Annual Report • May 16, 2023
Annual Report
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GESCHÄFTSBERICHT 2022

| Finanzkennzahlen | ||
|---|---|---|
| (Mio. Euro) | 2022 | 2021 |
| Umsatzerlöse | 382,8 | 262,4 |
| Inland | 284,9 | 164,3 |
| Ausland | 97,9 | 98,1 |
| Rohergebnis | 139,6 | 92,3 |
| EBITDA | 75,9 | 37,8 |
| EBT | 66,6 | 23,3 |
| Konzernjahresüberschuss | 48,3 | 16,9 |
| Ergebnis/Aktie | 3,25 | 1,14 |
| Mitarbeiter | 607 | 518 |
| Auftragsbestand | 217,7 | 169,6 |
| davon Ausland | 172,9 | 148,2 |
| Auftragseingänge | 108,5 | 90,3 |
| Auftragsstornierungen | 0,0 | 0,3 |
| Abgearbeitete Aufträge | 60,5 | 62,4 |
| Inst. Leistung MW in Betrieb | 577 | 502 |
| davon Ausland | 280 | 206 |
| Inst. Leistung MW in Bau | 56 | 20 |
| davon Ausland | 43 | 20 |
In den Tabellen und Grafiken dieses Geschäftsberichts können aus rechentechnischen Gründen in Einzelfällen Rundungsdifferenzen auftreten.
| INHALT | |
|---|---|
| Finanzkennzahlen | 003 |
| Inhalt | 005 |
| Vorwort des Vorstands Bericht des Aufsichtsrats |
007 011 |
| Konzernlagebericht | 017 |
| Konzernabschluss | 043 |
| Konzernanhang | 053 |
| Finanzkalender | 074 |
| Impressum | 074 |
das Geschäftsjahr 2022 war für den Biogassektor von tiefgreifenden Veränderungen geprägt, die sich analog zu den geopolitischen Verschiebungen des vergangenen Jahres mit dem Begriff Zeitenwende passend umschreiben lassen.
Basierend auf dem fundamentalen Bedürfnis nach einer sicheren und unabhängigen Energieversorgung ist der wesentliche, langfristige Treiber dieser neuen Dynamik die Bekämpfung des Klimawandels. Zusätzlich hat nun der Krieg in der Ukraine nicht nur zu kurzfristigen Verwerfungen am Energiemarkt geführt, sondern eine neue weltpolitische Situation geschaffen, die die Bedeutung der Energiewende noch deutlicher hervorhebt. Neue regulatorische Vorgaben und höchst ambitionierte Ausbauziele für Erneuerbare Energien, die rund um den Globus in schneller Folge verabschiedet werden, machen die Zeitenwende sichtbar. Zwanzig Jahre nach der Gründung von EnviTec wurde das Ende des fossilen Zeitalters nun endgültig eingeläutet.
Im Mittelpunkt der europäischen Bemühungen steht der REPowerEU-Plan. Ziel des Plans ist es, möglichst rasch von fossilen Energiequellen aus Russland unabhängig zu werden. Dazu sollen bis zum Jahr 2030 unter anderem 20 % der europäischen Gasimporte aus Russland mit Biomethan substituiert werden. Als konkrete Zielmarke wurden 35 Mrd. Nm³ Biomethan im Jahr 2030 festgelegt, was einer Verzehnfachung der aktuellen Produktionsmenge entspräche.
Auch in Deutschland haben sich in den letzten Jahren die regulatorischen Rahmenbedingungen leicht verbessert und neue Perspektiven für die Biogasbranche eröffnet. Das Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sieht mittlerweile eine Anschlussförderung für Bestandsanlagen vor, die eine tragfähige Option für die Fortführung von Bestandsanlagen darstellt. Hinzu kommen neue Einsatzmöglichkeiten für den flexiblen Energieträger Biogas im Wärme- und Transportbereich außerhalb des EEG. Dazu gehört die Produktion fortschrittlicher Biokraftstoffe. Mit dem Start des Testbetriebs unserer neuen Bio-LNG-Produktionsanlage in Güstrow im zweiten Quartal 2023 wird EnviTec erstmals als unabhängiger Anbieter von CO2-freiem Kraftstoff für den Nutz- und Schwerlastverkehr fungieren. Mit der Produktion von 9.600 Tonnen Bio-LNG pro Jahr – grüner Treibstoff für 50.000.000 Lkw-Kilometer pro Jahr – ist ein Umsatzpotenzial in zweistelliger Millionenhöhe verbunden.
Dennoch: Vergleicht man die Situation in Deutschland mit der in den europäischen Nachbarländern, so bleibt das seit mehr als einem Jahrzehnt vorherrschende Bild bestehen: Es fehlen die Rahmenbedingungen, die notwendig wären, damit Biogas einen maßgeblichen Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende leisten könnte. Um beispielsweise im Bereich biogener Kraftstoffe im großen Stil eine echte Verkehrswende herbeizuführen, benötigen Marktakteure Investitions- und Planungssicherheit. Stattdessen ist eine hohe politische Fragilität zu konstatieren, die Investitionen bremst oder gar verhindert.
Ganz anders stellt sich die Situation in den internationalen Märkten dar. Insbesondere in Frankeich und in den USA expandiert EnviTec derzeit stark. In Frankreich haben wir, aufbauend auf günstigen Rahmenbedingungen, im abgeschlossenen Geschäftsjahr ein neues Labor in
Gleichzeitig konnten wir operativ im abgelaufenen Geschäftsjahr bei unseren wichtigsten Kennzahlen Umsatz, Gesamtleistung und Ergebnis vor Steuern neue Rekordmarken setzen, weshalb wir gemeinsam mit dem Aufsichtsrat erneut eine attraktive Dividende in Höhe von 2,00 Euro je Aktie vorschlagen werden.
Compiègne in Betrieb genommen und akquirieren dort laufend neue Aufträge im Anlagenbau. Auch in den USA hat Biogas-Anlagentechnik und Know-how "Made in Germany" Hochkonjunktur und wir haben dort zur Bewerkstelligung des hohen Auftragseingangs personell maßgeblich aufgestockt. Insgesamt ist unser Team im vergangenen Jahr um fast hundert neue Kolleginnen und Kollegen auf nunmehr 607 Mitarbeitende angewachsen. Allein in unserem Heimatmarkt Deutschland haben wir dabei über 70 neue Arbeitsplätze geschaffen. Zudem haben wir neben den Investitionen in den Bio-Energie Park Güstrow auch die Unternehmensstandorte in Lohne und Saerbeck erweitert. sondere der Auftragsbestand im Anlagenbau positiv, der Ende Dezember 2022 bei starken 217,7 Mio. Euro lag. Im Eigenbetrieb werden wir trotz dämpfender Faktoren wie hoher Rohstoffpreise zumindest im Jahr 2023 das hervorragende Vorjahresniveau nochmals übertreffen können. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass hier auch positive Einmaleffekte aus dem Stromhandel (Energy) zum Tragen kommen werden. Demgegenüber erwarten wir im Segment Service einen nahezu gleichbleibenden Geschäftsverlauf. Hier wird der Ausbau der Geschäftstätigkeit in den internationalen Märkten, vor allem in den USA, das Ergebnis zunächst belasten.
Für das laufende Geschäftsjahr 2023 stimmt uns insbe-
Auf Konzernebene prognostizieren wir im Geschäftsjahr 2023 eine Gesamtleistung (oder Umsatz) in einer Bandbreite von 400 bis 450 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) gehen wir unter Berücksichtigung positiver Einmaleffekte von einer Bandbreite von 85-105 Mio. Euro aus.
Der Einstieg in die Produktion von Bio-LNG führt dazu, dass wir in den kommenden Jahren bei der Gesamtleis-
Olaf von Lehmden Vorsitzender des Vorstands (CEO), Lohne Jörg Fischer Vorstand Finanzen (CFO), Weyhe-Erichshof Jürgen Tenbrink Vorstand Technik (CTO), Steinfurt


tung weiteres Wachstum erwarten. Gleichzeitig werden die hohen Preise für Rohstoffe und Baumaterialien sich mittelfristig auf die derzeit außerordentlich gute Ertragslage auswirken. Auch neue regulatorische Eingriffe stellen angesichts der volatilen politischen Gemengelage insbesondere in Deutschland ein wesentliches Risiko dar. Allerdings haben wir als EnviTec Biogas in unserer nun mehr als zwanzigjährigen Unternehmensgeschichte immer wieder bewiesen, dass wir mit unserem diversifiziertem, internationalen Geschäftsmodell mit den drei Säulen Eigenbetrieb, Anlagenbau und Service in der Lage sind, auf Veränderungen schnell und flexibel zu reagieren und neue innovative Wege zu gehen. Wir sind daher positiv gestimmt, über das Jahr 2023 hinaus die gute Unternehmensentwicklung fortsetzen und weiter expandieren zu können.
Ausdrücklicher Dank von Seiten des Vorstands und Aufsichtsrats gilt allen alten und neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der EnviTec Gruppe, die mit Teamgeist und Innovationskraft den Erfolg des Unternehmens in den vergangenen Jahren erst möglich gemacht haben.
Herzliche Grüße Ihr Vorstand der EnviTec Biogas AG
Olaf von Lehmden
Jürgen Tenbrink
Jörg Fischer
die EnviTec Biogas AG hat im Geschäftsjahr 2022 eine überaus positive Entwicklung in allen Bereichen des Konzerns erzielt. Dabei profitierte unser Unternehmen insbesondere von einer neuen, nachhaltigen Dynamik im Biogassektor. Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig eine unabhängige, lokale und saubere Energieversorgung ist. Biogas ist in der Lage, gemeinsam mit anderen regenerativen Energieträgern eine unabhängige Energieversorgung in Deutschland und Europa sicherzustellen und wird in den kommenden Jahren im weltweiten Energiemix eine wachsende Rolle einnehmen. Von dieser Entwicklung sollte unser Unternehmen aller Unwägbarkeiten zum Trotz in allen drei Segmenten profitieren.
Im Geschäftsjahr 2022 verlief die Geschäftsentwicklung im Eigenbetrieb besonders dynamisch. Ein Faktor war, dass trotz des Umbaus zu einer LNG-Produktionsanlage im BioEnergie Park Güstrow bereits erhebliche Mengen Biomethan produziert werden konnten. Daneben trugen die höheren Preise für Biomethan für den Einsatz im Transportsektor positiv bei. Zudem profitierte EnviTec von der allgemeinen Steigerung der Strom- und Gaspreise. Der Segmentumsatz legte mit 268,8 Mio. Euro deutlich gegenüber dem Vorjahr zu. Das operative Ergebnis erhöhte sich auf 61,3 Mio. Euro. Die eigenbetriebenen Anlagen demonstrierten damit eindrucksvoll ihre Rolle als wesentlicher Ergebnis- und Cashflow-Treiber der Gruppe.
Auch im Anlagenbau (inkl. Holding) verzeichnete EnviTec wie schon in den Vorjahren erneut eine sehr erfreuliche Entwicklung. Zwar lag der Umsatz in diesem Segment mit 67,9 Mio. Euro etwas niedriger als im Vorjahr. Die Gesamtleistung stieg dagegen deutlich auf 103,9 Mio. Euro. Das EBIT betrug 4,8 Mio. Euro.
Im Bereich Service stieg der Umsatz im Berichtszeitraum auf 46,1 Mio. Euro. Das operative Segmentergebnis lag bei -5,6 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Vor Bereinigung der Umsätze um Geschäfte mit Gesellschaften aus dem Segment Eigenbetrieb sowie Anlagenbau im Rahmen der Konsolidierung auf Konzernebene, ist das operative Ergebnis des Servicesegments wie in den Vorjahren erneut deutlich positiv.
Zusammenfassend hat sich EnviTec im abgelaufenen Geschäftsjahr hervorragend entwickelt. Der Konzernumsatz legte um 45,9 % auf 382,8 Mio. Euro zu. Auch die Gesamtleistung im Konzern stieg deutlich und erreichte mit einem Wachstum von 52,7 % auf 421,1 Mio. Euro abermals einen Rekordwert. Auf der anderen Seite erhöhten sich die Materialkosten ebenfalls deutlich, insbesondere im Segment Eigenbetrieb aufgrund des stark erhöhten Handelsvolumens im Bereich Energy und der gestiegenen Strom- und Gaspreise. Der sonstige betriebliche Aufwand erhöhte sich auf 33,2 Mio. Euro. EnviTec hat es geschafft, dass für den eingeschlagenen Expansionskurs des Unternehmens notwendige Personal am Markt zu akquirieren, was sich in deutlich gestiegenen Personalkosten von 30,5 Mio. Euro niedergeschlagen hat.
Durch die dynamische Geschäftsentwicklung im Eigenbetrieb, das anhaltend positive Segmentergebnis im Service (vor Konsolidierung um interne Umsätze) sowie die sehr gute Entwicklung im Anlagenbau lag das EBIT-DA bei 75,9 Mio. Euro (Vorjahr: 37,8 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug 66,6 Mio. Euro (Vorjahr: 23,3 Mio. Euro). Der Konzernjahresüberschuss stieg von 16,9 Mio. Euro auf 48,3 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie
für das Jahr 2022 beträgt damit Euro 3,25 Euro (Vorjahr: 1,14 Euro). Vorstand und Aufsichtsrat der EnviTec Biogas AG schlagen aufgrund der guten Ergebnisentwicklung vor, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von 2,00 Euro je Aktie auszuschütten.
Des weiteren ist zu erwähnen, dass sich die bilanziellen Verhältnisse nochmals deutlich verbessert haben. Das Eigenkapital stieg um 25 % auf 167,2 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 49 %. Die Bankverbindlichkeiten können vollständig aus der vorhandenen Liquidität zurückgeführt werden.
Die jüngsten Entwicklungen auf den Märkten für Erneuerbare Energien bieten vielversprechende Perspektiven für den Biogassektor. Im Bereich Biomethan setzt die EU-Kommission in ihrem REPowerEU-Plan auf deutlich höhere Volumina, um die Energiewende zu beschleunigen. Auch in anderen Staaten wie den USA herrschen derzeit sehr vorteilhafte Rahmenbedingungen, weshalb EnviTec dort seine Geschäftstätigkeit im Anlagenbau und im Service weiter ausbaut. Auch der französische Markt entwickelt sich weiterhin sehr positiv.
In Deutschland dagegen sind die aktuellen Regelungen weiterhin nicht ausreichend, um den faktisch möglichen Beitrag von Biogas zu einer signifikanten Beschleunigung der Energiewende in Deutschland in die Realität umzusetzen. Wie kontraproduktiv die politischen Debatten teilweise geführt werden, zeigte zuletzt das Ende 2022 verabschiedete Strompreisbremsengesetz, das zwischenzeitlich zu erheblichen Unsicherheiten für den Biogas-Sektor geführt hatte. Die aktuelle EEG-Novelle berücksichtigt die Biogas-Branche ebenfalls weiter nur unzureichend.
Vielversprechender entwickeln sich die Möglichkeiten im Bereich Biomethan z. B. für den Einsatz im Verkehrsund Wärmesektor. So wurde Anfang 2022 mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG) die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien im Verkehr (RED II) umgesetzt. Mit dem Start des Testbetriebs in Güstrow wird EnviTec als Hersteller fortschrittlicher Biokraftstoffe ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufschlagen.
Silvia Breher Mitglied des Aufsichtsrats, Lindern Ulf Hüttmeyer Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vechta Michael Böging stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vechta

EnviTec ist auch in das aktuelle Geschäftsjahr 2023 erfolgreich gestartet. Mit einer gesunden finanziellen Grundlage und hohen Cashflows als Basis will EnviTec die sich derzeit ergebenden Chancen wahrnehmen und insbesondere Opportunitäten in internationalen Wachstumsmärkten und bei der Biokraftstoffproduktion nutzen. Im Geschäftsjahr 2023 rechnet EnviTec auf Konzernebene mit einer Gesamtleistung (oder Umsatz) von 400 bis 450 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) wird unter Berücksichtigung eines positiven Einmaleffektes aus dem Bereich Energy erwartet, eine Bandbreite von 85 bis 105 Mio. Euro zu erreichen.
Mittelfristig können sich die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Baumaterialien dämpfend auf die Ertragslage auswirken. Auch schwache Ernteerträge infolge von Dürren und anderen Klimafolgen in Süd- und Mitteleuropa und neue regulatorische Eingriffe stellen wesentliche Risiken dar.
Als Aufsichtsrat haben wir im Geschäftsjahr 2022 im Rahmen unserer Tätigkeit alle uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben wahrgenommen. Wir haben den Vorstand kontinuierlich überwacht und standen ihm bei der Leitung des Unternehmens beratend zur Seite. In alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, wurden wir vom Vorstand unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Zur Ausübung unserer Beratungs- und Überwachungstätigkeit hat uns der Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher sowie mündlicher Form über alle für das Unternehmen wesentlichen Themen unterrichtet. Dazu zählten vor allem die Unternehmensplanung und strategische Weiterentwicklung, die Erschließung neuer Geschäftsfelder, der Geschäftsverlauf und die Lage des Konzerns sowie die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance. Nach intensiven Prüfungen stimmte der Aufsichtsrat allen zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfällen zu. Auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen standen Vorstand und Aufsichtsrat in regelmäßigem Kontakt. Die ausführliche Berichterstattung durch den Vorstand und den Wirtschaftsprüfer überzeugte uns von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit sowie Wirtschaftlichkeit der Führung des Unternehmens und des Konzerns. Wir sahen daher keine Veranlassung von unseren Prüfungsrechten nach § 111 Abs. 2 AktG Gebrauch zu machen. Interessenkonflikte von Vorstand und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten.
Aufgrund des nur drei Personen umfassenden Aufsichtsrats haben wir auch im Jahr 2022 auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet. Alle Fragen, die von Ausschüssen zu behandeln gewesen wären, wurden im Plenum erörtert.
Der Aufsichtsrat kam im Geschäftsjahr 2022 zu fünf ordentlichen Sitzungen zusammen: Am 13. Mai, 5. Oktober, 7. Dezember sowie zu zwei Sitzungen am 5. Juli, einmal zur letzten Sitzung des alten und nach der Wahl auf der Hauptversammlung zur ersten, konstituierenden Sitzung des neuen Aufsichtsrats der EnviTec Biogas AG.
In allen Sitzungen war der Aufsichtsrat in Gesamtheit anwesend. Gegenstand der Sitzungen waren stets die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Investitionsvorhaben sowie die Risikolage und das Risikomanagement von EnviTec Biogas.
Darüber hinaus standen im Wesentlichen folgende Themen auf der Tagesordnung, die gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt und erörtert wurden:
Auf der Hauptversammlung am 5. Juli 2022 wählten die Aktionäre die Kohl & Zerhusen GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Steinfeld, zum Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022. Der Aufsichtsratsvorsitzende erteilte dem Abschlussprüfer nach Einholung der Unabhängigkeitserklärung den Prüfungsauftrag, traf mit ihm die Honorarvereinbarungen und legte die Prüfungsschwerpunkte fest. Auf dieser Grundlage und unter Einbeziehung der Buchführung prüfte die Kohl & Zerhusen GmbH den vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) zum 31. Dezember 2022 aufgestellten Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG und den Konzernlagebericht. Da die EnviTec Biogas AG als Einzelgesellschaft die Größenkriterien des § 267 Abs. 1 HGB nicht überschritten hat, konnte die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 erneut die Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften bei der Offenlegung wahrnehmen und auf eine Prüfung des Jahresabschlusses der EnviTec Biogas AG verzichten. Das Unternehmen hat jedoch den Jahresabschluss, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang, einer freiwilligen Prüfung unterzogen.
Alle Aufsichtsratsmitglieder haben Lagebericht, Abschlüsse und Prüfungsberichte rechtzeitig erhalten. Diese wurden in der Aufsichtsratssitzung am 12. Mai 2023 von uns intensiv geprüft. An der Sitzung am 12. Mai 2023 nahm neben dem Vorstand und Aufsichtsrat auch der Abschlussprüfer der Kohl & Zerhusen GmbH teil. Der Abschlussprüfer erläuterte die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und beantwortete ergänzende Fragen des Aufsichtsrats. Nach der eigenen Prüfung und Gesprächen mit dem Abschlussprüfer und dem Vorstand bestanden keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat sich daraufhin dem Prüfungsergebnis der Kohl & Zerhusen GmbH angeschlossen und den vom Vorstand zum 31. Dezember 2022 aufgestellten Jahres-, Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG ist damit festgestellt. Darüber hinaus haben wir uns nach eingehender Prüfung dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen.
Die EnviTec-Belegschaft ist im vergangenen Jahr nochmal stark gewachsen. Fast hundert neuen Kolleginnen und Kollegen, davon mehr als 70 in Deutschland hat EnviTec hinzugewinnen können. Wir möchten uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der EnviTec-Gruppe nachdrücklich für die erfolgreiche Arbeit bedanken und wünschen dem Vorstand und seinem Team auch für das laufende Geschäftsjahr viel Erfolg. Darüber hinaus möchten wir uns bei den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern Franz-Josef Holzenkamp und Tobias Schulz für Ihr Engagement bei der Begleitung der EnviTec bedanken.
Auch Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, möchten wir für Ihren kontinuierlichen Zuspruch unseren Dank aussprechen.
Vielen Dank, dass Sie die EnviTec Biogas AG auf ihrem Weg weiter begleiten!
Lohne den 12. Mai 2023
Ulf Hüttmeyer Vorsitzender des Aufsichtsrats
der EnviTec Biogas AG
Die EnviTec Biogas AG nimmt gemäß § 326 HGB für das Geschäftsjahr 2022 die Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften bei der Offenlegung wahr und verzichtet auf die Erstellung und Offenlegung eines Lageberichtes. Der Konzernabschluss, in den der Jahresabschluss der AG einbezogen ist, enthält keinen zusammengefassten Lagebericht der AG und des Konzerns, sondern es wird nur auf Konzernebene berichtet.
Der EnviTec Biogas-Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. EnviTec deckt als Biogas-Allrounder die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. EnviTec betreibt außerdem eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogas- und Biomethanproduzenten in Deutschland.
Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist inzwischen weltweit in 15 Ländern (inkl. Deutschland) vertreten.
Die Konzernstruktur gliedert sich entlang der drei Bereiche Eigenbetrieb, Service und Anlagenbau. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Das Konzernmutterunternehmen fungiert als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die drei Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften.
Im Geschäftsbereich Eigenbetrieb ist die Erzeugung von Strom, Wärme und Gas in eigenen Biogasanlagen im In- und Ausland gebündelt. Zuletzt konzentrierte sich EnviTec dabei vermehrt auf die Produktion von Biomethan. Zukünftig soll als nächster Veredelungsschritt die Herstellung des fortschrittlichen Biokraftstoffs in Form von Bio-LNG (Liquefied Natural Gas = Flüssigbiogas) vorangetrieben werden. Der Betrieb der Anlagen geschieht in der Regel in Kooperation mit lokalen Partnern aus der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft. Diese Partnerschaften zeichnen sich durch eine klare Aufgabenverteilung aus: Jeder konzentriert sich auf seine Stärken. Der Partner vor Ort stellt beispielsweise den Standort zur Verfügung, beschafft die Inputstoffe und übernimmt den laufenden Betrieb. Während des Betriebs führen wir alle notwendigen Wartungsarbeiten durch, kümmern uns um den biologischen und den technischen Service und übernehmen die kaufmännische Leitung.
Im Geschäftsbereich Service bietet EnviTec alle Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen an. Als Biogas-Allrounder kennen wir alle Prozesse der Biogaserzeugung im Detail und unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputmaterial und Gärreste auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu geben. Darüber hinaus umfasst das Angebot die regelmäßige Begehung einer Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern. EnviTec Biogas bietet neben der Teilwartung nach Aufwand auch ein Vollwartungskonzept mit Übernahme des Reparaturkostenrisikos an.
Im Geschäftsbereich Anlagenbau errichten wir Biogasund Biomethananlagen für Kunden wie beispielsweise Landwirte, Industrieunternehmen und Energieversorger. Wir planen die Anlage, errichten sie und beginnen mit der Biogasproduktion. Unser Produktportfolio umfasst die komplette Wertschöpfungskette der Biogasanlagentechnik für Anlagen ab 75 kW. Neben Großanlagen bietet EnviTec zudem ein Kompaktanlagenkonzept an, das unter der Bezeichnung "EnviFarm Compact"- Anlage vermarktet wird. Mit EnviThan verfügt das Unternehmen zudem über eine hocheffiziente, innovative Technologie zur Biogasaufbereitung. Das aufbereitete Biomethan kann direkt in das Erdgasnetz eingespeist, im Wärme- oder Industriebereich eingesetzt oder als umweltfreundliche Kraftstoffalternative (Bio-LNG oder CNG - Compressed Natural Gas) verwendet werden. Daneben beschäftigt sich EnviTec mit der Entwicklung von Photovoltaik-Projekten.
Wir haben uns in den vergangenen Jahren eine führende Position im Biogasmarkt erarbeitet und bereits über 700 Biogas- und Gasaufbereitungsanlagen in 17 Ländern errichtet. Die aktuell wichtigsten geographischen Märkte der Gruppe sind neben dem Hauptmarkt Deutschland das europäische Ausland und die USA. Unser strategisches Ziel ist es, nachhaltig zu wachsen und unsere Marktstellung als integrierter Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen auszubauen. Oberste Priorität hat dabei die Zufriedenheit unserer Kunden und deren Einbindung in die Weiterentwicklung unserer Anlagen entsprechend ihrer Wünsche. Die kurz- bis mittelfristige strategische Ausrichtung wird durch die anhaltenden Diskussionen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Märkten stark beeinflusst. Insgesamt sind die einzelnen Märkte sehr heterogen, was überwiegend an den sehr unterschiedlich ausgestalteten Förderrahmen liegt. Wir verfolgen die Entwicklungen in den einzelnen Ländern sehr genau, um zeitnah auf Änderungen der Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Durch die Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und der Exploration neuer Märkte ist unser Ziel, die
* verschiedene Projektgesellschaften von Biogasanlagen, Details zu den Beteiligungen und Beteiligungshöhen siehe Anhang

Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen. Daraus leiten sich unsere wesentlichen Steuerungsgrößen ab: Umsatz/Gesamtleistung und Eigenkapitalrentabilität. Als wichtigste Steuerungskennzahl stellt EnviTec auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) ab. Eine konzernweite ERP-Software (Enterprise Resource Planning) ermöglicht die schnelle und übersichtliche Darstellung aller Prozesse der Gruppe wie Materialwirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen, Projektcontrolling, Verkauf und Marketing.
Die EnviTec Biogas-Unternehmensgruppe zeichnet sich zudem durch hohe Qualitätsstandards aus. Seit 2016 ist das Qualitätsmanagementsystem der EnviTec Service GmbH gemäß ISO 9001:2015 organisiert. Im Jahr 2021 erfolgte die turnusmäßige Rezertifizierung für die deutsche und erstmals auch für die italienische Servicetochter. Im Jahr 2022 erlangte die EnviTec Biogas S.r.I. Italien zudem erfolgreich die ISO 14001 und ISO 45001 Zertifizierung, die Bereiche wie Umweltmanagement, Sicherheit und Arbeitsschutz bewertet. Die französische Niederlassung von EnviTec hält seit 2021 das Qualimetha-Siegel, das ebenfalls die Einhaltung hoher Qualitätsstandards bescheinigt.
Kontinuierliche Weiterentwicklung ist ein essenzieller Faktor für nachhaltigen Erfolg. Dies nehmen wir sehr ernst und arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Technologien zur Flexibilisierung der Inputststoffe, Steigerung der Gasausbeute und Optimierung der Wirtschaftlichkeit unserer Anlagen sowie an der Verbesserung unseres Qualitätsmanagements.
Mit der Entwicklung neuer Anlagenkonzepte wie z.B. der Erzeugung von flüssigem Biomethan als Kraftstoff für den Transportsektor sowie der Verflüssigung von Kohlendioxid erschließen wir uns neue Geschäftsfelder und machen die EnviTec zukunftsfähig.
Neben den technologischen Innovationen für den Anlagenbau haben wir auch die Entwicklung eines neuartigen Fernwartungstools vorangetrieben, das Betreibern ein hohes Maß an Schutz vor Cyberattacken bietet. Das Tool findet natürlich auch zum Schutz unserer Eigenbetriebsanlagen Anwendung.
Unsere Eigenbetriebsanlagen sind ein wichtiger Wissenspool für Weiterentwicklung, Verbesserung und Anwendung neuer Anlagentechnik. Neue Verfahren und Technologien erproben wir direkt in der Praxis in unseren Eigenbetriebsanlagen oder aber in enger Kooperation mit Herstellern und Kunden aus dem Servicesegment.
Somit sind wir in der Lage unseren Kunden immer Technologien und Anlagen anzubieten, für die wir selber auch umfangreiche eigene Erfahrungen gesammelt haben.
Im Bereich der Gasaufbereitung erforschen bzw. erproben wir gemeinsam mit einem Hersteller laufend neue Membrantypen, um die Wirtschaftlichkeit dieser Technologie zu steigern. Die Technik hat so in den vergangenen Jahren eine stetige Weiterentwicklung erfahren.
Im vergangenen Geschäftsjahr hat EnviTec im Auftrag der Ohra Energie GmbH erstmals seine innovative Gasaufbereitungstechnologie in einem einstufigen Verfahren als Leuchtturmprojekt realisiert – im Gegensatz
Abhängigkeit von den jeweiligen Förderbedingungen zu verringern und einen wachsenden Anteil des Konzernergebnisses nicht mehr aus dem geförderten Biogasbereich zu generieren. Folgende Eckpfeiler für unser nachhaltiges Wachstum haben wir definiert:
EnviTec Biogas hat den Eigenbetrieb in den vergangenen Jahren ausgebaut und erwirtschaftet heute in diesem Geschäftsbereich den höchsten Umsatzanteil im Konzern. In Deutschland setzt EnviTec vor allem auf die Optimierung der Bestandsanlagen und einen selektiven Kapazitätsausbau. Zielsetzung ist es weiterhin, mit diesem Geschäftsbereich eine Verstetigung der Erlösbeiträge für den Konzern zu erzielen. Die gesicherten Einspeisevergütungen der von EnviTec betriebenen Biogasanlagen laufen beginnend in 2025 bis 2035 aus. Mit der in 2021 in Kraft getretenen 9. EEG-Novelle wurde eine Anschlussförderung für Bestandsanlagen implementiert, die eine Option für die Fortführung von Anlagen innerhalb des EEG darstellt.
Hinzu kommen neue Einsatzmöglichkeiten für den flexiblen Energieträger Biogas im Wärme- und Transportbereich, die einen Weiterbetrieb außerhalb des EEG ermöglichen. Dazu gehört die Produktion fortschrittlicher Biokraftstoffe. Dazu wurde im Geschäftsjahr 2021 die größte Biogasanlage Deutschlands, der Bioenergie-Park Güstrow, erworben, den EnviTec derzeit zu einer Bio-LNG-Produktionsanlage umbaut. Mit Start des Testbetriebs im zweiten Quartal 2023 fungiert EnviTec dann erstmals als unabhängiger Anbieter von CO2 freiem Kraftstoff für den Nutz- und Schwerlastverkehr.
EnviTec beobachtet weltweit die Entwicklungen der Rahmenbedingungen für Biogas. Sobald in einem Land belastbare Strukturen entstehen, prüfen wir diese sehr genau und entscheiden dann über einen Markteintritt. Bei der Erschließung neuer Märkte setzen wir auf Partner aus der jeweiligen Region und verbinden auf diese Weise unsere langjährige Erfahrung im Anlagenbau und -betrieb mit den Kenntnissen über die regionalen Besonderheiten. Auch der nachgelagerte Servicebereich gewinnt im Rahmen der internationalen Expansion weiter an Bedeutung. Ziel ist es, den Anlagenbau und den nachgelagerten Servicebereich auch in einem schwierigen Marktumfeld profitabel zu betreiben und gleichzeitig die nötigen Kapazitäten vorzuhalten, um Marktopportunitäten schnell nutzen zu können. Steigende Bedeutung erhalten dabei neben der Errichtung von Anlagen zur Aufbereitung von Biomethan die Umstellung bestehender Anlagen sowie neue Einsatzmöglichkeiten im Wärmebereich. Auch Expansionsmöglichkeiten in andere Erneuerbare Energien werden von EnviTec kontinuierlich beobachtet.
Der Geschäftsbereich Service hat in den vergangenen Jahren für EnviTec deutlich an Bedeutung gewonnen. Dieser Expansionsprozess soll fortgeführt werden. Erklärtes strategisches Ziel ist der Ausbau des Angebots. Dazu gehören der Ausbau der biologischen und technischen Services im europäischen Ausland und die Erweiterung des Angebots für Fremdanlagen. Zudem soll das Servicegeschäft, u.a. auch durch strategische Partnerschaften, sukzessive auf neue Technologien ausgeweitet werden.
Mit dem ständigen Ausbau unserer Technologiekompetenz soll die führende Stellung der EnviTec Biogas innerhalb der Branche gefestigt und unser Kernprodukt Biogas ökologisch und ökonomisch noch attraktiver gemacht werden. Ziel ist es, die Handhabung unserer Anlagen kontinuierlich zu verbessern sowie die benötigte Substratmenge bei gleicher Leistung zu reduzieren. Zudem setzt EnviTec in Kooperation mit etablierten Herstellern auf die Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten von Biogas. So wird bereits heute in mehreren von EnviTec errichteten Anlagen Bio-CNG (Compressed Natural Gas aus Biogas) für den Verkehrssektor hergestellt.
Zudem werden laufend Optimierungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der EnviThan Technologie vorangetrieben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
EnviTec ist auf eine anwendungsnahe F&E-Arbeit fokussiert. Neue Projekte werden direkt in den Geschäftsbereichen und in Kooperation mit Herstellern und Kunden vorangetrieben. Darüber hinaus praktizieren wir die Zusammenarbeit mit Hochschulen, auch im Sinne der Nachwuchsförderung.
EnviTec hat sowohl im Bereich der Produktentwicklung EnviThan, im Bereich der Anwendung neuer Technologien als auch im Qualitätsmanagement in neue Kapazitäten investiert, um sich in allen Unternehmensprozessen zu verbessern.
Zudem wurden im vergangenen Geschäftsjahr innerhalb des Anlagenbaus die Abteilungen Elektrotechnik und Prozessautomation neu geschaffen und mit Ressourcen ausgestattet, um unseren Kunden in Zukunft auch einen verbesserten Support bei der Planung der Elektrotechnik sowie bei der Programmierung der Anlagensteuerung und dazugehöriger Visualisierungen bieten zu können.
Der Gesamtbetrag der Aufwendungen für Forschung & Entwicklung belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf rund 223 TEuro (Vorjahr: 499 TEuro).
Die Weltwirtschaft war im Geschäftsjahr 2022 stark beeinträchtigt durch den Krieg in der Ukraine, hohe Inflationsraten und die Konjunkturabschwächung in China im Zuge der Zero-Covid-Strategie. Gleichzeitig zeigte sich die Weltwirtschaft deutlich robuster als zwischenzeitliche Prognose hatten befürchten lassen. Insgesamt belief sich nach aktuellen Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) das globale Wachstum im Gesamtjahr 2022 auf 3,4 %. In den Industriestaaten betrug das Wachstum des Bruttoinlandprodukts rund 2,7 %, in den Schwellen- und Entwicklungsländern rund 4,0 %. In den Staaten der Eurozone legte die Wirtschaft um 3,5% zu. In den für EnviTec besonders wichtigen Märkten wie Deutschland (+1,8 %), Frankreich (+2,6 %) und den USA (+2,1 %) war ungeachtet der politischen und makroökonomischen Turbulenzen eine positive Entwicklung zu verzeichnen.
Die Preise am deutschen Agrarmarkt waren im Berichtszeitraum allen voran von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges geprägt. So stieg der Agrarrohstoff-Index der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) im Verlauf des Jahres 2022 auf einen zwischenzeitlichen Rekordwert von 214 Punkten und lag zu Ende des Jahres 2022 bei 206 Punkten und damit weiterhin deutlich über den Werten der Vorjahre. Zuletzt schwächte sich die Entwicklung jedoch etwas ab. So setzten beispielsweise verbesserte Vegetationsbedingungen in Europa und die Aussicht auf anhaltende Exporte aus der Ukraine die Weizenpreise massiv unter Druck. Die Ernteerträge für Energiepflanzen waren in Deutschland laut Situationsbericht des Deutschen Bauernverbands (DBV) im Jahr 2022 heterogen. Vor allem die Silomaisernte fiel deutlich schlechter als üblich aus und lag aufgrund
extremer Trockenheit um rund ein Drittel unter dem Ertrag des Vorjahres.
EnviTec profitierte trotz der Preissteigerungen und volatiler Marktbedingungen im Berichtszeitraum auf Basis langfristiger Lieferverträge, hoher Lagerbevorratung und der engen Zusammenarbeit mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben im Vergleich zu den teilweise exorbitanten, kurzfristigen Preissteigerungen am Markt von moderaten Preisen für die als Einsatzstoff genutzten Agrarrohstoffe. Auf Basis guter Ernteerträge ist mit einer weiterhin komfortablen Inputversorgung im laufenden Geschäftsjahr 2023 zu rechnen. Dabei werden aufgrund neu geschlossener, fixer Lieferkontrakte im Jahr 2022 zwar im Vergleich zu den Vorjahren erhöhte, aber gesicherte Einkaufspreise zu verbuchen sein, die seitens EnviTec voraussichtlich absatzseitig kompensiert werden können. Insgesamt werden die in der landwirtschaftlichen Produktion allseits gestiegenen Kosten (u.a. für Diesel, Dünger, Löhne) und der zunehmend spürbare Einfluss der Klimaveränderungen (u. a. Trockenheit) in den kommenden Jahren für EnviTec zu höheren Aufwendungen im Rohstoffeinkauf führen. Angaben der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) bundesweit 151 öffentliche LNG-Tankstellen in Betrieb und weitere 49 in Planung (Stand: 2. Mai 2023). Geographische Märkte Der weltweite energiebedingte CO2-Ausstoß ist nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 % auf einen historischen Rekordwert von 36,8 Mrd. t gestiegen (Deutschland/AG Energiebilanzen e. V.: -1,3 %). Diese Entwicklung verdeutlicht, wie bedeutend der Einsatz erneuerbarer Energieträger wie Bioenergie für die Bewältigung des Klimawandels ist. Dafür sind in Deutschland wie international günstige regulatorische Rahmenbedingungen notwendig. Für Biogasanlagenhersteller und -betreiber spielen dabei die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine
Der aktuell dynamischste Markt für Biogasanlagen ist die Biogasaufbereitung. Das gewonnene Biomethan dient zur Einspeisung in das Erdgasnetz. Zudem kann das Biomethan als CO2-armer Treibstoff insbesondere im Verkehrssektor eingesetzt werden. Gemäß einer vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien IREES GmbH herausgegebenen Untersuchung weist Biomethan eindeutig die beste Treibhausgasbilanz auf. Als nachhaltiger, gasförmiger (Bio-CNG) oder flüssiger (Bio-LNG) Treibstoff können bereits heute mehr als 90 % der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen eingespart und gleichzeitig fast 100 % der gesundheitsschädigenden Feinstaub- und Stickoxidemissionen vermieden werden. Darüber hinaus ergeben sich für den Einsatz von Biomethan im Mobilitätssektor negative THG-Emissionen, sofern Gutschriften gemäß der europäischen Gesetzgebung (RED II) berücksichtigt werden. Diese Gutschriften resultieren aus der Emissionsvermeidung in der Landwirtschaft durch Nutzung von Reststoffen in der Biogasanlage.
Infolgedessen ist das LNG-Tankstellennetz in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Nach der Eröffnung der ersten öffentlichen Tankstelle für verflüssigtes Erdgas im Herbst 2018, sind mittlerweile nach
wichtige Rolle. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz.
Die aktuelle, am 1. Januar 2023 in Kraft getretenen EEG-Novelle soll zur Beschleunigung der Energiewende in Deutschland beitragen. Dabei ist vorgesehen, den Anteil von Wind-, Solar- und Wasserkraft am Bruttostrom bis 2030 auf 80 % zu erhöhen. Für den Biogas-Sektor ist lediglich eine Fokussierung der Biomassenutzung auf hochflexible Spitzenlastkraftwerke vorgesehen. Außerdem sollen die Ausschreibungsmengen für Biomasse stufenweise reduziert und die für Biomethan ab 2023 auf 600 MW pro Jahr erhöht werden. Unabhängig von der restriktiven Strategie der Bundesregierung gehen Experten davon aus, dass allein die Bestandsanlagen in Deutschland bei einer Umstellung auf Gaseinspeisung kurzfristig bis zu 132 TWh Gas im Jahr erzeugen könnten. Mittelfristig seien sogar 160 TWh möglich. Das entspricht etwa einem Drittel der russischen Gasimporte.
Nach Prognosen des Fachverbands Biogas wurden zum Jahresende 2022 9.879 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 5.926 MW
(inklusive Überbauung) in Deutschland betrieben. Das entspricht einer Stromproduktion von 33,56 TWh oder 9,59 Mio. mit Biogas versorgten Haushalten. Der Netto-Zubau beläuft sich damit im Jahr 2022 auf geschätzte 109 Biogasanlagen. Bei einem weiter deutlich steigenden Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Bruttostromerzeugung in Deutschland stagnierte der Anteil von Biogas laut Daten des Statistischen Bundesamts im Jahr 2022 bei 5,8 % (2021: 5,8 %).
Wesentlich vielversprechender als die reine Verstromung von Biogas entwickelt sich auch in Deutschland der Markt für Biomethan z. B. für den Einsatz im Verkehrs- und Wärmesektor. Hier trat im November 2020 das Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude (GEG) in Kraft. Es dient der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie, die dazu verpflichtet, seit 2021 alle Neubauten als Niedrigstenergiegebäude zu errichten. Demnach muss der Energiebedarf jedes Gebäudes sehr gering sein und soll zu wesentlichen Teilen aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Im Verkehrssektor schreibt seit dem 1. Januar 2022 das Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG-Gesetz) ebenfalls eine Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energien vor. Mit dem THG-Gesetz hat der deutsche Gesetzgeber die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien im Verkehr (RED II) umgesetzt. Demnach muss der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch im Verkehrssektor bis 2030 bei mindestens 14 % liegen. In Deutschland will die Regierung die Quote deutlich übertreffen und gibt eine kontinuierliche Steigerung der THG-Minderungspflicht auf 25 % im Jahr 2030 vor.
Ende 2022 wurde außerdem das Strompreisbremsengesetz (StromPBG) verabschiedet, das unter anderem eine Abschöpfung sogenannter Überschusserlöse von Erneuerbare-Energien-Anlagen vorsieht. Erst nach teils intensiven Diskussionen und zeitweise erheblichen Unsicherheiten für den gesamten Biogas-Sektor konnte Rechtssicherheit für die Branche im Rahmen einer Ausnahmeregelung für einen Großteil der Anlagen geschaffen werden.
Dies unterstreicht einmal mehr, dass die Rahmenbedingungen in Deutschland nach Ansicht von EnviTec der Biogas-Industrie weiterhin keine ausreichende
und langfristige Perspektive bieten, um zur Beschleunigung der Energiewende beizutragen. Marktakteure sollten Investitions- und Planungssicherheit erhalten und Klimaschutzpotenziale fortschrittlicher Kraftstoffe biogenen Ursprungs sollten gehoben werden. Aktuell wird vor allem bei der Ausgestaltung der Verkehrswende aus Sicht der Biogasbranche kontinuierlich gegen das Prinzip der Technologieneutralität gegenüber den verfügbaren erneuerbaren Kraftstoffoptionen und Antriebstechnologien zugunsten der Elektromobilität verstoßen, obwohl Biogas nachweislich die beste Treibhausgasbilanz besitzt.
Auf den internationalen Märkten wird das Potenzial von Treibstoffen auf Biomethanbasis vor allem im Schwerlastbereich bereits wahrgenommen. In verschiedenen europäischen Nachbarstaaten sowie in den USA und China bilden Bio-LNG (Liquefied Natural Gas) und Bio-CNG (Compressed Natural Gas) bereits heute einen strategischen Grundpfeiler der umweltfreundlichen und wettbewerbsfähigen Logistik von morgen.
EnviTec hat frühzeitig auf die Internationalisierung und Flexibilisierung seiner Geschäftstätigkeit gesetzt und erwirtschaftet heute in allen Unternehmenssegmenten maßgebliche Umsätze in internationalen Märkten.
Auf gesamteuropäischer Ebene stellte die Europäische Kommission im März 2022 ihren REPowerEU-Plan vor. Die neue geopolitische Situation und insbesondere die Lage auf den Energiemärkten erfordern entschiedene Maßnahmen, um die Energiewende zu beschleunigen. Ziel des Plans ist es, möglichst rasch von fossilen Energiequellen aus Russland unabhängig zu werden. Dazu sollen bis zum Jahr 2030 unter anderem 20 % der europäischen Gasimporte aus Russland mit Biomethan substituiert werden. Als konkrete Zielmarke wurden 35 Mrd. Nm3 Biomethan im Jahr 2030 festgelegt, was einer Verzehnfachung der aktuellen Produktionsmenge entspräche. Im März 2023 wurde dieser Plan durch den Rat in die sogenannte Aufbauund Resilienzverordnung aufgenommen. Dabei stellt die EU maßgebliche Mittel zur Finanzierung mitgliedstaatlicher Maßnahmen zur Verfügung.
Eine aktuelle Studie zur Umsetzung des REPowerEU-Plans, der durch Gas for Climate (GfC), einem europäischen Verband führender Gastransport und
-erzeugungsunternehmen, in Auftrag gegeben wurde, bewertet das europaweite Ausbaupotential (EU-27) von Biomethan auf 38 Mrd. Nm³ im Jahr 2030 und auf 91 Mrd. Nm³ bis 2050. Zu den fünf Ländern mit dem größten Potenzial über beide Perioden hinweg gehören dabei konstant Deutschland, Frankreich, Spanien, Schweden und Italien. Auch in osteuropäischen Ländern wie Polen zeigt die Studie erhebliche Potentiale auf.
Frankreich ist innerhalb Europas bereits heute eines der dynamischsten Länder der Branche. Im Rahmen eines Resilienzplans hat die französische Regierung im Jahr 2022 eine Strategie vorgelegt, um die Folgen des Kriegs in der Ukraine auf den Energiesektor zu bewältigen. Dabei schreibt Frankreich auch der Biogas-Branche eine wichtige Bedeutung zu. So sollen die Biogasproduktionskapazitäten weiter erhöht werden mit dem Ziel, bis 2030 10 % des französischen Gasverbrauchs aus dem Biogas-Sektor zu speisen.
Auch der US-amerikanische Biogasmarkt entwickelt sich positiv und stellt für EnviTec Biogas einen der wichtigsten Märkte dar. Haupttreiber ist die ambitionierte Klimaschutzpolitik der aktuellen Regierung. Das 2022 verabschiedete Inflationsbekämpfungsgesetz (Inflation Reduction Act) enthält unter anderem ein umfassendes Klimaschutzpaket. Darin ist eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von etwa 40 % bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 vorgesehen. Außerdem wurden Steuergutschriften für Unternehmen unter anderem aus der Biogas-Branche beschlossen, um den Ausbau der Anlagen weiter voranzutreiben.
Auch Dänemark ist bei der Biogas-Nutzung unter den fortschrittlichsten Ländern weltweit. So lag der Biogasanteil an der Gesamtgasversorgung 2022 bereits bei geschätzten 40 %. Experten gehen davon aus, dass die inländische Biogas-Produktion noch vor 2030 die gesamte Gasnachfrage Dänemarks decken wird.
China bietet mit seinem ambitionierten Plan, als weltweit größter CO2-Emittent umweltfreundlicher zu werden, ein enormes Marktpotenzial für erneuerbare Energien. Die chinesische Regierung will den Anteil der nicht-fossilen Stromerzeugung bis 2025 auf 39 % ausbauen. Der Verbrauch von Strom aus erneuerbaren Energien soll dann bei 33 % des Gesamtverbrauchs liegen. Nach dem Ende der strikten Null-CovidPolitik Ende 2022 ist hier wieder mit einer erhöhten wirtschaftlichen Aktivität, auch im Biogas-Sektor, zu rechnen.
In Großbritannien plant die Regierung im Rahmen ihrer Net-Zero-Strategie "Build Back Greener" den Anteil fossiler Energien bis 2050 auf null zu setzen. Damit will sie zur Erreichung der Ziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen beitragen.
Italien ist der drittgrößte Biogasproduzent weltweit und einer der am schnellsten wachsenden Märkte für Biomethan in Europa. Vor allem mit der im Januar 2023 in Kraft getretenen neuen Biomethan-Verordnung haben sich die Marktaussichten weiter verbessert. Bis 2024 will die italienische Regierung Zuschüsse für Investitionen und Anreiztarife für die Nettoproduktion von Biomethan in Höhe von über 1,7 Mrd. Euro bereitstellen, um eine Produktionskapazität von rund 2 Mrd. Kubikmetern pro Jahr zu fördern, was dem Zehnfachen der derzeitigen Produktion entspricht.
Die EnviTec Gruppe verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 in allen Unternehmensbereichen eine starke Geschäftsentwicklung, die Ausdruck einer neuen, nachhaltigen Dynamik im Biogassektor ist. Ein maßgeblicher Treiber ist dabei der immer stärker zu Tage tretende Klimawandel, dessen Beherrschung auch in neuen regulatorischen Vorgaben mündet. Besonders hervorzuheben sind hier vor allem die Bemühungen auf europäischer Ebene im Rahmen der RED-II-Regelungen sowie der REPowerEU-Plan. Dabei wurden die Herausforderungen einer Dekarbonisierung des Verkehrssektors und der Energiewirtschaft durch die aktuellen Verwerfungen am Energiemarkt im Zuge des Ukraine-Krieges zusätzlich befeuert. EnviTec hat auf die sich abzeichnende Dynamik frühzeitig reagiert und mit dem Ausbau der Biogasaufbereitung und dem Einstieg in die Produktion von Bio-LNG ein starkes Sprungbrett für Wachstum in neuen Geschäftsfeldern geschaffen.
Ein wesentlicher Meilenstein bei der Erschließung des Geschäftsfelds fortschrittlicher Biokraftstoffe war der Erwerb des BioEnergie Park Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) im Frühjahr 2021. Die derzeit größte Biogasaufbereitungsanlage Deutschlands wurde in den vergangenen Monaten bei laufendem Betrieb umgebaut. Im zweiten Quartal 2023 startet zunächst der Testbetrieb. Künftig werden dann in der Anlage pro Jahr 9.600 t Bio-LNG (Liquefied Natural Gas) produziert werden. Bio-LNG wird vor allem für mittlere und schwere Lkw eingesetzt, die längere Strecken zurücklegen müssen. Zusätzlich hat sich EnviTec mit der Gründung eines Joint-Ventures mit der Leipziger BALANCE Erneuerbare Energien GmbH im Bio-LNG-Markt in eine aussichtsreiche Stellung gebracht.
Im Zuge der Ausweitung der Geschäftstätigkeit wurden auch die Unternehmensstandorte in Lohne und Saerbeck erweitert. Am Gründungsstandort in Lohne wurde ein Anbau mit zusätzlicher Bürofläche für 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter errichtet. Ein weiterer Anbau ist bereits in Planung. Am Saerbecker Standort wurde zudem die bestehende Fertigungsfläche für die EnviThan-Gasaufbereitung um 1800 m2 erweitert und die Anzahl an Fertigungsplätzen von sechs auf zwölf verdoppelt.
Das Jahr 2022 markiert zudem das 20-jährige Bestehen der EnviTec Biogas. Mit über 700 gebauten Biogas- und Gasaufbereitungsanlagen in insgesamt 17 Ländern hat EnviTec sich als erfahrenes und breit aufgestelltes Unternehmen in den internationalen Biogasmärkten etabliert und ist auch für neues Wachstum gut positioniert.
Der EnviTec Konzern ist in den drei Segmenten Eigenbetrieb, Service und Anlagenbau tätig. Im Geschäftsjahr 2022 lieferte der Eigenbetrieb aufgrund der dynamischen Geschäftsentwicklung in diesem Bereich mit einer Quote von 70,2 % einen deutlich höheren Beitrag zum Konzernumsatz als den Vorperioden (Vorjahr: 57,4%). Der Anteil des Bereichs Service sank von 15,9 % auf 12,1 %. Der Anteil des Anlagenbaus (inkl. Holding) lag bei 17,7 % (Vorjahr: 26,7 %). Die in diesem Abschnitt und in der Ertragslage dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen bereinigt.

Der Eigenbetrieb entwickelte sich als wichtigstes Segment des EnviTec Konzern im Geschäftsjahr 2022 hervorragend. Der Segmentumsatz stieg um 78,4 % auf 268,8 Mio. Euro (Vorjahr: 150,7 Mio. Euro). Die dynamische Entwicklung ist zum einen auf die Fortschritte im BioEnergie Park Güstrow zurückzuführen. Dort konnten trotz des Umbaus erhebliche Mengen Biomethan produziert werden. Hinzu kamen höhere Preise für das dort und an anderen Standorten produzierte Biomethan für den Einsatz (RED II zertifiziert) im Transportsektor für mittlere und schwere Lkw, das sich hoher Nachfrage erfreut. Zum anderen hatten die insgesamt deutlich gestiegenen Preise für Strom und Gas als Folge des Kriegs in der Ukraine ebenfalls einen Anteil an der positiven Entwicklung im Eigenbetrieb.
Die Gesamtleistung verbesserte sich um 76,4 % auf 270,7 Mio. Euro (Vorjahr: 153,5 Mio. Euro). Der Materialaufwand, der neben den Kosten für den Bezug von Inputstoffen auch den Stromeinkauf im Energiehandel umfasst, erhöhte sich deutlich von 101,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 171,6 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022. Diese Entwicklung resultierte vor allem aus dem stark erhöhten Handelsvolumen im Bereich Energy aufgrund der gestiegenen Strom- und Gaspreise. Hierbei handelt es sich um Handelsgeschäfte für externe Kunden, bei denen nur ein geringer Teil der Gewinne bei EnviTec verbleibt. Hinsichtlich der Inputstoffe konnten die Preissteigerungen durch langfristige Verträge weitgehend aufgefangen werden. Im Geschäftsjahr 2023 werden diese Kosten jedoch stärker zum Tragen kommen.
Der Personalaufwand stieg im Zuge der expansiven Geschäftstätigkeit um 15,6 % auf 7,6 Mio. Euro. Wegen Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen bei diversen Eigenbetriebsanlagen sowie durch allgemein gestiegene Kosten aufgrund der dynamischen Geschäftsentwicklung erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 25,2 % auf 16,6 Mio. Euro.
Die Zahl der von EnviTec betriebenen Anlagen lag im Geschäftsjahr unverändert bei 89 (Vorjahr: 89). Die Leistung der Eigenanlagen stieg von 77,8 MW auf 79,3 MW. Davon waren 55,4 MW vollkonsolidiert (Vorjahr: 53,9 MW) und 23,9 MW at-Equity bewertet (Vorjahr: 23,9 MW). Acht Anlagen mit einer Leistung von 8,7 MW werden im Ausland betrieben (Vorjahr 8,7 MW), die übrigen 81 Anlagen mit einer Leistung von 70,6 MW werden in Deutschland betrieben.
Das operative Segmentergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich deutlich auf 61,3 Mio. Euro (Vorjahr: 18,8 Mio. Euro). Folglich lag die EBIT-Marge im Segment Eigenbetrieb (bezogen auf die Gesamtleistung) bei 22,7 %. Die eigenbetriebenen Anlagen konnten somit trotz erheblicher Investitionen und Instandhaltungsaufwendungen sowie gestiegener Substratpreise den Ergebnisbeitrag deutlich steigern und das finanzielle Fundament der Gruppe weiter festigen.

Im Bereich Service war im Berichtszeitraum ebenfalls eine positive Geschäftsentwicklung zu verzeichnen. Der Segmentumsatz stieg um 10,9 % auf 46,1 Mio. Euro (Vorjahr: 41,6 Mio. Euro). Dabei verringerte sich der Bestand unfertiger Erzeugnisse durch erhöhte Schlussrechnung von Repowering-Projekten für Kunden um -0,5 Mio. Euro (Vorjahr: +1,2 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen wie im Vorjahr bei 0,9 Mio. Euro. Dementsprechend legte die Gesamtleistung um 6,4 % auf 46,5 Mio. Euro zu (Vorjahr: 43,7 Mio. Euro).
Neben Deutschland sind die wichtigsten Märkte im Service weiterhin Italien, Tschechien und Großbritannien sowie Dänemark, Frankreich und die USA. Insbesondere in Frankreich ist aufgrund der Dynamik vor Ort ein weiterer Bedeutungszuwachs zu erwarten. EnviTec hat im Geschäftsjahr 2022 verschiedene Maßnahmen unternommen, um dort weiter von den positiven Rahmenbedingungen zu profitieren. So wurde unter anderem im September 2022 ein neues Labor für die Betreuung von Anlagen französischer Kunden in Compiègne in Betrieb genommen. Damit hat EnviTec die Nähe zum französischen Markt weiter erhöht und kann seine Kunden künftig noch schneller und effizienter im Service bedienen.
Insgesamt wurden im Ausland Ende 2022 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 225 MW (Vorjahr: 200 MW) betreut, davon 165 MW (Vorjahr: 150 MW) im technischen und 60 MW (Vorjahr: 50 MW) im biologischen Bereich.
In Deutschland wurden zum Jahresende 2022 im biologischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 72 MW und 10 MW äquivalent (EnviThan) (Vorjahr: 72 MW / 10 MW) und im technischen Service
Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 270 MW und 12,6 MW äquivalent (EnviThan) (Vorjahr: 268 MW / 12,6 MW) betreut.
Die Materialkosten lagen mit 38,6 Mio. Euro um 7,5 % über dem Vorjahresniveau. Der Personalaufwand stieg auf 9,2 Mio. Euro (Vorjahr: 8,6 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen legten um 23,3 % auf 3,7 Mio. Euro zu. Ursache hierfür war ein allgemeiner Anstieg der Kosten im Zuge der expansiven Geschäftstätigkeit, insbesondere bei Transport- und Reisekosten. Unter dem Strich lag das operative Segmentergebnis (EBIT) mit -5,6 Mio. Euro unter dem Ergebnis des Vorjahres (Vorjahr: -4,4 Mio. Euro). Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass das negative Segmentergebnis durch die Bereinigung der Umsätze um Geschäfte mit Gesellschaften aus den Segmenten Eigenbetrieb und Anlagenbau im Rahmen der Konsolidierung auf Konzernebene zu erklären ist. Dies bedeutet, dass die Kosten, insbesondere der Materialaufwand, im Segment Service verbleiben, die Umsätze mit Gesellschaften aus den vorgenannten Segmenten jedoch konsolidierungsbedingt nicht mehr enthalten sind. In der Einzelbetrachtung ist das operative Ergebnis des Segments Service weiterhin deutlich positiv.
| UMSATZ SERVICE | |||
|---|---|---|---|
| 2021 | 41,6 Mio. EUR | ||
| 2022 | 46,1 Mio. EUR | ||
Im Segment Anlagenbau war im Geschäftsjahr 2022 dank einer hohen Nachfrage auf den internationalen Biogasmärkten ebenfalls eine sehr dynamische Entwicklung zu verzeichnen. Die für das Unternehmen weiterhin wichtigste Region ist Frankeich. Zunehmend an Bedeutung gewinnt außerdem der US-amerikanische Markt, der über ein außerordentliches Potenzial verfügt. Hier befinden sich derzeit 15 Biogas-Projekte in der Umsetzung, 5 weitere sind für das Jahr 2023 bereits in Planung.
Um den Bedarf an Gasaufbereitungsanlagen weltweit noch schneller abzudecken, wurde im Geschäftsjahr 2022 die Produktionskapazität für EnviThan-Container verdoppelt. Dazu wurde am Standort in Saerbeck eine neue, 1.800 m2 große Produktionshalle errichtet. Damit können neben den bereits sechs bestehenden Fertigungsplätzen bis zu sechs weitere Anlagen gleichzeitig gefertigt werden.
Zwar ging der Umsatz im Anlagenbau (inkl. Holding) gemäß HGB-Bilanzierung im Geschäftsjahr 2022 leicht zurück auf 67,9 Mio. Euro (Vorjahr: 70,1 Mio. Euro). Dies ist jedoch lediglich auf die zum Stichtag 31. Dezember 2022 geringere Anzahl schlussgerechneter Projekte zurückzuführen. Die Gesamtleistung, welche auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, stieg dagegen deutlich um 32,2 % auf 103,9 Mio. Euro. Die Materialkosten nahmen insbesondere im Zuge der erhöhten Bautätigkeit um 55,5 % auf 71,2 Mio. zu. Die Personalkosten stiegen ebenfalls deutlich um 25,9 % auf 13,7 Mio. Euro, da EnviTec zur Bewältigung des hohen Auftragseingangs zuletzt substanziell Personal aufgebaut hat. Insgesamt lag das Segmentergebnis (EBIT) im Zuge der geringeren Schlussrechnung zwar unter dem Wert des Vorjahres von 8,6 Mio. Euro, mit 4,8 Mio. Euro dennoch deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

Der Auftragsbestand im Anlagenbau summierte sich per Ende Dezember 2022 auf 217,7 Mio. Euro und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 28,3 % an (Vorjahr: 169,6 Mio. Euro). Davon sind 127,3 Mio. Euro bereits im Bau und teilweise in der Bestandsveränderung berücksichtigt. Mit 172,9 Mio. Euro entfällt der Großteil des Auftragsbestands auf die internationalen Biogas-Märkte. Dabei handelt es sich zu wesentlichen Teilen um Aufträge in Frankreich, den USA, Dänemark und China. Weitere wichtige Märkte sind Estland und Griechenland.
Rund 86,4 % der Aufträge stammen aus dem landwirtschaftlichen Bereich (Vorjahr: 87,4 %). Die übrigen Aufträge entfallen auf den Eigenbetrieb.

Durch die Wertschätzung unserer Mitarbeiter und die Förderung ihrer Fähigkeiten und Potenziale schaffen wir Zukunftsperspektiven für jeden Einzelnen und steigern die Werthaltigkeit der Gruppe als Ganzes. Gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital und die Basis für den Erfolg der EnviTec Biogas Gruppe.
Im Berichtszeitraum stieg die Zahl der Mitarbeiter von 518 auf 607 Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember 2022. Im Segment Anlagenbau wurde die Zahl der Beschäftigten aufgrund der sehr guten Auslastung von 139 auf 188 erhöht. Im Eigenbetrieb stieg die Zahl der Mitarbeiter von 163 Mitarbeiter auf 180 Mitarbeiter. Im Service-Segment stieg die Mitarbeiterzahl von 166 auf 192. In der Holdinggesellschaft, der EnviTec Biogas AG, waren 47 Beschäftigte zu verzeichnen (Vorjahr: 50). Der wesentliche Teil war mit 473 Beschäftigten weiterhin in Deutschland aktiv (Vorjahr: 402). An den Auslandsstandorten waren zum Stichtag 134 Mitarbeiter für EnviTec Biogas im Einsatz (Vorjahr: 116).

Die nachhaltige Personalentwicklung hat weiterhin höchste Priorität. Aufgrund der sich schnell ändernden Rahmenbedingungen brauchen wir mehr denn je flexible Mitarbeiter, die bereit sind, im Ausland zu arbeiten und sich offen gegenüber anderen Kulturen zu präsentieren sowie das Unternehmen adäquat zu vertreten. Die Beschäftigungspolitik der EnviTec ist darauf ausgelegt, nicht nur den Bedürfnissen des Unternehmens zu entsprechen, sondern ebenfalls auf die individuellen Interessen und Leistungen der Beschäftigten einzugehen. Hierzu zählen in einigen Bereichen monetäre Anreizsysteme wie beispielsweise eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung. Mit internen Weiter- und Ausbildungsmaßnahmen geben wir Mitarbeitern die Chance zur Weiterentwicklung und wollen sie langfristig für unser Unternehmen begeistern. Die auf den Beruf ausgerichteten Maßnahmen werden durch soziale Aktivitäten, die dem Gemeinschaftssinn und der Vermittlung unserer durch Verlässlichkeit und Fairness geprägten Unternehmenskultur dienen, ergänzt. Zudem ermöglicht EnviTec jungen Menschen mit einer Ausbildung oder einem dualen Studium den Einstieg in die Berufswelt. Dazu kooperiert das Unternehmen mit der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik Vechta (PHWT).
Am 5. Juli 2022 wählte die ordentliche Hauptversammlung der EnviTec Biogas AG einen neuen Aufsichtsrat, da die Amtszeit der bisher amtierenden Mitglieder mit Beendigung der Hauptversammlung endete.
Als neue Mitglieder wurden Ulf Hüttmeyer, aktuell Executive Vice President bei der EMP Structured Assets GmbH, sowie Silvia Breher, Mitglied des Deutschen Bundestags, in den Aufsichtsrat gewählt. Michael Böging, der bereits seit 2007 im Aufsichtsrat der Gesellschaft tätig ist, wurde als drittes Mitglied wiedergewählt. Die Amtszeit des neuen Aufsichtsrats läuft bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2027.
In seiner ersten, konstituierenden Sitzung bestimmte der Aufsichtsrat Ulf Hüttmeyer als Vorsitzenden und Michael Böging als seinen Stellvertreter.
Die Entwicklung des EnviTec Konzerns lag im Berichtszeitraum erneut deutlich über den ursprünglichen, konservativen Planungen des Unternehmens. Zunächst hatte das Management für den Berichtszeitraum bei einer steigenden Gesamtleistung (oder Umsatz) ein EBT in der Größenordnung von 27 bis 30 Mio. Euro in Aussicht gestellt.
In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 5. Juli 2022 wurde die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022 erstmals angepasst. Nun erwartete der Vorstand auf Konzernebene ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in der Bandbreite von 35 bis 40 Mio. Euro. Grund für die Erhöhung der Ergebnisprognose war, dass der Eigenbetrieb und insbesondere der BioEnergie Park Güstrow die Erwartungen des Managements übertraf. Darüber hinaus hatte die Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt bereits erhebliche Anzahlungen von Kunden erhalten und konnte so preisliche Absicherungen im Einkauf vornehmen, die die in der Planung erwarteten Preisanstiege abfederten.
Am 28. Juli 2022 passte der Vorstand der EnviTec Biogas AG die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022 erneut an und erwartete auf Konzernebene nunmehr ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in der Bandbreite von 45 bis 50 Mio. Euro. Grund für die erneute Erhöhung der Ergebnisprognose war der anhaltende Anstieg der Strom- und Gaspreise. Darüber hinaus wirkten sich die höheren Quotenpreise für den Einsatz emissionsarmen Biomethans im Transportsektor (RED II zertifiziert) positiv auf das Jahresergebnis aus. Die höheren Ergebnisse basierten auf einer deutlich steigenden Gesamtleistung (oder Umsatz), die nun in einer Bandbreite von 320 bis 350 Mio. Euro prognostiziert wurden.
Am 28. Dezember 2022 passte der Vorstand der EnviTec Biogas AG die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022 erneut an. Nun wurde auf Konzernebene ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in der Bandbreite von 60 bis 65 Mio. Euro erwartet. Grund für die erneute Erhöhung der Ergebnisprognose war die sehr gute Geschäftsentwicklung in allen Unternehmensbereichen, die über den bisherigen Planungen lag. Zudem wurde mit dem neuen Gesetz zur Einführung
einer Strompreisbremse vom 20. Dezember 2022 nun Planungssicherheit geschaffen, womit die daraus resultierenden Belastungen geringer ausfallen werden als in den bisherigen Planungen berücksichtigt wurden. Der Vorstand ging nun zudem von einer Gesamtleistung (oder Umsatz) in einer Bandbreite von 350 bis 400 Mio. Euro für das Jahr 2022 aus. Mit den nun vorgelegten Geschäftszahlen übertrifft das Unternehmen beim EBT leicht die angepeilte Bandbreite und liegt beim Umsatz innerhalb des Prognosekorridors.
| UMSATZ KONZERN | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2021 | 262,4 Mio. EUR | |||
| 2022 | 382,8 Mio. EUR | |||
Das größte Segment des Konzerns ist nach wie vor der Eigenbetrieb. Hier legte der Umsatz um 78,4 % auf 268,8 Mio. Euro zu. Die Gesamtleistung erhöhte sich ebenfalls deutlich auf 270,7 Mio. Euro (Vorjahr: 153,5Mio. Euro). Im Service-Bereich stiegen die Umsätze um 10,9 % auf 46,1 Mio. Euro (Vorjahr: 41,6Mio. Euro). Die Gesamtleistung verbesserte sich um 2,8 Mio. Euro auf 46,5 Mio. Euro (Vorjahr: 43,7Mio. Euro). Im Segment Anlagenbau (inkl. Holding) ging der Umsatz leicht auf 67,9 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 70,1Mio. Euro). Dagegen verbesserte sich die Gesamtleistung, die auch im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderungen berücksichtigt, deutlich um 32,2 % auf 103,9 Mio. Euro.
Die positive Entwicklung aller drei Segmente führte im Konzern zu einem Anstieg der Umsätze um 45,9 % auf 382,8 Mio. Euro (Vorjahr: 262,4 Mio. Euro). Auch die Konzerngesamtleistung stieg mit 52,7 % deutlich auf einen neuen Rekordwert von 421,1 Mio. Euro.
In Deutschland betrugen die erzielten Umsätze im Geschäftsjahr 284,9 Mio. Euro (Vorjahr: 164,3 Mio. Euro). Der Auslandsumsatz sank auf 97,9 Mio. Euro gegenüber 98,1 Mio. Euro im Vorjahr. Den größten Anteil am Auslandsumsatz hatten Frankreich und Italien. Die
dort realisierten Umsätze betrugen im Berichtszeitraum 56,4Mio. Euro respektive 19,6 Mio. Euro.
Der Materialaufwand ist der wesentliche Aufwandsposten des EnviTec Biogas Konzerns. Im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich dieser Posten auf Konzernebene um 53,4 % auf 281,4 Mio. Euro. Davon entfällt mit 61,0 % ein erheblicher Anteil auf das Segment Eigenbetrieb. Gründe hierfür waren das stark erhöhte Handelsvolumen im Bereich Energy und gestiegene Strom- und Gaspreise. Das Rohergebnis legte aufgrund der stark gestiegenen Gesamtleistung um 51,3 % auf 139,6 Mio. Euro zu. Der Personalaufwand erhöhte sich im Zuge des Personalaufbaus im Konzern auf 30,5 Mio. Euro (Vorjahr: 26,1 Mio. Euro). Damit lag die Personalkostenquote bezogen auf den Umsatz bei 8,0 % (Vorjahr: 9,9 %). Bezogen auf die Gesamtleistung betrug die Quote 7,2 % nach 9,5 % im Vorjahr.
Die Abschreibungen lagen im Berichtszeitraum bei 15,4 Mio. Euro (Vorjahr: 14,7 Mio. Euro). Der sonstige betriebliche Aufwand, der sich u.a. aus Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zusammensetzt, erhöhte sich um 16,6 % auf 33,2 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf den expansiven Ausbau des Geschäfts, Aufwendungen aus der sich im Umbau befindlichen Bio-LNG-Anlage in Güstrow sowie auf sonstige Instandhaltungsmaßnahmen im Eigenbetrieb zurückzuführen.
Die EnviTec Gruppe verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 dank einer dynamischen Entwicklung in allen Segmenten eine hohe Profitabilität mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 75,9 Mio. Euro (Vorjahr: 37,8 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte sich im Konzern von 23,0 Mio. Euro auf 60,5 Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag bei 15,8 % (Vorjahr: 8,8 %).
Der Zinsaufwand blieb im Geschäftsjahr 2022 mit 1,2 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Die Zinserträge lagen bei 0,5 Mio. Euro nach 0,6 Mio. Euro im Vorjahr. Daraus resultierte ein Finanzergebnis per Saldo von -0,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,6 Mio. Euro). Das Ergebnis aus at-Equity bewerteten Beteiligungen betrug 6,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro). Abschreibungen auf Finanzanlagen
fielen im Geschäftsjahr 2022 keine an (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro). Insgesamt erwirtschaftete die EnviTec Gruppe ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 66,6 Mio. Euro, und übertraf damit das Vorjahresergebnis von 23,3 Mio. Euro deutlich. Der Ertragssteueraufwand erhöhte sich auf 18,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro).
Die wesentlichen Ergebnistreiber waren die bereits genannten Entwicklungen, darunter die hohen Produktionsmengen im BioEnergie Park Güstrow bei gleichzeitig höheren Abnahmepreisen und die insgesamt positive Geschäftsentwicklung in allen Segmenten des Konzerns. Der Ergebnisbeitrag aus den im Zuge des Ukraine-Kriegs gestiegenen Strom- und Gaspreisen spielten dabei auch eine Rolle, wesentlicher war allerdings die nachhaltige aktuelle Marktdynamik.
Unter dem Strich stieg der Konzernjahresüberschuss von 16,9 Mio. Euro auf 48,3 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie für das Jahr 2022 beträgt damit Euro 3,25 Euro (Vorjahr: 1,14 Euro).
Im Einzelabschluss der AG betrug der Bilanzgewinn 118,1 Mio. Euro. Vorstand und Aufsichtsrat der EnviTec Biogas AG schlagen vor, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von 2,00 Euro je Aktie auszuschütten.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 betrug die Bilanzsumme des EnviTec Konzerns 340,6 Mio. Euro, was einem Anstieg um 87,8 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresstichtag entspricht.
Auf der Aktivseite erhöhte sich das Anlagevermögen um 20,5 % auf 143,3 Mio. Euro. Dabei sank der Wert der immateriellen Vermögenswerte leicht von 8,9 Mio. Euro auf 8,5 Mio. Euro. Demgegenüber stieg der Wert der Sachanlagen zum 31.Dezember 2022 um 28,8 % auf 103,3 Mio. Euro. Zu dieser Entwicklung trugen vor allem die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau bei, die im Zuge des Umbaus des BioEnergie Park Güstrow von 2,4 Mio. Euro auf 24,2 Mio. Euro stiegen. Die größte Position unter den Sachanlagen, die Technischen Anlagen und Maschinen, lagen mit 43,1 Mio. Euro in etwa auf dem Niveau zum Jahresende 2021.
Die Finanzanlagen erhöhten sich von 29,7 Mio. Euro auf 31,5 Mio. Euro, wobei insbesondere der Wert der at-Equity bewerteten Beteiligungen zum 31. Dezember 2022 im Zuge der positiven Beteiligungsergebnisse um 5,6 Mio. Euro auf 20,7 Mio. Euro stieg. Die sonstigen Ausleihungen gingen von 8,1 Mio. Euro auf 7,0 Mio. Euro zurück und die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sanken von 6,0 Mio. Euro auf 3,4 Mio. Euro.
Das Umlaufvermögen stieg um 48,9 % auf 192,4 Mio. Euro. Dabei erhöhten sich insbesondere die liquiden Mittel von 19,8 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag auf 69,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022. Auch der Wert der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände legte deutlich um 34,2 % auf 60,2 Mio. Euro zu. Bei den Vorräten war ein leichter Rückgang von -2,7 % auf 62,8 Mio. Euro zu verzeichnen. Dabei stieg der Wert der unfertigen Erzeugnisse um 19,2 Mio. Euro auf 76,4 Mio. Euro, was aus dem gestiegenen Projektvolumen im Segment Anlagenbau resultierte. Der Wert der erhaltenen Anzahlungen erhöhte sich durch Vorauszahlungen für sich im Bau befindliche Projekte signifikant.
Auf der Passivseite verfügt die Gesellschaft nach wie vor über eine komfortable Eigenkapitalausstattung in Höhe von 167,2 Mio. Euro. Dabei erhöhte sich die Position aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung gegenüber dem Vorjahresstichtag um 24,7 % (31. Dezember 2021: 134,1 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote lag bei 49,1 % (31. Dezember 2021: 53,0 %). Damit besitzt das Unternehmen weiterhin ein gutes Fundament, um seine erfolgreiche Expansion auf den internationalen Biogasmärkten fortzusetzen.
Die Gesamtverbindlichkeiten beliefen sich auf 144,5 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 103,3 Mio. Euro). Hier erhöhten sich insbesondere die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen zum 31. Dezember 2022 auf 39,4 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 14,5 Mio. Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen um 23,8 % auf 59,2 Mio. Euro, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 17,1 % auf 22,6 Mio. Euro. Wesentlicher Faktor für die beschriebenen Veränderungen war der Ausbau der Geschäftstätigkeit in den Segmenten des Unternehmens.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, nahmen von 4,5 Mio. Euro auf 12,4 Mio. Euro zu. Die sonstigen Verbindlichkeiten gingen zum Bilanzstichtag 2022 zurück von 16,9 Mio. Euro auf 10,9 Mio. Euro. Die Rückstellungen betrugen 26,0 Mio. Euro gegenüber 11,2 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag.
Die Investitionen des Konzerns in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen beliefen sich im Jahr 2022 auf 38,4 Mio. Euro nach 15,2 Mio. Euro im Vorjahr. Wie schon in den Jahren zuvor entfielen die Investitionen im Wesentlichen auf das Segment Eigenbetrieb. Für 2023 rechnet EnviTec mit steigenden Investitionen.
| INVESTITIONEN KONZERN | ||
|---|---|---|
| 2021 | 15,2 Mio. EUR | |
| 2022 | 38,4 Mio. EUR | |
Zum Bilanzstichtag standen liquide Mittel in Höhe von 69,4 Mio. Euro (Vorjahr: 19,8 Mio. Euro) und sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände in Höhe von 15,6 Mio. Euro (Vorjahr: 16,5 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Summe von 85,0 Mio. Euro deckt die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 10,9 Mio. Euro (Vorjahr: 20,8 Mio. Euro) vollständig. Außerdem standen EnviTec Biogas zum 31.12.2022 nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von rund 38,4 Mio. Euro zur Verfügung.

Der Netto-Cashflow im EnviTec Konzern bewegte sich mit 97,3 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau (37,4 Mio. Euro). Bei einem ebenfalls gestiegenen Brutto-Cashflow führte die Abnahme der sonstigen Forderungen sowie anderer Aktiva und die Zunahme der sonstigen Verbindlichkeiten und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu einer höheren Betriebsmittelbindung. Der Abfluss aus investiver Tätigkeit erhöhte sich deutlich auf 35,9 Mio. Euro. Der Abfluss aus Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum sank deutlich von 19,7 Mio. Euro auf 4,5 Mio. Euro, aufgrund der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 61,4 Mio. Euro bei einer Dividendenzahlung in Höhe von 14,9 Mio. Euro und Tilgungen von Finanzmitteln in Höhe von 49,4 Mio. Euro.
Das Mutterunternehmen des Konzerns, die EnviTec Biogas AG, Lohne, hält 150.000 eigene Aktien der Gesellschaft. Wir verweisen auf die entsprechenden Angaben im Konzernanhang gemäß § 315 Abs. 2 Satz 2 HGB und § 160 Absatz 1 Nr. 2 AktG.
Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle Führungskräfte sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert.
Die EU-Richtlinie RED II und die deutsche Umsetzung im Rahmen des THG-Gesetzes haben zu einer spürbaren Zunahme der Nachfrage nach fortschrittlichen Biokraftstoffen geführt. Auch weltweit steigt die Energienachfrage. Ausgelöst durch die russische Invasion der Ukraine hat die Europäische Kommission im März 2022 außerdem ihren REPowerEU-Plan vorgestellt. Er beinhaltet Vorschläge, wie Europa deutlich vor 2030 von fossilen Energiequellen aus Russland unabhängig werden kann. In den letzten fünf Jahren importierte Deutschland etwa 53 % seines durchschnittlichen jährlichen Gasverbrauchs in Höhe von gut 914 TWh aus Russland. Im Rahmen einer Diversifizierung der Gasversorgung sieht der REPowerEU-Plan der Europäischen Kommission auch eine wichtige Rolle für Biomethan vor. Experten gehen davon aus, dass die Bestandsanlagen in Deutschland bei einer Umstellung auf Gaseinspeisung kurzfristig bis zu 132 TWh Gas im Jahr erzeugen könnten. Mittelfristig seien sogar 160 TWh möglich. Das entspricht etwa einem Drittel der russischen Gasimporte. Daraus ergeben sich perspektivisch große Wachstumspotenziale für die Biogas-Branche.
Biogas dient als grund- und spitzenlastfähige erneuerbare Energie, die dezentral produziert werden kann, und ist ein flexibler und verlässlicher Strom- und Wärmelieferant. Zudem können mit der Produktion von Biogas biologische Reststoffe intelligent genutzt werden. Viel Potenzial verspricht künftig auch die Verwendung als CO2-armer Kraftstoff (Bio-CNG oder Bio-LNG). Der Alleskönner Biomethan kann dabei in allen Verbrauchssektoren, insbesondere aber im Verkehrs- und Wärmebereich, in denen bislang keine befriedigenden Beiträge zur CO2-Reduzierung erzielt wurden, einen nachhaltigen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten.
Dies kommt auch dem Geschäft von EnviTec zugute. Durch die Übernahme des Bioenergie-Parks Güstrow hat sich EnviTec bereits eine vorteilhafte Position im Bereich der Aufbereitung von Bio-LNG für den Verkehrssektor gesichert. Im zweiten Quartal 2023 startet hier der Testbetrieb. Künftig sollen dort 9.600 Tonnen Bio-LNG pro Jahr produziert werden. Weltweit wird EnviTec durch die gezielte Fortsetzung der Internationalisierung in den für Biogas und Biomethan vielversprechendsten Märkten versuchen, seine Marktposition auszubauen und zu stärken. Für den Neubau von Anlagen ergeben sich Chancen in etablierten Märkten wie Frankreich, Dänemark, Italien und Großbritannien. Außerhalb Europas sind die USA und China die attraktivsten Märkte.
In bereits etablierten Märkten bieten sich zusätzliche Chancen, wenn Mitbewerber auf kurzfristige Veränderungen der Rahmenbedingungen nicht adäquat reagieren können oder dem herrschenden Wettbewerb nicht gewachsen sind. EnviTec eröffnen sich dadurch insbesondere im Bereich Service und bei der Um- und Aufrüstung bestehender Anlagen sowie im Bereich Eigenbetrieb punktuell Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Kunden und Marktanteile. In Deutschland und Europa sieht EnviTec Biogas zudem in der Nutzung und dem weiteren Ausbau der bestehenden Gasinfrastruktur im Verkehrssektor eine enorme Chance.
Unternehmensstrategische Chancen bieten sich für EnviTec Biogas insbesondere in einer weiteren Internationalisierung der Geschäftstätigkeit. Zusätzliche Chancen auf den internationalen Biogasmärkten sollen weiterhin wahrgenommen werden. Im Fokus stehen dabei zum einen Märkte, in denen der Ausbau von Anlagen zur
Biogasherstellung bzw. -aufbereitung voranschreitet und EnviTec als führender Anlagenbauer von dieser allgemeinen Entwicklung profitieren kann.
Darüber hinaus sieht EnviTec vor allem in den USA große Wachstumschancen. Auch in China erwarten wir im Zuge des Auslaufens der Pandemie-Restriktionen das sich das Geschäft wieder belebt.
In technischer Hinsicht bieten sich Wachstumschancen für EnviTec vor allem im Bereich des Bio-LNG-Markts. Bio-LNG wird vor allem für mittlere und schwere Lkw, die längere Strecken zurücklegen müssen, eingesetzt. Durch die Übernahme des Bioenergie-Parks Güstrow und die Gründung eines Joint-Ventures mit der Leipziger BALANCE Erneuerbare Energien GmbH hat sich EnviTec hier bereits in eine aussichtsreiche Stellung gebracht. Auch bestehende Anlagen in Eigenbetrieb sollen sukzessive auf die Produktion von Bio-LNG umgestellt werden.
Der Markt für Bio-CNG und -LNG bietet generell Anlagenbetreibern eine Chance, ihre Anlage nach Auslaufen der EEG-Förderung als Hersteller des Grundstoffes Biomethan weiter wirtschaftlich führen zu können.
Leistungswirtschaftliche Potenziale ergeben sich für EnviTec Biogas entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur Vermarktung. Durch die Analyse und Optimierung ergeben sich Chancen bei der Erhöhung der Rentabilität.
In einem Risiko-Management-Handbuch hat EnviTec Biogas die Aufgaben, Berichts- und Organisationsstrukturen verbindlich festgehalten. In diesem Handbuch werden Risiken definiert und der gesamte Risikomanagementprozess beschrieben. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, Risiken unter Berücksichtigung definierter Kategorien zu bewerten und zu überwachen, um bei Bedarf entsprechend gegensteuern zu können. Anhand einer regelmäßig aktualisierten Risikoinventurliste werden diese vierteljährlich überprüft. Plötzlich auftretende Risiken, die hinsichtlich Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit nennenswerte Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung und auf den Unternehmenswert haben, werden dem Vorstand unverzüglich mitgeteilt. Dieser trifft daraufhin die notwendigen Entscheidungen. Im Rahmen der Berichterstattung an den Aufsichtsrat informiert der Vorstand fortlaufend über die wesentlichen Risiken und erörtert die ergriffenen Maßnahmen zur Steuerung dieser Risiken.
EnviTec ist ein international tätiges Unternehmen. Es bewegt sich in einem Marktumfeld, das sich dynamisch verändert. Daraus ergeben sich Risiken, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln in Verbindung stehen. Grundsätzlich lassen sich Risiken durch Änderungen der Rahmenbedingungen oder technologischer Weiterentwicklungen nicht völlig vermeiden. EnviTec passt daher das Risikomanagement kontinuierlich den neuen Entwicklungen an. Risiken, die nichts mit den Kernzielen der Unternehmensentwicklung zu tun haben, werden im Konzern nicht eingegangen.
Zu den Kernzielen im Zusammenhang mit der Unternehmensentwicklung zählen:
Die Entwicklung und die Umsetzung des Geschäftsmodells und eine nachhaltige Unternehmenswertsteigerung,
die Sicherstellung der Liquidität.
Bestandsgefährdende Risiken sind dem Vorstand nicht bekannt. Im Folgenden werden Einzelrisiken beschrieben, die den Unternehmenswert und die Geschäftsentwicklung potenziell gefährden könnten.
Mehrere Entwicklungen haben zuletzt Probleme auf den Beschaffungsmärkten ausgelöst. Angefangen mit der Unterbrechung von Lieferketten im Zuge der Corona-Pandemie setzten der Krieg in der Ukraine und Lockdowns in China die Beschaffungsmärkte ab Anfang 2022 noch einmal zusätzlich unter Druck. Auch künftig könnten sich Beschaffungsrisiken ergeben, die sich für EnviTec insbesondere auf den Bau der Biogasanlagen auswirken könnten. Die hierfür erforderlichen Komponenten bezieht EnviTec zu einem großen Teil von Lieferanten. Insbesondere die eingesetzten Blockheizkraftwerke werden weltweit nur von wenigen Herstellern angeboten und geliefert. So können für Komponenten Lieferengpässe entstehen. Ein weiteres Risiko stellen kurzfristig steigende Preise bzw. eine schwierige Preisbildung dar. 2022 lag die Inflationsrate in Deutschland bei durchschnittlich 6,9 %. Für das Jahr 2023 rechnen Experten mit einer Rate von unter 6 Prozent. Auf den Rohstoffmärkten sind die Preise, insbesondere auch infolge des Kriegs in der Ukraine, ebenfalls stark gestiegen. EnviTec beugt diesen Entwicklungen durch enge Geschäftsbeziehungen und fest vereinbarte Konditionen vor.
Lieferengpässe sind auch möglich durch Umweltkatastrophen oder flächendeckend schlechte Witterungsbedingungen und damit verbundene Ernteausfälle bei den für den Betrieb von Biogasanlagen eingesetzten Substraten, also nachwachsenden oder organischen Roh- bzw. Reststoffen. Aufgrund großer Nachfrage könnten die Preise für benötigte Einsatzstoffe steigen. Dadurch könnte die Wirtschaftlichkeit der Biogasanlagen im Eigenbetrieb gefährdet werden. Dieses Risiko wird unter anderem durch langfristige Lieferverträge mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben und hohe Lagerbestände reduziert.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Beschaffungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt im Eigenbetrieb aufgrund steigender Rohstoffpreise sowie im Anlagenbau durch aktuell bereits gestörte Lieferketten wahrscheinlich sind. Die potenziellen Auswirkungen auf den Konzern bewertet EnviTec im Eigenbetrieb als erheblich und im Anlagenbau als moderat.
Der wirtschaftliche Erfolg der von EnviTec Biogas angebotenen Produkte und Serviceleistungen ist von der Förderung erneuerbarer Energien durch rahmenpolitische Vorgaben abhängig. Hierzu zählt in Deutschland an erster Stelle das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Mit dem EEG vergleichbare Regelungen bestehen auch in den meisten anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union und in einigen Ländern außerhalb der EU.
Diese Regelungen sind für den dortigen Erfolg des Biogassektors ebenfalls von maßgeblicher Bedeutung. Eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Errichten, das Erweitern und den Betrieb von Biogasanlagen in Deutschland oder in anderen Staaten kann sich vor- und nachteilig auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage von EnviTec Biogas auswirken.
Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es zum Teil Vorbehalte von Bürgern und Interessengruppen gegenüber Biogasanlagen und deren Bau. EnviTec Biogas hat daher zusammen mit anderen Unternehmen in Deutschland im Juni 2009 den Biogasrat gegründet, um der Politik, der Wirtschaft und anderen Interessengruppen als Ratgeber und Ansprechpartner zur Seite zu stehen und Vorurteile auszuräumen. Zielsetzung ist es, die landwirtschaftliche und industrielle Ausrichtung der Biogastechnologie zu fördern und im Hinblick auf die Gesetzgebung und Produkte die gemeinsamen Anliegen zu vertreten.
EnviTec Biogas beabsichtigt, die internationalen Aktivitäten weiter auszubauen und damit Wachstumschancen zu nutzen. Hieraus resultiert eine Reihe von Risikofaktoren. Dazu zählen zum Beispiel mögliche Veränderungen der in den einzelnen Ländern herrschenden politischen, volkswirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen, kulturellen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Hinzu kommt die Möglichkeit einer unerwarteten Änderung der ausländischen Gesetze und Vorschriften, die sich negativ auf die Geschäftstätigkeit von EnviTec Biogas auswirken können.
In einem Teil der Länder, in denen das Unternehmen bereits tätig ist oder in denen es plant, tätig zu werden, herrschen im Vergleich zu den Mitgliedsstaaten der EU deutlich instabilere volkswirtschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen. Unzureichend entwickelte Rechts- und Verwaltungssysteme können behördliche
Genehmigungen erschweren oder gar verhindern, Kundenaufträge beeinträchtigen oder es erschweren, Forderungen und andere Ansprüche durchzusetzen. Das Unternehmen hat in den Ländervertretungen und im Konzernmanagement intensiv Know-how aufgebaut und versucht, die Veränderungen zu antizipieren und sich und die Kunden darauf vorzubereiten. Länder, in denen EnviTec Biogas nach einem umfangreichen und kontinuierlichen Monitoring keine Chancen sieht, zieht das Management nicht in Erwägung oder zieht sich aus diesen wieder zurück.
Bestehende Währungsrisiken wurden durch Devisentermingeschäfte abgesichert (siehe "Währungsrisiken"). Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit die genannten Umfeld- und Branchenrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar insgesamt wahrscheinlich ist, schätzt aber bei Eintritt eines Risikos die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als moderat ein.
Die Unternehmensentwicklung von EnviTec Biogas ist von qualifizierten Mitarbeitern abhängig. Gelingt es nicht, fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter zeitnah einzustellen oder Schlüsselqualifikationen im Unternehmen zu halten, wird auch die Unternehmensentwicklung gebremst. Die Gesellschaft setzt kontinuierlich und intensiv Personalmarketinginstrumente ein und stimmt den Bedarf eng mit den Fachabteilungen ab. Gleichzeitig bildet das Unternehmen die Mitarbeiter gezielt weiter und steigert das Know-how durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fakultäten der Hochschulen.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Personalrisiken hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als wahrscheinlich und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt als moderat.
Bestehende oder auch zukünftige Wettbewerber können versuchen, über eine aggressive Preis- und Akquisitionspolitik Marktanteile hinzuzugewinnen. Durch das kontinuierliche Absenken der Mindestvergütungen für Strom aus netzgekoppelten Biogasanlagen nach dem EEG in Deutschland und dem damit verbundenen Zwang zu einer permanenten Kostenreduzierung und ähnlichen Entwicklungen im Ausland wird dieser Wett-
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Wettbewerbsrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.
Biogasanlagen unterliegen einem raschen technologischen Wandel. Der Markt für Biogasanlagen wird durch stetig verbesserte neue Produkte und Serviceleistungen vorangetrieben. Kurze Produktlebenszyklen und sich häufig ändernde Kundenanforderungen prägen ihn. Wir gehen davon aus, dass dies auch zukünftig der Fall sein wird. Unsere Wettbewerber könnten dadurch, dass sie neue Produkte oder Serviceleistungen zeitlich früher oder günstiger einführen, einen Vorsprung erzielen oder sich exklusive Rechte an neuen Technologien sichern. Der künftige Erfolg von EnviTec Biogas hängt daher von der Fähigkeit ab, rechtzeitig und kontinuierlich Produkte und Serviceleistungen zu entwickeln und Technologie-Partnerschaften einzugehen.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit technologische Risiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.
Die Auswirkungen der volkswirtschaftlichen Entwicklungen auf die Kunden und die Auftrags- und Absatzsituation sind schwer abzuschätzen. Ein Rückgang des Auftragsbestandes durch Stornierungen oder fehlende neue Auftragseingänge hätte Einfluss auf die weitere Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Zum frühzeitigen Erkennen von sich verschiebenden Aufträgen intensiviert EnviTec Biogas die Kommunikation mit den Kunden und unterstützt diese bei den Genehmigungsverfahren. Bei der Vermarktung und dem Verkauf von aus Biogas erzeugtem Strom und Gas geht das Unternehmen langfristige Kauf- und Verkaufspositionen ein. Dies könnte bei einem Angebotsüberhang (long) oder einer Angebotsunterdeckung (short) verbunden mit einer negativen Marktentwicklung zu erheblichen Verlusten führen. Derzeit sind alle etwaigen Positionen innerhalb des eigenen Konzerns mit erstklassigen Bonitäten gedeckt. Um Forderungsausfall vorzubeugen, hat das Unternehmen
das Forderungsmanagement sowie die Bonitätsprüfung nachhaltig verbessert.
Hierbei wird der Vorstand in einem wöchentlichen Reporting über den Stand der offenen Posten informiert. Zusätzlich wird jeder verantwortliche Projektleiter 14-tägig über die ausstehenden Forderungen in Kenntnis gesetzt. Anschließend wird ein entsprechender Mahnlauf gestartet.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit das Auftrags- und Absatzrisiko als strategisches Risiko, dessen Eintritt unwahrscheinlich ist. Zudem werden die potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als gering eingeschätzt. Insgesamt sieht EnviTec im Auftrags- und Absatzmanagement keine wesentlichen Risiken.
Der EnviTec Konzern verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen definiert und in der Organisation umgesetzt wurden. Es ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse beziehungsweise Transaktionen gewährleistet ist. Es stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften und der internen Anweisungen sicher.
Auf Basis der Daten der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften werden die konsolidierten Rechenwerke zentral erstellt. Die Konsolidierungsmaßnahmen erfolgen dabei durch geschulte Mitarbeiter. Das Management in den Gesellschaften des Konzerns trägt die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung der lokalen Internen Kontroll-Systeme (IKS). Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Größe und Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Es dient jedoch dazu, mit ausreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken. Die weiteren Prozesse stellen hohe Anforderungen an unsere Organisation und binden erhebliche Managementressourcen. Es besteht das Risiko, dass der Aufbau nicht mit den Anforderungen des Unternehmens Schritt
halten kann. Das Unternehmen entwickelt daher die Organisations-, Informations- und Führungsstrukturen kontinuierlich und mit einer hohen Priorität weiter.
Umsätze und Einkäufe werden grundsätzlich in der Konzernwährung Euro ausgeführt. Wesentliche Währungsrisiken resultieren hieraus nicht. Währungsrisiken können im Zusammenhang mit Geschäften der Tochtergesellschaften in Großbritannien, Tschechien und in den USA entstehen. Währungsrelationen werden von uns deshalb laufend beobachtet, um gegebenenfalls rechtzeitig Kurssicherungsmaßnahmen durchführen zu können.
Zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Aufträgen in den USA wurden Devisentermingeschäfte in Höhe von 1,0 Mio. USD abgeschlossen. Hierdurch werden zukünftig erwartete Zahlungseingänge von Tochterunternehmen abgesichert.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Währungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt aufgrund der konservativen Hedgingstrategie unwahrscheinlich ist und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt moderat wären.
Alle langfristigen Verbindlichkeiten des EnviTec-Konzerns sind festverzinslich und unterliegen somit einem fair-value Risiko, so dass mögliche Zinssteigerungen kein Risiko für das Unternehmen darstellen.
Der IWF erwartet laut aktueller Konjunkturprognose von April 2023, dass sich die globale Wachstumsdynamik im Gesamtjahr 2023 auf 2,8 % abkühlen wird. Laut IWF befindet sich die Weltwirtschaft dabei in einem fragilen Zustand, der die Auswirkungen der Ereignisse der letzten drei Jahre - vor allem die COVID-19-Pandemie und der Einmarsch Russlands in der Ukraine – widerspiegelt. Für die Industriestaaten rechnet der IWF bis Jahresende mit einem Wachstum von 1,3%. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 3,9 % zulegen. In den Staaten der Eurozone wird ein Anstieg um 0,8 % prognostiziert. In den für EnviTec besonders wichtigen Märkten wie Deutschland (-0,1 %), Frankreich (+0,7%) und den USA (+1,6 %) wird eine durchwachsene Wirtschaftsentwicklung erwartet. Wesentliche Unsicherheitsfaktoren sind dabei die weiterhin hohe Inflation, instabile Finanzmärkte sowie die weitere Eskalation geopolitischer Konflikte.
Die regulatorischen Neuerungen der vergangenen Jahre haben auch in Deutschland neue Perspektiven für die Biogasbranche eröffnet. Dennoch sind die aktuellen Regelungen in Deutschland nicht ausreichend, um den möglichen Beitrag von Biogas zu einer signifikanten Beschleunigung der Energiewende in Deutschland zu heben. Klimaschutzpotenziale fortschrittlicher Kraftstoffe biogenen Ursprungs sollten umgesetzt werden und Marktakteure Investitions- und Planungssicherheit erhalten. Stattdessen ist eine hohe politische Fragilität zu konstatieren, die keine gesicherten Rahmenbedingungen bietet und so Investitionen bremst oder verhindert.
In den internationalen Märkten sind die Rahmenbedingungen, insbesondere für den Anlagenbau, weiterhin deutlich attraktiver. Länder wie Frankreich oder die USA – insbesondere auf einzelstaatlicher Ebene – treiben die
Energiewende konsequent voran. Weitere dynamische Märkte sind Italien, Dänemark sowie aktuell süd- und osteuropäische Staaten wie Griechenland und Estland.
Auf europäischer Ebene schafft vor allem der REPowerEU-Plan neue Anreize. Die Europäische Kommission will dadurch Europa deutlich vor 2030 von fossilen Energiequellen aus Russland unabhängig machen und sieht dabei auch eine wichtige Rolle für Biomethan vor. Als konkrete Zielmarke wurden 35 Mrd. Nm3 Biomethan im Jahr 2030 genannt, was einer Verzehnfachung der aktuellen Produktionsmenge entspräche.
Ungeachtet aller politischen Unwägbarkeiten lässt sich aktuell eine Zeitenwende im Biogassektor konstatieren. Hauptursache für die neue Marktdynamik ist vor allem die Bekämpfung des immer stärker zu Tage tretenden Klimawandels, die auch in neuen regulatorischen Vorgaben und ambitionierten Ausbauzielen für Erneuerbare Energien ihren Ausdruck findet. Dabei wurden die Herausforderungen einer Dekarbonisierung des Verkehrssektors, der Wärmeversorgung und der Stromproduktion durch die aktuellen Verwerfungen am Energiemarkt im Zuge des Ukraine-Krieges nur zusätzlich befeuert.
EnviTec ist dank seiner frühzeitigen internationalen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit, einer gesunden finanziellen Grundlage, technologischer Stärke und einem profitablen, integrierten Geschäftsmodell strategisch hervorragend aufgestellt, um in dieser Situation neue Chancen wahrzunehmen und weiter zu wachsen.
Ziel bleibt, in allen Segmenten kontinuierlich eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen. Gleichzeitig will das Unternehmen mittel- bis langfristig einen wachsenden Anteil des Konzernergebnisses nicht mehr aus dem geförderten Biogasbereich generieren. Auch Expansionsmöglichkeiten in andere Bereiche der Erneuerbaren Energien werden von EnviTec kontinuierlich beobachtet.
Aktuell von besonderem Interesse sind Einsatzmöglichkeiten für den flexiblen Energieträger Biogas im Wärme- und Transportbereich, die einen Weiterbetrieb außerhalb des EEG ermöglichen. Dazu gehört die Produktion fortschrittlicher Biokraftstoffe. Mit Start des Testbetriebs der neuen Bio-LNG-Produktionsanlage in Güstrow im zweiten Quartal 2023 fungiert EnviTec dann erstmals als unabhängiger Anbieter von CO2 freiem Kraftstoff für den Nutz- und Schwerlastverkehr. Mit der Produktion von 9.600 Tonnen Bio-LNG pro Jahr – grüner Treibstoff für 50.000.000 LKW km/Jahr – ist ein Umsatzpotenzial in zweistelliger Millionenhöhe verbunden. Verträge mit Kunden, die LNG als alternativen Kraftstoff an Tankstellen anbieten werden, sind bereits geschlossen. Darüber hinaus plant das Unternehmen im Rahmen eines Joint-Ventures mit der Leipziger BALAN-
CE Erneuerbare Energien GmbH die Errichtung einer Bio-LNG-Verflüssigungsanlage in Berlin-Ahrensfelde.
Insgesamt führen die Veränderungen im Energie- und Verkehrssektor und der Einstieg in die Produktion von Bio-LNG dazu, dass EnviTec Biogas in den kommenden Jahren ein neues Umsatzpotenzial erschließen kann. Die derzeit hohen Preise für Rohstoffe und Baumaterialien, die insbesondere durch die Störung der internationalen Lieferketten und die Folgen des Ukraine-Kriegs ausgelöst wurden, haben das Potenzial, sich mittelfristig negativ auszuwirken. Auch schwache Ernteerträge infolge von Dürren und anderen Klimafolgen in Südund Mitteleuropa stellen ein wesentliches Risiko dar. Gleichzeitig geht EnviTec davon aus, dies im Zuge einer fortgeführt guten Geschäftsentwicklung kompensieren zu können.
Im Anlagenbau ergeben sich in Deutschland aktuell punktuelle Chancen aus der Flexibilisierung von Anlagen sowie der Umrüstung von Altanlagen auf Gasaufbereitung. Demgegenüber wird EnviTec auch im laufenden Jahr von den positiven Rahmenbedingungen auf den internationalen Märkten profitieren. Der Auftragsbestand per Ende Dezember 2022 summierte sich auf 217,7 Mio. Euro. Dabei handelt es sich zu wesentlichen Teilen um Aufträge in Frankreich, den USA und in China. Abhängig von der konkreten Anzahl der bis zum Jahresende schlussgerechneten Projekte wird der Anlagenbau gegenüber dem Vorjahr sowohl bei Umsatz (oder Gesamtleistung) als auch beim Ergebnis (EBT) das Niveau des Vorjahres deutlich übertreffen.
Im Eigenbetrieb stehen sich im Geschäftsjahr 2023 mehrere gegenläufige Tendenzen gegenüber: Auf der einen Seite voraussichtlich weiter etwas sinkende Stromund Gaspreise sowie steigende Preise für Rohstoffe und Material, auf der anderen Seite weiterhin hohe Preise für RED-II-zertifiziertes Biomethan sowie der Start des Testbetriebs der neuen Bio-LNG-Produktionsanlage. Darüber hinaus hat EnviTec auf Basis der hohen Energiepreise im Jahr 2022 Stromlieferverträge für das Jahr 2023 abgeschlossen, die in 2023 im Bereich Energy (Segment Eigenbetrieb) zu einem Ertrag von rd. 30 Mio. Euro führen, den wir für die Zukunft nicht wieder erwarten. Unter dem Strich geht EnviTec daher davon aus, beim Umsatz und Ergebnis das hervorragende
Vorjahresniveau nochmals zu übertreffen.
Im Segment Service erwartet EnviTec im laufenden Geschäftsjahr einen nahezu gleichbleibenden Geschäftsverlauf. Der Ausbau der Geschäftstätigkeit in den internationalen Märkten, vor allem in den USA, wird das Ergebnis zunächst belasten. Daher wird für das Geschäftsjahr 2023 im Servicebereich insgesamt eine Gesamtleistung (oder Umsatz) auf Vorjahresniveau mit leicht niedrigerem Ergebnis (EBT) prognostiziert.
Auf Konzernebene wird im Geschäftsjahr 2023 auf Basis der beschriebenen Entwicklung in den Segmenten eine Gesamtleistung (oder Umsatz) in einer Bandbreite von 400 bis 450 Mio. Euro prognostiziert. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) erwartet der EnviTec-Vorstand unter Berücksichtigung des Einmaleffekts aus dem Bereich Energy eine Bandbreite von 85-105 Mio. Euro zu erreichen.
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor, insbesondere im Geschäftsbereich Anlagenbau, bleiben der Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Folgen für den Energiemarkt, Lieferketten und Preisentwicklung.
Ausdrücklicher Dank von Seiten des Vorstands und Aufsichtsrats gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der EnviTec Gruppe, die mit Teamgeist und Innovationskraft den Erfolg des Unternehmens in den vergangenen Jahren erst möglich gemacht haben.
Lohne den 12. Mai 2023
Der Vorstand der EnviTec Biogas AG
Olaf von Lehmden Jörg Fischer Jürgen Tenbrink
042
| B. | Umlaufvermögen | 31.12.2022 in EUR | 31.12.2021 in TEUR |
|---|---|---|---|
| I. | Vorräte | ||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 53.187.033,18 | 54.907 | |
| 2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 76.368.417,90 | 57.123 | |
| abzüglich erhaltene Anzahlungen | -74.188.929,86 | - 51.910 | |
| 2.179.488,04 | 5.213 | ||
| 3. Fertige Erzeugnisse | 1.856.466,82 | 1.157 | |
| 4. Geleistete Anzahlungen | 5.557.646,28 | 3.268 | |
| 62.780.634,32 | 64.546 | ||
| II. | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 41.178.146,27 | 24.427 | |
| 2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
3.406.429,85 | 3.954 | |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 15.626.940,95 | 16.478 | |
| 60.211.517,07 | 44.858 | ||
| III. | Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks |
69.414.971,34 | 19.813 |
| C. | Rechnungsabgrenzungsposten | 3.501.817,97 | 2.633 |
| D. | Aktive latente Steuern | 1.366.782,66 | 2.026 |
| 340.592.501,43 | 252.766 |
| A. | Anlagevermögen | 31.12.2022 in EUR | 31.12.2021 in TEUR |
|---|---|---|---|
| I. | Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähn liche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
398.975,43 | 522 | |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 7.383.718,88 | 8.281 | |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 682.693,41 | 139 | |
| 8.465.387,72 | 8.942 | ||
| II. | Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken |
25.739.375,86 | 25.020 | |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 43.126.494,25 | 43.430 | |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 10.233.137,32 | 9.406 | |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 24.220.684,15 | 2.385 | |
| 103.319.691,58 | 80.241 | ||
| III. | Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an at-Equity bewerteten Beteiligungen | 20.717.081,41 | 15.130 | |
| 2. Beteiligungen | 475.619,19 | 466 | |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
3.366.665,54 | 5.987 | |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 6.972.332,63 | 8.123 | |
| 31.531.698,77 | 29.706 |
| A. | Eigenkapital | 31.12.2022 in EUR | 31.12.2021 in TEUR |
|---|---|---|---|
| I. | Gezeichnetes Kapital | 15.000.000,00 | 15.000 |
| Abzüglich Nennbetrag eigener Anteile | -150.000,00 | - 150 | |
| Ausgegebenes Kapital | 14.850.000,00 | 14.850 | |
| II. | Kapitalrücklage | 4.328.633,67 | 4.329 |
| III. | Gewinnrücklagen | ||
| Andere Gewinnrücklagen | 10.150.000,00 | 10.150 | |
| IV. | Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung | -113.624,36 | - 288 |
| V. | Bilanzgewinn | 133.370.324,97 | 102.416 |
| VI. | Nicht beherrschende Anteile | 4.616.083,31 | 2.612 |
| 167.201.417,59 | 134.069 |
| B. Rückstellungen |
||
|---|---|---|
| 1. Steuerrückstellungen | 15.801.272,06 | 2.974 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 10.239.718,51 | 8.190 |
| 26.040.990,57 | 11.164 |
| C. Verbindlichkeiten |
||
|---|---|---|
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 59.172.554,77 | 47.800 |
| 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 39.355.332,55 | 14.453 |
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 22.625.886,28 | 19.324 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
12.423.886,43 | 4.505 |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter | 0,00 | 329 |
| 6. Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern: 5.224.467,53 EUR (Vorjahr: 6.518 TEUR) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 197.987,50 EUR (Vorjahr: 191 TEUR) |
10.889.492,03 | 16.906 |
| 144.467.152,06 | 103.316 | |
| D. Passive Rechnungsabgrenzungsposten |
2.882.941,21 | 4.217 |
| 340.592.501,43 | 252.766 |
| 2022 in EUR | 2021 in TEUR | ||
|---|---|---|---|
| 1. | Umsatzerlöse | 382.834.266,51 | 262.367 |
| 2. | Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 14.470.551,73 | 3.607 |
| 3. | Andere aktivierte Eigenleistungen | 16.048.648,23 | 0 |
| 4. | Sonstige betriebliche Erträge davon aus Währungsdifferenzen 246.236,37 EUR (Vorjahr: 27 TEUR) |
7.710.729,95 | 9.818 |
| Gesamtleistung | 421.064.196,42 | 275.792 | |
| 5. | Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen |
243.329.428,68 38.099.324,15 |
149.944 33.535 |
| 281.428.752,83 | 183.479 | ||
| Rohergebnis | 139.635.443,59 | 92.313 | |
| 6. | Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung |
24.798.258,95 5.719.083,06 |
21.239 4.847 |
| davon für Altersversorgung: 122.568,13 EUR (Vorjahr: 44 TEUR) | |||
| 30.517.342,00 | 26.086 | ||
| 7. | Abschreibungen a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in |
15.383.588,99 | 14.547 |
| der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten | 43.000,00 | 192 | |
| 15.426.588,99 | 14.739 | ||
| 8. | Sonstige betriebliche Aufwendungen davon aus Währungsumrechnung: 1.488.360,34 EUR (Vorjahr: 45 TEUR) |
33.208.284,61 | 28.470 |
| EBIT | 60.483.227,98 | 23.017 | |
| 9. | Ergebnis aus Equity-Beteiligungen | 6.789.384,13 | 1.380 |
| 10. | Erträge aus sonstigen Beteiligungen | 71.475,67 | 0 |
| 11. | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 471.917,76 | 594 |
| 12. | Abschreibungen auf Finanzanlagen | 0,00 | 491 |
| 13. | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 1.221.330,03 | 1.206 |
| Ergebnis vor Steuern | 66.594.675,50 | 23.294 | |
| 14. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag davon latente Steuern: 659.235,82 EUR (Vorjahr: 835 TEUR) |
18.080.132,94 | 6.014 |
| 15. | Ergebnis nach Steuern | 48.514.542,56 | 17.280 |
| 16. | Sonstige Steuern | 257.379,30 | 411 |
| 17. | Konzernjahresüberschuss | 48.257.163,26 | 16.869 |
| 18. | Gewinnvortrag | 102.416.115,48 | 15.555 |
| 19. | Ausschüttung | -14.850.000,00 | - 14.850 |
| 20. | Entnahmen aus der Kapitalrücklage | 0,00 | 85.000 |
| 21. | Nicht beherrschende Anteile | 2.452.953,76 | 1.097 |
| 22. | Erfolgsneutrale Ab/-Aufstockung | 0,00 | 939 |
| 23. | Konzernbilanzgewinn | 133.370.324,97 | 102.416 |
| 2022 in EUR | 2021 in TEUR | |
|---|---|---|
| Konzernjahresüberschuss | 48.257.163 | 15.772 |
| Ertragsteueraufwand | 18.080.133 | 6.014 |
| Zinsergebnis | 749.412 | 612 |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus at-Equity-bilanzierten Unternehmen | -6.789.384 | - 1.380 |
| Gezahlte Ertragsteuern | -2.954.964 | - 2.429 |
| Abschreibungen des Sachanlagevermögens | 15.383.589 | 14.547 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 0 | 491 |
| Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen | 14.673.349 | 2.082 |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis | 0 | - 1.154 |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus Anlagenabgängen | -178.571 | - 106 |
| Brutto Cashflow | 87.220.728 | 34.449 |
| Ab-/Zunahme der Vorräte | 2.179.503 | - 11.310 |
| Zu-/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -16.666.638 | 4.878 |
| Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.273.055 | 3.253 |
| Zunahme der sonstigen Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva | 16.711.171 | 6.884 |
| Ab-/Zunahme der sonstigen Forderungen sowie anderer Aktiva | 4.992.862 | - 1.792 |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge | -377.917 | 991 |
| Zufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (Netto Cashflow) | 97.332.763 | 37.354 |
2022 in EUR 2021 in TEUR
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen | 594.875 | 597 |
|---|---|---|
| Auszahlungen für Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte | -817.031 | - 2.834 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | -37.511.150 | - 12.381 |
| Auszahlungen für Investitionen in at-Equity-Beteiligungen | -213.000 | - 2.472 |
| Einzahlungen aufgrund von Änderungen im Konsolidierungskreis | 1.203.826 | 2.324 |
| Auszahlungen aufgrund von Änderungen im Konsolidierungskreis | -1.000.000 | - 13 |
| Einzahlungen aus Entnahmen/Abgang at-Equity Beteiligungen | 1.349.500 | 1.307 |
| Zinseinnahmen | 471.918 | 594 |
| Zufluss/Abfluss aus investiver Tätigkeit | -35.921.062 | - 12.878 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 61.356.094 | 26.200 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten | -49.385.185 | - 28.834 |
| Auszahlungen an Gesellschafter | -14.850.000 | - 14.850 |
| Auszahlungen an Anteile im Fremdbesitz | -411.300 | - 981 |
| Zinsausgaben | -1.221.330 | - 1.206 |
| Abfluss aus Finanzierungstätigkeit | -4.511.721 | - 19.671 |
| Zahlungswirksame Veränderungen gesamt | 56.899.980 | 4.804 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. | 12.490.407 | 7.686 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. | 69.390.387 | 12.490 |
Zu weiteren Erläuterungen der Kapitalflussrechnung wird auf Gliederungspunkt 6 im Anhang verwiesen.
| Eigenkapital des Mutterunternehmens | Nicht beherrschende Anteile | |||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | Rücklagen | Eigenkapital | Konzern | |||||||||||||
| in EUR | Gezeich netes Kapital |
Eigene Anteile |
Summe | Kapitalrück lagen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB |
Kapitalrück lagen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB |
Summe | Andere Gewinn rücklagen |
Summe | differenz aus Währungs umrechnung |
Gewinn jahres vortrag überschuss |
Summe | Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis |
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn/Verlust |
Summe | Konzern eigenkapital |
|
| Eigenkapital am 01.01.2021 | 15.000.000 | -150.000 | 14.850.000 | 4.328.634 | 85.000.000 | 89.328.634 10.150.000 | 99.478.634 | -219.498 | 4.824.481 | 10.730.133 | 129.663.750 | -1.238.515 | 4.710.972 | 3.472.458 | 133.136.207 | |
| Minderheitenanteil Eigenkapital | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -1.018.334 | 0 | -1.018.334 | -1.018.334 |
| Übrige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -68.536 | 0 | 0 | -68.536 | 0 | 0 | 0 | -68.536 |
| Ausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -14.850.000 | 0 | -14.850.000 | 0 | 0 | 0 | -14.850.000 |
| Erfolgsneutrale Abstockung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 939.214 | 0 | 939.214 | -939.214 | 0 | -939.214 | 0 |
| Entnahme aus Kapitalrücklage | 0 | 0 | 0 | 0 | -85.000.000 -85.000.000 | 0 | -85.000.000 | 0 | 85.000.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Umgliederung in Gewinn-/Ver lustvortrag |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 10.730.132 | -10.730.132 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzerjahresüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 15.772.289 | 15.772.289 | 0 | 1.097.019 | 1.097.019 | 16.869.308 |
| Eigenkapital am 31.12.2021 | 15.000.000 | -150.000 | 14.850.000 | 4.328.634 | 0 | 4.328.634 10.150.000 | 14.478.634 | -288.034 | 86.643.827 | 15.772.290 | 131.456.717 | -3.196.063 | 5.807.991 | 2.611.930 | 134.068.645 | |
| Eigenkapital am 01.01.2022 | 15.000.000 | -150.000 | 14.850.000 | 4.328.634 | 0 | 4.328.634 10.150.000 | 14.478.634 | -288.034 | 86.643.827 | 15.772.290 | 131.456.717 | -3.196.063 | 5.807.991 | 2.611.929 | 134.068.645 | |
| Minderheitenanteil Eigenkapital | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -448.799 | 0 | -448.799 | -448.799 |
| Übrige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 174.410 | 0 | 0 | 174.410 | 0 | 0 | 0 | 174.410 |
| Ausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -14.850.000 | 0 | -14.850.000 | 0 | 0 | 0 | -14.850.000 |
| Umgliederung in Gewinn-/Ver lustvortrag |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 15.772.289 | -15.772.289 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzernjahresüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 45.804.210 | 45.804.210 | 0 | 2.452.954 | 2.452.954 | 48.257.163 |
| Eigenkapital am 31.12.2022 | 15.000.000 | -150.000 | 14.850.000 | 4.328.634 | 0 | 4.328.634 10.150.000 | 14.478.634 | -113.624 | 87.566.116 | 45.804.210 | 162.585.336 | -3.644.863 | 8.260.945 | 4.616.083 | 167.201.418 |
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Die EnviTec Biogas AG, mit Sitz in Lohne, eingetragen beim Amtsgericht Oldenburg im Handelsregister unter HRB 201466, ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, dessen Unternehmenszweck neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften, auch der Betrieb von eigenen Biogasanlagen, der technische und biologische Service, die Vermarktung von Strom sowie der Kauf und Verkauf von Beteiligungen ist.
Die EnviTec Biogas AG ist zum Stichtag 31. Dezember 2022 eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Die Aktien werden im Basic Board der Frankfurter Wertpapierbörse der Deutschen Börse AG gehandelt.
Die EnviTec Biogas AG stellt ihren Konzernabschluss nach den Vorschriften §§ 290 ff. HGB auf. Der Konzernabschluss vermittelt unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Darstellungs-, Ansatz- und Bewertungsstetigkeit in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ist beibehalten worden.
Die Konzernbilanz folgt dem in § 266 HGB vorgegebenen Gliederungsschema. Davon Vermerke erfolgen vorrangig im Anhang.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.
Der Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 wie folgt entwickelt: Der EnviTec-Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 169 (31.12.2021: 163) Unternehmen, von denen 110 (31.12.2021: 104) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden.
Die EnviTec BioLNG GmbH hat per Vertrag vom 29. September 2022 einen zusätzlichen Geschäftsanteil zum Nennbetrag von 500,00 Euro an der BALANCE EnviTec Bio-LNG GmbH übernommen und hält nun 50 % der Anteile an der BALANCE EnviTec Bio-LNG GmbH.
Mit Vertrag vom 20. Dezember 2022 hat die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG sowohl die restlichen 50 % des Kommanditkapitals der EnviTec-Greten Behälterbau GmbH & Co. KG als auch die restlichen 50 % der Anteile an der EnviTec-Greten Behälterbau Verwaltungs-GmbH erworben. Es ist bei der Erstkonsolidierung auf den 31.12.2022 ein passivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von 602 TEUR entstanden, der nach § 309 Abs. 2 HGB erfolgswirksam aufgelöst worden ist. Beide Gesellschaften werden nunmehr vollkonsolidiert und nicht länger unter den at-Equity Beteiligungen ausgewiesen.
Am 14.09.2022 wurden in den USA die EnviTec Biogas Construction LLC sowie die EnviTec Biogas Service LLC als 100%ige Töchterunternehmen der Envitec Biogas USA, Inc. gegründet.
Beide Gesellschaften werden vollkonsolidiert.
Die vollkonsolidierte Gesellschaft EnviTec Bio LNG GmbH hat zusammen mit drei Partnern per Verträgen vom 02.08.2022 die Gesellschaften EnviTec Bioenergie Bernburg Ilbertstedt Verwaltungs GmbH sowie die EnviTec Bioenergie Bernburg Ilbertstedt Beteiligungs
GmbH & Co. KG gegründet. Die EnviTec Bio LNG GmbH hält an den neu gegründeten Gesellschaften einen Anteil von jeweils 66,67 %.
Mit Verträgen vom 21.02.2022 hat die EnviTec Bio LNG GmbH zusammen mit einem Partner die Gesellschaften Bioenergie Aschersleben GmbH & Co. KG sowie die Bioenergie Aschersleben Verwaltungs GmbH gegründet. Sie hielt bei Gründung einen Anteil von jeweils 50% an den neu gegründeten Gesellschaften. Mit Vertrag vom 02.08.2022 wurden die Gesellschaften in Bioenergie Bernburg Ilberstedt GmbH & Co. KG sowie Bioenergie Bernburg Ilberstedt Verwaltungs GmbH umbenannt. Mit dem gleichen Vertrag veräußerte die EnviTec Bio LNG GmbH ihre Anteile von jeweils 50 % an den Gesellschaften Bioenergie Bernburg Ilbertstedt GmbH & Co. KG sowie Bernburg Ilberstedt Verwaltungs GmbH an die EnviTec Bioenergie Bernburg Ilberstedt Beteiligungs GmbH & Co. KG.
Weiterhin wurden aus Wesentlichkeitsgründen die EnviTec Biogas (India) Private Limited, Indien, die ET Friesoyther Agrar GmbH & Co. KG, Lohne, die Friesoyther Agrar 2 GmbH & Co. KG, Lohne, die ET Wesermarsch GmbH & Co. KG, Lohne, sowie die LZ Biogas GmbH & Co. KG, Lohne, gem. § 296 Abs.2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen.
Folgende Unternehmen werden in den Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen:
| Inland | Ausland | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| EnviTec Biogas AG und vollkonsolidierte Unternehmen | |||
| 31.12.2021 | 83 | 21 | 104 |
| Zugänge von Tochterunternehmen | 4 | 2 | 6 |
| Abgänge von Tochterunternehmen | 0 | 0 | 0 |
| 31.12.2022 | 87 | 23 | 110 |
| Inland | Ausland | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| At-Equity bewertete Unternehmen | |||
| 31.12.2021 | 51 | 8 | 59 |
| Zugänge von at-Equity bewerteten Unternehmen | 2 | 0 | 2 |
| Abgänge von at-Equity bewerteten Unternehmen | 2 | 0 | 2 |
| 31.12.2022 | 51 | 8 | 59 |
| Name und Sitz der Gesellschaft | Konzernanteil in % | Eigenkapital in EUR | Ergebnis in EUR | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | ||
| EnviTec Service GmbH, Lohne | 100 | 100 | 11.635.000 | 11.635.000 | 0 | 0 | |
| Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 37.464.150 | 28.220.380 | 9.243.770 | 1.224.448 | |
| Zweite EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 59.852 | 60.050 | -198 | 2.848 | |
| EnviTec Biogas Nederland B.V., Enter/Niederlande | 100 | 100 | -96.166 | -162.668 | 66.502 | 3.618 | |
| EnviTec Baltic SIA, Riga/Lettland | 100 | 100 | 947.741 | 791.376 | 156.365 | 169.801 | |
| EnviTec Italia GmbH, Lohne | 100 | 100 | -839.591 | -839.591 | 0 | 0 | |
| EnviTec Energy GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 7.478.255 | 2.452.516 | 5.025.740 | 1.323.416 | |
| EnviTec Energy Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 53.743 | 51.252 | 2.491 | 4.044 | |
| Biogas Anklam Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 1.915.878 | 1.838.382 | 77.496 | 364.617 |
| Bericht des Aufsichtsrats Lagebericht Konzernabschluss Konzernanhang Impressum ENVITEC BIOGAS GESCHÄFTSBERICHT 2022 |
||||
|---|---|---|---|---|
| ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ | -- | -- | -- | -- |
| Erste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 93,85 | 93,85 | 562.964 | 226.862 | 336.101 | 135.533 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 100 | 100 | 4.693.250 | 3.283.386 | 1.409.863 | 678.246 |
| Pieve D'Olmi Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 100 | 100 | 3.522.707 | 3.176.605 | 346.102 | 341.443 |
| Stagno Lombardo Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 100 | 100 | 3.412.702 | 3.802.193 | 330.509 | 268.678 |
| EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 98,6 | 98,6 | 13.029.396 | 8.535.419 | 4.493.976 | 2.301.920 |
| EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 98,6 | 98,6 | 52.158 | 52.097 | 61 | 1.626 |
| Biogas Falkenberg GmbH & Co. KG, Falkenberg | 100 | 100 | 981.929 | 591.721 | 390.208 | 94.277 |
| Biogas Falkenberg Verwaltungs GmbH, Falkenberg | 100 | 100 | 114.841 | 110.140 | 4.700 | 4.516 |
| Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG, Karstädt | 100 | 100 | 437.196 | 119.134 | 318.063 | 36.708 |
| Biogas Ruest GmbH, Ruest | 100 | 100 | 310.951 | 92.203 | 218.748 | 82.054 |
| EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 41.221.878 | 28.861.942 | 12.359.936 | 724.210 |
| Biogas Herzberg GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 2.178.085 | 1.133.910 | 1.044.174 | 510.659 |
| Biogas Lüchow GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 513.302 | 3.254 | 510.048 | 151.198 |
| Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Lohne | 87,5 | 87,5 | 7.975.598 | 6.240.823 | 2.734.775 | 1.661.018 |
| Biogas Friedland Verwaltungs GmbH, Lohne | 87,4 | 87,4 | 192.310 | 185.447 | 6.863 | 6.936 |
| Biogas Böddenstedt GmbH & Co. KG, Salzwedel | 100 | 100 | 205.369 | 402.174 | -196.805 | 144.511 |
| Biogas Böddenstedt Verwaltung GmbH, Salzwedel | 100 | 100 | 60.961 | 45.603 | 15.357 | 4.088 |
| Biogas Schönthal GmbH & Co. KG, Willebadessen | 79 | 79 | 934.198 | 540.262 | 393.936 | 160.199 |
| Biogas Schönthal Verwaltungs GmbH, Willebadessen | 79 | 79 | 49.604 | 48.011 | 1.593 | 1.564 |
| Baura Biogas Soc. Agricola a.r.l., Verona/Italien | 75 | 75 | 1.439.745 | 1.099.483 | 340.263 | 283.330 |
| Formignana Biogas Soc. Agricola a.r.l., Verona/Italien | 100 | 100 | 2.721.634 | 2.515.892 | 205.742 | 246.249 |
| Biogas Operating Holding s.r.l., Verona/Italien | 100 | 100 | 3.347.222 | 3.730.247 | -383.025 | -255.686 |
| Schio Biogas Soc. a.r.l., Verona/Italien | 100 | 100 | 2.397.770 | 2.263.111 | 134.659 | 380.561 |
| Caldogno Biogas Soc. a.r.l., Verona/Italien | 100 | 100 | 2.574.871 | 2.466.578 | 108.293 | 218.787 |
| Merlara Biogas Soc. a.r.l., Verona/Italien | 100 | 100 | 2.599.926 | 2.772.498 | -172.572 | 159.650 |
| A3 Water Solutions GmbH, Saerbeck | 85 | 85 | 517.604 | 431.783 | 85.820 | 84.813 |
| MMF MaxFlow Membran Filtration GmbH, Lohne | 100 | 100 | 178.709 | 176.409 | 2.300 | 5.421 |
| Biogas Heilemann GmbH & Co. KG, Rotenburg/Wümme | 70 | 70 | 3.547.248 | 2.669.065 | 1.078.183 | 562.614 |
| Biogas Heilemann Verwaltungs GmbH, Rotenburg/Wümme | 70 | 70 | 64.767 | 61.915 | 2.852 | 2.093 |
| Biogas Heilemann-Holsten GmbH & Co. KG, Rotenburg/ Wümme |
70 | 70 | 963.402 | 555.588 | 407.814 | 228.633 |
| Second Biogas Operating Holding s.r.l., Verona/Italien | 100 | 100 | 11.435.014 | 12.571.929 | 42.615 | 730.601 |
| Envitec France sarl, Pledran/Frankreich | 100 | 100 | 4.136.389 | 2.060.244 | 2.076.146 | 2.168.125 |
| Envitec Biogas UK Ltd., Rugeley/Großbritannien | 100 | 100 | -1.110.151 | -959.861 | -176.775 | -286.670 |
| Biogas Nordholz GmbH, Minden | 60 | 60 | 908.865 | 609.629 | 299.236 | 21.653 |
| Biogas Klein Mühlingen GmbH & Co. KG, Klein Mühlingen | 100 | 100 | 124.306 | 351.469 | -227.164 | 129.308 |
| Biogas Schönwalde GmbH & Co. KG, Schönwalde | 100 | 100 | -246.021 | 24.908 | -270.928 | -121.943 |
| Biogas Schönwalde Verwaltung GmbH, Schönwalde | 100 | 100 | 46.004 | 44.326 | 1.678 | 1.676 |
| Biogas Sachsendorf GmbH & Co. KG, Schwarz Sachsendorf | 100 | 100 | 2.624.206 | 370.857 | 2.253.349 | -1.017.322 |
| Fünfte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 91 | 91 | 6.105.873 | 4.859.468 | 1.246.405 | 271.459 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fünfte EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 91 | 91 | 64.992 | 59.497 | 5.495 | 5.555 |
| Biogas Schenkenhorst GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 121.483 | -286.808 | 408.291 | -103.656 |
| Biogas Schenkenhorst Verwaltungs- GmbH, Lohne | 100 | 100 | 32.487 | 30.786 | 1.701 | 1.534 |
| Biogas Brehna GmbH & Co. KG, Lohne | 90 | 90 | 637.376 | 199.158 | 438.218 | -51.492 |
| Biogas Kuck Verwaltungs- GmbH, Wiefelstede | 100 | 100 | 32.212 | 30.725 | 1.487 | 1.670 |
| Biogas Dambeck GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 1.244.010 | 1.277.235 | 466.775 | 253.226 |
| Biogas Dambeck Verwaltungs- GmbH, Lohne | 100 | 100 | 50.704 | 48.419 | 2.285 | 2.315 |
| Biogas Kruse Verwaltungs- GmbH, Lohne | 100 | 100 | 30.044 | 29.489 | 555 | 589 |
| Biogas Kalbe GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 849.047 | 582.111 | 266.936 | 136.668 |
| Vierte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 84 | 84 | 31.966 | -25.141 | 57.107 | -6.141 |
| Biogas Trüstedt GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 1.333.322 | 433.583 | 899.738 | -191.297 |
| Biogas Trüstedt Verwaltungs- GmbH, Lohne | 100 | 100 | 41.728 | 40.166 | 1.561 | 1.642 |
| EnviTec Biogas USA, Inc., Rochester/USA | 100 | 100 | -3.188.249 | -2.451.439 | -574.001 | 230.909 |
| EnviTec Biogas s.r.l., Verona/Italien | 100 | 100 | 2.488.043 | 2.849.754 | -361.711 | -160.585 |
| EnviTec Biogas Service UK Ltd., Rugeley/Großbritannien | 100 | 100 | 1.251.228 | 909.195 | 429.403 | 252.842 |
| EnviTec BioLNG GmbH, Lohne | 100 | 100 | 2.669.937 | 2.559.789 | 148 | 1.924 |
| EnviTec Biogas Service s.r.o., Velké Mezirici/Tschechien | 100 | 100 | 1.245.187 | 672.456 | 719.946 | 541.782 |
| EnviTec Assekuranzmakler GmbH, Lohne | 75 | 75 | 48.551 | 159.109 | 39.442 | 31.309 |
| Biogas Wanzleben GmbH & Co. KG, Wanzleben | 90 | 90 | 1.108.739 | 612.148 | 496.590 | -21.775 |
| Biogas Wanzleben Verwaltungs GmbH, Wanzleben | 90 | 90 | 47.212 | 47.596 | -384 | 1.617 |
| Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, Lohne | 90,6 | 90,6 | 1.099.113 | 571.948 | 527.165 | -209.360 |
| Biogas Thomasburg Verwaltungs GmbH, Lohne | 90,6 | 90,6 | 50.206 | 48.646 | 1.559 | 1.672 |
| Biogas Nieheim GmbH & Co. KG, Lohne | 64,8 | 64,8 | 1.561.135 | 1.456.567 | 504.568 | 407.045 |
| Biogas Nieheim Verwaltungs GmbH, Lohne | 64,8 | 64,8 | 49.251 | 48.377 | 874 | 1.573 |
| RePro Beber GmbH & Co. KG, Lohne | 64,6 | 64,6 | 2.108.185 | 1.259.076 | 1.049.109 | 527.368 |
| RePro Beber Verwaltungs GmbH, Lohne | 64,6 | 64,6 | 50.984 | 49.414 | 1.569 | 1.643 |
| Biogas Hirl GmbH & Co. KG, Bresegard | 94 | 94 | 1.658.854 | 866.970 | 791.884 | 134.124 |
| Biogas Hirl Verwaltungs GmbH, Bresegard | 94 | 94 | 48.306 | 47.448 | 858 | 1.625 |
| Biogas Osterburg GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 1.181.017 | 702.213 | 478.804 | 233.588 |
| Biogas Angern GmbH & Co. KG, Lohne | 87,5 | 87,5 | 927.517 | 460.785 | 466.732 | 141.781 |
| Biogas Angern Verwaltungs GmbH, Lohne | 87,6 | 87,6 | 51.605 | 50.028 | 1.577 | 1.605 |
| Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 314.112 | -54.085 | 368.197 | -18.024 |
| Biogas Reinsfeld Verwaltung GmbH, Lohne | 100 | 100 | 42.168 | 40.613 | 1.555 | 1.480 |
| Biogas Forst GmbH & Co. KG,, Forst | 100 | 100 | 15.332.475 | 6.821.655 | 8.510.820 | 1.604.557 |
| EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG, Saerbeck | 100 | 100 | 35.890.424 | 30.540.943 | 5.349.481 | 8.700.494 |
| EnviTec Anlagenbau Verwaltungs GmbH, Saerbeck | 100 | 100 | 39.186 | 37.632 | 1.554 | 1.605 |
| Biogas Neuburg Steinhausen GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 9.883.768 | 4.815.968 | 5.067.800 | 539.091 |
| Biogas Neuburg Steinhausen Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 33.405 | 32.121 | 1.283 | 1.327 |
| ENVITEC BIOGAS GESCHÄFTSBERICHT 2022 | Bericht des Aufsichtsrats Lagebericht Konzernabschluss Konzernanhang Impressum |
|---|---|
| -------------------------------------- | -------------------------------------------------------------------------------- |
| Name und Sitz der Gesellschaft | Konzernanteil in % | Eigenkapital in EUR | Ergebnis in EUR | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | |
| EnviTec Biogas Del-Kelet SEE kft.,Ungarn* | 51,14 | 51,14 | NA | NA | NA | NA |
| EnviTec Biogas (India) Private Limited, Indien | 50 | 50 | NA | NA | NA | NA |
| Biogas Neu Sterley GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 4.647.530 | 2.076.748 | 2.570.782 | 828.531 |
| Biogas Neu Sterley Verwaltungs GmbH, Lohne | 50 | 50 | 50.737 | 49.043 | 1.694 | 1.754 |
| Biogas Spekendorf GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 745.869 | 447.213 | 398.655 | 101.548 |
| Biogas Spekendorf Verwaltung GmbH, Lohne | 50 | 50 | 51.371 | 50.303 | 1.069 | 1.591 |
| Biogas Gut Rigterink GmbH & Co. KG, Bad Bentheim | 50 | 50 | -143.518 | -432.681 | 289.163 | -57.648 |
| Biogas Gut Rigterink Verwaltungs GmbH, Bad Bentheim | 50 | 50 | 46.094 | 44.493 | 1.601 | 1.598 |
| Biogas Putzar GmbH & Co. KG, Putzar | 50 | 50 | 638.743 | 808.910 | 729.833 | 388.324 |
| Biogas Putzar Verwaltungs GmbH, Putzar | 50 | 50 | 47.623 | 46.033 | 1.590 | 1.557 |
| Knipgas GmbH & Co. KG, Kleve | 50 | 50 | 400.467 | 83.162 | 317.305 | 26.576 |
| Knipgas Verwaltungs GmbH, Kleve | 50 | 50 | 43.747 | 42.234 | 1.512 | 1.484 |
| Biogas Dishley GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 1.324.414 | 1.396.125 | 628.289 | -288.986 |
| Biogas Dishley Verwaltungs GmbH, Lohne | 50 | 50 | 42.731 | 41.267 | 1.464 | 1.503 |
| Biogas Exter GmbH & Co. KG, Vlotho-Exter | 49 | 49 | 806.444 | 454.316 | 352.128 | 46.714 |
| Biogas Löschenrod GmbH & Co. KG, Lohne | 94 | 94 | -153.935 | -149.597 | -4.338 | -61.573 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Biogas Löschenrod Verwaltungs GmbH, Lohne | 94 | 94 | 48.436 | 46.846 | 1.590 | 1.629 |
| Erste Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow | 100 | 100 | 1.026.400 | 636.868 | 389.531 | 239.068 |
| Dritte Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow | 54,4 | 54,4 | 1.114.902 | 714.951 | 399.951 | 224.546 |
| Vierte Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow | 60,5 | 60,5 | 1.239.774 | 838.519 | 401.255 | 199.672 |
| Fünfte Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 3.181.734 | 1.712.035 | 2.069.699 | 603.722 |
| Biogas Horst GmbH & Co. KG, Lohne | 90 | 90 | 379.158 | 3.410 | 375.748 | 113.733 |
| Biogas Horst Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 41.758 | 40.099 | 1.659 | 1.704 |
| EnviTec Service ApS, Silkeborg/Dänemark | 100 | 100 | 415.836 | 305.389 | 110.204 | 164.859 |
| Biogas Petersberg GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | -60.715 | -476.765 | 416.050 | -400.288 |
| Biogas Petersberg Verw. GmbH, Lohne | 100 | 100 | 27.866 | 26.389 | 1.477 | 1.669 |
| EnviTec Biogas China Ltd., Peking/China | 60 | 60 | 119.043 | 42.208 | 84.061 | -6.808 |
| Biogas Golzow GmbH & Co.KG, Lohne | 94 | 94 | 2.256.783 | 1.216.590 | 1.040.193 | 305.101 |
| EnviTec Bioenergie Güstrow GmbH, Güstrow Der Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG umfasst die folgenden assoziierten Unternehmen: |
100 | 100 | 6.867.113 | 4.067.043 | 2.800.069 | -973.253 |
| EnviTec Bioenergie Bernburg Ilberstedt Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne |
66,67 | NA | 196.893 | 0 | -1.107 | 0 |
| EnviTec Bioenergie Bernburg Ilberstedt Verw. GmbH, Lohne |
66,67 | NA | 25.045 | 0 | -1.955 | 0 |
| EnviTec-Greten Behälterbau GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 50 | 1.894.447 | 1.178.637 | 715.810 | 307.890 |
| EnviTec-Greten Behälterbau Verwaltungs-GmbH, Lohne | 100 | 50 | 31.361 | 31.216 | 146 | 844 |
| Biogas Exter Verwaltungs GmbH, Vlotho-Exter | 49 | 49 | 43.563 | 42.830 | 733 | 1.102 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Biogas Ihorst GmbH & Co. KG, Holdorf | 30 | 30 | NA | NA | NA | NA |
| Biogas Ihorst Verwaltungs GmbH, Holdorf | 30 | 30 | NA | NA | NA | NA |
| Rentech Bioenergas S.A., Athen/Griechenland | 21 | 21 | NA | NA | NA | NA |
| Biogas Potthast GmbH & Co. KG, Beverungen | 50 | 50 | 1.638.006 | 1.301.678 | 576.328 | 290.101 |
| Biogas Potthast Verwaltungs GmbH, Beverungen | 50 | 50 | 46.633 | 44.902 | 1.731 | 1.687 |
| Biogas Kleve GmbH & Co. KG, Kleve | 50 | 50 | 309.671 | 219.614 | 90.057 | 3.908 |
| Biogas Kleve Verwaltungs GmbH, Kleve | 50 | 50 | 44.620 | 43.376 | 1.244 | 1.659 |
| Biogas Altentreptow GmbH & Co. KG, Altentreptow | 50 | 50 | 3.859.672 | 2.159.697 | 1.699.975 | 322.746 |
| Biogas Altentreptow Verwaltungs GmbH, Altentreptow | 50 | 50 | 45.257 | 43.568 | 1.689 | 1.776 |
| Biogas Roga GmbH & Co. KG, Datzetal | 50 | 50 | 1.508.804 | 973.338 | 535.466 | -5.532 |
| Biogas Roga Verwaltungs GmbH, Datzetal | 50 | 50 | 39.087 | 37.977 | 1.110 | 1.035 |
| Biogas Elm GmbH & Co. KG, Bremervörde | 49 | 49 | 1.462.075 | 983.944 | 478.131 | 236.541 |
| Biogas Elm Verwaltungs GmbH, Bremervörde | 49 | 49 | 50.176 | 48.538 | 1.637 | 1.847 |
| Biogas Brakel GmbH & Co. KG, Brakel | 50 | 50 | 1.203.075 | 568.358 | 634.717 | 171.327 |
| Biogas Brakel Verwaltungs GmbH, Brakel | 50 | 50 | 45.437 | 43.801 | 1.636 | 1.548 |
| Biogas Penzlin GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 627.298 | 125.205 | 502.093 | -311.646 |
| Biogas Penzlin Verwaltungs GmbH, Lohne | 50 | 50 | 42.545 | 40.951 | 1.594 | 1.595 |
| Biogas Dirkes GmbH & Co. KG, Südmerzen | 50 | 50 | 637.661 | 548.381 | 389.281 | 135.190 |
| Biogas Dirkes Verwaltungs GmbH, Südmerzen | 50 | 50 | 45.619 | 43.963 | 1.656 | 1.588 |
| Biogas Grieben GmbH & Co. KG, Grieben | 49 | 49 | 854.997 | 485.475 | 369.522 | -193.172 |
| Biogas Grieben Verwaltungs GmbH, Grieben | 49 | 49 | 44.574 | 43.005 | 1.569 | 1.135 |
| Biogas Rönnau GmbH & Co. KG, Ahlhorn | 50 | 50 | -961.340 | -1.299.066 | 337.726 | 25.948 |
| Biogas Rönnau Verwaltungs GmbH, Ahlhorn | 50 | 50 | 44.098 | 42.611 | 1.488 | 1.503 |
| Biogas Kruse GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 1.405.123 | 618.125 | 786.998 | 76.912 |
| Biogas Talge Verwaltungs- GmbH, Lohne | 49 | 49 | 29.824 | 28.206 | 1.619 | 1.560 |
| Biogas Talge GmbH & Co. KG, Lohne | 49 | 49 | 585.524 | 419.846 | 365.678 | 149.776 |
| Biogas Kuck GmbH & Co. KG, Wiefelstede | 49 | 49 | 502.698 | 33.094 | 469.605 | 129.831 |
| Saergas GmbH & Co. KG, Saerbeck | 33,33 | 33,33 | NA | NA | 1.228.219 | 164.051 |
| Biogas Gallin I GmbH & Co. KG, Gallin | 50 | 50 | 968.756 | 740.902 | 227.854 | 295.400 |
| Biogas Gallin I Verwaltungs GmbH, Gallin | 50 | 50 | 39.137 | 38.084 | 1.053 | 1.419 |
| Biogas Gallin II GmbH & Co. KG, Gallin | 50 | 50 | 1.199.044 | 1.207.840 | 191.204 | 181.502 |
| Biogas Gallin II Verwaltungs GmbH, Gallin | 50 | 50 | 38.339 | 37.413 | 926 | 1.395 |
| Alternativ-Energie Priborn GmbH & Co. KG, Priborn | 50 | 50 | 870.855 | 557.409 | 313.446 | 27.488 |
| Alternativ-Energie Priborn Verwaltungs GmbH, Priborn | 50 | 50 | 46.239 | 45.876 | 362 | 506 |
| Biogas Passin GmbH & Co. KG, Klein Belitz | 50 | 50 | 1.232.203 | 472.512 | 759.691 | 153.395 |
| Biogas Passin Verwaltungs GmbH, Klein Belitz | 50 | 50 | 30.233 | 28.667 | 1.565 | 2.058 |
| OxFa GmbH, Scheßlitz | 10,2 | 10,2 | NA | NA | NA | NA |
| Zweite Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow | 46,5 | 46,5 | 1.008.072 | 655.573 | 352.498 | 173.139 |
Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machen im Geschäftsjahr 2022 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB sowie des § 264b HGB Gebrauch.
| Name und Sitz der Gesellschaft | |
|---|---|
| EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Biogas Schönthal GmbH & Co. KG, Willebadessen | |
| Biogas Heilemann GmbH & Co. KG, Rotenburg/Wümme | |
| Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Lohne | |
| EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Erste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | |
| Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | |
| Biogas Herzberg GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Biogas Lüchow GmbH & Co. KG, Lohne | |
| EnviTec Energy GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG, Karstädt | |
| Biogas Falkenberg GmbH & Co. KG, Falkenberg | |
| Biogas Heilemann-Holsten GmbH & Co. KG, Rotenburg | |
| Biogas Sachsendorf GmbH & Co. KG, Schwarz | |
| Biogas Dambeck GmbH & Co. KG, Friesoythe | |
| Biogas Schenkenhorst GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Biogas Kalbe GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Biogas Brehna GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Fünfte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Biogas Klein Mühlingen GmbH & Co. KG, Kleinmühlingen | |
| Biogas Trüstedt GmbH & Co. KG, Lohne | |
| Biogas Böddenstedt GmbH & Co KG, Salzwedel | |
| Biogas Schönwalde GmbH & Co. KG, Schönwalde |
| Biogas Thomasburg GmbH & Co, KG, Lohne |
|---|
| Biogas Hirl GmbH & Co, KG, Bresegard |
| RePro Beber GmbH & Co, KG, Lohne |
| Biogas Nieheim GmbH & Co, KG, Lohne |
| Biogas Wanzleben GmbH & Co, KG, Wanzleben |
| Biogas Angern GmbH & Co, KG, Lohne |
| Biogas Osterburg GmbH & Co, KG, Lohne |
| EnviTec Anlagenbau GmbH & Co, KG, Saerbeck, |
| Biogas Reinsfeld GmbH & Co, KG, Lohne |
| Biogas Forst GmbH & Co, KG, Forst |
| Biogas Neuburg Steinhausen GmbH & Co. KG, Lohne |
| Vierte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Löschenrod GmbH & Co. KG, Lohne |
| Erste Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow |
| Dritte Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow |
| Vierte Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow |
| Fünfte Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG, Bützow |
| Biogas Horst GmbH & Co. KG, Lohne |
| EnviTec Service GmbH, Lohne |
| EnviTec Italia GmbH, Lohne |
| Biogas Petersberg GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Golzow GmbH & Co. KG, Lohne |
| EnviTec-Greten Behälterbau GmbH & Co. KG, Lohne |
| EnviTec Bioenergie Bernburg Ilberstedt Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne |
Der Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt.
Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungsund Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden anzugleichen.
Mit Ausnahme der EnviTec Biogas (India) Private Limited, Indien, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidiert wurde (siehe 2.1), stellen alle Tochtergesellschaften ihre Einzelabschlüsse auf den 31. Dezember eines Jahres auf.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.
Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gemäß § 303 HGB verrechnet.
Aufwendungen und Erträge zwischen vollkonsolidierten Unternehmen des Konzerns werden gemäß § 305 HGB verrechnet.
Zwischenergebnisse gemäß § 304 HGB aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzern-
interne Umsätze sind ebenso wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden.
Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-Equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen.
| Bioenergie Bernburg Ilberstedt GmbH & Co. KG, Ilberstedt |
33,33 | 33,33 | 198.113 | 0 | -1.887 | 0 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bioenergie Bernburg Ilberstedt Verw. GmbH, Ilberstedt | 33,33 | 33,33 | 24.554 | 0 | -446 | 0 |
| Methaisne Energie Vertes SAS, Coubevoie/Frankreich | 33,33 | 33,33 | 177.696 | 526.690 | -988.262 | -731.537 |
| BALANCE EnviTec Bio-LNG GmbH, Ahrensfelde | 50 | 49 | 4.842.719 | 5.005.743 | -263.524 | -19.257 |
| MEV Biomethane SAS Courbevoie/Frankreich | 33,33 | 33,33 | 18.567 | 30.000 | -12.942 | NA |
*Aufgrund von Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag der EnviTec Biogas SEE kft. hat der EnviTec Konzern keine Möglichkeit der Beherrschung der Gesellschaft, so dass die EnviTec Biogas SEE kft. trotz Mehrheit der Anteile weiterhin nach der Equity-Methode bewertet wird.
Der Konzernabschluss ist nach den allgemeinen Regelungen der §§ 264 ff. HGB für große Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB, den Regelungen für Konzernabschlüsse nach §§ 290 ff. HGB sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt.
Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sowie den at-Equity bewerteten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde.
Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf sieben Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögensgegenstände und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlusses werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Wir verweisen hierzu auf den Eigenkapitalspiegel. Die in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse der at-Equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet.
Gegenüber dem Vorjahr wurden die Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden nicht geändert.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist.
Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über 5 bis 20 Jahre linear abgeschrieben. Diese sind im Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG einzig beim Kauf von Gesellschaften aktiviert worden. Die Nutzungsdauer resultiert aus dem Lebenszyklus der erworbenen Unternehmen.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen – mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten – sowie vermindert um etwaige außerplanmäßige Abschreibungen.
Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.
Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt.
Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen oder soweit zulässig nach der degressiven Methode vorgenommen.
Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen sich wie folgt dar:
| Nutzungsdauer | |
|---|---|
| Gebäude | 20 bis 40 Jahre |
| Andere Baulichkeiten | 10 bis 20 Jahre |
| Technische Anlagen | 6 bis 20 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 6 bis 12 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 11 Jahre |
| Fahrzeuge | 5 bis 8 Jahre |
| EDV-Anlagen | 3 bis 7 Jahre |
Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. dem zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB-Stoffe) werden zu
Anschaffungskosten bzw. zum Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen sind zu Herstellungskosten bilanziert. In die Herstellungskosten werden neben den Material- und Fertigungskosten auch angemessene Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden bei der Bewertung nicht mit einbezogen. Das Niederstwertprinzip wurde bei der Bewertung der Erzeugnisse beachtet.
Geleistete Anzahlungen sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.
Erhaltene Anzahlungen werden, soweit sie für unfertige Erzeugnisse und Leistungen geleistet wurden und diese nicht übersteigen, von den unfertigen Erzeugnissen abgesetzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Für das allgemeine Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden angemessene Pauschalwertberichtigungen gebildet.
Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.
Die Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 1 HGB bei Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.
Latente Steuern sind auf temporäre Unterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge, die innerhalb von fünf Jahren verrechnet werden können, gebildet worden. Konzerneinheitlich wird ein Steuersatz von 28,08 % angewendet.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert worden.
Die Bildung von passiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgte unter Berücksichtigung von § 250 Abs. 2 HGB bei Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen, zum Nominalwert.
Im Folgenden werden die erforderlichen Angaben zu den Posten der Konzernbilanz gemacht.
Die Posten des Anlagevermögens haben sich wie folgt entwickelt:
| Stand 01.01.2022 |
Zugänge 2022 |
Zugänge aufgrund Übergangs konsolidierung |
Abgänge 2022 |
Umbuchungen 2022 |
Stand 31.12.2022 |
Stand 01.01.2022 |
Zugänge 2022 |
Abgänge 2022 |
Umbuchungen 2022 |
Stand 31.12.2022 |
Stand 31.12.2022 |
Stand 31.12.2021 |
||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in EUR | Anschaffungs- und Herstellungskosten | Abschreibungen | Buchwerte | |||||||||||
| ANLAGEVERMÖGEN | ||||||||||||||
| I. | Immaterielle Vermögensgegenstände |
|||||||||||||
| 1. | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
6.118.649 | 54.754 | 0 | 14.173 | 0 | 6.159.230 | 5.596.559 | 163.697 | 0 | 0 | 5.760.256 | 398.975 | 522.090 |
| 2. | Geschäfts- oder Firmenwert | 15.959.020 | 218.575 | 0 | 0 | 0 | 16.177.595 | 7.677.638 | 1.116.238 | 0 | 0 | 8.793.876 | 7.383.719 | 8.281.382 |
| 3. | Geleistete Anzahlungen | 138.991 | 543.702 | 0 | 0 | 0 | 682.693 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 682.693 | 138.991 |
| 22.216.660 | 817.032 | 0 | 14.173 | 0 | 23.019.519 | 13.274.197 | 1.279.935 | 0 | 0 | 14.554.132 | 8.465.387 | 8.942.463 | ||
| II. 1. |
Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche |
|||||||||||||
| Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken |
46.631.142 | 2.383.794 | 0 | 6.420 | 99.547 | 49.108.063 | 21.611.058 | 1.757.629 | 0 | 0 | 23.368.687 | 25.739.376 | 25.020.084 | |
| 2. | Technische Anlagen und Maschinen | 146.652.412 | 7.453.194 | 0 | 2.988 | 2.007.285 | 156.109.902 | 103.222.253 | 9.761.155 | 0 | 0 | 112.983.408 | 43.126.494 | 43.430.159 |
| 3. | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
28.043.803 | 3.420.721 | 72.992 | 567.006 | 38.882 | 31.009.392 | 18.637.523 | 2.584.870 | 446.137 | 0 | 20.776.256 | 10.233.137 | 9.406.281 |
| 4. | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
2.794.155 | 24.326.434 | 0 | 344.848 | -2.145.714 | 24.630.027 | 409.343 | 0 | 0 | 0 | 409.343 | 24.220.684 | 2.384.811 |
| 224.121.512 | 37.584.143 | 72.992 | 921.262 | 0 | 260.857.385 | 143.880.177 | 14.103.654 | 446.137 | 0 | 157.537.695 | 103.319.691 | 80.241.336 | ||
| III. | Finanzanlagen | |||||||||||||
| 1. | Anteile an at-Equity bewerteten Betei ligungen |
15.934.626 | 7.002.384 | 0 | 1.415.631 | 0 | 21.521.379 | 804.297 | 0 | 0 | 0 | 804.297 | 20.717.081 | 15.130.328 |
| 2. | Beteiligungen | 465.619 | 10.000 | 0 | 0 | 0 | 475.619 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 475.619 | 465.619 |
| 3. | Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis |
7.810.655 | 400.000 | 0 | 3.711.815 | 0 | 4.498.841 | 1.823.990 | 691.815 | 0 | 1.132.175 | 3.366.666 | 5.986.666 | |
| 4. | Sonstige Ausleihungen | 13.791.562 | 3.000 | 2.128.333 | 11.666.229 | 5.668.496 | 0 | 974.600 | 0 | 4.693.896 | 6.972.333 | 8.123.066 | ||
| 38.002.462 | 7.415.384 | 0 | 7.255.779 | 0 | 38.162.067 | 8.296.784 | 0 | 1.666.415 | 0 | 6.630.369 | 31.531.699 | 29.705.679 | ||
| 284.340.634 45.816.559 |
72.992 | 8.191.214 | 0 322.038.971 |
165.451.158 | 15.383.589 | 2.112.552 | 0 178.722.196 |
143.316.777 | 118.889.477 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ENVITEC BIOGAS GESCHÄFTSBERICHT 2022 | Bericht des Aufsichtsrats Lagebericht Konzernabschluss Konzernanhang Impressum |
|---|---|
| Restlaufzeit unter 1 Jahr |
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre |
Restlaufzeit über 5 Jahre |
Summe | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | 31.12.2022 | |||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 10.936.432,23 | 37.175.694,09 | 11.060.428,45 | 59.172.554,77 | ||
| erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 39.355.332,55 | 0,00 | 0,00 | 39.355.332,55 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 22.625.886,28 | 0,00 | 0,00 | 22.625.886,28 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
12.423.886,43 | 0,00 | 0,00 | 12.423.886,43 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 10.889.492,03 | 0,00 | 0,00 | 10.889.492,03 | ||
| 96.231.029,52 | 37.175.694,09 | 11.060.428,45 | 144.467.152,06 | |||
| davon aus Steuern | 5.224.467,53 | |||||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 197.987,50 | |||||
| EUR | 31.12.2021 | |||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 20.767.875,44 | 26.158.712,98 | 873.096,23 | 47.799.684,65 | ||
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 14.453.452,43 | 0,00 | 0,00 | 14.453.452,43 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 19.323.525,34 | 0,00 | 0,00 | 19.323.525,34 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
4.504.597,93 | 0,00 | 0,00 | 4.504.597,93 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 328.792,76 | 0,00 | 0,00 | 328.792,76 | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 16.906.379,42 | 0,00 | 0,00 | 16.906.379,42 | ||
| 76.284.623,32 | 26.158.712,98 | 873.096,23 | 103.316.432,53 | |||
| davon aus Steuern | 6.385.282,48 | |||||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 191.104,93 | |||||
Planmäßige Abschreibungen sind im Berichtszeitraum in Höhe von TEUR 1.116 vorgenommen worden.
Die sonstigen Vermögensgestände enthalten Forderungen auf die Erstattung von Vorsteuern und geleisteter Steuervorauszahlungen in Höhe von TEUR 9.694 (Vorjahr: TEUR 9.246) die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen.
Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen Zahlungen für Bearbeitungsgebühren von Darlehen, Pacht und Erbbauzins sowie Versicherungen für Zeiträume nach dem Abschlussstichtag abgegrenzt.
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis von zeitlichen Unterschieden zwischen den Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden und deren steuerlichen Wertansätzen sowie auf steuerliche Verlustvorträge.
Der Bewertung wurde der unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 28,08% zugrunde gelegt (15,825% für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 12,25% für die Gewerbesteuer). Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 350%.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die latenten Steueransprüche und -schulden.
31.12.2022 31.12.2021 VÄ
Aktive latente Steuern
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt insgesamt EUR 15.000.000,00. Mit einem Nennbetrag in Höhe von EUR 150.000,00 sind eigene Aktien vom Eigenkapital offen in der Bilanz abgesetzt und abgezogen. Der den Nennbetrag übersteigende Teil des Kaufpreises der eigenen Aktien in Höhe von EUR 1.752.000,00 ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Das Grundkapital ist eingeteilt in 15.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1,00 je Stück.
| TEUR | |
|---|---|
| Konzernjahresüberschuss | 48.257 |
| Gewinnvortrag zum 1. Januar 2022 | 102.416 |
| Ausschüttung an Gesellschafter | -14.850 |
| Konzernfremden zustehender Gewinn | -2.453 |
| Konzern-Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2022 | 133.370 |
Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 53.650 durch Grundschulden, die Übereignung von Sachanlagevermögen, die Abtretung von Ansprüchen aus bestehenden Verträgen sowie die Verpfändung von Geschäftsguthaben besichert. Der Buchwert des als Sicherheit gewährten Sachanlagevermögens beträgt TEUR 70.387.
Zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos wurden Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Sofern die
gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, werden Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB gebildet. Diese werden zur Absicherung einzelner Forderungen oder Verbindlichkeiten oder für eine Gruppe von Forderungen und Verbindlichkeiten gebildet. Grundgeschäfte werden betragsmäßig in gleicher Höhe und in derselben Währung und Laufzeit durch Devisentermingeschäfte gesichert. Die einzelnen Hedge Beziehungen werden daher jeweils über die gesamte Sicherungsperiode als wirksam eingestuft.
Zum 31.12.2022 bestehen Devisentermingeschäfte mit einem valutierenden Betrag (Nominalwert) in Höhe von TEUR 852 (TUSD 977). Diese haben am 31.12.2022 einen Zeitwert von TEUR 63 zu Gunsten des Konzerns.
Die Finanzmittelfonds zu Beginn und am Ende der Kapitalflussrechnung entsprechen dem Bilanzposten Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks (TEUR 69.415) sowie jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 25).
Von den liquiden Mitteln unterliegen zum Stichtag 31. Dezember 2022 TEUR 2.137 (Vorjahr: TEUR 2.179) Verfügungsbeschränkungen. Es handelt sich um Reserveguthaben, deren Ansparung sich als Verpflichtung aus diversen Fremdfinanzierungsvereinbarungen im Zusammenhang mit dem Bau von Biogasanlagen ergibt.
Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
| in TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Bürgschaftsverpflichtungen | 1.254 | 1.507 |
Aufgrund der geordneten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der durch die Haftungsverhältnisse Begünstigten ist das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen derzeit als gering zu bewerten.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
| in TEUR | Tätigkeitsbereiche | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlagenbau* | Service | Eigenbetrieb | gesamt | |||||
| Geographischer Markt | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 |
| Deutschland | 0 | 1.790 | 31.268 | 27.357 253.607 | 135.126 | 284.875 | 164.273 | |
| Italien | 0 | 0 | 4.435 | 5.233 | 15.192 | 15.533 | 19.627 | 20.766 |
| Großbritannien | 44 | -10 | 2.289 | 1.995 | 0 | 0 | 2.333 | 1.985 |
| Tschechien | 0 | 0 | 5.543 | 5.033 | 0 | 0 | 5.543 | 5.033 |
| Frankreich | 56.417 | 54.670 | 0 | 0 | 0 | 0 | 56.417 | 54.670 |
| Dänemark | 9.860 | 7.842 | 1.455 | 1.392 | 0 | 0 | 11.315 | 9.234 |
| USA | 1.166 | 716 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.166 | 716 |
| China | 250 | 63 | 0 | 0 | 0 | 0 | 250 | 63 |
| Griechenland | 0 | 2.023 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 2.023 |
| Estland | 150 | 1.584 | 0 | 0 | 0 | 0 | 150 | 1.584 |
| Übrige | 23 | 1.428 | 1.135 | 592 | 0 | 0 | 1.158 | 2.020 |
| 67.910 | 70.106 | 46.125 | 41.602 268.799 | 150.659 | 382.834 | 262.367 |
*inkl. Umsätze der Holding
Im Folgenden werden die erforderlichen Angaben zu den Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gemacht.
Die Umsatzerlöse verteilen sich nach der Berücksichtigung der Aufwands- und Ertragskonsolidierung folgendermaßen auf Tätigkeitsbereiche und geographische Märkte:
| Gesamt | Restlaufzeit | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | |||
| aus Miet- und Pachtverträgen | 1.384 | 216 | 523 | 645 | ||
| aus Bestellobligo | 6.641 | 6.641 | 0 | 0 | ||
| aus Lizenzverträgen | 165 | 83 | 82 | 0 | ||
| aus Leasingverträgen | 2 | 2 | 0 | 0 | ||
| Gesamt | 8.192 | 6.942 | 605 | 645 |
Darüber hinaus bestehen bei den Eigenbetrieben vereinzelt weitere Miet- und Pachtverträge von untergeordneter Bedeutung.
Bis zum Zeitpunkt der Berichtserstellung gab es keine zu berichtendende Ereignisse oder Erkenntnisse nach dem Bilanzstichtag.
Für die erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers, Kohl & Zerhusen GmbH, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:
| 2022 in TEUR |
|
|---|---|
| Abschlussprüfungskosten | 100 |
| Steuerberatungskosten | 145 |
| Gesamt | 245 |
Alle Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen.
Bei den Konzerngesellschaften des EnviTec Konzerns waren durchschnittlich in 2022 weltweit beschäftigt:
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Gewerbliche Arbeiter | 41 | 43 |
| Angestellte | 510 | 475 |
| Gesamt | 551 | 518 |
Der Vorstand setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aus folgenden Mitgliedern zusammen:
Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne, Sprecher des Vorstands (CEO) seit 1. Juli 2007
Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe, Vorstand Finanzen (CFO) seit 1. Juli 2007
Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt, Vorstand Technik (CTO) seit 1. Juli 2010
Weitere Mandate werden durch den Vorstand nicht wahrgenommen.
Die Vorstandsvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Grundvergütung in Form eines monatlich zu zahlenden Gehalts
Variable Vergütung entsprechend dem operativen Ergebnis des EnviTec Konzerns und persönlichen Zielerreichungen
Die Mitglieder des Vorstands erhalten als Ausgleich für ein ihnen auferlegtes Wettbewerbsverbot während der Dauer von bis zu einem Jahr nach regulärer Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied eine monatliche Karenzentschädigung in Höhe von 50% der zuletzt bezogenen Festvergütung. Bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied hängt die Zahlung der Karenzentschädigung entsprechend § 75 HGB von den Umständen der Beendigung ab.
Für die Mitglieder des Vorstandes fielen im Jahr 2022 folgende Vergütungen an:
| in EUR | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Grundvergütung | 458.340 | 427.625 |
| Variable Vergütung | 560.000 | 356.500 |
| Sonstige Bezüge* | 34.064 | 38.965 |
| Gesamt | 1.052.404 | 823.090 |
*Sonstige Bezüge enthalten geldwerte Vorteile aus der Nutzung von Dienstwagen sowie die auf die Vorstände entfallenden Anteile an der D&O Versicherung
Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:
Herr Tobias Schulz (Vorsitzender) bis zum 05.07.2022
Herr Michael Böging (stellvertretender Vorsitzender ab dem 05.07.2022) Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH, Emstek
Herr Franz-Josef Holzenkamp (stellvertretender Vorsitzender) bis zum 05.07.2022 Landwirtschaftlicher Unternehmer, Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG, Aufsichtsratsmitglied LVM Krankenversicherungs-AG, Aufsichtsratsmitglied LVM Lebensversicherungs-AG, Aufsichtsratsmitglied LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G, Präsident des Deutschen Raiffeisenverband e.V. (DRV)
Herr Ulf Hüttmeyer (Vorsitzender) ab dem 05.07.2022 Executive Vice President EMP Structured Assets GmbH, München
Frau Silvia Breher ab dem 05.07.2022 Mitglied des Deutschen Bundestages
Der Aufwand für die Bezüge des Aufsichtsrats enthält im Geschäftsjahr 2022 Aufwand für feste Vergütungen für die Aufsichtsratstätigkeit in Höhe von EUR 60.000 (Vorjahr: EUR 0).
Sonstige Bezüge (Sitzungsgelder und Auslagenersatz) fielen in Höhe von EUR 9.000 an (Vorjahr: EUR 0).
Vorstand und Aufsichtsrat der EnviTec Biogas AG werden den Aktionären auf der ordentlichen Hauptversammlung am 03. Juli 2023 eine Dividende in Höhe von 2,00 Euro je Aktie vorschlagen. Dies entspricht unter Berücksichtigung der eigenen Anteile einem Gesamtwert von TEUR 29.700.
Da die Ausschüttung die Zustimmung der Hauptversammlung voraussetzt, ist eine Verpflichtung hierzu nicht in der Bilanz passiviert worden.
Lohne, den 12. Mai 2023
Olaf von Lehmden
Jürgen Tenbrink
Jörg Fischer
An die EnviTec Biogas AG
Wir haben den Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG, Lohne, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.12.2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der EnviTec Biogas AG, Lohne, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter https://www.idw.de/idw/verlautbarungen/ bestaetigungsvermerk/hgb-konzern-non-pie eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks.
Kohl & Zerhusen GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Gez. Gez. Christine Zerhusen Michael Kohl Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüfer
16. MAI 2023 BERICHTERSTATTUNG ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
03. JULI 2023 HAUPTVERSAMMLUNG
29. SEPTEMBER 2023 BERICHTERSTATTUNG 1. HALBJAHR 2023
EnviTec Biogas AG Industriering 10 a 49393 Lohne Tel.: +49 (0) 4442 / 8016-8100 Fax: +49 (0) 4442 / 8016-98100 E-Mail: [email protected] www.envitec-biogas.de
Katrin Hackfort Tel.: +49 (0) 2574 / 8888-810 Fax: +49 (0) 2574 / 8888-100 E-Mail: [email protected]
Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg
IR.on Aktiengesellschaft, Köln
Verwaltung: Industriering 10 a D-49393 Lohne Tel.: +49 4442 8016-8100 Fax: +49 4442 8016-98100
Vertrieb und Abwicklung: Boschstraße 2 D-48369 Saerbeck Tel.: +49 2574 8888-0 Fax: +49 2574 8888-800
[email protected] www.envitec-biogas.com
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