Interim / Quarterly Report • Sep 28, 2018
Interim / Quarterly Report
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der EnviTec Biogas AG für den Zeitraum vom 01. Januar bis 30. Juni 2018
EnviTec Biogas Zwischenbericht H1/2018 Inhalt Vorwort Konzern-Zwischenlagebericht Konzern-Zwischenabschluss Konzern-Anhang Impressum
| Kennzahlenüberblick | 04 |
|---|---|
| Vorwort | 06 |
| Konzern-Zwischenlagebericht | |
| Grundlagen des Konzerns | 10 |
| Wirtschaftsbericht | 10 |
| Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr | 13 |
| Ertragslage | 14 |
| Vermögens- und Finanzlage | 16 |
| Liquiditätslage | 17 |
| Chancen- und Risikobericht | 17 |
| Prognosebericht | 17 |
| Sonstige Angaben | 18 |
| Konzern-Zwischenabschluss | |
| Konzernbilanz | 20 |
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | 23 |
| Konzern-Anhang | 25 |
| Impressum | 35 |
| (Mio. Euro) | H1 2018 | H1 2017 | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 79,8 | 78,6 | 1,2 |
| Rohergebnis | 31,6 | 30,4 | 1,2 |
| EBITDA | 13,8 | 9,3 | 4,5 |
| EBIT | 5,0 | 0,6 | 4,4 |
| Konzernergebnis | 3,5 | 0,9 | 2,6 |
| Mitarbeiter (Anzahl) | 434 | 462 | -28 |
| Auftragsbestand | 99,7 | 137,1 | -37,4 |
| davon Eigenbetrieb | 0,6 | 0,5 | 0,1 |
| davon Ausland | 96,8 | 130,1 | -33,3 |
| Auftragseingänge | 14,8 | 40,7 | -25,9 |
| davon Ausland | 14,8 | 40,7 | -25,9 |
| Auftragsstornierungen | 11,6 | 0,6 | 11,0 |
| Abgearbeitete Aufträge | 6,4 | 6,3 | 0,1 |
Exploration neuer Märkte erreichen. Als führendes Unternehmen in der Biogasbranche sehen wir uns hervorragend gerüstet, um in den bestehenden Geschäftsfeldern weiterhin erfolgreich zu agieren und neue Geschäftsfelder erfolgreich zu entwickeln.
Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink CEO CTO
Jörg Fischer CFO
wir sind aus Konzernsicht sehr zufriedenstellend in das Jahr 2018 gestartet und bewegen uns auf dem gesteckten Kurs. Insgesamt haben wir die Profitabilität erhöht und unsere ohnehin schon sehr gesunde Kapitalstruktur nochmals erheblich verbessert.
Vor allem im Servicebereich verzeichnen wir ein kontinuierliches Wachstum. Dabei konnten wir im ersten Halbjahr nicht nur in Deutschland sondern auch auf unseren internationalen Märkten die Erlöse erhöhen. Neben dem Service für Kundenanlagen, trug auch das Repowering zum Wachstum bei.
Das Segment Eigenbetrieb entwickelte sich in den ersten sechs Monaten 2018 stabil. Mit einer EBIT-Marge (bezogen auf die Gesamtleistung) von nunmehr rund 13 % ist der Eigenbetrieb weiterhin der Ergebnistreiber der Gruppe.
Im Anlagenbau waren die ersten sechs Monate 2018 von einer Aufhellung der Rahmenbedingungen in Großbritannien, Italien und in China geprägt. Die in 2017 vorgenommenen Strukturanpassungen greifen kostenseitig und haben zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung geführt. Gleichwohl sind wir bei den Umsätzen hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben und werden daher auch unsere Umsatz- und Ergebnisziele in diesem Jahr im Anlagenbau nicht erreichen. Unabhängig davon sehen wir aber eine positive Perspektive durch die sich abzeichnenden erheblichen Marktchancen in unseren Kernmärkten Frankreich, Dänemark und Asien.
Dank unserer diversifizierten Unternehmensstruktur und des positiven Geschäftsverlaufs in den Segmenten Service und Eigenbetrieb können wir die schwächere Entwicklung im Anlagenbau jedoch überkompensieren und bestätigen unsere Prognose für das Gesamtjahr 2018. Weiterhin rechnen wir mit einer Gesamtleistung auf Vorjahresniveau sowie einer leichten Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) im Konzern. Die tatsächliche Umsatz/Gesamtleistungsentwicklung wird wie in den Vorjahren davon abhängen, wie viele Projekte im Anlagenbau zum Jahresende tatsächlich schlussgerechnet werden können.
EnviTec ist weiterhin auf dem Weg, die Abhängigkeit vom geförderten Biogasbereich zu verringern. Dies wollen wir durch die Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und die
für den Zeitraum vom 01. Januar bis 30. Juni 2018 der EnviTec Biogas AG
Der EnviTec Biogas-Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. EnviTec deckt die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. Die in den Anlagen produzierte grüne Wärme, Regelenergie und Biomethan können zudem direkt über EnviTec vermarktet werden. EnviTec betreibt außerdem eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogasproduzenten in Deutschland.
Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist neben Deutschland inzwischen in 15 Ländern weltweit vertreten.
Unsere hohen Qualitätsstandards sind nicht nur durch zufriedene Kunden und die beachtliche Effizienz der von uns betreuten Anlagen belegt, sondern auch durch international anerkannte Zertifizierungen. Unser Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015 setzen wir in der EnviTec Biogas AG, der EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG sowie der EnviTec Service GmbH erfolgreich um.
Die Konzernstruktur gliedert sich entlang der drei Bereiche Anlagenbau, Eigenbetrieb und Service. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Mutterkonzern fungiert als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die drei Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften. Der Konsolidierungskreis für den Halbjahresabschluss 2018 umfasst 109 vollkonsolidierte Gesellschaften und damit zwei weniger als im Vorjahrzeitraum (111).
Die globale Wirtschaftsleistung wird nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2018 mit 3,9% erneut deutlich zulegen (2017: 3,7 %). Gleichzeitig haben die Risiken im Jahresverlauf zugenommen. Insbesondere die angekündigten und erwarteten Zollerhöhungen durch die USA und Vergeltungsmaßnahmen der Handelspartner haben die Wahrscheinlichkeit der Eskalation von Handelskonflikten erhöht. Aktuell geht der IWF jedoch in den Industriestaaten von einem soliden Wachstum von 2,4 % für das Gesamtjahr aus. Auch die Schwellen- und Entwicklungsländer sollen mit 4,9 % wieder deutlich wachsen. Für die chinesische Volkswirtschaft rechnet der IWF im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 6,6 %. Die Volkswirtschaften der ASEAN-Gründungsmitglieder Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand (ASEAN-5) werden insgesamt um 5,3 % zulegen. In den USA wird ein Wachstum von 2,9 % erwartet. Für die Länder der Eurogruppe wird ein solider Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,2 % in Aussicht gestellt. Dabei wird die französische Wirtschaft um 1,8 %, die deutsche Wirtschaft
Für Biogasanlagenhersteller und -betreiber sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz. Seit der deutlichen Reduzierung der Einspeisevergütungen in der vierten EEG-Novelle von 2014 ist der Anlagenneubau in Deutschland fast vollständig zum Erliegen gekommen. Am 8. Juli 2016 wurde eine weitere Reform des EEG vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Die endgültige Fassung trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Dabei wurde erstmals für die Zeit nach dem Auslaufen der bestehenden EEG-Vergütung für Altanlagen eine Anschlussregelung eingeführt, die mehr Investitionssicherheit schafft, wenn auch zu geringeren Vergütungssätzen als bisher. Mit der Aussicht auf eine Vergütungsverlängerung steigt zudem die Attraktivität einer Anlagenflexibilisierung. Die Flexibilisierung erfolgt zumeist über eine Leistungssteigerung eines Blockheizkraftwerks (BHKW) und die Schaffung von mehr Gasspeichervolumen. Dies kann durch Zubau eines BHKW oder den Austausch eines alten BHKW gegen ein neues mit höherer Leistung geschehen. Im Gegensatz dazu wird die Reform der EEG-Vergütung für Neuanlagen keine Impulse setzen. Diese Einschätzung deckt sich auch mit den aktuellen Prognosen für den deutschen Biogasmarkt. So rechnet der Fachverband Biogas in 2018 lediglich mit einem geringfügigen Anstieg der arbeitsrelevanten Leistung deutscher Biogasanlagen um 20 MW auf 3.789 MW. Chancen ergeben sich wie geschildert bei der Anlagenflexibilisierung mit Leistungsausbau. Hier wird in 2018 ein deutliches Plus von knapp 300 MW auf 4.843 MW erwartet.
um 2,2 % wachsen. In Großbritannien wird das Wachstum mit 1,4 % erneut unterdurchschnittlich ausfallen. das Unternehmen heute schnell und effizient auf wechselnde Marktgegebenheiten sowie Kundenwünsche auf den internationalen Biogasmärkten reagieren.
Gleichzeitig hat EnviTec frühzeitig auf die Internationalisierung und Flexibilisierung seiner Geschäftstätigkeit gesetzt und insbesondere den Anlagenbau zukunftsfähig aufgestellt. So kann
Das aktuell wachstumsstärkste Segment im Biogasmarkt ist die Biogasaufbereitung. Das gewonnene Biomethan dient dann zur Einspeisung ins Erdgasnetz oder findet Verwendung als CO2-neutraler Treibstoff. EnviTec verfügt mit seiner EnviThan Lösung über eine hocheffiziente und flexible Gasaufbereitungstechnologie, die bereits auf verschiedenen Märkten und bei unterschiedlichen Inputstoffen Einsatz findet. Die Deutsche Energieagentur (dena) beziffert das Potential der Erzeugung von Biomethan in Deutschland bis 2050 auf das Zehnfache der heutigen Produktion. Dieses Potential könne durch Umrüstung bestehender Biogasanlagen und durch die konsequente Erschließung von Rest- und Abfallstoffen, tierischen Exkrementen und in geringem Maße Energiepflanzen erreicht werden.
In Europa gehört Frankreich aktuell zu den dynamischsten Ländern der Biogas- und Biomethanbranche. Feste Einspeisetarife für Biogas und das erklärte Ziel, den hohen Atomstromanteil von derzeit 75 % auf 50 % bis 2025 zu senken, sorgen hier für attraktive Rahmenbedingungen. Dennoch ist der Biogasanteil mit etwa 1 % noch weit von der Zielmarke von 10 % am Gasverbrauch bis 2030 entfernt. Ende März 2018 wurden daher von der Regierung neue Maßnahmen für eine stärkere Biogasnutzung in Frankreich vorgestellt, die zum weiteren Ausbau beitragen werden.
Auch in Dänemark sind die Rahmenbedingungen weiterhin günstig. Hier ist geplant, den Anteil regenerativer Quellen am Energiemix bis 2030 auf 55 % auszubauen.
In Großbritannien hatte die Unsicherheit über die weitere Ausrichtung der Erneuerbaren-Energien-Politik zwischenzeitlich in 2017/2018 zu einem weitgehenden Stillstand im Biogassektor geführt. Nachdem Ende Mai 2018 nun neue Regelungen zur Förderung und Genehmigung von Biogas- und Biomethananlagen verabschiedet wurden, hat sich die Markstimmung aufge-
Die EnviTec Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr 2018 eine gute Geschäftsentwicklung. Vor allem die Segmente Service und Eigenbetrieb entwickelten sich positiv.
Im Segment Eigenbetrieb erwirtschaftet EnviTec in den ersten sechs Monaten 2018 weiterhin stabile Erlöse und Cashflows. Dabei ist hervorzuheben, dass trotz eines sehr trockenen Sommers dank großzügiger Lagerkapazitäten sowie langfristiger Lieferverträge jederzeit eine komfortable Substratversorgung gegeben war und auch keine wesentlichen Probleme erwartet werden.
Insgesamt betreut EnviTec derzeit im biologischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 120 MW (31. Dezember 2017: 112 MW) und im technischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 347 MW (31. Dezember 2017: 312 MW).
Im Anlagenbau waren auf den internationalen Biogasmärkten im ersten Halbjahr 2018 weiterhin schwierige Marktbedingungen zu konstatieren. Die wichtigsten Märkte waren dabei Frankreich und Dänemark. In Großbritannien und Italien hellte sich die Markstimmung infolge regulatorischer Verbesserungen
Im Bereich Service setzte sich auch in den ersten sechs Monaten 2018 der Ausbau der Geschäftstätigkeit fort. Neben Deutschland sind die wichtigsten Märkte dabei weiterhin Italien, Tschechien und Großbritannien sowie Dänemark und Frankreich. Eine wichtige Rolle spielt im Bereich Service auch das Partner- und Dienstleistungsangebot. Zu den wichtigsten Partnern gehören im Bereich Blockheizkraftwerke 2G Energietechnik, GE Jenbacher, Pro2 und MAN Rollo. Im Bereich Gasaufbereitung kooperiert EnviTec mit der Malmberg Gruppe und im Bereich Material/Know-how mit MT Energy Service und Biogastechnik Süd. Mehr als 500 Anlagenbetreiber weltweit vertrauen mittlerweile auf die Erfahrung von EnviTec. Subventionen. EnviTec wird das komplette Engineering und Know-how zur Errichtung der geplanten Anlagen übernehmen. Im Mittelpunkt von Marketing und Vertrieb steht im laufenden Geschäftsjahr 2018 eine starke Präsenz auf den wichtigsten Branchenmessen in Deutschland, Italien, Frankreich, Tschechien und China. Dort wirbt EnviTec Biogas mit unterschiedlichen, marktspezifischen Schwerpunkten für seine Produkte und Dienstleistungen. Auftragsbestand im Anlagenbau
in den vergangenen Monaten ebenfalls auf, woraus sich künftig neue Chancen ergeben. In China, einem der wichtigsten Zukunftsmärkte, wird bis zum Ende des Jahres bereits das fünfte erfolgreiche Bauprojekt des Unternehmens fertiggestellt. Dabei handelt es sich um eine 1.570 Nm³-starke Biogasanlage in der Provinz Shanxi, 500 Kilometer südwestlich von Peking. Eine sechste Anlage befindet sich derzeit in Planung. Zur weiteren Erschließung des noch jungen Biogasmarktes der Volksrepublik unterzeichnete der niedersächsische Biogas-Allrounder am 5. September 2018 einen Kooperationsvertrag mit einem chinesischen Partnerunternehmen. Die Kooperation beinhaltet einen Fünfjahresplan, der die Errichtung von 20 Biogasanlagen vorsieht. Der Kooperationspartner wird die Projektentwicklung vor Ort verantworten. Dazu gehört die Suche nach geeigneten Standorten wie auch die Erlangung erforderlicher Genehmigungen, die Finanzierung sowie die Antragstellung für mögliche
Der Auftragsbestand im Anlagenbau summierte sich zu Ende Juni 2018 auf 99,7 Mio. Euro. Davon entfallen 2,9 Mio. Euro auf den deutschen Markt und hier ausnahmslos auf die Flexibilisierung oder die Optimierung bestehender Anlagen. Demgegenüber steht ein Auftragsbestand auf den internationalen Biogas-Märkten in Höhe von 96,8 Mio. Euro. Daran haben Großbritannien mit 38,9 Mio. Euro und Frankreich mit 39,0 Mio. Euro den größten Anteil, gefolgt von Dänemark mit 8,2 Mio. Euro und China mit 10,7 Mio. Euro. Gegenüber Jahresanfang sank der Auftragsbestand um 3,11 % (31. Dezember 2017: 102,9 Mio. Euro).
hellt und die Ausbautätigkeit wird in den folgenden Quartalen wieder zunehmen.
In Italien, wo nach Kürzung der Einspeisetarife ab 2013 die Rentabilität neuer Anlagen zurückging, wurde im März 2018 ein neues Fördergesetz für die Produktion von Biomethan in Kraft gesetzt. Es sieht vor, dass von 2018 bis 2022 staatliche Mittel in Höhe von 4,7 Milliarden Euro für die Förderung der Biomethanproduktion bereitgestellt werden. Dies könnte erhebliche Neuinvestitionen in technische Upgrades und den Bau von Neuanlagen nach sich ziehen.
Außerhalb Europas gewinnt die Energiegewinnung durch Biogas vor allem auf den asiatischen Märkten an Bedeutung. So plant die indonesische Regierung, den nationalen Energieverbrauch bis 2025 zu 23 % durch erneuerbare Energien zu decken (Stand 2014: 6 %). Ebenfalls positiv entwickelt sich der chinesische Bioenergie-Sektor. Im Jahr 2015 belief sich die Kapazität der chinesischen Biogasanlagen auf insgesamt 19 Milliarden Kubikmeter. Bis 2020 soll sie auf 48 Milliarden Kubikmeter ausgebaut werden, so die Planungen der Regierung. Dabei will diese statt kleinen dezentral verteilten Haushaltsbiogasanlagen künftig verstärkt zentralisierte mittlere und große Projekte fördern.
In den USA verlief die Marktentwicklung in den letzten Jahren nur schleppend. Für die kommenden Jahre rechnen Branchenexperten jedoch mit zunehmenden Geschäftschancen. Der US-Biogas-Verband sieht ausgehend von derzeit rund 2.200 existierenden Biogasanlagen an über 13.000 Standorten Potential für neue Projekte.
Erhebliches Potential verspricht auch die Verwendung von Biogas als CO2-neutraler Treibstoff bzw. als bioCNG (Compressed Natural Gas aus Biomethan). Anfang 2017 ging EnviTec daher eine Kooperation mit BAUER Kompressoren ein. Die etablierte CNG-Technik von BAUER gepaart mit EnviTecs Expertise im Bereich der Gasaufbereitung erschließt beiden Unternehmen neue Chancen für den Durchbruch von Bio-CNG und Biomethan. Erstmals ist damit ein Anlagenbauer in der Lage, das komplette Paket vom Bioabfall bis hin zur CNG-Zapfsäule aus einer Hand zu liefern. Das daraus resultierende EnviTec-Geschäftsmodell "Drive Biogas" wurde 2017 von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) mit der "Biogaspartnerschaft des Jahres" prämiert. Der innovative unternehmerische Ansatz sei ein Vorzeigebeispiel, wie die Nutzung von Biogas als Kraftstoff im Verkehrssektor verstärkt werden kann. Genutzt werden kann Bio-CNG von allen Erdgasfahrzeugen, die bereits heute serienreif auf dem Markt erhältlich sind. Diese sind neben den deutlich besseren Abgasemissionen auch durch die verringerte Kraftfahrzeugsteuer und reduzierte Kraftstoffkosten wirtschaftlicher zu fahren. Allein im Verkehrssektor sind mit dem Einsatz von Biomethan CO2-Einsparungen von bis zu 90 % gegenüber fossilen Kraftstoffen möglich. Mit dem Einsatz von Biomethan könnten nicht nur CO2-Emissionen im Verkehr eingespart, sondern auch der gesundheitsschädliche Ausstoß von Stickoxiden und Feinstaub um bis zu 95 % reduziert werden.
Der EnviTec Konzern konnte in den ersten sechs Monaten 2018 seine Profitabilität weiter deutlich steigern. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 0,6 Mio. Euro in der Vorjahresperiode auf 5,0 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Das Finanzergebnis betrug per Saldo im ersten Halbjahr 0,1 Mio. Euro (H1 2017: 0,1 Mio. Euro). Nach Steuern erzielte der EnviTec Konzern ein Ergebnis in Höhe von 3,8 Mio. Euro (H1 2017: 0,7 Mio. Euro). Auch der Konzernjahresüberschuss nach Minderheiten stieg deutlich von 0,9 Mio. Euro auf 3,5 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Halbjahr 2018 im Konzern bei 0,24 Euro (H1 2017: 0,06 Euro).
Der EnviTec Konzern ist in den drei Segmenten Anlagenbau, Eigenbetrieb und Service tätig. Die in diesem Abschnitt dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen bereinigt.
sind insbesondere die im Gegensatz zum Vorjahr verringerten Reparaturaufwendungen im Eigenbetrieb, geringere Wertberichtigungen auf Forderungen sowie deutlich rückläufige Vertriebskosten. Ergebnisentwicklung fekte beim Warenbestand zu verzeichnen gewesen waren. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank leicht von 7,8 Mio. Euro auf 7,4 Mio. Euro. Die EBIT-Marge (bezogen auf die Gesamtleistung) betrug 13,3 % (H1 2017: 13,6 %). Die eigenbetriebenen Anlagen waren somit dank der starken, kontinuierlichen Cashflows weiterhin der wesentliche Ergebnistreiber in der Gruppe.
Der leichte Umsatzrückgang ist auf eine Vielzahl untergeordneter Einflussfaktoren zurückzuführen. Die Materialkosten lagen trotz des leichten Umsatzrückgangs mit 33,9 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau, da im Vorjahr positive Einmalef-
Der Segmentumsatz im Eigenbetrieb sank im ersten Halbjahr 2018 um 2,7 % auf 54,2 Mio. Euro (H1 2017: 55,7 Mio. Euro). Die elektrische Leistung der eigenen Anlagen am Netz betrug zum Bilanzstichtag 61,9 MW (30. Juni 2017: 61,4 MW) – davon 37,2 MW (30. Juni 2017: 36,6 MW) vollkonsolidiert und 24,7 MW (30. Juni 2017: 24,8 MW) at-equity bewertet. Im Anlagenbau hatte EnviTec Ende 2017 eine Strukturanpassung vorgenommen, um den volatilen Rahmenbedingungen in einigen Kernmärkten zu begegnen und der wachsenden Bedeutung internationaler Märkte Rechnung zu tragen. Die Bereiche Genehmigung und Statik wurden ausgelagert sowie die Projektabwicklung verschlankt. In den ersten sechs Monaten nach der Neuausrichtung wurde nun gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg der Umsatzerlöse auf 8,9 Mio. Euro (H1 2017: 5,7 Mio. Euro) verzeichnet. Aufgrund erneuter Projektverschiebungen auf wichtigen Biogasmärkten des Konzerns ging die Gesamtleistung jedoch um 53 % auf 12,6 Mio. Euro zurück. Gleichwohl konnte die Ergebnissituation aufgrund der veränderten Struktur sowie der erhöhten Umsatzerlöse verbessert werden.
So führte der erhebliche Rückgang der Materialkosten (-64,9%), der Personalkosten (-22,2 %) und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (-40,6 %) zu einer Verbesserung des operativen Segmentergebnisses (EBIT) von -5,7 Mio. Euro
EnviTec Biogas beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2018 weltweit 434 Mitarbeiter (30. Juni 2017: 462). Davon ist mit 346 (Vorjahr: 372) der wesentliche Teil in Deutschland beschäftigt. An den Auslandsstandorten sind 88 Mitarbeiter (Vorjahr: 90) für EnviTec Biogas im Einsatz.
Die Umsatzerlöse von EnviTec Biogas stiegen im ersten Halbjahr 2018 auf Konzernebene um 1,5 % auf 79,8 Mio. Euro. Der Großteil der Erlöse wurde in den Segmenten Eigenbetrieb und Service generiert. Rund 60,7 Mio. Euro der Konzernumsätze wurden in Deutschland, die übrigen Erlöse auf den internationalen Märkten erwirtschaftet. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen leicht von 2,6 Mio. Euro auf 2,8 Mio. Euro. Die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, sank deutlich von 101,7 Mio. Euro um 14,7 % auf 86,7 Mio. Euro. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf weiterhin schwierige Marktbedingungen und Projektverschiebungen im Anlagenbau zurückzuführen.
Die Materialkosten, wesentlicher Aufwandsposten im Konzern, sanken im ersten Halbjahr mit 22,7 % deutlich auf 55,1 Mio. Euro (H1 2017: 71,3 Mio. Euro). Die Materialkostenquote (bezogen auf die Gesamtleistung) sank von 70,1 % im Vorjahreszeitraum auf 63,6 % im Berichtszeitraum. Das Rohergebnis verbesserte sich von 30,4 Mio. Euro auf 31,6 Mio. Euro.
Der Personalaufwand sank im Berichtszeitraum um 7,3 % auf 9,6 Mio. Euro (H1 2017: 10,4 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf die Auslagerung der Bereiche Genehmigung und Statik sowie die Verschlankung der Projektabwicklung im Segment Anlagenbau zurückzuführen. Die Personalkostenquote stieg infolge des überproportionalen Rückgangs der Gesamtleistung von 10,2 % auf 11,1 %. Die Abschreibungen lagen im Berichtszeitraum mit 8,8 Mio. Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 8,7 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, zu denen Betriebs-, Verwaltungsund Vertriebskosten zählen, sanken deutlich um 23,4 % auf 8,2 Mio. Euro (H1 2017: 10,7 Mio. Euro). Ursächlich hierfür
auf -2,0 Mio. Euro. Dennoch entspricht die Entwicklung im Anlagenbau noch nicht den avisierten Zielen der Gesellschaft von einem durchschnittlichen Umsatz von jährlich rund 40 Mio. Euro und einem positiven Ergebnisbeitrag zum Gesamtkonzern, die in 2018 voraussichtlich noch nicht erreicht werden können. Das EnviTec-Management ist jedoch der Ansicht, dass sich die Lage auf den internationalen Biogasmärkten insgesamt im bisherigen Jahresverlauf gegenüber den Vorjahren deutlich verbessert hat und sich im Anlagenbau aktuell erhebliche Chancen ergeben, die in den kommenden Quartalen auch wieder in steigenden Umsätzen und einer weiteren Verbesserung der Ergebnissituation Eingang finden werden.
Im Segment Service setzte EnviTec in den ersten sechs Monaten 2018 den Ausbau der Geschäftstätigkeit weiter fort. Zwar sanken die Umsätze leicht um 3,0 % auf 16,7 Mio. Euro (H1 2017: 17,2 Mio. Euro). Die Gesamtleistung, die auch in Umsetzung befindliche Repowering- bzw. Flexibilisierungsprojekte umfasst, stieg um 4,4 % auf 18,4 Mio. Euro.
Gleichzeitig sanken die Materialkosten deutlich um 8,6 % auf 13,1 Mio. Euro, da im Vorjahr größere Aufträge im materialintensiven Repoweringgeschäft abgearbeitet worden waren.
Der Personalaufwand stieg im Zuge der weiteren Expansion im In- und Ausland um 7,3 % auf 3,7 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen rund 1,5 Mio. Euro (H1 2017: 1,1 Mio. Euro). Das operative Segmentergebnis verbesserte sich von -1,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum deutlich auf nunmehr -0,4 Mio. Euro. Wie in den Vorperioden ist das negative Segmentergebnis primär durch die Bereinigung der Umsätze um Geschäfte mit Eigenbetriebsgesellschaften in der Konsolidierung auf Konzernebene zu erklären. In der Einzelbetrachtung ist das operative Ergebnis des Servicesegments weiterhin deutlich positiv.
Der EnviTec Konzern konnte seine Bilanzstruktur im Berichtszeitraum sowohl auf der Aktiv- als auch der Passivseite weiter deutlich stärken. Auf der Aktivseite erhöhten sich die liquiden Mittel deutlich von 14,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2017 auf 28,9 Mio. Euro zum Zwischenbilanzstichtag, dem 30. Juni 2018. Die Gesamtverbindlichkeiten sanken um 10,0 % auf 101,8 Mio. Euro (H1 2017: 113,0 Mio. Euro). Auf der Passivseite ist die starke Finanzlage an einem Eigenkapitalpolster in Höhe von 156,0 Mio. Euro (H1 2017: 153,2 Mio. Euro) ablesbar. Die Eigenkapitalquote stieg von 54,7 % auf einen sehr guten Wert von 57,9 %. Dies bildet ein starkes Fundament für die Wahrnehmung von Wachstumschancen auf den internationalen Biogasmärkten.
Die Vermögenssituation des EnviTec Konzerns gestaltete sich zum Bilanzstichtag ebenfalls positiv. Die Verkürzung der Bilanzsumme von 279,8 Mio. Euro auf 269,4 Mio. Euro ist dabei auf der Aktivseite zum einen auf den planmäßigen Verbrauch von Substraten für Eigenanlagen zurückzuführen, der in einem Rückgang der Roh-, Hilfs, und Betriebsstoffe von 42,7 Mio. Euro auf 30,8 Mio. Euro resultierte. Zum anderen sank der Forderungsbestand auf 30,0 Mio. Euro (H1 2017: 36,5 Mio. Euro). Das Anlagevermögen verringerte sich in Folge planmäßiger Abschreibungen auf Sachanlagen sowie Rückführungen von Ausleihungen auf 148,3 Mio. Euro (H1 2017: 159,0 Mio. Euro). Mit Sachanlagen im Wert von 104,2 Mio. Euro – im Wesentlizum Bilanzstichtag wie in den Vorperioden sehr solide. Die Summe der flüssigen Mittel stieg im Konzern von 14,9 Mio. Euro zum Jahresende 2017 auf 28,9 Mio. Euro zum 30. Juni 2018. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich auf 9,0 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 10,0 Mio. Euro). Darüber hinaus standen EnviTec Biogas am 30. Juni 2018 nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 18,9 Mio. Euro zur Verfügung.
chen technische Anlagen und Maschinen – verfügt der EnviTec Konzern weiterhin über erhebliche langfristige Vermögenswerte in seiner Bilanz. Liquiditätslage Die Liquiditätssituation der EnviTec Biogas gestaltete sich Die Risikosituation der EnviTec Biogas Gruppe wurde im zusammengefassten Lagebericht des EnviTec Konzerns und der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2017 ausführlich dargestellt. Hierin wurden die Risiken aufgeführt und detailliert erläutert. Aus Sicht des Vorstands bestehen derzeit keine weiteren Risiken und Chancen, die über die im Lagebericht zum 31. Dezember 2017 dargestellten Aspekte hinausgehen. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nach Ansicht des Vorstands zurzeit nicht.
Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle Führungskräfte sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert. Wirtschaftsleistung um 1,9 % erhöhen. Für Deutschland prognostiziert der IWF ein etwas schwächeres Wachstum von 2,1 %. Die größten Risiken für eine Eintrübung des ansonsten zu erwartenden, guten Wirtschaftsklimas bilden vor allem die mögliche Eskalation von Handelskonflikten sowie sich verschärfende globale Finanzmarktbedingungen. Auf dem deutschen Biogasmarkt ergeben sich für EnviTec auf Basis der zum 1. Januar 2017 in Kraft getretenen EEG-Novelle primär im Servicesegment Wachstumschancen. Hinzu kommen ausgewählte Chancen in der Flexibilisierung von Biogasanlagen und in Bereichen außerhalb der reinen Stromproduktion, so etwa im Wärmemarkt und bei der Aufbereitung von Biogas, z.B. zu CNG-Treibstoff. In Europa sind nach wie vor primär Frankreich und Dänemark attraktive Biogasmärkte. Aber auch in Großbritannien und Italien haben sich zuletzt die
Nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Weltwirtschaft in 2019 ihr derzeitiges Wachstumstempo beibehalten. Angeführt von einer dynamischen Entwicklung in den Schwellen- und Entwicklungsländern (5,1%) wird die globale Wirtschaft erneut um 3,9 % zulegen. In der Gruppe der Industriestaaten wird ein Anstieg von 2,2% erwartet. In den Staaten der Eurogruppe soll sich die
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Rahmenbedingungen deutlich verbessert, woraus sich neue Chancen insbesondere im Anlagenbau ergeben. Die wichtigsten außereuropäischen Wachstumsmärkte sind derzeit China, die USA und die Staaten Südostasiens.
Die EnviTec Gruppe hat mit der frühzeitigen internationalen Ausrichtung des Anlagenbaus strategische Weitsicht bewiesen und kann nun auf Basis einer gesunden finanziellen Grundlage, ihrer technologischen Stärke und einem profitablen, integrierten Geschäftsmodell schnell und effizient Chancen auf den internationalen Biogasmärkten wahrnehmen. Ziel ist dabei, in allen Segmenten eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen.
Weiterhin selektiv ausbauen wird EnviTec den cashflowstarken Eigenbetrieb im In- und Ausland. Zudem wird das strategische Geschäftsfeld Service insbesondere in reiferen Märkten ausgebaut. Insgesamt wird sich Biogas weg von einem klassischen Stromproduzenten hin zu einem flexiblen, multivariablen, klimafreundlichen Energieträger entwickeln, der über das Erdgasnetz eingespeist, als CO2-neutraler Treibstoff eingesetzt werden und als Wärmelieferant dienen kann. Das Unternehmen wird daher die Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und die Exploration neuer Märkte weiter forcieren. Ziel ist, mittel- bis langfristig bis zu 30 % des Konzernumsatzes nicht mehr aus dem geförderten Biogasbereich zu generieren. Auch Anwendungen und Verfahren in neuen Geschäftsfeldern und Produkten außerhalb der Biogasbranche werden verfolgt. Im Anlagenbau wird EnviTec zwar die Zielmarke von 40 Mio. Euro Umsatz bzw. Gesamtleistung sowie ein positives Segmentergebnis bis Ende des Jahres noch nicht erreichen. Die bereits nach den ersten sechs Monaten 2018 sichtbare Ergebnisverbesserung im Anlagenbau sowie die steigende Nachfrage auf den wichtigsten Märkten stimmen die Geschäftsführung jedoch optimistisch, die richtigen Schritte in diesem Segment für eine nachhaltige Trendwende eingeleitet und die Basis für einen kontinuierlichen Ausbau des integrierten Geschäftsmodells des EnviTec Konzerns gelegt zu haben.
Für das Gesamtjahr 2018 bestätigt der Vorstand der EnviTec Biogas die bisherigen Planungen und geht weiterhin auf Konzernebene von einer Gesamtleistung auf Vorjahresniveau sowie einer leichten Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) aus. Die konkrete Entwicklung von Umsatz und Gesamtleistung wird wie in den Vorjahren davon abhängen, wie viele Projekte im Anlagenbau gemäß HGB zum Jahresende tatsächlich in der Bestandsveränderung eingebucht und wie viele Projekte schlussgerechnet werden können.
Konzernunternehmen haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats des Konzerns sowie mit anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsratsgremien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen werden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.
| A. Anlagevermögen |
30.06.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände |
||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
1.464.467,26 | 1.610 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 7.114.135,80 | 7.497 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 6.000.000,00 | 6.000 |
| 14.578.603,06 | 15.107 | |
| II. Sachanlagen |
||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken |
32.210.757,87 | 32.588 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 62.445.293,62 | 67.007 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 8.265.925,62 | 8.731 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 1.238.336,93 | 1.553 |
| 104.160.314,04 | 109.879 | |
| III. Finanzanlagen |
||
| 1. Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen | 13.667.564,66 | 13.418 |
| 2. Beteiligungen | 21.040,00 | 37 |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 5.323.500,00 | 9.269 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 10.595.376,34 | 11.264 |
| 29.607.481,00 | 33.987 |
| Umlaufvermögen | 30.06.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| Vorräte | ||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 30.798.032,70 | 42.722 |
| 2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 54.408.735,10 | 48.974 |
| abzüglich erhaltene Anzahlungen | -39.698.785,33 | - 35.159 |
| 14.709.949,77 | 13.815 | |
| 3. Fertige Erzeugnisse | 0,00 | 221 |
| 4. Geleistete Anzahlungen | 8.066.706,97 | 4.703 |
| 53.574.689,44 | 61.461 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18.625.922,11 | 23.782 |
| 2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 2.384.184,31 | 2.637 |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 8.963.915,06 | 10.050 |
| 29.974.021,48 | 36.469 | |
| Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | 28.916.256,41 | 14.866 |
| Aktive Rechnungsabgrenzungsposten | 3.600.943,14 | 2.667 |
| 5.389 | ||
| Aktive latente Steuern | 5.018.776,81 |
| B. Umlaufvermögen |
30.06.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| I. Vorräte |
||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 30.798.032,70 | 42.722 |
| 2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 54.408.735,10 | 48.974 |
| abzüglich erhaltene Anzahlungen | -39.698.785,33 | - 35.159 |
| 14.709.949,77 | 13.815 | |
| 3. Fertige Erzeugnisse | 0,00 | 221 |
| 4. Geleistete Anzahlungen | 8.066.706,97 | 4.703 |
| 53.574.689,44 | 61.461 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18.625.922,11 | 23.782 |
| 2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 2.384.184,31 | 2.637 |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 8.963.915,06 | 10.050 |
| 29.974.021,48 | 36.469 | |
| III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks |
28.916.256,41 | 14.866 |
| C. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten |
3.600.943,14 | 2.667 |
| D. Aktive latente Steuern |
5.018.776,81 | 5.389 |
| Summe | 269.431.085,38 | 279.825 |
Passiva
| A. | Eigenkapital | 30.06.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | ||
| I. | Gezeichnetes Kapital | 15.000.000,00 | 15.000 |
| Abzüglich Nennbetrag eigener Anteile | -150.000,00 | - 150 | |
| Ausgegebenes Kapital | 14.850.000,00 | 14.850 | |
| II. | Kapitalrücklage | 89.328.633,67 | 89.329 |
| III. | Gewinnrücklagen | ||
| Andere Gewinnrücklagen | 10.150.000,00 | 10.150 | |
| IV. | Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung | -271.045,09 | - 243 |
| V. | Bilanzgewinn | 41.386.504,91 | 37.863 |
| VI. | Ausgleichsposten für Anteile im Fremdbesitz | 550.990,88 | 1.278 |
| 155.995.084,37 | 153.228 | ||
| B. | Rückstellungen | ||
| 1. Steuerrückstellungen | 1.273.926,91 | 1.219 | |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 6.268.376,16 | 8.132 | |
| 7.542.303,07 | 9.350 | ||
| C. | Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 70.692.490,62 | 79.284 | |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 13.391.664,32 | 15.944 | |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
2.361.422,49 | 1.931 | |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 768.742,70 | 767 | |
| 5. Sonstige Verbindlichkeiten | 14.556.127,20 | 15.104 | |
| 101.770.447,33 | 113.030 | ||
| D. | Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 4.123.250,61 | 4.217 |
| Summe | 269.431.085,38 | 279.825 |
| in EUR | 01.01.-30.06.2018 | 01.01.-30.06.2017 | |
|---|---|---|---|
| 1. | Umsatzerlöse | 79.829.822,95 | 78.640.016,86 |
| 2. | Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 4.114.763,48 | 20.461.857,84 |
| 3. | Sonstige betriebliche Erträge | 2.801.506,43 | 2.630.669,80 |
| Gesamtleistung | 86.746.092,86 | 101.732.544,50 | |
| 4. | Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 51.128.397,95 | 66.095.204,81 | |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 4.009.556,90 | 5.253.203,77 | |
| 55.137.954,85 | 71.348.408,58 | ||
| Rohergebnis | 31.608.138,01 | 30.384.135,92 | |
| 5. | Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 7.726.370,55 | 8.302.745,08 | |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und Unterstützung | 1.908.239,85 | 2.091.767,08 | |
| 9.634.610,40 | 10.394.512,16 | ||
| 6. | Abschreibungen | ||
| a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen |
8.596.637,59 | 8.698.349,46 | |
| b) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten |
210.000,00 | 0,00 | |
| 8.806.637,59 | 8.698.349,46 | ||
| 7. | Sonstige betriebliche Aufwendungen | 8.175.413,58 | 10.669.758,73 |
| 8. | Betriebsergebnis (EBIT) | 4.991.476,44 | 621.515,57 |
| 9. | Ergebnis aus Equity Beteiligungen | 625.253,74 | 755.191,83 |
| 10. | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 581.577,23 | 746.811,93 |
| 11. | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 1.100.677,95 | 1.417.926,13 |
| 12. | Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 5.097.629,46 | 705.593,20 |
| 13. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 1.335.526,35 | -3.699,47 |
| 14. | Ergebnis nach Steuern | 3.762.103,11 | 709.292,67 |
| 15. | Sonstige Steuern | 61.133,85 | 43.855,35 |
| 16. | Konzernergebnis vor Minderheiten | 3.700.969,26 | 665.437,32 |
| 17. | Konzernfremden zuzurechnender Gewinn | 177.662,61 | -276.101,30 |
| 18. | Konzernhalbjahresüberschuss | 3.523.306,65 | 941.538,62 |
zum 30. Juni 2018 der EnviTec Biogas AG, Lohne
Die EnviTec Biogas AG ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, das sich neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften mit dem Betrieb von eigenen Biogasanlagen, dem technischen und biologischen Service sowie der Vermarktung von Strom beschäftigt.
Die EnviTec Biogas AG ist zum Stichtag 30. Juni 2018 eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Die Aktien werden im Basic Board der Frankfurter Wertpapierbörse der Deutschen Börse AG gehandelt.
Der vorliegende Konzernzwischenabschluss umfasst das bisherige Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 30. Juni 2018. Die Vorjahreszahlen der Bilanz beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2017, die Vergleichszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung auf den vergleichbaren Geschäftszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2017. Der Konzernzwischenabschluss und der Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2018 wurden keiner prüferischen Durchsicht unterzogen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Der Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt.
Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden anzugleichen.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.
Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gegenseitig aufgerechnet.
Aufwendungen und Erträge zwischen vollkonsolidierten Unternehmen des Konzerns werden gemäß § 305 HGB verrechnet.
Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und -entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsätze sind ebenso wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden.
Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die Anhangangaben des Konzernabschlusses enthalten weitere Informationen über die im EnviTec-Konzern bilanzierten at-equity Beteiligungen.
Der Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2018 bis zum 30.06.2018 wie folgt entwickelt:
Der EnviTec-Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 171 (31.12.2017: 171) Unternehmen, von denen 109 (31.12.2017: 108) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden.
Der Abgang bei den vollkonsolidierten Unternehmen resultiert aus der Anwachsung der EnviTec Stromkontor GmbH & Co. KG auf die EnviTec Energy GmbH & Co. KG.
Mit Vertrag vom 14. Februar 2018, der gleichzeitig dem Erwerbsstichtag entspricht, hat die EnviTec Biogas Betriebs
| Inland | Ausland | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| EnviTec Biogas AG und konsolidierte Unternehmen | |||
| 31.12.2017 | 86 | 22 | 108 |
| Zugänge von Tochterunter nehmen |
2 | 0 | 2 |
| Abgänge von Tochterunter nehmen |
1 | 0 | 1 |
| 30.06.2018 | 87 | 22 | 109 |
| At-equity bewertete Unternehmen | |||
|---|---|---|---|
| 31.12.2017 | 55 | 8 | 63 |
| Zugänge von at-equity bewerteten Unternehmen |
0 | 1 | 1 |
| Abgänge von at-equity bewerteten Unternehmen |
2 | 0 | 2 |
| 30.06.2018 | 53 | 9 | 62 |
GmbH & Co. KG weitere 41% des Kommanditkapitals der Biogas Horst GmbH & Co. KG zu einem Gesamtkaufpreis von TEUR 5 erworben. Der Konzernumsatz erhöhte sich aufgrund des Erwerbs um TEUR 497. Im ersten Halbjahr 2018 ist ein Fehlbetrag der Gesellschaft von TEUR 24 enthalten. Im Wesentlichen wurden Sachanlagen und Vorräte erworben. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Buchwert des Eigenkapitals wurde direkt in das Periodenergebnis gebucht. Ebenfalls mit Vertrag vom 14. Februar 2018 wurden die restlichen 51% der Anteile an der Biogas Horst Verwaltungs GmbH erworben. Beide Gesellschaften werden nunmehr vollkonsolidiert und nicht länger unter den at-equity Beteiligungen ausgewiesen.
Neu als at-equity Beteiligung wird seit dem 1. Januar 2018 die Methaisne Energies Vertes SAS, Courbevoie/Frankreich ausgewiesen. Die Gesellschaft wurde bislang unter den Beteiligungen ausgewiesen. Zweck der Gesellschaft ist der Bau und der Betrieb einer Biogasanlage in Frankreich.
Hinsichtlich der Aufstellung der Unternehmen die in den Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG einbezogen werden, wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 verwiesen.
Bei der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschlusses und der Ermittlung der Vergleichszahlen des Vorjahres wurden grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss 2017 angewandt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht 2017 veröffentlicht. Dieser kann auch im Internet unter www.envitec-biogas.de abgerufen werden.
Den Zwischenabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde.
Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Zwischenabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf fünf Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögenswerte und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Zwischenabschlusses werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Die in Fremdwährung aufgestellten Zwischenabschlüsse der at-equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist.
Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über 5 bis 20 Jahre abgeschrieben. Diese sind im Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG einzig beim Kauf von Gesellschaften, deren Unternehmenszweck der Betrieb von einer oder mehreren Biogasanlagen ist, aktiviert worden. Die Nutzungsdauer resultiert aus dem Lebenszyklus der erworbenen Unternehmen.
Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.
Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungsbzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen – mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten – sowie etwaige außerplanmäßige Wertverluste. Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen oder soweit zulässig nach der degressiven Methode vorgenommen.
Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen sich wie folgt dar:
| Nutzungsdauer | |
|---|---|
| Gebäude | 20 bis 40 Jahre |
| Andere Baulichkeiten | 10 bis 20 Jahre |
| Technische Anlagen | 6 bis 20 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 6 bis 12 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 11 Jahre |
| Fahrzeuge | 5 bis 8 Jahre |
| EDV-Anlagen | 3 bis 5 Jahre |
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB Stoffe) werden zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bilanziert. In die Herstellungskosten werden neben den Material- und Fertigungskosten auch angemessene Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden bei der Bewertung nicht mit einbezogen.
Geleistete Anzahlungen sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.
Erhaltene Anzahlungen werden, soweit sie für unfertige Erzeugnisse und Leistungen geleistet wurden und diese nicht übersteigen, von den unfertigen Erzeugnissen abgegrenzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden angemessene Pauschalwertberichtigungen gebildet.
Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.
Die Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 1 HGB bei Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.
Latente Steuern sind auf temporäre Unterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge, die innerhalb von fünf Jahren verrechnet werden können, gebildet worden. Konzerneinheitlich wird ein Steuersatz von 28,08 % angewendet.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden.
Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Bilanz im Vergleich zu den Bilanzposten zum 31. Dezember 2017 erläutert. Posten die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Deren Zusammensetzung kann dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 entnommen werden.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig abgeschrieben. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2018 wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 384 vorgenommen.
Der Rückgang der Sachanlagen resultiert im Wesentlichen aus den planmäßigen Abschreibungen, denen ein Anstieg aus dem Kauf der Anteile an der Biogas Horst GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 991 gegenübersteht.
Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 5.825 vorgenommen.
Das Eigenkapital beträgt zum 30.06.2018 TEUR 155.995 und ist gegenüber dem 31.12.2017 um TEUR 2.767 angestiegen. Ursächlich hierfür war der Periodenüberschuss in Höhe von TEUR 3.701, dem ein Rückgang der Anteile im Fremdbesitz von TEUR 727 gegenübersteht.
| TEUR | |
|---|---|
| Halbjahresüberschuss | 3.701 |
| Gewinnvortrag zum 1. Januar 2018 | 37.863 |
| Konzernfremden zuzurechnender Gewinn | 178 |
| Bilanzgewinn zum 30. Juni 2018 | 41.386 |
Die Verbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:
| Verbindlichkeitenspiegel | Restlaufzeit unter 1 Jahr |
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre |
Restlaufzeit über 5 Jahre |
Summe |
|---|---|---|---|---|
| 30.06.2018 in EUR | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 9.931.863,56 | 42.861.368,75 | 17.899.258,31 | 70.692.490,62 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 13.391.664,32 | 0,00 | 0,00 | 13.391.664,32 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
2.361.422,49 | 0,00 | 0,00 | 2.361.422,49 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 768.742,70 | 0,00 | 0,00 | 768.742,70 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 14.556.127,20 | 0,00 | 0,00 | 14.556.127,20 |
| 41.009.820,27 | 42.861.368,75 | 17.899.258,31 | 101.770.447,33 | |
| davon aus Steuern | 1.740.311,89 | |||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 120.778,22 | |||
| 31.12.2017 in TEUR | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 22.296 | 40.667 | 16.321 | 79.284 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 15.944 | 0 | 0 | 15.944 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteili gungsverhältnis besteht |
1.931 | 0 | 0 | 1.931 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 767 | 0 | 0 | 767 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 15.104 | 0 | 0 | 15.104 |
| 56.042 | 40.667 | 16.321 | 113.030 | |
| davon aus Steuern | 2.188 | |||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 116 |
Im Folgenden werden wesentliche Änderungen bei den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2018 erläutert. Posten die nicht erläutert werden, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.
Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Tätigkeitsbereichen:
| in TEUR | |
|---|---|
| Anlagenbau | 8.936 |
| Service | 16.697 |
| Eigenbetrieb | 54.197 |
Die Erhöhung des Bestands resultiert ausschließlich aus im Bau befindlichen Projekten.
Der Rückgang des Materialaufwands um TEUR 16.210 ist insbesondere auf den Bereich des Anlagenbaus mit TEUR 14.926 zurückzuführen.
In den Abschreibungen sind Abschreibungen auf den Geschäftsoder Firmenwert in Höhe von TEUR 384 enthalten.
Die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die zum 31. Dezember 2017 bestanden, bestehen mit Ausnahme der Rückgabe der Bürgschaft gegen ein konzernfremdes Unternehmen (TEUR 1.250) unverändert weiter.
Bei den Konzerngesellschaften des EnviTec Konzerns sind zum Stichtag 30. Juni 2018 weltweit 434 Mitarbeiter (31. Dezember 2017: 447) beschäftigt.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden, die Übereignung von Sachanlagevermögen, die Abtretung von Ansprüchen aus bestehenden Verträgen
sowie die Verpfändung von Geschäftsguthaben besichert. Für eine genaue Aufstellung der gewährten Sicherheiten und deren Buchwerte wird auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 verwiesen.
In der Hauptversammlung am 3. Juli 2018 wurde eine Dividendenzahlung in Höhe von 1,00 Euro je Aktie beschlossen. Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 6. Juli 2018.
Der Vorstand setzte sich im Berichtszeitraum aus folgenden Mitgliedern zusammen:
Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne Vorstandsvorsitzender (CEO)
Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe Vorstand Finanzen (CFO)
Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt Vorstand Technik (CTO)
Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:
Herr Kaufmann Tobias Schulz (Vorsitzender) Geschäftsführender Gesellschafter von Schulz Systemtechnik, Visbek
Herr Kaufmann Michael Böging Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH, Emstek
Herr Kaufmann Franz-Josef Holzenkamp Landwirtschaftlicher Unternehmer Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG Aufsichtsratsmitglied LVM Krankenversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Lebensversicherungs-AG Aufsichtsratsmitglied LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G
Lohne, den 28. September 2018
Olaf von Lehmden CEO
Jörg Fischer CFO
Jürgen Tenbrink CTO
EnviTec Biogas AG Industriering 10 a 49393 Lohne Tel.: +49 (0) 4442 / 8016-8100 Fax: +49 (0) 4442 / 8016-98100 E-Mail: [email protected] www.envitec-biogas.de
Anne Selzer Tel.: +49 (0) 2574 8888-245 Fax: +49 (0) 2574 8888-800 E-Mail: [email protected]
Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg
IR.on Aktiengesellschaft, Köln
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Lohne, 28. September 2018
Olaf von Lehmden CEO
Jörg Fischer CFO
Jürgen Tenbrink CTO
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