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ecotel communication ag Audit Report / Information 2022

Jun 6, 2023

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Audit Report / Information

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Finanzbericht: 32522602

ecotel communication ag

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

ANHANG GESCHÄFTSJAHR

Anlage Geschäftsjahr 2022

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022

Aktiva

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EUR Anhang 31.12.2021 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögenswerte (1) 2.926.435 3.605.193
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 2.426.435 3.605.193
2. Geleistete Anzahlungen 500.000 0
II. Sachanlagen (2) 6.275.870 5.193.799
1. Mietereinbauten 838.915 1.098.180
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.415.681 4.032.283
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 21.274 63.336
III. Finanzanlagen (3) 8.179.559 2.879.559
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.000.000 2.700.000
2. Beteiligungen 179.559 179.559
Summe Anlagevermögen 17.381.865 11.678.551
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 11.948.478 11.360.875
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.647.299 8.357.920
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (4) 1.215.766 268.081
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.729 6.969
4. Sonstige Vermögensgegenstände davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 41.349 (Vorjahr: EUR 6.567) (5) 1.081.684 2.727.905
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.819.709 66.931.629
Summe Umlaufvermögen 13.768.187 78.292.504
C. Rechnungsabgrenzungsposten (6) 635.807 950.684
Summe Aktiva 31.785.859 90.921.739
Passiva
EUR Anhang 31.12.2021 31.12.2022
A. Eigenkapital (7)
I. Gezeichnetes Kapital 3.510.000 3.510.000
Bedingtes Kapital: EUR 1.404.000 (Vorjahr 1.404.000)
II. Kapitalrücklage 3.058.840 3.177.811
III. Bilanzgewinn 7.899.507 66.077.490
Summe Eigenkapital 14.468.347 72.765.301
B. Rückstellungen (8)
1. Steuerrückstellungen 239.400 6.112.087
2. Sonstige Rückstellungen 1.573.249 1.393.942
Summe der Rückstellungen 1.812.649 7.506.029
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 2.416.667) (9) 3.083.333 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 8.721.845 (Vorjahr: EUR 9.198.397) 9.198.397 8.721.845
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 358.393 (Vorjahr: EUR 531.165) (4) 531.165 358.393
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 8.330 (Vorjahr: EUR 8.502) 8.502 8.330
5. Sonstige Verbindlichkeiten davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 1.346.214 (Vorjahr: EUR 1.924.715) davon aus Steuern: EUR 728.983 (Vorjahr: EUR 1.262.585) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 4.844 (Vorjahr: EUR 2.487) (10) 2.600.133 1.561.841
Summe der Verbindlichkeiten 15.421.530 10.650.409
D. Rechnungsabgrenzungsposten (11) 83.333 0
Summe Passiva 31.785.859 90.921.739

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

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EUR Anhang 1.1. - 31.12.2021 1.1. - 31.12.2022
1. Umsatzerlöse (12) 74.383.459 97.594.238
2. Sonstige betriebliche Erträge davon aus Währungsumrechnung: EUR 497 (Vorjahr: EUR 381) (13) 799.332 69.204.698
3. Materialaufwand Aufwendungen für bezogene Leistungen (14) 45.599.189 67.748.795
4. Personalaufwand
a) Gehälter 11.426.904 12.128.875
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge und für Unterstützung davon für Altersvorsorgung: EUR 15.591 (Vorjahr: EUR 11.869) 1.827.324 1.928.449
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (15) 4.240.857 3.862.994
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen davon aus Währungsumrechnung: EUR 933 (Vorjahr: EUR 817) (16) 9.499.553 15.406.038
7. Erträge aus Beteiligungen davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 5.964.660 (Vorjahr: EUR 1.274.500) (17) 1.541.000 5.964.660
8. Erträge aus Gewinnabführungen (18) 378.484 246.902
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen: EUR - (Vorjahr: EUR 25.000) (19) 1.451 120.005
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen (19) 166.535 77.059
11. Steuer vom Einkommen und vom Ertrag (20) 239.098 5.893.819
12. Ergebnis nach Steuern 4.104.265 66.084.474
13. Sonstige Steuern 10.379 8.991
14. Jahresüberschuss 4.093.886 66.075.483
15. Gewinnvortrag 5.621 2.007
16. Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen 3.800.000 0
17. Bilanzgewinn 7.899.507 66.077.490

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

Anhang

Der Jahresabschluss der ecotel communication ag (nachfolgend ecotel ag) wurde unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches ("HGB") sowie des Aktiengesetzes ("AktG") erstellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Absatz 3 HGB.

Der Sitz der ecotel communication ag ist Düsseldorf, Deutschland. Die Anschrift lautet: ecotel communication ag, Prinzenallee 11, 40549 Düsseldorf. Die Gesellschaft wurde am 1. September 2000 in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf (HRB 39453) eingetragen.

Die Aktien der ecotel communication ag werden neben Frankfurt am Main auch an anderen deutschen Börsen gehandelt.

1) BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bilanziert und über den Zeitraum der Nutzung linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer von Lizenzen wird mit fünf Jahren und die von Software mit drei bis fünfzehn Jahren angesetzt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert sind bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorzunehmen.

Entfallen die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, ergibt sich eine Zuschreibungspflicht in Höhe der eingetretenen Wertaufholung, höchstens bis zu dem Wert, der sich ohne Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung ergeben hätte.

Die Berechnung der Abschreibungen basiert auf folgenden Nutzungsdauern:

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Nutzungsdauer

in Jahren
Einbauten auf fremden Grundstücken 7 bis 10
EDV-Ausstattung und Kunden-Equipment 3 bis 4
Fuhrpark 3 bis 6
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 7
Geringwertige Vermögensgegenstände (> EUR 250 < 800 EUR) 3 bis 7

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung werden diese außerplanmäßig auf den ihnen am Abschlussstichtag beizulegenden Wert abgeschrieben. Bei nur vorübergehender Wertminderung erfolgt keine außerplanmäßige Abschreibung. Die Ermittlung des niedrigeren beizulegenden Werts basiert dabei auf marktorientierten Barwertkalkülen wie dem Discounted Cashflow-Verfahren nach IDW S 1.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert sind bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorzunehmen. Entfallen die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, ergibt sich eine Zuschreibungspflicht in Höhe der eingetretenen Wertaufholung, höchstens bis zu dem Wert, der sich ohne Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung ergeben hätte.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Für erkennbare Einzelrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Eine Pauschalwertberichtigung zur Berücksichtigung des allgemeinen Kreditrisikos im Zusammenhang mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde mit 1 % auf die Nettobeträge berücksichtigt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aus dem Geschäft Wholesale und damit im Wesentlichen aus Handel (Kauf und Verkauf) mit demselben Carrier entstehen, werden bei der Pauschalwertberichtigung nicht berücksichtigt, sondern als "Netto-Position" bewertet, da auch der Zahlungsfluss vertragsgemäß als Saldoposition ausgeführt wird und somit das Kreditrisiko lediglich im Saldo der Forderungen und Verbindlichkeiten der jeweiligen Abrechnungsperiode besteht.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bewertet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen.

Von dem Wahlrecht zum Ansatz eines Aktivüberhangs bei den latenten Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten (§ 274 Absatz 1 Satz 2 HGB) sowie auf steuerliche Verlustvorträge wird kein Gebrauch gemacht. Die temporären Differenzen in den Wertansätzen bei einem Steuersatz von 31,23 % bestehen im Wesentlichen beim Sachanlagevermögen der ecotel communication ag sowie bei einem steuerbilanziell aktivierten Geschäfts- oder Firmenwert der nacamar GmbH (jeweils aktive latente Steuern). Die aus diesem Geschäfts- oder Firmenwert resultierenden temporären Differenzen sind der Gesellschaft aufgrund des steuerlichen Organschaftsverhältnisses zwischen der ecotel communication ag als Organträgerin und der nacamar GmbH als Organgesellschaft zuzurechnen.

Die ecotel ag gewährt ihren Führungskräften anteilsbasierte Vergütungen mit unentgeltlichem Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten, welche die Begünstigten nach dem Ableisten einer bestimmten Dienstzeit (Erdienungszeitraum) dazu berechtigen, Anteile an der Gesellschaft zu erwerben. In welcher Weise solche Vergütungsprogramme während des Erdienungszeitraums abzubilden sind, ist im HGB nicht explizit geregelt. Die ecotel ag bilanziert die Vergütungsprogramme im Einklang mit den internationalen Vorschriften von IFRS 2. Die Bewertung zum Zeitpunkt der Gewährung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Vergütungsvereinbarungen zum Gewährungszeitpunkt werden dienst- und marktunabhängige Leistungsbedingungen nicht berücksichtigt. Der Gesamtwert der Aktienoptionen wird über die Sperrfrist des Aktienoptionsplans (4 Jahre) ergebniswirksam im Personalaufwand und spiegelbildlich in der Kapitalrücklage erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen sämtliche erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Künftige Preis- und Kostenentwicklungen werden bei der Rückstellungsbewertung insoweit berücksichtigt, wie sie intersubjektiv nachvollziehbar sind. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre diskontiert. Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 sind indes keine Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten wurden vor dem Bilanzstichtag erhaltene Zahlungen ausgewiesen, soweit sie Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der Ansatz erfolgte zum Nennwert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung haben sämtlich eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Absatz 2 HGB aufgestellt.

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt grundsätzlich dann, wenn die Leistung erbracht ist bzw. die Vermögenswerte geliefert worden sind und damit der Gefahrenübergang stattgefunden hat. Zur perioden- bzw. leistungsgerechten Erlösrealisation werden Umsätze aus bereits fakturierten, aber noch nicht erbrachten Leistungen zeitlich abgegrenzt. Den Umsatzerlösen werden sachlich wie zeitlich die korrespondierenden Aufwendungen gegenübergestellt.

2) ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens

Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:

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TEUR Selbst geschaffene Software Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen Geschäftsoder Firmenwert /​ Kundenstämme Geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2022 85 7.120 5.190 500 12.895
Zugänge 0 1.361 0 0 1.361
Umbuchungen 0 500 0 -500 0
Abgänge 0 226 5.190 0 5.416
Stand 31.12.2022 85 8.755 0 0 8.840
Abschreibungen Stand 1.1.2022 85 4.694 5.190 0 9.969
Abschreibung 0 682 0 0 682
Abgänge 0 226 5.190 0 5.416
Stand 31.12.2022 85 5.150 0 0 5.235
Buchwert Stand 31.12.2022 0 3.605 0 0 3.605
Buchwert Stand 31.12.2021 0 2.426 0 500 2.926

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen vor allem die neue Business Solutions Software sowie Erweiterungsinvestitionen für EDV-Software und den Erwerb von Lizenzen und Nutzungsrechten.

(2) Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:

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TEUR Mietereinbauten Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung * Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2022 6.262 25.181 236 31.681
Zugänge 459 1.578 63 2.101
Umbuchungen 4 17 -21 0
Abgänge 169 673 0 842
Stand 31.12.2022 6.556 26.104 279 32.939
Abschreibungen Stand 1.1.2022 5.423 19.765 216 25.405
Abschreibung 204 2.977 0 3.181
Abgänge 169 671 0 841
Stand 31.12.2022 5.458 22.072 216 27.745
Buchwerte Stand 31.12.2022 1.098 4.032 63 5.194
Buchwert Stand 31.12.2021 839 5.416 21 6.276

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

* In dieser Position ist auch Kunden-Equipment (z.B.: Kundenrouter/​Gateways) enhalten.

Die Zugänge bei den Sachanlagen resultieren im Wesentlichen aus den Erweiterungen der EDV und der sonstigen Technik. In den Anlagen im Bau befinden sich im Wesentlichen Kundenrouter für ein Großprojekt in Höhe von TEUR 63.

(3) Finanzanlagen

Die Finanzanlagen stellen sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar:

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TEUR Anteile an vebundenen Unternehmen Beteiligungen Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2022 11.673 266 11.939
Zugänge 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 5.300 0 5.300
Stand 31.12.2022 6.373 266 6.639
Abschreibungen Stand 1.1.2022 3.673 86 3.759
Abschreibung 0 0 0
Abgänge 0 0 0
Stand 31.12.2022 3.673 86 3.759
Buchwerte Stand 31.12.2022 2.700 180 2.880
Buchwert Stand 31.12.2021 8.000 180 8.180

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

Die Abgänge bei den Finanzanlagen resultieren aus der Veräußerung der Anteile an der easybell GmbH in Höhe von TEUR 5.300. Am 25. Oktober 2022 wurde nach der Zustimmung des Aufsichtsrats ein Vertrag über den Verkauf der Beteiligung an der easybell GmbH an die Dstny-Group abgeschlossen. Das erhaltene Entgelt für die von der ecotel ag gehaltenen Anteile (50,98 %) beträgt vor Steuern 58,3 Mio. EUR (nach Steuern: 57,5 Mio. EUR) und besteht ausschließlich aus Zahlungsmitteln. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die easybell GmbH vor dem Kontrollübergang 4 Mio. EUR an die bisherigen Gesellschafter ausschüttet. Auf die ecotel ag entfiel davon ein Betrag von 2 Mio. EUR. Nach Abzug aller mit dieser Transaktion verbundenen Kosten beträgt der Gesamterlös für die ecotel ag 55,6 Mio. EUR.

Beteiligungsquoten der verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Die Anteile an der easybell GmbH wurden zum 17. November 2022 vollständig veräußert. Zum 31. Dezember 2022 hielt die ecotel communication ag die folgenden Beteiligungen.

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Beteiligungsquote

%
Eigenkapital zum 31. Dezember 2022

TEUR
Jahresergebnis 2022

TEUR
nacamar GmbH, Düsseldorf 100,00 100 *247
mvneco GmbH, Düsseldorf 33,33 3.802 430

* vor Ergebnisabführung

(4) Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum 31. Dezember 2022 resultieren im Wesentlichen gegen die nacamar GmbH aus der Gewinnabführung von TEUR 247 (Vorjahr: TEUR 378) und aus der UST Organschaft von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 4). Daneben bestehen Forderungen aus erbrachten Leistungen in Höhe von TEUR 17 (Vorjahr: TEUR 833).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus dem Saldo der zwischen der ecotel ag und der nacamar GmbH bestehenden Cash-Pool Vereinbarung in Höhe von TEUR 358 (Vorjahr: TEUR 525).

(5) Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen für Einkommen und Ertrag in Höhe von TEUR 1.986 (Vorjahr: TEUR 842) sowie im Folgejahr abzugsfähige Vorsteuer in Höhe von TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 90). Daneben bestehen Ansprüche gegen Lieferanten aus Zielerreichungsvereinbarungen in Höhe von TEUR 559 (TEUR -), die im nächsten Geschäftsjahr zum Teil fällig bzw. aufgelöst werden sowie abgegrenzte Zinserträge aus den Fest- und Tagesgeldkonten in Höhe von TEUR 49 (Vorjahr: TEUR -).

(6) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Supportdienstleistungen und für Vorleistungen an andere Telekommunikationsunternehmen.

(7) Eigenkapital

Das Grundkapital der ecotel ag beträgt EUR 3.510.000. Das Kapital ist in 3.510.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien aufgeteilt. Die Aktien sind als nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 ausgegeben. Das Grundkapital ist in Höhe von EUR 3.510.000,00 vollständig eingezahlt. Jede nennbetragslose Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht. Es bestehen in Bezug auf die Aktien keine unterschiedlichen Stimmrechte.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, wie sie sich beispielsweise aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand der ecotel ag nicht bekannt. Zur Entwicklung des Eigenkapitals wird auf die nachfolgende Darstellung verwiesen.

Genehmigtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand der ecotel ag ermächtigt, das Grundkapital der ecotel ag mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2026 einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 1.775.000,00 (bisher: EUR 1.755.000,00) gegen Bar- und /​ oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Im Berichtsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Bedingtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 wurde eine bedingte Erhöhung des Grundkapital um bis zu EUR 1.404.000 durch Ausgabe von bis zu 1.404.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien beschlossen (Neufassung des Bedingten Kapitals 2017). Des Weiteren wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 über die Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen (Aktienoptionsplan 2020) und die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2020 entschieden (Bedingtes Kapital 2020).

Das Eigenkapital hat sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:

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EUR Entwicklung
Gezeichnetes Kapital (unverändert) 3.510.000
Kapitalrücklage Vortrag (1. Januar 2022) 3.058.840
Einstellung in Kapitalrücklage aus Aktienoptionsplan 118.971
Kapitalrücklage (31. Dezember 2022) 3.177.811
Bilanzgewinn Vortrag (1. Januar 2022) 7.899.507
Gewinnverwendung gem. Beschluss der Hauptversammlung 2022
Dividendenzahlung -7.897.500
Bilanzgewinn (vor Jahresüberschuss) 2.007
Jahresüberschuss 66.075.483
Bilanzgewinn (31. Dezember 2022) 66.077.490
Eigenkapital (31. Dezember 2022) 72.765.301

Der Gesamtwert der ausgegebenen Aktienoptionen wird zeitanteilig über die Sperrfrist des Aktienoptionsplans (4 Jahre) zu Lasten des Personalaufwands in die Kapitalrücklage eingestellt. Seit Juli 2020 besteht ein Aktienoptionsplan, an dem die Mitglieder des Vorstands und ausgewählte Arbeitnehmer teilnehmen können. Im Rahmen des Aktienoptionsplans können bis zu 351.000 Optionen ausgegeben werden.

Dabei berechtigt jede Aktienoption den Teilnehmer zum Erwerb einer Aktie der Gesellschaft zu einem Optionspreis in Höhe des gewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) innerhalb eines Drei-Monats-Zeitraums vor dem Gewährungstag. Der Anspruch auf Bezug von Aktien kann entweder aus dem dazu geschaffenen bedingten Kapital, aus dem Bestand eigener Aktien der Gesellschaft oder durch Leistung einer Barzahlung in entsprechender Höhe erfüllt werden. Der Aktienoptionsplan 2020 sieht eine Wartefrist bis zur erstmaligen Ausübungsmöglichkeit von vier Jahren nach dem jeweiligen Gewährungsdatum vor. Die Teilnehmer sind nach Ablauf der vierjährigen Wartefrist zur Ausübung der Optionen berechtigt, wenn die im Aktienoptionsplan vorgesehenen Erfolgsziele erreicht worden sind. Hierzu muss sich der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft zum einen im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option prozentual besser entwickelt haben als der Vergleichsindex Tec-DAX. Zum anderen muss der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option um mindestens 20 % gestiegen sein. Beide Erfolgsziele müssen kumulativ erfüllt sein.

Ob die vorgenannten kursbezogenen Erfolgsziele erreicht worden sind, bestimmt sich anhand der tatsächlichen Entwicklung des gewichteten durchschnittlichen Drei-Monats-Kurses der Aktie der Gesellschaft und des Tec-DAX. Wenn die Erfolgsziele nicht erreicht worden sind, wird die Gesellschaft ihr zugehende Ausübungserklärungen in Bezug auf Aktienoptionen zurückweisen.

Der Aktienoptionsplan sieht vor, dass die Aktienoptionen nach Ablauf der vierjährigen Wartefrist innerhalb von dreiwöchigen Ausübungsfristen ausgeübt werden können, die jeweils nach Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts und des Berichts bzw. der Mitteilung für das erste und dritte Quartal eines jeden Geschäftsjahres beginnen. Der Aktienoptionsplan sieht keine Haltefristen für Aktien vor, welche die Teilnehmer durch Ausübung von Aktienoptionen erwerben. Soweit die gewährten Optionen nicht innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf der Wartefrist ausgeübt worden sind, verfallen sie zu diesem Zeitpunkt ersatzlos.

Ausübungsfähige, einem Teilnehmer in einem Geschäftsjahr gewährte Optionen können jeweils höchstens soweit ausgeübt werden, als der gewichtete Durchschnittskurs der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb eines Drei-Monats-Zeitraums vor dem Ausübungstag das Siebenfache des Ausübungspreises nicht übersteigt.

Für den Fall eines Change-of-Control, d. h. des Erwerbs der Aktienmehrheit an der Gesellschaft durch eine Person (allein oder gemeinsam mit anderen handelnd), mit Ausnahme solcher Personen, die unmittelbar oder mittelbar vollständige Tochtergesellschaften der Gesellschaft sind oder die bei Aufstellung dieses Aktienoptionsplans mehr als 5 % am Grundkapital der Gesellschaft halten, und bestimmter wirtschaftlich vergleichbarer Transaktionen oder eines Widerrufs der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum Handel im regulierten Markt, sehen die Gewährungsverträge vor, dass ausstehende Aktienoptionen gegen Leistung einer Barzahlung verfallen.

Die Anzahl und die Ausübungspreise der Aktienoptionen für verschiedene Gruppen von Optionen stellen sich wie folgt dar:

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Anzahl (in STK) Ausübungspreis

(in EUR)
Zu Beginn der Periode ausstehende Optionen 346.943 6,8691
In der Berichtsperiode gewährte Optionen 0 0
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen 0
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen 0
In der Berichtsperiode verfallene Optionen -2.000
Am Ende der Berichtsperiode ausstehende Optionen 344.943 6,8691
Am Ende der Berichtsperiode ausgeübte Optionen 0

Für die am Ende der Berichtsperiode ausstehenden Optionen beträgt der Ausübungspreis EUR 6,87. Die restliche Vertragslaufzeit beträgt 3 Jahre und 7 Monate.

Die Bewertung der ausgegebenen Aktienoptionen erfolgt durch Monte-Carlo-Simulation. Bei der Bewertung wurden die Erfolgsziele, dass sich zum einen der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option prozentual besser entwickelt haben muss als der Vergleichsindex Tec-DAX und zum anderen der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option um mindestens 20% gestiegen sein muss, berücksichtigt. Ferner wurde berücksichtigt, dass die einem Teilnehmer in einem Geschäftsjahr gewährte Optionen jeweils höchstens soweit ausgeübt werden, als der gewichtete Durchschnittskurs der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb eines Drei-Monats-Zeitraums vor dem Ausübungstag das Siebenfache des Ausübungspreises nicht übersteigt.

Der Wert einer Aktienoption beträgt zum Zeitpunkt der Gewährung 1,41 EUR. Der Bewertung sind folgende Parameter zugrunde gelegt worden:

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Anzahl
Kurs der Aktie (in EUR) 7,15
Ausübungspreis (in EUR) 6,87
Laufzeit der Option (in Jahren) 6,0
Laufzeit bis zur erwarteten Ausübung (in Jahren) 4,4
Erwartete Volatilität der Aktie (in Prozent) 28,3%
Aktueller Stand des Tec-DAX (in EUR) 3.005,0
Erwartete Volatilität des Tec-DAC (in Prozent) 17,0%
Korrelation zwischen der Rendite der Aktie und des Tec-DAX 0,39
Risikolose Rendite (in Prozent) -0,73%
Erwartete Dividendenrendite (in Prozent) 2,0%

Die erwartete Volatilität der Aktien und des Tec-DAX beruht auf der Analyse von historischen Volatilitäten, die über einen Zeitraum, der der Restlaufzeit der Aktienoptionen entspricht, ermittelt wurde.

Den erwarteten Volatilitäten liegt die Annahme zugrunde, dass von historischen Volatilitäten auf künftige Trends geschlossen werden kann. Die tatsächlich eintretenden Volatilitäten können von den getroffenen Annahmen abweichen.

Für den Aktienoptionsplan, der eine anteilsbasierte Vergütung mit Aktien vorsieht, ist in der Berichtsperiode unter Berücksichtigung der erwarteten Mitarbeiterfluktuation ein Betrag von TEUR 119 erfolgswirksam erfasst und die Kapitalrücklage entsprechend um TEUR 119 erhöht worden.

(8) Rückstellungen

Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

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Rückstellungsspiegel Stand 01.01.2022

TEUR
Inanspruchnahme

TEUR
Auflösung

TEUR
Zuführung

TEUR
Stand 31.12.2022

TEUR
Rückstellungen für Gewerbesteuer 123 2.967 3.090
Rückstellungen für Körperschaftsteuer 114 2.908 3.022
Rückstellungen für sonstige Steuern 3 2 1 0
Summe Steuerrückstellungen 240 2 1 5.875 6.112
Ausstehende Eingangsrechnungen 985 824 89 707 779
Personalbezogene Rückstellungen 170 170 73 73
Aufsichtsratsvergütung 144 144 210 210
Urlaub 110 110 106 106
Abschluss- und Prüfungskosten 107 107 170 170
Berufsgenossenschaft 42 42 44 44
Übrige Rückstellungen 15 11 4 12 12
Summe sonstige Rückstellungen 1.573 1.408 93 1.322 1.394
Summe Rückstellungen 1.813 1.410 94 7.197 7.506

(9) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren im Vorjahr Darlehen mit Laufzeiten bis Dezember 2023 ausgewiesen. Diese konnten im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 3.083 (davon TEUR 666 vorzeitig) vollständig getilgt werden.

Zum Vorjahresstichtag ergab sich folgende Darstellung:

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Buchwerte Tilgungszahlungen Zinszahlungen
TEUR 31.12.2021 2022 ab 2023 ab 2026 2022 ab 2023
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.083 2.417 666 0 36 6

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TEUR Zinszahlungen ab 2026
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0

(10) Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Mietkaufvereinbarungen. Zum einen konnte die Mietkaufvereinbarung für Lizenzen planmäßig in Höhe von TEUR 75 vollständig getilgt werden, zum anderen bestand der Restbuchwert für Router für ein Großprojekt in Höhe von TEUR 675 (Vorjahr: TEUR 1.097). Im Jahr 2023 sind TEUR 460 fällig. Die Mietkaufverpflichtungen haben eine Laufzeit bis Februar 2024. Unter dem Bilanzposten werden zudem Umsatz- sowie Lohnsteuerverbindlichkeiten von TEUR 729 (Vorjahr: TEUR 1.263) sowie kreditorische Debitoren in Höhe von TEUR 121 (Vorjahr: TEUR 161) ausgewiesen.

(11) Passive Rechnungsabgrenzung

Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um eine einmalige, im Voraus erhaltene Bonusleistung eines Lieferanten für eine Vertragsverlängerung.

3) ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(12) Umsatzerlöse

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2021

TEUR
2022

TEUR
Erlöse aus Sprach-Produkten 12.571 13.135
Erlöse aus Access-Produkten * 29.597 29.226
Erlöse aus Housing/​Hosting 2.236 2.554
Erlöse aus ISDN-Produkten 1.497 270
Geschäftsbereich Geschäftskunden 45.901 45.185
Erlöse aus Dienstleistungen an verbundene Unternehmen 5.860 5.632
Erlöse Wholesale * 22.622 46.776
Geschäftsbereich Wholesale 28.482 52.408
Gesamt 74.383 97.594

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

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2021

TEUR
2022

TEUR
Inland 54.400 56.833
Ausland (im Wesentlichen Wholesale) 19.983 40.761
Gesamt 74.383 97.594

* Zur besseren Vergleichbarkeit wurden in der Vorjahresspalte Erlöse aus Access-Produkten in Höhe von TEUR 2.154 in Erlöse Wholesale umgegliedert.

Die Gesellschaft erzielte 2022 Umsatzerlöse von TEUR 97.594 (Vorjahr: TEUR 74.383). Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einem Zuwachs der Umsätze im Geschäftsbereich ecotel Wholesale. Die Umsätze im Geschäftsbereich ecotel Geschäftskunden waren hingegen leicht rückläufig.

(13) Sonstige betriebliche Erträge

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge wurde im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen durch den Erlös aus dem Verkauf der Anteile an der easybell GmbH zum 17. November 2022 in Höhe von TEUR 53.003 (Vorjahr: TEUR -) sowie die Erlöse aus Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen von TEUR 15.654 (Erträge von außerordentlicher Bedeutung und Größenordnung), davon als außerplanmäßiger Sondereffekt TEUR 14.912 (Vorjahr: TEUR -) geprägt. Darüber hinaus beinhaltet dieser Posten Erträge aus der Versteuerung der Firmenwagen in Höhe von TEUR 268 (Vorjahr: TEUR 276). Zudem werden aperiodische Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 47) sowie weitere periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 39) ausgewiesen.

(14) Materialaufwand

Der Materialaufwand fällt ausschließlich für in Anspruch genommene Fremdleistungen an und beinhaltet Aufwendungen für den Handel von Minuten im Segment ecotel Wholesale im Bereich Voice in Höhe von TEUR 42.491 (Vorjahr: TEUR 20.169), für eingekaufte Datenprodukte in Höhe von TEUR 21.258 (Vorjahr: TEUR 21.774), eigene Terminierungsentgelte für Sprachdienste in Höhe von TEUR 776 (Vorjahr: TEUR 932) und Stromkosten für das Rechenzentrum in Frankfurt am Main in Höhe von TEUR 1.724 (Vorjahr: TEUR 871).

(15) Abschreibungen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen des Anlagevermögens wurden im Geschäftsjahr 2022 planmäßig abgeschrieben.

(16) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten zum einen die mit dem Verkauf der Anteile an der easybell GmbH zusammenhängenden Transaktionskosten in Höhe von TEUR 4.729 (Vorjahr: TEUR -) sowie Aufwendungen für Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von TEUR 1.123 (Vorjahr: TEUR 853). Zum anderen enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Aufwendungen aus Vermittlungsprovisionen in Höhe von TEUR 4.059 (Vorjahr: TEUR 3.728), für den technischen Support und Entwicklung in Höhe von TEUR 2.228 (Vorjahr: TEUR 1.931), für Mieten in Höhe von TEUR 914 (Vorjahr: TEUR 743) sowie für Kfz- und Reisekosten in Höhe von TEUR 472 (Vorjahr: TEUR 398).

(17) Erträge aus Beteiligungen

Die Erträge aus Beteiligungen resultieren aus Gewinnausschüttungen der easybell GmbH.

(18) Erträge aus Gewinnabführungen

Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit der nacamar GmbH wurde ein Gewinn in Höhe von TEUR 247 übernommen (Vorjahr: TEUR 378).

(19) Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die Zinserträge im Geschäftsjahr 2022 resultieren im Wesentlichen aus den Zinsen der Fest- und Tagesgeldkonten in Höhe von TEUR 119 (Vorjahr: TEUR -). Die Zinsaufwendungen entfallen vor allem auf die Darlehensverbindlichkeiten und Mietkaufverpflichtungen in Höhe von TEUR 69 (Vorjahr: TEUR 140).

(20) Steuern vom Einkommen und Ertrag und sonstige Steuern

Durch das hohe Jahresergebnis hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 die verbliebenen steuerlichen Verlustvorträge vollständig aufgebraucht. Für das Jahr 2022 wurde daher Steueraufwand vom Einkommen und Ertrag in Höhe von TEUR 5.894 berücksichtigt (Vorjahr: TEUR 239).

4) SONSTIGE ANGABEN

Angabe zur Corporate Governance-Erklärung § 285 Nr. 16 HGB

Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und der Öffentlichkeit über die Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht:

https:/​/​ir.ecotel.de/​websites/​ecotel/​German/​6600/​erklaerung-zur-unternehmensfuehrung-und-corporate-govemance-bericht.html

Sonstige finanzielle Verpflichtungen im Sinne des § 285 Nr. 3a HGB und Haftungsverhältnisse

Aus Miet- und Leasingverträgen sowie aus vertraglichen Bindungen mit Lieferanten erwachsen der Gesellschaft in den nächsten Jahren finanzielle Verpflichtungen wie folgt:

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TEUR bis 1 Jahr 2 bis 5 Jahre ab 5 Jahre Gesamt
Leasing 194 329 0 523
Mietverträge 898 1.851 0 2.749
Sonstige Verpflichtungen 845 0 0 845
Gesamt 1.937 2.180 0 4.118

Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während der Geschäftsjahre 2021 und 2022 beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

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TEUR 2021 2022
Angestellte 204 202
(Ohne Vorstandsmitglieder und Auszubildende) 192 191

Vorstand

Der Vorstand der ecotel communication ag setzte sich im Berichtsjahr 2022 wie folgt zusammen:

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Markus Hendrich, Wirtschaftspsychologe, Mönchengladbach (bis zum 1. September 2022 stellv. Vorstandsvorsitzender, seit 1. September 2022 Vorstandsvorsitzender)
Peter Zils, Ingenieur, Düsseldorf (bis zum 1. September 2022 Vorstandsvorsitzender, seit 1. Septmber 2022 stellv. Vorstandsvorsitzender)
Achim Theis, Kaufmann, Düsseldorf (CCO)

Nach § 6 Abs. 1 der Satzung der Gesellschaft wird die Gesellschaft durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen gesetzlich vertreten. Derzeit sind Frau Sabina Bublitz und die Herren Holger Hommes, Wilfried Kallenberg und Oliver Jansen zu Prokuristen bestellt.

Aufsichtsrat

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2022 bestellt:

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Uwe Nickl, selbständiger Unternehmensberater, Bad Godesberg (bis zum 1. September stellv. Aufsichtsratsvorsitzender, seit 1. September 2022 Aufsichtsratsvorsitzender)
Dr. Norbert Bensel, selbständiger Unternehmensberater, Berlin (bis zum 1. September 2022 Aufsichtsratsvorsitzender, seit 1. September 2022 stellv. Aufsichtsratsvorsitzender)
Alfried Bührdel, selbständig, Berlin
Brigitte Holzer, Kauffrau, Berg
Mirko Mach, geschäftsführender Gesellschafter der MPC Service GmbH, Heidelberg
Dr. Thorsten Reinhard, Partner der Noerr Partnerschaftsgesellschaft mbB, Kronberg im Taunus

Im Geschäftsjahr 2022 waren die Mitglieder des Aufsichtsrats der Gesellschaft Mitglieder in folgenden Gremien gemäß § 125 Abs. 1 S. 5 AktG:

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Aufsichtsratsmitglied Funktion Unternehmen
Dr. Norbert Bensel Mitglied des Aufsichtsrats Praktiker AG i.L., Kirkel
Mitglied des Aufsichtsrats Praktiker Deutschland GmbH, Kirkel
Vorsitzender des Aufsichtsrats IAS Institut für Arbeits- und Sozialhygiene AG, Berlin
Dr. Thorsten Reinhard Partner (Member) Noerr Partnerschaftsgesellschaft mbB, München
Vorsitzender des Aufsichtsrats ISS Facility Services Holding GmbH, Düsseldorf
Vorsitzender des Aufsichtsrats ISS Communication Services GmbH, Düsseldorf
Vorsitzender des Aufsichtsrats ISS Energy Services GmbH, Lübbenau

Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats

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Gesamtbezüge

in TEUR
Markus Hendrich Peter Zils Achim Theis
2021 2022 2021 2022 2021 2022
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 212 283 350 267 250 250
Nebenleistungen 15 16 20 20 21 22
Einjährige var. Vergütung 40 24 50 19 33 20
Mehrjährige var. Vergütung 0 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 267 323 420 306 304 292

Dem Vorstand stehen für das Geschäftsjahr 2022 neben den Festvergütungen und Nebenleistungen sicher verdiente variable Vergütungen in Höhe von TEUR 63 (Vorjahr: TEUR 123) zu. Die Bezüge des Geschäftsjahres 2022 betragen TEUR 921 (Vorjahr: TEUR 991).

Die erfolgsbezogenen variablen Vergütungen waren bis 2019 an eine nachhaltige Unternehmensentwicklung über drei Jahre gekoppelt. Seit 2020 bestehen für die variable Vergütung lediglich persönliche Ziele. Um die finanziellen Leistungsanreize für den Vorstand und die Geschäftsleitung enger an die Interessen langfristig orientierter Aktionäre auszurichten wurde ab Juli 2020 ein Aktienoptionsprogramm eingeführt. An dem bestehenden Aktienoptionsprogramm nehmen die Mitglieder des Vorstands teil. Den Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 222.943 Aktienoptionen gewährt. Für diese Aktienoption besteht eine Wartefrist bis zur erstmaligen Ausübungsmöglichkeit von vier Jahren nach dem jeweiligen Gewährungsdatum.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden insgesamt TEUR 119 (davon TEUR 77 für Vorstände) im Aufwand erfasst.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vergütung des Aufsichtsrates:

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Aufsichtsrat Vergütung in TEUR 2021 Vergütung in TEUR 2022
Uwe Nickl 18 42
Dr. Norbert Bensel 35 44
Alfried Bührdel 14 32
Brigitte Holzer 20 32
Mirko Mach 23 32
Dr. Thorsten Reinhard 19 28
Sascha Magsamen (bis 8. Juli 2021) 7 -
Tim Schulte Havermann (bis 8. Juli 2021) 8 -
Gesamtvergütung 144 210

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Gesellschaft hat verschiedene Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt. Diese sind zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen.

Aktionärsstruktur

An der ecotel ag sind die nachfolgend aufgeführten Aktionäre beteiligt, soweit der Gesellschaft gemäß entsprechender Meldungen (WpHG-Meldungen > 3%) bekannt:

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TEUR %
Peter Zils 29,91%
Andrey Morozov 29,99%
CBOSS Orient FZ-LLC 7,83%
Hans Schmier 3,20%
Zwischensumme 70,93%
Streubesitz 29,07%

Gewinnverwendung

Für die Gewinnverwendung der ecotel ist gemäß § 58 Abs. 2 AktG der Jahresabschluss der ecotel ag, der nach handelsrechtlichen Regelungen aufgestellt wird, maßgeblich. Der Jahresabschluss der Gesellschaft weist einen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 66.077 (Vorjahr: TEUR 7.900) aus. Im Geschäftsjahr 2022 hat die ecotel ag für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von TEUR 7.898 (Vorjahr: TEUR 491) ausgeschüttet.

Meldungen in Verbindung mit § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG

Der Gesellschaft lagen folgende Meldungen (WpHG-Meldungen) vor, die in Verbindung mit § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder in Verbindung mit § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a des WpHG zu Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG geführt haben.

Es werden hier die Meldungen aufgelistet, die zur oben dargestellten Aktionärsstruktur geführt haben.

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Datum der Meldung Datum der Schwellberührung Aktionär Stimmrechte (aktuell) %-Anteil (zuletzt) %-Anteil (aktuell) Schwelle
11.01.2010 05.01.2010 Herr Peter Zils * 1.000.000 - 25,64% < 30 %
22.10.2018 11.10.2018 CBOSS Orient FZ-LLC 274.742 - 7,83% > 5%
29.10.2018 17.10.2018 Herr Andrey Morozov 1.052.611 25,09% 29,99% < 30%
28.08.2020 26.08.2020 Herr Hans Schmier 112.348 2,28% 3,20% > 3%
11.05.2021 07.05.2021 Herr Günther Hahn 81.135 3,95% 2,31% < 3%
01.09.2022 29.08.2022 PVM Private Values Media AG 104.949 4,99% 2,99% < 3%

* Durch den Übertragungsvertrag vom 15.05.2018 hat Herr Peter Zils weitere 50.000 Aktien erhalten. Demnach ist der Gesamtanteilsbesitz von Herrn Zils1.050.000 Aktien; das entspricht einem Anteil von 29,91%

Honorare Wirtschaftsprüfer

Im Geschäftsjahr 2022 betrug das als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer des Jahres- sowie des Konzernabschlusses der ecotel ag für die Abschlussprüfungsleistungen TEUR 186 und umfasst die Honorare für die gesetzliche Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft und einbezogener Tochterunternehmen, wovon TEUR 25 periodenfremd waren. Für andere Bestätigungsleistungen wurden TEUR 21 erfasst, wovon TEUR 13 periodenfremd waren. Für Steuerberatungsleistungen sowie für sonstige Leistungen wurden wie im Vorjahr keine Aufwendungen erfasst.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 23. Januar 2023 ist die Veräußerung der Beteiligung an nacamar GmbH vorgesehen.

Im Februar 2023 wurden weitere Rechte an Internetressourcen veräußert. Aus dieser Transaktion fließen der Gesellschaft außerplanmäßige Erträge in Höhe von rund 4 Mio. EUR zu.

Düsseldorf, den 6. März 2023

ecotel communication ag

Der Vorstand

Markus Hendrich

Peter Zils

Achim Theis

LAGEBERICHT

I. GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGEN

1. Geschäftstätigkeit

Die ecotel communication ag (nachfolgend »ecotel ag« oder »Gesellschaft« genannt) ist eine seit 1998 bundesweit tätige Unternehmensgruppe, die sich auf die Vermarktung von Informations- und Telekommunikationslösungen für die jeweilige Zielgruppe spezialisiert hat. Mutterunternehmen ist die ecotel communication ag mit Sitz in Düsseldorf (nachfolgend »ecotel ag« oder »ecotel« genannt).

Die Gesellschaft vermarktet ihre Produkte und Dienstleistungen in folgenden Geschäftsbereichen: »ecotel Geschäftskunden« und »ecotel Wholesale«.

Der Geschäftsbereich »ecotel Geschäftskunden« repräsentiert den Kernbereich der Gesellschaft. Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird wesentlich durch die beiden Trends Cloud-Telefonie und Breitbandausbau getrieben (Quelle: u.a. 24. TK-Marktanalyse Deutschland 2022; VATM /​ Dialog Consult). Für diese beiden Wachstumsfelder sieht sich ecotel mit der eigenen cloud.phone Produktgruppe sowie dem multi-carrier-basierten ethernet-Angebot bestens aufgestellt und fokussiert sich daher in diesem Geschäftsbereich auf »cloud und fiber«. Die Produktpalette beinhaltet neben flexiblen und qualitativ hochwertigen Telefonie-Lösungen (SIP-Protokoll, Cloud-Telefonie) sowie breitbandigen Datenanbindungen (Glasfaser, x-DSL etc.) auch das Management der Anbindung von Unternehmensstandorten (SD WAN-, IP und MPLS-VPNs) sowie die Realisierung von direkter Konnektivität zu den führenden Cloud-Dienstleistern (Multi-cloud-connect). Die Produkte und Services werden auf Basis von georedundanten Rechenzentren in Deutschland betrieben, die über ein eigenes Backbone ausfallsicher verbunden sind. An diesem Backbone sind im Rahmen des Multi-Carrier-Konzeptes nahezu alle bundesweit relevanten Infrastrukturanbieter aufgeschaltet. Somit kann für jeden Standort die kundenindividuell beste Versorgung realisiert werden.

Je nach Zielgruppe wird der Vertrieb in diesem Geschäftsbereich über den Direktvertrieb (Großkunden), einen hausinternen Telesales sowie mit mehr als 300 Vertriebspartnern über den Partnervertrieb gesteuert. Mit diesem Netzwerk verfügt ecotel über einen breiten Zugang zu mittelständischen Kunden. Darüber hinaus hat sich ecotel nach eigener Einschätzung als erfolgreicher Partner in der Zusammenarbeit mit mehr als 100 Einkaufsgenossenschaften und Verbundgruppen etabliert.

Der Geschäftsbereich »ecotel Wholesale« beinhaltet den netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten (Wholesale) sowie die Vermarktung von Datenleitungen für nationale und internationale Carrier. Dazu unterhält ecotel Netzzusammenschaltungen einer Vielzahl von internationalen Carriern. Über die Wholesale-Plattform wickelt ecotel inzwischen auch den größten Teil der nationalen und internationalen Telefongespräche seiner Geschäftskunden ab und nutzt diese Plattform ebenso für den wachsenden eigenen Teilnehmernetzbetrieb.

Infrastruktur

ecotel betreibt kein eigenes Zugangsnetz, sondern bezieht die TK-Zuführungsleistungen von diversen Vorlieferanten und kann hierdurch jeweils den Betreiber mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auswählen. Als typische Vorlieferanten sind beispielsweise die Deutsche Telekom, 1&1 Versatel, Vodafone, Verizon, EWE, Plusnet, Mnet und Colt zu nennen. Die Anzahl der Vorlieferanten steigt weiterhin an, da die Nachfrage unserer Geschäftskunden nach breitbandigen Glasfaserleitungen stetig steigt und die verschiedensten Infrastrukturanbieter sowie Kabelnetzbetreiber ihre hochmodernen Netze immer mehr für diese Zielgruppe öffnen. Durch den kundenbezogenen Einkauf der Zuführungsleitung ist ein Großteil der ecotel Kostenbasis variabel. Auf Basis neuester NGN-Technologie ist ecotel durch den Teilnehmernetzbetrieb (TNB) in der Lage, eigenständig Sprachvermittlungsdienstleistungen anzubieten, Rufnummernblöcke zu verwalten und Rufnummern ins eigene Netz zu portieren. Somit beschränkt sich der Zukauf von TK-Zuführungsdienstleistungen zunehmend auf den reinen Access zum Kunden. ecotel betreibt ein eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum auf dem Campus des größten europäischen Internetknotens in Frankfurt a. M. sowie weitere Rechenzentrumsflächen in Düsseldorf. Die beiden Points-of-Presence (PoP) - Standorte sind über ein eigenes zentrales Voice- und Daten-Backbone vernetzt und mittels Netzzusammenschaltungen mit vielen regionalen und globalen Carriern verbunden.

2. Struktur und Beteiligungen der Gesellschaft

Die Tochtergesellschaft »nacamar« bietet auf Grundlage ihres - im ecotel Rechenzentrum gehosteten - eigenen Content-Delivery-Netzwerks (CDN) Streamingdienste für Medienunternehmen an. Speziell entwickelte Add-Ons für Audio, Video und zukünftig auch für Daten schließen die Lücke zwischen den Rohstoffen und der Anwendung, ganz im Sinne eines "Software as a Service"-Konzeptes. Dabei verfügt nacamar über das komplette Portfolio der dafür notwendigen Werkzeuge zur Produktion und zum Betrieb solcher Komponenten.

Die mvneco GmbH fungiert als technischer Dienstleister, Systementwickler und Berater für Telekommunikationslösungen sowie diesbezügliche Managed Services. Die Beteiligung wird als assoziiertes Unternehmen bilanziert.

II. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2022 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,9 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 2,0 %. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Konfliktes in der Ukraine sowie den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2022 um 0,7 % höher. (Quelle: Destatis, Pressemitteilung vom Nr. 20 vom 13. Januar 2023).

Für ecotel bzw. den Telekommunikationsmarkt in Deutschland lassen sich die folgenden Aussagen treffen:

Volumen des Telekommunikationsmarkts steigt an

Der Gesamtumsatz der Telekommunikationsanbieter hat im Jahr 2022 um etwa 0,8 Mrd. EUR zugelegt. Betrug der Gesamtumsatz mit TK-Diensten im Vorjahr 59,5 Mrd. EUR, gehen wir für das Jahr 2022 von 60,3 Mrd. EUR aus. Im Festnetzmarkt, bestehend aus Anschlüssen, Sprach- und Datendiensten inkl. TV-Bandbreitkabel, werden die Unternehmen 33,6 Mrd. EUR umsetzen. Davon entfallen 15,8 Mrd. EUR auf die Deutsche Telekom (2021: 15,7 Mrd. EUR) und 17,8 Mrd. EUR auf die Wettbewerber (2021: 17,5 Mrd. EUR). (Quelle: 24. TK-Marktanalyse Deutschland 2022).

Gesamtmarkt für Telekommunikation in Deutschland in Mrd. eur und in %

Teilmärkte für Telekommunikationsdienste in Deutschland in Mrd. eur und in %

Das Wachstum der Festnetz-Breitbandanschlüsse setzt sich unvermindert fort. Die Anzahl der stationären Breitbandanschlüsse wuchs in 2022 um rund 0,7 Mio. auf 37,7 Mio. an. Dabei entfielen etwa 25,1 Mio. Anschlüsse auf DSL-Anschlüsse (2021: 25,4 Mio.). Die Anzahl der aktiven Glasfaseranschlüsse stieg in 2022 auf 3,4 Mio. (2021: 2,6 Mio.). Auf die Telekom Deutschland entfallen rund 35 % dieser Glasfaseranschlüsse.

Anzahl aktive Glasfaseranschlüsse in Mio. Stück

Trends im B2B-Markt

Das Geschäftskundensegment (B2B) in Deutschland ist durch eine weiterhin hohe Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Der Umsatz im Geschäftskundenmarkt ist mit rund 21,6 Mrd. EUR in 2022 (Vorjahr: 21,8 Mrd. EUR) leicht rückläufig und hat einen Anteil am Gesamtmarkt von 35,8 %. Die Umsatzverteilung Deutsche Telekom /​ Wettbewerber hat sich in 2022 nicht wesentlich geändert. Es ist davon auszugehen, dass die Deutsche Telekom in 2022 12,5 Mrd. EUR und die Wettbewerber etwa 9,1 Mrd. EUR Umsatz im Geschäftskundenmarkt erzielt haben.

Markt für Telekommunikationsdienste in Mrd. eur und in %

Der Technologiewandel und die Herausforderungen der Corona-Pandemie treiben die Nachfrage nach höheren Bandbreiten weiter an. Das über das Festnetz abgewickelte durchschnittliche Datenvolumen erhöhte sich in 2022 um 18,7 % auf monatlich 274,4 Gigabyte pro Breitbandanschluss.

Volumenentwicklung in Mrd. gb und in %

Wichtiger Treiber im Geschäftskundenbereich ist der kontinuierliche Ausbau an breitbandigen Internetzugängen sowohl über Festnetz (Glasfaser, Vectoring) als auch über Mobilfunk (5G). Auch die Verlagerung der Telefonanlagen ins Netz (Cloud-Telefonie und UCC-Lösungen) sowie das stärkere Zusammenwachsen von Telekommunikation und IT weisen den Weg in die Zukunft.

Ein ungebrochener IT-Trend ist »Cloud Computing« mit seinen Ausprägungen »Infrastructure as a Service« (IaaS), »Platform as a Service« (PaaS) und »Software as a Service« (SaaS). Im Wesentlichen geht es dabei um das Verlagern von lokalen Rechnerleistungen (Hardware) und Applikationsprogrammen (Software) sowie der Datenhaltung (Content) in zentrale und hochperformant abgesicherte Rechenzentren eines ITK-Dienstleisters, auf die der Nutzer über breitbandige und gesicherte Anbindungen zugreift. Wesentliche Aspekte in diesem Zusammenhang sind zudem der Datenschutz sowie die Sicherheit der zentral gelagerten Daten.

Unternehmen setzen immer mehr auf »Cloud-Telefonie«, anstatt auf eigene Telefonanlagen. Dabei sind die Standortunabhängigkeit, die Flexibilität im Betrieb und die Kostenersparnis auf Seiten der Unternehmen wesentliche Argumente für die Nutzung. Wesentliche Voraussetzungen für die Nutzung von »Cloud-Telefonie« ist eine schnelle und belastbare Internetverbindung. Der zunehmende Ausbau von Glasfaserleitungen in Deutschland erhöht somit die technische Verfügbarkeit für die Realisierung von »Cloud-Telefonie«. Die Marktdurchdringung ist verschiedenen Studien zur Folge gerade in Deutschland noch geringer 10%. Hier wird mehr als eine Verdopplung in den nächsten Jahren erwartet.

Weitere wichtige ITK-Trends sind:

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SD-WAN, SDN, NFV,
Industrie 4.0,
KI (Künstliche Intelligenz),
Big Data Analytics,
Machine to Machine (M2M)/​Internet of Things (IoT)/​Computing Everywhere,
Unified Communication und Collaboration (UCC),
Smart Devices, 3D-Druck, eHealth/​Telemedizin,
Mobile Payment/​kontaktloses Bezahlen,
Smart Energy/​intelligente Stromnetze,
Deregulierung.

Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen im B2B-Segment tätige Unternehmen alle für Geschäftskunden relevanten Produkte aus einer Hand und bundesweit anbieten können. Gerade Telekommunikationsdienste für Geschäftskunden haben als Produktionsfaktor eine sehr hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Ein entsprechender Regulierungsrahmen muss daher sicherstellen, dass Wettbewerber bundesweit auf alle notwendigen bzw. physikalisch verfügbaren Vorleistungen zurückgreifen können.

Die Gesellschaft unterliegt als Telekommunikationsunternehmen der Aufsicht der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA).

Im Bereich Telekommunikation und Post sorgt die Bundesnetzagentur für

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die Sicherstellung eines chancengleichen und funktionsfähigen Wettbewerbs, auch in der Fläche,
die Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung mit Telekommunikations- und Postdienstleistungen (Universaldienstleistungen) zu wettbewerbsfähigen Preisen,
die Förderung von Telekommunikationsdiensten bei öffentlichen Einrichtungen,
die Sicherstellung einer effizienten und störungsfreien Nutzung von Frequenzen, auch unter Berücksichtigung der Belange des Rundfunks, und
die Wahrung der Interessen der öffentlichen Sicherheit.

Neben der Regulierung hat die Bundesnetzagentur im Telekommunikations- und Postmarkt noch weitere vielfältige Aufgaben; sie

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vergibt Lizenzen im Postbereich,
trägt zu Lösungen von Fragen im Rahmen der Standardisierung bei,
verwaltet Frequenzen und Rufnummern,
klärt Funkstörungen auf,
bekämpft den Missbrauch von Rufnummern,
beobachtet den Markt und
berät die Bürger über neue Regelungen und deren Auswirkungen.

Die Gesellschaft versucht, durch Marktkenntnis und -beobachtung wesentliche Trends frühzeitig zu entdecken und daraus Risiken und Potentiale abzuleiten. Im Jahr 2022 hat die Gesellschaft sich mit folgenden aktuellen Themengebieten auseinandergesetzt bzw. sich aktiv in den Arbeitskreisen und im Präsidium des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations-und Mehrwertdiensten e. V.) beteiligt:

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Verbesserung der politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau und den Geschäftskundenmarkt in Deutschland,
Sicherstellung einer flächendeckenden gleichartigen Grundversorgung in städtischen und ländlichen Räumen mit Telekommunikationsdiensten (Universaldienstleistungen) inklusive breitbandiger Anschlüsse zu erschwinglichen Preisen,
Abstimmung der europäischen Telekommunikationspolitik (EU Single Market) mit den speziellen Anforderungen des deutschen Telekommunikationsmarktes,
Netzneutralität (d. h. gleichberechtigte und unveränderte Übertragung von Datenpaketen durch Carrier, unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben),
Modernisierung der bestehenden Datenschutzregeln sowie des Verbraucherschutzes,
Begleitung von Initiativen im regulatorischen und politischen Raum und Einflussnahme auf dieselben, mit dem Zweck, adäquate Vorleistungsprodukte langfristig beziehen zu können und die nationalen Besonderheiten im Hinblick auf EU-Entscheidungen hervorzuheben, damit diese Berücksichtigung finden,
Handelsplattform für Anbieter und Nachfrager von Breitbandanschlüssen.

III. RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Gesetzliches Leitungs- und Vertretungsorgan der ecotel ag ist der Vorstand. Gemäß § 5 der Satzung der ecotel ag besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Es können auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Vorstandsmitglieder bestellt der Aufsichtsrat für die Dauer von höchstens fünf Jahren. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Nach der Satzung der ecotel ag erlässt der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung für den Vorstand. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung wird die ecotel ag durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen gesetzlich vertreten.

Dem Vorstand der ecotel ag gehören die Herren Markus Hendrich (Vorstandsvorsitzender), verantwortlich für die Bereiche Technik, Operations, Produktmanagement, Human Ressources sowie das Ressort Digitalisierung, Peter Zils (stellv. Vorstandsvorsitzender), verantwortlich für die Bereiche Strategie, Wholesale, Finance und Investor Relations, und Achim Theis (CCO), der die Bereiche Vertrieb, Marketing und Key Account Management verantwortet, an.

Der Vorstand bildet gemeinsam mit den Prokuristen Holger Hommes (CFO), Wilfried Kallenberg (CTO), Oliver Jansen (CBO) sowie seit dem 1. Januar 2023 auch der Prokuristin Sabrina Bublitz (CPO) das geschäftsführende Board der ecotel.

1. Änderung der Satzung

Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit die Satzung nicht im Einzelfall etwas anderes anordnet oder zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.

2. Kapitalverhältnisse

Das Grundkapital der ecotel ag beträgt 3.510.000 EUR. Das Kapital ist in 3.510.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien aufgeteilt. Die Aktien sind als nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR ausgegeben. Das Grundkapital ist in Höhe von 3.510.000,00 EUR vollständig eingezahlt. Jede nennbetragslose Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht. Es bestehen in Bezug auf die Aktien keine unterschiedlichen Stimmrechte.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, wie sie sich beispielsweise aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand der ecotel ag nicht bekannt.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand der ecotel ag ermächtigt, das Grundkapital der ecotel ag mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2026 einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 1.775.000,00 EUR (bisher: 1.755.000,00 EUR) gegen Bar- und /​ oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Im Berichtsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 wurde eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 1.404.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.404.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien beschlossen (Neufassung des Bedingten Kapitals 2017). Des Weiteren wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 über die Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen (Aktienoptionsplan 2020) und die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2020 entschieden (Bedingtes Kapital 2020).

Die nachfolgende Grafik zeigt die Namen der Aktionäre, deren Beteiligung am Grundkapital der ecotel ag Ende 2022 mehr als 3 % betrug. Basis sind die der ecotel ag bekannt gemachten Anteilsbesitze. Es bestehen in Bezug auf die Aktien keine unterschiedlichen Stimmrechte.

1 %-Satz gemäß letzter Stimmrechtsmeldung vom 01.09.2022.

3. Auswirkungen potenzieller Übernahmeangebote

Für Vorstandsmitglieder und alle anderen Leitungsorgane der Gesellschaft bestehen, mit Ausnahme der folgenden Regelungen, keine Vereinbarungen für Entschädigungen im Fall einer Übernahme. Weitere Vereinbarungen zwischen der Gesellschaft und natürlichen Personen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen, bestehen nicht.

Das seit 2020 existierende Aktienoptionsprogramm der ecotel ag sieht für den Fall eines Change-of-Control, d.h. des Erwerbs der Aktienmehrheit an der Gesellschaft durch eine Person (allein oder gemeinsam mit anderen handelnd) mit Ausnahme solcher Personen, die unmittelbar oder mittelbar vollständige Tochtergesellschaften der Gesellschaft sind oder die bei Aufstellung dieses Aktienoptionsplans mehr als 5 % am Grundkapital der Gesellschaft halten, und bestimmter wirtschaftlich vergleichbarer Transaktionen oder eines Widerrufs der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum Handel im regulierten Markt vor, dass ausstehende Aktienoptionen gegen Leistung einer Barzahlung verfallen.

4. Unternehmenssteuerung

Die Gesellschaft steuert die Geschäftsbereiche nach Maßgabe der strategischen Gesamtausrichtung des Konzerns. Es gibt eine Gesamtbudgetplanung, in die die Jahresbudgets der Geschäftsbereiche sowie der übrigen Konzernunternehmen einfließen. Dabei werden auf Ebene des geschäftsführenden Boards der ecotel Gruppe die Steuerungsgrößen Umsatz und Rohertrag im Geschäftsbereich Geschäftskunden und Konzern-EBITDA in den Fokus gerückt. Hierzu werden in der Planung auf Ebene von Produktarten/​ -kategorien nach dem Teilkostenverfahren den Erlösen die direkten variablen Kosten zugeordnet und Rohmargen ermittelt. Die produktübergreifenden indirekten Kosten (Gemeinkosten) sowie die Personalkosten werden im Wesentlichen auf Kostenstellen geplant und überwacht. Die unterjährige Berichterstattung erfolgt geschäftsbereichsbezogen für die Geschäftsbereiche ecotel Geschäftskunden und ecotel Wholesale monatlich auf Umsatz- und EBITDA-Ebene mit detaillierter Analyse der Abweichungen gegenüber der Planung und dem Vorjahr sowie einem regelmäßig aktualisierten Ausblick auf das Geschäftsjahresende. Zur detaillierten Steuerung des Kerngeschäftes des Geschäftsbereichs ecotel Geschäftskunden erfolgt zudem eine Überwachung von geschäftsbereichsbezogenen spezifischen Kennzahlen (z. B. Anzahl der Sprachkanäle, Anzahl Seats, Minutenvolumen, Anzahl Leitungen, Preise je Mengeneinheiten (ARPUs), Rohertragsmarge), die in einem Reportingsystem (Dashboard) abgebildet werden.

Die Liquiditäts-, Investitions- und Working-Capital-Überwachung erfolgt bei der ecotel ag zentral. Diese stellt auch die wesentlichen Finanzierungen für die Unternehmensgruppe beispielsweise durch Bereitstellung von Kreditlinien oder die Aufnahme von langfristigen Annuitätendarlehen bereit.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren unterstützen das Management bei der Führung und der langfristigen strategischen Ausrichtung der Gesellschaft. Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren dienen jedoch nicht vorrangig zur Steuerung der ecotel ag. Vielmehr ermöglichen sie erweiterte Erkenntnisse über die Situation in der Gesellschaft und lassen darauf aufbauende Entscheidungen zu. Demnach sind in der Gesellschaft keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren vorhanden, die für die Geschäftstätigkeit der ecotel ag von wesentlicher Bedeutung sind.

Die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren zur Unternehmenssteuerung sind: Umsätze der Geschäftsbereiche, Rohertrag, Konzern-EBITDA, handelsrechtliches EBITDA, bereinigtes /​ operatives EBITDA, auch der einzelnen Geschäftsbereiche, sowie der Konzernüberschuss. Der Aufsichtsrat überwacht die Einhaltung der wesentlichen Steuerungskennzahlen und lässt sich quartalsweise vom Vorstand hierüber berichten.

Die Aktionäre erwarten transparente Berichterstattung, verlässliche Prognosen und eine planbare und attraktive Aktionärsvergütung. Die Fremdkapitalgeber erwarten eine solide Bilanzstruktur und die Einhaltung der vereinbarten Covenants sowie die fristgerechte Bedienung der Kapitaldienste (Zins und Tilgung). Bei den Mitarbeitern, Kunden und Vertriebspartnern stehen die Sicherung der Arbeitsplätze, die Attraktivität des Arbeitgebers, die Entwicklung von innovativen und attraktiven Produkten sowie die Weiterentwicklung der Services und Prozesse zur Verbesserung der Kunden- und Partnerzufriedenheit im Vordergrund. Die ecotel ag hat sich zum Ziel gesetzt führender Qualitätsanbieter im Bereich Telekommunikation für Geschäftskunden in Deutschland zu werden und erwartet daher als juristische Person Investitionen in Ausfall- und Datensicherheit. Daneben werden ab dem Jahr 2023 Investitionen und Ressourcenaufbau in die beiden Fokusthemen »cloud und fiber« notwendig, da so das oben beschriebene Wachstumspotential genutzt werden soll. Im Ergebnis möchte ecotel dabei den Schwerpunkt der Entwicklung auf leicht zu bedienende, flexible und skalierbare Plattformen setzen, um auf die Kundenbedürfnisse des deutschen Mittelstandes einzugehen und passgenaue Produkte und Lösungen zu platzieren.

5. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft selbst betreibt keine Grundlagenforschung, sondern fokussiert sich auf die Integration und Kompatibilität von bestehenden Leitungsarten, Tarifkombinationen und Gerätekonfigurationen. Dabei steht immer der möglichst hohe Kosten-/​ Nutzen-Effekt für die Kunden im Vordergrund ("best-of-breed" Ansatz). Daher beschränkten sich die Entwicklungsaufwendungen in den letzten Jahren im Wesentlichen auf die technische Entwicklung hin zum eigenen Teilnehmernetzbetrieb sowie Entwicklungsleistungen für ein Partnerportal für Vertriebspartner sowie Systementwicklungen und -verbesserungen für die Auftragsverarbeitung der neuen Produktpalette.

IV. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

1. Ertragslage

Die Ertragslage der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr durch mehrere Sondereffekte maßgeblich beeinflusst. Zum einen durch den Verkauf der Beteiligung an der easybell GmbH zum 17. November 2022 (closing). Dieser Verkauf hat zu einem Ertrag unter Berücksichtigung der damit einhergehenden Transaktionskosten in Höhe von 48,3 Mio. EUR geführt. Davon werden 53,0 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen und die Transaktionskosten in Höhe von 4,7 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Daneben hatte die Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen in Höhe von 15,7 Mio. EUR, von denen 14,9 Mio. EUR vor Steuern (11 Mio. EUR nach Steuern) nicht in der ursprünglichen Planung für 2022 enthalten waren, einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage.

Neben diesen beiden Sondereffekten wurde die Ertragslage der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 durch folgenden aus Sicht des Vorstands einmaligen Effekt belastet: Bei der ursprünglichen Planung für das Geschäftsjahr 2022 wurde bereits antizipiert, dass die Energiekosten - insbesondere die Stromkosten für den Betrieb der Rechenzentren - deutlich ansteigen werden. Insgesamt wurden für das Geschäftsjahr 2022 daher 1,4 Mio. EUR für Strom eingeplant, was einer mehr als 40%igen Steigerung gegenüber den angefallenen Aufwendungen in 2021 entsprach. Der tatsächlich angefallene Aufwand für Strom lag im Geschäftsjahr 2022 vor allem in den Monaten Mai bis September, infolge der zunächst reduzierten und später temporär vollständig eingestellten Gaslieferungen, preisbedingt höher als diese ursprüngliche Planung. Aufgrund der inzwischen durch die Bundesregierung eingeleiteten Maßnahmen zum alternativen Bezug von Gas, haben sich die Einkaufspreise auf einem weiterhin hohen, aber stabilen und wieder planbareren Niveau eingependelt. Aufgrund des Betriebs von Rechenzentren und der Versorgungsverpflichtung der Gesellschaft gegenüber Kunden, die als kritische Infrastrukturen deklariert sind, war der Bezug auch zu diesen historisch hohen Preisen unausweichlich. Aufgrund der Einzigartigkeit dieser Ereignisse geht der Vorstand davon aus, dass dieser Effekt in Höhe von ca. 0,3 Mio. EUR keinen wiederkehrenden Charakter hat und daher zu Analysezwecken aus dem EBITDA der Gesellschaft korrigiert.

Die Gesellschaft erzielte im Jahr 2022 Umsatzerlöse von 97,6 Mio. EUR (Vorjahr: 74,4 Mio. EUR). Der Umsatz im Geschäftsbereich ecotel Geschäftskunden war leicht rückläufig und betrug 45,2 Mio. EUR (Vorjahr: 45,9 Mio. EUR). Dieser Geschäftsbereich konnte die ursprünglich geplanten (Groß-)Kundenverträge nicht zu Beginn des Jahres 2022 gewinnen, sondern erst gegen Ende. Der Ukrainekonflikt und die damit einhergehende gesamtwirtschaftliche Unsicherheit haben nach Einschätzung des Vorstands gerade beim Abschluss von Großprojekten zu einer deutlichen Zurückhaltung bei den Entscheidern geführt. Zum Ende des Jahres 2022 konnte der Geschäftsbereich jedoch signifikante (Groß-)Kundengewinne verzeichnen, die sich im Umsatz 2023 auswirken werden.

Im margenschwachen Geschäftsbereich ecotel Wholesale wuchs der Umsatz deutlich von 28,5 Mio. EUR auf 52,4 Mio. EUR. Sowohl im netzübergreifenden Handel mit Telefonieminuten (Wholesale) als auch bei der Vermarktung von Datenleitungen für nationale und internationale Carrier (Daten) konnte der Geschäftsbereich den Umsatz steigern. In den Vorjahren wurde das Geschäftsvolumen in diesem Geschäftsbereich bewusst gesteuert, damit der ecotel Konzern insgesamt die 100 Mio. EUR Umsatzschwelle im Telekommunikationsgesetz nicht überschreitet, um sich vor eventuellen negativen retrograden Regulierungsentscheidungen zu schützen. Diese Maßnahme ist nach Auffassung des Vorstands nicht mehr notwendig. Daher wurden die Geschäftsvolumina in diesem Geschäftsbereich mit den bestehenden Kundenverhältnissen wieder erhöht.

Der Rohertrag der Gesellschaft stieg um 1,1 Mio. EUR bzw. 3,7% auf 29,8 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 an. Die Rohertragsmarge für das Kerngeschäft Geschäftskunden wuchs um rund 2 Prozentpunkte auf 62,6% an.

Hier wirkten sich die hohe Wertschöpfung in den NGN-basierten Sprachprodukten und die damit einhergehenden höheren Margen aus. Belastend wirkte sich im Rohertrag der oben beschriebene höhere Aufwand für Energie/​Strom aus, der für den Betrieb der Rechenzentren aufgebracht werden musste.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr signifikant um 68,4 Mio. EUR auf 69,2 Mio. EUR. Hier werden die beiden oben erwähnten Sondereffekte (Verkauf easybell GmbH in Höhe von 53,0 Mio. EUR und Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen in Höhe von 15,7 Mio. EUR) von insgesamt 68,7 Mio. EUR ausgewiesen.

Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr 2022 um 0,8 Mio. EUR bzw. 6,1% auf 14,1 Mio. EUR, im Wesentlichen durch Gehaltssteigerungen, an. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im gleichen Zeitraum um 5,9 Mio. EUR auf 15,4 Mio. EUR an. Hier wurden die oben erwähnten Transaktionskosten aus dem Verkauf der easybell Beteiligung in Höhe von 4,7 Mio. EUR ausgewiesen. Daneben stiegen die Aufwendungen für Provisionen an externe Vertriebspartner, Aufwendungen für technische Serviceleistungen, Beratungs- und Mietaufwendungen.

Im Ergebnis stieg somit das EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern) im Geschäftsjahr 2022 signifikant um 62,8 Mio. EUR auf 69,6 Mio. EUR. Bereinigt um die oben beschriebenen Sondereffekte betrug das bereinigte EBITDA 6,7 Mio. EUR und lag damit leicht unter dem EBITDA des Vorjahres (6,8 Mio. EUR).

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(in Mio. €)
EBITDA 69,6
abzgl. Verkausferlös easybell abzgl. Beteiligungsbuchwert - 53,0
zzgl. Transaktionskosten aus dem Verkauf von easybell 4,7
abzgl. unplanmäßiger Ertrag aus der Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen -14,9
zzgl. unerwartete Mehraufwendungen für Energie (Strom) 0,3
bereinigtes EBITDA 6,7

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzierten sich planmäßig um 0,4 Mio. EUR auf 3,9 Mio. EUR.

Das Finanzergebnis (Erträge aus Beteiligungen, Zinsaufwand- und Zinserträge, Zuschreibungen auf Finanzanlagen sowie Aufwendungen aus Verlustübernahme) stieg auf 6,3 Mio. EUR (Vorjahr: 1,8 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2022 hat die Gesellschaft Gewinnausschüttungen der easybell GmbH von insgesamt 5,9 Mio. EUR erhalten (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR).

Nach Abzug von Steuern (5,9 Mio. EUR) weist die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 66,1 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR) aus. Im Geschäftsjahr 2022 hat die Gesellschaft Dividenden in Höhe von 7,9 Mio. EUR gezahlt (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR).

Abgleich der Prognosen mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf

Mit 97,6 Mio. EUR lag der tatsächliche Umsatz der Gesellschaft deutlich über dem prognostizierten Korridor von 70 bis 80 Mio. EUR. Die übertroffene Umsatzprognose resultiert aus der Umsatzausweitung im margenschwachen Geschäftsbereich Wholesale. Der Umsatz im Kernbereich ecotel Geschäftskunden lag mit 45,2 Mio. EUR am unteren Ende des prognostizierten Korridors von 45 bis 50 Mio. EUR.

Mit einem bereinigten EBITDA von 6,7 Mio. EUR konnte der prognostizierte Korridor für das Geschäftsjahr 2022 (6,5 bis 8,5 Mio. EUR) am unteren Ende erreicht werden.

2. Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2022 um 59,1 Mio. EUR auf 90,9 Mio. EUR an. Der signifikante Anstieg der finanziellen Mittel in Höhe von 65,1 Mio. EUR und der durch die oben beschriebenen Sondereffekte hohe Bilanzgewinn sind die wesentlichen Treiber dieses Anstiegs der Bilanzsumme.

Auf der Aktivseite sank das Anlagevermögen um 5,7 Mio. EUR auf 11,7 Mio. EUR. Zum einen aufgrund des Verkaufs der Beteiligung an der easybell GmbH (5,3 Mio. EUR) und zum anderen übersteigen die Abschreibungen in Höhe von 3,9 Mio. EUR die Investitionen in Höhe von 3,5 Mio. EUR.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich durch den oben beschriebenen Anstieg der finanziellen Mittel deutlich auf 78,3 Mio. EUR (Vorjahr: 13,8 Mio. EUR). Ohne diesen Anstieg sank das Umlaufvermögen um 0,7 Mio. EUR. Während die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1,3 Mio. EUR sanken, stiegen die sonstigen Vermögensgegenstände zum Stichtag um 1,6 Mio. EUR an. Hier werden u.a. Forderungen gegen Lieferanten aus Rabatt- und sonstigen Vereinbarungen ausgewiesen, die im Wesentlichen im Geschäftsjahr 2023 ausgeglichen werden.

Auf der Passivseite konnten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 3,1 Mio. EUR vollständig getilgt werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken um 0,5 Mio. EUR auf 8,7 Mio. EUR.

Darüber hinaus sind die sonstigen Verbindlichkeiten von 2,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 1,6 Mio. EUR gesunken. Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer von 0,6 Mio. EUR sowie aus der Tilgung der Verbindlichkeiten aus Mietkaufvereinbarungen von 0,4 Mio. EUR.

Aufgrund des hohen Jahresergebnisses und des Verbrauchs aller steuerlichen Verlustvorträge hat die Gesellschaft Steuerrückstellungen in Höhe von 6,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR) gebildet.

Das Eigenkapital der Gesellschaft ist von 14,5 Mio. EUR auf 72,8 Mio. EUR angestiegen. Neben dem Jahresergebnis in Höhe von 66,1 Mio. EUR wirken sich Dividendenzahlungen in Höhe von 7,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 aus.

3. Finanzlage

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2022 einen operativen Cashflow (ohne Berücksichtigung von Beteiligungserträgen) in Höhe von 21,3 Mio. EUR erwirtschaftet (Vorjahr: 6,2 Mio. EUR). Darin enthalten sind die oben erläuterten zahlungswirksamen Sondereffekte von insgesamt 15,7 Mio. EUR.

Die Gesellschaft erzielte einen Mittelzufluss aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 50,1 Mio. EUR (Vorjahr -3,4 Mio. EUR). Der Mittelzufluss beeinhaltet einen Zufluss aus der Veräußerung der Anteile an der easybell GmbH in Höhe von 53,6 Mio. EUR. Die Auszahlungen für Investitionen in Anlagevermögen blieben mit auf 3,5 Mio. EUR nahezu konstant zum Vorjahr (3,4 Mio. EUR). Somit konnte ein Free Cashflow von 71,4 Mio. EUR bzw. bereinigt um Sondereinflüsse von 2,9 Mio. EUR (Vorjahr: 2,8 Mio. EUR) erzielt werden.

Tilgungen von Bankdarlehen in Summe von 3,1 Mio. EUR, Tilgungen für Mietkaufverbindlichkeiten in Höhe von 0,4 Mio. EUR und Beteiligungserträge in Höhe von insgesamt 5,1 Mio. EUR sowie gezahlte Dividenden in Höhe von 7,9 Mio. EUR führen insgesamt zu einem Cashflow im Geschäftsjahr 2022 von 65,1 Mio. EUR (Vorjahr: -1,3 Mio. EUR) und einem Ausweis der Zahlungsmittel zum 31. Dezember 2022 von 66,9 Mio. EUR.

Neben den ausgewiesenen Finanzmitteln stehen ecotel ag zum 31. Dezember 2022 Kreditlinien in einem Umfang von 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) zur Verfügung, die in einem Umfang von bis zu 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) für Avalschulden genutzt werden dürfen.

4. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2022 noch einmal signifikant verbessert. Die Veräußerung der Anteile an der easybell GmbH und die Realisierung von Einmalerträgen haben dazu geführt, dass die Gesellschaft keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mehr ausweist. Mit ausgewiesenen Finanzmitteln von 66,9 Mio. EUR und zur Verfügung stehenden Kontokorrentlinien von 6,0 Mio. EUR hat die Gesellschaft sich in eine hervorragende Lage gebracht, die sich bietenden Chancen im deutschen Telekommunikationsmarkt zu nutzen. Die Ertragslage ist durch vertraglich gesicherte wiederkehrende Umsätze im Bereich ecotel Geschäftskunden gesichert. Die Forderungsausfälle sind weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

V. NACHTRAGSBERICHT

Es wird auf die Angaben im Anhang verwiesen.

VI. RISIKOBERICHT

1. Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem

Zur frühzeitigen Identifizierung und Bewertung von unternehmerischen und bestandsgefährdenden Risiken sowie zum richtigen Umgang hiermit setzt die Gesellschaft ein entsprechendes Risikomanagementsystem ein. Die Verantwortung der Früherkennung und Gegensteuerung von Risiken liegt beim Vorstand. Für die kontinuierliche Identifizierung und Bewertung von Risiken unterstützen ihn die Prokuristen sowie die Geschäftsführer der Tochterunternehmen. Mithilfe eines quartalsweise erscheinenden Risikoreports verfolgen der Vorstand und der Aufsichtsrat das gesamte Jahr hindurch die identifizierten Risiken in Bezug auf die geplante Entwicklung. Der Fokus liegt dabei auf der Identifikation des Handlungsbedarfs und dem Status der eingeleiteten Maßnahmen zur systematischen Steuerung der identifizierten Risiken. In Form einer Risikomatrix sind dabei jeweils alle wesentlichen Risiken aufgeführt, die das Ergebnis und den Bestand gefährden könnten. Alle Risikopotenziale werden dabei nach Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Schadenshöhen bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten werden dabei in niedrig, mittel, hoch und sehr hoch klassifiziert.

Die mögliche Schadenshöhe (als Nettobarwert) wird wiederum ebenfalls in vier Schadensklassen gemäß nachfolgender Tabelle unterteilt.

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Vermögensschadensklasse (VSK) Mögliche Schadenshöhe
Sehr hoch > 1.000.000 EUR
Hoch 300.000 - 1.000.000 EUR
Mittel 100.000 - 300.000 EUR
Niedrig < 100.000 EUR

Die den identifizierten Risikopositionen zugeordneten Wahrscheinlichkeiten und Schadensklassen werden entsprechend der nachfolgenden Tabelle in Risikoklassen eingeteilt. Aus der Risikoklasse ergibt sich zugleich das Bruttorisiko je Risikoposition (1 bis 4). Der Vorstand leitet für jede Risikoposition einzuleitende Maßnahmen zur Gegensteuerung ab und bewertet daraus das Nettorisiko (1 bis 4). Bruttorisiko und Nettorisiko können durch die Gegensteuerung daher voneinander abweichen.

Zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften unterhält die Gesellschaft weiterhin ein Internes Kontrollsystem (IKS), welches in regelmäßigen Abständen, so auch im Geschäftsjahr 2022, überarbeitet wird. Das Interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem sind dynamische Systeme, die auf Veränderungen des Geschäftsmodells, der Art und des Umfangs der Geschäftsvorfälle oder der Zuständigkeiten laufend angepasst werden. Damit einhergehend ergeben sich sowohl aus den durchgeführten Überprüfungen, aus Revisionsprüfungen sowie aus den Prüfungstätigkeiten des Abschlussprüfers Verbesserungspotenziale sowohl hinsichtlich der Angemessenheit (Fehlen geeigneter Kontrollen) und der Wirksamkeit (unzureichende Durchführung) von Kontrollen. Zudem können sich aus Compliancevorfällen ebenso Verbesserungspotenziale ergeben. Zur Gesamtbeurteilung dieser Managementsysteme stellen wir fest, dass keine der im Berichtsjahr identifizierten Verbesserungspotenziale gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit der beiden Managementsysteme sprechen.

Daneben erfüllt das Kontrollsystem der ecotel ag durch die interne Revision im Rahmen einer Vollausgliederung auch die »Mindestanforderungen an das Risikomanagement « (MaRisk) und die »Bankenaufsichtliche Anforderungen an die IT« (BAIT), welches durch jährlich wiederkehrende Testate gemäß IDW PS 951 Typ 2 belegt wird. Diese Maßnahmen wurden notwendig, da ecotel sowohl Versicherungen als auch Banken durch verschiedene ITK-Lösungen bedient.

Das Risiko der Finanzberichterstattung besteht darin, dass der Jahresabschluss Falschdarstellungen enthalten könnte, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung ist das Interne Kontrollsystem derart gestaltet, dass für alle wesentlichen Geschäftsvorfälle das Vier-Augen-Prinzip eingesetzt wird und dass in der Buchhaltung eine Funktionstrennung vorliegt. Regelmäßig wiederkehrende Prozesse werden weitgehend IT-gestützt vorgenommen (Schnittstellen zwischen operativen und buchhalterischen Systemen für Fakturen, Zahlungsein- und -ausgänge sowie kreditorische Prozesse). Für die korrekte Bilanzierung werden Kontierungsrichtlinien eingesetzt. Zur Beurteilung von komplexeren Bilanzierungssachverhalten werden, wenn notwendig, externe Dienstleister hinzugezogen. Gleiches gilt für die Erstellung der Steuererklärungen. Diese Erstellungs- und Beratungsleistungen werden durch interne Plausibilisierungen und Abstimmungen kontrolliert und weiterverarbeitet.

Darüber hinaus erfolgt eine Überwachung der zentralen Finanzkennzahlen durch einen regelmäßigen Soll-Ist-Vergleich mit Abweichungsanalyse.

2. Risiken der künftigen Entwicklung

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit ist die Gesellschaft mit operativen Risiken, finanzwirtschaftlichen Risiken, strategischen Risiken sowie mit Risiken des Marktumfelds konfrontiert. Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken erläutert und mit ihrem Brutto- und Nettorisiko (nach eingeleiteten Maßnahmen) aufgeführt. Die Risikosituation hat sich nicht wesentlich zum Vorjahr verändert.

Operative Risiken

Operative Risiken sind eher kurzfristiger Natur und konzentrieren sich bei ecotel hauptsächlich auf mögliche Ausfälle, Fehler und Kapazitätsengpässe der Infrastruktur (z. B. Backbone, Rechenzentrum, Vermittlungstechnik, Server-Farmen) sowie auf die korrekte und zeitnahe Abwicklung unternehmenskritischer Prozesse in den Bereichen Rechnungsstellung, Provisionierung der Vertriebspartner, Forderungsmanagement sowie in der Kunden-, Lieferanten- und Partnerbetreuung.

Die Sicherstellung einer maximal hohen Verfügbarkeit der Infrastruktur durch entsprechende Systemredundanzen sowohl auf Vermittlungstechnik als auch auf Leitungsseite ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verhinderung der Risiken, welche konsequent umgesetzt werden.

Im Bereich der Rechenzentrum-Infrastruktur liegen potentielle Risiken im Ausfall der Klima- und Notstromversorgung sowie dem Wegfall der Anbindungen. Die Notstromversorgung sowie die Klimatechnik sind redundant ausgebaut. Die Rechenzentren in Düsseldorf und Frankfurt am Main sind georedundant, kanten- und knotendisjunkt miteinander verbunden. Zudem sind die Zuführungen der wichtigsten Carrier-Vorlieferanten redundant an beide Rechenzentren angeschlossen. Auch die Anbindung des Internets geschieht georedundant über verschiedene Carrier zu beiden PoPs. (Bruttorisiko 1 /​ Nettorisiko 3; VSK: mittel).

Der eigene Teilnehmernetzbetrieb /​ Voice-Plattform und die damit verbundenen technischen Software- und Systemkomponenten bilden die Basis für die Wertschöpfung des Geschäftsbereichs ecotel Geschäftskunden. Vor allem die sehr komplexe IT-Systemlandschaft für den Geschäftsbereich ecotel Geschäftskunden birgt bei einem Ausfall von Teilen oder gar einem Totalausfall das Risiko eines deutlichen Reputationsverlustes, aber auch, dass die Gesellschaft zu wesentlichen Schadenersatzforderungen verpflichtet wäre. Die für den Teilnehmernetzbetrieb aufgebaute Systemlandschaft ist sowohl innerhalb eines Rechenzentrums als auch zwischen den Standorten Frankfurt am Main und Düsseldorf und innerhalb des eigentlichen Systems redundant aufgebaut und ausgelegt. Diese Maßnahmen haben das Risiko eines Ausfalls der Telefonieplattform bereits deutlich reduziert und weitere eingeleitete Maßnahmen werden hier in Zukunft wahrscheinlich noch weitere positive Effekte bringen.(Bruttorisiko 1 /​ Nettorisiko 2; VSK: hoch).

Bei der Erbringung der vertraglichen Services zum Kunden ist ecotel abhängig von der Performance der Vorlieferanten. Ein möglicher Ausfall von Leitungen, die ecotel für die Erbringung von Diensten nutzt, würde zu Reputationsverlust, aber auch zu wesentlichen Schadenersatzforderungen führen. Daher wählt ecotel seine Vorlieferanten sorgfältig aus und überwacht diese. Gerade auch im Hinblick auf Ausfallsicherheiten werden Service Level Agreements und Eskalationsprozesse mit den wesentlichen Lieferanten abgeschlossen und so die Ausfall- und Endstörzeiten so gering wie möglich gehalten. Durch das umfangreiche Multi-Carrier-Konzept kann bei Bedarf auch eine Mehr-Wege-Führung über mehrere Lieferanten beim Kunden realisiert und das Ausfallrisiko damit weiter reduziert werden. (Bruttorisiko 3 /​ Nettorisiko 4; VSK: mittel).

Durch den Betrieb von Rechenzentren ist vor allem der Geschäftsbereich ecotel Geschäftskunden auch von Einkaufspreisen für Energie abhängig. Die Einkaufspreise, vor allem für Strom, haben sich in den Monaten Mai bis September 2022 deutlich erhöht. Zum Jahresende hat sich der Einkaufspreis auf das Niveau des Jahresendes 2021 eingependelt. Sollte sich diese Entwicklung weiter nachhaltig fortsetzen, besteht das Risiko, dass diese Erhöhungen nicht durch Weitergabe an Kunden kompensiert werden können und dadurch die Erträge des Geschäftsbereichs belasten. (Bruttorisiko 2 /​ Nettorisiko 3; VSK: hoch).

Im Geschäftsbereich ecotel Geschäftskunden wurde in 2022 eine vollständig neue Systemarchitektur implementiert, die für Partner, Kunden und Mitarbeiter die Auftragserfassungen deutlich vereinfacht und durch automatische Prozesse die Bereitstellung der bestellten Services sicherstellt. Dieses neue System wird sukzessive erweitert und löst in den nächsten Jahren die bisherigen, zum Teil veralteten Systeme ab. Ein solcher Prozess der internen Kundenmigration birgt verschiedene Risiken. Zum einen kann es bei einer Kundenmigration kaufmännisch und technisch zu Fehlern und Problemen kommen, die zu einer Verschlechterung der Kundenbeziehung oder gar zu fehlerhaften Abrechnungen führen, die dann korrigiert werden müssten. Zum anderen gilt es, die alten Systeme so lange betriebsbereit zu halten, dass bis dahin auftretende technische Probleme oder notwendig werdende Änderungen durch geeignetes Personal durchgeführt werden können und die technischen Voraussetzungen für den Weiterbetrieb bis zur letztlichen Abschaltung zur Verfügung stehen. (Bruttorisiko 1 /​ Nettorisiko 1; VSK: hoch).

Die geopolitischen Entwicklungen und die derzeit allgegenwärtigen Krisen könnten zu einer Zurückhaltung von potentiellen Neukunden führen. Auch wenn der Telekommunikationsmarkt im Allgemeinen gezeigt hat, dass er bei den verschiedenen Krisensituationen nicht wesentlich negativ beeinflusst wird, kann auch ecotel nicht ausschließen, künftig Risiken aus Lieferzeiten, Preisentwicklungen, Energieknappheit und Energiekosten tragen zu müssen. Diese Themen werden eng überwacht und geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet. (Bruttorisiko 1 /​ Nettorisiko 2; VSK: hoch).

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken umfassen bei der ecotel ag Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, Fremdwährungsrisiken sowie Zinsrisiken.

Die Gesellschaft hat mit den finanzierenden Kreditinstituten marktübliche Gläubigerschutzklauseln (sogenannte Financial Covenants) vereinbart, die sich auf das Verhältnis bestimmter Finanzkennzahlen beziehen. Als Grundlage für die Ermittlung der Kennzahlen dient der von der ecotel aufgestellte IFRS-Konzernabschluss. Eine Verletzung der Covenants könnte möglicherweise zu einer Kündigung der Betriebsmittelkredite führen und damit eine signifikante Verschlechterung der Liquiditätslage der Gesellschaft nach sich ziehen, soweit keine Einigung über eine Anpassung der Financial Covenants werden kann. Bei allen einzuhaltenden Covenants (Eigenkapitalquote, EBITDA/​Umsatzerlöse und Nettoverschuldung/​EBITDA) liegt ecotel ag derzeit innerhalb der von den Financial Covenants vorgegebenen Intervalle. Das Unternehmen geht davon aus, dass auch für das Jahr 2023 alle Covenant-Schwellenwerte sicher eingehalten werden können. (Bruttorisiko 2/​Nettorisiko 4; VSK: sehr hoch).

Die allgemeine Regulierungsdichte, vor allem für börsennotierte Unternehmen, nimmt weiter deutlich zu. Die Themengebiete Deutscher Governance Codex, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem sowie der Aufbau eines Compliancemanagementsystems bindet Ressourcen und birgt das Risiko, Fehler zu begehen, die zivil- und /​ oder strafrechtliche Folgen haben könnten. Zur Sicherstellung dieser Themen hat ecotel ag in 2022 einen externen und internen Ressourcenaufwand betrieben und wird auch in den nächsten Jahren weiter betreiben, damit alle Anforderungen aus diesem Bereich erfüllt werden und erfüllt bleiben. (Bruttorisiko 1 /​ Nettorisiko 2; VSK: sehr hoch).

Rechtliche Risiken

Die Gesellschaft ist einer Vielzahl rechtlicher Risiken ausgesetzt. Hierzu können beispielsweise Risiken aus den Bereichen Gewährleistung, Verletzung von Vertragsklauseln, Wettbewerbs- und Patentrecht sowie Nachhaftungsrisiken aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen gehören. Die Auswirkungen von anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden. Die Gesellschaft identifiziert und analysiert kontinuierlich mögliche Eintrittsrisiken für rechtliche Auseinandersetzungen und bewertet quantitativ sowie qualitativ die potenziellen rechtlichen sowie finanziellen Auswirkungen.

Auf dieser Basis werden zeitnah angemessene Maßnahmen ergriffen, um einen möglichen Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 sieht sich die Gesellschaft keinen wesentlichen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt.

Steuerliche Risiken

Risiken ergeben sich dann, wenn Steuergesetze und andere Regelungen nicht in vollem Umfang beachtet werden. Zudem entstehen diese durch auslegungsbedürftige Sachverhalte, wenn nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht die angemessenen steuerlichen Konsequenzen gezogen worden sind. Steuerliche Außenprüfungen können daher zu Steuernachzahlungen, Zinsen und Strafen führen. Unter Einbindung von externer steuerlicher Beratung überwacht die Gesellschaft laufend steuerliche Risiken, die sich bspw. aus der Steuergesetzgebung, geänderten Verwaltungsauffassungen oder der Steuerrechtsprechung ergeben können. Die letzte steuerliche Außenprüfung der Gesellschaft umfasste die Jahre 2015 bis 2017.

Im Jahr 2020 wurde ecotel vom zuständigen Finanzamt Düsseldorf darüber informiert (Kontrollmitteilung), dass vorgenommene Vorsteuerabzüge aus Eingangsrechnungen eines einzelnen wesentlichen Lieferanten rückwirkend versagt werden sollen. Als Begründung wurde eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung bei diesem Lieferanten aufgeführt. Das Gesamtvolumen des im Zweifel stehenden Vorsteuerabzugs beträgt 3,7 Mio. EUR. Von Seiten des Lieferanten und bestätigt durch dessen Steuerberater wurden Dokumente und Beschreibungen, ausstehende Umsatzsteuervoranmeldungen für 2020 sowie die Jahreserklärung beim für den Lieferanten zuständigen Finanzamt Berlin eingereicht. Von Seiten des für ecotel zuständigen Finanzamts Düsseldorf hat es bis heute keine weiteren informellen oder formellen Informationen zu der Kontrollmitteilung gegeben. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ecotel (Organe und mit dem Sachverhalt betraute Mitarbeiter) allerdings als Zeuge von der Steuerstrafbehörde zu diesem Sachverhalt befragt. Daher gehen ecotel und die damit betrauten Experten und Anwälte davon aus, dass es bis zur abschließenden Klärung dieses Sachverhalts noch einige Zeit dauern wird. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Unterlagen und Informationen sowie der Hinzuziehung von externen Experten erachtet ecotel das Risiko einer wirtschaftlichen Belastung mit Umsatzsteuer durch eine Versagung des Vorsteuerabzugs für deutlich unter 50 %.

Von ecotel anfänglich zurückbehaltene offene Verbindlichkeiten gegenüber dem Lieferanten bzw. dessen Factorer in Höhe von 1,9 Mio. EUR wurden im Jahr 2021 durch einen abgeschlossenen Vergleich in Höhe von 0,9 Mio. EUR abschliessend beglichen. Aufgrund der zum Teil unklaren Vertrags- und Rechtssituation hat ecotel die nach der notwendigen Vorsteuerkorrektur verbliebenen Verbindlichkeiten in Höhe von 0,8 Mio. EUR weiterhin passiviert. Im Geschäftsjahr 2022 haben sich zu diesem gesamten Themenkomplex keine neuen Entwicklungen ergeben.

Risiken des Marktumfelds

Ferner entstehen durch den rapiden technologischen Wandel neue Produkte und Geschäftsmodelle. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auf diese Weise die Produkte von der Gesellschaft weniger wettbewerbsfähig und somit weniger nachgefragt werden. Insbesondere die derzeitigen Aktivitäten der Bundesnetzagentur, bereits bestehende Vorleistungsprodukte sowie neu eingeführte Vorleistungsprodukte der Deutschen Telekom zu regulieren, können wesentliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft haben. Diese Produkte sind wesentliche Vorleistungsprodukte zur Bereitstellung bestehender und neuer Services bei Kunden. Die Gesellschaft beobachtet daher kontinuierlich das Marktumfeld, ist in Verbänden und Anhörungen aktiver Teilnehmer, um schnell und effektiv auf Technologieänderungen reagieren bzw. auf die Entscheidungen Einfluss nehmen zu können. (Bruttorisiko 2/​Nettorisiko 3; VSK: hoch).

Gesamtrisiko kalkulierbar

Zusammenfassend ist die Gesellschaft davon überzeugt, dass die identifizierten wesentlichen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit den Bestand der Gesellschaft konkret gefährden und dass die Gesellschaft auch 2023 durch das flexible Geschäftsmodell und das Überwachungssystem Risiken schnell erkennen, darauf reagieren und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Insgesamt werden alle Risiken, die ein Bruttorisiko von 1 aufweisen, bis auf eine Ausnahme, durch risikominimierende Eingriffe aus Sicht des Vorstands auf ein Nettorisiko von 2 oder geringer eingestuft. Ausnahme ist das Risiko, welches sich aus der Zusammenlegung und Integration der neuen und alten Systemarchitektur ergibt.

3. Chancen der künftigen Entwicklung

Neben den Risiken gibt es eine Vielzahl an Chancen, welche die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft nachhaltig prägen können. Die Chancensituation hat sich bedingt durch gezielte strategische Ausrichtung sowie die externen Faktoren gegenüber dem Vorjahr verbessert. Im Folgenden werden die Chancen aus Sicht und Einschätzung des Vorstands der Gesellschaft dargestellt.

Fokussierung auf die wichtigsten Wachstumsmärkte im deutschen Telekommunikationsmarkt

Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird wesentlich durch die beiden Trends Cloud-Telefonie und Breitbandausbau getrieben. Für diese beiden Wachstumsfelder ist ecotel mit der eigenen cloud.phone Produktgruppe sowie dem multi-carrier-basierten ethernet-Angebot bestens aufgestellt und fokussiert sich daher auf »cloud und fiber«. Der Cloud-Telefonie-Markt in Deutschland läuft derzeit noch den internationalen Entwicklungen hinterher, was im Wesentlichen im verzögerten Breitband- /​ Glasinfrastrukturausbau begründet ist. Somit hängen beide Wachstumsfelder miteinander zusammen und bilden für ecotel ag eine hervorragende Chance, Bestands- sowie Neukunden gesamtheitlich bei diesen Trends zu betreuen.

Cloud-Telefonie (cloud.phone) und UCC-Lösungen

Zwei weitere wichtige Trendthemen der Telekommunikation sind Voice over IP (VoIP) sowie die Verlagerung der Telefonanlagen ins Netz (Cloud-Telefonie). Die Produktpalette von ecotel besetzt exakt diese beiden Trends. Durch den eigenen Teilnehmernetzbetrieb sowie eigene cloud.phone-Lösungen bestehen weitere Chancen zur Umsatz- und Ertragssteigerung aus der Umstellung der bestehenden Kundenbasis.

fiber: Nachhaltige Vertriebsaktivitäten im Datenbereich

Die Datenumsätze inkl. Hosting machen derzeit bereits mehr als 50 % der Geschäftskundenumsätze aus. Das vergangene Geschäftsjahr hat gezeigt, dass diese Quote noch stärker wachsen könnte, als in den momentanen Planungen berücksichtigt, unter anderem durch den zunehmend fortschreitenden Ausbau von Glasfasertechnologie in Deutschland, die eigene Entwicklung einer Open-Access-Plattform sowie die erfolgreiche Positionierung im wachsenden Markt der softwarebasierten Vernetzung (SD-WAN).

Weitere Gewinnung bzw. Vertragsverlängerungen und Ausweitung bestehender Großkunden

Die bereits erfolgreich umgesetzten Großprojekte haben ecotel ag in eine Position gebracht, ähnlich gelagerte Projekte auch bei anderen Großkunden mit dezentralen Strukturen anzubieten. Hierzu gehören insbesondere der individuell gestaltbare Remote Router Management Service, Connectivity-Lösungen innerhalb eines MPLS-VPNs sowie zentrale Firewall-Services im ecotel Rechenzentrum. Weiterhin konnte ecotel ag sich erfolgreich im SD-WAN-Markt mit gleich mehreren Referenzprojekten etablieren. Ebenso besteht die Möglichkeit, vor Ende der vertraglichen Mindestlaufzeiten in Vertragsverlängerungsgespräche mit Bestandskunden einzutreten. Durch die erlangten Erfahrungen und Kenntnisse hat ecotel ag die Chance, Großkundenverhältnisse zu verlängern. Daneben profitiert ein potentieller Neukunde von den Erfahrungen der ecotel ag der letzten Jahre (z. B. Rollouts im Umfeld von Einzelhändlern), somit hat ecotel ag die Chance, weitere ertragreiche Großkundenverträge abzuschließen. Nachdem die aktive Migration der Bestandskunden von ISDN auf All-IP der letzten Jahre weitestgehend abgeschlossen ist, können die vorhandenen vertrieblichen Kapazitäten nun verstärkt auf die Gewinnung von Neukunden ausgerichtet werden.

Strategische Kooperationen zur Nutzung von Marktchancen infolge der stärkeren Verzahnung von Telekommunikation und IT

Die aktuellen Umsätze und Wachstumsraten des Gesamtmarktes rund um Cloud-Services, d.h. die Verlagerung von lokaler Rechenleistung in sichere Rechenzentren, sind beachtlich. Diese positive Entwicklung korrespondiert ideal mit der Produktpalette von ecotal ag im Bereich der Infrastruktur- und Datendienste - beispielsweise mit den bundesweit verfügbaren xDSL-und Ethernet-Bandbreiten bis hin zu den MPLS-VPN-Lösungen und Housing/​Colocation Services im ecotel Rechenzentrum. Anders als viele multinationale Cloud-Anbieter mit ihrer heterogenen Struktur kann die Gesellschaft als deutscher Anbieter mit Rechenzentren in Frankfurt am Main und Düsseldorf die Voraussetzungen für die vollständige und glaubhafte Einhaltung der deutschen Datenschutzgesetze schaffen und bietet damit ideale Voraussetzungen für ein Hybrid-Cloud-Szenario. Im Hinblick auf die aktuelle Datensicherheitsdiskussion ist dies ein entscheidender Standort- und Wettbewerbsvorteil.

VII. PROGNOSEBERICHT

Hinweise zu Prognosen

Dieser Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten des Managements der ecotel ag hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln. Sie sind im Allgemeinen durch die Wörter »erwarten«, »davon ausgehen«, »annehmen«, »beabsichtigen«, »einschätzen«, »anstreben«, »zum Ziel setzen«, »planen«, »werden«, »erstreben«, »Ausblick« und vergleichbare Ausdrücke gekennzeichnet und beinhalten im Allgemeinen Informationen, die sich auf die Erwartungen oder Ziele für Umsatzerlöse, EBITDA, operatives EBITDA, Rohertrag oder auf andere Maßstäbe für die Performance beziehen. Zukunftsbezogene Aussagen basieren auf derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen und Erwartungen. Daher sollten Sie sie mit Vorsicht betrachten. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheitsfaktoren, von denen die meisten schwierig einzuschätzen sind und die im Allgemeinen außerhalb der Kontrolle der Gesellschaft liegen. Weitere mögliche Faktoren, die die Kosten- und Erlösentwicklung wesentlich beeinträchtigen können, sind Veränderungen der Zinssätze, regulatorische Vorgaben und aufsichtsrechtliche Entwicklungen. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten, oder sollten sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, so können die tatsächlichen Ergebnisse der Gesellschaft wesentlich von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. Die Gesellschaft kann keine Garantie dafür geben, dass die Erwartungen oder Ziele erreicht werden, und lehnt - unbeschadet bestehender kapitalmarktrechtlicher Verpflichtungen - jede Verantwortung für eine Aktualisierung der zukunftsbezogenen Aussagen durch Berücksichtigung neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse oder anderer Dinge ab.

Prognose 2023

Die derzeitige Prognose zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes für das Jahr 2023 sieht ein leichtes Wachstum von 0,2% vor. (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2023; Bundesregierung)

Das Geschäft der ecotel sowie der deutsche Telekommunikationsmarkt insgesamt waren in der Vergangenheit von negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und Krisen in der Regel deutlich weniger betroffen als andere Branchen und Gesellschaften. Die in diesem Lagebericht dargestellten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Marktsituation sowie die Bewertung der Risiken- und Chancensituation, soweit zum Zeitpunkt der Erstellung bekannt, sind in die Prognose für das Jahr 2023 eingeflossen.

Für 2023 erwartet der Vorstand für den Jahresabschluss der ecotel ag nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Umsatz von 90 bis 100 Mio. EUR. Für den Geschäftsbereich ecotel Geschäftskunden erwartet der Vorstand einen Umsatz in einem Korridor von 45 bis 50 Mio. EUR.

Hinsichtlich des Rohertrags plant der Vorstand einen Rohertrag von 30 bis 32 Mio. EUR. Für den Geschäftsbereich ecotel Geschäftskunden geht der Vorstand von einem Rohertrag von 28,5 bis 30,5 Mio. EUR aus.

Insgesamt geht der Vorstand davon aus, dass die Gesellschaft nach handelsrechtlichen Vorschriften ein operatives EBITDA (Erläuterung siehe unten) in einem Korridor von 5,0 bis 7,0 Mio. EUR und ein positives Jahresergebnis ohne Berücksichtigung von Sondereffekten erzielen wird.

Definition des operativen EBITDA:

ecotel definiert das EBITDA als Betriebliches Ergebnis (EBIT) vor planmäßigen und außerplanmäßigen Wertminderungen. Ab dem Geschäftsjahr 2023 wird ecotel als zentrale Steuerungsgröße ein operatives EBITDA verwenden und das EBITDA bzw. das bereinigte EBITDA ersetzen. Aufgrund von nur schwer vorhersehbaren Sondereffekten sowie zur Steuerung der operativen Geschäftstätigkeit und zur Sicherstellung von Vergleichbarkeit und Transparenz über die operative Geschäftstätigkeit, hält der Vorstand diese neue Steuerungsgröße für besser geeignet als das EBITDA. Folgende Bereinigungseffekte hat ecotel ag definiert, die das ausgewiesene EBITDA ab dem Geschäftsjahr 2023 zum operativen EBITDA korrigieren:

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Erträge und Aufwendungen aus Änderungen des Beteiligungsportfolios und der damit direkt verbundenen Transaktionskosten (u. a. Entkonsolidierungsergebnis, Effekte aus Kaufpreisallokation, Aufwendungen für Due Diligence, Rechtsberatung, Beurkundung)
Außerplanmäßige Erträge aus der Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen (u.a. Kaufpreis, Währungskurseffekte, Transaktionskosten)
Aufwendungen für nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte (z. B. Aktienoptionspläne)
Aufwendungen für Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen
Sonstige Erträge und Aufwendungen, die in ihrer Art und /​ oder Höhe unvorhersehbar waren, die Vergleichbarkeit der operativen Tätigkeit einschränken und nicht unmittelbar durch das Management beeinflussbar sind (z. B. unvorhersehbare vorübergehende Schwankungen der Energiepreise oder unvorhergesehene rückwirkende Preisanpassungen von Vorleistungsprodukten durch die Regulierungsbehörden)

Im Februar 2023 wurden weitere Nutzungsrechte an Internetressourcen veräußert. Aus dieser Transaktion fließen der Gesellschaft außerplanmäßige Erträge in Höhe von rund 4 Mio. EUR zu, die aus dem operativen EBITDA herausgerechnet werden. Für weitere Details zu diesen Ereignissen nach dem Bilanzstichtag wird auf die Angaben im Anhang verwiesen. Diese Effekte sind im oben aufgeführten prognostizierten operativen EBITDA nicht enthalten.

Voraussetzungen für den Eintritt der prognostizierten Entwicklungen sind das Ausbleiben nachteiliger Veränderungen der identifizierten Risiken - wie höhere Eintrittswahrscheinlichkeiten oder Schadenshöhen - und von neuen Risiken, die im Prognosezeitraum entstehen könnten. Identifizierte Chancen müssen zudem bestehen und realisierbar bleiben. Auf die Erläuterungen zu den »Hinweisen zu Prognosen« weisen wir hin.

VIII. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND CORPORATE GOVERNANCE BERICHT

Vorstand und Aufsichtsrat der ecotel communication ag haben die nach § 289f HGB sowie nach § 315d HGB erforderliche Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Corporate-Governance-Bericht einschließlich der nach § 161 AktG vorgeschriebenen Erklärung abgegeben und im Internet der Öffentlichkeit (http:/​/​ir.ecotel.de/​websites/​ecotel/​German/​6000/​corpo-rate-governance.html) dauerhaft zugänglich gemacht.

Düsseldorf, den 6. März 2023

ecotel communication ag

Der Vorstand

Markus Hendrich

Peter Zils

Achim Theis

Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Düsseldorf, den 6. März 2023

ecotel communication ag

Der Vorstand

Markus Hendrich

Peter Zils

Achim Theis