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ENGIE Annual Report 2017

Dec 28, 2018

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Annual Report

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Publication

ENGIE Deutschland AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva

EUR EUR 31.12.2016

TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.633,71 8
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 21.125,54 46
3. Geleistete Anzahlungen 55.317,94 1
79.077,19 55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 171.849,40 174
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 280.308,87 331
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 9.177,69 71
461.335,96 576
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.149.628.926,13 1.310.324
2. Beteiligungen 194.240.340,15 206.574
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 87.720
1.343.869.266,28 1.604.618
1.344.409.679,43 1.605.249
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfe- und Betriebsstoffe 44.925.594,84 35.337
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.388.225,42 17.237
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 593.005.530,24 538.162
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.414.126,69 3.543
4. Sonstige Vermögensgegenstände 18.907.961,54 24.270
643.715.843,89 583.212
III. Guthaben bei Kreditinstituten 0,00 8
688.641.438,73 618.557
C. Rechnungsabgrenzungsposten 11.141.577,34 744
2.044.192.695.50 2.224.550
Passiva
EUR EUR 31.12.2016

TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.435.500,00 5.436
II. Kapitalrücklage 1.023.201.889,64 1.023.202
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 112.881.135,21 112.881
IV. Gewinnvortrag 274.628.177,55 509.018
V. Jahresfehlbetrag -224.781.767,02 -234.390
1.191.364.935,38 1.416.147
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 403.558,03 342
2. Steuerrückstellungen 31.550.762,87 25.508
3. Sonstige Rückstellungen 142.241.017,22 156.271
174.195.338,12 182.121
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.101,64 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.044.590,92 1.616
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 617.574.535,92 572.763
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.126.514,73 2.436
5. Verpflichtung zur Leistungsbereitstellung 39.222.691,57 42.714
6. Sonstige Verbindlichkeiten 16.659.987,22 6.753
davon aus Steuern EUR 12.267.195,03 (Vj. TEUR3.278)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 583,78 (Vj. TEUR 0)
678.632.422,00 626.282
2.044.192.695,50 2.224.550

Gewinn- und Verlustrechnung für 2017

EUR EUR 2016

TEUR
1. Umsatzerlöse 1.228.613.680,01 1.124.468
abzüglich Energie- und Stromsteueraufwand -9.310,63 -807
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 5
3. Sonstige betriebliche Erträge, 162.781.156,86 9.239
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 2.147.110,88 (Vj. TEUR 663)
1.391.385.526,24 1.132.905
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.197.305.945,91 -1.152.710
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -56.400.196,66 -89.920
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.028.916,61 -5.783
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, -693.728,89 -1.105
davon für Altersversorgung EUR -274.762,32 (Vj. TEUR -839)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -148.880,01 -288
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen, -29.787.570,58 -33.806
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR -2.192.637,71 (Vj. TEUR -321)
-1.290.365.238,66 -1.283.612
8. Erträge aus Beteiligungen, 3.377.378,64 7.419
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 64.868,64 (Vj. TEUR 4.108)
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 30.644.238,73 31.797
10. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 3.727.638,00 3.728
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, 1.177.710,83 9.931
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 558.725,68 (Vj. TEUR 783)
davon Erträge aus der Abzinsung EUR 0,00 (Vj. TEUR 2.935)
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -14.965.817,06 -143.070
13. Aufwendungen aus Verlustübernahme -344.330.629,58 -13.130
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, -4.670.381,46 -3.153
davon an verbundene Unternehmen EUR -440.597,92 (Vj. TEUR -601)
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR -1.374.983,93 (Vj. TEUR -1.748)
-325.039.861,90 -106.478
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -75.353,44 22.827
16. Ergebnis nach Steuern -224.094.927,76 -234.358
17. Sonstige Steuern -686.839,26 -32
18. Jahresfehlbetrag -224.781.767,02 -234.390

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Der Jahresabschluss der ENGIE Deutschland AG (im Folgenden "EDAG" oder "Gesellschaft") wurde nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt. Ergänzende Vorschriften des Aktiengesetzes sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) wurden beachtet. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Der Abschluss ist in deutscher Sprache und in Euro aufgestellt.

Bei der EDAG handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Bilanzposten und Davon-Vermerke teilweise im Anhang erfolgt.

Gesellschaftsrechtliche Veränderungen im Geschäftsjahr

Die im Jahr 2015 beschlossene Umfirmierung und umfassende Neuausrichtung der ENGIE-Gruppe unter dem Dach der ENGIE S.A., der französischen Konzernmutter, wurde in 2017 fortgesetzt und führte zu weiteren verschiedenen Anpassungen an der Konzernstruktur der EDAG. Diese orientierte sich an den Tätigkeitsschwerpunkten der auf Gruppenebene neu geschaffenen Organisationseinheiten (Business Units).

So hat die EDAG im Januar 2017 ihre gesamte Beteiligung an der Energie SaarLorLux GbR (51 %) mit Sitz in Saarbrücken über die GDF SUEZ Energy Services Germany GmbH, Köln (im Folgenden "SES"), in die ENGIE Deutschland GmbH, Köln (im Folgenden: "ED GmbH"), im Wege einer Sachkapitalerhöhung eingebracht. Die Energie SaarLorLux GbR ist alleinige Gesellschafterin der Energie SaarLorLux AG, Saarbrücken (im Folgenden: "ESLL AG"). Die zum Buchwert erfolgte Transaktion führt lediglich zu einem Aktivtausch innerhalb der Anteile an verbundenen Unternehmen. Zukünftige Gewinnanteile werden im Rahmen des mit der SES bestehenden Ergebnisabführungsvertrages vereinnahmt.

Mit Gesellschafterbeschluss im Januar 2017 schied die ENGIE Windpark Verwaltungs GmbH, Berlin, als Komplementärin aus der ENGIE Windpark Betriebs GmbH & Co. KG, Berlin (im Folgenden "EWB"), aus. Durch den Austritt ist diese Gesellschaft mit Wirkung zum 16. Februar 2017 (Eintragung im Handelsregister der angewachsenen Gesellschaft) auf die EDAG als einzige Gesellschafterin angewachsen. Im weiteren Schritt wurde die im Wesentlichen innerhalb der angewachsenen EWB als Teilbetrieb geführte Geschäftsaktivität "Wind Betrieb" mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1.April 2017 über die SES in die ED GmbH ausgegliedert.

Weiterhin hat die EDAG im Dezember 2017 einen Anteil von 90 % ihrer 100 %igen Beteiligung an der Energieversorgung Gera GmbH mit Sitz in Gera über die SES in die ED GmbH im Wege einer Sachkapitalerhöhung eingebracht. Die Energieversorgung Gera GmbH ist alleinige Gesellschafterin der Gera Netz GmbH, Gera. Die Transaktion erfolgte zum beizulegenden Zeitwert und führte neben einem Aktivtausch innerhalb der Anteile an verbundenen Unternehmen zu einer Aufdeckung von stillen Reserven.

Registerinformationen

Die EDAG hat ihren Geschäftssitz in der Friedrichstraße 200 in 10117 Berlin und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter HRB 140624 B eingetragen.

II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die nachfolgenden für die Aufstellung des Abschlusses maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert geblieben.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum der Nutzung planmäßig abgeschrieben (drei Jahre).

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum von einem bis zu fünf Jahren planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden gegebenenfalls gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt und erfolgen linear. Für Zugänge beweglicher Gegenstände des Anlagevermögens werden die Abschreibungen pro rata temporis ermittelt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden gegebenenfalls gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen:

Nutzungsdauer in Jahren
Software & Lizenzen 3-5
Grundstücksgleiche Rechte 75
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-10
EDV-Hardware 3-8

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Anschaffungswert in Höhe von 410 € werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben. Alle Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten mehr als 410 € betragen, wurden aktiviert und deren Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Gegebenenfalls notwendige Abschreibungen werden gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt (§253 Abs. 4 Satz 1, 2 HGB). Emissionsrechte sind dem Vorratsvermögen zugeordnet. Dabei werden entgeltlich erworbene CC>2-Emissionszertifikate zu Anschaffungskosten bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Der Bestand an Rohstoffen (Kohle, Heizöl) wurde im Rahmen der vorverlegten Stichtagsinventur gemäß § 241 Abs. 2 HGB ermittelt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt (§ 253 Abs. 4 Satz 1, 2 HGB). Beträge in ausländischer Währung werden mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag bewertet. Bei Forderungen werden alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel sind zum Nominalbetrag bilanziert.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (§ 250 Abs. 1 HGB).

Rückstellungen werden in Höhe des Betrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken abzudecken. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen, laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Richttafeln 2005 G" von Dr. Klaus Heubeck sowie unter Anwendung der Projected Unit Credit-Methode. Dabei wurden Rechnungszinsen zwischen 3,68 % und 3,74 % (Vorjahr: 4,01 % und 4,06 %) zu Grunde gelegt. Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB ein durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre angewendet.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zu Erfüllungsbeträgen. Beträge in ausländischer Währung werden mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag bewertet.

Bei der Verpflichtung zur Leistungsbereitstellung handelt es sich um eine im Rahmen einer Sacheinlage in ein verbundenes Unternehmen übernommene Verpflichtung zur Leistungsvorhaltung aus zwei langfristigen Stromlieferverträgen. Die erstmalige Ermittlung erfolgte aus dem Barwert des prognostizierten Unterschiedsbetrages zwischen Produktions- und Verkaufspreis von Strom. Die Verträge haben Laufzeiten von 2009 bis 2028 bzw. 2016 bis 2035. Der Posten wird über die Laufzeiten der jeweiligen Verträge zeitanteilig ertragswirksam aufgelöst.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung finanzieller Risiken eingesetzt. Soweit möglich, werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Als Buchungsmethode wird die Einfrierungsmethode genutzt.

Latente Steuern werden gemäß § 274 HGB ermittelt. Vom Saldierungswahlrecht für aktive und passive latente Steuern wird Gebrauch gemacht; ein sich ergebender Aktivüberhang wird nicht angesetzt.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Der Vorjahresvergleich ist aufgrund der im Berichtsjahr erfolgten und unter Punkt I beschriebenen Ausgliederungen teilweise eingeschränkt.

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2017 ist im Anlagenspiegel in Anlage 1 zum Anhang dargestellt.

Die Zugänge innerhalb der Sachanlagen betreffen im Wesentlichen die im Zusammenhang mit der Anwachsung der EWB auf die EDAG übergegangenen Werte.

Die Abgänge innerhalb der Sachanlagen sind ausschließlich auf die zum 1. April 2017 zum Buchwert erfolgte Ausgliederung der Geschäftsaktivität "Wind Betrieb" zurückzuführen.

Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen im Geschäftsjahr 2017 ist ebenfalls im Anlagenspiegel in Anlage 1 zum Anhang dargestellt.

Die Zugänge im Rahmen der im Berichtsjahr erfolgten Ausgliederungsvorgänge betreffen mit 48,1 Mio. € ausschließlich die SES. Die Abgänge im Zusammenhang mit den Ausgliederungsvorgängen betreffen im Wesentlichen die Beteiligung an der Energie SaarLorLux GbR, Saarbrücken, sowie 90 % der Anteile an der Energieversorgung Gera GmbH, Gera, die jeweils über die SES auf die ED GmbH übertragen wurden. Wir verweisen hier auf die Ausführungen zu den gesellschaftsrechtlichen Veränderungen im Geschäftsjahr.

Die übrigen Abgänge innerhalb der Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen die Rückführung der Kapitalrücklage der ENGIE Kraftwerke GmbH, Berlin, in Höhe von 292,4 Mio. €.

Die Abgänge bei den Wertpapieren resultieren aus der vollständigen Veräußerung von Wertpapieren des Anlagevermögens, die ein rein finanzielles Engagement darstellten.

Die im Vorjahr vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen innerhalb der Erzeugungssparte von 126,8 Mio. € wurden im Berichtsjahr vollständig zurückgenommen.

Im Geschäftsjahr erfolgten weiterhin außerplanmäßige Abschreibungen auf Stadtwerke-Beteiligungen in Höhe von 15,0 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €).

Vorräte

Die Vorräte betreffen mit 30,4 Mio. € entgeltlich erworbene CC>2-Emissionszertifikate sowie mit 14,5 Mio. € den Rohstoffbestand an Kohle und Heizöl.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten mit 243,4 Mio. € (Vorjahr: 192,6 Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen in Höhe von 349,6 Mio. € (Vorjahr: 345,6 Mio. €).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (3,4 Mio. €; Vorjahr: 3,5 Mio. €).

Unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem und bis zu fünf Jahren in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Forderungen von mehr als fünf Jahren (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

Die verbleibenden Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Latente Steuern

Abweichungen zwischen handels- und steuerbilanziellen Wertansätzen bestehen bei den selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen sowie dem Posten "Rückstellungen" und betreffen im Wesentlichen die Drohverlustrückstellungen, Rückstellungen für Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen sowie die Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen. Darüber hinaus entfallen aktive latente Steuern auf Unterschiede bezüglich eines Aufwandsverteilungspostens nach § 4f EStG und bei den Finanzanlagen. Ferner besteht ein steuerlicher Verlustvortrag, auf den ebenfalls aktive latente Steuern aktiviert werden können, so dass sich insgesamt ein aktiver latenter Steuerüberhang ergibt. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung der latenten Steuer nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird jedoch kein Gebrauch gemacht. Der für die Bewertung genutzte Steuersatz beträgt 30 %.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt wie im Vorjahr 5,4 Mio. € und besteht vollständig aus 5.435.500 Inhaberaktien.

Unter Berücksichtigung des Jahresfehlbetrages in Höhe von 224,8 Mio. € (Vorjahr: 234,4 Mio. €) und des Gewinnvortrags in Höhe von 274,6 Mio. € (Vorjahr: 509,0 Mio. €) ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 49,8 Mio. € (Vorjahr: 274,6 Mio. €).

Aus der Aktivierung selbst geschaffener Vermögensgegenstände ergibt sich gemäß § 268 Abs. 8 HGB eine Gewinnausschüttungssperre in Höhe von 2,6 T€. Weiterhin besteht eine Gewinnausschüttungssperre in Höhe von 128,5 T€ im Zusammenhang mit der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre im Vergleich zu der Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (§ 253 Abs. 6 HGB). Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt, wenn die freien Rücklagen zuzüglich Gewinnvortrag diesem Betrag nicht mindestens entsprechen.

Rückstellungen

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten unter vollständiger Anwendung der Sterbetafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Die Bewertung erfolgt nach der Projected Unit Credit Methode i. S. v. IAS 19 unter Annahme von Rechnungszinsen zwischen 3,68 % und 3,74 % (Vorjahr: 4,01 % und 4,06 %), einer im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Einkommensdynamik von 2,5 % sowie einer ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Rentendynamik von 1,75 %.

Im laufenden Geschäftsjahr ergibt sich wie im Vorjahr per Saldo eine Verpflichtung, die unter den Rückstellungen für Pensionen ausgewiesen ist (403,6 T€; Vorjahr: 342 T€). Der Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen beträgt 946,7 T€ (Vorjahr: 878 T€), die in voller Höhe saldierungspflichtigen Rückdeckungsansprüchen belaufen sich auf 543,1 T€ (Vorjahr: 535 T€). Die Anschaffungskosten dieser Rückdeckungsansprüche entsprechen dem beizulegenden Zeitwert.

Die Steuerrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Ertragsteuern (22,2 Mio. €; Vorjahr: 21,5 Mio. €), Energiesteuern (5,4 Mio. €; Vorjahr: 0,0 Mio. €) sowie für Grunderwerbsteuern (3,9 Mio. €; Vorjahr: 4,0 Mio. €).

In den sonstigen Rückstellungen in Höhe von 142,2 Mio. € (Vorjahr: 156,3 Mio. €) sind 52,3 Mio. € (Vorjahr: 82,7 Mio. €) Drohverlustrückstellungen im Wesentlichen im Zusammenhang mit langfristigen Beschaffungsverträgen enthalten.

Darüber hinaus betreffen die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (35,8 Mio. €; Vorjahr: 27,5 Mio. €), Rückstellungen für die Rückgabeverpflichtung für CC>2-Emissionsrechte (29,8 Mio. €; Vorjahr: 21,0 Mio. €) sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen (15,5 Mio. €; Vorjahr: 13,2 Mio. €).

In den sonstigen Rückstellungen werden darüber hinaus langfristige Verpflichtungen für Jubiläen und Sterbegelder in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 617,6 Mio. € (Vorjahr: 572,8 Mio. €) beinhalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 236,3 Mio. € (Vorjahr: 235,4 Mio. €) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 381,3 Mio. € (Vorjahr: 337,4 Mio. €). In den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verpflichtungen im Zusammenhang mit bestehenden Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 344,3 Mio. € ausgewiesen. Darüber hinaus sind erhaltene Optionsprämien im Zusammenhang mit dem Kraftwerksbetrieb an den Standorten Farge und Zolling (21,9 Mio. €) in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (2,1 Mio. €; Vorjahr: 2,4 Mio. €).

Es bestehen folgende Restlaufzeiten:

Restlaufzeiten
Alle Angaben in Mio. € (Vorjahresangaben) Gesamtbetrag < 1 Jahr >1 Jahr >5 Jahre
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3,0 3,0 0,0 0,0
(1.6) (1.6) (0,0) (0,0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 617,6 601,4 16,2 3,7
(572,8) (545,5) (27,3) (4,5)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, 2,1 2,1 0,0 0,0
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (2,4) (2,4) (0,0) (0,0)
Verpflichtung zur Leistungsbereitstellung 39,2 3,5 35,7 21,7
(42,7) (3,5) (39,2) (25,2)
Sonstige Verbindlichkeiten 16,7 16,3 0,4 0,0
(6,8) (6,1) (0,7) (0,0)
Verbindlichkeiten Gesamt* 678,6 626,3 52,3 25,4
(626,3) (559,1) (67,2) (29,7)

* Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 4 T€ (Vorjahr: 0 T€) und sind aufgrund der Größe des Betrags nicht in einer eigenen Position aufgeführt.

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Der Vorjahresvergleich ist aufgrund der im Berichtsjahr erfolgten und unter Punkt I beschriebenen Ausgliederungen teilweise eingeschränkt.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

2017

Mio. €
2016

Mio. €
Strom 943,8 858,0
Gas 107,0 113,2
Swaps / Optionen 106,6 55,9
Leistungsbereitstellung 38,5 49,2
Dienstleistungen 14,3 16,1
Wärme 5,4 5,5
Kohle 0,0 0,2
Sonstige 13,0 25,6
1.228,6 1.123,7

Die in den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträge aus Sicherungsgeschäften (Swaps) stehen vollständig im Zusammenhang mit dem Stromgeschäft und haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Dieser Anstieg steht im Zusammenhang mit der Glattstellung von Optionsgeschäften durch Rückkauf. Die aus den Rückkaufgeschäften resultierenden Aufwendungen wurden im Materialaufwand ausgewiesen.

Ferner ist der Anstieg der Umsatzerlöse im Wesentlichen auf die gestiegene Stromerzeugung in den konventionellen Kraftwerken insbesondere im Kraftwerk Wilhelmshaven zurückzuführen. Die Vergleichbarkeit zum Vorjahr ist eingeschränkt, da das Kraftwerk Wilhelmshaven in 2016 aufgrund von Revisionsarbeiten im Zeitraum März bis November still stand.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen aus der Zuschreibung einer Beteiligung an einem verbundenen Unternehmen (126,8 Mio. €). Des Weiteren sind in der Positionen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 25,0 Mio. € enthalten, welche überwiegend auf die Auflösung einer Drohverlustrückstellung für einen langfristigen Stromliefervertrag entfallen (23,4 Mio. €).

Materialaufwand

Die Materialaufwendungen beinhalten die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren in Höhe von 1.197,3 Mio. € (Vorjahr: 1.152,7 Mio. €) sowie die Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 56,4 Mio. € (Vorjahr: 89,9 Mio. €).

Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnung

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen wurden im Geschäftsjahr 2017 Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) ausgewiesen. Diese sind im Wesentlichen auf Devisentermingeschäfte zurückführen (2,0 Mio. €, Vorjahr: 0,5 Mio. €).

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Währungsumrechnungsdifferenzen von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) enthalten. Auf Devisentermingeschäfte entfallen davon 2,3 T€ (Vorjahr: 3,9 T€).

Zinsergebnis

Das Zinsergebnis beläuft sich im Berichtsjahr auf -3,5 Mio. € (Vorjahr: +6,8 Mio. €) und resultiert im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen für Verzugszinsen in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Im Vorjahr beeinflussten vor allem Zinserträge aus der Erstattung von Ertragsteuern das Ergebnis deutlich positiv (6,1 Mio. €). Zinserträge aus dem Rückdeckungsvermögen für Pensionen in Höhe von 149,9 T€ wurden mit den Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen in Höhe von 37,9 T€ verrechnet. Im Vorjahr wurden im Zinsergebnis neben Erträgen aus dem Deckungsvermögen Zinserträge aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen unter Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn anstelle der zum 31. Dezember 2015 zugrunde gelegten sieben Jahre in Höhe von 3,0 Mio. € ausgewiesen, welche mit Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 38,2 T€ saldiert wurden.

Periodenfremde Aufwendungen und Erträge

Im Berichtsjahr fielen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 1,1 Mio. € an, welche im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen sind.

Des Weiteren wurden Rückstellungen für ausstehende Rechnungen für sonstigen betrieblichen Aufwand in Höhe von 1,6 Mio. € (Vorjahr: 7,5 Mio. €) aufgelöst. Der entsprechende Ertrag ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

Angaben zu Geschäften größeren Umfangs nach § 6b Absatz 2 EnWG

Die EDAG hat mit der ENGIE Kraftwerke GmbH, Berlin (im Folgenden "EKW"), in 2016 eine Vereinbarung zur Erfüllungsübernahme abgeschlossen, nach der die Verpflichtung aus einem langfristigen Stromliefervertrag wirtschaftlich auf die EKW übergeht. Aus diesem Vertrag ergaben sich im Berichtsjahr Erträge von 30,3 Mio. €.

Zwischen der EDAG und der ED GmbH besteht ein Dienstleistungsvertrag, der diverse Dienstleistungen im Rahmen des ordnungsgemäßen Geschäftsbetriebes regelt. Hierfür erhielt die ED GmbH ein nach Aufwand berechnetes Entgelt von insgesamt 18,4 Mio. €.

Die Gesellschaft hat mit der ENGIE Energielösungen GmbH, Berlin (im Folgenden: "EEL"), Vereinbarungen zur Erbringung verschiedener Dienstleistungen geschlossen. Dafür sind in 2017 insgesamt 4,0 Mio. € Umsatzerlöse erzielt worden, die sich im Wesentlichen auf die folgenden Dienstleistungen beziehen: Kosten der Geschäftsführung, IT-Services, Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie Personalwesen, Finanzen und Rechtsberatung.

Weiterhin hat die EDAG mit der ESLL AG einen Rahmenvertrag über die Erbringung verschiedener Dienstleistungen abgeschlossen. Dafür hat die EDAG in 2017 eine Vergütung von insgesamt 1,7 Mio. € erhalten.

Mit der ENGIE Treasury Management S.C.R.L., Luxemburg, besteht ein Cash-Pooling-Vertrag, aus dem sich zum Stichtag Forderungen in Höhe von 284,4 Mio. € (229,1 Mio. €) ergeben.

Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn 2017 in Höhe von 49,8 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

V. SONSTIGE ANGABEN

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Im Rahmen der Beschaffungsverträge für den Einkauf von Strom, Gas, Kohle und CO2 -Zertifikaten bestehen zum Stichtag finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 867,1 Mio. € (Vorjahr: 1.035,7 Mio. €). Davon entfallen auf die verbundenen Unternehmen insgesamt 845,1 Mio. € (Vorjahr: 1.017,0 Mio. €).

Mit den nachfolgend aufgeführten Gesellschaften und der EDAG bestehen Ergebnisabführungsverträge:

ENGIE Beteiligungs GmbH, Berlin,
ENGIE Kraftwerke GmbH, Berlin,
ENGIE Kraftwerk Farge GmbH & Co. KGaA, Berlin,
ENGIE Kraftwerk Zolling GmbH & Co. KGaA, Berlin,
ENGIE Kraftwerk Wilhelmshaven Betriebs GmbH & Co. KGaA, Wilhelmshaven
GDF SUEZ Energy Services Germany GmbH, Köln.

Die übrigen finanziellen Verpflichtungen liegen im Rahmen des üblichen Geschäftsverkehrs.

Haftungsverhältnisse

Gegenüber folgenden verbundenen Unternehmen hatte die EDAG im Geschäftsjahr 2017 eine Patronatserklärung und zur Vermeidung einer Überschuldung eine Rangrücktrittsvereinbarung abgegeben:

EGG Windpark Großaga GmbH, Gera, (bis 50 T€),
ENGIE Kraftwerk Farge GmbH & Co. KGaA, Berlin, (bis 50 T€),
ENGIE Grundstück Wilhelmshaven Verwaltungs GmbH, Wilhelmshaven, (bis 50 T€),
ENGIE Kraftwerk Wilhelmshaven Verwaltungs GmbH, Wilhelmshaven, (bis 50 T€),
ENGIE Kraftwerk Zolling GmbH & Co. KGaA, Berlin, (bis 50 T€).

Im Zusammenhang mit dem Untererbbaurechtsvertrag mit der ENGIE Grundstück Wilhelmshaven GmbH & Co. KG, Wilhelmshaven, haben die EDAG und die Electrabel S.A., Brüssel (Belgien), eine gesamtschuldnerische Patronatserklärung gegenüber der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG, Wilhelmshaven, abgegeben (Vertragswert: 10,7 Mio. € (Vorjahr: 10,8 Mio. €)).

Des Weiteren besteht eine Patronatserklärung gegenüber der WSW Energie und Wasser AG, Wuppertal, im Zusammenhang mit den Energielieferungen durch die EEL.

Eine Inanspruchnahme der EDAG aus den Patronatserklärungen ist unwahrscheinlich, weil die EDAG die betroffenen Tochtergesellschaften, wie bereits in der Vergangenheit erfolgt, mit entsprechendem Eigenkapital ausstatten würde.

Ferner hat die EDAG eine Garantie für ein langfristiges Darlehen der ENGIE CC s.c.r.l., Brüssel (Belgien), an die ESLL AG abgegeben (anteiliger Vertragswert zum 31. Dezember 2017: 15,5 Mio. € (Vorjahr: 21,1 Mio. €)). Wir schätzen das Risiko einer Inanspruchnahme aus dieser Garantie als gering ein, insbesondere vor dem Hintergrund einer erwarteten stabilen kurzfristigen Geschäftsentwicklung der ESLL AG.

Des Weiteren hat die EDAG im Berichtsjahr erstmalig Bürgschaften für die ED GmbH in Höhe von 1,9 Mio. € übernommen, welche im Zusammenhang mit Bauleistungen stehen, die ED GmbH gegenüber deren Auftraggebern erbringt.

Darüber hinaus liegen keine Risiken und Vorteile aus den nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften vor.

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Zur Absicherung finanzieller Risiken setzt die EDAG derivative Finanzinstrumente ein. Dabei werden mit Hilfe von Rohstoffderivaten zukünftige variable Cashflows abgesichert, insbesondere im Zusammenhang mit Bezugsverträgen für Kohle und CC>2-Zertifikate. Weiterhin wurden Devisentermingeschäfte in Schweizer Franken und US-Dollar für die Absicherung von zukünftigen Währungsrisiken abgeschlossen.

Im Bereich unserer Vertriebsaktivitäten wurde für die abgeschlossenen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte für Strom und Gas in Übereinstimmung mit IDW ERS ÖFA 3 eine Gesamtbetrachtung vorgenommen. Demzufolge wurde für die schwebenden Energiebeschaffungs- und Energieabsatzgeschäfte unterstellt, dass ein begründeter Ausnahmefall i. S. d. § 252 Abs. 2 HGB vorliegt, wodurch der Einzelbewertungsgrundsatz des § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB keine Anwendung findet.

Aus den auf Basis von Jahresscheiben für die Jahre 2018 bis 2022 für Strom bzw. 2018 bis 2022 für Gas gebildeten Portfolios ergaben sich keine drohenden Verluste.

Derivative Finanzinstrumente

davon mit einer Restlaufzeit
in Mio. € Nominalbetrag beizulegender Zeitwert bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Optionen 22,0 10,5 10,4 0,1

Bei den angegeben Geschäften handelt es sich um geschriebene Clean-Dark-Spread Optionen, die zur Kraftwerkssteuerung eingesetzt werden. Die beizulegenden Zeitwerte enthalten, bei Betrachtung von Jahrescheiben, keine negativen Werte.

Die beizulegenden Zeitwerte wurden unter Anwendung anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt.

Bewertungseinheiten Rohstoffe

davon mit einer Restlaufzeit
in Mio. € einbezogener Betrag Höhe des abgesicherten Risikos bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Kohle 53,7 34,4 25,7 8,7
Emissionen 42,5 -0,7 -3,1 2,4
Summe 96,2 33,7 22,6 11,1

Zur Margensicherung im Erzeugungsportfolio werden Swaps für den Einkauf von Kohle sowie für den Einkauf von C02-Zertifikaten eingesetzt.

Die Grundgeschäfte, die in die Bewertungseinheiten für Rohstoffe einbezogen werden, sind die prognostizierten C02-Zertifikate und Kohlemengen, die für die geplante Stromerzeugung benötigt werden. Die Effektivitätsmessung erfolgt anhand der Dollar-Offset Methode.

Durch die Wahl gleichartiger Merkmale der Grund- und Sicherungsgeschäfte und einem ordnungsgemäßen Risikomanagement eignet sich hiermit das Portfoliohedging. Für den unwirksamen Teil einer Bewertungseinheit wäre zum Stichtag eine Drohverlustrückstellung unter den sonstigen Rückstellungen auszuweisen. Dies war zum Stichtag nicht erforderlich.

Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode.

Bewertungseinheiten Fremdwährungsverbindlichkeiten

davon mit einer Restlaufzeit

In Mio. EUR einbezogener Betrag Höhe des abgesicherten Risikos bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 5 Jahre
Fremdwährung 6,9 0,6 0,6 0,0

Die EDAG hat Devisentermingeschäfte abgeschlossen, um das Währungsrisiko aus einer Fremdwährungsverpflichtung im Rahmen von Bezugsverträgen abzusichern. Da hierbei eine eindeutige Zuordnung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft besteht, handelt es sich um einen Mikrohedge. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktwert zum Stichtag.

Auch diese Bewertungseinheit weist eine hohe Wirksamkeit aus, da Betrags-, Risiko- und Fristengleichheit besteht (Critical Terms Match-Methode).

Analog zu den Bewertungseinheiten für Rohstoffe erfolgt auch hier die Bilanzierung über die Einfrierungsmethode.

Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Im Berichtsjahr lagen keine Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vor, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind.

Anteilsbesitz

Die EDAG war zum Stichtag an Unternehmen i. S. d. § 285 Nr. 11 HGB beteiligt. Eine Darstellung der Beteiligungen ist in der Anlage 2 zum Anhang angefügt.

Konzernabschluss

Alleinige Gesellschafterin der EDAG ist die GDF International S.A.S., Courbevoie (Frankreich).

ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), stellt im Sinne der §§285 Nr. 14 und 14a HGB für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf. Die Jahresabschlüsse der EDAG und ihrer Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss der ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), einbezogen. Der Konzernabschluss ist im Handelsregister von Paris unter der Registernummer 542 107 651 offengelegt.

Von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichtes für den Teilkonzern der EDAG wird aufgrund der Befreiung nach § 291 HGB abgesehen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), geprüft und gemäß § 325 HGB in deutscher Sprache offen gelegt werden. Die Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden des befreienden Konzernabschlusses folgen den Internationalen Financial Reporting Standards.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers wird im Konzernabschluss der ENGIE S.A., Courbevoie (Frankreich), in den die EDAG einbezogen wird, angegeben.

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrates waren im abgelaufenen Geschäftsjahr:

Etienne Jacolin (Vorsitzender)

ausgeübter Beruf: CEO der Sparte North South & Eastern Europe der ENGIE-Gruppe
Paulo Almirante

ausgeübter Beruf: Executive Vice President der ENGIE-Gruppe
Marleen Delvaux

ausgeübter Beruf: Chief Finance, Business Development Oversight and Procurement Officer der Sparte North South & Eastern Europe der ENGIE-Gruppe
Burkhard Klein

ausgeübter Beruf: Diplom-Kaufmann
Edouard Neviaski

ausgeübter Beruf: CEO der Sparte Global Energy Management der ENGIE-Gruppe
Gerhard Jochum (bis zum 30. Juni 2017)

ausgeübter Beruf: Unternehmensberater
Han Blokland (seit dem 6. Dezember 2017)

ausgeübter Beruf: Country Manager der ENGIE Netherlands
Sabine Murphy (bis zum 6. Dezember 2017 und seit dem 1. März 2018)

ausgeübter Beruf: Angestellte der ED GmbH
Thomas Walter Leopold (bis zum 6. Dezember 2017)

ausgeübter Beruf: Angestellter der ENGIE Kraftwerk Farge GmbH & Co. KGaA, Berlin
Uwe Borck (bis zum 1. April 2017)

ausgeübter Beruf: Landesbezirksfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung bei ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Berlin-Brandenburg -seit dem 1. Mai 2015 im Ruhestand
Claus Thiemann (seit dem 1. März 2018)

ausgeübter Beruf: Angestellter der ED GmbH
Andrea Reiter (seit dem 1. März 2018)

ausgeübter Beruf: Angestellte der ESLL AG
Dietmar Jansen (seit dem 1. März 2018)

ausgeübter Beruf: 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall Allgäu
Stefan Najda (seit dem 1. März 2018)

ausgeübter Beruf: Tarifsekretär private Energie- und Abfallwirtschaft bei der Gewerkschaft ver.di (Bundesfachbereich Ver- und Entsorgung)
Annette Kofler (seit dem 1. März 2018)

ausgeübter Beruf: Chief Legal Officer der ENGIE Deutschland

Vorstand

Dem Vorstand gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Personen an:

Manfred Schmitz (Vorsitzender)

ausgeübter Beruf: Country Manager Deutschland der ENGIE-Gruppe
Wim Broos

ausgeübter Beruf: Ressortleiter Erzeugung bei der EDAG, Chief Cluster Coal Europe der Sparte Generation der ENGIE-Gruppe sowie Chief Cluster Gas South Europe der Sparte Generation der ENGIE-Gruppe
Marian Goetz

ausgeübter Beruf: Ressortleiter Energiewirtschaft bei der EDAG sowie Deputy Director Investments & Partnerships der Sparte Global Energy Management der ENGIE-Gruppe

Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Vorstands erhalten keine Vergütung von der Gesellschaft. Für laufende Pensionen ehemaliger Vorstandsmitglieder bestehen Rückstellungen (vor Saldierung mit dem dazugehörigen Deckungsvermögen) in Höhe von 0,9 Mio. €.

Die Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder belaufen sich auf insgesamt 2,0 T€.

Anzahl der Arbeitnehmer

Die EDAG hat im Geschäftsjahr 2017 durchschnittlich 44 Mitarbeiter beschäftigt. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl setzt sich aus 17 Tarifmitarbeitern und 27 außertariflichen Mitarbeitern zusammen. Zum 31. Dezember 2017 waren insgesamt 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Nachtragsbericht 2018

Im April 2018 hat die EDAG eine Patronatserklärung gegenüber der Energieversorgung Gera GmbH, Gera, abgegeben. Diese ist befristet bis Ende 2019 und hat ein Volumen von maximal 15,0 Mio. €.

Weitere wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, über die zu berichten wäre, haben sich nicht ereignet.

Berlin, den 9. August 2018

ENGIE Deutschland AG

Der Vorstand

Manfred Schmitz

Marian Goetz

Wim Broos

Entwicklung des Anlagevermögens 2017

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2017

EUR
Zugänge

EUR
davon aus Anwachsung/ Ausgliederung

EUR
Abgänge

EUR
davon aus Anwachsung/ Ausgliederung Umbuchungen

EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.802,25 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 999.454,42 144.741,27 144.741,27 144.741,27 144.741,27 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 712,50 54.605.44 0.00 0,00 0.00 0,00
1.015.969,17 199.346,71 144.741,27 144.741,27 144.741,27 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 609.775,25 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 720.873,84 183.714,71 183.714,71 186.979,01 186.979,01 64.728,90
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 70.642,29 3.264,30 3.264,30 0,00 0,00 -64.728,90
1.401.291,38 186.979,01 186.979,01 186.979,01 186.979,01 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.471.560.345,57 48.092.574,06 48.092.574,06 364.834.776,44 71.754.069,01 710.000,00
2. Beteiligungen 254.118.104,09 0,00 0,00 0,00 0,00 -710.000,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 142.163.630.40 0,00 0.00 142.163.630.40 0.00 0,00
1.867.842.080,06 48.092.574,06 48.092.574,06 506.998.406,84 71.754.069,01 0,00
1.870.259.340,61 48.478.899,78 48.424.294,34 507.330.127,12 72.085.789,29 0,00
Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen
31.12.2017

EUR
01.01.2017

EUR
Zugänge

EUR
davon aus Auswachsung

EUR
Zuschreibungen

EUR
Abgänge

EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.802,25 7.901,13 5.267,41 0,00 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 999.454,42 952.858,29 146.201,86 118.426,43 0,00 120.731,27
3. Geleistete Anzahlungen 55.317,94 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
1.070.574,61 960.759,42 151.469,27 118.426,43 0,00 120.731,27
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 609.775,25 435.288,77 2.637,08 0,00 0,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 782.338,44 389.643,55 273.148,26 159.948,16 0,00 160.762,24
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 9.177,69 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
1.401.291,38 824.932,32 275.785,34 159.948,16 0,00 160.762,24
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.155.528.143,19 161.236.453,12 3.341.817,06 0,00 126.801.000,00 31.878.053,12
2. Beteiligungen 253.408.104,09 47.543.763,94 11.624.000,00 0,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0.00 54.444.024,62 0,00 0,00 0.00 54.444.024,62
1.408.936.247,28 263.224.241,68 14.965.817,06 0,00 126.801.000,00 86.322.077,74
1.411.408.113,27 265.009.933,42 15.393.071,67 278.374,59 126.801.000,00 86.603.571,25
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
davon aus Anwachsung/ Ausgliederung 31.12.2017

EUR
31.12.2017

EUR
01.01.2017

TEUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 13.168,54 2.633,71 8
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 120.731,27 978.328,88 21.125,54 46
3. Geleistete Anzahlungen 0.00 0,00 55.317,94 1
120.731,27 991.497,42 79.077,19 55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 437.925,85 171.849,40 174
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 160.762,24 502.029,57 260.308,87 331
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 9.177,69 71
160.762,24 939.955,42 461.335,96 576
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 31.878.053,12 5.899.217,06 1.149.628.926,13 1.310.324
2. Beteiligungen 0,00 59.167.763,94 194.240.340,15 206.574
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 87.720
31.878.053,12 65.066.981,00 1.343.869.266,28 1.604.618
32.159.546,63 66.998.433,84 1.344.409.679,43 1.605.249
Höhe des Anteils am Kapital Eigenkapital

TEUR
Ergebnis vor Abführung

TEUR
Verbundene Unternehmen
GDF SUEZ Energy Services Germany GmbH, Köln (1) 100,00% 141.818 26.543
ENGIE Kraftwerk Wilhelmshaven Betriebs GmbH & Co. KGaA, Berlin (1) 100,00% 55 356
ENGIE Beteiligungs GmbH, Berlin (1) 100,00% 298.225 2.500
ENGIE Kraftwerke GmbH, Berlin (1) 100,00% 507.014 -344.331
Energie SaarLorLux GbR, Saarbrücken (4) 51,00% 10.294 16.197
ENGIE WSW Windpark Helmstadt GmbH & Co. KG, Berlin 51,00% 15.452 110
ENGIE WSW Windpark Helmstadt Beteiligungs GmbH, Berlin 51,00% 29 1
ENGIE Grundstück Wilhelmshaven GmbH & Co. KG (vormals: GDF SUEZ Grundstück Wilhelmshaven GmbH & Co. KG), Wilhelmshaven 67,00% 18 0
ENGIE Energielösungen GmbH, Berlin (4) 100,00% 7.166 76
ENGIE Grundstück Wilhelmshaven Verwaltungs GmbH, Wilhelmshaven (vormals: GDF SUEZ Grundstück Wilhelmshaven Verwaltungs GmbH) 100,00% 31 1
ENGIE Kraftwerk Wilhelmshaven GmbH & Co. KG (vormals: GDF SUEZ Kraftwerk Wilhelmshaven GmbH & Co. KG), Wilhelmshaven (4) 52,00% 816.798 -531.448
ENGIE Kraftwerk Wilhelmshaven Verwaltungs GmbH (vormals: GDF SUEZ Kraftwerk Wilhelmshaven Verwaltungs GmbH), Wilhelmshaven (4) 100,00% 24 0
ENGIE Kraftwerk Zolling GmbH & Co. KGaA, Berlin (vormals: ENGIE Windpark GmbH) (1) 100,00% 66.103 1.526
ENGIE Kraftwerk Farge GmbH & Co. KGaA, Berlin (vormals: EGG Windpark Wernsdorf GmbH, Gera) (1) 100,00% 6.987 20
EGG Windpark Großaga GmbH, Gera (2), (4) 100,00% 13 -5
N-Allo Deutschland GmbH, Wuppertal (2), (4) 25,10% 0 79
Biomasseheizkraftwerk Zolling GmbH, Zolling (4) 50,00% 18.469 6.755
Emil Energie GmbH, Saarbrücken (4) 100,00% 25 -178
Energie SaarLorLux AG, Saarbrücken (4) 100,00% 10.280 16.649
Solantus Solarpark GmbH, Saarbrücken (4) 100,00% 22 -1
ENGIE Deutschland GmbH, Köln (4) 100,00% 177.005 29.241
ENGIE Refrigeration GmbH, Lindau (4) 100,00% 19.666 5.039
H.G.S. GmbH, Stuttgart (vormals: Johannes Haag Energietechnik GmbH) (4) 100,00% 10.705 -1.516
Solarimo GmbH (vormals: ENGIE Windpark Verwaltungs GmbH), Berlin (4) 100,00% 21 -5
WSW Energielösungen GmbH, Wuppertal (4) 50,00% 847 -16
Kraftwerke Gera GmbH, Gera 100,00% 7.774 -302
Energieversorgung Gera GmbH, Gera (4) 100,00% 33.625 4.670
Gera Netz GmbH, Gera (4) 100,00% 500 -2.553
Tevaro GmbH, Berlin (2), (4) 100,00% 863 -543
Beteiligungen
WSW Energie & Wasser AG, Wuppertal 33,10% 352.926 56.382
WSW 3/4/5 Energie GmbH, Wuppertal 25,10% 994 -954
Soltecture GmbH i. L., Berlin (3) 6,48% 37.975 -22.323
GASAG AG (vormals: GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft), Berlin (4) 31,58% 497.576 12.938

(1) für diese Gesellschaften liegt ein Ergebnisabführungsvertrag vor

(2) für diese Gesellschaften liegen nur Werte für 2016 vor

(3) für diese Gesellschaften liegen nur Werte für 2010 vor

(4) Vorliegen einer mittelbaren Beteiligung

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

I. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN

Über ihre Beteiligungen ist die ENGIE Deutschland AG (im Folgenden "EDAG" oder "Gesellschaft") einer der deutschlandweit führenden Spezialisten für Technik, Energie und Service und deckt alle Leistungen ab, die für eine nachhaltige Energiezukunft relevant sind: von der ressourcenschonenden Energieerzeugung über die Technik zum Planen, Bauen und Betreiben gebäude- und energietechnischer Systeme bis zur Energiebeschaffung und der Optimierung des Verbrauchs. Mit rund 3000 Mitarbeitern ist ENGIE Deutschland an fast 30 Standorten deutschlandweit immer nah an ihren Kunden aus Industrie und Gewerbe, Kommunen und privaten Haushalten.

Das Leistungsspektrum der ENGIE Deutschland-Gruppe umfasst insbesondere folgende Aktivitäten:

ENGIE Deutschland ist einer der größten technischen Gebäudeausrüster Deutschlands und beherrscht alle Disziplinen rund um die Technik in Immobilien. Wir übernehmen alle Leistungen der Luft- und Klimatechnik, Wärmetechnik, Kältetechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Gebäudeautomation, Elektrotechnik, im Brandschutz und der Sicherheitstechnik sowie Prüfstandtechnik, Umweltsimulation und sicheren Stromversorgung.

Als Komplett-Dienstleister im Bereich Facility Services bietet ENGIE Deutschland ihren Kunden modulare Leistungspakete - von Service und Wartung über Instandhaltung bis hin zur kompletten Bewirtschaftung komplexer Liegenschaften.

ENGIE Deutschland managt für ihre Kunden die Energie von der Eigenerzeugung bis zum effizienten Energieeinsatz und bietet umfassende Energiedienstleistungen, wie die Bedarfsermittlung, Energieberatung und -analyse, technische und energetische Planung, Erstellung und Betrieb zentraler Energieversorgungsanlagen, einschließlich der Überwachung und Abrechnung, Erneuerung sowie Finanzierung.

Neben der Stromerzeugung aus konventionellen thermischen Kraftwerken konzentrieren wir uns im Wesentlichen auf die ressourcenschonende Energieerzeugung mit Wasserkraft, Onshore Wind und Photovoltaik sowie auf die Stromspeicherung.

Jahrzehntelange strategische Partnerschaften verbinden uns mit lokalen Energieunternehmen, der GASAG (Berlin), der Energieversorgung Gera, der Energie SaarLorLux (Saarbrücken) und der WSW Energie & Wasser (Wuppertal). Mit ihren regionalen Verteilnetzen und ihrer Kundennähe gehören die lokalen Energieunternehmen zu den entscheidenden Akteuren im Wandel der Energieversorgung.

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2017 preisbereinigt um 2,2 % und damit stärker als in den fünf vorangegangenen Jahren gewachsen. Allerdings hat zum Jahresende 2017 die konjunkturelle Dynamik geringfügig nachgelassen.1

Das Wachstum wurde wie schon im Vorjahr von einer stärkeren inländischen Nachfrage getragen. Sowohl die Konsumausgaben der privaten Haushalte (+2,0 %) als auch die des Staates (+ 1,4 %) sind gestiegen und auch die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten eine positive Entwicklung. Hierbei sind sowohl die Investitionen in Ausrüstungen als auch in sonstige Anlagen (jeweils +3,5 % gegenüber 2016) solide gewachsen. Das Exportwachstum erhöhte sich auf 4,7 % (Vorjahr: 2,6 %), ebenso wie das Importwachstum (+ 5,2 %; Vorjahr: 3,9 %).2

Der Energieverbrauch in Deutschland erreichte 2017 nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) eine Höhe von 13.550 Petajoule (PJ). Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 0,9 %. Der Zuwachs hat laut AGEB mehrere Ursachen: Vor allem trugen das starke gesamtwirtschaftliche Wachstum sowie die - gegenüber dem Vorjahr allerdings abgeschwächte -Bevölkerungszunahme (+0,33 Mio. Menschen) bei. Der Temperatureinfluss spielte dagegen kaum eine Rolle.3

Die gesamtwirtschaftliche Energieproduktivität hat sich im Jahr 2017 um 1,3 % leicht verbessert.4

Der Verbrauch der einzelnen Energieträger entwickelte sich im Jahr 2017 sehr unterschiedlich. Bei den erneuerbaren Energien, Erdgas und Mineralöl war ein teilweise deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen: Erneuerbare Energien +6,1 %, Erdgas +6,2 %, Mineralöl +2,7 %. Der Verbrauch von Braunkohle und sonstigen Energieträgern blieb mit -0,6 % bzw. -0,8 % nahezu stabil. Die Nutzung von Kernenergie und Steinkohle war mit -9,8 % bzw. -11,3 % stark rückläufig.5

1 Bundeswirtschaftsministerium, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht März 2018, S. 28.

2 Bundeswirtschaftsministerium, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht März 2018, S. 40

3 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 2.

4 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 2.

Mit einem Anteil am Primärenergieverbrauch von 34,5 % blieb das Mineralöl nach wie vor der wichtigste Energieträger, gefolgt vom Erdgas, das seinen Anteil auf 23,8 % steigern konnte. An dritter Stelle rangierten die erneuerbaren Energieträger mit einem Anteil von inzwischen 13,1 % - vor der Braun- und Steinkohle mit jeweils rund 11,0 %. Der Anteil von Kernenergie sank 2017 auf 6,1 %.6

Ebenso wie der Primärenergieverbrauch nahm der Bruttostromverbrauch im Jahr 2017 erneut zu: Mit rund 600 Mrd. kWh fiel der Zuwachs mit 0,5 % allerdings etwas geringer aus. Dabei wurde der bisherige Höchstwert von etwa 622 Mrd. kWh im Jahr 2007 um 3,6 % unterschritten. Die gesamtwirtschaftliche Stromproduktivität, die sich in den Jahren von 1990 bis 2016 im jährlichen Mittel um 1,2 % erhöht hatte, verbesserte sich 2017 mit 1,7% erheblich.7

Die Bruttostromerzeugung wuchs 2017 mit 0,6 % auf rund 655 Mrd. kWh nur wenig stärker als der Bruttostromverbrauch. Spürbar geändert hat sich dagegen die Struktur der Stromerzeugung nach Energieträgern: Während sich die Stromerzeugung auf Basis von Steinkohle (-17,5 %), Kernenergie (-9,8 %) und Braunkohle (-1,4 %) verminderten, kam es bei den erneuerbaren Energieträgern zu einem kräftigen Plus von 15,0 %. Erneut stieg auch die Erdgasverstromung an (+ 6,4 %). Aus erneuerbaren Energiequellen wurden insgesamt 218 Mrd. kWh Strom erzeugt. Dies entspricht einem Anteil von einem Drittel der Bruttostromerzeugung. Wesentliche Anteile hatten darüber hinaus Braunkohle (22,5 %), Steinkohle (14,1%), Erdgas (13,2 %) und Kernenergie (11,7%).8

Wie schon in den vergangenen Jahren hat sich die installierte Strom-Erzeugungsleistung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen deutlich erhöht: Sie betrug Ende 2017 rund 112 GW (Vorjahr: 104 GW). Bemerkenswert ist dabei die starke Entwicklung der Kapazität bei Windenergieanlagen an Land mit einem Zuwachs von 5 GW (Vorjahr: + 4 GW) auf 50,5 GW. Die Kapazität von Windenergieanlagen auf See wuchs um 1,3 GW auf 5,4 GW an. Der Zubau von Photovoltaik-Kapazität um 1,7 GW auf 42,4 GW ist im Gegensatz zu Windenergie an Land erneut unter den Erwartungen geblieben.9

5 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 4.

6 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 2.

7 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 2.

8 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 2-3.

9 AGEE, Zeitreihen zur Entwicklung Erneuerbarer Energien, 1990-2017, Tabelle 4.

Die Überschüsse beim Stromaustausch mit dem Ausland stiegen auf rund 55 Mrd. kWh (2016: 53,7 Mrd. kWh). Besonders hohe Exportüberschüsse waren im Austausch mit der Schweiz (17,7 Mrd. kWh), Österreich (15,4 Mrd. kWh) und den Niederlanden (13,8 Mrd. kWh) zu verzeichnen. Überschüsse bei den Stromflüssen aus dem Ausland konzentrieren sich traditionell auf Frankreich, wobei sich der Einfuhrüberschuss von 5,6 Mrd. kWh 2016 auf rund 4 Mrd. kWh im Jahr 2017 abermals deutlich verringerte.10

Die Importpreise für Erdgas und Rohöl zogen im Jahr 2017, nachdem sie in den letzten Jahren gesunken waren, leicht an. Die Preise für Steinkohle sind erneut deutlich gestiegen. So betrug der Anstieg der durchschnittlichen Preise für Kraftwerkskohle frei nordwesteuropäische Häfen bis Ende 2017 im Vergleich zum Vorjahr mehr als 40,0 %. Der BAFA-Preis für importierte Kraftwerkskohle aus Nicht-EU-Ländern frei deutsche Grenze lag für das vergangene Jahr noch nicht abschließend vor.11

Während die Durchschnittspreise für CC>2-Emissionsberechtigungen in Deutschland durchschnittlich 5,90 €/t in 2014 und 7,60 €/t in 2015 betrugen, hat sich dieser Trend in 2016 nicht fortgesetzt: Die Preise bewegten sich zwischen 4 und 6 €/t CO2. In 2017 sind die CC>2-Zertifkatspreise dann um 9 % auf durchschnittlich 5,83 €/t CO2 gestiegen. Im letzten Jahresdrittel 2017 übertrafen die CC>2-Preise dann die Marke von 7 €/t C02 .12

Die Börsenstrompreise lagen im Jahr 2017 um 21,8 % höher als 2016, als sie noch um 13,4 % gefallen waren. Im Vergleich zum bisherigen Höchststand im Jahr 2008 war der Börsenstrompreis 2017 um 55,3 % niedriger.13

Die Strompreise für Industriekunden nahmen vor allem bedingt durch den Anstieg von Steuern, Abgaben und Umlagen, aber auch von Netzentgelten und Beschaffungskosten um 11 % zu.14

Insgesamt durchlebte die Branche auch in 2017 einen tiefgreifenden Umbruch mit widersprüchlichen Entwicklungen und großen Unsicherheiten. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien schreitet weiter voran, aber das Klimaschutzziel für 2020 wird Deutschland verfehlen. Zur Erreichung des nationalen Ziels einer Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % im Vergleich zu 1990 wären (vereinfachend) im Jahr 2017 bezogen auf die Emissionswerte im Jahr 2016 bis 2020 eine Minderung um rund 40 Mio. t bzw. 4,7 % pro Jahr erforderlich gewesen. Statt einer solchen Minderung ist es 2017 nach Schätzung der AGEB eher wieder zu einer - wenn auch geringen - Steigerung der Treibhausgasemissionen gekommen.15

10 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 3.

11 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 20.

12 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 20.

13 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 33.

14 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 33.

Das Hauptaugenmerk müsste bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen nicht unbedingt auf dem Stromsektor liegen, da nach wie vor ein beträchtlicher Handlungsbedarf für den Gebäudebereich, insbesondere aber für den Verkehrssektor, bei dem keine Minderungstendenzen zu erkennen sind. Dennoch sind im Koalitionsvertrag16 weitere, Unsicherheit erzeugende regulatorische Eingriffe in den Strommarkt zu erwarten.

Die richtige Balance zwischen den zentralen Zielen Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu finden, gestaltet sich weiterhin schwierig. Das schwierige Marktumfeld, insbesondere induziert durch sinkende Margen, hat auch auf Ebene der EDAG im Jahr 2017 erneut zu einem negativen Jahresergebnis geführt. Zu weiteren Erläuterungen dazu verweisen wir auf die nachfolgenden Abschnitte zum Geschäftsverlauf, der Umsatz- und Auftragsentwicklung sowie zur Ertragslage.

Umstrukturierung der ENGIE Deutschland-Gruppe

Die im Rahmen der umfassenden Umstrukturierungen innerhalb der ENGIE-Gruppe in 2015 begonnene strategische Neuausrichtung der ENGIE Deutschland-Gruppe setzte sich im Berichtsjahr fort.

So hat die EDAG im Januar 2017 ihre gesamte Beteiligung an der Energie SaarLorLux GbR (51,0 %) mit Sitz in Saarbrücken über die GDF SUEZ Energy Services Germany GmbH, Köln (im Folgenden "SES"), auf die ENGIE Deutschland GmbH, Köln (im Folgenden: "ED GmbH"), im Wege einer Sachkapitalerhöhung übertragen. Die Energie SaarLorLux GbR (im Folgenden: "ESLL GbR") ist alleinige Gesellschafterin der Energie SaarLorLux AG, Saarbrücken (im Folgenden: "ESLL AG"). Die zum Buchwert erfolgte Transaktion führt lediglich zu einem Aktivtausch innerhalb der Anteile an verbundenen Unternehmen. Zukünftige Gewinnanteile werden im Rahmen des mit der SES bestehenden Ergebnisabführungsvertrages vereinnahmt.

Mit Gesellschafterbeschluss im Januar 2017 schied die ENGIE Windpark Verwaltungs GmbH, Berlin, als Komplementärin aus der ENGIE Windpark Betriebs GmbH & Co. KG, Berlin (im Folgenden "EWB"), aus. Durch den Austritt ist diese Gesellschaft mit Wirkung zum 16. Februar 2017 (Eintragung im Handelsregister der angewachsenen Gesellschaft) auf die EDAG als einzigen Gesellschafter angewachsen. Im weiteren Schritt wurde die im Wesentlichen innerhalb der angewachsenen EWB als Teilbetrieb geführte Geschäftsaktivität "Wind Betrieb" mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. April 2017 über die SES in die ED GmbH ausgegliedert.

15 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2017, Febr. 2018, S. 3.

16 https://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2018/03/2018-03-14-koalitionsvertrag.pdf?_blob=publicationFile&v=5

Weiterhin hat die EDAG im Dezember 2017 einen Anteil von 90 % ihrer 100 %igen Beteiligung an der Energieversorgung Gera GmbH mit Sitz in Gera über die SES in die ED GmbH im Wege einer Sachkapitalerhöhung eingebracht. Die Energieversorgung Gera GmbH (im Folgenden "EGG") ist alleinige Gesellschafterin der Gera Netz GmbH, Gera. Die Transaktion erfolgte zum beizulegenden Zeitwert und führte neben einem Aktivtausch innerhalb der Anteile an verbundenen Unternehmen zu einer Aufdeckung von stillen Reserven.

Die neue Struktur der ENGIE Deutschland-Gruppe soll insgesamt für eine Verbindung der Energie- und Dienstleistungseinheiten des Konzerns in den Ländern sorgen und der Gruppe eine stärkere Präsenz in den lokalen Märkten verschaffen.

Geschäftsverlauf

Bei der EDAG blicken wir auf ein insgesamt schwieriges Geschäftsjahr zurück. So ist das Jahresergebnis 2017 wie bereits das Vorjahr durch vom Marktumfeld induzierte Anpassungsmaßnahmen und Sondereffekte belastet. Dies ist im Wesentlichen auf außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen zurückzuführen. Diese wirken sich neben unmittelbaren Abschreibungen auf der Ebene der EDAG insbesondere mittelbar über die Verlustübernahme von einer ihrerseits eine weitere Beteiligung haltenden Tochtergesellschaft innerhalb der Erzeugungssparte aus.

Erfreulich ist, dass unsere Tochtergesellschaft ED GmbH den positiven Trend der Vorjahre bestätigen und die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen, anderer aktivierter Eigenleistungen und sonstiger betrieblicher Erträge) erneut deutlich steigern konnte (+12,9 %). Der überdurchschnittlich hohe Auftragseingang in 2016 - bedingt durch die Hereinnahme zweier Großaufträge - konnte wie erwartet in 2017 nicht wieder erreicht werden. Die prognostizierten Umsatzziele wurden im Geschäftsbereich Energiedienstleistungen und erneuerbare Energien erreicht, im Geschäftsbereich Technische Dienstleistungen und Produkte lagen sie gar am oberen Ende der Prognosebandbreite. Der Auftragsbestand konnte nochmals um rd. 7% gesteigert werden und sorgt im Geschäftsbereich Technische Dienstleistungen und Produkte bis weit in das Jahr 2018 für eine solide Kapazitätsauslastung.

Die im Zuge der strategischen Neuausrichtung der ENGIE-Gruppe in Deutschland beabsichtigte Ausweitung unseres Leistungsspektrums durch geschäftsbereichsübergreifende Projekte zeigte im Berichtsjahr bereits erfreuliche Ergebnisse. Hervorzuheben ist hier unser von den Geschäftsbereichen Building Services und Renewables gemeinsam entwickeltes Batteriespeicherprojekt. Am Standort der Kraftwerksgruppe Pfreimd wurde im Berichtsjahr mit dem Bau eines dezentralen Batteriespeichers begonnen. Der Lithium-Ionenspeicher mit einer Leistung von 12,5 MW soll, ebenso wie die dafür technisch optimierten Pumpspeicher der Kraftwerkegruppe Pfreimd, Primärregelenergie zur Verfügung stellen und damit zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Die innovative Kombination eines Batteriespeichers mit einer Pumpspeicheranlage bietet zahlreiche Vorteile gegenüber dem Batteriespeichern im Einzelbetrieb. So können beide Anlagen gepoolt, d. h. ihre erbrachte Primärregelleistung gemeinsam vermarktet werden. Bei einer Kombination mit einer anderen technischen Anlage stellt der Übertragungsnetzbetreiber zudem geringere Anforderungen an die Dimensionierung des Batteriespeichers. Und nicht zuletzt kann der Batteriespeicher durch das Kraftwerk besichert werden. Mit diesem ersten Speicherprojekt können wir unser Know-how bei der Konzeptionierung, der Realisierung und dem Einsatz von Speicherlösungen ausbauen - ein wesentlicher Schritt, um das Leistungsportfolio gegenüber unseren Kunden zu erweitern.

Bei den Kooperationen mit lokalen Versorgern können wir auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Neben den deutlich über Plan liegenden Ergebnissen unserer Stadtwerkebeteiligungen konnten im Berichtsjahr vielfältige Themen erfolgreich umgesetzt werden. Hervorzuheben ist hier unser Gemeinschaftsprojekt in Gera zur Neuausrichtung der lokalen Wärmeversorgung: Nach der vollständigen Übernahme der EGG und der Kraftwerke Gera GmbH mit dem Ziel, nach der Insolvenz des zweiten Anteilseigners Stadtwerke Gera zu einer stabilen Aktionärsstruktur zurückzukommen, haben wir zusammen mit der EGG in 2017 begonnen, die Fernwärmeversorgung in Gera zu optimieren und für die Zukunft aufzustellen. In geschäftsbereichsübergreifender Zusammenarbeit wurde eine Lösung entwickelt, mit der sowohl die Erzeugungsanlagen für Strom und Wärme als auch das Fernwärmenetz auf die veränderten lokalen Anforderungen angepasst werden.

Hierfür planen wir die Errichtung von neun gasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) mit einer Leistung von insgesamt 145 MW thermisch und 40,5 MW elektrisch, die Strom und Wärme erzeugen. Sie werden an zwei Standorten in Lusan und Gera Nord aufgestellt. Die EGG wird die erzeugte Wärme auf Basis eines Wärmelieferungsvertrages zur Versorgung der Kunden in Gera abnehmen. Die BHKWs werden das Kraftwerk Gera-Nord sowie das Heizwerk Gera-Süd ablösen. Das Investitionsvolumen liegt bei insgesamt rd. 54 Mio. Euro, wobei der Anteil der EGG für die neue Fernwärme-Netzstruktur ca. 8 Mio. Euro beträgt. Die Bauarbeiten haben im zweiten Halbjahr 2017 begonnen und liegen gut im Zeitplan, die Inbetriebnahme ist für Ende 2018 vorgesehen.

Mit der Umstellung der Fernwärmeversorgung von zentralen auf dezentrale Erzeugungseinheiten setzen wir in Gera die Anforderungen der Energiewende um. Wir erzeugen die Wärme da, wo sie gebraucht wird, und erhöhen die Effizienz. So kann die EGG die Fernwärmepreise für ihre Kunden stabil halten und die Versorgungssicherheit auf lange Sicht gewährleisten. Damit einhergehend wird das bisher zum Teil dampfbetriebene Fernwärmenetz vollständig auf Heißwasser umgestellt und somit ebenfalls die Effizienz erhöhen.

Unsere Vertriebstochtergesellschaft ENGIE Energielösungen GmbH, Berlin (im Folgenden: "EEL"), hielt die verkauften Strommengen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Trotz der im Vorjahresvergleich geringeren Absatzmenge verbunden mit leicht gefallenen Preisen sind die Umsatzerlöse im Strombereich gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Dies ist insbesondere auf die Erhöhung der Umsatzerlöse im Zusammenhang mit Netznutzung und EEG-Umlage zurückzuführen. Im Gasbereich dagegen hat die EEL es weiterhin mit einem schwierigen und wettbewerbsintensiven Umfeld zu tun. So konnten die Rückgänge durch nicht verlängerte Verträge im Segment der Großkunden (Giants) nur teilweise durch Zuwächse in anderen Segmenten kompensiert werden. Insgesamt sind wir sowohl bei den Mengen als auch bei den Margen, insbesondere im Segment Giants Gas, hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben.

Aufgrund der anhaltend schwierigen Wettbewerbssituation im Strom- und Gasvertrieb hat der Vorstand der EDAG mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Dezember 2017 beschlossen, die Geschäftstätigkeit Energievertrieb in der EEL nicht in der bisherigen Form fortzuführen. Der strategische Fokus der ENGIE liegt zukünftig auf kombinierten Angeboten und Kundenlösungen aus den Bereichen Energie, Technik und Service.

Für unsere Erzeugungsaktivitäten lassen sich die wesentlichen Ereignisse des Jahres 2017 wie folgt zusammenfassen:

Optimierungsarbeiten im Kraftwerk Wilhelmshaven:

Das Kraftwerk Wilhelmshaven, an dem auch die Schweizer BKW Energie AG, Bern (Schweiz), sowie die WSW Energie & Wasser AG, Wuppertal, beteiligt sind, hat eine Leistung von 731 MW und kann bis zu 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht etwa einem Prozent des gesamten in Deutschland produzierten Stroms. Es wird seit der offiziellen Schlussabnahme Ende Oktober 2015 unter der Leitung der ENGIE-Gruppe weitestgehend gemäß den Anforderungen des Marktes eingesetzt, wobei im vergangenen Geschäftsjahr weitere Optimierungen aller technischen Parameter erfolgten.

Insbesondere wurde im Berichtsjahr ein planmäßiger Kurzstillstand vom 3. bis zum 20. August 2017 durchgeführt. Dabei wurden insgesamt ca. Mio. EUR 1,1 in die Instandhaltung und Wartung des Kraftwerkes investiert. Hierbei ging es vorwiegend um gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen sowie Kontrollen und Überwachungen.

Während der 4.764 (Vorjahr: 2.347) Betriebsstunden wurden im Berichtsjahr knapp 2,7 (Vorjahr: 1,3) Terrawattstunden Strom erzeugt. Die Verfügbarkeit betrug 74 % (Vorjahr: 31 %), wobei das Kraftwerk neben dem geplanten Kurzstillstand einige ungeplante Unterbrechungen aufgrund von technischen Problemen mit den Brennern aufwies, die jedoch bis zum Ende des Jahres vollständig gelöst werden konnten. Die niedrige Verfügbarkeit des Kraftwerks im Vorjahr war auf einen mehrmonatigen Stillstand vom März bis November 2016 zurückzuführen, bei dem ein im Rahmen von Gewährleistungen zugesicherte Austausch von technischen Komponenten am Kessel vorgenommen wurde.

Revisionen im Kraftwerk Farge:

Im Jahr 2017 wurden planmäßig drei Kurzrevisionen durchgeführt, vom 31. März bis zum 3. April, vom 18. Mai bis zum 22. Mai und vom 10. August bis zum 17. August. Dabei wurden insgesamt ca. 633 T€ in die Instandhaltung und Wartung des Kraftwerkes investiert. Hierbei ging es vorwiegend um gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen sowie Kontrollen und Überwachungen. Darüber hinaus wurde der Verschleiß der Kohlemühlen überprüft und der Zustand der Gebläsebeschaufelung der Rauchgasentschwefelungsanlage begutachtet.

Während der 4.695 Betriebsstunden wurden im Berichtsjahr knapp 1,5 Terrawattstunden Strom erzeugt. Die Verfügbarkeit des Kraftwerkes betrug 92 % und fiel damit im Vergleich zum Vorjahreswert von 62,5 % deutlich höher aus. Im Vorjahr war die Verfügbarkeit außergewöhnlich niedrig, was im Wesentlichen an einem Schaden am Generatorläufer lag, der einen viermonatigen Stillstand verursachte.

Revision im Kraftwerk Zolling:

In der Zeit vom 29. Juli bis zum 13. August 2017 wurde für den Steinkohlekraftwerksblock in Zolling eine planmäßige Revision durchgeführt. Dabei wurden insgesamt ca. 1.995 T€ in die Instandhaltung und Wartung des Kraftwerkes investiert. Schwerpunkte der Revision lagen im Bereich Dampferzeuger, Speisewasserantriebsturbine sowie Prüfungen beim Kesselschutz und Inspektionen an GAVO und E-Filter. Darüber hinaus erfolgten weitere Arbeiten in den Bereichen Maschinen-, Umwelt-, Elektro- und Leittechnik.

Die Verfügbarkeit des Kraftwerkes konnte im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 91,1 % (Vorjahr: 90,4 %) gesteigert werden und damit auf hohem Niveau gehalten werden.

Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr 2017 am Standort Zolling im Januar aufgrund der Dunkelflaute die höchste Stromerzeugung eines Januars der letzten zwanzig Jahre mit 287.084 MWh verzeichnet. Die gesamte Stromeinspeisung lag in 2017 bei knapp 1,8 Terrawattstunden und damit im Jahresvergleich 6,9 % unter dem Vorjahreswert.

Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr das Projekt zum Bau einer Klärschlammtrocknungsanlage in Zolling zusammen mit den Partnern Stadtwerke Freising und Bayernwerk Natur GmbH gestartet. In einem ersten Schritt wurde dafür eine Gesellschaft gegründet, an der die Partner zu je einem Drittel beteiligt sind. Die Anlage wird in der Lage sein, pro Jahr 150.000 t Klärschlamm zu trocknen. Dieser kann damit als effizienter Brennstoff zur Mitverbrennung im Kohlekraftwerk verwendet werden. Mit der Inbetriebnahme der Anlage ist Anfang 2019 zu rechnen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Der Vorstand und Aufsichtsrat der EDAG hat die folgenden Zielgrößen für den Anteil von Frauen in Führungspositionen festgesetzt: Für den Aufsichtsrat beträgt die Zielgröße für den Frauenanteil 20 %. Für den Vorstand beträgt die Zielgröße ebenfalls 20 %, allerdings unter der Voraussetzung, dass mindestens 5 Mitglieder dem Vorstand angehören. Für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands beträgt die Zielgröße jeweils 30 %. Die genannten Zielgrößen sollten jeweils bis spätestens 31. Dezember 2019 erreicht werden.

Die Frauenquote beträgt zum 31. Dezember 2017 im Vorstand - allerdings nur mit drei Mitgliedern - 0 %, im Aufsichtsrat rund 16,67 %, auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 25 % und auf der zweiten Ebene 16,67 %.

Diese Abweichungen sind der Neuorganisation der EDAG in 2016 und 2017 geschuldet, in deren Folge viele Führungspositionen in andere Konzerngesellschaften überführt wurden.

Umsatz- und Auftragsentwicklung

Die Umsätze des Geschäftsjahres sind von 1.123,7 Mio. € im Vorjahr auf 1.228,6 Mio. € um 104,9 Mio. € gestiegen. Das entspricht einem relativen Anstieg von 9,3 %, der sich aus teilweise unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsbereichen ergibt. Der bedeutendste Anstieg der Umsatzerlöse von insgesamt 136,5 Mio. € (+14,9 % gegenüber dem Vorjahr) konnte in dem Segment Strom erzielt werden. Hier sind sowohl die Erlöse aus den Stromverkäufen (943,8 Mio. €; Vorjahr: 858,0 Mio. €) als auch die Erlöse aus den im Zusammenhang mit dem Strombereich stehenden Sicherungsgeschäften (106,6 Mio. €; Vorjahr: 55,9 Mio. €) gestiegen. Die Umsatzerlöse für die Leistungsbereitstellung von Kraftwerkskapazitäten sind hingegen um 10,7 Mio. € auf 38,5 Mio. € deutlich gesunken (-21,7 %). Darüber hinaus gingen die Umsatzerlöse in dem Segment Gas um 6,2 Mio. € auf 107,0 Mio. € zurück (-5,5 %). Auch innerhalb von Dienstleistungen an Konzerngesellschaften gab es im Vorjahresvergleich einen Umsatzrückgang um 1,8 Mio. € auf 14,3 Mio. € (-11,2 %).

Die Umsatzerlöse aus dem reinen Stromvertrieb sind im Berichtsjahr weiterhin gesunken, wobei der Trend fallender Preise durch einen leichten Anstieg der abgesetzten Strommenge deutlich verlangsamt werden konnte. Insgesamt haben wir im Stromvertrieb 13,9 TWh Strom verkauft, was einem Anstieg von 0,8 TWh (+6,1 %) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die erwirtschafteten Umsatzerlöse verringerten sich von 460,2 € im Vorjahr um 51,0 Mio. € auf 409,2 Mio. € im Berichtsjahr (Rückgang um 11,1 %). Diese Entwicklung ist dem schwierigen Marktumfeld und dem starken Wettbewerb und gleichzeitig weiter gefallenen Preisen beim Stromabsatz geschuldet und geht mit entsprechend gesunkenen Materialaufwendungen einher.

Die Stromverkäufe im Zusammenhang mit unseren Erzeugungskapazitäten sind im Vergleich zum Vorjahr um 95,6 Mio. € auf 504,3 Mio. € dagegen deutlich gestiegen (+23,4 %) und haben somit den Umsatzrückgang aus dem Stromvertrieb mehr als kompensiert. Der Anstieg ist im Wesentlichen mengenbedingt (insgesamt +33,0 % gegenüber dem Vorjahr) und auf die deutlich gestiegene Verfügbarkeit unserer konventionellen Kraftwerke zurückzuführen, wir verweisen hierzu auf unsere Ausführungen zum Geschäftsverlauf. Erfreulich ist, dass wir auch innerhalb der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien einen deutlichen Zuwachs der produzierten und abgesetzten Mengen verzeichnen konnten (+13,1 % im Vergleich zum Vorjahr).

Im Gasbereich konnte die EDAG in 2017 insgesamt 5,9 TWh Erdgas verkaufen, was gegenüber dem Vorjahr (5,2 TWh) einen Anstieg um 13,5 % bedeutet. Aufgrund der im Durchschnitt sinkenden Absatzpreise gingen die hierfür erwirtschafteten Umsatzerlöse von 113,2 Mio. € im Vorjahr auf 107,0 Mio. € im Berichtsjahr dennoch leicht zurück (Rückgang um 5,5 %).

Die positive Entwicklung der Umsatzerlöse im Berichtsjahr hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen.

Produktion/Beschaffung

Die EDAG nutzt und optimiert zur Versorgung ihrer Kunden die gesamte Bandbreite der Beschaffungsmöglichkeiten. Zum einen wird im Rahmen bestehender langfristiger Pachtverträge die Möglichkeit der Stromproduktion in den eigenen Kraftwerksanlagen der Tochtergesellschaften genutzt. Zum anderen werden kurz- und langfristige Bezugsverträge von Strom und Gas im Wesentlichen über konzerninterne Beschaffungskanäle abgeschlossen. Dabei stellt die Electrabel S.A., Brüssel (Belgien) (im Folgenden: "EBL"), den zentralen Marktzugang für den OTC Markt und für Börsengeschäfte dar.

Die Beschaffung für den Vertrieb erfolgt risikominimierend kongruent zu dem Abschluss der Kundenverträge (back-to-back), so dass sich hier keine offenen Positionen für die Folgejahre ergeben.

Ertragslage

Eine Übersicht zur Entwicklung der Ertragslage im Vorjahresvergleich ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

TEUR 2017 2016 +/-
Umsatzerlöse 1.228.604 1.123.661 104.943
Andere aktivierte Eigenleistungen 0 5 -5
Sonstige betriebliche Erträge 27.977 9.239 18.738
Betriebsleistung 1.256.581 1.132.905 123.676
Materialaufwand -1.253.706 -1.242.630 -11.076
Personalaufwand -6.723 -6.888 165
Abschreibungen -149 -288 139
Sonst, betr. Aufwendungen -23.839 -27.578 3.739
Sonstige Steuern -687 -32 -655
Betriebsaufwand -1.285.104 -1.277.416 -7.688
Betriebsergebnis -28.523 -144.511 115.988
Finanzergebnis 235 10.795 -10.560
Beteiligungsergebnis/Ergebnisübernahme -310.309 26.087 -336.396
Neutrales Ergebnis 113.890 -149.588 263.478
Ertragsteuern -75 22.827 -22.902
Jahresergebnis -224.782 -234.390 9.608

Zu der Entwicklung der Umsatzerlöse verweisen wir auf unsere Erläuterungen zur Umsatz- und Auftragsentwicklung.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vorjahresvergleich um 18,7 Mio. € gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus der aufgrund von Änderungen der erwarteten zukünftigen Preisentwicklungen teilweisen Auflösung einer Drohverlustrückstellung für einen langfristigen Stromliefervertrag in Höhe von 23,4 Mio. €. Demgegenüber sind die Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen von 7,5 Mio. € im Vorjahr auf 1,6 Mio. € im Berichtsjahr zurückgegangen.

Die Betriebsleistung stieg insgesamt um 10,9 % bzw. 123,7 Mio.€ auf 1.256,6 Mio. € an. Dem steht ein um 7,7 Mio. € höherer Betriebsaufwand von 1.285,1 Mio. € gegenüber, der sich mit +0,6 % unterproportional zur Gesamtleistung entwickelte und zu einem im Vorjahresvergleich deutlich besserem Betriebsergebnis führte. Die positive Entwicklung ist allerdings stark beeinflusst durch im Vorjahr erfolgte Anpassungsmaßnahmen aufgrund des schwierigen Marktumfeldes. So wurde im Vorjahr die Erhöhung der Drohverlustrückstellungen für zwei langfristige Stromlieferverträge sowie für einen langfristigen Pachtvertrag in Höhe von insgesamt 109,1 Mio. € berücksichtigt, während im Berichtsjahr hierfür ein Aufwand von lediglich 3,6Mio. € anfiel. Dies liegt insbesondere daran, dass die Verpflichtung aus einem der langfristigen Stromlieferverträge zum Ende des Vorjahres auf eine Tochtergesellschaft überging. Die Anpassungen der damit im Zusammenhang stehenden Drohverlustrückstellungen wirken sich damit nicht mehr direkt auf der Ebene der EDAG sondern über den Ergebnisabführungsvertrag mit dieser Tochtergesellschaft aus.

Ohne Berücksichtigung der Sondereffekte aus der Bildung bzw. Auflösung von Drohverlustrückstellungen hat sich das Betriebsergebnis im Berichtsjahr mit -48,3 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr um -12,9 Mio. € verschlechtert. Davon entfallen -5,9 Mio. € auf im Vorjahresvergleich geringere Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen. Das Betriebsergebnis allein ist auf der Ebene der EDAG jedoch keine für die Unternehmenssteuerung relevante Kennzahl, da im Zuge der erfolgten Umstrukturierungen Teile des operativen Geschäftes von der EDAG auf die einzelnen Tochtergesellschaften verlagert wurden. Insofern werden hier insbesondere die Ergebnisbeiträge unserer Beteiligungen herangezogen. Das Beteiligungsergebnis einschließlich der Erträge und Aufwendungen aus den Ergebnisübernahmeverträgen in Höhe von -310,3 Mio. € (Vorjahr: 26,1 Mio. €) ist allerdings im Berichtsjahr durch außerplanmäßige Abschreibungen einer Tochtergesellschaft innerhalb der Erzeugungssparte stark belastet. Ohne Berücksichtigung der Aufwendungen aus der Verlustübernahme der betroffenen Gesellschaft stieg das Beteiligungsergebnis um 7,1 Mio. € auf 34,0 Mio. € und lag damit deutlich über den Erwartungen.

Das Finanzergebnis lag im Berichtsjahr mit 0,2 Mio. € um -10,6 Mio. € unter dem Vorjahresergebnis. Dies ist insbesondere auf den Rückgang der Zinserträge im Zusammenhang mit Steuererstattungen für Vorjahre (0,5 Mio. €; Vorjahr: 6,1 Mio. €) zurückzuführen. Des Weiteren wurden im Zinsergebnis des Vorjahres Erträge aus der Neubewertung von Pensionsrückstellungen unter Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn anstelle der zum 31. Dezember 2015 zugrunde gelegten sieben Jahre in Höhe von 3,0 Mio. € ausgewiesen. Diese betrafen insbesondere die im Vorjahr ausgegliederten Geschäftsfelder Kraftwerk Farge, Kraftwerk Zolling und Kraftwerksgruppe Pfreimd, da die Neubewertung bereits zum 1.Januar 2016 auf der Ebene der EDAG erfolgte, die Ausgliederung jedoch erst danach (zum 1. Januar 2016, 24:00 Uhr) stattfand.

Im neutralen Ergebnis wurde der in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesene Ertrag aus der Wertaufholung der im Vorjahr vorgenommenen Abwertung einer Beteiligung innerhalb der Erzeugungssparte in Höhe von 126,8 Mio. € ausgewiesen. Die Wertaufholung kompensiert teilweise den Aufwand aus der Verlustübernahme der betroffenen Tochtergesellschaft, da diese ihrerseits eine außerplanmäßige Abschreibung auf ihre Beteiligung vorgenommen hat, die auf der Ebene der EDAG bereits im Vorjahr berücksichtigt wurde. Das neutrale Ergebnis beinhaltet darüber hinaus die Erträge aus der Aufdeckung von stillen Reserven, die im Rahmen der Sacheinlage der Beteiligung an der EGG über die SES in die ED GmbH entstanden sind (+5,5 Mio. €), sowie den Gewinn aus der Anwachsung der EWB in höhe von 2,5 Mio. €. In der Gewinn- und Verlustrechnungen werden diese Positionen jeweils unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Weiterhin enthält das neutrale Ergebnis den unter den Abschreibungen auf Finanzanlagen ausgewiesenen Verlust aus der Abwertung unserer Beteiligungen an Stadtwerken in Höhe von insgesamt 14,9 Mio. € (Vorjahr: 143,4 Mio. €, wobei davon ein Teil von 126,8 Mio. € die Erzeugungssparte betraf) sowie den Buchverlust im Zusammenhang mit dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von 5,9 Mio. €. Letzterer wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt.

Die Ertragsteuern des Vorjahres resultierten aus Steuererstattungen im Zusammenhang mit bereits getroffenen Feststellungen im Rahmen der Außenprüfung für die Jahre 2010 bis 2013.

Insgesamt schließt das Geschäftsjahr mit einem Verlust von -224,8 Mio. € (Vorjahr: -234,4 Mio. €) ab. Für das Geschäftsjahr 2017 hatten wir jedoch im Vergleich zum Vorjahr ein voraussichtlich deutlich besseres Ergebnis erwartet. Unsere Prognose haben wir somit nicht erreichen können.

Vermögenslage

Die Entwicklung der Aktivposten in der Bilanz stellt sich im Vergleich zum Vorjahr zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

TEUR 2017 2016 +/-
Immaterielle Vermögensgegenstände 79 55 24
Sachanlagen 461 576 -115
Finanzanlagen 1.343.869 1.604.618 -260.749
Langfristig gebundenes Vermögen 1.344.409 1.605.249 -260.840
Vorräte 44.926 35.337 9.589
Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 596.420 541.705 54.715
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 47.296 41.507 5.789
Rechnungsabgrenzungsposten 11.142 744 10.398
Kurzfristig gebundenes Vermögen 699.784 619.293 80.491
Liquide Mittel 0 8 -8
Summe Aktiva 2.044.193 2.224.550 -180.357

Das langfristig gebundene Vermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich um 260,8 Mio. € verringert. Dieser Rückgang resultiert größtenteils aus der Herabsetzung der Kapitalrücklage der ENGIE Kraftwerke GmbH, Berlin, in Höhe von 292,4 Mio. € sowie aus dem vollständigen Verkauf einer unter sonstigen Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesenen Beteiligung über 87,7 Mio. €. Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr die im Vorjahr vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung auf eine Beteiligung innerhalb der Erzeugungssparte in Höhe von insgesamt 126,8 Mio. € aufgeholt, wir verweisen hierzu auf unsere Erläuterungen zur Ertragslage. Demgegenüber stehen außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen an Stadtwerken in Höhe von insgesamt 15,0 Mio. €.

Insgesamt hat sich aufgrund der beschriebenen Vorgänge die Anlagenintensität (das Verhältnis des Anlagevermögens zum Gesamtvermögen) mit 65,8 % gegenüber dem Vorjahr (72,2 %) leicht verringert.

Das kurzfristig gebundene Vermögen hat sich hingegen gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 80,5 Mio. € erhöht. Der Anstieg der Vorräte ist mit 9,6 Mio. € im Wesentlichen auf Zuwächse beim Bestand an entgeltlich erworbenen CC>2-Zertifikaten zurückzuführen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind von 541,7 Mio. € im Vorjahr auf 596,4 Mio. € im Berichtsjahr ebenfalls gestiegen. Hier nahmen insbesondere die Forderungen gegen die ENGIE Treasury Management S.C.R.L., Luxemburg, aus dem Cash-Pooling-Vertrag inklusive Festgeldanlagen um 55,3 Mio. € auf 284,4 Mio. € zu.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind von 41,5 Mio. € im Vorjahr auf insgesamt 47,3 Mio. € ebenfalls gestiegen. Das ist insbesondere auf den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für vermiedene Netzentgelte für die von der EDAG betriebenen Kraftwerke in Farge und Pfreimd zurückzuführen sowie auf den Anstieg der sonstigen Forderungen für zu erwartende Erstattungen von Energiesteuern für den Betrieb der Kraftwerke in Farge und Zolling. Dieser Anstieg wird teilweise durch den Rückgang der Forderungen im Zusammenhang mit Ertragsteuern kompensiert (12,7 Mio. €, Vorjahr: 22,5 Mio. €).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten hat sich auch deutlich um 10,4 Mio. € erhöht, nahezu vollständig bedingt durch die Zahlung einer Prämie für einen langfristigen Stromliefervertrag. Die Auflösung der Position erfolgt über die verbleibende Dauer des Stromliefervertrages.

Kapitalstruktur und Finanzlage

Die Entwicklung der Passivposten in der Bilanz stellt sich im Vergleich zum Vorjahr zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

TEUR 2017 2016 +/-
Gezeichnetes Kapital 5.436 5.436 0
Rücklagen 1.136.083 1.136.083 0
Gewinnvortrag 274.628 509.018 -234.390
Jahresergebnis -224.782 -234.390 9.608
Eigenkapital 1.191.365 1.416.147 -224.782
Langfristige Rückstellungen 52.545 82.204 -29.659
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.171 27.356 -11.185
Leistungsbereitstellung (WSW) 35.731 39.214 -3.483
Langfristige Verbindlichkeiten 350 700 -350
Lang-/Mittelfristiges Fremdkapital 104.797 149.474 -44.677
Kurzfristige Rückstellungen 121.651 99.917 21.734
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 603.530 547.843 55.687
Leistungsbereitstellung (WSW) 3.492 3.500 -8
Kurzfristige Verbindlichkeiten 19.358 7.669 11.689
Kurzfristiges Fremdkapital 748.031 658.929 89.102
Summe Passiva 2.044.193 2.224.550 -180.357

Hinsichtlich der Angaben zur Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals und zu wesentlichen Beteiligungen von Aktionären verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang.

Der starke Rückgang des lang- und mittelfristigen Fremdkapitals resultiert im Wesentlichen aus der deutlichen Abnahme der Drohverlustrückstellungen, deren langfristiger Anteil von 67,5 Mio. € im Vorjahr auf 37,5 Mio. € im Berichtsjahr gesunken ist. Der Rückgang betrifft einen langfristigen Stromliefervertrag sowie einen langfristigen Pachtvertrag. Darüber hinaus sanken die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 11,2 Mio. €. Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit der Tilgung eines langfristigen Darlehens sowie der Reduzierung einer sonstigen Verbindlichkeit für erhaltene Optionsprämien im Zusammenhang mit dem Kraftwerksbetrieb an den Standorten Farge und Zolling.

Das kurzfristige Fremdkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 89,1 Mio. € stark gestiegen. Dieser Anstieg ist insbesondere auf die Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 55,7 Mio. € auf 603,5 Mio. € zurückzuführen. Dafür sind zwei gegenläufige Effekte ursächlich: Einerseits wurde im Vorjahr die von der EDAG an eine Tochtergesellschaft zu zahlende Einmalvergütung im Zusammenhang mit der im Vorjahr erfolgten Abgabe der Verpflichtung aus einem langfristigen Stromliefervertrag mit einem drohenden Verlust zum 31. Dezember 2016 im Berichtsjahr ausgeglichen sowie erhaltene Optionsprämien im Zusammenhang mit dem Kraftwerksbetrieb an den Standorten Farge und Zolling (kurzfristiger Anteil: 12,6 Mio. €; Vorjahr: 32,1 Mio. €) mengenbedingt reduziert. Andererseits sind die Verpflichtungen im Zusammenhang mit bestehenden Ergebnisabführungsverträgen angestiegen (344,3 Mio. €; Vorjahr: 13,1 Mio. €). Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen war ebenso ein leichter Anstieg zu verzeichnen (236,3 Mio. €, Vorjahr: 235,4 Mio. €).

Die kurzfristigen Rückstellungen sind im Vorjahresvergleich von 99,9 Mio. € auf 121,7 Mio. € gestiegen. Einerseits ist die Rückgabeverpflichtung für C02-Emissionsrechte mengen- und preisbedingt gestiegen (29,8 Mio. €; Vorjahr: 21,0 Mio. €), andererseits haben Zuführungen zu den Rückstellungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 2,3 Mio. € zu dem Anstieg geführt. Darüber hinaus erhöhten sich im Berichtsjahr die Rückstellungen für Ertrags- und Energiesteuern um 6,0 Mio. €. Der verbleibende Teil entfällt im Wesentlichen auf Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (3,0 Mio. €, Vorjahr: 1,6 Mio. €) sowie sonstige Verbindlichkeiten (16,3 Mio. €, Vorjahr: 6,1 Mio. €). Der Anstieg der kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten hängt insbesondere mit den Umsatzsteuer-Verbindlichkeiten zusammen, welche um 9,3 Mio. € auf 11,9 Mio. € angewachsen sind.

Kapitalflussrechnung

Die Veränderung der Finanzmittel erklärt sich wie folgt:

2017

TEUR
Periodenergebnis -224.782
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens -117.363
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -10.397
Sonst. zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -3.033
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -16.328
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -287.769
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 5.226
Zinsaufwendungen/Zinserträge 2.115
Sonstiger Beteiligungsaufwand 313.686
Aufwendungen/Erträge aus außerordentlichen Posten -8.002
Ertragsteueraufwand/-ertrag 75
Ertragsteuerzahlungen 3.614
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -342.958
Auszahlung für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -55
Einzahlung aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 375.575
Erhaltene Zinsen 559
Erhaltene Dividenden 7.105
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 383.184
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -688
Gezahlte Zinsen -308
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -996
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 39.230
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -862
Anwachsungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 2.662
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 243.410
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 284.440

Die Ermittlung der Kapitalflussrechnung erfolgt auf Grundlage des DRS 21.

In den Finanzmitteln sind Forderungen aus dem Cash-Pooling enthalten, welche in der Bilanz unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten sind.

Die Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Es bestehen zum Bilanzstichtag keine Kreditlinien. Wir gehen davon aus, dass die Finanzierung der Gesellschaft über die Einbindung in den ENGIE-Konzern auch zukünftig jederzeit gewährleistet ist.

Investitionen/Finanzierung

Die Finanzierung der Investitionen erfolgte durch die vorhandenen Finanzmittel.

Für das folgende Geschäftsjahr sind auf der Ebene der EDAG keine nennenswerten Investitionen geplant.

Personal- und Sozialbereich

Die Anzahl der Mitarbeiter einschließlich Auszubildenden, Werkstudenten und Praktikanten betrug im Jahresdurchschnitt 44 (Vorjahr: 241). Zum 31. Dezember 2017 waren 40 Mitarbeiter beschäftigt. Der deutliche Rückgang der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf die im Vorjahr erfolgten Ausgliederungen zurückzuführen und schränkt insofern die Vergleichbarkeit ein.

Der Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommt eine große Bedeutung zu. Schulungsmaßnahmen werden fortlaufend systematisch und individuell geplant und durchgeführt und durch Inhouse-Lehrgänge begleitet.

Die Sicherheit von Mensch und Umwelt steht bei uns im Mittelpunkt. Als Teil der ENGIE-Gruppe engagieren wir uns aktiv in der Gesellschaft im Rahmen der Corporate Social Responsibility, übernehmen soziale Verantwortung und handeln auf Grundlage formulierter Ethikrichtlinien, bei denen die Prinzipien Rechtmäßiges Handeln, Ehrliches Verhalten und Förderung von Integrität sowie Loyalität und Achtung von Mitmenschen im Zentrum stehen.

Angaben nach § 6b Abs. 7 EnWG

Die EDAG erfüllt die Bedingungen eines vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens gemäß § 3 Nr. 38 EnWG. Zur Vermeidung von Diskriminierung und Quersubventionierung bestehen deshalb gemäß § 6b Abs. 3 EnWG besondere Anforderungen an die Zuordnung der buchhalterischen Sachverhalte auf die einzelnen Tätigkeitsbereiche. Da die Gesellschaft lediglich in den Bereichen "Strom", "Gas" und "Sonstige", nicht jedoch in den in § 6b Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 bis 6 EnWG genannten Tätigkeitsbereichen tätig ist, sind zwar getrennte Konten zu führen, sie muss jedoch keinen Tätigkeitsabschluss aufstellen und veröffentlichen.

III. CHANCEN UND RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Das Risikomanagement ist für die EDAG als Unternehmen der ENGIE-Gruppe verpflichtend integraler Bestandteil der Unternehmensführung.

Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen nutzen wir eine Vielzahl von Steuerungs- und Kontrollsystemen, die laufend weiterentwickelt werden. Dazu gehört ein konzernweit einheitlicher Planungs-, Budgetierungs-, Berichts- und Controllingprozess zur Information unserer Gesellschafter. Über diese wird die EDAG von der Konzernrevision erfasst, die in regelmäßigen Abständen in Deutschland tätig wird.

Das interne Kontrollsystem des internationalen ENGIE S.A.-Konzerns wird als Programm unter dem Namen "INCOME" kontinuierlich weiterentwickelt. Die Einhaltung der INCOME-Regularien wurde im Berichtsjahr durch die Konzernrevision in bestimmten Bereichen, welche für das Unternehmen von Bedeutung sind, stichprobenartig geprüft. Wesentliche Beanstandungen haben sich im Jahre 2017 aus diesen Prüfungen nicht ergeben.

Zusammenfassend bestehen die folgenden Risiken bzw. Chancen, die eine wesentliche Auswirkung auf die EDAG haben:

Wesentliche Risikofaktoren im operativen Bereich sind aus unserer Sicht ungeplante Ausfälle unserer Kraftwerksanlagen sowie das Preisniveau für Brennstoffe. Ebenso bestehen wetterbedingte Risikofaktoren bei der Vermarktung unserer Windparks und der wärmegeführten Erzeugungsanlagen in unseren Beteiligungen. Das Risiko ungeplanter Ausfälle unserer Kraftwerksanlagen können wir zwar nicht gänzlich ausschließen, wir versuchen jedoch dieses durch planmäßige Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen und Schulung der Mitarbeiter zu minimieren. Darüber hinaus existieren in wirtschaftlich angemessenem Umfang Versicherungen zur Begrenzung negativer wirtschaftlicher Auswirkungen.

Das Risiko steigender Brennstoff- bzw. sinkender Stromgroßhandelspreise sichert die EDAG - gemäß einem ENGIE gruppenweit festgelegten rollierenden Hedgingfahrplan - durch Portfolio-Hedge-Geschäfte konzernintern ab. Risiken werden kontinuierlich beobachtet, sodass der Sicherungsumfang bei wesentlichen Änderungen angepasst werden kann. Daher rechnen wir insofern mit keiner unerwarteten wesentlichen negativen oder positiven Beeinflussung des Unternehmenswertes für die kommenden Jahre. Die Werthaltigkeit unseres Erzeugungsportfolios wird regelmäßig getestet, so dass wir die Risiken aus Preisentwicklungen auf die Werthaltigkeit frühzeitig erkennen können.

Aufgrund der kongruenten Beschaffung von Strom und Gas für die Versorgung unserer Kunden sehen wir kein Risiko von Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite. Auch das Mengenrisiko wird als gering eingestuft, da die EDAG auf das Portfolio des ENGIE-Konzerns zurückgreift. Neue Produkte für unsere Kunden durchlaufen einen unternehmensweiten Produktentwicklungsprozess, der alle potentiellen Risiken für die EDAG identifiziert und entsprechende Maßnahmen zur Begrenzung ergreift.

Im Rahmen unserer Beteiligungen halten wir das Risiko von Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite ebenfalls für gering, da auch hier eine Absicherung durch Hedge-Geschäfte vorgenommen wird. Weiterhin verfolgt unsere Vertriebsgesellschaft EEL den kongruenten Beschaffungsansatz, so dass auch hier kein wesentliches Risiko von zukünftigen Preissteigerungen besteht.

Ausfall- und Kreditrisiken im Rahmen des bestehenden Vertriebsportfolios werden als relevant eingeschätzt und durch Prozesse und Tools zur Bewertung neuer Kunden (bereits vor Vertragsabschluss) und ständiger Überwachung des Portfolios hinsichtlich möglicher Risiken kontrolliert.

Im Zusammenhang mit einem langfristigen Stromliefervertrag in Schweizer Franken bestehen Währungsrisiken, die wir jedoch aufgrund der weitgehenden Absicherung mittels Devisentermingeschäften für gering halten.

Im Zusammenhang mit dem Betrieb der bestehenden Kraftwerkskapazitäten bestehen sowohl Risiken im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch standortspezifische Risiken sowie Risiken, die die zukünftige Entwicklung maßgeblicher wirtschaftlicher Parameter betreffen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass eine exakte Prognose der maßgeblichen Parameter (wie zum Beispiel die Entwicklung von Preisen für die Einsatzstoffe, CO2 und den Stromabsatz) über die lange Nutzungsdauer eines Kraftwerks nicht möglich ist, die Entwicklung der langfristigen Rentabilität beinhaltet somit Risiken und in gleichem Maße auch Chancen.

Dies, in Verbindung mit dem Umstand, dass auch im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung des Marktdesigns (insb. die Gestaltung möglicher Kapazitätsmärkte) erhebliche Unsicherheit besteht, führt dazu, dass die künftige Wirtschaftlichkeit und langfristige Rentabilität unserer Kraftwerke risikobehaftet bleibt. Gleichzeitig bieten neue rechtliche Rahmenbedingungen auch Chancen für die zusätzliche bzw. erweiterte Vermarktung der Kraftwerkskapazitäten.

Hinsichtlich des Projektgeschäfts besteht die Gefahr von Fehlinformationen durch den Verkäufer sowie die natürliche Unsicherheit bei der Bestimmung von Unternehmenswerten. Wir versuchen, die hieraus erwachsenden Risiken durch die Einbeziehung von Experten der Gruppe sowie von externen Beratern im Vorfeld zu minimieren.

Risiken der Datenverarbeitung werden durch technische und organisatorische Maßnahmen begrenzt. Dazu gehören zum Beispiel die redundante Auslegung von Hardware, Spiegelung von Systemen und Datenbanken sowie die regelmäßige organisierte Datensicherung für die Aufrechterhaltung des IT-Betriebes nach einem eventuellen Notfall.

Die genannten Risiken sind aufgrund der implementierten Kontroll- und Managementsysteme unter Kontrolle bzw. beherrschbar und haben gegenwärtig keinen den Bestand der EDAG gefährdenden Einfluss auf die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage.

Chancen bestehen insbesondere im Bereich erneuerbare Energien aber auch bei Entwicklungsopportunitäten, die sich aus vier gesellschaftspolitischen Trends ergeben: die zunehmende Dekarbonisierung in allen Bereichen des Wirtschaftslebens, die Dezentralisierung der Energieerzeugung mit einhergehenden Veränderungen in der Nutzer- und Kundenstruktur, die kundenseitige Motivation zur Reduzierung des Energieverbrauchs mit den angebotsseitig vielseitigen Möglichkeiten zur Steigung der Energieeffizienz sowie die kontinuierlich zunehmende Digitalisierung in allen Lebens- und Arbeitsbereichen.

Dabei bieten sowohl die Stadtwerke-Kooperationen und ihre starken Positionen auf ihren respektive lokalen Märkten, das existierende Geschäft im Bereich erneuerbarer Energien als auch die Energievertriebsaktivität eine gute Ausgangsbasis, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und zu vertreiben. Darüber hinaus erwarten wir, dass die im Berichtsjahr fortgesetzte strategische Neuausrichtung der ENGIE Gruppe in Deutschland und die damit verbundene Bündelung unserer Kompetenz über das gesamte Spektrum von Energie und multitechnischen Dienstleistungen weitere Vorteile für unsere Wettbewerbssituation bringen wird.

IV. PROGNOSEBERICHT

Wir gehen weiterhin von einer differenzierten Entwicklung aus. Die Perspektiven im Bereich der technischen Dienstleistungen und Energiedienstleistungen sowie erneuerbarer Energien sind dabei als günstig einzuschätzen, insbesondere der zukünftige Fokus auf kombinierte Angebote aus den Bereichen Energie, Technik und Service wird positiv beurteilt. Für den reinen Commodity-Vertrieb sehen wir aufgrund der anhaltend schwierigen Wettbewerbssituation keine Wachstumsperspektiven. Wie bereits im Geschäftsverlauf erläutert, hat der Vorstand der EDAG mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Dezember 2017 daher beschlossen, die Geschäftstätigkeit Energievertrieb in der EEL nicht in der bisherigen Form fortzuführen. Auch im Bereich konventionelle Erzeugung sind Wachstumsperspektiven als eher schwierig zu beurteilen. Zudem bleiben diese Aktivitäten mit einer großen Unsicherheit bezüglich ihrer Nachhaltigkeit behaftet. Vor diesem Hintergrund werden wir für das Jahr 2018 insbesondere die folgenden Ziele verfolgen:

Weitere Optimierung der Organisation der Aktivitäten der ENGIE Gruppe in Deutschland und die damit verbundene Bündelung unserer Kompetenz über das gesamte Spektrum von Energie und multitechnischen Dienstleistungen.
Prüfung und Implementierung von möglichen strategischen Optionen zur Optimierung bzw. zu einer neuen Ausrichtung des Aktivitätsportfolios im Bereich der konventionellen Erzeugung.
Weiterer Ausbau unseres Geschäfts in Deutschland im Bereich der technischen Dienstleistungen und Energiedienstleistungen sowie erneuerbaren Energien.
Entwicklung und Implementierung von Pilot-Projekten für neue potentielle Aktivitäten: Batterie-Speicher Systeme für den Regelenergiemarkt und Photovoltaik-Angebote an Großkunden.

Für das Gesamtergebnis der Gesellschaft, insbesondere unter Einbeziehung der Ergebnisbeiträge unserer Beteiligungen, hatten wir im Vorjahr ein negatives, aber deutlich besseres Ergebnis als 2016 prognostiziert. Der Verlust im laufenden Geschäftsjahr von 224,8 Mio. € konnte im Vorjahresvergleich leicht um 9,6 Mio. € reduziert werden. Jedoch ist das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres durch den Sondereffekt im Zusammenhang mit der Bewertung und Verlustübernahme einer Beteiligung in der Erzeugungssparte in Höhe von 217,5 Mio. € belastet worden. Ohne Berücksichtigung dieses Sondereffektes konnte die Prognose erreicht werden. Vor dem Hintergrund des weiterhin schwierigen Marktumfeldes im Energiesektor ist eine Einschätzung für das Jahr 2018 schwierig, wir gehen dennoch von einem positiven Gesamtergebnis im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in 2018 aus.

V. SCHLUSSERKLÄRUNG ZUM ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Die EDAG hat gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Abhängigkeitsbericht aufzustellen. Der Vorstand hat die folgende Schlusserklärung abgegeben:

"Die ENGIE Deutschland AG hat nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte vorgenommen oder Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und dadurch, dass eine Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, keinen Nachteil erlitten bzw. einen angemessenen Ausgleich erhalten."

Berlin, den 9. August 2018

ENGIE Deutschland AG

Der Vorstand

Manfred Schmitz

Marian Goetz

Wim Broos

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ENGIE Deutschland AG

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ENGIE Deutschland AG, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ENGIE Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. •

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach §6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, geprüft.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten zur Rechnungslegung nach §6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, in allen wesentlichen Belangen erfüllt.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung nach § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG" sowie im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" weitergehend beschrieben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG sowie für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie zur Einhaltung dieser Pflichten als notwendig erachtet haben.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt wurden sowie einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung umfasst die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Berlin, 20. August 2018

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Diederichs, Wirtschaftsprüfer

Kalkan, Wirtschaftsprüfer

Die ordentliche Hauptversammlung der ENGIE Deutschland AG, Berlin, vom 18. September 2018 hat beschlossen, den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 49.846.410,53 EUR in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Berlin, 18. September 2018

ENGIE Deutschland AG

Bericht des Aufsichtsrates vom 18. September 2018

Der Aufsichtsrat hat sich während des Berichtszeitraums 2017 in zwei Sitzungen am 1. März 2017 und 6. Dezember 2017 sowie durch weitere schriftliche und mündliche Berichte des Vorstandes und Beschlussfassungen im schriftlichen Umlaufverfahren von der Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt und wurde über Maßnahmen von wesentlicher und grundsätzlicher Bedeutung unterrichtet.

Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen hat der Vorstand in regelmäßigen Kontakten und im Bedarfsfall mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden wichtige unternehmenspolitische Entscheidungen eingehend beraten.

Maßnahmen des Vorstands, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedurften, wurden zugestimmt.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 ist von der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat selbst vorgenommenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes sind Einwendungen nicht zu erheben.

Der Aufsichtsrat hat mit Beschluss vom 18. September 2018 den Jahresabschluss 2017 gebilligt; er ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit.

Berlin, den 18. September 2018

Der Aufsichtsrat

Etienne Jacolin, Aufsichtsratsvorsitzender