Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

ecotel communication ag Annual Report 2019

Mar 17, 2020

131_rns_2020-03-17_1440c689-1015-4137-a0dc-d77e90e2c9d4.html

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

ecotel communication ag

Düsseldorf

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Konzernlagebericht

I. Grundlagen des Konzerns

1. ecotel im Überblick

Die ecotel Gruppe (nachfolgend "ecotel" genannt) ist eine seit 1998 bundesweit tätige Unternehmensgruppe, die sich auf die Vermarktung von Informations- und Telekommunikationslösungen für die jeweilige Zielgruppe spezialisiert hat. Mutterunternehmen ist die ecotel communication ag mit Sitz in Düsseldorf (nachfolgend "ecotel ag" genannt).

Zum Jahresende 2019 betreut die ecotel Gruppe bundesweit mehr als 50.000 Datenleitungen und über 100.000 Sprachkanäle.

ecotel vermarktet ihre Produkte und Dienstleistungen in folgenden Segmenten: "ecotel Geschäftskunden", "ecotel Wholesale", "easybell" und "nacamar".

Im Folgenden werden die vier Segmente näher erläutert:

Segment "ecotel Geschäftskunden"

Das Segment "ecotel Geschäftskunden" repräsentiert den Kernbereich der ecotel. Hier werden bundesweit 15.000 Geschäftskunden mit einem integrierten Produktportfolio aus Sprach- und Datendiensten (ITK-Lösungen) aus einer Hand versorgt. Der Fokus in diesem Segment liegt auf Geschäftskunden mit mehr als 50 Mitarbeitern. Dabei kann es sich um Kunden mit nur einem Standort, mit mehreren Standorten oder um große Filialisten aus Einzelhandel, Versicherungen oder Banken handeln. ecotel hat für alle diese Kundengruppen passende ITK-Lösungen. Auch als Vorleister für andere ITK-Unternehmen (z. B. Reseller) stellt ecotel Produkte in diesem Segment zur Verfügung.

Im Bereich der Sprachdienste verfügt dieses Segment über ein umfassendes IP-basiertes Portfolio, welches sich vom Anschluss über die Telefonie (ISDN/VoIP) bis hin zu Mehrwertdiensten erstreckt. Das breite Portfolio von Datendiensten reicht vom Angebot für Anschlüsse im Bereich ADSL und VDSL über Ethernet-Access und Glasfaserleitungen bis hin zu sicheren Unternehmensvernetzungen via VPN sowie Managed Services.

Je nach Zielgruppe wird der Vertrieb in diesem Segment über den Direktvertrieb (Großkunden) oder mit mehr als 300 Vertriebspartnern über den Partnervertrieb gesteuert. Mit diesem Netzwerk verfügt ecotel über einen breiten Zugang zu mittelständischen Kunden.

Darüber hinaus hat sich ecotel als erfolgreicher Partner in der Zusammenarbeit mit mehr als 100 Einkaufsgenossenschaften und Verbundgruppen etabliert.

Die mvneco GmbH fungiert als technischer Dienstleister, Systementwickler und Berater für Telekommunikationslösungen sowie diesbezügliche Managed Services. Die Beteiligung wird im Rahmen der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Segment "ecotel Wholesale"

Das Segment "ecotel Wholesale" beinhaltet den netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten (Wholesale) für nationale und internationale Carrier. Dazu unterhält ecotel Netzzusammenschaltungen mit mehr als 100 internationalen Carriern. Über die Wholesale-Plattform wickelt ecotel einen nennenswerten Teil der nationalen und internationalen Telefongespräche seiner Geschäftskunden ab und nutzt diese Plattform ebenso für den wachsenden eigenen Teilnehmernetzbetrieb.

Segment "easybell"

Das Segment "easybell" beinhaltet das gesamte Geschäft der easybell Gruppe, bestehend aus vier Gesellschaften. Darin vermarktet easybell Breitband-Internetanschlüsse und VoIP-Telefonie für Privatkunden sowie SIP-Trunking-Angebote für kleinere Unternehmen. Der Vertrieb erfolgt primär online über die eigene Webseite oder über Telekommunikationspreisportale sowie einzelne Partner. Daneben betreibt die easybell Gruppe ein Routermietmodell (www.routermiete.de) und bietet günstiges Call-by-Call für inländische und ausländische Telefonate an.

Segment "nacamar"

Im Segment "nacamar" bietet die nacamar GmbH auf Grundlage ihres - im ecotel Rechenzentrum gehosteten - eigenen Content-Delivery-Netzwerks (CDN) Streamingdienste für Medienunternehmen an. Speziell entwickelte AddOns für Audio, Video und zukünftig auch für Daten schließen die Lücke zwischen den Rohstoffen und der Anwendung, ganz im Sinne eines "Software as a Service"-Konzeptes. Dabei verfügt nacamar über das komplette Portfolio der dafür notwendigen Werkzeuge zur Produktion und zum Betrieb solcher Komponenten. Mit dem Produkt AddRadio ist nacamar Marktführer in Deutschland.

Infrastruktur

ecotel betreibt kein eigenes Zugangsnetz, sondern bezieht die TK-Zuführungsleistungen von diversen Vorlieferanten und kann hierdurch jeweils den Betreiber mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auswählen. Als typische Vorlieferanten sind beispielsweise die Deutsche Telekom, Vodafone, Verizon, Versatel, EWE, QSC, Mnet und Colt zu nennen. Die Anzahl der Vorlieferanten steigt weiterhin an, da die Nachfrage unserer Geschäftskunden nach breitbandigen Glasfaserleitungen stetig steigt und die verschiedensten Infrastrukturanbieter sowie Kabelnetzbetreiber ihre hochmodernen Netze immer mehr für diese Zielgruppe öffnen. Durch den kundenbezogenen Einkauf der Zuführungsleitung ist ein Großteil der ecotel Kostenbasis variabel. Auf Basis neuester NGN-Technologie ist ecotel durch den Teilnehmernetzbetrieb (TNB) in der Lage, eigenständig Sprachvermittlungsdienstleistungen anzubieten, Rufnummernblöcke zu verwalten und Rufnummern ins eigene Netz zu portieren. Somit beschränkt sich der Zukauf von TK-Zuführungsdienstleistungen zunehmend auf den reinen Access zum Kunden.

ecotel betreibt ein eigenes IS0-27001-zertifiziertes Rechenzentrum auf dem Campus des größten europäischen Internetknotens in Frankfurt a. M. sowie weitere Rechenzentrumsflächen in Düsseldorf. Die beiden Points-of-Presence (PoP)-Standorte sind über ein eigenes zentrales Voice- und Daten-Backbone vernetzt und mittels Netzzusammenschaltungen mit vielen regionalen und globalen Carriern zusammengeschaltet.

Für das nacamar-Geschäft unterhält der Konzern ein eigenes Content-Delivery-Netzwerk (CDN). IT-seitig entwickelt und betreibt ecotel eigene Systeme für das Auftrags- und Routermanagement, das Netzwerkmonitoring sowie die Rechnungsstellung (Billing).

2. Struktur des Konzerns

ecotel ag ist die operativ größte Einheit und gleichzeitig die Konzernmutter.

3. Steuerung des Konzerns

Gesetzliches Leitungs- und Vertretungsorgan der ecotel ag ist der Vorstand. Gemäß § 5 der Satzung der ecotel ag besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Es können auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Vorstandsmitglieder bestellt der Aufsichtsrat für die Dauer von höchstens fünf Jahren. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Nach der Satzung der ecotel ag erlässt der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung für den Vorstand. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung wird die ecotel ag durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen gesetzlich vertreten. Dem Vorstand der ecotel ag gehören die Herren Peter Zils (Vorstandsvorsitzender/CEO), verantwortlich für die Bereiche Strategie, Technologie, Wholesale, Finance, Investor Relations und Human Resources, sowie Achim Theis (CCO), der die Bereiche Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung und Operations verantwortet, an. Der Vorstand und die Prokuristen Herr Holger Hommes als Chief Financial Officer (CFO) und Herr Wilfried Kallenberg als Chief Technical Officer (CTO) bilden zusammen das geschäftsführende Board der ecotel.

Das geschäftsführende Board der ecotel hat das Ziel, den Konzern nachhaltig zu führen und somit bei Entscheidungen die mittel- und langfristigen Auswirkungen in den Vordergrund zu stellen. Dabei werden bei unternehmerischen Entscheidungen die Interessen aller Anspruchsgruppen berücksichtigt. Diese sind zum einen die der Aktionäre und Fremdkapitalgeber und zum anderen die der Mitarbeiter, Kunden, Vertriebspartner sowie die der ecotel selbst.

Die Aktionäre erwarten transparente Berichterstattungen, verlässliche Prognosen und eine planbare und attraktive Aktionärsvergütung. Die Fremdkapitalgeber erwarten eine solide Bilanzstruktur und die Einhaltung der vereinbarten Covenants sowie die fristgerechte Bedienung der Kapitaldienste (Zins und Tilgung). Bei den Mitarbeitern, Kunden und Vertriebspartnern stehen die Sicherung der Arbeitsplätze, die Entwicklung von innovativen und attraktiven Produkten sowie die Weiterentwicklung der Services und Prozesse zur Verbesserung der Kunden- und Partnerzufriedenheit im Vordergrund. Die ecotel als juristische Person verlangt Zukunftsfähigkeit und Investitionen in neue Wachstumsfelder (All-IP-Transformation, Glasfaserstrategie), Investitionen in leistungsstarke Kundenrouter, den weiteren Ausbau des eigenen TNB-Betriebs sowie die Bereitstellung notwendiger Mittel für die Finanzierung weiterer Großprojekte. ecotel stellt somit einen Ausgleich der unterschiedlichen Erwartungen dieser Interessengruppen sicher.

ecotel hat eine aus dieser nachhaltigen Unternehmensführung abgeleitete nachhaltige Finanzstrategie veröffentlicht, die auch im Jahr 2019 präzisiert wurde und an der weiterhin festgehalten wird:

Nachhaltige Finanzstrategie

Die zur Verfügung stehenden Mittel werden zur Bedienung aller Anspruchsgruppen verwendet.
Die finanzielle Stabilität soll nicht gefährdet werden.

scroll

ecotel Mitarbeiter/Kunden / Vertriebspartner Fremdkapitalgeber Aktionäre
► Nachhaltiges und profitables Wachstum im B2B-Bereich ► Attraktive und wettbewerbsfähige Produkte ► Stabile Bilanzkennzahlen ► Transparentes Kapitalmarkt-Reporting
► Steigerung der Rohertragsmarge im B2B-Bereich: > 50 % ► Entwicklung moderner und zukunftsfähiger IT-Systeme ► Nettofinanzvermögen ► Realistische Prognosen
► Wachstumsabhängige Investitionen in 2018/2019: Mind. 8 Mio. EUR ► Attraktive Vergütung für Vertriebspartner und Mitarbeiter ► EBITDA/Umsatz > 5 % ► Dividendenfähigkeit
► Liquiditätsreserve inkl. Kreditlinie Mind. 5 Mio. EUR ► Sicherstellung der Arbeitsplätze ► Eigenkapitalquote > 45 % ► Steigerung des EBITDA
► Nachhaltige Personalpolitik und Weiterbildungsmaßnahmen ► Kapitaldienst (Zins und Tilgung) in 2018/19 ca. 3,0 Mio. EUR ► FCF * -Ziel ab 2019: > 1 € je Aktie
► Dividendenpolitik 2018/2019: Mind. 50 % vom EPS

* Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit + Cashflow aus Investitionstätigkeit vor Investitionen und Kundenequipment für künftige Großkundenprojekte

ecotel steuert die Segmente nach Maßgabe der strategischen Gesamtausrichtung des Konzerns. Es gibt eine Gesamtbudgetplanung, in die die Jahresbudgets der Geschäftsbereiche sowie der übrigen Konzernunternehmen einfließen. Dabei werden auf Ebene des geschäftsführenden Boards der ecotel Gruppe die Steuerungsgrößen Umsatz und Rohertrag (-marge) im Kernsegment Geschäftskunden und Konzern-EBITDA in den Fokus gerückt. Hierzu werden in diesem Segment in der Planung auf Ebene von Produktarten/- kategorien nach dem Teilkostenverfahren den Erlösen die direkten variablen Kosten zugeordnet und Rohmargen ermittelt. Die produktübergreifenden indirekten Kosten (Gemeinkosten) sowie die Personalkosten werden im Wesentlichen auf Kostenstellen geplant und überwacht. Die unterjährige Berichterstattung für die Segmente ecotel Geschäftskunden und ecotel Wholesale erfolgt segmentbezogen monatlich auf Umsatz, Rohertrag und EBITDA-Ebene mit detaillierter Analyse der Abweichungen gegenüber der Planung und dem Vorjahr sowie einem regelmäßig aktualisierten Ausblick auf das Geschäftsjahresende. Zur detaillierten Steuerung des Kerngeschäftes - des Segments ecotel Geschäftskunden - erfolgt zudem eine Überwachung von geschäftsbereichsbezogenen spezifischen Kennzahlen (z. B. Minutenvolumen, Preis je Minute, Rohertragsmarge, Mengengerüste), die in einem Reportingsystem abgebildet werden.

Die Segmente easybell und nacamar werden regelmäßig durch das geschäftsführende Board anhand von festgelegten Reportings überwacht. Auch hier stehen die Kennzahlen Umsatz und EBITDA im Fokus der Analysen.

Die Liquiditäts-, Investitions- und Working-Capital-Überwachung erfolgt bei der ecotel ag zentral. Diese stellt auch die wesentlichen Finanzierungen für die Unternehmensgruppe bspw. durch Bereitstellung von Kreditlinien oder die Aufnahme von langfristigen Annuitätendarlehen bereit.

4. Forschung und Entwicklung

ecotel selbst betreibt keine Grundlagenforschung, sondern fokussiert sich auf die Kompatibilität von bestehenden Leitungsarten, Tarifkombinationen und Gerätekonfigurationen. Dabei steht immer der möglichst hohe Kosten-/ Nutzen-Effekt für die Kunden im Vordergrund. Daher beschränkten sich die Entwicklungsaufwendungen in den letzten Jahren im Wesentlichen auf die technische Entwicklung hin zum eigenen Teilnehmernetzbetrieb sowie Entwicklungsleistungen für ein Partnerportal für Vertriebspartner sowie Systementwicklungen und -verbesserungen für die Auftragsverarbeitung der neuen Produktpalette. Im Jahr 2019 betrugen die aktivierten Entwicklungsaufwendungen 0,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR).

II. Wirtschaftsbericht

1. Markt- und Wettbewerbsumfeld

Die konjunkturelle Lage in Deutschland war auch im Jahr 2019 durch ein Wirtschaftswachstum gekennzeichnet. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2019 um 0,6 % höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit das zehnte Jahr in Folge gewachsen. Im Vergleich zu den Vorjahren konnte das Tempo nicht gehalten werden. In den Jahren 2016 und 2017 war das BIP deutlich um 2,2 % gestiegen, im Jahr 2018 war mit einer Steigerung von 1,5 % bereits eine geringere Steigerungsrate zu verzeichnen. Das preisbereinigte BIP je Erwerbsfähigem lag bei -0,3 % in 2019. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Volumen des Telekommunikationsmarkts steigt leicht an

Der Gesamtumsatz der Telekommunikationsanbieter hat in 2019 - getrieben durch den Mobilfunk - im Vergleich zum Jahr 2018 um etwa 0,5 Mrd. EUR zugelegt. Betrug der Gesamtumsatz mit TK-Diensten im Vorjahr mit 57,9 Mrd. EUR, gehen wir für das Jahr 2019 von 58,4 Mrd. EUR aus. Im Festnetzmarkt, bestehend aus Anschlüssen, Sprach- und Datendiensten inkl. TV-Bandbreitkabel, werden die Unternehmen wie im Vorjahr 32,8 Mrd. EUR umsetzen. Davon entfallen wie im Vorjahr 13,7 Mrd. EUR auf die Deutsche Telekom und 13,1 Mrd. EUR auf die Wettbewerber (2018: 13,3 Mrd. EUR). Der Kabelmarkt legte in 2019 um 0,2 Mrd. EUR auf 6 Mrd. EUR zu.

Gesamtmarkt für Telekommunikation in Deutschland in Mrd. EUR und in %

Gesamtmarkt nach Wettbewerbsgruppen

Gesamtmarkt nach Netztypen

1 inkl. Sprach- und Internetdienste, Datendienste, Interconnection, Mietleitungen, Inhalte, Endgeräte und Verteilung von TV-Inhalten, die von Netzbetreibern und deren Vertriebspartnern abgesetzt werden. Angaben in eckigen Klammern geben die entsprechenden absoluten Umsätze im Vorjahr an

Quelle: DIALOG CONSULT-/VA TM-Analysen und -Prognosen 2019

Teilmärkte für Telekommunikationsdienste in Mrd. EUR und in %

Teilmarkt Festnetze

Teilmarkt Mobilfunknetze

1 inkl. Sprach- und Internetdienste, Datendienste, Interconnection, Mietleitungen, Inhalte, Endgeräte und Verteilung von TV-Inhalten, die von Netzbetreibern und deren Vertriebspartnern abgesetzt werden. Angaben in eckigen Klammem geben die entsprechenden absoluten Umsätze im Votjahr an

Quelle: DIALOG CONSULT-/VATM-Analysen und -Prognosen 2019

Das Wachstum der Festnetz-Breitbandanschlüsse setzt sich unvermindert fort. Die Anzahl der stationären Breitbandanschlüsse wuchs in 2019 um rund 1 Mio. auf 35,2 Mio. an. Dabei entfielen etwa 25,3 Mio. Anschlüsse auf DSL-Anschlüsse. Mit einem Anteil von 13,7 Mio. Anschlüssen, also rund 54,2 % konnte die Telekom direkt an Endkunden vermarkten. Weitere 7,7 Mio. DSL-Anschlüsse wurden von der Telekom über Bitstromvorleistungen an die Wettbewerber verkauft, die wiederum damit ihre Endkunden versorgen.

Rund 3,9 Mio. DSL-Anschlüsse sind von alternativen Anschluss-Anbietern mit eigenen Anschlussnetzen, meist auf der Basis von Teilnehmeranschlussleitungen der Telekom, vermarktet worden.

DSL-Anschlüsse in Mio. Stück und in %

* Alternative Anschlussnetzbetreiber (ANB), die eigene Anschlussnetze (meist auf Basis von Telekom-Teilnehmeranschlussleitungen) betreiben.

** Von Telekom Deutschland betriebene DSL-Anschlüsse (Weiterverkauf Komplettanschlüsse und Bitstromleistungen), die von Wettbewerbern vermarktet und betreut werden.

Quelle: DIALOG CONSULT-A/ATM-Analysen und -Prognosen 2019

Trends im B2B-Markt

Das Geschäftskundensegment (B2B) in Deutschland ist durch eine weiterhin hohe Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Der Umsatz im Geschäftskundenmarkt ist mit rund 21 Mrd. EUR in 2019 (Vorjahr: 21 Mrd. EUR) stabil und hat einen Anteil am Gesamtmarkt von 36 %. Die Umsatzverteilung Telekom/Wettbewerber hat sich in 2019 nicht geändert. Es ist davon auszugehen, dass die Telekom in 2019 10,2 Mrd. EUR und die Wettbewerber etwas 10,8 Mrd. EUR Umsatz im Geschäftskundenmarkt erzielt haben.

Markt für Telekommunikationsdienste in Mrd. EUR und in %

1 inkl. Sprach- und Internetdienste, Datendienste, Interconnection, Mietleitungen, Inhalte, Endgeräte und Verteilung von TV-Inhalten, die von Netzbetreibern und deren Vertriebspartnern abgesetzt werden. Angaben in eckigen Klammern geben die entsprechenden absoluten Umsätze im Vorjahr an

Quelle: DIALOG CONSULT-/VATM-Analysen und -Prognosen 2019

Der Technologiewandel von ISDN zu AII-IP treibt das Zusammenwachsen von Sprach- und Datenkommunikation weiter an. Darüberhinaus ist die Nachfrage nach höheren Bandbreiten ungebrochen. Das über das Festnetz abgewickelte Datenvolumen erhöht sich in 2019 um mehr als ein Viertel auf mehr als 135 Gigabyte pro Breitbandanschluss.

Volumenentwicklung in Mrd. GB und in %

1 Die angegebenen jährlichen prozentualen Steigerungsdaten wurden unter Rückgriff auf nicht gerundete Daten verkehrswerte berechnet.

Quelle: DIALOG CONSULT-/VATM-Analysen und -Prognosen 2019

Wichtiger Treiber im Geschäftskundenbereich ist der kontinuierliche Ausbau an breitbandigen Internetzugängen sowohl über Festnetz (Glasfaser, Vectoring) als auch über Mobilfunk (LTE). Auch die Verlagerung der Telefonanlagen ins Netz (Hosted PBX/Centrex) sowie das stärkere Zusammenwachsen von Telekommunikation und IT weisen den Weg in die Zukunft.

Ein ungebrochener IT-Trend ist"Cloud Computing" mit seinen Ausprägungen "Infrastructure as a Service" (laaS), "Platform as a Service" (PaaS) und "Software as a Service" (SaaS). Im Wesentlichen geht es dabei um das Verlagern von lokalen Rechnerleistungen (Hardware) und Applikationsprogrammen (Software) sowie der Datenhaltung (Content) in zentrale und hochperformant abgesicherte Rechenzentren eines ITK-Dienstleisters, auf die der Nutzer über breitbandige und gesicherte Anbindungen zugreift. Wesentliche Aspekte in diesem Zusammenhang sind zudem der Datenschutz sowie die Sicherheit der zentral gelagerten Daten.

Weitere wichtige ITK-Trends sind:

Industrie 4.0
KI (künstliche Intelligenz)
Big Data Analytics
Machine to Machine (M2M)/Internet of Things (loT)/Computing Everywhere
Over The Top (OTT)-Services wie Skype, WhatsApp, Netflix
Smart Devices, 3D-Druck, eHealth/Telemedizin
Mobile Payment/kontaktloses Bezahlen
Smart Energy/Intelligente Stromnetze
Regulatorische Trends

Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen im B2B-Segment tätige Unternehmen alle für Geschäftskunden relevanten Produkte aus einer Hand und bundesweit anbieten können. Gerade Telekommunikationsdienste für Geschäftskunden haben als Produktionsfaktor eine sehr hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Ein entsprechender Regulierungsrahmen muss daher sicherstellen, dass Wettbewerber bundesweit auf alle notwendigen bzw. physikalisch verfügbaren Vorleistungen zurückgreifen können.

ecotel unterliegt als Telekommunikationsunternehmen der Aufsicht der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA).

Im Bereich Telekommunikation und Post sorgt die Bundesnetzagentur für

die Sicherstellung eines chancengleichen und funktionsfähigen Wettbewerbs, auch in der Fläche,
die Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung mit Telekommunikations- und Postdienstleistungen (Universaldienstleistungen) zu wettbewerbsfähigen Preisen,
die Förderung von Telekommunikationsdiensten bei öffentlichen Einrichtungen,
die Sicherstellung einer effizienten und störungsfreien Nutzung von Frequenzen, auch unter Berücksichtigung der Belange des Rundfunks, und
die Wahrung der Interessen der öffentlichen Sicherheit.

Neben der Regulierung hat die Bundesnetzagentur im Telekommunikations- und Postmarkt noch weitere vielfältige Aufgaben; sie

vergibt Lizenzen im Postbereich,
trägt zu Lösungen von Fragen im Rahmen der Standardisierung bei,
verwaltet Frequenzen und Rufnummern,
klärt Funkstörungen auf,
bekämpft den Missbrauch von Rufnummern,
beobachtet den Markt und
berät die Bürger über neue Regelungen und deren Auswirkungen.

ecotel versucht, durch Marktkenntnis und -beobachtung wesentliche Trends frühzeitig zu entdecken und daraus Risiken und Potentiale abzuleiten. Im Jahr 2019 hat ecotel sich mit folgenden aktuellen Themengebieten auseinandergesetzt bzw. sich aktiv in den Arbeitskreisen und im Präsidium des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.) beteiligt:

Verbesserung der politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau und den Geschäftskundenmarkt in Deutschland,
Sicherstellung einer flächendeckenden gleichartigen Grundversorgung in städtischen und ländlichen Räumen mit Telekommunikationsdiensten (Universaldienstleistungen) inklusive breitbandiger Anschlüsse zu erschwinglichen Preisen,
Abstimmung der europäischen Telekommunikationspolitik (EU Single Market) mit den speziellen Anforderungen des deutschen Telekommunikationsmarktes,
Netzneutralität (d. h. gleichberechtigte und unveränderte Übertragung von Datenpaketen durch Carrier, unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben),
Modernisierung der bestehenden Datenschutzregeln sowie des Verbraucherschutzes,
Begleitung von Initiativen im regulatorischen und politischen Raum und Einflussnahme auf dieselben, mit dem Zweck, adäquate Vorleistungsprodukte langfristig beziehen zu können und die nationalen Besonderheiten im Hinblick auf EU-Entscheidungen hervorzuheben, damit diese Berücksichtigung finden,
Handelsplattform für Anbieter und Nachfrager von Breitbandanschlüssen.

2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Der Gesamtumsatz des Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet weiter reduziert. Mit 82,8 Mio. EUR betrug der Rückgang 16,1 Mio. EUR. Im Jahr 2019 wurde das Geschäftsvolumen im Segment Wholesale weiter planmäßig reduziert. Dieser Effekt in Höhe von 17,5 Mio. EUR trug somit maßgeblich zum Umsatzrückgang des Konzerns bei. Durch diese weitere Reduktion schafft der Konzern somit, wie im letzten Jahr bereits ausführlich erläutert, die Grundlage, in den margenträchtigen Segmenten zu wachsen, ohne die 100-Mio.-EUR-Schwelle des § 35 Abs. 5a TKG zu verletzen. Somit bleibt der Konzern weiterhin von möglichen rückwirkenden negativen Regulierungsentscheidungen zu Entgelten marktbeherrschender Telekommunikationsanbieter (im Wesentlichen die Deutsche Telekom) verschont.

In der folgenden Grafik ist die Entwicklung der Umsatzverteilung auf die Segmente dargestellt.

Umsatzverteilung auf Segmente (Mio. EUR und in %)

Segment ecotel Geschäftskunden: Rohertrag weiter gestiegen

Der Umsatz im Kernsegment ecotel Geschäftskunden konnte trotz der Herausforderungen der All-IP-Transformation im Jahr 2019 mit 46,9 Mio. EUR (Vorjahr: 48,1 Mio. EUR) nahe an den prognostizierten Korridor von 48-50 Mio. EUR herangeführt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Transformation der traditionellen ISDN-basierten Anschlüsse der Deutschen Telekom auf zukunftsfähige und margenreichere All-IP-Produkte massiv an Geschwindigkeit zugenommen und wurde bis zum Ende des Jahres abgeschlossen. In diesem Segment wurde nahezu die gesamte Kundenbasis mit der Deutschen Telekom als Vorleister (Anschluss und/oder Carrier Preselection) angefasst und mit neuen Vertragslaufzeiten in All-IP-Verträge umgewandelt. Somit konnte die Werthaltigkeit der Kundenbasis deutlich erhöht werden, auch wenn der Umsatz leicht rückläufig war. Hinzu kommt noch der im letzten Jahr bereits prognostizierte negative Effekt aus der IFRS-15-Bilanzierung. Im Jahr 2019 wurden weitreichende personelle Ressourcen aus diesem Segment für die Umsetzung eines der größten SDWAN-Kundenrollout-Projekte in Europa benötigt. Diese Ressourcen wurden vom Kunden zu einem Teil übernommen. Durch die Anwendung des IFRS 15 werden diese Einmalerträge nicht in der Leistungsperiode, sondern über die Gesamtlaufzeit des neuen Vertrages verteilt.

In der nachfolgenden Grafik ist die Umsatzentwicklung der wesentlichen Produktgruppen im Segment ecotel Geschäftskunden über die letzten drei Geschäftsjahre dargestellt.

Umsatzentwicklung B2B der Jahre 2017 bis 2019

Hier ist zu erkennen, dass sich der Umsatzmix im Segment ecotel Geschäftskunden deutlich zu den NGN-basierten, also neuen Produkten, verschoben hat. Ende des Jahres 2018 betrug der Anteil noch 12 % und konnte nun mit 28 % mehr als verdoppelt werden. Der relative Anteil der Access-Produkte und der Dienste blieb nahezu unverändert zum Vorjahr.

Die verbliebenen Produkte auf der traditionellen ISDN-Basis (13 %) werden im Wesentlichen von alternativen Vorlieferanten bereitgestellt. Hier ist die Fortführung der Dienste bis mindestens Mitte 2021 vertraglich sichergestellt. Das Segment ecotel Geschäftskunden, der Markt und die Kunden drängen aber auch hier darauf, die Anschlüsse in All-IP-Produkte zu transformieren.

Dies wird in dem Segment die Umsatzentwicklung wahrscheinlich auch im Jahr 2020 weiter absolut belasten, die Profitabilität aber weiter ansteigen lassen. Im Segment ecotel Geschäftskunden waren auch im Jahr 2019 wieder Wachstumsinvestitionen notwendig. In der nachfolgenden Grafik sind die Investionen der letzten vier Geschäftsjahre in diesem Segment sowie ihre Zusammensetzung in Mio. EUR dargestellt.

Wachstumsinvestitionen Segment ecotel Geschäftskunden 2016 bis 2019 (Mio. EUR)

Wachstumsinvestitionen werden nur dann getätigt, wenn diese in der Zukunft zu steigenden Roherträgen führen. Das kann beispielsweise durch Investitionen in Kundenrouter und damit einhergehende höhere Umsätze, aber auch durch Investitionen in Systeme und margenstärkere Produkte ohne Umsatzwachstum möglich werden.

Rohertragsentwicklung ecotel Geschäftskunden 2018 bis 2019 (Mio. EUR)

Der Rohertrag des Segments ecotel Geschäftskunden konnte in den letzten vier Geschäftsjahren von 21,7 Mio. EUR nachhaltig auf nunmehr 23,8 Mio. EUR im Jahr 2019 gesteigert werden. Das bedeutet ein Wachstum von rund 10 %. Diese Steigerung des absoluten Rohertrages konnte im Jahr 2019 vorübergehend nicht der Entwicklung der letzten Jahre folgen.

Wie in der Umsatzentwicklung des Segments ecotel Geschäftskunden bereits erläutert, wirkte sich ein Effekt im Zusammenhang mit der Anwendung des IFRS 15 in Höhe von 0,5 Mio. EUR negativ auf diese Entwicklung aus. Ohne diesen Effekt wäre der Rohertrag im Jahr 2019 auf 24,3 Mio. EUR und damit um 0,7 Mio. EUR gegenüber dem Jahr 2018 gestiegen, in dem es einen solchen Effekt nicht gegeben hat.

Segment easybell: Umsatz und Rohertrag weiter deutlich gestiegen

Das Segment easybell hat den Umsatz in 2019 um 2,7 Mio. EUR auf 18,6 Mio. EUR steigern können. Der Rohertrag stieg im gleichen Zeitraum um 1,4 Mio. EUR auf 8,3 Mio. EUR. Hier entwickeln sich die Geschäfte mit hochmargigen NGN-Sprachdiensten für kleine Geschäftskunden (SIP-Trunk) sehr erfreulich. Der planmäßige weitere Rückgang des Geschäfts mit Call-by-Call-Minuten konnte somit mehr als aufgefangen werden.

Segment nacamar: Neues Geschäftsmodell erhöht Profitabilität

Der Umsatz im Segment nacamar blieb mit 1,9 Mio. EUR unverändert zum Vorjahr. Der Rohertrag des Segments konnte auf 1,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) gesteigert werden. Der Strategiewechsel in den Jahren 2017 und 2018 und die Fokussierung und Entwicklung neuer innovativer Dienste für die Produktwelt des Radiostreamings trägt zunehmend Früchte und erhöht die Profitabilität des Segments zusehens.

Segment ecotel Wholesale: Geschäftsvolumen wurde reduziert

Wie oben beschrieben, hat ecotel das Volumen im Segment ecotel Wholesale im Jahr 2019 gegenüber dem Jahr 2018 noch einmal deutlich reduziert. Der Umsatz in diesem margenschwachen Segment ging daher auf 15,4 Mio. EUR (Vorjahr: 32,9 Mio. EUR) zurück. Der Rohertrag blieb allerdings mit 0,4 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahres. Dieses Segment ist zwar weiterhin margenschwach, aber die damit einhergehenden implementierten Prozesse und Systeme werden immer wichtiger für den Betrieb des Segments ecotel Geschäftskunden, da die im Netz der ecotel produzierten ("terminierten") Gesprächsminuten durch dieses Segment gemanaged ("geroutet") werden.

EBITDA-Entwicklung

Das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Geschäftsjahr 2019 auf 8,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR). Zu dieser Entwicklung trug neben der höheren Marge im sich weiter wandelnden Produktmix auch die erstmalige Anwendung des IFRS 16 (Leasing) in Höhe von 1,4 Mio. EUR bei. Die bislang im operativen Aufwand ausgewiesenen Aufwendungen für Miete (i. W. Rechenzentrum- und Standortmieten) werden seit dem 1. Januar 2019 in Abschreibungs- und Zinsaufwand aufgeteilt. Weitere Details zu den Auswirkungen der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 sind dem Konzernanhang zu entnehmen.

Der oben beschriebene Effekt im Zusammenhang mit der Anwendung des IFRS 15 in Höhe von 0,5 Mio. EUR wirkt sich negativ auf die EBITDA-Entwicklung aus. Bereinigt um diese beiden Effekte wäre das EBITDA um 0,4 Mio. EUR angestiegen.

Das EBITDA im Kernsegment ecotel Geschäftskunden stieg um 0,5 Mio. EUR auf 4,3 Mio. EUR an. Unter Berücksichtigung des Umstellungseffektes aus IFRS 16 in Höhe von 1,0 Mio. EUR und dem oben beschriebenen negativen Umsatzeffekt aus der Anwendung des IFRS 15 in Höhe von 0,5 Mio. EUR sank das EBITDA dieses Segments leicht um 0,1 Mio. EUR. In diesem Segment war im Jahr 2019 der zu betreibende Aufwand für die Transformation vorübergehend sehr hoch. Zum einen erforderte jede Umstellung eines ISDN-Anschlusses zu All-IP-Anschlüssen personelle und technische Ressourcen. Zum anderen verlangt die Deutsche Telekom für jede Umstellung einmalige Bereitstellungsentgelte und die Gestellung leistungsfähiger kundenindividueller Hardware, die über die neue vertragliche Laufzeit zurückverdient werden.

Das EBITDA im Segment easybell wuchs im Jahr 2019 um 0,6 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR an. Auch unter Berücksichtigung des Umstellungseffektes aus IFRS 16 in Höhe von 0,3 Mio. EUR stieg das EBITDA dieses Segments um 0,3 Mio. EUR an.

Im Segment nacamar stieg das EBITDA auf 0,3 Mio. EUR an (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR). Die Konsolidierung der Gesellschaft und die Fokussierung auf Kernprodukte und die Entwicklung technisch neuer und innovativer Produkte für das Radiostreamung wurde auch in 2019 weiter umgesetzt. Somit hat das Segment die Basis für weiteres Wachstum und Profitabilität gelegt.

EBIT- und Jahresergebnis

Das Betriebsergebnis (EBIT) ist mit 1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2,2 Mio. EUR) temporär rückläufig. Die oben beschriebenen temporär höheren Aufwendungen im Segment ecotel Geschäftskunden und die vor allem durch die erstmalige Anwendung des IFRS 16 deutlich angestiegenen Abschreibungen (+1,3 Mio. EUR) sind für den Rückgang des EBIT auf 1,5 Mio. EUR verantwortlich.

Im Ergebnis erzielte der Konzern einen Überschuss (Konzerngesamtergebnis) von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,4 Mio. EUR). Nach Abzug der Anteile anderer Gesellschafter von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR) weist ecotel einen Konzernfehlbetrag in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: Konzernüberschuss 0,5 Mio. EUR) aus. Dies entspricht einem negativen Ergebnis je Aktie von 0,05 EUR (Vorjahr: 0,13 EUR).

Abgleich der Prognosen mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf

ecotel hat in 2019 die prognostizierten Zielkorridore überwiegend erreicht. Der Umsatz im Segment ecotel Geschäftskunden und im Segment nacamar wurde knapp verfehlt, im Segment easybell sogar übertroffen. Die Prognosen zur Rohertragsmarge im Segment ecotel Geschäftskunden und beim EBITDA wurden erreicht.

scroll

Zielkorridor
Prognostizierte Kennzahl 2019

(Mio. EUR)
Prognose

(Mio. EUR)
--- --- --- ---
Segmentumsätze
ecotel Geschäftskunden 46,9 48 bis 50 unterschritten
easybell 18,6 15 bis 17 übertroffen
nacamar 1,9 2 bis 3 unterschritten
Rohertrag ecotel Geschäftskunden 23,8 Steigerung erreicht
Rohertragsmarge ecotel Geschäftskunden 50,7 % leichte Steigerung erreicht
EBITDA 8,8 8 bis 9 erreicht

Finanzlage

Die notwendigen Wachstumsinvestitionen in 2019 von ingesamt 6,3 Mio. EUR hat ecotel weitgehend aus dem eigenen Cashflow finanzieren können. Um die noch anstehenden Wachstumsinvestitionen (auch für Großkundenprojekte), einmalige Bereitstellungsentgelte sowie die Tilgung von höher verzinslichen Darlehen zu finanzieren, hat der Konzern im Jahr 2019 in Höhe von insgesamt 3,2 Mio. EUR langfristige neue Kredite aufgenommen. Die Finanzlage des Konzerns ist weiterhin sehr zufriedenstellend und solide. Der Free Cashflow ist mit 3,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR) erwartungsgemäß wieder positiv. Auch unter Berücksichtigung der Ausweisänderungen aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 stieg der Free Cashflow auf 2,1 Mio. EUR.

Die Finanzmittel sind auf 8,3 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) angestiegen. Demgegenüber stehen Verbindlichkeiten aus Finanzkrediten in Höhe von 7,3 Mio. EUR (Vorjahr: 5,7 Mio. EUR). Das Nettofinanzvermögen des Konzerns stieg somit erwartungsgemäß auf 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR). Neben den ausgewiesenen Finanzmitteln stehen ecotel zum 31. Dezember 2019 Kreditlinien von insgesamt 4,0 Mio. EUR zur Verfügung, die in einem Umfang von bis zu 1,0 Mio. EUR für Avalschulden genutzt werden dürfen. Darüber hinaus steht eine bis zum 31. März 2020 begrenzte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mio. EUR zur Finanzierung eines Rolloutprojekts zur Verfügung.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg um 3,3 Mio. EUR auf 10,0 Mio. EUR (Vorjahr: 6,7 Mio. EUR). Neben der Steigerung des operativen Ergebnisses (EBITDA) und dem IFRS 16 Effekt in Höhe von 1,5 Mio. EUR, trug die im Vergleich zum Vorjahr positive Veränderung des Working Capital zu dieser Entwicklung bei. Vor allem konnten hohe Umsatzabgrenzungen zum Ende des Vorjahres in 2019 in realisiert werden.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit stieg auch im Geschäftsjahr 2019 erwartungsgemäß weiter auf 6,3 Mio. EUR an (Vorjahr: 5,8 Mio. EUR). Dieser Anstieg spiegelt die vorhergesagten Wachstumsinvestitionen in leistungsfähige und kundenspezifische Hardwarekomponenten wider. Sowohl bei der Realisierung von Großprojekten als auch bei der ISDN-Transformation sind Investitionen notwendig, um die vom Kunden gewünschten Dienstleistungen erbringen zu können.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit stieg um 0,3 Mio. EUR auf 1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR). Den oben beschriebenen Neuaufnahmen von langfristigen Darlehen in Höhe von ingesamt 3,2 Mio. EUR stehen Tilgungsleistungen in Höhe von 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR), Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr: n/a), Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR), Dividenden in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: 0,5 Mio. EUR) sowie Zinszahlungen (Finanzverbindlichkeiten und Leasingverhälnisse) in Höhe von insgesamt 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR) gegenüber.

Wie in den Vorjahren war ecotel in der Lage, allen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt und termingerecht nachzukommen. Wichtige Ziele des Finanzmanagements sind zudem die Einhaltung der mit Banken vereinbarten Financial Covenants sowie die Minimierung von Kredit- und Zinsrisiken, soweit diese einen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage ausüben können.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Konzerns betrug 56,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2019 (Vorjahr: 43,7 Mio. EUR).

Aktiva und Passiva in Mio. EUR

Die erstmalige Anwendung des IFRS 16 (Leasing) sorgt für die deutliche Verlängerung der Bilanz. Seit dem 1. Januar 2019 sind sämtliche Rechte und Verpflichtungen aus Leasingvereinbarungen in der Bilanz als "Nutzungsrechte" bzw. "Leasingverbindlichkeiten" zu erfassen. Diese sind dann entsprechend der Laufzeiten planmäßig abzuschreiben und die Leasingverbindlichkeiten durch die regelmäßigen Mietzahlungen zu tilgen. Zum 31. Dezember 2019 wurden Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten von insgesamt 8,4 Mio. EUR erfasst. Weitere Details zu den Auswirkungen der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 sind dem Konzernanhang zu entnehmen.

Neben diesem wesentlichen Effekt hat sich die Vermögenslage wie folgt verändert:

Auf der Aktivseite stiegen die langfristigen Vermögenswerte um 11,4 Mio. EUR auf 37,8 Mio. EUR bzw. ohne den IFRS 16 Effekt um 3 Mio. EUR auf 29,4 Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einem Anstieg der Sachanlagen um 2,1 Mio. EUR sowie höhere aktivierte latente Ertragsteueransprüche in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,7 Mio. EUR). Der Anstieg der Sachanlagen begründet sich im Wesentlichen daher, dass für ein großes Rolloutprojekt Kundenrouter in einem Gesamtwert von 1,5 Mio. EUR im Rahmen eines Mietkaufes angeschafft wurden.

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 1,7 Mio. EUR auf 19,0 Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen Zahlungsmitteln auf 8,3 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) und einem Anstieg der sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 0,4 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR.

Auf der Passivseite sank das Eigenkapital um 0,5 Mio. EUR auf 22,2 Mio. EUR. Auf der Grundlage der deutlich gestiegenen Bilanzsumme von 56,8 Mio. EUR ergibt sich somit eine geringere Eigenkapitalquote von 39,0 % (Vorjahr: 52,0 %). Ohne die Bilanzierungsänderung des IFRS 16 läge die Eigentkapitalquote bei 46 %. Die Entwicklung des Eigenkapitals ist im Konzernanhang näher erläutert.

Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen deutlich um 10,5 Mio. EUR auf 16,5 Mio. EUR. Neben dem Ausweis von langfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 7,4 Mio. EUR aus der oben beschriebenen erstmaligen Anwendung des IFRS 16, resutiert dieser Anstieg aus dem ebenfalls oben beschriebenen Mietkauf in Höhe von 1,5 Mio. EUR sowie aus gestiegenen langfristigen Darlehen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen ebenfalls deutlich um 3,2 Mio. EUR auf 18,1 Mio. EUR an. Hier treiben der Ausweis von kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Mio. EUR aus der oben beschriebenen erstmaligen Anwendung des IFRS 16 sowie um 1,2 Mio. EUR gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen diese Entwicklung.

Satzung/Kapitalstruktur

Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit die Satzung nicht im Einzelfall etwas anderes anordnet oder zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.

Das Grundkapital der ecotel ag beträgt 3.510.000 EUR. Das Kapital ist in 3.510.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien aufgeteilt. Die Aktien sind als nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR ausgegeben. Das Grundkapital ist in Höhe von 3.510.000,00 EUR vollständig eingezahlt. Jede nennbetragslose Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht. Es bestehen in Bezug auf die Aktien keine unterschiedlichen Stimmrechte.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, wie sie sich beispielsweise aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand der ecotel ag nicht bekannt. Zur Entwicklung des Eigenkapitals wird auf die Darstellung der Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Konzernabschluss verwiesen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juli 2017 wurde der Vorstand der ecotel ag ermächtigt, das Grundkapital der ecotel ag mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. Juli 2022 einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 1.755.000,00 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Im Berichtsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Auf der Hauptversammlung vom 28. Juli 2017 wurde eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 1.755.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.755.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien beschlossen (Bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient nach Maßgabe der Wandelanleihebedingungen ausschließlich der Gewährung von Aktien an die Inhaber von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. Juli 2017 bis zum 27. Juli 2022 von der ecotel ag begeben werden können. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber der Wandelschuldverschreibungen ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung dieser Rechte zur Verfügung gestellt werden. Im Berichtsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Die Hauptversammlung hat den Vorstand der ecotel ag mit Beschluss vom 25. Juli 2014 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben (Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien). Diese Ermächtigung darf von der ecotel ag nicht zum Zweck des Handels mit eigenen Aktien genutzt werden. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der ecotel ag befinden oder ihr nach § 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien lief bis zum 24. Juli 2019. Im Berichtsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Namen der Aktionäre, deren Beteiligung am Grundkapital der ecotel ag Ende 2019 mehr als 3 % betrug. Basis sind die der ecotel ag bekannt gemachten Anteilsbesitze. Es bestehen in Bezug auf die Aktien keine unterschiedlichen Stimmrechte.

Aktienbesitz (31.12.2019) in Prozent

1 gemäß letzter Mitteilung vom 07.04.2011 vor Einziehung der eigenen Aktien in 2014 (Basis: 3.9000.000 Aktien)

Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegt nicht vor.

3. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Der Konzern befindet sich weiterhin in einer sehr stabilen wirtschaftlichen Lage. Wesentliche Bilanzkennzahlen (Bilanzsumme, Eigenkapital sowie das Nettofinanzvermögen) haben sich im Geschäftsjahr erwartungsgemäß entwickelt. Die zukünftige Finanzierung ist durch Annuitätendarlehen und Kreditlinien sichergestellt. Die Ertragslage ist durch weitgehend vertraglich gesichert wiederkehrende Umsätze gekennzeichnet. Zur geplanten Wachstumsstrategie sowie zur gesamten Chancen- und Risikosituation wird auf die Ausführungen im Prognose-, Risiko- und Chancenbericht verwiesen.

III. Nachtragsbericht

Es wird auf die Angaben im Konzernanhang verwiesen.

IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Kontroll- und Risikomanagementsystem

Zur frühzeitigen Identifizierung und Bewertung von unternehmerischen und bestandsgefährdenden Risiken sowie zum richtigen Umgang hiermit setzt ecotel ein entsprechendes Risikomanagementsystem ein. Die konzernweite Verantwortung der Früherkennung und Gegensteuerung von Risiken liegt beim Vorstand. Für die kontinuierliche Identifizierung und Bewertung von Risiken im Konzern unterstützen ihn die Prokuristen sowie die Geschäftsführer der Tochterunternehmen. Mithilfe eines quartalsweise erscheinenden Risikoreports verfolgen der Vorstand und der Aufsichtsrat das gesamte Jahr hindurch die identifizierten Risiken in Bezug auf die geplante Entwicklung. Der Fokus liegt dabei auf der Identifikation des Handlungsbedarfs und dem Status der eingeleiteten Maßnahmen zur systematischen Steuerung der identifizierten Risiken. In Form einer Risikomatrix sind dabei jeweils alle wesentlichen Risiken aufgeführt, die das Ergebnis und den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Alle Risikopotenziale werden dabei nach Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Schadenshöhen bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten werden dabei in niedrig, mittel, hoch und sehr hoch klassifiziert. Die mögliche Schadenshöhe (als Nettobarwert) wird wiederum ebenfalls in vier Schadensklassen gemäß nachfolgender Tabelle unterteilt.

scroll

Vermögensschadensklasse (VSK) Mögliche Schadenshöhe
Sehr hoch > 1.000.000 EUR
Hoch 300.000-1.000.000 EUR
Mittel 100.000-300.000 EUR
Niedrig < 100.000 EUR

Die den identifizierten Risikopositionen zugeordneten Wahrscheinlichkeiten und Schadensklassen werden entsprechend der nachfolgenden Tabelle in Risikoklassen eingeteilt. Aus der Risikoklasse ergibt sich zugleich das Bruttorisiko je Risikoposition (1 bis 4). Der Vorstand leitet für jede Risikoposition einzuleitende Maßnahmen zur Gegensteuerung ab und bewertet daraus das Nettorisiko (1 bis 4). Bruttorisiko und Nettorisiko können durch die Gegensteuerung daher voneinander abweichen.

Risikomatrix

Zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften unterhält ecotel weiterhin ein Internes Kontrollsystem (IKS), welches in regelmäßigen Abständen überarbeitet wird.

Seit nunmehr zwei Jahren wurde in der ecotel ag eine interne Revision im Rahmen einer Vollauslagerung implementiert. Diese hat das Ziel, Prozesse und Systeme gemäß den IT-Anforderungen der "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) und den "Bankenaufsichtliche Anforderungen an die IT" (BAIT) zu prüfen. Diese Maßnahmen wurden notwendig, da ecotel sowohl Versicherungen als auch Banken durch verschiedene ITK-Lösungen bedient. Im Jahr 2019 wurde ecotel erstmals für das Jahr 2018 ein Testat gemäß IDW PS 951 Typ 2 (Prüfung des dienstleistungsbezogenen internen Kontrollsystems bei Dienstleistungen gegenüber einem Großkunden) erteilt.

Das Risiko der Finanzberichterstattung besteht darin, dass die Konzern- und Zwischenabschlüsse Falschdarstellungen enthalten könnten, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung ist das Interne Kontrollsystem derart gestaltet, dass für alle wesentlichen Geschäftsvorfälle das Vier-Augen-Prinzip eingesetzt wird und dass in der Buchhaltung eine Funktionstrennung vorliegt. Regelmäßig wiederkehrende Prozesse werden weitgehend IT-gestützt vorgenommen (Schnittstellen zwischen operativen und buchhalterischen Systemen für Fakturen, Zahlungsein- und -ausgänge sowie kreditorische Prozesse). Für die korrekte Bilanzierung werden Kontierungsrichtlinien eingesetzt. Zur Beurteilung von komplexeren Bilanzierungssachverhalten werden, wenn notwendig, externe Dienstleister hinzugezogen. Gleiches gilt für die Erstellung der Steuererklärungen. Diese Erstellungs- und Beratungsleistungen werden durch interne Plausibilisierungen und Abstimmungen kontrolliert und weiterverarbeitet. Darüber hinaus erfolgt eine Überwachung der zentralen Finanzkennzahlen durch einen regelmäßigen Soll-Ist-Vergleich mit Abweichungsanalyse. Abgeschlossene Zinsderivate werden regelmäßig überwacht.

2. Risiken der künftigen Entwicklung

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit ist ecotel mit operativen Risiken, finanzwirtschaftlichen Risiken, strategischen Risiken sowie mit Risiken des Marktumfelds konfrontiert. Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken erläutert und mit ihrem Brutto- und Nettorisiko (nach eingeleiteten Maßnahmen) aufgeführt. Die Risikosituation hat sich nicht wesentlich zum Vorjahr verändert.

Operative Risiken

Operative Risiken sind eher kurzfristiger Natur und konzentrieren sich bei ecotel hauptsächlich auf mögliche Ausfälle, Fehler und Kapazitätsengpässe der Infrastruktur (z. B. Backbone, Rechenzentrum, Vermittlungstechnik, Server-Farmen) sowie auf die korrekte und zeitnahe Abwicklung unternehmenskritischer Prozesse in den Bereichen Rechnungsstellung, Provisionierung der Vertriebspartner, Forderungsmanagement sowie in der Kunden-, Lieferanten- und Partnerbetreuung.

Die Sicherstellung einer maximal hohen Verfügbarkeit der Infrastruktur durch entsprechende Systemredundanzen sowohl auf Vermittlungstechnik als auch auf Leitungsseite ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verhinderung der Risiken, welche ecotel konsequent umsetzt. Im Bereich der Verfügbarkeit der Server-Farmen, z. B. des nacamar-CDN, sind die Server-Farmen in getrennten Räumlichkeiten vollständig dupliziert (Bruttorisiko 3/ Nettorisiko 3; VSK: mittel).

Im Bereich der Rechenzentrum-Infrastruktur liegen potenzielle Risiken im Ausfall der Klima- und Notstromversorgung sowie dem Wegfall der Anbindung. Die Notstromversorgung ist redundant ausgebaut, im Bereich der Klimatechnik wurde eine n+1-Redundanz umgesetzt. Es existieren aber externe Kapazitätsengpässe bei der Stromversorgung des Rechenzentrums in Frankfurt am Main, welche möglicherweise zu Behinderungen beim künftigen Kundenwachstum führen können. Die notwendigen Ausbau- und Renovierungsarbeiten werden vom Vorstand und der Geschäftsleitung eng überwacht und auf die möglichen Risiken für die ecotel hin überprüft (Bruttorisiko 3/Nettorisiko 3; VSK: mittel).

Die Rechenzentren von Düsseldorf und Frankfurt sind über n x 10 Gbps redundant miteinander verbunden. Zudem sind die Zuführungen der wichtigsten Carrier-Vorlieferanten redundant an beide Rechenzentren angeschlossen. Auch die Anbindung des Internets geschieht georedundant über verschiedene Carrier zu beiden PoPs. Bei Nichtverlängerung von Einkaufsverträgen oder bei einer Verschlechterung der Einkaufskonditionen kann dies zur Verschlechterung der Ertragslage führen. ecotel versucht diese Abhängigkeit von Vorlieferanten dadurch zu minimieren, dass sie für jedes wesentliche Produkt einen alternativen Vordienstleister vorhält. Dies ist zumindest in den Gebieten möglich, wo mehrere Vordienstleister parallele Infrastrukturen betreiben. Durch die Inbetriebnahme der ecotel-eigenen TNB-Infrastruktur verringert sich das Risiko im Bereich der bisher zugekauften Sprachvermittlungsdienstleistungen, da diese nunmehr durch ecotel selbst erbracht werden können (Bruttorisiko 2/Nettorisiko 2; VSK: hoch).

Bei der Auftragsumsetzung ist die ecotel abhängig von der Performance der Vorlieferanten, der Stabilität der Systeme und Prozesse sowie von vorhandenen Personalkapazitäten. Bei einem möglichen Backlog besteht die Gefahr, Reputation bei den Vertriebspartnern und Kunden und sogar Aufträge zu verlieren. Um aufkommende Probleme und Verzögerungen zu erkennen und Lösungsansätze zu haben, hält das Management Kontakt zu den verschiedenen Ebenen der Vorlieferanten (Bruttorisiko 4/Nettorisiko 4; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: hoch).

Der eigene Teilnehmernetzbetrieb bringt neben technischen Herausforderungen auch weitergehende Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz (Hacking, Fraud etc.) mit sich. Hier hat ecotel bereits entsprechend viel in technische und prozessuale Fraud-Managementsysteme investiert, um das Risiko zu minimieren und den Kunden bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten (Bruttorisiko 3/Nettorisiko 4; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VKS: mittel).

Der derzeit vollzogene Wandel von traditionellen ISDN-Anschlussprodukten zu neuen NGN-All-IP-Anschlussprodukten und der damit verbundene technische, organisatorische und prozessuale Aufwand für die Migration der Kunden in den nächsten Jahren birgt das Risiko von Kundenverlusten und damit Umsatzrückgängen sowie hohen Auslastungen der operativen und technischen Bereiche (Bruttorisiko 1/Nettorisiko 1; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VKS: hoch/sehr hoch).

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken umfassen bei der ecotel Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, Fremdwährungsriskien sowie Zinsrisiken.

Ein Kreditrisiko besteht, wenn Transaktionspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Die Entwicklung des Forderungsbestandes wird ständig überwacht, um mögliche Ausfallrisiken frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können (Bruttorisiko 4/Nettorisiko 4; VSK: niedrig).

ecotel hat mit den finanzierenden Kreditinstituten marktübliche Gläubigerschutzklauseln (sogenannte Financial Covenants) vereinbart, die sich auf das Verhältnis bestimmter Finanzkennzahlen beziehen. Als Grundlage für die Ermittlung der Kennzahlen dient der von der ecotel aufgestellte IFRS-Konzernabschluss. Eine Verletzung der Covenants könnte möglicherweise zu einer Kündigung und vorzeitigen Rückzahlung der Investitionsdarlehen und Betriebsmittelkredite führen und damit eine signifikante Verschlechterung der Liquiditätslage der ecotel nach sich ziehen, soweit keine Einigung über eine Anpassung der Financial Covenants oder eine Refinanzierung erzielt werden kann. Bei allen einzuhaltenden Covenants (Eigenkapitalquote, EBITDA/Umsatzerlöse und Nettoverschuldung/ EBITDA) liegt ecotel derzeit innerhalb der von den Financial Covenants vorgegebenen Intervalle. Das Unternehmen geht davon aus, dass auch für das Jahr 2020 alle Covenant-Schwellenwerte sicher eingehalten werden können (Bruttorisiko 2/Nettorisiko 3; VSK: sehr hoch).

Fremdwährungsrisiken entstehen aufgrund von Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssigen Mitteln und geplanten Transaktionen, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns bestehen bzw. entstehen werden. Da das Währungsrisiko nach Auslaufen der kontrahierten Sicherungsgeschäfte in Vorjahren gering war, wurden im Vorjahr und im abgelaufenen Geschäftsjahr keine derivativen Finanzinstrumente zur Währungskurssicherung eingesetzt.

ecotel verfügte zum Jahresende 2019 über liquide Mittel in Höhe von 8,3 Mio. EUR. Das Nettofinanzvermögen betrug zum Jahresende 1,0 Mio. EUR. Als zusätzliche Liquiditätsreserve hält ecotel Betriebsmittellinien von insgesamt 4,0 Mio. EUR. Davon können 1,0 Mio. EUR als Avallinie genutzt werden. Darüber hinaus steht eine bis zum 31. März 2020 begrenzte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mio. EUR zur Finanzierung eines Rolloutprojekts zur Verfügung. Es bestehen aktuell keine wesentlichen Zinsrisiken bei ecotel, da die ausstehenden Darlehen im Wesentlichen festverzinslich sind bzw. Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen worden sind.

Rechtliche Risiken

ecotel ist einer Vielzahl rechtlicher Risiken ausgesetzt. Hierzu können beispielsweise Risiken aus den Bereichen Gewährleistung, Verletzung von Vertragsklauseln, Wettbewerbsund Patentrecht sowie das Steuerrecht gehören. Die Auswirkungen von anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden. Der Konzern identifiziert und analysiert kontinuierlich mögliche Eintrittsrisiken für rechtliche Auseinandersetzungen und bewertet quantitativ sowie qualitativ die potenziellen rechtlichen sowie finanziellen Auswirkungen.

Auf dieser Basis werden zeitnah angemessene Maßnahmen ergriffen, um einen möglichen Schaden vom Konzern abzuwenden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 sieht sich der Konzern keinen wesentlichen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt.

Steuerliche Risiken

Risiken ergeben sich für den Konzern dann, wenn Steuergesetze und andere Regelungen nicht in vollem Umfang beachtet werden. Zudem entstehen diese durch auslegungsbedürftige Sachverhalte, wenn nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht die agemessenen steuerlichen Konsequenzen gezogen worden sind. Steuerliche Außenprüfungen können daher zu Steuernachzahlungen, Zinsen und Strafen führen. Unter Einbindung von externer steuerlicher Beratung überwacht der Konzern laufend steuerliche Risiken, die sich bspw. aus der Steuergesetzgebung, geänderten Verwaltungsauffassungen oder der Steuerrechtsprechung ergeben können. Die letzte steuerliche Außenprüfung des gesamten Konzerns umfasste die Jahre 2012 bis 2014.

Strategische Risiken

Strategische Risiken sind eher mittelfristiger Natur und beruhen auf der strategischen Unternehmensausrichtung für die Bereiche Einkauf, Produkte, Vertrieb, Technologie und IT. Verzögerungen bei der Umstellung auf innovative NGN-Voice-Produkte könnten dazu führen, dass ecotel seine Ertragsziele für Neuprodukte in den nächsten Jahren nicht oder nur zeitlich verzögert erreicht (Bruttorisiko 3/Nettorisiko 3; VSK: hoch).

ecotel bezieht einen Großteil seiner Leitungseinkäufe über wenige Vorlieferanten. Auch und gerade vor dem Hintergrund des vor allem durch die Deutsche Telekom vorangetriebenen Technologiewandels von ISDN auf All-IP wird für ecotel der Zugang zu schnellen und flächendeckenden Leitungsnetzen wichtiger. ecotel ist ständig in Gesprächen mit alternativen Lieferanten, um auch in Zukunft weiterhin wettbewerbsfähige All-IP-Dienste anbieten zu können, ohne die bisherige Praxis der Mehrlieferantenstrategie aufgeben zu müssen (Bruttorisiko 2/Nettorisiko 2; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: hoch).

Risiken des Marktumfelds

Andere wesentliche Risiken, die eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage von ecotel hervorrufen könnten, sind markt- und branchenbedingt. Es besteht bereits ein starker Preis- und Verdrängungswettbewerb im Privatkundensegment, welcher sich in Zukunft noch stärker auf das Geschäftskundensegment ausdehnen könnte. Sollte sich die starke Konsolidierung der Telekommunikationsindustrie fortsetzen, könnte dies negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ecotel haben, da dadurch die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten erhöht würde (Bruttorisiko 2/Nettorisiko 2; VSK: hoch).

Ferner entstehen durch den rapiden technologischen Wandel neue Produkte und Geschäftsmodelle. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auf diese Weise die Produkte von ecotel weniger wettbewerbsfähig und somit weniger nachgefragt werden. Insbesondere die derzeitigen Aktivitäten der Bundesnetzagentur bereits bestehende Vorleistungsprodukte sowie neu eingeführte Vorleistungprodukte der Deutschen Telekom zu regulieren, können wesentliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der ecotel haben. Diese Produkte sind wesentliche Vorleistungsprodukte zur Bereitstellung bestehender und neuer Services bei Kunden. ecotel beobachtet daher kontinuierlich das Marktumfeld, ist in Verbänden und Anhörungen aktiver Teilnehmer, um schnell und effektiv auf Technologieänderungen reagieren bzw. auf die Entscheidungen Einfluss nehmen zu können. (Bruttorisiko 1/Nettorisiko 1; insbesondere Segment ecotel Geschäftskunden; VSK: sehr hoch).

Die bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen, die maßgeblich durch Entscheidungen der BNetzA sowie durch sonstige Verbraucherschutzmaßnahmen beeinflusst werden, könnten sich zudem zum Nachteil der Geschäftstätigkeit von ecotel ändern und negative Geschäftsentwicklungen herbeiführen. Auch bleibt abzuwarten, welche regulatorischen Veränderungen eine Konkretisierung des europäischen Telekommunikationsbinnenmarktes mit sich bringt (Bruttorisiko 2/Nettorisiko 2; VSK: sehr hoch).

Gesamtrisiko kalkulierbar

Zusammenfassend ist ecotel davon überzeugt, dass die identifizierten wesentlichen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit den Bestand der ecotel konkret gefährden und dass ecotel auch 2020 durch das flexible Geschäftsmodell und das Überwachungssystem Risiken schnell erkennen, darauf reagieren und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

3. Chancen der künftigen Entwicklung

Neben den Risiken gibt es eine Vielzahl an Chancen, welche die Geschäftsentwicklung der ecotel nachhaltig prägen können. Die Chancensituation hat sich nicht wesentlich zum Vorjahr verändert.

Umsatzsteigerung durch die Vermarktung der neuen Produkte im Bereich Voice over IP und IP Centrex/Hosted PBX

Zwei wichtige Trendthemen der Telekommunikation sind der Ersatz von ISDN-Technologie durch Voice over IP (VoIP) sowie die Verlagerung der Telefonanlagen ins Netz (IP Centrex/ Hosted PBX). Machbar wurde diese Veränderung erst durch die flächendeckende Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugängen. Im Jahr 2019 hat die Deutsche Telekom ihren Plan, die ISDN-Technologie durch VoIP-Technologie zu ersetzen, nahezu abschließen können. Bei anderen Vorlieferanten ist ecotel auch im Besitz von Kundenverträgen, die noch auf der ISDN-Technologie basieren. Hier bestehen weitere Chancen zur Umsatz- und Ertragssteigerung aus der Umstellung der bestehenden Kundenbasis.

Für viele Geschäftskunden könnte das notwendige Investitionen in bestehende Telefon-/ Kommunikationsanlagen bedeuten. ecotel hat hierfür innovative Produkte am Markt etabliert, mit denen Kunden diese Investitionen vermeiden können. Hierbei handelt es sich zum einen um SIP-Anschlüsse für Geschäftskunden zur Anbindung von IP-fähigen Telefonanlagen. Zum anderen bietet ecotel mit Hilfe von Gateways auch eine Lösung an, die den Weiterbetrieb der bestehenden Telefonanlage ermöglicht.

Nachhaltige Vertriebsaktivitäten im Datenbereich

Die Datenumsätze inkl. Hosting machen derzeit bereits mehr als 50 % der Geschäftskundenumsätze aus. Das vergangene Geschäftsjahr hat gezeigt, dass diese Quote noch stärker wachsen könnte, als in den momentanen Planungen berücksichtigt, unter anderem durch den Ausbau von Glasfasertechnologie und die Entwicklung einer Open-Access-Plattform.

Umsatzsteigerung und Verbesserung der Rohertragsmarge im ecotel Geschäftskundensegment durch Teilnehmernetzbetrieb (TNB)

ecotel profitiert als Teilnehmernetzbetreiber zusätzlich auch durch Vereinnahmung von sog. Terminierungsentgelten von eingehenden Verbindungen zu den ecotel Kundenanschlüssen. Neben dieser Ertragsposition besteht die besondere Chance für ecotel darin, nun ein von den Vorleistern weitgehend unabhängiges Produkt- und Tarifportfolio zu entwickeln. Dies ermöglicht idealerweise neben einer höheren Wertschöpfung auch eine zielgenauere Kundenfokussierung: denkbar sind z. B. spezielle Bündelangebote für Kooperationen und bestimmte Branchen. Bislang hat ecotel primär Vorleistungsprodukte veredelt, nun besteht die Möglichkeit, die gewonnenen Erfahrungen direkt in das grundsätzliche Produktdesgin einfließen zu lassen - zugunsten geringerer Produktionskosten und einer höheren Attraktivität für Vermarktungspartner und Kunden. Durch den derzeit immer stärker zunehmenden Transformationsprozess von ISDN zu All-IP-Produkten im Geschäftskundenumfeld wird sich das Geschäftsvolumen auf dieser Basis deutlich erhöhen und somit die Ertragskraft steigern.

Weitere Gewinnung bzw. Vertragsverlängerungen und Ausweitung bestehender Großkunden

Die erfolgreiche Umsetzung von Großprojekten verschafft ecotel weitere Möglichkeiten, ähnlich gelagerte Projekte auch bei anderen Großkunden mit dezentralen Strukturen umzusetzen. Hierzu gehören insbesondere der individuell gestaltbare Remote Router Management Service, Connectivity-Lösungen innerhalb eines MPLS-VPNs sowie zentrale Firewall-Services im ecotel Rechenzentrum. Auch im Geschäftsjahr 2019 konnte ecotel in diesem Bereich sehr gute Erfolge erzielen und sieht weiteres Wachstumspotenzial.

Ebenso besteht die Möglichkeit, vor Ende der vertraglichen Mindestlaufzeiten in Vertragsverlängerungsgespräche mit Bestandskunden einzutreten. Durch die erlangten Erfahrungen und Kenntnisse hat ecotel die Chance Großkundenverhältnisse zu verlängern. Daneben profitiert ein potentieller Neukunde von den Erfahrungen der ecotel der letzten Jahre (z. B. Rollouts im Umfeld von Einzelhändlern), somit hat ecotel die Chance weitere ertragsreiche Großkundenverträge abzuschließen.

Strategische Kooperationen zur Nutzung von Marktchancen infolge der stärkeren Verzahnung von Telekommunikation und IT

Die aktuellen Umsätze und Wachstumsraten des Gesamtmarktes rund um Cloud-Services, d. h. die Verlagerung von lokaler Rechenleistung in sichere Rechenzentren, sind beachtlich. Diese positive Entwicklung korrespondiert ideal mit der Produktpalette von ecotel im Bereich der Infrastruktur- und Datendienste - beispielsweise mit den bundesweit verfügbaren xDSL- und Ethernet-Bandbreiten bis hin zu den MPLS-VPN-Lösungen und Housing/Colocation Services im ecotel Rechenzentrum.

Anders als viele multinationale Cloud-Anbieter mit ihrer heterogenen Struktur schafft ecotel als deutscher Anbieter mit Rechenzentren in Frankfurt am Main und Düsseldorf die Voraussetzungen für die vollständige und glaubhafte Einhaltung der deutschen Datenschutzgesetze. In Hinblick auf die aktuelle Datensicherheitsdiskussion ist dies ein entscheidender Standort- und Wettbewerbsvorteil.

Weitere Umsatz- und Ertragssteigerung bei easybell

Das Geschäft mit Call-by-Call-Minuten ist planmäßig weiter rückläufig. Dem entgegen hat easybell das Geschäft mit NGN-Sprachdiensten für kleine Geschäftskunden (SIP-Trunk) sowie ein neues Routermietmodell (www.routermiete.de) erfolgreich in den Markt gebracht. Diese neuen Produkte und weitere Produktideen können die Umsatzentwicklung und die Ertragskraft von easybell künftig positiv beeinflussen.

Neue Produkte bei nacamar

nacamar hat sich mit digitalen Mediendiensten für Broadcasting-Kunden sehr gut positioniert und arbeitet derzeit an neuen innovativen Lösungen im Bereich Internetradio (Streaming). So konnte das im Jahres 2018 marktreif gewordene neue Produkt mit dem Namen YBRID im Jahr 2019 erfolgreich bei ersten Radiosendern vermarktet werden. Gemeinsam mit Technolgiepartnern ermöglicht dieses Produkt, Sende-, Streaming- sowie Playertechnologien miteinander zu vereinen, ohne dabei bestehende Programmabläufe zu verändern (der Nutzer kann im laufenden Radioprogramm zwischen verschiedenen Musiktiteln wählen). Dieses neue Produkt und die weitere Fokussierung können sich positiv auf die Umsatzentwicklung und Ertragskraft von nacamar auswirken.

Profitables Wachstum bei der at equity einbezogenen mvneco GmbH

mvneco entwickelt sich immer mehr zu einem IT-Systemhaus für Telekommunikationsanbieter und damit einhergehende Geschäftsmodelle. Daraus können sich Chancen ergeben, die im Moment nicht vollumfänglich absehbar sind.

4. Prognosebericht

Hinweise zu Prognosen

Dieser Konzernlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten des Managements der ecotel hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln. Sie sind im Allgemeinen durch die Wörter "erwarten", "davon ausgehen", "annehmen", "beabsichtigen", "einschätzen", "anstreben", "zum Ziel setzen", "planen", "werden", "erstreben", "Ausblick" und vergleichbare Ausdrücke gekennzeichnet und beinhalten im Allgemeinen Informationen, die sich auf die Erwartungen oder Ziele für Umsatzerlöse, EBITDA, Rohertragsmarge oder auf andere Maßstäbe für die Performance beziehen. Zukunftsbezogene Aussagen basieren auf derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen und Erwartungen. Daher sollten Sie sie mit Vorsicht betrachten. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheitsfaktoren, von denen die meisten schwierig einzuschätzen sind und die im Allgemeinen außerhalb der Kontrolle der ecotel liegen. Weitere mögliche Faktoren, die die Kosten- und Erlösentwicklung wesentlich beeinträchtigen können, sind Veränderungen der Zinssätze, regulatorische Vorgaben und aufsichtsrechtliche Entwicklungen. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten, oder sollten sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, so können die tatsächlichen Ergebnisse der ecotel wesentlich von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. ecotel kann keine Garantie dafür geben, dass die Erwartungen oder Ziele erreicht werden, und lehnt - unbeschadet bestehender kapitalmarktrechtlicher Verpflichtungen - jede Verantwortung für eine Aktualisierung der zukunftsbezogenen Aussagen durch Berücksichtigung neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse oder anderer Dinge ab.

Prognose

In Deutschland wird für die Gesamtwirtschaft weiterhin eine positive Wachstumsrate erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt soll in 2020 gegenüber 2019 um 0,9 % wachsen. Auch der Arbeitsmarkt soll im Jahr 2020 robust bleiben. Natürlich können weltweite Entwicklungen diese Einschätzung positiv wie negativ beeinflussen. Das Geschäft der ecotel ist aber in der Vergangenheit weitgehend nicht von gesamtwirtschaftlichen Schwankungen betroffen gewesen. Die in diesem Konzernlagebericht dargestellten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Marktsituation sowie die Bewertung der Risiken- und Chancensituation sind in die Prognose für das Jahr 2020 eingeflossen.

Neben den in diesem Konzernlagebericht bereits erläuterten Chancen und Risiken wurden folgende wesentliche Parameter und Einflussfaktoren bei der Erstellung der Prognose herangezogen:

Besondere Parameter im Segment ecotel Geschäftskunden

Der Auftragseingang, gemessen im Total Contract Value (TCV), war auch im Jahr 2019 wieder überaus erfreulich. Die durchschnittliche Vertragslaufzeit bei Neuaufträgen oder Vertragsmodifikationen konnte leicht auf 41 Monate gesteigert werden. Im Gesamt-TCV spiegelt sich natürlich auch das große Volumen an Produktwechslern bzw. die Kundentransformation von ISDN auf All-IP-Produkte wider. Das Verhältnis zwischen Neuaufträgen und Produktwechslern hat sich daher erwartungsgemäß verschoben. Das Ziel bleibt auch weiterhin, die noch verbliebenen ISDN-Anschluss-Kunden durch gleichzeitige Vertragsmodifikation/- verlängerung abzusichern.

Entwicklung des Auftragseinganges in Total Contract Value (TCV)

Die Bundesnetzagentur hat ein für ecotel wesentliches bislang unreguliertes Vorleistungsprodukt im Bereich Ethernet-Breitbandverbindungen (VPN 1.0 und VPN 2.0) in die Regulierung aufgenommen. Gleichzeitig plant die Deutsche Telekom die Technologieplattform (SDH) für diese Anschlussarten in den kommenden Jahren auszutauschen. Das macht es für ecotel notwendig, auch diese Anschlüsse möglichst schnell auf die neue Plattform zu verlegen und dabei von den günstigeren Einkaufskonditionen zu profitieren. Daneben hat ecotel auch die Möglichkeit, durch technische Migration von V-DSL-Anschlüssen Einkaufsvorteile zu nutzen. Diese beiden Szenarien sind in der Prognose 2020 enthalten. Die zu Grunde gelegten Prämissen und Schätzungen bieten naturgemäß Unsicherheiten.

Die Grafik stellt den relativen Anteil der Sprachminuten der letzten drei Jahre für die wesentlichen Sprachprodukte dar. Der NGN-Bereich zeigt die Minuten, die im Segment ecotel Geschäftskunden als eigenständiger Teilnehmernetzbetreiber generiert (vermittelt, terminiert und geroutet) werden. Der Bereich AsÜ und Preselection ist der verbliebene Anteil der Sprachminuten auf Anschlüssen bzw. Rufnummern der Deutschen Telekom. Diese Migration ist somit nahezu beendet. Der verbleibende Teil im Vollanschlussprodukt wird im Wesentlichen im Jahr 2020 angefasst werden und die Wertschöpfung und die Rohertragssituation des Segments positiv beeinflussen.

Prognose 2020

Der Vorstand erstellt vor dem Hintergrund der dargestellten Effekte und der darin enthaltenen und oben beschriebenen Unsicherheiten folgende Prognose:

Für 2020 erwartet der Vorstand im Kernsegment ecotel Geschäftskunden bei weiterhin leicht steigenden Rohertragsmargen und damit einhergehenden steigenden Roherträgen Umsätze in einem Korridor von 46 bis 49 Mio. EUR. Für das Segment easybell wird ein Umsatz von 20 bis 21 Mio. EUR, für das Segment nacamar ein Umsatz von 1,5 bis 2,5 Mio. EUR erwartet.

Das EBITDA wird voraussichtlich in einem Korridor von 8,5 bis 10,5 Mio. EUR liegen. Dabei erwartet der Vorstand für die Segmente ecotel Geschäftskunden und easybell jeweils ein EBITDA in einem Korridor von 4 bis 5 Mio. EUR und für das Segment nacamar von 0,2 bis 0,5 Mio. EUR.

Voraussetzungen für den Eintritt der prognostizierten Entwicklungen sind das Ausbleiben nachteiliger Veränderungen der identifizierten Risiken - wie höhere Eintrittswahrscheinlichkeiten oder Schadenshöhen - und von neuen Risiken, die im Prognosezeitraum entstehen könnten. Identifizierte Chancen müssen zudem bestehen und realisierbar bleiben. Auf die Erläuterungen zu den "Hinweisen zu Prognosen" weisen wir hin.

Mittelfristplanung

Das Management verfolgt die Zielsetzung, das Geschäft der ecotel nachhaltig zu betreiben und dabei gleichzeitig die Ertrags- und Profitabilitätskennzahlen zu steigern, ohne die Substanz des Konzerns anzugreifen. Hierzu gehören weitere zielgerichtete Investitionen in den Ausbau von Geschäftsfeldern, in neue Produkte, Technik, IT und Sicherheit, aber auch Investitionen in Mitarbeiter und Optimierungen von Organisationsstrukturen. Der dann noch verbleibende Free Cashflow soll zur Tilgung von Fremdkapital und für die Aktionärsvergütung (z. B. Dividendenzahlung) verwendet werden. Hierzu wird auch auf die Ausführungen im Abschnitt Konzernsteuerung verwiesen. ecotel sieht sich durch die erfolgreiche Einführung der neuen Produkte sowie durch den derzeit sehr erfreulichen Auftragseingang gut aufgestellt, um den momentan sehr schnell wechselnden Herausforderungen des Telekommunikationsmarktes zu begegnen. Aufgrund der oben beschriebenen besonderen Entwicklungen - vor allem der Notwendigkeit der Migration von Kundenverträgen, deren Umsetzungszeit und -erfolg momentan nur schwer einschätzbar sind, allerdings wesentlichen Einfluss auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung des Konzerns haben werden - sieht der Vorstand davon ab, eine quantitative Aussage zur Mittelfristplanung zu geben.

V. Vergütung der Organmitglieder und des Aufsichtsrats

1. Vergütungssystem Organmitglieder

Vergütung der Organmitglieder (Vorstand)

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der ecotel ag erfolgt auf der Grundlage von § 87 AktG und des Vorstandsvergütungsgesetzes (VorstAG) sowie der Vorgaben des Deutschen Coporate Governance Kodex (DCGK) und umfasst eine feste jährliche Grundvergütung sowie einen variablen Bestandteil. Die Zielvorgaben (z. B. Auftragseingang, Umsatz, EBITDA) für den variablen Anteil werden jährlich durch den Aufsichtsrat festgelegt. Die Auszahlung des variablen Anteils ist an eine nachhaltige Unternehmensentwicklung über drei Jahre gekoppelt und erfolgt nur in Höhe des zu diesem Zeitpunkt bereits sicher verdienten Anteils. ecotel hat für die Vorstandsmitglieder und alle weiteren Organe des Konzerns eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) mit angemessener Selbstbeteiligung für die Vorstände abgeschlossen. Zudem steht den Vorstandsmitgliedern jeweils ein Firmenwagen zu. Es bestehen weder Aktienoptionsprogramme für die Organmitglieder noch wurden Kredite an die Organmitglieder gewährt. Daneben existieren keine Regelungen für das vorzeitige Ausscheiden von Organmitgliedern.

2. Vergütungssystem des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung. Zusätzlich erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats für jede Teilnahme an einer Präsenzsitzung des Aufsichtsrats (nicht aber eines Ausschusses des Aufsichtsrats) ein Sitzungsgeld. Die ecotel ag erstattet jedem Aufsichtsratsmitglied die durch die Ausübung seines Amtes entstandenen Auslagen. Mitglieder des Aufsichtsrats, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört haben, erhalten für jeden angefangenen Monat ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat eine zeitanteilige Vergütung. Die ecotel ag stellt den Mitgliedern des Aufsichtsrats Versicherungsschutz für die Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit zur Verfügung.

Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2019 bestellt:

Dr. Norbert Bensel, selbstständiger Unternehmensberater, Berlin (Vorsitzender)
Mirko Mach, Kaufmann, Heidelberg (stellvertretender Vorsitzender)
Tim Schulte Havermann, Kaufmann, Recklinghausen
Brigitte Holzer, Kauffrau, Berg
Sascha Magsamen, Kaufmann, Oestrich-Winkel
Dr. Thorsten Reinhard, Rechtsanwalt, Kronberg im Taunus

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vergütung des Aufsichtsrats:

scroll

Aufsichtsrat Vergütung in EUR 2019 Vergütung in EUR 2018
Dr. Norbert Bensel 24.000 24.000
Mirko Mach 19.000 19.000
Dr. Thorsten Reinhard 14.000 13.000
Brigitte Holzer 14.000 13.000
Sascha Magsamen 13.000 14.000
Tim Schulte Havermann 14.000 13.000
Summe 98.000 96.000

3. Angaben nach Deutschen Corporate Governance Kodex

Die nachfolgende Tabelle zeigt für jedes Vorstandsmitglied die für das Geschäftsjahr 2019 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen, bei variablen Vergütungsteilen ergänzt um die erreichbare Maximal- und Minimalvergütung (gemäß Mustertabelle 1 zu Ziffer 4.25 Absatz 3 {1. Spiegelstrich} Deutscher Corporate Governance Kodex).

scroll

Peter Zils CEO
Gewährung

in TEUR
2019 (Zielwert) 2018 (Zielwert) 2019 (Min.) 2019 (Max.)
--- --- --- --- ---
Festvergütung 350 345 350 350
Nebenleistungen 23 23 23 23
Summe 373 368 373 373
Einjährige var. Vergütung 67 53 0 93
Mehrjährige var. Vergütung 34 14 0 69
Davon Nachhaltigkeit 2019 9 0 0 18
Davon Nachhaltigkeit 2020 15 7 0 31
Davon Nachhaltigkeit 2021 10 7 0 20
Summe 474 435 373 535
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 474 435 373 535

scroll

Achim Theis CCO
Gewährung

in TEUR
2019 (Zielwert) 2018 (Zielwert) 2019 (Min.) 2019 (Max.)
--- --- --- --- ---
Festvergütung 250 250 250 250
Nebenleistungen 17 17 17 17
Summe 267 267 267 267
Einjährige var. Vergütung 55 45 0 77
Mehrjährige var. Vergütung 30 12 0 59
Davon Nachhaltigkeit 2018 9 0 0 19
Davon Nachhaltigkeit 2019 12 6 0 23
Davon Nachhaltigkeit 2020 9 6 0 17
Summe 352 324 267 403
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 352 324 267 403

Die nachfolgende Tabelle zeigt für jedes Vorstandsmitglied den Zufluss im bzw. für das Geschäftsjahr 2019 aus Fixvergütung, kurzfristiger variabler und langfristiger Vergütung sowie sonstiger Vergütung mit Differenzierung nach den jeweiligen Bezugsjahren (gemäß Mustertabelle 2 zu Ziffer 4.2.5 Absatz 3 {2. Spiegelstrich} Deutscher Corporate Governance Kodex).

scroll

Peter Zils CEO Achim Theis CCO
Zufluss

in TEUR
2019 2018 2019 2018
--- --- --- --- ---
Festvergütung 330 345 250 250
Nebenleistungen 23 23 17 17
Summe 353 368 267 267
Einjährige var. Vergütung 0 53 0 45
Mehrjährige var. Vergütung 0 0 0 0
Gesamtvergütung 353 421 267 312

Für Vorstände wurden in den Jahren 2019 und 2018 keine Versorgungsaufwendungen gezahlt.

Im Geschäftsjahr 2019 waren die Mitglieder des Aufsichtsrats auch Mitglieder in folgenden Gremien bzw. haben folgende hauptberufliche Tätigkeiten ausgeübt:

scroll

Aufsichtsratsmitglied Funktion Unternehmen
Dr. Norbert Bensel Geschäftsführer NB Consulting- und Beteiligungs GmbH, Berlin
Mitglied des Aufsichtsrats Praktiker AG, i. L., Kirkel
Mitglied des Aufsichtsrats Praktiker Deutschland GmbH, Kirkel
Mitglied des Aufsichtsrats IAS Institut für Arbeits- und Sozialhygiene AG, Berlin
Mitglied des Beirats IQ Martrade Holding- und Managementgesellschaft mbH, Düsseldorf
Mitglied des Aufsichtsrats EL-Net Consulting AG, München
Brigitte Holzer Inhaberin, Geschäftsführerin Holzer Holding GmbH, Berg
CFO/Geschäftsführerin PPRO Financial Ltd, London (Großbritannien)
Mirko Mach Geschäftsführender Gesellschafter MPC Service GmbH, Heidelberg
Sascha Magsamen Vorsitzender des Aufsichtsrats MediNavi AG, München
Vorsitzender des Aufsichtsrats Auden AG, Berlin
Vorsitzender des Aufsichtsrats Oxacell AG, Potsdam
Stellvertr. Vorsitzender des Aufsichtsrats Ecolutions GmbH & Co. KGaA, Frankfurt am Main
Mitglied des Aufsichtsrats ICM Media AG, Frankfurt am Main
Mitglied des Aufsichtsrats StarDSL AG, Hamburg
Mitglied des Aufsichtsrats FMR Research AG, Frankfurt am Main
Mitglied des Aufsichtsrats EMA European Medical Academy AG, Amsterdam (NL)
Mitglied des Aufsichtsrats Hallgartener Weinkeller EG, Oestrich-Winkel
Vorstand PVM Private Values Media AG, Frankfurt am Main
Vorstand Ferax Capital AG, Frankfurt am Main
Vorstand Inspire AG, Salzkotten
Vorstand Mood and Motion AG, Frankfurt am Main
Vorstand Novetum AG, Frankfurt am Main
Geschäftsführer Mattiak Immobilienverwaltungsgesellschaft mbh, Frankfurt am Main
Geschäftsführer Ferax Capital Beratungs GmbH, Frankfurt am Main
Geschäftsführer PVMC GmbH, Frankfurt am Main
Dr. Thorsten Reinhard Partner (Member) Noerr LLP, London (Großbritannien)
Vorsitzender des Aufsichtsrats ISS Facility Service Holding GmbH, Düsseldorf
Mitglied des Aufsichtsrats ISS Energy Systems GmbH, Lübbenau
Mitglied des Aufsichtsrats Wackler Holding SE, München
Tim Schulte Havermann Geschäftsführer LaBrea Vermögensverwaltung GmbH, Berlin
Geschäftsführer conCapital VV GmbH, Berlin
Geschäftsführer TMT Gruppe GmbH, Berlin
Vorsitzender des Aufsichtsrats ecoblue AG, München
Stellvertr. Vorsitzender des Aufsichtsrats PIAG ProInvest Real Estate AG, Dresden
Mitglied des Aufsichtsrats GVA Real Estate AG, Berlin

VI. Übernahmerelevante Angaben

Für Vorstandsmitglieder und alle anderen Leitungsorgane im Konzern bestehen keine Vereinbarungen für Entschädigungen im Fall einer Übernahme. Weitere Vereinbarungen zwischen ecotel und natürlichen Personen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen, bestehen nicht.

Der Mitgesellschafter der easybell GmbH, die Consultist GmbH, hat im Falle eines Kontrollwechsels bei der ecotel ag das Recht, einen solchen Teilgeschäftsanteil an der easybell GmbH von der ecotel ag zu erwerben, sodass sie mindestens eine Beteiligung von 51 % an der easybell GmbH erreicht. Der Kaufpreis muss dem Marktwert des Teilgeschäftsanteils entsprechen.

VII. Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht

Vorstand und Aufsichtsrat der ecotel communication ag haben die nach § 289f HGB sowie nach § 315d HGB erforderliche Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Corporate-Governance-Bericht einschließlich der nach § 161 AktG vorgeschriebenen Erklärung abgegeben und im Internet der Öffentlichkeit (http://ir.ecotel.de/websites/ecotel/ German/6000/corporate-governance.html) dauerhaft zugänglich gemacht.

Düsseldorf, den 6. März 2020

ecotel communication ag

Der Vorstand

Peter Zils

Achim Theis

Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Düsseldorf, den 6. März 2020

ecotel communication ag

Der Vorstand

Peter Zils

Achim Theis

Konzernabschluss

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

scroll

EUR Anhang 31.12.2018 31.12.2019
A. Langfristige Vermögenswerte
I. Immaterielle Vermögenswerte (1) 12.964.382 13.280.638
II. Sachanlagen (2) 8.976.903 11.109.794
III. Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen (3) - 8.441.749
IV. Aktivierte Vertragskosten (4) 2.799.351 2.812.221
V. Nach der Equity-Methode bewertete Finanzanlagen (5) 856.465 996.828
VI. Latente Ertragsteueransprüche (7) 740.258 1.158.157
Summe Langfristige Vermögenswerte 26.337.359 37.799.387
B. Kurzfristige Vermögenswerte
I. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (6) 7.908.908 7.437.263
II. Vertragsvermögenswerte (6) 56.180 43.558
III. Sonstige finanzielle Vermögenswerte (6) 2.073.951 2.514.259
IV. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte (6) 577.581 402.990
V. Tatsächliche Ertragsteueransprüche (7) 624.792 376.178
VI. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (8) 6.093.030 8.253.405
Summe Kurzfristige Vermögenswerte 17.334.441 19.027.653
Summe Aktiva 43.671.800 56.827.040

Seit dem 1. Januar 2019 kommt der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für nähere Informationen verweisen wir auf die Grundlagen der Rechnungslegung ab S.7 ff.

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

Passiva

scroll

EUR Anhang 31.12.2018 31.12.2019
A. Eigenkapital (9)
I. Gezeichnetes Kapital 3.510.000 3.510.000
II. Kapitalrücklage 1.833.254 1.833.254
III. Sonstige Rücklagen 14.061.246 13.439.439
Anteile der Eigentümer des Mutterunternehmens 19.404.500 18.782.694
IV. Anteile anderer Gesellschafter 3.313.290 3.389.254
Summe Eigenkapital 22.717.791 22.171.947
B. Langfristige Verbindlichkeiten
I. Latente Ertragsteuern (10) 1.191.182 986.353
II. Langfristige Darlehen (11) 4.049.999 5.499.992
III. Leasingverbindlichkeiten (12) - 7.395.473
IV. Vertragsverbindlichkeiten (13) 780.967 1.146.628
V. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (11) - 1.506.744
Summe Langfristige Verbindlichkeiten 6.022.148 16.535.190
C. Kurzfristige Verbindlichkeiten
I. Tatsächliche Ertragsteuern (10) 672.447 330.675
II. Kurzfristige Darlehen (11) 1.609.370 1.750.008
III. Leasingverbindlichkeiten (12) - 1.212.016
IV. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (11) 9.228.576 10.487.856
V. Vertragsverbindlichkeiten (13) 957.860 1.040.199
VI. Rückstellungen (11) 19.850 10.695
VII. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (11) 1.567.864 2.226.946
VIII. Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten (11) 875.894 1.061.508
Summe Kurzfristige Verbindlichkeiten 14.931.862 18.119.903
Summe Passiva 43.671.800 56.827.040

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2019

scroll

EUR Anhang 1.1.-31.12.2018 1.1.-31.12.2019
1. Umsatzerlöse (16) 98.856.994 82.749.903
2. Sonstige betriebliche Erträge (17) 304.908 715.836
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 543.650 422.470
4. Gesamtleistung 99.705.552 83.888.208
5. Materialaufwand
5.1 Aufwendungen für bezogene Leistungen (18) -66.938.718 -49.176.139
6. Personalaufwand (19)
6.1 Löhne und Gehälter -12.338.418 -13.315.978
6.2 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung -2.022.856 -2.271.783
7. Planmäßige Abschreibungen (20) -5.290.468 -7.229.598
davon Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen - -1.294.231
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (21) -10.962.192 -10.412.254
9. Betriebliches Ergebnis (EBIT) 2.152.900 1.482.458
1 0. Zinserträge 784 38
11. Zinsaufwendungen -229.141 -485.342
davon Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten - -255.560
12. Sonstige finanzielle Aufwendungen -49.450 -8.621
13. Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen 152.402 240.363
14. Finanzergebnis (22) -125.405 -253.562
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuern 2.027.495 1.228.896
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (23) -642.194 -338.039
17. Überschuss (= Konzerngesamtergebnis) 1.385.301 890.857
18. Zurechnung des Überschusses an die
18.1 Eigentümer des Mutterunternehmens (Konzernüberschuss) 450.561 -165.507
18.2 Anteile anderer Gesellschafter (24) 934.741 1.056.364

scroll

EUR Anhang 1.1.-31.12.2018 1.1.-31.12.2019
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (25) 0,13 -0,05
Verwässertes Ergebnis je Aktie (25) 0,13 -0,05

Seit dem 1. Januar 2019 kommt der neue Rechnungslegungstandard IFRS 16 ""Leasingverhältnisse" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurde nicht angepasst. Für nähere Informationen verweisen wir auf auf die Grundlagen der Rechnungslegung ab S.7 ff.

Mangels entsprechender Sachverhalte wird auf die Darstellung des "Sonstigen Ergebnisses" ("other comprehensive income") verzichtet.

In den Summen können auf Grund von kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten.

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2019

(siehe Anhang Tz. 26)

scroll

TEUR 2018 2019
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuern 2.027 1.229
Zinsergebnis 228 485
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 5.290 7.230
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen -152 -240
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 11 33
Veränderungen aktives Working Capital 225 205
Veränderung der Rückstellung -34 -9
Veränderung übriges passives Working Capital -354 2.081
Gezahlte (-) / Erhaltene (+) Ertragsteuern -571 -1.054
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 6.671 9.960
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -5.799 -6.440
Einzahlung aus Rückzahlungen von Eigenkapital von nach der Equity-Methode bewertete Finanzanlagen - 100
Zinseinzahlungen 1 0
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -5.798 -6.340
Einzahlung aus der Aufnahme von Finanzkrediten 1.800 3.200
Dividendenzahlungen -456 -456
Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter -980 -980
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten -1.308 -1.609
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten - -1.128
Zinsauszahlungen für sonstige Finanzverbindlichkeiten -228 -229
Zinsauszahlungen für Leasingverhältnisse - -256
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -1.173 -1.459
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -300 2.160
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 6.393 6.093
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 6.093 8.253

Seit dem 1. Januar 2019 kommt der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für nähere Informationen verweisen wir auf die Grundlagen der Rechnungslegung ab S.7 ff.

In den Summen können auf Grund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

scroll

Gewinnrücklagen
TEUR Anhang (9) Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstige Gewinnrücklagen
--- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2018 3.510 1.833 13.601
Ausschüttungen 0 0 -456
Umbuchung Vorjahresergebnis 0 0 466
Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen 0 0 10
Konzernergebnis 2018 0 0 0
Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2018 3.510 1.833 13.611
Stand am 31. Dezember 2018 3.510 1.833 13.611
Anpassung auf Grund erstmaliger Anwendung IFRS 16 0 0 0
Stand am 1. Januar 2019 3.510 1.833 13.611
Ausschüttungen 0 0 -456
Umbuchung Vorjahresergebnis 0 0 451
Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen 0 0 5
Konzernergebnis 2019 0 0 0
Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen 0 0 0
Stand am 31. Dezember 2019 3.510 1.833 13.604

scroll

Gewinnrücklagen
TEUR Anhang (9) Konzernergebnis Anteile der Eigentümer des Mutterunternehmens Anteile anderer Gesellschafter
--- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2018 466 19.410 3.359
Ausschüttungen 0 -456 -980
Umbuchung Vorjahresergebnis -466 0 0
Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen -466 -456 -980
Konzernergebnis 2018 450 450 935
Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen 450 450 935
Stand am 31. Dezember 2018 451 19.405 3.313
Stand am 31. Dezember 2018 451 19.405 3.313
Anpassung auf Grund erstmaliger Anwendung IFRS 16 0 0 0
Stand am 1. Januar 2019 451 19.405 3.313
Ausschüttungen 0 -456 -980
Umbuchung Vorjahresergebnis -451 0 0
Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen -451 -456 -980
Konzernergebnis 2019 -166 -166 1.056
Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen -166 -166 1.056
Stand am 31. Dezember 2019 -166 18.783 3.389

scroll

Gewinnrücklagen
TEUR Anhang (9) Summe
--- ---
Stand am 1. Januar 2018 22.769
Ausschüttungen -1.436
Umbuchung Vorjahresergebnis 0
Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen -1.436
Konzernergebnis 2018 1.385
Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen 1.385
Stand am 31. Dezember 2018 22.718
Stand am 31. Dezember 2018 22.718
Anpassung auf Grund erstmaliger Anwendung IFRS 16 0
Stand am 1. Januar 2019 22.718
Ausschüttungen -1.436
Umbuchung Vorjahresergebnis 0
Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen -1.436
Konzernergebnis 2019 891
Ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen 891
Stand am 31. Dezember 2019 22.172

Seit dem 1. Januar 2019 kommt der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zur Anwendung.

Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für nähere Informationen verweisen wir auf die Grundlagen der Rechnungslegung ab S.7 ff.

In den Summen können aufgrund kaufmännischer Rundungen Differenzen auftreten.

Konzernanhang

der ecotel communication ag

Grundlagen bei der Rechnungslegung

Allgemeine Angaben

Die ecotel Gruppe (nachfolgend "ecotel" genannt) ist ein seit 1998 bundesweit tätiges Telekommunikationsunternehmen, das sich auf die Informations- und Telekommunikationsanforderungen (ITK) von Kunden speziaIisiert hat. Mutterunternehmen ist die ecotel communication ag (nachfolgend "ecotel ag" genannt). ecotel berichtet über folgende Segmente:

Das Segment ecotel Geschäftskunden ist der Kernbereich der ecotel ag und beinhaltet das gesamte Geschäft rund um die Vermarktung integrierter Produktportfolios aus Sprach- und Datendiensten (ITK-Lösungen) sowie die Ergebnisbeiträge der Minderheitsbeteiligung mvneco GmbH. Das Segment ecotel Wholesale beinhaltet den netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten (Wholesale) für nationale und internationale Carrier. Das Segment easybell umfasst das gesamte Geschäft der easybell Gruppe. Die easybell Gruppe vermarktet vor allem Breitband-Internetanschlüsse und VoIP-Telefonie für Privatkunden sowie zunehmend SIP-Trunking-Angebote für kleinere Unternehmen. Daneben betreibt die easybell Gruppe ein Routermietmodell (www.routermiete.de) und bietet günstiges Call-by-Call für inländische und ausländische Telefonate an. Das Segment nacamar umfasst die Geschäftstätigkeiten des Tochterunternehmens nacamar und bietet Content-Delivery-Netzwerk (CDN) Streamingdienste für Medienunternehmen an.

Der Sitz der ecotel communication ag ist Düsseldorf, Deutschland. Die Anschrift lautet: ecotel communication ag, Prinzenallee 11, 40549 Düsseldorf. Die Gesellschaft wurde am 1. September 2000 in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf (HRB 39453) eingetragen.

Die Aktien der ecotel communication ag werden neben Frankfurt am Main auch an anderen deutschen Börsen gehandelt.

Der geprüfte Konzernabschluss einschließlich Konzernlagebericht wird im Bundesanzeiger hinterlegt werden, die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung wird am 6. März 2020 durch Weitergabe vom Vorstand an den Aufsichtsrat der ecotel communication ag erfolgen.

Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss der ecotel wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs.1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Konzern-Bilanz, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Kapitalflussrechnung sowie die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung enthalten jeweils Vergleichszahlen für ein Vorjahr.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzern-Bilanz und KonzernGesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang entsprechend aufgegliedert und erläutert.

Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Dabei werden Aufwendungen im Gewinn oder Verlust nach ihrer Art zusammengefasst und nicht nach ihrer Zugehörigkeit zu einzelnen Funktionsbereichen des Unternehmens umverteilt.

Da ecotel weder im Vorjahr noch im Geschäftsjahr 2019 über entsprechende Sachverhalte verfügte, wird auf die Darstellung des sonstigen Ergebnisses ("other comprehensive income") im Anschluss an die Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet.

Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlichen für den Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen.

Es werden alle am Bilanzstichtag gültigen und in der EU anzuwendenden Standards angewendet. Zudem werden die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet.

Erstmals im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 anzuwendende neue Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB

Bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 wurden die folgenden neuen und geänderten Standards und Interpretationen verabschiedet und von der EU in europäisches Recht übernommen ("endorsed"). Es werden nur die neuen oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB dargestellt, die aufgrund der momentanen Geschäftstätigkeit der ecotel theoretisch Auswirkungen haben könnten.

Erstmals zum 31. Dezember 2019 anzuwendende neue Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB

scroll

Standard / Interpretation Erstmalige Pflichtanwendung nach IASB Erstmalige Pflichtanwendung in der EU
IFRS 16 "Leasingverhältnisse" 1. Januar 2019 1. Januar 2019
Änderungen an IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" Anpassung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplan 1. Januar 2019 1. Januar 2019
Änderungen an IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures": Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 1. Januar 2019 1. Januar 2019
Änderung an IFRS 9 "Finanzinstrumente" Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 1. Januar 2019 1. Januar 2019
IFRIC 23 "Unsicherheiten bezüglich ertragsteuerlicher Behandlungen" 1. Januar 2019 1. Januar 2019
Jährliches Verbesserungsprojekt Zyklus 2015-2017 1. Januar 2019 1. Januar 2019

Im Folgenden werden die im Konzernabschluss zum 1. Januar 2019 erstmals anzuwendenden neuen Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB, die Auswirkungen auf den Konzernabschluss der ecotel communication ag hatten, erläutert:

IFRS 16 "Leasingverhältnisse" ersetzt den bisherigen Standard zu Leasingverhältnissen (IAS 17) und IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält". Der Standard regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben von Leasingverhältnissen. Im Standard wird zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber unterschieden. Für den Leasingnehmer wird ein einziges Bilanzierungsmodell eingeführt. Es sind sämtliche Rechte und Verpflichtungen aus Leasingvereinbarungen in der Bilanz als "Nutzungsrechte" bzw. "Leasingverbindlichkeiten" zu erfassen. Für den Leasinggeber bleiben die Bilanzierungsvorschriften weitgehend unverändert. Der Leasinggeber hat weiterhin zwischen Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnissen zu unterscheiden.

Die Vertragsanalyse bei der ecotel gruppe hat ergeben, dass die ecotel als Leasingnehmer in den folgenden Bereichen betroffen ist: Langfristig angemietete Immobilien zum Betrieb des Rechenzentrums sowie der Verwaltung, langfristig angemietete Netzinfrastruktur (Backbone) und der langfristig angemietete Fuhrpark.

Als Leasinggeber hat die Vertragsanalyse ergeben, dass sich aus der Anwendung des IFRS 16 für ecotel keine Auswirkungen ergeben. Der Konzern stellt Kunden zwar Hardwarekomponente zur Verfügung, diese erfüllen jedoch nicht die Ansatzkriterien eines Lease i.S.v. IFRS 16, da die Rechte des Kunden weitgehend begrenzt sind und der Kunde keine wesentlichen Entscheidungsrechte bezgl. der ihm zur Verfügung gestellten Hardware besitzt (i.W. ecotel Geschäftskunden), bzw. der ökonomische Nutzen im Wesentlichen im Konzern verbleibt (i.W. easybell). Wenn ecotel als zwischengeschalteter Leasinggeber auftritt, werden die Unterleasingverhältnisse separat bilanziert.

Die Erstanwendung des Standards erfolgte zum 1. Januar 2019 und wurde nach der modifizierten retrospektiven Methode angewandt, d.h. die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Der kumulierte Effekt aus der Umstellung wurde erfolgsneutral mit den Rücklagen im Eigenkapital verrechnet. Weitere Details zu den wesentlichen Änderungen für die Ermittlung und Erfassung der Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen bzw. der Leasingverbindlichkeiten sind dem Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in diesem Anhang zu entnehmen.

Die erstmalige Anwendung des IFRS 16 zum 1. Januar 2019 hatte folgende Auswirklungen auf die Darstellung der Konzernbilanz.

scroll

Bilanzlinie 1. Januar 2019
Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen 9.578 TEUR
Gesamt Aktiva 9.578 TEUR
Latente Ertragsteuern 0 TEUR
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 8.447 TEUR
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 1.131 TEUR
Sonstige Rücklagen 0 TEUR
Ergebniseffekt aus IFRS 16 0 TEUR
Gesamt Passiva 9.578 TEUR

Noch nicht im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 anzuwendende neue Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB

Bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 wurden die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen verabschiedet und von der EU in europäisches Recht übernommen ("endorsed"). Diese treten jedoch erst später in Kraft und wurden im vorliegenden Konzernabschluss nicht vorzeitig angewendet.

scroll

Standard/ Interpretation Erstmalige Pflichtanwendung nach IASB Erstmalige Pflichtanwendung in der EU
Änderung zu Referenzierungen auf das Rahmenkonzept in IFRS Standards 1. Januar 2020 1. Januar 2020
Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler": Definition von "wesentlich" 1. Januar 2020 1. Januar 2020

Eine vorzeitige Anwendung der künftig verpflichtend anzuwendenden neuen Standards und Änderungen von Verlautbarungen erfolgt nicht. Es werden auch keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.

Bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 wurden die folgenden neuen und geänderten Standards und Interpretationen verabschiedet, die noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen wurden ("endorsed"). Es werden nur die neuen Standards oder Änderungen an Verlautbarungen des IASB dargestellt, die aufgrund der momentanen Geschäftstätigkeit der ecotel theoretisch Auswirkungen haben könnten. Diese treten jedoch erst später in Kraft und werden nicht vorzeitig angewendet.

scroll

Standard/ Interpretation Erstmalige Pflichtanwendung nach IASB Erstmalige Pflichtanwendung in der EU
Änderung an IFRS 3 "Unternehmenszusammeschlüsse" Definition eines Geschäftsbetriebs 1. Januar 2020 noch unbekannt
Änderungen an IFRS 9 "Finanzinstrumente", IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" und IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" Interest Rate Benchmark Reform 1. Januar 2020 noch unbekannt

Konsolidierungsgrundsätze

Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis eines erworbenen Tochterunternehmens wird auf die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verteilt. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wurde. Eine Beherrschung setzt voraus, dass der Konzern die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen besitzt, indem der Konzern über substanzielle Rechte verfügt, die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten des Tochterunternehmens zu steuern. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden - unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Goodwill angesetzt. Ein verbleibender passivischer Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam erfasst. Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens werden ab dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens bleiben bis zu dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet. Im Rahmen der Endkonsolidierung werden die Restbuchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte bei der Berechnung des Abgangserfolgs berücksichtigt. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. In Einzelabschlüssen vorgenommene Abschreibungen bzw. Zuschreibungen auf Anteile an einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich zurückgenommen. Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Danach werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des Unternehmens erfasst. Der mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben.

Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Die Abschlüsse der assoziierten Unternehmen werden zum selben Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen. Das gesamte net investment (At-equity-Wert inkl. finanzieller Vermögenswerte gegen diese Unternehmen, für die keine angemessenen Sicherheiten bestehen) wird bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest nach IAS 28 in Verbindung mit IAS 36 unterzogen.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der ecotel communication ag alle (Vorjahr: alle) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die ecotel communication ag unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte und über substanzielle Rechte verfügt, die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten des Tochterunternehmens zu steuern. Die Erst- bzw. Endkonsolidierung erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Anteilserwerbs bzw. der Anteilsveräußerung. Im Berichts- und Vergleichsjahr hielt die ecotel communication ag direkt und indirekt die folgenden Beteiligungen (Anteilsbesitzliste, Basis sind die Abschlüsse zum 31. Dezember 2019):

scroll

Angaben erfolgen auf Basis von IFRS Anteil am Kapital in %2 Eigenkapital in TEUR2 Ergebnis in TEUR2 Umsatz in TEUR2 Mitarbeiter1 (Durchschnitt)2
easybell GmbH, Berlin 50,98 3.611 1.881 16.874 42
(vollkonsolidiert) (50,98) (3.730) (1.761) (14.147) (34)
carrier-services.de GmbH 3 , 100,00 2.349 168 1.043 4
Berlin (vollkonsolidiert) (100,00) (2.182) (154) (913) (4)
sparcall GmbH 3 , Bad Belzig 100,00 888 272 979 0
(vollkonsolidiert) (100,00) (616) (399) (1.179) (0)
init.voice GmbH 3 , Berlin 100,00 121 84 378 0
(vollkonsolidiert) (100,00) (287) (43) (281) (0)
nacamar GmbH, Düsseldorf 100,00 831 -56 1.885 8
(vollkonsolidiert) (100,00) (887) (38) (1.884) (8)
mvneco GmbH, Düsseldorf 33,33 2.988 721 5.572 26
(assoziiertes Unternehmen) (33,33) (2.567) (457) (5.355) (27)

1 Ohne Vorstände / Geschäftsführer und Auszubildende

2 Vorjahreszahlen in Klammern

3 Indirekte Beteiligung über die easybell GmbH

Konzernabschlussstichtag für die Aufstellung des Konzernabschlusses ist der 31. Dezember, der zugleich auch Stichtag für den Jahresabschluss des Mutterunternehmens und aller vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ist.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Folgenden werden die für den Konzernabschluss wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläutert.

Die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind, mit Ausnahme der Auswirkungen aus den erstmals anzuwendenden Standards und Interpretationen, unverändert zum Vorjahr:

Vermögenswerte werden aktiviert, wenn alle wesentlichen mit der Nutzung verbundenen Chancen und Risiken dem Konzern zustehen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Anschaffungskosten umfassen alle Gegenleistungen, die aufgebracht wurden, um einen Vermögenswert zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzungsverlauf eher entspricht.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein künftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, werden mit ihren Herstellungskosten bewertet. Eine Aktivierung setzt voraus, dass eine Fertigstellung technisch sichergestellt ist. Das setzt voraus, dass beabsichtigt wird, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen. In der Regel handelt es sich bei den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten der ecotel communication ag um selbst erstellte Software, Applikationen und Anwendungen, die nicht verkauft, sondern eigengenutzt werden. Die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte der nacamar GmbH beinhalten auch Software, die zur Erbringung von Services und Dienstleistung an Kunden entwickelt werden.

Folgende Nutzungsdauern liegen der Bewertung regelmäßig zugrunde:

scroll

Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte Entwicklungskosten Software Kundenstamm
3-5 Jahre 5-10 Jahre 3-7 Jahre 6 -18 Jahre

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die immateriellen Vermögenswerte außerplanmäßig abgeschrieben. Der aus einem Vermögenswert erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus Nettoverkaufserlös und Barwert der künftigen dem Vermögenswert zuzuordnenden Zahlungsströme (Nutzungswert).

Forschungskosten werden als laufender Aufwand behandelt. Entwicklungskosten werden dann aktiviert und linear abgeschrieben, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung voraus, dass eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist, die Kosten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden und die Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen, vorhanden ist.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Konsolidierung werden bei Anzeichen für eine Wertminderung, mindestens aber einmal jährlich, einem Wertminderungstest auf der betreffenden Cash Generating Unit unterzogen. Nach IAS 36 ist der Buchwert dem erzielbaren Betrag gegenüberzustellen. Der erzielbare Betrag definiert sich dabei als der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um nutzungsbedingte planmäßige Abschreibungen und gegebenenfalls außerplanmäßige Wertminderungen, bewertet. Sachanlagen werden grundsätzlich linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzungsverlauf eher entspricht. Das Sachanlagevermögen (andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) wird regelmäßig über 3 - 7 Jahre abgeschrieben. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die Sachanlagen außerplanmäßig abgeschrieben. Sind die Gründe für in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Wertminderungen entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter werden aus Vereinfachungs- und Wesentlichkeits-gründen im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang ausgewiesen.

Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen (erstmalige Anwendung IFRS 16 ab 01.01.2019) sind die gewährten Rechte an einem Leasinggegenstand, diesen während der vereinbarten Vertragslaufzeit zu nutzen (right-of-use). Das Recht der Nutzung wird dem Leasingnehmer zu Beginn des Leasingverhältnisses vom Leasinggeber übertragen. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und enthalten den Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und etwaiger Rückbauverpflichtungen. Das Nutzungsrecht wird grundsätzlich linear über die zu grundliegende Vertragslaufzeit abgeschrieben. Ecotel hat Nutzungsrechte an langfristig angemieteten Immobilien zum Betrieb des Rechenzentrums sowie der Verwaltung, langfristig angemieteter Netzinfrastruktur (Backbone) und langfristig angemietetem Fuhrpark. Dabei werden Immobilien in der Regel zwischen 5-10 Jahren, die Netzinfrastruktur und der Fuhrpark grundsätzlich für 3 Jahre angemietet. Für Leasingverhältnisse vom geringem Wert oder kurzfristiger Dauer (weniger als zwölf Monate) wird von der Anwendungserleichterung Gebrauch gemacht und der Aufwand direkt erfasst.

Aktivierte Vertragskosten setzen sich aus den zusätzlichen Kosten, die bei der Anbahnung eines Vertrages anfallen (Vertragsanbahnungskosten), sowie den Kosten, die durch die Erfüllung eines Vertrages mit dem Kunden entstehen (Vertragserfüllungskosten), zusammen, sofern diese nicht in den Anwendungsbereich eines anderen Standards fallen. Die Vertragsanbahnungskosten werden als Vermögenswert aktiviert, wenn von einem zukünftigen Ausgleich der Kosten ausgegangen werden kann, die Kosten nur im Zusammenhang eines Vertragsabschlusses angefallen sind und dem Kundenvertrag direkt zuzuordnen sind. Aufwendungen, die ausschließlich kurzfristigen Leistungsverpflichtungen zugehörig sind, werden direkt erfolgswirksam erfasst. Die Vertragserfüllungskosten werden als Vermögenswert aktiviert, wenn die nachstehenden Voraussetzungen kumuliert erfüllt sind: Die Kosten sind einem bestehenden oder erwarteten Vertrag direkt zuzuordnen oder fallen bei einer bevorstehenden Vertragsverlängerung an, die entstandenen Kosten tragen zu der Erfüllung der Leistungsverpflichtung bei und schaffen bzw. verbessern die Ressourcen des Unternehmens und ein Kostenausgleich in Zukunft ist zu erwarten. Die aktivierten Vertragskosten werden planmäßig linear abgeschrieben. Bei den Vertragsanbahnungskosten wird hierbei die durchschnittliche Kundenbindungsdauer (5 Jahre) herangezogen, wohingegen bei Vertragserfüllungskosten die durchschnittliche Vertragslaufzeit (3-6 Jahre) abhängig von der Art der Leistungsverpflichtung und der Zugehörigkeit zu den operativen Segmenten herangezogen wird. Der Ausweis der Abschreibungen auf Vertragsanbahnungskosten werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und auf Vertragserfüllungskosten im Materialaufwand ausgewiesen und sind daher Bestandteil des operativen Ergebnisses. Bei wesentlichen Änderungen der zugrunde liegenden Annahmen werden die Nutzungsdauern oder andere Parameter angepasst. Ein Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst, sobald der Buchwert der aktivierten Vertragskosten höher ist als der verbleibende Teil der Gegenleistung, auf die sich die aktivierten Kosten beziehen, abzüglich der Vertragserfüllungskosten. Die aktivierten Vertragskosten werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte werden bei erstmaliger Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung angefallener Transaktionskosten bilanziert und entsprechend fortgeführt. Die Forderungen stellen dabei einen unbedingten Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung dar. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben ausnahmslos kurzfristigen Charakter. In Fremdwährung valutierende Forderungen werden zum Briefkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die bisherige Bewertungskategorie "Kredite und Forderungen" wird zum 1. Januar 2018 durch die Hauptkategorie "fortgeführte Anschaffungskosten (AC)" ersetzt. Die Wertberichtungen betreffen nur diese Hauptkategorie und beziehen sich ausschließlich auf kurzfristige Vermögenswerte. Das Geschäftsmodell sieht im Moment das Halten der Forderungen vor, sodass keine wesentlichen Auswirkungen aus einer anderen Klassifizierung resultierten. Die Wertberichtungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen. Nach IFRS 9 wird zur Wertminderung das vereinfachte Modell angewendet, da der Konzern nur Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente hat. Der Konzern wendet dazu den vereinfachten Ansatz an und nutzt die zulässige praktische Erleichterung. Die Bewertung des zu erwartenden Kreditausfallsrisikos der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt durch die Nutzung einer Wertminderungsmatrix.

Vertragsvermögenswerte werden erfasst, wenn ein bedingter Anspruch gegenüber den Kunden auf Erhalt einer Gegenleistung vorliegt. Der Anspruch resultiert dabei aus der Übertragung der Dienstleistung auf den Kunden, bevor dieser die vertraglich vereinbarte Gegenleistung zahlt oder diese fällig gestellt wird. Eine Wertminderung des Vertragsvermögenswertes wird nach dem vereinfachten Modell des IFRS 9 geprüft.

Vorausbezahlte Versicherungsprämien sowie Vorauszahlungen an Lieferanten für künftige zeitlich definierte Leistungen werden als sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte abgegrenzt.

Die Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen, die auf vergangenen Geschäftsvorfällen oder vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe oder Fälligkeit unsicher ist. Die Rückstellungen werden mit dem wahrscheinlichen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Verbindlichkeiten (Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, nicht-finanzielle Verbindlichkeiten) werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens in der Regel mit dem Betrag der erhaltenen Gegenleistung angesetzt; dabei werden angefallene Transaktionskosten bei finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, berücksichtigt. In der Folge werden die Verbindlichkeiten mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aus Mietkaufvereinbarungen werden zum Bereitstellungszeitpunkt mit dem Barwert der zu erwarteten Zahlungen bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Dabei wird der Buchwert mit dem im Vertrag zugrundliegenden Zinssatz aufgezinst und um die geleisteten Zahlungen reduziert. In Fremdwährung valutierende Verbindlichkeiten werden zum Geldkurs am Bilanzstichtag bewertet

Latente Steuern werden auf unterschiedliche Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz und den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften gebildet, soweit diese unterschiedlichen Wertansätze künftig zu einem höheren oder niedrigeren zu versteuernden Einkommen führen, als dies unter Maßgabe der Konzernbilanz der Fall wäre. Daneben werden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge der einzelnen Gesellschaften gebildet. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Ausländische Konzerngesellschaften bestehen derzeit nicht.

Leasingverbindlichkeiten (erstmalige Anwendung IFRS 16 ab 01.01.2019) stellen die noch nicht geleisten Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Leasinggeber für die gewährten Nutzungsrechte (right-of-use) an einem Leasinggegenstand dar. Die Leasingverbindlichkeiten werden zum Bereitstellungszeitpunkt mit dem Barwert der zu erwarteten Leasingzahlungen bewertet. Die Leasingzahlungen sind über die Gesamtlaufzeit gleichbleibende Zahlungen. Erwartete Restwertzahlungen, der Ausübungspreis einer Kaufoption sowie Vertragsstrafen für vorzeitge Kündigungen des Leasingverhältnisses sind ebenfalls zu berücksichtigen. Variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zins gekoppelt sind, bestehen nicht. Die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst. Die Leasingverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der effektiven Zinsmethode bewertet. Der Zinsanteil der Leasingverbindlichkeit wird über die Vertragslaufzeit erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen werden bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen, wenn die Ausübung der Optionen hinreichend sicher sind. Die Verlängerungsoptionen bestehen nur bei den angemieteten Immobilien. Beim Fuhrpark wird der Portfolioansatz angewandt. Bei bestehen eines Unterleasingverhältnisses wird das Hauptleasingverhältnis und das Unterleasingverhältnis separat bilanziert, wenn ecotel als zwischengeschalteter Leasinggeber auftritt. Das Unterleasingverhältnis wird auf Grundlage seines Nutzungsrechtes aus dem Hauptleasingverhältnis und auf Grundlage des zu grundliegenden Vermöngeswertes eingestuft. Die ecotel hat nur Unterleasingverhältnisse die als Operate-Leasingverhältnis klassifiziert sind. Die Leasingverbindlichkeiten werden nach Fälligkeit in kurz- und langfristig unterschieden.

Vertragsverbindlichkeiten sind die vom Kunden bereits erhaltene Zahlungen für die künftige Übertragung von Dienstleistungen oder der unbedingte Anspruch des Kunden auf eine bestimmte Gegenleistung. Die Vertragsverbindlichkeiten stellen damit die Verpflichtung dar, eine Leistung gegenüber dem Kunden zu erbringen. Der Ansatz erfolgt sobald eines der nachstehenden Kriterien erfüllt ist: Der Kunde zahlt oder die Zahlung wird fällig. Die Erfüllung der Leistungsverpflichtung und damit die Erfassung als Umsatz erfolgt, abhängig von der Art der Leistungsverpflichtung und der Zugehörigkeit zu den operativen Segmenten, innerhalb der durchschnittlichen Vertragslaufzeit (3-6 Jahre). Die Vertragsverbindlichkeiten werden nach Fälligkeit in kurz- und langfristig unterschieden.

Die Umsatzerlöse setzen sich aus Umsätzen aus Verträgen mit Kunden sowie Leasingerträgen aus Mietleasingverhältnissen zusammen. Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden entsprechend der Vorschriften des IFRS 15 realisiert. Die Ermittlung sowie die Erfassung der Erlöse erfolgt dabei anhand des in IFRS 15 erläuterten fünfstufigen Modells. Die Umsatzerlöse werden dann realisiert, wenn die vertragliche Leistungsverpflichtung durch die Übertragung des Guts bzw. der Dienstleistung erfüllt ist und der Kunde die Kontrolle darüber erhalten hat. Die Kontrolle über den Nutzen kann über einen Zeitraum oder an einem bestimmten Zeitpunkt übergehen. Der Zeitpunkt, an dem die Leistungsverpflichtung erfüllt wird, ist grundsätzlich dann, wenn die Leistung erbracht ist bzw. die Nutzung durch den Kunden erfolgt. Die Bewertung der Umsatzerlöse erfolgt zum Transaktionspreis. Der Transaktionspreis wird in Relation zum Einzelveräußerungspreis gesetzt und stellt die Gegenleistung des Kunden für die vom Konzern erfüllte Leistungsverpflichtung dar. Finanzierungskomponenten und variable Gegenleistungen bestehen nicht, alle Gegenleistungen sind kurzfristig zahlbar. Für Verträge, die mehr als eine einzelne Leistungskomponente enthalten (sog. Mehrkomponentenverträge), ist der zu bestimmende Transaktionspreis bei Vertragsabschluss auf die separaten Leistungsverpflichtungen innerhalb eines Vertrages mittels der Einzelveräußerungspreise dieser Leistungsverpflichtungen zu verteilen. Die vertraglichen Leistungsverpflichtungen bestehen aus bereits gezahlten Beträgen und die Auflösung erfolgt im Wesentlichen aus festen Beträgen. Rücknahme-, Erstattungs- oder ähnliche Verpflichtungen bzw. bill-and-hold Vereinbarungen bestehen nicht.

Im Folgenden wird die Umsatzrealisierung anhand der Geschäftsmodelle der einzelnen operativen Segmente im Detail beschrieben:

Im Segment ecotel Geschäftskunden erfolgt die Erfassung der Umsatzerlöse im Wesentlichen wie folgt:

Im Wesentlichen handelt sich bei den Kundenverträgen in diesen Segment um folgende Leistungsverpflichtungen, die eine definierte Mindestvertragslaufzeit haben. Neben der Bereitstellung einer kundenspezifischen Datenleitung (inkl. notwendiger Hardwarekomponenten), mit oder ohne weiteren Services, wie etwa Sprachübertragung (All-IP) oder Sicherheitsmerkmale (z. B. VPN-Service), werden als Mehrkomponentenvertrag auch von einem Drittanbieter erworbene Sprachanschlüsse angeboten, die keine Mehrkomponentenverträge beinhalten. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die monatliche Bereitstellung der Sprachanschlüsse, Minuten bzw. Minutenflatrates.

Generell erfolgt die von IFRS 15 geforderte Verteilung des Transaktionspreises in Relation zu den Einzelveräußerungspreisen der Leistungsverpflichtungen. Hierbei werden die Einnahmen, die zu keiner Leistungsverpflichtung gehören, sowie die Einnahmen, bei denen die Leistungsverpflichtung nicht überwiegend zu Beginn erbracht wird, in Zukunft über die Laufzeit des Vertrags als Umsatz realisiert. Der Transaktionspreis für den Vertrag bildet sich aus der Summe aller Bereitstellungsentgelte und den monatlichen Entgelten multipliziert mit der durchschnittlichen Vertragslaufzeit. Der Kunde hat aus den Mehrkomponentenverträgen einen kontinuierlichen Nutzenzufluss, somit wird der Umsatz zeitraumbezogen über die Vertragslaufzeit realisiert. Da die Leistungen innerhalb der durchschnittlichen Vertragslaufzeit gleichmäßig erbracht werden, ist der auf diese beiden Leistungsverpflichtungen allokierte Transaktionspreis monatlich gleichmäßig als Umsatz zu realisieren. Eventuell im Voraus berechnete und dem Kunden vertraglich vereinbart in Rechnung gestellte Anteile (z. B. im Voraus berechnete monatliche Entgelte), die noch nicht erbracht oder bereitgestellt wurden, werden durch entsprechende Umsatzabgrenzungen periodengerecht in den Umsatzerlösen erfasst. Umsatzerlöse aus Verträgen für nach Zeit- und Materialaufwand abgerechnete Leistungen werden mit dem Erbringen von Arbeitsstunden und dem Anfallen direkter Kosten zum vertraglich festgelegten Stundensatz erfasst.

Aus der Bereitstellung von Hardware und Rechenzentrumsleistungen werden Umsätze je nach vertraglicher Vereinbarung entweder bei Bereitstellung oder in Form von monatlichen Entgelten erfasst. Die monatlichen Entgelte werden zeitpunktbezogen erfasst. Der Erlös der in der Regel bei der durchgeführten einmaligen Installation der vorkonfigurierten Hardware (z. B. Router) entsteht, wird zeitraumbezogen erfasst. Die dem Kunden zur Verfügung gestellte Hardware verbleibt dabei im Eigentum der ecotel und wird als Netzbestandteil (Endpunkt beim Kunden) bei der ecotel aktiviert. Der Router bildet die Grundlage zur Nutzung der monatlichen Dienstleistung in Form der Bereitstellung von Sprach- bzw. Datenanschlüssen.

Im Segment ecotel Wholesale erfolgt die Erfassung der Umsatzerlöse, wenn die vertraglichen Leistungsverpflichtungen erbracht wurden und das ist stets zeitpunktbezogen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um einen Handel mit Sprachminuten für verschiedene national und international agierende Telekommunikationsanbieter. Die Erfassung der Leistungen erfolgt in einem Statistikportal. Diese werden regelmäßig mit den Lieferanten bzw. Kunden abgeglichen und monatlich fakturiert.

Das Geschäftsmodell im Segment easybell ist dem Grunde nach mit dem Geschäftsmodell des Segments ecotel Geschäftskunden vergleichbar. Lediglich die Zielgruppe ist ein andere. Hier werden neben kleinen Geschäftskunden auch Privatkunden adressiert. Daneben betreibt das Segment easybell ein Routermietmodell (www.routermiete.de) die Leasingerträge aus diesen Geschäftszweig werden als Operate Leasing klassifiziert. Die Umsatzerlöserfassung erfolgt daher nach den gleichen Grundsätzen wie im Segment ecotel Geschäftskunden.

Im Segment nacamar erfolgt die Umsatzerlöserfassung, wenn die Leistungsverpflichtungen erbracht wurden. Die Erfüllung erfolgt dabei stets zeitpunktbezogen. Eventuell im Voraus berechnete und dem Kunden vertraglich vereinbart in Rechnung gestellte Anteile (z. B. im Voraus berechnete monatliche Entgelte), die noch nicht erbracht oder bereitgestellt wurden, werden durch entsprechende Umsatzabgrenzungen periodengerecht in den Umsatzerlösen erfasst. Umsatzerlöse aus Verträgen für nach Zeit- und Materialaufwand abgerechnete Leistungen werden mit dem Erbringen von Arbeitsstunden (Übertragung der Dienstleistung) und dem Anfallen direkter Kosten zum vertraglich festgelegten Stundensatz erfasst.

Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Innerhalb des Finanzergebnisses werden auch die nicht mit dem Eigenkapital verrechenbaren Kosten der Kapitalbeschaffung ausgewiesen. Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen wird gesondert innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen.

Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen sowie Schätzungen verwandt worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben. Die Ermessensentscheidungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die der Überprüfung der Werthaltigkeit von Zahlungsmittel generierenden Einheiten zugrunde liegenden Parameter.

Des Weiteren wurden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bezüglich der Ermittlung, Erfassung und Bewertung der Umsatzerlöse aus Kundenverträgen nach IFRS 15 getroffen. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf den Zeitraum der Übertragung der Dienstleistungen an den Kunden bei den aktivierten Vertragskosten sowie der Überlegungen zur Abgrenzung zwischen Prinzipal und Agent.

Für die Anwendung des IFRS 16 wurde der Grenzfremdkapitalzinssatz auf der Grundlage der Risikoklassifizierung bestimmt. Der Grenzfremdkapitalzinssatz basiert dabei auf dem Bonitätsrating der ecotel und unter Einbeziehung externer Finanzierungsquellen. Zusätzlich wurden Annahmen bei Verträgen mit Verlängerungsoptionen getroffen.

Die der jeweiligen Schätzung zugrunde liegenden Annahmen und die entsprechenden Buchwerte sind in den einzelnen Posten der Bilanz sowie der Gesamtergebnisrechnung erläutert. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Solche Abweichungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Beträchtliche Risiken im Sinne des IAS 1.125, die Annahmen und Schätzungen innewohnen könnten, wurden bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses nicht identifiziert.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

(1) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich im Geschäftsjahr 2019 wie folgt entwickelt:

scroll

TEUR Geschäfts- oder Firmenwerte Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Kundenstamm Geleistete Anzahlungen / Entwicklungen Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2019 14.427 5.716 5.409 9.769 218 35.540
Zugänge - 847 288 430 1.565
Umbuchungen - 62 593 -472 183
Abgänge - -98 - -17 116
Stand 31.12.2019 14.427 6.525 6.291 9.769 159 37.171
Abschreibungen Stand 1.1.2019 5.553 4.988 3.135 8.899 0 22.575
Abschreibung - 445 826 143 - 1.414
Abgänge - 98 - - 98
Stand 31.12.2019 5.553 5.334 3.961 9.042 0 23.891
Buchwerte Stand 31.12.2019 8.874 1.191 2.330 727 159 13.281

Im Vorjahr entwickelten sich die immateriellen Vermögenswerte wie folgt:

scroll

TEUR Geschäfts- oder Firmenwerte Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Kundenstamm Geleistete Anzahlungen / Entwicklungen Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2018 14.427 5.495 4.600 9.769 189 34.480
Zugänge - 251 453 - 739 1.443
Umbuchungen - 38 672 - -710 0
Abgänge - 68 315 - - 383
Stand 31.12.2018 14.427 5.716 5.409 9.769 218 35.540
Abschreibungen Stand 1.1.2018 5.553 4.674 2.804 8.757 0 21.787
Abschreibung - 382 646 143 - 1.171
Abgänge - 68 315 - - 383
Stand 31.12.2018 5.553 4.988 3.135 8.899 0 22.575
Buchwerte Stand 31.12.2018 8.874 727 2.275 870 218 12.964

Der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich wie folgt zusammen:

scroll

Cash-Generating Unit (CGU)

TEUR
Buchwert 31.12.2018 Buchwert 31.12.2019
Geschäftskunden 8.732 8.732
easybell 124 124
carrier-services 17 17
Init-voice 1 1
8.874 8.874

Gemäß IAS 36 wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertminderungstests nach der Discounted-Cashflow-Methode für die Prüfung der Werthaltigkeit der ausgewiesenen Geschäfts- und Firmenwerte durchgeführt. Hierfür wurden die Daten der jeweiligen Unternehmensplanung zugrunde gelegt (Prognosezeitraum: 5 Jahre) und der Nutzungswert ermittelt. Im Geschäftsjahr 2019 ergab sich ebenso wie im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf.

Folgende Annahmen wurden bei der Durchführung des Impairmenttests der CGU Geschäftskunden zugrunde gelegt:

Kapitalisierungszinssatz (WACC) nach Steuern: 4,6 % (Vorjahr: 4,1 %), vor Steuern: 7,1 % (Vorjahr: 6,5 %)
Wachstumsrate (ewige Rente): 0,5 % (Vorjahr: 0,5 %)

Bei der Erstellung des Impairmenttests der CGU Geschäftskunden wurden folgende wesentliche Annahmen aus der Erfahrung des Managements gestützt durch externe Informationen über erwartete Marktentwicklungen getroffen, die in die 5-Jahres-Betrachtung für die Cashflow-Prognose entsprechend eingeflossen sind:

Steigende Entwicklung der Rohertragsmarge der CGU zwischen 53,0 % und 55,0 % (Vorjahr: 50,0 % und 53,0 %)
Jährliches Umsatzwachstum der CGU zwischen 2 % und 4 % (Vorjahr: 1 % und 3 %)
Das künftige jährliche Investitionsvolumen deckt die jährlichen Abschreibungen

(2) Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich im Geschäftsjahr 2019 wie folgt entwickelt:

scroll

TEUR Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2019 6.081 218 25.006 327 31.632
Zugänge 237 35 4.358 2.224 6.853
Umbuchungen - - 98 -281 -183
Abgänge 299 - 637 - 935
Stand 31.12.2019 6.018 253 28.826 2.269 37.366
Abschreibungen Stand 1.1.2019 5.246 119 17.069 220 22.655
Abschreibungen 393 39 4.089 - 4.522
Wertminderungen - - - - -
Abgänge 297 - 623 - 920
Stand 31.12.2019 5.342 158 20.536 220 26.257
Buchwerte Stand 31.12.2019 676 95 8.290 2.049 11.110

Im Geschäftsjahr 2018 stellte sich die Entwicklung des Sachanlagevermögens des Konzerns wie folgt dar:

scroll

TEUR Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2018 5.913 183 21.908 441 28.445
Zugänge 195 35 4.192 25 4.445
Umbuchungen - - 48 -48 0
Abgänge 28 - 1.141 91 1.259
Stand 31.12.2018 6.081 218 25.006 327 31.632
Abschreibungen Stand 1.1.2018 4.880 82 14.510 220 19.693
Abschreibungen 394 37 3.689 - 4.119
Wertminderungen - - - - -
Abgänge 28 - 1.130 - 1.158
Stand 31.12.2018 5.246 119 17.069 220 22.655
Buchwerte Stand 31.12.2018 835 99 7.937 107 8.977

Die erworbenen Vermögenswerte unterliegen, soweit noch nicht gezahlt, den üblichen Eigentumsvorbehalten.

(3) Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen

Im nachfolgenden wird die Entwicklung der Nutzungsrechte aus Finanzierungsleasing aufgestellt:

scroll

TEUR Nutzungsrechte Gebäude Nutzungsrechte Fahrzeuge Nutzungsrechte Infrastruktur Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 31.12.2018 - - - -
Umstellungseffekt durch Einführung IFRS 16 9.223 275 80 9.578
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 1.1.2019 9.223 275 80 9.578
Zugänge 31 127 - 158
Umbuchungen - - - -
Abgänge - - -
Stand 31.12.2019 9.254 402 80 9.736
Abschreibungen Stand 1.1.2019 0 0 0 0
Abschreibungen 1.078 184 33 1.295
Wertminderungen - - -
Abgänge - - - -
Stand 31.12.2019 1.078 184 33 1.295
Buchwerte Stand 31.12.2019 8.176 218 47 8.441

Bei den Gebäuden handelt es sich um langfristig angemietete Immobilien zum Betrieb des Rechenzentrums sowie der Verwaltung. Die Fahrzeuge sind der langfristig angemieten Fuhrpark der ecotel und die Infrastruktur zeigt die langfristig gemietete Netzinfrastruktur (Backbone).

Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse betrug in Geschäftsjahr 2019 TEUR 544. Der Aufwand für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte betrug im Berichtsjahr TEUR 40.

Zum 31. Dezember 2018 bestanden folgende finanzielle Verpflichtungen aus Operating-Leasing-Verträgen:

scroll

TEUR bis 1 Jahr ab 1 Jahr bis 5 Jahre ab 5 Jahre Gesamt 31.12.2018
Betriebs- und Geschäftsausstattung (Leasing) 206 229 0 435
Übrige Mietverträge 1.267 4.925 140 6.332
1.473 5.154 140 6.767

Die Leasingverpflichtungen aus Betriebs- und Geschäftsausstattung resultierten im Wesentlichen aus Leasingverträgen von Firmenfahrzeugen. Die übrigen Mietverträge umfassten im Wesentlichen die Miete von Büroflächen sowie des Rechenzentrums. Bei diesen Mietverträgen bestehen zum Teil Verlängerungsoptionen.

(4) Aktivierte Vertragskosten

Die aktivierten Vertragskosten setzen sich aus Kosten der Vertragsanbahnung und der Vertragserfüllung zusammen. Bei den Vertragsanbahnungskosten handelt es sich im Wesentlichen um Provisionen für Vertragsabschlüsse mit Neukunden. Die Vertragserfüllungskosten sind im Wesentlichen Zahlungen für Anschlussleitungen an Vorlieferanten des Konzerns um den Kunden einen Netzzugang zu verschaffen. Die aktivierten Vertragskosten beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf TEUR 2.812 (31.12.2018: TEUR 2.799). Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 2019 TEUR 1.549 (Vorjahr: TEUR 1.293) und wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. im Materialaufwand erfasst und ausgewiesen. In der Berichtsperiode gab es keine Wertminderungsaufwendungen.

(5) Nach der Equity-Methode bewertete Finanzanlagen

Die nach der Equity-Methode bewerteten Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

scroll

TEUR Buchwert (Vorjahr) Kapitalanteil (Vorjahr)
mvneco GmbH 997 33,3 %
(856) (33,3 %)

mvneco GmbH

Die mvneco GmbH ist eine strategische Beteiligung der ecotel und fungiert als technischer Dienstleister und Berater für Mobilfunklösungen sowie diesbezügliche Managed Services.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Eckdaten der mvneco GmbH (assoziiertes Unternehmen) dargestellt:

scroll

TEUR 31.12.2018 31.12.2019
Kurzfristiges Vermögen 3.164 3.113
Langfristiges Vermögen 110 598
Kurzfristige Schulden 707 723
Nettoreinvermögen (Eigenkapital) 2.567 2.988
Anteiliges Nettoreinvermögen 856 997
At-equity-Buchwert 856 997

scroll

2018 2019
Umsatzerlöse 5.355 5.572
Ergebnis 457 721

(6) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsververmögenswerte und sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte

scroll

TEUR Restlaufzeit über 1 Jahr Gesamt 31.12.2018 Restlaufzeit über 1 Jahr Gesamt 31.12.2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 7.909 0 7.437
Vertragsvermögenswerte 43 56 31 44
Übrige sonstige Forderungen und Vermögenswerte 114 2.074 135 2.514
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 0 578 0 403

Zum 31. Dezember 2019 werden Vertragsvermögenswerte in Höhe von TEUR 44 (31.12.2018: TEUR 56) ausgewiesen. Es kam in 2019 zu keiner Wertminderung. Die Ergebniswirkung der Erhöhung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die der Auflösung von Wertberichtigungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Die Forderungen sind unverzinslich und unterliegen somit keinem Zinsänderungsrisiko. Die Buchwerte entsprechen aufgrund der kurzfristigen Zahlungsziele den beizulegenden Zeitwerten.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen Forderungen und Verbindlichkeiten mit Saldierungsvereinbarungen (Settlement balances agreements) mit Kunden und Lieferanten. Im Segment ecotel Wholesale besteht die Geschäftstätigkeit aus dem Handel mit Telefonminuten (Wholesale) mit nationalen und internationalen Carriern. Dabei ist die Saldierung als "verkürzte" Zahlung branchenüblich und vertraglich vereinbart. Die Voraussetzungen (IAS 32.42) für einen saldierten Ausweis in der Bilanz lagen nicht vollumfänglich vor. Bis zur Bilanzaufstellung waren diese Forderungen und Verbindlichkeiten vollständig ausgeglichen.

scroll

TEUR Brutto (bilanziert) Netting Netto (Zahlungsstrom)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.170 301 870
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.722 301 1.422

Zum 31. Dezember 2018 setzten sich die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Saldierungsvereinbarungen wie folgt zusammen:

scroll

TEUR Brutto (bilanziert) Netting Netto (Zahlungsstrom)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.613 1.857 755
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.587 1.857 729

(7) Tatsächliche und latente Ertragsteueransprüche

scroll

TEUR 31.12.2018 31.12.2019
Latente Ertragsteueransprüche 740 1.158
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 625 376
1.365 1.534
Latente Ertragsteueransprüche mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr 740 1.158

Die tatsächlichen Ertragsteueransprüche betreffen wie im Vorjahr ertragsteuerliche Erstattungsansprüche aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer.

(8) Finanzmittel

scroll

TEUR 31.12.2018 31.12.2019
Guthaben bei Kreditinstituten 6.093 8.253
Kassenbestand und Schecks 0 0
6.093 8.253

(9) Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage des Konzerns entsprechen dem gezeichneten Kapital und der Kapitalrücklage des Mutterunternehmens. Die sonstigen Rücklagen enthalten die kumulierte Gewinnrücklage.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter betreffen die direkten Minderheitenanteile am Eigenkapital (unverändert 49,02 %) der easybell Gruppe. Diese setzt sich zusammen aus der easybell GmbH (TEUR 1.769, Vorjahr: TEUR 1.827) sowie den indirekten Minderheitenanteilen am Eigenkapital der sparcall GmbH (TEUR 425 Vorjahr: TEUR 291), der carrier-services.de GmbH (TEUR 1.148, Vorjahr: TEUR 1.065) und der invoice GmbH (TEUR 48, Vorjahr: TEUR 130).

Aggregierte Eckdaten der easybell Gruppe:

scroll

Mio. EUR 31.12.2018 31.12.2019
Gesamtvermögen 8,6 9,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5,4 4,2
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1,1 2,4
Langfristige Vermögenswerte 2,1 2,4
Gesamtschulden 2,2 2,2
Kurzfristige Schulden 2,2 2,2
Langfristige Schulden 0 0
Eigenkapital 6,4 6,8

scroll

Mio. EUR 2018 2019
Umsatzerlöse 15,9 17,9
Gewinn 1,9 2,3
Cashflow -0,5 -1,2

Aktienbesitz

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Namen der Aktionäre, deren Beteiligung am Grundkapital der ecotel communication ag Ende 2019 mehr als 3 % beträgt.

scroll

2019
Peter Zils 29,91 %
Andrey Morozov 29,99 %
PVM Private Values Media AG 9,31 %
CBOSS Orient FZ-LLC 7,83 %
IQ Martrade Holding und Managementgesellschaft mbH 3,95 %
Hans Schmier 3,48 %
Zwischensumme: 84,47 %
Streubesitz 15,53 %

Berücksichtigt wurden die Meldungen, die in Verbindung mit § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder in Verbindung mit § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a des WpHG zu Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG geführt haben. Die zugrunde liegenden Meldungen sind im Jahresabschluss der ecotel ag im Einzelnen aufgeführt.

Genehmigtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juli 2017 wurde der Vorstand der ecotel ag ermächtigt, das Grundkapital der ecotel ag mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. Juli 2022 einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 1.755.000,00 EUR gegen Bar- und / oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Im Berichtsjahr hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.

Kapitalmanagement

Der ecotel Konzern steuert sein Kapital mit dem vorrangigen Ziel, die Geschäftstätigkeit zu unterstützen und die langfristige Unternehmensfortführung zu sichern. Das Kapitalmanagement umfasst sowohl das gesamte bilanzielle Eigen- als auch das zinstragende Fremdkapital. Zusammenfassende quantitative Angaben zum gemanagten Kapital sind der Bilanz sowie den entsprechenden Anhangangaben zu entnehmen. Wichtiges Ziel ist die Einhaltung der mit den Banken vereinbarten Financial Covenants. Diese Financial Covenants bestehen aus der Einhaltung bestimmter Vorgaben bei der Eigenkapitalquote, dem Verhältnis Netto-Finanzverbindlichkeiten zu EBITDA und dem Verhältnis EBITDA zu Umsatzerlösen. Im Rahmen der unterjährigen Reportings werden die Financial Covenants überprüft. Dabei werden auch künftige Entwicklungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Financial Covenants analysiert, um gegebenenfalls rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.

Bei allen derzeitigen Covenants lag die ecotel im Geschäftsjahr 2019 und zum Bilanzstichtag deutlich innerhalb der vorgegebenen Grenzwerte.

(10) Verbindlichkeiten aus Tatsächlichen und Latenten Ertragsteuern

scroll

TEUR Anfangsbestand 1.1.2019* Verbrauch Auflösung Zuführung Endbestand 31.12.2019
Tatsächliche Ertragsteuern 672 672 - 331 331
Latente Ertragsteuern 1.191 226 - 21 986
1.863 1.337
Latente Ertragsteuern mit einer Laufzeit von über einem Jahr 998 712

scroll

TEUR Anfangsbestand 1.1.2018 Verbrauch Auflösung Zuführung Endbestand 31.12.2018
Tatsächliche Ertragsteuern 760 760 - 672 672
Latente Ertragsteuern 960 264 28 523 1.191
1.720 1.863
Latente Ertragsteuern mit einer Laufzeit von über einem Jahr 790 998

* Seit dem 1. Januar 2019 kommt der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zur Anwendung.

Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

(11) Sonstige Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen sowie sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

scroll

TEUR Restlaufzeit bis 1 Jahr Gesamt 31.12.2018 Restlaufzeit bis 1 Jahr Gesamt 31.12.2019
Darlehen 1.609 5.659 1.750 7.250
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.229 9.229 10.488 10.488
davon Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 8 8 0 0
Rückstellungen 20 20 11 11
Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 2.385 2.444 3.234 4.795
davon Verbindlichkeiten aus Mietkaufvereinbarungen - - 471 1.977
davon Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 16 16 23 23
davon Verbindlichkeiten Löhne und Gehälter 555 555 571 571
davon sonstige personalbezogene Verbindlichkeiten 473 473 662 662
davon Verbindlichkeiten Abschlussprüfung/Aufsichtsrat 187 187 159 159

Zum 31. Dezember 2019 bestanden wie schon im Vorjahr keine derivativen Finanzschulden. Die Kreditverbindlichkeiten betreffen langfristige Darlehen mit festen und variabler Verzinsungen und vertraglich vereinbarten Tilgungsleistungen. Bei den kurzfristigen Kreditverbindlichkeiten handelt es sich um die in 2020 fällige Tilgung der Darlehen.

Die Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen aus Gewährleistungen.

(12) Leasingverbindlichkeiten

Es bestehen Verlängerungsoptionen bei Immobilien-Leasingverhältnissen deren in Anspruchnahme zum Bilanzstichtag nicht hinreichend sicher sind. Die potenziellen zukünftigen Leasingzahlungen, sofern die Verlängerungsoptionen in Zukunft doch ausgeübt werden, führen schätzungseweise zu einer Leasingverbindlichkeit in Höhe von 3.332 TEUR.

(13) Vertragsverbindlichkeiten

Die Vertragsverbindlichkeiten stellen die Verpflichtung dar, eine Leistung gegenüber einem Kunden zu erbringen. Zum 31. Dezember 2019 werden Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.187 (31.12.2018: TEUR 1.739) ausgewiesen. Die Erfüllung der Leistungsverpflichtung und damit die Erfassung als Umsatz, erfolgt, abhängig von der Art der Leistungsverpflichtung und der Zugehörigkeit zu den operativen Segmenten, innerhalb der durchschnittlichen Vertragslaufzeit (3-6 Jahre). Die Vertragsverbindlichkeiten werden nach Fälligkeit in kurz- und langfristig unterschieden.

(14) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird der Konzern mit Währungs-, Zinsänderungs- und Bonitätsänderungsrisiken konfrontiert, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Fremdwährungsrisiko: Fremdwährungsrisiken entstehen aufgrund von Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssigen Mitteln und geplanten Transaktionen, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns bestehen bzw. entstehen werden. Da das Währungsrisiko nach Auslaufen der kontrahierten Sicherungsgeschäfte in Vorjahren gering war, wurden im Vorjahr und im abgelaufenen Geschäftsjahr keine derivativen Finanzinstrumente zur Währungskurssicherung eingesetzt.

Zinsrisiko: Im ecotel Konzern bestehen Zinsrisiken hauptsächlich wegen der Finanzschulden des Konzerns . Gegen bedeutsame Risiken aus negativen Wertveränderungen, die aus unerwarteten Zinsbewegungen resultieren können, erfolgen grundsätzlich Absicherungen durch derivative Finanzgeschäfte.

Um eventuell zukünftig steigenden Marktzinsen teilweise entgegenzuwirken, hat ecotel daher ein Zinssicherungsgeschäft für ein Darlehen mit variabeler Verzinsung (3,0 Mio. EUR) abgeschlossen. Für ein weiteres variabele verzinstes Darlehen (2,0 Mio. EUR), dessen Zinssatz sich auf der Basis des Drei-Monats-Euribor errechnet, besteht zum Bilanzstichtag keine Absicherung. Aufgrund der festen Verzinsung der restlichen Darlehen sowie der stabilen Lage des Leitzins bestehen zum Stichtag (insoweit) keine wesentlichen Zinsänderungsrisiken, sodass hierfür keine weiteren Sicherungsgeschäfte abgeschlossen wurden.

Kreditrisiko: Ein Kreditrisiko besteht für den Konzern, wenn Transaktionspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen oder nicht nachkommen können. Das maximale Ausfallrisiko wird bilanziell durch den Buchwert des jeweiligen finanziellen Vermögenswertes dargestellt. Durch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und Kundenstrukturen der Segmente werden auch unterschiedliche Ausfallrisiken definiert. Im Segment ecotel Geschäftskunden sowie nacamar werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in unterschiedliche Bewertungscluster (Großkunden, Kunden mit besonderen Zahlungsvereinbarungen etc.) eingeteilt. Innerhalb der Cluster erfolgt je nach Überfälligkeit der Forderungen eine quotale Wertberichtigung. Dabei liegt die Spanne zwischen 5 % und 66 % (Vorjahr: 5 % und 80 %). Im Segment wholesale bestehen mit den Kunden im wesentlichen Saldierungsvereinbarungen (Settlement balances agreements), durch diese branchenübliche Saldierung besteht nur ein sehr geringes Ausfallrisiko. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden daher mit 1 % quotal wertberichtigt. Im Segment easybell werden die Forderungen im Wesentlichen per Lastschrift beglichen, dadurch sinkt das Ausfallrisiko erheblich. Die übrigen Forderungen werden anhand einer Altersstruktur von einem bis zu größer 90 Tage wertberichtigt. Bei einer Überfälligkeit von über 90 Tage erfolgt eine vollständige Wertberichtigung. Die Entwicklung des Forderungsbestandes wird ständig überwacht, um mögliche Ausfallrisiken frühzeitig identifizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen Forderungen und Verbindlichkeiten mit Saldierungsvereinbarungen (Settlement balances agreements) mit Kunden und Lieferanten. Im Segment ecotel Wholesale besteht die Geschäftstätigkeit aus dem Handel mit Telefonminuten (Wholesale) mit nationalen und internationalen Carriern. Dabei ist die Saldierung als "verkürzte" Zahlung branchenüblich und vertraglich vereinbart. Die Voraussetzungen (IAS 32.42) für einen saldierten Ausweis in der Bilanz lagen nicht vollumfänglich vor. Bis zur Bilanzaufstellung waren diese Forderungen und Verbindlichkeiten vollständig ausgeglichen.

Entsprechend haben sich im Konzern die Wertberichtigungen für die unter den folgenden Bilanzposten ausgewiesenen Forderungen wie folgt entwickelt:

scroll

Wertberichtigungen für 2019

(TEUR)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Vertragsvermögenswerte
Stand 1.1.2019 262 0
Wertberichtigungen des Berichtsjahres 65 0
Abgänge 78 0
Stand 31.12.2019 250 0

scroll

Wertberichtigungen für Forderungen 2018

(TEUR)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Vertragsvermögenswerte
Stand 1.1.2018 251 0
Wertberichtigungen des Berichtsjahres 39 0
Abgänge 28 0
Stand 31.12.2018 262 0

Zum 31. Dezember 2019 bestanden überfällige, nicht wertberichtigte Forderungen in folgender Höhe:

scroll

Überfällige, nicht wertberichtigte Forderungen Bruttowert 31.12.2019 Wertberichtigte Forderungen
(TEUR)
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.437 250
ecotel Geschäftskunden 3.338 123
ecotel Wholesale 3.162 27
easybell 672 97
nacamar 266 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.514

Nach IFRS 9 wird zur Ermittlung der Wertminderung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das vereinfachte Modell angewendet. Die Wertberichtungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen. Die Bewertung des zu erwartenden Kreditausfallsrisikos der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt durch die Nutzung einer Wertminderungsmatrix. Bei den nicht fälligen, nicht wertberichtigten Forderungen wird die Einbringlichkeit in vollem Umfang erwartet.

Zum 31. Dezember 2018 ergab sich folgende Situation:

scroll

Überfällige, nicht wertberichtigte Forderungen Bruttowert 31.12.2018 Wertberichtigte Forderungen
(TEUR)
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.909 262
ecotel Geschäftskunden 4.155 144
ecotel Wholesale 2.846 -
easybell 607 102
nacamar 300 16
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.074

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente lassen sich in die folgende Bewertungshierarchie einstufen, die widerspiegelt, inwieweit der beizulegende Zeitwert beobachtbar ist:

scroll

Stufe 1: Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert mittels auf aktiven Märkten notierten (nicht angepassten) Preisen für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.
Stufe 2: Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert mittels für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbarer Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen.
Stufe 3: Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert mittels für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogener Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten).

Mit Ausnahme der langfristigen Darlehen gegenüber Kreditinstituten stellen die in den nachfolgenden Tabellen ausgewiesenen Buchwerte finanzieller Vermögenswerte und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwertbilanziert werden, vorwiegend aufgrund ihres kurzfristigen Charakters, eine gute Näherung für ihren beizulegenden Zeitpunkt dar. Die in den folgenden Tabellen dargestellten beizulegenden Zeitwerte (Fair Values) wurden mittels für den Vermögenswert bzw. die Verbindlichkeit herangezogener Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 3), bewertet. Der Marktwert der langfristigen Darlehen berechnet sich über die Laufzeit unter Verwendung aktueller Marktzinssätze, Zinsstrukturkurven und der Berücksichtigung des eigenen Kreditrisikos.

Die finanziellen Vermögenswerte und Schulden lassen sich in Bewertungskategorien mit den folgenden Buchwerten untergliedern:

scroll

Finanzielle Vermögenswerte 31.12.2019
(TEUR) Fair Value Buchwerte
--- --- --- ---
zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) erfolgswirksam zum beizulegenden Wert
--- --- --- ---
Flüssige Mittel 8.253
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.437
Vertragsvermögenswerte 44
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2.514 0

Darüber hinaus enthalten die finanziellen Vermögenswerte eine Zinsbegrenzungsvereinbarung (CAP), die der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet ist. Dieser wurde auf Basis beobachtbarer Marktdaten (Stufe 2) mit anerkannten Bewertungsmethoden berechnet. Eine bilanzielle Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) wurde nicht designiert. Wertänderungen werden im Finanzergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2019 wurde keine Umgliederung zwischen den Klassen vorgenommen.

scroll

Finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2019
(TEUR) Fair Value Buchwerte
--- --- --- ---
Sonstige Schulden Gesamt
--- --- --- ---
Kurzfristige Darlehen 1.837 1.750 1.750
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.488 10.488
Leasingverbindlichkeiten 8.607 8.607
Vertragsverbindlichkeiten 2.187 2.187
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.734 3.734
Langfristige Darlehen 5.105 5.500 5.500
6.942 32.266 32.266

Zum 31. Dezember 2018 ergab sich folgende Aufteilung:

scroll

Finanzielle Vermögenswerte 31.12.2018
(TEUR) Fair Value Buchwerte
--- --- --- ---
zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) erfolgswirksam zum beizulegenden Wert
--- --- --- ---
Flüssige Mittel 6.093
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.909
Vertragsvermögenswerte 56
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2.064 10

scroll

Finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2018
Fair Value Buchwerte
--- --- --- ---
(TEUR) Sonstige Schulden Gesamt
--- --- --- ---
Kurzfristige Darlehen 1.709 1.609 1.609
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.229 9.229
Vertragsverbindlichkeiten 1.739 1.739
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.568 1.568
Langfristige Darlehen 4.121 4.050 4.050
5.830 18.195 18.195

Liquiditätsrisiko: Die Refinanzierung der ecotel Konzerngesellschaften erfolgt i. d. R. zentral durch die ecotel communication ag. Hier besteht das Risiko, dass die Liquiditätsreserven nicht ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Im Jahr 2020 werden Tilgungen mit einem Nominalvolumen von 1,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR) fällig. Für die Deckung des Liquiditätsbedarfs stehen flüssige Mittel in Höhe von 8,3 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) zur Verfügung. Neben den ausgewiesenen Finanzmitteln stehen ecotel zum 31. Dezember 2019 Kreditlinien in einem Umfang von 4,0 Mio. EUR (Vorjahr: 6,2 Mio. EUR) zur Verfügung, die in einem Umfang von bis zu 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) für Avalschulden genutzt werden dürfen. Des Weiteren steht eine bis zum 31. März 2020 begrenzte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mio. EUR zur Finanzierung eines Rolloutprojekts zur Verfügung. Darüber hinaus wurde zur Sicherung der Finanzierung des geplanten Wachstums der ecotel in Geschäftsjahr 2019 weitere Darlehen in Höhe von 3,2 Mio. EUR abgeschlossen. Bezüglich der von der ecotel communication ag aufgenommenen Bankdarlehen (Restwert: 7,3 Mio. EUR; Vorjahr: 5,7 Mio. EUR) sowie der zur Verfügung stehenden Kreditlinien bestehen sogenannte Financial Covenants. Eine Verletzung der Financial Covenants könnte möglicherweise zu einer Kündigung und vorzeitigen Rückzahlung von Investitionsdarlehen sowie der Kreditlinie führen, sofern keine Einigung über eine Anpassung der Financial Covenants oder eine Refinanzierung erzielt werden kann. Insgesamt wird das Liquiditätsrisiko als gering eingeschätzt. Aus den finanziellen Verbindlichkeiten resultieren in den nächsten Jahren voraussichtlich die folgenden (nicht diskontierten) Zahlungen. Alle weiteren finanziellen Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

scroll

Tilgungs- / Zinszahlungen für finanzielle Schulden Buchwerte 31.12.2019 Tilgungszahlungen Zinszahlungen
(TEUR) 2020 2021 bis 2024 Ab 2025 2020 2021 bis 2024
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.250 1.750 5.500 0 92 93

scroll

Tilgungs- / Zinszahlungen für finanzielle Schulden Zinszahlungen
(TEUR) Ab 2025
--- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0

Zum Vorjahresstichtag ergab sich folgende Darstellung:

scroll

Tilgungs- / Zinszahlungen für finanzielle Schulden Buchwerte 31.12.2018 Tilgungszahlungen Zinszahlungen
(TEUR) 2019 2020 bis 2023 Ab 2024 2019 2020 bis 2023
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.659 1.609 4.050 0 104 118

scroll

Tilgungs- / Zinszahlungen für finanzielle Schulden Zinszahlungen
(TEUR) Ab 2024
--- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0

Zinsänderungsrisiken werden grundsätzlich, gemäß IFRS 7, mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt, soweit der Konzern solchen Risiken am Bilanzstichtag ausgesetzt ist. Originäre variabel verzinsliche Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow Hedges gegen Zinsänderungsrisiken designiert sind, sowie Zinsderivate (Zinsswaps), die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, bestanden zum Stichtag in Höhe von TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 10). Am 31. Dezember 2019 bestanden wie zum Vorjahresstichtag keine originären Finanzinstrumente mit fester Verzinsung (Finanzschulden) und einer Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert, da alle Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Somit war die ecotel am 31. Dezember 2019 keinen wesentlichen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7 ausgesetzt. Eine Sensitivitätsanalyse für das Risiko aus Zinsänderungen wurde daher nicht durchgeführt.

Währungskursrisiken werden ebenfalls, gemäß IFRS 7, mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt, soweit der Konzern am Bilanzstichtag Risikovariablen aus dem Einsatz nicht funktionaler Währungen ausgesetzt ist, in denen Konzerngesellschaften Finanzinstrumente eingehen. Auch dies war weder im Vorjahr noch zum 31. Dezember 2019 der Fall, sodass keine Sensitivitätsanalyse für das Risiko aus Währungskursänderungen durchgeführt wurde.

(15) Eventualforderungen und -verbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht bilanzierte Eventualverbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen bestanden zum 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 316 (Vorjahr: TEUR 601) für Avalschulden.

Der Buchwert der als Sicherheit gestellten finanziellen Vermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2019 TEUR 18 (Vorjahr: TEUR 16). Hierbei handelt es sich in der Regel um Kautionen.

Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

(16) Umsatzerlöse

scroll

TEUR 2018 2019
Segmentaufteilung der Umsatzerlöse
ecotel Geschäftskunden 48.148 46.890
ecotel Wholesale 32.888 15.369
easybell 15.937 18.606
nacamar 1.884 1.885
98.857 82.750
Inland 69.369 76.643
Ausland 29.488 6.107
98.857 82.750

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 1.158 (Vorjahr: TEUR 948) erfasst, die zuvor im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten erhalten waren. Die Umsätze werden nach dem Kundenstandort in In-und Ausland aufgeteilt. In den Umsatzerlösen sind 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR) Leasingerträge aus der Vermietung von Hardware enthalten.

(17) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Geschäftsjahr 2019 TEUR 716 (Vorjahr: TEUR 305). In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden die Erträge aus Einzahlungen der wertberichtigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 2) sowie Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 21 (Vorjahr: TEUR 19) ausgewiesen.

Die ecotel erzielte aus einem als Operate-Leasing klassifizierten Unterleasingverhältnis im Geschäftsjahr 2019 TEUR 95 Ertrag.

(18) Materialaufwand

Der Materialaufwand fällt ausschließlich für in Anspruch genommene Fremdleistungen an.

(19) Personalaufwand

scroll

TEUR 2018 2019
Löhne und Gehälter 12.338 13.316
Soziale Abgaben 2.023 2.272
davon Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 951 1.047
14.361 15.588

Für alle Mitarbeiter der Konzerngesellschaften in Deutschland besteht ein beitragsorientierter Altersversorgungsplan im Rahmen der deutschen Rentenversicherung, in die der Arbeitgeber in Höhe eines derzeit gültigen Beitragssatzes von 9,3 % (Arbeitgeberanteil) einzuzahlen hat. Darüber hinaus bestehen keine Altersversorgungspläne.

Im Geschäftsjahr wurden bei den konsolidierten Gesellschaften durchschnittlich beschäftigt:

scroll

Mitarbeiter 2018 2019
Angestellte 247 261

(20) Planmäßige Abschreibungen und Außerplanmäßige Wertminderungen

Eine Aufteilung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen ist den Erläuterungen zu der jeweiligen Position zu entnehmen.

Im Geschäftsjahr 2019 und im Vorjahr ergaben sich nach der Durchführung von Werthaltigkeitstests keine außerplanmäßigen Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte der Cash Generating Units.

(21) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf insgesamt TEUR 10.412 (Vorjahr: TEUR 10.962). Die Partner- und Händlerprovisionen betrugen 2019 TEUR 3.847 (Vorjahr: 3.669 TEUR). Aufwendungen im technischen Bereich für Betriebskosten, Logistik- und Fieldservice u.ä. beliefen sich auf TEUR 2.209 (Vorjahr: 1.906 TEUR) und die Veränderung der Wertberichtung der Forderungen und Forderungsverluste betrug TEUR 148 (Vorjahr: TEUR 151).

(22) Finanzergebnis

scroll

2018 2019
Zinserträge
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1 0
Zinserträge aus langfristigen Finanzanlagen - -
1 0
Zinsaufwendungen
Zinsaufwendungen aus Kreditverbindlichkeiten -224 -201
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen - -256
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -4 -28
-228 -485
Zinsergebnis -228 -485
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge
Erträge aus Zuschreibungen von langfristigen finanziellen Vermögenswerten - -
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 152 240
Sonstige finanzielle Aufwendungen -49 -8
Finanzergebnis -125 -254

(23) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

scroll

TEUR 2018 2019
Tatsächliche Ertragsteuern -817 -961
Latente Ertragsteuern 175 623
-642 -338

Nachfolgend ist eine Überleitung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird das Ergebnis vor Ertragsteuern mit einem vom Konzern vorgegebenen pauschalen Ertragsteuersatz von 31 %% (Vorjahr: 31 %o) multipliziert. Dieser besteht aus einem Steuersatz von 15 %% (Vorjahr: 15 %o) für Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 %o (Vorjahr: 5,5 %o) für Solidaritätszuschlag und 15 %o (Vorjahr: 15 °%) für Gewerbesteuer. Der erwartete Steueraufwand wird mit dem tatsächlichen Steueraufwand verglichen.

Die Überleitungen vom erwarteten zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand für das Berichtsjahr und das Vorjahr stellen sich wie folgt dar:

scroll

TEUR 2018 2019
Ergebnis vor Steuern 2.027 1.229
Steuersatz im Konzern 31,0 % 31,0 %
Erwarteter Steueraufwand -628 -381
Unterschiede aus abweichenden Steuersätzen zum Konzernsteuersatz 47 47
Steuereffekt aufgrund Veränderungen permanenter Differenzen - -
Steuereffekt aufgrund steuerfreier Erträge /Aufwendungen bei Gewinnausschüttungen -27 -22
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen -15 -15
Steuern Vorjahre -4 4
Ergebnisse aus Equity-Beteiligungen 47 75
Sonstige Steuereffekte -62 -46
Steueraufwand laut GuV (Aufwand - / Ertrag +) -642 -338
Effektiver Steuersatz in % 31,7 % 27,5 %

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeiten-Methode. Danach werden für temporäre Differenzen zwischen den im Konzernabschluss angesetzten Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden künftig wahrscheinlich eintretende Steuerentlastungen und -belastungen bilanziert. Beziehen sich die temporären Differenzen auf Posten, die unmittelbar das Eigenkapital erhöhen oder belasten, so werden auch die dazugehörigen latenten Steuern unmittelbar mit dem Eigenkapital verrechnet.

Die latenten Steuern sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen:

scroll

TEUR 2018 aktiv 2018 passiv 2019 aktiv 2019 passiv
Sachanlagen / immaterielle Vermögenswerte 246 1.093 166 1.000
Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen, Leasingverbindlichkeiten - - 51 -
aktivierte Vertragskosten, Vertragsvermögenswerte, Vertragsverbindlichkeiten (IFRS 15) - 344 206
Verbindlchkeiten aus Lieferung und Leistung - - 2 -
Steuerlatenzen auf Verlustvorträge 740 - 1.158 -
Saldierung aktiv / passiv -246 -246 -220 -220
740 1.191 1.158 986

Latente Steueransprüche in einem Steuerhoheitsgebiet werden mit latenten Steuerschulden desselben Gebietes insoweit verrechnet, als sich die Fristigkeiten entsprechen.

(24) Zurechnung des Überschusses an die Anteile anderer Gesellschafter

Der den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnende Anteil am Überschuss von TEUR 1.056 (Vorjahr: TEUR 935) betrifft die anteiligen Jahresergebnisse der easybell GmbH (TEUR 800; Vorjahr: TEUR 643), der sparcall GmbH (TEUR 133; Vorjahr: TEUR 196), der carrier-services.de GmbH (TEUR 82; Vorjahr: TEUR 76) und der init.voice GmbH (TEUR 41; Vorjahr: TEUR 21).

(25) Ergebnis je Aktie

Die Anzahl der zum 31. Dezember 2019 im Umlauf befindlichen Aktien der ecotel communication ag beträgt 3.510.000 (Vorjahr: 3.510.000) Stück. Die Aktien sind als nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 ausgegeben.

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem den Aktionären der ecotel communication ag zustehenden Konzernjahresergebnis und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Inhaberstückaktien ermittelt.

Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie kann dann eintreten, wenn die durchschnittliche Aktienanzahl durch Hinzurechnung der Ausgabe potenzieller Aktien aus Optionen und wandelbaren Finanzinstrumenten erhöht wird. Zum 31. Dezember 2019 bestanden wie auch im Vorjahr keine entsprechenden verwässernden Finanzinstrumente, sodass das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis gleichlautend sind.

scroll

2018 2019
Zustehendes Konzernjahresergebnis (in EUR) 450.560,50 -165.506,86
Gewichtete durchschnittliche Aktienanzahl 3.510.000 3.510.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,13 -0,05
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 0,13 -0,05

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

(26) Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist entsprechend den Regelungen des IAS 7 aufgestellt und gliedert sich nach Zahlungsströmen aus der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds der Konzern-Kapitalflussrechnung entspricht der in der Konzernbilanz ausgewiesenen Position "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Den lang- sowie kurzfristigen Darlehen sowie den Leasingverbindlichkeiten der ecotel werden wirksame Zahlungsströme zugeordnet. Es gab in 2019 keine nicht zahlungswirksame Transaktionen.

scroll

Langfristige Darlehen Kurzfristige Darlehen Leasingverbindlichkeiten* Total
01.01.2019 4.050 1.609 9.578 15.237
Aufnahmen 3.200 - 158 3.358
Tilgung - -1.609 -1.128 -2.737
Umgliederung -1.750 1.750 - -
31.12.2019 5.500 1.750 8.608 15.858

Im Vorjahr kam es zu folgenden wirksamen Zahlungsströmen:

scroll

Langfristige Darlehen Kurzfristige Darlehen Total
01.01.2018 3.859 1.308 5.168
Aufnahmen 1.800 - 1.800
Tilgung - -1.308 -1.308
Umgliederung -1.609 1.609 0
31.12.018 4.050 1.609 5.659

* Seit dem 1. Januar 2019 kommt der neue Rechnungslegungstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zur Anwendung.

Sonstige Erläuterungen

(27) Gewinnverwendung

Für die Gewinnverwendung der ecotel ist gemäß § 58 Abs. 2 AktG der Jahresabschluss der ecotel communication ag, der nach handelsrechtlichen Regelungen aufgestellt wird, maßgeblich. Der Jahresabschluss der ecotel communication ag weist einen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 989 (Vorjahr: TEUR 500) aus. Im Geschäftsjahr 2019 hat die ecotel communication ag für das Geschäftsjahr 2018 eine Ausschüttung in Höhe von 0,13 EUR je dividendenberechtigter Stückaktie vorgenommen. Insgesamt wurden TEUR 456 an die Aktionäre ausgeschüttet.

(28) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Das Volumen der an nahestehende Unternehmen erbrachten bzw. von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen stellt sich wie folgt dar:

scroll

Volumen der von ecotel erbrachten Leistungen Volumen der von ecotel in Anspruch genommenen Leistungen
TEUR 2018 2019 2018 2019
--- --- --- --- ---
mvneco GmbH
- aus Lieferungen und Leistungen 35 39 66 21

Zum 31. Dezember 2019 bestehen Forderungen gegen die mvneco GmbH in Höhe von TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 3) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der mvneco GmbH in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 8).

Mit folgenden nahestehenden Personen (bzw. deren Unternehmen) unterhielt der ecotel Konzern in 2019 Leistungsbeziehungen:

scroll

Volumen der von ecotel erbrachten Leistungen Volumen der von ecotel in Anspruch genommenen Leistungen
TEUR 2018 2019 2018 2019
--- --- --- --- ---
MPC Serivces GmbH
- aus Lieferungen und Leistungen 3 4 344 420

Vereinbarung mit der MPC Services GmbH

Zwischen der MPC Services GmbH und ecotel besteht ein Handelsvertretervertrag. Im Rahmen dieses Vertrages erhält die MPC Services GmbH für den monatlichen Auftragseingang eine Abschlussprovision sowie eine produktabhängige Provision auf den monatlichen Umsatz aller von der MPC Services GmbH vermittelten Kunden. Das Aufsichtsratsmitglied Mirko Mach ist Geschäftsführer und Gesellschafter der MPC Services GmbH. Zum Stichtag bestanden gegenüber der MPC Services GmbH Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 31).

(29) Segmentberichterstattung

Die interne Organisations- und Managementstruktur sowie die interne Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat bilden die Grundlage zur Bestimmung der Segmente der ecotel.

Die Segmentierung erfolgt entsprechend der internen Berichterstattung nach Geschäftsbereichen, die sich wie folgt abgrenzen lassen:

Im Segment ecotel Geschäftskunden (operativer Kernbereich) bietet ecotel bundesweit Geschäftskunden ein integriertes Produktportfolio aus Sprach- und Datendiensten (ITK-Lösungen) aus einer Hand an. Auch als Vorleister für andere ITK-Unternehmen (z. B. Reseller) stellt ecotel Produkte in diesem Segment zur Verfügung.
Im Segment ecotel Wholesale bietet ecotel den netzübergreifenden Handel mit Telefonminuten (Wholesale) für nationale und internationale Carrier an.
Im Segment easybell werden Bandbreiten-Internetanschlüsse und VoIP-Telefonie für Privatkunden sowie SIP-Trunking-Angebote für kleinere Unternehmen vermarktet.
Im Segment nacamar werden eigene Content-Delivery-Netzwerk (CDN) Streamingdienste für Medienunternehmen angeboten.

Als Segmentergebnis, das seitens des Vorstands zur Unternehmenssteuerung und -überwachung verwendet wird, wird das Jahresergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern und Abschreibungen bzw. Wertminderungen (EBITDA) dargestellt. Die hier dargestellten Segmente sind nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns aufgestellt. Daher gibt es keine Bewertungsanpassungen.

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte das Segment Wholesale mit keinem internationalen Carrier ein Umsatzvolumen von mehr als 10 %% des Konzernumsatzes. Im Vorjahr wurden mehr als 10 %% des Konzernumsatzes mit einem internationalen Carriern erzielt (Vorjahr: 16,4 Mio. EUR). Den höchsten internationalen Umsatz in 2018 erzielte der Konzern in der Schweiz.

scroll

ecotel Geschäftskunden ecotel Wholesale easybell
TEUR 2018 2019 2018 2019 2018 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Außenumsätze 48.148 46.890 32.888 15.369 15.937 18.606
Intersegment-Umsätze - - 3.624 4.069 583 668
Rohertrag 23.626 23.796 418 389 6.869 8.284
EBITDA 3.890 4.349 66 88 3.349 3.990
Planmäßige Abschreibungen -4.573 -6.118 - - -615 -907
Außerplanmäßige Wertminderung - - - - - -
EBIT -773 -1.849 66 88 2.733 3.082
Finanzergebnis
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Überschuss
Konzernüberschuss
Anteile anderer Gesellschafter

scroll

nacamar Konsolidierung segmentübergreifend Konzern
TEUR 2018 2019 2018 2019 2018 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Außenumsätze 1.884 1.885 - - 98.857 82.750
Intersegment-Umsätze - - -4.207 -4.737 0 0
Rohertrag 1.006 1.104 - - 31.918 33.574
EBITDA 229 366 - - 7.534 8.792
Planmäßige Abschreibungen -102 -204 - - -5.290 -7.230
Außerplanmäßige Wertminderung - - - - - -
EBIT 127 162 - - 2.153 1.483
Finanzergebnis -125 -254
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.027 1.229
Steuern vom Einkommen und Ertrag -642 -338
Überschuss 1.385 891
Konzernüberschuss 451 -165
Anteile anderer Gesellschafter 935 1.056

Intersegmentäre Transaktionen wurden zu Marktpreisen durchgeführt. Die Umsatzerlöse des Konzerns sind im Wesentlichen in Deutschland entstanden. Die Aufteilung der Umsätze in In- und Ausland wurde nach dem Kundenstandort vorgenommen. Für weitere Erläuterungen wird auf die Angaben zu den Umsatzerlösen verwiesen. Vermögenswerte und Investitionen entfallen vollständig auf Deutschland.

(30) Erklärung zur Unternehmensführung gem. § 289f HGB und § 315d HGB einschließlich der Erklärung gem. § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der ecotel communication ag haben die nach § 289f HGB sowie nach § 315d HGB erforderliche Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Corporate-Governance-Bericht einschließlich der nach § 161 AktG vorgeschriebenen Erklärung abgegeben und im Internet der Öffentlichkeit (www.ecotel.de unter Investor Relations / Corporate Governance) dauerhaft zugänglich gemacht.

(31) Vergütung des Schlüsselmanagements (Angaben nach § 314 HGB und IAS 24)

scroll

Gesamtbezüge Peter Zils Achim Theis
in TEUR 2018 2019 2018 2019
--- --- --- --- ---
Festvergütung 345 330 250 250
Nebenleistungen 23 23 17 17
Einjährige var. Vergütung 53 - 45 -
Mehrjährige var. Vergütung - - - -
Gesamtvergütung 421 353 312 267

Die erfolgsbezogenen variablen Vergütungen sind an eine nachhaltige Unternehmensentwicklung über drei Jahre gekoppelt. Dem Vorstand stehen für das Geschäftsjahr 2019 neben den Festvergütungen und Nebenleistungen sicher verdiente variable Vergütungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 98) zu. Nach Abzug bereits ausgezahlter Entgeltbestandteile wurden entsprechende Verbindlichkeiten gebildet. Bei den Vergütungen handelt es sich ausschließlich um kurzfristig fällige Leistungen. Somit betragen die Bezüge des Geschäftsjahres 2019 TEUR 620 (Vorjahr: TEUR 733).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vergütung des Aufsichtsrats:

scroll

Vergütung des Aufsichtsrats

in TEUR
2018 2019
Dr. Norbert Bensel (Aufsichtsratvorsitzender) 24 24
Mirko Mach (stellv. Aufsichtsratvorsitzender) 19 19
Dr. Thorsten Reinhard 13 14
Brigitte Holzer 13 14
Sascha Magsamen 14 13
Tim Schulte Havermann 13 14
Summe 96 98

Neben den Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern zählt ecotel seit September 2016 zwei Prokuristen zum Schlüsselmanagement nach IAS 24. Die Gesamtvergütung für das gesamte Schlüsselmanagement beträgt somit insgesamt TEUR 1.104 (Vorjahr: TEUR 1.236) und ist insgesamt kurzfristig. Die Beiträge zur Altersvorsorge davon betrugen in der Berichtsperiode TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 29). Für weitergehende Informationen zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf die Ausführungen im Konzernlagebericht verwiesen.

(32) Aufwand für Abschlussprüfer

Im Geschäftsjahr 2019 betrug das als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer des Jahres- sowie des Konzernabschlusses der ecotel ag für die Abschlussprüfungsleistungen TEUR 82 und umfasst die Honorare für die gesetzliche Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft und einbezogener Tochterunternehmen. Für andere Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen sowie für sonstige Leistungen wurden für den Abschlussprüfer wie im Vorjahr keine Aufwendungen erfasst.

(33) Ereignisse nach der Berichtsperiode

Nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses am 6. März 2020 ergaben sich keine nennenswerten Änderungen. Weder änderte sich das wirtschaftliche Umfeld in einem Maße, dass es wesentliche Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten der ecotel hätte noch stellte sich die Branchensituation anders dar als zum 31.12.2019.

(34) Befreiung von der Offenlegung

Für die Tochtergesellschaft nacamar GmbH wird die Befreiung von der Offenlegung des Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen.

Düsseldorf, den 6. März 2020

Der Vorstand

Peter Zils

Achim Theis

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Konzernabschlussprüfers

An die ecotel communication ag, Düsseldorf

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ecotel communication ag, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ecotel communication ag, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Corporate Governance Bericht einschließlich der nach § 161 AktG vorgeschriebenen Erklärung, auf die jeweils im Abschnitt VII des Konzernlageberichts verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Erfassung und periodengerechte Realisierung der Umsatzerlöse

a) Das Risiko für den Abschluss

Im Konzernabschluss werden Umsatzerlöse in Höhe von EUR 82,7 Mio. ausgewiesen, davon entfallen EUR 46,9 Mio. auf das Segment Geschäftskunden. Die Erfassung erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Erbringung der Dienstleistung bzw. Lieferung der Güter. Zur periodengerechten Erlösrealisation werden Umsätze aus monatlichen Bereitstellungsentgelten für Sprachanschlüsse und Leistungen aus dem Datengeschäft aus im Voraus für nachfolgende Perioden fakturierten, aber noch nicht erbrachten Leistungen zeitlich abgegrenzt. Die abgrenzungsrelevanten Umsätze werden dabei seitens der Gesellschaft auf Basis von Systemauswertungen ermittelt. Im Geschäftsjahr unterlagen darüber hinaus eine Vielzahl an Kundenverträgen einer Tarifumstellung. Die Gesellschaft hat vor dem Hintergrund des hohen Volumens an Umstellungen auch auf Basis von Datenbankanalysen die leistungsgerechte Erfassung der Umsatzerlöse überwacht.

Die Angaben der Gesellschaft zu den Besonderheiten der leistungs- und periodengerechten Erfassung der Umsatzerlöse im Konzernabschluss sind in den Erläuterungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen im Abschnitt "Grundlagen der Rechnungslegung" des Konzernanhangs enthalten. Darüber hinaus enthalten die Abschnitte "II. Wirtschaftsbericht" und "IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht" des Konzernlageberichts weitergehende Erläuterungen zu den Umsatzerlösen.

Aufgrund der Wesentlichkeit des monatlichen Abgrenzungsvolumens und dem in diesem Geschäftsjahr besonderen Einfluss umfangreicher Änderungen der Tarifmodelle besteht ein erhöhtes Risiko hinsichtlich der Erfassung und der falschen Periodisierung von Umsatzerlösen zum Bilanzstichtag. Vor diesem Hintergrund erachten wir dies für einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt im Geschäftsjahr.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Angemessenheit und die Wirksamkeit der von der Gesellschaft eingerichteten rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Kontrollen zur Erfassung und Periodenabgrenzung der Umsatzerlöse beurteilt. Darauf aufbauend haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen hinsichtlich der unterjährigen Erfassung sowie der Periodenabgrenzung zum Bilanzstichtag vorgenommen. Dabei haben wir neben Saldenbestätigungen und analytischer Beurteilungen der Abgrenzungsbeträge im Zeitverlauf auch anhand von Stichproben beurteilt, ob die Umsatzerlöse leistungs und periodengerecht in der Rechnungslegung erfasst wurden.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten rechnungslegungsbezogenen Systeme und Prozesse sowie Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Umsatzrealisierungen sowie zum Bilanzstichtag erfolgten Umsatzabgrenzungen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Erfassung der Umsatzerlöse zu gewährleisten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die zum Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen umfassen

die im Abschnitt "Prüfungsurteile" genannten, nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts
den Bericht des Aufsichtsrats,
die übrigen Teile des Geschäftsberichts, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzernlageberichtsangaben und unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk und
die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht.

Der Brief an die Aktionäre als Bestandteil des Geschäftsberichts wird uns nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks voraussichtlich zur Verfügung gestellt.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der in Abschnitt VII des Konzernlageberichts enthaltenen Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EUAPrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Juli 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Oktober 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2018 ununterbrochen als Konzernabschlussprüfer der ecotel communication ag, Düsseldorf, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Constantin Mundt.

Düsseldorf, 6. März 2020

**Ebner Stolz GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft**

Christoph Couhorn, Wirtschaftsprüfer

Constantin Mundt, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der ecotel communication ag (ecotel oder die Gesellschaft) hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2019 regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Grundlage hierfür waren die ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstands. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand darüber hinaus im regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstandsvorsitzenden.

Der Aufsichtsrat und der Vorstand der ecotel kamen im Berichtsjahr zu insgesamt vier Sitzungen zusammen, und zwar am 12. März 2019, am 9. Mai 2019, am 12. Juli 2019 sowie am 3. Dezember 2019. Darüber hinaus gab es vier Beschlussfassungen im Umlaufverfahren.

In den Sitzungen hat der Vorstand der ecotel den Aufsichtsrat regelmäßig über grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung, die Rentabilität der Gesellschaft, den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft unterrichtet und über diese Fragen zusammen mit dem Aufsichtsrat beraten. Der Aufsichtsrat war ferner in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung eingebunden und hat insbesondere Maßnahmen des Vorstandes, die nach der Geschäftsordnung des Vorstandes seiner Zustimmung bedurften, geprüft und bewilligt.

1. Schwerpunkt der Beratung im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat sich in allen Aufsichtsratssitzungen in 2019 ausführlich über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft unterrichten lassen. Schwerpunkte lagen auf der Entwicklung des Bereichs Geschäftskunden, wesentlichen Lieferantenverträgen und Kundenprojekten sowie der Entwicklung der Marktsituation und deren regulatorische Rahmenbedingungen. Zudem hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei strategischen Fragestellungen unterstützt, die sich aus Veränderungen im Telekommunikationsmarkt ergeben, beispielsweise im Hinblick auf Kabelnetzbetreiber und die weiter wachsende Bedeutung der Glasfaser-Infrastruktur. Zudem wurde die mögliche Beteiligung an einem Vorlieferanten durch die Gesellschaft erörtert. Der Aufsichtsrat ließ sich ferner laufend über die Tochtergesellschaften easybell GmbH und nacamar GmbH sowie die Beteiligung an der mvneco GmbH unterrichten und diskutierte mit dem Vorstand über ihre strategische Entwicklung. Bei der nacamar GmbH standen die Perspektiven des Produkts "YBRID" im Zentrum der Erörterungen.

Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit verschiedenen Personalangelegenheiten. In diesem Zusammenhang hat sich der Aufsichtsrat auch mit dem Thema Effizienz des Aufsichtsrates auseinandergesetzt.

Der Aufsichtsrat hat mit dem Vorstand die Finanzstrategie der ecotel diskutiert. Im Februar 2019 hat der Aufsichtsrat einer Finanzierung von Sachinvestitionen im Rahmen eines langfristigen Vertragsprojekts zugestimmt. Ein halbes Jahr später hat der Aufsichtsrat eine Änderung der Finanzstruktur der Gruppe inklusive der Neuaufnahme von Darlehen gebilligt, um zusätzliche Investitionen zu finanzieren. Ein weiterer zukunftsorientierter Beschluss betraf die Zustimmung zur Verlängerung des Mietvertrags für den Firmensitz in Düsseldorf.

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr Fragen des Risikomanagements besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Aufsichtsrat hat die regelmäßigen Risikoberichte des Vorstands diskutiert und selbst Vorschläge zum Risikomanagement unterbreitet. Der Aufsichtsrat hat sich davon überzeugt, dass der Vorstand der Risikoüberwachung die gebotene Aufmerksamkeit schenkt, die von ihm identifizierten Risiken nachvollziehbar priorisiert und durch angemessene Maßnahmen zu reduzieren bemüht ist. In der Aufsichtsratssitzung am 12. März 2019 hat der Aufsichtsrat sich über die Ergebnisse der Prüfung nach dem Standard IDW PS 951 informiert, die aufgrund von Anforderungen von Kunden aus dem Bankensektor beschränkt auf Produkte aus den Bereichen Colocation Services und VPN-Services für alle Kunden durchgeführt und im November 2018 mit einem "Typ 1 Zertifikat" abgeschlossen wurde. Das Typ 2 Zertifikat für das Geschäftsjahr 2018 wurde am 31. Oktober 2019 erteilt.

In der Aufsichtsratssitzung am 12. März 2019 standen die Prüfung sowie die Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses 2018 im Mittelpunkt. Zudem stimmte er dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung zu, eine Dividende von 0,13 Euro je Aktie auszuschütten. Ferner genehmigte der Aufsichtsrat verschiedene Verträge zwischen ecotel und Gesellschaften, an denen Mitglieder des Aufsichtsrats beteiligt sind.

Gemeinsam mit dem Vorstand hat der Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 9. Mai 2019 die Hauptversammlung der Gesellschaft vorbereitet.

2. Behandlung von Interessenkonflikten im Aufsichtsrat

Alle Mitglieder des Aufsichtsrates sind dem Grundsatz verpflichtet, ihre Entscheidungen ausschließlich am Unternehmensinteresse der ecotel auszurichten. Soweit bei der Beratung oder Beschlussfassung im Aufsichtsrat Interessenkonflikte oder die Besorgnis von Interessenkonflikten auftraten, sind diese im Aufsichtsrat behandelt worden. Das betreffende Aufsichtsratsmitglied hat sich nicht an der Diskussion beteiligt und sich bei der Beschlussfassung jeweils seiner Stimme enthalten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder haben sich zudem durch Befragung des Vorstandes die erforderliche Sicherheit verschafft, dass dieser unbeeinflusst von dem (potenziellen) Interessenkonflikt des betroffenen Aufsichtsratsmitgliedes agiert. Die vorgenannten Grundsätze kamen im Berichtsjahr nur bei der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Zustimmung zu Verträgen zwischen ecotel und Gesellschaften, an denen Mitglieder des Aufsichtsrats beteiligt sind, zum Tragen. Dies betraf die Herren Mirko Mach und Dr. Thorsten Reinhard.

3. Jahres- und Konzernabschluss

Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der ecotel nach den Regeln des Handelsgesetzbuches sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht nach IFRS-Grundsätzen aufgestellt. Der durch die Hauptversammlung der ecotel vom 12. Juli 2019 gewählte Abschlussprüfer der ecotel, die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mit Sitz in Stuttgart, Zweigniederlassung Düsseldorf, hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft. Er hat dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Abschlussprüfer hatte im Rahmen seiner Prüfung gemäß § 317 Abs. 4 HGB zu beurteilen, ob der Vorstand ein wirksames Überwachungssystem eingerichtet hat, das geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Der Abschlussprüfer hat dies bejaht.

Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Aufsichtsrat die vom Corporate Governance Kodex geforderte Unabhängigkeitserklärung abgegeben und die im jeweiligen Geschäftsjahr angefallenen Prüfungsund Beratungshonorare dem Aufsichtsrat gegenüber offengelegt.

Die Abschlussunterlagen und die Berichte des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Prüfung vor. Vertreter der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft haben an den Verhandlungen des Aufsichtsrates über diese Unterlagen teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung berichtet.

Der Aufsichtsrat und der von ihm gebildete Prüfungsausschuss haben den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht, den Konzernlagebericht sowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns eingehend geprüft und mit dem Abschlussprüfer erörtert. Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Abschlussprüfers über das Ergebnis seiner Prüfung zustimmend zur Kenntnis genommen.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss oder den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 erhoben, sondern den Jahresabschluss und den Konzernabschluss mit Beschluss vom 9. März 2020 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der ecotel für das Geschäftsjahr 2019 festgestellt.

4. Corporate Governance

Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben im Berichtsjahr 2019 am 26. Februar 2019 eine gemeinsame Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Die jüngste gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat datiert vom 19. Februar 2020. Die Erklärungen wurden jeweils auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

5. Änderungen im Aufsichtsrat im Berichtsjahr

Im Berichtsjahr haben sich keine Veränderungen im Aufsichtsrat ergeben.

6. Änderungen im Vorstand im Berichtsjahr

Im Berichtsjahr haben sich keine Veränderungen im Vorstand ergeben.

7. Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat einen dreiköpfigen Prüfungsausschuss gebildet, der insbesondere Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements und der Compliance behandelt. Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr viermal getagt und sich dabei insbesondere mit den unterjährigen Finanzberichten sowie dem Jahres- bzw. Konzernabschluss 2019 auseinandergesetzt. Ferner hat sich der Prüfungsausschuss mit dem internen Kontrollsystem auseinandergesetzt. Der Prüfungsausschuss setzt sich unverändert aus Frau Brigitte Holzer (Vorsitzende) sowie den Herren Mirko Mach und Sascha Magsamen zusammen.

Der Aufsichtsrat hat ferner einen dreiköpfigen Nominierungsausschuss gebildet, der Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorbereitet und darüber hinaus auch die Aufgaben eines Personalausschusses übernimmt. Dieser Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2019 zweimal getagt. Der Nominierungs- und Personalausschuss setzt sich unverändert aus Herrn Dr. Thorsten Reinhard (Vorsitzender) sowie den Herren Dr. Bensel und Tim Schulte Havermann zusammen.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands der ecotel sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaften der ecotel-Gruppe für ihren großen Einsatz für die Gesellschaft und die im Berichtsjahr 2019 geleistete Arbeit.

Düsseldorf, den 09. März 2020

Für den Aufsichtsrat:

Dr. Norbert Bensel, Vorsitzender des Aufsichtsrats