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ENGIE Audit Report / Information 2021

Jan 3, 2023

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Audit Report / Information

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Publication

ENGIE Deutschland AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ENGIE Deutschland AG

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ENGIE Deutschland AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ENGIE Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt II des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahres-abschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 eingehalten hat. Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Abs. 5 Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n. F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Berlin, 25. August 2022

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

*Kausch-Blecken von Schmeling

Wirtschaftsprüfer*

*Scheppank

Wirtschaftsprüfer*

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2020
EUR EUR TEUR
--- --- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.099,83 22
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 759.320.743,37 736.220
2. Beteiligungen 190.463.340,15 190.463
949.784.083,52 926.683
949.795.183,35 926.705
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.392.760,03 21.319
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 249.696.696,45 102.055
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.830.238,23 924
4. Sonstige Vermögensgegenstände 19.684.416,34 15.258
287.604.111,05 139.556
II. Guthaben bei Kreditinstituten 273,74 1
287.604.384,79 139.557
C. Rechnungsabgrenzungsposten 8.782.597,62 9.849
1.246.182.165,76 1.076.111

Passiva

31.12.2020
EUR EUR TEUR
--- --- --- --- ---
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.435.500,00 5.436
II. Kapitalrücklage 893.201.889,64 893.202
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 112.881.135,21 112.881
IV. Verlustvortrag -152.071.404,19 -194.296
V. Jahresüberschuss 108.126.228,92 42.225
967.573.349,58 859.447
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 679.723,70 609
2. Steuerrückstellungen 5.029.740,20 6.304
3. Sonstige Rückstellungen 66.139.897,92 89.185
71.849.361,82 96.098
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 996.983,27 718
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 161.018.503,97 68.795
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.361.518,23 745
4. Verpflichtung zur Leistungsbereitstellung 25.212.441,46 28.713
5. Sonstige Verbindlichkeiten 17.993.827,02 21.405
davon aus Steuern

EUR 16.795.269,47 (Vj. TEUR 20.293)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit

EUR 0,00 (Vj. TEUR 0)
206.583.273,95 120.376
D. Rechnungsabgrenzungsposten 176.180,41 190
1.246.182.165,76 1.076.111

Gewinn- und Verlustrechnung für 2021

2020
EUR EUR TEUR
--- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 305.966.565,13 328.018
abzüglich Energie- und Stromsteueraufwand -2.522,43 -1.326
2. Sonstige betriebliche Erträge, 41.099.742,84 15.371
davon Erträge aus der Währungsumrechnung

EUR 156.327,36 (Vj. TEUR 218)
347.063.785,54 342.063
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -281.313.817,03 -301.739
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -33.060.485,84 -27.231
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -2.478.882,66 -2.834
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, -657.326,94 -598
davon für Altersversorgung

EUR -252.598,77 (Vj. TEUR -280)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -11.099,84 -14
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen, -7.391.933,73 -12.482
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung

EUR -168.039,84 (Vj. TEUR -223)
-324.913.546,04 -344.898
7. Erträge aus Beteiligungen, 7.457.357,90 6.870
davon aus verbundenen Unternehmen

EUR 291.350,91 (Vj. TEUR 248)
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 80.211.050,37 38.118
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 570.957,78 3.145
davon aus verbundenen Unternehmen

EUR 333.756,04 (Vj. TEUR 312)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 -3.777
11. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 -822
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.031.297,39 -11.131
davon an verbundene Unternehmen

EUR -333.094,92 (Vj. TEUR -282)
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung

EUR -518.917,53 (Vj. TEUR -582)
85.208.068,66 32.403
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 770.561,76 12.663
14. Ergebnis nach Steuern 108.128.869,92 42.231
15. Sonstige Steuern -2.641,00 -6
16. Jahresüberschuss 108.126.228,92 42.225

Amtsgerichts Charlottenburg (HRB 140624 B)

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der ENGIE Deutschland AG (im Folgenden "EDAG" oder "Gesellschaft") wurde nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt. Ergänzende Vorschriften des Aktiengesetzes sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) wurden beachtet.

Die Gesellschaft ist nach den Kriterien des § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben der Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke weitestgehend im Anhang gemacht.

Gesellschaftsrechtliche Veränderungen im Geschäftsjahr

Im Jahr 2021 hat die ENGIE-Gruppe weltweit die Reorganisation basierend auf den Tätigkeitsschwerpunkten der neu definierten Organisationseinheiten (Global Business Units) umgesetzt. Dies führte im Geschäftsjahr auch zu Anpassungen in der Konzernstruktur der ENGIE Einheiten in Deutschland.

So wurde das in der ENGIE Deutschland GmbH, Köln (im Folgenden: "ED GmbH"), in Teilbetrieben geführte Geschäftsfeld "Erneuerbare Energien" (im Folgenden auch "Renewables" oder "RES") mit Ausgliederungs- und Übernahmevertrag vom 17. November 2021 und mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2021 in die ENGIE Deutschland Erneuerbare GmbH (vormals Tevaro GmbH), Berlin, (im Folgenden auch "EDEG") ausgegliedert. Im Anschluss an die Ausgliederung hat die EDAG mit Vertrag vom 14. Dezember 2021 und mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 den 100%igen Anteil an der EDEG von der ED GmbH erworben.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die nachfolgenden für die Aufstellung des Abschlusses maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert geblieben.

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum von drei bis zu fünf Jahren planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden gegebenenfalls gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt und erfolgen linear. Für Zugänge beweglicher Gegenstände des Anlagevermögens werden die Abschreibungen pro rata temporis ermittelt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden gegebenenfalls gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen:

Nutzungsdauer

in Jahren
Software & Lizenzen 3-5
EDV-Hardware 3

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Anschaffungswert in Höhe von 800 € werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben. Alle Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten mehr als 800 € betragen, wurden aktiviert und deren Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Gegebenenfalls notwendige Abschreibungen werden gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt (§ 253 Abs. 4 Satz 1, 2 HGB). Beträge in ausländischer Währung werden mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag bewertet. Bei Forderungen werden alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel sind zum Nominalbetrag bilanziert.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (§ 250 Abs. 1 HGB).

Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken abzudecken. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen, laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck sowie unter Anwendung der Projected Unit Credit-Methode. Dabei wurden Rechnungszinsen zwischen 1,87 % und 1,98 % (Vorjahr: 2,31 % und 2,38 %) unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren zu Grunde gelegt. Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB ein durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre angewendet.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zu Erfüllungsbeträgen. Beträge in ausländischer Währung werden mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag bewertet.

Bei der Verpflichtung zur Leistungsbereitstellung handelt es sich um eine im Rahmen einer Sacheinlage in ein verbundenes Unternehmen übernommene Verpflichtung zur Leistungsvorhaltung aus zwei langfristigen Stromlieferverträgen. Die erstmalige Ermittlung erfolgte aus dem Barwert des prognostizierten Unterschiedsbetrages zwischen Produktions- und Verkaufspreis von Strom. Die Verträge haben Laufzeiten von 2009 bis 2028 bzw. 2016 bis 2035. Der Posten wird über die Laufzeiten der jeweiligen Verträge zeitanteilig ertragswirksam aufgelöst.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung finanzieller Risiken eingesetzt. Soweit möglich, werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Als Buchungsmethode wird die Einfrierungsmethode genutzt.

Latente Steuern werden gemäß § 274 HGB ermittelt. Vom Saldierungswahlrecht für aktive und passive latente Steuern wird Gebrauch gemacht; ein sich ergebender Aktivüberhang wird nicht angesetzt.

Einzelangaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021 ist im Anlagenspiegel in Anlage 1 zum Anhang dargestellt.

Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen im Geschäftsjahr 2021 ist ebenfalls im Anlagenspiegel in Anlage 1 zum Anhang dargestellt.

Die Zugänge innerhalb der Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen den konzerninternen Erwerb der Anteile an der EDEG.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten mit 50,2 Mio. € (Vorjahr: 29,4 Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen in Höhe von 199,5 Mio. € (Vorjahr: 72,7 Mio. €).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (3,8 Mio. €; Vorjahr: 0,9 Mio. €).

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Latente Steuern

Abweichungen zwischen handels- und steuerbilanziellen Wertansätzen bestehen bei dem Posten "Rückstellungen" und betreffen im Wesentlichen die Drohverlustrückstellungen, Rückstellungen für Pensionen sowie die Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen. Darüber hinaus entfallen aktive latente Steuern auf Unterschiede bezüglich eines Aufwandsverteilungspostens nach § 4f EStG. Ferner besteht ein steuerlicher Verlustvortrag, auf den ebenfalls aktive latente Steuern aktiviert werden können, so dass sich insgesamt ein aktiver latenter Steuerüberhang ergibt. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung der latenten Steuern nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird jedoch kein Gebrauch gemacht. Der für die Bewertung genutzte Steuersatz beträgt 30,18 %.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt wie im Vorjahr 5,4 Mio. € und besteht vollständig aus 5.435.500 Inhaberaktien.

Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses in Höhe von 108,1 Mio. € (Vorjahr: 42,2 Mio. €) und des Verlustvortrags in Höhe von 152,1 Mio. € (Vorjahr: Verlustvortrag 194,3 Mio. €) ergibt sich ein Bilanzverlust in Höhe von 43,9 Mio. € (Vorjahr: 152,1 Mio. €).

Es besteht eine Gewinnausschüttungssperre in Höhe von 100,6 T€ im Zusammenhang mit der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre im Vergleich zu der Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (§ 253 Abs. 6 HGB). Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt, wenn die freien Rücklagen zuzüglich des Gewinnvortrags diesem Betrag nicht mindestens entsprechen.

Rückstellungen

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten unter vollständiger Anwendung der Sterbetafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Die Bewertung erfolgt nach der Projected Unit Credit Methode i. S. v. IAS 19 unter Annahme von Rechnungszinsen zwischen 1,87 % und 1,98 % (Vorjahr: 2,31 % und 2,38 %) sowie einer ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Rentendynamik zwischen 1,00 % und 1,75 %.

Im laufenden Geschäftsjahr ergibt sich wie im Vorjahr per Saldo eine Verpflichtung, die unter den Rückstellungen für Pensionen ausgewiesen ist (679,7 T€; Vorjahr: 609,5 T€). Der Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen beträgt 1.248,1 T€ (Vorjahr: 1.170,1 T€), die in voller Höhe saldierungspflichtigen Rückdeckungsansprüche belaufen sich auf 568,4 T€ (Vorjahr: 560,6 T€). Die Anschaffungskosten dieser Rückdeckungsansprüche entsprechen dem beizulegenden Zeitwert

Von den sonstigen Rückstellungen in Höhe von 66,1 Mio. € (Vorjahr: 89,2 Mio. €) entfallen 4,9 Mio. € (Vorjahr: 34,0 Mio. €) auf eine Drohverlustrückstellung im Zusammenhang mit einem langfristigen Beschaffungsvertrag für Strom. Aufgrund der seit dem zweiten Halbjahr 2021 steigenden Preise ist der negative Deckungsbeitrag dieses Vertrages zurückgegangen, so dass die Drohverlustrückstellung nach Berücksichtigung der Inanspruchnahme von 0,3 Mio. € teilweise aufgelöst werden konnte (28,7 Mio. €). Im Bereich der Vertriebsaktivitäten führten die gestiegenen Energiepreise demgegenüber zu einer erforderlichen Bildung einer Drohverlustrückstellung für das Gas Portfolio in Höhe von 10,3 Mio. €.

Darüber hinaus betreffen die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (11,5 Mio. €; Vorjahr: 20,1 Mio. €), Rückstellungen für Freistromverpflichtungen (12,9 Mio. €; Vorjahr 11,6 Mio. €) sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen (17,4 Mio. €; Vorjahr: 16,6 Mio. €).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 161,0 Mio. € (Vorjahr: 68,8 Mio. €) beinhalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 74,3 Mio. € (Vorjahr: 47,9 Mio. €) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 86,7 Mio. € (Vorjahr: 20,9 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (1,4 Mio. €; Vorjahr: 0,8 Mio. €).

Es bestehen folgende Restlaufzeiten:

Restlaufzeiten
Alle Angaben in Mio. € (Vorjahresangaben) Gesamtbetrag < 1 Jahr > 1 Jahr davon

> 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1,0 1,0 0,0 0,0
(0,7) (0,7) (0,0) (0,0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 161,0 81,1 76,9 41,0
(68,8) (64,3) (4,5) (1,0)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1,4 1,4 0,0 0,0
(0,8) (0,8) (0,0) (0,0)
Verpflichtung zur Leistungsbereitstellung 25,2 3,5 21,7 7,7
(28,7) (3,5) (25,2) (11,2)
Sonstige Verbindlichkeiten 18,0 18,0 0,0 0,0
(21,4) (21,4) (0,0) (0,0)
Verbindlichkeiten Gesamt 206,6 105,0 101,6 48,6
(120,4) (90,7) (29,7) (12,2)

Einzelangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

2021 2020
Mio. € Mio. €
--- --- ---
Strom 190,8 204,1
Gas 77,4 93,7
Energiedienstleistungen 13,6 5,6
Sonstige Dienstleistungen 7,9 5,4
Übrige 16,3 17,9
306,0 326,7

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 38,7 Mio. € (Vorjahr: 4,4 Mio. €) enthalten. Davon entfallen 28,7 Mio. € auf die anteilige Auflösung der Drohverlustrückstellung im Zusammenhang mit einem langfristigen Beschaffungsvertrag für Strom.

Materialaufwendungen

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten die im Geschäftsjahr erfolgte Bildung einer Drohverlustrückstellung im Zusammenhang mit unseren Vertriebsaktivitäten in Höhe von 10,3 Mio. €.

Zinsergebnis

Zinserträge aus dem Rückdeckungsvermögen für Pensionen in Höhe von 11 T€ (Vorjahr: 11 T€) wurden mit den Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen in Höhe von 33 T€ (Vorjahr: 35 T€) verrechnet.

Zusätzliche Angaben

Angaben zu Geschäften größeren Umfangs nach § 6b Absatz 2 EnWG

Zwischen der EDAG und der ED GmbH besteht ein Dienstleistungsvertrag, der diverse gegenseitigen Dienstleistungen im Rahmen des ordnungsgemäßen Geschäftsbetriebes regelt. Hierfür erhielt die ED GmbH ein nach Aufwand berechnetes Entgelt von insgesamt 8,7 Mio. €, wogegen die EDAG eine Vergütung von 1,1 Mio. € bekam. Die von der ED GmbH erbrachten Dienstleistungen werden teilweise an die EDEG weiterbelastet. Hierfür erhielt die EDAG eine Vergütung in Höhe von 3,6 Mio. €.

Weiterhin hat die EDAG mit der Energie SaarLorLux AG, Saarbrücken (im Folgenden: "ESLL AG"), einen Rahmenvertrag über die Erbringung verschiedener Dienstleistungen abgeschlossen. Dafür hat die EDAG in 2021 eine Vergütung von insgesamt 1,1 Mio. € erhalten.

Mit der Energie SaarLorLux GbR, Saarbrücken (im Folgenden: "ESLL GbR"), besteht ein Vertrag über die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Finanzbuchhaltung. Hierfür hat die ESLL GbR in 2021 eine Vergütung von insgesamt 0,5 Mio. € erhalten.

Darüber hinaus bestehen zwischen der EDAG und der ENGIE Energy Management Solutions GmbH, Köln, mehrere Dienstleistungsverträge, die diverse Dienstleistungen im Rahmen des ordnungsgemäßen Geschäftsbetriebes regeln. Hierfür erhielt die EDAG eine Vergütung von insgesamt 0,6 Mio. €.

Haftungsverhältnisse

Die EDAG hat eine Garantie für ein langfristiges Darlehen der ENGIE CC s.c.r.l., Brüssel (Belgien), an die ESLL AG abgegeben (anteiliger Vertragswert zum 31. Dezember 2021: 9,3 Mio. €). Wir schätzen das Risiko einer Inanspruchnahme aus dieser Garantie als gering ein, insbesondere vor dem Hintergrund einer erwarteten stabilen kurzfristigen Geschäftsentwicklung der ESLL AG.

Des Weiteren hat die EDAG Bürgschaften für die ED GmbH in Höhe von 2,3 Mio. € übernommen, welche im Wesentlichen im Zusammenhang mit Bauleistungen stehen, die ED GmbH gegenüber deren Auftraggebern erbringt. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.

Darüber hinaus liegen keine Risiken und Vorteile aus den nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften vor.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Im Rahmen der Beschaffungsverträge für den Einkauf von Strom und Gas bestehen zum Stichtag finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 176,4 Mio. € (Vorjahr: 277,5 Mio. €). Davon entfallen auf die verbundenen Unternehmen insgesamt 174,3 Mio. € (Vorjahr: 276,1 Mio. €).

Mit den nachfolgend aufgeführten Gesellschaften und der EDAG bestehen Ergebnisabführungsverträge:

ENGIE Beteiligungs GmbH, Berlin,
ENGIE Energy Services Deutschland GmbH, Köln,
ENGIE Contractingprojekte GmbH, Berlin.

Die übrigen finanziellen Verpflichtungen liegen im Rahmen des üblichen Geschäftsverkehrs.

Anzahl der Arbeitnehmer

Die EDAG hat im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 30 Mitarbeiter beschäftigt. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl setzt sich aus 7 Tarifmitarbeitern und 23 außertariflichen Mitarbeitern zusammen. Zum 31. Dezember 2021 waren insgesamt 30 Mitarbeiter beschäftigt.

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrates sind / waren:

Anne-Laure De Chammard (seit dem 27. Oktober 2021, Vorsitzende seit dem 17. Dezember 2021)

ausgeübter Beruf: Managing Director der Sparte Energy Solutions International der ENGIE-Gruppe
Sabine Murphy (stellv. Vorsitzende)

ausgeübter Beruf: Betriebsvorsitzende der ENGIE Deutschland, Betrieb Berlin und Bremen
Paulo Almirante

ausgeübter Beruf: Senior Executive Vice President der ENGIE S.A.
Olivier Bloeyaert (seit dem 27. Oktober 2021)

ausgeübter Beruf: Mitglied des Executive Committee der Sparte Global Energy Management & Sales der ENGIE-Gruppe
Pierre Cheyron (seit dem 27. Oktober 2021)

ausgeübter Beruf: Chief Business Development, Marketing & Client Officer der Sparte Energy Solutions International der ENGIE-Gruppe
Sylvie Credot (seit dem 27. Oktober 2021)

ausgeübter Beruf: Chief Legal and Ethics Officer der Sparte Renewables der ENGIE-Gruppe
Christine Climeau

ausgeübter Beruf: Finance Vice-President der Sparte Energy Solutions International der ENGIE-Gruppe
Claus Thiemann

ausgeübter Beruf: stellv. Konzernbetriebsratsvorsitzender der EDAG
Andrea Reiter

ausgeübter Beruf: Betriebsratsvorsitzende der ESLL AG
Jasmin Steiner (seit dem 21. April 2022)

ausgeübter Beruf: 2. Bevollmächtigte der Gewerkschaft IG Metall Allgäu
Stefan Najda

ausgeübter Beruf: Gewerkschaftssekretär private Energie- und Abfallwirtschaft bei der Gewerkschaft ver.di (Bundesfachbereich Ver- und Entsorgung)
Roland Maag

ausgeübter Beruf: Geschäftsbereichsleiter Building Technologies der ED GmbH.
Etienne Jacolin (bis zum 27. Oktober 2021, Vorsitzender bis zum 27. Oktober 2021)

ausgeübter Beruf: Chief Financial Officer des Geschäftsbereiches EQUANS der ENGIE-Gruppe
Burkhard Klein (bis zum 27. Oktober 2021)

ausgeübter Beruf: Diplom-Kaufmann
Edouard Neviaski (bis zum 27. Oktober 2021)

ausgeübter Beruf: CEO der Sparte Global Energy Management & Sales der ENGIE-Gruppe
Han Blokland (bis zum 27. Oktober 2021)

ausgeübter Beruf: Country Manager ENGIE NL
Dietmar Jansen (bis zum 31. Dezember 2021)

ausgeübter Beruf: 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall Allgäu.

Vorstand

Dem Vorstand gehören folgende Personen an:

Manfred Schmitz (Vorsitzender)

ausgeübter Beruf: Country Manager Deutschland der ENGIE-Gruppe
Wim Broos

ausgeübter Beruf: Managing Director Thermal Cluster South Europe der Sparte Thermal & Supply der ENGIE-Gruppe
Bernd Dinauer

ausgeübter Beruf: Leiter der Business Platform Germany der Sparte Global Energy Management & Sales der ENGIE-Gruppe
Ralf Schürkamp (seit dem 17. Dezember 2021)

ausgeübter Beruf: Geschäftsbereichsleiter der Erneuerbaren Energien der ENGIE-Gruppe in Deutschland.

Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Vorstands erhalten keine Vergütung von der Gesellschaft.

Für laufende Pensionen ehemaliger Vorstandsmitglieder bestehen Rückstellungen (vor Saldierung mit dem dazugehörigen Deckungsvermögen) in Höhe von 1,2 Mio. €.

Die Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder belaufen sich auf insgesamt 12,5 T€.

Anteilsbesitz

Die EDAG war zum Stichtag an Unternehmen i. S. d. § 285 Nr. 11 HGB beteiligt. Zudem war sie unbeschränkt haftender Gesellschafter von Unternehmen i. S. d. § 285 Nr. 11a HGB. Eine Darstellung der Beteiligungen ist in der Anlage 2 zum Anhang angefügt.

Konzernabschluss

Alleinige Gesellschafterin der EDAG ist die GDF International S.A. (vormals GDF International S.A.S.), Courbevoie (Frankreich).

ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), stellt im Sinne der §§ 285 Nr. 14 und 14a HGB für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf. Die Jahresabschlüsse der EDAG und ihrer Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss der ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), einbezogen. Der Konzernabschluss ist im Handelsregister von Paris unter der Registernummer 542 107 651 offengelegt.

Von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichtes für den Teilkonzern der EDAG wird aufgrund der Befreiung nach § 291 HGB abgesehen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), geprüft und gemäß § 325 HGB in deutscher Sprache offengelegt werden. Die Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden des befreienden Konzernabschlusses folgen den Internationalen Financial Reporting Standards.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers wird im Konzernabschluss der ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), in den die EDAG einbezogen wird, angegeben.

Derivative Finanzinstrumente

Im Bereich unserer Vertriebsaktivitäten wurde für die abgeschlossenen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte für Strom und Gas in Übereinstimmung mit IDW ERS ÖFA 3 eine Gesamtbetrachtung vorgenommen. Demzufolge wurde für die schwebenden Energiebeschaffungs- und Energieabsatzgeschäfte unterstellt, dass ein begründeter Ausnahmefall i. S. d. § 252 Abs. 2 HGB vorliegt, wodurch der Einzelbewertungsgrundsatz des § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB keine Anwendung findet.

Aus dem auf Basis von Jahresscheiben für die Jahre 2022 bis 2025 für Gas gebildeten Portfolio ergibt sich ein drohender Verlust von insgesamt 10,3 Mio. €. Das für den Bereich Strom gebildete Portfolio weist keine drohenden Verluste für die Folgejahre (2022 bis 2025) aus.

Bewertungseinheiten Fremdwährungsverbindlichkeiten

davon mit einer Restlaufzeit
In Mio. € Nominalbetrag Beizulegender

Zeitwert
bis 1 Jahr über 1 Jahr

bis 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Fremdwährung 6,7 7,1 6,6 0,5

Die EDAG hat Devisentermingeschäfte abgeschlossen, um das Währungsrisiko aus einer Fremdwährungsverpflichtung im Rahmen von einem langfristigen Bezugsvertrag abzusichern. Da hierbei eine eindeutige Zuordnung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft besteht, handelt es sich um einen Mikrohedge. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktwert zum Stichtag.

Die Bewertungseinheit weist eine hohe Wirksamkeit aus, da Betrags-, Risiko- und Fristengleichheit besteht (Critical Terms Match-Methode).

Die Bilanzierung erfolgt nach der Einfrierungsmethode.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Berichtsjahr lagen keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vor, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind.

Nachtragsbericht

Zu den möglichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Geschäftsentwicklung der EDAG verweisen wir auf unsere Ausführungen im Risiko- und Prognosebericht des Lageberichts. Weitere berichtspflichtige Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres i. S. d. § 285 Nr. 33 HGB nicht eingetreten.

Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust 2021 in Höhe von 43,9 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

Berlin, den 15. August 2022

ENGIE Deutschland AG

Der Vorstand

gez. Manfred Schmitz gez. Wim Broos gez. Bernd Dinauer gez. Ralf Schürkamp

Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021
--- --- --- --- --- ---
EUR EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.802,25 0,00 0,00 -15.802,25 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 876.605,10 0,00 0,00 15.802,25 892.407,35
892.407,35 0,00 0,00 0,00 892.407,35
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 418.037,25 0,00 0,00 0,00 418.037,25
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.758,86 0,00 0,00 0,00 5.758,86
423.796,11 0,00 0,00 0,00 423.796,11
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 736.219.743,37 52.260.000,00 29.159.000,00 0,00 759.320.743,37
2. Beteiligungen 253.408.104,09 0,00 0,00 0,00 253.408.104,09
989.627.847,46 52.260.000,00 29.159.000,00 0,00 1.012.728.847,46
990.944.050,92 52.260.000,00 29.159.000,00 0,00 1.014.045.050,92
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2021 Zugänge Umbuchungen 31.12.2021 31.12.2021 01.01.2020
--- --- --- --- --- --- ---
EUR EUR EUR EUR EUR TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.802,25 0,00 -15.802,25 0,00 0,00 0
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 854.405,43 11.099,84 15.802,25 881.307,52 11.099,83 22
870.207,68 11.099,84 0,00 881.307,52 11.099,83 22
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 418.037,25 0,00 0,00 418.037,25 0,00 0
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.758,86 0,00 0,00 5.758,86 0,00 0
423.796,11 0,00 0,00 423.796,11 0,00 0
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 759.320.743,37 736.220
2. Beteiligungen 62.944.763,94 0,00 0,00 62.944.763,94 190.463.340,15 190.463
62.944.763,94 0,00 0,00 62.944.763,94 949.784.083,52 926.683
64.238.767,73 11.099,84 0,00 64.249.867,57 949.795.183,35 926.705

Beteiligungen per 31.12.2021

Höhe des

Anteils am

Kapital
Eigenkapital Ergebnis vor

Abführung
T€ T€
--- --- --- ---
Verbundene Unternehmen
Emil Energie GmbH, Saarbrücken (1) 51,00% 25 -65
Energie SaarLorLux AG, Saarbrücken (1) 51,00% 10.280 10.260
Energie SaarLorLux GbR, Saarbrücken (1) 51,00% 10.294 10.201
Energieversorgung Gera GmbH, Gera (1) 90,00% 38.173 6.416
ENGIE Beteiligungs GmbH, Berlin (2) 100,00% 269.525 10.668
ENGIE Contractingprojekte GmbH, Berlin (2) 100,00% 925 11
ENGIE Deutschland Erneuerbare GmbH (vormals: Tevaro GmbH), Berlin 100,00% 6.674 -3.376
ENGIE Deutschland GmbH, Köln (1) 100,00% 356.005 71.903
ENGIE Deutschland Solar GmbH, Berlin (1) 100,00% 22 -3
ENGIE Deutschland Wind GmbH, Berlin (1) 100,00% 1.620 -5
ENGIE Energy Services Deutschland GmbH, Köln (2) 100,00% 320.818 69.536
ENGIE Refrigeration GmbH, Lindau/Bodensee (1) 100,00% 21.266 3.835
ENGIE Solar SPV GmbH, Berlin (1) 100,00% 24 -1
ENGIE Wind 2nd life GmbH, Berlin (1) 100,00% 24 -1
ENGIE Windpark Karstädt Repowering GmbH, Berlin (1) 100,00% 1.297 -6
ENGIE Windpark Lövenich Repowering GmbH, Berlin (1) 100,00% 367 -8
ENGIE Windpark Portfolio 1 GmbH, Berlin (1) 100,00% 19.643 1.757
ENGIE Windpark Querstedt-Badingen Repowering GmbH, Berlin (1) 100,00% 24 -1
ENGIE WSW Windpark Helmstadt Beteiligungs GmbH, Berlin 67,22% (6) 34 1
ENGIE WSW Windpark Helmstadt GmbH & Co. KG, Berlin 67,22% (6) 10.739 498
GeraNetz GmbH, Gera (1) 90,00% 500 -1.526
H.G.S. GmbH, Krefeld (1) 100,00% 10.705 -15
Kraftwerke Gera GmbH, Gera 100,00% 7.928 28
Müller Ingenieurges. für techn. Gebäudeausrüstung mbH, Gießen (1) 100,00% 657 322
Otto Building Technologies GmbH, Bad Berleburg (1) 100,00% 27.209 7.082
Otto Engineering Polska Sp.z.o.o., Rzeszów, Polen (1) (5) 100,00% 1.523 419
Solarimo GmbH, Berlin (1) 100,00% 5.031 -1.815
WSW Energielösungen GmbH, Wuppertal (1) 66,55% (7) 761 -18
WW Industriemontage GmbH, Oberirsen (1) 52,00% 129 122
Beteiligungen
GASAG AG, Berlin (1) 31,58% 608.662 70.903
Onyx Grundstück Wilhelmshaven GmbH & Co. KG, Wilhelmshaven (3) 10,10% 8 -12
Soltecture GmbH i. L., Berlin (4) 6,48% 37.975 -22.323
Windpark Molauer Platte GmbH, Berlin (1) 50,00% 154 -16
Windpark Molauer Platte Repowering GmbH & Co. KG, Berlin (1) 50,00% 25 0
WSW 3/4/5 Energie GmbH, Wuppertal 49,89% (8) 994 778
WSW Energie & Wasser AG, Wuppertal 33,10% 352.926 67.386
WSW Netz GmbH, Wuppertal (1) 33,10% 1.950 -64

(1) Vorliegen einer mittelbaren Beteiligung

(2) für diese Gesellschaften liegt ein Ergebnisabführungsvertrag vor

(3) für diese Gesellschaften liegen nur Werte für 2020 vor

(4) für diese Gesellschaften liegen nur Werte für 2010 vor

(5) Umrechnungskurs für den Abschluss PLN 1 = EUR 0,22

(6) davon 16,22% mittelbar

(7) davon 16,55% mittelbar

(8) davon 24,79% mittelbar

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

ENGIE steht in Deutschland und weltweit für gebündelte Kompetenz beim Übergang zur Klimaneutralität, mit Energielösungen und Dienstleistungen von A wie Anlagenbau bis Z wie Zero Carbon. Über ihre Beteiligungen deckt die ENGIE Deutschland AG (im Folgenden "EDAG" oder "Gesellschaft") wichtige Leistungen ab, die für eine nachhaltige Energiezukunft relevant sind: von ressourcenschonender Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien über effiziente Technik zum Planen, Bauen und Betreiben gebäude- und energietechnischer Systeme, individuelle Ladeinfrastrukturlösungen für Elektro-Mobilität bis hin zur grünen Energiebeschaffung und Optimierung des Verbrauchs. Zu unseren Kunden zählen Industrie und Gewerbe sowie Kommunen und private Haushalte.

Nicht erst seit der Energiewende setzen wir uns für den Ausbau von erneuerbaren Energien ein. Die installierte Leistung der ENGIE-Gruppe bei Erneuerbaren soll weltweit von heute 34,4 GW auf 80 GW in 2030 wachsen und auch Deutschland ist dabei ein wichtiger Markt. Hier bieten wir alle Leistungen zum Bau von Wind- und Photovoltaik-Projekten aus einer Hand - von der Flächenakquise über die Planung, die Genehmigung, den Bau und den Betrieb von Anlagen bis hin zur Vermarktung der erzeugten Windenergie. Neben unseren 14 Windparks in Deutschland sorgen wir mit der Wasserkraftwerksgruppe Pfreimd für Stromerzeugung und tragen zur Stabilisierung des Netzes bei, indem wir sekundengenau die Schwankungen von Sonne und Wind ausgleichen.

Das Leistungsspektrum der EDAG einschließlich ihrer Beteiligungen umfasst darüber hinaus insbesondere folgende Aktivitäten:

ENGIE Deutschland (Teilkonzern der EDAG) ist einer der großen technischen Gebäudeausrüster Deutschlands und beherrscht alle Disziplinen rund um die Technik in Immobilien. Wir übernehmen alle Leistungen der Luft- und Klimatechnik, Wärmetechnik, Kältetechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Gebäudeautomation, Elektrotechnik, im Brandschutz und der Sicherheitstechnik sowie Prüfstandtechnik, Umweltsimulation und sicheren Stromversorgung.

Mit integrierten Energieversorgungs- und Bewirtschaftungslösungen begleitet ENGIE Deutschland ihre Kund:innen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Im Geschäftsbereich Energy & Facility Solutions sind sämtliche Kompetenzen rund um Energiewirtschaft und -versorgung, Contracting, Facility Services sowie Service und Wartung von gebäudetechnischen Infrastrukturen gebündelt.

Jahrzehntelange strategische Partnerschaften verbinden uns mit lokalen Energieunternehmen, der GASAG (Berlin), der Energieversorgung Gera, der Energie SaarLorLux (Saarbrücken) und der WSW Energie & Wasser (Wuppertal). Mit ihren regionalen Verteilnetzen und ihrer Kundennähe gehören die lokalen Energieunternehmen zu den entscheidenden Akteuren im Wandel der Energieversorgung.

Wirtschaftsbericht

Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Das Jahr 2021 war in der ersten Jahreshälfte vor allem durch die Pandemie des neuartigen Corona-Virus (SARS-CoV-2) und entsprechende Eindämmungsmaßnahmen gekennzeichnet. Zum Sommer ermöglichten die Impffortschritte und die Saisonalität des Infektionsgeschehens eine Erholung nahezu aller Wirtschaftssektoren. Allerdings war die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend von Lieferengpässen und Materialknappheiten bestimmt. Aufgrund der deutlichen Zunahme des Infektionsgeschehens zum Jahresende kam es schließlich erneut zu einem Abflachen der wirtschaftlichen Erholung. Im Ergebnis stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt der deutschen Wirtschaft im Jahr 2021 um 2,9 Prozent.1 Für das Gesamtjahr 2022 wird eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 2,7 Prozent erwartet.2

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums birgt der russische Angriffskrieg in der Ukraine substanzielle Risiken für die deutsche Konjunktur. Die Auswirkungen ließen sich derzeit noch nicht seriös beziffern. Sie hingen stark von der Dauer und der Intensität des Konflikts ab.3

Nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stieg der deutsche Energieverbrauch 2021 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 12.265 Petajoule (PJ). Der Energieverbrauch liegt jedoch weiterhin spürbar unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Für die gestiegene Verbrauchsentwicklung sind vor allem die wirtschaftliche Erholung und die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung verantwortlich. Für das letzte Quartal waren jedoch aufgrund der stagnierenden wirtschaftlichen Erholung kaum noch entsprechende Impulse auf den Energieverbrauch zu beobachten. 2021 kam es in der Summe zu einer stärkeren Nutzung fossiler Energieträger, während der Beitrag der Erneuerbaren Energien zum Primärenergieverbrauch um insgesamt 1,2 Prozent sank (Vorjahr + 3,1 Prozent). Der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Primärenergieverbrauch erreichte 2021 einen Anteil von 15,9 (Vorjahr: 16,6) Prozent.4

Die Bruttostromerzeugung stieg nach Schätzungen des BDEW um 3,2 Prozent auf 585,5 Mrd. kWh (Vorjahr 567,5 Mrd. kWh), wobei der Anteil Erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung von 44,2 auf 40,6 Prozent gesunken ist. Das entspricht 237,6 Mrd. kWh (Vorjahr 250,8 Mrd. kWh).5

Im vergangenen Jahr hat sich der Gaspreis auf dem Weltmarkt gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Die gestiegenen Gaspreise wirken sich direkt auf die Strompreise aus. Einer noch unveröffentlichten Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zufolge resultiert jeder Euro an Gaspreissteigerung in einer direkten Erhöhung des Strompreises in Deutschland.6

Weitere Preissteigerungen sind - z.B. aufgrund eines russischen Erdgaslieferstopps oder eines Embargos - nicht auszuschließen.

1 BMWK (2022), S. 46.

2 IfW Kiel et. al. (2022), https://gemeinschaftsdiagnose.de/2022/04/13/von-der-pandemie-zur-energiekrise-wirtschaft-und-politik-im-dauerstress/

3 BMWK (2022), S. 46.

4 BDEW (2022), S. 4-5.

5 BDEW (2022), S. 22-24.

6 BMWK (2022), S. 16-17.

Geschäftsverlauf

Das Jahr 2021 stand auch für die EDAG erneut im Zeichen der weltweiten COVID-19-Pandemie, aber auch der weiteren Umsetzung der Strategie der ENGIE-Gruppe, Marktführer beim Übergang zur CO2-Neutralität zu sein. Die ENGIE-Gruppe konzentriert sich auf Investitionen in Energielösungen für Unternehmen und Kommunen, in die notwendige Anpassung von Strom- und Gasnetzen an die Energiewende und in erneuerbare Energien in großem Maßstab. Dieser Transformationsprozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, erfreulich ist aber, dass wir unsere prognostizierten Ergebnisziele trotz des pandemiebedingt schwierigen Umfelds erreichen konnten. Das Jahresergebnis stieg um 65,9 Mio. € auf 108,1 Mio. €, wobei hier insbesondere unser erfreuliches Beteiligungsergebnis in Höhe von 87,7 Mio. € hervorzuheben ist.

Im Zuge der Strategieumsetzung wurden im Berichtsjahr sämtliche Aktivitäten rund um das Thema Erneuerbare Energien in der ENGIE Deutschland Erneuerbare GmbH, Berlin, (im Folgenden "EDEG") durch Umstrukturierungen gebündelt und neben der Eingliederung des Geschäftsbereichs RES aus der ENGIE Deutschland GmbH, Köln, (im Folgenden "ED GmbH") eine neue Struktur von Holding- und Projektgesellschaften für die Bereiche "Wind" und "Solar" unterhalb der EDEG implementiert. Zum Jahresende hat die EDAG mit Vertrag vom 14. Dezember 2021 und mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 den 100%igen Anteil an der EDEG von der ED GmbH erworben.

Zudem wurde im Dezember 2021 die bisher von einer luxemburgischen Konzerngesellschaft gehaltene Beteiligung an der ENGIE Windpark Portfolio 1 GmbH, Berlin, mittelbar über die Holdinggesellschaft ENGIE Deutschland Wind GmbH, Berlin, gekauft. Die Gesellschaft betreibt insgesamt 85 Windkraftanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 98 Megawatt und wird bereits seit mehreren Jahren sowohl im Hinblick auf die Ergebnisverantwortung als auch über die technische und kaufmännische Betriebsführung von uns betreut.

Darüber hinaus konnten im Berichtsjahr viele neue Expert:innen im Bereich Wind und Photovoltaik insbesondere Business Development, Projektentwicklung sowie Operational Management & Engineering für die Erreichung der Wachstumsziele der EDEG gewonnen werden. So konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Flächensuche und -sicherung in ausgewählten Zielregionen innerhalb Deutschlands weiter intensiviert und für geeignete Standorte Konzeptionen und Planungen vorangetrieben werden.

Im Juni 2021 konnten dann die Projektrechte für einen Windpark in der Stadt Jessen in Sachsen Anhalt im Rahmen eines Asset Deals erworben werden. Geplant sind insgesamt fünf Windenergieanlagen mit einer Leistung von je 5,7 Megawatt. Abhängig von Entscheidungen der lokalen Genehmigungsbehörde könnte noch eine sechste Anlage Platz finden. Im Jahr 2023 soll das Projekt am EEG-Auktionsverfahren der Bundesnetz-agentur teilnehmen. Nach dem darauffolgenden Baubeginn ist eine Inbetriebnahme in 2024 vorgesehen.

In der September-Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Windenergieanlagen an Land haben unsere Projektgesellschaften den Zuschlag für insgesamt 50 Megawatt Wind erhalten. Die Gebote beziehen sich auf die Repowering-Projekte in Karstädt (Brandenburg) und Lövenich (Nordrhein-Westfalen). Für beide Projekte haben wir im Juli 2021 bereits die Genehmigungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erhalten. Damit ist der Weg frei für die ersten Repowering-Projekte der ENGIE-Gruppe in Deutschland. Die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen haben noch in 2021 begonnen. Mit dem Repowering-Projekt werden 20 Altanlagen mit einer Gesamtleistung von 26 Megawatt durch sieben neue Anlagen mit 43,4 Megawatt ersetzt. Am Standort Lövenich / Linnich betreibt die ENGIE-Gruppe ebenfalls seit 2001 acht Anlagen mit einer Gesamtleistung von 10,4 Megawatt, wovon vier dieser Anlagen mit jeweils 1,3 Megawatt durch zwei Anlagen mit jeweils fünf Megawatt ausgetauscht werden. Damit setzen wir unsere ambitionierten Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland nicht nur durch die Entwicklung neuer Projekte, sondern auch durch die Weiterentwicklung unserer Bestandsanlagen um.

Im Zuge der Umstrukturierungen wurde auch der langfristige Pacht- und Betriebsführungsvertrag der Wasserkraftwerksgruppe Pfreimd mit der EDAG von der ED GmbH auf die EDEG übertragen. Die Kraftwerksanlagen nebst dem Batteriespeicher werden demnach weiter an die EDAG verpachtet, die operative technische Betriebsführung erfolgt durch die EDEG. Im April 2021 wurde die Großrevision in der Wasserkraftwerksgruppe Pfreimd fortgesetzt, nachdem diese coronabedingt im Jahre 2020 aufgrund eingeschränkter Material- und Lieferantenverfügbarkeit unterbrochen werden musste. Nach über 1.100 Revisionstagen wurde die Wasserkraftwerksgruppe planmäßig im August wieder in den Regelbetrieb überführt und konnte im Anschluss von den hohen Strompreisen profitieren und Umsatzerlöse im Pump- und Turbinenbetrieb sowie in der Regelenergievermarktung über Plan generieren.

Seit August 2021 ergänzt ein Batteriespeicher am Standort Tanzmühle die Pumpspeicherkraftwerke, die mit der Erbringung von Primär- und Sekundärregelleistung sowie Minutenreserveleistung zur sicheren Energieversorgung beitragen. Beide Anlagen können sich nun gegenseitig besichern.

Unsere Tochtergesellschaft ED GmbH konnte den positiven Trend der Vorjahre erneut bestätigen und die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen, anderer aktivierter Eigenleistungen und sonstiger betrieblicher Erträge) erneut steigern. Die Steigerung lag dabei mit +12,9 % deutlich über der prognostizierten Wachstumsrate. Die prognostizierten Umsatzziele wurden im Geschäftsbereich Technische Dienstleistungen und Produkte durch Projektverzögerungen abrechnungsbedingt nicht erreicht, im Geschäftsbereich Energiedienstleistungen dagegen wurden die Umsatzziele übertroffen und lagen - beeinflusst durch Temperatureffekte und nicht erwartete Preiseffekte am Energiemarkt - leicht oberhalb der Prognosebandbreite, wobei die Prognose auch Umsätze der in 2021 rückwirkend ausgegliederten Erneuerbaren Energien enthielt. Der Auftragsbestand stieg im Vorjahresvergleich um rd. 29,5 % und befindet sich weiterhin auf einem Niveau, um für eine bis weit in das Jahr 2022 reichende solide Kapazitätsauslastung zu sorgen.

Auch im Hinblick auf unsere Kooperationen mit lokalen Versorgern können wir die Geschäftsentwicklung des Berichtsjahres trotz der vielschichtigen Corona-Auswirkungen erneut als insgesamt erfolgreich bewerten.

Bei unserer Saarbrücker Tochter Energie SaarLorLux AG (im Folgenden "ESLL AG") wirkte sich in der Vertriebssparte die gegenüber dem Vorjahr kältere Witterung absatz- und damit entsprechend auch ergebnisverbessernd aus. In der Erzeugungssparte schlugen sich signifikante Kostensteigerungen für Brennstoffe und Emissionszertifikate sowie der Abschluss einer Vorruhestandsvereinbarung negativ auf das Ergebnis nieder. Das Ergebnis vor Steuern lag demnach mit 12,7 Mio. € um 0,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Dennoch übertraf es die Vorjahresprognose.

Erfreulich ist auch, dass die größte Neuinvestition in der Unternehmensgeschichte der ESLL AG, das Anfang 2020 gestartete Projekt neues Gasmotorenkraftwerk Römerbrücke (GAMOR), mit einem Investitionsvolumen von 80 Mio. Euro voll im Zeit- und Budgetplan liegt. Im Früh-Herbst 2021 feierte die ESLL AG mit dem Abschluss aller Bau- und Montagearbeiten die sogenannte "Kalt-Inbetriebnahme". Im November starteten dann erstmals die Motoren für den Testbetrieb ("First Fire"). Das neue Gasmotorenkraftwerk inklusive Wärmespeicher mit seinen fünf Gasmotoren und einer elektrischen und thermischen Gesamtleistung von 52 MW wird im Laufe 2022 ans Netz gehen und dazu beitragen, die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt Saarbrücken sicherzustellen. Mit ihnen können zukünftig rund 65.000 Haushalte mit Strom und rund 13.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Der Bau des Gasmotorenkraftwerks ermöglicht gleichzeitig den vollständigen Ausstieg aus der Energieerzeugung mit Kohle und senkt den CO2-Ausstoß in Saarbrücken um rund 60.000 t/Jahr.

Erklärung zur Unternehmensführung

Der Vorstand und Aufsichtsrat der EDAG hat in 2021 die folgenden Zielgrößen für den Anteil von Frauen in Führungspositionen festgesetzt: Für den Aufsichtsrat beträgt die Zielgröße für den Frauenanteil 40 %. Für den Vorstand beträgt die Zielgröße 25 % unter der Voraussetzung, dass mindestens vier Mitglieder dem Vorstand angehören. Bei fünf Mitglieder im Vorstand beträgt die Zielgröße 40 %. Für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands beträgt die Zielgröße jeweils 25 %, sofern mindestens vier Personen diesen Ebenen angehören. Bei fünf Personen beträgt die Zielgröße 40%. Die genannten Zielgrößen sollten jeweils bis spätestens 31. Dezember 2025 erreicht werden.

Die Frauenquote im Vorstand beträgt zum 31. Dezember 2021 bei vier Mitgliedern 0 % (Vorjahr: 0 %), im Aufsichtsrat 25 % (Vorjahr: 25 %), auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 50 % (Vorjahr: 50 %) und auf der zweiten Ebene 0 % (Vorjahr: 0 %) - nach konzerninternen Wechseln und nur noch einem verbliebenen Mitarbeiter auf dieser Ebene.

Umsatz- und Auftragsentwicklung

Die Umsätze des Geschäftsjahres sind von 326,7 Mio. € im Vorjahr um 20,7 Mio. € auf 306,0 Mio. € leicht gesunken. Das entspricht einem relativen Rückgang um 6,3 %, der sich aus unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsbereichen ergibt.

Die Umsatzerlöse in dem Segment Strom gingen um insgesamt 13,3 Mio. € (-6,5 % gegenüber dem Vorjahr) zurück. Dabei sind die Umsatzerlöse aus dem reinen Stromvertrieb im Berichtsjahr wie erwartet weiterhin stark gesunken: insgesamt haben wir 2,3 TWh Strom verkauft, was einem Rückgang von 1,7 TWh (-43,0 %) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die erwirtschafteten Umsatzerlöse verringerten sich von 172,7 Mio. € im Vorjahr um 47,8 Mio. € auf 124,9 Mio. € im Berichtsjahr (Rückgang um 27,7 %). Diese Entwicklung resultiert aus der in 2017 getroffenen Entscheidung, die Geschäftstätigkeit Energievertrieb nicht in der bisherigen Form fortzuführen, und geht mit entsprechend gesunkenen Materialaufwendungen einher.

Demgegenüber sind die Stromverkäufe im Zusammenhang mit unseren Erzeugungskapazitäten im Vorjahresvergleich um 34,5 Mio. € deutlich gestiegen (65,9 Mio. €; Vorjahr: 31,4 Mio. €), so dass der Rückgang der Umsatzerlöse im Zusammenhang mit den Vertriebsaktivitäten teilweise kompensiert werden konnte. Die höheren Umsatzerlöse aus der Stromerzeugung sind hauptsächlich auf stark gestiegene Strompreise zurückzuführen; die produzierten und abgesetzten Mengen sind dabei im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück gegangen (538,2 MWh, Vorjahr: 625,4 MWh). Dies liegt insbesondere an der im Sommer 2021 durchgeführten Großrevision in der Wasserkraftwerksgruppe Pfreimd sowie an der Beendigung der Direktvermarktungsverträge im Zusammenhang mit der Stromerzeugung in unseren Windparks: im Rahmen der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (sog. Redispatch 2.0) wurden die bis dahin mit der EDAG abgeschlossenen Direktvermarktungsverträge zum 1. August 2021 direkt auf die Electrabel S.A., Brüssel, übertragen.

Die Umsatzerlöse in dem Segment Gas gingen um 16,3 Mio. € auf 77,4 Mio. € zurück; das entspricht einem Rückgang um -17,4 %. Dabei haben die im zweiten Halbjahr 2021 stark gestiegenen Gaspreise den deutlichen Rückgang der abgesetzten Mengen (3,5 TWh; Vorjahr: 4,9 TWh) kompensiert. Ähnlich wie bei den Umsatzerlösen aus dem Stromvertrieb resultiert der Rückgang der Mengen aus der in 2017 getroffenen Entscheidung, die Geschäftstätigkeit Energievertrieb nicht in der bisherigen Form fortzuführen, und geht auch hier mit entsprechend gesunkenen Materialaufwendungen einher.

In den übrigen Segmenten war in 2021 ein Anstieg der Umsatzerlöse um 8,8 Mio. € auf insgesamt 37,8 Mio. € zu verzeichnen. Dies ist insbesondere auf preisbedingt höhere Umsatzerlöse im Zusammenhang mit Energiedienstleistungen zurückzuführen, die die EDAG als Dienstleister für diverse energiewirtschaftliche Themengebiete für die Electrabel S.A., Brüssel, erbringt. Den höheren Umsatzerlösen stehen an dieser Stelle ebenfalls höhere Materialaufwendungen gegenüber.

Finanzen

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag einen Finanzmittelfonds in Höhe von 102,4 Mio. € (Vorjahr: 21,3 Mio. €) ausgewiesen, der sich zum einen aus Bankguthaben und zum anderen aus Forderungen aus dem konzerninternen Cash-Pool zusammensetzt. Das konzerninterne Cash-Pool-Guthaben in Höhe von 102,4 Mio. € (Vorjahr: 21,3 Mio. €) wird in der Bilanz unter dem Posten "Forderungen gegen verbundene Unternehmen" ausgewiesen.

Die wesentlichen Werte der Kapitalflussrechnung 2021 der EDAG stellen sich wie folgt dar:

Mio. € 2021 2020
Jahresergebnis 108,1 42,2
Abschreibungen auf Anlagevermögen 0,0 +3,8
Veränderung der Rückstellungen sowie sonstige zahlungsunwirksame Erträge -27,9 -54,3
Abnahme (+) / Zunahme (-) des übrigen Working Capital 17,1 -164,7
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Anlagenabgängen 0,0 -0,5
Zinsaufwendungen (+) / Zinserträge (-) 0,0 +5,0
Sonstige Beteiligungserträge / -aufwendungen -80,2 -37,3
Ertragsteueraufwand/-ertrag -0,8 -12,7
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit +16,3 -218,4
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 0,0 0,5
Einzahlung aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 29,2 227,9
Auszahlung für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -52,3 -0,9
Erhaltene Zinsen und Dividenden 7,5 10,1
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -15,6 237,6
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 81,2 0,0
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -0,8 -0,8
Gezahlte Zinsen -0,0 -9,8
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 80,4 -10,6
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds +81,1 +8,6
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode +21,3 12,7
Finanzmittelfonds am Ende der Periode +102,4 +21,3

Die Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Es bestehen zum Bilanzstichtag keine Kreditlinien bei Kreditinstituten. Wir gehen davon aus, dass die Finanzierung der Gesellschaft über die Einbindung in den Cashpool der ENGIE-Gruppe auch zukünftig jederzeit gewährleistet ist.

Investitionen

Im Zusammenhang mit den bereits beschriebenen Umstrukturierungen innerhalb der ENGIE Einheiten in Deutschland hat die EDAG mit Vertrag vom 14. Dezember 2021 und mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 den 100%igen Anteil an der EDEG von der ED GmbH erworben. Der Kaufpreis betrug 49,3 Mio. €.

In 2021 erfolgte darüber hinaus eine Erhöhung der Kapitalrücklage bei einer Tochtergesellschaft über 3,0 Mio. €. Weitere Investitionen sind auf der Ebene der EDAG für das Berichtsjahr nicht erfolgt.

Vermögenslage

Die Entwicklung der Aktivposten in der Bilanz stellt sich im Vergleich zum Vorjahr zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

T€ 2021 2020 +/-
Immaterielle Vermögensgegenstände 11 22 -11
Sachanlagen 0 0 0
Finanzanlagen 949.784 926.683 23.101
Langfristig gebundenes Vermögen 949.795 926.705 23.090
Vorräte 0 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 253.527 102.980 150.547
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 34.077 36.576 -2.499
Rechnungsabgrenzungsposten 8.783 9.849 -1.066
Kurzfristig gebundenes Vermögen 296.387 149.405 146.982
Liquide Mittel 0 1 -1
Summe Aktiva 1.246.182 1.076.111 170.071

Das langfristig gebundene Vermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um rd. 23,1 Mio. € erhöht; einerseits durch den Erwerb der Anteile an der EDEG für 49,3 Mio. €, andererseits wurde die Kapitalrücklage eines verbundenen Unternehmens um rd. 28,7 Mio. € herabgesetzt und zurückgezahlt. Die Anlagenintensität (das Verhältnis des Anlagevermögens zum Gesamtvermögen) hat sich durch die deutliche Zunahme der Bilanzsumme wegen des starken Anstiegs des kurzfristig gebundenen Vermögens mit 76,2 % gegenüber dem Vorjahr (86,1 %) signifikant vermindert.

Das kurzfristig gebundene Vermögen stieg wie bereits erwähnt im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt rd. 147 Mio. € deutlich. Hauptverantwortlich dafür ist der im Vorjahresvergleich starke Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, um 150,5 Mio. €. Die wesentlichen Ursachen hierfür liegen zum einen in der deutlichen Steigerung der unter diesem Posten ausgewiesenen Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen um rd. 42,1 Mio. € auf rd. 80,2 Mio. €. Darüber hinaus wuchs der Forderungsbestand aus dem konzerninternen Cash-Pooling mit der ENGIE Treasury Management s.á.r.l., Luxemburg, um 81,1 Mio. € auf 102,4 Mio. €. Auch die Forderungen gegen die Konzerngesellschaften Electrabel SA, Brüssel (Belgien), sowie ENGIE Global Markets SAS, Brüssel (Belgien), aus dem Verkauf des in den eigenen Erzeugungsanlagen produzierten Stroms sind im Vorjahresvergleich um rd. 13,0 Mio. € auf rd. 24,3 Mio. € gestiegen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind hingegen von 36,6 Mio. € im Vorjahr um 2,5 Mio. € auf 34,1 Mio. € leicht gesunken. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen dabei von 21,3 Mio. € im Vorjahr auf 14,4 Mio. € im Berichtsjahr erneut zurück und spiegeln den Rückgang der Umsatzerlöse aus dem Strom- und Gasvertrieb wider; wir verweisen hierzu auch auf unsere Erläuterungen zur Umsatz- und Auftragsentwicklung. Demgegenüber stiegen die Forderungen aus Kapitalertragsteuer im Vorjahresvergleich um rd. 2,6 Mio. € sowie die Forderungen auf den noch offenen Teil des Kaufpreises für die in 2019 veräußerten Gesellschaften aus der thermischen Erzeugungssparte nach Abschluss des Schiedsverfahrens um rd. 2,0 Mio. €.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten (8,8 Mio. €; Vorjahr: 9,8 Mio. €) betrifft im Wesentlichen eine im Jahr 2017 geleistete Zahlung einer Prämie für einen langfristigen Stromliefervertrag (8,7 Mio. €; Vorjahr: 9,1 Mio. €). Die Auflösung der Position erfolgt über die verbleibende Laufzeit des Stromliefervertrages.

Die Entwicklung der Passivposten in der Bilanz stellt sich im Vergleich zum Vorjahr zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

T€ 2021 2020 +/-
Gezeichnetes Kapital 5.435 5.435 0
Rücklagen 1.006.083 1.006.083 0
Verlust-/Gewinnvortrag -152.071 -194.296 42.225
Jahresergebnis 108.126 42.225 65.901
Eigenkapital 967.573 859.447 108.126
Langfristige Rückstellungen 34.924 59.166 -24.242
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 76.891 4.492 72.399
Leistungsbereitstellung (WSW) 21.703 25.204 -3.501
Lang-/Mittelfristiges Fremdkapital 133.518 88.862 44.656
Kurzfristige Rückstellungen 36.926 36.932 -6
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 85.489 65.048 20.441
Leistungsbereitstellung (WSW) 3.509 3.509 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 18.991 22.122 -3.131
Rechnungsabgrenzungsposten 176 190 -14
Kurzfristiges Fremdkapital 145.091 127.801 17.289
Summe Passiva 1.246.182 1.076.111 170.071

Hinsichtlich der Angaben zur Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals und zu wesentlichen Beteiligungen von Aktionären verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang.

Das lang- und mittelfristige Fremdkapital hat sich im Vorjahresvergleich um rd. 44,7 Mio. € erhöht. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Aufnahme eines langfristigen Konzerndarlehens im Rahmen des Erwerbs und der Eingliederung des Geschäftsbereichs Erneuerbare Energien, dessen mittel- und langfristiger Teil zum Bilanzstichtag über 73,2 Mio. € valutiert. Demgegenüber sind die langfristigen Rückstellungen im Vergleich zum Vorjahr um rd. 24,2 Mio. € gesunken, was im Wesentlichen auf die Auflösung einer unter den langfristigen Rückstellungen bilanzierten Drohverlustrückstellung aus einem Stromliefervertrag in Höhe von rd. 26,4 Mio. € zurückzuführen ist. Ein leicht gegenläufiger Effekt resultiert aus der zinsbedingten Höherdotierung des langfristigen Teils einer Verpflichtung zur kostenlosen Lieferung von Strom in Verbindung mit dem Betrieb der Kraftwerksgruppe Pfreimd um rd. 1,3 Mio. € sowie einer ebenfalls zinsbedingten Erhöhung des langfristigen Teils von Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von rd. 0,8 Mio. €. Darüber hinaus hat sich die Verpflichtung zur Leistungsbereitstellung zugunsten der WSW 3/4/5 Energie GmbH, Wuppertal, um eine Jahresscheibe (-3,5 Mio. €) verringert.

Das kurzfristige Fremdkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 17,3 Mio. € gestiegen. Dieser Anstieg ist insbesondere auf die Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, um 20,4 Mio. € auf 85,5 Mio. € zurückzuführen. Dieser Posten beinhaltet erstmals Verbindlichkeiten gegenüber der EDEG aus Pacht und Betriebsführung für die Kraftwerksgruppe Pfreimd inkl. Batteriespeicher in Höhe von rd. 5,6 Mio. € (Vorjahr: Forderung gegen die ED GmbH in Höhe von rd. 0,5 Mio. €) sowie den kurzfristigen Teil der Konzerndarlehen über rd. 8,8 Mio. € (Vorjahr rd. 0,8 Mio. €). Die unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Umsatzsteuerverbindlichkeiten sind demgegenüber im Vorjahresvergleich um rd. 3,3 Mio. € gesunken.

Ertragslage

Eine Übersicht zur Entwicklung der Ertragslage im Vorjahresvergleich ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

T€ 2021 2020 +/-
Umsatzerlöse 305.964 326.692 -20.728
Sonstige betriebliche Erträge 33.523 7.376 26.147
Betriebsleistung 339.487 334.068 5.419
Materialaufwand -314.374 -328.970 14.596
Personalaufwand -3.136 -3.432 296
Abschreibungen -11 -14 3
Sonst. betr. Aufwendungen -6.889 -11.371 4.482
Sonstige Steuern -3 -6 3
Betriebsaufwand -324.413 -343.793 19.380
Betriebsergebnis 15.074 -9.725 24.799
Finanzergebnis -2.460 -949 -1.511
Beteiligungsergebnis/Ergebnisübernahme 87.668 44.167 43.501
Neutrales Ergebnis 7.074 -3.931 11.005
Ertragsteuern 770 12.663 -11.893
Jahresergebnis 108.126 42.225 65.901

Zu der Entwicklung der Umsatzerlöse verweisen wir auf unsere Erläuterungen zur Umsatz- und Auftragsentwicklung.

Die Betriebsleistung ist insgesamt leicht um rd.1,6 % bzw. 5,4 Mio. € auf 339,5 Mio. € gestiegen. Gleichzeitig konnte der Betriebsaufwand um rd. 5,6 % bzw. rd. 19,4 Mio. € gesenkt werden und somit das Betriebsergebnis von -9,7 Mio. € um 24,8 Mio. € auf 15,1 Mio. € gesteigert werden. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen, wenn auch mit gegenläufigem Effekt, auf die signifikante Erhöhung der Strom- und Gaspreise im Vorjahresvergleich zurückzuführen: Während die Vorjahre jeweils durch einen Sondereffekt im Zusammenhang mit der Zuführung zu einer Drohverlustrückstellung für einen langfristigen Stromliefervertrag belastet waren, konnte die Risikovorsorge im Berichtsjahr durch deutlich gestiegene Strompreise im Umfang von rd. 28,7 Mio. € ertragswirksam aufgelöst werden (Vorjahr Zuführung 11,6 Mio. €). Andererseits musste im Berichtsjahr erstmals aufgrund deutlich gestiegener und nicht an den Kunden durchreichbarer Gaspreise eine Drohverlustrückstellung über rd. 10,3 Mio. € aufwandswirksam im Materialaufwand gebildet werden.

Das Betriebsergebnis auf der Ebene der EDAG alleine ist jedoch keine für die Unternehmenssteuerung relevante Kennzahl, da im Zuge der erfolgten Umstrukturierungen in Vorjahren Teile des operativen Geschäftes von der EDAG auf die einzelnen Tochtergesellschaften verlagert wurden. Insofern werden hier insbesondere die Ergebnisbeiträge unserer Beteiligungen herangezogen.

Das Beteiligungsergebnis hat sich im Berichtsjahr trotz des pandemiebedingt schwierigen Umfelds um 43,5 Mio. € auf 87,7 Mio. € verbessert und liegt damit deutlich über unseren Erwartungen. Die signifikante Steigerung des Beteiligungsergebnisses im Berichtsjahr resultiert im Wesentlichen aus dem von der ED GmbH mittelbar an die EDAG zusätzlich abzuführenden Gewinn aus der Veräußerung der EDEG über rd. 41,8 Mio.€.

Das Finanzergebnis ist im Berichtsjahr mit rd. -2,5 Mio. € um rd. 1,5 Mio. € schlechter ausgefallen als im Vorjahr. Diese Entwicklung ist insbesondere auf den Rückgang der Zinserträge für Ertragssteuern aus Vorjahren zurückzuführen, die in das Zinsergebnis des Vorjahres mit 2,4 Mio. € eingeflossen waren, in 2021 jedoch nur 0,2 Mio. € betrugen. Dieser negative Effekt wird nur teilweise kompensiert, insbesondere durch geringere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Aufzinsung sowie Änderung des Rechnungszinses bei langfristigen Rückstellungen (2,7 Mio. €; Vorjahr: 3,0 Mio. €).

Aus Gründen der Klarheit und korrekten Darstellung des operativen Ergebnisses werden auch in diesem Jahr sämtliche mit dem Verkauf der thermischen Erzeugungssparte an die Onyx Power Gruppe per 30. November 2019 im Zusammenhang stehenden nachlaufenden Aufwendungen und Erträge analog den Vorjahren im neutralen Ergebnis gezeigt. Mit Vorlage des finalen Schiedsspruchs über die Höhe des endgültigen Kaufpreises konnte im Berichtsjahr aus der Auflösung der bestehenden Risikovorsorge, saldiert mit sonstigen, direkt mit dem Verkauf im Zusammenhang stehenden Aufwendungen ein Ertrag von 7,1 Mio. € generiert werden.

Die Ertragsteuern des Vorjahres enthielten als Sondereffekt im Wesentlichen die Erträge aus der Auflösung von Steuerrückstellungen nach Abschluss der Betriebsprüfungen für die betreffenden Jahre in Höhe von rd. 9,9 Mio. € sowie Steuererstattungen für Vorjahre über rd. 3,7 Mio. €.

Insgesamt schließt das Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 108,1 Mio. € (Vorjahr: 42,2 Mio. €) ab und liegt damit deutlich oberhalb der internen Prognose. Für das Geschäftsjahr 2021 hatten wir ein positives, leicht über dem Vorjahresergebnis liegendes Gesamtergebnis im mittleren zweistelligen Millionenbereich erwartet.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Im Rahmen ihrer Konzernzugehörigkeit zum ENGIE S.A.-Konzern erstellt die EDAG auch Abschlüsse nach IFRS. Sowohl im internationalen ENGIE S.A.-Konzern als auch innerhalb der deutschen ENGIE-Gesellschaften erfolgt die Unternehmenssteuerung daher über IFRS-Kennzahlen. Auf Ebene der EDAG werden die Aktivitäten der ENGIE Gruppe in Deutschland gesteuert, wobei die EDAG eine überwiegende Holdingfunktion einnimmt. Vor diesem Hintergrund werden zur Steuerung der isolierten Aktivitäten der Gesellschaft vorwiegend die Ergebnisbeiträge der Beteiligungen herangezogen.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Sinne des § 289 Abs. 3 HGB werden von der EDAG zur Unternehmenssteuerung nicht verwendet.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beurteilt die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf und die Lage der EDAG insgesamt als zufriedenstellend.

Angaben nach § 6b Abs. 7 EnWG

Die EDAG erfüllt die Bedingungen eines vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens gemäß § 3 Nr. 38 EnWG. Zur Vermeidung von Diskriminierung und Quersubventionierung bestehen deshalb gemäß § 6b Abs. 3 EnWG besondere Anforderungen an die Zuordnung der buchhalterischen Sachverhalte auf die einzelnen Tätigkeitsbereiche. Da die Gesellschaft lediglich in den Bereichen "Strom", "Gas" und "Sonstige", nicht jedoch in den in § 6b Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 bis 6 EnWG genannten Tätigkeitsbereichen tätig ist, sind zwar getrennte Konten zu führen, sie muss jedoch keinen Tätigkeitsabschluss aufstellen und veröffentlichen.

Chancen- und Risikobericht

Das Risikomanagement ist für die EDAG als Unternehmen der ENGIE-Gruppe verpflichtend integraler Bestandteil der Unternehmensführung.

Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen nutzen wir eine Vielzahl von Steuerungs- und Kontrollsystemen, die laufend weiterentwickelt werden. Dazu gehört ein konzernweit einheitlicher Planungs-, Budgetierungs-, Berichts- und Controllingprozess zur Information unserer Gesellschafter. Überdies wird die EDAG von der Konzernrevision erfasst, die in regelmäßigen Abständen in Deutschland tätig wird.

Das interne Kontrollsystem des internationalen ENGIE S.A.-Konzerns wird als Programm unter dem Namen "INCOME" kontinuierlich weiterentwickelt. Die Einhaltung der INCOME-Regularien wurde im Berichtsjahr durch die Innenrevision in bestimmten Bereichen, welche für das Unternehmen von Bedeutung sind, stichprobenartig geprüft.

Wesentliche Beanstandungen haben sich im Jahr 2021 aus diesen Prüfungen nicht ergeben.

Die gesteigerten geopolitischen Risiken infolge des Kriegs in der Ukraine machen sich in den Preisen für Öl und Gas bemerkbar. Der Ölpreis ist seit Dezember 2021 von 70 US-Dollar auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Auch die Gaspreise bleiben weiterhin hoch volatil. Nach Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 ist der Gaspreis zunächst erneut gestiegen. Die Preissteigerungen durch den Krieg in der Ukraine erfolgen in einem Umfeld ohnehin stark erhöhter Rohstoffpreise. Denn durch den simultanen weltweiten Aufschwung nach der Corona-Pandemie hatte die Energienachfrage auch sprunghaft angezogen, wodurch insbesondere Öl- und Gaspreise massiv gestiegen waren.7

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 30. März 2022 die Frühwarnstufe des "Notfallplans Gas" ausgerufen. Die G7-Staaten hatten in einer gemeinsamen Erklärung am 28. März 2022 aus Gründen der Vertragstreue die Bezahlung von Gasrechnungen in Rubel abgelehnt und es war unklar, ob und wie lange die russische Regierung dies akzeptieren wird, ohne Gaslieferungen zu stoppen. Vor dem Hintergrund einer drastischen Reduzierung der russischen Erdgaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 in der vorangegangenen Woche um etwa 60 Prozent sowie der anstehenden, etwa zehntägigen Wartung der Pipeline wurde dann am 23. Juni 2022 die Alarmstufe als zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Das Wirtschaftsministerium ruft sie aus, wenn eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt. Die Indikatoren sind also die gleichen wie bei der Frühwarnstufe, nur wird die Lage als noch gravierender eingestuft.

Der Markt ist noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen, ohne dass staatliche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Im Falle einer drastischen Eskalation - in der Notfallstufe nach Energiesicherungsgesetz - kann die Bundesnetzagentur als "Bundeslastverteiler" in die Gasflüsse eingreifen.8

Die finanziellen Auswirkungen sind jedoch nach Energiewirtschaftsgesetz unzureichend geregelt. Dadurch drohen Beschaffungs-, Preis- und operative Risiken. Hohe Gaspreise sind auch zu einem Großteil für die stark gestiegenen Strompreise verantwortlich.9 Bei nicht prognostizierbaren Bilanzkreisabweichungen fallen auch die deutlich gestiegenen Ausgleichsenergiepreise stark ins Gewicht.

Zusammenfassend bestehen die folgenden Risiken bzw. Chancen, die eine wesentliche Auswirkung auf die EDAG haben:

Wesentliche Risikofaktoren im operativen Bereich sind aus unserer Sicht ungeplante Ausfälle der von EDAG betriebenen Kraftwerksanlagen und Stromspeicher. Ebenso bestehen wetterbedingte Risikofaktoren bei der Vermarktung unserer Windparks und der wärmegeführten Erzeugungsanlagen in unseren Beteiligungen. Das Risiko ungeplanter Ausfälle unserer Kraftwerksanlagen können wir zwar nicht gänzlich ausschließen, wir versuchen jedoch dieses durch planmäßige Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen und Schulung der Mitarbeiter zu minimieren. Darüber hinaus existieren in wirtschaftlich angemessenem Umfang Versicherungen zur Begrenzung negativer wirtschaftlicher Auswirkungen.

Das Risiko steigender Brennstoff- bzw. sinkender Stromgroßhandelspreise sichert die EDAG - gemäß einem ENGIE gruppenweit festgelegten rollierenden Hedgingfahrplan - durch Portfolio-Hedge-Geschäfte konzernintern ab. Risiken werden kontinuierlich beobachtet, sodass der Sicherungsumfang bei wesentlichen Änderungen angepasst werden kann. Daher rechnen wir insofern mit keiner unerwarteten wesentlichen negativen oder positiven Beeinflussung des Unternehmenswertes für die kommenden Jahre. Die Werthaltigkeit unseres Erzeugungsportfolios wird regelmäßig getestet, so dass wir die Risiken aus Preisentwicklungen auf die Werthaltigkeit frühzeitig erkennen können.

Im Rahmen unserer Beteiligungen halten wir das Risiko von weiteren Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite für relevant, betreiben aber auch hier eine Absicherung durch Hedge-Geschäfte.

Ausfall- und Kreditrisiken im Rahmen des bestehenden Vertriebsportfolios werden als relevant eingeschätzt und durch Prozesse und Tools zur Bewertung neuer Kunden (bereits vor Vertragsabschluss) und ständiger Überwachung des Portfolios hinsichtlich möglicher Risiken kontrolliert.

Im Zusammenhang mit einem langfristigen Stromliefervertrag in Schweizer Franken bestehen Währungsrisiken, für die wir aufgrund unserer Markteinschätzung eine Absicherung mittels Devisentermingeschäften vorgenommen haben.

Im Zusammenhang mit dem Betrieb der bestehenden Kraftwerkskapazitäten bestehen sowohl Risiken im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch standortspezifische Risiken sowie Risiken, welche die zukünftige Entwicklung maßgeblicher wirtschaftlicher Parameter betreffen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass eine exakte Prognose der maßgeblichen Parameter (wie zum Beispiel die Entwicklung von Preisen) über die lange Nutzungsdauer eines Kraftwerks nicht möglich ist, die Entwicklung der langfristigen Rentabilität beinhaltet somit Risiken und in gleichem Maße auch Chancen.

Dies, in Verbindung mit dem Umstand, dass auch im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Entwicklung des Marktdesigns (insb. die Gestaltung möglicher Kapazitätsmärkte) erhebliche Unsicherheit besteht, führt dazu, dass die künftige Wirtschaftlichkeit und langfristige Rentabilität unserer Assets risikobehaftet bleibt.

Gleichzeitig bieten neue rechtliche Rahmenbedingungen auch Chancen für die zusätzliche bzw. erweiterte Vermarktung.

Regulatorisch ist die Lage für Stromspeicher unübersichtlich: Am 2. September 2021 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) sein Urteil im Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland (C-718/18) verkündet. Kernpunkt des Verfahrens war die Frage der Unabhängigkeit der Bundesnetzagentur, die nach EuGH-Auffassung u. a. durch die auf Grundlage des § 24 Abs. 1 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) erlassenen Verordnungen unzulässig eingeschränkt worden ist.10 Daher ist es möglich, dass die derzeitige Grundlage für die Netzentgeltbefreiung für Stromspeicher im EnWG mittelfristig entfällt und die Stromnetzentgeltverordnung - als Grundlage für vermiedene Netzentgelte - aufgehoben werden muss.

Vermiedene Netzentgelte sind auch für die Erzeugungsanlagen der Stadtwerkebeteiligungen eine relevante Einnahmequelle.

Hinsichtlich der Weiterentwicklung unseres Geschäfts durch Zukauf von teilweise oder vollständig entwickelten Projekten besteht die Gefahr von Fehlinformationen durch den Verkäufer sowie die natürliche Unsicherheit bei der Bestimmung von Unternehmenswerten. Wir versuchen, die hieraus erwachsenden Risiken durch die Einbeziehung von Experten der Gruppe sowie von externen Beratern im Vorfeld zu minimieren.

Risiken der Datenverarbeitung werden durch technische und organisatorische Maßnahmen begrenzt. Dazu gehören zum Beispiel die redundante Auslegung von Hardware, Spiegelung von Systemen und Datenbanken sowie die regelmäßige organisierte Datensicherung für die Aufrechterhaltung des IT-Betriebes nach einem eventuellen Notfall.

Ausgehend von der COVID-19-Pandemie, die seit März 2020 das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland massiv beeinflusst, entstehen für ENGIE Risiken aus Verzögerungen in Bauabläufen und bei Investitionsentscheidungen. Je nach Dauer der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen könnten darüber hinaus sinkende Energieverbräuche und -preise, insbesondere bei unseren Stadtwerkekooperationen, die Ergebnisse belasten. Wesentliche Forderungsausfälle und Corona bedingte Stilllegungen von Baustellen waren bisher nicht zu verzeichnen. Sollte sich die Krise erneut verschärfen und es temporär zu einer geringeren Auslastung kommen, kann ENGIE dem kurzfristig mit dem Instrument der Kurzarbeit begegnen. Eine kurzfristige Liquiditätssicherung ist für die Gesellschaft durch die Anbindung an den konzerninternen Cash-Pool und eine nicht genutzte Kreditlinie gegeben.

Durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine haben sich bisher für die Gesellschaft keine signifikanten unmittelbaren Auswirkungen ergeben, da ENGIE kein direktes Geschäft mit russischen und ukrainischen Kunden oder Lieferanten betreibt. Dennoch können sich mittelbar aus der Russland-Ukraine-Krise eine Reihe von zusätzlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft ergeben. Die drohende Gasmangellage als Folge geringerer Gaslieferungen aus Russland beeinflusst das Vertriebs- und Contractinggeschäft je nach Umfang der Gasverknappung erheblich. Konkret bestehen nach aktuellem Stand der politischen Diskussion im Wesentlichen zwei Risiken: Zum einen würde ein Gasverstromungsverbot in Abhängigkeit der Mindestgröße der betroffenen Erzeugungsanlagen mindestens am Standort Gera zu einem Herunterfahren der dort betriebenen BHKWs mit einer Gesamtleistung von 40 MWel führen. Zum anderen drohen uns als Gasendkunden durch außerplanmäßige Preiserhöhungen, zu denen unsere Vorlieferanten im Falle einer Ersatzbeschaffung in Folge ausbleibender Gaslieferungen berechtigt wären, Mehrkosten, die wir ggf. nicht weitergeben können an unsere Kunden.

Die bereits im Laufe des Jahres 2021 und zu Anfang 2022 erfolgten signifikanten Preiserhöhungen im Gaseinkauf treffen die Gesellschaft nur temporär, da sie verzögert durch Preisgleitklauseln an die Endkunden weitergegeben werden können.

Weitere mittelbare Risiken aus der Russland-Ukraine-Krise werden von der Gesellschaft im Rahmen des operativen Risiko-Managements in der folgenden Weise beachtet und bearbeitet:

Störung der internationalen Lieferketten, Preisanstieg bei Rohstoffen oder Vorproduktion (z.B. Stahl) durch verstärkte Zusammenarbeit mit den Einkaufsabteilungen der ENGIE-Gruppe.
Vermeidung von Vertragsstrafen aufgrund nicht eingehaltener Liefertermine durch aktive Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten.
Vermeidung von Zahlungsausfällen wichtiger Kunden oder Lieferanten durch regelmäßiges Monitoring der Kunden und Lieferanten.
Vermeidung zusätzlicher Cyberrisiken durch verstärkte Maßnahmen der ENGIE IT zum sog. "Hardening" der IT Infrastruktur und der begleitenden Maßnahmen zur Schulung und Information der Mitarbeiter.

Kurz- oder mittelfristigen Änderungen der politischen Rahmenbedingungen für die Energieerzeugung begegnet die ENGIE-Gruppe mit einem kontinuierlichen Monitoring der politischen Diskussionen und einer frühzeitigen Kommunikation in die Gesellschaften.

Die genannten Risiken sind aufgrund der implementierten Kontroll- und Managementsysteme unter Kontrolle bzw. beherrschbar und haben gegenwärtig keinen den Bestand der ENGIE gefährdenden Einfluss auf die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage.

Chancen bestehen insbesondere im Bereich erneuerbare Energien aber auch bei Entwicklungsopportunitäten, die sich aus vier gesellschaftspolitischen Trends ergeben: die zunehmende Dekarbonisierung in allen Bereichen des Wirtschaftslebens, die Dezentralisierung der Energieerzeugung mit einhergehenden Veränderungen in der Nutzer- und Kundenstruktur, die kundenseitige Motivation zur Reduzierung des Energieverbrauchs mit den angebotsseitig vielseitigen Möglichkeiten zur Steigung der Energieeffizienz sowie die kontinuierlich zunehmende Digitalisierung in allen Lebens- und Arbeitsbereichen.

Dabei bieten sowohl die Stadtwerke-Kooperationen auf ihren lokalen Märkten, das existierende Geschäft im Bereich erneuerbarer Energien als auch die Energiewirtschaftliche Aktivität eine gute Ausgangsbasis, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und zu vertreiben. Darüber hinaus erwarten wir, dass die im Berichtsjahr fortgesetzte strategische Neuausrichtung der ENGIE-Gruppe in Deutschland und die damit verbundene Bündelung unserer Kompetenz über das gesamte Spektrum von Energie und multitechnischen Dienstleistungen weitere Vorteile für unsere Wettbewerbssituation bringen wird.

7 Bundeswirtschaftsministerium (2022), S. 15.

8 Bundeswirtschaftsministerium (2022), https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/03/20220330-bmwk-ruft-fruehwarnstufe-des-notfallplan-gas-versorgungssicherheit-gewaehrleistet.html

9 Bundeswirtschaftsministerium (2022), S. 16-17.

10 EuGH, 02.09.2021 - C-718/18 - dejure.org

Prognosebericht

Auch im kommenden Jahr werden wir uns auf die weitere Umsetzung der Strategie der ENGIE-Gruppe fokussieren, Marktführer beim Übergang zur CO2-Neutralität zu sein. Es gibt eine zunehmende Anzahl von Industrieunternehmen wie auch von Städten und Gemeinden, die sich eine Selbstverpflichtung gegeben haben, ihren Energieeinsatz, ihre Liegenschaften und ihre Aktivitäten klimafreundlich auszugestalten. Unser Ziel ist es, Kunden einen umfassenden, ganzheitlichen Ansatz zu bieten, ihre Emissionsbasis dauerhaft in Richtung Klimaneutralität zu mindern. ENGIE Deutschland setzt hierbei die eigenen Erfahrungen in den Bereichen Energie, Technik und Service ein und unterstützt Kunden mit vielfältigen technischen Dienstleistungen, Energiedienstleistungen sowie dem Einsatz von erneuerbaren Energien. Die Unterstützung kann entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausgestaltet sein, von Konzeption und Planung über Bau und Finanzierung bis zu Betrieb und Service von technischen Anlagen. Die Perspektiven für diesen neuen Ansatz sind als günstig einzuschätzen.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll seitens der Politik weiter vorangetrieben werden, mit dem Ziel, den Anteil am Gesamtstromverbrauch bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern. Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz bildet den aktualisierten Rahmen für die künftige Förderung von Wind- und Solarprojekten, aus dem sich die Attraktivität von neuen Projekten ableiten lässt und der den politisch-gesellschaftlichen Willen zur weiteren Entwicklung der erneuerbaren Energien bestätigt.

Mit der Bündelung unserer Tätigkeiten rund um das Thema erneuerbare Energien in der EDEG unterstreichen wir die Bedeutung, die Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimaneutralität für die ENGIE-Gruppe haben und stellen die Weichen für weiteres Wachstum in Deutschland. Erreichen wollen wir das neben der Weiterentwicklung von eigenen Projekten auch über Kooperationen mit Projektentwicklern bei Wind- und Großflächen-Photovoltaikanlagen. Unser bestehendes Geschäft werden wir weiter optimieren und ausbauen.

Für das Gesamtergebnis der Gesellschaft, insbesondere unter Einbeziehung der Ergebnisbeiträge unserer Beteiligungen einschließlich des geplanten Ergebnisabführungsvertrages mit der EDEG, gehen wir für das nächste Geschäftsjahr von einem positiven Jahresergebnis im oberen zweistelligen Millionenbereich aus, welches jedoch voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des durch Sondereffekte beeinflussten Berichtsjahres liegen wird. Dabei werden Umsatzerlöse im unteren sechsstelligen Millionenbereich erwartet, die aufgrund der in den Vorjahren beschlossenen Beendigung der Vertriebsaktivitäten voraussichtlich nochmals unter dem Niveau von 2021 liegen werden.

Die Auswirkungen des aktuellen Russland-Ukraine-Konflikts sind derzeit schwer einzuschätzen, es deutet sich aber eine Verstärkung der ohnehin schon bestehenden Störungen in den Lieferketten an. Einen Mangel an Ersatzteilen oder sonstigem Verbrauchsmaterial gibt es bislang nicht, dieser kann jedoch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Der Vorstand sieht die EDAG ohne Berücksichtigung möglicher Effekte aus der Ukraine-Krise über das kommende Geschäftsjahr hinaus gut positioniert.

Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht

Die EDAG hat gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Abhängigkeitsbericht aufzustellen. Der Vorstand hat die folgende Schlusserklärung abgegeben:

"Die EDAG hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden."

Berlin, den 15. August 2022

ENGIE Deutschland AG

Der Vorstand

gez. Manfred Schmitz gez. Wim Broos gez. Bernd Dinauer gez. Ralf Schürkamp

Bericht des Aufsichtsrates

vom 19. Oktober 2022

Der Aufsichtsrat hat sich während des Berichtszeitraums 2021 in drei Sitzungen am 20. Mai 2021, 27. Oktober 2021 und 17. Dezember 2021 sowie durch weitere schriftliche und mündliche Berichte des Vorstandes und Beschlussfassungen im schriftlichen Umlaufverfahren von der Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt und wurde über Maßnahmen von wesentlicher und grundsätzlicher Bedeutung unterrichtet.

Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen hat der Vorstand in regelmäßigen Kontakten und im Bedarfsfall mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden wichtige unternehmenspolitische Entscheidungen eingehend beraten.

Maßnahmen des Vorstands, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedurften, wurden zugestimmt.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 ist von der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat selbst vorgenommenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes sind Einwendungen nicht zu erheben.

Der Aufsichtsrat hat mit Beschluss vom 19. Oktober 2022 den Jahresabschluss 2021 gebilligt; er ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit.

Berlin, den 19. Oktober 2022

Der Aufsichtsrat

Anne-Laure de Chammard

- Aufsichtsratsvorsitzende -

Die ordentliche Hauptversammlung der ENGIE Deutschland AG, Berlin, vom 19. Oktober 2022 hat beschlossen, den Bilanzverlust für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 43.945.175,27 EUR in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Berlin, 19. Oktober 2022

ENGIE Deutschland AG