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EnviTec Biogas AG

Annual Report May 15, 2015

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Annual Report

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Geschäfts-Bericht

MAGazin 14 15

Das Jahresmagazin der EnviTec Biogas AG

MAGazin 14 15

+++ Aktuelles aus unserem Unternehmen +++ Interviews, Statements und Meinungen +++ Projekte, Technologien, Regionen

Das Jahresmagazin der EnviTec Biogas AG

Anlagenbau:

Konnichiwa Japan!

Mit dem ersten Bauprojekt in Japan setzt EnviTec Biogas gemeinsam mit RENAGEN Inc. nicht nur in einer ganzen Region für den Biogasmarkt neue Zeichen, sondern auch im Bereich der Energiegewinnung durch Reststoffe.

Seite 24

Anlagenbau EnviThan kurbelt Biomethanmarkt an Seite 10 Service Modernste Labortechnik in Italien Seite 32 Energy Per Turbo zur Regelenergie Seite 39

Editorial

Das Magazin der EnviTec Biogas AG informiert einmal im Jahr Kunden, Mitarbeiter und Investoren über die aktuellen Aktivitäten des Konzerns.

Liebe Leserin, lieber Leser,

2014 war ein forderndes Jahr für uns und die gesamte Biogasbranche! Bedingt durch das im August in Kraft getretene neue EEG haben die ersten Mitstreiter bereits Federn lassen müssen. Das zeigt uns, dass wir noch besser werden müssen, um uns trotz des rauen Windes, der da weht, weiter zu behaupten. Als Biogas-Allrounder sind wir jedoch dank unseres nachhaltigen Unternehmenskonzepts, engagierter Mitarbeiter und dank Ihnen – unseren Kunden – bestens aufgestellt in allen vier Geschäftsbereichen.

Auch für das nächste Jahr fühlen wir uns daher gut

gewappnet und setzen mit unserem Eigenbetrieb, dem Anlagenbau im Ausland und einem breiten Portfolio im Bereich Service und Direktvermarktung neue Akzente im Biogasmarkt. Aktuell profitieren wir von der hohen Nachfrage nach Biogasanlagentechnik "made in Germany" aus dem Ausland. Neben China konnten wir einen weiteren wichtigen Markt in Asien erschließen: Japan. Dem Inselstaat widmen wir daher auch die Titelgeschichte unseres Magazins. Denn: EnviTec wird immer internationaler und unsere Erfahrungen im Ausland möchten wir gerne mit Ihnen teilen. Mit unserer Rubrik "5 Fragen an ..." geben wir Ihnen Einblicke in unsere Arbeit vor Ort und nehmen Sie mit nach China, Japan, Nordamerika, Italien, Frankreich und England.

In unserem Heimatmarkt Deutschland überzeugen wir durch unser Servicegeschäft und im Bereich der Stromvermarktung. Mit dem innovativen Konzept der EnviTec Stromkontor bauen wir unsere Stromvermarktung weiter aus und bestreiten Wege, die für die gesamte Branche einmalig sind. Mit unserem neuen Vermarktungsmodell bieten wir Betreibern an, ihren Strom direkt in der Umgebung verkaufen zu können. Damit werden sie nicht nur zum Energielieferanten für ihre Nachbarn, sondern – wie beispielsweise Anlagenbetreiber Hennig Seele aus Frille – auch zum Vorreiter der Energiewende.

Als vollintegrierter Biogasanbieter müssen wir zudem unsere technologische Weitsicht unter Beweis stellen. Für uns heißt das: Trends erkennen und nutzen, das Portfolio weiter ausbauen und uns unabhängiger machen vom deutschen Markt und den engen Grenzen des EEG.

Ein Schlagwort, das ich in diesem Zusammenhang hier nennen möchte, ist die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren. Der Fokus unserer Arbeit liegt dabei auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren sowie Auskundschaftung und Erschließung neuer Märkte – immer mit dem Ziel, EnviTec Biogas noch stärker werden zu lassen. Bleiben Sie also neugierig, auf das was da kommt! In diesem Sinne hoffen wir auf ein spannendes neues Geschäftsjahr und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser vierten Ausgabe unseres Magazins. Natürlich

freuen wir uns über Ihre konstruktive Kritik und mögliche Beiträge für die kommende Ausgabe!

Jörg Fischer, CFO EnviTec Biogas AG

Inhalt

Aller guten Dinge sind drei: in Forst steht die dritte EnviThan-Anlage in Deutschland.

Praxisnahe Aus- und Weiterbildung: Die Ausbildung beginnt bei

EnviTec Biogas mit einer Einführungswoche ins Unternehmen.

Rennen, radeln, schwimmen: beim Saerbecker Triathlon gingen gleich drei Teams von EnviTec Biogas an den Start.

Perfekte Technik auf kleinem Baufeld: mit dem ersten Anlagenbau in Japan betritt EnviTec Biogas einen neuen Markt.

02 Editorial

  • 04 Inhalt
  • 06 Gut zu wissen … Wichtige und unwichtige Informationen rund um die Branche und das Unternehmen
  • 08 Im Gespräch mit dem Vorstand Neue Chancen – breites

Portfolio

Anlagenbau

  • 10 EnviThan Gasaufbereitung mit Köpfchen erobert In- und Ausland
  • 14 Klein, kompakt, aber oho

EnviTec überzeugt mit neuem Kompaktanlagenkonzept

  • 16 Frankreich
  • Biogas für die "Grande Nation"
  • 18 Asien Die Boom-Märkte in Asien im Einzelnen
  • 20 China Biogas im Reich der Mitte
  • 24 Japan Energiegewinnung durch Reststoffe
  • 27 Pionierarbeit in Asien Biogaspotenzial auf den Philippinen, in Malaysia, Indonesien und Thailand
  • 28 Großbritannien EnviThan und EnviWaste im Kommen

  • 29 USA Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

  • 30 Technische Trends Highgester, EnviStrip & Co. stellen sich vor

Service

  • 32 Italien Modernste Labortechnik in Verona
  • 34 Auf die Plätze, ... … zurücklehnen und optimieren lassen! Der EnviTec Service
  • 37 Fitness für Anlagen weltweit

Italien, Lettland, Frankreich ...

Energy

38 EnviTec Heatbox

Per Turbo zur Regelenergie

40 Direktvermarktung via Stromkontor Einmal wechseln, immer

günstig!

unser Unternehmen

44 Eigenbetrieb

Fester Bestandteil der Unternehmensstrategie

46 Ausbildung

Erfolgreicher Start in die

Berufswelt

48 Highlights 2014

Impressionen aus dem vergangenen Geschäftsjahr

50 Wie international ist EnviTec?

Mitarbeiter geben ihr Statement ab zum Umgang mit anderen Kulturen

51 EnviTec for fit!

Fitte Anlagen – fittes Team: Wie EnviTecs Mitarbeiter sich gemeinsam gesund halten – mit Spaßfaktor!

05 Impressum

EnviTec Biogas AG Boschstr. 2 48369 Saerbeck Tel. 02574 8888-0 [email protected] [email protected] www.envitec-biogas.de

Herausgeber: EnviTec Biogas AG Redaktion: Katrin Selzer, EnviTec Biogas AG Konzept und Gestaltung: Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg Bildquellen S. 6/7: fotolia, iStock

Das EnviTec MAGAzin kann kostenlos per Post oder E-Mail abonniert werden. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Gedruckt auf 100% Recycling-Papier.

26 Milliarden Kubikmeter

betragen die Erdgasimporte aus Russland in die Ukraine. Nach Berechnungen des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) könnte Biogas nahezu den gesamten Erdgasimport ersetzen, ohne die landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion einzuschränken. Laut DBFZ zählen die Russische Föderation, Weißrussland und die Ukraine zu den Ländern mit dem größten Biomassepotenzial zur energetischen Nutzung in Europa, nutzen aber diese Potenziale kaum.

Stromengpässe bei diesjähriger Sonnenfinsternis? Nicht mit Strom aus Biogasanlagen! Rund 2.200 Biogasanlagen mit

einer Leistung von etwa

1.200 Megawatt (MW) in Deutschland sind in der Lage, Stromschwankungen auszugleichen und je nach Bedarf mehr oder weniger Strom einzuspeisen. Diese flexible Fahrweise ist für eine Erneuerbare Energiewende von elementarer Bedeutung und wird von der Bundesregierung nun bereits seit drei Jahren gefördert.

Bereits zum 8. Mal

in Folge verzichtet EnviTec Biogas auf den Versand von Weihnachtsgeschenken für Kunden und Geschäftspartner. Stattdessen spendete der Biogas-Allrounder 2014 jeweils 5.000 Euro an die zwei gemeinnützigen Projekte "Flugkraft – Fotoprojekt gegen Kinderkrebs" und "Next generation", einen in Lohne ansässigen Elternkreis.

der in Deutschland verbrauchten Wär-

me wurden nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) etwa im Jahr 2014 aus Biogas und Biomethan gewonnen. Dies entspricht rechnerisch dem Wärmeverbrauch von ca. 1,2 Millionen Haushalten.

aus tierischen Exkrementen produzieren. Insgesamt mehr als 12 Millionen Schweine und 177 Millionen Hühner plus Reststoffe stünden für die noch junge Biogasbranche vor Ort zur Verfügung.

Gut zu wissen …

Ölmühlen machen Indonesien zu einem der wichtigsten Palmölproduzenten

weltweit. Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) schätzt das Energiepotenzial allein aus Rückständen von Palmölmühlen auf gut 10 MW. Abwässer aus der Palmölproduktion wurden bisher nicht zur Energiegewinnung genutzt. Erste Palmölmühlen haben nun Biogasanlagen installiert, um die energiereichen Abwässer zu vergären und grüne Energie zu erzeugen.

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★ ★ E U R

O ★ ★

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5.0 0 0

Bis zu 20 Cent kostet die Kilowattstunde Strom auf den Philippinen. Damit führt der Inselstaat in Sachen Höchstpreise für Elektrizität.

Nach Prognosen des Ölkonzerns BP werden erneuerbaren Energien zwischen heute und 2035 um 136% zunehmen und damit der am schnellsten wachsende Energieträger in Europa sein (gefolgt von Erdgas mit einem Zuwachs von 15%).

650

1.000 MW 1,1 Millionen Quadratkilometer

Eisfläche ging in der Arktis verglichen mit der durchschnittlichen Wintereisausdehnung der Jahre 1981 bis 2010 verloren. Seit 1979 beobachten Satelliten aus dem Weltall das arktische Meereis. Nun gibt es wieder einen neuen Negativrekord zu vermelden. Im vergangenen Winter ist das Eis so wenig gewachsen wie noch nie. Das geht aus den Messungen des "National Snow and Ice Data Center" (NSIDC) in den USA hervor. Demnach erreichte das Eis der Arktis nur eine Maximalausdehnung von 14,54 Millionen Quadratkilometern. Die erreichte Ausdehnung liegt deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Der bisherige Minimalwert stammt aus dem Jahr 2011.

EnviTec-Auftragsbestand
im Ausland
31.12.2013 21,9 Mio. EUR
31.12.2014 27,5 Mio. EUR

Neue Chancen – breites Portfolio

Mit dem Abschluss des EEG 2014 schlug die gesamte Biogasbranche in Deutschland ein neues Kapitel auf. Wie EnviTec Biogas den Neubeginn für sich nutzt und welche Chancen und Risiken sich bieten, verrät der Vorstand in einem Interview.

Jürgen Tenbrink, CTO

Olaf von Lehmden, CEO

"Die Energiewende auf Eis gelegt": So titelte das EnviTec Magazin im vergangenen Jahr. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 barg für die Biogasbranche mehr Stolper- als Meilensteine. Der Anlagenbau in Deutschland liegt seitdem brach. Herr von Lehmden, welches Resümee zieht EnviTec nach fast einem Jahr mit der neuen Gesetzgebung?

Dank unserer engagierten Mitarbeiter und einem im Vergleich zum Wettbewerb sehr breiten Portfolio beweisen wir trotz Flaute auf dem deutschen Markt unsere Nachhaltigkeit. Auch im zweiten Halbjahr 2014 haben wir den Turnaround beim Gewinn auf allen Ebenen geschafft und blicken daher optimistisch in die Zukunft. Bis 31.12. hatte EnviTec den Umsatz um 9,8 Prozent auf 163,4 Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte auf 6,3 Mio. Euro, nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr – wir haben daher keinen Grund zu klagen.

Herr Fischer, die Bundesregierung hat im neuen EEG einen Ausbaukorridor von 100 Megawatt festgeschrieben. Wie hoch, rechnen Sie, ist der Zubau an Biogasanlagen noch in diesem Jahr?

Deutschlandweit rechnet die gesamte Branche aktuell nur mit einem Zubau von etwa 40 Megawatt. Das bedeutet für viele Mitbewerber, die rein auf den deutschen Markt gesetzt haben, das Aus. Die ersten Mitstreiter haben bereits die Segel gestrichen, der Innovations- und Wirtschaftskraft der Branche sind damit Grenzen gesetzt worden, die aus unserer Sicht sowohl gegen die Klimawende als auch gegen den Standort Deutschland sprechen.

Der deutsche Markt ist gesättigt, doch weltweit gibt es zahlreiche Länder mit attraktiven Rahmenbedingungen für die Biogasproduktion. Welche Chancen bieten sich EnviTec im Ausland, Herr Slotman?

Insgesamt sehr gute. In Europa sind es vor allem unsere direkten Nachbarn Frankreich und England – hier verzeichnen wir aktuell unter anderem eine sehr hohe Nachfrage nach unserer EnviThan-Technologie. Aber auch Fernost spielt eine immer größer werdende Rolle in unserem Auftragsbuch. Da Asien einen großen Bedarf an Energie hat, sind die Marktchancen dort extrem positiv. Hier sind es vor allem organische Abfälle, die als Energieträger genutzt werden können.

"Made in Germany" gilt weltweit als Gütesiegel für Spitzenqualität. Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht Innovationskraft und Technologieentwicklung eines Biogasanlagenbauers bei der Kaufentscheidung eines Kunden? Mit welcher Strategie behauptet sich hier EnviTec im Markt?

Als Biogas-Allrounder decken wir das gesamte Spektrum des Anlagenbaus ab. Unsere Strategie, vom Halm zum Heizkörper unserem Kunden alles zu bieten, zahlt sich aus. Vor allem im Ausland.

Das langjährige, detailreiche Wissen unserer Ingenieure ist hier bereits seit 2006 gefragt. Seitdem haben wir bis Ende 2014 außerhalb Deutschlands

115 Biogasanlagenprojekte in über 11 Ländern weltweit umsetzen können. Dies entspricht einer installierten elektrischen Gesamtleistung von rund 96 MWel.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat EnviTec Biogas rund 1.000.000 Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Mit welchen neuen Innovationen aus dem Hause EnviTec können wir 2015 rechnen, Herr Tenbrink?

Momentan arbeiten wir an Technologien zur Steigerung der Gasausbeute. Einen weiteren Schwerpunkt legen wir auf die Erforschung und den

möglichen Einsatz alternativer Substrate. Darüber hinaus gehören auch die Prozessüberwachung und die Gärrestaufbereitung zu den Bereichen, an deren Optimierung wir kontinuierlich arbeiten. Ein aktuelles Thema ist die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren. Der Fokus unserer Arbeit liegt dabei auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und Erschließung neuer Märkte.

Eine nachhaltige Partnerschaft mit Kunden und Geschäftspartnern zeichnet sich aus meiner Sicht vor allem durch transparentes Handeln und einen fairen Umgang miteinander aus – dabei helfen uns eine klare Kommunikation und unser ausgeprägter Servicegedanke. Gemeinsam mit dem Kunden suchen wir nach maßgeschneiderten Lösungen. Ein lapidares "Geht nicht", gibt es nicht bei uns!

Als Biogas-Allrounder verfügt EnviTec Biogas über ein breites Portfolio und scheint auch in Zukunft bestens aufgestellt – mit welchen Services punkten Sie vor allem im inländischen Markt und was macht Sie, im Gegensatz zu Wettbewerbern, zum nachhaltigen Partner für Kunden und Geschäftspartner, Herr von Lehmden? »Gemeinsam mit dem Kunden suchen wir nach maSSgeschneiderten Lösungen. Ein lapidares "Geht nicht" gibt es nicht bei uns!«

»Ein aktuelles Thema ist die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren.«

»Deutschlandweit rechnet die gesamte Branche aktuell nur mit einem Zubau von etwa 40 Megawatt. Das bedeutet für viele Mitbewerber, die rein auf den deutschen Markt gesetzt haben, das Aus.«

Roel Slotman, CCO

»Unsere Strategie, vom Halm zum Heizkörper unserem Kunden alles zu bieten, zahlt sich aus.«

Durchweg überzeugend, so lautet das Resümee von Jürgen Tenbrink, Technikvorstand bei EnviTec Biogas, über die beiden im September 2013 in Betrieb genommenen EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen in Köckte und Sachsendorf. Mit einem konstanten Brennwert von 10,7 kWh pro Normkubikmeter (Nm³/h) lag die Auslastung im ersten Quartal 2015 in Sachsendorf, Sachsen-Anhalt, sogar bei über 100 Prozent. Neben Sachsendorf ist Köckte der zweite Standort, an dem erfolgreich Biomethan per EnviThan-Technologie im industriellen Maßstab erzeugt wird. Die 350 Nm³/h große Gasaufbereitungsanlage, die von insgesamt vier Mitarbeitern betreut wird, speist seit ihrer Inbetriebnahme das Biomethan in die 1-bar-Leitung des Avacon Netzes ein. Abnehmer ist die EnviTec Energy, die das produzierte Biomethan in dezentralen Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung

einsetzt.

Mit der Direkteinspeisung von auf-

bereitetem Biomethan kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Um Biogas jedoch in ein bestehendes Erdgasnetz einspeisen zu können, muss es zuvor gereinigt und eventuell durch den Netzbetreiber konditioniert werden. Dies geschieht in Sachsendorf und Köckte durch die innovative Biogasaufbereitungstechnologie EnviThan. Für das umweltfreundliche Verfahren stattet EnviTec Biogas seine Aufbereitungsanlagen mit Membranmodulen

von Evonik Industries aus. Die Hohlfasermembranen reinigen das in Biogasanlagen erzeugte Rohbiogas auf mehr als 97 Volumenprozent Methangehalt auf. Das Verfahren macht sich dabei die unterschiedliche Größe von Gasmolekülen zunutze: da Kohlendioxidmoleküle kleiner sind als Methanmoleküle, können diese wesentlich schneller durch die Membran

wandern. In der Hochdruckseite der Membran reichert sich das Methan an. "Die Gasaufbereitung per Membran erfordert weder Chemikalien noch Wasser oder andere Hilfsmittel, was sie im Vergleich zu anderen Methoden günstiger und vor allem umweltschonender macht", erklärt Diplom-Ingenieur Jürgen Tenbrink weiter.

Der Erfolg der beiden Vorzeige-Anlagen hat sich inzwischen auch im Ausland herum gesprochen. "Pro Woche haben wir gut zwei Besuchergruppen, die sich über unsere Gasaufbereitung vor Ort informieren möchten", sagt Carsten Steentjes, EnviThan-Produktmanager Sales, "darunter Besucher aus China, Japan, Indien, Brasilien, Italien, England, Frankreich, Litauen und natürlich auch aus Deutschland."

Die dritte im Bunde: Die Gasaufbereitungsanlage in Forst verfügt über eine Kapazität von 700 Nm3 /h.

Gasaufbereitung mit Köpfchen: EnviThan kurbelt den Biomethanmarkt an – und das nicht nur in Deutschland.

Mit mehr als eineinhalb Jahren am Netz zieht EnviTec Biogas mit seinen beiden Gasaufbereitungsanlagen in Sachsendorf und Köckte eine durchweg positive Betriebsbilanz. 30 Gigawattstunden waren bei beiden Anlagen pro Jahr geplant, die Einspeisemengen wurden sogar leicht überschritten.

2013 in Betrieb genommenen: die beiden EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen in Sachsendorf (oben) und Köckte.

Von Deutschland in die Welt: Nach England und Frankreich schafft EnviTec mit seinem innovativen Membranverfahren nun auch den Sprung ins Reich der Mitte.

Neben Sachsendorf und Köckte hat EnviTec Biogas im Heimatmarkt Deutschland auch im

brandenburgischen Forst eine weitere Gasaufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 700 Nm³/h erbaut, allerdings mit einer weiter entwickelten platzsparenden Bauweise: "Während wir in unseren ersten beiden Anlagen noch mit stehenden Modulen arbeiten, haben wir in Forst die Membrane von Evonik als liegendes Kartuschensystem eingesetzt", so Steentjes. Durch die Veränderung von vertikal zu horizontal angeordneten Membranen mussten hier sämtliche konstruktive Berechnungen überprüft und neu erstellt werden. "Dieser Schritt hat sich gelohnt, denn um unseren Kunden die kosteneffizienteste Lösung zu bieten, haben wir unseren Fokus in der Weiterentwicklung der Membrananordnung insbesondere auf den Service gelegt", erklärt Steentjes. Mit der liegenden Anordnung der SEPURAN® Green-Module von Evonik ist der Anlagenbauer in der Lage, mehr als die doppelte Anzahl von Modulen in nur einem Container zu verbauen. Nicht nur in Bezug auf ihre Anordnung konnten die eingesetzten Membranen in der Zwischenzeit verbessert werden. Durch die beiden Pionier-Anlagen in Sachsendorf und Köckte hat EnviTec Biogas gemeinsam mit Evonik Industries die Membran-Entwicklung weiter vorangetrieben: "Jetzt lassen sich Gase noch besser und vor allem effizienter voneinander trennen, dank der neu entwickelten Generation der SEPURAN® Green Membran", berichtet Steentjes.

Aktuell im Bau befindet sich außerdem

noch eine 385 Nm³/h starke EnviThan-Anlage im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Für Bodo Meyer, den Geschäftsführer der Agrargenossenschaft BioEnergie Beetzendorf GmbH, ist dies bereits das dritte gemeinsame Bauprojekt mit EnviTec. "Nach zwei in 2011 und 2014 errichteten Biogasanlagen mit 625 und 837 kW Leistung ergänzt die Gasaufbereitung

per EnviThan perfekt unser grünes Energiekonzept ", so Meyer. Seine Anlage wird voraussichtlich bereits ab dem dritten Quartal 2015 in das vorhandene Niederdrucknetz der Avacon AG einspeisen und dann pro Jahr max. 36 Millionen kWh grüne Energie liefern. Damit könnte die Anlage rund 1800 Haushalte mit Gas versorgen. Doch das ist nur der Beginn, denn das Potenzial des grünen Energietalents ist immens: Mit der Direktein-speisung von aufbereitetem Biomethan kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Die vom Leipziger Institut für Energetik und Umwelt in einer Studie ermittelten Potenziale können fossiles Erdgas im Umfang von circa 500 Milliarden Kubikmeter ersetzen. Das entspricht dem gegenwärtigen Erdgasverbrauch der EU. Politisch wird in Deutschland bis 2020 ein jährliches Volumen von 6 Milliarden Normkubikmeter Biomethan angestrebt, welches ins Erdgasnetz eingespeist werden soll. Von diesem Wert, der bereits 2008 in der Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) festgelegt wurde, ist Deutschland jedoch noch weit entfernt. Zurzeit werden noch bis zu 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases importiert. Hier könnte eine erhöhte Nutzung der EnviThan-Technologie Abhilfe schaffen: Biomethan kann dazu beitragen, das Gros des hiesigen Erdgasverbrauchs aus heimischen Rohstoffen und organischen Reststoffen zu decken.

Liegend, nicht stehend. Die neue Generation Membrankartuschen wurden in Forst platzsparend eingebaut.

China

Minhe – so heißt der Ort an dem die erste EnviThan-Anlage von EnviTec in China erbaut wird. Der Kreis Minhe liegt im Osten der Provinz Qinghai und zählt ca. 370.000 Einwohner auf einer Fläche von 1.780 km². Die Anlage wird 1.000 Nm³/h Biomethan produzieren, das Rohgas kommt dabei aus der bestehenden Biogasanlage. Kunde ist einer der weltweit größten Geflügelhalter – die Shandong Minhe Biological SCI-Tech Co, die den Bauauftrag öffentlich ausschrieb. "In Anbetracht der zahlreichen internationalen Mitbewerber sind wir stolz, dass sich der Kunde für eine Anlage "made by EnviTec Biogas" entschieden hat", so

Roel Slotman.

Frankreich

In Frankreich wurde soeben der Vertrag für eine EnviFarm-Anlage mit einer 85 Normkubikmeter (Nm³/h) EnviThan-Gasaufbereitung in der Picardie, nördlich von Paris, unterzeichnet. Nach Bau und Inbetriebnahme soll die Anlage mit Pferdemist, Getreidestaub, Zuckerrübenpülpe und Lebensmittelabfälle gefüttert werden. In bewährt kompakter Containerbauweise besteht die Anlagentechnik aus nur einem Technikcontainer mitsamt Anmisch-, Pumpund Fördertechnik und zusätzlicher Hygienisierung.

成功 Chénggōng – so wird das chinesische Zeichen für Erfolg ausgesprochen. Und genau diesen hat die von EnviTec und Evonik entwickelte

Gasaufbereitungstechnologie auch im Reich der Mitte. Im Dezember 2014 wurde eine 1.000 Nm³/h Biomethan-Anlage für den chinesischen Markt versendet. "Wenn alles nach Plan läuft, kann unser Kunde die Anlage dort noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen", sagt Roel Slotman, zuständiger Vertriebsvorstand des Biogas-Allrounders. Weitere Anlagen befinden sich in der Planung. Und auch in Europa wird die Technologie über die Grenzen Deutschlands hinaus exportiert. Kurz vor Jahreswechsel konnte die erste Biogasanlage mit 300 Nm³/h Gasaufbereitung im englischen Ipsden, bei Oxfordshire, in Betrieb genommen werden. Den Startschuss zum Bau der zunächst 300 Kubikmeter starken EnviTec-Biomethananlage mitsamt 360 kWel Blockheizkraftwerk hatten die Projektentwickler David Bermingham und die Projektinvestoren der London's Ingenious Renewable Energy Group erst im Juni 2014 gegeben. "Wir sind sehr stolz, dass wir das Bauprojekt trotz witterungsbedingten Schwierigkeiten in einem derart kurzen Zeitraum abschließen konnten", so Bermingham. Seit der Inbetriebnahme speist die Icknield Gas Ltd. grüne Energie in das bestehende Netz der Southern Gas Networks ein. Doch damit nicht genug: Drei weitere EnviThan-Anlagen befinden sich seit dem Frühjahr 2015 in Wormit, Brinklow und Crowle im Bau.

Die Biogasanlage wird mit einer Kombination aus Schweinegülle, landwirtschaftlichen Nebenerzeugnissen und Energiepflanzen betrieben. Bis

zu 10.000 Tonnen Schweinegülle können damit jährlich verwertet werden. Großbritannien strebt einen Anteil von insgesamt 15 Prozent aus Erneuerbaren Energien wie Biogas an. "Mit unserer EnviThan-Biogasaufbereitung wird die Icknield Gas Ltd. einen Energiewert von rund 30 Millionen Kilowattstunden (kWh) Biomethan pro Jahr liefern können", so Roel Slotman. Der Übergabedruck der EnviThan-Anlage ist dabei ausreichend hoch, um direkt ins öffentliche Gasnetz einzuspeisen. "Eine weitere Verdichtung war damit nicht erforderlich", erklärt Slotman weiter. Die öffentliche Gasleitung liegt unmittelbar an der Grundstücksgrenze, so dass außerdem nur kurze Gasleitungen verlegt werden mussten.

Die EnviThan-Anlage in Icknield, Großbritannien, konnte trotz schwieriger Witterungsbedingungen innerhalb von nur fünf Monaten realisiert werden.

Klein, kompakt, aber oho

Klein, kompakt und wirtschaftlich – mit diesen

drei Argumenten punktet EnviTec Biogas derzeit auf dem europäischen Markt – allen voran in Italien. Mit dem Vertrag zum Bau einer 99kW-starken EnviFarm Compact-Anlage stellt der niedersächsische Biogas-Allrounder hier einmal mehr seinen bisherigen Erfolg unter Beweis. Die zukünftigen Betreiber Antonio und Francesco Bressan aus dem oberitalienischen Gradisca d'Isonzo nutzen mit der geplanten Anlage das dort zum 1. Januar 2013 in Kraft getretene Erneuerbare-Dekret. Die beiden neuen Kunden EnviTecs betreiben eine Schweinezucht und Viehfutterherstellung. "Die geplante Anlage soll mit 13.000 Tonnen Schweinegülle und 900 Tonnen Hühnermist betrieben werden", erklärt Zeno Marani, für Vertrieb und Marketing zuständiger Geschäftsführer der EnviTec Biogas Italia srl.

Mit dem reduzierten Maisanteil im Input von Biogasanlagen und dem gestiegenen Einspeisetarif für Kleinanlagen hat die italienische Regierung zwar die Marktsituation drastisch verändert, doch EnviTec Biogas überzeugt nach wie vor mit bewährt intelligentem Anlagenbau – "allerdings im auf die Situation angepassten kleinen Format von 75 bis 450 kW", so Marani weiter.

Mit der EnviTec-eigenen Containerbauweise können Anlagen in kurzer Zeit installiert und in

Betrieb genommen werden. Seit seinem Markteintritt in Italien hat das börsennotierte Unternehmen dort insgesamt 44 Anlagen mit einer Kapazität von 39,48 MW ans Netz gebracht – eine weitere trägt seit Dezember 2014 zu diesem Erfolg bei: Die 99 kW-Anlage des Betreibers Società Agricola BIANCHINI F.LLI s.s. in Flumignano di Talmassons in der Provinz Udine ist ein Musterbeispiel einer komplett in den Betrieb integrierten Kompaktanlage. Als Biomasse dienen 4.000 Tonnen Gülle von 80 Milchkühen, der 900 Tonnen Dung von Hühnern in Bodenhaltung eines Betriebs in der

EnviTec überzeugt mit neuem Kompaktanlagenkonzept in Italien, Deutschland und Frankreich und stellt damit sein Können auch im Miniformat erfolgreich unter Beweis.

Musterbeispiel einer

Kompaktanlage: Die 99 kW-Anlage des Betreibers Società Agricola BIANCHINI F.LLI s.s. in der Provinz Udine.

Nachbarschaft beigemischt wird. Die neben dem Strom erzeugte Wärme deckt hier komplett den Eigenbedarf ab.

"In den kommenden Monaten rechnen wir mit dem Baustart weiterer Kompaktanlagen", sagt Roel Slotman, Vertriebsvorstand der EnviTec. Auch im Heimatmarkt Deutschland setzt EnviTec Biogas vermehrt auf EnviFarm Compact-Anlagen. "Hier haben wir ein neues Konzept für 75-kW-Anlagen eingeführt", so der Vertriebsvorstand. Selbst nach dem neuen EEG 2014 ist der Anlagenbau in diesem Segment noch lukrativ. "Für kleine Gülleanlagen blieb nach dem neuen EEG fast alles beim Alten", erklärt Slotman. Die Vergütungssätze wurden hier nur leicht angepasst. Aktuell verzeichnet EnviTec hier eine gute Nachfrage, die Verträge für zwei 75-kW-Anlagen sind bereits unterschrieben, der Baustart ist noch im Jahr 2015 geplant.

Beim Nachbarn Frankreich ist die Nachfrage nach Anlagentechnik im petit-Format ebenfalls groß: Für zwei EnviFarm-Compact-Anlagen mitsamt EnviThan-Gasaufbereitung wurden gerade die Verträge mit zwei neuen Kunden unterzeichnet. Es handelt sich dabei um eine 166 Normkubikmeter (Nm³/h) große EnviThan-Anlage in der Picardie, nördlich von Paris. Nach Bau und Inbetriebnahme soll die Anlage mit Pferdemist, Getreidestaub, Zuckerrübenpülpe und Lebensmittelabfällen gefüttert werden. In bewährt kompakter Containerbauweise besteht die Anlagentechnik aus nur einem Technikcontainer mitsamt Anmisch-, Pump- und Fördertechnik – "und natürlich darf bei der Verarbeitung von Lebensmittelresten auch die Hygienisierung nicht fehlen", ergänzt Sylvain Mesnard, EnviTec Vertriebsleiter Frankreich. Sie sei für 5.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. partment Rhône nahe Grenoble entstehen. "Auch hier wieder mitsamt Gasaufbereitungseinheit", so Mesnard.

Eine weitere EnviFarm-Anlage soll im De-

Industrie Kommune privat

Der Markt für Biogasanlagen in Frankreich boomt.

Plänen der französischen Umweltministerin Ségolène Royal zufolge, sollen in den kommenden fünf Jahren 1.000 neue Biogasanlagen in Frankreich errichtet werden. Mit einem Maßnahmenpaket will Frankreich vor allem seinen hohen Atomstromanteil von derzeit 75 auf 50 Prozent bis 2025 senken. Der Anteil erneuerbarer Energien soll dabei entsprechend wachsen. Die Latte liegt hoch, denn der Anteil soll von aktuell 14,2 Prozent auf 32 Prozent bis 2030 erhöht werden. Die Voraussetzungen hierfür wurden 2011 mit der Einführung erhöhter Einspeisevergütungen geschaffen. Von ihnen profitieren auch Anlagenbetreiber, die sich für den Bau einer EnviTec-Biogasanlage entschieden haben.

"Inzwischen sind wir mit fünf Anlagen und einer installierten Gesamtleis-

tung von 4,14 MW auf dem französischen Markt präsent", sagt Christian Ernst, Geschäftsführer der EnviTec Niederlassung in Frankreich. Ernst und sein Kollege Bernhard Meyer zu Rheda sind beinahe jede zweite Woche vor Ort, um Gespräche mit potenziellen Kunden zu führen, oder in der EnviTec Niederlassung in Plédran, Bretagne, um mit den dort ansässigen sieben französischen Kollegen zu

arbeiten. Neben konventionellen ländlichen Biogasanlagen, die Strom in Kraft-Wärme Kopplung erzeugen, sollen vermehrt Anlagen entstehen, die Biomethan in das Gasnetz einspeisen. "Aktuell gibt es in Frankreich erst sechs Anlagen", weiß EnviTec Vertriebsleiter Frankreich Sylvain Mesnard, "daher sehen wir für unsere effiziente EnviThan-Gasaufbereitung ebenfalls gute Chancen."

Für zwei EnviFarm-Compact-Anlagen mitsamt EnviThan-Gasaufbereitung haben Ernst und Mesnard gerade die Verträge mit zwei neuen Kunden unterzeichnet ( S.15). Daneben befinden sich mehrere Verstromungsanlagen mit EnviTec Technologie in der Genehmigungsphase.

Mit einem geplanten Zuwachs von 1.000 Anlagen bis 2020 ist Frankreich der dynamischste Markt Europas. EnviTec überzeugt hier mit seiner Anlagentechnik und insbesondere mit der EnviWaste-Technologie und insgesamt 4,14 MW installierter Gesamtleistung.

Neben landwirtschaftlichen Biogasanlagen wird in Frankreich auch die Vergärung von Bioabfällen und Abfällen aus der Industrie stärker

gefördert – perfekte Voraussetzungen für die EnviWaste-Technologie des Biogas-Allrounders. Auch sie kann in Frankreich punkten, denn in jedem Produktionsbetrieb fallen Reststoffe und Nebenprodukte an, ob in der Agrar- oder Lebensmittelindustrie, der Kosmetikbranche oder in der Tierzucht. "Mit EnviWaste können sich unsere Kunden nicht nur die Entsorgung ihrer Reststoffe sparen, sondern sie auch noch in wertvolle Energie umwandeln", sagt Christian Ernst.

Die Umwandlung von Reststoffen in Biogas wird sich zukünftig Fabrice Noël zunutze machen. Der Betreiber der soeben in Betrieb genommenen 637 kW-starken EnviTec-Biogasanlage im französischen Meuse, Region Lothringen, hatte sich vor Baubeginn eingehend über die eingesetzten Technologien informiert. "Wichtig waren mir neben Zuverlässigkeit und Qualität auch das eingesetzte Verfahren zur Biogaserzeugung. Hier hat mich der Besuch der EnviTec-Anlagen in Ribeauvillé von Agrivalor Energie und Agri Energie in der Normandie besonders beeindruckt", so Noël. Seine Anlage, die seit Januar erfolgreich betrieben wird, verfügt zudem über eine EnviTec-Hygienisierungseinheit, die künftig für den Einsatz von Agrarabfällen und sonstigen Reststoffen benötigt wird. Organische Abfälle müssen hygienisiert werden, damit sie frei von Krankheitserregern sind. Dabei hilft die hier eingesetzte Technologie mit einer Gesamtkapazität von bis zu 5.000 Tonnen pro Jahr (t/a).

Auch im lothringischen Créhange ist die von EnviTec Biogas eingesetzte Hygienisierungstechnologie (6.300 t/a) Herzstück eines neuen Anlagenprojektes. Die 100-prozentige Abfallanlage "Humus Innovation", die gänzlich ohne landwirtschaftliche Reststoffe oder Energiepflanzen betrieben werden soll, wird im zweiten Quartal diesen Jahres an den Start gehen. Die 500 kWstarke Anlage, deren Vergärung und Hygienisierung von EnviTec gebaut wurden, steht auf dem Gelände des Abfallunternehmens Terralys, das die Anlage auch betreibt. Als Inputstoffe dienen Flotatfette, Magen- und Darminhalte, Blut sowie gepresste und entpackte Lebensmittelreste.

5 Fragen an Christian Ernst

Wie sehen Sie die Chancen, dass Frankreich sein ehrgeiziges Ziel im Bereich der Erneuerbaren realisieren kann? Hierzu ist es aus unserer Sicht erforderlich, vor allem Genehmigungsprozesse zu vereinfachen. Zurzeit dauern Projekte von der Entwicklung bis zum Baustart zum Teil zwischen drei und fünf Jahre – ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Finanzierung von Projekten. Wenn dann auch die politischen Rahmenbedingungen so bleiben, wie sie von der aktuellen französischen Regierung definiert wurden, sehe ich gute Chancen, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Welche weiteren Stolpersteine gibt es? Es gibt zwar einen einheitlichen Einspeisetarif trotzdem muss die Einspeisevergütung, wegen verschiedener Boniregelungen, für jedes Projekt separat berechnet werden. Des Weiteren ist die Finanzierung von Anlagen ein schwieriges und vor allem langwieriges Problem. Aufgrund der geringen Erfahrungen im Biogasbereich sind französische Banken sehr zurückhaltend bei der Finanzierung der Anlagen. Die Anforderungen an den Betreiber und den Anlagenbauer sind entsprechend hoch. Zudem gestaltet sich die Suche nach Investoren, aufgrund der langen Genehmigungszeiten, als große Herausforderung.

Wie ist das interkulturelle Miteinander zwischen Franzo-

sen und Deutschen? Die langjährige Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland macht sich auch in den geschäftlichen Beziehungen und im täglichen Miteinander bemerkbar. Von daher eigentlich perfekt, wäre da nicht die Sprachbarriere. Der direkte Kontakt mit den Kunden ist in der Regel unseren französisch sprechenden Kollegen vorbehalten. Das ist ein kleines Manko.

Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit französischen Kunden am meisten? Ihre Verlässlichkeit und Seriosität. Wir haben ein sehr professionell-partnerschaftliches Verhältnis mit all unseren Kunden und Kollegen, das macht die Zusammenarbeit äußert angenehm.

Wie schätzen Sie die Chancen EnviTecs auf dem französischen Markt in Zukunft ein? Durchweg positiv. Frankreich ist das größte Agrarland Europas – es bietet der Biogasbranche ein enormes Potenzial. Gerade im Bereich EnviWaste können wir punkten, aber auch in der Gasaufbereitung sehen wir mit unserer EnviThan Technologie eine große Chance, uns in einem umkämpften Markt durchsetzen zu können.

Nachhaltige Energie für Asien

Die Nachfrage nach grüner Energie aus Biogas

wächst: auch auf dem asiatischen Markt. Hier überzeugt EnviTec durch Kompetenz, Qualität und auf den Kunden zugeschnittene Technologien. Vor allem China setzt vermehrt auf den Bau von Biogasanlagen. "Hier wird vielerorts Mais angebaut, wobei nur der Kolben verwertet wird. Die Restpflanze wird verbrannt und die Asche als Dünger benutzt", sagt Regional Director Asia/Pacific Hendrik van der Tol. "Das Verbrennen verschmutzt natürlich die ohnehin schon ausreichend belastete Luft, daher soll nun auch vermehrt die Restpflanze in Biogasanlagen genutzt werden", berichtet van der Tol weiter, und das mit positivem Nebeneffekt: denn der Gärrest kann als Dünger für das Feld genutzt werden.

Nach erfahrenen Partnern in Sachen Biogastech-

nologie wird auch in Japan gesucht. Hier und auch in Thailand setzt EnviTec auf eine nachhaltige Kooperation mit RENAGEN, einer führenden Recyclingunternehmensgruppe in Japan und Südost-Asien.

Auch die Philippinen bieten der Biogasbranche ein großes Potenzial, vor allem in Bezug auf die dezentrale Bereitstellung von grüner Energie. Hier hat die Regierung bereits 2009 ein Klimagesetz entworfen, um den Ausbau regenerativer Energieressourcen voranzutreiben. "Aktuell stammen rund 30 Prozent der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Energien, hauptsächlich allerdings aus Wasserkraft", berichtet Marcello Barbato, EnviTec-Sales Manager Asien.

dustrie. "In Malaysia regelt ein neues Gesetz die Methananbindung der rund 400 Palmölmühlen". Eine Lösung besteht darin, die vorhandenen Lagunen mit einem Gasbehälter zu bedecken und das Biogas zu verbrennen. "Das ist aber nicht wirklich effizient", sagt van der Tol. Neben Biogastechnologie in Kombination mit KWK-Motoren (Kraft-Wärme-Kopplung), bietet EnviTec per EnviThan eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösung.

Biogastechnologie "made in Germany" boomt vor allem auf dem asiatischen Markt. Ob China, Japan, Malaysia, Indonesien oder die Philippinen – EnviTec nutzt hier aktiv seine Wachstumschancen und bietet Know-how und Manpower vor Ort.

der bedeutendsten Häfen Japans und Ankunftsort der ersten EnviTec-

Biogasanlage.

P h ilippinen

des Energiebedarfs wird aus regenerativen Energien gedeckt.

15,3

5,4

15,3 Gigawatt grüne Energie bis 2030 ist das Ziel der Regierung.

30.000 to

Reis- und Maisstroh fallen jährlich auf den Philippinen an – bestes Substrat für Waste-to-Energy-Anlagen.

T ha i l and

10

20

30

beträgt die aktuell installierte elektrische Leistung in Indonesien.

Prozent wächst die Energienachfrage in Indonesien jährlich.

USA

4,6%

wächst die Elektrizitätsnachfrage in Malaysia jährlich.

96 Millionen

Tonnen Biomasse stehen in Malaysia zur Verfügung. Mehr als 80 davon aus Rückständen der Palmöl-Verarbeitung.

Biogas im Reich der Mitte

Präzision ist gefragt, wenn es darum geht den asiatischen Markt zu erobern.

Davon weiß Andreas Bosse ein Lied zu singen: "Extrem detaillierte Pläne, inklusive genauer Definition und Anzahl von Schrauben und Muttern – und das bereits schon in der Vertriebsund Angebotsphase – sind das A und O für eine erfolgreiche chinesisch-deutsche Zusammenarbeit". Der EnviTec-Projektleiter ist seit rund zwei Jahren immer wieder direkt vor Ort, um Planungen vorzustellen oder Baufortschritte zu kontrollieren. Stets an seiner Seite sind die chinesischen Kollegen Jia Naiyun, Liu Xiaolin und Rui Liu, die vorab mit den deutschen Vertriebskollegen und EnviTec Regional Director Asia/Pacific Hendrik van der Tol bereits die ersten drei Verträge unter Dach und Fach gebracht haben: "Der erste Vertragsabschluss mit dem Schiffsbauer China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC) ist inzwischen planerisch abgeschlossen", sagt Bosse. Das 300.000-Mitarbeiter-starke staatseigene Unternehmen CSIC investiert in Jiyuan, Provinz Henan, in

China investiert in Biogastechnologie "made in Germany": Mit dem Bau von derzeit insgesamt drei Anlagen profitiert EnviTec vom Boom des chinesischen Energiemarkts.

eine EnviFarm Classic Biogasanlage mit EnviThan-Gasaufbereitung. Die Anlage soll mit der betrieblich anfallenden Schweinegülle betrieben werden. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2015 angesetzt.

"Diese Vertragsunterzeichnung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Akzeptanz und Nachfrage für unsere Gasaufbereitungstechnologie EnviThan auch im internationalen Markt wächst"", so Roel Slotman, EnviTec-Vertriebsvorstand. Anders als in Europa führt EnviTec in Asien allerdings nicht den kompletten Bau der Biogasanlage vor Ort durch. "Wir sind für das Engineering zuständig und liefern den Hauptteil aller notwendigen Komponenten, überwachen den Bau und lernen lokale Mitarbeiter an", erklärt Oliver Ahlemeyer, zuständiger Fachplaner. Die 500 Normkubikmeter (Nm³/h) große Anlage wird in bewährter Containerbauweise vom Kunden unter Supervision von EnviTec errichtet und soll dann bereits Ende des Jahres Gas in das vorhandene Netz einspeisen. Die Anlage ist inzwischen wohlbehalten an der Baustelle angekommen.

"Der Seetransport nach Asien erfordert genaueste Stück- und Packlisten, um den Anforderungen des Zolls zu entsprechen", sagt Bosse. Über die Ankunft der Anlage freut sich auch der Kunde. Der bekannte Schiffsbauer erweitert mit Investitionen in Erneuerbare Energien sein Portfolio. "Wir freuen uns, mit EnviTec Biogas einen so erfolgreich international agierenden Akteur im Bereich des Biogasanlagenbaus angeworben zu

5 Fragen an Andreas Bosse

Wie verständigen Sie sich mit Ihren chinesischen Kollegen und Geschäftspartnern? Sowohl bei Meetings als auch in der Bauabwicklung kommt

man mit Englisch sehr gut klar. Da unsere Partner vor Ort und auch wir keine "native speaker" sind, begegnen wir uns dadurch auf Augenhöhe. Bei Detailfragen sind aber auch immer Kollegen vor Ort, die dann ins Chinesische übersetzen.

Was unterscheidet ein deutsches Geschäftsmeeting von

einem chinesischen? Allein die Anzahl der Gesprächsteilnehmer ist – zumindest beim allerersten Zusammentreffen – etwas gewöhnungsbedürftig. 30 Menschen an einem Tisch sind bei einem Planungsmeeting keine Seltenheit.

Gibt es dennoch mehr Gemeinsamkeiten als gedacht? Ja, definitiv. Doch in Sachen Präzision und Gründlichkeit können wir uns eine Scheibe von den Chinesen, aber auch von den Japanern, abschneiden. Detaillierte Planungen führen hier zu extrem verkürzten Bauzeiten. Dafür können aber Kick-off-Meetings durchaus auch mal drei bis vier Tage in Anspruch nehmen.

Was können wir von China lernen? Gründlichkeit und Freundlichkeit: Diese beiden Eigenschaften machen unseren Aufenthalt vor Ort immer wieder mehr als nur angenehm. Chinesen sind ausgesprochen gastfreundlich, es wird viel kommuniziert.

Wie schätzen Sie die weiteren Chancen EnviTecs auf dem chinesischen Markt ein? Gut, denn in China ist derzeit eine Art EEG in Bearbeitung. Hier arbeiten unter anderem auch deutsche und chinesische Ministerien zusammen und tauschen sich miteinander aus.

haben, der mit Qualitätsarbeit und hohen technologischen Standards Maßstäbe für mögliche neue Gasaufbereitungsprojekte setzen wird", sagt JianHua Wang, General Manager bei CSIC.

Wichtig sei es nun, so sind sich beide Partner einig, effiziente und umweltfreundliche Biogasanlagentechnik nachhaltig im chinesischen Markt zu platzieren. Vom technischen Know-how des Biogas-Allrounders überzeugen konnten sich JianHua Wang und sein Team zuvor bei einem Besuch der EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen in Sachsendorf und Köckte.

Dass die Zusammenarbeit mit CSIC von Nachhaltigkeit geprägt ist, zeigt auch der zweite Vertragsabschluss. Das Großunternehmen investiert erneut in eine Biogasanlage inklusive 500 Nm³/h-Gasaufbereitung. Die Biogasanlage mit EnviThan-

Intensive Planungen und Besprechungen mit erfolgreichem Ausgang: Der erste Vertragsabschluss mit dem Schiffsbauer China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC) resultierte inzwischen in einem weiteren Auftrag.

Neue Energien in China

China ist zurzeit weltweit sowohl der größte Investor in regenerative Energien als auch der größte Produzent von Ökostrom. Anders als in den meisten Staaten der Welt werden erneuerbare Energien hier nicht nur unter dem Ziel der Reduktion von Treibhausgasemissionen gesehen, sondern als Mittel zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Von 2000 bis 2013 erhöhte sich der Anteil der erneuerbaren Energien (infolge des hohen Wirtschaftswachstums stark gestiegenen) am Energieverbrauch von 5,6 auf 9,6 Prozent. Zugleich übertrafen die Investitionen in erneuerbaren Energien erstmals die Investitionen in konventionelle Kraftwerke. Bis 2017 soll die installierte Leistung von Ökostromanlagen um 48 Prozent auf dann 550 GW ansteigen.

Gasaufbereitung in Suzhou, Provinz Jiangsu, soll ab Ende des Jahres mit Küchenabfällen und Klärschlamm betrieben werden. Die EnviThan Biogasaufbereitung ist einfach und robust, dazu kompakt und platzsparend. Die Komponenten zur Entschwefelung, Kompression, Kondensation, Filtration und zur Gastrennung können in geschlossenen Containern installiert werden. Dank modularer Bauweise wird jede Anlage den individuellen Leistungsanforderungen des jeweiligen Betreibers angepasst. "Genau diese Flexibilität aber auch der geringe Bauaufwand haben uns überzeugt, unser zweites geplantes Projekt ebenfalls mit der Expertise von EnviTec Biogas zu realisieren", sagt CSIC-General Manager JianHua Wang.

Auch die Shandong Minhe Biological SCI-TECH Co. LTD setzt auf die Expertise EnviTecs. "Bei unserem dritten EnviThan-Projekt in Minhe, China haben wir uns nach einer öffentlichen Ausschreibung erfolgreich gegen chinesische und europäische Wettbewerber durchgesetzt und den Zuschlag bekommen", sagt Roel Slotman, der als Vertriebsvorstand auch für Asien zuständig ist. Auftraggeber ist einer der weltweit größten Geflügelhalter. Das Rohgas für die technisch bereits durchgeplante 1.000 Nm³/h große EnviThan-Anlage kommt aus der bereits vorhandenen Biogasanlage. "Die Bauphase haben wir eingeläutet", ergänzt Bosse. Läuft alles nach Plan, soll die Gasaufbereitungsanlage schon im dritten Quartal 2015 in Betrieb genommen werden.

Insgesamt bietet der chinesische Markt beste Voraussetzungen für den Betrieb von Biogas-

anlagen. Schätzungsweise 800 Millionen Tiere leben in China, darunter viele Schweine, Hühner und Rinder bei deren Haltung Mist und Gülle anfällt. Das enorme Biogas-Potenzial soll nun vermehrt zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Laut Berichten der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ließen sich mit den jährlich in China produzierten 290 Milliarden Kubikmeter Biomasse fast sieben Prozent des Energiebedarfs Chinas abdecken. "Mit den drei vorliegenden Bauaufträgen ist uns ein erster, wichtiger Schritt zur Entwicklung des enormen Potenzials zur Produktion klimafreundlicher Energie in China gelungen", resümiert Slotman "und ein weiterer Meilenstein der Internationalisierung EnviTecs".

54 Tonnen Hightech auf dem Weg nach China – Impressionen von der Planung bis zur Ankunft der Containeranlage in Penglai.

Am Anfang steht ein Plan: Per 3D-Zeichnung wird detailgenau geplant. Neben dem vorderen Maschinencontainer sind 90 Steckplätze für liegende Membranmodule im hinteren Membrancontainer vorgesehen.

Nach nur zwei Wochen seit Anlieferung der Container ist der erste Bauabschnitt geschafft: Kaltwasserspeicher und Wärmetauscher sind im Maschinencontainer eingebaut.

Parallel zur Fertigstellung des Maschinencontainers wird am Membrancontainer getüftelt. Mit der liegenden Anordnung der Membranmodule ist EnviTec in der Lage, mehr als die doppelte Anzahl von Modulen in nur einem Container zu verbauen.

Per LKW und Schwerlastkran werden Anfang November die zwei Maschinen- und Membrancontainer am EnviTec-Fertigungsort in Saerbeck angeliefert. Jetzt kann der Innenausbau beginnen!

Wer will fleißige Handwerker sehen? Insgesamt neun Monteure arbeiten in der Containerfertigung in Saerbeck. Hier werden von den Technikexperten Armaturen und Ventile montiert.

Es ist vollbracht. Nach insgesamt 1300 Arbeitsstunden sind am 9. Dezember 2014 beide Container bereit für die Reise zum chinesischen Auftraggeber. Vor der Verladung müssen beide Container sorgfältig verpackt werden.

Am 16. Dezember ist es dann endlich so weit, die Fracht wird von Röhlings Logistics abgeholt und verschifft. 旅行愉快 - Lǚxíng yúkuài – gute Reise nach China!

Bereits im zweiten Schritt geht es an die Sonderanfertigungen. Ein Zulieferer fertigt die Container inklusive Türen und vormontierter Rohrdurchführungen sowie einem gasdicht abgetrennten Schaltraum.

Konnichiwa Japan!

Mit dem ersten Bauprojekt in Japan setzt EnviTec Biogas gemeinsam mit RENAGEN Inc. nicht nur in einer ganzen Region für den Biogasmarkt neue Zeichen, sondern auch im Bereich der Energiegewinnung durch Reststoffe.

5 Fragen an Ivan Dubický

Was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zwischen der europäischen und japanischen Mentalität? Die unglaubliche Gastfreundschaft. Noch nie wurden ich und meine Kollegen so herzlich und unverfälscht willkommen geheißen wie in Japan. Nach einem Arbeitstag gehört ein geselliges Abendessen einfach mit dazu. Das ist schön.

Welche Eigenschaften schätzen Sie am meisten an der Zusammenarbeit mit Ihren japanischen Partnern? Knigge hätte seine Freude gehabt in Japan und auch ich und meine Kollegen schätzen den gegenseitigen Respekt und den stets höflich-freundschaftlichen Umgang miteinander.

Welche Unterschiede gibt es bei offiziellen Meetings? Natürlich war die extrem hohe Teilnehmerzahl an einem meiner ersten Planungsgespräche für mich überraschend. Die Meetings sind jedoch, dank der Teilnahme aller Gewerke und Arbeitseinheiten, allesamt sehr gut organisiert und lassen keine Fragen offen.

Wie überbrücken Sie sprachliche Barrieren? Eigentlich wie überall: mit Englisch. Allerdings ist das ab und an ein Problem, geht es um Fachtermini wird häufig übersetzt. Bei einem privaten Ausflug sollte man sich allerdings mit Visitenkarten oder genauen Wegbeschreibungen in japanischer Sprache eindecken, denn Taxifahrer sprechen oftmals kein Englisch.

Welche Fettnäpfchen sollte man tunlichst umgehen? Ein direkter Widerspruch wird verständlicherweise oftmals als barsch und irritierend empfunden. Hier müssen wir uns alle an die Nase fassen und können uns in Sachen Umgang und Etikette eine dicke Scheibe von Japanern abschneiden. Der Austausch von Visitenkarten sollte niemals "einfach nur so" stattfinden, sondern mit dem nötigen Respekt und – bei der Übergabe – immer mit beiden Händen.

Zufriedene Gesichter nach der Inbetriebnahme der ersten EnviTec Anlage in Japan.

EnviTec Projektleiter Andreas Bosse vor der Anlage im Bau.

"こんにちは!Konnichiwa – heißt auf Japanisch Guten Tag", sagt Ivan Dubický, EnviTec-Bauleiter aus Tschechien. Er muss es wissen, denn seit Dezember 2014 arbeitet Dubický in der drittgrößten Stadt Japans – Osaka. Hier erobert der niedersächsische Biogas-Allrounder mit einem Waste-to-Energy-Pilotprojekt den noch jungen japanischen Biogasmarkt. Die 250 kW-starke Biogasanlage speist seit dem 31. März, pünktlich zum anvisierten Termin der Ersteinspeisung, ins Netz ein. "Dass wir den Zeitplan so akkurat einhalten konnten, ist der perfekten Zusammenarbeit mit unserem japanischen Partner RENAGEN zu verdanken", erklärt Dubický.

RENAGEN ist Teil der REMATEC Gruppe, eines großen Reststoff-Verwertungsunternehmens in Japan und Südost Asien. Ziel der Unternehmensführung ist es, RENAGEN in den kommenden Jahren als führenden Anbieter im Biogasmarkt

in Japan zu etablieren. "Als Teil der REMATEC Gruppe wollen wir uns gemeinsam mit der technologischen Expertise von EnviTec

Biogas in unserem aufstrebenden Biogasmarkt etablieren", so Daisuke Mishima, Vorstandsvorsitzender von RENAGEN. Mit umgerechnet 30 Cent auf zwanzig Jahre hat die japanische Regierung nun garantierte Einspeisevergütungen eingeführt. Davon will auch EnviTec Biogas profitieren: "Diesen Trend möchten wir gerne gemeinsam mit dem lokalen Partner RENAGEN nutzen und eine Vorreiterrolle als Botschafter für das Multitalent Biogas einnehmen", sagt Hendrik van der Tol, EnviTec Regional Director Asia/Pacific.

Das Projekt ermögliche dem Unternehmen, auch auf dem japanischen Markt die Effizienz der in Europa erfolgreich unter Beweis gestellten Waste-to-Energy-Technologie zu demonstrieren, so van der Tol weiter.

Die Energiegewinnung durch Reststoffe markiert für das Industrieland Japan einen wichtigen

Schritt zur Erreichung der national gesteckten Klimaziele. Mit über 127 Millionen Einwohnern liegt Japan auf Platz zehn der bevölkerungsreichsten Länder der Erde. Nach den USA und Frankreich nahm der Inselstaat vor der Tsunami-Katastrophe den dritten Platz der weltgrößten Produzenten von Atomstrom ein. Heute liefert keiner der ehemals 50 aktiven Reaktoren Japans Strom. Das wirtschaftliche Nutzpotenzial der Erneuerbaren liegt laut Deutscher Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) bei mindestens 887 Gigawatt. Neben Atomkraft waren Öl aus der Golfregion und Kohle aus Australien bis dato die wichtigsten Energieträger. Verschwindend geringe 4,7 Prozent der Energie stammten aus erneuerbaren Energiequellen.

Das soll sich nun ändern. Mit dem Projekt

14-074, so die offizielle Nummerierung im Lohner Auftragsbuch, setzt EnviTec gemeinsam mit RENAGEN neue Zeichen. Nach einer intensiven Planungsphase mit den zwei EnviTec-Fachplanern Oliver Ahlemeyer und Daniel Hagemann konnte Dubický, als verantwortlicher Bauleiter vor Ort am 19. Januar nach 4-wöchiger Seefahrt die Bauteile in Empfang nehmen. "Dank des sehr transparenten Handelsabkommens mit Japan konnten das Zollprozedere in kürzester Frist abgeschlossen und die Teile auf den LKW verladen werden", erzählt der Bauleiter. Nach rund einstündiger Anfahrt in den Ortsteil Kishiwada wurde in den Folgetagen die Technik- und Dachmontage des 986 Kubikmeter großen Fermenters gestartet. "Der Aufbau der Anlage lief ganz nach Plan, bereits Anfang Februar haben wir den Fermenter inklusive Dach technisch ausgestattet, am 1. März kam dann die komplette Anmischtechnik dran", sagt Dubický. Die präzise Vorplanung der Anlage verkürzte die Bauzeit auf insgesamt nur drei Monate. "Das ist fast schon rekordverdächtig, aber

Die fertig gestellte Anlage im Ortsteil Kishiwada.

bei uns in Japan durchaus Usus", weiß Masaharu Yoshimi, Technischer Vorstand von RENAGEN, zu berichten.

Das perfekt geplante Prozedere machte sich

auch auf der Baustelle bemerkbar: jeden Morgen 7.30 Uhr startete das 15-köpfige Bauteam pünktlich in den Arbeitstag. "Nach kurzem Frühstück und Mittagspause mit Reis und Fisch geht man gemeinsam wieder ans Werk", so Masaharu Yoshimi weiter.

Nicht ganz so einfach gestaltete sich die Lagerhaltung des Baumaterials. "Hier merkt man, dass man auf einer Insel arbeitet und der Platz begrenzt ist", so Dubický. Die 2,6-Millionen starke Handelsmetropole Osaka verfügt über relativ kleine Baufelder. "Unser Material mussten wir daher in etwa zehn Kilometer Entfernung zwischenlagern", erklärt der Bauleiter weiter. Da Kraneinsätze sehr teuer sind, mussten dadurch auch die einzelnen Arbeitsabläufe während des Baus genau koordiniert werden.

Aufgrund der perfekten Zusammenarbeit strebt RENAGEN gemeinsam mit EnviTec eine strategische Partnerschaft an. "Insgesamt sollen jährlich bis zu zehn Biogasanlagen in Japan entstehen", sagt Hendrik van der Tol. Die ersten Schritte für zwei weitere Anlagen sind bereits in diesem Jahr eingeleitet worden.

Der Inselstaat setzt nicht nur nach außen ein

Zeichen für eine grüne Energiewende. "In unseren Gesprächen mit Japanern spürt man regelrecht, dass sich die ganze Bevölkerung mit dem Thema auseinandersetzt", sagt Dubický. "Inzwischen kommen 4,7 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen, das ist ein guter Anfang", resümiert Daisuke Mishima. Dennoch plädiert die aktuelle Regierung unter Premierminister Shinzô Abe jüngst für eine Wiederaufnahme der Arbeit der Atomkraftwerke – natürlich nach einer eingehenden wissenschaftlichen Prüfung. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, Fukushima ist auch heute, vier Jahre nach dem schrecklichen Unglück, Mahnmal für eine radikale Energiewende.

Begrenzter Bauplatz: Die 2,6-Millionen starke Handelsmetropole Osaka verfügt über relativ kleine Baufelder.

Pionierarbeit mit Aussicht

Vier Länder mit viel Potenzial: Zwar steckt die Biogasbranche auf den Philippinen, in Malaysia, Indonesien und Thailand noch in den Kinderschuhen, doch die Nachfrage nach grüner Energieerzeugung wächst stetig.

Wie erleben Sie die ungeheure kulturelle Vielfalt dieser Region? Die kulturelle Bandbreite dieser Region ist wie ein Geschenk für mich. Bereits als Kind war mein Lieblingsbuch ein Atlas. Später bin ich von den Niederlanden

nach Tschechien gezogen. Ich bin es gewohnt, mich schnell in verschiedene Kulturen einzuleben.

Heute Manila, morgen Jakarta - wie überbrücken Sie sprachliche Barrieren in Ihrer Arbeit? In der gesamten Region ist Englisch der Türöffner, vor allem als Geschäftssprache – und natürlich helfen uns unsere lokalen Partner dabei, Sprachbarrieren zu überbrücken.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an ihren lokalen Kolle-

gen am meisten? Unsere lokalen Kollegen wählen wir vor allem nach Glaubwürdigkeit aus, denn die Person muss in unser Team passen. Erfahrungen und ein gutes lokales Netzwerk sind ebenfalls ausschlaggebend für eine gute Zusammenarbeit mit unseren lokalen Kollegen.

Welches Land hat Ihrer Einschätzung nach, die besten Voraussetzung geschaffen für Erneuerbare Energien?

In Südostasien ist das meiner Einschätzung nach Malaysia. Allerdings verfügt Indonesien über ein größeres Potenzial und gute Voraussetzungen für die Erneuerbaren.

Was sind die größten Herausforderungen für die Erneuer-

baren in dieser Region?

Die Erneuerbaren-Branche steckt definitiv noch in der ganzen Region in den Kinderschuhen, was immer Herausforderungen mit sich bringt. Wir müssen vor allem lokale Partner überzeugen, dass unsere Expertise und Technologie mehr Vorteile bringt als die von lokalen Anbietern, das ist für uns die größte Herausforderung.

Mit Pionierarbeit kennt sich EnviTec Biogas aus. Als Biogas-Allrounder der ersten Stunde setzt das Unternehmen seine Expertise nun ein, um im südostasiatischen Markt Fuß zu fassen. Thailand gehört zu den größten Wachstumsmärkten für erneuerbare Energien. Hier gilt es für EnviTec mit Hightech und Leistungsstärke zu überzeugen. "Die vorhandene Technologie ist preisgünstig und verfügt über niedrige Outputzahlen", berichtet EnviTec Regional Director Asia/Pacific Hendrik van der Tol. Einspeisevergütungen für Biogasanlagen, die Reststoffe der örtlich ansässigen Palmölindustrie verarbeiten, sind bereits implementiert, ein lokaler Partner mit REMATEC, einem der führenden Recyclingunternehmen in Japan und Südost-Asien, vorhanden – "das sind gute Voraussetzungen, hier bald auch mit einem Projekt zu punkten", so van der Tol weiter.

Neben Thailand verfügen auch die Philippinen

über aussichtsreiche Marktchancen, vor allem in Bezug auf die dezentrale Bereitstellung grüner Energie. "Im Jahr 2030 sollen die Kapazitäten der Erneuerbaren von derzeit 5,4 Gigawatt auf insgesamt 15,6 Gigawatt erhöht werden, und so zur Sicherheit der Energieversorgung beitragen", weiß van der Tol. Ebenfalls dazu beitragen wird die von EnviTec geplante 4MW Biogasanlage in der Provinz Quezon. Sie soll nach Inbetriebnahme ab 2016 mehr als 32 Millionen Kilowattstunden grüne Energie pro Jahr liefern.

Für den malaysischen und indonesischen Biogasmarkt stehen die Chancen für die Realisierung künftiger Anlagenprojekte ebenfalls sehr gut: Hier hat EnviTec bereits eine Kooperation mit Aquakimia, einem Ingenieurbüro, das auf die schlüsselfertige Planung und den Bau von Palmölmühlen einschließlich Abwasserbehandlung spezialisiert ist, geschlossen.

5 Fragen an Mike McLaughlin, Geschäftsführer EnviTec UK (li.), und Markus Ter Heide, Projektleiter

EnviTec ist seit 2007 mit einem Joint Venture in Großbritannien vertreten, wie viele Anlagen konnten bereits realisiert werden? Insgesamt hat EnviTec Biogas bereits neun Anlagen mit einer installierten Gesamtleis-

tung von 6,8 MW in England realisiert. Die drei neuen Anlagen geben uns die Zuversicht, dass unsere Marktaussichten auch weiterhin als positiv zu bewerten sind!

Großbritannien strebt einen Anteil von insgesamt 15 Prozent aus Erneuerbaren Energien wie Biogas an – wie viel ist schon erreicht? Mit einer Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien (FIT) und dem "Renewable Heat Incentive" (RHI) fördert die britische Regierung den Ausbau von regenerativen Energiequellen mit nachhaltigem Erfolg. Biogas leistet dabei einen großen Beitrag im Bereich der Gaseinspeisung in das vorhandene Netz.

Wie gestaltet sich die englisch-deutsche Zusammenarbeit mit den Kunden vor Ort? Jeder Standort wird von einem erfahrenen englischen Site Manager geleitet. Gemeinsam mit dem EnviTec Anlagenbau Projektleiter und einem Bauleiter werden alle Schritte sorgfältig geplant und umgesetzt und die Zusammenarbeit mit lokalen Gewerken koordiniert.

Welche Besonderheiten – positiv, wie negativ – hält der britische Biogasmarkt für EnviTec bereit? Sowohl im Service Geschäft als auch im Bau von Anlagen ist hier Potenzial vorhanden. Zeitaufwändiger gestalten sich hier die Sicherheitsstandards, die auch während der Bauphase zu viel Schriftwechsel führen.

Herr Ter Heide, welche typisch britischen Eigenschaften schätzen Sie am meisten? Am meisten bewundere ich die Disziplin der Briten, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben, setzen sie es auch um!

Im Land der unbegrenzten

Möglichkeiten Mit EnviThan, EnviWaste und EnviFarm setzt Großbritannien gleich auf drei erfolgreiche EnviTec-Technologien.

Mit dem Bau und Betrieb zweier Biogasanlagen hat EnviTec Biogas den Schritt in die USA erfolgreich gemeistert – nun gilt es, weiteres Potenzial zu erschließen

5 Fragen an Steve McGlynn

Wie haben die EnviTec-Anlagen die extremen Winterstürme verkraftet? Bestens! Unsere Anlagen waren einige der wenigen in den USA, die trotz Temperaturen von bis zu -20 Grad konstant durchliefen! Für die Betreiber standen wir die ganze Zeit parat und kontrollierten jede Anlage wöchentlich. Die Kälte stellt besonders für Gülle eine Herausforderung dar. Doch unsere Fermenter zeigten keinerlei Temperaturschwankungen.

Wie schätzen Sie das Potenzial für den Bau weiterer Biogasanlagen in den USA ein? Immens hoch, denn bislang gibt es hier nur etwa 240 Biogasanlagen im Agrarsektor. Problematisch sind die jeweilige Vergütung und Förderungsmöglichkeiten, die je nach Bundesstaat unterschiedlich sind. Die Anbindung an ein Stromnetz kann die Vertragsunterzeichnung ebenfalls verzögern. Bundesweit spielt natürlich die größte Rolle, welche politische Partei die Kontrolle im Weißen Haus und im Kongress künftig haben wird.

Welche Staaten subventionieren Anlagen? Der Bundesstaat New York bietet beispielsweise mit dem NYSERDA-Fund eine Subventionierung speziell für Fermenter. Staatliche Vergütungen gibt es außerdem in Massachusetts mit zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde und in dem kleinen Vermont. Die günstigsten Anreize bieten New York, Pennsylvania, Connecticut, Vermont und Indiana.

Wo sehen Sie für EnviTec realistische Chancen für nächste Projekte? Wir waren in Kalifornien, hier sollen bald zwanzig Prozent des erzeugten Stroms aus Biomasse stammen. Aber auch Nebraska, Maryland und Wisconsin sind von Interesse. Aktuell erarbeiten wir gerade drei Machbarkeitsstudien für Anlagen im Nordosten. Insgesamt muss es unser Ziel sein, vor allem bei Molkereiunternehmen bekannter zu werden. Der Prozess, einen Vertrag zu unterzeichnen, fordert mit sechs bis acht Monaten Dauer recht viel Geduld.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen über den großen Teich hinweg? Ausgezeichnet. Denn eigentlich ist es fast so, als ob die Kollegen im Nebenzimmer wären. Als Frühaufsteher macht mir auch die Zeitdifferenz nichts aus.

Zauberhaft schnelle Bauzeit: Nach nur sechs Monaten speist die 300 Normkubikmeter starke EnviThan-Anlage mitsamt 360kWel Blockheizkraftwerk (BHKW) in Ipsden, Oxfordshire, grüne Energie in das Netz ein. Die Anlage wird mit einer Kombination aus Schweinegülle, landwirtschaftlichen Nebenerzeugnissen und Energiepflanzen betrieben. Bis zu 10.000 Tonnen Schweinegülle können damit jährlich verwertet werden. "Per Biogasaufbereitung wird die Icknield Gas Ltd. einen Energiewert von rund 35 Millionen Kilowattstunden (kWh) Biomethan pro Jahr liefern können", so Roel Slotman, EnviTec-Vertriebsvorstand. Ein Haushalt in Großbritannien verbraucht rund 16.500kWh Gas pro Jahr. Mit der Anlage kann damit ausreichend Gas für

den jährlichen Bedarf von ca. 2.150 Haushalte produziert werden. 499kW-stark ist das zweite abgeschlossene EnviTec-Projekt auf englischem Boden. Das BHKW der High Hedley Hope Farm in Durham, Nordosten Englands, hat im Dezember 2014 erstmalig eingespeist. Die Anlage, die mit Lebensmittelresten, Tretmist, Hähnchenmist und Rindergülle betrieben wird, kann vor allem durch die EnviTec-Hygienisierungstechnologie punkten. Last but not least wurde Ende des Jahres auch die 499 kW-Anlage der Allpress Farm in Betrieb genommen. Sie liegt in Chatteris, Cambridgeshire. Hier werden nachwachsende Rohstoffe und Gemüseabfälle verwertet. Drei weitere EnviThan-Anlagen befinden sich seit diesem Jahr in Wormit, Brinklow und Crowle im Bau.

"Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr zwei weitere Anlagen bauen können", sagt Steve McGlynn, Geschäftsführer der EnviTec Biogas USA. Er war selbst Manager eines Molkereibetriebs und verfügt über viel Erfahrung mit anaeroben Biogasanlagen. Diese Expertise ist wichtig, um in den ländlich geprägten Teilen der USA potenzielle Kunden überzeugen zu können. Farmen mit über 1000 Kühen im Stall sind hier keine Seltenheit. "Durchschnittlich 37,5 Liter Milch pro Kuh geben die 1700 Kühe auf der Lawnhurst Dairy Farm am Tag und produzieren pro Kuh etwa 12 Kilogramm Gülle", erklärt McGlynn. Ein Vorteil, den die Betreiberfamilie seit Herbst 2013 energiebringend nutzt. Die 541-kW-starke Anlage in Stanley, US-Bundesstaat New York, sorgt seitdem für positive Schlagzeilen, vor allem in der Biogas-Fachwelt. Das amerikanische Biogas Council lobte die nachhaltige Funktionsweise der EnviTec-Anlage. Der volldurchmischte Fermenter überzeugte auch den zweiten EnviTec-Kunden. "Amerikanische Anlagen werden zumeist im Plug-Flow-Verfahren betrieben, das oft Sand in den Fermenter bringt und die Bildung von Schwefelwasserstoff (H2 S) fördert", sagt Farmer Christopher Noble. Bei seiner 425-kW-starken Anlage ist das dank EnviTec nicht der Fall. Die Menge an H2S wird reduziert, die Anlage läuft zuverlässig!

Premiere in Großbritannien

Hierzu wird in einem ersten Schritt die Flüssigphase aus der Gärrestseparation in einem Luftstrom eingedickt. Dabei gast

das Ammonium in Form von Ammoniak

aus dem Gärrest aus. "Per Eindickung können wir die Gärrestmenge dabei um 50 Prozent senken, auch der Stickstoffgehalt wird deutlich verringert", erklärt Jens Bischoff. Im zweiten Schritt wird Ammoniak ausgestrippt und in Form eines konzentrierten Düngers gebunden. Weiterer Pluspunkt des sich bereits im Test befindlichen Verfahrens ist die Tatsache, dass selbst im

Fermenter eine Reduzierung des Ammoniums erzielt werden kann, was zu einer deutlichen Ersparnis bei den Substratkosten führt. "Die Anlage ist Anfang März in Betrieb gegangen und wir beginnen derzeit den Versuchsbetrieb," sagt Dietmar Stockdiek von der Forschungs- und Entwicklungseinheit bei EnviTec.

Neue Erlösströme generieren

Ein Schlagwort, das die EnviTec Biogas aktuell beschäftigt, ist die sogenannte "Biobased Economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströ-

me zu generieren.

Der Fokus liegt dabei auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und Erschließung neuer

Märkte – natürlich mit dem Ziel, EnviTec Biogas noch stärker werden zu lassen. "Hierbei versuchen wir aus einem Produkt möglichst viel zu generieren – aber nicht nur auf der untersten Ebene der Wertschöpfungskette. Wir wollen die Leiter weiter erklimmen und eine höhere Wertschöpfung aus Biomasse erzielen", sagt Technikvorstand Jürgen Tenbrink. In Kombination mit einer Biogasanlage ergeben sich dabei Synergien zur optimalen Nutzung von Biomasse. "Beispielsweise können wir so Methanol oder Ameisensäure erzeugen, die als Treibstoffersatz, in der Chemieindustrie, in Brennstoffzellen und anderen Anwendungsbereichen ihren Einsatz finden können", ergänzt Tenbrink weiter.

Mehr Energie durch Wasserstofffermenter

Mindestens 10 Prozent höhere Energieausbeute verspricht künftig die Nutzung eines Wasserstofffermenters.

In ihm wird in Form einer Vorstufe zum eigentlichen Biogasfermenter ein Gasgemisch mit einem hohen Wasserstoffanteil produziert, das mit Biogas vermischt dem BHKW zugeführt wird. Die separate Produktion von Wasserstoff führt auf Grund des höheren Energiegewinns zu einer insgesamt höheren Ausbeute. In ei-

nem nächsten Schritt will EnviTec die Umwandlung von Wasserstoff in andere, speicherbare Energieträger und auch zu wichtigen Rohstoffen der chemischen Großindustrie erforschen. "Unser Ziel ist es, Strom speicherbar zu machen und damit den Verbrauch von Ort und Zeitpunkt der Erzeugung zu entkoppeln", so Jürgen Tenbrink. Die Tests hierzu laufen seit Ende 2014 an einer Eigenanlage in Ostdeutschland. Die ersten Ergebnisse, so Jens Bischoff, seien vielversprechend und würden bereits für den Forschungsbericht ausgewertet.

Thermodruckhydrolyse bringt Plus an Biogasausbeute

Die Thermodruckhydrolyse – kurz TDH – eignet sich besonders zur Vorbehandlung organisch belasteter Abwässer und Biomasse vor der Vergärung in Biogasanlagen.

Bei Temperaturen von bis zu 180 Grad, bei gleichzeitig hohen Drücken bis 12 bar, wird das Substrat komplett aufgeschlossen. Hierdurch steigt die Gasausbeute und durch den beschleunigten Abbau kann die Biogasanlage noch besser geregelt werden. Mit der Thermodruckhydrolyse erschließen sich auch andere schwer abbaubare Substrate, die in der Vergangenheit nur bedingt einsetzbar waren. Sowohl durch den verbesserten Abbau als auch durch den Einsatz minderwertiger preiswerterer Substrate wird die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen deutlich gesteigert. Die Anlage befindet sich derzeit im Bau in Saerbeck.

Die neuesten technischen Trends auf einen Blick

Gärrestreduzierung via EnviStrip

Um die Hälfte reduziert wird die Gärrestmenge durch das von EnviTec entwickelte EnviStrip-Verfahren.

Durch das neu entwickelte EnviStrip-System können wir die Gärrestproblematik deutlich entschärfen. Gleichzeitig kann die Wirtschaftlichkeit der Anlagen durch die Produktion eines hochwertigen Düngers weiter steigen.

Außenansicht eines Wasserstoffreaktors: Mindestens 10 Prozent höhere Energieausbeute.

Ökonomisch und effizient: Der Highgester

Der neue Fermentertyp bringt trotz reduzierter Größe den gleichen Biogasertrag.

Da die Faulsuspension hier nicht volldurchmischt wird, benötigt der Highgester weniger Strom und Wärme. Dadurch spart der

Betreiber vor allem Betriebskosten. Aber auch die Wartungskosten werden minimiert, unter anderem weil keine drehenden Teile im Fermenter verbaut werden. Die Testergebnisse im EnviTec-Eigenbetrieb belegen, dass auch die Verweilzeit des Gärsubstrats auf 15 bis 25 Tage verkürzt werden kann. Der erste Highgester befindet sich derzeit in der Abwicklung auf der Biogasanlage Mühlendamm in Bakum. "Das Projekt wird sogar vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert", sagt Jens Bischoff, Forschungs- und Entwicklungabteilung bei EnviTec.

Modernste Labortechnik in Italien

… bietet das neu eröffnete Labor der EnviTec Biogas Italia S.r.l. am Niederlassungssitz in Verona und komplettiert damit das Service-Angebot des Biogas-Allrounders in Italien.

Ganz heimlich still und nur ein wenig blubbernd laufen in einer Biogasanlage zahlreiche biologische und chemi sche Prozesse ab, die für den Betreiber im Verborgenen bleiben. Achtet man als Anlagenbetreiber ausschließlich auf den Gasertrag, kann man bei Abweichungen von der Regel oft nur verspätet eingreifen. Laboranalytik kann hier Abhilfe schaffen. "Modernste Technik hilft Betreibern dabei, die Bakteriologie in ihrer Biogasanlage besser überwachen zu können", sagt Ingenieurin Silvia Di Fabio, Leiterin des Biologischen Service bei EnviTec Biogas Service Italy. Die Umwelttechnikerin ist gemeinsam mit ihrem Kollegen, Dr. Giorgio Malvicini, für das Anfang 2015 eröffnete Labor der EnviTec Biogas zuständig.

Ihr typischer Arbeitstag beginnt zumeist mit der Begehung einer Biogasanlage. "Gemeinsam mit dem Betreiber beurteilen wir die Effizienz der Anlage und neh men dann Proben", erzählt der Biotechnologe Malvicini. Eine erste Beurteilung der Probe ist zumeist durch mobile Analysegeräte direkt vor Ort möglich.

"Die detaillierte Auswertung findet jedoch aus schließlich nach einer genauen Untersuchung im Labor statt", ergänzt seine Kollegin. Nach Bestimmung des pH-Werts, der Pufferkapazität, dem Säuregehalt und anderer Parameter beurteilt das Biologenteam den Zustand der biologischen Prozesse, die Zu- oder Abnahme der orga nischen Belastung am Eingang zum Fermenter und die optimale Dosierung möglicher EnviTec Additive.

Die 90.000 Euro Investition in ein eigenes Labor bietet Betreibern dabei nicht nur eine effiziente, sondern vor allem auch eine zeitsparende Analyse: innerhalb we niger Stunden liegen den Biologen diese Ergebnisse be reits vor und dank des Einsatzes automatisierter Technik ist es den EnviTec-Service-Experten nun auch möglich, gleichzeitig verschiedene Proben zu untersuchen.

Bei der biologischen Betreuung von Eigen- und Fremd-Biogasanlagen kommt es neben der wissen schaftlichen Laboranalyse aber auch auf eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Servicemitarbeiter und Betreiber an: "Der beste Mix ist immer eine genaue Beob achtung der Biologie sowie der Austausch von Ideen und Vorschlägen untereinander", berichtet Di Fabio aus der Praxis. Neben einer Routineanalytik und der Auswertung von Betriebsdaten inklusive Optimierungsvorschlägen bezüglich Fütterung, Substrateinsatz und technischen Grundeinstellungen ist EnviTec mit dem Laborbetrieb zudem in der Lage, Studien durchzuführen. "Die Zusam menarbeit mit Forschungseinrichtungen hilft uns, Anwen dungen weiter zu optimieren", erklärt Martin Brinkmann, Geschäftsführer EnviTec Service.

34 Service Service 35

Auf die Plätze, zurücklehnen und optimieren lassen!

Technische Frage + kurze Reaktionszeit = geringe Stillstandzeit: Die Gleichung des EnviTec Service geht auf. Dank bestens geschulter Mitarbeiter, kurzen Wegen und perfekt ausgestattetem Lager bietet EnviTec das Rundum-sorglos-Paket für Betreiber.

Immer einsatzbereit: Die Mitarbeiter des EnviTec Service sind schnell vor Ort. Unten: EnviTec Service-Team Martin Brinkmann, Stephan Stiens und Jan Meistermann (von links).

Es sind Mechaniker, Elektriker, Biologen, Kauf-

leute und Lageristen, die allesamt das gleiche Ziel haben: Biogasanlagen möglichst kosteneffizient biologisch und technisch fit zu halten für die Zukunft. Dank ausgezeichneter Service-Leistungen der weltweit insgesamt 125 Service-Mitarbeiter liegt die durchschnittliche Effizienz der weltweit rund 280 von EnviTec technisch betreuten Anlagen bei rund 95 Prozent!

"Wir stehen unseren Kunden 365 Tage lang pro Jahr mit Rat und Tat zur Seite", sagt Martin Brinkmann, Geschäftsführer der EnviTec Service. Meist reicht schon ein Anruf bei der 24-Stunden-Hotline, um per Ferndiagnose das Problem zu lösen. Stellt sich die Störung doch als schwerwiegender heraus als angenommen, entsendet EnviTec umgehend einen Techniker. Dank der umfangreichen Lagerausstattung ist auch die Beschaffung von wichtigen Ersatzteilen

"Flex-Overhaul"-Vertrag

Die Gasmotorensparte von GE Jenbacher und EnviTec bieten seinen Kunden einen Service der besonderen Art. Betreiber der Biogasmotoren der Baureihe "J312" können auf Wunsch das so genannte "Flex-Overhaul"-Paket (deutsch: "flexible Überholung") buchen. Bislang erfolgt nach 60.000 Betriebsstunden eine große Revision. Mit dem Paket wird der Motor dann nur einer erweiterten Wartung unterzogen. Dazu gehört beispielsweise eine Brennraumreinigung und Wartung der wichtigsten Bauteile wie Zylinderköpfe oder Ventile. Nach Erreichen der Laufzeit von 80.000 Betriebsstunden erfolgt dann automatisch die notwendige große Revision. Pluspunkt des neuen Servicekonzeptes: Sollte der "alte" Motor noch vor der großen Revision streiken, steht ein Austauschmotor prompt bereit. Die Austauschmotoren sind für die Kunden vorreserviert. Wer das Paket buchen will, muss sich allerdings spätestens bis zu einer Laufleistung von 55.000 Stunden seines BHKW dafür entscheiden. Bei der großen Motorenrevision können Flex-Overhaul-Kunden optional auch auf ein "Upgrade"-Programm zurückgreifen. Hierbei stehen Wirkungsgrad- oder Leistungssteigerungen zur Verfügung. Ein beliebtes Paket ist die Leistungssteigerung auf bis zu 625 Kilowatt. Das entspricht – bei einer bisherigen Limitierung auf 500 kW – einer Mehrproduktion von 25 Prozent.

kein Problem. "In mehr als 95 Prozent kann der Schaden von uns innerhalb eines Tages behoben werden", ergänzt Brinkmann.

Genau diesen Anspruch verfolgen Brinkmann und seine Kollegen auch im Ausland. Als "Global Player" in der Biogasbranche ist EnviTec in mehr als 20 Ländern weltweit aktiv – Tendenz steigend. "Da ist es natürlich klar, dass auch wir vom Service mitziehen und unsere Wartungsangebote für Eigen- und Fremdkunden anbieten", sagt Brinkmann. "Intern arbeiten wir zusätzlich an einem Europa-Netzwerk", ergänzt Brinkmann. Ziel sei ein Servicenetzwerk, das den Know-how-Transfer untereinander fördere. Die Internationalisierung des Unternehmens macht sich im Service-Bereich besonders bemerkbar. "Wir unterstützen uns gegenseitig, egal wo und wann", sagt der Service-Experte. Kollegen aus Lettland und Tschechien waren schon zur Unterstützung in Deutschland, deutsche Kollegen in England, Frankreich und Italien. Jährliche Schulungen aller Mitarbeiter garantieren dabei das stets aktuelle Wissen rund um Service-Fragen.

Denn die EnviTec-Service Experten müssen fit sein: an Wochenenden sind fünf- bis sechsmalige Einsätze keine Seltenheit. "Zum Glück sind alle unsere Mitarbeiter hoch motiviert und haben Spaß an der Arbeit", sagt Brinkmann. Sich auf immer wieder neue Herausforderungen einstellen zu können, sei Grundvoraussetzung für die Service-Arbeit. Keine Anlage sei wie die andere und so müssen selbst Standardwartungen von Anlage zu Anlage angepasst werden.

Aktuell stehen Anlagen, die sich in der zweiten Lebenshälfte befinden, im Mittelpunkt der EnviTec'schen Servicearbeit. Je nach Zustand und

Alter der Anlage fallen hier zum Beispiel die große Motorenrevision, der Tausch des Dachs oder die Reinigung des Fermenters an. "Wie groß und damit kostenintensiv eine Wartung wird, entscheiden wir immer gemeinsam mit dem Kunden", sagt Jan Meistermann, Vertriebsmitarbeiter bei EnviTec Service. "Abhängig von der jeweiligen Gesetzes- und Förderungslage und den vorhandenen finanziellen Mitteln können wir eine individuelle Analyse oder Empfehlung abgeben, die auf Basis eines ProFit-Reports erstellt wurde", so Meistermann. Nach Beauftragung dieser Analyse bekommen

Anlagenbetreiber einen individuellen Check-up, eine Analyse mit Ermittlung der erforderlichen Investitionen und möglicher Zusatzerlöse sowie eine Auswertung möglicher Optimierungsmaßnahmen vorgelegt. Nach Auswahl der favorisierten Variante und Erteilung des Auftrags kann es losgehen.

Kernpunkt der Analyse ist ein Simulationsmodell, das die Ist-Mengen mit künftig erreichbaren Werten vergleicht und betriebliche Einnahmen und Aufwendungen für ein Betriebsjahr gegenübergestellt.

Mögliche Maßnahmen für Bestandsanlagen sind beispielsweise der Zubau eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) oder der Austausch eines alten BHKW gegen ein

neues mit höherer Leistung. Auch im Bereich der Substrateinbringung und –aufbereitung können Betreiber für ihre Anlage sprichwörtlich noch mehr "Gas geben". Durch gezielte Aufbereitung des Substrats werden höhere Gasmengen aus dem Input erzielt und somit die Gesamteffizienz der Anlage wesentlich verbessert, noch dazu wird der Geldbeutel des Betreibers durch geringeren und flexibleren Inputeinkauf geschont.

Neben technischen "Großeinsätzen" wie dem Austausch eines Tragluftdachs oder den

ProFit

Mit der ProFit-Analyse bekommen Betreiber einen individuellen Check-up. Erforderliche Investitionen werden ermittelt und eine Liste möglicher Optimierungsmaßnahmen vorgelegt.

Fitness für Anlagen weltweit

Die Internationalisierung macht sich auch im EnviTec Service bemerkbar. Insgesamt 47 Mitarbeiter sorgen im Ausland dafür, Anlagen fit zu halten und das zum Teil unter widrigen Umständen …

Italien, Lettland, Frankreich – die Liste der Service-Standorte EnviTecs wächst kontinuierlich

– genau wie die Zufriedenheit der Betreiber, die den Service des Allrounders schätzen. "In Italien haben wir bereits 2011 eine 100-prozentige Tochter der EnviTec Service gegründet", berichtet Christian Fürste, Abteilungsleiter für den Service International. Mittlerweile sind dort 26 Anlagen unter Wartungsvertrag. Ein weiteres Standbein in Europa mit Sitz in Velké Mezirící ist die in Tschechien und der Slowakei agierende EnviTec Biogas Service s.r.o.. Ihre 14 Mitarbeiter bieten Kunden Serviceleistung "on demand", nach tatsächlichem Aufwand, an. Vollwartungsverträge sind der Hauptmarkt in Großbritannien; hier arbeiten sieben Servicekräfte für die EnviTec Biogas Service UK ltd.. Ende 2014 waren hier Anlagen mit einer Kapazität von 6,8 MW im Betrieb, davon beachtliche 4,8 MW als Vollservice unter Vertrag.

Frankreich Ein weiterer Zielmarkt des EnviTec Service-Angebots ist Frankreich. Hier operiert EnviTec durch die EnviTec Biogas France SARL. In Frankreich befanden sich Ende 2014 4,7 MW in Betrieb oder Bau, davon wurden drei Anlagen unter Vollwartungsvertrag genommen. "So-

wohl in England als auch in Frankreich erwarten wir in den kommenden zwei Jahren eine verstärkte Nachfrage nach unserem Serviceangebot, auch was die Gasaufbereitung anbelangt", sagt Fürste.

Lettland Ebenfalls unter Vollwartungsvertrag sind insgesamt fünf von sieben von EnviTec errichteten Anlagen in Lettland. "Unsere drei Servicekräfte vor Ort müssen hier im Winter oft unter erschwerten Bedingungen arbeiten", weiß Fürste zu berichten, "28 Grad unter Null sind keine Seltenheit, gefrorene Böden und die Anlagen

Und auch über den großen Teich hinweg baut EnviTec gerade seine Service-Leistungen in den USA auf.

Das Hauptaugenmerk der Service-Dienstleistungen im Ausland liegt bei EnviTec, nicht nur bei solchen Herausforderungen, auf der fachlichen Kompetenz des Personals. Alle neu rekrutierten Mitarbeiter werden am EnviTec-Hauptsitz in Lohne geschult und ausgebildet "und gerade erst haben wir unser internationales Team Deutschland von zwei auf vier Personen aufgestockt", so Fürste abschließend.

Ob Hitze oder Eiseskälte: Die EnviTec Anlagen funktionieren bei allen Temperaturen und trotzen selbst minus 30 Grad.

Zubau eines BHKW bietet der EnviTec Service im Bereich des Repowerings auch kleinere Power-Pakete für ältere Anlagen. "Mit unseren OptiPacks leisten auch ältere Biogasanlagen das Optimum und reduzieren dabei noch Betriebskosten", erklärt Stephan Stiens, Mitgeschäftsführer der EnviTec Service. Die intelligenten Softwarepakete des niedersächsischen Biogas-Allrounders überzeugen am Markt: "Aktuell punkten wir bei unseren Kunden vor allem mit den OptiPacks Gülle-direkt, Rezi-direkt und den Belüfter Packs", weiß Vertriebler Jan Meistermann. Die Softwarelösungen reduzieren den Pumpenverschleiß, beschleunigen die Anmischung und verringern dabei zusätzlich den Eigenstromverbrauch. Mit diesen nachrüstbaren Technik- und Systemangeboten bedient EnviTec die starke Nachfrage an intelligentem Repowering, denn Biogasanlagentechnik von heute muss effizienter sein, als sie es vor ein paar Jahren noch war. "Das merken vor allem die Betreiber von Bestandsanlagen aufgrund steigender Rohstoffpreise und Stromkosten", so Stiens weiter.

Neben den OptiPacks und den üblichen Wartungspaketen bietet der Biogas-Allrounder auch im Service-Bereich immer wieder neue Produkte

Wenig flexibel in der Auswahl eines Repara-

turtermins zeigen sich verschlissene Bauteile einer Biogasanlage. "Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade der Feststoffdosierer relativ reparaturanfällig ist", berichtet Jan Meistermann. Die Betreiberdatenbank der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sieht das ähnlich – rund

an. Dazu gehören auch Flex-Overhaul-Verträge für Anlagenbetreiber. Dabei handelt es sich um einen fixen Reservierungsvertrag für BHKW mit Biogasmotoren der Baureihe "J312" von GE Jenbacher. "Hier haben wir in Deutschland bereits 40 Verträge abgeschlossen, in Tschechien sind es bereits drei", berichtet Stephan Stiens. Zentraler Bestandteil des Servicevertrages: GE sichert die Betriebszeitverlängerung der Motoren von 60.000 auf bis zu 80.000 Stunden ab, ohne eine große Überholung durchführen zu müssen. Ein Vorteil für den Betreiber liegt in der flexiblen Vereinbarung des Revisionstermins. Gerade im Winter sei eine Generalüberholung für viele Betriebe ein ungünstiger Zeitpunkt, da die Abwärme aus dem BHKW für die Fermenterheizung benötigt werde, erklärt Jan Meistermann. "Mit dem Abschluss eines Flex-Overhaul-Pakets kann sich der Biogasanlagenbetreiber den idealen Zeitpunkt für die große Revision selbst aussuchen", ergänzt er. Selbst mal nachschauen und nicht abwarten: Wer präventiv arbeitet, kann Reparatureinsätze minimieren.

23 Prozent aller Störungen gingen auf dieses Bauteil zurück. Bei der Auswertung von knapp 400 Anlagen werde auch deutlich, dass das Eintragssystem auch das Blockheizkraftwerk als störanfälligste Komponente abgelöst hat, das für 22 Prozent der gemeldeten Schäden verantwortlich ist. Auf Platz 3 lägen

mit 16 Prozent die Rührwerke.

Doch nicht immer ist der Einsatz des technischen Services nötig. "Wer präventiv arbeitet, kann Reparatureinsätze minimieren", weiß Meistermann aus der täglichen Praxis zu berichten. Natürlich gehöre dazu eine gewisse Qualifikation des Betreibers und auch die genutzte Substratqualität sei sehr wichtig. "Steine und Reifenreste im Mais tun nun mal keiner Anlage besonders gut", so Meistermann. Wichtig sei es, möglichst früh Fehler im System zu erkennen. "Nicht erst warten, bis etwas kaputt geht, sondern vorher warten ist unsere Devise", sagt Meistermann.

wort: Der Großteil der Komponenten ist laufend auf Lager.

TIPP:

Per Turbo zur Regelenergie

100 Prozent Leistung, ganz ohne Abschalten des Motors: Die EnviTec HeatBox erschließt Anlagenbetreibern die Vorteile des Regelenergiemarkts.

Eigene Anlage: In Anklam testet EnviTec Biogas neue Technologien und Verfahren, unter anderem auch Power-to-Heat, also die Umwandlung von Strom in Wärme per innovativer HeatBox.

Sie ist wirtschaftlich und

energieeffizient: Die Rede ist von der EnviTec HeatBox. Sie funktioniert ganz einfach per Power-to-Heat (P2H), also der Umwandlung von Strom in Wärme. "Damit erschließen wir unseren Kunden zusätzliche Vorteile des Regelenergiemarkts und das, ohne dabei den Motor einer Anlage abschalten zu müssen", erklärt Alfred Gayer, Geschäftsführer der EnviTec-Töchter Energy und Stromkontor. Die Leistung eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) kann durch P2H und der daraus entstehenden Wärme sinnvoll im jeweils vorhandenen Fernwärmenetz eingesetzt werden.

"Die meisten Kunden möchten gerne die volle Motorenleistung als Regelleistung anbieten. Darüber hinaus kennen sie EnviTec bereits als Allrounder, damit können wir punkten", ergänzt Nicolai Hinrichs, Abteilungsleiter Technik. Bislang nutzen acht Kunden die HeatBox zur Teilnahme an der Sekundärregelleistung.

Die HeatBox, die es, je nach Wärmenutzungskonzept, als 300 oder 550 kW-Aggregat gibt, funktioniert wie ein Durchlauferhitzer, "allerdings mit intelligenter Steuerungs- und Schalteinheit zur optimalen Verknüpfung mit dem BHKW der Biogasanlage. Durch verschiedene Betriebsmodi kann der Betrieb an die vorherrschenden Bedingungen der Biogasanlage angepasst werden. Abhängig vom Wärmebedarf kann zwischen vorrangiger, nachrangiger und paralleler Regelung von HeatBox und BHKW als Regelungseinheit gewählt werden. Hierdurch lässt sich die Wärmeeinspeisung direkt regulieren und kann - je nach Modus - stark oder mäßig ansteigen, bei Bedarf aber auch in etwa konstant gehalten werden, erklärt Hinrichs.

Insgesamt überzeugt die EnviTec-HeatBox durch ihren kostengünstigen und wartungsarmen Einsatz und durch stete Entwicklungsarbeit: "Auf Basis der ersten Erlöse aus der Sekundärregelenergie unseres Eigenbetriebs am Standort Anklam rechnet sich die Anschaffung der HeatBox bereits nach drei bis vier Jahren", so

Hinrichs abschließend.

Die Vorteile der HeatBox:

Die erzeugte Leistung kann zu 100 Prozent im Sekundärregelmarkt platziert werden und der Betreiber profitiert von den wirtschaftlichen Zusatzerlösen. Die Heat-Box bringt aber nicht nur monetäre sondern auch ökologische Vorteile mit sich: gleichzeitig wird die erzeugte Wärme in einem vorhandenen Fernwärmenetz oder bei internen Wärmeverbrauchern eingesetzt. Auch zusätzliche Fackellaufzeiten durch Fernabschaltungen des BHKW können vermieden werden. Außerdem punktet das Verfahren durch seine einfache Wartung, die lediglich das Überprüfen und Reinigen des Schaltschranklüfters beinhaltet.

Hier drin geht's per Turbo zur Regelenergie. Die EnviTec HeatBox.

Strom, Eier und Milch vom Nachbarn

Vom Landwirt zum Energieversorger? Dank EnviTec Stromkontor vermarkten immer mehr Anlagenbetreiber ihren Strom selbst und garantieren ihren Kunden faire Preise und Versorgungssicherheit.

Die Milch gibt es vom Hof, die Eier sowieso und

jetzt kommt auch der

Strom vom Nachbarn. Das Modell der regionalen Direktvermarktung macht's möglich: "Mit dem Marktprämienmodell nach EEG 2012 können Anlagenbetreiber ihre produzierten Strommengen über die regionale Direktvermarktung absetzen", erklärt Alfred Gayer, Geschäftsführer der EnviTec-Töchter Energy und Stromkontor. Dabei wird der eingespeiste Strom nicht, wie sonst üblich, an der Strombörse gehandelt, sondern an Kunden weitergegeben, die in unmittelbarer Nähe zur Biogasanlage wohnen. "Aus der Region - für die Region, so lautet der Ansatz der regionalen Direktvermarktung, die sich vorrangig an Haushalts-, Gewerbe- und landwirtschaftliche Kunden mit einem Strombedarf bis 100.000 kWh pro Jahr richtet", so Gayer.

Anlagenbetreiber, wie Henning Seele aus Frille, erhalten dabei weiterhin die Marktprämie vom Verteilnetzbetreiber sowie vom Endkunden den Strompreis. "Der besteht zur Hälfte aus Steuern und Abgaben, die eigentlich in voller Höhe abgeführt werden müssten", sagt Gayer. Doch genau hier greifen die Vorteile der regionalen Stromvermarktung: zusätzliche Erlöse zum herkömmlichen Marktprämienmodell können durch stromsteuerrechtliche Vorteile erzielt werden. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. "Das wichtigste Kriterium ist die räumliche Nähe zwischen Biogasanlage und Endverbraucher", weiß Gayer. Die installierte Leis-

Herr Seele, vom Landwirt mit drei Standorten in Minden und Petershagen zum Stromanbieter: Wie schafft man den Spagat zwischen zwei fordernden Arbeitsbereichen? Mit viel innerer Ruhe und einer Portion Flexibilität. Feste Bürozeiten habe ich nicht, auch wenn in meinem Büro insgesamt drei PCs beachtet werden wollen. Die Landwirtschaft ist immer wetterabhängig, Störungen kommen unvorhergesehen und für den "Feierabend" bleibt noch genügend Papierarbeit. Das ist viel, aber bereichert auch. Langeweile kehrt bei mir so schnell nicht ein.

Henning Seele, Betreiber Biogasanlage Frille

Gut 1000 Haushaltskunden aus Frille könnten zukünftig grünen Strom aus ihrer eigenen Nachbarschaft beziehen.

Welche Unterstützung haben Sie bei Ihrer Arbeit?

Mit meinem Vater bilden wir ein schlagkräftiges Betriebsleitungsteam, ein weiterer fester Mitarbeiter und die flexible Hilfe eines Studenten bilden die festen Stützen meines Alltags. Mit der EnviTec Stromkontor habe ich einen verlässlichen Partner an meiner Seite, wenn es um Fragen der Direktvermarktung geht. Abwicklung und Administration übernehmen EnviTec-Mitarbeiter in Lohne und Saerbeck.

Seit 2005 sind Sie Biogasbauer. Was genau waren die Beweggründe, in die regionale Stromvermarktung einzusteigen?

Definitiv das ganzheitliche und überzeugende Konzept der Stromkontor, die es mir ermöglicht, nicht nur Strom herzustellen, sondern auch selbst zu vermarkten. Damit wird die Energiewende bei mir gelebte Wirklichkeit und ist kein bloßes Lippenbekenntnis.

Gab es einen Moment, der Sie ins Zweifeln brachte, ob die Entscheidung Strom direkt zu vermarkten richtig war?

Natürlich sind wir mit der Direktver-

marktung noch in der Startphase. Die Entscheidung fiel mir insgesamt nicht schwer, denn die regionale Direktvermarktung ist quasi das i-Tüpfelchen, das unsere Friller Energiewende perfekt macht und auch die Kunden an unserem Strom aus regenerativen Energien partizipieren lässt.

Gibt es eine gewünschte Kundenanzahl, die Sie gerne erreichen

tung der Anlage dürfe nicht mehr als 2 MW übertreffen und der erzeugte Strom muss durch das öffentliche Netz fließen. "Außerdem ist es notwendig, einen Nachweis zu erbringen, dass der an Kunden verkaufte Strom zur selben Zeit erzeugt wurde", resümiert der Energieexperte.

All diese Anforderungen erfüllt die BLK Bioenergie aus Steinfurt. Deren Betreiber, Hans-Heiner Brand und Dirk Lefert, bieten seit März 2015 grünen Strom: "Steinfurter BLK Strom garantiert niedrige Preise, faire Abschläge und

hundertprozentige Liefersicherheit", sagt Lefert während einer Informationsveranstaltung für die Bauernschaft Ostendorf. Rund 30 Interessierte sind anwesend und hören sich die Ausführungen des Landwirts und Neu-Stromversorgers an. Insgesamt strebt das Team einen Kundenstamm von etwa 1000 Haushalten an. Ihre 3 x 190 kW-starke Biogasanlage ist seit 2011 in Betrieb. "Jetzt war es vor allem das ganzheitliche Konzept der Energieerzeugung und Vermarktung mithilfe der EnviTec Stromkontor, die uns zu dem Schritt bewogen hat, unse-

möchten?

Mit unserer 400 kW-starken Biogasanlage und dem angegliederten BHKW erzeugen wir pro Jahr etwa 3,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom. Das heißt, wir produzieren ausreichend Strom für circa 1000 Haushaltskunden mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh. Diese Größenordnung wäre sicherlich ein erstrebenswertes Ziel.

»Wir garantieren absolute Lieferzuverlässigkeit und faire Preise – das überzeugt!"

Hans-Heiner Brand, Betreiber der Biogasanlage Steinfurt

Stadt Petershagen Kreis Minden-Lübbecke

Einmal wechseln –

immer günstig!

Gibt es denn schon erste Kunden von Friller Strom?

Ja, die ersten 30 unterschriebenen Verträge liegen bei mir auf dem Tisch und die Kunden haben ihre Auftragsbestätigung bereits erhalten. Es läuft also alles gut an.

Mit welchen Fragen kommen Kunden zu Ihnen?

Die Leute interessiert vor allem, wie das Modell funktioniert. Was passiert, wenn die Anlage gewartet wird? Ist die Stromversorgung dann

ren Strom selbst auf dem Markt anzubieten", ergänzt Brand. Das Unternehmen unterstützt die Betreiber bei der gesamten administrativen Abwicklung, von der Auftragsannahme, über den Wechselantrag bis hin zur Verwaltung der Abschlagzahlungen. Darüber hinaus stellt die Stromkontor den Betreibern ein Informationspaket zur Verfügung, das sie zu Werbezwecken verwenden können.

Auch in Ostdeutschland trägt die regionale Direktvermarktung erste Früchte. Hier gibt es in Neutrebbin bereits gute Erfahrungen mit der Wärmeversorgung. Die von EnviTec erbaute Biogasanlage produziert hier rund zwölf Millionen

dennoch garantiert? Hier leiste ich Aufklärungsarbeit. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht bei einem Tarifwechsel, hier kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass die Kunden beim Friller Strom Transparenz und faire Tarife erwarten und keine "Katze im Sack" kaufen.

Wo genau liegt das stärkste Argument pro Friller Strom?

Unser Slogan heißt: "Einmal wechseln – immer günstig." Dahinter stehen langfristig faire Tarife und

totale Transparenz. Drei Adjektive beschreiben unser Angebot eigentlich am besten: "persönlich, professionell, preiswert".

Sie werben mit der Preissenkungsgarantie, was bedeutet das genau?

Wir bieten eine Preisgarantie für die von uns beeinflussbaren Preisbestandteile während der gewünschten Vertragslaufzeit. Hier können wir natürlich Steuern, Umlagen und Abgaben nicht mit berücksichtigen. Dafür ergänzen wir unser Versprechen durch die Preissenkungsgarantie. Das heißt, dass wir gesunkene Preisbestandteile immer in voller Höhe an den Endkunden weitergeben.

Kilowattstunden Wärme und rund 13 Millionen Kilowattstunden Strom und kann damit 3000 Haushalte

versorgen. Jetzt soll der Strom direkt als Neutrebbiner Strom an die Haushalte abgegeben werden. "Die Einsparungen zum Grundversorger sind regional unterschiedlich. Sie liegen hier bei 36 bis 56 Euro im Die aktuelle Strompreiszusammensetzung von privaten Haushalten

Jahr für einen Verbrauch von etwa 3500 Kilowattstunden, während

an anderen Stellen auch Einsparungen von über 100 Euro pro Jahr möglich sind", so Stromkontor-Geschäftsführer Alfred Gayer, "entscheidend ist nicht nur der Preisunterschied, sondern die lokale Kundenansprache".

Die regionale Direktvermarktung stecke zwar noch in den Kinderschuhen, dennoch, so ist sich Alfred Gayer sicher, "wird der Trend zur Eigenvermarktung zunehmen und die Betreiber auf die Zeit vorbereiten, die nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung auf sie zukommt".

Dirk Lefert, Betreiber der Biogasanlage Steinfurt

nicht unbedingt nur der Preisunterschied, sondern auch der Ansprechpart-

ner direkt vor Ort.«

Alfred Gayer, Geschäftsführer EnviTec Energy

Weitere Möglichkeiten der Energievermarktung für Betreiber von Biogas- und Biogasaufbereitungsanlagen

Strombeschaffung

Mit der Wahl des Stromlieferanten legen die Betreiber fest, wer für sie den Strom einkauft und mit wem sie den Strombezug abrechnen. EnviTec Stromkontor regelt für die Kunden alle Fragen rund um den Handel und den Vertrieb sowie die damit verbundenen vertraglichen und organisatorischen Aspekte und liefert den Strom zu attraktiven Konditionen.

Direktvermarktung

EnviTec hat seit 2012 kontinuierlich ihren Anlagenpool zur Direktvermarktung auf- und ausgebaut. Philosophie der Direktvermarktung der EnviTec ist, dass Anlagenbetreiber die Mehrerlöse von der Managementprämie garantiert bekommen und nicht mit Risiken des Strommarktes verrechnet werden.

Was raten Sie Kollegen, die noch nicht sicher sind, ob sie in die Direktvermarktung einsteigen sollen? Wichtig ist ein nachbarschaftlicher Umgang mit potenziellen Kunden. Ist der gegeben und man verfügt noch dazu über gute Antennen für eine transparente Kommunikation, sind die Grundvoraussetzungen schon erfüllt. »Unser Versprechen an Sie: Sie zahlen nur das, was notwendig ist, und erhalten Ihren Strom aus Anklam.«Biogasanlage Anklam

Regelenergie

Als Direktvermarkter hat EnviTec in den Regelzonen 50 Hertz, Amprion und TenneT den nötigen Anlagenpool, um mit den Anlagen an den Regelenergiemärkten teilzunehmen. Regelenergie wird dazu benötigt, die Spannung im Stromnetz konstant zu halten. Kunden der Stromkontor können aktiv zur Stabilität der deutschen Stromnetze beitragen. Denn Biogas ist der einzige regenerative Energieträger, der die Anforderungen von Regelbarkeit und Grundlastfähigkeit voll erfüllt.

Flexibilitätsprämie

EnviTec bietet mit dem Beratungstool ProFit einen Ansatz, um bestehende Anlagenkonzepte z. B. durch die Berücksichtigung der Flexibilitätsprämie weiter zu entwickeln. Dies ist für Anlagenbetreiber interessant, die sich auf Grund zu geringer Kundenzahlen in räumlicher Nähe für die regionale Direktvermarktung entscheiden.

Für die Vermarktung des Stroms hat EnviTec ein auf den jeweiligen Betreiber maßgeschneidertes Verkaufsförderungspaket zusammengestellt.

Umlagen/ Abgaben 27%

Stromerzeugung/ Lieferung 18%

Netzentgelte 32%

Steuern 23%

Es ist die Erfolgsgeschichte schlechthin: Der Eigenbetrieb von EnviTec Biogas startete 2007 mit 1,8 MW und verfügt heute über eine installierte Gesamtleistung von rund 57,9 MW – Tendenz steigend.

Neben hundertprozentigen Eigenbeteiligungsanlagen bietet sich sowohl im In- als auch im Ausland die Möglichkeit, Anlagen in Kooperation zu betreiben: Dieses Modell wird zumeist von Partnern aus der Landwirtschaft oder der örtlichen Industrie, die ihre Anlage eigenverantwortlich mit Hilfe von EnviTec betreiben, genutzt. Der Begriff Eigenbetrieb beschreibt jedoch nicht nur die Entwicklung der Biogasanlage mitsamt ihres Betriebes – dazu gehört außerdem die Beschickung des Fermenters mit Substraten, die jeweilige Verwertung oder Entsorgung der Gärreste sowie die Einspeisung der gewonnenen Energie in das jeweils vorhandene Strom-, Wärme- oder Erdgasnetz.

Genau das macht seit Jahreswechsel die

bereits 2009 in Betrieb genommene und jetzt im Eigenbetrieb operierende Biogasanlage in unmittelbarer Nähe zur L'Oréal-Produktionsstätte im belgischen Libramont. "Sie liefert grüne Wärme an die Kosmetikfabrik – die überschüssige Energie, die etwa für 4000 Haushalte reicht, wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist", sagt Robert Engeman, zuständig für den Eigenbetrieb International. Grund für die Übernahme der 3,2MW-starken EnviWaste-Anlage ist unter anderem der geänderte Einspeisetarif für Biogasanlagen. "Zudem gibt uns der Rückkauf die Möglichkeit hier technische Innovationen an der eigenen Anlage zu entwickeln und zu testen", so Engeman weiter. Die vier Mitarbeiter vor Ort arbeiten aktuell daran, die Industrieanlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Insgesamt arbeiten im EnviTec-Eigenbetrieb 83 Mitarbeiter europaweit. Der Gewinn des lukrativen Geschäftsfeldes lag im aktuellen Geschäftsjahr bei

Erfolgsgeschichte Eigenbetrieb

EnviTec Eigenbetrieb in Libramont: überschüssige Energie wird ins Stromnetz eingespeist.

Mit seinen regelmäßigen Umsätzen und attraktiven Margen ist der EnviTec Eigenbetrieb seit 2007 fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Jetzt sorgt ein alter neuer Anlagenbetrieb für frischen Wind in der Riege der 74 Eigenbetriebe.

Robert Engeman, Eigenbetrieb International

Umsatzantei
betrieb
im Verg
anderen
Segmenten
le vom Eigen
leich
zu den
Eigenbetrieb 39,7%
Anlagenbau 30,8%
Energy 16,6%
Service 12,9%

Wie funktioniert eine Biogasanlage? Wie sieht das Marktumfeld im Bereich der Erneuerbaren

Energien aus und welche Rechte und Pflichten hat ein Auszubildender? "Fragen wie diese beschäftigen die meisten unserer Azubis in den ersten Wochen bei uns", weiß Kristin Gravemeyer, Ausbildungsleiterin bei EnviTec. Der Biogas-Allrounder bietet in jedem Jahr durchschnittlich zwei bis vier neuen Auszubildenden einen erfolgreichen Start in die Berufswelt. Nach Bewerbung, Einstellungstest, Auswahlgesprächen und Einführungswoche kann es dann – je nach Vorbildung - mit der zwei- oder dreijährigen Ausbildung losgehen. Die Ausbildungsplätze zur Industriekauffrau beziehungsweise zum Industriekaufmann sind begehrt: "Rund 120 Bewerbungen gehen bei uns pro Jahr ein", sagt Gravemeyer.

Erfolg mit ihrer Bewerbung hatten unter anderem Oliver Vogler und Marie Pümpel. Während Marie noch in ihrem ersten Ausbildungsjahr ist, bereitet sich Oliver auf seinen Abschluss vor. Zuvor ging es für die beiden angehenden Industriekaufleute jedoch erst einmal ins Ausland. "Das ist ein Novum", sagt Katrin Selzer, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei EnviTec. "Viele Unternehmen unserer Branche werden – wie auch wir selbst – immer internationaler. Im Zuge dessen werden qualifizierte Mitarbeiter mit fundierten Außenhandelskenntnissen benötigt, die mit ihren ausländischen Partnern kommunizieren und kooperieren können", ergänzt Selzer.

»Das Auslandspraktikum in Italien hat mich nicht nur dem Abschluss meiner Zusatzqualifikation näher gebracht, sondern mir vor allem mehr Selbstsicherheit gegeben. Probleme alleine zu lösen, in eine andere Kultur einzutauchen und sich auf Englisch zu verständigen macht stark!«

Marie Pümpel, Auszubildende

»Um auf dem aktuellsten Stand in Sachen Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern zu bleiben, nehme ich regelmäSSig an Fortbildungen im Bereich Arbeitsrecht und Lohnbuchhaltung teil. Die Module kann ich mir dabei individuell zusammenstellen.«

Roswitha Steinhaus, Lohnbuchhalterin

Erfolgreicher Start in die Berufswelt

Bereits seit Firmengründung bietet EnviTec Biogas jungen Erwachsenen attraktive Ausbildungsplätze an. Mittlerweile verfügen rund 20 (ehemalige) Azubis über profundes Fachwissen und einen perfekten Berufsstart.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden, bietet die Handelslehranstalt Lohne die Zusatzqualifikation "Kaufmann für Auslandsgeschäfte" parallel zur Ausbildung an. Genau diese Chance nahmen die beiden EnviTec-Azubis im April 2015 wahr und reisten für drei Wochen nach Italien in die EnviTec-Niederlassung Verona.

"In der Vergangenheit haben wir neben Industriekaufleuten auch Bauzeichner und Fachinformatiker ausgebildet", berichtet Gravemeyer, "heute suchen wir vermehrt Azubis für den Bereich Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik". Diese besondere Ausbildung sei ein Exot und unter Schulabgängern noch relativ unbekannt.

Insgesamt bildet EnviTec aktuell sieben Auszu-

bildende aus – darunter zwei Umschüler für den Bereich Fachkraft für Lagerlogistik, eine Umschülerin zur Industriekauffrau, die ihren praktischen Teil bei EnviTec absolviert, sowie ein Industriekaufmann, der bereits im zweiten und damit letzten Lehrjahr ist. Zwei Industriekaufleute, darunter Marie Pümpel, haben 2014 begonnen "und einen weiteren Neuzugang haben wir im Bereich des dualen Studiums", zählt Gravemeyer auf. "Als Arbeitgeber nehmen wir unsere Verpflichtung zum Erhalt des Wirtschaftsstandorts Deutschland sehr ernst und bieten jungen Menschen aber auch unserem gesamten Mitarbeiterteam Ausbildungsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten an - neben Englischkursen, gibt es Fortbildungen zum technischen Zeichner oder Vertriebsmanager, andere Kollegen bilden sich im Bereich Online-Marketing oder zum Finanz- und Bilanzbuchhalter weiter", resümiert Selzer.

Teamarbeit gefragt. Ob in der Freizeit oder in der Arbeit, eine gute Zusammenarbeit ist die Basis erfolgreichen Arbeitens bei EnviTec.

EnviTec-Mitarbeiter Christian Eilert erklärt Auszubildenden das Funktionsprinzip einer Biogasanlage.

Highlights

Vorträge: sowohl beim Besuch von ausländischen Delegationen wie auch bei der jährlich stattfindenden Betreiber-Tagung stehen die Fragen der Besucher im Mittelpunkt.

Geschicklichkeit und schnelles Reaktionsvermögen war gefragt beim Menschen-Kicker während des EnviTec-Betriebsfests im Sommer.

Unter Tage mit Kollegen: die Zeche Ibbenbüren ist eines von drei verbliebenen aktiven deutschen Steinkohlenbergwerken und Besuchsstätte eines Projektleiterausflugs.

Feiern und Ausflüge

Ein guter Zusammenhalt und Kollegialität kommt bei EnviTec nicht von ungefähr: Weihnachten, Betriebsfest und EnviTec for fit fördern den Teamgeist.

Herzlich Willkommen bei EnviTec!

Jährlich heißen wir mehr als 500 Besucheraus dem In- und Ausland an unseren EnviThan-Standorten Sachsendorf und Köckte oder an den Unternehmenssitzen in Saerbeck und Lohne willkommen. Immer im Gepäck: Interesse am grünen Multitalent Biogas.

Innovationen und Informationen rund um das grüne Energietalent Biogas bietet EnviTec im In- und Ausland auf den unterschiedlichsten Messen. Ob bei den beiden deutschen Leitmessen EuroTier oder Agritechnica in Hannover oder der Bovino da Latte in Cremona: Vorstand, Vertriebs- und Servicekollegen sind immer vor

Ort um fachkundig Auskunft zu geben.

Messen im In- und Ausland

Vorstand & Co. beim allmorgendlichen Rollen der EnviTec-Kalender.

Allzeit im Einsatz: Marcello Barbato, Sales Manager South-East Asia (unten links), auf der Energy Smart, im Herbst 2014 in Manila, und als Redner beim Biogas Forum Batanga (unten).

Mit zumeist mehr als

160.000 Besuchern stellt die EnergyDecentral, die sich im Rahmen der EuroTier als weltweiter Treffpunkt für dezentrale Energieversorgung etabliert hat, einen festen Termin im EnviTec Vertriebskalender dar.

»In der internationalen Zusammenarbeit ist vor allem Flexibilität gefragt. Jedes Land ist anders und damit jede Bodenbeschaffenheit auch. In Japan mussten wir aufgrund der geologischen Besonderheit erdbebensicher planen – hier konnten wir auf unsere langjährigen Erfahrungen in der Planung und im Bau von Anlagen zurückgreifen.«

»Beim Bau der zweiten EnviTec-Anlage in den USA musste ich mich erst mal an die unterschiedlichen Maßeinheiten gewöhnen. Bei der Umwandlung der Zahlen muss man genau aufpassen, doch mit einem gut funktionierenden Team klappt alles! Und darauf kommt es an, egal wo man arbeitet – auch wenn man, wie ich, fast 8.000 Kilometer von der Heimat entfernt ist – es zählt der Teamgeist und der ist bei EnviTec weltweit perfekt!«

»Da ich als Italiener für eine deutsche Firma aktuell in Asien arbeite, bin den Mix der Kulturen zwar gewohnt, aber jedes neue Land hat seine Besonderheiten, vor allem in der Körpersprache. So bedeutet das Hochziehen der Augenbrauen auf den Philippinen "ja" – das war mir neu, denn in meiner Heimat bedeutet das ein absolutes "nein".«

»Als technischer Trainer bin ich zuständig für Service-Schulungen weltweit. Da braucht man natürlich Englisch. Meine Englischkenntnisse habe ich in einem einwöchigen Sprachkurs in England aufpoliert. Da wir aber zumeist alle keine Muttersprachler sind, begegnen wir uns in der Zusammenarbeit auf einer Ebene, das macht den Umgang miteinander definitiv einfacher!«

»Vor allem Flexibilität gefragt.«

Oliver Ahlemeyer, Fachplaner EnviTec Biogas

»Gewöhnung an die unterschiedlichen Maßeinheiten.«

Emilio Petrucci, Projektmanager

»Besonderheiten vor allem in der Körpersprache.«

Marcello Barbato, EnviTec Vertrieb international

»Englischkenntnisse in England aufpoliert.«

Kai Fischer, Technik-Trainer international, EnviTec Service

Von EnviTec in die Welt ...

"EnviTec goes global", und wir gehen mit. Wie macht sich die zunehmende Internationalisierung in der täglichen Arbeit bemerkbar? Wir haben nachgefragt …

Triathlon, Mountainbiketour, Laufworkshop – das Fitnessprogramm, das EnviTec Biogas seit 2014 für seine Mitarbeiter bietet, hat es in sich. Bislang haben rund 50 Kollegen mitgemacht – Tendenz und Motivati-

EnviTec for fit!

Startklar für den ersten von insgesamt zwei Teamausflügen per Mountainbike in den Teutoburger Wald.

Auf die Plätze, fertig, los: sowohl beim triathletischen Schwimmen als auch beim Bodyweight-Training (links) gilt es, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Bericht14

Finanzkennzahlen

(Mio. Euro) 2014 2013
Umsatzerlöse 163,4 148,8
Inland 120,3 103,7
Ausland 43,1 45,1
Rohergebnis 62,9 63,8
EBITDA 21,8 18,4
EBIT 6,3 2,4
Überschuss 4,2 0,3
Ergebnis/Aktie 0,28 0,02
Mitarbeiter 350 350
Auftragsbestand 37,3 67,6
davon Eigenbetrieb 0,9 12,8
davon Ausland 27,5 21,9
Auftragseingänge 52,3 60,3
Auftragsstornierungen 27,9 34,1
Abgearbeitete Aufträge 54,7 51,5
Inst. Leistung MW in Betrieb 366 354,4
davon Ausland 95,8 92,5
Inst. Leistung MW in Bau 1,1 4,1
davon Ausland 1,1 0,4

003

Inhalt

Das Jahresmagazin der EnviTec Biogas AG 002 Finanzkennzahlen 003 Inhalt 005

007
011
015
019
041
051
Glossar 103
Finanzkalender 108
Impressum 108

Vorwort des Vorstands

Verehrte Aktionäre, liebe Kunden, Mitarbeiter und Freunde der EnviTec Biogas AG,

das vergangene Geschäftsjahr war erneut von großen Herausforderungen für die EnviTec Biogas AG sowie die gesamte Biogasbranche insbesondere in Deutschland geprägt. Im ehemals wichtigsten EnviTec-Markt ist das Geschäft mit dem Bau von Biogasanlagen durch das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) weitgehend zum Erliegen gekommen und wird auch künftig keine nennenswerte Rolle mehr spielen. Deutschland bleibt zwar mit rund 8.000 Anlagen Spitzenreiter in Europa, doch die Rahmenbedingungen für einen Ausbau dieser führenden Position sind durch die Gesetzeslage nicht länger gegeben. Der Einbruch des deutschen Marktes hat bei Anlagenbauern hierzulande für zahlreiche Unternehmensinsolvenzen verbunden mit einem kräftigen Arbeitsplatzabbau gesorgt. Aus unserer Sicht ist dabei weiterhin unbestritten: Die Bioenergie kann in der Strom- und Wärmeerzeugung unverzichtbare systemische Aufgaben übernehmen und wird deshalb im globalen Maßstab weiter an Bedeutung gewinnen. Auch in Deutschland sollten die Vorteile der Bioenergie bei der Entscheidung über den künftigen Energiemix stärker berücksichtigt werden, um eine sichere, effiziente und klimafreundliche Energieversorgung zu gewährleisten.

Dass EnviTec Biogas in diesem schwierigen Marktumfeld mit steigenden Umsätzen und Ergebnissen für das Jahr 2014 aufwartet, ist vor allem das Resultat

unserer konsequenten Neustrukturierung des Unternehmens und des Engagements unserer Mitarbeiter, die tatkräftig an der Umsetzung der EnviTec-Strategie mitgewirkt haben. Der Erfolg unserer Strategie fußt auf vier Bausteinen, die wir in den vergangenen Jahren konsequent vorangetrieben haben. Das sind die internationale Expansion im Anlagenbau, der Ausbau des Eigenbetriebs, die Erweiterung der Wertschöpfungskette durch die Bereiche Service und Energy sowie die Stärkung unserer Innovationsführerschaft. Auch die Struktur unseres Konzerns haben wir optimiert und diese durch die Ausgliederung des Anlagenbaus in eine eigene Tochtergesellschaft vereinheitlicht. Damit sorgen wir für mehr Erlös- und Kostentransparenz und tragen der abnehmenden Dominanz des Segments im Gesamtkonzern Rechnung.

EnviTec ist zurück auf Wachstumskurs

Mit einer Steigerung der Umsatzerlöse um 9,8% auf 163,4 Mio. Euro ist die EnviTec Biogas AG wieder auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Gerade im Anlagenbau haben wir den kräftigen Geschäftseinbruch in 2013 gut überstanden, uns vom allgemeinen Branchentrend abgekoppelt und die Erlöse dank unseres starken Auslandsgeschäfts gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) des EnviTec Konzerns verbesserte sich deutlich um 163,7% auf 6,3 Mio. Euro. Nach Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 4,2 Mio. Euro, was einer ansehnlichen Steigerung des Ergebnisses je Aktie von 0,02 Euro im Vorjahr auf 0,28 Euro entspricht. Das finanzielle Fundament von EnviTec Biogas ist weiterhin sehr solide. Zum Jahresende 2014 verfügt EnviTec Biogas über eine Eigenkapitalquote von rund 54% und eine sehr solide Liquiditätslage.

Ausblick

Gestärkt durch robuste Finanzzahlen und eine zukunftsfähige Strategie blicken wir vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Im Fokus des Anlagenbaus stehen attraktive Auslandsmärkte wie Frankreich und Großbritannien sowie die asiatischen Länder China und Japan. Das Agrarland Frankreich bietet hervorragende Bedingungen für die Energieerzeugung aus Biogas. Hier soll sich die Zahl der Anlagen bis 2017 verdreifachen. Großbritannien bleibt ebenfalls ein klarer Wachstumsmarkt, wo wir aktuell mehrere Projekte in der Pipeline haben. Und im noch jungen Biogasmarkt Asien genießt Anlagenbau made in Germany ein hohes Ansehen. Hier sind wir exzellent positioniert und haben erst kürzlich in Osaka (Japan) eine Pilotanlage mit einem japanischen Partner in Betrieb genommen.

Neben dem Anlagenbau steht der selektive Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und die Forcierung der ergänzenden Geschäftsfelder Service und Energy in 2015 auf der Agenda. Ziel ist es, sich bietende Marktopportunitäten möglichst schnell und effizient zu nutzen, neue Märkte und Produkte zu entwickeln und dabei eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen.

Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink Jörg Fischer Roel Slotman

von links nach rechts

Roel Slotman Vorstand Vertrieb International (CCO), Enter/Niederlande Jörg Fischer Vorstand Finanzen (CFO), Weyhe-Erichshof Olaf von Lehmden Vorsitzender des Vorstands (CEO), Lohne Jürgen Tenbrink Vorstand Technik (CTO), Steinfurt

Bericht des aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

nach einem wie erwartet schwierigen Jahr 2013 konnte EnviTec im Geschäftsjahr 2014 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn wieder deutlich steigern. Insgesamt erwirtschaftete der EnviTec Konzern im Geschäftsjahr 2014 Umsatzerlöse von 163,4 Mio. Euro und damit 9,8 % mehr als im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 163,7 % auf 6,3 Mio. Euro. Zwar bleibt die mittelfristige Planbarkeit aufgrund sich laufend verändernder regulativer Rahmenbedingungen für EnviTec schwierig. Dank des starken finanziellen Fundaments und der erfolgreichen Internationalisierung der Geschäftstätigkeit kann EnviTec dennoch wieder auf eine chancenreiche Zukunft blicken. Im Fokus stehen attraktive Auslandsmärkte für den Anlagenbau, der selektive Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und die Forcierung der ergänzenden Geschäftsfelder Service und Energy. Ziel ist es, in attraktiven Märkten sich bietende Marktopportunitäten möglichst schnell und effizient zu nutzen, neue Märkte zu entwickeln und dabei eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen.

Tätigkeitsbericht des Aufsichtsrats

Als Aufsichtsrat haben wir im Geschäftsjahr 2014 im Rahmen unserer Tätigkeit alle uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben wahrgenommen. Wir haben den Vorstand kontinuierlich überwacht und standen ihm bei der Leitung des Unternehmens beratend zur Seite. In alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, wurden wir vom Vorstand unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Zur Ausübung unserer Beratungs- und Überwachungstätigkeit hat uns der Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher sowie mündlicher Form über alle für das Unternehmen wesentlichen Themen unterrichtet. Dazu zählten vor allem die Unternehmensplanung und strategische Weiterentwicklung, die Erschließung neuer Geschäftsfelder, der Geschäftsverlauf, und die Lage des Konzerns sowie die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance. Auch über den Verlauf der Umstrukturierung wurden wir stets informiert. Nach intensiven Prüfungen stimmte der Aufsichtsrat allen zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfällen zu.

Auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen standen Vorstand und Aufsichtsrat in regelmäßigem Kontakt. Die ausführliche Berichterstattung durch den Vorstand überzeugte uns von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit sowie Wirtschaftlichkeit der Führung des Unternehmens und des Konzerns. Wir sahen daher keine Veranlassung von unseren Prüfungsrechten nach § 111 Abs. 2 AktG Gebrauch zu machen. Interessenkonflikte von Vorstandund Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die

die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten.

Bildung von Ausschüssen

Aufgrund des nur drei Personen umfassenden Aufsichtsrats haben wir auch im Jahr 2014 auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet. Alle Fragen, die von Ausschüssen zu behandeln gewesen wären, wurden im Plenum erörtert. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat nach eigener Einschätzung der Meinung, dass er effizient arbeitet. Nach § 100 Abs. 5 AktG muss mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats über spezielles Fachwissen in den Bereichen Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Diese Aufgabe wird von unserem Mitglied Hans-Joachim Jung wahrgenommen.

Sitzungen und Schwerpunkte der Beratung

Der Aufsichtsrat kam im Geschäftsjahr 2014 zu vier ordentlichen Sitzungen am 28. April, 31. Juli, 18. September und 11. Dezember zusammen. Bei allen Sitzungen war der Aufsichtsrat in Gesamtheit anwesend. Gegenstand der Sitzungen waren stets die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Investitionsvorhaben sowie die Risikolage und das Risikomanagement von EnviTec Biogas.

Darüber hinaus standen im Wesentlichen folgende Themen auf der Tagesordnung, die gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt und erörtert wurden:

  • die Abschlussprüfung 2013

  • die Planungen für das Jahr 2014

  • die aktuelle Marktsituation im Biogassektor

  • die EEG Novelle 2014

  • Neuerungen in der Stromvermarktung

  • Überblick über die Auslandsaktivitäten des Konzerns

  • Umsetzung der Ausgliederung des Anlagenbaus

  • Wettbewerbssituation

  • vorzeitige Rückführung des Schuldscheindarlehens

  • Bericht über F&E-Vorhaben/ Erschließung neuer Geschäftsfelder

  • Planungen für 2015

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Auf der Hauptversammlung am 31. Juli 2014 wählten die Aktionäre die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, erneut zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014. Der Aufsichtsratsvorsitzende erteilte dem Abschlussprüfer nach Einholung der Unabhängigkeitserklärung den Prüfauftrag, traf mit ihm die Honorarvereinbarungen und legte die Prüfungsschwerpunkte fest. Auf dieser Grundlage und unter Einbeziehung der Buchführung prüfte die Rödl & Partner GmbH den vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellten Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG und den auf Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2014 sowie den zusammengefassten Lagebericht für die AG und den Konzern. Die Prüfungen

ergaben keine Einwendungen, so dass jeweils ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk (siehe Seite 102) erteilt wurde. Darüber hinaus wurde der vom Vorstand erstellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen ("Abhängigkeitsbericht") geprüft und ebenfalls mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss in seinen Sitzungen am 30. April 2015 und am 13. Mai 2015 intensiv beraten und geprüft. An der Sitzung nahmen sowohl der Abschlussprüfer der Rödl & Partner GmbH als auch der Vorstand teil, die die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung erläuterten und ergänzende Fragen des Aufsichtsrats beantworteten. Nach der eigenen Prüfung und Gesprächen mit dem Abschlussprüfer und dem Vorstand bestanden keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat sich daraufhin dem Prüfungsergebnis der Rödl & Partner GmbH angeschlossen und den vom Vorstand zum 31. Dezember 2014 aufgestellten Jahresabschluss sowie

den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG ist damit festgestellt. Darüber hinaus haben wir uns nach eingehender Prüfung dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem Vorstand für die große Einsatzbereitschaft im Geschäftsjahr 2014. Auch das kommende Jahr wird herausfordernd, jedoch haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um uns in diesem Marktumfeld zu behaupten.

Lohne, den 13. Mai 2015

Bernard Ellmann Vorsitzender des Aufsichtsrats

von links nach rechts Hans-Joachim Jung stellvertretender Vorsitzender Bernard Ellmann Vorsitzender Michael Böging

Die Aktie

Das Kapitalmarktumfeld

Deutsche Aktien verzeichneten im Jahr 2014 ein moderates Wachstum. Nach dem Rekordjahr 2013 entwickelte sich der deutsche Leitindex DAX positiv und schloss zum Jahresende mit gut 4,00% im Plus. Gestärkt durch die positive konjunkturelle Entwicklung und das allgemein positive Kapitalmarktumfeld durchbrach der DAX Mitte des Jahres die 10.000er Marke und beendete das Jahr bei 9.805 Punkten.

Der deutsche Technologie-Index TecDAX verzeichnete analog zum DAX eine positive Entwicklung. Nach einem gelungenen Start in das Jahr überschritt der Index Anfang Juni, beflügelt von den konjunkturellen Aussichten im dritten und vierten Quartal, erstmalig die Marke von 1.300 Punkten und erreichte Anfang Dezember mit 1.381,41 Punkten sein Jahreshoch. Zum Jahresende schloss der TecDAX mit einer Gesamtperformance von 17,55% im Plus.

Ebenso wie der deutsche Aktienmarkt standen auch die weltweiten Kapitalmärkte unter dem positiven Einfluss der expansiven Zinspolitik der Notenbanken. Der Dow Jones schloss mit 8,4% im Plus und der S&P Index beendete den Handel gut 12% höher als vor Jahresfrist. Auch der europäische Index EuroStoxx 50 und die asiatischen Indizes Nikkei und Hang Seng legten im Jahresverlauf teils deutlich zu.

Deutlich schlechter entwickelte sich im Jahresverlauf hingegen der ÖkoDAX. Der Index für die größten deutschen erneuerbaren Energiewerte zeigte aufgrund der Unsicherheiten im Zuge der Verabschiedung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) im Juni 2014 und deren negativen Folgen, insbesondere für die Biogasbranche, eine negative Performance und verlor bis zum Jahresende rund 33% seines Wertes. Bereits Anfang Januar war das Jahreshoch mit 47,78 Punkten erreicht. Im Laufe des Jahres fiel der Index bis Mitte Dezember auf 28,4 Punkte und schloss zum Jahresende bei 29,51 Punkten.

Die Aktie von EnviTec Biogas

Die EnviTec-Aktie entwickelte sich im Jahr 2014 analog zum Gesamtmarkt positiv. Zu Jahresbeginn lag der Kurs bei 6,41 Euro und stieg bis zum 17. Januar kräftig auf sein Jahreshoch von 7,85 Euro. Im Anschluss sank der Wert leicht und bewegte sich anschließend seitwärts um einen Wert von 7,00 Euro. Im Zuge der Verabschiedung des EEG-Gesetzes und im Nachgang der Hauptversammlung fiel die EnviTec-Aktie bis auf ihr Jahrestief von 6,00 Euro am 17. September. Anschließend erholte sich der Wert der Aktie und schloss am 30. Dezember bei 7,00 Euro mit gut 9% im Plus. Das entspricht bei 15 Mio. ausstehenden Aktien einer Marktkapitalisierung von 105 Mio. Euro. Der Jahresdurchschnittskurs lag bei 6,84 Euro.

Hauptversammlung stimmt Vortrag des Gewinns auf neue Rechnung zu

Die ordentliche Hauptversammlung der EnviTec Biogas AG fand am 31. Juli 2014 in Lohne statt. Die zentralen Tagesordnungspunkte, unter anderem die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrates, wurden von der Aktionärsversammlung mit großer Mehrheit beschlossen. Darüber hinaus votierten die Aktionäre für den Vorschlag, den im Jahr 2013 erwirtschafteten Gewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Basisdaten zur Aktie
ISIN DE000A0MVLS8
Börsenkürzel ETG
Börsensegment Entry Standard (Open Market)
Branche Erneuerbare Energien
Jahreshoch 7,85 EUR
Jahrestief 6,00 EUR
Jahresschlusskurs 7,00 EUR
Anzahl der Aktien 15.000.000 Stückaktien
Marktkapitalisierung am Jahresende 105 Mio. EUR
Ergebnis je Aktie 0,28 EUR
Dividendenvorschlag je Aktie 0,35 EUR

Investor Relations bei EnviTec Biogas

Eine kontinuierliche, zeitnahe und umfassende Kommunikation war für uns auch im Geschäftsjahr 2014 von großer Bedeutung. Unsere Zielsetzung ist es, unsere Aktionäre sowie unsere Interessenten gleich zu informieren. Darüber hinaus legen wir Wert auf

einen intensiven Austausch mit allen interessierten Investoren.

Auch nach dem im Jahr 2013 erfolgten Wechsel vom Prime Standard in das Segment Entry Standard der Börse Frankfurt erfüllen wir weiterhin die Informationsanforderungen über die vorgeschriebenen Richtlinien hinaus, um so unseren Investoren einen umfassenden Transparenzstandard zu bieten.

Auf Analystenseite wurde die Aktie der EnviTec Biogas AG im Berichtszeitraum von MATELAN Research gecovert.

Analystenbewertungen
Datum Institut Empfehlung Kursziel (EUR
)
02.05.2014 MATELAN Research Hold 7,20
01.10.2014 MATELAN Research Hold 8,10
Aktionärsstruktur (Stand: 31.12.2014)
von Lehmden Beteiligungs GmbH 8.638.317 Stck. 57,60 %
TS Holding GmbH 3.880.000 Stck. 25,90 %
Streubesitz/ Freefloat 2.331.683 Stck. 15,50 %
Eigene Aktien 150.000 Stck. 1,00 %
Gesamtsumme der Aktien 15.000.000 Stck. 100 %

Zusammengefasster Lagebericht

des EnviTec-Konzerns und der EnviTec Biogas AG Gemäß § 298 Abs. 3 i.V.m. § 315 Abs. 3 HGB wurde der Lagebericht für den Einzelabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2014 mit dem Lagebericht für den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 zusammengefasst.

Allgemeine Informationen zum Unternehmen

Der EnviTec Biogas Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. Zudem betreibt EnviTec eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogasproduzenten in Deutschland.

Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist inzwischen in 14 Ländern weltweit vertreten. Mit der EnviTec Energy und deren Tochter EnviTec Stromkontor hat EnviTec Biogas das Geschäftsfeld um die direkte Vermarktung von aufbereitetem Biomethan sowie die Grünstrom- und Regelenergievermarktung erweitert.

Unsere hohen Qualitätsstandards sind nicht nur durch zufriedene Kunden und die beachtliche Effizienz der von uns betreuten Anlagen belegt, sondern auch durch international anerkannte Zertifizierungen. Unser Qualitätsmanagementsystem nach der DIN EN ISO 9001:2008 setzen wir in der EnviTec Biogas AG und der EnviTec Service GmbH & Co. KG um.

Konzernstruktur und Geschäftsbereiche

Die Konzernstruktur ist entsprechend der vier Geschäftsfelder aufgebaut: Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Geschäftsbereich Anlagenbau entfiel bis November 2014 im Wesentlichen auf die Muttergesellschaft EnviTec Biogas AG. Zum 1. Dezember 2014 wurde der Geschäftsbereich ausgegliedert und firmiert fortan – wie im Wesentlichen auch die anderen drei Geschäftsbereiche – als GmbH & Co. KG. Mit diesem Schritt werden die Konzernstruktur vereinheitlicht und weitere Synergien geschaffen. Darüber hinaus erhöht die Überführung des Anlagenbaus in ein eigenständiges Tochterunternehmen die Erlös- und Kostentransparenz. Der Mutterkonzern fungiert damit als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die vier Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften. Der Konsolidierungskreis für den Konzernabschluss 2014 umfasst 133 vollkonsolidierte Gesellschaften und damit 2 mehr als im Vorjahr.

Anlagenbau

Im Geschäftsbereich Anlagenbau errichten wir Biogasund Biomethananlagen für Kunden wie beispielsweise Landwirte, Industrieunternehmen und Investoren. Wir planen die Anlage, errichten sie und beginnen mit der Biogas-Produktion. Unser Produktportfolio umfasst die komplette Wertschöpfungskette der Biogasanlagentechnik für Anlagen ab 75 kWel. Wir setzen auf eine modulare Bauweise aus standardisierten Elementen, die je nach den Erfordernissen projektbezogen vor Ort zusammengestellt werden. Damit bieten wir maßgeschneiderte Lösungen und gleichzeitig erprobte Technik. Die Vorteile: schnellere Inbetriebnahme, hohe Betriebssicherheit und geringere Betriebskosten. Neben Großanlagen bietet EnviTec seit 2014 auch ein Kompaktanlagenkonzept an, das unter der Bezeichnung "EnviFarm Compact"-Anlage vermarktet wird. Die Kleinanlagen mit einem Format von 75 bis 450 kW zielen vor allem auf den deutschen und italienischen Markt. Ende 2014 waren von EnviTec

errichtete Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 366 MW (Vorjahr: 354 MW) am Netz.

Eigenbetrieb

Im Geschäftsbereich Eigenbetrieb ist die Erzeugung von Strom, Wärme und Gas in eigenen Biogasanlagen im In- und Ausland gebündelt. Dies geschieht in der Regel in Kooperation mit lokalen Partnern aus der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft. Diese Partnerschaft zeichnet sich durch eine klare Aufgabenverteilung aus: Jeder konzentriert sich auf seine Stärken. Der Partner vor Ort stellt beispielsweise den Standort zur Verfügung, kümmert sich um die Beschaffung der Inputstoffe und übernimmt den laufenden Betrieb. EnviTec kümmert sich um die Projektplanung und schlüsselfertige Errichtung der Anlage. Während des Betriebs führen wir alle notwendigen Wartungsarbeiten durch, kümmern

uns um den biologischen Service und übernehmen die kaufmännische Leitung. Üblicherweise sind unsere Partner Landwirte, die die Anlagen auf ihren Höfen betreiben. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit Kommunen, Fondsgesellschaften, Industrieunternehmen und Energieversorgern zusammen. Im Ausland sind eigene Projekte auch ein wichtiger Türöffner, um potenzielle Kunden vor Ort von dem ökonomischen und ökologischen Nutzen der Biogasproduktion und unserem Know-how zu überzeugen. Die Verknüpfung unseres technischen Wissens mit der Kompetenz unserer Partner auf regionaler Ebene ermöglicht hohe Effizienz und attraktive Renditen für EnviTec und ihre Partner. Für uns ist der Eigenbetrieb mit seinen regelmäßigen Cashflows eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau.

Energy

Mit der EnviTec Energy bieten wir im Geschäftsbereich Energy Wärmekunden sogenannte Contracting-Modelle an. Dabei verkaufen wir in effizienten Blockheizkraftwerken (BHKW) dezentral erzeugte Wärme aus selbst produziertem Biomethan über langfristige Lieferverträge. Die Käufer wie beispielsweise Industrie- und Gewerbeunternehmen oder Kommunen mit hohem Heizbedarf erhalten über langfristige Lieferverträge mit hoher Preisstabilität grüne Wärme zu attraktiven Konditionen und verbessern dadurch ihre CO2-Bilanz.

* verschiedene Projektgesellschaften von Biogasanlagen,

Details zu den Beteiligungen und Beteiligungshöhen siehe Anhang S.70 ff., "Liste des Anteilsbesitzes"

Unter dem Dach der EnviTec Energy befindet sich auch die Tochterfirma EnviTec Stromkontor. Sie bündelt die Leistung einer Vielzahl von Biogasanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk und vermarktet den in Blockheizkraftwerken (BHKW) erzeugten Strom im Auftrag ihrer Kunden direkt an der Strombörse. Außerdem können die Anlagen am Regelenergiemarkt platziert werden, um so zur Stabilität des deutschen Stromnetzes beizutragen. Bei der Vermarktung kooperieren wir mit der AXPO Deutschland GmbH, einer Tochtergesellschaft des Schweizer Stromkonzerns AXPO Holding AG.

Service

Im Geschäftsbereich Service bietet EnviTec alle Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen an. Neben Deutschland haben wir unter anderem auch starke Service-Teams in Italien und Tschechien. Unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputmaterial und Gärreste auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu geben. Darüber hinaus umfasst unser Angebot die regelmäßige Begehung der Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern. EnviTec Biogas bietet neben der Teilwartung nach Aufwand auch eine Vollwartung mit Übernahme des Reparaturrisikos an. Die regelmäßige Wartung reduziert die Stand- und Ausfallzeiten und ist damit wesentlicher Faktor für den langfristig profitablen Betrieb einer Biogasanlage. Unsere Kunden profitieren vom Know-how unserer hochqualifizierten Fachleute, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zur Verfügung stehen.

Strategie & Wettbewerb

Wir haben uns in den vergangenen Jahren eine führende Position im Biogasmarkt erarbeitet und bereits Anlagen in 13 Ländern errichtet. Unser strategisches Ziel ist es, nachhaltig zu wachsen und unsere Marktstellung als integrierter Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen auszubauen. Oberste Priorität hat dabei die Zufriedenheit unserer Kunden und deren Einbindung in die Weiterentwicklung unserer Anlagen entsprechend ihrer Wünsche. Die kurz- bis mittelfristige strategische Ausrichtung wird durch die anhaltenden Diskussionen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den

einzelnen Märkten stark beeinflusst. Insgesamt sind die einzelnen Märkte sehr heterogen, was überwiegend an den sehr unterschiedlich ausgestalteten Förderrahmen liegt. Für EnviTec sind derzeit die Märkte in Frankreich, Großbritannien und Asien (China, Japan) am attraktivsten. Wir verfolgen die Entwicklungen in den einzelnen Ländern sehr genau, um zeitnah auf Änderungen der Rahmenbedingungen reagieren zu können. Für unser nachhaltiges Wachstum haben wir folgende Eckpfeiler definiert:

Internationale Expansion als Wachstumstreiber

Wir beobachten weltweit die Entwicklungen der Rahmenbedingungen für Biogas. Sobald in einem Land belastbare Strukturen entstehen, prüfen wir diese sehr genau und entscheiden dann über einen Markteintritt. Bei der Erschließung neuer Märkte setzen wir auf Partner aus der jeweiligen Region und verbinden auf diese Weise unsere langjährige Erfahrung im Anlagenbau und -betrieb mit den Kenntnissen über die regionalen Besonderheiten. EnviTec hat frühzeitig die Internationalisierung vorangetrieben und ist heute neben Deutschland in 14 Ländern mit eigenen Gesellschaften, Vertriebsbüros, strategischen Kooperationen und Joint Ventures vertreten. Durch das neue EEG 2014 ist der deutsche Markt zum Erliegen gekommen, so dass der Auslandsumsatz die inländischen Erträge im Anlagenbau inzwischen deutlich übersteigt. Neben den etablierten Märkten wie Frankreich, Großbritannien und Italien sehen wir mittelfristig die größten Chancen in Japan, China und den USA. In den letztgenannten Ländern hat EnviTec erste Anlagen errichtet und setzt darauf, dass die dortigen Vorzeigeprojekte weitere Vertriebserfolge nach sich ziehen. Ziel ist es, den Anlagenbau auch in einem schwierigen Marktumfeld profitabel zu betreiben und gleichzeitig die nötigen Kapazitäten vorzuhalten, um Marktopportunitäten schnell nutzen zu können.

Gezielter Ausbau des Eigenbetriebs

EnviTec Biogas hat den Eigenbetrieb in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und erwirtschaftet heute mit dem Geschäftsbereich den höchsten Umsatzanteil im Konzern. Ende 2014 waren Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 57,9 MW am Netz, davon 10,7 MW im Ausland. In Deutschland setzt EnviTec vor allem auf die Optimierung der Bestandsanlagen. Darüber hinaus werden selektiv neue Märkte für den Eigenbetrieb

erschlossen. Mit seinem regelmäßigen Cashflow ist das Segment eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau. Zielsetzung ist es, mit diesem Geschäftsbereich eine Verstetigung der Erlösbeiträge für den Konzern zu erzielen. Künftig ist ein weiterer kontinuierlicher Kapazitätsausbau geplant. Im Jahr 2015 sollen bis zu weitere fünf Megawatt errichtet oder übernommen werden.

Erweiterung des Angebots im Service und Ausbau Energy

Die Geschäftsbereiche Service und Energy sind für EnviTec inzwischen solide Ertragssäulen, die weiter ausgebaut werden sollen. Erklärtes strategisches Ziel ist der internationale Ausbau des biologischen und technischen Service sowie die Erweiterung des Angebots auch für Fremdanlagen. Im Geschäftsbereich Energy zielen wir auf die Schließung der Wertschöpfungskette "vom Halm bis zum Heizkörper". Mit der Direkteinspeisung von aufbereitetem Biomethan aus EnviTec-Anlagen kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Dieses Potential wollen wir noch stärker nutzen und weitere Kunden mit grüner Wärme und grünem, lokalen Strom versorgen.

Stärkung unserer Innovationsführerschaft

Mit dem ständigen Ausbau unserer Technologiekompetenz soll die führende Stellung der EnviTec Biogas AG innerhalb der Branche gefestigt und unser Kernprodukt Biogas ökologisch und ökonomisch noch attraktiver gemacht werden. Ziel ist es, die Handhabung unserer Anlagen kontinuierlich zu verbessern sowie die benötigte Substratmenge bei gleicher Leistung zu reduzieren. Wir sehen insbesondere in den Bereichen, die dem Gärprozess vor- und nachgelagert sind, noch große Entwicklungsmöglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit von Biogas weiter zu erhöhen. Zur Stärkung unserer Innovations- und Technologiekompetenz forschen wir verstärkt im Bereich der Biobased Economy. Dabei geht es um mehr als die effiziente Nutzung von Pflanzen für die Biogasproduktion. Es wird vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt mit dem Ziel, einer möglichst hohen Wertschöpfung von Einsatzstoffen beispielsweise einer Pflanze durch die intelligente Kombination verschiedener Verwendungszwecke (u.a. Nahrung, Biogas, Kraftstoff). Ein weiterer, wichtiger Fokus liegt auf dem Test alternativer Einsatzstoffe wie organische

Abfälle. Daneben arbeiten wir unter anderem an Verbesserungen im landwirtschaftlichen Bereich, beispielsweise an der Optimierung der Erntezeitpunkte und an der Saatgutentwicklung.

Unternehmenssteuerung

Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen. Daraus leiten sich unsere wesentlichen Steuerungsgrößen Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und die Eigenkapitalrentabilität ab. Die operative und strategische Steuerung des Konzerns erfolgt über regelmäßige Sitzungen der Vorstandsmitglieder. Je nach Gesprächs- und Planungsbedarf nehmen an den wöchentlichen Vorstandssitzungen weitere Führungskräfte teil. In diesen Meetings wird die strategische Unternehmensführung besprochen und gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich zu diesen Sitzungen finden monatliche Treffen der Bereichsleiter mit dem Vorstand statt, dort werden vorwiegend operative Themen diskutiert. Diesem Gremium werden verschiedene Auswertungen und Vorlagen zur Verfügung gestellt, um Entscheidungen zu ermöglichen und Projekte zu planen. Darüber hinaus erhält der Vorstand regelmäßig Auswertungen hinsichtlich der Entwicklung von Umsatz, Auftragsbestand, Kosten, Liquidität und Verschuldungsgrad. Dabei werden Soll-Ist-Vergleiche gezogen. Eine konzernweite ERP-Software (Enterprise Resources Planning) ermöglicht die schnelle und übersichtliche Darstellung aller Prozesse der Gruppe wie Materialwirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen, Projektcontrolling, Verkauf und Marketing. Seit dem Jahr 2010 ist unser Qualitätsmanagementsystem gemäß DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Die 2008 überarbeitete Norm DIN EN ISO 9001:2008 stellt hohe Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem. Bei EnviTec umfasst es nicht nur den Bau und Betrieb von Biogasanlagen, sondern auch unseren biologischen und technischen Service.

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die globale Wirtschaft entwickelte sich in 2014 moderat. Hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang des Jahres 2014 noch ein weltweites Wachstum von 3,7 % prognostiziert, ging der IWF in seiner jüngsten Schätzung von Januar 2015 für das Gesamtjahr 2014 nur noch von einem Wachstum von 3,3 % aus. Als Hauptursache für die geringere globale Konjunkturdynamik macht der IWF gestiegene geopolitische Risiken sowie eine zunehmende Volatilität an den weltweiten Finanzmärkten verantwortlich. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wurde nach IWF-Angaben statt prognostizierter 4,7 % im Gesamtjahr 2014 ein Wachstum von 4,4 % verzeichnet. In der Gruppe der Industriestaaten konnte die Wirtschaft statt 2,2 % nur um 1,8 % zulegen. Auch in der Eurozone wurde das ursprünglich prognostizierte Wachstum von 1,0 % nicht erreicht. Mit 0,8 % verzeichnete die Konjunktur in den Euro-Ländern aber nach zwei Jahren der Rezession erstmals wieder einen Anstieg auf Jahresbasis. Die deutsche Wirtschaft entwickelte sich in 2014 mit einem Plus von 1,5 % solide.

2014 war für die Landwirtschaft weltweit erneut ein sehr gutes Erntejahr. Entsprechend sind die Preise für die als Einsatzstoff genutzten Agrarrohstoffe auf niedrigem Niveau.

Biogasmarkt

Für Biogasanlagenhersteller und -betreiber sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage für die Branche. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz. Die EEG-Novelle, die am 27. Juni 2014 verabschiedet wurde und am 1. August in Kraft trat, hat dazu geführt, dass der Biogasmarkt in Deutschland praktisch zum Erliegen gekommen ist. Die geringeren Vergütungssätze sowie die Deckelung des Zubaus von Biogasanlagen auf

100 MW pro Jahr haben den auf Deutschland fokussierten Anlagebauern das Wasser abgegraben. Zahlreiche Insolvenzen und Arbeitsplatzabbau waren die Folge. EnviTec hat frühzeitig auf die Internationalisierung und Flexibilisierung seines Anlagenbaugeschäfts gesetzt und den Bereich zukunftsfähig aufgestellt.

In Deutschland wurden im Jahr 2014 nach der Prognose des Fachverbandes Biogas von November letzten Jahres 94 neue Biogasanlagen mit einer Leistung von nur noch 41 Megawatt (MW) errichtet (2013: 335 Anlagen). Damit ist die Zahl der neuen Anlagen in Deutschland seit 2011, als noch knapp 1.300 neue Anlagen mit einer Leistung von rund 800 MW gebaut worden waren, drastisch gesunken. Insgesamt waren Ende 2014 rund 7.944 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung (inkl. Stromeinspeisung durch Biomethan) von

Strom
aus Biogas
in Deutschla
nd
31.12.2013 23,9 Mrd. kWh
31.12.2014 27,6 Mrd. kWh

3.859 MW am Netz. Zudem wurden nach Schätzungen des Fachverbands im Jahr 2014 in Deutschland rund 27,6 Milliarden kWh klimafreundliche Energie aus Biogas produziert – genug um 7,9 Mio. Haushalte zu versorgen. Damit liegt der Anteil von Biogas am gesamten deutschen Stromverbrauch inzwischen bei 4,67 % (Vorjahr 4,02 %). Aufgrund der Gesetzeslage rücken verstärkt Anlagenerweiterungen und das Repowering in den Fokus. In 2014 stieg laut Fachverband Biogas die installierte elektrische Leistung der Biogas-BHKW um etwa 316 MW an (2013: 191 MW). Allerdings wird eine wachsende Zahl dieser erweiterten Anlagen nicht wie bislang üblich dauerhaft im Grundlastbetrieb gefahren, sondern der Strom wird zu Spitzenlastzeiten und dann bedarfsgerecht mit hoher Leistung geliefert, um höhere Vermarktungserlöse zu erzielen.

Daneben fokussiert sich die Biogasbranche, wie auch EnviTec, verstärkt auf die zahlreichen vielversprechenden Auslandsmärkte. Hier sind in Europa vor allem Frankreich und Großbritannien attraktiv. Italien verfügt nach Deutschland über den größten Bestand an Biogasanlagen (28.02.2015: 1.318). Nach einer Anpassung des Erneuerbare Energien-Gesetzes in 2013 werden dort vor allem Anlagen unter 300 kW gefördert. EnviTec, einer der Top5-Anbieter in Italien, hat darauf reagiert und dort im vergangenen Jahr erste Kompaktanlagen verkauft. Die Biogasmärkte in Frankreich und Großbritannien wachsen nach Angaben des Europäischen Branchenverbands EBA kontinuierlich weiter. In Frankreich ist ein neues Gesetz in Arbeit mit positiven Auswirkungen für den Bau von Anlagen. Problematisch bleiben hier die langen Genehmigungsverfahren und die Finanzierungsbedingungen. Großbritannien, mit 360 Anlagen bis dato siebtgrößter Markt in Europa, fördert verstärkt Biogasanlagen mit Wärmekonzept. Des Weiteren bieten sich hier, wie in Frankreich, Chancen durch neue Gasaufbereitungsprojekte. EnviTec ist in beiden Märkten seit Jahren aktiv und hat sich eine sehr gute Marktstellung erarbeitet. Neben Europa bieten auch die asiatischen Märkte, allen voran China und Japan, zunehmend Potenzial für umweltfreundliche Energiegewinnung aus Biomasse. Hier ist EnviTec ebenfalls mit ersten Projekten präsent und ist als einer der größten und innovativsten Player der Branche für weiteres Wachstum gut positioniert.

Besonders in Asien, aber auch in Europa zeigt sich, dass die Bioenergie neben der reinen Stromproduktion verstärkt im Wärmemarkt zum Einsatz kommt. Kraft-Wärme-Kopplung mit lokaler Wärmenutzung hat im vergangenen Jahr weiter an Bedeutung gewonnen. Auch der Kraftstoffmarkt könnte in Zukunft weitere Wachstumschancen bieten.

Mitarbeiter

Durch die Wertschätzung unserer Mitarbeiter und die Förderung ihrer Fähigkeiten und Potenziale schaffen wir Zukunftsperspektiven für jeden Einzelnen und steigern die Werthaltigkeit der Gruppe als Ganzes.

Gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital und die Basis für den Erfolg der EnviTec Biogas Gruppe. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland mussten wir im Jahr 2013 unsere Unternehmensstruktur und unsere Kapazitäten anpassen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 ist die Anzahl der Mitarbeiter stabil geblieben und lag zum

Stichtag 31. Dezember 2014 auf dem Vorjahresniveau von 350. Der wesentliche Teil der Beschäftigten war mit 262 weiterhin in Deutschland aktiv (Vorjahr 270). An den Auslandsstandorten waren zum Stichtag 88 Mitarbeiter (Vorjahr 80) für EnviTec Biogas im Einsatz. Mitarbeiterstärkster Geschäftsbereich bleibt der Anlagenbau mit 116 Beschäftigten vor dem Service-Bereich mit 105 und dem Eigenbetrieb mit 83 Angestellten.

Mitarbeiterstruktur
Anlag
enba
u
116
Service 105
Eig
enbetrieb
83
ENER
GY
6
AG 40

Die nachhaltige Personalentwicklung hat weiterhin höchste Priorität. Wir wollen auch künftig jungen Absolventen die Chance bieten, in einer internationalen Zukunftsbranche Fuß zu fassen. Aufgrund der sich schnell ändernden Rahmenbedingungen brauchen wir mehr denn je flexible Mitarbeiter, die bereit sind, im Ausland zu arbeiten und sich offen gegenüber anderen Kulturen zu präsentieren sowie das Unternehmen adäquat zu vertreten. Die Beschäftigungspolitik der EnviTec ist darauf ausgelegt, nicht nur den Bedürfnissen des Unternehmens zu entsprechen, sondern ebenfalls auf die individuellen Interessen und Leistungen der Beschäftigten einzugehen. Hierzu zählen in einigen Bereichen monetäre Anreizsysteme wie beispielsweise eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung. Mit internen Weiterund Ausbildungsmaßnahmen geben wir Mitarbeitern die Chance zur Weiterentwicklung und wollen sie langfristig für unser Unternehmen begeistern. Die auf den Beruf

ausgerichteten Maßnahmen werden durch soziale Aktivitäten, die dem Gemeinschaftssinn und der Vermittlung unserer durch Verlässlichkeit und Fairness geprägten Unternehmenskultur dienen, ergänzt.

Ausdrücklicher Dank von Seiten des Vorstands und Aufsichtsrats gilt allen Mitarbeitern der EnviTec Gruppe. Durch ihr Engagement hat die Gesellschaft ihre wirtschaftlichen Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr erreicht und blickt gestärkt auf die zukünftigen Herausforderungen.

Forschung und Entwicklung

Kontinuierliche Weiterentwicklung ist ein essentieller Faktor für nachhaltigen Erfolg. Dies nehmen wir sehr ernst und arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Technologien zur Steigerung der Gasausbeute, an der Optimierung unseres Qualitätsmanagements sowie an der Erforschung möglicher alternativer Substrate.

Weitere Schwerpunkte unserer F&E Aktivitäten sind die Prozessüberwachung und die Gärrestaufbereitung, die eine noch effizientere Nutzung der Inputstoffe unserer Anlagen gewährleistet.

Einen wichtigen Bestandteil unserer Forschungsarbeit bildet zudem die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren. Hier liegt der Fokus unserer Arbeit auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und Erschließung neuer Märkte. So versuchen wir bei Produkten bei der Energieerzeugung bisher ungenutzte Potentiale zu erschließen, um dadurch die Wertschöpfung aus Biomasse zu erhöhen. So nutzen wir die Rohstoffe mehrfach, intensiver und effizient.

Unser Labor: die Eigenbetriebsanlagen

Zum Stichtag 31. Dezember 2014 betrieb EnviTec Biogas 74 eigene Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von 57,9 MW in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien. Sie sind ein wichtiger Wissenspool für Weiterentwicklung, Verbesserung und Anwendung neuer Anlagentechnik. Neue Verfahren und Technologien erproben wir direkt in der Praxis in unseren Eigenbetriebsanlagen oder aber in enger Kooperation mit unseren Kunden. Der Eigenbetrieb gibt unserem Unternehmen die Möglichkeit, technische Innovationen an eigenen Anlagen zu entwickeln. Neben hundertprozentigen Eigenbeteiligungsanlagen, bietet sich auch die Möglichkeit, Anlagen in Kooperation zu betreiben und so Forschung aktiv mit zu unterstützen: dieses Modell wird zumeist von Partnern aus der Landwirtschaft oder der örtlichen Industrie, die ihre Anlage eigenverantwortlich mit Hilfe von EnviTec betreiben, genutzt. Beispiele für die Nutzung von Eigenbetriebsanlagen für Forschungszwecke sind die Entwicklung eines neuartigen Wasserstofffermenters, der eine höhere Energieausbeute bewirkt, sowie die Gärrestreduzierung durch das von EnviTec entwickelte EnviStrip-Verfahren.

Ein weiteres Forschungsprojekt im Jahr 2014 war die Entwicklung eines Highgesters, ein neuer Fermentertyp, der trotz reduzierter Größe den gleichen Biogasertrag bringt und weniger Strom und Wärme benötigt. Dadurch spart der Betreiber Betriebs- und Wartungskosten. Der erste Highgester befindet sich derzeit in der Abwicklung auf einer Biogasanlage in Bakum. Die Testergebnisse im EnviTec-Eigenbetrieb belegen, dass neben den oben genannten Vorteilen des Highgesters auch die Verweilzeit des Gärsubstrats in der Anlage deutlich verkürzt werden kann.

EnviTec ist auf eine praxisorientierte F&E-Arbeit fokussiert. Neben dem Vorstand Jürgen Tenbrink arbeiten zwei festangestellte Mitarbeiter in der F&E Abteilung, die insbesondere durch Kollegen aus dem Geschäftsbereich Service unterstützt werden. Darüber hinaus praktizieren wir die Zusammenarbeit mit Hochschulen, auch im Sinne der Nachwuchsförderung. Hier arbeiten wir im Rahmen von Forschungsprojekten, aber auch bei der Erstellung von Bachelor- und Masterarbeiten, eng mit Studierenden und Lehrenden zusammen. Der Gesamtbetrag der Investitionen in Forschung & Entwicklung belief sich im Geschäftsjahr auf rund 1 Mio. Euro.

Entwicklung des Auftragsbestands

EnviTec Biogas verfügte zum Ende des Geschäftsjahres 2014 im Anlagenbau über einen Auftragsbestand in Höhe von 37,3 Mio. Euro (Vorjahr: 67,6 Mio. Euro). Der Rückgang beruht vor allem auf dem Nachfrageeinbruch im ehemaligen Hauptmarkt Deutschland. Hier lag das Auftragsvolumen zum Jahresende bei lediglich 9,8 Mio. Euro (Vorjahr: 45,7 Mio. Euro). Dagegen verzeichnete EnviTec im Auslandsgeschäft steigende Auftragsvolumina. Im Stichtagsvergleich legte der Bestand an Projekten mit ausländischen Kunden von 21,9 Mio.

Auftragsb estand Ausla
nd
31.12.2013 21,9 Mio. EUR
31.12.2014 27,5 Mio. EUR

Euro auf 27,5 Mio. Euro zu. Bei den Aufträgen aus dem Ausland entfallen auf Frankreich 10,5 Mio. Euro (Vorjahr: 11,3 Mio. Euro). Aus China lagen zum Bilanzstichtag Aufträge im Wert von 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro) vor. Weitere wichtige Märkte sind weiterhin Italien mit 3,8 Mio. Euro, Großbritannien mit 3,5 Mio. Euro sowie Belgien mit Aufträgen im Wert von 2,6 Mio. Euro. EnviTec Biogas verfügt über eine sehr breite Kundenbasis, eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden besteht nicht. 59,1 % der Aufträge stammen aus dem landwirtschaftlichen Bereich (Vorjahr: 63,7 %). Deutlich zugelegt hat der Auftragsanteil von industriell geprägten Kunden, der rund 37,8 % (Vorjahr: 11,7 %) betrug. Die übrigen Aufträge entfallen auf Projektentwickler und auf den Eigenbetrieb.

Entwicklung in den Segmenten

EnviTec Biogas ist in den vier Segmenten Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy tätig. Wie schon im letzten Jahr hat der Eigenbetrieb den größten Anteil am Konzernumsatz mit einer Quote von 39,7 % (Vorjahr: 42 %). Der Anteil des ehemals größten Umsatzbringers Anlagenbau reduzierte sich von 31,8 % auf 30,8 %. Der größte Wachstumssprung gelang EnviTec im Bereich Energy. Hier steigerte EnviTec im Geschäftsjahr 2014 den Anteil am Konzernumsatz von 13,3 % auf 16,6 %. Der Bereich Service hat mit 12,9 % zum Konzernumsatz beigetragen. Die in diesem Abschnitt dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen bereinigt. Die Entwicklung in den Segmenten entsprach im Wesentlichen den im Vorjahr prognostizierten Erwartungen.

Umsa
tzanteile Segm
ente
Eig
enbetrieb
39,7%
Anlag
enba
u
30,8%
Energy 16,6%
Service 12,9%

Anlagenbau

Im Segment Anlagenbau hat EnviTec im Geschäftsjahr 2014 den durch das neue EEG hervorgerufenen Einbruch im deutschen Markt kompensiert und ist zurück auf Wachstumskurs. Damit hat sich die Gesellschaft vom Branchentrend abgekoppelt und profitiert von seiner erfolgreichen Internationalisierungsstrategie. Dies hat auch zu erheblichen Fortschritten bei der Steigerung der Ertragskraft im Geschäftsjahr 2014 geführt. Die Umsatzerlöse kletterten von 47,3 Mio. Euro auf 50,4 Mio. Euro. Das operative Segmentergebnis (EBIT) verbesserte sich deutlich von -12,1 Mio. Euro im Jahr 2013 auf -1,9 Mio. Euro. Im Vorjahr war das Ergebnis allerdings von zahlreichen Sondereffekten im Zuge des starken Markteinbruchs gekennzeichnet. Inzwischen nehmen die Auslandsumsätze den größten Teil in diesem Segment ein. Wichtigste Auslandsmärkte für EnviTec in 2014 waren in Europa die Länder Frankreich, Großbritannien und Italien sowie die USA und die asiatischen Staaten Japan und China. Insbesondere der starke Auftragsbestand in China zum Jahresende zeigt, dass die ersten dort errichteten Anlagen zügig weitere Projekte nach sich ziehen. Ziel ist es, den Bereich Anlagenbau auf Basis der optimierten Kostenstrukturen in einem herausfordernden Marktumfeld profitabel zu betreiben.

Eigenbetrieb

EnviTec Biogas hat den Eigenbetrieb im Jahr 2014 weiter ausgebaut und verstetigt damit die Erlösbeiträge für den Konzern. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftet der Geschäftsbereich mit 64,8 Mio. Euro (Vorjahr: 62,5 Mio. Euro) den höchsten Umsatzanteil im Konzern. Im Jahr 2014 wurden 2 Anlagen neu in Betrieb genommen sowie 7 bestehende Anlagen erworben. Damit lag der Bestand Ende 2014 bei insgesamt 74 Anlagen mit einer Leistung von 57,9 MW am Netz, davon 10,7 MW im Ausland. Das operative Segmentergebnis im Eigenbetrieb belief sich auf 9,8 Mio. Euro nach 15,4 Mio. Euro im Vorjahr. Damit lag die EBIT-Marge bei 15,1% (Vorjahr: 24,6 %). Ursache für den deutlichen Rückgang der Marge sind die erheblichen Einmaleffekte im Vorjahr, die vor allem aus dem Verkauf von sieben Biogasanlagen resultierten.

Insgesamt sieht EnviTec in diesem Segment weiteres Umsatz- und Gewinnpotenzial durch den Bau neuer Anlagen im Ausland sowie die Bestandsoptimierung oder den Erwerb bestehender Standorte in Deutschland. Auch im laufenden Jahr werden selektiv neue Märkte für den Eigenbetrieb erschlossen, um den Kapazitätsausbau weiter fortzusetzen.

Service

Auch im Jahr 2014 waren unsere Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen gefragt. Unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend den Betrieb und die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputstoffe und Gärreste auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit einer Anlage zu geben. Darüber hinaus umfasst unser Angebot die regelmäßige Begehung der Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern.

Ende 2014 haben wir in Deutschland im biologischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 78 MW (Vorjahr: 79 MW) und im technischen Service mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 211 MW (Vorjahr: 211 MW) betreut. Im Ausland betreuten wir Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 77 MW im Service (Vorjahr: 73 MW), davon 41 MW (Vorjahr: 41 MW) im technischen und 36 MW (Vorjahr: 32 MW) im biologischen Bereich. Im Jahr 2014 erwirtschaftete EnviTec im Segment Service rund 21,0 Mio. Euro, ein Plus von 8,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Segmentergebnis kam auf -1,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,9 Mio. Euro). Ursache ist primär der deutliche Anstieg der Umsätze mit Eigenbetriebsgesellschaften, die im Konzernabschluss einen negativen Konsolidierungseffekt im Servicesegment haben. In der Einzelbetrachtung ist das operative Ergebnis des Servicesegments positiv.

Energy

Im Geschäftsbereich Energy zielen wir auf die Schließung der Wertschöpfungskette "vom Halm bis zum Heizkörper". Mit der Direkteinspeisung von aufbereitetem Biomethan aus EnviTec-Anlagen kann der grüne

Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Daneben bieten wir unseren Kunden hier Dienstleistungen rund um die Direktvermarktung des in Biogaslagen produzierten Stroms. Dieses Potential haben wir in 2014 genutzt und den Bereich kräftig ausgebaut. Mit einer Steigerung der Umsatzerlöse von 19,7 Mio. Euro auf 27,1 Mio. Euro erzielte der Bereich den höchsten Erlöszuwachs aller EnviTec Segmente. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Handelsgeschäfte mit entsprechend niedrigen Margen, so dass das operative Segmentergebnis sich nur um 0,3 Mio. Euro auf 0,3 Mio. Euro verbesserte. Gleichwohl hat das jüngste Geschäftsfeld der Gruppe damit bereits im dritten Jahr der operativen Tätigkeit die Gewinnschwelle überschritten.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Umsatzentwicklung

Für die EnviTec Gruppe verlief das Geschäftsjahr 2014 erfolgreich. Nach dem für die Branche und den Konzern schwierigen Jahr 2013, das von einem erheblichen

Nachfragerückgang geprägt war, konnte EnviTec den rückläufigen Umsatztrend stoppen und sowohl bei Erlösen als auch beim Ergebnis deutlich zulegen. Insgesamt erwirtschaftete der EnviTec Konzern im Geschäftsjahr 2014 Umsatzerlöse von 163,4 Mio. Euro und damit 9,8 % mehr als im Vorjahr. Dies entspricht dem oberen Ende der für 2014 prognostizierten Umsatzspanne. Den größten Umsatzzuwachs verzeichnete der Bereich Energy, der von 19,7 Mio. Euro auf 27,1 Mio. Euro kletterte. Den größten Anteil zum Umsatz steuerte der Bereich Eigenbetrieb bei, der mit 64,8 Mio. Euro um 3,8 % über Vorjahresniveau lag. Auch im Anlagenbau kehrte EnviTec getrieben durch das gute Auslandsgeschäft auf Wachstumskurs zurück und erlöste 50,4 Mio. Euro (Vorjahr: 47,3 Mio. Euro). Insgesamt verbuchte EnviTec im Inland Erlöse von 120,3 (Vorjahr: 103,7 Mio. Euro). Im Ausland sank der Umsatz leicht auf 43,1 nach 45,1 Mio. Euro im Jahr 2013. Größter Markt im Auslandsgeschäft, das vor allem durch den Eigenbetrieb bestimmt wird, war Italien mit 18,3 Mio. Euro mit einem Umsatzanteil von 42,5 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich von 15,7 Mio. Euro auf 12,1 Mio. Euro. Dies führte zu einer Gesamtleistung im Berichtszeitraum von 175,5 Mio. Euro im Vergleich zu 164,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum (+6,7 %).

Einzelabschluss

Die EnviTec Biogas AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechtes auf. Der Umsatz betrug im Jahr 2014 rund 21,8 Mio. Euro und liegt damit um 123,9 Mio. Euro unter dem Vorjahresumsatz von 145,7 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vorjahresvergleich um 0,2 Mio. Euro, von 1,5 Mio. Euro auf 1,7 Mio. Euro gestiegen. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen hat sich zwar laut Gewinn- und Verlustrechnung um 17,3 Mio. Euro erhöht, aber alle unfertigen Erzeugnisse, die den Anlagenbau betreffen, werden zum Jahresende 2014 nicht mehr in der EnviTec Biogas AG bilanziert. Dieser Effekt ist auf die Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG zurückzuführen. Zusätzlich hat die Ausgliederung auch einen Effekt auf die Gesamtleistung der AG. Diese ist im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr von 59,7 Mio. Euro auf 40,8 Mio. Euro gesunken.

Aufwandsentwicklung

Konzern

Der Materialaufwand ist die wesentliche Aufwandsposition von EnviTec Biogas. Im Geschäftsjahr 2014 erhöhte sich die Position überproportional im Vergleich zum Umsatz um 11,8 % auf 112,6 Mio. Euro, was mit dem höheren Anteil des Bereiches Energy zusammenhängt. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um ein Handelsgeschäft mit vergleichsweise niedrigeren Rohertragsmargen. Die Rohertragsmarge sank entsprechend von 42,9 % auf 38,5 %.

Der Personalaufwand lag mit 17,2 Mio. Euro um 9,3 % unter den 19,0 Mio. Euro des Vorjahres, in dem noch Sonderaufwendungen für Personalanpassungen enthalten waren. Die Personalkostenquote bezogen auf den Umsatz sank von 12,8 % auf solide 10,5 %. Die Abschreibungen, primär durch den Eigenbetrieb induziert, blieben mit 15,5 Mio. Euro unter Vorjahresniveau. Der sonstige betriebliche Aufwand, der sich aus Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zusammensetzt, sank im Berichtszeitraum von 26,4 Mio. Euro auf 23,8 Mio. Euro. Dies ist im Wesentlichen auf Kostenanpassungsmaßnahmen zurückzuführen. Insgesamt sind durch das intensiv und erfolgreich durchgeführte Kostenmanagement die Aufwendungen für Personal und sonstigen Aufwendungen um 4,3 Mio. Euro reduziert worden.

Einzelabschluss

Auf Ebene des Einzelabschlusses ist der Materialaufwand der EnviTec Biogas AG um 4,3 Mio. Euro von 31,9 Mio. Euro auf 27,5 Mio. Euro gesunken. Die Personalaufwendungen haben sich durch die, bereits im letzten Geschäftsbericht angekündigten, Struktur- und Personalanpassungen deutlich um 1,4 Mio. Euro von 6,7 Mio. Euro auf 5,3 Mio. Euro vermindert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten im Vergleich zum Vorjahr von 11,0 Mio. Euro um 2,5 Mio. Euro auf 8,4 Mio. Euro vermindert werden. Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG ist der Vorjahresvergleich nur bedingt aussagekräftig.

Ergebnisentwicklung

Konzern

EnviTec hat im Geschäftsjahr 2014 seine Profitabilität deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 163,7 % auf 6,3 Mio. Euro. Vor Abzug von Abschreibungen (EBITDA) erzielte EnviTec ein Plus von 18,5 % auf 21,8 Mio. Euro. Ursachen für die Ergebnissteigerung sind neben dem Ausbau des Umsatzvolumens der Wegfall von Einmalaufwendungen sowie die an die Marktverhältnisse angepasste Kostenbasis. Mit einer EBIT-Marge von 3,6 % (Vorjahr: 1,5 %) weist EnviTec damit eine für das Branchenumfeld sehr solide Rentabilität aus. Das Finanzergebnis belief sich per Saldo auf -1,0 Mio. Euro nach -1,1 Mio. Euro im Jahr zuvor. Ende März 2015 wurde eine weitere Tranche des Schuldscheindarlehens (Stand per 31.12.2014: 23,5 Mio. Euro) in Höhe von 5,5 Mio. Euro getilgt, so dass der Finanzaufwand im laufenden Jahr reduziert wird. Der Konzerngewinn des EnviTec Konzerns erhöhte sich von 0,3 Mio. Euro auf 4,2 Mio. Euro. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,28 Euro für das Jahr 2014 (Vorjahr: 0,02 Euro).

Einzelabschluss

Das Rohergebnis ist von 27,8 Mio. Euro um 14,6 Mio. Euro auf 13,2 Mio. Euro gesunken. Die EnviTec Biogas AG hat nach handelsrechtlichen Vorschriften auf Ebene des Einzelabschlusses ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 5,8 Mio. Euro erzielt. Dies liegt um 10,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 16,7 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss hat sich von 9,8 Mio. Euro um 4,7 Mio. Euro auf 5,1 Mio. Euro verringert. Zum Jahresüberschuss hat das Finanzergebnis mit 7,4 Mio. Euro beigetragen. Darin enthalten sind Beteiligungserträge in Höhe von 2,5 Mio. Euro sowie gegenläufige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 0,5

Mio. Euro. Im Ergebnis ergeben sich keine wesentlichen Effekte aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat EnviTec zum 31. Dezember 2014 gegenüber dem Vorjahr um 8,2 % auf 319,6 Mio. Euro erhöht. Auf der Aktivseite lagen die langfristigen Vermögenswerte mit 196,5 Mio. Euro um 11,8 % über dem Vorjahreswert von 175,7 Mio. Euro. Während sich die Sachanlagen aufgrund des Ausbaus und Zukaufs von Biogasanlagen im Eigenbetrieb um 23,5 Mio. Euro auf 141,1 Mio. Euro erhöhten, reduzierten sich die Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen um 1,3 Mio. Euro und die sonstigen langfristigen Forderungen um 9,2 Mio. Euro. Die kurzfristigen Vermögenswerte hat EnviTec im Berichtszeitraum erhöht. Hier fielen insbesondere die Vorräte mit einem Plus von 11,0 Mio. Euro ins Gewicht. Dagegen verringerten sich die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 4,3 Mio. Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit rund 29,0 Mio. unter Vorjahresniveau. Insgesamt ergab sich gleichwohl per Saldo eine Erhöhung der kurzfristigen Vermögenswerte um 3,5 Mio. Euro auf 123,1 Mio. Euro.

Einzelabschluss

Zum 31.12.2014 hat die EnviTec Biogas AG eine Bilanzsumme von 223,7 Mio. Euro. Die Bilanzsumme hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Mio. Euro verringert. Auf der Aktivseite steht dabei ein Anstieg des Finanzanlagevermögens um 35,3 Mio. Euro von 142,1 Mio. Euro auf 177,4 Mio. Euro einer Verminderung des Umlaufvermögens um 35,4 Mio. Euro von 74,7 Mio. Euro auf 39,3 Mio. Euro entgegen. Das Anlagevermögen setzt sich aus dem immateriellen und Sachanlagevermögen, das in Summe 7,0 Mio. Euro ausmacht, sowie dem Finanzanlagevermögen in Höhe von 177,4 Mio. Euro zusammen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 34,4 Mio. Euro sind der größte Posten des Umlaufvermögens

Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG ist der Vorjahresvergleich nur sehr eingeschränkt aussagekräftig. Die Bilanz der EnviTec Biogas AG spiegelt nur noch ihre Funktion als Holding wieder. Dies wird vor allem in der Betrachtung der Veränderung der Vermögenslage deutlich. Danach sind insbesondere keine Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend den Geschäftsbereich Anlagenbau mehr enthalten.

Finanzlage

Kapitalstruktur

Konzern

Auf der Passivseite lag das Eigenkapital Ende 2014 bei 174,0 Mio. Euro und damit um 4,6 Mio. Euro höher als im Vorjahr. Hier wirkte sich primär der Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von 4,2 Mio. Euro positiv aus. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag verringerte sich aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 57,4 % auf 54,4 % und dokumentiert die weiterhin sehr solide Kapitalstruktur des EnviTec Konzerns.

Insgesamt bestanden zum Bilanzstichtag kurz- und langfristige Schulden in Höhe von knapp 145,6 Mio. Euro – davon 108,5 Mio. Euro Finanzverbindlichkeiten – und damit 12,5 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Die kurzfristigen Schulden nahmen um 21,7 Mio. Euro auf 66,2 Mio. Euro zu. Hier machte sich die Aufnahme weiterer kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 13,4 Mio. Euro bemerkbar. Die langfristigen Schulden lagen mit rund 79,4 Mio. Euro um knapp 1,9 Mio. Euro unter dem Stand zum Jahresende 2013. Davon waren rund 76,6 Mio. Euro langfristige Darlehen (Vorjahr: 77,6 Mio. Euro). Ein Betrag von 5,5 Mio. Euro entfiel auf ein Darlehen mit variablem Zinssatz, das auf Basis 6M-EURIBOR zuzüglich einer Marge verzinst ist. Dieses Darlehen wurde am 27.3.2015 vollständig zurückgeführt. Die fest vereinbarten Zinssätze liegen zwischen 2,4%

und 5,7 %. Darüber hinaus wurden die passiven latenten Steuern im Berichtszeitraum von 1,6 Mio. Euro auf 1,1 Mio. Euro reduziert.

Einzelabschluss

Bedingt durch das gute Jahresergebnis ist auf Einzelabschlussebene ein Zuwachs beim Eigenkapital um 5,1 Mio. Euro von 174,2 Mio. Euro auf 179,3 Mio. Euro zu verzeichnen. Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 41,2 Mio. Euro. Davon waren rund 37,6 Mio. Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Von den Verbindlichkeiten sind 13,8 Mio. Euro innerhalb des nächsten Jahres fällig, 26,6 Mio. Euro haben eine Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren. Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG, ist der Vorjahresvergleich nur sehr eingeschränkt aussagekräftig. Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die den Geschäftsbereich des Anlagenbaus betreffen, sind nicht mehr im Einzelabschluss enthalten.

Investitionen

Die Investitionen des Konzerns beliefen sich in 2014 auf 46,9 Mio. Euro nach 18,6 Mio. Euro im Vorjahr. Im Wesentlichen entfielen die Investitionen mit 44,4 Mio. Euro (Vorjahr: 15,7 Mio. Euro) auf das Segment Eigenbetrieb. Enthalten sind hier insgesamt 27,1 Mio. Euro Investitionen aufgrund von Erstkonsolidierungen. Im Jahresverlauf haben wir neue Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 1,9 MW in den Bestand aufgenommen. Zusätzlich wurden die in 2013 veräußerten 4 MW wieder in den Bestand mit aufgenommen. Für die kommenden Jahre planen wir den Bau weiterer Anlagen mit dem Fokus auf Großbritannien. Das Investitionsvolumen für 2015 wird in Deutschland vermutlich geringer als

2014 ausfallen. Die sonstigen Investitionen betreffen im Umfang von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) den Anlagenbau und im Umfang von 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro) den Service und den Bereich Energy.

Einzelabschluss

Investitionen wurden bei der EnviTec Biogas AG in 2014 vornehmlich in das Finanzanlagevermögen in Form von Ausleihungen an verbundene und Unternehmen mit Beteiligungsverhältnissen getätigt. In das Finanzanlagevermögen sind so 18,4 Mio. Euro (Vorjahr: 7,4 Mio. Euro) mehr investiert worden als zurück geflossen sind. In das immaterielle Anlagevermögen und Sachanlagevermögen sind 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) investiert worden.

Liquidität

Konzern

EnviTec Biogas verfügt zum Jahresende 2014 über eine sehr solide Liquiditätslage. Es standen flüssige Mittel in Höhe von 20,1 Mio. Euro (Vorjahr: 19,0 Mio. Euro) und sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 22,5 Mio. Euro (Vorjahr: 26,7 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Summe von 42,6 Mio. Euro deckt die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 30,6 Mio. Euro (Vorjahr: 17,2 Mio. Euro) mit dem Faktor 1,39 und verdeutlicht die komfortable Finanzlage. Die Tilgungen erfolgen durch die Zahlungsmittelrückflüsse aus dem Umlaufvermögen. Darüber hinaus standen EnviTec Biogas zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 10,4 Mio. Euro zur Verfügung.

Einzelabschluss

Der Liquiditätsstand zum Jahresende 2014 beträgt rund 0,5 Mio. Euro. Hier ist es zu einer Minderung von rund 3,5 Mio. Euro gekommen (Vorjahr: 4,0 Mio. Euro) die im Wesentlichen auf Darlehensvergaben zurückzuführen sind. Die Ausgliederung des Anlagenbaus in eine separate Gesellschaft hat auf die Liquidität nur beschränkte Auswirkungen.

Aussage zum Cashflow

Konzern

Der Netto Cash-Flow der EnviTec hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Mio. Euro vermindert. Er beläuft sich auf 35,4 Mio. Euro gegenüber 37,8 Mio. Euro im Vorjahr. Der hohe Netto-Cashflow resultiert insbesondere aus dem Mittelzufluss aus der Abnahme der Forderungen aus Lieferung und Leistungen und der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte, sowie der Zunahme der sonstigen langfristigen Vermögenswerte. Dagegen stehen im Wesentlichen Mittelabflüsse aufgrund der deutlichen Zunahme der Vorräte im Zusammenhang mit der guten Ernte 2014 und erhöhtem Substarteinkauf. Der Abfluss aus investiver Tätigkeit beträgt 43,0 Mio. Euro gegenüber 20,4 Mio. Euro im Vorjahr. Bei der Finanzierungstätigkeit ist es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Zufluss in Höhe von 8,8 Mio. Euro gekommen.

Einzelabschluss

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit sind der EnviTec Biogas AG im Geschäftsjahr 31,9 Mio. Euro (Vorjahr 24,3 Mio. Euro) zugeflossen. Wesentlich für den Anstieg war die Ausgliederung des Teilbetriebs Anlagenbau, wodurch es zu einem Mittelzufluss durch den Abbau der Vorräte und Forderungen in Höhe von 29,9 Mio. Euro gekommen ist. Aus Investitionstätigkeit sind rund 17,2 Mio. Euro aufgrund von Investitionen in Tochtergesellschaften abgeflossen. Aus der Finanzierungstätigkeit sind der Gesellschaft 1,7 Mio. Euro zugeflossen, wobei einem Zufluss von 10,9 Mio. Euro bei den kurzfristigen Mitteln ein Mittelabfluss von 9,2 Mio. Euro bei den langfristigen Darlehen gegenüber steht.

Insgesamt haben sich die liquiden Mittel der EnviTec Biogas AG um 3,5 Mio. Euro vermindert.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Chancen- und Risikobericht

Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle leitenden Mitarbeiter sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert.

Chancen

Branchenspezifische Chancen

Die weltweit steigende Energienachfrage und die Herausforderungen des Klimawandels bieten der Branche Wachstumsperspektiven. Biogas als grundund spitzenlastfähige erneuerbare Energie, die dezentral produziert werden kann, wird auch in Zukunft weltweit an Bedeutung gewinnen. Zudem können mit der Produktion von Biogas biologische Reststoffe intelligent genutzt werden. Daraus ergeben sich weltweit Chancen für EnviTec. Durch eine gezielte Fortsetzung der Internationalisierung in den für Biogas und Biomethan vielversprechendsten Märkten wird EnviTec in den kommenden Jahren weiter versuchen, seine Marktposition auszubauen und zu stärken. Neben den Chancen in etablierten Märkten wie Frankreich, Großbritannien und Italien sehen wir mittelfristig Chancen insbesondere in aufstrebenden Märkten wie Japan, China und in den USA.

In bereits etablierten Märkten bieten sich zusätzliche Chancen, wenn Mitbewerber auf kurzfristige Veränderungen der Rahmenbedingungen nicht adäquat reagieren können oder dem herrschenden Wettbewerb nicht gewachsen sind. Insbesondere in Deutschland wird es aufgrund der schwierigen Branchenentwicklung zu einer weiteren Marktbereinigung kommen. EnviTec eröffnen sich dadurch insbesondere im Bereich Service und im Bereich Eigenbetrieb punktuell Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Kunden und Marktanteile.

Unternehmensstrategische Chancen

Unternehmensstrategische Chancen bieten sich für EnviTec Biogas durch die Weiterentwicklung des Produktportfolios – bezogen auf den Umfang und die Qualität – und den Ausbau der technologisch führenden Marktposition. Dazu stehen Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Qualitätssicherung sowie die Qualifikation der Mitarbeiter in unserem Fokus. Speziell in den Fokus gerückt ist in diesem Zusammenhang der Begriff Biobased Economy, hinter dem sich bisher ungenutzte, innovative Einsatzbereiche von Pflanzen verbergen. Der ganzheitliche Ansatz einer Biobased Economy verfolgt das Ziel, ein dauerhaft nachhaltiges Wirtschaften auf Basis nachwachsender Rohstoffe und von Abfallstoffen zu erreichen und Alternativen zur erdölbasierten Industrie zu schaffen. EnviTec forscht verstärkt in diesem Bereich und sucht nach neuen Verfahren und Produkten, die dem Unternehmen neue Chancen in neuen Märkten eröffnen könnten.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Leistungswirtschaftliche Potenziale ergeben sich für EnviTec Biogas entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur Vermarktung. Durch die Analyse und Optimierung ergeben sich Chancen bei der Erhöhung der Rentabilität.

Risiken

Risikomanagement

In einem Risiko-Management-Handbuch hat EnviTec Biogas die Aufgaben, Berichts- und Organisationsstrukturen verbindlich festgehalten. In diesem Handbuch werden Risiken definiert und der gesamte Risikomanagementprozess beschrieben. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, Risiken unter Berücksichtigung definierter Kategorien zu bewerten und zu überwachen und entsprechend gegenzusteuern. Anhand einer regelmäßig aktualisierten Risikoinventurliste werden diese vierteljährlich überprüft. Plötzlich auftretende Risiken, die hinsichtlich ihrer Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit nennenswerte Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung und auf den Unternehmenswert haben, werden dem Vorstand unverzüglich mitgeteilt. Dieser trifft daraufhin die notwendigen Entscheidungen. Im Rahmen der Berichterstattung an den Aufsichtsrat informiert der Vorstand fortlaufend über die wesentlichen Risiken und erörtert die ergriffenen Maßnahmen zur Steuerung dieser Risiken. Wir sind ein international tätiges Unternehmen, das sich in einem sich dynamisch verändernden Marktumfeld bewegt. Daraus ergeben sich Risiken, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln in Verbindung stehen. Grundsätzlich lassen sich Risiken durch Änderungen der Rahmenbedingungen oder technologische Weiterentwicklungen nicht völlig vermeiden. Wir passen daher unser Risikomanagement kontinuierlich den neuen Entwicklungen an. Risiken, die nichts mit den Kernzielen der Unternehmensentwicklung zu tun haben, werden im Konzern nicht eingegangen.

Zu den Kernzielen im Zusammenhang mit der Unternehmensentwicklung zählen:

  • die Entwicklung und die Umsetzung des Geschäftsmodells und eine nachhaltige Unternehmenswertsteigerung,

  • das Behaupten der Technologieführerschaft,

  • die Sicherstellung der Liquidität.

Bestandsgefährdende Risiken sind dem Vorstand nicht bekannt. Im Folgenden werden Einzelrisiken, die die Geschäftsentwicklung und den Unternehmenswert gefährden könnten, beschrieben.

Umfeld- und Branchenrisiken

Der wirtschaftliche Erfolg der von EnviTec Biogas angebotenen Produkte und Serviceleistungen ist von der Förderung erneuerbarer Energien durch rahmenpolitische Vorgaben abhängig. Hierzu zählt in Deutschland beispielsweise das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare Energien Gesetz, ,,EEG''). Mit dem EEG vergleichbare Regelungen bestehen auch in den meisten anderen Mitgliedsländern der EU und in einigen Ländern außerhalb der EU. Diese Regelungen sind für den dortigen Erfolg des Biogassektors ebenfalls von maßgeblicher Bedeutung. Sowohl beim Errichten als auch beim Erweitern und beim Betrieb der Biogasanlagen sind baurechtliche und immissionsschutzrechtliche Vorschriften zu beachten. Diese sehen zum Teil eine Privilegierung von Biogasanlagen im Vergleich zu anderen Anlagen, insbesondere größenabhängige Erleichterungen des Genehmigungsverfahrens bei ihrer Errichtung im baurechtlichen Außenbereich, vor. Eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Errichten, das Erweitern und den Betrieb von Biogasanlagen in Deutschland oder in anderen Staaten kann sich vor- und nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von EnviTec Biogas auswirken. Aufgrund der Anpassungen des 2014 verabschiedeten EEG ist der Biogasmarkt in Deutschland praktisch zum Erliegen gekommen. EnviTec konzentriert sich im Anlagenbau künftig primär auf ausländische Wachstumsmärkte. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es zum Teil Vorbehalte von Bürgern und Interessengruppen gegenüber Biogasanlagen und deren Bau. EnviTec Biogas hat daher zusammen mit anderen Unternehmen in Deutschland im Juni 2009 den Biogasrat gegründet, um der Politik, der Wirtschaft und anderen Interessengruppen als Ratgeber und Ansprechpartner zur Seite zu stehen und Vorurteile auszuräumen. Zielsetzung ist es, die landwirtschaftliche und industrielle Ausrichtung der Biogastechnologie zu fördern und im Hinblick auf die Gesetzgebung und Produkte die gemeinsamen Anliegen zu vertreten. EnviTec Biogas beabsichtigt, die internationalen Aktivitäten weiter auszubauen und damit Wachstumschancen zu nutzen. Hieraus resultieren eine Reihe von Risikofaktoren. Dazu zählen zum Beispiel mögliche Veränderungen der in den einzelnen Ländern herrschenden politischen, volkswirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen, kulturellen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Hinzu kommt die Möglichkeit einer

unerwarteten Änderung der ausländischen Gesetze und Vorschriften, die sich negativ auf die Geschäftstätigkeit von EnviTec Biogas auswirken können. In einem Teil der Länder, in denen das Unternehmen bereits tätig ist oder in denen es plant, tätig zu werden, herrschen im Vergleich zu den Mitgliedsstaaten der EU deutlich instabilere volkswirtschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen. Unzureichend entwickelte Rechts- und Verwaltungssysteme können behördliche Genehmigungen erschweren oder gar verhindern, Kundenaufträge beeinträchtigen oder es erschweren, Forderungen und andere Ansprüche durchzusetzen. Das Unternehmen hat in den Ländervertretungen und im Konzernmanagement intensiv Know-how aufgebaut und versucht, die Veränderungen zu antizipieren und sich und die Kunden darauf vorzubereiten. Ferner werden die Prozesse und Dokumente in Vorbereitung der Genehmigungsverfahren länderspezifisch optimiert. Länder, in denen EnviTec Biogas nach einem umfangreichen Monitoring keine Chancen sieht, zieht das Management nicht in Erwägung oder zieht sich aus diesen wieder zurück.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit die genannten Umfeld- und Branchenrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar insgesamt wahrscheinlich ist, schätzt aber bei Eintritt eines Risikos die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als moderat ein.

Auftrags- und Absatzrisiko

Die Auswirkungen der volkswirtschaftlichen Entwicklungen auf die Kunden und die Auftrags- und Absatzsituation sind schwer abzuschätzen. Ein Rückgang des Auftragsbestandes durch Stornierungen oder fehlende neue Auftragseingänge hätte Einfluss auf die weitere Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Zum frühzeitigen Erkennen von sich verschiebenden Aufträgen intensiviert EnviTec Biogas die Kommunikation mit den Kunden und unterstützt diese bei den Genehmigungsverfahren. Im Bereich Energy geht das Unternehmen langfristige Kauf- und Verkaufspositionen ein. Dies könnte bei einem Angebotsüberhang (long) oder einer Angebotsunterdeckung (short) verbunden mit einer negativen Marktentwicklung zu erheblichen Verlusten führen. Derzeit sind alle etwaigen Positionen innerhalb des eigenen Konzerns mit erstklassigen Bonitäten gedeckt. Um Forderungsausfall vorzubeugen, hat das Unternehmen das Forderungsmanagement sowie die Bonitätsprüfung

nachhaltig verbessert. Hierbei wird der Vorstand in einem wöchentlichen Reporting über den Stand der offenen Posten informiert. Zusätzlich wird jeder verantwortliche Projektleiter 14-tägig über die ausstehenden Forderungen in Kenntnis gesetzt. Anschließend wird ein entsprechender Mahnlauf gestartet.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit das Auftrags- und Absatzrisiko als strategisches Risiko, dessen Eintritt unwahrscheinlich ist. Zudem werden die potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als gering eingeschätzt. Insgesamt sieht EnviTec im Auftrags- und Absatzmanagement keine wesentlichen Risiken.

Währungsrisiken

Umsätze und Einkäufe werden grundsätzlich in der Konzernwährung Euro ausgeführt. Wesentliche Währungsrisiken resultieren hieraus nicht. Währungsrisiken können im Zusammenhang mit Geschäften der Tochtergesellschaften in UK und in den USA entstehen. Währungsrelationen werden von uns deshalb laufend beobachtet, um gegebenenfalls rechtzeitig Kurssicherungsmaßnahmen durchführen zu können. Zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Aufträgen in Großbritannien und USA wurden Devisentermingeschäfte in Höhe von 5,6 Mio. Euro abgeschlossen. Hierdurch werden zukünftig erwartete Zahlungseingänge von Tochterunternehmen abgesichert.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Währungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt aufgrund der konservativen Hedgingstrategie unwahrscheinlich ist und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt moderat wären.

Wettbewerbsrisiken

Bestehende oder auch zukünftige Wettbewerber können versuchen, über eine aggressive Preis- und Akquisitionspolitik Marktanteile hinzuzugewinnen. Durch das kontinuierliche Absenken der Mindestvergütungen für Strom aus netzgekoppelten Biogasanlagen nach dem EEG in Deutschland und dem damit verbundenen Zwang zu einer permanenten Kostenreduzierung und ähnlichen Entwicklungen im Ausland wird dieser Wettbewerb noch verstärkt.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Wettbewerbsrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt

zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.

Technologische Risiken

Biogasanlagen unterliegen einem raschen technologischen Wandel. Der Markt für Biogasanlagen wird durch stetig verbesserte neue Produkte und Serviceleistungen vorangetrieben. Kurze Produktlebenszyklen und sich häufig ändernde Kundenanforderungen prägen ihn. Wir gehen davon aus, dass dies auch zukünftig der Fall sein wird. Unsere Wettbewerber könnten dadurch, dass sie neue Produkte oder Serviceleistungen zeitlich früher oder günstiger einführen, einen Vorsprung erzielen oder sich exklusive Rechte an neuen Technologien sichern. Der künftige Erfolg von EnviTec Biogas hängt daher von der Fähigkeit ab, rechtzeitig und kontinuierlich Produkte und Serviceleistungen zu entwickeln und Technologie-Partnerschaften einzugehen.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit technologische Risiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.

Beschaffungsrisiken

Die Gesellschaft bezieht die für den Bau der Biogasanlagen erforderlichen Komponenten zu einem großen Teil von Lieferanten. Insbesondere die eingesetzten Blockheizkraftwerke werden weltweit nur von wenigen Herstellern angeboten und geliefert. So können für Komponenten Lieferengpässe entstehen oder die Preise steigen. Wir beugen dieser Entwicklung durch enge Geschäftsbeziehungen und fest vereinbarte Konditionen vor. Lieferengpässe sind auch möglich durch Umweltkatastrophen oder flächendeckend schlechte Witterungsbedingungen und damit verbundene Ernteausfälle bei den für den Betrieb von Biogasanlagen eingesetzten Substraten, also nachwachsenden oder organischen Roh- bzw. Reststoffen. Aufgrund großer Nachfrage könnten die Preise für benötigte Einsatzstoffe steigen. Dadurch könnte die Wirtschaftlichkeit der Biogasanlagen im Eigenbetrieb gefährdet werden. Dieses Risiko wird unter anderem durch langfristige Lieferverträge mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben reduziert. Insbesondere im Ausland verfolgt EnviTec Biogas die Strategie, regionale Landwirte als Partner direkt an dem Betrieb der Anlagen zu beteiligen und so die Rohstoffversorgung zu gewährleisten.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Beschaffungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt im Eigenbetrieb unwahrscheinlich sowie im Anlagenbau sehr unwahrscheinlich ist. Die potenziellen Auswirkungen auf den Konzern bewertet EnviTec im Eigenbetrieb als moderat und im Anlagenbau als gering.

Unternehmenswachstum und interne Risiken

EnviTec Biogas hat interne Organisationsstrukturen und Managementprozesse aufgebaut, die mit den volatilen Rahmenbedingungen Schritt halten müssen. Hierzu zählt die Organisation zur Rechnungslegung nach IFRS, der notwendigen IT und eines strikten Forderungsmanagements. Der EnviTec Konzern verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen definiert wurden und in der Organisation umgesetzt sind. Es ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse beziehungsweise Transaktionen gewährleistet sind. Es stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften und der internen Anweisungen sicher. Auf Basis der Daten der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften werden die konsolidierten Rechenwerke zentral erstellt. Die Konsolidierungsmaßnahmen erfolgen dabei durch geschulte Mitarbeiter. Das Management in den Gesellschaften des Konzerns trägt die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung der lokalen Internen Kontroll-Systeme (IKS). Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Größe und Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Es dient jedoch dazu, mit ausreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken. Die weiteren Prozesse stellen hohe Anforderungen an unsere Organisation und binden erhebliche Managementressourcen. Es besteht das Risiko, dass der Aufbau nicht mit den Anforderungen des Unternehmens Schritt halten kann. Das Unternehmen entwickelt daher die Organisations-, Informations- und Führungsstrukturen kontinuierlich und mit einer hohen Priorität weiter.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Risiken aus Unternehmenswachstum sowie die internen Risiken als Risiken, deren Eintritt unwahrscheinlich ist und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.

Personalrisiken

Die Unternehmensentwicklung von EnviTec Biogas ist von qualifizierten Mitarbeitern abhängig. Gelingt es nicht, fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter zeitnah einzustellen oder Schlüsselqualifikationen im Unternehmen zu halten, wird auch die Unternehmensentwicklung gebremst. Die Gesellschaft setzt kontinuierlich und intensiv Personalmarketinginstrumente ein und stimmt den Bedarf eng mit den Fachabteilungen ab. Gleichzeitig bildet das Unternehmen die Mitarbeiter gezielt weiter und steigert das Knowhow durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fakultäten der Hochschulen.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Personalrisiken hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt als moderat.

Risiken aus Finanzierungsinstrumenten

Die EnviTec Biogas AG hat im September 2012 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 30 Mio. Euro begeben. In diesem Zusammenhang hat sich die EnviTec zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen, sog. Financial Covenants, verpflichtet. Hierbei handelt es sich um eine Mindest-Eigenkapitalquote (wirtschaftliches Eigenkapital / bereinigte Bilanzsumme) und einen maximalen Verschuldungsgrad (Nettofinanzverschuldung / EBITDA). Die zugesagten Covenants werden von der EnviTec eingehalten. Eine Verletzung der Verpflichtung würde ein Kündigungsrecht der Banken auslösen.

Eine erste Tranche von 6,5 Mio. Euro des Schuldscheindarlehens wurde im Berichtszeitraum getilgt. Aufgrund von lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5,5 Mio. Euro ist die EnviTec Biogas AG grundsätzlich einem Zinsrisiko ausgesetzt. Dieses Risiko wird durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Das Darlehen über 5,5 Mio. Euro wurde am 26.3.2015 vorzeitig und vollständig zurückgeführt. Die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten sind festverzinslich und unterliegen somit einem fair-value Risiko, so dass mögliche Zinssteigerungen kein Risiko für das Unternehmen darstellen.

Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Risiken aus den genannten Finanzierungsinstrumenten hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich, die Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt allerdings als erheblich.

Nachtragsbericht

Mit Verschmelzungsstichtag 1. Januar 2015 sind die folgenden Gesellschaften auf die Zweite Biogas Anklam GmbH & Co. KG verschmolzen worden:

  • Dritte Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Vierte Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Fünfte Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Sechste Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG

  • Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG

Die Verschmelzungen sind im Handelsregister zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlussberichtes noch nicht eingetragen.

Abhängigkeitsbericht

Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gemäß § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, an dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens lagen nicht vor". Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner GmbH hat als Abschlussprüfer der EnviTec Biogas AG diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen stabil

Die Weltwirtschaft hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 schneller erholt als zuletzt erwartet. Diverse Faktoren, die die Weltkonjunktur in den vergangenen Jahren belasteten, verloren in den letzten Monaten an

Bedeutung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) veranschlagt deshalb in seiner aktuellen Prognose von Januar 2015 einen Zuwachs der globalen Wirtschaftsleistung von 3,5 % im laufenden Jahr sowie von 3,7 % für 2016. Insbesondere in den USA ist der wirtschaftliche Konsolidierungsprozess weit vorangeschritten und der IWF rechnet mit einem erhöhten Wachstumstempo von 3,6 % im laufenden Jahr. Im Euroraum hat sich das Vertrauen in den Bestand des Währungsgebietes gefestigt und die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank liefert zusätzliche wirtschaftliche Impulse. Dies wird einen voraussichtlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung im Euroraum von 1,2 % in 2015 sowie 1,4 % in 2016 nach sich ziehen. Für Deutschland prognostizieren die Experten des IWF ein Wachstum von 1,3 % respektive 1,5 %. Das Wachstumstempo der Schwellen- und Entwicklungsländer wird sich aus Sicht des IWF in 2015 und 2016 mit 4,3 % respektive 4,7 % weiter verlangsamen. China wird in 2015 und 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,8 % und 6,3 % der globale Wachstumsmotor bleiben, auch wenn sich das Tempo wiederholt leicht reduzieren wird.

Branchenentwicklung

Nachdem der deutsche Markt für den Neubau von Biogasanlagen bereits in 2014 im Zuge des Inkrafttretens des neuen EEG nahezu zum Erliegen gekommen ist, sind die Aussichten für das Jahr 2015 aufgrund der nun geltenden nachteiligen Gesetzeslage in Punkto Anlagenneubau entsprechend schlecht. So erwartet der Fachverband Biogas e.V. im laufenden Jahr nur einen minimalen Leistungszuwachs von acht Megawatt durch neugebaute Anlagen. Aus Sicht des Branchenverbands stehen deshalb in den kommenden Jahren für Unternehmen im Biogassektor die Themen Service, Internationalität, die Flexibilisierung der Anlagen im Strommarkt sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Wärme- und Mobilitätssektor im Mittelpunkt.

EnviTec hat mit dem Fokus auf Auslandsexpansion, Eigenbetrieb, Service und Innovationsführerschaft bereits in den vergangenen Jahren die strategische Grundlage geschaffen, um die Auswirkungen der unattraktiven Marktlage in Deutschland abzufedern.

Im Gegensatz zu Deutschland besonders attraktive Märkte für EnviTec sind nach wie vor Frankreich und Großbritannien sowie die asiatischen Länder China und Japan.

In Frankreich haben sich die Marktbedingungen im vergangenen Jahr weiter verbessert. So plant die französische Regierung die Zahl der im Einsatz befindlichen Biogasanlagen von 389 in 2013 bis 2017 auf 1.500 Anlagen zu erhöhen. Eine Potenzialstudie des Gasversorgers GDF hält eine Produktion von rund 100 TWh Energie durch Biogasanlagen im Jahr 2020 für möglich. In Großbritannien sind seit Jahren konstante Zuwachsraten im Biogassektor zu verzeichnen. Allerdings lag der Fokus bisher auf kleineren Anlagen (<250 kW), die größtenteils mit Wirtschaftsdünger, aber auch nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden. Da der Einspeisetarif Schritt für Schritt sinkt, gewinnen nun zunehmend größere Biogasanlagen (>250 kWel) an Bedeutung. Zusätzlich steigt aufgrund von attraktiven Förderbedingungen die Attraktivität der Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz.

Auch in den noch jungen Märkten USA und China bietet die Nutzung von Reststoffen zur Produktion von Energie für den Eigenverbrauch Chancen. So hat die US-Regierung im August 2014 eine Biogas Opportunities Roadmap herausgegeben, die die deutliche Ausweitung des Einsatzes von Biogassystemen zum Ziel hat. In China sieht der aktuelle Fünf-Jahres-Plan der chinesischen Regierung ebenfalls einen deutlichen Ausbau der Biogasproduktion vor.

In Italien besteht weiterhin die zum 1. Januar 2013 novellierte gesetzliche Förderung. Diese bietet grundsätzlich Chancen für Biogasanlagen bis zu 300 kW und teilweise auch für größere Anlagen. EnviTec hat sich darauf frühzeitig eingestellt und bietet seitdem entsprechende Anlagenkonzepte an. Nachdem sich der italienische Markt im Jahr 2013 auf die neuen Rahmenbedingungen erst einstellen musste, bewegt sich die Nachfrage aufgrund schwieriger Finanzierungsbedingungen jedoch seitdem auf einem niedrigen Niveau.

Entwicklung von EnviTec Biogas

Das finanzielle Fundament von EnviTec Biogas ist sehr solide. Dadurch haben wir den Einbruch im deutschen Biogas-Markt überstanden und uns vom allgemeinen

Branchentrend abgekoppelt. Die erfolgreiche Internationalisierungsstrategie der letzten Jahre ermöglicht es dem Konzern, die Chancen in ausländischen Märkten effektiv zu nutzen. EnviTec Biogas verfügt zum Jahresende 2014 über eine sehr solide Liquiditätslage. Es standen flüssige Mittel in Höhe von 20,1 Mio. Euro (Vorjahr: 19,0 Mio. Euro) und sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 22,5 Mio. Euro (Vorjahr: 26,7 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Summe von 42,6 Mio. Euro deckt die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 30,6 Mio. Euro (Vorjahr: 17,2 Mio. Euro) mit dem Faktor 1,39 und verdeutlicht die komfortable Finanzlage. Darüber hinaus standen EnviTec Biogas zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 10,4 Mio. Euro zur Verfügung. Unser Ziel ist es, den Forderungsbestand im Jahr 2015 weiter zu verringern und damit die Liquiditätssituation nochmals zu verbessern.

Entwicklung in den Segmenten

Im Anlagenbau wird der deutsche Markt aufgrund der widrigen Marktbedingungen für das Neugeschäft von EnviTec keine Bedeutung mehr haben. Wir erwarten nicht, dass der inländische Markt auch nur annähernd die im neuen EEG genannte Deckelung für den Zubau von 100 MW erreichen wird. Aus Unternehmenssicht wird der Fokus auf Umbaumaßnahmen und Bestandsoptimierungen liegen. Die Branchenentwicklung wird auch in 2015 zu einer weiteren Marktbereinigung in Deutschland führen und finanzschwache Wettbewerber werden den Markt verlassen. EnviTec dagegen setzt seine frühzeitig gestartete Internationalisierung weiter fort und plant, seine starke Position in den für Biogas und Biomethan vielversprechendsten Märkten in den kommenden Jahren auszubauen. Derzeit wichtigster Auslandsmarkt für EnviTec ist Großbritannien gefolgt von Frankreich sowie den asiatischen Ländern China und Japan. Jedoch zeigt die Erfahrung, dass sich die Rahmenbedingungen auch im Ausland schnell ändern können. Wir müssen vorhandene Chancen also schnell und konsequent nutzen und die mit dem Auslandsgeschäft verbundenen Risiken – wie etwa unterschiedliche Rechtssysteme, Bauvorschriften und Sprachbarrieren - effizient managen.

Dafür haben wir mit unserer angepassten Unternehmens- und Personalstruktur sowie unserer innovativen Produktpalette in den letzten Jahren die Voraussetzungen geschaffen. Nach unserer Einschätzung wird der Ausgang der Wahlen in Großbritannien keine Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Biogas zur Folge haben. Dennoch müssen wir in allen Märkten die regulatorischen Rahmenbedingungen permanent beobachten und jede Veränderung für unser Geschäftsmodell bewerten.

Die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG verfügte zum Ende des Geschäftsjahres 2014 über einen Auftragsbestand in Höhe von 37,3 Mio. Euro. Dieser bildet eine gute Grundlage für ein stabiles Geschäft in 2015. Aktuell erwarten wir einen Umsatz im Segment Anlagenbau auf Vorjahresniveau und ein positives operatives Segmentergebnis.

Im Segment Eigenbetrieb sieht EnviTec weiteres Umsatz- und Gewinnpotential durch den Bau neuer Anlagen sowie die Bestandsoptimierung bestehender Standorte. Sofern es die Rahmenbedingungen zulassen, soll die Produktionskapazität in 2015 selektiv ausgebaut werden. Im Fokus stehen dabei Deutschland und Großbritannien. Im April 2014 hat EnviTec sieben Biogasanlagen, die Ende 2013 veräußert worden waren, zurückgekauft. Diese Anlagen werden im laufenden Geschäftsjahr voll zum Umsatz und Ergebnis beitragen. Auf der Kostenseite wird eine leichte Steigerung erwartet, da die Wartung der Motoren einiger Anlagen im Jahr 2015 fällig ist. Dementsprechend erwartet der Vorstand im Bereich Eigenbetrieb ein leicht steigendes Umsatzniveau sowie ein stabiles operatives Segmentergebnis. Für das Jahr 2016 erwartet der Vorstand nochmals ein leicht verbesserten operatives Segmentergebnis bei gleichbleibenden Umsätzen.

Im Segment Service plant EnviTec im Jahr 2015 mit einer stabilen Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Dieser Trend wird sich aller Voraussicht im Jahr 2016 fortsetzen. Unsere Fachleute sind weiterhin sehr gefragt, wenn es um die biologischen Prozesse und den Betrieb der Anlagen geht. In Deutschland ist das Wachstum aufgrund des Markteinbruchs bei Neuanlagen sehr begrenzt. Im Ausland sehen wir aufgrund des jeweiligen Ausbaus der Anlagenzahl hingegen Chancen.

Im Segment Energy sehen wir für die nächsten Jahre eine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Das Geschäft in diesem zukunftsträchtigen Bereich ist derzeit noch verstärkt auf Deutschland ausgerichtet. Aufgrund der anhaltenden Anlaufkosten in diesem

Segment gehen wir für das laufende Jahr von einem Ergebnis im Break-even-Bereich aus.

Auf Konzernebene erwartet EnviTec aufgrund der beschriebenen Entwicklung in den Segmenten im Jahr 2015 einen stabilen Geschäftsverlauf mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und einem stabilen bis leicht verbesserten operativen Ergebnis (EBIT). Die Entwicklung im Jahr 2015 wird maßgeblich von der Entwicklung der internationalen Märkte und hier insbesondere in Großbritannien abhängen, wo wir derzeit sehr aktiv mit mehreren Projekten sind.

Prognose Einzelabschluss

Im Einzelabschluss wird sich die Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG deutlich machen. Hierdurch wird es in der EnviTec AG zu keinem wesentlichen Umsatz kommen.

Lediglich das Finanzergebnis wird zu einem positiven EBT beitragen. Insoweit spiegelt sich die Einschätzung des Vorstands hinsichtlich der Entwicklung des Gesamtkonzerns auch im Einzelabschluss für 2015 und 2016 wieder.

Gesamtaussage zur zukünftigen Entwicklung

Insgesamt überwiegen für EnviTec nach dem schwierigen Jahr 2013 und dem Übergangsjahr 2014 die Chancen im Vergleich zu den Risiken. Zahlreiche Länder in Europa – wie auch die jungen Perspektivmärkte Japan und China – bieten der Biogasbranche Chancen. Jedoch bleibt die mittelfristige Planbarkeit unseres Geschäfts aufgrund sich laufend verändernder regulativer Rahmenbedingungen schwierig.

Die Zukunft von EnviTec liegt in attraktiven Auslandsmärkten für den Anlagenbau, dem selektiven Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und der Forcierung der ergänzenden Geschäftsfelder Service und Energy. Dafür sind wir gut gerüstet: Wir verfügen über ein starkes technologisches sowie finanzielles Fundament und haben unsere Unternehmensstruktur den volatilen Marktbedingungen angepasst. Ziel ist es, die Chancen in attraktiven Märkten konsequent zu nutzen, neue Märkte zu entwickeln und dabei eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen.

Konzernabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

2014 in EUR 2013 in EUR Anhang
1. Umsatzerlöse 163.396.160 148.828.206 21.
2. Sonstige betriebliche Erträge 12.125.730 15.712.011 22.
Gesamtleistung 175.521.890 164.540.218
3. Materialaufwand 112.619.612 100.744.244 23.
Rohergebnis 62.902.278 63.795.974
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) soziale Abgaben und Aufwendungen
13.806.721 15.353.387
für Alterversorgung und Unterstützung 3.419.865 3.644.024 24.
17.226.585 18.997.412
5. Abschreibungen 15.502.109 16.031.391 25.
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 23.838.053 26.364.305 26.
Operatives/betriebliches Ergebnis 6.335.530 2.402.866
7. Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 813.821 -318.760 27.
8. Zinserträge 2.732.045 2.392.127 28.
9. Zinsaufwendungen 3.731.097 3.486.586 29.
Ergebnis vor Ertragsteuern 6.150.299 989.647
10. Ertragssteuern 2.230.915 717.125 30.
11. Jahresüberschuss 3.919.384 272.522
12. Konzernfremden Gesellschaften zustehender Gewinn -292.444 -46.490
13. Konzerngewinn 4.211.828 319.012
Ergebnis je Aktie in EUR
Ergebnis je Aktie in EUR
unverwässert
Ergebnis je Aktie in EUR
verwässert
0,28
0,28
0,02
0,02
31.
Gewogener Durchschnitt der Stückaktien
unverwässert
verwässert
14.850.000
14.850.000
14.850.000
14.850.000

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

31.12.2014 in EUR 31.12.2013 in EUR
Ergebnis vor Minderheitenanteil 3.919.384 272.522
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von
zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivaten
-31.612 61.884
Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags (Cash flow hedges) -31.612 61.884
Veränderung des Ausgleichspostens aus der Währungsumrechung
ausländischer Tochtergesellschaften
-49.419 -64.593
Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags (Währungsumrechung) -49.419 -64.593
Erfasste Erträge und Aufwendungen, die zukünftig
in den Gewinn und Verlust umgegliedert werden
-81.031 -2.709
Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen -81.031 -2.709
Konzernergebnis und Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen 3.838.353 269.813
davon Ergebnisanteile Minderheiten -292.444 -46.490
davon Ergebnisanteile Mutterunternehmen 4.130.797 316.303

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2014

Aktiva

A. Langfristige Vermögenswerte 31.12.2014 in EUR 31.12.2013 in EUR Anhang
I. Immaterielle Vermögenswerte 12.123.011 4.777.120 5.
II. Sachanlagen 141.123.879 117.585.787 5.
III. Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen 9.756.430 11.068.942 6.
IV. Sonstige langfristige Forderungen 29.488.706 38.644.328 8.
V. Latente Steuern 4.011.921 3.625.509 30.
Summe langfristige Vermögenswerte 196.503.947 175.701.686
B. Kurzfristige Vermögenswerte
I. Vorräte 40.977.629 29.949.652 10.
II. Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 10.336.812 9.876.330 9.
III. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 29.025.357 33.809.076 11.
IV. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 22.466.309 26.748.038 12.
V. Ertragsteuererstattungsansprüche 113.687 178.582 13.
VI. Flüssige Mittel 20.132.314 18.956.775 32.
Summe kurzfristige Vermögenswerte 123.052.108 119.518.453
Summe Vermögenswerte 319.556.055 295.220.137

Passiva

A. Eigenkapital 31.12.2014 in EUR 31.12.2013 in EUR Anhang
I. Gezeichnetes Kapital 14.850.000 14.850.000
II. Kapitalrücklage 132.995.741 132.995.741
III. Gewinnrücklagen
1. Währungsausgleichsposten
2. sonstige Rücklagen (IFRS)
3. andere Gewinnrücklagen
-193.045
360.979
10.000.000
-143.626
392.591
10.000.000
IV. Gewinnvortrag 12.142.300 11.823.288
V. Anteile anderer Gesellschafter
(Minderheitsanteile)
-397.883 -876.128
VI. Konzernergebnis 4.211.828 319.012
Summe Eigenkapital 173.969.920 169.360.879 14.
B. Langfristige Schulden
I. Langfristige Rückstellungen 425.400 941.000 15.
II. Langfristige Finanzverbindlichkeiten 76.593.142 77.552.964 16.
III. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1.320.898 1.259.719 18.
IV. Latente Steuern 1.054.153 1.569.170 30.
Summe langfristige Schulden 79.393.593 81.322.852
C. Kurzfristige Schulden
I. Kurzfristige Rückstellungen 9.895.895 8.678.494 15.
II. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 30.571.927 17.169.809 16.
III. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
19.962.975 15.165.806 17.
IV. Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo 233.031 888.551 9.
V. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 3.949.019 2.483.102 18.
VI. Ertragsteuerschulden 1.579.695 150.645 19.
Summe kurzfristige Schulden 66.192.542 44.536.406
Summe Eigenkapital und Schulden 319.556.055 295.220.137

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

2014 in EUR 2013 in EUR
Konzernjahresüberschuss vor Minderheiten 3.919.384 272.522
Ertragsteueraufwand 2.230.915 717.125
Zinsergebnis 999.052 1.094.459
Gewinne (-) Verluste (+) aus at-equity-bilanzierten Unternehmen -468.624 318.760
Gezahlte Ertragsteuern -1.122.732 -3.644.252
Abschreibungen auf kurz- und langfristige Vermögenswerte 15.502.109 16.031.391
Zuschreibung auf langfristige Vermögenswerte -153.045 0
Abnahmen (-) / Zunahme (+)der sonstigen Rückstellungen 701.801 -2.860.580
Gewinne (-)/Verluste (+) aus Abgängen Endkonsolidierung 0 -4.516.979
Gewinne (-)/Verluste (+) aus Anlagenabgängen 89.083 40.218
Brutto Cashflow 21.697.943 7.452.664
Zu-/ Abnahme der Vorräte -11.027.977 1.719.076
Zu-/ Abnahme der Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo -460.482 38.511.487
Abnahme der Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo -655.520 -758.947
Ab-/ Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.783.719 -4.840.590
Zu-/ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.797.169 -12.550.600
Zunahme der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten 61.179 604.630
Abnahme der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte 2.879.727 9.809.566
Ab-/ Zunahme der sonstigen langfristigen Vermögenswerte 8.941.011 -4.664.241
Zunahme der aktiven latenten Steuern -386.412 -1.305.415
Zu-/ Abnahme der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten 1.465.917 -1.799.364
Abnahme der kurzfristigen Steuerforderungen 64.895 3.464.068
Abnahme Verbindlichkeiten aus Verkehrsteuern und Steuerabzügen -194.150 307.325
Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge 689.658 -537.904
Zinseinnahmen 2.732.045 2.392.127
Zufluss aus operativer Tätigkeit (Netto Cash-flow) 35.388.722 37.803.882
2014 in EUR 2013 in EUR
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 743.706 486.795
Auszahlungen für Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte -7.773.201 -214.805
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen -39.112.636 -18.350.029
Auszahlungen für Investitionen in at-equity-Beteiligungen -237.500 -2.539.507
Einzahlungen Aufstockung at-equity Beteiligung 1.996.585 0
Einzahlungen aus Entnahmen at-equity Beteiligungen 22.050 62.556
Zufluss liquide Mittel aufgrund Unternehmenserwerb 1.325.242 125.089
Abfluss aus laufender investiver Tätigkeit -43.035.754 -20.429.900
Einzahlung für den Abgang von Vermögenswerte und Schulden aus dem Verkauf
von vollkonsolidierten Tochterunternehmen
26.707 2.592.189
Aufpreis für den Verkauf von vollkonsolidierten Tochterunternehmen 30.613 4.516.979
Zufluss aus Endkonsolidierung 57.320 7.109.168
Einzahlungen aus der Kreditaufnahme bei Kreditinstituten 28.615.306 15.849.706
Auszahlungen für die Tilgung von Krediten bei Kreditinstituten -18.932.922 -11.612.908
Ab-/Zunahme der sonstigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten 148.093 -2.299.349
Auszahlungen an Gesellschafter 0 -14.850.000
Ab-/Zunahme der sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten
(ohne kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten)
2.665.871 -9.777.520
Zinsausgaben -3.731.097 -3.486.586
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit 8.765.250 -26.176.657
Zahlungswirksame Veränderungen gesamt 1.175.538 -1.693.507
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. 18.956.776 20.650.282
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. 20.132.314 18.956.776

Eigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. Dezember 2014

in EUR Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklagen Sonstige Rücklagen Rücklage für Währungs
ausgleichsposten
Eigenkapital am 01.01.2013 14.850.000 132.995.741 330.707 -79.033
Umgliederungen Jahresüberschuss 0 0 0 0
Ausschüttung 0 0 0 0
Minderheitenanteil Eigenkapital 0 0 0 0
Konzernergebnis 0 0 0 0
Erfolgsneutrale Aufstockung von Anteilen an
Tochtergesellschaften
0 0 0 0
Summe der im Eigenkapital erfassten
Wertänderungen
0 0 61.884 -64.593
Eigenkapital am 31.12.2013 14.850.000 132.995.741 392.591 -143.626
Eigenkapital am 01.01.2014 14.850.000 132.995.741 392.591 -143.626
Umgliederungen Jahresüberschuss 0 0 0 0
Minderheitenanteil Eigenkapital 0 0 0 0
Konzernergebnis 0 0 0 0
Summe der im Eigenkapital erfassten
Wertänderungen
0 0 -31.612 -49.419
Eigenkapital am 31.12.2014 14.850.000 132.995.741 360.979 -193.045
Summe Minderheitenanteil Summe Eigenkapitalgeber
Mutterunternehmen
Jahresüberschuss Gewinnvortrag Andere
Gewinnrücklagen
184.478.232 -848.551 185.326.783 1.181.442 26.047.926 10.000.000
0 0 -1.181.442 1.181.442 0
-14.850.000 0 -14.850.000 0 -14.850.000 0
-537.167 -537.167 0 0 0 0
272.522 -46.490 319.012 319.012 0 0
556.080 -556.080 0 -556.080 0
-2.709 0 -2.709 0 0 0
169.360.879 -876.128 170.237.006 319.012 11.823.288 10.000.000
169.360.879 -876.128 170.237.006 319.012 11.823.288 10.000.000
0 0 -319.012 319.012 0
770.689 770.689 0 0 0 0
3.919.384 -292.444 4.211.828 4.211.828 0 0

Wertänderungen 0 0 -31.612 -49.419 0 0 0 -81.031 0 -81.031 Eigenkapital am 31.12.2014 14.850.000 132.995.741 360.979 -193.045 10.000.000 12.142.300 4.211.828 174.367.803 -397.883 173.969.920

Anhang zum Konzernabschluss 2014

1. Allgemeine Informationen

Der Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2014 ist in Anwendung von § 315a HGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, und den Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt worden.

Die EnviTec Biogas AG ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, das sich neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften mit dem Betrieb von eigenen Biogasanlagen, dem technischen und biologischen Service sowie der Vermarktung von Strom beschäftigt.

Die EnviTec Biogas AG mit Sitz im niedersächsischen Lohne (Oldenburg), Industriering 10a, ist Mutterunternehmen des EnviTec-Konzerns und war bis zum Wechsel in den Entry Standard am 29. August 2013 eine börsennotierte Aktiengesellschaft gemäß § 3 Abs. 2 AktG. Der zum 31. Dezember 2014 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der EnviTec Biogas AG sind über den elektronischen Bundesanzeiger und das Unternehmensregister zugänglich sowie auf unserer Website www.envitec-biogas.de abrufbar.

Am 7. Mai 2015 hat der Vorstand der EnviTec Biogas AG den Konzernabschluss zur Vorlage an den Aufsichtsrat der Gesellschaft freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Die folgenden Erläuterungen umfassen Angaben und Bemerkungen, die nach den IFRS neben der Gewinnund Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz, der Eigenkapitalveränderungsrechnung, der Segmentberichterstattung sowie der Kapitalflussrechnung als Anhang in den Konzernabschluss aufzunehmen sind.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in vollen Euro angegeben oder auf TEUR gerundet.

In der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz werden einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit

zusammengefasst; sie werden im Anhang erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Bilanzgliederung erfolgte nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, die innerhalb eines Jahres fällig sind oder veräußert werden sollen. Entsprechend werden Vermögenswerte und Schulden als langfristig klassifiziert, wenn sie voraussichtlich länger als ein Jahr im Unternehmen verbleiben. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte und Fertigungsaufträge werden grundsätzlich als kurzfristige Posten ausgewiesen. Latente Steuern werden grundsätzlich als langfristig dargestellt.

2. Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

2.1. Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben eine Reihe von Änderungen bestehender International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie einige neue IFRS und Interpretationen verabschiedet, die für den EnviTec-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2014 erstmals verpflichtend anzuwenden sind, die allerdings keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern hatten. Dabei handelt es sich um:

IFRS 10 "Konzernabschlüsse"
IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen"
IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an anderen
Unternehmen"
IFRS 10, 12, IAS 27 "Investmentgesellschaften"
IAS 19 "Leistungsorientierte Pläne:
Arbeitnehmerbeiträge"
IAS 27 "Einzelabschlüsse"
IAS 28 "Anteile an assoziier
ten Unternehmen und

Gemeinschaftsunternehmen"

IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung"
IAS 36 "Wertminderung von Vermögens
werten – Angaben zum erziel
baren Betrag für nicht-finanzielle
Vermögenswerte"
IAS 39 "Novation von Derivaten und
Fortsetzung der Bilanzierung von
Sicherungsbeziehungen"
IFRIC 21 "Abgaben"

2.2. Neu veröffentlichte Rechnungslegungsvorschriften, die aber noch nicht angewandt werden

Das International Accounting Standards Board (IASB) und das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS IC) haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2014 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die Anwendung dieser IFRS setzt voraus, dass die zum Teil noch ausstehende Anerkennung durch die EU erfolgt. Auf das Wahlrecht zur vorzeitigen freiwilligen Anwendung wurde verzichtet.

Folgende neue Standards, überarbeitete Standards und Interpretationen sind ab 2015 oder später und gegebenenfalls vorbehaltlich eines EU-Endorsement zu berücksichtigen. Die Auswirkungen der Standards und ihre zeitliche Anwendung werden derzeit geprüft.

Standard Regelung Zeitpunkt Erstanwendung
EnviTec Konzern
Voraussichtliche Auswirkungen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.2018 Werden zur Zeit noch untersucht.
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2017 Werden zur Zeit noch untersucht.
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Ände
rungen)
01.01.2016 Werden zur Zeit noch final unter
sucht. Wir gehen davon aus, dass
keine Änderungen zu erwarten sind.
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.2016 Werden zur Zeit noch final unter
sucht. Wir gehen davon aus, dass
keine Änderungen zu erwarten sind.
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 01.01.2016 Werden zur Zeit noch final unter
sucht. Wir gehen davon aus, dass
keine Änderungen zu erwarten sind .
IAS 16/IAS 38
und IAS 16/
IAS 41
Sachanlagen 01.01.2016 Werden zur Zeit noch final unter
sucht. Wir gehen davon aus, dass
keine Änderungen zu erwarten sind.
IAS 27 Equity-Methode im separaten Abschluss 01.01.2016 Werden zur Zeit noch final unter
sucht. Wir gehen davon aus, dass
keine Änderungen zu erwarten sind.
IFRS 10/IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Ver
mögenswerten zwischen einem Investor
und einem assoziierten Unternehmen oder
Joint Venture
01.01.2016 Werden zur Zeit noch final unter
sucht. Wir gehen davon aus, dass
keine Änderungen zu erwarten sind.
IFRS 10, IFRS
12, IAS 28
Konsolidierungsausnahme 01.01.2016 Werden zur Zeit noch final unter
sucht. Wir gehen davon aus, dass
keine Änderungen zu erwarten sind.

Im Rahmen der Annual Improvements Processes (2010- 2012), (2011-2013) und (2012-2014) wurden eine Vielzahl kleinerer Änderungen vorgenommen, die erstmals für Geschäftsjahre ab dem 01.01.2015 bzw. 01.01.2016 anzuwenden sind.

3. Grundlagen des Konzernabschlusses

3.1. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt.

Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungsund Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden anzugleichen.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IAS 27 (Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS) nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert; negative Unterschiedsbeträge nach nochmaliger Überprüfung sofort erfolgswirksam erfasst.

Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gegenseitig aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und -entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsätze sind ebenso

wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden.

Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die Anhangangaben des Konzernabschlusses enthalten weitere Informationen über die im EnviTec-Konzern bilanzierten at-equity Beteiligungen. Ein Werthaltigkeitstest für einen im Beteiligungsansatz enthaltenen Firmenwert wird einmal im Jahr sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung durchgeführt. Der Anteil am sonstigen Ergebnis der assoziierten Unternehmen wird anteilig im sonstigen Ergebnis des EnviTec-Konzerns ausgewiesen.

Die angewandten Konsolidierungsmethoden sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Zu Veränderungen des Konsolidierungskreises und den einbezogenen Unternehmen wird im nachfolgenden Punkt eingegangen.

3.2. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014 wie folgt entwickelt:

Inland Ausland Gesamt
EnviTec Biogas AG und konsolidierte Unternehmen
31.12.2013 99 32 131
Zugänge von Tochterunternehmen 21 1 22
Abgänge von Tochterunternehmen 20 0 20
31.12.2014 100 33 133
Inland Ausland Gesamt
At-equity bewertete Unternehmen
31.12.2013 65 8 73
Zugänge von at-equity bewerteten Unternehmen 2 0 2
Abgänge von at-equity bewerteten Unternehmen 8 0 8
31.12.2014 59 8 67

Der EnviTec-Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 200 (Vorjahr: 204) Unternehmen, von denen 133 (Vorjahr: 131) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Eine Aufstellung der Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen befindet sich unter Pkt. 7.

Die Liste des Anteilsbesitzes ist im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Veränderungen bei den vollkonsolidierten Unternehmen im Konsolidierungskreis des Geschäftsjahres 2014 werden in der folgenden Tabelle dargestellt:

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in %
Zugänge
Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, Lohne 90,60
Biogas Thomasburg Verwaltungs- GmbH, Lohne 90,60
Biogas Hirl GmbH & Co. KG, Bresegard 94,00
Biogas Hirl Verwaltungs- GmbH, Bresegard 94,00
RePro Beber GmbH & Co. KG, Lohne 64,60
RePro Beber Verwaltungs- GmbH, Lohne 64,60
Biogas Nieheim GmbH & Co. KG, Lohne 64,80
Biogas Nieheim Verwaltungs- GmbH, Lohne 64,80
Biogas Wanzleben GmbH & Co. KG, Wanzleben 70,00
Biogas Wanzleben Verwaltungs- GmbH, Wanzleben 70,00
Biogas Angern GmbH & Co. KG, Lohne 87,60
Biogas Angern Verwaltungs- GmbH, Lohne 87,60
Biogas Osterburg GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
EnviTec Biogas Ventures Ltd., Rugeley / Großbritannien 60,00
EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG, Saerbeck 100,00
EnviTec Anlagenbau Verwaltungs- GmbH, Saerbeck 100,00
Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
Biogas Reinsfeld Verwaltungs- GmbH, Lohne 100,00
Biogas Forst GmbH & Co. KG, Forst 100,00
Biogas Forst Verwaltungs- GmbH, Forst 100,00
Biogas Barby GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
Biogas Barby Verwaltungs GmbH, Lohne 100,00
Abgänge aufgrund von Verschmelzung
Biogas Dingelstedt GmbH & Co. KG, Garrel 100,00
Biogas Dingelstedt Verwaltungs-GmbH, Garrel 100,00
Biogas Glauzig GmbH & Co. KG, Garrel 100,00
Biogas Glauzig Verwaltungs- GmbH, Garrel 100,00
Biogas Gramzow GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
Biogas Greifswald GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
Biogas Oderaue GmbH & Co. KG, Garrel 100,00
Biogas Oderaue Verwaltungs- GmbH, Garrel 100,00
Biogas Schönhausen GmbH & Co. KG, Garrel 100,00
Biogas Schönhausen Verwaltungs- GmbH, Garrel 100,00
Biogas Topfstedt GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
Biogas Wesenberg GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
Biogas Barby GmbH & Co. KG, Lohne 100,00
Biogas Barby Verwaltungs GmbH, Lohne 100,00
Abgänge aufgrund von Verkauf
Biogas Düben GmbH & Co. KG, Garrel 90,00
Biogas Düben Verwaltungs- GmbH, Garrel 100,00
Biogas Mühlengeez GmbH & Co. KG, Garrel 100,00
Biogas Mühlengeez Verwaltungs- GmbH, Garrel 100,00
Biogas Weyhausen GmbH & Co. KG, Garrel 100,00
Biogas Weyhausen Veraltungs- GmbH, Garrel 100,00

Die Veränderungen bei den at-equity bewerteten Unternehmen im Konsolidierungskreis des Geschäftsjahres 2014 werden in der folgenden Tabelle dargestellt:

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in %
Zugänge Inland
Alternativ-Energie Priborn GmbH & Co. KG, Priborn 50,00
Alternativ-Energie Priborn Verwaltungs- GmbH , Priborn 50,00
Abgänge
Biogas Forst GmbH & Co. KG, Forst 40,00
Biogas Forst Verwaltungs GmbH, Forst 40,00
Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG, Lohne 50,00
Biogas Reinsfeld Verwaltungs GmbH, Lohne 50,00
Biogas Anlagenbau GmbH & Co. KG (Biogas Woltersdorf GmbH & Co. KG), Saerbeck 50,00
Biogas Anlagenbau Verwaltungs GmbH (Biogas Wolterdorf Verwaltungs. GmbH), Saerbeck 50,00
Biogas Barby GmbH & Co. KG, Lohne 50,00
Biogas Barby Verwaltungs GmbH, Lohne 50,00

Zugänge vollkonsolidierte Unternehmen

Am 12. Mai 2014 (Erwerbstichtag 1. April 2014) hat die Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG folgende Anteile des Kommanditkapitals der folgenden Gesellschaften zu einem Kaufpreis von insgesamt TEUR 6.586 erworben:

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil in % Kommanditkapital gesamt Euro
Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, Lohne 65,5 100.000
Biogas Hirl GmbH & Co. KG, Bresegard 64,0 100.000
Biogas Wanzleben GmbH & Co. KG, Lohne 70,0 100.000
Biogas Nieheim GmbH & Co. KG, Lohne 64,8 100.000
Biogas Angern GmbH & Co. KG, Lohne 87,5 200.000
RePro Beber GmbH & Co. KG, Lohne 64,6 100.000

Der Konzernumsatz erhöhte sich aufgrund des Erwerbs um TEUR 5.504. Im Konzernergebnis 2014 ist ein Überschuss der Gesellschaften von TEUR 227 enthalten. Hätte der Erwerb bereits zum 01. Januar 2014 stattgefunden, so wäre der Umsatz um TEUR 7.344 und das Konzernergebnis um TEUR 355 gestiegen. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Buchwert des Eigenkapitals der Gesellschaften wurde als Geschäfts- und Firmenwert mit TEUR 4.183 ausgewiesen.

Gem. IFRS 3.67f erfolgt in der folgenden Tabelle die Angabe der für jede Klasse von Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden vorläufigen Zeitwerte:

Zeitwerte Beizulegender Zeitwert
zum Erwerbszeitpunkt in TEUR
Langfr. Vermögenswerte 8.895
Kurzfr. Vermögenswerte 4.206
Langfristige Schulden 7.023
Kurzfristige Schulden 3.662

Mit dem Erwerb der Anteile an den Kommanditgesellschaften wurden ebenfalls Anteile in gleicher Höhe an deren sechs Komplementärgesellschaften erworben. Das Stammkapital dieser Gesellschaften beträgt jeweils 25.000 Euro. Auswirkungen auf Konzernumsatz und Ergebnis sind von untergeordneter Bedeutung.

Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres hat die Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG ihre Anteile an der Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG und der Biogas Thomasburg Verwaltungs GmbH um weitere 25,1% sowie ihre Anteile an der Biogas Hirl GmbH & Co. KG und der Biogas Hirl Verwaltungs GmbH um weitere 30% aufgestockt.

Am 12. Mai 2014 (Erwerbsstichtag 1. April 2014) hat die EnviTec Biogas GmbH & Co. KG 94% des Kommanditkapitals von TEUR 100 der Biogas Osterburg GmbH & Co. KG zu einem Kaufpreis von insgesamt TEUR 686 erworben. Durch diesen Kauf erhöhte sich der Konzernumsatz um TEUR 811 und das Konzernergebnis erhöhte sich um TEUR 41. Hätte der Erwerb bereits zum 01. Januar 2014 stattgefunden, so wäre der Umsatz um TEUR 1.082 und das Konzernergebnis um TEUR 47 gestiegen.

Gem. IFRS 3.67f erfolgt in der folgenden Tabelle die Angabe der für jede Klasse von Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden vorläufigen Zeitwerte:

Zeitwerte Beizulegender Zeitwert
zum Erwerbszeitpunkt in TEUR
Langfr. Vermögenswerte 2.454
Kurzfr. Vermögenswerte 511
Langfristige Schulden 1.589
Kurzfristige Schulden 631

Es wurden weitere 60 % der Anteile an der Biogas Forst GmbH & Co. KG sowie der Biogas Forst Verwaltungs-GmbH zu einem Kaufpreis von TEUR 3.282 erworben. Damit ist die EnviTec Biogas AG mit nunmehr 100% an diesen Gesellschaften beteiligt.

Zum Erwerbszeitpunkt ergeben sich die folgenden nach IFRS 3.67f anzugebenen Zeitwerte für die Vermögensgegenstände und Schulden:

Zeitwerte Beizulegender Zeitwert
zum Erwerbszeitpunkt in TEUR
Langfr. Vermögenswerte 7.779
Kurzfr. Vermögenswerte 1.797
Langfristige Schulden 4.515
Kurzfristige Schulden 502

Des Weiteren wurden weitere 50 % der Anteile an der Biogas Woltersdorf GmbH & Co. KG zu einem Kaufpreis von 1 Euro sowie 50 % der Anteile an der Biogas Woltersdorf Verwaltungs-GmbH zu einem Kaufpreis von 25.000 Euro erworben. Nach Kauf wurden die Gesellschaften umfirmiert in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG und die EnviTec Anlagenbau Verwaltungs-GmbH. Damit ist die EnviTec Biogas AG mit nunmehr 100 % an diesen Gesellschaften beteiligt.

Zum Erwerbszeitpunkt ergeben sich die folgenden nach IFRS 3.67f anzugebenen Zeitwerte für die Vermögensgegenstände und Schulden:

Kurzfristige Vermögenswerte TEUR
54
Kurzfristige Schulden TEUR
27

An der Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG und der Biogas Reinsfeld Verwaltungs- GmbH ist jeweils eine zusätzliche Beteiligung von 50 % erworben worden. In 2013 waren diese Gesellschaften mit 50 % Beteiligung noch unter den assoziierten Unternehmen eingegliedert.

Zum Erwerbszeitpunkt ergeben sich die folgenden nach IFRS 3.67f anzugebenen Zeitwerte für die Vermögensgegenstände und Schulden:

Zeitwerte Beizulegender Zeitwert
zum Erwerbszeitpunkt in TEUR
Langfr. Vermögenswerte 2.141
Kurzfr. Vermögenswerte 512
Langfristige Schulden 2.489
Kurzfristige Schulden 119

Weiterhin wurde im Geschäftsjahr 2014 die EnviTec Biogas Ventures Ltd. neu gegründet. An dieser Gesellschaft ist der Konzern mit 60 % beteiligt ist.

Abgänge vollkonsolidierter Unternehmen

Aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden sind 20 Beteiligungen an Biogasanlagen und deren Komplementärgesellschaften. Dem Konzern sind aus den verkauften Gesellschaften liquide Mittel in Höhe von TEUR 53 zugeflossen. Es entstand ein Veräußerungsgewinn von TEUR 26.

Zugänge at-equity bewertete Unternehmen

Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Alternativ-Energie Priborn GmbH & Co. KG und die Alternativ-Energie Priborn Verwaltungs- GmbH neu gegründet. Der Konzern ist mit jeweils 50 % an diesen Gesellschaften beteiligt. Unternehmensgegenstand ist der Betrieb einer Biogasanlage.

Im Dezember 2014 hat die EnviTec Biogas AG ihre Anteile an der EnviTec Biogas Central Europe s.r.o. von 55 % auf 65 % zu einem Kaufpreis von 18.000 Euro erhöht.

Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machten im Geschäftsjahr 2014 von der Befreiungsvorschrift des § 264b HGB Gebrauch.

Name und Sitz der Gesellschaft
EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne
Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Schönthal GmbH & Co. KG, Willebadessen
Biogas Heilemann GmbH & Co. KG, Rotenburg/Wümme
Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Lohne
EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne
Erste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam
Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam
Dritte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam
Vierte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam
Fünfte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam
Sechste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne
EWS Biogas Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG i.L., Lohne
Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG, Kalefeld
Biogas Herzberg GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Lüchow GmbH & Co. KG, Lohne
EnviTec Energy GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG, Karstädt
Biogas Falkenberg GmbH & Co. KG, Falkenberg
EnviTec Service GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Heilemann-Holsten GmbH & Co. KG, Rotenburg
ETBKN GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Sachsendorf GmbH & Co. KG, Schwarz
Biogas Dambeck GmbH & Co.KG, Friesoythe
Biogas Schenkenhorst GmbH & Co. KG, Garrel
Biogas Kalbe GmbH & Co. KG, Garrel
Biogas Brehna GmbH & Co. KG, Garrel
eeMaxx Anlagen- und Betriebs GmbH & Co. KG, Garrel
Biogas Klein Mühlingen GmbH & Co. KG, Vogelsang
Biogas Ringleben GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Neutrebbin GmbH & Co. KG, Neutrebbin
Biogas Trüstedt GmbH & Co. KG, Garrel
Biogas Böddenstedt GmbH & Co KG, Salzwedel
Biogas Schönwalde GmbH & Co. KG, Schönwalde
EnviTec Stromkontor GmbH & Co. KG, Lohne
Biogas Lampertheim GmbH & Co. KG, Darmstadt
Erste Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow
Dritte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow
Vierte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow
Fünfte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Lohne
Zweite Biogas Neese GmbH & Co. KG, Vechta
Biogas Thomasburg GmbH & Co, KG, Lohne
Biogas Hirl GmbH & Co, KG, Bresegard
RePro Beber GmbH & Co, KG, Lohne
Biogas Nieheim GmbH & Co, KG, Lohne

3.3. Währungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf sechs (Vorjahr sieben) Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögenswerte und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlusses werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Wir verweisen hierzu auf den Eigenkapitalspiegel sowie auf die Gesamtergebnisrechnung. Die in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse der at-equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet.

3.4. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde.

Als grundlegendes Bewertungskonzept wird im Konzernabschluss das Anschaffungskostenprinzip angewendet. Dort, wo die IFRS andere Bewertungskonzepte vorschreiben, werden diese verwendet; in den folgenden Ausführungen zur Bewertung von Aktiv- und Passivposten wird hierauf gesondert hingewiesen.

Biogas Wanzleben GmbH & Co, KG, Wanzleben
Biogas Angern GmbH & Co, KG, Lohne
Biogas Osterburg GmbH & Co, KG, Lohne
EnviTec Anlagenbau GmbH & Co, KG, Saerbeck
Biogas Reinsfeld GmbH & Co, KG, Lohne
Biogas Forst GmbH & Co, KG, Forst
ET
Energie Lucka GmbH & Co. KG (vormals Biogas Stege
litz GmbH & Co. KG), Lohne
ET
Energy Leipzig GmbH & Co. KG (vormals Biogas
Elsteraue GmbH & Co. KG), Lohne
ET
Energie Quakenbrück GmbH & Co. KG (vormals Biogas
Straußfurt GmbH & Co. KG), Lohne

Umsatzerlöse bzw. sonstige betriebliche Erträge

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von fertiggestellten Biogasanlagen - nach Abzug von Steuern und Erlösschmälerungen - werden zum Zeitpunkt der Schlussabnahme der Anlagen realisiert. Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen für Biogasanlagen, die am Bilanzstichtag noch nicht fertiggestellt oder abgenommen worden sind, werden unter Anwendung der Percentage-of-completion-Methode (POC) ermittelt. Dabei wird einerseits der Anteil der erbrachten Leistungen im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Kundenauftrags, andererseits der Gewinn des gesamten Auftrags geschätzt und entsprechend realisiert.

Umsätze aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, sobald die mit dem Eigentum der verkauften Waren verbundenen wesentlichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind und die Höhe der realisierbaren Umsätze verlässlich ermittelt werden kann. Ist es nicht wahrscheinlich, dass dem Unternehmen der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird, werden keine Umsätze ausgewiesen. Im Übrigen werden Umsätze unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen wie Skonti, Boni oder Rabatte ausgewiesen. Umsätze aus Dienstleistungen werden in derjenigen Periode erfasst, in der die Dienstleistung erbracht wird.

Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist. Die Festlegung, sowohl der voraussichtlichen Nutzungsdauer als auch der Abschreibungsverläufe, beruht auf Schätzungen in Bezug auf den Zeitraum und die Verteilung der Mittelzuflüsse aus den immateriellen Vermögenswerten im Zeitverlauf.

Entwicklungskosten wurden nicht nach IAS 38 aktiviert, da zum Bilanzstichtag die Voraussetzungen für die Aktivierung nicht vorlagen.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben und unterliegen jährlichen Impairmenttests. Hinsichtlich der Werthaltigkeitstest verweisen wir auf den Pkt. 3.7. Werthaltigkeitsprüfung.

Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen – mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten – sowie etwaige außerplanmäßige Wertverluste ("impairment losses").

Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.

Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt.

Kosten für die Reparatur von Sachanlagen, wie z. B. laufende Unterhaltungsaufwendungen, werden grundsätzlich erfolgswirksam verrechnet. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die mit der Sachanlage verbundenen Kosten künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen.

Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen sich wie folgt dar:

Nutzungsdauer
Gebäude 20 bis 40 Jahre
Andere Baulichkeiten 10 bis 20 Jahre
Technische Anlagen 6 bis 20 Jahre
Maschinen und Apparate 6 bis 12 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 11 Jahre
Fahrzeuge 5 bis 8 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 5 Jahre

Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte werden grundsätzlich in die Kategorien:

  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

  • Kredite und Forderungen

  • Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

eingeteilt.

Die Zuweisung eines finanziellen Vermögenswertes zu einer bestimmten Kategorie hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfasst zum einen die dem Handelsbestand zuzurechnenden finanziellen Vermögenswerte (trading) sowie alle finanziellen Vermögenswerte, die von Anfang an durch das Management im Erwerbszeitpunkt erfolgswirksam zum fair value bewertet werden sollen. Die EnviTec Biogas AG weist im Konzernabschluss 2014 keine Vermögenswerte dieser Kategorie aus (Vorjahr: 34 TEUR).

Kredite und Forderungen

Bei den Krediten und Forderungen handelt es sich um originäre oder erworbene Darlehen und Forderungen mit feststehenden oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden üblicherweise durch Bereitstellung von Bargeld, durch Lieferung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen begründet. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst 12 Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Finanzinstrumente dieser Kategorie werden nach ihrem Zugang mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen langfristigen Forderungen enthaltenen finanziellen Forderungen und Darlehen, die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Forderungen und Darlehen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugewiesen. Liegen bei einer Forderung Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows vorgenommen. Indikatoren zur Ermittlung eines Abschreibungsbedarfs liegen insbesondere vor bei mehrjährigen operativen Verlusten einer Gesellschaft, einer substanziellen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit, einer hohen Wahrscheinlichkeit für die Insolvenz oder dem Erfordernis einer finanziellen Sanierung des Schuldners der Forderung. Kredite und Forderungen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen

Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden finanziellen Vermögenswerte zeichnen sich durch feste oder bestimmbare Zahlungen, eine feste Laufzeit sowie die Absicht und Fähigkeit der EnviTec Biogas AG, diese Vermögenswerte tatsächlich bis zur Endfälligkeit zu halten, aus.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Unter diese Kategorie fallen alle finanziellen Vermögenswerte, die keiner der anderen drei Kategorien zuzurechnen sind oder aufgrund einer subjektiven Widmung durch das Management als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte gelten. Diese Vermögenswerte werden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die aus der Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert in der Folge resultierenden Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Dies gilt nicht, sofern es sich um dauerhafte beziehungsweise wesentliche Wertminderungen sowie um währungsbedingte Wertänderungen von Fremdkapitalinstrumenten handelt, die erfolgswirksam erfasst werden.

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Hinweise für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen.

Vorräte

Unter den Vorräten werden gemäß IAS 2 (Vorräte) diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die im Rahmen der Abwicklung von Fertigungsaufträgen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungskosten. Liegt der aktuelle Einkaufspreis unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten wird der niedrigere Wert angesetzt, es sei denn, sie gehen in Fertigungserzeugnisse ein, die voraussichtlich zu den Fertigungskosten oder darüber verkauft werden können (IAS 2.32). Eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten erfolgt nicht, weil die Voraussetzungen des IAS 23 nicht erfüllt sind.

Die Anschaffungskosten beinhalten alle Kosten, die anfallen, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu bringen.

Noch nicht abgeschlossene Fertigungsaufträge

Fertigungsaufträge werden gemäß IAS 11 nach der Percentage-of-completion-Methode (POC-Methode) bilanziert. Der für die Teilgewinnrealisierung zugrunde zu legende Fertigstellungsgrad wird nach dem Cost-tocost-Verfahren ermittelt. Der Ausweis der Aufträge, bei denen die zum Stichtag realisierten Erträge die erhaltenen teilabgerechneten Anzahlungen übersteigen, erfolgt unter den Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo. Der Ausweis der Aufträge, bei denen die zum Stichtag ausgegangenen Teilabrechnungen die realisierten Erträge übersteigen, erfolgt unter den Fertigungsaufträgen mit passivischem Saldo.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn die Veräußerung hochwahrscheinlich ist und der langfristige Vermögenswert in seiner jetzigen Beschaffenheit für einen sofortigen Verkauf verfügbar ist. Die Geschäftsführung muss sich zu einer Veräußerung verpflichtet haben. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird.

Langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zu dem niedrigeren Betrag ihres ursprünglichen Buchwerts und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

Latente Steuern, Steuerschulden, Steuererstattungsansprüche

Als Ertragsteuern werden die erhobenen Steuern auf das steuerpflichtige Einkommen der Gesellschaften sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die tatsächlichen Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 (Ertragsteuern). Latente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in der IFRS-Bilanz (Buchwerte) und der Steuerbilanz (Steuerwerte) sowie auf steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Der Berechnung liegen die zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen Steuergesetzen. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden insoweit aktiviert, als es wahrscheinlich ist, dass hierfür ein zu versteuerndes Ergebnis zukünftig verfügbar sein wird, und es damit hinreichend sicher erscheint, dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.

Weitere Informationen zu Ertragsteuern sind im Anhang Pkt. 30 enthalten.

Rückstellungen

Rückstellungen werden für Verpflichtungen gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einer wirtschaftlichen Belastung führen werden und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt nach IAS 37 (Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen), mit der bestmöglichen Schätzung der Ausgaben, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich wären.

Etwaige Rechtsstreitigkeiten und Verwaltungsverfahren werden von uns auf Einzelfallbasis geprüft. Wir bewerten die möglichen Ergebnisse solcher Rechtsstreitigkeiten anhand der uns vorliegenden Informationen und in Rücksprache mit unseren Rechtsanwälten.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten betreffen originäre und derivative Verbindlichkeiten.

Die originären Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Für kurzfristige Verbindlichkeiten bedeutet dies, dass sie mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt werden. Langfristige Finanzverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Derivate werden erstmalig zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend zu jedem Berichtstag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, das Derivat ist als Sicherungsinstrument im Rahmen des Hedge Accounting designiert und effektiv. Hier hängt der Zeitpunkt der erfolgswirksamen Erfassung der Bewertungsergebnisse von der Art der Sicherungsbeziehung ab.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Sonstige Vermögenswerte und sonstige Verbindlichkeiten

Abgrenzungen, Vorauszahlungen sowie nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Ihre Auflösung erfolgt linear bzw. entsprechend der Leistungserbringung.

Sicherungsinstrumente

Die Gesellschaft designiert Sicherungsinstrumente im Rahmen der Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedges). Zu Beginn des Hedge Accounting wird die Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft gem. den Vorgaben von IAS 39.88 dokumentiert. Weiterhin wird sowohl bei Eingehen der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert, ob das in die Sicherungsbeziehung einbezogene Sicherungsinstrument gemäß dem abgesicherten Risiko im hohen Maße effektiv ist.

Im Falle eines Cashflow Hedges gilt, dass der effektive Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der im Rahmen eines Cashflow Hedges designierten Derivate im sonstigen Ergebnis erfasst wird. Ineffektive Wertänderungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, in der auch das Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Die bilanzielle Abbildung endet, wenn der Konzern die Sicherungsbeziehung auflöst, das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird oder sich nicht mehr für Sicherungszwecke eignet. Der vollständige zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital angesammelte Gewinn oder Verlust verbleibt im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam vereinnahmt, wenn die erwartete Transaktion ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet wird. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, wird der gesamte im Eigenkapital erfasst Erfolg sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt.

3.5. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Finanzierungsrechnung ausgewiesene Liquidität umfasst Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten.

3.6. Segmentberichterstattung

Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Berichterstattung von Konzernbereichen abzugrenzen, die regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft wird.

Aufgrund der produktorientierten Steuerung des Geschäfts des EnviTec-Konzerns wurden bei der Einteilung der Segmente weiterhin die einzelnen Segmente Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy identifiziert, die auch der internen Berichterstattung dienen. Der Anlagenbau beinhaltet die Projektierung, Genehmigungsplanung und Errichtung von Biogasanlagen, während das Segment Service die technische und biologische Wartung von Biogasanlagen umfasst. In dem Segment Eigenbetrieb werden die selbstbetriebenen Biogasanlagen erfasst. Der Bereich Energy vermarktet EEG Strom und verkauft Wärme.

Umsatzerlöse in TEUR Anlagenbau Service Eigenbetrieb Energy Überleitung Konzern
- Fremdumsatz 50.410 21.013 64.834 27.139 0 163.396
- Innenumsatz 3.893 3.889 11.332 16 -19.130 0
Operatives Ergebnis -1.939 -1.736 9.758 253 0 6.336
Materialaufwand 38.235 15.322 32.829 26.234 0 112.620
Personalaufwand 8.308 4.670 3.731 518 0 17.227
Sonstige betriebl. Aufwendungen 9.435 2.928 10.404 1.071 0 23.838
Equity-Ergebnis -25 0 839 0 0 814
Zinserträge 2.524 18 190 0 0 2.732
Zinsaufwendungen 1.586 7 2.138 0 0 3.731
Ertragsteuern 2.986 370 -1.177 52 0 2.231
Ergebnis nach Steuern -4.012 -2.095 9.825 201 0 3.919
Segmentvermögen 264.682 20.042 231.498 10.955 -207.621 319.556
Segmentschulden 89.116 10.662 224.535 10.549 -189.276 145.586
Abschreibungen 678 370 14.892 338 -776 15.502
Investitionen 465 569 44.420 1.431 0 46.885

Segmentberichterstattung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

Segmentberichterstattung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013

- Fremdumsatz 47.287 19.327 62.477 19.737 0 148.828
- Innenumsatz 3.194 4.648 11.723 81 -19.646 0
Operatives Ergebnis -12.058 -914 15.402 -27 0 2.403
Materialaufwand 36.293 15.855 36.584 26.376 -14.363 100.745
Personalaufwand 11.174 4.364 2.945 515 0 18.998
Sonstige betriebl. Aufwendungen 14.820 1.733 16.788 490 -7.467 26.364
Equity-Ergebnis -994 0 675 0 0 -319
Zinserträge 2.234 26 130 2 0 2.392
Zinsaufwendungen 1.313 14 2.075 85 0 3.487
Ertragsteuern 469 562 -352 38 0 717
Ergebnis nach Steuern -5.063 -1.555 6.587 248 102 319
Segmentvermögen 242.141 17.780 211.185 8.685 -184.571 295.220
Segmentschulden 65.252 9.714 159.150 7.885 -116.142 125.859
Abschreibungen 3.180 170 13.356 117 -792 16.031
Investitionen 466 202 15.689 2.207 0 18.564
Wertminderung auf Fertigungs
aufträge
1.374 0 0 0 0 1.374

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen den in Pkt. 3.4 beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Dies gilt auch für Geschäftsvorfälle zwischen den Segmenten. Bei den Überleitungseffekten handelt es sich um konzerninterne Transaktionen.

Die Länderabgrenzung bei der regionalen Segmentierung erfolgte entsprechend dem Ort der Bautätigkeiten bzw. Dienstleistungen und stellt sich wie folgt dar:

2014 Deutschland Tschechien Italien sonstiges Ausland Überleitung Konzern
Umsatzerlöse 120.322 2.398 18.260 22.416 0 163.396
langfristiges Segmentvermögen 218.729 318 35.730 569 -58.842 196.504
2013
Umsatzerlöse 103.722 8.158 29.761 7.187 0 148.828
langfristiges Segmentvermögen 194.789 748 36.893 179 -56.907 175.702

Von den Umsätzen im sonstigen Ausland entfallen 2014 TEUR 10.650 auf Großbritannien und TEUR 5.232 auf China.

Von den Umsatzerlösen im Bereich Anlagenbau entfallen 5,4 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro) auf Umsätze mit dem größten Kunden des Konzerns. Weitere Kunden mit einem Umsatzanteil von über 10% lagen nicht vor.

Die Umsatzerlöse des Segments Eigenbetrieb entfallen mit 14,3 Mio. Euro (Vorjahr: 12,4 Mio. Euro) auf Umsätze mit dem größten Kunden dieses Segments. Mit dem zweitgrößten Kunden wurden 12,5 Mio. Euro (Vorjahr: 11,9 Mio. Euro) realisiert. Weitere Kunden mit einem Umsatzanteil von über 10% lagen nicht vor.

Im Bereich Energy wurden mit dem größten Kunden aus der Stromvermarktung 24,1 Mio. Euro Umsatz erzielt.

Im Bereich Service gibt es keine Kunden mit einem Umsatzanteil von über 10%.

3.7. Werthaltigkeitsprüfung

Gemäß IFRS 3 im Zusammenhang mit den Standards IAS 36 und IAS 38 unterliegen Geschäfts- oder Firmenwerte regelmäßigen Werthaltigkeitsprüfungen.

Ist einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Geschäfts- oder Firmenwert zuzuordnen, so ist die Werthaltigkeitsprüfung jener Vermögenswerte jährlich oder, falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, auch häufiger durchzuführen. Dabei werden die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden

Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag, d.h. dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert, verglichen.

In den Fällen, in denen der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als ihr erzielbarer Betrag (Nutzungswert) ist, liegt in der Höhe der Differenz ein Wertminderungsaufwand vor. Bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags wird der Barwert der künftigen Zahlungen, der aufgrund der fortlaufenden Nutzung der strategischen Geschäftseinheit und deren Abgang am Ende der Nutzungsdauer erwartet wird, zugrunde gelegt. Die Prognose der künftigen Zahlungen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags stützt sich auf die aktuellen Planungen der EnviTec-Gruppe, dabei wurde bei der Berechnung von Planungszeiträumen zwischen 12 und 19 Jahren ausgegangen, der sich aufgrund der Restlaufzeit je zahlungsmittelgenerierenden Einheit ergibt. Die Restlaufzeit resultiert aus der Laufzeit der Betriebsgenehmigungen für die Einheiten.

Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten aus den Zugängen beim Geschäfts- und Firmenwert haben folgende Buchwerte zum 31.12.2014: Einheit Angern TEUR 2.994, Einheit Hirl TEUR 1.402, Einheit RePro TEUR 4.563, Einheit Nieheim TEUR 2.344, Einheit Thomasburg 1.251, Einheit Wanzleben TEUR 2.229, Einheit Forst TEUR 19.296 und der Einheit Reinsfeld TEUR 3.818.

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Für den Cashflow wurden aufgrund der Vergütungsregelungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) gleich bleibende zukünftige Erlöse angenommen. Bei den Aufwendungen wurden Kostensteigerungen berücksichtigt. Der zur Diskontierung der geschätzten Zahlungsreihen herangezogene Zinssatz beträgt 6,58% (Vorjahr: 7,77%) und entspricht den durchschnittlichen Kapitalkosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (sog. WACC). Der Zinssatz beruht auf Annahmen und Schätzungen über spezifische Kapitalkosten. Die Risikoadjustierung erfolgt konzernspezifisch anhand von Vergleichsunternehmen derselben Branche. Eine Wachstumsrate wurde bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Bei der Sensitivitätsanalyse wurde eine Minderung der zukünftigen Cashflows und eine Erhöhung der durchschnittlichen Kapitalkosten um jeweils 15% angenommen, da eine Veränderung bis zu dieser Höhe nach vernünftigem Ermessen möglich ist. Aufgrund dieser Annahmen kommt es im Rahmen des Werthaltigkeitstests zu keinem Wertminderungsbedarf.

Die vorgenommenen Schätzungen werden in Bezug auf die voraussichtliche Nutzungsdauer bestimmter Vermögenswerte, die Annahmen über makroökonomische Rahmenbedingungen und Entwicklungen in den Branchen, in denen der EnviTec-Konzern tätig ist, und die Schätzung der Barwerte künftiger Cashflows für angemessen erachtet. Gleichwohl können geänderte Annahmen oder veränderte Umstände Korrekturen notwendig machen, die zu außerplanmäßigen Abschreibungen führen können.

Von den Zugängen bei den ausgewiesen Geschäftsoder Firmenwerten entfallen auf die Biogasanlage Angern TEUR 2.141, die Biogasanlage Hirl TEUR 256, die Biogasanlage Nieheim TEUR 305, die Biogasanlage Thomasburg TEUR 193, die Biogasanlage RePro TEUR 683, die Biogasanlage Forst TEUR 667, die Biogasanlage Reinsfeld TEUR 423, die Biogasanlage Wanzleben TEUR 605 sowie die Biogas Barby GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 61.

Die bereits im Vorjahr ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen in Höhe von TEUR 2.229 (Vorjahr: TEUR 2.229) auf die fünf Biogasanlagen in Anklam sowie in Höhe von TEUR 2.129 (Vorjahr: TEUR 2.129) auf die Biogasanlagen in Bützow. Weitere immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer liegen nicht vor.

4. Schätzungsunsicherheiten

Im Konzernabschluss müssen in einem bestimmten Umfang Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen haben. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, in der Bewertung von Fertigungsaufträgen, der Einbringbarkeit von Forderungen und der Bildung für Rückstellungen für Gewährleistungen. Unsere Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Als bedeutend sind solche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu betrachten, die die Darstellung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sowie die Cashflows des Konzerns maßgeblich beeinflussen sowie eine schwierige, subjektive und komplexe Beurteilung von Sachverhalten erfordern, die häufig von Natur aus ungewiss sind und sich in nachfolgenden Berichtsperioden ändern können und deren Folgen somit schwer abzuschätzen sind. Die wichtigsten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Gesellschaft sind in der Anhangangabe Pkt. 3.4 des Konzernabschlusses beschrieben. Nicht alle wichtigen Rechnungslegungsregeln erfordern eine schwierige, subjektive oder komplexe Beurteilung von Sachverhalten. Dennoch können folgende Bilanzierungs- und Bewertungsregeln als bedeutend betrachtet werden:

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer und Sachanlagen werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die voraussichtliche Nutzungsdauer beruht auf Schätzungen des Zeitraums, in dem die immateriellen Vermögenswerte oder Sachanlagen Mittelzuflüsse generieren.

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer und Sachanlagen sind auf ihre Werthaltigkeit zu prüfen (Impairmenttest), wenn Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert des Vermögenswerts eventuell nicht werthaltig ist.

Die Geschäftsführung hält die vorgenommenen Schätzungen in Bezug auf die voraussichtliche Nutzungsdauer bestimmter Vermögenswerte und die Annahmen über makroökonomische Rahmenbedingungen und Entwicklungen in der Branche, in der die Gesellschaft tätig ist, für angemessen. Gleichwohl können geänderte Annahmen oder veränderte Umstände Korrekturen notwendig machen. Diese können zu außerplanmäßigen Abschreibungen oder auch Wertaufholungen in der Zukunft führen, falls sich die von der Geschäftsführung erwarteten Entwicklungen umkehren sollten.

Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, zu ermitteln. Die Berechnung des Nutzungswerts bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Konzerns resultieren auch aus Erlösen aus Fertigungsaufträgen im Sinne von IAS 11 (Biogasanlagen). Zur Erfassung der Umsatzerlöse für die am Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen Aufträge (Projekte) ist es erforderlich, den Gesamtgewinn und den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Zur Ermittlung dieser Größen werden die einzelnen Projektkalkulationen und die Unterlagen aus dem Projektmanagement herangezogen. In diese Unterlagen gehen notwendigerweise Schätzungen ein, da die Größen Gesamtgewinn und Fertigstellungsgrad bei noch nicht abgeschlossenen Projekten von der weiteren Entwicklung der Projekte nach dem Bilanzstichtag abhängig sind.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen keinen bedeutenden Risiken, so dass aus gegenwärtiger Sicht nicht von einer wesentlichen Anpassung der in der Konzernbilanz ausgewiesenen Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden im folgenden Geschäftsjahr auszugehen ist.

Erläuterungen zur Bilanz

5. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2014 ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Die Grundstücke und Gebäude umfassen insbesondere die Bürogebäude auf eigenen Grundstücken in Saerbeck und in Lohne sowie Grundstücke und Gebäude im Zusammenhang mit Biogasanlagen. Die Zugänge 2014 bei den Grundstücken und Gebäuden betreffen im Wesentlichen den Bau diverser Gebäude im Zusammenhang mit der Errichtung von Biogasanlagen. Die technischen Anlagen und Maschinen betreffen im Wesentlichen die eigenbetriebenen Biogasanlagen. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung umfasst im Wesentlichen Betriebsausstattung zum Bau von Biogasanlagen und Kraftfahrzeuge sowie Betriebsausstattung zur Erbringung von Serviceleistungen.

Sachanlagen unterliegen im Umfang von TEUR 66.985 (Vorjahr: TEUR 57.571) Verfügungsbeschränkungen in Form von Grundpfandrechten und Sicherungsübereignungen. Die Abgänge von Sachanlagen ergaben sich im Wesentlichen aus der Veräußerung von Vermögenswerten.

Außerplanmäßige Abschreibungen sind in 2014 nicht vorgenommen worden (Vorjahr: TEUR 330). Auf Sachanlagevermögen das in Vorjahren außerplanmäßig abgeschrieben wurde ist eine Zuschreibung von TEUR 153 vorgenommen worden.

6. Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen

Die nachstehenden Übersichten zeigen eine Zusammenfassung der aggregierten Finanzangaben (Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Bilanzen) der at-equity bilanzierten Beteiligungen im EnviTec-Konzernabschluss.

Die nach § 313 Abs. 2 Nr. 2,3 HGB aufzustellende Liste des Anteilsbesitzes enthält weitere Informationen zu den Anteilen an at-equity bewerteten Beteiligungen.

Finanzangaben der at-equity bewerteten Beteiligungen zum 31. Dezember 2014

Ergebnisdaten der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 28 2014 in EUR 2013 in EUR
Umsatzerlöse 41.462.302 39.001.295
Rohergebnis 22.973.763 23.288.797
Jahresergebnis 1.125.151 2.360.538
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 391.662 1.086.313
Zusammengefasste Finanzinformationen der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 28 2014 in EUR 2013 in EUR
Langfristige Vermögenswerte 72.067.674 70.581.885
Kurzfristige Vermögenswerte 32.912.225 30.235.608
Langfristige Schulden 50.854.162 53.256.227
Kurzfristige Schulden 38.285.705 37.073.165
Eigenkapital 15.840.032 15.696.530
Buchwert aus at-equity bewerteten Beteiligungen 9.504.448 10.893.921
Ergebnisdaten der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 31 2014 in EUR 2013 in EUR
Umsatzerlöse 5.351.877 3.331.218
Rohergebnis 1.039.784 686.755
Jahresergebnis -135.023 62.156
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen 76.962* -578.975*

*In dem Ergebnis sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von TEUR 30 (Vorjahr TEUR 619) enthalten.

Zusammengefasste Finanzinformationen der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 31 2014 in EUR 2013 in EUR
Langfristige Vermögenswerte 2.174.631 2.187.966
Kurzfristige Vermögenswerte 4.459.166 5.081.879
Langfristige Schulden 4.259 4.259
Kurzfristige Schulden 4.779.994 5.257.535
Eigenkapital 1.849.545 2.008.052
Buchwert aus at-equity bewerteten Beteiligungen 251.983 175.021

7. Anteile an verbundenen Unternehmen

Die nachstehend aufgeführte nach § 313 Abs. 2 Nr. 1 HGB aufzustellende Liste des Anteilsbesitzes enthält weitere Informationen zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen.

Liste des Anteilsbesitzes

Aufstellung der in den Konzern einbezogenen Unternehmen und des sonstigen Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2014

I. Tochterunternehmen (vollkonsolidiert) Konzernanteil in % Eigenkapital in EUR Ergebnis in EUR
2014 2013 2014 2013 2014 2013
EnviTec Service GmbH & Co. KG, Lohne 100 100 7.340.479 6.176.805 1.167.549 1.250.070
EnviTec Service Verwaltung GmbH, Lohne 100 100 -94.341 -89.971 -1.495 -942
Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne 100 100 26.709.822 11.258.598 1.351.224 3.809.787
Zweite EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne 100 100 40.601 37.635 2.966 2.345
ET Agro Trade GmbH i.L., Lohne 100 100 0 37.399 0 -819
EnviTec Biogas Nederland B.V., Enter/Niederlande 100 100 -403.057 -406.245 9.498 12.310
EnviTec Baltic SIA, Riga/Lettland 100 100 131.268 -56.533 189.073 -8.496
EnviTec Iberica S.L., Bilbao/Spanien 100 100 -592.792 -592.792 0 0
EnviTec Italia GmbH, Lohne 100 100 -440.691 -440.691 0 398.900
EnviTec Biogas Italia s.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 1.273.782 1.599.631 -651.425 -679.573
EnviTec Energy GmbH & Co. KG, Lohne 100 100 336.350 334.894 1.457 -146.118
EnviTec Energy Verwaltungs GmbH, Lohne 100 100 32.880 30.889 1.990 2.048
EWS Biogas Projektentwicklungs- GmbH & Co. KG i.L.,
Lohne
100 100 0 6.853 0 -1.515
EWS Biogas Projektentwicklung Verwaltungs GmbH i.L.,
Lohne
100 100 0 35.685 0 1.373
Biogas Anklam Verwaltungs GmbH, Lohne 100 100 1.275.412 1.329.238 -53.826 298.689
Erste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam 93,85 93,85 735.562 1.042.153 243.408 286.194
Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam 100 100 604.007 635.767 218.240 295.759
Dritte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam 100 100 723.013 691.712 231.302 293.340
Vierte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam 100 100 746.851 677.938 268.913 283.462
Fünfte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam 100 100 848.058 712.198 185.859 155.650
Sechste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam 100 100 18.126 37.830 -19.704 -18.482
Pieve D'Olmi Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 100 100 -55.747 -154.312 -31.435 -165.432
Stagno Lombardo Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 100 100 117.340 65.666 51.675 55.566
EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne 98,6 98,6 3.408.902 2.691.117 1.042.786 3.411.854
EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne 98,6 98,6 40.890 39.189 1.701 1.573
Biogas Falkenberg GmbH & Co. KG, Falkenberg 100 100 173.832 385.314 -211.482 -42.237
Biogas Falkenberg Verwaltungs GmbH, Falkenberg 100 100 33.067 31.229 1.838 1.815
Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG, Karstädt 91,5 91,5 11.000 149.697 -138.697 -115.140
Biogas Groß Warnow Verwaltungs GmbH, Karstädt 91,5 91,5 32.630 30.884 1.746 1.429
EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne 91,5 91,5 11.742.790 11.934.540 -195.443 120.048
ET
Energie Quakenbrück GmbH & Co. KG (vormals Bio
gas Straußfurt GmbH & Co. KG), Lohne
100 100 86.999 110.860 -23.861 891
Biogas Herzberg GmbH & Co. KG, Lohne 91,5 91,5 119.931 37.161 82.770 -43.924
Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG, Kalefeld 91,5 91,5 152.608 74.102 78.506 -100
Biogas Lüchow GmbH & Co. KG, Lohne 91,5 91,5 832.254 809.825 22.429 93.102
Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG, Lohne 91,5 91,5 5.553 -706.690 212.243 -48.859
EnviTec Projektentwicklung GmbH , Lohne 87,5 87,5 466.651 441.685 24.966 -9.840
Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Lohne 87,5 87,5 3.693.331 2.217.246 1.026.085 860.413
Biogas Böddenstedt GmbH & Co. KG, Salzwedel 100 100 823.613 513.706 9.906 860
Biogas Böddenstedt Verwaltung GmbH, Salzwedel 100 100 31.281 29.615 1.666 1.493
Biogas Friedland Verwaltungs GmbH, Lohne 87,4 87,4 134.121 116.289 17.832 19.645
EnviTec Biogas d.o.o., Zagreb/Kroatien 85 85 -43.162 -43.162 0 0
Biogas Schönthal GmbH & Co. KG, Willebadessen 79 79 133.848 144.956 -11.108 -44.494
Biogas Schönthal Verwaltungs GmbH, Willebadessen 79 79 36.935 35.285 1.650 1.646
Baura Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 75 75 69.123 37.892 31.231 -36.815
Fabrico Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 75 75 1.466 1.466 0 -71.848
Rolo Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 80 80 -6.430 -6.430 0 -15.932
Malombra Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 75 75 -10.630 -10.630 0 -16.676
Latina Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 100 100 -420 -420 0 0
Formignana Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 100 100 -66.746 -584.403 -165.342 -567.966
Brazzolo Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien 100 100 -14.656 -14.656 0 -19.655
Biogas Operating Holding s.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 291.088 243.550 -91.695 -70.102
Pressanna Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 -6.539 -6.539 0 -13.625
Urbana Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 9.331 16.334 -7.002 6.322
Schio Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 -17.635 -49.450 -23.185 -59.303
Cona Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 -8.100 -8.100 0 -13.483
Foresti Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 -7.871 -7.871 0 -13.520
Caldogno Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 -17.115 -198.258 -36.857 -210.304
Merlara Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 57.654 -189.070 58.725 -200.267
Massa Fiscaglia Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien 100 100 -12.659 -12.659 0 -13.205
A3 Water Solutions GmbH, Gelsenkirchen 70 70 928.383 903.290 25.093 -83.409
MMF MaxFlow Membran Filtration GmbH, Gelsenkirchen 70 70 -508.350 -510.426 2.076 -370.122
Biogas Heilemann GmbH & Co. KG, Rotenburg/Wümme 70 70 705.264 501.247 204.017 93.438
Biogas Heilemann Verwaltungs GmbH, Rotenburg/Wümme 70 70 42.997 40.172 2.825 2.856
Biogas Heilemann-Holsten GmbH & Co. KG, Rotenburg/
Wümme
100 100 -40.007 42.253 -82.260 -86.982
Second Biogas Operating Holding s.r.l., Sommacampa
gna/Italien
70 70 741.249 647.307 -216.058 -229.119
Envitec France sarl, Tregueux/Frankreich 65 65 -536.790 -759.539 222.748 3.730
Envitec Biogas UK Ltd., Rugeley/Großbritannien 60 60 478.854 -64.820 535.316 -298.405
Biogas Nordholz GmbH, Minden 60 60 460.458 429.599 30.859 141.498
EnviTec Biogas SK s.r.o., Levice/Slowakei 100 100 446.456 446.456 0 101.493
EnviTec Biogas Central Europe s.r.o., Velké Mezirici/Tsche
chien
65 55 52.026 335.598 -272.961 364.105
ETBKN GmbH & Co. KG, Lohne 75 75 1.044.681 1.015.149 29.532 39.465
ETBKN Verwaltungs GmbH, Lohne 75 75 30.325 28.611 1.714 1.463
Biogas Ringleben GmbH & Co. KG, Lohne 100 100 -178.074 -195.157 17.083 -280.296
Biogas Klein Mühlingen GmbH & Co. KG, Vogelsang 100 100 544.441 200.755 -6.314 -10.878
Biogas Schönwalde GmbH & Co. KG, Schönwalde 100 100 601.105 373.285 -22.180 -116.909
Biogas Schönwalde Verwaltung GmbH, Schönwalde 100 100 32.602 30.848 1.754 1.482
Biogas Sachsendorf GmbH & Co. KG, Schwarz Sachsendorf 100 100 425.254 195.036 230.218 -466.826
eeMaxx Anlagen- und Betriebs GmbH & Co. KG, Garrel 73 73 5.305.295 5.436.389 -148.260 215.658
eeMaxx Verwaltungs GmbH, Garrel 73 73 25.857 25.291 567 610
Biogas Schenkenhorst GmbH & Co. KG, Garrel 85 85 -309.832 -80.904 -228.928 -67.271
Biogas Schenkenhorst Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 32.458 31.113 1.344 1.376
Biogas Brehna GmbH & Co. KG, Garrel 90 90 342.439 399.725 -57.286 -22.005
Biogas Brehna Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 30.760 29.415 1.345 1.381
Biogas Kuck Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 31.743 30.230 1.513 1.351
Biogas Dambeck GmbH & Co. KG, Garrel 100 100 571.937 619.179 -47.242 12.306
Biogas Dambeck Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 33.276 31.814 1.462 1.425
Biogas Kruse Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 26.363 25.818 544 373
Biogas Kalbe GmbH & Co. KG, Garrel 100 100 723.831 687.740 -96.445 111.340
Biogas Kalbe Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 32.787 31.383 1.403 1.334
Vierte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne 88 88 -133.701 45.656 -183.243 -27.978
Vierte EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne 88 88 29.367 27.731 1.636 1.011
Biogas Trüstedt GmbH & Co. KG, Garrel 100 100 884.668 947.902 -63.234 -66.435
Biogas Trüstedt Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 28.915 27.177 1.739 1.428
Biogas Neutrebbin GmbH & Co. KG, Garrel 100 100 2.422.312 2.054.495 336.949 74.125
Biogas Neutrebbin Verwaltungs- GmbH, Garrel 100 100 29.937 28.445 1.492 1.235
EnviTec Biogas USA, Inc., Rochester/USA 100 100 -642.900 -221.928 -370.543 -178.690
EnviTec Stromkontor GmbH & Co. KG 100 100 50.000 50.000 504.115 343.813
EnviTec Biogas Service Italy s.r.l., Sommacampagna/
Italien
100 100 905.055 1.153.504 -48.450 696.110
EnviTec Biogas Service UK Ltd., Rugeley/Großbritannien 60 60 96.665 152.491 -63.192 93.935
Zweite Biogas Nesse Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne 100 100 -1.016.498 -958.677 -57.821 -1.025.697
Dritte EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne 100 100 89.960 129.354 35.606 25.278
Erste Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow 100 100 -148.984 -190.057 41.073 64.831
Dritte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow 54,4 54,4 -204.570 -297.666 93.096 145.581
Vierte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow 60,5 60,5 -145.394 -239.012 100.732 168.044
Fünfte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow 100 100 234.464 98.982 135.482 106.387
EnviTec Biogas Service s.r.o., Velké Mezirici/Tschechien 85 85 674.060 511.500 165.389 338.208
Biogas Lampertheim GmbH & Co. KG, Lohne 70 70 64.418 65.369 -952 -2.522
Biogas Lampertheim Verwaltungs GmbH, Lohne 70 70 26.447 25.998 449 1.624
ET
Energy Leipzig GmbH & Co. KG (vormals Biogas
Elsteraue GmbH & Co. KG), Lohne
100 100 83.398 97.599 -14.202 3.620
EnviTec Assekuranzmakler GmbH, Lohne 75 75 200.755 93.198 107.557 26.002
Biogas Wanzleben GmbH & Co. KG, Lohne 70 0 164.017 192.066 71.951 47.516
Biogas Wanzleben Verwaltungs GmbH, Wanzleben 70 0 36.570 34.881 1.688 1.717
Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, Lohne 90,6 0 -177.474 -199.425 21.951 278
Biogas Thomasburg Verwaltungs GmbH, Lohne 90,6 0 37.384 35.719 1.665 1.684
Biogas Nieheim GmbH & Co. KG, Lohne 64,8 0 848.785 866.537 -17.752 73.819
Biogas Nieheim Verwaltungs GmbH, Lohne 64,8 0 36.936 35.250 1.687 1.707
RePro Beber GmbH & Co. KG, Lohne 64,6 0 845.491 667.188 178.303 311.367
RePro Beber Verwaltungs GmbH, Lohne 64,6 0 38.104 36.491 1.613 1.730
Biogas Hirl GmbH & Co. KG, Bresegard 94 0 370.120 439.486 -69.365 67.613
Biogas Hirl Verwaltungs GmbH, Bresegard 94 0 36.260 34.683 1.577 2.283
Biogas Osterburg GmbH & Co. KG, Lohne 100 6 1.185.127 738.640 46.989 50.357
Biogas Angern GmbH & Co. KG, Lohne 87,6 0 548.240 376.959 351.282 165.149
Biogas Angern Verwaltungs GmbH, Lohne 87,6 0 38.850 37.159 1.691 1.718
Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG, Lohne 100 50 495.340 134.186 -138.846 -173.034
Biogas Reinsfeld Verwaltung GmbH, Lohne 100 50 30.951 30.593 358 1.185
Biogas Forst GmbH & Co. KG, Forst 100 40 8.534.863 4.605.051 -1.070.189 -18.575
Biogas Forst Verwaltungs GmbH, Forst 100 40 12.500 12.500 0 0
EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG (vormals Biogas
Woltersdorf GmbH & Co. KG), Saerbeck
100 50 4.638.260 52.915 -314.655 -45.319
EnviTec Anlagenbau Verwaltungs GmbH (vormals Biogas
Woltersdorf Verwaltungs GmbH), Saerbeck
100 50 26.763 26.344 419 1.239
EnviTec Biogas Ventures Ltd., Rugeley/Großbritannien 60 0 0 0 0 0
Energie Lucka GmbH & Co. KG (vormals Biogas Steglitz
GmbH & Co. KG), Lohne
100 100 121.874 117.700 4.174 1.924
II. Gemeinschaftsunternehmen (at-equity bewertet) Konzernanteil in % Eigenkapital in EUR Ergebnis in EUR
EnviTec Biogas kft., Ungarn* 51,14 51,14 -223.704 -223.704 0 9.756
EnviTec Biogas (India) Private Limited, Indien 50 50 1.015.513 1.015.513 0 0
ETFT EnviTec Filtration Technik GmbH, Lohne 50 50 -79.874 -79.874 0 -14.450
Envitec van de Velde Service B.V.B.A., Belgien 50 50 59.316 59.316 0 0
EnviTec-Greten Behälterbau GmbH & Co. KG, Lohne 50 50 108.433 243.457 -135.023 66.940
EnviTec-Greten Behälterbau Verwaltungs-GmbH, Lohne 50 50 24.910 24.910 0 -90

* Aufgrund von Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag der EnviTec Biogas SEE kft. hat der EnviTec Konzern keine Möglichkeit der Beherrschung der Gesellschaft, so dass die EnviTec Biogas SEE kft trotz Mehrheit der Anteile weiterhin nach der Equity-Methode bewertet wird.

III. Assoziierte Unternehmen (at-equity bewertet) Konzernanteil in % Eigenkapital in EUR Ergebnis in EUR
Biogas Neu Sterley GmbH & Co. KG, Lohne 50 50 587.572 716.213 231.358 473.531
Biogas Neu Sterley Verwaltungs GmbH, Lohne 50 50 37.052 35.167 1.884 1.686
Biogas Spekendorf GmbH & Co. KG, Lohne 50 50 408.644 347.361 61.284 -14.759
Biogas Spekendorf Verwaltung GmbH, Lohne 50 50 39.311 37.665 1.646 1.809
Biogas Golzow GmbH & Co. KG, Golzow 48 48 1.076.854 1.059.880 16.974 66.043
Biogas Golzow Verwaltungs GmbH, Golzow 48 48 34.635 32.601 2.034 1.934
Biogas Gut Rigterink GmbH & Co. KG, Bad Bentheim 46 46 -50.485 10.833 -61.318 -70.205
Biogas Gut Rigterink Verwaltungs GmbH, Bad Bentheim 46 46 34.442 32.708 1.734 1.652
Biogas Putzar GmbH & Co. KG, Putzar 50 50 576.141 583.994 -7.853 100.388
Biogas Putzar Verwaltungs GmbH, Putzar 50 50 34.489 32.515 1.973 1.654
Knipgas GmbH & Co. KG, Kleve 50 50 676.739 606.375 174.437 48.090
Knipgas Verwaltungs GmbH, Kleve 50 50 32.435 30.867 1.567 1.664
Biogas Löschenrod GmbH & Co. KG, Lohne 44 44 -112.727 3.878 -116.605 -53.441
Biogas Löschenrod Verwaltungs GmbH, Lohne 44 44 37.157 35.442 1.716 1.718
Biogas Dishley GmbH & Co. KG, Lohne 50 50 990.440 986.698 3.742 198.226
Biogas Dishley Verwaltungs GmbH, Lohne 50 50 31.677 30.217 1.460 1.619
Biogas Exter GmbH & Co. KG, Vlotho-Exter 49 49 337.204 400.311 -63.107 -34.241
Biogas Exter Verwaltungs GmbH, Vlotho-Exter 49 49 32.901 31.183 1.718 1.544
Biowatt Sarl, Frankreich 50 50 908.914 770.279 90.096 7.379
Biogas Ihorst GmbH & Co. KG, Holdorf 27,5 27,5 539.375 574.370 115.005 195.360
Biogas Ihorst Verwaltungs GmbH, Holdorf 27,5 27,5 32.936 31.286 1.649 1.641
Rentech Bioenergas S.A., Athen/Griechenland 21 21 0 0 0 0
Helianthus srl, San Dona di Piave/Italien 50 50 0 0 0 0
Biogas Potthast GmbH & Co. KG, Beverungen 50 50 860.146 788.599 71.547 216.876
Biogas Potthast Verwaltungs GmbH, Beverungen 50 50 33.243 31.468 1.775 1.743
Biogas Kleve GmbH & Co. KG, Kleve 50 50 24.734 12.365 12.370 -45.750
Biogas Kleve Verwaltungs GmbH, Kleve 50 50 31.962 30.038 1.924 1.694
Biogas Medebach GmbH & Co. KG, Medebach 50 50 -84.827 10.871 -10.697 -63.423
Biogas Medebach Verwaltungs GmbH, Medebach 50 50 32.310 30.561 1.748 1.755
Biogas Altentreptow GmbH & Co. KG, Altentreptow 50 50 1.718.958 1.523.803 195.155 302.376
Biogas Altentreptow Verwaltungs GmbH, Altentreptow 50 50 32.222 30.579 1.643 1.736
Biogas Roga GmbH & Co. KG, Datzetal 50 50 1.333.860 1.261.784 72.077 230.363
Biogas Roga Verwaltungs GmbH, Datzetal 50 50 29.793 28.540 1.254 1.202
Biogas Elm GmbH & Co. KG, Bremervörde 49 49 434.339 314.327 120.012 -8.586
Biogas Elm Verwaltungs GmbH, Bremervörde 49 49 35.422 33.302 2.121 1.939
Biogas Brakel GmbH & Co. KG, Brakel 50 50 626.656 744.080 42.576 82.238
Biogas Brakel Verwaltungs GmbH, Brakel 50 50 32.461 30.689 1.772 1.809
Biogas Penzlin GmbH & Co. KG, Lohne 50 50 659.054 416.776 242.278 117.884
Biogas Penzlin Verwaltungs GmbH, Lohne 50 50 29.071 28.485 585 1.552
Biogas Dirkes GmbH & Co. KG, Südmerzen 50 50 680.592 697.999 57.593 113.486
Biogas Dirkes Verwaltungs GmbH, Südmerzen 50 50 32.443 30.570 1.873 1.714
Biogas Grieben GmbH & Co. KG, Grieben 49 49 500.218 460.633 39.585 170.869
Biogas Grieben Verwaltungs GmbH, Grieben 49 49 31.421 29.643 1.778 1.634
Biogas Rönnau GmbH & Co. KG, Ahlhorn 50 50 -763.197 -275.010 -488.187 -383.436
Biogas Rönnau Verwaltungs GmbH, Ahlhorn 50 50 32.137 30.438 1.699 1.480
Biogas Kruse GmbH & Co. KG, Garrel 50 50 564.926 727.614 -162.688 -50.124
Biogas Meetzen GmbH & Co. KG, Holdorf 49 49 9.369 -6.666 16.034 -9.827
Biogas Meetzen Verwaltungs GmbH, Holdorf 49 49 29.890 28.030 2.211 1.422
Biogas Talge Verwaltungs- GmbH, Garrel 49 49 30.514 29.052 1.462 1.418
Biogas Talge GmbH & Co. KG, Garrel 49 49 534.405 475.611 58.794 20.823
Biogas Kuck GmbH & Co. KG, Garrel 49 49 -15.013 148.080 -156.974 -82.223
Saergas GmbH & Co. KG, Saerbeck 33,33 33,33 1.070.068 974.470 95.598 159.541
Zweite Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow 46,5 46,5 -179.524 -274.320 94.796 136.099
Biogas Gallin I GmbH & Co. KG, Gallin-Kuppentin, Gallin 50 50 210.184 -62.388 272.572 354.485
Biogas Gallin I Verwaltungs GmbH, Gallin-Kuppentin, Gallin 50 50 27.714 26.388 1.326 1.391
Biogas Gallin II GmbH & Co. KG, Gallin-Kuppentin, Gallin 50 50 942.997 653.732 245.745 275.941
Biogas Gallin II Verwaltungs GmbH, Gallin-Kuppentin, Gallin 50 50 27.588 26.481 1.107 1.484
Biogas Eikeloh GmbH & Co. KG, Erwitte 50 50 92.628 93.796 -1.169 -1.802
Biogas Eikeloh Verwaltungs GmbH, Erwitte 50 50 25.000 25.000 0 0
Libramont Energie Vertes, Libramont-chevigny 50 50 -571.926 -281.081 -290.845 -381.081
Alternativ-Energie Priborn GmbH & Co. KG, Priborn 50 0 357.504 0 -42.497 0
Alternativ-Energie Priborn Verwaltungs GmbH, Priborn 50 0 37.320 0 -1.169 0

Grundlage der Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis sind die nach HGB bzw. lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellten Abschlüsse.

Bis auf die EnviTec Biogas (India) Private Limited haben alle Gesellschaften ihren Abschluss auf den 31.12. des Jahres aufgestellt. Der Abschlussstichtag der EnviTec Biogas (India) Private Limited ist aufgrund nationaler Vorschriften der 31.03.

8. Sonstige langfristige Forderungen

Die sonstigen langfristigen Forderungen betreffen vergebene festverzinsliche Darlehen an fremde Dritte und assoziierte Unternehmen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Veränderungen gegenüber dem Vorjahr stammen im Wesentlichen aus Umgliederungen von Darlehen aus dem kurzfristigen Bereich.

9. Fertigungsaufträge

Die Fertigungsaufträge zum 31.12.2014 stellen sich wie folgt dar:

Fertigungsaufträge 2014 in EUR 2013 in EUR
In Bauausführung befindliche Biogasanlagen mit aktivischem Saldo
Im Geschäftsjahr erfasste Auftragserlöse 40.327.917 39.791.226
Kumulierte angefallene Kosten 35.113.495 22.154.767
Kumulierte ausgewiesene Gewinne 3.340.316 646.837
Kumulierte erhaltene Anzahlungen -28.116.998 -12.925.275
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 10.336.812 9.876.330
In Bauausführung befindliche Biogasanlagen mit passivischem Saldo
Im Geschäftsjahr erfasste Auftragserlöse 3.676.668 4.012.645
Kumulierte angefallene Kosten 1.741.657 1.378.712
Kumulierte ausgewiesene Gewinne 409.256 249.837
Kumulierte erhaltene Anzahlungen -2.383.944 -2.517.100
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo 233.031 888.551

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf nicht werthaltige Fertigungsaufträge in Höhe von TEUR 1.135 (Vorjahr TEUR 1.374) vorgenommen.

10. Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

Vorräte 2014 in EUR 2013 in EUR
Roh-, Hilfs- und Betriebs
stoffe
38.535.348 28.789.137
Fertige Erzeugnisse und
Waren
57.950 0
Geleistete Anzahlungen 2.384.331 1.160.515
40.977.629 29.949.652

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren keine wesentlichen Wertberichtigungen auf Vorräte notwendig.

11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind vollständig innerhalb eines Jahres fällig. Die Einzelwertberichtigungen für Forderungen haben sich insgesamt wie folgt entwickelt:

Forderungen 2014 in EUR 2013 in EUR
Kumulierte Wert
berichtigung 01.01.
2.638.542 1.857.341
Zuführung 739.313 1.729.133
Umgliederung -696.800 0
Auflösung 1.427.778 947.932
Kumulierte Wert
berichtigung 31.12.
1.253.277 2.638.542

Einzelwertberichtigungen wurden auf Forderungen gegenüber Dritten vorgenommen, die sich in unerwarteten wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Die Bemessung der Wertberichtigungen erfolgt dabei entsprechend der erwarteten Netto-Zahlungsausfälle. Die Wertminderungen wurden im sonstigen betrieblichen Aufwand im Konzernergebnis erfasst. Der Buchwert der wertberichtigten Forderungen beträgt zum 31.12.2014 1.665.061 EUR (Vorjahr 5.096.622 EUR).

Die nicht fälligen Forderungen betragen TEUR 21.838 Vorjahr TEUR: 28.156).

Übersicht der überfälligen Forderungen vor vorgenommenen Wertberichtigungen in TEUR:

Forderungsanalyse 2014 2013 2012
31 < 90 Tage 1.147 1.140 3.999
91 > 180 Tage 520 424 2.067
181 < 360 Tage 1.052 1.119 1.646
> 360 Tage 5.691 5.609 4.636
Gesamt 8.410 8.292 12.348

Die Sicherung der überfälligen Forderungen erfolgt üblicherweise durch Vertragserfüllungsbürgschaften, die vom Kunden angefordert werden oder durch anderweitige Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. die Abtretung von Forderungen aus der Stromerzeugung oder durch Sicherungsübereignung von Geschäftsanteilen und/oder sonstigen Vermögenswerten. Bezüglich der überfälligen und nicht wertgeminderten Forderungen bestehen keine Zweifel an der Bonität der Kunden. Forderungsausfälle sind in 2014 nur in unwesentlicher Höhe angefallen (Vorjahr: TEUR 265).

12. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige
Vermögenswerte
2014 in EUR 2013 in EUR
Darlehen an Dritte 2.957.959 3.704.552
Forderungen gegen
assoziierte Unternehmen
3.151.241 7.270.809
Zinsansprüche 60.619 83.803
Abgrenzungsposten 2.791.806 2.542.628
Forderungen an Mitarbeiter 42.606 33.516
Erstattung Verkehrssteuern 6.076.521 8.308.731
Lieferantenrückerstattung 152.990 183.657
Ausstehende Gutschriften/
Weiterberechnungen
4.455.701 601.350
Derivate 0 33.829
Übrige kurzfristige Forde
rungen
2.776.866 3.985.163
Gesamt 22.466.309 26.748.038

Bei den Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus der Veräußerung von Biogasanlagen und Maschinen (TEUR 1.057, Vorjahr TEUR 2.013) und Darlehensforderungen. Die Darlehen sind zu Zinssätzen gewährt, die mit durchschnittlichen Marktzinssätzen vergleichbar sind und sind unbesichert. Die Verminderung der Darlehen an Dritte und der Forderungen gegen assoziierte Unternehmen ist im Wesentlichen bedingt durch Umgliederungen in den langfristigen Bereich.

Die sonstigen Vermögenswerte lassen sich in finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte, entsprechend der Definitionen des IAS 32, einteilen. Unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind 13.597.982 EUR (Vorjahr 15.896.679 EUR) finanzielle und 8.868.327 EUR (Vorjahr 10.851.359 EUR) nicht finanzielle Vermögenswerte erfasst. Die nicht finanziellen Vermögenswerte umfassen die Abgrenzungsposten und den Anspruch auf Erstattung von Verkehrssteuern.

Die Wertberichtigungen für sonstige kurzfristige Vermögenswerte haben sich insgesamt wie folgt entwickelt:

2014 in EUR 2013 in EUR
Kumulierte
Wertberichtigung 01.01.
543.027 466.428
Zuführung 348.418 155.527
Umgliederung 696.800 0
Auflösung 0 78.928
Kumulierte
Wertberichtigung 31.12.
1.588.245 543.027

Wertberichtigungen wurden auf kurzfristige Vermögenswerte gegenüber Dritten und assoziierten Unternehmen vorgenommen, die sich in unerwarteten wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Die Bemessung der Wertberichtigungen erfolgt dabei entsprechend der erwarteten Netto-Zahlungsausfälle.

13. Steuererstattungsansprüche

Die Steuererstattungsansprüche betreffen Ertragsteuern des laufenden Geschäftsjahres, die bislang noch nicht von den Finanzbehörden zurückerstattet wurden. Sie sind mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Steuerzahlung zu erwarten ist.

14. Eigenkapital

14.1. Eigenkapitalentwicklung

Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals sowie ihre Entwicklung in den Jahren 2013 und 2014 ergeben sich aus dem Eigenkapitalspiegel.

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 15.000. Es ist eingeteilt in 15.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Nennwert von 1,00 Euro je Stück.

Am 31. Dezember 2014 befanden sich 150.000 Stückaktien (Vorjahr: 150.000) der EnviTec Biogas AG mit einem rechnerischen Nennwert von 1,00 Euro je Stück im Bestand der EnviTec Biogas AG. Die Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 2.082 wurden vom Buchwert des Eigenkapitals abgesetzt. Unter Berücksichtigung des Erwerbs der eigenen Aktien befinden sich zum 31. Dezember 2014 insgesamt 14.850.000 Stückaktien im Umlauf. Zur weiteren Entwicklung verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel.

Die Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 hat die bedingte Erhöhung des Grundkapitals um einen Betrag bis zu 4.500.000,00 Euro beschlossen (Bedingtes Kapital 2007/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber und Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen einmalig oder mehrmalig begeben werden. Die Ausgabe der Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils festzulegenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten

aus gegen bar ausgegebene Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand wird ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Die Kapitalrücklage betrifft im Wesentlichen das Agio anlässlich des Börsengangs vom 12. Juli 2007. Hierdurch hat sich die Kapitalrücklage nach Abzug der Kosten des Börsengangs (TEUR 7.092) gemäß IAS 32.37 um TEUR 133.479 erhöht. Weitere Einzelheiten zur Kapitalrücklage ergeben sich aus dem Eigenkapitalspiegel.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Juni 2009 wurden aus dem Gewinnvortrag 10.000.000,00 Euro in die neu gebildete Gewinnrücklage eingestellt.

Die Fremdwährungsumrechnungsrücklage in Höhe von EUR -193.045 (Vorjahr: EUR -143.626) beinhaltet die Differenz aufgrund der Umrechnung der Abschlüsse der vollkonsolidierten Unternehmen, deren Währung nicht auf Euro lautet. Es handelt sich hierbei um die Tochtergesellschaften in Großbritannien, Tschechien, Kroatien und USA. Sie hat sich aufgrund von Umrechnungen ausländischer Tochterunternehmen um 49.419 EUR vermindert.

Die Sonstigen Rücklagen umfassen in Höhe TEUR -163 (Vorjahr TEUR -113) die erfolgsneutrale Bewertung des Cashflow Hedges.

Im Eigenkapital zum 31.12.2014 sind Ergebnisse aus dem other comprehensive income in Höhe von EUR -81.031 (Vorjahr: EUR -2.709) enthalten.

Der Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter in Höhe von TEUR -398 (Vorjahr TEUR -876) enthält die Anteile von konzernfremden am Eigenkapital von vollkonsolidierten Unternehmen.

14.2. Kapitalmanagement

Die EnviTec Biogas AG steuert ihr Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu maximieren. Hierzu gehört auch die Optimierung des Verhältnisses von Eigenkapital zu Fremdkapital. Im Mittelpunkt steht dabei die langfristige Wertsteigerung im Interesse von Investoren, Mitarbeitern und Kunden.

Branchenüblich überwacht der Konzern sein Kapital auf Basis des Verschuldungsgrads, berechnet aus dem Verhältnis von Fremdkapital zu Gesamtkapital. Das steuerungsrelevante Gesamtkapital besteht aus dem Eigenkapital und den Finanzverbindlichkeiten. Das Eigenkapital setzt sich zusammen aus dem gezeichneten Kapital, der Kapitalrücklage, den Gewinnrücklagen, dem Gewinnvortrag, den Minderheitsanteilen sowie dem Konzernergebnis. Die Finanzverbindlichkeiten betreffen die gesamten Finanzschulden einschließlich der kurzfristigen Finanzschulden und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2014 54,4% (Vorjahr: 57,4%).

Im Rahmen des im September 2012 platzierten Schuld-

scheindarlehen sind Financial Covenants hinsichtlich der Eigenkapitalquote sowie des Verschuldungsgrads einzuhalten. Zum 31.12.2014 werden die Financial Covenants eingehalten.

Daneben wurde ein Margen Step Up in Höhe von 0,5% p.a. vereinbart, der zu zahlen ist, sofern sich der Verschuldungsgrad in bestimmten Bandbreiten bewegt.

Im Übrigen verweisen wir auf unsere Ausführungen zum Risikomanagement in unserem Lagebericht.

15. Rückstellungen

Die einzelnen Rückstellungskategorien haben sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt entwickelt:

Stand
01.01.2014
in EUR
Verbrauch
2014
in EUR
Auflösung
2014
in EUR
Zuführung
2014
in EUR
Stand
31.12.2014
in EUR
Rückstellungen für noch nicht
abgerechnete Leistungen
6.254.417 5.764.649 489.768 8.236.711 8.236.711
Davon kurzfristig 6.254.417 5.764.649 489.768 8.236.711 8.236.711
Rückstellungen für Kulanzleistungen
und Gewährleistungen
1.705.077 1.279.677 0 498.183 923.583
Davon kurzfristig 764.077 764.077 0 498.183 498.183
Übrige Rückstellungen 1.660.000 337.925 322.075 161.001 1.161.001
Davon kurzfristig 1.660.000 337.925 322.075 161.001 1.161.001
9.619.494 7.382.251 811.843 8.895.895 10.321.295
Davon kurzfristig 8.678.494 6.866.651 811.843 8.895.895 9.895.895

Die einzelnen Rückstellungskategorien haben sich im Geschäftsjahr 2013 wie folgt entwickelt:

Stand
01.01.2013
in EUR
Verbrauch
2013
in EUR
Auflösung
2013
in EUR
Zuführung
2013
in EUR
Stand
31.12.2013
in EUR
Rückstellungen für noch nicht
abgerechnete Leistungen
11.441.602 10.912.420 529.182 6.254.417 6.254.417
Davon kurzfristig 11.441.602 10.912.420 529.182 6.254.417 6.254.417
Rückstellungen für Kulanzleistungen
und Gewährleistungen
1.539.132 699.132 0 865.077 1.705.077
Davon kurzfristig 699.132 699.132 0 764.077 764.077
Übrige Rückstellungen 190.576 190.576 0 1.660.000 1.660.000
Davon kurzfristig 190.576 190.576 0 1.660.000 1.660.000
13.171.310 11.802.128 529.182 8.779.494 9.619.494
Davon kurzfristig 12.331.310 11.802.128 529.182 8.015.417 8.678.494

Die erwarteten Mittelabflüsse für die im Geschäftsjahr 2013 und 2014 bilanzierten Rückstellungen ergeben sich wie folgt:

Erwartete Mittelabflüsse 31.12.2014 in EUR Erwartete Mittelabflüsse 31.12.2013 in EUR
2015 9.895.895 2014 8.678.491
2016 425.400 2015 941.000
10.321.295 9.619.494

Bei den Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Leistungen handelt es sich um ausgeführte Leistungen von Dritten, bei denen die Höhe und der Zeitpunkt der Abrechnung noch unsicher sind.

Die Rückstellungen für Kulanzleistungen und Gewährleistungen umfassen vertraglich vereinbarte Gewährleistungen aus dem Bau und dem Verkauf von Biogasanlagen. Die Rückstellungen basieren auf der besten Schätzung der Geschäftsführung hinsichtlich des zukünftigen Abflusses von wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung aus Gewährleistungen. Die Einschätzung wurde auf Basis historischer Erfahrungswerte gemacht und kann aufgrund von neuen Materialien und/oder sonstigen Faktoren schwanken. Es erfolgte eine Abzinsung in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 27). Dieser Effekt ist bei der Darstellung der Rückstellung in der Spalte Zuführung enthalten. Die Abzinsung erfolgte unter Zugrundelegung des von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssatzes bei einer Restlaufzeit 2 Jahren betrug er 2,90% (Vorjahr: 3,43%).

16. Finanzverbindlichkeiten

Insgesamt setzen sich die Finanzverbindlichkeiten wie folgt zusammen:

Gesamt
in EUR
Davon kurzfristig
in EUR
Gesamt
in EUR
Davon kurzfristig
in EUR
31.12.2014 31.12.2013
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 91.806.061 19.709.517 82.123.678 8.919.218
Verbindlichkeiten gegenüber
Minderheitsgesellschaftern
4.677.264 180.667 4.421.047 150.193
Erhaltene Anzahlungen 8.617.379 8.617.379 6.334.099 6.334.099
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 3.221.924 1.901.027 1.724.566 1.646.916
Verbindlichkeiten aus derivativen
Finanzinstrumenten
163.338 163.338 119.383 119.383
108.485.967 30.571.927 94.722.773 17.169.809

Die Finanzverbindlichkeiten zeigen insgesamt folgende Fälligkeiten:

Fälligkeiten im Jahr 31.12.2014 in EUR Fälligkeiten im Jahr 31.12.2013 in EUR
2015 30.571.927 2014 17.169.809
2016 12.143.557 2015 15.828.299
2017 7.060.512 2016 5.587.961
2018 21.393.112 2017 20.405.823
2019 11.298.115 2018 4.827.056
2020 und später 26.018.744 2019 und später 30.903.825
108.485.967 94.722.773

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten betrugen insgesamt EUR 30.571.927 (Vorjahr: EUR 17.169.809). Ihr gewichteter durchschnittlicher Zins lag bei 3,29% (Vorjahr: 3,47%).

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten im Wesentlichen Kredite zur Finanzierung von Biogasanlagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundpfandrechte und Sicherungsübereignungen gesichert.

Im Einzelnen bestanden zum 31.12.2014 folgende Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten:

Darlehensgeber Schuld
zum
31.12.2014
Schuld
zum
31.12.2013
Art der Sicherheit Buchwert der
Sicherheit
31.12.2014
Buchwert der
Sicherheit
31.12.2013
Landessparkas
se zu Oldenburg
3.046.637 3.673.867 Grundschuld in Höhe von 2.250.000 EUR
am Grund
stück Saerbeck, Boschstraße 2, sowie eine Grund
schuld in Höhe von 2.000.000 EUR
am Grundstück
Lohne, Industriering 10a
6.213.209 6.524.012
Landessparkas
se zu Oldenburg
1.377.467 1.674.445 Nachrangige Grundschuld in Höhe von 1.430.000
EUR
am Grundstück Rotenburg, Kesselhofskamp 2
Sicherungsübereignung Biogasanlagen einschließ
lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von
Ansprüchen der Stromerzeuger
1.492.384 1.832.437
Bremer Landes
bank
4.824.503 3.648.041 Erstrangige Grundschulden in Höhe von
5.725.000,00 EUR
am Grundstück Friedland, Am
Schwarzen Weg Sicherungsübereignung Biogasanla
gen Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie
versorgungsunternehmen
4.655.417 5.345.665
Bremer Landes
bank
227.265 318.175 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse
Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage
Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever
sorgungsunternehmen
627.334 631.691
Bremer Landes
bank
227.265 318.175 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse
Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage
Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever
sorgungsunternehmen
536.771 624.407
Bremer Landes
bank
227.265 318.175 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse
Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage
Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever
sorgungsunternehmen
536.428 624.383
Bremer Landes
bank
227.265 318.175 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse
Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage
Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever
sorgungsunternehmen
550.401 639.516
Bremer Landes
bank
72.209 216.655 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse
Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage
Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever
sorgungsunternehmen
640.838 748.156
Bremer Landes
bank
1.094.948 1.263.404 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.003.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Willebadessen,
Schönthal 25; Sicherungsübereignung der Biogasan
lage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie
versorgungsunternehmen
959.169 1.194.393
Volksbank Gel
senkirchen
144.975 170.827 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.111.000,00 Euro
am Grundstück Gelsenkirchen; Magdeburger Straße 16a
873.544 899.986
Deutsche Kredit
bank
1.520.700 1.760.597 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.400.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Minden, Stemmer
Landstraße 151; Sicherungsübereignung der Bio
gasanlage und Vorräte Abtretung von Ansprüchen
gegenüber Energieversorgungsunternehmen
1.386.987 1.509.974
Bremer Landes
bank
1.633.040 1.781.520 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.030.000,00
EUR
an Gemarkung Lüchow Blatt 2055 Flur 4 Flur
stück 69/51; Sicherungsübereignung der Biogasanla
ge Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie
versorgungsunternehmen
2.071.308 2.335.522
Oldenburgische
Landesbank AG
1.363.854 1.545.645 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.740.000,00 EUR
am Betriebsgrundstück Kalbe, An der Bahn; Sicherungs
übereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprü
chen gegenüber Energieversorgungsunternehmen
2.316.724 2.291.723
Oldenburgische
Landesbank AG
1.234.091 1.398.636 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.810.000,00 EUR
am Betriebsgrundstück Salzwedel, Im Dorf; Sicherungs
übereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprü
chen gegenüber Energieversorgungsunternehmen
1.679.059 1.924.139
Deutsche Kredit
bank
4.576.800 4.992.900 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 5.609.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Gemarkung
Neunaundorf, Sicherungsübereignung der Biogas
anlage und Abtretung von Ansprüchen gegenüber
Energieversorgungsunternehmen
2.779.886 3.285.456
Oldenburgische
Landesbank AG
1.310.540 1.474.360 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.802.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Sandersdorf-Brehna,
Quetzer Weg; Sicherungsübereignung der Biogasan
lage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie
versorgungsunternehmen
1.695.695 1.915.014
Landessparkas
se zu Oldenburg
1.546.470 1.689.810 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.160.000
EUR
am Blatt 574 des Grundbuches Bötersen,
Sicherungsübereignung Biogasanlagen einschließ
lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von
Ansprüchen der Stromerzeuger
1.301.943 1.561.681
Bremer Landes
bank
3.513.842 4.132.879 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 6.269.000
EUR
an Gemarkung Groß Rosenburg-Sachsendorf,
Blätter 409 und 312; Abtretung von Ansprüchen der
Stromerzeuger
3.890.451 4.310.947
Bremer Landes
bank
1.998.323 2.179.380 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.436.000 EUR
an Gemarkung Schönwalde, Blatt 271, Sicherungs
übereignung Biogasanlagen und Vorräte einschließ
lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von
Ansprüchen der Stromerzeuger
2.515.671 2.584.880
Bremer Landes
bank
1.827.680 1.993.840 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.260.000
EUR
an Gemarkung Salzwedel, Blatt 14046 Flur 80,
Sicherungsübereignung Biogasanlagen und Vorräte
einschließlich Maschinen und Einrichtungen Abtre
tung von Ansprüchen der Stromerzeuger
2.412.343 2.725.280
Oldenburgische
Landesbank AG
1.586.510 1.762.790 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.895.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Schenkenhorst, Blatt
201 Flur 248/0; Sicherungsübereignung der Bio
gasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber
Energieversorgungsunternehmen
1.674.933 1.911.085
Hypo Alpe-Adria
Leasing GmbH
2.588.411 3.023.901 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.160.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Bützow, Blatt 4983
Flur 7 Flurstück 72/18; Sicherungsübereignung der
Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber
Energieversorgungsunternehmen
1.941.685 2.271.247
Volksbank
Dinkklage-Stein
feld eG
571.400 685.700 Sicherungsübereignung des BHKW Abtretung von
Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunter
nehmen aus dem Biogasbetrieb der Fünfte Biogas
Bützow Betriebs GmbH & Co. KG
413.469 473.253
Landessparkass
zu Oldenburg
104.122 258.790 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.100.000,00
EUR
am Grundstück Angern, Loitscher Weg 5
Sicherungsübereignung Biogasanlage einschließ
lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von
Ansprüchen der Stromerzeuger
448.993 556.490
Oldenburgische
Landesbank
1.091.631 1.257.358 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.800.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Wanzleben, Vor dem
Schlosstor 2; Abtretung von Ansprüchen gegenüber
Energieversorgungsunternehmen, sowie diversen
Ansprüchen aus dem Betrieb der Biogasanlage
1.107.598 1.261.518
Oldenburgische
Landesbank
1.113.636 1.272.727 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.750.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Thomasburg, Ha
genweg; Abtretung von Ansprüchen gegenüber
Energieversorgungsunternehmen, sowie diversen
Ansprüchen aus dem Betrieb der Biogasanlage
1.005.483 1.203.817
Bremer Landes
bank
1.181.810 1.363.630 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.350.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Nieheim, Steinheimer
Straße 99; Sicherungsübereignung der Biogasanlage
Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever
sorgungsunternehmen
1.445.715 1.706.509
Bremer Landes
bank
1.021.086 1.178.178 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.128.000,00
EUR
am Betriebsgrundstück Bresegard, Hauptstra
ße 42; Sicherungsübereignung der Biogasanlage
Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever
sorgungsunternehmen
921.848 1.123.957
Bremer Landes
bank
2.866.171 3.211.432 Erstrangige Grundschulden in Höhe von
3.766.000,00 EUR
am Betriebsgrundstück Beber,
Zum Dachtelfeld 29; Sicherungsübereignung der
Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber
Energieversorgungsunternehmen
2.889.924 3.173.777
Bremer Landes
bank
1.628.624 1.789.012 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.184.000
EUR
an Gemarkung Osterburg, Blatt 10359 Flur 5,
Sicherungsübereignung Biogasanlagen und Vorräte
einschließlich Maschinen und Einrichtungen Abtre
tung von Ansprüchen der Stromerzeuger
2.298.591 2.477.050
Deutsche Kredit
bank
8.132.244 8.781.000 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 9.055.290,00
EUR
an Gemarkung Neutrebbin, Flur 2; Erstrangige
Grundschuld in Höhe von 1.461.100,00 EUR
an Ge
markung Neutrebbin, Flur 2,Sicherungsübereignung
Biogasanlagen und Vorräte einschließlich Maschinen
und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der
Stromerzeuger
9.022.449 9.405.911
DZ Bank 2.662.695 3.637 Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.800.000 EUR
an Gemarkung Trüstedt, Sicherungsübereignung
Biogasanlagen und Vorräte einschließlich Maschinen
und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der
Stromerzeuger
2.929.274 3.184.312
Bremer Landes
bank
749.000 999.000 Verpfändung von Anteilen an Kommanditgesell
schaften
1.749.001 1.749.001

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern handelt es sich in Höhe von TEUR 181 (Vorjahr: TEUR 150) um kurzfristige Darlehensgewährungen von Minderheitsgesellschaftern im Rahmen des Liquiditätsmanagements der eigenbetriebenen Biogasanlagen. Die Verzinsung erfolgt mit einem Zinssatz von 5%. In Höhe von TEUR 4.497 (Vorjahr: TEUR 4.271) handelt es sich

um Abfindungsansprüche von Minderheitsgesellschaftern. Bei den sonstigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.222 (Vorjahr: TEUR 1.725) handelt es sich um Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Dritten, die keine Kreditinstitute oder Minderheitsgesellschafter sind sowie um langfristige Zuschüsse.

17. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind vollständig innerhalb eines Jahres fällig.

18. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf:

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 31.12.2014 gesamt EUR 31.12.2013 gesamt EUR
Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung mit den Mitarbeitern 989.693 942.036
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 184.196 107.984
Verbindlichkeiten aus Verkehrssteuern und Steuerabzugsbeträge 310.800 159.860
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 692.123 233.416
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 1.772.207 1.039.806
3.949.019 2.483.102

Bei den Verbindlichkeiten aus Verkehrssteuern und Steuerabzugsbeträgen handelt es sich um am Bilanzstichtag geschuldete und abzuführende Lohn- und Kirchensteuer.

Bei den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich um kurzfristige Darlehen von Dritten an diverse Tochtergesellschaften, um kreditorische Debitoren sowie um noch nicht abgerechnete Leistungen, bei denen die Höhe aber noch nicht der Zeitpunkt der Abrechnung feststeht. Die Darlehen werden mit 5% p.a. verzinst und dienen dem kurzfristigen Liquiditätsmanagement.

Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich in Höhe von TEUR 40 (Vorjahr TEUR 40) um kurzfristige Zuwendungen gemäß IAS 20. Der langfristige Teil dieser Zuschüsse wird unter den sonstigen langfristen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Es handelt sich hierbei um Tilgungszuschüsse, die über die Restlaufzeit der bezuschussten Anlagengegenstände aufgelöst werden. Die Erträge werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

19. Steuerschulden

Die Steuerschulden betreffen Ertragsteuern des laufenden Geschäftsjahres, die bislang noch nicht an die Finanzbehörden gezahlt wurden. Sie sind mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Steuerzahlung erwartet wird.

20. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

20.1. Management von Finanzrisiken

Die EnviTec Biogas AG ist aufgrund von variabel verzinslichen lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einem Zinsrisiko, d.h. Wertänderungen künftiger Zahlungen aus einem Finanzinstrument, ausgesetzt. Das Zinsrisiko wird von der Geschäftsführung analysiert und gemanagt.

Die EnviTec Biogas AG hat im Geschäftsjahr 2012 zwei Zinsswaps (Payer-Swaps) mit einem Nominalvolumen von insgesamt 12 Mio. EUR zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos der laufenden Zinszahlungen von zwei neu abgeschlossenen variabel verzinslichen Darlehen abgeschlossen. In 2014 ist ein Zinsswap abgelöst worden, weil das dazugehörige Darlehen getilgt wude. Es besteht weiterhin ein Zinsswap mit einem Nominalvolumen von 5,5 Mio. EUR. Es waren keine Ineffektivitäten zu verzeichnen. Der Umgliederungsbetrag aus dem other comprehensive income der Zinsswaps für die gezahlten Beträge betrug in 2014 TEUR -116. Im other comprehensive income werden Wertänderungen aus den Zinsswaps in Höhe von TEUR -32 ausgewiesen.

Für die langfristigen Darlehen existieren überwiegend feste Zinsvereinbarungen, welche einem fair-value-Risiko unterliegen, so dass mögliche Zinssteigerungen kein Risiko für das Unternehmen darstellen. Der EnviTec-Konzern versucht seine langfristigen Darlehen in Zeiten des Niedrigzinsniveaus festverzinslich abzuschließen, um eine möglichst hohe Planungssicherheit zu erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 weist der EnviTec Konzern wie im Vorjahr keine kurzfristige variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten aus. Langfristige variable Finanzverbindlichkeiten bestehen in Höhe von TEUR 5.500 (Vorjahr: TEUR 12.000). Sie werden mit einem variablen Zins auf Basis des 6 Monats EURIBOR zuzüglich einer Marge verzinst. Das Risiko hieraus wird mit den oben genannten Zinsswaps abgesichert.

Bei einer Schwankungsbreite von plus/minus 50 Basispunkten bzw. 0,5% pro Jahr, hätte eine Zinserhöhung im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse einen mindernden Effekt auf das Finanzergebnis von 28 TEUR, ein Verfall einen erhöhenden Effekt auf das Finanzergebnis von TEUR 28. Entsprechend würde sich das Eigenkapital um TEUR 20 vermindern bzw. erhöhen.

Insgesamt werden langfristigen Darlehen zum Jahresende in Höhe von TEUR 72.097 (Vorjahr: TEUR 73.204) ausgewiesen. Die fest vereinbarten Zinssätze liegen zwischen 2,15% und 6,23%.

Umsätze und Einkäufe werden grundsätzlich in der Konzernwährung ausgeführt. Wesentliche Währungsrisiken bestehen hieraus nicht. Währungsrisiken können im Zusammenhang mit den Tochtergesellschaften in Großbritannien, den USA und Tschechien entstehen, da wesentliche Zahlungsströme sowohl in Euro als auch in der jeweiligen Landeswährung anfallen. Währungsrelationen werden von uns deshalb laufend beobachtet, um gegebenenfalls rechtzeitig Kurssicherungsmaßnahmen durchführen zu können. Derivative Finanzgeschäfte unterliegen einer strengen Überwachung, die durch eine Funktionstrennung gewährleistet wird.

In 2014 wurden Devisentermingeschäfte über TGBP 4.291 (Vorjahr: TCZK 10.624) sowie TUSD 255 (Vorjahr: TUSD 255) abgeschlossen. Hierdurch sollen zukünftige Zahlungsströme von mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Transaktionen abgesichert werden. Hierfür wurde kein Hedge Accounting angewendet. Die Wertänderungen wurden entsprechend in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten kann beeinträchtigt werden, wenn die Partner ihren Verpflichtungen zur Bezahlung oder sonstigen Erfüllung nicht nachkommen. Die bilanzielle Höhe der finanziellen Vermögenswerte gibt das maximale Ausfallrisiko für den Fall an, dass Geschäftspartner ihrer Verpflichtung nicht nachkommen. Kreditrisiken werden durch eine laufende Überwachung der einzelnen Forderungen sowie geeignete Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. Bonitätsüberprüfungen durch externe Agenturen und die Vorlage von Finanzierungszusagen durch finanzierende Banken begrenzt. Für ein Darlehen in Höhe von TEUR 8.004 (Vorjahr: TEUR 8.165) wurde ein umfangreiches Sicherheitspaket bestellt. Die tatsächlichen Forderungsausfälle waren in der Vergangenheit gering. Der EnviTec-Konzern unterhält zum Bilanzstichtag Fest- und Tagesgeldkonten bei deutschen Kreditinstituten, die dem Einlagensicherungsfonds unterliegen. Ein nennenswertes Bonitätsrisiko ist nicht vorhanden.

Liquiditätsrisiken wird durch auftragsbezogene, dem Projektfortschritt angepasste Anzahlungen der Auftraggeber entgegengetreten. Die Finanzierung des Baus der Immobilien an den Standorten Lohne und Saerbeck erfolgte grundsätzlich durch langfristige Bankdarlehen mit festen Zinssätzen. Eine tägliche Meldung des Liquiditätsstatus sowie die monatliche Liquiditätsplanung auf Grundlage der Unternehmensplanung gehören ebenso zu den Maßnahmen der Liquiditätssteuerung wie das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln. Aufgrund der bestehenden Kreditlinien bestehen keine Liquiditätsrisiken. Die freien Kreditlinien per 31.12.2014 betrugen TEUR 10.388 (Vorjahr: TEUR 21.261). Bei dem in 2012 neu aufgelegten Schuldscheindarlehen sind bestimmte Financial Covenants vereinbart. Diese betreffen zum einen die Eigenkapitalquote und zum anderen den Verschuldungsgrad. Beide Verpflichtungen konnten zum 31.12.2014 eingehalten werden.

Die vereinbarten Zahlungsströme der lang- und kurzfristigen Schulden stellen sich wie folgt dar:

Fälligkeiten im Jahr 31.12.2014 in EUR Fälligkeiten im Jahr 31.12.2013 in EUR
2015 68.389.368 2014 46.961.155
2016 13.113.377 2015 18.966.124
2017 8.735.070 2016 7.453.279
2018 22.298.503 2017 22.080.381
2019 12.026.192 2018 5.732.447
2020 und später 29.544.492 2019 und später 35.656.746
154.107.002 136.850.133

Die vereinbarten Zahlungsströme der lang- und kurzfristigen Schulden stellen sich wie folgt dar:

Die vereinbarten Zahlungsströme für die Derivate stellen sich wie folgt dar:

Fälligkeiten im Jahr 31.12.2014 in EUR Fälligkeiten im Jahr 31.12.2013 in EUR
2015 40.271 2014 27.839
2016 38.968 2015 -6.700
2017 16.770 2016 -39.069
2018 0 2017 -20.507
96.009 -38.437

20.2. Darstellung der Finanzinstrumente

Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten lassen sich in Bewertungskategorien mit den folgenden Buchwerten untergliedern:

Finanzinstrumente
2013 und 2014
Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert
in TEUR
Fair Value
in TEUR
2014 2013 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013
Aktiva
Sonstige langfristige Forderungen LAR LAR 29.466 38.588 30.543 40.106
Beteiligungen Afs Afs 23 56 23 56
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
LAR LAR 29.025 33.809 29.025 33.809
Darlehen an Dritte LAR LAR 2.958 3.705 2.958 3.705
Forderungen gegen assoziierte Unter
nehmen
LAR LAR 3.151 7.271 3.151 7.271
Zinsansprüche LAR LAR 61 84 61 84
Übrige kurzfristige Forderungen LAR LAR 7.428 4.922 7.428 4.922
Derivate HfT HfT 0 34 0 34
Flüssige Mittel LAR LAR 20.132 18.957 20.132 18.957
Finanzinstrumente
2013 und 2014
Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert
in TEUR
Fair Value
in TEUR
2014 2013 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013
Passiva
Langfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC FLAC 77.914 77.553 70.584 69.541
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC FLAC 30.572 17.170 30.572 17.170
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
FLAC FLAC 19.963 15.166 19.963 15.166
Derivate (Zinsswap) n. a. n. a. 163 119 163 119

Finanzinstrumente 2014

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:

Loans and Receivables (LAR): TEUR 92.221
Financial Liabilities at Amortised
Costs (FLAC): TEUR 128.449
Available for sale (Afs) TEUR 23

Bei den Finanzinstrumenten der Kategorie Afs handelt es sich um Beteiligungen an GmbH's und GmbH & Co. KG's mit Beteiligungsquoten deutlich unter 20%. Es handelt sich um bis zur Endfälligkeit zu haltende Investitionen für die kein aktuell aktiver Markt vorliegt. Eine Veräußerung der Beteiligungen ist nicht geplant.

Finanzinstrumente 2013

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:

TEUR 107.392
TEUR 109.889
TEUR 34
TEUR 56

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Vermögenswerten (ohne derivate Finanzinstrumente) und den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wird aufgrund der kurzen Laufzeit angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Für die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (ohne derivative Finanzinstrumente) wird angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Der beizulegende Zeitwert langfristiger Finanzschulden und Finanzforderungen ergibt sich als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Der Fair Value eines Teils der langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 361 (Vorjahr: TEUR 407) wurde mittels eines DCF-Verfahrens ermittelt und betrifft die Ausgleichsverpflichtung der atypisch stillen Gesellschafter an der Biogas Nordholz GmbH, Minden. Für die Berechnung wurde als Planungshorizont ein Zeitraum von 13 Jahren in Übereinstimmung mit der Dauer der Betriebsgenehmigung gewählt. Für den Cashflow wurden aufgrund der Vergütungsregelungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) gleich bleibende zukünftige Erlöse angenommen. Bei den Aufwendungen wurden Kostensteigerungen berücksichtigt. Der zugrundegelegte WACC beträgt 5,52% (Vorjahr: 7,13%). Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich aus dem Bilanzansatz und beträgt TEUR 361 (Vorjahr: TEUR 407). Bei einer Zinsänderung von 0,1% vermindert/erhöht sich der Anspruch um TEUR 4. Entsprechend der in IFRS 7 vorgegebenen Fair Value Hierarchie handelt es sich hierbei um einen Fair Value der Stufe 3 (Bewertung mithilfe von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren). Die Veränderung des Fair Values in Höhe von TEUR 46 (Vorjahr: TEUR 69) wurde erfolgswirksam in den Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern betrugen insgesamt TEUR 4.497 (Vorjahr: TEUR 3.896). Sie wurden nach der antizipierten Erwerbsmethode bilanziert.

Bei dem Fair Value der Devisentermingeschäfte sowie des Zinsswaps handelt es sich um einen Fair Value der Stufe 2 (Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen. Die

Ermittlung des Fair Values erfolgte anhand allgemein anerkannter Bewertungsmethoden.

Von den dargestellten finanziellen Vermögenswerten sind 2.629 (Vorjahr: 1.682) als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gestellt worden.

Nettoergebnis und Wertberichtigungen nach Bewertungskategorien:

TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Nettoergebnis Kredite
und Forderungen
3.072 1.611
davon Wert
berichtigungen
-1.088 -1.729
davon Zinserträge 2.732 2.392
davon Auflösung
Wertberichtigung
1.428 948
Nettoergebnis Verpflich
tungen, die zu fortge
führten Anschaffungsko
sten bewertet sind
-3.731 -3.487
davon
Zinsaufwendungen
-3.731 -3.487
Nettoergebnis
Held für trading
0 76

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

21. Umsatzerlöse

In 2014 wurden im Konzern wieder mehr Umsätze durch den Betrieb als aus dem Verkauf von Biogasanlagen erzielt. Die Erlöse aus Stromeinspeisungen und Wärmelieferungen erhöhten sich von TEUR 62.477 auf TEUR 64.834. Der Anlagenbau konnte seine Umsatzerlöse von TEUR 47.287 auf TEUR 50.410 steigern. Die Umsatzerlöse im Anlagenbau enthalten dabei auch die Auftragserlöse aus am Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossenen Projekten nach Maßgabe des Fertigstellungsgrades dieser Projekte. Den größten Umsatzanstieg konnte der Bereich Energy erzielen. Die Erlöse aus der Stromvermarktung stiegen von TEUR 19.737 auf TEUR 27.139. Weiterhin umfassen die Umsatzerlöse Erlöse aus Serviceleistungen in Höhe von TEUR 21.013 (Vorjahr: TEUR 19.327). Die Umsatzerlöse haben sich insgesamt wie folgt entwickelt:

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR in %
163.396.160 148.828.206 14.568 9,8

22. Sonstige betriebliche Erträge

Erträge aus dem Verkauf von Rohmaterial für Biogasanlagen TEUR 1.330 (Vorjahr TEUR 2.655), verrechnete Sachbezüge von Mitarbeitern in Höhe von TEUR 357 (Vorjahr: TEUR 424), Erträge aus der Auflösung der Einzelwertberichtigungen zu Forderungen TEUR 730 (Vorjahr: TEUR 948), Erträge aus weiterberechneten Kosten TEUR 982 (Vorjahr: TEUR 2.305), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 812 (Vorjahr: TEUR 529), Erträge aus Rückvergütung von Lieferanten TEUR 179 (Vorjahr: TEUR 184), Erträge aus der Weiterberechnung von Dienstleistungen TEUR 616 (Vorjahr: 844 TEUR) sowie Erträge aus Versicherungsentschädigungen sowie sonstigem Schadensersatz TEUR 493 (Vorjahr: TEUR 601) sind die wesentlichen sonstigen

betrieblichen Erträge. Im Vorjahr waren unter den sonstigen betrieblichen Erträgen Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen bei Zwischenholdings in Höhe von TEUR 4.517 enthalten, was die wesentliche Veränderung zum Vorjahr ausmacht.

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR in %
17.226.585 18.997.412 -1.771 -9,3
2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR in %
12.125.730 15.712.011 -3.586 -22,8

23. Materialaufwand

Der Materialaufwand enthält im Wesentlichen Materialkosten in Höhe von TEUR 76.950 (Vorjahr: TEUR 63.603) sowie Kosten für Fremdleistungen für den Bau und den Betrieb von Biogasanlagen TEUR 7.493 (Vorjahr: TEUR 8.786). Daneben sind Aufwendungen für Substrate in Höhe von TEUR 28.176 (Vorjahr: TEUR 28.355) im Materialaufwand enthalten. Der Materialaufwand hat sich insgesamt wie folgt entwickelt:

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR in %
112.619.612 100.744.244 11.875 11,8

Der Anstieg der Materialaufwendungen ist im Wesentlichen im Bereich Energy angefallen, weil die Vermarktung von Strom, insbesondere mit konzernfremden Unternehmen, stark gestiegen ist.

24. Personalaufwand und Mitarbeiter

Personalaufwand

Der Personalaufwand enthält Löhne und Gehälter in Höhe von TEUR 13.806 (Vorjahr: TEUR 15.353) sowie soziale Aufwendungen und Aufwendungen für die Altersversorgung und Unterstützung in Höhe von TEUR 3.420 (Vorjahr: TEUR 3.644).

Mitarbeiter

Die Zahl der Beschäftigten betrug 2014 durchschnittlich 345 Personen (Vorjahr: 379 Personen) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 9,0% verringert. Von dem durchschnittlichen Personalbestand entfallen Personen auf den Bereich Angestellte 284 und Personen 61 auf den Bereich Arbeiter. Die Mitarbeiter sind überwiegend im Bereich Produktion/Technik beschäftigt.

Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung

Im Personalaufwand sind im Geschäftsjahr Arbeitgeberbeiträge zu Rentenversicherung in Höhe von TEUR 896 (Vorjahr: TEUR 1.041) enthalten.

25. Abschreibungen

Die planmäßigen Abschreibungen haben sich aufgrund des Ausbaus des Eigenbetriebs noch einmal gegenüber dem Vorjahr erhöht, fallen aber durch die um TEUR 1.886 geringeren außerplanmäßigen Abschreibungen auf langfristige Forderungen insgesamt geringer aus. Die Abschreibungen haben sich wie folgt entwickelt:

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR
in %
15.502.109 16.031.391 -529 -3,3

In den Abschreibungen sind Wertminderungen auf sonstige langfristige Forderungen in Höhe von TEUR 180 (Vorjahr: TEUR 2.066) enthalten. Nähere Details zu den Abschreibungen sind dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

26. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lassen sich in Betriebskosten, Verwaltungskosten und Vertriebskosten unterteilen. Die Vertriebskosten sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen durch den deutlichen Rückgang der Kosten im Bereich Anlagenbau gesunken. Der Anstieg der Betriebskosten ist im Wesentlichen im Bereich Eigenbetrieb angefallen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich insgesamt wie folgt entwickelt.

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR
in %
23.838.053 26.364.305 -2.526 -9,6

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lassen sich im Einzelnen wie folgt aufgliedern:

2014 in EUR 2013 in EUR
Betriebskosten 16.541.165 16.415.042
Vertriebskosten 2.510.501 4.662.988
Verwaltungskosten 4.786.387 5.286.275
Gesamt 23.838.053 26.364.305

27. Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

Das Ergebnis aus at-equity einbezogenen Beteiligungen beinhaltet die anteiligen Ergebnisse aus 67 (Vorjahr 73) Gesellschaften.

Verluste, die den Anteil an assoziierten Unternehmen übersteigen, werden gem. IAS 28.37g nicht erfasst, sondern in einer Nebenrechnung fortgeführt und im Falle zukünftiger Gewinne mit diesen verrechnet. Die aufgrund dieser Vorschrift nicht berücksichtigten Verluste betragen im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 379 (Vorjahr TEUR 349) (kumuliert TEUR 829).

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR in %
813.821 -318.760 1.133 355,3

28. Zinserträge

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR in %
2.732.045 2.392.127 340 14,2

29. Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen enthalten Zinsen und ähnliche Aufwendungen insbesondere für Bankverbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten zur Liquiditätssteuerung von nahe stehenden Personen. Die übrigen Finanzaufwendungen haben sich wie folgt entwickelt:

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR
in %
3.731.097 3.486.586 245 7,0

Die Zinsaufwendungen entfallen wie folgt auf langfristige Finanzverbindlichkeiten, kurzfristige Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten:

2014 in EUR 2013 in EUR
Langfristige
Finanzverbindlichkeiten
3.381.972 3.223.018
Kurzfristige
Finanzverbindlichkeiten
128.611 77.885
Sonstige Verbindlichkeiten 220.514 185.683
Gesamt 3.731.097 3.486.586

30. Ertragsteuern

Steueraufwand

Als Ertragsteuern sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie die aktiven und passiven latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die latenten Steuern resultieren im Geschäftsjahr und Vorjahr im Wesentlichen aus zu versteuernden temporären Differenzen zwischen den Buchwerten und den Steuerwerten der Bilanzposten Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo und Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo. Der Steueraufwand hat sich wie folgt entwickelt:

2014 2013 Veränderung
in EUR in EUR in TEUR in %
2.230.915 717.125 1.514 211,1

Der Steueraufwand lässt sich im Einzelnen wie folgt aufgliedern:

2014 in EUR 2013 in EUR
Latenter
Steuerertrag/-aufwand
153.537 -3.829.073
Gezahlte bzw. geschuldete
Steuern
2.077.378 4.546.198
Gesamt 2.230.915 717.125

Steuerüberleitungsrechnung

Der tatsächliche Steueraufwand des Jahres 2014 von TEUR 2.231 (Vorjahr: TEUR 717) wich um TEUR 504 (Vorjahr: TEUR 439) von dem erwarteten Steueraufwand von TEUR 1.727 (Vorjahr: TEUR 278) ab, der sich bei Anwendung eines Durchschnittssteuersatzes auf das Vorsteuerergebnis des Unternehmens ergeben würde. Dieser Durchschnittssteuersatz wird aus Körperschaftsteuer (15%) Solidaritätszuschlag (5,5%) und einem Gewerbesteuerhebesatz von 350% ermittelt. Die Ursachen für den Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Steueraufwand begründen sich wie folgt:

2014
in EUR
2013
in EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 6.150.299 989.647
Anzuwendender Steuersatz 28,08% 28,08%
Erwarteter Steueraufwand 1.727.004 277.893
Nicht nutzbare Verlustvor
träge bzw. Nutzung von nicht
bilanzierten Verlustvorträgen
und Abschreibungen Verlust
vorträge
983.092 -305.359
Abweichungen zwischen ange
nommenen und tatsächlichen
Gewerbesteuerhebesätzen
sowie Gewerbesteuerliche Hin
zurechnungen und Kürzungen -927.171 -477.388
Nur steuerlich zurechenbare
Gewinne/Verluste
55.025 175.743
Ergebnis aus at-equity
bewerteten Beteiligungen
-235.541 -189.574
Abweichungen von Steuer
sätzen bei Tochterunternehmen
anderer Rechtskreise
42.009 -128.610
Nicht abzugsfähige
Aufwendungen
698.183 514.026
Periodenfremde Steuern 5.897 343.346
Ausländische Steuern -110.724 481.145
Sonstiges -6.859 25.903
Tatsächlicher Steueraufwand 2.230.915 717.125

Der Bestand der aktiven und passiven latenten Steuern setzt sich zum 31.12.2014 und 31.12.2013 wie folgt zusammen:

31.12.2014
in TEUR
31.12.2013
in TEUR
Steuerliche Verlustvorträge 2.216 2.086
Kurzfristige Vermögenswerte 1.535 1.298
Langfristige
Finanzverbindlichkeiten
261 241
Aktive latente Steuern 4.012 3.625
Sachanlagevermögen 880 1.350
Kurzfristige Vermögenswerte 0 8
Geschäfts- oder Firmenwert 174 211
Passive latente Steuern 1.054 1.569

Die Veränderung der latenten Steuern wurde im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Auf die steuerlichen Verlustvorträge einzelner ausländischer Tochtergesellschaften sowie auf Gesellschaften des Segments Eigenbetrieb wurden aktive latente Steuern gebildet, da die Gesellschaften mit hinreichender Sicherheit ermitteln können, dass sie diese mit künftigen Gewinnen verrechnen können.

31. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem Konzerngewinn (2014: TEUR 4.212; 2013: TEUR 319) und dem gewichteten Durchschnitt (2014: 14.850.000, 2013: 14.850.000) der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Für das Geschäftsjahr liegt das Ergebnis je Aktie bei 0,28 EUR (Vorjahr: 0,02 EUR).

Die in der Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 beschlossene bedingte Erhöhung des Grundkapitals um einen Betrag bis zu EUR 4.500.000,00 dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber und Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung von der EnviTec Biogas AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen einmalig oder mehrmalig begeben werden. Dieses Instrument kann das unverwässerte Ergebnis je Aktie in der Zukunft potentiell verwässern. Es wurde bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses nicht berücksichtigt, da sich daraus noch keine Rechte Dritter auf Aktienbezug ergeben.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des EnviTec-Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.

32. Zufluss aus operativer Tätigkeit

Der Brutto Cash-flow in Höhe von TEUR 21.698 (Vorjahr: TEUR 7.453) zeigt den betrieblichen Einnahmenüberschuss vor jeglicher Mittelbindung. Im Zufluss aus operativer Tätigkeit (Netto Cash-flow) von TEUR 35.389 (Vorjahr: TEUR 37.804) wurden die Veränderungen im Working Capital, insbesondere im Zusammenhang mit den Fertigungsaufträgen, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und im übrigen Netto-Vermögen sowie sonstige nichtzahlungswirksame Vorgänge zusätzlich berücksichtigt.

33. Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Rahmen der investiven Tätigkeit sind in 2014 Mittel in Höhe von TEUR 43.036 (Vorjahr: TEUR 20.430) insbesondere aufgrund der Investitionen in Sachanlagen (Biogasanlagen) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung geflossen. Aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften sind liquide Mittel in Höhe von TEUR 57 (Vorjahr TEUR 7.109) zugeflossen.

34. Zufluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit sind Mittel in Höhe von TEUR 8.765 zugeflossen (Vorjahr: -26.177 TEUR). Aus der Kreditaufnahme bei Kreditinstituten sind liquide in Höhe von TEUR 28.615 (Vorjahr: TEUR 15.850) zugeflossen, TEUR 18.933 sind in die Tilgung von Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten geflossen. Aus sonstigen langfristigen und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind TEUR 2.814 (Vorjahr: TEUR 12.077) zugeflossen.

35. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Anlagezeit von bis zu 3 Monaten.

Sonstige Erläuterungen

36. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag besteht aus Konzernsicht eine Bürgschaft gegenüber der Bremer Landesbank in Höhe von insgesamt 1.000 TEUR für Verpflichtungen von vier vollkonsolidierten Tochterunternehmen und einem at-equity bewerteten Tochterunternehmen. (Vorjahr TEUR: 1.000). Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.

Weiterhin hat sich der Konzern gegenüber der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde in Höhe von 200 TEUR (Vorjahr: 200 TEUR) für Verpflichtungen eines at-equity bewerteten Tochterunternehmens verbürgert. Das Risiko einer Inanspruchnahme liegt bei unter 50%.

Für Verpflichtungen in Höhe von 250 TEUR eines weiteren at-equity bewerteten Unternehmens hat sich der Konzern gegenüber der VR Bank Dinklage-Steinfeld eG verbürgt. Das Risiko einer Inanspruchnahme liegt bei unter 50%.

Für ein konzernfremdes Unternehmen hat sich der Konzern zur Sicherung aller Forderungen der Bremer Landesbank in Höhe von 2.500 TEUR verpflichtet. Auch hier liegt das Risiko der Inanspruchnahme bei unter 50%.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

in EUR Gesamt Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
aus Mietverträgen 25.887,50 12.350,00 3.800,00 9.737,50
aus Lizenzverträgen 67.656,10 67.656,10 0,00 0,00
aus Bestellobligo 18.000,00 18.000,00 0,00 0,00
Gesamt 111.543,60 98.006,10 3.800,00 9.737,50

Darüber hinaus bestehen vereinzelt bei den Eigenbetrieben Pachtverträge von untergeordneter Bedeutung. An Miete wurde in 2014 insgesamt 51.709,68 EUR (Vorjahr: 42.870,71 EUR) gezahlt.

Finanzierungsleasing

Drei Konzerngesellschaften haben in Vorjahren ihre Biogasanlagen im Rahmen von Sale and buy back Geschäften zu einem Kaufpreis von je 1.620.000 EUR an die

Hypo Alpe-Adria Leasing GmbH veräußert und über ein Finanzierungsleasing zurückgekauft. Die Verbindlichkeiten daraus valutieren zum 31.12.2014 mit 2.588.411,24 EUR und werden unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Für die Tilgungsraten ergeben sich bei einem Diskontierungssatz von 3,61% folgende Barwerte nach Fälligkeiten aufgeteilt:

in EUR Gesamt Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Tilgungsraten 2.322.746,34 447.574,75 1.875.171,59 0,00

37. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen/ Personen

Unternehmen mit gemeinschaftlicher Kontrolle oder wesentlichem Einfluss auf das Unternehmen

Personen oder Unternehmen, die von der EnviTec Biogas AG beeinflusst werden können bzw. einen Einfluss auf die EnviTec Biogas AG haben könnten, werden nach IAS 24 als nahe stehende Personen oder Unternehmen bezeichnet.

Die Gesellschaften von Lehmden Beteiligungs GmbH, Lohne, Ruhe Verwaltungs GmbH, Lüsche, sowie TS Holding GmbH, Visbek, haben den vom 27. Juni 2007 abgeschlossenen Konsortialvertrag über die Bündelung von Stimmrechten mit Vertrag vom 27. Juni 2013 gekündigt. Den o.g. Gesellschaften waren bis zu diesem Zeitpunkt jeweils 74.90% (Vorjahr: 74,90%) der Stimmrechte der EnviTec Biogas AG zuzurechnen. Transaktionen mit diesem Konsortium waren bis zur Kündigung des Konsortialvertrages im vorherigen Geschäftsjahr nicht erfolgt. Seit 2014 ist die von Lehmden Beteiligungs GmbH, Lohne, als beherrschendes Unternehmen zu klassifizieren. Transaktionen mit den Gesellschaftern, soweit sie maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen ausüben, sowie nahe stehenden Unternehmen sind weiter unten aufgeführt.

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

Es wird auf den Abschnitt "Organe der Gesellschaft" verwiesen. Hierunter fallen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. In diesem Zusammenhang werden auch Beziehungen mit Gesellschaften, die von Vorstandsmitgliedern beherrscht werden, dargestellt.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen

Es wird auf den Abschnitt zum Konsolidierungskreis und den Konsolidierungsmethoden sowie auf den Anteilsbesitz verwiesen. Salden und Geschäftsvorfälle mit vollkonsolidierten Gesellschaften wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert und hier nicht erläutert.

Sonstige nahestehende Parteien:

Zum Kreis der nahestehenden Parteien zählen auch Unternehmen im Sinne von IAS 24.9 (b)(vi), (vii).

Transaktionen mit nahestehenden Parteien:

Transaktionen mit nahe stehenden Personen Geschäftsvorfall in EUR Forderung in EUR Schuld in EUR
in EUR 2014 2013 2014 2013 2014 2013
Beherrschendes Unternehmen
von Lehmden Beteiligungs GmbH 7.288.885 4.473.415 134 320 1.547 2.142
Assoziierte Unternehmen
Kumuliert 22.336.074 10.949.869 15.907.538 18.902.579 627.679 1.011.239
Sonstige nahe stehende Unternehmen
und Personen
Kumuliert 7.682.408 4.809.014 694.104 3.980.212 362.292 513.038

Im Rahmen des operativen Geschäftes bezieht die EnviTec Biogas AG Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich auch solche Unternehmen, die mit Organen oder Aktionären der Gesellschaft in Verbindung stehen.

Bei den Geschäftsvorfällen werden Erträge und Aufwendungen kummuliert dargestellt.

38. Honorare des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft München, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

2014
in TEUR
2013
in TEUR
Abschlussprüfungen 184 204
Steuerberatungsleistungen 30 31
Gesamt 214 235

Die Honorare für Abschlussprüfungen umfassen die Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung des Abschlusses der EnviTec Biogas AG. Bei den Steuerberatungsleistungen handelt es sich um umsatzsteuerliche Beratung im Zusammenhang mit Baustellen im Ausland.

39. Organe der Gesellschaft

Vorstand

Der Vorstand setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne, Sprecher des Vorstands (CEO) seit 1. Juli 2007

Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe, Vorstand Finanzen (CFO) seit 1. Juli 2007

Kaufmann Roel Slotman, Enter/Niederlande, Vorstand Vertrieb International (CCO) seit 1. Oktober 2009

Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt Vorstand Technik (CTO) seit 1. Juli 2010

Weitere Mandate werden durch den Vorstand nicht wahrgenommen.

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Grundvergütung in Form eines monatlich zu zahlenden Gehalts

  • Variable Vergütung entsprechend dem operativen Ergebnis des EnviTec Konzerns und persönlichen Zielerreichungen

Die Mitglieder des Vorstands erhalten als Ausgleich für ein Ihnen auferlegtes Wettbewerbsverbot während der Dauer von bis zu einem Jahr nach regulärer Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied eine monatliche Karenzentschädigung in Höhe von 50% der zuletzt bezogenen Festvergütung. Bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied hängt die Zahlung der Karenzentschädigung entsprechend § 75 HGB von den Umständen der Beendigung ab.

Für die Mitglieder des Vorstandes fielen im Einzelnen im Jahr 2014 folgende Vergütungen an:

in EUR Grundvergütung Variable Vergütung Sonstiges Bezüge* Gesamt
2014 2013 2014 2013 2014 2013 2014 2013
Olaf von Lehmden 147.097 147.097 0 0 15.861 15.111 162.958 162.208
Jörg Fischer 136.000 136.000 0 0 10.667 9.917 146.667 145.917
Roel Slotman 126.000 126.000 0 0 10.386 9.636 136.386 135.636
Jürgen Tenbrink 124.466 124.466 0 0 13.403 12.654 137.869 137.120

*Sonstige Bezüge enthalten geldwerte Vorteile aus der Nutzung von Dienstwagen sowie die auf die Vorstände entfallenden Anteile an der D&O Versicherung

Aufsichtsrat

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:

  • Herr Kaufmann Bernard Ellmann (Vorsitzender) ehemaliger Group Vice President der Unilever-Gruppe, Rotterdam/London, Mitglied des Aufsichtsrats der Unilever Deutschland Holding GmbH, Hamburg Vorsitzender des Aufsichtsrates der Finco Signature BV. Losser, Niederlande

  • Herr Kaufmann Hans-Joachim Jung (stellvertretender Vorsitzender)

ehemaliges Mitglied des Vorstands der KELAG Kärntner-Elektrizität Aktiengesellschaft,

Herr Kaufmann Michael Böging

Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH, Emstek

Der Aufwand für die Bezüge des Aufsichtsrats enthält im Geschäftsjahr 2014 Aufwand für feste Vergütungen für die Aufsichtsratstätigkeit bei der EnviTec Biogas AG in Höhe von EUR 40.000 (Vorjahr: EUR 40.000).

Sonstige Bezüge (Sitzungsgelder und Auslagenersatz) fielen in Höhe von insgesamt EUR 18.000 (Vorjahr: EUR 24.000) an.

40. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Verschmelzung

Mit Verschmelzungsstichtag 1. Januar 2015 sind die folgenden Gesellschaften auf die Zweite Biogas Anklam GmbH & Co. KG verschmolzen worden:

  • Dritte Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Vierte Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Fünfte Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Sechste Biogas Anklam GmbH & Co. KG

  • Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG

  • Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG

Die Verschmelzungen sind zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlussberichtes noch nicht im Handelsregister eingetragen.

Gewinnverwendung

Vorstand und Aufsichtsrat der EnviTec Biogas AG werden den Aktionären auf der ordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni 2015 eine Dividende in Höhe von 0,35 Euro je Aktie vorschlagen. Dies entspricht unter Berücksichtigung der eigenen Anteile einem Gesamtwert von TEUR 5.198.

Da die Ausschüttung die Zustimmung der Hauptversammlung voraussetzt, ist eine Verpflichtung hierzu nicht in der Bilanz passiviert worden.

Lohne, den 11. Mai 2015

Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink

Jörg Fischer Roel Slotman

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2014

in EUR Langfristige Vermögenswerte Stand
01.01.2014
Zugänge
2014
Zugänge Erst
konsolidierung 2014
Abgänge
2014
Umbuchungen
2014
Stand
31.12.2014
Anschaffungs- und Herstellungskosten
I. Immaterielle
Vermögensgegenwerte
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten
und Werten
2.439.979 56.411 2.134.775 266.804 71.314 4.435.674
2. Geschäfts- oder Firmenwert 4.358.457 0 5.334.048 0 0 9.692.505
2. Geleistete Anzahlungen 76.213 247.968 0 8.713 -67.500 247.968
6.874.649 304.379 7.468.822 275.516 3.814 14.376.147
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden Grund
stücke 33.573.550 1.090.153 3.108.531 24.397 5.139.402 42.887.239
2. Technische Anlagen und
Maschinen
104.660.223 3.554.723 11.298.129 112.732 7.385.202 126.785.545
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
15.514.841 3.376.874 358.002 1.954.805 2.165 17.297.077
4. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
3.148.791 11.421.385 4.904.838 57.242 -12.530.583 6.887.189
156.897.406 19.443.135 19.669.501 2.149.175 -3.814 193.857.051
163.772.055 19.747.514 27.138.323 2.424.692 0 208.233.198
Abschreibungen Stand Zugänge Abgänge Zuschreibungen Stand Stand Stand
Buchwerte 01.01.2014 2014 2014 2014 31.12.2014 31.12.2014 31.12.2013
342.450 2.182.538 2.253.136 0 266.767 422.374 2.097.529
4.358.457 9.692.505 0 0 0 0 0
76.213 247.968 0 0 0 0 0
4.777.120 12.123.011 2.253.136 0 266.767 422.374 2.097.529
0 0 7.755.095 35.132.144 27.954.867
45.492 153.045 35.199.059 91.586.486 80.125.186
1.279.644 0 9.041.956 8.255.122 7.094.004
0 0 737.062 6.150.127 2.411.729
1.325.136 153.045 52.733.174 141.123.878 117.585.786
41.409.149
15.322.109
1.591.903
153.045
54.986.310
153.246.890
122.362.906

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2013

in EUR Langfristige Vermögenswerte Stand
01.01.2013
Zugänge
2013
Abgänge
2013
Abgänge Ent
konsolidierung 2013
Umbuchungen
2013
Stand
31.12.2013
Anschaffungs- und Herstellungskosten
I. Immaterielle
Vermögensgegenwerte
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten
und Werten
2.245.657 195.690 0 1.368 0 2.439.979
2. Geschäfts- oder Firmenwert 4.358.457 0 0 0 0 4.358.457
2. Geleistete Anzahlungen 57.098 19.115 0 0 0 76.213
6.661.212 214.805 0 1.368 0 6.874.649
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden Grund
stücke
33.473.089 3.641.941 56.925 3.484.555 0 33.573.550
2. Technische Anlagen und
Maschinen*
86.645.529 12.031.160 0 16.263.199 22.246.732 104.660.223
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
17.800.156 731.520 2.362.995 678.859 25.020 15.514.841
4. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
23.843.785 1.945.408 45.736 1.600 -22.593.066 3.148.791
161.762.560 18.350.029 2.465.656 20.428.213 -321.314 156.897.405

* Die in der Spalte Umbuchungen erfassten Werte umfassen auch Umbuchungen in das Umlaufvermögen.

Stand
31.12.2012
Stand
31.12.2013
Stand
31.12.2013
Abgänge
Entkonsolidierung
Abgänge
2013
Zugänge
2013
Stand
01.01.2013
Buchwerte Abschreibungen
434.493 342.450 2.097.529 1.232 0 287.597 1.811.164
4.358.457 4.358.457 0 0 0 0 0
57.098 76.213 0 0 0 0 0
4.850.048 4.777.120 2.097.529 1.232 0 287.597 1.811.164
29.155.885 27.954.867 5.618.683 859.095 0 2.160.573 4.317.204
64.558.836 80.125.186 24.535.037 6.920.582 0 9.368.926 22.086.693
8.874.330 7.094.004 8.420.837 384.652 1.938.642 1.818.306 8.925.825
163.772.054
37.547.960
13.965.391 1.938.642 8.165.561 41.409.149 122.362.906 130.875.811

Anlagen im Bau 23.843.785 1.945.408 45.736 1.600 -22.593.066 3.148.791 407.073 329.989 0 0 737.062 2.411.729 23.436.712

161.762.560 18.350.029 2.465.656 20.428.213 -321.314 156.897.405 35.736.796 13.677.794 1.938.642 8.164.329 39.311.620 117.585.786 126.025.763

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der EnviTec Biogas AG, Lohne, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, Konzernkapitalflussrechnung sowie Konzernanhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der EnviTec Biogas AG zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie

die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 11. Mai 2015

Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

gez. Ronald Hager Wirtschaftsprüfer

gez. Joachim Heinrich Wirtschaftsprüfer

Glossar

Glossar

Abbaugeschwindigkeit

Geschwindigkeit der Zersetzung der organischen Substanz. Sie hängt ab von Zustand, Oberfläche und Zusammensetzung der Ausgangsstoffe sowie der Temperatur im Fermenter und der Aktivität der Biologie.

Ablagerung

Sedimentationsvorgang, der besonders bei heterogenen, zur Entmischung neigenden Stoffen auftritt. Mit optimaler Rührwerkstechnik wird diesem bestmöglich entgegen gewirkt.

Adaption

Fähigkeit von Mikroorganismen, sich veränderten Fermenterbedingungen, wie z. B. veränderten Inputstoffen, anzupassen, ohne dass nachhaltig Störungen der Prozessbiologie auftreten.

Anlagensicherheit

Besondere Anforderung an Gefährdungsbereiche durch Explosionsschutzkonzept, Einrichtung von Schutzzonen u. ä.

Anaerobier

Organismen, die zeitweilig oder dauernd ohne freien Sauerstoff leben können und Biomasse in Biogas umwandeln.

Antibiotika

In erster Linie Medikamente zur Behandlung von bakteriellen Erkrankungen; können in hoher Konzentration die Fermenterbiologie beeinträchtigen.

Ausbreitungsrechnung

Rechnung zur Immissionsprognose von Luftschadstoffen, Schall und Gerüchen. Sie berücksichtigt Windrichtung, Windgeschwindigkeit, vertikale Temperaturschichtung u. a.

BauGB

Baugesetzbuch, rechtlicher Rahmen für Bautätigkeit und Zulässigkeit von Bauvorhaben.

Bauleitplanung

Die Bauleitplanung umfasst alle Maßnahmen der Gemeinde zur Regelung der Nutzung von Grund und Boden sowie zur geordneten städtebaulichen Entwicklung des Ortes. Sie wird von den Städten und Gemeinden selbstständig und eigenverantwortlich durchgeführt.

Besiedlungsflächen

Standort/Oberfläche, der Bakterien als Lebensraum dient.

BHKW

Blockheizkraftwerk

Biogas

Gas, das beim anaeroben Abbau von organischer Substanz entsteht.

Biogasreinigung

Abscheidung von Feuchtigkeit und Schadgasen aus dem Biogas

Biomasse

Energieträger aus organischen Stoffen. Bei der Verbrennung setzt Biomasse lediglich die Menge an CO2 frei, die sie während des Wachstums der Atmosphäre entnommen hat. Daher trägt die Stromerzeugung aus Biomasse nicht zum Treibhauseffekt bei.

Blockheizkraftwerk

Motor mit direkt angebautem Generator zur Erzeugung von elektrischem Strom und Wärme.

Brennstoffzelle

Wandelt Wasserstoff und Sauerstoff unter Freisetzung von elektrischer Energie und Wärme in Wasser um.

Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)

Gesetz mit dem Ziel, Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre, Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen.

Cellulose Mikrobiell schwer abbaubare Zellwände.

D

Dampferzeugungsanlage

Anlage zur Herstellung von Heißdampf und Prozessdampf.

Desodorierung

Beseitigung von störendem Geruch und geruchsintensiven Stoffen.

Drehkolbenpumpe

Zwangsförderer, der pumpfähiges Material fördert.

Druckwächter für Rohrleitungen

Sicherheitstechnische Einrichtung zur Drucküberwachung.

Düngemittelrecht

Gesetz, das die Verwertung von Düngemitteln regelt.

Düngewert

Qualität des Gärrückstands in Bezug auf bestimmte Inhaltsstoffe wie Stickstoff, Phosphat, Kali etc.

Durchsatzleistung

Kapazität einer Anlage oder eines Anlagenteils in t und m3.

DVGW-Richtlinien

Richtlinien, die alle Bereiche des Baus und Betriebs von Gasanlagen umfassen.

Eigenstrombedarf

Strombedarf der Anlage, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Eiweiß

Proteine

Emissionen

Abgabe von Schadstoffen, Staub, Schall oder Gerüchen in die Umwelt.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Gesetz, das die Gebietsmonopole in der Stromversorgung in Deutschland aufhob. Das EnWG trat 1998 in Kraft.

Entschwefelung

Abscheidung von Schwefelwasserstoff aus Biogas.

Erneuerbare Energien

Regenerative Energiequellen

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Gesetz zur Förderung der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen wie Wind, Wasser, Sonne, Geothermie oder Biomasse.

Essigsäure

Wichtiger Eingangsstoff für die Methanbildung.

Fackel

Sicherheitstechnische Einrichtung zur schadlosen Verbrennung überschüssiger Gase

Faulraum

Fermenter

Faulraumbelastung

Menge der Zugabe an organischer Trockensubstanz pro m3 Fermentervolumen und Tag

Fermentation

Biochemischer Prozess, bei dem durch anaerobe Mikroorganismen organische Substanz umgesetzt wird.

Fermenter

Luftdicht abgeschlossener, beheizter Raum für den anaeroben Abbau von organischer Substanz.

Fermenter-Heizung

Heizsystem im Fermenter zur Regelung der Prozesstemperatur.

Fernwärme

Wärme, die bei der Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken entsteht. Sie wird über eine Fernwärmeleitung externen Wärmeabnehmern als Warmwasser zur Verfügung gestellt.

Feststoffabtrennung

Auftrennung der Gärreste in fester und flüssiger Phase durch Zentrifugen oder Separatoren.

Feuerungswärmeleistung

Thermische Leistung, die bei der Verbrennung entsteht

Flexo-Dach

Foliendachabdeckung für Fermenter und Lagerbehälter mit oder ohne integrierter Gasspeicherblase.

FOS (flüchtige organische Säuren)

Menge der verschiedenen Säuren im Fermenter, gemessen in mg/l

Fossiler Energieträger

Energieträger, die im Gegensatz zu den erneuerbaren Rohstoffen nicht nachwachsen. Zu den fossilen Energieträgern zählen Braun- und Steinkohle, Erdgas und Erdöl.

Fotovoltaik

Stromerzeugung durch Sonnenenergie mit Hilfe von Solarzellen, die Licht in elektrischen Strom umwandeln.

Gasmembran

Gasdichte Folie zum Auffangen und Speichern des Biogases

Gasmotor

Kolbenkraftmaschine, die durch ein brennbares Gas angetrieben wird. Er wird u. a. zur Strom- und Wärmegewinnung in Blockheizkraftwerken sowie als Antrieb für Kraftfahrzeuge verwendet und benötigt keine Stützfeuerung.

Gärrestaufbereitung

Aufbereitung der Gärreste in Feststoffe, Düngerkonzentrat und Wasser in speziellen Aufbereitungsanlagen. Bei der Verwertung müssen die Anforderungen des Düngemittelgesetzes (DüngeMG) und der Düngemittelverordung (DüMV) erfüllt werden.

Generationszeiten

Zeitraum der Vermehrung von Bakterienkulturen

Güteüberwachung

Regelmäßige Überwachung und Kontrolle der Outputstoffe

H

Hammermühle

Maschine zur Aufbereitung von Inputstoffen durch Zerkleinerung des Materials

Heizwert

Energieinhalt von Brenngas; Einheit: Kilowattstunde pro Normkubikmeter trocken

Hemmung

Vorgang, bei dem biologische Prozesse verlangsamt werden, z.B. durch Säuren

Hydrolyse

Biochemischer Teilprozess bei der Vergärung von Biomasse, bei dem feste Bestandteile in Lösung gebracht werden.

Hygienisierung

Pasteurisierung, d.h. Erhitzung des Inputmaterials für eine Stunde auf 70 Grad zur Abtötung von Baktereien und Keimen

Inbetriebnahme

Offizieller Start von Anlagen oder Anlagenteilen, in aller Regel Beginn des Gewährleistungszeitraumes

Inputmaterial

Stoffe, die für den Betrieb einer Biogasanlage geeignet sind, wie Gülle, Mist, Bioabfälle, nachwachsende Rohstoffe u. a.

Isolierung

Wärmedämmung von Bauteilen gegen Frost; Schutz vor Wärmeverlusten und Verhinderung von Temperaturspannungen

Klärschlammverordnung

Verordnung, die u. a. Grenzwerte für die Belastung des Klärschlamms mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen festlegt.

Kohlendioxid

Gas, das u. a. bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Erdgas entsteht. CO2 ist der Hauptverursacher des klimaverändernden Treibhauseffekts.

Kondensation

Übergang vom gasförmigen in flüssigen Aggregatzustand

Kondensat

Durch Kondensation entstandene Flüssigkeit

Kondensatschacht

Schacht zum Sammeln und Abpumpen des anfallenden Kondensats

Korrosion

Chemische Veränderung im Material an der Oberfläche fester Körper

Kraft-Wärme-Kopplung

Verfahren, bei dem Strom erzeugt und gleichzeitig die Abwärme des BHKWs genutzt wird. KWK-Anlagen reduzieren im Vergleich zu herkömmlichen Technologien die Emissionen von CO2 und anderen Schadstoffen um 30 bis 40 Prozent.

Lärmemission

Geräuschabsonderung. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens einer Biogasanlage werden auch die voraussichtlichen Lärmimmissionen ermittelt, die bestimmte Werte nicht überschreiten dürfen.

Lärmminderung

Bauliche Maßnahmen zur Schallemissionsbegrenzung, z.B. durch Wahl des Standorts, der Baustoffe und der Ausführung

Liberalisierung des Strommarkts

Einführung marktwirtschaftlicher Bedingungen im ehemals monopolistisch regulierten Strommarkt aufgrund des Energiewirtschaftsgesetzes.

Lignin

Holzstoff; Bestandteil des Holzes, der im anaeroben Prozess nicht abgebaut werden kann.

Luftreinhaltung

Anforderungen vor allem betreffend Geruchs-, Schadstoff- und Staubimmissionen, die im Bundesimmissionsschutzgesetz und in der TA-Luft geregelt sind.

Maisannahme

Annahmetechnik zur Vorratshaltung und gleichmäßigen Beschickung einer Biogasanlage mit Maissilage.

Mannloch

Revisionsöffnung in der Behälterwand

Membranverfahren

Filtrationsverfahren mit Porenmembranen zur Reinigung von Abwasser

Methan

Brennbares Gas, das bei der bakteriellen Zersetzung von Biomasse entsteht. Methan ist der energetisch nutzbare Stoff im Biogas. Je höher sein Anteil, desto wertvoller, d.h. energiereicher, ist das Biogas.

Methanbildung

Schritt bei der Entstehung von Biogas.

N

Nachwachsende Rohstoffe

Land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die für die Industrie oder die Erzeugung von Wärme, Strom und andere Energieformen verwendet werden.

Nassvergärungsanlage

Anlage, in der Substrate zu Flüssigkeit vergoren werden.

NawaRo

nachwachsende Rohstoffe

Neuanlagen

Anlagen, die neu errichtet werden.

Als Neuanlagen gelten im Sinne des EEG auch Altanlagen, die mindestens 50 Prozent der Gesamtinvestition neu errichten.

O

Organic-Rankine-Anlage (ORC)

Anlage zur Nutzung des Abgasstroms eines BHKW zur Erzeugung elektrischer Energie

P

Pasteurisierung

Hygienisierung

pH-Wert

Maßzahl für die Konzentration der Wasserstoffionen in einer Lösung. Für die Methanbildung ist ein pH-Wert um den Neutralpunkt ideal, darunter und darüber liegende Werte stören die Prozessbiologie.

Pressschneckenseparator

Maschine zur Abtrennen von festen Stoffen aus Suspensionen

Privilegierun

Bestimmte bauplanrechtliche Voraussetzungen, unter denen Biogasanlagen in einer Umgebung errichtet werden dürfen, die nicht von vorhandener baulicher Nutzung geprägt sind.

Propionsäure

Im Prozess nicht erwünschte Säure. Reichert sich in der Regel bei Prozessstörungen an und hemmt den Stoffwechsel zusätzlich.

Proteine

Vorwiegend aus Aminosäuren aufgebaute Eiweißkörper, die neben Fetten und Kohlehydraten zu den wichtigsten Inputstoffen gehören.

R

Raumbelastung > Faulraumbelastung

Regenerative Energiequellen

Ressourcen, die im Gegensatz zu fossilen Energieträgern nicht erschöpflich sind, z. B. Wasser, Wind, Fotovoltaik und Biomasse. Sie sind zudem klimaund umweltfreundlich.

Regulierungsbehörde

Behörde, die seit dem 01.07.2004 dafür verantwortlich ist, den Stromanbietern einen sicheren Netzzugang zu gewähren und angemessene Netzentgelte festzulegen.

Rezirkulationsschacht

Wärmegedämmter Behälter zur Entnahme von Gärsubstrat aus dem Fermenter. Erforderlich z.B. bei der Nutzung von Gärsubstrat zum Anmischen des Fermenterinputmaterials.

Rohglycerin

Material, das bei der Herstellung von Biodiesel anfällt

Rückkühlung

Abkühlung des in der Hygienisierung erhitzten Materials vor dem Eintrag in den Fermenter

Rührwerk

Maschine zum gleichmäßigen Durchmischen von Materialien in Behältern

Sauerstoff

farb-, geschmack- und geruchloses Gas, kommt in freiem Zustand als Bestandteil der Luft, in der er zu 20,8 Volumenprozent enthalten ist, in gebundenem Zustand im Wasser und in zahlreichen Mineralien vor. Insgesamt ist er zu 49,5 Gewichtsprozent auf der Erdoberfläche vertreten und damit das am häufigsten vorkommende Element.

Säurespiegel

Konzentration an Gesamtsäure im Fermenter. Hohe Raumbelastungen des Fermenters in der Startphase führen zu sehr hohen Säurekonzentrationen.

Schaltwarte

Aufstellungsraum der zentralen Steuerungs- und Leittechnik einer Biogasanlage.

Schwefelwasserstoff

Gas, das bei der Biogasproduktion entsteht und vor der Nutzung durch Entschwefelung vom Biogas getrennt werden muss, da es bei der Verbrennung im Motor zu Korrosionsschäden führen kann.

Sedimentation

Ablagerung

Stalldesinfektionsmittel

Wirkstoffe, die bei Überdosierung die Biogasproduktion hemmen können.

Störstoffe

Stoffe, die die Funktionsfähigkeit der Anlage beeinträchtigen können und manuell oder mechanisch beseitigt werden.

Stromvergütung

Gesetzlich garantierte Vergütung für die Erzeugung von Strom.

T

TA Lärm

Technische Anleitung zur Ermittlung und Beurteilung von Schallimmissionen

TA Luft

Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft

Tauchmotorrührwerk

Schnell laufende Propeller, die mit 300–400 U/min. die Inputstoffe gleichmäßig verrühren und variabel im Behälter angebracht werden.

Trockenmasse

Organischer und anorganischer Bestandteil der Inputmaterialien. Nur der organische Anteil der Trockenmasse kann zur Methanproduktion genutzt werden.

Trockenvergärung

Anlage, in der vorwiegend trockene Substrate stichfest und nicht rührfähig vergoren werden. Sie bringt weniger Gasertrag als die Nassvergärung.

Umweltverträglichkeitsprüfung

Gesetzlich geregelte Prüfung (UVP), die bei der Behandlung bestimmter Stoffe und Mengen erforderlich ist, z.B. bei der Behandlung von täglich mind. 10 t überwachungsbedürftiger Abfälle

Ultrafiltration

Verfahren zur Gärreststoffaufbereitung. Sie findet in der Regel nach der ersten Fest-/Flüssigtrennung statt und ist die Vorstufe der Umkehrosmose.

VDI-Richtlinien

Regelwerk, das den Stand der Technik beschreibt, der bei der Planung einer Anlage zu berücksichtigen ist. Darin geht es u. a. um die Luftreinhaltung sowie um den Biogasertrag und die Optimierung der Einsatzstoffe.

Verdampfungsanlage

Anlage zur Verdampfung von z.B. Wasser, um den Wassergehalt in einem Produkt zu senken.

Vergärung

Prozess zur Umwandlung der Biomasse in Biogas mithilfe von Mikroorganismen.

Vergütungssätze

Durch das EEG garantiertes Entgelt für die in der Biogasanlage erzeugte elektrische Energie.

Vertikalströmung

Vertikal gerichtete Bewegung des Substratstroms in einem Behälter.

Verweilzeit

Zeitraum, in der die Substanz im Fermenter verbleibt und dem organischen Abbau unterliegt.

Vorlauftemperatur

Temperatur im Heizwasser vor dem Entzug der Wärme bei der Wärmenutzung.

Wärmetauscher

Apparat zur Übertragung von Wärmeenergie zwischen zwei Heizsystemen.

Wartung

Regelmäßige Überprüfung, Kontrolle, Ersatz und Instandsetzung von Anlagenteilen.

Wasserkraft

Natürliche Energiequelle zur Stromerzeugung. Über 20 Prozent des weltweit erzeugten Stroms stammen aus Wasserkraftanlagen, dabei werden bisher nur 20 Prozent der weltweit verfügbaren Wasserkraftreserven genutzt.

Watt

Maßeinheit für Stromleistung, nach James Watt (1736–1819), dem Erfinder der Dampfmaschine. 1 kW = 1.000 Watt; 1 Megawatt (MW) = 1.000.000 Watt.

Windkraft

Unerschöpfliche Energiequelle, bei der die natürliche Strömungsenergie des Windes zur Stromgewinnung genutzt wird.

Z

Zerkleinerer

Aufbereitungsmethode mit dem Ziel, grobe Inputstoffe vor der Einbringung zu zerkleinern.

Zündstrahlmotor

Motor auf Basis eines Dieselmotors, der für den Biogaseinsatz umgerüstet wurde. Er benötigt eine Stützfeuerung und ist nicht so langlebig wie ein Gasmotor.

Finanzkalender

15. Mai 2015 Berichterstattung über das Geschäftsjahr 2014

25. Juni 2015 Hauptversammlung

30. September 2015 Berichterstattung 2. Quartal 2015

Impressum

He rausgeber

EnviTec Biogas AG Industriering 10 a 49393 Lohne Tel.: +49 (0) 4442 / 8016-8100 Fax: +49 (0) 4442 / 8016-98100 E-Mail: [email protected] www.envitec-biogas.de

Investor Re lations

Marketing/Public Relations

Katrin Selzer Tel.: +49 (0) 2574 / 8888-810 Fax: +49 (0) 2574 / 8888-100 E-Mail: [email protected]

Konzept, Realisation

Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg

Text

IR.on Aktiengesellschaft, Köln

EnviTec Biogas AG

Verwaltung: Industriering 10 a D-49393 Lohne Tel.: +49 4442 8016-8100 Fax: +49 4442 8016-98100

Vertrieb und Abwicklung: Boschstraße 2 D-48369 Saerbeck Tel.: +49 2574 8888-0 Fax: +49 2574 8888-800

[email protected] www.envitec-biogas.com

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