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ecotel communication ag — Audit Report / Information 2005
Feb 3, 2006
131_10-k_2006-02-03_8703ee7e-4d97-4340-889b-ed0b0ef5d478.pdf
Audit Report / Information
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Einzelabschluss der ecotel communication ag nach HGB (geprüft)

Bilanz (HGB) zum 31. Dezember 2005
| EUR | EUR | EUR | |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 62.013,39 | |||
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.074.983,31 | 476.889,21 | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 700.000,00 | 500.000,00 | |
| Umlaufvermögen | |||
| 3.199.304,64 | |||
| 74.694,61 | |||
| 285.667,78 | |||
| Kassenbestand, | 1.424.712,04 | 1.459.056,83 | |
| Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | |||
| 10.554,33 | |||
| Aktiva Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Sachanlagen III. Finanzanlagen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3. sonstige Vermögensgegenstände - davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einen Jahr EUR 2.045,17 (Vorjahr EUR 2.045,17) Rechnungsabgrenzungsposten |
4.212.713,74 173.131,76 572.408,32 |
302.926,08 4.958.253,82 37.610,22 |
| 31.12.2005 | 31.12.2004 | |||
|---|---|---|---|---|
| Passiva | EUR | EUR | EUR | |
| A. | Eigenkapital | |||
| I. | Gezeichnetes Kapital | 2.565.000,00 | 2.565.000,00 | |
| II. | Gewinnrücklage gesetzliche Rücklage |
5.697,14 | 0,00 | |
| III. Bilanzgewinn - davon Verlustvortrag EUR 921.182,29 (Vorjahr EUR 1.215.853,46) |
108.245,59 | 2.678.942,73 | -921.182,29 | |
| B. | Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 2. sonstige Rückstellungen |
0,00 87.851,00 |
87.851,00 | 73.242,18 36.160,00 |
| C. | Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 0,00 (Vorjahr EUR 98,95) |
0,00 | 98,95 | |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 5.341.127,07 (Vorjahr EUR 4.079.558,79) |
5.341.127,07 | 4.079.558,79 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 200.000,00 (Vorjahr EUR 0,00) |
200.000,00 | 0,00 | ||
| 4. sonstige Verbindlichkeiten - davon aus Steuern EUR 108.551,19 (Vorjahr EUR 169.506,78) - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 71.915,69 (Vorjahr EUR 60.928,73) - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 190.564,67 (Vorjahr EUR 235.303,16) |
190.564,67 | 5.731.691,74 | 235.303,16 | |
| 8.498.485,47 | 6.068.180,79 |
Gewinn- und Verlustrechnung (HGB) für das Geschäftsjahr 2005
| 2005 | 2004 | |||
|---|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | ||
| 1. | Umsatzerlöse | 34.658.639,29 | 26.239.503,69 | |
| 2. | sonstige betriebliche Erträge | 162.456,56 | 243.929,30 | |
| 3. | Materialaufwand Aufwendungen für bezogene Leistungen |
23.146.998,21 | 17.199.777,31 | |
| 4. | Personalaufwand a) Löhne und Gehälter |
3.408.585,68 | 2.810.520,00 | |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung - davon für Altersversorgung EUR 24.786,71 (Vorjahr EUR 24.394,38) |
484.938,81 | 3.893.524,49 | 414.190,66 | |
| 5. | Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs |
351.602,65 | 198.772,11 | |
| 6. | sonstige betriebliche Aufwendungen | 5.231.765,11 | 4.433.391,53 | |
| 7. | sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 15.592,87 | 25.163,58 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (Vorjahr EUR 55,56) |
||||
| 8. | Zinsen und ähnliche Aufwendungen - davon an verbundene Unternehmen EUR 0,00 (Vorjahr EUR 0,00) |
28.607,17 | 24.461,81 | |
| 9. | Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 2.184.191,09 | 1.427.483,15 | |
| 10. | außerordentliche Aufwendungen | 544.438,78 | 1.054.153,62 | |
| 11. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 603.431,29 | 77.090,67 | |
| 12. | sonstige Steuern | 1.196,00 | 1.567,69 | |
| 13. | Jahresüberschuss | 1.035.125,02 | 294.671,17 | |
| 14. | Verlustvortrag | 921.182,29 | 1.215.853,46 | |
| 15. | Einstellung in Gewinnrücklagen gesetzliche Rücklage |
5.697,14 | 0,00 | |
| 16. | Bilanzgewinn | 108.245,59 | -921.182,29 |
Anhang (HGB) für das Geschäftsjahr 2005
A. Allgemeine Angaben
Die Gesellschaft ist für 2005 als "mittelgroße" Kapitalgesellschaft zu beurteilen.
B. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung
Die immateriellen Vermögensgegenstände (Nutzungsdauer 3 - 5 Jahre) und Sachanlagen (Nutzungsdauer 3 - 7 Jahre) sind zu Anschaffungskosten, vermindert um die linearen Abschreibungen, ausgewiesen. Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen handelt es sich um eine 100%ige Beteiligung an der ecotel private ag, die zu Anschaffungskosen bewertet ist.
Die Bewertung der Forderungen und der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nominalwert. Erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigung Rechnung getragen. Das allgemeine Ausfall- und Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung von 1% auf die Nettoforderungen ausreichend berücksichtigt.
Die Rückstellungen sind für die bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.
C. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 173,1). Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten insbesondere Provisionsvorschüsse (TEUR 18,8), Steuerforderungen (TEUR 10,9), Vorsteuer im Folgejahr abzugsfähig (TEUR 356,7), Ansprüche gegenüber Lieferanten aus fehlenden Gutschriften (TEUR 122,8) sowie Sicherheitsleistungen (TEUR 50).
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt Euro 2.565.000. Es ist eingeteilt in 2.565.000 nennwertlose Aktien als Stückaktien. Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert. Aus dem Jahresüberschuss 2005 ist nach Abzug des Verlustvortrages eine gesetzliche Rücklage von 5% (EUR 5.697,14) gebildet worden.
Die sonstigen Rückstellungen sind für offene Urlaubsansprüche (TEUR 41,0), Berufsgenossenschaftsverpflichtungen (TEUR 15,8), fehlende Eingangsrechnungen (TEUR 3,9), Schwerbehindertenausgleichsabgabe (TEUR 7,2) und die Kosten der Abschlussprüfung (TEUR 20,0) gebildet.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verbindlichkeiten aus der sozialen Sicherheit (TEUR 71,9) und Umsatzsteuer- und Lohnsteuerverbindlichkeiten (TEUR 108,6).
D. Genehmigtes Kapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 23.08.2001 ist der Vorstand vom Tag der Eintragung ins Handelsregister (15.10.2001) an für die Dauer von 5 Jahren ermächtigt worden, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch die Ausgabe neuer Stammaktien und neuer Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlage einmal oder mehrfach, insgesamt jedoch höchstens um einen Nennbetrag von Euro 1.000.000 zu erhöhen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre gemäß § 186 AktG ausschließen. Mit Beschluss des Vorstands der ecotel communication ag vom 30.11.2001 und mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom gleichen Tag wurde das Grundkapital um Euro 565.000,00 auf insgesamt 2.565.000,00 erhöht. Das genehmigte Kapital beträgt somit noch Euro 435.000.
E. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Unter den außerordentlichen Aufwendungen (TEUR 554,4) sind Aufwendungen für Projektkosten, die im Zusammenhang mit einer nicht zum Abschluss gekommen Transaktion unter Einschaltung von Beratern (Bank, Rechtsanwälten etc.) und für den im Frühjahr 2006 geplanten Börsengang der Gesellschaft stehen, ausgewiesen.
Im Vorjahr handelte es sich um den im Rahmen der Verschmelzung mit der conCapital GmbH entstandenen Verlust, sowie dazugehörigen Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten.
F. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Verpflichtungen aus Mietverträgen entstehen im Jahr 2006 in Höhe von TEUR 438,2, im Jahr 2007 TEUR 410,0, im Jahr 2008 TEUR 389,8 und im Jahr 2009 in Höhe von TEUR 97,4. Die aus Leasingverträgen bestehenden Verpflichtungen betragen für das Jahr 2006 TEUR 27,4 und für das Jahr 2007 TEUR 9,5.
G. Organbezüge
Die Bezüge des Vorstandes belaufen sich auf insgesamt EUR 799.792. Der Aufsichtsrat erhielt keine Vergütung. Gegenüber einem Mitglied des Aufsichtsrates bestand zum 01.01.2005 (EUR 40.853,33) eine mit 4% verzinste Kreditforderung. Das Darlehen wurde nebst Zinsen (EUR 42.448,89) im laufenden Geschäftsjahr zurückgezahlt.
H. Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl der Gesellschaft ermittelt sich wie folgt:
| Personalstand ecotel 2005 | Mrz Jun |
Sep | Dez | Durchschnitt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl Gesamt | 78 | 78 | 86 | 84 | 82 |
| davon Auszubildende | 13 | 13 | 19 | 17 | 16 |
| davon Vorstände | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Anzahl Mitarbeiter | 62 | 62 | 64 | 64 | 63 |
| davon in der Verwaltung | 39 | 36 | 34 | 35 | 36 |
| davon im Vertrieb | 23 | 26 | 30 | 29 | 27 |
I. Unternehmensbeteiligungen
Die Gesellschaft ist zu 100 % an der ecotel private ag, Düsseldorf beteiligt. Das Grundkapital beträgt zum 01.01.2005 EUR 500.000. Mit einer Nachschussverpflichtung vom 03. Januar 2005 stellt die ecotel communication ag auf erstes Anfordern jederzeit einen Betrag in Höhe von EUR 200.000 als andere Zuzahlung in das Eigenkapital gem. § 272 Abs. 2 Nr.4 HGB zur Verfügung. Das Ergebnis der Gesellschaft beträgt für 2005 TEUR minus 47,4. Zum 31.12.2005 wird ein Eigenkapital von TEUR 339,4 ausgewiesen.
J. Organmitglieder
Im Geschäftsjahr 2005 sind als Vorstand bestellt:
- Herr Tim Schulte-Havermann, Apotheker, Recklinghausen
- Herr Achim Theis, Kaufmann, Düsseldorf
- Herr Peter Zils, Ingenieur, Düsseldorf
Die Vorstandsmitglieder sind einzelvertretungsberechtigt.
Zu den Mitgliedern des Aufsichtsrates sind im Geschäftsjahr 2005 bestellt:
- Herr Friedrich Orth, Kaufmann, Berlin, Vorsitzender
- Herr Johannes Borgmann, Kaufmann, Düsseldorf, stellv. Vorsitzender
- Herr Andreas Krahforst, Kaufmann, Recklinghausen
K. Konzernabschluss
Die Gesellschaft stellt im Geschäftsjahr 2005 keinen Konzernabschluss auf, da sie die im § 293 Abs. 1 HGB genannten Kriterien der größenabhängigen Befreiung an zwei aufeinander folgenden Abschlussjahren erfüllt.
Düsseldorf, 31.01.2006
gez. Achim Theis gez. Peter Zils
Entwicklung des Anlagevermögens
| Anschaffungs- oder Herstellungs- |
Zugänge Zuschreibungen (Nach- aktivierung) |
Abgänge | Um- buchungen |
oder Herstellungs |
Anschaffungs- Abschreibungen kumuliert |
Restbuchwert | Restbuchwert | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| kosten 01.01. |
kosten 31.12. |
zum 31.12. |
Stand am 31.12.2005 |
Stand Vorjahr |
|||||
| Anlagevermögen | € | € | € | € | € | € | € | € | € |
| I. Immaterielle Vermögens gegenstände |
|||||||||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
158.741,45 | 316.267,39 | 475.008,84 | 172.082,76 | 302.926,08 | 62.013,39 | |||
| II. Sachanlagen andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung |
1.059.385,77 | 874.342,05 | 4.341,81 | 1.929.386,01 | 854.402,70 1.074.983,31 | 476.889,21 | |||
| III. Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen |
500.000,00 | 200.000,00 | 700.000,00 | 700.000,00 | 500.000,00 | ||||
| Gesamt Anlagevermögen | 1.718.127,22 1.390.609,44 | 0,00 | 4.341,81 | 0,00 3.104.394,85 | 1.026.485,46 2.077.909,39 1.038.902,60 |
| Abschreibungen Stand 01.01. |
Zugänge Zuschreibungen (Nach- aktivierung) |
Abgänge | buchungen | Um- Abschreibungen Stand 31.12. |
||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | € | € | € | € | € | € |
| I. Immaterielle Vermögens gegenstände |
||||||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
96.728,06 | 75.354,70 | 172.082,76 | |||
| II. Sachanlagen andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung |
582.496,56 | 276.247,95 | 4.341,81 | 854.402,70 | ||
| Gesamt Anlagevermögen | 679.224,62 | 351.602,65 | 0,00 | 4.341,81 | 0,00 1.026.485,46 |
Lagebericht (HGB) für das Geschäftsjahr 2005
I. GESCHÄFTSVERLAUF 2005
1. Geschäftsmodell der Gesellschaft
ecotel ist ein Telekommunikationsunternehmen, das in zwei sich ergänzenden Geschäftsbereichen tätig ist: "Geschäftskundenlösungen" und "Wiederverkäuferlösungen". In ihrem bisherigen Kernbereich "Geschäftskundenlösungen" bietet ecotel bundesweit kleinen und mittelständischen Unternehmen umfangreiche Telekommunikationslösungen im Festnetzbereich. In ihrem Geschäftsbereich "Wiederverkäuferlösungen" fasst die Gesellschaft ihre Angebote für Telekommunikationsunternehmen und andere Vermarkter von Telekommunikationsdiensten zusammen. ecotel bezieht je nach Bedarf netzunabhängig von verschiedenen Netzbetreibern Kapazitäten und ist daher nicht auf ein eigenes Verbindungs- oder Teilnehmernetz angewiesen.
Im Bereich "Geschäftskundenlösungen" bietet ecotel bundesweit kleinen und mittelständischen Unternehmen standardisierte und individuelle festnetzbasierte Telekommunikationslösungen in Form von Sprach-, Daten- und Mehrwertdiensten sowie Direktanschlüsse für Sprach- und Datenverkehr an. Zu den Kunden der Gesellschaft gehören Autohäuser, Einzelhandelsfachgeschäfte, Fachgroßhändler, Dienstleistungsunternehmen und selbständige Unternehmer. Zum 31. Dezember 2005 hatte die Gesellschaft 26.300 Kunden mit insgesamt 31.400 laufenden Aufträgen für 56.100 Anschlüsse. Neben dem Kernprodukt der Sprachdienste können die Kunden von ecotel vielfältige ergänzende Produkte und Dienstleistungen beziehen. Hierzu gehören insbesondere Internet-Zugangspakete, die Projektierung, Einrichtung und Betreuung von geschlossenen Unternehmensnetzen (VPNs), die Bereitstellung von Servicerufnummern sowie weitere Mehrwertdienste wie Faxabrufe und Konferenzschaltungen. Das Angebot von Direktanschlüssen im Bereich Sprachtelefon- und Datenverkehr seit Ende 2005 ermöglicht es ecotel zudem, ihren Kunden Komplettlösungen anzubieten, die etwa Telefon- und Internetanschlüsse, Mehrwertdienste und die Abrechnung der Anschlüsse und der Verbindungen beinhalten. ecotel kann damit weitere Teile der Wertschöpfungskette selbst abdecken und entsprechende Umsatz- und Ergebnisbeiträge erzielen.
ecotel vertreibt ihre Produkte und Dienstleistungen über eine Vielzahl unterschiedlicher Vertriebskanäle und hat somit einen breiten Zugang zu kleinen und mittelständischen Geschäftskunden. So erfolgt die Vermarktung der Geschäftskundenlösungen zum einen über eigene Vertriebsmitarbeiter, zum anderen über derzeit bundesweit ca. 450 Vertriebspartner, wovon etwa durchschnittlich 200 regelmäßig aktiv sind. Zu den Vertriebspartnern zählen IT-Berater, Telekommunikationsmakler, Telekommunikations- und IT-Systemhäuser, verschiedene Technologieanbieter, Call- Center sowie Telekommunikations-, IT-Einkaufsund Marketinggemeinschaften. Über die Dachorganisationen Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV) und ServiCon Service & Consult eG, der Dienstleistungsgesellschaft einer großen Anzahl gewerblicher Verbundgruppen im Zentralverband gewerblicher Verbundgruppen e.V. (ZGV) hat ecotel darüber hinaus die Möglichkeit, Zugang zu mehr als 150.000 in diesen Organisationen angeschlossenen kleinen und mittelständischen Unternehmen zu finden.
In ihrem Geschäftsbereich "Wiederverkäuferlösungen" fasst die Gesellschaft ihre Angebote für Telekommunikationsunternehmen und andere Vermarkter von Telekommunikationsdiensten zusammen: Zum einen können Telekommunikationsunternehmen Leistungen für ihre eigenen geschäftlichen Aktivitäten beziehen. Hierzu gehören etwa Anschlüsse, technischer Support, Billing oder Ordermanagement. Zum anderen bietet ecotel Vermarktern von Telekommunikationsdiensten ein umfassendes Portfolio von Leistungen, das es ihnen ermöglicht, Telekommunikationsdienste eigenen Zielgruppen im eigenen Namen beispielsweise auch Privatkunden anzubieten. Zudem ist die Gesellschaft seit August 2005 im netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten (Wholesale) für nationale und internationale Carrier tätig.
2. Markt- und Wettbewerbsumfeld
Die positive konjunkturelle Entwicklung in Deutschland setzte sich auch im Jahr 2005 weiter fort, verlor jedoch etwas an Fahrt. So stieg das deutsche BIP in 2005 um 0,9% zum Vorjahr, während im Jahr 2004 noch eine Wachstumsrate von 1,6% erzielt werden konnte (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 12. Januar 2006).
Der deutsche ITK-Markt (Unternehmen der Informationswirtschaft, Telekommunikation und neuen Medien) konnte demgegenüber auf anhaltend gleichem Niveau mit einem Wert von 2,6 Prozent zulegen, so dass der Umsatz in diesem Segment nach Berechnungen des Bundesverbandes BITKOM (Pressemitteilung vom 11. Oktober 2005) im Jahr 2005 auf 134,1 Milliarden Euro gesteigert wurde.
Die Telekommunikationsdienste erwiesen sich erneut als stabilisierende Wachstumsfaktoren. Sie lagen mit 56,2 Milliarden Euro gegenüber 2004 um 2,2 Prozent im Plus und teilten sich insbesondere auf in Mobilfunkdienste (+5,5% auf 23,7 Mrd. Euro), in Festnetz-Datendienste (+5,0% auf 10,4 Mrd. Euro) und in Festnetzverbindungen (-3% auf 19,7 Mrd. Euro), die wie im vergangenen Jahr durch Verlust von Dial-In-Verbindungen zugunsten der breitbandigen Internet-Verbindungen via DSL als einziges Segment verloren.
Trotz anhaltendem Wachstum war der Telekommunikationsmarkt in 2005 geprägt von einer Zunahme des Wettbewerbes und einem erneuten Preisverfall im Geschäftskundenbereich, besonders angetrieben durch so genannte Teilnehmernetzbetreiber, die ihren Kunden nicht nur verbrauchsabhängige Dienste, sondern vielmehr auch direkte Anschlüsse wie ISDN und breitbandige Internetanschlüsse (DSL) zur Verfügung stellen. Diese Teilnehmernetzbetreiber (z.B. Versatel/Tropolys, Alice oder Telefonica) investierten auch in 2005 erheblich in den Aus- und Aufbau ihrer Netze. Andere Marktteilnehmer, wie z.B. Freenet oder United Internet, führten in 2005 die Übertragungstechnologie Voice over IP (sog. Internettelefonie) flächendeckend ein und agieren dort mit aggressiven Preisen und Flatrate-Produkten für bestimmte Bereiche. Diese Angebote richten sich aber aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten in erster Linie noch an Privatkunden.
Auch der Mobilfunkmarkt geriet 2005 preislich stark unter Druck. So platzierten die Mobilfunk-Netzbetreiber und -Service-Provider neue Billigmarken wie BASE oder simyo. Diese versuchen den Kunden nicht mit der Subvention neuer Mobilfunkgeräte zu gewinnen, sondern setzen vielmehr auf günstige Verbindungsentgelte bis hin zu Flatrates ins Festnetz und in das eigene Mobilfunknetz und richten sich an Geschäfts- und Privatkunden.
In 2005 setzte sich die Konsolidierung der Telekommunikationsmärkte in Deutschland fort. So kaufte z.B. der spanische Telefonkonzern Telefonica das Mobilfunkunternehmen O2. Die deutsche Tochter der Telefonica, bisher im Daten- und Festnetzbereich tätig, soll in den Mobilfunkkonzern eingebunden werden. Die Strategie vieler Anbieter, sämtliche Telekommunikationsdienstleistungen aus einer Hand und auf einer Rechnung anzubieten, wird hieran deutlich.
Aus zahlreichen City-Carrriern sind die Unternehmen Tropolys und Versatel entstanden, die nun von der Private-Equity-Gesellschaft Apax zu einem der größten alternativen Netzbetreiber in Deutschland zusammengeschlossen wurden. Das Netz der Versatel deckt nun einen Großteil des Bundesgebietes ab, so dass man zukünftig nicht nur regional anbieten kann.
3. Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Vor dem Hintergrund der klaren Fokussierung auf zwei Geschäftsbereiche mit zum Teil stark unterschiedlichen Kernerfolgsfaktoren konnte die Gesellschaft ihr Wachstum bei den Umsatzerlösen wie beim Ergebnis unverändert fortsetzen.
Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr von rd. TEUR 26.240 um rd. TEUR 8.420 auf rd. TEUR 34.660. Das entspricht einem Wachstum von ca. 32% (Vorjahr 42%). Umsatzstärkstes Segment war – wie in Vorjahren – der Bereich Geschäftskundenlösungen (rd. 92% der Umsatzerlöse), in dem ein Wachstum von 23% erzielt werden konnte. Das überproportionale Wachstum im Bereich der Wiederverkäuferlösungen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr dominiert von der Aufnahme von Wholesaleaktivitäten ab Mitte 2005. Aus diesem Geschäftsbereich resultieren rd. 8% der Umsatzerlöse – mit zukünftig stark steigender Tendenz.
Die Roherträge konnten von rd. TEUR 9.040 um rd. TEUR 2.470 auf rd. TEUR 11.510 gesteigert werden. Aufgrund der im Vergleich zum Bereich Geschäftskundenlösungen geringeren Margenträchtigkeit insbesondere der Wholesale-Aktivitäten sank gleichwohl die Rohertragsquote von 34,5% auf 33,2% in 2005.
Parallel mit der Aufstockung des Personals von rd. 75 auf durchschnittlich 82 Mitarbeiter stieg der Personalaufwand von rd. TEUR 3.225 auf TEUR 3.894. Da der Anstieg des Personalaufwands aber unterhalb der Umsatzsteigerung verlief, konnte die Personalaufwandsquote von 12,3% in 2004 auf 11,2% in 2005 gesenkt werden. Gleiches gilt für das Verhältnis der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Umsatzerlöse. Zwar stiegen diese Aufwendungen absolut von rd. TEUR 4.434 auf TEUR rd. 5.232 in 2005, die prozentuale Quote sank gleichwohl von 16,9% auf 15,1% in 2005.
Die Ergebnisentwicklung war – wie im Vorjahr – gekennzeichnet durch signifikante außerordentlichen Aufwandskomponenten. Während in 2004 im Wesentlichen die Verluste aus der Verschmelzung der conCapital GmbH auf die ecotel zu verzeichnen waren, werden in 2005 unter dieser Position mit rd. TEUR 544 im Wesentlichen Projektkosten im Zusammenhang mit einer nicht zum Abschluss gekommenen Transaktion unter Einschaltung von Beratern und die Aufwendungen für den Anfang 2006 geplanten Börsengang der Gesellschaft ausgewiesen.
Insgesamt konnte der Jahresüberschuss von rd. TEUR 295 um rd. TEUR 740 auf rd. TEUR 1.035 gesteigert werden. Dies entspricht einem Wachstum um das 2,5-fache. Das Ergebniswachstum übersteigt damit das Umsatzwachstum in 2005 deutlich.
4. Entwicklung der Vermögenslage
a) Aktiva
Die Vermögenslage zum 31.12.2005 ist durch im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesteigerten Investitionen (TEUR 1.390 zu Vorjahr TEUR 834) in das Anlagevermögen, hier insbesondere Hard- und Softwarekomponenten, gekennzeichnet. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme stieg in 2005 auf rd. 25% an (Vorjahr < 20%). Die Investitionen wurden komplett aus dem laufenden Cash Flow finanziert.
Darüber hinaus hat sich die ecotel zu einer sonstigen Zuzahlung in die freie Kapitalrücklage der ecotel private AG verpflichtet; diese Verpflichtung wurde Anfang 2006 erfüllt. Das Engagement an der ecotel private AG beläuft sich damit Ende 2005 auf TEUR 700. Korrespondierend zur Umsatzausweitung stiegen in 2005 die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Aufgrund der bonitätsmäßig guten Kundenstruktur geht mit der Ausweitung der Forderungsbestände keine Erhöhung der Ausfallrisiken einher.
Das Net Working Capital der Gesellschaft, d.h. die Differenz aus Umlaufvermögen und kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten, ist mit rd. TEUR 560 gegenüber TEUR 594 in 2004 weiterhin deutlich positiv und konnte auf Vorjahresniveau gehalten werden.
b) Passiva
Durch die nachhaltig positive Ergebnisentwicklung konnte die ecotel in 2005 sämtliche handelsrechtlichen Verlustvorträge ausgleichen und mit rd. TEUR 108 erstmals einen positiven Bilanzgewinn ausweisen. Die Eigenkapitalquote beträgt 31,5% der Bilanzsumme.
Die Rückstellungen betreffen im Wesentlichen personalbezogene Verpflichtungsüberhänge und sind durchgängig kurzfristiger Natur. Die Struktur der Verbindlichkeiten ist ebenfalls überwiegend kurzfristig und die Begleichung durch das positive Net Working Capital sichergestellt.
Entwicklung der Finanzlage
Die Gesellschaft konnte vor dem Hintergrund der positiven Ergebnisentwicklung und trotz der eigenfinanzierten Investitionen einen Bestand an liquiden Mitteln auf Vorjahresniveau erzielen, wie nachstehende Übersicht verdeutlicht.
| 2004 | 2005 | |
|---|---|---|
| Entwicklung Liquidität | in TEUR | in TEUR |
| Finanzmittelfonds zum 01.01. | 1.295,1 | 1.459,0 |
| - Cash Flow aus operativer Tätigkeit | 968,7 | 1.356,3 |
| - Cash Flow aus Investition | -804,8 | -1.390,6 |
| - Cash Flow aus Finanzierung | 0,1 | -0,1 |
| Finanzmittelfonds zum 31.12. | 1.459,0 | 1.424,7 |
Im Hinblick auf den Grundsatz der Fristenkongruenz von Finanzierung und Vermögensnutzung war in 2005 – wie in den Vorjahren – sichergestellt, dass das langfristige gebundene Anlagevermögen ausschließlich durch ebenfalls langfristig zur Verfügung stehendes Eigenkapital finanziert wird, während die kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten vollständig durch kurzfristig liquidierbare Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens sowie die liquiden Mittel abgedeckt waren.
Im Ergebnis war die Gesellschaft auch im Geschäftsjahr 2005 durchgängig in der Lage, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt und termingerecht nachkommen zu können.
5. Entwicklung der Organisation
a) Risikomanagement- und Controllingsystem
Effizientes Risikomanagement ist für ecotel von zentraler Bedeutung und schlägt sich besonders in der Einkaufs- und Preispolitik nieder. Die Preisstrategie von ecotel ist margenorientiert und konsequent auf positive Deckungsbeiträge ausgerichtet. Außerdem erlauben die Verträge im Bereich der für die Gesellschaft nach wie vor sehr wichtigen Sprachdienste eine Tarifanpassung innerhalb eines Monats, so dass man auf Preiserhöhungen seitens der liefernden Carrier – gewollt oder aus regulatorischen Vorgaben – schnell reagieren kann.
Die Einkaufsstrategie von ecotel sieht vor, mit mindestens zwei oder mehreren Hauptlieferanten zusammen zu arbeiten, um ein entsprechendes Maß an Unabhängigkeit und Flexibilität zu erhalten. Die Abteilung Carrier-Relations evaluiert daher kontinuierlich die Marktpreise und stimmt diese mit den Einkaufskonditionen ab. Die Billing-Unit erstellt nicht nur die monatlichen Kundenrechnungen, sondern prüft auch nach erfolgreichem Rechnungslauf, ob die ausgehandelten Einkaufspreise für viele hundert verschiedene Destinationen und Netze von unseren Lieferanten richtig berechnet wurden. Diese Zahlen und der daraus resultierende Deckungsbeitrag werden dann im Controlling mit den vorher aufgestellten Planzahlen verglichen und bei Abweichungen näher geprüft. Eine zeitnahe Prüfung ist hier sehr wichtig, da Fristen von vier Wochen zur Rechnungsbeanstandungen zu beachten sind.
Ein wesentlicher Bestandteil des Risiko-Managements von mehr als 26.000 verschiedenen Kunden ist die Überwachung der Zahlungseingänge und -ausfälle. Aufgrund der Kundenstruktur werden ca. 10% der Umsätze von Verbundgruppenzentralen für ihre Mitgliedsunternehmen reguliert und zum Teil über Delkredereprovisionen abgesichert.
Bei mehr als 65 % aller ecotel-Kunden erfolgt die Zahlung per Bankeinzug. Sollten dabei Zahlungsprobleme sichtbar werden, erfolgt nach kurzer Zeit, in der Regel innerhalb von 48 Sunden, eine Kontaktaufnahme zum Kunden zwecks Klärung; im Zweifelsfall kann eine sofortige Sperrung des Kunden-Accounts veranlasst werden, um weiteren Schaden abzuwenden. Die übrigen Kunden werden innerhalb von sechs Wochen nach Rechnungserhalt bei ausbleibender Zahlung bis zu dreimal gemahnt und dann ebenfalls für die Nutzung der ecotel-Dienste gesperrt. Zusätzlich zur Prüfung des einzelnen Kunden wird der Gesamtforderungsbestand täglich klassifiziert und überwacht und so ein aktueller Gesamtüberblick gewährleistet. in 2005 beliefen sich die Summe der tatsächlichen und der antizipierten Zahlungsausfälle auf rd. 0,3% der Umsatzerlöse (im Vorjahr rd. 0,4%).
b) EDV
Zentraler Bestandteil der Geschäftsaktivitäten der ecotel und damit wesentliches Aktionsfeld der Risikomanagementaktivitäten des Vorstands ist das EDV-System der Gesellschaft.
Vor diesem Hintergrund wurde bei der Gesellschaft im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses auf den 31.12.2005 eine Prüfung des IT-Systems in organisatorischer wie in technischer Hinsicht vorgenommen.
Die Prüfung hat mit Ausnahme von einigen wenigen noch vorzunehmenden Dokumentationsanforderungen zu keinen nennenswerten Beanstandungen geführt. Vielmehr wird dem IT-System der Gesellschaft bescheinigt, den Grundsätzen der Ordnungsmäßigkeit voll und denen der Sicherheit im Wesentlichen zu entsprechen.
c) Personal
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Entwicklung der Gesellschaft ist und bleibt die Verfügbarkeit über qualifiziertes und motiviertes Personal.
Der Vorstand hat der positiven Entwicklung Rechnung getragen, in dem die Anzahl der Mitarbeiter im Vertriebsbereich in 2005 um weitere 7 Personen auf nunmehr im Durchschnitt 27 Mitarbeiter aufgestockt wurden. Die Anzahl der Verwaltungsmitarbeiter wurde um 1 auf im Durchschnitt 36 erhöht. Darüber hinaus beschäftigte die Gesellschaft in 2005 durchschnittlich 16 Auszubildende.
In 2005 waren zudem 3 Vorstände für die Gesellschaft tätig.
d) Investitionen
Ecotel betreibt derzeit keine eigenen Verbindungs- oder Teilnehmernetze. Vielmehr werden Vorleistungen oder Dienste bei Carriern und Technologiepartnern eingekauft. Allerdings hat die Gesellschaft im Jahre 2005 zur Erhöhung der Wertschöpfung in eigene Vermittlungstechnik und den Erwerb von Komponenten für auf dem Internet Protokoll basierende Dienstleistungen (IP Services), insbesondere sog. Class 4 Technologie investiert. Sonstige Sachinvestitionen entfallen auf den Ausbau der eigenen Systeme (Auftragserfassungs-, Billing-, Vertriebs- und Informationssysteme). Diese Investitionen wurden auch in 2005 konsequent fortgeführt. Die kontinuierlichen Investitionen gewährleisten die Leistungsfähigkeit der Systeme auch bei stark wachsenden Kundenzahlen und tragen so maßgeblich zur Prozessoptimierung bei.
Die Gesellschaft hat in 2005 Investitionen in Höhe von rd. TEUR 1.390 (Vorjahr TEUR 834) vorgenommen, um das Umsatzwachstum auch weiterhin anlagenseitig flankieren zu können. Die Zusammensetzung der Investitionen kann aus folgender Übersicht entnommen werden.
| 2003 | 2004 | 2005 | |
|---|---|---|---|
| Investitionen Anlagevermögen | in TEUR | in TEUR | in TEUR |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 26,7 | 47,6 | 316,3 |
| Sachanlagevermögen | 154,5 | 336,8 | 874,3 |
| - davon Technisches Equipment | 68,7 | 78,1 | 856,1 |
| - davon Betriebs- u. Geschäftsausstattung | 33,6 | 100,7 | 13,9 |
| - davon Kraftfahrzeuge | 46,3 | 144,8 | 0,0 |
| - davon sonstige | 5,9 | 13,2 | 4,3 |
| Finanzanlagevermögen | 50,0 | 450,0 | 200,0 |
| Summe | 231,2 | 834,4 | 1.390,6 |
Die komplette Inhouse-Infrastruktur, wie z.B. Büroeinrichtung, PCs, Telefonanlage, Serverfarm, Software sind neu bzw. auf dem aktuellen Stand der Technik.
II. LAGE DER GESELLSCHAFT ZUM STICHTAG
1. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag
Die Gesellschaft plant im Frühjahr 2006 einen Börsengang in den Open Market (Freiverkehr) mit gleichzeitiger Einbeziehung in den Teilbereich des Freiverkehrs (Entry Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse.
Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Monat des laufenden Geschäftsjahres lässt eine weiterhin nachhaltig positive Entwicklung erwarten.
Neben dem Hauptsitz in Düsseldorf wurde eine weitere Niederlassung zum 01. Januar 2006 in München eröffnet. Auf ca. 300 qm angemieteter Fläche sollen neben dem Vertrieb vor allem Mitarbeiter im Bereich der Entwicklung und des technischen Supports das Team der ecotel ergänzen und verstärken.
2. Finanzielle Verpflichtungen und Sicherungsinstrumente
Haftungsverhältnisse bestehen bei der ecotel zum Bilanzstichtag nicht bzw. sind nicht eingegangen worden.
Die Verpflichtungen aus Mietverträgen belaufen sich im Jahr 2006 in Höhe von TEUR 438,2, im Jahr 2007 auf TEUR 410,0, im Jahr 2008 auf TEUR 389,8 und verringern sich im Jahr 2009 auf TEUR 97,4. Die aus Leasingverträgen bestehenden Verpflichtungen betragen für das Jahr 2006 TEUR 27,4 und für das Jahr 2007 TEUR 9,5.
Die Gesellschaft hat keine Verträge über die Absicherung bspw. von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen abgeschlossen, da die entsprechenden Bestände - auch unterjährig – aus Sicht des Vorstands keine kritische Größenordnung erreichen.
III. AUSBLICK AUF DIE ZUKÜNFTIGE GESCHÄFTSENWICKLUNG
1. Chancen, Risiken und deren Absicherungsmaßnahmen
Aufgrund des starken Wettbewerbs mit Verbindungsnetzbetreibern und der zunehmenden Marktbedeutung von Teilnehmernetzbetreibern und dem hiermit verbundenen wachsenden Preis- und Margendruck sowie technologischer Weiterentwicklungen im Hinblick auf neue IP-Dienstleistungen und insbesondere der Internet-Telefonie (VoIP), muss sich die ecotel bei der Ausrichtung ihrer Geschäftsfelder den Veränderungen anpassen, wobei das Risiko besteht diese verbesserten bzw. neuen Produkte und Dienstleistungen nicht oder nicht rechtzeitig einzuführen. Gleichzeitig könnten sich die regulatorischen Rahmenbedingungen verändern und sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auswirken.
Mit den zuletzt durchgeführten Investitionen in eigene Vermittlungstechnik, der Erweiterung der Systeme und der Integration qualifizierter know-how-Träger, soll ecotel in die Lage versetzt werden, den neuen Rahmenbedingungen und dem sich ändernden Kundenverhalten Rechnung zu tragen.
Durch die eingesetzte Vermittlungstechnik, insbesondere der erworbenen Class-4 Technologie, kann ecotel die bislang von den Verbindungsnetzbetreibern terminierten Gespräche zu günstigeren Konditionen selbst vermitteln und an andere alternative Netzbetreiber zur Terminierung in nationale und internationale Festnetze oder Mobilfunknetze weiterreichen. Darüber hinaus kann Sprachverkehr, der nach Ansicht der Gesellschaft, zukünftig immer häufiger über VoIP (z.B. über DSL-Anschlüsse) zugeführt wird, in das öffentliche Telefonnetz (PSTN) ausgeleitet werden. Durch die wachsende Zahl der an die eigene Technik angebundenen nationalen und internationalen Carriern und die damit verbundenen größeren Handelsvolumina sieht sich ecotel
im Stande, insbesondere für die Endvermittlung der durch ihre kleinen und mittelständischen Geschäftskunden generierten Gesprächsminuten, bessere Einkaufskonditionen zu erhalten als andere Unternehmen, die in diesem Bereich nicht tätig sind.
Die Gesellschaft geht davon aus, dass ihre Markteinschätzungen zutreffen und sie mit den ergriffenen Maßnahmen auch zukünftig in der Lage ist, ihre Angebote für kleine und mittelständische Geschäftskunden weiterhin wettbewerbsfähig gestalten zu können.
2. Prognose der Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Auch für das Jahr 2006 rechnet die Gesellschaft mit einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung. Besonders stark wachsen könnte der Bereich der Wiederverkäuferlösungen, in dem erst im 4.Quartal 2005 nennenswerte Umsätze generiert wurden und hier durch neue Dienstleistungen und das Gewinnen weiterer Handelspartner eine Wachstumsgrundlage geschaffen wurde. Im Bereich der Geschäftskundenlösungen will die ecotel in 2006 mit innovativen Diensten, wie z.B. der VoIP Telefonie und verschiedenen IP-Services, neuen und bestehenden Kunden aus dem Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen gebündelte Telekommunikationsdienstleistungen anbieten.
Der Vorstand geht auch im Jahre 2006 von einer weiterhin positiven Entwicklung des Ergebnisses aus.
Düsseldorf, 01. Februar 2006
gez. Achim Theis gez. Peter Zils
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2005
Der auf der Grundlage des deutschen Handelsgesetzbuchs aufgestellt Jahresabschluss der Ecotel Communication AG, Düsseldorf, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang sowie Lagebericht für das zum 31. Dezember 2005 endende Geschäftsjahr wurden gemäß § 322 Handelsgesetzbuch mit nachfolgendem Bestätigungsvermerk versehen:
Ich habe den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Ecotel Communication AG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2005 bis zum 31.12.2005 geprüft.
Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (und den Ergänzungen in der Satzung) liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Meine Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von mir durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Ich habe meine Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.
Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Ich bin der Auffassung, dass meine Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für meine Beurteilung bildet.
Meine Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.
Essen, den 3. Februar 2006
gez. Bernhard Weßendorf Wirtschaftsprüfer
2005 2004 TEUR TEUR Periodenergebnis vor außerordentlichen Posten 1.579,5 1.348,9 + Abschreibungen Ingangsetzungskosten 0,0 51,1 + Abschreibungen des Anlagevermögens 351,6 147,7 - Zunahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.013,4 -1.199,2 - Zunahme Forderungen gegen verbundene Unternehmen -98,4 -38,2 - Zunahme sonstige Vermögensgegenstände -286,7 -81,4 - Zunahme aktive Rechnungsabgrenzung -27,1 -5,3 +/- Zunahme/Abnahme Steuerrückstellungen -73,2 73,2 -/+ Abnahme/Zunahme sonstige Rückstellungen 51,6 -0,7 + Zunahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.261,5 1.671,2 + Zunahme Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen 200,0 0,0 -/+ Abnahme/Zunahme sonstige Verbindlichkeiten -44,7 58,4 - Abnahme passive Rechnungsabgrenzung 0,0 -2,8 - Auszahlungen aus außerordentlichen Posten -544,4 -1.054,2 A. = Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.356,3 968,7 Einzahlungen aus Anlagenabgängen 0,0 29,6 Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände -316,3 -47,6 Investitionen in das Sachanlagevermögen -874,3 -336,8 Investitionen in das Finanzanlagevermögen -200,0 -450,0 B. = Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -1.390,6 -804,8 - Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten 0,0 0,0 C. = Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 0,0 0,0 Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands (A+B+C) -34,3 163,9 Finanzmittelfonds am 31. Dezember Vorjahr 1.459,0 1.295,1 Finanzmittelfonds am 31. Dezember laufendes Jahr 1.424,7 1.459,0 Flüssige Mittel 1.424,7 1.459,1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,0 -0,1 Zusammensetzung des Finanzmittelfonds 1.424,7 1.459,0
Kapitalflussrechnung (HGB) für das Geschäftsjahr 2005
Eigenkapitalveränderungsrechnung (HGB) für das Geschäftsjahr 2005
| gezeichnetes Kapital |
Gewinn- rücklage |
Bilanzgewinn/ -verlust |
Eigenkapital gesamt |
Anzahl gezeichneter Aktien |
|
|---|---|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | EUR | Stück | |
| Bilanz zum 1. Januar 2004 |
2.565.000,00 | 0,00 | -1.215.853,46 | 1.349.146,54 | 2.565.000 |
| Jahresüberschuss | 294.671,17 | ||||
| Bilanz zum | |||||
| 31. Dezember 2004 | 2.565.000,00 | 0,00 | -921.182,29 | 1.643.817,71 | 2.565.000 |
| Bilanz zum 1. Januar 2005 |
2.565.000,00 | 0,00 | -921.182,29 | 1.643.817,71 | 2.565.000 |
| Jahresüberschuss | 1.035.125,02 | ||||
| Einstellung in die gesetzliche Rücklage |
5.697,14 | -5.697,14 | |||
| Bilanz zum | |||||
| 31. Dezember 2005 | 2.565.000,00 | 5.697,14 | 108.245,59 | 2.678.942,73 | 2.565.000 |
Bescheinigung zur Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2005
An die Ecotel Communication AG
Ich habe die von der Gesellschaft aufgestellte Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005 geprüft. Die Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2005 ergänzen den auf Grundlage der deutschen Rechnungslegungsgrundsätze aufgestellten Jahresabschluss der Ecotel Communication AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr 2005.
Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005 liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft.
Meine Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von mir durchgeführten Prüfung ein Urteil darüber abzugeben, ob die Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005 ordnungsgemäß auf Grundlage des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2005 in Übereinstimmung mit den deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellt wurde. Nicht Gegenstand des Auftrages ist die Prüfung des zugrunde liegenden Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2005.
Ich habe meine Prüfung unter sinngemäßer Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung so geplant und durchgeführt, dass wesentliche Fehler bei der Erstellung der Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung auf Grundlage des zugrunde liegenden Abschlusses mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.
Nach meiner Überzeugung wurde die Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005 ordnungsgemäß auf der Grundlage des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2005 in Übereinstimmung mit den deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellt.
Ich habe meine Prüfung im Auftrag der Gesellschaft durchgeführt. Nach dem zugrunde liegenden Vertragsverhältnis ist – auch gegenüber Dritten – meine Haftung in entsprechender Anwendung des § 323 HGB für Vermögensschäden aufgrund fahrlässiger Pflichtverletzung auf einen Gesamthöchstbetrag von EUR 1 Mio. beschränkt und besteht meine Ersatzpflicht ausschließlich gegenüber der Gesellschaft. Eine Erweiterung des Schutzbereichs zugunsten Dritter wurde nicht vereinbart, § 334 BGB wurde nicht abbedungen. Für die Durchführung meines Auftrags wurde die Geltung der "Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2002, auch im Verhältnis zu Dritten, vereinbart.
Essen, den 3. Februar 2006
gez. Bernhard Weßendorf Wirtschaftsprüfer