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EuroTeleSites AG

Annual Report (ESEF) Mar 19, 2025

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Konzernlagebericht

Wesentliche Kennzahlen der EuroTeleSites

Wirtschaftliche Lage

Umsatz- und Ergebnisentwicklung 2024

Vermögens- und Finanzlage

Wesentliche Kennzahlen

Entwicklung der Segmente

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025

Risiko- und Chancenmanagement

Sonstige Angaben

Glossar der alternativen Leistungskennzahlen

Konzernabschluss

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzernbilanz

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Anhang zum Konzernabschluss

Erklärung des Vorstands

Bestätigungsvermerk

Lagebericht

EUROTELESITES AG

Lagebericht

Jahresabschluss EUROTELESITES AG (Einzelabschluss)

Bestätigungsvermerk

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Wir blicken mit Dankbarkeit und Stolz auf unser erstes Jahr als börsennotiertes Unternehmen an der Wiener Börse zurück, ein Jahr des Wachstums, der Entwicklung und der Transformation. Es war ein Jahr, in dem wir nicht nur unsere Infrastruktur, sondern auch unseren Ruf, unsere Widerstandsfähigkeit und unsere Teamarbeit ausgebaut haben. Im Jahr 2024 stieg unser Aktienkurs um mehr als 29 %, wodurch unsere Marktkapitalisierung um rund MEUR 178 zunahm. Diese positive Entwicklung wurde durch die jüngste Bestätigung unseres Investment-Grade-Ratings durch Moody‘s und Fitch sowie durch Analystenberichte, die unser Wachstumspotenzial anerkennen und unsere Kursziele erhöhen, noch verstärkt. Um das Engagement unserer Aktionäre zu stärken, haben wir aktiv an Roadshows in ganz Europa teilgenommen, unter anderem in London, Wien, Madrid, Frankfurt und Zürich. Seit unserer Börsennotierung haben wir unser Portfolio erfolgreich auf über 13.550 Türme erweitert und mehr als 300 zusätzliche Drittmieter an Bord geholt. Diese Leistung wurde planmäßig erbracht, und es wurden über MEUR 270 an Einnahmen erzielt, was die Beständigkeit unserer Geschäftsstrategie und den wachsenden Bedarf an zuverlässiger Mobilfunkinfrastruktur unter Beweis stellt.

Die vergangenen 12 Monate waren für die europäische Wirtschaft sowohl mit Herausforderungen als auch mit Chancen verbunden. Geopolitische Spannungen und die laufende Energiewende prägten die makroökonomische Landschaft, während sich die Inflationsraten in der Eurozone nach früheren Höchstständen stabilisierten. Obwohl die wirtschaftliche Erholung nur mäßig ausfiel, bewiesen die Unternehmen, darunter auch EuroTeleSites, bei der Bewältigung dieser Unwägbarkeiten Widerstandsfähigkeit. Die Telekommunikationsbetreiber in der CEE-Region sehen sich mit erheblichem Gegenwind konfrontiert, einschließlich schrumpfender Margen aufgrund des verschärften Wettbewerbs, des regulatorischen Drucks zur Senkung der Verbraucherpreise und der steigenden Kosten im Zusammenhang mit der Aufrüstung der Netze. Diese Herausforderungen wirken sich auch auf die Betreiber von Sendemasten aus, da sie ihre Ausgaben für die Errichtung neuer Sendemasten und deren Aufrüstung möglicherweise verzögern oder reduzieren. Inflation und Währungsschwankungen verschlimmern diese Schwierigkeiten, erhöhen die Material- und Arbeitskosten und machen unser Betriebsumfeld noch komplexer.

Trotz dieses Gegenwinds haben wir erfolgreich die Grundlagen für ein nachhaltiges Wachstum geschaffen. Die Tower-Infrastruktur ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung, um das exponentielle Wachstum des mobilen Datenverkehrs zu unterstützen, das durch Fortschritte beim Video-Streaming, bei Cloud-basierten Diensten, bei der Telearbeit und bei Innovationen vorangetrieben wird. Diese Trends stellen sicher, dass Unternehmen wie EuroTeleSites eine unverzichtbare Rolle bei der digitalen Transformation Europas spielen, indem sie die steigende Nachfrage nach robuster und zuverlässiger Konnektivität erfüllen und gleichzeitig digitale Lösungen in allen Branchen ermöglichen. Die Digitalisierung ist weiterhin ein Eckpfeiler unserer Strategie. Obwohl wir uns auf die Verwaltung passiver Infrastrukturen spezialisiert haben, erkennen wir die Bedeutung der Digitalisierung von Prozessen zur Optimierung der betrieblichen Effizienz. Unsere Partnerschaft mit Sitetracker, einem Softwareunternehmen, ist ein Beispiel für diesen Ansatz und hilft uns, Mobilfunkantennen und -türme besser zu verwalten. Indem wir uns auf Skalierbarkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit konzentrieren, tragen wir zu den übergeordneten Zielen des Wirtschaftswachstums und der ökologischen Verantwortung bei. Mit Blick auf die Zukunft sind die Chancen für Turmunternehmen immens. Da der Datenverbrauch aufgrund von Fortschritten in den Bereichen 5G, IoT und KI-Technologien weiter steigt, wird die Nachfrage nach Telekommunikationsinfrastrukturen weiter zunehmen. Funkturmunternehmen wie EuroTeleSites werden im Zentrum dieser digitalen Transformation stehen, indem sie nahtlose Konnektivität ermöglichen und die datenintensiven Anwendungen unterstützen, die Industrien, intelligente Städte und die alltägliche Kommunikation antreiben.

Unsere Mission – der Aufbau der digitalen Infrastruktur Europas – treibt alles an, was wir tun. Sie wird von unseren talentierten Teams in sechs Ländern unterstützt, deren Fachwissen und Engagement entscheidend zu unserem Erfolg beigetragen haben. Trotz der Herausforderungen sind wir von unserem nachhaltigen und transparenten Geschäftsmodell überzeugt und positionieren EuroTeleSites als zuverlässigen Partner für die digitale Transformation Europas. Dieser Bericht bietet Einblicke in unsere strategischen Ansätze, Erfolge und Ziele für die kommenden Jahre. Im Namen unseres gesamten Teams bedanken wir uns ganz herzlich für Ihr Vertrauen und Ihre Investition in unser Unternehmen. Ihre kontinuierliche Unterstützung spielt eine entscheidende Rolle für unseren Erfolg! Wir laden Sie ein, diesen Bericht zu lesen und uns auf der spannenden Reise von EuroTeleSites zu begleiten, während wir die digitale Infrastruktur Europas weiter aufbauen.

Mit den besten Grüßen!

CEO Ivo Ivanovski
CFO Lars Mosdorf

Jeder Meilenstein, den wir erreicht haben, ist das Ergebnis unseres gemeinsamen Engagements, etwas Dauerhaftes und Visionäres aufzubauen!
CEO Ivo Ivanovski

Seit Anfang 2024 hat unser Aktienkurs um mehr als 29% zugelegt, was unsere Marktkapitalisierung um rund MEUR 178 erhöht hat.
CFO Lars Mosdorf

CFO Lars Mosdorf

Wesentliche Kennzahlen von EuroTeleSites

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Anzahl der Standorte 13.465 13.637
Anzahl bestehender Mietvereinbarungen 16.521 16.917
Durchschnittliche Anzahl an Mietern pro Standort 1,23 1,24
22. September – 31. Dezember 2023 2024
Umsatzerlöse 71.916 270.158
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung – EBITDA 60.431 227.299
EBITDA Margin 84,0 % 84,1 %
Abschreibungen Leasing 15.862 60.712
Zinsen Leasing 4.485 15.237
EBITDAaL – nach Leasing 40.084 151.350
EBITDAal Margin 55,7 % 56,0 %
Abschreibungen 14.112 60.579
EBIT 30.457 106.008
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit – Anlagenzugänge 17.219 153.728
Anlagenzugänge 27.273 55.210

Wirtschaftliche Lage

Das globale Wirtschaftsumfeld war 2024 weiterhin von anhaltenden Herausforderungen geprägt, darunter geopolitische Spannungen und Inflationsdruck, die sich auf die Wirtschaftstätigkeit auswirkten.# Laut der Herbstprognose 2024 der Europäischen Kommission wird das reale BIP-Wachstum in der Eurozone voraussichtlich bei 0,8 % liegen. Die Inflationsrate soll sich auf 2,4 % stabilisieren, bleibt jedoch über dem Niveau vor der Pandemie. Mittel- und Osteuropa, Schlüsselregionen für EuroTeleSites, erlebten gemischte wirtschaftliche Entwicklungen. Einige Länder profitierten von einer relativen Stabilisierung, während andere ein langsameres Wachstum zu verzeichnen hatten.

1 Entwicklung der Zinssätze

Im Jahr 2024 senkte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im Oktober um 25 Basispunkte und brachte den Satz für die Einlagefazilität auf 3,25%. Diese Anpassung spiegelte die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung und eine allmähliche Abschwächung des Arbeitskostendrucks wider, während die Finanzierungsbedingungen weiterhin restriktiv blieben. Die EZB verringerte auch ihre Ankaufsportfolios, wobei die Reinvestitionen im Rahmen des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Program) bis 2024 auslaufen sollte. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die Inflation bei dem Ziel von 2% zu stabilisieren, was sich auf die Kreditkosten und die Investitionstätigkeit auf den EuroTeleSites-Märkten auswirkte.

2

Im Telekommunikationssektor war das Jahr von einer robusten Datennachfrage und der schnellen Einführung der 5G-Technologie geprägt. Der mobile Datenverkehr stieg im Jahresvergleich um ca. 20% an, was auf die zunehmende digitale Aktivität und die Ausweitung von Hochgeschwindigkeits-Internetdiensten zurückzuführen ist. Um den sich entwickelnden Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und die digitale Transformation der von der EuroTeleSites bedienten Regionen zu unterstützen, setzte EuroTeleSites die Strategie fort, ihre Infrastruktur zu erweitern und zu modernisieren.

3

Österreich

In Österreich unterstützte EuroTeleSites die 5G-Expansion durch Standort-Rollouts und Upgrades, um die regulatorischen Ausbauverpflichtungen des Anchor Tenant zu erfüllen. Ein strategisches Kostenmanagement gleichte den Inflationsdruck aus und sorgte für eine konstante Leistung.

Bulgarien

In Bulgarien stärkte EuroTeleSites ihre Position als zweitgrößtes Funkturm-Unternehmen. Der Ausbau und die Fertigstellung der obligatorischen Upgrades zeigten das Engagement des Unternehmens bei der Unterstützung ihres Anchor Tenant, der mit Auszeichnungen für Netzqualität und Geschwindigkeit weiterhin führend auf dem Markt ist.

Kroatien

In Kroatien wurden die Wachstumschancen durch die Nachfrage nach mobilen Daten und die Netzverdichtung vorangetrieben. EuroTeleSites baute ihre Infrastruktur durch die Einführung neuer Standorte, Upgrades und die Zusammenarbeit mit wichtigen Mietern aus, um zukünftige Projekte zu unterstützen.

Nordmazedonien

In Nordmazedonien war das Jahr von bedeutenden Entwicklungen geprägt, einschließlich neuer Rollout- und Upgrade-Initiativen. Diese Bemühungen wurden durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit A1 Mazedonien ergänzt. Ein bemerkenswerte Erweiterung der Geschäftstätigkeit war die erfolgreiche Einführung von Mega-Billboards, die zum Jahresende in Betrieb genommen wurden.

Serbien

In Serbien, wo die 5G-Einführung voraussichtlich im Laufe des Jahres 2025 voranschreiten wird, konzentrierte sich EuroTeleSites auf den Ausbau von Standorten und erforschte innovative, nachhaltige Energielösungen, einschließlich Solar- und Hybridstromsysteme.

Slowenien

In Slowenien hat EuroTeleSites im Laufe des Jahres ihr Portfolio an passiver Infrastruktur erweitert, was zu einem stetigen Umsatzwachstum beigetragen hat. Das Unternehmen pflegte erfolgreich seine engen Beziehungen zu Mobilfunknetzbetreibern und unterstützte deren Initiativen zur Einführung von 5G.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Infrastrukturinvestitionen und innovativen Ansätze von EuroTeleSites in ihren Märkten ihre zentrale Rolle bei der Ermöglichung der digitalen Konnektivität in den Regionen, in denen sie tätig ist, unterstreichen. Dank des technologischen Fortschritts hat das Unternehmen die Herausforderungen des Jahres 2024 erfolgreich gemeistert und sich gleichzeitig für weiteres Wachstum positioniert.

4 Entwicklung des realen Brutto Inlands Produktes in den operativen Ländern

2023 2024 2025 Prognose
BIP Inflation BIP Inflation BIP Inflation
Österreich -0,80 % 7,70 % -0,60 % 2,90 % 1,10 % 2,10 %
Bulgarien 1,80 % 8,60 % 2,30 % 2,50 % 2,50 % 2,30 %
Kroatien 3,10 % 8,40 % 3,40 % 4,00 % 2,90 % 3,40 %
Nordmazedonien 1,00 % 9,00 % 2,20 % 3,30 % 3,60 % 2,30 %
Serbien 2,50 % 12,10 % 3,90 % 4,50 % 4,10 % 3,60 %
Slowenien 2,10 % 7,20 % 1,50 % 2,10 % 2,60 % 3,20 %

5 Einwohner und BIP pro Kopf

Einwohner in Tausend BIP pro Kopf in USD (2023)
Österreich 9.132 56.033
Bulgarien 6.447 15.885
Kroatien 3.860 21.865
Nordmazedonien 2.120 8.624
Serbien 6.623 12.281
Slowenien 1.828 32.610

Umsatz- und Ergebnisentwicklung 2024

Im Jahr 2024 erzielte EuroTeleSites dank der starken Nachfrage nach Telekommunikationsinfrastruktur in den sechs Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, weiterhin eine solide finanzielle Leistung. Die Umsätze der Unternehmensgruppe wurden durch ein beständiges Wachstum der Standortzahlen, eine verbesserte Tenancy Ratio und ein effizientes Kostenmanagement unterstützt.

Vierteljährliche Höhepunkte

  • Q1/2024: Die Umsatzerlöse beliefen sich auf MEUR 63,9 bei einer EBITDA-Marge von 85,1% und einer EBITDAaL-Marge von 56,6%. Die Investitionen beliefen sich auf insgesamt MEUR 12,6, die hauptsächlich für obligatorische Upgrades und die Einführung neuer Standorte verwendet wurden. Das Unternehmen baute 49 Standorte aus und schloss 84 neue Mietverträge ab, wodurch sich die Gesamtzahl der Standorte auf 13.496 erhöhte.
  • Q2/2024: Die Umsatzerlöse stiegen auf MEUR 66,8, was einem Wachstum von 4,5% gegenüber dem Vorquartal entspricht. Das EBITDAaL verbesserte sich auf MEUR 38,1, bei einer Marge von 57%. Der CAPEX belief sich auf MEUR 9,8 und war konzentriert auf 5G-Upgrades und selektive Modifikationen. Die Zahl der Standorte stieg auf 13.552, und es kamen 79 neue Drittmieter hinzu, was die solide Nachfrage nach der erweiterten Infrastruktur widerspiegelt.
  • Q3/2024: Die Umsatzerlöse stiegen auf MEUR 68,0, unterstützt durch einen Einmaleffekt in Österreich durch die Fertigstellung von Projekten. Die EBITDA-Marge stieg auf 86%, bei einer EBITDAaL-Marge von 58%. Die Investitionen in Sachanlagen stiegen auf MEUR 13,7, was auf höhere Investitionen in obligatorische Modernisierungen und den Bau neuer Standorte zurückzuführen ist. Zum Ende des dritten Quartals erreichte die Gesamtzahl der Standorte 13.568, wobei 53 neue Drittmieter hinzukamen.
  • Q4/2024: Die Umsatzerlöse beliefen sich auf MEUR 71,4 mit einer EBITDA-Marge von 81% und einer EBITDAaL-Marge von 53%. Der CAPEX belief sich auf insgesamt MEUR 19,2 und konzentrierte sich auf den Abschluss obligatorischer Upgrades und den Abschluss der Einführung neuer Standorte. Die Gesamtzahl der Standorte erreichte 13.637, mit 69 neuen Mietern in diesem Quartal.

Jährliche Leistung

EuroTeleSites erzielte einen kumulierten Umsatz von mehr als MEUR 270,2 für das Jahr 2024, übertraf damit die ursprünglichen Prognosen und festigte ihre Position als führender Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur in Mittel- und Osteuropa. Das Unternehmen steigerte seinen nicht-finanziellen Leistungsindikator „Tenancy Ratio“ (durchschnittliche Anzahl an Mietern pro Standort) erfolgreich von 1,23 auf 1,24. Die EBITDA-Margen blieben konstant über 83%, was die betriebliche Effizienz unterstreicht. Die EBITDAaL-Marge bleibt auf einem hohen Niveau und lag zum Jahresende bei etwa 56%, unterstützt durch Umsatzwachstum und diszipliniertes Kostenmanagement. Der CAPEX für 2024 waren auf den strategischen Schwerpunkt Standortausbau und -modernisierung ausgerichtet. Rund 20% des Jahresumsatzes wurden über CAPEX reinvestiert. Die Investitionen zielten ab auf die Verbesserung der 5G-Fähigkeiten und die Erfüllung der sich entwickelnden Anforderungen von Anchor Tenant und Drittmietern in allen Märkten.

Die Verteilung der Standorte zum Stichtag stellte sich je Land wie folgt dar:

Gesamtstandorte zum 31. Dezember 2023 2024 Veränderung
Österreich 6.094 6.134 40
Bulgarien 2.741 2.771 30
Kroatien 1.573 1.598 25
Nordmazedonien 573 587 14
Serbien 1.702 1.751 49
Slowenien 782 796 14
Gesamtstandorte 13.465 13.637 172
Gesamtstandorte Greenfield 6.076 6.162 86
Gesamtstandorte Rooftop 7.389 7.475 86

Tenancy Ratio* zum 31. Dezember

2023 2024
Österreich 1,28 1,28
Bulgarien 1,18 1,21
Kroatien 1,15 1,18
Nordmazedonien 1,05 1,07
Serbien 1,23 1,25
Slowenien 1,22 1,26
Konzern Tenancy Ratio 1,23 1,24

*Anzahl der Mieter geteilt durch die Anzahl der Standorte

Zum 31. Dezember 2024 verfügte EuroTeleSites zudem über folgende Ratings:
Moody’s: Baa2
Fitch Ratings: BBB-

Weitere Kennzahlen

2023 2024
Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,18 0,64
Free Cashflow je Aktie (in EUR) 0,10 0,93

Vermögens- und Finanzlage

Die wesentlichste Veränderung der Bilanzpositionen im Geschäftsjahr 2024 war die Rückzahlung der langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von MEUR 30 aus dem erwirtschafteten Überschuss des Jahres. Weiters kam es zu einem Anstieg des Eigenkapitals (Neubewertungsreserve) durch die im Jahr durchgeführte Neubewertung, was im Wesentlichen auf geänderte Zins- und Inflationserwartungen zurückzuführen ist. Erwartungsgemäß kam es zu einem Rückgang der Nutzungsrechte und der langfristigen Leasingverbindlichkeiten. Die Veränderungen im Working Capital bewegten sich in einem stabilen Rahmen mit geringen Schwankungen in einzelnen Positionen. Insgesamt ist es EuroTeleSites gelungen, den Verschuldungsgrad zu senken und damit die finanzielle Situation zu stärken.

Bilanzstruktur in TEUR

| | 31. Dezember 2023 | In % der Bilanzsumme | 31. |## Bilanz & Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz per 31. Dezember

Aktiva Dez 2023 in % der Bilanzsumme Dez 2024 in % der Bilanzsumme
Kurzfristige Vermögenswerte 56.153 3% 68.457 3%
Sachanlagen 1.303.444 66% 1.405.908 68%
Firmenwert 209.076 11% 209.076 10%
Immaterielle Vermögenswerte 565 0% 1.619 0%
Aktive latente Steuern 0 0% 0 0%
Sonstige Vermögenswerte 393.977 20% 378.633 18%
Vermögenswerte gesamt 1.963.215 100% 2.063.693 100%
Passiva Dez 2023 in % der Bilanzsumme Dez 2024 in % der Bilanzsumme
Kurzfristige Verbindlichkeiten 120.189 6% 126.485 6%
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 994.895 51% 965.955 47%
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 336.971 17% 324.672 16%
Personalrückstellungen 1.983 0% 2.066 0%
Langfristige Rückstellungen 61.772 3% 76.829 4%
Passive latente Steuern 213.331 11% 224.798 11%
Eigenkapital 234.073 12% 342.887 17%
Schulden und Eigenkapital gesamt 1.963.215 100% 2.063.693 100%

Cashflow in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 51.715 210.795
Cashflow aus Investitionstätigkeit -9.299 -56.971
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.054.268 -152.902
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen -2 16
Nettoveränderung der liquiden Mittel -1.011.854 939

Wesentliche Kennzahlen

Nettoverschuldung in TEUR

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 994.895 965.955
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 336.971 324.672
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 49.378 55.092
Liquide Mittel 21.026 21.965
Nettoverschuldung (inklusive Leasing) 1.360.219 1.323.755
Nettoverschuldung (exklusive Leasing) 973.869 943.990

Free Cashflow in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Ergebnis vor Steuern - EBIT 10.227 35.551
Nicht zahlungswirksame und sonstige Überleitungsposten 50.629 192.264
Working Capital und sonstige Veränderung -7.862 -8.606
Erhaltene Zinsen 601 309
Bezahlte Ertragsteuern -1.879 -8.721
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 51.715 210.795
Anlagenzugänge (CAPEX) -34.496 -57.067
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit - CAPEX 17.219 153.728

CAPEX in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 In % des CAPEX gesamt 2024 In % des CAPEX gesamt
Österreich 13.322 49% 34.789 63%
Bulgarien 2.185 8% 6.055 11%
Kroatien 3.695 14% 4.642 8%
Nordmazedonien 3.647 13% 1.248 2%
Serbien 2.489 9% 5.007 9%
Slowenien 1.934 7% 3.469 6%
Holding & Sonstige, Eliminierungen 0 0% 0 0%
CAPEX gesamt 27.273 100% 55.210 100%

Entwicklung der Segmente

EuroTeleSites berichtet in sechs Geschäftssegmenten: Österreich, Bulgarien, Kroatien, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien. Der Bereich „Holding & Sonstige, Eliminierungen“ setzt sich im Wesentlichen aus Holdinggesellschaften zusammen.

Gesamtumsatz in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 In % der Umsatzerlöse gesamt 2024 In % der Umsatzerlöse gesamt
Österreich 44.119 61% 161.935 60%
Bulgarien 8.186 11% 31.005 11%
Kroatien 7.659 11% 29.749 11%
Nordmazedonien 1.498 2% 6.610 2%
Serbien 7.314 10% 28.738 11%
Slowenien 3.140 4% 12.122 5%
Holding & Sonstige, Eliminierungen -1 0% -1 0%
Umsatzerlöse gesamt 71.916 100% 270.158 100%

EBITDA in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 In % des EBITDA gesamt* 2024 In % des EBITDA gesamt*
Österreich 38.838 64% 135.015 59%
Bulgarien 7.069 12% 26.975 12%
Kroatien 6.703 11% 25.865 11%
Nordmazedonien 1.105 2% 5.237 2%
Serbien 6.580 11% 26.412 12%
Slowenien 2.239 4% 10.456 5%
Holding & Sonstige, Eliminierungen -2.101 -3% -2.660 -1%
EBITDA gesamt 60.431 100% 227.299 100%
*Holding & Sonstige, Eliminierungen sind im Segment Österreich enthalten.

EBITDAaL in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 In % des EBITDAaL gesamt* 2024 In % des EBITDAaL gesamt*
Österreich 27.700 69% 93.141 62%
Bulgarien 4.206 10% 16.093 10%
Kroatien 4.168 10% 16.724 11%
Nordmazedonien 796 2% 4.113 3%
Serbien 3.793 9% 16.272 11%
Slowenien 1.524 4% 7.668 5%
Holding & Sonstige, Eliminierungen -2.101 -5% -2.660 -2%
EBITDAaL gesamt 40.084 100% 151.350 100%
*Holding & Sonstige, Eliminierungen sind im Segment Österreich enthalten.

Abschreibung Leasing in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Österreich -8.946 -34.355
Bulgarien -2.125 -8.646
Kroatien -2.020 -7.288
Nordmazedonien -202 -752
Serbien -1.964 -7.316
Slowenien -604 -2.355
Abschreibung Leasing gesamt -15.862 -60.712

Zinsen Leasing in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Österreich -2.192 -7.519
Bulgarien -738 -2.236
Kroatien -514 -1.854
Nordmazedonien -106 -372
Serbien -823 -2.824
Slowenien -111 -433
Zinsen Leasing gesamt -4.485 -15.237

EBIT in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 In % des EBIT gesamt* 2024 In % des EBIT gesamt*
Österreich 20.316 67% 62.720 60%
Bulgarien 4.213 14% 11.023 10%
Kroatien 3.247 11% 12.710 12%
Nordmazedonien 624 2% 3.247 3%
Serbien 3.296 11% 13.782 13%
Slowenien 863 3% 5.187 5%
Holding & Sonstige, Eliminierungen -2.101 -7% -2.660 -3%
EBIT gesamt 30.457 100% 106.008 100%
*Holding & Sonstige, Eliminierungen sind im Segment Österreich enthalten.

Österreich

Die Umsätze in Österreich beliefen sich im Jahr 2024 auf TEUR 161.935, was 60% der gesamten EuroTeleSites-Umsätze entspricht. Das Wachstum wurde durch die Erfüllung des Master Lease Agreement (MLA) mit dem Anchor Tenant A1 Österreich und den erfolgreichen Abschluss neuer Built-to-Suit-Projekte angetrieben. Zusätzliche Einnahmen wurden durch vertragliche Inflationsanpassungen und erweiterte Geschäftsbeziehungen mit Drittmietern erzielt. Diese Entwicklungen trugen zu einem stetigen Anstieg der Tenancy Ratio bei, die auf 1,28x bis Ende 2024 anstieg. EuroTeleSites betrieb zum 31. Dezember 2023 6.094 Standorte in Österreich. Bis Ende 2024 ist diese Zahl auf 6.134 gestiegen, was die Investitionen in neue Rollouts und Upgrades widerspiegelt. Der österreichische Markt ist wettbewerbsintensiv, mit drei unabhängigen Funkturm-Unternehmen. Die Nachfrage nach mobilen Datendiensten in Österreich wächst weiter, angetrieben durch hohe Kundenerwartungen und die zunehmende Verbreitung von 5G-Diensten sowie durch staatlich verordnete Abdeckungsverpflichtungen, die die Netzverdichtung fördern. Operativ war das Jahr 2024 durch den Rollout von 5G-Upgrades und die Fertigstellung mehrerer neuer Standorte geprägt. Das Jahr enthielt auch einmalige Umsatzeffekte aus Projekten, die vor der Abspaltung begonnen wurden und deren endgültige Abrechnung und Lieferung 2024 abgeschlossen wurde. Darüber hinaus hat EuroTeleSites Inflationsanpassungen bei den Mietverträgen vorgenommen und so die Einnahmen trotz steigender Kosten stabilisiert. Der CAPEX belief sich im Jahr 2024 auf insgesamt TEUR 34.789, der hauptsächlich für 5G-Upgrades und laufende Rollouts im Rahmen des MLA aufgewendet wurde. Das EBITDAaL lag bei TEUR 93.141. und profitierte von höheren Umsätzen, die jedoch teilweise durch gestiegene Mietkosten und inflationsbedingte Personalkosten ausgeglichen wurden.

Bulgarien

Die Umsätze in Bulgarien beliefen sich auf TEUR 31.005, was 11% der gesamten EuroTeleSites-Umsätze im Jahr 2024 entspricht. Dieses Wachstum wurde durch eine stabile Nachfrage nach 5G-Diensten und einen anhaltenden Fokus auf Standort-Upgrades und Mieterakquisitionen angetrieben. Der Anchor Tenant A1 Bulgarien behauptete seine Position als Marktführer, wobei Auszeichnungen wie das schnellste Mobilfunknetz die Qualität der Infrastruktur von EuroTeleSites untermauern. Zusätzliche Einnahmen wurden durch die erfolgreiche Einbindung neuer Mieter, darunter auch fremde Mobilfunknetzbetreiber, erzielt. Im bulgarischen Telekommunikationsmarkt stehen drei Hauptakteure im Wettbewerb. Trotzdem konnte EuroTeleSites ihre Position als zweitgrößtes Funkturm-Unternehmen im Land mit einem Portfolio von 2.771 Standorten halten. Die Tenancy Ratio verbesserte sich von 1,18x im Jahr 2023 auf 1,21x im Jahr 2024, was den Erfolg der Initiativen zur Mieterakquisition widerspiegelt. EuroTeleSites betrieb zum 31. Dezember 2023 2.741 Standorte in Bulgarien. Bis Ende 2024 ist diese Zahl auf 2.771 gestiegen, was auf die obligatorischen 5G-Upgrades und die Fertigstellung von 30 neuen Standorten zurückzuführen ist. Dieses Wachstum spiegelt die Bemühungen des Unternehmens wider, die steigende Nachfrage nach Telekommunikationsinfrastruktur zu decken und gleichzeitig den Anchor Tenant A1 Bulgarien zu unterstützen. Das EBITDAaL blieb stark, wobei die Kosten trotz des Inflationsdrucks von TEUR 16.093 unter Kontrolle blieben. Der CAPEX wurde hauptsächlich für obligatorische Upgrades, die Einführung neuer Standorte und selektive Modifikationen zur Unterbringung zusätzlicher Mieter aufgewendet und belief sich auf insgesamt TEUR 6.055. EuroTeleSites festigt weiterhin ihre Position in Bulgarien, indem es operative Exzellenz mit einem Fokus auf nachhaltige Entwicklung verbindet.

Kroatien

Die Umsätze in Kroatien beliefen sich im Jahr 2024 auf TEUR 29.749, was 11% der gesamten EuroTeleSites-Umsätze entspricht. EuroTeleSites betrieb zum 31. Dezember 2023 1.573 Standorte in Kroatien. Bis Ende 2024 stieg diese Zahl auf 1.598, wobei 25 neue Standorte hinzukamen. Die Tenancy Ratio stieg von 1,15x auf 1,18x, unterstützt durch robuste Mieterakquisitionsstrategien und obligatorische Modernisierungen. Im Jahr 2024 nahm EuroTeleSites Kroatien 25 neue Standorte in Betrieb und schloss die vertraglich vereinbarten obligatorische Upgrades im Rahmen des MLA mit A1 Kroatien ab. Das Unternehmen erweiterte außerdem seine Dienstleistungen durch die Einführung von Werbelösungen auf Funktürmen in Stadtzentren und an wichtigen Verkehrswegen und legte damit den Grundstein für künftige Einnahmequellen. Der CAPEX wurde durch Investitionen in neue Standorte und Modernisierungsmaßnahmen getrieben und belief sich auf insgesamt TEUR 4.642. Das EBITDAaL lag bei TEUR 16.724, unterstützt durch eine robuste Umsatzentwicklung, aber beeinträchtigt durch steigende Mietkosten und inflationsbedingten Druck. Durch effektives Kostenmanagement stärkt EuroTeleSites weiterhin ihre Marktposition und bereitet sich auf zukünftige Wachstumsmöglichkeiten vor.# Nordmazedonien

Die Umsätze in Nordmazedonien beliefen sich auf TEUR 6.610, was 2% der gesamten EuroTeleSites-Umsätze im Jahr 2024 entspricht. Das Wachstum wurde durch die Einführung von 14 weiteren neuen Standorten vorangetrieben, was zu einer Gesamtzahl von 587 Standorten in Nordmazedonien führte. Nordmazedonien bleibt ein sich entwickelnder Mobilfunkmarkt mit zwei großen Betreibern. EuroTeleSites ist das zweitgrößte Funkturm-Unternehmen in Nordmazedonien. Im Jahr 2024 konzentrierte sich EuroTeleSites auf die Akquisition von Standorten, obligatorische Upgrades und die Akquisition von neuen Mietern. Zusätzlich wurde ein Mega-Billboard-Projekt initiiert, was die Ergänzung des Angebot-Portfolios und erste Schritte in Richtung einer breiteren Geschäftsausrichtung unterstreicht. Der CAPEX wurde für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur in Höhe von TEUR 1.248 aufgewendet, während OPEX-Anpassungen für die Übertragung von Eigentumsrechten an erworbenen Standorten anfielen. Das EBITDAaL blieb stabil bei TEUR 4.113, unterstützt durch strategisches Kostenmanagement und Umsatzwachstum. EuroTeleSites ist weiterhin führend bei der Entwicklung der Infrastruktur in Nordmazedonien und bereitet den Markt auf zukünftige Chancen vor.

Serbien

Die Umsätze in Serbien beliefen sich auf TEUR 28.738, was 11% der gesamten EuroTeleSites-Umsätze im Jahr 2024 entspricht. Das Wachstum wurde durch konstante Beiträge von Anchor Tenants und steigende Einnahmen von Drittmietern angetrieben. Die erfolgreiche Aufnahme neuer Mieter und die Erweiterung von Standorten trugen zur positiven Entwicklung des Segments bei. EuroTeleSites betrieb zum 31. Dezember 2023 1.702 Standorte in Serbien. Bis Ende 2024 stieg die Zahl der Standorte auf 1.751, was auf die Hinzufügung neuer Standorte und Modernisierungen zurückzuführen ist. Die Tenancy Ratio verbesserte sich auf 1,25x, unterstützt durch stetige Beiträge des Anchor Tenant und steigende Einnahmen von Drittmietern. Im Jahr 2024 unterstützte EuroTeleSites den Anchor Tenant mit der Einführung neuer Standorte, der Modernisierung bestehender Standorte und innovativen Energielösungen wie Solar- und Hybridsystemen. Diese Initiativen stehen im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens und trugen zu einer verbesserten Standorteffizienz bei. Der CAPEX war auf den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur in Höhe von TEUR 5.007 ausgerichtet, während der OPEX effektiv gesteuert wurde, um stabile EBITDAaL-Margen zu gewährleisten. Die proaktiven Strategien von EuroTeleSites positionieren das Unternehmen, um von dem sich entwickelnden serbischen Telekommunikationsmarkt zu profitieren.

Slowenien

Die Umsätze in Slowenien beliefen sich auf TEUR 12.122, was 4% der gesamten EuroTeleSites-Umsätze im Jahr 2024 entspricht. Das Wachstum wurde durch Verträge mit Anchor Tenants und zusätzliche Umsätze von Drittmietern unterstützt. Die Nachfrage nach höheren Datenübertragungsraten und staatliche Initiativen zur Verbesserung der Internetgeschwindigkeiten trieben den Sektor der mobilen Infrastruktur weiter an. EuroTeleSites betrieb zum 31. Dezember 2023 782 Standorte in Slowenien. Bis Ende 2024 wuchs diese Zahl auf 796, was auf strategische Standorterweiterungen und die Aufnahme neuer Mieter zurückzuführen ist. Diese Anstrengungen stehen im Einklang mit den slowenischen Gigabit-Infrastrukturzielen und gewährleisten ein kontinuierliches Wachstum in diesem Segment. Im Jahr 2024 schloss EuroTeleSites obligatorische 5G-Upgrades ab, modernisierte Standorte und nahm neue Mieter auf, darunter auch Nicht-MNO-Unternehmen. Operative Effizienzsteigerungen, wie z. B. ein überarbeitetes Abrechnungsverfahren, dämpften die steigenden Personalkosten und sorgten für eine stabile EBITDAaL-Performance von TEUR 7.668. Der CAPEX wurde für die Modernisierung und Aufrüstung von Standorten in Höhe von TEUR 3.469 aufgewendet, was mit den slowenischen Gigabit-Infrastrukturzielen im Einklang steht. EuroTeleSites stärkt weiterhin ihre Position in Slowenien und treibt das Wachstum durch Innovation und effizientes Asset Management voran.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025

Im Jahr 2025 wird sich EuroTeleSites AG weiterhin Leitungen für ihre Konzerngesellschaften erbringen, die EuroTeleSites Gruppe wird sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, d. h. die Vermietung passiver Infrastruktur, den Bau neuer Funktürme, die Durchführung obligatorischer Upgrades und die Einbindung von Drittmietern, um das Mietverhältnis positiv zu entwickeln. Das Wachstum wird durch den Ausbau von 5G und eine erhöhte Datennutzung vorangetrieben, wobei die Vermietungsverträge jährlich an die Inflation angepasst werden. Die maximale Inflationsanpassung für den Anchor Tenant beträgt 3%. Das Management erwartet ein Umsatzwachstum von rund 4%. Wie im Jahr 2024 sind etwa 20% der Umsätze für CAPEX vorgesehen. Laut der jüngsten Mitteilung wird die Auktion zur Vergabe von 5G-Spektrumlizenzen in Serbien voraussichtlich im vierten Quartal 2025 stattfinden. Der positive Cashflow wird zum Schuldenabbau genutzt und profitiert von niedrigeren Leitzinsen und reduzierten Zinszahlungen. Die Implementierung des gruppenweiten Transformationsprojekts ‚Sitetracker‘ wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2025 abgeschlossen sein und ermöglicht eine nahtlose und effiziente Verwaltung und Vermarktung der passiven Infrastruktur durch die Salesforce-Software für EuroTeleSites.

Risiko- und Chancenmanagement

Grundsätze und Vorgehensweisen

EuroTeleSites verfolgt ein systematisches Risikomanagement, in dem Chancen und Risiken analysiert und bewertet sowie Maßnahmen zur Risikovermeidung und -beseitigung umgesetzt und laufend verbessert werden. Ausgangspunkt für das Enterprise Risk Management (ERM) von EuroTeleSites sind strategische Gespräche mit dem Aufsichtsrat und dem Audit Committee. Dabei stellt der Vorstand Risiken der Geschäftstätigkeit und ihre Relevanz für EuroTeleSites sowie mitigierende Aktivitäten vor. Zudem präsentiert er die Annahmen für die Planung (strategische Ausrichtung für die kommende Businessplan-Periode, Schwerpunktsetzung und Maßnahmenplan zur Realisierung der Chancen). In weiterer Folge werden im Businessplan die Erwartungen an den Geschäftserfolg (und die erforderlichen Kosten und Investitionen) abgebildet und dabei übernommene Risiken übergeordneter Ziele evaluiert.

Die Risiken und Chancen werden anschließend anhand von zwei Dimensionen evaluiert:
1. potenzielle Auswirkungen und
2. Wahrscheinlichkeit eines Eintritts.

Für das Risikomanagement ist die Entwicklung wirkungsvoller Maßnahmen zur Risikowahrnehmung und Risikoreduktion entscheidend. Aktualisierungen erfolgen unter anderem basierend auf Vorstandssitzungen, monatlichen Performance Calls oder Leadership Meetings des Vorstands sowie nach Analyse kritischer Abweichungen von den gesetzten Zielen oder der Effektivität gesetzter Gegenmaßnahmen.

Das Risikomanagementsystem ist in vier Risikokategorien untergliedert:
1. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftsstrategie.
2. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit.
3. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Finanzlage oder den allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen.
4. Risiken und Chancen im Bereich ESG und im Zusammenhang mit Gesetzen und Vorschriften.

EuroTeleSites ist in Österreich und fünf weiteren Ländern aktiv. Damit ist eine geografische Diversifikation gegeben. Die Risiken in den jeweiligen Märkten sind unterschiedlich gelagert, weshalb das Risikomanagement (und vor allem die Mitigation von Risiken) den operativen Einheiten vor Ort obliegt. Gesteuert wird das Risikomanagement dabei von der EuroTeleSites AG und wird durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates überwacht.

Internes Kontrollsystem der Finanzberichterstattung

EuroTeleSites verfügt über ein internes Kontrollsystem (IKS) für die Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen Vorschriften. Die Notierung des (indirekten) Mehrheitseigentümers América Móvil an der New York Stock Exchange (NYSE) erfordert die Einhaltung des Sarbanes-Oxley Act (SOX). Das interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass es eine hinreichende Gewähr für die Zuverlässigkeit und Genauigkeit der externen Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit internationalen und nationalen Standards bietet. Eine regelmäßige interne Berichterstattung an die Geschäftsleitung sowie die Prüfung des internen Kontrollsystems durch die Interne Revision stellen zudem sicher, dass Schwachstellen rechtzeitig erkannt, kommuniziert und entsprechend behoben werden. Die wichtigsten Inhalte und Grundsätze gelten für alle Unternehmen der EuroTeleSites. Die Effektivität des IKS wird in regelmäßigen Abständen analysiert und bewertet. Jeweils zum Jahresende wird für relevante Konzerngesellschaften unter Einbindung zuständiger Fachbereiche eine Bewertung des IKS durch das Management durchgeführt. Die Unternehmensführung hat, basierend auf den Erkenntnissen dieser Bewertung und den definierten Kriterien, das interne Kontrollsystem über die Finanzberichterstattung als effektiv beurteilt.

Risiken und Chancen

Aus der Gesamtheit der für EuroTeleSites identifizierten Risiken werden im Folgenden die wichtigsten Risikokategorien und Einzelrisiken erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

1. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftsstrategie

Steigerung der Umsätze und der Tenancy Ratio

EuroTeleSites geht davon aus, ihr Geschäft durch eine Steigerung der Vermietungen an bestehenden Standorten, den Aufbau neuer Standorte, die Entwicklung neuer Infrastruktur und Dienstleistungen zur Betreuung des wachsenden Kundenstamms ausbauen zu können. EuroTeleSites prüft auch Wachstum durch Investitionen auf der Grundlage eines ehrgeizigen Geschäftsplans, um die Anzahl der Standorte zu erhöhen.# Wesentliche Wachstumstreiber und Risiken

Wesentliche Wachstumstreiber sind: wachsendes mobiles Datenvolumen, Beschleunigung des 5G-Rollouts, Änderung von Nutzerprofilen, regulatorischen Anforderungen und Investitionen sowie die Verdichtung des Netzwerkes. Die Mission von EuroTeleSites wird es sein, die digitale Transformation voranzutreiben, und das Unternehmen ist davon überzeugt, dass ihr Standortportfolio ein wichtiger Wegbereiter für eine nachhaltige, digitale Gesellschaft in Österreich und CEE ist.

Trotz des Wachstumsfokus des erfahrenen Managements könnte EuroTeleSites Schwierigkeiten haben, in seinen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, die Tenancy Ratio zu erhöhen und den Kundenstamm wie geplant auszubauen. Zudem besteht das Risiko, Mieter aus der A1 Group aufgrund einer schwächeren Leistung oder eines Nachfragerückgangs zu verlieren. Dies könnte sich negativ auf Umsatz, Rentabilität und Cashflow auswirken. Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit des Unternehmens von einer kleinen Anzahl von Kunden, die einen großen Teil des Umsatzes generiert.

Aus diesem Grund widmet sich EuroTeleSites mit einem stabilen und hochqualifizierten Team der Überwachung und Analyse der Ergebnisse ihres Wachstums und positioniert sich strategisch durch aufmerksame Beobachtung der Markttrends und rechtzeitige Kommunikation mit den wichtigsten Stakeholdern.

Markt/Wettbewerb

Zum Erreichen ihrer Ziele muss EuroTeleSites sich weitere Vermietungen neben den bereits zugesagten sichern. Der Erfolg von EuroTeleSites hängt von der Fähigkeit des Unternehmens ab, gegen eine Reihe anderer Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur zu bestehen, die in den Märkten aktiv sind, in denen auch EuroTeleSites tätig ist.

In den letzten Jahren hat die Zahl der Funkturmgesellschaften in Europa und damit der Umfang passiver Infrastruktur für aktive Komponenten zugenommen, wodurch sich der Wettbewerb um Mobilfunkbetreiber als Kunden intensiviert hat. Die Funkturmgesellschaften sind dabei bestrebt, ihre Tenancy Ratio zu erhöhen, was unter Umständen zu einem Abwärtsdruck auf die Preise für die Vermietung führen kann.

Ob es EuroTeleSites gelingt, sich gegenüber der Konkurrenz in den Märkten Mietverhältnisse zu sichern und die Zahl der Vermietungen an den Standorten zu erhöhen, könnte von einer Reihe von Faktoren abhängen, die außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen. Dies gilt beispielsweise für einen Rückgang des Wachstums im Mobilfunkgeschäft oder der Nachfrage nach entsprechenden Diensten, das Unvermögen, gegenüber anderen Akteuren in der europäischen Telekommunikationsinfrastrukturbranche zu bestehen oder die Entwicklung und Implementierung neuer Technologien wie Internet über Satellit (einschließlich satellitengestütztes 5G) und die Bereitstellung eines Funkzugangsnetzes (Radio Access Network, „RAN“), durch die sich Verwendung von und die Nachfrage nach Mobilfunkdiensten über Funktürme sowie der Bedarf an Nutzungsfläche an den Standorten verringern könnte.

Weitere Faktoren sind das Unvermögen, Mietverträge neu zu verhandeln oder eine Kundenabwanderung aufgrund von Zusammenschlüssen oder Konsolidierungen in der Mobilfunkbranche, die einen geringeren Mietbedarf seitens der konsolidierten Betreibergesellschaften zur Folge haben könnten.

EuroTeleSites entwickelt eine hybride Lösung für alternative Energiequellen, um das aktive Equipment ihrer Kunden zu unterstützen. Das System nutzt Solarzellen als Hauptenergiequelle, ergänzt durch ein Batteriesystem zur Speicherung von überschüssigem Strom. Ein Dieselgenerator dient als Backup, um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der Funkmasten sicherzustellen.

Das Unternehmen bleibt weiterhin engagiert, die Tenancy Ratio zu erhöhen, indem es eine Strategie verfolgt, die klare Vorteile für die Kunden und den Anchor Tenant bietet. Dazu gehören Optionen wie Vorauszahlungspläne oder der Kauf von Grundstücken, um den Kundennutzen zu steigern. Eine Entscheidung der A1 Group, den Bedarf neuer Türme zu reduzieren, könnte auch dazu führen, dass die Infrastruktur für andere Mieter in Zukunft fehlt.

Die Zusammenarbeit zwischen den Mobilfunknetzbetreibern in den Bereichen nationales Roaming/aktive gemeinsame Nutzung sowie Frequenzbündelung kann den Marktanteil von EuroTeleSites und die Verfügbarkeit zusätzlicher Mieter verringern. In Österreich erhielt eine solche Kooperation mit regionaler Ausrichtung im Jahr 2023 die behördliche Genehmigung. Letztlich könnten ein oder mehrere Mobilfunknetzbetreiber die strategische Entscheidung treffen, wieder mehr Sendemasten oder besonders kleinere Formfaktoren wie Microsites und Indoor-Standorte selbst zu bauen.

Businessplan/Budget

Zusätzlich zu den regelmäßigen Management-Sitzungen und strategischen Gesprächen verfügt EuroTeleSites über einen Mehrjahresplan. Die starke Integration des Mehrjahresplans mit dem Risikomanagement gewährleistet ein angemessenes Risikomanagement.

Grundstücksmieten

Die Mietzahlungen stellen den größten Einzelposten unter den Kosten von EuroTeleSites, aber auch die größte Chance auf Effizienzgewinne dar. Die Erneuerung eines Großteils der Mietverträge von EuroTeleSites innerhalb eines Jahres könnte jeweils erhebliche Vorauszahlungen des Mietzinses erforderlich machen, was wiederum den Operating Cash Flow von EuroTeleSites im jeweiligen Jahr schmälern könnte.

EuroTeleSites ist potenziell dem Risiko ausgesetzt, dass die Laufzeiten der mit den Grundstücksbesitzern geschlossenen Verträge kürzer ausfallen als die der Master Lease Agreements, die mit der A1 Group vereinbart wurden. In diesem Fall wäre EuroTeleSites gezwungen, neue Verträge abzuschließen oder die Verlängerung bestehender Verträge zu erwirken, wozu das Unternehmen unter Umständen nicht – oder nur zu erhöhten Kosten – in der Lage ist.

Die Konzentration der Vermieter stellt auch ein Risiko für die Möglichkeit von EuroTeleSites dar, die Mietrechte zu verwalten. Obwohl die gesamte Vermieterlandschaft über alle Märkte hinweg nicht sehr konzentriert ist, gibt es in einigen Märkten Vermieter mit 3% bis 10% der gesamten Mietverträge. Wenn diese Vermieter ihre Marktmacht ausnutzen oder aus anderen Gründen keine Einigung erzielt werden kann, könnte sich dies negativ auf EuroTeleSites auswirken, da kurzfristig entweder mehr gezahlt oder eine große Anzahl von Standorten gleichzeitig ersetzt werden muss.

Darüber hinaus können Unternehmen von EuroTeleSites in Zukunft in Streitverfahren mit ihren Vermietern verwickelt werden, die den Betrieb einer bestimmten Infrastruktur durch EuroTeleSites beeinträchtigen oder EuroTeleSites dazu zwingen könnten, neue Infrastruktur Standorte zu errichten, um ihren Kunden weiterhin Dienstleistungen anbieten zu können. Dies könnte zu unvorhergesehenen Kosten führen und damit laufende/zukünftige Projekte gefährden.

Durch den integrierten Ansatz des Risikomanagements berücksichtigt das Unternehmen alle identifizierten Risiken und bewertet deren mögliche Folgen sorgfältig. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht es, proaktiv geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um mögliche negative Auswirkungen zu minimieren und so zur Stabilität und Resilienz des Unternehmens beizutragen.

Instandhaltungskosten

Die Fähigkeit von EuroTeleSites, ein hohes Serviceniveau aufrechtzuerhalten, ist davon abhängig, dass das Unternehmen seine passive Infrastruktur entwickeln, instandhalten und erweitern kann. Dazu bedarf es eines hohen Kapitalaufwands und weiterer langfristiger Ausgaben. Zudem muss EuroTeleSites den Zustand ihrer passiven Infrastrukturanlagen prüfen und sich hinreichende Finanzierungsmittel für diese Maßnahmen sichern.

Die Anlagenzugänge im Zusammenhang mit der Instandhaltung der passiven Infrastruktur von EuroTeleSites dürften relativ stabil bleiben, unterliegen jedoch Schwankungen bedingt durch Faktoren wie Maschinenkosten und Bauarbeiten.

2. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

Makroökonomisches- und Inflationsrisiko

Ein Anstieg, der die Grenzwerte inflationsgebundener Preisanpassungen im Rahmen der Master Lease Agreements (die eine Erhöhung um bis zu 3% pro Jahr gestatten) und anderen Kundenverträgen überschreitet, kann die operative Marge und die Cashflows von EuroTeleSites schmälern und wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben.

EuroTeleSites muss ihre Standorte upgraden. Eine höhere Inflation im Baugewerbe führt zu höheren Investitionen, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Eine niedrige Inflation könnte sich negativ auf das Umsatzwachstum von EuroTeleSites auswirken, da die Jahresumsätze gemäß Master Lease Agreement mit der A1 Group einer Inflationsindexierung unterliegen.

Um die mit der Inflation verbundenen Risiken zu mindern, ist es unerlässlich, einen strategischen Ansatz zur Preisoptimierung zu verfolgen. Dabei geht es darum, die Preise an die gestiegenen Kosten anzupassen und gleichzeitig die Marktbedingungen und die Sensibilität der Verbraucherpreise zu berücksichtigen. Das Ziel ist es, die Rentabilität zu erhalten, ohne die Nachfrage wesentlich zu beeinträchtigen oder den Kundenstamm zu verärgern. Durch die Nutzung datengestützter Erkenntnisse und Marktanalysen kann EuroTeleSites die Preisstrukturen optimieren, um die Margen zu schützen und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Naturkatastrophen, höhere Gewalt, physische Angriffe und andere unvorhergesehene Ereignisse oder Schäden

Die Standorte und andere Einrichtungen von EuroTeleSites sowie das Network Operation Center („NOC“) und das Shared Service Center, die von Unternehmen der A1 Group im Rahmen von Serviceverträgen mit EuroTeleSites betrieben werden, sind Risiken in Verbindung mit Naturkatastrophen wie Stürmen, Wetterextremen (z.B.# Risiken und Chancen

2. Risiken im Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb

längere Hitzewellen verursacht durch den Klimawandel), Erdbeben oder Überschwemmungen (jeweils mit Beschädigung oder Außerbetriebsetzung von Standorten oder anderen Einrichtungen von EuroTeleSites, des NOC oder des Shared Service Center), Terrorismus (bei entsprechender Bedrohung, Beschädigung oder Außerbetriebsetzung von Standorten und anderen Einrichtungen von EuroTeleSites, des NOC oder des Shared Service Center) und anderen unvorhergesehenen Ereignissen oder Schäden ausgesetzt, darunter Stromausfällen, Telekommunikationsstörungen, Ausfällen der Netzwerksoftware, Vandalismus, Diebstahl oder Kraftstoffmangel. Zwar gibt es eine Versicherung für Vermögenswerte und mit den Partnern werden angemessene Service-Levels vereinbart, jedoch kann nicht garantiert werden, dass der Versicherungsschutz von EuroTeleSites alle Reparaturkosten abdeckt oder dass ihre Sanierungspläne ausreichend wirksam sind, da dies von der Art und dem Umfang solcher Ereignisse abhängt. Es ist jedoch anzunehmen, dass solche Ereignisse in der Regel nur einzelne Standorte in bestimmten Regionen betreffen und keine flächendeckenden Auswirkungen haben.

Computersystemausfall, Cyberrisiken und Datensicherheit

Der Ausfall eines Computersystems, ein Sicherheitsverstoß, ein menschlicher Fehler oder ein Cyberangriff könnte die Betriebsfähigkeit von EuroTeleSites stark einschränken. Für EuroTeleSites besteht die Gefahr, dass Dritte oder arglistige Insider mit Methoden der Cyberkriminalität, darunter Distributed-Denial-of-Service-Angriffen, versuchen könnten, die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der IT-Systeme zu beeinträchtigen, auf die EuroTeleSites sich stützt. Dies könnte zu Schäden an Anlagen führen und einen finanziellen Schaden verursachen. Solche Angriffe könnten die aktuelle und/oder zukünftige Geschäftstätigkeit von EuroTeleSites erheblich belasten. Die Strategie von EuroTeleSites, ihre IT-Dienstleistungen in die Cloud zu verlagern, könnte sich auch auf die finanzielle Lage von EuroTeleSites und/oder ihre Fähigkeit, ihr Geschäft zu betreiben, auswirken. Die Migration von IT-Services in die Cloud kann zusätzliche Kosten verursachen (z.B. bei der Einrichtung, für Wartung, Malware-Prävention, etc.) und/oder im Falle eines Ausfalls zu Einschränkungen des Geschäftsbetriebs von EuroTeleSites führen. Aufgrund von Prozessänderungen und personellem Wechsel kommt es bei einigen Prozessen zu einem Rückstand. Dies kann finanzielle Auswirkungen haben, die über die geplanten Ausgaben hinausgehen. EuroTeleSites führt regelmäßig IT-Sicherheitsschulungen durch, um das Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen und die Risiken im Zusammenhang mit Cyberbedrohungen wie Phishing und Malware zu reduzieren. Regelmäßige Backups wichtiger IT-Dienste (z. B. MS365 und Active Directory) stellen sicher, dass sich EuroTeleSites schnell von Systemausfällen, Cyberangriffen oder Datenverlusten erholen kann. Ein schrittweises Vorgehen bei der IT-Planung sorgt dafür, dass Projekte gut strukturiert und Ressourcen effizient verteilt werden.

3. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Finanzlage oder den allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen

Schuldenrückzahlung

EuroTeleSites ist aufgrund der Abspaltung des Turmgeschäfts erhebliche Verbindlichkeiten eingegangen und wird möglicherweise nicht in der Lage sein, die Schulden abzubauen und das Investment-Grade-Rating zu halten. EuroTeleSites hat über das hundertprozentige Tochterunternehmen A1 Towers Holding im Juli 2023 Schuldscheine in Höhe von TEUR 500.000 ausgegeben und im Juni 2023 einen Laufzeitkredit, ebenfalls in Höhe von TEUR 500.000, vereinbart. Darüber hinaus hat A1 Towers Holding GmbH im Juni 2023 eine revolvierende Kreditfazilität vereinbart. Die Vereinbarung sieht eine revolvierende Kreditlinie von TEUR 75.000 vor. Im Jahr 2024 wurden insgesamt TEUR 210.000 zurückgezahlt. Die Mittel hierfür stammten zu TEUR 180.000 aus einer Privatplatzierung und zu TEUR 30.000 aus dem Free Cash Flow. Die Strategie von EuroTeleSites besteht darin, die Verschuldung weiter zu reduzieren und das Investment-Grade-Rating beizubehalten. Diese Strategie, die in nächster Zeit keine Dividendenausschüttungen vorsieht, könnte jedoch auf Herausforderungen stoßen, wenn EuroTeleSites in Zeiten niedriger Einnahmen investiert. Solche Maßnahmen könnten zu einem reduzierten freien Cashflow führen und potenziell zusätzliche finanzielle und materielle Herausforderungen mit sich bringen.

Zins-, Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiko

Schwankungen der Zinssätze können sich auf das künftige Wachstum und die Anlagestrategie von EuroTeleSites auswirken. Sie würden eine Erhöhung der Finanzaufwendungen von EuroTeleSites mit sich bringen, da EuroTeleSites im Falle eines Zinsanstiegs gezwungen sein könnte, Akquisitionen, Investitionen oder die Refinanzierung bestehender Schulden künftig zu höheren Kosten vorzunehmen. Bei einer allgemeinen Anhebung des Zinsniveaus durch die Europäische Zentralbank (und potenziell anderer Zentralbanken in Ländern, in denen EuroTeleSites tätig ist) besteht für EuroTeleSites das Risiko, dass eine Refinanzierung nur zu ungünstigeren Konditionen möglich ist. Infolge des Rückgangs an den Kapitalmärkten und des Umfelds gestiegener Zinsen könnten sich die Schuldenlage von EuroTeleSites und die Bedingungen bestehender und zukünftiger Finanzierungsvereinbarungen verschlechtern, und die Fremdkapitalkosten und verbundenen Aufwendungen des Unternehmens könnten sich erhöhen. Dies könnte EuroTeleSites erschweren, bestehende und künftige Verbindlichkeiten und/oder laufende oder zukünftige Projekte zu refinanzieren.

4. Risiken und Chancen im Bereich ESG und im Zusammenhang mit Gesetzen und Vorschriften

Nichterfüllung von Environmental, Social und Governance („ESG“) Standards und entsprechenden Erwartungen

EuroTeleSites muss zunehmend strengere Standards für ökologische, soziale und Governance Aspekte (Environmental, Social & Governance, „ESG“) und damit verbundene Erwartungen im Hinblick auf Umweltthemen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit, soziale Belange wie Vielfalt und Menschenrechte sowie Fragen der Corporate Governance erfüllen. EuroTeleSites erwartet, dass die Vorschriften im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erstmals im Geschäftsjahr 2025 (Finanzberichterstattung im Jahr 2026) auf EuroTeleSites Anwendung finden. Im Jahr 2024 hat EuroTeleSites (als Lieferant der A1 Group) zur Klimarisikobewertung in Bezug auf die Funkturminfrastruktur beigetragen, getrennt nach Makro- (Greenfield, Rooftop) und Mikrosites. Im Zuge der Analyse wurden keine signifikanten Risiken identifiziert, die sich kurzfristig materialisieren und zu Betriebsunterbrechungen führen könnten. Da EuroTeleSites bestrebt ist, immer umweltfreundlicher zu werden, könnten sich gerade aus diesen Bemühungen neue Risiken ergeben. Die steigenden Kosten für Materialien wie Stahl, Zement (oder allgemein Materialien, die für den Bau von Gebäuden/Funktürmen benötigt werden), mineralische Komponenten, die für die Montage von Turmköpfen benötigt werden, sowie der steigende CO2e-Preis könnten den Return on Investment von EuroTeleSites beeinträchtigen. Wenn bestimmte ESG-Standards nicht ordnungsgemäß oder nicht wie von den Anlegern erwartet erfüllt werden, kann dies zum Rückzug von Investoren und damit zu finanziellen Schwierigkeiten führen.

Regulierung

Das Geschäft von EuroTeleSites und das ihrer Kunden unterliegt nationalen und europäischen Gesetzen, Vorschriften sowie verwaltungstechnischen und gerichtlichen Entscheidungen. Infolge von Änderungen in diesem Bereich könnten die Kosten für EuroTeleSites steigen und die Umsatzerlöse sinken. Dies könnte die Fähigkeit einschränken, der Geschäftstätigkeit in ihrer gegenwärtigen Form fortzusetzen, und sich auf die Wettbewerbslandschaft von EuroTeleSites und von ihren Kunden auswirken. Insbesondere Zugangsregelungen in Verbindung mit Preisregulierungen könnten sich negativ auf EuroTeleSites auswirken. Meinungsverschiedenheiten oder die Weigerung der Regierung, EuroTeleSites Genehmigungen zur Fortführung/Erweiterung des Geschäftsbetriebs zu erteilen, könnten erhebliche Auswirkungen auf das Potenzial von EuroTeleSites haben, wie geplant zu wachsen und ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen.

Fachkräftemangel

Ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern für jede Ebene und Position könnte die zukünftige Geschäftssicherheit des Unternehmens destabilisieren. Dies kann das Unternehmen dazu zwingen, mehr Arbeit auf die derzeitige Belegschaft zu verteilen, was sich negativ auf deren Leistungen und die des Unternehmens auswirken kann, oder unqualifiziertes Personal einzustellen und in Schulungen zu investieren, was das Unternehmen viel Geld und Zeit kosten kann. Darüber hinaus könnte der Beamtenstatus einiger Mitarbeiter ein zusätzliches Risiko darstellen, da diese möglicherweise nicht dieselbe Flexibilität oder Verfügbarkeit bieten, die in der dynamischen Geschäftswelt erforderlich ist, was langfristig negative Auswirkungen auf die operative Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von EuroTeleSites haben könnte.

Einhaltung von Sicherheitsstandards

Die Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsanforderungen und -standards zur Vermeidung von Unfällen bei der Wartung von Funktürmen ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Glaubwürdigkeit von EuroTeleSites nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies könnte auch durch unvorhersehbare Handlungen oder Eingriffe Dritter verursacht werden. Um rechtliche Risiken durch solche externen Aktionen zu vermeiden, muss EuroTeleSites sicherstellen, dass ihre eigenen Maßnahmen und Tätigkeiten klar strukturiert und dokumentiert sind.

Steuerliches Risiko

Änderungen von steuerbezogenen Gesetzen, Vorschriften oder Abkommen sowie nachteilige Feststellungen der Steuerbehörden könnten die Steuerlast von EuroTeleSites erhöhen oder die Finanz- und Ertragslage anderweitig beeinträchtigen.# Die Steuerberechnungen von EuroTeleSites und ihre Auslegung von Gesetzen unterliegen der Überprüfung durch die Steuerbehörden. Sie könnten dabei den Steuerschätzungen oder Entscheidungen von EuroTeleSites widersprechen und die Bewertungen des Unternehmens in Steuererklärungen oder anderen steuerbezogenen Unterlagen sowie ihre Einhaltung geltender Steuergesetze infrage stellen. Während EuroTeleSites von der Angemessenheit ihrer Steuerschätzungen überzeugt ist, könnten aufgrund dieses Risikos zusätzliche Steuerverbindlichkeiten entstehen, und damit einhergehende Zinsen, Bußgelder oder regulatorische, administrative oder sonstige Sanktionen könnten wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage von EuroTeleSites haben. EuroTeleSites zielt darauf ab, die rechtzeitige Vorbereitung aller erforderlichen Unterlagen für Steuerzwecke, Ermittlungen und Beratung zu gewährleisten, indem im Umgang mit den Behörden ein proaktiver Ansatz verfolgt wird, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten und potenzielle Probleme zu lösen, bevor sie eskalieren.

Compliance-Risiken

EuroTeleSites hat Compliance- und Risikomanagementsysteme eingerichtet, um die Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften laufend und langfristig sicherzustellen. So hat EuroTeleSites ein Compliance-System eingeführt, das unter anderem Vorschriften im Bereich der Korruptions- und Geldwäschebekämpfung sowie kartellrechtliche Bestimmungen und Datenschutzvorschriften berücksichtigt, um potenzielle Verstöße zu verhindern bzw. aufzudecken und zu beheben. Das Risikomanagementsystem von EuroTeleSites findet gruppenweit Anwendung und ist integraler Bestandteil des Corporate-Governance-Systems des Unternehmens. Die Effektivität von Risikomanagementsystemen weist jedoch inhärente Beschränkungen auf, die wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsaussichten und Finanzposition von EuroTeleSites haben könnten.

Sonstige Angaben

Offenlegung gemäß § 243a UGB: Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital

Das Grundkapital der EuroTeleSites AG beträgt unverändert EUR 166.125.000 und ist in 166.125.000 auf Inhaber lautende Stückaktien geteilt. Mit Jahresende 2024 befanden sich 56,96% oder 94.630.948 Aktien der EuroTeleSites AG im Besitz von América Móvil B.V., Niederlande („América Móvil B.V.“), einem hundertprozentigen Tochterunternehmen von América Móvil, S.A.B. de C.V. („América Móvil“). Die Republik Österreich hält über die Österreichische Beteiligungs AG („ÖBAG“) 28,42% der Aktien. Der Rest von 14,62% entfällt auf den Streubesitz. Darin enthalten sind 1.131 Mitarbeiteraktien, die in einem Sammeldepot gehalten werden.

Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen der Gesellschaft sehen marktübliche „Change of Control“-Klauseln vor, die im Fall eines Kontrollwechsels den finanzierenden Parteien Kündigungsrechte einräumen. Keine dieser Klauseln wurde im Geschäftsjahr 2024 und bis zum Berichtsdatum angewandt.

Die folgenden Informationen bezüglich eines Syndikatsvertrags basieren ausschließlich auf veröffentlichten Informationen. Darüberhinausgehende Informationen liegen der Gesellschaft nicht vor. Am 6. Februar 2023 einigten sich América Móvil, América Móvil B.V. und die ÖBAG auf die Verlängerung ihres Syndikatsvertrags aus 2014 betreffend die Telekom Austria AG für weitere zehn Jahre. Im Zuge dieser Verlängerung wurden auch Vereinbarungen betreffend die EuroTeleSites AG (vorbehaltlich deren nachfolgender Gründung) getroffen. Demnach haben América Móvil, América Móvil B.V. und die ÖBAG einen Syndikatsvertrag mit Regeln für die gemeinsame Ausübung der Stimmrechte in den Gremien der Gesellschaft, für die Wahl von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern sowie Aktienverkaufsbeschränkungen geschlossen.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft soll aus zehn Mitgliedern bestehen, wobei acht Mitglieder von América Móvil und zwei Mitglieder von der ÖBAG nominiert werden. Der Vorstand der Gesellschaft soll aus mindestens zwei und höchstens drei Mitgliedern bestehen. Zumindest ein Vorstandsmitglied mit der Funktion als CEO (Chief Executive Officer) soll von América Móvil nominiert werden können; ein Vorstandsmitglied, nämlich der CFO (Chief Financial Officer), soll von der ÖBAG nominiert werden können. Ein allfälliges drittes Vorstandsmitglied soll von América Móvil nominiert werden können.

In der Satzung der Gesellschaft ist vorgesehen, dass solange die Republik Österreich direkt oder indirekt zumindest 25% plus eine Aktie am Grundkapital der Gesellschaft hält, Kapitalerhöhungsbeschlüsse und die Begebung von Instrumenten, die ein Wandlungsrecht oder eine Wandlungsverpflichtung in Aktien der Gesellschaft beinhalten, sowie Änderungen dieser betreffenden Satzungsbestimmungen, einer Mehrheit bedürfen, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst.

Solange die ÖBAG mehr als 25% plus eine Aktie oder mehr am Grundkapital der EuroTeleSites AG hält, stehen der ÖBAG nach dem Syndikatsvertrag unter anderem die folgenden Mitbestimmungsrechte zu: Vetorechte bei Kapitalerhöhungen der EuroTeleSites AG und ihrer Tochtergesellschaften, bei der Ausgabe bestimmter wandelbarer Instrumente, bei der Bestellung des Abschlussprüfers, beim Abschluss von Rechtsgeschäften mit nahestehenden Personen, bei der Verlegung des Firmensitzes und wesentlicher Geschäftsfunktionen, einschließlich Forschung und Entwicklung, Änderung der Dividendenpolitik. Darüber hinaus erhält die ÖBAG die nach geltendem Recht zwingend vorgesehenen Sperrminoritätsrechte eines 25% plus eine Aktie haltenden Minderheitsaktionärs. Die Vetorechte der ÖBAG bei Kapitalerhöhungen und der Ausgabe bestimmter wandelbarer Instrumente sind – wie oben beschrieben – auch in der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Selbst wenn die Beteiligung der ÖBAG auf unter 25% fällt, sie aber noch mit mindestens 10% beteiligt bleibt, stehen der ÖBAG noch bestimmte Vetorechte zu.

Mitarbeiter

Vielfalt

EuroTeleSites legt Wert auf Vielfalt und Integration und erkennt an, dass Mitarbeiter mit unterschiedlichem Hintergrund, Religion und Bildungsweg einzigartige Perspektiven und Fähigkeiten mitbringen. Das Unternehmen ist in sechs Ländern tätig und beschäftigt 182 Mitarbeiter (FTE), die 12 Nationalitäten vertreten. Diese Mitarbeiter sind in einer Vielzahl von Funktionen tätig und spiegeln das Engagement des Unternehmens zur Förderung einer dynamischen und integrativen Belegschaft wider.

Verteilung der Mitarbeiter FTEs (Full-Time Equivalents):

Group 20 FTEs
Österreich 55 FTEs
Bulgarien 36 FTEs
Kroatien 25 FTEs
Nord Mazedonien 13 FTEs
Serbien 24 FTEs
Slowenien 9 FTEs

EuroTeleSites fördert aktiv die Vielfalt auf allen Organisationsebenen. In ihrem Managementteam hat das Unternehmen derzeit acht weibliche und 23 männliche Führungskräfte, wobei der Frauenanteil in den Führungspositionen 26% beträgt. Dies unterstreicht das Bestreben von EuroTeleSites, die Geschlechtervielfalt zu verbessern und eine ausgewogene, integrative Managementstruktur zu erreichen.

Ziele für Geschlechtervielfalt und Integration

EuroTeleSites setzt sich dafür ein, den Frauenanteil in Führungspositionen, insbesondere in technischen Berufen, bis 2030 deutlich zu erhöhen. Mit Maßnahmen wie flexiblen Arbeitsmodellen, Mentoring-Programmen und der Förderung von Frauennetzwerken schafft das Unternehmen ein Umfeld, das weibliche Talente gezielt unterstützt und Vielfalt nachhaltig stärkt.

Mitarbeiterentwicklung und -schulung

Um das Wachstum und die Entwicklung der Belegschaft zu unterstützen, bietet EuroTeleSites neben den obligatorischen Schulungen für alle Mitarbeiter auch individuelle Entwicklungsmöglichkeiten an. Diese Schulungen befassen sich mit wichtigen Themen wie der Einhaltung von Vorschriften und der Sicherheit am Arbeitsplatz, um eine solide Grundlage für berufliche und betriebliche Spitzenleistungen zu schaffen.

Fokus auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden

Das Wohlbefinden und die Sicherheit der Mitarbeiter haben bei EuroTeleSites höchste Priorität. Regelmäßige Sicherheitsbewertungen, eine Kultur der offenen Kommunikation über Sicherheitsbelange und die ständige Überprüfung von Notfallplänen sind ein wesentlicher Bestandteil der Aufrechterhaltung eines sicheren Arbeitsplatzes. Diese Maßnahmen in Verbindung mit der Konzentration auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter spiegeln das Engagement des Unternehmens für die Schaffung eines positiven und unterstützenden Arbeitsumfelds wider.

Corporate Governance-Bericht

Gemäß C-Regel 61 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wird darauf hingewiesen, dass der konsolidierte Corporate Governance-Bericht auf der EuroTeleSites Website unter eurotelesites.com/investor-relations abgerufen werden kann.

Nichtfinanzielle Erklärung

EuroTeleSites beschäftigte im Jahr 2024 durchschnittlich weniger als 200 Mitarbeiter, daher ist eine nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243 Abs. 5 UGB nicht einzubeziehen. Der wichtigste nicht-finanzielle Indikator für EuroTeleSites ist die Tenancy Ratio. Diese wurde bereits in der Segmentberichterstattung ausführlich erläutert. Andere nicht-finanzielle Leistungsindikatoren sind für die Geschäftsentwicklung von EuroTeleSites derzeit nicht relevant. Für das Geschäftsjahr 2025 wird EuroTeleSites erstmals eine nichtfinanzielle Erklärung nach den europäischen Nachhaltigkeitsstandards erstellen.

Bericht über Forschung und Entwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt.

Glossar der alternativen Leistungskennzahlen

Kennzahl Definition
Anchor Tenant Hauptkunde von EuroTeleSites
Build-to-Suit Auftrag Standorte, die durch den Bau eines neuen Turms für einen Anchor Tenant gekennzeichnet sind, für den eine „ Built-to-Suit “ -Verpflichtung besteht
CAPEX - Capital Expenditures Gesamtzugang zu immateriellen Vermögenswerten + Gesamtzugang zu Sachanlagen (ohne zusätzliche Nutzungsrechte gemäß IFRS16)
EBIT Earnings Before Interest and Tax.

Begriffsbestimmungen

  • EBIT entspricht dem Betriebsergebnis gemäß IFRS
  • EBITDA Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization. EBIT + Abschreibung
  • EBITDA Marge EBITDA / Gesamtumsatz
  • EBITDAaL (EBITDA after Leases) EBITDA - Abschreibung auf Nutzungsrechte und Zinsaufwand gemäß IFRS16
  • EBITDAaL Marge EBITDAaL / Gesamtumsatz
  • Nettoverschuldung (net debt) Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) + Leasingverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) – liquide Mittel
  • Standort / Funkturm Die passive Infrastruktur, auf der die aktive Ausrüstung montiert ist, sowie ihr physischer Standort
  • Greenfield Site Greenfield Sites sind auf dem Boden errichtete Türme, die für die Aufnahme aktiver Geräte geeignet sind
  • Rooftop Site Rooftop Sites sind Antennenstrukturen, einschließlich Stahlkonstruktionen und Masten, die auf verschiedenen Arten von Gebäuden oder Konstruktionen, in der Regel auf dem Dach
  • Tenancy Ratio Anzahl der Mieter geteilt durch die Anzahl der Standorte

Wien, am 10. Februar 2025

Der EuroTeleSites Vorstand

Ivo Ivanovski
Generaldirektor

Lars Mosdorf
Finanzvorstand

  1. https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-17012025-ap;https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-30102024-ap.
  2. https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2024/html/ecb.mp241017~aa366eaf20.en.html.
  3. https://www.ericsson.com/en/reports-and-papers/mobility-report/dataforecasts/mobile-traffic-forecast.
  4. https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/10/22/world-economic-outlook-october-2024;https://www.wko.at/statistik/eu/europa-inflationsraten.pdf.
  5. https://data.worldbank.org/?locations=AT-BG-HR-SI-RS-MK.

  6. Konzernabschluss

  7. Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  8. Konzernbilanz
  9. Konzern-Kapitalflussrechnung
  10. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
  11. Anhang zum Konzernabschluss
  12. Erklärung des Vorstands
  13. Bericht der Abschlussprüfer

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in TEUR

Anhang 22. September - 31. Dezember 2023 2024
Umsatzerlöse 6 71.297
Sonstige betriebliche Erträge 6 619
Gesamtumsatz 71.916
Kosten zur Erbringung von Dienstleistungen 7 -9.023
Vertriebs-, allgemeine und Verwaltungsaufwendungen 7 -2.302
Sonstige Aufwendungen 7 -159
Gesamte Kosten und Aufwendungen 7 -11.485
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung – EBITDA 60.431
Leasing (Abschreibung Nutzungsrechte) 23 -15.862
Abschreibung 13, 14 -14.112
Betriebsergebnis – EBIT 30.457
Zinsaufwand Leasing 8 -4.485
Zinsertrag 8 601
Zinsaufwand 8 -15.919
Sonstiges Finanzergebnis 8 -426
Wechselkursdifferenzen, netto 8 -1
Finanzergebnis 8 -20.230
Ergebnis vor Steuern – EBT 10.227
Ertragsteuer 22 -2.296
Jahresergebnis 7.931
Davon entfällt auf:
Eigentümer der Muttergesellschaft 7.931
Ergebnis je Aktie, das auf die Eigentümer der Muttergesellschaft entfällt, unverwässert und verwässert in Euro 0,05
Durchschnittliche Anzahl der Aktien 166.125.000
Sonstiges Ergebnis (Other Comprehensive Income OCI)
Posten, die in das Jahresergebnis umgegliedert werden können:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 4
Posten, die nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden:
Neubewertung von Sachanlagen, und Veränderung der Neubewertungsrücklage nach Ertragsteuern 868.663
Neubewertung von Personalrückstellungen, nach Ertragsteuern -100
Sonstiges Ergebnis (Other Comprehensive Income – OCI) 868.567
Gesamtergebnis 876.498
Davon entfällt auf:
Eigentümer der Muttergesellschaft 876.498

Durch den Einsatz automatisierter Berechnungssysteme können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Konzernbilanz

in TEUR

Anhang 31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquide Mittel 9 21.026
Forderungen abzüglich Wertberichtigungen 10 9.627
Forderungen an nahestehende Unternehmen 23.295
Forderungen aus Ertragsteuern 22 119
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen 12 2.085
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 56.153
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 13 1.303.444
Nutzungsrechte 23 392.166
Immaterielle Vermögenswerte 14 565
Firmenwert 15 209.076
Sonstige langfristige Vermögenswerte 16 1.811
Langfristige Vermögenswerte gesamt 1.907.062
VERMÖGENSWERTE GESAMT 1.963.215
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 23 49.378
Verbindlichkeiten 17 47.472
Kurzfristige Rückstellungen 18 862
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 22 2.755
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 19.721
Kurzfristige Schulden gesamt 120.189
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 19 994.895
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 23 336.971
Passive latente Steuern 22 213.331
Stilllegung von Vermögenswerten 18 61.772
Personalrückstellungen 20 1.983
Langfristige Schulden gesamt 1.608.953
Eigenkapital 21
Grundkapital 21 166.125
Kapitalrücklagen 21 -808.550
Gewinnrücklagen 16.799
Rücklagen aus dem sonstigen Ergebnis (OCI) 859.699
Eigenkapital gesamt 234.073
SCHULDEN UND EIGENKAPITAL GESAMT 1.963.215

Durch den Einsatz automatisierter Berechnungssysteme können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Konzern-Kapitalflussrechnung

in TEUR

Anhang 22. September - 31. Dezember 2023 2024
Ergebnis vor Steuern – EBT 10.227 35.551
Abschreibung 13 14.109
Abschreibung immaterielle Vermögenswerte 14 4
Abschreibung Nutzungsrechte 23 15.862
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen 152
Nettoaufwand Personalrückstellungen 330
Wechselkursdifferenzen, netto 8 1
Zinsertrag 8 -601
Zinsaufwand 8 20.815
Sonstige Anpassungen -42
Nicht zahlungswirksame und sonstige Überleitungsposten 50.629
Forderungen abzüglich Wertberichtigungen -6.734
Aktive Rechnungsabgrenzungen -89
Forderungen an nahestehende Unternehmen -8.767
Sonstige Vermögenswerte -213
Verbindlichkeiten und Rückstellungen 9.263
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen -1.883
Abgegrenzte Mieteinnahmen 560
Veränderung Working Capital -7.862
Erhaltene Zinsen 601
Bezahlte Ertragsteuern -1.879
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 51.715
Zahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -34.496
Abgang von Sachanlagen 77
Tilgung von Krediten an nahestehenden Unternehmen 25.120
Cashflow aus Investitionstätigkeit -9.299
Aufnahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten 0
Tilgung langfristriger Finanzverbindlichkeiten 0
Bezahlte Zinsen -5.878
Tilgung von Finanzierung von nahestehenden Unternehmen -1.039.681
Tilgung Leasingverbindlichkeiten -8.709
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.054.268
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen -2
Nettoveränderung der liquiden Mittel -1.011.854
Liquide Mittel am Periodenanfang 1.032.880
Liquide Mittel am Periodenende 21.026

Durch den Einsatz automatisierter Berechnungssysteme können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

in TEUR

Grund- kapital Kapital- rücklagen Gewinn- rücklagen IAS19 Rücklage Neubewertungs- rücklage Währungs- rücklage Eigenkapital gesamt
Stand 22. September 2023 166.125 -808.550 0 0 0 0 -642.425
Jahresergebnis 7.931 7.931
Neubewertung Sachanlagevermögen und Schätzungsänderung der Rückstellung für Verpflichtung zur Stilllegung von Vermögenswerten nach Ertragsteuern 13 868.663 868.663
Sonstiges Ergebnis (OCI) -100 4 -96
Gesamtergebnis 0 0 7.931 -100 868.663 4 876.498
Übertragung der Neubewertungsreserve 13 8.868 -8.868 0
Stand 31. Dezember 2023 166.125 -808.550 16.799 -100 859.795 4 234.073
Jahresergebnis 29.650 29.650
Neubewertung Sachanlagevermögen und Schätzungsänderung der Rückstellung für Verpflichtung zur Stilllegung von Vermögenswerten nach Ertragsteuern 13 79.039 79.039
Sonstiges Ergebnis (OCI) 4 121 125
Gesamtergebnis 0 0 29.650 4 79.039 121 108.814
Übertragung der Neubewertungsreserve 13 36.790 -36.790 0
Stand 31. Dezember 2024 166.125 -808.550 83.239 -95 902.044 125 342.887

Durch den Einsatz automatisierter Berechnungssysteme können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

EuroTeleSites AG – Anhang zum Konzernabschluss

1 | Geschäftssegmente

in TEUR

Österreich Bulgarien Kroatien Nordmazedonien
Umsatzerlöse gesamt (inkl. sonstige betriebliche Erträge) 161.935 31.005 29.749 6.610
Segmentaufwendungen -26.920 -4.030 -3.884 -1.373
EBITDA 135.015 26.975 25.865 5.237
Abschreibung Nutzungsrechte -34.355 -8.646 -7.288 -752
Abschreibungen -37.940 -7.306 -5.868 -1.238
Betriebsergebnis – EBIT 62.720 11.023 12.710 3.247
Zinsertrag 329 344 -77 0
Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten -7.519 -2.236 -1.854 -372
Zinsaufwand -54.873 -247 140 -42
Sonstiges Finanzergebnis 21.048 -39 1 1
Ergebnis vor Steuern – EBT 21.705 8.845 10.921 2.835
Ertragsteuern 166 -1.620 -1.441 -466
Jahresergebnis 21.871 7.226 9.479 2.369
EBITDAaL 93.141 16.093 16.724 4.113
Zugänge Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 34.789 6.055 4.642 1.248
Zugänge zu Nutzungsrechten 39.678 11.508 6.164 617
Segmentvermögen 1.771.372 199.262 230.135 41.765
Sachanlagen 900.073 113.639 155.701 30.164
Nutzungsrechte 219.461 51.158 40.950 5.927
Firmenwert 120.958 20.606 24.908 4.266
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.591 0 9 1
Segmentverbindlichkeiten 1.512.345 71.942 74.665 10.679

2023

in TEUR

Österreich Bulgarien Kroatien Nordmazedonien
Umsatzerlöse gesamt (inkl.

Am 22. September 2023 hat die Telekom Austria AG ihr Funkturmgeschäft („Tower-Geschäft“) verhältniswahrend abgespalten und unter der neu gegründeten EuroTeleSites AG an der Wiener Börse gelistet. Die übertragenen Gesellschaften, welche die EuroTeleSites Group bilden, sind in der Tabelle der Konzernunternehmen in Anhangangabe (27) in der Spalte „Konsolidierungsart“ mit der Bezeichnung „VK“ ersichtlich.

Zur Vorbereitung der Abspaltung wurden in den Vorjahren in den Segmenten Bulgarien, Kroatien, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien Teile der passiven Infrastruktur der Mobilfunkstationen der operativen Gesellschaften („A1 Gesellschaften“) in eigene rechtliche Einheiten („Tower Gesellschaften“) transferiert. Diese passive Infrastruktur der Funktürme umfasst Komponenten, die nicht unmittelbar dem Mobilfunknetz zugeordnet werden, wie etwa Fundamente und Metallkonstruktionen, Container, Klimageräte, Stromversorgung und andere unterstützende Systeme.

In den Segmenten Bulgarien und Kroatien wurden die entsprechenden Funktürme und die damit verbundene Rückstellung für Verpflichtungen für deren Stilllegung, sowie Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten bereits 2021 in die Tower Gesellschaften transferiert. In den Segmenten Nordmazedonien, Serbien und Slowenien erfolgte der Transfer im Geschäftsjahr 2022.

Mit dem Transfer der passiven Infrastruktur der Mobilfunkstationen in die Tower Gesellschaften wurden Leasingverträge (Master Lease Agreements – „MLAs“) zwischen den A1 Gesellschaften und den Tower Gesellschaften abgeschlossen. Betreffend die Beschreibung der MLAs siehe Anhangangabe (6).

In Österreich wurde 2021 ein Teilbetrieb („österreichischer Tower-Teilbetrieb“) in der A1 Telekom Austria AG errichtet, der Vermögenswerte und Schulden des Tower-Geschäfts und damit im Zusammenhang stehende Kosten umfasste. Bis zum 30. Juni 2023 war der Teilbetrieb nicht rechtlich getrennt und es war noch kein MLA in Kraft. Am 1. Juli 2023 erfolgte die Übertragung des österreichischen Tower-Teilbetriebes von der A1 Telekom Austria AG an die Telekom Austria AG durch Abspaltung zur Aufnahme (§ 17 Spaltungsgesetz). Diese Transaktion wurde am 4. Juli 2023 ins Firmenbuch eingetragen und das MLA trat in Kraft.

Vorbereitend zur Abspaltung hat die A1 Towers Holding GmbH im Juli 2023 eine TEUR 500.000 Anleihe begeben und einen Kredit in Höhe von TEUR 500.000 (siehe Anhangangabe (19)) aufgenommen. Die Mittel aus diesen Finanzierungen wurden zur Tilgung der in Folge beschriebenen übertragenen Schulden verwendet.

Die beiden weiteren in der Folge beschriebenen Übertragungen haben die Aktionäre der Telekom Austria AG in der außerordentlichen Hauptversammlung am 1. August 2023 beschlossen:

  • Übertragung des österreichischen Tower-Teilbetriebes, der indirekten Beteiligungen der Tower Gesellschaften und Schulden in Höhe von TEUR 1.031.000 (zuzüglich der damit zusammenhängenden Zinsverbindlichkeiten) von der Telekom Austria AG durch Downstream-Abspaltung zur Aufnahme in die Tochtergesellschaft A1 Towers Holding GmbH.
  • Übertragung der Anteile an der A1 Towers Holding GmbH durch die Telekom Austria AG mittels einer Sidestream-Abspaltung zur Neugründung an die EuroTeleSites AG.

Die Aktien der EuroTeleSites AG wurden am 22. September 2023 verhältniswahrend an die Aktionäre der Telekom Austria AG ausgegeben. Für vier Aktien an der Telekom Austria AG wurde eine EuroTeleSites-Aktie ausgegeben. América Movil ist daher das oberste Mutterunternehmen der EuroTeleSites Group und der A1 Group.

Segmentbericht

Die EuroTeleSites Group hat ihre Managementstruktur und die darauf basierende Berichterstattung der Geschäftssegmente auf geografische Märkte ausgerichtet und berichtet sechs operative Segmente: Österreich, Bulgarien, Kroatien, Nordmazedonien, Serbien, Slowenien. Die einzelnen Segmente bieten die in Anhangangabe (6) beschriebenen Leistungen an und treten in den einzelnen Ländern unter dem gemeinsamen Markennamen „EuroTeleSites“ auf.

Die verantwortliche Unternehmensinstanz der EuroTeleSites AG ist der Konzernvorstand, der im Rahmen regelmäßiger Vorstandssitzungen zusammentrifft. Mitglieder des Konzernvorstandes sind der Generaldirektor (CEO) und der Finanzvorstand (CFO) (siehe Anhangangabe (29)).

Die wesentlichen Steuerungsgrößen für den Konzernvorstand sind Umsatz, EBITDA, EBITDAaL (=EBITDA after leases), Anlagenzugänge (CAPEX), Reduktion des Verschuldungsgrades, Tenancy Ratio (Mieter pro Funkstandort) und Cash Flow.

Die Bilanzierungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen jenen des Konzerns. Die Umsatzerlöse, Aufwendungen und Ergebnisse der Segmente beinhalten Leistungen zwischen den Geschäftssegmenten. Solche Leistungen werden zu Verrechnungspreisen bewertet, deren Marktüblichkeit laufend dokumentiert und überwacht wird. Diese Transaktionen zwischen Segmenten werden im Konzernabschluss eliminiert.

Die Spalte Holding & Sonstige enthält im Wesentlichen zentrale Services sowie Holdinggesellschaften. Das Sonstige Finanzergebnis in der Spalte Holding & Sonstige betrifft hauptsächlich Dividenden von vollkonsolidierten Tochterunternehmen. Die Spalte Holding & Sonstige wird zusätzlich zur Spalte Eliminierungen aus Übersichtlichkeitsgründen dargestellt.

Die Spalte Eliminierungen enthält die Konsolidierungsbuchungen zwischen den Segmenten und die Überleitungsposten für die Vermögenswerte und Schulden der Segmente zum Konzernabschluss.

Die Anteile der Umsatzerlöse mit der A1 Group beträgt je nach Segment 83 % – 97 % (2023: 85 % – 96 %) und über die gesamte Gruppe berechnet 93 % (2023: 90 %). Das Absinken des Umsatzanteils der A1 Group ist hauptsächlich auf Einmaleffekte mit Drittmietern im Jahr 2023 zurückzuführen.

Die Abschreibung betrifft Sachanlagen, sonstige immaterielle Vermögenswerte sowie Nutzungsrechte (siehe Anhangangaben (13), (14) und (23)). Die Position „Sonstiges Finanzergebnis“ in der Berichterstattung der Geschäftssegmente beinhaltet den Zinsaufwand aus Personalrückstellungen, das sonstige Finanzergebnis sowie Wechselkursdifferenzen (siehe Anhangangabe (8)).

Das EBITDA wird als Jahresergebnis exklusive Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibung und gegebenenfalls Wertminderungen bzw. Wertaufholungen definiert. Die EBITDA-Marge berechnet sich mittels Division des EBITDA durch die Umsatzerlöse gesamt (inkl. sonstige betriebliche Erträge).

Anlagenzugänge beinhalten Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten sowie zu Sachanlagevermögen (siehe Anhangangaben (13) und (14)), nicht jedoch Zugänge im Zusammenhang mit Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten sowie Zugänge von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 (siehe Anhangangaben (18) und (23)).

2024 in TEUR

Serbien Slowenien Holding & Sonstige Eliminierung Konsolidiert
Umsatzerlöse gesamt (inkl. sonstige betriebliche Erträge) 28.738 12.122 0 -1 270.158
Segmentaufwendungen -2.326 -1.666 -2.660 -0 -42.859
EBITDA 26.412 10.456 -2.660 -1 227.299
Abschreibung Nutzungsrechte -7.316 -2.355 0 0 -60.712
Abschreibungen -5.314 -2.914 0 0 -60.579
Betriebsergebnis – EBIT 13.782 5.187 -2.660 -1 106.008
Zinsertrag 88 0 830 -1.207 309
Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten -2.824 -433 0 0 -15.237
Zinsaufwand -119 -217 -98 1.207 -54.248
Sonstiges Finanzergebnis 58 -1 30.114 -52.464 -1.282
Ergebnis vor Steuern – EBT 10.985 4.537 28.187 -52.464 35.551
Ertragsteuern -1.934 -1.438 833 0 -5.900
Jahresergebnis 9.051 3.099 29.020 -52.464 29.650
EBITDAaL 16.272 7.668 -2.660 -1 151.350
Zugänge Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 5.007 3.469 0 0 55.210
Zugänge zu Nutzungsrechten 2.888 4.628 0 0 65.483
Segmentvermögen 197.932 125.938 1.460.341 -1.963.053 2.063.693
Sachanlagen 138.678 67.653 0 0 1.405.908
Nutzungsrechte 46.113 13.710 0 0 377.318
Firmenwert 0 38.338 0 0 209.076
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 18 0 0 1.619
Segmentverbindlichkeiten 71.813 30.012 10.874 -61.526 1.720.806

2023 in TEUR

Serbien Slowenien Holding & Sonstige Eliminierung Konsolidiert
Umsatzerlöse gesamt (inkl. sonstige betriebliche Erträge) 7.314 3.140 0 -1 71.916
Segmentaufwendungen -734 -901 -2.101 1 -11.485
EBITDA 6.580 2.239 -2.101 -0 60.431
Abschreibung Nutzungsrechte -1.964 -604 0 0 -15.862
Abschreibungen -1.319 -772 0 0 -14.112
Betriebsergebnis – EBIT 3.296 863 -2.101 -0 30.457
Zinsertrag 9 0 81 -355 601
Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten -823 -111 0 0 -4.485
Zinsaufwand -42 -21 -2 355 -15.919
Sonstiges Finanzergebnis 10 -0 22.118 -22.296 -426
Ergebnis vor Steuern – EBT 2.450 730 20.094 -22.296 10.227
Ertragsteuern -728 635 -4 0 -2.296
Jahresergebnis 1.721 1.366 20.090 -22.296 7.931
EBITDAaL 3.793 1.524 -2.101 -0 40.084
Zugänge Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 2.489 1.934 0 0 27.273
Zugänge zu Nutzungsrechten 1.175 452 0 0 9.536
Segmentvermögen 169.357 111.067 1.445.703 -1.947.439 1.963.215
Sachanlagen 109.140 58.293 0 0 1.303.444
Nutzungsrechte 50.662 11.833 0 0 392.166
Firmenwert 0 38.338 0 0 209.076
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 11 0 0 565
Segmentverbindlichkeiten 71.932 24.783 2.907 -45.913 1.729.142

## Organisations-Diagramm

Das folgende Organisations-Diagramm zeigt die aktuelle Beteiligungsstruktur innerhalb der EuroTeleSites Group:

Euro TeleSites AG

100% A1 Towers Holding GmbH

100% A1 Towers Business

100% EuroTeleSites Serbia Holding GmbH

100% EuroTeleSites Croatia Holding GmbH

100% EuroTeleSites Slovenia Holding GmbH

100% EuroTeleSites Macedonia Holding GmbH

100% EuroTeleSites Bulgaria Holding GmbH

100% EuroTeleSites d.o.o., Slovenia

100% EuroTeleSites d.o.o. Beograd

100% EuroTeleSites Croatia d.o.o.

100% EuroTeleSites DOOEL Skopje

100% A1 Towers Bulgaria EOOD

## Finanztransaktionen mit der A1 Group nach der Abspaltung

Folgende Finanzierungstransaktionen mit der A1 Group fanden nach dem 22. September 2023 statt und sind in der Konzern-Kapitalflussrechnung ersichtlich:

Die Tilgung von Krediten an nahestehende Unternehmen im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet die Tilgung der mit der Abspaltung übertragenen Schulden sowie die damit zusammenhängenden übertragenen Zinsverbindlichkeiten durch die EuroTeleSites Group am 26. September 2023.

Die Finanzierung mit nahestehenden Unternehmen im Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet den Ausgleich der Cash-Pooling Guthaben der EuroTeleSites Group durch die A1 Group.

Am 22. Juli 2024 legte die EuroTeleSites Group eine Anleihe als Privatplatzierung mit einem Nennwert von TEUR 180.000, einer Fristigkeit bis Juli 2028 und einer variablen Verzinsung auf Basis des 3-Monats-EURIBOR plus 1,05 Basispunkten auf. Die gesamte Privatplatzierung wurde von der A1 Group gezeichnet.

### 3 | Informationen zur Gesellschaft

Die EuroTeleSites Aktiengesellschaft („EuroTeleSites AG“) mit Sitz in Österreich, Lassallestraße 9, 1020 Wien, ist eine eingetragene Aktiengesellschaft im Sinne des österreichischen Aktiengesetzes. Die EuroTeleSites AG und ihre Tochtergesellschaften („EuroTeleSites Group“) bieten die in den Umsatzerlösen (Anhangangabe (6)) angeführten Leistungen in Österreich, Bulgarien, Kroatien, Slowenien, Serbien und Nordmazedonien unter dem gemeinsamen Markennamen „EuroTeleSites“ an.

Die Aktien der EuroTeleSites AG notieren seit 22. September 2023 an der Wiener Börse. Das oberste Mutterunternehmen der EuroTeleSites Group ist América Móvil, S.A.B. de C.V. („América Móvil“) mit Sitz in Mexiko. Die Republik Österreich ist über die Österreichische Beteiligungs AG („ÖBAG“) die zweite wesentliche Hauptaktionärin der EuroTeleSites Group. Der Anteil am Grundkapital, der von América Móvil und ÖBAG gehalten wird, ist in Anhangangabe (21) ersichtlich. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz.

Die Republik Österreich besitzt die Steuerhoheit über die inländischen Geschäftstätigkeiten der EuroTeleSites Group und dadurch das Recht, Steuern wie beispielsweise Körperschaft- und Umsatzsteuer zu erheben.

### 4 | Grundlagen der Rechnungslegung

#### Rechnungslegung

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 und 31. Dezember 2023 wurde auf der Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung entsprechend den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS/IAS), den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) sowie den Interpretationen des ehemaligen Standards Interpretation Committee (SIC), welche zum 31. Dezember 2023 in Geltung und von der Europäischen Union übernommen waren, sowie den ergänzend nach § 245a des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) anzuwendenden Regelungen aufgestellt.

Die EuroTeleSites AG wurde am 22. September 2023 gegründet, daher bilden die Vergleichszahlen in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung, sowie den zugehörigen Anhangsangaben nur das Rumpfgeschäftsjahr vom 22. September 2023 bis zum 31. Dezember 2023 ab.

#### Abspaltung der EuroTeleSites Group

Bei der Darstellung des Konzernabschlusses der EuroTeleSites AG zum 31. Dezember 2023 hat der Vorstand die Leitlinien aus IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ berücksichtigt. Der Vorstand ist zu der Auffassung gelangt, dass der wirtschaftliche Zweck der Ausgliederung der passiven Infrastruktur der A1 Group in eine eigenständige Infrastruktur-Gruppe, sowie sämtliche zu diesem Zweck unternommenen rechtlichen Schritte, ausschließlich zur Erreichung des Zwecks der Börsennotierung der Aktien der EuroTeleSites AG, stattgefunden haben. Der Vorstand ist daher zu dem Schluss gekommen, dass die verschiedenen Schritte, die unternommen wurden, als eine einzige Transaktion zu behandeln sind.

Da es sich um eine einzige Transaktion handelt, die die Zusammenführung des Tower-Geschäfts umfasst, erfüllt die Reorganisation der Tower Gesellschaften und Tower-Holding-Gesellschaften unter der A1 Towers Holding GmbH die Definition eines Unternehmenszusammenschlusses. Da die Transaktion jedoch unter gemeinsamer Beherrschung erfolgt, fällt die Rechnungslegung nicht in den Anwendungsbereich bestehender IFRS Regularien. Dementsprechend musste der Vorstand gemäß IAS 8 „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler“ Ermessensentscheidungen treffen, um angemessene Rechnungslegungsmethoden zu entwickeln und anzuwenden.

Der Vorstand kam folglich zu dem Schluss, dass es angemessen sei, den Zusammenschluss der Tower Gesellschaften, aus denen sich die A1 Towers Holding GmbH Group (A1 Towers Holding GmbH und deren Tochtergesellschaften) zusammensetzt, durch Anwendung der Interessenzusammenführungsmethode auf der Grundlage historischer Buchwerte so zu bilanzieren, als ob die derzeitige Struktur schon immer bestanden hätte. Diese historischen Buchwerte wurden gemäß der Interessenzusammenführungsmethode aus jenen Buchwerten ermittelt, die nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der A1 Group unmittelbar vor der Transaktion erfasst waren.

Bei der Anwendung der Interessenzusammenführungsmethode hat der Vorstand die Anforderungen von IFRS 10 berücksichtigt, der in Ermangelung spezifischer IFRS-Leitlinien als vergleichbar und relevant für die Zwecke der Rechnungslegung des Zusammenschlusses angesehen wurde. Da es bei der Interessenzusammenführungsmethode grundsätzlich zulässig ist, sie entweder rückwirkend oder prospektiv anzuwenden, beschloss der Vorstand, sie prospektiv anzuwenden. Dies führt dazu, dass das Tower-Geschäft im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt der Einbringung in die EuroTeleSites Group (22. September 2023) dargestellt wird.

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechen jenen Beträgen, die im IFRS-Konzernabschluss der Telekom Austria AG unmittelbar vor diesem Zeitpunkt ausgewiesen wurden. Da die einzelnen Transaktionsschritte als eine zusammenhängende Transaktion zu qualifizieren sind, stellt die endgültige Einbringung der A1 Towers Holding GmbH in die EuroTeleSites AG eine Fortführung der A1 Towers Holding GmbH Group dar, die durch die Zusammenführung der verschiedenen Tower-Geschäfte in die A1 Towers Holding GmbH entstanden ist. Daher wird die Transaktion im Konzernabschluss der rechtlichen Muttergesellschaft bzw.des bilanziellen Erwerbers (EuroTeleSites AG) als Fortführung der Bilanzierung im Konzernabschluss der rechtlichen Tochtergesellschaft (A1 Towers Holding GmbH) berücksichtigt.

Wie oben beschrieben und im Abschnitt Grundlagen der Rechnungslegung dargelegt, musste der Vorstand bei der Festlegung der Darstellungen im Konzernabschluss verschiedene Ermessensentscheidungen treffen und ist zu dem Schluss gekommen, dass:

  • die rechtlichen Schritte, die bei der Zusammenlegung der Towers-Geschäfte unternommen wurden, als eine einzige Transaktion zu beurteilen sind,
  • bei Anwendung der Interessenzusammenführungsmethode für den Unternehmenszusammenschluss unter gemeinsamer Beherrschung, diese prospektiv angewendet wird,
  • die Abspaltung der EuroTeleSites Group eine Fortführung darstellt und daher zu Buchwerten erfasst wurde, die die Eröffnungsbilanz der EuroTeleSites Group darstellen,
  • der im Konzernabschluss enthaltene Firmenwert zwischen der EuroTeleSites Group und der A1 Group unter Anwendung eines relativen Wertansatzes gemäß IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswerten“ auf der Grundlage der jeweiligen Zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der A1 Group und der EuroTeleSites Group zum 22. September 2023 aufgeteilt wurde.

#### Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wurde auf der Grundlage der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Sachanlagen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, wobei alle Werte auf volle Tausend (TEUR) gerundet sind, sofern nichts anderes angegeben ist. Durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Der Konzernabschluss umfasst die Abschlüsse der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2024. Kontrolle wird erreicht, wenn der Konzern gegenüber dem Beteiligungsunternehmen variablen Erträgen ausgesetzt ist oder Rechte an solchen Erträgen hat und die Fähigkeit besitzt, diese Erträge durch seine Macht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen.

Konkret kontrolliert der Konzern ein Beteiligungsunternehmen nur dann, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Macht über das Beteiligungsunternehmen: Das heißt, bestehende Rechte, die dem Konzern die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die relevanten Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens zu lenken.
  • Aussetzung gegenüber variablen Erträgen oder Rechte an solchen Erträgen aus der Beteiligung am Beteiligungsunternehmen.
  • Fähigkeit, seine Macht über das Beteiligungsunternehmen zur Beeinflussung seiner Erträge einzusetzen.

Im Allgemeinen wird vermutet, dass eine Mehrheit der Stimmrechte zur Kontrolle führt. Die Konsolidierung einer Tochtergesellschaft beginnt, wenn die EuroTeleSites Group die Kontrolle über die Tochtergesellschaft erlangt, und endet, wenn die EuroTeleSites Group die Kontrolle über die Tochtergesellschaft verliert.Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen einer Tochtergesellschaft, die im Laufe des Jahres erworben oder veräußert wurden, werden ab dem Zeitpunkt, an dem die Gruppe die Kontrolle erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Gruppe die Kontrolle verliert, in den Konzernabschluss einbezogen. Gewinn oder Verlust und jede Komponente des Sonstigen Ergebnisses (OCI) werden den Eigenkapitalanteilen der Muttergesellschaft der EuroTeleSites Group zugeordnet. Alle innerkonzernlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, das Eigenkapital, die Erträge, die Aufwendungen und die Zahlungsmittelzuflüsse im Zusammenhang mit Transaktionen zwischen Mitgliedern des Konzerns werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert. Wenn die Gruppe die Kontrolle über eine Tochtergesellschaft verliert, schreibt sie die zugehörigen Vermögenswerte (einschließlich Firmenwert), Verbindlichkeiten, nicht beherrschende Anteile und andere Bestandteile des Eigenkapitals ab, während ein daraus resultierender Gewinn oder Verlust im Gewinn oder Verlust erfasst wird. Jede gehaltene Beteiligung wird zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Funktionale Währung

Der Konzernabschluss der EuroTeleSites Group wird in Euro erstellt, der auch die funktionale Währung der Muttergesellschaft darstellt. Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden entsprechend dem Prinzip der funktionalen Währung umgerechnet. Für Bilanzposten erfolgt die Umrechnung zum Stichtagskurs. Aufwands- und Ertragsposten werden mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und bis zur Veräußerung der Tochtergesellschaft in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital dargestellt. Transaktionen, die in Fremdwährungen getätigt werden, werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Wechselkurs in die Landeswährung umgerechnet. Transaktionsgewinne und -verluste, die sich aus Wechselkursschwankungen bei Transaktionen in einer anderen als der funktionalen Währung ergeben, werden in der Regel in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen und, wenn sie sich auf die Umrechnung von finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten beziehen, in den Finanzerträgen oder -aufwendungen erfasst.

Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungskurse der Fremdwährungen, in denen die EuroTeleSites Group im Wesentlichen ihre Geschäfte abwickelt:

Stichtagskurse zum 31. Dezember 2023 Jahresdurchschnittskurse für das Jahr 2023 Stichtagskurse zum 31. Dezember 2024 Jahresdurchschnittskurse für das Jahr 2024
Bulgarischer Lew (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956
Mazedonischer Denar (MKD) 61,495 61,557 61,495 61,532
Serbischer Dinar (RSD) 117,174 117,253 117,015 117,086
US-Dollar (USD) 1,105 1,082 1,039 1,082

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden in den entsprechenden Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung und Bilanz dargestellt.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen

Folgende Änderungen sind seit dem 1. Jänner 2024 verpflichtend anzuwenden:

  • IAS 1 und IFRS 16 Ergänzung: Leasingverbindlichkeiten aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen
  • IAS 1 Ergänzung: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig
  • IAS 1 Änderungen zur Klassifizierung von Schulden
  • IAS 1 Änderungen zur Klassifizierung von langfristigen Schulden mit Covenants
  • IAS 7 und IFRS 7 Ergänzung: Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen

Die erstmalige Anwendung der Änderungen zu den oben angeführten Standards (IAS, IFRS) hatte nur unwesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss, da sie nur teilweise anwendbar sind.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden vom IASB verabschiedet, sind allerdings noch nicht verpflichtend anzuwenden:

Geltend ab 1. Jänner 2025 Geltend ab 2. Jänner 2026
IAS 21 Ergänzung: Mangel an Umtauschbarkeit 1. Jänner 2025 1. Jänner 2025
IFRS 10, IFRS 9, IFRS 1, IAS 7, IFRS 7 Jährliche Verbesserungen an den IFRS Rechnungslegungsstandards - Band 11 1. Jänner 2026
IFRS 9 and IFRS 7 Ergänzung: Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten 1. Jänner 2026
IFRS 9 and IFRS 7 Ergänzung: Verträge über Strom aus erneuerbaren Energien 1. Jänner 2026
IFRS 19 Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben 1. Jänner 2027
IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss 1. Jänner 2027

1 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gem. IASB)
2 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gem. EU-Endorsement).

Die EuroTeleSites Group hat von der Wahlmöglichkeit einer früheren Anwendung dieser Standards und Interpretationen nicht Gebrauch gemacht und überprüft zurzeit deren Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Verwendung von Schätzungen und Ermessensentscheidungen

Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand bei der Anwendung der Bilanzierungsmethoden der EuroTeleSites Group Schätzungen vornehmen, die die Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, der angeführten Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag und der Aufwendungen und Erträge während des Berichtszeitraums beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von diesen Schätzungen abweichen. Weiters hat der Vorstand zum Bilanzstichtag wichtige zukunftsbezogene Annahmen und Ermessensentscheidungen zu treffen und wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Bilanzstichtag zu identifizieren, die mit dem Risiko einer wesentlichen Änderung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr behaftet sind. Bei allen Sensitivitätsanalysen bleiben die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert, d. h., es werden keine möglichen Korrelationseffekte berücksichtigt.

a) Neubewertung von Sachanlagen: Die Bewertung erfolgte aufgrund von Annahmen über die Entwicklung der Zinssätze, Inflation, voraussichtliche Laufzeit und Höhe der zukünftigen Erträge und Aufwendungen den Funkstandorten. Veränderungen in diesen Parametern können zu höheren oder niedrigeren Werten führen. Eine Neubewertung wird jedes Jahr durchgeführt, wenn sich wesentliche unerwartete Veränderungen bei einem der Parameter abzeichnen (bezüglich der erstmaligen Neubewertung zum 1. Oktober 2023 und der Neubewertung zum 1. November 2024 siehe Anhangangabe (13)).

b) Werthaltigkeitsprüfung: Für Firmenwerte, sonstigen immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlage basieren Werthaltigkeitsprüfungen grundsätzlich auf geschätzten zukünftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Veränderungen der verwendeten Abzinsungsfaktoren, der Umsatzentwicklung, der Kostentreiber sowie der Anlagenzugänge können zu einer Wertminderung oder, soweit zulässig, zu Wertaufholungen führen (siehe Anhangangabe (15)). Hinsichtlich der Buchwerte der Firmenwerte, der sonstigen immateriellen Vermögenswerte, der Nutzungsrechte und der Sachanlagen wird auf die Anhangangaben (13), (14), (15) und (23) verwiesen.

c) Die geschätzten Nutzungsdauern für abschreibbare Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stellen den geschätzten Zeitraum dar, über den die Vermögenswerte voraussichtlich genutzt werden.

d) Rückstellung für Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten: Die Bewertung der Rückstellung beruht auf Parametern wie erwartete Stilllegungskosten, geschätzte Laufzeit bis zum Rückbau, Abzinsungsfaktor und Inflationsrate. Änderungen dieser Parameter können zu einer höheren oder niedrigeren Rückstellung führen (siehe Anhangangabe (18)).

e) Leasingverhältnisse als Leasinggeber: IFRS 16 erfordert Schätzungen, die sowohl die Bewertung der Nutzungsrechte als auch der Leasingverbindlichkeiten beeinflussen. Diese umfassen im Wesentlichen die Auswirkungen etwaiger Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen auf die Laufzeit der Leasingverhältnisse und den angewendeten Grenzfremdkapitalzinssatz zur Abzinsung der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen (siehe Anhangangabe (23)).

f) Leasing als Leasingnehmer bedingt die Einschätzung, ob ein Leasingverhältnis als Operating Lease zu qualifizieren ist.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse enthalten alle Erlöse, die aus der typischen Geschäftstätigkeit der EuroTeleSites Group resultieren. Die überwiegende Mehrheit der Umsatzerlöse stammt aus langfristigen Mietverträgen für Funkstandorte mit der A1 Group und anderen Mobilfunkbetreibern (Mobile Network Operators, MNOs). Diese Funkstandorte sind die physische Infrastruktur, die entweder bodennah oder auf einem Gebäude installiert ist und an die Kommunikationsanlagen zur Einrichtung einer Zelle in einem Mobilfunknetz angebracht werden. Umsatzerlöse aus Funkstandorten stellen Umsatzerlöse dar, die aus der Vermietung von Flächen und der Bereitstellung von Dienstleistungen für Kunden an Funkstandorten erzielt werden. Die Umsatzerlöse werden ohne, bei Kunden eingehobenen Umsatzsteuer und etwaige sonstige Steuern und Abgaben, welche an die Steuerbehörden bzw. relevanten Stellen abgeführte werden, ausgewiesen.

Die folgende Tabelle zeigt die disaggregierten Umsatzerlöse für jedes Segment:

2024 in TEUR

Österreich Bulgarien Kroatien Nordmazedonien Serbien Slowenien Sonstige¹ Konsolidiert
Mieterlöse 156.413 30.298 28.975 6.475 28.716 12.118 0 262.996
Sonstige betriebliche Erträge 5.522 707 773 135 22 4 -1 7.162
Umsatzerlöse gesamt (inkl. sonstige betriebliche Erträge) 161.935 31.005 29.749 6.610 28.738 12.122 -1 270.158

¹ Sonstige beinhaltet: Holding, Sonstige & Eliminierung.# 2023 in TEUR

Österreich Bulgarien Kroatien Nordmazedonien Serbien Slowenien Sonstige Konsolidiert
Mieterlöse 43.780 8.100 7.516 1.471 7.314 3.116 0 71.297
Sonstige betriebliche Erträge 338 86 143 27 0 25 -1 619
Umsatzerlöse gesamt (inkl. sonstige betriebliche Erträge) 44.118 8.186 7.659 1.498 7.314 3.140 -1 71.916

1 Sonstige beinhaltet: Holding, Sonstige & Eliminierung. Bezüglich der Umsätze mit nahestehenden Unternehmen siehe Anhangangabe (11).

Master Lease Agreements mit der A1 Group: Im Juni und Juli 2023 wurden zwischen den sechs Tower-Gesellschaften die später in die EuroTeleSites Group eingebracht wurden, und den „A1 Gesellschaften“ (wie in Anhangangabe (2) beschrieben) Master-Leasingverträge (Master Lease Agreements, „MLAs“) abgeschlossen. Die MLAs decken die Vermietung aller Standorte, wo passive Infrastruktur der A1 Group zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vorhanden war, zukünftig nach Abschluss der verpflichtend durchzuführenden Upgrades vorhanden sein wird, oder zukünftig im Zuge von Ersatzstandorten oder neuen Standorten vorhanden sein wird. Passive Infrastruktur umfasst die Gesamtheit der Infrastruktur als Antennenunterstützung (z. B. Masten und andere Gerätschaften) und jegliche strukturelle und technische Installation die nötig ist, um die aktive Infrastruktur zu unterstützen. Jedes MLA ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann von der jeweiligen A1 Gesellschaft zum Ende des 8., 16. oder 24. Jahres gekündigt werden, während die entsprechende EuroTeleSites Gesellschaft das MLA frühestens zum Ende des 24. Jahres kündigen kann. Nach 24 Jahren haben beide Vertragspartner die Möglichkeit das MLA mit einer Kündigungsfrist von 36 Monaten jeweils zum Ende eines Kalenderjahres zu kündigen. Die EuroTeleSites Group erbringt die folgenden Leistungen: Raum für das installierte aktive Equipment der A1 Gesellschaften einschließlich der installierten Richtfunkstecke für die bestehende Konfiguration, sowie Klima und Zugangssysteme. Vertragsmanagement einschließilch der Kollokation aller bestehenden und zukünftigen Verträge mit Vermietern. Instandhaltung der passiven Infrastruktur bezüglich Bauwerk, Klimaanlagen, Sicherheitssystemen und Energieversorgung (externe Stromversorgung und Generatoren). Upgrades der passiven Infrastruktur auf neue Technologien (z.B. 5G oder andere Upgrades, wenn von A1 Gesellschaften angefordert). Zusätzliche Leistungen: Neue Standorte werden aufgrund der Kundenanforderungen gebaut, dabei wird der gesamte Prozess von der Akquisition bis zur Inbetriebnahme Funkstandorte begleitet). Die Aufwendungen für Flugsicherheit und entsprechende Beleuchtung (Aircraft warning lights) werden von der EuroTeleSites Group getragen. Strom für aktive Infrastruktur und Kühlung wird weiterverrechnet. Der Mietvertrag wurde aus den folgenden Gründen als Operating Leasing eingestuft: Der Mietvertrag (MLA) enthält keine Klausel zur Übertragung des Eigentums am zugrundeliegenden Vermögenswert an den Leasingnehmer am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses. Es liegt keine Kaufoption für den Leasingnehmer vor, den zugrundeliegenden Vermögenswert zu einem Preis zu erwerben, der deutlich unter dem beizulegenden Zeitwert am Ende des Leasinghältnisses liegt. Die Laufzeit des Leasingverhätnisses (unkündbar sind 8 Jahre) erstreckt sich nicht über den Großteil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswerts (24 Jahre). Der Barwert der Leasingzahlungen deckt nicht den beizulegenden Zeitwert des zugrundeliegenden Vermögenswerts zu Beginn des Mietverhältnisses. Der zugrundeliegende Vermögenswert hat keine so spezielle Beschaffenheit, als dass er ohne wesentliche Veränderungen nur vom Leasingnehmer genutzt werden könnte. Die Funkstandorte werden auch an Telekommunikationsunternehmen vermietet. Auch die anderen Indikatoren des IFRS 16.64, die zu einer Qualifizierung als Finanzierungsleasing führen könnten, treffen nicht zu, da die MLAs keine Bedingungen enthalten, die diese Kriterien erfüllen. Mieten werden auf Monatsbasis entsprechend im Voraus fakturiert. Diese sind innerhalb von 30 Tagen durch die A1 Gesellschaften zu begleichen. Mieten gegenüber anderen Mietern werden monatlich, quartalsweise oder jährlich fakturiert und bezahlt. Mieterlöse werden monatlich gebucht und linear, basierend auf dem zugrunde liegenden Vertrag, verteilt vereinnahmt. In Serbien vermietet die EuroTeleSites Group zusätzlich Solarpaneele an die dortige A1 Gesellschaft. Auch dieses Mietverhältnis wurde als Operating Leasing eingestuft. Es bestehen keine wesentlichen über die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen hinausgehenden Gewährleistungsverpflichtungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erlöse aus dem Abgang von Sachanlagen und verschiedene an die A1 Group weiterverrechnete Aufwendungen.

7 | Kosten und Aufwendungen

In der folgenden Tabelle sind die Kosten und Aufwendungen nach ihrer Art aufgegliedert:

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Personalaufwand, inkl. Sozialleistungen und Abgaben 3.874 12.301
Wartungskosten 2.852 10.133
Miete 629 6.330
Diverse Kosten verbundene Unternehmen 724 6.261
Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen 159 1.058
Sonstiger betrieblicher Aufwand 3.246 6.775
Gesamte Kosten und Aufwendungen 11.485 42.859

Der Personalaufwand, inkl. Sozialleistungen und Abgaben, umfasst die gesamten Leistungen an Arbeitnehmer:innen abzüglich aktivierter Eigenleistungen, die saldiert dargestellt werden:

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Aktivierte Eigenleistungen 237 631

Aktivierte Eigenleistungen stellen den Wert der für eigene Zwecke erbrachten Leistungen dar und bestehen im Wesentlichen aus Personalkosten und direkt zurechenbaren Gemeinkosten, die hauptsächlich als Teil der Sachanlagen aktiviert werden.

Wertberichtigungen von Forderungen an Kunden, die der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet sind, werden in den Forderungsabschreibungen im Funktionsbereich Vertriebs-, allgemeine und Verwaltungsaufwendungen erfasst und betragen:

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Wertminderungen 49 260

Honorare Konzernabschlussprüfer

In der Hauptversammlung am 25. Juni 2024 wurde die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. („EY) als Konzernabschlussprüfer der EuroTeleSites AG für das Jahr 2024 bestellt. Die Honorare für den Konzernabschlussprüfer betragen:

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Jahresabschlussprüfungen EY 225 384
Andere Bestätigungsleistungen 5 -
Sonstige Leistungen 14 65
Gesamtaufwendungen 239 454

8 | Finanzergebnis

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Zinsertrag aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerten 601 309
Zinsertrag 601 309
22. September – 31. Dezember 2023 2024
Zinsaufwand aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten 15.358 52.202
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 4.485 15.237
Aktivierte Zinsen -13 -109
Zinsaufwand aus Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten 573 2.154
Zinsaufwand 20.404 69.484

Zinsen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Der Zinsaufwand aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus den begebenen Anleihen und dem aufgenommen Bankkredit (siehe Anhangangaben (19) und (25)). Bezüglich Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten und der Verpflichtung aus der Stilllegung von Vermögenswerten siehe Anhangangaben (23) und (18). Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungskosten aktiviert. Ein qualifizierter Vermögenswert ist ein Vermögenswert, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen. 2024 und 2023 wurden Zinsen für qualifizierte Vermögenswerte des Sachanlagevermögens aktiviert. Als Zinssatz verwendet die EuroTeleSites-Gruppe den gewichteten durchschnittlichen Zinssatz, der auf die ausstehenden langfristigen Schulden der EuroTeleSites-Gruppe entfällt. Dieser durchschnittliche Zinssatz wird vierteljährlich berechnet, da die variablen Zinssätze des Bankkredits und der privat platzierten Anleihe auf dem 3-Monats-EURIBOR basieren.

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Zinsaufwand aus Personalrückstellungen 15 37
Bereitstellungsgebühren für nicht ausgenutzte Kreditlinien 411 1.267
Sonstiges Finanzergebnis 426 1.305

Betreffend die zur Berechnung der Personalrückstellungen herangezogenen Zinssätze siehe Anhangangaben (20).

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Wechselkursgewinne 7 117
Wechselkursverluste -8 -94
Wechselkursdifferenzen -1 23

Wechselkursdifferenzen entstehen durch Wechselkursschwankungen zwischen der Erfassung der Transaktion und deren Zahlung bzw. durch die Bewertung der offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag. Die Fremdwährungskurse sind in Anhangangabe (4) enthalten.

9 | Liquide Mittel

Liquide Mittel enthalten Guthaben bei Kreditinstituten mit Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt. Der Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mitteln. Die EuroTeleSites Group veranlagt ihre liquiden Mittel bei verschiedenen Kreditinstituten einwandfreier Bonität. Daher ergab die Berechnung der erwarteten Kreditverluste nur einen unwesentlichen Effekt für liquide Mittel, welcher nicht erfasst wurde (siehe auch „Kreditrisiko“ in Anhangangabe (25)).

10 | Kundenforderungen abzüglich Wertberichtigungen

Bei den Forderungen handelt es sich um Kundenforderungen, bei denen der Anspruch auf Zahlung nur vom Zeitablauf abhängt. Alle Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasst. Der Buchwert aller Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten wird um Wertberichtigungen für geschätzte Forderungsausfälle über deren Laufzeit verringert.

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.111 5.685
Davon: Forderungen mit Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 35 140
Sonstige Forderungen 16 37
Forderungen aus Kunden und Sonstige Forderungen (netto) 1.127 5.722
Abzüglich: Wertberichtigungen auf Forderungen 31 52
Summe 1.096 5.670

Die Aktionäre América Móvil und ÖBAG sind als nahestehende Unternehmen anzusehen, da ihnen der Anteil an der EuroTeleSites AG Beherrschung bzw. maßgeblichen Einfluss gewährt. Über América Móvil und die ÖBAG besteht ein Naheverhältnis zu den Unternehmen der A1 Group. Über América Móvil besitzt die EuroTeleSites Group auch ein Naheverhältnis zu den anderen Tochterunternehmen der América Movil. Über die ÖBAG besteht für die EuroTeleSites Group ein Naheverhältnis zur Republik Österreich, die damit ebenso wie ihre Tochterunternehmen (im Wesentlichen der ÖBB-, der ASFINAG-, der OMV- und der Post-Konzern sowie die Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) und der Verbund) als nahestehende Unternehmen einzustufen sind. Weiters sind die Aufsichtsräte der EuroTeleSites AG als nahestehende Personen einzustufen.

Die Fremdüblichkeit der Geschäftsfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird laufend dokumentiert und überwacht. Mit Ausnahme der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften, deren Transaktionen im Konzernabschluss eliminiert werden und der privat platzierten Anleihe die von der A1 Group am 22. Juli 2024 gezeichnet wurde, gibt es keine Finanzierungsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen. Allerdings nahm die A1 Towers Holding GmbH (siehe Anhangangabe (2)) vor der Abspaltung eine Anleihe und einen Bankkredit in jeweiliger Höhe von TEUR 500.000 auf. Bei der Abspaltung wurde eine Verbindlichkeit gegenüber der A1 Group in Höhe von TEUR 1.031.000 übertragen, die am 26. September 2023 zurückbezahlt wurde.

Die Aufwendungen und Erträge mit nahestehenden Unternehmen und Personen setzen sich wie folgt zusammen:

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Umsatzerlöse (inkl. sonstige betriebliche Erträge) 64.365 250.495
Aufwendungen -1.853 -6.904

2024 und 2023 umfassen die Umsatzerlöse mit den Unternehmen der A1 Group das komplette Leistungsspektrum der EuroTeleSites Group. Die Umsatzerlöse je Segment finden sich in Anhangangabe (1) und (6). Die Aufwendungen mit der A1 Group betreffen im Wesentlichen erhaltene Dienstleistungen und Energie. Zum 31. Dezember 2024 im 2023 betreffen die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen ausschließlich Tochterunternehmen der A1 Group. Die Anleihe über TEUR 180.000, die als Privatplatzierung ausgegeben wurde, wurde zur Gänze von der A1 Group gezeichnet und wird unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten und nicht unter den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen ausgewiesen (vgl Anhangangabe (19)). Die Altersstruktur der Leasingverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen, die in Anhangangabe (23) dargestellt ist, betrifft ausschließlich die A1 Group.

Die Bezüge der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen sowie die Aufwendungen für Pensionen und Abfertigungen anderer Mitarbeiter:innen sind in folgender Tabelle dargestellt. Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen setzen sich aus den im Firmenbuch eingetragenen Vorständ:innen bzw. Geschäftsführer:innen der wesentlichen operativen Gesellschaften der EuroTeleSites Group und den Mitgliedern des Vorstandes der EuroTeleSites AG (siehe Anhangangabe (29)) zusammen.

in TEUR 22. September – 31. Dezember 2023 2024
Mitarbeiterentlohnung, kurzfristig 344 1.234
Abfertigungen Beiträge zu Pensionsplänen Aktienbasierte Vergütung
Bezüge der leitenden Mitarbeiter:innen 344 1.334
Aufwendungen für Pensionen und Abfertigungen anderer Mitarbeiter:innen 71 177
Aufwendungen für Pensionen und Abfertigungen des Vorstandes 20 45

Die Aufwendungen für Pensionen und Abfertigungen setzen sich aus gesetzlichen sowie freiwilligen Abfertigungsaufwendungen, Beiträgen zu Pensionsplänen und anderen Pensionsleistungen zusammen.

12 | Sonstige kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Wertberichtigungen

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1.382 1.074
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 703 1.347
Gesamt 2.085 2.421

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

in TEUR 31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Gehaltsvorschüsse 121 69
Mietvorauszahlungen 299 272
Sonstige 962 733
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1.382 1.074

Die sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten zum 31. Dezember 2024 und 2023 beziehen sich hauptsächlich auf Zahlungen für Versicherungen.

in TEUR 31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9 8
Finanzielle Vermögenswerte 9 8
Finanzbehörden 593 9
Mitarbeiter (kurzfristig) 2 5
Vorauszahlungen 26 450
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 72 875
Nicht finanzielle Vermögenswerte 694 1.340
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 703 1.347

Die Vorauszahlungen betreffen Sicherheitsleistungen und Zahlungen für Mieten, wo die Rechnung ausständig ist. Nicht finanzielle Vermögenswerte betreffen Forderungen aus der Umsatzsteuerverrechnung.

13 | Sachanlagen

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten von Sachanlagen enthalten bestimmte Aufwendungen, die während der Errichtung bzw. des Ausbaus von Anlagen anfallen, wie zum Beispiel Material- und Personalaufwand, direkt zurechenbare Gemeinkosten und Zinsaufwand, sowie den Barwert der Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten sowie gegebenenfalls der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands (siehe Anhangangabe (18)). Umsatzsteuer, die von Lieferanten in Rechnung gestellt wird und zum Vorsteuerabzug berechtigt, ist nicht Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Instandhaltung und Reparaturen werden im Jahr des Anfalls als laufender Aufwand gebucht, Ersatz- sowie wertsteigernde Investitionen werden aktiviert. Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang erfasst, wobei die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst wird. Hilfs- und Betriebsstoffe werden vor allem im Ausbau der Funkstandorte eingesetzt und in Übereinstimmung mit IAS 16.8 in den Sachanlagen ausgewiesen, da erwartet wird, diese in mehr als einer Periode zu verbrauchen.

Nach der Abspaltung von der A1-Gruppe kam der Vorstand zu dem Schluss, dass der beizulegende Zeitwert der Funkstandorte verlässlich ermittelt werden kann und sie zu einem Neubewertungsbetrag gemäß IAS 16.31 angesetzt werden sollen, da er die neuen Rechnungslegungsgrundsätze für relevanter hält. Aufgrund dieser Rechnungslegungsgrundsatzänderung werden die Funkstandorte nun nicht mehr nach dem Anschaffungskostenmodell, sondern nach dem Neubewertungsmodell bewertet. Die EuroTeleSites Group ist der Ansicht, dass das Neubewertungsmodell die tatsächlichen Gegebenheiten der Branche für diese Vermögenswerte darstellt und einen besseren Einblick in die Finanzlage gewährt, was ihren Aktionären und Stakeholdern die notwendigen Finanzinformationen in Verbindung mit den Markterwartungen für diese Vermögenswerte bietet.

Die Neubewertung wurde erstmalig mit dem Stichtag 1. Oktober 2023 durchgeführt. Das neue Neubewertungsmodell wird in der EuroTeleSites Group prospektiv angewandt. Der Vorstand hat beschlossen, die Nettobarwerte der erwarteten Cashflows über die erwartete Laufzeit der Mietverträge (die der Nutzungsdauer entspricht) für die Neubewertung zu verwenden, um den beizulegenden Zeitwert der Standorte zu ermitteln. Alle erwarteten Cash-Inflows und Cash-Outflows über die Laufzeit der Mietverträge wurden für die Neubewertung herangezogen. Diese Werte wurden um die Inflationserwartungen angepasst und mit einem dem Risiko angepassten auf dem risikofreien Zinssatz basierten Zinssatz diskontiert. Die Berechnung des Neubewertungsbetrags erfolgte für das jeweilige Landesnetz, um dem Grundsatz der höchsten und besten Nutzung zu entsprechen. Der sich so ergebende Wert wurde dann auf die einzelnen Standorte verteilt, dazu wurden zwei Drittel des Neubewertungsbetrags gleichmäßig entsprechend des jeweiligen Standorttyps verteilt, das verbleibende Drittel wurde auf der Grundlage des Buchwerts (nach dem Anschaffungskostenmodell) jedes Standorts zugewiesen. Um sicherzustellen, dass der Buchwert der neubewerteten Anlagen nicht wesentlich vom beizulegenden Zeitwert abweicht, wird in ausreichend regelmäßigen Abständen eine Bewertung durchgeführt.

Nach der erstmaligen Neubewertung am 1. Oktober 2023 wurde entsprechend der Group Accounting Policy am 1. November 2024 eine neuerliche Neubewertung durchgeführt die in der nachstehenden Tabelle dargestellt wird:

Änderungen in der Bilanz zum 1. November 2024

Anhang Sachanlagen (IAS 16) Beizulegender Zeitwert Buchwert zu Anschaffungskosten Veränderung Steuersatz Latente Steuer Sonstiges Ergebnis (OCI)
Neubewertung
Österreich 886.626 191.259 35.482 23 % 8.161 27.321
Bulgarien 110.014 12.747 5.227 10 % 523 4.704
Kroatien 148.834 19.235 25.437 18 % 4.579 20.858
Nordmazedonien 29.517 6.195 4.505 10 % 450 4.054
Serbien 63.731 11.689 29.703 15 % 4.435 25.268
Slowenien 129.139 14.803 8.775 22 % 1.930 6.844
1.367.861 255.928 109.127 20.078 89.049

Änderungen in der Bilanz zum 1.# Anhang

Sachanlagen (IAS 16)

Land Beizulegender Zeitwert Buchwert zu Anschaffungskosten Veränderung Steuersatz Latente Steuer Sonstiges Ergebnis (OCI) Neubewertung
Österreich 861.001 168.937 692.065 23 % 159.175 532.890
Bulgarien 106.129 9.672 96.457 10 % 9.646 86.811
Kroatien 127.504 18.344 109.160 18 % 19.649 89.511
Nordmazedonien 21.951 2.239 19.712 10 % 1.971 17.741
Serbien 100.686 12.120 88.565 15 % 13.285 75.280
Slowenien 55.183 9.840 45.343 19 % 8.615 36.728
Gesamt 1.272.454 221.153 1.051.301 212.340 838.961

Aufgrund der Fremdwährungsbewertung ergibt sich eine Differenz zwischen den Neubewertungen im Anlagenspiegel, der Schätzungsänderung der Rückstellung für die Stilllegung von Vermögenswerten, sowie der sich daraus ergebenden Veränderung der Neubewertungsrücklage im sonstigen Ergebnis (OCI).

Hinsichtlich der Erfassung des Neubewertungsbetrages wendet die EuroTeleSites Group die Nettomethode an, so dass der Neubewertungsbetrag als neuer Buchwert ausgewiesen wird und die kumulierte Abschreibung mit dem Bruttobuchwert des Vermögenswerts verrechnet wird.

Die Neubewertungsrücklage wird im Sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und so der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital zugeführt. Soweit sie jedoch ein zuvor erfolgswirksam erfasstes Neubewertungsdefizit desselben Vermögenswerts ausgleicht, wird die Erhöhung erfolgswirksam erfasst. Ein Neubewertungsdefizit wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, es gleicht einen bestehenden Überschuss desselben Vermögenswerts aus, der in der Neubewertungsrücklage für Vermögenswerte erfasst wurde.

Die Differenz zwischen der Abschreibung auf der Grundlage des neu bewerteten Buchwerts des Vermögenswerts und der Abschreibung auf der Grundlage der ursprünglichen Anschaffungskosten des Vermögenswerts wird jährlich aus der Neubewertungsrücklage im Sonstigen Ergebnis (OCI) in die Gewinnrücklagen eingestellt. Bei Veräußerung wird die Neubewertungsrücklage, die sich auf den zu veräußernden Vermögenswert bezieht, den Gewinnrücklagen zugeführt.

Im laufenden Geschäftsjahr wurde eine Abschreibung in Höhe von TEUR 60.579 (2023: TEUR 14.112) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die auf die Neubewertung entfallende Abschreibung, abzüglich der darauf entfallenden Ertragsteuern in Höhe von TEUR 36.790 (2023: TEUR 8.868), wurden aus der Neubewertungsrücklage in die Gewinnrücklagen umgegliedert.

Die Neubewertung der Vermögenswerte wurde intern durchgeführt. Der Buchwert der Funkstandorte zum 31. Dezember 2023 hätte TEUR 260.870 (2023:TEUR 232.448) betragen, wenn keine Neubewertung vorgenommen worden wäre.

Auf Basis der Buchwerte des Sachanlagevermögens zum 31. Dezember 2024 und 2023 aufgrund der Neubewertung werden die monatlichen Abschreibungen und Erträge aus der Auflösung der latenten Steuern zu den in der folgenden Tabelle angeführten Beträgen führen:

2024 Monatliche Änderung in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Abschreibung pro Monat Latente Steuern pro Monat Effekt Gesamtergebnisrechnung pro Monat
Neubewertung
Österreich 2.547 586 1.961
Bulgarien 358 36 322
Kroatien 476 86 391
Nordmazedonien 86 9 77
Serbien 420 63 358
Slowenien 191 42 149
Gesamt 4.079 821 3.258

2023 Monatliche Änderung in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Abschreibung pro Monat Latente Steuern pro Monat Effekt Gesamtergebnisrechnung pro Monat
Neubewertung
Österreich 2.428 559 1.870
Bulgarien 340 34 306
Kroatien 384 69 315
Nordmazedonien 69 7 62
Serbien 312 47 265
Slowenien 160 35 125
Gesamt 3.693 751 2.943

in TEUR

Funkstandorte Sonstige Vermögenswerte Anlagen in Bau Kabel sowie Hilfs- und Betriebsstoffe Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 22. September 2023 1.379.893 7.916 12.194 879 1.400.882
Zugänge 15.101 346 11.288 939 27.674
Abgänge -1.381 -1 0 -2 -1.384
Umbuchungen 2.404 2 -1.790 -617 0
Währungsumrechnung 36 1 1 0 37
Neubewertung -106.883 0 0 0 -106.883
Stand 31. Dezember 2023 1.289.169 8.264 21.693 1.200 1.320.327
Zugänge 32.435 316 20.301 1.410 54.461
Abgänge -2.361 -83 0 -7 -2.450
Umbuchungen 14.007 -405 -11.776 -1.412 415
Währungsumrechnung 166 6 4 -0 176
Neubewertung 65.181 0 0 0 65.181
Stand 31. Dezember 2024 1.398.597 8.098 30.222 1.191 1.438.110
Kumulierte Abschreibung
Stand 22. September 2023 -1.156.677 -4.675 0 0 -1.161.352
Zugänge -13.995 -113 0 0 -14.109
Abgänge 401 1 0 0 402
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 51 -0 0 0 51
Neubewertung 1.158.126 -4.788 0 0 1.158.126
Stand 31. Dezember 2023 -12.095 -4.788 0 0 -16.882
Zugänge -60.053 -469 0 0 -60.522
Abgänge 1.356 63 0 0 1.420
Umbuchungen -747 609 0 0 -138
Währungsumrechnung -6 -2 0 0 -7
Neubewertung 43.928 0 0 0 43.928
Stand 31. Dezember 2024 -27.616 -4.586 0 0 -32.201
Buchwert zum 31. Dezember 2023 1.277.074 3.477 21.693 1.200 1.303.444
Buchwert zum 31. Dezember 2024 1.370.981 3.512 30.222 1.191 1.405.909

In den sonstigen Vermögenswerten sind im Wesentlichen Büro-, Geschäfts- und sonstige Ausstattung sowie Fahrzeuge enthalten.

Die Abschreibung auf Sachanlagen wird linear über die geschätzte betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer berechnet, wobei eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt (siehe Werthaltigkeitsprüfung in Anhangangabe (15)).

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer in Jahren beträgt für:

Jahre
2023
Funkstandorte (excl. Klimaanlagen und Container) 24
Sonstige Vermögenswerte (incl. Klimaanlagen und Container) 2-10

Sensitivitätsanalyse

Die geschätzten Nutzungsdauern für Sachanlagen stellen den geschätzten Zeitraum dar, über den die Vermögenswerte voraussichtlich genutzt werden. Eine Veränderung der Nutzungsdauern um ein Jahr würde zu folgenden Veränderungen der Abschreibung führen:

in TEUR

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Rückgang aufgrund Verlängerung um ein Jahr 2.043 2.581
Erhöhung aufgrund Verkürzung um ein Jahr 5.155 11.527

Zum 31. Dezember 2024 und 2023 betrugen die Kaufverpflichtungen für Sachanlagen TEUR 16.808 (2023: TEUR 9.980).

14 | Immaterielle Vermögenswerte

Eigenständig erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Nach dem erstmaligen Ansatz werden immaterielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen ausgewiesen.

in TEUR

Lizenzen und sonstige Rechte Patente Software Anlagen in Bau Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 22. September 2023 854 324 6 347 1.531
Zugänge 0 0 9 0 9
Abgänge 0 0 0 -24 -24
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 -0 0 0
Stand 31. Dezember 2023 854 324 15 323 1.516
Zugänge 0 0 1.367 21 1.388
Abgänge 0 0 0 0 0
Umbuchungen 0 -324 1 -92 -415
Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2024 854 0 1.383 252 2.489
Kumulierte Abschreibung und Wertminderung
Stand 22. September 2023 -804 -141 -1 0 -947
Zugänge -6 4 -1 0 -4
Abgänge 0 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2023 -811 -138 -2 0 -950
Zugänge -25 0 -33 0 -57
Abgänge 0 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 138 0 0 138
Stand 31. Dezember 2024 -836 -0 -35 0 -869
Buchwert zum 31. Dezember 2023 43 186 13 323 566
Buchwert zum 31. Dezember 2024 18 -0 1.349 252 1.620

Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt (siehe Werthaltigkeitsprüfung).

Der planmäßigen linearen Abschreibung liegen folgende Nutzungsdauern in Jahren zugrunde:

Jahre
2023
Markennamen und Patente 7
Software 5-4

Zukünftig erwartete Abschreibungen sowie die Effekte der Veränderung von Nutzungsdauern werden aufgrund der Geringfügigkeit nicht dargestellt.

Software

Bestimmte direkte und indirekte Entwicklungskosten für selbst entwickelte Software werden aktiviert, nachdem das Projekt die Umsetzungsphase erreicht hat. Die Entwicklungskosten werden in der Regel linear über einen Zeitraum von höchstens vier Jahren abgeschrieben, beginnend mit dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert im Wesentlichen einsatzbereit ist. Zu aktivierende Entwicklungskosten umfassen direkte Kosten für Material und bezogene Leistungen sowie Personalaufwand und Zinsen. Kosten während der Anlaufphase der Projekte, Wartungs-, Schulungs- sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (mit Ausnahme der oben angeführten aktivierungsfähigen Entwicklungskosten) werden im Jahr des Entstehens sofort als Aufwand erfasst.

Im Jahr 2024 wurde in der EuroTeleSites Group Entwicklungs- und Lizenzkosten für Software in Übereinstimmung mit IAS 38 aktiviert. Diese Softwarelösung wird zukünftig als zentrale Lösung zur Verwaltung der Standorte eingesetzt werden.

Die folgende Tabelle gibt die entsprechenden Werte wieder:

in TEUR

zum 31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Herstellungskosten 15 1.383
Kumulierte Abschreibung -2 -35
Buchwert 13 1.349
Zugänge 0 1.367

Kaufverpflichtungen

Zum 31. Dezember 2024 betrugen die Kaufverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte TEUR 622 (2023: TEUR 602).

Werthaltigkeitsprüfung

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden auf Wertminderungen untersucht, wenn Ereignisse oder Änderungen der Verhältnisse darauf hinweisen, dass der Buchwert eines Vermögenswerts über dem erzielbaren Betrag liegen könnte. Die Werthaltigkeitsprüfung wird dabei für alle Sachanlagen, Nutzungsrechte und immateriellen Vermögenswerte durchgeführt, und zwar unabhängig davon, ob diese zum Verkauf bestimmt sind oder nicht. Entsprechend den Vorschriften des IAS 36 wird ein Aufwand aus Wertminderung erfasst, wenn der Buchwert über dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert liegt. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der in einer fremdüblichen Verkaufstransaktion erzielbar ist. Der Nutzungswert entspricht den geschätzten künftigen abgezinsten Netto-Zahlungsströmen, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Wertminderungen werden gesondert im Jahresergebnis erfasst.# Gibt es einen Anhaltspunkt dafür, dass eine Wertminderung nicht mehr vorliegt, überprüft die EuroTeleSites Group, ob die Wertminderung ganz oder teilweise rückgängig gemacht werden muss. In den Jahren 2023 und 2024 waren keine Wertminderungen zu erfassen.

15 | Firmenwert

Die ausgewiesenen Firmenwerte entstanden aus Unternehmenszusammenschlüssen in der Vergangenheit in der A1 Group. Diese wurden der EuroTeleSites Group im Verhältnis der abgespaltenen Vermögenswerte, auf Basis der relativen Zeitwerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der A1 Group und der EuroTeleSites Group zum 22. September 2023 zugeordnet. Der Firmenwert wird im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen angesetzt und ergibt sich aus der Differenz zwischen der Summe des beizulegenden Zeitwerts der übertragenen Gegenleistung und dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen, abzüglich des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Nettobuchwerte der Firmenwerte, zugeordnet zu den einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die aus dem Unternehmenszusammenschluss einen Nutzen ziehen:

in TEUR Österreich Bulgarien Kroatien Nordmazedonien Slowenien Gesamt
Stand 22. September 2023 120.958 20.606 24.908 4.265 38.338 209.075
Währungsumrechnung 0 0 0 1 0 1
Stand 31. Dezember 2023 120.958 20.606 24.908 4.266 38.338 209.076
Währungsumrechnung 0 -0 0 0 0 -0
Stand 31. Dezember 2024 120.958 20.606 24.908 4.266 38.338 209.076

Werthaltigkeitsprüfung

Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sowie immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht genutzt werden können, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern gemäß IAS 36 zumindest einmal pro Jahr im 4. Quartal einem Werthaltigkeitstest unterzogen, unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Dies erfolgt, indem die Buchwerte mit dem erzielbaren Betrag verglichen werden. Wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, wird die Werthaltigkeit auch anlassbezogen geprüft.

Zur Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung werden die Vermögenswerte in zahlungsmittelgenerierende Einheiten zusammengefasst, die die kleinste Gruppe von Vermögenswerten darstellen, die Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung erzeugen, welche weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Firmenwerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden vom Übernahmetag an jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von Einheiten zugeordnet, die einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die Zuordnung erfolgt unabhängig davon, ob diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten andere Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zugeordnet worden sind. Jede zahlungsmittelgenerierende Einheit oder Gruppe von Einheiten, der ein Firmenwert zugeordnet worden ist, hat (a) die niedrigste Ebene innerhalb des Unternehmens darzustellen, der der Firmenwert für interne Managementzwecke zur Überwachung zugeordnet wird, und darf (b) nicht größer sein als ein Geschäftssegment.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen ein Firmenwert zugewiesen wurde, müssen jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft werden. Die Prüfung der Werthaltigkeit erfolgt, indem der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter Einbeziehung des zugewiesenen Firmenwerts mit dem erzielbaren Betrag dieser Einheit verglichen wird. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Die Segmente der EuroTeleSites Group stellen die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten dar. Zur Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung wird von der EuroTeleSites Group der beizulegende Wert abzüglich Veräußerungskosten mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren berechnet. Grundlage der Wertermittlung bildet eine Detailplanung der zukünftigen Zahlungsströme von Umsatz und Kosten abzüglich Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen und Veränderungen des Working Capitals für einen Zeithorizont von 20 Jahren sowie einer ewigen Rente für die Jahre nach dem Detailplanungszeitraum. Die Detailplanung basiert jeweils auf vom Management verabschiedeten Geschäftsplänen, die auch für interne Steuerungszwecke verwendet werden. Wesentliche Planungsannahmen betreffen die zugrunde gelegte Umsatzentwicklung und die Ergebnismarge im Detailplanungszeitraum, sowie das Wachstum in der ewigen Rente für die Jahre nach dem Detailplanungszeitraum. Die wesentlichen Annahmen bei der Berechnung des beizulegenden Werts abzüglich Veräußerungskosten betreffen die Umsatzentwicklung, die Kostentreiber, die Veränderung des Working Capitals, die Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen, die Wachstumsrate und den Abzinsungssatz, ebenso wie die Abbaukosten. Historische Entwicklungen und die bisherigen Erfahrungen und Erwartungen berücksichtigen auch Kenntnisse, die während der Zugehörigkeit zur A1 Group erworben wurden.

Die Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung basieren auf bisherigen Ergebnissen, Industrieprognosen und externen Marktdaten wie der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der Inflationsrate, der Wechselkurse, der Bevölkerungszahlen und sonstiger Parameter. Die Kostentreiber und die Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen basieren auf Erfahrungswerten und internen Erwartungen. In den Wachstumsraten der ewigen Rente werden das länderspezifische Wachstum sowie das unternehmensspezifische Umsatzwachstum der Vergangenheit bzw. der Detailplanung berücksichtigt. Für die Ermittlung der Detailplanung werden Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung berücksichtigt. Die daraus abgeleiteten Zahlungsströme werden mit den für jede der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten individuell ermittelten, gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten abgezinst, um den beizulegenden Wert abzüglich Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen.

Die zur Abzinsung der Zahlungsströme verwendeten Kapitalkostensätze werden aus dem „Capital Asset Pricing Model“ abgeleitet und entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital der Peer Group. Zur Ermittlung des Eigenkapitalkostensatzes werden dabei ein risikoloser Zinssatz sowie Risikozuschläge, die das Marktrisiko und Länderrisiko abbilden, verwendet. Der angewandte Fremdkapitalkostensatz setzt sich aus dem risikolosen Zinssatz zuzüglich eines Risikozuschlags zusammen. Der Fremdkapitalsatz sowie die Betafaktoren und die Kapitalstruktur der Peer Group werden von öffentlich verfügbaren Marktdaten abgeleitet. Der zum Stichtag verwendete Betafaktor ergibt sich als Durchschnitt des 5-Jahres-Betas der letzten zwölf Monate. Die Abbaukosten basieren auf Erfahrungen aus M&A Projekten zu der Zeit als die Anlagen der EuroTeleSites Group noch Teil der A1 Group waren.

Die Klimaszenarienanalyse ist Teil des Risikomanagements, hat festgestellte Auswirkungen auf die Bereiche Hochwasserrisiko, Kohlenstoffsteuer und Energiekosten analysiert. Aufgrund der Analyse der Risiken der ersten beiden Bereiche wurden keine signifikanten Auswirkungen auf die Ergebnisse festgestellt und daher auch keine dahingehenden expliziten Anpassungen im Rahmen des Wertminderungstests vorgenommen. Im Rahmen der Planung der Energiekosten wurden kurzfristige Preissteigerungen bereits im Businessplan bereits berücksichtigt und sind daher bereits Bestandteil der Werthaltigkeitsprüfung, kommen keine neuen Effekte aus den transitionalen Risiken (z.B. CO2 Besteuerung) aus der Szenarienanalyse, und somit auch keine bewertungsrelevanten Änderungen.

Die Auswirkungen externer Quellen wie Marktkapitalisierung und Marktrenditen spiegeln sich in den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wider, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind. Zur Berechnung des beizulegenden Werts abzüglich Veräußerungskosten wurden folgende Parameter verwendet:

2023 2024
Wachstums- Abzin- Wachstums- Abzin-
raten der sungs- raten der sungs-
ewigen satz ewigen satz
Rente vor Rente vor
Steuern Steuern
Segment Österreich 0,0 % 6,2 % 0,0 % 6,8 %
Segment Bulgarien 0,0 % 8,0 % 0,0 % 8,5 %
Segment Kroatien 0,0 % 8,3 % 0,0 % 7,8 %
Segment Nordmazedonien 0,0 % 10,9 % 0,0 % 10,8 %
Segment Slowenien 0,0 % 7,3 % 0,0 % 7,7 %

Liegt der beizulegende Wert abzüglich Veräußerungskosten über dem Buchwert, liegt weder für die betreffende zahlungsmittelgenerierende Einheit noch für den ihr zugewiesenen Firmenwert eine Wertminderung vor. Wenn der ermittelte beizulegende Wert abzüglich Veräußerungskosten unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegt, wird eine Wertminderung im Jahresergebnis erfasst. Die Wertminderung wird zuerst dem Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet. Der übersteigende Betrag wird den sonstigen Vermögenswerten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet und auf diese entsprechend ihren Buchwerten verteilt, wobei eine Wertminderung der Buchwerte unter den beizulegenden Zeitwert der sonstigen Vermögenswerte nicht erfolgt. Die Buchwertminderungen stellen Aufwendungen aus der Wertminderung für die einzelnen Vermögenswerte dar.

Wertminderungen (Neubewertung) im Zusammenhang mit der Neubewertungsmethode der Sachanlagen (Funkstandorte) werden über die Neubewertungsrücklage des Sonstigen Ergebnisses (OCI) dargestellt, sofern sie nicht die Neubewertungsrücklage des betreffenden Vermögensgegenstandes übersteigen.

Zum 31. Dezember 2024 und 2023 waren die beizulegenden Werte abzüglich Veräußerungskosten aller zahlungsmittelgenerierenden Einheiten höher als deren Buchwerte, weshalb keine Wertminderung zu erfassen war.

16 | Sonstige langfristige Vermögenswerte

in TEUR | 31. Dezember 2023 | 31.# 17 | Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Finanzbehörden 5.050 5.988
Sozialversicherung 141 137
Abgegrenzte Mieteinnahmen 1.767 2.540
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 63 26
Kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 7.021 8.691
Lieferungen und Leistungen 22.549 24.949
Abgegrenzte Zinsen 17.345 16.253
Mitarbeiter:innen 553 640
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3 0
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 40.451 41.842
Verbindlichkeiten 47.472 50.533

Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden bestehen im Wesentlichen aus geschuldeter Umsatzsteuer und Lohnsteuer. Die Verbindlichkeiten aus Sozialversicherung betreffen die gesetzlichen Beiträge zur Sozialversicherung. Abgrenzte Zinsen betreffen Zinsen für die Anleihe und den Bankkredit. Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter:innen betreffen hauptsächlich Gehälter (inklusive Überstunden und Reisekosten) und noch nicht konsumierte Urlaube.

18 | Rückstellungen und Stilllegung von Vermögenswerten

Rückstellungen werden gebildet, wenn die EuroTeleSites Group eine Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) aus einem eingetretenen Ereignis hat; wenn es wahrscheinlich ist, dass ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen erforderlich ist, um die Verpflichtung zu erfüllen; und wenn eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung vorgenommen werden kann.

Mitarbeiter:innen Stilllegung von Vermögenswerten Sonstige Gesamt
Stand 22. September 2023 298 98.978 182 99.459
Zugänge 399 1.143 7 1.549
Schätzungsänderungen 0 -38.908 0 -38.908
Verbrauch -16 -11 -8 -35
Auflösung 0 -1 0 -1
Aufzinsung 0 573 0 573
Währungsumrechnung -0 -3 0 -3
Stand 31. Dezember 2023 681 61.772 181 62.635
Zugänge 915 379 267 1.560
Schätzungsänderungen 0 12.651 0 12.651
Verbrauch -732 -130 -40 -901
Auflösung 0 0 -88 -88
Aufzinsung 0 2.154 0 2.154
Währungsumrechnung 0 3 0 3
Stand 31. Dezember 2024 864 76.829 320 78.014
davon langfristig 0 76.829 0 76.829
davon kurzfristig 864 0 320 1.184

Bei der Ermittlung der Rückstellungen muss der Vorstand beurteilen, ob Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss bei der EuroTeleSites Group führen und die verlässlich geschätzt werden können. Rückstellungen werden in Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt. Auch wenn mit einer Auszahlung der Rückstellungen nicht im folgenden Geschäftsjahr gerechnet wird, erfolgt der Ausweis von Rückstellungen, mit Ausnahme der Rückstellung für die Stilllegung von Vermögenswerten und für Restrukturierung, unter den kurzfristigen Rückstellungen, da der Zeitpunkt der Inanspruchnahme nicht von der EuroTeleSites Group beeinflusst werden kann.

Rückstellung für Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten

Die EuroTeleSites Group bildet Rückstellungen für Verpflichtungen, die aus der Stilllegung von Funkstandorten entstehen. Rückstellungen für die Stilllegung von Vermögenswerten werden gemäß IAS 37 mit dem Barwert bilanziert, die Erhöhung aus der Aufzinsung derartiger Verpflichtungen wird ergebniswirksam erfasst (siehe Anhangangabe (8)). Auswirkungen von Bewertungsänderungen von bestehenden Rückstellungen werden gemäß IFRIC 1 bilanziert. Da das Neubewertungsmodell für die Funkstandorte angewandt wird, werden Schätzungsänderungen für entsprechende Rückstellungen in der Neubewertungsrücklage des Sonstigen Ergebnisses (OCI) für den zugehörigen Vermögensgegenstand dargestellt, wobei a) eine Abnahme der Rückstellung im sonstigen Ergebnis erfasst wird und zu einer Erhöhung der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital führt, es sei denn, sie macht eine in der Vergangenheit erfolgswirksam als Aufwand erfasste Abwertung desselben Vermögenswerts rückgängig und wird deshalb erfolgswirksam erfasst, b) eine Erhöhung der Rückstellung erfolgswirksam erfasst wird, es sei denn, sie übersteigt den Betrag der entsprechenden Neubewertungsrücklage nicht und wird deshalb im sonstigen Ergebnis erfasst, was zu einer Minderung der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital führt. Im Fall, dass eine Abnahme der Rückstellung den Buchwert überschreitet, der angesetzt worden wäre, wenn der Vermögenswert nach dem Anschaffungskostenmodell bilanziert worden wäre, ist der Überhang umgehend erfolgswirksam zu erfassen.

Die EuroTeleSites Group betreibt Funkstandorte auf Grundstücken, Dächern und anderen Räumlichkeiten im Rahmen verschiedener Arten von Mietverträgen. Bei der Schätzung des Werts der Verpflichtung aus der Stilllegung von Standorten hat die EuroTeleSites Group eine Reihe von Annahmen getroffen, wie z. B. den Zeitpunkt des Abbaus oder einer vorzeitigen Kündigung, die Entwicklung der Technologie und die Kosten für die Wiederherstellung der Standorte. Die nachfolgende Tabelle zeigt die zur Berechnung herangezogenen Parameter:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Abzinsungsfaktor 4,2 % – 10,4 % 3,5 % – 8,4 %
Inflationsrate 2,1 % – 3,1 % 2,1 % – 3,1 %

Die Bandbreite ergibt sich aufgrund der unterschiedlichen Marktsituationen in den einzelnen Segmenten. Der zur Berechnung herangezogene Abzinsungsfaktor reflektiert die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt sowie die für die Schuld spezifischen Risiken. Als Ausgangspunkt im Nicht-Euroraum dient der Zinssatz deutscher Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren, welcher um einen Risikoaufschlag für jedes Land angepasst wird. Für Länder, die nicht an den Euro gebunden sind, wird auch das jeweilige Inflationsdelta gemäß OECD berücksichtigt. Im Euroraum werden fristenkonforme Staatsanleihen herangezogen, da die spezifischen Risiken in den geschätzten Zahlungsströmen berücksichtigt wurden. Die zur Berechnung herangezogenen Inflationsraten spiegeln die allgemeine Entwicklung in den einzelnen Ländern wider. Im Juni und Dezember 2024, sowie im November und Dezember 2023 wurde eine Schätzungsänderung notwendig da sich der Grenzfremdkapitalzinssatz für die langfristige Finanzierung änderte. Diese Schätzungsänderung erforderte eine Erhöhung der Rückstellung für die Stilllegung von Vermögenswerten um TEUR 12.651 (2023: TEUR 7.778), eine Verminderung der Rückstellung für latente Steuern um TEUR 2.640 (2023: TEUR 1.621) und einer Veränderung der Neubewertungsrücklage des Sonstigen Ergebnisses (OCI) in Höhe von TEUR 10.011 (2023: TEUR 6.157).

Sensitivitätsanalyse

Eine Veränderung des angewendeten Zinssatzes bzw. der angewendeten Inflationsrate um einen Prozentpunkt würde zu folgenden Veränderungen der Rückstellung führen (negative Werte bedeuten eine Reduktion der Rückstellung):

1 Prozentpunkt Erhöhung 1 Prozentpunkt Verringerung
in TEUR, zum 31. Dezember 2024
Veränderung des Zinssatzes -14.879 18.652
Veränderung der Inflation 18.807 -15.241
1 Prozentpunkt Erhöhung 1 Prozentpunkt Verringerung
in TEUR, zum 31. Dezember 2023
Veränderung des Zinssatzes -12.066 15.207
Veränderung der Inflation 15.427 -12.386

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen betreffen hauptsächlich Gebühren für Funkstandorte und Rechtsberatung.

Personalrückstellungen

Personalrückstellungen betreffen im Wesentlichen Leistungsboni.

19 | Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Laufzeiten und Bedingungen der langfristigen Finanzverbindlichkeiten und deren kurzfristiger Anteil sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Fälligkeit Nomineller Zinssatz Nennwert 31. Dezember 2023 (TEUR) Nennwert 31. Dezember 2024 (TEUR) Buchwert 31. Dezember 2023 (TEUR) Buchwert 31. Dezember 2024 (TEUR)
Anleihe 2028 fix 5,25 % 500.000 500.000 494.895 496.023
Privatplatzierung mit A1 Group 2028 variabel 3-months Euribor + 1,05 0 180.000 0 179.931
Bankkredit 2028 variabel 3-months Euribor + 1,30 500.000 290.000 500.000 290.000
Finanzverbindlichkeiten 1.000.000 970.000 994.895 965.955
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.000.000 970.000 994.895 965.955

Anleihen

Anleihen werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags erfasst. Das Disagio und die Ausgabekosten werden entsprechend der Vertragslaufzeit nach der Effektivzinsmethode ergebniswirksam erfasst. Am 13. Juli 2023 hat die A1 Towers Holding GmbH (zu diesem Zeitpunkt als Teil der A1 Group) eine Anleihe mit einem Volumen von TEUR 500.000, einem Disagio und Ausgabekosten von TEUR 5.635, einer Laufzeit bis 2028 und einem fixen Zinskupon von 5,25 % begeben. Am 22. Juli 2024 begab die EuroTeleSites Group eine privat platzierte Anleihe mit einem Nennwert von TEUR 180.000, einer Laufzeit bis Juli 2028 und einem variablen Zinssatz der dem 3-Monats-EURIBOR plus 1,05 Basispunkten entspricht. Die Privatplatzierung wurde zur Gänze von der A1 Group gezeichnet. Die Mittel wurden zur Rückzahlung eines Teils des Bankkredits verwendet.

Bankkredite

Weiterhin wurde ein Bankkredit in Höhe von TEUR 500.000 aufgenommen, der am 9. Juni 2028 fällig wird. Der variable Zinssatz des Bankkredits ist an den 3-Monats-Euribor mit einem fixen Aufschlag von 1,30 Basispunkten gekoppelt. 2024 wurden insgesamt TEUR 210.000 zurückgezahlt, die Mittel dafür stammten zu TEUR 180.000 aus der Privatplatzierung und zu TEUR 30.000 aus dem Free Cash Flow.

20 | Personalrückstellungen

Die EuroTeleSites Group hat Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmer:innen sowohl aus beitrags- als auch aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Im Falle beitragsorientierter Versorgungspläne leistet die EuroTeleSites Group aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Verpflichtung Zahlungen in privatwirtschaftliche oder öffentlich-rechtliche Pensionssysteme und Mitarbeitervorsorgekassen.Außer den Beitragszahlungen, die in der jeweiligen Periode als Personalaufwand im jeweiligen Funktionsbereich erfasst werden, bestehen keine weiteren Verpflichtungen. Alle anderen Verpflichtungen resultieren aus ungedeckten leistungsorientierten Versorgungssystemen und werden gemäß IAS 19 mit der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Jubiläumsgelder 387 293
Abfertigungen 1.596 1.673
Sonstige 0 100
Langfristige Personalrückstellungen 1.983 2.066

Die EuroTeleSites Group macht von der gemäß IAS 19.133 erlaubten Unterscheidung in kurz- und langfristige Personalrückstellungen Gebrauch. Zum 31. Dezember 2024 bestanden keine kurzfristigen Personalrückstellungen. Ergebnisse aus der Neubewertung der Abfertigungsrückstellung werden im sonstigen Ergebnis (OCI), jene der Jubiläumsgeldrückstellung sofort erfolgswirksam erfasst. Die Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen umfasst in der EuroTeleSites Group nur versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, da kein Planvermögen vorhanden ist. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung wird im Zinsaufwand aus Personalrückstellungen im Finanzergebnis und der Dienstzeitaufwand als Personalaufwand im jeweiligen Funktionsbereich erfasst.

Versicherungsmathematische Annahmen

Die folgende Tabelle zeigt die bei der Bewertung von Verpflichtungen aus Jubiläumsgeldzuwendungen und Abfertigungen verwendeten wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Abzinsungsfaktor Jubiläumsgelder 3,25 % 3,00 %
Abzinsungsfaktor Abfertigungen 3,25 % 3,00 %-3,50 %
Gehaltssteigerungen – Beamte 6,0 % 4,20 %
Gehaltssteigerungen – Angestellte 3,50 %-5,40 % 3,10 %-3,80 %
Fluktuationsrate ¹ 0,0 %-0,91 % 0,00 %-1,00 %

¹ Abhängig von den Dienstjahren, einschließlich früherer Dienstzeiten bei der A1 Gruppe.

Der Abzinsungssatz wird auf Basis der Rendite erstrangiger festverzinslicher Industrieanleihen bestimmt. Die Laufzeit der Anleihen entspricht den voraussichtlichen Fristigkeiten der leistungsorientierten Verpflichtungen. Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation wurden bei der Bestimmung der verwendeten Gehaltssteigerungen für 2024 auch künftig zu erwartende Gehaltssteigerungen miteinbezogen. Geprägt durch die aktuell hohe Inflation wird kurzfristig von höheren Gehaltssteigerungen ausgegangen, die sich jedoch langfristig wieder auf die durchschnittlichen Werte der Vergangenheit entwickeln werden. Aufgrund der unterschiedlichen Laufzeiten der Rückstellung kommen dadurch differenzierte Gehaltssteigerungen je Rückstellung zur Anwendung. Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Österreich die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler“ herangezogen. Für die Ermittlung der Verpflichtungen im Ausland wurden aufgrund des geringen Anteils dieselben Rechnungsgrundlagen herangezogen.

Laufzeiten

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Rückstellungen beträgt in Jahren:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Jubiläumsgelder 4,2 3,2
Abfertigungen 10,0 9,0

Jubiläumsgelder

Beamte und bestimmte Angestellte (im Folgenden „Mitarbeiter:innen“) haben einen Anspruch auf Jubiläumsgelder. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen erhalten die Berechtigten nach 25 Dienstjahren zwei Monatsgehälter und nach 40 Dienstjahren vier Monatsgehälter. Mitarbeiter:innen, die zum Zeitpunkt des Pensionsantritts mindestens 35 Dienstjahre aufweisen und in den Ruhestand übertreten (65. Lebensjahr) oder aufgrund bestimmter gesetzlicher Regelungen in den Ruhestand versetzt werden, gebührt ebenfalls die Jubiläumszuwendung in Höhe von vier Monatsbezügen. Die Rückstellung wird über die Dienstzeit unter Anwendung eines Fluktuationsabschlags für Mitarbeiter:innen, die vorzeitig aus dem Dienstverhältnis ausscheiden, gebildet. Für die EuroTeleSites Group liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Gehaltssteigerungen und des Zinssatzes. Zum 31. Dezember 2024 betrifft weniger als 2 % (2023: 1 %) der langfristigen Jubiläumsgeldrückstellung die ausländischen Tochtergesellschaften.

Abfertigungen

Beitragsorientiertes Versorgungssystem

Mitarbeiter:innen, deren Dienstverhältnis in Österreich am oder nach dem 1. Jänner 2003 begonnen hat und die danach in die EuroTeleSites Group überstellt wurden, unterliegen einem beitragsorientierten Versorgungsplan. 2024 wurden 1,53 % des Gehalts bzw. des Lohns, das sind TEUR 222 (2023 TEUR 20), in den beitragsorientierten Versorgungsplan (BAWAG Allianz Mitarbeitervorsorgekasse AG) eingezahlt.

Leistungsorientiertes Versorgungssystem

Verpflichtungen aus Abfertigungen für nicht beamtete Mitarbeiter:innen in Österreich, deren Dienstverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat und die danach in die EuroTeleSites Group überstellt wurden, werden durch leistungsorientierte Pläne abgedeckt. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses durch die EuroTeleSites Group oder bei Pensionsantritt erhalten berechtigte Mitarbeiter:innen eine Abfertigung, die – abhängig von ihrer Dienstzeit – ein Mehrfaches ihres monatlichen Grundgehalts zuzüglich variabler Komponenten wie Überstunden oder Prämien, maximal aber zwölf Monatsgehälter beträgt. Im Falle des Todes haben die Erben der berechtigten Mitarbeiter:innen Anspruch auf 50 % der Abfertigung. Für die EuroTeleSites Group liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Gehaltssteigerungen und des Zinssatzes.

Die folgende Tabelle zeigt die Bestandteile und die Entwicklung der Abfertigungsrückstellungen:

in TEUR 2023 2024
Stand 22. September 2023 / 01. Jänner 2024 1.460 1.596
Dienstzeitaufwand 10 30
Zinsaufwand 11 52
Im Gewinn oder Verlust erfasst 21 82
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 115 78
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Veränderungen demografischer Annahmen 0 -3
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Veränderungen finanzieller Annahmen 0 -91
Im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst 115 -16
Währungsumrechnung 0 11
Rückstellung zum 31. Dezember 1.596 1.673
Abzüglich kurzfristige Rückstellung 0 0
Langfristige Rückstellung 1.596 1.673

Zum 31. Dezember 2024 betreffen rund 8 % (2023: 7 %) der langfristigen Abfertigungsrückstellungen ausländische Tochtergesellschaften.

Pensionen

Beitragsorientierte Versorgungssysteme

In Österreich werden Pensionsleistungen für Angestellte grundsätzlich durch die Sozialversicherungsträger und für Beamte durch den Staat erbracht. Die Beiträge in Höhe von 12,55 % (2023: 12,55 %) der Bruttobezüge, die die EuroTeleSites Group 2024 in Österreich an die Sozialversicherungsträger und an den Staat geleistet hat, betragen TEUR 625 (2023: TEUR 408). Die Beiträge die die ausländischen Tochtergesellschaften 2024, in Höhe von 9,00 % und 25,00 % (2023: zwischen 8,85 % und 24,00 %) der Bruttobezüge in das jeweilige System geleistet haben, betragen TEUR 425 (2023: TEUR 362). Zusätzlich bietet die EuroTeleSites Group den Angestellten der österreichischen Gesellschaft, die am oder vor dem 31. Dezember 2011 eingetreten sind und die danach in die EuroTeleSites Group überstellt wurden (insgesamt 28 Angestellte), einen beitragsorientierten Versorgungsplan an. Die Beiträge der EuroTeleSites Group berechnen sich als Prozentsatz des Entgelts und dürfen 5,00 % (2023: 5,00 %) nicht übersteigen. Die Aufwendungen dieses Plans beliefen sich im Jahr 2023 auf TEUR 114 (2023: TEUR 62).

Sensitivitätsanalyse

Eine Veränderung des verwendeten Abzinsungsfaktors um einen halben Prozentpunkt würde zu folgenden Veränderungen der Rückstellung führen (negative Werte bedeuten eine Reduktion der Rückstellung):

in TEUR 0,5 Prozentpunkte Verringerung 0,5 Prozentpunkte Erhöhung
zum 31. Dezember 2024 Jubiläumsgelder 5 -5
Abfertigungen 77 -72

Eine Veränderung der verwendeten Gehaltssteigerungen um einen Prozentpunkt würde zu folgenden Veränderungen der Rückstellungen führen (negative Werte bedeuten eine Reduktion der Rückstellung):

in TEUR 1 Prozentpunkt Verringerung 1 Prozentpunkt Erhöhung
zum 31. Dezember 2024 Jubiläumsgelder -8 9
Abfertigungen -139 155

Eine Veränderung der verwendeten Fluktuationsrate um einen halben Prozentpunkt würde zu folgenden Veränderungen der Rückstellungen führen (negative Werte bedeuten eine Reduktion der Rückstellung):

in TEUR 0,5 Prozentpunkte Verringerung 0,5 Prozentpunkte Erhöhung
zum 31. Dezember 2024 Jubiläumsgelder 0 -2
Abfertigungen 18 -33

* Bei einer herangezogenen Fluktuationsrate von kleiner 0,5 % wird die Verringerung maximal bis 0,0 % berechnet.

2023 hätte die Änderung des Abzinsungsfaktors um ein halbes Prozent, eine Veränderung der Gehaltssteigerungen von einem Prozent, als auch eine Veränderung der Fluktuationsrate um ein halbes Prozent zu einer Änderung von weniger als TEUR 163 geführt.

21 | Eigenkapital

Kapitalmanagement

Das den Anteilseignern der Muttergesellschaft zurechenbaren Eigenkapital, das in der Entwicklung des Konzerneigenkapitals ersichtlich ist, setzt sich aus Grundkapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und Rücklagen aus dem sonstigen Ergebnis (OCI) zusammen. Das Kapitalmanagement der EuroTeleSites Group verfolgt das primäre Ziel, die Kapitalbasis zu sichern und zu verbessern. Um das Ziel den Verschuldungsgrad zu senken zu unterstützen, plant die EuroTeleSites Group in der nahen Zukunft keine Ausschüttungen vorzunehmen.

Grundkapital

Zum 31. Dezember 2024 und 2023 beträgt das Grundkapital der EuroTeleSites AG TEUR 166.125 und ist in 166,125 Mio Inhaberaktien geteilt. Am 31. Dezember 2024 und 2023 wurden 56,96% indirekt von América Móvil über deren 100%ige Tochtergesellschaft América Móvil B.V., Niederlande, gehalten, die ÖBAG hielt zu beiden Stichtagen 28,42%. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz. Die Aktien haben keinen Nennwert. Die Anzahl der genehmigten, ausgegebenen und ausstehenden Aktien beträgt 166,125 Mio, diese sind vollständig einbezahlt. Der unternehmensrechtliche Bilanzverlust der EuroTeleSites AG für 2024 beträgt TEUR 1.598.# Ertragsteuern

Für zukünftige Gewinne nach österreichischem Unternehmensrecht (UGB) bestehen keine Ausschüttungsbeschränkungen, da keine Sachverhalte der in § 235 UGB geregelten Beschränkungen erfüllt sind. Der Vorstand plant nach Zustimmung des Aufsichtsrates der Hauptversammlung vorzuschlagen, für 2024 keine Dividende auszuschütten. Zu den Stichtagen 31. Dezember 2024 und 2023 bestanden keine verwässernden Aktien, daher ergaben sich daraus keine Effekte auf die Ergebnis je Aktie.

Kapitalrücklagen

Bei der Abspaltung der Gesellschaft aus der A1 Group wurde der Unterschiedsbetrag zwischen Aktiva und Passiva in die Kapitalrücklagen eingestellt. Daraus resultierte ein negativer Betrag von TEUR 808.550.

Rücklagen aus dem sonstigen Ergebnis (OCI)

Die Neubewertungsrücklage stammt aus der Neubewertung der Funkstandorte (siehe Anhangangabe (13)), sowie der zugehörigen Schätzungsänderung für die Rückstellung für die Stilllegung von Vermögenswerten (siehe Anhangangabe (18)) und den damit zusammenhängenden latenten Steuern. Die IAS 19 Rücklage beinhaltet die Neubewertung von Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen (siehe Anhangangabe (21)). Die Rücklage aus der Währungsumrechnung resultiert im Wesentlichen aus der Einbeziehung der Tochtergesellschaften in Nordmazedonien und Serbien in den Konzernabschluss. Die Entwicklung der einzelnen Rücklagen ist in der Gesamtergebnisrechnung sowie in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Ertragsteuern

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Ertragssteuern für den aktuellen und frühere Zeiträume werden mit dem Betrag bewertet, der voraussichtlich an die Steuerbehörden gezahlt oder von ihnen erstattet wird. Dies erfolgt auf Grundlage der Steuersätze und Steuergesetze, die am Ende des Berichtszeitraums in den Ländern, in denen die Gruppe tätig ist und steuerpflichtige Erträge erzielt, in Kraft sind oder im Wesentlichen in Kraft getreten sind.

Aktive und passive latente Steuern werden anhand der Steuersätze (und Steuervorschriften) bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Verbindlichkeit erfüllt wird, erwartet wird, und zwar auf der Grundlage der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Ende des Berichtszeitraums gelten. Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und ihren Buchwerten in der Rechnungslegung zum Berichtszeitpunkt sowie auf steuerliche Verlustvorträge gebildet.

Die Auswirkung einer Änderung der Steuersätze auf latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten wird in dem Zeitraum erfasst, in dem der Steuersatz tatsächlich in Kraft tritt. Investitionsbegünstigungen mindern die Ertragsteuern im Jahr der Inanspruchnahme. Laufende und latente Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die im sonstigen Gesamtergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden im sonstigen Gesamtergebnis oder im Eigenkapital und nicht im Gewinn oder Verlust erfasst.

Das Management beurteilt in Übereinstimmung mit IFRIC 23 regelmäßig einzelne Steuersachverhalte dahingehend, ob Unsicherheiten bezüglich der Behandlung durch die zuständige Steuerbehörde unter geltenden steuerlichen Regelungen bestehen. Dementsprechend wurden für etwaige bestehende Steuerrisiken unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen, einschließlich der Interpretation des Steuerrechts und Erfahrung, Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern erfasst.

Seit 1. Jänner 2024 unterliegt die EuroTeleSites Group der globalen Mindestbesteuerung im Rahmen von Pillar II. Das von der OECD ausgearbeitete und von der EU durch eine Richtlinie umgesetzte Konzept der sogenannten Pillar-II-Regelungen sieht eine globale Mindestbesteuerung in Höhe von 15% auf Unternehmensgewinne vor. Ziel ist die Eindämmung des Steuerwettbewerbs. Die im IAS 12 geregelte, verpflichtend anzuwendende Ausnahme der Bilanzierung von latenten Steueransprüchen und -verbindlichkeiten, die sich aus der Einführung der „International Tax Reform – Pillar Two Model Rules“ ergeben, wurde im vorliegenden Konzernabschluss angewendet.

Das oberste Mutterunternehmen der EuroTeleSites Group, und damit auch die Ultimate Parent Entity („UPE“) für Pillar II, ist América Móvil (siehe Anhangangabe (2)). Die Telekom Austria AG wurde durch diese als Abgabepflichtiger gemäß § 76 Abs 2 Z1 Mindestbesteuerungsgesetz („MinBestG“ ) beauftragt. In diesem Zusammenhang wurde ein Gruppenumlagevertrag zwischen der Telekom Austria AG und der EuroTeleSites AG abgeschlossen, welcher unter anderem die Regelungen zu einer verursachungsgerechten Verteilung im Falle etwaiger Ergänzungssteuern gewährleistet.

Die im Abschluss erfasste Ergänzungssteuer („Top-up Tax“) bezieht sich auf die Tochtergesellschaften in Bulgarien und Nordmazedonien, für die gesetzlichen Steuersätze jeweils 10% betragen. In beiden Ländern wurde eine nationale Ergänzungssteuer eingeführt, diese wurde auf Basis der nationalen Regelungen ermittelt und der entsprechende laufende Steueraufwand 2024 erfasst. Der Gesamtbetrag der erfassten Ergänzungssteuer ist in nachfolgender Tabelle ersichtlich. Auf Basis der Daten des Geschäftsjahres 2024 ergab sich für die weiteren Steuerjurisdiktionen der A1 Group im Westenlichen aufgrund der Anwendung der temporären Safe Harbour Regelungen kein Erfordernis zur Erfassung weiterer Steuern im Zusammenhang mit Pillar II.

Die Ertragsteuer auf das Ergebnis vor Ertragsteuern setzt sich wie folgt zusammen (Steuererträge werden negativ dargestellt):

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Laufende Steuern 1.961 10.769
Ergänzungssteuer 884
Abzugsteuer 257
Latente Steuern 334 -6.010
Ertragsteuer 2.296 5.900

Nachfolgend wird die Zuordnung der Ertragsteuern im Konzernabschluss dargestellt:

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Laufende Geschäftstätigkeit 2.296 5.900
Ertragsteuer aus der Neubewertung von Personalrückstellungen ¹ -25 2
Ertragsteuer aus der Neubewertung von Funkstandorten ¹ 221.574 17.437
Ertragsteuer gesamt 223.844 23.340

¹ Im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst.

Die Neubewertung der Funkstandorte beinhaltete 2023 den Effekt der Steuersatzänderung in Slowenien die 2024 wirksam wurde. Im Jahr 2024 beträgt der gesetzliche Steuersatz in Österreich 23% (2023: 24%).

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Ursachen für den Unterschied zwischen den im Konzernjahresergebnis ausgewiesenen Ertragsteuern und den Ertragsteuern unter Anwendung des gesetzlichen Steuersatzes in Österreich von 23% (2023: 24%), bezogen auf das Ergebnis vor Ertragsteuern:

22. September – 31. Dezember 2023 2024
Körperschaftsteueraufwand zum gesetzlichen Steuersatz 2.454 8.177
Steuersatzdifferenzen -975 -2.989
Steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwand 174 774
Steuerbegünstigungen und steuerfreie Erträge 167 -1.079
Effekt der Steuersatzänderung -838 0
Steuerertrag/-aufwand aus Vorjahren 781 767
Veränderung der nicht angesetzten aktiven latenten Steuern 535 465
Sonstige -1 -214
Ertragsteuer 2.296 5.900
Effektiver Körperschaftsteuersatz 22,45 % 16,60 %

Der nicht abzugsfähige Aufwand besteht sowohl 2023 als auch 2024 im Wesentlichen aus diversen steuerlich nicht anerkannten Aufwendungen in den einzelnen Ländern. Die Steuerbegünstigungen und steuerfreien Erträge beziehen sich 2023 und 2024 vorwiegend auf Investitionsbegünstigungen und sonstige steuerlichen Anreize der einzelnen Länder.

Zum 31. Dezember 2024 wurden sowohl laufende als auch latente Steuern in Österreich mit einem Steuersatz von 23% gerechnet, während am 31. Dezember laufende Steuern mit 24% und latente Steuern mit 23% gerechnet wurden, da sich die temporären Differenzen 2024 oder später mit eben diesem Satz umkehren werden.

Der Vorjahreseffekt aus Steuersatzänderung stammt weiters aus einem Anstieg des Steuersatzes in Slowenien. Ausgelöst durch die extremen Überschwemmungen im Jahr 2023, wurde eine vorübergehende Anhebung des Einkommensteuersatzes in Slowenien eingeführt (von 19% auf 22%). Dieser ist auf die kommenden fünf Jahre, beginnend mit 2024, anzuwenden.

Die steuerlichen Auswirkungen von temporären Unterschieden, die zum Ansatz aktiver und passiver latenter Steuern führen, setzen sich wie folgt zusammen:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Verlustvorträge 3.656 0 0 0
Sachanlagen 0 -216.469 0 -227.945
Nutzungsrechte 0 -57.503 0 -56.184
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 -2 0 -76
Forderungen 3 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 55.791 0 56.065 0
Langfristige Rückstellungen 953 -2.929 1.248 -150
Rückstellungen für Mitarbeiter:innen 194 0 191 0
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 56 0 59 0
Sonstige 2.917 0 1.994 -0
Gesamt 63.571 -276.903 59.557 -284.356
Saldierung -63.571 63.571 -59.557 59.557
Aktive/passive latente Steuern 0 -213.331 0 -224.798

Die EuroTeleSites Group wendet in Österreich die Gruppenbesteuerung nach § 9 KStG mit der EuroTeleSites AG als Gruppenträgerin an. Zwischen der Gruppenträgerin und dem Gruppenmitglied (A1 Towers Holding GmbH) wurde eine Regelung über den Steuerausgleich vereinbart. Positive steuerliche Ergebnisse werden mit einem Steuersatz von 23% belastet. Negative Ergebnisse werden nicht vergütet, sondern mit zukünftigen positiven Ergebnissen der Gruppenmitglieder verrechnet. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden für die Gruppenmitglieder (derzeit eine österreichische Gesellschaft) saldiert, da die Steuergruppe ein Steuersubjekt darstellt. Die Gründung der Steuergruppe wurde im Februar 2024 mit Rückwirkung zum 22. September 2023 durch die Steuerbehörden genehmigt.

Passive latente Steuern auf Sachanlagen resultieren im Wesentlichen aus der Neubewertung der Funkstandorte, die für steuerliche Belange nicht angesetzt wird (siehe Anhangangaben (13)18). Die Aktivierung von Nutzungsrechten bzw.Passivierung von Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 ist in einigen Ländern steuerrechtlich nicht anerkannt, was zu passiven bzw. aktiven latenten Steuern führt. Aktive latente Steuern auf langfristige Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus der Rückstellung für Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten, die steuerrechtlich nur zum Teil anerkannt sind. Aktive latente Steuern auf Rückstellungen für Mitarbeiter:innen resultieren im Wesentlichen aus Unterschieden zwischen der Ermittlung gemäß § 14 österreichisches Einkommensteuergesetz (EStG) und der Berechnung mit der Methode der laufenden Einmalprämien gemäß IAS 19 (siehe Anhangangabe (21)).

23 | Leasingverhältnisse

Leasingnehmer

Die EuroTeleSites Group mietet im Wesentlichen Standorte für Funkstandorte an. Gemäß IFRS 16 muss der Leasingnehmer am Bereitstellungstag einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit erfassen. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen sowie Anpassungen aufgrund von Neubewertungen von Leasingverbindlichkeiten bewertet. Die Anschaffungskosten der Nutzungsrechte umfassen den Betrag der erfassten Leasingverbindlichkeiten, die angefallenen direkten Initialkosten sowie die vor oder zum Beginn des Leasingverhältnisses geleisteten Leasingzahlungen abzüglich etwaiger erhaltener Mietnachlässe. Zusätzlich werden die geschätzten Kosten für die Wiederherstellung des Standorts (Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten) berücksichtigt.

Nutzungsrechte werden linear über die kürzere Dauer der Leasinglaufzeit oder die geschätzte Nutzungsdauer der Vermögenswerte abgeschrieben. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses entspricht grundsätzlich der unkündbaren Grundmietzeit des Vertrages. Zusätzlich werden Optionen zur Verlängerung oder Kündigung des Vertrages einbezogen. Die EuroTeleSites Group beurteilt am Bereitstellungsdatum, ob die Ausübung solcher Optionen hinreichend sicher ist. Wenn signifikante Ereignisse oder signifikante Änderungen von Umständen eintreten, die innerhalb der Kontrolle der EuroTeleSites Group liegen, wird erneut bestimmt, ob die Ausübung einer Verlängerungs- bzw. Kündigungsoption hinreichend sicher ist.

Für kündbare Leasingverträge mit unbestimmter Laufzeit hat die EuroTeleSites Group die Vertragslaufzeit unter Berücksichtigung des Planungszeitraums, der Technologie, Geschäftsstrategie und Wahrscheinlichkeiten mit acht Jahren festgelegt. In diesem Zeitraum werden auch in den Mietverträgen enthaltene Verlängerungsoptionen als ausgeübt bzw. Kündigungsoptionen, als nicht ausgeübt berücksichtigt. Darüber hinaus hat die EuroTeleSites Group keine sonstigen Leasingverträge, die wesentliche Optionen enthalten, in ihrem Bestand.

Für einen Teil der Leasingverträge gibt es Einschränkungen, die für Untervermietungen des gemieteten Objektes oder auch die Erweiterung bestehender Anlagen eine Zustimmung des Bestandsgebers erfordern. Dies hat aber keinen Einfluss auf die laufende Geschäftstätigkeit.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der bilanzierten Nutzungsreche nach Klassen der zugrundeliegenden Vermögenswerte:

in TEUR Nutzungsrechte Funkstandorte Nutzungsrechte andere Anlagen Nutzungsrechte Gebäude Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 22. September 2023 399.986 776 356 401.118
Zugänge 9.457 63 17 9.536
Abgänge -3.950 -3 0 -3.953
Währungsumrechnung 14 -0 -0 14
Stand 31. Dezember 2023 405.507 835 372 406.714
Zugänge 64.578 389 517 65.483
Abgänge -27.682 -23 0 -27.705
Währungsumrechnung 114 0 1 115
Stand 31. Dezember 2024 442.516 1.201 890 444.607
Kumulierte Abschreibung und Wertminderung
Stand 22. September 2023 0 0 0 0
Zugänge -15.755 -90 -17 -15.862
Abgänge 1.319 2 0 1.321
Währungsumrechnung -8 -0 -0 -8
Stand 31. Dezember 2023 -14.444 -88 -17 -14.548
Zugänge -60.199 -386 -127 -60.712
Abgänge 7.998 23 0 8.021
Währungsumrechnung -49 0 -0 -50
Stand 31. Dezember 2024 -66.694 -451 -144 -67.289
Buchwert zum 31. Dezember 2023 391.063 747 355 392.166
Buchwert zum 31. Dezember 2024 375.822 750 746 377.318

Andere Anlagen beinhalten im Wesentlichen Kraftfahrzeuge. Neben neuen Verträgen beinhalten die Zugänge zu Nutzungsrechten auch Änderungen und Verlängerungen sowie Indexanpassungen von Verträgen.

Zu Beginn des Leasingverhältnisses erfasst die EuroTeleSites Group Leasingverbindlichkeiten mit dem Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen (einschließlich faktisch fester Zahlungen) abzüglich etwaiger Mietnachlässe, variable Leasingzahlungen, die von einem Index oder einem Zinssatz abhängen, und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien zu zahlen sind. Variable Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder einem Zinssatz abhängen, werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der das Ereignis oder die Bedingung, die die Zahlung auslöst, eintritt.

Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet die EuroTeleSites Group ihren Grenzfremdkapitalzinssatz zum Zeitpunkt des Beginns des Leasingverhältnisses, da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmbar ist. Während der Laufzeit des Leasingverhältnisses wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten um die entsprechenden Zinsen erhöht, und um die geleisteten Leasingzahlungen verringert. Darüber hinaus wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten neu bewertet, wenn eine Änderung des Leasingverhältnisses, eine Änderung der Laufzeit des Leasingverhältnisses, eine Änderung der Leasingzahlungen (z. B. Änderungen der künftigen Zahlungen aufgrund einer Änderung eines Indexes oder Zinssatzes, der zur Bestimmung dieser Leasingzahlungen verwendet wird) oder eine Änderung der Bewertung einer Option zum Kauf des zugrunde liegenden Vermögenswertes eintritt.

Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse sind in folgender Tabelle dargestellt (zur Entwicklung der Leasingverbindlichkeit siehe die danach folgende Tabelle):

in TEUR 22. September – 31. Dezember 2023 2024
Tilgung Leasingverbindlichkeiten 8.709 55.346
Bezahlte Zinsen für Leasingverhältnisse 2.926 14.459
Vorauszahlungen für Nutzungsrechte 1.440 1.702
Leasingverhältnisse operativer Aufwand 4 0
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 13.079 71.507

Die folgende Tabelle zeigt die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten:

in TEUR, zum 31. Dezember 2024 Leasingverbindlichkeiten nahestehende Unternehmen Leasingverbindlichkeiten Dritte Summe Leasingverbindlichkeiten
2025 1.902 64.767 66.668
2026 1.927 60.612 62.539
2027 1.927 59.425 61.352
2028 1.927 58.498 60.425
2029 1.927 57.589 59.516
Danach 3.020 121.915 124.935
Summe der Mindestleasingzahlungen 12.629 422.807 435.435
Abzüglich Zinsenanteil -1.452 -54.219 -55.671
Barwert der Leasingzahlungen 11.177 368.588 379.765
davon kurzfristiger Anteil 1.552 53.540 55.092
davon langfristiger Anteil 9.625 315.048 324.672
in TEUR, zum 31. Dezember 2023 Leasingverbindlichkeiten nahestehende Unternehmen Leasingverbindlichkeiten Dritte Summe Leasingverbindlichkeiten
2024 1.886 59.605 61.491
2025 1.886 58.513 60.399
2026 1.886 56.938 58.824
2027 1.886 56.028 57.914
2028 1.886 55.308 57.194
Danach 4.828 153.020 157.849
Summe der Mindestleasingzahlungen 14.258 439.413 453.671
Abzüglich Zinsenanteil -1.855 -65.467 -67.322
Barwert der Leasingzahlungen 12.403 373.946 386.349
davon kurzfristiger Anteil 1.465 47.913 49.378
davon langfristiger Anteil 10.938 326.033 336.971

Die Anwendungserleichterungen für geringwertige Vermögenswerte und kurzfristige Leasingverträge werden von der EuroTeleSites Group nur für Nutzungsrechte, die nicht wesentlich für die Geschäftstätigkeit sind, ausgenützt. Für Funkstandorte sowie Immobilien und Kraftfahrzeuge wird die Erleichterung nicht in Anspruch genommen. Nichtleasingkomponenten in Verträgen, wie zum Beispiel Elektrizität, Wartung etc., sind von der Berechnung der Nutzungsrechte ausgenommen.

Leasinggeber

Jedes Leasingverhältnis ist vom Leasinggeber entweder als Operating-Leasing-Verhältnis oder als Finanzierungsleasing einzustufen:

Operating-Leasing-Verhältnis

Wenn im Wesentlichen nicht alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen werden, wird der Leasinggegenstand von der EuroTeleSites Group bilanziert. Der Leasinggegenstand wird nach den auf den Vermögenswert anwendbaren Regeln in Übereinstimmung mit IAS 16 angesetzt. Zum 31. Dezember 2024 beträgt der Buchwert der neubewerteten Sachanlagen (siehe Anhangangabe (13)) und Nutzungsrechte (siehe erste Tabelle oberhalb), die ausschließlich zur Erzielung von Mieterträgen gehalten werden TEUR 1.746.803 (2023: TEUR 1.668.137). Diese betreffen ausschließlich Funkstandorte. Zahlungen aus Operating-Leasing-Verträgen werden linear über die Laufzeit der Verträge erfolgswirksam realisiert.

Die zukünftigen Leasingzahlungen betragen:

in TEUR Umsätze mit nahestehenden Unternehmen Umsätze mit Dritten
2025 227.930 12.387
2026 234.383 12.037
2027 240.782 12.187
2028 247.401 12.414
2029 252.764 12.672
Danach 587.557 26.007
Summe der Mindestleasingzahlungen 1.790.816 87.705

Zur Zeit hat die EuroTeleSites Group keine Leasing-Verträge die als Finanzierungsleasing zu beurteilen wären.

24 | Kapitalflussrechnung

Die folgende Tabelle stellt die Überleitung der bezahlten Anlagenzugänge zu den gesamten Anlagenzugängen dar:

in TEUR 22. September – 31. Dezember 2023 2024
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, bezahlt 34.496 57.067
Überleitung der Zugänge zu Verbindlichkeiten -5.783 -156
Überleitung von bezahlten Nutzungsrechten -1.440 -1.702
Anlagenzugänge gesamt 27.273 55.210

Zur Definition der Anlagenzugänge siehe Anhangangabe (13). Zum 31. Dezember 2024 sind TEUR 8.318 (2023: TEUR 2.722) der Zugänge des laufenden Jahres zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen noch nicht bezahlt (siehe Anhangangaben (13) und (14)).In Übereinstimmung mit IAS 7.43 enthält die Überleitung der Zugänge zu Verbindlichkeiten eine Anpassung der Anlagenzugänge der laufenden Periode, welche noch nicht bezahlt wurden, sowie der Anlagenzugänge vorangegangener Perioden, welche in der laufenden Periode bezahlt wurden. Die Überleitung von bezahlten Nutzungsrechten enthält Anzahlungen und Zahlungen für andere direkte Kosten, die bis zur Bereitstellung des Leasinggegenstandes geleistet wurden und im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen sind. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der gesamten Finanzverbindlichkeiten:

Nicht zahlungswirksame Veränderungen in TEUR 31. Dezember 2024 Cashflow 2) Wechselkursdifferenzen Aufzinsung Leasing 1 31. Dezember 2023
Finanzverbindlichkeiten 965.955 -30.000 0 1.060 0 994.895
Finanzierungsverbindlichkeiten nahestehende Unternehmen 0 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 379.765 -65.469 20 15.237 43.627 386.349
Gesamte Finanzverbindlichkeiten 1.345.719 -95.469 20 16.296 43.627 1.381.245

1 Beinhaltet Zugänge neuer sowie Auflösung bestehender Leasing-Verträge und Effekte aus der Änderung von Leasing-Verträgen.
2 Der Cashflow der Leasingverbindlichkeiten setzt sich aus Tilgung der Leasingverbindlichkeiten und Zinsen, die in den bezahlten Zinsen ausgewiesen sind, zusammen.

Nicht zahlungswirksame Veränderungen in TEUR 31. Dezember 2023 Cashflow 2) Wechselkursdifferenzen Aufzinsung Leasing 1 22. September 2023
Finanzverbindlichkeiten 994.895 0 0 308 0 994.587
Finanzierungsverbindlichkeiten nahestehende Unternehmen 0 -1.039.681 0 0 0 1.039.681
Leasingverbindlichkeiten 386.349 -11.239 -11 4.485 5.422 387.691
Gesamte Finanzverbindlichkeiten 1.381.245 -1.050.920 -11 4.793 5.422 2.421.959

1 Beinhaltet Zugänge neuer sowie Auflösung bestehender Leasing-Verträge und Effekte aus der Änderung von Leasing-Verträgen.
2 Der Cashflow der Leasingverbindlichkeiten setzt sich aus Tilgung der Leasingverbindlichkeiten und Zinsen, die in den bezahlten Zinsen ausgewiesen sind, zusammen.

Nicht zahlungswirksame Veränderungen in TEUR 31. Dezember 2023 Cashflow 2) Wechselkursdifferenzen Aufzinsung Leasing 1 22. September 2023
Finanzverbindlichkeiten 994.895 0 0 308 0 994.587
Finanzierungsverbindlichkeiten nahestehende Unternehmen 0 -1.039.681 0 0 0 1.039.681
Leasingverbindlichkeiten 386.349 -11.239 -11 4.485 5.422 387.691
Gesamte Finanzverbindlichkeiten 1.381.245 -1.050.920 -11 4.793 5.422 2.421.959

1 Beinhaltet Zugänge neuer sowie Auflösung bestehender Leasing-Verträge und Effekte aus der Änderung von Leasing-Verträgen.
2 Der Cashflow der Leasingverbindlichkeiten setzt sich aus Tilgung der Leasingverbindlichkeiten und Zinsen, die in den bezahlten Zinsen ausgewiesen sind, zusammen.

25 | Finanzinstrumente

Klassifizierung von Finanzinstrumenten

Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt bei der erstmaligen Erfassung. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn die EuroTeleSites Group Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag erfasst. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder erbrachten Leistung angesetzt. Transaktionskosten werden, mit Ausnahme von Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, bei der erstmaligen Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts berücksichtigt.

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Besonderen liquide Mittel, Forderungen an Kunden abzüglich Wertberichtigungen sowie sonstige Forderungen und Forderungen an nahestehende Unternehmen, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt werden. Die vertraglichen Zahlungsströme der originären Finanzinstrumente bestehen überwiegend aus Tilgungen und Zinsen.

Finanzielle Verbindlichkeiten beinhalten im Besonderen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, begebene Anleihen und aufgenommene Bankkredite, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags erfasst. Unterschiede zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag werden über die Laufzeit der Verbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen („fortgeführte Anschaffungskosten“). Gewinne oder Verluste von finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden bei Ausbuchung derselben erfolgswirksam erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert in der Bilanz ausgewiesen, wenn die EuroTeleSites Group ein vertragliches Recht zur Aufrechnung hat und auch beabsichtigt, auf Nettobasis zu erfüllen.

Beizulegender Zeitwert („Fair Value“) und Fair-Value-Hierarchie von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert gemäß IFRS 13 ist der Wert, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts erzielt werden kann, bzw. der Preis, der gezahlt werden muss, um eine Schuld zu übertragen. Es ist eine dreistufige Hierarchie anzuwenden. Der Hierarchiestufe 1 werden finanzielle Vermögenswerte und Schulden zugeordnet, sofern ein Börsen- oder Marktpreis für identische Vermögenswerte und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die Zuordnung zur Hierarchiestufe 2 erfolgt, sofern die Inputfaktoren, die der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegt werden, entweder direkt als Preis oder indirekt aus Preisen beobachtbar sind. Finanzielle Vermögenswerte und Schulden werden in der Hierarchiestufe 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende Zeitwert nicht ausschließlich aus beobachtbaren Inputfaktoren ermittelt wird. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird zudem das Ausfallrisiko berücksichtigt.

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Klassifizierung sowie die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Schulden) inklusive Angaben zur Hierarchiestufe. Beizulegende Zeitwerte werden nicht angegeben, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Wert darstellt:

Finanzielle Vermögenswerte in TEUR Buchwert 31. Dezember 2023 Beizulegender Zeitwert 31. Dezember 2023 Buchwert 31. Dezember 2024 Beizulegender Zeitwert 31. Dezember 2024
Liquide Mittel 21.026 k.A. 1 21.965 k.A. 1
Forderungen 9.627 k.A. 1 8.086 k.A. 1
Forderungen an nahestehende Unternehmen 23.295 k.A. 1 35.984 k.A. 1
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 9 k.A. 1 8 k.A. 1
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 70 k.A. 1 58 k.A. 1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 54.027 0 66.101 0

1 Keine Angabe, da die Erleichterungsvorschrift des IFRS 7.29 (a) in Anspruch genommen wurde.

Finanzielle Verbindlichkeiten in TEUR Buchwert 31. Dezember 2023 Beizulegender Zeitwert 31. Dezember 2023 Buchwert 31. Dezember 2024 Beizulegender Zeitwert 31. December 2024
Anleihen 494.895 529.825 675.955 713.235
Langfristige Bankkredite 500.000 532.741 290.000 305.160
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 19.721 19.721 13.851 13.851
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 16.892 k.A. 1 16.892 k.A. 1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.031.509 k.A. 1 996.698 k.A. 1
Leasingverbindlichkeiten 386.349 k.A. 1 379.765 k.A. 1

1 Keine Angabe, da die Erleichterungsvorschrift des IFRS 7.29 (a) bzw. IFRS 7.29 (d) für Leasingverbindlichkeiten in Anspruch genommen wurde.

Der beizulegende Zeitwert der notierten Anleihen entspricht dem Nominale, multipliziert mit den Börsenkursen zum Stichtag, und sind somit in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe 1 zuzuordnen. Der Privatplatzierung wurde die Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet, da kein aktiver Markt dafür existiert und der beizulegende Zeitwert in etwa dem Nominalwert entspricht. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Bankverbindlichkeiten entsprechen den Barwerten der Zahlungsströme aus den betreffenden Schulden. Die Berechnung der Barwerte berücksichtigt die maßgebliche Renditekurve. Somit sind diese finanziellen Verbindlichkeiten in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe 2 zuzuordnen.

Finanzielles Risikomanagement

Überblick

Die EuroTeleSites Group unterliegt hinsichtlich ihrer finanziellen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen diversen Finanzrisiken, die das Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko und das Marktrisiko, welches das Zins- und Wechselkursrisiko umfasst, beinhalten. Das finanzielle Risikomanagement ist zentral organisiert. Es besteht eine Richtlinie, die Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt und sowohl für das Treasury der EuroTeleSites Group als auch für die Finanzbereiche der Konzerngesellschaften gilt. Die bestehenden Risiken werden laufend beobachtet und bei Bedarf reagiert die EuroTeleSites Group auf geänderte Marktbedingungen.

Weder hält noch begibt die EuroTeleSites Group derivative Finanzinstrumente für Handels-, Sicherungs- oder spekulative Zwecke. Zu den Bilanzstichtagen bestand, ausgenommen die Geschäftsbeziehung mit der A1 Group, keine besondere Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kreditgebern, deren plötzlicher Ausfall den Geschäftsbetrieb maßgeblich beeinträchtigen könnte. Des Weiteren besteht keine Konzentration von Personaldienstleistungen oder Anbietern sonstiger Dienstleistungen, Franchise- oder sonstigen Rechten, auf die die EuroTeleSites Group angewiesen ist und deren plötzlicher Wegfall den Geschäftsbetrieb ernsthaft gefährden könnte.

Die EuroTeleSites Group ist auf Märkten in Zentral- und Osteuropa tätig. Da das wirtschaftliche Umfeld in Zentral- und Osteuropa zum Teil Unsicherheiten, einschließlich Transfer- und Währungsrisiken sowie steuerliche Unsicherheiten, in sich birgt, können sich Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten ergeben.# Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand auf Basis seiner Risikoeinschätzung dieser Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und auf die Finanzlage der EuroTeleSites Group erstellt.

Die tatsächliche Entwicklung des geschäftlichen Umfelds kann von dieser Risikoeinschätzung abweichen. Detaillierte Erläuterungen zu weiteren Risiken, welchen die EuroTeleSites Group ausgesetzt ist, sowie deren Risikomanagement finden sich im Konzernlagebericht im Kapitel „Risiko- und Chancenmanagement“.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, begründet durch die Nichterfüllung einer vertraglichen Verpflichtung eines Kunden oder eines Vertragspartners bei Finanzinstrumenten. Kreditrisiken entstehen hauptsächlich aus bestehenden Kundenforderungen und Veranlagungen.

Liquide Mittel

Die EuroTeleSites Group hält ihre liquiden Mittel bei verschiedenen Kreditinstituten einwandfreier Bonität. Liegt keine externe Beurteilung vor, wird ein internes Rating auf Basis qunatitativer Kennazhlen durchgeführt. Daher wurde für Finanzinvestitionen und liquide Mittel weder ein wesentliches Kreditrisiko identifiziert, noch hat sich das Ausfallsrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht.

Die EuroTeleSites Group stützt sich auf externe Kredit-Ratings, um die erwarteten Kreditverluste zu schätzen und um zu bestimmen, ob das Kreditrisiko signifikant gestiegen ist.

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen (nicht Teil der EU) nehmen zwei Tochterunternehmen (Nordmazedonien und Serbien) nicht am gruppenweiten Cash-Pooling teil. Dennoch werden die liquiden Mittel in diesen beiden Ländern bei Instituten mit angemessen Ratings gehalten.

Das maximale Kreditrisiko entspricht dem Buchwert der Finanzinvestitionen und liquiden Mittel (Anhangangabe (9)):

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Liquide Mittel 21.026 21.965
Buchwert 21.026 21.965

Forderungen: Kunden und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Das Kreditrisiko der EuroTeleSites Group wird im Wesentlichen durch die individuellen Eigenschaften der einzelnen Kunden oder Gruppen von Kunden bestimmt. Im Rahmen des gesetzlich erlaubten Umfangs wird bei Bestellungen durch potenzielle Neukunden eine individuelle Analyse der Kreditwürdigkeit durchgeführt. Das Kreditrisiko oder das Risiko des Zahlungsverzugs von Bestandskunden wird mittels Kreditabfragen, Kreditbegrenzungen und Routinekontrollen überwacht. Das operative Kreditmanagement wird in der EuroTeleSites Group auf Ebene der operativen Gesellschaften ausgeführt.

Das maximale Kreditrisiko entspricht dem Buchwert der Forderungen an Kunden und nahestehenden Unternehmen abzüglich Wertberichtigungen und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (Anhangangaben (10) and (16)):

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Forderungen 9.627 8.086
Finanzielle Vermögenswerte 70 58
Forderungen an nahestehende Unternehmen 23.295 35.984
Buchwert 32.992 44.129

Wertberichtigungen zu Forderungen an Kunden, nahestehende Unternehmen und sonstige werden mit dem über die Laufzeit erwarteten Kreditverlust bewertet. Die EuroTeleSites Group nutzt eine Wertberichtigungsmatrix, um die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bei Forderungen an Kunden und sonstige zu berechnen.

Die nachstehende Tabelle zeigt die mit Hilfe der Wertberichtigungsmatrix ermittelten Gesamtbruttobuchwerte („Brutto“) und die durchschnittlich erwarteten Kreditverluste („Expected Credit Loss“ – ECL) der Forderungen an Kunden, nahestehende Unternehmen und sonstige:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Brutto Erwartete Forderungsausfälle (ECL) Brutto Erwartete Forderungsausfälle (ECL)
Nicht fakturiert & fakturiert, noch nicht fällig 32.250 139 41.725 430
Überfällig 0-30 Tage 253 0 925 4
Überfällig 31-60 Tage 109 4 618 1
Überfällig 61-90 Tage 446 6 793 1
Länger als 90 Tage 69 56 474 29
Gesamt 33.127 205 44.534 466

Forderungen werden im Hinblick auf ähnliche Ausfallmuster aufgrund von Erfahrungswerten (als Teil der A1 Group vor der Abspaltung) aus der Vergangenheit zu Gruppen zusammengefasst und die Wertberichtigungsquoten werden auf Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen bestimmt. Die Wertberichtigungstabelle basiert auf den historischen Ausfallquoten des Konzerns (A1 Group), welche jährlich aktualisiert werden. Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die tatsächlichen Ausfälle der Kunden in der Zukunft können möglicherweise durch Veränderungen der Umstände von diesen Schätzungen abweichen.

Die Entwicklung der Wertberichtigung zu Forderungen an Kunden, nahestehende Unternehmen und sonstige stellt sich wie folgt dar (siehe Anhangangabe (10)):

2023 2024
Stand 22. September / 1. Januar 161 205
Währungsumrechnung 0 0
Auflösung -140 0
Dotierung 184 323
Verbrauch 0 -63
Stand 31. Dezember 205 466

Das maximale Kreditrisiko der Forderungen an Kunden und sonstige abzüglich Wertberichtigungen, eingeteilt in geografische Regionen, sowie die Aufteilung der Wertberichtigung betrug:

31. Dezember 2023 31. Dezember 2024
Inland 33.095 44.486
Ausland 32 48
Wertberichtigungen -205 -466
Forderungen: Kunden, Händler und sonstige 32.922 44.069
Davon Einzelwertberichtigung 139 0
Gruppenwertberichtigung 66 466

Die EuroTeleSites Group geht von einem Ausfall aus, wenn objektive Anzeichen dafür vorliegen, dass sie nicht die ursprünglich vereinbarten Beträge erhalten wird; in diesem Fall wird eine Wertminderung (Einzelwertberichtigung) erfasst. Wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz des Schuldners, Zahlungsverzug oder Zahlungsunfähigkeit sind Indikatoren für eine Wertminderung. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine begründete Erwartung besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisiert werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass die EuroTeleSites Group ihre finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen kann. Das Risikomanagement der EuroTeleSites Group hat zum Ziel, ausreichend Liquidität zu schaffen, um unter normalen, aber auch angespannten Bedingungen fällige Verbindlichkeiten begleichen zu können. Zu diesem Zweck wird wöchentlich rollierend eine konsolidierte Liquiditätsplanung durchgeführt, auf deren Basis der Liquiditätsbedarf ermittelt wird. Darüber hinaus wird am 31. Dezember 2024 eine Liquiditätsreserve in Form einer kommittierten Kreditlinie in Höhe von TEUR 75.000 gehalten.

Finanzierungsquellen

Das Treasury der EuroTeleSites Group organisiert das Finanzmanagement und nutzt mögliche Synergien bei der Finanzierung der Tochtergesellschaften optimal aus. Das vorrangige Ziel dabei ist die kostengünstige Sicherstellung von Liquidität durch Zusammenlegung (Pooling) der Cashflows und das Clearing der Konzernkonten. Dadurch wird die Steuerung kurzfristiger Finanzinvestitionen und Kredite zu optimalen Zinssätzen und mit minimalem Verwaltungsaufwand gewährleistet. Der operative Cashflow ist der wesentlichste Ausgangspunkt für die Sicherstellung der Liquidität der EuroTeleSites Group. Die externen Quellen zur Finanzierung sind Kredite und Kapitalmärkte. Für die zum Bilanzstichtag ausstehenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie eine Beschreibung der verschiedenen Gattungen dieser Verbindlichkeiten siehe Anhangangabe (19). Zum 31. Dezember 2024 verfügt die EuroTeleSites Group über nicht gezogene kommittierte Kreditlinien von insgesamt TEUR 75.000 mit einer Laufzeit bis Juli 2026.

Ausmaß des Liquiditätsrisikos

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

Stand 31. Dezember 2024
Vertraglicher Cashflow 6 Monate oder kürzer 6–12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre Länger als 5 Jahre
Anleihen 814.332 3.911 30.161 34.072 746.188 0
Bankkredite 336.047 6.578 6.578 13.156 309.734 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.102 6.102 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 13.851 13.851 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 435.435 42.574 24.094 62.539 181.293 124.935
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -1.954 -1.954 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2023
Vertraglicher Cashflow 6 Monate oder kürzer 6–12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre Länger als 5 Jahre
Anleihen 631.250 0 26.250 26.250 578.750 0
Bankkredite 621.946 13.550 13.550 27.099 567.748 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.097 17.093 3 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 19.721 19.721 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 453.671 39.160 22.331 60.399 173.933 157.849
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 386 334 52 0 0 0

Es wird nicht erwartet, dass die Cashflows der in der Fälligkeitsanalyse enthaltenen Finanzverbindlichkeiten wesentlich früher oder zu wesentlich anderen Beträgen anfallen könnten.

Marktrisiken

Das Marktrisiko ist das Risiko von Marktpreisänderungen. Für die EuroTeleSites Group besteht das Risiko von Marktpreisänderungen der Zinssätze und Fremdwährungskurse.

Zinsrisiko

Finanzverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2024 bestanden die Hälfte der langfristigen Finanzverbindlichkeiten aus einer Anleihe mit einem Nennwert von TEUR 500.000 mit einem fixen Zinskupon. Während 2024 wurde eine Privatplatzierung mit einem Nennwert von TEUR 180.000 und einem variablen Zinssatz begeben. Eine Veränderung des Zinssatzes um 1% würde zu einer jährlichen Ergebnisauswirkung von TEUR 4.700 führen (2023 TEUR 5.000).

Wechselkursrisiko

Zum 31. Dezember 2024 und 2023 waren von sämtlichen Forderungen an Kunden und sonstige abzüglich Wertberichtigungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nur unbedeutende Teile in anderen als den lokalen Währungen der Einzelgesellschaften ausgestellt. Es wurde daher keine weitere Analyse oder Sensitivitätsanalyse erstellt.# 26 | Long Term Incentive (LTI) Programm

Die EuroTeleSites Group führte zum 2024 ein langfristiges Anreizprogramm (LTI) ein. Die Vorstandsmitglieder der EuroTeleSites erhalten eine langfristige variable Vergütung (Long-Term Incentive) in Form eines Performance Share Plans mit einer dreijährigen Performanceperiode, der auf Basis virtueller Aktien der EuroTeleSites ausgestaltet ist. Zur Ermittlung der vorläufigen Anzahl virtueller Aktien wird ein für jedes Vorstandsmitglied in dessen Dienstvertrag individuell vereinbarter Zielbetrag durch einen Startaktienkurs geteilt. Die virtuellen Aktien der jeweiligen Tranchen werden im ersten Jahr der dreijährigen Performanceperiode zugeteilt. Die finale Anzahl virtueller Aktien hängt von der Zielerreichung finanzieller und nicht-finanzieller Erfolgsziele ab, während die absolute Aktienkursentwicklung den Wert einer virtuellen Aktie bestimmt. Die Erfolgsziele der jeweiligen Tranche sowie deren Gewichtung werden vor Beginn des ersten Geschäftsjahres der jeweiligen dreijährigen Performanceperiode vom Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats festgelegt. Die Leistungsindikatoren und deren Gewichtung werden am Beginn der dreijährigen Performanceperiode durch das Remuneration Committee des Aufsichtsrates festgelegt. Die Auszahlung ist auf 140% des individuellen Zielbetrags begrenzt. Im Fall dass die Leistungsindikatoren nicht erfüllt werden, ist keine Auszahlung vorgesehen, unabhängig von der Entwicklung der virtuellen Aktien. Am Ende der Performanceperiode wird den Teilnehmern der Wert der virtuellen Aktien in bar abgelöst. Das Recht ist nicht übertragbar. Die erste Tranche hat eine Performanceperiode vom 1. Jänner 2024 bis 31. Dezember 2026. Für diese Tranche wurden die Tenancy Ratio und die beschleunigte Entschuldung (jeweils mit 30% gewichtet), sowie Drittumsätze und Dekarbonisierung (jeweils mit 20% gewichtet) festgelegt. Gemäß IFRS 2 werden aktienbasierte Vergütungen zum Zeitpunkt der Zuteilung und zu jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Aufwand wird über Performanceperiode verteilt. Aufgrund der Entscheidung des Aufsichtsrats, die im Rahmen des langfristigen Anreizprogramms gewährten Bonusaktien in bar zu begleichen, werden aktienbasierte Vergütungen als Verbindlichkeit ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2024 wurde eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 100 unter Personalrückstellungen innerhalb der langfristigen Schulden in der Konzernbilanz ausgewiesen.

27 | Konzernunternehmen und Unternehmenszusammenschlüsse

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil 31. Dezember 2024 in % Konsolidierungs methode
Segment Österreich
A1 Towers Holding GmbH, Wien 100,0 VK
Segment Bulgarien
A1 Towers Bulgaria EOOD, Sofia 100,00 VK
Segment Kroatien
EuroTeleSites Croatia d.o.o. 100,0 VK
Segment Nordmazedonien
EuroTeleSites DOOEL Skopje 100,0 VK
Segment Serbien
EuroTeleSites d.o.o. Beograd 100,0 VK
Segment Slowenien
EuroTeleSites d.o.o., Ljubljana 100,0 VK
Holdings & Sonstige
EuroTeleSites Bulgaria Holding GmbH, Wien 100,0 VK
EuroTeleSites Croatia Holding GmbH, Wien 100,0 VK
EuroTeleSites Macedonia Holding GmbH, Wien 100,0 VK
EuroTeleSites Serbia Holding GmbH, Wien 100,0 VK
EuroTeleSites Slovenia Holding GmbH, Wien 100,0 VK

1 VK – Vollkonsolidierung

Alle Konzernunternehmen haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag. Das Stammkapital und die Konsolidierungsmethoden blieben für alle Tochterunternehmen im Jahr 2024 unverändert, davon ausgenommen ist die A1 Towers Austria GmbH, Wien die 2024 liquidiert wurde Gemäß IFRS 3 werden Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt, d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der Erwerber die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt, bilanziert. Der Firmenwert ergibt sich aus dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung und dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und – im Falle eines sukzessiven Erwerbs – dem beizulegenden Zeitwert des zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteils, abzüglich des Saldos der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden. Nicht beherrschende Anteile werden nicht zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sondern zum entsprechenden Anteil des identifizierten Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Bei nachträglicher Neueinschätzung des Kaufpreises aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt ist eine Firmenwertanpassung im Rahmen des IFRS 3.45 möglich. Im Falle des Erwerbs zu einem Preis unter dem Marktwert wird der resultierende Gewinn sofort im Jahresergebnis in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Transaktionskosten werden ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Beim stufenweisen Erwerb kommt es zu einer erfolgswirksamen Neubewertung der bisherigen Anteile. Sämtliche Transaktionen mit nicht beherrschenden Gesellschaftern werden direkt im Eigenkapital erfasst. Wird bei einem Unternehmenserwerb für verbleibende Anteile von nicht beherrschenden Gesellschaftern eine Put-Option vereinbart, werden keine nicht beherrschenden Anteile erfasst, da EuroTeleSites Group die antizipierte Erwerbsmethode anwendet. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden erfolgt im Rahmen der Kaufpreisallokation anhand von praxisüblichen Discounted-Cashflow-Verfahren, bei denen Inputfaktoren der Hierarchiestufe 3 gemäß IFRS 13 verwendet werden. 2024 und 2023 fanden keine Unternehmenszusammenschlüsse statt.

28 | Eventualschulden und -forderungen

Gegen die EuroTeleSites Group sind im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verschiedene Verfahren, Prozesse sowie sonstige Ansprüche anhängig. Diese Sachverhalte sind mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet, und die Ergebnisse der Verhandlungen bzw. Prozesse lassen sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Demzufolge ist der Vorstand nicht in der Lage, den Gesamtbetrag möglicher finanzieller Verpflichtungen oder deren Auswirkung auf die Finanzlage der EuroTeleSites Group zum 31. Dezember 2024 mit abschließender Gewissheit festzustellen. Diese Verfahren könnten bei ihrem Abschluss die Ergebnisse oder Zahlungsströme jedes Quartals beeinflussen. Der Vorstand ist jedoch der Ansicht, dass bei endgültiger Bereinigung solcher Fälle die finanziellen Verpflichtungen oder Auswirkungen die dafür gebildeten Rückstellungen nicht wesentlich übersteigen und daher keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

29 | Angaben über Bezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrates

Der Vorstand der EuroTeleSites AG besteht zum 31. Dezember 2024 und 2023 aus zwei Mitgliedern: Ivo Ivanovski als Generaldirektor (CEO) und Lars Mosdorf als Finanzvorstand (CFO). Die Bezüge des Vorstandes sowie die Aufsichtsratsvergütungen betrugen:

in TEUR
22. September – 31. Dezember 2023
Grundgehalt (inkl. Sachbezüge) 240
Variable Jahresvergütung (Short Term Incentive – "STI") 114
Mehrjährige aktienbasierte Vergütung aus dem Long Term Incentive Program 1
Gesamt 354
Aufsichtsratsvergütungen 125

Für das Jahr 2024 wurden noch keine Aufsichtsratsvergütungen ausbezahlt. Es wurde jedoch eine Rückstellung in Höhe von TEUR 125 gebildet.

30 | Arbeitnehmer:innen

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer:innen während des Geschäftsjahres 2024 betrug 175 (2023: 163). Zum 31. Dezember 2024 waren 182 (2023: 165) Arbeitnehmer:innen (Vollzeitäquivalente) beschäftigt.

31 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Das Management hat eine Überprüfung der Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bis zum Datum der Veröffentlichung des Jahresabschlusses durchgeführt und festgestellt, dass es keine derartigen Ereignisse gibt, die im Jahresabschluss erfasst oder offengelegt werden müssen.

32 | Freigabe zur Veröffentlichung

Der Vorstand der EuroTeleSites AG hat den Konzernabschluss am 31. Jänner 2024 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und mitzuteilen, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 31. Jänner 2025

Ivo Ivanovski Lars Mosdorf
Generaldirektor Finanzvorstand

EuroTeleSites AG

Erklärung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 10. Februar 2025

Der Vorstand der EuroTeleSites AG
Ivo Ivanovski Lars Mosdorf
Generaldirektor Finanzvorstand

Impressum

Medieninhaber und Herausgeber: EuroTeleSites AG; Lassallestraße 9, 1020 Wien, Österreich
Firmenbuch-Nr.: 611727z, Handelsgericht Wien
www.eurotelesites.com
Erscheinungsort: Wien, Österreich
Redaktionsschluss: Februar 2025

Lagebericht

EUROTELESITES AG

Wirtschaftliche Lage

Das globale Wirtschaftsumfeld war 2024 weiterhin von anhaltenden Herausforderungen geprägt, darunter geopolitische Spannungen und Inflationsdruck, die sich auf die Wirtschaftstätigkeit auswirkten. Laut der Herbstprognose 2024 der Europäischen Kommission wird das reale BIP-Wachstum in der Eurozone voraussichtlich bei 0,8 % liegen. Die Inflationsrate soll sich auf 2,4 % stabilisieren, bleibt jedoch über dem Niveau vor der Pandemie. Mittel- und Osteuropa, Schlüsselregionen für EuroTeleSites, erlebten gemischte wirtschaftliche Entwicklungen. Einige Länder profitierten von einer relativen Stabilisierung, während andere ein langsameres Wachstum zu verzeichnen hatten.

1 Entwicklung der Zinssätze

Im Jahr 2024 senkte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im Oktober um 25 Basispunkte und brachte den Satz für die Einlagefazilität auf 3,25%.# EuroTeleSites AG

Entwicklung des realen Bruttoinlands produktes in den operativen Ländern

2023 2024 2025 Prognose
BIP Inflation BIP Inflation BIP Inflation
Österreich -0,80 % 7,70 % -0,60 % 2,90 % 1,10 % 2,10 %
Bulgarien 1,80 % 8,60 % 2,30 % 2,50 % 2,50 % 2,30 %
Kroatien 3,10 % 8,40 % 3,40 % 4,00 % 2,90 % 3,40 %
Nordmazedonien 1,00 % 9,00 % 2,20 % 3,30 % 3,60 % 2,30 %
Serbien 2,50 % 12,10 % 3,90 % 4,50 % 4,10 % 3,60 %
Slowenien 2,10 % 7,20 % 1,50 % 2,10 % 2,60 % 3,20 %

Einwohner und BIP pro Kopf

Einwohner in Tausend BIP pro Kopf in USD (2023)
Österreich 9.132 56.033
Bulgarien 6.447 15.885
Kroatien 3.860 21.865
Nordmazedonien 2.120 8.624
Serbien 6.623 12.281
Slowenien 1.828 32.610

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2024 betrug TEUR 833.433 (Vorjahr: TEUR 821.930). Das Anlagevermögen zum 31. Dezember 2024 betrug TEUR 820.489 (Vorjahr: TEUR 820.489). Der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 lag bei TEUR 3.995 (Vorjahr: TEUR 1.348) und setzte sich ausschließlich aus Erlösen aus Leistungen gegenüber EuroTeleSites Konzernunternehmen generiert. Das Betriebsergebnis betrug im Geschäftsjahr 2024 TEUR -2.644 (Vorjahr: TEUR -2.290). Zum 27. Dezember 2023 wurde beim Finanzamt ein Antrag auf Feststellung einer steuerlichen Unternehmensgruppe gestellt, so dass für die folgenden Jahre die Konzernsteuerumlage in der EuroTeleSites AG erfolgen wird. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betrugen 2024 TEUR 103 (Vorjahr: TEUR 0). Der Jahresfehlbetrag betrug im Geschäftsjahr 2024 TEUR 1.598 (Vorjahr: TEUR -2.292). Der Vorstand plant, vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats, der Hauptversammlung vorzuschlagen, keine Dividende je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten. Dadurch wird es der EuroTeleSites Gruppe möglich, zukünftig die Finanzschulden zu tilgen. Im Folgenden wird auf die für die EuroTeleSites AG wichtigsten finanz- bzw. erfolgswirtschaftlichen Kennzahlen eingegangen: Die Eigenmittelquote gemäß § 23 URG betrug zum 31. Dezember 2024 98% (Vorjahr: 99,6%). Die Kennzahl errechnet sich aus der Summe des Eigenkapitals dividiert durch das Gesamtkapital. Die fiktive Schuldentilgungsdauer gemäß § 24 URG konnte wie im Vorjahr zum 31. Dezember 2024 nicht berechnet werden, da es im Geschäftsjahr 2024 zu keinem Mittelüberschuss gekommen ist. Die „fiktive Schuldentilgungsdauer“ zeigt an, wie viele Jahre auf Basis des Ergebnisses vor Steuern die Rückzahlung der Gesamtschulden theoretisch dauert. Die Eigenkapitalrentabilität (Verhältnis aus EBIT zum Eigenkapital) betrug -0,32% (Vorjahr: -0,3%). Die Gesamtkapitalrentabilität (Verhältnis aus EBIT zum Gesamtkapital) betrug -0,32% (Vorjahr: -0,3%). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug TEUR -961,8 (Vorjahr: TEUR 4,2). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug TEUR -90,3 (Vorjahr: TEUR -2).

Beteiligungen

EuroTeleSites AG ist per 31. Dezember 2024 zu 100% an der A1 Towers Holding GmbH beteiligt. A1 Towers Holding GmbH ist ein Anbieter für passive Infrastruktur. Dabei wurden zum Jahresende 13.637 Standorte (Vorjahr: 13.465), die Summe jeder Standorte der Länder, verwaltet.

Gesamtstandorte zum 31. Dezember 2023 2024 Veränderung
Österreich 6.094 6.134 40
Bulgarien 2.741 2.771 30
Kroatien 1.573 1.598 25
Nordmazedonien 573 587 14
Serbien 1.702 1.751 49
Slowenien 782 796 14
Gesamtstandorte 13.465 13.637 172
Gesam t standorte Greenfield 6.076 6.162 86
Gesamtstandorte Rooftop 7.389 7.475 86

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025

Im Jahr 2025 wird sich EuroTeleSites AG weiterhin Leitungen für ihre Konzerngesellschaften erbringen, die EuroTeleSites Gruppe wird sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, d. h. die Vermietung passiver Infrastruktur, den Bau neuer Funktürme, die Durchführung obligatorischer Upgrades und die Einbindung von Drittmietern, um das Mietverhältnis positiv zu entwickeln. Das Wachstum wird durch den Ausbau von 5G und eine erhöhte Datennutzung vorangetrieben, wobei die Vermietungsverträge jährlich an die Inflation angepasst werden. Die maximale Inflationsanpassung für den Anchor Tenant beträgt 3%. Das Management erwartet ein Umsatzwachstum von rund 4%. Wie im Jahr 2024 sind etwa 20% der Umsätze für CAPEX vorgesehen. Laut der jüngsten Mitteilung wird die Auktion zur Vergabe von 5G-Spektrumlizenzen in Serbien voraussichtlich im vierten Quartal 2025 stattfinden. Der positive Cashflow wird zum Schuldenabbau genutzt und profitiert von niedrigeren Leitzinsen und reduzierten Zinszahlungen. Die Implementierung des gruppenweiten Transformationsprojekts ‚Sitetracker‘ wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2025 abgeschlossen sein und ermöglicht eine nahtlose und effiziente Verwaltung und Vermarktung der passiven Infrastruktur durch die Salesforce-Software für EuroTeleSites.

Risiko- und Chancenmanagement

Grundsätze und Vorgehensweisen

EuroTeleSites verfolgt ein systematisches Risikomanagement, in dem Chancen und Risiken analysiert und bewertet sowie Maßnahmen zur Risikovermeidung und -beseitigung umgesetzt und laufend verbessert werden. Ausgangspunkt für das Enterprise Risk Management (ERM) von EuroTeleSites sind strategische Gespräche mit dem Aufsichtsrat und dem Audit Committee. Dabei stellt der Vorstand Risiken der Geschäftstätigkeit und ihre Relevanz für EuroTeleSites sowie mitigierende Aktivitäten vor. Zudem präsentiert er die Annahmen für die Planung (strategische Ausrichtung für die kommende Businessplan-Periode, Schwerpunktsetzung und Maßnahmenplan zur Realisierung der Chancen). In weiterer Folge werden im Businessplan die Erwartungen an den Geschäftserfolg (und die erforderlichen Kosten und Investitionen) abgebildet und dabei übernommene Risiken übergeordneter Ziele evaluiert. Die Risiken und Chancen werden anschließend anhand von zwei Dimensionen evaluiert:
1. potenzielle Auswirkungen und
2. Wahrscheinlichkeit eines Eintritts.

Für das Risikomanagement ist die Entwicklung wirkungsvoller Maßnahmen zur Risikowahrnehmung und Risikoreduktion entscheidend. Aktualisierungen erfolgen unter anderem basierend auf Vorstandssitzungen, monatlichen Performance Calls oder Leadership Meetings des Vorstands sowie nach Analyse kritischer Abweichungen von den gesetzten Zielen oder der Effektivität gesetzter Gegenmaßnahmen. Das Risikomanagementsystem ist in vier Risikokategorien untergliedert:
1. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftsstrategie.
2. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit.# Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Finanzlage oder den allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen.

4. Risiken und Chancen im Bereich ESG und im Zusammenhang mit Gesetzen und Vorschriften.

EuroTeleSites ist in Österreich und fünf weiteren Ländern aktiv. Damit ist eine geografische Diversifikation gegeben. Die Risiken in den jeweiligen Märkten sind unterschiedlich gelagert, weshalb das Risikomanagement (und vor allem die Mitigation von Risiken) den operativen Einheiten vor Ort obliegt. Gesteuert wird das Risikomanagement dabei von der EuroTeleSites AG und wird durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates überwacht.

Internes Kontrollsystem der Finanzberichterstattung

EuroTeleSites verfügt über ein internes Kontrollsystem (IKS) für die Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen Vorschriften. Die Notierung des (indirekten) Mehrheitseigentümers América Móvil an der New York Stock Exchange (NYSE) erfordert die Einhaltung des Sarbanes-Oxley Act (SOX). Das interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass es eine hinreichende Gewähr für die Zuverlässigkeit und Genauigkeit der externen Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit internationalen und nationalen Standards bietet. Eine regelmäßige interne Berichterstattung an die Geschäftsleitung sowie die Prüfung des internen Kontrollsystems durch die Interne Revision stellen zudem sicher, dass Schwachstellen rechtzeitig erkannt, kommuniziert und entsprechend behoben werden. Die wichtigsten Inhalte und Grundsätze gelten für alle Unternehmen der EuroTeleSites. Die Effektivität des IKS wird in regelmäßigen Abständen analysiert und bewertet. Jeweils zum Jahresende wird für relevante Konzerngesellschaften unter Einbindung zuständiger Fachbereiche eine Bewertung des IKS durch das Management durchgeführt. Die Unternehmensführung hat, basierend auf den Erkenntnissen dieser Bewertung und den definierten Kriterien, das interne Kontrollsystem über die Finanzberichterstattung als effektiv beurteilt.

Risiken und Chancen

Aus der Gesamtheit der für EuroTeleSites identifizierten Risiken werden im Folgenden die wichtigsten Risikokategorien und Einzelrisiken erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

1. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftsstrategie

Steigerung der Umsätze und der Tenancy Ratio

EuroTeleSites geht davon aus, ihr Geschäft durch eine Steigerung der Vermietungen an bestehenden Standorten, den Aufbau neuer Standorte, die Entwicklung neuer Infrastruktur und Dienstleistungen zur Betreuung des wachsenden Kundenstamms ausbauen zu können. EuroTeleSites prüft auch Wachstum durch Investitionen auf der Grundlage eines ehrgeizigen Geschäftsplans, um die Anzahl der Standorte zu erhöhen. Wesentliche Wachstumstreiber sind: wachsendes mobiles Datenvolumen, Beschleunigung des 5G-Rollouts, Änderung von Nutzerprofilen, regulatorischen Anforderungen und Investitionen sowie die Verdichtung des Netzwerkes. Die Mission von EuroTeleSites wird es sein, die digitale Transformation voranzutreiben, und das Unternehmen ist davon überzeugt, dass ihr Standortportfolio ein wichtiger Wegbereiter für eine nachhaltige, digitale Gesellschaft in Österreich und CEE ist. Trotz des Wachstumsfokus des erfahrenen Managements könnte EuroTeleSites Schwierigkeiten haben, in seinen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, die Tenancy Ratio zu erhöhen und den Kundenstamm wie geplant auszubauen. Zudem besteht das Risiko, Mieter aus der A1 Group aufgrund einer schwächeren Leistung oder eines Nachfragerückgangs zu verlieren. Dies könnte sich negativ auf Umsatz, Rentabilität und Cashflow auswirken. Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit des Unternehmens von einer kleinen Anzahl von Kunden, die einen großen Teil des Umsatzes generiert. Aus diesem Grund widmet sich EuroTeleSites mit einem stabilen und hochqualifizierten Team der Überwachung und Analyse der Ergebnisse ihres Wachstums und positioniert sich strategisch durch aufmerksame Beobachtung der Markttrends und rechtzeitige Kommunikation mit den wichtigsten Stakeholdern.

Markt/Wettbewerb

Zum Erreichen ihrer Ziele muss EuroTeleSites sich weitere Vermietungen neben den bereits zugesagten sichern. Der Erfolg von EuroTeleSites hängt von der Fähigkeit des Unternehmens ab, gegen eine Reihe anderer Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur zu bestehen, die in den Märkten aktiv sind, in denen auch EuroTeleSites tätig ist. In den letzten Jahren hat die Zahl der Funkturmgesellschaften in Europa und damit der Umfang passiver Infrastruktur für aktive Komponenten zugenommen, wodurch sich der Wettbewerb um Mobilfunkbetreiber als Kunden intensiviert hat. Die Funkturmgesellschaften sind dabei bestrebt, ihre Tenancy Ratio zu erhöhen, was unter Umständen zu einem Abwärtsdruck auf die Preise für die Vermietung führen kann. Ob es EuroTeleSites gelingt, sich gegenüber der Konkurrenz in den Märkten Mietverhältnisse zu sichern und die Zahl der Vermietungen an den Standorten zu erhöhen, könnte von einer Reihe von Faktoren abhängen, die außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen. Dies gilt beispielsweise für einen Rückgang des Wachstums im Mobilfunkgeschäft oder der Nachfrage nach entsprechenden Diensten, das Unvermögen, gegenüber anderen Akteuren in der europäischen Telekommunikationsinfrastrukturbranche zu bestehen oder die Entwicklung und Implementierung neuer Technologien wie Internet über Satellit (einschließlich satellitengestütztes 5G) und die Bereitstellung eines Funkzugangsnetzes (Radio Access Network, „RAN“), durch die sich Verwendung von und die Nachfrage nach Mobilfunkdiensten über Funktürme sowie der Bedarf an Nutzungsfläche an den Standorten verringern könnte. Weitere Faktoren sind das Unvermögen, Mietverträge neu zu verhandeln oder eine Kundenabwanderung aufgrund von Zusammenschlüssen oder Konsolidierungen in der Mobilfunkbranche, die einen geringeren Mietbedarf seitens der konsolidierten Betreibergesellschaften zur Folge haben könnten. EuroTeleSites entwickelt eine hybride Lösung für alternative Energiequellen, um das aktive Equipment ihrer Kunden zu unterstützen. Das System nutzt Solarzellen als Hauptenergiequelle, ergänzt durch ein Batteriesystem zur Speicherung von überschüssigem Strom. Ein Dieselgenerator dient als Backup, um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der Funkmasten sicherzustellen. Das Unternehmen bleibt weiterhin engagiert, die Tenancy Ratio zu erhöhen, indem es eine Strategie verfolgt, die klare Vorteile für die Kunden und den Anchor Tenant bietet. Dazu gehören Optionen wie Vorauszahlungspläne oder der Kauf von Grundstücken, um den Kundennutzen zu steigern. Eine Entscheidung der A1 Group, den Bedarf neuer Türme zu reduzieren, könnte auch dazu führen, dass die Infrastruktur für andere Mieter in Zukunft fehlt.
Die Zusammenarbeit zwischen den Mobilfunknetzbetreibern in den Bereichen nationales Roaming/aktive gemeinsame Nutzung sowie Frequenzbündelung kann den Marktanteil von EuroTeleSites und die Verfügbarkeit zusätzlicher Mieter verringern. In Österreich erhielt eine solche Kooperation mit regionaler Ausrichtung im Jahr 2023 die behördliche Genehmigung. Letztlich könnten ein oder mehrere Mobilfunknetzbetreiber die strategische Entscheidung treffen, wieder mehr Sendemasten oder besonders kleinere Formfaktoren wie Microsites und Indoor-Standorte selbst zu bauen.

Businessplan/Budget

Zusätzlich zu den regelmäßigen Management-Sitzungen und strategischen Gesprächen verfügt EuroTeleSites über einen Mehrjahresplan. Die starke Integration des Mehrjahresplans mit dem Risikomanagement gewährleistet ein angemessenes Risikomanagement.

Grundstücksmieten

Die Mietzahlungen stellen den größten Einzelposten unter den Kosten von EuroTeleSites, aber auch die größte Chance auf Effizienzgewinne dar. Die Erneuerung eines Großteils der Mietverträge von EuroTeleSites innerhalb eines Jahres könnte jeweils erhebliche Vorauszahlungen des Mietzinses erforderlich machen, was wiederum den Operating Cash Flow von EuroTeleSites im jeweiligen Jahr schmälern könnte. EuroTeleSites ist potenziell dem Risiko ausgesetzt, dass die Laufzeiten der mit den Grundstücksbesitzern geschlossenen Verträge kürzer ausfallen als die der Master Lease Agreements, die mit der A1 Group vereinbart wurden. In diesem Fall wäre EuroTeleSites gezwungen, neue Verträge abzuschließen oder die Verlängerung bestehender Verträge zu erwirken, wozu das Unternehmen unter Umständen nicht – oder nur zu erhöhten Kosten – in der Frage ist. Die Konzentration der Vermieter stellt auch ein Risiko für die Möglichkeit von EuroTeleSites dar, die Mietrechte zu verwalten. Obwohl die gesamte Vermieterlandschaft über alle Märkte hinweg nicht sehr konzentriert ist, gibt es in einigen Märkten Vermieter mit 3% bis 10% der gesamten Mietverträge. Wenn diese Vermieter ihre Marktmacht ausnutzen oder aus anderen Gründen keine Einigung erzielt werden kann, könnte sich dies negativ auf EuroTeleSites auswirken, da kurzfristig entweder mehr gezahlt oder eine große Anzahl von Standorten gleichzeitig ersetzt werden muss. Darüber hinaus können Unternehmen von EuroTeleSites in Zukunft in Streitverfahren mit ihren Vermietern verwickelt werden, die den Betrieb einer bestimmten Infrastruktur durch EuroTeleSites beeinträchtigen oder EuroTeleSites dazu zwingen könnten, neue Infrastruktur Standorte zu errichten, um ihren Kunden weiterhin Dienstleistungen anbieten zu können. Dies könnte zu unvorhergesehenen Kosten führen und damit laufende/zukünftige Projekte gefährden. Durch den integrierten Ansatz des Risikomanagements berücksichtigt das Unternehmen alle identifizierten Risiken und bewertet deren mögliche Folgen sorgfältig. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht es, proaktiv geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um mögliche negative Auswirkungen zu minimieren und so zur Stabilität und Resilienz des Unternehmens beizutragen.# Instandhaltungskosten

Die Fähigkeit von EuroTeleSites, ein hohes Serviceniveau aufrechtzuerhalten, ist davon abhängig, dass das Unternehmen seine passive Infrastruktur entwickeln, instandhalten und erweitern kann. Dazu bedarf es eines hohen Kapitalaufwands und weiterer langfristiger Ausgaben. Zudem muss EuroTeleSites den Zustand ihrer passiven Infrastrukturanlagen prüfen und sich hinreichende Finanzierungsmittel für diese Maßnahmen sichern. Die Anlagenzugänge im Zusammenhang mit der Instandhaltung der passiven Infrastruktur von EuroTeleSites dürften relativ stabil bleiben, unterliegen jedoch Schwankungen bedingt durch Faktoren wie Maschinenkosten und Bauarbeiten.

2. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

Makroökonomisches- und Inflationsrisiko

Ein Anstieg, der die Grenzwerte inflationsgebundener Preisanpassungen im Rahmen der Master Lease Agreements (die eine Erhöhung um bis zu 3% pro Jahr gestatten) und anderen Kundenverträgen überschreitet, kann die operative Marge und die Cashflows von EuroTeleSites schmälern und wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben. EuroTeleSites muss ihre Standorte upgraden. Eine höhere Inflation im Baugewerbe führt zu höheren Investitionen, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Eine niedrige Inflation könnte sich negativ auf das Umsatzwachstum von EuroTeleSites auswirken, da die Jahresumsätze gemäß Master Lease Agreement mit der A1 Group einer Inflationsindexierung unterliegen. Um die mit der Inflation verbundenen Risiken zu mindern, ist es unerlässlich, einen strategischen Ansatz zur Preisoptimierung zu verfolgen. Dabei geht es darum, die Preise an die gestiegenen Kosten anzupassen und gleichzeitig die Marktbedingungen und die Sensibilität der Verbraucherpreise zu berücksichtigen. Das Ziel ist es, die Rentabilität zu erhalten, ohne die Nachfrage wesentlich zu beeinträchtigen oder den Kundenstamm zu verärgern. Durch die Nutzung datengestützter Erkenntnisse und Marktanalysen kann EuroTeleSites die Preisstrukturen optimieren, um die Margen zu schützen und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Naturkatastrophen, höhere Gewalt, physische Angriffe und andere unvorhergesehene Ereignisse oder Schäden

Die Standorte und andere Einrichtungen von EuroTeleSites sowie das Network Operation Center („NOC“) und das Shared Service Center, die von Unternehmen der A1 Group im Rahmen von Serviceverträgen mit EuroTeleSites betrieben werden, sind Risiken in Verbindung mit Naturkatastrophen wie Stürmen, Wetterextremen (z.B. längere Hitzewellen verursacht durch den Klimawandel), Erdbeben oder Überschwemmungen (jeweils mit Beschädigung oder Außerbetriebsetzung von Standorten oder anderen Einrichtungen von EuroTeleSites, des NOC oder des Shared Service Center), Terrorismus (bei entsprechender Bedrohung, Beschädigung oder Außerbetriebsetzung von Standorten und anderen Einrichtungen von EuroTeleSites, des NOC oder des Shared Service Center) und anderen unvorhergesehenen Ereignissen oder Schäden ausgesetzt, darunter Stromausfällen, Telekommunikationsstörungen, Ausfällen der Netzwerksoftware, Vandalismus, Diebstahl oder Kraftstoffmangel. Zwar gibt es eine Versicherung für Vermögenswerte und mit den Partnern werden angemessene Service-Levels vereinbart, jedoch kann nicht garantiert werden, dass der Versicherungsschutz von EuroTeleSites alle Reparaturkosten abdeckt oder dass ihre Sanierungspläne ausreichend wirksam sind, da dies von der Art und dem Umfang solcher Ereignisse abhängt. Es ist jedoch anzunehmen, dass solche Ereignisse in der Regel nur einzelne Standorte in bestimmten Regionen betreffen und keine flächendeckenden Auswirkungen haben.

Computersystemausfall, Cyberrisiken und Datensicherheit

Der Ausfall eines Computersystems, ein Sicherheitsverstoß, ein menschlicher Fehler oder ein Cyberangriff könnte die Betriebsfähigkeit von EuroTeleSites stark einschränken. Für EuroTeleSites besteht die Gefahr, dass Dritte oder arglistige Insider mit Methoden der Cyberkriminalität, darunter Distributed-Denial-of-Service-Angriffen, versuchen könnten, die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der IT-Systeme zu beeinträchtigen, auf die EuroTeleSites sich stützt. Dies könnte zu Schäden an Anlagen führen und einen finanziellen Schaden verursachen. Solche Angriffe könnten die aktuelle und/oder zukünftige Geschäftstätigkeit von EuroTeleSites erheblich belasten. Die Strategie von EuroTeleSites, ihre IT-Dienstleistungen in die Cloud zu verlagern, könnte sich auch auf die finanzielle Lage von EuroTeleSites und/oder ihre Fähigkeit, ihr Geschäft zu betreiben, auswirken. Die Migration von IT-Services in die Cloud kann zusätzliche Kosten verursachen (z.B. bei der Einrichtung, für Wartung, Malware-Prävention, etc.) und/oder im Falle eines Ausfalls zu Einschränkungen des Geschäftsbetriebs von EuroTeleSites führen. Aufgrund von Prozessänderungen und personellem Wechsel kommt es bei einigen Prozessen zu einem Rückstand. Dies kann finanzielle Auswirkungen haben, die über die geplanten Ausgaben hinausgehen. EuroTeleSites führt regelmäßig IT-Sicherheitsschulungen durch, um das Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen und die Risiken im Zusammenhang mit Cyberbedrohungen wie Phishing und Malware zu reduzieren. Regelmäßige Backups wichtiger IT-Dienste (z. B. MS365 und Active Directory) stellen sicher, dass sich EuroTeleSites schnell von Systemausfällen, Cyberangriffen oder Datenverlusten erholen kann. Ein schrittweises Vorgehen bei der IT-Planung sorgt dafür, dass Projekte gut strukturiert und Ressourcen effizient verteilt werden.

3. Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Finanzlage oder den allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen

Schuldenrückzahlung

EuroTeleSites ist aufgrund der Abspaltung des Turmgeschäfts erhebliche Verbindlichkeiten eingegangen und wird möglicherweise nicht in der Lage sein, die Schulden abzubauen und das Investment-Grade-Rating zu halten. EuroTeleSites hat über das hundertprozentige Tochterunternehmen A1 Towers Holding im Juli 2023 Schuldscheine in Höhe von TEUR 500.000 ausgegeben und im Juni 2023 einen Laufzeitkredit, ebenfalls in Höhe von TEUR 500.000, vereinbart. Darüber hinaus hat A1 Towers Holding GmbH im Juni 2023 eine revolvierende Kreditfazilität vereinbart. Die Vereinbarung sieht eine revolvierende Kreditlinie von TEUR 75.000 vor. Im Jahr 2024 wurden insgesamt TEUR 210.000 zurückgezahlt. Die Mittel hierfür stammten zu TEUR 180.000 aus einer Privatplatzierung und zu TEUR 30.000 aus dem Free Cash Flow. Die Strategie von EuroTeleSites besteht darin, die Verschuldung weiter zu reduzieren und das Investment-Grade-Rating beizubehalten. Diese Strategie, die in nächster Zeit keine Dividendenausschüttungen vorsieht, könnte jedoch auf Herausforderungen stoßen, wenn EuroTeleSites in Zeiten niedriger Einnahmen investiert. Solche Maßnahmen könnten zu einem reduzierten freien Cashflow führen und potenziell zusätzliche finanzielle und materielle Herausforderungen mit sich bringen.

Zins-, Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiko

Schwankungen der Zinssätze können sich auf das künftige Wachstum und die Anlagestrategie von EuroTeleSites auswirken. Sie würden eine Erhöhung der Finanzaufwendungen von EuroTeleSites mit sich bringen, da EuroTeleSites im Falle eines Zinsanstiegs gezwungen sein könnte, Akquisitionen, Investitionen oder die Refinanzierung bestehender Schulden künftig zu höheren Kosten vorzunehmen. Bei einer allgemeinen Anhebung des Zinsniveaus durch die Europäische Zentralbank (und potenziell anderer Zentralbanken in Ländern, in denen EuroTeleSites tätig ist) besteht für EuroTeleSites das Risiko, dass eine Refinanzierung nur zu ungünstigeren Konditionen möglich ist. Infolge des Rückgangs an den Kapitalmärkten und des Umfelds gestiegener Zinsen könnten sich die Schuldenlage von EuroTeleSites und die Bedingungen bestehender und zukünftiger Finanzierungsvereinbarungen verschlechtern, und die Fremdkapitalkosten und verbundenen Aufwendungen des Unternehmens könnten sich erhöhen. Dies könnte EuroTeleSites erschweren, bestehende und künftige Verbindlichkeiten und/oder laufende oder zukünftige Projekte zu refinanzieren.

4. Risiken und Chancen im Bereich ESG und im Zusammenhang mit Gesetzen und Vorschriften

Nichterfüllung von Environmental, Social und Governance („ESG“) Standards und entsprechenden Erwartungen

EuroTeleSites muss zunehmend strengere Standards für ökologische, soziale und Governance Aspekte (Environmental, Social & Governance, „ESG“) und damit verbundene Erwartungen im Hinblick auf Umweltthemen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit, soziale Belange wie Vielfalt und Menschenrechte sowie Fragen der Corporate Governance erfüllen. EuroTeleSites erwartet, dass die Vorschriften im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erstmals im Geschäftsjahr 2025 (Finanzberichterstattung im Jahr 2026) auf EuroTeleSites Anwendung finden. Im Jahr 2024 hat EuroTeleSites (als Lieferant der A1 Group) zur Klimarisikobewertung in Bezug auf die Funkturminfrastruktur beigetragen, getrennt nach Makro- (Greenfield, Rooftop) und Mikrosites. Im Zuge der Analyse wurden keine signifikanten Risiken identifiziert, die sich kurzfristig materialisieren und zu Betriebsunterbrechungen führen könnten. Da EuroTeleSites bestrebt ist, immer umweltfreundlicher zu werden, könnten sich gerade aus diesen Bemühungen neue Risiken ergeben. Die steigenden Kosten für Materialien wie Stahl, Zement (oder allgemein Materialien, die für den Bau von Gebäuden/Funktürmen benötigt werden), mineralische Komponenten, die für die Montage von Turmköpfen benötigt werden, sowie der steigende CO2e-Preis könnten den Return on Investment von EuroTeleSites beeinträchtigen. Wenn bestimmte ESG-Standards nicht ordnungsgemäß oder nicht wie von den Anlegern erwartet erfüllt werden, kann dies zum Rückzug von Investoren und damit zu finanziellen Schwierigkeiten führen.# Regulierung

Das Geschäft von EuroTeleSites und das ihrer Kunden unterliegt nationalen und europäischen Gesetzen, Vorschriften sowie verwaltungstechnischen und gerichtlichen Entscheidungen. Infolge von Änderungen in diesem Bereich könnten die Kosten für EuroTeleSites steigen und die Umsatzerlöse sinken. Dies könnte die Fähigkeit einschränken, der Geschäftstätigkeit in ihrer gegenwärtigen Form fortzusetzen, und sich auf die Wettbewerbslandschaft von EuroTeleSites und von ihren Kunden auswirken. Insbesondere Zugangsregelungen in Verbindung mit Preisregulierungen könnten sich negativ auf EuroTeleSites auswirken. Meinungsverschiedenheiten oder die Weigerung der Regierung, EuroTeleSites Genehmigungen zur Fortführung/Erweiterung des Geschäftsbetriebs zu erteilen, könnten erhebliche Auswirkungen auf das Potenzial von EuroTeleSites haben, wie geplant zu wachsen und ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen.

Fachkräftemangel

Ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern für jede Ebene und Position könnte die zukünftige Geschäftssicherheit des Unternehmens destabilisieren. Dies kann das Unternehmen dazu zwingen, mehr Arbeit auf die derzeitige Belegschaft zu verteilen, was sich negativ auf deren Leistungen und die des Unternehmens auswirken kann, oder unqualifiziertes Personal einzustellen und in Schulungen zu investieren, was das Unternehmen viel Geld und Zeit kosten kann. Darüber hinaus könnte der Beamtenstatus einiger Mitarbeiter ein zusätzliches Risiko darstellen, da diese möglicherweise nicht dieselbe Flexibilität oder Verfügbarkeit bieten, die in der dynamischen Geschäftswelt erforderlich ist, was langfristig negative Auswirkungen auf die operative Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von EuroTeleSites haben könnte.

Einhaltung von Sicherheitsstandards

Die Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsanforderungen und -standards zur Vermeidung von Unfällen bei der Wartung von Funktürmen ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Glaubwürdigkeit von EuroTeleSites nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies könnte auch durch unvorhersehbare Handlungen oder Eingriffe Dritter verursacht werden. Um rechtliche Risiken durch solche externen Aktionen zu vermeiden, muss EuroTeleSites sicherstellen, dass ihre eigenen Maßnahmen und Tätigkeiten klar strukturiert und dokumentiert sind.

Steuerliches Risiko

Änderungen von steuerbezogenen Gesetzen, Vorschriften oder Abkommen sowie nachteilige Feststellungen der Steuerbehörden könnten die Steuerlast von EuroTeleSites erhöhen oder die Finanz- und Ertragslage anderweitig beeinträchtigen. Die Steuerberechnungen von EuroTeleSites und ihre Auslegung von Gesetzen unterliegen der Überprüfung durch die Steuerbehörden. Sie könnten dabei den Steuerschätzungen oder Entscheidungen von EuroTeleSites widersprechen und die Bewertungen des Unternehmens in Steuererklärungen oder anderen steuerbezogenen Unterlagen sowie ihre Einhaltung geltender Steuergesetze infrage stellen. Während EuroTeleSites von der Angemessenheit ihrer Steuerschätzungen überzeugt ist, könnten aufgrund dieses Risikos zusätzliche Steuerverbindlichkeiten entstehen, und damit einhergehende Zinsen, Bußgelder oder regulatorische, administrative oder sonstige Sanktionen könnten wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage von EuroTeleSites haben. EuroTeleSites zielt darauf ab, die rechtzeitige Vorbereitung aller erforderlichen Unterlagen für Steuerzwecke, Ermittlungen und Beratung zu gewährleisten, indem im Umgang mit den Behörden ein proaktiver Ansatz verfolgt wird, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten und potenzielle Probleme zu lösen, bevor sie eskalieren.

Compliance-Risiken

EuroTeleSites hat Compliance- und Risikomanagementsysteme eingerichtet, um die Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften laufend und langfristig sicherzustellen. So hat EuroTeleSites ein Compliance-System eingeführt, das unter anderem Vorschriften im Bereich der Korruptions- und Geldwäschebekämpfung sowie kartellrechtliche Bestimmungen und Datenschutzvorschriften berücksichtigt, um potenzielle Verstöße zu verhindern bzw. aufzudecken und zu beheben. Das Risikomanagementsystem von EuroTeleSites findet gruppenweit Anwendung und ist integraler Bestandteil des Corporate-Governance-Systems des Unternehmens. Die Effektivität von Risikomanagementsystemen weist jedoch inhärente Beschränkungen auf, die wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsaussichten und Finanzposition von EuroTeleSites haben könnten.

Sonstige Angaben

Offenlegung gemäß § 243a UGB: Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital

Das Grundkapital der EuroTeleSites AG beträgt unverändert EUR 166.125.000 und ist in 166.125.000 auf Inhaber lautende Stückaktien geteilt. Mit Jahresende 2024 befanden sich 56,96% oder 94.630.948 Aktien der EuroTeleSites AG im Besitz von América Móvil B.V., Niederlande („América Móvil B.V.“), einem hundertprozentigen Tochterunternehmen von América Móvil, S.A.B. de C.V. („América Móvil“). Die Republik Österreich hält über die Österreichische Beteiligungs AG („ÖBAG“) 28,42% der Aktien. Der Rest von 14,62% entfällt auf den Streubesitz. Darin enthalten sind 1.131 Mitarbeiteraktien, die in einem Sammeldepot gehalten werden.

Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen der Gesellschaft sehen marktübliche „Change of Control“-Klauseln vor, die im Fall eines Kontrollwechsels den finanzierenden Parteien Kündigungsrechte einräumen. Keine dieser Klauseln wurde im Geschäftsjahr 2024 und bis zum Berichtsdatum angewandt.

Die folgenden Informationen bezüglich eines Syndikatsvertrags basieren ausschließlich auf veröffentlichten Informationen. Darüberhinausgehende Informationen liegen der Gesellschaft nicht vor. Am 6. Februar 2023 einigten sich América Móvil, América Móvil B.V. und die ÖBAG auf die Verlängerung ihres Syndikatsvertrags aus 2014 betreffend die Telekom Austria AG für weitere zehn Jahre. Im Zuge dieser Verlängerung wurden auch Vereinbarungen betreffend die EuroTeleSites AG (vorbehaltlich deren nachfolgender Gründung) getroffen. Demnach haben América Móvil, América Móvil B.V. und die ÖBAG einen Syndikatsvertrag mit Regeln für die gemeinsame Ausübung der Stimmrechte in den Gremien der Gesellschaft, für die Wahl von Aufsichtsrat- und Vorstandsmitgliedern sowie Aktienverkaufsbeschränkungen geschlossen.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft soll aus zehn Mitgliedern bestehen, wobei acht Mitglieder von América Móvil und zwei Mitglieder von der ÖBAG nominiert werden. Der Vorstand der Gesellschaft soll aus mindestens zwei und höchstens drei Mitgliedern bestehen. Zumindest ein Vorstandsmitglied mit der Funktion als CEO (Chief Executive Officer) soll von América Móvil nominiert werden können; ein Vorstandsmitglied, nämlich der CFO (Chief Financial Officer), soll von der ÖBAG nominiert werden können. Ein allfälliges drittes Vorstandsmitglied soll von América Móvil nominiert werden können.

In der Satzung der Gesellschaft ist vorgesehen, dass solange die Republik Österreich direkt oder indirekt zumindest 25% plus eine Aktie am Grundkapital der Gesellschaft hält, Kapitalerhöhungsbeschlüsse und die Begebung von Instrumenten, die ein Wandlungsrecht oder eine Wandlungsverpflichtung in Aktien der Gesellschaft beinhalten, sowie Änderungen dieser betreffenden Satzungsbestimmungen, einer Mehrheit bedürfen, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst.

Solange die ÖBAG mehr als 25% plus eine Aktie oder mehr am Grundkapital der EuroTeleSites AG hält, stehen der ÖBAG nach dem Syndikatsvertrag unter anderem die folgenden Mitbestimmungsrechte zu: Vetorechte bei Kapitalerhöhungen der EuroTeleSites AG und ihrer Tochtergesellschaften, bei der Ausgabe bestimmter wandelbarer Instrumente, bei der Bestellung des Abschlussprüfers, beim Abschluss von Rechtsgeschäften mit nahestehenden Personen, bei der Verlegung des Firmensitzes und wesentlicher Geschäftsfunktionen, einschließlich Forschung und Entwicklung, Änderung der Dividendenpolitik. Darüber hinaus erhält die ÖBAG die nach geltendem Recht zwingend vorgesehenen Sperrminoritätsrechte eines 25% plus eine Aktie haltenden Minderheitsaktionärs. Die Vetorechte der ÖBAG bei Kapitalerhöhungen und der Ausgabe bestimmter wandelbarer Instrumente sind – wie oben beschrieben – auch in der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Selbst wenn die Beteiligung der ÖBAG auf unter 25% fällt, sie aber noch mit mindestens 10% beteiligt bleibt, stehen der ÖBAG noch bestimmte Vetorechte zu.

Wien, am 10. Februar 2025
Der Vorstand der EuroTeleSites AG

Ivo Ivanovski Lars Mosdorf
Generaldirektor Finanzvorstand

  1. https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-17012025-ap;https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-30102024-ap
  2. https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2024/html/ecb.mp241017~aa366eaf20.en.html
  3. https://www.ericsson.com/en/reports-and-papers/mobility-report/dataforecasts/mobile-traffic-forecast
  4. https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/10/22/world-economic-outlook-october-2024; https://www.wko.at/statistik/eu/europa-inflationsraten.pdf
  5. https://data.worldbank.org/?locations=AT-BG-HR-SI-RS-MK

Einzelabschluss

EUROTELESITES AG

Jahresabschluss EUROTELESITES AG

Beilage I

Bilanz zum 31. Dezember 2024 in EUR

in TEUR
31. Dezember 2024 31. Dezember 2023
Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 820.488.724 820.489
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen
1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 12.848.669 1.348
2. Sonstige Forderungen 0 6
12.848.669 1.354
C. Aktive Rechnungsabgrenzung 95.416 87
833.432.809 821.930
Passiva
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 166.125.000 166.125
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 650.472.857 652.071
816.597.857 818.196
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Steuern 2.311.122 0
2. Sonstige Rückstellungen 612.968 320
2.924.090 320
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.434 80
in EUR in TEUR
2024 01. April - 31.Dezember 2023
1. Umsatzerlöse 3.995.099 1.348
2. Übrige sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 103.142 0
3. Zwischensumme aus Z 1 bis 2 4.098.241 1.348
4. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen:
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen -985.091 -1.505
5. Personalaufwand
a) Gehälter -1.072.293 -337
b) Soziale Aufwendungen, davon Aufwendungen für Altersversorgung EUR 0; Vorjahr TEUR 0 -13.211 -2
aa) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -211.833 -79
-1.297.337 -418
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen davon aus Steuern: EUR 58.230; Vorjahr TEUR 0 -4.459.517 -1.716
7. Zwischensumme aus Z 3 bis 6 (Betriebsergebnis) -2.643.704 -2.290
8. Zinsen und ähnliche Erträge 512 0
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 512; Vorjahr TEUR 0
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -90.253 -2
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR -90.253; Vorjahr TEUR -2
10. Zwischensumme aus Z 8-9 (Finanzergebnis) -89.741 -2
11. Ergebnis vor Steuern -2.733.445 -2.292
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.135.035 0
davon aus Gruppenbesteuerung -3.446.781 EUR; Vorjahr TEUR 0
13. Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag -1.598.410 -2.292
14. Auflösung von Kapitalrücklagen 1.598.410 2.292
15. Bilanzgewinn 0 0

1 Durch den Einsatz automatisierter Berechnungssysteme können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Anhang für das Geschäftsjahr 1. Jänner – 31. Dezember 2024

1 | Allgemeine Grundsätze und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1|1 Allgemeine Grundsätze

Der Abschluss wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Erstellung des Abschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohende Verluste wurden berücksichtigt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro. Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember.

1|2 Gründung der Gesellschaft

Am 22. September 2023 hat die Telekom Austria Aktiengesellschaft ihr Funkturmgeschäft („Tower-Geschäft“), rückwirkend zum 1. April 2023, abgespalten und unter der neu gegründeten EuroTeleSites AG an der Wiener Börse gelistet. Zur Vorbereitung der Abspaltung wurden in den Vorjahren in Bulgarien, Kroatien, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien Teile der passiven Infrastruktur der Mobilfunkstationen der operativen Gesellschaften („A1 Gesellschaften“) in eigene rechtliche Einheiten („Tower Gesellschaften“) transferiert. Diese passive Infrastruktur der Funktürme umfasst Komponenten, die nicht unmittelbar dem Mobilfunknetz zugeordnet werden, wie etwa Fundamente und Metallkonstruktionen, Container, Klimageräte, Stromversorgung und andere unterstützende Systeme. In Bulgarien und Kroatien wurden die entsprechenden Funktürme und die damit verbundene Rückstellung für Verpflichtungen für deren Stilllegung, sowie Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten bereits 2021 in die Tower Gesellschaften transferiert. In Nordmazedonien, Serbien und Slowenien erfolgte der Transfer im Geschäftsjahr 2022. Mit dem Transfer der passiven Infrastruktur der Mobilfunkstationen in die Tower Gesellschaften wurden Leasingverträge (Master Lease Agreements – „MLAs“) zwischen den A1 Gesellschaften und den Tower Gesellschaften abgeschlossen. In Österreich wurde 2021 ein Teilbetrieb („österreichischer Tower-Teilbetrieb“) in der A1 Telekom Austria Aktiengesellschaft errichtet, der Vermögenswerte und Schulden des Tower-Geschäfts und damit im Zusammenhang stehende Kosten umfasste. Mit dem Spaltungs- und Übernahmevertrag vom 12. Juni 2023 wurde der österreichische Tower-Teilbetrieb von der A1 Telekom Austria Aktiengesellschaft durch Abspaltung zur Aufnahme (§ 17 Spaltungsgesetz) unter Inanspruchnahme der Begünstigungen nach Artikel VI UmgrStG auf die Telekom Austria Aktiengesellschaft ohne Anteilsgewähr gemäß § 1 Abs 2 Z 2 SpaltG rückwirkend zum 31. Dezember 2022 übertragen. Diese Transaktion wurde am 4. Juli 2023 ins Firmenbuch eingetragen und das MLA trat in Kraft. Die beiden weiteren in der Folge beschriebenen Übertragungen haben die Aktionäre der Telekom Austria Aktiengesellschaft in der außerordentlichen Hauptversammlung am 1. August 2023 genehmigt: Übertragung des österreichischen Tower-Teilbetriebes, der indirekten Beteiligungen der Tower Gesellschaften und Schulden in Höhe von TEUR 1.031.000 (zuzüglich der damit zusammenhängenden Zinsverbindlichkeiten) sowie einer Cash-Pooling Forderung von TEUR 27.500 von der Telekom Austria Aktiengesellschaft von der Telekom Austria Aktiengesellschaft durch Downstream-Abspaltung zur Aufnahme in die Tochtergesellschaft A1 Towers Holding GmbH. Übertragung sämtlicher Anteile an der A1 Towers Holding GmbH durch die Telekom Austria Aktiengesellschaft mittels einer Sidestream-Abspaltung zur Neugründung an die EuroTeleSites AG rückwirkend zum Stichtag 31. März 2023. Die übertragenen Gesellschaften, sowie die Gruppenstruktur zum 31. Dezember 2024 sind im folgenden Diagramm dargestellt:

Euro TeleSites AG
  100%
    A1 Towers Holding GmbH
      100%
        EuroTeleSites Serbia Holding GmbH
          100%
            EuroTeleSites Croatia Holding GmbH
              100%
                EuroTeleSites Slovenia Holding GmbH
                  100%
                    EuroTeleSites Macedonia Holding GmbH
                      100%
                        EuroTeleSites Bulgaria Holding GmbH
                          100%
                            EuroTeleSites d.o.o., Slovenia
                              100%
                                EuroTeleSites d.o.o. Beograd
                                  100%
                                    EuroTeleSites Croatia d.o.o.
                                      100%
                                        EuroTeleSites DOOEL Skopje
                                          100%
                                            A1 Towers Bulgaria EOOD

Eine der übertragenen Gesellschaften, die A1 Towers Austria GmbH, wurde im Geschäftsjahr 2024 liquidiert.

1|3 Wirtschaftsjahr

Das Wirtschaftsjahr der EuroTeleSites AG endet am 31. Dezember der jeweiligen Berichtsperiode. Das berichtete Wirtschaftsjahr umfasst das gesamte Geschäftsjahr 2024. Aufgrund der Abspaltung der Gesellschaft am 1. April 2023 sind die Vorjahreszahlen in der Gewinn- und Verlustrechnung nur bedingt vergleichbar.

1|4 Anlagevermögen

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bzw. Ausleihungen zum Nennwert bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der zum Abschlussstichtag beizulegende Wert niedriger ist als der Buchwert und die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind.

1|5 Umlaufvermögen

Forderungen werden zum Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisiken der niedrigere beizulegende Zeitwert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung allgemeiner Kreditrisiken bestehen Einzel- und Pauschalwertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird die spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt. Forderungen in Fremdwährungen werden zum EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Entstehungstages oder zum niedrigeren EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtages bewertet.

1|6 Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht feststehenden Verbindlichkeiten. Im aktuellen Geschäftsjahr sind keine langfristigen Rückstellungen für Steuern enthalten.

1|7 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zum EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Entstehungstages oder zum höheren EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtages bewertet.

2 | Erläuterungen der Bilanz

2|1 Anlagevermögen

Die Beteiligung an der A1 Towers Holding GmbH, mit Firmensitz Wien, wurde im Zuge der Sidestream-Abspaltung zur Neugründung an die EuroTeleSites AG übertragen. Es bestehen keine Wertminderungen, so dass der ausgewiesene Anschaffungswert auch dem Buchwert entspricht. Die A1 Towers Holding GmbH weist im Jahr 2024 einen vorläufigen Jahresfehlbetrag von TEUR 61.265 (Vorjahr: TEUR 51.173) aus. Das vorläufige Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 719.704 (Vorjahr: TEUR 780.969).

2|2 Forderungen

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Forderungen an die A1 Towers Holding GmbH aus der Umsatzsteuergruppe in Höhe von TEUR 8.539 (Vorjahr: TEUR 0), Verrechnung der ETS-Fee (Verrechnung von zentral geleistetem Support-Services) in Höhe von TEUR 3.580 (Vorjahr: TEUR 1.348) und Kosten für die Anschaffung einer Software (Sitetracker) in Höhe von TEUR 729 (Vorjahr TEUR 0). Die sonstigen Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 6) beinhalten Forderungen gegenüber Finanzämtern und der Stadt Wien, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.# 2|3 Aktive Rechnungsabgrenzung
Die Aktive Rechnungsabgrenzung in Höhe von TEUR 95 (Vorjahr: TEUR 87) beinhaltet ausschließlich kurzfristige Vorauszahlungen, darunter eine Vorauszahlung für Versicherungsleistungen in Höhe von TEUR 68 (Vorjahr: TEUR 74).

2|4 Grundkapital

Das Grundkapital der EuroTeleSites AG beträgt TEUR 166.125 und ist in 166.125.000 Inhaberaktien geteilt. Die Aktien haben keinen Nennwert. Am 31. Dezember 2024 wurden 56,96% (Vorjahr: 56,96%) indirekt von América Móvil über deren 100%ige Tochtergesellschaft América Móvil B.V., Niederlande, gehalten, die ÖBAG hielt zu beiden Stichtagen 28,42%. Die restlichen Anteile befinden sich im Streubesitz.

2|5 Kapitalrücklagen

Die gebundenen Kapitalrücklagen stammen zur Gänze aus der Übertragung der Anteile an der A1 Towers Holding GmbH durch die Telekom Austria Aktiengesellschaft bei der Sidestream-Abspaltung zur Neugründung an die EuroTeleSites AG. Im laufenden Wirtschaftsjahr wurden TEUR 1.598 (Vorjahr: 2.292) der Kapitalrücklagen zur Abdeckung des Jahresfehlbetrags verwendet, sodass TEUR 650.473 (Vorjahr: 652.071) zum Bilanzstichtag an Kapitalrücklagen verbleiben.

2|6 Ergebnisverwendung

Im Geschäftsjahr wurden Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 1.598 (Vorjahr: TEUR 2.292) aufgelöst. Das Kapitalmanagement der EuroTeleSites Gruppe verfolgt das primäre Ziel, die Kapitalbasis zu sichern und zu verbessern. Dies soll weiterhin durch solide Investment-Grade-Ratings namhafter Rating-Agenturen öffentlich dokumentiert werden. Um das zu erreichen, plant die EuroTeleSites AG in der nahen Zukunft keine Dividenden ausschütten. Dies wurde zwischen den Hauptgesellschaftern im Zuge der Entscheidung zur Abspaltung aus der A1 Gruppe beschlossen. Für zukünftige Gewinne bestehen keine Ausschüttungsbeschränkungen, da keine Sachverhalte der in § 235 UGB geregelten Beschränkungen erfüllt sind.

2|7 Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen:

in TEUR 31. Dezember 2024 31. Dezember 2023
Personalrückstellungen 346 130
Aufsichtsratsvergütung 202 125
Prüfungskosten 65 65
Gesamt 613 320

2|8 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 65) sowie Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 15). In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus der Weiterverrechnung von Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 6.254 (Vorjahr: TEUR 2.669) und Verbindlichkeiten aus Finanzierung in Höhe von TEUR 3.045 (Vorjahr: TEUR 659) enthalten, diese stammen aus dem Cash Pooling Vertrag. Der diesbezügliche Vertrag wurde mit der A1 Towers Holding GmbH abgeschlossen und hat das Ziel, kurzfristig im Konzern verfügbare Liquidität auszugleichen und zu optimieren. Die Zinsverrechnung erfolgt quartalsweise. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 5). Die Verbindlichkeiten enthalten keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

2|9 Haftungsverhältnisse

Die EuroTeleSites AG hat im Zusammenhang mit der von der A1 Towers Holding GmbH begebenen Anleihe in Höhe von TEUR 500.000 (Vorjahr: TEUR 500.000) eine unbedingte unwiderrufliche Garantie abgegeben. Darüber hinaus haftet die EuroTeleSites AG für die in der Bilanz der A1 Towers Holding GmbH ausgewiesene langfristige Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten im Umfang von TEUR 290.000 (Vorjahr: TEUR 500.000). Weiters besteht wie im Vorjahr eine Garantie für den Revolvierenden Kredit der A1 Towers Holding GmbH über TEUR 75.000.

3 | Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

3|1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 3.995 (Vorjahr: TEUR 1.348) enthalten ausschließlich Erlöse aus Leistungen gegenüber Konzernunternehmen.

3|2 Sonstige bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 985 (Vorjahr: TEUR 1.505) enthalten ausschließlich Aufwendungen aus der Weiterverrechnung von Konzernunternehmen.

3|3 Personalaufwand

Im Geschäftsjahr 2024 wurden ausschließlich die beiden Vorstandsmitglieder in der EuroTeleSites AG beschäftigt. Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2024 01. April - 31.Dezember 2023
Gehälter 1.072 337
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 212 79
Sonstige Sozialaufwendungen 13 2
Gesamt 1.297 418

Die sonstigen Sozialaufwendungen betreffen Beiträge zu einem beitragsorientierten Versorgungsplan. 2024 wurden 1,53% des Gehalts bzw. des Lohns in den beitragsorientierten Versorgungsplan (BAWAG Allianz Mitarbeitervorsorgekasse AG) eingezahlt.

3|4 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2024 01. April - 31.Dezember 2023
Bezogene Konzernleistungen 3.704 1.155
Aufsichtsratsvergütung 150 125
Rechts- und Beratungskosten 128 29
Versicherungen 123 36
Abschlussprüfung 71 65
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 60 51
Geldbeschaffungskosten 2 179
Sonstige 163 14
Gebühren und Abgaben 58 62
Gesamt 4.460 1.716

Die Aufwendungen für die Abschlussprüfung betreffen ausschließlich die Prüfungskosten für das abgelaufene Geschäftsjahr.

3|5 Bezüge der Organe der Gesellschaft

Die Bezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind in folgender Tabelle dargestellt:

in TEUR 2024 01. April - 31.Dezember 2023
Grundgehalt (inkl. Sachbezüge) 737 240
Variable Jahresvergütung (Short Term Incentive - "STI") 240 114
Mehrjährige aktienbasierte Vergütung aus dem Long Term Incentive Program 100 0
Bezüge Vorstand 1.078 354
Aufsichtsratsvergütungen 125 125

Für das Jahr 2024 wurden noch keine Aufsichtsratsvergütungen ausbezahlt. Es wurde jedoch eine Rückstellung in Höhe von TEUR 125 (Vorjahr: TEUR 125) gebildet.

4 | Sonstige Angaben

4|1 Steuergruppe

Die EuroTeleSites AG ist der Gruppenträger der österreichischen Steuergruppe nach § 9 KStG. Zwischen der Gruppenträgerin und dem Gruppenmitglied (A1 Towers Holding GmbH) wurde eine Regelung über den Steuerausgleich vereinbart. Positive steuerliche Ergebnisse werden mit einem Steuersatz von 23% belastet. Negative Ergebnisse werden nicht vergütet, sondern mit zukünftigen positiven Ergebnissen der Gruppenmitglieder verrechnet. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden für die Gruppenmitglieder (derzeit eine österreichische Gesellschaft) saldiert, da die Steuergruppe ein Steuersubjekt darstellt. Seit 1. Jänner 2024 unterliegt die EuroTeleSites Group der globalen Mindestbesteuerung im Rahmen von Pillar II. Das von der OECD ausgearbeitete und von der EU durch eine Richtlinie umgesetzte Konzept der sogenannten Pillar-II-Regelungen sieht eine globale Mindestbesteuerung in Höhe von 15% auf Unternehmensgewinne vor. Ziel ist die Eindämmung des Steuerwettbewerbs. Das oberste Mutterunternehmen der EuroTeleSites Group, und damit auch die Ultimate Parent Entity („UPE“) für Pillar II, ist América Móvil. Die Telekom Austria AG wurde durch diese als Abgabepflichtiger gemäß § 76 Abs 2 Z1 Mindestbesteuerungsgesetz („MinBestG“ ) beauftragt. In diesem Zusammenhang wurde ein Gruppenumlagevertrag zwischen der Telekom Austria AG und der EuroTeleSites AG abgeschlossen, welcher unter anderem die Regelungen zu einer verursachungsgerechten Verteilung im Falle etwaiger Ergänzungssteuern gewährleistet.

4|2 Sonstige Erläuterungen

Die Gesellschaft steht mit der América Móvil, S.A.B. de C.V., Mexico City, und deren verbundenen Unternehmen in einem Konzernverhältnis und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Dies ist der Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Die América Móvil Group notiert an der Mexican Stock Exchange und an der New York Stock Exchange. Die Offenlegung des Konzernabschlusses der América Móvil, S.A.B. de C.V. erfolgt bei der SEC (U.S. Securities and Exchange Commission) in Washington, D.C. Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen der EuroTeleSites Gruppe auf. Der Konzernabschluss der EuroTeleSites AG wird beim Firmenbuch des Handelsgerichts Wien unter FN 611727z hinterlegt. Die wesentlichen wirtschaftlichen Beziehungen zu verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der Telekom Austria Aktiengesellschaft (Personaldienstleistungen), gegenüber der A1 Towers Holding GmbH und deren Tochtergesellschaften aufgrund der gegenseitigen Verrechnung von Personaldienstleistungen und der Konzernumlage. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB.

4|3 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag aufgetreten, die Auswirkungen auf die Bilanz oder die Gewinn- und Verlustrechnung haben.

5 | Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrats

Vorstand
* Ivo Ivanovski
* Generaldirektor
* Lars Mosdorf
* Finanzvorstand

Aufsichtsrat
* Barbara Potisk-Eibensteiner
* Aufsichtsratsvorsitzende
* Oscar Von Hauske Solís
* Stellvertreter der Vorsitzenden
* Elisabetta Castiglioni
* Santiago Dawson Lemus
* Roxana Flores Alexanderson
* Daniel Hajj Slim
* Edith Hlawati
* Ernesto Leyva Pedrosa
* Elisabeth Muhr
* Ana Simic

6 | Erklärung des Vorstands

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Unternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 10. Februar 2025

Der Vorstand der EuroTeleSites AG

Betreffend die Unterschriften dürfen wir auf die letzte Seite des Lageberichts im selben Dokument verweisen.# EuroTeleSites AG

Impressum

Medieninhaber und Herausgeber: EuroTeleSites AG; Lassallestraße 9, 1020 Wien, Österreich

Firmenbuch-Nr.: 611727z, Handelsgericht Wien
www.eurotelesites.com

Erscheinungsort: Wien, Österreich
Redaktionsschluss: Februar 2025

Die mit dem Dokument verknüpften elektronischen Signaturen decken den Jahresabschluss und Lagebericht ab und können über die Bildmarke im Dokument überprüft werden. Die Rechtswirkung ist durch die eIDAS-VO (Art 25 eIDAS-VO) sowie das österreichische Signatur- und Vertrauensdienstegesetz (SVG) geregelt.

Ivo Ivanovski
Generaldirektor

Lars Mosdorf
Finanzvorstand

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