrennungsanlage.

In der türkischen Metropole Istanbul hat EVN als Konsortialführer eine Kläranlage für 2,0 Mio. Einwohner mit einem Gesamtvolumen von 108,5 Mio. Euro fertig gestellt und im Juni 2010 mit der fünfjährigen Betriebsführung begonnen.

Die EVN erhielt im Dezember 2009 den Auftrag zur Errichtung einer weiteren thermischen Abfallbehandlungsanlage in Moskau. Im Juni 2010 wurde mit der Stadt Moskau ein Vertrag unterzeichnet, in dem auch die endgültige Kapazität von 700.000 Tonnen pro Jahr festgelegt wurde. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 707,7 Mio. Euro wird als BOOT-Modell realisiert. Demzufolge ist EVN für die Finanzierung, den Bau und den Betrieb der Anlage für einen Zeitraum von zwölf Jahren nach Fertigstellung verantwortlich.

Nach nur 22 Monaten Bauzeit wurde im Februar 2010 die neu errichtete Abwasserreinigungsanlage der Stadtgemeinde Tulln in Betrieb genommen. Das Projekt sieht die Errichtung in zwei Stufen vor. Die erste Ausbaustufe, welche nun in Betrieb gegangen ist, wird die Abwässer von 22.500 EW vollbiologisch reinigen. Die Gesamtkosten für die Errichtung der Anlage betragen für die Stadtgemeinde Tulln 11,5 Mio. EUR.

Aufgrund des hohen Auftragswerts von über 1,2 Mrd. Euro per 30. September 2010 sollte das Segment Umwelt im Geschäftsjahr 2010/11 seinen Wachstumskurs fortsetzen können. Der Anstieg der Umsatzerlöse wird überwiegend aus den internationalen Projekten kommen, die als BOOT-Modell ausgerichtet sind und sich derzeit in der Errichtungsphase befinden. Weitere Akquisitionen von Großprojekten in Zentral-, Ost- und Südosteuropa werden angestrebt und erwartet. Im Geschäftsfeld Abfallverwertung in Niederösterreich wird für das Geschäftsjahr 2010/11 noch keine Erholung der Mengen- bzw. Preissituation erwartet. Nach der Inbetriebnahme der Linie 3 der EVN Abfallverwertung Dürnrohr/Zwentendorf Anfang 2010 werden die Investitionen deutlich unter dem Vorjahreswert bleiben.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Das Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges umfasst im Wesentlichen die Beteiligungen an RAG, BEGAS, BEWAG und der VERBUND AG. Zudem sind in diesem Segment die zentralen Konzernfunktionen sowie auch Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts abgebildet, die vor allem Konzerndienstleistungen innerhalb der EVN erbringen.

Veränderung
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Außenumsatz 27,4 31,6 –4,3 –13,5 30,1
Innenumsatz 64,0 55,4 8,6 15,6 56,8
Gesamtumsatz 91,4 87,0 4,3 5,0 87,0
Operativer Aufwand –95,4 –96,2 0,8 –0,9 –99,1
EBITDA –4,1 –9,2 5,2 –56,0 –12,1
Abschreibungen –1,8 –1,9 0,1 –2,9 –1,8
Operatives Ergebnis (EBIT) –5,9 –11,1 5,2 –47,1 –13,9
Finanzergebnis 97,7 73,1 24,6 33,6 87,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 91,9 62,0 29,8 48,1 73,4
Gesamtvermögen 2.854,2 2.943,4 –89,1 –3,0 3.136,7
Gesamtschulden 1.427,1 1.291,4 135,7 10,5 1.303,6
Investitionen1) 1,6 1,1 0,5 41,3 1,6

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Ergebnis vor Ertragsteuern des Segments wird primär durch das Finanzergebnis beeinflusst, das sich im Geschäftsjahr 2009/10 deutlich positiv entwickelte und sich wie folgt zusammensetzte:

Veränderung
Finanzergebnis Mio. EUR 2009/10 2008/09 absolut in % 2007/08
Beteiligungsergebnis
RAG1) 44,3 32,2 12,1 37,6 83,0
BEWAG; BEGAS2) –3,1 –3,4 0,3 9,4 –2,2
Andere Gesellschaften 0,1 0,1 –4,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen 41,3 28,9 12,4 43,1 76,1
Dividendenzahlungen 55,6 49,9 5,7 11,4 46,5
VERBUND AG 50,1 42,1 8,0 19,0 35,6
Andere Gesellschaften 5,4 7,8 –2,4 –30,2 10,9
Wertminderungen –0,4 –0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 55,2 49,9 5,3 10,6 46,5
Summe Beteiligungsergebnis 96,5 78,8 17,8 22,5 122,6
Summe Zinsergebnis 2,7 –0,9 3,5 –2,3
Summe sonstiges Finanzergebnis –1,5 –4,8 3,3 69,3 –33,0
Finanzergebnis 97,7 73,1 24,6 33,6 87,3

1) Indirekt über RBG gehalten

2) Jeweils 49,0 % an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der deutliche Anstieg im Beteiligungsergebnis von 17,8 Mio. Euro war besonders auf den Anstieg des Erfolgsbeitrags der RAG um 12,1 Mio. Euro und die Erhöhung des Beteiligungsertrags der VERBUND AG um 8,0 Mio. Euro zurückzuführen. Die Beteiligungsergebnisse von BEWAG und BEGAS verbesserten sich leicht, blieben aber insgesamt weiterhin negativ.

Das Zinsergebnis konnte mit 2,7 Mio. Euro gegenüber –0,9 Mio. Euro in der Vergleichsperiode deutlich verbessert werden. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus standen dabei geringeren Zinserträgen aus kurzfristigen Geldveranlagungen geringere Zinsaufwendungen gegenüber. Das in der Vorjahresperiode infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise durch Marktwertänderungen negativ beeinflusste sonstige Finanzergebnis konnte im Geschäftsjahr 2009/10 von –4,8 Mio. Euro auf –1,5 Mio. Euro verbessert werden.

In Summe weist das Finanzergebnis somit eine Verbesserung um 33,6 % bzw. 24,6 Mio. Euro auf 97,7 Mio. Euro aus. Daraus resultierte ein Anstieg im Ergebnis vor Ertragsteuern um 48,1 % bzw. 29,8 Mio. Euro auf 91,9 Mio. Euro.

Für das Geschäftsjahr 2010/11 wird im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges ein mit dem Geschäftsjahr 2009/10 vergleichbares Niveau angestrebt, wenngleich diese Prognose in sehr starker Abhängigkeit zur weiteren Entwicklung der Primärenergieund Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen, RAG und VERBUND AG steht.

Konzernabschluss 2009/10

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Bilanz 46
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 47
Gesamtergebnisrechnung 47
Konzern-Geldflussrechnung 48
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 49
Segmentberichterstattung 50
Konzernanhang 52
Grundsätze der Rechnungslegung
55
Konsolidierung
58
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
69
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
82
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
86
Sonstige Angaben
94
Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Beteiligungen der EVN 95
Bestätigungsvermerk 99

Konzern-Bilanz

Erläuterung 30.9.2010
Tsd. EUR
30.9.2009
Tsd. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 25 360.984,1 365.178,7
Sachanlagen 26 2.818.176,2 2.653.090,4
At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen 27 733.974,5 712.487,8
Sonstige Beteiligungen 27 1.077.750,3 1.409.696,6
Aktive latente Steuern 39 6.473,2 1.198,9
Übrige Vermögenswerte 28 744.786,7 619.545,5
5.742.144,9 5.761.198,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 29 135.719,6 137.292,0
Forderungen 30 506.048,9 579.655,9
Wertpapiere 31 223.778,5 86.736,1
Liquide Mittel 57 123.511,9 130.479,8
989.058,9 934.163,7
Summe Aktiva 6.731.203,8 6.695.361,7
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 32–36 2.679.522,1 2.783.788,6
Nicht beherrschende Anteile 37 345.740,5 343.390,0
3.025.262,6 3.127.178,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 38 1.726.422,0 1.702.483,6
Latente Steuerverbindlichkeiten 39 227.070,8 307.101,4
Langfristige Rückstellungen 40 449.973,5 444.787,7
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 41 397.911,1 379.070,7
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 42 63.073,6 90.215,3
2.864.451,1 2.923.658,7
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 43 205.247,1 16.992,1
Steuerverbindlichkeiten 44 63.049,6 58.692,8
Lieferantenverbindlichkeiten 45 339.338,6 328.743,9
Kurzfristige Rückstellungen 46 120.646,0 83.623,0
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 47 113.208,9 156.472,5
841.490,2 644.524,3
Summe Passiva 6.731.203,8 6.695.361,7

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterung 2009/10
Tsd. EUR
2008/09
Tsd. EUR
Umsatzerlöse 48 2.752.127,7 2.727.017,9
Sonstige betriebliche Erträge1) 49 69.711,9 83.266,8
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 50 –1.914.471,8 –1.950.692,9
Personalaufwand 51 –329.231,8 –319.445,0
Abschreibungen 52 –229.313,0 –198.180,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 53 –161.534,4 –166.765,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 187.288,6 175.201,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 61.625,1 46.657,6
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 54.717,0 47.368,9
Zinserträge 37.487,3 47.440,6
Zinsaufwendungen –69.408,2 –85.910,1
Sonstiges Finanzergebnis –841,2 –4.744,8
Finanzergebnis 54 83.580,0 50.812,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 270.868,5 226.013,4
Ertragsteuern 55 –42.148,9 –28.003,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 228.719,7 198.009,4
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 206.952,1 177.943,6
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 21.767,5 20.065,8
Ergebnis je Aktie in EUR2) 56 1,27 1,09
Dividende je Aktie in EUR 0,403) 0,37

1) Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen werden ab dem Geschäftsjahr 2009/10 als Teil der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen;

die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

2) Verwässert ist gleich unverwässert 3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Gesamtergebnisrechnung

Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 228.719,7 198.009,4
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen –98,8 –5.538,9
Marktbewertung von anderen Beteiligungen –330.913,7 –345.257,7
Cash Flow Hedges 5.826,8 –7.507,4
at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –5.430,9 –24.674,9
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
vor Ertragsteuern –330.616,6 –382.979,0
darauf entfallende Ertragsteuern2) 81.249,0 88.266,5
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
nach Ertragsteuern –249.367,6 –294.712,5
Gesamtergebnis der Periode –20.647,9 –96.703,0
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG –44.758,1 –114.155,6
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 24.110,1 17.452,6

1) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von 0,40 EUR pro Aktie vorgeschlagen.

2) Die Ertragsteuern verteilen sich wie folgt auf die direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse: Marktbewertung von anderen Beteiligungen: 82.728,7 Tsd. Euro

(Vorjahr: 86.303,9 Tsd. Euro), Cash Flow Hedges: –1.479,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.962,6 Tsd. Euro).

Konzern-Geldflussrechnung

Erläuterung 30.9.2010
Tsd. EUR
30.9.2009
Tsd. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 270.868,5 226.013,4
+ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 52 229.313,0 198.180,0
–/+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 27 –6.981,4 47.248,3
+ Verluste/– Gewinne aus Fremdwährungsbewertungen 1.248,5 –109,4
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 651,1 –5.037,1
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 49 –32.054,4 –32.128,6
– Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 57 –519,5 –3.103,5
+ Zunahme von langfristigen Rückstellungen 40 5.185,8 14.061,6
Cash Flow aus dem Ergebnis 467.711,6 445.124,7
+ Abnahme/– Zunahme der Vorräte und Forderungen 81.080,0 –48.251,0
+ Zunahme/– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen 37.023,1 –13.657,1
– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten –51.080,5 –12.625,7
– Zahlungen für Ertragsteuern –35.456,4 –35.305,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich 499.277,7 335.285,4
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 57 2.927,6 8.630,2
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 50.894,9 54.065,5
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 50.931,4 49.760,7
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 40.515,3 200.604,4
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe 4 –20.440,1
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –389.583,5 –412.283,9
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –155.060,2 –106.176,7
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –181.621,0 –174.542,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –580.995,5 –400.382,1
+ Kapitaleinzahlung von nicht beherrschenden Anteilen 774,9 3.834,7
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 34 –60.306,7 –60.306,6
– Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter 57 –22.534,6 –34.992,6
+ Verkauf/– Erwerb eigener Anteile 845,6 –3.283,9
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 239.305,0 587.619,8
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –100.990,1 –408.611,8
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 57.094,1 84.259,6
Cash Flow gesamt –24.623,6 19.163,0
Fondsveränderungen 57
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 113.588,3 94.117,5
Währungsdifferenzen 100,2 307,8
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 89.064,8 113.588,3
Cash Flow gesamt –24.623,6 19.163,0

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Tsd. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen1)
Bewertungs
rücklage
gem. IAS 39
Unter
schiedsbetrag
aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Anteile der
Aktionäre
der EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.9.2008 300.000,0 108.431,3 1.558.131,1 1.011.982,0 2.136,7 –4.753,9 2.975.927,3 232.532,3 3.208.459,6
Gesamtergebnis der Periode 177.943,6 –286.560,3 –5.538,9 –114.155,6 17.452,6 –96.703,0
Kapitaleinzahlung von
nicht beherrschenden Anteilen
3.834,7 3.834,7
Dividende 2007/08 –60.306,6 –60.306,6 –34.992,6 –95.299,2
Erwerb eigener Anteile –3.283,9 –3.283,9 –3.283,9
Erstmalige Anwendung neuer IFRS2) –14.392,5 –14.392,5 –14.392,5
Änderungen Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze3)
125.604,5 125.604,5
Aktienerwerb von vollkonsolidierten
Unternehmen
–1.041,4 –1.041,4
Stand 30.9.2009 300.000,0 108.431,3 1.661.375,6 725.421,7 –3.402,2 –8.037,8 2.783.788,6 343.390,0 3.127.178,7
Gesamtergebnis der Periode 206.952,1 –251.611,4 –98,8 –44.758,1 24.110,1 –20.647,9
Kapitaleinzahlung von
nicht beherrschenden Anteilen
774,9 774,9
Dividende 2008/09 –60.306,7 –60.306,7 –22.534,6 –82.841,2
Verkauf eigener Anteile –169,4 1.014,9 845,6 845,6
Konsolidierungskreisänderungen/
Sonstiges
–47,3 –47,3 –47,3
Stand 30.9.2010 300.000,0 108.261,9 1.807.973,7 473.810,4 –3.501,1 –7.022,9 2.679.522,1 345.740,5 3.025.262,6

1) Inkl. Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3 in Höhe von 7.050,6 Tsd. Euro, die im Vorjahr noch als eigene Position ausgewiesen war.

2) Effekt aus der erstmaligen, vorzeitigen Anwendung von IFRIC 12, die im Umweltbereich zu einer geänderten Darstellung der in den at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen ZOV und ZOV UIP erfassten Projekte führte.

3) Seit dem Geschäftsjahr 2008/09 hält die RBG unmittelbar 100,0 % an der RAG. Aufgrund einer neuen, verständlicheren Abbildung der RAG sind seither 100,0 % der RAG im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen abzubilden, 49,97 % davon sind dem Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile zuzurechnen. Daraus resultierte im Geschäftsjahr 2008/09 eine Erhöhung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und der nicht beherrschenden Anteile.

Segmentberichterstattung

I Erzeugung I Netzinfrastruktur
Inland
I Energiehandel und
-vertrieb
I Energieversorgung
Südosteuropa
Segmentergebnis1) 2009/10
Mio. EUR
2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Außenumsatz 25,6 30,1 428,9 404,8 1.139,3 1.147,1 862,2 877,3
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 93,0 116,0 60,0 63,0 47,9 42,7 1,4
Gesamtumsatz 118,6 146,1 488,9 467,9 1.187,2 1.189,8 862,2 878,7
Operativer Aufwand –66,2 –61,9 –297,5 –308,7 –1.130,0 –1.156,4 –793,2 –813,8
EBITDA 52,5 84,2 191,4 159,1 57,3 33,4 69,0 64,9
Abschreibungen –34,0 –21,3 –96,8 –93,0 –13,9 –10,8 –60,4 –57,9
davon Wertminderungen –10,7 –1,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 18,5 62,9 94,6 66,2 43,4 22,6 8,6 7,1
EBIT-Marge (%) 15,6 43,1 19,4 14,1 3,7 1,9 1,0 0,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen –2,0 –1,4 0,4 0,1 10,2 10,9
Zinsergebnis –8,5 –5,9 –11,9 –13,5 –2,5 –1,6 –16,9 –24,6
Finanzergebnis –7,1 –6,5 –13,2 –13,8 8,0 10,4 –19,1 –25,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 11,4 56,4 81,5 52,4 51,4 32,9 –10,5 –18,4
Firmenwerte 1,3 1,3 2,5 2,5 170,9 171,2
Buchwert der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen 63,3 60,1 1,8 1,5 51,4 46,3
Gesamtvermögen 458,0 436,5 1.620,7 1.547,7 665,0 627,0 1.089,7 1.037,5
Gesamtschulden 258,5 224,0 1.093,4 1.076,9 367,8 373,4 768,0 712,6
Investitionen2) 48,9 63,4 156,5 161,5 21,5 32,5 100,7 104,8
I Umwelt Strategische Beteiligungen
I
und Sonstiges I Konsolidierung I Summe
I
2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09 2009/10 2008/09
Außenumsatz 268,7 236,1 27,4 31,6 2.752,1 2.727,0
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 16,7 11,3 64,0 55,4 –281,7 –289,8
Gesamtumsatz 285,4 247,3 91,4 87,0 –281,7 –289,8 2.752,1 2.727,0
Operativer Aufwand –233,1 –205,3 –95,4 –96,2 279,8 288,7 –2.335,5 –2.353,6
EBITDA 52,3 42,0 –4,1 –9,2 –1,9 –1,1 416,6 373,4
Abschreibungen –24,3 –14,5 –1,8 –1,9 1,9 1,1 –229,3 –198,2
davon Wertminderungen –0,4 –12,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 28,0 27,5 –5,9 –11,1 187,3 175,2
EBIT-Marge (%) 9,8 11,1 –6,4 –12,7 6,8 6,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen 11,7 8,2 41,3 28,9 61,6 46,7
Zinsergebnis 5,2 8,1 2,7 –0,9 –31,9 –38,5
Finanzergebnis 18,5 17,5 97,7 73,1 –1,3 –4,4 83,6 50,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 46,5 45,1 91,9 62,0 –1,3 –4,4 270,9 226,0
Firmenwerte 41,5 41,5 216,4 216,6
Buchwert der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen 60,6 51,5 556,9 553,2 734,0 712,5
Gesamtvermögen 1.345,2 1.135,4 2.854,2 2.943,4 –1.301,6 –1.032,2 6.731,2 6.695,4
Gesamtschulden 1.004,5 833,9 1.427,1 1.291,4 –1.213,5 –944,0 3.705,9 3.568,2
Investitionen2) 68,6 67,4 1,6 1,1 –3,6 –15,0 394,0 415,7

1) Gemäß neuer Segmentierung ab dem 1. Quartal 2009/10, siehe Erläuterung 24. Segmentberichterstattung

2) In Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz Mio. EUR 2009/10 2008/09
Strom 1.903,1 1.928,8
Gas 351,0 339,4
Wärme 108,2 101,8
Umweltdienstleistungen 268,7 236,2
Sonstige 121,1 120,9
Gesamt 2.752,1 2.727,0
Segmentinformationen nach Regionen – Umsatz Mio. EUR 2009/10 2008/09
Österreich 1.700,6 1.678,6
Mittel- und Osteuropa 189,2 169,7
Südosteuropa 862,3 878,7
Gesamt 2.752,1 2.727,0
Segmentinformationen nach Regionen – 2009/10 2008/09
Langfristige Vermögenswerte Mio. EUR Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen
Österreich 85,4 2.007,9 89,7 2.009,9
Mittel- und Osteuropa 43,1 66,7 43,3 33,5
Südosteuropa 232,4 743,6 232,2 609,7
Gesamt 361,0 2.818,2 365,2 2.653,1

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen.

Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens und Mazedoniens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 15 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen Abschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRSs) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert.

Der Konzernabschluss wird zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Tausend Euro (Tsd. Euro bzw. Tsd. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von §245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2009/10 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 8 Geschäftssegmente 1.1.2009
IFRIC 13 Kundentreueprogramme 1.1.2009
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung 1.1.2009
IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 1.7.2009
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 1.1.2009
IAS 23 Fremdkapitalkosten 1.1.2009
IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS 1.1./1.7.2009
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 1.1.2009
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 1.11.2008/1.1./1.7.2009
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 1.1.2009
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1.1.2009
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 1.7.2009
IFRS 4 Versicherungsverträge 1.1.2009
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.11.2008/1.1.2009
IFRIC 9 Erneute Beurteilung eingebetteter Derivate 1.1.2009
Diverse Annual Improvements 2006–2008 1.1./1.7.2009

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Gemäß IFRS 8, der als Ersatz von IAS 14 gilt, hat die Identifizierung der operativen Segmente auf Basis der internen Steuerung (Management Approach) zu erfolgen. Daraus resultierend wurden die früheren Business Units des Segments Energie ab dem Geschäftsjahr 2009/10 als eigene Segmente dargestellt. Weiters regelt der neue Standard die Angaben zu Geschäftssegmenten, Produkten und Dienstleistungen, Regionen sowie Kundenbeziehungen.

Aufgrund der neuen Interpretationen IFRIC 13, IFRIC 14 und IFRIC 16 ergaben sich keine Änderungen für den Konzernabschluss.

Durch die Änderung von IAS 1 wurde der Konzernabschluss um die Darstellung einer Gesamtergebnisrechnung ergänzt, in der sämtliche in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Ertrags- und Aufwandsposten sowie alle ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten Erfolgsbestandteile dargestellt werden. Die Entwicklung des Eigenkapitals umfasst folglich fortan lediglich Details zu Geschäftsvorfällen mit Anteilseignern, sämtliche übrige Eigenkapitalveränderungen werden nunmehr in einer einzigen Zeile dargestellt.

Die wesentliche Änderung des IAS 23 betrifft die Streichung des Wahlrechts, Fremdkapitalkosten sogleich als Aufwand zu erfassen, wenn sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Da EVN bereits seit jeher eine Aktivierung von Fremdkapitalzinsen durchgeführt hat, ergeben sich durch diese Änderung auch keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die wesentlichen Änderungen von IAS 27 und IFRS 3 beziehen sich auf die Vorschriften zur Bilanzierung von Unternehmenserwerben. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Neuerungen bei sukzessiven Anteilserwerben und auf die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen bei Unternehmenserwerben zu legen. Darüber hinaus sind Anschaffungsnebenkosten künftig als Aufwand zu erfassen.

Die Änderungen in IFRS 7 betreffen die Erweiterung der Angabepflichten um Informationen zur Ermittlung der Fair Values und beziehen sich somit gänzlich auf die Aufbereitung der externen Berichterstattung (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Aufgrund der Änderungen zu IAS 32, IAS 39, IFRS 1, IFRS 2, IFRS 4, IFRIC 9 sowie den "Annual Improvements 2006–2008" ergaben sich keine Änderungen für den Konzernabschluss der EVN.

Es wurden keine neuen oder geänderten Standards und Interpretationen vorzeitig angewendet.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben, zum Großteil von der EU übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 1.1.20131)
IFRIC 15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien 1.1.20102)
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 1.11.20092)
IFRIC 18 Übertragung eines Vermögenswerts durch einen Kunden 1.11.20092)
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 1.7.20102)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 10 Ereignisse nach der Berichtsperiode 1.11.20092)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 1.1.20112)
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 1.2.20102)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 1.11.2009/1.1./1.7.20102)
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1.1.20102)
IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 1.11.20092)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.7.20102)
IFRS 8 Geschäftssegmente 1.1.20112)
IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält 1.1.20102)
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung 1.1.20112)
Diverse Annual Improvements 2007–2009 1.1.20102)
Diverse Annual Improvements 2010 1.1.20111)

1) Die Standards, die von der EU noch nicht übernommen wurden, sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen. 2) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Der neue IFRS 9, der Teil des Projekts für einen Nachfolgestandard von IAS 39 ist, sieht einen teilweisen Ersatz der bisherigen Bewertungskategorien vor. Daraus werden sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte ergeben, die jedoch aufgrund der laufenden Überarbeitungen des neuen Standards derzeit noch nicht verlässlich abgeschätzt werden können.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden derzeit untersucht.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0% der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften heraus ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0% der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Beim Erwerb zusätzlicher Anteile an Gesellschaften, an denen bereits beherrschender Einfluss besteht, wird der Unterschiedsbetrag aus Anschaffungskosten und anteiligem Eigenkapital den stillen Reserven zugerechnet. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird dem Firmenwert zugeordnet.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen (gemeinschaftliche Leitung in Abstimmung mit einem oder mehreren konzernfremden Unternehmen) erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizulegenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außenumsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2010 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 34 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 26 inländische und 27 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen). 35 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 36) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Vermögen und am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die Energieallianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der Energieallianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG erfolgt eine anteilsmäßige Konsolidierung (Quotenkonsolidierung) der EVN KG im Konzernabschluss. Dabei wird EVN KG aufgrund der sondervertraglichen Regelungen entsprechend der Vermögenseinlage zu 100,0 % einbezogen.

Die vollkonsolidierte RBG, an der EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,5 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 95 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.9.2008 51 4 13 68
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 2 1 2 5
Unternehmenserwerbe 2 2
Verschmelzungen und Entkonsolidierung –2 –1 –3
30.9.2009 53 5 14 72
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 8 1 9
Entkonsolidierung –1 –1
30.9.2010 60 5 15 80
davon ausländische Unternehmen 34 5 39

Neugründungen und Erstkonsolidierungen

Im Juli 2009 erhielt WTE Wassertechnik GmbH, Essen, Deutschland, den Auftrag zur Errichtung von Abwasserbeseitigungsanlagen in Budva, Montenegro, und deren Betrieb über einen Zeitraum von 30 Jahren. Aus diesem Anlass wurde bereits im September 2009 die WTE odpadne vode Budva DOO, Podgorica, Montenegro, gegründet, die im 1. Quartal 2009/10 erstmals vollkonsolidiert wurde.

EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien, und EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien, an denen EVN Trading SEE EAD, Sofia, Bulgarien, 100% der Anteile hält, führen die Abwicklung von Energie-Handelsgeschäften in den jeweiligen Ländern durch und wurden seit dem 1. Quartal 2009/10 aufgrund von Wesentlichkeit erstmals in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die EVN Croatia Plin d.o.o., Zagreb, Kroatien, die in den Gespanschaften Zadar, Split und Sibenik Gasverteilernetze planen, bauen, betreiben und instandhalten wird, wurde aufgrund der Aufnahme der operativen Tätigkeit seit dem 2. Quartal 2009/10 in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien, an der EVN 100% der Anteile hält, wurde ab dem 2. Quartal 2009/10 vollkonsolidiert. Die Gesellschaft betreibt in Blatets, Bulgarien, eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 0,8 MW.

Zum Zwecke der Projektrealisierung der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau wurden die EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH und die EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH, beide mit Sitz in Essen, Deutschland, gegründet. Die EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH ist mit Einverständnis der Regierung der Stadt Moskau in den bestehenden Investitionsvertrag über die Realisierung des Projekts zur Organisation der Finanzierung, der Errichtung und zum Betrieb der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 eingetreten und hat in der Folge sowohl den Investitionsvertrag als auch die russische Objektgesellschaft OAO Budapro – Werk Nr. 1, Moskau, Russland, von den Altinvestoren erworben. Die drei Gesellschaften wurden als vollkonsolidierte Gesellschaften ab dem 4. Quartal 2009/10 in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Im August 2010 erwarb EVN 50,0 % an der Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture mit der VERBUND AG, das die Planung, den Bau und den Betrieb von zwei Wasserkraftwerken am nordalbanischen Fluss Drin zum Gegenstand hat. Mit den Bauarbeiten wurde bereits im Geschäftsjahr 2009/10 begonnen, die Fertigstellung ist im Jahr 2012 geplant. Die Gesamtkapazität wird über 50 MW, die durchschnittliche Produktion 240 GWh betragen, das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 200,0 Mio. Euro. Der Einbezug erfolgt at Equity.

Unternehmenserwerbe

Im Geschäftsjahr 2009/10 fand kein Unternehmenserwerb gemäß IFRS 3 statt. In der Vergleichsperiode des Geschäftsjahres 2008/09 erfolgte zu einem Kaufpreis von 22.014,6 Tsd. Euro die vollständige Übernahme des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net sowie der Dataservice GmbH, Eisenstadt, durch Kabelsignal. Aus der finalen Wertermittlung der Sachanlagen der B.net ergaben sich gegenüber dem Bilanzstichtag 30. September 2009 keine Änderungen. Der sich daraus ergebende Effekt auf den Umsatz der EVN belief sich im Geschäftsjahr 2008/09 auf 9.681,7 Tsd. Euro, jener auf das EBIT auf –1.196,9 Tsd. Euro.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe Tsd. EUR 2008/091)
Langfristige Vermögenswerte 59.895,2
Kurzfristige Vermögenswerte 4.598,7
64.493,9
Eigenkapital 21.627,6
Langfristige Schulden 30.355,7
Kurzfristige Schulden 12.510,6
1) Im Geschäftsjahr 2009/10 fand kein Unternehmenserwerb statt. 64.493,9

Entkonsolidierung

Die bisher vollkonsolidierte Energy Trading EAD, Sofia, Bulgarien, wurde im 3. Quartal 2009/10 aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit entkonsolidiert.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei den Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2009/10 von –98,8 Tsd. Euro (Vorjahr: –5.538,9 Tsd. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

5. Währungsumrechnung 2009/10 2008/09
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 137,11000 137,50692 132,37000 128,27620
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,45190 7,44475 7,44430 7,44890
Kroatische Kuna 7,30580 7,26822 7,25800 7,31130
Mazedonische Denar 61,63630 61,41737 61,17410 61,31830
Polnische Zloty 3,98470 4,05782 4,22950 4,19960
Russische Rubel 41,69230 40,94292 43,98000 42,24450
Serbische Denar 105,10320 99,82690 93,07370 91,17260

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen), sind in der EVN allerdings unwesentlich.

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–33
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Wenn solche vorliegen, so ist für at Equity einbezogene assoziierte Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellt sich bei EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungs
kategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Optionen, Forwards und Futures.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2 -Zertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2 -Zertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

10. Sonstige Beteiligungen

Anteile an verbundenen sowie assoziierten Unternehmen, die aufgrund mangelnder Wesentlichkeit nicht konsolidiert werden, und an anderen Beteiligungen sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einer nachhaltigen Verschlechterung des Werts werden Abschreibungen vorgenommen. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungsbzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT" eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

15. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren und den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen enthalten.

17. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitenden, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeitenden, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitenden selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeitenden wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeitende bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitenden sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeitender und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeitenden unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen angeführt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam angesetzt werden.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" errechnet.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeitende österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeitende zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeitenden der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam erfasst.

Bei Mitarbeitenden österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus so genannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

18. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich. Bei Finanzverbindlichkeiten mit laufenden Tilgungen unterbleibt eine laufende Umgliederung des kurzfristigen Teils (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

19. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsatzerlöse werden dann als Erlöse erfasst, wenn EVN gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht hat.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build. Own. Operate. Transfer.) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbeitungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

20. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

20. Ertragsteuersätze
%
2009/10 2008/09
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland1) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen2) 15,0 20,0
Mazedonien 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 10,0 10,0
Slowenien3) 20,0 21,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter.

Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

2) Mit 1.1.2010 wurde der Körperschaftsteuersatz von 20,0% auf 15,0% gesenkt.

3) Mit 1.1.2010 wurde der Körperschaftsteuersatz von 21,0% auf 20,0% gesenkt.

In Mazedonien unterliegen nur ausgeschüttete Gewinne der Körperschaftsteuer in Höhe von 10,0 %. Nicht ausgeschüttete Gewinne werden nicht besteuert. Unabhängig von der Ausschüttung unterliegen steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen jedoch jedenfalls einer jährlichen Besteuerung.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde vom österreichischen Gesetzgeber die Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen geschaffen. Die EVN macht durch die Bildung von fünf Gruppen davon Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf eventuelle, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen (Wertminderungen) hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Stromverteilung Bulgarien, Wärmeerzeugung und -verkauf Bulgarien, Stromverteilung Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Windparks, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden wie im Vorjahr mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7%, angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

22. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder Leasingnehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells (Build. Own. Operate. Transfer.) anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

23. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen.

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet.

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens, der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten. Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

24. Segmentberichterstattung

In Hinblick auf die verpflichtende Anwendung von IFRS 8 "Geschäftssegmente" ab dem 1. Jänner 2009 (EVN-Geschäftsjahr 2009/10) berichtet EVN bereits ab dem 1. Quartal 2009/10 in neuer Segmentierung. In Übereinstimmung mit IFRS 8 wurde bereits zu diesem Zeitpunkt die Segmentberichterstattung dahingehend adaptiert, dass die Identifizierung der operativen Segmente nunmehr ausschließlich auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen erfolgt (Management Approach). Die vormaligen Business Units des ehemaligen Segments Energie werden fortan als eigenständige Segmente vollumfänglich dargestellt, womit die nunmehrige Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Netzinfrastruktur Inland", "Energiehandel und -vertrieb", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" der internen Berichtstruktur vollständig entspricht. Die Segmentinhalte bleiben trotz angepasster Segmentbezeichnungen und zukünftig detaillierterer Berichterstattung unverändert.

Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht im Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (zur Segmentzuordnung bzw. Abrechnung intersegmentärer Transaktionen siehe sogleich Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise).

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an
österreichischen und internationalen Standorten
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV
und Telekommunikation
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie
Wärmeproduktion und -verkauf
Energieversorgung Südosteuropa Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Errichtung und
Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung in
Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Regionen (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Regionen) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Regionen erfolgt nach dem Bestimmungslandprinzip, indem die Umsätze jenen Ländern zugerechnet werden, in welchen die Leistung erbracht wird. Die Region Südosteuropa umfasst Bulgarien und Mazedonien, Mittel- und Osteuropa umfasst die europäischen Staaten, in denen die EVN tätig ist, exklusive Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2009/10 ergaben.

25. Immaterielle Vermögenswerte

Der Zugang durch Unternehmenserwerb bei den aktiven Firmenwerten im Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 1.088,1 Tsd. Euro stammte aus dem Erwerb der B.net.

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger sowie der B.net ausgewiesen.

Zum 30. September 2010 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24.514,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.514,9 Tsd. Euro) zu Buche.

Im Geschäftsjahr 2009/10 wurden insgesamt 834,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.154,4 Tsd. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

25. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2009/10 Tsd. EUR
Aktive Firmenwerte
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2009 216.571,9 368.165,4 584.737,3
Währungsdifferenzen –216,8 –39,7 –256,5
Konsolidierungskreisänderungen –8,2 –8,2
Zugänge 6.455,4 6.455,4
Abgänge –843,0 –843,0
Umbuchungen 2.100,9 2.100,9
Bruttowert 30.9.2010 216.355,0 375.830,8 592.185,9
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –219.558,6 –219.558,6
Währungsdifferenzen 10,5 10,5
Konsolidierungskreisänderungen 3,5 3,5
Planmäßige Abschreibungen –12.493,9 –12.493,9
Abgänge 837,1 837,1
Umbuchungen –0,4 –0,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 –231.201,8 –231.201,8
Nettowert 30.9.2009 216.571,9 148.606,8 365.178,7
Nettowert 30.9.2010 216.355,0 144.629,0 360.984,1
Geschäftsjahr 2008/09 Tsd. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2008 215.488,5 350.760,2 566.248,6
Währungsdifferenzen –4,7 2,0 –2,7
Zugang durch Unternehmenserwerbe 1.088,1 8.215,0 9.303,0
Zugänge 11.358,9 11.358,9
Abgänge –3.290,6 –3.290,6
Umbuchungen 1.120,1 1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 216.571,9 368.165,4 584.737,3
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –208.699,2 –208.699,2
Währungsdifferenzen –1,0 –1,0
Planmäßige Abschreibungen –11.705,4 –11.705,4
Abgänge 1.472,6 1.472,6
Umbuchungen –625,6 –625,6
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –219.558,6 –219.558,6
Nettowert 30.9.2008 215.488,5 142.061,0 357.549,5
Nettowert 30.9.2009 216.571,9 148.606,8 365.178,7

26. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 6.065,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.982,4 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,25 %–8,50 % (Vorjahr: 1,39 %–7,50 %). Die Position Zugang durch Unternehmenserwerb umfasste im Geschäftsjahr 2008/09 Anlagenwerte der B.net.

In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 71.314,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 70.452,4 Tsd. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1.827,7 Tsd. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 15.978,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 16.620,4 Tsd. Euro).

Die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung ergab im Geschäftsjahr 2009/10 eine dauerhafte Wertminderung gemäß IAS 36 aufgrund einer erwarteten zeitlichen Verzögerung des Windparkprojekts Kavarna in Höhe von 10.702,6 Tsd. Euro. Die Wertminderungen auf diverse sonstige Sachanlagen beliefen sich auf 1.489,6 Tsd. Euro.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 305.756,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 374.739,8 Tsd. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 21.105,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 21.120,6 Tsd. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen wiesen einen Buchwert von 116.611,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 111.513,9 Tsd. Euro) auf.

Andere Anlagen,

26. Entwicklung der Sachanlagen

Geschäftsjahr 2009/10 Tsd. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2009 608.188,3 2.735.807,9 1.767.828,5 177.614,7 223.699,6 420.903,9 5.934.043,0
Währungsdifferenzen –660,0 –1.425,6 –30,8 –146,3 –198,1 –889,5 –3.350,2
Konsolidierungskreisänderungen 100,2 2.933,3 3.033,5
Zugänge 8.835,3 122.731,6 58.681,5 8.237,1 15.956,4 172.709,2 387.151,0
Abgänge –2.229,6 –12.335,0 –5.719,1 –5.886,2 –13.136,7 –886,7 –40.193,3
Umbuchungen 34.722,7 119.514,4 113.626,7 5.520,4 2.820,6 –277.997,2 –1.792,6
Bruttowert 30.9.2010 648.956,9 2.964.293,2 1.934.386,8 185.339,7 229.141,9 316.773,0 6.278.891,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –279.100,4 –1.538.195,3 –1.188.389,4 –102.695,4 –172.417,7 –154,3 –3.280.952,6
Währungsdifferenzen 328,1 777,8 700,9 11,2 140,5 1.958,4
Planmäßige Abschreibungen –17.509,0 –87.927,3 –64.136,9 –15.485,3 –19.568,5 –204.626,9
Wertminderungen –223,4 –1.119,2 –10.849,6 –12.192,2
Abgänge 878,8 12.194,4 3.934,5 5.215,9 12.791,1 65,8 35.080,4
Umbuchungen 33,4 5.029,5 –5.467,1 –61,8 483,7 17,7
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 –295.592,5 –1.608.120,9 –1.254.477,2 –113.015,5 –178.570,9 –10.938,1 –3.460.715,2
Nettowert 30.9.2009 329.088,0 1.197.612,6 579.439,1 74.919,2 51.281,9 420.749,6 2.653.090,4
Nettowert 30.9.2010 353.364,3 1.356.172,3 679.909,6 72.324,1 50.570,9 305.834,9 2.818.176,2
Geschäftsjahr 2008/09
Tsd. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2008 599.788,5 2.527.090,0 1.676.277,1 192.372,6 221.378,4 307.165,0 5.524.071,7
Währungsdifferenzen –7,5 –6,5 –906,7 20,4 –129,7 –2.964,4 –3.994,5
Zugang durch Unternehmenserwerbe 466,6 48.460,2 900,3 1.040,0 50.867,1
Zugänge 3.624,9 81.035,5 42.250,6 8.861,0 20.956,0 249.669,5 406.397,6
Abgänge –4.201,3 –9.333,1 –12.339,0 –4.127,1 –11.093,0 –1.085,3 –42.178,7
Umbuchungen 8.517,2 88.561,8 62.546,4 –19.512,3 –8.312,4 –132.920,9 –1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 608.188,3 2.735.807,9 1.767.828,5 177.614,7 223.699,6 420.903,9 5.934.043,0
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –265.240,1 –1.451.198,4 –1.143.684,2 –104.968,8 –165.954,9 –1.052,9 –3.132.099,4
Währungsdifferenzen 2,1 4,2 –1,5 –1,1 71,5 75,1
Planmäßige Abschreibungen –16.661,4 –79.571,4 –52.132,0 –17.605,1 –20.504,6 –186.474,6
Abgänge 2.960,8 9.138,0 10.446,4 3.520,1 9.901,2 898,6 36.865,1
Umbuchungen –161,7 –16.567,7 –3.018,1 16.359,6 4.069,1 681,2
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –279.100,4 –1.538.195,3 –1.188.389,4 –102.695,4 –172.417,7 –154,3 –3.280.952,6
Nettowert 30.9.2008 334.548,4 1.075.891,6 532.593,0 87.403,8 55.423,5 306.112,1 2.391.972,3
Nettowert 30.9.2009 329.088,0 1.197.612,6 579.439,1 74.919,2 51.281,9 420.749,6 2.653.090,4

27. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen ist im Anhang ab Seite 95 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischenbzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge umfassten hauptsächlich die Eigenkapitaleinzahlungen bei der Evonik-EVN Walsum in Höhe von 4.116,0 Tsd. Euro und bei der Devoll Hydropower in Höhe von 9.991,8 Tsd. Euro sowie den Erwerb von 50,0 % an der Energji Ashta um 5.085,9 Tsd. Euro.

Die Umbuchungen bei den anderen Beteiligungen im Geschäftsjahr 2008/09 betrafen die im Einklang mit den Änderungen von IAS 39 und IFRS 7 im 1. Quartal 2008/09 durchgeführte Umklassifizierung von im kurzfristigen Bereich ausgewiesenen Wertpapieren in Höhe von 23.367,5 Tsd. Euro, die bis zu diesem Zeitpunkt als "HFT" eingestuft worden waren, in die Kategorie "AFS".

In den anderen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 1.054.924,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.385.841,9 Tsd. Euro) enthalten. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 22.825,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 23.854,7 Tsd. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert wurden, handelte es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Im Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen in Höhe von 330.917,4 Tsd. Euro (Vorjahr: Wertminderung von 345.186,9 Tsd. Euro) betrafen Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 verrechnet wurden. Darüber hinaus wurden bei den Beteiligungen an verbundenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 816,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 0,0 Tsd. Euro) im Periodenergebnis erfasst.

Die Anteile an der ZOV (anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2010: 59.336,5 Tsd. Euro, Vorjahr: 50.021,3 Tsd. Euro) wurden an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten.

27. Entwicklung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen

Tsd. EUR At Equity einbe
zogene assoziierte
Unternehmen
Beteiligungen an
verbundenen Unter
nehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.9.2009 671.751,3 14.535,2 403.051,4 417.586,7
Konsolidierungskreisänderungen –1.009,9 –1.009,9
Zugänge 19.268,3 777,2 632,7 1.409,9
Abgänge –611,9 –611,9
Umbuchungen 0,5 –0,5
Bruttowert 30.9.2010 691.019,5 13.691,1 403.683,6 417.374,7
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2009 40.736,6 –5.382,1 997.492,0 992.109,9
Währungsdifferenzen 667,8
Wertminderungen –816,9 –330.917,4 –331.734,3
Anteiliges Ergebnis 61.625,1
Ausschüttungen –54.643,6
Neutrale Wertänderungen –5.430,9
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2010 42.955,0 –6.198,9 666.574,6 660.375,7
Nettowert 30.9.2009 712.487,8 9.153,1 1.400.543,4 1.409.696,6
Nettowert 30.9.2010 733.974,5 7.492,1 1.070.258,2 1.077.750,3

28. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr 2009/10.

Von den Ausleihungen in Höhe von 22.047,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 21.619,9 Tsd. Euro) hatten 2.920,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.006,9 Tsd. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 152.837,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 54.444,5 Tsd. Euro). Die EVN hat am 10. Dezember 2009 mit der OÜ Tabrin, Tallinn, Estland, und ihren ungarischen Tochterunternehmen Budagep-Budalux Kft. und Budapro Kft., beide mit Sitz in Budapest, verschiedene Verträge zum Eintritt in den schwebenden Vertrag über die Realisierung des Projekts zur Organisation der Finanzierung, zur Errichtung und zum Betrieb der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau geschlossen. Bei der Gegenleistung für den Eintritt in den schwebenden Vertrag handelt es sich im Wesentlichen um die Aufwendungen für den Erwerb des Auftragsbestandes in Höhe von 75.694,5 Tsd. Euro. Dieser Wert ist – neben den laufenden Umsätzen aus Fertigungsaufträgen – in den Zugängen zu den Forderungen und Abgrenzungen aus dem Leasinggeschäften enthalten. Ebenso in den Zugängen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 251,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 724,2 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,63 %–4,60 % (Vorjahr: 4,60 %–5,90 %).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

Die sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bank darlehen.

28. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte
-- -- -- -- -- ----------------------------------------------------------
I Sonstige finanzielle Vermögenswerte
I
Sonstige langfristige Vermögenswerte
I
Tsd. EUR Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2009 99.837,6 21.981,6 450.616,7 18.574,1 14.390,3 12.466,2 617.866,4
Währungsdifferenzen –2,0 –2,0
Zugänge 4.743,9 2.115,9 154.062,3 19.413,6 525,5 180.861,2
Abgänge –3.273,7 –1.688,8 –49.242,5 –1.651,5 –55.856,5
Bruttowert 30.9.2010 101.305,8 22.408,6 555.436,4 37.987,7 14.390,3 11.340,2 742.869,1
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 2.561,9 –361,6 –521,1 1.679,1
Zuschreibungen 238,4 238,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 2.800,3 –361,6 –521,1 1.917,6
Nettowert 30.9.2009 102.399,5 21.619,9 450.616,7 18.574,1 13.869,2 12.466,2 619.545,5
Nettowert 30.9.2010 104.106,2 22.047,0 555.436,4 37.987,7 13.869,2 11.340,2 744.786,7

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

28. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.9.2010 Restlaufzeit zum 30.9.2009
Tsd. EUR < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 29.468,8 127.163,6 31.167,6 187.800,0 34.024,0 88.869,9 69.611,0 192.504,8
Tilgungskomponenten 49.342,0 326.926,0 179.168,5 555.436,4 47.214,0 182.126,2 221.276,4 450.616,7
Summe 78.810,7 454.089,6 210.336,1 743.236,5 81.238,0 270.996,1 290.887,4 643.121,5

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2009/10 wurden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

29. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 46. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

29. Vorräte Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Primärenergievorräte 70.180,4 61.591,6
Emissionszertifikate 4.192,2 8.590,0
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 28.548,4 32.363,7
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 32.798,7 34.746,7
Summe 135.719,6 137.292,0

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 706,1 Tsd. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 15.344,6 Tsd. Euro, die maßgeblich von der Marktbewertung des Kohlelagers beeinflusst wurde) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 2.102,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 151,8 Tsd. Euro).

Aufgrund von Unternehmenserwerben erhöhten sich die Vorräte im Geschäftsjahr 2008/09 um 1.273,2 Tsd. Euro. Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

30. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch Wertberichtigungen in Höhe von 135.685,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 92.151,9 Tsd. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen.

Bei den Forderungen gegenüber Partnern der Energieallianz handelt es sich um Forderungen gegenüber Kunden, die im Namen der Energieallianz-Partner von der Energieallianz abgewickelt werden.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthielten vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich und Zinsswaps.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen.

Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt 23.176,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 23.571,6 Tsd. Euro).

30. Forderungen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 318.303,7 312.594,9
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 85.934,7 157.647,2
Forderungen gegenüber Partnern der Energieallianz 12.011,8 13.579,6
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 10.710,9 4.817,2
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 8.934,4 10.621,4
Forderungen aus derivativen Geschäften 6.839,9
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 44.280,4 68.900,4
487.015,9 568.160,7
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 19.033,1 11.495,2
19.033,1 11.495,2
Summe 506.048,9 579.655,9

31. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sah zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

31. Zusammensetzung Wertpapiere Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Fondsanteile 219.468,8 78.961,7
Cashfonds 211.348,3 65.071,5
Sonstige Fondsprodukte 8.120,6 13.890,2
Festverzinsliche Wertpapiere 4.298,3 7.763,1
Aktien 11,3 11,4
Summe 223.778,5 86.736,1

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 429,8 Tsd. Euro (Vorjahr: Veräußerungsverlust von 1.922,5 Tsd. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gesunkener Börsekurse eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe von 4.063,3 Tsd. Euro (Vorjahr: erfolgswirksame Zuschreibung 214,3 Tsd. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2009/10 und 2008/09 ist auf Seite 49 dargestellt.

32. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt unverändert zum Vorjahr 300.000,0 Tsd. Euro und besteht aus 163.525.820 nennbetragslosen Stückaktien.

33. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen nach österreichischem Aktienrecht in gegenüber zum Vorjahr unveränderter Höhe von 50.163,6 Tsd. Euro und nicht gebundene Kapitalrücklagen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 58.098,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 58.267,7 Tsd. Euro).

34. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.807.973,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.661.375,6 Tsd. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie die aus sukzessiven Unternehmenserwerben. Letztere wurden im Vorjahr noch als eigene Position des Eigenkapitals ausgewiesen.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

34. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG Tsd. EUR
Ausgewiesener Jahresgewinn 2009/10 71.884,4
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2008/09 100,4
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 71.984,9
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung1) –71.764,4
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2010/11 220,4

1) Inkl. Aktien aus der Kapitalerhöhung im November 2010, die für das Geschäftsjahr 2009/10 dividendenberechtigt waren.

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von 0,40 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 60.306,7 Tsd. Euro bzw. 0,37 Euro pro Aktie wurde in der 81. ordentlichen Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 29. Jänner 2010.

35. Bewertungsrücklage gem. IAS 39

In der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 werden Marktwertänderungen von anderen Beteiligungen und von Cash Flow Hedges sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erfasst.

35. Bewertungsrücklage gem. IAS 39

2009/10 2008/09
Tsd. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von anderen Beteiligungen 666.380,9 –166.594,1 499.786,8 997.294,6 –249.322,9 747.971,8
Cash Flow Hedges –3.669,5 962,6 –2.706,9 –9.496,3 2.442,3 –7.054,0
at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –23.269,5 –23.269,5 –15.496,0 –15.496,0
Summe 639.441,9 –165.631,6 473.810,4 972.302,3 –246.880,6 725.421,7

36. Eigene Anteile

Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien in Höhe von 467.328 Stück (das sind 0,29 % des Grundkapitals; 30. September 2009: 534.864 Stück bzw. 0,33 % vom Grundkapital) mit einem Anschaffungswert von 7.022,9 Tsd. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 5.350,9 Tsd. Euro (30. September 2009: Anschaffungswert von 8.037,8 Tsd. Euro bzw. Kurswert von 7.316,9 Tsd. Euro) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2009/10 erfolgte der Verkauf von 67.536 Stück eigener Anteile, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

36. Entwicklung der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.9.2008 163.525.820 –278.035 163.247.785
Kauf eigener Aktien –256.829 –256.829
30.9.2009 163.525.820 –534.864 162.990.956
Verkauf eigener Aktien 67.536 67.536
30.9.2010 163.525.820 –467.328 163.058.492

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 163.001.346 Stück (Vorjahr: 163.010.712 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

37. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

38. Zusammensetzung langfristige Finanzverbindlichkeiten

Nominalverzinsung (%) Laufzeit Nominale Buchwert
30.9.2010
(Tsd. EUR)
Buchwert
30.9.2009
(Tsd. EUR)
Marktwert
30.9.2010
(Tsd. EUR)
Anleihen 835.316,0 779.656,7 902.470,1
JPY-Anleihe 5,200 1994–2014 8,0 Mrd. JPY 73.273,4 61.182,7 81.062,6
EUR-Anleihe 5,250 2001–2011 262,9 Mio. EUR 266.362,9 267.299,8 272.102,3
CHF-Anleihe 3,625 2009–2014 250,0 Mio. CHF 187.961,5 165.575,8 200.195,7
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28.267,0 28.222,6 30.264,2
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 148.353,1 148.099,7 167.430,0
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29.368,9 29.292,4 34.029,0
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 101.729,2 79.983,6 117.386,3
Bankdarlehen 1,00–8,77 bis 2031 891.106,0 922.826,9 891.106,0
Summe 1.726.422,0 1.702.483,6 1.793.576,1

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

38. Fälligkeitsstruktur langfristige Finanzverbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2010 Restlaufzeit zum 30.9.2009
Tsd. EUR < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Anleihen 527.597,8 307.718,2 835.316,0 494.058,3 285.598,3 779.656,7
davon fix verzinst 246.584,6 205.989,0 452.573,6 224.405,1 205.614,7 430.019,9
davon variabel verzinst 281.013,2 101.729,2 382.742,4 269.653,2 79.983,6 349.636,8
Bankdarlehen 75.558,8 419.151,0 396.396,2 891.106,0 100.824,2 579.508,4 242.494,3 922.826,9
davon fix verzinst 57.375,4 288.405,1 262.217,6 607.998,1 57.983,8 329.440,4 108.842,9 496.267,1
davon variabel verzinst 18.183,4 130.745,9 134.178,6 283.107,9 42.840,4 250.068,0 133.651,4 426.559,8
Summe 75.558,8 946.748,8 704.114,4 1.726.422,0 100.824,2 1.073.566,7 528.092,6 1.702.483,6

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Rückkäufe getätigt.

Die Anleihen in fremder Währung wurden mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit in Höhe von –54.627,9 Tsd. Euro (Vorjahr: –7.080,0 Tsd. Euro) stand im Wesentlichen eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps in Höhe von 56.634,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.720,0 Tsd. Euro) gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich um Darlehen, die zum Teil durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Projektgesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non-Recourse") betrugen zum Stichtag 312.112,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 283.375,6 Tsd. Euro).

EVN unterzeichnete über EVN Finance B.V. am 12. September 2006 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren (2006–2013). Zum Bilanzstichtag stand EVN diese Kreditlinie wie im Vorjahr in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

39. Latente Steuerverbindlichkeiten

39. Latente Steuern Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –26.107,5 –25.280,0
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –9.022,3 –7.857,2
Sonstige aktive latente Steuern –13.613,1 –5.894,4
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 83.238,7 79.214,7
Finanzinstrumente 178.038,0 256.103,9
Sonstige passive latente Steuern 8.064,0 9.615,4
Summe 220.597,6 305.902,5
davon aktive latente Steuern –6.473,2 –1.198,9
davon latente Steuerverbindlichkeiten 227.070,8 307.101,4

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

39. Veränderung latente Steuern
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Latenter Steuersaldo 1.10.2009 305.902,5 419.110,5
– Konsolidierungskreisänderungen/Veränderung durch Unternehmenserwerbe –4,5 –1.003,6
– Erfolgswirksame Veränderung latente Steuern –4.048,1 –23.937,9
– Erfolgsneutrale Veränderung latente Steuern –81.249,0 –88.266,5
Latenter Steuersaldo 30.9.2010 220.597,6 305.902,5

Aktive latente Steuern in Höhe von 3.743,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.921,3 Tsd. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert.

40. Langfristige Rückstellungen

40. Langfristige Rückstellungen
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Rückstellung für Pensionen 216.990,2 218.444,6
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 18.362,8 16.657,1
Rückstellung für Abfertigungen 75.587,3 73.975,0
Sonstige langfristige Rückstellungen 139.033,3 135.711,0
Summe 449.973,5 444.787,7

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

– Zinssatz 4,75 % p.a. (Vorjahr: 5,50 % p.a.)

– Bezugserhöhungen 2,50 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 % p.a.)

– Pensionserhöhungen 2,50 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 %)

– Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler"

40. Entwicklung der Rückstellungen für

Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 1.10.2009 238.985,9 252.450,7
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1.518,7 1.965,9
+ Zinsaufwand 13.222,3 14.527,8
– Pensionszahlungen –17.584,0 –17.579,7
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 17.567,7 –12.378,9
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.9.2010 253.710,6 238.985,9
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.9.2010 235.353,0 235.101,7
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.9.2010
%
–7,2 –1,6
40. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 1.10.2009 69.674,9 76.049,0
– Währungsdifferenzen –15,3 –0,3
+ Konsolidierungskreisänderungen/Zugang durch Unternehmenserwerbe 413,9
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 4.274,9 3.279,5
+ Zinsaufwand 3.900,2 4.452,3
– Abfertigungszahlungen –7.651,9 –5.777,3
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 4.659,6 –8.742,2
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.9.2010 74.842,4 69.674,9
Rückstellung für Abfertigungen am 30.9.2010 75.587,3 73.975,0
+ Überschreitung Rückstellung vom DBO-Wert 30.9.2010 % 1,0 6,2

Die Rückstellung für Kooperationsverträge beinhaltet Verpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen aus bestehenden Verträgen. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozessrisiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken.

40. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Tsd. EUR Jubiläumsgelder Kooperations
verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Umwelt-,
Entsorgungs- und
sonstige
Verpflichtungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 1.10.2009 17.007,5 40.080,0 21.344,7 11.015,1 43.162,3 3.101,4 135.711,0
Währungsdifferenzen –10,0 –28,0 –38,1
Zinsaufwand 925,8 2.410,0 823,2 139,1 1.899,7 6.197,9
Verwendung –1.413,0 –2.740,0 –4.241,0 –8.326,8 –2.976,0 –19.696,8
Zuführung 1.893,9 5.489,2 3.363,0 3.465,4 14.211,5
Umbuchung 2.647,8 2.647,8
Buchwert 30.9.2010 18.404,2 39.750,0 17.927,0 8.288,5 48.425,0 6.238,5 139.033,3

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse Tsd. EUR Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
Buchwert 1.10.2009 336.774,5 42.296,2 379.070,7
Währungsdifferenzen –136,7 –136,7
Zugänge 49.164,7 1.874,4 51.039,1
Auflösung –29.243,2 –2.811,2 –32.054,4
Buchwert 30.9.2010 356.559,3 41.351,9 397.911,1

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 365.856,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 346.942,1 Tsd. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten großteils zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Pachtverbindlichkeiten 34.782,4 34.935,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 4.966,8 9.752,4
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 10.429,4 28.690,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 12.894,9 16.837,9
Summe 63.073,6 90.215,3

42. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2010 Restlaufzeit zum 30.9.2009
Tsd. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 12.335,7 22.446,8 34.782,4 12.072,9 22.862,1 34.935,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 3.430,8 1.536,1 4.966,8 3.637,0 6.115,4 9.752,4
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 4.752,2 5.677,2 10.429,4 12.389,9 16.300,2 28.690,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 9.757,2 3.137,7 12.894,9 2.796,8 14.041,1 16.837,9
Summe 30.275,9 32.797,7 63.073,6 30.896,6 59.318,7 90.215,3

Kurzfristige Schulden

43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

Kredit bei der Oesterreichischen Kontrollbank AG1)
170.800,0
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite
34.447,1
43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Tsd. EUR 2009/10 2008/09
16.992,1
Summe 205.247,1 16.992,1

1) Die planmäßige Tilgung erfolgt am 28. Februar 2011.

44. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

44. Steuerverbindlichkeiten Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Energieabgaben 24.395,7 23.294,5
Umsatzsteuer 23.629,9 23.911,7
Körperschaftsteuer 9.575,1 4.461,3
Sonstige Posten 5.448,9 7.025,3
Summe 63.049,6 58.692,8

45. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 124.181,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 136.620,8 Tsd. Euro) enthalten.

46. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitenden in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 1.949,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.505,7 Tsd. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

Tsd. EUR Personalansprüche Drohverluste Emissionszertifikate Restrukturierung Sonstige kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 1.10.2009 59.902,0 14.229,8 668,7 8.822,4 83.623,0
Währungsdifferenzen –14,9 –7,1 –6,0 –20,9
Verwendung –6.589,2 –3.304,3 –668,7 –10.189,2 –20.751,5
Zuführung 6.042,5 36.341,3 1.995,6 16.260,9 60.640,3
Umbuchung –727,1 –1.920,7 –2.647,8
Buchwert 30.9.2010 58.416,3 47.266,9 1.995,6 12.967,3 120.646,0

46. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der Energieallianz stammen aus der Verrechnung von Kundenforderungen, die im Namen der Energieallianz-Partner von der Energieallianz abgewickelt werden.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 16.825,2 19.239,9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.777,3 21.388,1
Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der Energieallianz 15.073,5 35.829,8
Zinsenabgrenzungen 9.024,5 8.403,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 516,2 14.215,6
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 29.381,6 32.462,4
87.598,4 131.539,3
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 14.371,8 11.620,9
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 11.238,7 13.312,3
25.610,5 24.933,2
Summe 113.208,9 156.472,5

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

48. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente1) entwickelten sich wie folgt:

48. Umsatzerlöse
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Umsatzerlöse Erzeugung 25.645,1 30.089,6
Umsatzerlöse Netzinfrastruktur Inland 428.879,6 404.826,2
Umsatzerlöse Energiehandel und -vertrieb 1.139.304,4 1.147.089,4
Umsatzerlöse Energieversorgung Südosteuropa 862.245,6 877.327,1
Umsatzerlöse Umwelt 268.697,4 236.053,5
Umsatzerlöse Strategische Beteiligungen und Sonstiges 27.355,7 31.632,1
Summe 2.752.127,7 2.727.017,9

1) Gemäß neuer Segmentierung ab dem 1. Quartal 2009/10, siehe Erläuterung 24. Segmentberichterstattung

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 78.367,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 54.554,5 Tsd. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 28. Übrige langfristige Vermögenswerte).

49. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeiten standen.

49. Sonstige betriebliche Erträge Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 32.054,4 32.128,6
Aktivierte Eigenleistungen 15.978,6 16.620,4
Zinsen für verspätete Zahlungen 5.614,9 4.556,6
Entschädigungen und Vergütungen 4.854,7 7.728,3
Miet– und Pachterträge 2.409,9 2.315,7
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 883,7 803,7
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 519,5 3.103,5
Bestandsveränderungen –2.024,0 4.935,7
Übrige sonstige betriebliche Erträge 9.420,1 11.074,5
Summe 69.711,9 83.266,8

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Emissionszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter Emissionszertifikate in Höhe von 1.027,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.035,9 Tsd. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Fremdstrombezug und Energieträger 1.600.020,1 1.653.163,8
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 314.451,6 297.529,1
Summe 1.914.471,8 1.950.692,9

51. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 5.103,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.131,0 Tsd. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 332,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 275,9 Tsd. Euro) enthalten.

51. Personalaufwand
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Gehälter und Löhne 235.420,3 224.170,7
Aufwendungen für Abfertigungen 13.545,8 12.465,7
Aufwendungen für Pensionen 21.842,0 23.529,3
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 48.656,2 48.056,2
Sonstige Sozialaufwendungen 9.767,4 11.223,2
Summe 329.231,8 319.445,0

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden betrug:

51. Mitarbeitende nach Segmenten Anzahl im Jahresdurchschnitt 2009/10 2008/09
Erzeugung 147 108
Netzinfrastruktur Inland 1.321 1.435
Energiehandel und -vertrieb 259 243
Energieversorgung Südosteuropa 5.630 6.036
Umwelt 524 496
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 656 619
Summe 8.536 8.937

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden setzte sich aus 8.208 Angestellten und 328 Arbeitern zusammen (Vorjahr: 8.601 Angestellte und 336 Arbeiter).

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen wurden entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

52. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

52. Abschreibungen nach Bilanzpositionen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 12.493,9 11.705,4
Abschreibungen auf Sachanlagen 216.819,1 186.474,6
Summe 229.313,0 198.180,0
52. Abschreibungen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Planmäßige Abschreibungen 217.120,8 198.180,0
Wertminderungen1) 12.192,2
Summe 229.313,0 198.180,0

1) Details siehe Erläuterung 26. Sachanlagen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Forderungsabschreibungen 44.160,3 32.148,1
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 17.999,1 29.198,1
Betriebssteuern und Abgaben 14.753,5 15.947,6
Werbeaufwand 11.283,5 12.232,2
Telekommunikation und Portospesen 11.244,3 11.694,5
Versicherungen 9.713,9 10.155,7
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 9.049,7 7.946,9
Wartung und Instandhaltung 4.591,2 4.318,6
Weiterbildung 2.681,5 2.916,2
Mieten 1.869,6 9.914,9
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 34.187,8 30.292,8
Summe 161.534,4 166.765,7

Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozessrisiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

54. Finanzergebnis

54. Finanzergebnis
Tsd. EUR
2009/10 2008/09
Beteiligungsergebnis
RAG1) 44.271,2 32.177,6
EconGas 9.261,7 9.470,4
ZOV; ZOV UIP 11.651,2 8.135,0
BEWAG; BEGAS2) –3.081,7 –3.401,6
Andere Gesellschaften –477,2 276,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 61.625,1 46.657,6
Dividendenzahlungen 55.901,5 47.335,8
davon VERBUND AG 50.139,0 42.116,8
davon andere Gesellschaften 5.762,5 5.219,1
Wertminderungen –816,9
Sonstiges –367,6 33,1
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 54.717,0 47.368,9
Summe Beteiligungsergebnis 116.342,1 94.026,5
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 33.582,5 39.155,4
Übrige Zinserträge 3.904,8 8.285,2
Summe Zinsertrag 37.487,3 47.440,6
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –64.286,0 –77.412,0
Übrige Zinsaufwendungen –5.122,3 –8.498,1
Summe Zinsaufwendungen –69.408,2 –85.910,1
Summe Zinsergebnis –31.920,9 –38.469,5
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT") 3.608,8 –563,2
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") –3.633,5 –1.708,2
Übriges Finanzergebnis –816,5 –2.473,4
Summe sonstiges Finanzergebnis –841,2 –4.744,8
Finanzergebnis 83.580,0 50.812,2

1) Indirekt über RBG gehalten

2) Jeweils 49,0 % an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile und Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten.

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

55. Ertragsteuern

55. Ertragsteuern Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Laufender Ertragsteueraufwand 46.197,0 51.941,8
davon österreichische Gesellschaften 32.455,8 45.676,2
davon ausländische Gesellschaften 13.741,2 6.265,6
Latenter Steuerertrag –4.048,1 –23.937,9
davon österreichische Gesellschaften 2.521,3 –23.787,2
davon ausländische Gesellschaften –6.569,4 –150,7
Summe 42.148,9 28.003,9

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2010 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2009/10 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2009/10 2008/09
55. Ermittlung des Effektivsteuersatzes % Tsd. EUR % Tsd. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 270.868,5 226.013,4
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 67.717,1 25,0 56.503,3
+/– Abweichende ausländische Steuersätze 0,6 1.640,3 –0,2 –468,9
+ Effekt aus Steuersatzänderungen 39,2
– Steuerfreie Beteiligungserträge –13,3 –36.056,5 –13,9 –31.309,1
+ Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 1,4 3.697,1 0,2 506,9
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen –0,6 –1.605,0
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,8 4.997,7 1,3 2.899,7
+/– Aperiodische Steuererhöhungen/–minderungen 0,8 2.212,4 –0,6 –1.424,1
–/+ Sonstige Posten –0,2 –454,2 0,6 1.256,9
Effektivsteuersatz/-aufwand 15,6 42.148,9 12,4 28.003,9

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2009/10 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 15,6 % (Vorjahr: 12,4 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

56. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2009/10 in Umlauf befindlichen Anteile von 163.001.364 Stück (Vorjahr: 163.010.712 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 206.952,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 177.943,6 Tsd. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2009/10 ein Ergebnis je Aktie von 1,27 Euro (Vorjahr: 1,09 Euro).

Sonstige Angaben

57. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 35.456,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 35.305,5 Tsd. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2009/10 110.545,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 141.241,7 Tsd. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 35.203,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 42.936,1 Tsd. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 51.160,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 63.534,6 Tsd. Euro) geleistet.

Die Auswirkungen der Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2008/09 wurden eliminiert und in der Position Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe im Cash Flow aus dem Investitionsbereich dargestellt.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 2.927,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.630,2 Tsd. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Gewinne in Höhe von 519,5 Tsd. Euro (Vorjahr: Gewinne von 3.103,5 Tsd. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60.306,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 60.306,6 Tsd. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und BUHO) in Höhe von 22.534,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 34.992,6 Tsd. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben zugegangenen liquiden Mittel betrugen 0,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.187,6 Tsd. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 8.242,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 27.688,3 Tsd. Euro).

57. Fonds der liquiden Mittel Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Liquide Mittel 123.511,9 130.479,8
Kassenbestände 508,5 380,4
Guthaben bei Kreditinstituten 123.003,4 130.099,4
Kontokorrentverbindlichkeiten –34.447,1 –16.891,5
Summe 89.064,8 113.588,3

58. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert EVN die Gefahr der negativen Abweichung vom aktuellen Zinsniveau, die in weiterer Folge Zinserträge und -aufwendungen sowie das Eigenkapital negativ beeinflussen kann. Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet. Der Risikominimierung dienen ein Limitwesensystem, Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente) sowie die laufende Überwachung des Zinsrisikos. Bei der Bewertung werden fix und variabel verzinsliche Finanzinstrumente gesondert behandelt.

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt für EVN im Rahmen einer täglich durchgeführten Value at Risk (VaR)-Kalkulation, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer von einem Tag berechnet wird. Dazu wird unter Anwendung des JP Morgan's RiskMetrics Industriestandards täglich eine Varianz-Kovarianz-Matrix von EVN selbst berechnet. EVN wendet den Delta-Gamma-Ansatz an. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro).

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.

Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Die wesentlichen Treiber des Währungsrisikos sind bei EVN die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) begebenen Anleihen. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross-Currency-Swaps (siehe Erläuterungen 38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,9 Mio. Euro).

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, Strombeschaffung und -absatz sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Gas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Zertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

58. Preisabsicherungen im Energiebereich

2009/10 2008/09
I Nominalvolumina I Marktwerte I
Nominalvolumina
I Marktwerte I
Tsd. EUR Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 97.065,7 –108.168,2 5.351,1 –11.883,8 –6.532,7 158.762,6 –90.920,8 12.980,9 –26.454,5 –13.473,6
Forwards 238.013,8 –208.340,5 18.700,0 –17.215,5 1.484,5 252.560,4 –242.186,9 53.324,8 –54.592,8 –1.268,1

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Weiters handelt es sich hier um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate um 23,0 Mio. Euro ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der VERBUND AG. Der Preisänderungs-VaR der von EVN gehaltenen VERBUND-Aktien betrug am Bilanzstichtag 35,3 Mio. Euro (Vorjahr: 109,0 Mio. Euro).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung, die Festlegung von Limits und das konzernweite Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 223,8 Mio. Euro (Vorjahr 86,7 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus stand EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt). Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 48,2 % (Vorjahr: 44,1 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2009/10 auf 886,0 Mio. Euro. Die Summe der Cash Flows aus Zinsen von 49,7 Mio. Euro gliedert sich in 4,4 Mio. Euro bis zu einem Jahr, 29,1 Mio. Euro von einem bis zu fünf Jahren und 16,2 Mio. Euro über fünf Jahre.

58. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten

Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2009/10 Tsd. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 835.316,0 1.021.297,2 34.101,0 606.715,8 380.480,4
Langfristige Bankdarlehen 891.106,0 1.128.726,2 123.912,9 509.111,0 495.702,3
Summe 1.726.422,0 2.150.023,4 158.013,9 1.115.826,8 876.182,7
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2008/09 Tsd. EUR Buchwert Summe
Zahlungsabflüsse
< 1 Jahr 1– 5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 779.656,7 1.018.653,4 36.390,5 609.986,0 372.277,0
Langfristige Bankdarlehen 922.826,9 1.108.431,9 127.521,2 676.653,6 304.257,0
Summe 1.702.483,6 2.127.085,3 163.911,7 1.286.639,6 676.534,0

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallsrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallsrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u.a. Standard & Poor's, Moody's, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallswahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, ist vor Geschäftsabschluss eine ausreichende Besicherung zu erbringen.

Das Kreditrisiko aus dem operativen Geschäft der EVN umfasst das Ausfallsrisiko in Bezug auf Kunden und Vertragspartner bei Derivativen, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Geschäft abgeschlossen werden. Das Ausfallsrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vernehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zur Reduzierung des Kreditrisikos sind die Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen.

Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

58. Wertminderungen nach Klassen

Abschreibungen/Wertberichtigungen Tsd. EUR 30.9.2010 30.9.2009
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 816,9
Wertpapiere 114,8
816,9 114,8
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 44.160,3 32.148,1
Wertpapiere 4.063,3 268,9
48.223,6 32.417,0
Summe Wertminderungen 49.040,5 32.531,8

Das maximale Ausfallsrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2010 und zum 30. September 2009 entsprechen den in den Erläuterungen 28. Übrige langfristige Vermögenswerte, 30. Forderungen und 31. Wertpapiere dargestellten Buchwerten, ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallsrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

59. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Bewertungs Fair-Value-Hierarchie 30.9.2010 30.9.2009
Klassen Tsd. EUR kategorie (gem. IFRS 7.27 A) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS Stufe 2 7.492,1 7.492,1 9.153,1 9.153,1
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 1.070.258,2 1.070.258,2 1.400.543,4 1.400.543,4
Übrige langfristige Vermögenswerte 1.077.750,3 1.077.750,3 1.409.696,6 1.409.696,6
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 104.106,2 104.106,2 102.399,5 102.399,5
Ausleihungen LAR 22.047,0 22.047,0 21.619,9 21.619,9
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 555.436,4 555.436,4 450.616,7 450.616,7
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 37.987,7 37.987,7 18.574,1 18.574,1
25.209,4
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 26.335,4
Kurzfristige Vermögenswerte 744.786,7 719.577,3 619.545,5 593.210,1
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 480.175,9 480.175,9 568.160,7 568.160,7
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 6.839,9 6.839,9
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 19.033,1 11.495,2
506.048,9 487.015,9 579.655,9 568.160,7
Wertpapiere HFT 223.778,5 223.778,5 86.736,1 86.736,1
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 123.511,9 123.511,9 130.479,8 130.479,8
123.511,9 123.511,9 130.479,8 130.479,8
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC 835.316,0 902.470,1 779.656,7 826.867,7
Bankdarlehen FLAC 891.106,0 891.106,0 922.826,9 922.826,9
1.726.422,0 1.793.576,1 1.702.483,6 1.749.694,6
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC 34.782,4 34.782,4 34.935,0 34.935,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 4.966,8 4.966,8 9.752,4 9.752,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 12.894,9 12.894,9 16.837,9 16.837,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 10.429,4 10.429,4 28.690,0 28.690,0
Kurzfristige Schulden 63.073,6 63.073,6 90.215,3 90.215,3
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 205.247,1 205.247,1 16.992,1 16.992,1
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 339.338,6 339.338,6 328.743,9 328.743,9
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 87.082,2 87.082,2 117.323,7 117.323,7
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting Stufe 1 516,2 516,2 14.215,6 14.215,6
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 25.610,5 24.933,2
113.208,9 87.598,4 156.472,5 131.539,3
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 1.077.750,3 1.409.696,6
Kredite und Forderungen LAR 1.181.171,2 1.170.877,0
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam
zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden @FVTPL 104.106,2 102.399,5
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 223.778,5 86.736,1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden FLAC 2.410.734,1 2.227.068,6

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko bergen und einen höheren Ertrag versprechen. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.9.2010 30.9.2009
59. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. CHF (unter 5 Jahre)3) 250,0 18,7 250,0 –4,9
Mio. JPY (unter 5 Jahre)3) 8.000,0 7,7 8.000,0 –4,3
Mio. JPY (über 5 Jahre)3) 12.000,0 6,1 12.000,0 –15,4
Mio. USD (unter 5 Jahre)3) 10,0 0,2 10,0 0,8
Mio. USD (über 5 Jahre)3) 3,0 0,2 3,0 0,4
Zinsswaps
Mio. EUR (unter 1 Jahr)3) 240,0 5,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre)3) 237,5 3,4 482,1 14,7
Mio. EUR (über 5 Jahre)3) 169,9 –8,9 34,9 –1,4
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl)3) 101,0 1,3 134,2 –14,2
Caps
Mio. EUR (unter 5 Jahre) 105,0 0,1 105,0 0,1

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

60. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung vom 15. Oktober 2010 wurde eine Kapitalerhöhung bei der albanischen Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien, durchgeführt. Der 50,0 %ige Anteil der EVN an dieser Kapitalerhöhung betrug 16.000,0 Tsd. Euro.

Am 22. Oktober 2010 erfolgte zu einem Kaufpreis von 900,0 Tsd. Euro der Erwerb der restlichen 30,0 % an der EVN ENERTRAG Kavarna OOD, die als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wird. Darüber hinaus wurde die Gesellschaft in EVN Kavarna EOOD umbenannt.

Am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis 10:1. Das Grundkapital wurde mit der Durchführung der Kapitalerhöhung von derzeit 300.000,0 Tsd. Euro um 10,0 % auf 330.000,0 Tsd. Euro erhöht. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,0 Euro pro Aktie festgelegt, die Bezugsfrist für die Aktionäre der EVN AG lief vom 29. Oktober bis einschließlich 12. November 2010. EVN floss aus der Kapitelerhöhung ein Nettoemissionserlös von rund 173,0 Mio. Euro zu, der zur Stärkung der Bilanz und Unterstützung des Ratings der EVN sowie für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte in Niederösterreich und den Ausbau von Wasserkraft außerhalb Niederösterreichs in Österreich und in angrenzenden Ländern verwendet wird. Erster Handelstag der neuen Aktien an der Wiener Börse war am 2. November 2010. Die Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hat ihre Bezugsrechte zur Gänze ausgeübt, sodass sie nach Durchführung der Kapitalerhöhung weiterhin 51,0 % des Grundkapitals der EVN AG hält. Insgesamt wurden 9.597.864 Aktien oder 58,7 % der gesamten Kapitalerhöhung von 16.352.582 neuen Aktien von bezugsberechtigten Aktionären, einschließlich der Mehrheitsaktionärin NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, gezeichnet.129.875 neue Aktien wurden berechtigten Mitarbeitern zugeteilt, 6.624.843 neue Aktien oder 40,5 % aller neu ausgegebenen Aktien wurden im Rahmen der Vorabplatzierung mit institutionellen Investoren platziert. Am 5. November 2010 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG gem. § 91 Abs 1 BörseG bekannt gegeben, dass sie bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG ihre Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35,0 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30,0 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

Darüber hinaus lagen zwischen dem Bilanzstichtag 30. September 2010 und der Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses am 16. Dezember 2010 keine wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risken setzen sich wie folgt zusammen:

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit
Energiegeschäften 78.482,5 52.448,3
Projekten im Umweltbereich 214.622,2 209.428,0
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von
Energienetzen 6.758,6
Kraftwerken 422.935,5 302.120,3
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 230.099,6 220.905,1
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 7.666,8 8.818,7
Summe 960.565,2 793.720,4

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 49.084,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 38.337,2 Tsd. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Eventualverbindlichkeiten für die zugunsten von e&t für die Erfüllung von Energiegeschäften abgegebenen Garantien wurden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/09 nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultiert per 30. September 2010 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 15.908,3 Tsd. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 379.500,0 Tsd. Euro. Zum 31. Oktober 2010 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 30.650,2 Tsd. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 387.500,0 Tsd. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

62. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterschieden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren nahe Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 95 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2010 eine Verbindlichkeit gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 3.301,9 Tsd. Euro (Vorjahr: Forderung von 3.237,5 Tsd. Euro).

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen. Mit NÖKOM existieren langfristige Nutzungsverträge über die Bereitstellung von Lichtwellenleitern. Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

62. Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Umsätze 233.595,0 284.169,0
Aufwendungen für bezogene Leistungen 742.231,3 705.408,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 85.343,1 154.822,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.529,1 13.393,1
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 5.296,1 5.687,0
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings –23,9 –218,3

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2009/10 insgesamt 1.295,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.280,9 Tsd. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1.006,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 984,2 Tsd. Euro) bezahlt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der EVN AG betrugen für aktive Vorstandsmitglieder 1.570,5 Tsd. Euro (Vorjahr: Erträge von 430,0 Tsd. Euro) und für aktive leitende Angestellte 729,9 Tsd. Euro (Vorjahr: Erträge von 393,0 Tsd. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 10.400 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.896,2 Tsd. Euro). Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 127,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 137,5 Tsd. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 75,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 74,9 Tsd. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (ab Seite 8) dargestellt. Dieser ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

63. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer – Sprecher des Vorstands Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Aufsichtsrat

Kommerzialrat Präsident Dr. Rudolf Gruber – Vorsitzender Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Gerhard Posset – Vizepräsident Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller Wolfgang Peterl Martin Schuster Mag. Michaela Steinacker Mag. Willi Stiowicek Generaldirektor Dipl.-Oec. Hans-Peter Villis Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Leopold Buchner – Arbeitnehmervertreter Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Helmut Peter – Arbeitnehmervertreter Franz Ziegelwagner – Arbeitnehmervertreter

64. Freigabe des Konzernabschlusses 2009/10 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 15. Dezember 2010 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt.

65. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2009/10 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro). Davon entfielen 55,5 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 40,0 % auf Steuerberatungsleistungen und 4,5 % auf sonstige Beratungsleistungen.

Maria Enzersdorf, am 22. November 2010

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 24.496,9 24.379,5
Kurzfristige Vermögenswerte 300.539,9 347.150,3
Langfristige Schulden 1.164,5 835,4
Kurzfristige Schulden 260.324,4 305.881,8
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 997.242,4 964.462,9
Operativer Aufwand –932.071,2 –957.348,9
Abschreibungen –2.977,0 –580,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 62.194,2 6.533,8
Finanzergebnis 107,9 1.278,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 62.302,2 7.812,4

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen Tsd. EUR 2009/10 2008/09
Bilanz
Eigenkapital 823.596,8 791.568,8
Vermögenswerte 3.679.874,3 3.552.109,2
Schulden 2.856.277,5 2.760.540,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 5.241.844,9 4.890.009,4
Ergebnis nach Ertragsteuern 135.322,0 144.713,2

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN
im Energiegeschäft ≥ 20,0% per 30.9.2010 Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2009/10
AUSTRIA FERNGAS Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Wien EVN AG 23,75 EUR 2.344 2 31.12.2009 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen EVN Wärme 50,00 EUR 7 –27 30.9.2010 NE
B.net Burgenland Telekom GmbH, ("B.net"), Eisenstadt Kabelsignal 100,00 EUR 8.864 –1.915 30.9.2010 V
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 87 –7 30.9.2009 NV
B.net Hungária Projekt Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 3 –5 30.9.2009 NV
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 198 –27 31.12.2009 NE
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien EVN AG 50,00 ALL 6.323 –1.583 31.12.2009 E
EAA Erdgas Mobil GmbH, Wien Energieallianz 100,00 EUR 12.036 –2.449 30.9.2010 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien1) EVN AG 16,51 EUR 148.406 62.584 31.12.2009 E
Energie Raum Mur Wasserkraftwerk
Errichtungs- und Betriebs GmbH, Graz WTK 50,00 EUR 57 31.12.2009 NE
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("Energieallianz"), Wien EVN AG 45,00 EUR 17.219 –2.410 30.9.2010 Q
Energji Ashta SHPK, ("Energji Ashta"), Tirana, Albanien2) EVN AG 50,00 ALL 10.203 227 31.12.2009 E
Energy Service DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 MKD 10 1 31.12.2009 NV
Energy Trading EAD, Sofia, Bulgarien EVN EC 100,00 BGN 94 –8 31.12.2009 NV
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN AG 100,00 ALL 125 –63 31.12.2009 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP")
Plovdiv, Bulgarien
EVN AG 67,00 BGN 242.114 26.845 31.12.2009 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC")
Plovdiv, Bulgarien
EVN AG 67,00 BGN 33.074 –720 31.12.2009 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN AG 100,00 BGN 901 62 31.12.2009 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN AG 100,00 BGN 37.292 –6.630 31.12.2009 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien EVN AG 100,00 HRK V
EVN Energia Naturale S.R.L., Rom, Italien evn naturkraft 100,00 EUR 6 –4 30.9.2009 NV
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 40.649 65.648 30.9.2010 Q
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 1.855 1.613 30.9.2010 V
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien3) EVN Bulgaria 100,00 BGN 120 –3 31.12.2009 NV

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

  • Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)
  • E: At Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2009/10
EVN Kavarna EOOD, ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien4) evn naturkraft 100,00 BGN –16.706 –32.036 31.12.2009 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 70.621 –49 30.9.2010 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 101.626 522 30.9.2010 V
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN AG 90,00 MKD 142.419 –7.010 31.12.2009 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN AG 100,00 MKD –665 –311 31.12.2009 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., ("evn naturkraft")
Maria Enzersdorf 5)
EVN AG 100,00 EUR 43.340 5.165 30.9.2010 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 371.194 49.753 30.9.2010 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 105.610 3.083 30.9.2010 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 67 44 31.12.2009 V
EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro EVN SEE 100,00 EUR 10 31.12.2009 NV
EVN Trading d.o.o. Sarajevo, Sarajewo, Bosnien-Herzegowina EVN SEE 100,00 BAM 10 31.12.2009 NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 88 –4 31.12.2009 V
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 ALL 1 31.12.2009 NV
EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 2 –1 31.12.2009 NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien EVN AG 100,00 BGN 1.094 405 31.12.2009 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 77.028 9.827 30.9.2010 V
EVN Windpower Development & Construction S.R.L.
Bukarest, Rumänien
evn naturkraft 50,00 RON 115 –94 31.12.2009 NE
Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
("Evonik-EVN Walsum"), Essen, Deutschland
EVN
Kraftwerk
49,00 EUR 122.680 –1.719 31.12.2009 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 5.944 1.315 30.9.2010 E
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell2) EVN Wärme 48,86 EUR 32 –3 31.12.2009 NE
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN AG 49,00 EUR 15.960 863 31.12.2009 E
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN AG 70,00 HUF 1.968 25 31.12.2009 NV
Kabelsignal AG, ("Kabelsignal"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 36.978 6.351 30.9.2010 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 39 3 31.12.2009 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 759 31.12.2009 NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN AG 100,00 MKD 1 –1 31.12.2009 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien Energieallianz 100,00 EUR 1.844 613 30.9.2010 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 955 –79 31.12.2009 V
NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., ("NÖKOM")
Maria Enzersdorf
EVN AG 50,00 EUR 3.268 –3.606 31.12.2009 E
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Salzburg-Aigen Energieallianz 100,00 EUR 232 8 30.9.2010 Q
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, ("WTK")
Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 414 60 30.9.2010 V

1) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2009/10 erworben.

3) Vormals EVN Development EOOD, Sofia, Bulgarien

4) Vormals EVN ENERTRAG Kavarna OOD, Plovdiv, Bulgarien; nach dem Bilanzstichtag 2009/10 erfolgten der Erwerb der restlichen 30,0 % an der Gesellschaft und deren Umbenennung.

5) Vormals evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH, Maria Enzersdorf

2. Beteiligungen der EVN

im Umweltgeschäft ≥ 20,0% per 30.9.2010 Letztes Konsoli
Beteiligung Eigenkapital Jahresergebnis Jahresabschluss dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2009/10
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 423 57 30.9.2010 NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs- und
Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen1) WTE Essen 26,00 EUR 36 31.12.2009 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, Maria Enzersdorf EVN Abfall 50,00 EUR 391 10 30.9.2010 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 EUR 126 48 30.9.2010 V
DTV Rt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.447 26 31.12.2009 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, ("EVN Abfall")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 4.724 3.783 30.9.2010 V

Beteiligungen der EVN Konzernanhang

Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2009/10
EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH
Essen, Deutschland2)
WTE Essen 100,00 EUR 21 –4 30.9.2010 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH
("EVN MVA1"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 22 –3 30.9.2010 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH
("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 EUR 15.498 –5.488 30.9.2010 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH, ("EVN UBS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 5.576 865 30.9.2010 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH, ("EVN UFS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 20.932 –4.511 30.9.2010 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt")
Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 138.922 11.129 30.9.2010 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 3.826 30.9.2010 V
OAO Budapro Werk Nr. 1, Moskau, Russland1) EVN MVA 1 100,00 RUB 732 –108 31.12.2009 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 RUB 155.819 –18.661 31.12.2009 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd–West 100,00 RUB 133.594 –6.783 31.12.2009 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 17.516 –198 31.12.2009 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 8.107 –1.274 31.12.2009 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 2.200 1.601 31.12.2009 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd–West 70,00 RUB 1.539 1.211 31.12.2009 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 31.12.2009 NV
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH, Essen, Deutschland2) WTE Essen 100,00 EUR 25 30.9.2010 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH
("Süd Butowo"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 7.966 146 30.9.2010 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH, ("Zelenograd")
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 20.475 1.455 30.9.2010 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Slowenien mbH i.L., Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 22 30.9.2010 NV
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 50,00 HRK 1.912 416 31.12.2009 NE
SHW Projektgesellschaft Pskov mbH i.L., Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 21 30.9.2010 NV
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien3) WTE Essen 100,00 EUR –39 10 30.9.2010 V
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 504 –8 31.12.2009 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach evn wasser 50,00 EUR 881 –5 31.12.2009 NE
WTE BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen4) WTE Essen 100,00 LTL 129 22 30.9.2010 NV
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb") Hecklingen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 511 30.9.2010 V
WTE Denmark A/S, Birkerod, Dänemark WTE Essen 100,00 DKK 387 480 30.9.2010 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 EUR –433 –464 31.12.2009 V
WTE odpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro2) WTE Essen 100,00 EUR –9 –9 31.12.2009 V
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH, Essen, Deutschland2) WTE Essen 100,00 EUR 25 30.9.2010 NV
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS/
WTE Essen
100,00 EUR 134.808 30.9.2010 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 15.519 –6.682 30.9.2010 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –16 –7 30.9.2010 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR 22 2 30.9.2010 V
WTE Vodice d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 100,00 HRK –8 –2 31.12.2009 NV
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen"), Essen, Deutschland EVN Umwelt 100,00 EUR 75.873 6.122 30.9.2010 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 PLN 554 –294 30.9.2010 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 263 243 31.12.2009 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 247 183 31.12.2009 NV
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., ("ZOV"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 48,50 HRK 122.848 11.496 31.12.2009 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o., ("ZOV UIP")
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 33,00 HRK 4.651 4.648 31.12.2009 E

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2009/10 erworben.

2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2009/10 neu gegründet.

3) Vormals WTE Projektna druzba Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien

4) Vormals BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen

Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20% per 30.9.2010 Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2009/10
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 840 218 31.12.2009 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 76 15 31.12.2009 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR –105 –105 31.12.2009 NE
BEGAS Energie AG, ("BEGAS"), Eisenstadt1) BUHO 49,00 EUR 92.826 18.126 30.9.2009 E
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt EVN AG 73,63 EUR 76.440 6.331 30.9.2010 V
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft
(BEWAG), ("BEWAG"), Eisenstadt
BUHO 49,00 EUR 182.692 379 30.9.2009 E
Ernst Hora Elektroinstallationen Gesellschaft m.b.H.
("Ernst Hora"), Wien
first facility 100,00 EUR 55 10 31.12.2009 NV
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 565 41 30.9.2010 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande
EVN FM 100,00 EUR 2.211 157 30.9.2010 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 27.786 16.519 30.9.2010 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 27.888 16.568 30.9.2010 V
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 3.335 390 31.12.2009 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN AG 50,00 EUR 184 27 30.9.2010 E
first facility Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien first facility 100,00 BGN 61 20 31.12.2009 NV
first facility d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien first facility 51,00 RSD 22 31.12.2009 NV
first facility GmbH, ("first facility"), Wien Utilitas 100,00 EUR 1.344 919 30.9.2010 V
first facility Ingatlankezelö Kft., Budapest, Ungarn first facility 100,00 HUF –5 141 31.12.2009 NV
first facility Imobile SRL, Bukarest, Rumänien first facility/
Ernst Hora
95,00 RON 31.12.2009 NV
first facility – Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei first facility 92,50 EUR 4 4 31.12.2009 NV
first facility Makedonia DOOEL, Skopje, Mazedonien first facility 100,00 MKD 25 9 31.12.2009 NV
Niederösterreichische Facility Management GmbH
Wiener Neustadt
first facility 40,00 EUR 1.163 1.186 31.12.2009 NE
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs
und -servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf
Utilitas 50,00 EUR 170 –65 31.12.2009 NE
EVN AG/
EVN Netz/
R 138-Fonds, Wien evn wasser 100,00 EUR 92.951 4.018 30.9.2010 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN AG 50,03 EUR 397.362 40.094 31.3.2010 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 103.412 49.202 31.12.2009 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland
V&C 100,00 EUR –43 31.12.2008 NV
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H,
("Utilitas"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 176.063 7.153 30.9.2010 V
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH, Mainz, Deutschland V&C 50,00 EUR 74 13 31.12.2008 NE
VERBUND AG, Wien2) EVN AG 13,01 EUR 1.837.840 515.184 31.12.2009 N
V2 FM GmbH, Wien first facility 100,00 EUR –307 390 31.12.2009 NV
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 571 216 31.3.2010 V
Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs GmbH, Wien Utilitas 47,37 EUR 918 –3 30.11.2009 NE

3. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich

1) Vormals BEGAS – Burgenländische Erdgasversorgungs-Aktiengesellschaft, Eisenstadt

2) Vormals Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft, Wien; trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0% wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2010 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 22. November 2010

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa. MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Nachhaltigkeitsbericht 2009/10

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, wirtschaftliche, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen. Als Konsequenz aus dieser Ausrichtung erfolgte auch der Beitritt zum UN Global Compact im September 2005. In der Ausrichtung ihrer Unternehmensstrategie bekennt sich die EVN klar zur Nachhaltigkeit.

Bereits seit 2002 publiziert die EVN jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. Mit dem diesjährigen Bericht hat sich die EVN entschlossen, die Publikationen Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht neu auszurichten und weiter zu integrieren. Alle Daten und Fakten – sowohl zur Geschäftsentwicklung als auch zur Nachhaltigkeit – finden sich in dem vorliegenden Bericht. Um eine breitere Zielgruppe anzusprechen und über die Aktivitäten der EVN zu informieren, wurden aktuelle und relevante Themen in Form eines Magazins aufbereitet. Sollte Ihnen das Magazin nicht vorliegen, kann es unter www.investor.evn.at angefordert werden.

Inhalt

GRI G3 Content Index 102
Corporate Social Responsibility der EVN 104 Nachhaltigkeit als Eckpfeiler der Strategie
105 Organisationsprofil
Governance, Verpflichtungen und Engagement 108
Ökonomische Leistungsindikatoren 112
Ökologische Leistungsindikatoren 116
Soziale Leistungsindikatoren 122 Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
127 Menschenrechte
129 Gesellschaft
131 Produktverantwortung
Ausblick 135 CSR-Maßnahmenprogramm
Service 140 Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung
141 Bestätigung des Wirtschaftsprüfers
142 Bescheinigung des Umweltgutachters
143 Kontakt

Umfang des Berichts: Der Berichtszeitraum deckt sich mit dem Geschäftsjahr der EVN und erstreckt sich vom 1. Oktober 2009 bis 30. September 2010. Der Bericht orientiert sich an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) und wendet seit dem Berichtsjahr 2009/10 auch die GRI-Zusatzindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) an. Der Bericht erfasst die Gesellschaften des Konsolidierungskreises des EVN Konzerns, der sich per Stichtag 30. September 2010 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft aus 60 vollkonsolidierten sowie fünf quotenkonsolidierten Gesellschaften konstituiert; zusätzlich sind 15 Beteiligungsunternehmen at Equity im Konzernabschluss einbezogen (für weiterführende Informationen siehe Jahresabschluss 2009/10 auf Seite 14).

Die Erhebung und Berechnung der Daten erfolgt durch den Bereich Umweltschutz und -controlling sowie durch den Bereich Rechnungswesen. Grundlage für die Daten bildet das GRI-Indikatorprotokoll, das so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurde. Sollten sich Angaben nicht auf alle Unternehmen im Konsolidierungskreis beziehen, wird darauf in den Fußnoten hingewiesen. Durch die Akquisitionen der letzten Jahre ist die EVN stark gewachsen. Damit einhergehend wird insbesondere die Erfassung von GRI-relevanten Kennzahlen ständig ausgebaut. Das Ziel der EVN ist es, alle Kennzahlen konzernweit zu erheben. Hier konnten im Berichtsjahr weitere wichtige Fortschritte erzielt werden. So wurde beispielsweise der Kreis der in die Umweltkostenrechnung einbezogenen Unternehmen im Berichtsjahr erweitert (siehe Seite 121).

Der vorliegende Bericht gilt auch als Fortschrittsbericht für den UN Global Compact. Redaktionsschluss: 25. November 2010

Kennzahlen

2009/10 2008/09 2007/08
Wirtschaft
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.752,1 2.727,0 2.397,0
Konzernergebnis Mio. EUR 207,0 177,9 186,9
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 499,3 335,3 382,6
Return on Capital Employed (ROCE) % 5,6 5,4 6,3
Dividende je Aktie EUR 0,401) 0,37 0,37
Mitarbeitende
Mitarbeitende2) Anzahl 8.536 8.937 9.342
Mitarbeiterfluktuation % 3,1 3,6 3,9
Frauenanteil % 22,5 22,9 22,4
Ausbildungsstunden pro Mitarbeitende/n Std. 27,1 23,9 11,4
Anzahl der Arbeitsunfälle 74 103 110
Umwelt
Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie GWh 1.300 1.267 1.300
Spezifische CO2-Emissionen t/MWh 0,338 0,400 0,424
Spezifische NOx-Emissionen kg/MWh 0,257 0,298 0,330
Gefährliche Abfälle3) t 12.036 10.518 837
Wassereinsatz (Trink- und Brauchwasser)4) 1.454.942 1.634.838 1.324.265

1) Vorschlag an die Hauptversammlung

2) auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

3) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte; bis inkl. 2007/08: EVN AG und EVN Netz GmbH; ab 2008/09 gesamter Konzern.

Die Steigerung ist hauptsächlich auf die Einbeziehung der EVN Abfallverwertung (> 80 %) zurückzuführen.

4) Ab 2008/09: alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien; Daten 2007/08 ohne Bulgarien und Mazedonien

GRI G3 Content Index

Der GRI Content Index gibt an, an welcher Stelle in diesem Bericht die Informationen zu den einzelnen Indikatoren enthalten sind und an welcher Stelle in weiteren Publikationen (Magazinteil des Ganzheitsberichts) vertiefende Informationen nachgelesen werden können. Der Index ist ebenfalls im Internet unter www.evn.at/Verantwortung/Service/GRI-Content-Index.aspx abgebildet.

Quelle Status
1 Strategie und Analyse
1.1 Stellenwert der Nachhaltigkeit im Unternehmen 104f; Magazin: 10 –17
1.2 Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen 104f; Magazin: 10 –17
2 Organisationsprofil
2.1–2.10 Organisationsprofil 105; Magazin: 6f
3 Berichtsparameter
3.1–3.13 Berichtsparameter 100; Magazin: 6
Sector Supplements – Unternehmensprofil
EU1
EU2
Installierte Kapazität
Energieerzeugung
106
106
EU3 Kundenanzahl 3, 107; Magazin: 6, 45
EU4 Länge der Fern- und Verteilleitungen 3, 107; Magazin: 60
EU5 Kontingent der CO2
-Emissionszertifikate
107
4 Governance, Verpflichtungen und Engagement
4.1 Corporate Governance/Führungsstruktur 108
4.2 Erläuterung, ob der Vorstandsvorsitzende eine Position
im operativen Management besitzt 108
4.3 Leitungsorgane in Organisationen ohne Aufsichtsrat da es einen Aufsichtsrat gibt n. r.
4.4
4.5
Mitsprachemöglichkeiten für Mitarbeitende und Anteilseigner
Zusammenhang zwischen Vergütung leitender Organe und Leistung
108
der Organisation 108
4.6 Mechanismen zur Vermeidung von Interessenkonflikten 108
4.7 Expertise der Leitungsgremien im Bereich Nachhaltigkeit 108
4.8 Leitbilder, Verhaltenskodizes, Prinzipien der Nachhaltigkeit 109
4.9 Verfahren zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung 109
4.10 Leistungsbeurteilung des Vorstands bzgl. Nachhaltigkeit 109
4.11 Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips 109
4.12 Unterstützung externer Initiativen 110; Magazin: 65, 71
4.13 Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen 110
4.14–4.17 Stakeholdermanagement (Auswahl, Ansätze, zentrale Themen) 110f; Magazin: 32f, 47
Ökonomische Leistungsindikatoren
Managementansatz 112
EC1 Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert 112; Magazin: 7, 18 –21
EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels 112f
EC3 Betriebliche soziale Zuwendungen 113
EC4
EC51)
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn
113
113
EC6 Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten 113
EC7 Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer/innen 113; Magazin: 48 – 53
EC8 Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen für das Gemeinwohl 113f; Magazin: 56 – 61, 70f
EC91) Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen 114
Sector Supplements – Ökonomie
EU6 Kurz- und langfristige Sicherung der Versorgung 114; Magazin: 15, 28f, 56 – 61
EU7 Programme zum Demand Side Management 114f; Magazin: 68f, 82
EU8 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten 115; Magazin: 34, 78 – 82
EU9 Rücklagen für den Rückbau von Kernkraftwerken da EVN keine Kernkraftwerke betreibt n. r.
EU10 Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage 115; Magazin: 40 – 43, 61
EU11 Durchschnittlicher Wirkungsgrad bei der Erzeugung 115; Magazin: 15, 31, 61
EU12 Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze 115; Magazin: 60f
Ökologische Leistungsindikatoren
Managementansatz 116; Magazin: 42
EN1 Materialeinsatz 116
EN2 Einsatz von Recyclingmaterial 116
EN3
EN4
Direkter Primärenergieverbrauch
Indirekter Primärenergieverbrauch
116
116
EN51) Energieeinsparungen aufgrund von umweltbewusstem Einsatz
und Effizienzsteigerungen 117; Magazin: 26 – 34
EN61) Initiativen für höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien 117; Magazin: 15, 26 – 35, 40 – 45
EN71) Initiativen zur Reduktion des indirekten Energieverbrauchs 117
EN8 Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen 117
EN91) Von der Wasserentnahme betroffene Wasserquellen 117
EN101) Rückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser 117
EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten 117; Magazin: 62 – 65
EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität 117; Magazin: 62 – 65
EN131) Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume 117
EN141) Strategien und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität 118; Magazin: 62 – 65
EN151) Bedrohte Arten in Gebieten der Geschäftstätigkeit 118; Magazin: 62 – 65
EN16 Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen 118; Magazin: 29 – 33, 61
EN17 Andere relevante Treibhausgasemissionen 119; Magazin: 29 – 33
EN18 Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und Ergebnisse 119; Magazin: 29 – 33
Quelle Status
EN19 Emissionen von Ozon abbauenden Stoffen 119
EN20 NOX, SOX und andere wesentliche Luftemissionen 119; Magazin: 29 – 33
EN21 Gesamte Abwassereinleitungen 119
EN22
EN23
Abfall nach Art und Entsorgungsmethode
Wesentliche Schadstoffaustritte/Spills
120
120
EN241) Gewicht des als gefährlich eingestuften Abfalls 120
EN251)
EN26
Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer
Initiativen zur Verringerung von Umweltauswirkungen der Produkte
120
und Dienstleistungen 120
EN27
EN28
Zurückgenommenes Verpackungsmaterial
Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Übertretungen im Umweltbereich
aufgrund des Unternehmensgegenstands
121 (keine relevanten Fälle)
n. r.
EN291) Wesentliche Umweltauswirkungen durch den Transport 121; Magazin: 31
EN301) Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen 121
EU13 Sector Supplements – Ökologie
Biodiversität von Ersatzflächen
121
Soziale Leistungsindikatoren
Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
Managementansatz 122
LA1
LA2
Mitarbeitende nach Beschäftigungsverhältnis und Region
Mitarbeiterfluktuation
122f; Magazin: 51
123
LA31) Leistungen nur für Vollzeitbeschäftigte 123
LA4 Mitarbeitende mit Kollektivvereinbarungen 123
LA5 Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen 123f
LA61)
LA7
Mitarbeitende in Arbeitsschutzausschüssen
Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und Todesfälle
124
124; Magazin: 9, 44
LA8 Gesundheitsvorsorge, Schulungen zu ernsthaften Krankheiten 124f; Magazin: 50f, 55
LA91) Arbeitsschutzvereinbarungen mit Gewerkschaften 125
LA10 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter/in 125; Magazin: 53
LA111) Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen 125; Magazin: 48 – 55
LA121)
LA13
Leistungsbeurteilung und Entwicklungspläne von Mitarbeitenden
Diversität der Mitarbeitenden und leitender Organe
125; Magazin: 54
125f
LA14 Lohnunterschiede nach Geschlecht 126
Sector Supplements – Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
EU14 Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern 126; Magazin: 53 – 55
EU15 Pensionierungen in den nächsten fünf und zehn Jahren 126
EU16 Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen 126; Magazin: 50f, 55
EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten
für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung
127
EU18 Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits
und Sicherheitstrainings absolviert haben 127
Menschenrechte
Managementansatz 127
HR1 Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln 127
HR2
HR31)
Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte
Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten
128
128
HR4 Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen 128
HR5 Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen 128
HR6 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Kinderarbeit 129
HR7 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit 129
HR81)
HR91)
Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte
Verletzung von Rechten der Ureinwohner
129
129 (keine Vorfälle)
Gesellschaft
Managementansatz 129; Magazin: 71
SO1 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft 129; Magazin: 28f, 70f
SO2 Untersuchung von Korruptionsrisiken 129
SO3 Mitarbeiterschulungen zur Vermeidung von Korruption 129
SO4
SO5
Antikorruptionsmaßnahmen
Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying
130
130
SO61) Zuwendungen an Politik 130 (keine relevanten Fälle)
SO71) Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens 130 (keine Fälle)
SO8 Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen 130 (keine Verstöße)
Sector Supplements – Gesellschaft
EU19 Partizipative Entscheidungsfindungsprozesse mit Stakeholdern 130
EU20
EU21
Unfreiwillige Umsiedlungen
Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne
130
130
EU22 Umsiedlungen 130 (keine Umsiedlungen)
Produktverantwortung
Managementansatz 131
PR1 Gesundheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus 131; Magazin: 70f
PR21) Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften 131 (keine Verstöße)
PR3
PR41)
Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen
Verstöße gegen Informationspflichten
131
132 (keine relevanten Fälle)
PR51) Kundenzufriedenheit 132; Magazin: 8
PR6 Gesetzeskonformität im Bereich Werbung 132
PR71) Verstöße im Bereich Werbung 133 (keine Verstöße)
PR81)
PR9
Berechtigte Datenschutzbeschwerden
Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen
133 (keine relevanten Fälle)
133 (keine relevanten Fälle)
Sector Supplements – Produktverantwortung
EU23
EU24
Programme, um den Zugang zu Elektrizität und Kundenservices zu verbessern
Sichere Nutzung von Energie und Kundenservice ohne Barrieren
133; Magazin: 60f, 71
133
EU25 Verletzungen und Todesfälle, die mit Anlagen des Unternehmens
verbunden sind 133; Magazin: 9
EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung 134
EU27
EU28
Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen
Häufigkeit von Stromausfällen
134
134; Magazin: 61
EU29 Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls 134

vollständig berichtet teilweise berichtet nicht berichtet n. r. nicht relevant

1) Zusätzlicher Leistungsindikator

Der EVN Nachhaltigkeitsbericht orientiert sich an den Anforderungen des Application Level A+ der GRI-G3-Richtlinie. Seit dem Berichtsjahr 2009/10 werden zusätzlich die Branchenindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft angewendet. Die Tabelle gibt einen Überblick, an welcher Stelle die Inhalte zu den GRI-Indikatoren zu finden sind. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde von Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) überprüft und offiziell bestätigt.

Auf der Webseite www.verantwortung. evn.at > Service finden Sie den GRI-Index wie hier abgebildet. Die EVN erweitert die Berichterstattung ständig und bemüht sich, alle Indikatoren vollständig zu berichten.

EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke 134

Corporate Social Responsibility der EVN

Nachhaltigkeit als Eckpfeiler der Strategie (Indikator 1.1–1.2)

Da Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit gesehen wird, entspricht die Nachhaltigkeitsstrategie der Unternehmensstrategie der EVN. Diese wurde im Berichtsjahr in einem groß angelegten Strategieprozess unter dem Titel "Strategie 2020" aktualisiert. Die darin enthaltenen Aspekte der Nachhaltigkeit bauen auf die zwei zentralen Steuerungsinstrumente CSR-Wesentlichkeitsmatrix und CSR-Maßnahmenprogramm auf. Darin werden die strategischen Handlungsfelder der Nachhaltigkeit sowie die Nachhaltigkeitsziele und Maßnahmen zusammengefasst und jährlich bzw. nach Bedarf und Anforderung aktualisiert.

Eine umfassende Erklärung des Vorstands zum Stellenwert der Nachhaltigkeit für die EVN und ihre Tochtergesellschaften findet sich auf Seite 10 des Magazinteils.

Für alle Aktivitäten des Unternehmens gelten die zentralen Grundsätze der Versorgungssicherheit, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen, der Schaffung moderner Infrastruktur sowie des konsequenten Auftretens als Qualitätsanbieter. Durch die Realisierung von Synergien zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern der EVN im In- und Ausland steht bei allen Geschäftsaktivitäten die nachhaltige Wertschaffung und -steigerung im Interesse von Kunden/innen, Eigentümern und Mitarbeitenden im Vordergrund.

Die in der Unternehmensstrategie wie auch in der CSR-Wesentlichkeitsmatrix dargestellten zentralen Handlungsfelder bilden jene Themen und Bereiche ab, die auch die größten Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken für die EVN bergen. Diese CSR-Wesentlichkeitsmatrix wurde unter Einbeziehung interner und externer Stakeholder erstellt und wird laufend aktualisiert, womit die Berücksichtigung von Trends und für die Anspruchsgruppen relevanten Themen sichergestellt wird. Im November 2010 wurde eine zweistufige Befragung durchgeführt, um Prioritäten, aber auch Themen abzufragen und anzupassen. Da die Stakeholderbefragung zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht abgeschlossen war, wird hier die für 2010 gültige CSR-Wesentlichkeitsmatrix 2009 abgebildet.

Menschenrechte
Verhaltenskodex
Bewusstseinsbildung
Klimaschutz
Erneuerbare Energien
Emissionssenkungen
Forschung & Entwicklung
Stakeholderdialog
Korruptionsvermeidung
Ressourcenschonung
Effizienzsteigerung
Energieberatung und -dienstleistungen
Gesellschaftliches Engagement
Sozialfonds
Kinder- und Jugendförderung
Schulservice
Kunstsammlung
Versorgungssicherheit
Flexibler Erzeugungsmix
Ausbau der Erzeugungskapazitäten
Netzqualität
Langfristige Beschaffung
Faire Preise
Verantwortungsvoller Arbeitgeber
Work-Life-Balance
Personalentwicklung/Feedback
Interne Information und Kommunikation
Gesundheitsförderung und Arbeitssicherheit
Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen
Vielfalt und Chancengleichheit
Umweltmanagement
Biodiversität
Abfallmanagement
Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung
Integration und Expansion SEE
Know-how-Transfer
Interner Ressourcenverbrauch
Nachhaltige Beschaffung
Wasser- und Energieverbrauch
Mobilitätsmanagement

EVN CSR-Wesentlichkeitsmatrix

Abb.: CSR-Wesentlichkeitsmatrix

Die Werte der x-Achse beschreiben den Stellenwert der zentralen Nachhaltigkeitsthemen für die Unternehmensführung, während die y-Achse die Priorisierung der Themen der Stakeholder widerspiegelt. Für jedes dieser Handlungsfelder wurden Ziele und Maßnahmen definiert. Eine umfassende Darstellung bietet das jährlich fortgeschriebene CSR-Maßnahmenprogramm auf Seite 135 bzw. unter www.evn.at/Verantwortung/CSR-Management/Massnahmenprogramm.aspx.

Die kritische Analyse der Auswirkungen, Chancen und Risken ihrer Geschäftstätigkeit obliegt dem Risikocontrolling sowie dem Risikomanagement der EVN. Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere umweltrelevante und gesellschaftliche Risiken, die aus dem Kerngeschäft der EVN oder aus den prioritären Handlungsfeldern entstehen können, werden strategisch in das Risikomanagement einbezogen.

Organisationsprofil (Indikator 2.1–2.10)

Die EVN ist ein börsenotiertes, international tätiges, integriertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland. Seinen Kunden/innen bietet das Unternehmen auf Basis modernster Infrastruktur Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abwasserreinigung, thermische Abfallverwertung und damit verbundene Dienstleistungen "aus einer Hand". Mit diesem Angebot sichert und verbessert die EVN die Lebensqualität von über 3,6 Millionen Kunden/innen in der Energieversorgung. Weiters verfügt die EVN auf Basis von 82 Umweltprojekten, die die EVN in den letzten 20 Jahren errichtet hat, über umfassende Expertise in der Planung und Errichtung von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen, Entsalzungsund thermischen Abfallverwertungsanlagen. Insgesamt ist die EVN in 19 Ländern tätig.

Die Geschäftstätigkeiten der EVN gliedern sich in sechs einzelne Segmente – Erzeugung, Netzinfrastruktur Inland, Energiehandel und -vertrieb, Energieversorgung Südosteuropa, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Zu den Aktivitäten der jeweiligen Segmente wird auf Seite 34 (Segmentberichterstattung) des Ganzheitsberichts verwiesen.

Mit durchschnittlich 8.536 Mitarbeitenden hat die EVN im Geschäftsjahr 2009/10 Umsatzerlöse in Höhe von 2.752,1 Mio. Euro erzielt. Das EBITDA konnte um 11,6 % auf 416,6 Mio. Euro gesteigert werden. 38,2 % der Umsatzerlöse wurden außerhalb Österreichs in den Märkten Mittel-, Ost- und Südosteuropas erzielt. Aufgrund eines höheren Finanzergebnisses konnte das Konzernergebnis nach Steuern mit 207,0 Mio. Euro um 16,3 % gesteigert werden. Rund 394,0 Mio. Euro (Vorjahr: 415,7 Mio. Euro) wurden in den Ausbau der Produktionskapazitäten und die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien investiert. Die Grundlage aller Investitionsentscheidungen bildet ein System aus mehreren Kennzahlen wie Economic Value Added oder Return on Capital Employed (ROCE), der die Rendite auf das eingesetzte Kapital misst und sich im Berichtsjahr auf 5,6 % belief. Mit Stichtag 30. September 2010 weist die EVN ein Eigenkapital von 3.025,3 Mio. Euro aus, was einem Anteil von 44,9 % an der Bilanzsumme entspricht. Die Nettoverschuldung beläuft sich auf 1.458,2 Mio. Euro, womit ein Gearing von 48,2 % ausgewiesen wird. Eine ausführliche Analyse zur Geschäftsentwicklung finden Sie ab Seite 18 des Berichts.

Aktionärsstruktur (Indikator 2.9)

Im Oktober und November 2010 hat die EVN eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von 10 % des Grundkapitals durchgeführt. Der Mehrheitseigentümer ist aufgrund verfassungsrechtlicher Bestimmungen weiterhin die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH mit 51 %. Der Anteil der EnBW beträgt nunmehr 32,5 %, die restlichen Aktien entfallen auf den Streubesitz (16,5 %).

13,3 %

Aktionärsstruktur

16,5%

Per 30. September 2010:

NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH 51,0 % Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 35,7 % Streubesitz 13,3 %

Per 15. November 2010:

NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH 51,0 % Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 32,5 % Streubesitz 16,5 %

Auszeichnungen im Berichtsjahr (Indikator 2.10)

  • TRIGOS-Preis 2010 in der Kategorie "Gesellschaft" für Stakeholderdialog und gesellschaftliche Verantwortung am Beispiel Stolipinovo

  • Platz 2 beim Austrian Annual Report Award 2010 (AAA-Trend) in der Kategorie "Nachhaltigkeitsberichte"

  • Social Responsibility Award in Mazedonien für die Bereiche Mitarbeiter- und Kundenbeziehungen sowie getätigte Investitionen in Mazedonien

  • Platz 4 beim Wettbewerb "place to perform" jährliche Prämierung der besten Praktikumsangebote österreichischer Unternehmen

  • Platz 6 beim Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) 2010 in der Kategorie "Große Unternehmen"

EVN Zahlen, Daten, Fakten 2009/10 105

Sector Supplements – Unternehmensprofil

EU1 Installierte Kapazität in MW

Die EVN verfügt über eine Erzeugungskapazität von 1.787 MW Strom. Neben den drei kalorischen Kraftwerken der EVN AG in Dürnrohr (Kohle/Gas), Theiß (Gas/Öl) und Korneuburg (Gas) werden über die Ökostrom-Tochter evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. fünf Speicher- und 64 Laufkraftwerke sowie 63 Windkraftanlagen in sieben Windparks betrieben. In Niederösterreich sind weitere drei Windparks mit insgesamt 26 Windkraftanlagen in Planung – der Produktionsbeginn ist für 2011 bzw. 2012 anberaumt. Darüber hinaus bestehen Strombezugsrechte für die Donaukraftwerke Melk, Greifenstein und Freudenau sowie eine Drittelbeteiligung am Kraftwerk Nußdorf in Wien. Die EVN Wärme GmbH betreibt zwei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit Biomasse und zwei Cogeneration-Anlagen sowie zwei Blockheizkraftwerke mit Gas. In Mazedonien stehen elf Kleinwasserkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 46 MW im Eigentum der Tochtergesellschaft EVN Macedonia AD, wovon aktuell zum Zwecke der Revitalisierung sieben verleast sind. In Plovdiv, Bulgarien, verfügt die EVN über ein Fernheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 55 MW.

Der gesamte Gasbezug und -handel wird über die EconGas, ein Gemeinschaftsunternehmen der im Erdgasbereich tätigen Energie-Allianz-Austria-Partner sowie der EGBV Beteiligungsverwaltung GmbH und der OMV, abgewickelt. Mit der Auslagerung dieser Wertschöpfungsstufe konnte eine wettbewerbsfähige Einheit geschaffen werden, die aufgrund gebündelter Volumina Einkaufsvorteile erzielt. Die Versorgungssicherheit wird durch langjährige Lieferverträge und hohe Speicherkapazitäten gewährleistet. Im Berichtsjahr 2008/09 wurden die Lieferverträge vollständig erneuert und ihre Laufzeiten über das Jahr 2020 hinaus verlängert. Ergänzend zu Erdgas wird die EVN den Einsatz von Biogas weiter ausweiten.

Die Wärme stammt aus Fernheiz-, Nahwärme- und Cogeneration-Anlagen, die mit Biomasse sowie Erd-, Bio- und Flüssiggas betrieben werden. Die Cogeneration-Anlagen arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, das es ermöglicht, die bei der Stromproduktion entstehende Abwärme zu nutzen. Zudem wird aus den thermischen Kraftwerken Wärme in höchstmöglichem Ausmaß für Fernwärme ausgekoppelt. Die EVN betreibt weiters zwei thermische Abfallverwertungsanlagen mit einer Brennstoffwärmeleistung von insgesamt 152 MW, die ebenfalls zur Energieerzeugung herangezogen werden.

Stromerzeugungskapazitäten der EVN Kraftwerke MW per 30.9.2010
Wärmekraft1) 1.421
davon Kohle 398
davon Gas 1.023
Wasserkraft2) 235
Windkraft 120
Photovoltaik 1
Biomasse 10
Gesamt 1.787

1) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien

2) Inkl. Bezugsrechte aus Donaukraftwerken in Österreich und Kleinwasserkraftwerken in Mazedonien

EU2 Energieerzeugung in GWh

Im Berichtsjahr wurden rund 3,7 TWh Strom erzeugt, wovon 64 % auf thermische und 36 % auf erneuerbare Energie entfallen. Langfristig soll der Anteil an erneuerbarer Energie auf 50 % gesteigert werden. Der Deckungsgrad aus der Eigenerzeugung liegt im Geschäftsjahr 2009/10 bei 18,2 %.

Energieerzeugung GWh 2009/10 2008/09 2007/08
Stromerzeugung 3.653 3.477 4.022
davon Wärmekraftwerke 2.352 2.211 2.722
davon erneuerbare Energie 1.300 1.267 1.300

EU3 Kundenzahlen

Die EVN zählt rund 3,6 Millionen Kunden/innen. Im Umweltbereich versorgt die EVN in Niederösterreich rund 0,5 Millionen Kunden/innen mit Wasser, in Mittel- und Osteuropa fast 14 Millionen Kunden/innen. Nähere Details zu den Kundenanlagen finden Sie auf Seite 3 des Berichts. Rund 60 % bis 70 % der Kunden/innen der EVN sind Haushaltskunden/innen. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen erfolgt keine genauere Aufschlüsselung.

Kundenanlagen per 30.9.2010
Stromnetze 3.255.000
Gasnetze 289.000
Wärmenetze 78.000
Kundenanlagen gesamt 3.622.000

Kunden/innen der EVN per 30.9.2010

Wasser (Österreich)1) 493.000
Internationales Trink- und Abwassergeschäft (EW2)) 14 Mio.

1) Davon direkt versorgt – 2010: 58.800; 2009: 50.000; 2008: 41.500

2) Einwohnerwert: Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

EU4 Länge der Fern- und Verteilleitungen (Netze)

Netzlängen – Energie
km
2009/10
Stromnetze 131.905
Gasnetze 13.540
Wärmenetze 586
Netzlängen gesamt 146.031

Weitere Informationen zu den Netzlängen finden Sie auf Seite 3 des Berichts. Nähere Details werden aufgrund derzeitiger unternehmensspezifischer Beschränkungen sowie interner Regelungen nicht berichtet.

EU5 Kontingent der CO2-Emissionszertifikate

Um einen adäquaten Beitrag zur Erreichung des österreichischen Emissionsreduktionsziels von 13 % bis 2012 zu leisten, wurde ein System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten implementiert. In der 2. Handelsperiode (2008–2012) ist für Anlagenbetreiber eine Zuteilung von kostenlosen Zertifikaten auf Basis der historischen Emissionen unter Berücksichtigung von Einsparungen vorgesehen; darüber hinaus sind die Anlagenbetreiber verpflichtet, Emissionszertifikate zuzukaufen. Weiters besteht die Möglichkeit, in einem bestimmten Ausmaß Emissionszertifikate aus speziellen Klimaschutzprojekten (Certified Emission Reductions (CER) bzw. Emission Reduction Units (ERU)) einzusetzen. Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der EVN Gratis-CO2 -Emissionszertifikate im Ausmaß von rund 1,58 Mio. Tonnen zugeteilt, was etwa um 0,5 Mio. bis 0,8 Mio. Tonnen unter dem langjährigen Durchschnittswert liegt. Zur Deckung ihres CO2 -Bedarfs nimmt die EVN am Handel mit Emissionszertifikaten teil. In Bulgarien ist sie Vorreiter und handelt als erstes Unternehmen mit CO2 -Zertifikaten.

Im April 2009 wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die 3. Handelsperiode (2013– 2020) festgelegt. Es ist vorgesehen, dass ab 2013 sämtliche Zertifikate für den Stromsektor versteigert werden. Im Berichtsjahr lag der Preis für CO2 -Zertifikate bei 14,23 Euro/t.

EVN Stromerzeugung nach Energieträgern in%

  • Sonstige (therm. Abfallverwertung)
  • Wasserkraft 2)
  • Windkraft Biomasse
  • Sonstige erneuerbare Energie

1) Davon 94.558 MWh Eigenerzeugung in Bulgarien (Cogeneration-Anlage) 2) Davon 27.493 MWh Eigenerzeugung in

Mazedonien (Wasserkraftanlagen)

EVN Wärmeerzeugung nach Energieträgern in Niederösterreich in%

Erdgas

Biomasse Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

Dampf aus thermischer Abfallverwertung

Heizöl

Governance, Verpflichtungen und Engagement (4.1–4.17)

4.1–4.6 Corporate Governance/Führungsstruktur

Hinsichtlich der Darstellung der Führungs- und Organisationsstruktur der EVN wird auf den Corporate-Governance-Bericht auf Seite 4 verwiesen. Eine Übersicht der Beteiligungen der EVN befindet sich ab Seite 95 des Berichts.

Im Berichtsjahr wurden in einem groß angelegten Strategieprozess "bottom-up" das gesamte Management sowie die Geschäftsführer der wesentlichen Tochtergesellschaften bei der Neuformulierung der Unternehmensstrategie 2020 einbezogen.

Darüber hinaus werden Lenkungsausschüsse und Arbeitsgruppen anlassbezogen zu verschiedenen relevanten Themen eingerichtet. Für Nachhaltigkeitsfragen wurde ein eigener CSR-Lenkungsausschuss, zusammengesetzt aus Konzernfunktionen und dem Vorstand, installiert. Der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung, zusammengesetzt aus unabhängigen externen und internen Experten sowie Personalvertretern, berät den Vorstand und den Aufsichtsrat in diesen Fragen. Ein eigens eingerichteter Sozialbeirat, zusammengesetzt aus externen Experten des sozialen Bereichs, berät den Vorstand in Fragen des sozialen Engagements.

Die EVN legt großen Wert auf eine zeitgleiche, offene und umfassende Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmenden, hohe Transparenz und eine aktive Berichterstattung. Auch im Berichtsjahr wurden zahlreiche Gelegenheiten genutzt, um über die Geschäftsentwicklung und Strategie der EVN zu informieren. Um Minderheitsbeteiligten die Möglichkeit zu geben, gegenüber dem höchsten Leitungsorgan Meinungen zu äußern, hat die Konzernfunktion Rechnungswesen mit der Abteilung Investor Relations eine moderne und beispielgebende Organisation für erfolgreiche Anlegerbeziehungen eingerichtet. Hier werden insbesondere auch Aspekte und Wünsche der nachhaltig orientierten Anleger aufgenommen und berücksichtigt, da EVN seit 2002 als erfolgreiches nachhaltiges Investment im FTSE4Good notiert.

4.7 Expertise der Leitungsgremien im Bereich Nachhaltigkeit CSR-Organisation

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eingebettet in die EVN Strategie 2020. Eine wichtige Rolle spielt der CSR-Lenkungsausschuss, der sich aus dem Vorstand sowie den Leitern der Konzernfunktionen Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Umweltschutz und -controlling zusammensetzt. Der Lenkungsausschuss wird dabei vom CSR-Beratungsteam unterstützt, das sowohl neue Denkanstöße liefert als auch – in Abstimmung mit dem jeweiligen Fachbereich – für Impulse bei CSR-Maßnahmen verantwortlich ist. Um die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten sicherzustellen und Potenziale zur CSR-Weiterentwicklung in den jeweiligen Bereichen zu identifizieren, wurden aus allen Fachbereichen CSR-Verantwortliche nominiert. Zweimal jährlich werden in Form eines CSR-Erfahrungsaustausches die bisherigen CSR-Aktivitäten reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungspotenziale diskutiert.

Nähere Informationen zur CSR-Organisation finden Sie unter www.verantwortung.evn.at.

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Um den Vorstand in Nachhaltigkeitsfragen zu beraten, wurde erstmals 1992 der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung (früher Umweltbeirat) einberufen. Die Mitglieder treffen jährlich in zwei Sitzungen zusammen, um aktuelle Themen zu diskutieren. Im Berichtsjahr wurde das Thema "Aufbau einer nachhaltigen Unternehmens- und Mitarbeiterführung in Mazedonien und Bulgarien" behandelt, die Linie 3 der EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH präsentiert und die Anlage besichtigt sowie die EVN Wärme Gesellschaft m.b.H. vorgestellt. Eine Auflistung der Mitglieder des Beirats findet sich auf Seite 140 sowie unter www.evn.at/ Gruppe/Organe/Beirat.aspx.

Sozialfonds

Um bestehende Sponsoringaktivitäten im Sozialbereich zu bündeln und transparent zu gestalten sowie durch ein Expertengremium zu optimieren, hat die EVN einen Sozialfonds ins Leben gerufen, der jährlich mit 100.000 Euro dotiert wird. Ein Expertenkreis bestehend aus Mag. Gabriela Peterschofsky-Orange, Dr. Helga Preitschopf, Harald Wieser und Elisabeth Baum-Breuer unter dem Vorsitz von Caritas-Österreich-Direktor Dr. Michael Landau gibt einstimmig Empfehlungen an den Vorstand der EVN AG über die Mittelverteilung. Zweimal pro Jahr finden Arbeitstreffen statt. Im Berichtsjahr wurden acht Projekte unterstützt. Eine Auflistung der unterstützten Projekte findet sich unter dem Indikator EC8.

4.8 Intern entwickelte Leitbilder, interner Verhaltenskodex und Prinzipien der Nachhaltigkeit

Zentrale Leitbilder der EVN sind das Unternehmensleitbild, das Umweltleitbild und das Leitbild für Führungskräfte, die sich ebenso wie der EVN Verhaltenskodex auf international anerkannte Standards beziehen und in der gesamten Organisation als Prinzipien der Nachhaltigkeit Anwendung finden. Die einzelnen Leitbilder finden Sie unter dem Punkt CSR-Strategie auf unserer Homepage unter www.evn.at/verantwortung.

4.9 Verfahren des höchsten Leitungsorgans zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung

Das wirkungsvollste Instrument der Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung ist der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI A+. Dazu kommt jährlich die externe GRI-Prüfung durch ein unabhängiges Prüfinstitut. Weiters wird die Nachhaltigkeitsleistung jährlich durch EIRIS im Rahmen der Notierung als nachhaltiges Investment im FTSE4Good, Ethibel und VÖNIX überprüft.

Die Konzernrevision der EVN (interne Revision) berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten der EVN. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Die Prüfung im technischen wie auch im kaufmännischen Bereich führte im Berichtsjahr zu keinen gravierenden Beanstandungen.

Für das kommende Geschäftsjahr wird weiterhin an der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsparametern in die reguläre Quartalsberichterstattung gearbeitet, ebenso wie an einer intensivierten Sammlung und Aufbereitung der Nachhaltigkeitskennzahlen (z.B. Umweltkosten) zur besseren Vergleichbarkeit im Zeitverlauf.

EVN AG in Nachhaltigkeitsindizes

Die EVN unterzieht sich, wie alle in diesen Indizes abgebildeten Unternehmen, regelmäßig umfassenden Prüfungen. Seit 2002 zählt die EVN Aktie bereits zum FTSE4Good Index und wird damit auch im FTSE4Good Europe Index sowie im FTSE4Good Global Index abgebildet. Der FTSE4Good bietet nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in Unternehmen zu investieren, die weltweit anerkannte Standards für die Verantwortung gegenüber Umwelt und Stakeholdern erfüllen. Ebenso weiterhin vertreten ist die EVN Aktie seit 2005 in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel-Sustainability-Index-Gruppe (ESI). 2005 wurde die EVN Aktie auch in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX aufgenommen, der die hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Leistungen führenden börsenotierten österreichischen Unternehmen vereint.

4.10 Leistungsbeurteilung des Vorstands bzgl. Nachhaltigkeit

Die Leistungsbeurteilung des Vorstands bezüglich Nachhaltigkeit ist immanenter Bestandteil des jährlichen Prozesses der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI A+ (inkludiert externe Überprüfung). Der Vorstand unterzieht sich insbesondere auch der jährlichen Überprüfung des Unternehmens im Rahmen der Notierung als nachhaltiges Investment (FTSE4Good, Ethibel, VÖNIX) sowie im Rahmen der GRI- und EMAS-Zertifizierung. Weiters wurde im Berichtsjahr, mit Wirksamkeit ab 1. Oktober 2010, das variable Vergütungssystem für leitende Angestellte angepasst. Mit der Anpassung werden unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt:

Einbeziehung wertorientierter Kennzahlen

Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Bereiche

Für nähere Informationen wird auf den Corporate-Governance-Bericht auf Seite 4 verwiesen.

4.11 Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips

Das Vorsorgeprinzip wird als wesentlicher Grundsatz und Konsens der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Das bedeutet im Wesentlichen, dass mögliche Belastungen oder Schäden für die Umwelt bzw. die menschliche Gesundheit im Voraus von allen Führungskräften und Mitarbeitenden bei allen Geschäftsaktivitäten ausgeschlossen, vermieden oder weitestgehend verringert werden sollen. Die konkrete Umsetzung ist im EVN Umweltleitbild definiert.

4.12 Unterstützung externer Initiativen

OECD OECD Guidelines for multinational enterprises
UNGC UN Global Compact
Global Compact Macedonia
respACT austrian business council for sustainable development
ÖGUT Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

4.13 Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen

Die EVN ist Mitglied in zahlreichen branchenrelevanten Organisationen und Verbänden.

Auswahl von Mitgliedschaften

IV Industriellenvereinigung Österreich
WK NÖ Wirtschaftskammer Niederösterreich
OE Oesterreichs Energie
OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik
ÖWAV Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband
ÖVGW Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach
AEA Österreichische Energieagentur
FGW Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen
EBA European Business Association
VGB PowerTech e.V.
BBKE Bulgarian Branch Chamber of the Energetics
ATDB Association of District Heating Companies in Bulgaria
ZEMAK Association of Energy Department Engineers of Macedonia
MABA Macedonian Austrian Business Association
FIC Foreign Investors Council

4.14–4.17 Einbezogene Stakeholdergruppen, Auswahl der Stakeholder, Ansätze für den Stakeholderdialog

Ein klar fokussiertes Stakeholdermanagement ist wichtig für den Interessenausgleich, für das Reputationsmanagement, für die Kommunikation und die Positionierung des Unternehmens – denn die EVN ist in einem sensiblen und sich verändernden Umfeld tätig.

Die Kerngeschäftsbereiche Energie, Umwelt- und Wasserwirtschaft genießen hohe öffentliche Aufmerksamkeit und stehen mehr als manche andere Branchen unter ständiger kritischer Beobachtung.

Die Expansion, das Wachstum und die Investitionen der EVN sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Dadurch entsteht laufend neue Stakeholder-Aufmerksamkeit. Dazu kommen zunehmend transparente und partizipatorische Verfahren einerseits, mehr Selbstverpflichtung andererseits.

Abb.: Schematische Darstellung der EVN Key Stakeholder

Ziel des Stakeholdermanagements der EVN ist es, im Dialog mit den Anspruchs- und Interessengruppen wirkungsvolle Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie den laufenden Nachhaltigkeitsprozess zu entwickeln, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, konkretes Wissen über die Erwartungen der Stakeholder zu erhalten und nicht zuletzt gute Beziehungen aufrechtzuerhalten sowie neue Beziehungen zu schaffen und zu stärken.

Um den Dialog strukturiert und nachvollziehbar aufzunehmen, hat die EVN ihre Key Stakeholder im November 2010 befragt. Bei der Stakeholderbefragung, die ab dem Berichtsjahr regelmäßig durchgeführt werden soll, geht es vor allem um die Wesentlichkeit der Handlungsfelder aus dem Nachhaltigkeitsbereich. Ziel ist es, systematisch zu analysieren, welche Handlungsfelder von den Stakeholdern der EVN als "wichtig" und "sehr wichtig" definiert werden, sowie zukünftige Herausforderungen einzuschätzen. Die Ergebnisse werden in der CSR-Wesentlichkeitsmatrix auf der EVN Homepage und im Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und dienen u.a. zur Planung der laufenden und künftigen Aktivitäten im Nachhaltigkeitsbereich. Da die Stakeholderbefragung zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht abgeschlossen war, wird hier auf die für 2010 gültige CSR-Wesentlichkeitsmatrix 2009 auf Seite 104 verwiesen.

Kern des EVN Stakeholdermanagements sind die intensiven Beziehungen der strategischen Geschäftsfelder und Fachabteilungen mit ihren Stakeholdern: Mitarbeitenden, Kunden/innen, Lieferanten, Partnern, externen Organisationen, Verbänden, NGOs, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Forschung.

Der Stakeholderdialog in Arbeitsgruppen, Gemeindegremien, Unternehmensbeiräten und im EVN Sozialfonds sowie die Kommunikation und Kooperation zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat zählen ebenso zum Stakeholdermanagement der EVN wie gemeinsame Initiativen und Projekte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, insbesondere in jenen Ländern und Regionen, in denen die EVN oder ihre Tochtergesellschaften tätig sind.

Stakeholder und Art der Einbeziehung
(Auszug)
Befragung (Mitarbeiter
und Kundenbefragung
in regelmäßigen Abständen,
Stakeholderbefragung
2010 etc.)
Laufender und
regelmäßiger
Kontakt
Arbeitsgruppe, Forum,
Jahresversammlung
(1–2-mal pro Jahr
oder öfter)
Beiräte,
Expertengremien
(1–2-mal pro Jahr
oder öfter)
Aufsichtsrat
Mitarbeitende + + + + +
Kunden/innen + + + + +
Lieferanten + + + + +
NGOs + + + +
Medien + + +
Investoren + + + + +

Tabelle: Stakeholder der EVN und die Art der Einbeziehung

Ökonomische Leistungsindikatoren (EC1–EC9)

Als verantwortungsbewusstes Unternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, wirtschaftliche, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen.

Die Versorgungssicherheit, der schonende Umgang mit Ressourcen und die Schaffung einer modernen Infrastruktur sowie höchste Qualitätsansprüche stehen bei allen Aktivitäten im Mittelpunkt. Oberste ökonomische Zielsetzung ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts.

EC1
Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert1)
Operative Kennzahlen/Verkaufsentwicklung 2009/10 2008/09 2007/08
Stromverkauf GWh 20.101 19.541 19.372
Gasverkauf GWh 6.738 6.102 6.759
Wärmeverkauf 2) GWh 1.821 1.576 1.362

Finanzkennzahlen 2009/10 2008/09 2007/08 Umsatzerlöse Mio. EUR 2.752,1 2.727,0 2.397,0 EBITDA Mio. EUR 416,6 373,4 362,3 Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 187,3 175,2 166,6 Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 270,9 226,0 235,5 Konzernergebnis Mio. EUR 207,0 177,9 186,9 Investitionen Mio. EUR 394,0 415,7 415,6 Return on Equity (ROE) % 7,4 6,3 7,4 Eigenkapitalquote % 44,9 46,7 48,3 Aktienkennzahlen 2009/10 2008/09 2007/08

Ergebnis je Aktie EUR 1,27 1,09 1,14 Dividende je Aktie EUR 0,403) 0,37 0,37 Kurs per Ultimo September EUR 11,45 13,68 14,99

Ergebnis und Dividende je Aktie in Euro

1) Geschäftsjahr jeweils vom 1. Oktober bis 30. September; Finanzkennzahlen nach IFRS

2) Ab 1. Jänner 2008 inklusive Wärmeabsatz in Bulgarien (TEZ Plovdiv)

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Mit einem Ertragsteueraufwand von 42,1 Mio. Euro trug die EVN zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben bei. Als nachhaltiger Arbeitgeber verzeichnete die EVN Personalaufwendungen von 329,2 Mio. Euro (12,0% des Umsatzes). Der durchschnittliche Personalstand betrug im Berichtsjahr 8.536 Mitarbeitende, davon 64 Lehrlinge. Als nachhaltiger Auftraggeber investierte die EVN 1.914,5 Mio. Euro für Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen.

In der 81. Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 wurde dem Vorschlag des Vorstands und Aufsichtsrats zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 0,37 Euro je Aktie zugestimmt. Der Vorschlag an die Hauptversammlung für die Dividende je Aktie des Geschäftsjahres 2009/10 beträgt 0,40 Euro.

EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels

Der Klimawandel und die damit verbundene Verpflichtung zum Klimaschutz und zur Reduktion von CO2 ist eines der zentralen strategischen Themen der EVN. Der Klimawandel ist eine Herausforderung und verlangt nach neuen Geschäftsmodellen. Die EVN nutzt diese Chancen und beschäftigt sich intensiv mit neuen Technologien, um jetzt und in Zukunft die Versorgung sicherzustellen und gleichzeitig die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt zu minimieren. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Energiedienstleistungen ist die EVN aktiv engagiert. Ziel der EVN ist es, im Rahmen der Stromerzeugung den Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50% zu steigern. Um die Energieeffizienz ihrer Kunden/innen zu steigern, bietet die EVN zahlreiche Dienstleistungen für Haushalts-, Industrie- und Gewerbekunden/innen, aber auch für Kommunen an.

Nähere Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der EVN befinden sich im Magazinteil des Ganzheitsberichts auf Seite 82 sowie im Indikator EU8.

EC3 Betriebliche soziale Zuwendungen

Im Berichtsjahr wurden 31,6 Mio. Euro, ein Anteil von 9,6 % des Personalaufwands, für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, Sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet. Nähere Informationen finden sich unter der Anhangangabe 51 auf Seite 83 des Berichts.

EC4 Finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die EVN AG ist mit 51% im Besitz der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH. Im Berichtsjahr wurden etwa 956.000 Euro (davon rund 12,7% über Förderungen) für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet. Eine weitere finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies z.B. beim Ökostromgesetz der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen Mittel.

EC5 Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn

In Summe werden mehr als 90 % der Belegschaft im In- und Ausland durch Betriebsräte oder Gewerkschaften vertreten und hinsichtlich Entgelt durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt.

EC6 Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten

Die EVN arbeitet kontinuierlich an der Umsetzung einer nachhaltigen Ausrichtung der Beschaffung und setzt die schrittweise Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien im Dialog mit den Lieferanten fort. Diesbezüglich verfügt die EVN über eine Integritätsklausel für Lieferanten. Diese Klausel definiert die Richtlinien der nachhaltigen Beschaffung und die Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in elf Punkten. Abrufbar unter: www.evn.at/gruppe/lieferanten.aspx.

In Bezug auf die Auswahl oder Bevorzugung lokaler Lieferanten ist das Bundesvergabegesetz zu berücksichtigen: Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und hat daher die dafür geltenden Bestimmungen einzuhalten. Weiters befolgt sie die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Die Ungleichbehandlung von Bietern und somit die Bevorzugung lokaler Lieferanten ist unzulässig. In Beschaffungsfällen, in welchen die EVN nicht diesen Vergaberichtlinien unterliegt, ist die EVN bemüht, Rücksicht auf ökologische Aspekte zu nehmen und die lokale Wertschöpfung zu erhöhen, indem sie regional beauftragt.

EC7 Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer/innen

Die Einbeziehung und Karriereplanung von Mitarbeitenden aus der lokalen Umgebung unterstützt den wirtschaftlichen Nutzen und das Verständnis der lokalen Kultur. In allen Ländern stammen praktisch alle Mitarbeitenden und ein Großteil der Führungskräfte aus den entsprechenden Regionen. Da die Stärkung von lokalen Managementkapazitäten einen wesentlichen Teil der Strategie darstellt, unterstützt die EVN die Karriereplanung von lokalen Mitarbeitenden in Bulgarien und Mazedonien durch Führungskräftetrainings in den verschiedenen Ländern ebenso wie durch internationale Programme wie die EVN SUN Akademie oder das Internationale Potenzialträgerprogramm. Details dazu lesen Sie auf Seite 48 des Magazins zum Ganzheitsbericht.

EC8 Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen, die vorrangig im öffentlichen Interesse erfolgen

Im Berichtsjahr wurden 394,0 Mio. Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie im Erzeugungsbereich investiert. Diese Investitionen dienen der Verbesserung der Versorgungssicherheit und damit letztlich dem öffentlichen Interesse. In Wahrnehmung ihrer Verantwortung gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen setzt die EVN aber auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen. Im Fokus steht dabei die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Der im Herbst 2008 eingerichtete Sozialfonds wird mit jährlich 100.000 Euro dotiert und fokussiert die Unterstützung niederösterreichischer Institutionen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

Vom Sozialfonds wurde 2009/10 folgende Projekte unterstützt:

Projekte Euro
die möwe / Präventionsprojekt an niederösterreichischen Schulen 10.000
mission:possible WG für Mädchen / inside out 5.000
Caritas / Werkstätte und Fuhrpark Region Retz, Menschen mit Behinderung 10.000
Caritas / Kinderferienlager für die Kinder im Flüchtlingshaus St. Gabriel 2.000
Caritas / Kinder trauern anders – Initiative Schwechat 7.000
Caritas / Gruppenangebot Kinder und Jugendliche mit Angststörungen Familienzentrum Baden 5.000
Caritas / Kindergruppe "Rasselbande" mit Frauenclub 7.000
Diakonie Österreich / Erlebnispädagogische Woche für minderjährige Flüchtlinge Mödling 4.000

Auch im Ausland engagiert sich die EVN und unterstützt insbesondere Kindergärten, -heime und Schulen in Bulgarien und Mazedonien.

EC9 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Als Arbeit- und Auftraggeber sowie als Anbieter von Energie- und Umweltdienstleistungen liefert die EVN eine Reihe von positiven Beiträgen für die Volkswirtschaften, in denen sie tätig ist. Die Geschäftstätigkeit der EVN löst direkte und indirekte makroökonomische Effekte bzw. Beiträge aus. Die wichtigsten werden nachstehend skizziert, wobei auf das Anführen von Multiplikatoreffekten für die Gesamtwirtschaft verzichtet wurde.

  • Öffentlichkeit: Ertragsteueraufwand von 42,1 Mio. Euro, der zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben beiträgt. Eine finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelt Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies z.B. beim Ökostromgesetz der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen Mittel.

  • Arbeitgeber: durchschnittlicher Personalstand im Berichtsjahr von 8.536 Mitarbeitenden, davon 64 Lehrlinge; Personalaufwendungen in Höhe von 329,2 Mio. Euro

  • Investitionstätigkeit: 394,0 Mio. Euro für den Ausbau der Netzinfrastrukturen und Produktionsanlagen im In- und Ausland

  • Auftraggeber: 1.914,5 Mio. Euro für Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Sector Supplements – Ökonomie

EU6 Kurz- und langfristige Sicherung der Versorgung

Zur Sicherung der Versorgung mit Strom baut die EVN ihre Erzeugungskapazitäten ständig aus. Mitte 2011 wird das 790-MW-Steinkohlekraftwerk Walsum in Deutschland in Betrieb genommen. Wasserkraftprojekte in Bulgarien und Albanien sind in Bau bzw. in Planung. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Ausbau der Wind- und Wasserkraft in Österreich. Langfristig hat sich die EVN das Ziel gesetzt, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (Geschäftsjahr 2009/10: 18,2 %) und dabei den Anteil erneuerbarer Energieträger auf 50 % zu steigern.

Einen substanziellen Beitrag zur Absicherung der Gasversorgung Niederösterreichs bzw. ganz Österreichs liefert die Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), an der die EVN indirekt eine Mehrheitsbeteiligung von 50,03 % hält. Die RAG ist mit einem Speichervolumen von rund 5 Mrd. m3 einer der größten Erdgasspeicherbetreiber Europas und kann damit theoretisch die Hälfte des jährlichen Erdgasverbrauchs Österreichs abdecken. Weiters realisiert die EVN mehrere Gasleitungsprojekte.

Die EVN unterhält in Summe ein Netzwerk für die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgung ihrer Kunden/innen von knapp 148.000 km. Um die Versorgung zu gewährleisten, werden laufend Inspektionen, Wartungen und Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Im Berichtsjahr wurden in die Instandhaltung, den Ausbau und die Modernisierung der Netze und Erzeugungskapazitäten insgesamt 394,0 Mio. Euro investiert.

EU7 Programme zum Demand Side Management

Die derzeit laufenden Forschungsprojekte der EVN "Green Home" und "Multifunktionaler Energiespeicher" sind wichtige Bausteine für den energieeffizienten Haushalt der Zukunft. Auch im Forschungsprojekt zur Elektromobilität "emporA" werden Aspekte des Demand Side Management mitbehandelt.

Die EVN testet derzeit mit rund 300 Kunden/innen "intelligente Zähler" – sogenannte Smart Meter. Sie ermöglichen den Kunden/ innen, ihren Stromverbrauch jederzeit über ein Display abzulesen und über das Online-Energie-Management-System im Internet zu analysieren. Für die individuellen Bedürfnisse der Kunden/innen bietet die EVN unterschiedliche Tarifangebote an.

Weiters gilt die EVN seit Jahren als kompetenter Ansprechpartner und verfügt über eine breite Palette von Dienstleistungs- und Informationsangeboten sowohl für Haushalte als auch für Industrie- und Gewerbekunden/innen. Auch die Gemeinden werden in Energiefragen beraten. So wurde beispielsweise für die Landeshauptstadt St.Pölten ein Energieversorgungskonzept erarbeitet. Das Portfolio wird laufend um neue Dienstleistungen erweitert.

Für nähere Informationen zu den Innovationen wird auf Seite 82 des Magazinteils verwiesen.

EU8 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Im Berichtsjahr wurden rund 956.000 Euro (davon knapp 12,7% über Förderungen) für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet, wobei der Schwerpunkt auf folgenden Projekten lag:

  • Biomasse-Versuchsanlage Dürnrohr Biomasse-Pyrolyse

  • CO2 -Abscheidungsanlage Dürnrohr

  • Solarenergieprojekt mit Heliovis und TU Wien ab November 2010

  • DEMO-Smart-Metering

  • ARGE EEE (thermische E-Effizienz)

  • ADRES (energieautarke Siedlung)

  • MBS (multifunktionaler Energiespeicher)

  • emporA (Elektromobilität)

Nähere Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der EVN befinden sich im Magazinteil des Ganzheitsberichts.

EU9 Rücklagen für den Rückbau von Kernkraftwerken

Da EVN keine Kernkraftwerke betreibt – nicht relevant.

EU10 Geplante Kapazität – zu erwartende Nachfrage

Im Berichtsjahr liegt die Stromerzeugungsmenge der EVN bei 3,7 TWh. Bis 2020 soll die Erzeugungsmenge des EVN Konzerns 7,5 TWh betragen, womit die geplante Ausbaukapazität bei rund 3,8 TWh liegt. Langfristig soll der Anteil erneuerbarer Energieträger auf 50 % gesteigert werden.

EU11 Wirkungsgrade

Das Kraftwerk Dürnrohr steht innerhalb eines Dampf- und Fernwärmeverbunds. Infolgedessen ist eine rechnerische Ermittlung eines reinen Anlagenwirkungsgrads nicht möglich. Der durchschnittliche Nutzungsgrad der Stromerzeugung aus Gas (Grad der Nutzung des Brennstoffs zur Energieerzeugung) beträgt 59,05 %1).

1) Beinhaltet die Anlagen in Österreich und Bulgarien

EU12 Netzverluste

Die Netzverluste in Niederösterreich liegen im österreichischen Durchschnitt. In Bulgarien konnten die Netzverluste aufgrund der getätigten Investitionen zur Verbesserung der Netzqualität von 17 % auf rund 13 % gesenkt werden. In Mazedonien wurden die Netzverluste von 24 % auf rund 17 % reduziert. Langfristig wird eine Reduktion der Netzverluste in Bulgarien auf knapp 10 % und in Mazedonien auf rund 11 % angestrebt.

Ökologische Leistungsindikatoren (EN1–EN30)

Die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen hat eine hohe Bedeutung bei der Ausübung der Geschäftstätigkeit der EVN. Ein vorrangiges Ziel ist es, die Grundsätze nachhaltig umweltorientierter Unternehmensführung ausgehend von Niederösterreich auch in den ausländischen Tochtergesellschaften zu implementieren. Mit ihren Projekten und Dienstleistungen im Segment Umwelt leistet die EVN einen maßgeblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Das zentrale Thema der EVN Umweltaktivitäten ist – wie in EN18 als eigentlicher Hauptindikator der Electric Utility Sector Supplements gefordert – der Klimaschutz. Die EVN leistet durch die Forcierung erneuerbarer Energieträger, durch effizienzsteigernde Maßnahmen sowie umfassende Beratung ihrer Kunden/innen zur Reduktion ihres Energiebedarfs einen wesentlichen Beitrag zur Klimazielerreichung Österreichs. Das Klimaschutzmanagement der EVN umfasst folgende Ansätze:

  • Forcierung erneuerbarer Energiequellen

  • Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Produktionsanlagen

  • Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien, u.a. im Bereich erneuerbare Energiequellen, CCS-Technologien und CO2 -Verwertung, Demand Side Management

  • Information und Beratung der Kunden/innen zur Steigerung der Energieeffizienz

  • Aktiver Ausbau alternativer Mobilitätskonzepte wie Elektromobilität, Compressed Natural Gas (CNG) und Biogas

  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Mitarbeitenden

  • Innerbetriebliche Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz

Der Beitrag der EVN zum Umwelt- und Klimaschutz ist in allen Geschäftsbereichen ein zentraler Aspekt und wird im Magazinteil des Ganzheitsberichts deutlich sowie auf der Homepage der EVN unter www.evn.at/verantwortung näher behandelt.

Aspekt: Materialien

EN1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen

Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) 2009/10 2008/09 2007/08
Fossile Brennstoffe2) Terajoule 22.585 23.052 24.703
Biomasse Terajoule 2.293 2.074 2.033
Abfälle3) Terajoule 3.863 2.982 3.230

1) Der EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und ab 2008/09 in Bulgarien sowie der thermischen Abfallverwertungsanlage in

Dürnrohr/Zwentendorf

2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl 3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr/Zwentendorf

Frühere Erhebungen bestätigen, dass die Anlagen der EVN in Österreich und Bulgarien PCB-frei sind. Trotzdem werden Transformatoren vor einer Verschrottung auf PCB getestet. In Mazedonien wird derzeit ein umfassendes Assessment durchgeführt.

EN2 Anteil von Recyclingmaterial am Gesamtmaterialeinsatz

Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) 2009/10 2008/09 2007/08
Leitungszuwachs Strom km 944 1.333 1.420
Leitungszuwachs Gas km 202 128 168
Leitungszuwachs Wärme km 25 45 16

1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel.

Bei den Hauptkomponenten kommt aus technischen Gründen wenig Recyclingmaterial zum Einsatz.

Aspekt: Energie

EN3 Direkter Energieverbrauch aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern

EN4 Indirekter Energieverbrauch aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern

Strom-, Gas-, Fernwärmeverbrauch1) 2009/10 2008/09
Direktion MWh 16.791 16.169
Kundenzentren MWh 21.176 21.431

1) Eigenenergieverbrauch in Niederösterreich. Da der Energieeinkauf für Kunden/innen und für den Eigenverbrauch nicht getrennt wird, können direkter und indirekter Primärenergieverbrauch nicht getrennt ausgewiesen werden.

EN5 Energieeinsparungen aufgrund von umweltbewusstem Einsatz und Effizienzsteigerungen

In zahlreichen Bereichen werden durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen laufend Effizienzsteigerungen erzielt. Ein Beispiel für den effizienten Einsatz ist der Kraftwerksstandort Dürnrohr, wo durch die Nutzung des Dampfes der nahegelegenen thermischen Abfallverwertung, bei maximaler Auslastung von Fremddampfeinspeisung in den Kohleblock, rund 15 % Brennstoff eingespart werden können.

EN6 Initiativen für höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Die EVN bietet ihren Kunden/innen zahlreiche Beratungsleistungen und Produkte, um ihren Energiebedarf zu senken bzw. Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Details zu den Beratungsleistungen finden Sie unter www.evn.at/Privatkunden/Dienstleistungen.aspx. Mit "NaturStrom" bietet die evn naturkraft Energieerzeugungsgesellschaft m.b.H., eine Tochtergesellschaft der EnergieAllianz Austria GmbH, Strom aus ausschließlich erneuerbaren Energieträgern an und wurde dafür im März 2008 mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Derzeit tragen nur drei Anbieter in Österreich dieses strenge Gütesiegel in der Kategorie "Grüner Strom".

EN7 Initiativen zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs und erzielte Einsparungen

Zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs werden im Fuhrpark der EVN zunehmend erdgasbetriebene Fahrzeuge eingesetzt. Eine weitere Initiative ist die Reduktion der Reisetätigkeit durch verstärkten Einsatz von Videokonferenzen.

Aspekt: Wasser

EN8 Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen

Wassereinsatz 2009/10 2008/09 2007/081)
Trinkwasser (kommunale Versorger) m3 485.181 576.224 164.009
Brauchwasser (Grundwasser) m3 969.761 1.058.614 1.160.256
Kühlwasser (Oberflächenwässer) m3 270.319.000 269.179.237 324.339.038

Alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien 1) Daten ohne Bulgarien, Mazedonien

EN9 Wasserquellen, die wesentlich von der Entnahme von Wasser betroffen sind

Die EVN Anlagen beziehen in der Regel ihr Wasser über kommunale Versorger bzw. Grundwasserbrunnen. Der Kühlwasser-Durchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau betrug 2009/10 269,5 Mm³ und liegt somit mit 0,44 % unter 5 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau. Das durchschnittliche Jahresvolumen der Donau beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) beträgt 61.148 Mm³. 1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2006, BMLFUW

EN10 Anteil in Prozent und Gesamtvolumen an rückgewonnenem und wiederverwendetem Wasser

In den Kraftwerken werden Abwässer soweit als möglich als Prozesswässer wiederverwendet.

Aspekt: Biodiversität

EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten

Zur flächendeckenden Versorgung ist ein ausreichend dichtes Leitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiet ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, legt die EVN großen Wert auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität

Die EVN ist im Rahmen jedes Projekts bemüht, die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten und die im Umfeld der Projekte lebenden Tiere und Pflanzen zu schützen. Um mögliche schädliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt zu minimieren, werden zahlreiche Projekte durchgeführt:

Projekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich

Nestplattformen für Störche in Bulgarien und Mazedonien

Projekt zum Schutz der Königsadler und Jagdfalken mit dem Bulgarischen Verband für Vogelschutz (EU LIFE+ Programm)

Durch die Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert. Weitere Details zum Thema Biodiversität lesen Sie im Magazin ab Seite 62.

EN13 Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume

Siehe EN12.

EN14 Strategien, laufende Maßnahmen und Zukunftspläne für das Management der Auswirkungen auf die Biodiversität

Als laufende Maßnahme für das Management der Auswirkungen auf die Biodiversität bindet die EVN bei ihren Bauvorhaben eine ökologische Bauaufsicht ein. Siehe auch EN12.

EN15 Anzahl der Arten auf der Roten Liste der IUCN und auf nationalen Listen, die ihren natürlichen Lebensraum in Gebieten haben, die von der Geschäftstätigkeit der Organisation betroffen sind

Die EVN leistet in ihrem Wirkungsbereich einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität. Im Rahmen einer von der EVN beauftragten Habitatstudie am Standort Zwentendorf/Dürnrohr wurden 389 Tier- und Pflanzenarten am Areal gezählt, 35 davon befinden sich auf der "Roten Liste" in Niederösterreich, vier davon stehen europaweit unter Schutz.

Aspekt: Emissionen, Abwasser und Abfall

EN16 Gesamte direkte und indirekte Treibhausgasemissionen nach Gewicht

Die CO2 -Emissionen aus der Strom- und Wärmeproduktion haben einen Anteil von über 99,5 % aller durch die EVN verursachten Treibhausgasemissionen. Andere CO2 -Emissionen, die beispielsweise durch den Fuhrpark bzw. Dienstreisen entstehen, werden deshalb nicht gesondert ausgewiesen. Die EVN setzt zahlreiche Maßnahmen, um die betriebliche Energieeffizienz zu verbessern, sowie zur Emissionsreduktion auf Produktions- und Kundenseite.

Spezifische CO2-Emissionen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN1)2)

Bei allen Schadstoffen wurde eine Verbesserung der spezifischen Emissionen zum Vorjahr erreicht, womit der positive Entwicklungstrend der letzten Jahre fortgesetzt werden konnte. Der Rückgang der spezifischen CO2 -Emissionen ist auf den verstärkten Einsatz CO2 -armer Brennstoffe zurückzuführen. Die Verringerung der übrigen Schadstoffe ist zurückzuführen auf:

weniger Starts des Kraftwerks Korneuburg

  • die Inbetriebnahme der Energieverwertungszentrale 2 (EVZ 2; Dampflieferung) im Kraftwerk Dürnrohr und die damit verbundene Primärenergieeinsparung

  • eine bessere Ausnutzung des Fernwärmespeichers im Kraftwerk Theiß

Beim Fernwärmeversorgungsunternehmen TEZ Plovdiv in Bulgarien betrugen die spezifischen CO2 -Emissionen im Jahr 2009 0,315 t/MWh. Der Vergleich mit den österreichischen CO2 -Emissionswerten zeigt, dass die bulgarischen Werte deutlich unter denen der österreichischen Anlagen liegen. Der Grund dafür liegt im unterschiedlichen Produktmix der bulgarischen Anlagen verglichen mit österreichischen.

Die spezifischen CO2 -Emissionen des von der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG 2008/09 vertriebenen Stroms belaufen sich auf 248,23 g CO2 /kWh, absolut sind das 1,37 Mio. t CO2 .

EN17 Andere relevante Treibhausgasemissionen nach Gewicht

EN19 Emissionen von Ozon abbauenden Stoffen nach Gewicht

Methanemissionen können durch Leckagen bei der Erdgasversorgung entstehen. Die EVN ist bestrebt, Leckagen und Störfälle auf ein Minimum zu reduzieren. Ozon abbauende Stoffe werden bei der EVN nur in Spezialanwendungen und ausschließlich in geschlossenen Kreisläufen verwendet. Die Emissionen dieser Substanzen sind daher vernachlässigbar.

SF6
1)-Menge in geschlossenen Schaltanlagen und Trafostationen
2009 2008 2007
Gesamt kg 15.777 14.876 13.002

1) Schwefelhexafluorid

EN18 Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und erzielte Ergebnisse

Die EVN unternimmt ständig Anstrengungen, um die Emissionen zu senken. Erzielte Einsparungen können jedoch nicht konkret quantifiziert werden. Zwei aktuelle Maßnahmen werden nachfolgend vorgestellt:

Bereits am 1. Oktober 2009 wurde die 31 km lange Fernwärme-Transportleitung, die von Dürnrohr über den Perschlingkanal und das Traisental bis nach St.Pölten führt, in Betrieb genommen. Ab der Heizperiode 2009/10 werden zwei Drittel des Fernwärmebedarfs der Landeshauptstadt über diese Leitung bereitgestellt. Durch das Projekt können rund 21 Mio. m3 Erdgas pro Jahr und damit mehr als 40.000 Tonnen an CO2 -Emissionen in St.Pölten eingespart werden.

Anfang 2010 ging die Linie 3 der thermischen Abfallverwertungsanlage Zwentendorf/Dürnrohr in Betrieb. Durch die zusätzliche Kapazität von rund 200.000 t können künftig mehr als 500.000 t Hausrest- und Sperrmüll sowie Industrie- und Gewerbeabfälle pro Jahr ökologisch bestmöglich behandelt werden. Die Schadstoffe im Müll werden zerstört und wertvolle Energie gewonnen. Durch den Energieverbund mit dem Kraftwerk Dürnrohr werden jährlich 100.000 t Kohle und 10 Mio. m3 Erdgas eingespart. Ressourcenschonung, Verminderung von Emissionen und Treibhauseffekt, eine verbesserte Luftqualität in der Region und eine Verbesserung der CO2 -Bilanz sind das Ergebnis. Durch die Kombination mit dem Kraftwerk Dürnrohr erreicht die EVN Abfallverwertung Niederösterreich einen um 50 % höheren Wirkungsgrad als andere Müllverbrennungsanlagen.

EN20 NOx , SO2 und andere wesentliche Luftemissionen nach Art und Gewicht

Emissionsmengen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN1)

1) Jahresdurchschnitt der österreichischen Anlagen

EN21 Gesamte Abwassereinleitungen nach Art und Einleitungsort

Wenn sich Art oder Menge eines Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, hat die EVN im Falle eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung abgeschlossen. Dieser Vertrag enthält detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe, die erforderlichen Abwasseruntersuchungen usw. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch zahlreiche Abwasseremissionsverordnungen geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch externe akkreditierte Prüfanstalten prüfen.

EN22 Gesamtgewicht des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode

Verwertung Kraftwerksnebenprodukte

Entwicklung der Abfallmengen1) 2009/10 2008/09 2007/08
Gefährliche Abfälle t 12.036 10.518 837
Nicht gefährliche Abfälle t 121.638 97.557 13.181
Export gefährlicher Abfälle2)
Gefährliche Abfälle t 0 1863) 0

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte; bis inkl. 2007/08: EVN AG und EVN Netz GmbH; ab 2008/09 gesamter Konzern. Die Steigerung ist hauptsächlich auf die Einbeziehung der EVN Abfallverwertung (> 80 %) zurückzuführen.

2) EVN AG, EVN Netz GmbH, Bulgarien, Mazedonien

3) PCB-haltige elektr. Betriebsmittel zum Komplettrecycling nach Deutschland (davon stammen > 70 % aus Mazedonien)

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden in Österreich mittels Kontrakt an ausgewählte Entsorgungsspezialisten vergeben, die diese Abfälle gemäß österreichischem Recht entweder einer stofflichen bzw. thermischen Verwertung oder einer gesicherten Deponierung zuführen.

Flug- und Grobasche wird zu 100 % verwertet. REALIT wurde bis Oktober 2009 auf betriebseigenen Deponien abgelagert, ab November 2009 wird auch REALIT zu 100 % verwertet.

EN23 Umweltrelevante Zwischenfälle – Gesamtzahl und Volumen wesentlicher Freisetzungen

Im Berichtsjahr 1. Oktober 2009 bis 30. September 2010 gab es sechs umweltrelevante Zwischenfälle1), die geringe oder sehr geringe Umweltauswirkungen zur Folge hatten. Ein durch Sabotage verursachter Austritt von Öl einer Trafostation in Laa an der Thaya führte zu einer Bodenverunreinigung, und im Kraftwerk Mitterberg kam es zu einem geringen Austritt von Hydrauliköl. Durch Sofortmaßnahmen wurden in beiden Fällen aufgetretene Verunreinigungen durch Öle ohne weitere Gefährdung der Umwelt unverzüglich beseitigt. Die Ursachen für eine kurzzeitige Überschreitung des Grenzwerts an Ammonium im Ablauf der Kläranlage Großmugl/ Niederhollabrunn und eine bakterielle Verunreinigung eines Trinkwasserbrunnens im Kraftwerk Wienerbruck konnten durch geeignete Maßnahmen behoben werden. In Mazedonien gab es zwei umweltrelevante Zwischenfälle mit geringen Umweltauswirkungen: Ein Austritt von Trafoöl im Bereich KEC Kumanovo. Durch Sofortmaßnahmen wurde der Ölaustritt ohne weitere Gefährdung der Umwelt saniert. Wegen bakterieller Verunreinigung wurden die Ventile eines alten Wasserreservoirs in KEC Tetovo, welches mit dem Trinkwassersystem verbunden ist, geschlossen, und das Reservoir wurde entsorgt. Im Berichtsjahr wurden über die EVN keine Umweltstrafen verhängt.

1) Das Meldewesen für umweltrelevante Zwischenfälle umfasst Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

EN24 Gewicht des transportierten, importierten, exportierten oder behandelten Abfalls

Im Berichtsjahr wurden keine Abfälle außer Landes gebracht.

EN25 Bezeichnung, Größe, Schutzstatus und Biodiversitätswert von Gewässern und damit verbundenen natürlichen Lebensräumen, die von den Abwassereinleitungen und dem Oberflächenabfluss der berichtenden Organisation erheblich betroffen sind

Ein Großteil der Abwässer wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. In den Kraftwerken werden gering belastete Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.

Aspekt: Produkte und Dienstleistungen

EN26 Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen

Aufgrund des Unternehmensgegenstands der EVN betreffen Umweltauswirkungen der Produkte hauptsächlich Emissionen. Zur Vermeidung und Minimierung dieser Emissionen werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt. Unter anderem im Bereich Forschung und Entwicklung (siehe EU8). Weiters soll der Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50 % gesteigert werden, und es werden sowohl innerbetrieblich als auch auf Seite der Kunden/innen (durch Beratungsleistungen) Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt.

EN27 Anteil in Prozent der verkauften Produkte, bei denen das dazugehörige Verpackungsmaterial zurückgenommen wurde

Aufgrund des Unternehmensgegenstands nicht relevant.

Aspekt: Einhaltung von Rechtsvorschriften

EN28 Geldwert wesentlicher Bußgelder und Gesamtzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Rechtsvorschriften im Umweltbereich Im Berichtsjahr gab es keine relevanten Fälle.

Aspekt: Transport

EN29 Wesentliche Umweltauswirkungen, verursacht durch den Transport von Produkten und anderen Gütern und Materialien, die für die Geschäftstätigkeit der Organisation verwendet werden, sowie durch den Transport von Mitarbeitenden Siehe EN16.

Aspekt: Insgesamt

EN30 Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen, aufgeschlüsselt nach Art der Ausgaben und Investitionen

In die Umweltkostenrechnung wurden alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des EVN Konzerns in Österreich einbezogen. Relevanzkriterium waren einerseits Branche und andererseits zu erwartende umweltbezogene Gesamtausgaben über 10.000 Euro.

Grundlage der Erhebungen ist die "Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung" der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten, internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar.

Im Berichtsjahr betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 82,6 Mio. Euro. Sie setzen sich aus den Schadensbehebungskosten (z.B. Altlastensanierungskosten) sowie den Schadensvermeidungskosten (z.B. Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung) aufgeteilt auf Umweltmedien und Kostenkategorien zusammen. Aufgrund der umfangreichen Rauchgasreinigung liegen die höchsten Kosten im Bereich der Emissionsbehandlung.

Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkäufe, Dampf aus Abfall) beliefen sich im Geschäftsjahr 2009/10 auf 32,8 Mio. Euro.

Mio. Euro 2009/10 2008/09 2007/08
Kosten gesamt 82,6 66,1 56,4
Erlöse gesamt 32,8 35,7 9,1

Sector Supplements – Ökologie

EU13 Biodiversität der Ersatzflächen im Vergleich mit den betroffenen Flächen

Im Berichtsjahr existieren für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von 26,25 ha. Davon wurden bereits 7 ha für das Windkraftprojekt Tattendorf angelegt, dessen Fertigstellung für 2011 geplant ist. Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

Umweltkosten nach Kostenkategorien in %

Abfall- und Emissionsbehandlung

Intangible Kosten

(nicht eindeutig zuordenbar) Vorbeugende und sonstige

Umweltmanagementkosten

Forschung und Entwicklung

Umweltkosten nach Umweltmedien in %

Abfälle Biodiversität und Landschaft

Boden und Grundwasser

Abwasser

Lärm und Vibration

Sonstiges Strahlung 0 %

Einbezogene Firmen: Seit 2007/08: EVN AG, EVN Netz GmbH, EVN Wärme GmbH Seit 2009/10: EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., evn wasser Gesellschaft m.b.H., EVN Business Service GmbH

Soziale Leistungsindikatoren

Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung (LA1– LA14)

Die EVN verfolgt einen konsequenten und nachhaltigen Managementansatz im Bereich Personal. Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung, Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis, Arbeitsschutz, -gesundheit und -sicherheit, Aus- und Weiterbildung, Vielfalt und Chancengleichheit stehen dabei im Mittelpunkt.

Die EVN verpflichtet sich in allen diesen Aspekten zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO) und des UN Global Compact. Darüber hinaus bekennt sich die EVN ausdrücklich zu der im Juni 2003 herausgegebenen gemeinsamen Erklärung von Eurelectric und EPSU/EMCEF zum Thema Chancengleichheit und Vielfalt.

Zu den wichtigsten Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens, die im Berichtsjahr fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen u.a.:

  • Feedback- und Orientierungsgespräche

  • Entwicklung eines Frauenförderungsprogramms

  • EVN SUN Akademie

  • Group HR-Day

  • Traineeprogramm in Mazedonien

  • Lehrlingsförderung der EVN

  • Know-how-Transfer und Dialog zwischen den Konzerngesellschaften

  • Ideenmanagement

Details dazu lesen Sie auch im Magazin ab Seite 48.

LA1 Gesamtbelegschaft nach Beschäftigungsart, Arbeitsvertrag und Region

Bei der EVN AG und der EVN Netz GmbH sind alle Mitarbeitenden Angestellte; in Mazedonien und Bulgarien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern/innen unterschieden. Konzernweit liegt daher der Anteil der Arbeiter/innen bei rund 3,2 %.

Im EVN Konzern wird Leasing entweder als Integrationsleasing gesehen oder es werden Leasingmitarbeitende bei zeitlich befristeten Projekten oder zur Abdeckung von Arbeitsspitzen eingesetzt. Insgesamt waren im EVN Konzern in Österreich im Berichtszeitraum 114 Leasingmitarbeitende beschäftigt.

Im Sinne einer ausgewogenen Work-Life-Balance bietet die EVN ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeitarbeit oder Gleitzeitmodelle ohne Kernzeit. Die EVN beschäftigt im Berichtszeitraum durchschnittlich 262 Teilzeitkräfte, davon 230 in Österreich.

Weitere Informationen zum Thema Work-Life-Balance sind unter www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/Personalmanagement/ Work-Life-Balance.aspx zu finden.

Mitarbeitende nach Segmenten1) Anzahl 2009/10 2008/09 2007/08
Erzeugung 147 108 82
Netzinfrastruktur Inland 1.321 1.435 1.446
Energiehandel und -vertrieb 259 243 174
Energieversorgung Südosteuropa2) 5.630 6.036 6.560
Umwelt 524 496 456
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 656 619 624
EVN Gruppe gesamt 8.536 8.937 9.342

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Enthält Bulgarien, Mazedonien, Kroatien

Mitarbeiterkennzahlen 2009/10 2008/09 2007/08
Mitarbeiterstand1) Anzahl 8.536 8.937 9.342
davon Frauen % 22,5 22,9 22,4
davon Männer % 77,5 77,1 77,6
Menschen mit besonderen
Bedürfnissen
Anzahl 138 139 146
Lehrlinge2) Anzahl 64 82 78
Mitarbeiterfluktuation3) % 3,1 3,6 3,9
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Jahre 15,9 15,5 16,3
Durchschnittliches Lebensalter Jahre 43,3 43,4 43,3
Umsatz/Mitarbeitende/n EUR 322.411 305.138 256.583
Krankheitstage/Mitarbeitende/n Anzahl 10 10 9
Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz % 12,0 11,7 12,7

Betriebszugehörigkeit der Mitarbeitenden

1) auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Lehrlinge nur in Österreich aufgrund des dualen Ausbildungssystems

3) Exkl. Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie exkl. Pensionierungen

LA2 Mitarbeiterfluktuation

Im Berichtsjahr betrug die Mitarbeiterfluktuation 3,1 %. Nicht berücksichtigt sind hierin Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans und Pensionierungen. Aufgrund der insgesamt geringen Fluktuation erfolgt keine detaillierte Auswertung dieser Kennzahl.

LA3 Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden

Zusatzleistungen wie Krankenzusatzversicherung und Pensionskasse stehen allen Mitarbeitenden der jeweils beitragsleistenden Arbeitgeber der EVN Gruppe (z.B. EVN AG und EVN Netz GmbH) – unabhängig von Alter, Geschlecht und Ausmaß der Beschäftigung – gleichberechtigt zur Verfügung.

LA4 Prozentsatz der Mitarbeitenden, die unter Kollektivvereinbarungen fallen

Mehr als 90 % der Belegschaft der EVN werden durch Betriebsräte oder Gewerkschaften vertreten und hinsichtlich Entgelts durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt. Für Mitarbeitende von Vertragspartnern und Subauftragnehmern gilt die Integritätsklausel als Vertragsbestandteil. In dieser ist festgehalten, dass keine Diskriminierung oder Belästigung am Arbeitsplatz in jeglicher Art zulässig ist. Weiters werden die Bedingungen am Arbeitsplatz über die Punkte "Gesundheitsschutz", "arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften" und "Transparenz der Arbeitszeit und Entlohnung" thematisiert.

LA5 Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen

Die betriebliche Sozialpartnerschaft der EVN steht unter dem Motto "Überzeugung vor Zwang". Wesentliche unternehmerische Entscheidungen werden transparent im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN und auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen getroffen. Die Information bzw. Einbindung der Arbeitnehmervertretung ist dabei selbstverständlich. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen und Anpassungen im Personalbereich. Über die Organisationsänderungen der vergangenen Jahre beispielsweise wurden die Belegschaftsvertretung und betroffene Mitarbeitende weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus informiert. Neben der EVN selbst haben auch die größeren Unternehmen der EVN Gruppe eine eigene Belegschaftsvertretung und verstehen diese als Partner in einer konstruktiven Unternehmensführung. Betriebsratsvertreter haben im Aufsichtsrat ebenso Sitz und Stimme wie im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung.

Zur weiteren Integration der südosteuropäischen Tochterunternehmen und zur Verbesserung der Kommunikation wurde ein europäischer Betriebsrat eingerichtet. Er setzt sich aus je drei Mitgliedern aus Bulgarien und Österreich sowie einem aus Mazedonien zusammen. Die Wahl erfolgte am 12. September 2007. Der europäische Betriebsrat soll vor allem als Kommunikations- und Verständigungsplattform dienen. Die letzte Konferenz wurde am 28. und 29. Oktober 2009 in Plovdiv, Bulgarien, abgehalten.

Seit der Ernennung von Jugendvertrauensräten im Jahr 2008 haben auch die Lehrlinge ein Mitspracherecht im Betriebsrat und können ihre Anliegen einbringen.

An verschiedenen Standorten in Niederösterreich können Mitarbeitende und Führungskräfte Anliegen direkt an das Management weitergeben. Diese Treffen bieten neben den Betriebsversammlungen eine Möglichkeit zur direkten Kommunikation mit dem Vorstand. Regelmäßige Informationen über den Konzern und dessen Aktivitäten erhalten die Mitarbeitenden neben den laufenden Mitarbeiterinformationen durch die Mitarbeiterzeitung bzw. das Intranet.

LA6 Prozentsatz der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird

Mehr als 90 % der Belegschaft des EVN Konzerns werden durch Betriebsräte oder Gewerkschaften in Arbeitsausschüssen vertreten und entsprechend geschützt. Entsprechende Arbeits- und Sicherheitsausschüsse bestehen in Österreich, Mazedonien und Bulgarien. Diese Ausschüsse sind u.a. mit Betriebsräten oder Gewerkschaftern besetzt.

LA7 Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle nach Region

Die Anzahl der Arbeitsunfälle im gesamten EVN Konzern ging im Berichtsjahr um 28,2 % zurück. Es gab im gesamten Berichtszeitraum drei tödliche Arbeitsunfälle. Ein Mitarbeiter in Bulgarien geriet bei Reparaturarbeiten an einer beschädigten Leitung in den Stromkreis und zog sich so schwere Verletzungen zu, dass er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Weiters verunglückte in Bulgarien ein Mitarbeiter auf dem Nachhauseweg tödlich. In Niederösterreich erlitt ein Mitarbeiter der Bezirksleitung in Scheibbs ohne Eigenverschulden einen schweren Verkehrsunfall, an dessen Folgen er verstarb.

Die Anzahl der Bagatellunfälle (weniger als drei Krankenstandstage) stieg zwar um 25 %, jedoch sanken die leichten Unfälle um 60 %, die mittelschweren um 10 % und die schweren Unfälle um 34 %. Auch die Anzahl der Ausfallstage sank um 10 %. Die Tendenz rückläufiger Zahlen bei den leichten Unfällen, aber steigender Bagatellunfälle ist vor allem in Österreich und Deutschland zu erkennen. In den beiden südosteuropäischen Tochtergesellschaften stellt sich die Situation umgekehrt dar. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass aufgrund kultureller Unterschiede leichte Unfälle nicht gemeldet werden.

Die EVN bietet ihren Mitarbeitenden Vorsorgeuntersuchungen und diverse Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit an. Im Berichtsjahr absolvierten in Niederösterreich Mitarbeitende an 347 Schulungstagen Trainings zu Sicherheitsthemen, und 81 Mitarbeitende nahmen an Erste-Hilfe-Kursen teil. In Mazedonien absolvierten Mitarbeitende 449 Schulungstage zu Sicherheitsthemen, und 96 Mitarbeitende nahmen an Erste-Hilfe-Kursen teil. In Bulgarien wurden 5.256 Schulungstage von den Mitarbeitenden absolviert. In Österreich sind alle Mitarbeitenden über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen vertreten, welche Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten. In Bulgarien und Mazedonien soll der hohe europäische Standard unter Berücksichtigung der jeweils gültigen gesetzlichen Regelungen übernommen werden.

2009/10 2008/09 2007/08
Anzahl der Arbeitsunfälle1) 74 103 110
Anzahl der Ausfallstage 3.403 3.780 2.667

1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)

Brandstatistik 2009/10 2008/09 2007/08
Anzahl 6 11 8
Schäden Tsd. EUR 13,1 142,8 164,2

LA8 Schulung, Beratung und Gesundheitsvorsorge in Bezug auf ernste Krankheiten

Die EVN trägt Sorge für das Wohlergehen und die Sicherheit ihrer Beschäftigten und bietet eine weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehende arbeitsmedizinische Betreuung an. Das Angebot des betriebsärztlichen Dienstes der EVN wird von der Belegschaft gut angenommen. In Niederösterreich wurden bei der EVN AG und der EVN Netz GmbH im Geschäftsjahr 2009/10 851 Schutzimpfungen durchgeführt; 141 Mitarbeitende nützten die Möglichkeit einer Gesundenuntersuchung.

Die EVN arbeitet nicht in Ländern, in denen ein erhöhtes Risiko für übertragbare Krankheiten besteht. Für Ernstfälle wie eine Pandemie bestehen Konzernanweisungen. Die Konzernanweisung "Pandemievorsorge EVN" gilt für alle Konzerngesellschaften. Ziel der betrieblichen Pandemieplanung (insbesondere der Grippepandemie) ist es, ein Infektionsrisiko am Arbeitsplatz zu minimieren und so die Aufrechterhaltung der betrieblichen Infrastruktur und die Belieferung der Kunden/innen mit den Dienstleistungen der EVN sicherzustellen. Diese Anweisung regelt organisatorische, präventive und hygienische Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, im Fall einer Grippepandemie eine Ausbreitung der Grippe unter den Beschäftigten zu minimieren. Über die konkrete Umsetzung der Maßnahmen in den jeweils betroffenen Organisationseinheiten im Pandemiefall entscheiden die Abläufe des Krisenmanagements. Regelungen bezüglich des Aufbaus des Krisenmanagements in der EVN sind in einer gesonderten Anweisung geregelt.

Das umfangreiche Angebot an Schulungen zum Thema Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit und Brandschutz wurde beibehalten. Insgesamt haben 6.120 Mitarbeitende an 436 Schulungen mit sicherheitsrelevanten Inhalten teilgenommen. Die Schulung "Arbeiten unter Spannung" wurde 52-mal abgehalten, insgesamt 1.092 Mitarbeitende haben dieses Angebot genutzt. Weiters werden Spezialausbildungen wie z.B. der Umgang mit Absturzsicherung, Erste-Hilfe-Kurse oder Motorsägeführerkurse angeboten.

Weitere Informationen zur Gesundheitsvorsorge sind unter www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/Gesundheit.aspx zu finden.

LA9 Arbeitsschutzthemen und diesbezügliche Vereinbarungen, die mit Gewerkschaften verhandelt wurden

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in der gesamten EVN Gruppe einen hohen Stellenwert ein. So gibt es neben den gesetzlichen Vorschriften ein umfangreiches internes Regelwerk. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft sind bei Belangen der Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge miteinbezogen.

LA10 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeitende/n

Aus- und Weiterbildung 2009/10 2008/09 2007/08
Aufwand1) Mio. EUR 2,7 2,9 2,9
Durchschnittliches Bildungsbudget/Mitarbeitende/n EUR 314,1 324,5 314,9
Ausbildungsstunden/Mitarbeitende/n Std. 27,1 23,9 11,4

1) Seminargebühren, Trainer, E-Learning

Der Schwerpunkt bei der Aus- und Weiterbildung lag neben EDV-Schulungen und Fachseminaren auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen.

LA11 Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen

Die EVN ist sich des Stellenwerts von qualifizierten Mitarbeitenden bewusst und fördert die Entwicklung jedes einzelnen. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in allen Ländern eine sogenannte EVN Akademie eingerichtet. Weitere Angaben zu Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung siehe EU14 und LA10.

LA12 Mitarbeitende, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten

Nach einer Pilotphase wurden seit Februar 2010 sogenannte "Feedback- und Orientierungsgespräche" (FOG) in allen größeren österreichischen Konzernunternehmen durchgeführt. Regelmäßige Mitarbeitergespräche finden auch in Bulgarien statt. Das Ziel der FOG, die einmal im Jahr vorgesehen sind, ist mehr als die bloße Beurteilung durch den Vorgesetzten. Es geht neben Arbeitsverhalten und -qualität vor allem um die Vereinbarung konkreter Entwicklungsziele und -maßnahmen. Geführt werden die Gespräche von den unmittelbar Vorgesetzten, die speziell dafür geschult wurden.

LA13 Diversität der Mitarbeitenden und leitender Organe

Der Frauenanteil ist in technisch orientierten Unternehmen traditionell eher niedrig und beträgt in der EVN im Berichtsjahr 22,5 %. Im Berichtsjahr wurde der Startschuss für die Ausarbeitung eines Programms zur Förderung von Frauen in der EVN gegeben, erste Maßnahmen werden demnächst implementiert. So möchte die EVN verstärkt weibliche Mitarbeitende für sich gewinnen und qualifizierte Frauen im Unternehmen fördern.

Altersstruktur der Mitarbeitenden

Ausbildungsstruktur der EVN

Hochschule/Universität 20,6 %

  • Matura1) 12,1 %
  • Fachschulabsolventen/innen und Mitarbeitende mit Lehrabschluss oder Meisterprüfung 61,4 % Sonstiges 5,9 %
  • 1) Inkludiert aufgrund der länderspezifischen Ausbildungsstrukturen den höheren Schulabschluss in Mazedonien, der dem Maturaabschluss gleichzustellen ist.

Vor allem Mitarbeitenden mit Kindern versucht die EVN die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Flexible Arbeitszeiten (Gleitzeit ohne Kernzeit) und Teilzeitmodelle gehören dazu ebenso wie das Kontakthalten während der Karenzzeit. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, über die gesetzliche Karenzierung hinaus und mit Wiedereinstellungszusage bis zum 36. Lebensmonat des Kindes eine Freistellung in Anspruch zu nehmen. Auch Männer nutzen die angebotenen Möglichkeiten. Im Berichtsjahr waren drei Männer zur Kinderbetreuung freigestellt.

LA14 Lohnunterschiede nach Geschlecht

Zwischen Frauen und Männern bestehen keine Lohn- oder Gehaltsunterschiede.

Sector Supplements – Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

EU14 Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern

Zur Sicherung des zukünftigen Bedarfs an Fach- und Führungskräften setzt die EVN unterschiedliche Aktivitäten. Insbesondere im Bereich der Lehrlingsausbildung, des Talentemanagements und der Führungskräfteentwicklung werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt.

Lehrlingsausbildung

Die Ausbildung von Jugendlichen hat bei der EVN eine lange Tradition. Mit 1. September 2010 konnten sieben Lehrlinge ihre Lehre als Elektroinstallationstechniker bei der EVN beginnen, womit im Berichtsjahr im Durchschnitt 64 Auszubildende beschäftigt waren. Die theoretische Ausbildung in der Berufsschule und der praktische Einsatz im Unternehmen werden durch Seminare begleitet. Zudem fördert die EVN fachübergreifende Qualifikationen, wie etwa die Lehrausbildungen zum Gas- und Wärmetechniker. Nach dem Lehrabschluss unterstützen erfahrene Kollegen den Technikernachwuchs und stellen sicher, dass das Know-how im Unternehmen bleibt.

Talentemanagement

Führungspositionen werden bei EVN bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzt. Um qualifizierte Mitarbeitende zu fördern, fand vom 14. bis 19. September 2010 die erste EVN Summer University "EVN SUN 2010" mit 20 Teilnehmenden verschiedener Tochterunternehmen aus Österreich, Mazedonien und Bulgarien statt. Dabei handelt es sich um ein gemeinsam mit der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien entwickeltes Programm, das Teilnehmenden ermöglichte, in Form von Fallstudien und praktischen Aufgabenstellungen weit über ihr tägliches Aufgabengebiet hinauszublicken. Da dieses Programm konzernweit angeboten wurde, war die Arbeitssprache Englisch. Der Fokus der EVN SUN Akademie lag auf der Unterstützung vielversprechender junger Führungskräfte und ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Aufbau und zur Förderung von talentierten Mitarbeitenden.

Führungskräfteentwicklung

Die Führungskräfteentwicklung bildet einen wichtigen Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung der EVN Akademien in Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

EU15 Pensionierungen in den nächsten fünf bzw. zehn Jahren

Unter der Annahme des derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalters werden in den nächsten fünf Jahren rund 7 % der Mitarbeitenden und in den nächsten zehn Jahren rund 20 % der Mitarbeitenden in Pension gehen.

EU16 Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen

Die EVN arbeitet nur mit ausgesuchten Partnern, die vertraglich dazu verpflichtet sind, den Aufgaben entsprechend geschultes Personal einzusetzen. Geschultes EVN Personal wird z.B. als Baukoordinatoren oder Bauaufsichten eingesetzt, um diese Anforderungen während der Tätigkeiten zu überprüfen.

EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung

Insbesondere bei Wartungs- und Revisionsarbeiten sowie beim Bau neuer Kraftwerke und Leitungen werden zeitlich begrenzt Auftragnehmer und Sublieferanten eingesetzt. Insgesamt waren im Berichtsjahr mehr als 5.000 Auftragnehmer und Sublieferanten für die EVN im In- und Ausland tätig.

EU18 Anteil der Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben

Sicherheits- und gesundheitsrelevante Fremdleistungen (z.B. im Bereich Hoch- und Tiefbau) werden konzernweit über Rahmenverträge mit präqualifizierten Unternehmen durchgeführt. Die Anzahl dieser qualifizierten Firmen beläuft sich auf etwa 300. Für Österreich gilt: Alle Firmen, die Dienstleistungen an die EVN erbringen, müssen die Integritätsklausel der EVN als Vertragsgrundlage anerkennen. Diese als integrierende Bestellgrundlage schreibt, unter Punkt 4 "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz", die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz sowie den freien Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, geeigneten Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und Einschulung auf deren korrekten Gebrauch vor. Weiters müssen Firmen ihre Mitarbeitenden gemäß §14 ASchG und § 154 BauV unterwiesen haben. Dasselbe gilt für die von ihnen beauftragten Subunternehmer. Entsprechende Unterweisungsnachweise müssen unaufgefordert vorgelegt werden. Die Auftragnehmer bestätigen weiters, dass sie für die Abwicklung der beauftragten Arbeiten die entsprechende Befugnis und Befähigung haben. Für die internationalen Tochtergesellschaften gelten vergleichbare Gesetze und Prinzipien.

Menschenrechte (HR1–HR9)

Die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte der Ureinwohner hat einen bedeutenden Rang in der Werteskala der EVN.

Bereits im Jahr 2005 hat sich die EVN dazu verpflichtet, den Prinzipien des UN Global Compact Folge zu leisten und bekennt sich zur vollständigen Einhaltung der Menschenrechte an allen EVN Standorten. Die EVN lehnt insbesondere jede Form von Kinder- und Zwangsarbeit entschieden ab und erwartet dies auch von ihren Geschäftspartnern und Lieferanten.

Diese Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben und gelten für alle Mitarbeitenden in allen Geschäftsbereichen. Dazu kommt eine Integritätsklausel der Konzernfunktion Beschaffung, die Lieferanten und Auftragnehmer zu einer entsprechenden Einhaltung verpflichtet. Die Mitarbeitenden werden in einem im Berichtsjahr eigens entwickelten E-Learning über die Inhalte und die Umsetzung des Verhaltenskodex geschult. Künftig soll die Information und Schulung speziell jener Mitarbeitenden, die in Ländern mit geringer Einhaltung der Menschenrechte (Risikoländern) tätig sind, verstärkt werden. Die Kontrolle und Überwachung erfolgt durch die Führungskräfte. Die Agenden der Menschenrechte liegen im Verantwortungsbereich des Vorstands, der vom EVN Compliance Officer unterstützt wird.

Als international tätiges Unternehmen ist die EVN auch in Ländern mit einem weniger ausgeprägten Verständnis für Fragen der Menschenrechte tätig bzw. bezieht über den zentralen Einkauf fallweise Dienstleistungen, Materialien und Produkte von dort. Im sensiblen Bereich der Beschaffung von Textilien (Arbeitsbekleidung) wurde der Bezug aus Risikoländern im Zuge einer entsprechenden internen Regelung bereits ausgeschlossen. Stufenweise wird bei weiteren Produktgruppen ein solcher Ausschluss umgesetzt oder spezifische Kriterien und Maßnahmen eingeführt, die über die konzernweite Integritätsklausel hinausgehen bzw. diese umsetzen, indem zum Beispiel bei der Kohlebeschaffung in Polen und Russland eigene Untersuchungen und Kontrollen der Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen durchgeführt werden, bevor ein Auftrag erteilt wird.

HR1 Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln

Die Integritätsklausel der EVN gilt für alle Lieferanten (100 %) und ist unter www.evn.at/gruppe/lieferanten.aspx für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar. Die Integritätsklausel liegt jeder Bestellung und Ausschreibung bei und ist somit immer Vertragsbestandteil.

HR2 Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte

In selektierten Produktgruppen wie Textilien oder Materialien, wie beispielsweise Kohle und Stahl, wurden wesentliche Zulieferer und Auftragnehmer, vor allem aus Herkunftsländern außerhalb der EU, unter Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekten geprüft. Für die Angabe eines Prozentsatzes fehlt die Berechnungsgrundlage, es wird jedoch daran gearbeitet, die Verfahren zur Überprüfung der Nachhaltigkeit zu verbessern und sie im Zuge dessen auch quantifizierbar und im Zeitverlauf vergleichbar zu machen. Aus diesem Grund wurde im Berichtsjahr das bisherige, für die neuen Anforderungen nicht taugliche Prüfsystem aufgelassen; es soll durch ein neues Prüfsystem ersetzt werden.

HR3 Stundenanzahl der Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten

Im Rahmen des E-Learnings zum Verhaltenskodex, der neben dem Schwerpunkt Korruptionsvermeidung auch alle für das Unternehmen relevanten Menschenrechtsaspekte umfasst, sind pro Mitarbeitende/n 1,5 Stunden an Schulungsaufwand vorgesehen. Dies ergibt über den gesamten Rollout des E-Learnings 2011 bis 2013 eine Gesamtstundenzahl von 12.750. Der Anteil der Menschenrechtsagenden in diesem E-Learning-Programm beträgt rund 25 %, also im Schnitt 22,5 Minuten pro Mitarbeitende/n. Im Berichtsjahr haben 54 Führungskräfte diese Schulung im Rahmen eines Testlaufs absolviert. Für das projektierte Startjahr 2011 kann ein Durchschnittsplan von rund 1.150 Stunden errechnet werden, wobei zunächst rund 3.000 deutschsprachige Mitarbeitende des EVN Konzerns in Niederösterreich und Deutschland die Schulung absolvieren sollen. In den Folgejahren werden die Mitarbeitenden der Tochtergesellschaften im Ausland einbezogen und das Schulungsprogramm in ihrer jeweiligen Landessprache absolvieren. Somit beträgt die Gesamtsumme für den Menschenrechtsanteil dieses Schulungsprogramms über den Gesamtplanverlauf der kommenden drei Jahre (2011, 2012, 2013) 3.188 Stunden.

HR4 Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen

Im Berichtsjahr ist kein Fall von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder politischer Ansichten zu verzeichnen. Als eine der zentralen Schlüsselanforderungen internationaler Übereinkommen, nationaler Sozialgesetzgebung, sozialer Richtlinien sowie der ILO-Kernarbeitsnormen ist die Gleichbehandlung ein zentraler Faktor der Positionierung der EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Fälle von Diskriminierung würden aufs Schärfste verurteilt und entsprechend den Compliance-Richtlinien und Personalstatuten der EVN sanktioniert.

HR5 Ermittlung von Geschäftstätigkeiten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen erheblich gefährdet sein könnte

Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen ist ein wesentlicher Pfeiler der EVN und ihrer Tochtergesellschaften bei der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der ILO-Kernarbeitsnormen an allen Standorten ihrer Geschäftstätigkeit.

  • Die EVN und ihre Tochtergesellschaften üben keine Geschäftstätigkeiten aus, bei denen die freie Ausübung der Mitarbeiterrechte, speziell Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, gefährdet sein könnte.

  • In Österreich und den EU-Ländern sind diese Rechte durch gesetzliche Bestimmungen gewahrt.

  • Darüber hinaus hat die EVN neben einer bestehenden Belegschaftsvertretung in ihren österreichischen Konzerngesellschaften die Gründung eines EU-Betriebsrats unterstützt, der diese und andere Menschen- und Mitarbeiterrechte in den EU-Standorten der EVN wahrt, speziell in Bulgarien und in Mazedonien.

Eine Analyse der Länder oder geografischen Gebiete, in denen Risiken in Bezug auf die Einhaltung dieser Menschenrechte möglich sind, hat ergeben, dass als einziger Standort außerhalb der EU, an dem internationale EVN Tochtergesellschaften tätig sind, Russland von den maßgeblichen Institutionen als ein Risikoland im Bereich Menschenrechte bezeichnet wird, wobei insbesondere die oben genannten Rechte betroffen sein können.

Aus diesem Grund hat die Rechtsabteilung der EVN sich im Berichtsjahr intensiv mit den Fragen der Menschenrechte in solchen Risikoländern auseinandergesetzt und neben der eigenen Weiterbildung auf diesem Sektor dafür Sorge getragen, dass speziell die Führungskräfte in den russischen Tochtergesellschaften bzw. Standorten im Rahmen der internen Schulung zum EVN Verhaltenskodex angewiesen werden, auf die Einhaltung der Menschen- und Mitarbeiterrechte, speziell der oben angeführten, zu achten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Überprüfungen und Rückmeldungen haben ergeben, dass diese Rechte im Rahmen der Geschäftstätigkeit der EVN und ihrer Tochtergesellschaften in Russland nicht gefährdet sind. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Menschen- und Mitarbeiterrechte überprüft die EVN vor jedem internationalen Projekt die diesbezüglichen Risiken.

HR6 Ermittelte Geschäftstätigkeiten, bei denen ein erhebliches Risiko der Kinderarbeit besteht, und ergriffene Maßnahmen, um zur Abschaffung von Kinderarbeit beizutragen

Das Risiko der Kinderarbeit besteht für die EVN nur insofern, als verschiedene Produkte und Materialien über die Beschaffungsabteilung aus Ländern bezogen werden könnten, die zu den Risikoländern zählen. Die Beschaffung hat bereits eine Reihe von Schritten gesetzt, um dieses Risiko auf null oder nahe null zu senken. Ein großer Schritt dahingehend war die Einführung der Integritätsklausel, welche jeder Bestellung und jedem Vertrag der EVN zugrunde liegt. Des Weiteren wird bei Beschaffungsfällen, die hohes Potenzial an möglicher Kinderarbeit aufweisen, genauestens kontrolliert, wie das Beispiel eines Stahlrohrlieferanten aus der Türkei zeigt, wo im Zuge der technischen Präqualifikation auch eine Kontrolle auf Kinderarbeit und Einhaltung der Menschenrechte durchgeführt wurde. Hinzu kommen noch Vorbehalte in Textilausschreibungen, welche nur Produkte zulassen, die in der EU hergestellt werden. EVN ist in keinen Ländern mit Risiko auf Kinderarbeit tätig.

HR7 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit

EVN ist in keinen Ländern mit Risiko von Zwangsarbeit, mit Ausnahme von Russland, tätig. Dort wird über eine Reihe von Aktivitäten sichergestellt, dass Zwangsarbeit ausgeschlossen werden kann. Siehe auch HR6.

HR8 Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte

EVN ist in keinen Ländern mit Risiko von Übergriffen seitens des lokal angestellten Sicherheitspersonals, außer in Russland, tätig. Auf den russischen Anlagen ist jeweils eine Sicherheitskraft beschäftigt (mit Arbeitsvertrag). Alle Sicherheitskräfte wurden über den EVN Verhaltenskodex, welcher auch das Thema Menschenrechte behandelt, informiert. Übergriffe sind ausgeschlossen oder werden streng sanktioniert.

HR9 Verletzung von Rechten der Ureinwohner

EVN ist in keinen Ländern mit Ureinwohnern nach der Definition des GRI tätig.

Gesellschaft (SO1–SO8)

Die EVN verfügt über einen klaren Managementansatz in all jenen gesellschaftlichen Aspekten ihrer Geschäftstätigkeit, die Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsvermeidung, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Dieser Managementansatz ist im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben, siehe www.evn.at/verhaltenskodex.aspx.

SO1 Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten auf das Gemeinwesen

Die EVN versorgt über 3,6 Millionen Kunden/innen mit Strom, Gas und Wärme und leistet dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität. Die Leistungen stellen beinahe schon eine Notwendigkeit für den gewohnt hohen Lebensstandard in unserer modernen Gesellschaft und Wirtschaft dar. Die EVN versucht Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und die Menschen möglichst gering zu halten. Insbesondere Gesundheits- und Sicherheitsaspekte stehen dabei im Fokus. Für weitere Details zum sozial-gesellschaftlichen Engagement wird auf EC8 verwiesen.

SO2 Untersuchung von Korruptionsrisiken

Korruption wird als Risikofaktor des unternehmensinternen Risikomanagements der EVN geführt, und im Rahmen der Richtlinien des EVN Verhaltenskodex erfolgt hiezu eine einschlägige Unterrichtung. Explizit darauf hingewiesen wird, dass der EVN Verhaltenskodex zu 100 % bei den in Russland tätigen Gesellschaften angewandt wird. Es wird auch im Rahmen aller durchgeführten internen Revisionsprojekte auf das Vorliegen korruptionsrelevanter Sachverhalte geachtet.

SO3 Angestellte, die in der Antikorruptionspolitik und den -verfahrensweisen der Organisation geschult wurden

Im Berichtszeitraum wurden 50 leitende Angestellte in Methoden zur Vorbeugung von Korruption geschult. In Russland wurden ca. 30 Personen des Führungspersonals zum Verhaltenskodex der EVN und zusätzlich im Speziellen zum Thema Antikorruptionspolitik geschult.

SO4 In Reaktion auf Korruptionsvorfälle ergriffene Maßnahmen

Im Berichtsjahr lagen keine Fälle von Korruption vor. Übertretungen und Verstöße stellen eine Verletzung dienstlicher Pflichten dar; eine allfällige strafrechtliche Relevanz würde von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen sein. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, so würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeitende, die bei ihrer Arbeit unbeabsichtigt in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich direkt und rechtzeitig an den Compliance Officer der EVN zu wenden.

SO5 Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying

Die EVN hat im Berichtsjahr wie in den Vorjahren im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei Wirtschafts- und Fachverbänden und deren Gremien bzw. Arbeitsgruppen zu Fragen des Klimaschutzes und der Energieeffizienz nachhaltig Stellung bezogen und wird dies auch in Zukunft tun.

SO6 Gesamtwert der Zuwendungen (Geldzuwendungen und Zuwendungen von Sachwerten) an Parteien, Politiker Es lagen keine relevanten Fälle vor.

SO7 Anzahl der Klagen, die aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung erhoben wurden Im Berichtsjahr lagen keine Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung vor.

SO8 Wesentliche Bußgelder (Geldwert) und Anzahl nicht monetärer Strafen wegen Verstoßes gegen Rechtsvorschriften Es lagen keine derartigen Fälle im Berichtsjahr vor.

Sector Supplements – Gesellschaft

EU19 Einbeziehung der Stakeholder bei Entscheidungsprozessen im Bereich Energie und Infrastrukturentwicklung

Die EVN ist sich der gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit im In- und Ausland bewusst und berücksichtigt diese entsprechend den Richtlinien internationaler Vereinbarungen und nationaler Gesetzgebung, darunter insbesondere die Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen bei neuen Großprojekten. Die EVN unterstützt demzufolge die Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse, speziell im Bereich Energie und Infrastruktur.

EU20 Themenbereich Umsiedlungen

EU22 Umsiedlungen im Berichtsjahr

Die EVN lehnt jegliche Zwangsumsiedlung sowie physische und ökonomische Vertreibung ab und hält sich ansonsten an die internationalen Richtlinien bzw. an die nationale Gesetzgebung zu diesem Thema. Bei neuen Projekten wird grundsätzlich eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die diese Aspekte abdeckt. Im Berichtsjahr sind keine Umsiedlungen zu verzeichnen.

EU21 Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme

Die EVN verfügt in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit, insbesondere in Risikobereichen, die die Bevölkerung betreffen können, über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme. Es werden interne und externe Schulungen zum Krisenmanagement durchgeführt und Krisensituationen geübt. Die Mitarbeitenden im Störungsdienst werden laufend geschult, und es gibt jährliche Schulungen aller Diensthabenden sowie jährliche Sicherheitsunterweisungen für alle Mitarbeitenden.

Produktverantwortung (PR1–PR9)

Die Grundsätze der Produktverantwortung sind im EVN Unternehmensleitbild verankert und haben somit allerhöchsten Stellenwert: "Sowohl im Energie- als auch im Umweltgeschäft sind wir vorwiegend für Endkunden/innen tätig. Um ihren Erwartungen bestmöglich zu entsprechen, legen wir höchste Qualitätsmaßstäbe an – bei unseren Produkten ebenso wie im Service. Nachhaltige Leistung in der Strom-, Gas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung oder der thermischen Abfallverwertung setzt exzellentes Know-how, hohe Effizienz, modernste Infrastruktur und stetige Innovationsbereitschaft voraus. Im Sinn der hohen Verantwortung für unsere Ver- und Entsorgungsaufgaben gelten für die Tätigkeit und Führung unserer Gruppe anspruchsvolle Grundsätze. Die Einhaltung grundlegender ethischer Prinzipien sowie aller rechtlichen Anforderungen ist für uns dabei selbstverständlich." (Quelle: EVN Unternehmensleitbild)

Die Qualitätssicherung in Bezug auf Kundensicherheit und -gesundheit, transparente und informative Produkt- und Dienstleistungsbezeichnungen, eine Marktkommunikation, die das Verständnis der Produkte sowie Aspekte des Klimaschutzes und der gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber benachteiligten Gruppen sicherstellt, sowie die strikte Einhaltung des Datenschutzes der Kunden/innen werden umfassend berücksichtigt und laufend kontrolliert.

Die hohen Qualitätsstandards in der Kundenbetreuung wurden durch das österreichische Normungsinstitut bestätigt und nach der ÖNORM D 1020 für Call Center zertifiziert. Die ÖNORM D 1020 gibt Richtlinien für die Vorgangsweise bei der Durchführung von Kundenservicedienstleistungen vor. Dabei werden sowohl die Aspekte Mitarbeitende, Technologien, Prozesse als auch das Arbeitsklima generell bewertet.

PR1 Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen entlang des Produktzyklus

Die verantwortungsvolle Vorgehensweise der EVN im Rahmen des gesamten Produktzyklus – d.h. das EVN Qualitätsmanagement bei der (Weiter-)Entwicklung des Produktkonzepts, Forschung und Entwicklung, Zertifizierung, Herstellung, Produktion, Vertrieb, Marketing, Verkaufsförderung, Verwendung, Wartung, Entsorgung, Wiederverwendung und Recycling – gilt in vielen Bereichen als beispielhaft, insbesondere bei den ausländischen Aktivitäten der EVN und ihrer Tochtergesellschaften. Dies gilt insbesondere für eine nachhaltige Planung, Produktion und den Vertrieb von Elektrizität sowie die Qualitätssicherung der Netze und der Stromversorgung in jenen Gebieten, in denen die EVN tätig ist. Alle Produkt- und Dienstleistungskategorien werden zu 100 % und laufend nach den Prinzipien einer hundertprozentigen Produktverantwortung mittels einer umfassenden Qualitätssicherung in Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden/innen überprüft.

PR2 Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften

Im Berichtsjahr lagen keine Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften vor.

PR3 Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen

Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung auf den Rechnungen wird durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Umweltauswirkungen beim gesamten Primärenergiemix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG 2008/09 belaufen sich auf 248,23 g/kWh CO2 -Emissionen und 0 g/kWh radioaktiver Abfall. Im Vergleich weist die europaweite Zusammensetzung des Stroms (ENTSO – E1)) CO2 -Emissionen von 431,81 g/kWh und einen radioaktiven Abfall von 0,000780 g/kWh für das Jahr 2009 auf. (Quelle: E-Control, Stromkennzeichnungsbericht 2010)

1) European Network of Transmission Systems Operators – seit Juli 2009 Nachfolgeinstitution von UCTE

Rechnungstransparenz und Kundeninformation: Die Stromrechnung ist ein wesentliches Instru ment der Kundeninformation. Oestereichs Energie, die Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft, veröffentlichte im Sommer 2009 einen branchenweit abgestimmten Vorschlag zur Rechnungsgestaltung, welcher die Lesbarkeit und die Transparenz der Rechnungen für die Kunden/innen erhöhen soll. EVN hat diesen Vorschlag im Sommer 2010 vollinhaltlich umgesetzt.

Zusammensetzung des Strompreises in Niederösterreich1)

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh; inkl. "FreiTag", des Energiebonus der EVN KG, mit dem Privatkunden/innen bis zu einen Monat pro Jahr kostenlos Energie beziehen können.

Zusammensetzung des Gaspreises in Niederösterreich1)

Energiekosten 50,3 % (EUR 620,13) Netzkosten 23,4 % (EUR 288,53) Steuern und Abgaben 26,3 % (EUR 323,28)

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh; inkl. "FreiTag", des Energiebonus der EVN KG, mit dem Privatkunden/innen bis zu einen Monat pro Jahr kostenlos Energie beziehen können.

Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern der EVN KG

  • Wasserkraft1) 52,34 % (44,47 %)
  • Erdgas 19,82 % (24,95 %)
  • Kohle 16,85 % (19,19 %)
  • Feste oder flüssige Biomasse 4,46 % (5,21 %)
  • Wind- und Sonnenenergie 3,61 % (3,56 %)
  • Rest (Stromerzeugung aus thermischer Abfallverwertung der EVN Abfallverwertung, Erdöl und dessen Produkte, Biogas, Deponiegas, Klärgas und geothermische Energie) 2,92 % (2,62 %)
  • 1) Die enthaltene Energie aus Wasserkraft wurde zu 3,13 % (5,08 %) in Kleinwasserkraftwerksanlagen erzeugt.

Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern der evn naturkraft Energieerzeugungsgesellschaft m.b.H.

  • Wasserkraft (ausschließlich aus Kleinwasserkraftwerksanlagen) 74,99 % (75,17 %) Windenergie 18,88 % (18,60 %)
  • Feste oder flüssige Biomasse 3,07 % (2,91 %)
  • Sonnenenergie 2,17 % (2,48 %)
  • Biogas 0,82 % (0,76 %)
  • Deponie- und Klärgas 0,07 % (0,08 %)

PR4 Verstöße gegen Informationspflichten

Im Berichtsjahr lagen keine Verstöße gegen Informationspflichten vor.

PR5 Kundenzufriedenheit

Im Rahmen einer kontinuierlichen Überprüfung beobachtet die EVN seit mehreren Jahren die Entwicklung der Zufriedenheit ihrer Haushalts- und Gewerbekunden/innen. Im Jahr 2009 wurden rund 7.700 Haushaltskunden/innen und 1.200 Gewerbekunden/innen in Niederösterreich befragt. Anhand der gewonnenen Daten wird die Entwicklung der Zufriedenheit mit der EVN insgesamt sowie den relevanten Geschäftsfällen verfolgt und Verbesserungspotenziale aufgedeckt.

Die Gesamtzufriedenheit der EVN Haushaltskunden/innen liegt mit einem Mittelwert von 1,78 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) weiterhin auf gutem Niveau. Eine große Stärke der EVN bleibt die Versorgungssicherheit. Weitere Stärken sind der telefonische Kundenkontakt, die (Selbst-)Ablesung des Zählerstands und die Behebung von Störungen.

Wie bei den Haushaltskunden/innen zeigt sich auch bei den Gewerbekunden/innen nach wie vor eine hohe Kundenzufriedenheit. Die Gemeindekunden weisen mit einem Mittelwert von 1,69 den besten Wert aus, gefolgt von den Wärmekunden/innen (Mittelwert von 1,93), den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)/Kleinindustrie (KIs) (Mittelwert 2,17) und den "Small Offices and Home Offices" (SOHOs) (Mittelwert 2,18). Auch bei den Gewerbekunden/innen stellt die Versorgungssicherheit die entscheidendste Stärke der EVN dar. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf die Gesamtzufriedenheit ist die laufende Betreuung, die den wichtigsten Gegenpool zu den hoch wahrgenommenen Preisen darstellt. Neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis zählt sowohl bei den Haushaltskunden/innen als auch bei den Gewerbekunden/innen die Rechnung zu den wesentlichen Verbesserungspotenzialen.

Kundenzufriedenheit in Bulgarien und Mazedonien

In dem im Jahr 2007 eröffneten Customer Relations Center in Bulgarien wurden im Berichtsjahr monatlich durchschnittlich 50.000 telefonische Kundenanfragen und rund 1.000 Anfragen per E-Mail bearbeitet. Die laufende Optimierung der Prozesse und das eingesetzte Customer Relationship Management ermöglichen eine lückenlose Erfassung und Beantwortung der Anfragen innerhalb von fünf Arbeitstagen. Im Rahmen des EVN Beschwerdemanagements wurde rund 9.900 Kundenbeschwerden nachgegangen. Die sorgfältige Bearbeitung jedes einzelnen Falls zeigte auf, dass mehr als die Hälfte der eingegangenen Beschwerden entkräftet werden konnten. Eine weitere Serviceoffensive wurde mit dem "Mystery Shopping"-Programm eingeführt. Dabei bewerten "Testkunden/innen" die Qualität des Kundenkontakts. Im Berichtsjahr wurde erstmals eine groß angelegte Befragung auch mit Wärmekunden/innen durchgeführt – einige der erhobenen Optimierungsvorschläge wurden bereits realisiert.

In Mazedonien wurde das Call Center im August 2008 eröffnet. Im Berichtsjahr wurden täglich rund 1.000 telefonische Kundenanfragen verzeichnet, und knapp 300 Kundenbeschwerden werden monatlich durchschnittlich entgegengenommen. Im Berichtsjahr wurde weiter an der Optimierung der Prozesse gearbeitet, beispielsweise wurden Kundenfeedback-Boxen installiert. Parallel dazu wurden Vorbereitungen für ein weiteres Qualitätssicherungsprogramm BEST 2010 getroffen, das auf die Standardisierung, Transparenz und Qualität der angebotenen Services abzielt.

PR6 Gesetzeskonformität im Bereich der Werbung

Die EVN orientiert sich bei ihrer Werbung an den Zielen der Nachhaltigkeit und stellt Themen des Klimaschutzes, des Energiesparens und des Gemeinwohls in den Vordergrund ihrer

Besucherzahlen in den Infozentren der EVN

Dürnrohr/Zwentendorf Kraftwerk Ottenstein Kraftwerk Theiß 1) Aufgrund des Vollbetriebs während des Ausbaus der Abfallverwertungsanlage sowie der Baustelle konnte Besuchern/innen nur eingeschränkt Zugang gewährt werden. Neben den oben angeführten Besichtigungen in den Kraftwerken besichtigten im Berichtszeitraum 20 Schulklassen das Kleinwasserkraftwerk Dorfmühle an der Ybbs.

Thermische Abfallverwertung

Werbebotschaften. Die EVN lehnt Werbung ab, die nicht den allgemein anerkannten ethischen oder kulturellen Standards entspricht, die in die Privatsphäre eingreift oder versucht, besonders empfängliche Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder, zu beeinflussen.

PR7 Verstöße im Bereich der Werbung

Es lagen keine Verstöße im Bereich der Werbung vor.

PR8 Berechtigte Datenschutzbeschwerden

Keine relevanten Fälle im Berichtsjahr.

PR9 Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen

Keine relevanten Fälle im Berichtsjahr.

Sector Supplements – Produktverantwortung

EU23 Programme, um den Zugang zu Elektrizität und Kundenservices zu verbessern

EU24 Kundenservice und Beratung – Maßnahmen, um sprachliche, kulturelle, körperliche und andere Barrieren abzubauen Siehe Managementansatz zum Indikator Produktverantwortung.

EU25 Verletzungen und Todesfälle von Personen (Kunden/innen, Anrainer, allgemeine Öffentlichkeit)

Im Berichtsjahr musste die EVN insgesamt 14 Todesfälle und sieben Verletzungen von Kunden/innen, Anrainern bzw. der allgemeinen Öffentlichkeit verzeichnen: Infolge einer Gasexplosion in St. Pölten wurden fünf Personen getötet. Ein Zusammentreffen mehrerer Zufälligkeiten dürfte zu dem Unfall geführt haben. Die Ursache war vermutlich ein Kurzschluss in einem 20-kV-Erdkabel, durch welchen eine Gas-Hauszuleitung beschädigt wurde. Eine vollständige Klärung durch die Behörden steht noch aus. Im Rahmen der verschuldensunabhängigen Haftung für Schäden im Zusammenhang mit Erdgas hat die EVN einen Großteil der entstandenen Sachschäden bereits abgewickelt. In Österreich kam es bedauerlicherweise zu einem weiteren tödlichen Stromunfall: Der Verunfallte hantierte mit einer sehr langen Eisenstange in einem Brunnenschacht, übersah beim Herausziehen die 20-kV-Freileitung und geriet in den Stromkreis. Da die Bodenabstände der Leitung den Vorschriften entsprachen, ist von einem Alleinverschulden des Verunfallten auszugehen. Aus dem Titel "Gas- bzw. Stromunfallversicherung der EVN für ihre Optimakunden/innen" wird in beiden Fällen an den/ die Erben verschuldensunabhängig jeweils die dafür vorgesehene Summe im Ablebensfall ausbezahlt.

In Bulgarien gab es insgesamt fünf Todesfälle: einen Selbstmord, zwei Personen verunglückten beim Versuch, Kabel zu stehlen, tödlich, eine Person wurde infolge unerlaubten Zutritts zu einer Schaltanlage getötet. Weiters ist ein Arbeitnehmer eines beauftragten Unternehmens im Rahmen der Auftragsausführung ums Leben gekommen. Beim Versuch, Kabel zu stehlen, wurden zwei Personen verletzt, eine weitere Person erlitt durch einen Schaden an einem Hochspannungskabel Verletzungen. In Mazedonien gab es drei verletzte Personen und drei Todesfälle durch einen Lichtbogen beim Versuch, Kabel zu stehlen. Die Tochtergesellschaft der EVN, WTE in Deutschland, hatte einen Arbeitsunfall zu verzeichnen, bei dem ein Anlagenmitarbeiter auf einer Leiter abrutschte und abstürzte. Nach eigener Auskunft werden seine Verletzungen vollständig abheilen, bleibende Schäden sind nicht zu erwarten. Ursache für den Unfall waren weder unzureichende Sicherheitsmaßnahmen noch ein Verstoß gegen die Arbeitsschutzbestimmungen.

EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung

In allen Ländern mit Stromversorgung durch EVN kann von einer Vollversorgung ausgegangen werden.

EU27 Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen

Sollten Kunden/innen nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung und die Möglichkeit, Ratenzahlungen zu vereinbaren, an. Insbesondere in Bulgarien und Mazedonien sieht sich die EVN mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert, wobei im Berichtsjahr eine erhebliche Verbesserung im Zahlungsverhalten zu verzeichnen war. Die Einbringungsrate in Bulgarien konnte auf 96 % und in Mazedonien auf 90 % erhöht werden. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen jedoch gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen.

EU28 Häufigkeit von Stromausfällen

Aus regulatorischen Gründen erfolgt keine detaillierte Aufschlüsselung.

EU29 Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls

Aus regulatorischen Gründen erfolgt keine detaillierte Aufschlüsselung.

EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke

Abgesehen von Revisionen zur Erhaltung der technischen Sicherheit standen im Geschäftsjahr 2009/10 alle Anlagen der EVN lückenlos zur Verfügung.

Zusätzliche spezifische Kennzahlen aus Tochtergesellschaften

WTE

Die WTE hat im Jahr 2009 mit einer mittleren Reinigungsleistung von 90,3 %1) insgesamt rund 174,6 Mio. m³ Abwasser gereinigt, was ca. 2,2 Mio. Einwohnerwerten entspricht. Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil bereits in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet; der größte Teil wird bis zur Fertigstellung einer Klärschlammverbrennungsanlage zwischenzeitlich deponiert.

EVN Wasser

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2009/10 493.000 Personen über 2.110 km Transport- und Verteilleitungen mit 26,1 Mio. m³ Trinkwasser versorgt. Weiters hat die EVN Wasser im Geschäftsfeld Abwasserreinigung rund 1,7 Mio. m³ Abwasser mit einer mittleren Reinigungsleistung von 95,2 %1) geklärt.

1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor

CSR-Maßnahmenprogramm

Das CSR-Maßnahmenprogramm orientiert sich an den Handlungsfeldern der CSR-Wesentlichkeitsmatrix (siehe Seite 104) unter Berücksichtigung der bisherigen Ziele. Neue Maßnahmen wurden unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche im Rahmen der Nachhaltigkeitsprozesse definiert. Das Maßnahmenprogramm ist ebenfalls unter www.verantwortung.evn.at abgebildet.

Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2010
Handlungsfeld: Klimaschutz
Bau einer 836-kW-Photovoltaikanlage in
Ausbau der erneuerbaren Energien Blatets, Bulgarien Dez. 2009 Maßnahme abgeschlossen
Bau einer 50-MW-Windkraftanlage Eine Windkraftanlage wurde
errichtet; derzeit Baustopp
zur Klärung rechtlicher
in Kavarna, Bulgarien Anfang 2010 Angelegenheiten
Umbau des Wasserkraftwerks Schütt April 2011 In Bau
Bau des Wasserkraftwerks Schaldorf Herbst 2012 Neue Maßnahme
EMAS-Ziel Optimierung der Biomasseverbren
nung im Hinblick auf Aschequalität
und minimierte Rauchgasemissionen
Erstellung einer integrativen Input/Output
Studie zur Erfassung von Zusammen
hängen zwischen Verbrennungsparametern,
Brennstoffeinsatz und Qualität von Aschen
und Emissionen
Sep. 2010 Maßnahme abgeschlossen
Forcierung alternativer Antriebe
und Kraftstoffe
Beobachtung und Untersuchung der Markt
entwicklungen im Bereich Elektromobilität;
Mitarbeit an Umsetzungsprojekten
laufend Projekt Wachau in Umsetzung,
Teilnahme in der Plattform
"Austrian Mobile Power" und
an Forschungsprojekten
Handlungsfeld: Ressourcenschonung
Steigerung der Wirkungsgrade
Optimierung des Startvorgangs im Kraftwerk
Korneuburg sowie Emissionsreduktion und
Gaseinsparungen im Kraftwerk Dürnrohr
durch Optimierung der Fernwärmeabgabe
laufend Laufende Maßnahme
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Kraftwerk
Theiß durch Verbesserung bzw.
Adaptierung der Lüftungs- und
Kälteanlagen
Einbindung der vorhandenen zentralen
Klimaanlage in den Kühlkreislauf des Be
triebsgebäudes und dadurch Ersatz von elf
Stück mit R22 betriebenen Kleinklimageräten
Sep. 2011 Maßnahme läuft nach Plan
Energieeffizientes Bauen Errichtung eines energieeffizienten
Kundenzentrums in Primorsky, Bulgarien
(Baubeginn Okt. 2009)
Sep. 2012 Maßnahme abgeschlossen
(Übersiedelung der
Mitarbeitenden im Nov. 2010)
Sensibilisierung der Kunden/innen
für einen bewussten Umgang mit
Energie in Bulgarien
Mobile Energieberatung,
Informationskampagne
laufend Laufende Maßnahme
Sensibilisierung der Kunden/innen
für einen bewussten Umgang mit
natürlichen Ressourcen
Kampagne unter dem Motto
"Werden Sie die Natur retten, indem Sie
Informationen über Ihre Rechnung per
E-Mail, E-Rechnung oder SMS erhalten?"
laufend Neue Maßnahme
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2010
Handlungsfeld: Ressourcenschonung
Steigerung der Anzahl von erdgas
betriebenen Fahrzeugen im privaten,
gewerblichen und kommunalen
Einsatz auf den Straßen
Steigerung der Auslastung der öffentlichen
CNG-Betankungsanlagen durch Intensivieren
der Vertriebsaktivitäten bei Fuhrparkbetrei
bern aller Art. Konzentration auf jene An
wendungsfälle, wo auch klare ökonomische
Vorteile für den Fuhrparkbetreiber dargestellt
werden können. Schließen von "weißen Fle
cken auf der CNG-Landkarte", sprich Errich
tung von weiteren ausgesuchten Tankstellen.
Steigerung der Tankstellenverfügbarkeit bzw.
Reduktion von Ausfallszeiten
laufend Insgesamt bereits
170 öffentliche CNG-Tankstellen
in Österreich (davon
31 in Niederösterreich)
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Bereich
der Warte des Kraftwerks Theiß
Austausch der Großbildschirme, der Rechner
und der dazugehörigen Monitore sowie des
Wartepults in der Warte des Kraftwerks
Theiß durch energiesparende und effiziente
Bildschirme und Rechner (erwartete Einspa
rung von 50.000 kWh Energie pro Jahr)
2011 Neue Maßnahme
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Bereich
der Flugwarnbefeuerung
Umrüstung der Flugwarnbefeuerung
am Kamin des Kraftwerks Dürnrohr auf
energiesparende und langlebige LED
Technik und dadurch Einsparung von rund
20.000 kWh Beleuchtungsenergie pro Jahr
sowie Reduzierung des Wartungsaufwands
2010 Neue Maßnahme
EMAS-Ziel Ressourceneinsparung im Bereich
der Biomasseanlagen der
EVN Wärme GmbH
Verwertung von 20% der anfallenden
Biomasseasche pro Jahr als wertvoller
Ersatzstoff und somit Einsparung von
Ressourcen, treibhausrelevanten Emissionen
und Deponierungskosten
Erster
Zwischenstand:
Sep. 2011
Neue Maßnahme

Handlungsfeld: Versorgungssicherheit und faire Preise

Steigerung des konzernweiten
Eigendeckungsgrads auf 40%
bis 60% der Stromabsatzmenge
Realisierung von Kraftwerksprojekten
im In- und Ausland
laufend Bestandteil der Strategie 2020
Ausreichende und sichere Verfüg
barkeit von Primärenergieträgern
Langfristige Beschaffung, Lagerhaltung von
Kohle, Speicherung von Gas
laufend Laufende Maßnahme
Laufende Preisgleitung –
Vermeidung von über längere
Zeiträume kumulierten Preissprüngen
gegenüber Kunden/innen
Koppelung der Energielieferpreise OPTIMA
Strom/Gas für Privatkunden/innen an einen
Österreich-Strompreisindex (ÖSPI)
laufend Laufende Maßnahme

Handlungsfeld: Verantwortungsvoller Arbeitgeber

Verbesserung der Zufriedenheit
und der Unternehmensidentifikation
der Mitarbeitenden
Einführung von Feedback- und
Orientierungsgesprächen
laufend Einführung abgeschlossen;
Gespräche werden jährlich
durchgeführt
Förderung des Gesundheits
bewusstseins der Mitarbeitenden
Erste-Hilfe-Kurse und
Vorsorgeuntersuchungen
laufend Laufende Maßnahme
Geschlechtergerechte Sprache
im Unternehmen
Anpassung der internen Dokumente, Formu
lare und allgemeinen Geschäftsbedingungen
laufend Laufende Maßnahme
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2010
Handlungsfeld: Menschenrechte und Korruptionsvermeidung
Verhaltenskodex für den gesamten
EVN Konzern
Implementierungs- und Vermittlungskonzept
sowie Schulungen
Mär. 2010 Maßnahme größtenteils
abgeschlossen
Bewusstseinsbildung der Mitarbeiten
den und aktiver Beitrag zur Einhaltung
der Menschenrechte und Vermeidung
von Korruption
Schulungen durch E-Learning-Module
zu Menschenrechten und Antikorruption
sowie Erstellung von Präventions
maßnahmen
Sep. 2010 Verzögerung
Handlungsfeld: Stakeholderdialog
Kontinuierlicher Dialog mit allen
Stakeholdern
Konkretisierung sowie Umsetzung des
ausgearbeiteten Stakeholderkonzepts
Sep. 2011 Stakeholderbefragung im
November 2010
Einführung eines EVN Kundenbeirats Apr. 2011 Neue Maßnahme
CSR-Unternehmensplattform
und Austausch im Rahmen von
externen CSR-Veranstaltungen
Aktive Kommunikation und Kooperation mit
anderen Unternehmen, Organisation von
und Teilnahme an CSR-Veranstaltungen
laufend Teilnahme u.a.: UNGC COP
Working Group, CSR-Tag 2010,
ÖGUT Zukunftsdialog 2035
Bewusstseinsbildung im Unternehmen
sowie laufende Optimierung der CSR
Organisation und -Kommunikation
Schulungen, Workshops und Erfahrungs
austausch, interne Kommunikation
laufend Zweimal jährlich Durchführung
eines CSR-Erfahrungsaustauschs
Berichterstattung nach GRI Integration der GRI-Kennzahlen von
Bulgarien und Mazedonien, Electric Utility
Sector Supplement für EVN interpretiert
laufend Weitere Integration der Tochter
gesellschaften in Südosteuropa;
Anwendung der Branchen
indikatoren ab dem Berichtsjahr
2008/09

Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement

Erhöhung der Sicherheit beim
Umgang mit Strom in Mazedonien
Nationale Schulwettbewerbe sowie
Unterrichtsstunden zum Thema
laufend Aufklärung in 250 Schulen bzw.
von rund 30.000 Kindern
Tenniswochenende für Kinder
"Master your Energy! Turn it into
health, knowledge and skills."
Alle drei Monate in den nächsten drei Jahren
werden in Bulgarien Tenniswochenenden
für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren
durchgeführt, wobei die EVN nicht nur den
Auszeichnungsfonds für die Dauer des Tennis -
wochenendes, sondern auch die Trainings
schulung von 120 Kindern sicherstellt
2013 Neue Maßnahme
Erhöhung der Sicherheit beim
Umgang mit Strom in Bulgarien
Projekt "Energieeffizienz in Schulen" für
174 Schulklassen (2. und 3. Schuljahr)
laufend Aufklärung von 174 Schulklassen
von 14 Städten bzw. 4.100
Schüler/innen; Durchführung
eines Schulwettbewerbs
Erhöhung der Sicherheit beim Um
gang mit Strom in Niederösterreich
Bewusstseinsbildung bei Kindern
und Jugendlichen
laufend Laufende Maßnahme
Energiesparen im alltäglichen Leben
der Kinder in Niederösterreich
Energiesparaktion in den Schulen;
Klassenplaner zum Thema Energiesparen;
2. Erweiterung des Kindergartenprojekts
zum Thema Energiesparen
laufend Laufende Maßnahme
Verstärkte Kooperationen
mit NGOs/NPOs
Teilnahme beim Marktplatz "Gute Geschäfte",
Umsetzung der abgeschlossenen Geschäfte
mit Rotem Kreuz und Caritas
Sep. 2010 Maßnahme abgeschlossen
Fokussierung der Sozialsponsoring
aktivitäten auf Projekte zur Kinder- und
Jugendförderung in Niederösterreich
Dotierung des EVN Sozialfonds mit
jährlich 100.000 Euro
laufend Laufende Maßnahme
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2010

Handlungsfeld: Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Wertorientiertes Wachstum
in Zentral- und Osteuropa
Integration und Weiterentwicklung der
Geschäftsfelder, Ausschöpfung von Synergie
potenzialen, wertorientierte Investitions
entscheidungen bei neuen Projekten
laufend Laufende Maßnahme
Weiterentwicklung von
Dokumentation und Kontrolle der
Prozesse der Finanzberichterstattung
Stufenweise Implementierung des
Risikoorientierten Internen Kontrollsystems
(RIKS)
laufend Organisatorische Umsetzung
abgeschlossen; erster RIKS
Bericht erfolgte mit Ende des
Geschäftsjahres 2009/10
Einführung eines
Nachhaltigkeitscontrollings
Integration des Nachhaltigkeitsrisikos in
das Risikomanagement, Verbesserung der
Darstellung des Kosten-Erfolg-Verhältnisses
und CSR-Nutzens
Sep. 2010 Maßnahme teilweise
abgeschlossen
Erweiterung der
Wirtschaftlichkeitsrechenmodelle
um Nachhaltigkeitsaspekte
Anfrage bei Fachabteilung und Gründung
einer Arbeitsgruppe
Sep. 2011 Maßnahme noch nicht
begonnen

Handlungsfeld: Integration und Expansion SEE

Integration, Modernisierung
und Expansion
Interne Veranstaltungen und bereichs- und
länderübergreifender Know-how-Transfer;
Prüfen weiterer Expansionsmöglichkeiten
laufend Laufende Maßnahme,
bspw. EVN SUN Akademie
Etablierung von CSR-Standards Kommunikation und Austausch mit den Ver
antwortlichen in Bulgarien und Mazedonien
laufend Aufbau einer
CSR-Organisationsstruktur;
Integration mittels CSR-Coach
Sensibilisierung der Kunden/innen
für einen bewussten Umgang
mit Energie in Bulgarien
Aufklärung durch Energiesparkampagnen,
Medien (TV-Spots, Zeitungen), Folder und
auf der EVN Website
laufend Energiesparkampagne
abgeschlossen
Sensibilisierung der Kunden/innen
für einen bewussten Umgang
mit Energie in Mazedonien
Aufklärung durch Energiesparkampagnen,
Folder und Tipps auf der EVN Website sowie
Auskunft via Service-Hotline
laufend Aufklärung der Kunden/innen in
Schulprojekten, Workshops mit
Roma zum bewussten Umgang
mit Energie

Handlungsfeld: Interner Ressourcenverbrauch

Effizienter Umgang mit
CO2
-Emissionen
Konzernweites Mobilitätskonzept Sep. 2011 Projektauftrag ausgearbeitet;
nächster Schritt ist die
Formation des Projektteams
Optimierung des Ressourceneinsatzes
am Arbeitsplatz
Erhebung des Ist-Zustands vom EVN weiten
Energie- und Betriebsmittelverbrauch zur
Evaluierung weiterer Maßnahmen
laufend Laufende Maßnahme
Emissionseinsparungen bei EVN
Publikationen und Veranstaltungen
Klimaneutrale Hauptversammlung und
klimaneutrales Drucken von Geschäfts-,
Nachhaltigkeits- und Quartalsberichten
laufend Hauptversammlung 2010
klimaneutral abgehalten;
Berichte klimaneutral gedruckt
Sensibilisierung der Mitarbeitenden
in Bulgarien zum schonenden
Umgang mit Ressourcen
Projekt "Code grün" (Handyrecycling,
Tonerentsorgung, Recyclingpapier etc.)
laufend Recycling von mehr als
1.200 Handys und über
350 Tonern
Nachhaltige Ausrichtung der
Beschaffung
Externe Studie zum Thema "Umwelt- und
Soziallabels" der Österreichische Gesell
schaft für Umwelt und Technik (ÖGUT)
Sep. 2010 Maßnahme abgeschlossen
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2010
Handlungsfeld: Umweltmanagement
Reduktion der NOx
-Emissionen
im Kraftwerk Dürnrohr ab 2010
im Jahresdurchschnitt um 25%
gegenüber dem gesetzlich
vorgeschriebenen Wert
Freiwillige Vereinbarung NOx
: Trotz Alter
der Anlagen, zusätzlicher Anforderungen
etc. wird dieses Ziel nachhaltig beibehalten
durch:
> Katalysatorwaschen zur Erhöhung
des Abscheidegrads
> Einkauf von Kohlesorten mit
niedrigem Stickstoffgehalt
> Primärmaßnahmen wie z.B. die
Optimierung der Feuerung
laufend,
ab 2010
Primärmaßnahmen
abgeschlossen
Vogelschutz in Bulgarien
und Mazedonien
Sicherung von Storchennestern und Errich
tung von Nestplattformen in Mazedonien
laufend Seit 2009 Installation von
811 Schutzisolationen und
649 Plattformen
Isolierung von gefährlichen Masten und
Leitungen durch Unterstützung des Projekts
des bulgarischen Vogelsschutzvereins
(BDZP, birdlife) "Bewahren des Königsadlers
und des Jagdfalken"
2013 Neue Maßnahme
Erfassung aller umweltbezogenen
Kosten im Konzern mittels
verursachergerechter Zuordnung
zu Kostenstellen
Auswertung betrieblicher
Umweltkosten nach IFAC
Dez. 2010 Maßnahme läuft nach Plan
Betrieblicher Umweltschutz in
Bulgarien und Mazedonien
Aufbau von Dokumentationssystemen
im Umweltcontrolling
Jun. 2010 Aufgrund vorgezogener
Themen zu Legal Compliance
Meilenstein verschoben
EMAS-Ziel Kontinuierliche Verbesserung der
Anlagenkennzahlen in den Fernheiz
werken der EVN Wärme GmbH
Laufende Erhöhung der Datenqualität, Er
fassung und Kontrolle der Daten, Einführung
von Bewertungsmodellen zur Optimierung
im Rahmen des technischen Controllings
und damit Erreichung einer Verbesserung
der Anlagenkennzahlen, wie zum Beispiel
Anlagenwirkungsgrad und Netzverluste, um
1% pro Jahr in sämtlichen Fernheizwerken
und Fernwärmenetzen
mehrjähriges
Ziel
Neue Maßnahme

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Dr. Theodor Zeh (Vorsitzender)

Reinhard Dayer, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich

Rudolf Friewald, Bürgermeister der Marktgemeinde Michelhausen

Univ.-Prof. i. R. Dipl.-Ing. Dr. techn. Dr. h.c. Albert Hackl, Lehrbeauftragter am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien

Dr. Eva Hager, Leiterin der Abteilung III.7 "Internationale Energiefragen" im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (seit 24. Februar 2010)

Dr. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 (seit 24. Februar 2010)

Vorstandsdirektor Mag. Herbert Kaufmann, Sprecher des Vorstands der Flughafen Wien AG

Vorstandsdirektor Baurat h.c. Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa, Mitglied des Vorstands der VERBUND-Austrian Power Grid AG

o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Dr. h.c. Helmut Kroiss, Vorstand des Instituts für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien

Ing. Hermann Kühtreiber, Bürgermeister der Marktgemeinde Zwentendorf

Mag. Günther Leichtfried, Bürgermeister der Stadtgemeinde Wieselburg, Abgeordneter zum NÖ Landtag (bis 3. Mai 2010)

Dipl.-Ing. Georg Mayer, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich

a.o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Ernst Pucher, Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der Technischen Universität Wien

Gerhard Razborcan, Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag (seit 9. Juni 2010)

Ingeborg Rinke, Bürgermeisterin der Stadtgemeinde Krems, Abgeordnete zum Niederösterreichischen Landtag

Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA, Konzernarzt der EVN AG, Regionalmanager der NÖ Landeskliniken-Holding für die Region Mostviertel

Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten

Hofrat Adolf Stricker

Christa Vladyka, Abgeordnete zum Niederösterreichischen Landtag

Dipl.-Ing. Paul Weiß, Landwirt

Wirkl. Hofrat Dr. Heinz Zimper, Bezirkshauptmann für den Bezirk Baden

Arbeitnehmervertreter

Gerhard Felberbauer Mag. Dr. Monika Fraißl Ing. Walter Rehwald

Bestätigung des Wirtschaftsprüfers

Wir wurden von der EVN AG beauftragt, jene Finanzkennzahlen, die im Nachhaltigkeitsbericht der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 enthalten sind, zu verifizieren. Für die Aufstellung des Nachhaltigkeitsberichts ist die Unternehmensleitung der EVN AG verantwortlich.

Auf der Grundlage des uns erteilten Auftrages erteilen wir folgende Bestätigung:

Die im Nachhaltigkeitsbericht enthaltenen Finanzkennzahlen sind Auszüge aus den von uns geprüften Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten der EVN AG zum 30. September 2010 bzw. 30. September 2009, die nach International Financial Reporting Standards aufgestellt wurden, und denen wir jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt haben. Jene im Nachhaltigkeitsbericht angegebenen Finanzkennzahlen, die sich im Konzernabschluss und Konzernlagebericht wiederfinden, sind zutreffend wiedergegeben.

Wir weisen jedoch darauf hin, dass für das Verständnis der Finanzkennzahlen auch die Konzernabschlüsse und Konzernlageberichte samt den Erläuterungen für die Geschäftsjahre 2009/10 und 2008/09 herangezogen werden sollten.

Wien, am 22. November 2010

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Bescheinigung des Umweltgutachters

Umfang und Kriterien der Bescheinigung

Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) wurde von der EVN AG beauftragt, den Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2009/10 entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Vertragspartnern zu verifizieren. Entsprechend diesen Vereinbarungen bezieht sich die Prüfung auf alle Aktivitäten des Unternehmens in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserver- und -entsorgung sowie Abfallverbrennung. Geographisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten der Tochtergesellschaften in Österreich, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren europäischen Ländern. Zur Überprüfung wurde als Prüfkriterium der GRI G3 Standard (2006) sowie der GRI-Branchenstandard (Electric Utility Sector Supplement) herangezogen. Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.

LRQA – Vorgangsweise der Überprüfung

Im Rahmen unserer Überprüfung haben wir ausreichende Nachweise erhalten, die wir als notwendig erachteten, um eingeschränkte, nicht absolute "Assurance" zu testieren. Bei der Überprüfung wurden, mit Ausnahme der EMAS-registrierten Standorte der EVN, die Daten nicht bis zu deren Quelle verfolgt. Unsere Vorgehensweise erfolgte in Anlehnung an die ISAE 3000, basierte auf den wesentlichen Risiken, der stichprobenartigen Überprüfung von verfügbaren Daten und Aussagen im Head Quarter der EVN sowie Interviews mit den verantwortlichen Personen zur Daten- und Informationssammlung sowie der Überprüfung

  • der CSR-Wesentlichkeitsmatrix

  • des EVN Daten- und Informationsmanagementsystems

  • der Verwendung der Daten im EVN Entscheidungsfindungsprozess

  • des Prozesses zur Zielfindung und des Monitorings

  • der Selbstdeklaration der EVN zur Übereinstimmung mit dem A+ Level der GRI G3 Richtlinien.

LRQA – Zusammenfassendes Prüfungsergebnis1)

Der Nachhaltigkeitsbericht der EVN erfüllt die Anforderungen nach GRI A+. Im Rahmen unserer Untersuchungen haben wir nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt. Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass

  • die EVN keine wesentliche Aspekte hinsichtlich ihrer umwelt- und sozialen Leistung im Bericht nicht behandelt hat und

  • der Prozess der Nachhaltigkeitsberichterstattung keine falschen Daten oder Informationen liefert.

LRQA's Empfehlungen für Verbesserungen

Die EVN hat alle unsere, in der Bescheinigung vom 20. November 2009, angeführten Empfehlungen berücksichtigt. Im Rahmen unserer diesjährigen Prüfung haben wir das folgende Verbesserungspotenzial festgestellt

  • Die Inhalte des Nachhaltigkeitsberichts sollten dahingehend überprüft werden, dass alle Aspekte ausgewogen und angemessen dargestellt sind. Gegenwärtig liegt die stärkere Betonung auf umwelt- als auf sozialen Aspekten.

  • Emissionsdaten von Kraftwerken außerhalb Österreichs sollten ebenfalls in absoluten Mengen berichtet werden.

  • November 2010

Im Auftrag von LRQA Ltd. Lloyd's Register EMEA Wien, Österreich Umweltgutachterorganisation Akkreditierungsnummer: AT-V-0022

Dipl.-Ing. Harald Ketzer Dipl.-Ing. Johann Kitzweger Leitender Umweltgutachter Leitender Umweltgutachter

Dieses Dokument unterliegt nachstehenden Bestimmungen: Lloyd's Register Quality Assurance Ltd., seine Schwester- und Tochtergesellschaften sowie ihre jeweiligen Handlungsbevollmächtigten, Mitarbeiter oder Unterauftragnehmer werden, individuell und kollektiv, in diesem Passus als "Lloyd's Register Group" bezeichnet. Die Lloyd's Register Group übernimmt keine Verantwortung und kann nicht haftbar gemacht werden für irgendeine Art von Verlusten, Schäden oder Kosten, die durch Vertrauen auf die Informationen oder Hinweise in diesem Dokument entstanden sind, wenn diese Person nicht einen Vertrag mit der zutreffenden Lloyd's Register Group-Einheit für die Bereitstellung dieser Informationen und Hinweise abgeschlossen hat. In diesem Fall ergibt sich eine Verantwortlichkeit oder Haftung ausschließlich aus den Bedingungen dieses Vertrages. Wegen möglicher Unzulänglichkeiten jedes internen Kontrollsystems ist es möglich, dass Betrug, Fehler oder Zuwiderhandlung gegen Gesetze und Regelungen auftreten und nicht ermittelt werden konnten. Es war nicht Ziel der Verifizierung, alle Schwächen oder Fehler in den internen Kontrollen zu ermitteln, soweit sich diese auf die oben angegebenen Anforderungen beziehen, da die Verifizierung nicht regelmäßig innerhalb des Betrachtungszeitraumes durchgeführt wurde, sondern die Verifizierung auf Basis einer einmaligen Überprüfung erfolgte. Jede Vorausschau auf zukünftige Zeiträume unterliegt dem Risiko, dass die Kontrollprozesse auf Grund von sich ändernden Bedingungen mangelhaft werden können oder dass der Grad der Übereinstimmung mit den Prüfkriterien sich verschlechtern kann. Die österreichische und englische Version dieses Statements sind die einzigen gültigen Versionen. Die Lloyd's Register Group übernimmt keine Verantwortung für Versionen, die in andere Sprachen übersetzt wurden.

1) Entscheidungen in dieser Bescheinigung beruhen auf den von der EVN AG bekannt gegebenen Daten und Informationen.

Kontakt

Ansprechpartner für Fragen zu Corporate Social Responsibility (CSR)

Mitglieder des CSR-Beratungsteams

CSR-Beauftragter, Netz-Engineering Gas: Dipl.-Ing. Peter Zaruba, Telefon +43 2236 200-12249, [email protected] Generalsekretariat und Corporate Affairs: Mag. Dr. Klaus Kohlhuber, Telefon +43 2236 200-12398, [email protected] Information und Kommunikation: Mag. Renate Lackner-Gass, MSc MBA, Telefon +43 2236 200-12799, [email protected] Investor Relations: Dipl.-Ing. (FH) Doris Laschalt, Telefon +43 2236 200-12473, [email protected] Personalwesen: Mag. Elvira Hammer, Telefon +43 2236 200-12727, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Stefan Vadura, Telefon +43 2236 200-12217, [email protected]

Mitglieder des CSR-Lenkungsausschusses

Information und Kommunikation: Mag. Stefan Zach, MAS, Telefon +43 2236 200-12294, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Dr. Hans-Georg Rych, Telefon +43 2236 200-12526, [email protected] Personalwesen: Mag. Wolfgang Maier, Telefon +43 2236 200-12787, [email protected]

Service-Telefon für Kunden/innen 0800 800 100 Service-Telefon für Anleger/innen 0800 800 200 Informationen im Internet www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Glossar

Abwärme

Wärme, die von einer technischen Anlage erzeugt wird; kann unter bestimmten Voraussetzungen in ein Fernwärmenetz eingespeist werden.

American Depositary Receipts (ADR)

In den USA handelbare Aktienzertifikate über nichtamerikanische Aktien; sie erleichtern nichtamerikanischen Unternehmen den Zugang zu US-Investoren.

Anreizregulierung

Regulierungsmodell, das einen Anreiz zur Verbesserung bestimmter Parameter beinhaltet – im Bereich der Netznutzungstarife etwa zur Steigerung der Produktivität der Netzbetreiber. Der Regulator definiert dazu eine Obergrenze für Netzentgelte für eine gewisse Regulierungsperiode. Um Produktivitätssteigerungen zu erzielen, wird diese Obergrenze für die einzelnen Betreiber individuell um entsprechende Abschläge reduziert.

ARA-Raum

Die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Mineralöl in Europa. Der Handel erfolgt durch kurzfristige Verträge. Die Preise schwanken erheblich, je nach Angebot und Nachfrage (siehe auch Spotmarkt/ Spothandel). Die Rotterdamer Preisnotierungen sind maßgebend für das Ölpreisniveau in Europa.

Ausschüttungsquote

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Ergebnis je Aktie.

Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA)

Jährliche Auszeichnung der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und Kooperationspartner für die besten Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen.

Barrel

Weltweite Handelseinheit für Rohöl; für Rohöl und petrochemische Produkte gilt: 1 Barrel = 158,987 Liter.

Beta-Faktor (ß)

Risikomaß, das in die Berechnung des Eigenkapitalkostensatzes einfließt. Er drückt die Kurssensivität einer Aktie auf Veränderungen des Gesamtmarkts aus:

ß > 1 = Aktie schwankt stärker als der Gesamtmarkt = höheres Risiko, ß < 1 = Aktie schwankt geringer als der Gesamtmarkt = niedrigeres Risiko.

Biogas

Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.

Biomasse

Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden.

Bonitätsrating

Beurteilung von Emittenten bzw. Schuldnern entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen; international bekannte Rating-Agenturen sind z.B. Standard & Poor's und Moody's.

BOOT-Modell (Build, Own, Operate, Transfer)

Im Rahmen von BOOT-Projekten

werden Anlagen für Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen.

Brent

Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.

Buchwert je Aktie

Buchwert des Eigenkapitals dividiert durch die Anzahl der Aktien jeweils zum Bilanzstichtag.

Capital Employed

Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Cash Flow

Saldo der Zahlungsströme (Zufluss und Abfluss) von liquiden Mitteln; dient als Indikator zur Beurteilung der Finanzkraft sowie der Fähigkeit eines Unternehmens, die Mittel für Dividendenzahlungen, Schuldentilgungen und Investitionsfinanzierungen aus eigener Kraft aufzubringen. Der Cash Flow wird in den Cash Flow aus dem operativen Bereich, den Cash Flow aus dem Investitionsbereich und den Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich gegliedert.

Cash Generating Unit (CGU)

Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von

Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden (siehe auch Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test)).

CO2 (Kohlendioxid)

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

CO2-Emissionshandel

Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedsstaaten CO2 -Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2 -Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

CO2-Zertifikat

Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplan" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Compressed Natural Gas (CNG) Komprimiertes Erdgas.

Corporate-Governance-Kodex

"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Corporate Social Responsibility (CSR)

Nachhaltig orientierte Unternehmensführung. Auf freiwilliger Basis wird über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus im Sinne nachhaltiger Entwicklung agiert.

Deckungsgrad

Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z.B. Optionen, Swaps, Futures. Durch den Einsatz derartiger Instrumente können Finanzrisiken minimiert werden.

Dividendenrendite

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder Operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA)

Differenz aus Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.

E-Control GmbH (ECG)

Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote

Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.

Einwohnergleichwert (EGW)

Dient als Referenzwert der Schmutzfracht in der Wasserwirtschaft. Er gibt das Äquivalent der Tagesmenge an Schmutzfracht im Abwasser eines Einwohners an und stellt somit eine bedeutende Komponente bei der Festsetzung der zu erwartenden biologischen Belastung von Kläranlagen dar.

Einwohnerwert (EW)

Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und Einwohnergleichwerten: EW = EZ + EGW.

-organisationsgesetz (ElWOG) Setzt die EU-Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie, die das Ziel der Liberalisierung des gemeinschaftlichen Energiemarkts verfolgt, in österreichisches Recht um.

EMAS

Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.

Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

Erneuerbare Energien

Nach menschlichen Zeiträumen gemessen kontinuierlich verfügbare Energien wie Bioenergien (aus Biomasse wie z.B. Biogas), Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie.

Equity-Konsolidierung

Bilanzierungsmethode zur Berücksichtigung von Unternehmensanteilen, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Sie werden bei Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich entsprechend dem anteiligen Eigenkapital fortgeschrieben. Der Anteil am jährlichen Erfolg des Beteiligungsunternehmens wird in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ethibel

Unabhängiges Beratungsbüro für nachhaltiges und ethisches Investieren, das Banken und Börsengesellschaften dabei unterstützt, ihr Angebot an nachhaltigen Spar- und Anlagemodellen zu entwickeln.

European Energy Exchange (EEX)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

EVN PowerPartner

Zusammenschluss aus über 500 Elektrikern und Installateuren in ganz Niederösterreich, die mit der EVN eng zusammenarbeiten. Ziel ist es, den gemeinsamen Kunden höchste Qualität bei Energie und Service zu bieten.

Ex-Dividendentag

Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value

Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen voneinander unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

Fossile Brennstoffe

In mehreren Millionen Jahren aus Biomasse entstandene Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle.

Free Cash Flow (FCF)

Operativer Cash Flow minus Cash Flow aus dem Investitionsbereich; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (Dividende und Kredittilgung) zur Verfügung.

FTSE4Good Index

Index, der nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit bietet, gezielt in Unternehmen zu investieren, die die weltweit anerkannten Standards für verantwortungsvolles Handeln im Sinne von Umwelt und Stakeholdern erfüllen.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow, bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing

Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Grundlast/Spitzenlast

Als Grundlast bezeichnet man den über den gesamten Tagesverlauf im Wesentlichen konstanten Strombedarf; Spitzenlast hingegen ist eine kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz.

Hedge-Geschäft

Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das negative Marktwertveränderungen im Zins-, Währungs- oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme

Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.

Horizontale Integration

Im wirtschaftlichen Sinn meint horizontale Integration das Zusammenfassen von Betrieben gleicher Produktionsstufe unter einem einheitlichen Management. Beispiel Energiewirtschaft: Ein Unternehmen vertreibt bzw. offeriert verschiedene Versorgungsformen bzw. Dienstleistungen (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abwasser, thermische Abfallverwertung; siehe Vertikale Integration bzw. Multi-Service-Utility).

Interest Cover

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/ Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC)

Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards/International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS)

Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities Identification Number (ISIN)

Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

ISO 14001

Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

Kilowatt Peak (kWp)

Maximale Leistung eines Photovoltaik-Moduls bzw. einer Solarstromanlage.

Komponentenansatz

Gemäß IAS 16 sind Vermögenswerte in ihre wesentlichen Komponenten zu zerlegen und in weiterer Folge individuell zu bewerten und abzuschreiben. "Wesentlichkeit" ist nicht hinlänglich definiert, vielmehr ergibt sie sich aus dem Gesamtzusammenhang (Relation der Kosten der Komponente zu den Gesamtkosten des Vermögenswerts).

Konsolidierungskreis

Zum Konsolidierungskreis zählen alle Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen werden. Voraussetzung dafür ist ein beherrschender Einfluss der Muttergesellschaft. Dieser liegt dann vor, wenn die Muttergesellschaft direkt oder indirekt in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens zu bestimmen. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Erlangen des beherrschenden Einflusses durch die Muttergesellschaft und endet bei dessen Wegfall.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)

Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Kyoto-Protokoll

Internationales Abkommen zum Klimaschutz der UNO. Es definiert die Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von CO2, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten.1997 verabschiedet, trat das Kyoto-Protokoll offiziell am 16. Februar 2005 in Kraft.

Management Approach

Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Mark-to-Market

Bewertung von Finanztransaktionen zu aktuellen Marktpreisen.

Markt-Risikoprämie (MRP)

Differenz zwischen der Rendite einer risikolosen und einer risikobehafteten Anlage. Diese Differenz ist die Entschädigung des Investors für zusätzlich eingegangene, nicht diversifizierbare Marktrisiken.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 Erdgas-Energieinhalt: 1Nm³ 1 m³ Erdgas = 11,07 kWh

Multi-Service-Utility

Unternehmen, das verschiedene Versorgungs- bzw. Infrastrukturleistungen (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abfallwirtschaft u.ä.) aus einer Hand anbietet (siehe Horizontale Integration).

Nachhaltigkeitsindex

In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.

Net Debt Coverage

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit after Tax (NOPAT)

Ergibt sich aus dem versteuerten Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung

Saldo aus zinstragenden Aktivund Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust

Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Ökostrom

Elektrische Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern hergestellt wird, derzeit hauptsächlich in Wasser- und Windkraftwerken, in geringerem Umfang aus Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Siehe Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization

Oxyfuel-Technologie

Verfahren, bei dem die Kohleverbrennung mit Sauerstoff anstelle von Luft stattfindet.

Petajoule (PJ)

Physikalische Maßeinheit für große Energiemengen. 1 PJ = 1 Billiarde Joule (1015 Joul)

Polychlorierte Biphenyle (PCB) Giftige Chlorverbindungen.

Primärenergie

Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Neben den fossilen Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle zählen auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind dazu.

Pyrolyse

Thermische Spaltung chemischer Verbindungen, die aufgrund hoher Temperaturen einen Bindungsbruch innerhalb von großen Molekülen erzwingt.

Quotenkonsolidierung

Bei der Quotenkonsolidierung werden die Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Aufwendungen und Erträge des Tochterunternehmens nur entsprechend der Höhe der Beteiligung des Mutterunternehmens im Konzernabschluss berücksichtigt.

Regulator

Behörde zur Überwachung der nichtliberalisierten Monopolbereiche (z.B. Energienetze), um Wettbewerb und faire Preisfindung sicherzustellen (siehe E-Control GmbH (ECG)).

Return on Capital Employed (ROCE)

Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der VERBUND-Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

Return on Equity (ROE)

Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.

Risikomanagement

Potenzielle Risiken (Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und Ereignisrisiken) sollen durch geeignete Maßnahmen möglichst identifiziert, bewertet, abgefedert bzw. vermieden werden.

Single-Buyer-Modell

Im Alleinabnehmer- (Single-Buyer-) Modell wird ein Alleinabnehmer als Monopolist bestimmt, der für den Betrieb des Übertragungsnetzes und den Kauf sowie Weiterverkauf von Strom zuständig ist. Der Single Buyer muss berechtigten Konsumenten Zugang zum Netz gewähren. Der mazedonische Strommarkt ist nach dem Single-Buyer-Modell organisiert.

Spitzenlast

siehe Grundlast/Spitzenlast.

Spotmarkt/Spothandel

Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).

Stakeholder

Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeitenden, Kunden/innen, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.

Syndizierte Kreditlinie

Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt

Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z.B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return

Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktien-Engagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH

Akkreditierter technischer Dienstleister in den Bereichen Zertifizierung und Kalibrierung.

UCTE – Union for the Coordination of Transmission of Electricity

Vereinigung der europäischen Übertragungsnetzbetreiber; der UCTE-Mix stellt die europaweite Zusammensetzung des Stroms dar und ist auf den Stromrechnungen an Endkunden auszuweisen, wenn die eingekauften Strommengen unbekannter Herkunft sind (z.B. bei einem Einkauf über Strombörsen).

Unbundling

Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte vorgeschriebene gesellschaftsrechtliche Entflechtung des Netzbereichs von den übrigen Funktionen eines Energieversorgungsunternehmens. Verschiedene Modelle kommen dafür in Betracht: Vollfunktionsmodell (Übertragung des Eigentums an eine Tochtergesellschaft), Pachtmodell (Verpachtung an eine Tochtergesellschaft), Betriebsführungsmodell (Betriebsführung durch eine solche; siehe Vollfunktionsmodell).

UN Global Compact

Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Unterstützung ökologischer und ökonomischer Interessen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

Value at Risk (VaR)

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

Vertikale Integration

Im wirtschaftlichen Sinn meint vertikale Integration das Zusammenfassen von Betrieben unterschiedlicher Produktionsstufen unter einer einheitlichen Unternehmensführung. Beispiel Energiewirtschaft: Aufbringung/Erzeugung, Übertragung/Netz und Vertrieb werden von einem Unternehmen angeboten (siehe Horizontale Integration).

Verwässerung

Eine Verwässerung tritt dann ein, wenn im Zuge einer Kapitalerhöhung der Unternehmenswert nicht im gleichen Verhältnis dem erhöh ten Grundkapital angepasst wird. Kapitalverwässerung ist somit immer gegeben, wenn Gratisaktien ausge geben werden oder die Emission junger Aktien unter dem Börsenkurs der alten Aktien erfolgt. Der Kurs der alten Aktien sinkt, die Werteinbuße wird als Verwässerung bezeichnet.

Vollfunktionsmodell

Der im Zuge der Öffnung der europäischen Strom- und Gasmärkte geforderten Entflechtung des Netz bereichs von den übrigen Funktionen der Energieversorgung (Unbundling) wird im höchstmöglichen Ausmaß nachgegangen, indem nicht nur der Betrieb der Anlagen ausgegliedert wird, sondern auch das Eigentum an den Anlagen an den Betreiber übertragen wird. EVN hat sich für das Vollfunktionsmodell entschieden (siehe Unbundling).

VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)

Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Un ternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigen kapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusam men. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt, die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veran lagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test)

Der Buchwert eines Vermögensge genstands wird mit seinem Fair Value verglichen. Unterschreitet der Fair Value eines Vermögensgegenstands seinen Buchwert, ist eine außerplan mäßige Wertminderung vorzuneh men. Von besonderer Bedeutung ist dieses Instrument für Firmenwerte, da diese seit dem Geschäftsjahr 2004/05 nicht mehr planmäßig abgeschrieben werden, sondern zumindest einmal jährlich einem

Werthaltigkeitstest zu unterziehen sind. Im Zuge von Werthaltigkeits prüfungen werden Cash Generating Units gebildet (siehe Cash Genera ting Unit (CGU)).

Wertorientierte Unternehmenssteuerung

Der Fokus einer wertorientierten Unternehmenssteuerung liegt weni ger auf den traditionellen Zielen wie Umsatz oder Gewinn als auf der Stei gerung von Unternehmenswerten. Im Zentrum steht die Steigerung des Stakeholder Values, der neben den Interessen der Aktionäre sämtliche andere Anspruchsgruppen des Unternehmens berücksichtigt. Sämtliche Investitionsentscheidungen werden in diesem Sinne an ihrer Auswirkung auf den nachhaltigen Wertbeitrag gemessen. Als zentrale Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts der EVN werden der Wertbeitrag (EVA – Eco nomic Value Added, siehe Economic Value Added (EVA)) und die Kapital rendite (ROCE – Return on Capital Employed, siehe Return on Capital Employed (ROCE)) herangezogen.

Wertschöpfungsstufen

Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad

Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwi schen Input und Output (z.B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

EVN Anleihen


Öffentliche Anleihen
Privatplatzierungen
EVN Anleihen EUR CHF EUR JPY EUR EUR JPY
Betrag 300,0 Mio. 250,0 Mio. 30,0 Mio. 8,0 Mrd. 28,5 Mio. 150,0 Mio. 12,0 Mrd.
Endfälligkeit 14.12.2011 20.2.2014 18.3.2019 1.9.2014 11.3.2016 23.6.2017 9.1.2024
Laufzeit (Jahre) 10 5 10 20 7 8 15
Kupon (% p.a.) 5,250 3,625 5,250 5,200 5,000 5,250 3,130
ISIN XS0140090514 CH0049763102 XF000NS4HD4 XS0052014114 XS0417260329 XS0434384334 XS0406428036

EVN Aktie

Kursentwicklung EVN Aktie im relativen Vergleich

Die EVN Aktie 2009/10 2008/09 2007/08 Kurs per Ultimo September EUR 11,45 13,68 14,99 Höchstkurs EUR 13,75 16,00 23,38 Tiefstkurs EUR 10,61 10,11 14,39 Aktienumsatz1) Mio. EUR 197 209 406 Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 63.724 69.031 78.054 Anteil am Gesamtumsatz1) % 0,52 0,49 0,49 Börsekapitalisierung per Ultimo September Mio. EUR 1.872 2.237 2.451 Ergebnis je Aktie3) EUR 1,27 1,09 1,14 Dividende je Aktie3) EUR 0,402) 0,37 0,37 Cash Flow je Aktie3) 4) EUR 2,87 2,73 2,61 Buchwert je Aktie3) EUR 18,56 19,18 19,62 Kurs-Gewinn-Verhältnis X 9,0 12,5 13,1 Kurs-Cash-Flow-Verhältnis4) X 4,0 5,0 5,7 Kurs-Buchwert-Verhältnis X 0,7 0,8 0,8 Dividendenrendite % 3,5 2,7 2,5 Kursveränderung % –16,3 –8,7 –33,7 Total Shareholder Return % –12,8 –6,0 –31,20 Ausschüttungsquote % 34,75) 33,9 32,4 ATX Gewichtung % 1,05 1,50 1,28 WBI (Wiener Börse Index) Gewichtung % 2,36 2,79 2,37

1) Wiener Börse, Einmalzählung

2) Vorschlag an die Hauptversammlung

3) Im Handel befindliche Aktien per 30. September 2010

4) Cash Flow aus dem Ergebnis

EVN ATX ATX Prime Dow Jones Euro Stoxx Utilities

Wesentliche Beteiligungen der EVN AG

Erzeugung 100% EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
49%
Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Errichtung eines Kohlekraftwerks in Duisburg
100% evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
70%
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft
70%
EVN Enertrag Kavarna OOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien
100%
Naturkraft EOOD Stromerzeugung aus Photovoltaik in Bulgarien
100% EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten
100%
EVN Projektmanagement GmbH
50% Devoll Hydropower SHA Stromerzeugung aus Wasserkraft in Albanien
50% Energij Astha SHPK Stromerzeugung aus Wasserkraft in Albanien
Netzinfrastruktur Inland 100% EVN Netz GmbH Betrieb von Strom- und Gasnetzen
100% Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1)
100%
Kabelsignal AG Kabel-TV- und Internetdienste
100%
B.net Burgenland Telekom GmbH
100%
EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie
50% NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H Telekommunikationsnetz der Landesverwaltung
Energiehandel und -vertrieb 100% EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Gasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz
100% EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Gas, KWK- und Biogas-Wärme sowie solarer Energie
49% Fernwärme St. Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken
45% Energie
Allian
z Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz Partner
100%
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen
100%
Switch
Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Energieanbieter für Strom und Erdgas in Österreich
100%
EAA Erdgas Mobil GmbH Errichtung von Erdgastankstellen
45%
16,5%
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz Partner für Energiehandel und -aufbringung
EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz Gaspartner mit OMV, EGBV
Energieversorgung Südosteuropa 67% EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien
67% EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD Stromversorgung von Kleinkunden in Bulgarien
100% EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel
100%
Energy Trading d.o.o. Belgrad Stromhandel
100%
Energy Trading DOOEL Stromhandel
100% EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmegesellschaft in Bulgarien
100% EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft
90% EVN Macedonia AD Stromversorgung in Mazedonien
100% EVN Macedonia Holding DOOEL Managementgesellschaft
100% EVN Croatia Plin d.o.o. Bau und Betrieb von Gasverteilnetzen in Kroatien
Umwelt 100% evn wasser Gesellschaft m.b.H. Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
100% EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung
100%
WTE Wassertechnik GmbH, Essen Deutschland2) Wasserver- und Abwasserentsorgung
sowie Umweltprojekte in 15 Ländern
100%
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung
100%
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau
100%
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
100%
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges 13,01% VERBUND AG3) Stromproduktion, -handel und transport
73,6% Burgenland Holding Aktiengesellschaft
49%
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG) Stromversorgung
49%
BEGAS Energie AG Gasversorgung
50,03% RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft
100%
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung
100% Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.
50%
Allplan Gesellschaft m.b.H. Haus-, Energie- und Umwelttechnik
100%
EVN Business Service GmbH
100%
first facility GmbH Facility Management
100%
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
100% EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung
100%
EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung
100%
EVN Finance Service B.V. Konzernfinanzierung
50% e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H.

Stand: 30.9.2010. Dargestellt sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften der Gruppe. Im Segment Umwelt sind nur die wesentlichsten Beteiligungen der Ebenen 1 und 2 angeführt. Der vollkonsolidierte Fond R 138 wird aufgrund fehlender operativer Tätigkeit nicht angeführt. Beteiligungsausmaße in %

1) Utilitas Dienstleistung ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.

2) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa.

3) Die VERBUND AG zählt nicht zu den vollkonsolidierten bzw. at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen.

EVN AG

EVN Platz A-2344 Maria Enzersdorf Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Investor Relations Dr. Klára Székffy Telefon +43 2236 200-12745 [email protected]

Service-Telefon für Kunden/innen 0800 800 100

Service-Telefon für Anleger/innen 0800 800 200

Informationen im Internet www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

EVN Online-Ganzheitsbericht 2009/10 www.investor.evn.at/gb/gb2010

Finanzkalender 2010/111)

82. ordentliche Hauptversammlung 20.1.2011 Ergebnis 1. Halbjahr 2010/11 26.5.2011
Ex-Dividendentag 25.1.2011 Ergebnis 1.–3. Quartal 2010/11 25.8.2011
Dividendenzahltag 28.1.2011 Jahresergebnis 2010/11 15.12.2011
Ergebnis 1. Quartal 2010/11 24.2.2011 1) vorläufig

Basisinformationen1)

Grundkapital 300.000.000,00 EUR
Stückelung 163.525.820 nennwertlose Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR program (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A3, stable (Moody's); A–, negative (Standard & Poor's)

1) Per 30.9.2010

Unser Service für Aktionäre umfasst die persönliche Zusendung aller schriftlichen Unternehmensinformationen. Falls Sie Interesse an derartigen Zusendungen haben, retournieren Sie bitte die nebenstehende Antwortkarte. Im Rahmen unseres Service für Aktionäre stehen wir Ihnen darüber hinaus unter der kostenfreien Nummer 0800 800 200 jederzeit gern für Investor-Relations-Auskünfte zur Verfügung. Weiters möchten wir Sie herzlich einladen, unsere Homepage für Anleger zu besuchen. Unter www.investor.evn.at finden Sie alle relevanten Informationen.

"2020 sehe ich eine EVN, die noch weiter gewachsen, gleichzeitig aber auch ertragreicher sein wird. Wir werden die Früchte unserer aktuellen Investitionen in den nächsten Jahren ernten."

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr