Annual Report • May 15, 2015
Annual Report
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Das Jahresmagazin der EnviTec Biogas AG
+++ Aktuelles aus unserem Unternehmen +++ Interviews, Statements und Meinungen +++ Projekte, Technologien, Regionen
Das Jahresmagazin der EnviTec Biogas AG
Mit dem ersten Bauprojekt in Japan setzt EnviTec Biogas gemeinsam mit RENAGEN Inc. nicht nur in einer ganzen Region für den Biogasmarkt neue Zeichen, sondern auch im Bereich der Energiegewinnung durch Reststoffe.
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Anlagenbau EnviThan kurbelt Biomethanmarkt an Seite 10 Service Modernste Labortechnik in Italien Seite 32 Energy Per Turbo zur Regelenergie Seite 39
Das Magazin der EnviTec Biogas AG informiert einmal im Jahr Kunden, Mitarbeiter und Investoren über die aktuellen Aktivitäten des Konzerns.
2014 war ein forderndes Jahr für uns und die gesamte Biogasbranche! Bedingt durch das im August in Kraft getretene neue EEG haben die ersten Mitstreiter bereits Federn lassen müssen. Das zeigt uns, dass wir noch besser werden müssen, um uns trotz des rauen Windes, der da weht, weiter zu behaupten. Als Biogas-Allrounder sind wir jedoch dank unseres nachhaltigen Unternehmenskonzepts, engagierter Mitarbeiter und dank Ihnen – unseren Kunden – bestens aufgestellt in allen vier Geschäftsbereichen.
Auch für das nächste Jahr fühlen wir uns daher gut
gewappnet und setzen mit unserem Eigenbetrieb, dem Anlagenbau im Ausland und einem breiten Portfolio im Bereich Service und Direktvermarktung neue Akzente im Biogasmarkt. Aktuell profitieren wir von der hohen Nachfrage nach Biogasanlagentechnik "made in Germany" aus dem Ausland. Neben China konnten wir einen weiteren wichtigen Markt in Asien erschließen: Japan. Dem Inselstaat widmen wir daher auch die Titelgeschichte unseres Magazins. Denn: EnviTec wird immer internationaler und unsere Erfahrungen im Ausland möchten wir gerne mit Ihnen teilen. Mit unserer Rubrik "5 Fragen an ..." geben wir Ihnen Einblicke in unsere Arbeit vor Ort und nehmen Sie mit nach China, Japan, Nordamerika, Italien, Frankreich und England.
In unserem Heimatmarkt Deutschland überzeugen wir durch unser Servicegeschäft und im Bereich der Stromvermarktung. Mit dem innovativen Konzept der EnviTec Stromkontor bauen wir unsere Stromvermarktung weiter aus und bestreiten Wege, die für die gesamte Branche einmalig sind. Mit unserem neuen Vermarktungsmodell bieten wir Betreibern an, ihren Strom direkt in der Umgebung verkaufen zu können. Damit werden sie nicht nur zum Energielieferanten für ihre Nachbarn, sondern – wie beispielsweise Anlagenbetreiber Hennig Seele aus Frille – auch zum Vorreiter der Energiewende.
Als vollintegrierter Biogasanbieter müssen wir zudem unsere technologische Weitsicht unter Beweis stellen. Für uns heißt das: Trends erkennen und nutzen, das Portfolio weiter ausbauen und uns unabhängiger machen vom deutschen Markt und den engen Grenzen des EEG.
Ein Schlagwort, das ich in diesem Zusammenhang hier nennen möchte, ist die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren. Der Fokus unserer Arbeit liegt dabei auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren sowie Auskundschaftung und Erschließung neuer Märkte – immer mit dem Ziel, EnviTec Biogas noch stärker werden zu lassen. Bleiben Sie also neugierig, auf das was da kommt! In diesem Sinne hoffen wir auf ein spannendes neues Geschäftsjahr und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser vierten Ausgabe unseres Magazins. Natürlich
freuen wir uns über Ihre konstruktive Kritik und mögliche Beiträge für die kommende Ausgabe!
Jörg Fischer, CFO EnviTec Biogas AG
Aller guten Dinge sind drei: in Forst steht die dritte EnviThan-Anlage in Deutschland.
Praxisnahe Aus- und Weiterbildung: Die Ausbildung beginnt bei
EnviTec Biogas mit einer Einführungswoche ins Unternehmen.
Rennen, radeln, schwimmen: beim Saerbecker Triathlon gingen gleich drei Teams von EnviTec Biogas an den Start.
Perfekte Technik auf kleinem Baufeld: mit dem ersten Anlagenbau in Japan betritt EnviTec Biogas einen neuen Markt.
Portfolio
EnviTec überzeugt mit neuem Kompaktanlagenkonzept
28 Großbritannien EnviThan und EnviWaste im Kommen
29 USA Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Italien, Lettland, Frankreich ...
Energy
38 EnviTec Heatbox
Per Turbo zur Regelenergie
40 Direktvermarktung via Stromkontor Einmal wechseln, immer
günstig!
unser Unternehmen
44 Eigenbetrieb
Fester Bestandteil der Unternehmensstrategie
46 Ausbildung
Erfolgreicher Start in die
Berufswelt
48 Highlights 2014
Impressionen aus dem vergangenen Geschäftsjahr
Mitarbeiter geben ihr Statement ab zum Umgang mit anderen Kulturen
51 EnviTec for fit!
Fitte Anlagen – fittes Team: Wie EnviTecs Mitarbeiter sich gemeinsam gesund halten – mit Spaßfaktor!
EnviTec Biogas AG Boschstr. 2 48369 Saerbeck Tel. 02574 8888-0 [email protected] [email protected] www.envitec-biogas.de
Herausgeber: EnviTec Biogas AG Redaktion: Katrin Selzer, EnviTec Biogas AG Konzept und Gestaltung: Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg Bildquellen S. 6/7: fotolia, iStock
Das EnviTec MAGAzin kann kostenlos per Post oder E-Mail abonniert werden. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Gedruckt auf 100% Recycling-Papier.
betragen die Erdgasimporte aus Russland in die Ukraine. Nach Berechnungen des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) könnte Biogas nahezu den gesamten Erdgasimport ersetzen, ohne die landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion einzuschränken. Laut DBFZ zählen die Russische Föderation, Weißrussland und die Ukraine zu den Ländern mit dem größten Biomassepotenzial zur energetischen Nutzung in Europa, nutzen aber diese Potenziale kaum.
Stromengpässe bei diesjähriger Sonnenfinsternis? Nicht mit Strom aus Biogasanlagen! Rund 2.200 Biogasanlagen mit
einer Leistung von etwa
1.200 Megawatt (MW) in Deutschland sind in der Lage, Stromschwankungen auszugleichen und je nach Bedarf mehr oder weniger Strom einzuspeisen. Diese flexible Fahrweise ist für eine Erneuerbare Energiewende von elementarer Bedeutung und wird von der Bundesregierung nun bereits seit drei Jahren gefördert.
in Folge verzichtet EnviTec Biogas auf den Versand von Weihnachtsgeschenken für Kunden und Geschäftspartner. Stattdessen spendete der Biogas-Allrounder 2014 jeweils 5.000 Euro an die zwei gemeinnützigen Projekte "Flugkraft – Fotoprojekt gegen Kinderkrebs" und "Next generation", einen in Lohne ansässigen Elternkreis.
der in Deutschland verbrauchten Wär-
me wurden nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) etwa im Jahr 2014 aus Biogas und Biomethan gewonnen. Dies entspricht rechnerisch dem Wärmeverbrauch von ca. 1,2 Millionen Haushalten.
aus tierischen Exkrementen produzieren. Insgesamt mehr als 12 Millionen Schweine und 177 Millionen Hühner plus Reststoffe stünden für die noch junge Biogasbranche vor Ort zur Verfügung.
Ölmühlen machen Indonesien zu einem der wichtigsten Palmölproduzenten
weltweit. Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) schätzt das Energiepotenzial allein aus Rückständen von Palmölmühlen auf gut 10 MW. Abwässer aus der Palmölproduktion wurden bisher nicht zur Energiegewinnung genutzt. Erste Palmölmühlen haben nun Biogasanlagen installiert, um die energiereichen Abwässer zu vergären und grüne Energie zu erzeugen.
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Bis zu 20 Cent kostet die Kilowattstunde Strom auf den Philippinen. Damit führt der Inselstaat in Sachen Höchstpreise für Elektrizität.
Nach Prognosen des Ölkonzerns BP werden erneuerbaren Energien zwischen heute und 2035 um 136% zunehmen und damit der am schnellsten wachsende Energieträger in Europa sein (gefolgt von Erdgas mit einem Zuwachs von 15%).
Eisfläche ging in der Arktis verglichen mit der durchschnittlichen Wintereisausdehnung der Jahre 1981 bis 2010 verloren. Seit 1979 beobachten Satelliten aus dem Weltall das arktische Meereis. Nun gibt es wieder einen neuen Negativrekord zu vermelden. Im vergangenen Winter ist das Eis so wenig gewachsen wie noch nie. Das geht aus den Messungen des "National Snow and Ice Data Center" (NSIDC) in den USA hervor. Demnach erreichte das Eis der Arktis nur eine Maximalausdehnung von 14,54 Millionen Quadratkilometern. Die erreichte Ausdehnung liegt deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Der bisherige Minimalwert stammt aus dem Jahr 2011.
| EnviTec-Auftragsbestand im Ausland |
||
|---|---|---|
| 31.12.2013 | 21,9 Mio. EUR | |
| 31.12.2014 | 27,5 Mio. EUR | |
Mit dem Abschluss des EEG 2014 schlug die gesamte Biogasbranche in Deutschland ein neues Kapitel auf. Wie EnviTec Biogas den Neubeginn für sich nutzt und welche Chancen und Risiken sich bieten, verrät der Vorstand in einem Interview.
Jürgen Tenbrink, CTO
Olaf von Lehmden, CEO
"Die Energiewende auf Eis gelegt": So titelte das EnviTec Magazin im vergangenen Jahr. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 barg für die Biogasbranche mehr Stolper- als Meilensteine. Der Anlagenbau in Deutschland liegt seitdem brach. Herr von Lehmden, welches Resümee zieht EnviTec nach fast einem Jahr mit der neuen Gesetzgebung?
Dank unserer engagierten Mitarbeiter und einem im Vergleich zum Wettbewerb sehr breiten Portfolio beweisen wir trotz Flaute auf dem deutschen Markt unsere Nachhaltigkeit. Auch im zweiten Halbjahr 2014 haben wir den Turnaround beim Gewinn auf allen Ebenen geschafft und blicken daher optimistisch in die Zukunft. Bis 31.12. hatte EnviTec den Umsatz um 9,8 Prozent auf 163,4 Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte auf 6,3 Mio. Euro, nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr – wir haben daher keinen Grund zu klagen.
Deutschlandweit rechnet die gesamte Branche aktuell nur mit einem Zubau von etwa 40 Megawatt. Das bedeutet für viele Mitbewerber, die rein auf den deutschen Markt gesetzt haben, das Aus. Die ersten Mitstreiter haben bereits die Segel gestrichen, der Innovations- und Wirtschaftskraft der Branche sind damit Grenzen gesetzt worden, die aus unserer Sicht sowohl gegen die Klimawende als auch gegen den Standort Deutschland sprechen.
Der deutsche Markt ist gesättigt, doch weltweit gibt es zahlreiche Länder mit attraktiven Rahmenbedingungen für die Biogasproduktion. Welche Chancen bieten sich EnviTec im Ausland, Herr Slotman?
Insgesamt sehr gute. In Europa sind es vor allem unsere direkten Nachbarn Frankreich und England – hier verzeichnen wir aktuell unter anderem eine sehr hohe Nachfrage nach unserer EnviThan-Technologie. Aber auch Fernost spielt eine immer größer werdende Rolle in unserem Auftragsbuch. Da Asien einen großen Bedarf an Energie hat, sind die Marktchancen dort extrem positiv. Hier sind es vor allem organische Abfälle, die als Energieträger genutzt werden können.
"Made in Germany" gilt weltweit als Gütesiegel für Spitzenqualität. Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht Innovationskraft und Technologieentwicklung eines Biogasanlagenbauers bei der Kaufentscheidung eines Kunden? Mit welcher Strategie behauptet sich hier EnviTec im Markt?
Als Biogas-Allrounder decken wir das gesamte Spektrum des Anlagenbaus ab. Unsere Strategie, vom Halm zum Heizkörper unserem Kunden alles zu bieten, zahlt sich aus. Vor allem im Ausland.
Das langjährige, detailreiche Wissen unserer Ingenieure ist hier bereits seit 2006 gefragt. Seitdem haben wir bis Ende 2014 außerhalb Deutschlands
115 Biogasanlagenprojekte in über 11 Ländern weltweit umsetzen können. Dies entspricht einer installierten elektrischen Gesamtleistung von rund 96 MWel.
Im vergangenen Geschäftsjahr hat EnviTec Biogas rund 1.000.000 Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Mit welchen neuen Innovationen aus dem Hause EnviTec können wir 2015 rechnen, Herr Tenbrink?
Momentan arbeiten wir an Technologien zur Steigerung der Gasausbeute. Einen weiteren Schwerpunkt legen wir auf die Erforschung und den
möglichen Einsatz alternativer Substrate. Darüber hinaus gehören auch die Prozessüberwachung und die Gärrestaufbereitung zu den Bereichen, an deren Optimierung wir kontinuierlich arbeiten. Ein aktuelles Thema ist die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren. Der Fokus unserer Arbeit liegt dabei auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und Erschließung neuer Märkte.
Eine nachhaltige Partnerschaft mit Kunden und Geschäftspartnern zeichnet sich aus meiner Sicht vor allem durch transparentes Handeln und einen fairen Umgang miteinander aus – dabei helfen uns eine klare Kommunikation und unser ausgeprägter Servicegedanke. Gemeinsam mit dem Kunden suchen wir nach maßgeschneiderten Lösungen. Ein lapidares "Geht nicht", gibt es nicht bei uns!
Als Biogas-Allrounder verfügt EnviTec Biogas über ein breites Portfolio und scheint auch in Zukunft bestens aufgestellt – mit welchen Services punkten Sie vor allem im inländischen Markt und was macht Sie, im Gegensatz zu Wettbewerbern, zum nachhaltigen Partner für Kunden und Geschäftspartner, Herr von Lehmden? »Gemeinsam mit dem Kunden suchen wir nach maSSgeschneiderten Lösungen. Ein lapidares "Geht nicht" gibt es nicht bei uns!«
»Ein aktuelles Thema ist die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren.«
»Deutschlandweit rechnet die gesamte Branche aktuell nur mit einem Zubau von etwa 40 Megawatt. Das bedeutet für viele Mitbewerber, die rein auf den deutschen Markt gesetzt haben, das Aus.«
Roel Slotman, CCO
Durchweg überzeugend, so lautet das Resümee von Jürgen Tenbrink, Technikvorstand bei EnviTec Biogas, über die beiden im September 2013 in Betrieb genommenen EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen in Köckte und Sachsendorf. Mit einem konstanten Brennwert von 10,7 kWh pro Normkubikmeter (Nm³/h) lag die Auslastung im ersten Quartal 2015 in Sachsendorf, Sachsen-Anhalt, sogar bei über 100 Prozent. Neben Sachsendorf ist Köckte der zweite Standort, an dem erfolgreich Biomethan per EnviThan-Technologie im industriellen Maßstab erzeugt wird. Die 350 Nm³/h große Gasaufbereitungsanlage, die von insgesamt vier Mitarbeitern betreut wird, speist seit ihrer Inbetriebnahme das Biomethan in die 1-bar-Leitung des Avacon Netzes ein. Abnehmer ist die EnviTec Energy, die das produzierte Biomethan in dezentralen Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung
einsetzt.
bereitetem Biomethan kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Um Biogas jedoch in ein bestehendes Erdgasnetz einspeisen zu können, muss es zuvor gereinigt und eventuell durch den Netzbetreiber konditioniert werden. Dies geschieht in Sachsendorf und Köckte durch die innovative Biogasaufbereitungstechnologie EnviThan. Für das umweltfreundliche Verfahren stattet EnviTec Biogas seine Aufbereitungsanlagen mit Membranmodulen
von Evonik Industries aus. Die Hohlfasermembranen reinigen das in Biogasanlagen erzeugte Rohbiogas auf mehr als 97 Volumenprozent Methangehalt auf. Das Verfahren macht sich dabei die unterschiedliche Größe von Gasmolekülen zunutze: da Kohlendioxidmoleküle kleiner sind als Methanmoleküle, können diese wesentlich schneller durch die Membran
wandern. In der Hochdruckseite der Membran reichert sich das Methan an. "Die Gasaufbereitung per Membran erfordert weder Chemikalien noch Wasser oder andere Hilfsmittel, was sie im Vergleich zu anderen Methoden günstiger und vor allem umweltschonender macht", erklärt Diplom-Ingenieur Jürgen Tenbrink weiter.
Der Erfolg der beiden Vorzeige-Anlagen hat sich inzwischen auch im Ausland herum gesprochen. "Pro Woche haben wir gut zwei Besuchergruppen, die sich über unsere Gasaufbereitung vor Ort informieren möchten", sagt Carsten Steentjes, EnviThan-Produktmanager Sales, "darunter Besucher aus China, Japan, Indien, Brasilien, Italien, England, Frankreich, Litauen und natürlich auch aus Deutschland."
Die dritte im Bunde: Die Gasaufbereitungsanlage in Forst verfügt über eine Kapazität von 700 Nm3 /h.
Gasaufbereitung mit Köpfchen: EnviThan kurbelt den Biomethanmarkt an – und das nicht nur in Deutschland.
Mit mehr als eineinhalb Jahren am Netz zieht EnviTec Biogas mit seinen beiden Gasaufbereitungsanlagen in Sachsendorf und Köckte eine durchweg positive Betriebsbilanz. 30 Gigawattstunden waren bei beiden Anlagen pro Jahr geplant, die Einspeisemengen wurden sogar leicht überschritten.
2013 in Betrieb genommenen: die beiden EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen in Sachsendorf (oben) und Köckte.
brandenburgischen Forst eine weitere Gasaufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 700 Nm³/h erbaut, allerdings mit einer weiter entwickelten platzsparenden Bauweise: "Während wir in unseren ersten beiden Anlagen noch mit stehenden Modulen arbeiten, haben wir in Forst die Membrane von Evonik als liegendes Kartuschensystem eingesetzt", so Steentjes. Durch die Veränderung von vertikal zu horizontal angeordneten Membranen mussten hier sämtliche konstruktive Berechnungen überprüft und neu erstellt werden. "Dieser Schritt hat sich gelohnt, denn um unseren Kunden die kosteneffizienteste Lösung zu bieten, haben wir unseren Fokus in der Weiterentwicklung der Membrananordnung insbesondere auf den Service gelegt", erklärt Steentjes. Mit der liegenden Anordnung der SEPURAN® Green-Module von Evonik ist der Anlagenbauer in der Lage, mehr als die doppelte Anzahl von Modulen in nur einem Container zu verbauen. Nicht nur in Bezug auf ihre Anordnung konnten die eingesetzten Membranen in der Zwischenzeit verbessert werden. Durch die beiden Pionier-Anlagen in Sachsendorf und Köckte hat EnviTec Biogas gemeinsam mit Evonik Industries die Membran-Entwicklung weiter vorangetrieben: "Jetzt lassen sich Gase noch besser und vor allem effizienter voneinander trennen, dank der neu entwickelten Generation der SEPURAN® Green Membran", berichtet Steentjes.
noch eine 385 Nm³/h starke EnviThan-Anlage im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Für Bodo Meyer, den Geschäftsführer der Agrargenossenschaft BioEnergie Beetzendorf GmbH, ist dies bereits das dritte gemeinsame Bauprojekt mit EnviTec. "Nach zwei in 2011 und 2014 errichteten Biogasanlagen mit 625 und 837 kW Leistung ergänzt die Gasaufbereitung
per EnviThan perfekt unser grünes Energiekonzept ", so Meyer. Seine Anlage wird voraussichtlich bereits ab dem dritten Quartal 2015 in das vorhandene Niederdrucknetz der Avacon AG einspeisen und dann pro Jahr max. 36 Millionen kWh grüne Energie liefern. Damit könnte die Anlage rund 1800 Haushalte mit Gas versorgen. Doch das ist nur der Beginn, denn das Potenzial des grünen Energietalents ist immens: Mit der Direktein-speisung von aufbereitetem Biomethan kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Die vom Leipziger Institut für Energetik und Umwelt in einer Studie ermittelten Potenziale können fossiles Erdgas im Umfang von circa 500 Milliarden Kubikmeter ersetzen. Das entspricht dem gegenwärtigen Erdgasverbrauch der EU. Politisch wird in Deutschland bis 2020 ein jährliches Volumen von 6 Milliarden Normkubikmeter Biomethan angestrebt, welches ins Erdgasnetz eingespeist werden soll. Von diesem Wert, der bereits 2008 in der Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) festgelegt wurde, ist Deutschland jedoch noch weit entfernt. Zurzeit werden noch bis zu 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases importiert. Hier könnte eine erhöhte Nutzung der EnviThan-Technologie Abhilfe schaffen: Biomethan kann dazu beitragen, das Gros des hiesigen Erdgasverbrauchs aus heimischen Rohstoffen und organischen Reststoffen zu decken.
Liegend, nicht stehend. Die neue Generation Membrankartuschen wurden in Forst platzsparend eingebaut.
Minhe – so heißt der Ort an dem die erste EnviThan-Anlage von EnviTec in China erbaut wird. Der Kreis Minhe liegt im Osten der Provinz Qinghai und zählt ca. 370.000 Einwohner auf einer Fläche von 1.780 km². Die Anlage wird 1.000 Nm³/h Biomethan produzieren, das Rohgas kommt dabei aus der bestehenden Biogasanlage. Kunde ist einer der weltweit größten Geflügelhalter – die Shandong Minhe Biological SCI-Tech Co, die den Bauauftrag öffentlich ausschrieb. "In Anbetracht der zahlreichen internationalen Mitbewerber sind wir stolz, dass sich der Kunde für eine Anlage "made by EnviTec Biogas" entschieden hat", so
Roel Slotman.
In Frankreich wurde soeben der Vertrag für eine EnviFarm-Anlage mit einer 85 Normkubikmeter (Nm³/h) EnviThan-Gasaufbereitung in der Picardie, nördlich von Paris, unterzeichnet. Nach Bau und Inbetriebnahme soll die Anlage mit Pferdemist, Getreidestaub, Zuckerrübenpülpe und Lebensmittelabfälle gefüttert werden. In bewährt kompakter Containerbauweise besteht die Anlagentechnik aus nur einem Technikcontainer mitsamt Anmisch-, Pumpund Fördertechnik und zusätzlicher Hygienisierung.
成功 Chénggōng – so wird das chinesische Zeichen für Erfolg ausgesprochen. Und genau diesen hat die von EnviTec und Evonik entwickelte
Gasaufbereitungstechnologie auch im Reich der Mitte. Im Dezember 2014 wurde eine 1.000 Nm³/h Biomethan-Anlage für den chinesischen Markt versendet. "Wenn alles nach Plan läuft, kann unser Kunde die Anlage dort noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen", sagt Roel Slotman, zuständiger Vertriebsvorstand des Biogas-Allrounders. Weitere Anlagen befinden sich in der Planung. Und auch in Europa wird die Technologie über die Grenzen Deutschlands hinaus exportiert. Kurz vor Jahreswechsel konnte die erste Biogasanlage mit 300 Nm³/h Gasaufbereitung im englischen Ipsden, bei Oxfordshire, in Betrieb genommen werden. Den Startschuss zum Bau der zunächst 300 Kubikmeter starken EnviTec-Biomethananlage mitsamt 360 kWel Blockheizkraftwerk hatten die Projektentwickler David Bermingham und die Projektinvestoren der London's Ingenious Renewable Energy Group erst im Juni 2014 gegeben. "Wir sind sehr stolz, dass wir das Bauprojekt trotz witterungsbedingten Schwierigkeiten in einem derart kurzen Zeitraum abschließen konnten", so Bermingham. Seit der Inbetriebnahme speist die Icknield Gas Ltd. grüne Energie in das bestehende Netz der Southern Gas Networks ein. Doch damit nicht genug: Drei weitere EnviThan-Anlagen befinden sich seit dem Frühjahr 2015 in Wormit, Brinklow und Crowle im Bau.
zu 10.000 Tonnen Schweinegülle können damit jährlich verwertet werden. Großbritannien strebt einen Anteil von insgesamt 15 Prozent aus Erneuerbaren Energien wie Biogas an. "Mit unserer EnviThan-Biogasaufbereitung wird die Icknield Gas Ltd. einen Energiewert von rund 30 Millionen Kilowattstunden (kWh) Biomethan pro Jahr liefern können", so Roel Slotman. Der Übergabedruck der EnviThan-Anlage ist dabei ausreichend hoch, um direkt ins öffentliche Gasnetz einzuspeisen. "Eine weitere Verdichtung war damit nicht erforderlich", erklärt Slotman weiter. Die öffentliche Gasleitung liegt unmittelbar an der Grundstücksgrenze, so dass außerdem nur kurze Gasleitungen verlegt werden mussten.
Die EnviThan-Anlage in Icknield, Großbritannien, konnte trotz schwieriger Witterungsbedingungen innerhalb von nur fünf Monaten realisiert werden.
drei Argumenten punktet EnviTec Biogas derzeit auf dem europäischen Markt – allen voran in Italien. Mit dem Vertrag zum Bau einer 99kW-starken EnviFarm Compact-Anlage stellt der niedersächsische Biogas-Allrounder hier einmal mehr seinen bisherigen Erfolg unter Beweis. Die zukünftigen Betreiber Antonio und Francesco Bressan aus dem oberitalienischen Gradisca d'Isonzo nutzen mit der geplanten Anlage das dort zum 1. Januar 2013 in Kraft getretene Erneuerbare-Dekret. Die beiden neuen Kunden EnviTecs betreiben eine Schweinezucht und Viehfutterherstellung. "Die geplante Anlage soll mit 13.000 Tonnen Schweinegülle und 900 Tonnen Hühnermist betrieben werden", erklärt Zeno Marani, für Vertrieb und Marketing zuständiger Geschäftsführer der EnviTec Biogas Italia srl.
Mit dem reduzierten Maisanteil im Input von Biogasanlagen und dem gestiegenen Einspeisetarif für Kleinanlagen hat die italienische Regierung zwar die Marktsituation drastisch verändert, doch EnviTec Biogas überzeugt nach wie vor mit bewährt intelligentem Anlagenbau – "allerdings im auf die Situation angepassten kleinen Format von 75 bis 450 kW", so Marani weiter.
Betrieb genommen werden. Seit seinem Markteintritt in Italien hat das börsennotierte Unternehmen dort insgesamt 44 Anlagen mit einer Kapazität von 39,48 MW ans Netz gebracht – eine weitere trägt seit Dezember 2014 zu diesem Erfolg bei: Die 99 kW-Anlage des Betreibers Società Agricola BIANCHINI F.LLI s.s. in Flumignano di Talmassons in der Provinz Udine ist ein Musterbeispiel einer komplett in den Betrieb integrierten Kompaktanlage. Als Biomasse dienen 4.000 Tonnen Gülle von 80 Milchkühen, der 900 Tonnen Dung von Hühnern in Bodenhaltung eines Betriebs in der
EnviTec überzeugt mit neuem Kompaktanlagenkonzept in Italien, Deutschland und Frankreich und stellt damit sein Können auch im Miniformat erfolgreich unter Beweis.
Musterbeispiel einer
Kompaktanlage: Die 99 kW-Anlage des Betreibers Società Agricola BIANCHINI F.LLI s.s. in der Provinz Udine.
Nachbarschaft beigemischt wird. Die neben dem Strom erzeugte Wärme deckt hier komplett den Eigenbedarf ab.
"In den kommenden Monaten rechnen wir mit dem Baustart weiterer Kompaktanlagen", sagt Roel Slotman, Vertriebsvorstand der EnviTec. Auch im Heimatmarkt Deutschland setzt EnviTec Biogas vermehrt auf EnviFarm Compact-Anlagen. "Hier haben wir ein neues Konzept für 75-kW-Anlagen eingeführt", so der Vertriebsvorstand. Selbst nach dem neuen EEG 2014 ist der Anlagenbau in diesem Segment noch lukrativ. "Für kleine Gülleanlagen blieb nach dem neuen EEG fast alles beim Alten", erklärt Slotman. Die Vergütungssätze wurden hier nur leicht angepasst. Aktuell verzeichnet EnviTec hier eine gute Nachfrage, die Verträge für zwei 75-kW-Anlagen sind bereits unterschrieben, der Baustart ist noch im Jahr 2015 geplant.
Beim Nachbarn Frankreich ist die Nachfrage nach Anlagentechnik im petit-Format ebenfalls groß: Für zwei EnviFarm-Compact-Anlagen mitsamt EnviThan-Gasaufbereitung wurden gerade die Verträge mit zwei neuen Kunden unterzeichnet. Es handelt sich dabei um eine 166 Normkubikmeter (Nm³/h) große EnviThan-Anlage in der Picardie, nördlich von Paris. Nach Bau und Inbetriebnahme soll die Anlage mit Pferdemist, Getreidestaub, Zuckerrübenpülpe und Lebensmittelabfällen gefüttert werden. In bewährt kompakter Containerbauweise besteht die Anlagentechnik aus nur einem Technikcontainer mitsamt Anmisch-, Pump- und Fördertechnik – "und natürlich darf bei der Verarbeitung von Lebensmittelresten auch die Hygienisierung nicht fehlen", ergänzt Sylvain Mesnard, EnviTec Vertriebsleiter Frankreich. Sie sei für 5.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. partment Rhône nahe Grenoble entstehen. "Auch hier wieder mitsamt Gasaufbereitungseinheit", so Mesnard.
Eine weitere EnviFarm-Anlage soll im De-
Industrie Kommune privat
Plänen der französischen Umweltministerin Ségolène Royal zufolge, sollen in den kommenden fünf Jahren 1.000 neue Biogasanlagen in Frankreich errichtet werden. Mit einem Maßnahmenpaket will Frankreich vor allem seinen hohen Atomstromanteil von derzeit 75 auf 50 Prozent bis 2025 senken. Der Anteil erneuerbarer Energien soll dabei entsprechend wachsen. Die Latte liegt hoch, denn der Anteil soll von aktuell 14,2 Prozent auf 32 Prozent bis 2030 erhöht werden. Die Voraussetzungen hierfür wurden 2011 mit der Einführung erhöhter Einspeisevergütungen geschaffen. Von ihnen profitieren auch Anlagenbetreiber, die sich für den Bau einer EnviTec-Biogasanlage entschieden haben.
"Inzwischen sind wir mit fünf Anlagen und einer installierten Gesamtleis-
tung von 4,14 MW auf dem französischen Markt präsent", sagt Christian Ernst, Geschäftsführer der EnviTec Niederlassung in Frankreich. Ernst und sein Kollege Bernhard Meyer zu Rheda sind beinahe jede zweite Woche vor Ort, um Gespräche mit potenziellen Kunden zu führen, oder in der EnviTec Niederlassung in Plédran, Bretagne, um mit den dort ansässigen sieben französischen Kollegen zu
arbeiten. Neben konventionellen ländlichen Biogasanlagen, die Strom in Kraft-Wärme Kopplung erzeugen, sollen vermehrt Anlagen entstehen, die Biomethan in das Gasnetz einspeisen. "Aktuell gibt es in Frankreich erst sechs Anlagen", weiß EnviTec Vertriebsleiter Frankreich Sylvain Mesnard, "daher sehen wir für unsere effiziente EnviThan-Gasaufbereitung ebenfalls gute Chancen."
Für zwei EnviFarm-Compact-Anlagen mitsamt EnviThan-Gasaufbereitung haben Ernst und Mesnard gerade die Verträge mit zwei neuen Kunden unterzeichnet ( S.15). Daneben befinden sich mehrere Verstromungsanlagen mit EnviTec Technologie in der Genehmigungsphase.
Mit einem geplanten Zuwachs von 1.000 Anlagen bis 2020 ist Frankreich der dynamischste Markt Europas. EnviTec überzeugt hier mit seiner Anlagentechnik und insbesondere mit der EnviWaste-Technologie und insgesamt 4,14 MW installierter Gesamtleistung.
gefördert – perfekte Voraussetzungen für die EnviWaste-Technologie des Biogas-Allrounders. Auch sie kann in Frankreich punkten, denn in jedem Produktionsbetrieb fallen Reststoffe und Nebenprodukte an, ob in der Agrar- oder Lebensmittelindustrie, der Kosmetikbranche oder in der Tierzucht. "Mit EnviWaste können sich unsere Kunden nicht nur die Entsorgung ihrer Reststoffe sparen, sondern sie auch noch in wertvolle Energie umwandeln", sagt Christian Ernst.
Die Umwandlung von Reststoffen in Biogas wird sich zukünftig Fabrice Noël zunutze machen. Der Betreiber der soeben in Betrieb genommenen 637 kW-starken EnviTec-Biogasanlage im französischen Meuse, Region Lothringen, hatte sich vor Baubeginn eingehend über die eingesetzten Technologien informiert. "Wichtig waren mir neben Zuverlässigkeit und Qualität auch das eingesetzte Verfahren zur Biogaserzeugung. Hier hat mich der Besuch der EnviTec-Anlagen in Ribeauvillé von Agrivalor Energie und Agri Energie in der Normandie besonders beeindruckt", so Noël. Seine Anlage, die seit Januar erfolgreich betrieben wird, verfügt zudem über eine EnviTec-Hygienisierungseinheit, die künftig für den Einsatz von Agrarabfällen und sonstigen Reststoffen benötigt wird. Organische Abfälle müssen hygienisiert werden, damit sie frei von Krankheitserregern sind. Dabei hilft die hier eingesetzte Technologie mit einer Gesamtkapazität von bis zu 5.000 Tonnen pro Jahr (t/a).
Auch im lothringischen Créhange ist die von EnviTec Biogas eingesetzte Hygienisierungstechnologie (6.300 t/a) Herzstück eines neuen Anlagenprojektes. Die 100-prozentige Abfallanlage "Humus Innovation", die gänzlich ohne landwirtschaftliche Reststoffe oder Energiepflanzen betrieben werden soll, wird im zweiten Quartal diesen Jahres an den Start gehen. Die 500 kWstarke Anlage, deren Vergärung und Hygienisierung von EnviTec gebaut wurden, steht auf dem Gelände des Abfallunternehmens Terralys, das die Anlage auch betreibt. Als Inputstoffe dienen Flotatfette, Magen- und Darminhalte, Blut sowie gepresste und entpackte Lebensmittelreste.
Wie sehen Sie die Chancen, dass Frankreich sein ehrgeiziges Ziel im Bereich der Erneuerbaren realisieren kann? Hierzu ist es aus unserer Sicht erforderlich, vor allem Genehmigungsprozesse zu vereinfachen. Zurzeit dauern Projekte von der Entwicklung bis zum Baustart zum Teil zwischen drei und fünf Jahre – ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Finanzierung von Projekten. Wenn dann auch die politischen Rahmenbedingungen so bleiben, wie sie von der aktuellen französischen Regierung definiert wurden, sehe ich gute Chancen, die gesteckten Ziele zu erreichen.
Welche weiteren Stolpersteine gibt es? Es gibt zwar einen einheitlichen Einspeisetarif trotzdem muss die Einspeisevergütung, wegen verschiedener Boniregelungen, für jedes Projekt separat berechnet werden. Des Weiteren ist die Finanzierung von Anlagen ein schwieriges und vor allem langwieriges Problem. Aufgrund der geringen Erfahrungen im Biogasbereich sind französische Banken sehr zurückhaltend bei der Finanzierung der Anlagen. Die Anforderungen an den Betreiber und den Anlagenbauer sind entsprechend hoch. Zudem gestaltet sich die Suche nach Investoren, aufgrund der langen Genehmigungszeiten, als große Herausforderung.
sen und Deutschen? Die langjährige Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland macht sich auch in den geschäftlichen Beziehungen und im täglichen Miteinander bemerkbar. Von daher eigentlich perfekt, wäre da nicht die Sprachbarriere. Der direkte Kontakt mit den Kunden ist in der Regel unseren französisch sprechenden Kollegen vorbehalten. Das ist ein kleines Manko.
Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit französischen Kunden am meisten? Ihre Verlässlichkeit und Seriosität. Wir haben ein sehr professionell-partnerschaftliches Verhältnis mit all unseren Kunden und Kollegen, das macht die Zusammenarbeit äußert angenehm.
Wie schätzen Sie die Chancen EnviTecs auf dem französischen Markt in Zukunft ein? Durchweg positiv. Frankreich ist das größte Agrarland Europas – es bietet der Biogasbranche ein enormes Potenzial. Gerade im Bereich EnviWaste können wir punkten, aber auch in der Gasaufbereitung sehen wir mit unserer EnviThan Technologie eine große Chance, uns in einem umkämpften Markt durchsetzen zu können.
wächst: auch auf dem asiatischen Markt. Hier überzeugt EnviTec durch Kompetenz, Qualität und auf den Kunden zugeschnittene Technologien. Vor allem China setzt vermehrt auf den Bau von Biogasanlagen. "Hier wird vielerorts Mais angebaut, wobei nur der Kolben verwertet wird. Die Restpflanze wird verbrannt und die Asche als Dünger benutzt", sagt Regional Director Asia/Pacific Hendrik van der Tol. "Das Verbrennen verschmutzt natürlich die ohnehin schon ausreichend belastete Luft, daher soll nun auch vermehrt die Restpflanze in Biogasanlagen genutzt werden", berichtet van der Tol weiter, und das mit positivem Nebeneffekt: denn der Gärrest kann als Dünger für das Feld genutzt werden.
nologie wird auch in Japan gesucht. Hier und auch in Thailand setzt EnviTec auf eine nachhaltige Kooperation mit RENAGEN, einer führenden Recyclingunternehmensgruppe in Japan und Südost-Asien.
Auch die Philippinen bieten der Biogasbranche ein großes Potenzial, vor allem in Bezug auf die dezentrale Bereitstellung von grüner Energie. Hier hat die Regierung bereits 2009 ein Klimagesetz entworfen, um den Ausbau regenerativer Energieressourcen voranzutreiben. "Aktuell stammen rund 30 Prozent der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Energien, hauptsächlich allerdings aus Wasserkraft", berichtet Marcello Barbato, EnviTec-Sales Manager Asien.
dustrie. "In Malaysia regelt ein neues Gesetz die Methananbindung der rund 400 Palmölmühlen". Eine Lösung besteht darin, die vorhandenen Lagunen mit einem Gasbehälter zu bedecken und das Biogas zu verbrennen. "Das ist aber nicht wirklich effizient", sagt van der Tol. Neben Biogastechnologie in Kombination mit KWK-Motoren (Kraft-Wärme-Kopplung), bietet EnviTec per EnviThan eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösung.
Biogastechnologie "made in Germany" boomt vor allem auf dem asiatischen Markt. Ob China, Japan, Malaysia, Indonesien oder die Philippinen – EnviTec nutzt hier aktiv seine Wachstumschancen und bietet Know-how und Manpower vor Ort.
der bedeutendsten Häfen Japans und Ankunftsort der ersten EnviTec-
Biogasanlage.
des Energiebedarfs wird aus regenerativen Energien gedeckt.
15,3
5,4
15,3 Gigawatt grüne Energie bis 2030 ist das Ziel der Regierung.
Reis- und Maisstroh fallen jährlich auf den Philippinen an – bestes Substrat für Waste-to-Energy-Anlagen.
T ha i l and
10
20
30
beträgt die aktuell installierte elektrische Leistung in Indonesien.
Prozent wächst die Energienachfrage in Indonesien jährlich.
USA
4,6%
wächst die Elektrizitätsnachfrage in Malaysia jährlich.
Tonnen Biomasse stehen in Malaysia zur Verfügung. Mehr als 80 davon aus Rückständen der Palmöl-Verarbeitung.
Davon weiß Andreas Bosse ein Lied zu singen: "Extrem detaillierte Pläne, inklusive genauer Definition und Anzahl von Schrauben und Muttern – und das bereits schon in der Vertriebsund Angebotsphase – sind das A und O für eine erfolgreiche chinesisch-deutsche Zusammenarbeit". Der EnviTec-Projektleiter ist seit rund zwei Jahren immer wieder direkt vor Ort, um Planungen vorzustellen oder Baufortschritte zu kontrollieren. Stets an seiner Seite sind die chinesischen Kollegen Jia Naiyun, Liu Xiaolin und Rui Liu, die vorab mit den deutschen Vertriebskollegen und EnviTec Regional Director Asia/Pacific Hendrik van der Tol bereits die ersten drei Verträge unter Dach und Fach gebracht haben: "Der erste Vertragsabschluss mit dem Schiffsbauer China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC) ist inzwischen planerisch abgeschlossen", sagt Bosse. Das 300.000-Mitarbeiter-starke staatseigene Unternehmen CSIC investiert in Jiyuan, Provinz Henan, in
China investiert in Biogastechnologie "made in Germany": Mit dem Bau von derzeit insgesamt drei Anlagen profitiert EnviTec vom Boom des chinesischen Energiemarkts.
eine EnviFarm Classic Biogasanlage mit EnviThan-Gasaufbereitung. Die Anlage soll mit der betrieblich anfallenden Schweinegülle betrieben werden. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2015 angesetzt.
"Diese Vertragsunterzeichnung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Akzeptanz und Nachfrage für unsere Gasaufbereitungstechnologie EnviThan auch im internationalen Markt wächst"", so Roel Slotman, EnviTec-Vertriebsvorstand. Anders als in Europa führt EnviTec in Asien allerdings nicht den kompletten Bau der Biogasanlage vor Ort durch. "Wir sind für das Engineering zuständig und liefern den Hauptteil aller notwendigen Komponenten, überwachen den Bau und lernen lokale Mitarbeiter an", erklärt Oliver Ahlemeyer, zuständiger Fachplaner. Die 500 Normkubikmeter (Nm³/h) große Anlage wird in bewährter Containerbauweise vom Kunden unter Supervision von EnviTec errichtet und soll dann bereits Ende des Jahres Gas in das vorhandene Netz einspeisen. Die Anlage ist inzwischen wohlbehalten an der Baustelle angekommen.
"Der Seetransport nach Asien erfordert genaueste Stück- und Packlisten, um den Anforderungen des Zolls zu entsprechen", sagt Bosse. Über die Ankunft der Anlage freut sich auch der Kunde. Der bekannte Schiffsbauer erweitert mit Investitionen in Erneuerbare Energien sein Portfolio. "Wir freuen uns, mit EnviTec Biogas einen so erfolgreich international agierenden Akteur im Bereich des Biogasanlagenbaus angeworben zu
Wie verständigen Sie sich mit Ihren chinesischen Kollegen und Geschäftspartnern? Sowohl bei Meetings als auch in der Bauabwicklung kommt
man mit Englisch sehr gut klar. Da unsere Partner vor Ort und auch wir keine "native speaker" sind, begegnen wir uns dadurch auf Augenhöhe. Bei Detailfragen sind aber auch immer Kollegen vor Ort, die dann ins Chinesische übersetzen.
einem chinesischen? Allein die Anzahl der Gesprächsteilnehmer ist – zumindest beim allerersten Zusammentreffen – etwas gewöhnungsbedürftig. 30 Menschen an einem Tisch sind bei einem Planungsmeeting keine Seltenheit.
Gibt es dennoch mehr Gemeinsamkeiten als gedacht? Ja, definitiv. Doch in Sachen Präzision und Gründlichkeit können wir uns eine Scheibe von den Chinesen, aber auch von den Japanern, abschneiden. Detaillierte Planungen führen hier zu extrem verkürzten Bauzeiten. Dafür können aber Kick-off-Meetings durchaus auch mal drei bis vier Tage in Anspruch nehmen.
Was können wir von China lernen? Gründlichkeit und Freundlichkeit: Diese beiden Eigenschaften machen unseren Aufenthalt vor Ort immer wieder mehr als nur angenehm. Chinesen sind ausgesprochen gastfreundlich, es wird viel kommuniziert.
Wie schätzen Sie die weiteren Chancen EnviTecs auf dem chinesischen Markt ein? Gut, denn in China ist derzeit eine Art EEG in Bearbeitung. Hier arbeiten unter anderem auch deutsche und chinesische Ministerien zusammen und tauschen sich miteinander aus.
haben, der mit Qualitätsarbeit und hohen technologischen Standards Maßstäbe für mögliche neue Gasaufbereitungsprojekte setzen wird", sagt JianHua Wang, General Manager bei CSIC.
Wichtig sei es nun, so sind sich beide Partner einig, effiziente und umweltfreundliche Biogasanlagentechnik nachhaltig im chinesischen Markt zu platzieren. Vom technischen Know-how des Biogas-Allrounders überzeugen konnten sich JianHua Wang und sein Team zuvor bei einem Besuch der EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen in Sachsendorf und Köckte.
Dass die Zusammenarbeit mit CSIC von Nachhaltigkeit geprägt ist, zeigt auch der zweite Vertragsabschluss. Das Großunternehmen investiert erneut in eine Biogasanlage inklusive 500 Nm³/h-Gasaufbereitung. Die Biogasanlage mit EnviThan-
Intensive Planungen und Besprechungen mit erfolgreichem Ausgang: Der erste Vertragsabschluss mit dem Schiffsbauer China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC) resultierte inzwischen in einem weiteren Auftrag.
China ist zurzeit weltweit sowohl der größte Investor in regenerative Energien als auch der größte Produzent von Ökostrom. Anders als in den meisten Staaten der Welt werden erneuerbare Energien hier nicht nur unter dem Ziel der Reduktion von Treibhausgasemissionen gesehen, sondern als Mittel zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Von 2000 bis 2013 erhöhte sich der Anteil der erneuerbaren Energien (infolge des hohen Wirtschaftswachstums stark gestiegenen) am Energieverbrauch von 5,6 auf 9,6 Prozent. Zugleich übertrafen die Investitionen in erneuerbaren Energien erstmals die Investitionen in konventionelle Kraftwerke. Bis 2017 soll die installierte Leistung von Ökostromanlagen um 48 Prozent auf dann 550 GW ansteigen.
Gasaufbereitung in Suzhou, Provinz Jiangsu, soll ab Ende des Jahres mit Küchenabfällen und Klärschlamm betrieben werden. Die EnviThan Biogasaufbereitung ist einfach und robust, dazu kompakt und platzsparend. Die Komponenten zur Entschwefelung, Kompression, Kondensation, Filtration und zur Gastrennung können in geschlossenen Containern installiert werden. Dank modularer Bauweise wird jede Anlage den individuellen Leistungsanforderungen des jeweiligen Betreibers angepasst. "Genau diese Flexibilität aber auch der geringe Bauaufwand haben uns überzeugt, unser zweites geplantes Projekt ebenfalls mit der Expertise von EnviTec Biogas zu realisieren", sagt CSIC-General Manager JianHua Wang.
Auch die Shandong Minhe Biological SCI-TECH Co. LTD setzt auf die Expertise EnviTecs. "Bei unserem dritten EnviThan-Projekt in Minhe, China haben wir uns nach einer öffentlichen Ausschreibung erfolgreich gegen chinesische und europäische Wettbewerber durchgesetzt und den Zuschlag bekommen", sagt Roel Slotman, der als Vertriebsvorstand auch für Asien zuständig ist. Auftraggeber ist einer der weltweit größten Geflügelhalter. Das Rohgas für die technisch bereits durchgeplante 1.000 Nm³/h große EnviThan-Anlage kommt aus der bereits vorhandenen Biogasanlage. "Die Bauphase haben wir eingeläutet", ergänzt Bosse. Läuft alles nach Plan, soll die Gasaufbereitungsanlage schon im dritten Quartal 2015 in Betrieb genommen werden.
anlagen. Schätzungsweise 800 Millionen Tiere leben in China, darunter viele Schweine, Hühner und Rinder bei deren Haltung Mist und Gülle anfällt. Das enorme Biogas-Potenzial soll nun vermehrt zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Laut Berichten der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ließen sich mit den jährlich in China produzierten 290 Milliarden Kubikmeter Biomasse fast sieben Prozent des Energiebedarfs Chinas abdecken. "Mit den drei vorliegenden Bauaufträgen ist uns ein erster, wichtiger Schritt zur Entwicklung des enormen Potenzials zur Produktion klimafreundlicher Energie in China gelungen", resümiert Slotman "und ein weiterer Meilenstein der Internationalisierung EnviTecs".
54 Tonnen Hightech auf dem Weg nach China – Impressionen von der Planung bis zur Ankunft der Containeranlage in Penglai.
Am Anfang steht ein Plan: Per 3D-Zeichnung wird detailgenau geplant. Neben dem vorderen Maschinencontainer sind 90 Steckplätze für liegende Membranmodule im hinteren Membrancontainer vorgesehen.
Nach nur zwei Wochen seit Anlieferung der Container ist der erste Bauabschnitt geschafft: Kaltwasserspeicher und Wärmetauscher sind im Maschinencontainer eingebaut.
Parallel zur Fertigstellung des Maschinencontainers wird am Membrancontainer getüftelt. Mit der liegenden Anordnung der Membranmodule ist EnviTec in der Lage, mehr als die doppelte Anzahl von Modulen in nur einem Container zu verbauen.
Per LKW und Schwerlastkran werden Anfang November die zwei Maschinen- und Membrancontainer am EnviTec-Fertigungsort in Saerbeck angeliefert. Jetzt kann der Innenausbau beginnen!
Wer will fleißige Handwerker sehen? Insgesamt neun Monteure arbeiten in der Containerfertigung in Saerbeck. Hier werden von den Technikexperten Armaturen und Ventile montiert.
Es ist vollbracht. Nach insgesamt 1300 Arbeitsstunden sind am 9. Dezember 2014 beide Container bereit für die Reise zum chinesischen Auftraggeber. Vor der Verladung müssen beide Container sorgfältig verpackt werden.
Am 16. Dezember ist es dann endlich so weit, die Fracht wird von Röhlings Logistics abgeholt und verschifft. 旅行愉快 - Lǚxíng yúkuài – gute Reise nach China!
Bereits im zweiten Schritt geht es an die Sonderanfertigungen. Ein Zulieferer fertigt die Container inklusive Türen und vormontierter Rohrdurchführungen sowie einem gasdicht abgetrennten Schaltraum.
Mit dem ersten Bauprojekt in Japan setzt EnviTec Biogas gemeinsam mit RENAGEN Inc. nicht nur in einer ganzen Region für den Biogasmarkt neue Zeichen, sondern auch im Bereich der Energiegewinnung durch Reststoffe.
Was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zwischen der europäischen und japanischen Mentalität? Die unglaubliche Gastfreundschaft. Noch nie wurden ich und meine Kollegen so herzlich und unverfälscht willkommen geheißen wie in Japan. Nach einem Arbeitstag gehört ein geselliges Abendessen einfach mit dazu. Das ist schön.
Welche Eigenschaften schätzen Sie am meisten an der Zusammenarbeit mit Ihren japanischen Partnern? Knigge hätte seine Freude gehabt in Japan und auch ich und meine Kollegen schätzen den gegenseitigen Respekt und den stets höflich-freundschaftlichen Umgang miteinander.
Welche Unterschiede gibt es bei offiziellen Meetings? Natürlich war die extrem hohe Teilnehmerzahl an einem meiner ersten Planungsgespräche für mich überraschend. Die Meetings sind jedoch, dank der Teilnahme aller Gewerke und Arbeitseinheiten, allesamt sehr gut organisiert und lassen keine Fragen offen.
Wie überbrücken Sie sprachliche Barrieren? Eigentlich wie überall: mit Englisch. Allerdings ist das ab und an ein Problem, geht es um Fachtermini wird häufig übersetzt. Bei einem privaten Ausflug sollte man sich allerdings mit Visitenkarten oder genauen Wegbeschreibungen in japanischer Sprache eindecken, denn Taxifahrer sprechen oftmals kein Englisch.
Welche Fettnäpfchen sollte man tunlichst umgehen? Ein direkter Widerspruch wird verständlicherweise oftmals als barsch und irritierend empfunden. Hier müssen wir uns alle an die Nase fassen und können uns in Sachen Umgang und Etikette eine dicke Scheibe von Japanern abschneiden. Der Austausch von Visitenkarten sollte niemals "einfach nur so" stattfinden, sondern mit dem nötigen Respekt und – bei der Übergabe – immer mit beiden Händen.
Zufriedene Gesichter nach der Inbetriebnahme der ersten EnviTec Anlage in Japan.
EnviTec Projektleiter Andreas Bosse vor der Anlage im Bau.
"こんにちは!Konnichiwa – heißt auf Japanisch Guten Tag", sagt Ivan Dubický, EnviTec-Bauleiter aus Tschechien. Er muss es wissen, denn seit Dezember 2014 arbeitet Dubický in der drittgrößten Stadt Japans – Osaka. Hier erobert der niedersächsische Biogas-Allrounder mit einem Waste-to-Energy-Pilotprojekt den noch jungen japanischen Biogasmarkt. Die 250 kW-starke Biogasanlage speist seit dem 31. März, pünktlich zum anvisierten Termin der Ersteinspeisung, ins Netz ein. "Dass wir den Zeitplan so akkurat einhalten konnten, ist der perfekten Zusammenarbeit mit unserem japanischen Partner RENAGEN zu verdanken", erklärt Dubický.
RENAGEN ist Teil der REMATEC Gruppe, eines großen Reststoff-Verwertungsunternehmens in Japan und Südost Asien. Ziel der Unternehmensführung ist es, RENAGEN in den kommenden Jahren als führenden Anbieter im Biogasmarkt
in Japan zu etablieren. "Als Teil der REMATEC Gruppe wollen wir uns gemeinsam mit der technologischen Expertise von EnviTec
Biogas in unserem aufstrebenden Biogasmarkt etablieren", so Daisuke Mishima, Vorstandsvorsitzender von RENAGEN. Mit umgerechnet 30 Cent auf zwanzig Jahre hat die japanische Regierung nun garantierte Einspeisevergütungen eingeführt. Davon will auch EnviTec Biogas profitieren: "Diesen Trend möchten wir gerne gemeinsam mit dem lokalen Partner RENAGEN nutzen und eine Vorreiterrolle als Botschafter für das Multitalent Biogas einnehmen", sagt Hendrik van der Tol, EnviTec Regional Director Asia/Pacific.
Das Projekt ermögliche dem Unternehmen, auch auf dem japanischen Markt die Effizienz der in Europa erfolgreich unter Beweis gestellten Waste-to-Energy-Technologie zu demonstrieren, so van der Tol weiter.
Schritt zur Erreichung der national gesteckten Klimaziele. Mit über 127 Millionen Einwohnern liegt Japan auf Platz zehn der bevölkerungsreichsten Länder der Erde. Nach den USA und Frankreich nahm der Inselstaat vor der Tsunami-Katastrophe den dritten Platz der weltgrößten Produzenten von Atomstrom ein. Heute liefert keiner der ehemals 50 aktiven Reaktoren Japans Strom. Das wirtschaftliche Nutzpotenzial der Erneuerbaren liegt laut Deutscher Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) bei mindestens 887 Gigawatt. Neben Atomkraft waren Öl aus der Golfregion und Kohle aus Australien bis dato die wichtigsten Energieträger. Verschwindend geringe 4,7 Prozent der Energie stammten aus erneuerbaren Energiequellen.
Das soll sich nun ändern. Mit dem Projekt
14-074, so die offizielle Nummerierung im Lohner Auftragsbuch, setzt EnviTec gemeinsam mit RENAGEN neue Zeichen. Nach einer intensiven Planungsphase mit den zwei EnviTec-Fachplanern Oliver Ahlemeyer und Daniel Hagemann konnte Dubický, als verantwortlicher Bauleiter vor Ort am 19. Januar nach 4-wöchiger Seefahrt die Bauteile in Empfang nehmen. "Dank des sehr transparenten Handelsabkommens mit Japan konnten das Zollprozedere in kürzester Frist abgeschlossen und die Teile auf den LKW verladen werden", erzählt der Bauleiter. Nach rund einstündiger Anfahrt in den Ortsteil Kishiwada wurde in den Folgetagen die Technik- und Dachmontage des 986 Kubikmeter großen Fermenters gestartet. "Der Aufbau der Anlage lief ganz nach Plan, bereits Anfang Februar haben wir den Fermenter inklusive Dach technisch ausgestattet, am 1. März kam dann die komplette Anmischtechnik dran", sagt Dubický. Die präzise Vorplanung der Anlage verkürzte die Bauzeit auf insgesamt nur drei Monate. "Das ist fast schon rekordverdächtig, aber
Die fertig gestellte Anlage im Ortsteil Kishiwada.
bei uns in Japan durchaus Usus", weiß Masaharu Yoshimi, Technischer Vorstand von RENAGEN, zu berichten.
auch auf der Baustelle bemerkbar: jeden Morgen 7.30 Uhr startete das 15-köpfige Bauteam pünktlich in den Arbeitstag. "Nach kurzem Frühstück und Mittagspause mit Reis und Fisch geht man gemeinsam wieder ans Werk", so Masaharu Yoshimi weiter.
Nicht ganz so einfach gestaltete sich die Lagerhaltung des Baumaterials. "Hier merkt man, dass man auf einer Insel arbeitet und der Platz begrenzt ist", so Dubický. Die 2,6-Millionen starke Handelsmetropole Osaka verfügt über relativ kleine Baufelder. "Unser Material mussten wir daher in etwa zehn Kilometer Entfernung zwischenlagern", erklärt der Bauleiter weiter. Da Kraneinsätze sehr teuer sind, mussten dadurch auch die einzelnen Arbeitsabläufe während des Baus genau koordiniert werden.
Aufgrund der perfekten Zusammenarbeit strebt RENAGEN gemeinsam mit EnviTec eine strategische Partnerschaft an. "Insgesamt sollen jährlich bis zu zehn Biogasanlagen in Japan entstehen", sagt Hendrik van der Tol. Die ersten Schritte für zwei weitere Anlagen sind bereits in diesem Jahr eingeleitet worden.
Zeichen für eine grüne Energiewende. "In unseren Gesprächen mit Japanern spürt man regelrecht, dass sich die ganze Bevölkerung mit dem Thema auseinandersetzt", sagt Dubický. "Inzwischen kommen 4,7 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen, das ist ein guter Anfang", resümiert Daisuke Mishima. Dennoch plädiert die aktuelle Regierung unter Premierminister Shinzô Abe jüngst für eine Wiederaufnahme der Arbeit der Atomkraftwerke – natürlich nach einer eingehenden wissenschaftlichen Prüfung. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, Fukushima ist auch heute, vier Jahre nach dem schrecklichen Unglück, Mahnmal für eine radikale Energiewende.
Begrenzter Bauplatz: Die 2,6-Millionen starke Handelsmetropole Osaka verfügt über relativ kleine Baufelder.
Vier Länder mit viel Potenzial: Zwar steckt die Biogasbranche auf den Philippinen, in Malaysia, Indonesien und Thailand noch in den Kinderschuhen, doch die Nachfrage nach grüner Energieerzeugung wächst stetig.
Wie erleben Sie die ungeheure kulturelle Vielfalt dieser Region? Die kulturelle Bandbreite dieser Region ist wie ein Geschenk für mich. Bereits als Kind war mein Lieblingsbuch ein Atlas. Später bin ich von den Niederlanden
nach Tschechien gezogen. Ich bin es gewohnt, mich schnell in verschiedene Kulturen einzuleben.
gen am meisten? Unsere lokalen Kollegen wählen wir vor allem nach Glaubwürdigkeit aus, denn die Person muss in unser Team passen. Erfahrungen und ein gutes lokales Netzwerk sind ebenfalls ausschlaggebend für eine gute Zusammenarbeit mit unseren lokalen Kollegen.
In Südostasien ist das meiner Einschätzung nach Malaysia. Allerdings verfügt Indonesien über ein größeres Potenzial und gute Voraussetzungen für die Erneuerbaren.
Die Erneuerbaren-Branche steckt definitiv noch in der ganzen Region in den Kinderschuhen, was immer Herausforderungen mit sich bringt. Wir müssen vor allem lokale Partner überzeugen, dass unsere Expertise und Technologie mehr Vorteile bringt als die von lokalen Anbietern, das ist für uns die größte Herausforderung.
Mit Pionierarbeit kennt sich EnviTec Biogas aus. Als Biogas-Allrounder der ersten Stunde setzt das Unternehmen seine Expertise nun ein, um im südostasiatischen Markt Fuß zu fassen. Thailand gehört zu den größten Wachstumsmärkten für erneuerbare Energien. Hier gilt es für EnviTec mit Hightech und Leistungsstärke zu überzeugen. "Die vorhandene Technologie ist preisgünstig und verfügt über niedrige Outputzahlen", berichtet EnviTec Regional Director Asia/Pacific Hendrik van der Tol. Einspeisevergütungen für Biogasanlagen, die Reststoffe der örtlich ansässigen Palmölindustrie verarbeiten, sind bereits implementiert, ein lokaler Partner mit REMATEC, einem der führenden Recyclingunternehmen in Japan und Südost-Asien, vorhanden – "das sind gute Voraussetzungen, hier bald auch mit einem Projekt zu punkten", so van der Tol weiter.
über aussichtsreiche Marktchancen, vor allem in Bezug auf die dezentrale Bereitstellung grüner Energie. "Im Jahr 2030 sollen die Kapazitäten der Erneuerbaren von derzeit 5,4 Gigawatt auf insgesamt 15,6 Gigawatt erhöht werden, und so zur Sicherheit der Energieversorgung beitragen", weiß van der Tol. Ebenfalls dazu beitragen wird die von EnviTec geplante 4MW Biogasanlage in der Provinz Quezon. Sie soll nach Inbetriebnahme ab 2016 mehr als 32 Millionen Kilowattstunden grüne Energie pro Jahr liefern.
Für den malaysischen und indonesischen Biogasmarkt stehen die Chancen für die Realisierung künftiger Anlagenprojekte ebenfalls sehr gut: Hier hat EnviTec bereits eine Kooperation mit Aquakimia, einem Ingenieurbüro, das auf die schlüsselfertige Planung und den Bau von Palmölmühlen einschließlich Abwasserbehandlung spezialisiert ist, geschlossen.
EnviTec ist seit 2007 mit einem Joint Venture in Großbritannien vertreten, wie viele Anlagen konnten bereits realisiert werden? Insgesamt hat EnviTec Biogas bereits neun Anlagen mit einer installierten Gesamtleis-
tung von 6,8 MW in England realisiert. Die drei neuen Anlagen geben uns die Zuversicht, dass unsere Marktaussichten auch weiterhin als positiv zu bewerten sind!
Großbritannien strebt einen Anteil von insgesamt 15 Prozent aus Erneuerbaren Energien wie Biogas an – wie viel ist schon erreicht? Mit einer Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien (FIT) und dem "Renewable Heat Incentive" (RHI) fördert die britische Regierung den Ausbau von regenerativen Energiequellen mit nachhaltigem Erfolg. Biogas leistet dabei einen großen Beitrag im Bereich der Gaseinspeisung in das vorhandene Netz.
Wie gestaltet sich die englisch-deutsche Zusammenarbeit mit den Kunden vor Ort? Jeder Standort wird von einem erfahrenen englischen Site Manager geleitet. Gemeinsam mit dem EnviTec Anlagenbau Projektleiter und einem Bauleiter werden alle Schritte sorgfältig geplant und umgesetzt und die Zusammenarbeit mit lokalen Gewerken koordiniert.
Welche Besonderheiten – positiv, wie negativ – hält der britische Biogasmarkt für EnviTec bereit? Sowohl im Service Geschäft als auch im Bau von Anlagen ist hier Potenzial vorhanden. Zeitaufwändiger gestalten sich hier die Sicherheitsstandards, die auch während der Bauphase zu viel Schriftwechsel führen.
Herr Ter Heide, welche typisch britischen Eigenschaften schätzen Sie am meisten? Am meisten bewundere ich die Disziplin der Briten, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben, setzen sie es auch um!
Möglichkeiten Mit EnviThan, EnviWaste und EnviFarm setzt Großbritannien gleich auf drei erfolgreiche EnviTec-Technologien.
Mit dem Bau und Betrieb zweier Biogasanlagen hat EnviTec Biogas den Schritt in die USA erfolgreich gemeistert – nun gilt es, weiteres Potenzial zu erschließen
Wie haben die EnviTec-Anlagen die extremen Winterstürme verkraftet? Bestens! Unsere Anlagen waren einige der wenigen in den USA, die trotz Temperaturen von bis zu -20 Grad konstant durchliefen! Für die Betreiber standen wir die ganze Zeit parat und kontrollierten jede Anlage wöchentlich. Die Kälte stellt besonders für Gülle eine Herausforderung dar. Doch unsere Fermenter zeigten keinerlei Temperaturschwankungen.
Wie schätzen Sie das Potenzial für den Bau weiterer Biogasanlagen in den USA ein? Immens hoch, denn bislang gibt es hier nur etwa 240 Biogasanlagen im Agrarsektor. Problematisch sind die jeweilige Vergütung und Förderungsmöglichkeiten, die je nach Bundesstaat unterschiedlich sind. Die Anbindung an ein Stromnetz kann die Vertragsunterzeichnung ebenfalls verzögern. Bundesweit spielt natürlich die größte Rolle, welche politische Partei die Kontrolle im Weißen Haus und im Kongress künftig haben wird.
Welche Staaten subventionieren Anlagen? Der Bundesstaat New York bietet beispielsweise mit dem NYSERDA-Fund eine Subventionierung speziell für Fermenter. Staatliche Vergütungen gibt es außerdem in Massachusetts mit zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde und in dem kleinen Vermont. Die günstigsten Anreize bieten New York, Pennsylvania, Connecticut, Vermont und Indiana.
Wo sehen Sie für EnviTec realistische Chancen für nächste Projekte? Wir waren in Kalifornien, hier sollen bald zwanzig Prozent des erzeugten Stroms aus Biomasse stammen. Aber auch Nebraska, Maryland und Wisconsin sind von Interesse. Aktuell erarbeiten wir gerade drei Machbarkeitsstudien für Anlagen im Nordosten. Insgesamt muss es unser Ziel sein, vor allem bei Molkereiunternehmen bekannter zu werden. Der Prozess, einen Vertrag zu unterzeichnen, fordert mit sechs bis acht Monaten Dauer recht viel Geduld.
Wie ist die Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen über den großen Teich hinweg? Ausgezeichnet. Denn eigentlich ist es fast so, als ob die Kollegen im Nebenzimmer wären. Als Frühaufsteher macht mir auch die Zeitdifferenz nichts aus.
Zauberhaft schnelle Bauzeit: Nach nur sechs Monaten speist die 300 Normkubikmeter starke EnviThan-Anlage mitsamt 360kWel Blockheizkraftwerk (BHKW) in Ipsden, Oxfordshire, grüne Energie in das Netz ein. Die Anlage wird mit einer Kombination aus Schweinegülle, landwirtschaftlichen Nebenerzeugnissen und Energiepflanzen betrieben. Bis zu 10.000 Tonnen Schweinegülle können damit jährlich verwertet werden. "Per Biogasaufbereitung wird die Icknield Gas Ltd. einen Energiewert von rund 35 Millionen Kilowattstunden (kWh) Biomethan pro Jahr liefern können", so Roel Slotman, EnviTec-Vertriebsvorstand. Ein Haushalt in Großbritannien verbraucht rund 16.500kWh Gas pro Jahr. Mit der Anlage kann damit ausreichend Gas für
den jährlichen Bedarf von ca. 2.150 Haushalte produziert werden. 499kW-stark ist das zweite abgeschlossene EnviTec-Projekt auf englischem Boden. Das BHKW der High Hedley Hope Farm in Durham, Nordosten Englands, hat im Dezember 2014 erstmalig eingespeist. Die Anlage, die mit Lebensmittelresten, Tretmist, Hähnchenmist und Rindergülle betrieben wird, kann vor allem durch die EnviTec-Hygienisierungstechnologie punkten. Last but not least wurde Ende des Jahres auch die 499 kW-Anlage der Allpress Farm in Betrieb genommen. Sie liegt in Chatteris, Cambridgeshire. Hier werden nachwachsende Rohstoffe und Gemüseabfälle verwertet. Drei weitere EnviThan-Anlagen befinden sich seit diesem Jahr in Wormit, Brinklow und Crowle im Bau.
"Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr zwei weitere Anlagen bauen können", sagt Steve McGlynn, Geschäftsführer der EnviTec Biogas USA. Er war selbst Manager eines Molkereibetriebs und verfügt über viel Erfahrung mit anaeroben Biogasanlagen. Diese Expertise ist wichtig, um in den ländlich geprägten Teilen der USA potenzielle Kunden überzeugen zu können. Farmen mit über 1000 Kühen im Stall sind hier keine Seltenheit. "Durchschnittlich 37,5 Liter Milch pro Kuh geben die 1700 Kühe auf der Lawnhurst Dairy Farm am Tag und produzieren pro Kuh etwa 12 Kilogramm Gülle", erklärt McGlynn. Ein Vorteil, den die Betreiberfamilie seit Herbst 2013 energiebringend nutzt. Die 541-kW-starke Anlage in Stanley, US-Bundesstaat New York, sorgt seitdem für positive Schlagzeilen, vor allem in der Biogas-Fachwelt. Das amerikanische Biogas Council lobte die nachhaltige Funktionsweise der EnviTec-Anlage. Der volldurchmischte Fermenter überzeugte auch den zweiten EnviTec-Kunden. "Amerikanische Anlagen werden zumeist im Plug-Flow-Verfahren betrieben, das oft Sand in den Fermenter bringt und die Bildung von Schwefelwasserstoff (H2 S) fördert", sagt Farmer Christopher Noble. Bei seiner 425-kW-starken Anlage ist das dank EnviTec nicht der Fall. Die Menge an H2S wird reduziert, die Anlage läuft zuverlässig!
Hierzu wird in einem ersten Schritt die Flüssigphase aus der Gärrestseparation in einem Luftstrom eingedickt. Dabei gast
das Ammonium in Form von Ammoniak
aus dem Gärrest aus. "Per Eindickung können wir die Gärrestmenge dabei um 50 Prozent senken, auch der Stickstoffgehalt wird deutlich verringert", erklärt Jens Bischoff. Im zweiten Schritt wird Ammoniak ausgestrippt und in Form eines konzentrierten Düngers gebunden. Weiterer Pluspunkt des sich bereits im Test befindlichen Verfahrens ist die Tatsache, dass selbst im
Fermenter eine Reduzierung des Ammoniums erzielt werden kann, was zu einer deutlichen Ersparnis bei den Substratkosten führt. "Die Anlage ist Anfang März in Betrieb gegangen und wir beginnen derzeit den Versuchsbetrieb," sagt Dietmar Stockdiek von der Forschungs- und Entwicklungseinheit bei EnviTec.
Ein Schlagwort, das die EnviTec Biogas aktuell beschäftigt, ist die sogenannte "Biobased Economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströ-
me zu generieren.
Der Fokus liegt dabei auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und Erschließung neuer
Märkte – natürlich mit dem Ziel, EnviTec Biogas noch stärker werden zu lassen. "Hierbei versuchen wir aus einem Produkt möglichst viel zu generieren – aber nicht nur auf der untersten Ebene der Wertschöpfungskette. Wir wollen die Leiter weiter erklimmen und eine höhere Wertschöpfung aus Biomasse erzielen", sagt Technikvorstand Jürgen Tenbrink. In Kombination mit einer Biogasanlage ergeben sich dabei Synergien zur optimalen Nutzung von Biomasse. "Beispielsweise können wir so Methanol oder Ameisensäure erzeugen, die als Treibstoffersatz, in der Chemieindustrie, in Brennstoffzellen und anderen Anwendungsbereichen ihren Einsatz finden können", ergänzt Tenbrink weiter.
Mehr Energie durch Wasserstofffermenter
In ihm wird in Form einer Vorstufe zum eigentlichen Biogasfermenter ein Gasgemisch mit einem hohen Wasserstoffanteil produziert, das mit Biogas vermischt dem BHKW zugeführt wird. Die separate Produktion von Wasserstoff führt auf Grund des höheren Energiegewinns zu einer insgesamt höheren Ausbeute. In ei-
nem nächsten Schritt will EnviTec die Umwandlung von Wasserstoff in andere, speicherbare Energieträger und auch zu wichtigen Rohstoffen der chemischen Großindustrie erforschen. "Unser Ziel ist es, Strom speicherbar zu machen und damit den Verbrauch von Ort und Zeitpunkt der Erzeugung zu entkoppeln", so Jürgen Tenbrink. Die Tests hierzu laufen seit Ende 2014 an einer Eigenanlage in Ostdeutschland. Die ersten Ergebnisse, so Jens Bischoff, seien vielversprechend und würden bereits für den Forschungsbericht ausgewertet.
Die Thermodruckhydrolyse – kurz TDH – eignet sich besonders zur Vorbehandlung organisch belasteter Abwässer und Biomasse vor der Vergärung in Biogasanlagen.
Bei Temperaturen von bis zu 180 Grad, bei gleichzeitig hohen Drücken bis 12 bar, wird das Substrat komplett aufgeschlossen. Hierdurch steigt die Gasausbeute und durch den beschleunigten Abbau kann die Biogasanlage noch besser geregelt werden. Mit der Thermodruckhydrolyse erschließen sich auch andere schwer abbaubare Substrate, die in der Vergangenheit nur bedingt einsetzbar waren. Sowohl durch den verbesserten Abbau als auch durch den Einsatz minderwertiger preiswerterer Substrate wird die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen deutlich gesteigert. Die Anlage befindet sich derzeit im Bau in Saerbeck.
Um die Hälfte reduziert wird die Gärrestmenge durch das von EnviTec entwickelte EnviStrip-Verfahren.
Durch das neu entwickelte EnviStrip-System können wir die Gärrestproblematik deutlich entschärfen. Gleichzeitig kann die Wirtschaftlichkeit der Anlagen durch die Produktion eines hochwertigen Düngers weiter steigen.
Außenansicht eines Wasserstoffreaktors: Mindestens 10 Prozent höhere Energieausbeute.
Der neue Fermentertyp bringt trotz reduzierter Größe den gleichen Biogasertrag.
Da die Faulsuspension hier nicht volldurchmischt wird, benötigt der Highgester weniger Strom und Wärme. Dadurch spart der
Betreiber vor allem Betriebskosten. Aber auch die Wartungskosten werden minimiert, unter anderem weil keine drehenden Teile im Fermenter verbaut werden. Die Testergebnisse im EnviTec-Eigenbetrieb belegen, dass auch die Verweilzeit des Gärsubstrats auf 15 bis 25 Tage verkürzt werden kann. Der erste Highgester befindet sich derzeit in der Abwicklung auf der Biogasanlage Mühlendamm in Bakum. "Das Projekt wird sogar vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert", sagt Jens Bischoff, Forschungs- und Entwicklungabteilung bei EnviTec.
… bietet das neu eröffnete Labor der EnviTec Biogas Italia S.r.l. am Niederlassungssitz in Verona und komplettiert damit das Service-Angebot des Biogas-Allrounders in Italien.
Ganz heimlich still und nur ein wenig blubbernd laufen in einer Biogasanlage zahlreiche biologische und chemi sche Prozesse ab, die für den Betreiber im Verborgenen bleiben. Achtet man als Anlagenbetreiber ausschließlich auf den Gasertrag, kann man bei Abweichungen von der Regel oft nur verspätet eingreifen. Laboranalytik kann hier Abhilfe schaffen. "Modernste Technik hilft Betreibern dabei, die Bakteriologie in ihrer Biogasanlage besser überwachen zu können", sagt Ingenieurin Silvia Di Fabio, Leiterin des Biologischen Service bei EnviTec Biogas Service Italy. Die Umwelttechnikerin ist gemeinsam mit ihrem Kollegen, Dr. Giorgio Malvicini, für das Anfang 2015 eröffnete Labor der EnviTec Biogas zuständig.
Ihr typischer Arbeitstag beginnt zumeist mit der Begehung einer Biogasanlage. "Gemeinsam mit dem Betreiber beurteilen wir die Effizienz der Anlage und neh men dann Proben", erzählt der Biotechnologe Malvicini. Eine erste Beurteilung der Probe ist zumeist durch mobile Analysegeräte direkt vor Ort möglich.
"Die detaillierte Auswertung findet jedoch aus schließlich nach einer genauen Untersuchung im Labor statt", ergänzt seine Kollegin. Nach Bestimmung des pH-Werts, der Pufferkapazität, dem Säuregehalt und anderer Parameter beurteilt das Biologenteam den Zustand der biologischen Prozesse, die Zu- oder Abnahme der orga nischen Belastung am Eingang zum Fermenter und die optimale Dosierung möglicher EnviTec Additive.
Die 90.000 Euro Investition in ein eigenes Labor bietet Betreibern dabei nicht nur eine effiziente, sondern vor allem auch eine zeitsparende Analyse: innerhalb we niger Stunden liegen den Biologen diese Ergebnisse be reits vor und dank des Einsatzes automatisierter Technik ist es den EnviTec-Service-Experten nun auch möglich, gleichzeitig verschiedene Proben zu untersuchen.
Bei der biologischen Betreuung von Eigen- und Fremd-Biogasanlagen kommt es neben der wissen schaftlichen Laboranalyse aber auch auf eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Servicemitarbeiter und Betreiber an: "Der beste Mix ist immer eine genaue Beob achtung der Biologie sowie der Austausch von Ideen und Vorschlägen untereinander", berichtet Di Fabio aus der Praxis. Neben einer Routineanalytik und der Auswertung von Betriebsdaten inklusive Optimierungsvorschlägen bezüglich Fütterung, Substrateinsatz und technischen Grundeinstellungen ist EnviTec mit dem Laborbetrieb zudem in der Lage, Studien durchzuführen. "Die Zusam menarbeit mit Forschungseinrichtungen hilft uns, Anwen dungen weiter zu optimieren", erklärt Martin Brinkmann, Geschäftsführer EnviTec Service.
Technische Frage + kurze Reaktionszeit = geringe Stillstandzeit: Die Gleichung des EnviTec Service geht auf. Dank bestens geschulter Mitarbeiter, kurzen Wegen und perfekt ausgestattetem Lager bietet EnviTec das Rundum-sorglos-Paket für Betreiber.
Immer einsatzbereit: Die Mitarbeiter des EnviTec Service sind schnell vor Ort. Unten: EnviTec Service-Team Martin Brinkmann, Stephan Stiens und Jan Meistermann (von links).
leute und Lageristen, die allesamt das gleiche Ziel haben: Biogasanlagen möglichst kosteneffizient biologisch und technisch fit zu halten für die Zukunft. Dank ausgezeichneter Service-Leistungen der weltweit insgesamt 125 Service-Mitarbeiter liegt die durchschnittliche Effizienz der weltweit rund 280 von EnviTec technisch betreuten Anlagen bei rund 95 Prozent!
"Wir stehen unseren Kunden 365 Tage lang pro Jahr mit Rat und Tat zur Seite", sagt Martin Brinkmann, Geschäftsführer der EnviTec Service. Meist reicht schon ein Anruf bei der 24-Stunden-Hotline, um per Ferndiagnose das Problem zu lösen. Stellt sich die Störung doch als schwerwiegender heraus als angenommen, entsendet EnviTec umgehend einen Techniker. Dank der umfangreichen Lagerausstattung ist auch die Beschaffung von wichtigen Ersatzteilen
Die Gasmotorensparte von GE Jenbacher und EnviTec bieten seinen Kunden einen Service der besonderen Art. Betreiber der Biogasmotoren der Baureihe "J312" können auf Wunsch das so genannte "Flex-Overhaul"-Paket (deutsch: "flexible Überholung") buchen. Bislang erfolgt nach 60.000 Betriebsstunden eine große Revision. Mit dem Paket wird der Motor dann nur einer erweiterten Wartung unterzogen. Dazu gehört beispielsweise eine Brennraumreinigung und Wartung der wichtigsten Bauteile wie Zylinderköpfe oder Ventile. Nach Erreichen der Laufzeit von 80.000 Betriebsstunden erfolgt dann automatisch die notwendige große Revision. Pluspunkt des neuen Servicekonzeptes: Sollte der "alte" Motor noch vor der großen Revision streiken, steht ein Austauschmotor prompt bereit. Die Austauschmotoren sind für die Kunden vorreserviert. Wer das Paket buchen will, muss sich allerdings spätestens bis zu einer Laufleistung von 55.000 Stunden seines BHKW dafür entscheiden. Bei der großen Motorenrevision können Flex-Overhaul-Kunden optional auch auf ein "Upgrade"-Programm zurückgreifen. Hierbei stehen Wirkungsgrad- oder Leistungssteigerungen zur Verfügung. Ein beliebtes Paket ist die Leistungssteigerung auf bis zu 625 Kilowatt. Das entspricht – bei einer bisherigen Limitierung auf 500 kW – einer Mehrproduktion von 25 Prozent.
kein Problem. "In mehr als 95 Prozent kann der Schaden von uns innerhalb eines Tages behoben werden", ergänzt Brinkmann.
Genau diesen Anspruch verfolgen Brinkmann und seine Kollegen auch im Ausland. Als "Global Player" in der Biogasbranche ist EnviTec in mehr als 20 Ländern weltweit aktiv – Tendenz steigend. "Da ist es natürlich klar, dass auch wir vom Service mitziehen und unsere Wartungsangebote für Eigen- und Fremdkunden anbieten", sagt Brinkmann. "Intern arbeiten wir zusätzlich an einem Europa-Netzwerk", ergänzt Brinkmann. Ziel sei ein Servicenetzwerk, das den Know-how-Transfer untereinander fördere. Die Internationalisierung des Unternehmens macht sich im Service-Bereich besonders bemerkbar. "Wir unterstützen uns gegenseitig, egal wo und wann", sagt der Service-Experte. Kollegen aus Lettland und Tschechien waren schon zur Unterstützung in Deutschland, deutsche Kollegen in England, Frankreich und Italien. Jährliche Schulungen aller Mitarbeiter garantieren dabei das stets aktuelle Wissen rund um Service-Fragen.
Denn die EnviTec-Service Experten müssen fit sein: an Wochenenden sind fünf- bis sechsmalige Einsätze keine Seltenheit. "Zum Glück sind alle unsere Mitarbeiter hoch motiviert und haben Spaß an der Arbeit", sagt Brinkmann. Sich auf immer wieder neue Herausforderungen einstellen zu können, sei Grundvoraussetzung für die Service-Arbeit. Keine Anlage sei wie die andere und so müssen selbst Standardwartungen von Anlage zu Anlage angepasst werden.
Alter der Anlage fallen hier zum Beispiel die große Motorenrevision, der Tausch des Dachs oder die Reinigung des Fermenters an. "Wie groß und damit kostenintensiv eine Wartung wird, entscheiden wir immer gemeinsam mit dem Kunden", sagt Jan Meistermann, Vertriebsmitarbeiter bei EnviTec Service. "Abhängig von der jeweiligen Gesetzes- und Förderungslage und den vorhandenen finanziellen Mitteln können wir eine individuelle Analyse oder Empfehlung abgeben, die auf Basis eines ProFit-Reports erstellt wurde", so Meistermann. Nach Beauftragung dieser Analyse bekommen
Anlagenbetreiber einen individuellen Check-up, eine Analyse mit Ermittlung der erforderlichen Investitionen und möglicher Zusatzerlöse sowie eine Auswertung möglicher Optimierungsmaßnahmen vorgelegt. Nach Auswahl der favorisierten Variante und Erteilung des Auftrags kann es losgehen.
Kernpunkt der Analyse ist ein Simulationsmodell, das die Ist-Mengen mit künftig erreichbaren Werten vergleicht und betriebliche Einnahmen und Aufwendungen für ein Betriebsjahr gegenübergestellt.
Mögliche Maßnahmen für Bestandsanlagen sind beispielsweise der Zubau eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) oder der Austausch eines alten BHKW gegen ein
neues mit höherer Leistung. Auch im Bereich der Substrateinbringung und –aufbereitung können Betreiber für ihre Anlage sprichwörtlich noch mehr "Gas geben". Durch gezielte Aufbereitung des Substrats werden höhere Gasmengen aus dem Input erzielt und somit die Gesamteffizienz der Anlage wesentlich verbessert, noch dazu wird der Geldbeutel des Betreibers durch geringeren und flexibleren Inputeinkauf geschont.
Neben technischen "Großeinsätzen" wie dem Austausch eines Tragluftdachs oder den
Mit der ProFit-Analyse bekommen Betreiber einen individuellen Check-up. Erforderliche Investitionen werden ermittelt und eine Liste möglicher Optimierungsmaßnahmen vorgelegt.
Die Internationalisierung macht sich auch im EnviTec Service bemerkbar. Insgesamt 47 Mitarbeiter sorgen im Ausland dafür, Anlagen fit zu halten und das zum Teil unter widrigen Umständen …
– genau wie die Zufriedenheit der Betreiber, die den Service des Allrounders schätzen. "In Italien haben wir bereits 2011 eine 100-prozentige Tochter der EnviTec Service gegründet", berichtet Christian Fürste, Abteilungsleiter für den Service International. Mittlerweile sind dort 26 Anlagen unter Wartungsvertrag. Ein weiteres Standbein in Europa mit Sitz in Velké Mezirící ist die in Tschechien und der Slowakei agierende EnviTec Biogas Service s.r.o.. Ihre 14 Mitarbeiter bieten Kunden Serviceleistung "on demand", nach tatsächlichem Aufwand, an. Vollwartungsverträge sind der Hauptmarkt in Großbritannien; hier arbeiten sieben Servicekräfte für die EnviTec Biogas Service UK ltd.. Ende 2014 waren hier Anlagen mit einer Kapazität von 6,8 MW im Betrieb, davon beachtliche 4,8 MW als Vollservice unter Vertrag.
Frankreich Ein weiterer Zielmarkt des EnviTec Service-Angebots ist Frankreich. Hier operiert EnviTec durch die EnviTec Biogas France SARL. In Frankreich befanden sich Ende 2014 4,7 MW in Betrieb oder Bau, davon wurden drei Anlagen unter Vollwartungsvertrag genommen. "So-
wohl in England als auch in Frankreich erwarten wir in den kommenden zwei Jahren eine verstärkte Nachfrage nach unserem Serviceangebot, auch was die Gasaufbereitung anbelangt", sagt Fürste.
Lettland Ebenfalls unter Vollwartungsvertrag sind insgesamt fünf von sieben von EnviTec errichteten Anlagen in Lettland. "Unsere drei Servicekräfte vor Ort müssen hier im Winter oft unter erschwerten Bedingungen arbeiten", weiß Fürste zu berichten, "28 Grad unter Null sind keine Seltenheit, gefrorene Böden und die Anlagen
Und auch über den großen Teich hinweg baut EnviTec gerade seine Service-Leistungen in den USA auf.
Das Hauptaugenmerk der Service-Dienstleistungen im Ausland liegt bei EnviTec, nicht nur bei solchen Herausforderungen, auf der fachlichen Kompetenz des Personals. Alle neu rekrutierten Mitarbeiter werden am EnviTec-Hauptsitz in Lohne geschult und ausgebildet "und gerade erst haben wir unser internationales Team Deutschland von zwei auf vier Personen aufgestockt", so Fürste abschließend.
Ob Hitze oder Eiseskälte: Die EnviTec Anlagen funktionieren bei allen Temperaturen und trotzen selbst minus 30 Grad.
Zubau eines BHKW bietet der EnviTec Service im Bereich des Repowerings auch kleinere Power-Pakete für ältere Anlagen. "Mit unseren OptiPacks leisten auch ältere Biogasanlagen das Optimum und reduzieren dabei noch Betriebskosten", erklärt Stephan Stiens, Mitgeschäftsführer der EnviTec Service. Die intelligenten Softwarepakete des niedersächsischen Biogas-Allrounders überzeugen am Markt: "Aktuell punkten wir bei unseren Kunden vor allem mit den OptiPacks Gülle-direkt, Rezi-direkt und den Belüfter Packs", weiß Vertriebler Jan Meistermann. Die Softwarelösungen reduzieren den Pumpenverschleiß, beschleunigen die Anmischung und verringern dabei zusätzlich den Eigenstromverbrauch. Mit diesen nachrüstbaren Technik- und Systemangeboten bedient EnviTec die starke Nachfrage an intelligentem Repowering, denn Biogasanlagentechnik von heute muss effizienter sein, als sie es vor ein paar Jahren noch war. "Das merken vor allem die Betreiber von Bestandsanlagen aufgrund steigender Rohstoffpreise und Stromkosten", so Stiens weiter.
turtermins zeigen sich verschlissene Bauteile einer Biogasanlage. "Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade der Feststoffdosierer relativ reparaturanfällig ist", berichtet Jan Meistermann. Die Betreiberdatenbank der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sieht das ähnlich – rund
an. Dazu gehören auch Flex-Overhaul-Verträge für Anlagenbetreiber. Dabei handelt es sich um einen fixen Reservierungsvertrag für BHKW mit Biogasmotoren der Baureihe "J312" von GE Jenbacher. "Hier haben wir in Deutschland bereits 40 Verträge abgeschlossen, in Tschechien sind es bereits drei", berichtet Stephan Stiens. Zentraler Bestandteil des Servicevertrages: GE sichert die Betriebszeitverlängerung der Motoren von 60.000 auf bis zu 80.000 Stunden ab, ohne eine große Überholung durchführen zu müssen. Ein Vorteil für den Betreiber liegt in der flexiblen Vereinbarung des Revisionstermins. Gerade im Winter sei eine Generalüberholung für viele Betriebe ein ungünstiger Zeitpunkt, da die Abwärme aus dem BHKW für die Fermenterheizung benötigt werde, erklärt Jan Meistermann. "Mit dem Abschluss eines Flex-Overhaul-Pakets kann sich der Biogasanlagenbetreiber den idealen Zeitpunkt für die große Revision selbst aussuchen", ergänzt er. Selbst mal nachschauen und nicht abwarten: Wer präventiv arbeitet, kann Reparatureinsätze minimieren.
23 Prozent aller Störungen gingen auf dieses Bauteil zurück. Bei der Auswertung von knapp 400 Anlagen werde auch deutlich, dass das Eintragssystem auch das Blockheizkraftwerk als störanfälligste Komponente abgelöst hat, das für 22 Prozent der gemeldeten Schäden verantwortlich ist. Auf Platz 3 lägen
mit 16 Prozent die Rührwerke.
Doch nicht immer ist der Einsatz des technischen Services nötig. "Wer präventiv arbeitet, kann Reparatureinsätze minimieren", weiß Meistermann aus der täglichen Praxis zu berichten. Natürlich gehöre dazu eine gewisse Qualifikation des Betreibers und auch die genutzte Substratqualität sei sehr wichtig. "Steine und Reifenreste im Mais tun nun mal keiner Anlage besonders gut", so Meistermann. Wichtig sei es, möglichst früh Fehler im System zu erkennen. "Nicht erst warten, bis etwas kaputt geht, sondern vorher warten ist unsere Devise", sagt Meistermann.
wort: Der Großteil der Komponenten ist laufend auf Lager.
TIPP:
100 Prozent Leistung, ganz ohne Abschalten des Motors: Die EnviTec HeatBox erschließt Anlagenbetreibern die Vorteile des Regelenergiemarkts.
Eigene Anlage: In Anklam testet EnviTec Biogas neue Technologien und Verfahren, unter anderem auch Power-to-Heat, also die Umwandlung von Strom in Wärme per innovativer HeatBox.
energieeffizient: Die Rede ist von der EnviTec HeatBox. Sie funktioniert ganz einfach per Power-to-Heat (P2H), also der Umwandlung von Strom in Wärme. "Damit erschließen wir unseren Kunden zusätzliche Vorteile des Regelenergiemarkts und das, ohne dabei den Motor einer Anlage abschalten zu müssen", erklärt Alfred Gayer, Geschäftsführer der EnviTec-Töchter Energy und Stromkontor. Die Leistung eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) kann durch P2H und der daraus entstehenden Wärme sinnvoll im jeweils vorhandenen Fernwärmenetz eingesetzt werden.
"Die meisten Kunden möchten gerne die volle Motorenleistung als Regelleistung anbieten. Darüber hinaus kennen sie EnviTec bereits als Allrounder, damit können wir punkten", ergänzt Nicolai Hinrichs, Abteilungsleiter Technik. Bislang nutzen acht Kunden die HeatBox zur Teilnahme an der Sekundärregelleistung.
Die HeatBox, die es, je nach Wärmenutzungskonzept, als 300 oder 550 kW-Aggregat gibt, funktioniert wie ein Durchlauferhitzer, "allerdings mit intelligenter Steuerungs- und Schalteinheit zur optimalen Verknüpfung mit dem BHKW der Biogasanlage. Durch verschiedene Betriebsmodi kann der Betrieb an die vorherrschenden Bedingungen der Biogasanlage angepasst werden. Abhängig vom Wärmebedarf kann zwischen vorrangiger, nachrangiger und paralleler Regelung von HeatBox und BHKW als Regelungseinheit gewählt werden. Hierdurch lässt sich die Wärmeeinspeisung direkt regulieren und kann - je nach Modus - stark oder mäßig ansteigen, bei Bedarf aber auch in etwa konstant gehalten werden, erklärt Hinrichs.
Insgesamt überzeugt die EnviTec-HeatBox durch ihren kostengünstigen und wartungsarmen Einsatz und durch stete Entwicklungsarbeit: "Auf Basis der ersten Erlöse aus der Sekundärregelenergie unseres Eigenbetriebs am Standort Anklam rechnet sich die Anschaffung der HeatBox bereits nach drei bis vier Jahren", so
Hinrichs abschließend.
Die erzeugte Leistung kann zu 100 Prozent im Sekundärregelmarkt platziert werden und der Betreiber profitiert von den wirtschaftlichen Zusatzerlösen. Die Heat-Box bringt aber nicht nur monetäre sondern auch ökologische Vorteile mit sich: gleichzeitig wird die erzeugte Wärme in einem vorhandenen Fernwärmenetz oder bei internen Wärmeverbrauchern eingesetzt. Auch zusätzliche Fackellaufzeiten durch Fernabschaltungen des BHKW können vermieden werden. Außerdem punktet das Verfahren durch seine einfache Wartung, die lediglich das Überprüfen und Reinigen des Schaltschranklüfters beinhaltet.
Hier drin geht's per Turbo zur Regelenergie. Die EnviTec HeatBox.
Vom Landwirt zum Energieversorger? Dank EnviTec Stromkontor vermarkten immer mehr Anlagenbetreiber ihren Strom selbst und garantieren ihren Kunden faire Preise und Versorgungssicherheit.
jetzt kommt auch der
Strom vom Nachbarn. Das Modell der regionalen Direktvermarktung macht's möglich: "Mit dem Marktprämienmodell nach EEG 2012 können Anlagenbetreiber ihre produzierten Strommengen über die regionale Direktvermarktung absetzen", erklärt Alfred Gayer, Geschäftsführer der EnviTec-Töchter Energy und Stromkontor. Dabei wird der eingespeiste Strom nicht, wie sonst üblich, an der Strombörse gehandelt, sondern an Kunden weitergegeben, die in unmittelbarer Nähe zur Biogasanlage wohnen. "Aus der Region - für die Region, so lautet der Ansatz der regionalen Direktvermarktung, die sich vorrangig an Haushalts-, Gewerbe- und landwirtschaftliche Kunden mit einem Strombedarf bis 100.000 kWh pro Jahr richtet", so Gayer.
Anlagenbetreiber, wie Henning Seele aus Frille, erhalten dabei weiterhin die Marktprämie vom Verteilnetzbetreiber sowie vom Endkunden den Strompreis. "Der besteht zur Hälfte aus Steuern und Abgaben, die eigentlich in voller Höhe abgeführt werden müssten", sagt Gayer. Doch genau hier greifen die Vorteile der regionalen Stromvermarktung: zusätzliche Erlöse zum herkömmlichen Marktprämienmodell können durch stromsteuerrechtliche Vorteile erzielt werden. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. "Das wichtigste Kriterium ist die räumliche Nähe zwischen Biogasanlage und Endverbraucher", weiß Gayer. Die installierte Leis-
Herr Seele, vom Landwirt mit drei Standorten in Minden und Petershagen zum Stromanbieter: Wie schafft man den Spagat zwischen zwei fordernden Arbeitsbereichen? Mit viel innerer Ruhe und einer Portion Flexibilität. Feste Bürozeiten habe ich nicht, auch wenn in meinem Büro insgesamt drei PCs beachtet werden wollen. Die Landwirtschaft ist immer wetterabhängig, Störungen kommen unvorhergesehen und für den "Feierabend" bleibt noch genügend Papierarbeit. Das ist viel, aber bereichert auch. Langeweile kehrt bei mir so schnell nicht ein.
Henning Seele, Betreiber Biogasanlage Frille
Gut 1000 Haushaltskunden aus Frille könnten zukünftig grünen Strom aus ihrer eigenen Nachbarschaft beziehen.
Mit meinem Vater bilden wir ein schlagkräftiges Betriebsleitungsteam, ein weiterer fester Mitarbeiter und die flexible Hilfe eines Studenten bilden die festen Stützen meines Alltags. Mit der EnviTec Stromkontor habe ich einen verlässlichen Partner an meiner Seite, wenn es um Fragen der Direktvermarktung geht. Abwicklung und Administration übernehmen EnviTec-Mitarbeiter in Lohne und Saerbeck.
Definitiv das ganzheitliche und überzeugende Konzept der Stromkontor, die es mir ermöglicht, nicht nur Strom herzustellen, sondern auch selbst zu vermarkten. Damit wird die Energiewende bei mir gelebte Wirklichkeit und ist kein bloßes Lippenbekenntnis.
Gab es einen Moment, der Sie ins Zweifeln brachte, ob die Entscheidung Strom direkt zu vermarkten richtig war?
Natürlich sind wir mit der Direktver-
marktung noch in der Startphase. Die Entscheidung fiel mir insgesamt nicht schwer, denn die regionale Direktvermarktung ist quasi das i-Tüpfelchen, das unsere Friller Energiewende perfekt macht und auch die Kunden an unserem Strom aus regenerativen Energien partizipieren lässt.
Gibt es eine gewünschte Kundenanzahl, die Sie gerne erreichen
tung der Anlage dürfe nicht mehr als 2 MW übertreffen und der erzeugte Strom muss durch das öffentliche Netz fließen. "Außerdem ist es notwendig, einen Nachweis zu erbringen, dass der an Kunden verkaufte Strom zur selben Zeit erzeugt wurde", resümiert der Energieexperte.
All diese Anforderungen erfüllt die BLK Bioenergie aus Steinfurt. Deren Betreiber, Hans-Heiner Brand und Dirk Lefert, bieten seit März 2015 grünen Strom: "Steinfurter BLK Strom garantiert niedrige Preise, faire Abschläge und
hundertprozentige Liefersicherheit", sagt Lefert während einer Informationsveranstaltung für die Bauernschaft Ostendorf. Rund 30 Interessierte sind anwesend und hören sich die Ausführungen des Landwirts und Neu-Stromversorgers an. Insgesamt strebt das Team einen Kundenstamm von etwa 1000 Haushalten an. Ihre 3 x 190 kW-starke Biogasanlage ist seit 2011 in Betrieb. "Jetzt war es vor allem das ganzheitliche Konzept der Energieerzeugung und Vermarktung mithilfe der EnviTec Stromkontor, die uns zu dem Schritt bewogen hat, unse-
Mit unserer 400 kW-starken Biogasanlage und dem angegliederten BHKW erzeugen wir pro Jahr etwa 3,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom. Das heißt, wir produzieren ausreichend Strom für circa 1000 Haushaltskunden mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh. Diese Größenordnung wäre sicherlich ein erstrebenswertes Ziel.
»Wir garantieren absolute Lieferzuverlässigkeit und faire Preise – das überzeugt!"
Hans-Heiner Brand, Betreiber der Biogasanlage Steinfurt
Stadt Petershagen Kreis Minden-Lübbecke
immer günstig!
Ja, die ersten 30 unterschriebenen Verträge liegen bei mir auf dem Tisch und die Kunden haben ihre Auftragsbestätigung bereits erhalten. Es läuft also alles gut an.
Die Leute interessiert vor allem, wie das Modell funktioniert. Was passiert, wenn die Anlage gewartet wird? Ist die Stromversorgung dann
ren Strom selbst auf dem Markt anzubieten", ergänzt Brand. Das Unternehmen unterstützt die Betreiber bei der gesamten administrativen Abwicklung, von der Auftragsannahme, über den Wechselantrag bis hin zur Verwaltung der Abschlagzahlungen. Darüber hinaus stellt die Stromkontor den Betreibern ein Informationspaket zur Verfügung, das sie zu Werbezwecken verwenden können.
Auch in Ostdeutschland trägt die regionale Direktvermarktung erste Früchte. Hier gibt es in Neutrebbin bereits gute Erfahrungen mit der Wärmeversorgung. Die von EnviTec erbaute Biogasanlage produziert hier rund zwölf Millionen
dennoch garantiert? Hier leiste ich Aufklärungsarbeit. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht bei einem Tarifwechsel, hier kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass die Kunden beim Friller Strom Transparenz und faire Tarife erwarten und keine "Katze im Sack" kaufen.
Unser Slogan heißt: "Einmal wechseln – immer günstig." Dahinter stehen langfristig faire Tarife und
totale Transparenz. Drei Adjektive beschreiben unser Angebot eigentlich am besten: "persönlich, professionell, preiswert".
Wir bieten eine Preisgarantie für die von uns beeinflussbaren Preisbestandteile während der gewünschten Vertragslaufzeit. Hier können wir natürlich Steuern, Umlagen und Abgaben nicht mit berücksichtigen. Dafür ergänzen wir unser Versprechen durch die Preissenkungsgarantie. Das heißt, dass wir gesunkene Preisbestandteile immer in voller Höhe an den Endkunden weitergeben.
Kilowattstunden Wärme und rund 13 Millionen Kilowattstunden Strom und kann damit 3000 Haushalte
versorgen. Jetzt soll der Strom direkt als Neutrebbiner Strom an die Haushalte abgegeben werden. "Die Einsparungen zum Grundversorger sind regional unterschiedlich. Sie liegen hier bei 36 bis 56 Euro im Die aktuelle Strompreiszusammensetzung von privaten Haushalten
Jahr für einen Verbrauch von etwa 3500 Kilowattstunden, während
an anderen Stellen auch Einsparungen von über 100 Euro pro Jahr möglich sind", so Stromkontor-Geschäftsführer Alfred Gayer, "entscheidend ist nicht nur der Preisunterschied, sondern die lokale Kundenansprache".
Die regionale Direktvermarktung stecke zwar noch in den Kinderschuhen, dennoch, so ist sich Alfred Gayer sicher, "wird der Trend zur Eigenvermarktung zunehmen und die Betreiber auf die Zeit vorbereiten, die nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung auf sie zukommt".
Dirk Lefert, Betreiber der Biogasanlage Steinfurt
nicht unbedingt nur der Preisunterschied, sondern auch der Ansprechpart-
ner direkt vor Ort.«
Alfred Gayer, Geschäftsführer EnviTec Energy
Mit der Wahl des Stromlieferanten legen die Betreiber fest, wer für sie den Strom einkauft und mit wem sie den Strombezug abrechnen. EnviTec Stromkontor regelt für die Kunden alle Fragen rund um den Handel und den Vertrieb sowie die damit verbundenen vertraglichen und organisatorischen Aspekte und liefert den Strom zu attraktiven Konditionen.
EnviTec hat seit 2012 kontinuierlich ihren Anlagenpool zur Direktvermarktung auf- und ausgebaut. Philosophie der Direktvermarktung der EnviTec ist, dass Anlagenbetreiber die Mehrerlöse von der Managementprämie garantiert bekommen und nicht mit Risiken des Strommarktes verrechnet werden.
Als Direktvermarkter hat EnviTec in den Regelzonen 50 Hertz, Amprion und TenneT den nötigen Anlagenpool, um mit den Anlagen an den Regelenergiemärkten teilzunehmen. Regelenergie wird dazu benötigt, die Spannung im Stromnetz konstant zu halten. Kunden der Stromkontor können aktiv zur Stabilität der deutschen Stromnetze beitragen. Denn Biogas ist der einzige regenerative Energieträger, der die Anforderungen von Regelbarkeit und Grundlastfähigkeit voll erfüllt.
EnviTec bietet mit dem Beratungstool ProFit einen Ansatz, um bestehende Anlagenkonzepte z. B. durch die Berücksichtigung der Flexibilitätsprämie weiter zu entwickeln. Dies ist für Anlagenbetreiber interessant, die sich auf Grund zu geringer Kundenzahlen in räumlicher Nähe für die regionale Direktvermarktung entscheiden.
Für die Vermarktung des Stroms hat EnviTec ein auf den jeweiligen Betreiber maßgeschneidertes Verkaufsförderungspaket zusammengestellt.
Umlagen/ Abgaben 27%
Stromerzeugung/ Lieferung 18%
Netzentgelte 32%
Steuern 23%
Es ist die Erfolgsgeschichte schlechthin: Der Eigenbetrieb von EnviTec Biogas startete 2007 mit 1,8 MW und verfügt heute über eine installierte Gesamtleistung von rund 57,9 MW – Tendenz steigend.
Neben hundertprozentigen Eigenbeteiligungsanlagen bietet sich sowohl im In- als auch im Ausland die Möglichkeit, Anlagen in Kooperation zu betreiben: Dieses Modell wird zumeist von Partnern aus der Landwirtschaft oder der örtlichen Industrie, die ihre Anlage eigenverantwortlich mit Hilfe von EnviTec betreiben, genutzt. Der Begriff Eigenbetrieb beschreibt jedoch nicht nur die Entwicklung der Biogasanlage mitsamt ihres Betriebes – dazu gehört außerdem die Beschickung des Fermenters mit Substraten, die jeweilige Verwertung oder Entsorgung der Gärreste sowie die Einspeisung der gewonnenen Energie in das jeweils vorhandene Strom-, Wärme- oder Erdgasnetz.
Genau das macht seit Jahreswechsel die
bereits 2009 in Betrieb genommene und jetzt im Eigenbetrieb operierende Biogasanlage in unmittelbarer Nähe zur L'Oréal-Produktionsstätte im belgischen Libramont. "Sie liefert grüne Wärme an die Kosmetikfabrik – die überschüssige Energie, die etwa für 4000 Haushalte reicht, wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist", sagt Robert Engeman, zuständig für den Eigenbetrieb International. Grund für die Übernahme der 3,2MW-starken EnviWaste-Anlage ist unter anderem der geänderte Einspeisetarif für Biogasanlagen. "Zudem gibt uns der Rückkauf die Möglichkeit hier technische Innovationen an der eigenen Anlage zu entwickeln und zu testen", so Engeman weiter. Die vier Mitarbeiter vor Ort arbeiten aktuell daran, die Industrieanlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Insgesamt arbeiten im EnviTec-Eigenbetrieb 83 Mitarbeiter europaweit. Der Gewinn des lukrativen Geschäftsfeldes lag im aktuellen Geschäftsjahr bei
EnviTec Eigenbetrieb in Libramont: überschüssige Energie wird ins Stromnetz eingespeist.
Mit seinen regelmäßigen Umsätzen und attraktiven Margen ist der EnviTec Eigenbetrieb seit 2007 fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Jetzt sorgt ein alter neuer Anlagenbetrieb für frischen Wind in der Riege der 74 Eigenbetriebe.
Robert Engeman, Eigenbetrieb International
| Umsatzantei betrieb im Verg anderen Segmenten |
le vom Eigen leich zu den |
||
|---|---|---|---|
| Eigenbetrieb | 39,7% | ||
| Anlagenbau | 30,8% | ||
| Energy | 16,6% | ||
| Service | 12,9% | ||
Wie funktioniert eine Biogasanlage? Wie sieht das Marktumfeld im Bereich der Erneuerbaren
Energien aus und welche Rechte und Pflichten hat ein Auszubildender? "Fragen wie diese beschäftigen die meisten unserer Azubis in den ersten Wochen bei uns", weiß Kristin Gravemeyer, Ausbildungsleiterin bei EnviTec. Der Biogas-Allrounder bietet in jedem Jahr durchschnittlich zwei bis vier neuen Auszubildenden einen erfolgreichen Start in die Berufswelt. Nach Bewerbung, Einstellungstest, Auswahlgesprächen und Einführungswoche kann es dann – je nach Vorbildung - mit der zwei- oder dreijährigen Ausbildung losgehen. Die Ausbildungsplätze zur Industriekauffrau beziehungsweise zum Industriekaufmann sind begehrt: "Rund 120 Bewerbungen gehen bei uns pro Jahr ein", sagt Gravemeyer.
Erfolg mit ihrer Bewerbung hatten unter anderem Oliver Vogler und Marie Pümpel. Während Marie noch in ihrem ersten Ausbildungsjahr ist, bereitet sich Oliver auf seinen Abschluss vor. Zuvor ging es für die beiden angehenden Industriekaufleute jedoch erst einmal ins Ausland. "Das ist ein Novum", sagt Katrin Selzer, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei EnviTec. "Viele Unternehmen unserer Branche werden – wie auch wir selbst – immer internationaler. Im Zuge dessen werden qualifizierte Mitarbeiter mit fundierten Außenhandelskenntnissen benötigt, die mit ihren ausländischen Partnern kommunizieren und kooperieren können", ergänzt Selzer.
»Das Auslandspraktikum in Italien hat mich nicht nur dem Abschluss meiner Zusatzqualifikation näher gebracht, sondern mir vor allem mehr Selbstsicherheit gegeben. Probleme alleine zu lösen, in eine andere Kultur einzutauchen und sich auf Englisch zu verständigen macht stark!«
Marie Pümpel, Auszubildende
»Um auf dem aktuellsten Stand in Sachen Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern zu bleiben, nehme ich regelmäSSig an Fortbildungen im Bereich Arbeitsrecht und Lohnbuchhaltung teil. Die Module kann ich mir dabei individuell zusammenstellen.«
Roswitha Steinhaus, Lohnbuchhalterin
Bereits seit Firmengründung bietet EnviTec Biogas jungen Erwachsenen attraktive Ausbildungsplätze an. Mittlerweile verfügen rund 20 (ehemalige) Azubis über profundes Fachwissen und einen perfekten Berufsstart.
Um dieser Anforderung gerecht zu werden, bietet die Handelslehranstalt Lohne die Zusatzqualifikation "Kaufmann für Auslandsgeschäfte" parallel zur Ausbildung an. Genau diese Chance nahmen die beiden EnviTec-Azubis im April 2015 wahr und reisten für drei Wochen nach Italien in die EnviTec-Niederlassung Verona.
"In der Vergangenheit haben wir neben Industriekaufleuten auch Bauzeichner und Fachinformatiker ausgebildet", berichtet Gravemeyer, "heute suchen wir vermehrt Azubis für den Bereich Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik". Diese besondere Ausbildung sei ein Exot und unter Schulabgängern noch relativ unbekannt.
bildende aus – darunter zwei Umschüler für den Bereich Fachkraft für Lagerlogistik, eine Umschülerin zur Industriekauffrau, die ihren praktischen Teil bei EnviTec absolviert, sowie ein Industriekaufmann, der bereits im zweiten und damit letzten Lehrjahr ist. Zwei Industriekaufleute, darunter Marie Pümpel, haben 2014 begonnen "und einen weiteren Neuzugang haben wir im Bereich des dualen Studiums", zählt Gravemeyer auf. "Als Arbeitgeber nehmen wir unsere Verpflichtung zum Erhalt des Wirtschaftsstandorts Deutschland sehr ernst und bieten jungen Menschen aber auch unserem gesamten Mitarbeiterteam Ausbildungsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten an - neben Englischkursen, gibt es Fortbildungen zum technischen Zeichner oder Vertriebsmanager, andere Kollegen bilden sich im Bereich Online-Marketing oder zum Finanz- und Bilanzbuchhalter weiter", resümiert Selzer.
Teamarbeit gefragt. Ob in der Freizeit oder in der Arbeit, eine gute Zusammenarbeit ist die Basis erfolgreichen Arbeitens bei EnviTec.
EnviTec-Mitarbeiter Christian Eilert erklärt Auszubildenden das Funktionsprinzip einer Biogasanlage.
Vorträge: sowohl beim Besuch von ausländischen Delegationen wie auch bei der jährlich stattfindenden Betreiber-Tagung stehen die Fragen der Besucher im Mittelpunkt.
Geschicklichkeit und schnelles Reaktionsvermögen war gefragt beim Menschen-Kicker während des EnviTec-Betriebsfests im Sommer.
Unter Tage mit Kollegen: die Zeche Ibbenbüren ist eines von drei verbliebenen aktiven deutschen Steinkohlenbergwerken und Besuchsstätte eines Projektleiterausflugs.
Ein guter Zusammenhalt und Kollegialität kommt bei EnviTec nicht von ungefähr: Weihnachten, Betriebsfest und EnviTec for fit fördern den Teamgeist.
Jährlich heißen wir mehr als 500 Besucheraus dem In- und Ausland an unseren EnviThan-Standorten Sachsendorf und Köckte oder an den Unternehmenssitzen in Saerbeck und Lohne willkommen. Immer im Gepäck: Interesse am grünen Multitalent Biogas.
Innovationen und Informationen rund um das grüne Energietalent Biogas bietet EnviTec im In- und Ausland auf den unterschiedlichsten Messen. Ob bei den beiden deutschen Leitmessen EuroTier oder Agritechnica in Hannover oder der Bovino da Latte in Cremona: Vorstand, Vertriebs- und Servicekollegen sind immer vor
Ort um fachkundig Auskunft zu geben.
Vorstand & Co. beim allmorgendlichen Rollen der EnviTec-Kalender.
Allzeit im Einsatz: Marcello Barbato, Sales Manager South-East Asia (unten links), auf der Energy Smart, im Herbst 2014 in Manila, und als Redner beim Biogas Forum Batanga (unten).
Mit zumeist mehr als
160.000 Besuchern stellt die EnergyDecentral, die sich im Rahmen der EuroTier als weltweiter Treffpunkt für dezentrale Energieversorgung etabliert hat, einen festen Termin im EnviTec Vertriebskalender dar.
»In der internationalen Zusammenarbeit ist vor allem Flexibilität gefragt. Jedes Land ist anders und damit jede Bodenbeschaffenheit auch. In Japan mussten wir aufgrund der geologischen Besonderheit erdbebensicher planen – hier konnten wir auf unsere langjährigen Erfahrungen in der Planung und im Bau von Anlagen zurückgreifen.«
»Beim Bau der zweiten EnviTec-Anlage in den USA musste ich mich erst mal an die unterschiedlichen Maßeinheiten gewöhnen. Bei der Umwandlung der Zahlen muss man genau aufpassen, doch mit einem gut funktionierenden Team klappt alles! Und darauf kommt es an, egal wo man arbeitet – auch wenn man, wie ich, fast 8.000 Kilometer von der Heimat entfernt ist – es zählt der Teamgeist und der ist bei EnviTec weltweit perfekt!«
»Da ich als Italiener für eine deutsche Firma aktuell in Asien arbeite, bin den Mix der Kulturen zwar gewohnt, aber jedes neue Land hat seine Besonderheiten, vor allem in der Körpersprache. So bedeutet das Hochziehen der Augenbrauen auf den Philippinen "ja" – das war mir neu, denn in meiner Heimat bedeutet das ein absolutes "nein".«
»Als technischer Trainer bin ich zuständig für Service-Schulungen weltweit. Da braucht man natürlich Englisch. Meine Englischkenntnisse habe ich in einem einwöchigen Sprachkurs in England aufpoliert. Da wir aber zumeist alle keine Muttersprachler sind, begegnen wir uns in der Zusammenarbeit auf einer Ebene, das macht den Umgang miteinander definitiv einfacher!«
Oliver Ahlemeyer, Fachplaner EnviTec Biogas
»Gewöhnung an die unterschiedlichen Maßeinheiten.«
Marcello Barbato, EnviTec Vertrieb international
"EnviTec goes global", und wir gehen mit. Wie macht sich die zunehmende Internationalisierung in der täglichen Arbeit bemerkbar? Wir haben nachgefragt …
Triathlon, Mountainbiketour, Laufworkshop – das Fitnessprogramm, das EnviTec Biogas seit 2014 für seine Mitarbeiter bietet, hat es in sich. Bislang haben rund 50 Kollegen mitgemacht – Tendenz und Motivati-
Startklar für den ersten von insgesamt zwei Teamausflügen per Mountainbike in den Teutoburger Wald.
Auf die Plätze, fertig, los: sowohl beim triathletischen Schwimmen als auch beim Bodyweight-Training (links) gilt es, den inneren Schweinehund zu überwinden.
| (Mio. Euro) | 2014 | 2013 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 163,4 | 148,8 | |
| Inland | 120,3 | 103,7 | |
| Ausland | 43,1 | 45,1 | |
| Rohergebnis | 62,9 | 63,8 | |
| EBITDA | 21,8 | 18,4 | |
| EBIT | 6,3 | 2,4 | |
| Überschuss | 4,2 | 0,3 | |
| Ergebnis/Aktie | 0,28 | 0,02 | |
| Mitarbeiter | 350 | 350 | |
| Auftragsbestand | 37,3 | 67,6 | |
| davon Eigenbetrieb | 0,9 | 12,8 | |
| davon Ausland | 27,5 | 21,9 | |
| Auftragseingänge | 52,3 | 60,3 | |
| Auftragsstornierungen | 27,9 | 34,1 | |
| Abgearbeitete Aufträge | 54,7 | 51,5 | |
| Inst. Leistung MW in Betrieb | 366 | 354,4 | |
| davon Ausland | 95,8 | 92,5 | |
| Inst. Leistung MW in Bau | 1,1 | 4,1 | |
| davon Ausland | 1,1 | 0,4 |
003
| 007 |
|---|
| 011 |
| 015 |
| 019 |
| 041 |
| 051 |
| Glossar | 103 |
|---|---|
| Finanzkalender | 108 |
| Impressum | 108 |
das vergangene Geschäftsjahr war erneut von großen Herausforderungen für die EnviTec Biogas AG sowie die gesamte Biogasbranche insbesondere in Deutschland geprägt. Im ehemals wichtigsten EnviTec-Markt ist das Geschäft mit dem Bau von Biogasanlagen durch das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) weitgehend zum Erliegen gekommen und wird auch künftig keine nennenswerte Rolle mehr spielen. Deutschland bleibt zwar mit rund 8.000 Anlagen Spitzenreiter in Europa, doch die Rahmenbedingungen für einen Ausbau dieser führenden Position sind durch die Gesetzeslage nicht länger gegeben. Der Einbruch des deutschen Marktes hat bei Anlagenbauern hierzulande für zahlreiche Unternehmensinsolvenzen verbunden mit einem kräftigen Arbeitsplatzabbau gesorgt. Aus unserer Sicht ist dabei weiterhin unbestritten: Die Bioenergie kann in der Strom- und Wärmeerzeugung unverzichtbare systemische Aufgaben übernehmen und wird deshalb im globalen Maßstab weiter an Bedeutung gewinnen. Auch in Deutschland sollten die Vorteile der Bioenergie bei der Entscheidung über den künftigen Energiemix stärker berücksichtigt werden, um eine sichere, effiziente und klimafreundliche Energieversorgung zu gewährleisten.
Dass EnviTec Biogas in diesem schwierigen Marktumfeld mit steigenden Umsätzen und Ergebnissen für das Jahr 2014 aufwartet, ist vor allem das Resultat
unserer konsequenten Neustrukturierung des Unternehmens und des Engagements unserer Mitarbeiter, die tatkräftig an der Umsetzung der EnviTec-Strategie mitgewirkt haben. Der Erfolg unserer Strategie fußt auf vier Bausteinen, die wir in den vergangenen Jahren konsequent vorangetrieben haben. Das sind die internationale Expansion im Anlagenbau, der Ausbau des Eigenbetriebs, die Erweiterung der Wertschöpfungskette durch die Bereiche Service und Energy sowie die Stärkung unserer Innovationsführerschaft. Auch die Struktur unseres Konzerns haben wir optimiert und diese durch die Ausgliederung des Anlagenbaus in eine eigene Tochtergesellschaft vereinheitlicht. Damit sorgen wir für mehr Erlös- und Kostentransparenz und tragen der abnehmenden Dominanz des Segments im Gesamtkonzern Rechnung.
Mit einer Steigerung der Umsatzerlöse um 9,8% auf 163,4 Mio. Euro ist die EnviTec Biogas AG wieder auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Gerade im Anlagenbau haben wir den kräftigen Geschäftseinbruch in 2013 gut überstanden, uns vom allgemeinen Branchentrend abgekoppelt und die Erlöse dank unseres starken Auslandsgeschäfts gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) des EnviTec Konzerns verbesserte sich deutlich um 163,7% auf 6,3 Mio. Euro. Nach Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 4,2 Mio. Euro, was einer ansehnlichen Steigerung des Ergebnisses je Aktie von 0,02 Euro im Vorjahr auf 0,28 Euro entspricht. Das finanzielle Fundament von EnviTec Biogas ist weiterhin sehr solide. Zum Jahresende 2014 verfügt EnviTec Biogas über eine Eigenkapitalquote von rund 54% und eine sehr solide Liquiditätslage.
Gestärkt durch robuste Finanzzahlen und eine zukunftsfähige Strategie blicken wir vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Im Fokus des Anlagenbaus stehen attraktive Auslandsmärkte wie Frankreich und Großbritannien sowie die asiatischen Länder China und Japan. Das Agrarland Frankreich bietet hervorragende Bedingungen für die Energieerzeugung aus Biogas. Hier soll sich die Zahl der Anlagen bis 2017 verdreifachen. Großbritannien bleibt ebenfalls ein klarer Wachstumsmarkt, wo wir aktuell mehrere Projekte in der Pipeline haben. Und im noch jungen Biogasmarkt Asien genießt Anlagenbau made in Germany ein hohes Ansehen. Hier sind wir exzellent positioniert und haben erst kürzlich in Osaka (Japan) eine Pilotanlage mit einem japanischen Partner in Betrieb genommen.
Neben dem Anlagenbau steht der selektive Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und die Forcierung der ergänzenden Geschäftsfelder Service und Energy in 2015 auf der Agenda. Ziel ist es, sich bietende Marktopportunitäten möglichst schnell und effizient zu nutzen, neue Märkte und Produkte zu entwickeln und dabei eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen.
Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink Jörg Fischer Roel Slotman
von links nach rechts
Roel Slotman Vorstand Vertrieb International (CCO), Enter/Niederlande Jörg Fischer Vorstand Finanzen (CFO), Weyhe-Erichshof Olaf von Lehmden Vorsitzender des Vorstands (CEO), Lohne Jürgen Tenbrink Vorstand Technik (CTO), Steinfurt
nach einem wie erwartet schwierigen Jahr 2013 konnte EnviTec im Geschäftsjahr 2014 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn wieder deutlich steigern. Insgesamt erwirtschaftete der EnviTec Konzern im Geschäftsjahr 2014 Umsatzerlöse von 163,4 Mio. Euro und damit 9,8 % mehr als im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 163,7 % auf 6,3 Mio. Euro. Zwar bleibt die mittelfristige Planbarkeit aufgrund sich laufend verändernder regulativer Rahmenbedingungen für EnviTec schwierig. Dank des starken finanziellen Fundaments und der erfolgreichen Internationalisierung der Geschäftstätigkeit kann EnviTec dennoch wieder auf eine chancenreiche Zukunft blicken. Im Fokus stehen attraktive Auslandsmärkte für den Anlagenbau, der selektive Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und die Forcierung der ergänzenden Geschäftsfelder Service und Energy. Ziel ist es, in attraktiven Märkten sich bietende Marktopportunitäten möglichst schnell und effizient zu nutzen, neue Märkte zu entwickeln und dabei eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen.
Als Aufsichtsrat haben wir im Geschäftsjahr 2014 im Rahmen unserer Tätigkeit alle uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben wahrgenommen. Wir haben den Vorstand kontinuierlich überwacht und standen ihm bei der Leitung des Unternehmens beratend zur Seite. In alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, wurden wir vom Vorstand unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Zur Ausübung unserer Beratungs- und Überwachungstätigkeit hat uns der Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher sowie mündlicher Form über alle für das Unternehmen wesentlichen Themen unterrichtet. Dazu zählten vor allem die Unternehmensplanung und strategische Weiterentwicklung, die Erschließung neuer Geschäftsfelder, der Geschäftsverlauf, und die Lage des Konzerns sowie die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance. Auch über den Verlauf der Umstrukturierung wurden wir stets informiert. Nach intensiven Prüfungen stimmte der Aufsichtsrat allen zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfällen zu.
Auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen standen Vorstand und Aufsichtsrat in regelmäßigem Kontakt. Die ausführliche Berichterstattung durch den Vorstand überzeugte uns von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit sowie Wirtschaftlichkeit der Führung des Unternehmens und des Konzerns. Wir sahen daher keine Veranlassung von unseren Prüfungsrechten nach § 111 Abs. 2 AktG Gebrauch zu machen. Interessenkonflikte von Vorstandund Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die
die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten.
Aufgrund des nur drei Personen umfassenden Aufsichtsrats haben wir auch im Jahr 2014 auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet. Alle Fragen, die von Ausschüssen zu behandeln gewesen wären, wurden im Plenum erörtert. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat nach eigener Einschätzung der Meinung, dass er effizient arbeitet. Nach § 100 Abs. 5 AktG muss mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats über spezielles Fachwissen in den Bereichen Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Diese Aufgabe wird von unserem Mitglied Hans-Joachim Jung wahrgenommen.
Der Aufsichtsrat kam im Geschäftsjahr 2014 zu vier ordentlichen Sitzungen am 28. April, 31. Juli, 18. September und 11. Dezember zusammen. Bei allen Sitzungen war der Aufsichtsrat in Gesamtheit anwesend. Gegenstand der Sitzungen waren stets die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Investitionsvorhaben sowie die Risikolage und das Risikomanagement von EnviTec Biogas.
Darüber hinaus standen im Wesentlichen folgende Themen auf der Tagesordnung, die gemeinsam mit dem Vorstand eingehend behandelt und erörtert wurden:
die Abschlussprüfung 2013
die Planungen für das Jahr 2014
die aktuelle Marktsituation im Biogassektor
die EEG Novelle 2014
Neuerungen in der Stromvermarktung
Überblick über die Auslandsaktivitäten des Konzerns
Umsetzung der Ausgliederung des Anlagenbaus
Wettbewerbssituation
vorzeitige Rückführung des Schuldscheindarlehens
Bericht über F&E-Vorhaben/ Erschließung neuer Geschäftsfelder
Planungen für 2015
Auf der Hauptversammlung am 31. Juli 2014 wählten die Aktionäre die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, erneut zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014. Der Aufsichtsratsvorsitzende erteilte dem Abschlussprüfer nach Einholung der Unabhängigkeitserklärung den Prüfauftrag, traf mit ihm die Honorarvereinbarungen und legte die Prüfungsschwerpunkte fest. Auf dieser Grundlage und unter Einbeziehung der Buchführung prüfte die Rödl & Partner GmbH den vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellten Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG und den auf Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2014 sowie den zusammengefassten Lagebericht für die AG und den Konzern. Die Prüfungen
ergaben keine Einwendungen, so dass jeweils ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk (siehe Seite 102) erteilt wurde. Darüber hinaus wurde der vom Vorstand erstellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen ("Abhängigkeitsbericht") geprüft und ebenfalls mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss in seinen Sitzungen am 30. April 2015 und am 13. Mai 2015 intensiv beraten und geprüft. An der Sitzung nahmen sowohl der Abschlussprüfer der Rödl & Partner GmbH als auch der Vorstand teil, die die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung erläuterten und ergänzende Fragen des Aufsichtsrats beantworteten. Nach der eigenen Prüfung und Gesprächen mit dem Abschlussprüfer und dem Vorstand bestanden keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat sich daraufhin dem Prüfungsergebnis der Rödl & Partner GmbH angeschlossen und den vom Vorstand zum 31. Dezember 2014 aufgestellten Jahresabschluss sowie
den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss der EnviTec Biogas AG ist damit festgestellt. Darüber hinaus haben wir uns nach eingehender Prüfung dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem Vorstand für die große Einsatzbereitschaft im Geschäftsjahr 2014. Auch das kommende Jahr wird herausfordernd, jedoch haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um uns in diesem Marktumfeld zu behaupten.
Lohne, den 13. Mai 2015
Bernard Ellmann Vorsitzender des Aufsichtsrats
von links nach rechts Hans-Joachim Jung stellvertretender Vorsitzender Bernard Ellmann Vorsitzender Michael Böging
Deutsche Aktien verzeichneten im Jahr 2014 ein moderates Wachstum. Nach dem Rekordjahr 2013 entwickelte sich der deutsche Leitindex DAX positiv und schloss zum Jahresende mit gut 4,00% im Plus. Gestärkt durch die positive konjunkturelle Entwicklung und das allgemein positive Kapitalmarktumfeld durchbrach der DAX Mitte des Jahres die 10.000er Marke und beendete das Jahr bei 9.805 Punkten.
Der deutsche Technologie-Index TecDAX verzeichnete analog zum DAX eine positive Entwicklung. Nach einem gelungenen Start in das Jahr überschritt der Index Anfang Juni, beflügelt von den konjunkturellen Aussichten im dritten und vierten Quartal, erstmalig die Marke von 1.300 Punkten und erreichte Anfang Dezember mit 1.381,41 Punkten sein Jahreshoch. Zum Jahresende schloss der TecDAX mit einer Gesamtperformance von 17,55% im Plus.
Ebenso wie der deutsche Aktienmarkt standen auch die weltweiten Kapitalmärkte unter dem positiven Einfluss der expansiven Zinspolitik der Notenbanken. Der Dow Jones schloss mit 8,4% im Plus und der S&P Index beendete den Handel gut 12% höher als vor Jahresfrist. Auch der europäische Index EuroStoxx 50 und die asiatischen Indizes Nikkei und Hang Seng legten im Jahresverlauf teils deutlich zu.
Deutlich schlechter entwickelte sich im Jahresverlauf hingegen der ÖkoDAX. Der Index für die größten deutschen erneuerbaren Energiewerte zeigte aufgrund der Unsicherheiten im Zuge der Verabschiedung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) im Juni 2014 und deren negativen Folgen, insbesondere für die Biogasbranche, eine negative Performance und verlor bis zum Jahresende rund 33% seines Wertes. Bereits Anfang Januar war das Jahreshoch mit 47,78 Punkten erreicht. Im Laufe des Jahres fiel der Index bis Mitte Dezember auf 28,4 Punkte und schloss zum Jahresende bei 29,51 Punkten.
Die EnviTec-Aktie entwickelte sich im Jahr 2014 analog zum Gesamtmarkt positiv. Zu Jahresbeginn lag der Kurs bei 6,41 Euro und stieg bis zum 17. Januar kräftig auf sein Jahreshoch von 7,85 Euro. Im Anschluss sank der Wert leicht und bewegte sich anschließend seitwärts um einen Wert von 7,00 Euro. Im Zuge der Verabschiedung des EEG-Gesetzes und im Nachgang der Hauptversammlung fiel die EnviTec-Aktie bis auf ihr Jahrestief von 6,00 Euro am 17. September. Anschließend erholte sich der Wert der Aktie und schloss am 30. Dezember bei 7,00 Euro mit gut 9% im Plus. Das entspricht bei 15 Mio. ausstehenden Aktien einer Marktkapitalisierung von 105 Mio. Euro. Der Jahresdurchschnittskurs lag bei 6,84 Euro.
Die ordentliche Hauptversammlung der EnviTec Biogas AG fand am 31. Juli 2014 in Lohne statt. Die zentralen Tagesordnungspunkte, unter anderem die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrates, wurden von der Aktionärsversammlung mit großer Mehrheit beschlossen. Darüber hinaus votierten die Aktionäre für den Vorschlag, den im Jahr 2013 erwirtschafteten Gewinn auf neue Rechnung vorzutragen.
| Basisdaten zur Aktie | |
|---|---|
| ISIN | DE000A0MVLS8 |
| Börsenkürzel | ETG |
| Börsensegment | Entry Standard (Open Market) |
| Branche | Erneuerbare Energien |
| Jahreshoch | 7,85 EUR |
| Jahrestief | 6,00 EUR |
| Jahresschlusskurs | 7,00 EUR |
| Anzahl der Aktien | 15.000.000 Stückaktien |
| Marktkapitalisierung am Jahresende | 105 Mio. EUR |
| Ergebnis je Aktie | 0,28 EUR |
| Dividendenvorschlag je Aktie | 0,35 EUR |
Eine kontinuierliche, zeitnahe und umfassende Kommunikation war für uns auch im Geschäftsjahr 2014 von großer Bedeutung. Unsere Zielsetzung ist es, unsere Aktionäre sowie unsere Interessenten gleich zu informieren. Darüber hinaus legen wir Wert auf
einen intensiven Austausch mit allen interessierten Investoren.
Auch nach dem im Jahr 2013 erfolgten Wechsel vom Prime Standard in das Segment Entry Standard der Börse Frankfurt erfüllen wir weiterhin die Informationsanforderungen über die vorgeschriebenen Richtlinien hinaus, um so unseren Investoren einen umfassenden Transparenzstandard zu bieten.
Auf Analystenseite wurde die Aktie der EnviTec Biogas AG im Berichtszeitraum von MATELAN Research gecovert.
| Analystenbewertungen | |||
|---|---|---|---|
| Datum | Institut | Empfehlung | Kursziel (EUR ) |
| 02.05.2014 | MATELAN Research | Hold | 7,20 |
| 01.10.2014 | MATELAN Research | Hold | 8,10 |
| Aktionärsstruktur (Stand: 31.12.2014) | ||
|---|---|---|
| von Lehmden Beteiligungs GmbH | 8.638.317 Stck. | 57,60 % |
| TS Holding GmbH | 3.880.000 Stck. | 25,90 % |
| Streubesitz/ Freefloat | 2.331.683 Stck. | 15,50 % |
| Eigene Aktien | 150.000 Stck. | 1,00 % |
| Gesamtsumme der Aktien | 15.000.000 Stck. | 100 % |
des EnviTec-Konzerns und der EnviTec Biogas AG Gemäß § 298 Abs. 3 i.V.m. § 315 Abs. 3 HGB wurde der Lagebericht für den Einzelabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2014 mit dem Lagebericht für den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 zusammengefasst.
Der EnviTec Biogas Konzern mit Sitz in Lohne ist einer der führenden Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet außerdem das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. Zudem betreibt EnviTec eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogasproduzenten in Deutschland.
Mit unserer kundenorientierten Bauweise setzen wir Maßstäbe bei der Zuverlässigkeit und Profitabilität. EnviTec-Anlagen können aus sämtlichen Inputstoffen, von organischen Abfällen bis zu nachwachsenden Rohstoffen, saubere Energie erzeugen. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet und ist inzwischen in 14 Ländern weltweit vertreten. Mit der EnviTec Energy und deren Tochter EnviTec Stromkontor hat EnviTec Biogas das Geschäftsfeld um die direkte Vermarktung von aufbereitetem Biomethan sowie die Grünstrom- und Regelenergievermarktung erweitert.
Unsere hohen Qualitätsstandards sind nicht nur durch zufriedene Kunden und die beachtliche Effizienz der von uns betreuten Anlagen belegt, sondern auch durch international anerkannte Zertifizierungen. Unser Qualitätsmanagementsystem nach der DIN EN ISO 9001:2008 setzen wir in der EnviTec Biogas AG und der EnviTec Service GmbH & Co. KG um.
Die Konzernstruktur ist entsprechend der vier Geschäftsfelder aufgebaut: Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy. Alle Bereiche sind strategisch, technisch und wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Der Geschäftsbereich Anlagenbau entfiel bis November 2014 im Wesentlichen auf die Muttergesellschaft EnviTec Biogas AG. Zum 1. Dezember 2014 wurde der Geschäftsbereich ausgegliedert und firmiert fortan – wie im Wesentlichen auch die anderen drei Geschäftsbereiche – als GmbH & Co. KG. Mit diesem Schritt werden die Konzernstruktur vereinheitlicht und weitere Synergien geschaffen. Darüber hinaus erhöht die Überführung des Anlagenbaus in ein eigenständiges Tochterunternehmen die Erlös- und Kostentransparenz. Der Mutterkonzern fungiert damit als Holding, die Leistungen wie beispielsweise Controlling, Personalmanagement, Rechtsberatung, Treasury und Marketing für die vier Geschäftsbereiche erbringt. Weiterer Geschäftszweck der Holding ist das Halten von Beteiligungen im Eigenbetrieb sowie die Anlauffinanzierung der jeweiligen Projektgesellschaften. Der Konsolidierungskreis für den Konzernabschluss 2014 umfasst 133 vollkonsolidierte Gesellschaften und damit 2 mehr als im Vorjahr.
Im Geschäftsbereich Anlagenbau errichten wir Biogasund Biomethananlagen für Kunden wie beispielsweise Landwirte, Industrieunternehmen und Investoren. Wir planen die Anlage, errichten sie und beginnen mit der Biogas-Produktion. Unser Produktportfolio umfasst die komplette Wertschöpfungskette der Biogasanlagentechnik für Anlagen ab 75 kWel. Wir setzen auf eine modulare Bauweise aus standardisierten Elementen, die je nach den Erfordernissen projektbezogen vor Ort zusammengestellt werden. Damit bieten wir maßgeschneiderte Lösungen und gleichzeitig erprobte Technik. Die Vorteile: schnellere Inbetriebnahme, hohe Betriebssicherheit und geringere Betriebskosten. Neben Großanlagen bietet EnviTec seit 2014 auch ein Kompaktanlagenkonzept an, das unter der Bezeichnung "EnviFarm Compact"-Anlage vermarktet wird. Die Kleinanlagen mit einem Format von 75 bis 450 kW zielen vor allem auf den deutschen und italienischen Markt. Ende 2014 waren von EnviTec
errichtete Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 366 MW (Vorjahr: 354 MW) am Netz.
Im Geschäftsbereich Eigenbetrieb ist die Erzeugung von Strom, Wärme und Gas in eigenen Biogasanlagen im In- und Ausland gebündelt. Dies geschieht in der Regel in Kooperation mit lokalen Partnern aus der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft. Diese Partnerschaft zeichnet sich durch eine klare Aufgabenverteilung aus: Jeder konzentriert sich auf seine Stärken. Der Partner vor Ort stellt beispielsweise den Standort zur Verfügung, kümmert sich um die Beschaffung der Inputstoffe und übernimmt den laufenden Betrieb. EnviTec kümmert sich um die Projektplanung und schlüsselfertige Errichtung der Anlage. Während des Betriebs führen wir alle notwendigen Wartungsarbeiten durch, kümmern
uns um den biologischen Service und übernehmen die kaufmännische Leitung. Üblicherweise sind unsere Partner Landwirte, die die Anlagen auf ihren Höfen betreiben. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit Kommunen, Fondsgesellschaften, Industrieunternehmen und Energieversorgern zusammen. Im Ausland sind eigene Projekte auch ein wichtiger Türöffner, um potenzielle Kunden vor Ort von dem ökonomischen und ökologischen Nutzen der Biogasproduktion und unserem Know-how zu überzeugen. Die Verknüpfung unseres technischen Wissens mit der Kompetenz unserer Partner auf regionaler Ebene ermöglicht hohe Effizienz und attraktive Renditen für EnviTec und ihre Partner. Für uns ist der Eigenbetrieb mit seinen regelmäßigen Cashflows eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau.
Mit der EnviTec Energy bieten wir im Geschäftsbereich Energy Wärmekunden sogenannte Contracting-Modelle an. Dabei verkaufen wir in effizienten Blockheizkraftwerken (BHKW) dezentral erzeugte Wärme aus selbst produziertem Biomethan über langfristige Lieferverträge. Die Käufer wie beispielsweise Industrie- und Gewerbeunternehmen oder Kommunen mit hohem Heizbedarf erhalten über langfristige Lieferverträge mit hoher Preisstabilität grüne Wärme zu attraktiven Konditionen und verbessern dadurch ihre CO2-Bilanz.
* verschiedene Projektgesellschaften von Biogasanlagen,
Details zu den Beteiligungen und Beteiligungshöhen siehe Anhang S.70 ff., "Liste des Anteilsbesitzes"
Unter dem Dach der EnviTec Energy befindet sich auch die Tochterfirma EnviTec Stromkontor. Sie bündelt die Leistung einer Vielzahl von Biogasanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk und vermarktet den in Blockheizkraftwerken (BHKW) erzeugten Strom im Auftrag ihrer Kunden direkt an der Strombörse. Außerdem können die Anlagen am Regelenergiemarkt platziert werden, um so zur Stabilität des deutschen Stromnetzes beizutragen. Bei der Vermarktung kooperieren wir mit der AXPO Deutschland GmbH, einer Tochtergesellschaft des Schweizer Stromkonzerns AXPO Holding AG.
Im Geschäftsbereich Service bietet EnviTec alle Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen an. Neben Deutschland haben wir unter anderem auch starke Service-Teams in Italien und Tschechien. Unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputmaterial und Gärreste auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu geben. Darüber hinaus umfasst unser Angebot die regelmäßige Begehung der Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern. EnviTec Biogas bietet neben der Teilwartung nach Aufwand auch eine Vollwartung mit Übernahme des Reparaturrisikos an. Die regelmäßige Wartung reduziert die Stand- und Ausfallzeiten und ist damit wesentlicher Faktor für den langfristig profitablen Betrieb einer Biogasanlage. Unsere Kunden profitieren vom Know-how unserer hochqualifizierten Fachleute, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zur Verfügung stehen.
Wir haben uns in den vergangenen Jahren eine führende Position im Biogasmarkt erarbeitet und bereits Anlagen in 13 Ländern errichtet. Unser strategisches Ziel ist es, nachhaltig zu wachsen und unsere Marktstellung als integrierter Anbieter und Betreiber von Biogasanlagen auszubauen. Oberste Priorität hat dabei die Zufriedenheit unserer Kunden und deren Einbindung in die Weiterentwicklung unserer Anlagen entsprechend ihrer Wünsche. Die kurz- bis mittelfristige strategische Ausrichtung wird durch die anhaltenden Diskussionen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den
einzelnen Märkten stark beeinflusst. Insgesamt sind die einzelnen Märkte sehr heterogen, was überwiegend an den sehr unterschiedlich ausgestalteten Förderrahmen liegt. Für EnviTec sind derzeit die Märkte in Frankreich, Großbritannien und Asien (China, Japan) am attraktivsten. Wir verfolgen die Entwicklungen in den einzelnen Ländern sehr genau, um zeitnah auf Änderungen der Rahmenbedingungen reagieren zu können. Für unser nachhaltiges Wachstum haben wir folgende Eckpfeiler definiert:
Wir beobachten weltweit die Entwicklungen der Rahmenbedingungen für Biogas. Sobald in einem Land belastbare Strukturen entstehen, prüfen wir diese sehr genau und entscheiden dann über einen Markteintritt. Bei der Erschließung neuer Märkte setzen wir auf Partner aus der jeweiligen Region und verbinden auf diese Weise unsere langjährige Erfahrung im Anlagenbau und -betrieb mit den Kenntnissen über die regionalen Besonderheiten. EnviTec hat frühzeitig die Internationalisierung vorangetrieben und ist heute neben Deutschland in 14 Ländern mit eigenen Gesellschaften, Vertriebsbüros, strategischen Kooperationen und Joint Ventures vertreten. Durch das neue EEG 2014 ist der deutsche Markt zum Erliegen gekommen, so dass der Auslandsumsatz die inländischen Erträge im Anlagenbau inzwischen deutlich übersteigt. Neben den etablierten Märkten wie Frankreich, Großbritannien und Italien sehen wir mittelfristig die größten Chancen in Japan, China und den USA. In den letztgenannten Ländern hat EnviTec erste Anlagen errichtet und setzt darauf, dass die dortigen Vorzeigeprojekte weitere Vertriebserfolge nach sich ziehen. Ziel ist es, den Anlagenbau auch in einem schwierigen Marktumfeld profitabel zu betreiben und gleichzeitig die nötigen Kapazitäten vorzuhalten, um Marktopportunitäten schnell nutzen zu können.
EnviTec Biogas hat den Eigenbetrieb in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und erwirtschaftet heute mit dem Geschäftsbereich den höchsten Umsatzanteil im Konzern. Ende 2014 waren Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 57,9 MW am Netz, davon 10,7 MW im Ausland. In Deutschland setzt EnviTec vor allem auf die Optimierung der Bestandsanlagen. Darüber hinaus werden selektiv neue Märkte für den Eigenbetrieb
erschlossen. Mit seinem regelmäßigen Cashflow ist das Segment eine ideale Ergänzung zum Anlagenbau. Zielsetzung ist es, mit diesem Geschäftsbereich eine Verstetigung der Erlösbeiträge für den Konzern zu erzielen. Künftig ist ein weiterer kontinuierlicher Kapazitätsausbau geplant. Im Jahr 2015 sollen bis zu weitere fünf Megawatt errichtet oder übernommen werden.
Die Geschäftsbereiche Service und Energy sind für EnviTec inzwischen solide Ertragssäulen, die weiter ausgebaut werden sollen. Erklärtes strategisches Ziel ist der internationale Ausbau des biologischen und technischen Service sowie die Erweiterung des Angebots auch für Fremdanlagen. Im Geschäftsbereich Energy zielen wir auf die Schließung der Wertschöpfungskette "vom Halm bis zum Heizkörper". Mit der Direkteinspeisung von aufbereitetem Biomethan aus EnviTec-Anlagen kann der grüne Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Dieses Potential wollen wir noch stärker nutzen und weitere Kunden mit grüner Wärme und grünem, lokalen Strom versorgen.
Mit dem ständigen Ausbau unserer Technologiekompetenz soll die führende Stellung der EnviTec Biogas AG innerhalb der Branche gefestigt und unser Kernprodukt Biogas ökologisch und ökonomisch noch attraktiver gemacht werden. Ziel ist es, die Handhabung unserer Anlagen kontinuierlich zu verbessern sowie die benötigte Substratmenge bei gleicher Leistung zu reduzieren. Wir sehen insbesondere in den Bereichen, die dem Gärprozess vor- und nachgelagert sind, noch große Entwicklungsmöglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit von Biogas weiter zu erhöhen. Zur Stärkung unserer Innovations- und Technologiekompetenz forschen wir verstärkt im Bereich der Biobased Economy. Dabei geht es um mehr als die effiziente Nutzung von Pflanzen für die Biogasproduktion. Es wird vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt mit dem Ziel, einer möglichst hohen Wertschöpfung von Einsatzstoffen beispielsweise einer Pflanze durch die intelligente Kombination verschiedener Verwendungszwecke (u.a. Nahrung, Biogas, Kraftstoff). Ein weiterer, wichtiger Fokus liegt auf dem Test alternativer Einsatzstoffe wie organische
Abfälle. Daneben arbeiten wir unter anderem an Verbesserungen im landwirtschaftlichen Bereich, beispielsweise an der Optimierung der Erntezeitpunkte und an der Saatgutentwicklung.
Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen. Daraus leiten sich unsere wesentlichen Steuerungsgrößen Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und die Eigenkapitalrentabilität ab. Die operative und strategische Steuerung des Konzerns erfolgt über regelmäßige Sitzungen der Vorstandsmitglieder. Je nach Gesprächs- und Planungsbedarf nehmen an den wöchentlichen Vorstandssitzungen weitere Führungskräfte teil. In diesen Meetings wird die strategische Unternehmensführung besprochen und gegebenenfalls angepasst. Zusätzlich zu diesen Sitzungen finden monatliche Treffen der Bereichsleiter mit dem Vorstand statt, dort werden vorwiegend operative Themen diskutiert. Diesem Gremium werden verschiedene Auswertungen und Vorlagen zur Verfügung gestellt, um Entscheidungen zu ermöglichen und Projekte zu planen. Darüber hinaus erhält der Vorstand regelmäßig Auswertungen hinsichtlich der Entwicklung von Umsatz, Auftragsbestand, Kosten, Liquidität und Verschuldungsgrad. Dabei werden Soll-Ist-Vergleiche gezogen. Eine konzernweite ERP-Software (Enterprise Resources Planning) ermöglicht die schnelle und übersichtliche Darstellung aller Prozesse der Gruppe wie Materialwirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen, Projektcontrolling, Verkauf und Marketing. Seit dem Jahr 2010 ist unser Qualitätsmanagementsystem gemäß DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Die 2008 überarbeitete Norm DIN EN ISO 9001:2008 stellt hohe Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem. Bei EnviTec umfasst es nicht nur den Bau und Betrieb von Biogasanlagen, sondern auch unseren biologischen und technischen Service.
Die globale Wirtschaft entwickelte sich in 2014 moderat. Hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang des Jahres 2014 noch ein weltweites Wachstum von 3,7 % prognostiziert, ging der IWF in seiner jüngsten Schätzung von Januar 2015 für das Gesamtjahr 2014 nur noch von einem Wachstum von 3,3 % aus. Als Hauptursache für die geringere globale Konjunkturdynamik macht der IWF gestiegene geopolitische Risiken sowie eine zunehmende Volatilität an den weltweiten Finanzmärkten verantwortlich. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wurde nach IWF-Angaben statt prognostizierter 4,7 % im Gesamtjahr 2014 ein Wachstum von 4,4 % verzeichnet. In der Gruppe der Industriestaaten konnte die Wirtschaft statt 2,2 % nur um 1,8 % zulegen. Auch in der Eurozone wurde das ursprünglich prognostizierte Wachstum von 1,0 % nicht erreicht. Mit 0,8 % verzeichnete die Konjunktur in den Euro-Ländern aber nach zwei Jahren der Rezession erstmals wieder einen Anstieg auf Jahresbasis. Die deutsche Wirtschaft entwickelte sich in 2014 mit einem Plus von 1,5 % solide.
2014 war für die Landwirtschaft weltweit erneut ein sehr gutes Erntejahr. Entsprechend sind die Preise für die als Einsatzstoff genutzten Agrarrohstoffe auf niedrigem Niveau.
Für Biogasanlagenhersteller und -betreiber sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die wesentliche Gesetzesgrundlage für die Branche. Daneben regelt die Gasnetzzugangsverordnung die Einleitung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz. Die EEG-Novelle, die am 27. Juni 2014 verabschiedet wurde und am 1. August in Kraft trat, hat dazu geführt, dass der Biogasmarkt in Deutschland praktisch zum Erliegen gekommen ist. Die geringeren Vergütungssätze sowie die Deckelung des Zubaus von Biogasanlagen auf
100 MW pro Jahr haben den auf Deutschland fokussierten Anlagebauern das Wasser abgegraben. Zahlreiche Insolvenzen und Arbeitsplatzabbau waren die Folge. EnviTec hat frühzeitig auf die Internationalisierung und Flexibilisierung seines Anlagenbaugeschäfts gesetzt und den Bereich zukunftsfähig aufgestellt.
In Deutschland wurden im Jahr 2014 nach der Prognose des Fachverbandes Biogas von November letzten Jahres 94 neue Biogasanlagen mit einer Leistung von nur noch 41 Megawatt (MW) errichtet (2013: 335 Anlagen). Damit ist die Zahl der neuen Anlagen in Deutschland seit 2011, als noch knapp 1.300 neue Anlagen mit einer Leistung von rund 800 MW gebaut worden waren, drastisch gesunken. Insgesamt waren Ende 2014 rund 7.944 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung (inkl. Stromeinspeisung durch Biomethan) von
| Strom aus Biogas in Deutschla |
nd |
|---|---|
| 31.12.2013 | 23,9 Mrd. kWh |
| 31.12.2014 | 27,6 Mrd. kWh |
3.859 MW am Netz. Zudem wurden nach Schätzungen des Fachverbands im Jahr 2014 in Deutschland rund 27,6 Milliarden kWh klimafreundliche Energie aus Biogas produziert – genug um 7,9 Mio. Haushalte zu versorgen. Damit liegt der Anteil von Biogas am gesamten deutschen Stromverbrauch inzwischen bei 4,67 % (Vorjahr 4,02 %). Aufgrund der Gesetzeslage rücken verstärkt Anlagenerweiterungen und das Repowering in den Fokus. In 2014 stieg laut Fachverband Biogas die installierte elektrische Leistung der Biogas-BHKW um etwa 316 MW an (2013: 191 MW). Allerdings wird eine wachsende Zahl dieser erweiterten Anlagen nicht wie bislang üblich dauerhaft im Grundlastbetrieb gefahren, sondern der Strom wird zu Spitzenlastzeiten und dann bedarfsgerecht mit hoher Leistung geliefert, um höhere Vermarktungserlöse zu erzielen.
Daneben fokussiert sich die Biogasbranche, wie auch EnviTec, verstärkt auf die zahlreichen vielversprechenden Auslandsmärkte. Hier sind in Europa vor allem Frankreich und Großbritannien attraktiv. Italien verfügt nach Deutschland über den größten Bestand an Biogasanlagen (28.02.2015: 1.318). Nach einer Anpassung des Erneuerbare Energien-Gesetzes in 2013 werden dort vor allem Anlagen unter 300 kW gefördert. EnviTec, einer der Top5-Anbieter in Italien, hat darauf reagiert und dort im vergangenen Jahr erste Kompaktanlagen verkauft. Die Biogasmärkte in Frankreich und Großbritannien wachsen nach Angaben des Europäischen Branchenverbands EBA kontinuierlich weiter. In Frankreich ist ein neues Gesetz in Arbeit mit positiven Auswirkungen für den Bau von Anlagen. Problematisch bleiben hier die langen Genehmigungsverfahren und die Finanzierungsbedingungen. Großbritannien, mit 360 Anlagen bis dato siebtgrößter Markt in Europa, fördert verstärkt Biogasanlagen mit Wärmekonzept. Des Weiteren bieten sich hier, wie in Frankreich, Chancen durch neue Gasaufbereitungsprojekte. EnviTec ist in beiden Märkten seit Jahren aktiv und hat sich eine sehr gute Marktstellung erarbeitet. Neben Europa bieten auch die asiatischen Märkte, allen voran China und Japan, zunehmend Potenzial für umweltfreundliche Energiegewinnung aus Biomasse. Hier ist EnviTec ebenfalls mit ersten Projekten präsent und ist als einer der größten und innovativsten Player der Branche für weiteres Wachstum gut positioniert.
Besonders in Asien, aber auch in Europa zeigt sich, dass die Bioenergie neben der reinen Stromproduktion verstärkt im Wärmemarkt zum Einsatz kommt. Kraft-Wärme-Kopplung mit lokaler Wärmenutzung hat im vergangenen Jahr weiter an Bedeutung gewonnen. Auch der Kraftstoffmarkt könnte in Zukunft weitere Wachstumschancen bieten.
Durch die Wertschätzung unserer Mitarbeiter und die Förderung ihrer Fähigkeiten und Potenziale schaffen wir Zukunftsperspektiven für jeden Einzelnen und steigern die Werthaltigkeit der Gruppe als Ganzes.
Gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital und die Basis für den Erfolg der EnviTec Biogas Gruppe. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland mussten wir im Jahr 2013 unsere Unternehmensstruktur und unsere Kapazitäten anpassen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 ist die Anzahl der Mitarbeiter stabil geblieben und lag zum
Stichtag 31. Dezember 2014 auf dem Vorjahresniveau von 350. Der wesentliche Teil der Beschäftigten war mit 262 weiterhin in Deutschland aktiv (Vorjahr 270). An den Auslandsstandorten waren zum Stichtag 88 Mitarbeiter (Vorjahr 80) für EnviTec Biogas im Einsatz. Mitarbeiterstärkster Geschäftsbereich bleibt der Anlagenbau mit 116 Beschäftigten vor dem Service-Bereich mit 105 und dem Eigenbetrieb mit 83 Angestellten.
| Mitarbeiterstruktur | |
|---|---|
| Anlag enba u |
116 |
| Service | 105 |
| Eig enbetrieb |
83 |
| ENER GY |
6 |
| AG | 40 |
Die nachhaltige Personalentwicklung hat weiterhin höchste Priorität. Wir wollen auch künftig jungen Absolventen die Chance bieten, in einer internationalen Zukunftsbranche Fuß zu fassen. Aufgrund der sich schnell ändernden Rahmenbedingungen brauchen wir mehr denn je flexible Mitarbeiter, die bereit sind, im Ausland zu arbeiten und sich offen gegenüber anderen Kulturen zu präsentieren sowie das Unternehmen adäquat zu vertreten. Die Beschäftigungspolitik der EnviTec ist darauf ausgelegt, nicht nur den Bedürfnissen des Unternehmens zu entsprechen, sondern ebenfalls auf die individuellen Interessen und Leistungen der Beschäftigten einzugehen. Hierzu zählen in einigen Bereichen monetäre Anreizsysteme wie beispielsweise eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung. Mit internen Weiterund Ausbildungsmaßnahmen geben wir Mitarbeitern die Chance zur Weiterentwicklung und wollen sie langfristig für unser Unternehmen begeistern. Die auf den Beruf
ausgerichteten Maßnahmen werden durch soziale Aktivitäten, die dem Gemeinschaftssinn und der Vermittlung unserer durch Verlässlichkeit und Fairness geprägten Unternehmenskultur dienen, ergänzt.
Ausdrücklicher Dank von Seiten des Vorstands und Aufsichtsrats gilt allen Mitarbeitern der EnviTec Gruppe. Durch ihr Engagement hat die Gesellschaft ihre wirtschaftlichen Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr erreicht und blickt gestärkt auf die zukünftigen Herausforderungen.
Kontinuierliche Weiterentwicklung ist ein essentieller Faktor für nachhaltigen Erfolg. Dies nehmen wir sehr ernst und arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Technologien zur Steigerung der Gasausbeute, an der Optimierung unseres Qualitätsmanagements sowie an der Erforschung möglicher alternativer Substrate.
Weitere Schwerpunkte unserer F&E Aktivitäten sind die Prozessüberwachung und die Gärrestaufbereitung, die eine noch effizientere Nutzung der Inputstoffe unserer Anlagen gewährleistet.
Einen wichtigen Bestandteil unserer Forschungsarbeit bildet zudem die sogenannte "Biobased economy" – das bedeutet die Produktion von Wertstoffen aus Biomasse mit der Zielstellung, neue Erlösströme zu generieren. Hier liegt der Fokus unserer Arbeit auf der Ergründung neuer Anwendungen, Verfahren und Erschließung neuer Märkte. So versuchen wir bei Produkten bei der Energieerzeugung bisher ungenutzte Potentiale zu erschließen, um dadurch die Wertschöpfung aus Biomasse zu erhöhen. So nutzen wir die Rohstoffe mehrfach, intensiver und effizient.
Zum Stichtag 31. Dezember 2014 betrieb EnviTec Biogas 74 eigene Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von 57,9 MW in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien. Sie sind ein wichtiger Wissenspool für Weiterentwicklung, Verbesserung und Anwendung neuer Anlagentechnik. Neue Verfahren und Technologien erproben wir direkt in der Praxis in unseren Eigenbetriebsanlagen oder aber in enger Kooperation mit unseren Kunden. Der Eigenbetrieb gibt unserem Unternehmen die Möglichkeit, technische Innovationen an eigenen Anlagen zu entwickeln. Neben hundertprozentigen Eigenbeteiligungsanlagen, bietet sich auch die Möglichkeit, Anlagen in Kooperation zu betreiben und so Forschung aktiv mit zu unterstützen: dieses Modell wird zumeist von Partnern aus der Landwirtschaft oder der örtlichen Industrie, die ihre Anlage eigenverantwortlich mit Hilfe von EnviTec betreiben, genutzt. Beispiele für die Nutzung von Eigenbetriebsanlagen für Forschungszwecke sind die Entwicklung eines neuartigen Wasserstofffermenters, der eine höhere Energieausbeute bewirkt, sowie die Gärrestreduzierung durch das von EnviTec entwickelte EnviStrip-Verfahren.
Ein weiteres Forschungsprojekt im Jahr 2014 war die Entwicklung eines Highgesters, ein neuer Fermentertyp, der trotz reduzierter Größe den gleichen Biogasertrag bringt und weniger Strom und Wärme benötigt. Dadurch spart der Betreiber Betriebs- und Wartungskosten. Der erste Highgester befindet sich derzeit in der Abwicklung auf einer Biogasanlage in Bakum. Die Testergebnisse im EnviTec-Eigenbetrieb belegen, dass neben den oben genannten Vorteilen des Highgesters auch die Verweilzeit des Gärsubstrats in der Anlage deutlich verkürzt werden kann.
EnviTec ist auf eine praxisorientierte F&E-Arbeit fokussiert. Neben dem Vorstand Jürgen Tenbrink arbeiten zwei festangestellte Mitarbeiter in der F&E Abteilung, die insbesondere durch Kollegen aus dem Geschäftsbereich Service unterstützt werden. Darüber hinaus praktizieren wir die Zusammenarbeit mit Hochschulen, auch im Sinne der Nachwuchsförderung. Hier arbeiten wir im Rahmen von Forschungsprojekten, aber auch bei der Erstellung von Bachelor- und Masterarbeiten, eng mit Studierenden und Lehrenden zusammen. Der Gesamtbetrag der Investitionen in Forschung & Entwicklung belief sich im Geschäftsjahr auf rund 1 Mio. Euro.
EnviTec Biogas verfügte zum Ende des Geschäftsjahres 2014 im Anlagenbau über einen Auftragsbestand in Höhe von 37,3 Mio. Euro (Vorjahr: 67,6 Mio. Euro). Der Rückgang beruht vor allem auf dem Nachfrageeinbruch im ehemaligen Hauptmarkt Deutschland. Hier lag das Auftragsvolumen zum Jahresende bei lediglich 9,8 Mio. Euro (Vorjahr: 45,7 Mio. Euro). Dagegen verzeichnete EnviTec im Auslandsgeschäft steigende Auftragsvolumina. Im Stichtagsvergleich legte der Bestand an Projekten mit ausländischen Kunden von 21,9 Mio.
| Auftragsb | estand Ausla nd |
|---|---|
| 31.12.2013 | 21,9 Mio. EUR |
| 31.12.2014 | 27,5 Mio. EUR |
Euro auf 27,5 Mio. Euro zu. Bei den Aufträgen aus dem Ausland entfallen auf Frankreich 10,5 Mio. Euro (Vorjahr: 11,3 Mio. Euro). Aus China lagen zum Bilanzstichtag Aufträge im Wert von 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro) vor. Weitere wichtige Märkte sind weiterhin Italien mit 3,8 Mio. Euro, Großbritannien mit 3,5 Mio. Euro sowie Belgien mit Aufträgen im Wert von 2,6 Mio. Euro. EnviTec Biogas verfügt über eine sehr breite Kundenbasis, eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden besteht nicht. 59,1 % der Aufträge stammen aus dem landwirtschaftlichen Bereich (Vorjahr: 63,7 %). Deutlich zugelegt hat der Auftragsanteil von industriell geprägten Kunden, der rund 37,8 % (Vorjahr: 11,7 %) betrug. Die übrigen Aufträge entfallen auf Projektentwickler und auf den Eigenbetrieb.
EnviTec Biogas ist in den vier Segmenten Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy tätig. Wie schon im letzten Jahr hat der Eigenbetrieb den größten Anteil am Konzernumsatz mit einer Quote von 39,7 % (Vorjahr: 42 %). Der Anteil des ehemals größten Umsatzbringers Anlagenbau reduzierte sich von 31,8 % auf 30,8 %. Der größte Wachstumssprung gelang EnviTec im Bereich Energy. Hier steigerte EnviTec im Geschäftsjahr 2014 den Anteil am Konzernumsatz von 13,3 % auf 16,6 %. Der Bereich Service hat mit 12,9 % zum Konzernumsatz beigetragen. Die in diesem Abschnitt dargestellten Werte und Entwicklungen sind um konzerninterne Transaktionen bereinigt. Die Entwicklung in den Segmenten entsprach im Wesentlichen den im Vorjahr prognostizierten Erwartungen.
| Umsa tzanteile Segm |
ente |
|---|---|
| Eig enbetrieb |
39,7% |
| Anlag enba u |
30,8% |
| Energy | 16,6% |
| Service | 12,9% |
Im Segment Anlagenbau hat EnviTec im Geschäftsjahr 2014 den durch das neue EEG hervorgerufenen Einbruch im deutschen Markt kompensiert und ist zurück auf Wachstumskurs. Damit hat sich die Gesellschaft vom Branchentrend abgekoppelt und profitiert von seiner erfolgreichen Internationalisierungsstrategie. Dies hat auch zu erheblichen Fortschritten bei der Steigerung der Ertragskraft im Geschäftsjahr 2014 geführt. Die Umsatzerlöse kletterten von 47,3 Mio. Euro auf 50,4 Mio. Euro. Das operative Segmentergebnis (EBIT) verbesserte sich deutlich von -12,1 Mio. Euro im Jahr 2013 auf -1,9 Mio. Euro. Im Vorjahr war das Ergebnis allerdings von zahlreichen Sondereffekten im Zuge des starken Markteinbruchs gekennzeichnet. Inzwischen nehmen die Auslandsumsätze den größten Teil in diesem Segment ein. Wichtigste Auslandsmärkte für EnviTec in 2014 waren in Europa die Länder Frankreich, Großbritannien und Italien sowie die USA und die asiatischen Staaten Japan und China. Insbesondere der starke Auftragsbestand in China zum Jahresende zeigt, dass die ersten dort errichteten Anlagen zügig weitere Projekte nach sich ziehen. Ziel ist es, den Bereich Anlagenbau auf Basis der optimierten Kostenstrukturen in einem herausfordernden Marktumfeld profitabel zu betreiben.
EnviTec Biogas hat den Eigenbetrieb im Jahr 2014 weiter ausgebaut und verstetigt damit die Erlösbeiträge für den Konzern. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftet der Geschäftsbereich mit 64,8 Mio. Euro (Vorjahr: 62,5 Mio. Euro) den höchsten Umsatzanteil im Konzern. Im Jahr 2014 wurden 2 Anlagen neu in Betrieb genommen sowie 7 bestehende Anlagen erworben. Damit lag der Bestand Ende 2014 bei insgesamt 74 Anlagen mit einer Leistung von 57,9 MW am Netz, davon 10,7 MW im Ausland. Das operative Segmentergebnis im Eigenbetrieb belief sich auf 9,8 Mio. Euro nach 15,4 Mio. Euro im Vorjahr. Damit lag die EBIT-Marge bei 15,1% (Vorjahr: 24,6 %). Ursache für den deutlichen Rückgang der Marge sind die erheblichen Einmaleffekte im Vorjahr, die vor allem aus dem Verkauf von sieben Biogasanlagen resultierten.
Insgesamt sieht EnviTec in diesem Segment weiteres Umsatz- und Gewinnpotenzial durch den Bau neuer Anlagen im Ausland sowie die Bestandsoptimierung oder den Erwerb bestehender Standorte in Deutschland. Auch im laufenden Jahr werden selektiv neue Märkte für den Eigenbetrieb erschlossen, um den Kapazitätsausbau weiter fortzusetzen.
Auch im Jahr 2014 waren unsere Dienstleistungen rund um den Betrieb von Biogasanlagen gefragt. Unsere Fachleute kümmern sich um das Anfahren der Anlage und kontrollieren fortlaufend den Betrieb und die biologischen Prozesse. Im Labor werden Inputstoffe und Gärreste auf optimale Qualität hin untersucht, um Empfehlungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit einer Anlage zu geben. Darüber hinaus umfasst unser Angebot die regelmäßige Begehung der Anlage und die Schulung von Betreibern und deren Mitarbeitern.
Ende 2014 haben wir in Deutschland im biologischen Service Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 78 MW (Vorjahr: 79 MW) und im technischen Service mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 211 MW (Vorjahr: 211 MW) betreut. Im Ausland betreuten wir Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 77 MW im Service (Vorjahr: 73 MW), davon 41 MW (Vorjahr: 41 MW) im technischen und 36 MW (Vorjahr: 32 MW) im biologischen Bereich. Im Jahr 2014 erwirtschaftete EnviTec im Segment Service rund 21,0 Mio. Euro, ein Plus von 8,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Segmentergebnis kam auf -1,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,9 Mio. Euro). Ursache ist primär der deutliche Anstieg der Umsätze mit Eigenbetriebsgesellschaften, die im Konzernabschluss einen negativen Konsolidierungseffekt im Servicesegment haben. In der Einzelbetrachtung ist das operative Ergebnis des Servicesegments positiv.
Im Geschäftsbereich Energy zielen wir auf die Schließung der Wertschöpfungskette "vom Halm bis zum Heizkörper". Mit der Direkteinspeisung von aufbereitetem Biomethan aus EnviTec-Anlagen kann der grüne
Energieträger transportiert und später an beliebiger Stelle dezentral eingesetzt werden. Daneben bieten wir unseren Kunden hier Dienstleistungen rund um die Direktvermarktung des in Biogaslagen produzierten Stroms. Dieses Potential haben wir in 2014 genutzt und den Bereich kräftig ausgebaut. Mit einer Steigerung der Umsatzerlöse von 19,7 Mio. Euro auf 27,1 Mio. Euro erzielte der Bereich den höchsten Erlöszuwachs aller EnviTec Segmente. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Handelsgeschäfte mit entsprechend niedrigen Margen, so dass das operative Segmentergebnis sich nur um 0,3 Mio. Euro auf 0,3 Mio. Euro verbesserte. Gleichwohl hat das jüngste Geschäftsfeld der Gruppe damit bereits im dritten Jahr der operativen Tätigkeit die Gewinnschwelle überschritten.
Für die EnviTec Gruppe verlief das Geschäftsjahr 2014 erfolgreich. Nach dem für die Branche und den Konzern schwierigen Jahr 2013, das von einem erheblichen
Nachfragerückgang geprägt war, konnte EnviTec den rückläufigen Umsatztrend stoppen und sowohl bei Erlösen als auch beim Ergebnis deutlich zulegen. Insgesamt erwirtschaftete der EnviTec Konzern im Geschäftsjahr 2014 Umsatzerlöse von 163,4 Mio. Euro und damit 9,8 % mehr als im Vorjahr. Dies entspricht dem oberen Ende der für 2014 prognostizierten Umsatzspanne. Den größten Umsatzzuwachs verzeichnete der Bereich Energy, der von 19,7 Mio. Euro auf 27,1 Mio. Euro kletterte. Den größten Anteil zum Umsatz steuerte der Bereich Eigenbetrieb bei, der mit 64,8 Mio. Euro um 3,8 % über Vorjahresniveau lag. Auch im Anlagenbau kehrte EnviTec getrieben durch das gute Auslandsgeschäft auf Wachstumskurs zurück und erlöste 50,4 Mio. Euro (Vorjahr: 47,3 Mio. Euro). Insgesamt verbuchte EnviTec im Inland Erlöse von 120,3 (Vorjahr: 103,7 Mio. Euro). Im Ausland sank der Umsatz leicht auf 43,1 nach 45,1 Mio. Euro im Jahr 2013. Größter Markt im Auslandsgeschäft, das vor allem durch den Eigenbetrieb bestimmt wird, war Italien mit 18,3 Mio. Euro mit einem Umsatzanteil von 42,5 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich von 15,7 Mio. Euro auf 12,1 Mio. Euro. Dies führte zu einer Gesamtleistung im Berichtszeitraum von 175,5 Mio. Euro im Vergleich zu 164,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum (+6,7 %).
Die EnviTec Biogas AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechtes auf. Der Umsatz betrug im Jahr 2014 rund 21,8 Mio. Euro und liegt damit um 123,9 Mio. Euro unter dem Vorjahresumsatz von 145,7 Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vorjahresvergleich um 0,2 Mio. Euro, von 1,5 Mio. Euro auf 1,7 Mio. Euro gestiegen. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen hat sich zwar laut Gewinn- und Verlustrechnung um 17,3 Mio. Euro erhöht, aber alle unfertigen Erzeugnisse, die den Anlagenbau betreffen, werden zum Jahresende 2014 nicht mehr in der EnviTec Biogas AG bilanziert. Dieser Effekt ist auf die Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG zurückzuführen. Zusätzlich hat die Ausgliederung auch einen Effekt auf die Gesamtleistung der AG. Diese ist im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr von 59,7 Mio. Euro auf 40,8 Mio. Euro gesunken.
Der Materialaufwand ist die wesentliche Aufwandsposition von EnviTec Biogas. Im Geschäftsjahr 2014 erhöhte sich die Position überproportional im Vergleich zum Umsatz um 11,8 % auf 112,6 Mio. Euro, was mit dem höheren Anteil des Bereiches Energy zusammenhängt. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um ein Handelsgeschäft mit vergleichsweise niedrigeren Rohertragsmargen. Die Rohertragsmarge sank entsprechend von 42,9 % auf 38,5 %.
Der Personalaufwand lag mit 17,2 Mio. Euro um 9,3 % unter den 19,0 Mio. Euro des Vorjahres, in dem noch Sonderaufwendungen für Personalanpassungen enthalten waren. Die Personalkostenquote bezogen auf den Umsatz sank von 12,8 % auf solide 10,5 %. Die Abschreibungen, primär durch den Eigenbetrieb induziert, blieben mit 15,5 Mio. Euro unter Vorjahresniveau. Der sonstige betriebliche Aufwand, der sich aus Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten zusammensetzt, sank im Berichtszeitraum von 26,4 Mio. Euro auf 23,8 Mio. Euro. Dies ist im Wesentlichen auf Kostenanpassungsmaßnahmen zurückzuführen. Insgesamt sind durch das intensiv und erfolgreich durchgeführte Kostenmanagement die Aufwendungen für Personal und sonstigen Aufwendungen um 4,3 Mio. Euro reduziert worden.
Auf Ebene des Einzelabschlusses ist der Materialaufwand der EnviTec Biogas AG um 4,3 Mio. Euro von 31,9 Mio. Euro auf 27,5 Mio. Euro gesunken. Die Personalaufwendungen haben sich durch die, bereits im letzten Geschäftsbericht angekündigten, Struktur- und Personalanpassungen deutlich um 1,4 Mio. Euro von 6,7 Mio. Euro auf 5,3 Mio. Euro vermindert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten im Vergleich zum Vorjahr von 11,0 Mio. Euro um 2,5 Mio. Euro auf 8,4 Mio. Euro vermindert werden. Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG ist der Vorjahresvergleich nur bedingt aussagekräftig.
EnviTec hat im Geschäftsjahr 2014 seine Profitabilität deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 163,7 % auf 6,3 Mio. Euro. Vor Abzug von Abschreibungen (EBITDA) erzielte EnviTec ein Plus von 18,5 % auf 21,8 Mio. Euro. Ursachen für die Ergebnissteigerung sind neben dem Ausbau des Umsatzvolumens der Wegfall von Einmalaufwendungen sowie die an die Marktverhältnisse angepasste Kostenbasis. Mit einer EBIT-Marge von 3,6 % (Vorjahr: 1,5 %) weist EnviTec damit eine für das Branchenumfeld sehr solide Rentabilität aus. Das Finanzergebnis belief sich per Saldo auf -1,0 Mio. Euro nach -1,1 Mio. Euro im Jahr zuvor. Ende März 2015 wurde eine weitere Tranche des Schuldscheindarlehens (Stand per 31.12.2014: 23,5 Mio. Euro) in Höhe von 5,5 Mio. Euro getilgt, so dass der Finanzaufwand im laufenden Jahr reduziert wird. Der Konzerngewinn des EnviTec Konzerns erhöhte sich von 0,3 Mio. Euro auf 4,2 Mio. Euro. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,28 Euro für das Jahr 2014 (Vorjahr: 0,02 Euro).
Das Rohergebnis ist von 27,8 Mio. Euro um 14,6 Mio. Euro auf 13,2 Mio. Euro gesunken. Die EnviTec Biogas AG hat nach handelsrechtlichen Vorschriften auf Ebene des Einzelabschlusses ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 5,8 Mio. Euro erzielt. Dies liegt um 10,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 16,7 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss hat sich von 9,8 Mio. Euro um 4,7 Mio. Euro auf 5,1 Mio. Euro verringert. Zum Jahresüberschuss hat das Finanzergebnis mit 7,4 Mio. Euro beigetragen. Darin enthalten sind Beteiligungserträge in Höhe von 2,5 Mio. Euro sowie gegenläufige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 0,5
Mio. Euro. Im Ergebnis ergeben sich keine wesentlichen Effekte aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG.
Die Bilanzsumme hat EnviTec zum 31. Dezember 2014 gegenüber dem Vorjahr um 8,2 % auf 319,6 Mio. Euro erhöht. Auf der Aktivseite lagen die langfristigen Vermögenswerte mit 196,5 Mio. Euro um 11,8 % über dem Vorjahreswert von 175,7 Mio. Euro. Während sich die Sachanlagen aufgrund des Ausbaus und Zukaufs von Biogasanlagen im Eigenbetrieb um 23,5 Mio. Euro auf 141,1 Mio. Euro erhöhten, reduzierten sich die Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen um 1,3 Mio. Euro und die sonstigen langfristigen Forderungen um 9,2 Mio. Euro. Die kurzfristigen Vermögenswerte hat EnviTec im Berichtszeitraum erhöht. Hier fielen insbesondere die Vorräte mit einem Plus von 11,0 Mio. Euro ins Gewicht. Dagegen verringerten sich die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 4,3 Mio. Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit rund 29,0 Mio. unter Vorjahresniveau. Insgesamt ergab sich gleichwohl per Saldo eine Erhöhung der kurzfristigen Vermögenswerte um 3,5 Mio. Euro auf 123,1 Mio. Euro.
Zum 31.12.2014 hat die EnviTec Biogas AG eine Bilanzsumme von 223,7 Mio. Euro. Die Bilanzsumme hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Mio. Euro verringert. Auf der Aktivseite steht dabei ein Anstieg des Finanzanlagevermögens um 35,3 Mio. Euro von 142,1 Mio. Euro auf 177,4 Mio. Euro einer Verminderung des Umlaufvermögens um 35,4 Mio. Euro von 74,7 Mio. Euro auf 39,3 Mio. Euro entgegen. Das Anlagevermögen setzt sich aus dem immateriellen und Sachanlagevermögen, das in Summe 7,0 Mio. Euro ausmacht, sowie dem Finanzanlagevermögen in Höhe von 177,4 Mio. Euro zusammen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 34,4 Mio. Euro sind der größte Posten des Umlaufvermögens
Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG ist der Vorjahresvergleich nur sehr eingeschränkt aussagekräftig. Die Bilanz der EnviTec Biogas AG spiegelt nur noch ihre Funktion als Holding wieder. Dies wird vor allem in der Betrachtung der Veränderung der Vermögenslage deutlich. Danach sind insbesondere keine Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend den Geschäftsbereich Anlagenbau mehr enthalten.
Auf der Passivseite lag das Eigenkapital Ende 2014 bei 174,0 Mio. Euro und damit um 4,6 Mio. Euro höher als im Vorjahr. Hier wirkte sich primär der Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von 4,2 Mio. Euro positiv aus. Die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag verringerte sich aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 57,4 % auf 54,4 % und dokumentiert die weiterhin sehr solide Kapitalstruktur des EnviTec Konzerns.
Insgesamt bestanden zum Bilanzstichtag kurz- und langfristige Schulden in Höhe von knapp 145,6 Mio. Euro – davon 108,5 Mio. Euro Finanzverbindlichkeiten – und damit 12,5 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Die kurzfristigen Schulden nahmen um 21,7 Mio. Euro auf 66,2 Mio. Euro zu. Hier machte sich die Aufnahme weiterer kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 13,4 Mio. Euro bemerkbar. Die langfristigen Schulden lagen mit rund 79,4 Mio. Euro um knapp 1,9 Mio. Euro unter dem Stand zum Jahresende 2013. Davon waren rund 76,6 Mio. Euro langfristige Darlehen (Vorjahr: 77,6 Mio. Euro). Ein Betrag von 5,5 Mio. Euro entfiel auf ein Darlehen mit variablem Zinssatz, das auf Basis 6M-EURIBOR zuzüglich einer Marge verzinst ist. Dieses Darlehen wurde am 27.3.2015 vollständig zurückgeführt. Die fest vereinbarten Zinssätze liegen zwischen 2,4%
und 5,7 %. Darüber hinaus wurden die passiven latenten Steuern im Berichtszeitraum von 1,6 Mio. Euro auf 1,1 Mio. Euro reduziert.
Bedingt durch das gute Jahresergebnis ist auf Einzelabschlussebene ein Zuwachs beim Eigenkapital um 5,1 Mio. Euro von 174,2 Mio. Euro auf 179,3 Mio. Euro zu verzeichnen. Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 41,2 Mio. Euro. Davon waren rund 37,6 Mio. Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Von den Verbindlichkeiten sind 13,8 Mio. Euro innerhalb des nächsten Jahres fällig, 26,6 Mio. Euro haben eine Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren. Aufgrund der Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG, ist der Vorjahresvergleich nur sehr eingeschränkt aussagekräftig. Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die den Geschäftsbereich des Anlagenbaus betreffen, sind nicht mehr im Einzelabschluss enthalten.
Die Investitionen des Konzerns beliefen sich in 2014 auf 46,9 Mio. Euro nach 18,6 Mio. Euro im Vorjahr. Im Wesentlichen entfielen die Investitionen mit 44,4 Mio. Euro (Vorjahr: 15,7 Mio. Euro) auf das Segment Eigenbetrieb. Enthalten sind hier insgesamt 27,1 Mio. Euro Investitionen aufgrund von Erstkonsolidierungen. Im Jahresverlauf haben wir neue Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 1,9 MW in den Bestand aufgenommen. Zusätzlich wurden die in 2013 veräußerten 4 MW wieder in den Bestand mit aufgenommen. Für die kommenden Jahre planen wir den Bau weiterer Anlagen mit dem Fokus auf Großbritannien. Das Investitionsvolumen für 2015 wird in Deutschland vermutlich geringer als
2014 ausfallen. Die sonstigen Investitionen betreffen im Umfang von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) den Anlagenbau und im Umfang von 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro) den Service und den Bereich Energy.
Investitionen wurden bei der EnviTec Biogas AG in 2014 vornehmlich in das Finanzanlagevermögen in Form von Ausleihungen an verbundene und Unternehmen mit Beteiligungsverhältnissen getätigt. In das Finanzanlagevermögen sind so 18,4 Mio. Euro (Vorjahr: 7,4 Mio. Euro) mehr investiert worden als zurück geflossen sind. In das immaterielle Anlagevermögen und Sachanlagevermögen sind 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) investiert worden.
EnviTec Biogas verfügt zum Jahresende 2014 über eine sehr solide Liquiditätslage. Es standen flüssige Mittel in Höhe von 20,1 Mio. Euro (Vorjahr: 19,0 Mio. Euro) und sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 22,5 Mio. Euro (Vorjahr: 26,7 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Summe von 42,6 Mio. Euro deckt die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 30,6 Mio. Euro (Vorjahr: 17,2 Mio. Euro) mit dem Faktor 1,39 und verdeutlicht die komfortable Finanzlage. Die Tilgungen erfolgen durch die Zahlungsmittelrückflüsse aus dem Umlaufvermögen. Darüber hinaus standen EnviTec Biogas zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 10,4 Mio. Euro zur Verfügung.
Der Liquiditätsstand zum Jahresende 2014 beträgt rund 0,5 Mio. Euro. Hier ist es zu einer Minderung von rund 3,5 Mio. Euro gekommen (Vorjahr: 4,0 Mio. Euro) die im Wesentlichen auf Darlehensvergaben zurückzuführen sind. Die Ausgliederung des Anlagenbaus in eine separate Gesellschaft hat auf die Liquidität nur beschränkte Auswirkungen.
Der Netto Cash-Flow der EnviTec hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Mio. Euro vermindert. Er beläuft sich auf 35,4 Mio. Euro gegenüber 37,8 Mio. Euro im Vorjahr. Der hohe Netto-Cashflow resultiert insbesondere aus dem Mittelzufluss aus der Abnahme der Forderungen aus Lieferung und Leistungen und der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte, sowie der Zunahme der sonstigen langfristigen Vermögenswerte. Dagegen stehen im Wesentlichen Mittelabflüsse aufgrund der deutlichen Zunahme der Vorräte im Zusammenhang mit der guten Ernte 2014 und erhöhtem Substarteinkauf. Der Abfluss aus investiver Tätigkeit beträgt 43,0 Mio. Euro gegenüber 20,4 Mio. Euro im Vorjahr. Bei der Finanzierungstätigkeit ist es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Zufluss in Höhe von 8,8 Mio. Euro gekommen.
Aus der laufenden Geschäftstätigkeit sind der EnviTec Biogas AG im Geschäftsjahr 31,9 Mio. Euro (Vorjahr 24,3 Mio. Euro) zugeflossen. Wesentlich für den Anstieg war die Ausgliederung des Teilbetriebs Anlagenbau, wodurch es zu einem Mittelzufluss durch den Abbau der Vorräte und Forderungen in Höhe von 29,9 Mio. Euro gekommen ist. Aus Investitionstätigkeit sind rund 17,2 Mio. Euro aufgrund von Investitionen in Tochtergesellschaften abgeflossen. Aus der Finanzierungstätigkeit sind der Gesellschaft 1,7 Mio. Euro zugeflossen, wobei einem Zufluss von 10,9 Mio. Euro bei den kurzfristigen Mitteln ein Mittelabfluss von 9,2 Mio. Euro bei den langfristigen Darlehen gegenüber steht.
Insgesamt haben sich die liquiden Mittel der EnviTec Biogas AG um 3,5 Mio. Euro vermindert.
Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem sich verändernden globalen Energiemarkt ergeben sich für EnviTec Biogas Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Den Chancen stehen naturgemäß Risiken gegenüber. Sie müssen angemessen gesteuert und minimiert werden, um eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. EnviTec Biogas hat daher ein Managementsystem eingeführt, das potenzielle Risiken systematisch erfasst und Maßnahmen zur Risikominimierung aufzeigt. Alle leitenden Mitarbeiter sind darin geschult, Risiken zu erkennen und darauf zu reagieren. Sie halten ihre Mitarbeiter an, unternehmerisch zu denken und Risiken zu vermeiden. Das Risikomanagement ist Basis der Unternehmenssteuerung und dient dem Erreichen der Unternehmensziele. Es ist fest in allen Geschäftsprozessen und Unternehmensbereichen verankert.
Die weltweit steigende Energienachfrage und die Herausforderungen des Klimawandels bieten der Branche Wachstumsperspektiven. Biogas als grundund spitzenlastfähige erneuerbare Energie, die dezentral produziert werden kann, wird auch in Zukunft weltweit an Bedeutung gewinnen. Zudem können mit der Produktion von Biogas biologische Reststoffe intelligent genutzt werden. Daraus ergeben sich weltweit Chancen für EnviTec. Durch eine gezielte Fortsetzung der Internationalisierung in den für Biogas und Biomethan vielversprechendsten Märkten wird EnviTec in den kommenden Jahren weiter versuchen, seine Marktposition auszubauen und zu stärken. Neben den Chancen in etablierten Märkten wie Frankreich, Großbritannien und Italien sehen wir mittelfristig Chancen insbesondere in aufstrebenden Märkten wie Japan, China und in den USA.
In bereits etablierten Märkten bieten sich zusätzliche Chancen, wenn Mitbewerber auf kurzfristige Veränderungen der Rahmenbedingungen nicht adäquat reagieren können oder dem herrschenden Wettbewerb nicht gewachsen sind. Insbesondere in Deutschland wird es aufgrund der schwierigen Branchenentwicklung zu einer weiteren Marktbereinigung kommen. EnviTec eröffnen sich dadurch insbesondere im Bereich Service und im Bereich Eigenbetrieb punktuell Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Kunden und Marktanteile.
Unternehmensstrategische Chancen bieten sich für EnviTec Biogas durch die Weiterentwicklung des Produktportfolios – bezogen auf den Umfang und die Qualität – und den Ausbau der technologisch führenden Marktposition. Dazu stehen Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Qualitätssicherung sowie die Qualifikation der Mitarbeiter in unserem Fokus. Speziell in den Fokus gerückt ist in diesem Zusammenhang der Begriff Biobased Economy, hinter dem sich bisher ungenutzte, innovative Einsatzbereiche von Pflanzen verbergen. Der ganzheitliche Ansatz einer Biobased Economy verfolgt das Ziel, ein dauerhaft nachhaltiges Wirtschaften auf Basis nachwachsender Rohstoffe und von Abfallstoffen zu erreichen und Alternativen zur erdölbasierten Industrie zu schaffen. EnviTec forscht verstärkt in diesem Bereich und sucht nach neuen Verfahren und Produkten, die dem Unternehmen neue Chancen in neuen Märkten eröffnen könnten.
Leistungswirtschaftliche Potenziale ergeben sich für EnviTec Biogas entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur Vermarktung. Durch die Analyse und Optimierung ergeben sich Chancen bei der Erhöhung der Rentabilität.
In einem Risiko-Management-Handbuch hat EnviTec Biogas die Aufgaben, Berichts- und Organisationsstrukturen verbindlich festgehalten. In diesem Handbuch werden Risiken definiert und der gesamte Risikomanagementprozess beschrieben. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, Risiken unter Berücksichtigung definierter Kategorien zu bewerten und zu überwachen und entsprechend gegenzusteuern. Anhand einer regelmäßig aktualisierten Risikoinventurliste werden diese vierteljährlich überprüft. Plötzlich auftretende Risiken, die hinsichtlich ihrer Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit nennenswerte Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung und auf den Unternehmenswert haben, werden dem Vorstand unverzüglich mitgeteilt. Dieser trifft daraufhin die notwendigen Entscheidungen. Im Rahmen der Berichterstattung an den Aufsichtsrat informiert der Vorstand fortlaufend über die wesentlichen Risiken und erörtert die ergriffenen Maßnahmen zur Steuerung dieser Risiken. Wir sind ein international tätiges Unternehmen, das sich in einem sich dynamisch verändernden Marktumfeld bewegt. Daraus ergeben sich Risiken, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln in Verbindung stehen. Grundsätzlich lassen sich Risiken durch Änderungen der Rahmenbedingungen oder technologische Weiterentwicklungen nicht völlig vermeiden. Wir passen daher unser Risikomanagement kontinuierlich den neuen Entwicklungen an. Risiken, die nichts mit den Kernzielen der Unternehmensentwicklung zu tun haben, werden im Konzern nicht eingegangen.
Zu den Kernzielen im Zusammenhang mit der Unternehmensentwicklung zählen:
die Entwicklung und die Umsetzung des Geschäftsmodells und eine nachhaltige Unternehmenswertsteigerung,
das Behaupten der Technologieführerschaft,
die Sicherstellung der Liquidität.
Bestandsgefährdende Risiken sind dem Vorstand nicht bekannt. Im Folgenden werden Einzelrisiken, die die Geschäftsentwicklung und den Unternehmenswert gefährden könnten, beschrieben.
Der wirtschaftliche Erfolg der von EnviTec Biogas angebotenen Produkte und Serviceleistungen ist von der Förderung erneuerbarer Energien durch rahmenpolitische Vorgaben abhängig. Hierzu zählt in Deutschland beispielsweise das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare Energien Gesetz, ,,EEG''). Mit dem EEG vergleichbare Regelungen bestehen auch in den meisten anderen Mitgliedsländern der EU und in einigen Ländern außerhalb der EU. Diese Regelungen sind für den dortigen Erfolg des Biogassektors ebenfalls von maßgeblicher Bedeutung. Sowohl beim Errichten als auch beim Erweitern und beim Betrieb der Biogasanlagen sind baurechtliche und immissionsschutzrechtliche Vorschriften zu beachten. Diese sehen zum Teil eine Privilegierung von Biogasanlagen im Vergleich zu anderen Anlagen, insbesondere größenabhängige Erleichterungen des Genehmigungsverfahrens bei ihrer Errichtung im baurechtlichen Außenbereich, vor. Eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Errichten, das Erweitern und den Betrieb von Biogasanlagen in Deutschland oder in anderen Staaten kann sich vor- und nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von EnviTec Biogas auswirken. Aufgrund der Anpassungen des 2014 verabschiedeten EEG ist der Biogasmarkt in Deutschland praktisch zum Erliegen gekommen. EnviTec konzentriert sich im Anlagenbau künftig primär auf ausländische Wachstumsmärkte. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es zum Teil Vorbehalte von Bürgern und Interessengruppen gegenüber Biogasanlagen und deren Bau. EnviTec Biogas hat daher zusammen mit anderen Unternehmen in Deutschland im Juni 2009 den Biogasrat gegründet, um der Politik, der Wirtschaft und anderen Interessengruppen als Ratgeber und Ansprechpartner zur Seite zu stehen und Vorurteile auszuräumen. Zielsetzung ist es, die landwirtschaftliche und industrielle Ausrichtung der Biogastechnologie zu fördern und im Hinblick auf die Gesetzgebung und Produkte die gemeinsamen Anliegen zu vertreten. EnviTec Biogas beabsichtigt, die internationalen Aktivitäten weiter auszubauen und damit Wachstumschancen zu nutzen. Hieraus resultieren eine Reihe von Risikofaktoren. Dazu zählen zum Beispiel mögliche Veränderungen der in den einzelnen Ländern herrschenden politischen, volkswirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen, kulturellen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Hinzu kommt die Möglichkeit einer
unerwarteten Änderung der ausländischen Gesetze und Vorschriften, die sich negativ auf die Geschäftstätigkeit von EnviTec Biogas auswirken können. In einem Teil der Länder, in denen das Unternehmen bereits tätig ist oder in denen es plant, tätig zu werden, herrschen im Vergleich zu den Mitgliedsstaaten der EU deutlich instabilere volkswirtschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen. Unzureichend entwickelte Rechts- und Verwaltungssysteme können behördliche Genehmigungen erschweren oder gar verhindern, Kundenaufträge beeinträchtigen oder es erschweren, Forderungen und andere Ansprüche durchzusetzen. Das Unternehmen hat in den Ländervertretungen und im Konzernmanagement intensiv Know-how aufgebaut und versucht, die Veränderungen zu antizipieren und sich und die Kunden darauf vorzubereiten. Ferner werden die Prozesse und Dokumente in Vorbereitung der Genehmigungsverfahren länderspezifisch optimiert. Länder, in denen EnviTec Biogas nach einem umfangreichen Monitoring keine Chancen sieht, zieht das Management nicht in Erwägung oder zieht sich aus diesen wieder zurück.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit die genannten Umfeld- und Branchenrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar insgesamt wahrscheinlich ist, schätzt aber bei Eintritt eines Risikos die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als moderat ein.
Die Auswirkungen der volkswirtschaftlichen Entwicklungen auf die Kunden und die Auftrags- und Absatzsituation sind schwer abzuschätzen. Ein Rückgang des Auftragsbestandes durch Stornierungen oder fehlende neue Auftragseingänge hätte Einfluss auf die weitere Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Zum frühzeitigen Erkennen von sich verschiebenden Aufträgen intensiviert EnviTec Biogas die Kommunikation mit den Kunden und unterstützt diese bei den Genehmigungsverfahren. Im Bereich Energy geht das Unternehmen langfristige Kauf- und Verkaufspositionen ein. Dies könnte bei einem Angebotsüberhang (long) oder einer Angebotsunterdeckung (short) verbunden mit einer negativen Marktentwicklung zu erheblichen Verlusten führen. Derzeit sind alle etwaigen Positionen innerhalb des eigenen Konzerns mit erstklassigen Bonitäten gedeckt. Um Forderungsausfall vorzubeugen, hat das Unternehmen das Forderungsmanagement sowie die Bonitätsprüfung
nachhaltig verbessert. Hierbei wird der Vorstand in einem wöchentlichen Reporting über den Stand der offenen Posten informiert. Zusätzlich wird jeder verantwortliche Projektleiter 14-tägig über die ausstehenden Forderungen in Kenntnis gesetzt. Anschließend wird ein entsprechender Mahnlauf gestartet.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit das Auftrags- und Absatzrisiko als strategisches Risiko, dessen Eintritt unwahrscheinlich ist. Zudem werden die potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als gering eingeschätzt. Insgesamt sieht EnviTec im Auftrags- und Absatzmanagement keine wesentlichen Risiken.
Umsätze und Einkäufe werden grundsätzlich in der Konzernwährung Euro ausgeführt. Wesentliche Währungsrisiken resultieren hieraus nicht. Währungsrisiken können im Zusammenhang mit Geschäften der Tochtergesellschaften in UK und in den USA entstehen. Währungsrelationen werden von uns deshalb laufend beobachtet, um gegebenenfalls rechtzeitig Kurssicherungsmaßnahmen durchführen zu können. Zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Aufträgen in Großbritannien und USA wurden Devisentermingeschäfte in Höhe von 5,6 Mio. Euro abgeschlossen. Hierdurch werden zukünftig erwartete Zahlungseingänge von Tochterunternehmen abgesichert.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Währungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt aufgrund der konservativen Hedgingstrategie unwahrscheinlich ist und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt moderat wären.
Bestehende oder auch zukünftige Wettbewerber können versuchen, über eine aggressive Preis- und Akquisitionspolitik Marktanteile hinzuzugewinnen. Durch das kontinuierliche Absenken der Mindestvergütungen für Strom aus netzgekoppelten Biogasanlagen nach dem EEG in Deutschland und dem damit verbundenen Zwang zu einer permanenten Kostenreduzierung und ähnlichen Entwicklungen im Ausland wird dieser Wettbewerb noch verstärkt.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Wettbewerbsrisiken als strategische Risiken, deren Eintritt
zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.
Biogasanlagen unterliegen einem raschen technologischen Wandel. Der Markt für Biogasanlagen wird durch stetig verbesserte neue Produkte und Serviceleistungen vorangetrieben. Kurze Produktlebenszyklen und sich häufig ändernde Kundenanforderungen prägen ihn. Wir gehen davon aus, dass dies auch zukünftig der Fall sein wird. Unsere Wettbewerber könnten dadurch, dass sie neue Produkte oder Serviceleistungen zeitlich früher oder günstiger einführen, einen Vorsprung erzielen oder sich exklusive Rechte an neuen Technologien sichern. Der künftige Erfolg von EnviTec Biogas hängt daher von der Fähigkeit ab, rechtzeitig und kontinuierlich Produkte und Serviceleistungen zu entwickeln und Technologie-Partnerschaften einzugehen.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit technologische Risiken als strategische Risiken, deren Eintritt zwar wahrscheinlich, aber deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.
Die Gesellschaft bezieht die für den Bau der Biogasanlagen erforderlichen Komponenten zu einem großen Teil von Lieferanten. Insbesondere die eingesetzten Blockheizkraftwerke werden weltweit nur von wenigen Herstellern angeboten und geliefert. So können für Komponenten Lieferengpässe entstehen oder die Preise steigen. Wir beugen dieser Entwicklung durch enge Geschäftsbeziehungen und fest vereinbarte Konditionen vor. Lieferengpässe sind auch möglich durch Umweltkatastrophen oder flächendeckend schlechte Witterungsbedingungen und damit verbundene Ernteausfälle bei den für den Betrieb von Biogasanlagen eingesetzten Substraten, also nachwachsenden oder organischen Roh- bzw. Reststoffen. Aufgrund großer Nachfrage könnten die Preise für benötigte Einsatzstoffe steigen. Dadurch könnte die Wirtschaftlichkeit der Biogasanlagen im Eigenbetrieb gefährdet werden. Dieses Risiko wird unter anderem durch langfristige Lieferverträge mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben reduziert. Insbesondere im Ausland verfolgt EnviTec Biogas die Strategie, regionale Landwirte als Partner direkt an dem Betrieb der Anlagen zu beteiligen und so die Rohstoffversorgung zu gewährleisten.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Beschaffungsrisiken als operative Risiken, deren Eintritt im Eigenbetrieb unwahrscheinlich sowie im Anlagenbau sehr unwahrscheinlich ist. Die potenziellen Auswirkungen auf den Konzern bewertet EnviTec im Eigenbetrieb als moderat und im Anlagenbau als gering.
EnviTec Biogas hat interne Organisationsstrukturen und Managementprozesse aufgebaut, die mit den volatilen Rahmenbedingungen Schritt halten müssen. Hierzu zählt die Organisation zur Rechnungslegung nach IFRS, der notwendigen IT und eines strikten Forderungsmanagements. Der EnviTec Konzern verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen definiert wurden und in der Organisation umgesetzt sind. Es ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse beziehungsweise Transaktionen gewährleistet sind. Es stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften und der internen Anweisungen sicher. Auf Basis der Daten der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften werden die konsolidierten Rechenwerke zentral erstellt. Die Konsolidierungsmaßnahmen erfolgen dabei durch geschulte Mitarbeiter. Das Management in den Gesellschaften des Konzerns trägt die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung der lokalen Internen Kontroll-Systeme (IKS). Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Größe und Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Es dient jedoch dazu, mit ausreichender Sicherheit zu verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken. Die weiteren Prozesse stellen hohe Anforderungen an unsere Organisation und binden erhebliche Managementressourcen. Es besteht das Risiko, dass der Aufbau nicht mit den Anforderungen des Unternehmens Schritt halten kann. Das Unternehmen entwickelt daher die Organisations-, Informations- und Führungsstrukturen kontinuierlich und mit einer hohen Priorität weiter.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Risiken aus Unternehmenswachstum sowie die internen Risiken als Risiken, deren Eintritt unwahrscheinlich ist und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt gering wären.
Die Unternehmensentwicklung von EnviTec Biogas ist von qualifizierten Mitarbeitern abhängig. Gelingt es nicht, fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter zeitnah einzustellen oder Schlüsselqualifikationen im Unternehmen zu halten, wird auch die Unternehmensentwicklung gebremst. Die Gesellschaft setzt kontinuierlich und intensiv Personalmarketinginstrumente ein und stimmt den Bedarf eng mit den Fachabteilungen ab. Gleichzeitig bildet das Unternehmen die Mitarbeiter gezielt weiter und steigert das Knowhow durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fakultäten der Hochschulen.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Personalrisiken hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und deren Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt als moderat.
Die EnviTec Biogas AG hat im September 2012 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 30 Mio. Euro begeben. In diesem Zusammenhang hat sich die EnviTec zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen, sog. Financial Covenants, verpflichtet. Hierbei handelt es sich um eine Mindest-Eigenkapitalquote (wirtschaftliches Eigenkapital / bereinigte Bilanzsumme) und einen maximalen Verschuldungsgrad (Nettofinanzverschuldung / EBITDA). Die zugesagten Covenants werden von der EnviTec eingehalten. Eine Verletzung der Verpflichtung würde ein Kündigungsrecht der Banken auslösen.
Eine erste Tranche von 6,5 Mio. Euro des Schuldscheindarlehens wurde im Berichtszeitraum getilgt. Aufgrund von lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5,5 Mio. Euro ist die EnviTec Biogas AG grundsätzlich einem Zinsrisiko ausgesetzt. Dieses Risiko wird durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Das Darlehen über 5,5 Mio. Euro wurde am 26.3.2015 vorzeitig und vollständig zurückgeführt. Die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten sind festverzinslich und unterliegen somit einem fair-value Risiko, so dass mögliche Zinssteigerungen kein Risiko für das Unternehmen darstellen.
Zusammengefasst beurteilt EnviTec derzeit Risiken aus den genannten Finanzierungsinstrumenten hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich, die Auswirkungen auf den Konzern bei Eintritt allerdings als erheblich.
Mit Verschmelzungsstichtag 1. Januar 2015 sind die folgenden Gesellschaften auf die Zweite Biogas Anklam GmbH & Co. KG verschmolzen worden:
Dritte Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Vierte Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Fünfte Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Sechste Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG
Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG
Die Verschmelzungen sind im Handelsregister zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlussberichtes noch nicht eingetragen.
Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gemäß § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, an dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens lagen nicht vor". Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner GmbH hat als Abschlussprüfer der EnviTec Biogas AG diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die Weltwirtschaft hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 schneller erholt als zuletzt erwartet. Diverse Faktoren, die die Weltkonjunktur in den vergangenen Jahren belasteten, verloren in den letzten Monaten an
Bedeutung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) veranschlagt deshalb in seiner aktuellen Prognose von Januar 2015 einen Zuwachs der globalen Wirtschaftsleistung von 3,5 % im laufenden Jahr sowie von 3,7 % für 2016. Insbesondere in den USA ist der wirtschaftliche Konsolidierungsprozess weit vorangeschritten und der IWF rechnet mit einem erhöhten Wachstumstempo von 3,6 % im laufenden Jahr. Im Euroraum hat sich das Vertrauen in den Bestand des Währungsgebietes gefestigt und die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank liefert zusätzliche wirtschaftliche Impulse. Dies wird einen voraussichtlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung im Euroraum von 1,2 % in 2015 sowie 1,4 % in 2016 nach sich ziehen. Für Deutschland prognostizieren die Experten des IWF ein Wachstum von 1,3 % respektive 1,5 %. Das Wachstumstempo der Schwellen- und Entwicklungsländer wird sich aus Sicht des IWF in 2015 und 2016 mit 4,3 % respektive 4,7 % weiter verlangsamen. China wird in 2015 und 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,8 % und 6,3 % der globale Wachstumsmotor bleiben, auch wenn sich das Tempo wiederholt leicht reduzieren wird.
Nachdem der deutsche Markt für den Neubau von Biogasanlagen bereits in 2014 im Zuge des Inkrafttretens des neuen EEG nahezu zum Erliegen gekommen ist, sind die Aussichten für das Jahr 2015 aufgrund der nun geltenden nachteiligen Gesetzeslage in Punkto Anlagenneubau entsprechend schlecht. So erwartet der Fachverband Biogas e.V. im laufenden Jahr nur einen minimalen Leistungszuwachs von acht Megawatt durch neugebaute Anlagen. Aus Sicht des Branchenverbands stehen deshalb in den kommenden Jahren für Unternehmen im Biogassektor die Themen Service, Internationalität, die Flexibilisierung der Anlagen im Strommarkt sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Wärme- und Mobilitätssektor im Mittelpunkt.
EnviTec hat mit dem Fokus auf Auslandsexpansion, Eigenbetrieb, Service und Innovationsführerschaft bereits in den vergangenen Jahren die strategische Grundlage geschaffen, um die Auswirkungen der unattraktiven Marktlage in Deutschland abzufedern.
Im Gegensatz zu Deutschland besonders attraktive Märkte für EnviTec sind nach wie vor Frankreich und Großbritannien sowie die asiatischen Länder China und Japan.
In Frankreich haben sich die Marktbedingungen im vergangenen Jahr weiter verbessert. So plant die französische Regierung die Zahl der im Einsatz befindlichen Biogasanlagen von 389 in 2013 bis 2017 auf 1.500 Anlagen zu erhöhen. Eine Potenzialstudie des Gasversorgers GDF hält eine Produktion von rund 100 TWh Energie durch Biogasanlagen im Jahr 2020 für möglich. In Großbritannien sind seit Jahren konstante Zuwachsraten im Biogassektor zu verzeichnen. Allerdings lag der Fokus bisher auf kleineren Anlagen (<250 kW), die größtenteils mit Wirtschaftsdünger, aber auch nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden. Da der Einspeisetarif Schritt für Schritt sinkt, gewinnen nun zunehmend größere Biogasanlagen (>250 kWel) an Bedeutung. Zusätzlich steigt aufgrund von attraktiven Förderbedingungen die Attraktivität der Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz.
Auch in den noch jungen Märkten USA und China bietet die Nutzung von Reststoffen zur Produktion von Energie für den Eigenverbrauch Chancen. So hat die US-Regierung im August 2014 eine Biogas Opportunities Roadmap herausgegeben, die die deutliche Ausweitung des Einsatzes von Biogassystemen zum Ziel hat. In China sieht der aktuelle Fünf-Jahres-Plan der chinesischen Regierung ebenfalls einen deutlichen Ausbau der Biogasproduktion vor.
In Italien besteht weiterhin die zum 1. Januar 2013 novellierte gesetzliche Förderung. Diese bietet grundsätzlich Chancen für Biogasanlagen bis zu 300 kW und teilweise auch für größere Anlagen. EnviTec hat sich darauf frühzeitig eingestellt und bietet seitdem entsprechende Anlagenkonzepte an. Nachdem sich der italienische Markt im Jahr 2013 auf die neuen Rahmenbedingungen erst einstellen musste, bewegt sich die Nachfrage aufgrund schwieriger Finanzierungsbedingungen jedoch seitdem auf einem niedrigen Niveau.
Das finanzielle Fundament von EnviTec Biogas ist sehr solide. Dadurch haben wir den Einbruch im deutschen Biogas-Markt überstanden und uns vom allgemeinen
Branchentrend abgekoppelt. Die erfolgreiche Internationalisierungsstrategie der letzten Jahre ermöglicht es dem Konzern, die Chancen in ausländischen Märkten effektiv zu nutzen. EnviTec Biogas verfügt zum Jahresende 2014 über eine sehr solide Liquiditätslage. Es standen flüssige Mittel in Höhe von 20,1 Mio. Euro (Vorjahr: 19,0 Mio. Euro) und sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 22,5 Mio. Euro (Vorjahr: 26,7 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Summe von 42,6 Mio. Euro deckt die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 30,6 Mio. Euro (Vorjahr: 17,2 Mio. Euro) mit dem Faktor 1,39 und verdeutlicht die komfortable Finanzlage. Darüber hinaus standen EnviTec Biogas zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzte Kontokorrentlinien in Höhe von 10,4 Mio. Euro zur Verfügung. Unser Ziel ist es, den Forderungsbestand im Jahr 2015 weiter zu verringern und damit die Liquiditätssituation nochmals zu verbessern.
Im Anlagenbau wird der deutsche Markt aufgrund der widrigen Marktbedingungen für das Neugeschäft von EnviTec keine Bedeutung mehr haben. Wir erwarten nicht, dass der inländische Markt auch nur annähernd die im neuen EEG genannte Deckelung für den Zubau von 100 MW erreichen wird. Aus Unternehmenssicht wird der Fokus auf Umbaumaßnahmen und Bestandsoptimierungen liegen. Die Branchenentwicklung wird auch in 2015 zu einer weiteren Marktbereinigung in Deutschland führen und finanzschwache Wettbewerber werden den Markt verlassen. EnviTec dagegen setzt seine frühzeitig gestartete Internationalisierung weiter fort und plant, seine starke Position in den für Biogas und Biomethan vielversprechendsten Märkten in den kommenden Jahren auszubauen. Derzeit wichtigster Auslandsmarkt für EnviTec ist Großbritannien gefolgt von Frankreich sowie den asiatischen Ländern China und Japan. Jedoch zeigt die Erfahrung, dass sich die Rahmenbedingungen auch im Ausland schnell ändern können. Wir müssen vorhandene Chancen also schnell und konsequent nutzen und die mit dem Auslandsgeschäft verbundenen Risiken – wie etwa unterschiedliche Rechtssysteme, Bauvorschriften und Sprachbarrieren - effizient managen.
Dafür haben wir mit unserer angepassten Unternehmens- und Personalstruktur sowie unserer innovativen Produktpalette in den letzten Jahren die Voraussetzungen geschaffen. Nach unserer Einschätzung wird der Ausgang der Wahlen in Großbritannien keine Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Biogas zur Folge haben. Dennoch müssen wir in allen Märkten die regulatorischen Rahmenbedingungen permanent beobachten und jede Veränderung für unser Geschäftsmodell bewerten.
Die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG verfügte zum Ende des Geschäftsjahres 2014 über einen Auftragsbestand in Höhe von 37,3 Mio. Euro. Dieser bildet eine gute Grundlage für ein stabiles Geschäft in 2015. Aktuell erwarten wir einen Umsatz im Segment Anlagenbau auf Vorjahresniveau und ein positives operatives Segmentergebnis.
Im Segment Eigenbetrieb sieht EnviTec weiteres Umsatz- und Gewinnpotential durch den Bau neuer Anlagen sowie die Bestandsoptimierung bestehender Standorte. Sofern es die Rahmenbedingungen zulassen, soll die Produktionskapazität in 2015 selektiv ausgebaut werden. Im Fokus stehen dabei Deutschland und Großbritannien. Im April 2014 hat EnviTec sieben Biogasanlagen, die Ende 2013 veräußert worden waren, zurückgekauft. Diese Anlagen werden im laufenden Geschäftsjahr voll zum Umsatz und Ergebnis beitragen. Auf der Kostenseite wird eine leichte Steigerung erwartet, da die Wartung der Motoren einiger Anlagen im Jahr 2015 fällig ist. Dementsprechend erwartet der Vorstand im Bereich Eigenbetrieb ein leicht steigendes Umsatzniveau sowie ein stabiles operatives Segmentergebnis. Für das Jahr 2016 erwartet der Vorstand nochmals ein leicht verbesserten operatives Segmentergebnis bei gleichbleibenden Umsätzen.
Im Segment Service plant EnviTec im Jahr 2015 mit einer stabilen Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Dieser Trend wird sich aller Voraussicht im Jahr 2016 fortsetzen. Unsere Fachleute sind weiterhin sehr gefragt, wenn es um die biologischen Prozesse und den Betrieb der Anlagen geht. In Deutschland ist das Wachstum aufgrund des Markteinbruchs bei Neuanlagen sehr begrenzt. Im Ausland sehen wir aufgrund des jeweiligen Ausbaus der Anlagenzahl hingegen Chancen.
Im Segment Energy sehen wir für die nächsten Jahre eine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Das Geschäft in diesem zukunftsträchtigen Bereich ist derzeit noch verstärkt auf Deutschland ausgerichtet. Aufgrund der anhaltenden Anlaufkosten in diesem
Segment gehen wir für das laufende Jahr von einem Ergebnis im Break-even-Bereich aus.
Auf Konzernebene erwartet EnviTec aufgrund der beschriebenen Entwicklung in den Segmenten im Jahr 2015 einen stabilen Geschäftsverlauf mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und einem stabilen bis leicht verbesserten operativen Ergebnis (EBIT). Die Entwicklung im Jahr 2015 wird maßgeblich von der Entwicklung der internationalen Märkte und hier insbesondere in Großbritannien abhängen, wo wir derzeit sehr aktiv mit mehreren Projekten sind.
Im Einzelabschluss wird sich die Ausgliederung des Anlagenbaus in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG deutlich machen. Hierdurch wird es in der EnviTec AG zu keinem wesentlichen Umsatz kommen.
Lediglich das Finanzergebnis wird zu einem positiven EBT beitragen. Insoweit spiegelt sich die Einschätzung des Vorstands hinsichtlich der Entwicklung des Gesamtkonzerns auch im Einzelabschluss für 2015 und 2016 wieder.
Insgesamt überwiegen für EnviTec nach dem schwierigen Jahr 2013 und dem Übergangsjahr 2014 die Chancen im Vergleich zu den Risiken. Zahlreiche Länder in Europa – wie auch die jungen Perspektivmärkte Japan und China – bieten der Biogasbranche Chancen. Jedoch bleibt die mittelfristige Planbarkeit unseres Geschäfts aufgrund sich laufend verändernder regulativer Rahmenbedingungen schwierig.
Die Zukunft von EnviTec liegt in attraktiven Auslandsmärkten für den Anlagenbau, dem selektiven Ausbau des cashflow-starken Eigenbetriebs und der Forcierung der ergänzenden Geschäftsfelder Service und Energy. Dafür sind wir gut gerüstet: Wir verfügen über ein starkes technologisches sowie finanzielles Fundament und haben unsere Unternehmensstruktur den volatilen Marktbedingungen angepasst. Ziel ist es, die Chancen in attraktiven Märkten konsequent zu nutzen, neue Märkte zu entwickeln und dabei eine solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erzielen.
| 2014 in EUR | 2013 in EUR | Anhang | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. | Umsatzerlöse | 163.396.160 | 148.828.206 | 21. |
| 2. | Sonstige betriebliche Erträge | 12.125.730 | 15.712.011 | 22. |
| Gesamtleistung | 175.521.890 | 164.540.218 | ||
| 3. | Materialaufwand | 112.619.612 | 100.744.244 | 23. |
| Rohergebnis | 62.902.278 | 63.795.974 | ||
| 4. | Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) soziale Abgaben und Aufwendungen |
13.806.721 | 15.353.387 | |
| für Alterversorgung und Unterstützung | 3.419.865 | 3.644.024 | 24. | |
| 17.226.585 | 18.997.412 | |||
| 5. | Abschreibungen | 15.502.109 | 16.031.391 | 25. |
| 6. | Sonstige betriebliche Aufwendungen | 23.838.053 | 26.364.305 | 26. |
| Operatives/betriebliches Ergebnis | 6.335.530 | 2.402.866 | ||
| 7. | Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 813.821 | -318.760 | 27. |
| 8. | Zinserträge | 2.732.045 | 2.392.127 | 28. |
| 9. | Zinsaufwendungen | 3.731.097 | 3.486.586 | 29. |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 6.150.299 | 989.647 | ||
| 10. | Ertragssteuern | 2.230.915 | 717.125 | 30. |
| 11. | Jahresüberschuss | 3.919.384 | 272.522 | |
| 12. | Konzernfremden Gesellschaften zustehender Gewinn | -292.444 | -46.490 | |
| 13. | Konzerngewinn | 4.211.828 | 319.012 | |
| Ergebnis je Aktie in EUR Ergebnis je Aktie in EUR unverwässert Ergebnis je Aktie in EUR verwässert |
0,28 0,28 |
0,02 0,02 |
31. | |
| Gewogener Durchschnitt der Stückaktien unverwässert verwässert |
14.850.000 14.850.000 |
14.850.000 14.850.000 |
| 31.12.2014 in EUR | 31.12.2013 in EUR | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Minderheitenanteil | 3.919.384 | 272.522 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivaten |
-31.612 | 61.884 |
| Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags (Cash flow hedges) | -31.612 | 61.884 |
| Veränderung des Ausgleichspostens aus der Währungsumrechung ausländischer Tochtergesellschaften |
-49.419 | -64.593 |
| Veränderung des im Eigenkapital erfassten Betrags (Währungsumrechung) | -49.419 | -64.593 |
| Erfasste Erträge und Aufwendungen, die zukünftig in den Gewinn und Verlust umgegliedert werden |
-81.031 | -2.709 |
| Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen | -81.031 | -2.709 |
| Konzernergebnis und Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen | 3.838.353 | 269.813 |
| davon Ergebnisanteile Minderheiten | -292.444 | -46.490 |
| davon Ergebnisanteile Mutterunternehmen | 4.130.797 | 316.303 |
| A. | Langfristige Vermögenswerte | 31.12.2014 in EUR | 31.12.2013 in EUR | Anhang |
|---|---|---|---|---|
| I. | Immaterielle Vermögenswerte | 12.123.011 | 4.777.120 | 5. |
| II. | Sachanlagen | 141.123.879 | 117.585.787 | 5. |
| III. | Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen | 9.756.430 | 11.068.942 | 6. |
| IV. | Sonstige langfristige Forderungen | 29.488.706 | 38.644.328 | 8. |
| V. | Latente Steuern | 4.011.921 | 3.625.509 | 30. |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 196.503.947 | 175.701.686 | ||
| B. | Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| I. | Vorräte | 40.977.629 | 29.949.652 | 10. |
| II. | Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo | 10.336.812 | 9.876.330 | 9. |
| III. | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 29.025.357 | 33.809.076 | 11. |
| IV. | Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 22.466.309 | 26.748.038 | 12. |
| V. | Ertragsteuererstattungsansprüche | 113.687 | 178.582 | 13. |
| VI. | Flüssige Mittel | 20.132.314 | 18.956.775 | 32. |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 123.052.108 | 119.518.453 | ||
| Summe Vermögenswerte | 319.556.055 | 295.220.137 |
| A. | Eigenkapital | 31.12.2014 in EUR | 31.12.2013 in EUR | Anhang |
|---|---|---|---|---|
| I. | Gezeichnetes Kapital | 14.850.000 | 14.850.000 | |
| II. | Kapitalrücklage | 132.995.741 | 132.995.741 | |
| III. | Gewinnrücklagen 1. Währungsausgleichsposten 2. sonstige Rücklagen (IFRS) 3. andere Gewinnrücklagen |
-193.045 360.979 10.000.000 |
-143.626 392.591 10.000.000 |
|
| IV. | Gewinnvortrag | 12.142.300 | 11.823.288 | |
| V. | Anteile anderer Gesellschafter (Minderheitsanteile) |
-397.883 | -876.128 | |
| VI. | Konzernergebnis | 4.211.828 | 319.012 | |
| Summe Eigenkapital | 173.969.920 | 169.360.879 | 14. |
| B. | Langfristige Schulden | |||
|---|---|---|---|---|
| I. | Langfristige Rückstellungen | 425.400 | 941.000 | 15. |
| II. | Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 76.593.142 | 77.552.964 | 16. |
| III. | Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 1.320.898 | 1.259.719 | 18. |
| IV. | Latente Steuern | 1.054.153 | 1.569.170 | 30. |
| Summe langfristige Schulden | 79.393.593 | 81.322.852 |
| C. | Kurzfristige Schulden | |||
|---|---|---|---|---|
| I. | Kurzfristige Rückstellungen | 9.895.895 | 8.678.494 | 15. |
| II. | Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 30.571.927 | 17.169.809 | 16. |
| III. | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
19.962.975 | 15.165.806 | 17. |
| IV. | Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo | 233.031 | 888.551 | 9. |
| V. | Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 3.949.019 | 2.483.102 | 18. |
| VI. | Ertragsteuerschulden | 1.579.695 | 150.645 | 19. |
| Summe kurzfristige Schulden | 66.192.542 | 44.536.406 | ||
| Summe Eigenkapital und Schulden | 319.556.055 | 295.220.137 |
| 2014 in EUR | 2013 in EUR | |
|---|---|---|
| Konzernjahresüberschuss vor Minderheiten | 3.919.384 | 272.522 |
| Ertragsteueraufwand | 2.230.915 | 717.125 |
| Zinsergebnis | 999.052 | 1.094.459 |
| Gewinne (-) Verluste (+) aus at-equity-bilanzierten Unternehmen | -468.624 | 318.760 |
| Gezahlte Ertragsteuern | -1.122.732 | -3.644.252 |
| Abschreibungen auf kurz- und langfristige Vermögenswerte | 15.502.109 | 16.031.391 |
| Zuschreibung auf langfristige Vermögenswerte | -153.045 | 0 |
| Abnahmen (-) / Zunahme (+)der sonstigen Rückstellungen | 701.801 | -2.860.580 |
| Gewinne (-)/Verluste (+) aus Abgängen Endkonsolidierung | 0 | -4.516.979 |
| Gewinne (-)/Verluste (+) aus Anlagenabgängen | 89.083 | 40.218 |
| Brutto Cashflow | 21.697.943 | 7.452.664 |
| Zu-/ Abnahme der Vorräte | -11.027.977 | 1.719.076 |
| Zu-/ Abnahme der Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo | -460.482 | 38.511.487 |
| Abnahme der Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo | -655.520 | -758.947 |
| Ab-/ Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.783.719 | -4.840.590 |
| Zu-/ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.797.169 | -12.550.600 |
| Zunahme der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten | 61.179 | 604.630 |
| Abnahme der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte | 2.879.727 | 9.809.566 |
| Ab-/ Zunahme der sonstigen langfristigen Vermögenswerte | 8.941.011 | -4.664.241 |
| Zunahme der aktiven latenten Steuern | -386.412 | -1.305.415 |
| Zu-/ Abnahme der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten | 1.465.917 | -1.799.364 |
| Abnahme der kurzfristigen Steuerforderungen | 64.895 | 3.464.068 |
| Abnahme Verbindlichkeiten aus Verkehrsteuern und Steuerabzügen | -194.150 | 307.325 |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge | 689.658 | -537.904 |
| Zinseinnahmen | 2.732.045 | 2.392.127 |
| Zufluss aus operativer Tätigkeit (Netto Cash-flow) | 35.388.722 | 37.803.882 |
| 2014 in EUR | 2013 in EUR | |
|---|---|---|
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen | 743.706 | 486.795 |
| Auszahlungen für Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte | -7.773.201 | -214.805 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | -39.112.636 | -18.350.029 |
| Auszahlungen für Investitionen in at-equity-Beteiligungen | -237.500 | -2.539.507 |
| Einzahlungen Aufstockung at-equity Beteiligung | 1.996.585 | 0 |
| Einzahlungen aus Entnahmen at-equity Beteiligungen | 22.050 | 62.556 |
| Zufluss liquide Mittel aufgrund Unternehmenserwerb | 1.325.242 | 125.089 |
| Abfluss aus laufender investiver Tätigkeit | -43.035.754 | -20.429.900 |
| Einzahlung für den Abgang von Vermögenswerte und Schulden aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Tochterunternehmen |
26.707 | 2.592.189 |
| Aufpreis für den Verkauf von vollkonsolidierten Tochterunternehmen | 30.613 | 4.516.979 |
| Zufluss aus Endkonsolidierung | 57.320 | 7.109.168 |
| Einzahlungen aus der Kreditaufnahme bei Kreditinstituten | 28.615.306 | 15.849.706 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Krediten bei Kreditinstituten | -18.932.922 | -11.612.908 |
| Ab-/Zunahme der sonstigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten | 148.093 | -2.299.349 |
| Auszahlungen an Gesellschafter | 0 | -14.850.000 |
| Ab-/Zunahme der sonstigen kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (ohne kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) |
2.665.871 | -9.777.520 |
| Zinsausgaben | -3.731.097 | -3.486.586 |
| Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit | 8.765.250 | -26.176.657 |
| Zahlungswirksame Veränderungen gesamt | 1.175.538 | -1.693.507 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. | 18.956.776 | 20.650.282 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. | 20.132.314 | 18.956.776 |
| in EUR | Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklagen | Sonstige Rücklagen | Rücklage für Währungs ausgleichsposten |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital am 01.01.2013 | 14.850.000 | 132.995.741 | 330.707 | -79.033 |
| Umgliederungen Jahresüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Minderheitenanteil Eigenkapital | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erfolgsneutrale Aufstockung von Anteilen an Tochtergesellschaften |
0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen |
0 | 0 | 61.884 | -64.593 |
| Eigenkapital am 31.12.2013 | 14.850.000 | 132.995.741 | 392.591 | -143.626 |
| Eigenkapital am 01.01.2014 | 14.850.000 | 132.995.741 | 392.591 | -143.626 |
| Umgliederungen Jahresüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Minderheitenanteil Eigenkapital | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen |
0 | 0 | -31.612 | -49.419 |
| Eigenkapital am 31.12.2014 | 14.850.000 | 132.995.741 | 360.979 | -193.045 |
| Summe | Minderheitenanteil | Summe Eigenkapitalgeber Mutterunternehmen |
Jahresüberschuss | Gewinnvortrag | Andere Gewinnrücklagen |
|---|---|---|---|---|---|
| 184.478.232 | -848.551 | 185.326.783 | 1.181.442 | 26.047.926 | 10.000.000 |
| 0 | 0 | -1.181.442 | 1.181.442 | 0 | |
| -14.850.000 | 0 | -14.850.000 | 0 | -14.850.000 | 0 |
| -537.167 | -537.167 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 272.522 | -46.490 | 319.012 | 319.012 | 0 | 0 |
| 556.080 | -556.080 | 0 | -556.080 | 0 | |
| -2.709 | 0 | -2.709 | 0 | 0 | 0 |
| 169.360.879 | -876.128 | 170.237.006 | 319.012 | 11.823.288 | 10.000.000 |
| 169.360.879 | -876.128 | 170.237.006 | 319.012 | 11.823.288 | 10.000.000 |
| 0 | 0 | -319.012 | 319.012 | 0 | |
| 770.689 | 770.689 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3.919.384 | -292.444 | 4.211.828 | 4.211.828 | 0 | 0 |
Wertänderungen 0 0 -31.612 -49.419 0 0 0 -81.031 0 -81.031 Eigenkapital am 31.12.2014 14.850.000 132.995.741 360.979 -193.045 10.000.000 12.142.300 4.211.828 174.367.803 -397.883 173.969.920
Der Konzernabschluss der EnviTec Biogas AG zum 31. Dezember 2014 ist in Anwendung von § 315a HGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, und den Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt worden.
Die EnviTec Biogas AG ist ein in Deutschland ansässiges, international aufgestelltes Unternehmen, das sich neben dem Bau und Vertrieb von Biogasanlagen über Tochtergesellschaften mit dem Betrieb von eigenen Biogasanlagen, dem technischen und biologischen Service sowie der Vermarktung von Strom beschäftigt.
Die EnviTec Biogas AG mit Sitz im niedersächsischen Lohne (Oldenburg), Industriering 10a, ist Mutterunternehmen des EnviTec-Konzerns und war bis zum Wechsel in den Entry Standard am 29. August 2013 eine börsennotierte Aktiengesellschaft gemäß § 3 Abs. 2 AktG. Der zum 31. Dezember 2014 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der EnviTec Biogas AG sind über den elektronischen Bundesanzeiger und das Unternehmensregister zugänglich sowie auf unserer Website www.envitec-biogas.de abrufbar.
Am 7. Mai 2015 hat der Vorstand der EnviTec Biogas AG den Konzernabschluss zur Vorlage an den Aufsichtsrat der Gesellschaft freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Die folgenden Erläuterungen umfassen Angaben und Bemerkungen, die nach den IFRS neben der Gewinnund Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz, der Eigenkapitalveränderungsrechnung, der Segmentberichterstattung sowie der Kapitalflussrechnung als Anhang in den Konzernabschluss aufzunehmen sind.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in vollen Euro angegeben oder auf TEUR gerundet.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz werden einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit
zusammengefasst; sie werden im Anhang erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Bilanzgliederung erfolgte nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, die innerhalb eines Jahres fällig sind oder veräußert werden sollen. Entsprechend werden Vermögenswerte und Schulden als langfristig klassifiziert, wenn sie voraussichtlich länger als ein Jahr im Unternehmen verbleiben. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte und Fertigungsaufträge werden grundsätzlich als kurzfristige Posten ausgewiesen. Latente Steuern werden grundsätzlich als langfristig dargestellt.
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben eine Reihe von Änderungen bestehender International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie einige neue IFRS und Interpretationen verabschiedet, die für den EnviTec-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2014 erstmals verpflichtend anzuwenden sind, die allerdings keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern hatten. Dabei handelt es sich um:
| IFRS 10 | "Konzernabschlüsse" |
|---|---|
| IFRS 11 | "Gemeinsame Vereinbarungen" |
| IFRS 12 | "Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen" |
| IFRS 10, 12, IAS 27 "Investmentgesellschaften" | |
| IAS 19 | "Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge" |
| IAS 27 | "Einzelabschlüsse" |
| IAS 28 | "Anteile an assoziier ten Unternehmen und |
Gemeinschaftsunternehmen"
| IAS 32 | "Finanzinstrumente: Darstellung" |
|---|---|
| IAS 36 | "Wertminderung von Vermögens werten – Angaben zum erziel baren Betrag für nicht-finanzielle Vermögenswerte" |
| IAS 39 | "Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen" |
| IFRIC 21 | "Abgaben" |
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS IC) haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2014 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die Anwendung dieser IFRS setzt voraus, dass die zum Teil noch ausstehende Anerkennung durch die EU erfolgt. Auf das Wahlrecht zur vorzeitigen freiwilligen Anwendung wurde verzichtet.
Folgende neue Standards, überarbeitete Standards und Interpretationen sind ab 2015 oder später und gegebenenfalls vorbehaltlich eines EU-Endorsement zu berücksichtigen. Die Auswirkungen der Standards und ihre zeitliche Anwendung werden derzeit geprüft.
| Standard | Regelung | Zeitpunkt Erstanwendung EnviTec Konzern |
Voraussichtliche Auswirkungen |
|---|---|---|---|
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | 01.01.2018 | Werden zur Zeit noch untersucht. |
| IFRS 15 | Erlöse aus Verträgen mit Kunden | 01.01.2017 | Werden zur Zeit noch untersucht. |
| IFRS 11 | Gemeinsame Vereinbarungen (Ände rungen) |
01.01.2016 | Werden zur Zeit noch final unter sucht. Wir gehen davon aus, dass keine Änderungen zu erwarten sind. |
| IFRS 14 | Regulatorische Abgrenzungsposten | 01.01.2016 | Werden zur Zeit noch final unter sucht. Wir gehen davon aus, dass keine Änderungen zu erwarten sind. |
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses | 01.01.2016 | Werden zur Zeit noch final unter sucht. Wir gehen davon aus, dass keine Änderungen zu erwarten sind . |
| IAS 16/IAS 38 und IAS 16/ IAS 41 |
Sachanlagen | 01.01.2016 | Werden zur Zeit noch final unter sucht. Wir gehen davon aus, dass keine Änderungen zu erwarten sind. |
| IAS 27 | Equity-Methode im separaten Abschluss | 01.01.2016 | Werden zur Zeit noch final unter sucht. Wir gehen davon aus, dass keine Änderungen zu erwarten sind. |
| IFRS 10/IAS 28 | Veräußerung oder Einbringung von Ver mögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture |
01.01.2016 | Werden zur Zeit noch final unter sucht. Wir gehen davon aus, dass keine Änderungen zu erwarten sind. |
| IFRS 10, IFRS 12, IAS 28 |
Konsolidierungsausnahme | 01.01.2016 | Werden zur Zeit noch final unter sucht. Wir gehen davon aus, dass keine Änderungen zu erwarten sind. |
Im Rahmen der Annual Improvements Processes (2010- 2012), (2011-2013) und (2012-2014) wurden eine Vielzahl kleinerer Änderungen vorgenommen, die erstmals für Geschäftsjahre ab dem 01.01.2015 bzw. 01.01.2016 anzuwenden sind.
Der Konzernabschluss beinhaltet diejenigen Gesellschaften, bei denen die EnviTec Biogas AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt, soweit deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung wegfällt.
Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungsund Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden anzugleichen.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IAS 27 (Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS) nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Dabei werden Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein nach Kaufpreisallokation verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert; negative Unterschiedsbeträge nach nochmaliger Überprüfung sofort erfolgswirksam erfasst.
Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gegenseitig aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert und latente Steuerbe- und -entlastungen aus ergebniswirksamen Konsolidierungen berücksichtigt. Konzerninterne Umsätze sind ebenso
wie alle konzerninternen Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen ohne Erfolgsauswirkung verrechnet worden.
Nach der Equity-Methode werden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen bewertet, bei denen die EnviTec Biogas AG die gemeinschaftliche Führung ausübt (Gemeinschaftsunternehmen) oder einen maßgeblichen Einfluss besitzt (assoziierte Unternehmen). Bei Beteiligungen, die at-equity in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden die Anschaffungskosten jährlich um die dem EnviTec-Kapitalanteil entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Die Anhangangaben des Konzernabschlusses enthalten weitere Informationen über die im EnviTec-Konzern bilanzierten at-equity Beteiligungen. Ein Werthaltigkeitstest für einen im Beteiligungsansatz enthaltenen Firmenwert wird einmal im Jahr sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung durchgeführt. Der Anteil am sonstigen Ergebnis der assoziierten Unternehmen wird anteilig im sonstigen Ergebnis des EnviTec-Konzerns ausgewiesen.
Die angewandten Konsolidierungsmethoden sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Zu Veränderungen des Konsolidierungskreises und den einbezogenen Unternehmen wird im nachfolgenden Punkt eingegangen.
Der Konsolidierungskreis hat sich in der Zeit vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014 wie folgt entwickelt:
| Inland | Ausland | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| EnviTec Biogas AG und konsolidierte Unternehmen | |||
| 31.12.2013 | 99 | 32 | 131 |
| Zugänge von Tochterunternehmen | 21 | 1 | 22 |
| Abgänge von Tochterunternehmen | 20 | 0 | 20 |
| 31.12.2014 | 100 | 33 | 133 |
| Inland | Ausland | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| At-equity bewertete Unternehmen | |||
| 31.12.2013 | 65 | 8 | 73 |
| Zugänge von at-equity bewerteten Unternehmen | 2 | 0 | 2 |
| Abgänge von at-equity bewerteten Unternehmen | 8 | 0 | 8 |
| 31.12.2014 | 59 | 8 | 67 |
Der EnviTec-Konzern umfasste zum Bilanzstichtag einschließlich der EnviTec Biogas AG 200 (Vorjahr: 204) Unternehmen, von denen 133 (Vorjahr: 131) im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Eine Aufstellung der Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen befindet sich unter Pkt. 7.
Die Liste des Anteilsbesitzes ist im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Die Veränderungen bei den vollkonsolidierten Unternehmen im Konsolidierungskreis des Geschäftsjahres 2014 werden in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Name und Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
|---|---|
| Zugänge | |
| Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, Lohne | 90,60 |
| Biogas Thomasburg Verwaltungs- GmbH, Lohne | 90,60 |
| Biogas Hirl GmbH & Co. KG, Bresegard | 94,00 |
| Biogas Hirl Verwaltungs- GmbH, Bresegard | 94,00 |
| RePro Beber GmbH & Co. KG, Lohne | 64,60 |
| RePro Beber Verwaltungs- GmbH, Lohne | 64,60 |
| Biogas Nieheim GmbH & Co. KG, Lohne | 64,80 |
| Biogas Nieheim Verwaltungs- GmbH, Lohne | 64,80 |
| Biogas Wanzleben GmbH & Co. KG, Wanzleben | 70,00 |
| Biogas Wanzleben Verwaltungs- GmbH, Wanzleben | 70,00 |
| Biogas Angern GmbH & Co. KG, Lohne | 87,60 |
| Biogas Angern Verwaltungs- GmbH, Lohne | 87,60 |
| Biogas Osterburg GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| EnviTec Biogas Ventures Ltd., Rugeley / Großbritannien | 60,00 |
|---|---|
| EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG, Saerbeck | 100,00 |
| EnviTec Anlagenbau Verwaltungs- GmbH, Saerbeck | 100,00 |
| Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| Biogas Reinsfeld Verwaltungs- GmbH, Lohne | 100,00 |
| Biogas Forst GmbH & Co. KG, Forst | 100,00 |
| Biogas Forst Verwaltungs- GmbH, Forst | 100,00 |
| Biogas Barby GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| Biogas Barby Verwaltungs GmbH, Lohne | 100,00 |
| Abgänge aufgrund von Verschmelzung | |
|---|---|
| Biogas Dingelstedt GmbH & Co. KG, Garrel | 100,00 |
| Biogas Dingelstedt Verwaltungs-GmbH, Garrel | 100,00 |
| Biogas Glauzig GmbH & Co. KG, Garrel | 100,00 |
| Biogas Glauzig Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100,00 |
| Biogas Gramzow GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| Biogas Greifswald GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| Biogas Oderaue GmbH & Co. KG, Garrel | 100,00 |
| Biogas Oderaue Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100,00 |
| Biogas Schönhausen GmbH & Co. KG, Garrel | 100,00 |
| Biogas Schönhausen Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100,00 |
| Biogas Topfstedt GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| Biogas Wesenberg GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| Biogas Barby GmbH & Co. KG, Lohne | 100,00 |
| Biogas Barby Verwaltungs GmbH, Lohne | 100,00 |
| Abgänge aufgrund von Verkauf | |
|---|---|
| Biogas Düben GmbH & Co. KG, Garrel | 90,00 |
| Biogas Düben Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100,00 |
| Biogas Mühlengeez GmbH & Co. KG, Garrel | 100,00 |
| Biogas Mühlengeez Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100,00 |
| Biogas Weyhausen GmbH & Co. KG, Garrel | 100,00 |
| Biogas Weyhausen Veraltungs- GmbH, Garrel | 100,00 |
Die Veränderungen bei den at-equity bewerteten Unternehmen im Konsolidierungskreis des Geschäftsjahres 2014 werden in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Name und Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
|---|---|
| Zugänge Inland | |
| Alternativ-Energie Priborn GmbH & Co. KG, Priborn | 50,00 |
| Alternativ-Energie Priborn Verwaltungs- GmbH , Priborn | 50,00 |
| Abgänge | |
| Biogas Forst GmbH & Co. KG, Forst | 40,00 |
| Biogas Forst Verwaltungs GmbH, Forst | 40,00 |
| Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG, Lohne | 50,00 |
| Biogas Reinsfeld Verwaltungs GmbH, Lohne | 50,00 |
| Biogas Anlagenbau GmbH & Co. KG (Biogas Woltersdorf GmbH & Co. KG), Saerbeck | 50,00 |
| Biogas Anlagenbau Verwaltungs GmbH (Biogas Wolterdorf Verwaltungs. GmbH), Saerbeck | 50,00 |
| Biogas Barby GmbH & Co. KG, Lohne | 50,00 |
| Biogas Barby Verwaltungs GmbH, Lohne | 50,00 |
Am 12. Mai 2014 (Erwerbstichtag 1. April 2014) hat die Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG folgende Anteile des Kommanditkapitals der folgenden Gesellschaften zu einem Kaufpreis von insgesamt TEUR 6.586 erworben:
| Name und Sitz der Gesellschaft | Anteil in % | Kommanditkapital gesamt Euro |
|---|---|---|
| Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, Lohne | 65,5 | 100.000 |
| Biogas Hirl GmbH & Co. KG, Bresegard | 64,0 | 100.000 |
| Biogas Wanzleben GmbH & Co. KG, Lohne | 70,0 | 100.000 |
| Biogas Nieheim GmbH & Co. KG, Lohne | 64,8 | 100.000 |
| Biogas Angern GmbH & Co. KG, Lohne | 87,5 | 200.000 |
| RePro Beber GmbH & Co. KG, Lohne | 64,6 | 100.000 |
Der Konzernumsatz erhöhte sich aufgrund des Erwerbs um TEUR 5.504. Im Konzernergebnis 2014 ist ein Überschuss der Gesellschaften von TEUR 227 enthalten. Hätte der Erwerb bereits zum 01. Januar 2014 stattgefunden, so wäre der Umsatz um TEUR 7.344 und das Konzernergebnis um TEUR 355 gestiegen. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Buchwert des Eigenkapitals der Gesellschaften wurde als Geschäfts- und Firmenwert mit TEUR 4.183 ausgewiesen.
Gem. IFRS 3.67f erfolgt in der folgenden Tabelle die Angabe der für jede Klasse von Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden vorläufigen Zeitwerte:
| Zeitwerte | Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt in TEUR |
|---|---|
| Langfr. Vermögenswerte | 8.895 |
| Kurzfr. Vermögenswerte | 4.206 |
| Langfristige Schulden | 7.023 |
| Kurzfristige Schulden | 3.662 |
Mit dem Erwerb der Anteile an den Kommanditgesellschaften wurden ebenfalls Anteile in gleicher Höhe an deren sechs Komplementärgesellschaften erworben. Das Stammkapital dieser Gesellschaften beträgt jeweils 25.000 Euro. Auswirkungen auf Konzernumsatz und Ergebnis sind von untergeordneter Bedeutung.
Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres hat die Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG ihre Anteile an der Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG und der Biogas Thomasburg Verwaltungs GmbH um weitere 25,1% sowie ihre Anteile an der Biogas Hirl GmbH & Co. KG und der Biogas Hirl Verwaltungs GmbH um weitere 30% aufgestockt.
Am 12. Mai 2014 (Erwerbsstichtag 1. April 2014) hat die EnviTec Biogas GmbH & Co. KG 94% des Kommanditkapitals von TEUR 100 der Biogas Osterburg GmbH & Co. KG zu einem Kaufpreis von insgesamt TEUR 686 erworben. Durch diesen Kauf erhöhte sich der Konzernumsatz um TEUR 811 und das Konzernergebnis erhöhte sich um TEUR 41. Hätte der Erwerb bereits zum 01. Januar 2014 stattgefunden, so wäre der Umsatz um TEUR 1.082 und das Konzernergebnis um TEUR 47 gestiegen.
Gem. IFRS 3.67f erfolgt in der folgenden Tabelle die Angabe der für jede Klasse von Vermögenswerten und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden vorläufigen Zeitwerte:
| Zeitwerte | Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt in TEUR |
|---|---|
| Langfr. Vermögenswerte | 2.454 |
| Kurzfr. Vermögenswerte | 511 |
| Langfristige Schulden | 1.589 |
| Kurzfristige Schulden | 631 |
Es wurden weitere 60 % der Anteile an der Biogas Forst GmbH & Co. KG sowie der Biogas Forst Verwaltungs-GmbH zu einem Kaufpreis von TEUR 3.282 erworben. Damit ist die EnviTec Biogas AG mit nunmehr 100% an diesen Gesellschaften beteiligt.
Zum Erwerbszeitpunkt ergeben sich die folgenden nach IFRS 3.67f anzugebenen Zeitwerte für die Vermögensgegenstände und Schulden:
| Zeitwerte | Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt in TEUR |
|---|---|
| Langfr. Vermögenswerte | 7.779 |
| Kurzfr. Vermögenswerte | 1.797 |
| Langfristige Schulden | 4.515 |
| Kurzfristige Schulden | 502 |
Des Weiteren wurden weitere 50 % der Anteile an der Biogas Woltersdorf GmbH & Co. KG zu einem Kaufpreis von 1 Euro sowie 50 % der Anteile an der Biogas Woltersdorf Verwaltungs-GmbH zu einem Kaufpreis von 25.000 Euro erworben. Nach Kauf wurden die Gesellschaften umfirmiert in die EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG und die EnviTec Anlagenbau Verwaltungs-GmbH. Damit ist die EnviTec Biogas AG mit nunmehr 100 % an diesen Gesellschaften beteiligt.
Zum Erwerbszeitpunkt ergeben sich die folgenden nach IFRS 3.67f anzugebenen Zeitwerte für die Vermögensgegenstände und Schulden:
| Kurzfristige Vermögenswerte | TEUR 54 |
|---|---|
| Kurzfristige Schulden | TEUR 27 |
An der Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG und der Biogas Reinsfeld Verwaltungs- GmbH ist jeweils eine zusätzliche Beteiligung von 50 % erworben worden. In 2013 waren diese Gesellschaften mit 50 % Beteiligung noch unter den assoziierten Unternehmen eingegliedert.
Zum Erwerbszeitpunkt ergeben sich die folgenden nach IFRS 3.67f anzugebenen Zeitwerte für die Vermögensgegenstände und Schulden:
| Zeitwerte | Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt in TEUR |
|---|---|
| Langfr. Vermögenswerte | 2.141 |
| Kurzfr. Vermögenswerte | 512 |
| Langfristige Schulden | 2.489 |
| Kurzfristige Schulden | 119 |
Weiterhin wurde im Geschäftsjahr 2014 die EnviTec Biogas Ventures Ltd. neu gegründet. An dieser Gesellschaft ist der Konzern mit 60 % beteiligt ist.
Aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden sind 20 Beteiligungen an Biogasanlagen und deren Komplementärgesellschaften. Dem Konzern sind aus den verkauften Gesellschaften liquide Mittel in Höhe von TEUR 53 zugeflossen. Es entstand ein Veräußerungsgewinn von TEUR 26.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Alternativ-Energie Priborn GmbH & Co. KG und die Alternativ-Energie Priborn Verwaltungs- GmbH neu gegründet. Der Konzern ist mit jeweils 50 % an diesen Gesellschaften beteiligt. Unternehmensgegenstand ist der Betrieb einer Biogasanlage.
Im Dezember 2014 hat die EnviTec Biogas AG ihre Anteile an der EnviTec Biogas Central Europe s.r.o. von 55 % auf 65 % zu einem Kaufpreis von 18.000 Euro erhöht.
Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machten im Geschäftsjahr 2014 von der Befreiungsvorschrift des § 264b HGB Gebrauch.
| Name und Sitz der Gesellschaft |
|---|
| EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne |
| Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Schönthal GmbH & Co. KG, Willebadessen |
| Biogas Heilemann GmbH & Co. KG, Rotenburg/Wümme |
| Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Lohne |
| EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne |
| Erste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam |
| Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam |
| Dritte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam |
| Vierte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam |
| Fünfte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam |
| Sechste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne |
| EWS Biogas Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG i.L., Lohne |
| Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG, Kalefeld |
| Biogas Herzberg GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Lüchow GmbH & Co. KG, Lohne |
| EnviTec Energy GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG, Lohne |
|---|
| Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG, Karstädt |
| Biogas Falkenberg GmbH & Co. KG, Falkenberg |
| EnviTec Service GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Heilemann-Holsten GmbH & Co. KG, Rotenburg |
| ETBKN GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Sachsendorf GmbH & Co. KG, Schwarz |
| Biogas Dambeck GmbH & Co.KG, Friesoythe |
| Biogas Schenkenhorst GmbH & Co. KG, Garrel |
| Biogas Kalbe GmbH & Co. KG, Garrel |
| Biogas Brehna GmbH & Co. KG, Garrel |
| eeMaxx Anlagen- und Betriebs GmbH & Co. KG, Garrel |
| Biogas Klein Mühlingen GmbH & Co. KG, Vogelsang |
| Biogas Ringleben GmbH & Co. KG, Lohne |
| Biogas Neutrebbin GmbH & Co. KG, Neutrebbin |
| Biogas Trüstedt GmbH & Co. KG, Garrel |
| Biogas Böddenstedt GmbH & Co KG, Salzwedel |
| Biogas Schönwalde GmbH & Co. KG, Schönwalde |
| EnviTec Stromkontor GmbH & Co. KG, Lohne |
|---|
| Biogas Lampertheim GmbH & Co. KG, Darmstadt |
| Erste Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow |
| Dritte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow |
| Vierte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow |
| Fünfte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Lohne |
| Zweite Biogas Neese GmbH & Co. KG, Vechta |
| Biogas Thomasburg GmbH & Co, KG, Lohne |
| Biogas Hirl GmbH & Co, KG, Bresegard |
| RePro Beber GmbH & Co, KG, Lohne |
| Biogas Nieheim GmbH & Co, KG, Lohne |
Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen grundsätzlich auf Euro-Basis, so dass insoweit eine Währungsumrechnung entfällt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind bis auf sechs (Vorjahr sieben) Ausnahmen in Euro aufgestellt. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen umgerechnet, die Vermögenswerte und Schulden des in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlusses werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden mithilfe von Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Entstandene Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Wir verweisen hierzu auf den Eigenkapitalspiegel sowie auf die Gesamtergebnisrechnung. Die in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse der at-equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls nach der Stichtagskursmethode umgerechnet.
Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde.
Als grundlegendes Bewertungskonzept wird im Konzernabschluss das Anschaffungskostenprinzip angewendet. Dort, wo die IFRS andere Bewertungskonzepte vorschreiben, werden diese verwendet; in den folgenden Ausführungen zur Bewertung von Aktiv- und Passivposten wird hierauf gesondert hingewiesen.
| Biogas Wanzleben GmbH & Co, KG, Wanzleben | |
|---|---|
| Biogas Angern GmbH & Co, KG, Lohne | |
| Biogas Osterburg GmbH & Co, KG, Lohne | |
| EnviTec Anlagenbau GmbH & Co, KG, Saerbeck | |
| Biogas Reinsfeld GmbH & Co, KG, Lohne | |
| Biogas Forst GmbH & Co, KG, Forst | |
| ET Energie Lucka GmbH & Co. KG (vormals Biogas Stege litz GmbH & Co. KG), Lohne |
|
| ET Energy Leipzig GmbH & Co. KG (vormals Biogas Elsteraue GmbH & Co. KG), Lohne |
|
| ET Energie Quakenbrück GmbH & Co. KG (vormals Biogas Straußfurt GmbH & Co. KG), Lohne |
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von fertiggestellten Biogasanlagen - nach Abzug von Steuern und Erlösschmälerungen - werden zum Zeitpunkt der Schlussabnahme der Anlagen realisiert. Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen für Biogasanlagen, die am Bilanzstichtag noch nicht fertiggestellt oder abgenommen worden sind, werden unter Anwendung der Percentage-of-completion-Methode (POC) ermittelt. Dabei wird einerseits der Anteil der erbrachten Leistungen im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Kundenauftrags, andererseits der Gewinn des gesamten Auftrags geschätzt und entsprechend realisiert.
Umsätze aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, sobald die mit dem Eigentum der verkauften Waren verbundenen wesentlichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind und die Höhe der realisierbaren Umsätze verlässlich ermittelt werden kann. Ist es nicht wahrscheinlich, dass dem Unternehmen der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird, werden keine Umsätze ausgewiesen. Im Übrigen werden Umsätze unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen wie Skonti, Boni oder Rabatte ausgewiesen. Umsätze aus Dienstleistungen werden in derjenigen Periode erfasst, in der die Dienstleistung erbracht wird.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Soweit sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, werden sie dieser entsprechend über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren linear abgeschrieben, sofern nicht durch den tatsächlichen Wertverzehr ein anderer Abschreibungsverlauf geboten ist. Die Festlegung, sowohl der voraussichtlichen Nutzungsdauer als auch der Abschreibungsverläufe, beruht auf Schätzungen in Bezug auf den Zeitraum und die Verteilung der Mittelzuflüsse aus den immateriellen Vermögenswerten im Zeitverlauf.
Entwicklungskosten wurden nicht nach IAS 38 aktiviert, da zum Bilanzstichtag die Voraussetzungen für die Aktivierung nicht vorlagen.
Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben und unterliegen jährlichen Impairmenttests. Hinsichtlich der Werthaltigkeitstest verweisen wir auf den Pkt. 3.7. Werthaltigkeitsprüfung.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen – mit Ausnahme von Grund und Boden sowie grundstücksgleichen Rechten – sowie etwaige außerplanmäßige Wertverluste ("impairment losses").
Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.
Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht angesetzt.
Kosten für die Reparatur von Sachanlagen, wie z. B. laufende Unterhaltungsaufwendungen, werden grundsätzlich erfolgswirksam verrechnet. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die mit der Sachanlage verbundenen Kosten künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird.
Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen.
Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den geschätzten/erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und stellen sich wie folgt dar:
| Nutzungsdauer | |
|---|---|
| Gebäude | 20 bis 40 Jahre |
| Andere Baulichkeiten | 10 bis 20 Jahre |
| Technische Anlagen | 6 bis 20 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 6 bis 12 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 11 Jahre |
| Fahrzeuge | 5 bis 8 Jahre |
| EDV-Anlagen | 3 bis 5 Jahre |
Die finanziellen Vermögenswerte werden grundsätzlich in die Kategorien:
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Kredite und Forderungen
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Die Zuweisung eines finanziellen Vermögenswertes zu einer bestimmten Kategorie hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden.
Die Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfasst zum einen die dem Handelsbestand zuzurechnenden finanziellen Vermögenswerte (trading) sowie alle finanziellen Vermögenswerte, die von Anfang an durch das Management im Erwerbszeitpunkt erfolgswirksam zum fair value bewertet werden sollen. Die EnviTec Biogas AG weist im Konzernabschluss 2014 keine Vermögenswerte dieser Kategorie aus (Vorjahr: 34 TEUR).
Bei den Krediten und Forderungen handelt es sich um originäre oder erworbene Darlehen und Forderungen mit feststehenden oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden üblicherweise durch Bereitstellung von Bargeld, durch Lieferung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen begründet. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst 12 Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden. Finanzinstrumente dieser Kategorie werden nach ihrem Zugang mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen langfristigen Forderungen enthaltenen finanziellen Forderungen und Darlehen, die in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Forderungen und Darlehen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugewiesen. Liegen bei einer Forderung Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows vorgenommen. Indikatoren zur Ermittlung eines Abschreibungsbedarfs liegen insbesondere vor bei mehrjährigen operativen Verlusten einer Gesellschaft, einer substanziellen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit, einer hohen Wahrscheinlichkeit für die Insolvenz oder dem Erfordernis einer finanziellen Sanierung des Schuldners der Forderung. Kredite und Forderungen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden finanziellen Vermögenswerte zeichnen sich durch feste oder bestimmbare Zahlungen, eine feste Laufzeit sowie die Absicht und Fähigkeit der EnviTec Biogas AG, diese Vermögenswerte tatsächlich bis zur Endfälligkeit zu halten, aus.
Unter diese Kategorie fallen alle finanziellen Vermögenswerte, die keiner der anderen drei Kategorien zuzurechnen sind oder aufgrund einer subjektiven Widmung durch das Management als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte gelten. Diese Vermögenswerte werden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die aus der Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert in der Folge resultierenden Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Dies gilt nicht, sofern es sich um dauerhafte beziehungsweise wesentliche Wertminderungen sowie um währungsbedingte Wertänderungen von Fremdkapitalinstrumenten handelt, die erfolgswirksam erfasst werden.
Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Hinweise für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen.
Unter den Vorräten werden gemäß IAS 2 (Vorräte) diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die im Rahmen der Abwicklung von Fertigungsaufträgen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungskosten. Liegt der aktuelle Einkaufspreis unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten wird der niedrigere Wert angesetzt, es sei denn, sie gehen in Fertigungserzeugnisse ein, die voraussichtlich zu den Fertigungskosten oder darüber verkauft werden können (IAS 2.32). Eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten erfolgt nicht, weil die Voraussetzungen des IAS 23 nicht erfüllt sind.
Die Anschaffungskosten beinhalten alle Kosten, die anfallen, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu bringen.
Fertigungsaufträge werden gemäß IAS 11 nach der Percentage-of-completion-Methode (POC-Methode) bilanziert. Der für die Teilgewinnrealisierung zugrunde zu legende Fertigstellungsgrad wird nach dem Cost-tocost-Verfahren ermittelt. Der Ausweis der Aufträge, bei denen die zum Stichtag realisierten Erträge die erhaltenen teilabgerechneten Anzahlungen übersteigen, erfolgt unter den Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo. Der Ausweis der Aufträge, bei denen die zum Stichtag ausgegangenen Teilabrechnungen die realisierten Erträge übersteigen, erfolgt unter den Fertigungsaufträgen mit passivischem Saldo.
Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn die Veräußerung hochwahrscheinlich ist und der langfristige Vermögenswert in seiner jetzigen Beschaffenheit für einen sofortigen Verkauf verfügbar ist. Die Geschäftsführung muss sich zu einer Veräußerung verpflichtet haben. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird.
Langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zu dem niedrigeren Betrag ihres ursprünglichen Buchwerts und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.
Als Ertragsteuern werden die erhobenen Steuern auf das steuerpflichtige Einkommen der Gesellschaften sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die tatsächlichen Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen.
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 (Ertragsteuern). Latente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in der IFRS-Bilanz (Buchwerte) und der Steuerbilanz (Steuerwerte) sowie auf steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Der Berechnung liegen die zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen Steuergesetzen. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.
Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden insoweit aktiviert, als es wahrscheinlich ist, dass hierfür ein zu versteuerndes Ergebnis zukünftig verfügbar sein wird, und es damit hinreichend sicher erscheint, dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.
Weitere Informationen zu Ertragsteuern sind im Anhang Pkt. 30 enthalten.
Rückstellungen werden für Verpflichtungen gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einer wirtschaftlichen Belastung führen werden und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.
Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt nach IAS 37 (Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen), mit der bestmöglichen Schätzung der Ausgaben, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich wären.
Etwaige Rechtsstreitigkeiten und Verwaltungsverfahren werden von uns auf Einzelfallbasis geprüft. Wir bewerten die möglichen Ergebnisse solcher Rechtsstreitigkeiten anhand der uns vorliegenden Informationen und in Rücksprache mit unseren Rechtsanwälten.
Die finanziellen Verbindlichkeiten betreffen originäre und derivative Verbindlichkeiten.
Die originären Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Für kurzfristige Verbindlichkeiten bedeutet dies, dass sie mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt werden. Langfristige Finanzverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Derivate werden erstmalig zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend zu jedem Berichtstag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, das Derivat ist als Sicherungsinstrument im Rahmen des Hedge Accounting designiert und effektiv. Hier hängt der Zeitpunkt der erfolgswirksamen Erfassung der Bewertungsergebnisse von der Art der Sicherungsbeziehung ab.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Abgrenzungen, Vorauszahlungen sowie nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Ihre Auflösung erfolgt linear bzw. entsprechend der Leistungserbringung.
Die Gesellschaft designiert Sicherungsinstrumente im Rahmen der Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedges). Zu Beginn des Hedge Accounting wird die Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft gem. den Vorgaben von IAS 39.88 dokumentiert. Weiterhin wird sowohl bei Eingehen der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert, ob das in die Sicherungsbeziehung einbezogene Sicherungsinstrument gemäß dem abgesicherten Risiko im hohen Maße effektiv ist.
Im Falle eines Cashflow Hedges gilt, dass der effektive Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der im Rahmen eines Cashflow Hedges designierten Derivate im sonstigen Ergebnis erfasst wird. Ineffektive Wertänderungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, in der auch das Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Die bilanzielle Abbildung endet, wenn der Konzern die Sicherungsbeziehung auflöst, das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird oder sich nicht mehr für Sicherungszwecke eignet. Der vollständige zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasste und im Eigenkapital angesammelte Gewinn oder Verlust verbleibt im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam vereinnahmt, wenn die erwartete Transaktion ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet wird. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, wird der gesamte im Eigenkapital erfasst Erfolg sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt.
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Finanzierungsrechnung ausgewiesene Liquidität umfasst Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten.
Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Berichterstattung von Konzernbereichen abzugrenzen, die regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft wird.
Aufgrund der produktorientierten Steuerung des Geschäfts des EnviTec-Konzerns wurden bei der Einteilung der Segmente weiterhin die einzelnen Segmente Anlagenbau, Eigenbetrieb, Service und Energy identifiziert, die auch der internen Berichterstattung dienen. Der Anlagenbau beinhaltet die Projektierung, Genehmigungsplanung und Errichtung von Biogasanlagen, während das Segment Service die technische und biologische Wartung von Biogasanlagen umfasst. In dem Segment Eigenbetrieb werden die selbstbetriebenen Biogasanlagen erfasst. Der Bereich Energy vermarktet EEG Strom und verkauft Wärme.
| Umsatzerlöse in TEUR | Anlagenbau | Service | Eigenbetrieb | Energy | Überleitung | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| - Fremdumsatz | 50.410 | 21.013 | 64.834 | 27.139 | 0 | 163.396 |
| - Innenumsatz | 3.893 | 3.889 | 11.332 | 16 | -19.130 | 0 |
| Operatives Ergebnis | -1.939 | -1.736 | 9.758 | 253 | 0 | 6.336 |
| Materialaufwand | 38.235 | 15.322 | 32.829 | 26.234 | 0 | 112.620 |
| Personalaufwand | 8.308 | 4.670 | 3.731 | 518 | 0 | 17.227 |
| Sonstige betriebl. Aufwendungen | 9.435 | 2.928 | 10.404 | 1.071 | 0 | 23.838 |
| Equity-Ergebnis | -25 | 0 | 839 | 0 | 0 | 814 |
| Zinserträge | 2.524 | 18 | 190 | 0 | 0 | 2.732 |
| Zinsaufwendungen | 1.586 | 7 | 2.138 | 0 | 0 | 3.731 |
| Ertragsteuern | 2.986 | 370 | -1.177 | 52 | 0 | 2.231 |
| Ergebnis nach Steuern | -4.012 | -2.095 | 9.825 | 201 | 0 | 3.919 |
| Segmentvermögen | 264.682 | 20.042 | 231.498 | 10.955 | -207.621 | 319.556 |
| Segmentschulden | 89.116 | 10.662 | 224.535 | 10.549 | -189.276 | 145.586 |
| Abschreibungen | 678 | 370 | 14.892 | 338 | -776 | 15.502 |
| Investitionen | 465 | 569 | 44.420 | 1.431 | 0 | 46.885 |
| - Fremdumsatz | 47.287 | 19.327 | 62.477 | 19.737 | 0 | 148.828 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| - Innenumsatz | 3.194 | 4.648 | 11.723 | 81 | -19.646 | 0 |
| Operatives Ergebnis | -12.058 | -914 | 15.402 | -27 | 0 | 2.403 |
| Materialaufwand | 36.293 | 15.855 | 36.584 | 26.376 | -14.363 | 100.745 |
| Personalaufwand | 11.174 | 4.364 | 2.945 | 515 | 0 | 18.998 |
| Sonstige betriebl. Aufwendungen | 14.820 | 1.733 | 16.788 | 490 | -7.467 | 26.364 |
| Equity-Ergebnis | -994 | 0 | 675 | 0 | 0 | -319 |
| Zinserträge | 2.234 | 26 | 130 | 2 | 0 | 2.392 |
| Zinsaufwendungen | 1.313 | 14 | 2.075 | 85 | 0 | 3.487 |
| Ertragsteuern | 469 | 562 | -352 | 38 | 0 | 717 |
| Ergebnis nach Steuern | -5.063 | -1.555 | 6.587 | 248 | 102 | 319 |
| Segmentvermögen | 242.141 | 17.780 | 211.185 | 8.685 | -184.571 | 295.220 |
| Segmentschulden | 65.252 | 9.714 | 159.150 | 7.885 | -116.142 | 125.859 |
| Abschreibungen | 3.180 | 170 | 13.356 | 117 | -792 | 16.031 |
| Investitionen | 466 | 202 | 15.689 | 2.207 | 0 | 18.564 |
| Wertminderung auf Fertigungs aufträge |
1.374 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.374 |
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen den in Pkt. 3.4 beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Dies gilt auch für Geschäftsvorfälle zwischen den Segmenten. Bei den Überleitungseffekten handelt es sich um konzerninterne Transaktionen.
Die Länderabgrenzung bei der regionalen Segmentierung erfolgte entsprechend dem Ort der Bautätigkeiten bzw. Dienstleistungen und stellt sich wie folgt dar:
| 2014 | Deutschland | Tschechien | Italien | sonstiges Ausland | Überleitung | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 120.322 | 2.398 | 18.260 | 22.416 | 0 | 163.396 |
| langfristiges Segmentvermögen | 218.729 | 318 | 35.730 | 569 | -58.842 | 196.504 |
| 2013 | ||||||
| Umsatzerlöse | 103.722 | 8.158 | 29.761 | 7.187 | 0 | 148.828 |
| langfristiges Segmentvermögen | 194.789 | 748 | 36.893 | 179 | -56.907 | 175.702 |
Von den Umsätzen im sonstigen Ausland entfallen 2014 TEUR 10.650 auf Großbritannien und TEUR 5.232 auf China.
Von den Umsatzerlösen im Bereich Anlagenbau entfallen 5,4 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro) auf Umsätze mit dem größten Kunden des Konzerns. Weitere Kunden mit einem Umsatzanteil von über 10% lagen nicht vor.
Die Umsatzerlöse des Segments Eigenbetrieb entfallen mit 14,3 Mio. Euro (Vorjahr: 12,4 Mio. Euro) auf Umsätze mit dem größten Kunden dieses Segments. Mit dem zweitgrößten Kunden wurden 12,5 Mio. Euro (Vorjahr: 11,9 Mio. Euro) realisiert. Weitere Kunden mit einem Umsatzanteil von über 10% lagen nicht vor.
Im Bereich Energy wurden mit dem größten Kunden aus der Stromvermarktung 24,1 Mio. Euro Umsatz erzielt.
Im Bereich Service gibt es keine Kunden mit einem Umsatzanteil von über 10%.
Gemäß IFRS 3 im Zusammenhang mit den Standards IAS 36 und IAS 38 unterliegen Geschäfts- oder Firmenwerte regelmäßigen Werthaltigkeitsprüfungen.
Ist einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Geschäfts- oder Firmenwert zuzuordnen, so ist die Werthaltigkeitsprüfung jener Vermögenswerte jährlich oder, falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, auch häufiger durchzuführen. Dabei werden die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag, d.h. dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert, verglichen.
In den Fällen, in denen der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als ihr erzielbarer Betrag (Nutzungswert) ist, liegt in der Höhe der Differenz ein Wertminderungsaufwand vor. Bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags wird der Barwert der künftigen Zahlungen, der aufgrund der fortlaufenden Nutzung der strategischen Geschäftseinheit und deren Abgang am Ende der Nutzungsdauer erwartet wird, zugrunde gelegt. Die Prognose der künftigen Zahlungen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags stützt sich auf die aktuellen Planungen der EnviTec-Gruppe, dabei wurde bei der Berechnung von Planungszeiträumen zwischen 12 und 19 Jahren ausgegangen, der sich aufgrund der Restlaufzeit je zahlungsmittelgenerierenden Einheit ergibt. Die Restlaufzeit resultiert aus der Laufzeit der Betriebsgenehmigungen für die Einheiten.
Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten aus den Zugängen beim Geschäfts- und Firmenwert haben folgende Buchwerte zum 31.12.2014: Einheit Angern TEUR 2.994, Einheit Hirl TEUR 1.402, Einheit RePro TEUR 4.563, Einheit Nieheim TEUR 2.344, Einheit Thomasburg 1.251, Einheit Wanzleben TEUR 2.229, Einheit Forst TEUR 19.296 und der Einheit Reinsfeld TEUR 3.818.
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Für den Cashflow wurden aufgrund der Vergütungsregelungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) gleich bleibende zukünftige Erlöse angenommen. Bei den Aufwendungen wurden Kostensteigerungen berücksichtigt. Der zur Diskontierung der geschätzten Zahlungsreihen herangezogene Zinssatz beträgt 6,58% (Vorjahr: 7,77%) und entspricht den durchschnittlichen Kapitalkosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (sog. WACC). Der Zinssatz beruht auf Annahmen und Schätzungen über spezifische Kapitalkosten. Die Risikoadjustierung erfolgt konzernspezifisch anhand von Vergleichsunternehmen derselben Branche. Eine Wachstumsrate wurde bei der Berechnung nicht berücksichtigt.
Bei der Sensitivitätsanalyse wurde eine Minderung der zukünftigen Cashflows und eine Erhöhung der durchschnittlichen Kapitalkosten um jeweils 15% angenommen, da eine Veränderung bis zu dieser Höhe nach vernünftigem Ermessen möglich ist. Aufgrund dieser Annahmen kommt es im Rahmen des Werthaltigkeitstests zu keinem Wertminderungsbedarf.
Die vorgenommenen Schätzungen werden in Bezug auf die voraussichtliche Nutzungsdauer bestimmter Vermögenswerte, die Annahmen über makroökonomische Rahmenbedingungen und Entwicklungen in den Branchen, in denen der EnviTec-Konzern tätig ist, und die Schätzung der Barwerte künftiger Cashflows für angemessen erachtet. Gleichwohl können geänderte Annahmen oder veränderte Umstände Korrekturen notwendig machen, die zu außerplanmäßigen Abschreibungen führen können.
Von den Zugängen bei den ausgewiesen Geschäftsoder Firmenwerten entfallen auf die Biogasanlage Angern TEUR 2.141, die Biogasanlage Hirl TEUR 256, die Biogasanlage Nieheim TEUR 305, die Biogasanlage Thomasburg TEUR 193, die Biogasanlage RePro TEUR 683, die Biogasanlage Forst TEUR 667, die Biogasanlage Reinsfeld TEUR 423, die Biogasanlage Wanzleben TEUR 605 sowie die Biogas Barby GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 61.
Die bereits im Vorjahr ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen in Höhe von TEUR 2.229 (Vorjahr: TEUR 2.229) auf die fünf Biogasanlagen in Anklam sowie in Höhe von TEUR 2.129 (Vorjahr: TEUR 2.129) auf die Biogasanlagen in Bützow. Weitere immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer liegen nicht vor.
Im Konzernabschluss müssen in einem bestimmten Umfang Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen haben. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, in der Bewertung von Fertigungsaufträgen, der Einbringbarkeit von Forderungen und der Bildung für Rückstellungen für Gewährleistungen. Unsere Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.
Als bedeutend sind solche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu betrachten, die die Darstellung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sowie die Cashflows des Konzerns maßgeblich beeinflussen sowie eine schwierige, subjektive und komplexe Beurteilung von Sachverhalten erfordern, die häufig von Natur aus ungewiss sind und sich in nachfolgenden Berichtsperioden ändern können und deren Folgen somit schwer abzuschätzen sind. Die wichtigsten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Gesellschaft sind in der Anhangangabe Pkt. 3.4 des Konzernabschlusses beschrieben. Nicht alle wichtigen Rechnungslegungsregeln erfordern eine schwierige, subjektive oder komplexe Beurteilung von Sachverhalten. Dennoch können folgende Bilanzierungs- und Bewertungsregeln als bedeutend betrachtet werden:
Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer und Sachanlagen werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die voraussichtliche Nutzungsdauer beruht auf Schätzungen des Zeitraums, in dem die immateriellen Vermögenswerte oder Sachanlagen Mittelzuflüsse generieren.
Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer und Sachanlagen sind auf ihre Werthaltigkeit zu prüfen (Impairmenttest), wenn Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert des Vermögenswerts eventuell nicht werthaltig ist.
Die Geschäftsführung hält die vorgenommenen Schätzungen in Bezug auf die voraussichtliche Nutzungsdauer bestimmter Vermögenswerte und die Annahmen über makroökonomische Rahmenbedingungen und Entwicklungen in der Branche, in der die Gesellschaft tätig ist, für angemessen. Gleichwohl können geänderte Annahmen oder veränderte Umstände Korrekturen notwendig machen. Diese können zu außerplanmäßigen Abschreibungen oder auch Wertaufholungen in der Zukunft führen, falls sich die von der Geschäftsführung erwarteten Entwicklungen umkehren sollten.
Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, zu ermitteln. Die Berechnung des Nutzungswerts bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung.
Die Umsatzerlöse des Konzerns resultieren auch aus Erlösen aus Fertigungsaufträgen im Sinne von IAS 11 (Biogasanlagen). Zur Erfassung der Umsatzerlöse für die am Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen Aufträge (Projekte) ist es erforderlich, den Gesamtgewinn und den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Zur Ermittlung dieser Größen werden die einzelnen Projektkalkulationen und die Unterlagen aus dem Projektmanagement herangezogen. In diese Unterlagen gehen notwendigerweise Schätzungen ein, da die Größen Gesamtgewinn und Fertigstellungsgrad bei noch nicht abgeschlossenen Projekten von der weiteren Entwicklung der Projekte nach dem Bilanzstichtag abhängig sind.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses unterlagen die zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen keinen bedeutenden Risiken, so dass aus gegenwärtiger Sicht nicht von einer wesentlichen Anpassung der in der Konzernbilanz ausgewiesenen Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden im folgenden Geschäftsjahr auszugehen ist.
Die Entwicklung der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2014 ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Die Grundstücke und Gebäude umfassen insbesondere die Bürogebäude auf eigenen Grundstücken in Saerbeck und in Lohne sowie Grundstücke und Gebäude im Zusammenhang mit Biogasanlagen. Die Zugänge 2014 bei den Grundstücken und Gebäuden betreffen im Wesentlichen den Bau diverser Gebäude im Zusammenhang mit der Errichtung von Biogasanlagen. Die technischen Anlagen und Maschinen betreffen im Wesentlichen die eigenbetriebenen Biogasanlagen. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung umfasst im Wesentlichen Betriebsausstattung zum Bau von Biogasanlagen und Kraftfahrzeuge sowie Betriebsausstattung zur Erbringung von Serviceleistungen.
Sachanlagen unterliegen im Umfang von TEUR 66.985 (Vorjahr: TEUR 57.571) Verfügungsbeschränkungen in Form von Grundpfandrechten und Sicherungsübereignungen. Die Abgänge von Sachanlagen ergaben sich im Wesentlichen aus der Veräußerung von Vermögenswerten.
Außerplanmäßige Abschreibungen sind in 2014 nicht vorgenommen worden (Vorjahr: TEUR 330). Auf Sachanlagevermögen das in Vorjahren außerplanmäßig abgeschrieben wurde ist eine Zuschreibung von TEUR 153 vorgenommen worden.
Die nachstehenden Übersichten zeigen eine Zusammenfassung der aggregierten Finanzangaben (Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Bilanzen) der at-equity bilanzierten Beteiligungen im EnviTec-Konzernabschluss.
Die nach § 313 Abs. 2 Nr. 2,3 HGB aufzustellende Liste des Anteilsbesitzes enthält weitere Informationen zu den Anteilen an at-equity bewerteten Beteiligungen.
| Ergebnisdaten der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 28 | 2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 41.462.302 | 39.001.295 |
| Rohergebnis | 22.973.763 | 23.288.797 |
| Jahresergebnis | 1.125.151 | 2.360.538 |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 391.662 | 1.086.313 |
| Zusammengefasste Finanzinformationen der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 28 | 2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 72.067.674 | 70.581.885 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 32.912.225 | 30.235.608 |
| Langfristige Schulden | 50.854.162 | 53.256.227 |
| Kurzfristige Schulden | 38.285.705 | 37.073.165 |
| Eigenkapital | 15.840.032 | 15.696.530 |
| Buchwert aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 9.504.448 | 10.893.921 |
| Ergebnisdaten der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 31 | 2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 5.351.877 | 3.331.218 |
| Rohergebnis | 1.039.784 | 686.755 |
| Jahresergebnis | -135.023 | 62.156 |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 76.962* | -578.975* |
*In dem Ergebnis sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von TEUR 30 (Vorjahr TEUR 619) enthalten.
| Zusammengefasste Finanzinformationen der at-equity bewerteten Beteiligungen gem. IAS 31 | 2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 2.174.631 | 2.187.966 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.459.166 | 5.081.879 |
| Langfristige Schulden | 4.259 | 4.259 |
| Kurzfristige Schulden | 4.779.994 | 5.257.535 |
| Eigenkapital | 1.849.545 | 2.008.052 |
| Buchwert aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 251.983 | 175.021 |
Die nachstehend aufgeführte nach § 313 Abs. 2 Nr. 1 HGB aufzustellende Liste des Anteilsbesitzes enthält weitere Informationen zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen.
Aufstellung der in den Konzern einbezogenen Unternehmen und des sonstigen Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2014
| I. Tochterunternehmen (vollkonsolidiert) | Konzernanteil in % | Eigenkapital in EUR | Ergebnis in EUR | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | |
| EnviTec Service GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 7.340.479 | 6.176.805 | 1.167.549 | 1.250.070 |
| EnviTec Service Verwaltung GmbH, Lohne | 100 | 100 | -94.341 | -89.971 | -1.495 | -942 |
| Zweite EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 26.709.822 | 11.258.598 | 1.351.224 | 3.809.787 |
| Zweite EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 40.601 | 37.635 | 2.966 | 2.345 |
| ET Agro Trade GmbH i.L., Lohne | 100 | 100 | 0 | 37.399 | 0 | -819 |
| EnviTec Biogas Nederland B.V., Enter/Niederlande | 100 | 100 | -403.057 | -406.245 | 9.498 | 12.310 |
| EnviTec Baltic SIA, Riga/Lettland | 100 | 100 | 131.268 | -56.533 | 189.073 | -8.496 |
| EnviTec Iberica S.L., Bilbao/Spanien | 100 | 100 | -592.792 | -592.792 | 0 | 0 |
| EnviTec Italia GmbH, Lohne | 100 | 100 | -440.691 | -440.691 | 0 | 398.900 |
| EnviTec Biogas Italia s.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | 1.273.782 | 1.599.631 | -651.425 | -679.573 |
| EnviTec Energy GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | 336.350 | 334.894 | 1.457 | -146.118 |
| EnviTec Energy Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 32.880 | 30.889 | 1.990 | 2.048 |
| EWS Biogas Projektentwicklungs- GmbH & Co. KG i.L., Lohne |
100 | 100 | 0 | 6.853 | 0 | -1.515 |
| EWS Biogas Projektentwicklung Verwaltungs GmbH i.L., Lohne |
100 | 100 | 0 | 35.685 | 0 | 1.373 |
| Biogas Anklam Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 1.275.412 | 1.329.238 | -53.826 | 298.689 |
| Erste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 93,85 | 93,85 | 735.562 | 1.042.153 | 243.408 | 286.194 |
| Zweite Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 100 | 100 | 604.007 | 635.767 | 218.240 | 295.759 |
| Dritte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 100 | 100 | 723.013 | 691.712 | 231.302 | 293.340 |
| Vierte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 100 | 100 | 746.851 | 677.938 | 268.913 | 283.462 |
| Fünfte Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 100 | 100 | 848.058 | 712.198 | 185.859 | 155.650 |
| Sechste Biogas Anklam Betriebs GmbH & Co. KG, Anklam | 100 | 100 | 18.126 | 37.830 | -19.704 | -18.482 |
| Pieve D'Olmi Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 100 | 100 | -55.747 | -154.312 | -31.435 | -165.432 |
| Stagno Lombardo Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 100 | 100 | 117.340 | 65.666 | 51.675 | 55.566 |
| EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 98,6 | 98,6 | 3.408.902 | 2.691.117 | 1.042.786 | 3.411.854 |
| EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 98,6 | 98,6 | 40.890 | 39.189 | 1.701 | 1.573 |
| Biogas Falkenberg GmbH & Co. KG, Falkenberg | 100 | 100 | 173.832 | 385.314 | -211.482 | -42.237 |
| Biogas Falkenberg Verwaltungs GmbH, Falkenberg | 100 | 100 | 33.067 | 31.229 | 1.838 | 1.815 |
| Biogas Groß Warnow GmbH & Co. KG, Karstädt | 91,5 | 91,5 | 11.000 | 149.697 | -138.697 | -115.140 |
| Biogas Groß Warnow Verwaltungs GmbH, Karstädt | 91,5 | 91,5 | 32.630 | 30.884 | 1.746 | 1.429 |
| EnviTec Biogas Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne | 91,5 | 91,5 | 11.742.790 | 11.934.540 | -195.443 | 120.048 |
| ET Energie Quakenbrück GmbH & Co. KG (vormals Bio gas Straußfurt GmbH & Co. KG), Lohne |
100 | 100 | 86.999 | 110.860 | -23.861 | 891 |
| Biogas Herzberg GmbH & Co. KG, Lohne | 91,5 | 91,5 | 119.931 | 37.161 | 82.770 | -43.924 |
| Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG, Kalefeld | 91,5 | 91,5 | 152.608 | 74.102 | 78.506 | -100 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Biogas Lüchow GmbH & Co. KG, Lohne | 91,5 | 91,5 | 832.254 | 809.825 | 22.429 | 93.102 |
| Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG, Lohne | 91,5 | 91,5 | 5.553 | -706.690 | 212.243 | -48.859 |
| EnviTec Projektentwicklung GmbH , Lohne | 87,5 | 87,5 | 466.651 | 441.685 | 24.966 | -9.840 |
| Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Lohne | 87,5 | 87,5 | 3.693.331 | 2.217.246 | 1.026.085 | 860.413 |
| Biogas Böddenstedt GmbH & Co. KG, Salzwedel | 100 | 100 | 823.613 | 513.706 | 9.906 | 860 |
| Biogas Böddenstedt Verwaltung GmbH, Salzwedel | 100 | 100 | 31.281 | 29.615 | 1.666 | 1.493 |
| Biogas Friedland Verwaltungs GmbH, Lohne | 87,4 | 87,4 | 134.121 | 116.289 | 17.832 | 19.645 |
| EnviTec Biogas d.o.o., Zagreb/Kroatien | 85 | 85 | -43.162 | -43.162 | 0 | 0 |
| Biogas Schönthal GmbH & Co. KG, Willebadessen | 79 | 79 | 133.848 | 144.956 | -11.108 | -44.494 |
| Biogas Schönthal Verwaltungs GmbH, Willebadessen | 79 | 79 | 36.935 | 35.285 | 1.650 | 1.646 |
| Baura Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 75 | 75 | 69.123 | 37.892 | 31.231 | -36.815 |
| Fabrico Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 75 | 75 | 1.466 | 1.466 | 0 | -71.848 |
| Rolo Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 80 | 80 | -6.430 | -6.430 | 0 | -15.932 |
| Malombra Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 75 | 75 | -10.630 | -10.630 | 0 | -16.676 |
| Latina Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 100 | 100 | -420 | -420 | 0 | 0 |
| Formignana Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 100 | 100 | -66.746 | -584.403 | -165.342 | -567.966 |
| Brazzolo Biogas Soc. Agricola a.r.l., Bozen/Italien | 100 | 100 | -14.656 | -14.656 | 0 | -19.655 |
| Biogas Operating Holding s.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | 291.088 | 243.550 | -91.695 | -70.102 |
| Pressanna Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | -6.539 | -6.539 | 0 | -13.625 |
| Urbana Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | 9.331 | 16.334 | -7.002 | 6.322 |
| Schio Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | -17.635 | -49.450 | -23.185 | -59.303 |
| Cona Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | -8.100 | -8.100 | 0 | -13.483 |
| Foresti Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | -7.871 | -7.871 | 0 | -13.520 |
| Caldogno Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | -17.115 | -198.258 | -36.857 | -210.304 |
| Merlara Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | 57.654 | -189.070 | 58.725 | -200.267 |
| Massa Fiscaglia Biogas Soc. a.r.l., Sommacampagna/Italien | 100 | 100 | -12.659 | -12.659 | 0 | -13.205 |
| A3 Water Solutions GmbH, Gelsenkirchen | 70 | 70 | 928.383 | 903.290 | 25.093 | -83.409 |
| MMF MaxFlow Membran Filtration GmbH, Gelsenkirchen | 70 | 70 | -508.350 | -510.426 | 2.076 | -370.122 |
| Biogas Heilemann GmbH & Co. KG, Rotenburg/Wümme | 70 | 70 | 705.264 | 501.247 | 204.017 | 93.438 |
| Biogas Heilemann Verwaltungs GmbH, Rotenburg/Wümme | 70 | 70 | 42.997 | 40.172 | 2.825 | 2.856 |
| Biogas Heilemann-Holsten GmbH & Co. KG, Rotenburg/ Wümme |
100 | 100 | -40.007 | 42.253 | -82.260 | -86.982 |
| Second Biogas Operating Holding s.r.l., Sommacampa gna/Italien |
70 | 70 | 741.249 | 647.307 | -216.058 | -229.119 |
| Envitec France sarl, Tregueux/Frankreich | 65 | 65 | -536.790 | -759.539 | 222.748 | 3.730 |
| Envitec Biogas UK Ltd., Rugeley/Großbritannien | 60 | 60 | 478.854 | -64.820 | 535.316 | -298.405 |
| Biogas Nordholz GmbH, Minden | 60 | 60 | 460.458 | 429.599 | 30.859 | 141.498 |
| EnviTec Biogas SK s.r.o., Levice/Slowakei | 100 | 100 | 446.456 | 446.456 | 0 | 101.493 |
| EnviTec Biogas Central Europe s.r.o., Velké Mezirici/Tsche chien |
65 | 55 | 52.026 | 335.598 | -272.961 | 364.105 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ETBKN GmbH & Co. KG, Lohne | 75 | 75 | 1.044.681 | 1.015.149 | 29.532 | 39.465 |
| ETBKN Verwaltungs GmbH, Lohne | 75 | 75 | 30.325 | 28.611 | 1.714 | 1.463 |
| Biogas Ringleben GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | -178.074 | -195.157 | 17.083 | -280.296 |
| Biogas Klein Mühlingen GmbH & Co. KG, Vogelsang | 100 | 100 | 544.441 | 200.755 | -6.314 | -10.878 |
| Biogas Schönwalde GmbH & Co. KG, Schönwalde | 100 | 100 | 601.105 | 373.285 | -22.180 | -116.909 |
| Biogas Schönwalde Verwaltung GmbH, Schönwalde | 100 | 100 | 32.602 | 30.848 | 1.754 | 1.482 |
| Biogas Sachsendorf GmbH & Co. KG, Schwarz Sachsendorf | 100 | 100 | 425.254 | 195.036 | 230.218 | -466.826 |
| eeMaxx Anlagen- und Betriebs GmbH & Co. KG, Garrel | 73 | 73 | 5.305.295 | 5.436.389 | -148.260 | 215.658 |
| eeMaxx Verwaltungs GmbH, Garrel | 73 | 73 | 25.857 | 25.291 | 567 | 610 |
| Biogas Schenkenhorst GmbH & Co. KG, Garrel | 85 | 85 | -309.832 | -80.904 | -228.928 | -67.271 |
| Biogas Schenkenhorst Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 32.458 | 31.113 | 1.344 | 1.376 |
| Biogas Brehna GmbH & Co. KG, Garrel | 90 | 90 | 342.439 | 399.725 | -57.286 | -22.005 |
| Biogas Brehna Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 30.760 | 29.415 | 1.345 | 1.381 |
| Biogas Kuck Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 31.743 | 30.230 | 1.513 | 1.351 |
| Biogas Dambeck GmbH & Co. KG, Garrel | 100 | 100 | 571.937 | 619.179 | -47.242 | 12.306 |
| Biogas Dambeck Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 33.276 | 31.814 | 1.462 | 1.425 |
| Biogas Kruse Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 26.363 | 25.818 | 544 | 373 |
| Biogas Kalbe GmbH & Co. KG, Garrel | 100 | 100 | 723.831 | 687.740 | -96.445 | 111.340 |
| Biogas Kalbe Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 32.787 | 31.383 | 1.403 | 1.334 |
| Vierte EnviTec Beteiligungs GmbH & Co. KG, Lohne | 88 | 88 | -133.701 | 45.656 | -183.243 | -27.978 |
| Vierte EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 88 | 88 | 29.367 | 27.731 | 1.636 | 1.011 |
| Biogas Trüstedt GmbH & Co. KG, Garrel | 100 | 100 | 884.668 | 947.902 | -63.234 | -66.435 |
| Biogas Trüstedt Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 28.915 | 27.177 | 1.739 | 1.428 |
| Biogas Neutrebbin GmbH & Co. KG, Garrel | 100 | 100 | 2.422.312 | 2.054.495 | 336.949 | 74.125 |
| Biogas Neutrebbin Verwaltungs- GmbH, Garrel | 100 | 100 | 29.937 | 28.445 | 1.492 | 1.235 |
| EnviTec Biogas USA, Inc., Rochester/USA | 100 | 100 | -642.900 | -221.928 | -370.543 | -178.690 |
| EnviTec Stromkontor GmbH & Co. KG | 100 | 100 | 50.000 | 50.000 | 504.115 | 343.813 |
| EnviTec Biogas Service Italy s.r.l., Sommacampagna/ Italien |
100 | 100 | 905.055 | 1.153.504 | -48.450 | 696.110 |
| EnviTec Biogas Service UK Ltd., Rugeley/Großbritannien | 60 | 60 | 96.665 | 152.491 | -63.192 | 93.935 |
| Zweite Biogas Nesse Betriebs GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 100 | -1.016.498 | -958.677 | -57.821 | -1.025.697 |
| Dritte EnviTec Verwaltungs GmbH, Lohne | 100 | 100 | 89.960 | 129.354 | 35.606 | 25.278 |
| Erste Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow | 100 | 100 | -148.984 | -190.057 | 41.073 | 64.831 |
| Dritte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow | 54,4 | 54,4 | -204.570 | -297.666 | 93.096 | 145.581 |
| Vierte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow | 60,5 | 60,5 | -145.394 | -239.012 | 100.732 | 168.044 |
| Fünfte Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow | 100 | 100 | 234.464 | 98.982 | 135.482 | 106.387 |
| EnviTec Biogas Service s.r.o., Velké Mezirici/Tschechien | 85 | 85 | 674.060 | 511.500 | 165.389 | 338.208 |
| Biogas Lampertheim GmbH & Co. KG, Lohne | 70 | 70 | 64.418 | 65.369 | -952 | -2.522 |
| Biogas Lampertheim Verwaltungs GmbH, Lohne | 70 | 70 | 26.447 | 25.998 | 449 | 1.624 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ET Energy Leipzig GmbH & Co. KG (vormals Biogas Elsteraue GmbH & Co. KG), Lohne |
100 | 100 | 83.398 | 97.599 | -14.202 | 3.620 |
| EnviTec Assekuranzmakler GmbH, Lohne | 75 | 75 | 200.755 | 93.198 | 107.557 | 26.002 |
| Biogas Wanzleben GmbH & Co. KG, Lohne | 70 | 0 | 164.017 | 192.066 | 71.951 | 47.516 |
| Biogas Wanzleben Verwaltungs GmbH, Wanzleben | 70 | 0 | 36.570 | 34.881 | 1.688 | 1.717 |
| Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, Lohne | 90,6 | 0 | -177.474 | -199.425 | 21.951 | 278 |
| Biogas Thomasburg Verwaltungs GmbH, Lohne | 90,6 | 0 | 37.384 | 35.719 | 1.665 | 1.684 |
| Biogas Nieheim GmbH & Co. KG, Lohne | 64,8 | 0 | 848.785 | 866.537 | -17.752 | 73.819 |
| Biogas Nieheim Verwaltungs GmbH, Lohne | 64,8 | 0 | 36.936 | 35.250 | 1.687 | 1.707 |
| RePro Beber GmbH & Co. KG, Lohne | 64,6 | 0 | 845.491 | 667.188 | 178.303 | 311.367 |
| RePro Beber Verwaltungs GmbH, Lohne | 64,6 | 0 | 38.104 | 36.491 | 1.613 | 1.730 |
| Biogas Hirl GmbH & Co. KG, Bresegard | 94 | 0 | 370.120 | 439.486 | -69.365 | 67.613 |
| Biogas Hirl Verwaltungs GmbH, Bresegard | 94 | 0 | 36.260 | 34.683 | 1.577 | 2.283 |
| Biogas Osterburg GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 6 | 1.185.127 | 738.640 | 46.989 | 50.357 |
| Biogas Angern GmbH & Co. KG, Lohne | 87,6 | 0 | 548.240 | 376.959 | 351.282 | 165.149 |
| Biogas Angern Verwaltungs GmbH, Lohne | 87,6 | 0 | 38.850 | 37.159 | 1.691 | 1.718 |
| Biogas Reinsfeld GmbH & Co. KG, Lohne | 100 | 50 | 495.340 | 134.186 | -138.846 | -173.034 |
| Biogas Reinsfeld Verwaltung GmbH, Lohne | 100 | 50 | 30.951 | 30.593 | 358 | 1.185 |
| Biogas Forst GmbH & Co. KG, Forst | 100 | 40 | 8.534.863 | 4.605.051 | -1.070.189 | -18.575 |
| Biogas Forst Verwaltungs GmbH, Forst | 100 | 40 | 12.500 | 12.500 | 0 | 0 |
| EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG (vormals Biogas Woltersdorf GmbH & Co. KG), Saerbeck |
100 | 50 | 4.638.260 | 52.915 | -314.655 | -45.319 |
| EnviTec Anlagenbau Verwaltungs GmbH (vormals Biogas Woltersdorf Verwaltungs GmbH), Saerbeck |
100 | 50 | 26.763 | 26.344 | 419 | 1.239 |
| EnviTec Biogas Ventures Ltd., Rugeley/Großbritannien | 60 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Energie Lucka GmbH & Co. KG (vormals Biogas Steglitz GmbH & Co. KG), Lohne |
100 | 100 | 121.874 | 117.700 | 4.174 | 1.924 |
| II. Gemeinschaftsunternehmen (at-equity bewertet) | Konzernanteil in % | Eigenkapital in EUR | Ergebnis in EUR | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EnviTec Biogas kft., Ungarn* | 51,14 | 51,14 | -223.704 | -223.704 | 0 | 9.756 |
| EnviTec Biogas (India) Private Limited, Indien | 50 | 50 | 1.015.513 | 1.015.513 | 0 | 0 |
| ETFT EnviTec Filtration Technik GmbH, Lohne | 50 | 50 | -79.874 | -79.874 | 0 | -14.450 |
| Envitec van de Velde Service B.V.B.A., Belgien | 50 | 50 | 59.316 | 59.316 | 0 | 0 |
| EnviTec-Greten Behälterbau GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 108.433 | 243.457 | -135.023 | 66.940 |
| EnviTec-Greten Behälterbau Verwaltungs-GmbH, Lohne | 50 | 50 | 24.910 | 24.910 | 0 | -90 |
* Aufgrund von Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag der EnviTec Biogas SEE kft. hat der EnviTec Konzern keine Möglichkeit der Beherrschung der Gesellschaft, so dass die EnviTec Biogas SEE kft trotz Mehrheit der Anteile weiterhin nach der Equity-Methode bewertet wird.
| III. Assoziierte Unternehmen (at-equity bewertet) | Konzernanteil in % | Eigenkapital in EUR | Ergebnis in EUR | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Biogas Neu Sterley GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 587.572 | 716.213 | 231.358 | 473.531 |
| Biogas Neu Sterley Verwaltungs GmbH, Lohne | 50 | 50 | 37.052 | 35.167 | 1.884 | 1.686 |
| Biogas Spekendorf GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 408.644 | 347.361 | 61.284 | -14.759 |
| Biogas Spekendorf Verwaltung GmbH, Lohne | 50 | 50 | 39.311 | 37.665 | 1.646 | 1.809 |
| Biogas Golzow GmbH & Co. KG, Golzow | 48 | 48 | 1.076.854 | 1.059.880 | 16.974 | 66.043 |
| Biogas Golzow Verwaltungs GmbH, Golzow | 48 | 48 | 34.635 | 32.601 | 2.034 | 1.934 |
| Biogas Gut Rigterink GmbH & Co. KG, Bad Bentheim | 46 | 46 | -50.485 | 10.833 | -61.318 | -70.205 |
| Biogas Gut Rigterink Verwaltungs GmbH, Bad Bentheim | 46 | 46 | 34.442 | 32.708 | 1.734 | 1.652 |
| Biogas Putzar GmbH & Co. KG, Putzar | 50 | 50 | 576.141 | 583.994 | -7.853 | 100.388 |
| Biogas Putzar Verwaltungs GmbH, Putzar | 50 | 50 | 34.489 | 32.515 | 1.973 | 1.654 |
| Knipgas GmbH & Co. KG, Kleve | 50 | 50 | 676.739 | 606.375 | 174.437 | 48.090 |
| Knipgas Verwaltungs GmbH, Kleve | 50 | 50 | 32.435 | 30.867 | 1.567 | 1.664 |
| Biogas Löschenrod GmbH & Co. KG, Lohne | 44 | 44 | -112.727 | 3.878 | -116.605 | -53.441 |
| Biogas Löschenrod Verwaltungs GmbH, Lohne | 44 | 44 | 37.157 | 35.442 | 1.716 | 1.718 |
| Biogas Dishley GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 990.440 | 986.698 | 3.742 | 198.226 |
| Biogas Dishley Verwaltungs GmbH, Lohne | 50 | 50 | 31.677 | 30.217 | 1.460 | 1.619 |
| Biogas Exter GmbH & Co. KG, Vlotho-Exter | 49 | 49 | 337.204 | 400.311 | -63.107 | -34.241 |
| Biogas Exter Verwaltungs GmbH, Vlotho-Exter | 49 | 49 | 32.901 | 31.183 | 1.718 | 1.544 |
| Biowatt Sarl, Frankreich | 50 | 50 | 908.914 | 770.279 | 90.096 | 7.379 |
| Biogas Ihorst GmbH & Co. KG, Holdorf | 27,5 | 27,5 | 539.375 | 574.370 | 115.005 | 195.360 |
| Biogas Ihorst Verwaltungs GmbH, Holdorf | 27,5 | 27,5 | 32.936 | 31.286 | 1.649 | 1.641 |
| Rentech Bioenergas S.A., Athen/Griechenland | 21 | 21 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Helianthus srl, San Dona di Piave/Italien | 50 | 50 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Biogas Potthast GmbH & Co. KG, Beverungen | 50 | 50 | 860.146 | 788.599 | 71.547 | 216.876 |
| Biogas Potthast Verwaltungs GmbH, Beverungen | 50 | 50 | 33.243 | 31.468 | 1.775 | 1.743 |
| Biogas Kleve GmbH & Co. KG, Kleve | 50 | 50 | 24.734 | 12.365 | 12.370 | -45.750 |
| Biogas Kleve Verwaltungs GmbH, Kleve | 50 | 50 | 31.962 | 30.038 | 1.924 | 1.694 |
| Biogas Medebach GmbH & Co. KG, Medebach | 50 | 50 | -84.827 | 10.871 | -10.697 | -63.423 |
| Biogas Medebach Verwaltungs GmbH, Medebach | 50 | 50 | 32.310 | 30.561 | 1.748 | 1.755 |
| Biogas Altentreptow GmbH & Co. KG, Altentreptow | 50 | 50 | 1.718.958 | 1.523.803 | 195.155 | 302.376 |
| Biogas Altentreptow Verwaltungs GmbH, Altentreptow | 50 | 50 | 32.222 | 30.579 | 1.643 | 1.736 |
| Biogas Roga GmbH & Co. KG, Datzetal | 50 | 50 | 1.333.860 | 1.261.784 | 72.077 | 230.363 |
| Biogas Roga Verwaltungs GmbH, Datzetal | 50 | 50 | 29.793 | 28.540 | 1.254 | 1.202 |
| Biogas Elm GmbH & Co. KG, Bremervörde | 49 | 49 | 434.339 | 314.327 | 120.012 | -8.586 |
| Biogas Elm Verwaltungs GmbH, Bremervörde | 49 | 49 | 35.422 | 33.302 | 2.121 | 1.939 |
| Biogas Brakel GmbH & Co. KG, Brakel | 50 | 50 | 626.656 | 744.080 | 42.576 | 82.238 |
| Biogas Brakel Verwaltungs GmbH, Brakel | 50 | 50 | 32.461 | 30.689 | 1.772 | 1.809 |
| Biogas Penzlin GmbH & Co. KG, Lohne | 50 | 50 | 659.054 | 416.776 | 242.278 | 117.884 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Biogas Penzlin Verwaltungs GmbH, Lohne | 50 | 50 | 29.071 | 28.485 | 585 | 1.552 |
| Biogas Dirkes GmbH & Co. KG, Südmerzen | 50 | 50 | 680.592 | 697.999 | 57.593 | 113.486 |
| Biogas Dirkes Verwaltungs GmbH, Südmerzen | 50 | 50 | 32.443 | 30.570 | 1.873 | 1.714 |
| Biogas Grieben GmbH & Co. KG, Grieben | 49 | 49 | 500.218 | 460.633 | 39.585 | 170.869 |
| Biogas Grieben Verwaltungs GmbH, Grieben | 49 | 49 | 31.421 | 29.643 | 1.778 | 1.634 |
| Biogas Rönnau GmbH & Co. KG, Ahlhorn | 50 | 50 | -763.197 | -275.010 | -488.187 | -383.436 |
| Biogas Rönnau Verwaltungs GmbH, Ahlhorn | 50 | 50 | 32.137 | 30.438 | 1.699 | 1.480 |
| Biogas Kruse GmbH & Co. KG, Garrel | 50 | 50 | 564.926 | 727.614 | -162.688 | -50.124 |
| Biogas Meetzen GmbH & Co. KG, Holdorf | 49 | 49 | 9.369 | -6.666 | 16.034 | -9.827 |
| Biogas Meetzen Verwaltungs GmbH, Holdorf | 49 | 49 | 29.890 | 28.030 | 2.211 | 1.422 |
| Biogas Talge Verwaltungs- GmbH, Garrel | 49 | 49 | 30.514 | 29.052 | 1.462 | 1.418 |
| Biogas Talge GmbH & Co. KG, Garrel | 49 | 49 | 534.405 | 475.611 | 58.794 | 20.823 |
| Biogas Kuck GmbH & Co. KG, Garrel | 49 | 49 | -15.013 | 148.080 | -156.974 | -82.223 |
| Saergas GmbH & Co. KG, Saerbeck | 33,33 | 33,33 | 1.070.068 | 974.470 | 95.598 | 159.541 |
| Zweite Biogas Bützow GmbH & Co. KG, Bützow | 46,5 | 46,5 | -179.524 | -274.320 | 94.796 | 136.099 |
| Biogas Gallin I GmbH & Co. KG, Gallin-Kuppentin, Gallin | 50 | 50 | 210.184 | -62.388 | 272.572 | 354.485 |
| Biogas Gallin I Verwaltungs GmbH, Gallin-Kuppentin, Gallin | 50 | 50 | 27.714 | 26.388 | 1.326 | 1.391 |
| Biogas Gallin II GmbH & Co. KG, Gallin-Kuppentin, Gallin | 50 | 50 | 942.997 | 653.732 | 245.745 | 275.941 |
| Biogas Gallin II Verwaltungs GmbH, Gallin-Kuppentin, Gallin | 50 | 50 | 27.588 | 26.481 | 1.107 | 1.484 |
| Biogas Eikeloh GmbH & Co. KG, Erwitte | 50 | 50 | 92.628 | 93.796 | -1.169 | -1.802 |
| Biogas Eikeloh Verwaltungs GmbH, Erwitte | 50 | 50 | 25.000 | 25.000 | 0 | 0 |
| Libramont Energie Vertes, Libramont-chevigny | 50 | 50 | -571.926 | -281.081 | -290.845 | -381.081 |
| Alternativ-Energie Priborn GmbH & Co. KG, Priborn | 50 | 0 | 357.504 | 0 | -42.497 | 0 |
| Alternativ-Energie Priborn Verwaltungs GmbH, Priborn | 50 | 0 | 37.320 | 0 | -1.169 | 0 |
Grundlage der Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis sind die nach HGB bzw. lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellten Abschlüsse.
Bis auf die EnviTec Biogas (India) Private Limited haben alle Gesellschaften ihren Abschluss auf den 31.12. des Jahres aufgestellt. Der Abschlussstichtag der EnviTec Biogas (India) Private Limited ist aufgrund nationaler Vorschriften der 31.03.
Die sonstigen langfristigen Forderungen betreffen vergebene festverzinsliche Darlehen an fremde Dritte und assoziierte Unternehmen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Veränderungen gegenüber dem Vorjahr stammen im Wesentlichen aus Umgliederungen von Darlehen aus dem kurzfristigen Bereich.
Die Fertigungsaufträge zum 31.12.2014 stellen sich wie folgt dar:
| Fertigungsaufträge | 2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| In Bauausführung befindliche Biogasanlagen mit aktivischem Saldo | ||
| Im Geschäftsjahr erfasste Auftragserlöse | 40.327.917 | 39.791.226 |
| Kumulierte angefallene Kosten | 35.113.495 | 22.154.767 |
| Kumulierte ausgewiesene Gewinne | 3.340.316 | 646.837 |
| Kumulierte erhaltene Anzahlungen | -28.116.998 | -12.925.275 |
| Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo | 10.336.812 | 9.876.330 |
| In Bauausführung befindliche Biogasanlagen mit passivischem Saldo | ||
| Im Geschäftsjahr erfasste Auftragserlöse | 3.676.668 | 4.012.645 |
| Kumulierte angefallene Kosten | 1.741.657 | 1.378.712 |
| Kumulierte ausgewiesene Gewinne | 409.256 | 249.837 |
| Kumulierte erhaltene Anzahlungen | -2.383.944 | -2.517.100 |
| Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo | 233.031 | 888.551 |
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf nicht werthaltige Fertigungsaufträge in Höhe von TEUR 1.135 (Vorjahr TEUR 1.374) vorgenommen.
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| Vorräte | 2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebs stoffe |
38.535.348 | 28.789.137 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren |
57.950 | 0 |
| Geleistete Anzahlungen | 2.384.331 | 1.160.515 |
| 40.977.629 | 29.949.652 |
Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren keine wesentlichen Wertberichtigungen auf Vorräte notwendig.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind vollständig innerhalb eines Jahres fällig. Die Einzelwertberichtigungen für Forderungen haben sich insgesamt wie folgt entwickelt:
| Forderungen | 2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| Kumulierte Wert berichtigung 01.01. |
2.638.542 | 1.857.341 |
| Zuführung | 739.313 | 1.729.133 |
| Umgliederung | -696.800 | 0 |
| Auflösung | 1.427.778 | 947.932 |
| Kumulierte Wert berichtigung 31.12. |
1.253.277 | 2.638.542 |
Einzelwertberichtigungen wurden auf Forderungen gegenüber Dritten vorgenommen, die sich in unerwarteten wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Die Bemessung der Wertberichtigungen erfolgt dabei entsprechend der erwarteten Netto-Zahlungsausfälle. Die Wertminderungen wurden im sonstigen betrieblichen Aufwand im Konzernergebnis erfasst. Der Buchwert der wertberichtigten Forderungen beträgt zum 31.12.2014 1.665.061 EUR (Vorjahr 5.096.622 EUR).
Die nicht fälligen Forderungen betragen TEUR 21.838 Vorjahr TEUR: 28.156).
Übersicht der überfälligen Forderungen vor vorgenommenen Wertberichtigungen in TEUR:
| Forderungsanalyse | 2014 | 2013 | 2012 |
|---|---|---|---|
| 31 < 90 Tage | 1.147 | 1.140 | 3.999 |
| 91 > 180 Tage | 520 | 424 | 2.067 |
| 181 < 360 Tage | 1.052 | 1.119 | 1.646 |
| > 360 Tage | 5.691 | 5.609 | 4.636 |
| Gesamt | 8.410 | 8.292 | 12.348 |
Die Sicherung der überfälligen Forderungen erfolgt üblicherweise durch Vertragserfüllungsbürgschaften, die vom Kunden angefordert werden oder durch anderweitige Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. die Abtretung von Forderungen aus der Stromerzeugung oder durch Sicherungsübereignung von Geschäftsanteilen und/oder sonstigen Vermögenswerten. Bezüglich der überfälligen und nicht wertgeminderten Forderungen bestehen keine Zweifel an der Bonität der Kunden. Forderungsausfälle sind in 2014 nur in unwesentlicher Höhe angefallen (Vorjahr: TEUR 265).
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte |
2014 in EUR | 2013 in EUR |
|---|---|---|
| Darlehen an Dritte | 2.957.959 | 3.704.552 |
| Forderungen gegen assoziierte Unternehmen |
3.151.241 | 7.270.809 |
| Zinsansprüche | 60.619 | 83.803 |
| Abgrenzungsposten | 2.791.806 | 2.542.628 |
| Forderungen an Mitarbeiter | 42.606 | 33.516 |
| Erstattung Verkehrssteuern | 6.076.521 | 8.308.731 |
| Lieferantenrückerstattung | 152.990 | 183.657 |
|---|---|---|
| Ausstehende Gutschriften/ Weiterberechnungen |
4.455.701 | 601.350 |
| Derivate | 0 | 33.829 |
| Übrige kurzfristige Forde rungen |
2.776.866 | 3.985.163 |
| Gesamt | 22.466.309 | 26.748.038 |
Bei den Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus der Veräußerung von Biogasanlagen und Maschinen (TEUR 1.057, Vorjahr TEUR 2.013) und Darlehensforderungen. Die Darlehen sind zu Zinssätzen gewährt, die mit durchschnittlichen Marktzinssätzen vergleichbar sind und sind unbesichert. Die Verminderung der Darlehen an Dritte und der Forderungen gegen assoziierte Unternehmen ist im Wesentlichen bedingt durch Umgliederungen in den langfristigen Bereich.
Die sonstigen Vermögenswerte lassen sich in finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte, entsprechend der Definitionen des IAS 32, einteilen. Unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind 13.597.982 EUR (Vorjahr 15.896.679 EUR) finanzielle und 8.868.327 EUR (Vorjahr 10.851.359 EUR) nicht finanzielle Vermögenswerte erfasst. Die nicht finanziellen Vermögenswerte umfassen die Abgrenzungsposten und den Anspruch auf Erstattung von Verkehrssteuern.
Die Wertberichtigungen für sonstige kurzfristige Vermögenswerte haben sich insgesamt wie folgt entwickelt:
| 2014 in EUR | 2013 in EUR | |
|---|---|---|
| Kumulierte Wertberichtigung 01.01. |
543.027 | 466.428 |
| Zuführung | 348.418 | 155.527 |
| Umgliederung | 696.800 | 0 |
| Auflösung | 0 | 78.928 |
| Kumulierte Wertberichtigung 31.12. |
1.588.245 | 543.027 |
Wertberichtigungen wurden auf kurzfristige Vermögenswerte gegenüber Dritten und assoziierten Unternehmen vorgenommen, die sich in unerwarteten wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Die Bemessung der Wertberichtigungen erfolgt dabei entsprechend der erwarteten Netto-Zahlungsausfälle.
Die Steuererstattungsansprüche betreffen Ertragsteuern des laufenden Geschäftsjahres, die bislang noch nicht von den Finanzbehörden zurückerstattet wurden. Sie sind mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Steuerzahlung zu erwarten ist.
Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals sowie ihre Entwicklung in den Jahren 2013 und 2014 ergeben sich aus dem Eigenkapitalspiegel.
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 15.000. Es ist eingeteilt in 15.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien, mit einem rechnerischen Nennwert von 1,00 Euro je Stück.
Am 31. Dezember 2014 befanden sich 150.000 Stückaktien (Vorjahr: 150.000) der EnviTec Biogas AG mit einem rechnerischen Nennwert von 1,00 Euro je Stück im Bestand der EnviTec Biogas AG. Die Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 2.082 wurden vom Buchwert des Eigenkapitals abgesetzt. Unter Berücksichtigung des Erwerbs der eigenen Aktien befinden sich zum 31. Dezember 2014 insgesamt 14.850.000 Stückaktien im Umlauf. Zur weiteren Entwicklung verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel.
Die Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 hat die bedingte Erhöhung des Grundkapitals um einen Betrag bis zu 4.500.000,00 Euro beschlossen (Bedingtes Kapital 2007/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber und Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen einmalig oder mehrmalig begeben werden. Die Ausgabe der Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung jeweils festzulegenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten
aus gegen bar ausgegebene Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand wird ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Die Kapitalrücklage betrifft im Wesentlichen das Agio anlässlich des Börsengangs vom 12. Juli 2007. Hierdurch hat sich die Kapitalrücklage nach Abzug der Kosten des Börsengangs (TEUR 7.092) gemäß IAS 32.37 um TEUR 133.479 erhöht. Weitere Einzelheiten zur Kapitalrücklage ergeben sich aus dem Eigenkapitalspiegel.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Juni 2009 wurden aus dem Gewinnvortrag 10.000.000,00 Euro in die neu gebildete Gewinnrücklage eingestellt.
Die Fremdwährungsumrechnungsrücklage in Höhe von EUR -193.045 (Vorjahr: EUR -143.626) beinhaltet die Differenz aufgrund der Umrechnung der Abschlüsse der vollkonsolidierten Unternehmen, deren Währung nicht auf Euro lautet. Es handelt sich hierbei um die Tochtergesellschaften in Großbritannien, Tschechien, Kroatien und USA. Sie hat sich aufgrund von Umrechnungen ausländischer Tochterunternehmen um 49.419 EUR vermindert.
Die Sonstigen Rücklagen umfassen in Höhe TEUR -163 (Vorjahr TEUR -113) die erfolgsneutrale Bewertung des Cashflow Hedges.
Im Eigenkapital zum 31.12.2014 sind Ergebnisse aus dem other comprehensive income in Höhe von EUR -81.031 (Vorjahr: EUR -2.709) enthalten.
Der Ausgleichsposten für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter in Höhe von TEUR -398 (Vorjahr TEUR -876) enthält die Anteile von konzernfremden am Eigenkapital von vollkonsolidierten Unternehmen.
Die EnviTec Biogas AG steuert ihr Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu maximieren. Hierzu gehört auch die Optimierung des Verhältnisses von Eigenkapital zu Fremdkapital. Im Mittelpunkt steht dabei die langfristige Wertsteigerung im Interesse von Investoren, Mitarbeitern und Kunden.
Branchenüblich überwacht der Konzern sein Kapital auf Basis des Verschuldungsgrads, berechnet aus dem Verhältnis von Fremdkapital zu Gesamtkapital. Das steuerungsrelevante Gesamtkapital besteht aus dem Eigenkapital und den Finanzverbindlichkeiten. Das Eigenkapital setzt sich zusammen aus dem gezeichneten Kapital, der Kapitalrücklage, den Gewinnrücklagen, dem Gewinnvortrag, den Minderheitsanteilen sowie dem Konzernergebnis. Die Finanzverbindlichkeiten betreffen die gesamten Finanzschulden einschließlich der kurzfristigen Finanzschulden und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2014 54,4% (Vorjahr: 57,4%).
Im Rahmen des im September 2012 platzierten Schuld-
scheindarlehen sind Financial Covenants hinsichtlich der Eigenkapitalquote sowie des Verschuldungsgrads einzuhalten. Zum 31.12.2014 werden die Financial Covenants eingehalten.
Daneben wurde ein Margen Step Up in Höhe von 0,5% p.a. vereinbart, der zu zahlen ist, sofern sich der Verschuldungsgrad in bestimmten Bandbreiten bewegt.
Im Übrigen verweisen wir auf unsere Ausführungen zum Risikomanagement in unserem Lagebericht.
Die einzelnen Rückstellungskategorien haben sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt entwickelt:
| Stand 01.01.2014 in EUR |
Verbrauch 2014 in EUR |
Auflösung 2014 in EUR |
Zuführung 2014 in EUR |
Stand 31.12.2014 in EUR |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Leistungen |
6.254.417 | 5.764.649 | 489.768 | 8.236.711 | 8.236.711 |
| Davon kurzfristig | 6.254.417 | 5.764.649 | 489.768 | 8.236.711 | 8.236.711 |
| Rückstellungen für Kulanzleistungen und Gewährleistungen |
1.705.077 | 1.279.677 | 0 | 498.183 | 923.583 |
| Davon kurzfristig | 764.077 | 764.077 | 0 | 498.183 | 498.183 |
| Übrige Rückstellungen | 1.660.000 | 337.925 | 322.075 | 161.001 | 1.161.001 |
| Davon kurzfristig | 1.660.000 | 337.925 | 322.075 | 161.001 | 1.161.001 |
| 9.619.494 | 7.382.251 | 811.843 | 8.895.895 | 10.321.295 | |
| Davon kurzfristig | 8.678.494 | 6.866.651 | 811.843 | 8.895.895 | 9.895.895 |
Die einzelnen Rückstellungskategorien haben sich im Geschäftsjahr 2013 wie folgt entwickelt:
| Stand 01.01.2013 in EUR |
Verbrauch 2013 in EUR |
Auflösung 2013 in EUR |
Zuführung 2013 in EUR |
Stand 31.12.2013 in EUR |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Leistungen |
11.441.602 | 10.912.420 | 529.182 | 6.254.417 | 6.254.417 |
| Davon kurzfristig | 11.441.602 | 10.912.420 | 529.182 | 6.254.417 | 6.254.417 |
| Rückstellungen für Kulanzleistungen und Gewährleistungen |
1.539.132 | 699.132 | 0 | 865.077 | 1.705.077 |
| Davon kurzfristig | 699.132 | 699.132 | 0 | 764.077 | 764.077 |
| Übrige Rückstellungen | 190.576 | 190.576 | 0 | 1.660.000 | 1.660.000 |
| Davon kurzfristig | 190.576 | 190.576 | 0 | 1.660.000 | 1.660.000 |
| 13.171.310 | 11.802.128 | 529.182 | 8.779.494 | 9.619.494 | |
| Davon kurzfristig | 12.331.310 | 11.802.128 | 529.182 | 8.015.417 | 8.678.494 |
Die erwarteten Mittelabflüsse für die im Geschäftsjahr 2013 und 2014 bilanzierten Rückstellungen ergeben sich wie folgt:
| Erwartete Mittelabflüsse | 31.12.2014 in EUR | Erwartete Mittelabflüsse | 31.12.2013 in EUR |
|---|---|---|---|
| 2015 | 9.895.895 | 2014 | 8.678.491 |
| 2016 | 425.400 | 2015 | 941.000 |
| 10.321.295 | 9.619.494 |
Bei den Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Leistungen handelt es sich um ausgeführte Leistungen von Dritten, bei denen die Höhe und der Zeitpunkt der Abrechnung noch unsicher sind.
Die Rückstellungen für Kulanzleistungen und Gewährleistungen umfassen vertraglich vereinbarte Gewährleistungen aus dem Bau und dem Verkauf von Biogasanlagen. Die Rückstellungen basieren auf der besten Schätzung der Geschäftsführung hinsichtlich des zukünftigen Abflusses von wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung aus Gewährleistungen. Die Einschätzung wurde auf Basis historischer Erfahrungswerte gemacht und kann aufgrund von neuen Materialien und/oder sonstigen Faktoren schwanken. Es erfolgte eine Abzinsung in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 27). Dieser Effekt ist bei der Darstellung der Rückstellung in der Spalte Zuführung enthalten. Die Abzinsung erfolgte unter Zugrundelegung des von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssatzes bei einer Restlaufzeit 2 Jahren betrug er 2,90% (Vorjahr: 3,43%).
Insgesamt setzen sich die Finanzverbindlichkeiten wie folgt zusammen:
| Gesamt in EUR |
Davon kurzfristig in EUR |
Gesamt in EUR |
Davon kurzfristig in EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 91.806.061 | 19.709.517 | 82.123.678 | 8.919.218 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern |
4.677.264 | 180.667 | 4.421.047 | 150.193 |
| Erhaltene Anzahlungen | 8.617.379 | 8.617.379 | 6.334.099 | 6.334.099 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 3.221.924 | 1.901.027 | 1.724.566 | 1.646.916 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten |
163.338 | 163.338 | 119.383 | 119.383 |
| 108.485.967 | 30.571.927 | 94.722.773 | 17.169.809 |
Die Finanzverbindlichkeiten zeigen insgesamt folgende Fälligkeiten:
| Fälligkeiten im Jahr | 31.12.2014 in EUR | Fälligkeiten im Jahr | 31.12.2013 in EUR |
|---|---|---|---|
| 2015 | 30.571.927 | 2014 | 17.169.809 |
| 2016 | 12.143.557 | 2015 | 15.828.299 |
| 2017 | 7.060.512 | 2016 | 5.587.961 |
| 2018 | 21.393.112 | 2017 | 20.405.823 |
| 2019 | 11.298.115 | 2018 | 4.827.056 |
| 2020 und später | 26.018.744 | 2019 und später | 30.903.825 |
| 108.485.967 | 94.722.773 |
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten betrugen insgesamt EUR 30.571.927 (Vorjahr: EUR 17.169.809). Ihr gewichteter durchschnittlicher Zins lag bei 3,29% (Vorjahr: 3,47%).
Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten im Wesentlichen Kredite zur Finanzierung von Biogasanlagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundpfandrechte und Sicherungsübereignungen gesichert.
Im Einzelnen bestanden zum 31.12.2014 folgende Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten:
| Darlehensgeber | Schuld zum 31.12.2014 |
Schuld zum 31.12.2013 |
Art der Sicherheit | Buchwert der Sicherheit 31.12.2014 |
Buchwert der Sicherheit 31.12.2013 |
|---|---|---|---|---|---|
| Landessparkas se zu Oldenburg |
3.046.637 | 3.673.867 | Grundschuld in Höhe von 2.250.000 EUR am Grund stück Saerbeck, Boschstraße 2, sowie eine Grund schuld in Höhe von 2.000.000 EUR am Grundstück Lohne, Industriering 10a |
6.213.209 | 6.524.012 |
| Landessparkas se zu Oldenburg |
1.377.467 | 1.674.445 | Nachrangige Grundschuld in Höhe von 1.430.000 EUR am Grundstück Rotenburg, Kesselhofskamp 2 Sicherungsübereignung Biogasanlagen einschließ lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
1.492.384 | 1.832.437 |
| Bremer Landes bank |
4.824.503 | 3.648.041 | Erstrangige Grundschulden in Höhe von 5.725.000,00 EUR am Grundstück Friedland, Am Schwarzen Weg Sicherungsübereignung Biogasanla gen Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie versorgungsunternehmen |
4.655.417 | 5.345.665 |
| Bremer Landes bank |
227.265 | 318.175 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever sorgungsunternehmen |
627.334 | 631.691 |
| Bremer Landes bank |
227.265 | 318.175 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever sorgungsunternehmen |
536.771 | 624.407 |
| Bremer Landes bank |
227.265 | 318.175 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever sorgungsunternehmen |
536.428 | 624.383 |
| Bremer Landes bank |
227.265 | 318.175 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever sorgungsunternehmen |
550.401 | 639.516 |
| Bremer Landes bank |
72.209 | 216.655 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 7.500.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Anklam, Konrad-Zuse Str. 8; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever sorgungsunternehmen |
640.838 | 748.156 |
| Bremer Landes bank |
1.094.948 | 1.263.404 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.003.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Willebadessen, Schönthal 25; Sicherungsübereignung der Biogasan lage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie versorgungsunternehmen |
959.169 | 1.194.393 |
| Volksbank Gel senkirchen |
144.975 | 170.827 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.111.000,00 Euro am Grundstück Gelsenkirchen; Magdeburger Straße 16a |
873.544 | 899.986 |
| Deutsche Kredit bank |
1.520.700 | 1.760.597 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.400.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Minden, Stemmer Landstraße 151; Sicherungsübereignung der Bio gasanlage und Vorräte Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunternehmen |
1.386.987 | 1.509.974 |
|---|---|---|---|---|---|
| Bremer Landes bank |
1.633.040 | 1.781.520 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.030.000,00 EUR an Gemarkung Lüchow Blatt 2055 Flur 4 Flur stück 69/51; Sicherungsübereignung der Biogasanla ge Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie versorgungsunternehmen |
2.071.308 | 2.335.522 |
| Oldenburgische Landesbank AG |
1.363.854 | 1.545.645 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.740.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Kalbe, An der Bahn; Sicherungs übereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprü chen gegenüber Energieversorgungsunternehmen |
2.316.724 | 2.291.723 |
| Oldenburgische Landesbank AG |
1.234.091 | 1.398.636 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.810.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Salzwedel, Im Dorf; Sicherungs übereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprü chen gegenüber Energieversorgungsunternehmen |
1.679.059 | 1.924.139 |
| Deutsche Kredit bank |
4.576.800 | 4.992.900 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 5.609.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Gemarkung Neunaundorf, Sicherungsübereignung der Biogas anlage und Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunternehmen |
2.779.886 | 3.285.456 |
| Oldenburgische Landesbank AG |
1.310.540 | 1.474.360 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.802.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Sandersdorf-Brehna, Quetzer Weg; Sicherungsübereignung der Biogasan lage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energie versorgungsunternehmen |
1.695.695 | 1.915.014 |
| Landessparkas se zu Oldenburg |
1.546.470 | 1.689.810 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.160.000 EUR am Blatt 574 des Grundbuches Bötersen, Sicherungsübereignung Biogasanlagen einschließ lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
1.301.943 | 1.561.681 |
| Bremer Landes bank |
3.513.842 | 4.132.879 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 6.269.000 EUR an Gemarkung Groß Rosenburg-Sachsendorf, Blätter 409 und 312; Abtretung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
3.890.451 | 4.310.947 |
| Bremer Landes bank |
1.998.323 | 2.179.380 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.436.000 EUR an Gemarkung Schönwalde, Blatt 271, Sicherungs übereignung Biogasanlagen und Vorräte einschließ lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
2.515.671 | 2.584.880 |
| Bremer Landes bank |
1.827.680 | 1.993.840 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.260.000 EUR an Gemarkung Salzwedel, Blatt 14046 Flur 80, Sicherungsübereignung Biogasanlagen und Vorräte einschließlich Maschinen und Einrichtungen Abtre tung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
2.412.343 | 2.725.280 |
| Oldenburgische Landesbank AG |
1.586.510 | 1.762.790 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.895.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Schenkenhorst, Blatt 201 Flur 248/0; Sicherungsübereignung der Bio gasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunternehmen |
1.674.933 | 1.911.085 |
| Hypo Alpe-Adria Leasing GmbH |
2.588.411 | 3.023.901 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.160.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Bützow, Blatt 4983 Flur 7 Flurstück 72/18; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunternehmen |
1.941.685 | 2.271.247 |
| Volksbank Dinkklage-Stein feld eG |
571.400 | 685.700 | Sicherungsübereignung des BHKW Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunter nehmen aus dem Biogasbetrieb der Fünfte Biogas Bützow Betriebs GmbH & Co. KG |
413.469 | 473.253 |
| Landessparkass zu Oldenburg |
104.122 | 258.790 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.100.000,00 EUR am Grundstück Angern, Loitscher Weg 5 Sicherungsübereignung Biogasanlage einschließ lich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
448.993 | 556.490 |
|---|---|---|---|---|---|
| Oldenburgische Landesbank |
1.091.631 | 1.257.358 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.800.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Wanzleben, Vor dem Schlosstor 2; Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunternehmen, sowie diversen Ansprüchen aus dem Betrieb der Biogasanlage |
1.107.598 | 1.261.518 |
| Oldenburgische Landesbank |
1.113.636 | 1.272.727 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.750.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Thomasburg, Ha genweg; Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunternehmen, sowie diversen Ansprüchen aus dem Betrieb der Biogasanlage |
1.005.483 | 1.203.817 |
| Bremer Landes bank |
1.181.810 | 1.363.630 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.350.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Nieheim, Steinheimer Straße 99; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever sorgungsunternehmen |
1.445.715 | 1.706.509 |
| Bremer Landes bank |
1.021.086 | 1.178.178 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.128.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Bresegard, Hauptstra ße 42; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energiever sorgungsunternehmen |
921.848 | 1.123.957 |
| Bremer Landes bank |
2.866.171 | 3.211.432 | Erstrangige Grundschulden in Höhe von 3.766.000,00 EUR am Betriebsgrundstück Beber, Zum Dachtelfeld 29; Sicherungsübereignung der Biogasanlage Abtretung von Ansprüchen gegenüber Energieversorgungsunternehmen |
2.889.924 | 3.173.777 |
| Bremer Landes bank |
1.628.624 | 1.789.012 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.184.000 EUR an Gemarkung Osterburg, Blatt 10359 Flur 5, Sicherungsübereignung Biogasanlagen und Vorräte einschließlich Maschinen und Einrichtungen Abtre tung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
2.298.591 | 2.477.050 |
| Deutsche Kredit bank |
8.132.244 | 8.781.000 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 9.055.290,00 EUR an Gemarkung Neutrebbin, Flur 2; Erstrangige Grundschuld in Höhe von 1.461.100,00 EUR an Ge markung Neutrebbin, Flur 2,Sicherungsübereignung Biogasanlagen und Vorräte einschließlich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
9.022.449 | 9.405.911 |
| DZ Bank | 2.662.695 | 3.637 | Erstrangige Grundschuld in Höhe von 2.800.000 EUR an Gemarkung Trüstedt, Sicherungsübereignung Biogasanlagen und Vorräte einschließlich Maschinen und Einrichtungen Abtretung von Ansprüchen der Stromerzeuger |
2.929.274 | 3.184.312 |
| Bremer Landes bank |
749.000 | 999.000 | Verpfändung von Anteilen an Kommanditgesell schaften |
1.749.001 | 1.749.001 |
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern handelt es sich in Höhe von TEUR 181 (Vorjahr: TEUR 150) um kurzfristige Darlehensgewährungen von Minderheitsgesellschaftern im Rahmen des Liquiditätsmanagements der eigenbetriebenen Biogasanlagen. Die Verzinsung erfolgt mit einem Zinssatz von 5%. In Höhe von TEUR 4.497 (Vorjahr: TEUR 4.271) handelt es sich
um Abfindungsansprüche von Minderheitsgesellschaftern. Bei den sonstigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.222 (Vorjahr: TEUR 1.725) handelt es sich um Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Dritten, die keine Kreditinstitute oder Minderheitsgesellschafter sind sowie um langfristige Zuschüsse.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind vollständig innerhalb eines Jahres fällig.
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf:
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 31.12.2014 gesamt EUR | 31.12.2013 gesamt EUR |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus der Entgeltabrechnung mit den Mitarbeitern | 989.693 | 942.036 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 184.196 | 107.984 |
| Verbindlichkeiten aus Verkehrssteuern und Steuerabzugsbeträge | 310.800 | 159.860 |
| Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 692.123 | 233.416 |
| Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.772.207 | 1.039.806 |
| 3.949.019 | 2.483.102 |
Bei den Verbindlichkeiten aus Verkehrssteuern und Steuerabzugsbeträgen handelt es sich um am Bilanzstichtag geschuldete und abzuführende Lohn- und Kirchensteuer.
Bei den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich um kurzfristige Darlehen von Dritten an diverse Tochtergesellschaften, um kreditorische Debitoren sowie um noch nicht abgerechnete Leistungen, bei denen die Höhe aber noch nicht der Zeitpunkt der Abrechnung feststeht. Die Darlehen werden mit 5% p.a. verzinst und dienen dem kurzfristigen Liquiditätsmanagement.
Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich in Höhe von TEUR 40 (Vorjahr TEUR 40) um kurzfristige Zuwendungen gemäß IAS 20. Der langfristige Teil dieser Zuschüsse wird unter den sonstigen langfristen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Es handelt sich hierbei um Tilgungszuschüsse, die über die Restlaufzeit der bezuschussten Anlagengegenstände aufgelöst werden. Die Erträge werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
Die Steuerschulden betreffen Ertragsteuern des laufenden Geschäftsjahres, die bislang noch nicht an die Finanzbehörden gezahlt wurden. Sie sind mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Steuerzahlung erwartet wird.
Die EnviTec Biogas AG ist aufgrund von variabel verzinslichen lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einem Zinsrisiko, d.h. Wertänderungen künftiger Zahlungen aus einem Finanzinstrument, ausgesetzt. Das Zinsrisiko wird von der Geschäftsführung analysiert und gemanagt.
Die EnviTec Biogas AG hat im Geschäftsjahr 2012 zwei Zinsswaps (Payer-Swaps) mit einem Nominalvolumen von insgesamt 12 Mio. EUR zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos der laufenden Zinszahlungen von zwei neu abgeschlossenen variabel verzinslichen Darlehen abgeschlossen. In 2014 ist ein Zinsswap abgelöst worden, weil das dazugehörige Darlehen getilgt wude. Es besteht weiterhin ein Zinsswap mit einem Nominalvolumen von 5,5 Mio. EUR. Es waren keine Ineffektivitäten zu verzeichnen. Der Umgliederungsbetrag aus dem other comprehensive income der Zinsswaps für die gezahlten Beträge betrug in 2014 TEUR -116. Im other comprehensive income werden Wertänderungen aus den Zinsswaps in Höhe von TEUR -32 ausgewiesen.
Für die langfristigen Darlehen existieren überwiegend feste Zinsvereinbarungen, welche einem fair-value-Risiko unterliegen, so dass mögliche Zinssteigerungen kein Risiko für das Unternehmen darstellen. Der EnviTec-Konzern versucht seine langfristigen Darlehen in Zeiten des Niedrigzinsniveaus festverzinslich abzuschließen, um eine möglichst hohe Planungssicherheit zu erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 weist der EnviTec Konzern wie im Vorjahr keine kurzfristige variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten aus. Langfristige variable Finanzverbindlichkeiten bestehen in Höhe von TEUR 5.500 (Vorjahr: TEUR 12.000). Sie werden mit einem variablen Zins auf Basis des 6 Monats EURIBOR zuzüglich einer Marge verzinst. Das Risiko hieraus wird mit den oben genannten Zinsswaps abgesichert.
Bei einer Schwankungsbreite von plus/minus 50 Basispunkten bzw. 0,5% pro Jahr, hätte eine Zinserhöhung im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse einen mindernden Effekt auf das Finanzergebnis von 28 TEUR, ein Verfall einen erhöhenden Effekt auf das Finanzergebnis von TEUR 28. Entsprechend würde sich das Eigenkapital um TEUR 20 vermindern bzw. erhöhen.
Insgesamt werden langfristigen Darlehen zum Jahresende in Höhe von TEUR 72.097 (Vorjahr: TEUR 73.204) ausgewiesen. Die fest vereinbarten Zinssätze liegen zwischen 2,15% und 6,23%.
Umsätze und Einkäufe werden grundsätzlich in der Konzernwährung ausgeführt. Wesentliche Währungsrisiken bestehen hieraus nicht. Währungsrisiken können im Zusammenhang mit den Tochtergesellschaften in Großbritannien, den USA und Tschechien entstehen, da wesentliche Zahlungsströme sowohl in Euro als auch in der jeweiligen Landeswährung anfallen. Währungsrelationen werden von uns deshalb laufend beobachtet, um gegebenenfalls rechtzeitig Kurssicherungsmaßnahmen durchführen zu können. Derivative Finanzgeschäfte unterliegen einer strengen Überwachung, die durch eine Funktionstrennung gewährleistet wird.
In 2014 wurden Devisentermingeschäfte über TGBP 4.291 (Vorjahr: TCZK 10.624) sowie TUSD 255 (Vorjahr: TUSD 255) abgeschlossen. Hierdurch sollen zukünftige Zahlungsströme von mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Transaktionen abgesichert werden. Hierfür wurde kein Hedge Accounting angewendet. Die Wertänderungen wurden entsprechend in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten kann beeinträchtigt werden, wenn die Partner ihren Verpflichtungen zur Bezahlung oder sonstigen Erfüllung nicht nachkommen. Die bilanzielle Höhe der finanziellen Vermögenswerte gibt das maximale Ausfallrisiko für den Fall an, dass Geschäftspartner ihrer Verpflichtung nicht nachkommen. Kreditrisiken werden durch eine laufende Überwachung der einzelnen Forderungen sowie geeignete Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. Bonitätsüberprüfungen durch externe Agenturen und die Vorlage von Finanzierungszusagen durch finanzierende Banken begrenzt. Für ein Darlehen in Höhe von TEUR 8.004 (Vorjahr: TEUR 8.165) wurde ein umfangreiches Sicherheitspaket bestellt. Die tatsächlichen Forderungsausfälle waren in der Vergangenheit gering. Der EnviTec-Konzern unterhält zum Bilanzstichtag Fest- und Tagesgeldkonten bei deutschen Kreditinstituten, die dem Einlagensicherungsfonds unterliegen. Ein nennenswertes Bonitätsrisiko ist nicht vorhanden.
Liquiditätsrisiken wird durch auftragsbezogene, dem Projektfortschritt angepasste Anzahlungen der Auftraggeber entgegengetreten. Die Finanzierung des Baus der Immobilien an den Standorten Lohne und Saerbeck erfolgte grundsätzlich durch langfristige Bankdarlehen mit festen Zinssätzen. Eine tägliche Meldung des Liquiditätsstatus sowie die monatliche Liquiditätsplanung auf Grundlage der Unternehmensplanung gehören ebenso zu den Maßnahmen der Liquiditätssteuerung wie das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln. Aufgrund der bestehenden Kreditlinien bestehen keine Liquiditätsrisiken. Die freien Kreditlinien per 31.12.2014 betrugen TEUR 10.388 (Vorjahr: TEUR 21.261). Bei dem in 2012 neu aufgelegten Schuldscheindarlehen sind bestimmte Financial Covenants vereinbart. Diese betreffen zum einen die Eigenkapitalquote und zum anderen den Verschuldungsgrad. Beide Verpflichtungen konnten zum 31.12.2014 eingehalten werden.
Die vereinbarten Zahlungsströme der lang- und kurzfristigen Schulden stellen sich wie folgt dar:
| Fälligkeiten im Jahr | 31.12.2014 in EUR | Fälligkeiten im Jahr | 31.12.2013 in EUR |
|---|---|---|---|
| 2015 | 68.389.368 | 2014 | 46.961.155 |
| 2016 | 13.113.377 | 2015 | 18.966.124 |
| 2017 | 8.735.070 | 2016 | 7.453.279 |
| 2018 | 22.298.503 | 2017 | 22.080.381 |
| 2019 | 12.026.192 | 2018 | 5.732.447 |
| 2020 und später | 29.544.492 | 2019 und später | 35.656.746 |
| 154.107.002 | 136.850.133 |
Die vereinbarten Zahlungsströme der lang- und kurzfristigen Schulden stellen sich wie folgt dar:
Die vereinbarten Zahlungsströme für die Derivate stellen sich wie folgt dar:
| Fälligkeiten im Jahr | 31.12.2014 in EUR | Fälligkeiten im Jahr | 31.12.2013 in EUR |
|---|---|---|---|
| 2015 | 40.271 | 2014 | 27.839 |
| 2016 | 38.968 | 2015 | -6.700 |
| 2017 | 16.770 | 2016 | -39.069 |
| 2018 | 0 | 2017 | -20.507 |
| 96.009 | -38.437 |
Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten lassen sich in Bewertungskategorien mit den folgenden Buchwerten untergliedern:
| Finanzinstrumente 2013 und 2014 |
Bewertungskategorie nach IAS 39 |
Buchwert in TEUR |
Fair Value in TEUR |
|||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 | |
| Aktiva | ||||||
| Sonstige langfristige Forderungen | LAR | LAR | 29.466 | 38.588 | 30.543 | 40.106 |
| Beteiligungen | Afs | Afs | 23 | 56 | 23 | 56 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
LAR | LAR | 29.025 | 33.809 | 29.025 | 33.809 |
| Darlehen an Dritte | LAR | LAR | 2.958 | 3.705 | 2.958 | 3.705 |
| Forderungen gegen assoziierte Unter nehmen |
LAR | LAR | 3.151 | 7.271 | 3.151 | 7.271 |
| Zinsansprüche | LAR | LAR | 61 | 84 | 61 | 84 |
| Übrige kurzfristige Forderungen | LAR | LAR | 7.428 | 4.922 | 7.428 | 4.922 |
| Derivate | HfT | HfT | 0 | 34 | 0 | 34 |
| Flüssige Mittel | LAR | LAR | 20.132 | 18.957 | 20.132 | 18.957 |
| Finanzinstrumente 2013 und 2014 |
Bewertungskategorie nach IAS 39 |
Buchwert in TEUR |
Fair Value in TEUR |
|||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 | |
| Passiva | ||||||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | FLAC | FLAC | 77.914 | 77.553 | 70.584 | 69.541 |
| kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | FLAC | FLAC | 30.572 | 17.170 | 30.572 | 17.170 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
FLAC | FLAC | 19.963 | 15.166 | 19.963 | 15.166 |
| Derivate (Zinsswap) | n. a. | n. a. | 163 | 119 | 163 | 119 |
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
| Loans and Receivables (LAR): | TEUR 92.221 |
|---|---|
| Financial Liabilities at Amortised | |
| Costs (FLAC): | TEUR 128.449 |
| Available for sale (Afs) | TEUR 23 |
Bei den Finanzinstrumenten der Kategorie Afs handelt es sich um Beteiligungen an GmbH's und GmbH & Co. KG's mit Beteiligungsquoten deutlich unter 20%. Es handelt sich um bis zur Endfälligkeit zu haltende Investitionen für die kein aktuell aktiver Markt vorliegt. Eine Veräußerung der Beteiligungen ist nicht geplant.
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
| TEUR 107.392 |
|---|
| TEUR 109.889 |
| TEUR 34 |
| TEUR 56 |
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Vermögenswerten (ohne derivate Finanzinstrumente) und den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wird aufgrund der kurzen Laufzeit angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Für die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (ohne derivative Finanzinstrumente) wird angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Der beizulegende Zeitwert langfristiger Finanzschulden und Finanzforderungen ergibt sich als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.
Der Fair Value eines Teils der langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 361 (Vorjahr: TEUR 407) wurde mittels eines DCF-Verfahrens ermittelt und betrifft die Ausgleichsverpflichtung der atypisch stillen Gesellschafter an der Biogas Nordholz GmbH, Minden. Für die Berechnung wurde als Planungshorizont ein Zeitraum von 13 Jahren in Übereinstimmung mit der Dauer der Betriebsgenehmigung gewählt. Für den Cashflow wurden aufgrund der Vergütungsregelungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) gleich bleibende zukünftige Erlöse angenommen. Bei den Aufwendungen wurden Kostensteigerungen berücksichtigt. Der zugrundegelegte WACC beträgt 5,52% (Vorjahr: 7,13%). Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich aus dem Bilanzansatz und beträgt TEUR 361 (Vorjahr: TEUR 407). Bei einer Zinsänderung von 0,1% vermindert/erhöht sich der Anspruch um TEUR 4. Entsprechend der in IFRS 7 vorgegebenen Fair Value Hierarchie handelt es sich hierbei um einen Fair Value der Stufe 3 (Bewertung mithilfe von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren). Die Veränderung des Fair Values in Höhe von TEUR 46 (Vorjahr: TEUR 69) wurde erfolgswirksam in den Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern betrugen insgesamt TEUR 4.497 (Vorjahr: TEUR 3.896). Sie wurden nach der antizipierten Erwerbsmethode bilanziert.
Bei dem Fair Value der Devisentermingeschäfte sowie des Zinsswaps handelt es sich um einen Fair Value der Stufe 2 (Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen. Die
Ermittlung des Fair Values erfolgte anhand allgemein anerkannter Bewertungsmethoden.
Von den dargestellten finanziellen Vermögenswerten sind 2.629 (Vorjahr: 1.682) als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gestellt worden.
Nettoergebnis und Wertberichtigungen nach Bewertungskategorien:
| TEUR | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|---|
| Nettoergebnis Kredite und Forderungen |
3.072 | 1.611 |
| davon Wert berichtigungen |
-1.088 | -1.729 |
| davon Zinserträge | 2.732 | 2.392 |
| davon Auflösung Wertberichtigung |
1.428 | 948 |
| Nettoergebnis Verpflich tungen, die zu fortge führten Anschaffungsko sten bewertet sind |
-3.731 | -3.487 |
| davon Zinsaufwendungen |
-3.731 | -3.487 |
| Nettoergebnis Held für trading |
0 | 76 |
In 2014 wurden im Konzern wieder mehr Umsätze durch den Betrieb als aus dem Verkauf von Biogasanlagen erzielt. Die Erlöse aus Stromeinspeisungen und Wärmelieferungen erhöhten sich von TEUR 62.477 auf TEUR 64.834. Der Anlagenbau konnte seine Umsatzerlöse von TEUR 47.287 auf TEUR 50.410 steigern. Die Umsatzerlöse im Anlagenbau enthalten dabei auch die Auftragserlöse aus am Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossenen Projekten nach Maßgabe des Fertigstellungsgrades dieser Projekte. Den größten Umsatzanstieg konnte der Bereich Energy erzielen. Die Erlöse aus der Stromvermarktung stiegen von TEUR 19.737 auf TEUR 27.139. Weiterhin umfassen die Umsatzerlöse Erlöse aus Serviceleistungen in Höhe von TEUR 21.013 (Vorjahr: TEUR 19.327). Die Umsatzerlöse haben sich insgesamt wie folgt entwickelt:
| 2014 | 2013 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR | in % |
| 163.396.160 | 148.828.206 | 14.568 | 9,8 |
Erträge aus dem Verkauf von Rohmaterial für Biogasanlagen TEUR 1.330 (Vorjahr TEUR 2.655), verrechnete Sachbezüge von Mitarbeitern in Höhe von TEUR 357 (Vorjahr: TEUR 424), Erträge aus der Auflösung der Einzelwertberichtigungen zu Forderungen TEUR 730 (Vorjahr: TEUR 948), Erträge aus weiterberechneten Kosten TEUR 982 (Vorjahr: TEUR 2.305), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 812 (Vorjahr: TEUR 529), Erträge aus Rückvergütung von Lieferanten TEUR 179 (Vorjahr: TEUR 184), Erträge aus der Weiterberechnung von Dienstleistungen TEUR 616 (Vorjahr: 844 TEUR) sowie Erträge aus Versicherungsentschädigungen sowie sonstigem Schadensersatz TEUR 493 (Vorjahr: TEUR 601) sind die wesentlichen sonstigen
betrieblichen Erträge. Im Vorjahr waren unter den sonstigen betrieblichen Erträgen Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen bei Zwischenholdings in Höhe von TEUR 4.517 enthalten, was die wesentliche Veränderung zum Vorjahr ausmacht.
| 2014 | 2013 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR | in % |
| 17.226.585 | 18.997.412 | -1.771 | -9,3 |
| 2014 | 2013 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR | in % |
| 12.125.730 | 15.712.011 | -3.586 | -22,8 |
Der Materialaufwand enthält im Wesentlichen Materialkosten in Höhe von TEUR 76.950 (Vorjahr: TEUR 63.603) sowie Kosten für Fremdleistungen für den Bau und den Betrieb von Biogasanlagen TEUR 7.493 (Vorjahr: TEUR 8.786). Daneben sind Aufwendungen für Substrate in Höhe von TEUR 28.176 (Vorjahr: TEUR 28.355) im Materialaufwand enthalten. Der Materialaufwand hat sich insgesamt wie folgt entwickelt:
| 2014 | 2013 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR | in % |
| 112.619.612 | 100.744.244 | 11.875 | 11,8 |
Der Anstieg der Materialaufwendungen ist im Wesentlichen im Bereich Energy angefallen, weil die Vermarktung von Strom, insbesondere mit konzernfremden Unternehmen, stark gestiegen ist.
Der Personalaufwand enthält Löhne und Gehälter in Höhe von TEUR 13.806 (Vorjahr: TEUR 15.353) sowie soziale Aufwendungen und Aufwendungen für die Altersversorgung und Unterstützung in Höhe von TEUR 3.420 (Vorjahr: TEUR 3.644).
Die Zahl der Beschäftigten betrug 2014 durchschnittlich 345 Personen (Vorjahr: 379 Personen) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 9,0% verringert. Von dem durchschnittlichen Personalbestand entfallen Personen auf den Bereich Angestellte 284 und Personen 61 auf den Bereich Arbeiter. Die Mitarbeiter sind überwiegend im Bereich Produktion/Technik beschäftigt.
Im Personalaufwand sind im Geschäftsjahr Arbeitgeberbeiträge zu Rentenversicherung in Höhe von TEUR 896 (Vorjahr: TEUR 1.041) enthalten.
Die planmäßigen Abschreibungen haben sich aufgrund des Ausbaus des Eigenbetriebs noch einmal gegenüber dem Vorjahr erhöht, fallen aber durch die um TEUR 1.886 geringeren außerplanmäßigen Abschreibungen auf langfristige Forderungen insgesamt geringer aus. Die Abschreibungen haben sich wie folgt entwickelt:
| 2014 | 2013 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR in % |
||
| 15.502.109 | 16.031.391 | -529 | -3,3 |
In den Abschreibungen sind Wertminderungen auf sonstige langfristige Forderungen in Höhe von TEUR 180 (Vorjahr: TEUR 2.066) enthalten. Nähere Details zu den Abschreibungen sind dem Anlagenspiegel zu entnehmen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lassen sich in Betriebskosten, Verwaltungskosten und Vertriebskosten unterteilen. Die Vertriebskosten sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen durch den deutlichen Rückgang der Kosten im Bereich Anlagenbau gesunken. Der Anstieg der Betriebskosten ist im Wesentlichen im Bereich Eigenbetrieb angefallen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich insgesamt wie folgt entwickelt.
| 2014 | 2013 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR in % |
||
| 23.838.053 | 26.364.305 | -2.526 | -9,6 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lassen sich im Einzelnen wie folgt aufgliedern:
| 2014 in EUR | 2013 in EUR | |
|---|---|---|
| Betriebskosten | 16.541.165 | 16.415.042 |
| Vertriebskosten | 2.510.501 | 4.662.988 |
| Verwaltungskosten | 4.786.387 | 5.286.275 |
| Gesamt | 23.838.053 | 26.364.305 |
Das Ergebnis aus at-equity einbezogenen Beteiligungen beinhaltet die anteiligen Ergebnisse aus 67 (Vorjahr 73) Gesellschaften.
Verluste, die den Anteil an assoziierten Unternehmen übersteigen, werden gem. IAS 28.37g nicht erfasst, sondern in einer Nebenrechnung fortgeführt und im Falle zukünftiger Gewinne mit diesen verrechnet. Die aufgrund dieser Vorschrift nicht berücksichtigten Verluste betragen im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 379 (Vorjahr TEUR 349) (kumuliert TEUR 829).
| 2014 | 2013 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR | in % |
| 813.821 | -318.760 | 1.133 | 355,3 |
| 2014 | 2013 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR | in % | |
| 2.732.045 | 2.392.127 | 340 | 14,2 |
Die Zinsaufwendungen enthalten Zinsen und ähnliche Aufwendungen insbesondere für Bankverbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten zur Liquiditätssteuerung von nahe stehenden Personen. Die übrigen Finanzaufwendungen haben sich wie folgt entwickelt:
| 2014 | 2013 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR in % |
||
| 3.731.097 | 3.486.586 | 245 | 7,0 |
Die Zinsaufwendungen entfallen wie folgt auf langfristige Finanzverbindlichkeiten, kurzfristige Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten:
| 2014 in EUR | 2013 in EUR | |
|---|---|---|
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten |
3.381.972 | 3.223.018 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten |
128.611 | 77.885 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 220.514 | 185.683 |
| Gesamt | 3.731.097 | 3.486.586 |
Als Ertragsteuern sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie die aktiven und passiven latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die latenten Steuern resultieren im Geschäftsjahr und Vorjahr im Wesentlichen aus zu versteuernden temporären Differenzen zwischen den Buchwerten und den Steuerwerten der Bilanzposten Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo und Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo. Der Steueraufwand hat sich wie folgt entwickelt:
| 2014 | 2013 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | in TEUR | in % | |
| 2.230.915 | 717.125 | 1.514 | 211,1 |
Der Steueraufwand lässt sich im Einzelnen wie folgt aufgliedern:
| 2014 in EUR | 2013 in EUR | |
|---|---|---|
| Latenter Steuerertrag/-aufwand |
153.537 | -3.829.073 |
| Gezahlte bzw. geschuldete Steuern |
2.077.378 | 4.546.198 |
| Gesamt | 2.230.915 | 717.125 |
Der tatsächliche Steueraufwand des Jahres 2014 von TEUR 2.231 (Vorjahr: TEUR 717) wich um TEUR 504 (Vorjahr: TEUR 439) von dem erwarteten Steueraufwand von TEUR 1.727 (Vorjahr: TEUR 278) ab, der sich bei Anwendung eines Durchschnittssteuersatzes auf das Vorsteuerergebnis des Unternehmens ergeben würde. Dieser Durchschnittssteuersatz wird aus Körperschaftsteuer (15%) Solidaritätszuschlag (5,5%) und einem Gewerbesteuerhebesatz von 350% ermittelt. Die Ursachen für den Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Steueraufwand begründen sich wie folgt:
| 2014 in EUR |
2013 in EUR |
|
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 6.150.299 | 989.647 |
| Anzuwendender Steuersatz | 28,08% | 28,08% |
| Erwarteter Steueraufwand | 1.727.004 | 277.893 |
| Nicht nutzbare Verlustvor träge bzw. Nutzung von nicht bilanzierten Verlustvorträgen und Abschreibungen Verlust vorträge |
983.092 | -305.359 |
| Abweichungen zwischen ange nommenen und tatsächlichen Gewerbesteuerhebesätzen |
||
| sowie Gewerbesteuerliche Hin | ||
| zurechnungen und Kürzungen | -927.171 | -477.388 |
| Nur steuerlich zurechenbare Gewinne/Verluste |
55.025 | 175.743 |
| Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen |
-235.541 | -189.574 |
| Abweichungen von Steuer sätzen bei Tochterunternehmen anderer Rechtskreise |
42.009 | -128.610 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen |
698.183 | 514.026 |
| Periodenfremde Steuern | 5.897 | 343.346 |
| Ausländische Steuern | -110.724 | 481.145 |
| Sonstiges | -6.859 | 25.903 |
| Tatsächlicher Steueraufwand | 2.230.915 | 717.125 |
Der Bestand der aktiven und passiven latenten Steuern setzt sich zum 31.12.2014 und 31.12.2013 wie folgt zusammen:
| 31.12.2014 in TEUR |
31.12.2013 in TEUR |
|
|---|---|---|
| Steuerliche Verlustvorträge | 2.216 | 2.086 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.535 | 1.298 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten |
261 | 241 |
| Aktive latente Steuern | 4.012 | 3.625 |
| Sachanlagevermögen | 880 | 1.350 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 0 | 8 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 174 | 211 |
| Passive latente Steuern | 1.054 | 1.569 |
Die Veränderung der latenten Steuern wurde im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Auf die steuerlichen Verlustvorträge einzelner ausländischer Tochtergesellschaften sowie auf Gesellschaften des Segments Eigenbetrieb wurden aktive latente Steuern gebildet, da die Gesellschaften mit hinreichender Sicherheit ermitteln können, dass sie diese mit künftigen Gewinnen verrechnen können.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem Konzerngewinn (2014: TEUR 4.212; 2013: TEUR 319) und dem gewichteten Durchschnitt (2014: 14.850.000, 2013: 14.850.000) der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Für das Geschäftsjahr liegt das Ergebnis je Aktie bei 0,28 EUR (Vorjahr: 0,02 EUR).
Die in der Hauptversammlung vom 26. Juni 2007 beschlossene bedingte Erhöhung des Grundkapitals um einen Betrag bis zu EUR 4.500.000,00 dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber und Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung von der EnviTec Biogas AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen einmalig oder mehrmalig begeben werden. Dieses Instrument kann das unverwässerte Ergebnis je Aktie in der Zukunft potentiell verwässern. Es wurde bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses nicht berücksichtigt, da sich daraus noch keine Rechte Dritter auf Aktienbezug ergeben.
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des EnviTec-Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.
Der Brutto Cash-flow in Höhe von TEUR 21.698 (Vorjahr: TEUR 7.453) zeigt den betrieblichen Einnahmenüberschuss vor jeglicher Mittelbindung. Im Zufluss aus operativer Tätigkeit (Netto Cash-flow) von TEUR 35.389 (Vorjahr: TEUR 37.804) wurden die Veränderungen im Working Capital, insbesondere im Zusammenhang mit den Fertigungsaufträgen, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und im übrigen Netto-Vermögen sowie sonstige nichtzahlungswirksame Vorgänge zusätzlich berücksichtigt.
Im Rahmen der investiven Tätigkeit sind in 2014 Mittel in Höhe von TEUR 43.036 (Vorjahr: TEUR 20.430) insbesondere aufgrund der Investitionen in Sachanlagen (Biogasanlagen) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung geflossen. Aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften sind liquide Mittel in Höhe von TEUR 57 (Vorjahr TEUR 7.109) zugeflossen.
Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit sind Mittel in Höhe von TEUR 8.765 zugeflossen (Vorjahr: -26.177 TEUR). Aus der Kreditaufnahme bei Kreditinstituten sind liquide in Höhe von TEUR 28.615 (Vorjahr: TEUR 15.850) zugeflossen, TEUR 18.933 sind in die Tilgung von Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten geflossen. Aus sonstigen langfristigen und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind TEUR 2.814 (Vorjahr: TEUR 12.077) zugeflossen.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Anlagezeit von bis zu 3 Monaten.
Zum Abschlussstichtag besteht aus Konzernsicht eine Bürgschaft gegenüber der Bremer Landesbank in Höhe von insgesamt 1.000 TEUR für Verpflichtungen von vier vollkonsolidierten Tochterunternehmen und einem at-equity bewerteten Tochterunternehmen. (Vorjahr TEUR: 1.000). Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.
Weiterhin hat sich der Konzern gegenüber der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde in Höhe von 200 TEUR (Vorjahr: 200 TEUR) für Verpflichtungen eines at-equity bewerteten Tochterunternehmens verbürgert. Das Risiko einer Inanspruchnahme liegt bei unter 50%.
Für Verpflichtungen in Höhe von 250 TEUR eines weiteren at-equity bewerteten Unternehmens hat sich der Konzern gegenüber der VR Bank Dinklage-Steinfeld eG verbürgt. Das Risiko einer Inanspruchnahme liegt bei unter 50%.
Für ein konzernfremdes Unternehmen hat sich der Konzern zur Sicherung aller Forderungen der Bremer Landesbank in Höhe von 2.500 TEUR verpflichtet. Auch hier liegt das Risiko der Inanspruchnahme bei unter 50%.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
| in EUR | Gesamt | Restlaufzeit | |||
|---|---|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | |||
| aus Mietverträgen | 25.887,50 | 12.350,00 | 3.800,00 | 9.737,50 | |
| aus Lizenzverträgen | 67.656,10 | 67.656,10 | 0,00 | 0,00 | |
| aus Bestellobligo | 18.000,00 | 18.000,00 | 0,00 | 0,00 | |
| Gesamt | 111.543,60 | 98.006,10 | 3.800,00 | 9.737,50 |
Darüber hinaus bestehen vereinzelt bei den Eigenbetrieben Pachtverträge von untergeordneter Bedeutung. An Miete wurde in 2014 insgesamt 51.709,68 EUR (Vorjahr: 42.870,71 EUR) gezahlt.
Drei Konzerngesellschaften haben in Vorjahren ihre Biogasanlagen im Rahmen von Sale and buy back Geschäften zu einem Kaufpreis von je 1.620.000 EUR an die
Hypo Alpe-Adria Leasing GmbH veräußert und über ein Finanzierungsleasing zurückgekauft. Die Verbindlichkeiten daraus valutieren zum 31.12.2014 mit 2.588.411,24 EUR und werden unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.
Für die Tilgungsraten ergeben sich bei einem Diskontierungssatz von 3,61% folgende Barwerte nach Fälligkeiten aufgeteilt:
| in EUR | Gesamt | Restlaufzeit | ||
|---|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | mehr als 5 Jahre | ||
| Tilgungsraten | 2.322.746,34 | 447.574,75 | 1.875.171,59 | 0,00 |
Personen oder Unternehmen, die von der EnviTec Biogas AG beeinflusst werden können bzw. einen Einfluss auf die EnviTec Biogas AG haben könnten, werden nach IAS 24 als nahe stehende Personen oder Unternehmen bezeichnet.
Die Gesellschaften von Lehmden Beteiligungs GmbH, Lohne, Ruhe Verwaltungs GmbH, Lüsche, sowie TS Holding GmbH, Visbek, haben den vom 27. Juni 2007 abgeschlossenen Konsortialvertrag über die Bündelung von Stimmrechten mit Vertrag vom 27. Juni 2013 gekündigt. Den o.g. Gesellschaften waren bis zu diesem Zeitpunkt jeweils 74.90% (Vorjahr: 74,90%) der Stimmrechte der EnviTec Biogas AG zuzurechnen. Transaktionen mit diesem Konsortium waren bis zur Kündigung des Konsortialvertrages im vorherigen Geschäftsjahr nicht erfolgt. Seit 2014 ist die von Lehmden Beteiligungs GmbH, Lohne, als beherrschendes Unternehmen zu klassifizieren. Transaktionen mit den Gesellschaftern, soweit sie maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen ausüben, sowie nahe stehenden Unternehmen sind weiter unten aufgeführt.
Es wird auf den Abschnitt "Organe der Gesellschaft" verwiesen. Hierunter fallen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. In diesem Zusammenhang werden auch Beziehungen mit Gesellschaften, die von Vorstandsmitgliedern beherrscht werden, dargestellt.
Es wird auf den Abschnitt zum Konsolidierungskreis und den Konsolidierungsmethoden sowie auf den Anteilsbesitz verwiesen. Salden und Geschäftsvorfälle mit vollkonsolidierten Gesellschaften wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert und hier nicht erläutert.
Zum Kreis der nahestehenden Parteien zählen auch Unternehmen im Sinne von IAS 24.9 (b)(vi), (vii).
| Transaktionen mit nahe stehenden Personen | Geschäftsvorfall in EUR | Forderung in EUR | Schuld in EUR | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in EUR | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
| Beherrschendes Unternehmen | ||||||
| von Lehmden Beteiligungs GmbH | 7.288.885 | 4.473.415 | 134 | 320 | 1.547 | 2.142 |
| Assoziierte Unternehmen | ||||||
| Kumuliert | 22.336.074 | 10.949.869 | 15.907.538 | 18.902.579 | 627.679 | 1.011.239 |
| Sonstige nahe stehende Unternehmen und Personen |
||||||
| Kumuliert | 7.682.408 | 4.809.014 | 694.104 | 3.980.212 | 362.292 | 513.038 |
Im Rahmen des operativen Geschäftes bezieht die EnviTec Biogas AG Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich auch solche Unternehmen, die mit Organen oder Aktionären der Gesellschaft in Verbindung stehen.
Bei den Geschäftsvorfällen werden Erträge und Aufwendungen kummuliert dargestellt.
Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft München, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:
| 2014 in TEUR |
2013 in TEUR |
|
|---|---|---|
| Abschlussprüfungen | 184 | 204 |
| Steuerberatungsleistungen | 30 | 31 |
| Gesamt | 214 | 235 |
Die Honorare für Abschlussprüfungen umfassen die Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung des Abschlusses der EnviTec Biogas AG. Bei den Steuerberatungsleistungen handelt es sich um umsatzsteuerliche Beratung im Zusammenhang mit Baustellen im Ausland.
Der Vorstand setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aus folgenden Mitgliedern zusammen:
Kaufmann Olaf von Lehmden, Lohne, Sprecher des Vorstands (CEO) seit 1. Juli 2007
Kaufmann Jörg Fischer, Weyhe, Vorstand Finanzen (CFO) seit 1. Juli 2007
Kaufmann Roel Slotman, Enter/Niederlande, Vorstand Vertrieb International (CCO) seit 1. Oktober 2009
Ingenieur Jürgen Tenbrink, Steinfurt Vorstand Technik (CTO) seit 1. Juli 2010
Weitere Mandate werden durch den Vorstand nicht wahrgenommen.
Die Vorstandsvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Grundvergütung in Form eines monatlich zu zahlenden Gehalts
Variable Vergütung entsprechend dem operativen Ergebnis des EnviTec Konzerns und persönlichen Zielerreichungen
Die Mitglieder des Vorstands erhalten als Ausgleich für ein Ihnen auferlegtes Wettbewerbsverbot während der Dauer von bis zu einem Jahr nach regulärer Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied eine monatliche Karenzentschädigung in Höhe von 50% der zuletzt bezogenen Festvergütung. Bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied hängt die Zahlung der Karenzentschädigung entsprechend § 75 HGB von den Umständen der Beendigung ab.
Für die Mitglieder des Vorstandes fielen im Einzelnen im Jahr 2014 folgende Vergütungen an:
| in EUR | Grundvergütung | Variable Vergütung | Sonstiges Bezüge* | Gesamt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | |
| Olaf von Lehmden | 147.097 | 147.097 | 0 | 0 | 15.861 | 15.111 | 162.958 | 162.208 |
| Jörg Fischer | 136.000 | 136.000 | 0 | 0 | 10.667 | 9.917 | 146.667 | 145.917 |
| Roel Slotman | 126.000 | 126.000 | 0 | 0 | 10.386 | 9.636 | 136.386 | 135.636 |
| Jürgen Tenbrink | 124.466 | 124.466 | 0 | 0 | 13.403 | 12.654 | 137.869 | 137.120 |
*Sonstige Bezüge enthalten geldwerte Vorteile aus der Nutzung von Dienstwagen sowie die auf die Vorstände entfallenden Anteile an der D&O Versicherung
Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtszeitraum bestellt:
Herr Kaufmann Bernard Ellmann (Vorsitzender) ehemaliger Group Vice President der Unilever-Gruppe, Rotterdam/London, Mitglied des Aufsichtsrats der Unilever Deutschland Holding GmbH, Hamburg Vorsitzender des Aufsichtsrates der Finco Signature BV. Losser, Niederlande
Herr Kaufmann Hans-Joachim Jung (stellvertretender Vorsitzender)
ehemaliges Mitglied des Vorstands der KELAG Kärntner-Elektrizität Aktiengesellschaft,
Herr Kaufmann Michael Böging
Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Weiße Köpfe GmbH, Emstek
Der Aufwand für die Bezüge des Aufsichtsrats enthält im Geschäftsjahr 2014 Aufwand für feste Vergütungen für die Aufsichtsratstätigkeit bei der EnviTec Biogas AG in Höhe von EUR 40.000 (Vorjahr: EUR 40.000).
Sonstige Bezüge (Sitzungsgelder und Auslagenersatz) fielen in Höhe von insgesamt EUR 18.000 (Vorjahr: EUR 24.000) an.
Mit Verschmelzungsstichtag 1. Januar 2015 sind die folgenden Gesellschaften auf die Zweite Biogas Anklam GmbH & Co. KG verschmolzen worden:
Dritte Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Vierte Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Fünfte Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Sechste Biogas Anklam GmbH & Co. KG
Biogas Quakenbrück GmbH & Co. KG
Biogas Kalefeld GmbH & Co. KG
Die Verschmelzungen sind zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlussberichtes noch nicht im Handelsregister eingetragen.
Vorstand und Aufsichtsrat der EnviTec Biogas AG werden den Aktionären auf der ordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni 2015 eine Dividende in Höhe von 0,35 Euro je Aktie vorschlagen. Dies entspricht unter Berücksichtigung der eigenen Anteile einem Gesamtwert von TEUR 5.198.
Da die Ausschüttung die Zustimmung der Hauptversammlung voraussetzt, ist eine Verpflichtung hierzu nicht in der Bilanz passiviert worden.
Lohne, den 11. Mai 2015
Olaf von Lehmden Jürgen Tenbrink
Jörg Fischer Roel Slotman
| in EUR | Langfristige Vermögenswerte | Stand 01.01.2014 |
Zugänge 2014 |
Zugänge Erst konsolidierung 2014 |
Abgänge 2014 |
Umbuchungen 2014 |
Stand 31.12.2014 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||
| I. | Immaterielle Vermögensgegenwerte |
||||||
| 1. | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
2.439.979 | 56.411 | 2.134.775 | 266.804 | 71.314 | 4.435.674 |
| 2. | Geschäfts- oder Firmenwert | 4.358.457 | 0 | 5.334.048 | 0 | 0 | 9.692.505 |
| 2. | Geleistete Anzahlungen | 76.213 | 247.968 | 0 | 8.713 | -67.500 | 247.968 |
| 6.874.649 | 304.379 | 7.468.822 | 275.516 | 3.814 | 14.376.147 | ||
| II. | Sachanlagen | ||||||
| 1. | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund |
||||||
| stücke | 33.573.550 | 1.090.153 | 3.108.531 | 24.397 | 5.139.402 | 42.887.239 | |
| 2. | Technische Anlagen und Maschinen |
104.660.223 | 3.554.723 | 11.298.129 | 112.732 | 7.385.202 | 126.785.545 |
| 3. | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
15.514.841 | 3.376.874 | 358.002 | 1.954.805 | 2.165 | 17.297.077 |
| 4. | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
3.148.791 | 11.421.385 | 4.904.838 | 57.242 | -12.530.583 | 6.887.189 |
| 156.897.406 | 19.443.135 | 19.669.501 | 2.149.175 | -3.814 | 193.857.051 | ||
| 163.772.055 | 19.747.514 | 27.138.323 | 2.424.692 | 0 | 208.233.198 |
| Abschreibungen | Stand | Zugänge | Abgänge | Zuschreibungen | Stand | Stand | Stand |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwerte | 01.01.2014 | 2014 | 2014 | 2014 | 31.12.2014 | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
| 342.450 | 2.182.538 | 2.253.136 | 0 | 266.767 | 422.374 | 2.097.529 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 4.358.457 | 9.692.505 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 76.213 | 247.968 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 4.777.120 | 12.123.011 | 2.253.136 | 0 | 266.767 | 422.374 | 2.097.529 |
| 0 | 0 | 7.755.095 | 35.132.144 | 27.954.867 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 45.492 | 153.045 | 35.199.059 | 91.586.486 | 80.125.186 | |||
| 1.279.644 | 0 | 9.041.956 | 8.255.122 | 7.094.004 | |||
| 0 | 0 | 737.062 | 6.150.127 | 2.411.729 | |||
| 1.325.136 | 153.045 | 52.733.174 | 141.123.878 | 117.585.786 | |||
| 41.409.149 15.322.109 1.591.903 |
153.045 54.986.310 153.246.890 |
122.362.906 |
|---|---|---|
| in EUR | Langfristige Vermögenswerte | Stand 01.01.2013 |
Zugänge 2013 |
Abgänge 2013 |
Abgänge Ent konsolidierung 2013 |
Umbuchungen 2013 |
Stand 31.12.2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||
| I. | Immaterielle Vermögensgegenwerte |
||||||
| 1. | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
2.245.657 | 195.690 | 0 | 1.368 | 0 | 2.439.979 |
| 2. | Geschäfts- oder Firmenwert | 4.358.457 | 0 | 0 | 0 | 0 | 4.358.457 |
| 2. | Geleistete Anzahlungen | 57.098 | 19.115 | 0 | 0 | 0 | 76.213 |
| 6.661.212 | 214.805 | 0 | 1.368 | 0 | 6.874.649 | ||
| II. | Sachanlagen | ||||||
| 1. | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund stücke |
33.473.089 | 3.641.941 | 56.925 | 3.484.555 | 0 | 33.573.550 |
| 2. | Technische Anlagen und Maschinen* |
86.645.529 | 12.031.160 | 0 | 16.263.199 | 22.246.732 | 104.660.223 |
| 3. | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
17.800.156 | 731.520 | 2.362.995 | 678.859 | 25.020 | 15.514.841 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 4. | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
23.843.785 | 1.945.408 | 45.736 | 1.600 | -22.593.066 | 3.148.791 |
| 161.762.560 | 18.350.029 | 2.465.656 | 20.428.213 | -321.314 | 156.897.405 |
* Die in der Spalte Umbuchungen erfassten Werte umfassen auch Umbuchungen in das Umlaufvermögen.
| Stand 31.12.2012 |
Stand 31.12.2013 |
Stand 31.12.2013 |
Abgänge Entkonsolidierung |
Abgänge 2013 |
Zugänge 2013 |
Stand 01.01.2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwerte | Abschreibungen | |||||
| 434.493 | 342.450 | 2.097.529 | 1.232 | 0 | 287.597 | 1.811.164 |
| 4.358.457 | 4.358.457 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 57.098 | 76.213 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 4.850.048 | 4.777.120 | 2.097.529 | 1.232 | 0 | 287.597 | 1.811.164 |
| 29.155.885 | 27.954.867 | 5.618.683 | 859.095 | 0 | 2.160.573 | 4.317.204 |
| 64.558.836 | 80.125.186 | 24.535.037 | 6.920.582 | 0 | 9.368.926 | 22.086.693 |
| 8.874.330 | 7.094.004 | 8.420.837 | 384.652 | 1.938.642 | 1.818.306 | 8.925.825 |
| 163.772.054 37.547.960 |
13.965.391 | 1.938.642 | 8.165.561 | 41.409.149 | 122.362.906 | 130.875.811 |
|---|---|---|---|---|---|---|
Anlagen im Bau 23.843.785 1.945.408 45.736 1.600 -22.593.066 3.148.791 407.073 329.989 0 0 737.062 2.411.729 23.436.712
161.762.560 18.350.029 2.465.656 20.428.213 -321.314 156.897.405 35.736.796 13.677.794 1.938.642 8.164.329 39.311.620 117.585.786 126.025.763
Wir haben den von der EnviTec Biogas AG, Lohne, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, Konzernkapitalflussrechnung sowie Konzernanhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der EnviTec Biogas AG zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie
die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 11. Mai 2015
Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
gez. Ronald Hager Wirtschaftsprüfer
gez. Joachim Heinrich Wirtschaftsprüfer
Geschwindigkeit der Zersetzung der organischen Substanz. Sie hängt ab von Zustand, Oberfläche und Zusammensetzung der Ausgangsstoffe sowie der Temperatur im Fermenter und der Aktivität der Biologie.
Sedimentationsvorgang, der besonders bei heterogenen, zur Entmischung neigenden Stoffen auftritt. Mit optimaler Rührwerkstechnik wird diesem bestmöglich entgegen gewirkt.
Fähigkeit von Mikroorganismen, sich veränderten Fermenterbedingungen, wie z. B. veränderten Inputstoffen, anzupassen, ohne dass nachhaltig Störungen der Prozessbiologie auftreten.
Besondere Anforderung an Gefährdungsbereiche durch Explosionsschutzkonzept, Einrichtung von Schutzzonen u. ä.
Organismen, die zeitweilig oder dauernd ohne freien Sauerstoff leben können und Biomasse in Biogas umwandeln.
In erster Linie Medikamente zur Behandlung von bakteriellen Erkrankungen; können in hoher Konzentration die Fermenterbiologie beeinträchtigen.
Rechnung zur Immissionsprognose von Luftschadstoffen, Schall und Gerüchen. Sie berücksichtigt Windrichtung, Windgeschwindigkeit, vertikale Temperaturschichtung u. a.
Baugesetzbuch, rechtlicher Rahmen für Bautätigkeit und Zulässigkeit von Bauvorhaben.
Die Bauleitplanung umfasst alle Maßnahmen der Gemeinde zur Regelung der Nutzung von Grund und Boden sowie zur geordneten städtebaulichen Entwicklung des Ortes. Sie wird von den Städten und Gemeinden selbstständig und eigenverantwortlich durchgeführt.
Standort/Oberfläche, der Bakterien als Lebensraum dient.
Blockheizkraftwerk
Gas, das beim anaeroben Abbau von organischer Substanz entsteht.
Abscheidung von Feuchtigkeit und Schadgasen aus dem Biogas
Energieträger aus organischen Stoffen. Bei der Verbrennung setzt Biomasse lediglich die Menge an CO2 frei, die sie während des Wachstums der Atmosphäre entnommen hat. Daher trägt die Stromerzeugung aus Biomasse nicht zum Treibhauseffekt bei.
Motor mit direkt angebautem Generator zur Erzeugung von elektrischem Strom und Wärme.
Wandelt Wasserstoff und Sauerstoff unter Freisetzung von elektrischer Energie und Wärme in Wasser um.
Gesetz mit dem Ziel, Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre, Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen.
Anlage zur Herstellung von Heißdampf und Prozessdampf.
Beseitigung von störendem Geruch und geruchsintensiven Stoffen.
Zwangsförderer, der pumpfähiges Material fördert.
Sicherheitstechnische Einrichtung zur Drucküberwachung.
Gesetz, das die Verwertung von Düngemitteln regelt.
Qualität des Gärrückstands in Bezug auf bestimmte Inhaltsstoffe wie Stickstoff, Phosphat, Kali etc.
Kapazität einer Anlage oder eines Anlagenteils in t und m3.
Richtlinien, die alle Bereiche des Baus und Betriebs von Gasanlagen umfassen.
Strombedarf der Anlage, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Proteine
Abgabe von Schadstoffen, Staub, Schall oder Gerüchen in die Umwelt.
Gesetz, das die Gebietsmonopole in der Stromversorgung in Deutschland aufhob. Das EnWG trat 1998 in Kraft.
Abscheidung von Schwefelwasserstoff aus Biogas.
Regenerative Energiequellen
Gesetz zur Förderung der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen wie Wind, Wasser, Sonne, Geothermie oder Biomasse.
Wichtiger Eingangsstoff für die Methanbildung.
Sicherheitstechnische Einrichtung zur schadlosen Verbrennung überschüssiger Gase
Fermenter
Menge der Zugabe an organischer Trockensubstanz pro m3 Fermentervolumen und Tag
Biochemischer Prozess, bei dem durch anaerobe Mikroorganismen organische Substanz umgesetzt wird.
Luftdicht abgeschlossener, beheizter Raum für den anaeroben Abbau von organischer Substanz.
Heizsystem im Fermenter zur Regelung der Prozesstemperatur.
Wärme, die bei der Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken entsteht. Sie wird über eine Fernwärmeleitung externen Wärmeabnehmern als Warmwasser zur Verfügung gestellt.
Auftrennung der Gärreste in fester und flüssiger Phase durch Zentrifugen oder Separatoren.
Thermische Leistung, die bei der Verbrennung entsteht
Foliendachabdeckung für Fermenter und Lagerbehälter mit oder ohne integrierter Gasspeicherblase.
Menge der verschiedenen Säuren im Fermenter, gemessen in mg/l
Energieträger, die im Gegensatz zu den erneuerbaren Rohstoffen nicht nachwachsen. Zu den fossilen Energieträgern zählen Braun- und Steinkohle, Erdgas und Erdöl.
Stromerzeugung durch Sonnenenergie mit Hilfe von Solarzellen, die Licht in elektrischen Strom umwandeln.
Gasdichte Folie zum Auffangen und Speichern des Biogases
Kolbenkraftmaschine, die durch ein brennbares Gas angetrieben wird. Er wird u. a. zur Strom- und Wärmegewinnung in Blockheizkraftwerken sowie als Antrieb für Kraftfahrzeuge verwendet und benötigt keine Stützfeuerung.
Aufbereitung der Gärreste in Feststoffe, Düngerkonzentrat und Wasser in speziellen Aufbereitungsanlagen. Bei der Verwertung müssen die Anforderungen des Düngemittelgesetzes (DüngeMG) und der Düngemittelverordung (DüMV) erfüllt werden.
Zeitraum der Vermehrung von Bakterienkulturen
Regelmäßige Überwachung und Kontrolle der Outputstoffe
Maschine zur Aufbereitung von Inputstoffen durch Zerkleinerung des Materials
Energieinhalt von Brenngas; Einheit: Kilowattstunde pro Normkubikmeter trocken
Vorgang, bei dem biologische Prozesse verlangsamt werden, z.B. durch Säuren
Biochemischer Teilprozess bei der Vergärung von Biomasse, bei dem feste Bestandteile in Lösung gebracht werden.
Pasteurisierung, d.h. Erhitzung des Inputmaterials für eine Stunde auf 70 Grad zur Abtötung von Baktereien und Keimen
Offizieller Start von Anlagen oder Anlagenteilen, in aller Regel Beginn des Gewährleistungszeitraumes
Stoffe, die für den Betrieb einer Biogasanlage geeignet sind, wie Gülle, Mist, Bioabfälle, nachwachsende Rohstoffe u. a.
Wärmedämmung von Bauteilen gegen Frost; Schutz vor Wärmeverlusten und Verhinderung von Temperaturspannungen
Verordnung, die u. a. Grenzwerte für die Belastung des Klärschlamms mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen festlegt.
Gas, das u. a. bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Erdgas entsteht. CO2 ist der Hauptverursacher des klimaverändernden Treibhauseffekts.
Übergang vom gasförmigen in flüssigen Aggregatzustand
Durch Kondensation entstandene Flüssigkeit
Schacht zum Sammeln und Abpumpen des anfallenden Kondensats
Chemische Veränderung im Material an der Oberfläche fester Körper
Verfahren, bei dem Strom erzeugt und gleichzeitig die Abwärme des BHKWs genutzt wird. KWK-Anlagen reduzieren im Vergleich zu herkömmlichen Technologien die Emissionen von CO2 und anderen Schadstoffen um 30 bis 40 Prozent.
Geräuschabsonderung. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens einer Biogasanlage werden auch die voraussichtlichen Lärmimmissionen ermittelt, die bestimmte Werte nicht überschreiten dürfen.
Bauliche Maßnahmen zur Schallemissionsbegrenzung, z.B. durch Wahl des Standorts, der Baustoffe und der Ausführung
Einführung marktwirtschaftlicher Bedingungen im ehemals monopolistisch regulierten Strommarkt aufgrund des Energiewirtschaftsgesetzes.
Holzstoff; Bestandteil des Holzes, der im anaeroben Prozess nicht abgebaut werden kann.
Anforderungen vor allem betreffend Geruchs-, Schadstoff- und Staubimmissionen, die im Bundesimmissionsschutzgesetz und in der TA-Luft geregelt sind.
Annahmetechnik zur Vorratshaltung und gleichmäßigen Beschickung einer Biogasanlage mit Maissilage.
Revisionsöffnung in der Behälterwand
Filtrationsverfahren mit Porenmembranen zur Reinigung von Abwasser
Brennbares Gas, das bei der bakteriellen Zersetzung von Biomasse entsteht. Methan ist der energetisch nutzbare Stoff im Biogas. Je höher sein Anteil, desto wertvoller, d.h. energiereicher, ist das Biogas.
Schritt bei der Entstehung von Biogas.
Land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die für die Industrie oder die Erzeugung von Wärme, Strom und andere Energieformen verwendet werden.
Anlage, in der Substrate zu Flüssigkeit vergoren werden.
nachwachsende Rohstoffe
Anlagen, die neu errichtet werden.
Als Neuanlagen gelten im Sinne des EEG auch Altanlagen, die mindestens 50 Prozent der Gesamtinvestition neu errichten.
O
Anlage zur Nutzung des Abgasstroms eines BHKW zur Erzeugung elektrischer Energie
P
Hygienisierung
Maßzahl für die Konzentration der Wasserstoffionen in einer Lösung. Für die Methanbildung ist ein pH-Wert um den Neutralpunkt ideal, darunter und darüber liegende Werte stören die Prozessbiologie.
Maschine zur Abtrennen von festen Stoffen aus Suspensionen
Bestimmte bauplanrechtliche Voraussetzungen, unter denen Biogasanlagen in einer Umgebung errichtet werden dürfen, die nicht von vorhandener baulicher Nutzung geprägt sind.
Im Prozess nicht erwünschte Säure. Reichert sich in der Regel bei Prozessstörungen an und hemmt den Stoffwechsel zusätzlich.
Vorwiegend aus Aminosäuren aufgebaute Eiweißkörper, die neben Fetten und Kohlehydraten zu den wichtigsten Inputstoffen gehören.
Raumbelastung > Faulraumbelastung
Ressourcen, die im Gegensatz zu fossilen Energieträgern nicht erschöpflich sind, z. B. Wasser, Wind, Fotovoltaik und Biomasse. Sie sind zudem klimaund umweltfreundlich.
Behörde, die seit dem 01.07.2004 dafür verantwortlich ist, den Stromanbietern einen sicheren Netzzugang zu gewähren und angemessene Netzentgelte festzulegen.
Wärmegedämmter Behälter zur Entnahme von Gärsubstrat aus dem Fermenter. Erforderlich z.B. bei der Nutzung von Gärsubstrat zum Anmischen des Fermenterinputmaterials.
Material, das bei der Herstellung von Biodiesel anfällt
Abkühlung des in der Hygienisierung erhitzten Materials vor dem Eintrag in den Fermenter
Maschine zum gleichmäßigen Durchmischen von Materialien in Behältern
farb-, geschmack- und geruchloses Gas, kommt in freiem Zustand als Bestandteil der Luft, in der er zu 20,8 Volumenprozent enthalten ist, in gebundenem Zustand im Wasser und in zahlreichen Mineralien vor. Insgesamt ist er zu 49,5 Gewichtsprozent auf der Erdoberfläche vertreten und damit das am häufigsten vorkommende Element.
Konzentration an Gesamtsäure im Fermenter. Hohe Raumbelastungen des Fermenters in der Startphase führen zu sehr hohen Säurekonzentrationen.
Aufstellungsraum der zentralen Steuerungs- und Leittechnik einer Biogasanlage.
Gas, das bei der Biogasproduktion entsteht und vor der Nutzung durch Entschwefelung vom Biogas getrennt werden muss, da es bei der Verbrennung im Motor zu Korrosionsschäden führen kann.
Ablagerung
Wirkstoffe, die bei Überdosierung die Biogasproduktion hemmen können.
Stoffe, die die Funktionsfähigkeit der Anlage beeinträchtigen können und manuell oder mechanisch beseitigt werden.
Gesetzlich garantierte Vergütung für die Erzeugung von Strom.
Technische Anleitung zur Ermittlung und Beurteilung von Schallimmissionen
Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft
Schnell laufende Propeller, die mit 300–400 U/min. die Inputstoffe gleichmäßig verrühren und variabel im Behälter angebracht werden.
Organischer und anorganischer Bestandteil der Inputmaterialien. Nur der organische Anteil der Trockenmasse kann zur Methanproduktion genutzt werden.
Anlage, in der vorwiegend trockene Substrate stichfest und nicht rührfähig vergoren werden. Sie bringt weniger Gasertrag als die Nassvergärung.
Gesetzlich geregelte Prüfung (UVP), die bei der Behandlung bestimmter Stoffe und Mengen erforderlich ist, z.B. bei der Behandlung von täglich mind. 10 t überwachungsbedürftiger Abfälle
Verfahren zur Gärreststoffaufbereitung. Sie findet in der Regel nach der ersten Fest-/Flüssigtrennung statt und ist die Vorstufe der Umkehrosmose.
Regelwerk, das den Stand der Technik beschreibt, der bei der Planung einer Anlage zu berücksichtigen ist. Darin geht es u. a. um die Luftreinhaltung sowie um den Biogasertrag und die Optimierung der Einsatzstoffe.
Anlage zur Verdampfung von z.B. Wasser, um den Wassergehalt in einem Produkt zu senken.
Prozess zur Umwandlung der Biomasse in Biogas mithilfe von Mikroorganismen.
Durch das EEG garantiertes Entgelt für die in der Biogasanlage erzeugte elektrische Energie.
Vertikal gerichtete Bewegung des Substratstroms in einem Behälter.
Zeitraum, in der die Substanz im Fermenter verbleibt und dem organischen Abbau unterliegt.
Temperatur im Heizwasser vor dem Entzug der Wärme bei der Wärmenutzung.
Apparat zur Übertragung von Wärmeenergie zwischen zwei Heizsystemen.
Regelmäßige Überprüfung, Kontrolle, Ersatz und Instandsetzung von Anlagenteilen.
Natürliche Energiequelle zur Stromerzeugung. Über 20 Prozent des weltweit erzeugten Stroms stammen aus Wasserkraftanlagen, dabei werden bisher nur 20 Prozent der weltweit verfügbaren Wasserkraftreserven genutzt.
Maßeinheit für Stromleistung, nach James Watt (1736–1819), dem Erfinder der Dampfmaschine. 1 kW = 1.000 Watt; 1 Megawatt (MW) = 1.000.000 Watt.
Unerschöpfliche Energiequelle, bei der die natürliche Strömungsenergie des Windes zur Stromgewinnung genutzt wird.
Z
Aufbereitungsmethode mit dem Ziel, grobe Inputstoffe vor der Einbringung zu zerkleinern.
Motor auf Basis eines Dieselmotors, der für den Biogaseinsatz umgerüstet wurde. Er benötigt eine Stützfeuerung und ist nicht so langlebig wie ein Gasmotor.
15. Mai 2015 Berichterstattung über das Geschäftsjahr 2014
25. Juni 2015 Hauptversammlung
30. September 2015 Berichterstattung 2. Quartal 2015
EnviTec Biogas AG Industriering 10 a 49393 Lohne Tel.: +49 (0) 4442 / 8016-8100 Fax: +49 (0) 4442 / 8016-98100 E-Mail: [email protected] www.envitec-biogas.de
Katrin Selzer Tel.: +49 (0) 2574 / 8888-810 Fax: +49 (0) 2574 / 8888-100 E-Mail: [email protected]
Kreutzmann Unternehmenskommunikation, Hamburg
IR.on Aktiengesellschaft, Köln
Vertrieb und Abwicklung: Boschstraße 2 D-48369 Saerbeck Tel.: +49 2574 8888-0 Fax: +49 2574 8888-800
[email protected] www.envitec-biogas.com
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