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ecotel communication ag — Annual Report 2022
May 23, 2023
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Annual Report
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Finanzbericht: 32439711

ecotel communication ag
Düsseldorf
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
GESCHÄFTSBERICHT
cloud & fiber

Unternehmensprofil
Als Qualitätsanbieter von IT- und Telekommunikationslösungen exklusiv für Geschäftskunden ist ecotel als innovativer Partner fest im deutschen Markt verankert. Mit Fokus auf »cloud & fiber« begleiten wir mittelständische Unternehmen und Großkunden auf dem Weg der digitalen Transformation - mit modernen Datennetzen, innovativen Cloud-Lösungen und breitbandiger Konnektivität.
Unsere Produkte & Lösungen sind »made in Germany« und werden in den ecotel eigenen Rechenzentren georedundant betrieben. Dazu gehören hochverfügbare Telefonie-Lösungen (SIP, Cloud-PBX), leistungsstarke Datenanbindungen (DSL- und Ethernet) sowie die sichere Vernetzung von Unternehmen mit SD-WAN- oder MPLS-Technologie. Über den einzigartigen Multi-Carrier-Ansatz (Netzzusammenschaltungen mit lokalen und nationalen Glasfaser-Carriern inklusive der Deutschen Telekom) haben wir Zugriff auf > 1 Million Kilometer Glasfaserleitungen in Deutschland.
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert stellen wir gemeinsam mit unseren Partnern die Zufriedenheit unserer Kunden in den Mittelpunkt unseres täglichen Handelns und widmen uns mit vollem Einsatz ihren großen und kleinen Anliegen. Mit fundierter Expertise, persönlicher Begeisterung und motiviert von dem Anspruch, immer wieder beste Resultate zu erzielen.
Unsere Stärke ist die Fähigkeit, passgenaue Lösungsangebote für komplexe Anforderungen zu entwickeln -gerade auch dann, wenn sich äußere Rahmenbedingungen plötzlich ändern.
Denn Qualität zu versprechen, ist nicht genug. Wir von ecotel stellen Qualität sicher.
Vorwort des Vorstandes
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
das Geschäftsjahr 2022 verlief für die ecotel communication ag außerordentlich erfolgreich. Das operative Geschäft hat den geopolitischen Unsicherheiten standgehalten und die neue Fokussierung auf cloud und fiber kommt gut an.
Neben dem operativen Geschäft war das Geschäftsjahr 2022 aber auch wesentlich durch Sondereffekte geprägt: Durch die Veräußerung der Beteiligung an der easybell-Gruppe sowie aus der Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen konnte der Konzern Einmalerträge in Höhe von insgesamt 68,3 Mio. EUR vor Steuern erzielen. Unplanmäßig hohe Aufwendungen für Energie in den Monaten Mai bis September 2022 haben das Ergebnis allerdings mit 0,3 Mio. EUR belastet. Gegen Ende des Geschäftsjahres und zu Beginn des Jahres 2023 liegen die Aufwendungen für Energie wieder auf dem von uns ursprünglich für das Geschäftsjahr 2022 prognostizierten Niveau.
Insgesamt hat ecotel dieses außergewöhnliche Geschäftsjahr 2022 mit einem EBITDA (inkl. der Sondereffekte) von 77,1 Mio. EUR abgeschlossen, was zu einem Konzernüberschuss von 67,5 Mio. EUR, bzw. einem Ergebnis je Aktie von 19,24 EUR geführt hat.
Bereinigt um diese Effekte lässt sich das Geschäftsjahr wie folgt zusammenfassen:
Die Umsatzerlöse stiegen um 32 % auf 93,3 Mio. EUR (Vorjahr: 70,9 Mio. EUR), maßgeblich getrieben durch höhere Umsätze im Segment ecotel Wholesale (46,5 Mio. EUR; Vorjahr: 22,4 Mio. EUR).
Im Kernsegment ecotel Geschäftskunden konnte indes der ursprünglich prognostizierte Umsatz nicht ganz erreicht werden und lag bei 45,6 Mio. EUR (Vorjahr: 46,3 Mio. EUR). Der Ukrainekonflikt und die damit einhergehende gesamtwirtschaftliche Unsicherheit hat gerade beim Abschluss von Großprojekten zu einer deutlichen Zurückhaltung bei den Entscheidern geführt. Zum Ende des Jahres 2022 konnte das Segment jedoch signifikante Projektaufträge verzeichnen, die sich nun mit zeitlichem Versatz im Umsatz 2023 positiv auswirken werden.
Der Konzern konnte, trotz der gestiegenen Aufwendungen für Energie den Rohertrag um 0,1 Mio. EUR auf 31,2 Mio. EUR leicht steigern. Das Segment Geschäftskunden trug zu dem Rohertragsanstieg mit 0,6 Mio. EUR bei.
Die Rohertragssteigerung führte bei höherem Personalaufwand (+ 0,4 Mio. EUR) - im Wesentlichen aufgrund von Gehaltssteigerungen und Zahlungen von Inflationsausgleichen - sowie höherem Saldo aus operativen Aufwendungen und Erträgen (+ 0,3 Mio. EUR) zu einem bereinigten EBITDA von 9,1 Mio. EUR (Vorjahr: 9,7 Mio. EUR).
Nach Abzug der planmäßig rückläufigen Abschreibungen in Höhe von 5,7 Mio. EUR (Vorjahr: 6,3 Mio. EUR) hat der Konzern ein EBIT in Höhe von 3,4 Mio. EUR erreicht und damit das Niveau des Vorjahres. Unter Hinzurechnung des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen, dem Finanzergebnis und nach Abzug der Minderheiten, ergibt sich ein Konzernüberschuss von 67,5 Mio. EUR, bereinigt um die Sondereffekte von 4,9 Mio. EUR (Vorjahr: 4,8 Mio. EUR). Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 21. April 2023, neben einer Regeldividende von 0,82 EUR auch eine Sonderdividende von 18,00 EUR und damit insgesamt eine Dividende von 18,82 EUR je dividendenberechtigte Aktie vorschlagen.
Auch unter Berücksichtigung dieser hohen Dividende ist die ecotel in einer hervorragenden Ausgangslage, um in Wachstum zu investieren. Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird wesentlich durch die beiden Trends cloud-Telefonie und Breitbandausbau getrieben. Für diese beiden Wachstumsfelder ist ecotel mit der eigenen cloud.phone-Produktgruppe sowie dem multi-carrier-basierten Ethernet-Angebot bestens aufgestellt und fokussiert sich daher gezielt auf »cloud und fiber«. Der Cloud-Telefonie-Markt in Deutschland läuft derzeit, bedingt durch den verzögerten Glasfaserausbau, noch der internationalen Entwicklung hinterher. Somit hängen beide Wachstumsfelder miteinander zusammen und bilden für ecotel eine hervorragende Chance, Bestands- sowie Neukunden zukünftig für beide Services zu gewinnen.
Zusammen mit dem Aufsichtsrat sind wir der Überzeugung, dass ecotel aufgrund ihrer strategischen Positionierung gute Chancen besitzt, in den kommenden Jahren überproportional zum Markt zu wachsen. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Gesellschaft das Ziel, das Wachstum nicht nur mit der bestehenden Organisation und vorhandenen Ressourcen zu forcieren, sondern zusätzlich durch gezielte Investitionen, vor allem in vertriebliche und vertriebsunterstützende Ressourcen sowie die Erschließung neuer Absatzkanäle.
Unter Berücksichtigung der heute vorliegenden Erkenntnisse zu Risiken und Chancen erwarten wir für den ecotel Konzern für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in einem Korridor von 95 bis 100 Mio. EUR, einen Rohertrag in einem Korridor von 31 bis 33 Mio. EUR sowie ein operatives EBITDA von 9 bis 10 Mio. EUR.
Wir gehen davon aus, dass sich diese Investitionen bereits in den Jahren 2024 und 2025 durch ein überproportionales Umsatzwachstum und nachhaltige Ergebnissteigerungen auszahlen werden.
Wir bedanken uns bei unseren hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne die wir dieses für uns alle außerordentliche Geschäftsjahr 2022 nicht so erfolgreich hätten gestalten können. Auch unseren treuen Geschäftspartnern gilt der Dank ebenso wie unseren Kunden. Bei Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, bedanken wir uns ebenfalls für ihre Treue und ihr Vertrauen in uns und in die ecotel.
Wir blicken äußerst zuversichtlich nach vorne und freuen uns auf die Herausforderungen und Chancen, die sicher auch im neuen Geschäftsjahr auf uns warten.
Markus Hendrich, Vorstandsvorsitzender
Peter Zils stellvertretender, Vorstandsvorsitzender
Achim Theis, Vorstand
VORSTAND & AUFSICHTSRAT
Bericht des Aufsichtsrats
Die Geschäftsleitung der ecotel Gruppe
Vorstand
Markus Hendrich (geb. 1980) (seit dem 1. September 2022 Vorstandsvorsitzender) Er ist seit dem 1. Juli 2020 bei der ecotel communication ag tätig. Zunächst als Chief Digital Officer (CDO). Vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. August 2022 war der Co-Vorstandsvorsitzender. Seit September 2022 verantwortet er als alleiniger Vorstandsvorsitzender die Bereiche Strategie, Technik, Operations, Portfolio und Prozesse sowie zentrale Verwaltungsfunktionen. Markus Hendrich ist seit über 10 Jahren in verschiedenen Management-Positionen bei der QSC AG und der Plusnet GmbH, einem Unternehmen der EnBW, tätig gewesen, bis 30. Juni 2020 als Geschäftsführer für Technologie, Produktmanagement und Marketing.
Peter Zils (geb. 1963) ist Unternehmensgründer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ecotel communication ag und verantwortlich für die Bereiche Strategie, Wholesale und Regulierung sowie Finance und Investor Relations. Im Januar 1998 gründete Peter Zils die ecotel communication mit Hauptsitz in Düsseldorf, die sich inzwischen zu einer Unternehmensgruppe mit verschiedenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen entwickelt hat. Seit Februar 2015 ist Peter Zils Mitglied des VATM-Präsidiums. Im deutschen TK-Wettbewerberverband setzt er sich intensiv für bessere Markt- und Wettbewerbsbedingungen für die TK-Branche und deren Kunden ein.
Achim Theis (geb. 1964) ist seit dem 1. Januar 1999 in der Gesellschaft tätig, zunächst als Geschäftsführer der ecotel communication GmbH und seit dem 1. Juni 2001 als Mitglied des Vorstandes. Seit dem 1. September 2016 verantwortet er in seiner Funktion als Chief Commercial Officer (CCO) die Bereiche Vertrieb, Marketing sowie das Key Account Management. Achim Theis verfügt über eine mehr als 20-jährige Erfahrung und damit über ein umfangreiches Netzwerk und Know-how im Telekommunikationsmarkt.
Prokuristen
Sabrina Bublitz (geb. 1981) ist seit 2016 für die ecotel communication ag tätig. Seit 2023 verantwortet sie als Chief Portfolio Officer (CPO) und Prokuristin die Bereiche Produktmanagement, Prozess- und Qualitätsmanagement, Sonderlösungen und das Project Management Office. Sabrina Bublitz ist seit 2005 verschiedenen Unternehmen und unterschiedlichen Funktionen in den Bereichen Vertrieb, Produkt-, Prozess- und Projektmanagement in der Telekommunikationsbranche aktiv.
Oliver Jansen (geb. 1968), ist seit 2013 für die ecotel communication ag tätig. Seit 2023 verantwortet er als Chief Business Officer (CBO) in der Funktion als Chapter Lead den Bereich Cloud-Telefonie. Oliver Jansen ist seit den frühen Neunzigerjahren im Telekommunikationssektor in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Business Development und Produktentwicklung aktiv.
Holger Hommes (geb. 1977) ist seit 2014 für die ecotel communication ag tätig; zunächst als kaufmännischer Leiter und seit September 2016 als Chief Financial Officer (CFO) und Prokurist. Neben Konzernsteuerung und -reporting ist er verantwortlich für die Abteilungen Finanzbuchhaltung, Controlling und Billing. Holger Hommes verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Abschlusserstellung und Konzernsteuerung.
Wilfried Kallenberg (geb. 1960), ist seit 2008 für die ecotel communication ag tätig. Als Chief Technical Officer (CTO) und Prokurist ist er im Unternehmen verantwortlich für die Bereiche IT, Network Operation, Product-, Systems- und Network-Engineering sowie das Prozessmanagement. Seit 2014 hat er in seiner Funktion als Geschäftsführer die erfolgreiche Neuausrichtung der 100-%igen Tochtergesellschaft nacamar GmbH entscheidend geprägt.
Der Aufsichtsrat
Uwe Nickl (Vorsitzender) (geb. 1969) ist seit Juli 2021 Mitglied des Aufsichtsrates der ecotel communication ag und übernimmt seit September 2022 den Vorsitz des Aufsichtrates. Uwe Nickl ist selbständiger Unternehmensberater. Nach seinem BWL-Studium war Herr Nickl in verschiedenen Unternehmen der Telekommunikationsbranche auf Managementebene tätig. Zuletzt war Uwe Nickl von 2016 bis 2021 als CEO der Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe tätig und für die Entwicklung zum stärksten FTTH-Anbieter in Deutschland verantwortlich.
Dr. Norbert Bensel (stv. Vorsitzender) (geb. 1947) ist seit Juli 2010 Mitglied des Aufsichtsrates der ecotel communication ag und übernimmt seit September 2022 die Aufgaben des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden. Herr Dr. Norbert Bensel ist selbständiger Unternehmensberater. Nach seiner Promotion in Chemie arbeitete Herr Dr. Bensel in verschiedenen Funktionen der Personalentwicklung und Führungskräftebetreuung in deutschen Großkonzernen und wurde später Mitglied des Vorstandes der debis AG. Danach folgte ein Wechsel als Personalvorstand zur Deutschen Bahn AG, zuletzt war er Vorstand der DB Mobility Logistics AG (DB Schenker) mit der Verantwortung für den Bereich Transport und Logistik.
Mirko Mach (geb. 1976) ist seit Juli 2007 Mitglied des Aufsichtsrates der ecotel communication ag. Mirko Mach gründete 1995 gemeinsam mit Ferdinand Ruppert das Unternehmen MPC Service GmbH und übernahm den Aufbau des Telekommunikationsberatungsunternehmens bereits während seines Maschinenbau-Studiums. Als geschäftsführender Gesellschafter trägt Herr Mach aktuell die Verantwortung für die kaufmännische Leitung, die Vertriebssteuerung und das Onlinemarketing.
Brigitte Holzer (geb. 1961) ist seit Januar 2006 Mitglied des Aufsichtsrates der ecotel communication ag. Seit Februar 2022 ist Frau Holzer als CFO für die Holdingfirma Going Beyond GmbH und der darin gehaltenen Firmengruppe LIGANOVA tätig. Nach ihrem BWL-Studium war Frau Holzer bei verschiedenen Unternehmen für den Bereich Finance verantwortlich; während ihrer letzten Stationen war Frau Holzer 2012 bis 2018 als Finanzvorstand für die PPRO Group und hier vor allem für das FCA UK und CSSF Luxemburg regulierte Tochterunternehmen PPRO Financial Ltd. verantwortlich sowie 2019 und 2020 als Vice President Finance für die Unternehmen in der Region DACH der Solera Holdings Inc. und 2021 als Finanzvorstand für die eClear AG tätig.
Alfried Bührdel (geb. 1962) ist seit Juli 2021 Mitglied des Aufsichtsrates der ecotel communication ag. Alfried Bührdel ist selbständig als Aufsichtsrat, Beirat und Business Angel tätig. Nach seinem BWL-Studium war Herr Bührdel über viele Jahre in verschiedenen beruflichen Stationen auf Managementebene tätig. Seine letzten beiden Stationen waren als Finanzvorstand in der Unternehmensgruppe Tengelmann und von 1998 bis 2014 als Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Ströer AG, hier war er am Aufbau des Unternehmens zu einem führenden europäischen Mediaanbieter beteiligt.
Dr. Thorsten Reinhard (geb. 1970) ist seit Januar 2006 Mitglied des Aufsichtsrates der ecotel communication ag. Herr Dr. Reinhard ist seit 2005 Rechtsanwalt bei der Noerr Partnerschaftsgesellschaft mbB (vormals Nörr Stiefenhofer Lutz und Noerr LLP), zunächst in Berlin, seit 2009 in Frankfurt am Main. Seit 2007 ist er dort Partner.
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der ecotel communication ag (ecotel oder die Gesellschaft) hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2022 regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Grundlage hierfür waren die ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstands. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand darüber hinaus im regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstandsvorsitzenden.
Der Aufsichtsrat und der Vorstand der ecotel kamen im Berichtsjahr zu insgesamt sieben Sitzungen zusammen, und zwar am 19. Januar, am 8. März, am 20. Mai, am 8. Juli, am 16. August, am 6. Oktober sowie am 8. Dezember 2022. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden lediglich die Sitzungen im Mai, Juli und Dezember als Präsenztreffen durchgeführt; die übrigen Sitzungen fanden als Video- oder Telefonkonferenzen statt. Darüber hinaus gab es acht Beschlussfassungen im Umlaufverfahren.
In den Sitzungen hat der Vorstand der ecotel den Aufsichtsrat regelmäßig über grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung, die Rentabilität der Gesellschaft, den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft unterrichtet und über diese Fragen zusammen mit dem Aufsichtsrat beraten. Der Aufsichtsrat war ferner in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung eingebunden und hat insbesondere Maßnahmen des Vorstandes, die nach der Geschäftsordnung des Vorstandes seiner Zustimmung bedurften, geprüft und bewilligt.
1. Schwerpunkt der Beratungen im Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat hat sich in allen Aufsichtsratssitzungen im Jahr 2022 ausführlich über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft unterrichten lassen. Schwerpunkte lagen auf der Entwicklung des Bereichs Geschäftskunden, wesentlichen Lieferantenverträgen und Kundenprojekten. Weiterhin standen zwei besondere Projekte im Fokus des Aufsichtsrates, zum einen der Verkauf der Geschäftsanteile an der Tochtergesellschaft easybell GmbH sowie zum anderen die Vermarktung von Nutzungsrechten an Internetressourcen. Auch die Entwicklung der Marktsituation wurde erörtert.
Zudem hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei strategischen Fragestellungen unterstützt, die sich aus Veränderungen im Telekommunikationsmarkt ergeben, beispielsweise im Hinblick auf die strategische Ausrichtung der Gesellschaft mit dem Fokus auf die Vermarktung von »Cloud & Fiber-Lösungen«.
Der Aufsichtsrat ließ sich ferner laufend über die Tochtergesellschaften easybell GmbH und nacamar GmbH sowie die Beteiligung an der mvneco GmbH unterrichten und diskutierte mit dem Vorstand über ihre strategische Entwicklung.
Der Aufsichtsrat hat sich zudem mit der Effizienz seiner Arbeit beschäftigt.
Der Aufsichtsrat hat die regelmäßigen Risikoberichte des Vorstands mit diesem erörtert und selbst Vorschläge zum Risikomanagement unterbreitet. Er hat sich davon überzeugt, dass der Vorstand der Risikoüberwachung die gebotene Aufmerksamkeit schenkt, die von ihm identifizierten Risiken nachvollziehbar priorisiert und angemessene Maßnahmen zur Reduzierung der Risiken vornimmt.
Neben den regelmäßigen Berichterstattungen waren folgende Schwerpunkte Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen:
19. Januar 2022: Beschlussfassung zum Budget 2022 sowie Festlegung der Kapitalmarktprognose; Erörterung zu den Möglichkeiten einer Vermarktung von Internetressourcen
8. März 2022: Bericht des Abschlussprüfers über die Durchführung und Ergebnisse der Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Jahr 2021, Feststellung des Jahresabschlusses der ecotel communication ag sowie Billigung des Konzernabschlusses der ecotel communication ag für das Geschäftsjahr 2021, Genehmigung Vorschlag zur Gewinnverwendung, Beschlussfassung zur Zielerreichungsquote für die variablen Gehaltsbestandteile des Vorstands für das Jahr 2021, Festlegung, dass Hauptversammlung in virtueller Form durchgeführt werden soll
20. Mai 2022: Festlegung der Frauenquote in Vorstand und Aufsichtsrat; Beschlussfassungen zur Hauptversammlung
8. Juli 2022: Beschlussfassung zur vorzeitigen Ablösung von Bankdarlehen, Bericht über den Status zur Vermarktung von Internetressourcen
16. August 2022: Beschlussfassung zu Veränderungen im Aufsichtsrat; Beschlussfassung zur Anpassung der Dienstverträge von Peter Zils und Markus Hendrich sowie der Geschäftsordnung der Gesellschaft; Beschlussfassung zur Mandatierung der Noerr Partnergesellschaft mbB für die Veräußerung der Geschäftsanteile an der Tochtergesellschaft easybell GmbH
6. Oktober 2022: Beschlussfassung zur Veräußerung der Geschäftsanteile an der easybell GmbH
8. Dezember 2022: Erörterung der Cloud & FiberStrategie; Erörterung eines ersten Budgetentwurfs für das Jahr 2023; Erörterungen zum Terminplan der Jahresabschlussprüfung 2023 sowie zur Hauptversammlung 2023
Im Rahmen eines Umlaufverfahrens hat der Aufsichtsrat insbesondere am 10.Mai 2022 über die Veräußerung von Nutzungsrechten an Internetressourcen beschlossen.
2. Behandlung von Interessenkonflikten im Aufsichtsrat
Alle Mitglieder des Aufsichtsrates sind dem Grundsatz verpflichtet, ihre Entscheidungen ausschließlich am Unternehmensinteresse der ecotel auszurichten. Soweit bei der Beratung oder Beschlussfassung im Aufsichtsrat Interessenkonflikte oder die Besorgnis von Interessenkonflikten auftraten, sind diese im Aufsichtsrat behandelt worden. Das betreffende Aufsichtsratsmitglied hat sich nicht an der Diskussion beteiligt und sich bei der Beschlussfassung jeweils seiner Stimme enthalten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder haben sich zudem durch Befragung des Vorstandes die erforderliche Sicherheit verschafft, dass dieser unbeeinflusst von dem (potenziellen) Interessenkonflikt des betroffenen Aufsichtsratsmitgliedes agiert. Die vorgenannten Grundsätze kamen im Berichtsjahr bei der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Zustimmung zu Verträgen zwischen ecotel und Gesellschaften, an denen Mitglieder des Aufsichtsrats beteiligt sind, zum Tragen. Dies betraf die Herren Mirko Mach und Dr. Thorsten Reinhard. Im Falle von Herrn Mach handelt es sich um Leistungen, welche die MPC Service GmbH und die MPC Mobilservice GmbH als Vertriebspartner erbringen. Bei Herrn Dr. Reinhard ging es um Rechtsberatungsleistungen der Noerr Partnergesellschaft mbB. Wegen von der Noerr Partnergesellschaft mbB erbrachter Rechtsberatungsleistungen hat sich Herr Dr. Reinhard auch bei der Beschlussfassung über die Veräußerung der Geschäftsanteile an der easybell GmbH seiner Stimme enthalten.
3. Jahres- und Konzernabschluss
Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der ecotel nach den Regeln des Handelsgesetzbuches sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht nach IFRS-Grundsätzen aufgestellt. Der durch die Hauptversammlung der ecotel vom 8. Juli 2022 gewählte Abschlussprüfer, die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mit Sitz in Stuttgart, Zweigniederlassung Köln, hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft. Der Abschlussprüfer hat dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Der Abschlussprüfer hatte im Rahmen seiner Prüfung gemäß § 317 Abs. 4 HGB zu beurteilen, ob der Vorstand ein wirksames Überwachungssystem eingerichtet hat, das geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Der Abschlussprüfer hat dies bejaht.
Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Aufsichtsrat die vom Corporate Governance Kodex geforderte Unabhängigkeitserklärung abgegeben und die im jeweiligen Geschäftsjahr angefallenen Prüfungs- und Beratungshonorare dem Aufsichtsrat gegenüber offengelegt.
Die Abschlussunterlagen und die Berichte des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Prüfung vor. Vertreter der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft haben an den Verhandlungen des Aufsichtsrates über diese Unterlagen teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung berichtet.
Der Aufsichtsrat und der von ihm gebildete Prüfungsausschuss haben den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht, den Konzernlageberichtsowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns eingehend geprüft und mit dem Abschlussprüfer erörtert. Auch wurden die Key Audit Matters im Vorfeld der Jahresabschlussprüfung gemeinsam mit dem Abschlussprüfer abgestimmt. Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Abschlussprüfers über das Ergebnis seiner Prüfung zustimmend zur Kenntnis genommen.
Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss oder den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 erhoben, sondern den Jahresabschluss und den Konzernabschluss mit Beschluss vom 7. März 2023 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der ecotel für das Geschäftsjahr 2022 festgestellt.
4. Corporate Governance
Mit folgender Ausnahme haben alle Mitglieder an sämtlichen Aufsichtsratssitzungen teilgenommen: An der Aufsichtsratssitzung am 20. Mai 2022 hat Herr Dr. Thorsten Reinhard entschuldigt nicht teilgenommen. An den Aufsichtsratssitzungen am 8. Juli 2022 und 8. Dezember 2022 hat Herr Dr. Norbert Bensel entschuldigt nicht teilgenommen.
Am 8. Juli 2022 hat der Aufsichtsrat zeitweise auch ohne den Vorstand getagt.
Vorstand und Aufsichtsrat haben im Berichtsjahr 2022 am 21. Dezember 2022 eine gemeinsame Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Die Erklärung wurde auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
5. Änderungen im Aufsichtsrat im Berichtsjahr
Im Berichtsjahr haben sich keine Veränderungen an der personellen Zusammensetzung im Aufsichtsrat ergeben. Da Herr Dr. Norbert Bensel den Wunsch äußerte, sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender mit Wirkung zum 31. August 2022 niederzulegen, wurde eine Neuwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden notwendig. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Uwe Nickl mit Wirkung zum 1. September 2022 zu seinem Vorsitzenden, Herr Dr. Bensel wurde zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.
6. Änderungen im Vorstand im Berichtsjahr
Im Berichtsjahr hat es folgende Veränderungen im Vorstand gegeben: Seit dem 1. Juli 2022 übt Herr Peter Zils seine Tätigkeit auf Basis einer 50 %-Teilzeittätigkeit aus. Sein Dienstvertrag wurde für den Zeitraum 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2024 unter Aufhebung aller früheren Vereinbarungen neu gefasst. Seit dem 1. September 2022 ist Herr Markus Hendrich alleiniger Vorstandsvorsitzender; das gemeinsame Co-Vorstandsvorsitzende-Mandat von Herrn Zils und Herrn Hendrich endete zum gleichen Zeitpunkt. Der Dienstvertrag von Herrn Zils wurde für den Zeitraum 1. September 2022 bis 30. Juni 2024 unter Aufhebung aller früheren Vereinbarungen neu gefasst. Herr Zils ist seitdem für die Geschäftsbereiche Strategie, Wholesale, Regulierung, Finance und Investor Relations verantwortlich. Der Dienstvertrag von Herrn Hendrich wurde für den Zeitraum 1. September 2022 bis 31. August 2026 unter Aufhebung aller früheren Vereinbarungen neu gefasst. Herr Hendrich ist seitdem für die Geschäftsbereiche Strategie, Technik, Operations, Portfolio und Prozesse sowie zentrale Verwaltungsfunktionen verantwortlich. Unverändert ist Herr Achim Theis, das dritte Mitglied des Vorstands, für die Geschäftsbereiche Vertrieb, Marketing und Key Account Management verantwortlich. Der Vorstandsvertrag von Herrn Hendrich wurde im Dezember 2022 um eine Vereinbarung zu einem Sonderbonusziel ergänzt.
7. Ausschüsse
Der Aufsichtsrat hat einen dreiköpfigen Prüfungsausschuss gebildet, der insbesondere Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements und der Compliance behandelt. Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr neunmal getagt und sich dabei insbesondere mit den unterjährigen Finanzberichten sowie dem Jahres- bzw. Konzernabschluss 2021 auseinandergesetzt. Ferner hat sich der Prüfungsausschuss mit dem internen Kontrollsystem sowie mit dem FISG-Projekt auseinandergesetzt. Der Prüfungsausschuss hat sich in einer Sitzung in Präsenz zusammengefunden, die weiteren acht Sitzungen fanden als Videokonferenzen statt. Der Prüfungsausschuss hat sich in einer Sitzung in Präsenz zusammengefunden, die weiteren acht Sitzungen fanden als Videokonferenzen statt. Der Prüfungsausschuss setzt sich aus Herrn Alfried Bührdel (Vorsitzender seit dem 1. Januar 2022), Frau Brigitte Holzer und Herrn Mirko Mach zusammen.
Der Aufsichtsrat hat ferner einen dreiköpfigen Nominierungsausschuss gebildet, der Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorbereitet und darüber hinaus auch die Aufgaben eines Personalausschusses übernimmt. Dieser Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2022 viermal getagt. Davon fand eine Sitzung in Präsenz statt und die weiteren drei Sitzungen wurden als Telefon- bzw. Videokonferenz durchgeführt. An allen Sitzungen haben sämtliche Mitglieder des Nominierungsausschusses teilgenommen. Der Nominierungsausschuss setzt sich Herrn Dr. Thorsten Reinhard (Vorsitzender) sowie den Herren Dr. Bensel und Uwe Nickl zusammen.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands der ecotel sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaften der ecotel-Gruppe für ihren großen Einsatz für die Gesellschaft und die im Berichtsjahr 2022 geleistete Arbeit.
Düsseldorf, den 7. März 2023
Für den Aufsichtsrat
Uwe Nickl, Vorsitzender des Aufsichtsrats
INVESTOR RELATIONS
Kennzahlen
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| Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS) | 2020 | 2021 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen | in Mio. EUR | 76,8 | 70,9 | 93,3 |
| ecotel Geschäftskunden | in Mio. EUR | 44,5 | 46,3 | 45,6 |
| ecotel Wholesale | in Mio. EUR | 30,0 | 22,4 | 46,5 |
| nacamar | in Mio. EUR | 2,3 | 2,2 | 1,2 |
| Rohertrag aus fortgeführten Geschäftsbereichen | in Mio. EUR | 26,5 | 31,1 | 31,2 |
| ecotel Geschäftskunden | in Mio. EUR | 23,9 | 28,5 | 29,1 |
| ecotel Wholesale | in Mio. EUR | 1,1 | 1,1 | 1,2 |
| nacamar | in Mio. EUR | 1,5 | 1,5 | 0,9 |
| EBITDA 1 inkl. Entkonsolidierungsergebnis des Segments easybell | in Mio. EUR | 5,8 | 9,7 | 77,1 |
| bereinigtes EBITDA 2 | in Mio. EUR | 5,8 | 9,7 | 9,1 |
| ecotel Geschäftskunden | in Mio. EUR | 4,6 | 8,6 | 8,3 |
| ecotel Wholesale | in Mio. EUR | 0,6 | 0,5 | 0,6 |
| nacamar | in Mio. EUR | 0,6 | 0,5 | 0,3 |
| Betriebliches Ergebnis (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen | in Mio. EUR | - 0,8 | 3,4 | 17,9 |
| Konzernüberschuss 3 | in Mio. EUR | 1,0 | 4,8 | 67,5 |
| davon aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen (Segment easybell) | in Mio. EUR | 1,7 | 2,6 | 55,4 |
| Aktienstückzahl zum 31.12. (ausstehende Aktien) | Anzahl | 3.510.000 | 3.510.000 | 3.510.000 |
| Ergebnis je Aktie 4 | in EUR | 0,28 | 1,36 | 19,24 |
| Ergebnis je Aktie 4 (bereinigt um Sondereffekte) | in EUR | 0,28 | 1,36 | 1,39 |
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| Weitere Kennzahlen | 2020 | 2021 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|
| Finanzmittelfonds zu Beginn der Periode | in Mio. EUR | 8,3 | 7,8 | 12,6 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | in Mio. EUR | 10,3 | 15,4 | 28,5 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | in Mio. EUR | - 5,9 | - 4,9 | 44,0 |
| Cashflow aus Finanzierungsstätigkeit | in Mio. EUR | - 4,9 | - 5,6 | - 18,2 |
| Finanzmittelfonds zum 31.12. | in Mio. EUR | 7,8 | 12,6 | 66,9 |
| Free Cashflow 5 | in Mio. EUR | 4,4 | 10,5 | 72,5 |
| Bilanzsumme | in Mio. EUR | 53,9 | 61,1 | 108,4 |
| Eigenkapital | in Mio. EUR | 23,4 | 29,1 | 83,8 |
| in % der Bilanzsumme | in % | 43,4 | 47,6 | 75,9 |
| Nettofinanzvermögen 6 | in Mio. EUR | 2,3 | 9,6 | 66,9 |
In den Summen können aufgrund von kaufmännischen Rundungen Differenzen auftreten
1 Betriebliches Ergebnis vor planmäßigen und unplanmäßigen Wertminderungen
2 Überleitung siehe Konzernlagebericht (Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage)
3 Entspricht dem Konzernergebnis nach Abzug von Minderheiten
4 unverwässert
5 Free Cashflow = Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit + Cashflow aus Investitionstätigkeit
6 Darlehensverbindlichkeiten abzgl. Finanzmittel
Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Mio. EUR

EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Mio. EUR

EBIT aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Mio. EUR

Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Mio. EUR

Aktiva und Passiva in Mio. EUR

Die ecotel Aktie
Die Aktie der ecotel communication ag (ecotel Aktie) ist seit 2006 an der Frankfurter Wertpapierbörse und seit 2007 im Prime Standard gelistet. Das Grundkapital zum 31. Dezember 2022 beträgt unverändert 3.510.000 Aktien. Eigene Anteile hält die Gesellschaft nicht.
Kursentwicklung 2022
Nach dem sehr starken Börsenjahr 2021 zeigten sich die Aktienmärkte 2022 von ihrer schwachen Seite. Letztendlich verloren alle relevanten Indizes weltweit deutlich an Wert. Die Inflation und die Zinserhöhungen durch die Zentralbanken, der kriegerische Konflikt in der Ukraine und die stark gestiegenen Energiepreise setzten den Börsen erheblich zu. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer, der DAX 40, verlor im Jahresverlauf 12,4 %. Der Tec-DAX verlor im gleichen Zeitraum noch deutlicher.
Auch die ecotel Aktie konnte ihren Höchstkurs von 38,60 zu Beginn des Jahres 2022 im Jahresverlauf nicht halten. Nach einem Tief von 23,00 EUR Anfang März 2023 entwickelte sich die ecotel Aktie nahezu parallel zu den beiden Vergleichsindizes. An Jahresende betrug der Kurs 30,80 EUR.
Zum 31. Dezember 2022 betrug die Marktkapitalisierung 108,1 Mio. EUR (Vorjahr: 135,5 Mio. EUR). Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der ecotel Aktie lag in Jahr 2022 bei 2.825 (Vorjahr: 5.710) Stück pro Tag.
Investor Relations
Auch im Jahr 2022 fand ein intensiver Dialog mit Investoren, Analysten und Journalisten statt. Im Fokus stand die Entwicklung der Gesellschaft, die strategische Ausrichtung und die sehr gute wirtschaftliche Entwicklung.
Neben der regelmäßigen Berichterstattung, der Hauptversammlung und Berichterstattungen in ausgewählten Fachmedien, wurde im Rahmen der Teilnahme an verschiedenen Investoren- und Analystenveranstaltungen im Jahr 2022 immer wieder der Kontakt mit Interessenten gesucht und mit Analysten gesprochen.
Aktuelle Informationen zum Unternehmen, wie z. B. Quartalsberichte, Pressemitteilungen sowie Finanzkalender, können von allen Anlegern und Interessierten auf der Webseite des Unternehmens unter der Rubrik Investor Relations unmittelbar nach Veröffentlichung abgerufen werden.
Aktionärsstruktur
Zum Ende des Jahres ist die Aktionärsstruktur wie folgt:
Herr Peter Zils (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) und Herr Andrey Morozov halten jeweils knapp 30 % der Anteile. Weitere rund 11 % verteilen sich auf Aktionäre, die uns durch entsprechende Mitteilungen (WPHG-Meldungen) bekannt sind. Der Streubesitz beläuft sich auf rund 29 % vom Grundkapital.
Kennzahlen Ø 2022
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| WKN | 585434 | Datum Erstnotierung | 29.03.2006 |
| ISIN | DE0005854343 | Aktienstückzahl zum 31.12.2022 | 3.510.000 |
| Symbol | E4C | Durchschnittliches Tagesvolumen 2022 | 2.825 |
| Marktsegment seit 08.08.2007 | Prime Standard | Höchstkurs 2022 (€) | 38,60 |
| Tiefstkurs 2022 (€) | 23,00 | ||
| Indexzugehörigkeit | CDAX, Prime All Share Technology All Share | Marktkapitalisierung zum 31.12.2022 (€ m) 1 | 108,1 |
| Gattung | Stückaktien | Designated Sponsor | ICF BANK AG |
1 Basierend auf dem Schlusskurs am 31. Dezember 2022 von 34,00 Euro je Aktie bei 3.510.000 ausstehenden Aktien
Aktienbesitz (31.12.2022) in Prozent

Kursentwicklung der ecotel Aktie in 2022 in Prozent

KONZERNLAGEBERICHT
1.1 Grundlagen des Konzerns
1. ecotel im Überblick
Die ecotel Gruppe (nachfolgend »ecotel« genannt) ist seit 1998 bundesweit tätig und auf die Vermarktung von Informations- und Telekommunikationslösungen in verschiedenen Segmenten spezialisiert. Konzernmutter ist die ecotel communication ag (nachfolgend »ecotel ag« genannt) mit Sitz in Düsseldorf.
ecotel vermarktet ihre Produkte und Dienstleistungen in folgenden Segmenten: »ecotel Geschäftskunden«, »ecotel Wholesale« und »nacamar«.
Zum 17. November 2022 (closing) wurde das bisherige Segment »easybell« veräußert. Daher wird das Segment easybell im weiteren Verlauf des Konzernlageberichts als aufgegebener Geschäftsbereich behandelt.
Im Folgenden werden die Segmente näher erläutert:
Segment »ecotel Geschäftskunden«
Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird wesentlich durch die beiden Trends Cloud-Telefonie und Breitbandausbau getrieben (Quelle: u. a. 24. TK-Marktanalyse Deutschland 2022; VATM / Dialog Consult). Für diese beiden Wachstumsfelder sieht sich ecotel mit der eigenen cloud.phone-Produktgruppe sowie dem multi-carrier-basierten Ethernet Angebot bestens aufgestellt und fokussiert sich daher in diesem Segment auf »cloud und fiber«.
Die Produktpalette beinhaltet neben flexiblen und qualitativ hochwertigen Telefonie-Lösungen (SIP-Protokoll, Cloud-Telefonie) sowie breitbandigen Datenanbindungen (Glasfaser, x-DSL etc.) auch das Management der Anbindung von Unternehmensstandorten (SD WAN-, IP- und MPLS-VPNs) sowie die Realisierung von direkter Konnektivität zu den führenden Cloud-Dienstleistern (Multi-cloud-connect). Die Produkte und Services werden auf Basis von georedundanten Rechenzentren in Deutschland betrieben, die über ein eigenes Backbone ausfallsicher verbunden sind. An diesem Backbone sind im Rahmen des Multi-Carrier-Konzeptes nahezu alle bundesweit relevanten Infrastrukturanbieter aufgeschaltet. Somit kann für jeden Standort die kundenindividuell beste Versorgung realisiert werden.
Je nach Zielgruppe wird der Vertrieb in diesem Segment über den Direktvertrieb (Großkunden), einen hausinternen Telesales sowie mit mehr als 300 Vertriebspartnern über den Partnervertrieb gesteuert. Mit diesem Netzwerk verfügt ecotel über einen breiten Zugang zu mittelständischen Kunden. Darüber hinaus hat sich ecotel nach eigener Einschätzung als erfolgreicher Partner in der Zusammenarbeit mit mehr als 100 Einkaufsgenossenschaften und Verbundgruppen etabliert.
Daneben gehört die mvneco GmbH zum ecotel Geschäftskundensegment. Diese fungiert als technischer Dienstleister, Systementwickler und Berater für Telekommunikationslösungen sowie diesbezügliche Managed Services. Die Beteiligung wird im Rahmen der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Segment »ecotel Wholesale«
Das Segment »ecotel Wholesale« beinhaltet den netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten (Wholesale) sowie die Vermarktung von Datenleitungen für nationale und internationale Carrier. Dazu unterhält ecotel Netzzusammenschaltungen mit einer Vielzahl von internationalen Carriern. Über die Wholesale-Plattform wickelt ecotel inzwischen auch den größten Teil der nationalen und internationalen Telefongespräche seiner Geschäftskunden ab und nutzt diese Plattform ebenso für den wachsenden eigenen Teilnehmernetzbetrieb.
Segment »nacamar«
Im Segment »nacamar« bietet die nacamar GmbH auf Grundlage ihres - im ecotel Rechenzentrum gehosteten - eigenen Content-Delivery-Netzwerks (CDN) Streamingdienste für Medienunternehmen an. Speziell entwickelte AddOns für Audio, Video und zukünftig auch für Daten schließen die Lücke zwischen den Rohstoffen und der Anwendung, ganz im Sinne eines »Software as a Service«-Konzeptes. Dabei verfügt nacamar über das komplette Portfolio der dafür notwendigen Werkzeuge zur Produktion und zum Betrieb solcher Komponenten.
Aufgegebener Geschäftsbereich »easybell«
Das Segment »easybell« vermarktet IP-Kommunikationsdienste in Form von SIP-Trunks und Cloud-Telefonanlagen sowie DSL-Komplettanschlüsse. Hierbei hat easybell sich auf einfach zu handhabende, passgenaue Produkte für kleine und mittlere Geschäftskunden fokussiert. Die easybell GmbH mit ihren Tochtergesellschaften wurde mit Wirkung zum 17. November 2022 an die Dstny-Group (Dstny DE SC GmbH) veräußert.
Infrastruktur
ecotel betreibt kein eigenes Zugangsnetz, sondern bezieht die TK-Zuführungsleistungen von diversen Vorlieferanten und kann hierdurch jeweils den Betreiber mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auswählen. Als typische Vorlieferanten sind beispielsweise die Deutsche Telekom, 1&1 Versatel, Vodafone, Verizon, EWE, Plusnet, Mnet und Colt zu nennen. Die Anzahl der Vorlieferanten steigt weiterhin an, da die Nachfrage unserer Geschäftskunden nach breitbandigen Glasfaserleitungen stetig steigt und die verschiedensten Infrastrukturanbieter sowie Kabelnetzbetreiber ihre hochmodernen Netze immer mehr für diese Zielgruppe öffnen. Durch den kundenbezogenen Einkauf der Zuführungsleitung ist ein Großteil der ecotel Kostenbasis variabel. Auf Basis neuester NGN-Technologie ist ecotel durch den Teilnehmernetzbetrieb (TNB) in der Lage, eigenständig Sprachvermittlungsdienstleistungen anzubieten, Rufnummernblöcke zu verwalten und Rufnummern ins eigene Netz zu portieren. Somit beschränkt sich der Zukauf von TK-Zuführungsdienstleistungen zunehmend auf den reinen Access zum Kunden.
ecotel betreibt ein eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum auf dem Campus des größten europäischen Internetknotens in Frankfurt a. M. sowie weitere Rechenzentrumsflächen in Düsseldorf. Die beiden Points-of-Presence (PoP)-Standorte sind über ein eigenes zentrales Voice- und Daten-Backbone vernetzt und mittels Netzzusammenschaltungen mit vielen regionalen und globalen Carriern verbunden.
2. Struktur des Konzerns
Neben der ecotel communication ag (ecotel ag) besteht der Konzern zum 31. Dezember 2022 noch aus der nacamar GmbH sowie der Beteiligung an der mvneco GmbH.

3. Steuerung des Konzerns
Gesetzliches Leitungs- und Vertretungsorgan der ecotel ag ist der Vorstand. Gemäß § 5 der Satzung der ecotel ag besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Es können auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Vorstandsmitglieder bestellt der Aufsichtsrat für die Dauer von höchstens fünf Jahren. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Nach der Satzung der ecotel ag erlässt der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung für den Vorstand. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung wird die ecotel ag durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen gesetzlich vertreten.
Dem Vorstand der ecotel ag gehören die Herren Markus Hendrich (Vorstandsvorsitzender), verantwortlich für die Bereiche Technik, Operations, Produktmanagement, Human Ressources sowie das Ressort Digitalisierung, Peter Zils (stellvertretender Vorstandsvorsitzender), verantwortlich für die Bereiche Strategie, Wholesale, Finance und Investor Relations, und Achim Theis (CCO), der die Bereiche Vertrieb, Marketing und Key Account Management verantwortet, an.
Der Vorstand bildet gemeinsam mit den Prokuristen Holger Hommes (CFO), Wilfried Kallenberg (CTO), Oliver Jansen (CBO) sowie seit dem 1. Januar 2023 auch der Prokuristin Sabrina Bublitz (CPO) das geschäftsführende Board der ecotel.
Das geschäftsführende Board der ecotel hat das Ziel, den Konzern nachhaltig zu führen und somit bei Entscheidungen die mittel- und langfristigen Auswirkungen in den Vordergrund zu stellen. Dabei werden bei unternehmerischen Entscheidungen die Interessen aller Anspruchsgruppen berücksichtigt. Diese sind zum einen die der Aktionäre und Fremdkapitalgeber und zum anderen die der Mitarbeiter, Kunden und Vertriebspartner sowie die der ecotel selbst.
Die Aktionäre erwarten transparente Berichterstattung, verlässliche Prognosen und eine planbare und attraktive Aktionärsvergütung. Die Fremdkapitalgeber erwarten eine solide Bilanzstruktur und die Einhaltung der vereinbarten Covenants sowie die fristgerechte Bedienung der Kapitaldienste (Zins und Tilgung). Bei den Mitarbeitern, Kunden und Vertriebspartnern stehen die Sicherung der Arbeitsplätze, die Attraktivität des Arbeitgebers, die Entwicklung von innovativen und attraktiven Produkten sowie die Weiterentwicklung der Services und Prozesse zur Verbesserung der Kunden- und Partnerzufriedenheit im Vordergrund.
Die ecotel hat sich zum Ziel gesetzt, führender Qualitätsanbieter im Bereich Telekommunikation für Geschäftskunden in Deutschland zu werden und erwartet daher als juristische Person Investitionen in Ausfall- und Datensicherheit. Daneben werden ab dem Jahr 2023 Investitionen und Ressourcenaufbau in die beiden Fokusthemen »cloud« und »fiber« notwendig, da so das oben beschriebene Wachstumspotential genutzt werden soll. Im Ergebnis möchte ecotel dabei den Schwerpunkt der Entwicklung auf leicht zu bedienende, flexible und skalierbare Plattformen setzen, um auf die Kundenbedürfnisse des deutschen Mittelstandes einzugehen und passgenaue Produkte und Lösungen zu platzieren.
ecotel hat sich eine aus dieser nachhaltigen Unternehmensführung abgeleitete nachhaltige Finanzstrategie auferlegt. Diese beinhaltet nicht die Steuerungsgrößen, soll aber den Interessen der oben beschriebenen Anspruchsgruppen gerecht werden.
Nachhaltige Finanzstrategie
► Die zur Verfügung stehenden Mittel werden zur Bedienung aller Anspruchsgruppen verwendet.
► Die finanzielle Stabilität soll nicht gefährdet werden.
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| ecotel | Mitarbeiter / Kunden / Vertriebspartner | Fremdkapitalgeber | Aktionäre |
|---|---|---|---|
| ► Nachhaltiges und profitables Wachstum im B2B-Segment | ► Attraktive und wettbewerbsfähige Produkte | ► Stabile Bilanzkennzahlen | ► Transparentes Kapitalmarktreporting |
| ► Steigerung des Rohertrages | ► Entwicklung moderner und zukunftsfähiger IT-Systeme | ► Nettofinanzverschuldung: < 2,5-faches EBITDA | ► Realistische Prognosen |
| ► Wachstumsabhängige Investitionen in 2023 / 2024: Mind. 8 Mio. EUR | ► Attraktive Vergütung für Vertriebspartner und Mitarbeiter | ► EBITDA/ Umsatz > 5 % | ► Steigerung des EBITDA |
| ► Liquiditätsreserve inkl. Kreditlinie Mind. 5 Mio. EUR | ► Sicherstellung der Arbeitsplätze | ► Eigenkapitalquote > 40 % | ► FCF 1-Ziel: positiv |
| ► Nachhaltige Personalpolitik und Weiterbildungsmaßnahmen | ► Dividendenpolitik: Mind. 50 % vom EPS 2 |
1 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit vor Investitionen in Kundenequipment für künftige Großkundenprojekte
2 Entsprechende Gremienbeschlüsse vorausgesetzt
ecotel steuert die Segmente nach Maßgabe der strategischen Gesamtausrichtung des Konzerns. Es gibt eine Gesamtbudgetplanung, in die die Jahresbudgets der Geschäftsbereiche sowie der übrigen Konzernunternehmen einfließen. Dabei werden auf Ebene des geschäftsführenden Boards der ecotel Gruppe die Steuerungsgrößen Umsatz und Rohertrag im Kernsegment Geschäftskunden und Konzern-EBITDA in den Fokus gerückt. Hierzu werden in diesem Segment in der Planung auf Ebene von Produktarten / -kategorien nach dem Teilkostenverfahren den Erlösen die direkten variablen Kosten zugeordnet und Rohmargen ermittelt. Die produktübergreifenden indirekten Kosten (Gemeinkosten) sowie die Personalkosten werden im Wesentlichen auf Kostenstellen geplant und überwacht.
Die unterjährige Berichterstattung für die Segmente ecotel Geschäftskunden und ecotel Wholesale erfolgt segmentbezogen monatlich auf Umsatz-, Rohertrag- und EBITDA-Ebene mit detaillierter Analyse der Abweichungen gegenüber der Planung und dem Vorjahr sowie einem regelmäßig aktualisierten Ausblick auf das Geschäftsjahresende. Zur detaillierten Steuerung des Kerngeschäftes - des Segments ecotel Geschäftskunden - erfolgt zudem eine Überwachung von geschäftsbereichsbezogenen spezifischen Kennzahlen (z. B. Anzahl der Sprachkanäle, Anzahl der Seats, Minutenvolumen, Anzahl der Leitungen, Preise je Mengeneinheiten (ARPUs), Rohertragsmarge), die in einem Reportingsystem abgebildet werden. Das Segment nacamar und der aufgegebene Geschäftsbereich easybell wurden regelmäßig durch das geschäftsführende Board anhand von festgelegten Reportings überwacht. Auch hier stehen die Kennzahlen Umsatz und EBITDA im Fokus der Analysen.
Die Liquiditäts-, Investitions- und Working-Capital-Überwachung erfolgt bei der ecotel ag zentral. Diese stellt auch die wesentlichen Finanzierungen für die Unternehmensgruppe beispielsweise durch Bereitstellung von Kreditlinien oder die Aufnahme von langfristigen Annuitätendarlehen bereit.
Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren unterstützen das Management bei der Führung und der langfristigen strategischen Ausrichtung der ecotel. Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren dienen jedoch nicht vorrangig zur Steuerung des Konzerns. Vielmehr ermöglichen sie erweitere Erkenntnisse über die Situation im Konzern und lassen darauf aufbauende Entscheidungen zu. Demnach sind in der ecotel keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren vorhanden, die für die Geschäftstätigkeit des Konzerns von wesentlicher Bedeutung sind.
Die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren zur Unternehmenssteuerung sind: Umsätze der Segmente, Rohertrag, Konzern-EBITDA, bereinigtes / operatives EBITDA auch der einzelnen Segmente sowie der Konzernüberschuss. Der Aussichtsrat überwacht die Einhaltung der wesentlichen Steuerungskennzahlen und lässt sich quartalsweise vom Vorstand hierüber berichten.
4. Forschung und Entwicklung
ecotel selbst betreibt keine Grundlagenforschung, sondern fokussiert sich auf die Integration und Kompatibilität von bestehenden Leitungsarten, Tarifkombinationen und Gerätekonfigurationen. Dabei steht immer der möglichst hohe Kosten- / Nutzen-Effekt für die Kunden im Vordergrund (»best of breed«-Ansatz). Daher beschränkten sich die Entwicklungsaufwendungen in den letzten Jahren im Wesentlichen auf die technische Entwicklung hin zum eigenen Teilnehmernetzbetrieb sowie Entwicklungsleistungen für ein Partnerportal für Vertriebspartner sowie Systementwicklungen und -verbesserungen für die Auftragsverarbeitung der neuen Produktpalette. Im Jahr 2022 betrugen die aktivierten Entwicklungsaufwendungen 0,5 Mio. EUR (Vorjahr inklusive easybell Segment: 1,2 Mio. EUR). Der Entwicklungsschwerpunkt wird mit erfolgreichem Abschluss des Aufbaus einer eigenen Teilnehmernetzbetreiberplattform nun in Richtung der Produkt- und Lösungsentwicklung verschoben, wobei sich zwei Schwerpunkte ausprägen: die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Automatisierung der Produktlandschaft zum Zwecke der Effizienzsteigerung, wobei Investitionsschwerpunkte die IT-Systeme betreffen, sowie der Auf- und Ausbau eines modularen Produkt- und Lösungsportfolios, mit dem die individuellen Bedürfnisse mittelständischer Geschäftskunden schnell, flexibel und passgenau bedient werden können.
1.2 Wirtschaftsbericht
1. Markt- und Wettbewerbsumfeld
Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2022 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,9 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 2,0 %. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Konfliktes in der Ukraine wie den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende, Coronapandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-pandemie, war das BIP 2022 um 0,7 % höher. (Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 20 vom 13. Januar 2023).
Für ecotel bzw. den Telekommunikationsmarkt in Deutschland lassen sich die folgenden Aussagen treffen:
Volumen des Telekommunikationsmarkts steigt an
Der Gesamtumsatz der Telekommunikationsanbieter hat im Jahr 2022 um etwa 0,8 Mrd. EUR zugelegt. Betrug der Gesamtumsatz mit TK-Diensten im Vorjahr 59,5 Mrd. EUR, gehen wir für das Jahr 2022 von 60,3 Mrd. EUR aus. Im Festnetzmarkt, bestehend aus Anschlüssen, Sprach- und Datendiensten inkl. TV-Bandbreitkabel, werden die Unternehmen 33,6 Mrd. EUR umsetzen. Davon entfallen 15,8 Mrd. EUR auf die Deutsche Telekom (2021: 15,7 Mrd. EUR) und 17,8 Mrd. EUR auf die Wettbewerber (2021: 17,5 Mrd. EUR). (Quelle: 24. TK-Marktanalyse Deutschland 2022). Gesamtmarkt für
Telekommunikation in Deutschland in Mrd. EUR und in %

Teilmärkte für Telekommunikationsdienste in Mrd. EUR und in %

Das Wachstum der Festnetz-Breitbandanschlüsse setzt sich unvermindert fort. Die Anzahl der stationären Breitbandanschlüsse wuchs in 2022 um rund 0,7 Mio. auf 37,7 Mio. an. Dabei entfielen etwa 25,1 Mio. Anschlüsse auf DSL-Anschlüsse (2021: 25,4 Mio.). Die Anzahl der aktiven Glasfaseranschlüsse stieg in 2022 auf 3,4 Mio. (2021: 2,6 Mio.). Auf die Telekom Deutschland entfallen rund 35 % dieser Glasfaseranschlüsse.
Anzahl aktive Glasfaseranschlüsse in Mio. Stück

Trends im B2B-Markt
Das Geschäftskundensegment (B2B) in Deutschland ist durch eine weiterhin hohe Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Der Umsatz im Geschäftskundenmarkt ist mit rund 21,6 Mrd. EUR in 2022 (Vorjahr: 21,8 Mrd. EUR) leicht rückläufig und hat einen Anteil am Gesamtmarkt von 35,8 %. Die Umsatzverteilung Deutsche Telekom / Wettbewerber hat sich in 2022 nicht wesentlich geändert. Es ist davon auszugehen, dass die Deutsche Telekom in 2022 12,5 Mrd. EUR und die Wettbewerber etwa 9,1 Mrd. EUR Umsatz im Geschäftskundenmarkt erzielt haben.
Markt für Telekommunikationsdienste in Mrd. EUR und in %

Der Technologiewandel und die Herausforderungen der Coronapandemie treiben die Nachfrage nach höheren Bandbreiten weiter an. Das über das Festnetz abgewickelte durchschnittliche Datenvolumen erhöhte sich in 2022 um 18,7 % auf monatlich 274,4 Gigabyte pro Breitbandanschluss.
Volumenentwicklung in Mrd. GB und in %

Wichtiger Treiber im Geschäftskundenbereich ist der kontinuierliche Ausbau an breitbandigen Internetzugängen sowohl über Festnetz (Glasfaser, Vectoring) als auch über Mobilfunk (5G). Auch die Verlagerung der Telefonanlagen ins Netz (Cloud-Telefonie und UCC-Lösungen) sowie das stärkere Zusammenwachsen von Telekommunikation und IT weisen den Weg in die Zukunft.
Ein ungebrochener IT-Trend ist »Cloud Computing« mit seinen Ausprägungen »Infrastructure as a Service« (IaaS), »Platform as a Service« (PaaS) und »Software as a Service« (SaaS). Im Wesentlichen geht es dabei um die Verlagerung von lokalen Rechnerleistungen (Hardware) und Applikationsprogrammen (Software) sowie der Datenhaltung (Content) in zentrale und hochperformant abgesicherte Rechenzentren eines ITK-Dienstleisters, auf die der Nutzer über breitbandige und gesicherte Anbindungen zugreift. Wesentliche Aspekte in diesem Zusammenhang sind zudem der Datenschutz sowie die Sicherheit der zentral gelagerten Daten.
Unternehmen setzen immer mehr auf »Cloud-Telefonie« anstatt auf lokale Telefonanlagen. Dabei sind die Standortunabhängigkeit, die Flexibilität im Betrieb und die Kostenersparnis auf Seiten der Unternehmen wesentliche Argumente für die Nutzung. Wesentliche Voraussetzungen für die Nutzung von »Cloud-Telefonie« ist eine schnelle und belastbare Internetverbindung. Der zunehmende Ausbau von Glasfaserleitungen in Deutschland erhöht somit die technische Verfügbarkeit für die Realisierung von »Cloud-Telefonie«. Die Marktdurchdringung ist verschiedenen Studien zur Folge gerade in Deutschland noch geringer als 10 %. Hier wird in den nächsten Jahren mehr als eine Verdopplung erwartet.
Weitere wichtige ITK-Trends sind:
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| ― | SD-WAN, SDN, NFV, |
| ― | Industrie 4.0, |
| ― | KI (künstliche Intelligenz), |
| ― | Big Data Analytics, |
| ― | Machine to Machine (M2M) / Internet of Things (IoT) / Computing Everywhere, |
| ― | Unified Communication und Collaboration (UCC), |
| ― | Smart Devices, 3D-Druck, eHealth / Telemedizin, |
| ― | Mobile Payment / kontaktloses Bezahlen, |
| ― | Smart Energy / intelligente Stromnetze, |
| ― | Deregulierung. |
Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen im B2B-Segment tätige Unternehmen möglichst viele für Geschäftskunden relevante Produkte aus einer Hand und bundesweit anbieten können. Gerade Telekommunikationsdienste für Geschäftskunden haben als Produktionsfaktor eine sehr hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Ein entsprechender Regulierungsrahmen muss daher sicherstellen, dass Wettbewerber bundesweit auf alle notwendigen bzw. physikalisch verfügbaren Vorleistungen zurückgreifen können.
ecotel unterliegt als Telekommunikationsunternehmen der Aufsicht der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA).
Im Bereich Telekommunikation und Post sorgt die Bundesnetzagentur für
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| ― | die Sicherstellung eines chancengleichen und funktionsfähigen Wettbewerbs, auch in der Fläche, |
| ― | die Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung mit Telekommunikations und Postdienstleistungen (Universaldienstleistungen) zu wettbewerbsfähigen Preisen, |
| ― | die Förderung von Telekommunikationsdiensten bei öffentlichen Einrichtungen, |
| ― | die Sicherstellung einer effizienten und störungsfreien Nutzung von Frequenzen, auch unter Berücksichtigung der Belange des Rundfunks und |
| ― | die Wahrung der Interessen der öffentlichen Sicherheit. |
Neben der Regulierung hat die Bundesnetzagentur im Telekommunikations- und Postmarkt noch weitere vielfältige Aufgaben; sie
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| ― | vergibt Lizenzen im Postbereich, |
| ― | trägt zu Lösungen von Fragen im Rahmen der Standardisierung bei, |
| ― | verwaltet Frequenzen und Rufnummern, |
| ― | klärt Funkstörungen auf, |
| ― | bekämpft den Missbrauch von Rufnummern, |
| ― | beobachtet den Markt und |
| ― | berät die Bürger über neue Regelungen und deren Auswirkungen. |
ecotel versucht, durch Marktkenntnis und -beobachtung wesentliche Trends frühzeitig zu entdecken und daraus Risiken und Potentiale abzuleiten. Im Jahr 2022 hat ecotel sich mit folgenden aktuellen Themengebieten auseinandergesetzt bzw. sich aktiv in den Arbeitskreisen und im Präsidium des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.) beteiligt:
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| ― | Verbesserung der politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau und den Geschäftskundenmarkt in Deutschland, |
| ― | Sicherstellung einer flächendeckenden gleichartigen Grundversorgung in städtischen und ländlichen Räumen mit Telekommunikationsdiensten (Universaldienstleistungen) inklusive breitbandiger Anschlüsse zu erschwinglichen Preisen, |
| ― | Abstimmung der europäischen Telekommunikationspolitik (EU Single Market) mit den speziellen Anforderungen des deutschen Telekommunikationsmarktes, |
| ― | Netzneutralität (d. h. gleichberechtigte und unveränderte Übertragung von Datenpaketen durch Carrier, unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben), |
| ― | Modernisierung der bestehenden Datenschutzregeln sowie des Verbraucherschutzes, |
| ― | Begleitung von Initiativen im regulatorischen und politischen Raum und Einflussnahme auf dieselben, mit dem Zweck, adäquate Vorleistungsprodukte langfristig beziehen zu können und die nationalen Besonderheiten im Hinblick auf EU-Entscheidungen hervorzuheben, damit diese Berücksichtigung finden, |
| ― | Handelsplattform für Anbieter und Nachfrager von Breitbandanschlüssen. |
2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Ertragslage des Konzerns
Die Ertragslage des Konzerns wurde im Geschäftsjahr durch mehrere Sondereffekte maßgeblich beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2022 wurden einmalig und nach Einschätzung des Vorstands nicht jährlich wiederkehrende oder nicht durch den Vorstand beeinflussbare Entwicklungen aus dem EBITDA korrigiert. Das so korrigierte bereinigte EBITDA ermöglicht aus Sicht des Vorstands eine transparente Analyse des Geschäftsverlaufs im Hinblick auf Veränderungen gegenüber der Planung und dem Vorjahr.
Der Verkauf des operativen Segments easybell zum 17. November 2022 (closing) hat zu einem Entkonsolidierungsergebnis unter Berücksichtigung der damit einhergegenden Transaktionskosten in Höhe von 53,4 Mio. EUR vor Steuern bzw. 52,6 Mio. EUR nach Steuern geführt. Dieser Effekt und das Ergebnis des Segments easybell für den Zeitraum 1. Januar 2022 bis zum 17. November 2022 in Höhe von 5,3 Mio. EUR werden im Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen.
Daneben hatte die Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen in Höhe von 15,7 Mio. EUR, von denen 14,9 Mio. EUR vor Steuern (11 Mio. EUR nach Steuern) nicht in der ursprünglichen Planung für 2022 enthalten waren, einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage. Diese sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Dieser Effekt ist dem operativen Segment Geschäftskunden zuzuordnen.
Neben diesen beiden Sondereffekten wurde die Ertragslage des Konzerns im Geschäftsjahr 2022 durch folgenden aus Sicht des Vorstands einmaligen Effekt belastet: Bei der ursprünglichen Prognose für das Geschäftsjahr 2022 wurde bereits antizipiert, dass die Energiekosten - insbesondere die Stromkosten für den Betrieb der Rechenzentren -deutlich ansteigen werden. Insgesamt wurden für das Geschäftsjahr 2022 daher 1,4 Mio. EUR für Strom eingeplant, was einer mehr als 40 %igen Steigerung gegenüber den angefallenen Aufwendungen in 2021 entsprach. Der tatsächlich angefallene Aufwand für Strom lag im Geschäftsjahr 2022, vor allem in den Monaten Mai bis September, infolge der zunächst reduzierten und später temporär vollständig eingestellten Gaslieferungen, preisbedingt höher als diese ursprüngliche Planung. Aufgrund der inzwischen durch die Bundesregierung eingeleiteten Maßnahmen zum alternativen Bezug von Gas haben sich die Einkaufspreise auf einem weiterhin hohen, aber stabilen und wieder planbareren Niveau eingependelt. Aufgrund des Betriebs von Rechenzentren und der Versorgungsverpflichtung des Konzerns gegenüber Kunden, die als kritische Infrastrukturen deklariert sind, war der Bezug auch zu diesen historisch hohen Preisen unausweichlich. Aufgrund der Einzigartigkeit dieser Ereignisse geht der Vorstand davon aus, dass dieser Effekt in Höhe von ca. 0,3 Mio. EUR keinen wiederkehrenden Charakter hat und daher zu Analysezwecken aus dem EBITDA korrigiert wurde. Dieser Effekt ist dem operativen Segment Geschäftskunden zuzuordnen.
In der folgenden Tabelle werden die EBITDA (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor planmäßigen und außerplanmäßigen Wertminderungen) der einzelnen Segmente und des Konzerns zum bereinigten EBITDA für das Geschäftsjahr 2022 übergeleitet:
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| (in Mio. €) | ecotel Geschäftskunden | ecotel Wholesale | nacamar | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen gemäß der Segmentberichterstattung | 22,8 | 0,6 | 0,3 | 23,7 |
| abzgl. unplanmäßiger Ertrag aus der Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen | - 14,9 | - | - | - 14,9 |
| zzgl. unerwartete Mehraufwendungen für Energie (Strom) | 0,3 | - | - | 0,3 |
| bereinigtes EBITDA | 8,3 | 0,6 | 0,3 | 9,1 |
In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.
Der Konzern hat im Jahr 2022 Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 93,3 Mio. EUR erzielt (Vj: 70,9 Mio. EUR), was einer Steigerung von 32 % entspricht. Diese Steigerung resultiert im Wesentlichen aus den Umsätzen im margenschwachen Segment ecotel Wholesale. Daher wuchs der Rohertrag (Umsatzerlöse abzgl. Materialaufwand) lediglich um 0,2 Mio. EUR oder 0,5 % auf 31,2 Mio. EUR.
Das um die oben beschriebenen Sondereffekte bereinigte EBITDA des Konzerns beträgt 9,1 Mio. EUR (Vj: 9,6 Mio. EUR). Der im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Personalaufwand in Höhe von 14,3 Mio. EUR (Vj: 13,9 Mio. EUR) sowie gestiegene sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 9,7 Mio. EUR (Vj: 8,6 Mio. EUR) haben zu diesem Rückgang des bereinigten EBITDAs geführt, der durch planmäßige Erträge aus der Übertragung von Nutzungsrechten nicht kompensiert werden konnte. Diese Erträge dienten der Finanzierung von Vertriebsmaßnahmen für das angestrebte Wachstum des Segments ecotel Geschäftskunden, welches allerdings im Jahr 2022 nicht in der Form erreicht werden konnte.
Die Abschreibungen des Konzerns haben sich im Geschäftsjahr leicht um 0,6 Mio. EUR auf 5,7 Mio. EUR verringert, so dass sich das um die oben erläuterten Sondereffekte bereinigte EBIT des Konzerns mit 3,4 Mio. EUR das Niveau des Vorjahres erneut erreichte.
Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses (6 TEUR; Vorjahr: - 68 TEUR) und der Steuern vom Einkommen und Ertrag (5,8 Mio. EUR; Vorjahr: 1,1 Mio. EUR) sowie dem Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 58,0 Mio. EUR (Vorjahr: 5,0 Mio. EUR) und nach Abzug von Minderheiten, ergibt sich ein Konzernüberschuss von 67,5 Mio. EUR (Vorjahr: 4,8 Mio. EUR); bzw. ein um die Sondereffekte bereinigter Konzernüberschuss von 4,9 Mio. EUR (67,5 Mio. EUR abzgl. der oben beschrieben Sondereffekte nach Steuern von 62,7 Mio. EUR) und damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Ertragslage der operativen Segmente
In den folgenden Grafiken sind die Umsatz- und Rohertragsentwicklungen der letzten drei Geschäftsjahre sowie die Verteilung auf die Segmente dargestellt.
Umsatzentwicklung und -Verteilung auf Segmente 2020 bis 2022 (Mio. EUR und in %)

Rohertragsentwicklung und -Verteilung auf Segmente 2020 bis 2022 (Mio. EUR und in %)

ecotel Geschäftskunden
Der Umsatz des Segments ecotel Geschäftskunden lag im Geschäftsjahr 2022 mit 45,6 Mio. EUR um 0,7 Mio. EUR unter dem des Vorjahres und damit unter dem ursprünglich prognostizierten Korridor von 47 bis 50 Mio. EuR.
Das Segment konnte die ursprünglich geplanten (Groß-)Kundenverträge nicht zu Beginn des Jahres 2022 gewinnen, sondern erst gegen Ende. Der Ukrainekonflikt und die damit einhergehende gesamwirtschaftliche Unsicherheit haben nach Einschätzung des Vorstands gerade beim Abschluss von Großprojekten zu einer deutlichen Zurückhaltung bei den Entscheidern geführt. Zum Ende des Jahres 2022 konnte das Segment jedoch signifikante (Groß-)Kundengewinne verzeichnen, die sich im Umsatz 2023 auswirken werden.
Innerhalb der einzelnen Produktgruppen stieg der Umsatz mit Cloud- und Sprachprodukten um 0,2 Mio. EUR und der Umsatz im Datengeschäft um 0,5 Mio. EUR und während der sonstige Umsatz (Dienste und alte ISDN-basierte Produkte) um 1,3 Mio. EUR sank.
Der Rohertrag im Segment Geschäftskunden stieg währenddessen um 0,6 Mio. EUR auf 29,1 Mio. EUR an. Die skalierbare Produktplattform und der weitere Zuwachs der Umsätze in den margenstarken Cloud- und Sprachprodukten hat zu diesem Anstieg des Rohertrags im Segment Geschäftskunden geführt.
Im Rohertrag für das Geschäftsjahr 2022 wirkten sich allerdings der insgesamt deutliche angestiegene Aufwand für Energie (i. W. Strom) in Höhe von 1,7 Mio. EUR aus, der nur zu einem sehr geringen Teil (rund 0,1 Mio. EUR) an Kunden weiterberechnet werden konnte und von denen 0,3 Mio. EUR als außerplanmäßige Erhöhung deklariert wurden (siehe oben).
Ein Anstieg des Personalaufwands - im Wesentlichen durch Gehaltsteigerungen - in diesem Segment um 0,8 Mio. EUR sowie höhere sonstige betriebliche Aufwendungen - im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen für externe Beratungsleistungen - haben zu einem gegenüber 2022 um 0,2 Mio. EUR geringeren bereinigten EBITDA des Segments ecotel Geschäftskunden in Höhe von 8,3 Mio. EUR geführt. Damit hat das Segment die ursprüngliche Prognose von 8,5 Mio. EUR bis 10,5 Mio. EUR leicht verfehlt.
ecotel Wholesale
Nach einem Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2021 konnte das Segment ecotel Whole-sale mit 46,5 Mio. EUR (Vorjahr: 22,4 Mio. EUR) im Umsatz wieder deutlich zulegen. Sowohl im netzübergreifenden Handel mit Telefonieminuten (Wholesale) als auch bei der Vermarktung von Datenleitungen für nationale und internationale Carrier (Daten) konnte das Segment den Umsatz steigern. In den Vorjahren wurde das Geschäftsvolumen in diesem Segment bewusst gesteuert, damit der Konzern insgesamt die 100-Mio.-EUR-Umsatzschwelle im Telekommunikationsgesetz nicht überschreitet, um sich vor eventuellen negativen retrograden Regulierungsentscheidungen zu schützen. Diese Maßnahme ist nach Auffassung des Vorstands nicht mehr notwendig. Daher wurden die Geschäftsvolumina in diesem Segment mit den bestehenden Kundenverhältnissen wieder erhöht.
Neben dem Umsatz konnte das Segment auch den Rohertrag auf 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR) steigern. Das Geschäft mit dem netzübergreifenden Handel zeichnet sich durch kleine Margen aus, daher ist der Rohertrag nicht proportional zum Umsatz angestiegen. Die operativen Aufwendungen in diesem Segment konnten auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden, da das höhere Geschäftsvolmumen in den existierenden Systemen nicht zu höheren Aufwendungen führt, so dass auch das EBITDA um 0,1 Mio. EUR auf 0,6 Mio. EUR angestiegen ist.
nacamar
Der Umsatz im Segment nacamar hat sich erwartungsgemäß auf 1,2 Mio. EUR fast halbiert (Vorjahr: 2,2 Mio. EUR). Zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres hat nacamar einen wesentlichen Kunden verloren. Dieser Umsatzwegfall konnte erwartungsgemäß nicht aufgefangen werden. Allerdings haben Restrukturierungsmaßnahmen dazu geführt, dass der Rohertrag lediglich um 0,6 Mio. EUR auf 0,9 Mio. EUR und das EBITDA lediglich um 0,2 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR gefallen ist (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR).
easybell (aufgegebener Geschäftsbereich)
Das operative Segment easybell wurde zum 17. November 2022 (closing) vollständig veräußert. Aus diesem Grund wird lediglich das Ergebnis dieses Segments als Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen und werden die Vorjahre entsprechend angepasst. Im Zeitraum 1. Januar 2022 bis zum 17. November 2022 hat dieser aufgegebene Geschäftsbereich ohne Entkonsolidierungsergebnis mit 5,3 Mio. EUR zum Überschuss des Konzerns beigetragen. Im vollständigen Jahr 2021 waren es 5,0 Mio. EUR.
Darüber hinaus erzielte der Konzern aus der Veräußerung des Segments easybell einen Entkonsolidierungserfolg unter Berücksichtigung aller Transaktionskosten in Höhe von 53,4 Mio. EUR.
Für nähere Informationen zum Verkauf der easybell wird auf die Angaben im Konzernanhang verwiesen.
Abgleich der Prognosen mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf
ecotel hat die ursprüngliche EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2022 im Laufe des Geschäftsjahres mehrmals anheben müssen. Zum einen nach der Unterzeichnung eines Vertrages zur Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen im Juni 2022 und zum anderen nach der Unterzeichnung des Verkaufsvertrages der easybell Gruppe im Oktober 2022.
Mit Ausnahme einer notwendigen Absenkung des prognostizierten Umsatzes für das Segment ecotel Geschäftskunden von ursprünglich 47 bis 50 Mio. EUR auf 45 bis 47 Mio. EUR und einer Anhebung des prognostizierten Umsatzes im Segment ecotel Wholesale von ursprünglich 20 bis 25 Mio. EUR auf 43 bis 48 Mio. EUR, blieb die ursprünglich für die Segmente ecotel Geschäftskunden, ecotel Wholesale und nacamar kommunizierten Prognosen, vor allem im Hinblick auf das zugrundeliegende bereinigte Konzern-EBITDA, unverändert.
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| Zielkorridor | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Prognostizierte Kennzahl |
2022 (Mio. EUR) |
ursprüngliche Prognose (Mio. EUR) |
aktuelle Prognose aus Oktober 2022 (Mio. EUR) |
Abgleich mit ursprünglicher Prognose | Abgleich mit aktueller Prognose |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmentumsätze | |||||
| ecotel Geschäftskunden | 45,6 | 47-50 | 45 - 47 | verfehlt | erreicht |
| ecotel Wholesale | 46,5 | 20-25 | 43 - 48 | übertroffen | erreicht |
| easybell | - | 27-30 | - | - | - |
| nacamar | 1,2 | 0,5 - 1,5 | rund 1 | erreicht | erreicht |
| Rohertrag | 31,2 | Steigerung | Steigerung | erreicht | erreicht |
| EBITDA 1 | 32,4 | 20-22 | - | übertroffen | - |
| EBITDA 2 inkl. Entkonsolidierungserfolg | 77,1 | - | 68 - 75 | - | übertroffen |
| bereinigtes EBITDA 3 | 9,1 | - | 8,5 - 10,5 | - | erreicht |
| ecotel Geschäftskunden | 8,3 | 8,5 - 10,5 | - | leicht verfehlt | leicht verfehlt |
| ecotel Wholesale | 0,6 | > 0,5 | - | erreicht | erreicht |
| easybell | - | 9,5 - 11,5 | - | - | - |
| nacamar | 0,3 | positiv | positiv | erreicht | erreicht |
| Konzernergebnis | 67,5 | Steigerung | Steigerung | erreicht | erreicht |
1 Betriebliches Ergebnis vor planmäßigen und unplanmäßigen Wertminderungen und inklusive dem EBITDA des Segments easybell in Höhe von 8,7 Mio. EUR (bis 17. November 2022) (ursprüngliche Planbasis)
2 Betriebliches Ergebnis vor planmäßigen und unplanmäßigen Wertminderungen inklusive dem Entkonsolidierungsergebenis aus dem Verkauf des Segments easybell (53,4 Mio. EUR)
3 Betriebliches Ergebnis vor planmäßigen und unplanmäßigen Wertminderungen bereinigt um Sondereffekte
Der prognostizierte Umsatz im Segment ecotel Geschäftskunden wurde im Geschäftsjahr um rund 2 Mio. EUR abgesenkt. Das Segment konnte die ursprünglich geplanten (Groß-) Kundenverträge nicht zu Beginn des Jahres 2022 gewinnen, sondern erst gegen Ende. Der Ukrainekonflikt und die damit einhergehende gesamtwirtschaftliche Unsicherheit haben gerade beim Abschluss von Großprojekten zu einer deutlichen Zurückhaltung bei den Entscheidern geführt. Zum Ende des Jahres 2022 ließ diese Zurückhaltung wieder nach, so dass einige Großprojekte noch im Jahr 2022 vertraglich abgeschlossen werden konnten, die sich in 2023 im Umsatz positiv auswirken werden.
Der prognostizierte Umsatz im Segment ecotel Wholesale wurde deutlich übertroffen. Im Laufe des Geschäftsjahr 2022 hat der Vorstand entschieden die 100 Mio. EUR Umsatzschwelle im Telekommunikationsgesetz nicht weiter zu unterschreiten.
Finanzlage
Die Finanzlage des Konzerns war maßgeblich durch die genannten Sondereffekte in Höhe von insgesamt 65,1 Mio. EUR geprägt. Insgesamt hat der Konzern einen Free Cashflow in Höhe von 72,5 Mio. EUR (Vorjahr: 10,5 Mio. EUR) erzielen können. Dieser hohe Free Cashflow wurde zur Bedienung aller Anspruchsgruppen, wie in der nachhaltigen Finanzstrategie erläutert, verwendet um Bankdarlehen vollständig zurückzuführen, Dividenden an Aktionäre und Ausschüttungen an Minderheitsgesellschafter zu finanzieren.
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 28,5 Mio. EUR (Vorjahr: 15,4 Mio. EUR). Darin enthalten ist der Zufluss aus der Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen in Höhe von 15,7 Mio. EUR. Ohne diesen Effekte hätte der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 12,8 Mio. EUR betragen. Davon resultierten 6,8 Mio. EUR aus dem nicht fortgeführten Segment easybell und aus den fortgeführten Geschäftsbereichen rund 6 Mio. EUR (Vorjahr: rund 7 Mio. EUR). Hier trugen das bereinigte EBITDA von 9,1 Mio. EUR sowie die Steuerzahlungen der fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von 1,2 Mio. EUR wesentlich zu dieser Entwicklung bei.
Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit beträgt 44,0 Mio. EUR (Vorjahr: Abfluss in Höhe von 4,9 Mio. EUR). In diesem Betrag ist der Kaufpreis für die easybell Anteile (58,3 Mio. EUR), abzüglich der Transaktionskosten (4,7 Mio. EUR) und dem abgegangenen Finanzmittelfonds (4,1 Mio. EUR) in Höhe von 49,5 Mio. EUR enthalten. Daneben wurden im Geschäftsjahr 5,5 Mio. EUR in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR). Hervorzuheben sind hier Investitionen des Segments ecotel Geschäftskunden in Höhe von 1,5 Mio. EUR in die Weiterentwicklung des Business-Support-Systems, welches in einer Basisversion seit 2021 im Einsatz ist.
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit stieg um 12,6 Mio. EUR auf 18,2 Mio. EUR. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2022 sämtliche Darlehen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 3,1 Mio. EUR getilgt. Daneben wurden Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Mio. EUR zurückgeführt und Ausschüttungen in Höhe von 13,6 Mio. EUR getätigt; davon in Form der Dividende und Sonderdividende in Höhe von insgesamt 2,25 EUR je Aktie oder 7,9 Mio. EUR und davon an Minderheitsgesellschafter in Höhe von 5,7 Mio. EUR.
Wie in den Vorjahren war ecotel in der Lage, allen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt und termingerecht nachzukommen. Die wichtigen Ziele des Finanzmanagements wie die Einhaltung der mit Banken vereinbarten Financial Covenants, die Minimierung von Kredit- und Zinsrisiken sowie die Einhaltung der kommunzierten Dividendenpolitik konnten auch im Geschäftsjahr 2022 erreicht werden.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme des Konzerns stieg zum 31. Dezember 2022 deutlich um 47,3 Mio. EUR auf 108,4 Mio. EUR (Vorjahr: 61,1 Mio. EUR) an. Zu diesem Anstieg trugen die bereits beschriebenen Sondereffekte maßgeblich bei. Im Ergebnis stiegen die finanziellen Mittel um 54,3 Mio. EUR auf 66,9 Mio. EUR (Vorjahr: 12,6 Mio. EUR) und das Eigenkapital um 53,2 Mio. EUR auf 82,2 Mio. EUR (Vorjahr: 29,1 Mio. EUR).
Aktiva und Passiva in Mio. EUR

Der Verkauf des easybell Segments hat zur Folge, dass in allen Bilanzposten der vormalig vollkonsolidierte Anteil des easybell Segments abgegangen ist. Anders als die KonzernGesamtergebnisrechnung wurde die Konzern-Bilanz des Vorjahres nicht angepasst.
Auf der Aktivseite sanken die langfristigen Vermögenswerte um 5,7 Mio. EUR auf 29,3 Mio. EUR. Neben dem Effekt aus der Konsolidierungskreisänderung in Höhe von 4,4 Mio. EUR überstiegen die Abschreibungen von 5,7 Mio. EUR die zuvor beschriebenen Investitionen. Daneben wurden zum 31. Dezember 2022 aufgrund des diesjährigen zu versteuernden Einkommens und des damit verbundenen vollständigen Verbrauchs von steuerlichen Verlustvorträgen keine aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge mehr aktiviert.
Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen zum Bilanzstichtag um 53,0 Mio. EUR auf 79,1 Mio. EUR. Davon entfallen 54,3 Mio. EUR auf den Anstieg der finanziellen Mittel. Daneben sanken die kurzfristigen Vermögenswerte im Wesentlichen aus Konsolidierungskreisveränderungen um 1,3 Mio. EUR.
Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital um 53,2 Mio. EUR auf 82,2 Mio. EUR. Neben Effekten aus Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von 3,5 Mio. EUR und dem Ergebnis von 70,2 Mio. EUR waren Ausschüttungen in Höhe von insgesamt 13,6 Mio. EUR für die Eigenkapitalveränderungen verantwortlich.
Die langfristigen Verbindlichkeiten konnten um 2,6 Mio. EUR auf 6,7 Mio. EUR reduziert werden. Neben einem Konsolidierungskreiseffekt von 0,6 Mio. EUR hat der Konzern langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 0,7 Mio. EUR und Leasingverbindlichkeiten um 0,8 Mio. EUR zurückgeführt.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sanken um 3,3 Mio. EUR auf 19,5 Mio. EUR. Der Effekt aus Konsolidierungskreisveränderung trug hier mit 4,1 Mio. EUR wesentlich zu dieser Entwicklung bei.
Satzung / Kapitalstruktur
Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit die Satzung nicht im Einzelfall etwas anderes anordnet oder zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.
Das Grundkapital der ecotel ag beträgt 3.510.000 EUR. Das Kapital ist in 3.510.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien aufgeteilt. Die Aktien sind als nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR ausgegeben. Das Grundkapital ist in Höhe von 3.510.000,00 EUR vollständig eingezahlt. Jede nennbetragslose Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht. Es bestehen in Bezug auf die Aktien keine unterschiedlichen Stimmrechte.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, wie sie sich beispielsweise aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand der ecotel ag nicht bekannt. Zur Entwicklung des Eigenkapitals wird auf die Darstellung der Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Konzernabschluss verwiesen.
Genehmigtes Kapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand der ecotel ag ermächtigt, das Grundkapital der ecotel ag mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2026 einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 1.775.000,00 EUR (bisher: 1.755.000,00 EUR) gegen Bar- und / oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Im Geschäftsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Bedingtes Kapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 wurde eine bedingte Erhöhung des Grundkapital um bis zu 1.404.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.404.000 EUR auf den Inhaber lautende Stückaktien beschlossen (Neufassung des Bedingten Kapitals 2017). Des Weiteren wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 über die Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen (Aktienoptionsplan 2020) und die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2020 entschieden (Bedingtes Kapital 2020).
Die nachfolgende Grafik zeigt die Namen der Aktionäre, deren Beteiligung am Grundkapital der ecotel ag Ende 2022 mehr als 3 % betrug. Basis sind die der ecotel ag bekannt gemachten Anteilsbesitze. Es bestehen in Bezug auf die Aktien keine unterschiedlichen Stimmrechte.
Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2022

Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegt nicht vor.
3. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns
Die wirtschaftliche Lage des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2022 insgesamt noch einmal deutlich verbessert. Alle Segmente sind nachhaltig profitabel. Die beschriebenen Sondereffekte des Jahres 2022 und die damit verbundenen Zuflüsse von Finanzmitteln haben ermöglicht, dass sowohl die ecotel communication ag als auch der Konzern frei von Finanzschulden sind. Zum Jahresende standen Finanzmittel in Höhe von 66,9 Mio. EUR zur Verfügung.
Wesentliche Bilanzkennzahlen, wie zum Beispiel die Eigenkapitalquote (75,9 %; Vorjahr: 47,6 %) sowie das Nettofinanzvermögen (66,9 Mio. EUR; Vorjahr: 9,6 Mio. EUR), haben sich im Geschäftsjahr positiv entwickelt. Auch die Finanzlage (Free Cashflow) hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die Ertragslage ist weitgehend durch wiederkehrende Umsätze gekennzeichnet. Zur geplanten Wachstumsstrategie und der Fokussierung auf Cloud- und Fiber-Produkte sowie zur gesamten Chancen- und Risikosituation wird auf die Ausführungen im Prognose-, Risiko- und Chancenbericht verwiesen.
1.3 Nachtragsbericht
Es wird auf die Angaben im Konzernanhang verwiesen.
1.4 Prognose-, Chancen- und Risikobericht
1. Kontroll- und Risikomanagementsystem
Zur frühzeitigen Identifizierung und Bewertung von unternehmerischen und bestandsgefährdenden Risiken sowie zum richtigen Umgang hiermit setzt ecotel ein entsprechendes Risikomanagementsystem ein. Die konzernweite Verantwortung der Früherkennung und Gegensteuerung von Risiken liegt beim Vorstand. Für die kontinuierliche Identifizierung und Bewertung von Risiken im Konzern unterstützen ihn die Prokuristen sowie die Geschäftsführer der Tochterunternehmen. Mithilfe eines quartalsweise erscheinenden Risikoreports verfolgen der Vorstand und der Aufsichtsrat das gesamte Jahr hindurch die identifizierten Risiken in Bezug auf die geplante Entwicklung. Der Fokus liegt dabei auf der Identifikation des Handlungsbedarfs und dem Status der eingeleiteten Maßnahmen zur systematischen Steuerung der identifizierten Risiken. In Form einer Risikomatrix sind dabei jeweils alle wesentlichen Risiken aufgeführt, die das Ergebnis und den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Alle Risikopotentiale werden dabei nach Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Schadenshöhen bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten werden dabei in niedrig, mittel, hoch und sehr hoch klassifiziert. Die mögliche Schadenshöhe (als Nettobarwert) wird wiederum ebenfalls in vier Schadensklassen gemäß nachfolgender Tabelle unterteilt.
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| Vermögensschadensklasse (VSK) | Mögliche Schadenshöhe |
|---|---|
| Sehr hoch | > 1.000.000 EUR |
| Hoch | 300.000 - 1.000.000 EUR |
| Mittel | 100.000 - 300.000 EUR |
| Niedrig | < 100.000 EUR |
Die den identifizierten Risikopositionen zugeordneten Wahrscheinlichkeiten und Schadensklassen werden entsprechend der nachfolgenden Tabelle in Risikoklassen eingeteilt. Aus der Risikoklasse ergibt sich zugleich das Bruttorisiko je Risikoposition (1 bis 4). Der Vorstand leitet für jede Risikoposition einzuleitende Maßnahmen zur Gegensteuerung ab und bewertet daraus das Nettorisiko (1 bis 4). Bruttorisiko und Nettorisiko können durch die Gegensteuerung daher voneinander abweichen.

Zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften unterhält ecotel weiterhin ein Internes Kontrollsystem (IKS), welches in regelmäßigen Abständen, so auch im Geschäftsjahr 2022, überarbeitet wird. Das Interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem sind dynamische Systeme, die Veränderungen des Geschäftsmodells, der Art und des Umfangs der Geschäftsvorfälle oder der Zuständigkeiten laufend angepasst werden. Damit einhergehend ergeben sich sowohl aus den durchgeführten Überprüfungen, aus Revisionsprüfungen sowie aus den Prüfungstätigkeiten des Abschlussprüfers Verbesserungspotentiale sowohl hinsichtlich der Angemessenheit (Fehlen geeigneter Kontrollen) und der Wirksamkeit (unzureichende Durchführung) von Kontrollen. Zudem können sich aus Compliancevorfällen ebenso Verbesserungspotentiale ergeben. Zur Gesamtbeurteilung dieser Managementsysteme stellen wir fest, dass keine der im Berichtsjahr identifizierten Verbesserungspotentiale gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit der beiden Managementsysteme sprechen.
Daneben erfüllt das Kontrollsystem der ecotel ag durch die Interne Revision im Rahmen einer Vollausgliederung auch die »Mindestanforderungen an das Risikomanagement« (MaRisk) und die »Bankenaufsichtliche Anforderungen an die IT« (BAIT), was durch jährlich wiederkehrende Testate gemäß IDW PS 951 Typ 2 belegt wird. Diese Maßnahmen wurden notwendig, da ecotel sowohl Versicherungen als auch Banken durch verschiedene ITK-Lösungen bedient.
Das Risiko der Finanzberichterstattung besteht darin, dass die Konzern- und Zwischenabschlüsse Falschdarstellungen enthalten könnten, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung ist das Interne Kontrollsystem derart gestaltet, dass für alle wesentlichen Geschäftsvorfälle das Vier-Augen-Prinzip eingesetzt wird und dass in der Buchhaltung eine Funktionstrennung vorliegt. Regelmäßig wiederkehrende Prozesse werden weitgehend IT-gestützt vorgenommen (Schnittstellen zwischen operativen und buchhalterischen Systemen für Fakturen, Zahlungsein- und -ausgänge sowie kreditorische Prozesse). Für die korrekte Bilanzierung werden Kontierungsrichtlinien eingesetzt. Zur Beurteilung von komplexeren Bilanzierungssachverhalten werden, wenn notwendig, externe Dienstleister hinzugezogen. Gleiches gilt für die Erstellung der Steuererklärungen. Diese Erstellungs- und Beratungsleistungen werden durch interne Plausibilisierungen und Abstimmungen kontrolliert und weiterverarbeitet.
Darüber hinaus erfolgt eine Überwachung der zentralen Finanzkennzahlen durch einen regelmäßigen Soll-Ist-Vergleich mit Abweichungsanalyse.
2. Risiken der künftigen Entwicklung
Im Rahmen der Geschäftstätigkeit ist ecotel mit operativen Risiken, finanzwirtschaftlichen Risiken, strategischen Risiken sowie mit Risiken des Marktumfelds konfrontiert. Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken erläutert und mit ihrem Brutto- und Nettorisiko (nach eingeleiteten Maßnahmen) aufgeführt. Die Risikosituation hat sich nicht wesentlich zum Vorjahr verändert.
Operative Risiken
Operative Risiken sind eher kurzfristiger Natur und konzentrieren sich bei ecotel hauptsächlich auf mögliche Ausfälle, Fehler und Kapazitätsengpässe der Infrastruktur (z. B. Backbone, Rechenzentrum, Vermittlungstechnik, Server-Farmen) sowie auf die korrekte und zeitnahe Abwicklung unternehmenskritischer Prozesse in den Bereichen Rechnungsstellung, Provisionierung der Vertriebspartner, Forderungsmanagement sowie in der Kunden-, Lieferanten- und Partnerbetreuung.
Die Sicherstellung einer maximal hohen Verfügbarkeit der Infrastruktur durch entsprechende Systemredundanzen sowohl im Bereich der Vermittlungstechnik als auch auf Leitungsseite ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verhinderung der Risiken, welche ecotel konsequent umsetzt.
Im Bereich der Rechenzentrum-Infrastruktur liegen potentielle Risiken im Ausfall der Klima- und Notstromversorgung sowie dem Wegfall der Anbindungen. Die Notstromversorgung sowie die Klimatechnik sind redundant ausgebaut. Die Rechenzentren in Düsseldorf und Frankfurt am Main sind georedundant, kanten- und knotendisjunkt miteinander verbunden. Zudem sind die Zuführungen der wichtigsten Carrier-Vorlieferanten redundant an beide Rechenzentren angeschlossen. Auch die Anbindung des Internets geschieht georedundant über verschiedene Carrier zu beiden PoPs. (Bruttorisiko 1 / Nettorisiko 3; VSK: mittel).
Der eigene Teilnehmernetzbetrieb / Voice-Plattform und die damit verbundenen technischen Software- und Systemkomponenten bilden die Basis für die Wertschöpfung des Segments ecotel Geschäftskunden. Vor allem die sehr komplexe IT-Systemlandschaft für das Segment ecotel Geschäftskunden birgt bei einem Ausfall von Teilen oder gar einem Totalausfall das Risiko eines deutlichen Reputationsverlustes, aber auch, dass der Konzern zu wesentlichen Schadenersatzforderungen verpflichtet wäre. Die für den Teilnehmernetzbetrieb aufgebaute Systemlandschaft ist sowohl innerhalb eines Rechenzentrums als auch zwischen den Standorten Frankfurt am Main und Düsseldorf und innerhalb des eigentlichen Systems redundant aufgebaut und ausgelegt. Diese Maßnahmen haben das Risiko eines Ausfalls der Telefonieplattform bereits deutlich reduziert und weitere eingeleitete Maßnahmen werden hier in Zukunft wahrscheinlich noch weitere positive Effekte bringen. (Bruttorisiko 1 / Nettorisiko 2; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: hoch).
Bei der Erbringung der vertraglichen Services zum Kunden ist ecotel abhängig von der Performance der Vorlieferanten. Ein möglicher Ausfall von Leitungen, die ecotel für die Erbringung von Diensten nutzt, würde zu Reputationsverlust, aber auch zu wesentlichen Schadenersatzforderungen führen. Daher wählt ecotel seine Vorlieferanten sorgfältig aus und überwacht diese. Gerade auch im Hinblick auf Ausfallsicherheiten werden Service Level Agreements mit den wesentlichen Lieferanten abgeschlossen und Eskalationsprozesse durchgeführt und so die Ausfall- und Endstörzeiten so gering wie möglich gehalten. Durch das umfangreiche Multi-Carrier-Konzept kann bei Bedarf auch eine Mehr-Wege-Führung über mehrere Lieferanten beim Kunden realisiert und das Ausfallrisiko damit weiter reduziert werden. (Bruttorisiko 3 / Nettorisiko 4; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: mittel).
Durch den Betrieb von Rechenzentren ist vor allem das Segment ecotel Geschäftskunden auch von den Einkaufspreisen für Energie abhängig. Die Einkaufspreise, vor allem für Strom, haben sich in den Monaten Mai bis September 2022 deutlich erhöht. Zum Jahresende hat sich der Einkaufspreis auf das Niveau des Jahresendes 2021 eingependelt. Sollte sich diese Entwicklung weiterhin nachhaltig fortsetzen, besteht das Risiko, dass diese Erhöhungen nicht durch Weitergabe an Kunden kompensiert werden können und dadurch die Erträge des Segments belasten. (Bruttorisiko 2 / Nettorisiko 3; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: hoch).
Im Segment ecotel Geschäftskunden wurde in 2022 eine vollständig neue Systemarchitektur implementiert, die für Partner, Kunden und Mitarbeiter die Auftragserfassungen deutlich vereinfacht und durch automatische Prozesse die Bereitstellung der bestellten Services sicherstellt. Dieses neue System wird sukzessive erweitert und löst in den nächsten Jahren die bisherigen, zum Teil veralteten Systeme ab. Ein solcher Prozess der internen Kundenmigration birgt verschiedene Risiken. Zum einen kann es bei einer Kundenmigration kaufmännisch und technisch zu Fehlern und Problemen kommen, die zu einer Verschlechterung der Kundenbeziehung oder gar zu fehlerhaften Abrechnungen führen, die dann korrigiert werden müssten. Zum anderen gilt es, die alten Systeme so lange betriebsbereit zu halten, dass bis dahin auftretende technische Probleme oder notwendig werdende Änderungen durch geeignetes Personal durchgeführt werden können und die technischen Voraussetzungen für den Weiterbetrieb bis zur letztlichen Abschaltung zur Verfügung stehen. (Bruttorisiko 1 / Nettorisiko 1; Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: hoch).
Die geopolitischen Entwicklungen und die derzeit allgegenwärtigen Krisen könnten zu einer Zurückhaltung von potentiellen Neukunden führen. Auch wenn der Telekommunikationsmarkt im Allgemeinen gezeigt hat, dass er von den verschiedenen Krisensituationen nicht wesentlich negativ beeinflusst wird, kann auch ecotel nicht auschließen, künftig Risiken aus Lieferzeiten, Preisentwicklungen, Energieknappheit und Energiekosten tragen zu müssen. Diese Themen werden eng überwacht und geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet. (Bruttorisiko 1 / Nettorisiko 2; überwiegend Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: hoch).
Finanzwirtschaftliche Risiken
Finanzwirtschaftliche Risiken umfassen bei der ecotel Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, Fremdwährungsrisiken sowie Zinsrisiken.
ecotel hat mit den finanzierenden Kreditinstituten marktübliche Gläubigerschutzklauseln (sogenannte Financial Covenants) vereinbart, die sich auf das Verhältnis bestimmter Finanzkennzahlen beziehen. Als Grundlage für die Ermittlung der Kennzahlen dient der von ecotel aufgestellte IFRS-Konzernabschluss. Eine Verletzung der Covenants könnte möglicherweise zu einer Kündigung der Betriebsmittellinien führen und damit eine signifikante Verschlechterung der Liquiditätslage der ecotel nach sich ziehen, soweit keine Einigung über eine Anpassung der Financial Covenants erzielt werden kann. Bei allen einzuhaltenden Covenants (Eigenkapitalquote, EBITDA / Umsatzerlöse und Nettoverschuldung / EBITDA) liegt ecotel derzeit innerhalb der von den Financial Covenants vorgegebenen Intervalle. Das Unternehmen geht davon aus, dass auch für das Jahr 2023 alle Covenant-Schwellenwerte sicher eingehalten werden können. (Bruttorisiko 2 / Nettorisiko 4; VSK: sehr hoch).
Die allgemeine Regulierungsdichte, vor allem für börsennotierte Unternehmen, nimmt weiter deutlich zu. Die Themengebiete Deutscher Corporate Governance Kodex, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem sowie der Aufbau eines Compliancemanagementsystems binden Ressourcen und bergen das Risiko, Fehler zu begehen, die zivil- und / oder strafrechtliche Folgen haben könnten.
Zur Sicherstellung dieser Themen hat ecotel in 2022 einen externen und internen Ressourcenaufwand betrieben und wird diesen auch in den nächsten Jahren weiter betreiben, damit alle Anforderungen aus diesem Bereich erfüllt werden und erfüllt bleiben. (Bruttorisiko 1 / Nettorisiko 2; VSK: sehr hoch).
Rechtliche Risiken
ecotel ist einer Vielzahl rechtlicher Risiken ausgesetzt. Hierzu können beispielsweise Risiken aus den Themenbereichen Gewährleistung, Verletzung von Vertragsklauseln, Wettbewerbs- und Patentrecht sowie Nachhaftungsrisiken aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen gehören. Die Auswirkungen von anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden. Der Konzern identifiziert und analysiert kontinuierlich mögliche Eintrittsrisiken für rechtliche Auseinandersetzungen und bewertet quantitativ sowie qualitativ die potentiellen rechtlichen sowie finanziellen Auswirkungen.
Auf dieser Basis werden zeitnah angemessene Maßnahmen ergriffen, um einen möglichen Schaden vom Konzern abzuwenden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 sieht sich der Konzern keinen wesentlichen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt.
Steuerliche Risiken
Risiken ergeben sich für den Konzern dann, wenn Steuergesetze und andere Regelungen nicht in vollem Umfang beachtet werden. Zudem entstehen diese durch auslegungsbedürftige Sachverhalte, wenn nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht die angemessenen steuerlichen Konsequenzen gezogen worden sind. Steuerliche Außenprüfungen können daher zu Steuernachzahlungen, Zinsen und Strafen führen. Unter Einbindung von externer steuerlicher Beratung überwacht der Konzern laufend steuerliche Risiken, die sich beispielsweise aus der Steuergesetzgebung, geänderten Verwaltungsauffassungen oder der Steuerrechtsprechung ergeben können. Die letzte steuerliche Außenprüfung des gesamten Konzerns umfasste die Jahre 2015 bis 2017.
Im Jahr 2020 wurde ecotel vom zuständigen Finanzamt Düsseldorf darüber informiert (Kontrollmitteilung), dass vorgenommene Vorsteuerabzüge aus Eingangsrechnungen eines einzelnen wesentlichen Lieferanten rückwirkend versagt werden sollen. Als Begründung wurde eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung bei diesem Lieferanten aufgeführt. Das Gesamtvolumen des im Zweifel stehenden Vorsteuerabzugs beträgt 3,7 Mio. EUR. Von Seiten des Lieferanten und bestätigt durch dessen Steuerberater wurden Dokumente und Beschreibungen, ausstehende Umsatzsteuervoranmeldungen für 2020 sowie die Jahreserklärung beim für den Lieferanten zuständigen Finanzamt Berlin eingereicht. Von Seiten des für ecotel zuständigen Finanzamts Düsseldorf hat es bis heute keine weiteren informellen oder formellen Informationen zu der Kontrollmitteilung gegeben. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ecotel (Organe und mit dem Sachverhalt betraute Mitarbeiter) allerdings als Zeuge von der Steuerstrafbehörde zu diesem Sachverhalt befragt. Daher gehen ecotel und die damit betrauten Experten und Anwälte davon aus, dass es bis zur abschließenden Klärung dieses Sachverhalts noch einige Zeit dauern wird. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Unterlagen und Informationen sowie der Hinzuziehung von externen Experten erachtet ecotel das Risiko einer wirtschaftlichen Belastung mit Umsatzsteuer durch eine Versagung des Vorsteuerabzugs für deutlich unter 50 %.
Von ecotel anfänglich zurückbehaltene offene Verbindlichkeiten gegenüber dem Lieferanten bzw. dessen Factorer in Höhe von 1,9 Mio. EUR wurden im Jahr 2021 durch einen abgeschlossenen Vergleich in Höhe von 0,9 Mio. EUR abschließend beglichen. Aufgrund der zum Teil unklaren Vertrags- und Rechtssituation hat ecotel die nach der notwendigen Vorsteuerkorrektur verbliebenen Verbindlichkeiten in Höhe von 0,8 Mio. EUR weiterhin passiviert. Im Geschäftsjahr 2022 haben sich zu diesem gesamten Themenkomplex keine neuen Entwicklungen ergeben.
Risiken des Marktumfelds
Ferner entstehen durch den rapiden technologischen Wandel neue Produkte und Geschäftsmodelle. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auf diese Weise die Produkte von ecotel weniger wettbewerbsfähig und somit weniger nachgefragt werden. Insbesondere die derzeitigen Aktivitäten der Bundesnetzagentur, bereits bestehende Vorleistungsprodukte sowie neu eingeführte Vorleistungsprodukte der Deutschen Telekom zu regulieren, können wesentliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit von ecotel haben. Diese Produkte sind wesentliche Vorleistungsprodukte zur Bereitstellung bestehender und neuer Services bei Kunden. ecotel beobachtet daher kontinuierlich das Marktumfeld, ist in Verbänden und Anhörungen aktiver Teilnehmer, um schnell und effektiv auf Technologieänderungen reagieren bzw. auf die Entscheidungen Einfluss nehmen zu können. (Bruttorisiko 2 / Nettorisiko 3; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: hoch).
Gesamtrisiko kalkulierbar
Zusammenfassend ist ecotel davon überzeugt, dass die identifizierten wesentlichen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit den Bestand von ecotel konkret gefährden und dass ecotel auch 2023 durch das flexible Geschäftsmodell und das Überwachungssystem Risiken schnell erkennen, darauf reagieren und Gegenmaßnahmen einleiten kann.
Insgesamt werden alle Risiken, die ein Bruttorisiko von 1 aufweisen, bis auf eine Ausnahme durch risikominimierende Eingriffe aus Sicht des Vorstands auf ein Nettorisiko von 2 oder geringer eingestuft. Ausnahme ist das Risiko, welches sich aus der Zusammenlegung und Integration der neuen und alten Systemarchitektur ergibt.
3. Chancen der künftigen Entwicklung
Neben den Risiken gibt es eine Vielzahl an Chancen, welche die Geschäftsentwicklung von ecotel nachhaltig prägen können. Die Chancensituation hat sich bedingt durch gezielte strategische Ausrichtung sowie die externen Faktoren gegenüber dem Vorjahr verbessert. Im Folgenden werden die Chancen aus Sicht des Vorstands des Konzerns dargestellt:
Fokussierung auf die wichtigsten Wachstumsmärkte im deutschen Telekommunikationsmarkt
Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird wesentlich durch die beiden Trends Cloud-Telefonie und Breitbandausbau getrieben. Für diese beiden Wachstumsfelder ist ecotel mit der eigenen cloud.phone-Produktgruppe sowie dem multi-carrier-basierten Ethernet-Angebot bestens aufgestellt und fokussiert sich daher auf »cloud und fiber«.
Der Cloud-Telefonie-Markt in Deutschland läuft derzeit nach unserer Einschätzung noch den internationalen Entwicklungen hinterher, was im Wesentlichen im verzögerten Breitband- / Glasinfrastrukturausbau begründet ist. Somit hängen beide Wachstumsfelder miteinander zusammen und bilden für ecotel eine hervorragende Chance, Bestands- sowie Neukunden gesamtheitlich bei diesen Trends zu betreuen.
Cloud-Telefonie (cloud.phone) und UCC-Lösungen
Zwei weitere wichtige Trendthemen der Telekommunikation sind Voice over IP (VoIP) sowie die Verlagerung der Telefonanlagen ins Netz (Cloud-Telefonie). Die Produktpalette von ecotel besetzt exakt diese beiden Trends. Durch den eigenen Teilnehmernetzbetrieb sowie eigene cloud.phone-Lösungen bestehen weitere Chancen zur Umsatz- und Ertragssteigerung aus der Umstellung der bestehenden Kundenbasis.
fiber: nachhaltige Vertriebsaktivitäten im Datenbereich
Die Datenumsätze inkl. Hosting machen derzeit bereits mehr als 50 % der Geschäftskundenumsätze aus. Das vergangene Geschäftsjahr hat gezeigt, dass diese Quote noch stärker wachsen könnte, als in den momentanen Planungen berücksichtigt, unter anderem durch den zunehmend fortschreitenden Ausbau von Glasfasertechnologie in Deutschland, die eigene Entwicklung einer Open-Access-Plattform sowie die erfolgreiche Positionierung im wachsenden Markt der softwarebasierten Vernetzung (SD-WAN).
Weitere Gewinnung bzw. Vertragsverlängerungen und Ausweitung bestehender Großkunden
Die bereits erfolgreich umgesetzten Großprojekte haben ecotel in eine Position gebracht, ähnlich gelagerte Projekte auch anderen Großkunden mit dezentralen Strukturen anzubieten. Hierzu gehören insbesondere der individuell gestaltbare Remote Router Management Service, Connectivity-Lösungen innerhalb eines MPLS-VPNs sowie zentrale Firewall-Services im ecotel Rechenzentrum. Weiterhin konnte ecotel sich erfolgreich im SD-WAN-Markt mit gleich mehreren Referenzprojekten etablieren. Ebenso besteht die Möglichkeit, vor Ende der vertraglichen Mindestlaufzeiten in Vertragsverlängerungsgespräche mit Bestandskunden einzutreten. Durch die erlangten Erfahrungen und Kenntnisse hat ecotel die Chance, Großkundenverhältnisse zu verlängern. Daneben profitiert ein potentieller Neukunde von den Erfahrungen von ecotel der letzten Jahre (z. B. Rollouts im Umfeld von Einzelhändlern), somit hat ecotel die Chance, weitere ertragreiche Großkundenverträge abzuschließen. Nachdem die aktive Migration der Bestandskunden von ISDN auf All-IP in den letzten Jahren weitestgehend abgeschlossen wurde, können die vorhandenen vertrieblichen Kapazitäten nun verstärkt auf die Gewinnung von Neukunden ausgerichtet werden.
Strategische Kooperationen zur Nutzung von Marktchancen infolge der stärkeren Verzahnung von Telekommunikation und IT
Die aktuellen Umsätze und Wachstumsraten des Gesamtmarktes rund um Cloud-Services, d. h. die Verlagerung von lokaler Rechenleistung in sichere Rechenzentren, sind beachtlich. Diese positive Entwicklung korrespondiert ideal mit der Produktpalette von ecotel im Bereich der Infrastruktur- und Datendienste - beispielsweise mit den bundesweit verfügbaren xDSL- und Glasfaser-Bandbreiten bis hin zu den MPLS-VPN-Lösungen und Housing / Colocation Services im ecotel Rechenzentrum. Anders als viele multinationale Cloud-Anbieter mit ihrer heterogenen Struktur kann ecotel als deutscher Anbieter mit Rechenzentren in Frankfurt am Main und Düsseldorf die Voraussetzungen für die vollständige und glaubhafte Einhaltung der deutschen Datenschutzgesetze schaffen und bietet damit ideale Voraussetzungen für ein Hybrid-Cloud-Szenario. In Hinblick auf die aktuelle Datensicherheitsdiskussion ist dies ein entscheidender Standort- und Wettbewerbsvorteil.
Profitables Wachstum bei der at equity einbezogenen mvneco GmbH
mvneco entwickelt sich immer mehr zu einem IT-Systemhaus für Telekommunikationsanbieter und damit einhergehende Geschäftsmodelle. Daraus können sich Chancen ergeben, die im Moment nicht vollumfänglich absehbar sind.
4. Prognosebericht
Hinweise zu Prognosen
Dieser Konzernlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten des Managements der ecotel hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln. Sie sind im Allgemeinen durch die Wörter »erwarten«, »davon ausgehen«, »annehmen«, »beabsichtigen«, »einschätzen«, »anstreben«, »zum Ziel setzen«, »planen«, »werden«, »erstreben«, »Ausblick« und vergleichbare Ausdrücke gekennzeichnet und beinhalten im Allgemeinen Informationen, die sich auf die Erwartungen oder Ziele für Umsatzerlöse, EBITDA, operatives EBITDA, Rohertrag oder auf andere Maßstäbe für die Performance beziehen. Zukunftsbezogene Aussagen basieren auf derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen und Erwartungen. Daher sollten Sie sie mit Vorsicht betrachten. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheitsfaktoren, von denen die meisten schwierig einzuschätzen sind und die im Allgemeinen außerhalb der Kontrolle der ecotel liegen. Weitere mögliche Faktoren, die die Kosten- und Erlösentwicklung wesentlich beeinträchtigen können, sind Veränderungen der Zinssätze, regulatorische Vorgaben und aufsichtsrechtliche Entwicklungen. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten, oder sollten sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, so können die tatsächlichen Ergebnisse der ecotel wesentlich von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. ecotel kann keine Garantie dafür geben, dass die Erwartungen oder Ziele erreicht werden, und lehnt - unbeschadet bestehender kapitalmarktrechtlicher Verpflichtungen - jede Verantwortung für eine Aktualisierung der zukunftsbezogenen Aussagen durch Berücksichtigung neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse oder anderer Dinge ab.
Erläuterungen zur Prognose
Die derzeitige Prognose zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes für das Jahr 2023 sieht ein leichtes Wachstum von 0,2 % vor. (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2023; Bundesregierung).
Das Geschäft von ecotel sowie der deutsche Telekommunikationsmarkt insgesamt waren in der Vergangenheit von negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und Krisen in der Regel deutlich weniger betroffen als andere Branchen und Gesellschaften. Die in diesem Konzernlagebericht dargestellten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Marktsituation sowie die Bewertung der Risiken- und Chancensituation, soweit zum Zeitpunkt der Erstellung bekannt, sind in die Prognose für das Jahr 2023 eingeflossen.
Fokussierung auf die wichtigsten Wachstumsmärkte im deutschen Telekommunikationsmarkt
Der deutsche Telekommunikationsmarkt wird nach Einschätzung des Vorstands wesentlich durch die beiden Trends Cloud-Telefonie und Breitbandausbau getrieben. Für diese beiden Wachstumsfelder ist ecotel mit der eigenen cloud.phone-Produktgruppe sowie dem multi-carrier-basierten Ethernet-Angebot nach unserer Einschätzung bestens aufgestellt und fokussiert sich daher auf »cloud und fiber«.
Der Cloud-Telefonie-Markt in Deutschland läuft nach unserer Einschätzung derzeit noch den internationalen Entwicklungen hinterher, was im Wesentlichen im verzögerten Breitband- / Glasinfrastrukturausbau begründet ist. Somit hängen beide Wachstumsfelder miteinander zusammen und bilden für ecotel eine hervorragende Chance, Bestands- sowie Neukunden gesamtheitlich bei diesen Trends zu betreuen.
Wachstumsstrategie für das ecotel Geschäftskundensegment
Die vorhandenen finanziellen Mittel haben ecotel in eine hervorragende Ausgangssituation gebracht, um in die oben beschriebenen Wachstumsmärkte »cloud« und »fiber« im deutschen Markt zu investieren, um sich nachhaltiger in dem wachsenden Segment zu etablieren. Vorstand und Aufsichtsrat sehen in den nächsten Jahren große Potentiale, ecotel überproportional zum Markt wachsen zu lassen. Daher wurde gemeinschaftlich entschieden, nicht nur mit der bestehenden Organisation und vorhandenen Ressourcen das Wachstum - vor allem im ecotel Geschäftskundensegment - weiter zu forcieren, sondern durch Investitionen in Systeme und Prozesse, vor allem aber durch Investitionen in vertriebliche und vertriebsunterstützende Ressourcen und die Erschließung neuer vertrieblicher Wege, dieses Wachstum deutlich zu beschleunigen. Diese Maßnahmen belasten in 2023 das operative EBITDA, jedoch planmäßig nicht stärker als das zeitgleiche Wachstum. Daher geht der Vorstand davon aus, dass das operative EBITDA insgesamt gegenüber 2022 leicht ansteigen wird.
Vorstand und Aufsichtsrat gehen davon aus, dass sich diese Investitionen bereits in den Jahren 2024 und 2025 durch überproportionales Wachstum auszahlen werden.
Prognose 2023 und Mittelfristplanung
Der Vorstand macht vor dem Hintergrund der in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Chancen und Risiken sowie der momentan zu erwartenden künftigen wirtschaftlichen Gesamtrahmenbedingungen und den darin enthaltenen Unsicherheiten sowie den in diesem Kapitel gemachten Erläuterungen folgende Prognose:
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| 2022 (Mio. EUR) |
Prognose für 2023 (Mio. EUR) |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 93,3 | 95 - 100 |
| ecotel Geschäftskunden | 45,6 | 46 - 48 |
| ecotel Wholesale | 46,5 | 48 - 52 |
| Rohertrag aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 31,2 | 31- 33 |
| operatives EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 8,9 | 9 - 10 |
| ecotel Geschäftskunden | 8,3 | > 8,5 |
| ecotel Wholesale | 0,6 | 0,5 - 1,0 |
| Konzernergebnis (in 2022 bereinigt um Sondereffekte) | 4,9 | > 4 |
Definition des operativen EBITDA:
ecotel definiert das EBITDA als Betriebliches Ergebnis (EBIT) vor planmäßigen und außerplanmäßigen Wertminderungen. Ab dem Geschäftsjahr 2023 wird ecotel als zentrale Steuerungsgröße ein operatives EBITDA verwenden und das EBITDA bzw. das bereinigte EBITDA ersetzen. Aufgrund von nur schwer vorhersehbaren Sondereffekten sowie zur Steuerung der operativen Geschäftstätigkeit und zur Sicherstellung einer nachhaltigen Vergleichbarkeit und Transparenz über die operative Geschäftstätigkeit, hält der Vorstand diese neue Steuergröße für besser geeignet, als das EBITDA. Folgende Bereinigungseffekte hat ecotel definiert, die das ausgewiesene EBITDA ab dem Geschäftsjahr 2023 zum operativen EBITDA korrigieren:
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| ― | Erträge und Aufwendungen aus Änderungen des Beteiligungsportfolios und der damit direkt verbundenen Transaktionskosten (u. a. Entkonsolidierungsergebnis, Effekte aus Kaufpreisallokation, Aufwendungen für Due Diligence, Rechtsberatung, Beurkundung), |
| ― | Außerplanmäßige Erträge aus der Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen (u. a. Kaufpreis, Währungskurseffekte, Transaktionskosten), |
| ― | Aufwendungen für nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte (z. B. Aktienoptionspläne), |
| ― | Aufwendungen für Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen, |
| ― | Sonstige Erträge und Aufwendungen, die in ihrer Art und / oder Höhe unvorhersehbar waren, die Vergleichbarkeit der operativen Tätigkeit einschränken und nicht unmittelbar durch das Management beeinflussbar sind (z. B. unvorhersehbare vorübergehende Schwankungen der Energiepreise oder unvorhergesehene rückwirkende Preisanpassungen von Vorleistungsprodukten durch die Regulierungsbehörden). |
Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 23. Januar 2023 wird das operative Segment nacamar als zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert und ist daher in der Prognose für die fortgeführten Geschäftsbereiche des Jahres 2023 nicht mehr enthalten. Die Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage ist gegenwärtig nicht quantifizierbar. Im Februar 2023 wurden weitere Nutzungsrechte an Internetressourcen veräußert. Aus dieser Transaktion fließen dem Konzern außerplanmäßige Erträge nach Abzug aller mit dieser Transaktion verbundenen Kosten in Höhe von rund 4 Mio. EUR (vorbehaltlich Währungskurseffekte) zu, die aus dem operativen EBITDA herausgerechnet werden. Für weitere Details zu diesen Ereignissen nach dem Bilanzstichtag wird auf die Angaben im Konzernanhang verwiesen. Diese Effekte sind im oben aufgeführten prognostizierten operativen EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen sowie im prognostizierten Konzernergebnis nicht enthalten.
Voraussetzungen für den Eintritt der prognostizierten Entwicklungen sind das Ausbleiben nachteiliger Veränderungen der identifizierten Risiken - wie höhere Eintrittswahrscheinlichkeiten oder Schadenshöhen - und von neuen Risiken, die im Prognosezeitraum entstehen könnten. Identifizierte Chancen müssen zudem bestehen und realisierbar bleiben. Auf die Erläuterungen zu den »Hinweisen zu Prognosen« weisen wir hin.
Mittelfristplanung
Unter Berücksichtigung der momentan vorliegenden Erkenntnisse zu Risiken und Chancen erwartet der Vorstand für den ecotel Konzern auch über das Geschäftsjahr 2023 hinaus ein Umsatzwachstum von jährlich mehr als 5 %. Durch die oben beschriebene Strategie im Jahr 2023, deutlich in vertriebliche und vertriebsunterstützende Ressourcen zu investieren, geht der Vorstand davon aus, im Jahr 2024 das bereinigte EBITDA der Jahre 2022 und 2023 deutlich übertreffen zu können. Daneben geht der Vorstand davon aus, auch über das Geschäftsjahr 2023 hinaus an den Kennzahlen und Zielen der nachhaltigen Finanzstrategie in diesem Bericht festzuhalten.
1.5 Übernahmerelevante Angaben
Für Vorstandsmitglieder und alle anderen Leitungsorgane im Konzern bestehen, mit Ausnahme der folgenden Regelungen, keine Vereinbarungen für Entschädigungen im Fall einer Übernahme. Weitere Vereinbarungen zwischen ecotel und natürlichen Personen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen, bestehen nicht.
Das seit 2020 existierende Aktienoptionsprogramm der ecotel ag sieht für den Fall eines Change-of-Control, d. h. des Erwerbs der Aktienmehrheit an der Gesellschaft durch eine Person (allein oder gemeinsam mit anderen handelnd), mit Ausnahme solcher Personen, die unmittelbar oder mittelbar vollständige Tochtergesellschaften der Gesellschaft sind oder die bei Aufstellung dieses Aktienoptionsplans mehr als 5 % am Grundkapital der Gesellschaft halten, und bestimmter wirtschaftlich vergleichbarer Transaktionen oder eines Widerrufs der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum Handel im regulierten Markt vor, dass ausstehende Aktienoptionen gegen Leistung einer Barzahlung verfallen. Für weitere Informationen wird auf die Erläuterungen im gesonderten Vergütungsbericht verwiesen.
1.6 Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht
Vorstand und Aufsichtsrat der ecotel communication ag haben die nach § 289f HGB sowie nach § 315d HGB erforderliche Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Corporate-Governance-Bericht einschließlich der nach § 161 AktG vorgeschriebenen Erklärung abgegeben und im Internet der Öffentlichkeit → https://ir.ecotel.de/websites/ecotel/ German/6600/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung-und-corporate-governance-bericht. html) dauerhaft zugänglich gemacht.
Düsseldorf, den 6. März 2023
ecotel communication ag
Der Vorstand
Markus Hendrich
Peter Zils
Achim Theis
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Düsseldorf, den 6. März 2023
ecotel communication ag
Der Vorstand
Markus Hendrich
Peter Zils
Achim Theis
KONZERNABSCHLUSS
2.1 Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022
Aktiva
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| EUR | 31.12.2021 | 31.12.2022 | |
|---|---|---|---|
| A. Langfristige Vermögenswerte | |||
| I. Immaterielle Vermögenswerte | (1) | 14.765.225 | 14.397.064 |
| II. Sachanlagen | (2) | 8.485.378 | 5.238.715 |
| III. Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen | (3) | 6.534.486 | 5.448.588 |
| IV. Aktivierte Vertragskosten | (4) | 3.335.303 | 2.948.196 |
| V. Nach der Equity-Methode bewertete Finanzanlagen | (5) | 1.124.219 | 1.267.390 |
| VI. Vertragsvermögenswerte | (6) | 69.513 | 25.681 |
| VII Latente Ertragsteueransprüche | (7) | 691.210 | 0 |
| Summe Langfristige Vermögenswerte | 35.005.334 | 29.325.634 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| I. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (6) | 10.599.902 | 8.436.293 |
| II. Vertragsvermögenswerte | (6) | 51.269 | 43.832 |
| III. Sonstige finanzielle Vermögenswerte | (6) | 358.462 | 736.877 |
| IV. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte | (6) | 636.456 | 951.035 |
| V. Tatsächliche Ertragsteueransprüche | (7) | 1.791.657 | 1.985.570 |
| VI. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | (8) | 12.639.795 | 66.931.629 |
| Summe Kurzfristige Vermögenswerte | 26.077.541 | 79.085.236 | |
| Summe Aktiva | 61.082.875 | 108.410.870 |
In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.
Passiva
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| 31.12.2021 | 31.12.2022 | ||
|---|---|---|---|
| A. Eigenkapital | (9) | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 3.510.000 | 3.510.000 | |
| II. Kapitalrücklage | 2.002.095 | 2.121.065 | |
| III. Sonstige Rücklagen | 18.730.920 | 76.609.285 | |
| Anteile der Eigentümer des Mutterunternehmens | 24.243.015 | 82.240.350 | |
| IV. Anteile anderer Gesellschafter | 4.807.928 | - | |
| Summe Eigenkapital | 29.050.942 | 82.240.350 | |
| B. Langfristige Verbindlichkeiten | |||
| I. Latente Ertragsteuern | (10) | 1.145.791 | 1.022.664 |
| II. Langfristige Darlehen | (11) | 666.666 | 0 |
| III. Leasingverbindlichkeiten | (12) | 5.703.870 | 4.947.807 |
| IV. Vertragsverbindlichkeiten | (13) | 1.068.168 | 504.135 |
| V. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | (11) | 675.418 | 235.547 |
| Summe Langfristige Verbindlichkeiten | 9.259.913 | 6.710.153 | |
| C. Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||
| I. Tatsächliche Ertragsteuern | (10) | 1.979.553 | 6.112.087 |
| II. Kurzfristige Darlehen | (11) | 2.416.667 | 0 |
| III. Leasingverbindlichkeiten | (12) | 1.265.283 | 949.150 |
| IV. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (11) | 11.043.348 | 9.553.623 |
| V. Vertragsverbindlichkeiten | (13) | 1.137.341 | 864.144 |
| VI. Rückstellungen | (11) | 3.500 | 0 |
| VII. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | (11) | 2.551.169 | 1.227.173 |
| VII. Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | (11) | 2.375.159 | 754.190 |
| Summe Kurzfristige Verbindlichkeiten | 22.772.020 | 19.460.367 | |
| Summe Passiva | 61.082.875 | 108.410.870 |
2.2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2022
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| EUR | Anhang | 1.1. - 31.12.2021 | 1.1. - 31.12.2022 |
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | (16) | 70.893.169 | 93.328.159 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | (17) | 476.812 | 15.905.010 |
| 3. Andere aktivierte Eigenleistungen | 578.289 | 476.667 | |
| 4. Gesamtleistung | 71.948.271 | 109.709.836 | |
| 5. Materialaufwand | |||
| 5.1 Aufwendungen für bezogene Leistungen | (18) | - 39.812.162 | - 62.084.178 |
| 6. Personalaufwand | (19) | ||
| 6.1 Löhne und Gehälter | - 11.892.849 | - 12.291.871 | |
| 6.2 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | - 1.970.699 | - 2.018.360 | |
| 7. Planmäßige Abschreibungen | (20) | - 6.294.631 | - 5.721.291 |
| davon Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen | - 1.003.404 | - 1.004.217 | |
| 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | (21) | - 8.622.490 | - 9.660.026 |
| 9. Betriebliches Ergebnis (EBIT) | 3.355.439 | 17.934.110 | |
| 10. Zinserträge | 1.451 | 120.005 | |
| 11. Zinsaufwendungen | - 331.307 | - 257.663 | |
| davon Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten | - 189.771 | - 180.604 | |
| 12. Sonstige finanzielle Erträge/ Aufwendungen | - 44 | 705 | |
| 13. Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen | 261.660 | 143.170 | |
| 14. Finanzergebnis | (22) | - 68.240 | 6.217 |
| 15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuern | 3.287.199 | 17.940.327 | |
| 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (23) | - 1.061.331 | - 5.779.316 |
| 17.1 Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2.225.867 | 12.161.011 | |
| 17.2 Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | (24) | 5.039.652 | 57.993.421 |
| 18. Überschuss (= Konzerngesamtergebnis) | 7.265.519 | 70.154.433 | |
| 19. Zurechnung des Überschusses an die | |||
| 19.1 Eigentümer des Mutterunternehmens (Konzernüberschuss) | 4.782.827 | 67.535.264 | |
| 19.2 Anteile anderer Gesellschafter | (25) | 2.482.692 | 2.619.168 |
scrollen
| EUR | Anhang | 1.1. - 31.12.2021 | 1.1. - 31.12.2022 |
|---|---|---|---|
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie | (26) | 1,36 | 19,24 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie 1 | (26) | 1,36 | 17,51 |
1 Zum 31.12.2022 lag eine Verwässerung des Ergebnis je Aktie vor. Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu keiner Ausübung der Aktienoptionen (4 Jahre Sperrfrist).Mangels entsprechender Sachverhalte wird auf die Darstellung des »Sonstigen Ergebnisses« (»other comprehensive income«) verzichtet.
In den Summen können auf Grund von kaufmännischen Rundungen Differenzen auftreten.
2.3 Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
→ siehe Anhang Tz. 27
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| TEUR | 2021 | 2022 1 |
|---|---|---|
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuern | 10.547 | 25.588 |
| Zinsergebnis | 329 | 224 |
| Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte | 7.481 | 6.649 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen | - 262 | - 143 |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 119 | 119 |
| Gewinn (-) / Verlust (+) aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens | 0 | - 29 |
| Veränderungen aktives Working Capital | - 3.487 | 1.547 |
| Veränderung der Rückstellung | - 7 | - 4 |
| Veränderung übriges passives Working Capital | 3.268 | - 1.692 |
| Gezahlte (-) / Erhaltene (+) Ertragsteuern | - 2.555 | - 3.774 |
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 15.434 | 28.486 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | - 5.184 | - 5.511 |
| Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 2 | - | 49.470 |
| Einzahlung aus Rückzahlungen von Eigenkapital von nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen | 267 | 0 |
| Zinseinzahlungen | 1 | 69 |
| Mittelabfluss / Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit | - 4.916 | 44.029 |
| Dividendenzahlungen | - 491 | - 7.898 |
| Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter | - 1.226 | - 5.735 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten | - 2.417 | - 3.083 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | - 1.172 | - 1.249 |
| Zinsauszahlungen für sonstige Finanzverbindlichkeiten | - 142 | - 77 |
| Zinsauszahlungen für Leasingverhältnisse | - 189 | - 181 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | - 5.637 | - 18.223 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | 4.881 | 54.292 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 7.759 | 12.640 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 12.640 | 66.932 |
1 Die Mittelzuflüsse bzw. die Mittelabflüsse im Geschäftsjahr beinhalten die Zahlungsströme aus fortgeführten und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen. Für weitere Details wird auf die Anhangangaben zu nicht fortgeführten Geschäftsbereichen (Nr. 24) verwiesen.
2 Für weitere Details wird auf die Anhangangaben zu nicht fortgeführten Geschäftsbereichen (Nr. 24) verwiesen.
In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.
2.4 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
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| Gewinnrücklagen | ||||
|---|---|---|---|---|
| TEUR Anhang (9) | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Sonstige Gewinnrücklagen | Konzernergebnis |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 1. Januar 2021 | 3.510 | 1.833 | 13.439 | 1.000 |
| Ausschüttungen | 0 | 0 | -491 | 0 |
| Umbuchung Vorjahresergebnis | 0 | 0 | 1.000 | -1.000 |
| Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 0 | 0 | 509 | -1.000 |
| Erhöhung aus anteilsbasierter Vergütung | 0 | 119 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis 2021 | 0 | 0 | 0 | 4.783 |
| Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 0 | 119 | 0 | 4.783 |
| Stand am 31. Dezember 2021 | 3.510 | 2.002 | 13.948 | 4.783 |
| Stand am 1. Januar 2022 | 3.510 | 2.002 | 13.948 | 4.783 |
| Ausschüttungen | 0 | 0 | -7.898 | 0 |
| Umbuchung Vorjahresergebnis | 0 | 0 | 4.783 | -4.783 |
| Konzernkreisänderungen 1 | 0 | 0 | -1.759 | 0 |
| Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 0 | 0 | -4.874 | -4.783 |
| Erhöhung aus anteilsbasierter Vergütung | 0 | 119 | 0 | 0 |
| Konzernergebnis 2022 | 0 | 0 | 0 | 67.535 |
| Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 0 | 119 | 0 | 67.535 |
| Stand am 31. Dezember 2022 | 3.510 | 2.121 | 9.074 | 67.535 |
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| Gewinnrücklagen | ||
|---|---|---|
| TEUR Anhang (9) | Anteile der Eigentümer des Mutterunternehmens | Anteile anderer Gesellschafter |
| --- | --- | --- |
| Stand am 1. Januar 2021 | 19.833 | 3.551 |
| Ausschüttungen | -491 | -1.226 |
| Umbuchung Vorjahresergebnis | 0 | 0 |
| Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | -491 | -1.226 |
| Erhöhung aus anteilsbasierter Vergütung | 119 | 0 |
| Konzernergebnis 2021 | 4.783 | 2.483 |
| Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 4.902 | 2.483 |
| Stand am 31. Dezember 2021 | 24.243 | 4.808 |
| Stand am 1. Januar 2022 | 24.243 | 4.808 |
| Ausschüttungen | -7.898 | -5.735 |
| Umbuchung Vorjahresergebnis | 0 | 0 |
| Konzernkreisänderungen 1 | -1.759 | -1.692 |
| Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | -9.657 | -7.427 |
| Erhöhung aus anteilsbasierter Vergütung | 119 | 0 |
| Konzernergebnis 2022 | 67.535 | 2.619 |
| Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 67.654 | 2.619 |
| Stand am 31. Dezember 2022 | 82.240 | 0 |
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| Gewinnrücklagen | |
|---|---|
| TEUR Anhang (9) | Summe |
| --- | --- |
| Stand am 1. Januar 2021 | 23.383 |
| Ausschüttungen | -1.717 |
| Umbuchung Vorjahresergebnis | 0 |
| Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | - 1.717 |
| Erhöhung aus anteilsbasierter Vergütung | 119 |
| Konzernergebnis 2021 | 7.266 |
| Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 7.385 |
| Stand am 31. Dezember 2021 | 29.051 |
| Stand am 1. Januar 2022 | 29.051 |
| Ausschüttungen | -13.633 |
| Umbuchung Vorjahresergebnis | 0 |
| Konzernkreisänderungen 1 | -3.451 |
| Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | -17.084 |
| Erhöhung aus anteilsbasierter Vergütung | 119 |
| Konzernergebnis 2022 | 70.154 |
| Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen | 70.273 |
| Stand am 31. Dezember 2022 | 82.240 |
1 Für weitere Details wird auf die Anhangangaben zu nicht fortgeführten Geschäftsbereichen (Nr. 24) verwiesen.
In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.
2.5 Konzernanhang
der ecotel communication ag
Grundlagen bei der Rechnungslegung
Allgemeine Angaben
Die ecotel Gruppe (nachfolgend »ecotel« genannt) ist ein seit 1998 bundesweit tätiges Telekommunikationsunternehmen, das sich auf die Informations- und Telekommunikationsanforderungen (ITK) von Kunden spezialisiert hat. Mutterunternehmen ist die ecotel communication ag (nachfolgend »ecotel ag« genannt). ecotel berichtet über folgende Segmente:
Das Segment ecotel Geschäftskunden ist der Kernbereich der ecotel ag und beinhaltet das gesamte Geschäft rund um die Vermarktung integrierter Produktportfolios aus Sprach- und Datendiensten (ITK-Lösungen) sowie die Ergebnisbeiträge der Minderheitsbeteiligung mvneco GmbH. Das Segment ecotel Wholesale beinhaltet den netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten (Wholesale Voice) sowie die Vermarktung von Datenleitungen (Wholesale Data) für nationale und internationale Carrier. Das Segment easybell, welches zum 17. November 2022 veräußert wurde, umfasst das gesamte Geschäft der easybell Gruppe. Die easybell Gruppe vermarktet verständliche und leicht zu integrierende Telefonanlagen für Geschäftskunden sowie All-IP-Telefonie mit oder ohne Trägerleitung. Daneben betreibt die easybell Gruppe ein Routermietmodell (→ www.routermiete.de) und bietet günstiges Call-by-Call für inländische und ausländische Telefonate an. Das Segment nacamar umfasst die Geschäftstätigkeiten des Tochterunternehmens nacamar und bietet auf Grundlage ihres eigenen Content-Delivery-Netzwerks (CDN) Streamingdienste für Medienunternehmen an.
Der Sitz der ecotel communication ag ist Düsseldorf, Deutschland. Die Anschrift lautet: ecotel communication ag, Prinzenallee 11, 40549 Düsseldorf. Die Gesellschaft wurde am 1. September 2000 in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf (HRB 39453) eingetragen.
Die Aktien der ecotel communication ag werden neben Frankfurt am Main auch an anderen deutschen Börsen gehandelt.
Der geprüfte Konzernabschluss einschließlich Konzernlagebericht wird im Unternehmensregister offengelegt, die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung wird am 6. März 2023 durch Weitergabe vom Vorstand an den Aufsichtsrat der ecotel communication ag erfolgen.
Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss der ecotel wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs.1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Konzernbilanz, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Kapitalflussrechnung sowie die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung enthalten jeweils Vergleichszahlen für ein Vorjahr.
Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzern-Bilanz und Konzern-Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang entsprechend aufgegliedert und erläutert.
Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Dabei werden Aufwendungen im Gewinn oder Verlust nach ihrer Art zusammengefasst und nicht nach ihrer Zugehörigkeit zu einzelnen Funktionsbereichen des Unternehmens umverteilt.
Da ecotel weder im Vorjahr noch im Geschäftsjahr 2022 über entsprechende Sachverhalte verfügte, wird auf die Darstellung des sonstigen Ergebnisses (»other comprehensive income«) im Anschluss an die Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet.
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlichen für den Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen.
Es werden alle am Bilanzstichtag gültigen und in der EU anzuwendenden Standards angewendet. Zudem werden die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet.
Erstmals im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 anzuwendende neue Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB
Bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022 wurden die folgenden neuen und geänderten Standards und Interpretationen verabschiedet und von der EU in europäisches Recht übernommen (»endorsed«). Es werden nur die neuen oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB dargestellt, die aufgrund der momentanen Geschäftstätigkeit der ecotel theoretisch Auswirkungen haben könnten.
Erstmals im Geschäftsjahr 2022 anzuwendende neue Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB
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| Standard / Interpretation | Erstmalige Pflichtanwendung nach IASB | Erstmalige Pflichtanwendung in der EU |
|---|---|---|
| Änderung an IFRS 3 »Unternehmenszusammeschlüsse« Referenz auf das Rahmenkonzept | 1. Januar 2022 | 1. Januar 2022 |
| Änderungen an IAS 16 »Sachanlagen«: Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung | 1. Januar 2022 | 1. Januar 2022 |
| Änderungen an IAS 37 »Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen«: Nachteilige Verträge, Kosten der Vertragserfüllung | 1. Januar 2022 | 1. Januar 2022 |
| Jährliches Verbesserungsprojekt Zyklus 2018 - 2020 IFRS 1 »Erstmalige Anwendung IFRS«, IFRS 9 »Finanzinstrumente«, IAS 41 »Landwirtschaft«, IFRS 16 »Leasingverhältnisse« | 1. Januar 2022 | 1. Januar 2022 |
Die erstmalige Anwendung dieser Standards hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ecotel.
Noch nicht im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 anzuwendende neue Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB
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| Standard / Interpretation | Erstmalige Pflichtanwendung nach IASB | Erstmalige Pflichtanwendung in der EU |
|---|---|---|
| Änderungen an IAS 1 »Darstellung des Abschlusses« und an IFRS Practice Statement 2: Angabe von Rechnungslegungsmethoden | 1. Januar 2023 | 1. Januar 2023 |
| Änderungen an IAS 8 »Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler«: Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen | 1. Januar 2023 | 1. Januar 2023 |
| Änderungen an IAS 12 »Ertragsteuern«: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion resultieren | 1. Januar 2023 | 1. Januar 2023 |
| IFRS 17 »Versicherungsverträge« | 1. Januar 2023 | 1. Januar 2023 |
| Änderungen an IFRS 17 »Versicherungsverträge«: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen | 1. Januar 2023 | 1. Januar 2023 |
Die Auswirkungen der oben genannten neue Standards oder Änderungen an Verlaufbarungen werden derzeit eroiert. Bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022 wurden keine neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen verabschiedet und von der EU in europäisches Recht übernommen (»endorsed«).
Bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022 wurden die folgenden neuen und geänderten Standards und Interpretationen verabschiedet, die noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen wurden (»endorsed«). Es werden nur die neuen Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB dargestellt, die aufgrund der momentanen Geschäftstätigkeit der ecotel theoretisch Auswirkungen haben könnten. Diese treten jedoch erst später in Kraft und werden nicht vorzeitig angewendet.
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| Standard / Interpretation | Erstmalige Pflichtanwendung nach IASB | Erstmalige Pflichtanwendung in der EU |
|---|---|---|
| Änderungen an IAS 1 »Darstellung des Abschlusses«: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig - Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts Langfristige Verbindlichkeiten mit Nebenbedingungen | 1. Januar 2024 | ausstehend |
| Änderungen an IFRS 16 »Leasingverhältnisse«: Leasingverbindlichkeiten bei Sale-and-Leaseback-Transaktionen | 1. Januar 2024 | ausstehend |
Konsolidierungsgrundsätze
Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis eines erworbenen Tochterunternehmens wird auf die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verteilt. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wurde. Eine Beherrschung setzt voraus, dass der Konzern die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen besitzt, indem der Konzern über substanzielle Rechte verfügt, die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten des Tochterunternehmens zu steuern. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden - unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Goodwill angesetzt. Ein verbleibender passivischer Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam erfasst. Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens werden ab dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens bleiben bis zu dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet. Im Rahmen der Endkonsolidierung werden die Restbuchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte bei der Berechnung des Abgangserfolgs berücksichtigt. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. In Einzelabschlüssen vorgenommene Abschreibungen bzw. Zuschreibungen auf Anteile an einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich zurückgenommen. Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Danach werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des Unternehmens erfasst. Der mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Die Abschlüsse der assoziierten Unternehmen werden zum selben Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen. Das gesamte net investment (At-equity-Wert inkl. finanzieller Vermögenswerte gegen diese Unternehmen, für die keine angemessenen Sicherheiten bestehen) wird bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest nach IAS 28 in Verbindung mit IAS 36 unterzogen.
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss sind neben der ecotel communication ag alle (Vorjahr: alle) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die ecotel communication ag unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte und über substanzielle Rechte verfügt, die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten des Tochterunternehmens zu steuern. Die Erst- bzw. Entkonsolidierung erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Anteilserwerbs bzw. der Anteilsveräußerung. Aufgrund der Veräußerung sämtlicher Anteile an der easybell GmbH gehören die easybell GmbH sowie ihre Tochtergesellschaften seit dem 17. November 2022 nicht mehr zum Konsolidierungskreis. Für weitere Details und Angaben zur Entkonsolidierung der easybell-Gruppe wird auf Angabe Nr. 24 verwiesen. Im Geschäftsjahr hielt die ecotel communication ag direkt und indirekt die folgenden Beteiligungen (Anteilsbesitzliste, Basis sind der Abschluss zum 31. Dezember 2022 von nacamar sowie mvneco und die Zwischenabschlüsse zum 17. November 2022 der Gesellschaften der easybell-Gruppe):
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| Angaben erfolgen auf Basis von IFRS | Anteil am Kapital in % 2 |
Eigenkapital in TEUR 2 |
Ergebnis in TEUR 2 |
Umsatz in TEUR 2 |
Mitarbeiter 1 (Durchschnitt) 2 |
|---|---|---|---|---|---|
| easybell GmbH, Berlin (vollkonsolidier bis 17.11.2022) | 0 | - | 5.577 | 22.455 | 68 |
| (50,98) | (8.836) | (7.522) | (22.235) | (58) | |
| carrier-services.de GmbH 3, Berlin (vollkonsolidiert) | 100,00 | - | 303 | 1.143 | 0 |
| (100,00) | (347) | (281) | (1.283) | (4) | |
| sparcall GmbH 3, Bad Belzig (vollkonsolidiert) | 100,00 | - | 228 | 449 | 0 |
| (100,00) | (383) | (210) | (660) | (0) | |
| init.voice GmbH 3, Bad Belzig (vollkonsolidiert) | 100,00 | - | 398 | 1.259 | 0 |
| (100,00) | (747) | (552) | (1.612) | (0) | |
| nacamar GmbH, Düsseldorf (vollkonsolidiert) 4 | 100,00 | 586 | 188 | 1.173 | 7 |
| (100,00) | (645) | (128) | (2.231) | (9) | |
| mvneco GmbH, Düsseldorf (assoziiertes Unternehmen) | 33,33 | 3.802 | 430 | 7.292 | 30 |
| (33,33) | (3.373) | (788) | (7.075) | (25) |
1 Ohne Vorstände/Geschäftsführer und Auszubildende
2 Vorjahreszahlen in Klammern
3 Indirekte Beteiligung im Vorjahr über die easybell GmbH
4 Beim Ergebnis wurde keine Gewinnabführung/Verlustübernahme berücksichtigt
Konzernabschlussstichtag für die Aufstellung des Konzernabschlusses ist der 31. Dezember, der zugleich auch Stichtag für den Jahresabschluss des Mutterunternehmens und aller vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ist.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Im Folgenden werden die für den Konzernabschluss wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläutert.
Die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind, mit Ausnahme der Auswirkungen aus den erstmals anzuwendenden Standards und Interpretationen, unverändert zum Vorjahr:
Vermögenswerte werden aktiviert, wenn alle wesentlichen mit der Nutzung verbundenen Chancen und Risiken dem Konzern zustehen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Anschaffungskosten umfassen alle Gegenleistungen, die aufgebracht wurden, um einen Vermögenswert zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzungsverlauf eher entspricht.
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein künftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, werden mit ihren Herstellungskosten bewertet. Eine Aktivierung setzt daneben voraus, dass eine Fertigstellung technisch sichergestellt ist. Das setzt auch voraus, dass beabsichtigt wird, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen. In der Regel handelt es sich bei den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten der ecotel ag um selbst erstellte Software, Applikationen und Anwendungen, die nicht verkauft, sondern eigengenutzt werden (u. a. Entwicklung rund um den eigenen Teilnehmernetzbetrieb, dem Partnerportal für Vertriebspartner sowie Automatisierung von Systemen und deren Verbesserung). Die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte der nacamar GmbH beinhalten auch Software, die zur Erbringung von Services und Dienstleistung an Kunden entwickelt wird. Folgende Nutzungsdauern liegen der Bewertung regelmäßig zugrunde:
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| Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte | Entwicklungskosten | Software | Kundenstamm |
|---|---|---|---|
| 3 - 5 Jahre | 5 - 15 Jahre | 3 - 7 Jahre | 6 - 18 Jahre |
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die immateriellen Vermögenswerte außerplanmäßig abgeschrieben. Der aus einem Vermögenswert erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus Nettoverkaufserlös und Barwert der künftigen dem Vermögenswert zuzuordnenden Zahlungsströme (Nutzungswert).
Es wird keine Grundlagenforschung in der ecotel ag betrieben. Entwicklungskosten werden dann aktiviert und linear abgeschrieben, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung voraus, dass eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist, die Kosten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden und die Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen, vorhanden ist. Weitere Informationen sind im Konzernlagebericht unter Kapitel 4. Forschung und Entwicklung zu finden.
Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Konsolidierung werden bei Anzeichen für eine Wertminderung, mindestens aber einmal jährlich, einem Wertminderungstest auf der betreffenden Cash Generating Unit unterzogen. Nach IAS 36 ist der Buchwert dem erzielbaren Betrag gegenüberzustellen. Der erzielbare Betrag definiert sich dabei als der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert.
Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um nutzungsbedingte planmäßige Abschreibungen und gegebenenfalls außerplanmäßige Wertminderungen, bewertet. Sachanlagen werden grundsätzlich linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzungsverlauf eher entspricht. Das Sachanlagevermögen (andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) wird regelmäßig über 3 - 7 Jahre abgeschrieben. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die Sachanlagen außerplanmäßig abgeschrieben. Sind die Gründe für in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Wertminderungen entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.
Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen sind die gewährten Rechte an einem Leasinggegenstand, diesen während der vereinbarten Vertragslaufzeit zu nutzen (right-of-use). Das Recht der Nutzung wird dem Leasingnehmer zu Beginn des Leasingverhältnisses vom Leasinggeber übertragen. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und enthalten den Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und etwaiger Rückbauverpflichtungen. Das Nutzungsrecht wird grundsätzlich linear über die zugrundliegende Vertragslaufzeit abgeschrieben. Ecotel hat Nutzungsrechte an langfristig angemieteten Immobilien zum Betrieb des Rechenzentrums sowie der Verwaltung, langfristig angemieteter Netzinfrastruktur (Backbone) und langfristig angemietetem Fuhrpark. Dabei werden Immobilien in der Regel zwischen 5 - 10 Jahre, die Netzinfrastruktur und der Fuhrpark grundsätzlich für 3 Jahre angemietet. Für Leasingverhältnisse von geringem Wert (Büro- und EDV-Geräte wie Kopierer, Faxgeräte u. ä.) oder kurzfristiger Dauer (weniger als zwölf Monate) wird von der Anwendungserleichterung Gebrauch gemacht und der Aufwand direkt erfasst.
Aktivierte Vertragskosten setzen sich aus den zusätzlichen Kosten, die bei der Anbahnung eines Vertrages anfallen (Vertragsanbahnungskosten), sowie den Kosten, die durch die Erfüllung eines Vertrages mit dem Kunden entstehen (Vertragserfüllungskosten), zusammen, sofern diese nicht in den Anwendungsbereich eines anderen Standards fallen. Die Vertragsanbahnungskosten (im Wesentlichen externe Abschlussprovisionen für Vertriebspartner) werden als Vermögenswert aktiviert, wenn von einem zukünftigen Ausgleich der Kosten ausgegangen werden kann, die Kosten nur im Zusammenhang eines Vertragsabschlusses angefallen sind und dem Kundenvertrag direkt zuzuordnen sind. Aufwendungen, die ausschließlich kurzfristigen Leistungsverpflichtungen zugehörig sind, werden direkt erfolgswirksam erfasst. Die Vertragserfüllungskosten werden als Vermögenswert aktiviert, wenn die nachstehenden Voraussetzungen kumuliert erfüllt sind: Die Kosten sind einem bestehenden oder erwarteten Vertrag direkt zuzuordnen oder fallen bei einer bevorstehenden Vertragsverlängerung an, die entstandenen Kosten tragen zu der Erfüllung der Leistungsverpflichtung bei und schaffen bzw. verbessern die Ressourcen des Unternehmens und ein Kostenausgleich in Zukunft ist zu erwarten. Die aktivierten Vertragskosten werden planmäßig linear abgeschrieben. Bei der Ermittlung der durchschnittlichen Kundenbindungsdauer (5 Jahre) bei den Vertragsanbahnungskosten wird davon ausgegangen, dass ein Teil der Kunden die ursprüngliche Vertragslaufzeit verlängert. Bei Vertragserfüllungskosten wird die durchschnittliche Vertragslaufzeit (3 - 6 Jahre) abhängig von der Art der Leistungsverpflichtung und der Zugehörigkeit zu den operativen Segmenten herangezogen. Der Ausweis der Abschreibungen auf Vertragsanbahnungskosten wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und auf Vertragserfüllungskosten im Materialaufwand ausgewiesen und ist daher Bestandteil des operativen Ergebnisses. Bei wesentlichen Änderungen der zugrundeliegenden Annahmen werden die Nutzungsdauern oder andere Parameter angepasst. Ein Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst, sobald der Buchwert der aktivierten Vertragskosten höher ist als der verbleibende Teil der Gegenleistung, auf die sich die aktivierten Kosten beziehen, abzüglich der Vertragserfüllungskosten. Die aktivierten Vertragskosten werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte werden bei erstmaliger Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung angefallener Transaktionskosten bilanziert und entsprechend fortgeführt. Die Forderungen stellen dabei einen unbedingten Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung dar. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben ausnahmslos kurzfristigen Charakter. In Fremdwährung valutierende Forderungen werden zum Briefkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Wertberichtigungen betreffen nur die Hauptkategorie »fortgeführte Anschaffungskosten (AC)« und beziehen sich ausschließlich auf kurzfristige Vermögenswerte. Das Geschäftsmodell sieht im Moment das Halten der Forderungen vor, sodass keine wesentlichen Auswirkungen aus einer anderen Klassifizierung resultieren. Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen. Nach IFRS 9 wird zur Wertminderung das vereinfachte Modell angewendet, da der Konzern nur Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente hat. Der Konzern wendet dazu den vereinfachten Ansatz an und nutzt die zulässige praktische Erleichterung. Die Bewertung des zu erwartenden Kreditausfallsrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt durch die Nutzung einer Wertminderungsmatrix.
Vertragsvermögenswerte werden erfasst, wenn ein bedingter Anspruch gegenüber den Kunden auf Erhalt einer Gegenleistung vorliegt. Der Anspruch resultiert dabei aus der Übertragung der Dienstleistung auf den Kunden, bevor dieser die vertraglich vereinbarte Gegenleistung zahlt oder diese fällig gestellt wird. Eine Wertminderung des Vertragsvermögenswertes wird nach dem vereinfachten Modell des IFRS 9 geprüft. Die derzeitige Restlaufzeit beträgt ein bis zwei Jahre.
Vorausbezahlte Versicherungsprämien sowie Vorauszahlungen an Lieferanten für künftige zeitlich definierte Leistungen werden als sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte abgegrenzt.
Die Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen, die auf vergangenen Geschäftsvorfällen oder vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe oder Fälligkeit unsicher ist. Die Rückstellungen werden mit dem wahrscheinlichen Erfüllungsbetrag angesetzt.
Verbindlichkeiten (Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, nicht-finanzielle Verbindlichkeiten) werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens in der Regel mit dem Betrag der erhaltenen Gegenleistung angesetzt; dabei werden angefallene Transaktionskosten bei finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, berücksichtigt. In der Folge werden die Verbindlichkeiten mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aus Mietkaufvereinbarungen werden zum Bereitstellungszeitpunkt mit dem Barwert der zu erwarteten Zahlungen bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Dabei wird der Buchwert mit dem im Vertrag zugrundeliegenden Zinssatz aufgezinst und um die geleisteten Zahlungen reduziert. In Fremdwährung valutierende Verbindlichkeiten werden zum Geldkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Latente Steuern werden auf unterschiedliche Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz und den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften gebildet, soweit diese unterschiedlichen Wertansätze künftig zu einem höheren oder niedrigeren zu versteuernden Einkommen führen, als dies unter Maßgabe der Konzernbilanz der Fall wäre. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Ausländische Konzerngesellschaften bestehen derzeit nicht.
Leasingverbindlichkeiten stellen die noch nicht geleisteten Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Leasinggeber für die gewährten Nutzungsrechte (right-of-use) an einem Leasinggegenstand dar. Die Leasingverbindlichkeiten werden zum Bereitstellungszeitpunkt mit dem Barwert der zu erwarteten Leasingzahlungen bewertet. Die Leasingzahlungen sind über die Gesamtlaufzeit gleichbleibende Zahlungen. Erwartete Restwertzahlungen, der Ausübungspreis einer Kaufoption sowie Vertragsstrafen für vorzeitige Kündigungen des Leasingverhältnisses sind ebenfalls zu berücksichtigen. Variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zins gekoppelt sind, bestehen nicht. Die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst. Die Leasingverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der effektiven Zinsmethode bewertet. Der Zinsanteil der Leasingverbindlichkeit wird über die Vertragslaufzeit erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen werden bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen, wenn die Ausübung der Optionen hinreichend sicher sind. Die Verlängerungsoptionen bestehen nur bei den angemieteten Immobilien. Beim Fuhrpark wird der Portfolioansatz angewandt. Bei Bestehen eines Unterleasingverhältnisses wird das Hauptleasingverhältnis und das Unterleasingverhältnis separat bilanziert, wenn ecotel als zwischengeschalteter Leasinggeber auftritt. Das Unterleasingverhältnis wird auf Grundlage seines Nutzungsrechtes aus dem Hauptleasingverhältnis und auf Grundlage des zugrundliegenden Vermögenswertes eingestuft. Die ecotel hat nur Unterleasingverhältnisse, die als Operate-Leasingverhältnis klassifiziert sind. Die Leasingverbindlichkeiten werden nach Fälligkeit in kurz- und langfristig unterschieden.
Vertragsverbindlichkeiten sind die vom Kunden bereits erhaltenen Zahlungen für die künftige Übertragung von Dienstleistungen oder der unbedingte Anspruch des Kunden auf eine bestimmte Gegenleistung. Die Vertragsverbindlichkeiten stellen damit die Verpflichtung dar, eine Leistung gegenüber dem Kunden zu erbringen. Der Ansatz erfolgt, sobald eines der nachstehenden Kriterien erfüllt ist: Der Kunde zahlt oder die Zahlung wird fällig. Die Erfüllung der Leistungsverpflichtung und damit die Erfassung als Umsatz erfolgt, abhängig von der Art der Leistungsverpflichtung und der Zugehörigkeit zu den operativen Segmenten, innerhalb der durchschnittlichen Vertragslaufzeit (3 - 6 Jahre). Die Vertragsverbindlichkeiten werden nach Fälligkeit in kurz- und langfristig unterschieden.
Anteilsbasierte Vergütungspläne mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden im Zeitpunkt der Gewährung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Vergütungsvereinbarungen zum Gewährungszeitpunkt werden dienst- und marktunabhängige Leistungsbedingungen nicht berücksichtigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bedingungen erfüllt werden, wird jedoch im Rahmen der bestmöglichen Schätzung in Bezug auf die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die mit Ablauf des Erdienungszeitraums unverfallbar werden, beurteilt. Leistungsbedingungen werden im beizulegenden Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt berücksichtigt. Alle anderen mit einer Vergütungsvereinbarung verbundenen Ausübungsbedingungen, ohne eine damit zusammenhängende Dienstzeitbedingung, werden als Nichtausübungsbedingung angesehen. Nichtausübungsbedingungen werden im beizulegenden Zeitwert einer Vergütungsvereinbarung berücksichtigt und führen zu einer sofortigen aufwandswirksamen Erfassung.
Die Bewertung der ausgegebenen Aktienoptionen an den Vorstand und ausgewählte Arbeitnehmer erfolgt durch die Monte-Carlo-Simulation. Der Gesamtwert der ausgegebenen Aktienoptionen wird über die Sperrfrist des Aktienoptionsplans (4 Jahre) ergebniswirksam im Personalaufwand erfasst und mit der Kapitalrücklage verrechnet.
Die Umsatzerlöse setzen sich aus Umsätzen aus Verträgen mit Kunden sowie Leasingerträgen aus Mietleasingverhältnissen zusammen. Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden entsprechend der Vorschriften des IFRS 15 realisiert. Die Ermittlung sowie die Erfassung der Erlöse erfolgt dabei anhand des in IFRS 15 erläuterten fünfstufigen Modells. Die Umsatzerlöse werden dann realisiert, wenn die vertragliche Leistungsverpflichtung durch die Übertragung des Guts bzw. der Dienstleistung erfüllt ist und der Kunde die Kontrolle darüber erhalten hat. Die Kontrolle über den Nutzen kann über einen Zeitraum oder an einem bestimmten Zeitpunkt übergehen. Der Zeitpunkt, an dem die Leistungsverpflichtung erfüllt wird, ist grundsätzlich dann, wenn die Leistung erbracht ist bzw. die Nutzung durch den Kunden erfolgt. Die Bewertung der Umsatzerlöse erfolgt zum Transaktionspreis. Der Transaktionspreis wird in Relation zum Einzelveräußerungspreis gesetzt und stellt die Gegenleistung des Kunden für die vom Konzern erfüllte Leistungsverpflichtung dar. Finanzierungskomponenten und variable Gegenleistungen bestehen nicht, alle Gegenleistungen sind kurzfristig zahlbar. Für Verträge, die mehr als eine einzelne Leistungskomponente enthalten (sog. Mehrkomponentenverträge), ist der zu bestimmende Transaktionspreis bei Vertragsabschluss auf die separaten Leistungsverpflichtungen innerhalb eines Vertrages mittels der Einzelveräußerungspreise dieser Leistungsverpflichtungen zu verteilen. Die vertraglichen Leistungsverpflichtungen bestehen aus bereits gezahlten Beträgen und die Auflösung erfolgt im Wesentlichen aus festen Beträgen. Rücknahme-, Erstattungs- oder ähnliche Verpflichtungen bzw. bill-and-hold Vereinbarungen bestehen nicht.
Im Folgenden wird die Umsatzrealisierung anhand der Geschäftsmodelle der einzelnen operativen Segmente im Detail beschrieben:
Im Segment ecotel Geschäftskunden erfolgt die Erfassung der Umsatzerlöse im Wesentlichen wie folgt:
Im Wesentlichen handelt sich bei den Kundenverträgen in diesem Segment um folgende Leistungsverpflichtungen, die eine definierte Mindestvertragslaufzeit haben. Neben der Bereitstellung einer kundenspezifischen Datenleitung (inkl. notwendiger Hardwarekomponenten), mit oder ohne weiteren Services, wie etwa Sprachübertragung (All-IP) oder Sicherheitsmerkmale (z. B. VPN-Service), werden als Mehrkomponentenvertrag auch von einem Drittanbieter erworbene Sprachanschlüsse angeboten, die keine Mehrkomponentenverträge beinhalten. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die monatliche Bereitstellung der Sprachanschlüsse, Minuten bzw. Minutenflatrates.
Generell erfolgt die von IFRS 15 geforderte Verteilung des Transaktionspreises in Relation zu den Einzelveräußerungspreisen der Leistungsverpflichtungen. Hierbei werden die Einnahmen, die zu keiner Leistungsverpflichtung gehören, sowie die Einnahmen, bei denen die Leistungsverpflichtung nicht überwiegend zu Beginn erbracht wird, in Zukunft über die Laufzeit des Vertrags als Umsatz realisiert. Der Transaktionspreis für den Vertrag bildet sich aus der Summe aller Bereitstellungsentgelte und den monatlichen Entgelten multipliziert mit der durchschnittlichen Vertragslaufzeit. Der Kunde hat aus den Mehrkomponentenverträgen einen kontinuierlichen Nutzenzufluss, somit wird der Umsatz zeitraumbezogen über die Vertragslaufzeit realisiert. Da die Leistungen innerhalb der durchschnittlichen Vertragslaufzeit gleichmäßig erbracht werden, ist der auf diese beiden Leistungsverpflichtungen allokierte Transaktionspreis monatlich gleichmäßig als Umsatz zu realisieren.
Eventuell im Voraus berechnete und dem Kunden vertraglich vereinbart in Rechnung gestellte Anteile (z. B. im Voraus berechnete monatliche Entgelte), die noch nicht erbracht oder bereitgestellt wurden, werden durch entsprechende Umsatzabgrenzungen periodengerecht in den Umsatzerlösen erfasst. Umsatzerlöse aus Verträgen für nach Zeit- und Materialaufwand abgerechnete Leistungen werden mit dem Erbringen von Arbeitsstunden und dem Anfallen direkter Kosten zum vertraglich festgelegten Stundensatz erfasst.
Aus der Bereitstellung von Hardware und Rechenzentrumsleistungen werden Umsätze je nach vertraglicher Vereinbarung entweder bei Bereitstellung oder in Form von monatlichen Entgelten erfasst. Die monatlichen Entgelte werden zeitpunktbezogen erfasst. Der Erlös, der in der Regel bei der durchgeführten einmaligen Installation der vorkonfigurierten Hardware (z. B. Router) entsteht, wird zeitraumbezogen erfasst. Die dem Kunden zur Verfügung gestellte Hardware verbleibt dabei im Eigentum der ecotel und wird als Netzbestandteil (Endpunkt beim Kunden) bei der ecotel aktiviert. Der Router bildet die Grundlage zur Nutzung der monatlichen Dienstleistung in Form der Bereitstellung von Sprach- bzw. Datenanschlüssen.
Im Segment ecotel Wholesale erfolgt die Erfassung der Umsatzerlöse des Minutenhandels (Wholesale Voice), wenn die vertraglichen Leistungsverpflichtungen erbracht wurden und das ist stets zeitpunktbezogen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um einen Handel mit Sprachminuten für verschiedene national und international agierende Telekommunikationsanbieter. Die Erfassung der Leistungen erfolgt in einem Statistikportal. Diese werden regelmäßig mit den Lieferanten bzw. Kunden abgeglichen und monatlich fakturiert. Aufgrund der Marktbedingungen im Handel mit Sprachminuten handelt es sich um ein margenschwaches Geschäft. Für die Gestaltung der Verkaufspreise und die Vertragserfüllung (dazu gehören die Bereitstellung und Überwachung der technischen Plattform sowie die Generierung und kaufmännische Abwicklung) gegenüber ihren Kunden ist ecotel eigenverantwortlich. Das Forderungsausfallrisiko wird vollumfänglich von ecotel getragen. Somit erfüllt das Segment ecotel Wholesale die Kriterien eines Prinzipals für den Bereich Voice. Die Erfassung der Umsatzerlöse aus der Vermarktung von margenstarken Datenleitungen (Wholesale Data) erfolgt analog zum Segment ecotel Geschäftskunden.
Das Geschäftsmodell im Segment easybell ist dem Grunde nach mit dem Geschäftsmodell des Segments ecotel Geschäftskunden vergleichbar. Lediglich die Zielgruppe ist ein andere. Hier werden neben kleinen Geschäftskunden auch Privatkunden adressiert. Daneben betreibt das Segment easybell ein Routermietmodell (→ www.routermiete.de). Die Leasingerträge aus diesem Geschäftszweig werden als Operate Leasing klassifiziert. Die Umsatzerlöserfassung erfolgt daher nach den gleichen Grundsätzen wie im Segment ecotel Geschäftskunden.
Im Segment nacamar erfolgt die Umsatzerlöserfassung, wenn die Leistungsverpflichtungen erbracht wurden. Die Erfüllung erfolgt dabei stets zeitpunktbezogen. Eventuell im Voraus berechnete und dem Kunden vertraglich vereinbart in Rechnung gestellte Anteile (z. B. im Voraus berechnete monatliche Entgelte), die noch nicht erbracht oder bereitgestellt wurden, werden durch entsprechende Umsatzabgrenzungen periodengerecht in den Umsatzerlösen erfasst. Umsatzerlöse aus Verträgen für nach Zeit- und Materialaufwand abgerechnete Leistungen werden mit dem Erbringen von Arbeitsstunden (Übertragung der Dienstleistung) und dem Anfallen direkter Kosten zum vertraglich festgelegten Stundensatz erfasst.
Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Innerhalb des Finanzergebnisses werden auch die nicht mit dem Eigenkapital verrechenbaren Kosten der Kapitalbeschaffung ausgewiesen. Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen wird gesondert innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen.
Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen sowie Schätzungen verwandt worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben. Die Ermessensentscheidungen beziehen sich im Wesentlichen auf die bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von Zahlungsmittel generierenden Einheiten zugrundeliegenden Parameter.
Des Weiteren wurden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bezüglich der Ermittlung, Erfassung und Bewertung der Umsatzerlöse aus Kundenverträgen nach IFRS 15 getroffen. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf den Zeitraum der Übertragung der Dienstleistungen an den Kunden bei den aktivierten Vertragskosten sowie der Überlegungen zur Abgrenzung zwischen Prinzipal und Agent.
Für die Anwendung des IFRS 16 wurde der Grenzfremdkapitalzinssatz auf der Grundlage der Risikoklassifizierung bestimmt. Dieser variiert je nach Leasinggegenstand zwischen 2 - 3 %. Der Grenzfremdkapitalzinssatz basiert dabei auf dem Bonitätsrating der ecotel und unter Einbeziehung externer Finanzierungsquellen. Zusätzlich wurden Annahmen bei Verträgen mit Verlängerungsoptionen getroffen.
Für die anteilsbasierten Vergütungspläne nach IFRS 2 wurde zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Aktienoptionen die Monte-Carlo-Simulation verwendet. Innerhalb der Simulation wurden Annahmen und Schätzungen zu verschiedenen Bedingungen wie Marktpreisen, Leistungsbedingungen, Verzinsungen, Fluktuationen und erwartete Volatilitäten getroffen.
Die der jeweiligen Schätzung zugrundeliegenden Annahmen und die entsprechenden Buchwerte sind in den einzelnen Posten der Konzern-Bilanz sowie der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erläutert. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Solche Abweichungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Beträchtliche Risiken im Sinne des IAS 1.125, die Annahmen und Schätzungen innewohnen könnten, wurden bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses nicht identifiziert.
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
(1) Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:
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| TEUR | Geschäfts- oder Firmenwerte | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | Kundenstamm | Geleistete Anzahlungen / Entwicklungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2022 | 14.427 | 8.676 | 5.966 | 9.769 | 822 | 39.660 |
| Zugänge | - | 473 | 436 | - | 1.699 | 2.608 |
| Umbuchungen | - | 1.500 | 860 | - | - 2.360 | 0 |
| Abgänge | - | 358 | - | - | - | 358 |
| Konzernkreisänderungen | - 143 | - 1.415 | - 934 | - 195 | - 161 | -2.848 |
| Stand 31.12.2022 | 14.285 | 8.875 | 6.328 | 9.574 | 0 | 39.062 |
| Abschreibungen Stand 1.1.2022 | 5.553 | 6.117 | 3.897 | 9.328 | 0 | 24.895 |
| Abschreibung | - | 747 | 738 | 143 | - | 1.628 |
| Abgänge | - | 358 | - | - | - | 358 |
| Konzernkreisänderungen | - | - 1.239 | - 67 | - 195 | - | - 1.501 |
| Stand 31.12.2022 | 5.553 | 5.267 | 4.569 | 9.276 | - | 24.665 |
| Buchwerte Stand 31.12.2022 | 8.732 | 3.609 | 1.759 | 298 | 0 | 14.397 |
Im Vorjahr entwickelten sich die immateriellen Vermögenswerte wie folgt:
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| TEUR | Geschäfts- oder Firmenwerte | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | Kundenstamm | Geleistete Anzahlungen / Entwicklungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2021 | 14.427 | 7.187 | 6.473 | 9.769 | 1.017 | 38.873 |
| Zugänge | - | 506 | 419 | - | 1.680 | 2.605 |
| Umbuchungen | - | 1.186 | 689 | - | - 1.875 | 0 |
| Abgänge | - | 203 | 1.615 | - | - | 1.818 |
| Stand 31.12.2021 | 14.427 | 8.676 | 5.966 | 9.769 | 822 | 39.660 |
| Abschreibungen Stand 1.1.2021 | 5.553 | 5.697 | 4.720 | 9.185 | 0 | 25.155 |
| Abschreibung | - | 623 | 792 | 143 | - | 1.558 |
| Abgänge | - | 203 | 1.615 | - | - | 1.818 |
| Stand 31.12.2021 | 5.553 | 6.117 | 3.897 | 9.328 | 0 | 24.895 |
| Buchwerte Stand 31.12.2021 | 8.874 | 2.559 | 2.069 | 441 | 822 | 14.765 |
Der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich wie folgt zusammen:
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| Cash-Generating Unit (CGU) TEUR |
Buchwert 31.12.2021 | Buchwert 31.12.2022 |
|---|---|---|
| Geschäftskunden | 8.732 | 8.732 |
| easybell 1 | 124 | 0 |
| carrier-services 1 | 17 | 0 |
| init.voice 1 | 1 | 0 |
| 8.874 | 8.732 |
1 Aufgrund der Entkonsolidierung des operativen Segments easybell im Geschäftsjahr reduziert sich der Geschäfts- oder Firmenwert zum 31. Dezember 2022 um den Anteil der verkauften CGU.
Gemäß IAS 36 wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertminderungstests nach der Discounted-Cashflow-Methode für die Prüfung der Werthaltigkeit der ausgewiesenen Geschäfts- und Firmenwerte durchgeführt. Hierfür wurden die Daten der jeweiligen Unternehmensplanung zugrunde gelegt (Prognosezeitraum: 5 Jahre) und der Nutzungswert ermittelt. Im Geschäftsjahr 2022 ergab sich ebenso wie im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf.
Folgende Annahmen wurden bei der Durchführung des Impairmenttests der CGU Geschäftskunden zugrunde gelegt:
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| ― | Kapitalisierungszinssatz (WACC) nach Steuern: 4,6 % (Vorjahr: 3,0 %), vor Steuern: 6,7 % (Vorjahr: 4,3 %) |
| ― | Wachstumsrate (ewige Rente): 0,5 % (Vorjahr: 0,5 %) |
Bei der Erstellung des Impairmenttests der CGU Geschäftskunden wurden folgende wesentliche Annahmen aus der Erfahrung des Managements, gestützt durch externe Informationen über erwartete Marktentwicklungen, getroffen, die in die 5-Jahres-Betrachtung für die Cashflow-Prognose entsprechend eingeflossen sind:
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| ― | Entwicklung der Rohertragsmarge der CGU zwischen 59 % und 62 % (Vorjahr: 58 % und 62 %), |
| ― | Jährliches Umsatzwachstum der CGU zwischen 4 % und 10 % (Vorjahr: 3 % und 6 %), |
| ― | Das künftige jährliche Investitionsvolumen deckt die jährlichen Abschreibungen. |
Eine Anhebung des WACC um 10 %-Punkte würde nicht zu einem Impairment führen.
(2) Sachanlagen
Die Sachanlagen haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:
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| TEUR | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 | Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2022 | 6.499 | 392 | 32.846 | 318 | 40.055 |
| Zugänge | 298 | 104 | 2.026 | 453 | 2.881 |
| Umbuchungen | 165 | - | 12 | - 177 | 0 |
| Abgänge | 197 | - | 1.866 | 18 | 2.081 |
| Konzernkreisänderungen | - 30 | - 496 | - 5.662 | - 292 | - 6.480 |
| Stand 31.12.2022 | 6.735 | 0 | 27.355 | 284 | 34.374 |
| Abschreibungen Stand 1.1.2022 | 5.642 | 248 | 25.459 | 220 | 31.569 |
| Abschreibungen | 214 | 39 | 3.521 | - | 3.774 |
| Wertminderungen | - | - | - | - | 0 |
| Abgänge | 197 | - | 1.855 | - | 2.052 |
| Konzernkreisänderungen | - 23 | - 287 | -3.846 | - | - 4.155 |
| Stand 31.12.2022 | 5.636 | 0 | 23.279 | 220 | 29.135 |
| Buchwerte Stand 31.12.2022 | 1.099 | 0 | 4.076 | 63 | 5.239 |
1 In dieser Position ist Kunden-Equipment (z. B. Kundenrouter/Gateways) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2021 stellte sich die Entwicklung des Sachanlagevermögens des Konzerns wie folgt dar:
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| TEUR | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 | Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2021 | 6.143 | 316 | 31.257 | 668 | 38.384 |
| Zugänge | 308 | 75 | 2.048 | 135 | 2.566 |
| Umbuchungen | 127 | - | 358 | - 485 | 0 |
| Abgänge | 79 | - | 818 | - | 897 |
| Stand 31.12.2021 | 6.499 | 392 | 32.846 | 318 | 40.055 |
| Abschreibungen Stand 1.1.2021 | 5.497 | 200 | 21.954 | 220 | 27.871 |
| Abschreibungen | 224 | 48 | 4.323 | - | 4.595 |
| Wertminderungen | - | - | - | - | - |
| Abgänge | 79 | - | 818 | - | 897 |
| Stand 31.12.2021 | 5.642 | 248 | 25.459 | 220 | 31.569 |
| Buchwerte Stand 31.12.2021 | 857 | 144 | 7.387 | 98 | 8.486 |
1 In dieser Position ist Kunden-Equipment (z. B. Kundenrouter/Gateways) enthalten.
Die erworbenen Vermögenswerte unterliegen, soweit noch nicht gezahlt, den üblichen Eigentumsvorbehalten.
(3) Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
Im Nachfolgenden wird die Entwicklung der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen aufgestellt:
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| TEUR | Nutzungsrechte Gebäude | Nutzungsrechte Fahrzeuge | Nutzungsrechte Infrastruktur | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2022 | 9.437 | 837 | 207 | 10.481 |
| Zugänge | 353 | 141 | - | 494 |
| Umbuchungen | - | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - | - |
| Konzernkreisänderungen | - 1.550 | - | - | - 1.550 |
| Stand 31.12.2022 | 8.240 | 978 | 206 | 9.425 |
| Abschreibungen Stand 1.1.2022 | 3.262 | 576 | 108 | 3.946 |
| Abschreibungen | 1.032 | 173 | 42 | 1.248 |
| Wertminderungen | - | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - | - |
| Konzernkreisänderungen | - 1.218 | - | - | - 1.218 |
| Stand 31.12.2022 | 3.076 | 750 | 150 | 3.976 |
| Buchwerte Stand 31.12.2022 | 5.164 | 228 | 56 | 5.449 |
Bei den Gebäuden handelt es sich um langfristig angemietete Immobilien zum Betrieb des Rechenzentrums sowie der Verwaltung. Die Fahrzeuge sind der langfristig angemietete Fuhrpark der ecotel und die Infrastruktur zeigt die langfristig gemietete Netzinfrastruktur (Backbone).
Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse betrug im Geschäftsjahr 2022 TEUR 526 (Vorjahr: TEUR 691). Der Aufwand für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte betrug im Geschäftsjahr TEUR 28 (Vorjahr: TEUR 37).
Die Leasingverpflichtungen aus Betriebs- und Geschäftsausstattung resultierten im Wesentlichen aus Leasingverträgen von Firmenfahrzeugen. Die übrigen Mietverträge umfassten im Wesentlichen die Miete von Büroflächen sowie des Rechenzentrums. Bei diesen Mietverträgen bestehen zum Teil Verlängerungsoptionen.
Im Vorjahr entwickelten sich die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen wie folgt:
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| TEUR | Nutzungsrechte Gebäude | Nutzungsrechte Fahrzeuge | Nutzungsrechte Infrastruktur | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2021 | 9.399 | 587 | 80 | 10.066 |
| Zugänge | 38 | 250 | 127 | 415 |
| Umbuchungen | - | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - | - |
| Stand 31.12.2021 | 9.437 | 837 | 207 | 10.481 |
| Abschreibungen Stand 1.1.2021 | 2.163 | 389 | 66 | 2.618 |
| Abschreibungen | 1.099 | 188 | 42 | 1.329 |
| Wertminderungen | - | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - | - |
| Stand 31.12.2021 | 3.262 | 577 | 108 | 3.947 |
| Buchwerte Stand 31.12.2021 | 6.175 | 260 | 99 | 6.534 |
(4) Aktivierte Vertragskosten
Die aktivierten Vertragskosten setzen sich aus Kosten der Vertragsanbahnung und der Vertragserfüllung zusammen. Bei den Vertragsanbahnungskosten handelt es sich im Wesentlichen um Provisionen für Vertragsabschlüsse mit Neukunden. Die Vertragserfüllungskosten sind im Wesentlichen Zahlungen für Anschlussleitungen an Vorlieferanten des Konzerns, um den Kunden einen Netzzugang zu verschaffen. Die aktivierten Vertragskosten beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 2.948 (31.12.2021: TEUR 3.335) und setzen sich aus Vertragsanbahnungskosten in Höhe von TEUR 1.063 (31.12.2021: TEUR 762) sowie Vertragserfüllungskosten in Höhe von TEUR 1.885 (31.12.2021: TEUR 2.574) zusammen. Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 1.898 (Vorjahr: TEUR 1.941) und wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. im Materialaufwand erfasst und ausgewiesen. Davon entfallen TEUR 318 (Vorjahr: TEUR 366) auf die Vertragsanbahnungskosten und TEUR 1.580 (Vorjahr: TEUR 1.575) auf die Vertragserfüllungskosten. In der Berichtsperiode gab es keine Wertminderungsaufwendungen.
(5) Nach der Equity-Methode bewertete Finanzanlagen
Die nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
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| TEUR | Buchwert (Vorjahr) | Kapitalanteil (Vorjahr) |
|---|---|---|
| mvneco GmbH | 1.267 | 33,3 % |
| (1.124) | (33,3 %) |
mvneco GmbH
Die mvneco GmbH ist eine strategische Beteiligung der ecotel und fungiert als technischer Dienstleister und Berater für Mobilfunklösungen sowie diesbezügliche Managed Services.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Eckdaten der mvneco GmbH (assoziiertes Unternehmen) dargestellt:
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| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2022 |
|---|---|---|
| Kurzfristiges Vermögen | 3.677 | 4.154 |
| Langfristiges Vermögen | 385 | 381 |
| Kurzfristige Schulden | 689 | 733 |
| Nettoreinvermögen (Eigenkapital) | 3.373 | 3.802 |
| Anteiliges Nettoreinvermögen | 1.124 | 1.267 |
| At-equity-Buchwert | 1.124 | 1.267 |
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| 2021 | 2022 | |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 7.075 | 7.292 |
| Ergebnis | 788 | 430 |
(6) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte
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| TEUR | Restlaufzeit über 1 Jahr | Gesamt 31.12.2021 | Restlaufzeit über 1 Jahr | Gesamt 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 10.600 | 0 | 8.436 |
| Vertragsvermögenswerte | 70 | 121 | 26 | 70 |
| Übrige sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 126 | 358 | 50 | 737 |
| Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte | 135 | 636 | 275 | 951 |
Zum 31. Dezember 2022 werden Vertragsvermögenswerte in Höhe von TEUR 70 (31.12.2021: TEUR 121) ausgewiesen. Der Ausweis von kurz- und langfristigen Vertragsvermögenswerte erfolgt ab dem Geschäftsjahr 2021 auch in der Bilanz. Es kam in 2022 zu keiner Wertminderung. Die Ergebniswirkung der Erhöhung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die der Auflösung von Wertberichtigungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Die Forderungen sind unverzinslich und unterliegen somit keinem Zinsänderungsrisiko. Die Buchwerte entsprechen aufgrund der kurzfristigen Zahlungsziele den beizulegenden Zeitwerten.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Forderungen und Verbindlichkeiten mit Saldierungsvereinbarungen (Settlement balances agreements) mit Kunden und Lieferanten. Im Segment ecotel Wholesale besteht die Geschäftstätigkeit unter anderem aus dem Handel mit Telefonminuten (Wholesale Voice) mit nationalen und internationalen Carriern. Dabei ist die Saldierung als »verkürzte« Zahlung branchenüblich und vertraglich vereinbart. Die Voraussetzungen (IAS 32.42) für einen saldierten Ausweis in der Bilanz lagen nicht vollumfänglich vor.
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| TEUR | Brutto (bilanziert) | Netting | Netto (Zahlungsstrom) |
|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.158 | 4.096 | 62 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.196 | 4.096 | 100 |
Im Vorjahr wurden Forderungen und Verbindlichkeiten mit Saldierungsvereinbarungen (Settlement balances agreements) mit Kunden und Lieferanten folgendermaßen saldiert:
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| TEUR | Brutto (bilanziert) | Netting | Netto (Zahlungsstrom) |
|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6.347 | 6.343 | 4 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.438 | 6.343 | 95 |
(7) Tatsächliche und latente Ertragsteueransprüche
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| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2022 |
|---|---|---|
| Latente Ertragsteueransprüche | 691 | 0 |
| Tatsächliche Ertragsteueransprüche | 1.792 | 1.986 |
| 2.483 | 1.986 | |
| Latente Ertragsteueransprüche mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr | 0 | 0 |
Die tatsächlichen Ertragsteueransprüche betreffen wie im Vorjahr ertragsteuerliche Erstattungsansprüche aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer. Zum 31.12.2022 bestanden keine steuerlichen Verlustvorträge.
(8) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
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| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2022 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten | 12.640 | 66.932 |
| Kassenbestand und Schecks | 0 | 0 |
| 12.640 | 66.932 |
(9) Eigenkapital
Die Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage des Konzerns entsprechen dem gezeichneten Kapital und der Kapitalrücklage des Mutterunternehmens. Der Gesamtwert der ausgegebenen Aktienoptionen wird zeitanteilig über die Sperrfrist des Aktienoptionsplans (4 Jahre) zu Lasten des Personalaufwands in die Kapitalrücklage eingestellt.
Die sonstigen Rücklagen enthalten die kumulierte Gewinnrücklage.
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter betreffen im Vorjahr die direkten Minderheitenanteile am Eigenkapital (49,02 %) der easybell Gruppe. Diese setzt sich aus der easybell GmbH (TEUR 2.541) sowie den indirekten Minderheitenanteilen am Eigenkapital der sparcall GmbH (TEUR 555), der carrier-services.de GmbH (TEUR 1.357) und der init.voice GmbH (TEUR 355) zusammen.
Aggregierte Bilanz der easybell Gruppe zum 31. Dezember 2021:
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| Mio. EUR | 31.12.2021 |
|---|---|
| Gesamtvermögen | 16,6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 10,1 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 1,9 |
| Langfristige Vermögenswerte | 3,8 |
| Gesamtschulden | 16,6 |
| Kurzfristige Schulden | 6,1 |
| Langfristige Schulden | 0,6 |
| Eigenkapital | 14,7 |
Für weitere Details zu der easybell Gruppe wird auf Angabe Nr. 24 verwiesen.
Aktienbesitz
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Namen der Aktionäre, deren Beteiligung am Grundkapital der ecotel communication ag Ende 2022 mehr als 3 % beträgt.
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| 2022 | |
|---|---|
| Peter Zils | 29,91 % |
| Andrey Morozov | 29,99 % |
| CBOSS ORIENT FZ-LLC | 7,83 % |
| Hans Schmier | 3,20 % |
| Zwischensumme: | 70,93 % |
| Streubesitz | 29,07 % |
Berücksichtigt wurden die Meldungen, die in Verbindung mit § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder in Verbindung mit § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a des WpHG zu Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG geführt haben. Die zugrunde liegenden Meldungen sind im Jahresabschluss der ecotel ag im Einzelnen aufgeführt.
Genehmigtes Kapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2021 wurde der Vorstand der ecotel ag ermächtigt, das Grundkapital der ecotel ag mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2026 einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 1.775.000,00 (bisher: EUR 1.755.000,00) gegen Bar- und / oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Im Geschäftsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Bedingtes Kapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 wurde eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu EUR 1.404.000 durch Ausgabe von bis zu 1.404.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien beschlossen (Neufassung des Bedingten Kapitals 2017). Des Weiteren wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 über die Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen (Aktienoptionsplan 2020) und die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2020 entschieden (Bedingtes Kapital 2020).
Kapitalmanagement
Der ecotel Konzern steuert sein Kapital mit dem vorrangigen Ziel, die Geschäftstätigkeit zu unterstützen und die langfristige Unternehmensfortführung zu sichern. Das Kapitalmanagement umfasst sowohl das gesamte bilanzielle Eigen- als auch das zinstragende Fremdkapital. Zusammenfassende quantitative Angaben zum gemanagten Kapital sind der Bilanz sowie den entsprechenden Anhangangaben zu entnehmen. Wichtiges Ziel ist die Einhaltung der mit den Banken vereinbarten Financial Covenants. Diese Financial Covenants bestehen aus der Einhaltung bestimmter Vorgaben bei der Eigenkapitalquote, dem Verhältnis Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA und dem Verhältnis EBITDA zu Umsatzerlösen. Der ecotel Konzern hat im Geschäftsjahr sämtliche Finanzdarlehen getilgt. Die Financial Covenants im Zusammenhang mit den bestehenden Kreditlinien werden im Rahmen der unterjährigen Reportings dennoch weiterhin überprüft. Dabei werden auch künftige Entwicklungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Financial Covenants analysiert, um gegebenenfalls rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.
Bei allen derzeitigen Covenants lag die ecotel im Geschäftsjahr 2022 und zum Bilanzstichtag deutlich innerhalb der vorgegebenen Grenzwerte.
(10) Verbindlichkeiten aus Tatsächlichen und Latenten Ertragsteuern
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| TEUR | Anfangsbestand 1.1.2022 | Verbrauch | Zuführung | Konzernkreisänderungen | Endbestand 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteuern | 1.980 | 1.980 | 6.112 | - | 6.112 |
| Latente Ertragsteuern | 1.146 | 184 | 426 | - 365 | 1.023 |
| 3.125 | 7.135 | ||||
| Latente Ertragsteuern mit einer Laufzeit von über einem Jahr | 763 | 351 |
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| TEUR | Anfangsbestand 1.1.2021 | Verbrauch | Zuführung | Konzernkreisänderungen | Endbestand 31.12.2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteuern | 806 | 806 | 1.980 | - | 1.980 |
| Latente Ertragsteuern | 906 | 187 | 427 | - | 1.146 |
| 1.712 | - | 3.125 | |||
| Latente Ertragsteuern mit einer Laufzeit von über einem Jahr | 681 | - | 763 |
(11) Sonstige Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen sowie sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
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| TEUR | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Gesamt 31.12.2021 | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Gesamt 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|
| Darlehen | 2.417 | 3.083 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 11.043 | 11.043 | 9.554 | 9.554 |
| davon Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen | 9 | 9 | 8 | 8 |
| Rückstellungen | 4 | 4 | - | - |
| Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | 4.881 | 5.602 | 1.981 | 2.217 |
| davon Verbindlichkeiten aus Mietkaufvereinbarungen | 496 | 1.172 | 440 | 675 |
| davon Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 4 | 4 | 4 | 4 |
| davon Verbindlichkeiten Löhne und Gehälter | 3 | 3 | 2 | 2 |
| davon Sonstige personalbezogene Verbindlichkeiten | 1.399 | 1.399 | 251 | 251 |
| davon Verbindlichkeiten Abschlussprüfung/Aufsichtsrat | 256 | 256 | 380 | 380 |
Zum 31. Dezember 2022 bestanden wie schon im Vorjahr keine derivativen Finanzschulden. Der ecotel Konzern hat im Geschäftsjahr sämtliche Kreditverbindlichkeiten getilgt. Die Kreditverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 betrafen langfristige Darlehen mit fester und variabler Verzinsung und vertraglich vereinbarten Tilgungsleistungen. Bei den kurzfristigen Kreditverbindlichkeiten handelte es sich um die in 2022 fällige Tilgung der Darlehen.
Im Vorjahr beinhalteten die Rückstellungen im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen aus Gewährleistungen.
(12) Leasingverbindlichkeiten
Es bestehen Verlängerungsoptionen bei Immobilien-Leasingverhältnissen, deren Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag nicht hinreichend sicher ist. Die potenziellen zukünftigen Leasingzahlungen, sofern die Verlängerungsoptionen in Zukunft doch ausgeübt werden, führen schätzungsweise zu einer Leasingverbindlichkeit in Höhe von TEUR 2.700 (31.12.2021: TEUR 4.354). Die langfristigen Leasingverbindlichkeiten betragen zum Stichtag TEUR 4.948 (31.12.2021: TEUR 5.704), davon sind TEUR 3.460 (Vorjahr: TEUR 3.459) innerhalb der nächsten 5 Jahre und TEUR 1.488 (Vorjahr: TEUR 2.245) in über 5 Jahren fällig.
(13) Vertragsverbindlichkeiten
Die Vertragsverbindlichkeiten stellen die Verpflichtung dar, eine Leistung gegenüber einem Kunden zu erbringen. Zum 31. Dezember 2022 werden Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.368 (31.12.2021: TEUR 2.206) ausgewiesen. Die Erfüllung der Leistungsverpflichtung und damit die Erfassung als Umsatz erfolgt, abhängig von der Art der Leistungsverpflichtung und der Zugehörigkeit zu den operativen Segmenten, innerhalb der durchschnittlichen Vertragslaufzeit (3 - 6 Jahre). Die Vertragsverbindlichkeiten werden nach Fälligkeit in kurz- und langfristig unterschieden.
(14) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten
Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird der Konzern mit Währungs-, Zinsänderungs- und Bonitätsänderungsrisiken konfrontiert, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.
Fremdwährungsrisiko: Fremdwährungsrisiken entstehen aufgrund von Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssigen Mitteln und geplanten Transaktionen, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns bestehen bzw. entstehen werden. Da das Währungsrisiko nach Auslaufen der kontrahierten Sicherungsgeschäfte in Vorjahren gering war, wurden im Vorjahr und im abgelaufenen Geschäftsjahr keine derivativen Finanzinstrumente zur Währungskurssicherung eingesetzt.
Zinsrisiko: Der ecotel Konzern hat im Geschäftsjahr sämtliche Kreditverbindlichkeiten getilgt. Dementsprechend wird das Zinsrisiko als sehr gering eingestuft.
Kreditrisiko: Ein Kreditrisiko besteht für den Konzern, wenn Transaktionspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen oder nicht nachkommen können. Das maximale Ausfallrisiko wird bilanziell durch den Buchwert des jeweiligen finanziellen Vermögenswertes dargestellt. Durch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und Kundenstrukturen der Segmente werden auch unterschiedliche Ausfallrisiken definiert. Im Segment ecotel Geschäftskunden und im Segment ecotel Wholesale (Wholesale Data) sowie bei nacamar werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in unterschiedliche Bewertungscluster (Großkunden, Kunden mit besonderen Zahlungsvereinbarungen etc.) eingeteilt. Innerhalb der Cluster erfolgt je nach Überfälligkeit der Forderungen eine quotale Wertberichtigung. Dabei liegt die Spanne wie im Vorjahr zwischen 1 % und 66 %. Zusätzlich wird für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Ausfallrisiko nicht bereits anhand der Cluster bestimmt wurden, ein erwartetes Ausfallriskio von 1 % angenommen.
Im Segment ecotel Wholesale (Wholesale Voice) bestehen mit den Kunden im Minutenhandel im Wesentlichen Saldierungsvereinbarungen (Settlement balances agreements), durch diese branchenübliche Saldierung werden die Forderungsausfallrisiken aktiv verringert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden daher mit 1 % quotal wertberichtigt. Die übrigen Forderungen werden anhand einer Altersstruktur von einem bis zu größer 90 Tage wertberichtigt. Bei einer Überfälligkeit von über 90 Tage erfolgt eine vollständige Wertberichtigung. Die Entwicklung des Forderungsbestandes wird ständig überwacht, um mögliche Ausfallrisiken frühzeitig identifizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Forderungen und Verbindlichkeiten mit Saldierungsvereinbarungen (Settlement balances agreements) mit Kunden und Lieferanten. Im Segment ecotel Wholesale besteht die Geschäftstätigkeit unter anderem aus dem Handel mit Telefonminuten (Wholesale Voice) mit nationalen und internationalen Carriern. Beim Handel mit Telefonminuten ist die Saldierung als »verkürzte« Zahlung branchenüblich und vertraglich vereinbart. Die Voraussetzungen (IAS 32.42) für einen saldierten Ausweis in der Bilanz lagen nicht vollumfänglich vor. Bis zur Bilanzaufstellung waren diese Forderungen und Verbindlichkeiten vollständig ausgeglichen.
Entsprechend haben sich im Konzern die Wertberichtigungen für die unter den folgenden Bilanzposten ausgewiesenen Forderungen wie folgt entwickelt:
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| Wertberichtigungen für 2022 (TEUR) |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Vertragsvermögenswerte |
|---|---|---|
| Stand 1.1.2022 | 241 | 0 |
| Wertberichtigungen des Geschäftsjahres | 84 | 0 |
| Abgänge | 1 | 0 |
| Konzernkreisänderungen | - 144 | 0 |
| Stand 31.12.2022 | 179 | 0 |
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| Wertberichtigungen für 2021 (TEUR) |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Vertragsvermögenswerte |
|---|---|---|
| Stand 1.1.2021 | 451 | 0 |
| Wertberichtigungen des Geschäftsjahres | 19 | 0 |
| Abgänge | 230 | 0 |
| Stand 31.12.2021 | 241 | 0 |
Die nachstehende Tabelle zeigt das ermittelte Ausfallrisiko zum 31. Dezember 2022:
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| (TEUR) | Maximales Ausfallrisiko | Erwarteter Kreditverlust |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 8.436 | 179 |
| davon ecotel Geschäftskunden | 2.407 | 120 |
| davon ecotel Wholesale | 5.961 | 59 |
| davon nacamar | 68 | 1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 737 | - |
| Vertragsvermögenswerte | 70 | - |
Nach IFRS 9 wird zur Ermittlung der Wertminderung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für Vertragsvermögenswerte das vereinfachte Modell angewendet. Die Wertberichtungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen. Die Bewertung des zu erwartenden Kreditausfallrisikos der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt durch die Nutzung einer Wertminderungsmatrix. Bei den nicht fälligen, nicht wertberichtigten Forderungen wird die Einbringlichkeit in vollem Umfang erwartet.
Zum 31. Dezember 2021 ergab sich folgende Situation:
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| (TEUR) | Maximales Ausfallrisiko | Erwarteter Kreditverlust |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 10.600 | 241 |
| davon ecotel Geschäftskunden | 2.640 | 95 |
| davon ecotel Wholesale | 7.011 | 0 |
| davon easybell | 822 | 144 |
| davon nacamar | 127 | 1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 358 | 0 |
| Vertragsvermögenswerte | 121 | 0 |
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente lassen sich in die folgende Bewertungshierarchie einstufen, die widerspiegelt, inwieweit der beizulegende Zeitwert beobachtbar ist:
Stufe 1: Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert mittels auf aktiven Märkten notierten (nicht angepassten) Preisen für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.
Stufe 2: Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert mittels für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbarer Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen.
Stufe 3: Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert mittels für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogener Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten).
Mit Ausnahme der langfristigen Darlehen gegenüber Kreditinstituten stellen die in den nachfolgenden Tabellen ausgewiesenen Buchwerte finanzieller Vermögenswerte und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, vorwiegend aufgrund ihres kurzfristigen Charakters, eine gute Näherung für ihren beizulegenden Zeitpunkt dar. Die in den folgenden Tabellen dargestellten beizulegenden Zeitwerte (Fair Values) wurden mittels für den Vermögenswert bzw. die Verbindlichkeit herangezogener Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 3), bewertet. Der Marktwert der langfristigen Darlehen berechnet sich über die Laufzeit unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, Zinsstrukturkurven und der Berücksichtigung des eigenen Kreditrisikos.
Die finanziellen Vermögenswerte und Schulden lassen sich in Bewertungskategorien mit den folgenden Buchwerten untergliedern:
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| Finanzielle Vermögenswerte | 31.12.2022 | ||
|---|---|---|---|
| Fair Value | Buchwerte | ||
| --- | --- | --- | --- |
| (TEUR) | zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) | erfolgswirksam zum beizulegenden Wert | |
| --- | --- | --- | --- |
| Flüssige Mittel | 66.932 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 8.436 | ||
| Vertragsvermögenswerte | 70 | ||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 737 | 0 |
Darüber hinaus enthalten die finanziellen Vermögenswerte eine bis zum 31.12.2022 gültige Zinsbegrenzungsvereinbarung (CAP), die der Kategorie »Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert« zugeordnet ist. Dieser wurde auf Basis beobachtbarer Marktdaten (Stufe 2) mit anerkannten Bewertungsmethoden berechnet. Eine bilanzielle Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) wurde nicht designiert. Wertänderungen werden im Finanzergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 wurde keine Umgliederung zwischen den Klassen vorgenommen.
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| Finanzielle Verbindlichkeiten | 31.12.2022 | ||
|---|---|---|---|
| Fair Value | Buchwerte | ||
| --- | --- | --- | --- |
| (TEUR) | Sonstige Schulden | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 9.554 | 9.554 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 5.897 | 5.897 | |
| Vertragsverbindlichkeiten | 1.368 | 1.368 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.463 | 1.463 | |
| 18.282 | 18.282 |
Zum 31. Dezember 2021 ergab sich folgende Aufteilung:
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| Finanzielle Vermögenswerte | 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|
| Fair Value | Buchwerte | ||
| --- | --- | --- | --- |
| (TEUR) | zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) | erfolgswirksam zum beizulegenden Wert | |
| --- | --- | --- | --- |
| Flüssige Mittel | 12.640 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 10.600 | ||
| Vertragsvermögenswerte | 121 | ||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 358 | 0 |
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| Finanzielle Verbindlichkeiten | 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|
| Fair Value | Buchwerte | ||
| --- | --- | --- | --- |
| (TEUR) | Sonstige Schulden | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- |
| Kurzfristige Darlehen | 2.417 1 | 2.417 | 2.417 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 11.043 | 11.043 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 6.969 | 6.969 | |
| Vertragsverbindlichkeiten | 2.204 | 2.204 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 3.227 | 3.227 | |
| Langfristige Darlehen | 667 | 667 | 667 |
| 3.084 | 26.527 | 26.527 |
1 Im Geschäftsjahr 2022 vorfällig getilgt.
Liquiditätsrisiko: Die Refinanzierung der ecotel Konzerngesellschaften erfolgt i. d. R. zentral durch die ecotel communication ag. Hier besteht das Risiko, dass die Liquiditätsreserven nicht ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Für die Deckung des Liquiditätsbedarfs stehen flüssige Mittel in Höhe von 66,9 Mio. EUR (Vorjahr: 12,6 Mio. EUR) zur Verfügung. Neben den ausgewiesenen Finanzmitteln stehen ecotel zum 31. Dezember 2022 Kreditlinien in einem Umfang von 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) zur Verfügung, die in einem Umfang von bis zu 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) für Avalschulden genutzt werden dürfen. Eine Verletzung der Financial Covenants könnte möglicherweise zu einer Kündigung der Kreditlinie führen, sofern keine Einigung über eine Anpassung der Financial Covenants erzielt werden kann.
Im Vorjahr ergab sich der folgende Tilgungsplan für die Zukunft:
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| Tilgungs- / Zinszahlungen für finanzielle Schulden | Buchwerte 31.12.2021 | Tilgungszahlungen | Zinszahlungen | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| (TEUR) | 2022 | 2023 bis 2026 | Ab 2027 | 2022 | 2023 bis 2026 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 3.083 | 2.417 | 667 1 | - | 36 | 6 |
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| Tilgungs- / Zinszahlungen für finanzielle Schulden | Zinszahlungen |
|---|---|
| (TEUR) | Ab 2027 |
| --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - |
1 Im Geschäftsjahr 2022 vorfällig getilgt.
Zinsänderungsrisiken werden grundsätzlich, gemäß IFRS 7, mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt, soweit der Konzern solchen Risiken am Bilanzstichtag ausgesetzt ist. Originäre variabel verzinsliche Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow Hedges gegen Zinsänderungsrisiken designiert sind, sowie Zinsderivate (Zinsswaps), die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, bestanden zum Stichtag in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Am 31. Dezember 2022 bestanden wie zum Vorjahresstichtag keine originären Finanzinstrumente mit fester Verzinsung (Finanzschulden) und einer Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert, da alle Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Im Geschäftsjahr wurden sämtliche Kreditverbindlichkeiten getilgt. Somit war die ecotel am 31. Dezember 2022 keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7 ausgesetzt. Eine Sensitivitätsanalyse für das Risiko aus Zinsänderungen wurde daher nicht durchgeführt.
Währungskursrisiken werden ebenfalls, gemäß IFRS 7, mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt, soweit der Konzern am Bilanzstichtag Risikovariablen aus dem Einsatz nicht funktionaler Währungen ausgesetzt ist, in denen Konzerngesellschaften Finanzinstrumente eingehen. Auch dies war weder im Vorjahr noch zum 31. Dezember 2022 der Fall, sodass keine Sensitivitätsanalyse für das Risiko aus Währungskursänderungen durchgeführt wurde.
(15) Eventualforderungen und -verbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen
Der Buchwert der als Sicherheit gestellten finanziellen Vermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 121). Hierbei handelt es sich in der Regel um Kautionen.
Am 15. Dezember 2020 wurde ecotel vom zuständigen Finanzamt darüber informiert (Kontrollmitteilung), dass der vorgenommene Vorsteuerabzug aus Eingangsrechnungen eines einzelnen wesentlichen Lieferanten rückwirkend versagt werden soll. Als Begründung wurde eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung bei diesem Lieferanten aufgeführt. Das Gesamtvolumen des im Zweifel stehenden Vorsteuerabzugs beträgt 3,7 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Unterlagen und Informationen sowie der Hinzuziehung von externen Experten, erachtet ecotel das Riskio einer wirtschaftlichen Belastung mit Umsatzsteuer durch eine Versagung des Vorsteuerabzugs für deutlich unter 50 %. Im Geschäftsjahr 2022 haben sich zu diesen Sachverhalt keine Änderung ergeben.
Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Die Angaben von Nr. 16 bis Nr. 23 beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche.
Die Darstellung der Vegleichsperiode wurde entsprechend angepasst.
(16) Umsatzerlöse
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| TEUR | 2021 1 | 2022 |
|---|---|---|
| Segmentaufteilung der Umsatzerlöse | ||
| ecotel Geschäftskunden | 46.269 | 45.634 |
| ecotel Wholesale | 22.394 | 46.521 |
| nacamar | 2.231 | 1.173 |
| 70.893 | 93.328 | |
| Inland | 50.837 | 52.509 |
| Ausland | 20.056 | 40.819 |
| 70.893 | 93.328 |
1 Vorjahreswerte angepasst
Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Segment ecotel Geschäftskunden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.024 (Vorjahr: TEUR 1.110) über einen Zeitraum erfasst, die zuvor im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Die restlichen Umsatzerlöse von TEUR 92.304 (Vorjahr: TEUR 69.783) wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst.
(17) Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 15.905 (Vorjahr: TEUR 477). In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden die Erlöse aus Übertragung von Nutzungsrechten an Internetressourcen TEUR 15.654 (Vorjahr: TEUR -), von denen TEUR 14.912 als Sondereffekt gelten, da diese nicht in der Prognose für 2022 enthalten waren, sowie Erträge aus Einzahlungen der wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 3) sowie Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 230) ausgewiesen.
(18) Materialaufwand
Der Materialaufwand fällt ausschließlich für in Anspruch genommene Fremdleistungen an und beinhaltet Aufwendungen für den Handel von Minuten im Segment ecotel Wholesale im Bereich Voice in Höhe von TEUR 42.491 (Vorjahr: TEUR 20.169), für eingekaufte Datenprodukte in Höhe von TEUR 16.188 (Vorjahr: TEUR 16.369), eigene Terminierungsentgelte für Sprachdienste in Höhe von TEUR 776 (Vorjahr: TEUR 932) und Stromkosten für das Rechenzentrum in Frankfurt am Main in Höhe von TEUR 1.724 (Vorjahr: TEUR 871).
(19) Personalaufwand
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| TEUR | 2021 1 | 2022 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 11.893 | 12.292 |
| Soziale Abgaben | 1.971 | 2.018 |
| davon Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 914 | 933 |
| 13.864 | 14.310 |
1 Vorjahreswerte angepasst
Für alle Mitarbeiter der Konzerngesellschaften in Deutschland besteht ein beitragsorientierter Altersversorgungsplan im Rahmen der deutschen Rentenversicherung, in die der Arbeitgeber in Höhe eines derzeit gültigen Beitragssatzes von 9,3 % (Arbeitgeberanteil) einzuzahlen hat. Darüber hinaus bestehen keine Altersversorgungspläne.
Im Geschäftsjahr wurden bei den konsolidierten Gesellschaften durchschnittlich beschäftigt:
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| Mitarbeiter | 2021 | 2022 |
|---|---|---|
| Angestellte | 261 | 273 |
(20) Planmäßige Abschreibungen und Außerplanmäßige Wertminderungen
Eine Aufteilung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen ist den Erläuterungen zu der jeweiligen Position zu entnehmen.
Im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr ergaben sich nach der Durchführung von Werthaltigkeitstests keine außerplanmäßigen Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte der Cash Generating Units oder sonstigen Vermögenswerte.
(21) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt TEUR 9.660 (Vorjahr: TEUR 8.622) davon betragen die Aufwendungen für Partner- und Händlerprovisionen TEUR 3.758 (Vorjahr: TEUR 3.729). Die Aufwendungen im technischen Bereich für Betriebskosten, Logistik- und Field-service u. ä. beliefen sich auf TEUR 2.207 (Vorjahr: TEUR 1.771) und die Veränderung der Wertberichtgung der Forderungen und Forderungsverluste betrug TEUR 157 (Vorjahr: TEUR 150).
(22) Finanzergebnis
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| TEUR | 2021 1 | 2022 |
|---|---|---|
| Zinserträge | ||
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1 | 1 |
| Zinserträge aus langfristigen Finanzanlagen | - | 119 |
| Zinsaufwendungen | ||
| Zinsaufwendungen aus Kreditverbindlichkeiten | -75 | - 39 |
| Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen | - 190 | - 181 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 66 | - 38 |
| Zinsergebnis | - 330 | - 138 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge | ||
| Erträge aus Zuschreibungen von langfristigen finanziellen Vermögenswerten | - | - |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen | 262 | 143 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | 0 | 0 |
| Finanzergebnis | - 68 | 6 |
1 Vorjahreswerte angepasst
(23) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
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| TEUR | 2021 1 | 2022 |
|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteuern | - 239 | - 5.062 |
| Latente Ertragsteuern | - 822 | - 717 |
| - 1.061 | - 5.779 |
1 Vorjahreswerte angepasst
Nachfolgend ist eine Überleitung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird das Ergebnis vor Ertragsteuern mit einem vom Konzern vorgegebenen pauschalen Ertragsteuersatz von 31 % (Vorjahr: 31 %) multipliziert. Dieser besteht aus einem Steuersatz von 15 % (Vorjahr: 15 %) für Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 % (Vorjahr: 5,5 %) für Solidaritätszuschlag und 15 % (Vorjahr: 15 %) für Gewerbesteuer. Der erwartete Steueraufwand wird mit dem tatsächlichen Steueraufwand verglichen.
Die Überleitungen vom erwarteten zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand für das Geschäftsjahr und das Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
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| TEUR | 2021 1 | 2022 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 3.287 | 17.940 |
| Steuersatz im Konzern (in %) | 31,0 | 31,0 |
| Erwarteter Steueraufwand | - 1.019 | - 5.561 |
| Unterschiede aus abweichenden Steuersätzen zum Konzernsteuersatz | 1 | - 42 |
| Steuereffekt aufgrund Veränderungen permanenter Differenzen | - | - |
| Steuereffekt aufgrund steuerfreier Erträge / Aufwendungen bei Gewinnausschüttungen | - 24 | - 93 |
| Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen | - 40 | - 60 |
| Steuern Vorjahre | - 3 | - |
| Ergebnisse aus Equity-Beteiligungen | 82 | 45 |
| Sonstige Steuereffekte | - 58 | - 68 |
| Steueraufwand laut GuV (Aufwand - / Ertrag +) | - 1.061 | - 5.779 |
| Effektiver Steuersatz (in %) | 32,3 | 32,2 |
1 Vorjahreswerte angepasst
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeiten-Methode. Danach werden für temporäre Differenzen zwischen den im Konzernabschluss angesetzten Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden künftig wahrscheinlich eintretende Steuerentlastungen und -belastungen bilanziert. Beziehen sich die temporären Differenzen auf Posten, die unmittelbar das Eigenkapital erhöhen oder belasten, so werden auch die dazugehörigen latenten Steuern unmittelbar mit dem Eigenkapital verrechnet.
Die latenten Steuern sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen:
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| TEUR | 2021 aktiv | 2021 passiv | 2022 aktiv | 2022 passiv |
|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen / immaterielle Vermögenswerte | 7 | 898 | - | 652 |
| Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen, Leasingverbindlichkeiten | 135 | - | 140 | - |
| aktivierte Vertragskosten, Vertragsvermögenswerte, Vertragsverbindlichkeiten (IFRS 15) | - | 389 | - | 511 |
| Steuerlatenzen auf Verlustvorträge | 691 | - | - | - |
| Saldierung aktiv / passiv | - 142 | - 142 | - 140 | - 140 |
| 691 | 1.146 | 0 | 1.023 |
Latente Steueransprüche in einem Steuerhoheitsgebiet werden mit latenten Steuerschulden desselben Gebietes insoweit verrechnet, als sich die Fristigkeiten entsprechen.
Im Geschäftsjahr wurden sämtliche Verlustvorträge in Anspruch genommen. Im Vorjahr wurden für sämtliche Verlustvorträge latente Steuern aktiviert, da von zukünftigen steuerlichen Gewinnen auszugehen war.
(24) Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche
Am 25. Oktober 2022 wurde nach der Zustimmung des Aufsichtsrats ein Vertrag über den Verkauf der Beteiligung an der easybell GmbH an die Dstny-Group (Dstny DE SC GmbH) abgeschlossen. Das erhaltene Entgelt für die von der ecotel ag gehaltenen Anteile (50,98 %) beträgt vor Steuern 58,3 Mio. EUR (nach Steuern: 57,5 Mio. EUR) und besteht ausschließlich aus Zahlungsmitteln. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die easybell GmbH vor dem Kontrollübergang 4 Mio. EUR an die bisherigen Gesellschafter ausschüttet. Auf die ecotel ag entfiel davon ein Betrag von 2 Mio. EUR.
Die Bilanzierungsvoraussetzungen des IFRS 5 »Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche« waren Ende September 2022 erfüllt. Die ecotel ag hat am 17. November 2022 die Kontrolle über die easybell GmbH und ihre Tochtergesellschaften (carrier-services.de GmbH, sparcall GmbH und init. voice GmbH) aufgegeben. Dementsprechend erfolgte zum 17. November 2022 die Entkonsolidierung der easybell-Gruppe.
Im Geschäftsjahr wird das Ergebnis nach Steuern der easybell-Gruppe vom 1. Januar 2022 bis 17. November 2022 in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie in der Segmentsberichterstattung (weitere Details unter Angabe Nr. 30) als Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen.
In der Kapitalflussrechnung wird der ab dem 17. November 2022 nicht mehr dem ecotel Konzern zuzurechnende Finanzmittelbestand der easybell-Gruppe als Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit dargestellt.
Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen setzt sich wie folgt zusammen:
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| Mio. EUR | 2021 | 2022 1 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 25,0 | 24,6 |
| Rohertrag | 14,6 | 15,4 |
| Personalaufwand | - 4,0 | - 4,4 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | - 2,2 | - 2,2 |
| EBITDA | 8,5 | 8,7 |
| EBIT | 7,3 | 7,7 |
| Ergebnis vor Steuern | 7,3 | 7,7 |
| Ertragsteuern | - 2,2 | - 2,4 |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 5,0 | 5,3 |
| Entkonsolidierungserfolg nach Steuern | - | 52,6 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | - | 57,9 |
| davon entfallend auf Eigentümer des Mutterunternehmens | 2,6 | 55,4 |
| davon entfallend auf andere Gesellschafter | 2,5 | 2,6 |
| Ergebnis je Aktie (in EUR), rechnerisch auf nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 0,73 | 15,78 2 |
1 Die dargestellten Werte beziehen sich auf den Zeitraum von 1. Janurar 2022 bis 17. November 2022.
2 Verwässertes Ergebnis je Aktie = EUR 14,35
Die Finanzmittelflüsse aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen setzen sich wie folgt zusammen:
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| Mio. EUR | 2021 | 2022 1 |
|---|---|---|
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 10,1 | 6,8 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | - 1,0 | - 1,6 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | - 2,8 | - 12,0 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 6,2 | - 6,7 |
1 Die Zahlungsströme beziehen sich auf den Zeitraum von 1. Januar 2022 bis 17. November 2022.
In der folgenden Tabelle wird der Abgangserfolg aus der Entkonsolidierung der easybell-Gruppe erläutert:
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| Mio. EUR | |
|---|---|
| Erhaltener Kaufpreis | 58,3 |
| Abgang des Nettovermögens und Entkonsolidierungseffekte (inkl. Transaktionskosten) | - 4,9 |
| Entkonsolidierungserfolg vor Steuern | 53,4 |
| Steueraufwand | - 0,8 |
| Entkonsolidierungserfolg nach Steuern | 52,6 |
Folgende Vermögenswerte und Schulden wurden zum 17. November 2022 entkonsolidiert:
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| Mio. EUR | |
|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 4,4 |
| Kurzfristige Vermögenswerte ohne Finanzmittel | 1,3 |
| Finanzmittel | 4,1 |
| Vermögenswerte gesamt | 9,7 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 0,6 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 5,8 |
| Verbindlichkeiten gesamt | 6,3 |
(25) Zurechnung des Überschusses an die Anteile anderer Gesellschafter
Der den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnende Anteil am Überschuss von TEUR 2.619 (Vorjahr: TEUR 2.483) betrifft die anteiligen Jahresergebnisse der easybell GmbH (TEUR 2.163; Vorjahr: TEUR 1.972), der sparcall GmbH (TEUR 112; Vorjahr: TEUR 138), der carrier-services.de GmbH (TEUR 148; Vorjahr: TEUR 103) und der init.voice GmbH (TEUR 196; Vorjahr: TEUR 270).
(26) Ergebnis je Aktie
Die Anzahl der zum 31. Dezember 2022 im Umlauf befindlichen Aktien der ecotel communication ag beträgt 3.510.000 (Vorjahr: 3.510.000) Stück. Die Aktien sind als nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 ausgegeben.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem den Aktionären der ecotel communication ag zustehenden Konzernjahresergebnis und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Inhaberstückaktien ermittelt.
Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie kann dann eintreten, wenn die durchschnittliche Aktienanzahl durch Hinzurechnung der Ausgabe potenzieller Aktien aus Optionen und wandelbaren Finanzinstrumenten erhöht wird. Seit Juli 2020 besteht ein Aktienoptionsplan, an dem Mitglieder des Vorstandes und ausgewählte Mitarbeiter teilnehmen. Im Rahmen des Aktienoptionsplan können bis 351.000 Optionen ausgegeben werden.
Der Aktienoptionsplan sieht eine Sperrfirst von vier Jahren nach dem jeweiligen Gewährungsdatum vor. Durch die derzeitige Erfüllung der Erfolgsziele des Aktienoptionsplans kommt es zum 31. Dezember 2022 zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie, sodass das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis nicht gleichlautend sind.
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| 2021 | 2022 | |
|---|---|---|
| Zustehendes Konzernjahresergebnis (in EUR) | 4.782.827 | 67.535.264 |
| Gewichtete durchschnittliche Aktienanzahl | 3.510.000 | 3.510.000 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) | 1,36 | 19,24 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) | 1,36 | 17,51 |
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
(27) Konzern-Kapitalflussrechnung
Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist entsprechend den Regelungen des IAS 7 aufgestellt und gliedert sich nach Zahlungsströmen aus der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.
Der Finanzmittelfonds der Konzern-Kapitalflussrechnung entspricht der in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Position »Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente«.
Den lang- sowie kurzfristigen Darlehen sowie den Leasingverbindlichkeiten der ecotel werden wirksame Zahlungsströme zugeordnet. Es gab in 2022 keine nicht zahlungswirksame Transaktionen.
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| Langfristige Darlehen | Kurzfristige Darlehen | Leasingverbindlichkeiten | Total | |
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2022 | 667 | 2.417 | 6.969 | 10.053 |
| Aufnahmen | - | - | 494 | 494 |
| Tilgung | - | - 3.084 | - 1.249 | - 4.333 |
| Umgliederung | - 667 | 667 | - | 0 |
| Konzernkreisänderungen | - | - | -317 | - 317 |
| 31.12.2022 | 0 | 0 | 5.897 | 5.897 |
Im Vorjahr kam es zu folgenden wirksamen Zahlungsströmen:
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| Langfristige Darlehen | Kurzfristige Darlehen | Leasingverbindlichkeiten | Total | |
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2021 | 3.083 | 2.417 | 7.727 | 13.228 |
| Aufnahmen | - | - | 414 | 414 |
| Tilgung | - | - 2.417 | - 1.172 | - 3.589 |
| Umgliederung | - 2.417 | 2.417 | - | - |
| 31.12.2021 | 667 | 2.417 | 6.969 | 10.053 |
Neben den hier aufgeführten Zahlungsströmen wurden im Geschäftsjahr 2022 TEUR 539 (Vorjahr: TEUR 711) für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte bezahlt.
Sonstige Erläuterungen
(28) Gewinnverwendung
Für die Gewinnverwendung der ecotel ist gemäß § 58 Abs. 2 AktG der Jahresabschluss der ecotel communication ag, der nach handelsrechtlichen Regelungen aufgestellt wird, maßgeblich. Der Jahresabschluss der ecotel communication ag weist einen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 66.077 (Vorjahr: TEUR 7.900) aus. Im Geschäftsjahr 2022 hat die ecotel communication ag für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von TEUR 7.898 (Vorjahr: TEUR 491) ausgeschüttet.
(29) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Das Volumen der an nahestehende Unternehmen erbrachten bzw. von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen stellt sich wie folgt dar:
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| Volumen der von ecotel erbrachten Leistungen | Volumen der von ecotel in Anspruch genommenen Leistungen | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| mvneco GmbH | ||||
| - aus Lieferungen und Leistungen | 36 | 56 | 914 | 1.094 |
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Forderungen gegen die mvneco GmbH in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 4) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der mvneco GmbH in Höhe von TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 9).
Mit folgenden nahestehenden Personen (bzw. deren Unternehmen) unterhielt der ecotel Konzern in 2022 Leistungsbeziehungen:
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| Volumen der von ecotel erbrachten Leistungen | Volumen der von ecotel in Anspruch genommenen Leistungen | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| MPC Serivces GmbH | - | |||
| - aus Lieferungen und Leistungen | 5 | 7 | 379 | 509 |
Vereinbarung mit der MPC Services GmbH
Zwischen der MPC Services GmbH und ecotel besteht ein Handelsvertretervertrag. Im Rahmen dieses Vertrages erhält die MPC Services GmbH für den monatlichen Auftragseingang eine Abschlussprovision sowie eine produktabhängige Provision auf den monatlichen Umsatz aller von der MPC Services GmbH vermittelten Kunden. Das Aufsichtsratsmitglied Mirko Mach ist Geschäftsführer und Gesellschafter der MPC Services GmbH. Zum Stichtag bestanden gegenüber der MPC Services GmbH Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 42 (Vorjahr: TEUR 37).
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| Volumen der von ecotel erbrachten Leistungen | Volumen der von ecotel in Anspruch genommenen Leistungen | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Noerr PartG mbB | - | |||
| - aus Lieferungen und Leistungen | - | - | 8 | 280 |
Vereinbarung mit der Noerr Partnerschaftsgesellschaft mbB Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer:
Zwischen der Noerr PartGmbB und ecotel besteht ein Dienstleistungsvertrag. Im Rahmen dieses Vertrages erbringt die Noerr PartGmbB Rechtsberatung für die ecotel ag. Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Thorsten Reinhard ist Partner der Gesellschaft. Zum Stichtag bestanden gegenüber der Noerr PartGmbB Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
(30) Segmentberichterstattung
Die interne Organisations- und Managementstruktur sowie die interne Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat bilden die Grundlage zur Bestimmung der Segmente der ecotel.
Die Segmentierung erfolgt entsprechend der internen Berichterstattung nach Geschäftsbereichen. Die fortgeführten Geschäftsbereiche lassen sich wie folgt abgrenzen:
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| ― | Im Segment ecotel Geschäftskunden (operativer Kernbereich) bietet ecotel bundesweit Geschäftskunden ein integriertes Produktportfolio aus Sprach- und Datendiensten (ITK-Lösungen) aus einer Hand an. Auch als Vorleister für andere ITK-Unternehmen (z. B. Reseller) stellt ecotel Produkte in diesem Segment zur Verfügung. |
| ― | Im Segment ecotel Wholesale bietet ecotel den netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten sowie die Vermarktung von Datenleitungen für nationale und internationale Carrier an. |
| ― | Im Segment nacamar werden eigene Content-Delivery-Netzwerk (CDN) Streamingdienste für Medienunternehmen angeboten. |
Der folgende Geschäftsbereich wird nicht fortgeführt:
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| ― | Im Segment easybell werden verständliche und leicht zu integrierende Telefonanlagen für Geschäftskunden sowie All-IP-Telefonie mit oder auch ohne Trägerleitung vermarktet. |
Hinsichtlich des Segments easybell wird auf Angabe Nr. 24 verwiesen.
Als Segmentergebnis, das seitens des Vorstands zur Unternehmenssteuerung und -überwachung verwendet wird, wird das Jahresergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern und Abschreibungen bzw. Wertminderungen (EBITDA) dargestellt. Die hier dargestellten Segmente sind nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns aufgestellt. Daher gibt es keine Bewertungsanpassungen.
Im Geschäftsjahr 2022 erzielte das Segment ecotel Wholesale mit zwei internationalen Carriern jeweils ein Umsatzvolumen von mehr als 10 % des Konzernumsatzes (20,4 Mio. EUR bzw. 14,9 Mio. EUR). Der höchste internationale Umsatz wurde dabei in Rumänien generiert. Im Vorjahr wurde mit keinem internationalen Carrier mehr als 10 % des Konzernumsatzes erzielt.
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| ecotel Geschäftskunden | ecotel Wholesale | nacamar | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsätze | 46.269 | 45.634 | 22.394 | 46.521 | 2.231 | 1.173 |
| Intersegment Umsätze | 5.995 | 5.828 | ||||
| Rohertrag | 28.500 | 29.073 | 1.051 | 1.224 | 1.530 | 947 |
| EBITDA | 8.634 | 22.828 | 499 | 555 | 517 | 272 |
| Planmäßige Abschreibungen | - 6.025 | - 5.557 | - | - | -270 | - 165 |
| Außerplanmäßige Wertminderung | - | - | - | - | - | - |
| EBIT | 2.610 | 17.271 | 499 | 555 | 247 | 108 |
| Finanzergebnis | ||||||
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | ||||||
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | ||||||
| Entkonsolidierungserfolg nach Steuern | ||||||
| Ergebnis |
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| Konsolidierung segmentübergreifend | Fortgeführte Geschäftsbereiche 1 | Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsätze | - | - | 70.893 | 93.328 | 24.975 | 24.605 |
| Intersegment Umsätze | - 5.995 | - 5.828 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohertrag | - | - | 31.081 | 31.244 | 14.642 | 15.400 |
| EBITDA | - | - | 9.650 | 23.655 | 8.465 | 8.678 |
| Planmäßige Abschreibungen | - | - | - 6.295 | - 5.721 | - 1.186 | - 929 |
| Außerplanmäßige Wertminderung | - | - | - | - | - | - |
| EBIT | - | - | 3.355 | 17.934 | 7.279 | 7.749 |
| Finanzergebnis | -68 | 6 | - 18 | - 10 | ||
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 3.287 | 17.940 | 7.261 | 7.739 | ||
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | - 1.061 | - 5.779 | - 2.221 | -2.396 | ||
| Entkonsolidierungserfolg nach Steuern | - | - | - | 52.650 | ||
| Ergebnis | 2.226 | 12.161 | 5.040 | 57.993 |
1 Darin enthalten sind die Erträge aus der Übertragung an Nutzungsrechten an Internetressourcen (Anhangangaben Nr. 17).
Intersegmentäre Transaktionen wurden zu Marktpreisen durchgeführt. Die Umsatzerlöse des Konzerns sind im Wesentlichen in Deutschland entstanden. Die Aufteilung der Umsätze in In- und Ausland wurde nach dem Kundenstandort vorgenommen. Für weitere Erläuterungen wird auf die Angaben zu den Umsatzerlösen verwiesen. Vermögenswerte und Investitionen entfallen vollständig auf Deutschland.
(31) Anteilsbasierte Vergütungen
Seit Juli 2020 besteht ein Aktienoptionsplan an dem die Mitglieder des Vorstands und ausgewählte Arbeitnehmer teilnehmen können. Im Rahmen des Aktienoptionsplans können bis zu 351.000 Optionen ausgegeben werden.
Dabei berechtigt jede Aktienoption den Teilnehmer zum Erwerb einer Aktie der Gesellschaft zu einem Optionspreis in Höhe des gewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) innerhalb eines Drei-Monats-Zeitraums vor dem Gewährungstag. Der Anspruch auf Bezug von Aktien kann entweder aus dem dazu geschaffenen bedingten Kapital, aus dem Bestand eigener Aktien der Gesellschaft oder durch Leistung einer Barzahlung in entsprechender Höhe erfüllt werden. Der Aktienoptionsplan 2020 sieht eine Wartefrist bis zur erstmaligen Ausübungsmöglichkeit von vier Jahren nach dem jeweiligen Gewährungsdatum vor.
Die Teilnehmer sind nach Ablauf der vierjährigen Wartefrist zur Ausübung der Optionen berechtigt, wenn die im Aktienoptionsplan vorgesehenen Erfolgsziele erreicht worden sind. Hierzu muss sich der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft zum einen im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option prozentual besser entwickelt haben als der Vergleichsindex Tec-DAX. Zum anderen muss der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option um mindestens 20 % gestiegen sein. Beide Erfolgsziele müssen kumulativ erfüllt sein.
Ob die vorgenannten kursbezogenen Erfolgsziele erreicht worden sind, bestimmt sich anhand der tatsächlichen Entwicklung des gewichteten durchschnittlichen Drei-Monats-Kurses der Aktie der Gesellschaft und des Tec-DAX. Wenn die Erfolgsziele nicht erreicht worden sind, wird die Gesellschaft ihr zugehende Ausübungserklärungen in Bezug auf Aktienoptionen zurückweisen.
Der Aktienoptionsplan sieht vor, dass die Aktienoptionen nach Ablauf der vierjährigen Wartefrist innerhalb von dreiwöchigen Ausübungsfristen ausgeübt werden können, die jeweils nach Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts und des Berichts bzw. der Mitteilung für das erste und dritte Quartal eines jeden Geschäftsjahres beginnen. Der Aktienoptionsplan sieht keine Haltefristen für Aktien vor, welche die Teilnehmer durch Ausübung von Aktienoptionen erwerben. Soweit die gewährten Optionen nicht innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf der Wartefrist ausgeübt worden sind, verfallen sie zu diesem Zeitpunkt ersatzlos.
Ausübungsfähige, einem Teilnehmer in einem Geschäftsjahr gewährte Optionen können jeweils höchstens soweit ausgeübt werden, als der gewichtete Durchschnittskurs der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb eines Drei-Monats-Zeitraums vor dem Ausübungstag das Siebenfache des Ausübungspreises nicht übersteigt.
Für den Fall eines Change-of-Control, d. h. des Erwerbs der Aktienmehrheit an der Gesellschaft durch eine Person (allein oder gemeinsam mit anderen handelnd) mit Ausnahme solcher Personen, die unmittelbar oder mittelbar vollständige Tochtergesellschaften der Gesellschaft sind oder die bei Aufstellung dieses Aktienoptionsplans mehr als 5 % am Grundkapital der Gesellschaft halten, und bestimmter wirtschaftlich vergleichbarer Transaktionen, oder eines Widerrufs der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum Handel im regulierten Markt sehen die Gewährungsverträge vor, dass ausstehende Aktienoptionen gegen Leistung einer Barzahlung verfallen.
Die Anzahl und die Ausübungspreise der Aktienoptionen für verschiedene Gruppen von Optionen stellen sich wie folgt dar:
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| Anzahl in Stk. | Ausübungspreis in EUR |
|
|---|---|---|
| Zu Beginn der Periode ausstehende Optionen | 346.943 | 6,8691 |
| In der Berichtsperiode gewährte Optionen | 0 | |
| In der Berichtsperiode verwirkte Optionen | 0 | |
| In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen | 0 | |
| In der Berichtsperiode verfallene Optionen | - 2.000 | |
| Am Ende der Berichtsperiode ausstehende Optionen | 344.943 | 6,8691 |
| Am Ende der Berichtsperiode ausgeübte Optionen | 0 |
Für die am Ende der Berichtsperiode ausstehenden Optionen beträgt der Ausübungspreis wie auch im Vorjahr EUR 6,87. Die restliche Vertragslaufzeit beträgt 3 Jahre und 7 Monate.
Die Bewertung der ausgegebenen Aktienoptionen erfolgt durch Monte-Carlo-Simulation. Bei der Bewertung wurden die Erfolgsziele, dass sich zum einen der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option prozentual besser entwickelt haben muss als der Vergleichsindex Tec-DAX und zum anderen der Börsenpreis der Aktie der Gesellschaft im Zeitraum vom Gewährungsdatum bis zum Ausübungstag für die betreffende Option um mindestens 20 % gestiegen sein muss, berücksichtigt. Ferner wurde berücksichtigt, dass die einem Teilnehmer in einem Geschäftsjahr gewährte Optionen jeweils höchstens soweit ausgeübt werden, als der gewichtete Durchschnittskurs der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb eines Drei-Monats-Zeitraums vor dem Ausübungstag das Siebenfache des Ausübungspreises nicht übersteigt.
Der Wert einer Aktienoption betrug zum Zeitpunkt der Gewährung EUR 1,41. Der Bewertung sind folgende Parameter zugrunde gelegt worden:
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| Anzahl | |
|---|---|
| Kurs der Aktie (in EUR) | 7,15 |
| Ausübungspreis (in EUR) | 6,87 |
| Laufzeit der Option (in Jahren) | 6,0 |
| Laufzeit bis zur erwarteten Ausübung (in Jahren) | 4,4 |
| Erwartete Volatilität der Aktie (in Prozent) | 28,3 |
| Aktueller Stand des Tec-DAX (in EUR) | 3.005,0 |
| Erwartete Volatilität des Tec-DAX (in Prozent) | 17,0 |
| Korrelation zwischen der Rendite der Aktie und des Tec-DAX | 0,39 |
| Risikolose Rendite (in Prozent) | - 0,73 |
| Erwartete Dividendenrendite (in Prozent) | 2,0 |
Die erwartete Volatilität der Aktien und des Tec-DAX beruht auf der Analyse von historischen Volatilitäten, die über einen Zeitraum, der der Restlaufzeit der Aktienoptionen entspricht, ermittelt wurde.
Den erwarteten Volatilitäten liegt die Annahme zugrunde, dass von historischen Volatilitäten auf künftige Trends geschlossen werden kann. Die tatsächlich eintretenden Volatilitäten können von den getroffenen Annahmen abweichen.
Für den Aktienoptionsplan, der eine anteilsbasierte Vergütung mit Aktien vorsieht, ist in der Berichtsperiode unter Berücksichtigung der erwarteten Mitarbeiterfluktuation ein Betrag von TEUR 119 (Vorjahr: TEUR 119) erfolgswirksam erfasst und die Kapitalrücklage entsprechend um TEUR 119 (Vorjahr: TEUR 119) erhöht worden.
(32) Vergütung des Schlüsselmanagements (Angaben nach § 314 HGB und IAS 24)
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| Gesamtbezüge | Markus Hendrich | Peter Zils | Achim Theis | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 212 | 283 | 350 | 267 | 250 | 250 |
| Nebenleistungen | 15 | 16 | 20 | 20 | 21 | 22 |
| Einjährige var. Vergütung | 40 | 24 | 50 | 19 | 33 | 20 |
| Mehrjährige var. Vergütung | - | - | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung | 267 | 323 | 420 | 306 | 304 | 292 |
Dem Vorstand stehen für das Geschäftsjahr 2022 neben den Festvergütungen und Nebenleistungen sicher verdiente variable Vergütungen in Höhe von TEUR 63 (Vorjahr: TEUR 123) zu. Nach Abzug bereits ausgezahlter Entgeltbestandteile wurden entsprechende Verbindlichkeiten gebildet. Bei diesen Vergütungen handelt es sich um kurzfristig fällige Leistungen. Somit betragen die Bezüge des Geschäftsjahres 2022 TEUR 921 (Vorjahr: TEUR 991).
Seit 2020 bestehen für die variable Vergütung lediglich persönliche Ziele. Um die finanziellen Leistungsanreize für den Vorstand und die Geschäftsleitung enger an die Interessen langfristig orientierter Aktionäre auszurichten wurde ab Juli 2020 ein Aktienoptionsprogramm eingeführt. An dem bestehenden Aktienoptionsprogramm nehmen die Mitglieder des Vorstands teil. Den Vorstandsmitgliedern wurden im Jahr 2020 insgesamt 222.943 Aktienoptionen gewährt. Für diese Aktienoption besteht eine Wartefrist bis zur erstmaligen Ausübungsmöglichkeit von vier Jahren nach dem jeweiligen Gewährungsdatum. TEUR 77 sind für Vorstände im Aufwand erfasst.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vergütung des Aufsichtsrats:
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| Vergütung des Aufsichtsrats in TEUR |
2021 | 2022 |
|---|---|---|
| Uwe Nickl (bis zum 1. September 2022 stellv. Aufsichtsratsvorsitzender, seit 1. September 2022 Aufsichtsratsvorsitzender) | 18 | 42 |
| Dr. Norbert Bensel (bis zum 1. September 2022 Aufsichtsratsvorsitzender, seit 1. September 2022 stellv. Aufsichtsratsvorsitzender) | 35 | 44 |
| Alfried Bührdel (seit 8. Juli 2021) | 14 | 32 |
| Brigitte Holzer | 20 | 32 |
| Mirko Mach (bis zum 8. Juli 2021 stellv. Aufsichtsratsvorsitzender) | 23 | 32 |
| Dr. Thorsten Reinhard | 19 | 28 |
| Sascha Magsamen (bis zum 8. Juli 2021) | 7 | - |
| Tim Schulte Havermann (bis zum 8. Juli 2021) | 8 | - |
| Summe | 144 | 210 |
Neben den Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern zählt ecotel die drei Mitglieder des geschäftsführenden Boards zum Schlüsselmanagement nach IAS 24. Die Gesamtvergütung für das gesamte Schlüsselmanagement beträgt somit insgesamt TEUR 1.700 (Vorjahr: TEUR 1.748) und ist insgesamt kurzfristig. Die Beiträge zur Altersvorsorge davon betrugen in der Berichtsperiode TEUR 44 (Vorjahr: TEUR 47). Für weitergehende Informationen zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen.
(33) Erklärung zur Unternehmensführung gem. § 289f HGB und § 315d HGB einschließlich der Erklärung gem. § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat der ecotel communication ag haben die nach § 289f HGB sowie nach § 315d HGB erforderliche Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Corporate-Governance-Bericht einschließlich der nach § 161 AktG vorgeschriebenen Erklärung abgegeben und im Internet der Öffentlichkeit (→ www.ecotel.de unter Investor Relations / Corporate Governance) dauerhaft zugänglich gemacht.
(34) Aufwand für Abschlussprüfer
Im Geschäftsjahr 2022 betrug das als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer des Jahres- sowie des Konzernabschlusses der ecotel ag für die Abschlussprüfungsleistungen TEUR 186 und umfasst die Honorare für die gesetzliche Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft und einbezogener Tochterunternehmen, wovon TEUR 25 periodenfremd waren. Für andere Bestätigungsleistungen wurden TEUR 21 erfasst, wovon TEUR 13 periodenfremd waren. Für Steuerberatungsleistungen sowie für sonstige Leistungen wurden wie im Vorjahr keine Aufwendungen erfasst.
(35) Ereignisse nach der Berichtsperiode
Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 23. Januar 2023 wird das operative Segment nacamar als zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert. Im Februar 2023 wurden weitere Rechte an Internetressourcen veräußert. Aus dieser Transaktion fließen dem Konzern außerplanmäßige Erträge in Höhe von rund 4 Mio. EUR zu.
(36) Befreiung von der Offenlegung
Für die Tochtergesellschaft nacamar GmbH wird die Befreiung von der Offenlegung des Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen.
Düsseldorf, den 6. März 2023
Der Vorstand
Markus Hendrich
Peter Zils
Achim Theis
2.6 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die ecotel communication ag, Düsseldorf
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der ecotel communication ag, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ecotel communication ag, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt 1.6 des Konzernlageberichts enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB sowie nach § 315d HGB sowie den Corporate Governance Bericht einschließlich der nach § 161 AktG vorgeschriebenen Erklärung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
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| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
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| ― | Erfassung und periodengerechte Realisierung der Umsatzerlöse |
a) Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss werden Umsatzerlöse in Höhe von EUR 93,3 Mio. ausgewiesen, davon entfallen EUR 45,6 Mio. auf das Segment ecotel Geschäftskunden. Die Erfassung erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Erbringung der Dienstleistung bzw. Lieferung der Güter. Zur periodengerechten Erlösrealisation werden Umsätze aus monatlichen Bereitstellungsentgelten für Sprachanschlüsse und Leistungen aus dem Datengeschäft aus im Voraus für nachfolgende Perioden fakturierten, aber noch nicht erbrachten Leistungen zeitlich abgegrenzt. Die Gesellschaft hat hierzu Prozesse implementiert, so dass die abgrenzungsrelevanten Umsätze systemseitig periodengerecht erfasst werden.
Die Angaben der Gesellschaft zu den Besonderheiten der leistungs- und periodengerechten Erfassung der Umsatzerlöse im Konzernabschluss sind in den Erläuterungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen im Abschnitt "Grundlagen bei der Rechnungslegung" des Konzernanhangs enthalten.
Aufgrund der Wesentlichkeit des monatlichen Abgrenzungsvolumens besteht ein erhöhtes Risiko hinsichtlich der Erfassung und der falschen Periodisierung von Umsatzerlösen zum Bilanzstichtag. Vor diesem Hintergrund erachten wir dies für einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt im Geschäftsjahr.
b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Angemessenheit und die Wirksamkeit der von der Gesellschaft eingerichteten rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Kontrollen zur Erfassung und Periodenabgrenzung der Umsatzerlöse beurteilt. Darauf aufbauend haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen hinsichtlich der unterjährigen Erfassung sowie der Periodenabgrenzung zum Bilanzstichtag vorgenommen. Dabei haben wir neben Saldenbestätigungen und analytischer Beurteilungen der Abgrenzungsbeträge im Zeitverlauf auch anhand von Stichproben beurteilt, ob die Umsatzerlöse leistungs- und periodengerecht in der Rechnungslegung erfasst wurden.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten rechnungslegungsbezogenen Systeme und Prozesse sowie Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Umsatzrealisierungen sowie zum Bilanzstichtag erfolgten Umsatzabgrenzungen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Erfassung der Umsatzerlöse zu gewährleisten.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die zum Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen umfassen:
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| ― | die im Abschnitt "Prüfungsurteile" genannten, nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts, |
| ― | den Bericht des Aufsichtsrats, |
| ― | die übrigen Teile des veröffentlichten Geschäftsberichts, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Angaben im Konzernlagebericht und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk und |
| ― | die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht. |
Der Brief an die Aktionäre als Bestandteil des Geschäftsberichts wird uns nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks voraussichtlich zur Verfügung gestellt.
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der in Abschnitt 1.6 des Konzernlageberichts enthaltenen Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
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| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im Konzernlagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB
Prüfungsurteil
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "ESEF-Unterlagen_ecotel_communication_ag_KA_2022.zip" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt. |
| ― | beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen. |
| ― | beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht. |
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-AprVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 8. Juli 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. Januar 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Konzernabschlussprüfer der ecotel communication ag, Düsseldorf, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks
Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Tobias Schmelter.
Köln, 6. März 2023
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Marcus Lauten, Wirtschaftsprüfer
Tobias Schmelter, Wirtschaftsprüfer
Stichwortverzeichnis
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| A | |
| Aktie | 14, 16 f., 38, 40 f., 54, 60, 64, 95, 97, 101 ff. |
| Aktienoption | 40, 54, 60, 72 ff., 82 f., 101 ff., 104 |
| Aufsichtsrat | 7 ff., 22, 40, 42, 51,54, 64, 83 f., 95, 100, 104 f., 108 f., 112 f. |
| C | |
| Chancen | 41 f., 48 ff., 52 ff., 68, 106, 109 |
| D | |
| Dividende | 24, 38, 99 |
| E | |
| EBIT | 14 f., 33, 52, 60, 95, 101 |
| EBITDA | 2 f., 14 f., 24 f., 32 f., 35 ff., 46, 50 ff., 83, 95, 100 f. |
| Ecotel Geschäftskunden | 2, 14, 20, 24, 33 ff., 37 ff., 45 f., 48, 52, 64, 72 f., 86 f., 91, 100 f., 107 |
| Ecotel Wholesale | 2, 14, 20 f., 24, 33 ff., 37, 52, 64, 73, 81,86 f., 91, 100 f. |
| Easybell | 2, 8 f., 14 f., 20 f., 24 f., 32, 36 ff., 64, 67, 73, 76, 82, 87, 95 ff., 100 |
| Ertragslage | 32, 34, 41,53, 55, 65, 85, 106, 109 f. |
| Eigenkapital | 14 f., 38 f., 59, 61,67, 74, 80, 82, 94 |
| F | |
| Forschung und Entwicklung | 25, 69 |
| Free Cashflow | 2, 14, 38, 41 |
| Finanzlage | 38, 41, 106 |
| G | |
| Grundlagen der Rechnungslegung | 64 |
| I | |
| Investitionen | 23 f., 38 f., 51,61, 101 |
| K | |
| Konzern-Bilanz | 58 f. |
| Konzernergebnis | 14, 37, 52 f., 62 f |
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 39, 60, 64 f., 67, 74, 91,95 |
| Konzern-Kapitalflussrechnung | 61,64,98 |
| M | |
| Mitarbeiter | 3, 23 f., 46 f., 67, 92, 97 |
| N | |
| Nacamar | 6, 8, 14, 20 ff., 24, 33 ff., 36 f., 53, 64, 67 f., 73, 86 f., 91, 100 f., 105 |
| nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | 14, 32 f., 36, 38, 47, 60 f., 62 f., 95 f. |
| P | |
| Prognose | 32, 35 ff., 41 f., 51 ff., 77, 91 |
| R | |
| Risiken | 3, 8, 31,42, 44 ff., 50 ff., 55, 68, 74, 90, 106, 109 f., 112 f. |
| S | |
| Segmentberichterstattung | 33, 100 |
| V | |
| Vorstand | 6 ff., 17, 22 f., 25, 32, 37, 40 ff., 51 ff., 64, 72, 83, 100, 104 f. |
| Vermögenslage | 14, 32,38 |
Finanzkalender
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| 9. März 2023 | Veröffentlichung Jahresfinanzbericht |
| 21. April 2023 | Hauptversammlung |
| 9. Mai 2023 | Veröffentlichung Quartalsmitteilung (Stichtag Q1) |
| 15. August 2023 | Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht |
| 7. November 2023 | Veröffentlichung Quartalsmitteilung (Stichtag Q3) |
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