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edding AG Annual Report 2019

Apr 22, 2020

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Annual Report

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Publication

edding Aktiengesellschaft

Ahrensburg

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Kennzahlen des Konzerns

(Angaben in TEUR, soweit nicht anders angegeben)

edding Konzern 2019 2018 2017 1 2016 2015
Ertragslage
EBIT 9.714 13.133 12.047 11.848 12.220
in%vom Umsatz 6,9 9,3 8,7 8,3 8,8
Konzernergebnis 5.975 8.764 7.642 7.141 8.549
in%vom Eigenkapital
(Eigenkapital-Rendite) 9,2 13,7 13,1 13,0 17,0
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 10.595 13.251 11.580 11.578 12.133
Umsatzerlöse 141.793 140.885 139.248 143.014 138.371
Veränderung (in %) 0,6 1,2 n.a. 3,4 7,4
Auslandsanteil (in%) 54,4 55,1 57,6 57,6 59,2
Rohergebnis 2 85.750 85.765 83.250 90.908 87.874
in % von der Gesamtleistung 60,3 60,8 59,8 63,5 63,2
Personalaufwand 40.805 37.670 37.348 36.692 35.394
in%vom Umsatz 28,8 26,7 26,8 25,7 25,6
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 659 638 627 603 624
Vermögens- und Finanzlage
Bilanzsumme 118.516 112.002 104.848 98.720 98.504
Veränderung (in %) 5,8 6,8 6,2 0.2 8,4
Eigenkapital 64.929 63.870 58.338 54.991 50.199
in %der Bilanzsumme 54,8 57,0 55,6 55,7 51,0
Liquidität zweiten Grades (Quick Ratio in %) 150,9 175,8 170,9 169,4 150,4
Ergebnisse Mitarbeiterbefragung 3
Mitarbeiterengagement (in %) 87 87 87 89 n.a.
Qualität des Leistungsumfelds (in %) 82 82 80 81 n.a.
edding AG 2019 2018 2017 2016 2015
Jahresüberschuss 4.116 6.620 5.586 7.140 5.370
Ergebnis vor Steuern 8.009 10.098 8.188 10.186 8.094
Anzahl Aktien
Stammstückaktien 600.000 600.000 600.000 600.000 600.000
Vorzugsstückaktien 473.219 473.219 473.219 473.219 473.219
Jahresüberschuss je Aktie 3,84 € 6,17 € 5,20 € 6,65 € 5,00 €
Dividende
Stammstückaktien 1,20 € 2,40 € 2,10 € 2,10 € 1,91 €
Vorzugsstückaktien 1,23 € 2,45 € 2,15 € 2,15 € 1,95 €
Aktienkurs am 31.12. 73,00 € 83,50 € 102,00 € 91,08 € 85,00 €

1 Seit dem Geschäftsjahr 2018 wurden die Vorschriften gemäß IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ angewendet. Das Vorjahr wurde entsprechend rückwirkend angepasst.

2 ohne sonstige betriebliche Erträge

3 Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Messung vom bisherigen Schulnotensystem auf ein zweidimensionales strategisches Fitness-Modell umgestellt.

Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

in den Tagen kurz vor Fertigstellung dieses Geschäftsberichts haben die Einflüsse der Corona-Pandemie noch einmal an Dynamik gewonnen und wir mussten daraufhin leider unsere noch am 19. Dezember 2019 veröffentlichten Prognosen für das Jahr 2020 revidieren; sie finden diese erläutert im Lagebericht im Abschnitt Prognosebericht. Die Lage wird derzeit von uns täglich neu beurteilt. Zunächst hatten wir bei unseren Maßnahmen natürlich die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter im Blick. Inzwischen ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir unser Augenmerk zunehmend auf das Wohlergehen des Unternehmens richten müssen, da für das neue Geschäftsjahr ein deutlich schwierigeres wirtschaftliches Umfeld droht.

Unsere Mitarbeiter und wir sind motiviert, das Unternehmen durch schwieriges Fahrwasser zu führen und insbesondere nach Überwinden der Krise mit voller Energie am gemeinsamen Erfolg zu arbeiten. Dazu müssen alle ihren Beitrag leisten, was leider auch an Ihnen als Anteilseigner nicht spurlos vorüber gehen wird. Um uns so viel wie möglich an finanziellem Spielraum zu bewahren, werden wir der Hauptversammlung eine Halbierung der Dividende im Vergleich zum Vorjahr vorschlagen.

Rückblickend hat das Geschäftsjahr 2019 unsere Erwartungen, vor allem in Bezug auf Umsatz und EBIT, leider nicht erfüllt. Ein wesentlicher Treiber hierfür war die Restrukturierung unserer argentinischen Tochtergesellschaft mit traurigen organisatorischen und personellen Konsequenzen. Bereits im Mai mussten wir bekannt geben, dass unsere Produktionsstätte in der Region San Juan leider geschlossen werden muss, wovon 17 Kollegen betroffen waren. In der zweiten Jahreshälfte kam es dann in Folge von Präsidentschaftswahlen zu einer weiteren Schwächung des wirtschaftlichen Ausblicks. Dies hat uns im Dezember zu weiteren Restrukturierungsmaßnahmen veranlasst, die neben der Reduzierung von Sachkosten leider auch einen weiteren Personalabbau - diesmal am Standort Buenos Aires - beinhalteten. Wir bedauern sehr, dass es uns in dem schwierigen Umfeld in den letzten Jahren nicht gelungen ist, zumindest ausgeglichene Ergebnisse zu erzielen. Der Personalabbau von rund 30 Mitarbeitern war aus unserer Sicht letztlich nicht vermeidbar, was für die betroffenen Kollegen umso schwieriger war, da es bei den derzeitigen Bedingungen im Land nicht leicht sein wird, eine neue Beschäftigung zu finden. Glücklicherweise sind derartige Einschnitte in der Geschichte von edding seltene Einzelfälle. In diesem Zusammenhang sind wir besonders stolz auf unsere türkischen Mitarbeiter, die nach der Schließung der Produktion eine Spendenaktion ins Leben gerufen haben; dies ist ein leuchtendes Beispiel für Solidarität und edding Tinte im Blut.

Daneben sind wir auch bei der Anwendung der Bilanzierungsvorschriften zur Abbildung der Hochinflation in Argentinien von Schwankungen überrascht worden. Nachdem wir zunächst davon ausgegangen waren, dass die resultierenden Anpassungseffekte aus der Hochinflation im separaten Posten der Konzerngewinn- und -verlustrechnung zu einem Verlust führen, hat eine Überprüfung im Jahresverlauf das gegenteilige Ergebnis gebracht. Die Anwendung der Vorschriften des IAS 29 auf die argentinischen Geschäftszahlen führt tatsächlich zu einem sogenannten Schuldnergewinn, sodass wir im Rahmen dieses Geschäftsberichts - ebenso wie im kommenden Halbjahresfinanzbericht - die Vorjahreszahlen gemäß IAS 8 anpassen.

Insgesamt konnten wir unsere Umsatz- und Ergebniserwartungen für 2019 leider nicht erreichen. Neben den enttäuschenden Ergebnissen in Südamerika sind hierfür auch Kernmärkte in Osteuropa sowie fehlende Umsätze aus einem verzögerten Verkaufsstart der neuen Produktlinien edding code und Compact Printing verantwortlich. Auch im Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation hatten wir insbesondere in Deutschland nach vielen Jahren erfreulichen Wachstums erstmals einen moderaten Rückgang zu verkraften. Auch wenn wir mit 141,8 Mio. EUR nominal wieder einen Rekordumsatz erzielt haben, so liegt dieser doch nur sehr leicht über dem Umsatz des Vorjahres. Dies hat dazu geführt, dass das Konzern-EBIT bei anhaltend hohen Investitionen in neue Geschäftsaktivitäten mit 9,7 Mio. EUR um rund 26 % zurückgegangen ist und erstmals seit 2013 wieder unter 10,0 Mio. EUR beträgt. Unter den gegebenen Umständen und den unsicheren globalen Rahmenbedingungen, die auch die Entwicklungen zum Thema Brexit sowie die noch immer ungelösten Handelskonflikte negativ beeinflusst haben, ist dies aus unserer Sicht noch ein befriedigendes Ergebnis.

Mit dieser Atempause in 2019 bei unseren wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen sind leider auch die betreffenden Ziele in unserer Balanced Scorecard 2020, die wir in den Jahren 2015 und 2016 definiert hatten, für 2020 in weite Ferne gerückt. Die letzten Evaluierungen besagen, dass wir voraussichtlich nur zwischen 700 und 800 von 1.000 angestrebten Punkten erreichen und damit aus heutiger Sicht unsere Unternehmensstrategie bis Ende dieses Jahres nicht zu unserer Zufriedenheit umsetzen können. Dabei ist festzustellen, dass viele insbesondere qualitative Ziele dennoch erreicht sind, was einen Grundstein für unsere Entwicklung über 2020 hinaus legt. Für den Zeitraum nach 2020 werden wir voraussichtlich im Laufe des Jahres 2021 wiederum langfristige Ziele definieren.

Der Börsenkurs der edding-Aktie konnte sich unserer operativen Entwicklung in 2019 nicht entziehen, ist im Jahresverlauf von 83,50 EUR auf 73,00 EUR gefallen und hat im Zuge der in den letzten Tagen stark rückläufigen Aktienmärkte nochmals auf bis zu 49,00 EUR nachgegeben.

Unsere Mitarbeiter haben auch dieses herausfordernde Jahr 2019 mit einer hohen Motivation und einem hohen Maß an edding Tinte im Blut gemeistert. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und der Aussicht auf weitgehend ausfallende Gewinnbeteiligungen haben sie uns in der diesjährigen Mitarbeiterbefragung bei allen Schwierigkeiten mit anhaltend guten Werten insbesondere beim Mitarbeiter-Engagement sehr positiv überrascht. Daher gilt ihnen an dieser Stelle mehr noch als sonst unser herzlicher Dank.

Anfang 2020 sehen wir uns nunmehr weiteren Unsicherheiten ausgesetzt. Die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf die Wirtschaft beginnen spürbar zu werden und es ist absehbar, dass viele Wirtschaftsforscher und Institute ihre Wachstumsprognosen in den nächsten Wochen nach unten korrigieren werden. Daher haben auch wir - wie oben bereits erwähnt - unsere Prognosen für 2020 noch einmal etwas zurückgenommen. Dennoch sind wir sicher, dass wir als edding auch diese schwierigen Zeiten überstehen werden, und setzen alles daran, möglichst sogar gestärkt daraus hervorgehen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Per Ledermann

Thorsten Streppelhoff

Sönke Gooß

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die augenblickliche Situation in Deutschland vor dem Hintergrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und den damit verbundenen Folgen für die Menschen und die Unternehmen stellt uns vor besondere Herausforderungen. Wir haben uns davon überzeugt, dass der Vorstand die richtigen Sofortmaßnahmen zur Begrenzung der damit verbundenen Risiken ergriffen hat, und der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist in regelmäßigem Austausch mit dem Vorstand zu den aktuellen Entwicklungen. Das dynamische Umfeld und die damit verbundenen Veränderungen stellen uns alle vor besondere Herausforderungen, von denen wir überzeugt sind, dass das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern diese meistern werden.

Wir überreichen Ihnen heute den Bericht über das Geschäftsjahr 2019. Die Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern und Märkten sind im Bericht des Vorstands detailliert erläutert.

Die uns nach Aktiengesetz (AktG) und Satzung obliegenden Verpflichtungen haben wir auch im Jahr 2019 ordnungsgemäß und mit Sorgfalt wahrgenommen. Uns sind keine Handlungen oder Verstöße bekannt, durch die sich Personen aus dem Kreis der Geschäftsleitung, der Aufsichtsratsmitglieder, der Mitarbeiter oder Dritter ungerechtfertigte Vorteile verschafft haben.

Alle Aufsichtsratsmitglieder haben an allen Sitzungen in 2019 teilgenommen mit Ausnahme der Sitzung im Dezember 2019, in der ein Mitglied krankheitsbedingt abwesend war.

Kommunikation mit dem Vorstand

Über die Lage des edding Konzerns sowie über die laufenden Geschäfte wurden wir im Berichtsjahr regelmäßig und umfassend informiert. Dazu gehörten schriftliche monatliche Berichte des Vorstands über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Personalplanung sowie weitere Themen von aktueller strategischer und operativer Bedeutung. Daneben erhielten wir detaillierte Quartalsberichte über die Entwicklung in den einzelnen Konzerngesellschaften und den Fortgang der Strategieumsetzung mittels eines Balanced Scorecard Systems.

Zusätzlich zu den Aufsichtsratssitzungen tauschen sich der Vorsitzende und der Vorstand regelmäßig über die Geschäftsentwicklung und besondere Geschäftsvorfälle aus.

Risikomanagement

Neben der Berichterstattung über das operative Geschäft wurden uns aus dem internen Kontrollsystem soweit erforderlich ad hoc, ansonsten monatlich Informationen über die Änderung der Risikolage bei den Kernrisiken und ihrer Behandlung gegeben.

Anhand dieser Berichte konnte sich der Aufsichtsrat davon überzeugen, dass das interne Kontroll System wirksam in die laufenden Arbeitsprozesse integriert ist und der Eintritt wesentlicher Risiken frühzeitig erkannt werden kann.

Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzungen in 2019

Auf jeder unserer Sitzungen in 2019 gab es einen Tagesordnungspunkt, der dem Bericht über das Risikomanagement gewidmet war. Im Übrigen behandelten die einzelnen Sitzungen schwerpunktmäßig folgende Themen:

Im April befassten wir uns mit dem Jahresabschluss 2018 im Beisein der Wirtschaftsprüfer. Für die Vorbereitung waren uns die Prüfungsberichte zum Jahresabschluss der edding AG und des edding Konzerns rechtzeitig zugegangen, so dass wir eine eigene Prüfung durchführen konnten. Wir verabschiedeten die Tagesordnung für die Hauptversammlung und stimmten dem Dividendenvorschlag des Vorstands zu.

Für das Geschäftsjahr 2019 war der Abschlussprüfer für die Jahres- und die Konzernabschlussprüfung auszuschreiben. Die Arbeitsgruppe zur Auswahl des Abschlussprüfers, stellte die Ergebnisse des mehrstufigen Auswahlprozesses vor. Es wurden zwei Vorschläge durch die Arbeitsgruppe unterbreitet mit einer Präferenzaussage für die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft. Der Aufsichtsrat beschloss der Hauptversammlung deren Bestellung zu empfehlen und so dem Vorschlag der Arbeitsgruppe zu folgen.

Weiterer Fokus der Sitzung war das Thema Governance, Risk Management und Compliance. Der neue Leiter der Abteilung Governance, Risk Management und Compliance stellte den Status und die Kernaktivitäten seiner Abteilung vor.

Die Juni-Sitzung des Aufsichtsrats fand traditionell im Anschluss an die Hauptversammlung statt. In seiner anschließenden Sitzung widmete sich der Aufsichtsrat den neuen Beteiligungen der edding AG. Der Geschäftsführer der edding Expressive Skin GmbH stellte im Detail das laufende Tattoo-Konzept vor. Dabei haben wir einen grundsätzlichen Blick auf den Markt, die Kundenbedürfnisse und die heutigen Strukturen von Tattoo-Studios geworfen. Die Eckpfeiler des Konzepts von Markenpositionierung, Markteintritt und dem „Retail-Konzept“ wurden detailliert erläutert.

Im Anschluss haben wir uns mit der Struktur des Bereichs Technological Solutions beschäftigt, die Erhöhung des Eigenkapitals der Prismade Labs GmbH genehmigt und einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der edding Tech Solutions GmbH zugestimmt.

Im September trafen wir uns zu unserer jährlichen Strategiesitzung. Dieses Jahr fand die Sitzung in Chemnitz, dem Sitz der Prismade Labs GmbH, statt. Begonnen wurde die Strategiesitzung mit einem aktuellen Statusbericht des Vorstands zum Stand der Strategieumsetzung. Dieser Überblick wurde anhand des Balanced Scorecard Konzeptes präsentiert.

Im Detail haben wir uns vor Ort mit der Strategie und dem Status der Prismade Labs GmbH beschäftigt. Die beiden Geschäftsführer stellten das Unternehmen, die Strategie und die aktuellen Entwicklungen dar. Besonderes Augenmerk wurde auf die Präsentation der unterschiedlichen Anwendungen von prisma ID, edding code und Smart Hologram gelegt.

Danach berichtete der Geschäftsführer der edding Tech Solutions GmbH über die Aktivitäten seiner Gesellschaft. Dabei standen die neu entwickelten Produkte edding code und edding Compact Printing sowie die adressierten Marktsegmente und der geplante vertriebliche Angang im Fokus.

Zum Abschluss der Sitzung stellte der Vorstand den Status der Initiative zur „Consumer Centricity“ vor. In dieser Initiative bündelt edding verschiedene Aktivitäten zum Thema Digitalisierung, die wesentlich eine Veränderung von Konsumentenverhalten mit sich bringt. Im Fokus stand die Fragestellung: „Wie transformiert der Vorstand das Unternehmen edding stärker in Richtung „Kundenzentrierte Organisation“ und welche Kernfähigkeiten müssen dafür aufgebaut werden“.

Im Dezember genehmigten wir das vorgelegte Jahresbudget für 2020. Das Budget ist im Einklang mit der langfristigen Wachstumsstrategie und sieht nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2019 bei anspruchsvollen Rentabilitätszielen erneut eine ambitionierte Umsatzsteigerung in allen Geschäftsbereichen vor.

Der Aufsichtsrat genehmigte den für 2020 geplanten Verkauf der Immobilie in Wunstorf sowie einen weiteren Restrukturierungsplan für Argentinien, nachdem bereits in 2018 die Schließung der Produktionsstätte in San Juan beschlossen wurde.

Der Vorstand berichtete weiterhin über die Ergebnisse der jährlichen Mitarbeiterbefragung, die in Summe wieder erfreulich positiv ausgefallen war.

Corporate Governance

Im Rahmen der Dezember-Sitzung wurden im Aufsichtsrat gemeinsam mit Vorstand und Beirat erste Richtungsentscheidungen zum neuen Corporate Governance Kodex (DCGK) diskutiert. Wir haben gemeinsam mit dem Vorstand plangemäß Ende Januar 2020 unsere Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG noch einmal auf Basis des DCGK 2017 aktualisiert und auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht.

Jahres- und Konzernabschluss, Abschlussprüfung

Die Aufsichtsratssitzung über den Jahresabschluss 2019 fand am 25. März 2020 statt.

Dazu lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats die vom Vorstand nach den maßgeblichen Vorschriften für die Rechnungslegung börsennotierter Aktiengesellschaften aufgestellten Jahresabschlüsse und Lageberichte der edding AG und des edding Konzerns sowie die Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Hamburg, vor.

Der Jahres- und Konzernabschluss der edding AG sowie der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht waren jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Die Prüfungsberichte wurden vom Vorstand allen Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Vorliegen umgehend zusammen mit dem Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns zugesandt und von uns geprüft.

Im Beisein der Abschlussprüfer wurden die Unterlagen sowie alle wesentlichen abschluss- und prüfungsrelevanten Themen einschließlich der Key Audit Matters ausführlich erörtert und von uns geprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung wurde auch das internen Kontrollsystem beurteilt. Es wurde bestätigt, dass keine wesentlichen Schwächen bezüglich des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und der rechnungslegungsbezogenen IT-Systeme festgestellt wurden und der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Weise getroffen hat.

Aufgrund dieser Unterlagen und der eigenen Prüfung stimmten wir dem Ergebnis der Abschlussprüfung für die edding AG und dem Vorschlag des Vorstands über die Gewinnverwendung ohne Einwendungen zu.

Damit haben wir den Jahresabschluss der edding AG für das Geschäftsjahr 2019 gebilligt und gemäß § 172 AktG festgestellt. Den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht haben wir billigend zur Kenntnis genommen.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die „Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ für das Geschäftsjahr 2019 gesondert geprüft. Diese wurde auftragsgemäß von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars GmbH & Co. KG, Hamburg, einer prüferischen Durchsicht unterzogen; der entsprechende Prüfungsbericht hat zur Sitzung vorgelegen.

Hauptversammlung 2020

Derzeit ist vorgesehen, dass die Hauptversammlung am 9. Juni 2020 stattfinden soll. In einer weiteren noch im April 2020 geplanten Sitzung werden wir den Termin voraussichtlich festlegen und auch die Tagesordnung für die Hauptversammlung verabschieden. Darin werden wir gemeinsam mit dem Vorstand vorschlagen, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Hamburg, auch für die Abschlussprüfung 2020 als Prüfer bestellt wird.

Der Aufsichtsrat wird sich hierzu wie üblich eine Unabhängigkeitserklärung der Abschlussprüfer vorlegen lassen. Diese soll bestätigen, dass keine beruflichen, finanziellen oder sonstigen Beziehungen zwischen dem Prüfer, seinen Organen und Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits bestehen, die Zweifel an seiner Unabhängigkeit begründen können.

Dank an Vorstand und Mitarbeiter

Allen Mitarbeitern sowie dem Vorstand danken wir für ihren engagierten Einsatz für unser Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die eingeschlagene Strategie sichert dem Unternehmen den langfristigen Erfolg und fordert von Mitarbeitern und Führungskräften ein hohes Maß an Flexibilität und Veränderungsbereitschaft. Hierfür möchten wir an dieser Stelle unsere besondere Anerkennung zum Ausdruck bringen.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit finden sich in einem Jahres- und Konzernabschluss der edding AG wieder, die in vielen Bereichen auch in diesem Jahr neue Höchstmarken erreicht haben.

Für die in 2020 anstehenden Herausforderungen, die die Corona-Pandemie gerade auch für Unternehmen mit sich bringt, wünschen wir uns allen viel Erfolg, Besonnenheit und die richtigen Entscheidungen in unsicheren Zeiten. Wir halten edding für ein starkes Unternehmen, das diese Krise - wie bereits andere Krisen der Vergangenheit - gut meistern wird.

Ahrensburg, 25. März 2020

Der Aufsichtsrat

Chehab Wahby, Vorsitzender

Michael Rauch, Stellvertretender Vorsitzender

Anja Keihani,  Arbeitnehmervertreterin

Corporate Governance Bericht

gemäß Nummer 3.10 Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK)

1. Erklärung gemäß § 161 Absatz 1 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) zum DCGK

Die edding AG bekennt sich zu einer verantwortungsvollen, an Wertschöpfung ausgerichteten Leitung und Überwachung des Unternehmens. Sowohl die Transparenz der Grundsätze des Unternehmens als auch die Nachvollziehbarkeit seiner kontinuierlichen Entwicklung soll gewährleisten, bei Kunden, Geschäftspartnern und Aktionären Vertrauen zu schaffen, zu erhalten und zu stärken. Dabei bekennt sich die edding AG insbesondere auch zum Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns.

Deshalb begrüßt die edding AG den DCGK und die in ihm zum Ausdruck gebrachten Wertvorstellungen. Den weitaus meisten der in diesem Kodex formulierten Standards und Empfehlungen wurde und wird entsprochen.

Die edding AG hat den Empfehlungen der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der Geltung dieser Fassung mit folgenden Ausnahmen entsprochen und wird dies auch im neuen Berichtsjahr so handhaben:

Nummer 2.3.2 DCGK

Die Bestellung eines Vertreters für die weisungsgebundene Ausführung des Stimmrechts der Aktionäre erübrigt sich, da sich die stimmberechtigten Aktien fast ausschließlich im Familienbesitz befinden und nicht breit gestreut sind. Sollten die Vorzugsaktionäre ein ausdrückliches Stimmrecht in der Hauptversammlung erhalten, so wird die Gesellschaft für die Bestellung eines Vertreters für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts sorgen, der auch in der Hauptversammlung erreichbar ist.

Nummer 3.10 DCGK

Der Corporate Governance Bericht ist im Geschäftsbericht der edding AG abgedruckt, während die Entsprechenserklärung zum DCGK und die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d Handelsgesetzbuch (HGB) auf der Internetseite der edding AG veröffentlicht werden.

Nummern 4.1.5 und 5.1.2 DCGK

Bei der Zusammensetzung des Vorstands und bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen ist angesichts der spezifischen Unternehmensprägung eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Besetzung der genannten Positionen erforderlich, die einer festen Quote oder einem schematisierten Verfahren vorzuziehen ist. Zentrales Kriterium bei den in Rede stehenden Personalentscheidungen ist daher die fachliche Eignung und Qualifikation des Bewerbers und nicht dessen Geschlecht. Daneben wird im Rahmen der Besetzung der Stellen durchaus auch der Aspekt der Vielfalt (Diversity) erwogen.

Nummer 4.2.4 DCGK

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird im Konzernabschluss in ihrer Gesamtheit ausgewiesen und den Vorjahreszahlen gegenübergestellt. Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft im Jahre 2016 wurde für einen Zeitraum von fünf Jahren beschlossen, dass auf die Offenlegung sonstiger nach Maßgabe des Gesetzes über die Offenlegung der Vorstandsvergütung erforderlicher Angaben verzichtet wird.

Nummer 4.2.5 DCGK

Von der Offenlegung der individualisierten Vorstandsvergütung wird insoweit abgesehen, als die Gesellschaft durch Hauptversammlungsbeschluss von einer solchen Offenlegung der Vorstandsvergütung befreit ist (Vergleich Nummer 4.2.4 DCGK). Einen Vergütungsbericht nach Maßgabe von § 315 Absatz 2 Nummer 4 HGB veröffentlicht die Gesellschaft im Konzernlagebericht des Geschäftsberichts.

Nummern 5.1.2 und 5.4.1 DCGK

Die Festlegung einer generellen Altersgrenze für Organmitglieder lehnt das Unternehmen ab, weil vermieden werden soll, dass wertvolle Erfahrungen verloren gehen könnten.

Nummer 5.3 DCGK

Da der Aufsichtsrat lediglich aus drei Mitgliedern besteht, werden keine Ausschüsse gebildet.

Nummern 5.4.1 und 5.4.2 DCGK

Der Aufsichtsrat hat eine generelle Zielsetzung für seine Zusammensetzung - allerdings ohne dabei ein eigenständiges Kompetenzprofil für das Gesamtgremium zu erarbeiten - formuliert, die auch an der unternehmensspezifischen Situation, der internationalen Ausrichtung des Unternehmens sowie an der Vermeidung potentieller Interessenkonflikte orientiert ist und auch Aspekte der Vielfalt (Diversity) ins Kalkül zieht. Andererseits soll auch zukünftig eine gewisse Flexibilität für die Benennung fachlich geeigneter Aufsichtsratsmitglieder bestehen, die einer schematischen Einbeziehung des Kriteriums der Vielfalt (Diversity) vorzuziehen ist; aus diesem Grunde wird namentlich auf die Normierung einer geschlechtsspezifischen Quote verzichtet. Überdies wird davon abgesehen eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder festzulegen; insoweit gelten die obigen Einwände gegen eine feststehende Altersgrenze für Organmitglieder entsprechend. Weiterhin wird darauf verzichtet, eine Mindestanzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder im Sinne von Nummer 5.4.2 DCGK zu benennen; vielmehr soll es der Regelfall sein, dass alle Aufsichtsratsmitglieder als unabhängig anzusehen sind.

Nummer 5.4.6 DCGK

Die Zahlung einer erfolgsorientierten Vergütung an die Aufsichtsratsmitglieder hat der Aufsichtsrat vormals erwogen und seinerzeit auch mit Wirkung für die Zukunft abgelehnt. Die Höhe der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates wird im Konzernabschluss in ihrer Gesamtheit ausgewiesen und regelmäßig durch die Hauptversammlung beschlossen. Die Aufteilung der Gesamtvergütung des Aufsichtsrats auf dessen einzelne Mitglieder ist in der Satzung des Unternehmens festgelegt.

Nummer 7.1.2 DCGK

Hauptsächlich aus Kostengründen können grundsätzlich weder der Konzernabschluss innerhalb von 90 Tagen nach Geschäftsjahresende noch der Halbjahresfinanzbericht innerhalb von 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich gemacht werden. Der Jahresabschluss wird jedoch gemäß § 325 Absatz 4 HGB innerhalb einer Frist von vier Monaten nach Geschäftsjahresende beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und zusätzlich auf der Internetseite bekannt gemacht. Im Übrigen werden die üblichen, eventuell vorläufigen Kennzahlen innerhalb von 90 Tagen durch Pressemitteilung veröffentlicht. Für den Halbjahresfinanzbericht findet eine Veröffentlichung auch weiterhin erst zwei Monate nach Ende des Berichtszeitraumes statt; dabei wird die gesetzliche Frist von drei Monaten noch signifikant unterschritten.

Ahrensburg, 21. Januar 2020

Vorstand und Aufsichtsrat der edding AG

2. Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB wurde auf der Internetseite der edding Aktiengesellschaft unter http://www.edding.com/de-de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/ veröffentlicht.

Diese Erklärung enthält auch eine vollständige Beschreibung des Diversitätskonzeptes für die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Hierin enthalten sind alle erforderlichen Angaben nach 5.4.1 DCGK in Bezug auf den Aufsichtsrat.

Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019

Der vorliegende Bericht fasst den Lagebericht der edding AG und den Lagebericht des edding Konzerns gemäß § 315 Absatz 5 Handelsgesetzbuch (HGB) zusammen. Der zusammengefasste Bericht stellt die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der edding AG und des edding Konzerns dar und geht auf die wesentlichen Chancen und Risiken sowie die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung ein.

Sofern nicht ausdrücklich auf die edding AG Bezug genommen wird, beziehen sich die Aussagen und Zahlenangaben auf den gesamten edding Konzern. Die Zahlenangaben, die sich auf den edding Konzern beziehen, basieren auf dem nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315e Absatz 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Konzernabschluss der edding AG. Die Zahlenangaben der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der edding AG basieren hingegen auf dem nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der edding AG.

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsaktivitäten

Der edding AG als Mutterunternehmen des edding Konzerns obliegt die unternehmerische Führung ihrer Tochtergesellschaften und Beteiligungen. In der edding AG sind die zentralen Managementfunktionen, Rechnungswesen und Controlling, Human Relations, Corporate Innovation Management, Governance, Risk Management und Compliance sowie IT angesiedelt. Zentrale Aufgaben der edding AG sind die strategische Ausrichtung und Entwicklung des Konzerns sowie das Risikomanagement. Der Hauptsitz der Gesellschaft ist Ahrensburg.

Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns gliedern sich in die Geschäftsfelder:

Schreiben und Markieren
Visuelle Kommunikation
Technological Solutions (neu seit 2019 im Aufbau)
Sonstige; Tätowieren (im Aufbau)

Die Umsatzerlöse des edding Konzerns werden über die internationalen Vertriebssteuerungsgesellschaften in rund 100 Ländern weltweit erzielt, die meist durch unabhängige Vertriebspartner betreut werden, soweit edding nicht mit einer eigenen Vertriebs-Tochtergesellschaft vertreten ist. Der Vertrieb an private und gewerbliche Endverwender erfolgt zumeist über Handelspartner aller Formate, wozu neben dem traditionellen Groß- und Einzelhandel auch Vertriebsformen der Großfläche (Verbrauchermärkte, Baumärkte et cetera), Katalogversender sowie Online-Vertriebsformen gehören. Mit dem Geschäftsbereich Technological Solutions gewinnt der Direktvertrieb eine höhere Bedeutung.

Das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren umfasst im Wesentlichen die Marke edding und beinhaltet Marker, Schreibgeräte, Farbsprays, Druckerpatronen und Toner sowie Nagellack. Dieses Produktangebot richtet sich sowohl an den B2B Bereich als auch an den B2C Bereich. Zusätzlich werden in einigen Konzerngesellschaften Partnermarken zur Abrundung des Produktportfolios des Geschäftsfelds vertrieben.

Die verschiedenen Produkte gliedern sich abhängig von Anwendung und Zielgruppe in folgende Kategorien:

Marker und Schreibgeräte für gewerbliche Anwendungen (Lösungen für Industrie und Büro)
Marker und Schreibgeräte für private Endverwender (Kreativsortimente sowie Markieren im Haushalt)
Druckerpatronen und Toner
Nagellack

Das Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation beinhaltet die Hauptmarke Legamaster. Das Sortiment umfasst sowohl klassische visuelle Kommunikation, vor allem Flipcharts, Weißwandtafeln, Moderationstafeln und entsprechendes Zubehör, als auch interaktive Produkte wie e-Screens (LED-Bildschirme mit Touchtechnologie für Schule und Konferenzräume) sowie interaktive Whiteboards. Diese werden zielgruppenspezifisch zu ganzheitlichen Lösungen zusammengeführt. Die Umsätze werden fast ausschließlich im B2B Bereich erzielt.

Das Geschäftsfeld Technological Solutions befindet sich derzeit im Aufbau und umfasst zur Zeit die industriellen Markierungstechnologien (B2B) Compact Printing sowie edding code und prisma ID. Unter edding code und prisma ID vermarkten wir eine neue Technologie mit leitfähiger Tinte zum Beispiel für interaktive Verpackungen, Markenschutz, Dokumenten-Verifikation und Marketing beziehungsweise Promotion. Compact Printing beinhaltet Druckerlösungen für die industrielle Markierung.

Der Bereich Tätowieren befindet sich im Aufbau und beinhaltet ein ganzheitliches Konzept rund um das Thema Tätowieren. Die Eröffnung eines Tattoo-Studios ist in 2020 geplant.

Organisations- und Beteiligungsstruktur

edding Konzerngesellschaften und Beteiligungen weltweit

Eine Aufstellung der Tochtergesellschaften und Beteiligungen befindet sich am Ende dieses Abschnitts.

In der Organisationsstruktur werden die Unternehmen grundsätzlich nach ihrem Geschäftsfeldschwerpunkt unterschieden, wobei einige Unternehmen im Geschäftsfeld Schreiben und Markieren einen kleineren Teil ihrer Umsatzerlöse mit Visueller Kommunikation oder mit Compact Printing erzielen.

Zusätzlich können die Unternehmen nach den folgenden Funktionen differenziert werden, wobei es ebenfalls Mischformen geben kann:

Mutterunternehmen / Holdingfunktion
Internationale Vertriebs- und Geschäftsfeldsteuerungsgesellschaften
Lokale Vertriebsgesellschaften
Produktionsgesellschaften

Die edding AG ist das Mutterunternehmen des edding Konzerns und hält unmittelbare und mittelbare Beteiligungen an den Tochtergesellschaften. Die edding Benelux group B.V. (Niederlande) ermöglicht als nicht operative Zwischenholding eine steuerliche Organschaft der niederländischen Gesellschaften.

Den internationalen Vertriebs- und Geschäftsfeldsteuerungsgesellschaften obliegt die operative Steuerung von Beschaffung, Produktion sowie internationalen Vertriebs- und Marketingaktivitäten für das jeweilige Geschäftsfeld. Die Gesellschaften erzielen ihre Umsatzerlöse sowohl mit den lokalen Vertriebsgesellschaften des Konzerns als auch mit unabhängigen Vertriebspartnern. Die edding Tech Solutions GmbH erzielt zusätzlich auch noch direkt Umsätze mit industriellen B2B Kunden.

Für das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren wird die Funktion der internationalen Vertriebs- und Geschäftsfeldsteuerungsgesellschaft von der edding International GmbH erfüllt. Die lokalen Vertriebsgesellschaften mit dem Schwerpunkt in diesem Geschäftsfeld befinden sich in Deutschland (edding Vertrieb GmbH), den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Türkei, Argentinien (edding Argentina S.A.) und Kolumbien. Einige der Gesellschaften erzielen auch noch Umsatzerlöse in geringem Umfang mit anderen Geschäftsfeldern. Der Anteil der edding AG an der kolumbianischen Vertriebsgesellschaft edding Colombia S.A.S. wurde in 2019 im Rahmen einer Kapitalerhöhung von 60,0 % auf 80,9 % erhöht.

Die Produktionsgesellschaft V.D. Ledermann & Co. GmbH produziert in ihrer Niederlassung Bautzen Filz- und Faserschreiber sowie zugehörige Nachfüllflaschen ausschließlich für die edding Gruppe und hauptsächlich für das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren. Diese Produkte werden weltweit vermarktet. Die Vertriebsgesellschaft in Kolumbien betreibt zusätzlich noch eine Markerfertigung für den regionalen Bedarf. Bis Juni 2019 erfolgte auch noch eine lokale Fertigung in Argentinien.

Die Legamaster International B.V. (Niederlande) deckt die internationale Vertriebs- und Geschäftsfeldsteuerung für den Bereich Visuelle Kommunikation ab. In Deutschland (Legamaster GmbH), in Belgien und in Argentinien (Legamaster LatAm S.A.) gibt es lokale Vertriebsgesellschaften, die ausschließlich Visuelle Kommunikation vertreiben. Zudem werden noch Umsatzerlöse dieses Geschäftsfelds in weiteren lokalen Vertriebsgesellschaften erzielt. Die Legamaster LatAm S.A., an der die Legamaster International B.V. mit 70,0 % beteiligt ist, wurde in 2019 neu gegründet.

Dem Geschäftsfeld Technological Solutions sind die Gesellschaften edding Tech Solutions GmbH und die Prismade Labs GmbH zugeordnet.

Die edding Tech Solutions GmbH deckt die internationale Vertriebs- und Geschäftsfeldsteuerung für die neuen Sortimente edding code und Compact Printing ab. In diesem Geschäftsbereich erfolgt der Vertrieb weitestgehend direkt an die industriellen B2B Kunden. Ein Teil des Absatzes erfolgt über die lokalen Vertriebsgesellschaften in Großbritannien, in der Türkei, in Kolumbien und in Argentinien.

Die Prismade Labs GmbH deckt die Forschung und Entwicklung im Bereich gedruckter Elektronik sowie deren Schnittstelle zur digitalen Welt ab. Der Vertrieb der von der Prismade Labs GmbH entwickelten Produkte wird in der Folge in Teilen unter der Marke edding als edding code über die edding Tech Solutions GmbH erfolgen. Für bestimmte Anwendungsfelder vertreibt die Prismade Labs GmbH ihre Produkte unter der Marke prisma ID selbst. Der Anteil der edding International GmbH an der Gesellschaft wurde in 2019 von 50,0 % auf 60,0 % erhöht.

Die edding Expressive Skin GmbH betreibt alle Marketing- und Vertriebsaktivitäten des Bereiches Tätowieren. Erste Umsatzerlöse werden in 2020 erwartet.

Daneben hält die edding Gruppe noch Beteiligungen an folgenden Unternehmen:

Die gemeinnützige Beruf und Familie im Hansebelt gGmbH schafft und sichert regionale Angebote zur Betreuung von Kindern und Senioren, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern.
Die PBS Network GmbH fungiert als IT-Dienstleistungsunternehmen für die Papier-, Büromaterial- und Schreibwaren-Branche (PBS-Branche) in Deutschland sowie in geringerem Umfang in einigen weiteren europäischen Staaten.
Seit Ende 2014 besteht eine Beteiligung an dem brasilianischen Schreibgerätehersteller Companhia de Canetas Compacter S.A. (Rio de Janeiro). Von einer potenziellen zukünftigen Kooperation versprechen wir uns eine Stärkung unserer Wettbewerbsposition in Lateinamerika.

Konzerngesellschaften zum 31. Dezember 2019

Mutterunternehmen

edding AG, Ahrensburg

Mitarbeiter

Im Berichtsjahr 2019 hat der Konzern im Jahresdurchschnitt 659 Mitarbeiter beschäftigt. In 2018 waren es noch 638 Mitarbeiter, so dass die Gesamtzahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr weiterhin gestiegen ist. Die Anzahl der Beschäftigten an den deutschen Standorten hat hierbei stärker zugenommen. Der Jahresdurchschnitt lag bei 366 Mitarbeitern (Vorjahr: 345 Mitarbeiter).

Trotz der Schließung der Produktion in San Juan, Argentinien, ist in den Gesellschaften außerhalb Deutschlands im abgelaufenen Geschäftsjahr die Anzahl der Mitarbeiter mit durchschnittlich 293 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr (293 Mitarbeiter) gleich geblieben. Somit lag der Anteil der Beschäftigten außerhalb Deutschlands im Jahr 2019 mit 44 % (Vorjahr: 46 %) beinahe auf Vorjahresniveau.

Die edding AG hat im Jahresdurchschnitt 71 Mitarbeiter (Vorjahr: 68 Mitarbeiter) beschäftigt. Damit ist die Gesamtzahl an Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr wiederum gestiegen.

Die Digitalisierung transformiert die Arbeitswelt in vielerlei Hinsicht - eine Entwicklung bei der wir auch im Bereich der Personalentwicklung Schritt halten müssen und wollen. Neben der erfolgreichen Durchführung von traditionellen Präsenzveranstaltungen zu verschiedenen Praxisthemen war in 2019 auch die Entwicklung und Implementierung einer eigenen e-Learning-Plattform ein wichtiges Thema. Das Ziel ist, unseren Mitarbeitern so zukünftig eine zeitgemäße Mischung aus Präsenz- und Online-Trainings anzubieten. Die ersten digitalen Schulungsinhalte des edding Online Campus umfassen verschiedene Lernblöcke zum Thema Online-Marketing und richten sich insbesondere an unsere Mitarbeiter aus den Bereichen Strategisches Marketing, Trade Marketing, Brand Management und Vertrieb weltweit.

Ausgewählte Mitarbeiter in kommerziellen Funktionen unterstützten wir 2019 in ihrer Weiterentwicklung mit unserem modular aufgebauten Trainingsprogramm „Key Account Management Excellence“. Die Mitarbeiter unserer Konzernmarke Legamaster haben das Angebot bereits erfolgreich durchlaufen. Die Vertriebsmitarbeiter von edding werden das Programm in 2020 abschließen. In Ahrensburg haben wir darüber hinaus unser Bestreben fortgeführt, mit Methoden aus dem Bereich LEAN Management   1 zukünftig noch effizienter zu werden. Über einen Zeitraum von sechs Monaten haben wir 22 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen zu sogenannten „Green Belts“ ausgebildet.

Neben dem gruppenweiten Schulungsangebot, das sich aus den übergeordneten Themen unserer Balanced Scorecard ableitet, begleiten wir Mitarbeiter auch bei ihren individuellen Lernbedarfen. Festgestellt wird dieser Bedarf unter anderem im Rahmen der jährlichen Feedbackgespräche zwischen Mitarbeiter und Führungskraft. Im Berichtsjahr haben wir das dafür vorgesehene Formular einem umfangreichen Review unterzogen und einen weltweit einheitlichen Gesprächsbogen geschaffen.

Unsere fünfte globale Mitarbeiterbefragung endete im Berichtsjahr erneut mit einer hohen Beteiligung von 81 % über alle Standorte hinweg. Auch der Blick auf die Gesamtergebnisse ist erfreulich; die Ergebnisse der beiden im strategischen Fitness-Modell gemessenen Dimensionen „Mitarbeiter-Engagement“ sowie „Qualität des Leistungsumfelds“ befinden sich auf konstant gutem bis sehr gutem Niveau.

Für weitere Details zu diesen Komponenten verweisen wir auf den Abschnitt Steuerungssystem. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung stellen sich wie folgt dar:

Zustimmungswerte aus der 2019 2018
Mitarbeiterbefragung % %
--- --- ---
Mitarbeiter-Engagement 87 87
Qualität des Leistungsumfelds 82 82

Damit stehen wir auch im externen Vergleich mit anderen Unternehmen sehr positiv da. Unsere nächste weltweite Mitarbeiterbefragung findet im dritten Quartal 2020 statt.

1 Unter dem Begriff LEAN Management versteht edding ein das gesamte Unternehmen umfassendes Denksystem, bei dem der Mensch in den Mittelpunkt des unternehmerischen Geschehens gestellt wird. Die Grundelemente dieses Systems sind fundierte, geistige Leitlinien, Arbeitsprinzipien mit neuen Organisationsüberlegungen, integrierte Strategien zur Lösung der zentralen Unternehmensaufgaben, wissenschaftlich fundierte Methoden sowie schlichtweg eine Reihe pragmatischer Arbeitswerkzeuge für die Mitarbeiter. Der Begriff LEAN entstammt ursprünglich aus dem Produktionsbereich, die weiterentwickelten Ideen und Methoden sind jedoch auf jegliche Art von Verwaltungsprozessen anwendbar.

Corporate Responsibility

Das Thema Corporate Responsibility (CR) ist seit vielen Jahren tief in unserer Unternehmenskultur verwurzelt und eng mit der Geschäftsstrategie verwoben. Wir betrachten die konsequente Integration von Corporate Responsibility als Zukunftssicherung und als Inspirationsquelle für innovative Produkte. Wesentliche Gedanken und Ideen sind in unserem Corporate Responsibility Leitbild zusammengefasst, welches unter dem Dach der Verantwortung die fünf Handlungsfelder Strategie, Produkte, Umwelt, Unternehmenskultur und Gesellschaft vereint.

Corporate Responsibility stellt einen integralen Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie dar und wird im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses beständig weiterentwickelt.

Informationen zur Nichtfinanziellen Erklärung des edding Konzerns sind im Abschnitt Sonstige Berichterstattung dargestellt.

Sonstige Funktionsbereiche

Supply Chain Geschäftsfeld Schreiben und Markieren

Einkauf

Für das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren verantwortet der Zentraleinkauf am Stammsitz in Ahrensburg sowohl die Beschaffung von Rohwaren und Komponenten für eigene Produktionsstandorte als auch die Steuerung von Lieferanten für Fertigprodukte. Hauptbezugsquellen sind Zentraleuropa mit dem Schwerpunkt Deutschland sowie Asien; hier stammt der überwiegende Anteil der Beschaffungsmengen aus Japan. Um insbesondere das Risiko eines Ausfalls der Belieferung von Hauptprodukten zu minimieren, sind für die tektonisch in besonderer Weise gefährdeten Beschaffungsmärkte in Asien Sicherungsmaßnahmen getroffen worden, die die Verfügbarkeit bis zur Wiederherstellung betroffener Produktionsstandorte beziehungsweise zur Aufschaltung benannter Alternativlieferquellen sichern.

Der Trend der zunehmenden Bedeutung von edding Umsätzen in B2C-Vertriebskanälen hat sich auch in 2019 fortgesetzt. Auch aufgrund des stärkeren saisonalen Aktionsgeschäfts in diesen Kanälen ist die edding Beschaffung weiterhin einer zunehmend höheren Volatilität ausgesetzt. Daher haben wir zur Jahresmitte 2019 ein neues Gruppenprojekt zum Thema Demand Planning gestartet. Das Hauptprojektziel ist die Implementierung einer optimierten Bedarfsplanung zwischen den Vertriebseinheiten und der Zentrale in Ahrensburg. Neben der Einführung einer neuen Demand Planning Software werden im Rahmen des Projekts, dessen Abschluss für 2021 vorgesehen ist, auch die Rollen und Prozess-Verantwortlichkeiten neu definiert.

Die zunehmenden rechtlichen Anforderungen aus EU-Verordnungen, wie beispielsweise aus REACH und aus der Biozid-Verordnung, führen weiterhin zu einer Intensivierung der strukturellen Anforderungen an unsere Lieferquellen. Auch aus dem Einstieg in den US-Kreativmarkt kommen zusätzliche neue regulatorische Anforderungen auf unsere Produktentwicklung zu. Diese Anforderungen betreffen die gesamte Lieferkette, von Rohmaterialien und Komponenten bis hin zum fertigen Produkt. Vor diesem Hintergrund verstärken wir unsere Suche nach alternativen Lieferanten und Lieferquellen, sowohl mit Blick auf die Risiko-Optimierung als auch hinsichtlich der Kompetenzen für Produktentwicklung, Transparenz zu gesetzlichen Standards, Flexibilität bei Produktionsplanung und -volumina sowie unserem Anspruch an die Dokumentation und Einhaltung von Sozial-Standards. Die Entscheidung zum Aufbau einer eigenen Lackmarker-Produktion in unserer Produktionsstätte in Bautzen ist eine wesentliche Konsequenz aus diesen gestiegenen Ansprüchen.

Produktion

Zum Jahresende 2019 verfügte die edding Gruppe nach der Schließung unseres argentinischen Standortes San Juan nur noch über zwei Produktionsstätten für Marker und Schreibgeräte.

Der Produktionsstandort der edding Argentina S.A. (Argentinien) in San Juan wurde zum 30. Juni 2019 aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Perspektive in einem schwieriger werdenden Markt geschlossen. Mit der Schließung verloren 17 langjährige Kollegen ihren Arbeitsplatz. In San Juan wurden bis zur Schließung noch 1,45 Millionen Marker produziert. Nach der Schließung wurden die vor Ort in San Juan produzierten Artikel auf die Standorte Bautzen und Kolumbien verlagert.

Unser zweiter südamerikanischer Produktionsstandort, die edding Colombia S.A.S. (Kolumbien) in Sabaneta, produzierte bisher ebenfalls ausschließlich für den lokalen Markt und die Nachbarländer der Anden-Region. Bei stark rückläufigen Absätzen der lokal produzierten Artikel in der Region konnte die Auslastung in Sabaneta durch die sukzessive Übernahme der Produktionsmengen für Argentinien erstmalig wieder gesteigert werden. Mit 4,5 Millionen Markern und Nachfüllflaschen stieg die Auslastungsquote der installierten Montagekapazitäten auf etwa 42 %.

Die deutsche Produktionsstätte V.D. Ledermann & Co. GmbH in Bautzen konnte auch in 2019 erneut Rekordwerte bei der Ausbringung verzeichnen: 336 Millionen Spritzteile bedeuten ein Plus von 6,5 % und mit 87,9 Millionen montierten Fertigprodukten wurde der Höchstwert aus dem Vorjahr um 3,8 % übertroffen. Getrieben wurde dieser Anstieg erneut durch die in Bautzen gefertigten Produktgruppen Fasermalstifte, Whiteboard Marker, Permanent Marker sowie die Produkte der EcoLine.

Die Auslastung des Personals in der Spritzerei lag bei 100 %, während das Personal in der Montage zu 93 % ausgelastet war. Der leichte Rückgang gegenüber dem Vorjahr war primär durch die erweiterten Pausenregelungen in einem zeitweise eingesetzten 3-Schicht-Modell bedingt. Die Maschinenauslastung in der Spritzerei konnte aufgrund der gestiegenen Volumina gegenüber dem Vorjahr um über 6 %-Punkte auf 74,5 % gesteigert werden. Auch in der Montage stieg die Maschinenauslastung gegenüber den Vorjahren in allen Gruppen an: Bei den Haupt-Maschinengruppen der Volumenprodukte erhöhte sich die Auslastung bei konstanter Kapazität um fast 5 %-Punkte auf jetzt 68,7 %. In der weniger stark genutzten Montage-Gruppe B stieg die Auslastung nach Stilllegung einer älteren Fertigungslinie um 15,4 %-Punkte auf 50 %. Der Anstieg der Produktion lag zum einen an einer erhöhten Nachfrage nach den in Bautzen produzierten Artikeln; zum anderen hat der mehrfach verschobene Brexit zu einem fortlaufend höheren Bestand von Produktgruppen mit hoher Bedeutung für EDDING (U.K.) LTD. geführt.

Im Jahr 2019 wurden für den Standort Bautzen parallel zu der deutlichen Auslastungs-Steigerung auch wesentliche neue Projekte zur Ausweitung der technologischen Kompetenzfelder initiiert: Für den Aufbau einer Tattoofarben-Produktion gemäß ISO 22716, Kosmetik-GMP („Good Manufacturing Process“), wurden mittlerweile die vorbereitenden planerischen und genehmigungsrechtlichen Schritte verabschiedet und die entsprechenden Produktionsmittel spezifiziert und beauftragt. Wir gehen davon aus, ab Mai 2020 die innovativen edding Tattoo-Tinten in Bautzen herzustellen. Ebenso befindet sich der Aufbau eigener Lackmarker-Produktionslinien in einem konkreten Umsetzungsprojekt. Wir planen ab 2021 in Bautzen eigene Lackmarker zu produzieren und damit unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten zu reduzieren und die Geschwindigkeit in den Entwicklungsprozessen dieser Kernproduktgruppe deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus wurde in 2019 ebenfalls die erste Ausbaustufe einer flexiblen Kleinserienproduktion umgesetzt. Die dabei zum Einsatz kommende Robotik stellt eine sehr variable Alternative zu den etablierten seriellen Fertigungsverfahren, wie sie beispielsweise bei unseren Volumenprodukten zum Einsatz kommen, dar.

Die Umsetzung dieser Projekte sowie die kontinuierliche Optimierung der internen Prozesse werden dabei weiterhin vom 2017 gestarteten LEAN Management Ansatz in allen Bereichen der Produktion unterstützt.

Logistik

Die Lagerlogistik für das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren wird weiterhin aus unserem Zentrallager im Großraum Hannover durch einen externen Dienstleister, die Huettemann Gruppe (im Folgenden „Huettemann“), wahrgenommen. Es werden weiterhin alle Kunden in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich und Italien direkt beliefert. Ferner werden die Läger unserer Vertriebspartner und die lokalen Logistikzentren für unsere edding Tochtergesellschaften in Großbritannien, der Türkei und Griechenland sowie unsere südamerikanischen Produktionsstandorte mit Nachschublieferungen versorgt.

Zur Sicherstellung unser langfristigen Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz haben wir gemeinsam mit unserem Logistik-Partner das Logistikkonzept 2020+ entwickelt. Dies umfasst neben der Zusammenlegung unserer Lager- und Logistikaktivitäten in Isernhagen auch die Investition in eine neue Kommissionier-Anlage und zusätzliche Regaltechnik. Die Umsetzung erfolgte in diesem Jahr. Durch die Zusammenlegung und der daraus resultierenden Flexibilisierung der Prozesse und Strukturen konnte die Kosteneffizienz unserer zentralen Lagerleistungen erheblich gesteigert werden.

Die Lieferperformance in 2019 bewegte sich auf einem sehr guten Niveau, der Jahresdurchschnitt betrug 98 % („On time, in full“) auf Basis aller Lieferungen. Auf der Transportseite wurden turnusgemäß unsere unterschiedlichen Frachtführer hinsichtlich Kosten und Leistung überprüft und punktuelle Anpassungen bei den präferierten Dienstleistern vorgenommen.

Die Lager- und Transportlogistik der edding Landesgesellschaften in der Türkei, Argentinien und Kolumbien erfolgt weiterhin durch externe Logistikunternehmen. Zur Risikominimierung gegenüber einem möglichen harten Brexit wurde die Anmietung zusätzlicher temporärer Lagerkapazitäten in Großbritannien aufrechterhalten.

Supply Chain Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation

Die Steuerung der gesamten Legamaster Supply Chain erfolgt über die Legamaster International B.V. im niederländischen Lochem.

Einkauf

Aus den zwei sehr unterschiedlichen Sortimenten, traditionell und elektronisch, ergeben sich sehr unterschiedliche Herausforderungen an die Beschaffung und das gesamte logistische Handling der Produkte. Gerade für die deutlich kürzeren Lebenszyklen im elektronischen Sortimentsbereich spielt die Optimierung der Reichweiten eine wesentliche Rolle und steht daher kontinuierlich im Fokus der Legamaster Supply Chain.

Für den strategischen Einkauf im Bereich Electronics stand in 2019 das Management von Qualitätsthemen bei zwei unserer asiatischen Lieferanten im Fokus: In beiden Fällen konnte in enger Zusammenarbeit mit den Lieferanten und den entsprechenden Komponenten-Zulieferern eine Legamaster-adäquate Lösung gefunden werden. Im Bereich der klassischen Produkte hatte die Optimierung von Lagerbeständen und Planungsprozessen mit einem wichtigen europäischen Lieferanten Priorität für den strategischen Einkauf.

Darüber hinaus stand sowohl für den traditionellen als auch für den elektronischen Legamaster-Bereich die Optimierung des Neuprodukt-Einführungsprozesses im Fokus des Jahres 2019. Die Zusammenarbeit zwischen strategischem Einkauf und Marketing konnten deutlich optimiert werden, was sich auch in der Präsentation zahlreicher neuer Produkte im Laufe des Jahres 2019 beziehungsweise zu Beginn des Jahres 2020 widerspiegelt. Hierzu zählen insbesondere die interaktiven Bildschirme der nächsten Generation (Modell ETX-20) sowie unsere neue intuitive Softwarelösung Sessions.

Produktion

Der Geschäftsbereich Visuelle Kommunikation hatte seine Eigenproduktion am niederländischen Standort Lochem 2009 eingestellt; die unter der Marke Legamaster vertriebenen Boardmarker und Flipchartmarker wurden vornehmlich in der konzerneigenen V.D. Ledermann & Co. GmbH in Bautzen gefertigt. Als Reaktion auf größere Liefer-Probleme bei einem unserer Hauptlieferanten für Weißwandtafeln haben wir zu Beginn des Jahres 2019 die Entscheidung gefällt, die Produktion von Sonderformen unserer Weißwandtafeln („Special Whiteboards“) sowie die Skalierung der neu eingeführten individuell bedruckten Weißwandtafeln („Custom Printed Whiteboards“) wieder in Eigenregie durchzuführen: Seit Juni wurden über 5.500 dieser Spezialtafeln in einer kleinen flexiblen Einheit am Standort Lochem gefertigt. Neben der Verkürzung von Entwicklungs- und Lieferzeit dieser Speziallösungen sichern wir damit auch das langfristige Produkt- und Fertigungs-Know-how für eine unserer Legamaster Haupt-Produktgruppen in Lochem ab.

Logistik

Die Logistik für den Markenbereich Legamaster liegt ebenfalls in der Verantwortung des Geschäftsfelds Visuelle Kommunikation. Die Lagerprozesse werden im konzerneigenen Zentrallager in Lochem (Niederlande) abgebildet, aus dem auch der weltweite Versand an Vertriebspartner, an die Läger der konzerneigenen Tochtergesellschaften in Großbritannien, der Türkei, Griechenland sowie an die Gesellschaften in Argentinien und Kolumbien erfolgt. Die Kunden in den Legamaster Hauptmärkten Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich werden direkt aus Lochem versorgt. In 2019 lag unsere wesentliche logistische Leistungskennzahl, unsere Liefertreue, im Jahresdurchschnitt erstmalig seit längerem wieder knapp unter unserem Zielwert von 96 %. Wesentlicher Grund waren hier die Lieferschwierigkeiten bei einem Hauptlieferanten für Weißwandtafeln Ende 2018 sowie in den ersten zwei Monaten des Jahres 2019. Seit April 2019 liegt die Lieferleistung aus Lochem wieder über dem Zielwert.

Supply Chain Geschäftsfeld Technological Solutions

Die Steuerung der Supply Chain der in diesem Geschäftsfeld zusammengefassten Aktivitäten unserer Markierungstechnologien erfolgt durch die jeweils verantwortlichen Gesellschaften in München und Chemnitz.

Die Prismade Labs GmbH in Chemnitz verantwortet neben Forschung und Entwicklung auch die gesamte technische Infrastruktur und die Steuerung der beteiligten Dienstleister für unsere Lösungen der gedruckten Elektronik, prisma ID und edding code. Die Supply Chain ist hierbei vor allem geprägt durch einzelne Dienstleister rund um die digitale Infrastruktur, Entwicklungspartner für Software, Funktionsfarben und Informationsträger (beispielsweise Papierkarten, Plastik-Ausweise, Aufkleber / Etiketten) sowie Druckereien. Die relevanten Dienstleister und Partner von Prismade befinden sich überwiegend in Deutschland und sind Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet.

Die Gesamtverantwortung für die edding Compact Printer liegt bei der edding Tech Solutions GmbH mit ihrer operativen Niederlassung in München. Die Produktentwicklung und -spezifikation des gesamten Sorti- mentes an Druckern, Tintenpatronen sowie Zubehör erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unserem Technologiepartner Elried Markierungssysteme GmbH. Die Produktion der Drucker und Tintenpatronen erfolgt bei externen Partnern in Deutschland beziehungsweise in der EU. Lagerung und Versand der Artikel an edding Tochtergesellschaften oder von der edding Tech Solutions GmbH betreute Vertriebspartner erfolgen über das Lager der Elried Markierungssysteme GmbH. Bei Auswahl und Prüfung externer Partner und Dienstleister werden, wo sinnvoll, punktuell auch Kompetenzen aus dem edding Konzern genutzt, um beispielsweise Tinten zu testen, Spritzgussteile zu optimieren oder Transportdienstleistungen einzukaufen.

Informationstechnologie

Der Wandel hin zu digitalen Prozessen und digitalen Kommunikationsformaten findet bei edding auf allen Ebenen statt. Ob im Umfeld von Business Intelligence (BI), Dokumentenmanagement, E-Commerce, Enterprise Resource Planning (ERP), Logistik, Industrie 4.0 oder Unified Communications (UC) - in allen Bereichen hat edding in 2019 Projekte realisiert und nutzt neueste Software- und Hardwareprodukte.

Die enge Verzahnung der IT mit den Fachbereichen und die Arbeit in funktionsübergreifenden Teams machen Veränderungen dieser Art schnell möglich.

Das bereits in 2016 von der edding IT eingeführte internationale Key User Programm wurde weiter fortgeführt. In diesem Rahmen wurden im letzten Jahr in regelmäßig stattfindenden Workshops prozessbezogene, organisatorische und technische Fragestellungen bearbeitet sowie beantwortet. Das Verständnis und die notwendigen Kompetenzen für die Klärung von Anforderungen sowie die Vorbereitung und Durchführung agiler Systementwicklungsprozesse wurden weiter ausgebaut.

Der sich hieraus ergebende Know-how-Austausch zu digitalen Prozessen über die Tochtergesellschaften hinweg erhöht die Produktivität der operativen Einheiten und der Geschäftsfelder. Das bessere Verständnis und der kontinuierliche Austausch von Digitalisierungsideen hat die Verbreitung von Best Practices in der edding Gruppe weiter beschleunigt. Die Konsolidierung und Harmonisierung der Prozesse hat somit zu höherer Flexibilisierung geführt und konnte daher die wirtschaftliche Skalierbarkeit weiter erhöhen.

Das vor drei Jahren etablierte soziale Intranet ist ein wesentliches Instrument geworden, um die dafür notwendige Vernetzung der Mitarbeiter innerhalb der Organisation zu erreichen. Unsere Intranet-Plattform ermöglicht es unseren Mitarbeitern über soziale Funktionalitäten, selbst proaktiv Wissen mit Kollegen zu teilen. Das Know-how einzelner Themenexperten im Unternehmen wird somit allen Kollegen zugänglich gemacht. Die Plattform ist die ideale Basis für eine Kultur des Austauschs und des Wissens - die Vorteile spürt das gesamte Unternehmen. Anwender arbeiten deutlich produktiver und vermeiden Prozessfehler, ohne aus ihrem Workflow gerissen zu werden. Das hilft bei akuten Herausforderungen und stärkt nachhaltig die Prozess- und Handlungskompetenz.

Die neu geschaffene interne Transparenz haben wir genutzt, um auch die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern zu verbessern. In 2019 haben wir mit der Aktivierung des integrierten Customer Relationship Management (CRM) Moduls auf dieser Systembasis ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Neben der Kollaboration mit Kunden in externen cloud-basierten Arbeitsgruppen stellt das integrierte CRM-System alle wichtigen Tools bereit, um Kunden schneller zu finden, Aufträge schneller zu gewinnen und somit Umsätze zu steigern.

Daneben eröffnet sich für edding als produzierendes Markenunternehmen die Möglichkeit systematisch aus der Konsumenteninteraktion im Internet zu lernen und dieses Wissen gezielt und in Form abgeleiteter Maßnahmen wieder im Vertrieb, in der Kundenansprache und in der Kundenbindung einzusetzen.

Um die gesammelten Interaktionselemente systematisch analysieren zu können und um die Ergebnisse in der Prozessautomation ohne Medien und Systembrüche weiter verarbeiten zu können, galt unsere größte Aufmerksamkeit in 2019 der Integration von Cloud Diensten. Parallel zu den bestehenden On-Premise Lösungen haben wir eine Cloud-Infrastruktur aufgebaut und dabei den bestehenden Rechenzentrumsbetrieb und gemietete Web-Services in einer hybriden Umgebung zusammengefasst.

Anfang 2019 stand noch die Anbindung von Tochtergesellschaften im Vordergrund. Die sichere Integration neuer operativer Einheiten in die edding Systemumgebung, die Bereitstellung klassischer Office Software sowie von Zugängen zu Serverdiensten und der ERP Umgebung konnten im Vergleich zu einer klassischen Vorgehensweise beschleunigt werden.

Im Verlauf des Jahres jedoch wurden zusätzlich weitere Cloud Services genutzt, um neue Erkenntnisse zu Kundenbedürfnissen und Zielgruppen zu gewinnen. Es wurden unterschiedliche Web Services zur Sammlung von Konsumentendaten eingebunden; Kundenanfragen und Kundenfeedback wurden in FAQ Datenbanken gesammelt und ergänzen jetzt unsere Datenbestände aus der ERP und der CRM Umgebung.

Die neuen webbasierten Dashboards visualisieren die so gewonnenen Kennzahlen, cloudbasierte Analyseverfahren verdeutlichen die Wirkungszusammenhänge in den Datenbeständen und schaffen eine Basis für schnelle kundenorientierte Unternehmensentscheidungen, neue Produkte und Service-Angebote heute und in Zukunft.

Forschung und Entwicklung

Der edding Konzern betreibt Forschungs- und Entwicklungsabteilungen für das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren an den deutschen Standorten Ahrensburg und Bautzen. Im Berichtsjahr 2019 standen weiterhin Kreativprodukte für private Endverwender im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten.

Im Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation wird die Entwicklung neuer Produkte und Einbindung neuer Technologien aus dem International Product Management in Lochem / Niederlande koordiniert. Einer der wichtigsten Entwicklungsbereiche für unsere klassischen und elektronischen Produkte war die Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit für den Endbenutzer. Ergebnis dieser Entwicklungsaktivitäten im Berichtsjahr 2019 ist unter anderem eine Lösung für Meetings via Sessions, einer Software-Komplettlösung, die alle wichtigen Phasen von Meetings abdeckt. Zudem wurde der neue Legamaster AirServer Connect, welcher Screen Mirroring ermöglicht, eingeführt. Darüber hinaus standen das e-Board Touch 2, die ETX-20-Serie und das MagicChart-Verpackungskonzept im Fokus der Entwicklung.

Am Standort Chemnitz werden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für das Geschäftsfeld Technological Solutions durchgeführt. Im Berichtsjahr 2019 wurde weiter an der Entwicklung der proprietären Prismade-Technologie gearbeitet. Darunter wird die Interaktion von Druckprodukten wie beispielsweise Karten, Labels, Verpackungen et cetera mit dem Smartphone verstanden. Dies umfasst Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Bereich Drucktechnik, Produktion und Software-Entwicklung. Darüber hinaus werden Lösungen für den Bereich Markenschutz, Dokumentenschutz und im Bereich interaktiver Sicherheitsanwendungen entwickelt.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung von Tattoo-Tinten mit besonders hohen Qualitätsanforderungen, wodurch ein neues Kompetenzfeld am Standort Bautzen erschlossen wurde.

Die Gesamtsumme der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrug im Berichtsjahr 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR). Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen neben Personalaufwendungen auch Sachkosten für Forschungs- und Entwicklungsleistungen von Partnerunternehmen sowie Abschreibungen für Laborgeräte. Entwicklungskosten werden nicht aktiviert.

Im Geschäftsjahr 2019 waren in diesem Bereich insgesamt 15 Mitarbeiter (Vorjahr: 15 Mitarbeiter) beschäftigt.

Der Anstieg der Kosten beruht insbesondere darauf, dass im Geschäftsjahr 2019 erstmalig Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Chemnitz für das gesamte Berichtsjahr berücksichtigt wurden.

Steuerungssystem

Strategische Steuerung

Als Finanzholding des edding Konzerns verfolgt die edding AG als strategisches Ziel die nachhaltige Wertsteigerung und Entwicklung des edding Konzerns mit den traditionellen Geschäftsfeldern Schreiben und Markieren sowie Visuelle Kommunikation. Daneben haben wir damit begonnen, zwei weitere Geschäftsfelder aufzubauen, nämlich die Bereiche Technological Solutions und Tätowieren.

Für die strategische Steuerung des edding Konzerns nutzen wir derzeit ein Balanced Scorecard System für den Zeitraum 2016 bis 2020. Für den Zeitraum nach 2020 werden wir voraussichtlich im Laufe des Jahres 2021 wiederum langfristige Ziele bis 2025 definieren. Dieses System dient für uns gleichermaßen als Zielsystem und Maßnahmen-Verfolgungs-Instrument. Dabei wurden die strategischen Ziele von edding auf mehrere Hierarchie-Ebenen heruntergebrochen, so dass alle Tochtergesellschaften sowie die meisten Funktionsbereiche und Abteilungen über eine eigene Balanced Scorecard mit ihren mittelfristigen Strategiezielen verfügen. Die Balanced Scorecards sind individuell auf die Belange von edding zugeschnitten und greifen in ihrer Struktur neben den klassischen Elementen einer Balanced Scorecard mit den Themen eddipreneurship und eddiplementorship wesentliche Bestandteile unserer Unternehmenskultur auf. Sie enthalten finanzielle sowie nichtfinanzielle Ziele in fünf Dimensionen:

Finance
Consumer / Customer
„eddiplementorship“: Umsetzung unserer Strategie in skalierbare und effiziente Prozesse
„eddipreneurship“: Mut und Einfallsreichtum, Dinge anders zu machen
„edding ink“: edding-Tinte im Blut als verbindendes Element unserer Unternehmenskultur

Unsere Group Balanced Scorecard stellt die oberste Hierarchieebene des Systems dar.

„We aim for a balanced achievement of the targets in five strategic dimensions by 2020“

Die meisten Ziele der Group Balanced Scorecard werden in der zweiten Hierarchie-Ebene in Form von sogenannten Meta Scorecards konkretisiert. So gibt es beispielsweise für die Dimension Consumer / Customer jeweils einzelne Meta Scorecards für unsere vier wesentlichen Marktstrategien B2B und B2C für Schreiben und Markieren in Europa, Visuelle Kommunikation sowie breiteres Wachstum in Lateinamerika. Diese konkretisieren dann wiederum in den genannten fünf Dimensionen, was für die Erreichung der einzelnen Marktstrategien konkret erreicht werden soll.

In der dritten Hierarchieebene werden die Ziele der Meta Scorecards dann auf einzelne Balanced Scorecards für Tochtergesellschaften sowie Funktionsbereiche und Abteilungen heruntergebrochen.

Auf diese Weise werden auf den verschiedenen Hierarchie-Ebenen knapp 600 Teilziele und Maßnahmen definiert und auf 60 Balanced Scorecards verteilt, die auf der unteren Ebene jeweils einen spezifischen Verantwortlichen haben. Seit dem 31. Dezember 2017 nehmen wir halbjährliche Messungen der voraussichtlichen Zielerreichung Ende 2020 vor.

Insbesondere die strategischen Finanzziele von 180 Mio. EUR Umsatz (vor Umstellung auf IFRS 15) sowie 18 Mio. EUR EBIT wurden im Zeitraum 2015 / 2016 bewusst ambitioniert definiert. Deren Erreichbarkeit ist allerdings stark dem konjunkturellen Umfeld ausgesetzt, welches wir in 2020 vorfinden werden. Traditionell handelt es sich bei unseren Finanzzielen in der Balanced Scorecard um strategische Ziele, die für sich genommen keinen Prognose-Charakter haben. Im Rahmen einer jährlichen Finanzplanung werden wir unverändert Jahresziele festlegen, deren verbindliche Prognosekorridore wir weiterhin im Abschnitt Prognosebericht veröffentlichen. Im Geschäftsbericht 2018 hatten wir für die finanziellen und nichtfinanziellen Steuerungsgrößen auch erstmals Prognosekorridore für das „Strategie-Zieljahr“ 2020 angegeben.

Finanzielle Steuerungsgrößen

Der edding Konzern nutzt verschiedene finanzbezogene Kennzahlen zur Steuerung von Wachstum und Profitabilität. Als wichtigste Steuerungsgrößen auf Konzernebene sind hier Umsatz und EBIT (Ergebnis vor Zinsen, Hochinflationsanpassungen und Ertragsteuern) zu nennen. Auf der Ebene der edding AG kommt noch der ausschüttungsfähige Jahresüberschuss hinzu, der auch für Teile der erfolgsabhängigen Vorstandsvergütung maßgeblich ist.

Im Rahmen der jährlichen Budget-Planung werden insbesondere Umsatz- und Ergebnisziele für den Konzern definiert und an den Strategiezielen ausgerichtet. Auch für die Steuerung der Konzerngesellschaften ist die EBIT-Entwicklung die wichtigste Steuerungsgröße, deren Erreichung wesentlicher Bestandteil der kurzfristigen variablen Vergütung für die Führungsebenen unterhalb des Vorstands ist. Das monatliche interne Berichtswesen geht insbesondere auf Zielerreichung und Abweichungsanalysen bei Umsatz und EBIT ein.

Wachstumsindikator und wesentliche Einflussgröße für die EBIT-Ergebnisse ist die Umsatzentwicklung. Zusätzlich zu den Gesamtumsätzen sind monatlich die Entwicklung der Umsätze sowie Rohergebnismargen je Geschäftsfeld entscheidend.

Nichtfinanzielle Steuerungsgrößen

Als wichtige nichtfinanzielle Steuerungsgrößen sind zum einen das Ergebnis der jährlich durchgeführten Mitarbeiterbefragung zu nennen sowie das Ergebnis unserer halbjährlichen Balanced Scorecard Evaluierung.

Im Rahmen unserer halbjährlichen Balanced Scorecard Evaluierung messen wir die voraussichtliche Zielerreichung per Ende 2020 für unsere Balanced Scorecard und damit den Erfolg unserer Strategieumsetzung. Unsere Group Balanced Scorecard enthält Ziele, für die insgesamt maximal 1.150 Punkte erreicht werden können. Ab einem Wert von 1.000 Punkten bei der Schluss-Messung per 31. Dezember 2020 sehen wir unsere Strategie als erfolgreich umgesetzt an; im Bereich zwischen 700 und 1.000 Punkten erachten wir unsere Strategie als teilweise erfolgreich umgesetzt. Der Punktwert, der in 2020 schließlich erreicht werden wird, ist einer der für die langfristige Vorstandsvergütung relevanten Leistungsindikatoren; auch für die einzelnen Balanced Scorecard Verantwortlichen sind ihre mittelfristigen variablen Bezüge an diese Zielerreichung geknüpft.

In der jährlichen Mitarbeiterbefragung werden die Zustimmungswerte der Mitarbeiter in einem zweidimensionalen „Strategischen Fitness-Modell“ abgebildet und in den Dimensionen „Mitarbeiter-Engagement“ sowie „Qualität des Leistungsumfelds“ gemessen. Für beide Werte wurden im Rahmen der Balanced Scorecard Zielwerte für 2020 festgelegt.

Die Dimension des nachhaltigen „Mitarbeiter-Engagements“ umfasst vier Komponenten: Loyalität zum Unternehmen, Bereitschaft sein Bestes zu geben, Arbeitszufriedenheit und -freude sowie psychische Gesundheit (Leistungsanforderungen, Arbeitsbelastung). Die Dimension „Qualität des Leistungsumfelds“ berücksichtigt, dass das Mitarbeiter-Engagement nur in einer Organisation zur vollen Entfaltung kommen kann, in der sich Motivation und Aktivitäten der Mitarbeiter auf die Unternehmensstrategie richten und in dem sie ihre Arbeit effektiv und effizient machen können. Die Qualität des Leistungsumfelds umfasst also Fragen, mit denen wir unter anderem auswerten können, ob die strategische Richtung klar ist und es uns die vorhandenen Systeme und Prozesse ermöglichen, in die vorgegebene Richtung zu gehen.

Zielwerte der Balanced Scorecard 2020 für die strategische Steuerung

Für die finanziellen und nichtfinanziellen Steuerungsgrößen wurden für 2020 folgende Zielwerte und Prognosen abgegeben:

Geschäftsverlauf 2019
Zielwerte 2020 Prognose 2020 alt Prognose 2020 neu Prognose 2020
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Finanzielle Steuerungsgrößen (in Mio. EUR)
edding Konzern
Umsatzerlöse 170,0 155,0 - 170,0 145,0 - 160,0 2 140,0 - 155,0
Umsatzerlöse vor IFRS 15 180,0 165,0 - 180,0 155,0 - 170,0 2 150,0 - 165,0
EBIT 18,0 14,0 - 18,0 10,0 - 14,0 3 9,0-13,0
Nichtfinanzielle Steuerungsgrößen
Punktwert der Balanced Scorecard 1.000 850 - 1.000 725 - 875 4 700 - 800
Zustimmungswerte aus der Mitarbeiterbefragung
Mitarbeiter-Engagement (in %) 88 85 - 90 85 - 90 85-90
Qualität des Leistungsumfelds (in %) 78 75-85 75-85 75-85

Zum 31. Dezember 2018 lag die Einschätzung des Punktwerts der Balanced Scorecards noch bei 948 Punkten. Die Evaluation zum 30. Juni 2019 zeigte einen Rückgang auf 780 Punkte, was zu einer entsprechenden Reduktion des Prognosekorridors im Rahmen der Halbjahresfinanzberichterstattung führte.

Wesentliche Ursachen für den Rückgang des Punktwerts und damit auch der Prognose zum Halbjahr 2019 waren die weitere Verschlechterung wirtschafts- und währungsseitiger Faktoren in Lateinamerika, der verzögerte Verkaufsstart in neuen Geschäftsbereichen und eine beginnende schwächere Weltwirtschaftsentwicklung. Auf diese Entwicklung hatten wir bereits in unserer Ad-hoc-Mitteilung vom 24. Juli 2019 hingewiesen. Bereits vorher bestehende Effekte waren insbesondere die währungsseitige Entwicklung in der Türkei sowie die noch nicht auf dem angestrebten Niveau liegende Umsetzungsgeschwindigkeit für neue Themen und Projekte in einzelnen Zentralfunktionen, Tochtergesellschaften sowie auch bei externen Partnern (Vertriebspartner, Lieferanten).

Die voraussichtliche Zielerreichung der Balanced Scorecard der Gruppe liegt nach unserer Messung zum 31. Dezember 2019 mit 735 von 1.150 maximal erreichbaren Punkten unverändert deutlich unterhalb des von uns angestrebten Zielwerts von 1.000 Punkten. Gegenüber der Bewertung zum Halbjahr 2019 ist der Wert um weitere 45 Punkte zurückgegangen. Hierfür sind insbesondere die noch etwas schwächeren Einschätzungen im Bereich Visuelle Kommunikation sowie in der Region Lateinamerika maßgeblich. Aufgrund der möglichen Auswirkungen des neuartigen Coronavirus, die derzeit in weltweit rückläufigen Wachstumsprognosen münden, scheint hier in 2020 ein weiterer zumindest leichter Rückgang des Punktwerts im Rahmen der Evaluation wahrscheinlich. Entsprechend wird die Prognose für die voraussichtliche Zielerreichung der Balanced Scorecard der Gruppe auf 700 bis 800 Punkte reduziert. Eine Unterschreitung der 700 Punkte sehen wir als unwahrscheinlich an, da die meisten quantitativen Ziele derzeit nur noch mit wenigen Punkten in die aktuelle Evaluation einfließen.

2 Veröffentlicht in der Ad-hoc Mitteilung vom 24. Juli 2019.

3 Prognoseänderungen veröffentlicht in den Ad-Hoc Mitteilungen vom 24. Juli 2019 und vom 19. Dezember 2019.

4 Im Rahmen des Halbjahresfinanzberichts zum 30. Juni 2019 bekanntgegeben.

Insgesamt beurteilt der Vorstand die strategische Entwicklung des Unternehmens damit als nicht mehr zufriedenstellend, da wir insbesondere unsere Ziele im Bereich Consumer/Customer weitgehend nicht erreicht haben. Hier spiegelt sich zwar ebenfalls die sich abschwächende Wirtschaftsentwicklung wider, allerdings liegt auch die oben erläuterte Umsetzungsgeschwindigkeit für neue Themen und Projekte unter den Erwartungen. Diese Erkenntnis wird insbesondere auch in die strategischen Überlegungen 2025 einfließen. Dennoch konnten in den Bereichen „eddipreneurship“, „eddiplementorship“ und „edding ink“ wesentliche strategische Maßnahmen umgesetzt werden, von denen wir in der Zukunft profitieren.

Mit der Ad-hoc Mitteilung vom 24. Juli 2019 wurde zusätzlich die Erwartung für die Umsatzerlöse 2020 entsprechend der schwächeren Entwicklung 2019 auf 145,0 bis 160,0 Mio. EUR reduziert. Der EBIT-Prognosekorridor wurde in der gleichen Mitteilung auf 11,0 bis 15,0 Mio. EUR verringert; hier folgte eine weitere leichte Reduzierung im Rahmen der Ad-hoc Mitteilung vom 19. Dezember 2019 auf 10,0 bis 14,0 Mio. EUR. Auch auf diese Prognosen wirkt sich die derzeit aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erwartete Abschwächung der Weltwirtschaft aus. Entsprechend haben wir diese Prognosekorridore ebenfalls noch einmal reduziert. Wir verweisen auf die Erläuterung im Prognosebericht.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die seit Mitte 2016 anhaltende kontinuierliche Expansion der Weltwirtschaft setzte sich auch in 2019 fort, der Internationale Währungsfonds schätzt das globale Wachstum auf 2,9 %. 5

Unsicherheit in der Handelspolitik, geopolitische Spannungen sowie lokale Probleme in wichtigen Schwellenländern, belasteten jedoch weiterhin die Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 2019. Verschärfung der sozialen Unruhen in mehreren Ländern stellten ebenso neue Herausforderungen dar wie wetterbedingte Katastrophen - von Hurrikanen in der Karibik, Dürre und Buschbränden in Australien, Überschwemmungen in Ostafrika und Dürre im Süden Afrikas. Trotz dieser Probleme mehrten sich laut IWF Ende des Jahres die Zeichen, dass die Talsohle durchschritten sei.

Gestützt ist das globale Ergebnis weiter durch die asiatischen Schwellenländer, allen voran China, dort allerdings auch mit gebremstem Wachstum von nunmehr 6,1 % nach 6,6 % in 2018. Keine Impulse dagegen kamen aus den für uns so wichtigen Märkten Lateinamerikas, die mit 0,1 % nur knapp der Kontraktion entgingen. Der für uns in dieser Region wichtigste argentinische Markt zeigte dagegen mit -3,1 % heftig rezessive Tendenzen bei gleichzeitiger Hochinflation von 54,4 %.   6

Unter den Industrienationen blieb die USA - trotz der Handelskonflikte mit China sowie den politischen Konflikten unter anderem mit dem Iran - das Zugpferd mit einem allerdings ebenfalls gebremsten Wachstum von 2,3 %.

Die Wachstumsraten 2019 für den Euroraum und Großbritannien waren auf 1,2 % respektive 1,3 % nach unten korrigiert worden. Lichtblick war erneut Spanien mit einem Wachstum von 2,0 %.

Die Lage am deutschen Papier-, Büro- und Schreibwarenmarkt zeigt sich weiter kritisch. Der Gesamtbruttoumsatz der PBS-Branche in Deutschland sank nach Zahlen des Instituts für Handelsforschung Köln (IfH) im Jahr 2018 um 1,6 % auf 12,8 Mrd. EUR. Mittelfristig werde sich der Markt nicht festigen können und tiefer in die roten Zahlen abrutschen, prognostiziert das IfH. Dabei zieht sich der Abwärtstrend durch alle Sparten. 7

Etwas positiver berichtet der Verband der PBS-Markenindustrie von seiner Herbsttagung. In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 lag das nach Größenklassen gewichtete durchschnittliche Umsatzwachstum in Deutschland im Bereich Papier bei stabilen 3,2 %, während bei den Herstellern von klassischen Büroartikeln sogar Umsatzzuwächse von durchschnittlich 3,8 % zu verzeichnen waren. Auch der Bereich Schreiben entwickelte sich bis Ende September mit einem Plus von 2,4 % weiterhin positiv. Treiber des Wachstums sind vor allem die Vertriebskanäle E-Commerce sowie Drogerie und Baumarkt.   8

Erstmalig wurden weltweit in 2019 mehr als 2 Millionen interaktive Displays verkauft. Dies bedeutete für den Markt, an dem wir über unsere Marke Legamaster mit interaktiven Whiteboards und e-Screens partizipieren, einen Anstieg um 4,1 %, in der EMEA Region sogar um 5,5 %.   9

Einige wesentlichen Entwicklungen konnten beobachtet werden: 9

Selbstleuchtende Flat Panels gewinnen weiter Marktanteile gegenüber Whiteboards.
Der Digitalpakt wird in den nächsten Jahren das Marktwachstum in Deutschland ankurbeln.
Die Lieferketten sowie der größte Absatzmarkt China werden aufgrund des neuartigen Coronavirus negativ beeinflusst.

5 World Economic Outlook, IMF, January 2020

6 https://www.imf.org/en/Countries/ARG, 20.01.2020

7 https://www.pbs-business.de/news/monitor/06-06-2019-deutscher-pbs-markt-16-prozent-im-minus/ mit Verweis auf „Branchenfokus PBS-Artikel“, eine Gemeinschaftsstudie von IFH Köln und BBE Handelsberatung

8 https://www.pbs-markenindustrie.de/aktuelles/erfolgreiche-pbs-herbst-konferenz-2019-mainz, 20.01.2020

9 Futuresource Consulting, Quarter 4 2019 World Interactive Displays Report, Februar 2020

Die edding Gruppe trägt dem zunehmend volatilen Umfeld bereits seit Jahren durch risikoorientierte Geschäftsführung und fortschreitende Flexibilisierung der Organisation Rechnung. Wir nutzen dabei die Möglichkeiten der Finanzmärkte zum Beispiel in Bezug auf Währungssicherung im betriebswirtschaftlich sinnvollen Rahmen aus und gestalten unser operatives Geschäft auf Beschaffungs- und Vertriebsseite währungsrisikominimierend.

So konnten wir in 2019 vor allem die schwierigen Märkte Argentinien und Kolumbien über das starke europäische, vor allem deutsche, Geschäft teilweise ausgleichen.

BIP-Entwicklung ausgewählter Staaten/Regionen in 2019   10

in Prozent

10 World Economic Outlook, IMF, January 2020

Entwicklung der Geschäftsfelder

Insgesamt konnte im Geschäftsjahr 2019 ein leichter Umsatzanstieg von 0,6 % erreicht werden. Das Wachstum resultiert aus dem Bereich Schreiben und Markieren, während der Bereich Visuelle Kommunikation im zweiten Jahr in Folge einen Rückgang verzeichnet. Der Aufbau des Bereichs Technological Solutions wurde im Jahr 2019 fortgesetzt.

2019 2018 Veränderungen Veränderungen
TEUR TEUR TEUR %
--- --- --- --- ---
Schreiben und Markieren
Deutschland 47.241 44.884 2.357 5,3
Übriges Europa 52.752 51.452 1.300 2,5
Übersee 7.072 8.664 -1.592 -18,4
107.065 105.000 2.065 2,0
Visuelle Kommunikation
Deutschland 17.204 18.194 -990 -5,4
Übriges Europa 16.630 16.534 96 0,6
Übersee 619 945 -326 -34,5
34.453 35.673 -1.220 -3,4
Technological Solutions
Deutschland 206 212 -6 -2,8
Übriges Europa 53 - 53 -
Übersee 16 - 16 -
275 212 63 29,8
Sonstige
Deutschland - n.a. - -
Übriges Europa - n.a. - -
Übersee - n.a. - -
- n.a. - -
Konzern gesamt 141.793 140.885 908 0,6

Die Gesamtumsätze konnten in Deutschland und Europa um rund 2 % gesteigert werden, während die Umsatzerlöse in Übersee deutlich zurückgegangen sind.

Der Anteil des Umsatzes außerhalb Deutschlands ist im Geschäftsjahr 2019 entsprechend leicht auf 54,4 % (Vorjahr 55,0 %) zurückgegangen.

Umsatz je Region im Vorjahresvergleich

in Mio. EUR

Geschäftsfeld Schreiben und Markieren

Das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren umfasst neben Markern, Schreibgeräten, Farbsprays und Druckerpatronen auch Nagellacke, Erlöse aus dem Lizenzgeschäft mit Druckerpatronen sowie Partnermarken.

Mit insgesamt 107,1 Mio. EUR Umsatz stellt dieses Geschäftsfeld weiterhin mit Abstand das größte Segment dar, in dem wir auch in 2019 einen neuen Umsatzrekord verzeichnen konnten. Mit 2,0 % Wachstum konnten wir das moderate Wachstum aus den beiden Vorjahren fortsetzen. Wie auch in 2018 war der deutsche Markt unser größter Wachstumsbringer, mit einem deutlichen Anstieg von 5,3 % auf nunmehr 47,2 Mio. EUR. Die übrigen Märkte Europas wuchsen erneut, in 2019 um 2,5 %. Die Übersee-Märkte blieben in 2019 im Bereich Schreiben und Markieren weiter deutlich hinter den Erwartungen zurück und hatten einen Umsatzrückgang von 18,4 % zu verkraften.

Deutschland bleibt unser größter Einzelmarkt, in dem wir das Vorjahreswachstum von 7,8 % zwar nicht ganz wieder erreichen konnten, aber mit einer Steigerung von 5,3 % auf 47,2 Mio. EUR wiederum neue Umsatz-Höchstwerte erreichten. Nach einem nahezu parallelen Wachstum mit B2B- und B2C-Händlern im Vorjahr, konnte in 2019 vor allem der B2C-Umsatz mit 12,4 % deutlich gesteigert werden. Hier entwickelten sich nahezu alle B2C-Vertriebskanäle positiv, insbesondere die Handelspartner aus den Bereichen E-Commerce, Baumärkten und Discountern konnten wesentlich zum Wachstum beim privaten Endkonsumenten beitragen. Getragen wurde dieser Anstieg sowohl durch unsere Kreativ-Produkte „Creative Life“ als auch durch die Produkte für Lösungen im Haushalt „Home Solutions“. Beide Bereiche wuchsen zweistellig. Mit unseren B2B-Händlern konnten wir erneut moderat wachsen und wie im Vorjahr Umsatzrückgänge bei internationalen Bürohändlern durch Zuwächse mit größeren nationalen Bürohändlern sowie mit industriellen Zulieferern überkompensieren.

Im übrigen Europa (ohne Deutschland) zeigte sich wie in den Vorjahren eine sehr heterogene Entwicklung. Mit insgesamt 52,8 Mio. EUR Umsatz konnten die Umsätze zwar erneut leicht (2,5 %) gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden, die Entwicklungen in den einzelnen Ländern zeigten jedoch erhebliche Unterschiede. Während vor allem in Ungarn, Frankreich, Spanien und Großbritannien nennenswerte Zuwächse generiert werden konnten, waren die Umsatzentwicklungen in Russland und den Niederlanden rückläufig. Letztere waren dabei auch strukturell bedingt durch die Lagerverlegung eines Großkunden aus dem Bürobedarfshandel nach Deutschland. In der Türkei hingegen konnten die Umsätze nach einem Rückgang in 2018 leicht gesteigert werden; trotz anhaltender Unsicherheiten im Markt und trotz unserer höheren Risikoprävention in Bezug auf Zahlungsziele lokaler Kunden.

In Übersee setzte sich der Rückgang aus dem Jahr 2018 weiter fort. Der Gesamtumsatz von knapp 7,1 Mio. EUR lag um 18,4 % unter den vergleichbaren Vorjahreswerten. Der überwiegende Teil dieser Umsätze wurde in Lateinamerika in unseren Tochtergesellschaften in Argentinien und Kolumbien erzielt. Beide Gesellschaften mussten sowohl in lokaler Währung als auch in Euro Umsatzeinbußen in deutlich zweistelliger Höhe hinnehmen. Auf die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen vor allem in Argentinien haben wir mit einer Restrukturierung reagiert: Die Produktion im Land wurde geschlossen, die Zentrale in Buenos Aires verschlankt und das Geschäftsmodell deutlich in Richtung des Wachstumsfeldes B2C neu ausgerichtet. Positiv hingegen entwickelte sich der Start unserer Kooperation mit einem neuen Vertriebspartner für die edding Kreativ-Produkte in den USA: Hier erwarten wir weitere Wachstumsimpulse in den kommenden Jahren.

Marketing und Produkte

Sortimentsseitig wurde das weltweite Wachstum von 2,0 % primär von unseren Produkten für den privaten Endverwender und die Entwicklung der Partnermarken getragen, während die B2B-Sortimente auch aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einigen unserer Kernmärkte leichte Umsatzrückgänge aufwiesen.

Bei den Sortimenten für gewerbliche Endverwender mussten wir in 2019 einige der deutlichen Zugewinne des Vorjahres wieder abgeben. Der Bereich „Professional Work Solutions“, zu dem sowohl Lack- als auch Permanent- und Spezialmarker gehören, war mit 1,2 % leicht rückläufig. Hier schlugen sich vor allem deutliche Rückgänge im Umsatz mit unserem russischen Vertriebspartner, welche teilweise auf Lageroptimierungen zurückzuführen waren, sowie die schwachen Überseeentwicklungen im negativen Umsatztrend nieder. In den übrigen europäischen Kernmärkten wurden jedoch Umsatzzuwächse mit diesen industriellen Kernsortimenten erwirtschaftet. Der zweitgrößte Produktbereich, unsere „Büro- und Schulprodukte“, entwickelte sich im Umsatz ebenso negativ. Hier konnten das fortgesetzte deutliche Wachstum der EcoLine und Zugewinne bei der wichtigen Kategorie Boardmarker in unseren Top-Märkten Großbritannien, Deutschland und Türkei sowie in Frankreich die deutlich zweistelligen Absatzrückgänge in Kolumbien, Argentinien und Russland nicht kompensieren.

Überdurchschnittlich positive Impulse konnten erneut unsere Bereiche „Home Solutions“ und „Creative Life“ setzen: Diese B2C-Produkte konnten ihren Wachstumspfad der letzten Jahre fortsetzen und legten um fast 10 % beziehungsweise um 7 % im Umsatz zu. Wachstumstreiber für „Home Solutions“ waren erneut die Permanent-Marker, deren Distribution wir in unterschiedlichen Vertriebskanälen außerhalb des Bürohandels deutlich ausweiten konnten, vor allem in Deutschland. Im Bereich „Creative Life“ konnten wir vor allem die Erfolgsgeschichte unserer Permanent Sprays mit einem 25 %-igen Wachstum fortführen, welches sowohl durch neue Farben als auch durch eine Ausweitung der Distribution vor allem in Baumärkten gestützt wurde. Bei Lackmarkern und Fibrepens konnten unsere neuen Pastell-Farben zur positiven Gesamtentwicklung beitragen.

Weiterhin positiv entwickelt sich der eigene Vertrieb unserer kompatiblen Tinten- und Druckerpatronen. Beide Bereiche legten in 2019 um mehr als 30 % zu. Die Lizenzerlöse mit diesen Produkten gingen jedoch um die Hälfte zurück, nachdem unser Vermarktungspartner relevante Listungen bei Unterhaltungselektronik-Händlern verloren hat. Wir gehen davon aus, dass sich der Trend der Umsatzzuwächse im Eigenvertrieb bei gleichzeitiger Reduzierung der Lizenzerlöse auch in 2020 fortsetzen wird.

Zum Segment Schreiben und Markieren gehören auch unterschiedliche Partnermarken, die wir als strategische Ergänzungen unseres vertrieblichen Angebots um starke, komplementäre Marken verstehen. Dazu gehören aktuell die Marken UHU, Fiskars und Tombow in ausgewählten europäischen Märkten sowie LAMY, tesa und Pritt in Argentinien. In 2019 entwickelten sich unsere Umsatzerlöse mit Partnermarken mit einem Anstieg von 1,3 % auf nunmehr fast 6 Mio. EUR leicht positiv gegenüber dem Vorjahr. Die deutlichen Rückgänge in Argentinien konnten in Deutschland und im übrigen Europa mit einem Wachstum von 5 % gegenüber dem Vorjahr kompensiert werden. Wachstumstreiber war wie in den Vorjahren vor allem Frankreich.

Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation

Die Umsätze werden fast ausschließlich im B2B Bereich mit der Hauptmarke Legamaster erzielt. Dabei sind die Regionen DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Benelux (Belgien, Niederlande, Luxemburg) die für uns bedeutendsten Märkte.

In diesem Geschäftsfeld mussten wir einen Umsatzrückgang um 3,4 % hinnehmen. Grund war vor allem, dass wir erstmalig nach mehreren Jahren kein Wachstum in Deutschland erzielen konnten, sondern die Umsatzerlöse 5,4 % unter dem Vorjahreswert blieben. Die Abschwächung der deutschen Wirtschaft wirkte sich insbesondere auf das Projektgeschäft aus; zudem hatten wir mit Personalmangel im Vertrieb zu kämpfen.

Darüber hinaus führten die herausfordernden makroökonomischen Umstände in Kolumbien und Argentinien zu einem deutlich geringeren Umsatz.

Dennoch sehen wir in der Region ein erhebliches Potenzial, das zur Gründung der Legamaster LatAm S.A. geführt hat. Wir werden über diese Gesellschaft insbesondere den Bildungskanal der Region mit einem Direktvertriebsansatz bearbeiten.

Marketing und Produkte

Die Einführung einer neuen Serie vielseitiger und flexibler Premium Plus Workshop Boards für neue kollaborative Arbeitsmethoden wie Scrum, Agile und Lean stand 2019 im Mittelpunkt.

Neben den Produkten selbst verbesserten wir auch die Nachhaltigkeit dieser verpackungsintensiven Produkte. So haben wir ein benutzer-, umwelt- und produktionsfreundlicheres Verpackungskonzept für einen Großteil unserer Produkte, vor allem Whiteboards, entwickelt und eingeführt.

Im Rahmen unserer Supply Chain Optimierung wurde zudem ein Teil der Produktion von Tschechien an unseren Hauptsitz in Lochem verlagert. Dort werden seit Sommer 2019 insbesondere kundenspezifisch bedruckte Whiteboards hergestellt. Mit dieser Verlagerung erreichten wir eine deutlich gesteigerte Lieferperformance und haben gleichzeitig eine größere Nähe zu unserer Produktionsentwicklung sichergestellt.

2019 gewann Legamaster zudem zwei Benelux Office Products Awards: zum einen den Innovationspreis für unsere Produkte Space-Up, Magic-Chart und Legamaster AirServer Connect. Zum anderen wurde der Legamaster AirServer Connect in der Kategorie „Visuelle Kommunikationsprodukte“ ausgezeichnet.

Geschäftsfeld Technological Solutions

Im Segment Technological Solutions fassen wir die Aktivitäten mit unseren Markierungstechnologien Compact Printing, edding code sowie den Lösungsangeboten unserer Tochtergesellschaft Prismade Labs GmbH zusammen. Beide Bereiche befinden sich noch im Aufbau und haben im Jahr 2019 Umsätze in Höhe von 0,3 Mio. EUR erwirtschaftet.

Für die Vermarktung der patentierten Prismade Technologie konnte durch den Kooperationsvertrag mit der Veridos GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen der Bundesdruckerei GmbH und der Giesecke & Devrient GmbH, ein relevanter Meilenstein erreicht werden. Über Veridos wird ein interaktives Sicherheitsfeature für ID-Karten und Systemlösungen zur Dokumentenverifikation international vermarktet. Es befinden sich weitere konkrete Entwicklungs- und Vermarktungskooperationen für unsere Lösungen rund um gedruckte Elektronik im fortgeschrittenen Stadium, so dass wir für 2020 erste relevante Umsätze erwarten.

Der aktive Verkauf der neuen industriellen edding Drucker konnte gegen Ende des letzten Jahres begonnen werden. Fokus-Regionen unserer Vertriebsinitiativen waren bisher die eigenen Gesellschaften in Argentinien, Kolumbien, Großbritannien und der Türkei sowie weitere einzelne Vertriebspartner. Im neuen Jahr bauen wir weitere eigene spezialisierte Vertriebsteams in Frankreich, Benelux, Polen und Spanien auf. Die industriellen Endverwender in der DACH-Region werden erfolgreich durch unseren Technologie-Partner Elried Markierungssysteme GmbH betreut. Für das Jahr 2020 erwarten wir bereits siebenstellige Umsätze mit diesem neuen innovativen Sortiment.

Geschäftsfeld Sonstige

Das Segment Sonstige umfasst derzeit alle Aktivitäten rund um das Tätowieren. Hier wurden plangemäß in 2019 noch keine Umsatzerlöse erzielt.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des edding Konzerns

Ertragslage des edding Konzerns

Entwicklung der Ertragslage

2019 2018 11 Veränderung Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 141.793 140.885 908 0,6
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 374 245 129 52,7
Gesamtleistung 142.167 141.130 1.037 0,7
Materialaufwand -56.417 -55.365 -1.052 1,9
Rohergebnis 85.750 85.765 -15 0,0
in % von der Gesamtleistung 60,3 60,8
Personalaufwand -40.805 -37.670 -3.135 8,3
in % vom Umsatz 28,8 26,7
Abschreibungen -4.855 -2.626 -2.229 84,9
Sonstige betriebliche Erträge 7.543 7.184 359 5,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -37.919 -39.520 1.601 -4,1
EBIT 9.714 13.133 -3.419 -26,0
in % vom Umsatz 6,9 9,3
Finanz- und Beteiligungsergebnis 314 -785 1.099 -140,0
Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 567 903 -336 -37,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 10.595 13.251 -2.656 -20,0
Ertragsteuern -4.620 -4.487 -133 3,0
Konzernergebnis 5.975 8.764 -2.789 -31,8
in%vom Umsatz 4,2 6,2

Das EBIT ist gegenüber dem Vorjahreswert um 3,4 Mio. EUR auf 9,7 Mio. EUR zurückgegangen. Dies entspricht einer rückläufigen EBIT Marge von 6,9 %. Dem stabilen Rohergebnis stehen insbesondere deutlich gestiegene Personalaufwendungen gegenüber. Die erstmalige Anwendung des IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ hat keine wesentlichen Auswirkungen auf das EBIT im Geschäftsjahr 2019. Zwar resultiert aus der erstmaligen Anwendung eine deutliche Veränderung der Abschreibungen und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen; jedoch handelt es sich innerhalb des EBIT hierbei im Wesentlichen um eine ergebnisneutrale Verschiebung in Höhe von rund 2,0 Mio. EUR. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist bedingt durch den IFRS 16 ein Währungskursverlust von 0,1 Mio. EUR enthalten. Zusätzlich erhöht sich der Zinsaufwand um 0,1 Mio. EUR. Für weitere Details verweisen wir auf den Konzernanhang.

Die EBIT Entwicklung der einzelnen Konzerngesellschaften wurde durch drei wesentliche Effekte, die zum rückläufigen EBIT in der Gruppe beigetragen haben, beeinflusst. Im Rahmen der im Aufbau befindlichen Gesellschaften, edding Expressive Skin GmbH, edding Tech Solutions GmbH und der Prismade Labs GmbH, gibt es entsprechende Anlaufverluste, die höher als erwartet ausgefallen sind, was insbesondere auf einen verzögerten Verkaufsstart der neuen Produktlinien prisma ID, edding code und Compact Printing zurückzuführen ist. Die schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Lateinamerika in Verbindung mit deutlich rückläufigen Umsätzen haben sich entsprechend ergebnismindernd in der edding Colombia S.A.S. und in der edding Argentina S.A. ausgewirkt. In Argentinien gab es zusätzlich noch hohe Restrukturierungsaufwendungen im Rahmen der notwendig gewordenen Strukturanpassungen. Des Weiteren wirken sich die rückläufigen Umsätze im Segment Visuelle Kommunikation entsprechend auf das EBIT der Legamaster International B.V. aus.

11 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

Der Umsatz des edding Konzerns ist gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,6 % auf 141,8 Mio. EUR gestiegen. Das Wachstum resultiert aus dem Bereich Schreiben und Markieren, während der Bereich Visuelle Kommunikation im zweiten Jahr in Folge einen Rückgang verzeichnet. Das Rohergebnis ist stabil bei rückläufiger Rohergebnisquote von 60,3 %. Dies resultiert im Wesentlichen aus zusätzlichen Warenabschreibungen aufgrund der Produktionsschließung in Argentinien und einer geringeren prozentualen Marge im Bereich Visuelle Kommunikation unter anderem durch die Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro.

Der deutliche Anstieg im Personalaufwand resultiert aus der Zunahme der Mitarbeiteranzahl unter anderem durch die im Aufbau befindlichen Gesellschaften, hohe wesentlich durch die Restrukturierung in Argentinien geprägte einmalige Personalaufwendungen sowie laufende Gehaltserhöhungen. Diese Effekte werden zum Teil durch geringere ergebnisabhängige Bonuszahlungen kompensiert.

Die Abschreibungen erhöhen sich im Wesentlichen durch die neuen Regelungen zur Leasingbilanzierung nach IFRS 16. Ohne die Effekte des IFRS 16 liegen die Abschreibungen um 0,2 Mio. EUR über denen des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind hauptsächlich aufgrund höherer Auflösungen von Rückstellungen gegenüber dem Vorjahreswert um 0,4 Mio. EUR auf 7,5 Mio. EUR gestiegen. Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Währungskursgewinne verringerten sich um 0,2 Mio. EUR.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich ebenfalls bedingt durch die Neuregelungen zur Leasingbilanzierung. Korrigiert um die Auswirkungen des IFRS 16 sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen leicht um 0,4 Mio. EUR angestiegen. Hier wirken sich unter anderem plangemäß die im Aufbau befindlichen Gesellschaften aufwandserhöhend aus. Weitere Effekte sind die durch die gewachsene Mitarbeiterzahl und die gezielte Ausweitung des internationalen Austauschs gestiegenen Reisekosten sowie erhöhte Beratungskosten durch Projekte. Als gegenläufiger Effekt sind vor IFRS 16 um 0,4 Mio. EUR geringere Währungskursverluste zu nennen. Unter Berücksichtigung der in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Währungskursgewinne hat sich das Nettoergebnis aus Wechselkurseffekten ohne IFRS 16 um 0,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert verbessert.

Das in 2019 mit 0,3 Mio. EUR positive Finanz- und Beteiligungsergebnis ist um 1,1 Mio. EUR höher ausgefallen. Dies resultiert in Höhe von 0,6 Mio. EUR aus der Neuordnung der Finanzierung der edding Argentina S.A. Zur Finanzierung der Restrukturierungsmaßnahmen sowie zur Bereinigung der durch Wechselkursverluste geprägten Bilanz wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 2,4 Mio. EUR vorgenommen. Die edding AG erwarb hierzu - ähnlich wie schon in 2013 erfolgreich durchgeführt - außerbörslich in New York argentinische Staatsanleihen, die als Sacheinlage in das Eigenkapital der edding Argentina S.A. eingebracht wurden. Danach konnten diese an der Börse Buenos Aires mit Gewinn veräußert werden. Zusätzlich ergeben sich positive Effekte aus der Bewertung von Wertpapieren, die zur Deckung der Pensionsverpflichtungen gehalten werden.

Das Ergebnis aus der Berücksichtigung der Hochinflation gemäß IAS 29 in Argentinien umfasst neben der Kaufkraftanpassung für nicht-monetäre Vermögenswerte und Schulden sowie des Eigenkapitals auch die Ausweiskorrekturen bei den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, die in Summe keinen Effekt auf das Periodenergebnis haben. Insgesamt ergibt sich ein um rund 0,3 Mio. EUR geringerer positiver Effekt als im Vorjahr, der hauptsächlich aus der Anpassung der Vorräte herrührt.

Somit liegt das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 10,6 Mio. EUR um 2,7 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Die Ertragsteueraufwendungen sind bei deutlich niedrigerem Ergebnis um 0,1 Mio. EUR auf 4,6 Mio. EUR leicht angestiegen. Damit hat sich die Ertragsteuerquote von 33,9 % auf 43,6 % erhöht. Diese im Vorjahresvergleich gestiegene Quote ist im Wesentlichen auf höhere Verluste aus Gesellschaften außerhalb des ertragsteuerlichen Organkreises der edding AG zurückzuführen.

Das Jahresergebnis des Konzerns in Höhe von 6,0 Mio. EUR liegt somit um 2,8 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau.

Entwicklung Konzern-EBIT in 2019

in TEUR

Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Ausblick für 2019

EBIT und Umsatzerlöse schätzten wir im Ausblick des Geschäftsberichts 2018 und im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres wie folgt ein:

Finanzielle Steuerungsgrößen 2018 Prognose 2019 alt Prognose 2019 neu 2019
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
--- --- --- --- ---
edding Konzern
Umsatzerlöse 140,9 145,0 - 155,0 140,0 - 150,0 12 141,8
EBIT 13,1 12,0 - 15,0 8,0 - 10,0 13 9,7
Segmentergebnisse 2018 Prognose 2019 alt Prognose 2019 neu 14 2019
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
--- --- --- --- ---
Schreiben und Markieren
Umsatzerlöse 105,0 107,0 - 113,0 104,0 - 110,0 107,1
EBIT 20,0 20,5 - 22,5 17,5 - 19,5 19,5
Visuelle Kommunikation
Umsatzerlöse 35,7 36,5 - 39,5 35,5 - 38,5 34,5
EBIT 2,5 2,7 - 3,6 2,0 - 3,0 1,5
Technological Solutions
Umsatzerlöse 0,2 1,5 - 2,5 0,5 - 1,5 0,3
EBIT -0,8 -2,5- -1,0 -3,5- -2,0 -2,3
Sonstige
Umsatzerlöse 0 0,0 - 0,0 0,0 - 0,0 0,0
EBIT -0,1 -1,0 - -0,5 -1,0 - -0,5 -0,4

Die erste Prognose, die wir im Rahmen des Geschäftsberichts 2018 abgegeben haben, wurde im Rahmen der Corporate News vom 17. Juni 2019 zunächst bestätigt. In dieser Mitteilung wurde ein Konzern-EBIT zum Halbjahr plangemäß deutlich unter dem Vorjahr und die Neustrukturierung der Segmentergebnisrechnung mit entsprechender technischer Anpassung der Korridore angekündigt.

Nachdem im zweiten Quartal der Rückgang des Konzern-EBIT aufgrund verfehlter Umsatz- und Ergebnisziele - insbesondere im Monat Juni - höher ausfiel als erwartet, mussten wir unsere Prognose für Konzernumsatz und Konzern-EBIT mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 24. Juli 2019 reduzieren. Ursache hierfür war im Wesentlichen die stark eingebrochene Entwicklung in Argentinien. Zusätzlich trug die schwächere Umsatzerwartung im Geschäftsfeld Schreiben und Markieren vor allem in Osteuropa sowie fehlende Umsätze aus einem verzögerten Verkaufsstart der neuen Produktlinien edding code und Compact Printing zur Reduzierung der Korridore bei (Umsatzerlöse 140,0 bis 150,0 Mio. EUR; EBIT 7,0 bis 11,0 Mio. EUR).

Im Rahmen des Halbjahresfinanzberichts zum 30. Juni 2019 erfolgte, neben der technischen Anpassung der Segmentkorridore, eine entsprechende Reduktion der oben dargestellten Werte.

Der Korridor für das Konzern-EBIT wurde in der Ad-hoc-Mitteilung vom 19. Dezember 2019 von 7,0 bis 11,0 Mio. EUR auf 8,0 bis 10,0 Mio. EUR konkretisiert. In dieser Mitteilung wurden weitere Restrukturierungmaßnahmen in Argentinien und die Reduktion des Prognosekorridors für den Jahresüberschuss der edding AG ohne Auswirkung auf die Korridore auf Ebene des Konzerns bekannt gegeben. Hierzu verweisen wir auf die Ertragslage der edding AG.

Die Nettoumsatzerlöse im Geschäftsjahr betragen 141,8 Mio. EUR und liegen damit am unteren Rand des angepassten Korridors.

12 Veröffentlicht in der Ad-hoc Mitteilung vom 24. Juli 2019

13 Prognoseänderungen veröffentlicht in den Ad-Hoc Mitteilungen vom 24. Juli 2019 und vom 19. Dezember 2019

14 Strukturelle Anpassung in der Corporate News vom 17.Juni 2019 bekannt gegeben; im Rahmen des Halbjahresfinzberichts zum 30. Juni 2019 erfolgte eine weitere Anpassung

Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Konzern-EBIT von 9,7 Mio. EUR am oberen Ende des im Dezember konkretisierten Korridors erzielt.

Im Bereich Schreiben und Markieren wurden die Umsatzerlöse um 2,0 % auf 107,1 Mio. EUR gesteigert. Damit wurde sogar noch der untere Bereich des ursprünglichen Korridors erreicht. Das Segmentergebnis (EBIT) liegt innerhalb des angepassten Korridors und ist um 0,5 Mio. EUR auf 19,5 Mio. EUR zurückgegangen.

Dagegen wurden die neuen Korridore im Segment Visuelle Kommunikation mit rückläufigen Umsatzerlösen in Höhe von 34,5 Mio. EUR und einem EBIT von 1,5 Mio. EUR leicht unterschritten. Hier hat sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte die Abschwächung der deutschen Wirtschaft im Unternehmenssektor insbesondere negativ auf die Entwicklung des Projektgeschäftes ausgewirkt, zudem waren mehrere Positionen im Vertriebsbereich unbesetzt. Die Umsatzentwicklung im Dezember lag deutlich unter den Erwartungen und dem Vorjahreswert.

Die Umsatzerlöse im Segment Technological Solutions sind leicht unter den korrigierten Erwartungen ausgefallen, während das EBIT innerhalb der aktuellen Prognose liegt.

Das Segment Sonstige umfasst derzeit alle Aktivitäten rund um das Tätowieren. Hier wurden plangemäß noch keine Umsatzerlöse erzielt. Das negative EBIT ist etwas besser als im Rahmen des aktualisierten Korridors erwartet ausgefallen.

Zu Details der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung verweisen wir auf den Abschnitt Mitarbeiter. Der Prognosekorridor für die Dimension „Mitarbeiter-Engagement“ von 85 - 90 % wurde mit einem Ergebnis von 87 % eingehalten. Das Ergebnis im Bereich „Qualität des Leistungsumfelds“ lag mit 82 % ebenfalls innerhalb des Prognosewertes von 75 - 85 %.

Vermögens- und Finanzlage des edding Konzerns

Die Bilanzsumme des edding Konzerns steigt von 112,0 Mio. EUR im Vorjahr um 5,8 % auf 118,5 Mio. EUR zum 31. Dezember 2019 an. Dabei hat sich im Geschäftsjahr 2019 das Eigenkapital von 63,9 Mio. EUR auf 64,9 Mio. EUR leicht erhöht. Dies liegt hauptsächlich am im Vorjahresvergleich gesunkenen Konzernergebnis, dem als gegenläufiger Effekt vor allem die Ausschüttung der Dividende gegenübersteht. Zudem war zum 1. Januar 2019 ein leicht negativer Erstanwendungseffekt aus IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ in den Gewinnrücklagen zu bilanzieren. Darüber hinaus wirken sich finanzmathematische Verluste der Pensionsrückstellungen, die erfolgsneutrale Währungsumrechnung sowie die Entwicklung der Minderheitenanteile negativ auf das Konzerneigenkapital zum aktuellen Bilanzstichtag aus. Aufgrund der gleichzeitig gestiegenen Bilanzsumme sinkt die Eigenkapitalquote somit im Vorjahresvergleich von 57,0 % auf 54,8 %.

Die langfristigen Vermögenswerte sind mit 35,0 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Mio. EUR stark angestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf die im Geschäftsjahr 2019 erfolgte erstmalige Bilanzierung von Nutzungsrechten für gemietete Immobilien, Kraftfahrzeuge und Büro- und Geschäftsausstattung im Rahmen der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ zurückzuführen, deren Restbuchwert zum Bilanzstichtag 4,4 Mio. EUR beträgt.

Der Buchwert der Sachanlagen ist im Geschäftsjahr 2019 um 1,9 Mio. EUR gestiegen. Die im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 5,1 Mio. EUR durchgeführten Investitionen lagen um 3,9 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahres. Hierbei hervorzuheben ist die im Geschäftsjahr 2019 erfolgte Investition in eine Büroimmobilie in Bargteheide, die seitdem als Zentrale der Tochtergesellschaft Legamaster GmbH dient und somit dem Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation zuzuordnen ist. Weitere wesentliche Investitionen wurden bei den Sachanlagen insbesondere in den Bereichen der technischen Anlagen und Maschinen, der IT-Hardware sowie im Bereich der Büroausstattung vorgenommen. Sie betrafen zum überwiegenden Teil die Konzernzentrale in Ahrensburg sowie unseren Produktionsstandort in Bautzen und sind daher primär der Zentrale und dem Geschäftsfeld Schreiben und Markieren zuzuordnen.

Die sonstigen langfristigen Forderungen und Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtsjahr um 1,2 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf die Zeitwertbewertung der zur Deckung von Pensionsverpflichtungen gehaltenen Wertpapiere zurückzuführen ist.

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich von 84,7 Mio. EUR um 1,4 % auf 83,5 Mio. EUR leicht vermindert. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus dem investitionsbedingten Rückgang der flüssigen Mittel, dem jeweils leichte Erhöhungen des Vorratsvermögens, des Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte gegenüberstehen. Der letztgenannte Effekt basiert zum einen auf im Vorjahresvergleich höheren Umsatz- und Ertragsteuerforderungen. Zum anderen befinden sich zum aktuellen Bilanzstichtag argentinische Staatsanleihen im Portfolio des edding Konzerns, die unterjährig zur Stärkung des Eigenkapitals der edding Argentina S.A. als Sacheinlage durch die edding AG eingelegt worden waren. Des Weiteren wurde der Restbuchwert der seit Dezember 2019 zur Veräußerung gehaltenen Betriebsimmobilie in Wunstorf in Höhe von 0,9 Mio. EUR von den Sachanlagen in eine gesonderte Position innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte umgegliedert.

Das langfristige Fremdkapital ist im Geschäftsjahr 2019 mit 19,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (17,0 Mio. EUR) gestiegen, was im Wesentlichen aus dem erstmaligen Ansatz der langfristigen Leasingverbindlichkeiten aufgrund der Einführung des IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ sowie einem Anstieg der Rückstellungen für Pensionen resultiert. Diesen beiden Entwicklungen stehen der planmäßige Rückgang langfristiger Bankverbindlichkeiten sowie der Rückgang des Langfristanteils von Verpflichtungen für Mitarbeiterboni gegenüber.

Zum 31. Dezember 2019 liegt das kurzfristige Fremdkapital mit insgesamt 34,1 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahresstichtags (31,1 Mio. EUR), was insbesondere auf der erstmaligen Bilanzierung des kurzfristigen Anteils von Leasingverbindlichkeiten basiert. Zudem ist ein Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden durch die im Geschäftsjahr 2019 erfolgte stärkere Inanspruchnahme kurzfristiger Bankverbindlichkeiten der türkischen und kolumbianischen Tochtergesellschaften sowie ein zum Bilanzstichtag 2019 höherer Bestand an Ertragsteuerschulden zu verzeichnen.

Die langfristigen Vermögenswerte sind wie im Vorjahr komplett durch Eigenkapital gedeckt.

Hinsichtlich der kurzfristigen Verbindlichkeiten besteht weiterhin eine deutliche Überdeckung durch flüssige Mittel und kurzfristige Forderungen.

Zum 31. Dezember 2019 lagen außerbilanzielle Verpflichtungen in Form von Eventualverbindlichkeiten aus gewährten Bürgschaften in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR) vor.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringerte sich deutlich auf 3,9 Mio. EUR gegenüber 8,5 Mio. EUR im Vorjahr. Ausgehend von einem verminderten um zahlungsunwirksame Effekte bereinigten Konzernergebnis erhöhte sich bei allen wesentlichen Posten des kurzfristigen Vermögens- und Verbindlichkeitsbereichs die Mittelbindung.

Der mit 5,6 Mio. EUR negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag unter dem Niveau des Vorjahres (-2,2 Mio. EUR). Ursache sind im Vorjahresvergleich höhere Investitionen in Sachanlagen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug -4,1 Mio. EUR im Vergleich zu -1,3 Mio. EUR im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2019 erhöhte insbesondere die erstmalige Darstellung der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten den negativen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit.

Dem edding Konzern stehen Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von 20,1 Mio. EUR (Vorjahr: 19,1 Mio. EUR) zur Verfügung, die zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 3,9 Mio. EUR (Vorjahr: 3,2 Mio. EUR) in Anspruch genommen werden.

Im Jahr 2019 war die Zahlungsfähigkeit insgesamt jederzeit gegeben. Dies gilt unverändert für das laufende Geschäftsjahr 2020.

Veränderung des Finanzmittelfonds in 2019

in TEUR

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der edding AG

Ertragslage der edding AG

Entwicklung der Ertragslage

Aufgabe der edding AG ist die gesamte unternehmerische Führung ihrer Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Hier sind zentrale Managementfunktionen, Rechnungswesen und Controlling, Human Relations, Corporate Innovation Management, Governance, Risk Management und Compliance sowie IT angesiedelt.

2019 2018 Veränderung Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgen 20.796 20.766 30 0,1
Erträge aus Beteiligungen 315 306 9 2,9
Abschreibungen auf Finanzanlagen -3.336 -1.202 -2.134 177,5
Aufwand aus Beteiligungsabgängen - -1 1 -100,0
Zuschreibungen / Abschreibungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen / Beteiligungen / Finanzanlagen 403 -7 410 n.a.
Beteiligungsergebnis 18.178 19.862 -1.684 -8,5
Umsatzerlöse 6.655 6.467 188 2,9
Personalaulwendungen -7.998 -7.526 -472 6,3
Abschreibungen -1.220 -1.417 197 -13,9
Sonstige betriebliche Erträge 288 165 123 74,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen / sonstige Steuern -7.202 -7.375 173 -2,3
EBIT 8.701 10.176 -1.475 -14,5
Finanzergebnis -692 -122 -570 n.a.
Ergebnis vor Ertragsteuern 8.009 10.054 -2.045 -20,3
Ertragsteuern -3.893 -3.434 -459 13,4
Jahresüberschuss 4.116 6.620 -2.504 -37,8

Die Ertragslage der edding AG ist durch Erträge und Aufwendungen im Rahmen des Beteiligungsergebnisses gekennzeichnet.

Das Beteiligungsergebnis gliedert sich wie folgt:

2019 2018 Veränderung Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
--- --- --- --- ---
Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge
edding International GmbH 19.879 19.868 11 0,1
V.D. Ledermann & Co. GmbH 524 343 181 52,8
Legamaster GmbH 393 555 -162 -29,2
EDDING (U.K.) LTD. 310 256 54 21,1
PBS Network GmbH 5 50 -45 -90,0
21.111 21.072 39 0,2
Zuschreibungen / Abschreibungen
Wertpapiere des Anlagevermögens 483 -59 542 -918,6
483 -59 542 -918,6
Abschreibungen und Veränderungen von Wertberichtigungen
edding Argentina S.A. (Beteiligung) -2.766 - -2.766 n.a.
edding Colombia S.A.S. (Beteiligung) -503 - -503 n.a.
edding Argentina S.A. (Forderungen) -80 -7 -73 1.042,9
edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti. (Beteiligung) -67 -1.143 1.076 -94,1
-3.416 -1.150 -2.266 197,0
Aufwand aus Beteiligungsabgängen Se
edding Mexico S. de R.L. de C.V. - -1 1 -100,0
- -1 1 -100,0
18.178 19.862 -1.684 -8,5

Das Beteiligungsergebnis liegt um 1,7 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Deutlich höhere Aufwendungen aus Abschreibungen und Veränderungen von Wertberichtigungen werden bei stabilen Ergebnisübernahmen und Beteiligungserträgen teilweise durch einen positiven Effekt aus der Bewertung von Wertpapieren des Anlagevermögens für die Altersversorgung ausgeglichen.

Da in der Ergebnisübernahme von der edding International GmbH ebenfalls Effekte aus Beteiligungen enthalten sind, betrachten wir nachfolgend die mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungsergebnisse je Gesellschaft:

2019 2018 Veränderung Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
--- --- --- --- ---
edding International GmbH 15.665 14.863 802 5,4
edding Vertrieb GmbH 15 6.737 6.711 26 0,4
edding Benelux group B.V. 16 1.800 1.800 - -
V.D. Ledermann & Co. GmbH 524 343 181 52,8
Wertpapiere des Anlagevermögens 483 -59 542 -918,6
Legamaster GmbH 393 555 -162 -29,2
EDDING (U.K.) LTD. 310 256 54 21,1
PBS Network GmbH 5 50 -45 -90,0
edding Hellas Ltd. -28 23 -51 -221,7
edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti. -134 -1.088 954 n.a.
edding Expressive Skin GmbH 15 -415 -135 -280 n.a.
edding Tech Solutions GmbH 15 -995 - -995 n.a.
edding Colombia S.A.S. -2.154 - -2.154 n.a.
edding Argentina S.A. -4.013 -3.456 -557 n.a.
edding Mexico S. de R.L. de C.V. -1 1 n.a.
18.178 19.862 -1.684 -8,5

Ohne den Einfluss der Beteiligungsergebnisse hat sich das Ergebnis der edding International GmbH im Wesentlichen umsatzbedingt um 0,8 Mio. EUR erhöht.

In Argentinien haben sich die wirtschaftlichen Aussichten - gerade auch im Hinblick auf den im Dezember 2019 erfolgten Regierungswechsel - nicht gebessert. Daher haben wir uns nach der am 30. Juni 2019 erfolgten Produktionsschließung zu weiteren Restrukturierungsmaßnahmen entschlossen, die sowohl die Reduzierung von Sachkosten als auch einen weiteren Personalabbau beinhalten. Zur Finanzierung dieser Restrukturierungsmaßnahmen sowie zur Bereinigung der durch Wechselkursverluste geprägten Bilanz wurde eine Kapitalerhöhung bei der edding Argentina S.A. in Höhe von 2,4 Mio. EUR vorgenommen. Die edding AG erwarb hierzu - ähnlich wie schon in 2013 erfolgreich durchgeführt - außerbörslich in New York argentinische Staatsanleihen, die nach erfolgter Sacheinlage durch die edding Argentina S.A. an der Börse Buenos Aires veräußert werden konnten. Der zwischen Einlage und Verkauf entstehende Gewinn wurde erfolgswirksam im Finanzergebnis der edding Argentina S.A. ausgewiesen. Der durch diese Kapitalerhöhung induzierte Anstieg des Buchwerts der Beteiligung an der argentinischen Tochtergesellschaft wurde bei der edding AG aus Risikogesichtspunkten unmittelbar wertberichtigt. Darüber hinaus wurden aufgrund der Gesamtsituation weitere Abschreibungen auf die Beteiligung und die Forderungen notwendig.

In Kolumbien erwarten wir keine kurzfristige Lösung der aktuellen politischen Auseinandersetzungen mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Geschäftsklima der kommenden Jahre. Daher werden wir unsere Ziele für die nächsten Jahre nicht erreichen können, was zu einer erstmaligen Teilabschreibung der Anteile an der kolumbianischen Gesellschaft und von konzerninternen Forderungen führte.

Bei den negativen Ergebnissen der im Aufbau befindlichen Gesellschaften, edding Expressive Skin GmbH und edding Tech Solutions GmbH, handelt es sich um Anlaufverluste. In der edding Tech Solutions GmbH wirkt sich der verzögerte Verkaufsstart der neuen Produktlinien edding code und Compact Printing aus.

15 Ergebnisabführungsvertrag mit der edding International GmbH

16 Dividendenzahlung an die edding International GmbH

Zusätzlich zum niedrigeren Beteiligungsergebnis tragen bei der edding AG höhere Personalaufwendungen und ein höheres negatives Finanzergebnis zu einem Ergebnisrückgang bei, der nur teilweise durch positive Effekte in den Umsatzerlösen, Abschreibungen und sonstigen Erträgen sowie Aufwendungen ausgeglichen werden kann. Entsprechend liegt das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 8,0 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 10,1 Mio. EUR.

Der Anstieg in den Personalaufwendungen resultiert aus der leicht gestiegenden Mitarbeiteranzahl, aus Gehaltserhöhungen und leicht höheren Urlaubsrückstellungen.

Die Belastung aus dem Finanzergebnis ist gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Mio EUR angestiegen. Hier wirkt sich eine höhere notwendige Zuführung zur Aufrechterhaltung der Mindestdotierung von Pensionsverpflichtungen aus. Zusätzlich ist hier ein Bewertungsaufwand im Zusammenhang mit den oben genannten argentinischen Staatsanleihen entstanden.

Damit ist das Ergebnis vor Ertragsteuern um 2,0 Mio. EUR niedriger ausgefallen als im Vorjahr.

Die Steuerquote hat sich bei gestiegenem Steueraufwand gegenüber dem Vorjahr von 34,1 % auf 48,6 % erhöht. Wesentlicher Grund ist hier der in der edding International GmbH (mit der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht) und in der edding AG angestiegene steuerlich nicht zu berücksichtigende Aufwand aus Abschreibungen auf Beteiligungen und Verbundforderungen.

Der Jahresüberschuss liegt entsprechend mit 4,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 6,6 Mio. EUR.

Um aufgrund der Coronakrise dem Unternehmen einen möglichst hohen finanziellen Handlungsspielraum zu ermöglichen, sollen von dem Bilanzgewinn lediglich 1,3 Mio. EUR an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Dividende beträgt laut Vorschlag des Vorstands 1,23 EUR je Vorzugsstückaktie und 1,20 EUR je Stammstückaktie im rechnerischen Nennwert von 5,00 EUR. Damit fällt die Dividende für Vorzugsstückaktien um 1,22 EUR und für Stammstückaktien um 1,20 EUR niedriger als im Vorjahr aus.

Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Ausblick für 2019

Den Jahresüberschuss schätzten wir im Ausblick des Geschäftsberichts 2018 und im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres wie folgt ein:

Finanzielle Steuerungsgrößen 2018 Prognose 2019 alt Prognose 2019 neu 17 2019
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
--- --- --- --- ---
edding AG (Einzelabschluss)
Jahresüberschuss 6,6 5,5- 7,5 3,0 - 4,0 4,1

Aufgrund der Aufnahme der edding Tech Solutions GmbH in den steuerlichen Organkreis der edding AG erfolgte - wie in der Corporate News vom 17. Juni 2019 bekannt gegeben - eine eher technische Anpassung des Prognosekorridors von 5,5 bis 7,5 Mio. EUR auf 5,0 bis 7,0 Mio. EUR.

Die Prognosekorridore für den Konzernumsatz und das Konzern-EBIT wurden mit der Ad-Hoc Mitteilung vom 27. Juli 2019 ohne Auswirkung auf den Jahresüberschuss der edding AG reduziert. Wesentlicher Grund war hier die stark eingebrochene Entwicklung in Argentinien, die sich im weiteren Jahresverlauf weiter verstärkt hat. Dies hat dazu geführt, dass mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 19. Dezember 2019 weitere Restrukturierungsmaßnahmen in Argentinien angekündigt wurden. Zusätzlich zeichnete sich keine kurzfristige Lösung der aktuellen politischen Auseinandersetzungen in Kolumbien ab. Daher war die Berücksichtigung einer höheren Risikovorsorge im Rahmen der südamerikanischen Beteiligungen notwendig. In der gleichen Mitteilung wurde über die Reduktion des Prognosekorridors für den Jahresüberschuss der edding AG auf 3,0 bis 4,0 Mio. EUR informiert.

Der Jahresüberschuss der edding AG liegt mit 4,1 Mio. EUR leicht oberhalb des korrigierten Prognosekorridors.

17 Prognoseänderungen erfolgten im Rahmen der Corporate News vom 17. Juni 2019 und der Ad-hoc Mitteilung vom 19. Dezember 2019

Vermögens- und Finanzlage der edding AG

Die Bilanzsumme der edding AG hat sich mit 75,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 0,8 Mio. EUR leicht erhöht.

Für den Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens mit insgesamt 7,8 Mio. EUR ist zum aktuellen Bilanz Stichtag ein Anstieg um 2,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, da die Neuinvestitionen oberhalb des Niveaus der Abschreibungen des Geschäftsjahres 2019 lagen.

Im Vorjahresvergleich hat sich das Volumen der von der edding AG getätigten Investitionen deutlich erhöht. Im Rahmen des Investitionsvolumens 2019 entfallen auf Investitionen in das Sachanlagevermögen 3,4 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR), die im Wesentlichen den Erwerb einer Büroimmobilie in Bargteheide und hierfür notwendige Einbauten sowie Investitionen in IT-Hardware und Büroausstattung umfassen. Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen haben im Geschäftsjahr 2019 wie im Vorjahr einen lediglich sehr geringen Umfang und betreffen ausschließlich IT-Software.

Das Finanzanlagevermögen ist im Vorjahresvergleich mit 34,6 Mio. EUR konstant geblieben (Vorjahr: 34,5 Mio. EUR). Wesentliche Effekte sind hierbei jedoch in den Beteiligungsansätzen der edding Argentina S.A. sowie der edding Colombia S.A.S. zu verzeichnen. Bei der argentinischen Tochtergesellschaft erfolgte während des Geschäftsjahres 2019 eine Kapitalerhöhung in Höhe von 2,4 Mio. EUR, mittels Sacheinlage argentinischer Staatsanleihen, woraufhin eine Wertberichtigung auf den Beteiligungsansatz um 2,8 Mio. EUR vorgenommen wurde. Dem Eigenkapital der edding Colombia S.A.S. wurden im Jahr 2019 zunächst durch die Einlage von Konzernforderungen 0,5 Mio. EUR zugeführt. In der Folge war die Beteiligung um 0,5 Mio. EUR abzuschreiben. Des Weiteren wurde im Berichtsjahr der Beteiligungsbuchwert der edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti. um 0,1 Mio. EUR wertberichtigt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen setzen sich im Vorjahresvergleich wie folgt zusammen:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Verbundene Unternehmen
edding International GmbH 26.466 26.466
edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti. (Türkei) 2.025 2.092
V. D. Ledermann & Co. GmbH 1.534 1.534
Legamaster GmbH 700 700
edding Argentina S.A. (Argentinien) 670 1.032
EDDING (U.K.) LTD. (Großbritannien) 658 658
edding Colombia S.A.S. (Kolumbien) 321 363
edding Hellas Ltd. (Griechenland) - -
32.374 32.845
Beteiligungen
PBS Network GmbH 52 52
Beruf und Familie im Hansebelt gGmbH 9 9
61 61
32.435 32.906

Zum 31. Dezember 2019 bleiben die Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit 23,8 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahresstichtags, da sowohl die Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen als auch der Saldo der Verbindlichkeiten der edding AG aus interner Verrechnung gegenüber der edding International GmbH im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich schwankten.

Die flüssigen Mittel der edding AG sinken aufgrund des gestiegenen Investitionsniveaus zum 31. Dezember 2019 um 1,4 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Die weiteren Posten auf der Aktivseite der Bilanz weisen zum 31. Dezember 2019 nur geringe Schwankungen im Vergleich zum Vorjahresstichtag auf.

Das Eigenkapital wuchs im Berichtsjahr um insgesamt 1,5 Mio. EUR, da der in 2019 erwirtschaftete Jahresüberschuss von 4,1 Mio. EUR die unterjährige Dividendenausschüttung von rund 2,6 Mio. EUR überkompensierte. Die Eigenkapitalquote hat sich daher trotz der geringfügig gestiegenen Bilanzsumme mit 78,1 % zum 31. Dezember 2019 gegenüber dem Vorjahresstichtag (77,0 %) leicht erhöht.

Die Rückstellungen steigen zum 31. Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Mio. EUR auf insgesamt 14,1 Mio. EUR an. Hierbei sind insbesondere die Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und der Ertragsteuerrückstellungen verantwortlich für diese Entwicklung.

Im Bereich der weiteren Passiva ist neben dem im Vorjahresvergleich niedrigeren Saldo der konzerninternen Verbindlichkeiten insbesondere der aus der planmäßigen Tilgung der langfristigen Darlehen resultierende Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zu nennen. Insgesamt vermindern sich somit die Verbindlichkeiten der edding AG im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 1,9 Mio. EUR.

Der edding AG stehen Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von 14,1 Mio. EUR (Vorjahr: 15,3 Mio. EUR) zur Verfügung, die zum 31. Dezember 2019 wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen werden.

Zum 31. Dezember 2019 liegen außerbilanzielle Verpflichtungen in Form von Eventualverbindlichkeiten aus gewährten Bürgschaften in Höhe von 3,5 Mio. EUR (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR), davon 3,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR) zu Gunsten verbundener Unternehmen, vor.

Insgesamt war die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft im Jahr 2019 und zum Bilanzstichtag jederzeit gegeben. Dies gilt unverändert für das laufende Geschäftsjahr 2020.

Gesamtaussage des Vorstands zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des edding Konzerns und der edding AG

Der Vorstand beurteilt die Geschäftsentwicklung und das Konzernergebnis in 2019 als befriedigend.

Insgesamt konnten wir unsere Umsatz- und Ergebniserwartungen für 2019 leider nicht erreichen. Neben den enttäuschenden Ergebnissen in Südamerika sind hierfür auch schwächere Kernmärkte in Osteuropa sowie fehlende Umsätze aus einem verzögerten Verkaufsstart der neuen Produktlinien edding code und Compact Printing verantwortlich. Auch im Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation hatten wir insbesondere in Deutschland nach vielen Jahren erfreulichen Wachstums erstmals einen moderaten Rückgang zu verkraften. Auch wenn wir mit 141,8 Mio. EUR nominal wieder einen Rekordumsatz erzielt haben, so liegt dieser doch nur sehr leicht über dem Vorjahr. Dies hat dazu geführt, dass das Konzern-EBIT bei anhaltend hohen Investitionen in neue Geschäftsaktivitäten mit 9,7 Mio. EUR um rund 26 % zurückgegangen ist und erstmals seit 2013 wieder unter 10,0 Mio. EUR beträgt. Unter den gegebenen Umständen und den unsicheren globalen Rahmenbedingungen des Jahres 2019, die auch die Entwicklungen zum Thema Brexit sowie die noch immer ungelösten Handelskonflikte negativ beeinflusst haben, ist dies aus unserer Sicht noch ein befriedigendes Ergebnis.

Ebenfalls befriedigend bewertet der Vorstand das Ergebnis der Muttergesellschaft, die einen Jahresüberschuss von 4,1 Mio. EUR erzielt hat. Hier konnte das gute Vorjahresergebnis von 6,6 Mio. EUR aufgrund erhöhter Aufwendungen für Risikovorsorgen nicht wiederholt werden.

Chancen- und Risikobericht

Chancenbericht

Chancenmanagement

Die edding AG bewegt sich mit ihren derzeit drei Geschäftsfeldern in einem dynamischen Marktumfeld. Neben den allgemeinen konjunkturellen und politischen Rahmenbedingungen unterliegen wir auch den Veränderungsprozessen in unseren jeweiligen Branchen, inklusive der diesen zugrundeliegenden Änderungen der Verbrauchergewohnheiten und -präferenzen.

Die Dynamik der Veränderungen in der Bürobedarfsbranche bleibt bestehen. Gerade in unserem Kernmarkt Europa nimmt die Bedeutung von rein online-basierten Handelsanbietern weiter zu, während traditionelle Handelskonzepte sowohl im B2C Bereich als auch im B2B Bereich in Summe tendenziell Marktanteile verlieren und sich größere Einzelunternehmen weiterhin in Restrukturierungen befinden. Auf Seiten der Endverbraucher ergeben sich durch die steigende Digitalisierung, die zunehmende Mobilität von Mitarbeitern und Endverwendern sowie durch die zunehmende Verbreitung von neuen Formen des Zusammenarbeitens kontinuierlich neue Herausforderungen. Wir versuchen beständig, unsere strategische Ausrichtung und unsere operativen Geschäftsprozesse gemäß diesen Herausforderungen anzupassen und dabei einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen.

Als mittelständisches börsennotiertes Unternehmen sehen wir es dabei als unsere wesentliche Herausforderung, ein kontinuierliches Risikobewusstsein und aktives Risikomanagement mit unternehmerisch geprägter Chancenorientierung in Einklang zu halten. Wir verfügen dabei sowohl hinsichtlich der Risikobewertung als auch bezüglich der Chancenbewertung über solide Steuerungsinstrumente, um die notwendige Balance aufrechtzuerhalten.

In unseren Planzahlen und Budgets sowie in unserem Ausblick für 2020 haben wir die Chancen - und ebenso die Risiken - berücksichtigt, für deren Eintreten wir die relevante Wahrscheinlichkeit deutlich über 50 % sehen. In den nachfolgenden Abschnitten beschreiben wir für unsere Geschäftsfelder Schreiben und Markieren, Visuelle Kommunikation und Technological Solutions die jeweiligen Ereignisse und Aktivitäten, die im Falle ihres Eintretens zu einer für den edding Konzern deutlich positiven Verbesserung bei Umsatz und Ergebnis führen können.

Geschäftsfeld Schreiben und Markieren

Chancen durch positive wirtschaftliche Entwicklung

Als Basis für unsere Planungen und Budgets gehen wir von den im Abschnitt Prognosebericht aufgeführten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen aus. Im Geschäftsfeld Schreiben und Markieren planen wir ein Wachstum, das deutlich über dem des Geschäftsjahres 2019 liegt.

Getragen wird dies von allen geografischen Regionen. Sowohl Deutschland als auch das übrige Europa sollen deutlich wachsen. In Europa sollen vor allem die Türkei, Russland, Spanien, Tschechien, die Schweiz sowie Frankreich maßgeblich zum Wachstum beitragen. Hierzu wurde, ebenso wie in Deutschland, ein moderates Wachstum der jeweiligen Wirtschaftsräume angenommen. In Lateinamerika erwarten wir vor allem in Kolumbien ein relevantes Wachstum, während wir in Argentinien nach der Restrukturierung und den weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur geringe Steigerungen eingeplant haben. Sollten sich vor allem in Argentinien, in Großbritannien und in Osteuropa die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich besser als erwartet entwickeln, könnten sich hier weitere positive Zuwächse für unser Geschäft ergeben.

Darüber hinaus haben wir auch für 2020 und die Folgejahre relativ konservative Annahmen bei der Entwicklung der Währungskurse getroffen. Hier dürften sich vor allem bei einer schnelleren Erholung der politischen beziehungsweise der wirtschaftspolitischen Lage in Argentinien sowie bei einer weiterhin stabilen Türkischen Lira positive Entwicklungen für edding ergeben.

Chancen durch neue Produkte und Vermarktungskonzepte

Als Markenartikelunternehmen, welches seine Kernkompetenzen im Wesentlichen in den Bereichen Marketing und Vertrieb sieht, arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung unseres Produktportfolios und der weiteren Durchdringung unserer Absatzmärkte. Im Fokus stehen dabei Produkte und Lösungen, die den Mehrwert für unsere Kunden und Endverwender in den Vordergrund stellen.

Auch in 2020 erwarten wir positive Umsatzentwicklungen für unsere B2B und B2C Sortimente: Wir planen positive Umsatzimpulse aus der Erweiterung unserer bestehenden Produktlinien, insbesondere durch den Launch einer relevanten Erweiterung unseres „Creative Life“ Sortiments, aus der Einführung von punktuell neuen Farben sowie von differenzierteren Angebotsformen für einzelne Vertriebskanäle. Für den Bereich der kompatiblen Toner und Tinten steht regelmäßig die laufende Aktualisierung des Sortiments im Vordergrund. Sollten sich für einzelne oder mehrere der Sortimentserweiterungen gegenüber der Planung eine höhere Nachfrage oder eine deutliche Verbreiterung der Händlerbasis, insbesondere im europäischen Ausland, ergeben, wird sich dies positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage auswirken.

In Argentinien ist der Betrieb von edding Verkaufskiosken in Einkaufszentren Bestandteil unserer B2C-Wachstumsstrategie. Sollte es uns gelingen, den Ausbau der Verkaufsstellen in Argentinien beziehungsweise den Roll-Out in andere Länder der Region schneller als geplant umsetzen zu können, würde sich dies ebenfalls positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Darüber hinaus befinden sich weitere Produkt- und Konzeptentwicklungen in der Machbarkeitsprüfung beziehungsweise Umsetzungsvorbereitung. Sollten wir einzelne dieser Konzepte über das bereits geplante Maß hinaus früher fertigstellen, könnte sich dies positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Chancen durch Kundenbeziehungen und Vertriebsnetzwerke

Die große Nähe zu unseren Handels- und Distributionskunden bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor unserer Marktbearbeitung. Wir arbeiten kontinuierlich an der weiteren Optimierung unserer Kundenbeziehungen und fokussieren uns dabei zunehmend auf die internationalen B2C Händler, sowohl stationär als auch online. Bei der Bearbeitung von Wachstumskanälen wie Discountern, E-Commerce oder Industriezulieferern setzen wir dabei zunehmend auf zentrale Unterstützung der Länder durch spezialisierte Kanal-Entwicklungsteams. Sollten wir bei der Erschließung dieser Kunden gerade außerhalb Deutschlands schneller als bisher geplant vorankommen, dürfte sich dies positiv auf Umsatz und Ertrag auswirken.

Chancen durch Partnermarken

edding hat in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Partnermarken gemacht. Dies sind Herstellermarken, die mit ihren Vertriebsorganisationen edding Produkte in kompletten Ländern oder einzelnen Vertriebskanälen vertreiben oder deren Produkte edding im Gegenzug in ausgewählten Ländern beziehungsweise Kanälen distribuiert.

Der Vertrieb dieser Partnermarken generiert nicht nur zusätzliche Deckungsbeiträge, sondern ermöglicht es häufig, eine relevante Größe für bestimmte Handelsformate zu erreichen, um diese effizienter betreuen und beliefern zu können. Gleichzeitig unterziehen wir bestehende Kooperationen einer kontinuierlichen Erfolgsprüfung. Für 2020 planen wir ein weiteres Wachstum, unter anderem durch den Ausbau unserer eigenen B2C-Kioske in Argentinien sowie die weitere vertriebliche Durchdringung des französischen Marktes mit der Partnermarke Tombow. Darüber hinaus befinden wir uns aktuell in der konkreten Diskussion zu weiteren länderspezifischen Kooperationen mit neuen sowie mit bestehenden Partnerschaften. Diese potenziellen neuen Kooperationen sind nicht im Geschäftsausblick geplant. Sollten sich hier jedoch kurzfristig weitere attraktive Kooperationen umsetzen lassen, würde sich dies ebenfalls positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation

Das Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation bewegt sich in zwei sehr unterschiedlich zu bewertenden Produktsegmenten. Auf der einen Seite stehen klassische Medien wie Weißwandtafeln, Flipcharts und Moderationswände, auf der anderen Seite der Bereich der digitalen Lösungen mit e-Screens und interaktiven Whiteboards.

Große Wachstumstreiber für 2020 sollen unsere westeuropäischen Kernmärkte in den Niederlanden, Belgien und Frankreich sein. Ebenso haben wir positive Erwartungen an unsere Teams in Kolumbien und Argentinien, wobei die neue spezialisierte Gesellschaft in Buenos Aires, die Legamaster LatAm S.A., die Gesamtführung für Lateinamerika übernimmt.

Chancen durch positive wirtschaftliche Entwicklung

Für die Legamaster-Entwicklung in Kolumbien und Argentinien und auch in einzelnen Anrainerstaaten sehen wir zusätzliche Umsatz- und Ergebnispotenziale für den Fall, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort besser als erwartet entwickeln. Für unseren größten Legamaster-Markt Deutschland gehen wir aktuell von einer stagnierenden Entwicklung aus, da wir bei unseren größeren Endkunden aus den deutschen Schlüsselindustrien eine weiterhin zurückhaltende Ausgabebereitschaft hinsichtlich neuer Ausstattungen für Konferenz- und Besprechungsräume erwarten. Sollten sich die konjunkturellen Aussichten für die Industrie verbessern, könnte sich dies auch positiv auf unsere Umsatz- und Ertragsbeiträge aus Deutschland auswirken.

Chancen durch digitale Lösungen für den Bildungsbereich

Der Bildungsbereich ist ein wesentliches Wachstums- und Investitionsfeld für Legamaster. Neben den hohen Erwartungen an Umsätzen, vor allem mit Privatschulen in Argentinien, ist auch der deutsche Digitalpakt ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung neuer Sortimente und Lösungen für den Bildungsbereich. Sollten wir bei der Entwicklung dieser neuen Angebote früher als derzeit eingeplant zur Marktreife gelangen oder früher Vermarktungspotenziale dieser Lösungen für das Ausland beziehungsweise ebenfalls für den Bürobereich erschließen können, wird sich dies positiv auf die Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Chancen durch Kundenbeziehungen und Vertriebsnetzwerke

Die Ausweitung unseres Vertriebsnetzwerks ist wesentliche Aufgabe der Legamaster-Teams in der Zentrale in Lochem und in den Ländern. Sollten wir bei der Vervollständigung unserer Vertriebsteams in Deutschland und Frankreich, aber auch bei der Geschwindigkeit der Akquise von Vermarktungspartnern oder Erschließung alternativer Marktzugänge in bisher schwächer entwickelten Märkten schneller voranschreiten als für 2020 geplant, dürfte sich dies positiv auf die Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Geschäftsfeld Technological Solutions

Mit dem verzögerten Start der Verkaufsaktivitäten für die Produktsegmente edding code und prisma ID sowie edding Compact Printing wurden neben den Umsatzzielen auch die Vertriebsziele nicht vollständig erreicht. Für 2020 haben wir deutlich höhere Umsatzerwartungen an beide Segmente, insbesondere jedoch an den breiteren nationalen und internationalen Roll-Out der Compact Printer.

Chancen durch Kundenbeziehungen und Vertriebsnetzwerke

Die Akquise von weiteren Vertriebspartnern sowie der strukturierte Ausbau der direkten Endkonsumentenbeziehungen sind die wesentlichen Erfolgshebel für das Wachstum im Bereich Compact Printing. Sollte den edding Teams dies in den fokussierten Märkten in Großbritannien, Benelux, Frankreich, Spanien, Polen, Türkei, Argentinien und Kolumbien sowie unserem Kooperationspartner Elried Markierungssysteme GmbH in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in den USA schneller als geplant gelingen, wird dies positive Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ertragslage haben. Ebensolche positiven Auswirkungen hätte die frühere oder intensivere Erschließung weiterer Märkte, die bisher noch nicht aktiv beziehungsweise nicht fokussiert bearbeitet werden.

Chancen durch neue Produkte und Lösungsangebote

Auch für den Roll-Out der edding code und prisma ID Lösungen ergeben sich regelmäßig neue Projektansätze und Kooperationsideen. Unser Fokus liegt derzeitig auf der Umsetzung der priorisierten Einführungsprojekte beziehungsweise der Finalisierung der laufenden Entwicklungsprojekte mit den Vertragspartnern aus dem Bereich der Sicherheitsanwendungen. Sollten sich auch hier kurzfristig neue relevante Kundenprojekte ergeben, wird sich dies positiv auf die Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Für die Compact Printer arbeiten wir mit unserem Technologiepartner aktuell an Erweiterungen des Drucker- und Tinten-Sortiments. Sollten wir die geplanten neuen Produkte und Lösungen schneller zur Marktreife bringen als geplant, dürfte sich dies positiv auf die Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Risikobericht

Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem der edding AG ist integraler Bestandteil aller Planungs- und Berichterstattungssysteme in allen Konzernbereichen beziehungsweise Tochterunternehmen. Alle Geschäftsfelder der edding AG sind insbesondere aufgrund der internationalen Ausrichtung einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Zum rechtzeitigen Erkennen aller wesentlichen Risiken setzt die edding AG seit Jahren ein standardisiertes Risikomanagementsystem ein. Dies umfasst die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung, Dokumentation, Kommunikation und Überwachung von Risiken. Im Rahmen der Corporate Governance tragen sowohl Risikosteuerung  und -überwachung als auch das interne Kontrollsystem (IKS) zum Risikomanagement bei. Die Bewertung der Risiken erfolgt dabei konzernweit einheitlich nach der potenziellen Schadenshöhe und deren Eintrittswahrscheinlichkeit. Zudem erfolgt eine Betrachtung von alternativen Szenarien (Worst-, Average- und Best-Case) und den sich ergebenden Risikoerwartungswerten. Daraus möglicherweise resultierende Rückstellungen und Wertberichtigungen werden in den Bilanzen der jeweiligen Bereiche beziehungsweise Gesellschaften dargestellt.

Die regelmäßige Berichterstattung zur Risikolage des Konzerns erfolgt in den Monats- und Quartalsberichten an den Vorstand und Aufsichtsrat. Darüber hinaus ist der Risikobericht Inhalt von Sitzungen des Vorstands und des Aufsichtsrats und aktuelle Entwicklungen im Risikomanagement, der Stand von Maßnahmen zu wesentlichen Risiken sowie gegebenenfalls aktuell eingetretene Risiken stehen in jeder Sitzung dieser Gremien auf der Tagesordnung.

Die jeweils direkte Verantwortung für die Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken ist festgelegt und obliegt den sogenannten „Risk Owners“, die grundsätzlich dem Management der Geschäftsbereiche und der Tochtergesellschaften angehören.

Die im Risikomanagementhandbuch beschriebenen risikopolitischen Grundsätze der edding AG sowie die in der Risikodokumentation aufgenommenen Risikoindikatoren regeln die Meldepflichten bei Veränderungen der Risikolage.

Die Überprüfung des Risikomanagementsystems erfolgte im Berichtsjahr 2019 durch die neu geschaffene Stabsstelle Governance, Risk Management und Compliance, die direkt dem Finanzvorstand unterstellt ist. Zusätzlich zu der im Rahmen der jährlichen Abschlussprüfung stattfindenden Beurteilung der Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft stellt dies einen weiteren Baustein der Risikominimierung dar. Zudem wurde im Berichtsjahr 2019 mit einer umfangreichen Validierung der Risiken inklusive der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken aller Gesellschaften der edding Gruppe durch die Stabstelle Governance, Risk Management und Compliance begonnen. Diese Maßnahme wird in 2020 abgeschlossen sein und soll in regelmäßigen Zyklen wiederholt werden.

Compliance Management System

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und internen Richtlinien (Compliance) ist für die edding AG eine unverzichtbare Grundlage einer erfolgreichen und nachhaltigen Unternehmensführung. Mit dem edding INK Code hat edding seine unternehmensinternen Regeln und ethischen Grundsätze in 2019 dokumentiert. Der edding INK Code bildet die Basis des Compliance Management Systems (CMS) und ist im firmeninternen Intranet zu finden. Basierend auf einer Compliance-Risikoanalyse wurden zur Sicherstellung von Compliance unter anderem Richtlinien zu Antikorruption, Kartellrecht und Datenschutz implementiert.

Darüber hinaus achtet jedes Mitglied des Vorstands darauf, dass im jeweiligen Ressort die geltenden Gesetze und Vorschriften eingehalten werden. Im Bereich der Produktsicherheit und der rechtlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf unsere Produkte werden wir dabei von der Stabsstelle „Regulatory Affairs“ unterstützt, die regelmäßig Projekte zur Umsetzung und Einhaltung neuer Regelungen wesentlich mit vorantreibt. Hier sind insbesondere die EU-Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien („REACH“) sowie die EU-Biozidverordnung zu nennen, die den Einsatz von Chemikalien regelt. Das Monitoring der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen in diesem Bereich stellen wir durch ein Rechtsquellenkataster sicher, das durch einen externen Dienstleister für uns erstellt und regelmäßig aktualisiert wird.

Um Kenntnisse von möglichen Compliance-Verstößen zu erlangen, steht den Führungskräften und Mitarbeitern ein Hinweisgebersystem (“Whistleblowing-System”) zur Verfügung, welches auf geeignete Weise die Möglichkeit einräumt, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Zu diesem Zweck ist hinterlegt, dass Meldungen an einen unabhängigen Ombudsmann oder den Compliance Officer gehen. Ziel des Hinweisgebersystems ist, neben der frühzeitigen Aufdeckung, vor allem die Prävention interner Missstände und Risiken. Das Hinweisgebersystem wurde in 2019 auch für externe Dritte geöffnet.

Die Weiterentwicklung des CMS erfolgt über die Stabsstelle Governance, Risk Management und Compliance. Ziel ist es, ein modernes CMS unter Berücksichtigung der edding Kultur, der bestehenden Unternehmensstrategie und des darauf ausgerichteten Balanced Scorecard Systems zu erstellen. Die Weiterentwicklung wird in 2020 vorangetrieben und berücksichtigt die individuellen Anforderungen der einzelnen Tochtergesellschaften. Die Stabsstelle berichtet an den Finanzvorstand, wobei alle Mitglieder des Vorstands die Weiterentwicklung unseres CMS als gemeinsame Aufgabe verstehen und daran mitwirken.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Der Vorstand hat für die vielfältigen organisatorischen, technischen und kaufmännischen Abläufe im Unternehmen ein internes Kontrollsystem eingerichtet. Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Funktionstrennung, das gewährleisten soll, dass vollziehende (zum Beispiel die Abwicklung von Einkäufen), verbuchende (zum Beispiel Rechnungswesen) und verwaltende (zum Beispiel Lagerverwaltung) Tätigkeiten, die innerhalb eines Unternehmensprozesses vorgenommen werden, nicht in einer Hand vereint sind. Dies wird durch das von edding bereits seit vielen Jahren eingesetzte integrierte ERP-Softwaresystem SAP unter Berücksichtigung eines entsprechenden Berechtigungskonzepts gewährleistet. Es stellt sicher, dass Mitarbeiter nur auf solche Prozesse und Daten Zugriff haben, die sie für ihre Arbeit benötigen. In der Software sind außerdem standardmäßig viele automatische Kontrollen integriert, wodurch Fehler bei der Erfassung von rechnungswesenrelevanten Geschäftsvorfällen vermieden werden. Über das Vier-Augen-Prinzip wird weiterhin gewährleistet, dass keine wesentlichen Vorgänge ohne Kontrolle bleiben.

Für die unterschiedlichen Prozesse im Unternehmen existieren Sollkonzepte und Anweisungen, anhand derer Führungskräfte und Außenstehende beurteilen können, ob Mitarbeiter konform zu diesem Sollkonzept arbeiten.

Die Mitarbeiter des Rechnungswesens der edding AG sind überwiegend bereits langjährig im Unternehmen tätig und daher sehr sicher und erfahren im Umgang mit den Routinegeschäftsvorfällen und Transaktionen, welche die Geschäftstätigkeit des edding Konzerns mit sich bringt. Zudem nehmen die Mitarbeiter an regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen teil.

Das aktive Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen und Daten direkt an den Vorstand gegeben werden. Die Sicherstellung der bilanziell richtigen Erfassung und Würdigung von unternehmerischen Sachverhalten ist regelmäßig Inhalt von Vorstandssitzungen.

Hinsichtlich gesetzlicher Neuregelungen und neuartiger oder ungewöhnlicher Geschäftsvorfälle besteht auch unterjährig ein enger Kontakt mit den Wirtschaftsprüfern. Problemfälle werden im Vorwege analysiert, diskutiert und gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfer einer kritischen Würdigung unterzogen.

Die konzernweit implementierte Bilanzierungsrichtlinie schafft ein konzerneinheitliches Normensystem der Bilanzierung auf Basis der IFRS. Die Bilanzierungsrichtlinie wird soweit erforderlich einmal jährlich aktualisiert, um die Erweiterungen und Änderungen der internationalen Rechnungslegung einzubeziehen. Jährliche Schulungen der Mitarbeiter des Rechnungswesens der Tochtergesellschaften tragen dafür Sorge, dass die Neuerungen der Rechnungslegungsstandards fristgerecht umgesetzt werden.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt mittels einer zertifizierten Konsolidierungssoftware zentral durch Mitarbeiter der edding AG mit langjähriger Erfahrung und spezieller Expertise für Konsolidierungsfragen und internationaler Rechnungslegung. Für die Berichterstattung der Tochtergesellschaften an die Muttergesellschaft verwendet edding standardisierte Reporting Packages, die alle wesentlichen Angaben für einen vollständigen Konzernabschluss nach IFRS enthalten.

Wesentliche Risiken

Marktrisiken / Leistungswirtschaftliche Risiken

Der edding Konzern ist Marktrisiken sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite stellt in erster Linie die Verfügbarkeit der Fertigwaren ein potentielles Risiko dar. Diesem Risiko wird durch entsprechende Mindestlagerbestände entgegengewirkt.

Bezogen auf möglichen Auswirkungen aus dem Brexit wurden im Geschäftsjahr 2019 die Risikobestände in Großbritannien erhöht. Zum Ende der Übergangsfrist 2020 werden diese Sicherheitsbestände nochmals überprüft und angepasst. Somit kann die Lieferfähigkeit auch über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden. Weitere Ausführungen zum Brexit erfolgen im Rahmen der Betrachtung der politischen Risiken.

Gesetzliche Anforderungen, zum Beispiel EU-Vorschriften wie die Biozidprodukte-, CLP- (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen) sowie die REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe) erhöhen vermehrt sowohl die Beschaffungs- als auch die Entwicklungsrisiken im Konzern. Risiken, die durch neue gesetzliche Anforderungen entstehen könnten, wird durch ein Netzwerk von internen und externen Experten sowie die Mitgliedschaft in Fachverbänden frühzeitig entgegengewirkt, indem wir zu erwartende Neuerungen sowohl in unsere Beschaffungs- auch in unsere Entwicklungsaktivitäten mit einbeziehen.

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) stellt ein zusätzliches potentielles Risiko in Bezug auf die Beschaffung sowie den Absatz der Produkte des edding Konzerns dar. Dies resultiert aus Einschränkungen in Produktion und Handel (zum Beispiel Absagen von Messen) und aufgrund von Reisebeschränkungen. Nach Informationen der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts ist eine weltweite Ausbreitung des Erregers zu erwarten.

Bezogen auf mögliche Auswirkungen auf den edding Konzern erfolgte unmittelbar nach Ausbruch des Virus eine Sortimentsanalyse in Bezug auf Lieferanten aus den am stärksten betroffenen Ländern (zum Beispiel China). In Kooperation mit allen Lieferanten wurde diese Analyse auf die Vorlieferanten ausgeweitet und wird regelmäßig überprüft. Insgesamt sind nur wenige Produkte aus dem Sortiment des edding Konzerns betroffen, was somit nur zu einem geringen Risiko führt.

Über eine unmittelbar eingerichtete Projektgruppe (Vorstand, Governance, Risk Management und Compliance und Human Relations) erfolgt ein kontinuierliches Monitoring der Ereignisse sowie ein ständiger Austausch mit den operativen Gesellschaften. Somit wird gewährleistet, dass ein schnelles Handeln in Bezug auf sich ergebende Änderungen erfolgen kann. Weitere Ausführungen erfolgen im Rahmen des Prognoseberichts.

Finanzmarktrisiken und finanzielle Risiken

Zu den Finanzmarktrisiken innerhalb des edding Konzerns zählen im Wesentlichen Wechselkursrisiken und in geringerem Umfang Zinsänderungsrisiken und Forderungsausfallrisiken.

Die Gesellschaften innerhalb der edding Gruppe sind Wechselkursänderungsrisiken im Rahmen der Warenbeschaffung sowie hieraus resultierenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgesetzt.

Unser Risikomanagement in diesem Bereich basiert auf einem Internen Kontrollsystem (IKS), das neben der Funktionstrennung von Handel und Abwicklung eine mindestens quartalsweise Messung unserer Risikoposition vorsieht. Dabei werden alle offenen Positionen und Sicherungsgeschäfte in einer Evaluations-Matrix erfasst und definierten Limits in Bezug auf die Summe der offenen Positionen sowie eines diversifizierten Risikos gegenübergestellt. Bei Limit-Überschreitungen werden zusätzliche Sicherungsmaßnahmen erwogen.

Unsere vorrangigen Motive für die Absicherung gegen Finanzmarktrisiken sind Planungssicherheit im Rahmen der Warenbeschaffung sowie Verringerung der Risikoexposition in den Bilanzen unserer in Fremdwährung operierenden Tochtergesellschaften. Beim Abschluss von Sicherungsgeschäften beschränken wir uns daher im Wesentlichen auf gängige Termingeschäfte und Optionen, die ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften abgeschlossen werden, nicht aber zu Spekulationszwecken.

Das aus Konzernsicht nennenswerte Risiko resultiert aus der Warenbeschaffung in Japanischen Yen. Hierfür haben wir stets einen Sicherungshorizont von zwölf bis 24 Monaten.

Höhere Risiken aus einer nicht ausgeglichenen Währungsbilanz bei unseren in Fremdwährung operierenden Tochtergesellschaften bestanden im Berichtsjahr noch bei unserer argentinischen Tochtergesellschaft. Diese wurden im Rahmen der durchgeführten Restrukturierung der edding Argentina S.A. nahezu vollständig bereinigt, so dass hier für die Zukunft nur noch geringe Wechselkurseffekte aus dem operativen Geschäft zu erwarten sind.

Die sich aus unserem Finanzrisikomanagement ableitenden Maßnahmen zur Risikominimierung im Bereich der Preis-, Währungs-, Zins- sowie weiterer Risiken sind in Textziffer 36 des Konzernanhangs dargestellt. Die Sensitivitäten bei Wechselkursveränderungen finden sich ebenfalls in Textziffer 36.

Durch unser weiterhin sehr konservatives Forderungsmanagement bei überwiegend guter Bonität unserer Kunden gab es in 2019 keine nennenswerten Wertberichtigungen auf Forderungen. Die letzten Jahre waren davon geprägt, dass Kreditversicherer ihre Deckung für die Forderungen insbesondere gegenüber einigen unserer internationalen Großkunden reduziert beziehungsweise gestrichen haben. Dem begegneten wir mit einer Reduzierung unserer internen Kreditlimits. Endgültige Forderungsausfälle blieben im Geschäftsjahr 2019 im Rahmen.

Personalrisiken

Die Phantasie und den Mut, Dinge anders zu machen gepaart mit der Fähigkeit, neue Ideen lösungsorientiert und effektiv umzusetzen - das zeichnet die Kultur von edding aus. Für deren Umsetzung und den weiteren Erfolg des edding Konzerns benötigen wir engagierte, kompetente und leistungsfähige Mitarbeiter. Zur Reduzierung von Personalrisiken achten wir deshalb besonders auf eine nachhaltige Personalentwicklung. Mit unserem edding Campus bieten wir für alle Mitarbeiter ein attraktives, zielgruppenspezifisches Angebot zum Wissensaufbau und -transfer fokussiert auf die strategischen Ziele des Konzerns. Dazu zählen neben weltweiten Sprachtrainings auch internationale Projektmanagementseminare, individuelle Coachings, Maßnahmen zur Förderung von guter Führungsarbeit und spezielle Angebote für Mitarbeiter in kommerziellen Funktionen. Dabei setzen wir nicht nur auf externe Trainings und Trainer, sondern gezielt auch auf internes Expertenwissen. Ein Ansatz, der zur internen Vernetzung beiträgt und mit dem wir prophylaktisch Risiken - wie Know-how-Verlust durch etwaige Abgänge - begegnen. Als international agierendes Unternehmen kommt dabei einem weltweiten Angebot eine hohe Bedeutung zu. Bei der Umsetzung der globalen Weiterbildungsstrategie setzen wir insbesondere im internationalen Kontext weiterhin verstärkt auf digitale Schulungen anstelle von Präsenzschulungen. Dies erfolgt insbesondere auch im Hinblick auf ökologische, ökonomische und zeitliche Aspekte.

Zur Festigung und Steigerung der Attraktivität der Arbeitsplätze innerhalb des edding Konzerns bieten wir unseren Mitarbeitern standortbezogen zudem verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel aus dem Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie sonstigen individuellen Bedürfnissen rund um die Arbeitszeit. Darüber hinaus ist auch die faire und marktgerechte Vergütung für uns ein wichtiges Element der Personalführung. Lohn dieser und weiterer Aktivitäten: Die erneut sehr positiven Ergebnisse unserer weltweiten Mitarbeiterbefragung, die uns jährlich dabei hilft, eventuelle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) stellt auch ein potentielles Risiko in Bezug auf das Personal des edding Konzerns dar. Dies resultiert aus der möglichen Ansteckung einzelner Mitarbeiter und einer möglichen Verbreitung innerhalb der Belegschaft. Die eingerichtete Task Force berücksichtigt auch diesen Aspekt und gibt Verhaltensregeln (zum Beispiel Hygienevorschriften) sowie Handlungsanweisungen (zum Beispiel Nutzung von Homeoffice) für die Mitarbeiter vor. Somit kann schnell auf Hinweise und Informationen der Bundesregierung beziehungsweise des Robert-Koch-Institutes reagiert und ein eventuelles Risiko minimiert werden.

Politische Risiken

Aufgrund unserer internationalen Unternehmensstruktur mit Tochtergesellschaften in neun Ländern sowie des Vertriebs über Distributionspartner in mehr als 90 Ländern der Erde sind wir nicht unerheblichen politischen Einzelrisiken ausgesetzt. Aus Unternehmenssicht führt die zunehmende Internationalisierung allerdings gleichzeitig zu einer breiteren Risikoverteilung. Der Vertrieb in eine große Anzahl verschiedener Länder, wie edding ihn betreibt, ist mithin per se als Risikomanagement-Maßnahme zu sehen. Ursprüngliches Ziel der Internationalisierung waren Wachstum sowie Reduzierung der Abhängigkeit vom deutschen Markt und damit der deutschen Konjunkturentwicklung. Dieses Ziel hatten wir bereits vor Jahren erreicht.

Einschneidende einzelne politische Ereignisse sind in 2019 ausgeblieben. Dennoch beschäftigen uns unverändert die politischen Rahmenbedingungen in unseren südamerikanischen Kernmärkten sowie der Türkei und Großbritannien.

Am 31. Januar 2020 ist Großbritannien offiziell aus der EU ausgetreten. In der jetzt laufenden Übergangsphase werden die langfristigen Beziehungen mit der EU ausgehandelt. Bis zum Abschluss dieser Verhandlungen, nach derzeitigem Stand längstens bis zum 31. Dezember 2020, bleibt Großbritannien in der Zollunion mit der EU. Wir halten seit längerer Zeit höhere Sicherheitsbestände bei unserer dortigen Tochtergesellschaft, um im Fall eines harten Brexit und möglichen Importbeschränkungen unsere Lieferfähigkeit aufrecht erhalten zu können. Diese Vorsichtsmaßnahme werden wir auch im Geschäftsjahr 2020 so fortführen, um einem ungeregelten Ende der Übergangsfrist vorzubeugen. Als Folge des Brexit rechnen wir für unseren Absatz in Großbritannien nur mit mittelbaren Rückgängen aufgrund eines möglichen allgemeinen konjunkturellen Abschwungs.

Die Türkei hat sich in 2019 wirtschaftlich und politisch deutlich stabiler entwickelt als im Vorjahr. Nachdem die Währung Mitte 2018 auf ein Niveau von rund 8,00 TRY/EUR abgestürzt war, hat sich diese wieder erholt und im Berichtsjahr zwischen 6,00 und 7,00 TRY/EUR eingependelt. Auch das erwartete Wirtschaftswachstum weist wieder einen positiven Trend auf. Vor diesem Hintergrund hat sich auch unsere türkische Tochtergesellschaft im Berichtsjahr weitgehend planmäßig entwickelt. Dennoch bleiben das Problem der hohen Auslandsverschuldung und die angespannte geopolitische Situation im benachbarten Syrien die Unsicherheitsfaktoren für die Türkei.

Im Rahmen der Präsidentschaftswahlen hat es im November 2019 in Argentinien wieder einen Machtwechsel zu Gunsten der Peronisten gegeben. Daraufhin werden weiterhin Inflationsraten über 50 % und ein negatives Wirtschaftswachstum für 2020 prognostiziert. Durch die in 2019 durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen und die damit einhergehende Verkleinerung unserer argentinischen Tochtergesellschaft sind wir uns sicher, den negativen Einfluss dieser Entwicklungen auf den Konzern ab 2020 weitgehend eindämmen zu können.

Kolumbien ist seit November 2019 wieder vermehrt von Unruhen und Demonstrationen betroffen, die sich negativ auf das Geschäftsklima und damit auch auf die Ziele für unsere dortige Tochtergesellschaft auswirken. Daher mussten wir hier aus deutscher Sicht erstmals Teilabschreibungen auf die Anteile an dieser Gesellschaft sowie auf konzerninterne Forderungen vornehmen.

Um die Eurokrise ist es in 2019 wieder deutlich ruhiger geworden. Dennoch weisen insbesondere Italien und Griechenland eine hohe Auslandsverschuldung auf. Beide Länder spielen jedoch für das derzeitige Umsatzniveau der edding Gruppe als auch für das künftige Wachstum nur eine untergeordnete Rolle, so dass edding bei einem erneuten Aufflammen der Krise in diesen Ländern höchstens mittelbar betroffen sein wird. Auch hier können natürlich indirekte Entwicklungen bei einem Übergreifen auf weitere Länder hinzukommen; diese sind jedoch derzeit nicht absehbar.

Trotz dieser nicht unerheblichen politischen Risiken konnte die edding Gruppe auch in 2019 wiederum einen Umsatzrekord erzielen. Das spricht unter anderem für den Erfolg der eingangs erwähnten Risikostreuung durch die breite Umsatzbasis und die hohe Anzahl von Ländern, in denen edding vertrieben wird.

Rechtliche und gesellschaftsrechtliche Risiken

Gegen den edding Konzern sind keine Rechtsstreitigkeiten oder Schadenersatzforderungen anhängig, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der edding AG und des edding Konzerns haben könnten. Risiken, die aufgrund fehlerhafter Produkte oder ungenügender Vertragssicherheit entstehen können, werden durch unser umfassendes Qualitätsmanagementsystem sowie durch fachkundige juristische Überprüfung unserer Verträge und allgemeinen Geschäftsbedingungen begrenzt.

Gesamtrisiko / Fortbestandsrisiko

Insgesamt ist die Risikosituation des edding Konzerns weiterhin stabil. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Sonstige Berichterstattung

Vergütungsbericht

Vergütungssystem

Die Gesamtvergütung des Vorstands setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um einen erfolgsunabhängigen Teil, eine erfolgsabhängige Zahlung und Zahlungen in eine Direktversicherung. Die Höhe der Gesamtvergütung des Vorstands legt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit nach den Richtlinien des Vorstandsvergütungsgesetzes in angemessener Höhe fest. Neben der Beurteilung von Leistung und Verantwortung des einzelnen Vorstandsmitglieds wird auch die Höhe der Vorstandsbezüge bei vergleichbaren börsennotierten Aktiengesellschaften berücksichtigt.

Bestandteile der Vorstandsvergütung

Der erfolgsunabhängige Teil der Vergütung besteht aus einem Fixum und üblichen Nebenleistungen. Dabei handelt es sich um die Fortzahlung des monatlichen Grundgehalts für den laufenden und die folgenden zwei Monate im Falle der Dienstunfähigkeit, einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung und die private Nutzung eines Firmenwagens. Außerdem ist für das Vorstandsmitglied eine Unfallversicherung und eine D&O-Versicherung mit einem Selbstbehalt von zehn Prozent beziehungsweise dem Eineinhalbfachen eines Jahresfestgehalts im Schadensfall abgeschlossen. Des Weiteren erhält das Vorstandsmitglied zum Zwecke der Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung entweder eine leistungsorientierte Pensionszusage oder eine Versorgungszusage durch den Abschluss einer Direktversicherung. Zusätzlich haben die Vorstandsmitglieder ebenso wie jeder Mitarbeiter das Recht, laufende Bezüge in eine betriebliche Altersversorgung umzuwandeln.

Der erfolgsabhängige Teil der Vergütung besteht zum einen aus einer Tantieme, die sich aus einem Prozentsatz vom ausgewiesenen Jahresgewinn der edding AG nach Steuern errechnet, und zum anderen aus einem langfristigen, auf die Vertragslaufzeit des Vorstandsvertrags ausgerichteten Bonus. Diesem Bonus liegt eine Zielvereinbarung zwischen Vorstandsmitglied und Aufsichtsrat zu Grunde. Als Ziele sind hier ein kumulierter Jahresgewinn der edding AG über die Laufzeit des Vorstandsvertrags sowie die Strategieumsetzung anhand der Balanced Scorecard zu nennen.

Tantieme und Bonus können mehr als die Hälfte der Gesamtbezüge ausmachen. Die Vereinbarung über die Tantieme enthält eine Malusregelung, die im Falle eines Jahresverlusts bei der edding AG zur Anwendung kommt.

Neben dem Anstellungsvertrag bestehen keine weiteren Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften einerseits und den Vorstandsmitgliedern andererseits. Für die Übernahme von Mandaten in Konzerngesellschaften erhalten sie keine zusätzliche Vergütung.

Das Handelsgesetzbuch sieht in seiner bis zum 31. Dezember 2019 gültigen Fassung die individualisierte Veröffentlichung der Bezüge der Vorstandsmitglieder vor, aufgeteilt nach erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten sowie Komponenten mit langfristiger Wirkung. Die verlangten Angaben können unterbleiben, wenn die Hauptversammlung dies mit einer Dreiviertelmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen hat. Die ordentliche Hauptversammlung der edding AG hat demgemäß am 15. Juni 2016 das Unterbleiben dieser Angaben für die Jahresabschlüsse und Konzernjahresabschlüsse der Geschäftsjahre 2016 bis 2020 mit 100 % des stimmberechtigten Kapitals beschlossen. Die aufgrund des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) mit Wirkung vom 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Änderungen sind für das Geschäftsjahr 2019 und damit für diesen Geschäftsbericht noch nicht einschlägig.

Die Aufwendungen für die Bezüge des Vorstands insgesamt sind in den Anhängen zum Jahresabschluss und zum Konzernabschluss der edding AG angegeben.

Leistungen für den Fall einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit

Der Dienstvertrag des Vorstandsvorsitzenden enthält ein Sonderkündigungsrecht des Vorstandsvorsitzenden im Falle eines Kontrollwechsels. Im Fall der berechtigten Ausübung des Sonderkündigungsrechts zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsvorsitzenden eine einmalige Entschädigung in Höhe von 50 % des Jahresfestgehalts, das bis zum regulären Ende des Vertrages zu zahlen gewesen wäre, jedoch begrenzt auf die Höhe eines Jahresfestgehalts. Darüber hinaus ist mit allen Mitgliedern des Vorstands vereinbart, dass Zahlungen an das Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des laufenden Vertrags vergüten.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder besteht ausschließlich aus einer erfolgsunabhängigen Vergütung, die die Hauptversammlung der edding AG jeweils für das abgelaufene Geschäftsjahr beschließt. Außerdem erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats ihre Auslagen im Zusammenhang mit der Aufsichtsratstätigkeit ersetzt.

Die Vergütungen betragen für den Vorsitzenden das Dreifache und für den stellvertretenden Vorsitzenden das Doppelte des von der Hauptversammlung beschlossenen Grundvergütungsbetrages. Für das Geschäftsjahr 2018 betrug die Grundvergütung für ein Aufsichtsratsmitglied 20.000,00 EUR. Daneben sind keine Vergütungen oder Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen an die Aufsichtsratsmitglieder gezahlt beziehungsweise gewährt worden. Für das Geschäftsjahr 2019 wird mit Aufwendungen in unveränderter Höhe gerechnet.

Übernahmerelevante Angaben

Gezeichnetes Kapital

Das voll eingezahlte Grundkapital der edding AG beträgt zum 31. Dezember 2019 unverändert 5.366.095,00 EUR und ist in 600.000 Stück nennwertlose Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil von je 5,00 EUR sowie 473.219 Stück nennwertlose Vorzugsstückaktien mit einem rechnerischen Anteil von je 5,00 EUR aufgeteilt.

Stimmrechtsbeschränkungen oder Beschränkungen, die Übertragung von Aktien betreffend

Die Vorzugsstückaktien sind stimmrechtslos.

Rechte von Vorzugsaktionären

Hinsichtlich der besonderen Rechte von Vorzugsaktionären verweisen wir auf die allgemein gültigen gesetzlichen Regelungen des § 140 Abs. 2 AktG. Ist der Vorzug nachzuzahlen und wird der Vorzugsbetrag in einem Jahr nicht oder nicht vollständig gezahlt und im nächsten Jahr nicht neben dem vollen Vorzug für dieses Jahr nachgezahlt, so haben die Aktionäre das Stimmrecht, bis die Rückstände gezahlt sind. Ist der Vorzug nicht nachzuzahlen und wird der Vorzugsbetrag in einem Jahr nicht oder nicht vollständig gezahlt, so haben die Vorzugsaktionäre das Stimmrecht, bis der Vorzug in einem Jahr vollständig gezahlt ist. Solange das Stimmrecht besteht, sind die Vorzugsaktien auch bei der Berechnung einer nach Gesetz oder Satzung erforderlichen Kapitalmehrheit zu berücksichtigen.

Direkte oder indirekte Beteiligungen

Beteiligungen (auch mittelbare über Zurechnungen gemäß §§ 33, 34 WpHG), die 10 % der Stimmrechte der edding AG überschreiten, werden gehalten von:

Herrn Volker Detlef Ledermann

Frau Angelika Schumacher

Frau Dina Alexandra Schumacher

Herrn David Alexander Schumacher

Frau Beatrix Ledermann

Frau Julia Marie Ledermann

Herrn Jan Moritz Ledermann

Herrn Leon Thadaeus Ledermann

Herrn Per Ledermann

Frau Anika Ledermann

Herrn Yannick Nicolas Ledermann

Frau Elisa Sophie Ledermann

Herrn Luis Gabriel Ledermann

Herrn Felip Elias Ledermann

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Es bestehen mit Ausnahme von Vorzugsaktien keine Aktien mit Sonderrechten.

Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Soweit Arbeitnehmer an der edding AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.

Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung

Mitglieder des Vorstands werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG. Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft, die diese Punkte betreffen, finden sich in §§ 6 und 7 sowie in § 21 der Satzung.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Ein Hauptversammlungsbeschluss zur Ermächtigung des Vorstands, eigene Aktien der Gesellschaft auszugeben oder zu erwerben, besteht gegenwärtig nicht.

Wesentliche Vereinbarungen unter der Bedingung eines Kontrollwechsels

Der Dienstvertrag des Vorstandsvorsitzenden enthält ein Sonderkündigungsrecht des Vorstandsvorsitzenden im Falle eines Kontrollwechsels. Im Fall der berechtigten Ausübung des Sonderkündigungsrechts zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsvorsitzenden eine einmalige Entschädigung in Höhe von 50 % des Jahresfestgehalts, das bis zum regulären Ende des Vertrages zu zahlen gewesen wäre, jedoch begrenzt auf die Höhe eines Jahresfestgehalts.

Weitere berichtspflichtige Tatbestände liegen nicht vor.

Nichtfinanzielle Erklärung

Mit der vorliegenden Nichtfinanziellen Erklärung (NfE) des edding Konzerns kommen wir unserer Berichtspflicht gemäß §§ 289b ff., 315b f. HGB nach. Rahmenwerke wurden dabei nicht angewendet, da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.

Aufgrund der Relevanz der Standorte des edding Konzerns werden Daten - sofern nicht explizit erwähnt - derzeit für eigene Produktionsstandorte und Standorte, die über ein eigenes beziehungsweise angemietetes Bürogebäude sowie Lager (im Folgenden „Bürostandorte“) verfügen, erhoben.

Eine kontinuierliche Ausweitung der Berichtsperspektive ist für die kommenden Geschäftsjahre vorgesehen.

Alle angegebenen Daten und Fakten wurden, soweit möglich, für das Geschäftsjahr 2019 erhoben. Abweichungen werden, wo erforderlich, direkt im Text erwähnt. Um Doppelungen innerhalb des Lageberichts zu vermeiden, wird an den betreffenden Stellen auf weiterführende Informationen in anderen Abschnitten verwiesen.

Die Inhalte der NfE wurden ordnungsgemäß vom Aufsichtsrat der edding AG überprüft. Die prüferische Durchsicht erfolgte zusätzlich durch die Mazars GmbH & Co. KG auf Basis der International Standards on Assurance Engagements ISAE 3000.

Grundlagen des edding Konzerns

Im Geschäftsfeld Schreiben und Markieren werden Produkte entwickelt und vertrieben, die Farbe lang anhaltend auf Oberflächen bringen, vom Permanentmarker bis hin zu Nagellack. Zudem werden diesem Geschäftsfeld auch Partnermarken zugeordnet. Klassische und elektronische Produkte der visuellen Kommunikation werden im Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation vermarktet. Das Geschäftsfeld Technological Solutions umfasst zur Zeit die industriellen Markierungstechnologien (B2B) Compact Printing sowie edding code und prisma ID. Detailinformationen sind im Abschnitt Grundlagen des edding Konzerns dargestellt.

Strategischer organisatorischer Nachhaltigkeitsansatz

Für die strategische Steuerung des edding Konzerns wurde im Geschäftsjahr 2016 ein Balanced Scorecard System für den Zeitraum 2016 bis Ende 2020 aufgebaut. Für den Zeitraum nach 2020 werden wir voraussichtlich im Laufe des Jahres 2021 wiederum langfristige Ziele bis 2025 definieren. Dieses System dient für uns gleichermaßen der Strategiefokussierung aller Unternehmensteile, als Zielsystem sowie als Maßnahmen-Verfolgungs-Instrument.

Die nichtfinanziellen Leistungskennziffern sind - wie alle unsere strategischen Ziele - Bestandteil dieses Balanced Scorecard Systems.

Die nichtfinanziellen Leistungskennziffern finden sich in allen Balanced Scorecards, vor allem im Bereich „edding ink“, wieder. Neben der Mitarbeiterzufriedenheit sowie dem kontinuierlichen Fokus auf innerbetriebliche Kultur und Werte, ist es ein erklärtes Ziel, als Unternehmen im Bereich unternehmerische Nachhaltigkeit extern wahrgenommen zu werden. Nachhaltige Zielsetzungen finden sich in der Meta Scorecard CR.

Die voraussichtliche Erreichung der Ziele der Balanced Scorecard Ende 2020 wird halbjährlich durch die verantwortlichen Mitarbeiter evaluiert, vom jeweiligen Vorgesetzten sowie dem Group Controlling geprüft und dem Vorstand berichtet. Der Vorstand wird damit in die Überwachung der Zielerreichung beziehungsweise der hierzu ergriffenen Maßnahmen aktiv eingebunden.

Weiterführende Informationen über das edding Balanced Scorecard System finden sich im Abschnitt Steuerungssystem.

Prozess zur Ermittlung wesentlicher Themen

Themen, die heute oder zukünftig Chancen und Risiken für unsere Geschäftsfelder bedeuten könnten, sind für uns von essentiellem Wert. Um Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen, stehen wir in kontinuierlichem Dialog mit verschiedenen internen und externen Stakeholdern.

Kundenseitig erreichen wir den kontinuierlichen Austausch über Gespräche und Anfragen. B2B Kunden übersenden uns, vor ihrer Entscheidung edding Produkte in ihr Portfolio mit aufzunehmen, ihre Fragebögen zu CR-Themen, die wir gern beantworten und die uns Aufschluss über Wünsche und Anforderungen aus diesem Bereich geben.

In den vergangenen zwei Jahren haben wir bei unseren Kunden ein erhöhtes Interesse an Nachhaltigkeitsthemen bemerkt. Insbesondere B2B Kunden machen ihren Einkauf von der Qualität und der Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Nachhaltigkeit der Produkte, der Unternehmensführung und der Produktion abhängig.

Zur Evaluierung der Wünsche und Anregungen unserer Mitarbeiter findet seit 2015 jährlich eine internationale Mitarbeiterbefragung statt, deren Ergebnisse diskutiert und im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt werden.

Inhaltlich decken sich die von uns gewählten Schwerpunktthemen in der Meta Scorecard CR mit den wesentlichen Aspekten der §§ 289c Absatz 2 Nummer 1 bis 5, 315c HGB:

Umweltbelange stellen einen wesentlichen Schwerpunkt in unserer Zielstruktur dar. Wesentliche Themen sind in diesem Zusammenhang Ressourcenverbrauch, Energieeffizienz und CO2-Emissionen.
Im Bereich Arbeitnehmerbelange sind keine wesentlichen Risiken zu identifizieren. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ist für uns ein zentraler Erfolgsfaktor.
Sozialbelange als gesellschaftliches Engagement sind Teil unserer Meta Scorecard CR. Hierzu zählt das Corporate Volunteering.
Achtung der Menschenrechte ist ein wichtiges Thema, dem wir durch unsere überwiegend langjährig gewachsenen Beschaffungsstrukturen mit hoher Kontinuität begegnen können.
Bekämpfung von Korruption und Bestechung sind aufgrund unserer Kunden- und Beschaffungsstrukturen kein Schwerpunktthema unserer CR-Aktivitäten.

Aus dem konzernweiten Früherkennungssystem und nach Einschätzung des Vorstands des edding Konzerns ergeben sich im aktuellen Prognosezeitraum keine berichtspflichtigen Risiken, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen, Produkten oder Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die wesentlichen Aspekte haben oder haben werden. Weitere Informationen zum Chancen- und Risikomanagementprozess des edding Konzerns sind im Abschnitt Chancen- und Risikobericht aufgeführt.

Umweltbelange

„Im Interesse der Umwelt - für die Welt von Morgen“ gemäß dieses Leitsatzes verpflichten wir uns, wenn möglich, unsere Ressourcenverbräuche zu verringern und die Energieeffizienz zu steigern. In den vergangenen Jahren haben wir durch vielfältige Maßnahmen unsere CO 2-Emissionen verringern können.

Geschäftsfeld Schreiben und Markieren

Wir wollen bewusst mit den Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Umwelt umgehen und haben im Jahr 2008 das Umweltmanagement nach DIN EN ISO 14001 an den deutschen Standorten eingeführt. Dieses wurde im Jahr 2014 bei allen deutschen Gesellschaften des edding Konzerns durch das Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 ergänzt. Mit den Zertifizierungen kann ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess für die Bereiche Umwelt und Energie sichergestellt werden.

Am Standort Türkei arbeiten die Kollegen in angemieteten Räumen. Diese befinden sich in einem Bürogebäude, welches mit den Leed Gold Zertifikat ausgezeichnet ist. Diese Zertifizierung bewertet Faktoren wie Wassereffizienz, Energie und Materialverbrauch. Dadurch können unsere hohen Ansprüche auch in gemieteten Räumlichkeiten nachgehalten werden.

An unserem Produktionsstandort in Kolumbien wurde der Arbeitskreis Umwelt von Mitarbeitern verschiedener Bereiche gegründet. Ziel ist es, Vorschläge zu umweltschützenden Maßnahmen zu entwickeln und bei der Umsetzung dieser im Unternehmen zu unterstützen.

Besonderer Höhepunkt des Jahres 2019 war die Auszeichnung unseres EcoLine Highlighters e-24 mit dem Blauen Engel und die Auszeichnung der EcoLine mit dem Green Brand Award.

Zielsetzungen

Ressourcenverbrauch und Energieeffizienz sowie Reduzierung von CO 2-Emissionen sind Ziele, die wir nicht nur bei der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb unserer Produkte verfolgen, sondern auch bei der Gestaltung von Beleuchtungssystemen, Fahrzeugflotte, Arbeitsumgebungen, Maschinenpark und vielem mehr. Folgende Konzepte und Maßnahmen werden bis 2020 verfolgt:

Klimaneutralität unserer EcoLine Produktlinie
Ressourcenschonung durch vermehrten Einsatz von Recyclingmaterial
Kunden vom Nachfüllen unserer Produkte überzeugen, um somit die Lebensdauer unserer Produkte zu erhöhen und Müll zu vermeiden
Ausweitung des edding Rücknahmesystems für leere Marker und Schreibgeräte auf den europäischen Markt, um die Recyclingquote unserer Produkte zu erhöhen
Weiterführende Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion (zum Beispiel durch energieeffizientere Maschinen)
Ausbau der Elektromobilität
Steigerung der Energieeffizienz im Rechenzentrum (Umbau) am Standort Ahrensburg
Einführung eines digitalen edding Produktkatalogs und Verzicht auf eine Papierversion des edding Produktkatalogs ab 2020. Hierdurch werden innerhalb der kommenden zwei Jahre rund 26 Tonnen Papier eingespart.

Durchgeführte Maßnahmen und Ergebnisse

In der Berichtsperiode 2019 wurden vielfältige Maßnahmen durchgeführt. Im Folgenden werden besonders wesentliche Maßnahmen und resultierende Ergebnisse aufgezeigt.

Ressourcenverbrauch

Unter dem Motto „Verpackung der Zukunft“ ist es gelungen, unsere Sichtverpackungen aus einer Pappkarte und einer transparenten Kunststoffhaube nachhaltig zu optimieren. Die Pappkarte aus Recyclingkarton wird nun durch eine Kunststoffhaube aus Recyclingmaterial ergänzt. Hierbei handelt es sich um PET mit einem Recycling-Anteil zwischen 40 und 80 %.

An allen Büro- und Produktionsstandorten weltweit werden, im Rahmen der Möglichkeiten, Abfälle getrennt und dem Recycling zugeführt. An den deutschen Standorten wird seit über zehn Jahren zum größten Teil Papier mit dem „Blauer Engel“-Zertifikat verwendet. In der englischen Tochtergesellschaft edding (U.K.) LTD. in St. Albans werden darüber hinaus 40 % der anfallenden Kartonagen im Lager wiederverwendet.

Die Tochtergesellschaft edding Ofis ve Kırtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Ști in Istanbul, bietet den Mitarbeitern nun Glasflaschen an, die sie mit Trinkwasser aus einem Tank befüllen können. So spart der Standort jährlich circa 8.000 Plastikflaschen.

Energieeffizienz und CO 2-Emissionen

Es wurden vielseitige Maßnahmen im Rahmen der Produktion der V.D. Ledermann & Co. GmbH in Bautzen, wie zum Beispiel die Erneuerung zweier Spritzgussmaschinen und der Einbau leistungsfähiger sowie energieeffizienterer Schnelllauftore, durchgeführt.

Am Standort St. Albans, EDDING (U.K.) LDT., wurde der Heizungskessel ausgetauscht, um den Wirkungsgrad der Heizungsanlage zu steigern.

Umgesetzte Beleuchtungskonzepte an den drei deutschen Standorten (Ahrensburg, Wunstorf und Bautzen) erzielten Einsparungen bis zu 35 %. Hier kommen LED Lampen, energiesparende Industriebeleuchtungen, Lichtsensoren und der Einsatz von Bewegungsmeldern zum Einsatz. In der Bautzener Produktion resultierten viele der Ideen aus einem von Auszubildenden betriebenen Projekt.

Kennzahlen

Die nachfolgenden Tabellen veranschaulichen die Entwicklung der Energieverbräuche unserer Standorte in den vergangenen Jahren. Dabei wird die Entwicklung der Energieverbräuche unserer Produktions- und Bürostandorte getrennt voneinander betrachtet. In der nachfolgenden Tabelle werden die Basiswerte und die Kennzahlen der Produktionsstandorte des Berichts- und Vorjahres gegenübergestellt:

Produktionsstandorte
Deutschland und Kolumbien 2019 2018
--- --- ---
Basiswerte
Energieeinsatz (in kWh/a) 3.178.235 3.170.672
Stromeinsatz (in kWh/a) 2.175.336 2.175.201
Erdgaseinsatz (in kWh/a) 1.002.899 995.471
Wassereinsatz (in m 3) 1.481 1.317
Montierte Stifte 92.227.025 88.903.697
Beheizte Fläche (in m 2) 7.100 7.100
Kennzahlen
Energieeinsatz je 1000 montierten Stiften (kWh/1000 Stück) 34,5 35,7
Stromeinsatz je 1000 montierten Stiften (kWh/ 1000 Stück) 23,6 24,5
Erdgaseinsatz je beheizter Fläche (kWh/m 2) 141 140
Wassereinsatz je 1000 montierten Stiften (m 3/1000 Stück) 0,0161 0,0148

An den Produktionsstandorten ist der Stromeinsatz pro tausend montierten Stiften leicht zurückgegangen. Der Erdgaseinsatz ist nahezu gleich geblieben. Aufgrund einer Leckage in der Frischwasserleitung am Standort Kolumbien ist der Wassereinsatz angestiegen. Die Leckage wurde mittlerweile entdeckt und behoben.

Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Basiswerte und die Kennzahlen der Bürostandorte:

Bürostandorte
Deutschland, Türkei und Großbritannien 2019 2018
--- --- ---
Basiswerte
Energieeinsatz (in kWh/a) 2.190.522 2.192.032
Stromeinsatz (in kWh/a) 823.651 843.557
Erdgaseinsatz (in kWh/a) 1.366.872 1.348.475
Wassereinsatz (in m 3) 2.910 18 2.847
Mitarbeiter (MA) 338 312
Beheizte Flächen (in m 2) 10.678 10.678
Kennzahlen
Energieeinsatz je Mitarbeiter 6.485 7.022
Stromeinsatz je Mitarbeiter (kWh/MA) 2.438 2.702
Erdgaseinsatz je beheizte Fläche (kWh/m 2) 128,01 126,28
Wassereinsatz je Mitarbeiter (m 3/MA) 8,61 9,12

Der Erdgasverbrauch pro Mitarbeiter ist an den Bürostandorten im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Dies kann als normale wetterabhängige Schwankung betrachtet werden, da Erdgas zum Heizen verwendet wird. Die Strom- und Wasserverbräuche pro Mitarbeiter sind hingegen leicht gesunken.

18 Für den Standort Ahrensburg wurde der Wasserverbrauch für das Geschäftsjahr 2018 zur Ermittlung des Verbrauches in 2019 ver wendet, da noch keine Daten aus 2019 vorlagen.

Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation

Die Legamaster International B.V. in den Niederlanden, ist die Vertriebsgesellschaft für das Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation. Als Managementsysteme sind ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und OHSAS 18001 19 (Arbeitsschutzmanagement) zertifiziert.

Bei der Entwicklung und Optimierung neuer Produkte, Verpackungen oder bestehender Konzepte spielen sowohl funktionelle als auch ökologische Faktoren eine zentrale Rolle. Der Fokus, beispielsweise bei unseren elektronischen Touch-Monitoren, liegt auf Energieeffizienz und Gewicht. Das Gewicht der neuen Modelle unserer ETX-Serie konnte bereits um 20 - 30 % verringert werden. Indem die Werkseinstellungen bereits auf Energiesparmodus und eine geringere Helligkeit des Displays gesetzt werden, erreicht man eine Reduzierung des Energieverbrauchs von rund 35 %. Alle elektronischen Produkte sind mittlerweile mit dem Energy-Star-Siegel für energiesparende Produkte ausgezeichnet.

Zielsetzungen:

Im Jahr 2020 sollen die Gas- und Stromverbräuche weiter reduziert werden. Zudem werden weitere Potenziale zur Reduktion der Ressourcenverbräuche überprüft.

Durchgeführte Maßnahmen und Ergebnisse:

Es wurde ein optimiertes Verpackungssystem eingeführt, wobei auf Verpackungsfolien komplett verzichtet wird. Der Einsatz von Wellpappe reduziert den Verbrauch von Kunststoffen, ist umwelt- und kundenfreundlich und lässt sich sowohl im Lager als auch in der Produktion problemlos handhaben. Ein gutes Beispiel sind die Whiteboards der „Accents-Serie“, die komplett auf Plastikpolsterungen und -verpackungen verzichten, ohne dass es zu Transportschäden kommt. Die Whiteboards „Economy plus“ wurden mit dem Cradle-to Cradle- Zertifikat in Bronze ausgezeichnet, welches die besonders gute Kreislaufwirtschaft bestätigt.

Kennzahlen:

Seit Juli 2019 sind die Energieverbräuche angestiegen. Dies resultiert aus dem Start der Produktion von sogenannten „Customized Whiteboards“, die in den Jahren zuvor ausgelagert war und nun wieder an den Standort Lochem zurückverlagert wurde.

Der Strom wird ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen bezogen.

In der nachfolgenden Tabelle werden die Basiswerte und die Kennzahlen des Produktionsstandortes Lochem für den Zeitraum Januar bis September 2019 sowie 2018 dargestellt, da die Werte für das jeweilige vierte Quartal noch nicht vorliegen.

Standort 2019 2018
Lochem
--- --- ---
Basiswerte
Energieeinsatz (in kWh/a) 558.921 654.531
Stromeinsatz (in kWh/a) 171.690 159.230
Erdgaseinsatz (in kWh/a) 387.231 495.301
Wassereinsatz (in m 3) 773 582
Mitarbeiter 103 98
Beheizte Fläche (in m 2) 9.461 9.461
Kennzahlen
Stromeinsatz je Mitarbeiter (kWh/MA) 1.670 1.628
Erdgaseinsatz je beheizte Fläche (kWh/m 2) 40,93 52,35
Wassereinsatz je Mitarbeiter (m 3/MA) 7,52 5,95

19 Die OHSAS wird im Jahr 2020 in eine DIN Norm, die ISO 45001, überführt.

Geschäftsfeld Technological Solutions

Das Geschäftsfeld Technological Solutions gliedert sich in die Bereiche Compact Printing sowie edding code und prisma ID. Die Niederlassungen der Gesellschaften edding Tech Solutions GmbH sowie Prismade Labs GmbH befinden sich in München beziehungsweise Chemnitz. Beide Gesellschaften wurden mit einer wesentlichen Nachhaltigkeitsorientierung aufgebaut, unter anderem wurden in mehreren Veranstaltungen in 2019 die Mitarbeiter zum Thema CR geschult.

Zielsetzungen:

Bei der Planung der nächsten Balanced Scorecard sollen Umweltaspekte der beiden Tochtergesellschaften integriert werden.

Kennzahlen:

Aufgrund der noch jungen Historie beider Gesellschaften lagen noch keine validen und vergleichbaren Energiekennzahlen für das Berichtsjahr 2019 vor.

Arbeitnehmerbelange

Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ist für uns zentraler Erfolgsfaktor. Diese zu erhalten und zu verbessern gehört zu den primären Zielen der edding Gruppe. Definiert sind diese Ziele in unserem zentralen Balanced Scorecard System. Dazu wird jährlich eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt, in der jeder Mitarbeiter die Gelegenheit hat, zu den gestellten Fragen auch individuelle Kommentare hinzuzufügen. Zudem dient die Mitarbeiterbefragung zur Vorbeugung möglicher Risiken und als Frühwarnsystem. Die Befragung ist auch ein Treiber für notwendige Veränderungsprozesse im Unternehmen. Weiterführende Informationen zur Mitarbeiterbefragung und generellen Arbeitnehmerbelangen finden sich im Abschnitt Mitarbeiter.

Zielsetzungen

In der Balanced Scorecard ist festgehalten, dass weltweit ein Zustimmungsniveau von 88 % in der Dimension „Mitarbeiter-Engagement“ sowie 78 % in der Dimension „Qualität des Leistungsumfelds“ bis 2020 erreicht werden soll.

Durchgeführte Maßnahmen und Ergebnisse:

Im Rahmen der sogenannten Golden Circle Analyse nach Simon Sinek, wurden in den Jahren 2018 und 2019 Werte und die Existenzberechtigung von edding (das edding WHY) in einem sehr partizipativen Prozess erarbeitet: „We care so that you dare to be who you are (Wir sorgen dafür, dass du sein kannst, wie du bist“).

In einem zweiten Schritt wurden die Werte von edding daraus abgeleitet: Authenticity, Empowerment und Truly Caring. Diese Werte prägen unsere Unternehmenskultur, wie wir miteinander und allen Stakeholdern des Unternehmens umgehen (edding HOW).

In einem dritten Schritt wurde damit begonnen sich mit dem „was wir tun“ auseinanderzusetzen (edding WHAT). Dazu wurden in einem Workshop auch mittelfristige und langfristige Nachhaltigkeitsziele erarbeitet, die im kommenden Jahr einer internen Machbarkeitsstudie unterzogen werden.

Für Gesundheit und Wohlbefinden veranstaltete edding unter anderem eine weltweite freiwillige Gesundheitsaktion, an der mehr als die Hälfte aller Kollegen weltweit teilnahmen. Im Rahmen einer „Global Challenge“ konnten auf einer virtuellen Weltreise Schritte gezählt werden, darüber hinaus gab es verschiedene Tools und Informationen zu den Themen Ernährung, Schlaf und mentale Balance. Die Mischung aus Informationen, Motivation und internen Wettkämpfen hat den Teilnehmern sehr gefallen und die meisten von ihnen sind deutlich aktiver geworden und hatten sehr viel Spaß an der Aktion, die mehrere Monate lief.

Kennzahlen

Informationen über die Mitarbeiterentwicklung, konzernweite Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung 2019 sowie weitere Personalkennzahlen finden sich im Abschnitt Mitarbeiter.

Geschäftsfeld Schreiben und Markieren

An unserem Produktionsstandort in Bautzen besteht ein Arbeitssicherheitsmanagement nach OHSAS 18001. Dadurch wird der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter kontinuierlich verbessert.

An allen weiteren deutschen Standorten werden Arbeitsschutzthemen mit Hilfe einer externen Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie internen Sicherheitsbeauftragten besprochen und Maßnahmen zur Verbesserung festgelegt.

In unseren Büroanlagen in der Türkei befinden sich spezielle Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor Erdbeben.

Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation

Die Sicherheit und der Schutz unserer Mitarbeiter am Standort Lochem wird mit Hilfe des Managementsystems für Arbeitsschutz sichergestellt.

Ein Arbeitssicherheitsausschuss wurde gegründet, um aktuelle Themen zu besprechen und Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter umzusetzen. Weiterhin wurde ein Trainings- und Weiterbildungsprogramm mit einer Vielzahl von Maßnahmen entwickelt. Hierzu gehören zum Beispiel jährliche Trainings zu Gesundheits und / oder Arbeitssicherheitsthemen, ein Leitfaden mit wichtigen Informationen für neue Mitarbeiter, Workshops zur Unternehmensstrategie und -kultur sowie ein E-Learning mit verschiedenen Inhalten (zum Beispiel zu abteilungsrelevanten Inhalten, Informationen für neue Mitarbeiter).

Geschäftsfeld Technological Solutions

Allen Mitarbeitern werden verschiedene Angebote zur Weiterbildung und Wissensaustausch angeboten. Im Rahmen des edding Campus können alle am Weiterbildungsprogramm des Konzerns teilnehmen. Außerdem gibt es Angebote zur Verbesserung der Sicherheit und des Schutzes der Mitarbeiter.

Sozialbelange

Unser Engagement-Verständnis beruht auf zwei Säulen: Wir gestalten unser regionales Umfeld mit und wir tragen unser Verständnis von verantwortungsvollem Wirtschaften in die Gesellschaft und nehmen Impulse von außen auf.

Unsere Kollegen engagieren sich regelmäßig, im Rahmen von Corporate Volunteering-Aktionen, in verschiedenen Umwelt- und sozialen Aktionen wie zum Beispiel Baumpflanzungen, Blutspendeaktionen, Unterstützung von Senioren und Menschen mit Behinderung.

Durch verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel regelmäßige internationale Nachhaltigkeits-Events und individuelle Workshops im Rahmen des edding Campus, wird das Bewusstsein für Nachhaltigkeit kontinuierlich auf- und ausgebaut. Unser Ziel ist es, Mitarbeiter als CR-Botschafter zu gewinnen, damit sie nachhaltige Denk- und Handlungsweisen nicht nur in ihrem Privat- und Arbeitsumfeld verankern, sondern auch als Multiplikatoren aktiv werden. Dadurch gehen sie mit gutem Beispiel voran und tragen den Nachhaltigkeitsgedanken weiter.

Zielsetzungen

Ziele der Balanced Scorecard sind es, an jedem Standort Corporate Volunteering Aktionen durchzuführen.

Außerdem sollen bis zu 180 CR-Botschafter an unseren Standorten ausgebildet werden. Die CR-Botschafter agieren als Multiplikatoren und erreichen Geschäftspartner und Lieferanten ebenso, wie Freunde und Bekannte im privaten Umfeld. Einmal im Jahr veranstalten wir ein großes internationales CR-Event, um zu informieren, aber auch um selber aktiv zu werden.

Durchgeführte Maßnahmen und Ergebnisse

Als außerschulischer Lernort haben wir am Standort Ahrensburg 2019 eine Projektwoche mit Master-Studierenden der Leuphana Universität, Lüneburg zu unternehmerischer Nachhaltigkeit durchgeführt. Die MBA-Studierenden (Master of Business Administration) im Fach Sustainability Management haben eine Woche am Ahrensburger Standort verbracht und an verschiedenen Projekten gearbeitet.

Mit Geld- und Sachspenden unterstützen wir regelmäßig in den jeweiligen regionalen Umfeldern unserer Standorte gemeinnützige Organisationen, Sportvereine und Kulturstätten. Seit dem Jahr 2017 stehen wir in einer Partnerschaft mit der gemeinnützigen Innatura GmbH, die Sachspenden bedarfsgerecht an gemeinnützige Organisationen weitergibt. Dabei spenden wir Produkte, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr in den Handel kommen können und sonst vernichtet werden würden. So können unsere Produkte noch sinnvoll genutzt und Müll vermieden werden.

An vielen Standorten wurden 2019 Corporate Volunteering Aktionen durchgeführt. Die Mitarbeiter in der Türkei führten einen Workshop gemeinsam mit Kindern mit Behinderung durch und in Großbritannien spendet ein Teil der Mitarbeiter während ihres Arbeitstages regelmäßig Blut.

Kennzahlen:

In 2019 konnten weitere CR-Botschafter gewonnen werden, sodass mittlerweile 122 Multiplikatoren für das Thema Nachhaltigkeit im Konzern vorhanden sind.

Achtung der Menschenrechte

Aktuell stellen wir die Einhaltung von Menschenrechten entlang der Lieferkette für die Geschäftsfelder Schreiben und Markieren sowie Visuelle Kommunikation primär durch unseren Code of Conduct sicher. Dies soll zukünftig mit weiteren Maßnahmen und Prozessen zur Bestimmung von Risiken in der Lieferkette ergänzt werden.

Geschäftsfeld Schreiben und Markieren

Im Jahr 2010 wurde der Code of Conduct für edding und Legamaster entwickelt. Der Code of Conduct liegt allen Tochtergesellschaften vor und muss von unseren wesentlichen Lieferanten, Servicepartnern und Dienstleistern vor der Aufnahme eines Geschäftsverhältnisses unterzeichnet werden. In unserem Code of Conduct berücksichtigen wir die Prinzipien des United Nations Global Compact und die International Labour Organization Richtlinien für Arbeits- und Sozialstandards (ILO-Kernarbeitsnormen). Im Detail wird unsere Selbstverpflichtung zu nachhaltigem, ethischem Handeln insbesondere in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umwelt und Korruptionsprävention beschrieben und als Erwartung zur Selbstverpflichtung zu diesen Grundsätzen an unsere Geschäftspartner formuliert. Unsere Lieferanten und Dienstleister sollen in diese Prozesse integriert und zu gemeinsamen Werten und nachhaltigen Geschäftspraktiken verpflichtet werden. Hierbei ist es unerheblich, ob ein Lieferant in Deutschland, Europa oder anderswo auf der Welt produziert.

Zielsetzungen

In 2020 sollen die erarbeiteten Prozesse zur Auswahl und Bewertung unserer Lieferanten und Dienstleister weiterentwickelt und ausgeweitet werden. Hierzu gehört unter anderem die Entwicklung einer Auditguideline.

Durchgeführte Maßnahmen und Ergebnisse

In der Berichtsperiode 2019 wurde der Code of Conduct aktualisiert und wird in Zukunft in aktualisierter Fassung an alle neuen Lieferanten ausgegeben.

Eine Weiterentwicklung nachhaltiger Beschaffungsaktivitäten ist die Entwicklung einer Corporate Responsi- bility-Strategie 2020+ für die Supply Chain, die Maßnahmen zur Verankerung von CR-Aspekten entlang der Lieferkette definiert. Dazu gehört die Verankerung von CR-Anforderungen in den Lieferantenauswahlprozess. Es wurde damit begonnen, ein Konzept zur Bewertung der Lieferanten und Dienstleister in Bezug auf CR-Risiken zu entwickeln. Damit soll entlang unserer Supply Chain sichergestellt werden, dass Risiken in Bezug auf Menschenrechte, Umweltauswirkungen und Antikorruption und Compliance minimiert werden.

Ergänzend werden im Bereich Logistik CR-Kriterien in Transportausschreibungen für Spediteure integriert. Dabei spielen Zertifizierungen der Spediteure (zum Bespiel ISO 14001) und der Stellenwert CO 2-neutraler Transporte eine entscheidende Rolle. Zudem wird das Engagement der Spediteure im Bereich soziale Nachhaltigkeit überprüft. Gerne würden wir die Anforderungen weiter ausbauen, allerdings ist dies nur bedingt möglich, da der Markt von den wenigen großen Speditionsfirmen dominiert wird und edding als Kunde dabei nur ein geringes Einflusspotenzial hat.

Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation

Die genannten Regelungen und Prozesse, der Code of Conduct und die Risikobewertung von Lieferanten, gelten für den edding Konzern und somit auch für das Geschäftsfeld Visuelle Kommunikation.

Zusätzlich lässt die Legamaster B.V. International ihre chinesischen Lieferanten über einen Dienstleister in Bezug auf Qualität zertifizieren.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Als norddeutsches Unternehmen, das sich guten hanseatischen Traditionen verpflichtet sieht, bekennt sich edding insbesondere auch zum Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns.

Aus diesem Grund setzt sich edding seit vielen Jahren für fairen Wettbewerb in der PBS-Branche ein, um Chancengleichheit und Transparenz zu wahren. In 2005 wurde der PBS-Ehrenkodex unterzeichnet. Der Ehrenkodex soll zur Förderung eines fairen Geschäftsverhaltens zwischen den Markenartikelherstellern untereinander, den Markenherstellern und den Händlern sowie den Händlern untereinander und mit ihren Kunden beitragen. Detaillierte Informationen zum Ehrenkodex befinden sich auf der Homepage www.pbs-ehrenkodex.de.

Weiterhin ist die Bekämpfung von Korruption fester Bestandteil unserer Compliance-Organisation. Eine ausführliche Darstellung unseres Compliance Management System (CMS) findet sich im Abschnitt Risikobericht.

Zielsetzungen

Die Weiterentwicklung des Compliance-Management Systems erfolgt über die Stabsstelle Governance, Risk Management und Compliance. Ziel ist es, ein modernes Compliance-Management Systems unter Berücksichtigung der edding Kultur, der bestehenden Unternehmensstrategie und des darauf ausgerichteten Balanced Scorecard Systems zu erstellen. Die Weiterentwicklung wird in 2020 vorangetrieben und berücksichtigt die individuellen Anforderungen der einzelnen Tochtergesellschaften. Die Stabsstelle berichtet an den Finanzvorstand, wobei alle Mitglieder des Vorstands die Weiterentwicklung unseres Compliance-Management Systems als gemeinsame Aufgabe verstehen und daran mitwirken.

Durchgeführte Maßnahmen und Ergebnisse:

Als Bestandteil unseres CMS bildet unser edding INK Code   20 die Basis für unser ethisches Handeln; flankiert von unserem Code of Conduct für Geschäftspartner sowie den edding Antikorruptions-Richtlinie für die Mitarbeiter des edding Konzerns. Hierin erwarten wir von unseren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Lieferanten einen korrekten und transparenten Umgang mit Dritten, so dass keine Abhängigkeiten, Verpflichtungen oder Beeinflussungen entstehen. Der Code of Conduct ist mittlerweile von allen wesentlichen Lieferanten unterzeichnet.

Um Kenntnisse von möglichen Compliance-Verstößen zu erlangen, steht den Führungskräften und Mitarbeitern zudem ein Hinweisgebersystem (“Whistleblowing-System”) zur Verfügung, welches auf geeignete Weise die Möglichkeit einräumt, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Zu diesem Zweck ist hinterlegt, dass Meldungen an einen unabhängigen Ombudsmann oder den Compliance Officer gehen. Ziel des Hinweisgebersystems ist, neben der frühzeitigen Aufdeckung, vor allem die Prävention interner Missstände und Risiken. Das Hinweisgebersystem wurde im Berichtszeitraum auch für externe Dritte geöffnet.

20 unternehmensinterne Regeln und ethische Grundsätze

Prüfvermerk zur nichtfinanziellen Konzernerklärung

Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit über die nichtfinanzielle Konzernberichterstattung

An die edding AG, Ahrensburg

Wir haben die nichtfinanzielle Konzernerklärung der edding AG, Ahrensburg, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 (im Folgenden „Bericht“) einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der edding AG sind verantwortlich für die Aufstellung des Berichts in Übereinstimmung mit den Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (im Folgenden: „CSR-RUG“).

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Nachhaltigkeitsangaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.

Erklärungen des Wirtschaftsprüfers in Bezug auf die Unabhängigkeit und Qualität

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Die Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), die in Einklang mit dem vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) herausgegebenen International Standard on Quality Control 1 stehen.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): „Assurance Engagements otherthan Audits or Reviews of Historical Financial Information“, herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit aussagen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die Angaben im Bericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den Anforderungen des CSR-RUG stehen.

Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir u.a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

Verschaffung eines Verständnisses über die Struktur der CSR-Organisation und über die Einbindung von Stakeholdern
Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung der Angaben, einschließlich der Konsolidierung der Daten
Befragung von Mitarbeitern, die in die Aufstellung der nichtfinanziellen Erklärung einbezogen wurden, über den Aufstellungsprozess sowie über das auf diesen Prozess und Bereich bezogene interne Kontrollsystem
Analytische Beurteilung ausgewählter Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung
Beurteilung der Darstellung der ausgewählten Angaben zur CSR-Leistung

Prüfungsurteil

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die Angaben im Bericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen des CSR-RUG aufgestellt worden sind.

Verwendungszweck des Vermerks

Wir erteilen diesen Vermerk auf Grundlage des mit der edding AG geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der edding AG durchgeführt und die Bescheinigung ist nur zur Information der edding AG über das Ergebnis der Prüfung bestimmt.

Begrenzung der Haftung

Der Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-) Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der edding AG gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung.

Hamburg, 19. März 2020

**Mazars GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft**

Dirk Driesch, Wirtschaftsprüfer

Kai M. Beckmann

Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB wurde auf der Internetseite der edding AG unter http://www.edding.com/de-de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/ veröffentlicht.

Nachtragsbericht

Bezüglich der Ereignisse oder Vorgänge mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der edding AG und des edding Konzerns, die nach dem Schluss des Berichtszeitraums eingetreten sind, verweisen wir auf Textziffer 47 des Konzernanhangs sowie auf Textziffer 36 des Anhangs der edding AG für das Geschäftsjahr 2019.

Prognosebericht

In einer auf dem Weltwirtschaftsforum im Januar 2020 veröffentlichten Prognose rechnete der Internationale Währungsfonds (IWF) noch mit einer leicht positiven Entwicklung der weltweiten Konjunktur bei einem globalen Wachstum von 3,3 %. 21

Dabei vermerkte der IWF positiv, dass die zwischenzeitlich angespannte Stimmung im Markt sich etwas aufhellte. Vor allem die zuletzt günstigen Nachrichten über die Verhandlungen zwischen den USA und China sowie die verminderte Angst vor einem No-Deal-Brexit führten dazu.

Vor dem Hintergrund des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus plante der IWF allerdings bereits Ende Februar diverse Szenarien, von denen das positivste eine Reduktion des vorhergesagten globalen Wachstums um 0,1 % bedeuten würde.   22) Aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie und den sich im Verlauf des März 2020 immer deutlicher abzeichnenden Auswirkungen auf die Wirtschaft gehen wir derzeit von einer stärkeren Abschwächung des globalen Wachstums als in diesem Szenario des IWF aus. Schließlich spricht auch der IWF davon, dass auch „schrecklichere“ Entwicklungen bei einer längeren und globaleren Verbreitung von COVID-19 in Betracht gezogen werden.

Zudem bestehen weitere Abwärtsrisiken, darunter zunehmende geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die die sozialen Unruhen im Iran verstärken, die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Handelspartnern weiter verschlechtern und die wirtschaftlichen Spannungen zwischen anderen Ländern vertiefen könnten. Ein Eintreten dieser Risiken könnte neben Corona zu einer raschen Verschlechterung der Stimmung führen und dazu führen, dass das globale Wachstum unter die prognostizierte Basislinie fällt.

Vor dem Ausbruch von Corona erschien ein Anstieg des Wachstums in der Eurozone von 1,2 % im Jahr 2019 auf 1,3 % im Jahr 2020 realistisch. Die prognostizierte Verbesserung der Auslandsnachfrage stützte die erwartete Belebung des Wachstums. Deutschland sollte dabei weite Teile der Lücke zum Rest der Eurozone mit einem erwarteten Anstieg des Wachstums von 0,5 % in 2019 auf 1,1 % in 2020 schließen. Mittlerweile erscheint gerade für das exportorientierte Deutschland eine deutliche Abkühlung wahrscheinlich, erste Ökonomen gehen sogar von einer Rezession aus. 23)

Mittelfristig sieht der IWF in allen Industrienationen Maßnahmen zur Bewältigung struktureller Zwänge und zur Erhöhung der Erwerbstätigkeit nach wie vor als unerlässlich an, um der Alterung der Bevölkerung entgegenzuwirken sowie die mittelfristigen Aussichten und die Widerstandsfähigkeit zu stärken.

In unserer zweitwichtigsten Region Lateinamerika wird - vor Corona-Effekt - nach einem Wachstum nahe Null in 2019 immerhin ein leichter Anstieg auf 1,6 % erwartet, getragen vor allem von einer positiven Entwicklung in Brasilien (2,2 %). In dem für uns in dieser Region wichtigsten Land Argentinien werden nach dem Sieg der Peronisten bei der Wahl im Oktober 2019 allerdings weiterhin Inflationsraten über 50 % und eine kontrahierende Wirtschaft (-1,3 %) für 2020 prognostiziert. 24

Im Markt für Papier-, Büro- und Schreibgeräte erwarten wir nach den Jahren der Seitwärtsbewegung in konjunkturell positivem Umfeld keine weiteren Impulse. Das im Stimmungsbarometer des ifo-Instituts erhobene Geschäftsklima sowie die Geschäftslage der Bereiche Bücher, Schreib- und Papierwaren erreichten im Dezember 2019 jeweils ein neues Jahrestief.   25 Hier erwarten wir weitere negative Auswirkungen durch die Folgen des neuartigen Coronavirus auf Lieferketten und Nachfrage.

Positive Wirkung für den Markt der interaktiven visuellen Kommunikation wird der Digitalpakt entfalten. Mit der Änderung des Artikels 104c des Grundgesetzes kann der Bund den Ländern Finanzhilfen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren, die wie die Digitalisierung des Bildungswesens gesamtstaatlich besonders bedeutsam sind. 5 Mrd. EUR des Bundes und weitere mindestens 500 Mio. EUR der Länder werden in die digitale Infrastruktur der Schulen investiert werden. Zusätzlich sorgen die Länder für die Fortbildung der Lehrkräfte, die Anpassung der Bildungspläne und die Weiterentwicklung des Unterrichts. Zeitgemäßer Unterricht kann dann überall auch auf schnelles W-LAN und interaktive Whiteboards zurückgreifen.   26

21 World Economic Outlook, IMF, January 2020

22 IMF PRESS RELEASE NO. 20/6 v. 22.02.2020

23 Für einen Vergleich diverser aktueller Prognosen, siehe: https://www.welt.de/wirtschaft/article206282971/Coronavirus-Goldman-Sachs-prognostiziert-Rezession-fuer-Deutschland.html vom 03.03.2020

24 https://www.imf.org/en/Countries/ARG, 20.01.2019

25 ifo Koniunkturperspektiven 12/2019

26 https://www.bmbf.de/de/bund-und-laender-ueber-digitalpakt-schule-einig-8141.html, 20.01.2019

Traditionell reagieren wir auf aktuelle konjunkturelle Entwicklungen nur risikoorientiert, denn unsere Strategien folgen nicht kurzfristigen Wirtschaftszyklen, sondern sind langfristig ausgelegt. Derzeit steht im Kern unserer Aktivitäten die Ausgestaltung und Umsetzung der Strategie 2020 - weitgehend unabhängig von kurzfristigen Schwankungen der ökonomischen Aktivität. Darüber hinaus starten wir im Jahr 2020 auf der Corporate-Ebene die Entwicklung der Anschlussstrategie. Die einzelnen Segmentstrategien werden dagegen erst im Jahr 2021 entwickelt, um den Umsetzungsfokus auf die Strategie 2020 zu erhalten.

Im Geschäftsfeld Schreiben und Markieren fokussieren wir uns auf zwei wesentliche Aufgaben: Einerseits auf den Ausbau unserer Marktanteile im hart umkämpften B2B Bereich, andererseits auf die Etablierung unserer Marke im privatkonsumtiven B2C Geschäft. In beiden Bereichen sind unsere Markenstärke und die mit enger Fokussierung auf den Endkonsumenten entwickelten Portfolios die Basis unserer Arbeit. Aufgrund unserer unterschiedlichen Marktposition sowie der Diversität der Vertriebskanäle beider Bereiche haben wir uns dazu entschlossen, diese mit hierfür speziell zusammengestellten Teams zu bearbeiten.

Basis für die Steuerung und Fokussierung der Organisation auf die Strategieumsetzung sind dabei die Ziele der Balanced Scorecard 2020, die für alle Kernfunktionen an die Unternehmensstrategie geknüpfte Ziele definiert.

Die Kernprojekte in 2020 dienen ebenfalls der Umsetzung unserer Strategie 2020. Im Fokus stehen dabei vertriebs- und marketinggetriebene Projekte wie die Einführung unserer Acrylic-Range (eines Sortiments im Bereich „Creative Life“), die Eröffnung unseres ersten Tattoo-Shops sowie der Ausbau der Aktivitäten der edding Tech Solutions GmbH im Bereich Compact Printing und edding code.

Auch im Bereich der visuellen Kommunikation haben wir den Fokus auf noch mehr Endkundenzentrierung gelegt, um unsere verschiedenen Zielgruppen mit relevanten, wertschöpfenden Lösungen noch besser zu bedienen. Als Ergebnis diverser Analysen bedeutet dies ein noch breiteres Sortiment an Lösungen im Kontext neuer Arbeitsmethoden wie Agile, Lean, Design Thinking etc. Im Bereich der elektronischen Lösungen werden die Bildschirme (e-Screens) der nächsten Generation (Modell ETX20) sowie die damit verbundenen Installationslösungen in Bedienung und Mobilität (Gewicht, Beweglichkeit) noch nutzerfreundlicher. Darüber hinaus wird eine neue intuitive Softwarelösung eingeführt, um das digitale Angebot zu vervollständigen.

Die wichtigen Steuerungsgrößen werden sich in 2020 nach unserer Einschätzung wie folgt entwickeln:

Finanzielle Steuergrößen 2018 2019 Prognose 2020
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
--- --- --- ---
edding Konzern
Umsatzerlöse 140,9 141,8 140,0 - 155,0
Umsatzerlöse vor IFRS 15 150,7 150,6 150,0 - 165,0
EBIT 13,1 9,7 9,0 - 13,0
edding AG (Einzelabschluß)
Jahresüberschuss 6,6 4,1 4,0 - 6,0

Nach einer Seitwärtsbewegung in 2019 hatten wir für 2020 ursprünglich wieder mit einem nennenswerten Anstieg in den Umsatzerlösen auf 145,0 bis 160,0 Mio. EUR gerechnet und dies in unserer Ad-hoc-Mitteilung vom 19. Dezember 2019 kommuniziert. Im Hinblick auf die oben dargestellte erwartete Abschwächung der Wachstumsprognosen aufgrund des neuartigen Coronavirus haben wir diese Erwartung Anfang 2020 auf 140,0 bis 155,0 Mio. EUR reduziert.

Dies hat auch Konsequenzen für das Konzern-EBIT, das wir nunmehr im Bereich zwischen 9,0 und 13,0 Mio. EUR erwarten. Dabei sind wir davon ausgegangen, dass wir bei einem schwächeren Wachstum auf der Umsatzseite auch Gegenmaßnahmen durch Kosteneinsparungen treffen können. Der EBIT- Korridor für 2020 ist etwas weiter gefasst als üblich, da wir den Verkauf unserer Betriebsimmobilie in Wunstorf beabsichtigen. Da die Immobilie nur noch einen niedrigen Buchwert ausweist, wird hierfür ein Gewinn aus dem Verkauf im niedrigen siebenstelligen Bereich erwartet. In dem weiteren Korridor ist somit berücksichtigt, dass sich der Verkauf unter Umständen erst in 2021 realisieren lässt.

Für das neue Segment Technological Solutions und den sonstigen Bereich Tätowieren erwarten wir vorerst weiterhin negative Ergebnisbeiträge, da sich diese noch in der Investitionsphase befinden.

Segmentergebnisse 2018 2019 Prognose 2020
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
--- --- --- ---
Schreiben und Markieren 27
Umsatzerlöse 105,0 107,1 107,0 - 113,0
EBIT 20,0 19,5 19,0 - 21,5
Visuelle Kommunikation
Umsatzerlöse 35,7 34,5 34,5 - 38,5
EBIT 2,5 1,5 0,5 - 2,0
Technological Solutions
Umsatzerlöse 0,2 0,3 1,0 - 3,0
EBIT -0,8 -2,3 -2,5 - -1,0
Sonstige
Umsatzerlöse - - 0,0 - 0,5
EBIT -0,1 -0,4 -1,5 - -0,5
Nichtfinanzielle Steuerungsgrößen 2018 2019 Prognose 2020
Punktwert der Balanced Scorecard n.a. n.a. 700 - 800
Zustimmungswerte aus der Mitarbeiterbefragung
Mitarbeiter-Engagement (in %) 87 87 85 - 90
Qualität des Leistungsumfelds (in %) 82 82 75 - 85

Die anhaltend guten Werte aus der Mitarbeiterbefragung insbesondere beim Mitarbeiter-Engagement haben uns in einem so herausfordernden Jahr wie 2019 mit schwierigen Rahmenbedingungen und der Aussicht auf weitgehend ausfallende Gewinnbeteiligungen positiv überrascht.

Dagegen musste die Prognose für die voraussichtliche Zielerreichung der Balanced Scorecard der Gruppe leider reduziert werden. Insgesamt beurteilt der Vorstand die strategische Entwicklung des Unternehmens mit der aktuellen Prognose im Bereich von 700 bis 800 Punkten als nicht mehr zufriedenstellend, auch wenn - trotz der deutlichen Zielwertunterschreitung - viele qualitative strategische Maßnahmen umgesetzt werden konnten. Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt Steuerungssystem.

Auf Basis des hier dargestellten wirtschaftlichen Ausblicks und der besonderen Chancen und Risiken für die edding Gruppe sind wir vorsichtig optimistisch, dass wir in Abhängigkeit von den Rahmenbedingungen unsere hier vorgelegten ambitionierten Prognosen für 2020 erreichen können.

Ahrensburg, 19. März 2020

Der Vorstand

Per Ledermann

Thorsten Streppelhoff

Sönke Gooß

27 Dem Segment Schreiben und Markieren werden auch Partnermarken, die Erlöse aus dem Lizenzgeschäft mit Druckerpatronen und die Erlöse aus dem Nagellackgeschäft zugeordnet.

Alternative Leistungskennzahlen

Dieses Dokument und andere Dokumente, die die edding AG oder der edding Konzern veröffentlicht hat oder gegebenenfalls veröffentlichen wird, beinhalten finanzielle Leistungskennzahlen zur Erläuterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die nicht nach nationalen beziehungsweise internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert sind und im Folgenden definiert werden. Weicht die Definition einer Leistungskennzahl der edding AG von der für den edding Konzern gültigen Definition ab, wird die Kennzahl für den edding Konzern und für die edding AG separat erläutert. Sofern nicht anders vermerkt, ergibt sich die Überleitung der alternativen Leistungskennzahl aus der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des vorliegenden zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts.

Beteiligungsergebnis

edding Konzern: Ergebnis aus sonstigen Beteiligungen zuzüglich Finanzergebnis.

edding AG: Erträge / Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen zuzüglich Erträge aus Beteiligungen zuzüglich / abzüglich Zuschreibungen/Abschreibungen auf Finanzanlagen abzüglich Aufwand aus Beteiligungsabgängen zuzüglich / abzüglich Zuschreibungen/Abschreibungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen / Beteiligungen.

EBIT-Marge

EBIT im Verhältnis zu den Umsatzerlösen in Prozent.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital in Prozent.

(Konzern-) Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)

edding Konzern: Abkürzung für „Earnings Before Tax“. EBIT zuzüglich Beteiligungs- und Finanzergebnis, Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen sowie Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 und vor Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie latenter Steueraufwendungen / Steuererträge.

edding AG: Abkürzung für „Earnings Before Tax“. EBIT zuzüglich Finanzergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie vor latenter Steueraufwendungen/Steuererträge.

(Konzern-) Ergebnis vor Zinsen, Hochinflationsanpassungen und Ertragsteuern (EBIT)

edding Konzern: Abkürzung für „Earnings Before Interest and Tax“. Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand, Personalaufwand und Abschreibungen (inklusive auf Nutzungsrechte in Sinne des IFRS 16), zuzüglich sonstiger betrieblicher Erträge und abzüglich sonstiger betrieblicher Aufwendungen. Das EBIT ist die wichtigste Kennziffer zur Ergebnissteuerung im edding Konzern. Es erfolgt keine Bereinigung um etwaige außergewöhnliche Aufwendungen oder Erträge. Das EBIT wird in untergeordnetem Umfang durch die Regelungen des IAS 29 zu Kaufkraftanpassungen bei den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung der argentinischen Tochtergesellschaft, die in Summe jedoch keinen Effekt auf das Periodenergebnis haben, sowie die Umrechnung der Erlöse und Aufwendungen mit dem Stichtagskurs anstatt des ansonsten üblichen Jahresdurchschnittskurses beeinflusst.

edding AG: Abkürzung für „Earnings Before Interest and Tax“. Beteiligungsergebnis zuzüglich Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge, abzüglich Personalaufwendungen, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen / sonstige Steuern.

Finanzergebnis

Zinsen und ähnliche Erträge abzüglich Zinsen und ähnliche Aufwendungen (inklusive auf Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16) zuzüglich / abzüglich Zuschreibungen / Abschreibungen auf Wertpapiere.

Gesamtleistung

edding Konzern: Umsatzerlöse zuzüglich / abzüglich Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen.

edding AG: Umsatzerlöse zuzüglich sonstige betriebliche Erträge.

Liquidität zweiten Grades (Quick Ratio)

Flüssige Mittel zuzüglich kurzfristiger Vermögenswerte (ohne Vorräte, ohne Rechnungsabgrenzungsposten und ohne zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte) im Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital.

Rohergebnis

Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand.

Rohergebnisquote

Rohergebnis im Verhältnis zur Gesamtleistung in Prozent.

Um zahlungsunwirksame Effekte bereinigtes Konzernergebnis

Konzernergebnis zuzüglich zahlungsunwirksamer Aufwendungen und abzüglich zahlungsunwirksamer Erträge. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge resultieren im edding Konzern regelmäßig aus Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens sowie Nutzungsrechte, unrealisierten Fremdwährungsverlusten / -gewinnen, latenten Steueransprüchen, Veränderungen der Pensionsrückstellungen, Auflösung sonstiger Rückstellungen oder abgegrenzter Schulden sowie Wertberichtigungen auf Vorräte und auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie flüssige Mittel und Hochinflationsanpassungen. Die Überleitung des um zahlungsunwirksame Effekte bereinigten Konzernergebnisses ergibt sich aus der Konzernkapitalflussrechnung des vorliegenden Konzernabschlusses.

Konzernabschluss der edding AG zum 31. Dezember 2019

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- --- ---
Geschäfts- oder Firmenwerte 7 3.126 3.248
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 7 1.378 1.508
Sachanlagen 8 14.208 12.269
Nutzungsrechte 9 4.405 n.a.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 1.160 659
Sonstige Finanzanlagen 11 3.482 3.482
Latente Steuerforderungen 34 692 605
Ertragsteuerforderungen 34 127 251
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 13 6.434 5.267
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 35.012 27.289
Vorräte 12 29.843 28.757
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13 23.659 22.542
Ertragsteuerforderungen 34 622 209
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 13 3.042 2.064
Flüssige M ittel 14 24.155 29.905
Rechnungsabgrenzungsposten 15 1.254 1.236
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte 16 929 n.a.
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 83.504 84.713
BILANZSUMME 118.516 112.002

PASSIVA

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- --- ---
Grundkapital 17 5.366 5.366
Kapitalrücklage 17 4.246 4.246
Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn 17 63.386 60.083 1
Übrige Eigenkapitalveränderungen 17 -7.526 -5.624 1
Eigenkapital der Aktionäre der edding AG 65.472 64.071
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 17 -543 -201
EIGENKAPITAL 64.929 63.870
Rückstellungen für Pensionen 18 14.028 12.519
Latente Steuerschulden 34 119 344
Andere langfristige Rückstellungen 19 1.337 1.237
Langfristige Finanzschulden 20 500 1.000
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 21 2.672 n.a.
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 22 822 1.898
LANGFRISTIGES FREMDKAPITAL 19.478 16.998
Kurzfristige Rückstellungen 19 316 124
Kurzfristige Finanzschulden 20 7.357 6.694
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 21 2.145 n.a.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 5.218 5.669
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 22 17.547 17.563
Ertragsteuerschulden 34 1.526 1.084
KURZFRISTIGES FREMDKAPITAL 34.109 31.134
BILANZSUMME 118.516 112.002

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

Konzerngewinn- und -verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Anhang 2019 2018
TEUR TEUR
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 25 141.793 140.885 1
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 26 374 245
GESAMTLEISTUNG 142.167 140.130 1
Materialaufwand 27 -56.417 -55.365
Personalaufwand 28 -40.805 -37.670
Abschreibungen 29 -4.855 -2.626
Sonstige betriebliche Erträge 30 7.543 7.184 1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 31 -37.919 -39.520
Wertminderungsaufwendungen aus finanziellen Vermögenswerten -161 -404
Sonstiges -37.758 -39.116
Gesamte betriebliche Aufwendungen -132.453 -127.997 1
KONZERNERGEBNIS VOR ZINSEN, HOCHINFLATIONSANPASSUNGEN UND ERTRAGSTEUERN (EBIT) 9.714 13.133
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen -11
Ergebnis aus sonstigen Beteiligungen 11 5 50
Finanzergebnis 32 309 -824
Finanz- und Beteiligungsergebnis 314 -785
Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 5, 6, 33 567 903 1
KONZERNERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN (EBT) 10.595 13.251 1
Ertragsteuern 34 -4.620 -4.487
KONZERNERGEBNIS 5.975 8.764 1
Davon:
Anteil der Aktionäre der edding AG 6.497 9.043 1
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter -522 -279
Unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Stammaktie (600.000 Stück) 35 6,00 € 8,35 € 1
Unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie (473.219 Stück) 35 6,12 € 8,52 € 1

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Anhang 2019 2018
TEUR TEUR
--- --- --- ---
Konzernergebnis 5.975 8.764 1
Posten, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste 18, 19 -2.112 -692
Latente Steuern 628 216
-1.484 -476
Posten, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Währungsumrechnungsdifferenz / Hochinflation
Anteil der Aktionäre der edding AG
Währungsumrechnungsdifferenz -1.072 -2.192
Hochinflation 537 402 1
-535 -1.790 1
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 17 -3 8
-538 -1.782 1
Sicherungsgeschäfte
Im Eigenkapital erfasste Fair Value Änderungen 36 436 289
In die Konzerngewinn- und -verlustrechnung übernommen 36 -217 475
Latente Steuern -66 -227
153 537
Sonstiges Ergebnis -1.869 -1.721 1
GESAMTERGEBNIS 4.106 7.043
Davon:
Anteil der Aktionäre der edding AG 4.631 7.314
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter -525 -271

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

indirekte Ermittlung 1

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Konzernergebnis 5.975 8.764 2
+ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 4.855 2.626
- Abnahme der Pensionsrückstellungen -535 -1.109
- Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 -567 -903 2
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Erträge / Aufwendungen -1.589 848
Um zahlungsunwirksame Effekte bereinigtes Konzernergebnis 8.139 10.226
- Gewinn aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen -93 -9
- Zunahme / +Abnahme der Vorräte -1.019 137
- Zunahme / +Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.002 16
- Zunahme der sonstigen Aktiva -1.764 -2.514
- Abnahme / +Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -452 834
+ Zunahme / -Abnahme der sonstigen Passiva 101 -198
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 3.910 8.492
+ Einzahlungen aus Abgängen immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen 219 96
- Auszahlungen für Investitionen
Sachanlagen -5.072 -1.682
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -513
Immaterielle Vermögenswerte -188 -166
Anteile an verbundenen Unternehmen, abzüglich erworbener Zahlungsmittel - -446
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -5.554 -2.198
- Dividendenzahlung an Aktionäre der edding AG -2.599 -2.277
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 1.507 1.515
- Auszahlungen für die Tilgung von Krediten -884 -500
- Auszahlungen aus kurzfristigen Finanzschulden -79 -79
- Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -2.021 n.a.
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -4.076 -1.341
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -5.720 4.953
+/- Einfluss von Wechselkursänderungen auf die flüssigen Mittel -30 -170
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 29.905 25.122
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 24.155 29.905

1 Erläuterungen siehe Textziffer 40 des Konzernanhangs

2 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Das Eigenkapital des edding Konzerns hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Grundkapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Stand 01.01.2018 5.366 4.246 53.225 -2.667
Konzernergebnis 1 - - 9.043 -
Sonstiges Ergebnis 1 - - - -476
Gesamtergebnis - - 9.043 -476
Dividendenzahlungen - - -2.277 -
Änderungen des Konsolidierungskreises - - 92 2 -
Stand 31.12.2018 1 5.366 4.246 60.083 -3.143
Erstanwendung IFRS 16 4 - - -408 -
Stand 01.01.2019 5.366 4.246 59.675 -3.143
Konzemergebnis - - 6.497 -
Sonstiges Ergebnis - - - -1.484
Gesamtergebnis - - 6.497 -1.484
Dividendenzahlungen - - -2.599 -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen 5 - - -187 -
Stand 31.12.2019 5.366 4.246 63.386 -4.627
Währungsumrechungsdifferenz und Hochinflation Sicherungsgeschäfte Anteil der Aktionäre der edding AG Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
Stand 01.01.2018 -758 -470 58.942 -132 58.810
Konzernergebnis 1 - - 9.043 -279 8.764
Sonstiges Ergebnis 1 -1.790 537 -1.729 8 -1.721
Gesamtergebnis -1.790 537 7.314 -271 7.043
Dividendenzahlungen - - -2.277 - -2.277
Änderungen des Konsolidierungskreises - - 92 202 3 294
Stand 31.12.2018 1 -2.548 67 64.071 -201 63.870
Erstanwendung IFRS 16 4 - - -408 - -408
Stand 01.01.2019 -2.548 67 63.663 -201 63.462
Konzemergebnis - - 6.497 -522 5.975
Sonstiges Ergebnis -535 153 -1.866 -3 -1.869
Gesamtergebnis -535 153 4.631 -525 4.106
Dividendenzahlungen - - -2.599 - -2.599
Sonstige Eigenkapitalveränderungen 5 -36 - -223 183 -40
Stand 31.12.2019 -3.119 220 65.472 -543 64.929

Weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 17 des Konzernanhangs.

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

2 Liquidation der mexikanischen Tochtergesellschaft edding Mexico S. de R.L. de C.V.

3 Erstmalige Einbeziehung der Prismade Labs GmbH im Rahmen der Vollkonsolidierung in den edding Konzernabschluss.

4 Erstmalige Anwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019; für ausführliche Erläuterungen wird auf die Textziffer 5 und 6 des Konzernanhangs verwiesen.

5 Die sonstigen Eigenkapitalveränderungen sind im Wesentlichen auf die Erhöhung des Anteils an der edding Colombia S.A.S. von 60,0 % auf 80,9 % sowie auf die Erhöhung des Anteils an der Prismade Labs GmbH von 50,0 % auf 60,0 % zurückzuführen.

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2019

1 Grundlagen der Rechnungslegung

Die edding AG hat ihren Sitz in Ahrensburg, Deutschland, und ist beim Amtsgericht Lübeck unter der Nummer B 2675 AH im Handelsregister eingetragen. Die Adresse des eingetragenen Sitzes des Unternehmens lautet Bookkoppel 7, 22926 Ahrensburg. Das Geschäftsjahr der edding AG und ihrer im Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht dem Kalenderjahr.

Unternehmensgegenstand des edding Konzerns ist die Entwicklung, die Herstellung und der weltweite Vertrieb von Produkten zum Schreiben und Markieren sowie zur visuellen Kommunikation. Im Vorjahr sind zudem Aktivitäten im Bereich industrielle Markierungstechnologien sowie Tätowieren dazugekommen.

Als börsennotiertes Unternehmen hat die edding AG ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend gemäß § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Es werden die am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden Standards des International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie die für das Geschäftsjahr gültigen Interpretationen des Standing Inter- pretations Committee (SIC) und International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) berücksichtigt.

Die Anforderungen der angewandten Standards wurden vollständig erfüllt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des edding Konzerns.

Der Konzernabschluss umfasst Konzernbilanz, Konzerngewinn- und -verlustrechnung, Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernkapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns sowie Konzernanhang. Die Konzerngewinn- und -verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. In der Konzernbilanz sowie in der Konzerngewinn- und verlustrechnung werden einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit zusammengefasst; sie werden im Konzernanhang erläutert.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Dabei können Rundungsdifferenzen auftreten.

Der Konzernabschluss wurde am 19. März 2020, vorbehaltlich der Billigung durch den Aufsichtsrat, durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Offenlegung der Jahresabschlüsse der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet:

Legamaster GmbH, Bargteheide

V.D. Ledermann & Co. GmbH, Ahrensburg

edding International GmbH, Ahrensburg

edding Vertrieb GmbH, Ahrensburg

edding Expressive Skin GmbH, Ahrensburg

edding Tech Solutions GmbH, Ahrensburg

2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 sind neben der edding AG grundsätzlich alle in- und ausländischen Unternehmen, die in Textziffer 46 des Konzernanhangs dargestellt sind, einbezogen.

Zum Stichtag 31. Dezember 2019 gab es die im Folgenden beschriebenen Änderungen des Konsolidierungskreises mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns:

Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Legamaster LatAm S.A. neu gegründet. Unternehmensgegenstand ist der Vertrieb von Produkten zur visuellen Kommunikation in Argentinien und im südlichen Lateinamerika. Die Gesellschaft ist 70 %ige Tochtergesellschaft der Legamaster International B.V. und wird im Rahmen der Vollkonsolidierung in den edding Konzern einbezogen. Die funktionale Währung der Tochtergesellschaft ist der Argentinische Peso. Folglich wird der IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“ erstmalig im Berichtsjahr 2019 zum Zeitpunkt der Neugründung der Gesellschaft auf den Einzelabschluss der Legamaster LatAm S.A. angewendet, bevor dieser zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet und in den Konzernabschluss einbezogen wird.

3 Konsolidierungsgrundsätze

Tochtergesellschaften sind Gesellschaften, die direkt oder indirekt von der edding AG in Sinne des IFRS 10 beherrscht werden. Der edding Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist beziehungsweise Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Abschlüsse der edding AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Forderungen, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den einbezogenen Unternehmen (Zwischengewinne) werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach IFRS 3 bilanziert. Hiernach werden bei der Kapitalkonsolidierung der erstmals einbezogenen Tochtergesellschaften die Anschaffungswerte der Beteiligungen mit den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verrechnet. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Ein nach Überprüfung der angesetzten Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden sowie der erbrachten Gegenleistung verbleibender negativer Unterschiedsbetrag wird ertragswirksam in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung erfasst. Die auf konzernfremde Dritte entfallenden Anteile am Eigenkapital und am Ergebnis werden unter den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter ausgewiesen.

Unternehmen, bei denen die edding AG einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann und bei denen es sich nicht um Tochterunternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen handelt, werden als assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Grundsätzlich wird ein maßgeblicher Einfluss vermutet, wenn der edding Konzern das Beteiligungsunternehmen nicht beherrscht, jedoch mindestens 20 % der Stimmrechte ausübt, es sei denn diese Annahme kann eindeutig wiederlegt werden. Die in den Wertansätzen der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen enthaltenen Unterschiedsbeträge werden nach den gleichen Grundsätzen wie bei Unternehmenszusammenschlüssen ermittelt. Bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen werden wesentliche Bewertungsabweichungen gegenüber den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des edding Konzerns angepasst und bei der Fortschreibung des Eigenkapitalanteils berücksichtigt.

Die übrigen Unternehmen, an denen die edding AG direkt oder indirekt weniger als 20 % der Anteile hält, werden als sonstige Beteiligung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

4 Währungsumrechnung

In ausländischer Währung aufgestellte Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung ausländischer Gesellschaften wird durch das primäre Wirtschaftsumfeld bestimmt, in welchem die Gesellschaften hauptsächlich Zahlungsmittel erwirtschaften und verwenden. Innerhalb des edding Konzerns entspricht die funktionale Währung der lokalen Währung der Tochtergesellschaften. Entsprechend werden im Konzernabschluss die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.

Im Vorjahr wurde Argentinien erstmalig als Hochinflationsland im Sinne des IAS 29 eingestuft. Demnach sind neben den Vermögenswerten und Schulden auch die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung der argentinischen Tochtergesellschaften mit dem Stichtagskurs umzurechnen.

Die Währungsumrechnungsdifferenzen, die aus der Umrechnung von in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften in die Konzernberichtswährung Euro entstehen, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Veränderung dieser Differenzen wird in der Konzerngesamtergebnisrechnung dargestellt.

Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf den Konzernabschluss haben sich wie folgt entwickelt:

Währungsraum Stichtagskurs 31.12.2019 Stichtagskurs 31.12.2018 Durchschnittskurs 2019 Durchschnittskurs 2018
Großbritannien GBP 0,85 0,90 0,88 0,89
Japan JPY 122,19 126,40 122,07 130,06
Türkei TRY 6,66 6,04 6,36 5,70
Argentinien ARS 67,14 43,11 n.a. n.a.
Kolumbien COP 3.671,74 3.713,54 3.678,30 3.497,02
Diverse USD 1,12 1,15 1,12 1,18

5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Schätzungen und Annahmen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses sind in begrenztem Umfang Annahmen und Schätzungen notwendig, die sich auf Ansatz, Bewertung und Ausweis der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen auswirken. Dabei werden sämtliche aktuell verfügbaren Erkenntnisse berücksichtigt. Wesentliche Annahmen und Schätzungen betreffen die Beurteilung der Werthaltigkeit immaterieller Vermögenswerte, die Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Hochinflationsanpassungen, die Ermittlung latenter Steueransprüche, die Realisierbarkeit von Forderungen, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen sowie die nach IFRS 7 durchgeführten Sensitivitätsanalysen. Ermessensentscheidungen werden ebenfalls im Rahmen von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen sowie der Bestimmung der Laufzeiten seitens des Leasingnehmers im Rahmen von Leasingverhältnissen im Sinne des IFRS 16 ausgeübt. Im Vorjahr wurden darüber hinaus auch Annahmen und Schätzungen in Bezug auf die Ermittlung des Anteils an erlösschmälernden Werbekostenzuschüsse und die Unternehmensbewertung sowie die Bewertung der Patente im Rahmen des sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses der Prismade Labs GmbH zugrundegelegt. Die tatsächlich eintretenden Werte können von den Schätzungen abweichen. Neue Erkenntnisse werden zum Zeitpunkt ihres Vorliegens in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung beziehungsweise im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.

Immaterielle Vermögenswerte

Unter den immateriellen Vermögenswerten werden Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Patente, Software, Lizenzen und ähnliche Rechte ausgewiesen.

Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt grundsätzlich über eine Nutzungsdauer zwischen drei und fünf Jahren. Die Schutzrechte sowie das Know-how für Produktionsverfahren des Segments Schreiben und Markieren beziehungsweise die immateriellen Vermögenswerte in Form von Patenten des Segments Technological Solutions werden über eine Nutzungsdauer von 14 Jahren beziehungsweise 10 Jahren planmäßig abgeschrieben. Darüber hinaus gehende Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

Bei den immateriellen Vermögenswerten der edding Argentina S.A. und Legamaster LatAm S.A. wurden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie kumulierten Abschreibungen aufgrund der Veränderung des allgemeinen Preisniveaus nach IAS 29 angepasst.

Sachanlagen

Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde:

in Jahren
Betriebs- und Geschäftsgebäude 25 bis 33
Technische Anlagen und Maschinen 6 bis 13
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 16

Bei den materiellen Vermögenswerten der Tochtergesellschaften in Argentinien wurden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen der Sachanlagen aufgrund der Veränderung des allgemeinen Preisniveaus nach IAS 29 angepasst.

Bei den Betriebs- und Geschäftsgebäuden erfolgen die Abschreibungen über die Nutzungsdauer unter Berücksichtigung eines kalkulierten Restwertes, sofern dieser wesentlich ist.

Wertminderung

Bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer, Vermögenswerten des Sachanlagevermögens und Nutzungsrechten wird am Ende eines jeden Geschäftsjahres eine Einschätzung vorgenommen, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung („triggering event“) vorliegen. Im Falle eines „triggering event“ wird die Werthaltigkeit des Buchwerts der betreffenden Vermögenswerte systematisch überprüft. Des Weiteren wird die Werthaltigkeit der bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte mindestens einmal jährlich und darüber hinaus unterjährig bei Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung durch einen Werthaltigkeitstest geprüft.

Soweit im Rahmen des Werthaltigkeitstests der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet, wird eine außerplanmäßige Abschreibung bis auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Der erzielbare Betrag ist jeweils der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert, das heißt dem Barwert der geschätzten Mittelzuflüsse aus dem Vermögenswert.

Sofern der Vermögenswert Teil einer selbstständigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) ist, wird die Abschreibung auf der Grundlage des erzielbaren Betrags dieser ZGE ermittelt. In den Fällen, in denen der erzielbare Betrag der ZGE den Buchwert unterschreitet, liegt in der Höhe der Differenz ein Abwertungsverlust („impairment loss“) vor. Für Zwecke des Werthaltigkeitstests wird der erzielbare Betrag der ZGE in der Regel mit Hilfe eines Discounted-Cashflow (DCF)-Verfahrens ermittelt. Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Vorsteuer-Diskontierungszinssatz (Weighted Average Cost of Capital [WACC]) von 8,57 % (Vorjahr: 8,44 %) verwendet. Darüber hinaus werden länderspezifische Risikozu- und Wachstumsabschläge ermittelt. Dabei werden Prognosen hinsichtlich der Cashflows angestellt, die über die geschätzte Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der ZGE erzielt werden. Die Prognosen basieren auf der Unternehmensplanung für die folgenden drei Geschäftsjahre unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen und werden auf den Zeitpunkt der Überprüfung der Werthaltigkeit abgezinst. Der verwendete Abzinsungssatz berücksichtigt die mit dem Vermögenswert oder der ZGE verbundenen Risiken. Die ermittelten Cashflows spiegeln Annahmen des Managements wider und werden durch externe Informationsquellen abgesichert.

Bei der Validierung der für die ZGE ermittelten Nutzungswerte werden die wesentlichen Parameter jeder ZGE jährlich überprüft. Zusätzlich werden die für das DCF-Modell herangezogenen wesentlichen Annahmen einer Sensitivitätsprüfung unterzogen, um die Belastbarkeit der Nutzungswerte zu testen. Die erzielbaren Beträge aller im edding Konzern getesteten ZGE lagen deutlich über ihren jeweiligen Buchwerten. Lediglich für unsere Tochtergesellschaft in Argentinien wurde wie bereits in Vorjahren das Anlagevermögen inklusive der Hochinflationsanpassungen außerplanmäßig abgeschrieben und eine Wertaufholung war angesichts operativer Fehlbeträge (Vorjahr: operativer Fehlbeträge und geringer Auslastung) nicht vorzunehmen.

Das Management ist der Ansicht, dass realistische Änderungen der wesentlichen Annahmen für die Ermittlung des erzielbaren Betrags der ZGE des edding Konzerns nicht zu einer Wertminderung führen würden. Daher wurde auf die Darstellung einer Sensitivitätsanalyse verzichtet.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinahmen und / oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht im Rahmen der Leistungserbringung oder zu Verwaltungszwecken genutzt werden. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und über die zugrunde gelegte Nutzungsdauer von 25 Jahren bis 33 Jahren unter Berücksichtigung eines kalkulierten Restwertes, sofern dieser wesentlich ist, linear abgeschrieben.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sobald sie als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind.

Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden erfolgswirksam erfasst.

Leasing

Im Geschäftsjahr 2019 war erstmals der IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ neu anzuwenden.

Die Gesellschaften des edding Konzerns treten im Wesentlichen als Leasingnehmer insbesondere bei Gebäudeanmietungen und beim Leasing von Kraftfahrzeugen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung auf.

Bei Verträgen die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, wird beurteilt, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, wird die Definition eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16 zugrundegelegt.

Zu Nutzungsbeginn werden alle Leasingverhältnisse als Nutzungsrecht und als Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen in der Bilanz erfasst. Dies gilt nicht für Leasingverhältnisse mit einem Vermögenswert von geringem Wert („Small Ticket Leases“, im edding Konzern definiert als im Neuwert unter USD 5.000,00) oder mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten (und ohne Kaufoption). Grundsätzlich wird eine Trennung zwischen Leasingkomponten und Nicht-Leasingkomponten vorgenommen. Jede Leasingkomponente wird gesondert von den dazugehörigen übrigen Leistungskomponenten in der Bilanz abgebildet. Für alle Klassen von Vermögenswerten werden die Nicht-Leasingkomponenten im Aufwand erfasst.

Die Leasingverbindlichkeit wird in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen über die hinreichend sichere Nutzungsperiode erfasst. Leasingkomponten sind alle fixen und quasifixen Zahlungen, reduziert um künftige Anreizzahlungen des Leasinggebers. Darüber hinaus werden variable Zahlungen, die an eine Rate oder einen Index gekoppelt sind, erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien sowie Zahlungen für die Ausübung von hinreichend sicheren Kauf- und Kündigungsoptionen angesetzt. Die Zahlungsreihe wird mit dem impliziten Zins des Leasingverhältnisses oder, sofern dieser nicht bekannt ist, dem adäquaten Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingverhältnisses abgezinst. Alle übrigen variablen Zahlungen werden als Aufwand erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben.

Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts bestimmen sich grundsätzlich aus der Höhe der Leasingverbindlichkeit im Zugangszeitpunkt. Diese sind zusätzlich um Zahlungen zu erhöhen, die initial für den Abschluss des Leasingvertrages angefallen sind, die für die Installation des geleasten Vermögenswerts aufgewendet wurden und die gegebenfalls für einen künftigen Rückbau anfallen. Anreizzahlungen des Leasinggebers, die bereits zugeflossen sind, verringern die Anschaffungskosten. Im Rahmen der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht über die Laufzeit des Leasingverhältnisses planmäßig linear abgeschrieben und gegebenfalls um außerplanmäßige Wertminderungen angepasst. Geht der angemietete Vermögenswert am Ende des Leasingverhältnisses in das Eigentum des Leasingnehmers über oder ist eine Kaufoption beziehungsweise ein Andienungsrecht hinreichend sicher, dann wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswerts abgeschrieben.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses ist der hinreichend sichere Zeitraum, über den ein Vermögenswert angemietet wird. Neben der nichtkündbaren Grundmietzeit werden Verlängerungszeiträume einbezogen, sofern ihre Inanspruchnahme mit Nutzungsbeginn hinreichend sicher ist und Kündigungszeiträume, sofern ihre Ausübung nicht hinreichend sicher ist. Diese Einschätzung wird überprüft, wenn entweder nicht in der Kontrolle des Leasingnehmers liegende Ereignisse oder wesentliche Änderungen der Umstände eintreten, welche eine Änderung der Laufzeit notwendig machen. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird angepasst, wenn eine Verlängerungsoption ausgeübt wird beziehungsweise eine Kündigungsoption nicht ausgeübt wird und diese in der ursprünglichen Einschätzung nicht berücksichtigt waren. Die Anpassung der Leasinglaufzeit führt zu einer geänderten künftigen Zahlungsreihe und somit zu einer Neubewertung der Leasingverbindlichkeit unter Verwendung des aktuellen Zinssatzes. Der entstandene Differenzbetrag wird erfolgsneutral im Nutzungsrecht erfasst. Ausbuchungsbeträge, die den Buchwert des Nutzungsrechts übersteigen werden erfolgswirksam als Aufwand erfasst.

Eine Änderung des Leasingvertrags („Vertragsmodifikation“), die den Umfang des ursprünglichen Vertrags wesentlich erhöht, wird als gesondertes Leasingverhältnis erfasst, wenn dem Leasingnehmer ein zusätzliches Recht auf Nutzung eines oder mehrerer zugrunde liegender Vermögenswerte eingeräumt wird und das hierfür zusätzlich zu zahlende Entgelt dem Einzelveräußerungspreis entspricht, den der Leasingnehmer andernfalls für die Nutzung zahlen müsste, wenn er diese Vermögenswerte in einem separaten Leasingvertrag von einer dritten Partei angemietet hätte.

Vertragsänderungen, die den Vertragsumfang zwar erhöhen, aber nicht zu einem gesonderten Leasingverhältnis führen, werden erfolgsneutral im Buchwert des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit des bestehenden Leasingverhältnisses erfasst. Wird durch eine Vertragsänderung der Umfang der Leasingvereinbarung reduziert, dann sind sowohl das Nutzungsrecht als auch die Leasingverbindlichkeit neu zu bewerten. Die hieraus resultierenden anteiligen Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam erfasst. Die modifizierten Beträge werden im Zeitpunkt der Änderung mit dem dann gültigen neuen Zinssatz bewertet.

Der edding Konzern hat IFRS 16 nach dem modifiziert retrospektiven Ansatz angewendet und daher die Vergleichsinformationen nicht angepasst, sondern weiterhin nach IAS 17 und IFRIC 4 dargestellt. Daher gelten die Rechnungslegungsmethoden nach IAS 17 und IFRIC 4 für das Vorjahr.

Finanzanlagen

Anteile an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Die Anteile werden in der Bilanz zu Anschaffungskosten inklusive Anschaffungsnebenkosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen erfasst. Der Anteil des Konzerns am Erfolg der Unternehmen wird im Periodenergebnis als Teil des Finanzergebnisses unter „Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Bei der Anwendung der Equity-Methode stellt der edding Konzern fest, ob hinsichtlich der Nettoinvestition des Konzerns ein zusätzlicher Wertminderungsaufwand zu berücksichtigen ist.

Die übrigen im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Beteiligungen an nicht konsolidierten Unternehmen werden nach IFRS 9 erfolgsneutal zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente im Sinne von IFRS 9 werden nur im Zusammenhang mit korrespondierenden Grundgeschäften abgeschlossen und dienen ausschließlich der Reduzierung von Ergebnisvolatilitäten.

Ein Teil der Warenbeschaffung für das Geschäftsfeld Schreiben und Markieren erfolgt in Fernost. Die damit verbundenen Kursrisiken wurden partiell durch den Abschluss von Devisenoptionsgeschäften sowie Devisentermingeschäften abgesichert.

Die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt nach IFRS 9 im Zugangszeitpunkt und in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert (Marktwert) gemäß IFRS 13. Der aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, das Derivat ist als Sicherungsinstrument im Rahmen des Hedge Accounting designiert und effektiv, edding hat für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen im Rahmen des Hedge Accounting von der Übergangsvorschrift aus IFRS 9.7.2.21 Gebrauch gemacht und weiterhin die Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften in IAS 39 anstelle der Vorschriften der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften in IFRS 9 angewendet. Im Falle des Vorliegens einer Sicherungsbeziehung nach IAS 39 für die Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedge) wird der effektive Teil der Marktwertänderung des Derivats unter Berücksichtigung latenter Steuern unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil wird erfolgswirksam erfasst. Mit Realisierung des Grundgeschäfts wird der effektive Teil erfolgswirksam in die Konzerngewinn- und -verlustrechnung umgegliedert.

Ein Derivat wird als langfristiger Vermögenswert oder langfristige Verbindlichkeit ausgewiesen, wenn die verbleibende Laufzeit des Instruments mehr als zwölf Monate beträgt und nicht erwartet wird, dass dieses innerhalb von zwölf Monaten realisiert oder abgewickelt wird. Anderenfalls werden Derivate als kurzfristige Vermögenswerte oder kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Vorräte

Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Handelswaren werden grundsätzlich mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bewertet. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten unter Beachtung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berücksichtigt. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Aufwendungen dar, die für Fertigstellung und Veräußerung notwendig sind.

Ausgenommen sind davon die Vorräte der edding Argentina S.A., die nach den Vorschriften des IAS 29 an die zum Abschlussstichtag geltende Maßeinheit angepasst werden.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Forderungen handelt es sich um Finanzinstrumente, die mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden. Die Vertragsbedingungen dieser Instrumente führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bilanziert. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten über einem Jahr werden abgezinst. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird in Übereinstimmung mit IFRS 9 grundsätzlich der über die Laufzeit erwartete Verlust als Wertberichtigung gebildet (vereinfachtes Wertminderungsmodell). Der erwartete Verlust für eine Forderung ergibt sich entweder im Rahmen einer individuellen Beurteilung bei entsprechenden Hinweisen (zum Beispiel Insolvenzverfahren, finanzielle Schwierigkeiten des Kunden) oder auf Basis von Erfahrungswerten über Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten, die gegebenenfalls um zukunftsorientierte Informationen adjustiert wurden. Grundsätzlich wird der Ausfall einer Forderung bei einer Überfälligkeit von 90 Tagen unterstellt, wobei nachträgliche Zahlungseingänge bei der Werthaltigkeitsbeurteilung berücksichtigt werden. Die Forderungen, für die Wertberichtigungen auf Basis individueller Beurteilungen gebildet werden, werden der Stufe 3 des Wertminderungsmodells zugeordnet. Forderungen, für die Wertberichtigungen auf Basis von Erfahrungswerten über Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten gebildet werden, werden der Stufe 2 des Wertminderungsmodells zugeordnet.

Für sonstige Forderungen wird grundsätzlich das dreistufige Wertberichtigungsmodell angewendet (allgemeines Wertminderungsmodell). In Stufe 1 sind grundsätzlich alle Instrumente bei Zugang einzuordnen. Die erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren, werden aufwandswirksam erfasst (erwarteter 12-Monats-Kreditverlust). Auf einen Transfer in Stufe 2 wird verzichtet, solange das absolute Kreditrisiko als gering eingestuft wird.

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Als flüssige Mittel werden Kassenbestände, Schecks und sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten erfasst. Für die Guthaben bei Kreditinstituten wird in Übereinstimmung mit dem IFRS 9 grundsätzlich der über die Laufzeit erwartete Verlust als Wertberichtigung gebildet. Dabei wird grundsätzlich auf das dreistufige Wertberichtigungsmodell abgestellt (allgemeines Wertminderungsmodell). Solange das absolute Kreditrisiko als gering eingestuft wird, wird lediglich der erwartete 12-Monats-Kreditverlust erfasst und es erfolgt kein Transfer in die zweite Stufe.

Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden nach IAS 12 grundsätzlich für alle temporären Unterschiede zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen, auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Aktive latente Steuern werden nur in der Höhe erfasst, in der sie in Zukunft wahrscheinlich aufgrund deren Verrechnung mit steuerlichen Gewinnen realisierbar sind. Die Wahrscheinlichkeit muss dabei durch entsprechende Geschäftspläne oder bei einer Verlusthistorie durch weitere substanzielle Nachweise unterlegt sein. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Zeitpunkt der Realisierung des Vermögenswertes oder der Erfüllung der Schuld zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern gelten oder angekündigt sind. Latente Steuern, die sich auf direkt im Eigenkapital erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen.

Eine Neubewertung der latenten Steuern im Sinne des IAS 12 erfolgt nachdem die nominalen Buchwerte der nicht-monetären Posten zum Zeitpunkt der Eröffnungsbilanz der aktuellen Berichtsperiode durch Anwendung der zu diesem Zeitpunkt geltenden Maßeinheit gemäß IAS 29 der argentinischen Tochtergesellschaften angepasst wurden. Darüber hinaus werden die neu bewerteten latenten Steuern an die Änderung der Maßeinheit von dem Zeitpunkt der Eröffnungsbilanz der aktuellen Berichtsperiode bis zum Abschlussstichtag angepasst. Die ermittelten Effekte waren für das Geschäftsjahr 2019 von untergeordneter Bedeutung.

Rückstellungen für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren für leistungsorientierte Altersversorgungspläne unter Berücksichtigung des Gehalts- und Rententrends bewertet. Eine Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde unter Beachtung der tatsächlichen Gegenheiten nicht berücksichtigt. Der Zinssatz richtet sich nach den Verhältnissen am jeweiligen Kapitalmarkt für langfristige Wertpapiere.

Für wertpapiergebundene Pensionszusagen, bei denen die zur Deckung der Verpflichtungen dienenden Vermögenswerte nicht alle notwendigen Bedingungen erfüllen, um als Planvermögen nach IAS 19 anerkannt zu werden, wird die Bewertung der Verpflichtungen mit dem beizulegenden Zeitwert der zugrundeliegenden Vermögenswerte durchgeführt, solange der beizulegende Zeitwert die garantierten Mindestzusagen nicht unterschreitet.

Die edding AG weist die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen in voller Höhe erfolgsneutral aus. Die gegen das Eigenkapital verrechneten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden außerhalb der Konzerngewinn- und -Verlustrechnung in der Konzerngesamtergebnisrechnung als gesonderte Eigenkapitalveränderung ausgewiesen. Auf die erfassten Wertänderungen der Pensionsrückstellungen werden latente Steuern berechnet, die ebenfalls ergebnisneutral erfasst werden.

Sonstige Rückstellungen und Steuerrückstellungen

Sonstige Rückstellungen und Steuerrückstellungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die Höhe des erwarteten Ressourcenabflusses zuverlässig geschätzt werden kann. Enthält die Verpflichtung einen Zinsanteil, wird die Rückstellung mit dem Barwert angesetzt.

Verpflichtungen, die dem Grunde nach unzweifelhaft sind, deren Höhe oder Fälligkeit aber nicht eindeutig feststeht, werden als abgegrenzte Schulden („accruals“) unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten und Darlehen werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten bewertet.

Nach der erstmaligen Erfassung werden Verbindlichkeiten und Darlehen gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, die im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Aufwands- und Ertragsrealisierung

Umsätze werden unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti, Rabatte und bestimmte Werbekostenzuschüsse mit Erbringung der Leistung beziehungsweise Übergang der Gefahren auf den Kunden realisiert. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Nutzungsentgelte (Lizenzgebühren) werden periodengerecht in Übereinstimmung mit dem wirtschaftlichen Gehalt des zugrunde liegenden Vertrags erfasst. Dividenden werden mit Entstehen des Rechtsanspruchs vereinnahmt. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst.

Die Aufwendungen und Erträge der edding Argentina S.A. und Legamaster LatAm S.A. werden unter Berücksichtigung der Veränderung des allgemeinen Preisniveaus nach IAS 29 erfasst.

Hochinflationsanpassungen

Nicht-monetäre Bilanzposten, insbesondere immaterielle sowie materielle Vermögenswerte des Anlagevermögens, Nutzungsrechte, Vorräte sowie die Positionen des Eigenkapitals der edding Argentina S.A. und Legamaster LatAm S.A. werden unter Verwendung eines allgemeinen Preisindex, der die Veränderung der allgemeinen Kaufkraft widerspiegelt, einbezogen. Darüber hinaus sind alle Posten der Gewinn- und Verlustrechnung an die Kaufkraft des Abschlussstichtags anzupassen. Die daraus resultierenden Anpassungseffekte werden in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung im separaten Posten „Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29“ erfasst. Monetäre Bilanzposten hingegen müssen nicht angepasst werden, da sie bereits in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit abgebildet werden.

Die Federaciön Argentina de Consejos Profesionales de Ciencias Econömicas (FACPCE) veröffentlicht die Indizes, die Unternehmen mit dem Argentischen Peso als funktionaler Währung anzuwenden haben. Diese Indizes beruhen weitgehend auf dem Großhandelspreisindex für Perioden bis 31. Dezember 2016 und auf dem Einzelhandelspreisindex für die Zeiträume danach. Nachfolgend ist die Entwicklung der Indizes seit Erfüllung der Voraussetzung gemäß IAS 29 aufgeführt:

31.12.2019 31.12.2018
Allgemeiner Preisindex 283,4442 184,2552
Anpassungsfaktor 1,0000 1,5383

Erstmalig angewandte Standards und Interpretationen

Neue Standards und Interpretationen sowie Änderungen von Standards

Für das Geschäftsjahr 2019 wurden alle Rechnungslegungsstandards angewendet, die bis zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 in der EU zwingend anzuwenden waren. Von einer vorzeitigen Anwendung noch nicht verpflichtend per 31. Dezember 2019 anzuwendender Standards wurde abgesehen. Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2019 waren folgende durch das IASB neu herausgegebene oder überarbeitete und von der EU anerkannte Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:

Standard/ Interpretation Inhalt der Neuerung/ Überarbeitung Anwendungspflicht
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019 (EU)
IFRIC 23 Risikopositionen aus Ertragsteuern 01.01.2019 (EU)
Änderungen von Standards
IAS 19 Plananpassung, -kürzung oder -abgeltung 01.01.2019 (EU)
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und 01.01.2019 (EU)
IFRS 9 Gemeinschaftsunternehmen: langfristige Anteile Vorzeitige Rückzahlungsoptionen mit negativer 01.01.2019 (EU)
Diverse Vorfälligkeitsentschädigung Jährliche Verbesserungen an den IFRS (Zyklus 2015 - 2017) 01.01.2019 (EU)

IFRS 16 - Leasingverhältnisse

Am 13. Januar 2016 hat das IASB IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ herausgegeben. Der Standard stellt eine umfassende Änderung in Bezug auf die Erfassung, Bewertung und Darstellung von Leasingverhältnissen insbesondere beim Leasingnehmer dar. Bisher wurde ein Großteil der Leasingverhältnisse nicht in der Bilanz berücksichtigt, da es sich um sogenannte Operate-Leasingvereinbarungen handelt. Nach IFRS 16 sind alle Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers abzubilden, die bisherige Unterscheidung zwischen Operate-Lease und Finance-Lease entfällt. Der Leasingnehmer bilanziert stattdessen ein Nutzungsrecht an dem geleasten Vermögenswert und damit einhergehend die vertraglich noch erwarteten Leasingzahlungen.

edding wendet den Standard erstmalig zum 1. Januar 2019 rückwirkend ohne Anpassung der Vorjahreszahlen gemäß der Übergangsvorschriften verpflichtend an. Die Anwendung von IFRS 16 hat Auswirkungen auf den Konzernabschluss der edding AG, insbesondere auf die Bilanzsumme, die Ertragslage, die Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit und Finanzierungstätigkeit sowie auf die Darstellung der Vermögens- und Finanzlage. Von der Erstanwendung ist edding als Leasingnehmer insbesondere bei Gebäudeanmietungen und beim Leasing von Kraftfahrzeugen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung der bislang als Operate-Lease klassifizierten Leasingverträge betroffen.

Zahlungsverpflichtungen aus bisherigen Operate-Leasingverhältnissen werden mit Übergang auf IFRS 16 unter Verwendung des jeweiligen Grenzfremdkapitalzinssatzes zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung abgezinst und als Leasingverbindlichkeit passiviert. Der verwendete durchschnittliche Zinssatz des edding Konzerns zum 1. Januar 2019 betrug rund 2,5 %. Die Nutzungsrechte werden zum 1. Januar 2019 in Höhe des Buchwerts angesetzt, als ob der Standard bereits seit dem Bereitstellungsdatum der genutzten Vermögenswerte angewendet worden wäre.

Wesentliche Wahrechte und Erleichterungsmöglichkeiten werden wie folgt ausgeübt:

Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.
Kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten (und ohne Kaufoption) sowie Leasingverhältnisse, bei denen der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Neuwert unter USD 5.000,00 („Small Ticket Leases“) ist, werden entsprechend dem Wahlrecht nach IFRS 16.5 nicht bilanziert.
In Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird eine Trennung vorgenommen. Jede Leasingkomponente wird gesondert von den dazugehörigen übrigen Leistungskomponenten abgebildet.
IFRS 16 wird nicht auf immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Darüber hinaus wurden zum Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 16 wesentliche Wahlrechte und Erleichterungsmöglichkeiten wie folgt in Anspruch genommen:

Bei der erstmaligen Anwendung wird auf eine erneute Beurteilung von Verträgen in Bezug auf enthaltene Leasingverhältnisse verzichtet.
Anfängliche direkte Kosten werden zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung nicht in die Bewertung des Nutzungsrechts am Leasinggegenstand einbezogen.
Ermessensentscheidungen werden auf Basis der aktuellen Erkenntnisse zum Zeitpunkt der Erstanwendung getroffen. In diesem Zusammenhang werden für die Bestimmung der Laufzeit von Leasingvereinbarungen teilweise nachträglich erlangte bessere Erkenntnisse berücksichtigt, wenn dies für die Ausübung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen zu einer besseren Schätzung führt.
Einzelne Leasingverhältnisse, die im Geschäftsjahr 2019 enden, werden in Übereinstimmung mit den Befreiungsregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse behandelt.

Durch die Erstanwendung wurden Nutzungsrechte in Höhe von TEUR 4.685 und lang- sowie kurzfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 5.109 in der Konzernbilanz zum 1. Januar 2019 erfasst. Im Zugangszeitpunkt werden latente Steuern auf die temporären Differenzen in Höhe von TEUR 16 gebildet. Der Erstanwendungseffekt in Höhe von TEUR -408 wurde erfolgsneutral im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst.

Die Überleitung der außerbilanziellen Leasing- und Mietverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 in Höhe von TEUR 4.815 auf die zu bilanzierenden Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 in Höhe von TEUR 5.109 stellt sich folgendermaßen dar:

TEUR
Operate-Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 4.815
Kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten -154
Hinreichend sichere Verlängerungs- und Kündigungsoptionen 238
Nicht-Leasing-Komponenten -25
Sonstiges 377
Leasingverbindlichkeiten (Bruttobetrag ohne Abzinsung) 5.251
Abzinsung -142
Leasingverbindlichkeiten durch die Erstanwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 5.109

Darüber hinaus sind in den Konzernabschlüssen ab 2019 deutlich umfangreichere Anhangangaben zu beachten.

Hinsichtlich der Erstanwendungseffekte zum 1. Januar 2019 verweisen wir auf die Ausführungen in Textziffer 6. Für ausführliche Erläuterungen zu den Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten wird auf die Textziffern 9 und 21 verwiesen.

Die anderen erstmalig anzuwendenden Standards sowie Interpretationen und Änderungen von Standards hatten keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der edding AG.

Nicht angewandte, bereits veröffentlichte Standards und Interpretationen

Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards, Überarbeitungen und Interpretationen mit möglicher Relevanz für den edding Konzern verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2019 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:

Standard / Interpretation Inhalt der Neuerung / Überarbeitung Anwendungspflicht Übernahme durch EU erfolgt Voraussichtliche Auswirkungen
Neue Standards IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2021 nein keine
Änderungen von Standards IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Reform der Referenzzinssätze 01.01.2020 ja keine wesentlichen
IAS 1 / IAS 8 Definition von Wesentlichkeit 01.01.2020 ja Auswirkungen keine wesentlichen
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 01.01.2020 nein Auswirkungen keine
Framework Verweise zum Rahmenkonzept in IFRS Standards 01.01.2020 ja keine
IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig 01.01.2021 nein keine wesentlichen Auswirkungen

Der edding Konzern wird die genannten Standards und Interpretationen grundsätzlich ab der Berichtsperiode anwenden, ab welcher diese verpflichend anzuwenden sind.

6 Anpassung der Vorjahreswerte und Erstanwendungseffekte

IFRS 16 - Leasingverhältnisse

IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ wurde erstmalig ab dem 1. Januar 2019 angewendet. Der neue Standard stellt eine umfassende Änderung in Bezug auf die Erfassung, Bewertung und Darstellung von Leasingverhältnissen insbesondere beim Leasingnehmer dar. Wir verweisen auf die Angaben zu IFRS 16 in Textziffer 5. Der hieraus resultierende Erstanwendungseffekt wurde im Erstanwendungszeitpunkt 1. Januar 2019 erfolgsneutral im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst. Er betrug insgesamt TEUR -408.

IAS 29 - Rechnungslegung in Hochinflationsländern

Seit dem 1. Juli 2018 wird Argentinien als Hochinflationsland im Sinne des IAS 29 eingestuft. Demnach war der IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“ von Beginn der Berichtsperiode 2018 an anzuwenden. Eine kritische Überprüfung der bisherigen Vorgehensweise, wie diese im Konzernabschluss 2018 berichtet wurde, hat ergeben, dass der edding Konzern im Rahmen der Folgeanwendung in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2018 aufgrund der Hochinflation tatsächlich einen sogenannten Schuldnergewinn anstatt eines Gläubigerverlusts auszuweisen hat, da die in Fremdwährungen (zum Beispiel USD, EUR) denominierten monetären Posten bei der Herleitung des Ergebnisses aus der Nettoposition der monetären Posten hätten berücksichtigt werden müssen. Die Effekte aus der Erstanwendung von IAS 29 zum 1. Januar 2018 wurden in der kritischen Überprüfung hingegen bestätigt. Die Änderung der Vorgehensweise, stellt eine Korrektur eines Fehlers in Sinne des IAS 8.41 ff. dar. Diese Korrektur hat eine rückwirkende Anpassung der Vorjahresbeträge zur Folge.

In Folge der Berücksichtigung sämtlicher monetärer Posten bei der Herleitung des Ergebnisses aus der Nettoposition der monetären Posten wird das kumulierte erwirtschaftete Ergebnis zu Periodenbeginn in die Kaufkraftanpassung einbezogen. Dies kompensiert zum Großteil die Kaufkraftanpassungseffekte aus den übrigen Eigenkapitalpositionen, so dass sich das in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesene Konzernergebnis entsprechend erhöht. Gegenläufig vermindert sich in der Konzerngesamtergebnisrechnung das sonstige Ergebnis wegen geringerer Fremdwährungsumrechnungseffekte in gleicher Höhe. In Summe ergibt sich damit keine Auswirkung auf das Gesamtergebnis und die Höhe des Konzerneigenkapitals. Insbesondere haben die dargestellten Effekte keine Auswirkung auf die für die edding Gruppe definierten finanziellen Steuerungsgrößen Umsatzerlöse und EBIT. Die Bewertung sämtlicher Vermögenswerte und Schulden bleibt ebenfalls unverändert.

In der Konzerngewinn- und -verlustrechnung sind folgende Posten für das Vorjahr angepasst worden:

2018 01.01.-31.12. berichtet 2018 01.01.-31.12. angepasst
TEUR TEUR
--- --- ---
KONZERNERGEBNIS VOR ZINSEN, HOCHINFLATIONSANPASSUNGEN UND ERTRAGSTEUERN (EBIT) 13.133 13.133
Finanz- und Beteiligungsergebnis -785 -785
Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 -1.092 903
KONZERNERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN (EBT) 11.256 13.251
Ertragsteuern -4.487 -4.487
KONZERNERGEBNIS 6.769 8.764
Davon:
Anteil der Aktionäre der edding AG 7.048 9.043
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter -279 -279
Unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Stammaktie (600.000 Stück) 6,51 € 8,35 €
Unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie (473.219 Stück) 6,65 € 8,52 €

Zudem wurden Posten des sonstigen Ergebnisses wie folgt rückwirkend angepasst:

2018 01.01.-31.12 berichtet 2018 01.01.-31.12. angepasst
TEUR TEUR
--- --- ---
Konzernergebnis 6.769 8.764
Posten, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden -476 -476
Posten, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Währungsumrechnungsdifferenz / Hochinflation
Anteil der Aktionäre der edding AG
Währungsumrechnungsdifferenz -2.192 -2.192
Hochinflation 2.397 402
205 -1.790
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 8 8
213 -1.782
Sicherungsgeschäfte 537 537
Sonstiges Ergebnis 274 -1.721
GESAMTERGEBNIS 7.043 7.043
Davon:
Anteil der Aktionäre der edding AG 7.314 7.314
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter -271 -271

Aufgrunddessen haben sich die folgenden Positionen innerhalb des Eigenkapitals durch die rückwirkende Anpassung zum 31. Dezember 2018 wie folgt geändert:

31.12.2018 berichtet 31.12.2018 angepasst
TEUR TEUR
--- --- ---
Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn 58.088 60.083
Währungsumrechnungsdifferenz und Hochinflation -553 -2.548

Es ergeben sich keine Auswirkungen auf den Anteil am Konzerneigenkapital, der den Aktionären der edding AG zuzurechnen ist.

Die nicht zahlungswirksamen Kaufkraftanpassungseffekte gemäß IAS 29 hatten keine Auswirkungen auf die in der Konzernkapitalflussrechnung ausgewiesenen Cashflows. Innerhalb des Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ergaben sich in Folge der Änderungen in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung entsprechend Verschiebungen zwischen den einzelnen Positionen:

31.12.2018 berichtet 31.12.2018 angepasst
TEUR TEUR
--- --- ---
Konzernergebnis 6.769 8.764
+ Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens 2.626 2.626
- Abnahme der Pensionsrückstellungen -1.109 -1.109
- Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 1.092 -903
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Erträge / Aufwendungen 848 848
Um zahlungsunwirksame Effekte bereinigtes Konzernergebnis 10.226 10.226

Umgliederung zwischen den Umsatzerlösen und den sonstigen betrieblichen Erträgen des Vorjahres

Im Rahmen der Neustrukturierung der Angaben zu den Geschäftssegmenten des edding Konzerns wurde im Sinne einer erhöhten Klarheit und verbesserten Vergleichbarkeit der Segmentinformationen ein Betrag in Höhe von TEUR 100, der in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung im Konzernabschluss 2018 in den Umsatzerlösen enthalten war, in der Vergleichsperiode des Konzernabschlusses 2019 in die sonstigen betrieblichen Erträge umgegliedert. Hierzu verweisen wir auf die Textziffer 39.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

7 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Geschäfts- oder Firmenwerte Kundenstämme, Markenrechte Übrige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
Anschaffungskosten Stand 01.01.2018 4.244 1.945 6.219 54 8.218
Währungsumrechnung -27 - -142 - -142
Anpassung Hochinflation - - 1.182 - 1.182
Änderungen Konsolidierungskreis - - 815 - 815
Zugänge 494 - 70 96 166
Umbuchungen - - 23 -23 -
Abgänge 835 - - - -
Stand 31.12.2018 3.876 1.945 8.167 127 10.239
Währungsumrechnung -10 - -473 - -473
Anpassung Hochinflation 2 - 446 - 446
Änderungen Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge - - 139 49 188
Umbuchungen - - 127 -127 -
Abgänge 121 702 3.779 - 4.481
Stand 31.12.2019 3.747 1.243 4.627 49 5.919
Abschreibungen Stand 01.01.2018 1.490 1.945 5.359 - 7.304
Währungsumrechnung -27 - -140 - -140
Anpassung Hochinflation - - 1.169 - 1.169
Änderungen Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge - - 398 - 398
Umbuchungen - - - - -
Zuschreibungen - - - - -
Abgänge 835 - - - -
Stand 31.12.2018 628 1.945 6.786 - 8.731
Währungsumrechnung -10 - -473 - -473
Anpassung Hochinflation 3 - 436 - 436
Änderungen Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge - - 328 - 328
Umbuchungen - - - - -
Zuschreibungen - - - - -
Abgänge - 702 3.779 - 4.481
Stand 31.12.2019 621 1.243 3.298 - 4.541
Buchwerte 31.12.2019 3.126 - 1.329 49 1.378
Buchwerte 31.12.2018 3.248 - 1.381 127 1.508

Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte zum 31. Dezember 2019 betrifft die niederländische Tochtergesellschaft in Höhe von TEUR 2.754 (Vorjahr: TEUR 2.754) und die deutsche Tochtergesellschaft Prismade Labs GmbH in Höhe von TEUR 372 (Vorjahr: TEUR 494). In Folge der im Berichtsjahr erfolgten Erhöhung des Anteils an der Prismade Labs GmbH von 50,0 % auf 60,0 % war der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 121 erfolgsneutral zu mindern.

Im Vorjahr wurde der Geschäfts- oder Firmenwert, der der mexikanischen Tochtergesellschaft zugeordnet wurde und bereits in Vorjahren vollständig wertberichtigt worden war, im Zuge der Liquidation der mexikanischen Gesellschaft ausgebucht.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einem regelmäßigen Werthaltigkeitstest nach IAS 36 unterzogen, wobei die Nutzungswerte der Tochtergesellschaften die erzielbaren Beträge darstellen. Für die Beschreibung der Vorgehensweise, der relevanten Parameter und des Verzichts auf die Sensitivitätsanalyse verweisen wir auf die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in Textziffer 5.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab sich aus dem Werthaltigkeitstest der auf die niederländische und deutsche Tochtergesellschaft entfallenden Geschäfts- oder Firmenwerte kein Abwertungsbedarf.

Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine Entwicklungsaufwendungen aktiviert, da die Voraussetzungen gemäß IAS 38 nicht erfüllt werden konnten. Die Summe der im Geschäftsjahr 2019 angefallenen Forschungs- und Entwicklungsausgaben beträgt TEUR 1.636 (Vorjahr: TEUR 1.166), die wie im Vorjahr vollständig aufwandswirksam erfasst wurden.

8 Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
Anschaffungskosten Stand 01.01.2018 26.907 21.368 12.692 90 61.057
Währungsumrechnung -93 -148 -270 -10 -521
Anpassung Hochinflation 557 1.007 741 - 2.305
Änderungen Konsolidierungskreis - - 29 - 29
Zugänge 151 252 1.106 173 1.682
Umbuchungen 42 18 - -60 -
Abgänge 10 24 904 8 946
Stand 31.12.2018 27.554 22.473 13.394 185 63.606
Währungsumrechnung -226 -403 -358 -4 -991
Anpassung Hochinflation 379 252 320 - 951
Änderungen Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge 1.731 906 1.233 1.202 5.072
Umbuchungen - 145 25 -170 -
Abgänge 19 970 917 - 1.906
Umgliederung in als zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte -929 - - - -929
Stand 31.12.2019 28.490 22.403 13.697 1.213 65.803
Abschreibungen Stand 01.01.2018 21.629 16.459 10.267 22 48.377
Währungsumrechnung -89 -143 -257 -10 -499
Anpassung Hochinflation 402 981 697 - 2.080
Änderungen Konsolidierungskreis - - 12 - 12
Zugänge 337 890 998 - 2.225
Umbuchungen - - - - -
Zuschreibungen - - - - -
Abgänge 9 19 830 - 858
Stand 31.12.2018 22.270 18.168 10.887 12 51.337
Währungsumrechnung -225 -405 -356 -4 -990
Anpassung Hochinflation 216 235 252 - 703
Änderungen Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge 382 848 1.093 - 2.323
Umbuchungen - - - - -
Zuschreibungen - 0 - - -
Abgänge 19 947 812 - 1.778
Umgliederung in als zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - - - - -
Stand 31.12.2019 22.624 17.899 11.064 8 51.595
Buchwerte 31.12.2019 5.866 4.504 2.633 1.205 14.208
Buchwerte 31.12.2018 5.284 4.305 2.507 173 12.269

Die edding AG hat ihren Sitz auf einem Betriebsgrundstück im Gewerbegebiet in Ahrensburg. Zum Bilanzstichtag valutieren die besicherten Darlehen mit TEUR 1.000 (Vorjahr: TEUR 1.500). Zum 31. Dezember 2019 beträgt der Restbuchwert der als Sicherheit dienenden Vermögenswerte TEUR 6.371.

Mit Vertragsdatum vom 15. Februar 2019 hat die edding AG eine Büroimmobilie in Bargteheide mit Anschaffungskosten in Höhe von insgesamt TEUR 2.144 erworben. Die Anschaffungskosten sind in Höhe von TEUR 1.631 dem selbst genutzten Immobilienteil und in Höhe von TEUR 513 der an Dritte vermieteten Etage inklusive Grundstücksanteil zuzuordnen. Aufgrund der Nähe zum Hauptsitz in Ahrensburg wird die Immobilie als neuer Standort der deutschen Vertriebsgesellschaft des Geschäftsfelds Visuelle Kommunikation, der Legamaster GmbH, fungieren. Für weiterführende Erläuterungen wird auf die Textziffer 10 verwiesen.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden langfristige Vermögenswerte identifiziert, die gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten zu klassifizieren waren. Hierbei handelt es sich um die Betriebsimmobilie in Wunstorf. Der Restbuchwert der seit Dezember 2019 zur Veräußerung gehaltenen Immobilie in Höhe von TEUR 929 wurde von den Sachanlagen in einen gesonderten Bilanzposten innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte umgegliedert. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Textziffer 16.

Beschränkungen von Verfügungsrechten bei Sachanlagen liegen nicht vor. Mit Ausnahme der im Zusammenhang mit der Schließung der Produktion in San Juan zum 30. Juni 2019 stehenden Vermögenswerte mit einem Restbuchwert von TEUR 0, wurden keine Sachanlagen dauerhaft stillgelegt.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen.

Im Berichtsjahr wurden von den vereinnahmten öffentlichen Beihilfen (Investitionszulagengesetz) TEUR 62 (Vorjahr: TEUR 71) passivisch abgegrenzt. Aus der passiven Abgrenzung konnten im Geschäftsjahr 2019 TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 16) erfolgswirksam aufgelöst werden.

9 Nutzungsrechte

Für die gemäß IFRS erstmalig bilanzierten Nutzungsrechte ergibt sich folgende Darstellung:

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Buchwerte Stand 01.01.2019 2.731 - 1.954 4.685
Währungsumrechnung 10 - -5 5
Anpassung Hochinflation 185 - - 185
Zugänge 307 253 1.179 1.739
Umbuchungen - - - -
Abgänge - - -97 -97
Abschreibungen -1.164 -2 -1.026 -2.192
Sonstige Veränderungen - - 80 80
Stand 31.12.2019 2.069 251 2.085 4.405

Die Nutzungsrechte werden zum 1. Januar 2019 in Höhe des Buchwerts angesetzt, als ob der Standard (IFRS 16) bereits seit dem Bereitstellungsdatum der genutzten Vermögenswerte angewendet worden wäre.

Für ausführliche Erläuterungen wird auf die Textziffern 5 und 6 verwiesen.

10 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien haben sich wie folgt entwickelt:

TEUR
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2018 4.184
Zugänge -
Abgänge -
Stand 31.12.2018 4.184
Zugänge 513
Umbuchungen -
Abgänge -
Stand 31.12.2019 4.697
Abschreibungen
Stand 01.01.2018 3.522
Zugänge 3
Zuschreibungen -
Abgänge -
Stand 31.12.2018 3.525
Zugänge 12
Zuschreibungen -
Abgänge -
Stand 31.12.2019 3.537
Buchwert 31.12.2019 1.160
Buchwert 31.12.2018 659

Im Bilanzposten „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ wird ein nicht mehr selbst genutztes und nunmehr zur Vermietung gehaltenes Lagergebäude am Verwaltungssitz der edding AG und der dazugehörige Grundstücksanteil ausgewiesen. Der auf die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien entfallende Grundstücksanteil dient als Sicherheit für finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Hierzu wird auf Textziffer 8 verwiesen.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Büroimmobilie in Bargteheide erworben. Eine Etage der Immobilie wird nicht selbst genutzt, sondern an einen Dritten vermietet. Daher ist dieser Gebäudeteil und der dazugehörige Grundstücksanteil in Höhe von TEUR 513 als „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ zu klassifizieren.

Im Geschäftsjahr wurden Mieteinahmen ohne vertraglich vereinbarte Nebenkostenzahlungen in Höhe von TEUR 261 (Vorjahr: TEUR 226) erzielt. Die Leasingverträge sind den Regelungen des IFRS 16 (Vorjahr: IAS 17) folgend als Operating-Lease zu klassifizieren. Die Aufwendungen für Instandhaltungen und Reparaturen für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 37 (Vorjahr: TEUR 4).

Aus dem bestehenden ordentlich unkündbaren Mietverhältnissen im Wege des Operating-Leasing werden folgende Mietzahlungen ohne vertraglich vereinbarte Nebenkostenzahlungen in den nächsten Jahren erwartet:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
bis 1 Jahr 272 230
1 bis 2 Jahre 272 230
2 bis 3 Jahre 272 -
3 bis 4 Jahre 41 -
4 bis 5 Jahre 41 -
über 5 Jahre 116 -
1.014 460

Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien beträgt abgeleitet aus Immobilienwertgutachten insgesamt TEUR 3.451 (Vorjahr: TEUR 2.889). Die Gutachten für das Lagergebäude in Ahrensburg und für die Büroimmobilie in Bargteheide wurden in 2019 beziehungsweise 2018 von einem externen Sachverständigen nach dem Ertragswertverfahren erstellt. Für Zwecke der Bewertung müssen Gutachter Faktoren, wie künftig zu erzielende Mieterträge und anzuwendende Kalkulationszinssätze, schätzen, die unmittelbar Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert haben.

11 Sonstige Finanzanlagen

Die Anteile wurden am Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 3.482 (Vorjahr: TEUR 3.482) zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Zum 31. Dezember 2014 hatte der edding Konzern Anteile an at-equity bilanzierten Unternehmen in Höhe von TEUR 3.440 ausgewiesen, die ausschließlich auf das Unternehmen Companhia de Canetas Compactor S.A., Rio de Janeiro, Brasilien, entfielen. Da der edding Konzern zum 31. Dezember 2015 trotz unveränderter Stimmrechtsquote sowie der Besetzung eines Aufsichtsratspostens seinen maßgeblichen Einfluss nicht mehr im Sinne des IAS 28 ausüben konnte, musste die Bilanzierung at-equity beendet werden und die Beteiligung wurde ab dem 31. Dezember 2015 gemäß IAS 39 als zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswert mit den Anschaffungskosten nach IAS 39.46 (c) ausgewiesen und mit TEUR 3.334 bewertet. Seit dem 1. Januar 2018 wird die Beteiligung nach IFRS 9 als strategisches Investment „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ abgebildet. Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen sieht der Vorstand die Anschaffungskosten derzeit als die beste Schätzung für den beizulegenden Zeitwert der Anteile an.

12 Vorräte

Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.692 2.840
Unfertige Erzeugnisse 581 586
Fertige Erzeugnisse und Waren 26.570 25.331
29.843 28.757

Es bestehen keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen. Ebenso wurden keine Vorräte als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Zum Bilanzstichtag bestanden Wertberichtigungen aufgrund von niedrigeren Nettoveräußerungswerten von TEUR 3.181 (Vorjahr: TEUR 3.471). Die Veränderungen der Wertberichtigungen werden unter dem Materialaufwand erfasst.

Die Wertberichtigungen werden für mangelnde Gängigkeit, zu hohe Reichweiten, individualisierte Einschätzungen und zur Berücksichtigung niedrigerer Marktpreise am Bilanzstichtag (Grundsatz der verlustfreien Bewertung) gebildet. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Vorräte in Höhe von TEUR 239 (Vorjahr: TEUR 132) aufwandswirksam wertberichtigt. In Höhe von TEUR 529 (Vorjahr: TEUR 447) wurden in Vorperioden erfasste Wertberichtigungen ertragswirksam aufgelöst.

Die argentinische Tochtergesellschaft hat ihren einzigen Produktionsstandort in San Juan zum 30. Juni 2019 geschlossen und bezieht die Produkte der Marke edding fortan überwiegend vom deutschen Produktionsstandort in Bautzen sowie zu einem geringeren Umfang von der edding Colombia S.A.S., Kolumbien. Im Zusammenhang mit der Schließung der Produktion wurden im ersten Halbjahr zusätzlich zu den vorstehend genannten Beträgen Vorräte in Höhe von TEUR 506 wertberichtigt.

13 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23.659 22.542
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 9.476 7.331
33.135 29.873
Davon mit einer Restlaufzeit von:
bis zu 1 Jahr 26.701 24.606
über 1 Jahr 6.434 5.267

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig Gesamt Davon langfristig Davon kurzfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle sonstige Forderungen und Vermögenswerte 2.256 719 1.537 2.051 922 1.129
Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte 1.151 594 557 1.465 618 847
davon Mitarbeiterdarlehen 364 328 36 376 346 30
davon Forderungen aus Verkauf der Olivagro S.A. 82 20 62 99 55 44
davon Forderungen Lieferanten 219 - 219 701 - 701
davon Mietkautionen 233 223 10 227 217 10
davon Übrige 253 23 230 62 - 62
Derivate 480 125 355 586 304 282
Argentinische Staatsanleihen 625 - 625 - - -
Nichtfinanzielle sonstige Forderungen und Vermögenswerte 7.220 5.717 1.503 5.280 4.345 935
Aktivwerte von Versicherungen / Wertpapierfonds zur Finanzierung betrieblicher Altersvorsorge 5.751 5.717 34 4.356 4.328 28
Umsatzsteuerforderungen 733 - 733 427 17 410
Geleistete Anzahlungen 679 - 679 432 - 432
Übrige 57 - 57 65 - 65
9.476 6.436 3.040 7.331 5.267 2.064

Zum 31. Dezember 2019 bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 858 (Vorjahr: TEUR 974).

In den sonstigen Vermögenswerten sind Forderungen in Höhe von TEUR 99 (Vorjahr: TEUR 99) wertberichtigt. Es bestehen wie im Vorjahr keine wesentlichen Eigentums- und Verfügungsbeschränkungen. Im edding Konzern liegt keine wesentliche Konzentration von Ausfallrisiken vor, da diese über eine große Anzahl von Vertragspartnern und Kunden verteilt sind.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: 

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Stand 01.01. 974 1.099
Inanspruchnahme -206 -522
Auflösung -76 -140
Aufwandswirksame Zuführungen 104 342
Währungsumrechnung 62 195
Stand 31.12. 858 974

Die Wertberichtigungen gliedern sich nach Einzelwertberichtigungen und aus Erfahrungswerten abgeleiteten Wertberichtigungen wie folgt:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Einzelwertberichtigungen (Stufe 3) 507 583
Wertberichtigungen auf Basis von Erfahrungswerten (Stufe 2)
Forderungen < 90 Tage überfällig 271 333
Forderungen > 90 Tage überfällig 80 58
858 974

Die Forderungen, für die keine Einzelwertberichtigungen auf Basis individueller Beurteilungen gebildet wurden, werden anhand von Erfahrungswerten über Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten auf Basis der nachfolgend aufgeführten Bandbreiten für die verschiedenen Gesellschaften des edding Konzerns wertberichtigt:

31.12.2019 31.12.2018
Bandbreiten
Ausfallwahrscheinlichkeiten 0,6 % - 23,4 % 0,7 % - 23,4 %
Verlustquoten 0,0 % - 67,6 % 3,3 % - 62,3 %

Zu Ausführungen zum Forderungsmanagement wird auf Textziffer 37 verwiesen.

14 Flüssige Mittel

Der in der Konzernbilanz ausgewiesene Betrag von TEUR 24.155 (Vorjahr: TEUR 29.905) betrifft im Wesentlichen Guthaben bei Kreditinstituten. Zum 31. Dezember 2019 bestehen Wertberichtigungen auf flüssige Mittel in Höhe von TEUR 139 (Vorjahr: TEUR 146), die auf der Grundlage von Banken-Ratings und daraus abgeleiteten Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt wurden. Da sämtliche Banken ein „Investment Grade“ aufweisen, wurde ausschließlich der erwartete 12-Monats-Kreditverlust erfasst (Stufe 1 des allgemeinen Wertminderungsmodells). Es waren während der Berichtsperiode keine Umgliederungen zwischen den einzelnen Stufen des allgemeinen Wertminderungsmodells vorzunehmen.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen auf flüssige Mittel:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Stand 01.01. 146 84
Inanspruchnahme - -
Auflösung -7 -
Aufwands wirksame Zuführungen - 62
Währungsumrechnung 0 0
Stand 31.12. 139 146

Die flüssigen Mittel werden entsprechend der nachfolgend dargestellten Bandbreiten für die Ausfallwahrscheinlichkeiten der einzelnen Kreditinstituten der Gesellschaften des edding Konzerns wertberichtigt:

31.12.2019 31.12.2018
Ausfallwahrscheinlichkeiten 0,02 % - 1,21 % 0,03 % - 1,22 %

15 Rechnungsabgrenzungsposten

Die sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen im Voraus gezahlte Versicherungsprämien, Mieten, Marketingaufwendungen und Wartungskosten.

16 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Zum 31. Dezember 2019 sind in den kurzfristigen Vermögenswerten der Konzernbilanz TEUR 929 als zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um die Betriebsimmobilie in Wunstorf.

Im Dezember 2019 wurde der Verkauf der Immobilie in Wunstorf durch den Vorstand der edding AG beschlossen und noch im gleichen Monat durch den Aufsichtsrat der edding AG genehmigt. Die Betriebsimmobilie ist in ihrem gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar. Darüber hinaus ist ihre Veräußerung hochwahrscheinlich, da mit der Vermarktung der Immobilie bereits begonnen wurde und mit einem Verkauf innerhalb des Geschäftsjahres 2020 gerechnet wird. Folglich ist eine Einstufung als „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ zum 31. Dezember 2019 erfolgt. Es wird davon ausgegangen, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten über dem Buchwert liegt.

Für die Ausführungen zur Anwendung des IFRS 5 verweisen wir auf die Textziffern 5 und 8.

17 Eigenkapital

Die Eigenkapitalentwicklung im Geschäftsjahr 2019 ist aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns ersichtlich.

Das Grundkapital betrug am Bilanzstichtag TEUR 5.366 (Vorjahr: TEUR 5.366). Es ist eingeteilt in 600.000 Stück (Vorjahr: 600.000 Stück) Stammstückaktien und 473.219 Stück (Vorjahr: 473.219 Stück) Vorzugsstückaktien im rechnerischen Wert von je EUR 5,00 pro Stück. Sämtliche Aktien lauten auf den Inhaber. Die Vorzugsstückaktien sind stimmrechtslos.

Gemäß § 19 der Satzung erhalten die Inhaber von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht aus dem jährlichen Bilanzgewinn eine um 2 % (Vorjahr: 2 %) höhere Dividende als die Inhaber von Stammaktien, jedoch mindestens eine Dividende in Höhe von 4 % (Vorjahr: 4 %) des auf jede der Vorzugsaktien entfallenden anteiligen Betrages des Grundkapitals. Reicht der Bilanzgewinn eines oder mehrerer Geschäftsjahre nicht zur Vorwegausschüttung von mindestens 4% (Vorjahr: 4 %) auf die Vorzugsaktien aus, so werden die fehlenden Beträge ohne Zinsen aus dem Bilanzgewinn der folgenden Geschäftsjahre in der Weise nachgezahlt, dass die älteren Rückstände vor den jüngeren zu tilgen und die aus dem Gewinn eines Geschäftsjahres für dieses zu zahlenden Vorzugsbeträge erst nach Tilgung sämtlicher Rückstände zu leisten sind. Das Nachzahlungsrecht ist Bestandteil des Gewinnanteils desjenigen Geschäftsjahres, aus dessen Bilanzgewinn die Nachzahlung auf die Vorzugsaktien gewährt wird.

Hinsichtlich der besonderen Rechte von Vorzugsaktionären verweisen wir zudem auf die allgemein gültigen gesetzlichen Regelungen des § 140 Abs. 2 AktG. Ist der Vorzug nachzuzahlen und wird der Vorzugsbetrag in einem Jahr nicht oder nicht vollständig gezahlt und im nächsten Jahr nicht neben dem vollen Vorzug für dieses Jahr nachgezahlt, so haben die Vorzugsaktionäre das Stimmrecht, bis die Rückstände gezahlt sind. Ist der Vorzug nicht nachzuzahlen und wird der Vorzugsbetrag in einem Jahr nicht oder nicht vollständig gezahlt, so haben die Vorzugsaktionäre das Stimmrecht, bis der Vorzug in einem Jahr vollständig gezahlt ist. Solange das Stimmrecht besteht, sind die Vorzugsaktien auch bei der Berechnung einer nach Gesetz oder Satzung erforderlichen Kapitalmehrheit zu berücksichtigen. Die Kapitalrücklage enthält die bei der Ausgabe von Vorzugs- und Stammstückaktien über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge.

Der Ausgleichsposten für Fremdwährungsumrechnung und Hochinflation resultiert aus der Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen sowie aus Kaufkraftanpassungseffekten gemäß IAS 29. Für weitere Informationen zur Anwendung des IAS 29 verweisen wir auf die Textziffern 5 und 6.

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Weiterhin erfolgte in den Gewinnrücklagen teilweise die Verrechnung von aktiven Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung, die vor der Umstellung auf IFRS entstanden sind. Zudem sind die Effekte aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 zum 1. Januar 2019 sowie die im Vorjahr aus der Erstanwendung des IAS 29 und IFRS 9 enthalten.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsverpflichtungen nach IAS 19 und Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen sowie Treueprämien werden vollständig erfolgsneutral in einer hierfür vorgesehenen Rücklage im Eigenkapital erfasst. Die entsprechenden latenten Steuern werden ebenfalls erfolgsneutral erfasst.

Zudem wird im Eigenkapital unter Berücksichtigung der Entstehung von latenten Steuereffekten erfolgsneutral eine Cashflow Hedge Rücklage gebildet. Die Rücklage enthält die nicht realisierten Gewinne und Verluste aus Derivaten, welche die Voraussetzungen der Designation zum Cashflow Hedge Accounting gemäß der Übergangsvorschrift nach IFRS 9.7.2.21 erfüllen.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bestehen an nachfolgend auf geführten Tochtergesellschaften. Weitere Angaben zu den Gesellschaften befinden sich unter den Textziffern 2 und 46.

Konzerngesellschaft Mitgesellschafter 31.12.2019 Kapitalanteil 31.12.2018 Kapitalanteil
% TEUR % TEUR
--- --- --- --- --- ---
Legamaster LatAm S.A. lokales Management 30 -1 - -
Prismade Labs GmbH lokales Management 40 -392 50 -23
edding Colombia S.A.S. lokales Management 19 -150 40 -178
-543 -201

Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Legamaster LatAm S.A. neu gegründet. Die Gesellschaft ist eine 70 %ige Tochtergesellschaft der Legamaster International B.V.

In 2019 wurde der Anteil an der Prismade Labs GmbH von 50,0 % auf 60,0 % und an edding Colombia S.A.S. von 60 % auf 80,87 % erhöht. Durch das Besetzungsrecht für zwei der drei Beiratsmitglieder hatte edding bereits im Jahr 2018 die rechtliche Möglichkeit, Entscheidungen gegen den Willen der anderen Gesellschafter bei der Prismade Labs GmbH durchzusetzen, da der Beirat bei Patt-Situationen in der Gesellschafterversammlung (mit einfacher Stimmenmehrheit) verbindlich entscheidet.

Bei der Ermittlung des auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden Anteils des Reinvermögens der Prismade Labs GmbH werden vertraglich vereinbarte Regelungen für eine disquotale Verteilung von Erlös- und Liquiditätsüberschüssen zu Gunsten von edding berücksichtigt. Bei edding Colombia S.A.S. und Legamaster LatAm S.A. ergibt sich der auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallende Anteil unmittelbar aus dem Kapitalanteil.

Die den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zugewiesenen Anteile am Konzernergebnis und am sonstigen Ergebnis sowie die ihnen zugewiesenen Dividendenanteile werden in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns ausgewiesen. Nachfolgend werden die zusammengefassten Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen dargestellt:

Legamaster LatAm S.A. Prismade Labs GmbH edding Colombia S.A.S.
31.12.2019 1 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018 2 31.12.2019 31.12.2018
--- --- --- --- --- --- ---
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
Erlöse und Erträge 2 - 200 238 3.087 3.076
Aufwendungen 9 - 1.144 690 3.786 3.300
Jahresergebnis -Anteil edding Konzern -6 - -698 -226 -426 -171
Jahresergebnis - Anteil nicht beherrschender Gesellschafter -1 - -247 -226 -274 -53
Sonstiges Ergebnis - Anteil nicht beherrschender Gesellschafter 0 - - - -3 8
Langfristige Vermögenswerte 8 733 781 477 359
Kurzfristige Vermögenswerte 4 - 115 324 3.816 3.699
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen - - 1 2 - 20
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 18 - 114 175 5.079 4.569
Eigenkapital -Anteil edding Konzern -5 - 1.125 951 -636 -353
Eigenkapital - Anteil nicht beherrschender Gesellschafter -1 - -392 -23 -150 -178
Dividendenanteile nicht beherrschender Gesellschafter - - - - -

Die nicht beherrschenden Gesellschafter halten keine besonderen Schutzrechte. Garantiezahlungen sind nicht vereinbart. Der Zugriff auf Vermögenswerte der Tochterunternehmen ist nicht beschränkt. Der edding Konzern haftet für die Kontokorrentverbindlichkeiten der kolumbianischen Tochtergesellschaft in Höhe von maximal TEUR 2.200 (Vorjahr: maximal TEUR 1.800). Die Kreditlinie wurde durch die Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 mit TEUR 2.058 (Vorjahr: TEUR 1.535) in Anspruch genommen.

1 Für die Legamaster LatAm S.A. werden die zusammengefassten Finanzinformationen vom Erstkonsolidierungszeitpunkt, dem 1. November 2019, bis zum 31. Dezember 2019 dargestellt.

2 Die zusammengefassten Finanzinformationen der Prismade Labs GmbH werden vom Erstkonsolidierungszeitpunkt, dem 2. Mai 2018, bis zum 31. Dezember 2018 abgebildet.

18 Rückstellungen für Pensionen

Die edding AG sowie die inländischen Konzerngesellschaften edding International GmbH, edding Vertrieb GmbH, Legamaster GmbH und V. D. Ledermann & Co. GmbH haben verschiedene Pensionspläne, die zum größten Teil als einzel- und tarifvertraglich geregelte Zusagen aus leistungsorientierten Pensionsplänen an Vorstände, Geschäftsführer und Mitarbeiter ausgestaltet sind. Die Höhe der Pensionsleistung wird bei den tariflichen Zusagen anhand der Beschäftigungsdauer und der zukünftigen geschätzten Gehalts- und Pensionstrends bestimmt.

Bei der Bewertung der zugesagten Leistungen wird in wertpapiergebundene und nicht wertpapiergebundene Verpflichtungen unterteilt. Die nicht wertpapiergebundenen zugesagten Leistungen werden jährlich unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens („Projected Unit Credit Method“) versicherungsmathematisch berechnet. Die wertpapiergebundenen Pensionsrückstellungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere bewertet, solange der Zeitwert den garantierten Mindestbetrag nicht unterschreitet. Die zugrundeliegenden Wertpapiere qualifizieren nicht als Planvermögen gemäß den Kriterien des IAS 19. Der beizulegende Zeitwert der Wertpapiere beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 5.717 (Vorjahr: TEUR 4.328). Auch für die nicht wertpapiergebundenen zugesagten Leistungen liegt kein Planvermögen vor.

Die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung erfolgt für die Mitarbeiter und zu einem geringen Teil für die Vorstände durch Fonds, die zurzeit ausschließlich aus Wertpapieren bestehen.

Den Wertpapierrisiken wird dadurch begegnet, dass die Versorgungspläne regelmäßig überprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst werden. Das Wertpapierportfolio wird durch einen professionellen Vermögensverwalter gemanagt. Dabei wird der Wert der Wertpapiere kontinuierlich beobachtet und Gegenmaßnahmen werden noch vor Unterschreitung des auf Basis der Mindestverzinsung errechneten Wertes eingeleitet.

Die Pensionsverpflichtungen des Konzerns teilen sich wie folgt in wertpapiergebundene und rückstellungsfinanzierte Pensionszusagen auf:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Anwartschaftsbarwert nicht wertpapiergebundenen
Pensionszusagen 8.311 8.191
Anwartschaftsbarwert wertpapiergebundenen
Pensionszusagen 5.717 4.328
Anwartschaftsbarwert = Bilanzwert 14.028 12.519

Der Anwartschaftsbarwert entwickelte sich insgesamt wie folgt:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Anwartschaftsbarwert (DBO) 01.01. 12.519 12.931
Laufender / nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 187 178
Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtung 209 186
Wertänderung der zusätzlichen Verpflichtung aus Wertpapieren 415 -161
Versicherungsmathematische Verluste 2.044 697
Pensionszahlungen für Versorgungsverpflichtungen -1.412 -1.369
Zuwendungen durch Arbeitnehmer 66 57
Anwartschaftsbarwert (DBO) 31.12. 14.028 12.519

Der laufende Dienstzeitaufwand betrifft mit TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30) Mitglieder des Vorstands.

Die Pensionsrückstellungen enthalten im Geschäftsjahr 2019 versicherungsmathematische Verluste in Höhe von TEUR 2.044 (Vorjahr: TEUR 697). In den Anwartschaftsbarwerten sind kumulierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von TEUR 6.628 (Vorjahr: TEUR 4.584) enthalten, die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurden. Die korrespondierenden latenten Steuereffekte wurden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste resultiert aus Bestandsänderungen sowie der Veränderung von Zins- und Trendannahmen.

Die Berechnung der Pensionsverpflichtung erfolgt nach versicherungsmathematischen Methoden durch unabhängige Gutachter unter Berücksichtigung der nachfolgenden Annahmen. Diese Berechnungsparameter werden jährlich geschätzt:

31.12.2019 31.12.2018
Abzinsungssatz 0,6 % - 1,0 % 1,8 % - 2,2 %
Gehaltsteigerungstrend 0,0 % 0,0 %
Rentensteigerungstrend 0,0 % - 1,8 % 0,0 % - 1,8 %

Weiter dienten als Basis für die Berechnung wie auch im Vorjahr die Sterbetafeln “Richttafeln 2018 G“ von Klaus Heubeck. Der Gehaltsteigerungstrend beträgt Null, da die nicht wertpapiergebundenen Pensionsverpflichtungen ausschließlich laufende Renten betreffen.

Der Nettopensionsaufwand (einschließlich Zinsaufwand) wird in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung als Personalaufwand sowie im Finanzergebnis (Entwicklung der zur Deckung der Pensionsverpflichtungen angeschafften Wertpapiere) ausgewiesen und setzt sich wie folgt zusammen:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Aufwand für im Berichtsjahr erdiente Pensionsansprüche
(laufender Dienstzeitaufwand) 187 178
Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtung 209 186
Nettopensionsaufwand 396 364

Die laufenden Beitragszahlungen für beitragsorientierte Altersversorgungssysteme werden als Aufwand im betreffenden Geschäftsjahr im Personalaufwand ausgewiesen und belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf TEUR 2.570 (Vorjahr: TEUR 2.492). Diese betreffen im Wesentlichen Zahlungen an staatliche Rentenversicherungsträger aufgrund gesetzlicher Bestimmungen.

Eine Veränderung der oben aufgeführten Berechnungsparameter um 50 Basispunkte (Vorjahr: 50 Basispunkte) im Rahmen des Abzinsungssatzes beziehungsweise 25 Basispunkte (Vorjahr: 25 Basispunkte) in Bezug auf den Rentensteigerungstrend würde den Anwartschaftsbarwert um die folgenden Beträge erhöhen beziehungsweise vermindern:

Anstieg / Rückgang Anwartschaftsbarwert
Veränderung der DBO 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018
--- --- --- --- ---
Basispunkte Basispunkte TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Abzinsungssatz - 50 - 50 546 462
+ 50 + 50 -504 -429
Rentensteigerungstrend + 25 + 25 100 708
- 25 - 25 -99 -693

Die Veränderung der Lebenserwartung um ein Jahr hätte folgende Auswirkungen:

Veränderung der DBO Anstieg / 31.12.2019 31.12.2018
Rückgang TEUR TEUR
--- --- --- ---
Lebenserwartung + 1 Jahr 778 708
- 1 Jahr -734 -693

Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt nach den gleichen versicherungsmathematischen Methoden wie die Berechnung der in der Konzernbilanz erfassten Pensionsverpflichtungen. Insbesondere aufgrund des Zinseszinseffekts haben Erhöhung und Senkung der Zinssätze nicht den gleichen absoluten Effekt. Bei gleichzeitiger Änderung mehrerer Annahmen entspricht der kumulierte Effekt nicht zwingend der Summe der Einzeleffekte. Des Weiteren verhält sich die Änderung des Anwartschaftsbarwertes nicht notwendigerweise linear zu einer Änderung der Annahmen.

Für das Geschäftsjahr 2020 werden Arbeitgeberbeiträge zu leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von TEUR 253 (Vorjahr: TEUR 234) erwartet.

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der Leistungsverpflichtungen beträgt 12,3 Jahre (Vorjahr: 11,7 Jahre). Die im Geschäftsjahr 2019 in den nächsten 10 Jahren erwarteten Leistungszahlungen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

31.12.2019
TEUR
--- ---
Erwartete Leistungsauszahlungen
2020 1.539
2021 1.280
2022 1.210
2023 1.068
2024 824
2025-2029 3.060

Die im Vorjahr in den nächsten 10 Jahren erwarteten Leistungsauszahlungen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

31.12.2018
TEUR
--- ---
Erwartete Leistungsauszahlungen
2019 1.528
2020 1.178
2021 1.123
2022 1.094
2023 960
2024 - 2028 3.185

19 Sonstige lang- und kurzfristige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Sonstige langfristige Rückstellungen Sonstige kurzfristige Rückstellungen
TEUR TEUR
--- --- ---
Stand 01.01.2018 1.328 25
Inanspruchnahme -129 -25
Auflösung -12 -
Umgliederung -54 54
Währungsumrechnung -8 -2
Zuführung 112 72
Stand 31.12.2018 1.237 124
Inanspruchnahme -47 -124
Auflösung -47 -27
Umgliederung -61 61
Währungsumrechnung -1 -3
Zuführung 256 285
Stand 31.12.2019 1.337 316

Die langfristigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen die Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen und bei Renteneintritt zu zahlende Treueprämien an Mitarbeiter. Die Jubiläumsverpflichtungen und Treueprämien sind als „other long term employee benefits” mittels des Anwartschaftsbarwertverfahrens versicherungsmathematisch mit einem Rechnungszins von 0,95 % (Vorjahr: 2,20 %) unter Berücksichtigung einer Gehaltserhöhung von 2,00 % p.a. (Vorjahr: 2,00 % p.a.) und einer geschätzten firmenspezifischen Fluktuation berechnet worden. Die Bewertung berücksichtigt in 2019 erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Verluste von TEUR 68 (Vorjahr: Gewinne von TEUR 4). Im Bestand der Rückstellungen sind kumulierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von TEUR 29 (Vorjahr: kumulierte finanzmathematische Gewinne in Höhe von TEUR 38) enthalten, die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurden. Die korrespondierenden latenten Steuereffekte wurden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste resultiert aus Bestandsänderungen sowie der Veränderung von Zins- und Trendannahmen. Die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung wurden bei der Bewertung berücksichtigt.

Zum 31. Dezember 2019 beinhalten die kurzfristigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 82 (Vorjahr: TEUR 54) sowie Restrukturierungsrückstellungen für die argentinische Tochtergesellschaft in Höhne TEUR 184. Im Vorjahr betrafen die kurzfristigen Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen.

Nach der Schließung des Produktionsstandorts in San Juan zum 30. Juni 2019 wurden bei der argentinischen Tochtergesellschaft weitere Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt, da sich die wirtschaftlichen Aussichten, gerade im Hinblick auf den in Argentinien im vierten Quartal 2019 erfolgten Regierungswechsel, nicht gebessert haben. Zum 31. Dezember 2019 sind daher Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von TEUR 184 in den kurzfristigen Rückstellungen enthalten, die Abfindungen für Mitarbeiter betreffen.

20 Lang- und kurzfristige Finanzschulden

Die lang- und kurzfristigen Finanzschulden in Höhe von insgesamt TEUR 7.857 (Vorjahr: TEUR 7.694) setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.926 4.683
Davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 4.426 3.683
Restlaufzeit 1 - 5 Jahre 500 1.000
Restlaufzeit über 5 Jahre - -
Davon Grundpfandrechtlich gesichert 1.000 1.500
Übrige Finanzschulden 2.931 3.011
Davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 2.931 3.011
Restlaufzeit 1 - 5 Jahre - -
Restlaufzeit über 5 Jahre - -
Davon Grundpfandrechtlich gesichert - -

Die übrigen Finanzschulden umfassen im Geschäftsjahr 2019 wie im Vorjahr Kaufpreisverbindlichkeiten aus einer Anteilsübernahme.

21 Lang- und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

31.12.2019 01.01.2019
TEUR TEUR
--- --- ---
Leasingverbindlichkeiten 4.817 5.109
Davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 2.145 1.908
Restlaufzeit 1 - 5 Jahre 2.593 3.179
Restlaufzeit über 5 Jahre 79 22

Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 führte zum Ansatz kurz- und langfristiger Leasingverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt TEUR 5.109. Bis zum 31. Dezember 2019 hat sich der Buchwert der bilanzierten Leasingverbindlichkeiten auf TEUR 4.817 fortentwickelt.

Im Geschäftsjahr 2019 waren keine wesentlichen nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogenen Aufwendungen für variable Leasingzahlungen zu verzeichnen. Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten betrugen im Geschäftsjahr 2019 TEUR 2.021. Die Veränderung der Leasingverbindlichkeiten wird in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen zukünftige Zahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 255 für Leasingverträge, die noch nicht begonnen haben und die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigt geblieben sind.

Die zukünftigen Einnahmen aus Untervermietungen als Leasinggeber, die in den Jahren 2020 bis 2024 fällig werden, belaufen sich auf TEUR 69 (Vorjahr: Fälligkeit von TEUR 223 in den Jahren 2019 bis 2023). Künftige Mieteinnahmen, die der edding Konzern als Leasinggeber aus bestehenden Operating-Lease-Verträgen im Zusammenhang mit als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erwartet, werden unter Textziffer 10 aufgeführt und sind hier nicht enthalten.

Für ausführliche Erläuterungen wird auf die Textziffern 5, 6 sowie 40 verwiesen.

22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen / Sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.218 5.669
Davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 5.218 5.669
Sonstige Verbindlichkeiten 18.369 19.461
Davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 17.547 17.563
Restlaufzeit 1 - 5 Jahre 625 1.745
Restlaufzeit über 5 Jahre 197 153

Die sonstigen lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Sonstige Verbindlichkeiten 18.369 19.461
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 9.969 10.380
Davon originäre finanzielle Verbindlichkeiten 9.470 9.606
Davon derivative finanzielle Verbindlichkeiten 499 774
Leistungen an Arbeitnehmer 6.900 7.389
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 605 773
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 512 343
Übrige 383 576

Die originären finanziellen Verbindlichkeiten betreffen in Höhe von TEUR 7.526 (Vorjahr: TEUR 7.880) abgegrenzte Schulden für Kundenboni und Werbekostenzuschüsse.

In den sonstigen lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten sind abgegrenzte Schulden in Höhe von insgesamt TEUR 15.935 (Vorjahr: TEUR 16.690) enthalten. Der Leistungsaustausch hat bereits stattgefunden, wurde aber noch nicht in Rechnung gestellt. Hinsichtlich Höhe und Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung besteht ein wesentlich höherer Grad der Sicherheit als bei den Rückstellungen. Die abgegrenzten Schulden enthalten folgende wesentliche Posten:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Kundenboni und Werbekostenzuschüsse 7.526 7.880
Ergebnisabhängige und einmalige Vergütungen Mitarbeiter 5.072 5.690
Urlaubsentgelt und Zeitguthaben 1.313 1.208
Übrige 2.024 1.912
15.935 16.690

23 Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

Zum 31. Dezember 2019 bestanden Eventualverbindlichkeiten aus gewährten Bürgschaften in Höhe von TEUR 229 (Vorjahr: TEUR 229). Weitere Eventualverbindlichkeiten oder Haftungsverhältnisse bestanden nicht.

24 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Dienstleistungsverträge für ausgelagerte Logistikdienstleistungen sowie IT-Dienstleistungen. Der edding Konzern erwartet folgende Mindestverpflichtungen mit den nachfolgenden Fälligkeiten:

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Erwartete Mindestverpflichtungen aus langfristigen
Dienstleistungsverträgen
bis 1 Jahr 2.137 2.523
1 - 5 Jahre 8.065 861
über 5 Jahre 4.002 -
14.204 3.384

Erläuterungen zur Konzerngewinn- und -verlustrechnung

25 Umsatzerlöse

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen beziehungsweise Regionen wird in Textziffer 39 dargestellt.

26 Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

Die Posten Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen in Höhe von TEUR +374 (Vorjahr: TEUR +245) beinhalten wie im Vorjahr keine Entwicklungsaufwendungen, die nach IAS 38 aktiviert wurden.

27 Materialaufwand

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 55.841 54.833
Aufwendungen für bezogene Leistungen 576 532
56.417 55.365

28 Personalaufwand / Mitarbeiter

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Deutschland 27.786 25.750
Ausland 13.019 11.920
40.805 37.670

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um rund 8,3 % (Vorjahr: 0,9 %) gestiegen. Dieser Anstieg ist auf den Aufbau von Personal unter anderem durch die im Aufbau befindlichen Gesellschaften, hohe wesentlich durch die Restrukturierung in Argentinien geprägte einmalige Personalaufwendungen sowie laufende Gehaltserhöhungen zurückzuführen. Die im Personalaufwand des Geschäftsjahres 2019 enthaltenen einmaligen Personalaufwendungen betragen TEUR 1.537 (Vorjahr: TEUR 580). Sie betreffen mit TEUR 774 vor allem Abfindungen für Mitarbeiter der argentinischen Tochtergesellschaft im Zusammenhang mit der Schließung der Produktion in San Juan zum 30. Juni 2019 sowie mit den weiteren zum Ende des Geschäftsjahres durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen.

Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt):

2019 2018
Angestellte
Deutschland 316 302
Ausland 260 248
Gewerbliche Arbeitnehmer
Deutschland 50 43
Ausland 33 45
Anzahl Arbeitnehmer 659 638
Auszubildende
Deutschland 31 30
Ausland - -
690 668

29 Abschreibungen

Im Geschäftsjahr 2019 sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 274 (Vorjahr: TEUR 162) angefallen. Diese betreffen außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte (Vorjahr: außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) in Argentinien sowie die hierfür im Berichtsjahr 2019 berücksichtigten hochinflationsbedingten Anpassungen. Für die in den Vorjahren durchgeführten außerplanmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens war angesichts weiterer operativer Fehlbeträge (Vorjahr: operativer Fehlbeträge und geringer Auslastung) keine Wertaufholung vorzunehmen. Das Anlagevermögen und die Nutzungsrechte inklusive hochinflationsbedingter Anpassungen in Argentinien sind daher zum 31. Dezember 2019 in Höhe von umgerechnet TEUR 1.024 (Vorjahr: TEUR 304) vollständig wertberichtigt.

30 Sonstige betriebliche Erträge

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Währungskursgewinne (inklusive Wertänderungen aus Währungsderivaten) 3.474 3.666
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und abgegrenzten Schulden 1.570 1.090
Mieterträge 560 520
Werbekostenzuschüsse 261 159
Erträge aus Anlagenabgängen 116 13
Kooperationserlöse 109 126
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 83 140
Erträge aus Stromeinspeisung 80 78
Erträge aus Krankenkassenerstattungen 79 96
Erträge aus Investitionszulagen 41 23
Ertrag aus der Entkonsolidierung edding Mexico S. de R.L. de C.V. - 184
Übrige Erträge 1.170 1.089
7.543 7.184

31 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Fracht- und Logistikkosten 7.111 6.884
Werbe- und Marketingkosten 5.907 5.837
Währungskursverluste (inklusive Wertänderungen aus Währungsderivaten) 5.442 5.752
Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten 3.763 3.296
Personalnebenkosten 2.278 2.216
IT-Kosten 1.746 1.649
Raumkosten 1.599 2.229
Reisekosten 1.546 1.327
Fuhrparkkosten 1.479 2.278
Delkredere-Provisionen 1.109 1.079
Kommunikationsaufwendungen 764 590
Versicherungen 642 637
Mietaufwendungen (Immobilien) 332 1.220
Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen sowie flussigen Mitteln 161 404
Übrige Aufwendungen 4.040 4.122
37.919 39.520

Den Währungskursverlusten in Höhe von TEUR 5.442 (Vorjahr: TEUR 5.752) stehen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesene Währungskursgewinne in Höhe von TEUR 3.474 (Vorjahr: TEUR 3.666) gegenüber. In Summe hat sich das Währungsergebnis von TEUR -2.086 auf TEUR - 1.968 verbessert, was zum einen auf die Währungskursentwicklung des Euro zum US-Dollar beziehungsweise des Euro zum Japanischen Yen und die damit zusammenhängende Wertentwicklung der in US-Dollar denominierten Vermögenswerte und der Euro/US-Dollar- und Euro/Yen-Währungsabsicherungsgeschäfte des edding Konzerns zurückzuführen ist.

Im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen Gesellschaften des edding Konzerns als Leasingnehmer auftreten, wurden im Geschäftsjahr 2019 folgende Beträge in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung erfasst:

2019
TEUR
--- ---
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten 265
Aufwendungen für Leasingverhältnisse mit zugrunde liegenden Vermögenswerten von geringem Wert („Small Ticket Leases“) 34
299

32 Finanzergebnis

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Zinsen und ähnliche Erträge 827 401
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.628 -1.077
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen -123 n.a.
Zuschreibungen (+) / Abschreibungen (-) auf Wertpapiere 1.233 -148
Finanzergebnis 309 -824

Der Anstieg der Zinsen und ähnlichen Erträge ist im Wesentlichen auf einen positiven Sondereffekt in Höhe von TEUR 760 zurückzuführen, der aus einer Neuordnung der Finanzierung der argentinischen Tochtergesellschaft im Geschäftsjahr 2019 resultiert. Nach einer Kapitalerhöhung durch Sacheinlagen in Form argentinischer Staatsanleihen durch die edding AG konnten aus dem Verkaufserlös dieser Wertpapiere bestehende Konzernverbindlichkeiten als bisherige Finanzierungsquelle weitgehend beglichen werden. Arbitragegewinne durch bei der Veräußerung der Wertpapiere zugrunde zu legende Wechselkurse zwischen dem US-Dollar und dem Argentinischen Peso führten zu Finanzerträgen der argentinischen Tochtergesellschaft.

Die Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 123 enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten.

33 Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29

Die Erträge aus der Berücksichtigung der Hochinflation gemäß IAS 29 in Argentinien beliefen sich auf TEUR 567 (Vorjahr: 903). Bedingt durch die Bilanzstruktur der edding Argentina S.A. mit einem Überhang von Verbindlichkeiten über die Forderungen führte die Hochinflation wie im Vorjahr zu einem Schuldnergewinn. Im Geschäftsjahr 2019 sind zudem erstmalig Kaufkraftanpassungseffekte für die nicht-monetären Posten der Legamaster LatAm S.A. im Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 enthalten.

Für ausführliche Erläuterungen zur Anpassung von Vorjahreswerten wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

34 Ertragsteuern

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Tatsächlicher Steueraufwand 4.487 4.430
Latenter Steueraufwand 133 57
4.620 4.487

Im Posten tatsächlicher Steueraufwand werden die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der inländischen wie auch der ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2019 sind im tatsächlichen Steueraufwand periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 244 (Vorjahr: Erträge in Höhe von TEUR 60) enthalten. Diese betreffen vor allem Gewerbesteuernachzahlungen für Vorjahre.

Die Ertragsteuerschulden zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 1.526 (Vorjahr: TEUR 1.084) betreffen inländische Ertragsteuerschulden für Körperschaft- und Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 1.466 (Vorjahr: TEUR 960) und ausländische Ertragsteuerschulden in Höhe von TEUR 59 (Vorjahr: TEUR 124). Zum Bilanzstichtag bestanden langfristige Ertragsteuerforderungen in Höhe von TEUR 127 (Vorjahr: TEUR 251), die hauptsächlich im Ausland gezahlte Steuervorauszahlungen enthalten. In den kurzfristigen Ertragsteuerforderungen von TEUR 622 (Vorjahr: TEUR 209) werden mit TEUR 392 (Vorjahr: TEUR 209) in Zukunft anrechenbare Steuergutschriften aus einer Mindestbesteuerung sowie mit TEUR 230 im Ausland gezahlte Steuervorauszahlungen ausgewiesen.

Der Steuersatz für die Ermittlung latenter Steuern wird auf der Basis der aktuell gültigen Rechtslage für jedes Land separat ermittelt. Der für den Konzern anzuwendende Steuersatz beträgt 29,76 % (Vorjahr: 29,76 %).

Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 13.136 (Vorjahr: TEUR 8.788) sowie abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 419 (Vorjahr: TEUR 71), welche wie im Vorjahr im Wesentlichen auf das Anlagevermögen entfallen, wurden keine latenten Steueransprüche angesetzt. Verlustvorträge verfallen in Griechenland und der Türkei nach fünf Jahren, in Argentinien verfällt die Vorauszahlung aus der Mindestbesteuerung nach zehn Jahren und in Kolumbien nach fünf Jahren. Verlustvorträge werden als Vermögenswert angesetzt, sofern mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Nutzung innerhalb der nächsten drei Jahre erwartet werden kann. Aufgrund der geringen Höhe der auf Verlustvorträge aktivierten latenten Steuern geht die Gesellschaft von einer Nutzung innerhalb der nächsten drei Jahre aus. Wesentliche Steuereffekte aus nicht ausgeschütteten Gewinnvorträgen in Tochtergesellschaften liegen zum Stichtag nicht vor. Die kumulierten Gewinnvorträge aller Tochterunternehmen belaufen sich auf circa TEUR 5.600 (Vorjahr: circa TEUR 5.600).

Im Geschäftsjahr 2019 wurden latente Steuern in Höhe von TEUR 562 (Vorjahr: TEUR -11) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst, wie in der Konzerngesamtergebnisrechnung dargestellt.

Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzposten zum 31. Dezember 2019 ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung:

Aktiv 31.12.2019 Aktiv 31.12.2018 Passiv 31.12.2019 Passiv 31.12.2018
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 103 73 215 244
Sachanlagen - - 1.148 1.507
Nutzungsrechte - n.a. 1.215 n.a.
Sonstige Finanzanlagen - - - 36
Sonstige langfristige Forderungen - - 71 43
Übrige Vermögenswerte - - 737 454
Langfristige Vermögenswerte 103 73 3.386 2.284
Vorräte 716 556 - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 40 25 44
Übrige Vermögenswerte 86 46 2 94
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte - n.a. 277 n.a.
Kurzfristige Vermögenswerte 812 642 304 138
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1.444 1.032 - -
Sonstige Rückstellungen 115 85 - -
Finanzschulden 140 - - -
Leasingverbindlichkeiten 510 n.a. - n.a.
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 167 138 - -
Langfristige Verbindlichkeiten 2.376 1.255 - -
Kurzfristige Verbindlichkeiten 614 344 - 4
Verlustvorträge 358 373 - -
Zwischensumme 4.263 2.687 3.690 2.426
Saldierung -3.571 -2.082 -3.571 -2.082
Bestand laut Konzernbilanz 692 605 119 344

Die Unterschiede zwischen dem aufgrund des rechnerischen Steuersatzes der edding AG von 29,76 % (Vorjahr: 29,76 %) erwarteten Ertragsteueraufwand und dem tatsächlichen Ertragsteueraufwand können folgender Überleitungsrechnung entnommen werden:

2019 2018 1
TEUR TEUR
--- --- ---
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 10.595 13.251
Erwarteter Ertragsteueraufwand 3.153 3.943
Abweichende Steuersätze -52 -65
Permanente Differenzen 216 180
Nichtansatz / Wertberichtigung steuerlicher Verluste 985 358
Wertberichtigung latenter Steuern aus temporären Differenzen / Nutzung nicht bewerteter temporärer Differenzen 38 136
Periodenfremde Steuern 244 -60
Sonstige Abweichungen 36 -5
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 4.620 4.487

Die in Textziffer 6 erläuterte Anpassung der Vorjahreswerte bezüglich IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“ führt auch zu einer Korrektur der Überleitungsrechnung für das Geschäftsjahr 2018. In Folge des höheren Konzernergebnis vor Ertragsteuern beträgt der erwartete Ertragsteueraufwand TEUR 3.943 (statt wie bisher berichtet TEUR 3.350) und die permanenten Differenzen TEUR 180 (statt wie bisher berichtet TEUR 773).

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

35 Ergebnis je Aktie

Die Stammaktien der edding AG werden weder börslich noch außerbörslich gehandelt. Daher ist die edding AG nach IAS 33.2(b)(i) nicht verpflichtet, Angaben zum Ergebnis je Aktie im IFRS Konzernabschluss zu machen. Die nachfolgenden Angaben zum Ergebnis je Aktie der edding AG nach IAS 33 erfolgen somit auf freiwilliger Basis.

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Anzahl der Aktien ermittelt. Es bestehen keine Wandel- beziehungsweise Optionsrechte. Daher entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Das Ergebnis je Aktie gemäß IAS 33 wurde wie folgt ermittelt:

2019 2018 1
TEUR TEUR
--- --- ---
Konzernergebnis den Aktionären der edding AG zuzurechnen 6.497 9.043
Abzüglich im Geschäftsjahr gezahlter Vorzugsdividende 1.159 1.017
Abzüglich im Geschäftsjahr gezahlter Dividende Stammaktien 1.440 1.260
Zwischensumme 3.898 6.766
Anzahl Stammaktien (Stück) 600.000 600.000
Anzahl Vorzugsaktien (Stück) 473.219 473.219
Nicht ausgeschüttetes Ergebnis den Stammaktionären zuzurechnen 2.160 3.750
Nicht ausgeschüttetes Ergebnis den Vorzugsaktionären zuzurechnen 1.738 3.016
Zwischensumme 3.898 6.766
Ausgeschüttetes Ergebnis je Stammaktie 2,40 2,10
Nicht ausgeschüttetes Ergebnis je Stammaktie 3,60 6,25
Unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Stammaktie 6,00 8,35
Ausgeschüttetes Ergebnis je Vorzugsaktie 2,45 2,15
Nicht ausgeschüttetes Ergebnis je Vorzugsaktie 3,67 6,37
Unverwässertes/ verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie 6,12 8,52

Bei der Berechnung wird der satzungsmäßige Dividendenvorteil der Vorzugsaktien gegenüber den Stammaktien in Höhe von 2 % (Vorjahr: 2 %) auch auf das nicht ausgeschüttete Ergebnis sowie die im Geschäftsjahr von der Hauptversammlung beschlossene Dividendenausschüttung berücksichtigt.

Des Weiteren erhalten die Vorzugsaktien gemäß der Satzung eine Mindestdividende in Höhe von 4 % des auf jede der Vorzugsaktien entfallenden anteiligen Betrags des Grundkapitals. Diese Bedingung wird bei der Berechnung des Ergebnisses je Vorzugsaktie einbezogen.

Zu den Rechten der verschiedenen Aktiengattungen verweisen wir auf Textziffer 17.

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

Sonstige Erläuterungen

36 Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

Die wesentlichen durch den Konzern eingegangenen finanziellen Verbindlichkeiten - mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente - umfassen Bankdarlehen und Kontokorrentkredite, Leasingverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Hauptzweck der finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Auf der Aktivseite verfügt der Konzern über verschiedene finanzielle Vermögenswerte. Darunter fallen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährte Darlehen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns resultieren.

Des Weiteren hat der edding Konzern auch derivative Finanzinstrumente in Form von Devisenoptionen und Devisentermingeschäften abgeschlossen. Zweck dieser derivativen Finanzinstrumente ist grundsätzlich die Absicherung gegen Währungsrisiken, die aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren.

Grundsätzlich orientieren sich Sicherungsgeschäfte in Art und Umfang an zugehörigen Grundgeschäften. Sicherungsgeschäfte werden nur für bestehende Grundgeschäfte oder geplante Transaktionen abgeschlossen. Ein darüber hinausgehender Handel mit Derivaten wurde in den Geschäftsjahren 2019 und 2018 nicht betrieben.

Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken umfassen Währungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken, die aus den entsprechenden Risikovariablen erwachsen. Das Management hat Strategien und Verfahren zur Steuerung einzelner Risikoarten beschlossen und umgesetzt, die im Folgenden dargestellt werden. Zur Beurteilung von Marktrisiken werden Sensitivitätsanalysen erstellt, welche die Auswirkungen hypothetischer Änderungen relevanter Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden hierbei bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen ceteris paribus auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Währungsrisiko

Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzerngesellschaften ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko des Konzerns aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt. Einige Konzerngesellschaften sind jedoch Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt. Fremdwährungsrisiken bestehen im Wesentlichen auf der Beschaffungsseite beim Japanischen Yen (JPY) und beim US-Dollar (USD). Zur Sicherung setzt der edding Konzern Devisenderivate ein. Der edding Konzern war aufgrund dieser Sicherungsaktivitäten zum Abschlussstichtag keinen wesentlichen Währungskursrisiken im operativen Bereich ausgesetzt.

Darüber hinaus bestehen noch Risiken auf der Absatzseite durch die Tochtergesellschaften in Argentinien (Argentinischer Peso, ARS, sowie US-Dollar), Großbritannien (Britisches Pfund, GBP), Türkei (Türkische Lira, TRY) und Kolumbien (Kolumbianischer Peso, COP).

Ferner bestehen Wechselkursrisiken im edding Konzern aus konzerninternen Darlehensbeziehungen. Zudem werden Devisentermingeschäfte für das Währungspaar EUR/GBP zur Besicherung von Fremdwährungsrisiken aus konzerninterner Beschaffung abgeschlossen, da ein Großteil der konzerninternen Fakturierung an die britische Konzerngesellschaft in GBP stattfindet. Des Weiteren wurde ein Großteil der konzerninternen Beschaffung der türkischen Landesgesellschaft im Geschäftsjahr 2018 in TRY fakturiert. Ab dem Geschäftsjahr 2019 wurde hierbei wieder auf EUR-Fak- tuierung gewechselt. Jedoch sichert der edding Konzern zentral die lokalen in TRY valutierenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der türkischen Tochtergesellschaft zu wesentlichen Teilen durch Devisentermingeschäfte ab. Ebenso werden die bei der argentinischen Tochtergesellschaft in ARS bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise durch Devisentermingeschäfte zentral durch den edding Konzern abgesichert, soweit technisch möglich.

Folgende Devisenderivate bestehen zur Sicherung und Minimierung von Fremdwährungsrisiken im edding Konzern:

Übersicht Abgesichertes Laufzeit Nominalvolumen Marktwert in TEUR
Devisenderivate Währungsrisiko 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018
--- --- --- --- --- --- ---
Devisenoptionen JPY - als Cashflow Beschaffung in JPY mtl. 2021 900,0 Mio. JPY - 125 -
Hedge designiert Devisenoptionen JPY - als Cashflow Beschaffung in JPY mtl. 2020 600,0 Mio. JPY 600,0 Mio. JPY 215 186
Hedge designiert Devisenoptionen JPY - als Cashflow Beschaffung in JPY mtl. 2020 300,0 Mio. JPY 300,0 Mio. JPY 140 118
Hedge designiert Devisenoptionen JPY - als Cashflow Beschaffung in JPY mtl. 2019 - 720,0 Mio. JPY - 140
Hedge designiert Devisenoptionen USD Beschaffung in USD mtl. 2019 - 4,8 Mio. USD - 51
Devisentermingeschäfte USD Beschaffung in USD Februar 2019 - 2,0 Mio. USD - -1
Devisentermingeschäfte GBP Konzerninterne Beschaffung in EUR mtl. 2020 4,4 Mio. GBP - -262 -
Devisentermingeschäfte GBP Konzerninterne Beschaffung in EUR mtl. 2019 - 3,0 Mio. EUR - 64
Devisentermingeschäfte COP/USD Konzerninterne Beschaffung in USD Ende 2020 9.665,6 Mio. COP - -66 -
Devisentermingeschäfte COP/USD Konzerninterne Beschaffung in USD Ende 2019 - 6.556,0 Mio. COP - 26
Devisentermingeschäfte ARS/USD Konzerninterne Beschaffung in USD Februar 2019 - 83,5 Mio. ARS - -114
Devisentermingeschäfte TRY Lokale Forderungen in TRY mtl. 2020 13,0 Mio. TRY - -171 -
Devisentermingeschäfte TRY Lokale Forderungen in TRY mtl. 2019 - 25,0 Mio. TRY - -659

Die Devisenoptionen für Japanische Yen waren im Geschäftsjahr 2019 vollständig als Sicherungsinstrumente im Rahmen des Cashflow Hedge Accounting gemäß der Übergangsvorschrift nach IFRS 9.7.2.21 designiert, die die Weiterführung der Anwendung der Regeln des Hedge Accounting nach IAS 39 erlaubt. Der erwartete Eintritt der gesicherten Cashflows verteilt sich wie im Vorjahr auf die nach dem Bilanzstichtag folgenden 24 Monate. Wesentliche Auswirkungen auf das Ergebnis durch Eintritt der Cashflows sind aufgrund der hergestellten Sicherungsbeziehungen nicht zu erwarten.

Die Marktwertänderungen von Devisenderivaten, die als Cashflow Hedges designiert sind, werden für den effektiven Teil der Sicherungsbeziehung erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und zum Zeitpunkt, an dem das geplante Beschaffungsgeschäft stattfindet, ergebniswirksam in die Konzerngewinn- und -verlustrechnung umgegliedert. Der ineffektive Teil der Marktwertveränderung wird direkt ergebniswirksam erfasst. Die im Geschäftsjahr 2019 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Marktwertänderungen aus zum 31. Dezember 2019 im Portfolio befindlichen Cashflow Hedges betragen vor Steuern TEUR +316 (Vorjahr: TEUR +97).

Im Geschäftsjahr 2019 wurden vor Steuern TEUR -217 (Vorjahr: TEUR +475) im Rahmen des Cashflow Hedge Accounting aus dem sonstigen Ergebnis als Ertrag (Vorjahr: Aufwand) in die Konzerngewinn- und -verlustrechnung (Materialaufwand) übernommen und Fair Value-Änderungen in Höhe von TEUR +436 (Vorjahr: TEUR +289) im Eigenkapital erfasst. Der im Geschäftsjahr 2019 in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung erfasste Verlust für den ineffektiven Teil der Absicherung beträgt TEUR 339 (Vorjahr: Gewinn in Höhe von TEUR 518).

Die folgende Tabelle zeigt für die zum Bilanzstichtag bestehenden Devisenderivate die Sensitivität auf das Konzerneigenkapital und das Konzernergebnis vor Steuern bezüglich einer 10 %igen Auf- oder Abwertung der jeweiligen Fremdwährung der Devisenderivate gegenüber dem Euro beziehungsweise dem US-Dollar.

Sensivitäten der Fremdwährungsderivate Veränderung Eigenkapital 31.12.2019 Veränderung Eigenkapital 31.12.2018 Veränderung Ergebnis vor Steuern 2019 Veränderung Ergebnis vor Steuern 2018
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Aufwertung des EUR um 10 % gegenüber Fremdwährung des Derivats (JPY / USD / GBP / TRY)
Devisenoptionen JPY - als Cashflow Hedge designiert -318 -525 -138 -509
Devisenoptionen USD - -117 - -167
Devisentermingeschäfte USD - 111 - 158
Devisentermingeschäft COP/USD 161 107 230 152
Devisentermingeschäft ARS/USD - 118 - 168
Devisentermingeschäfte GBP 331 188 471 267
Devisentermingeschäfte TRY 120 237 170 338
294 119 733 407
Abwertung des EUR um 10 % gegenüber Fremdwährung des Derivats (JPY / USD / GBP / TRY)
Devisenoptionen JPY - als Cashflow Hedge designiert 808 860 138 -58
Devisenoptionen USD - 263 - 374
Devisentermingeschäfte USD - -136 - -194
Devisentermingeschäft COP/USD -197 -131 -281 -186
Devisentermingeschäft ARS/USD - -145 - -206
Devisentermingeschäfte GBP -404 -230 -575 -327
Devisentermingeschäfte TRY -146 -290 -208 -413
61 191 -926 -1.010

Die folgenden Tabellen zeigen aus Konzernsicht die Sensitivitat des Konzernergebnisses vor Steuern bezüglich einer 10 %igen Auf- oder Abwertung der jeweiligen im Konzern genutzten Fremdwährung gegenüber dem Euro. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen zum Bilanzstichtag und passt deren Umrechnung zum Periodenende gemäß einer 10 %igen Änderung der Wechselkurse an. Ferner wird die vorangegangene dargestellte Sensivität der nicht als Cashflow Hedges designierten Devisenderivate einbezogen.

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Aufwertung der im Konzern genutzten Währung um 10 %
Türkische Lira 67 65
Devisentermingeschäfte TRY -208 -413
Kolumbianischer Peso 232 258
Devisentermingeschäft COP/USD -281 -186
Britisches Pfund 185 19
Devisentermingeschäfte GBP -575 -327
Argentinischer Peso 18 143
Devisentermingeschäft ARS/USD - -206
US-Dollar 339 94
Devisentermingeschäfte und -optionen US-Dollar - 180
Japanischer Yen -48 -4
-271 -377
2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Abwertung der im Konzern genutzten Währung um 10 %
Türkische Lira -67 -54
Devisentermingeschäfte TRY 170 338
Kolumbianischer Peso -190 -211
Devisentermingeschäft COP/USD 230 152
Britisches Pfund -151 -15
Devisentermingeschäfte GBP 471 267
Argentinischer Peso -20 -121
Devisentermingeschäft ARS/USD - 168
US-Dollar -277 -77
Devisentermingeschäfte und -optionen US-Dollar - -9
Japanischer Yen 39 3
205 441

Aufgrund der Lage in Argentinien wurde wie im Vorjahr zudem die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern bezüglich einer 20 %igen beziehungsweise 40 %igen Auf- oder Abwertung des Argentinischen Peso gegenüber dem Euro berechnet.

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Argentinischer Peso
Aufwertung um 20 % 18 259
Aufwertung um 40 % 74 489
Abwertung um 20 % -41 -219
Abwertung um 40 % -83 -416

Zinsänderungsrisiko

Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der edding Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus langfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten mit variablem Zinssatz. Die Steuerung dieses Zinsaufwands des edding Konzerns erfolgt durch eine Kombination von festverzinslichem und variabel verzinslichem Fremdkapital.

Die Reform der Referenzzinssätze (IBORs) führt aktuell zu Unsicherheiten in der zeitlichen Umsetzung und der genauen inhaltlichen Ausgestaltung der geplanten Änderungen. edding ist hinsichtlich der Darlehen an Mitarbeiter und der Bankdarlehen von diesen Unsicherheiten betroffen. Die aktuellen Entwicklungen werden fortlaufend analysiert. Notwendige Maßnahmen zum Übergang auf die neuen Referenzzinssätze werden, wenn notwendig, eingeleitet. edding erwartet aus den Änderungen der Referenzzinssätze keine wesentlichen Auswirkungen.

Auf die Darstellung von Zinssensitivitäten wird verzichtet, da der edding Konzern keinen wesentlichen Zinsrisiken ausgesetzt ist.

Sonstiges Preisrisiko

Zum Bilanzstichtag war der edding Konzern keinen wesentlichen Risiken aus der Veränderung solcher Risikovariablen ausgesetzt.

Ausfallrisiko

Dem Ausfallrisiko finanzieller Vermögenswerte wird durch angemessene Wertberichtigungen unter Berücksichtigung bestehender Sicherheiten Rechnung getragen.

Zur Reduzierung des Ausfallrisikos bei Kundenforderungen ist bei den größeren Konzerngesellschaften ein umfassendes Forderungsmanagement eingerichtet, indem sowohl Kreditwürdigkeitsprüfungen als auch die Versicherung von Forderungen gegenüber bedeutenden Kunden vorgenommen werden. Darüber hinaus wird das Ausfallrisiko bei einer Vielzahl von Kunden in Deutschland (Fachhändler) durch Zentralregulierer abgedeckt.

Sicherungsgeschäfte für Finanzrisiken werden nur mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken getätigt.

Das Ausfallrisiko der zum Bilanzstichtag existierenden finanziellen Vermögenswerte wird vom Management als gering eingeschätzt. Bei Ausfall des Kontrahenten besteht ein maximales Ausfallrisiko in Höhe des Buchwerts der entsprechenden finanziellen Vermögenswerte.

Weitere Angaben zur Werthaltigkeit der finanziellen Vermögenswerte sind in den Textziffern 13 und 14 enthalten.

Liquiditätsrisiko

Das Konzernrechnungswesen überwacht laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses. Hierbei werden unter anderem die Laufzeiten der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten sowie erwartete Cashflows aus der Geschäftstätigkeit analysiert.

Das Ziel des edding Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen zu wahren.

Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente des edding Konzerns ersichtlich.

Einbezogen wurden alle Instrumente, die zum Abschlussstichtag im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten wurden nicht berücksichtigt. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Abschlussstichtag aktuellen Referenzzinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

2019 Buchwert 31.12.2019 Cashflows 2020 Cashflows 2021-2024 Cashflows 2025 ff.
Zins Tilgung Zins Tilgung Zins Tilgung
--- --- --- --- --- --- --- ---
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- --- ---
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten 27.362 367 24.190 69 3.093 2 79
Lang- und kurzfristige Finanzschulden 7.857 269 7.357 9 500 1 -
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.926 269 4.426 9 500 1 -
davon sonstige Finanzschulden 2.931 - 2.931 - - - -
Lang- und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 4.817 98 2.145 60 2.593 1 79
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.218 - 5.218 - - - -
Sonstige Verbindlichkeiten 9.470 - 9.470 - - - -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 499 - 628 - - - -
Bruttoabflüsse aus Währungsderivaten - - 9.796 - - - -
Bruttozuflüsse aus Währungsderivaten - - -9.168 - - -
2018 Buchwert 31.12.2018 Cashflows 2019 Cashflows 2020-2023 Cashflows 2024 ff.
Zins Tilgung Zins Tilgung Zins Tilgung
--- --- --- --- --- --- --- ---
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- --- ---
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten 22.969 457 21.969 33 1.000 - -
Lang- und kurzfristige Finanzschulden 7.694 457 6.694 33 1.000 - -
davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.683 457 3.683 33 1.000 - -
davon sonstige Finanzschulden 3.011 - 3.011 - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.669 - 5.669 - - - -
Sonstige Verbindlichkeiten 9.606 - 9.606 - - - -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 774 - 1.289 - - - -
Bruttoabflüsse aus Währungsderivaten - - 7.822 - - - -
Bruttozuflüsse aus Währungsderivaten - - -6.533 - - - -

37 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte, Wertansätze, beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

Die nachfolgende Tabelle zeigt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der im Konzernabschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 und den Fair Value Hierachie Stufen nach IFRS 13. Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) eines Finanzinstruments entspricht dem Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

31.12.2019 31.12.2018
Fair Value Hierarchie Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
--- --- --- --- --- ---
Stufe 1 TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 48.965 48.965 54.310 54.310
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 23.659 23.659 22.542 22.542
Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte (ohne Derivate) - 1.151 1.151 1.863 1.863
Flüssige Mittel - 24.155 24.155 29.905 29.905
Zu Zwecken des Hedge Accounting 480 480 444 444
Derivate mit positivem Marktwert mit Sicherungsbeziehung (Cash Flow Hedges) 2 480 480 444 444
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte 625 625 142 142
Argentinische Staatsanleihen 1 625 625 - -
Derivate mit positivem Marktwert ohne Sicherungsbeziehung, zu Handelszwecken gehalten 2 - - 142 142
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte 3.482 3.482 3.482 3.482
Beteiligungen 3 3.482 3.482 3.482 3.482
Finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, zu Anschaffungskosten bewertet 22.545 22.552 22.969 23.031
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 4.926 4.933 4.683 4.745
Übrige Finanzschulden - 2.931 2.931 3.011 3.011
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 5.218 5.218 5.669 5.669
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (ohne Derivate) - 9.470 9.470 9.606 9.606
Leasingverbindlichkeiten - 4.817 n.a. n.a. n.a.
Zu Zwecken des Hedge Accounting - - - -
Derivate mit negativem Marktwert mit Sicherungsbeziehung (Cash Flow Hedges) 2 - - - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten 499 499 774 774
Derivate mit negativem Marktwert ohne Sicherungsbeziehung, zu Handelszwecken gehalten 2 499 499 774 774

Die Bewertungsverfahren und Inputfaktoren für die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden haben sich im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 nicht verändert.

Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend erläuterten Methoden und Prämissen ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert der argentinischen Staatsanleihen basiert auf quotierten Marktpreisen (Fair Vaule Hierarchie Stufe 1).

Die Marktwerte der Derivate der Fair Value Hierarchie Stufe 2 wurden anhand der „Mark-to-Market-Methode“ ermittelt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

1 Stufe 1 basiert auf quotierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Stufe 2 basiert auf Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um Preise der Stufe 1 handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt als Preis oder indirekt in Ableitung von Preisen beobachten lassen.

Stufe 3 basiert auf Bewertungen mithilfe von Faktoren, die sich auf nicht beobachtbare Marktdaten stützen.

Die Beteiligungen werden weiterhin als strategisches Investment „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ abgebildet. Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen sieht der Vorstand die Anschaffungskosten derzeit als die beste Schätzung für den beizulegenden Zeitwert der Anteile an.

Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der übrigen Finanzschulden werden, sofern signifikante Abweichungen zum ausgewiesenen Buchwert bestehen, als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung aktueller Zinsparameter ermittelt. Dabei werden individuelle Bonitäten in Form von marktüblichen Bonitäts- beziehungsweise Liquiditätsspreads berücksichtigt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zu Vergleichszwecken entspricht der Fair Value Hierarchie Stufe 3. Bei variabel verzinslichen Darlehen wird, unter der Annahme unveränderter Kreditbonität, aufgrund der regelmäßigen Anpassung der Verzinsung an den Marktwert auf einen Marktwertvergleich verzichtet.

Die übrigen Finanzschulden umfassen kurzfristige Kaufpreisverbindlichkeiten aus einem Anteilskauf.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die anderen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten mit regelmäßig kurzfristigen Restlaufzeiten, so dass die Annahme getroffen werden kann, dass deren beizulegende Zeitwerte näherungsweise den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die Leasingverbindlichkeiten stellen zwar finanzielle Verbindlichkeiten dar, jedoch sind diese keiner Bewertungskategorie zuzuordnen. Darüber hinaus findet keine der Fair Value Hierarchie Stufen nach IFRS 13 Anwendung.

Umgliederungen zwischen den Stufen der Fair Value Hierarchie haben seit dem 31. Dezember 2018 nicht stattgefunden.

Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten

Die Nettoergebnisse und die Zinsen nach Bewertungskategorien ergeben sich wie folgt:

2019 aus Zinsen zum Fair Value 1 Wertberichtigung 1 aus Abgang Nettoergebnis 2019
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte, zu Anschaffungskosten bewertet 28 - 21 - 21
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte 35 760 - 661 1.421
Zu Zwecken des Hedge Accounting - -339 - 217 -122
Leasingverbindlichkeiten -123 - - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten, zu Anschaffungskosten bewertet -1.145 - - - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten - -499 - - -499
Gesamtgewinn / -verlust aus Finanzinstrumenten -1.205 -78 21 878 821
Zu Zwecken des Hedge Accounting 436 - -217 219
Sonstiges Ergebnis aus Finanzinstrumenten - 436 - -217 219
2018 aus Zinsen zum Fair Value 1 Wertberichtigung 1 aus Abgang Nettoergebnis 2018
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte, zu Anschaffungskosten bewertet 15 - -264 - -264
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte - 207 - 212 419
Zu Zwecken des Hedge Accounting - 518 - -475 43
Finanzielle Verbindlichkeiten, zu Anschaffungskosten bewertet -749 - - - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten - -774 - - -774
Gesamtgewinn / -verlust aus Finanzinstrumenten -734 -49 -264 -263 -576
Zu Zwecken des Hedge Accounting - 289 - 475 764
Sonstiges Ergebnis aus Finanzinstrumenten - 289 - 475 764

Zu den Wertberichtigungen auf die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte sei auch auf die Textziffern 13 und 14 verwiesen.

In den Bewertungskategorien „Finanzielle Vermögenswerte, zu fortgeführten Anschaffungskosten“ und „Finanzielle Verbindlichkeiten, zu Anschaffungskosten bewertet“ sind im Geschäftsjahr 2019 in Saldo Fremdwährungsverluste in Höhe von TEUR 1.707 (Vorjahr: TEUR 2.250) aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten enthalten. Darin sind in Höhe von TEUR 1.760 (Vorjahr: TEUR 1.174) aus der Fremdwährungsbewertung der zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus konzeninternen Liefer- und Leistungsbeziehungen enthalten, obwohl die der Fremdwährungsbewertung zu Grunde liegenden Intercompany-Forderungen und -Verbindlichkeiten im Rahmen der Schuldenkonsolidierung eliminiert wurden.

1 aus der Folgebewertung

38 Zusätzliche Angaben zum Kapitalmanagement

Der edding Konzern führt ein fundiertes Kapitalmanagement durch, welches die Verfolgung des Wachstumskurses ermöglicht. Dabei wird insbesondere auf ein langfristig ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital geachtet.

Im Folgenden sind das Eigenkapital und die im Zuge des Kapitalmanagements erfassten Fremdkapitalpositionen des edding Konzerns zum 31. Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

31.12.2019 31.12.2018 Veränderung
TEUR TEUR %
--- --- --- ---
Eigenkapital 64.929 63.870 1,7
als % vom Gesamtkapital 70,0 75,0
Langfristige Finanzschulden, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15.697 14.547 7,9
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 2.672 n.a.
Kurzfristige Finanzschulden 7.357 6.694 9,9
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 2.145 n.a.
Fremdkapital 27.871 21.241 31,2
als % vom Gesamtkapital 30,0 25,0
Gesamtkapital im Sinne des Kapitalmanagements 92.800 85.111 9,0

Bei dem kurzfristigen Fremdkapital besteht unter anderem die Möglichkeit der Nutzung bestehender bilateraler kurzfristiger Kreditlinien. Zum 31. Dezember 2019 existierten Kreditvereinbarungen mit mehreren Finanzinstituten über insgesamt TEUR 20.117 (Vorjahr: TEUR 19.192), die lediglich zu TEUR 3.925 (Vorjahr: TEUR 3.158) in Anspruch genommen wurden. Das gewährte Fremdkapital wurde zu marktüblichen Konditionen verzinst. Kreditauflagen, die bei Nichterfüllung bestimmter Schwellenwerte eine vorzeitige Kündigung des Kredits durch den Gläubiger ermöglichen (sogenannte „financial covenants“), bestehen weiterhin nicht.

Der edding Konzern unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.

39 Segmentberichterstattung

Schreiben und Markieren Visuelle Kommunikation Technological Solutions TEUR Sonstige Summe Segmente Überleitung edding Konzern
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- --- ---
2019
Externe Umsatzerlöse 107.065 34.453 275 - 141.793 - 141.793
Abschreibungen 2.190 1.060 173 - 3.423 1.432 4.855
Segmentergebnis (EBIT) 19.497 1.453 -2.304 -415 18.231 -8.517 9.714
2018
Externe Umsatzerlöse 1 105.000 35.673 212 - 140.885 - 140.885
Abschreibungen 1.103 147 68 - 1.318 1.308 2.626
Segmentergebnis (EBIT) 20.033 2.547 -762 -135 21.683 -8.550 13.133

Die Geschäftsfelder Schreiben und Markieren, Visuelle Kommunikation sowie Technological Solutions werden als operative Segmente nach IFRS 8 dargestellt. Dabei werden dem Segment Schreiben und Markieren auch Partnermarken, die Erlöse aus dem Lizenzgeschäft mit Druckerpatronen und die Erlöse aus dem Nagellackgeschäft zugeordnet, da diese das Segment ergänzen. Sowohl das Lizenz- auch das Nagellackgeschäft werden nicht als eigenständige Geschäftssegmente angesehen, da derzeit weder separate Betriebsergebnisse aus diesen Bereichen an die obersten Entscheidungsträger kommuniziert werden noch die Ertragskraft dieser Bereiche regelmäßig von der Geschäftsleitung überprüft wird. Der Grund hierfür liegt in der untergeordneten Bedeutung dieser Bereiche für die Ertragskraft des edding Konzerns. Das Geschäftsfeld Technological Solutions umfasst zur Zeit die industriellen Markierungstechnologien (B2B) Compact Printing sowie edding code und prisma ID.

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

Unter Sonstige werden Aktivitäten, die weder Schreiben und Markieren noch Visuelle Kommunikation oder Technological Solutions zugeordnet werden können, ausgewiesen. Hierzu gehören die Aktivitäten der edding Expressive Skin GmbH mit dem Sortiment rund um das Tätowieren.

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 wurden die Aktivitäten im Bereich Technological Solutions sowie das Sortiment rund um das Tätowieren dem Geschäftsfeld Schreiben und Markieren zugeordnet, da sich diese Bereiche noch in der Anfangsphase des Aufbaus befanden und von untergeordneter Bedeutung für die Ertragskraft des edding Konzerns waren. Zudem wurden weder separate Betriebsergebnisse aus diesen Bereichen an die obersten Entscheidungsträger kommuniziert noch die Ertragskraft dieser Bereiche regelmäßig von der Geschäftsleitung überprüft. Im Geschäftsjahr 2019 wurden die Betriebsergebnisse aus diesen Bereichen erstmalig an die obersten Entscheidungsträger kommuniziert und die Ertragskraft dieser Bereiche regelmäßig von der Geschäftsleitung überprüft. Die Aktivitäten im Bereich Technological Solutions sind daher als operatives Segment gemäß IFRS 8 einzustufen. Der Bereich rund um das Tätowieren erfüllt zwar die qualitativen Kriterien eines operativen Segments, jedoch werden die quantitativen Schwellenwerte gemäß IFRS 8.13 noch nicht überschritten, so dass dieser Bereich unter „Sonstige“ eingeordnet wird.

Darüber hinaus wurde die Ermittlung der Segmentergebnisse leicht angepasst. Zum einen betrifft dies die Schlüsselung von Aufwendungen; zum anderen werden die den Segmenten zurechenbaren sonstigen Erlöse - wie zum Beispiel Frachten - den Segmenten direkt zugeordnet. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst.

Die edding AG als Finanzholding stellt kein operatives Segment nach IFRS 8 dar; die Aktivitäten dieser Gesellschaft werden daher - soweit erforderlich - in der Überleitungsrechnung erfasst.

Zwischen den Segmenten wurden im Geschäftsjahr 2019 und im Vorjahr keine Umsätze erzielt.

Unterschiede hinsichtlich der Unsicherheiten von Erlösen und Zahlungsströmen bestehen zwischen geografischen Regionen aufgrund politischer und konjunktureller Aspekte.

Die Art der Geschäfte des Segments Schreiben und Markieren sowie des Segments Visuelle Kommunikation ist vergleichbar. Der Konzern erzielt Umsatzerlöse aus der Erbringung von Warenlieferungen, für die die Umsatzrealisierung mit der Erlangung der Verfügungsmacht über die Waren durch die Kunden erfolgt. Damit werden die Umsatzerlöse in beiden Segmenten zu einem bestimmten Zeitpunkt realisiert. Im Segment Technological Solutions werden die Umsatzerlöse im Bereich Compact Printing aus der Erbringung von Warenlieferungen erzielt, daher haben diese Umsätze einen Zeitpunktbezug. Die Lizenzgeschäfte und erbrachten Dienstleistungen der Technologie edding code und prisma ID weisen im Wesentlichen eine zeitraumbezogene Leistungserbringung auf, was sich ebenfalls in ihrer Umsatzrealisierung widerspiegelt.

Die Verträge mit Kunden enthalten hinsichtlich der Fälligkeit übliche kurzfristige Zahlungsbedingungen und keine Finanzierungskomponenten.

Infolge der saisonabhängigen Art des Segments Schreiben und Markieren werden höhere Umsatzerlöse und Betriebsergebnisse üblicherweise eher in der zweiten Jahreshälfte als in den ersten sechs Monaten erwartet. Umsatzerlöse und Betriebsergebnisse der anderen Geschäftsfelder sind unterjährig eher gleichmäßig verteilt.

Die geografische Aufgliederung der Umsatzerlöse erfolgt nach dem Sitz der Kunden. Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Regionen und zeitlichem Ablauf der Umsatzrealisierung im Geschäftsjahr 2019 wie folgt:

2019 Schreiben und Markieren Visuelle Kommunikation Technological Solutions Sonstige Summe Segmente Überleitung edding Konzern
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- --- ---
Regionen
Deutschland 47.241 17.204 206 - 64.651 - 64.651
Übriges Europa 52.752 16.630 53 - 69.435 - 69.435
Übersee 7.072 619 16 - 7.707 - 7.707
107.065 34.453 275 - 141.793 - 141.793
Zeitlicher Ablauf der Umsatzrealisierung
Zeitpunkt 107.065 34.453 135 - 141.653 - 141.653
Zeitraum - - 140 - 140 - 140
107.065 34.453 275 - 141.793 - 141.793

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Regionen und zeitlichem Ablauf der Umsatzrealisierung im Geschäftsjahr 2018 wie folgt:

2018 Schreiben und Markieren Visuelle Kommunikation Technological Solutions Sonstige Summe Segmente Überleitung edding Konzern
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- --- --- ---
Regionen
Deutschland 1 44.884 18.194 212 - 63.290 - 63.290
Übriges Europa 51.452 16.534 - - 67.986 - 67.986
Übersee 8.664 945 - - 9.609 - 9.609
105.000 35.673 212 - 140.885 - 140.885
Zeitlicher Ablauf der Umsatzrealisierung
Zeitpunkt 1 105.000 35.673 - - 140.673 - 140.673
Zeitraum - - 212 - 212 - 212
105.000 35.673 212 - 140.885 - 140.885

Im Geschäftsjahr 2019 wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der Umsatzerlöse des edding Konzerns erzielt. Im Vorjahr wurden mit einem Kunden des Geschäftsfelds Schreiben und Markieren mehr als 10 % der Umsatzerlöse des edding Konzerns erzielt, da diesem Kunden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 15.628 zuzuordnen waren. Im Geschäftsjahr 2019 sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 274 angefallen (Vorjahr: TEUR 162), die im Wesentlichen auf das Segment Schreiben und Markieren entfallen.

Die Überleitung des Segmentergebnisses auf das Konzernergebnis vor Steuern stellt sich wie folgt dar:

2019 2018 1
TEUR TEUR
--- --- ---
Segmentergebnis (EBIT) 18.231 21.683
EBIT edding AG -8.531 -8.699
Konsolidierung 14 149
EBIT edding Konzern 9.714 13.133
Beteiligungsergebnis 5 39
Finanzergebnis 309 -824
Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 567 903
Konzernergebnis vor Steuern 10.595 13.251

Die in der Segmentberichterstattung verwendete Ergebnisgröße „EBIT“ stellt das für den jeweiligen Unternehmensbereich errechnete Ergebnis vor Zinsen, Hochinflationsanpassungen und Ertragsteuern dar.

1 Anpassung von Vorjahreswerten. Für ausführliche Erläuterungen wird auf Textziffer 6 im Konzernanhang verwiesen.

40 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Konzernkapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelbestand umfasst ausschließlich den Bilanzposten Flüssige Mittel, der sich aus Kassenbeständen, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten zusammensetzt. Kontokorrentkredite sind hierbei nicht Bestandteil des in der Konzernkapitalflussrechnung betrachteten Finanzmittelbestands. Cash-Pooling-Vereinbarungen sind im edding Konzern nicht vorhanden.

Die Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit werden nach der indirekten Methode dargestellt.

Innerhalb des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit wurden die Veränderungen der Bilanzposten um wesentliche nicht zahlungswirksame Sachverhalte (Hochinflationsanpassungen, Wertberichtigungen et cetera) bereinigt. Wesentliche nicht zahlungswirksame Transaktionen mit einer Auswirkung auf die Höhe der ausgewiesenen Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit haben darüber hinaus nicht stattgefunden.

Folgende Zahlungsvorgänge sind im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthalten:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Zinseinnahmen 63 20
Zinsausgaben für Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 123 n.a.
Sonstige Zinsausgaben 993 749
Zahlungen für Ertragsteuern 4.275 4.082

Die Finanzschulden aus Finanzierungstätigkeit haben sich wie folgt entwickelt:

Langfristige Finanzschulden Kurzfristige Finanzschulden Gesamt
TEUR TEUR TEUR
--- --- --- ---
Stand 01.01.2018 1.500 5.667 7.167
Zahlungswirksame Veränderungen
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten - 1.515 1.515
- Auszahlungen für die Tilgung von Krediten -500 - -500
- Auszahlungen aus kurzfristigen Finanzschulden - -79 -79
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
+/- Währungsumrechnung - -409 -409
+/- Umgliederungen aufgrund von Fristigkeiten - - -
Stand 31.12.2018 1.000 6.694 7.694
Zahlungswirksame Veränderungen
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten - 1.507 1.507
- Auszahlungen für die Tilgung von Krediten -500 -384 -884
- Auszahlungen aus kurzfristigen Finanzschulden Nicht zahlungswirksame Veränderungen - -79 -79
+/- Währungsumrechnung - -381 -381
+/- Umgliederungen aufgrund von Fristigkeiten - - -
Stand 31.12.2019 500 7.357 7.857

Die Leasingverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit haben sich wie folgt entwickelt:

Langfristige Leasingverbindlichkeiten Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten Gesamt
TEUR TEUR TEUR
--- --- --- ---
Stand 01.01.2019 3.201 1.908 5.109
Zahlungswirksame Veränderungen
- Tilgung von Leasingverbindlichkeiten Nicht zahlungswirksame Veränderungen -1.764 -257 -2.021
+/- Währungsumrechnung 1 3 4
+/- Zugänge, Abgänge und sonstige Veränderungen 1.234 491 1.725
+/- Umgliederungen aufgrund von Fristigkeiten - - -
Stand 31.12.2019 2.672 2.145 4.817

41 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Als nahe stehende Personen oder Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten natürliche Personen und Unternehmen, die von der edding AG beeinflusst werden können, die einen Einfluss auf die edding AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer anderen nahe stehenden Partei der edding AG stehen.

Im Geschäftsjahr 2019 existierten keine assoziierten Unternehmen, die als nahe stehende Unternehmen nach IAS 24 hätten klassifiziert werden können.

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind Personen in Schlüsselpositionen, deren Vergütung gemäß IAS 24 gesondert nach verschiedenen Kategorien anzugeben ist. Ferner bestehen Angabepflichten zu ausstehenden Salden und Verpflichtungen gegenüber den Personen in Schlüsselpositionen. Für die Angaben wird auf Textziffer 43 verwiesen.

Der Arbeitnehmerin, die in den Aufsichtsrat der edding AG gewählt wurde, steht weiterhin ein reguläres Gehalt im Rahmen ihres Arbeitsvertrags zu. Die Höhe des Gehalts entspricht einer angemessenen Vergütung für die entsprechende Funktion beziehungsweise Tätigkeit im Unternehmen. Daneben wurden mit Mitgliedern des Aufsichtsrats oder Vorstands keine wesentlichen berichtspflichtigen Geschäfte getätigt.

Ebenso haben wir Gesellschafter - soweit sie durch Stimmrechtsbindung verpflichtet sind (siehe Textziffer 42) - insgesamt als nahe stehende Personen eingeordnet. Mit einzelnen Gesellschaftern bestehen Beraterverträge, in deren Rahmen für das Kalenderjahr 2019 Honorare im Gesamtbetrag von TEUR 80 (Vorjahr: TEUR 103) in Rechnung gestellt wurden, wovon zum Bilanzstichtag TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 10) ausstehend sind. Die Beraterverträge wurden dem Aufsichtsrat gegenüber offen gelegt. Zudem besteht mit einer Person ein übliches Angestelltenverhältnis. Weitere nennenswerte Geschäftsaktivitäten mit Mitgliedern des Gesellschafterkreises und ihren Angehörigen wurden in 2019 wie im Vorjahr nicht getätigt.

42 Mitteilungen zum Bestehen von Beteiligungen nach § 33 ff. des Wertpapierhandelsgesetz

Zur Erläuterung zeigt die folgende Tabelle den aktuellen Stand der Mitteilungen von Über- und Unterschreitungen der Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 und 75 % der Stimmrechte an der edding AG:

Name Datum der Stimmrechtsmitteilung Überschrittene Grenze in % Unterschrittene Grenze in % Letzter Stand Stimmrechte in %
Volker Detlef Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25,30,50,75 n.a. >75
Angelika Schumacher Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Dina Alexandra Schumacher Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
David Alexander Schumacher Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Beatrix Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Julia Marie Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Jan Moritz Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Léon Thadaeus Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 n.a. 50 - 75
Per Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25,30,50,75 n.a. >75
Anika Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25 n.a. 25 - 30
Yannick Nicolas Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Elisa Sophie Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 n.a. 50 - 75
Luis Gabriel Ledermann Vorjahre 3, 5, 10 n.a. 10 - 15
Felip Elias Ledermann Vorjahre 3, 5, 10 n.a. 10 - 15

Wir verweisen hierzu auf unsere Mitteilungen nach §§ 33 ff. WpHG. Die Stimmrechte der Familie Ledermann und Schumacher, soweit diese nicht gemäß § 34 Abs. 1 S. 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen sind, sind in einem Stimmrechtspool zusammengefasst.

43 Organe der edding AG

Der Aufsichtsrat ist wie folgt besetzt:

Mitglied Ausgeübter Beruf Funktion
Chehab Wahby, Düsseldorf Kaufmann Partner der EY-Parthenon GmbH Vorsitzender
Michael Rauch, Düsseldorf Kaufmann Finanzvorstand (CFO) der CompuGroup Medical SE seit 01.08.2019 Kaufmännischer Geschäftsführer (CFO) der Douglas Gruppe bis 30.06.2019 Stellvertretender Vorsitzender
Anja Keihani, Hannover Kauffrau Assistenz der Innendienstleitung der edding Vertrieb GmbH Arbeitnehmervertreterin
Dr. Sabine Renken, Hamburg Rechtsanwältin Partnerin in der Kanzlei Buse Heberer Fromm Ersatzmitglied
Karl Sieveking, Hamburg Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt Selbstständiger Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Ersatzmitglied

Die Mitglieder des Aufsichtsrats bekleiden keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen.

Die Besetzung des Vorstands lautet wie folgt:

Mitglied Funktion
Per Ledermann, Ahrensburg Kaufmann Vorsitzender/Chief Executive Officer
Sönke Gooß, Rosengarten Kaufmann Chief Financial Officer
Thorsten Streppelhoff, Hamburg Ingenieur Chief Operating Officer

Die Mitglieder des Vorstands bekleiden keine Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen.

Auf der Hauptversammlung der edding AG vom 15. Juni 2016 wurde beschlossen, dass auf eine individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung nach den in § 314 Absatz 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 8 HGB verlangten Angaben für den Konzernabschluss verzichtet wird. Die Gesamtbezüge des Vorstands im Geschäftsjahr 2019 betragen TEUR 1.495 (Vorjahr: TEUR 1.056).

Im Konzernabschluss erfasster Aufwand für Vergütungen an den Vorstand

Für Festvergütungen an den Vorstand hat die Gesellschaft TEUR 721 (Vorjahr: TEUR 696) aufgewendet. Die Aufwendungen für Nebenleistungen betrugen TEUR 39 (Vorjahr: TEUR 37) und entfallen im Wesentlichen auf Dienstwagen und Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Für kurzfristig fällige variable Vergütungen wurden TEUR 153 (Vorjahr: TEUR 236) aufgewendet. Rückstellungen für im Vorjahr kurzfristig fällige variable Vergütungen wurden im laufenden Geschäftsjahr mit TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 11) ertragswirksam aufgelöst. Die Vereinbarung über die kurzfristige Tantieme enthält eine Malusregelung, die im Falle eines Jahresverlusts bei der edding AG zur Anwendung kommt. Für Altersversorgung wurden im Geschäftsjahr 2019 TEUR 87 (Vorjahr: TEUR 87) aufgewendet.

Der Aufwand für eine an langfristigen Zielen orientierte variable Vergütung betrug TEUR 255 (Vorjahr: TEUR 359). Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwand für die an langfristigen Zielen orientierte variable Vergütung ist bis zur finalen Ermittlung der erreichten Tantiemeziele auf Basis vorläufiger Einschätzungen berechnet worden und kann daher in Folgeperioden angepasst werden. Im Geschäftsjahr 2019 ergaben sich hierbei Erträge aus Anpassungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 103 (Vorjahr: keine Anpassungen).

Im Geschäftsjahr 2019 wurde für ein Vorstandsmitglied ein langfristiger Tantiemeanspruch aufgrund des Ablaufs des Bewertungszeitraums mit TEUR 496 final bestimmbar und damit nach Abzug bereits geleisteter Vorauszahlungen von TEUR 137 zur Auszahlung fällig. Die Auszahlung ist im Jahr 2020 vorgesehen. Zum 31. Dezember 2019 bestehen mit zwei Vorstandsmitgliedern langfristig orientierte Tantiemevereinbarungen mit einer Zielvergütung von TEUR 745, die mit Ablauf des Geschäftsjahres 2020 fällig werden. Im Vorjahr waren für kein Vorstandsmitglied langfristige Tantiemeansprüche aufgrund des Ablaufs des Bewertungszeitraums final bestimmbar und damit nach Abzug bereits geleisteter Vorauszahlungen zur Auszahlung fällig. Zum Vorjahresstichtag bestanden daher mit drei Vorstandsmitgliedern langfristig orientierte Tantiemevereinbarungen mit einer maximal erdienbaren Vergütung von bis zu TEUR 1.285. Die langfristig orientierten Tantiemevereinbarungen enthalten ebenfalls Malusregelungen.

Im Konzernabschluss enthaltene Auszahlungen für Vergütungen an den Vorstand

Die Festvergütung sowie die Nebenleistungen waren in 2019 und 2018 in voller Höhe zur Zahlung fällig. Die im Vorjahr für die kurzfristig fällige variable Vergütung gebildeten Rückstellungen von TEUR 236 führten im Geschäftsjahr 2019 zu Auszahlungen in Höhe von TEUR 230. Für an langfristigen Zielen orientierte variable Vergütungen wurden in 2019 TEUR 215 (Vorjahr: TEUR 199) an den Vorstand ausbezahlt. Davon sind TEUR 68 (Vorjahr: TEUR 0) unverfallbar. In Höhe von TEUR 147 (Vorjahr: TEUR 199) handelt es sich somit um Abschlagszahlungen auf an langfristigen Zielen orientierte Vergütungen an den Vorstand, die gegebenenfalls zurückzuzahlen sind.

Im Konzernabschluss gebildete Rückstellungen für den Vorstand

Die für den Kurzfristbonus des Vorstands gebildeten Rückstellungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 153 (Vorjahr: TEUR 236).

Die für den Langfristbonus des Vorstands gebildeten Rückstellungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 602 (Vorjahr: TEUR 665).

Die für Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2019 gebildeten Pensionsrückstellungen betragen TEUR 1.045 (Vorjahr: TEUR 768). Diese zählen vollumfänglich zu den wertpapiergebundenen Pensionsrückstellungen. Zudem wurden sie zum Großteil durch Gehaltsumwandlung der Vorstandsmitglieder aufgebaut.

Aufwendungen und Auszahlungen an ehemalige Vorstände

Pensionszahlungen an ehemalige Vorstände sind in Höhe von TEUR 1.284 (Vorjahr: TEUR 1.284) geleistet worden. Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstandsmitglieder sind in Höhe von TEUR 8.307 (Vorjahr: TEUR 8.186) im Konzernabschluss erfasst.

Aufwendungen und Auszahlungen an den Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat erhält ausschließlich eine Festvergütung sowie Auslagenersatz. Im Geschäftsjahr 2019 wurden hierfür TEUR 120 (Vorjahr: TEUR 120) aufgewendet und es wurden TEUR 120 (Vorjahr: TEUR 120) ausgezahlt.

44 Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns

Nach Zuführung von TEUR 2.058 aus dem Jahresüberschuss 2019 in die anderen Gewinnrücklagen der edding AG verbleibt ein Bilanzgewinn von TEUR 2.058.

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn folgende Dividenden an die Aktionäre zu verteilen:

● EUR 1,23 Dividende je Vorzugsstückaktie im rechnerischen Nennwert von EUR 5,00
• EUR 1,20 Dividende je Stammstückaktie im rechnerischen Nennwert von EUR 5,00

Der nach der Ausschüttung verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 756 soll in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt werden.

45 Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Das für die Abschlussprüfer des Konzernabschlusses im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar gliedert sich wie folgt:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 174 158
Andere Bestätigungsleistungen 7 5
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen 12 15
Gesamthonorar 193 178

Die Abschlussprüfungsleistungen enthalten das vereinbarte Honorar, Vergütungen für sonstige Leistungen, die im Rahmen der Abschlussprüfung genutzt werden (zum Beispiel Erstanwendungsfragen von IFRS-Standards) sowie Auslagen. In Höhe von TEUR 12 entfällt das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen auf das Vorjahr. Die anderen Bestätigungsleistungen entfallen auf die sich aus der Verpackungsverordnung ergebenden Prüfungspflichten. Die sonstigen Beratungsleistungen betreffen unter anderem die unterjährige Abstimmung von Bilanzierungsfragen und die Teilnahme an der Hauptversammlung.

46 Anteilsbesitz

Name Sitz Beteiligungsquote %
31.12.2019 31.12.2018
--- --- --- ---
Mutterunternehmen edding AG Ahrensburg
Konsolidierte Gesellschaften
Deutschland
edding International GmbH Ahrensburg 100 100
edding Vertrieb GmbH Ahrensburg 100 1 100 1
V.D. Ledermann & Co. GmbH Ahrensburg 100 100
Legamaster GmbH Bargteheide 100 100
Prismade Labs GmbH Chemnitz 60 1 50 1
edding Tech Solutions GmbH Ahrensburg 100 1 100 1
edding Expressive Skin GmbH Ahrensburg 100 1 100 1
Ausland
edding Benelux group B.V. Lochem, NL 100 1 100 1
edding Benelux B.V. Lochem, NL 100 1 100 1
Legamaster B.V.B.A. Mechelen, BE 100 1 100 1
Legamaster International B.V. Lochem, NL 100 1 100 1
edding France SAS Roncq, FR 100 1 100 1
EDDING (U.K.) LTD. St. Albans, GB 100 100
edding Hellas Ltd. Athen, GR 100 100
edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti. Istanbul, TR 100 2 100 2
edding Argentina S.A. Buenos Aires, AR 100 100
edding Colombia S.A.S. Sabaneta, CO 80,87 60
Legamaster LatAm S.A. Sargento Cabral, AR 70 1 70 1

Die edding AG hält 16,67% (Vorjahr: 16,67 %) der Anteile an der PBS Network GmbH, Stuttgart sowie 9,09 % (Vorjahr: 9,09 %) der Anteile an der Beruf und Familie im Hansebelt gGmbH, Ahrensburg. Die edding Vertrieb GmbH hält 6,67 % (Vorjahr: 6,67 %) des Stammkapitals der Office Gold Club GmbH, Düsseldorf. Die edding International GmbH hält 20,74 % (Vorjahr: 20,74 %) der Anteile an der Companhia de Canetas Compactor S.A., Rio de Janeiro, Brasilien. Der Stimmrechtsanteil an der Gesellschaft beträgt abweichend 26,1 % (Vorjahr: 26,1 %).

47 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag / Nachtragsbericht

Die Corona-Pandemie wird edding im Geschäftsjahr 2020 vor ungewisse Herausforderungen stellen, da eine weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu erwarten ist. Die genauen Auswirkungen können jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Erste notwendige Maßnahmen wurden bereits und weitere werden zu gegebener Zeit durch den Vorstand eingeleitet. Für weitere Informationen zum Einfluss des neuartigen Coronavirus auf die Geschäftsentwicklung des edding Konzerns verweisen wir auf den Risiko- und den Prognosebericht im zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht.

Wesentliche berücksichtigungspflichtige sowie weitere nicht zu berücksichtigende, aber angabepflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind bis zum Zeitpunkt der Freigabe der Veröffentlichung des Konzernabschlusses nicht eingetreten.

1 mittelbar über die edding International GmbH beziehungsweise deren Beteiligungen

2 50 % unmittelbar; 50 % mittelbar über die edding International GmbH

48 Entsprechenserklärung

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und ist gesondert sowie als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB im Internet unter www.edding.com/de-de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/ veröffentlicht.

Ahrensburg, 19. März 2020

Der Vorstand

Per Ledermann

Thorsten Streppelhoff

Sönke Gooß

Bestätigungsvermerk

An die edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngewinn- und -verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht (nachfolgend: zusammengefasster Lagebericht) der edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird, den im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt „Nichtfinanzielle Erklärung“ enthaltenen nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b, 315C HGB sowie den im Abschnitt „Prüfvermerk zur nichtfinanziellen Konzernerklärung” enthaltenen Prüfvermerk haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte des im Abschnitt „Nichtfinanzielle Erklärung“ enthaltenen nichtfinanziellen Konzernberichts nach §§ 315b, 315c HGB, den im Abschnitt „Prüfvermerk zur nichtfinanziellen Konzernerklärung“ enthaltenen Prüfvermerk sowie auf die Inhalte der auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichten Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise aus-reichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1. Bestandsführung und Bewertung von Vorräten

2. Anwendung der Regelungen des IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) für die edding Argentina S.A., Buenos Aires / Argentinien

zu 1. Bestandsführung und Bewertung von Vorräten

a) Das Risiko für den Abschluss

Im Konzernabschluss der edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg, werden Vorräte in Höhe von EUR 29,8 Mio. ausgewiesen, die im Wesentlichen Handelswaren betreffen. Die Bewertung der Vorräte erfolgt IT-gestützt nach konzerneinheitlichen Vorgaben. Die Handelswaren als bedeutsamster Posten des Vorratsvermögens werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten zuzüglich eines Frachtkostenanteils bewertet und periodisch auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Die Bewertungsabschläge werden für mangelnde Gängigkeit, zu hohe Reichweiten und zur Berücksichtigung niedrigerer Marktpreise am Bilanzstichtag (Grundsatz der verlustfreien Bewertung) gebildet, wobei den Besonderheiten der Produkte in den beiden Geschäftsbereichen „Schreiben und Markieren“ und „Visuelle Kommunikation“ Rechnung getragen wird. Die nach den vorstehend genannten Abwertungsroutinen ermittelten Wertberichtigungen werden durch das Management hinsichtlich einer darüber hinausgehenden Abwertungs- bzw. Zuschreibungsnotwendigkeit (z. B. aufgrund eines bewusst aufgebauten Sicherheitsbestands) überprüft und gegebenenfalls manuell korrigiert. Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Vorräte sind in den Abschnitten „5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ und „12 Vorräte“ des Konzernanhangs sowie im Abschnitt „Vermögens- und Finanzlage des edding Konzerns“ des zusammengefassten Lageberichts enthalten.

Aufgrund des Geschäftsmodells sind der Bestand und die Bewertung der Vorräte, die in Teilen ermessensabhängig ist, für den Konzernabschluss und damit für unsere Prüfung von besonderer Bedeutung.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Die deutschen Konzerngesellschaften sind für einen Großteil der Bevorratung im edding Konzern verantwortlich. Wesentliche Lagerstandorte werden durch einen externen Logistikdienstleister betrieben. Der Schwerpunkt unserer Prüfung der laufenden Bestandsführung lag auf dem Nachvollziehen der Wirksamkeit der implementierten Kontrollen zum Bestandsabgleich zwischen der eingesetzten ERP-Software mit der Lagerplatzverwaltungssoftware des externen Dienstleisters. Zur Prüfung des mengenmäßigen Bestands in bedeutsamen Warenlägern haben wir Anweisungen und Verfahren zur ordnungsgemäßen Durchführung der Inventuren beurteilt sowie an ausgewählten Inventuren beobachtend teilgenommen. Dabei haben wir uns von der Ordnungsmäßigkeit des Inventurverfahrens überzeugt und auf Basis von Stichproben Testzählungen durchgeführt.

Im Rahmen der Bewertung der Vorräte haben wir uns in Stichproben von der sachgerechten Parametrisierung und deren stetiger Anwendung in der ERP-Software überzeugt. Bei der Zugangsbewertung für die wertmäßig bedeutenden Handelswaren betraf dies vor allem die Systemeinstellungen zur Berechnung der Anschaffungskosten als gleitende Durchschnittspreise. Darüber hinaus haben wir für ausgewählte Artikel die hinterlegten Preise mit den letzten Lieferanteneingangsrechnungen verglichen und weitergehende Plausibilitätsüberlegungen auf Basis analytischer Prüfungshandlungen vorgenommen. Für die periodisch durchgeführten Werthaltigkeitstests haben wir insbesondere die Stetigkeit der den Reichweiten- und Gängigkeitsanalysen zugrunde gelegten Zeitintervalle, Verbrauchskoeffizienten und Abwertungsprozentsätze überprüft sowie die Bewertungsroutinen zur Gewährleistung einer verlustfreien Bewertung nachvollzogen. Abschließend haben wir uns davon überzeugt, dass die manuellen Bewertungskorrekturen dem Grunde und der Höhe nach auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Informationen vertretbar sind.

Von den Teilbereichsprüfern haben wir uns für die ausländischen Tochtergesellschaften die Ordnungsmäßigkeit des Mengengerüsts und die Bewertung der Vorräte nach den konzerneinheitlichen Vorgaben bestätigen lassen.

Die von den gesetzlichen Vertretern implementierten Verfahren zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Bestandsführung und Bewertung der Vorräte einschließlich der hierbei getroffenen Annahmen und Ermessensentscheidungen sind nach unserer Beurteilung sachgerecht.

zu 2. Anwendung der Regelungen des IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) für die edding Argentina S.A., Buenos Aires / Argentinien

a) Das Risiko für den Abschluss

Der edding Konzern betreibt mit der edding Argentina S.A. eine Tochtergesellschaft in Argentinien, deren funktionale Währung der Argentinische Peso ist und die an die edding Aktiengesellschaft als oberstes Mutterunternehmen in der Konzernberichtswährung Euro berichtet. Da Argentinien seit dem 1. Juli 2018 offiziell als Hochinflationsland eingestuft wird, waren die Regelungen des IAS 29 i.V.m. IAS 21 (Auswirkungen von Wechselkursänderungen) im gesamten Geschäftsjahr 2019 zu beachten. Nach IAS 29 sind die nicht-monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie das Eigenkapital in der am Bilanzstichtag geltenden Kaufkraft auszudrücken, das heißt, es sind die Kaufkraftänderungen seit der erstmaligen Erfassung der Posten bis zum Bilanzstichtag 2019 zu berücksichtigen. Im Zusammenhang mit der Identifizierung und Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen als Reaktion auf die schwierige wirtschaftliche Situation der argentinischen Tochtergesellschaft wurde im Berichtsjahr auch die Anwendung der Bilanzierungsvorschriften zur Abbildung der Hochinflation gemäß IAS 29 kritisch überprüft und ein Korrekturbedarf für das Vorjahr 2018 festgestellt, der gemäß IAS 8.41ff. mit dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 umgesetzt wurde.

Die Angaben der Gesellschaft zur Anwendung von IAS 29 sind in den Abschnitten „5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, „6 Anpassung der Vorjahreswerte und Erstanwendungseffekte“ und „33 Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29“ des Konzernanhangs sowie im Ab-schnitt „Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des edding Konzerns“ des zusammengefassten Lageberichts enthalten. Aufgrund der komplexen Regelungen des IAS 29 i.V.m. IAS 21 sowie des festgestellten Korrekturbedarfs für die Vorjahreswerte war die Anwendung von IAS 29 für den Konzernabschluss und damit für unsere Prüfung von besonderer Bedeutung.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns vergewissert, dass sowohl für das aktuelle Geschäftsjahr 2019, als auch für die Vorjahresvergleichsperiode sämtliche monetären Posten bei der Herleitung des Ergebnisses aus der Nettoposition der monetären Posten einbezogen werden und bei der Kaufkraftanpassung auch das kumulierte erwirtschaftete Ergebnis zu Periodenbeginn berücksichtigt wird. Wir haben uns davon überzeugt, dass der Kaufkraftindexierung ein sachgerechter Preisindex zugrunde gelegt wurde und haben auf dieser Basis die Ermittlung der Kaufkraftanpassungseffekte auf nicht-monetäre Vermögenswerte und sämtliche Posten des Eigenkapitals sowie auf die Posten der Konzerngewinn- und -verlustrechnung nachvollzogen. Ferner haben wir die zutreffende Umrechnung des Abschlusses der edding Argentina S.A. in die Konzernberichtswährung Euro unter Berücksichtigung des Zusammenwirkens von IAS 29 und IAS 21 nachvollzogen. Abschließend haben wir das in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesene „Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29“ anhand der Entwicklung der monetären Posten plausibilisiert. Im Zusammenhang mit dem für das Vorjahr festgestellten Korrekturbedarf haben wir darüber hinaus die Vollständigkeit und Richtigkeit der gemäß IAS 8.41 ff. geforderten Angaben für die Vorjahresvergleichsinformationen beurteilt.

Die von den gesetzlichen Vertretern implementierten Verfahren zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Anwendung des IAS 29 sind nach unserer Beurteilung sachgerecht und im Konzernanhang zutreffend beschrieben.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

den im Abschnitt „Nichtfinanzielle Erklärung“ des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b, 315c HGB,
den im Abschnitt „Prüfvermerk zur nichtfinanziellen Konzernerklärung“ des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Prüfvermerk,
die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unterneh-mensführung nach §§ 289f, 315 d HGB, auf die im Abschnitt „Sonstige Berichterstattung“ des zusammengefassten Lageberichts hingewiesen wird,
den Bericht des Aufsichtsrats,
den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Fassung vom 7. Februar 2017),
die übrigen Teile des Geschäftsberichts, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk und
die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, auf die in Abschnitt „Sonstige Berichterstattung“ des zusammengefassten Lageberichts hingewiesen wird, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Bestandteilen des zusammengefassten Lageberichts oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zu-sammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Abschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftiger-weise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Juni 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Dezember 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009 als Konzernabschlussprüfer der edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Andreas Wendland.

Hamburg, 20. März 2020

**Ebner Stolz GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft**

Dirk Schützenmeister

Wirtschaftsprüfer

Andreas Wendland

Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

(Bilanzeid)

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Ahrensburg, 19. März 2020

Der Vorstand

Per Ledermann

Thorsten Streppelhoff

Sönke Gooß

Jahresabschluss der edding AG zum 31. Dezember 2019

Bilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 6 475 572
II. Sachanlagen 7 7.348 4.998
III. Finanzanlagen 8 34.631 34.547
42.454 40.117
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 23.827 24.337
2. Sonstige Vermögensgegenstände 403 243
II. Flüssige Mittel 7.841 9.263
32.071 33.843
C. Rechnungsabgrenzungsposten 10 475 580
D. Aktive latente Steuern 16 839 495
75.839 75.035

PASSIVA

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- --- ---
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 11 5.366 5.366
II. Kapitalrücklage 4.246 4.246
III. Gewinnrücklagen 12 47.596 44.828
IV. Bilanzgewinn 12 2.058 3.310
59.266 57.750
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 13 9.683 9.258
2. Steuerrückstellungen 16 1.466 960
3. Sonstige Rückstellungen 14 2.941 3.030
14.090 13.248
C. Verbindlichkeiten 15
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.000 1.500
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 380 556
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 94 1.276
4. Sonstige Verbindlichkeiten 170 210
1.644 3.542
D. Passive latente Steuern 16 839 495
75.839 75.035

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

Anhang 2019 2018
TEUR TEUR
--- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 19 6.655 6.467
2. Sonstige betriebliche Erträge 20 288 165
3. Personalaufwand 21 -7.998 -7.526
4. Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 22 -1.220 -1.417
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 23 -7.238 -7.339
6. Erträge aus Beteiligungen 24 315 306
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 25 20.796 20.766
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 26 628 272
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen 22 -3.336 -1.143
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 27 -837 -453
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 28 -3.893 -3.434
12. Ergebnis nach Steuern 4.160 6.664
13. Sonstige Steuern -44 -44
14. Jahresüberschuss 4.116 6.620
15. Einstellung in andere Gewinnrücklagen -2.058 -3.310
16. Bilanzgewinn 2.058 3.310

Anhang

1 Entwicklung des Anlagevermögens (in TEUR) 1

Anschaffungskosten 01.01.2019 Zugänge Umbuchungen Abgänge Anschaffungskosten 31.12.2019
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, Lizenzen 5.660 55 3 3.779 1.939
Geleistete Anzahlungen 3 49 -3 - 49
5.663 104 - 3.779 1.988
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 19.464 2.155 - 19 21.600
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.069 741 26 885 7.951
Geleistete Anzahlungen 26 473 -26 473
27.559 3.369 - 904 30.024
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 48.873 2.865 - - 51.738
Beteiligungen 61 - - - 61
Wertpapiere des Anlagevermögens 1.136 107 - 33 1.210
50.070 2.972 - 33 53.009
Anlagevermögen 83.292 6.445 - 4.716 85.021
Nettobuchwerte
Kumulierte Abschreibungen 01.01.2019 Zugänge Abgänge Kumulierte Abschreibungen 31.12.2019 Zeitwertbewertung Wertpapiere 31.12.2019 2 Zeitwertbewertung Wertpapiere 31.12.2018 2 31.12.2019 31.12.2018
--- --- --- --- --- --- --- ---
5.091 201 3.779 1.513 - - 426 569
- - - - - - 49 3
5.091 201 3.779 1.513 - - 475 572
16.373 271 19 16.625 - - 4.975 3.091
6.188 748 885 6.051 - - 1.900 1.881
- - - - - - 473 26
22.561 1.019 904 22.676 - - 7.348 4.998
16.028 3.336 - 19.364 - - 32.374 32.845
- - - - - - 61 61
- - - - 986 503 2.196 1.641
16.028 3.336 - 19.364 986 503 34.631 34.547
43.680 4.556 4.683 43.553 986 503 42.454 40.117

1 Es können Rundungsdifferenzen auftreten.

2 Bei der Spalte „Zeitwertbewertung Wertpapiere“ handelt es sich um die Zeitwertbewertung der zur Deckung von Pensionszusagen erworbenen Wertpapiere gemäß § 254 HGB, die kumuliert bis zum jeweiligen Stichtag offen in der Entwicklung des Anlagevermögens ausgewiesen wird.

2 Allgemeine Angaben

Die edding AG hat ihren Sitz in Ahrensburg und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Lübeck (Registernummer HRB 2675 AH).

Der Jahresabschluss der edding AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

In der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Bilanz sind einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Auf die Gliederungspositionen des Anhangs wird in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung hingewiesen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Betragsangaben erfolgen grundsätzlich in Tausend Euro (TEUR), sofern nichts anderes vermerkt ist. Dadurch können Rundungsdifferenzen auftreten.

Der testierte Jahresabschluss sowie der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht zum 31. Dezember 2019 der edding AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

3 Anteilsbesitz (Stand 31. Dezember 2019)

Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen eine Beteiligung im Sinne von § 271 Abs. 1 HGB:

Gesellschaft Sitz Eigenkapital Ergebnis Beteiligung
TEUR TEUR %
--- --- --- --- ---
Deutschland 1
edding International GmbH Ahrensburg 26.472 14.552 3 100
edding Vertrieb GmbH Ahrensburg 5.205 6.737 4 100 9
V.D. Ledermann & Co. GmbH Ahrensburg 1.534 524 3 100
PBS Network GmbH Stuttgart 908 5 76 5 16,67
Legamaster GmbH Bargteheide 759 393 3 100
Prismade Labs GmbH Chemnitz 54 -871 60 9
edding Tech Solutions GmbH Ahrensburg -267 -995 4 100 9
edding Expressive Skin GmbH Ahrensburg 25 -415 4 100 9
Office Gold Club GmbH Düsseldorf 89 -81 6,67 9
Beruf und Familie im Hansebelt gGmbH Ahrensburg 71 5 7 5 9,09
Ausland 2
edding Benelux group B.V. Lochem, NL 654 -1 100 9
edding Benelux B.V. Lochem, NL -136 514 100 9
Legamaster B.V.B.A. Mechelen, BE 454 -90 100 9
Legamaster International B.V. Lochem, NL 5.386 1.077 100 9
edding France SAS Roncq, FR 314 36 100 9
EDDING (U.K.) LTD. St. Albans, GB 950 6 66 6 100
edding Hellas Ltd. Athen, GR 117 -35 100
edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti. Istanbul, TR 3439 6 -527 6 100 10
edding Argentina S.A. Buenos Aires, AR 1967 7 -2.718 7 100
edding Colombia S.A.S. Sabaneta, CO -681 6 -695 6 80,87
Legamaster LatAm S.A. Sargento Cabral, AR -4 7 -5 7 70 9
Companhia de Canetas Compactor S.A. Rio de Janeiro, BR 29.590 8 296 8 20,74 9

1 Die Jahresabschlüsse wurden nach den Vorschriften des Handelsaesetzbuches aufgestellt.

2 Die Jahresabschlüsse wurden für Konsolidierungszecke nach den IFRS (sogenannte HB II), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.

3 vor Ergebnisabführung an die edding AG

4 vor Ergebnisabführung an / durch die edding International GmbH

5 Da der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 zum Aufstellungszeitpunkt noch nicht vorlag, werden die Werte des Vorjahresabschlusses angegeben.

6 Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgte zum Stichtagskurs, die des Jahresergebnisses zum Durchschnittskurs.

7 Die Umrechnung des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses erfolgte zum Stichtagskurs.

8 Letzter verfügbarer Jahresabschluss war der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgte zum Stichtagskurs zum 31. Dezember 2014, die des Jahresergebnisses zum Durchschnittskurs 2014.

9 mittelbar über die edding International GmbH beziehungsweise deren Beteiligungen

10 50 % unmittelbar, 50 % mittelbar über die edding International GmbH

4 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und planmäßig über die jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt grundsätzlich über eine Nutzungsdauer zwischen drei und fünf Jahren. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde:

in Jahren
Gebäude und bauliche Betriebsvorrichtungen 8 bis 33
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 14

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 250,00 werden nach § 6 Abs. 2 S. 1 EStG im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und nicht im Inventar erfasst. Anlagegüter mit Anschaffungskosten von mehr als EUR 250,00 und nicht mehr als EUR 800,00 werden inventarisiert und im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten beziehungsweise zum niedrigeren beizulegenden Wert aktiviert. Niedrigere beizulegende Werte leitet die edding AG für die Anteile an verbundenen Unternehmen aus Ertragswertberechnungen ab. Die Wertpapiere zur Deckung der Pensionsverpflichtungen werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, der dem Kurswert der Wertpapiere entspricht.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Erforderliche Wertberichtigungen, die sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko richten, werden berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden jeweils zum Nennwert angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen ermittelt, die insbesondere bei den Pensionsrückstellungen beziehungsweise bei den Wertpapieren zur Deckung der Pensionsverpflichtungen bestehen. Dabei werden bei der edding AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten einbezogen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der edding AG von aktuell 29,76 % (Vorjahr: 29,76 %). Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur bis zur Höhe der bestehenden passiven latenten Steuern bilanziert. Im Falle eines Überhangs aktiver latenter Steuern erfolgt in Ausübung des Wahlrechts aus § 274 Abs. 1 S. 2 HGB keine Aktivierung.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen wird in Textziffer 13 detailliert erläutert.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Höhe der Rückstellungen bemisst sich nach dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag; dabei werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr sind zum Transaktionskurs unter Beachtung des Niederst- und Höchstwertprinzips bewertet. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sind zum Stichtagskurs bewertet; dabei kann es zum Ausweis unrealisierter Gewinne kommen.

5 Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in den Bilanzen zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2019 sind im Anlagenspiegel unter Textziffer 1 dargestellt.

6 Immaterielle Vermögensgegenstände

Die Zugänge in Höhe von TEUR 104 (Vorjahr: TEUR 36) betreffen Anzahlungen auf Lizenzen und eine eLearning Plattform in Höhe von TEUR 49 (Vorjahr: Anzahlungen auf IT-Software in Höhe von TEUR 3) sowie Investitionen in Lizenzen in Höhe von TEUR 55 (Vorjahr: Investitionen in IT-Software und Lizenzen in Höhe von TEUR 32).

7 Sachanlagen

Im Wesentlichen betreffen die Zugänge in das Sachanlagevermögen in Höhe von insgesamt TEUR 3.369 (Vorjahr: TEUR 1.000) mit TEUR 2.155 Grundstücke und Gebäude (Vorjahr: TEUR 140), mit TEUR 304 IT-Hardware (Vorjahr: TEUR 537) sowie mit TEUR 320 Büroausstattung und Laborgeräte (Vorjahr: TEUR 160).

Die Zugänge in Höhe von TEUR 2.155 im Rahmen der Grundstücke und Gebäude im Geschäftsjahr 2019 sind im Wesentlichen auf den Erwerb einer Büroimmobilie in Bargteheide zurückzuführen.

8 Finanzanlagen

Die Gesellschaft besitzt Kapitalanteile an Unternehmen, bei denen der Anteilsbesitz der Herstellung einer dauernden Verbindung dient. Diese werden in der Anteilsbesitzübersicht unter Textziffer 3 dargestellt.

Die Zugänge zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 2.865 (Vorjahr: TEUR 1.048) betreffen im Geschäftsjahr 2019 Kapitalerhöhungen bei den Tochtergesellschaften edding Colombia S.A.S. und edding Argentina S.A. (Vorjahr: Kapitalerhöhung bei der edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti.). Beide Kapitalerhöhungen des Geschäftsjahres erfolgten durch Sacheinlagen: Bei der edding Colombia S.A.S. legte die edding AG Konzernforderungen ein, wohingegen die Kapitalerhöhung bei der edding Argentina S.A. in Form einer Einlage argentinischer Staatsanleihen erfolgte. Die Kapitalerhöhung des Vorjahres bei der türkischen Tochtergesellschaft war im Gegensatz dazu durch eine Bareinlage durchgeführt worden.

Im Geschäftsjahr 2019 sind keine Abgänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen (Vorjahr: in Höhe von TEUR 324) zu verzeichnen. Im Vorjahr betrafen diese den Abgang der bereits in Vorjahren vollständig wertberichtigten Beteiligung edding Mexico S. de R. L. de C.V. Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2018 liquidiert.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Finanzanlagen in Höhe von insgesamt TEUR 3.336 (Vorjahr: TEUR 1.143) erfolgswirksam außerplanmäßig abgeschrieben.

Aufgrund von voraussichtlich dauernden Wertminderungen nach § 253 Abs. 3 S. 3 HGB waren die im Geschäftsjahr erhöhten Beteiligungen an der edding Argentina S.A. in Höhe von TEUR 2.766 (Vorjahr: TEUR 0) und an der edding Colombia S.A.S. in Höhe von TEUR 503 (Vorjahr: TEUR 0) abzuschreiben. Weitere außerplanmäßige Abschreibungen betrafen in geringem Umfang mit TEUR 67 (Vorjahr: TEUR 1.143) die edding Ofis ve Kirtasiye Ürünleri Tic. Ltd. Sti.

Anteile an Investmentfonds werden als Wertpapiere des Anlagevermögens ausgewiesen. Diese Wertpapiere dienen zur Deckung von wertpapiergebundenen Pensionsverpflichtungen und werden handelsrechtlich als Bewertungseinheit zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 2.196 zum 31. Dezember 2019 (Vorjahr: TEUR 1.641) bewertet. Da die Voraussetzungen für die Saldierung mit den Pensionsverpflichtungen nicht erfüllt sind, erfolgt der Ausweis separat unter den Finanzanlagen. In 2019 sind Zuschreibungen in Höhe von TEUR 483 (Vorjahr: Abschreibungen in Höhe von TEUR 59) erfolgt.

9 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 20.403 (Vorjahr: TEUR 20.766) die Ansprüche aus Ergebnisabführungsverträgen und darüber hinaus den Liefer- und Leistungsverkehr sowie die Bereitstellung von Finanzmitteln. Von diesen Forderungen haben TEUR 5.100 (Vorjahr: TEUR 5.100) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben TEUR 163 (Vorjahr: TEUR 158) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle anderen sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Es werden im Berichtsjahr Umsatzsteuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 208 (Vorjahr: TEUR 0) ausgewiesen.

10 Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen vorausgezahlte Wartungs- und Lizenzkosten sowie Versicherungsprämien.

11 Grundkapital

Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag wie im Vorjahr unverändert TEUR 5.366. Es ist eingeteilt in 600.000 Stück Stammstückaktien und 473.219 Stück Vorzugsstückaktien im rechnerischen Wert von je EUR 5,00 pro Stück. Sämtliche Aktien lauten auf den Inhaber.

12 Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn

Andere Gewinnrücklagen 2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Stand 01.01. 44.828 41.003
Einstellung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 710 515
Einstellung aus dem Jahresüberschuss 2.058 3.310
Stand 31.12. 47.596 44.828

Die Überleitung des Bilanzgewinns ist in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2018 in Höhe von TEUR 3.310 wurde in Höhe von TEUR 710 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt und in Höhe von TEUR 2.600 als Dividende ausgeschüttet.

13 Rückstellungen für Pensionen

Die Pensionsrückstellungen werden in wertpapiergebundene und nicht wertpapiergebundene Verpflichtungen unterteilt.

Die nicht wertpapiergebundenen Pensionsrückstellungen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode unter Zugrundelegung der “Richttafeln 2018 G“ von Klaus Heubeck bewertet.

Zum 31. Dezember 2019 wurde ein Rechnungszinsfuß von 2,71 % p.a. (Vorjahr: 3,21 % p.a.) zugrunde gelegt, der dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren entspricht. Für alle Berechtigten wurden bei der Bewertung jährliche Rentensteigerungen von bis zu 1,8 % (Vorjahr: 1,8 %) unterstellt. Eine Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde wie im Vorjahr unter Beachtung der tatsächlichen Gegebenheiten nicht berücksichtigt. Ebenso wurden Gehaltssteigerungen wie im Vorjahr nicht berücksichtigt, da der wesentliche Anteil der Pensionsrückstellungen unabhängig von der Gehaltsentwicklung ist.

Die wertpapiergebundenen Pensionsrückstellungen werden als Bewertungseinheit mit den zu ihrer Deckung gehaltenen Wertpapieren zusammengefasst und mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere bewertet, solange der Zeitwert den garantierten Mindestbetrag nicht unterschreitet.

Für die Erläuterung der gemäß § 253 Abs. 6 S. 1 und 2 HGB für die Ausschüttung gesperrten Beträge aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre verweisen wir auf Textziffer 29.

14 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf Gratifikationen und sonstige personalbezogene Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.271 (Vorjahr: TEUR 2.415) sowie ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 230 (Vorjahr: TEUR 210).

15 Verbindlichkeiten

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.000 1.500
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 500 500
Restlaufzeit mehr als 1 bis 5 Jahre 500 1.000
Restlaufzeit über 5 Jahre - -
grundpfandrechtlich gesichert 1.000 1.500

Kurzfristige Geldmarktkredite wurden zum 31. Dezember 2019 wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen.

Von den sonstigen Verbindlichkeiten haben TEUR 10 (Vorjahr: TEUR 0) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle anderen Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen den Liefer- und Leistungsverkehr sowie die Bereitstellung von Finanzmitteln. Zudem sind Ansprüche aus einem Ergebnisabführungsvertrag enthalten.

31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Sonstige Verbindlichkeiten 170 210
davon aus Steuern 148 209

Es werden im Berichtsjahr keine Umsatzsteuerverpflichtungen ausgewiesen (Vorjahr: TEUR 71).

16 Steuerrückstellungen und latente Steuern

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Steuerrückstellungen betreffen im Wesentlichen die Ertragsteuerrückstellung für das Geschäftsjahr 2019 sowie für das Vorjahr aufgrund der noch nicht erfolgten Steuerfestsetzungen.

Zum 31. Dezember 2019 bestanden latente Steueransprüche aus temporären Ansatz- beziehungsweise Bewertungsunterschieden in Höhe von TEUR 1.956 (Vorjahr: TEUR 1.672) beziehungsweise latente Steuerschulden in Höhe von TEUR 839 (Vorjahr: TEUR 495). Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern gegenüber dem Vorjahr sind in folgender Tabelle dargestellt:

Aktiv Passiv
TEUR TEUR
--- --- ---
Stand 01.01.2018 1.868 428
Zugang 114 117
Abgang -310 -50
Stand 31.12.2018 1.672 495
Zugang 465 366
Abgang -181 -22
Stand 31.12.2019 1.956 839

Die aktiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus den Bilanzposten Pensionsrückstellungen und Vorratsvermögen sowie Drohverlustrückstellungen (in Organgesellschaften). Die passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus den Wertpapieren zur Deckung der Pensionsverpflichtungen, die in der Handelsbilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Für die Kalkulation wurde der bei Realisierung der latenten Steuern erwartete Steuersatz von 29,76 % (Vorjahr: 29,76 %) verwendet, welcher auf der aktuell gültigen Rechtslage basiert.

Es wurde das bestehende gesetzliche Wahlrecht aus § 274 Abs. 1 S. 2 HGB dahingehend ausgeübt, dass aktive latente Steuern nur bis zur Höhe der verpflichtend zu erfassenden passiven latenten Steuern bilanziert werden und ein Überhang aktiver latenter Steuern über die passiven latenten Steuern nicht angesetzt wird.

17 Haftungsverhältnisse

Am 31. Dezember 2019 bestanden Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften in Höhe von TEUR 3.454 (Vorjahr: TEUR 3.054), davon TEUR 3.300 (Vorjahr: TEUR 2.900) zu Gunsten verbundener Unternehmen. Eine Inanspruchnahme ist unwahrscheinlich, da die Bürgschaften zum überwiegenden Teil für Kontokorrentverbindlichkeiten verbundener Unternehmen bestehen, die bisher ihren Verpflichtungen uneingeschränkt nachgekommen sind.

Die edding AG haftet grundsätzlich gemeinschaftlich mit ihren Tochtergesellschaften für die Inanspruchnahme von eingeräumten Darlehensrahmen von bis zu TEUR 12.000. Zum Bilanzstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme.

18 Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nach § 285 Nr. 3 HGB angabepflichtige Geschäfte bestanden zum Bilanzstichtag wie im Vorjahr nicht. Im Übrigen verweisen wir auf die Haftungsverhältnisse in Textziffer 17.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 1.897 (Vorjahr: TEUR 2.336) mit den folgenden Fristigkeiten:

TEUR
fällig 2020 978
fällig 2021-2024 919
fällig 2025 -

Die Verpflichtungen basieren im Wesentlichen auf Leasingverträgen für Kraftfahrzeuge und Kopierer sowie Wartung und Support von IT-Soft- und -Hardware. Sie betreffen weder Verpflichtungen für Altersversorgung noch bestehen sie gegenüber verbundenen Unternehmen oder assoziierten Unternehmen.

19 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 6.655 (Vorjahr: TEUR 6.467) betreffen im Wesentlichen Lizenzen und Umlagen und verteilen sich auf Deutschland mit TEUR 6.100 (Vorjahr: TEUR 5.931) und das Ausland mit TEUR 555 (Vorjahr: TEUR 536).

Die Umsatzerlöse in 2019 sind über Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen gestiegene Lizenzerlöse.

20 Sonstige betriebliche Erträge

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 196 68
Währungsumrechnung 12 6
Erträge aus Krankenkassenerstattungen 3 13
Übrige Erträge 77 78
288 165

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist im Wesentlichen auf im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Auflösungen von Rückstellungen zurückzuführen.

Bei den Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen handelt es sich um periodenfremde Erträge. Die aufgelösten Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Personalsonderzahlungen.

21 Personalaufwand / Mitarbeiter

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Löhne und Gehälter 6.001 5.662
Soziale Abgaben 813 740
Aufwendungen für Altersversorgung 1.184 1.124
7.998 7.526

Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt):

2019 2018
Angestellte 70 67
Gewerbliche Arbeitnehmer 1 1
Anzahl Arbeitnehmer 71 68
Auszubildende 14 14
85 82

22 Abschreibungen

Unter diesem Posten werden Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von TEUR 1.220 (Vorjahr: TEUR 1.417) ausgewiesen. Zu den außerplanmäßigen Abschreibungen auf Finanzanlagen siehe Textziffer 8.

23 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Hierunter werden insbesondere Aufwendungen für IT, Instandhaltung und sonstige Raumkosten, Versicherungen, Personalentwicklung sowie Rechts- und Beratungskosten ausgewiesen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Währungskursverluste in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr: TEUR 2).

24 Erträge aus Beteiligungen

Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von TEUR 315 (Vorjahr: TEUR 306) betreffen im Wesentlichen eine Dividendenzahlung der EDDING (U.K.) LTD. in Höhe von TEUR 310 (Vorjahr: TEUR 256). Ebenso in dem Posten enthalten ist eine Gewinnausschüttung der PBS Network GmbH für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 50). Die Erträge aus Beteiligungen entfallen somit fast ausschließlich auf verbundene Unternehmen.

25 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

Die hier ausgewiesenen Erträge resultieren aus den Ergebnisabführungen folgender Gesellschaften:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
edding International GmbH 19.879 19.868
V.D. Ledermann & Co. GmbH 524 343
Legamaster GmbH 393 555
20.796 20.766

26 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In diesem Posten sind Erträge aus der Bewertung von Wertpapieren in Höhe von TEUR 483 (Vorjahr: TEUR 0) und Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 107 (Vorjahr: TEUR 121) berücksichtigt.

Im Vorjahr waren neben Zinserträgen aus verbundenen Unternehmen zudem Erträge aus der Auflösung zusätzlicher Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 145 und Zinsen aus Steuererstattungen gemäß § 233a Abgabenordnung (AO) in Höhe von TEUR 6 enthalten.

27 Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Der Zinsanteil aus der Aufzinsung von Pensions-, Altersteilzeit-, Gratifikations- und Jubiläumsrückstellungen beträgt TEUR 278 (Vorjahr: TEUR 340). Darüber hinaus sind in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 1) Zinsen aus Steuernachforderungen gemäß § 233a AO enthalten. Der Posten beinhaltet im Geschäftsjahr 2019 zudem Aufwendungen für die Zuführung zusätzlicher Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 341 (Vorjahr: TEUR 0) sowie Abgangsverluste aus Wertpapiergeschäften in Höhe von TEUR 152 (Vorjahr: TEUR 0).

Im Vorjahr enthielt der Posten darüber hinaus Aufwendungen aus der Bewertung von Wertpapieren in Höhe von TEUR 59 und Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.

28 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten wie im Vorjahr keine latenten Steuern. In den Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag sind im Geschäftsjahr 2019 periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von TEUR 253 (Vorjahr: TEUR 12) enthalten.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten in gleicher Höhe Aufwendungen und Erträge aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern, da aktive latente Steuern in Höhe der passiven latenten Steuern ausgewiesen werden und sich daher keine Ergebniswirkung ergibt.

29 Ausschüttungsgesperrte Beträge

In den Gewinnrücklagen ist zum 31. Dezember 2019 ein Betrag in Höhe von TEUR 271 (Vorjahr: TEUR 342) enthalten, welcher der Ausschüttungssperre des § 253 Abs. 6 S. 1 und 2 HGB unterliegt. Dieser Betrag (Unterschiedsbetrag) resultiert aus der Anpassung der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre. Der ausschüttungsgesperrte Betrag bezieht sich auf die nicht wertpapiergebundenen Pensionsrückstellungen der edding AG.

Für die wertpapiergebundenen Pensionsrückstellungen der edding AG ist aufgrund der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen aus den finanzmathematischen Gutachten in Bewertungseinheit mit dem beizulegenden Zeitwert der den Mitarbeitern zugeordneten Anteile der Wertpapierfonds zum 31. Dezember 2019 wie im Vorjahr bereits ein Betrag passiviert, der auch die mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinste Pensionsverpflichtung übersteigt, so dass hierfür kein ausschüttungsgesperrter Betrag vorliegt.

Die mit der edding AG mittelbar und unmittelbar durch Ergebnisabführungsverträge verbundenen Tochtergesellschaften edding International GmbH, edding Vertrieb GmbH, Legamaster GmbH, V.D. Ledermann & Co. GmbH, edding Expressive Skin GmbH und edding Tech Solutions GmbH (Vorjahr: edding International GmbH, edding Vertrieb GmbH, Legamaster GmbH, V.D. Ledermann & Co. GmbH und edding Expressive Skin GmbH) führen das gesamte handelsrechtliche Ergebnis ohne Bildung einer Ausschüttungssperre in der jeweiligen Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar an die edding AG ab und erhöhen den ausschüttungsgesperrten Betrag der edding AG nicht, da das Gesetz keine mittelbaren ausschüttungsgesperrten Beträge vorsieht. Gleichwohl werden die auf diese Tochtergesellschaften entfallenden ausschüttungsgesperrten Beträge in der edding AG als Muttergesellschaft zu Informationszwecken erfasst. Zum 31. Dezember 2019 entfallen wie im Vorjahr auf diese Tochtergesellschaften keine ausschüttungsgesperrten Beträge gemäß § 253 Abs. 6 S. 1 und 2 HGB.

30 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Im Geschäftsjahr wurden keine nach § 285 Nr. 21 HGB berichtspflichtigen Geschäfte getätigt.

31 Mitteilungen zum Bestehen von Beteiligungen nach §§ 33 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes

Zur Erläuterung zeigt die folgende Tabelle den aktuellen Stand der Mitteilungen von Über- und Unterschreitungen der Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 und 75 % der Stimmrechte an der edding AG:

Name Datum der Stimmrechts mitteilung Überschrittene Grenze in % Unterschrittene Grenze in % Letzter Stand Stimmrechte in %
Volker Detlef Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 n.a. >75
Angelika Schumacher Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Dina Alexandra Schumacher Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
David Alexander Schumacher Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Beatrix Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Julia Marie Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 75 50 - 75
Jan Moritz Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25,30,50,75 75 50 - 75
Léon Thadaeus Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 n.a. 50 - 75
Per Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75 n.a. >75
Anika Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25 n.a. 25 - 30
Yannick Nicolas Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25,30,50,75 75 50 - 75
Elisa Sophie Ledermann Vorjahre 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 n.a. 50 - 75
Luis Gabriel Ledermann Vorjahre 3, 5, 10 n.a. 10 - 15
Felip Elias Ledermann Vorjahre 3, 5, 10 n.a. 10 - 15

Wir verweisen hierzu auf unsere Mitteilungen nach §§ 33 ff. WpHG.

Die Stimmrechte der Familie Ledermann und Schumacher, soweit diese nicht gemäß § 34 Abs. 1 S. 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen sind, sind in einem Stimmrechtspool zusammengefasst.

32 Entsprechenserklärung

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und ist gesondert sowie als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB im Internet unter www.edding.de veröffentlicht.

33 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Vorstands und der früheren Mitglieder des Vorstands

Auf der Hauptversammlung der edding AG vom 15. Juni 2016 wurde beschlossen, dass auf eine individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung nach den in § 285 Nr. 9a S. 5 bis 8 HGB verlangten Angaben für den Jahresabschluss verzichtet wird. Die Gesamtbezüge des Vorstands im Geschäftsjahr 2019 betragen TEUR 1.495 (Vorjahr: TEUR 1.056).

Im Jahresabschluss erfasster Aufwand für Vergütungen an den Vorstand

Für Festvergütungen an den Vorstand hat die Gesellschaft TEUR 721 (Vorjahr: TEUR 696) aufgewendet. Die Aufwendungen für Nebenleistungen betrugen TEUR 39 (Vorjahr: TEUR 37) und entfallen im Wesentlichen auf Dienstwagen und Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Für kurzfristig fällige variable Vergütungen wurden TEUR 153 (Vorjahr: TEUR 236) aufgewendet. Rückstellungen für im Vorjahr kurzfristig fällige variable Vergütungen wurden im laufenden Geschäftsjahr mit TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 11) ertragswirksam aufgelöst. Die Vereinbarung über die kurzfristige Tantieme enthält eine Malusregelung, die im Falle eines Jahresverlusts bei der edding AG zur Anwendung kommt. Für Altersversorgung wurden im Geschäftsjahr 2019 TEUR 87 (Vorjahr: TEUR 87) aufgewendet.

Der Aufwand für eine an langfristigen Zielen orientierte variable Vergütung betrug TEUR 255 (Vorjahr: TEUR 359). Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwand für die an langfristigen Zielen orientierte variable Vergütung ist bis zur finalen Ermittlung der erreichten Tantiemeziele auf Basis vorläufiger Einschätzungen berechnet worden und kann daher in Folgeperioden angepasst werden. Im Geschäftsjahr 2019 ergaben sich hierbei Erträge aus Anpassungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 103 (Vorjahr: keine Anpassungen).

Im Geschäftsjahr 2019 wurde für ein Vorstandsmitglied ein langfristiger Tantiemeanspruch aufgrund des Ablaufs des Bewertungszeitraums mit TEUR 496 final bestimmbar und damit nach Abzug bereits geleisteter Vorauszahlungen von TEUR 137 zur Auszahlung fällig. Die Auszahlung ist im Jahr 2020 vorgesehen. Zum 31. Dezember 2019 bestehen mit zwei Vorstandsmitgliedern langfristig orientierte Tantiemevereinbarungen mit einer Zielvergütung von TEUR 745, die mit Ablauf des Geschäftsjahres 2020 fällig werden. Im Vorjahr waren für kein Vorstandsmitglied langfristige Tantiemeansprüche aufgrund des Ablaufs des Bewertungszeitraums final bestimmbar und damit nach Abzug bereits geleisteter Vorauszahlungen zur Auszahlung fällig. Zum Vorjahresstichtag bestanden daher mit drei Vorstandsmitgliedern langfristig orientierte Tantiemevereinbarungen mit einer maximal erdienbaren Vergütung von bis zu TEUR 1.285. Die langfristig orientierten Tantiemevereinbarungen enthalten ebenfalls Malusregelungen.

Im Jahresabschluss enthaltene Auszahlungen für Vergütungen an den Vorstand

Die Festvergütung sowie die Nebenleistungen waren in 2019 und 2018 in voller Höhe zur Zahlung fällig. Die im Vorjahr für die kurzfristig fällige variable Vergütung gebildeten Rückstellungen von TEUR 236 führten im Geschäftsjahr 2019 zu Auszahlungen in Höhe von TEUR 230. Für an langfristigen Zielen orientierte variable Vergütungen wurden in 2019 TEUR 215 (Vorjahr: TEUR 199) an den Vorstand ausbezahlt. Davon sind TEUR 68 (Vorjahr: TEUR 0) unverfallbar. In Höhe von TEUR 147 (Vorjahr: TEUR 199) handelt es sich somit um Abschlagszahlungen auf an langfristigen Zielen orientierte Vergütungen an den Vorstand, die gegebenenfalls zurückzuzahlen sind.

Im Jahresabschluss gebildete Rückstellungen für den Vorstand

Die für den Kurzfristbonus des Vorstands gebildeten Rückstellungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 153 (Vorjahr: TEUR 236).

Die für den Langfristbonus des Vorstands gebildeten Rückstellungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 602 (Vorjahr: TEUR 665).

Die für Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2019 gebildeten Pensionsrückstellungen betragen TEUR 1.045 (Vorjahr: TEUR 768). Diese zählen vollumfänglich zu den wertpapiergebundenen Pensionsrückstellungen. Zudem wurden sie zum Großteil durch Gehaltsumwandlung der Vorstandsmitglieder aufgebaut.

Aufwendungen und Auszahlungen an ehemalige Vorstände

Pensionszahlungen an ehemalige Vorstände sind in Höhe von TEUR 1.284 (Vorjahr: TEUR 1.284) geleistet worden. Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstandsmitglieder sind in Höhe von TEUR 7.494 (Vorjahr: TEUR 7.612) im Jahresabschluss erfasst.

Aufwendungen und Auszahlungen an den Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat erhält ausschließlich eine Festvergütung sowie Auslagenersatz. Im Geschäftsjahr 2019 wurden hierfür TEUR 120 (Vorjahr: TEUR 120) aufgewendet und es wurden TEUR 120 (Vorjahr: TEUR 120) ausgezahlt.

34 Organe der edding AG

Der Aufsichtsrat ist wie folgt besetzt:

Mitglied Ausgeübter Beruf Funktion
Chehab Wahby, Düsseldorf Kaufmann Partner der EY-Parthenon GmbH Vorsitzender
Michael Rauch, Düsseldorf Kaufmann Finanzvorstand (CFO) der CompuGroup Medical SE seit 01.08.2019 Kaufmännischer Geschäftsführer (CFO) der Douglas Gruppe bis 30.06.2019 Stellvertretender Vorsitzender
Anja Keihani, Hannover Kauffrau Assistenz der Innendienstleitung der edding Vertrieb GmbH Arbeitnehmervertreterin
Dr. Sabine Renken, Hamburg Rechtsanwältin Partnerin in der Kanzlei Buse Heberer Fromm Ersatzmitglied
Karl Sieveking, Hamburg Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt Selbstständiger Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Ersatzmitglied

Die Mitglieder des Aufsichtsrats bekleiden keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen.

Die Besetzung des Vorstands lautet wie folgt:

Mitglied Funktion
Per Ledermann, Ahrensburg Kaufmann Vorsitzender / Chief Executive Officer
Sönke Gooß, Rosengarten Kaufmann Chief Financial Officer
Thorsten Streppelhoff, Hamburg Ingenieur Chief Operating Officer

Die Mitglieder des Vorstands bekleiden keine Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen.

35 Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Das für die Abschlussprüfer des Jahresabschlusses im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar gliedert sich wie folgt:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 174 158
Andere Bestätigungsleistungen - -
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen 12 15
Gesamthonorar 186 173

Die Abschlussprüfungsleistungen enthalten das vereinbarte Honorar, Vergütungen für sonstige Leistungen, die im Rahmen der Abschlussprüfung genutzt werden (zum Beispiel Erstanwendungsfragen von IFRS-Standards) sowie Auslagen. In Höhe von TEUR 12 entfällt das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen auf das Vorjahr. Die sonstigen Beratungsleistungen betreffen unter anderem die unterjährige Abstimmung von Bilanzierungsfragen und die Teilnahme an der Hauptversammlung.

36 Nachtragsbericht

Die Corona-Pandemie wird edding im Geschäftsjahr 2020 vor ungewisse Herausforderungen stellen, da eine weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu erwarten ist. Die genauen Auswirkungen können jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Erste notwendige Maßnahmen wurden bereits und weitere werden zu gegebener Zeit durch den Vorstand eingeleitet. Für weitere Informationen zum Einfluss des neuartigen Coronavirus auf die Geschäftsentwicklung der edding AG verweisen wir auf den Risiko- und den Prognosebericht im zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht. Nach dem Abschlussstichtag bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Anhangs sind keine wesentlichen berücksichtigungspflichtigen sowie keine weiteren nicht zu berücksichtigenden, aber angabepflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten.

37 Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns

Nach Zuführung von TEUR 2.058 aus dem Jahresüberschuss 2019 in die anderen Gewinnrücklagen der edding AG verbleibt ein Bilanzgewinn von TEUR 2.058.

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn folgende Dividenden an die Aktionäre zu verteilen:

• EUR 1,23 Dividende je Vorzugsstückaktie im rechnerischen Nennwert von EUR 5,00
• EUR 1,20 Dividende je Stammstückaktie im rechnerischen Nennwert von EUR 5,00

Der nach der Ausschüttung verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 756 soll in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt werden.

Ahrensburg, 19. März 2020

Der Vorstand

Per Ledermann

Thorsten Streppelhoff

Sönke Gooß

Bestätigungsvermerk

„An die edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht (nachfolgend: „zusammengefasster Lagebericht“) der edding Aktiengesellschaft, Ahrensburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird, den im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt „Nichtfinanzielle Erklärung“ enthaltenen nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b, 315c HGB sowie den im Abschnitt „Prüfvermerk zur nichtfinanziellen Konzernerklärung“ enthaltenen Prüfvermerk haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte des im Abschnitt „Nichtfinanzielle Erklärung“ enthaltenen nichtfinanziellen Konzernberichts nach §§ 315b, 315c HGB, den im Abschnitt „Prüfvermerk zur nichtfinanziellen Konzernerklärung“ enthaltenen Prüfvermerk sowie auf die Inhalte der auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichten Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Forderungen gegen verbundene Unternehmen

a)Das Risiko für den Abschluss

Zum 31. Dezember 2019 bilanziert die edding Aktiengesellschaft Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 32.374 sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 23.827. Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder dem am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert, die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Nominalwert oder dem am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 3.336 aufwandswirksam erfasst. Über die mit den Tochtergesellschaften abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträge belasten darüber hinaus die auf Ebene der Tochtergesellschaften gebuchten Abschreibungen und Wertberichtigungen das Jahresergebnis der edding Aktiengesellschaft. Die Angaben der Gesellschaft zur Beteiligungs- und Forderungsbewertung sind in den Kapiteln „4 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ und „8 Finanzanlagen“ im Anhang sowie im Kapitel „Vermögens- , Finanz- und Ertragslage der edding AG“ des zusammengefassten Lageberichts enthalten.

Der Beteiligungsbewertung wird ein Ertragswert und der Bewertung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen ein indikativer Zahlungsrückfluss zugrunde gelegt. Die Bewertung von Tochtergesellschaften, deren Geschäft sich noch im Aufbau befindet, basiert im Wesentlichen auf einer qualitativen Beurteilung. Die in dem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden soweit möglich aus öffentlich zugänglichen Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Tochtergesellschaften wird in einer Ergebnisplanung dargestellt, wobei insbesondere die Planung der Umsatzerlöse und der EBIT-Ergebnisgröße durch ein bottom-up Verfahren erfolgt. Die Planungsrechnungen werden nach Plausibilitätskontrollen durch das Controlling und den Vorstand der Gesellschaft in das Bewertungsmodell übertragen. Dabei werden für Bewertungszwecke gegebenenfalls erforderliche Anpassungen berücksichtigt (z.B. Synergieeffekte).

Das Ergebnis dieser Bewertungen ist insbesondere von der Einschätzung der künftigen Ergebnisentwicklung durch die gesetzlichen Vertreter und von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen abhängig. Die Bewertungen sind daher mit Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der edding Aktiengesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

b)Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Bei unserer Prüfung der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen, die der Bewertung zugrunde liegenden zentralen Annahmen gewürdigt und die Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes beurteilt.

Wir haben uns davon überzeugt, dass die nach einem Ertragswertverfahren abgeleiteten beizulegenden Werte in vertretbarer Weise aus den relevanten Bewertungsstandards abgeleitet wurden. Von der Angemessenheit der bei der Beteiligungsbewertung verwendeten künftigen Planergebnisse haben wir uns durch Abstimmung mit der von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung überzeugt und deren wesentliche Annahmen nachvollzogen. Dabei haben wir auch beurteilt, ob der Planungsprozess eine hinreichend genaue Schätzung zukünftiger Zahlungsströme sicherstellt. In diesem Zusammenhang haben wir die Planungstreue sowie die für die Zukunft geplanten Maßnahmen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des Kapitalisierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der auf diese Weise ermittelten Beteiligungswerte haben können, haben wir die bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter und das Berechnungsschema nachvollzogen. Des Weiteren haben wir ebenfalls die Ableitung des in der ewigen Rente angesetzten Wachstumsabschlags aus den Markterwartungen nachvollzogen.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen sachgerecht vorzunehmen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

den im Abschnitt „Nichtfinanzielle Erklärung“ des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b, 315c HGB,
den im Abschnitt „Prüfvermerk zur nichtfinanziellen Konzernerklärung“ des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Prüfvermerk,
die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB, auf die im Abschnitt „Sonstige Berichterstattung“ des zusammengefassten Lageberichts hingewiesen wird,
den Bericht des Aufsichtsrats,
den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Fassung vom 7. Februar 2017),
die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht,
die übrigen Teile des Geschäftsberichts, aber nicht den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der in Abschnitt „Sonstige Berichterstattung“ des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben des zusammengefassten Lageberichts oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus  

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontroll System und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grund-lage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Juni 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Dezember 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2009 als Abschlussprüfer der edding Aktiengesellschaft tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Andreas Wendland."

Hamburg, 20. März 2020

**Ebner Stolz GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft**

Dirk Schützenmeister

Wirtschaftsprüfer

Andreas Wendland

Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der edding AG vermittelt und im mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Ahrensburg, 19. März 2020

Der Vorstand

Per Ledermann

Thorsten Streppelhoff

Sönke Gooß

Glossar

B2B (Business-to-Business)

Beschreibt bei edding - abweichend von der allgemein üblichen Version - den Vertrieb an Handelskunden beziehungsweise Vertriebskanäle, die vorwiegend gewerbliche Endverwender als Endkunden bedienen.

B2C (Business-to-Consumer)

Beschreibt bei edding - abweichend von der allgemein üblichen Version - den Vertrieb an Handelskunden beziehungsweise Vertriebskanäle, die vorwiegend private Endverwender als Endkunden bedienen.

edding ink

Die edding-Tinte im Blut unserer Mitarbeiter dient als verbindendes Element unserer Unternehmenskultur.

eddiplementorship (Project Management Excellence)

eddiplementorship beschreibt die Umsetzung unserer Strategie in skalierbare und effiziente Prozesse.

eddipreneurship (Innovation Excellence)

eddipreneurship bezeichnet den Mut und Einfallsreichtum, Dinge anders zu machen.

Dimensionen des „Strategischen Fitness-Modells“ aus unserer Mitarbeiter-Befragung

a) Mitarbeiter-Engagement

Die Dimension des nachhaltigen „Mitarbeiter-Engagements“ umfasst vier Komponenten: Loyalität zum Unternehmen, Bereitschaft sein Bestes zu geben, Arbeitszufriedenheit und -freude sowie psychische Gesundheit (Leistungsanforderungen, Arbeitsbelastung).

b) Qualität des Leistungsumfelds

Die Dimension „Qualität des Leistungsumfelds“ berücksichtigt, dass das Mitarbeiter-Engagement nur in einer Organisation zur vollen Entfaltung kommen kann, in der sich Motivation und Aktivitäten der Mitarbeiter auf die Unternehmensstrategie richten und in der sie ihre Arbeit effektiv und effizient ausüben können. Die Qualität des Leistungsumfelds umfasst also Fragen, mit denen wir unter anderem auswerten können, ob die strategische Richtung klar ist und uns die vorhandenen Systeme und Prozesse ermöglichen, in die vorgegebene Richtung zu gehen.