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EnviTec Biogas AG

Interim / Quarterly Report Sep 30, 2019

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Interim / Quarterly Report

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Halbjahres-Bericht

Zwischenbericht Geschäftsjahr 2019

der EnviTec Biogas AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2019

Kennzahlenüberblick

(Mio. Euro) H1 2019 H1 2018 Entwicklung
Umsatzerlöse 96,9 79,8 17,1
Rohergebnis 31,9 31,6 0,3
EBITDA 13,2 13,8 -0,6
EBIT 5,4 5,0 0,4
Konzernergebnis 4,5 3,5 1,0
Mitarbeiter (Anzahl) 428 434 -6
Auftragsbestand 110,4 99,7 10,7
davon Ausland 109,7 96,8 12,9
Auftragseingänge 60,1 14,8 45,3
davon Ausland 59,9 14,8 45,1
Auftragsstornierungen 0,0 11,6 -11,6
Abgearbeitete Aufträge 17,1 6,4 10,7

Inhalt

Kennzahlenüberblick 04
Vorwort 06
Konzern-Zwischenlagebericht
Grundlagen des Konzerns 10
Wirtschaftsbericht 10
Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 13
Ertragslage 14
Vermögens- und Finanzlage 16
Liquiditätslage 16
Chancen- und Risikobericht 17
Prognosebericht 17
Sonstige Angaben 18
Konzern-Zwischenabschluss
Konzernbilanz 20
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 23
Konzern-Anhang 25
Impressum 35

Verehrte Aktionäre, liebe Freunde der EnviTec Biogas AG,

wir sind aus Konzernsicht sehr zufriedenstellend in das Jahr 2019 gestartet und bewegen uns auf dem gesteckten Kurs. Insgesamt haben wir die Profitabilität erhöht und unsere ohnehin schon sehr gesunde Kapitalstruktur nochmals verbessert.

Mit großen Hoffnungen haben wir auf die Ergebnisse des sogenannten Klimakabinetts gewartet, die am 20.09. vorgestellt wurden. Leider sind die dort angekündigten Maßnahmen deutlich hinter unseren Erwartungen geblieben. Von einem ambitionierten, zukunftsweisenden Klimapaket kann – aus unserer Sicht – keine Rede sein.

Gleichwohl wird an verschiedenen Stellen des Papiers die Bedeutung und zukünftige Rolle von Biomethan unterstrichen. Schon länger fordern wir eine verstärkte Nutzung von Biomethan im Transportsektor, was nun auch durch eine kürzlich erschienene Studie des Fraunhofer Instituts für Systemintegration und Innovationsforschung unterstützt wird. Zum einen sind gerade im Mobilitätssektor die Verfehlungen der CO2-Einsparungsziele besonders dramatisch, zum anderen ist Biomethan gegenüber anderen heute verfügbaren alternativen Energieträgern inkl. E-Mobilität vorteilhafter, sowohl in der

CO2- als auch in der Kostenbilanz. Darüber hinaus kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Biomethan das Potenzial hat, bis zu 18 Mio. Pkw zu versorgen, was ca. 38% des deutschen Pkw-Fuhrparks entspricht. Zum Vergleich: Die Bundesregierung plant in ihrem Klimapaket die Anmeldung von 7 Mio. E-Fahrzeugen bis 2030.

Wir werden daher auch in den kommenden Wochen und Monaten unsere Energie darauf verwenden, die Vorteile von Biomethan weiter zu unterstreichen und für eine technologieoffene und faire Energiewende im Mobilitätssektor zu werben.

Dank des positiven Geschäftsverlaufs in den ersten sechs Monaten und gestützt durch die hohe Auslastung im Anlagenbau, bestätigen wir unsere Prognose für das Gesamtjahr 2019. Weiterhin rechnen wir mit einer Gesamtleistung auf Vorjahresniveau sowie einer weiteren Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) im Konzern. Die tatsächliche Umsatz-/Gesamtleistungsentwicklung wird wie in den Vorjahren davon abhängen, wie viele Projekte im Anlagenbau zum Jahresende tatsächlich schlussgerechnet werden können.

EnviTec ist weiterhin auf dem Weg, die Abhängigkeit von Subventionen im Biogasbereich zu verringern. Wir sind begeistert von den Möglichkeiten, die Biomethan bei einer vernünftigen Bepreisung von CO2-Emissionen im Verkehrssektor leisten kann und sehen hier eine spannende Wachstumsmöglichkeit für EnviTec – nicht nur in Deutschland. Denn Biomethan ist in signifikanten Mengen verfügbar und greift auf bestehende Verbrennungsmotorentechnologien zurück – eine Technologie, die das weltweit anerkannte Gütesiegel "made in Germany" zu recht trägt. Zudem ist die Infrastruktur bereits vorhanden und weiter ausbaubar und stärkt so die lokale Wertschöpfung. Biomethan ist damit Klimaschutz auf jedem Kilometer!

Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink CEO CTO

Jörg Fischer CFO

Konzernzwischenlagebericht

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2019 der EnviTec Biogas AG

Grundlagen des Konzerns

Der EnviTec Biogas-Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. EnviTec deckt als Biogas-Allrounder die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogas- und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. Darüber hinaus betreibt EnviTec eigene Anlagen und ist einer der größten Biogasproduzenten in Deutschland.

Mit einer kundenorientierten Bauweise setzt EnviTec Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität der Biogasanlagen. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist inzwischen weltweit in 16 Ländern (inkl. Deutschland) vertreten.

Die hohen Qualitätsstandards sind nicht nur durch zufriedene Kunden und die beachtliche Effizienz der von EnviTec betreuten Anlagen belegt, sondern auch durch international anerkannte Zertifizierungen. Das Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015 setzen wir in der EnviTec Service GmbH erfolgreich um.

Konzernstruktur und Geschäftsbereiche

Die Konzernstruktur gliedert sich entlang der drei Bereiche Anlagenbau, Eigenbetrieb und Service. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Mutterkonzern fungiert als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die drei Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften. Der Konsolidierungskreis für den Halbjahresabschluss 2019 umfasst 107 vollkonsolidierte Gesellschaften und damit zwei weniger als im Vorjahreszeitraum.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft wird nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) – Prognose Juli 2019 – im Gesamtjahr 2019 mit 3,2 % nur mäßig zulegen (2018: 3,6 %). Verantwortlich dafür sind primär globale Handelskonflikte, die die Stimmung dämpfen und Investitionen verlangsamen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird sich das Wachstum auf 4,1 % verlangsamen. Für die chinesische Volkswirtschaft rechnet der IWF im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 6,2 %. Die Volkswirtschaften der ASEAN-Gründungsmitglieder Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand (ASEAN-5) werden insgesamt um 7,0 % zulegen. In den Industriestaaten geht der IWF aktuell weiterhin von einem soliden Wachstum von 1,9 % für das Gesamtjahr aus. In den USA wird ein Wachstum von 2,6 % erwartet. In Großbritannien wird ein Wachstum von 1,3 % veranschlagt. Für die Länder der Eurogruppe wird ein leichter Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,3 % in Aussicht gestellt. Dabei wird die französische Wirtschaft um 1,3 %, die deutsche Wirtschaft um lediglich 0,7 % wachsen.

Entwicklung der Biogasbranche

Technologie

Der aktuell dynamischste Markt für Biogasanlagen ist die Biogasaufbereitung. Das gewonnene Biomethan dient dann zur Einspeisung ins Erdgasnetz und zur Verwendung als CO2-neutraler Treibstoff. EnviTec verfügt mit seiner EnviThan-Lösung über eine hocheffiziente und flexible Gasaufbereitungstechnologie, die bereits auf verschiedenen Märkten und bei unterschiedlichen Inputstoffen Einsatz findet. Die Deutsche Energieagentur (dena) beziffert das Potential der Erzeugung von Biomethan in Deutschland bis 2050 auf das Zehnfache der heutigen Produktion. Dieses Potential könne durch Umrüstung bestehender Biogasanlagen und durch die konsequente Erschließung von Rest- und Abfallstoffen, tierischen Exkrementen und in geringem Maße Energiepflanzen erreicht werden.

Eine neue wichtige Rolle könnte die Biogasbranche insbesondere durch stärkeren Biomethan-Einsatz im Verkehrssektor einnehmen und so maßgeblich zu den deutschen und europäischen Klimaschutzzielen beitragen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Neufassung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II). Zwar wurde nur ein wenig ambitionierter Anteil von 14 % an regenerativen Kraftstoffen bis 2030 vorgesehen. Dennoch wurden damit erstmals europaweit verbindliche Quoten für Biokraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen festgelegt.

Dass der verstärkte Einsatz von Biomethan sinnvoll und notwendig ist, zeigt eindeutig eine neue vom Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung (ISI), der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien IREES GmbH herausgegebene Untersuchung. In der Studie wurden in der Kategorie Pkw folgende Antriebsformen miteinander verglichen: Hybrid-Diesel-Fahrzeuge (mit Biokraftstoffanteil), Batteriefahrzeuge, Erdgasfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit Bio- und synthetischem Methan. In der Gruppe der Lkw wurden dieselbetriebene

Fahrzeuge und drei Gas-Lkw-Antriebsformen (fossiles Erdgas, Biomethan, synthetisches Methan) in Relation gesetzt. Außerdem wurde der gesamte Lebenszyklus der Fahrzeuge von der Herstellung über die Nutzungsphase bis zur Verwertung (Wellto-Wheel-Betrachtung) bilanziert. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Biomethan weist die beste Treibhausgasbilanz auf. Darüber hinaus ergeben sich für den Einsatz von Biomethan im Mobilitätssektor sogar negative Treibhausgasemissionen, sofern Gutschriften gemäß der europäischen Gesetzgebung (RED II) berücksichtigt werden.

EnviTec Biogas setzt sich aktiv für eine Verbesserung der aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Biomethan als umweltschonendste und kostengünstigste Lösung im Verkehrssektor ein. Bio-CNG (Compressed Natural Gas) kann bereits heute von einer Vielzahl serienreifer Erdgasfahrzeuge genutzt werden. Als Innovationstreiber hat das Unternehmen bereits vor zwei Jahren mit dem Geschäftsmodell "Drive Biogas" die Weichen gestellt, um die Nutzung von Biomethan als Kraftstoff im Verkehrssektor voranzubringen. Das Modell soll dazu beitragen, die zurzeit noch lückenhafte Infrastruktur an CNG-Tankstellen in Deutschland zu verbessern.

Märkte

Für Biogasanlagenhersteller und -betreiber sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz. Seit der deutlichen Reduzierung der Einspeisevergütungen in der vierten EEG-Novelle von 2014 ist der Anlagenneubau in Deutschland fast vollständig zum Erliegen gekommen. Auch in diesem Jahr rechnet der Fachverband Biogas lediglich mit einem geringfügigen Anstieg der arbeitsrelevanten Leistung deutscher Biogasanlagen um 25 MW auf 3.826 MW.

In der 8. Reform des EEG von 2017 war erstmals für die Zeit nach dem Auslaufen der bestehenden EEG-Vergütung für Altanlagen eine Anschlussregelung eingeführt worden. Dadurch wurde immerhin mehr Investitionssicherheit geschaffen, wenn auch zu geringeren Vergütungssätzen als bisher. Zudem stieg die Attraktivität einer Anlagenflexibilisierung. Hier wird die am tatsächlichen Bedarf orientierte Einspeisung zum Ausgleich der unsteten Einspeisung aus Wind und Sonne durch Prämien belohnt. Die Flexibilisierung erfolgt zumeist über eine Leistungssteigerung eines Blockheizkraftwerks (BHKW) und die Schaffung von mehr Gasspeichervolumen. Dies kann durch Zubau eines BHKWs oder den Austausch eines alten BHKWs gegen ein neues mit höherer Leistung geschehen. In diesem Jahr rechnet der Fachverband Biogas mit einem Leistungsausbau durch Flexibilisierung und Repowering in Höhe von knapp 249 MW auf 5.228 MW. Allerdings wurde Ende August der gesetzlich festgelegte Deckel von 1.000 Megawatt (MW) für den Erhalt der Flexibilitätsprämie bei Biogas ausgeschöpft. Sollte kurzfristig keine Folgeregelung geschaffen werden, wird es in diesem Bereich zunächst keine Neuprojekte mehr geben, obwohl noch tausende Anlagen durch Flexibilisierung einen essenziellen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten könnten.

Mit unternehmerischer Weitsicht hat EnviTec frühzeitig auf die Internationalisierung und Flexibilisierung seiner Geschäftstätigkeit gesetzt und insbesondere den Anlagenbau zukunftsfähig aufgestellt. So ist das Unternehmen heute in der Lage schnell und effizient auf wechselnde Marktgegebenheiten sowie Kundenwünsche auf den internationalen Biogasmärkten zu reagieren.

In Europa gehört Frankreich aktuell zu den dynamischsten Ländern der Biogas- und Biomethanbranche. Feste Einspeisetarife für Biogas und Biomethan sorgen hier für attraktive Rahmenbedingungen. In der nationalen Energiestrategie, die im Laufe des Jahres 2019 verabschiedet werden soll, wird bis 2028 eine Verdopplung der installierten Leistung an erneuerbaren Energien angesteuert, was unter anderen durch eine Abnahmeverpflichtung für Biogas erreicht werden soll. Die Verringerung des Kernenergieanteils auf 50 % der Stromerzeugung soll zwar gegenüber der bisherigen Strategie um zehn Jahre auf 2035 verschoben werden, dennoch wird die Energiewende weiterhin mit Hochdruck vorangetrieben, und die Rahmenbedingungen werden am französischen Markt auf absehbare Zeit als vorteilhaft eingeschätzt.

Auch in Dänemark sind die Gegebenheiten weiterhin günstig. Hier ist geplant, den Anteil regenerativer Quellen am Energiemix bis 2030 auf 55 % auszubauen. Dabei sollen 100 % des Stromverbrauchs und 90 % der Fernwärme erneuerbar sein. Bis 2050 will Dänemark komplett unabhängig von fossilen Brennstoffen sein.

In Großbritannien bietet der derzeitige politische Rahmen kein günstiges Umfeld für einen weiteren Ausbau der Bioenergie. Nach Angaben der britischen Renewable Energy Association behindern primär unsichere Förderbedingungen sowie strenge Auflagen die Branche. Zudem ist das Investitionsklima durch die anhaltende Unsicherheit in Bezug auf einen möglichen Brexit gestört.

In Italien wurde im März 2018 ein neues Fördergesetz für die Produktion von Biomethan in Kraft gesetzt. Es sieht vor, dass bis 2022 staatliche Mittel in Höhe von 4,7 Mrd. Euro für die Förderung der Biomethanproduktion bereitgestellt werden. Das hat bereits zu Investitionen in technische Upgrades und den Bau von Neuanlagen geführt.

Ebenfalls positiv entwickelt sich der chinesische Bioenergie-Sektor. Im Februar 2019 veröffentlichte die chinesische nationale Energieverwaltung einen Richtlinienentwurf zur Entwicklung von Biomethan. Demnach soll die jährliche Biomethanproduktion in China bis 2020 mehr als 2 Mrd. Kubikmeter betragen, bis 2025 mehr als 15 Mrd. Kubikmeter und bis 2030 rund 30 Mrd. Kubikmeter.

In den USA hat sich die Marktentwicklung in den letzten Jahren eingetrübt. Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration (EIA) lagen die Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien im Jahr 2017 bei 40,2 Mrd. US-Dollar. Davon entfielen 0,7 Mrd. US-Dollar auf die Herstellung von Biotreibstoffen und 0,4 Mrd. US-Dollar auf Biomasse.

Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr

Die EnviTec Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 eine gute Geschäftsentwicklung. Vor allem die Segmente Eigenbetrieb und Service entwickelten sich positiv. Auch der Anlagenbau erfreut sich nach einer Ende 2017 durchgeführten Neujustierung aktuell hoher Kundennachfrage und Auslastung.

Im Segment Eigenbetrieb erwirtschaftet EnviTec in den ersten sechs Monaten 2019 leicht steigende Erlöse und Cashflows. Trotz der teils sehr trockenen Witterung war dank großzügiger Lagerkapazitäten sowie langfristiger Lieferverträge im Berichtszeitraum jederzeit eine komfortable Inputversorgung gegeben. Auch im zweiten Halbjahr sind hier keine Probleme zu erwarten.

Im Bereich Service war im Berichtszeitraum eine sehr gute Geschäftsentwicklung zu verzeichnen, die leicht über den Planungen des Managements lag. Neben Deutschland sind die wichtigsten Märkte im Service weiterhin Italien, Tschechien und Großbritannien sowie Dänemark und Frankreich. Mehr als 500 Anlagenbetreiber weltweit vertrauen mittlerweile auf die Erfahrung von EnviTec. Insgesamt betreute EnviTec zum Stichtag im biologischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 74 MW (31. Dezember 2018: 75 MW) und im technischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 257 MW (31. Dezember 2018: 257 MW).

Eine wichtige Rolle spielt im Segment Service das Partner- und Dienstleistungsangebot. Im ersten Halbjahr wurde hier mit dem Industriehersteller Gardner Denver ein Service-Abkommen zur Vertiefung der seit 2013 bestehenden Zusammenarbeit auf dem deutschen und europäischen Markt unterzeichnet.

Im Anlagenbau waren auf den internationalen Biogasmärkten im ersten Halbjahr 2019 wie schon in den vergangenen Jahren stark divergierende Marktbedingungen zu beobachten. Einer der dynamischsten Biogasmärkte weltweit und der derzeit wichtigste Markt von EnviTec ist Frankreich. Bereits elf Anlagen wurden hier realisiert, neun weitere EnviThan-Anlagen befinden sich derzeit in Bau. Auch in Dänemark ist EnviTec weiterhin sehr aktiv. Gute Perspektiven bieten zudem Italien und Polen. In China, einem der wichtigsten internationalen Zukunftsmärkte, befinden sich derzeit mehrere Anlagen in Planung, fünf wurden bereits fertig gestellt. Im September 2018 wurde zudem ein Kooperationsvertrag für die Errichtung von insgesamt 20 Anlagen unterzeichnet, wovon bisher eine Anlage in Betrieb ist.

Auftragsbestand im Anlagenbau

Der Auftragsbestand im Anlagenbau summierte sich per Ende Juni 2019 auf 110,4 Mio. Euro. Davon entfallen 0,7 Mio. Euro auf den deutschen Markt und hier auf die Flexibilisierung oder die Optimierung bestehender Anlagen sowie den Bau einer Erdgastankstelle. Demgegenüber steht ein Auftragsbestand auf den internationalen Biogas-Märkten in Höhe von 109,7 Mio. Euro. Daran haben Frankreich mit 60,6 Mio. Euro und Dänemark mit 21,0 Mio. Euro den größten Anteil, gefolgt von Großbritannien mit 16,8 Mio. Euro und China mit 4,9 Mio. Euro. Gegenüber Jahresanfang stieg der Auftragsbestand um 30,8 % (31. Dezember 2018: 84,4 Mio. Euro).

Mitarbeiter

EnviTec Biogas beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2019 weltweit 428 Mitarbeiter (30. Juni 2018: 434).

Davon ist mit 340 (Vorjahr: 346) der wesentliche Teil in Deutschland beschäftigt. An den Auslandsstandorten sind 88 Mitarbeiter (Vorjahr: 88) für EnviTec Biogas im Einsatz.

EnviTec engagiert sich dafür, jungen Menschen attraktive Arbeitsplätze in einem zukunftsfähigen Berufsfeld anzubieten. Das Unternehmen bietet nicht nur diverse Ausbildungsberufe, sondern ermöglicht in Kooperation mit der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz/Oldenburg GmbH (PHWT) auch ein duales Studium.

Ertragslage

Umsatz und Gesamtleistung

Die Umsatzerlöse von EnviTec Biogas stiegen im ersten Halbjahr 2019 auf Konzernebene um 21,4 % auf 96,9 Mio. Euro. Den Großteil der Erlöse generierte das Unternehmen in den Segmenten Eigenbetrieb und Service. In Deutschland wurden rund 66,0 Mio. Euro der Konzernumsätze erwirtschaftet. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von 2,8 Mio. Euro auf 2,4 Mio. Euro. Die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, erhöhte sich von 86,7 Mio. Euro um 5,4 % auf 91,4 Mio. Euro.

Aufwandsentwicklung

Die Materialkosten, wesentlicher Aufwandsposten im Konzern, stiegen im ersten Halbjahr um 7,9 % auf 59,5 Mio. Euro (H1 2018: 55,1 Mio. Euro). Hierfür war insbesondere die hohe Auslastung in den Segmenten Service und Anlagenbau ausschlaggebend. Die Materialkostenquote (bezogen auf die Gesamtleistung) stieg von 63,6 % im Vorjahres- auf 65,1 % im Berichtszeitraum. Das Rohergebnis verbesserte sich leicht von 31,6 Mio. Euro auf 31,9 Mio. Euro.

Der Personalaufwand stieg in den ersten sechs Monaten um 4,4 % auf 10,1 Mio. Euro (H1 2018: 9,6 Mio. Euro). Die Personalkostenquote lag mit 11,0 % auf Vorjahresniveau (H1 2018: 11,1 %). Die Abschreibungen sanken im Berichtszeitraum um 9,9 % auf 7,7 Mio. Euro, da zum einen im Vergleich zum Jahresende 2018 bei ersten Biogasanlagen wesentliche Komponenten vollständig abgeschrieben sind und zum anderen Ende 2018 ein Großteil der Anteile an einer Biogasanlage verkauft wurde und diese nicht mehr zum Konsolidierungskreis gehört. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, zu denen Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zählen, stiegen um 6,6 % auf 8,7 Mio. Euro (H1 2018: 8,2 Mio. Euro).

Ergebnisentwicklung

Die EnviTec Gruppe erzielte in den ersten sechs Monaten 2019 eine weitere Erhöhung der Profitabilität gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 5,0 Mio. Euro in der Vorjahresperiode auf 5,4 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Das Finanzergebnis betrug per Saldo wie im Vorjahreszeitraum +0,1 Mio. Euro. Nach Steuern erzielte der EnviTec Konzern ein Ergebnis in Höhe von 4,8 Mio. Euro (H1 2018: 3,8 Mio. Euro). Der Konzernperiodenüberschuss nach Minderheiten stieg von 3,5 Mio. Euro auf 4,5 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Halbjahr 2019 im Konzern bei 0,32 Euro nach 0,25 Euro im Vorjahreszeitraum.

Segmententwicklung

Der EnviTec Konzern ist in den drei Segmenten Anlagenbau, Eigenbetrieb und Service tätig. Die in diesem Abschnitt dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen bereinigt.

Anlagenbau (inkl. Holding)

Im Anlagenbau verzeichnete EnviTec im Berichtszeitraum eine zufriedenstellende Entwicklung, ablesbar an einer Verdopplung der Umsatzerlöse auf 18,6 Mio. Euro (H1 2018: 8,9 Mio. Euro). Die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, stieg um 6,0 % auf 13,4 Mio. Euro.

Aufgrund der hohen Auslastung stiegen die Materialkosten um 9,4 %, der Personalaufwand um 8,5 % und die sonstigen Aufwendungen um 11,8 %. Daraus resultierte ein operatives Segmentergebnis (EBIT) in Höhe von -2,6 Mio. Euro (H1 2018: -2,0 Mio. Euro). Dieses Ergebnis ist zu einem wesentlichen Teil auf die Bereinigung der Umsatzerlöse um die Konzerumlage bei der Holding zurückzuführen. Trotz weiterhin herausfordernder Bedingungen auf den internationalen Biogasmärkten geht das Management davon aus, im Gesamtjahr 2019 die Gewinnschwelle im Anlagenbau zu erreichen. Die konkrete Entwicklung wird wie in den Vorjahren davon abhängen, wie viele Umsätze im Anlagenbau aus schlussgerechneten Projekten gemäß HGB zum Jahresende tatsächlich realisiert werden können.

Eigenbetrieb

Der Segmentumsatz im Eigenbetrieb stieg im ersten Halbjahr 2019 leicht um 1,9 % auf 55,2 Mio. Euro (H1 2018: 54,2 Mio. Euro), die Gesamtleistung erhöhte sich um 1,5 % auf 56,5 Mio. Euro (H1 2018: 55,7 Mio. Euro). Die elektrische Leistung der eigenen Anlagen am Netz stieg zum Bilanzstichtag auf 65,1 MW (31. Dezember 2018: 63,5 MW) – davon 38,2 MW (31. Dezember 2018: 36,6 MW) vollkonsolidiert und 26,9 MW (31. Dezember 2018: 26,9 MW) at-Equity bewertet. Der Leistungszuwachs ist auf den Erwerb von drei zusätzlichen Anlagen zurückzuführen. Da die Akquisition erst zum Ende der Periode erfolgte, werden die neuen Anlagen erst im kommenden Jahr spürbar zum Umsatz und Ergebnis beitragen.

Die Materialkosten erhöhten sich um 2,3 % auf 34,7 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 7,4 Mio. Euro auf 8,2 Mio. Euro. Die EBIT-Marge (bezogen auf die Gesamtleistung) betrug 14,5 % (H1 2018: 13,3 %). Die eigenbetriebenen Anlagen waren somit dank der starken, kontinuierlichen Cashflows weiterhin der wesentliche Ergebnistreiber in der Gruppe.

Service

Im Segment Service setzte EnviTec in den ersten sechs Monaten 2019 den erfolgreichen Ausbau der Geschäftstätigkeit weiter fort. Im Zuge einer höheren Zahl schlussgerechneter

Repowering- bzw. Flexibilisierungsprojekte stieg der Umsatz um 38,7 % auf 23,2 Mio. Euro (H1 2018: 16,7 Mio. Euro). Die Gesamtleistung, die auch die Bestandsveränderungen erfasst, stieg ebenfalls deutlich um 16,8 % auf 21,6 Mio. Euro.

Die Materialkosten erhöhten sich aufgrund der hohen Zahl materialintensiver Repoweringprojekte im selben Zeitraum um 21,6 % auf 16,0 Mio. Euro. Der Personalaufwand stieg um 4,2 % auf 3,9 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen rund 1,6 Mio. Euro (H1 2018: 1,5 Mio. Euro). Das operative Segmentergebnis (EBIT) verbesserte sich von -0,4 Mio. Euro auf -0,1 Mio. Euro. Das leicht negative Segmentergebnis im Servicebereich ist primär durch die Geschäftsumsätze mit Eigenbetriebsgesellschaften zu erklären, die in der Konsolidierung auf Konzernebene bereinigt werden. Unbereinigt ist das operative Ergebnis des Servicesegments deutlich positiv.

Vermögens- und Finanzlage

Die sehr gute Bilanzstruktur des EnviTec Konzerns wurde im Berichtszeitraum weiter gestärkt.

Auf der Aktivseite verringerte sich das Anlagevermögen in Folge planmäßiger Abschreibungen auf Sachanlagen auf 133,0 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 137,0 Mio. Euro). Mit Sachanlagen im Wert von 90,8 Mio. Euro – im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen – verfügt der EnviTec Konzern weiterhin über erhebliche langfristige Vermögenswerte in seiner Bilanz. Die Vorräte sanken im Wesentlichen in Folge eines niedrigeren Wareneinkaufs von Substraten für die Eigenanlagen des Konzerns um 18,5 % auf 45,5 Mio. Euro (H1 2018: 55,8 Mio. Euro). Der geringere Working Capital-Bedarf resultierte in einer Erhöhung der liquiden Mittel auf 28,1 Mio. Euro zum Zwischenbilanzstichtag, dem 30. Juni 2019 (31. Dezember 2018: 12,7 Mio. Euro).

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital in Folge der positiven Geschäftsentwicklung um 3,1 % auf 149,0 Mio. Euro. Die Gesamtverbindlichkeiten sanken aufgrund planmäßiger Tilgungen um 3,0 % auf 89,8 Mio. Euro (31.Dezember 2018: 92,6 Mio. Euro). Bei einer Bilanzsumme von 251,4 Mio. Euro stieg die Eigenkapitalquote auf 59,3 % zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2018: 57,5 %). Die starke Eigenkapitalausstattung und die weiter verringerte Verschuldung bilden ein gutes Fundament für die Wahrnehmung von Wachstumschancen auf den internationalen Biogasmärkten.

Liquiditätslage

Die Liquiditätssituation der EnviTec Biogas gestaltete sich zum Bilanzstichtag wie in den Vorperioden sehr solide. Die Summe der flüssigen Mittel stieg im Konzern von 12,7 Mio. Euro zum Jahresende 2018 auf 28,1 Mio. Euro zum 30. Juni 2019. Der höhere Cashbestand ist wie geschildert, auf einen geringeren Working Capital-Bedarf zurückzuführen. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich auf 9,2 Mio. Euro (31. Dezember 2018: 8,0 Mio. Euro). Darüber hinaus standen EnviTec Biogas am 30. Juni 2019 nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 23,1 Mio. Euro zur Verfügung.

Chancen- und Risikobericht

Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle Führungskräfte sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert.

Die Risikosituation der EnviTec Biogas Gruppe wurde im zusammengefassten Lagebericht des EnviTec Konzerns und der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2018 ausführlich dargestellt. Hierin wurden die Risiken aufgeführt und detailliert erläutert. Aus Sicht des Vorstands bestehen derzeit keine weiteren Risiken und Chancen, die über die im Lagebericht zum 31. Dezember 2018 dargestellten Aspekte hinausgehen. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nach Ansicht des Vorstands zurzeit nicht.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaft und Branchenentwicklung

Nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Weltwirtschaft im Jahr 2020 mit 3,5 % wieder etwas an Schwung gewinnen (Prognose 2019: 3,2 %). Die Wachstumsbelebung im kommenden Jahr basiert auf der Annahme einer Stabilisierung der derzeit angespannten Lage in den Schwellen- und Entwicklungsländern und Fortschritten bei der Lösung handelspolitischer Konflikte. In den Industriestaaten geht der IWF von einem soliden Wachstum von 1,7 % für das Gesamtjahr aus. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird von einem Anstieg um 4,7 % ausgegangen. Für die Länder der Eurogruppe wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,6 % in Aussicht gestellt. Auch die deutsche Wirtschaft soll mit 1,7 % wieder stärker zulegen.

Auf dem deutschen Biogasmarkt ergeben sich auf Basis der aktuell gültigen EEG-Novelle primär im Servicebereich Möglichkeiten. Punktuelle Chancen hält zudem das Repowering von Anlagen bereit. Eine völlig neue Rolle könnte die deutsche Biogasbranche durch den stärkeren Biomethan-Einsatz im Verkehrssektor einnehmen. Allerdings müssten dafür einschneidende politische Weichen gestellt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und die Infrastruktur ausgebaut werden. So würde Biomethan als umweltschonendste und kostengünstigste Lösung einem größeren Markt zugänglich gemacht. Das neue Eckpunktepapier für das Klimaschutzprogramm 2030 der deutschen Bundesregierung sieht zumindest vor, dass die Entwicklung von flüssigen und gasförmigen regenerativen Kraftstoffen aus Biomasse und deren großtechnische Erzeugung unterstützt werden soll. So soll Biogas zur Modernisierung und klimaschonenden Umrüstung von Busflotten genutzt werden. Aus Sicht von EnviTec ist das zwar ein erstes Indiz für ein Umdenken, von dem auch die Biogasbranche profitieren könnte. Die fehlende Erwähnung des privaten Verkehrssektors zeigt jedoch, dass die Bundesregierung nach wie vor andere Antriebsformen

bevorzugt behandelt, obwohl diese in der Gesamtbetrachtung eine schlechtere Treibhausgasbilanz aufweisen.

In Europa sind nach wie vor primär Frankreich und Dänemark attraktive Biogasmärkte. Auch in Italien und Polen kann EnviTec vor dem Hintergrund günstiger Rahmenbedingungen neue Chancen im Anlagenbau wahrnehmen. In Großbritannien wird die weitere Entwicklung vor allem davon abhängen, ob es zu einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung in der Brexit-Frage kommt. Die wichtigsten außereuropäischen Wachstumsmärkte sind derzeit China und die Staaten Südostasiens.

Entwicklung von EnviTec Biogas

Im Anlagenbau hatte EnviTec auf Basis einer neuen verschlankten Struktur bereits im vergangenen Geschäftsjahr eine sichtbare Ergebnisverbesserung erzielt. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnete dieser Geschäftsbereich eine kontinuierlich hohe Auslastung, so dass die Geschäftsführung hier von einem Erreichen der Gewinnzone, in Abhänigkeit von der Umsatzrealisierung nach HGB, für das Gesamtjahr 2019 ausgeht. Den cashflow-starken Eigenbetrieb wird EnviTec im In- und Ausland weiter moderat ausbauen. Der Fokus liegt dabei aktuell primär auf der Optimierung der eigenen Anlagen. Sollten sich Opportunitäten ergeben wird die Gruppe auch weiterhin selektiv Anlagen zukaufen. Im ergänzenden Geschäftsfeld Service wird sich das Wachstum im In- und Ausland weiter fortsetzen.

Für das Gesamtjahr 2019 bestätigt der Vorstand der EnviTec Biogas die bisherigen Planungen und geht weiterhin auf Konzernebene von einer Gesamtleistung auf Vorjahresniveau sowie einer Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) aus. Ausschlaggebend für das Erreichen der wirtschaftlichen Ziele wird der Geschäftsverlauf in den wichtigsten internationalen Märkten des Anlagenbau-Segments sein.

Sonstige Angaben

Bericht zu Geschäften mit nahestehenden Personen

Konzernunternehmen haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats des Konzerns sowie mit anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen oder mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsratsgremien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahestehende Familienangehörige dieses Personenkreises. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen werden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Konzernzwischenabschluss

Konzernbilanz

Aktiva

A. Anlagevermögen 30.06.2019 31.12.2018
in EUR in TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
1.023.270,63 1.154
2. Geschäfts- oder Firmenwert 6.464.204,32 6.731
3. Geleistete Anzahlungen 6.000.000,00 6.000
13.487.474,95 13.885
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf
fremden Grundstücken
27.673.214,16 28.601
2. Technische Anlagen und Maschinen 52.163.256,77 54.886
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.174.173,73 8.173
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.803.341,01 2.582
90.813.985,67 94.243
III. Finanzanlagen
1. Anteile an at-Equity bewerteten Beteiligungen 14.649.433,95 13.844
2. Beteiligungen 335.119,19 335
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.515.500,00 4.398
4. Sonstige Ausleihungen 10.157.411,30 10.293
28.657.464,44 28.871
B. Umlaufvermögen 30.06.2019 31.12.2018
in EUR in TEUR
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 26.830.426,44 36.845
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 38.462.141,04 46.364
abzüglich erhaltene Anzahlungen -28.570.372,50 - 35.229
9.891.768,54 11.135
3. Fertige Erzeugnisse 971.689,79 1.175
4. Geleistete Anzahlungen 7.771.163,16 6.640
45.465.047,93 55.794
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24.422.368,19 26.371
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.329.026,96 3.347
3. Sonstige Vermögensgegenstände 9.166.756,17 8.041
35.918.151,32 37.759
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 28.094.965,46 12.718
C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 4.487.725,96 3.716
D. Aktive latente Steuern 4.474.059,45 4.593
Summe 251.398.875,18 251.578

Passiva

A. Eigenkapital 30.06.2019 31.12.2018
in EUR in TEUR
I. Gezeichnetes Kapital 15.000.000,00 15.000
Abzüglich Nennbetrag eigener Anteile -150.000,00 - 150
Ausgegebenes Kapital 14.850.000,00 14.850
II. Kapitalrücklage 89.328.633,67 89.329
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 10.150.000,00 10.150
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -335.308,66 - 431
V. Bilanzgewinn 33.319.553,49 28.818
VI. Ausgleichsposten für Anteile im Fremdbesitz 1.722.368,81 1.845
149.035.247,31 144.560
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 681.487,61 715
2. Sonstige Rückstellungen 7.787.556,42 9.629
8.469.044,03 10.344
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 54.073.474,44 60.276
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.940.529,51 14.912
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
3.483.752,64 1.662
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 694.455,09 1.792
5. Sonstige Verbindlichkeiten 14.566.009,77 13.903
89.758.221,45 92.546
D. Passive Rechnungsabgrenzungsposten 4.136.362,39 4.128
Summe 251.398.875,18 251.578

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in EUR 01.01.-30.06.2019 01.01.-30.06.2018
1. Umsatzerlöse 96.936.875,19 79.829.822,95
2. Verminderung (Vorjahr: Erhöhung) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -7.856.744,13 4.114.763,48
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.360.793,72 2.801.506,43
Gesamtleistung 91.440.924,78 86.746.092,86
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 53.314.182,36 51.128.397,95
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.181.858,70 4.009.556,90
59.496.041,06 55.137.954,85
Rohergebnis 31.944.883,72 31.608.138,01
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 8.067.291,32 7.726.370,55
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und Unterstützung 1.989.320,39 1.908.239,85
10.056.611,71 9.634.610,40
6. Abschreibungen
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen
7.748.996,01 8.596.637,59
b) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese
die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten
0,00 210.000,00
7.748.996,01 8.806.637,59
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.714.013,52 8.175.413,58
8. Betriebsergebnis (EBIT) 5.425.262,48 4.991.476,44
9. Ergebnis aus Equity Beteiligungen 816.137,74 625.253,74
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 209.752,23 581.577,23
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 921.136,04 1.100.677,95
12. Ergebnis vor Steuern 5.530.016,41 5.097.629,46
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 765.337,65 1.335.526,35
14. Ergebnis nach Steuern 4.764.678,76 3.762.103,11
15. Sonstige Steuern 35.529,24 61.133,85
16. Konzernergebnis vor Minderheiten 4.729.149,52 3.700.969,26
17. Konzernfremden zustehender Gewinn 227.348,52 177.662,61
18. Konzernhalbjahresüberschuss 4.501.801,00 3.523.306,65

Konzern-Anhang

zum 30. Juni 2019 der EnviTec Biogas AG, Lohne

1. Allgemeine Informationen

Die EnviTec Biogas AG, mit Sitz in Lohne, eingetragen beim Amtsgericht Oldenburg im Handelsregister unter HRB 201466, ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, dessen Unternehmenszweck neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften, auch der Betrieb von eigenen Biogasanlagen, der technische und biologische Service sowie die Vermarktung von Strom ist.

Die EnviTec Biogas AG ist zum Stichtag 30. Juni 2019 eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Die Aktien werden im Basic Board (vormals: Entry Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse der Deutschen Börse AG gehandelt.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss umfasst das bisherige Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 30. Juni 2019. Die Vorjahreszahlen der Bilanz beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2018, die Vergleichszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung auf den vergleichbaren Geschäftszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2018. Der Konzernzwischenabschluss und der Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2019 wurden keiner prüferischen Durchsicht unterzogen.

Die Konzernbilanz folgt dem in § 266 HGB vorgegebenen Gliederungsschema. Davon Vermerke erfolgen vorrangig im Anhang.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

2. Grundlagen des Konzernabschlusses

2.1.Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt.

Sofern erforderlich, werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen an die im im Konzern geltenden Methoden angepasst.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.

Schuldenkonsolidierung

Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 303 HGB gegenseitig aufgerechnet.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Aufwendungen und Erträge zwischen vollkonsolidierten Unternehmen des Konzerns werden gemäß § 305 HGB verrechnet.

Zwischenergebniseliminierung

Zwischenergebnisse gemäß § 304 HGB aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und -entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsätze sind ebenso wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden.

Equity-Bewertung

Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-Equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die Anhangangaben des Konzernabschlusses enthalten weitere Informationen über die im EnviTec-Konzern bilanzierten at-Equity Beteiligungen.

2.2. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2019 bis zum 30.06.2019 wie folgt entwickelt:

Inland Ausland Gesamt
EnviTec Biogas AG und konsolidierte Unternehmen
31.12.2018 82 24 106
Zugänge von Tochterunter
nehmen
2 0 2
Abgänge von Tochterunter
nehmen
0 1 1
30.06.2019 84 23 107
At-Equity bewertete Unternehmen
31.12.2018 53 9 62
Zugänge von at-Equity
bewerteten Unternehmen
0 0 0
Abgänge von at-Equity
bewerteten Unternehmen
0 0 0
30.06.2019 53 9 62

Der EnviTec Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 169 (31.12.2018: 168) Unternehmen, von denen 107 (31.12.2018: 106) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden.

Der Abgang bei den vollkonsolidierten Unternehmen resultierte aus der Verschmelzung der EnviTec Central Europe s.r.o. auf die EnviTec Service s.r.o.

Mit Gesellschaftsvertrag vom 29. Mai 2019 wurde die Biogas Petersberg GmbH & Co. KG mit Sitz in Lohne, eingetragen beim Handelsregister Oldenburg unter der Nummer HRA 206295, gegründet. Das Kommanditkapital beträgt 1.000,00 Euro und wird wirtschaftlich zu 100 % von der EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG gehalten. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Anlagen zur Erzeugung und Verwertung regenerativer Energien, insbesondere von Biogasanlagen. Die Gesellschaft ist ferner berechtigt, alle den Gesellschaftszweck fördernden und im Zusammenhang damit stehenden Geschäfte durchzuführen, insbesondere andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art zu übernehmen, sich an solchen zu beteiligen und Zweigniederlassungen zu errichten.

Mit Gesellschaftsvertrag vom 29. Mai 2019 wurde die Biogas Petersberg Verwaltungs GmbH mit Sitz in Lohne, eingetragen beim Handelsregister Oldenburg unter der Nummer HRB 214251, gegründet. Das Stammkapital beträgt 25.000,00 Euro und wird wirtschaftlich zu 100 % von der EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG gehalten. Gegenstand des Unternehmens ist die Beteiligung sowie Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei Handelsgesellschaften, insbesondere die Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an Projekt- und Betriebsgesellschaften im Bereich Biomasseanlagen zur Energieerzeugung.

3. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

Bei der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschlusses und der Ermittlung der Vergleichszahlen des Vorjahres wurden grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss 2018 angewandt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht 2018 veröffentlicht. Dieser kann auch im Internet unter www.envitec-biogas.de abgerufen werden.

Den Zwischenabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde.

Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Zwischenabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf sechs Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögenswerte und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Zwischenabschlusses werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Die in Fremdwährung aufgestellten Zwischenabschlüsse der at-Equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet.

3.1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über 5 bis 20 Jahre linear abgeschrieben. Diese sind im Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG einzig beim Kauf von Gesellschaften, deren Unternehmenszweck der Betrieb von einer oder mehreren Biogasanlagen ist, aktiviert worden. Die Nutzungsdauer resultiert aus dem Lebenszyklus der erworbenen Unternehmen. Aufgrund der in den entsprechenden Gesetzen festgeschriebenen Förderdauer werden die Geschäfts- oder Firmenwerte über die Restlaufzeit der Förderung (länger als 5 Jahre) abgeschrieben.

3.2. Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungsbzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen – mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten - sowie etwaige außerplanmäßige Wertverluste.

Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.

Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen oder soweit zulässig nach der degressiven Methode vorgenommen.

Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen sich wie folgt dar:

Nutzungsdauer
Gebäude 20 bis 40 Jahre
Andere Baulichkeiten 10 bis 20 Jahre
Technische Anlagen 6 bis 20 Jahre
Maschinen und Apparate 6 bis 12 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 11 Jahre
Fahrzeuge 5 bis 8 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 5 Jahre

3.3. Finanzanlagevermögen

Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

3.4. Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bilanziert. In die Herstellungskosten werden neben den Material- und Fertigungskosten auch angemessene Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden bei der Bewertung nicht mit einbezogen.

Geleistete Anzahlungen sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.

Erhaltene Anzahlungen werden, soweit sie für unfertige Erzeugnisse und Leistungen geleistet wurden und diese nicht übersteigen, von den unfertigen Erzeugnissen abgegrenzt.

3.5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden angemessene Pauschalwertberichtigungen gebildet.

3.6. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.

3.7. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 1 HGB bei Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.

3.8. Latente Steuern

Latente Steuern sind auf temporäre Unterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge, die innerhalb von fünf Jahren verrechnet werden können, gebildet worden. Konzerneinheitlich wird ein Steuersatz von 28,08 % angewendet.

3.9. Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

3.10. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden.

3.11. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bildung von passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 2 HGB bei Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.

4. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz

Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Bilanz im Vergleich zu den Bilanzposten zum 31. Dezember 2018 erläutert. Posten die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert bzw. zum Verständnis der Veränderung bedarf es keiner näheren Erläuterung. Deren Zusammensetzung kann dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 entnommen werden.

4.1. Immaterielle Vermögenswerte

Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird planmäßig abgeschrieben. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2019 wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 385 vorgenommen.

4.2. Sachanlagen

Der Rückgang der Sachanlagen resultiert im Wesentlichen aus planmäßigen Abschreibungen, welchen Investitionen, besonders in andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, in Höhe von TEUR 1.231 entgegenstehen. Die Investitionen resultieren im Wesentlichen aus Neuanschaffungen von Nutzfahrzeugen.

4.3. Vorräte

Der Rückgang der Vorräte (TEUR 10.015) ist im Wesentlichen auf den Abbau/Verbrauch des Bestands an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zurückzuführen.

4.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 5.500 vorgenommen.

4.5. Eigenkapital

Das Eigenkapital beträgt zum 30.06.2019 TEUR 149.035 und ist gegenüber dem 31.12.2018 um TEUR 4.475 angestiegen. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen ein Periodenergebnis in Höhe von TEUR 4.729, dem ein Rückgang der Anteile im Fremdbesitz von TEUR 123 gegenübersteht.

Entwicklung des Bilanzgewinns

TEUR
Halbjahresüberschuss 4.729
Gewinnvortrag zum 1. Januar 2019 28.818
Konzernfremden zuzurechnender Gewinn 227
Bilanzgewinn zum 30. Juni 2019 33.320

4.6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:

Verbindlichkeitenspiegel Restlaufzeit
unter 1 Jahr
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Restlaufzeit
über 5 Jahre
Summe
30.06.2019 in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 15.470.871,90 29.747.425,55 8.855.176,99 54.073.474,44
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.940.529,51 0,00 0,00 16.940.529,51
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
3.483.752,64 0,00 0,00 3.483.752,64
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 694.455,09 0,00 0,00 694.455,09
Sonstige Verbindlichkeiten 14.566.009,77 0,00 0,00 14.566.009,77
51.155.618,91 29.747.425,55 8.855.176,99 89.758.221,45
davon aus Steuern 2.472.151,94
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 84.656,77
31.12.2018 in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.115.734,16 37.463.676,42 11.697.187,65 60.276.598,23
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.911.759,92 0,00 0,00 14.911.759,92
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
1.662.552,81 0,00 0,00 1.662.552,81
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.792.022,26 0,00 0,00 1.792.022,26
Sonstige Verbindlichkeiten 13.903.274,40 0,00 0,00 13.903.274,40
43.385.343,55 37.463.676,42 11.697.187,65 92.546.207,62
davon aus Steuern 2.422.269,39
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 117.389,69

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden, die Übereignung von Sachanlagevermögen, die Abtretung von Ansprüchen aus bestehenden Verträgen sowie die Verpfändung von Geschäftsguthaben besichert.

Für eine genaue Aufstellung der gewährten Sicherheiten und deren Buchwerte wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 verwiesen.

5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2018 erläutert. Posten, die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert bzw. zum Verständnis der Veränderung bedarf es keiner näheren Erläuterung.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen:

in TEUR
Anlagenbau 18.568
Service 23.155
Eigenbetrieb 55.214
Summe 96.937

Die Erhöhung der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr sind im Wesentlichen auf die Segmente Anlagenbau (TEUR 9.632) sowie Service (TEUR 6.458) zurückzuführen. Diese Erhöhung resultiert vornehmlich aus schlussgerechneten Projekten im ersten Halbjahr 2019.

Bestandsveränderungen

Die in Summe negative Veränderung des Bestands im ersten Halbjahr 2019 resultiert im Wesentlichen aus dem Abgang von unfertigen Erzeugnissen für Projekte welche schlussgerechnet worden sind. Dies betrifft im Wesentlichen die Segmente Anlagenbau mit TEUR -6.112 und den Service mit TEUR -1.745.

Materialaufwand

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um TEUR 4.358 gestiegen. Dieser Anstieg resultiert aus dem Segment Anlagenbau in Höhe von TEUR 762, dem Segment Service in Höhe von TEUR 2.830 sowie dem Segment Eigenbetrieb mit TEUR 766.

Abschreibungen

In den Abschreibungen sind Abschreibungen auf den Geschäftsoder Firmenwert in Höhe von TEUR 385 enthalten.

6. Sonstige Erläuterungen

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die zum 31. Dezember 2018 bestanden, bestehen unverändert weiter.

Mitarbeiterzahlen

Bei den Konzerngesellschaften des EnviTec Konzerns waren zum Stichtag 30. Juni 2019 weltweit 428 Mitarbeiter (31. Dezember 2018: 427) beschäftigt.

7. Nachtragsbericht

In der Hauptversammlung am 2. Juli 2019 wurde eine Dividendenzahlung in Höhe von EUR 1,00 je Aktie beschlossen. Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 3. Juli 2019.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Der Vorstand setzte sich im Berichtszeitraum aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne, Sprecher des Vorstands (CEO) seit 1. Juli 2007

Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe, Vorstand Finanzen (CFO) seit 1. Juli 2007

Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt, Vorstand Technik (CTO) seit 1. Juli 2010

Aufsichtsrat

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:

Herr Kaufmann Tobias Schulz (Vorsitzender) Geschäftsführender Gesellschafter von Schulz Systemtechnik, Visbek

  • Herr Kaufmann Michael Böging Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH, Emstek

  • Herr Kaufmann Franz-Josef Holzenkamp (stellvertretender Vorsitzender) Landwirtschaftlicher Unternehmer Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG Aufsichtsratsmitglied LVM Krankenversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Lebensversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G Präsident des Deutschen Raiffeisenverband e.V. (DRV)

Lohne, den 30. September 2019

Olaf von Lehmden CEO

Jörg Fischer CFO

Jürgen Tenbrink CTO

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Lohne, 30. September 2019

Olaf von Lehmden CEO

Jörg Fischer CFO

Jürgen Tenbrink CTO

Impressum

EnviTec Biogas AG Industriering 10 a 49393 Lohne Tel.: +49 (0) 4442 / 8016-8100 Fax: +49 (0) 4442 / 8016-98100 E-Mail: [email protected] www.envitec-biogas.de

I nvestor Relations/ Marketing/Public Relations

Anne Selzer Tel.: +49 (0) 2574 8888-245 Fax: +49 (0) 2574 8888-800 E-Mail: [email protected]

Konzept, Realisation

Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg

Text

IR.on Aktiengesellschaft, Köln

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