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Dürr AG Management Reports 2015

Jun 1, 2015

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Management Reports

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Dürr Aktiengesellschaft Stuttgart Konzernabschluss zum 31.12.2014 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Wir haben den Dürr-Konzernlagebericht in diesem Jahr gemäß § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB erstmals mit dem Lagebericht der Dürr AG zusammengefasst. Der Lagebericht wird daher als zusammengefasster Lagebericht bezeichnet. Soweit nichts anderes vermerkt ist, gelten die folgenden Informationen sowohl für den Dürr-Konzern als auch für die Dürr AG. Aussagen, die sich ausschließlich auf die Dürr AG beziehen, sind entsprechend gekennzeichnet. Sie finden sich am Ende des zusammengefassten Lageberichts. Der Konzern im Überblick PROFIL Dürr zählt zu den weltweit führenden Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau. Unsere Hauptabnehmerbranche ist die Automobilindustrie mit einem Anteil von rund 65 % am Konzernumsatz. In den Vorjahren hatte das Automotive-Geschäft gut 80 % beigesteuert, durch die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group AG ist der Umsatzanteil der Aktivitäten außerhalb der Automobilindustrie im Jahr 2014 deutlich gewachsen. Die HOMAG Group ist der weltweit führende Anbieter von Maschinen und Systemen für die Holzbearbeitung und wird seit dem 3. Oktober 2014 bei Dürr vollkonsolidiert. Weitere Abnehmerbranchen des Konzerns sind der Maschinenbau, die Chemie-, Pharma- und Elektroindustrie sowie die Luftfahrt und die Energiewirtschaft. Unser Geschäft ist global, es entfällt zu rund 60 % auf den Maschinenbau und zu rund 40 % auf den Anlagenbau. Wir betreiben 92 Standorte in 28 Ländern und sind neben Nordamerika und Westeuropa auch in den wachstumsintensiven Emerging Markets1 stark vertreten. Dort erzielten wir im Geschäftsjahr 2014 58 % des Auftragseingangs sowie 54 % des Umsatzes und beschäftigten 28 % unserer Mitarbeiter. ORGANISATORISCHE STRUKTUR DES KONZERNS Die Dürr AG ist eine Management-Holding, die übergreifende Aufgaben im Konzern wahrnimmt. Dazu zählen neben der Steuerung der Divisions auch Aufgaben wie Finanzierung, Konzern-Controlling und -Rechnungswesen sowie Recht, Steuern, interne Revision, Unternehmenskommunikation und Personalmanagement. Gemeinsam mit der Dürr IT Service GmbH, die konzernweit Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie erbringt, bildet die Dürr AG das Corporate Center. Unser operatives Geschäft führen wir in fünf Divisions, die auch die berichtspflichtigen Segmente im Sinne der IFRS bilden: ― Paint and Final Assembly Systems ― Application Technology ― Measuring and Process Systems ― Clean Technology Systems ― Woodworking Machinery and Systems Die Division Woodworking Machinery and Systems wurde im Oktober 2014 gegründet und umfasst die Aktivitäten der HOMAG Group. Die Division Paint and Final Assembly Systems hieß bis Dezember 2014 Paint and Assembly Systems. Nachdem wir die Aktivitäten in der Flugzeugmontagetechnik aus diesem Bereich ausgegliedert und in die Broetje-Gruppe eingebracht hatten, haben wir die Division umbenannt. Weitere Informationen dazu finden Sie in diesem Kapitel unter der Zwischenüberschrift "Akquisitionen, Firmengründungen und Desinvestitionen". 2.1 KONZERNSTRUKTUR scroll Management-Holding / Dürr AG Divisions / Paint and Final Assembly Systems / Application Technology / Measuring and Process Systems / Clean Technology Systems / Woodworking Machinery and Systems 1 Asien (ohne Japan), Mexiko, Brasilien, Osteuropa DIVISIONS, ABSATZMÄRKTE, MARKTPOSITIONEN, WICHTIGE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN Paint and Final Assembly Systems Paint and Final Assembly Systems plant und baut schlüsselfertige Lackieranlagen und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Als Systempartner übernehmen wir die komplette Projektabwicklung von der Layout-Planung bis zur Inbetriebnahme. In der Lackieranlagentechnik bieten wir Hard- und Software-Lösungen für alle Prozessstufen. Ein Schlüsselprodukt am Anfang des Lackierprozesses ist unser Tauchlackiersystem RoDip. Damit werden die aus dem Rohbau kommenden Karosserien gereinigt, vorbehandelt und mit einer Korrosionsschutzschicht versehen. Ein weiteres Kernprodukt ist unsere Kompakt-Lackierkabine EcoReBooth mit dem energieeffizienten LACKABSCHNEIDESYSTEM EcoDryScrubber; in ihr werden Füller-, Basis- und Klarlack aufgetragen. In der Regel umfasst unser Lieferumfang auch TROCKNER und Fördertechnik sowie Steuerungs- und Prozessleittechnik der Produktmarke EcoEMOS. Zusammen mit der Division Application Technology sind wir der einzige Systemanbieter weltweit, der Lackieranlagentechnik sowie Applikations- und Robotertechnik aus einer Hand anbietet. Mit rund 50 % Weltmarktanteil stehen wir an der Spitze des Wettbewerbs, auf den Plätzen zwei und drei folgen Unternehmen aus Japan und Deutschland. Zur Division Paint and Final Assembly Systems gehört auch Dürr Consulting. Sie berät Kunden bei der Planung und Optimierung ihrer Produktion, vor allem in den Kompetenzfeldern Lackier- und Endmontagetechnik sowie Logistik. Application Technology Application Technology erwirtschaftet rund 85 % seines Umsatzes mit Hard- und Software-Lösungen für den automatischen Sprühauftrag von Lack. Die wichtigsten Produkte sind der HOCHROTATIONSZERSTÄUBER EcoBell3, der Farbwechsler EcoLCC2 und die Lackierroboterfamilie EcoRP. Hinzu kommen unter anderem Systeme für Farbversorgung, Qualitätssicherung sowie Prozesssteuerung und -auswertung. Im Automotive-Geschäft sind wir mit über 50 % Weltmarktanteil der führende Anbieter. Unsere zwei wichtigsten Wettbewerber sind Hersteller von Industrierobotern mit Marktanteilen zwischen 15 und 20 %. Neben der Lackapplikationstechnik sind wir in zwei angrenzenden Geschäftsfeldern aktiv: der SEALING-Technik und der KLEBETECHNIK. Sealing-Verfahren dienen zur Schweißnahtversiegelung, zum Auftrag des Unterbodenschutzes und zum Spritzen von Dämmmatten in Automobilen. Mithilfe der Klebetechnik lassen sich Fahrzeugbauteile im Rohbau und in der Endmontage fügen. Das Kleben ist eine Alternative zum Schweißen und wird zunehmend eingesetzt, da die Automobilindustrie verstärkt mit neuen, nicht schweißbaren Materialien arbeitet. Diese senken Fahrzeuggewicht und Kraftstoffverbrauch und erhöhen die Steifigkeit der Karosserie. In der Endmontage dient die Klebetechnik unter anderem zum Einbau von Scheiben, Glasdächern und Cockpits. Während wir uns bisher fast ausschließlich auf die Automobilindustrie konzentriert haben, weiten wir das APPLIKATIONSTECHNIKGESCHÄFT seit dem Jahr 2014 auch auf die allgemeine Industrie aus. Der hierfür bei Application Technology gegründete Bereich Industrial Products bietet beispielsweise Produkte für die Branchen Kunststoff, Keramik, Schiffsbau, Holz und Möbel. Measuring and Process Systems Measuring and Process Systems bietet AUSWUCHT- UND DIAGNOSETECHNIK sowie Montage-, PRÜF- und BEFÜLLTECHNIKPRODUKTE an. Diese Aktivitäten sind im Bereich Balancing and Assembly Products angesiedelt. Unser zweiter Bereich - Cleaning and Surface Processing - ist auf INDUSTRIELLE REINIGUNGSTECHNIK und Systeme zur Oberflächenbearbeitung spezialisiert. Auswuchtanlagen der Marke Schenck kommen in verschiedenen Branchen zum Einsatz. Mit rund 40 % Marktanteil sind wir der weltweit größte Anbieter und verfügen über das breiteste Angebotsspektrum. Die beiden nachfolgenden Wettbewerber haben Marktanteile von rund 15 und 10 %. In der Montage-, Prüf- und Befülltechnik beliefern wir vor allem die Automobilindustrie. Mit Marktanteilen von jeweils 25 bis 30 % sind wir auch in diesen Bereichen weltweit führend. In der Befülltechnik bieten wir über die Agramkow-Gruppe auch Anlagen zur automatisierten Befüllung von Kühlschränken, Klimageräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln. Hauptprodukte in der Prüftechnik sind Teststände für Bremsen und Elektronik sowie der Fahrwerkstand x-wheel truck d für Lkws und Busse. In der Montagetechnik bieten wir vor allem HOCHZEITSSTATIONEN an, in denen Karosserie und Antriebsstrang zusammengeführt werden. Das Geschäft mit Systemen zur Werkstückreinigung und Oberflächenbearbeitung betreiben wir unter den Markennamen Dürr Ecoclean und UCM. Als weltweit größter Anbieter verfügen wir über einen Marktanteil von rund 40 %. Unsere Hauptwettbewerber sind überwiegend regional tätige mittelständische Unternehmen. Zu unseren wichtigsten Produkten zählen die Universalreinigungssysteme EcoCCore und EcoCWave. Hinzu kommt das System EcoCBooster, das Werkstückoberflächen mit einem Hochdruckwasserstrahl bearbeitet. Clean Technology Systems Clean Technology Systems bietet Abluftreinigungstechnik und Produkte zur Steigerung der Energieeffizienz von Industrieprozessen. Unsere Abluftreinigungssysteme der Ecopure-Produktreihe kommen vor allem in der Chemie- und Pharmaindustrie zum Einsatz, aber auch in Branchen wie Druck, Holzbearbeitung und Carbonfaserherstellung. Rund 20 % des Umsatzes entfallen auf die Aus- und Nachrüstung von Automobillackierereien. In diesem Geschäft beträgt unser Marktanteil zwischen 40 und 50 %, auch im stärker fragmentierten Non-Automotive-Segment sind wir einer der größten Anbieter. Unser wichtigstes Verfahren ist die thermische Abluftreinigung, bei der Schadstoffe in Abluftströmen bei bis zu 1.000 °C verbrannt werden. Aufgrund ihres hohen Energiebedarfs rüsten wir thermische Abluftreinigungsanlagen oft mit Technologien zur Wärmerückgewinnung aus. Dieser Fokus auf nachhaltige Verfahren bildet die Brücke zum Geschäftsfeld Energieeffizienz. Es wurde im Jahr 2011 gegründet und bietet ein Technologieportfolio rund um die effiziente Erzeugung und Nutzung von Wärme, Kälte und Strom. Dazu gehören die ORC-Technologie (Organic Rankine Cycle), das Dürr Compact Power System (Mikrogasturbine) zur Stromerzeugung sowie Großwärmepumpen der Marke Thermea und Wärmetauscher. Woodworking Machinery and Systems Woodworking Machinery and Systems bündelt die Aktivitäten der HOMAG Group. Die HOMAG Group ist der weltweit führende Anbieter von Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie und das Handwerk. Mit einem Weltmarktanteil von knapp 30 % rangieren wir deutlich vor den beiden nächstplatzierten Wettbewerbern, die 10 % beziehungsweise 7 % auf sich vereinen. Auf unseren Maschinen und Anlagen produzieren die Kunden Wohn- und Büromöbel, Küchen, Parkett- und Laminatfußböden, Fenster, Türen, Treppen sowie komplette Holzsystemhäuser. Das Angebot reicht von der Einstiegsmaschine bis zur kompletten Produktionslinie. Zu unseren Kernprodukten zählen Sägen, Bohrmaschinen und KASCHIERVERFAHREN für Flächen und Kanten, ferner Kantenanleimmaschinen, Bearbeitungszentren und Handling-Systeme. Aus diesen Produkten setzen sich auch unsere Komplettanlagen zur Bearbeitung von Verbund-/Leichtbauplatten für die Möbel- und Bauelementeindustrie zusammen. Aktuelle Innovationen mit großem Nachfragepotenzial sind zum Beispiel das Maschinenbediensystem powerTouch sowie die Verfahren laserTec und airTec für die Kantenbearbeitung. 2.2 TÄTIGKEITSFELDER UND ABSATZMÄRKTE DIVISION PAINT AND FINAL ASSEMBLY SYSTEMS scroll GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN/ ABSATZMÄRKTE / Anlagenbau / Komplette Lackierereien / Einzelne Lackierprozessstationen / Endmontagesysteme / Service / Automobilhersteller / Automobilzulieferer / Allgemeine Industrie (z. B. Bau- u. Landmaschinen) / Consulting / Beratung / Automobilhersteller / Automobilzulieferer / Allgemeine Industrie DIVISION APPLICATION TECHNOLOGY scroll GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN/ ABSATZMÄRKTE / Maschinenbau und Komponentengeschäft / Produkte für den automatischen Sprühauftrag von Lack / Sealing-Technik / Klebetechnik / Service / Automobilhersteller / Automobilzulieferer / Allgemeine Industrie (z. B. Kunststoff, Keramik, Holz, Schiffsbau) DIVISION MEASURING AND PROCESS SYSTEMS scroll GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN/ ABSATZMÄRKTE / Maschinenbau / Auswucht- und Diagnosetechnik / Montagetechnik für die Fahrzeugendmontage / Prüftechnik für die Fahrzeugendmontage / Befülltechnik / Industrielle Reinigungstechnik / Systeme zur Oberflächenbearbeitung / Service / Automobilhersteller / Automobilzulieferer / Elektroindustrie / Turbomaschinenbau/Kraftwerke / Maschinenbau / Luftfahrt- und Raumfahrt / Haushaltsgeräteindustrie / Medizin- und Labortechnik DIVISION CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS scroll GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN/ ABSATZMÄRKTE / Anlagenbau und Komponentengeschäft / Abluftreinigungsanlagen / Energiemanagement und -beratung / Service / Energieeffizienztechnologien (Verstromung von Wärme, Wärmepumpen und -tauscher) / Chemie / Pharma / Carbonfaserproduktion / Druck/Beschichtung / Automobilhersteller (Lackierereien) / Automobilzulieferer (Lackierereien) / Holzbearbeitung / Betreiber dezentraler Kraftanlagen (Blockheizkraftwerke, Biogasanlagen, stationäre Verbrennungsmotoren) / Prozessindustrie / Energiewirtschaft / Allgemeine Industrie DIVISION WOODWORKING MACHINERY AND SYSTEMS scroll GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN/ ABSATZMÄRKTE Maschinen- und Anlagenbau / Holzbearbeitungstechnik / Service / Holzbearbeitende Industrie / Holzbearbeitendes Handwerk UMFANGREICHES SERVICE-ANGEBOT Unsere installierte Basis, also die Summe aller Dürr-Maschinen und -Anlagen im Markt, hat sich seit Ende der Wirtschaftskrise von 2008/2009 stark vergrößert. Damit einhergehend ist unser Potenzial im After-Sales-Geschäft deutlich gewachsen. Daher bauen wir unsere Service-Aktivitäten mithilfe des konzernweiten Optimierungsprogramms CustomerExcellence@Dürr gezielt aus, detaillierte Informationen dazu finden Sie im Kapitel STRATEGIE. Das Service-Angebot umfasst Planung, Umbau, Modernisierung, Optimierung und Verlagerung von Anlagen und Maschinen, ferner Audits zu Anlagenproduktivität und Energieeffizienz, Software-Updates, Schulung, Wartung, Remote-Diagnosen, Reparatur und Ersatzteillieferung. Im Geschäftsjahr 2014 erhöhte sich der Service-Umsatz um 18,4 % auf 634,1 MIO. € und erreichte einen Anteil von 24,6 % am Konzernumsatz (Vorjahr: 22,3 %). Mittelfristig streben wir einen Service-Anteil von bis zu 27 % an. Im Rahmen von CustomerExcellence@Dürr und durch die Konsolidierung der HOMAG Group stieg die Anzahl der Service-Mitarbeiter im Jahr 2014 auf 2.087 Personen (31.12.2013: 1.030 Personen). Ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft stieg von 13 % auf 15 %. TIP: TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARK IN DARMSTADT Die Schenck Technologie- und Industriepark GmbH (TIP) gehört zur Division Measuring and Process Systems. Als Immobiliendienstleister vermarktet und betreibt sie am Schenck-Zentralstandort Darmstadt Büros sowie Produktions- und Logistikflächen. Auf 105.000 m2 Grund und Boden werden 109.900 m2 Fläche vermietet; davon entfallen 46 % auf Büros. Der Eigenbedarf des Dürr-Konzerns liegt bei rund 35 % der Fläche. FINANZIELLE BEDEUTUNG EINZELNER PRODUKTE, DIENSTLEISTUNGEN UND ABSATZMÄRKTE Angesichts unseres breiten Angebotsspektrums ist die finanzielle Bedeutung einzelner Produkte und Dienstleistungen relativ gering. Im Lackieranlagengeschäft kommt es in hohem Maße auf unsere Systemkompetenz an, also die Fähigkeit, komplette Anlagen schlüsselfertig zu realisieren. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist unser Know-how in Auftragsabwicklung und Projektmanagement. Ein wichtiges Produkt in der APPLIKATIONSTECHNIK ist der Lackierroboter EcoRP für den automatischen Lackauftrag. Auch in den anderen Divisions, die in verschiedenen Segmenten tätig sind, üben einzelne Produkte keinen größeren Einfluss auf die Ertragslage aus. Das Service-Geschäft spielt in allen Divisions eine wichtige Rolle und leistet einen überproportionalen Ergebnisbeitrag. Aufgrund unserer breiten internationalen Aufstellung erzielen wir 85 % unseres Konzernumsatzes außerhalb Deutschlands. Der regionale Ergebnisbeitrag entspricht in etwa der regionalen Umsatzaufteilung. In Regionen, in denen wir überdurchschnittlich hohe Marktanteile haben, erzielten wir tendenziell leicht höhere Margen. RECHTLICHE UNTERNEHMENSSTRUKTUR Die Dürr AG ist mit jeweils 100 % an folgenden Gesellschaften beteiligt: Dürr Systems GmbH, Dürr International GmbH, Dürr IT Service GmbH, Dürr Technologies GmbH und Carl Schenck AG. Die zwei erstgenannten Unternehmen haben mit der Dürr AG Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge abgeschlossen. Zwischen der Dürr AG und der Dürr IT Service GmbH besteht ein Gewinnabführungsvertrag, mit der Carl Schenck AG hat die Dürr AG einen Beherrschungsvertrag abgeschlossen. Am 5. März 2015 stimmte die außerordentliche Hauptversammlung der HOMAG Group AG einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Dürr Technologies GmbH und der HOMAG Group AG zu. Der Vertrag wurde am 17. März 2015 im Handelsregister eingetragen und ist seitdem wirksam, wobei die Vereinbarung über die Gewinnabführung nicht vor dem 1. Januar 2016 gelten wird. Ferner ist der Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der Dürr AG und der Dürr Technologies GmbH geplant. Dieser soll der Hauptversammlung der Dürr AG am 15. Mai 2015 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Dürr Systems GmbH, Dürr International GmbH, Carl Schenck AG und HOMAG Group AG halten direkte oder indirekte Beteiligungen an den übrigen Konzerngesellschaften. Meist handelt es sich um 100%ige Beteiligungen, wie die Übersicht unter TEXTZIFFER 44 im Anhang zum Konzernabschluss zeigt. Die Vorstandsmitglieder von Dürr AG, Carl Schenck AG und HOMAG Group AG sowie die Geschäftsführer der Dürr Systems GmbH sind in den Aufsichtsgremien aller wesentlichen Auslandsgesellschaften vertreten. AKQUISITIONEN, FIRMENGRÜNDUNGEN UND DESINVESTITIONEN Im Jahr 2014 haben wir fünf Unternehmens- und Beteiligungserwerbe durchgeführt und uns von einer Aktivität getrennt. Die wichtigste Transaktion war die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group AG, mit der wir unsere Basis im Maschinen- und Anlagenbau erheblich verbreitert haben. Akquisitionen / Firmengründungen ― Die am 15. Juli 2014 angekündigte Mehrheitsübernahme der HOMAG Group AG wurde im Oktober 2014 vollzogen. Käufer der HOMAG-Group-Aktien war die Dürr Technologies GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Dürr AG. Die HOMAG Group ist mit einem Weltmarktanteil von knapp 30 % der größte Anbieter von Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie und das Handwerk. Von der Erstkonsolidierung am 3. Oktober bis zum 31. Dezember 2014 steuerte die HOMAG Group 252,8 MIO. € zum Umsatz des Dürr-Konzerns bei, im Gesamtjahr 2014 erwirtschaftete die HOMAG Group einen Umsatz von 914,8 MIO. €. 53,7 % der HOMAG-Group-Aktien hat die Dürr Technologies GmbH im Oktober 2014 von verschiedenen Großaktionären der HOMAG Group AG erworben. Dazu zählen die Deutsche Beteiligungs AG, die ihr gesamtes Aktienpaket an der HOMAG Group (39,5 %) abgab, die Aktionärsgruppe Schuler / Klessmann, die 3,0 % der HOMAG-Group-Aktien an Dürr verkaufte, sowie zwei weitere Aktionärsgruppen. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots, das im Oktober 2014 endete und vollzogen wurde, erwarb die Dürr Technologies GmbH weitere 2,1 % der Aktien der HOMAG Group. In Summe verfügten wir zum Bilanzstichtag 2014 über 55,9 % der Aktien der HOMAG Group, der Kaufpreis dafür betrug 228,1 MIO. €. Die Aktionärsgruppe Schuler / Klessmann hält derzeit 22,1 % der Anteile. Ihr gehören die Gründerfamilie der HOMAG Group um Gerhard Schuler und die Klessmann-Stiftung an. Wir haben uns mit 3,0 % der Aktien der HOMAG Group am Aktien-Pool der Aktionärsgruppe Schuler / Klessmann beteiligt, damit bündelt der Pool 25,1 % der Aktien. Mit dem Pool-Beitritt verfügen wir durch entsprechende Vereinbarungen für bestimmte Maßnahmen über 77,9 % der Stimmrechte in der Hauptversammlung der HOMAG Group AG. Auf dieser Basis konnte die Dürr Technologies GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der HOMAG Group AG abschließen. Diesem Vertrag hat die außerordentliche Hauptversammlung der HOMAG Group AG am 5. März 2015 zugestimmt. Er wurde am 17. März 2015 im Handelsregister eingetragen und ist seither wirksam. ― In der APPLIKATIONSTECHNIK haben wir zwei kleinere Unternehmen in Deutschland und Tschechien übernommen. Beide Akquisitionen unterstützen unsere Expansion in der Industrielackiertechnik. Am 17. Juni 2014 erwarben wir 100 % der Anteile an der Bersch & Fratscher GmbH, am 25. Juni 2014 wurde der Kauf von 100 % der Anteile der EST+ a.s. vollzogen. Beide Unternehmen bieten Sprühpistolen und andere Produkte für den Auftrag von Lack und Dichtstoffen. Bersch & Fratscher wurde in Dürr Systems Karlstein GmbH umbenannt, EST+ firmiert zwischenzeitlich als Dürr Systems Czech Republic a.s. Der Umsatz der beiden Unternehmen belief sich im Jahr 2014 seit Konsolidierungsbeginn auf insgesamt 3,1 MIO. €. ― In Südostasien konnten wir unsere lokale Präsenz durch eine Firmengründung und eine Akquisition stärken. Zum 10. März 2014 gründeten wir in Malaysia die Durr Systems Malaysia Sdn. Bhd. Zum 14. Juli 2014 erwarben wir in Indonesien 100 % der Anteile der Gesellschaft PT Durr Systems Indonesia. In beiden Fällen handelt es sich um Vertriebs- und Service-Gesellschaften. Im Jahr 2014 erzielten sie seit Konsolidierungsbeginn einen Umsatz von insgesamt 3,4 MIO. €. ― Zum 30. Dezember 2014 haben wir unsere Beteiligung an der Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH (LTB) auf 100 % aufgestockt. Im Geschäftsjahr 2013 hatten wir zunächst 80,1 % der Anteile an dem Umwelttechnikunternehmen übernommen. Mit der LTB haben wir unsere Position in der Abluftreinigungstechnik gestärkt und Zugang zu neuen Kundengruppen wie beispielsweise der Graphitindustrie erhalten. 2.3 AKQUISITIONEN / BETEILIGUNGSERWERBE scroll Beteiligung Konsolidie- rungsart In Konzern- abschluss einbezogen seit Mitarbeiter1 Kaufpreis Goodwill2 Bersch & Fratscher GmbH3 Application Technology 100,0 % Vollkonsolidiert 17.06.2014 74 5,5 Mio. € 0,7 Mio. € EST+ a.s.4 Application Technology 100,0 % Vollkonsolidiert 25.06.2014 57 4,9 Mio. € 2,4 Mio. € PT Durr Systems Indonesia Paint and Final Assembly Systems 100,0 % Vollkonsolidiert 14.07.2014 1 0,5 Mio. € 0,5 Mio. € HOMAG Group AG Woodworking Machinery and Systems 55,9 % Vollkonsolidiert 03.10.2014 5.635 228,1 Mio. € 105,7 Mio. € Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH Clean Technology Systems 100,0 % (2014: 19,9 %, 2013: 80,1 %) Vollkonsolidiert 04.07.2013 115 10,4 Mio. € (davon 1,4 Mio. € in 2014) 2,1 Mio. € 1 Zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung beziehungsweise des Beteiligungserwerbs 2 Im Kaufpreis enthalten 3 Zwischenzeitlich umbenannt in Dürr Systems Karlstein GmbH 4 Zwischenzeitlich umbenannt in Dürr Systems Czech Republic a.s. Desinvestitionen ― Zum 12. Dezember 2014 haben wir unser Geschäft mit Flugzeugmontagetechnik in die Broetje-Gruppe eingebracht. Im Gegenzug erhielten wir eine 11 %-Beteiligung an der zu Broetje gehörenden Tec4Aero GmbH. Hintergrund für die Transaktion war, dass unsere Aircraft-Aktivitäten mit dem bisherigen Produktportfolio an strategische Wachstumsgrenzen gestoßen sind. Im Zeitraum 1. Januar bis 12. Dezember 2014 betrug der Umsatz in diesem Bereich 40,0 MIO. €. Durch die Einbringung bei Broetje entstand der weltweit größte Anbieter von Flugzeugmontagetechnik. Dank seines breiten Produktportfolios verfügt er über Wachstumschancen, die Dürr und Broetje allein nicht zugänglich waren. Im Dürr-Konzern war die Flugzeugmontagetechnik Teil der Division Paint and Assembly Systems. Aus der Transaktion ergab sich ein Gewinn von 2,8 MIO. €. ― Am 17. Dezember 2014 haben wir einen Vertrag über die Veräußerung der Dürr Automation S.A.S. (Frankreich) an die Automation Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Quantum International Partners GmbH, unterschrieben. Die Dürr Automation S.A.S. ist auf Automatisierungstechnik (zum Beispiel Anlagenverkettung, Werkstück-Handling) spezialisiert. Diese Aktivität hatten wir im Dezember 2013 zum Verkauf gestellt. Die Veräußerung ist Teil der strategischen Neuausrichtung im Geschäft mit INDUSTRIELLER REINIGUNGSTECHNIK, in dem wir uns nun ausschließlich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Aus dem Verkauf resultierte im Geschäftsjahr 2014 eine Ergebnisbelastung von 4,3 MIO. €. Weitere Informationen zu der Transaktion enthält der NACHTRAGSBERICHT. Weitere Informationen zu unseren Akquisitionen und Desinvestitionen finden Sie in Tabelle 2.3 und im Kapitel STRATEGIE. Zudem verweisen wir auf TEXTZIFFER 18 im Anhang zum Konzernabschluss. Dort finden Sie auch Angaben zu weiteren Transaktionen, auf deren Darstellung im Lagebericht wir mit Blick auf den Grundsatz der Wesentlichkeit verzichtet haben. GESCHÄFTSPROZESSE/PROZESSVORTEILE Die wichtigsten Geschäftsprozesse im Dürr-Konzern sind Planung, ENGINEERING/Konstruktion, Auftragsabwicklung und Service. In den vergangenen Jahren haben wir sukzessive unsere Eigenfertigung ausgebaut und dadurch Qualitätssicherung, Liefertreue und Know-how-Schutz verbessert. Auch die neu erworbene HOMAG Group verfügt über umfangreiche Fertigungskapazitäten. Im Anlagenbau ist professionelles Projektmanagement die Voraussetzung für eine reibungslose Auftragsabwicklung. Unsere Projektmanager steuern interne Teams sowie zahlreiche Lieferanten, zudem tragen sie die Gesamtverantwortung für die Einhaltung von Terminen, Qualitätsvorgaben, Budgets und Projekt-Cashflows. Ein Großauftrag im Anlagenbau benötigt meist 15 bis 24 Monate, Aufträge im Maschinenbau zwischen 2 und 12 Monaten. Kleinere Umbau-, Modernisierungs- und Service-Projekte haben meist kürzere Laufzeiten. Der Erfolg unserer Projekte hängt stark von der nahtlosen Kooperation verschiedener Funktionen und Standorte des Konzerns ab. In den vergangenen Jahren haben wir daher die Prozesse in Planung, Auftragsabwicklung, Einkauf, Service und Verwaltung weltweit durchgängig gestaltet. Einheitliche IT-Systeme reduzieren Schnittstellen, automatisieren Prozesse und erlauben den internationalen Austausch von Arbeitspaketen und damit eine effektive Kapazitätssteuerung. Das durchgängige DÜRR-ERP-SYSTEM strukturiert unsere Geschäftsabläufe IT-seitig und macht sie transparent. Durch die Prozessstandardisierungen können wir bei reduziertem Risiko mehr Aufträge gleichzeitig abwickeln als zuvor. Die HOMAG Group war im Geschäftsjahr 2014 noch nicht in die Prozesse und IT-Systeme des Dürr-Konzerns eingebunden. KUNDENBEZIEHUNGEN Die meisten Automobilhersteller und viele Zulieferer produzieren mit Dürr-Technik. Wir unterhalten enge Kontakte zu ihnen, denn unser Geschäft ist komplex, langfristig sowie technisch anspruchsvoll und erfordert daher regelmäßige Abstimmungen. Wir verstehen uns nicht nur als Anlagenlieferant, sondern auch als Berater und Planungspartner. Daher werden wir bei großen Investitionsprojekten bis zu zwei Jahre vor der Auftragsvergabe hinzugezogen. Als Service-Partner unterstützen wir unsere Kunden im gesamten Lebenszyklus der Anlage, zum Beispiel mit Ersatzteilen, Umbauten und Modernisierungen. Auch in die Produktentwicklung binden wir unsere Kunden ein, um marktgerechte Lösungen anbieten zu können. Umgekehrt werden wir von unseren Kunden oft in deren Produktentwicklung einbezogen, um die entsprechende Produktionstechnik rechtzeitig zur Verfügung stellen zu können. Das Anlagenbaugeschäft von Clean Technology Systems ist ebenfalls von engen Projektkooperationen mit vergleichsweise wenigen Kunden geprägt. Die Maschinenbau-Divisions Measuring and Process Systems und Woodworking Machinery and Systems verfügen dagegen über eine sehr breite Marktbasis mit mehreren zehntausend Kunden. Neben der Lieferung einzelner Maschinen gibt es jedoch auch hier größere Projekte mit längeren Laufzeiten und entsprechend intensiver Zusammenarbeit. LIEFERANTENBEZIEHUNGEN Weltweit beziehen wir Güter, Rohstoffe und Dienstleistungen von über 12.000 Lieferanten. Dazu gehören vor allem Teile- und Komponentenzulieferer sowie Auftragsfertiger, auch Ingenieurdienstleister und Logistikunternehmen beauftragen wir häufig. Den Bezug besonders wichtiger Warengruppen, zum Beispiel Pumpen, Antriebe und Armaturen, sichern wir in vielen Fällen durch international gültige Rahmenverträge mit leistungsfähigen Vorzugslieferanten. Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl von Rahmenvertragspartnern ist neben langfristiger Zusammenarbeit auch die internationale Lieferfähigkeit. Sie erlaubt es, Bedarfe mehrerer Konzerngesellschaften zu bündeln und Mengenvorteile zu generieren. Weitere Informationen enthält das Kapitel BESCHAFFUNG. MERKMALE UNSERES GESCHÄFTSMODELLS Neben Auftragsabwicklung und Projektmanagement ist das Engineering effizienter Produkte, Anlagen und Prozesse eine Kernkompetenz unseres Konzerns. Darüber hinaus haben wir unsere Eigenfertigung in den vergangenen Jahren schrittweise erhöht. Auch die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group AG führte zu einem Anstieg der Wertschöpfungstiefe. In der APPLIKATIONSTECHNIK bauen wir unsere Eigenfertigung aus, da der Einstieg in das Geschäftsfeld Industrial Products zu höheren Stückzahlen und damit zu mehr Effizienz führt. Derzeit beträgt die FERTIGUNGSTIEFE im Konzern 35 % (inklusive HOMAG Group). Im Maschinenbau (Division Measuring and Process Systems) liegt sie bei 36 %, im Anlagenbau sind es lediglich 28 %. Im Anlagenbau erhalten wir Abschlags- und Fortschrittszahlungen von Kunden. Entsprechend gering sind dort Kapitalbindung und Fixkostenanteil, was die Rendite auf das eingesetzte Kapital begünstigt und uns flexibler bei zyklischen Auftragsschwankungen macht. Zudem benötigen wir im Anlagenbau allenfalls ein geringes Nettoumlaufvermögen (NET WORKING CAPITAL, NWC), häufig ist es sogar negativ. Das bedeutet, dass Vorräte und Forderungen im Umlaufvermögen meist durch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in gleichem oder etwas höherem Umfang abgedeckt werden. Ein wichtiger Faktor sind hierbei die auf der Passivseite ausgewiesenen Anzahlungen von Kunden. Im Gesamtkonzern belief sich das Net Working Capital durch die Einbeziehung der HOMAG Group zum Jahresende 2014 auf 87,6 MIO. €. Durchschnittlich benötigten wir im Jahr 2014 12,2 Tage, um unser Nettoumlaufvermögen in Umsatz umzuwandeln (Days Working Capital). Im Normalfall streben wir eine NWC-Umschlagdauer von 20 bis 25 Tagen an. Unser Investitionsbedarf ist, gemessen am Umsatz, relativ gering. Im Dürr-Konzern (ohne HOMAG Group) fielen im Durchschnitt 20 bis 30 MIO. € pro Jahr an, da wir stärker auf das Know-how unserer Mitarbeiter angewiesen sind als auf umfangreiche Sachanlagen. In den Jahren 2012 bis 2016 fallen die Investitionen allerdings höher aus, da wir ein umfassendes Programm zum Ausbau unseres Standortnetzwerks umsetzen. Die seit 3. Oktober 2014 konsolidierte HOMAG Group hat aufgrund ihrer höheren ANLAGENINTENSITÄT einen höheren Investitionsbedarf. In den Jahren 2011 bis 2013 investierte sie im Schnitt 31 MIO. €. Daraus ergibt sich für den Dürr-Konzern inklusive der HOMAG Group künftig im Normalfall ein jährlicher Investitionsbedarf von 50 bis 70 MIO. €. Infolge der gestiegenen Wertschöpfungstiefe haben sich die Materialkosten in den Jahren 2013 und 2014 verringert: Da wir verstärkt selbst produzieren, müssen wir weniger auf externe Fertigungspartner zurückgreifen. Im Jahr 2014 sank der Anteil der Materialkosten (einschließlich bezogener Dienstleistungen) auf 38,7 % des Umsatzes, in den beiden Vorjahren waren es 42,9 % (2013) beziehungsweise 46,8 % (2012). Bei der HOMAG Group beträgt der Materialkostenanteil am Umsatz 43,0 %. Folglich dürfte die Materialkostenquote des Dürr-Konzerns ab dem Jahr 2015 leicht höher liegen. Die bisherigen Aktivitäten des Konzerns weisen ein moderates Währungsrisiko auf. Da wir in allen wesentlichen Märkten über lokale Wertschöpfungs- und Beschaffungsstrukturen verfügen, spielen exportbedingte Transaktionseffekte eine geringe Rolle. Stärker ins Gewicht fallen Translationseffekte, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro entstehen. Die HOMAG Group produziert einen großen Teil ihrer Maschinen und Anlagen in Deutschland. Entsprechend höher sind die Exportquote und das Währungsrisiko durch Transaktionseffekte. Unser Geschäft mit der Automobilindustrie weist eine hohe Visibilität auf, da viele Projekte Vorlaufzeiten von mehreren Monaten haben, bei Großaufträgen sind sogar Planungszeiten von ein bis zwei Jahren anzusetzen. Folglich können wir unsere künftige Umsatz-, Auslastungs- und Ertragssituation für einen Großteil des Geschäfts relativ gut vorhersehen. STANDORTE UND ARBEITSTEILUNG IM KONZERN Der Dürr-Konzern verfügt über 92 Standorte. Damit sind die Marken Dürr, HOMAG und Schenck überall auf der Welt kundennah vertreten. Unsere Standorte in den Emerging Markets haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, da der Großteil unseres Geschäfts dort anfällt. Mittlerweile beschäftigen wir dort 3.973 Mitarbeiter, davon entfallen 3.031 auf die bisherigen Aktivitäten und 942 auf die HOMAG Group. Der mit Abstand größte Standort in den Emerging Markets ist Schanghai mit über 2.000 Mitarbeitern (inklusive externer Mitarbeiter). Den deutschen Standorten kommt eine Führungsrolle bei der Steuerung unserer weltweiten Geschäfte zu. Der Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen - die Zentrale des Konzerns - ist mit knapp 2.000 Mitarbeitern die Drehscheibe für das internationale Geschäft von Paint and Final Assembly Systems, Application Technology und Clean Technology Systems. Der Standort Darmstadt (rund 500 Mitarbeiter) steuert die Aktivitäten von Measuring and Process Systems und ist unser Kompetenzzentrum für AUSWUCHTTECHNIK. Der Stammsitz der HOMAG Group in Schopfloch bildet mit knapp 1.700 Mitarbeitern die Zentrale von Woodworking Machinery and Systems. In den Jahren 2012 bis 2014 haben wir zahlreiche Standorte modernisiert und erweitert, um unsere Kapazitäten an das gestiegene Geschäftsvolumen anzupassen. Der Fokus lag auf dem Ausbau der Produktions- und Montageflächen. Zusätzliche Test- und Technologiezentren gingen zum Beispiel in Deutschland, Japan und den USA in Betrieb. In Summe beliefen sich die Erweiterungsinvestitionen in den Jahren 2012 bis 2014 auf 70,2 MIO. € (ohne HOMAG Group). Darüber hinaus planen wir zwei weitere große Standortprojekte: In den USA und China werden wir Dürr-Aktivitäten, die bisher an verschiedenen Orten angesiedelt waren, an neuen Campus-Standorten bündeln. Dadurch schaffen wir kürzere Wege und verbessern den Kunden-Service, die betrieblichen Abläufe und die abteilungsübergreifende Kommunikation. Richtlinien und Prozessvorgaben regeln, wie die Konzerngesellschaften bei länderübergreifenden Systemprojekten im Anlagenbau kooperieren. Die Projektführerschaft bei Großaufträgen der Division Paint and Final Assembly Systems liegt stets beim System Center Bietigheim-Bissingen. Die Auslandsgesellschaften übernehmen Vertrieb und Service vor Ort und unterstützen die Auftragsabwicklung, zum Beispiel durch ENGINEERING-, Einkaufs- und Fertigungsleistungen. Auch im Maschinenbaugeschäft werden unsere internationalen Aktivitäten von den deutschen Hauptstandorten gesteuert und unterstützt. ANGABEN GEMÄSS §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGB ― Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das gezeichnete Kapital der Dürr AG ist in 34.601.040 voll stimmberechtigte Inhaber-Stückaktien eingeteilt. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem Aktiengesetz. ― Stimmrechts-/Übertragungsbeschränkungen und entsprechende Vereinbarungen Dem Vorstand sind keine Vereinbarungen von Aktionären der Dürr AG bekannt, welche Beschränkungen enthalten, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Es bestehen gesetzliche Stimmrechtsbeschränkungen, zum Beispiel nach § 28 S. 1 WpHG (Verletzung von Mitteilungspflichten), § 71b AktG (Rechte aus eigenen Aktien) und § 136 Abs. 1 AktG (Stimmrechtsausschluss bei bestimmten Interessenkollisionen). ― Beteiligungen, die 10 % überschreiten Die Heinz Dürr GmbH ist mit 25,2 % am Grundkapital der Dürr AG beteiligt. Unter Berücksichtigung des Anteilsbesitzes der Heinz und Heide Dürr Stiftung (3,5 %) kontrolliert die Familie Dürr 28,7 % der Aktien (Stand: 31. Dezember 2014). ― Aktien mit Sonderrechten Es existieren keine Aktien der Dürr AG, die Sonderrechte einräumen. ― Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Es existieren keine Arbeitnehmerbeteiligungen, bei denen Kontrollrechte nicht unmittelbar ausgeübt werden. ― Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder Die anzuwendenden gesetzlichen Bestimmungen finden sich in den §§ 84 und 85 AktG sowie in § 31 MitbestG. Die Satzung der Dürr AG enthält keine von den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen. Ergänzend regelt die Satzung in § 6 (1), dass der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern besteht und dass die Bestellung von stellvertretenden Vorstandsmitgliedern zulässig ist. § 6 (2) sieht vor, dass der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands und ein weiteres Vorstandsmitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden ernennen kann. ― Bestimmungen zur Änderung der Satzung Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung. Soweit das Aktiengesetz nicht zwingend etwas Abweichendes bestimmt, wird der Beschluss gemäß § 20 (1) der Satzung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und - soweit eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals erforderlich ist - mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst. Nach § 14 (4) der Satzung ist dem Aufsichtsrat die Befugnis eingeräumt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Gemäß § 4 (4) und § 5 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, bei Ausnutzung des bedingten oder genehmigten Kapitals die Fassung der Satzung entsprechend der Ausnutzung zu ändern. ― Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Informationen zu diesem Punkt finden Sie unter TEXTZIFFER 25 im Anhang zum Konzernabschluss. ― Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots Anleihe: § 7 der Bedingungen unserer Unternehmensanleihe sieht vor, dass die Anleihegläubiger das Recht haben, im Fall eines Rückzahlungsereignisses die vorzeitige Rückzahlung ihrer Schuldverschreibungen von der Dürr AG zu verlangen. Der Rückzahlungsbetrag beträgt in diesem Fall 100 % des Nennbetrags zuzüglich aufgelaufener und nicht gezahlter Zinsen bis zum Rückzahlungstag. Ein Rückzahlungsereignis tritt ein, wenn kumulativ ein Kontrollwechsel und ein Ratingereignis vorliegen. Ein Kontrollwechsel bedeutet hierbei (a), dass eine Person oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen der rechtliche oder wirtschaftliche Eigentümer von mehr als 50 % der Stimmrechte der Dürr AG geworden ist, oder (b), dass wir sämtliche oder nahezu sämtliche Vermögenswerte der Dürr AG an Dritte (außer einer Tochtergesellschaft der Dürr AG) veräußern oder anderweitig abgeben werden. Ein Ratingereignis liegt in den folgenden Fällen vor: Die Schuldverschreibungen weisen kein Rating auf und keine Ratingagentur vergibt binnen 90 Tagen nach Eintritt des Kontrollwechsels ein Investmentgrade-Rating für die Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen verfügen zum Zeitpunkt des Kontrollwechsels über ein Rating und am Ende einer 90-Tage-Periode nach dem Kontrollwechsel stellt dieses Rating kein Investmentgrade-Rating dar oder wurde entzogen. Derartige Regelungen sind üblich und in vergleichbarer Form auch in den Anleihebedingungen anderer Emittenten enthalten. Sie dienen zur Absicherung der Interessen der Anleiheinhaber. Syndizierter Kredit: Die Vertragsbedingungen unseres syndizierten Kredits sehen vor, dass im Fall eines Kontrollwechsels keine zusätzlichen Barinanspruchnahmen vorgenommen oder Avale beantragt werden können. Außerdem kann jeder Kreditgeber seine gewährten Kreditzusagen kündigen, was dazu führen könnte, dass der syndizierte Kredit teilweise oder sogar insgesamt zurückzuführen wäre. Über einen Kontrollwechsel muss der Agent, der die Interessen des Bankenkonsortiums vertritt, unverzüglich nach Kenntniserlangung informiert werden. Ein Kontrollwechsel tritt ein, wenn in Summe direkt oder indirekt mehr als 50 % der Kapitalanteile oder Stimmrechte an der Dürr AG von einer oder mehreren Personen, die sich über die Ausübung von Stimmrechten verständigen oder mit dem Ziel einer dauerhaften und erheblichen Änderung der unternehmerischen Ausrichtung der Dürr AG in sonstiger Weise zusammenwirken, gehalten oder kontrolliert werden. ― Entschädigungsvereinbarungen bei Übernahmeangeboten Die Mitglieder des Vorstands verfügen im Fall einer Übernahme über eine Option auf Weiterbeschäftigung oder Ausscheiden gegen eine Entschädigung. Details enthält der CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT. Weitere diesbezügliche Vereinbarungen bestehen nicht. Corporate-Governance-Bericht Dürr bekennt sich zu den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Wir sind davon überzeugt, dass eine nachhaltige Wertsteigerung nur möglich ist, wenn wir im Einklang mit den Prinzipien von Legalität, Verantwortlichkeit und Transparenz handeln. Gute Corporate Governance ist die Voraussetzung, um Vertrauen zu schaffen und zu erhalten - bei Investoren, Kunden und Geschäftspartnern genauso wie bei Mitarbeitern und in der Öffentlichkeit. Wir betrachten Corporate Governance als lebendiges System, das kontinuierlich an neue Anforderungen angepasst werden muss. Mit neuen Regulierungsvorschriften - beispielsweise zur Frauenquote in Aufsichtsräten - setzen wir uns ebenso intensiv auseinander wie mit der öffentlichen Diskussion um Themen wie Gremienvergütung oder Managerhaftung. CORPORATE GOVERNANCE KODEX Im Jahr 2014 gab es keine Änderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex. Lediglich in den Fußnoten der Mustertabellen für die Vorstandsvergütung nahm die Kodex-Kommission Präzisierungen vor. Die Mustertabellen wurden im Jahr 2013 in den Anhang des Kodex aufgenommen und sollen beginnend mit dem Jahr 2014 angewendet werden. Daher haben wir sie im vorliegenden Vergütungsbericht erstmals berücksichtigt. Die Entsprechenserklärung, die am 10. Dezember 2014 durch die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand unterzeichnet wurde, zeigt, in welchen Punkten und weshalb wir von den Empfehlungen des Kodex abweichen. Die Erklärung bezieht sich für den Zeitraum 12. Dezember 2013 bis 24. Juni 2014 auf die alte Fassung des Kodex und ab dem 25. Juni 2014 auf die aktuelle Fassung. Den vollständigen Wortlaut finden Sie unter WWW.DURR.COM/DE/INVESTOR/CORPORATE-GOVERNANCE/ ERKLAERUNG-ZUR-UNTERNEHMENSFUEHRUNG/ENTSPRECHENSERKLAERUNG. Unsere aktuelle Entsprechenserklärung enthält drei Abweichungen von den Kodexempfehlungen; den entsprechenden Auszug finden Sie im Folgenden. Die deutliche Mehrzahl der Kodexanregungen setzen wir um. AUSZUG AUS DER ENTSPRECHENSERKLÄRUNG VOM 10. DEZEMBER 2014 Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung (Ziffer 3.8 Absätze 2 und 3) Für die Mitglieder des Aufsichtsrats bestand und besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt (Gruppenversicherung). Der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 i.V.m. Absatz 2 des Kodex wurde und wird daher nicht entsprochen. Die Einführung eines Selbstbehalts für Mitglieder des Aufsichtsrats ist nicht geplant, weil die Dürr AG nicht der Auffassung ist, dass das bereits hohe Engagement und das Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder des Aufsichtsrats durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts weiter gesteigert werden können. Zudem ist zu berücksichtigen, dass für die sechs Arbeitnehmervertreter des paritätisch besetzten Aufsichtsrats der Dürr AG die persönliche Versicherung des verbleibenden Restrisikos (in Höhe des Selbstbehalts) auf eigene Kosten unverhältnismäßig teuer wäre. Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3) Den Empfehlungen in Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 des Kodex wird nicht entsprochen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats geht mit der Benennung und Veröffentlichung konkreter Ziele für seine Zusammensetzung und deren regelmäßiger Anpassung ein nicht unerheblicher Aufwand einher, der mit Blick auf die Größe des Aufsichtsrats und die nochmals gestiegene Arbeitsbelastung des Gremiums aufgrund gesetzlicher Neuerungen nicht mehr gerechtfertigt erscheint. Außerdem ginge mit der Festsetzung starrer Ziele die Möglichkeit verloren, herausragende Persönlichkeiten, die nicht in den gesteckten Rahmen passen, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Der Aufsichtsrat wird sich deshalb jeweils erst im Vorfeld der Beschlussfassung über seine Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern mit der gewünschten Zusammensetzung des Gremiums befassen. Dabei wird er auch andere als die in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex benannten Kriterien berücksichtigen. Im Zeitpunkt dieser Erklärung verfügt der Aufsichtsrat über ein weibliches Mitglied und über mehrere Mitglieder, die fundierte Auslandserfahrung mitbringen. Eine Altersgrenze, wie sie Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex fordert, ist für Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen, weil nach Auffassung der Dürr AG die Leistungsfähigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht vom Erreichen einer unflexiblen Altersgrenze abhängig ist. Darüber hinaus wird sich die Dürr AG auch in Zukunft nicht pauschal auf eine Altersgrenze festlegen, weil die Gesellschaft hierdurch der Möglichkeit beraubt würde, herausragend geeignete Persönlichkeiten, die diese Altersgrenze bereits überschritten haben oder während der Laufzeit ihres Mandats überschreiten werden, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Variable Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2) Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats, die sich am Konzernergebnis vor Steuern (EBT) orientiert, wurde von den Aktionären beschlossen und in § 15 Absatz 1 der Satzung geregelt. Sie hat sich bewährt. Dürr möchte dem allgemeinen Trend, die variablen Vergütungsbestandteile in eine fixe Vergütung umzuwandeln, nicht folgen. In der Anerkennung einer erfolgreichen Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr in Verbindung mit einer Begrenzung der variablen Vergütung auf einen vernünftigen Höchstbetrag sieht Dürr ein geeignetes variables Vergütungsinstrument. WEITERE ANGABEN ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG BEI DÜRR1 VORSTAND UND AUFSICHTSRAT Der Vorstand führt als Leitungsorgan die Geschäfte, definiert die Strategie und setzt sie in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat um. Dabei ist er dem Interesse und den geschäftspolitischen Grundsätzen des Unternehmens verpflichtet. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über Geschäftsverlauf, Strategie und Risiken. Die Ressortzuständigkeiten im Vorstand, die Modalitäten der Beschlussfassung sowie weitere Aspekte regelt eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung. Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zwölf Mitgliedern zusammen. Die sechs Vertreter der Anteilseigner werden von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt, die sechs Arbeitnehmervertreter werden von den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Standorte gewählt. Herrscht bei Abstimmungen im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, zählt das Votum des Vorsitzenden doppelt. Eilbedürftige Beschlüsse kann der Aufsichtsrat auch im schriftlichen Umlaufverfahren fassen. Im Jahr 2014 war dies nicht der Fall. Der Aufsichtsrat wird turnusgemäß alle fünf Jahre neu gewählt, die nächste Wahl findet im Jahr 2016 statt. Wenn ein Mitglied des Aufsichtsrats vor Ende seiner Amtszeit ausscheidet, wird gerichtlich ein Nachfolger bestellt, sofern kein bereits gewähltes Ersatzmitglied zur Verfügung steht. Gerichtlich bestellte Aufsichtsratsmitglieder müssen sich beim nächsten Wahltermin zur Wahl stellen. 1 Die vollständige Erklärung zur Unternehmensführung finden Sie unter www.durr.com/de/investor/corporate-governance Der Aufsichtsrat der Dürr AG hat aus seiner Mitte vier Ausschüsse gebildet. Sie behandeln Spezialthemen und bereiten Beschlüsse vor. Die Ausschussvorsitzenden informieren das Plenum anschließend über die Ergebnisse. ― Der Personalausschuss, der auch als Präsidium fungiert, beschäftigt sich vor allem mit der Bestellung und Vergütung der Vorstandsmitglieder und bereitet die entsprechenden Plenumsbeschlüsse vor. ― Der Prüfungsausschuss ist zuständig für die Schwerpunktthemen Rechnungslegung, Risikomanagement, internes Kontrollsystem und interne Revision. Darüber hinaus kontrolliert er das Compliance-Management-System. Der Ausschuss prüft die Jahresabschlüsse von Dürr-Konzern und Dürr AG und bereitet die damit verbundenen Beschlüsse des Plenums vor. ― Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, falls im Aufsichtsrat Meinungsverschiedenheiten bei der Bestellung oder Abberufung von Vorstandsmitgliedern auftreten. Bei Dürr musste dieser Ausschuss noch nie einberufen werden. ― Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahl der Anteilseignervertreter auf der Hauptversammlung vor. Unter dem Aspekt der Diversity (Vielfalt) strebt er eine angemessene Berücksichtigung von Frauen und Personen mit Auslandserfahrung an. Mit Ausnahme des dreiköpfigen Nominierungsausschusses, dem naturgemäß ausschließlich Vertreter der Anteilseigner angehören, setzen sich alle Ausschüsse paritätisch aus vier Mitgliedern zusammen. HAUPTVERSAMMLUNG Die Hauptversammlung bietet Raum für die Generaldebatte zwischen Aktionären, Vorstand und Aufsichtsrat, ferner nehmen die Anteilseigner dort ihr Stimmrecht wahr. Sämtliche Beschlussanträge werden in der Tagesordnung erläutert, die vom Unternehmen fristgerecht vor der Hauptversammlung zu versenden ist. Den Vorsitz auf der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende. Er berichtet den Aktionären über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im zurückliegenden Geschäftsjahr. TRANSPARENZ Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit informieren wir umfassend, konsistent und zeitnah über Dürr. Ausführliche Angaben und Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung finden sich im Geschäftsbericht, in den Quartals- und Halbjahresfinanzberichten sowie in unseren Presse- und Ad-hoc-Meldungen. Bei wichtigen Anlässen veranstalten wir Presse- und Telefonkonferenzen. Sämtliche Mitteilungen, Berichte und Präsentationen sind auch unter WWW.DURR.DE zugänglich. Fragen werden von unserer Investor-Relations- und Presseabteilung beantwortet. RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG Wir erstellen unsere Konzernabschlüsse seit dem Jahr 2003 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Abschlussprüfer ist seit mehreren Jahren die Ernst & Young GmbH, die die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats auch für den Jahresabschluss 2014 bestellt hat. Der Abschlussprüfer prüft den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss, danach wird der Abschluss vom Aufsichtsrat geprüft, gebilligt und spätestens 90 Tage nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht. Gemäß Ziffer 7.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex informiert der Abschlussprüfer den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich, falls er bei der Prüfung Erkenntnisse erlangt, die für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlich sind. Auch über Abweichungen von der Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz unterrichtet der Prüfer den Aufsichtsrat. Vor Erteilung des Prüfungsmandats versichert der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit. 2.5 GESCHÄFTSVERTEILUNG IM VORSTAND scroll RALF W. DIETER (VORSITZENDER) RALPH HEUWING (FINANZVORSTAND) / Divisions/ operative Verantwortung / Paint and Final Assembly Systems / Application Technology / Measuring and Process Systems / Clean Technology Systems / Woodworking Machinery and Systems / Dürr Consulting / Zentralfunktionen / Unternehmenskommunikation / Personal (Arbeitsdirektor) / Forschung & Entwicklung / Qualitätsmanagement / Interne Revision / Corporate Compliance / Finanzen/Controlling / Investor Relations / Risikomanagement / Recht/Patente / Informationstechnologie / Global Sourcing STEUERUNGSGRÖSSEN, KONTROLLSYSTEM, INSIDERVERZEICHNIS Die wichtigsten Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung sind Auftragseingang, Umsatz, EBIT, EBIT-Marge und ROCE. Über die im Jahr 2014 erzielten Werte und die Berechnungsmethoden informiert das Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. Wir haben ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das 15 spezifische Risikofelder umfasst und die Risikolage des Konzerns transparent macht. Ein Bestandteil des Risikomanagementsystems ist das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess (IKS). Ausführliche Informationen finden Sie im RISIKOBERICHT. Gemäß § 15b Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) haben wir ein Insiderverzeichnis angelegt, das regelmäßig gepflegt und auf Vollständigkeit überprüft wird. Alle Insider wurden über die damit verbundenen gesetzlichen Pflichten und Sanktionen informiert. Die HOMAG Group soll auf Basis des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags in das Steuerungssystem und das Risikomanagementsystem des Dürr-Konzerns einbezogen werden. Informationen zum bisherigen Risikomanagementsystem bei der HOMAG Group finden Sie im RISIKOBERICHT. Die wesentlichen Kennzahlen, nach denen die HOMAG Group im Jahr 2014 gesteuert wurde, sind operatives EBITDA, EBT, ROCE und Nettofinanzverschuldung. Da die HOMAG Group börsennotiert ist, führt das Unternehmen zusätzlich ein eigenes Insiderverzeichnis. ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT BEI DÜRR Der Vorstand der Dürr AG besteht aus zwei Mitgliedern. Entsprechend zügig und effizient fallen die Kommunikations-, Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse aus. Die Leiter der Divisions bilden die zweite Top-Management-Ebene. Sie tragen die weltweite Ergebnisverantwortung für ihr Geschäft und arbeiten eng mit dem Vorstand zusammen. Darüber hinaus wird der Vorstand von den Fachabteilungen der Dürr AG unterstützt. 2.6 DIRECTORS' DEALINGS MIT DÜRR-AKTIEN IM JAHR 2014 scroll Käufer/Verkäufer Wertpapierkauf Wertpapierverkauf Stückpreis1 in € Stückzahl Gesamtwert in € Ralf W. Dieter 25.02.2014 58,25 2.600 151.450,00 Ralph Heuwing 25.02.2014 57,64 4.250 244.978,50 Ralph Heuwing 06.08.2014 55,48 4.250 235.790,00 1 gerundet Der Vorstandsvorsitzende Ralf W. Dieter verantwortet die Divisions Paint and Final Assembly Systems, Application Technology und Measuring and Process Systems sowie verschiedene Zentralfunktionen. Er steht an der Spitze des Vertriebs und vertritt Dürr auf den Entscheidungsebenen der Kunden. Finanzvorstand Ralph Heuwing ist seit dem 1. Dezember 2014 in Personalunion Vorstandsvorsitzender der HOMAG Group AG. In dieser Funktion leitet er die Aktivitäten der Division Woodworking Machinery and Systems. Darüber hinaus verantwortet Herr Heuwing die Division Clean Technology Systems, das Beratungsgeschäft von Dürr Consulting sowie verschiedene Zentralfunktionen. Eine komplette Übersicht zur Geschäftsverteilung im Vorstand bietet Tabelle 2.5. Auf Konzernebene gibt es bei Dürr zwei Führungskreise: Dem obersten Führungskreis (Dürr Management Board) gehören neben dem Vorstand die Leiter und Finanzverantwortlichen der Divisions sowie einige weitere Führungskräfte an. Die weiter gefasste Senior Management Group setzt sich aus Geschäftsführern und Führungskräften der Konzerngesellschaften und der Dürr AG zusammen. Eine Übersicht über die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand sowie über deren Mandate findet sich unter TEXTZIFFER 42 im Anhang zum Konzernabschluss. KONTROLLE Gemäß § 6 der Satzung der Dürr AG bestimmt der Aufsichtsrat Größe und Besetzung des Vorstands. Die Geschäftsordnung, die der Aufsichtsrat für den Vorstand beschlossen hat, enthält einen Katalog mit zustimmungsbedürftigen Geschäften sowie einen Geschäftsverteilungsplan. In den Aufsichtsratssitzungen nimmt der Vorstand Stellung zu den Tagesordnungspunkten und beantwortet Fragen. Die schriftlichen Beschlussanträge für den Aufsichtsrat werden den Mitgliedern mindestens eine Woche vor der Sitzung zusammen mit einer ausführlichen Unterlage zugestellt. Meist finden am Sitzungstag getrennte Vorgespräche der Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter statt, dabei steht der Vorstand für Erläuterungen zur Verfügung. Auch außerhalb der Sitzungen tauscht sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstand aus. AKTIENBESITZ UND DIRECTORS' DEALINGS Wir veröffentlichen meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß § 15a WpHG, die so genannten Directors' Dealings, umgehend nach Eingang der Mitteilung. Eine Übersicht zu diesen Transaktionen finden Sie in Tabelle 2.6. Die Mitglieder des Aufsichtsrats besitzen 0,1 % der Anteile an der Dürr AG (31.12.2014). Der Vorstand hält in Summe 0,6 % der Aktien. Auf Ralf W. Dieter und Ralph Heuwing entfallen jeweils 0,3 % (19.03.2015). VERGÜTUNGSBERICHT Neben den folgenden Angaben enthält TEXTZIFFER 42 des Anhangs zum Konzernabschluss weitere Informationen zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. Sie sind ausdrücklicher Bestandteil dieses Vergütungsberichts. NEBENTÄTIGKEITEN Herr Heuwing trat am 27. Oktober 2014 in den Vorstand der HOMAG Group AG ein und übernahm dessen Vorsitz am 1. Dezember 2014. Herr Dieter und Herr Heuwing üben außer den Mandaten, die unter TEXTZIFFER 42 des Anhangs zum Konzernabschluss aufgeführt sind, keine weiteren Nebentätigkeiten aus. Zwischen beiden Herren und der Dürr AG beziehungsweise deren Tochtergesellschaften bestehen keine Darlehen, Bürgschaften oder sonstige Haftungsverhältnisse. REGELMÄSSIGE ÜBERPRÜFUNG Der Personalausschuss des Aufsichtsrats überprüft regelmäßig das Vergütungssystem für den Vorstand und erarbeitet gegebenenfalls Empfehlungen zur Weiterentwicklung. Der Aufsichtsrat setzt sich sorgfältig mit diesen Vorschlägen auseinander und nutzt sie als Grundlage für seine Beschlüsse. Um die Angemessenheit der Vorstandsvergütung zu beurteilen, werden mehrere Kriterien herangezogen. Dazu zählen die Aufgaben von Gesamtvorstand und Einzelmitgliedern, die persönliche Leistung, das wirtschaftliche Umfeld sowie der nachhaltige Erfolg und die Perspektiven des Unternehmens. Ferner beobachtet der Aufsichtsrat, wie sich die Vorstandsvergütung im Vergleich mit anderen Unternehmen sowie im Vergleich mit dem obersten Führungskreis und der Belegschaft bei Dürr entwickelt. Das aktuelle Vergütungssystem gilt seit dem Jahr 2010, im Berichtsjahr wurden keine Veränderungen an seiner Struktur vorgenommen. Gemäß dem Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsbezüge (VorstAG) enthalten die Verträge beider Vorstandsmitglieder so genannte Short Term und Long Term Incentives (einjährige und mehrjährige variable Vergütung), definierte Höchstgrenzen (Caps) sowie einen Selbstbehalt bei der Versicherung für Haftungsfälle (D&O-Versicherung). BESTANDTEILE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS Die Vorstandsvergütung besteht aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen (variablen) Komponenten. Zur erfolgsunabhängigen Vergütung zählen die Grundvergütung (Festvergütung), die in gleichen monatlichen Raten ausgezahlt wird, sowie die sonstigen Vergütungen. Letztere setzen sich aus der Dienstwagennutzung und den Beiträgen zur Risikolebensversicherung zusammen, beides wird von Dürr versteuert. Die Grundvergütung von Herrn Heuwing, der zum 1. Dezember 2014 den Vorstandsvorsitz der HOMAG Group AG übernommen hat, tragen die Dürr AG und die HOMAG Group AG seit diesem Zeitpunkt zu jeweils 50 %. Die erfolgsabhängige Vergütung wird aus den Short Term und Long Term Incentives gebildet; außerdem sind Sondervergütungen möglich. Das Short Term Incentive (STI) besteht aus einem vereinbarten Anteil des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT) eines jeden Geschäftsjahres, wobei die Vergütung eine Höchstgrenze (Cap) nicht überschreiten darf. Die Vergütung aus dem Long-Term-Incentive-Programm (LTI) hängt davon ab, wie sich der Kurs der Dürr-Aktie und die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns in einem Zeitraum von drei Jahren entwickeln (LTI-Laufzeit). Das LTI-Programm ist rollierend angelegt, seit seiner Einführung im Jahr 2010 wurden fünf LTI-Tranchen aufgelegt. Jedes Jahr wird eine festgelegte Anzahl an virtuellen Dürr-Aktien ausgegeben, so genannte Performance Share Units. Im Jahr 2014 erhielt Ralf W. Dieter 25.000 und Ralph Heuwing 22.500 Performance Share Units (Vorjahr: 25.000 und 22.500). Der Auszahlungsbetrag für die dreijährige LTI-Laufzeit ergibt sich aus der Multiplikation der Anzahl der Performance Share Units mit einem Aktienkurs-Multiplikator und einem EBIT-Multiplikator. Der Aktienkurs-Multiplikator entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der Dürr-Aktie an den letzten 20 Börsentagen vor der ersten Hauptversammlung nach Ablauf der dreijährigen LTI-Laufzeit. Der EBIT-Multiplikator bemisst sich nach der durchschnittlichen EBIT-Marge, die der Konzern während der dreijährigen LTI-Laufzeit erzielte. Sowohl für die LTI-Vergütung als auch für den EBIT-Multiplikator bestehen Höchstgrenzen. Darüber hinaus gilt bei den LTI-Tranchen 2010 bis 2012, 2011 bis 2013 und 2012 bis 2014 eine Höchstgrenze für den Aktienkurs-Multiplikator. Diese wurde für die seit dem Jahr 2013 aufgelegten Tranchen angesichts der Aktienkursentwicklung aufgehoben. Während der Laufzeit des LTI-Programms müssen die Teilnehmer dauerhaft eine bestimmte Anzahl von Dürr-Aktien halten, die aus eigenen Mitteln zu finanzieren sind. Einen weiteren Vergütungsbestandteil bildet der arbeitgeberfinanzierte Beitrag für die Altersversorgung. Er orientiert sich an Fixum und STI und wird in unser "VORaB"-Programm ("Vorsorge aus Bruttogehalt") einbezahlt. VORaB ist ein betriebliches Altersvorsorgeinstrument, das in Form einer aufgeschobenen Vergütung als rückgedeckte Pensionszusage ausgestaltet ist. Nach Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds fallen daraus keine Aufwendungen mehr an. Ferner wurden für beide Mitglieder des Vorstands Unfall- und Risikolebensversicherungen abgeschlossen. Der Aufsichtsrat kann mit den Vorstandsmitgliedern Ziele zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns vereinbaren und bei erfolgreicher Umsetzung eine zusätzliche Sondervergütung gewähren. Auch für außerordentliche Leistungen und Erfolge eines Vorstandsmitglieds ist eine Sondervergütung möglich. Auch für Sondervergütungen besteht eine Höchstgrenze. Neben dem Vorstand können auch die 16 weiteren Mitglieder des obersten Führungskreises des Konzerns (Dürr Management Board) am LTI-Programm teilnehmen. Auch sie müssen dazu eine individuell definierte Anzahl von Dürr-Aktien erwerben und während der Teilnahmedauer halten. Zum 1. Januar 2014 hat der Aufsichtsrat die Grundvergütung beider Vorstandsmitglieder angehoben - bei Herrn Dieter von 600 TSD. € auf 700 TSD. € und bei Herrn Heuwing von 500 TSD. € auf 575 TSD. €. Im Jahr 2015 wird es eine weitere Erhöhung der Grundvergütung geben. Im Vorgriff auf diese beiden Anhebungen hat der Aufsichtsrat im Jahr 2013 die Höchstgrenze für die LTI-Auszahlungen gesenkt. Seit der Tranche 2013 bis 2015 beträgt das LTI-Cap 1,2 MIO. € pro Tranche und Person, zuvor waren es 1,5 MIO. €. VERGÜTUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014 Im Jahr 2014 betrug der Gesamtvergütungsaufwand für den Vorstand 6.547 TSD. € (Vorjahr: 6.174 TSD. €). An frühere Vorstandsmitglieder wurden Pensionsbezüge in Höhe von 948 TSD. € ausbezahlt (Vorjahr: 926 TSD. €). Der in Tabelle 2.7 gezeigte LTI-Aufwand enthält die Beträge, die in den Jahren 2014 und 2013 zeitanteilig für die laufenden LTI-Tranchen als Verbindlichkeit gebucht wurden. Für die Buchung waren zwei Größen maßgeblich: der durchschnittliche Schlusskurs der Dürr-Aktie an den letzten 20 Handelstagen im Dezember 2014 und 2013 sowie die jeweils erzielte beziehungsweise geplante durchschnittliche EBIT-Marge für die Laufzeiten der drei laufenden Tranchen. Die tatsächlichen LTI-Bezüge können, je nach weiterer Entwicklung von Aktienkurs und EBIT, von den passivierten Beträgen abweichen, unterliegen jedoch den Höchstgrenzen. Als Auszahlung aus der LTI-Tranche 2011 bis 2013 erhielt der Vorstand insgesamt 3.000 TSD. €. Davon wurden 2.440 TSD. € nach der Hauptversammlung 2014 ausbezahlt, 560 TSD. € waren bereits im Jahr 2012 als Abschlagszahlung gewährt worden. Auf die seit dem Jahr 2012 aufgelegten LTI-Tranchen wurden keine Abschlagszahlungen geleistet. 2.7 VORSTANDSVERGÜTUNG: GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN scroll RALF W. DIETER VORSTANDSVORSITZENDER € 2013 2014 2014 (Min) 2014 (Max) Grundvergütung (Festvergütung) 600.000,00 700.000,00 700.000,00 700.000,00 Sonstige Vergütungen1 (Nebenleistungen) 47.153,18 26.103,31 26.103,31 26.103,31 Summe 647.153,18 726.103,31 726.103,31 726.103,31 Einjährige variable Vergütung (einschl. Short Term Incentive, STI) 1.000.000,00 1.200.000,00 0,00 1.200.000,00 Mehrjährige variable Vergütung (einschl. Long Term Incentive, LTI) 1.400.000,00 1.300.000,00 0,00 1.300.000,00 LTI-Tranche 2011 -2013 500.000,00 0,00 0,00 0,00 LTI-Tranche 2012 -2014 500.000,00 500.000,00 0,00 500.000,00 LTI-Tranche 2013 -2015 400.000,00 400.000,00 0,00 400.000,00 LTI-Tranche 2014 -2016 0,00 400.000,00 0,00 400.000,00 Sonstige variable Vergütung 0,00 0,00 0,00 350.000,00 Summe 3.047.153,18 3.226.103,31 726.103,31 3.576.103,31 Versorgungsaufwand2 160.000,00 170.000,00 170.000,00 170.000,00 Gesamtvergütung 3.207.153,18 3.396.103,31 896.103,31 3.746.103,31 scroll RALPH HEUWING FINANZVORSTAND RALPH HEUWING FINANZVORSTAND € 2013 2014 2014 (Min) 2014 (Max) Grundvergütung (Festvergütung) 500.000,00 575.000,00 575.000,00 575.000,00 Sonstige Vergütungen1 (Nebenleistungen) 26.784,54 28.022,62 28.022,62 28.022,62 Summe 526.784,54 603.022,62 603.022,62 603.022,62 Einjährige variable Vergütung (einschl. Short Term Incentive, STI) 900.000,00, 1.100.000,00 0,00 1.100.000,00 Mehrjährige variable Vergütung (einschl. Long Term Incentive, LTI) 1.400.000,00 1.300.000,00 0,00 1.300.000,00 LTI-Tranche 2011 -2013 500.000,00 0,00 0,00 0,00 LTI-Tranche 2012 -2014 500.000,00 500.000,00 0,00 500.000,00 LTI-Tranche 2013 -2015 400.000,00 400.000,00 0,00 400.000,00 LTI-Tranche 2014 -2016 0,00 400.000,00 0,00 400.000,00 Sonstige variable Vergütung 0,00 0,00 0,00 300.000,00 Summe 2.826.784,54 3.003.022,62 603.022,62 3.303.022,62 Versorgungsaufwand2 140.000,00 147.500,00 147.500,00 147.500,00 Gesamtvergütung 2.966.784,54 3.150.522,62 750.522,62 3.450.522,62 1 Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc. 2 Im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen 2.8 VORSTANDSVERGÜTUNG: ZUFLUSS scroll RALF W. DIETER VORSTANDSVORSITZENDER RALPH HEUWING FINANZVORSTAND € 2013 2014 2013 2014 Grundvergütung (Festvergütung) 600.000,00 700.000,00 500.000,00 575.000,00 Sonstige Vergütungen1 (Nebenleistungen) 47.153,18 26.103,31 26.784,54 28.022,62 Summe 647.153,18 726.103,31 526.784,54 603.022,62 Einjährige variable Vergütung (einschl. Short Term Incentive, STI) 1.000.000,00 1.000.000,00 900.000,00 900.000,00 Mehrjährige variable Vergütung (einschl. Long Term Incentive, LTI) 1.325.000,00 1.200.000,00 1.350.000,00 1.240.000,00 LTI-Tranche 2010 -2012 1.500.000,00 0,00 1.500.000,00 0,00 LTI-Tranche 2011 -2013 0,00 1.500.000,00 0,00 1.500.000,00 Sonstiges2 -175.000,00 -300.000,00 -150.000,00 -260.000,00 Summe 2.972.153,18 2.926.103,31 2.776.784,54 2.743.022,62 Versorgungsaufwand3 160.000,00 170.000,00 140.000,00 147.500,00 Gesamtvergütung 3.132.153,18 3.096.103,31 2.916.784,54 2.890.522,62 1 Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc. 2 In den Vorjahren erfolgte Abschlagszahlungen 3 Im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen Auch bei der STI-Vergütung sind Abschlagszahlungen möglich. Sie werden mit der STI-Auszahlung verrechnet, die nach Billigung des Konzernabschlusses für das betreffende Geschäftsjahr fällig wird. Im Geschäftsjahr 2014 erhielt der Vorstand eine STI-Abschlagszahlung von 1.500 TSD. € (Vorjahr: 1.500 TSD. €). VORSTANDSVERTRÄGE UND CHANGE-OF-CONTROL-REGELUNG Die Vorstandsverträge werden bei Dienstantritt zunächst für eine Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen. Bei Verlängerung des Vertragsverhältnisses wird meist die gesetzlich mögliche Verlängerung auf insgesamt fünf Jahre gewählt. Die Dienstverträge beider Vorstandsmitglieder haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Der Vertrag von Ralf W. Dieter endet am 31. Dezember 2015, der Vertrag von Ralph Heuwing am 14. Mai 2017. Im Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control), also einer Übernahme von mehr als 50 % der Stimmrechte der Dürr AG, haben beide Vorstandsmitglieder eine Option auf Weiterbeschäftigung. Alternativ gibt ein Eigenkündigungsrecht beiden Herren die Möglichkeit, innerhalb von fünf Monaten nach Bekanntgabe der Übernahme ihr Amt niederzulegen und den Dienstvertrag zu kündigen. Bei Eigenkündigung besteht Anspruch auf maximal drei Jahresvergütungen - wie im Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Allerdings darf dabei nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergütet werden. VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN AUFSICHTSRAT Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 15 der Satzung der Dürr AG geregelt. Der Text ist auf WWW.DURR.DE unter INVESTOR RELATIONS/CORPORATE GOVERNANCE/SATZUNG einsehbar. Um das Vergütungssystem anzupassen, ist eine Satzungsänderung durch die Hauptversammlung erforderlich. Im Jahr 2014 betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 1.004 TSD. € (Vorjahr: 991 TSD. €). Über die individuelle Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder informiert TEXTZIFFER 42 im Anhang zum Konzernabschluss. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung von 20.000 € jährlich sowie ein Sitzungsgeld von 1.000 € pro Sitzung, ferner werden ihre Auslagen ersetzt. Wie alle Dürr-Mitarbeiter im Inland erhalten auch die Aufsichtsratsmitglieder eine variable Vergütung. Pro Mitglied beträgt sie grundsätzlich 0,4 vom Tausend des Konzernergebnisses vor Steuern, darf aber 35.000 € nicht überschreiten. Die feste Vergütung wird am Ende des Geschäftsjahres ausgezahlt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache der Gesamtvergütung eines einfachen Mitglieds, dem stellvertretenden Vorsitzenden steht das Eineinhalbfache zu. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss wird mit 9.000 € pro Jahr vergütet, der Ausschussvorsitzende erhält das Doppelte. Mitglieder des Personalausschusses erhalten 5.000 € pro Jahr, der Vorsitzende erhält das Eineinhalbfache. Den Mitgliedern des Nominierungsausschusses stehen 2.500 € pro Sitzung zu, dem Vorsitzenden das Eineinhalbfache. Scheidet ein Mitglied unterjährig aus dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss aus, wird eine zeitanteilige Vergütung fällig. ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG FÜR WEITERE ANGESTELLTE Die Vergütung von außertariflich bezahlten Mitarbeitern besteht aus dem Jahresgrundgehalt und einer erfolgsabhängigen Tantieme. Die Tantieme hängt vom Konzernergebnis und von der individuellen Zielerreichung ab. Meist beträgt der variable Anteil zwischen 5 und 10 % des Grundgehalts, bei Führungskräften ist er höher. Die tariflich bezahlten Mitarbeiter in Deutschland erhalten eine Erfolgsbeteiligung, wenn das Konzernergebnis einen zuvor mit dem Betriebsrat vereinbarten Wert übersteigt. Die Erfolgsbeteiligung für das Jahr 2014 beträgt wie im Vorjahr 2.750 €, bezugsberechtigt sind die Vollzeit-Tarifmitarbeiter an den deutschen Standorten von Dürr und Schenck. Die deutschen Standorte der HOMAG Group waren im Jahr 2014 nicht an dem Erfolgsbeteiligungsmodell beteiligt. An mehreren HOMAG-Group-Standorten gibt es Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, bei denen Mitarbeiter als stille Gesellschafter eine Beteiligung eingehen können. Strategie STRATEGIE "DÜRR 2020" Die Strategie "Dürr 2020" ist unsere Roadmap für die Weiterentwicklung des Konzerns im Zeitraum 2015 bis 2020. Sie basiert auf einer umfassenden Analyse von Unternehmen, Markt und Wettbewerb und erweitert bewährte Strategieelemente um neue Aspekte. KENNZAHLENZIELE Mit "Dürr 2020" wollen wir weiterhin profitabel wachsen und den Unternehmenswert für unsere Aktionäre steigern. Maßstab für den Erfolg unserer Strategie sind die folgenden Kennzahlenziele für den Konzern: ― Umsatz: Bis 2020 wollen wir den Konzernumsatz auf 4 bis 5 MRD. € steigern. Den unteren Wert dieser Zielspanne können wir durch organisches Wachstum erreichen, eine Größenordnung von 5 MRD. € setzt weitere Akquisitionen voraus. ― EBIT-Marge: Die EBIT-Marge des Konzerns soll bis 2020 auf 8 bis 10 % steigen. ― ROCE: Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital streben wir für den Zeitraum 2015 bis 2020 im Konzern durchgängig über 30 % an. Zum Vergleich: Hätten wir die HOMAG Group im Jahr 2014 bereits ab dem 1. Januar konsolidiert, hätten wir einen Konzernumsatz von 3.236,8 MIO. € und eine EBIT-Marge von 7,3 % erzielt. Klammert man die von der weltweiten Finanzkrise geprägten Jahre 2008/2009 aus, haben wir unsere strategischen Kennzahlenziele in den zurückliegenden Geschäftsjahren stets erreicht. Zugleich haben wir uns von Jahr zu Jahr anspruchsvollere Ziele gesetzt. Ausschlaggebend für unseren Erfolg waren unsere gute Marktposition, die fortschreitende Globalisierung des Geschäfts sowie die nachhaltige Optimierung unserer Prozesse. Das organische Umsatzwachstum unserer Divisions soll bis 2020 im Durchschnitt 3 bis 6 % pro Jahr erreichen. Unterstützt durch Akquisitionen sollten einzelne Divisions stärker wachsen. Die ROCE-Ziele der Divisions variieren. Im Anlagenbaugeschäft von Paint and Final Assembly Systems erzielen wir üblicherweise einen sehr hohen ROCE, was unter anderem aus der geringen Kapitalbindung in diesem Bereich resultiert. In den weiteren Divisions - mit Ausnahme von Woodworking Machinery and Systems - streben wir in den Jahren 2015 bis 2020 einen ROCE von jeweils 20 bis 30 % an. Weitere Informationen zu den Zielen des Konzerns und der Divisions finden Sie im PROGNOSEBERICHT. BREITERE AUFSTELLUNG IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAU Nach der Finanzkrise von 2008/2009 sind wir im Kerngeschäft mit der Automobilindustrie stark gewachsen. Während das Geschäftsvolumen in den Jahren vor der Krise im Schnitt rund 1,5 MRD. € betrug, stieg es seit 2010 auf ein Niveau von 2,3 bis 2,5 MRD. €. Angesichts unserer hohen Marktanteile stoßen wir im Automotive-Geschäft jedoch zunehmend an organische Wachstumsgrenzen. In den kommenden Jahren rechnen wir in diesem Bereich mit moderateren Zuwachsraten von 3 bis 5 % p.a. Dies entspricht ungefähr dem erwarteten jährlichen Wachstum der Weltautomobilproduktion. Auf diese Wachstumsperspektiven im Kerngeschäft haben wir reagiert. Unsere Strategie ist es, die gute Kapitalausstattung und das Know-how von Dürr in den Bereichen Technologie, Prozesse und Internationalisierung stärker als bisher zu nutzen, um zusätzliche Wachstumsfelder im Maschinen- und Anlagenbau zu erschließen. Langfristig wollen wir Dürr zu einem sektorübergreifenden Spezialisten für effiziente Produktionstechnik entwickeln. Diese Strategie bedeutet keinesfalls eine Abkehr von unserem Automotive-Kerngeschäft. Vielmehr werden wir die Automobilindustrie auch weiterhin mit vollem Engagement und dem erforderlichen Ressourceneinsatz bedienen. HOMAG GROUP AG Ein großer Schritt hin zur Erweiterung unseres Maschinenbauportfolios war die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group AG im Oktober 2014. Damit haben wir nicht nur ein Geschäftsvolumen von über 900 MIO. € hinzugewonnen, sondern vor allem ein Unternehmen mit Wachstums- und Ertragschancen: Die HOMAG Group ist Weltmarktführer bei Holzbearbeitungsmaschinen, befindet sich nach erfolgreicher Restrukturierung im Aufwärtstrend und verfügt über erstklassige Produkte. Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen sein Potenzial unter dem Dach des Dürr-Konzerns noch konsequenter ausschöpfen kann als bisher. Durch konzernweite Prozessoptimierung, eine verbesserte Zusammenarbeit der Standorte und den Ausbau der Position in China und anderen Emerging Markets hat die HOMAG Group die Möglichkeit, ihren Marktanteil weiter zu erhöhen (derzeit knapp 30 %) und ihr profitables Wachstum zu beschleunigen. Auf diesem Weg unterstützen wir das Unternehmen - mit unserer Kompetenz in Bereichen wie IT, Standardisierung und Service, unserer Erfahrung bei der Lokalisierung in den Emerging Markets und durch die Nutzung von Synergiepotenzialen, zum Beispiel in Einkauf und Technologie. Unter dem Strich lautet unser Ansatz: Durch systematische Optimierung wollen wir dazu beitragen, dass aus einer Firmengruppe mit guter Ausgangsposition ein effizienteres und profitableres Unternehmen wird. Die Optimierungsstrategie, die wir mithilfe der Führungskräfte und Mitarbeiter der HOMAG Group umsetzen, ist eine Blaupause für die Integration möglicher weiterer Firmenzukäufe. Als interessant stufen wir vor allem mittelständisch geprägte Maschinenbauer ein, die aus eigener Kraft global nicht ausreichend expandieren können. Unsere Akquisitionskriterien für potenzielle Zielunternehmen haben wir klar definiert: ― Maschinen- und Anlagenbau (vor allem Automation, Messtechnik, Umwelttechnik) ― Markt- und Technologieführerschaft ― Nischenmarkt ohne größere Unternehmen als Wettbewerber ― Kein Restrukturierungsbedarf, aber Potenzial für Ergebnisverbesserung: ― Expansionspotenzial in den Emerging Markets ― Potenzial für Prozess- und Strukturoptimierung Beim Ausbau unseres Portfolios gehen wir besonnen vor. Im Fokus steht zunächst die Optimierung bei der HOMAG Group. Daher werden wir größere Akquisitionen voraussichtlich erst wieder ab 2016 ins Auge fassen. WEITERE STRATEGIEFELDER IM KONZERN UND IN DEN DIVISIONS Neben dem Ziel einer breiteren Aufstellung im Maschinen- und Anlagenbau umfasst unsere Strategie vier weitere Felder: Innovation, Globalisierung, Service und Effizienz. Sie gruppieren sich um unseren Claim "Leading in Production Efficiency", also das Versprechen an unsere Kunden, die Effizienz ihrer Produktionsprozesse zu erhöhen. Die vier Strategiefelder dienen dazu, dieses Versprechen nachhaltig zu erfüllen, indem wir unsere Kunden in jeder Hinsicht mit Best-in-Class-Anspruch unterstützen. Die Strategiefelder gelten für alle fünf Divisions gleichermaßen, wobei wir bei der Umsetzung Divisionspezifische Aspekte berücksichtigen. 2.9 "DÜRR 2020": VIER STRATEGIEFELDER STRATEGIEFELD INNOVATION Innovative Produkte und Dienstleistungen erhalten unseren Wettbewerbsvorsprung. Das Dürr-Innovationsmanagement stellt die Anforderungen der Kunden in den Mittelpunkt. Alle unsere Neuentwicklungen sollen dazu beitragen, die Produktionseffizienz unserer Kunden zu steigern, zum Beispiel durch reduzierte Stückkosten, höhere Anlagenverfügbarkeit oder bessere Qualität. Wir haben unsere F&E-Budgets in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht und planen, diesen Kurs fortzusetzen. Dadurch können wir neue Technologien schneller und in größerer Zahl als unsere Wettbewerber auf den Markt bringen. Zwischen 2007 und 2014 hat sich unser F&E-Aufwand um 172 % erhöht. Zum Strategiefeld Innovation gehört auch der Ausbau des Geschäfts mit energieeffizienten Technologien. Dafür haben wir im Jahr 2011 die Division Clean Technology Systems gegründet. Sie bietet ein flexibel einsetzbares Technologiespektrum rund um die effiziente Nutzung von Wärme und Abwärme an. Kernprodukte im Geschäftsfeld Energieeffizienz sind das Dürr Compact Power System, das mit Mikrogasturbinentechnik Wärme und Strom erzeugt, die ORC-Technik (Organic Rankine Cycle) sowie umweltschonende Großwärmepumpen unseres Beteiligungsunternehmens Thermea. STRATEGIEFELD GLOBALISIERUNG Wachstumspotenziale in den Emerging Markets nutzen Dürr verfügt über eine überdurchschnittlich gute internationale Präsenz. Mit einem Investitionsprogramm im Volumen von 70,2 MIO. € haben wir unser weltweites Standortnetzwerk in den Jahren 2012 bis 2014 erweitert und modernisiert. Vor allem in den Emerging Markets haben wir unsere Position in den vergangenen zehn Jahren systematisch ausgebaut. Wir haben die Belegschaften vor Ort stark vergrößert, zusätzliche Kompetenzen angesiedelt und die lokalen Standorte von Dürr und Schenck durch einheitliche Prozesse und IT-Systeme effektiv in unser weltweites Konzernnetzwerk eingebunden. Durch einen hohen Lokalisierungsgrad können wir technologisch führende Produkte, die den Anforderungen vor Ort angepasst sind, schnell, wettbewerbsfähig und in hoher Qualität liefern. Damit sind wir in der Lage, das Marktpotenzial in den Emerging Markets zu nutzen und unsere Kunden bei ihren umfangreichen Investitionsprojekten zu unterstützen. 2.11 AUSBAU DER STAMMBELEGSCHAFT IN DEN EMERGING MARKETS scroll 31.12.20141 31.12.20052 China 1.762 271 Brasilien 419 83 Mexiko 246 64 Indien 512 148 Osteuropa/Sonstige Emerging Markets 1.034 294 Gesamt 3.973 860 1 inkl. HOMAG Group 2 ohne HOMAG Group Nach aktuellen Prognosen wird die weltweite Automobilproduktion zwischen 2014 und 2019 um knapp 23 MIO. Einheiten wachsen. Davon dürften zwei Drittel auf die Emerging Markets entfallen. Für China, den größten Einzelmarkt der Autoindustrie, wird bis 2019 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7 % erwartet, in Indien sind es knapp 11 % und in Brasilien 9 %. Als neuer Wachstumsmarkt rückt Südostasien immer stärker in den Fokus. Die Automobilproduktion dürfte dort bis 2019 im Schnitt um 10 % pro Jahr auf über 6 MIO. Einheiten steigen. Daher haben wir unsere Marktpräsenz im Jahr 2014 durch neue Landesgesellschaften in Indonesien und Malaysia ausgeweitet. Auch im Geschäft mit Holzbearbeitungstechnik der HOMAG Group bestehen die größten Wachstumspotenziale in den Emerging Markets. In China wächst der Möbelmarkt pro Jahr um durchschnittlich 6 %. Daher wird die HOMAG Group ihre lokale Marktpräsenz weiter ausbauen, die Wertschöpfung vor Ort erhöhen und das Produktangebot insbesondere im Mid-End-Bereich ausbauen. Auf dieser Basis will die HOMAG Group ihren Marktanteil in China deutlich ausbauen. Globale Expansion in neuen Geschäftsfeldern Zum Strategiefeld Globalisierung gehört auch der Ansatz, neue Geschäftsfelder, die an das Kerngeschäft angrenzen, zu erschließen und international auszuweiten. Im Jahr 2014 haben wir begonnen, neue Märkte in der APPLIKATIONSTECHNIK für Lack- und Dichtstoffe zu erschließen. Neben der Automobilindustrie bieten wir nun auch Applikationskomponenten für Industriezweige wie Kunststoff, Schiffsbau, Keramik, Holz und Möbel an. Diese Produkte werden über Systemintegratoren und Distributoren sowie über unseren neuen Online-Webshop vertrieben. Das Geschäft wird von der Einheit Industrial Products betrieben, die Teil der Division Application Technology ist. Auf der Grundlage unserer Technologiekompetenz, jahrzehntelanger Applikationserfahrung und weltweiter Präsenz sehen wir großes Wachstumspotenzial. Experten schätzen das jährliche Marktvolumen in der Applikationstechnik für die allgemeine Industrie auf rund 3 MRD. €. Mittelfristig wollen wir zu einem der führenden Anbieter im Industrial-Geschäft werden. Unser Angebotsspektrum bauen wir durch Zukäufe und Produktneuentwicklungen weiter aus. Zum Industrial-Produktportfolio gehören unter anderem Pumpen, Farbversorgungssysteme und elektrostatische Zerstäuber für den Lackauftrag. Auch bei Lackierpistolen verfügen wir über ein breites Angebot. In diesem Bereich haben wir uns im Jahr 2014 durch den Kauf der Spezialunternehmen Bersch & Fratscher (Deutschland) und EST+ (Tschechien) verstärkt. In den vergangenen Jahren haben wir weitere Geschäftsfelder erschlossen: ― In der KLEBETECHNIK haben wir unsere eigenen Aktivitäten im Jahr 2010 durch den Kauf der Spezialunternehmen Rickert und Kleinmichel ergänzt. Das Kleben wird in der Automobilindustrie immer wichtiger - als kostengünstige Alternative zum Schweißen und im LEICHTBAU, bei dem mit neuen, zum Teil nicht schweißbaren Materialien gearbeitet wird (zum Beispiel Carbon). ― Im Geschäftsfeld BEFÜLLTECHNIK haben wir unsere Aktivitäten über den Automobilbereich hinaus in den Non-Automotive-Sektor ausgedehnt. Basis war die Übernahme der dänischen Agramkow-Gruppe (2011), des weltweit führenden Anbieters von Befüllanlagen für Kühlschränke, Klimaanlagen und Wärmepumpen. ― Das Geschäftsfeld AUSWUCHTTECHNIK für Turbolader haben wir erschlossen, indem wir eigene Kompetenzen mit dem Know-how des im Jahr 2009 erworbenen Nischenanbieters Datatechnic (Frankreich) gebündelt haben. ― In der FEINSTREINIGUNGSTECHNIK haben wir unser Spektrum durch die Übernahme der UCM AG erweitert. Das schweizerische Unternehmen beliefert Branchen wie Medizintechnik und Präzisionsoptik. STRATEGIEFELD SERVICE Systematischer Ausbau des Service-Geschäfts Seit dem Abklingen der Finanzkrise von 2008/2009 haben wir überdurchschnittlich viele Maschinen und Anlagen an unsere Kunden ausgeliefert. Dieses starke Wachstum der installierten Basis eröffnet uns zusätzliches Potenzial im Service-Geschäft. Denn jede Produktionsanlage muss gewartet, mit Ersatzteilen versorgt und modernisiert oder umgerüstet werden. Um das zusätzliche Service-Potenzial auszuschöpfen, haben wir im Jahr 2013 das konzernweite Optimierungsprogramm CustomerExcellence@Dürr gestartet. Es soll dazu beitragen, unsere Kunden noch besser zu bedienen und den Anteil des Service-Geschäfts am Konzernumsatz sukzessive in Richtung 27 % zu steigern (2014: 24,6 %). CustomerExcellence@Dürr hat zwei Stoßrichtungen: die systematische Steigerung der Kundenzufriedenheit im Rahmen des Teilprojekts "Customer Experience" sowie den Ausbau und die Optimierung unserer Service-Aktivitäten durch das Teilprojekt "Service Excellence". ― Customer Experience: Herzstück dieses Teilprojekts ist die Einführung des "Dürr Promoter Score". Mit diesem Tool messen wir kontinuierlich, wie zufrieden unsere Kunden mit der Auftragsabwicklung sind. Das Feedback, das wir erhalten, wird ausgewertet und bildet die Grundlage für Prozessverbesserungen, durch die wir unsere Kunden noch effektiver unterstützen können. Der zweite Schwerpunkt von Customer Experience ist ein weltweites Schulungsprogramm, das dazu dient, die Interaktion unserer Mitarbeiter mit den Kunden zu verbessern. ― Service Excellence: Mit dem Teilprojekt "Service Excellence" schaffen wir die Voraussetzungen, um unseren Kunden einen noch besseren Service zu bieten und das Geschäftspotenzial in diesem Sektor effektiv auszuschöpfen. Unter anderem implementieren wir neue IT-Systeme für die systematische Analyse der installierten Basis. Im Ersatzteilgeschäft verkürzen wir die Lieferzeit durch dezentrale Lager und optimierte Logistikprozesse. Weitere Maßnahmen sind die Einrichtung einer weltweiten Service-Hotline in der Lackiertechnik, Schulungen für Service-Mitarbeiter und der Ausbau unserer Service-Standorte und -Kapazitäten. Letzteres gilt vor allem für die Emerging Markets, wo der Umsatzanteil des Service-Geschäfts noch unter dem Konzerndurchschnitt liegt. Wachsendes Marktpotenzial im Modernisierungsgeschäft Auch bei größeren Anlagenmodernisierungen - im so genannten Brownfield-Geschäft - sehen wir ein wachsendes Marktvolumen. Rund die Hälfte der über 500 Automobillackierereien weltweit ist älter als 20 Jahre. In Nordamerika beträgt die Quote circa 75 %, in der Europäischen Union über 60 %. Auch in China weisen immer mehr Anlagen Modernisierungsbedarf auf. Investitionen in diesem Bereich haben meist kurze Amortisationszeiten, da sie zu signifikanten Produktivitätsgewinnen führen, zum Beispiel durch mehr Automatisierung und Flexibilisierung oder reduzierten Energie- und Materialverbrauch. Zudem haben wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Produktinnovationen mit Effizienzgewinnen und kurzen Payback-Zeiten auf den Markt gebracht. STRATEGIEFELD EFFIZIENZ Die kontinuierliche Optimierung von Prozessen und Strukturen ist eine Grundvoraussetzung, um unser komplexes Geschäft erfolgreich zu betreiben. Indem wir interne Effizienzpotenziale nutzen, können wir unsere Kunden noch effektiver unterstützen und Kostensenkungen realisieren. Ein Schwerpunkt der Prozessoptimierung ist die internationale Zusammenarbeit unserer Standorte, zum Beispiel in Einkauf, ENGINEERING und Auftragsabwicklung. In diesem Bereich haben wir bei Dürr in den vergangenen Jahren vieles verbessert. Im Rahmen der Optimierungsmaßnahmen bei der HOMAG Group ist die internationale Zusammenarbeit ebenfalls ein zentrales Thema. Die entscheidenden Ansatzpunkte für Effizienzgewinne in der standortübergreifenden Zusammenarbeit sind: ― Globale Prozesse: Eine international arbeitsteilige Auftragsabwicklung setzt konzernweit einheitliche Prozesse voraus. Im Sinne eines Best-Practice-Ansatzes berücksichtigen wir kontinuierlich neue Erkenntnisse und Erfahrungen in unseren Standardprozessen. ― Globale IT-Integration: Weltweit durchgängige IT-Systeme ermöglichen es, von jedem Standort aus auf dieselben Daten zuzugreifen und Arbeitspakete an verschiedene Konzerngesellschaften zu vergeben. Seit dem Jahr 2006 haben wir über 30 MIO. € in die Implementierung weltweiter Systeme investiert, zum Beispiel für ENTERPRISE RESOURCE PLANNING, CAD, Kooperation, Kommunikation und das Management von Kundendaten. ― Globale Technologie: Wir entwickeln weltweit einsetzbare, modulare Produkte, die sich mit überschaubarem Aufwand an spezifische Kundenwünsche anpassen lassen. Dies spart Kosten, reduziert Konstruktions- und Kalkulationsrisiken, beschleunigt die Inbetriebnahme und erhöht die Verlässlichkeit im Betrieb. ― Globales Wissensmanagement: Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass unsere Mitarbeiter das Know-how und die Erfahrung von Kollegen aus dem gesamten Konzern nutzen können. Säulen des weltweiten Wissenstransfers sind unser Intranet sowie weltweite Produkt- und Prozessschulungen. Konjunktur und Branchenumfeld NACHLASSENDE DYNAMIK IM LAUF DES JAHRES 2014 Mit 3,3 % wuchs das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2014 etwas stärker als im Vorjahr. Ursprünglich war ein höheres Plus erwartet worden; diese Prognose zerschlug sich jedoch angesichts der verhaltenen Dynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern sowie der Krisen in der Ukraine und dem Nahen Osten. In China ging der BIP-Zuwachs im Gesamtjahr 2014 auf 7,3 % zurück. Russland rutschte im vierten Quartal in eine Rezession. In Indien begann nach dem Regierungswechsel eine ökonomische Stabilisierung. In Europa setzte sich nach zwei schwachen Jahren ein zaghafter Konjunkturaufschwung durch; Deutschland erreichte einen vergleichsweise hohen BIP-Zuwachs von 1,4 %. Weltweit wurde die Konjunktur von niedrigen Rohstoff- und Energiepreisen stimuliert, besonders Nordamerika und China profitierten davon. Der Euro wertete im zweiten Halbjahr 2014 gegenüber dem US-Dollar deutlich ab. Diese Entwicklung reflektiert die unterschiedlichen Wachstums- und Zinsperspektiven in der Eurozone und den USA. Auch gegenüber dem britischen Pfund und dem chinesischen Renminbi verlor der Euro im Jahresdurchschnitt an Wert. Für die europäischen Unternehmen bedeutet der schwächere Euro eine Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Gegenüber dem japanischen Yen legte der Euro allerdings das zweite Jahr in Folge deutlich zu. Unter dem Einfluss der Notenbanken blieben die Zinsen im Jahr 2014 auf niedrigem Niveau. Hintergrund waren die rückläufige Inflation und das moderate Wirtschaftswachstum. Die Europäische Zentralbank führte erstmals einen Negativzins ein. Die Renditen längerfristiger Anleihen erreichten neue Tiefststände. In Deutschland fiel die Umlaufrendite festverzinslicher Anleihen auf rund 0,5 %. An den Kapitalmärkten setzte sich die positive Grundstimmung trotz der Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine fort. Vor diesem Hintergrund vergünstigten sich die Finanzierungskonditionen weiter, was viele Unternehmen nutzten. 2.12 WACHSTUM BRUTTOINLANDSPRODUKT scroll Veränderung gegenüber Vorjahr, in % 2014 2013 2012 Welt 3,3 3,2 3,0 Deutschland 1,4 0,1 0,7 Eurozone 0,8 -0,4 -0,6 Russland 0,5 1,5 3,4 USA 2,5 2,2 2,8 China 7,3 7,7 7,8 Indien 5,5 4,7 4,1 Japan 0,3 1,6 1,4 Brasilien 0,1 2,2 0,9 Quelle: Deutsche Bank 12/2014 2.13 DURCHSCHNITTLICHE WECHSELKURSE scroll 1 € entspricht 2014 2013 2012 USD 1,3217 1,3301 1,2927 GBP 0,8034 0,8503 0,8115 JPY 140,4908 130,1308 103,5000 CNY 8,1544 8,1691 8,1462 AUTOMOBILPRODUKTION: +3,1 % WELTWEIT Die weltweite Automobilproduktion (Pkws und leichte Nutzfahrzeuge) erreichte im Jahr 2014 den Spitzenwert von 85,2 MIO. Einheiten. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug 3,1 %. China, der größte Automobilmarkt der Welt, erzielte mit 10,4 % wiederum ein deutliches Produktionsplus (Vorjahr: +16,3 %). Dagegen zeigte sich der brasilianische Automobilmarkt nach den hohen Zuwächsen der Jahre 2012 und 2013 in schwächerer Verfassung, auch Indien wies einen Rückgang auf. Der nordamerikanische Markt entwickelte sich mit knapp 5 % Produktionswachstum weiterhin positiv. Trotz der Marktschwäche in Russland und Brasilien war die Auslastung der meisten Automobilfabriken gut. In Europa stabilisierte sich die Lage; in China, wo zahlreiche lokale und ausländische Autobauer aktiv sind, variierte die Auslastung von Hersteller zu Hersteller. Die meisten global agierenden Automobilkonzerne erwirtschafteten im Jahr 2014 wieder hohe Erträge und Cashflows; den japanischen Anbietern kam dabei der schwache Yen zugute. Die Investitionen der Automobilindustrie bewegten sich angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung auf anhaltend hohem Niveau. 2.15 PRODUKTION LIGHT VEHICLES scroll Mio. Einheiten 2014 2013 2012 Welt 85,2 82,6 79,2 Westeuropa 13,2 12,4 12,4 Deutschland 5,9 5,7 5,6 Osteuropa 6,9 7,1 6,9 Russland 1,8 2,0 2,1 Nordamerika (inkl. Mexiko) 17,0 16,2 15,4 USA 11,5 11,0 10,1 Südamerika 4,0 4,6 4,2 Brasilien 3,1 3,5 3,1 Asien 42,3 40,8 38,4 China 21,3 19,3 16,6 Japan 8,9 8,9 9,3 Indien 3,3 3,4 3,4 Quellen: PwC 01/2015, eigene Schätzungen POSITIVER NACHFRAGETREND IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAU Die deutsche Industrie verzeichnete im Jahr 2014 insgesamt einen Bestellzuwachs von 3,0 %. Für den Maschinen- und Anlagenbau meldet der Branchenverband VDMA Zuwächse von 2 % beim Auftragseingang und 1 % bei der Produktion. Mit 199 MRD. € lag das Produktionsvolumen erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau von 2008. Zum Vergleich: Dürr konnte seinen Umsatz im Zeitraum 2008 bis 2014 - größtenteils durch organisches Wachstum - von 1,6 auf 2,6 MRD. € steigern. Der VDMA-Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen gab für 2014 ein Umsatzplus von 1 % und einen Zuwachs von 2 % bei den Bestellungen bekannt. Allerdings machte sich im vierten Quartal die Wirtschaftskrise in Russland verstärkt bemerkbar. Russland ist der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Holzbearbeitungsmaschinenbranche, allerdings ist die HOMAG Group aufgrund ihrer breiten internationalen Ausrichtung weniger stark von der dortigen Nachfrageschwäche betroffen. Gesamtaussage des Vorstands und Zielerreichung Der Geschäftsverlauf im Jahr 2014 war aus Sicht des Vorstands zufriedenstellend. Der Dürr-Konzern hat ohne Einbeziehung der seit 3. Oktober 2014 konsolidierten HOMAG Group AG bei Ergebnis, EBIT-Marge und ROCE neue Höchstwerte erzielt. Der Auftragseingang erreichte ebenfalls ein hohes Niveau. ZIEL-IST-VERGLEICH 2014 OHNE EINBEZIEHUNG DER HOMAG GROUP Im folgenden Ziel-Ist-Vergleich stellen wir den am Jahresbeginn formulierten Zielen für 2014 die von Dürr ohne die HOMAG Group erreichten Ist-Werte gegenüber. Der Abgleich der Ziele mit den Ist-Zahlen inklusive der HOMAG Group, den wir in Tabelle 2.16 darstellen, ist hingegen nur bedingt aussagekräftig. Mit 2.574,8 MIO. € übertraf der Auftragseingang die ursprünglich angestrebte Bandbreite (2,3 bis 2,5 MRD. €). Angesichts der schwierigen Marktlage in Russland, Indien und Brasilien ist dies sehr positiv einzuschätzen. Die stärkste Nachfrage verzeichneten wir in China und Europa sowie in etwas abgeschwächter Form in den USA. Der Umsatz blieb mit 2.322,1 MIO. € hinter den ursprünglich erwarteten 2,4 bis 2,5 MRD. € zurück, übertraf den im Herbst angepassten Zielwert von 2,3 MRD. € aber leicht. Der Grund für die rückläufigen Erlöse waren kundenseitige Projektverzögerungen im Anlagenbau, die wir im Jahr 2015 jedoch wieder aufholen dürften. Das EBIT stieg um 12,7 % auf 228,8 MIO. €, ausschlaggebend dafür waren die Qualität unserer Auftragsabwicklung, Produktivitätsfortschritte im Maschinenbau, die Ergebniswende in der REINIGUNGSTECHNIK und das weiter wachsende Service-Geschäft. Die EBIT-Marge erreichte mit 9,9 % ein hohes Niveau. Anfang 2014 hatten wir 8,0 bis 8,5 % geplant, im November haben wir die Zielspanne auf rund 9 % angehoben. Mit 161,9 % überstieg der ROCE den Planwert von 30 bis 40 % um ein Mehrfaches. Dabei kam uns neben dem erfreulichen EBIT auch die geringe Kapitalbindung zugute. 2.16 ZIELERREICHUNG KONZERN 2014 scroll IST 2013 ZIEL 2014 (PROGNOSE FEBRUAR 2014) IST 2014 (DÜRR- KONZERN OHNE HOMAG GROUP) IST 2014 (DÜRR- KONZERN EINSCHL. HOMAG GROUP1 ) / Umsatz Mio. € 2.406,9 2.400 bis 2.500 2.322,1 2.574,9 / Auftragseingang Mio. € 2.387,1 2.300 bis 2.500 2.574,8 2.793,0 / Auftragsbestand (31.12.) Mio. € 2.150,1 1.950 bis 2.250 2.421,3 2.725,3 / EBIT-Marge % 8,4 8,0 bis 8,5 9,9 8,6 / ROCE2 % 76,2 30 bis 40 161,9 38,7 / Finanzergebnis Mio. € -18,4 leicht schwächer -14,2 -16,2 / Ergebnis nach Steuern Mio. € 140,9 stabil 160,0 150,3 / Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 329,1 deutlich schwächer 241,7 291,3 / Free Cashflow Mio. € 261,9 leicht negativ 185,6 221,1 / Nettofinanzstatus (31.12.) Mio. € 280,5 +150 bis +250 424,0 167,8 / Liquidität Mio. € 458,5 330 bis 430 700,1 522,0 / Investitionen3 Mio. € 51,2 40 bis 50 42,1 54,9 1 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2 Bei der ROCE-Berechnung gab es 2014 eine Umstellung: Wir haben die Finanzanlagen aus den Aktiva eliminiert, da auch das Finanzergebnis nicht im EBIT berücksichtigt wird. Der Vergleichswert für 2013 wurde entsprechend angepasst. 3 in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Akquisitionen) Das Finanzergebnis war mit -14,2 MIO. € etwas besser als erwartet. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um 13,6 %, zu Jahresbeginn hatten wir noch mit einem konstanten Nachsteuerergebnis gerechnet. Das hohe EBIT und ein rückläufiges NET WORKING CAPITAL bildeten die Basis dafür, dass der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 241,7 MIO. € erreichte und unsere Erwartungen erneut deutlich übertraf. Trotz hoher Investitionen erreichte auch der FREE CASHFLOW mit 185,6 MIO. € ein gutes Niveau. Dasselbe gilt für den NETTOFINANZSTATUS, der mit 424,0 MIO. € erheblich über dem Zielkorridor lag. Der Abfluss in Höhe von 228,1 MIO. € für den Mehrheitserwerb der HOMAG Group ist darin nicht berücksichtigt. Auch die Liquidität stieg mit 700,1 MIO. € (vor HOMAG-Group-Akquisition) auf einen deutlich höheren Wert als zu Jahresbeginn angenommen. Die Investitionen (ohne Beteiligungen) bewegten sich mit 42,1 MIO. € am unteren Ende des Zielkorridors. Rund die Hälfte davon entfiel auf den Ausbau unseres Standortnetzwerks und unserer Eigenfertigung - auch mit Blick auf den Einstieg in das neue Geschäftsfeld der Industrielackierung. GRÖSSEN DER UNTERNEHMENSSTEUERUNG Die wichtigsten Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung im Dürr-Konzern sind: ― Auftragseingang ― Umsatz ― EBIT und EBIT-Marge ― ROCE (EBIT zu Capital Employed) Darüber hinaus sind Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Free Cashflow besonders auf Konzernebene wichtige Kennzahlen. DIVISIONS ERREICHEN ODER ÜBERTREFFEN ZIELE FÜR AUFTRAGSEINGANG Die folgende Ziel-Ist-Analyse bezieht sich auf die vier Divisions, die während des gesamten Geschäftsjahres 2014 zum Konzern gehörten. Nicht berücksichtigt wurde die Division Woodworking Machinery and Systems mit der seit 3. Oktober 2014 konsolidierten HOMAG Group AG. Der Auftragseingang von Paint and Final Assembly Systems übertraf die Erwartungen deutlich, da die Automobilindustrie weltweit stark in den Neu- und Umbau von Lackieranlagen investierte. In den drei anderen Divisions bewegte sich der Auftragseingang im Rahmen der Planungen. Der Umsatz der Divisions Measuring and Process Systems und Clean Technology Systems erreichte im Jahr 2014 jeweils den Zielkorridor. Paint and Final Assembly Systems hingegen erreichte infolge der oben angesprochenen Projektverzögerungen nicht die angestrebte Bandbreite. Bei Application Technology lagen die Erlöse nur leicht unter dem Zielniveau. 2.17 ZIELERREICHUNG DIVISIONS 20141 scroll UMSATZ (MIO. €) AUFTRAGSEINGANG (MIO. €) EBIT-MARGE ( %) Ziel 2014 Ist 2014 Ziel 2014 Ist 2014 Ziel 2014 Ist 2014 Paint and Final Assembly Systems 1.100 bis 1.200 1.078,2 1.050 bis 1.150 1.291,8 7 bis 8,4 9,8 Application Technology 550 bis 580 526,0 550 bis 600 560,9 11 bis 12 10,5 Measuring and Process Systems 580 bis 630 581,9 560 bis 620 577,1 8 bis 9 12,1 Clean Technology Systems 120 bis 140 136,0 120 bis 150 144,9 5 bis 6 5,6 1 Für Woodworking Machinery and Systems existierten keine Kennzahlenziele, da die Division erst seit dem 3. Oktober 2014 besteht (Konsolidierungsbeginn HOMAG Group). Die Divisions Paint and Final Assembly Systems sowie Measuring and Process Systems haben ihre EBIT-Margen-Ziele mit Werten von 9,8 % beziehungsweise 12,1 % deutlich übertroffen (Vorjahr: 8,4 % bzw. 7,9 %). Wichtige Faktoren dafür waren das wachsende Service-Geschäft, Produktivitätssteigerungen und eine gute Auftragsabwicklung. Bei Measuring and Process Systems wirkte sich zudem die erfolgreiche Ergebniswende im Geschäftsfeld industrielle Reinigungstechnik positiv aus. Die EBIT-Marge von Application Technology lag mit 10,5 % auf hohem Niveau, kam aber nicht ganz an den Zielkorridor heran, da Anlaufkosten für das neue Geschäftsfeld Industrielackierung anfielen. Clean Technology Systems erreichte mit 5,6 % das Zielniveau. Die Ziele der Divisions für 2015 finden Sie im Prognosebericht. WESENTLICHE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSE Das Wachstum der Automobilproduktion und die entsprechend hohen Ausrüstungsinvestitionen der Branche waren die grundlegenden Treiber für unseren Geschäftsverlauf im Jahr 2014. Die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group wirkte sich nur zeitanteilig auf Umsatz und Ergebnis aus, da das Unternehmen erst seit dem 3. Oktober 2014 konsolidiert wird. Im Jahr 2015 wird die HOMAG Group aufgrund ihres Geschäftsvolumens von über 950 MIO. € deutlichen Einfluss auf das Zahlenwerk von Dürr haben. In der Finanz- und Vermögenslage schlug sich die Konsolidierung der HOMAG Group zum Bilanzstichtag 2014 bereits vollständig nieder. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. Insgesamt sind die Bilanz- und Finanzrelationen des Dürr-Konzerns auch nach der Mehrheitsübernahme der HOMAG Group als solide einzustufen. Geschäftsverlauf IFRS, AUSWEISPRAXIS, KONSOLIDIERUNG HOMAG GROUP Die Grafiken und Tabellen im vorliegenden Lagebericht enthalten in der Regel IFRS-Werte für die Jahre 2012 bis 2014. Das EBIT versteht sich als Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Beteiligungsergebnis. Änderungen der IFRS hatten im Geschäftsjahr 2014 keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Die IFRS gewähren relativ wenige Wahlrechte, ihre Nutzung beeinflusst unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nur geringfügig. Wahlrechte bestehen zum Beispiel bei Positionen wie Vorratsvermögen oder Sachanlagevermögen. Bei wichtigen Bilanzpositionen nehmen wir Wahlrechte so wahr, dass größtmögliche Bewertungskontinuität gewährleistet ist. Zum Beispiel werden Finanzinstrumente, soweit möglich, zu fortgeführten Anschaffungskosten und nicht zu Zeitwerten bilanziert. Im Geschäftsjahr 2014 haben wir sämtliche Wahlrechte in unveränderter Form wahrgenommen. Der Einsatz bilanzpolitischer Maßnahmen hat kaum Einfluss auf die Darstellung unserer operativen Ertragslage. Zudem ist er in vielen Fällen unvereinbar mit unserem Streben nach Kontinuität und periodenübergreifender Transparenz. Die HOMAG Group wird seit dem 3. Oktober 2014 als vollkonsolidierte Unternehmensgruppe in den Konzernabschluss der Dürr AG einbezogen. Sie wird als Division Woodworking Machinery and Systems in der Segmentberichterstattung des Dürr-Konzerns berücksichtigt. In den im Folgenden angegebenen Werten des Dürr-Konzerns für 2013 und 2012 ist die HOMAG Group naturgemäß nicht berücksichtigt. Folglich ergeben sich beim Periodenvergleich zwischen 2014 (inklusive HOMAG Group) und den Vorjahren teils erhebliche Niveauunterschiede und Zuwachsraten. AUFTRAGSEINGANG 2014 DEUTLICH IM PLUS Der Auftragseingang stieg im Geschäftsjahr 2014 um 17 % auf 2.793,0 MIO. €. Gut die Hälfte des Zuwachses resultierte aus der Konsolidierung der HOMAG Group ab dem 3. Oktober 2014. In den bisherigen Aktivitäten des Dürr-Konzerns wurde das Bestellplus vor allem von der Division Paint and Final Assembly Systems getragen. Sie erhielt mehrere Großaufträge, unter anderem aus China, Deutschland, Italien, Mexiko und Polen. Der Großteil des Konzern-Auftragseingangs entfiel auf die Automobilindustrie, deren Ausrüstungsinvestitionen sich auf hohem Niveau bewegten. Rund zwei Drittel der Bestellungen aus der Branche entfielen auf Kapazitätserweiterungen, aber auch Modernisierungsinvestitionen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dank des hohen Auftragseingangs waren unsere Kapazitäten im Jahr 2014 voll ausgelastet. 2.18 KONSOLIDIERTER AUFTRAGSEINGANG NACH ABSATZGEBIETEN scroll Mio. € 2014 2013 2012 Deutschland 411,9 323,1 387,1 Sonstige europäische Länder 856,1 566,3 742,0 Nord- / Zentralamerika 438,5 507,1 381,1 Südamerika 91,8 224,9 102,6 Asien, Afrika, Australien 994,7 765,7 984,0 Gesamt 2.793,0 2.387,1 2.596,8 HOMAG Group / Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert In den Emerging Markets (Mexiko, Brasilien, Osteuropa, Asien ohne Japan) stieg der Auftragseingang um 24,8 %. Insgesamt erhielten wir dort Bestellungen im Wert von 1.605,4 MIO. €. Dies entspricht einem Anteil von 57,5 % am Auftragseingang des Konzerns (2013: 53,9 %) - ein guter Indikator für unsere starke Position in den Emerging Markets. In China, unserem größten Einzelmarkt, verzeichneten wir ein kräftiges Bestellplus von 34,8 %. Mit 878,0 MIO. € erreichte der Auftragseingang dort einen neuen Höchstwert. Auch auf vergleichbarer Basis, also ohne die HOMAG Group, war der Auftragseingang in China höher als im bisherigen Rekordjahr 2011. Die Bestellungen in Brasilien und Russland gingen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurück. In Indien legten sie leicht zu, allerdings war die Vorjahresbasis gering. In Nordamerika ergab sich ein basisbedingter Rückgang, nachdem wir im Vorjahr einen großen Auftrag aus Mexiko erhalten hatten. Das Bestellvolumen in Deutschland und den anderen europäischen Ländern erhöhte sich deutlich (+27,5 % bzw. +51,2 %), da mehrere Großaufträge eingingen. Auch auf vergleichbarer Basis, also ohne die HOMAG Group, verzeichneten wir in beiden Regionen deutliche Zuwächse. Nach einem verhaltenen ersten Quartal 2014 registrierten wir in den Folgequartalen ein erfreuliches Nachfrageniveau. Wir weisen darauf hin, dass Schwankungen zwischen Quartalen typisch für unser Geschäft sind. Daher haben Quartalsvergleiche nur begrenzte Aussagekraft. Im vierten Quartal 2014 steuerte die HOMAG Group 218,3 MIO. € zum Auftragseingang bei. UMSATZWACHSTUM DURCH KONSOLIDIERUNG DER HOMAG GROUP Aufgrund der Konsolidierung der HOMAG Group wuchs der Konzernumsatz im Jahr 2014 um 7,0 % auf 2.574,9 MIO. €. Ohne die HOMAG Group wären die Erlöse trotz der guten Auftragssituation um 3,5 % gesunken, da bei der Abwicklung einiger Großprojekte kundenseitige Verzögerungen auftraten. Während der Umsatz im ersten Halbjahr verhalten war, nahm er in der Folge Fahrt auf. Das vierte Quartal war der umsatzstärkste Abschnitt: Durch die Einbeziehung der HOMAG Group ergab sich ein Volumen von 933,2 MIO. €, das Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum betrug 41,2 %. Auch ohne die HOMAG Group übertraf das Schlussquartal mit einem Umsatz von 680,4 MIO. € die drei vorangegangenen Quartale. Starke Schlussquartale sind typisch für Dürr, da am Jahresende verstärkt Projekte zur Endabrechnung kommen. 2.20 KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN scroll Mio. € 2014 2013 2012 Deutschland 391,8 381,2 325,0 Sonstige europäische Länder 693,3 654,2 555,4 Nord- / Zentralamerika 434,4 316,7 478,5 Südamerika 178,0 124,1 127,4 Asien, Afrika, Australien 877,4 930,7 913,5 Gesamt 2.574,9 2.406,9 2.399,8 HOMAG Group / Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert Der Service-Umsatz zeigte im Jahr 2014 eine erfreuliche Entwicklung. Mit +18,4 % verbesserte er sich überproportional zum Gesamtumsatz auf 634,1 MIO. €, entsprechend stieg sein Anteil am Konzernumsatz von 22,3 % auf 24,6 %. Ein wichtiger Faktor für den positiven Trend war das Optimierungsprogramm CustomerExcellence@Dürr, das wir im Jahr 2013 gestartet haben. Damit verbessern wir das Angebot für die Kunden und unsere interne Organisation. So können wir das Service-Potenzial, das uns unsere breite installierte Basis bietet, noch effektiver nutzen. Längerfristig wollen wir den Anteil des Service-Geschäfts am Konzernumsatz weiter ausbauen. Bisher hatten wir einen Zielwert von 30 % angestrebt. Dieses Ziel haben wir auf 24 bis 27 % korrigiert, da die Service-Quote der HOMAG Group mit bislang 19 % (Konsolidierungszeitraum 2014) geringer ist als im Konzerndurchschnitt. Für 2015 erwarten wir vor diesem Hintergrund einen Service-Anteil von 22 % im Konzern. Auch das Service-Geschäft der HOMAG Group soll durch gezielte Optimierungen sukzessive ausgebaut werden. Die geografische Umsatzverteilung war im Jahr 2014 ausgewogen. Die stärkste Region war einmal mehr Asien (inklusive Afrika und Australien) mit einem Anteil von 34,1 % am Konzernumsatz. Allerdings führten die oben angesprochenen Projektverzögerungen dazu, dass sich die Erlöse in dieser Region um 5,7 % auf 877,4 MIO. € verringerten. In Brasilien, wo wir mit einem hohen Auftragsbestand in das Jahr gestartet waren, legten die Erlöse deutlich zu. Der Umsatzbeitrag aus den Emerging Markets lag mit 53,5 % abermals auf hohem Niveau (2013: 55,4 %), dafür war neben den BRIC-Staaten auch das Mexiko-Geschäft verantwortlich. 15,2 % des Umsatzes entfielen auf Deutschland, 26,9 % auf die weiteren europäischen Länder und 23,8 % auf Nord- und Südamerika. 2.22 KONSOLIDIERTER AUFTRAGSBESTAND (31.12.) NACH ABSATZGEBIETEN scroll Mio. € 2014 2013 2012 Deutschland 250,6 193,8 255,1 Sonstige europäische Länder 716,8 471,4 585,1 Nord- / Zentralamerika 465,4 365,8 193,2 Südamerika 112,6 194,3 104,7 Asien, Afrika, Australien 1.179,9 924,8 1.178,7 Gesamt 2.725,3 2.150,1 2.316,8 HOMAG Group / Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert AUFTRAGSBESTAND ERREICHT NEUEN HÖCHSTWERT Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 stieg der Auftragsbestand zum Jahresende 2014 um 26,8 % auf 2.725,3 MIO. €. Auch bereinigt um den Beitrag der HOMAG Group ergab sich mit 2.421,3 MIO. € ein neuer Höchstwert. 43,3 % des Auftragsbestands entfielen auf Asien (inklusive Afrika, Australien) und hier besonders auf China, auf Europa (inklusive Deutschland) entfielen 35,5 %. Der Großteil des Service-Geschäfts fließt aufgrund seines kurzfristigen Charakters nicht in den Auftragsbestand ein. Rechnet man ihn hinzu, erscheint unser Umsatzziel von 3,4 bis 3,5 MRD. € im Jahr 2015 gut erreichbar. Ohne das kurzfristige Service-Geschäft deckt der Auftragsbestand knapp 80 % des für 2015 erwarteten Umsatzes ab. 2.23 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZIFFERN scroll 2014 2013 2012 Umsatz Mio. € 2.574,9 2.406,9 2.399,8 Bruttoergebnis Mio. € 591,1 487,3 437,8 Overhead-Kosten1 Mio. € -359,5 -280,7 -262,9 EBITDA Mio. € 262,9 230,4 205,4 EBIT Mio. € 220,9 203,0 176,9 Finanzergebnis Mio. € -16,2 -18,4 -29,2 EBT Mio. € 204,7 184,6 147,7 Ertragsteuern Mio. € -54,4 -43,7 -36,3 Ergebnis nach Steuern Mio. € 150,3 140,9 111,4 Ergebnis je Aktie2 € 4,33 4,05 3,10 Bruttomarge % 23,0 20,2 18,2 EBITDA-Marge % 10,2 9,6 8,6 EBIT-Marge % 8,6 8,4 7,4 EBT-Marge % 8,0 7,7 6,2 Umsatzrendite nach Steuern % 5,8 5,9 4,6 Zinsdeckungsgrad 12,6 10,7 6,0 Steuerquote % 26,6 23,7 24,6 Eigenkapitalrendite % 20,7 27,6 25,8 Gesamtkapitalrendite % 5,9 8,2 8,0 ROCE3 % 38,7 76,2 47,4 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 1 Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten 2 Der Wert für 2012 wurden infolge der Ausgabe von Gratisaktien am 27. Mai 2013 angepasst (Verdoppelung der Aktienstückzahl auf 34.601.040). 3 Bei der ROCE-Berechnung gab es 2014 eine Umstellung: Wir haben die Finanzanlagen aus den Aktiva eliminiert, da auch das Finanzergebnis nicht im EBIT berücksichtigt wird. Die Vergleichswerte für 2012 und 2013 wurden entsprechend angepasst. SONDERBELASTUNGEN DURCH ÜBERNAHME DER HOMAG GROUP Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde durch die Einbeziehung der HOMAG Group beziehungsweise der Division Woodworking Machinery and Systems ab dem 3. Oktober 2014 beeinflusst. Bei einem Umsatz von 252,8 MIO. € betrug der Ergebnisbeitrag von Woodworking Machinery and Systems -7,9 MIO. € auf EBIT-Ebene und 6,0 MIO. € auf EBITDA-Ebene. Hierfür waren vor allem Sonderbelastungen in Höhe von 16,5 MIO. € verantwortlich, die im vierten Quartal in Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation anfielen. Operativ verlief das vierte Quartal 2014 für die HOMAG Group erfreulich, wenngleich auf einem geringeren EBIT-Margen-Niveau als im Konzerndurchschnitt. Infolge der Kaufpreisallokation werden bei Woodworking Machinery and Systems auch im Jahr 2015 Aufwendungen von rund 17 MIO. € anfallen, ab 2016 werden es deutlich unter 10 MIO. € pro Jahr sein. Weitere Informationen dazu finden Sie in TEXTZIFFER 18 im Anhang zum Konzernabschluss. BRUTTOMARGE WEITER VERBESSERT Unsere Gesamtkosten (Umsatz-, Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten sowie sonstige betriebliche Aufwendungen) stiegen im Jahr 2014 um 7,5 % auf 2.391,2 MIO.€ (2013: 2.224,9 MIO.€). Die Umsatzkosten betrugen 1.983,8 MIO. €, mit 3,3 % erhöhten sie sich deutlich unterproportional zum Umsatz. In den Umsatzkosten werden sämtliche Anschaffungs- und Herstellkosten für unsere Produkte und Dienstleistungen gebucht. Die Bruttomarge, also die Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz, betrug 23,0 %. Damit stieg sie um 2,8 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2013 und erreichte einen neuen Höchststand. Dazu trugen neben der moderaten Kostenentwicklung drei weitere Faktoren bei: die Qualität unserer Auftragsabwicklung, das überproportionale Wachstum im Service-Geschäft und die Ergebniswende in der industriellen REINIGUNGSTECHNIK. Absolut erhöhte sich das Bruttoergebnis um 103,8 MIO. € auf 591,1 MIO. €. MATERIALKOSTEN AUCH ABSOLUT RÜCKLÄUFIG Bei steigendem Umsatz (+7,0 %) sanken die konsolidierten Materialkosten1 um 3,5 % auf 996,2 MIO. €. Ihr Anteil am Umsatz verringerte sich von 42,9 % auf 38,7 %. Ein Grund dafür waren moderate Materialpreise und Skaleneffekte im Einkauf. Zudem haben wir unsere Eigenfertigung ausgebaut und das Fremdvergabevolumen entsprechend reduziert. Auch die neu hinzugekommene HOMAG Group weist angesichts ihrer höheren FERTIGUNGSTIEFE ein moderates Materialkostenniveau auf. Die Materialkosten werden komplett in den Umsatzkosten erfasst und entfielen hauptsächlich auf den Einkauf von Teilen sowie Fertigungs- und Montagedienstleistungen. Weitere Informationen enthält das Kapitel BESCHAFFUNG. STRUKTURELLER ANSTIEG DER OVERHEAD-KOSTEN Die HOMAG Group hat einen geringeren Umsatzkostenanteil als unsere bisherigen Aktivitäten. Dagegen fallen insbesondere die Vertriebskosten stärker ins Gewicht, da die Kundenbasis größer und fragmentierter ist. Vor diesem Hintergrund stiegen die Vertriebskosten des Dürr-Konzerns im Jahr 2014 um 33,7 % auf 171,4 MIO. €. Sie enthalten auch die Kosten für unsere alle zwei Jahre stattfindende Hausmesse "Dürr Open House". Weitere Gründe für die höheren Vertriebskosten waren das Belegschaftswachstum sowie steigende Vergütungen. Beides schlug sich auch in den Verwaltungskosten nieder, die 2014 um 21,2 % auf 132,7 MIO. € zunahmen. Da wir der Innovation eine wachsende strategische Bedeutung beimessen, haben wir die Forschungs- und Entwicklungsausgaben um 28,8 % auf 55,4 MIO. € erhöht. Dies ist neben der HOMAG-Group-Konsolidierung auch auf die "Dürr Open House" im Mai 2014 zurückzuführen. 1 Die konsolidierten Materialkosten umfassen Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für den Einkauf bei Sublieferanten. 2.24 OVERHEAD-KOSTEN UND -MITARBEITER 2014 scroll Mitarbeiter Kosten (Mio. €) Personal- aufwendungen (Mio. €) Abschreibungen (Mio. €) Sonstige Kosten (Mio. €) Vertrieb 1.507 -171,4 -118,2 -2,8 -50,4 (2013) 887 -128,2 -92,9 -1,6 -33,7 Verwaltung 1.296 -132,7 -83,4 -5,0 -44,3 (2013) 836 -109,5 -68,9 -4,2 -36,4 F&E 619 -55,4 -35,2 -3,9 -16,3 (2013) 248 -43,0 -20,6 -5,2 -17,2 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2.25 MITARBEITERBEZOGENE KENNZAHLEN scroll 2014 2013 2012 Mitarbeiter (31.12.) 14.151 8.142 7.652 Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 9.794 7.973 7.337 Personalkosten (Mio. €) -634,9 -519,9 -476,4 Personalkostenquote (%) 24,7 21,6 19,9 Personalkosten je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) -64.800 -65.200 -64.900 Umsatz je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) 262.900 301.900 327.100 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert Vor allem durch die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group erhöhte sich die Mitarbeiterzahl des Dürr-Konzerns zum Jahresende 2014 um 73,8 % auf 14.151 Mitarbeiter. Ohne die HOMAG Group hätte der Zuwachs 4,3 % betragen. Im Jahresdurchschnitt wuchs die Belegschaft um 22,8 % auf 9.794 Personen. Die Personalkosten stiegen ungefähr parallel zur durchschnittlichen Mitarbeiterzahl um 22,1 % auf 634,9 MIO. €. Sie verteilen sich auf alle operativen Aufwandsarten der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Kosten je Mitarbeiter reduzierten sich leicht auf 64.800 €. Da sich die Personalkosten stärker erhöhten als der Umsatz, weitete sich die Personalkostenquote von 21,6 % auf 24,7 % aus. Die Einbeziehung der HOMAG Group und der Ausbau unserer Eigenfertigung bewirkten, dass sich der Umsatz je Mitarbeiter um 12,9 % auf 262,9 TSD. € verringerte. Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen weisen einen Saldo von -10,7 MIO. € auf (2013: -3,7 MIO. €). Sie wurden unter anderem von Transaktionskosten geprägt, die bei den Firmenübernahmen des Jahres 2014 entstanden. Zudem enthalten sie einen negativen Saldobetrag aus Buchgewinnen und -verlusten aus dem Verkauf der Flugzeugmontagetechnik und der französischen Gesellschaft Dürr Automation S.A.S. Die größten Einzelpositionen waren Aufwendungen (27,5 MIO. €) und Erträge (26,4 MIO. €) aus der Währungsumrechnung. EBIT WEITER GESTIEGEN Das EBIT - unsere wichtigste Ergebnisgröße bei der Unternehmenssteuerung - verbesserte sich im Jahr 2014 um 8,8 % auf 220,9 MIO. € (2013: 203,0 MIO. €). Ausschlaggebend dafür war unter anderem, dass der Anstieg des Bruttoergebnisses die höheren Overhead-Kosten und das negative sonstige betriebliche Ergebnis überkompensierte. Die EBIT-Marge erhöhte sich nochmals leicht und erreichte mit 8,6 % einen guten Wert (2013: 8,4 %). Im vierten Quartal betrug die EBIT-Marge 7,6 % - eine Folge der außerordentlichen Ergebnisbelastungen in der Division Woodworking Machinery and Systems. Das EBITDA verbesserte sich im Jahr 2014 deutlich stärker als das EBIT und erreichte 262,9 MIO.€ (2013: 230,4 MIO.€). Der Impairment-Test zeigte erneut keinen Abschreibungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten. FINANZERGEBNIS VERBESSERT Das Finanzergebnis verbesserte sich im Jahr 2014 um 2,2 MIO. € auf -16,2 MIO. €. Im zweiten und dritten Quartal enthielt es Zinsaufwendungen für zwei parallel laufende Anleihen: den im April 2014 emittierten Bond über 300 MIO. € und die Altanleihe aus dem Jahr 2010 über 225 MIO. €. Die Altanleihe haben wir zum 28. September 2014 und damit ein Jahr vor Fälligkeit zurückbezahlt. Dadurch wurde das Finanzergebnis im vierten Quartal deutlich entlastet. Die unterjährig höheren liquiden Mittel erbrachten höhere Zinserträge als im Vorjahr. Das Beteiligungsergebnis verbesserte sich um 0,9 MIO. € auf 1,5 MIO. €. Das Finanzergebnis enthält Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen von 26,4 MIO. €, die vorwiegend auf die beiden Unternehmensanleihen entfielen. UMSATZRENDITE NACH STEUERN AUF HOHEM NIVEAU Bei einem Steueraufwand von 54,4 MIO.€ (2013: 43,7 MIO. €) erhöhte sich das Ergebnis nach Steuern im Jahr 2014 auf 150,3 MIO.€ (2013: 140,9 MIO.€). Die Steuerquote stieg von 23,7 % im Vorjahr auf 26,6 %, da unsere steuerlich nutzbaren Verlustvorträge aufgrund der guten Ertragslage zusehends auslaufen. In den USA konnten wir unsere noch vorhandenen steuerlichen Verlustvorträge vollständig aktivieren, da das Ergebnis dort stärker zunahm als erwartet. Die Umsatzrendite nach Steuern blieb mit 5,8 % so gut wie konstant, da das Ergebnis nach Steuern infolge der höheren Steuerquote ungefähr parallel zum Umsatz zunahm. Nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile verbesserte sich das Ergebnis je Aktie auf 4,33 € (2013: 4,05 €). Wir wollen unsere Aktionäre an den außergewöhnlich guten Ergebnissen des Jahres 2014 partizipieren lassen. Daher schlagen wir für 2014 eine Dividende von 1,65 € je Aktie vor. Dies entspricht einem Zuwachs von 13,8 % gegenüber dem Vorjahr (1,45 €). Die Ausschüttungssumme steigt auf 57,1 MIO. € (Vorjahr: 50,2 MIO.€), die Ausschüttungsquote erhöht sich von 36 auf 38 % des Konzernergebnisses nach Steuern. Damit liegt sie im oberen Bereich der Bandbreite von 30 bis 40 %, die wir im Rahmen unserer langfristigen Dividendenpolitik anstreben. Der verbleibende Bilanzgewinn der Dürr AG in Höhe von 226,0 MIO.€ (Vorjahr: 217,6 MIO.€) soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. SEGMENTBERICHT: DIVISIONS Das EBIT des Corporate Centers schwächte sich im Jahr 2014 um 3,1 MIO. € auf -10,4 MIO. € ab. Dies resultierte hauptsächlich aus Transaktionskosten im Zuge der Akquisition der HOMAG Group. Dem stand ein Ertrag von 2,8 MIO. € aus der Veräußerung des Geschäfts mit Flugzeugmontagetechnik gegenüber. Die im EBIT des Corporate Centers berücksichtigten Konsolidierungseffekte beliefen sich auf 0,4 MIO. € (2013: -0,8 MIO. €). Das Corporate Center erwirtschaftet nur geringfügige externe Umsätze. Neben der Dürr AG gehört auch die Dürr IT Service GmbH zum Corporate Center. Sie bündelt die IT-Aktivitäten des Konzerns, daher werden die IT-Investitionen im Corporate Center erfasst. 2.27 EBIT NACH DIVISIONS scroll Mio. € 2014 2013 2012 Paint and Final Assembly Systems 106,2 98,3 75,2 Application Technology 55,1 59,6 53,4 Measuring and Process Systems 70,3 46,3 57,6 Clean Technology Systems 7,6 6,1 4,0 Woodworking Machinery and Systems -7,9 - - Corporate Center/Konsolidierung -10,4 -7,3 -13,3 Gesamt 220,9 203,0 176,9 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2.28 INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE NACH DIVISIONS1 scroll Mio. € 2014 2013 2012 Paint and Final Assembly Systems 13,9 12,2 11,3 Application Technology 11,1 16,0 7,1 Measuring and Process Systems 9,8 14,4 5,7 Clean Technology Systems 3,9 5,3 3,7 Woodworking Machinery and Systems 12,8 - - Corporate Center/Konsolidierung 3,4 3,3 4,7 Gesamt 54,9 51,2 32,5 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 1 Ohne Akquisitionen 2.29 ABSCHREIBUNGEN (INKL. AUSSERPLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN UND ZUSCHREIBUNGEN) NACH DIVISIONS1 scroll Mio. € 2014 2013 2012 Paint and Final Assembly Systems -7,0 -5,8 -5,4 Application Technology -6,7 -5,0 -7,7 Measuring and Process Systems -9,0 -10,8 -10,6 Clean Technology Systems -2,1 -1,5 -0,6 Woodworking Machinery and Systems -13,9 - - Corporate Center/Konsolidierung -3,3 -4,3 -4,2 Gesamt -42,0 -27,4 -28,5 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 1 Im Zinsergebnis berücksichtigte Abschreibungen sind nicht enthalten. 2.31 KENNZAHLEN PAINT AND FINAL ASSEMBLY SYSTEMS scroll Mio. € 2014 2013 2012 2011 Auftragseingang 1.291,8 1.124,7 1.326,1 1.340,4 Umsatz 1.078,2 1.176,9 1.125,2 878,7 Materialkosten (konsolidiert) -493,6 -602,0 -619,9 -511,9 EBITDA 113,2 104,1 80,6 44,4 EBIT 106,2 98,3 75,2 40,6 Investitionen 13,9 12,2 11,3 4,9 Mitarbeiter (31.12.) 3.069 3.075 2.856 2.524 Paint and Final Assembly Systems Der Auftragseingang von Paint and Final Assembly Systems lag 2014 deutlich über dem Vorjahreswert und nur knapp unter dem Rekordniveau der Jahre 2011 und 2012. Sowohl bei Kapazitätserweiterungen als auch im Modernisierungsgeschäft verzeichneten wir eine rege Investitionstätigkeit der Automobilindustrie. Besonders in China wuchs die Marktdynamik im Jahresverlauf. In Polen erhielten wir einen außerordentlich großen Auftrag zum Bau einer Lackiererei. Auch ohne diese Bestellung war die Nachfrage in Europa stabil. Weitere Großaufträge kamen aus China, Italien, Großbritannien, Deutschland, Mexiko und den USA. Der Anteil der Bestellungen aus den Emerging Markets war mit 70,4 % sehr hoch (2013: 54,1 %). Der Umsatz blieb hinter unseren Erwartungen zurück und unterschritt den Vorjahreswert um 98,7 MIO. €. Ausschlaggebend waren kundenseitige Verzögerungen bei der Abwicklung von Großprojekten. Da der Auftragseingang die Erlöse um 213,6 MIO. € überstieg, wuchs der Auftragsbestand zum Jahresende 2014 deutlich an. Die EBIT-Marge stieg von 8,4 % auf 9,8 % und damit auf ein außerordentlich hohes Niveau. Wichtige Faktoren dafür waren unsere hohe Auslastung und eine gute Auftragsabwicklung. Weitere Margensteigerungen halten wir jedoch für kaum realisierbar. Die Investitionen nahmen um 13,9 % zu und entfielen hauptsächlich auf Kapazitätserweiterungen, Standortmodernisierungen und den Bau neuer Testzentren. Das bisher von Paint and Final Assembly Systems betriebene Geschäft mit Flugzeugmontagetechnik wurde zum 12. Dezember 2014 an die Broetje-Gruppe verkauft. Im Gegenzug erhielten wir eine Beteiligung von 11 % an der zu Broetje gehörenden Tec4Aero GmbH. Die veräußerten Aktivitäten trugen im Jahr 2014 40,0 MIO. € zum Umsatz bei. Der Verkaufsertrag in Höhe von 2,8 MIO. € wurde im Corporate Center gebucht; dies gilt auch für künftige Auswirkungen aus der Beteiligung an der Broetje-Gruppe. Weitere Informationen zu dieser Transaktion finden sich im Kapitel DER KONZERN IM ÜBERBLICK. Application Technology Der Auftragseingang von Application Technology erreichte im Jahr 2014 knapp das Vorjahresniveau. Größere Bestellungen für Lackierroboter und APPLIKATIONSTECHNIK kamen zum Beispiel aus China, Mexiko, den USA, Polen und Deutschland. Die bei Paint and Final Assembly Systems angesprochenen Projektverzögerungen auf Kundenseite wirkten sich auch auf den Umsatz von Application Technology aus. Allerdings gingen die Erlöse hier lediglich um 2,6 % zurück. Da der Auftragseingang den Umsatz abermals überschritt, betrug die Book-to-Bill-Ratio knapp 1,1. 2.32 KENNZAHLEN APPLICATION TECHNOLOGY scroll Mio. € 2014 2013 2012 2011 Auftragseingang 560,9 567,6 556,6 580,8 Umsatz 526,0 540,0 531,2 406,8 Materialkosten (konsolidiert) -213,4 -211,1 -241,2 -198,9 EBITDA 61,8 64,6 61,1 35,9 EBIT 55,1 59,6 53,4 31,2 Investitionen 11,1 16,0 7,1 4,0 Mitarbeiter (31.12.) 1.784 1.546 1.379 1.203 Das EBIT und die EBIT-Marge fielen mit 55,1 MIO. € beziehungsweise 10,5 % erfreulich aus. Die leichten Rückgänge gegenüber dem Vorjahr (2013: 59,6 MIO. € bzw. 11,0 %) resultierten ausschließlich aus Anlaufkosten von knapp 6 MIO. € für die Expansion des Applikationstechnikgeschäfts in die allgemeine Industrie. Dieser Markt bietet uns zusätzliche Wachstumschancen, beispielsweise mit Produkten für Industriezweige wie Kunststoff, Waggon- und Schiffsbau, Keramik sowie Holz und Möbel. Mittelfristig wollen wir uns unter den führenden Anbietern im Bereich Industrielackiertechnik etablieren. Weitere Informationen dazu enthält das Kapitel STRATEGIE. Im Zuge des Einstiegs in das Industrielackiergeschäft haben wir zwei kleinere Unternehmen in Deutschland und Tschechien übernommen. Dies trug dazu bei, dass unsere Mitarbeiterzahl um 15,4 % auf 1.784 Beschäftigte wuchs. Die Investitionen gingen nach dem Spitzenwert des Vorjahres etwas zurück, lagen mit 11,1 MIO. € aber weiterhin auf hohem Niveau. Ein wichtiges Investitionsprojekt war der Bau eines Testzentrums in Tokio, mit dem wir den Kontakt zur japanischen Automobilindustrie intensivieren. Measuring and Process Systems Measuring and Process Systems hat seine Fokussierungsstrategie in der industriellen REINIGUNGSTECHNIK fortgesetzt. Anfang 2015 veräußerte die Division die französische Gesellschaft Dürr Automation S.A.S. (Verkettungs- und Handling-Systeme), die nicht zum Kerngeschäft gehörte. Im Zuge dieser Bereinigung fiel im Jahr 2014 ein letztmaliger Sonderaufwand von 4,3 MIO. € an. Zugleich zeigte die Konzentration auf das Produktgeschäft in der Reinigungs- und Oberflächenbearbeitungstechnik erste Erfolge. Der Bereich Cleaning and Surface Processing erzielte einen deutlichen Ergebnis-Turnaround und steigerte sein EBIT im Vorjahresvergleich um 11,4 MIO. €. 2.33 KENNZAHLEN MEASURING AND PROCESS SYSTEMS scroll Mio. € 2014 2013 2012 2011 Auftragseingang 577,1 561,1 600,6 662,7 Umsatz 581,9 583,6 647,9 550,4 Materialkosten (konsolidiert) -187,5 -211,4 -253,3 -225,8 EBITDA 79,3 57,2 68,2 40,5 EBIT 70,3 46,3 57,6 31,4 Investitionen 9,8 14,4 5,7 8,6 Mitarbeiter (31.12.) 3.018 2.967 3.017 2.790 2.34 KENNZAHLEN SCHENCK TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARK scroll Mio. € 2014 2013 2012 2011 Externe Umsätze 11,1 12,0 14,5 13,0 davon externe Mieterlöse 5,6 6,1 6,9 6,5 Der Auftragseingang von Measuring and Process Systems übertraf den Vorjahreswert um 2,9 %. Bei konstantem Umsatz betrug die Book-to-Bill-Ratio knapp 1. Der starke Anstieg der EBIT-Marge auf 12,1 % (2013: 7,9 %) hatte zwei Hauptursachen: die Ergebniswende in der Reinigungs- und Oberflächenbearbeitungstechnik sowie Produktivitätssteigerungen im internationalen Fertigungs- und Standortverbund. Die Investitionen wurden im Jahr 2014 auf das normale Niveau zurückgeführt. Im Vorjahr waren sie aufgrund eines Standortneubaus in Schanghai stark angestiegen. Die externen Umsätze des Schenck Technologie- und Industriepark (TIP) sanken im Jahr 2014 auf 11,1 MIO. €, während sich die externen Mieterlöse auf 5,6 MIO. € verminderten. Grund war die Verringerung der vermieteten Fläche, da wir angemietete Gebäude an den Vermieter zurückgegeben haben. Das Ergebnis blieb jedoch auf zufriedenstellendem Niveau. Für 2015 erwarten wir eine Umsatzstabilisierung. Clean Technology Systems Das Geschäft von Clean Technology Systems entfällt hauptsächlich auf die Abluftreinigungstechnik. Darüber hinaus bauen wir das im Jahr 2011 gegründete Geschäftsfeld Energieeffizienztechnik weiter auf. Clean Technology Systems konnte sein Geschäftsvolumen im Jahr 2014 weiter steigern. Dazu trug auch die Mitte 2013 erworbene Umwelttechnikgesellschaft LTB bei. Bei einem Anstieg um 8,4 % erreichte der Auftragseingang 144,9 MIO. €. Damit übertraf er das Umsatzvolumen (136,0 MIO. €) um 6,5 %, obwohl der Umsatz mit 27,9 % stark zunahm. Dementsprechend erhöhte sich der Auftragsbestand zum Jahresende 2014. Das EBIT verbesserte sich nahezu parallel zum Umsatz und erreichte 7,6 MIO. €. Die EBIT-Marge betrug 5,6 %. 2.35 KENNZAHLEN CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS scroll Mio. € 2014 2013 2012 2011 Auftragseingang 144,9 133,7 113,5 101,0 Umsatz 136,0 106,3 95,5 86,1 Materialkosten (konsolidiert) -73,4 -57,2 -54,7 -48,0 EBITDA 9,8 7,5 4,6 5,3 EBIT 7,6 6,1 4,0 4,9 Investitionen 3,9 5,3 3,7 0,5 Mitarbeiter (31.12.) 473 426 278 205 2.36 KENNZAHLEN WOODWORKING MACHINERY AND SYSTEMS (AB 3. OKTOBER 2014) scroll Mio. € 2014 Auftragseingang 218,3 Umsatz 252,8 Materialkosten (konsolidiert) -86,0 EBITDA 6,0 EBIT -7,9 Investitionen 12,8 Mitarbeiter (31.12.) 5.659 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert Woodworking Machinery and Systems Die HOMAG Group bildet im Dürr-Konzern die Division Woodworking Machinery and Systems und wird seit dem 3. Oktober 2014 konsolidiert. Daher weisen wir in Tabelle 2.36 nur zeitanteilige Angaben für das Jahr 2014 aus. Wie oben beschrieben enthält das im vorliegenden Bericht gezeigte EBIT der Division Woodworking Machinery and Systems Belastungen in Höhe von 16,5 MIO. €, die in Zusammenhang mit der Allokation des Kaufpreises für die HOMAG Group bei Dürr anfielen. Diese Belastungen sind im zeitanteiligen EBIT im Konzernabschluss der HOMAG Group AG nicht enthalten. Bitte beachten Sie hierzu auch TEXTZIFFER 18 im Anhang zum Konzernabschluss. Im Jahr 2015 werden die aus der Kaufpreisallokation resultierenden Aufwendungen rund 17 MIO. € betragen, ab 2016 werden sie auf deutlich unter 10 MIO. € pro Jahr fallen. Im Gesamtjahr 2014 erzielte die HOMAG Group einen Rekordumsatz von 914,8 MIO. €. Das Plus gegenüber dem Vorjahr betrug 16,0 %. Rund die Hälfte des Umsatzzuwachses resultiert aus der Komplettübernahme der US-Vertriebsgesellschaft Stiles Machinery (Februar 2014), an der die HOMAG Group zuvor mit 29,4 % beteiligt war. Das EBIT nach Mitarbeiterbeteiligung stieg leicht auf 36,7 MIO. € (2013: 34,6 MIO. €). Unter anderem aufgrund des Wegfalls von Einmaleffekten wird für 2015 mit einer deutlichen Ertragssteigerung gerechnet. Finanzwirtschaftliche Entwicklung FINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENT Das zentrale Finanz- und Liquiditätsmanagement des Dürr-Konzerns zielt darauf ab, Erträge und Kosten zu optimieren sowie finanzwirtschaftliche Risiken zu reduzieren, die den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Darüber hinaus schafft es Transparenz über den Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf im Konzern. Um unsere Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen zu können, halten wir stets ausreichende Liquiditätsreserven vor. Die HOMAG Group war im Jahr 2014 nicht in unser Finanz- und Liquiditätsmanagement integriert, sondern nutzte eigene Systeme. Auf Basis des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der Dürr Technologies GmbH soll die HOMAG Group aber in das Finanz- und Liquiditätsmanagement von Dürr eingebunden werden. Unsere wichtigste Finanzierungsquelle ist der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Fremdmittel werden üblicherweise von der Dürr AG aufgenommen und den Konzerngesellschaften bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Auch das Liquiditätsmanagement ist bei der Dürr AG angesiedelt. Sie organisiert ein Cash-Pooling-System, bei dem - soweit rechtlich möglich - alle flüssigen Mittel des Konzerns zusammengefasst werden. Gesellschaften in Ländern mit gesetzlichen Beschränkungen des Kapitalverkehrs (zum Beispiel China, Indien, Südkorea) finanzieren sich lokal. Das Konzern-Treasury steuert die Anlage der überschüssigen Liquidität. Als Partner wählen wir nur Banken mit guter Bonität; Kontrahentenrisiken reduzieren wir durch ein Limitsystem. Die liquiden Mittel im Konzern (einschließlich HOMAG Group) erreichten zum Jahresende 2014 mit 522,0 MIO. € ein hohes Niveau, obwohl im vierten Quartal 228,1 MIO. € für den Mehrheitserwerb der HOMAG Group AG abflossen. Der Anteil der flüssigen Mittel an der Bilanzsumme betrug 17,5 % (31.12.2013: 23,0 %). Unsere Gesamtliquidität, in der zusätzlich auch Termingelder und Finanzanlagen berücksichtigt werden, belief sich Ende 2014 auf 582,0 MIO. € (31.12.2013: 547,6 MIO. €). Unser aktives NET WORKING CAPITAL Management optimiert die Innenfinanzierungskraft und die Mittelbindung. Dies hat positive Effekte auf Kennzahlen wie Bilanzstruktur und Kapitalrentabilität. Für das Net Working Capital Management sind die Divisions zuständig. Dabei berücksichtigen sie den Finanzierungsbedarf im operativen Geschäft sowie die Vorgaben der Dürr AG. Informationen zum Einsatz von Finanzinstrumenten enthält der Abschnitt "Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken sowie Finanzinstrumente zur Risikominimierung" im RISIKOBERICHT. REFINANZIERUNG IM JAHR 2014 Anfang April 2014 haben wir frühzeitig eine langfristige Refinanzierung im Gesamtvolumen von 600 MIO. € abgeschlossen. Dabei konnten wir unsere verbesserte wirtschaftliche Situation sowie das positive Marktumfeld nutzen und uns deutlich günstigere Konditionen sichern. Das Finanzierungspaket besteht aus einer Anleihe und einem syndizierten Kredit über jeweils 300 MIO. €. ― Die Anleihe der Dürr AG hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Bei einem Ausgabekurs von 99,2 % und einem Kupon von 2,875 % beträgt ihre Effektivverzinsung 3,085 %. Die Anleihe kann nicht vorzeitig gekündigt werden. Zum 31. Dezember 2014 notierte sie bei 106,5 %, bezogen auf das Laufzeitende (April 2021) betrug die Rendite 1,8 %. ― Der syndizierte Kredit der Dürr AG besteht aus einer Barkreditlinie über 100 MIO. € und einer Avallinie über 200 MIO. €. Die Avallinie dient vorwiegend zur Absicherung der Anzahlungen, die wir von Kunden erhalten. Der syndizierte Kredit hat eine Laufzeit bis 2019, kann jedoch ohne zusätzliche Kosten um zwei weitere Jahre verlängert werden. Der neue syndizierte Kredit löste den bisherigen Konsortialkredit über 230 MIO. € ab, der 2015 ausgelaufen wäre. Zum 28. September 2014 haben wir unsere ältere Anleihe aus dem Jahr 2010 (225 MIO. €) ein Jahr vor Fälligkeit gekündigt und zu einem Kurs von 100,00 % zurückgezahlt. Die vorzeitige Kündigung erfolgte gemäß den Anleihebedingungen und entlastet unser Finanzergebnis spürbar. FINANZIERUNGSSTRUKTUR DES DÜRR-KONZERNS Die im Jahr 2014 emittierte Anleihe und der syndizierte Kredit der Dürr AG über jeweils 300 MIO. € bilden die Basis unserer Finanzierung. Auch der HOMAG Group AG steht ein syndizierter Kredit zur Verfügung. Sein Volumen von 207,5 MIO. € verteilt sich auf einen Tilgungsbarkredit über 57,5 MIO. € (Tranche A) und eine Barkreditlinie über 150,0 MIO. € (Tranche B). Die Laufzeit wurde im Jahr 2014 bis zum Jahr 2019 verlängert. Insgesamt standen zum Jahresende 2014 im Rahmen der beiden syndizierten Kredite Barkreditlinien (inklusive Tilgungsbarkredit) von bis zu 307,5 MIO. € zur Verfügung (31.12.2013: 50,0 MIO. €). Hinzu kamen bilaterale Kreditfazilitäten in Höhe von 33,7 MIO. € (inklusive HOMAG Group) sowie von Versicherungen bereitgestellte Avallinien über 511,3 MIO. €. Der Gesamtbetrag aller Kredit- und Avallinien belief sich auf 1.111,2 MIO. € (31.12.2013: 719,5 MIO. €). Die Barkreditlinie des syndizierten Kredits der Dürr AG blieb im Jahr 2014 ungenutzt. Bei der HOMAG Group AG belief sich die Barinanspruchnahme beider Tranchen zum 31. Dezember 2014 auf 60,1 MIO. €. Die Gesamtinanspruchnahme aller verfügbaren Kredit- und Avallinien erreichte 495,7 MIO. € (31.12.2013: 416,2 MIO. €). Neben den beschriebenen Elementen umfasst unsere Fremdkapitalfinanzierung zwei weitere Bausteine: ― Beim Kauf des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen haben wir Ende 2011 die zugehörige Finanzierung in Höhe von 47,1 MIO. € übernommen. Der Buchwert der Darlehen belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 39,9 MIO. € (31.12.2013: 41,9 MIO. €). Die langfristigen Fest- und Annuitätendarlehen laufen bis 30. September 2024, können jedoch gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig getilgt werden. Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist im Jahr 2017 können die Darlehen auch ohne Vorfälligkeitsentschädigung getilgt werden. ― Ferner bestehen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von 11,7 MIO. €. Neben Geld- und Kapitalmarktinstrumenten nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Operating Leases (31.12.2014: 150,7 MIO. €) sowie Forfaitierungen. Letztere entfielen im Jahr 2014 komplett auf die HOMAG Group und erreichten zum Bilanzstichtag ein Volumen von 25,0 MIO. €. Den Financial Covenant des syndizierten Kredits der Dürr AG haben wir im Jahr 2014 zu jedem Berechnungsstichtag eingehalten. Dasselbe gilt für die Financial Covenants des syndizierten Kredits der HOMAG Group AG. Die Verzinsung ergibt sich bei beiden Krediten aus dem laufzeitkongruenten Refinanzierungssatz zuzüglich einer variablen Marge. Weitere Informationen zur Fremdkapitalfinanzierung enthält der Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 29. 2.37 FINANZVERBINDLICHKEITEN (31.12.) scroll Mio. € 2014 2013 2012 Anleihe 296,4 225,2 225,4 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118,4 41,9 56,5 Verbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 0,0 0,0 0,0 Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 11,7 4,0 4,2 Gesamt 426,5 271,1 286,1 davon innerhalb eines Jahres fällig 17,1 2,5 14,8 2.38 CASHFLOW scroll Mio. € 2014 2013 2012 Ergebnis vor Ertragsteuern 204,7 184,6 147,7 Abschreibungen 42,0 27,4 28,5 Zinsergebnis 17,7 19,0 29,6 Ertragsteuerzahlungen -51,6 -35,9 -21,3 Veränderung Rückstellungen -4,6 12,8 -17,2 Veränderung Net Working Capital 74,3 122,6 -69,1 Sonstiges 8,8 -1,4 19,4 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 291,3 329,1 117,6 Zinszahlungen (netto) -16,6 -16,2 -20,3 Investitionen -53,6 -51,0 -31,4 Free Cashflow 221,1 261,9 65,9 Sonstige Zahlungsströme -333,8 -78,1 -21,0 Veränderung Nettofinanzstatus -112,7 +183,8 +44,9 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert HOHER OPERATIVER CASHFLOW Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit fiel mit 291,3 MIO. € hoch aus und übertraf unsere Erwartungen deutlich. Am Jahresbeginn 2014 hatten wir mit einem Abbau der hohen Kundenanzahlungen und einem Anstieg des NET WORKING CAPITAL gerechnet. Faktisch haben sich die Anzahlungen jedoch weiter erhöht, was dazu beitrug, dass das NET WORKING CAPITAL auf operativer Basis um 74,3 MIO. € sank. Eine weitere Grundlage für den guten operativen Cashflow bildeten die hohen Erträge und Einnahmen. Belastend wirkte dagegen die weitere Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 13,8 MIO. €. Sie führt allerdings zu geringeren Pensionsrückstellungen und senkt den laufenden Aufwand für Pensionen spürbar. Der deutliche Anstieg der Abschreibungen resultiert aus den hohen Erweiterungsinvestitionen der Vorjahre, hinzu kam die Konsolidierung der HOMAG Group AG inklusive der entsprechenden Abschreibungen infolge der Kaufpreisallokation. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Jahr 2014 auf -224,3 MIO. € (2013: -111,4 MIO. €). Der größte Einflussfaktor war der Abfluss von 228,1 MIO. € für die Akquisition der HOMAG Group. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erreichte -20,0 MIO. € (2013: -100,9 MIO. €). Er enthält einen Nettozufluss von 71,0 MIO. €, der aus der Emission der neuen Anleihe und der Rückzahlung der Altanleihe resultierte. Weitere wichtige Faktoren waren die höhere Dividendenzahlung sowie die Zinszahlungen. Auf Basis des hohen operativen Cashflows war auch der FREE CASHFLOW mit 221,1 MIO. € klar positiv (2013: 261,9 MIO. €). Er drückt aus, welche Mittel für Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe, Akquisitionen und die Verbesserung des NETTOFINANZSTATUS verfügbar sind. Neben dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält der Free Cashflow auch Zinseinnahmen und Investitionen (im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten) sowie Zinsausgaben (im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthalten). Der Nettofinanzstatus verringerte sich zum Jahresende 2014 um 112,7 MIO. € auf 167,8 MIO. €. Dies resultierte vor allem aus dem Mittelabfluss für den Erwerb der HOMAG Group (228,1 MIO. €), aber auch aus dem negativen Nettofinanzstatus der HOMAG Group (-28,5 MIO. €) und der Dividendenzahlung (50,2 MIO. €). Bei der Analyse des hohen Cashflows im Jahr 2014 ist Folgendes zu beachten: Infolge der umfangreichen Zahlungseingänge von Kunden stiegen die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen zum Jahresende 2014 auf 763,3 MIO. €. Allerdings enthält die Aktivseite unserer Bilanz künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen, die direkt mit den passivisch ausgewiesenen Anzahlungen korrespondieren. Daher sollten die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen nicht separat betrachtet werden. Aussagekräftiger ist der Saldo aus künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen und erhaltenen Anzahlungen. Er gibt an, mit welchem Betrag unsere Kunden in Vorleistungen gegangen sind. Zum 31. Dezember 2014 erhöhte sich der negative Saldo (inklusive Kleinserienfertigung) gegenüber dem Vorjahresstichtag um 109,7 MIO. € auf 316,2 MIO. €. Typisch für unser Geschäftsmodell ist eher ein Volumen von rund 100 MIO. €. Wir erwarten, dass die darüber hinausgehenden rund 200 MIO. € in den kommenden Quartalen im Zuge der Auftragsabwicklung sukzessive wieder abfließen werden. OPERATIVE STEUERUNGSGRÖSSEN: AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, EBIT UND ROCE Für die Unternehmenssteuerung sind vier Kennzahlen besonders wichtig: Auftragseingang, Umsatz, EBIT/EBIT-Marge und ROCE (EBIT zu CAPITAL EMPLOYED). Vor allem auf Konzernebene stehen darüber hinaus der operative Cashflow und der FREE CASHFLOW im Vordergrund. Auf Ebene der Divisions betrachten wir vor allem die Margen der einzelnen Aufträge und das EBIT. Auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie Mitarbeiterzufriedenheit oder ökologische Kennzahlen werden im Konzern regelmäßig ermittelt, aber nicht zur monatlichen Geschäftssteuerung eingesetzt. Informationen dazu enthält das Kapitel NACHHALTIGKEIT. Die Analyse des Auftragseingangs und des daraus resultierenden Umsatzes ist besonders wichtig, um die Auslastung unserer Kapazitäten vorausschauend zu steuern. Im Jahr 2014 übertraf der Auftragseingang den Zielkorridor, während der Umsatz wegen kundenseitiger Projektverzögerungen nicht die geplante Bandbreite erreichte. EBIT und EBIT-Marge sind Indikatoren für die operative Ertragskraft. 2014 lag die EBIT-Marge über dem ursprünglichen Zielniveau. Der ROCE zeigt an, ob wir mit dem operativ gebundenen Kapital (Capital Employed) eine angemessene Verzinsung erwirtschaften. Auf dieser Basis ist eine effektive Mittelallokation möglich. Im Jahr 2014 betrug der ROCE 38,7 % und unterschritt damit den hohen Vorjahreswert. Dies resultiert ausschließlich aus der Erstkonsolidierung der HOMAG Group AG. Sie bewirkte, dass das Capital Employed zum Bilanzstichtag 2014 auf 571,5 MIO. € stieg und sich damit mehr als verdoppelte. Zugleich war der EBIT-Beitrag von Woodworking Machinery and Systems im Konsolidierungszeitraum 3. Oktober bis 31. Dezember 2014 noch negativ. Trotz des konsolidierungsbedingten Rückgangs ist der ROCE von 38,7 % im Vergleich mit anderen Branchenunternehmen als gut einzustufen. Der ROCE (in %) wird wie folgt ermittelt: (EBIT / Capital Employed) x 100 Das Capital Employed ist das im operativen Geschäft gebundene Kapital. Es berücksichtigt alle Aktiva ohne liquide Mittel und ohne Finanzanlagen, vermindert um die nicht zinstragenden Verbindlichkeiten auf der Passivseite. In den Vorjahren hatten wir die Finanzanlagen nicht aus den Aktiva eliminiert. Die nun eingeführte Bereinigung trägt der Tatsache Rechnung, dass auch das Finanzergebnis nicht im EBIT berücksichtigt ist. Den ROCE-Ausweis für die Vorjahre haben wir im vorliegenden Bericht entsprechend angepasst. Die veränderte ROCE-Berechnung wirkt sich auch auf den Economic Value Added (EVA) aus. Daher haben wir auch den EVA-Ausweis für die Vorjahre geändert. 2.39 STEUERUNGSGRÖSSEN scroll 2014 2013 2012 Auftragseingang Mio. € 2.793,0 2.387,1 2.596,8 Umsatz Mio. € 2.574,9 2.406,9 2.399,8 EBIT Mio. € 220,9 203,0 176,9 ROCE1 % 38,7 76,2 47,4 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 1 Bei der ROCE-Berechnung gab es 2014 eine Umstellung: Wir haben die Finanzanlagen aus den Aktiva eliminiert, da auch das Finanzergebnis nicht im EBIT berücksichtigt wird. Die Vergleichswerte für 2013 und 2012 wurden entsprechend angepasst. Der Economic Value Added (EVA) zeigt den Wert, den ein Unternehmen in einem Geschäftsjahr generiert oder vernichtet. Im Jahr 2014 sank er trotz des neuerlichen Ergebnisanstiegs auf 121,6 MIO. €, da sich das Capital Employed stark ausweitete. Der EVA wird wie folgt ermittelt: EVA = NOPAT - (WACC x Capital Employed) ― NOPAT = Net Operating Profit After Taxes/EBIT nach fiktiven Steuern ― WACC = Weighted Average Cost of Capital/Gewichteter Kapitalkostensatz scroll WACC1 = (Anteil Eigenkapital x Eigenkapitalkosten) + (Anteil Fremdkapital x Fremdkapitalkosten) x (1 - Steuersatz) (89,75 % X 6,21 %) + (10,25 % X 2,76) x (1 -28,70 %) = 5,78 % Eigenkapitalkosten = Risikoloser Zins (1,75 %) + Risikoprämie (6,00 %) x Betafaktor (0,744) = 6,21 % In den Divisions Measuring and Process Systems und Clean Technology Systems stieg der ROCE aufgrund der Ergebniszuwächse auf 28,0 % beziehungsweise 17,5 %. Der ROCE von Application Technology lag mit 32,3 % klar über den Kapitalkosten, obwohl die Anlaufkosten für das neue Geschäftsfeld Industrielackierung das EBIT belasteten. Bei Paint and Final Assembly Systems ergibt die ROCE-Berechnung kein sinnvolles Resultat, da das Capital Employed negativ war. Woodworking Machinery and Systems weist einen ROCE von -1,8 % auf. Dabei sind aber der kurze Konsolidierungszeitraum und die außerordentlichen EBIT-Belastungen infolge der Kaufpreisallokation für die HOMAG Group zu berücksichtigen. Der Konzernabschluss der HOMAG Group AG zeigt hingegen einen ROCE von 16,8 % für das Gesamtjahr 2014. Beim ROCE-Vergleich der Divisions ist zu beachten, dass die Kapitalbindung im Anlagenbau üblicherweise geringer ist als im Maschinenbau. 2.40 WERTBEITRAG scroll 2014 2013 2012 Capital Employed (31.12.) Mio. € 571,5 266,4 373,0 ROCE % 38,7 76,2 47,4 NOPAT Mio. € 154,6 142,1 123,8 Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) % 5,78 6,69 6,58 EVA Mio. € 121,6 124,3 99,3 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2.41 ROCE DER DIVISIONS scroll % 2014 2013 2012 Paint and Final Assembly Systems2 > 100 > 100 > 100 Application Technology 32,3 42,9 40,8 Measuring and Process Systems 28,0 16,7 20,5 Clean Technology Systems 17,5 16,9 14,8 Woodworking Machinery and Systems -1,8 - - HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2 negatives Capital Employed 1 Der WACC wird gemäß IAS 36 auf Basis der Parameter unserer Peer Group berechnet, also ohne Berücksichtigung der Kapitalstruktur des Dürr-Konzerns. Dagegen wird in der Literatur zur Ermittlung des WACC für Unternehmensbewertungen üblicherweise das gewogene arithmetische Mittel aus Eigen- und Fremdkapital der Gesellschaft herangezogen. 2.42 BILANZKENNZAHLEN scroll 2014 2013 2012 Nettofinanzstatus (31.12.) Mio. € 167,8 280,5 96,7 Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA - - - Gearing (31.12.) % -30,1 -121,5 -28,8 Net Working Capital (NWC) (31.12.) Mio. € 87,6 -33,1 98,6 Days Working Capital Tage 12,2 -4,9 14,8 Umschlagdauer Vorräte Tage 51,0 22,1 21,7 Umschlagdauer Forderungen/Days Sales Outstanding1 Tage 67,8 47,6 51,9 Anlagendeckungsgrad (31.12.) % 64,6 86,5 78,3 Vermögensdeckungsgrad (31.12.) % 121,8 153,3 151,2 Anlagenintensität (31.12.) % 37,8 29,7 30,5 Umlaufintensität (31.12.) % 62,2 70,3 69,5 Anlagenabnutzungsgrad % 30,7 43,9 48,4 Anlagenabschreibungsquote % 4,2 4,3 4,2 Liquidität ersten Grades (31.12.) % 32,6 42,4 35,9 Liquidität zweiten Grades (31.12.) % 85,7 104,5 107,3 Eigenkapitalquote (31.12.) % 24,4 25,7 23,9 Bilanzsumme (31.12.) Mio. € 2.976,1 1.991,8 1.807,7 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 1 Anders als in den Vorjahren wurden bei der Berechnung nur die bereits fakturierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen berücksichtigt. Die Werte für 2012 und 2013 wurden entsprechend angepasst. BILANZ DEUTLICH VON HOMAG-GROUP-ÜBERNAHME BEEINFLUSST Aufgrund der Übernahme der HOMAG Group wird unsere Bilanz stärker als zuvor von typischen Merkmalen des Maschinenbaugeschäfts geprägt. Dazu zählen zum Beispiel ein höherer Net-Working-Capital-Bedarf, ein umfangreicheres CAPITAL EMFLOYED und eine höhere Wertschöpfung. Zum 31. Dezember 2014 stieg die Bilanzsumme infolge des Zukaufs um 49,4 % auf 2.976,1 MIO. €. Auf der Aktivseite nahmen die langfristigen Vermögenswerte stark zu. Dies betrifft besonders die Positionen Geschäfts- oder Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte (z. B. Markennamen, Technologien) und Sachanlagen. Die immateriellen Vermögenswerte stiegen um 91,9 % auf insgesamt 617,9 MIO. € und erreichten einen Anteil von 20,8 % an der Bilanzsumme, während 12,2 % auf Sachanlagen entfielen. Im Umlaufvermögen führte die Konsolidierung der HOMAG Group zu einem markanten Anstieg der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sie erhöhten sich um insgesamt 390,5 MIO. € und machen nunmehr 40,8 % der Bilanzsumme aus. Die liquiden Mittel stiegen trotz der Firmenzukäufe und hoher Investitionen um 63,5 MIO. € auf 522,0 MIO. €. Auf der Passivseite wuchsen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende 2014 um 271,5 MIO. € auf 1.128,3 MIO. €. Ausschlaggebend waren neben der Einbeziehung der HOMAG Group auch die höheren Anzahlungen von Kunden (763,3 MIO. €). Das NET WORKING CAPITAL stieg aufgrund der HOMAG-Group-Konsolidierung um 120,7 MIO. € auf 87,6 MIO. €. Bereinigt um die Effekte aus der HOMAG-Group-Konsolidierung hätte das NET WORKING CAPITAL -61,7 MIO. € betragen. Die rechnerische Umschlagdauer des Nettoumlaufvermögens (Days Working Capital) belief sich zum Bilanzstichtag 2014 auf 12,2 Tage - ein sehr guter Wert, der unsere Zielbandbreite von 20 bis 25 Tagen unterschreitet. 2.43 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE (31.12.) scroll Mio. € 2014 in % der Bilanzsumme 2013 2012 Immaterielle Vermögenswerte 617,9 20,8 322,0 326,3 Sachanlagen 362,1 12,2 173,8 152,3 Sonstige langfristige Vermögenswerte 144,2 4,8 95,1 73,3 Langfristige Vermögenswerte 1.124,2 37,8 590,9 551,9 Vorräte 364,8 12,3 148,0 144,5 Forderungen aus Lieferung und Leistungen 849,4 28,5 675,7 694,6 Liquide Mittel 522,0 17,5 458,5 349,3 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 115,7 3,9 118,7 67,4 Kurzfristige Vermögenswerte 1.851,9 62,2 1.400,9 1.255,8 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2.44 EIGENKAPITAL (31.12.) scroll Mio. € 2014 in % der Bilanzsumme 2013 2012 Gezeichnetes Kapital 88,6 3,0 88,6 44,3 Sonstiges Eigenkapital 526,7 17,7 415,9 379,5 Eigenkapital Aktionäre 615,3 20,7 504,5 423,8 Nicht beherrschende Anteile 110,4 3,7 6,9 8,3 Summe Eigenkapital 725,8 24,4 511,4 432,1 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert Das Eigenkapital der Aktionäre der Dürr AG stieg zum 31. Dezember 2014 um 22,0 % auf 615,3 MIO. €. Negative Effekte wie die Dividendenzahlung (50,2 MIO. €) und den geringeren Abzinsungsfaktor bei den Pensionsrückstellungen konnten wir durch das hohe Konzernergebnis nach Steuern überkompensieren. Letzteres resultierte im Wesentlichen aus dem gestiegenen Bruttoergebnis. Zudem profitierte das Eigenkapital von Gewinnen aus Wechselkursveränderungen. Die Eigenkapitalquote (einschließlich nicht beherrschender Anteile) belief sich zum Jahresende 2014 auf 24,4 %. Der starke Anstieg der nicht beherrschenden Anteile resultiert aus der Übernahme der HOMAG Group AG. In dieser Position wurden die Anteile der freien Aktionäre der HOMAG Group AG berücksichtigt, die nicht der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann und damit auch nicht dem Stimmen-Pool mit Dürr angehören. Auf die freien Aktionäre entfallen 22,1 % des Kapitals der HOMAG Group AG. Da der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag seit dem 17. März 2015 wirksam ist, werden wir ihre gesamten Anteile gemäß den IFRS aus der Eigenkapitalposition "Nicht beherrschende Anteile" in die Finanzverbindlichkeiten umbuchen. Grund dafür ist, dass Dürr die Beherrschung über die HOMAG Group hat und die freien Aktionäre der HOMAG Group eine Garantiedividende erhalten, aber keinen variablen Gewinnanspruch mehr haben. Die Ansprüche aus der Garantiedividende werden zukünftig ebenfalls in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Auch in den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten hat sich die Konsolidierung der HOMAG Group AG deutlich ausgewirkt. Sie wuchsen seit Ende 2013 um 52,0 % auf 2.250,4 MIO. €. Die größte Position auf der Passivseite blieben die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sich um 271,5 MIO. € auf 1.128,3 MIO. € erhöhten. Die darin berücksichtigten Anzahlungen von Kunden stiegen seit Ende 2013 um weitere 166,5 MIO. € auf 763,3 MIO. €. Die zweitgrößte Position bildeten die Finanzverbindlichkeiten, sie betrugen 426,5 MIO. € nach 271,1 MIO. € am Vorjahresstichtag. Der Anstieg resultiert zum einen aus der HOMAG-Group-Konsolidierung, zum anderen aus der im April 2014 emittierten Anleihe, die das Volumen der im September 2014 gekündigten Altanleihe um 71,0 MIO. € übersteigt. Den Finanzverbindlichkeiten steht eine Gesamtliquidität von 582,0 MIO. € gegenüber; sie enthält neben den flüssigen Mitteln auch Termingelder sowie andere Anlagen wie beispielsweise Anleihen. 2.45 KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN (31.12.) scroll Mio. € 2014 in % der Bilanzsumme 2013 2012 Finanzverbindlichkeiten (einschl. Anleihe) 426,5 14,3 271,1 286,1 Rückstellungen (einschl. Pensionen) 180,8 6,1 122,8 113,5 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.128,3 37,9 856,8 740,9 davon erhaltene Anzahlungen 763,3 25,6 596,8 486,3 Ertragsteuerverbindlichkeiten 29,5 1,0 30,7 19,0 Sonstige Verbindlichkeiten (einschl. latente Steuern, Rechnungsabgrenzungsposten) 485,3 16,3 199,0 216,1 Gesamt 2.250,4 75,6 1.480,4 1.375,6 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert Der Anstieg der Rückstellungen auf 180,8 MIO. € (31.12.2013: 122,8 MIO. €) basiert unter anderem auf Rückstellungen in Zusammenhang mit dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der HOMAG Group AG sowie auf höheren sonstigen Rückstellungen. Letztere enthalten unter anderem gestiegene Garantierückstellungen. Die Pensionsrückstellungen nahmen um lediglich 3,9 MIO. € zu (31.12.2013: 53,7 MIO. €), obwohl der Abzinsungssatz für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von 3,5 % auf 2,0 % sank. Dabei profitierten wir von der Ausfinanzierung weiterer Pensionsverpflichtungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen - vorwiegend durch die Einbeziehung der HOMAG Group - um 286,3 MIO. € auf 485,3 MIO. €. Die darin berücksichtigten latenten Steuern erhöhten sich vor allem infolge der Kaufpreisallokation um 83,7 MIO. € auf 125,9 MIO. €. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden verschiedene Vermögenswerte aktiviert und stille Reserven bei bestehenden Aktiva aufgedeckt; im Gegenzug waren hierfür latente Steuern zu bilanzieren. In den sonstigen Verbindlichkeiten ist eine Put-Option der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann zur Veräußerung weiterer Aktien der HOMAG Group AG an Dürr mit 86,5 MIO. € berücksichtigt. Die Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann hält 22,1 % der Aktien an der HOMAG Group AG und bildet gemeinsam mit Dürr einen Stimmen-Pool, der 25,1 % der Aktien der HOMAG Group AG bündelt. Dürr hat über eine Call-Option seinerseits das Recht, ab dem Jahr 2018 7,1 % der Aktien der HOMAG Group AG von der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann zu erwerben. STILLE RESERVEN/ ZEITWERTE Wir bilanzieren die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in der Regel zu fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, dabei werden Niederstwerttests berücksichtigt. Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC) ausgewiesen. Derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte sowie Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen und Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten ermitteln wir zu Zeitwerten. Die Buchwertermittlung bei Finanzinstrumenten erläutert TEXTZIFFER 34 im Anhang zum Konzernabschluss. Auf der Aktivseite werden die sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer, die hauptsächlich Rechte, Konzessionen und aktivierte Entwicklungskosten umfassen, gemäß der erwarteten Nutzungsdauer abgeschrieben. In dieser Position können meist keine stillen Reserven gebildet werden. Im Sachanlagevermögen können stille Reserven vor allem bei Grundstücken und Immobilien existieren. Zu nennen ist die Schenck Technologie- und Industriepark GmbH (TIP) in Darmstadt. Ihr Zeitwert übersteigt den Buchwert nach unserer Einschätzung um einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. In den langfristigen Vermögenswerten sind latente Steuern in Höhe von 41,0 MIO. € aktiviert. Steuerliche Verlustvorträge bestehen vor allem in Frankreich, sie sind aufgrund der dortigen Ertragsperspektiven jedoch nur in geringem Maße nutzbar. Folglich ist der nichtbilanzielle Wert unserer steuerlichen Verlustvorträge nur noch gering. Nicht aktivierte F&E-Kosten sind im F&E-Aufwand berücksichtigt. Sie betreffen auch den Aufwand für Patente in Höhe von 6,0 MIO. € (Vorjahr: 3,9 MIO. €). Der Wert unserer über 5.000 Patente lässt sich schwer beziffern. Der Zeitwert aller zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte überschreitet deren Buchwert um 0,8 MIO. €, die Differenz besteht bei den bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen. Auf der Passivseite unterschreiten die Bilanzansätze der Verbindlichkeiten die Zeitwerte in folgenden Fällen: bei der Anleihe, den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und bei verschiedenen Darlehen. Die Differenz summiert sich auf 28,1 MIO. € (31.12.2013: 20,3 MIO. €; TEXTZIFFER 34 im Anhang zum Konzernabschluss). INVESTITIONEN AUF HOHEM NIVEAU Im Geschäftsjahr 2014 stiegen die Investitionen (ohne Akquisitionen) um 7,2 % auf 54,9 MIO. €. Auf vergleichbarer Basis (ohne HOMAG Group) gingen die Investitionen gegenüber dem Rekordwert des Jahres 2013 um 17,8 % zurück. Die Sachanlageinvestitionen (39,9 MIO. €) sanken um 6,9 %, erreichten aber trotzdem einen Anteil von 72,7 % an den Investitionen (ohne Akquisitionen). Das im Jahr 2012 begonnene Investitionsprogramm für unser Standortnetzwerk haben wir fortgesetzt. Unter anderem wurden neue Testzentren in Japan und den USA eröffnet. Im Rahmen des Programms haben wir auch unsere Produktionskapazitäten ausgebaut und die interne Wertschöpfung erhöht. Vor allem anspruchsvolle Produkte und Komponenten werden nun verstärkt in Eigenfertigung hergestellt, dazu zählen auch Produkte für das neue Geschäftsfeld Industrielackierung. Die Investitionen in Lizenzen, Software und weitere immaterielle Vermögenswerte stiegen deutlich an: von 8,3 MIO. € auf 15,0 MIO. €. Ursache war die Einbeziehung der HOMAG Group, die unter anderem Entwicklungsleistungen für eine IT-Innovation aktivierte. 2.47 INVESTITIONEN1 UND ABSCHREIBUNGEN2 scroll Mio. € 2014 2013 2012 Investitionen in Sachanlagen 39,9 42,9 23,5 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 15,0 8,3 9,0 Beteiligungsinvestitionen 242,1 34,8 2,9 Abschreibungen -42,0 -27,4 -28,5 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 1 Gemäß den IFRS weichen die Investitionen in dieser Übersicht von den Angaben in der Cashflow-Rechnung ab. 2 Inklusive außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen. Im Zinsergebnis berücksichtigte Abschreibungen sind nicht enthalten. 2.48 SACHINVESTITIONEN: ERSATZ- UND ERWEITERUNGSINVESTITIONEN scroll Mio. € 2014 2013 2012 Ersatzinvestitionen 18,0 8,0 8,4 Erweiterungsinvestitionen 21,9 34,9 15,1 Investitionen in Sachanlagen 39,9 42,9 23,5 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert Die deutlich angestiegenen Beteiligungsinvestitionen enthalten den Kaufpreis von 228,1 MIO. € für die HOMAG Group AG. Die verbleibenden 14,0 MIO. € resultieren aus der Beteiligungsaufstockung bei LTB, den beiden Zukäufen im Geschäftsfeld Industrielackierung (Bersch & Fratscher, EST+) und dem Erwerb der PT Durr Systems Indonesia. Weitere Informationen dazu enthält das Kapitel DER KONZERN IM ÜBERBLICK. Wie in den Vorjahren übertrafen die Erweiterungsinvestitionen die Ersatzinvestitionen. Für den Anstieg der Ersatzinvestitionen ist die Konsolidierung der HOMAG Group verantwortlich. Der hohe operative Cashflow deckte die Investitionen (inklusive Akquisitionen) nahezu komplett ab. Die Dividende und die Zinszahlungen konnten durch den Nettozufluss, der aus der Anleiheemission und der Rückzahlung der Altanleihe resultierte, sowie aus der Auflösung von Termingeldern abgedeckt werden. Die Position "Sonstige" enthält unter anderem den Liquiditätszufluss infolge der Konsolidierung der HOMAG Group. Die flüssigen Mittel stiegen weiter und erreichten 522,0 MIO. €; der NETTOFINANZSTATUS verringerte sich um 112,7 MIO. € auf 167,8 MIO. €. Auch im Jahr 2015 dürften der Cashflow und der hohe Finanzmittelbestand unseren operativen Finanzierungsbedarf gut abdecken. Darüber hinaus können wir auf unsere Kredit- und Avallinien zugreifen. Die Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen (Operating Lease) belaufen sich im Jahr 2015 auf 26,9 MIO. €. Die Fälligkeiten aus Finanzierungsleasing betragen 4,4 MIO. €, aus der Verpflichtung zum Erwerb von Sachanlagen sind weitere 2,2 MIO. € fällig. Die Fälligkeiten aus Finanzverschuldung betragen im Jahr 2015 lediglich 17,1 MIO. €. AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND VERPFLICHTUNGEN Unsere außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen umfassen Operating-Lease-Verträge und Verpflichtungen aus Einkaufskontrakten. Das Forfaitierungsvolumen erreichte 25,0 MIO. € und entfiel komplett auf die HOMAG Group. Die künftigen Mindestzahlungen aus Operating-Lease-Verträgen stiegen zum Jahresende 2014 konsolidierungsbedingt auf 135,1 MIO. € (31.12.2013: 97,6 MIO. €). Informationen dazu enthält TEXTZIFFER 39 im Anhang zum Konzernabschluss. Neben den Einkaufskontrakten bestanden keine weiteren wesentlichen außerbilanziellen Verpflichtungen. Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente verringern die Bilanzsumme und verbessern bestimmte Kapitalkennziffern. Ihr Umfang steht bei Dürr in angemessenem Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Die mit Abstand größte außerbilanzielle Finanzierungsposition bilden die Operating-Lease-Verträge. Ohne Operating-Lease-Verträge würde die Bilanzsumme um rund 5 % steigen und die Eigenkapitalquote um 1,1 Prozentpunkte sinken. Auch die Ergebniszusammensetzung würde sich verändern: Das EBIT würde ungefähr um denselben Betrag steigen, um den sich das Zinsergebnis abschwächen würde. Die Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern wären daher überschaubar. Forschung und Entwicklung F&E-ZIELE Unser Ziel ist es, Innovationen zu entwickeln, mit denen unsere Kunden die Effizienz ihrer Fertigungsprozesse steigern können. Dafür steht unser Claim "Leading in Production Efficiency". Zugleich ist unsere F&E-Arbeit ein zentrales Instrument, um uns im Wettbewerb zu differenzieren und unsere führende Marktposition zu behaupten. Daher bildet Innovation eines der vier Felder der Strategie "Dürr 2020". F&E-KENNZAHLEN UND -MITARBEITER Im Geschäftsjahr 2014 haben wir die direkten Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter gesteigert. Bei einem Plus von 28,8 % erreichten sie 55,4 MIO. €, davon entfielen 9,6 MIO. € auf die seit dem 3. Oktober 2014 konsolidierte HOMAG Group. Die F&E-Quote erhöhte sich von 1,8 % im Vorjahr auf 2,2 %. Weitere Entwicklungskosten, die bei der Bearbeitung einzelner Aufträge anfielen, wurden in den Umsatzkosten berücksichtigt. Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich auf 5,5 MIO. € (Vorjahr: 3,4 MIO. €). Das entspricht, gemessen an den direkten F&E-Kosten, einer Aktivierungsquote von 9,9 %. Weitere Informationen dazu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 6. Weltweit sind 619 Mitarbeiter im F&E-Bereich tätig (31.12.2013: 248). Ihr Anteil an der Konzernbelegschaft beträgt 4,4 %. Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Experten im Rahmen von Kundenaufträgen an Innovationen und Weiterentwicklungen beteiligt. Mit 3,9 % beziehungsweise 3,8 % weisen die Divisions Application Technology und Woodworking Machinery and Systems die höchsten F&E-Quoten im Konzern auf. Unser F&E-Prozess stellt sicher, dass Neu- und Weiterentwicklungen den Anforderungen des Markts entsprechen. Bei F&E-Projekten der Divisions sind neben der Entwicklungsabteilung stets Vertreter aus Vertrieb, ENGINEERING und Beschaffung eingebunden. Dadurch werden Kundenbedürfnisse, konstruktive Anforderungen und die Verfügbarkeit benötigter Lieferanten sowie Produktionskapazitäten gleichermaßen berücksichtigt. Das Querschnittsteam "F&E/Technologie" koordiniert die Innovationsaktivitäten und organisiert den Wissenstransfer zwischen den Divisions. Unsere F&E-Mittel entfallen zu rund 70 % auf die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Rund 30 % verwenden wir, um bestehende Produkte zu verbessern, zu standardisieren und zu modularisieren. Der Innovationsprozess bei der HOMAG Group ist grundsätzlich ähnlich strukturiert wie bei Dürr und berücksichtigt darüber hinaus weitere unternehmensspezifische Aspekte. 2.51 F&E-KENNZAHLEN scroll 2014 2013 2012 F&E Quote % 2,2 1,8 1,6 Paint and Final Assembly Systems % 1,0 0,9 0,8 Application Technology % 3,9 3,6 3,6 Measuring and Process Systems % 1,9 1,8 1,2 Clean Technology Systems % 1,5 1,6 1,2 Woodworking Machinery and Systems % 3,8 - - Aktivierte F&E-Kosten Mio. € 5,5 3,4 3,1 Abschreibungen auf aktivierte F&E-Kosten Mio. € -4,3 -3,9 -6,1 F&E Mitarbeiter (31.12.) 619 248 199 F&E Personalkosten Mio. € -35,2 -20,6 -16,4 HOMAG Group / Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2.52 F&E-MITARBEITER 2014 scroll Konzern Paint and Final Assembly Systems Application Technology Measuring and Process Systems Clean Technology Systems Wood- working Machinery and Systems Gesamt 619 27 156 87 20 329 in % der Mitarbeiterzahl 4,4 0,9 8,7 2,9 4,2 5,8 HOMAG Group/Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert NEUENTWICKLUNGEN UND PATENTE Im Jahr 2014 haben Dürr und die HOMAG Group 90 Produktinnovationen abgeschlossen und auf 141 Messen und Fachkonferenzen vorgestellt. Zum 31. Dezember 2014 verfügten wir über 1.033 Patentfamilien, davon entfielen 372 auf die HOMAG Group. Von unseren 5.090 Einzelpatenten entfielen 20 % auf die HOMAG Group und 39 % auf Application Technology. Die Kosten für den Schutz unseres geistigen Eigentums beliefen sich auf 6,0 MIO. €. FORSCHUNGSKOOPERATIONEN UND ERWERB VON F&E-LEISTUNGEN Dürr und die HOMAG Group pflegen aktive Kontakte zu rund 120 wissenschaftlichen Einrichtungen und externen Entwicklungspartnern. So stellen wir sicher, dass wir auf den für uns relevanten Gebieten Zugang zum aktuellen Stand der Forschung haben. Unsere Aufwendungen für den Zukauf externer F&E-Dienstleistungen beliefen sich im Jahr 2014 auf 21,8 MIO. € (Vorjahr: 20,7 MIO. €). Für Forschungszwecke haben Dürr und die HOMAG Group von der öffentlichen Hand Fördermittel in Höhe von 0,8 MIO. € erhalten (Vorjahr: 1,5 MIO. €); dies entspricht 1,4 % der gesamten F&E-Kosten. F&E-AUSRICHTUNG Unser Innovationsmanagement richtet sich an den Anforderungen der Kunden aus. Die wichtigsten Trends bei der Entwicklung neuer Lösungen sind: ― Flexibilisierung: Um ein breites Modell- und Variantenspektrum effizient fertigen zu können, benötigen unsere Kunden flexible Fertigungslinien mit kurzen Taktzeiten. ― Stückkostenoptimierung: Im globalen Wettbewerb suchen unsere Kunden kontinuierlich nach Wegen, um die Wirtschaftlichkeit ihrer Produktion zu steigern. Dabei unterstützen wir sie durch neue Produkte und Prozesse mit reduziertem Material-, Energie-, Wartungs- und Personalbedarf. ― Automatisierung: Weitere Effizienz- und Qualitätssteigerungen sind in hochentwickelten Produktionsprozessen fast nur noch durch Automatisierung möglich. Daran orientieren wir uns, zum Beispiel mit Roboteranwendungen für die Fahrzeuginnenlackierung, vollautomatischen Auswuchtanlagen für Kurbelwellen oder verketteten Produktionsanlagen für die Möbelfertigung in Losgröße 1. ― Energie- und Ressourceneffizienz: Die Anforderungen an die Energie- und Ressourceneffizienz von Produktionsprozessen steigen stetig. Hintergrund sind Kosten- und Nachhaltigkeitserwägungen. Daher entwickeln wir Anlagen mit geringem Material- und Energieverbrauch sowie Konzepten für Energierückgewinnung. ― Schnelle Markteinführung: Planungs- und Bauzeiten für neue Werke haben Einfluss darauf, wie schnell neue Produkte auf den Markt gebracht werden können. Mit speziellen Software-Werkzeugen lassen sich Produktionsanlagen vorab simulieren, optimieren und virtuell in Betrieb nehmen. Dadurch können unsere Kunden die Produktion früher aufnehmen. ― Downsizing und Leichtbau: Die Automobilindustrie senkt Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß, indem sie das Fahrzeuggewicht reduziert und DOWNSIZING-Motoren verwendet. Durch den Einsatz nicht schweißbarer LEICHTBAU-Materialien steigt der Bedarf an KLEBETECHNIK-Systemen. Der Bau komplexer Downsizing-Motoren erhöht die Anforderungen an unsere Reinigungs- und AUSWUCHTTECHNIK. ― Fahrerassistenzsysteme: Moderne Fahrzeuge verfügen über eine zunehmende Anzahl an Fahrerassistenzsystemen, beispielsweise Spurhalteassistenten. Für die Prüfung und Kalibrierung dieser Anwendungen in der Fahrzeugendmontage entwickeln wir hochsensible Teststände. ― Modularisierung: Um ihren Produktionsaufwand zu minimieren, ordern Automobilhersteller vollständige Fahrzeugmodule bei Zulieferern. Mit spezieller Produktionstechnik, zum Beispiel Kunststofflackieranlagen, unterstützen wir diese Lieferanten. F&E-ERGEBNISSE Paint and Final Assembly Systems Das System EcoDryScrubber ist unsere Lösung zur Trockenabscheidung von Lack-Overspray. Dabei wird versprühter Lack, der nicht auf der Karosserie landet, nicht mehr mit Wasser, sondern mithilfe steinmehlbeschichteter Kunststofffilter aus der Kabinenluft abgeschieden. Dadurch kann der Betreiber die speziell konditionierte Kabinenluft wiederverwenden, was den Energiebedarf stark reduziert. Das Steinmehl muss ausgetauscht werden, sobald es mit Lackpartikeln gesättigt ist. Hier setzt eine wichtige Innovation an: Im Jahr 2014 haben wir einen Wirbelschichtofen zur Marktreife gebracht, der die im Steinmehl gebundenen Lackpartikel verbrennt. Dadurch gewinnt das Mehl seine lackbindenden Eigenschaften zurück und kann bis zu vier Mal verwendet werden - das reduziert den Materialverbrauch sowie den Aufwand für Anlieferung und Entsorgung. Für Lackieranlagen mit geringem bis mittlerem Overspray-Aufkommen haben wir das Abscheidesystem EcoDry X entwickelt. Dieses mehrstufige Filtersystem arbeitet mit Einwegfiltern aus Karton, die das Bedienpersonal einfach und schnell austauschen kann - bei Bedarf auch während der Produktion. Eine weitere Schlüsselinnovation ist das Lackierkabinenkonzept Eco+Speed für die Innenlackierung. Es kombiniert zeit- und materialsparende Lackapplikationsprodukte mit einer besonders schnellen Fördertechnik. Mit Eco+Speed halbiert sich die Zeit, die für den Farbwechsel sowie den Karosserietransport von Station zu Station benötigt wird, auf 8 Sekunden. Mehr Fahrzeuge durchlaufen also in der gleichen Zeit den Lackierprozess, die Anlagenkapazität lässt sich um bis zu 15 % steigern. Das bedeutet eine wirtschaftlich sinnvollere Ausnutzung der Anlagen. Der Energieaufwand und die CO2-Emissionen pro lackierte Karosserie sinken um bis zu 15 %. Alternativ lässt sich der Zeitgewinn nutzen, um durch langsameres Lackieren die Qualität der Lackstruktur zu verbessern, dadurch sinken die Nacharbeitskosten. Application Technology Der Zerstäuber am Ende des Lackierroboterarms verwandelt flüssigen Lack in einen feinen Nebel und trägt ihn gleichmäßig auf die Karosserie auf. Um jeden Winkel zu erreichen, werden bei der Fahrzeuginnenlackierung kleine, aber hocheffiziente Zerstäuber benötigt. Speziell dafür haben wir den Zerstäuber EcoBell3 Ci entwickelt. Er ist besonders kompakt, trägt den Lack hochpräzise auf und weist nach dem Lackierprozess nur eine geringe Verschmutzung durch Lackpartikel auf. Das verkürzt die Wartezeiten, in denen der Zerstäuber gereinigt wird, und spart Lack- und Lösemittel. Ferner verringern sich die VOC-Emissionen und die Abfallmengen. Ein Schwerpunkt unserer Innovationsarbeit liegt auf der Entwicklung so genannter Smart Products für den Lackierprozess. Smart Products sind Komponenten, die mithilfe einer intelligenten Software überwacht, reguliert und in ihrer Funktion optimiert werden. Ein gutes Beispiel sind unsere Smart-Dosierpumpen, mit denen sich die Lackmenge hochexakt dosieren lässt. Auch bei Anlagendiagnose, Verschleißüberwachung, Instandhaltung und Anlagendokumentation bieten Smart-Applikationen Vorteile. Zudem lassen sich unsere Smart Products mithilfe eines Tablet-PCs komfortabel bedienen. Measuring and Process Systems Mit dem Modell BARIO hat Schenck RoTec eine neue, vollautomatische Auswuchtmaschine für Kurbelwellen zur Marktreife gebracht. Der mühelose Zugang zu allen Komponenten, standardisierte Umrüst-Kits und die einfache Bedienung verkürzen die Umrüstzeit beim Wechsel von einem Kurbelwellentyp auf den nächsten. So erhöhen wir die Flexibilität unserer Kunden. Die Anlagenwartung wird durch unser Fingerprint-Analysetool erleichtert. BARIO benötigt 15 % weniger Energie als das Vorgängermodell, eine optimierte Grundfläche reduziert zudem den Platzbedarf. Moderne Fahrzeuge sind mit zahlreichen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet, zum Beispiel Rückfahrkameras, intelligenten Scheinwerfersystemen und Spurhalteassistenten. Nach der Fahrzeugendmontage werden diese Systeme auf speziellen Testständen von Dürr geprüft und entsprechend der Fahrwerkgeometrie ausgerichtet. Im Jahr 2014 haben wir unser Produktspektrum in diesem Bereich erfolgreich weiterentwickelt. Dabei stand im Fokus, die Flexibilität der Systeme durch den Einsatz standardisierter Module zu erhöhen. So lassen sich unsere Teststände einfach modifizieren und für neue Funktionalitäten erweitern, gleichzeitig verkürzen sich die Lieferzeiten. In der INDUSTRIELLEN REINIGUNGSTECHNIK haben wir die Universal-Kammerreinigungsanlage EcoCWave vorgestellt. Sie säubert Bauteile mit wässrigen Reinigungsmedien und entfernt zuverlässig Bearbeitungsrückstände wie Späne, Partikel und Kühlschmierstoffe. EcoCWave wird in der industriellen Bauteilfertigung vor allem bei Automobilherstellern und -zulieferern eingesetzt. Durch ihren geringen Platzbedarf lässt sich die Anlage in jede Fertigung integrieren. Im Vergleich zu bisherigen Anlagentypen bietet EcoCWave höhere Prozesssicherheit, kürzere Nebenzeiten und einen deutlich reduzierten Energieverbrauch. Für maximale Reinigungsqualität sorgen wahlweise zwei oder drei optimierte Reinigungsbäder sowie leistungsfähige Spritz-Flut-Pumpen. Clean Technology Systems In der Abluftreinigungstechnik haben wir den Gasverbrauch unserer Anlagen bei der Schadstoffverbrennung reduziert. Der Schlüssel dazu ist der so genannte unterstöchiometrische Betrieb des Gasbrenners. Dabei wird nach dem Aufheizen das Verhältnis von Luft zu Gas reduziert, sodass ein künstlicher Luftmangel entsteht. Der Effekt sind Gaseinsparungen von bis zu 15 % und damit mehr Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in der Produktion. Diese Innovation kommt ab sofort in allen Neuanlagen zum Einsatz, auch als Nachrüstung kann sie sich lohnen. Im Geschäftsfeld Energieeffizienz haben wir das Mikrogasturbinensystem Eco+Energy CPS 100 weiterentwickelt. Damit können Anwender dezentral Prozessdampf und Strom erzeugen. Die Turbinenabgastemperatur und damit die thermische Nutzleistung können dabei individuell angepasst werden. Je nach Anwendung kann das Turbinenabgas entweder zur Direktbefeuerung von Abhitzekesseln und Kombi-Dampfkesseln oder zur Brennluftvorwärmung eines Großraumwasserkessels eingesetzt werden. Damit sind Gesamteffizienzen von bis zu 97 % realisierbar. Einsatzbereiche von Eco+Energy CPS 100 sind beispielsweise Molkereien und Brauereien, aber auch Krankenhäuser und die Kunststoffherstellung. Das System eignet sich auch gut zur Nachrüstung bestehender Dampfkesselsysteme. Woodworking Machinery and Systems Um unsere Produktionseffizienz zu steigern und die Komplexität des Produktportfolios zu reduzieren, werden wir zukünftig einen Großteil unserer Maschinenbaureihen auf Grundlage einer begrenzten Anzahl an Plattformen anbieten. Mit der neuen Ambition-Baureihe haben wir im Jahr 2014 die erste Plattform im Bereich der DURCHLAUFMASCHINEN für Kantenanleimprozesse vorgestellt. Außerdem haben wir hierfür neue, leistungsstärkere Aggregatfamilien entwickelt und die Bedien- und Service-Freundlichkeit verbessert. Die Ambition-Baureihe verfügt über eine feste Grundkonfiguration, darauf aufbauend bieten wir modulare Ausstattungspakete für unterschiedliche Anforderungen. Dadurch können wir die Maschinen schneller und mit geringerem Aufwand ausliefern. Eine weitere Innovation ist die neue Baureihe BHX 200 für die vertikale Highspeed-Bohrbearbeitung. Da die Bauteile vertikal geführt werden, benötigt die Maschine deutlich weniger Platz. Zudem ermöglicht sie eine hochpräzise und schnelle Bearbeitung von Lochreihen. Mit der BHX 200 lassen sich auch die Dübel für die Möbelmontage automatisch anbringen. Mit woodwoP7 haben wir eine neue Software für die CNC-Programmierung von Holzbearbeitungsmaschinen vorgestellt. Sie erlaubt unter anderem eine innovative 3-D-Programmierung, mit der Werkstücke komfortabel dreidimensional konstruiert werden können. So lassen sich Fräsarbeiten, Bohrungen oder Sägeschnitte anhand ihrer Bearbeitungsparameter schnell und einfach programmieren sowie grafisch realitätsnah darstellen. Mitarbeiter Zum 31. Dezember 2014 waren 14.151 Personen im Konzern beschäftigt (31.12.2013: 8.142). 5.659 von ihnen sind durch die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group AG zu Dürr gestoßen. 163 Mitarbeiter kamen im Jahresverlauf durch drei weitere Firmenerwerbe und eine Unternehmensgründung hinzu (Bersch & Fratscher GmbH, EST+ a.s., PT Durr Systems Indonesia, Durr Systems Malaysia Sdn. Bhd). Neben der Stammbelegschaft beschäftigen wir zusätzlich externe Mitarbeiter, um unsere Flexibilität zu erhöhen. In Deutschland, wo 69 % der HOMAG-Group-Beschäftigten angestellt sind, verzeichneten wir im Jahr 2014 den größten Mitarbeiterzuwachs (+107 %). In Summe waren Ende 2014 7.749 Mitarbeiter im Inland tätig, das entspricht einem Anteil von 54,7 % an der Konzernbelegschaft. In China - dem in puncto Beschäftigung zweitwichtigsten Land für Dürr - wuchs die Stammbelegschaft um 29,9 % auf 1.762 Personen. Dort entfielen 71,9 % des Zuwachses auf die Erstkonsolidierung der HOMAG Group. In den Emerging Markets (inklusive China) waren zum 31. Dezember 2014 3.973 Mitarbeiter aktiv (+43,4 %). Ihr Anteil an der Konzernbelegschaft ist mit 28 % auch nach der Konsolidierung der HOMAG Group relativ hoch (31.12.2013: 34 %). 2.53 MITARBEITER NACH DIVISIONS (31.12.) scroll 2014 2013 2012 Paint and Final Assembly Systems 3.069 3.075 2.856 Application Technology 1.784 1.546 1.379 Measuring and Process Systems 3.018 2.967 3.017 Clean Technology Systems 473 426 278 Woodworking Machinery and Systems 5.659 - - Corporate Center 148 128 122 Gesamt 14.151 8.142 7.652 HOMAG Group / Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert 2.54 MITARBEITER NACH REGIONEN (31.12.) scroll 2014 2013 2012 Deutschland 7.749 3.749 3.412 Sonstige europäische Länder 2.180 1.361 1.282 Nord- / Zentralamerika 1.134 726 850 Südamerika 419 335 281 Asien, Afrika, Australien 2.669 1.971 1.827 Gesamt 14.151 8.142 7.652 HOMAG Group / Woodworking Machinery and Systems seit 3. Oktober 2014 konsolidiert WEITERBILDUNG UND PERSONALENTWICKLUNG Als ENGINEERING-Konzern sind wir in besonderem Maße auf das Wissen und die Professionalität unserer Mitarbeiter angewiesen. Daher haben wir das Schulungsbudget pro Mitarbeiter in Deutschland im Jahr 2014 von 650 € auf 720 € angehoben, die Schulungsteilnahmen in Deutschland stiegen um 10 % auf 7.739 (jeweils ohne HOMAG Group). Letzteres geht vor allem auf das Programm CustomerExcellence@Dürr zurück, mit dem wir Kundenorientierung und Service-Qualität weiter steigern. Als Teil des Programms schulen wir weltweit fast alle Mitarbeiter von Dürr und Schenck, um die Interaktion mit den Kunden zu verbessern. Je nach Häufigkeit und Intensität des Kundenkontakts stehen dafür verschiedene Trainingstypen zur Auswahl. Die Kundenkontakt-Trainings bilden die umfangreichste Schulungsmaßnahme in der Geschichte von Dürr und werden im Jahr 2016 abgeschlossen. Auf CustomerExcellence@Dürr entfielen im Jahr 2014 21 % aller Trainings bei Dürr (ohne HOMAG Group). Den zweitgrößten Schulungskomplex bildeten IT-Trainings, gefolgt von Trainings für die Bereiche Führung, Technik, kaufmännisches Know-how sowie Managementsysteme, Intranet und Sprachen. Auch die zweitägigen Einführungsveranstaltungen für neue Mitarbeiter wurden rege in Anspruch genommen. Besonderen Wert legen wir auf die zentral konzipierten Corporate-Trainings, bei denen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Ländern und Standorten Best Practices für Führungsverhalten, Vertrieb und Projektmanagement erlernen. Viele Dürr-Trainings werden von Experten aus dem eigenen Haus gehalten. Dies gewährleistet einen hohen Praxisbezug und senkt Kosten. Unsere Führungskräfte unterstützen wir mit speziellen Trainingsprogrammen zu Dürr-Werten und spezifischen Bausteinen unseres Führungskompetenzmodells, zum Beispiel Kommunikation und Interkulturalität. Zudem vermitteln die Programme Techniken für das Führen in Projekten. Zu unseren Trainingsmodulen für Nachwuchsführungskräfte gehören Führungswerkstätten, das Junior-Führungsprogramm "Fit für Führung" sowie das Dürr-Führungsplanspiel. Mit dem neuen Personalentwicklungsprozess "People Development" sind wir in der Lage, die Kompetenzen von Führungskräften weltweit noch besser zu evaluieren sowie Potenzial- und Leistungsträger zu identifizieren. Nach einer erfolgreichen Pilotphase wurde "People Development" im Jahr 2014 an mehreren großen Standorten eingeführt. PERSONAL- UND HOCHSCHULMARKETING Im Jahr 2014 konnten wir sowohl frei werdende als auch neue Stellen in der Regel gut besetzen. Eine wichtige Basis dafür bildeten der wirtschaftliche Erfolg und die hohe Reputation von Dürr, aber auch ein intensives Personalmarketing in Web und Print sowie diverse Arbeitergeberauszeichnungen (siehe Kapitel NACHHALTIGKEIT). Wir verfügen über ein attraktives Arbeitgeberprofil, das auf zentralen Elementen wie Weltmarktführerschaft, Innovationskraft und Internationalität basiert. Hinzu kommen mittelständische Werte wie Eigenverantwortlichkeit und Flexibilität sowie eine attraktive Vergütung, flache Hierarchien und gute Karrierechancen. Zunehmende Bedeutung für eine hohe Arbeitgeberattraktivität gewinnt die Work Life Balance. Unser Angebot in diesem Bereich bauen wir kontinuierlich aus. Es reicht von flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeitbeschäftigung über Sport- und Gesundheitsangebote bis hin zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Ein auch in Großunternehmen nicht alltägliches Angebot ist der internationale Ferienaustausch von Mitarbeiterkindern bei Schenck. Akademisch ausgebildete Nachwuchskräfte sprechen wir mithilfe eines gezielten Hochschulmarketings an. Im Jahr 2014 besuchten wir 32 Hochschul- und Recruiting-Messen, davon 20 in Deutschland. Im Rahmen der Inhouse-Technologiemesse Open House 2014 veranstalteten wir den ersten StudentsTechnologyDay@Dürr, zu dem rund 90 Studierende technischer Fachrichtungen kamen. 123 angehende Absolventen haben im Berichtsjahr ein Praktikum bei Dürr absolviert, 103 arbeiteten als Werkstudenten, 46 Studierende schrieben ihre Abschlussarbeit bei uns (alle Zahlenangaben ohne HOMAG Group). Wir nutzen solche Kontakte, um potenzielle Nachwuchskräfte kennenzulernen und für Dürr zu gewinnen. HOMAG GROUP AG Die HOMAG Group war im Geschäftsjahr 2014 noch nicht in die HR-Prozesse von Dürr eingebunden, die in den vorstehenden Abschnitten "Weiterbildung und Personalentwicklung" sowie "Personal- und Hochschulmarketing" beschrieben sind. In den entsprechenden Zahlenangaben ist die HOMAG Group nicht berücksichtigt. Die HOMAG Group AG bietet ein deutschlandweites Weiterbildungsprogramm mit etwa 2.400 Teilnahmen pro Jahr an. Die wichtigsten Bausteine im Jahr 2014 waren Führungskräfte-, Produkt-, Fach- und Compliance-Trainings. Personalentwicklung und Hochschulmarketing sind bei der HOMAG Group bisher auf Ebene der einzelnen Standorte angesiedelt. Im Jahr 2014 präsentierte sich das Unternehmen auf 8 Hochschulmessen und beschäftigte 146 Praktikanten, 17 Werkstudenten sowie 27 Bacheloranden und Masteranden. Im Zuge der Integration in den Dürr-Konzern soll die HOMAG Group auf Basis des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags sukzessive in die HR-Prozesse von Dürr eingebunden werden. AUSBILDUNG Durch eigene Ausbildung bauen wir hoch qualifizierte Mitarbeiter auf, die unser Geschäft kennen und später Verantwortung übernehmen können. Im Jahr 2014 beschäftigten wir insgesamt 488 Auszubildende sowie Studierende an Dualen Hochschulen und im Studium plus. Der Großteil (330 Personen) entfiel auf die HOMAG Group. Unser Angebot in der klassischen Berufsausbildung deckt elf kaufmännische und gewerblich-technische Berufsfelder ab - von Elektronik und Fachinformatik über Logistik und Produktdesign bis hin zu diversen Mechanikdisziplinen. Auch die elf kooperativen Studiengänge, die wir unterstützen, orientieren sich an unserem Bedarfsspektrum. Zur Wahl stehen beispielsweise Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen sowie Informatik, Betriebswirtschaft und Consulting & Controlling. Viele Studierende im Konzern verbringen einen Teil ihrer Praxisphasen in Auslandsgesellschaften, um den internationalen Charakter unseres Geschäfts besser zu verstehen. Beschaffung Die konsolidierten Materialkosten, also die im Berichtsjahr als Aufwand gebuchten Bestellungen bei Lieferanten, sanken im Geschäftsjahr 2014 trotz der Konsolidierung der HOMAG Group um 3,5 % auf 996,2 MIO. € (Vorjahr: 1.032,6 MIO. €). Dazu trug vor allem die Division Paint and Final Assembly Systems bei, in der die konsolidierten Materialkosten deutlich stärker abnahmen als der Umsatz. Ein wichtiger Faktor für die moderate Kostenentwicklung war unser höherer Eigenfertigungsanteil, der aus dem Ausbau unserer Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren resultiert. Hinzu kamen Skaleneffekte und eine insgesamt günstige Entwicklung der Materialpreise. Fertig- und Halbfertigprodukte machen zusammen mit Fertigungs- und Konstruktionsdienstleistungen den Großteil unserer Beschaffung aus. Unser Bedarf an unverarbeiteten Rohstoffen ist vergleichsweise gering. Der Kupferpreis gab im Jahr 2014 weiter nach. Der Edelstahlpreis zog leicht an, gewöhnlicher Stahl verbilligte sich etwas; langfristig gesehen liegt der Preis für beide Sorten auf relativ niedrigem Niveau. Während die Energiepreise sanken, verzeichneten wir bei Kaufteilen ein insgesamt stabiles Preisniveau. Die Preise für Fertigungs- und Montagedienstleistungen zogen infolge höherer Löhne und Gehälter leicht an. In China führten deutlich gestiegene Lohnkosten und die gute Auslastung vieler Lieferanten zu tendenziell höheren Preisen. Um die Beschaffungskosten zu begrenzen, schließen wir Rahmenvereinbarungen mit Vorzugslieferanten und bündeln unsere Bedarfe international. Durch weltweit zuständige Lead Buyer, die auf einzelne Warengruppen spezialisiert sind, können wir das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Anbieter gut einschätzen. Insgesamt konnten wir den Beschaffungsbedarf im Jahr 2014 sicher decken. Dabei profitierten wir vom weiteren Ausbau unserer internen Fertigungskapazitäten, durch den wir weniger abhängig von Lieferanten sind. Im Anlagenbau war die Koordination von Bedarfen, Lieferanten und Terminen wie üblich anspruchsvoll, da der Einkauf in diesem Bereich oft mehrere Großprojekte parallel unterstützt. Zur hohen Auslastung trug auch bei, dass wir mehrere Systemprojekte, die 2015 realisiert werden, beschaffungsseitig vorbereitet haben. Den lokalen Einkauf in China und anderen Emerging Markets haben wir weiter verstärkt. Dadurch konnten wir Kostenvorteile realisieren und den Logistikaufwand verringern. Besonders in China nutzen wir unsere lokale Einkaufsorganisation auch, um Materialien für Konzerngesellschaften und Projekte in anderen Teilen der Welt zu liefern, sofern dies Gesamtkostenvorteile ermöglicht. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Beschaffungsprozesse noch effektiver zu machen. Zum Beispiel haben wir unser internationales Supplier-Relationship-Management-Tool (SRM) um zusätzliche Funktionen ergänzt. Die Nutzung des SRM-Tools erhöhen wir durch regelmäßige Schulungen. Auch das Projekt "IT Concept Einkauf" haben wir vorangetrieben. Dabei geht es um die IT-gestützte Verbesserung operativer Einkaufsprozesse, wie beispielsweise die Prüfung von Auftragsbestätigungen, das Stammdaten- und Dokumentenmanagement oder die WEB-EDI-Integration kleinerer Lieferanten. Die Termin- und Liefertreue unserer Lieferanten sichern wir durch intensive Terminverfolgung und Supervision. Besonders in den Maschinenbaubereichen haben wir die Mitarbeit des Einkaufs in der Produktentwicklung verstärkt. Dadurch gelingt es uns, die Kosten künftiger Produkte schon in der Konzeptionsphase zu optimieren. Der zweite Dürr-Lieferantentag, der im Mai 2014 in Bietigheim-Bissingen stattfand, war ein Forum für den Austausch mit wichtigen Beschaffungspartnern. Im Rahmen der Veranstaltung haben wir besonders leistungsfähige Lieferanten erstmals mit den Dürr Supplier Awards ausgezeichnet. Die Beschaffungsbereiche neu hinzugekommener Gesellschaften werden systematisch integriert und in unsere Tools, Prozesse und Methoden eingebunden. Für die weltweite Einkaufssteuerung ist das Global Sourcing Board (GSB) zuständig, dem die Einkaufsleiter der Divisions angehören. Bei Paint and Final Assembly Systems, Application Technology und Clean Technology Systems entscheidet das Global Sourcing Committee (GSC) über große Vergaben, die internationale Bündelung von Bedarfen und den Abschluss von Rahmenverträgen. Die Maschinenbau-Divisions Measuring and Process Systems und Application Technology stimmen sich beim Einkauf wichtiger Warengruppen ab. Bei Bedarf können die Konzerngesellschaften in Beschaffungsfragen die Unterstützung durch das zentrale Team Coordination International Purchasing (CIP) in Anspruch nehmen. HOMAG GROUP AG Nach dem Eintritt in den Dürr-Konzern hat die HOMAG Group zunächst ihr bisheriges Einkaufssystem fortgesetzt. Im Zuge des Integrationsprozesses haben wir ein Team aus Einkaufsexperten von Dürr und der HOMAG Group gebildet, das Kooperationsmöglichkeiten und Synergiepotenziale analysiert. Darüber hinaus soll die HOMAG Group sukzessive in das weltweite Dürr-Einkaufsnetzwerk eingebunden werden. Grundlage dafür ist der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Dürr Technologies GmbH und der HOMAG Group AG. Zu den wichtigsten Rohstoffen für die HOMAG Group gehört neben Stahl und Kupfer auch Aluminium. Sein Preis hat im Jahr 2014 spürbar angezogen. Jeder Produktionsstandort der HOMAG Group verfügt über einen operativen und strategischen Einkauf. Durch eine weltweite Beschaffung nutzt die HOMAG Group regionale Preisvorteile. Die Beschaffung wichtiger Warengruppen koordinieren konzernweit tätige Lead Buyer. Im Rahmen einer Pooling-Struktur werden Bedarfe standortübergreifend gebündelt. Um die Produktkosten zu senken, arbeitet der Einkauf eng mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zusammen. Das übergeordnete Purchasing Board, das aus den Einkaufsleitern der wichtigsten Produktionsgesellschaften besteht, trifft sich monatlich. Nachhaltigkeit Unsere Kunden schätzen Dürr, weil wir ihnen helfen, umwelt- und ressourcenschonend in höchster Qualität zu produzieren. Auch gegenüber unseren Mitarbeitern und der Gesellschaft nehmen wir unsere Verantwortung wahr. Gute Arbeitsbedingungen, individuelle Personalentwicklung, Schutz vor Diskriminierung und das Bekenntnis zu Recht und Gesetz sind wesentliche Bestandteile unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Als Leistungsindikatoren für die Nachhaltigkeit unseres Handelns dienen uns unter anderem die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Verbrauchs- und Emissionswerte unserer Produkte und Standorte. COMPLIANCE Bei Dürr gilt das Legalitätsprinzip - zusammen mit ethischen und moralischen Standards ist es ausnahmslos einzuhalten. Die weltweite Dürr-Compliance-Organisation unterstützt unsere Mitarbeiter dabei aktiv: ― Der im Jahr 2011 veröffentlichte Dürr-Verhaltenskodex verbietet gesetzeswidrige Geschäftspraktiken wie Preis- oder Marktabsprachen, Bestechung oder irreführende Werbung. Er betont das Recht aller Mitarbeiter auf faire Behandlung und verbietet jede Art von Diskriminierung. Schließlich erläutert der Kodex Themen wie den korrekten Umgang mit vertraulichen Daten, Insiderwissen oder Interessenkonflikten. ― Der Verhaltenskodex steht unseren Mitarbeitern in zehn Sprachen zur Verfügung und ist konzernweit Gegenstand von Schulungen und Mitarbeiterversammlungen. ― Zudem können sich die Mitarbeiter im Intranet informieren. Die Compliance-Sektion stellt Ansprechpartner vor, erläutert Meldewege und gibt in Form eines Frage- und-Antwort-Katalogs Hilfestellungen für korrektes Verhalten. ― Für Fragen zur Compliance stehen den Mitarbeitern seit 2013 in den meisten Konzerngesellschaften geschulte Compliance Manager zur Verfügung. Diese erhalten bei Bedarf Unterstützung durch den Corporate Compliance Officer. Selbstverständlich können sich alle Mitarbeiter auch anonym an den Corporate Compliance Officer wenden. Darüber hinaus finden regelmäßig entsprechende Mitarbeiterschulungen statt. Wir haben ein effektives Compliance-Management-System etabliert, das in einer konzernweiten Organisationsanweisung beschrieben ist. Im Zentrum steht das Corporate Compliance Board. Ihm gehören der Corporate Compliance Officer, der Leiter der internen Konzernrevision, der Corporate Risk Manager, die Finanzverantwortlichen der Divisions sowie weitere Führungskräfte an. Das Corporate Compliance Board prüft kontinuierlich, wie das Compliance-Regelwerk weiterentwickelt werden kann. Der Corporate Compliance Officer ist Ansprechpartner für mutmaßliche Verstöße, analysiert sie bei begründetem Verdacht und berichtet an den Vorstandsvorsitzenden sowie an das Corporate Compliance Board. Er arbeitet bei seiner Recherche eng mit den Kollegen der internen Konzernrevision zusammen. Von Lieferanten erwarten wir ebenfalls, dass sie im Sinne unseres Verhaltenskodex handeln. Die für sie relevanten Passagen haben wir in einem speziellen Lieferantenkodex zusammengefasst, der allen Lieferverträgen zugrunde liegt. Das skizzierte Compliance-System deckt mit Ausnahme der seit Oktober 2014 konsolidierten HOMAG Group AG den gesamten Dürr-Konzern ab. Die HOMAG Group verfügt über ein eigenes, effektives Compliance-System. Im Jahr 2014 hat sie konzernweit einen Code of Conduct, eine Kartellrechtsrichtlinie, eine Anti-Korruptionsrichtlinie sowie eine Arbeitsanweisung für die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern verabschiedet. Hierzu wurden die Mitarbeiter über ein Online-Tool und auf Präsenzveranstaltungen geschult. Die durch einen Compliance-Beauftragten eingerichtete Compliance-Organisation wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das Compliance-System ist eng mit dem operativen Risikomanagementsystem, dem internen Kontrollsystem und der internen Revision verzahnt. Der Compliance-Beauftragte berichtet an den Finanzvorstand der HOMAG Group AG, der in Personalunion Chief Compliance Officer ist. MITARBEITER Das Wissen und die Erfahrung unserer Mitarbeiter sind eine wichtige Voraussetzung für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Daher schaffen wir einen stimulierenden Rahmen, um Leistung, Kreativität und persönliche Entwicklung zu fördern. Mit einem breiten Angebot an Trainings sorgen wir für eine individuelle Weiterbildung. Interkultureller Austausch, Sport-, Gesundheits- und Kulturangebote sowie Betreuungsmöglichkeiten für Kinder runden das Angebot für unsere Mitarbeiter ab. Weitere Informationen dazu enthält das Kapitel MITARBEITER. Bei Studierenden und Hochschulabsolventen konnten wir unseren Bekanntheitsgrad in den vergangenen Jahren deutlich steigern. Das ist nicht zuletzt der "Dürr Challenge" zu verdanken. Bei diesem innovativen Filmwettbewerb schicken wir studentische Teams in verschiedene Metropolen, um die Lebens- und Arbeitswelt vor Ort mit der Kamera festzuhalten. Im Sommer 2014 drehten drei studentische Teams in Seoul, Istanbul und New York. Die drei Teams haben wir aus Hunderten von Bewerbern zusammengestellt. Das große Interesse und das positive Echo in diversen Hochschulmagazinen bestätigen, dass die "Dürr Challenge" den Nerv der Zielgruppe trifft. Arbeitgeberattraktivität Verschiedene Auszeichnungen bei Arbeitgeberwettbewerben und Zertifizierungen bestätigen unsere Attraktivität als Arbeitgeber: ― Im Ranking "Deutschlands Beste Arbeitgeber" der Zeitschrift FOCUS erreichte Dürr 2014 erstmals Platz eins in der Kategorie "Großunternehmen Maschinen- und Anlagenbau, Multitechnologien". In der branchenübergreifenden Gesamtwertung aller bewerteten Unternehmen (rund 2.000) verbesserten wir uns auf Platz 24. Im Februar 2015 hat das Magazin die neuen Bewertungen veröffentlicht: In der Kategorie "Maschinen- und Anlagenbau" waren wir mit Platz 6 für Dürr und Platz 9 für die HOMAG Group gleich zwei Mal in den Top Ten vertreten. ― Wir bieten ein Trainee-Programm mit fairer Vergütung und fundierten Inhalten. Dafür erhielten wir das Gütesiegel "Ausgezeichnetes Trainee-Programm" von der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Süddeutschen Zeitung. ― Wir beschäftigen Hochschulabsolventen nicht als Praktikanten, sondern bieten ihnen angemessen vergütete Festanstellungen an. Dafür haben wir das Zertifikat "Fair Company" erhalten. ― Im Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" bekennen sich Unternehmen zu einer familienbewussten Personalpolitik. Wir sind 2012 als Mitglied beigetreten. 2.55 KENNZAHLEN SOZIALES (OHNE HOMAG GROUP) scroll 2014 2013 2012 Anzahl Arbeitnehmer (31.12.) 8.492 8.142 7.652 davon Auszubildende und Studierende der Dualen Hochschule (31.12.) 158 148 141 Anteil weiblicher Mitarbeiter (31.12.) (%) 18 17 17 Teilzeitarbeitnehmer (31.12.) 213 198 179 Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (Jahre) 10 10 10 Krankenquote (%) 2,1 2,1 1,9 Fluktuation (%) 4,4 6,0 4,6 Anzahl Unfälle pro Tsd. Mitarbeiter (Deutschland) 7,8 13,1 12,9 Die HOMAG Group setzt sich als Arbeitgeber besonders für die Nachwuchsförderung und eine kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter ein. Als erstes Unternehmen in der Region hat die HOMAG Group am Stammsitz Schopfloch von der Industrie- und Handelskammer das Siegel "Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb" erhalten. UMWELT UND STANDORTE Wenngleich wir unsere Eigenfertigung in den vergangenen Jahren ausgebaut haben, bleibt der "ökologische Fußabdruck" unserer bisherigen Aktivitäten vergleichsweise gering. Ein Grund dafür ist, dass die Wertschöpfungstiefe mit 35 % nach wie vor moderat ausfällt. Die Tabellen 2.56 und 2.57 zeigen, dass Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfallmengen im Jahr 2014 teilweise leicht zunahmen. Maßgeblich dafür war der weitere Ausbau unserer Eigenfertigung. Bei den CO2-Emissionen resultiert der gestiegene Ausweis für 2014 aus einer exakteren Erfassung der Fuhrparkfahrzeuge im Ausland. 2.56 KENNZAHLEN ÖKOLOGIE (ABSOLUT, OHNE HOMAG GROUP) scroll 2014 2013 2012 Anzahl Standorte 53 50 51 davon mit Qualitätsmanagementzertifikat nach ISO 9001 38 39 39 davon mit Umweltmanagementzertifikat nach ISO 140011 18 19 20 Verbrauch Strom (MWh) 33.443 32.723 32.489 Gas/Öl/Fernwärme (MWh) 39.667 42.478 40.342 Wasser (m3 ) 130.685 124.555 113.174 Abwasseraufkommen (m3 ) 122.022 119.663 110.328 Abfall (t) 4.525 4.797 4.066 davon wiederverwertet (t) 3.191 3.232 3.028 Emissionen CO2 (t) 33.493 33.254 32.597 davon auf Dürr-Fuhrpark entfallend (t) 3.965 3.555 3.520 SO2 (t) 18 17 17 NOx (t) 27 27 27 1 Standorte, die von mehreren Dürr-Gesellschaften genutzt werden, verfügen zum Teil über mehrere Umweltmanagementzertifikate nach ISO 14001. 2.57 KENNZAHLEN ÖKOLOGIE (INDEXIERT, OHNE HOMAG GROUP) scroll 2014 2013 2012 Verbrauch Strom 64,6 61,0 60,8 Gas/Öl/Fernwärme 51,7 53,4 50,9 Wasser 92,3 84,9 77,4 Abwasseraufkommen 97,2 92,0 85,0 Abfall 85,0 86,7 73,9 davon wiederverwertet 78,5 76,7 72,1 Emissionen CO2 60,5 58,0 57,0 davon auf Dürr-Fuhrpark entfallend 63,0 54,5 54,1 SO2 63,9 59,4 59,6 NOx 61,0 59,0 59,1 (2010 = 100; im Verhältnis zum Umsatz) Um Emissionen und Verbräuche einzudämmen, arbeiten wir stetig an der Verbesserung unserer Fertigungsverfahren, zum Beispiel durch die Reduktion des Energie-, Material- und Ressourcenbedarfs. Auch Recycling schreiben wir groß: Wir führen Papier, Kunststoffe, Stahl, Altholz und Elektroaltgeräte der Wiederverwertung zu. An unseren Standorten nutzen wir Potenziale zur Einsparung von Strom, Heizenergie und Wasser. Unter anderem ersetzen wir Leuchtstoffröhren durch umweltfreundliche LED-Beleuchtungen und tauschen alte Heizungsanlagen gegen moderne und deutlich effizientere. In aller Welt achten wir beim Bau von Gebäuden auf Energieeffizienz. In China haben wir jüngst mehrere Standorte zusammengelegt, damit vermeiden wir aufwändige Logistik und Emissionen. Wir beteiligen uns an dem Regenwald-Schutzprojekt Mai Ndombe REDD in der Demokratischen Republik Kongo. Das Projekt stellt sicher, dass Waldflächen bestehen bleiben und zur Neutralisierung klimaschädlicher Treibhausgase beitragen. Mit der Teilnahme an diesem Projekt gleichen wir klimaneutral die CO2-Emissionen aus, die durch den Erdgasverbrauch des Schenck Technologie- und Industrieparks in Darmstadt entstehen (rund 487 Tonnen p.a.). Gefahrenstoffe setzen wir nur in geringem Umfang ein. Mehrere Konzernstandorte wurden seit dem Jahr 2011 neu gebaut oder modernisiert. Vorbild für zahlreiche Baumaßnahmen war der Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen mit seinem nachhaltigen Energiekonzept "Campus Energy 21". Das internationale Carbon Disclosure Project betreibt die weltweit größte Datenbank mit Umweltdaten von Unternehmen. Als teilnehmender Konzern können wir dort neben Verbrauchswerten, Emissionsdaten und Klimarisiken auch über Einsparziele und nachhaltige Produkte informieren. Verbrauchsoptimierte Produkte Die Senkung von Energie- und Materialverbrauch ist ein bestimmender Faktor in unserer Produktentwicklung. Besonders in der energieintensiven Automobillackierung, aber auch in anderen Bereichen tragen unsere Innovationen maßgeblich zu nachhaltigeren Produktionsprozessen bei. Unsere Division Clean Technology Systems beschäftigt sich ausschließlich mit Umwelt- und Energieeffizienztechnik. Aktuelle Beispiele für nachhaltigkeitsorientierte Innovationen finden Sie im Kapitel FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG. HOMAG Group Auch die HOMAG Group legt besonderen Wert auf die Entwicklung ressourcenschonender Maschinen, Anlagen und Verfahren. Beispiele sind die Minimierung von Verschnitt bei der Holzbearbeitung und eine verbesserte Spanabsaugung mit geringerem Energieverbrauch. Die Produktionsstandorte der HOMAG Group investieren in moderne und umweltschonende Technologien, um ihren Energiebedarf zu senken. Zuletzt hat beispielsweise der Hauptstandort Schopfloch seine Fertigungshallen besser isoliert und dadurch die Klimatisierungskosten deutlich reduziert. Die Gesamtausgaben für die Modernisierung beliefen sich auf rund 1,4 MIO. €. GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Im Jahr 2014 haben Dürr und die HOMAG Group insgesamt 1,1 MIO. € gespendet. Diese Mittel flossen größtenteils in die Bereiche Bildung, Kultur, Jugend- und Behindertensport sowie in humanitärkaritative Projekte. Die Jüngsten im Blick hat unsere Kooperation mit einer Kindertagesstätte in Bietigheim-Bissingen. Gemeinsam mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung unterstützen wir sie als Partner für Bildungsförderung im frühkindlichen Bereich. Damit unsere Mitarbeiter Beruf und Familie besser vereinbaren können, haben wir Plätze in der Kindertagesstätte reserviert. Eine weitere Kindertagesstätte in Form einer Public-Private-Partnership ist derzeit in Planung. Im Rahmen von Kooperationsverträgen mit Schulen bieten wir Praktika an, beraten Jugendliche in Ausbildungsfragen und veranstalten Bewerbertrainings. Örtlichen Gymnasien stehen wir als Bildungspartner zur Seite. Absolventen der Realschule Bissingen, die in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) besonders gut abgeschnitten haben, erhalten den Dürr-MINT-Preis und haben gute Aussichten auf eine Lehrstelle in unserem Unternehmen. Im Jahr 2014 begannen zwei Preisträger eine Ausbildung als Mechatroniker bei Dürr. Wir spenden seit vielen Jahren an eine Schule für Kinder mit geistiger Behinderung in Stuttgart. In einem jährlichen Basar auf dem Dürr-Campus in Bietigheim verkaufen die Schüler Selbsterstelltes. Daneben unterstützen wir die START-Stiftung, die Stipendien an Schüler mit Migrationshintergrund vergibt. Auch an der Bundesinitiative Deutschlandstipendium ist Dürr beteiligt: Wir finanzieren pro Jahr zehn Stipendien und haben teilweise Sitze in den Auswahlkommissionen. Die geförderten Studierenden erhalten neben finanziellen Zuwendungen auch ein umfassendes Angebot an Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten. Mehrere Mitarbeiter engagieren sich als Lehrbeauftragte an Hochschulen. Zu den Verbänden und Hochschulen, die wir mit Spenden unterstützen, gehören der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und die Duale Hochschule Stuttgart. Als größter Arbeitgeber in Bietigheim-Bissingen fühlen wir uns der Gemeinde und ihren Bürgern besonders verpflichtet. Im Jahr 2014 förderten wir unter anderem die musikalische Früherziehung, Kulturveranstaltungen, die Jugendarbeit von Sportvereinen und soziale Einrichtungen wie die Bürgerstiftung. Für Mitarbeiter und deren Familien und Freunde veranstalten wir die Reihe "Kultur erlebt" mit Konzerten sowie Theater- und Kabarettaufführungen. Auch unsere anderen Standorte im In- und Ausland engagieren sich im karitativen Bereich. Dürr-Mitarbeiter aus Großbritannien beteiligten sich an einem Aktionstag gegen Brustkrebs und spendeten Teile ihrer Gehälter zugunsten der Krebsforschung, eines Hospizes und eines Kinderhilfswerks. Weltweit nahmen mehrere Mitarbeiter an Spendenläufen und anderen karitativen Wettbewerben teil. An mehreren Standorten unterstützen wir außerdem Nachwuchsmannschaften im Breitensport. HOMAG Group Mit dem Programm HOMAG Cares werden verschiedene Einrichtungen unterstützt, etwa Kindergärten, die AMSEL-Kontaktgruppe (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter) in Freudenstadt oder der Rollimaus-Verein zur Förderung körperbehinderter und chronisch kranker Kinder und Jugendlicher in Dresden. Die Idee zu HOMAG Cares basiert auf den zahlreichen Fachmessebesuchen des Unternehmens auf der ganzen Welt. Auf den Messen produziert die HOMAG Group im Schaubetrieb Möbel. Diese Möbel werden anschließend verkauft, die Einnahmen daraus durch eine Unternehmensspende ergänzt und für einen guten Zweck gespendet. Nachtragsbericht Mit Wirkung zum 14. Januar 2015 haben wir die Dürr Automation S.A.S. (Frankreich) veräußert. Käufer war die Automation Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Quantum International Partners GmbH. Die verkauften Aktivitäten waren Teil des bei Measuring and Process Systems angesiedelten Geschäfts mit INDUSTRIELLER REINIGUNGSTECHNIK und gehörten nicht mehr zum Kerngeschäft. Aus der Transaktion ergab sich ein Verlust von 4,3 MIO. €. Am 5. März 2015 hat die außerordentliche Hauptversammlung der HOMAG Group AG dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der HOMAG Group AG und der Dürr Technologies GmbH zugestimmt. Der Vertrag wurde am 17. März 2015 im Handelsregister eingetragen und ist seitdem wirksam. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht RISIKEN Bei allen Geschäften, die wir betreiben, wägen wir Chancen und Risiken sorgfältig ab. Wir verfolgen die Strategie, die Risiken mithilfe eines effektiven Risikomanagements so zu steuern und zu reduzieren, dass die Chancen eindeutig überwiegen. ANWENDUNGSBEREICH DES DÜRR-RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS Das im Folgenden beschriebene Dürr-Risikomanagementsystem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr im gesamten Konzern mit Ausnahme der seit 3. Oktober 2014 konsolidierten HOMAG Group angewendet. Die HOMAG Group nutzte ihr eigenes Risikomanagementsystem, das unter der Überschrift "Risikomanagement und Gesamtrisikosituation bei der HOMAG Group" kursorisch beschrieben ist. Auf Basis des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der Dürr Technologies GmbH und der HOMAG Group AG soll die HOMAG Group in das Risikomanagementsystem des Dürr-Konzerns einbezogen werden. ZIELE DES DÜRR-RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS Das Dürr-Risikomanagementsystem wurde in seiner heutigen Form im Jahr 2008 eingeführt. Wir passen es kontinuierlich an neue Anforderungen an, haben im Jahr 2014 aber keine wesentlichen Änderungen vorgenommen. Das Dürr-Risikomanagementsystem orientiert sich an den spezifischen Merkmalen unseres Geschäftsmodells. Es zielt zunächst darauf ab, Risiken systematisch und einheitlich zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Dadurch gewinnen wir eine hohe Risikotransparenz und können effektive Gegenmaßnahmen ergreifen. Wir erfassen alle spezifischen Risiken unseres Geschäfts, sofern sie erkennbar und hinreichend konkret sind. Allgemeine Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht zu beurteilen ist, werden nicht quantitativ berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise Naturkatastrophen. Auch die Chancen unseres Geschäfts erfassen und bewerten wir systematisch. Über diesen Prozess und unser aktuelles Chancenprofil informiert der CHANCENBERICHT. DÜRR-RISIKOMANAGEMENTSYSTEM: METHODEN UND PROZESSE Das Dürr-Risikomanagementsystem ist in die operativen Geschäfts- und Entscheidungsprozesse eingebettet. Wir legen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter offen mit Risiken umgehen und sich nicht scheuen, negative Entwicklungen frühzeitig anzusprechen. Dies entspricht unserem Mitarbeiter-Leitbild des Unternehmers im Unternehmen: Wer bei Dürr arbeitet, soll sich mit seiner Aufgabe identifizieren und eigenständig handeln. Im Gegenzug haben unsere Mitarbeiter die Gewissheit, dass wir Risiken als Teil des Geschäfts akzeptieren, sofern verantwortlich damit umgegangen wird. Im Rahmen unseres Risikomanagementprozesses werden die Risiken aller beteiligten Gesellschaften systematisch erfasst. Das bei der Dürr AG angesiedelte zentrale Risikomanagement stößt den neunstufigen Prozess alle sechs Monate von Neuem an. Im Zentrum dieses Standardrisikozyklus steht die Risikoinventur durch das Management der beteiligten operativen Einheiten. Die Einzelrisiken werden ermittelt, bewertet und verdichtet, das heißt einem von 15 spezifischen Risikofeldern zugeordnet (Abbildung 2.58). Die Risikofelder decken sämtliche Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse sowie die externen Risikobereiche ab. Die Bewertung der Einzelrisiken nehmen die Risikomanager der operativen Einheiten und der Dürr AG vor, als Leitfaden dienen das Risikomanagement-Handbuch sowie die Risikostrukturblätter des Konzerns. Der Bewertungsprozess besteht aus drei Schritten: ― Zunächst wird das Schadenspotenzial berechnet, also die maximale Auswirkung, die ein Risiko innerhalb der nächsten 24 Monate auf das Konzern-EBIT haben kann. Das Schadenspotenzial jedes Einzelrisikos wird einer von vier Kategorien zugeordnet: gering (bis 5 MIO. €), mittel (> 5 bis 10 MIO. €), hoch (> 10 bis 20 MIO. €) und existenzgefährdend (> 20 MIO. €). ― Danach wird die Eintrittswahrscheinlichkeit des Einzelrisikos ermittelt und einer der folgenden Kategorien zugeordnet: gering (circa 5 %), mittel (circa 15 %), hoch (circa 40 %) und sehr hoch (circa 60 %). ― Im dritten Schritt wird die Wirksamkeit möglicher Gegenmaßnahmen geprüft und mit einem risikoreduzierenden Faktor bewertet. Auch die Maßnahmenwirksamkeit wird in vier Kategorien eingeteilt: hohe, befriedigende, geringe und keine Effektivität; letzteres bedeutet, dass keine geeigneten Maßnahmen existieren. Je geringer die Eintrittswahrscheinlichkeit und je höher die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen ist, desto stärker sinkt das EBIT-Risiko, also das konkrete Schadenspotenzial. Unter dem Strich steht das Netto-Risikopotenzial, also das EBIT-Risiko, das nach der Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Effektivität geeigneter Gegenmaßnahmen verbleibt. Aus der Summe aller einzelnen Netto-Risikopotenziale ergibt sich das Gesamtrisikopotenzial der beteiligten Dürr-Gesellschaften. Portfolio- und Korrelationseffekte werden dabei nicht berücksichtigt. Das Gesamtrisikopotenzial lässt sich in Risiken der Divisions und in allgemeine Risiken aufteilen. Nach der Risikoinventur werden zunächst dezentrale Risikoberichte der Gesellschaften und Divisions angefertigt und im Rahmen der Managementprozesse durchgesprochen. Auf dieser Basis erstellt das Risikomanagement der Dürr AG den Konzernrisikobericht, der über alle wesentlichen Einzelrisiken und das Gesamtrisiko informiert. Nach der Analyse im Dürr Management Board und im Vorstand wird der Konzernrisikobericht im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats durchgesprochen. Dessen Vorsitzender nimmt danach im Aufsichtsrat dazu Stellung. Akute Risiken werden sofort an den Vorstand und den Leiter der betreffenden Division gemeldet. Verantwortlich für den Standardrisikozyklus sind die Risikomanager des Konzerns, der Divisions und der Tochtergesellschaften; in der Regel handelt es sich um die Leiter der Controlling-Abteilungen. Auch die interne Revision ist eng eingebunden. WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS/ RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS FÜR DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS BEI DÜRR Das interne Kontrollsystem (IKS) beziehungsweise das Risikomanagementsystem (RMS) für den Rechnungslegungsprozess ist ein Bestandteil des Dürr-Risikomanagementsystems. Es umfasst alle Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung mit hinreichender Sicherheit gewährleisten und sicherstellen, dass die Abschlüsse des Konzerns und der Konzerngesellschaften gemäß den IFRS erstellt werden. Die Gesamtverantwortung für das IKS/RMS obliegt dem Vorstand. Er hat eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation für das IKS/RMS eingerichtet, die alle organisatorischen und rechtlichen Einheiten des Konzerns abdeckt. Für die Überwachung des IKS/RMS ist die interne Revision der Dürr AG zuständig. Das im Folgenden beschriebene interne Kontrollsystem wurde im Jahr 2014 in allen Konzernunternehmen mit Ausnahme der HOMAG-Group-Gesellschaften verwendet. Diese seit Oktober 2014 konsolidierten Gesellschaften setzten das IKS/RMS der HOMAG Group ein, sollen aber auf Basis des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags in das Dürr-IKS/RMS integriert werden. Das Dürr-IKS/RMS orientiert sich eng an den inhaltlichen, organisatorischen und prozessualen Spezifika der Rechnungslegung im Dürr-Konzern. Die wichtigsten Instrumente, Kontroll- und Sicherungsroutinen für den Rechnungslegungsprozess sind: ― Die Bilanzierungsrichtlinie der Dürr AG definiert den Rechnungslegungsprozess der Einzelgesellschaften und die Konsolidierung auf Konzernebene. Sie wird regelmäßig durch das Konzernrechnungswesen aktualisiert und behandelt alle relevanten IFRS-Regelungen. Zudem gibt es separate interne Bilanzierungsstandards, die zum Beispiel die Prozesse der konzerninternen Abstimmung von Lieferungs- und Leistungsbeziehungen beschreiben. ― In einem mehrstufigen Validierungsprozess führen wir Stichproben, Plausibilitätschecks und weitere Kontrollen der Rechnungslegung durch. Daran sind fünf Ebenen beteiligt: operative Gesellschaften, Divisions, Konzern-Controlling, Konzernrechnungswesen und interne Revision. Die Kontrollen beziehen sich auf 35 Gebiete, zum Beispiel Zuverlässigkeit, Sicherheit und Angemessenheit der IT-Systeme, Vollständigkeit von Rückstellungen oder Bewertung kundenspezifischer Fertigungsaufträge. Die Ergebnisse aller wesentlichen Kontrollen werden systematisch dokumentiert und durch das Risikomanagement der Dürr AG erfasst. Danach gehen sie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zu; nach eingehender Prüfung der Ergebnisdokumentation trägt dessen Vorsitzender seine Erkenntnisse dem Aufsichtsrat vor. ― Alle wesentlichen Konzerngesellschaften dokumentieren ihre internen Kontrollen, mit denen sie eine verlässliche und sachgerechte Finanzberichterstattung sicherstellen. Die Dokumentationen, die im Rahmen des Dürr-IKS/RMS entstehen, werden in der Datenbank GCP (Group Company Platform) hinterlegt und dem Konzernrechnungswesen zugeleitet. Die interne Revision überprüft die Existenz und Wirksamkeit der dokumentierten Maßnahmen und Instrumente. ― Unser ERP-SYSTEM und das Konsolidierungssystem kontrollieren automatisch Buchungsprozesse und stellen sicher, dass Sachverhalte in den korrekten Bilanzpositionen berücksichtigt sind. Weitere manuelle Prüfungen sind ebenfalls Teil des Risikomanagements. ― Eine Zugangsberechtigung zum Konsolidierungssystem erhalten nur ausgewählte Mitarbeiter. Zugriff auf alle Daten hat nur ein kleiner Mitarbeiterkreis aus Konzernrechnungswesen und Konzern-Controlling der Dürr AG. Bei anderen Nutzern ist der Zugriff auf die für ihre Tätigkeit relevanten Daten begrenzt. Daten, die auf Ebene der Konzerngesellschaften eingegeben werden, müssen in einem zweistufigen Prozess kontrolliert werden. Zunächst erfolgt eine Prüfung durch die Controlling-Abteilung der zuständigen Division, die zweite Kontrolle nimmt das Konzernrechnungswesen vor. ― Für die kaufmännischen Prozesse, die den Buchungen im Konsolidierungssystem zugrunde liegen, gilt das Vier-Augen-Prinzip. Rechnungen dürfen darüber hinaus nur freigegeben werden, wenn im Einkauf eine entsprechende Bestellung ausgelöst wurde. Je nach Rechnungshöhe ist eine Freizeichnung durch Bereichsleitung, Geschäftsführung oder Vorstand erforderlich. Um Risiken vorzubeugen und einwandfreie Abschlüsse sicherzustellen, beschäftigen wir uns intensiv mit zentralen Themen und Neuerungen in Rechnungslegung und Berichterstattung. Einen Schwerpunkt bildet die Bilanzierung von Fertigungsaufträgen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC). Weitere wichtige Aspekte sind der Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die Zuverlässigkeit der qualitativen Aussagen im Lagebericht und im Corporate-Governance-Bericht. Im Rahmen des IKS/RMS bereiten wir die Mitarbeiter unserer Finanzabteilungen kontinuierlich auf neue Aspekte ihrer Arbeit vor. Unsere Qualifizierungsmaßnahmen umfassen zum Beispiel Trainings zur Anwendung von Rechnungslegungsstandards, Bilanzierungsregeln und Software-Tools. Bei der Integration der HOMAG Group spielt die Anpassung an die Rechnungslegungsprozesse bei Dürr eine wichtige Rolle. Unmittelbar nach Vollzug der Mehrheitsübernahme haben bei der HOMAG Group entsprechende Schulungen begonnen, um eine zuverlässige Erstellung der Abschlüsse zu gewährleisten. GESAMTRISIKOSITUATION (OHNE HOMAG GROUP): RISIKOPOTENZIAL LEICHT GESUNKEN Die folgende Beurteilung der Gesamtrisikosituation bezieht sich auf den Dürr-Konzern ohne das in die Broetje-Gruppe eingebrachte Aircraft-Geschäft (Flugzeugmontagetechnik) und ohne die HOMAG Group AG. Da Dürr und die HOMAG Group bisher unterschiedliche Risikomanagementsysteme eingesetzt haben, wäre eine Gesamtaussage nicht zielführend. Eine separate Aussage zur Gesamtrisikosituation bei der HOMAG Group finden Sie weiter unten. Aus heutiger Sicht beurteilen wir unsere Gesamtrisikosituation als gut beherrschbar. Derzeit sind keine Risiken in Sicht, die separat oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Gegenüber dem Jahresende 2013 hat sich das Gesamtrisikopotenzial leicht verringert und erreichte rund 90 MIO. €. Ein Faktor für den Rückgang war die Abtrennung des Geschäfts mit Flugzeugmontagetechnik, das einen überdurchschnittlich hohen Russlandanteil aufwies. Das Gesamtrisikopotenzial ist die Summe der Netto-Risikopotenziale von 163 identifizierten Einzelrisiken, die den 15 Risikofeldern von Dürr zugeordnet wurden. Akquisitionsrisiken in Zusammenhang mit der Mehrheitsübernahme der HOMAG Group sind nicht in das Gesamtrisikopotenzial eingeflossen, da wir die für den vorliegenden Bericht maßgebliche Risikoinventur bereits im Oktober 2014 abgeschlossen hatten. 2.59 DIE 10 WICHTIGSTEN RISIKOFELDER BEI DÜRR (OHNE HOMAG GROUP)1 scroll 1. Projektabwicklung, Engineering 2. Finanzen, Controlling 3. Wettbewerb 4. Wirtschaftliches Umfeld, Kapitalmarkt 5. Markt 6. Beschaffung 7. Steuern, Gesetze, Compliance 8. Personal 9. After-Sales-Phase 10. Angebotsphase 1 gemessen an ihrem Anteil am Gesamtrisikopotenzial Gemessen am Geschäftsvolumen und an der gesamtwirtschaftlichen Situation erachten wir das Gesamtrisikopotenzial als angemessen. Im Hauptrisikofeld "Projektabwicklung, Engineering" hat sich das Netto-Risikopotenzial seit Ende 2013 um knapp 10 % verringert, da wir unsere Kapazitäten an das hohe Geschäftsvolumen angepasst haben und über effizientere Abwicklungsprozesse verfügen. Das zweitwichtigste Risikofeld ist der Bereich "Finanzen, Controlling", gefolgt vom Risikofeld "Wettbewerb". Insgesamt trugen die drei wichtigsten Risikofelder 47 % zum Gesamtrisikopotenzial bei (Vorjahr: 51 %). RISIKOMANAGEMENT UND GESAMTRISIKOSITUATION BEI DER HOMAG GROUP Das Risikomanagementsystem der HOMAG Group deckt alle Aktivitäten des Unternehmens ab. Bei regelmäßigen Risikoinventuren werden die Risiken aller relevanten Gesellschaften identifiziert, analysiert, bewertet und mithilfe geeigneter Gegenmaßnahmen gesteuert und verringert. Weitere Schritte sind die Dokumentation und Kommunikation sämtlicher Risiken sowie die permanente Überwachung aller Systemschritte. Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse sowie des Planungs- und Kontrollprozesses. Eine wichtige Rolle spielen die Controlling-Abteilungen der HOMAG Group. Sie überwachen mithilfe des monatlichen Berichtswesens, ob die vorgegebenen Ziele eingehalten werden beziehungsweise worauf eventuelle Abweichungen zurückgehen. Das interne Kontrollsystem (IKS) für den Rechnungslegungsprozess umfasst die Identifikation möglicher Risiken für den Rechnungslegungsprozess sowie sämtliche Maßnahmen für eine sichere, EDV-gestützte Verarbeitung relevanter Daten und Sachverhalte. Richtigkeit, Vollständigkeit und Plausibilität der Rechnungslegungsdaten werden regelmäßig stichprobenartig überprüft. Ferner gibt es mehrere Kontrollen für den Rechnungslegungsprozess, die von der internen Revision überprüft werden. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft die Funktionsfähigkeit des IKS für den Rechnungslegungsprozess. Das Gesamtrisikopotenzial der HOMAG Group steht in angemessenem Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Risiken, die den Bestand des Konzerns bedrohen könnten, sind derzeit nicht erkennbar. Das bedeutendste Risikofeld der HOMAG Group ist der Bereich "Markt". Darin wird zum Beispiel das Risiko kurzfristiger Investitionsrückgänge bei Konjunkturabkühlungen berücksichtigt. An zweiter und dritter Stelle stehen die Risikofelder "Finanzen, Controlling" und "Wettbewerb". Die Risiken im Bereich "Projektabwicklung, Engineering" fallen bei der HOMAG Group als Maschinenbauer deutlich geringer aus als im restlichen Dürr-Konzern mit seinem umfangreichen Anlagenbaugeschäft. 2.60 DIE 10 WICHTIGSTEN RISIKOFELDER BEI DER HOMAG GROUP1 scroll 1. Markt 2. Finanzen, Controlling 3. Wettbewerb 4. Projektabwicklung, Engineering 5. Beschaffung 6. Steuern, Gesetze, Compliance 7. IT 8. Fertigung 9. Personal 10. F&E 1 gemessen an ihrem Anteil am Gesamtrisikopotenzial EINZELRISIKEN WIRTSCHAFTLICHES UMFELD/ KONJUNKTUR Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist vergleichsweise heterogen und volatil. In unseren wichtigsten Märkten stufen wir die konjunkturellen Risiken aber als überschaubar ein. In den USA liegt das BIP-Wachstum derzeit über den Prognosen. Die chinesische Wirtschaft entwickelte sich im Jahr 2014 mit einem BIP-Zuwachs von 7,3 % im Rahmen der Erwartungen. Derzeit ist in China keine gravierende Konjunkturabkühlung zu erwarten. Sollte es dennoch dazu kommen, hätte dies jedoch deutliche Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag von Dürr. In Brasilien führten die Konjunkturschwäche und der Rückgang des Automobilabsatzes dazu, dass die Automobilindustrie im Berichtsjahr kaum größere Investitionen tätigte. Allerdings verfügt Dürr Brasil über einen hohen Auftragsbestand und erhält genügend kleinere Aufträge, um die vorübergehende Marktschwäche zu überbrücken. Ab 2015 erwarten wir in Brasilien wieder ein Wachstum von Automobilproduktion und -absatz. In Westeuropa besteht das Risiko, dass der Kurs der neuen griechischen Regierung auch in anderen Staaten zu einer Abkehr von der Politik des Schuldenabbaus führt. Sollte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine militärisch eskalieren, brächte dies erhebliche Unsicherheiten für die europäische Wirtschaft mit sich. Die Risiken infolge der Wirtschaftssanktionen gegen Russland sind begrenzt. Zwar hat sich das Investitionsklima in Russland deutlich verschlechtert. Üblicherweise trägt das Russlandgeschäft jedoch nur rund 2 % zum Geschäftsvolumen von Dürr bei, im Jahr 2014 betrug der Anteil Russlands am Auftragseingang 1 %. Die HOMAG Group erwirtschaftete in der Vergangenheit rund 3 % ihres Umsatzes in Russland, 2014 waren es 2 %. Regelmäßige Szenarioanalysen bestätigen, dass Dürr robuster gegenüber konjunkturellen Schwankungen geworden ist. Durch unsere weltweite Präsenz können wir Schwächephasen in Einzelmärkten besser überbrücken. Der hohe Anteil unseres Geschäfts in den Emerging Markets bewirkt, dass wir nicht von den wachstumsschwächeren Märkten Westeuropas abhängig sind. Aufgrund unseres hohen Auftragsbestands sind Auslastung und Umsatz im Jahr 2015 größtenteils abgesichert. Darüber hinaus tragen unsere breite installierte Basis und das wachsende Service-Geschäft zur Stabilisierung der Ertragslage bei. Im Anlagenbaugeschäft, das von den langfristigen Investitionsentscheidungen der Automobilindustrie geprägt ist, wirken sich Konjunkturschwächen mit einer gewissen Verzögerung aus. Dies verschafft uns Zeit, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das frühzyklische Maschinenbaugeschäft reagiert bei gesamtwirtschaftlichen Abkühlungen tendenziell schneller. Durch die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group ist der Maschinenbauanteil unseres Geschäfts auf rund 60 % gestiegen, dementsprechend reagiert unser Geschäft tendenziell schneller auf konjunkturelle Veränderungen als zuvor. KAPITALMARKT Eine erneute Eskalation der europäischen Schuldenkrise oder ein starker wirtschaftlicher Einbruch in Russland könnten die Stabilität an den Kapitalmärkten erschüttern. Auf eine größere Krise deutet derzeit allerdings wenig hin. Zudem haben wir uns im Jahr 2014 langfristig refinanziert, sodass wir momentan nicht auf den Kapitalmarkt zurückgreifen müssen. Das Risiko einer feindlichen Übernahme der Dürr AG stufen wir als relativ gering ein. Die Gründerfamilie Dürr, deren Anteile bei der Heinz Dürr GmbH und der Heinz und Heide Dürr Stiftung liegen, hält als Ankeraktionär 28,7 % der Anteile und besitzt eine starke Abstimmungsposition auf der Hauptversammlung. Knapp 55 % der Anteile an der Heinz Dürr GmbH wurden im Jahr 2013 in die neu gegründete Dürr-Familienstiftung eingebracht, damit hat die Familie Dürr ihr Bekenntnis zum Unternehmen unterstrichen. Über die Change-of-Control-Klauseln im Zusammenhang mit unserer Unternehmensanleihe informieren die Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB im Kapitel DER KONZERN IM ÜBERBLICK. OPERATIVE RISIKEN: ANGEBOTSPHASE Bei hoher Wettbewerbsintensität ist nicht auszuschließen, dass wir unsere Margenziele nicht durchsetzen können. Bei der Kalkulation langfristiger Aufträge im Anlagenbau besteht das Risiko, dass wir Kosten für Projekte falsch einschätzen und dadurch Margenrisiken entstehen. Dem beugen wir vor, indem wir auf der Beschaffungsseite stets aktuelle Marktpreise einholen und die Kalkulationsannahmen für unsere Projekte durch die Zentralabteilung Global Proposal Assurance prüfen lassen. Im Maschinenbaugeschäft, das durch Kleinserienfertigung und eine kontinuierliche Beschaffung geprägt wird, ist das Kalkulationsrisiko geringer. OPERATIVE RISIKEN: PROJEKTABWICKLUNG/ENGINEERING Zu den wichtigsten Risiken unseres Geschäfts gehören mögliche Mehrkosten in der Auftragsabwicklung. Sie können entstehen, falls wir Termine oder andere Zusagen nicht einhalten, zum Beispiel aufgrund von Kapazitätsengpässen oder technischen Problemen. Die Risiken in der Auftragsabwicklung haben im Jahr 2014 abgenommen, da wir unsere Kapazitäten an das höhere Geschäftsvolumen angepasst haben. Ferner sind wir dank standardisierter Produkte, Geschäftsprozesse und IT-Systeme in der Lage, Projekte auch bei hoher Auslastung effizient abzuwickeln. Auch die technische Komplexität von Projekten oder logistische Probleme können zu Risiken führen. Zur Vorbeugung setzen wir spezielle Risikomanagement-Instrumente ein. Dazu gehören die Einbindung des System Centers Bietigheim-Bissingen, ein engmaschiges Lieferanten-Monitoring, das Vertragsmanagement sowie regelmäßige Projekt-Reviews. GESETZE UND STEUERN Als weltweit agierendes Unternehmen müssen wir eine Vielzahl unterschiedlicher Rechtsnormen beachten. Um Gesetzesverstöße zu vermeiden, arbeiten wir mit Experten für das jeweilige nationale Recht zusammen. Rechtliche oder steuerliche Veränderungen sowie neue Handelsbarrieren könnten unsere Kosten erhöhen und die Absatzchancen verringern. Derzeit sehen wir jedoch keine konkreten Steuer- und Gesetzesvorhaben, die zu gravierenden Nachteilen für uns führen könnten. Angesichts hoher Staatsdefizite in vielen Ländern sind Steuererhöhungen aber nicht auszuschließen. Im Jahr 2014 haben die deutschen Steuerbehörden die Betriebsprüfungen für die Jahre 2005 bis 2010 bei allen wesentlichen deutschen Dürr-Tochtergesellschaften fortgesetzt. Für erkennbare Steuernachforderungen haben wir entsprechende Rückstellungen gebildet. Wir erwarten, dass die inländischen Betriebsprüfungen im Jahr 2015 abgeschlossen werden. Die steuerlichen Außenprüfungen, die in verschiedenen Auslandsgesellschaften durchgeführt werden, lassen derzeit keinen Nachzahlungsbedarf erkennen. MARKT Aufgrund der anhaltenden Konjunkturprobleme ist der europäische Markt nach wie vor von einem niedrigen Investitionsniveau geprägt. Dies trifft sowohl auf unsere Kunden aus der Automobilindustrie als auch auf Abnehmer aus anderen Branchen zu. Allerdings können wir die verhaltene Nachfrage durch die positive Entwicklung in anderen Märkten kompensieren. Zudem entfällt nur ein relativ kleiner Teil unseres Auftragseingangs auf Westeuropa (2014: 15,8 %, ohne Deutschland). Weltweit ist die Anzahl der Automobilhersteller begrenzt. Dementsprechend ist unsere Kundenbasis relativ konzentriert, was zu Abhängigkeitsrisiken führen kann. Im Jahr 2014 entfielen 50,5 % unseres Umsatzes auf die zehn größten Kunden (Vorjahr: 56,9 %), der größte Einzelkunde steuerte 14,7 % zum Konzernumsatz bei (Vorjahr: 13,4 %). In unseren Aktivitäten außerhalb der Automobilindustrie, beispielsweise bei der HOMAG Group und bei Teilen von Schenck, verfügen wir über eine sehr breite Kundenbasis. Daher ist das Abhängigkeitsrisiko deutlich geringer. Die HOMAG Group bietet ihren - meist kleineren - Kunden Finanzierungsmöglichkeiten an, um Investitionshürden abzubauen. Wir sind in unseren Märkten einem stetigen Preisdruck ausgesetzt, dem wir durch Innovation, Prozessoptimierung und Kostenkontrolle begegnen. Das Risiko von Forderungsausfällen ist in der Regel gut beherrschbar. Das Gesamtvolumen der Forderungen ist moderat. Einem großen Teil unserer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stehen erhaltene Anzahlungen von Kunden gegenüber. Hohe Forderungen existieren vor allem gegenüber Automobilherstellern, die meist über gute Erträge und Cashflows sowie Investment-Grade-Ratings verfügen. Die Zahlungseingänge von Kunden ohne Investment-Grade-Rating überwachen wir engmaschig. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass es bei Kunden zu Forderungsausfällen kommt, die sich negativ auf uns auswirken können. UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN Geschäftsschwerpunkt Emerging Markets In den vergangenen zehn Jahren haben wir den Schwerpunkt unseres Geschäfts auf die nachfragestarken Emerging Markets verlagert. Die HOMAG Group verfolgt eine ähnliche Strategie und plant, ihren Geschäftsanteil in China und anderen Schwellenländern weiter auszubauen. Die starke Ausrichtung unseres Geschäfts auf die Emerging Markets geht mit besonderen Risiken einher: ― In den Emerging Markets können kulturelle und sprachliche Barrieren, unzureichende Informationen über Lieferanten, Kunden und Marktgepflogenheiten sowie spezielle rechtliche und politische Rahmenbedingungen zu Nachteilen führen. Die Personalfluktuation ist in Schwellenländern wie China und Indien im Industriedurchschnitt höher als in Deutschland. Bei Dürr liegt sie allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Attraktive Vergütungspakete, unser Status als Weltmarktführer sowie eine wertschätzende Unternehmenskultur und gezielte Investitionen in die Personal- und Karriereentwicklung helfen uns, leistungsfähige Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Produkt- und Markenpiraterie sind in den Emerging Markets stärker verbreitet als in den etablierten Märkten. Die daraus entstehenden Risiken stufen wir als beherrschbar ein. Unsere Kerntechnologien entwickeln wir ausschließlich in Deutschland. Sie werden durch Patente abgesichert und erfordern viel Prozess-Know-how und Spezialwissen, sodass sie kaum ohne Qualitätsverluste kopierbar sind. Low-Cost-Wettbewerbern in den Emerging Markets treten wir mit einer Kombination aus Technologieführerschaft und Lokalisierung entgegen. Unseren technischen Vorsprung sichern wir durch kontinuierliche Produktinnovationen. Unsere Kosten passen wir durch lokale Produktentwicklung (Local Design) und lokale Wertschöpfung an das Marktniveau an. Um Überlastungsrisiken zu vermeiden, haben wir unsere Kapazitäten an das hohe Geschäftsvolumen in den Emerging Markets angepasst. Ende 2014 waren dort 3.973 Mitarbeiter für den Konzern tätig, im Jahr 2005 waren es lediglich 860. ― Dem Risiko einer Unterauslastung in den etablierten Märkten (Westeuropa und Nordamerika) begegnen wir durch eine vorausblickende Kapazitätsplanung und -steuerung. In Ländern, in denen sich die Nachfrage strukturell verringert, passen wir unsere Kapazitäten an. Die großen deutschen Konzernunternehmen nehmen eine Sonderrolle ein: Als Leitgesellschaften unterstützen sie das Geschäft in allen Teilen der Welt, daher ist ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren gewachsen. Akquisitionen/neue Geschäftsfelder Trotz umfassender Due Diligence ist es bei Firmenakquisitionen möglich, dass Umsatz, Ertrag und Synergieeffekte nicht die angestrebten Ziele erreichen. Auch bei der Mehrheitsübernahme der HOMAG Group besteht dieses Risiko. Die Entscheidung zum Kauf der HOMAG Group haben wir auf Basis sorgfältiger Prüfungen und Analysen getroffen. Die Einbindung in den Dürr-Konzern erfolgt nach einem umfassenden Integrationsfahrplan: Ein übergeordneter Lenkungsausschuss, ein Projektmanagement-Team sowie über 20 themenbezogene Integrationsteams aus Spezialisten von Dürr und der HOMAG Group sorgen für eine strukturierte Vorgehensweise. Wie wichtig uns die Einbindung und die Weiterentwicklung der HOMAG Group sind, zeigt die Tatsache, dass mit Ralph Heuwing ein erfahrener Vertreter aus dem Dürr-Vorstand den Vorstandsvorsitz der HOMAG Group AG übernommen hat. Der Eintritt in neue Geschäftsfelder, zum Beispiel KLEBETECHNIK, Energieeffizienztechnik und APPLIKATIONSTECHNIK für die allgemeine Industrie, ist mit Risiken verbunden. Nicht auszuschließen sind beispielsweise Fehleinschätzungen hinsichtlich Kundenanforderungen und Preisziele sowie der Nachfrage- und Wettbewerbssituation, des erforderlichen Ressourceneinsatzes und des Durchsetzungspotenzials angebotener Produkte. Dies kann zu einem erhöhten Abschreibungsrisiko bei Investitionen und Firmenbeteiligungen führen. Wir stufen die genannten Risiken jedoch als beherrschbar ein: Die neuen Geschäftsfelder grenzen an unser Kerngeschäft an. Bei ihrer Erschließung können wir bewährte Technologien und Prozesse einsetzen und auf unser weltweites Standortnetzwerk zurückgreifen. Zudem haben wir vor dem Eintritt intensive Analysen und eine systematische Rendite-/Risikoabwägung durchgeführt. KUNDEN/PRODUKTE Aus heutiger Sicht planen unsere Kunden keine Innovationen, Prozessveränderungen oder Geschäftsmodelle, die zu wesentlichen Nachteilen für uns führen könnten. Der Verbrennungsmotor dürfte in der Automobilindustrie zumindest mittelfristig die mit Abstand wichtigste Antriebstechnik bleiben. Ein Durchbruch der Elektromobilität im Massenmarkt ist noch nicht absehbar, vielmehr investiert die Branche stark in die Entwicklung sparsamer Verbrennungsaggregate. Dies eröffnet uns anhaltende Geschäftschancen in der Reinigungs- und AUSWUCHTTECHNIK. Im Karosseriebau ist nicht erkennbar, dass Aluminium, Stahl und Kunststoffe in absehbarer Zeit von anderen Materialien verdrängt werden. Im Lackiertechnikgeschäft sehen wir daher keine gravierenden Substitutionsrisiken. Die Automobilindustrie nutzt verstärkt Kunst- und Verbundwerkstoffe, um Fahrzeuggewicht und Kraftstoffverbrauch zu senken. Auch neue Materialien müssen lackiert werden, daher entwickeln wir spezielle Produkte für die Kunststofflackierung. Kunst- und Verbundwerkstoffe lassen sich nicht schweißen, sondern müssen geklebt werden. Entsprechend wächst die Nachfrage in der Klebetechnik. F&E- UND PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN Vor mangelnder Marktakzeptanz für neue Produkte und Services schützen wir uns, indem wir den Bedarf genau analysieren, Pilotkunden in den Innovationsprozess einbeziehen und Produkte mit hohem Return on Investment für den Kunden entwickeln. Dies reduziert auch das Risiko, aktivierte Entwicklungsleistungen außerplanmäßig abschreiben zu müssen. Damit neue Produkte nicht mit Schutzrechten Dritter kollidieren, verfolgen wir die relevanten Patentanmeldungen. Produkthaftungsfälle kommen in unserem Geschäft selten vor, dennoch schließen wir Produkthaftungsversicherungen ab und stellen sicher, dass unsere Produkte den Arbeitsschutzvorschriften entsprechen. WETTBEWERBSRISIKEN Unsere Kunden beobachten den Wettbewerb ihrer Lieferanten aufmerksam. Angesichts unserer hohen Marktanteile verbreitern einige Abnehmer ihre Lieferantenbasis, indem sie mit kleineren Wettbewerbern zusammenarbeiten. Uns sind keine Pläne für Zusammenschlüsse von Wettbewerbern bekannt. Auch Konkurrenzprodukte, die unsere Marktstellung gefährden könnten, sind nicht in Sicht. Weder in China noch in anderen wichtigen Märkten werden inländische Wettbewerber uns gegenüber systematisch bevorzugt. Unser Geschäft ist grundsätzlich durch hohe technologische Eintrittsbarrieren gekennzeichnet. Im unteren Marktsegment sehen wir aufgrund der geringeren technischen Komplexität jedoch eine zunehmende Anzahl an Wettbewerbsprodukten. BESCHAFFUNGSRISIKEN Die Beschaffungsrisiken haben sich gegenüber dem Vorjahr verringert. Durch den Ausbau unserer Eigenfertigung sind wir weniger abhängig von Lieferanten, zudem haben wir unsere Lieferantenbasis in den Emerging Markets weiter ausgebaut. Beide Maßnahmen haben das Risiko von Termin- und Qualitätsproblemen bei der Belieferung unserer Baustellen verringert. Um unser geistiges Eigentum zu schützen, geben wir keine anspruchsvollen Konstruktionen an Auftragsfertiger. Bei Preissteigerungen unserer Lieferanten besteht das Risiko, dass wir die höheren Kosten nicht vollständig an unsere Kunden weiterreichen können. Allerdings ist das Preissteigerungsrisiko in unseren Beschaffungsmärkten derzeit beherrschbar. Die Preise für Rohstoffe wie Stahl und Kupfer liegen auf relativ niedrigem Niveau, die Energiepreise sind gesunken. Zudem wurden unsere Materialkosten durch den Ausbau der Eigenfertigung deutlich entlastet. Das Insolvenzrisiko von Lieferanten ist in den meisten Ländern gering. Um uns gegen Verfügbarkeits- und Preisrisiken in der Beschaffung abzusichern, schließen wir Rahmenverträge mit Vorzugslieferanten ab und bündeln Einkaufsvolumina. Die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen stufen wir als gering ein, da wir über eine breite Lieferantenbasis verfügen. Rahmenverträge über größere Volumina werden nur mit Vorzugslieferanten guter Bonität vereinbart. PERSONALRISIKEN Viele unserer Mitarbeiter sind auf ihrem Fachgebiet hoch spezialisiert. Das Risiko von Know-how-Verlusten bei Austritten begrenzen wir, indem wir Spezialkenntnisse auf mehrere Wissensträger im Unternehmen verteilen. Dazu fördern wir den internen Wissenstransfer durch Dokumentationen, Schulungen, Patenschaften und das konzernweite Intranet. Um Auslastungsrisiken zu vermeiden, setzen wir externe Zeitarbeitskräfte ein. Auch wir sind dem Risiko ausgesetzt, dass wir gut qualifizierte Kräfte nicht in ausreichender Zahl gewinnen können. Dies trifft vor allem auf Berufe in den Bereichen Ingenieurwesen und Informationstechnologie zu. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir Experten durch eine langfristige Karriereplanung an das Unternehmen binden. Zudem haben wir unser Personal- und Hochschulmarketing deutlich ausgebaut. Auszubildende, Trainees und Studierende an Dualen Hochschulen übernehmen wir nach Möglichkeit in feste Arbeitsverhältnisse. IT-RISIKEN Die Hauptrisiken im IT-Bereich sind Datenverlust, Hacking und Virenangriffe. Sie haben in den vergangenen Jahren parallel zum verstärkten Einsatz von IT-Lösungen zugenommen. Wir schützen uns durch eine konzernweite IT-Sicherheitsorganisation, durchgängige IT-Sicherheitsrichtlinien und eine robuste IT-Infrastruktur mit modernen Firewall- und Antivirenprogrammen. Das Risiko von Produktivitätsverlusten oder Komplettausfällen reduzieren wir durch Back-up-Server, redundante Datenleitungen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen. Unser Risiko, Hacker- und Ausspähungsangriffen ausgesetzt zu sein, stufen wir als branchenüblich ein. UMWELT- UND ARBEITSSICHERHEITSRISIKEN In unseren Werken und auf Baustellen kann es zu Arbeitssicherheitsrisiken kommen. Daher haben wir entsprechende Sicherheitsstandards entwickelt und in einer Health & Safety-Richtlinie für den Konzern zusammengefasst. Zudem führen wir regelmäßige Schulungen durch und arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um eine hohe Arbeitssicherheit auf den Baustellen zu gewährleisten. Zuletzt haben wir viele Produktionsstandorte neu gebaut oder modernisiert und mit Maschinen mit hohen Sicherheitsstandards ausgerüstet. Gesundheits- und umweltschädliche Stoffe kommen nur in begrenztem Umfang zum Einsatz, zum Beispiel bei Versuchen in der Reinigungs- und Lackiertechnik. In allen Bereichen des Emissions- und Arbeitsschutzes beachten wir neben gesetzlichen Regelungen auch interne Richtlinien sowie Vorgaben der entsprechenden Zertifizierungssysteme. RECHTLICHE RISIKEN Unsere bedeutendsten rechtlichen Risiken sind Gewährleistungsansprüche sowie Schadenersatzforderungen von Kunden bei Produktionsausfällen. Falls wir vertragliche Verpflichtungen bei der Leistungserbringung nicht einhalten, drohen Konventionalstrafen. Bevor wir vertragliche Zusagen abgeben, etwa zur Verfügbarkeit einer Anlage, prüfen wir mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen. Unerfüllbare Ansprüche schließen wir grundsätzlich aus. Auch Patentstreitigkeiten sind möglich. Zurzeit sind wir in keine außergewöhnlichen Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Bei keinem der anhängigen Verfahren überschreitet der Streitwert einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag. Die Einbringung des Aircraft-Geschäfts (Flugzeugproduktionstechnik) in die Broetje-Gruppe ist mit den bei derartigen Transaktionen üblichen Haftungsrisiken verbunden. Unter anderem haben wir in Zusammenhang mit der Abwicklung eines Großauftrags eine Garantie gestellt. WÄHRUNGS-, ZINS- UND LIQUIDITÄTSRISIKEN SOWIE FINANZINSTRUMENTE ZUR RISIKOMINIMIERUNG Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken werden ausführlich im Anhang zum Konzernabschluss beschrieben. Bitte beachten Sie auch TEXTZIFFER 40. Das Management von Fremdwährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken ist im Dürr-Konzern in einer speziellen Richtlinie definiert. Im Zentrum steht das Finanzrisiko-Komitee, dem der Finanzvorstand, die Leiter von Konzern-Controlling und Konzern-Treasury sowie die Finanzverantwortlichen der Divisions angehören. Dieses Gremium befasst sich mit finanzstrategischen Fragen und bereitet entsprechende Vorstandsbeschlüsse vor. Absicherung von Fremdwährungsrisiken Im Rahmen des Risikomanagements setzen wir derivative Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein. Der Schwerpunkt liegt auf Devisentermingeschäften zur Währungssicherung. Der Nominalwert der Devisenterminkontrakte im Konzern belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 522,0 MIO. € (31.12.2013: 250,9 MIO. €). Abgesichert wurden vor allem Zahlungsströme in den maßgeblichen Fremdwährungen, die unter TEXTZIFFER 5 im Anhang zum Konzernabschluss aufgeführt sind. Derivative Finanzinstrumente zur Zinssicherung wurden in den bisherigen Aktivitäten des Dürr-Konzerns im Geschäftsjahr 2014 nicht eingesetzt, bei der HOMAG Group belief sich ihr Gesamtvolumen auf 52,5 MIO. €. Bei Projekten mit Fremdwährungsrisiken sichern wir unmittelbar nach Erhalt des Auftrags den Umsatzanteil ab, der über die Kosten in der entsprechenden Fremdwährung hinausgeht. Grundsätzlich schließen wir für jedes Einzelprojekt ein separates Sicherungsgeschäft ab (Micro Hedge). Im Standardmaschinen- und Ersatzteilgeschäft nutzen wir angesichts der kleineren Auftragsvolumina auch Macro Hedges für mehrere Aufträge, um den Transaktionsaufwand zu senken. Alle Finanzderivate und deren Grundgeschäfte unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle und Bewertung. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist auf die wirtschaftliche Absicherung des operativen Geschäfts begrenzt. Im Währungsbereich unterliegen wir dem üblichen Translationsrisiko bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro. Die Transaktionsrisiken durch den Export von Produkten sind in unseren bisherigen Aktivitäten von untergeordneter Bedeutung, da wir viele Güter vor Ort produzieren oder in Landeswährung kaufen (Natural Hedge). Durch die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group, die einen hohen Fertigungsanteil in Deutschland und entsprechend umfangreiche Exporte aufweist, ist das Transaktionsrisiko jedoch gestiegen. Absicherung von Zinsrisiken Wir verfolgen eine konservative Zins- und Finanzierungsstrategie. Ihre Hauptmerkmale sind langfristige Zins- und Finanzierungssicherheit, Fristenkongruenz und Spekulationsverbot. Unsere Finanzverschuldung besteht hauptsächlich aus der im April 2014 begebenen festverzinslichen Anleihe und der langfristigen Campus-Finanzierung. Die Finanzverbindlichkeiten der HOMAG Group entfallen hauptsächlich auf einen syndizierten Kredit. Insgesamt besteht bei der Konzernfinanzierung ein begrenztes Zinsänderungsrisiko. Unser Zinsrisikomanagement deckt alle zinstragenden und zinsreagiblen Bilanzpositionen ab. Anhand regelmäßiger Zinsanalysen lassen sich Risiken frühzeitig identifizieren und ihre Auswirkungen simulieren. Fremdfinanzierung, Anlage und Zinssicherung sind prinzipiell im Konzern-Treasury angesiedelt; ab einer definierten Größenordnung sind Ausnahmen dem Finanzvorstand zur Genehmigung vorzulegen. Bei den Pensionsverpflichtungen besteht das Risiko, dass wir die Rückstellungen infolge des niedrigen Zinsniveaus und des entsprechend geringen Abzinsungsfaktors weiter erhöhen müssen. Im Jahr 2014 wurde der Abzinsungsfaktor von 3,5 % auf 2,0 % gesenkt, eine nochmalige Reduktion um einen Prozentpunkt hätte eine Anhebung der Pensionsrückstellungen um 25,6 % auf 67,4 MIO. € zur Folge. Absicherung von Liquiditätsrisiken Unser Ziel ist es, den Liquiditätsbedarf weitestgehend aus dem Cashflow abzudecken. Bei vorübergehend negativen Cashflows - etwa in Phasen mit höherem Net-Working-Capital-Bedarf - bieten unsere gute Liquiditätsposition und die Kreditlinie des syndizierten Kredits Spielraum. Nähere Informationen dazu finden Sie im Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. Dank unseres internationalen Cash Poolings können wir Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften anderen Konzerntöchtern zur Verfügung stellen. Dadurch vermeiden wir die Inanspruchnahme von Krediten und damit verbundene Zinsaufwendungen. Einige Landesgesellschaften nehmen nicht am Cash Pooling teil, da nationales Recht den Kapitaltransfer einschränkt. Finanzierungsrisiken Für das Jahr 2015 sehen wir keine Risiken bei der Fremdkapitalversorgung. Unsere im April 2014 emittierte Unternehmensanleihe hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Den bis 2019 abgeschlossenen syndizierten Kredit der Dürr AG können wir ohne zusätzliche Kosten bis zum Jahr 2021 verlängern. Die Bedingungen der Anleihe sind auf WWW.DURR.DE unter "Investor Relations" einsehbar und enthalten die marktüblichen Beschränkungen und Verpflichtungen. Sollten wir dagegen verstoßen, könnte der Anleihebetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen fällig gestellt werden. Die Verträge zu den syndizierten Krediten der Dürr AG und der HOMAG Group AG sehen die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen vor. Bei Nichteinhaltung dieser Financial Covenants kann das jeweilige Bankenkonsortium den betreffenden Vertrag vorzeitig kündigen. Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Financial Covenants zu jedem Berechnungsstichtag eingehalten. Absicherung von Anlagerisiken Mithilfe einer Richtlinie für das Financial Asset Management reduzieren wir Risiken bei der Anlage freier Mittel. Sie regelt zum Beispiel die zulässigen Asset-Klassen, Bonitätsanforderungen und den Umgang mit Klumpenrisiken. Im Einklang mit der Richtlinie besitzen wir keine Staatsanleihen, deren fristgerechte Rückzahlung unsicher ist. Daher besteht kein erhöhtes Risiko einer außerplanmäßigen Abschreibung auf finanzielle Vermögenswerte oder Finanzanlagen. HOMAG Group AG Die HOMAG Group AG arbeitet derzeit noch mit eigenen Prozessen und Systemen für die Absicherung von Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken, für das Cash Pooling und für die Anlage freier Mittel. Auf Basis des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags soll die HOMAG Group in die Prozesse und Systeme von Dürr einbezogen werden. Für den Mehrheitserwerb der HOMAG Group AG sind im vierten Quartal 2014 228,1 MIO. € abgeflossen. Dennoch verfügen wir über eine komfortable Liquidität von 522,0 MIO. €. Aus heutiger Perspektive bestehen keine außergewöhnlichen Liquiditäts- und Verschuldungsrisiken. Von den Barlinien aus den syndizierten Krediten der Dürr AG und der HOMAG Group AG (insgesamt 307,5 MIO. €, inklusive Tilgungsbarkredit) wurden zum 31. Dezember 2014 60,1 MIO. € in Anspruch genommen. RATINGS Weder Dürr noch die HOMAG Group lassen ihre Bonität durch Ratings bewerten. CHANCEN In unseren Märkten eröffnen sich laufend neue Chancen. Diese Chancen zu identifizieren, richtig einzuschätzen und zu nutzen, ist ein wesentlicher Faktor für nachhaltiges und profitables Wachstum. CHANCENMANAGEMENTSYSTEM Unsere Experten in den Divisions kennen die Märkte und stehen in engem Kontakt zu Kunden und Lieferanten. Sie sind die ersten, die in ihren Geschäftsfeldern neue Potenziale erkennen. Daher basiert unser Chancenmanagementsystem auf ihrer Einschätzung. Die auf Expertenebene gewonnenen Erkenntnisse werden zunächst in den Divisions diskutiert, zu Chancenkomplexen verdichtet und bewertet. Chancenkomplexe, die nachhaltiges Geschäftspotenzial bieten, werden in Strategie-Workshops mit dem Vorstand vorgestellt und analysiert. Bei positivem Entscheid nehmen wir das Vorhaben in die Strategie auf, definieren Ziele und weisen Ressourcen zu. Die Identifikation und Bewertung von Geschäftschancen ist ein kontinuierlicher Prozess, den die Leiter der Divisions steuern. Bei Chancen mit erheblicher strategischer Bedeutung bilden wir interdisziplinäre Teams für Potenzialanalyse, Organisationsaufbau und - gegebenenfalls - Akquisitionsprozesse. Neben der Marktbeobachtung ist die Kooperation mit Hochschulen und Forschungsinstituten ein weiteres Instrument des Chancenmanagementsystems. Dadurch können wir wissenschaftliche Fortschritte auf ihre Eignung für unser Geschäft überprüfen. Auch Veränderungen in der Gesetzgebung können zu neuen Chancen führen. Dies gilt zum Beispiel für die Fortentwicklung der rechtlichen Standards im Emissionsschutz. Sie generieren häufig Bedarf für umweltfreundlichere Produktionsprozesse. Das Dürr-Chancenmanagementsystem umfasst globale und regionale Chancen sowie Potenziale mit bestimmten Produkten, Kunden und Geschäftsmodellen. In der HOMAG Group AG obliegt die Identifizierung, Analyse und Umsetzung von Chancen dem Vorstand und dem Management der Tochtergesellschaften. Die Chancenanalyse bildet die Basis für die Konzernstrategie. CHANCENPOTENZIAL Im Folgenden skizzieren wir die wesentlichen strategischen und operativen Chancen des Dürr-Konzerns und seiner Divisions. In der Geschäftsplanung für 2015 und der strategischen Planung bis 2018 haben wir das Umsatz- und Ertragspotenzial, das sich aus den Chancen ergeben kann, realistisch berücksichtigt. Sollten wir die sich bietenden Chancen stärker nutzen können als unterstellt, könnten im Jahr 2015 der Umsatz um bis zu 8 % und das EBIT um bis zu 7 % höher ausfallen als in der Planung beziehungsweise im Ausblick angenommen. Diese Werte beziehen sich auf den Dürr-Konzern ohne die HOMAG Group. Das Chancenpotenzial der HOMAG Group wurde nicht berücksichtigt, eine Quantifizierung erfolgt erst ab dem Jahr 2016. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die genannten Zusatzpotenziale bei Umsatz und EBIT nur im besten Fall realisierbar sind. STRATEGISCHE CHANCEN ― Wachstum in den Emerging Markets: Bis 2019 sehen Experten eine durchschnittliche Zunahme der weltweiten Automobilproduktion von knapp 5 % pro Jahr. Für die Emerging Markets, zum Beispiel China, Mexiko und Brasilien, werden überproportionale Zuwächse erwartet. Dies wird zu einem weiteren Ausbau der lokalen Produktionskapazitäten führen, von dem wir aufgrund unserer starken Marktstellung profitieren wollen. ― Zukunftsmarkt Südostasien: Die Automobilproduktion in Südostasien soll bis 2019 um durchschnittlich gut 10 % pro Jahr wachsen. Daher dürften auch die Investitionen in zusätzliche Fertigungskapazitäten zunehmen. Um dieses Potenzial zu nutzen, haben wir 2012 eine Landesgesellschaft in Thailand gegründet, 2014 kamen zwei weitere Vertriebs- und Service-Gesellschaften in Malaysia und Indonesien hinzu. Der südostasiatische Markt wird von japanischen Automobilherstellern dominiert. Um den Zugang zu ihnen zu verbessern, haben wir im Jahr 2014 ein Testzentrum in Tokio eröffnet. Dort können Kunden unsere Lackiertechnik evaluieren. ― Wachsendes Modernisierungsgeschäft: Neben dem Neubau von Produktionsanlagen bietet die Modernisierung bestehender Anlagen große Chancen. Durch Modernisierungsinvestitionen mit kurzen Payback-Zeiten können die Hersteller ihre Kapazitäten erweitern, die Produktionskosten senken und nachhaltiger fertigen. Wir sehen eine zunehmende Bereitschaft für Modernisierungsinvestitionen bei unseren Kunden - auch in jüngeren Märkten wie China. ― Service-Geschäft/CustomerExcellence@Dürr: Mit jeder verkauften Anlage und Maschine wächst unsere installierte Basis. Damit nimmt auch das Potenzial für weiteres Wachstum im Service-Geschäft zu. Um dieses Potenzial effektiv auszuschöpfen, optimieren wir unsere Strukturen und Prozesse im Service mithilfe des Programms CustomerExcellence@Dürr. Dazu gehört auch die Vergrößerung unserer Service-Mannschaft und des Service-Standortnetzwerks, besonders in den Emerging Markets. ― Übernahme der HOMAG Group: Die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group eröffnet zahlreiche Chancen. Durch die Optimierung von Geschäftsprozessen und IT-Strukturen sowie der Präsenz in den Emerging Markets hat die HOMAG Group die Möglichkeit, ihren Marktanteil (derzeit knapp 30 %) weiter auszubauen und zusätzliche Umsatz- und Ergebnisbeiträge zu generieren. Mit der HOMAG Group entwickeln wir Dürr zu einem breiter aufgestellten Maschinen- und Anlagenbaukonzern und sind weniger abhängig von Schwankungen der Automobilkonjunktur. ― Hoher Auftragsbestand: Wir sind mit einem hohen Auftragsbestand von 2,7 MRD. € in das Jahr 2015 gestartet. Dadurch ist bereits ein Großteil des für 2015 erwarteten Konzernumsatzes von 3,4 bis 3,5 MRD. € (inklusive HOMAG Group) abgedeckt. ― Langfristige Finanzierung: Die neue Konzernfinanzierung, die wir im April 2014 abgeschlossen haben, bietet uns deutlich verbesserte Konditionen. Ferner lässt uns das langfristige Finanzierungspaket unternehmerischen Freiraum für die Fortentwicklung unseres Geschäfts. ― Interne Effizienzsteigerung: Wir überprüfen regelmäßig unsere internen Prozesse, Strukturen und Systeme. Weitere Effizienzpotenziale können wir zum Beispiel erschließen, indem wir die Zusammenarbeit unserer internationalen Standorte weiter verbessern. CHANCEN IN DEN DIVISIONS ― Paint and Final Assembly Systems sieht Wachstumschancen in der Kunststofflackierung und in Südostasien. Zudem verbessert das neue Testzentrum in Tokio die Ausgangsposition für den Ausbau des Geschäfts mit japanischen Automobilherstellern. Die Eröffnung weiterer Test- und Technologiezentren ist in China und den USA geplant. ― Application Technology sieht weiteres Wachstumspotenzial für die KLEBETECHNIK in Rohbau und Endmontage der Automobilindustrie. Durch den Ausbau der Präsenz in Südostasien hat die Division gute Chancen, die Geschäftsaktivitäten in der Region auszuweiten. Wie Paint and Final Assembly Systems wird Application Technology das neue Testzentrum in Tokio nutzen, um die Kontakte zu japanischen Kunden zu intensivieren. Gute Perspektiven bestehen auch für die im Jahr 2014 begonnene Expansion in die allgemeine Industrie. Unser Ziel ist es, in diesem Geschäft mittelfristig einen Umsatz von 100 MIO. € zu erwirtschaften. Das jährliche Marktvolumen für APPLIKATIONSTECHNIK im Non-Auto-Geschäft beträgt rund 3 MRD. €, etwa die Hälfte davon ist für uns derzeit unmittelbar zugänglich. Zu unseren wichtigsten Zielbranchen zählen Sektoren wie Kunststoff, Schiffsbau, Keramik, Holz sowie Möbel. ― Measuring and Process Systems sieht Chancen durch eine weitere Internationalisierung des Geschäfts. Dies gilt besonders für die Bereiche FEINSTREINIGUNGSTECHNIK sowie BEFÜLLTECHNIK für Haushaltsgeräte. In der PRÜFTECHNIK wächst die Nachfrage der Nutzfahrzeugindustrie, die zunehmend Produktionsverfahren aus dem Pkw-Bereich übernimmt und Prüfvorgänge automatisiert. In der AUSWUCHTECHNIK bestehen zwei Chancenkomplexe: Wachstum bei Auswuchtanlagen für Turbolader und der Ausbau der Marktposition bei Standardmaschinen. ― Clean Technology Systems will in der Abluftreinigungstechnik das Geschäft in den Emerging Markets weiter ausbauen. Der Fokus liegt auf China, das zunehmend Wert auf emissionsarme Produktionsprozesse legt. In China besteht auch das größte Potenzial für das Geschäftsfeld VAM (Ventilation Air Methane), in dem Clean Technology Systems Anlagen zur Reinigung und Verstromung methanhaltiger Grubenabluft anbietet. Zudem will die Division das Produktspektrum des im Jahr 2013 erworbenen Abluftreinigungsspezialisten LTB international breiter vermarkten (zum Beispiel Wäschertechnologie, Entstaubung). Ein weiterer Wachstumstreiber ist die internationale Vermarktung des Produktprogramms in der Energieeffizienztechnik. Dabei soll unter anderem der Trend zur dezentralen Energieversorgung genutzt werden. Nicht zuletzt erwartet die Division durch das Optimierungsprogramm CTS Fit 2016 eine interne Effizienzsteigerung. ― Woodworking Machinery and Systems sieht umfangreiches Potenzial für Prozessoptimierungen und entsprechende Effizienz- und Kosteneffekte, zum Beispiel in den Bereichen IT und standortübergreifende Kooperation. Die Komplexität des Produktportfolios soll durch eine Plattformstrategie reduziert werden. Regional bestehen besonders in den Schwellenländern gute Wachstumsperspektiven. Dafür sollen die Präsenz und die lokalen Kompetenzen in verschiedenen aufstrebenden Märkten erweitert werden, dabei kann die HOMAG Group auch das internationale Netzwerk des Dürr-Konzerns nutzen. Der anhaltende Trend zur Individualisierung beim Möbelkauf sollte weiteres Geschäftspotenzial für intelligente Losgröße-1-Anlagen bieten. Auch die Nachfrage nach Maschinen zur Produktion von Mitnahmemöbeln steigt. Im Service-Geschäft bestehen Chancen, da Kunden zunehmenden Wert auf Dienstleistungen legen, um die Verfügbarkeit ihrer Anlagen zu erhöhen. Zudem verfügt die HOMAG Group in ihrer Branche über das dichteste Service-Netzwerk weltweit. PROGNOSE STETIGE KONJUNKTURENTWICKLUNG ERWARTET Angesichts des weltweiten Zinstiefs, der starken Geldmengenausweitung sowie niedriger Öl- und Rohstoffpreise erwarten Konjunkturexperten, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2015 trotz diverser politischer Krisen um 3,6 % wächst. Damit würde sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr leicht beschleunigen. In den USA wird vor dem Hintergrund positiver Arbeitsmarktzahlen mit einem BIP-Plus von 3,7 % gerechnet. In der Eurozone dürfte die Abwertung der Gemeinschaftswährung dazu beitragen, dass das BIP-Wachstum von zuletzt 0,8 % auf nunmehr 1,0 % zunimmt. Auch für Deutschland wird mit einem Wachstum von rund 1 % gerechnet. Die Emerging Markets werden voraussichtlich wieder um 4,5 % zulegen, für die beiden bevölkerungsreichsten Staaten China und Indien werden BIP-Zuwächse von jeweils rund 7 % prognostiziert. In Japan dürfte das Wachstum mit 1,3 % ähnlich verhalten ausfallen wie in Europa. Da sich die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven nur leicht verbessert haben, ist weiterhin mit einer großzügigen Geldversorgung durch die Notenbanken zu rechnen. Lediglich in den USA dürfte die Federal Reserve zu einer sukzessiven Drosselung übergehen. Eine Übersicht zu den Wachstumserwartungen für 2015 und 2016 gibt Tabelle 2.61. AUTOMOBILPRODUKTION: WACHSTUM SETZT SICH FORT Nach Prognosen von PricewaterhouseCoopers (PwC) wird die weltweite Automobilproduktion im Jahr 2015 um 5,6 % steigen. Die Nachfrage nach Neuwagen dürfte von den gesunkenen Kraftstoffpreisen und niedrigen Finanzierungskosten profitieren. Für 2016 erwartet PwC ein Produktionsplus von gut 5 %. Von den 90 MIO. Pkws und leichten Nutzfahrzeugen, die 2015 voraussichtlich gebaut werden, dürfte über ein Viertel auf China entfallen. Nach dem überaus kräftigen Produktionswachstum der Vorjahre dürften die Wachstumsraten in China zukünftig zwar etwas abnehmen, aber immer noch 7 bis 8 % erreichen. In den USA erwartet PwC für 2015 ein Plus von knapp 3 % und damit eine moderatere Entwicklung als in den Vorjahren. Allerdings erscheint diese Prognose vor allem aufgrund der Ölpreisentwicklung eher konservativ. In Westeuropa dürfte sich der eingeschlagene Erholungskurs der Automobilindustrie mit einem Produktionszuwachs von 6 % fortsetzen. Die weitere Entwicklung in Russland ist derzeit ungewiss, mit einer raschen Erholung ist jedoch nicht zu rechnen. In Indien erwartet PwC für 2015 und 2016 nach mehreren schwachen Jahren ein Anziehen der Automobilnachfrage, vor diesem Hintergrund erscheinen Produktionssteigerungen von jeweils über 10 % realistisch. Auch Brasilien dürfte nach dem Einbruch des Jahres 2014 ab 2015 wieder erfreuliche Wachstumsraten erzielen. 2.61 WACHSTUMSPROGNOSE BRUTTOINLANDSPRODUKT scroll Veränderung gegenüber Vorjahr, % 2014 2015 2016 Welt 3,3 3,6 3,8 Eurozone 0,8 1,0 1,3 USA 2,5 3,7 3,1 China 7,3 7,0 6,7 Indien 5,5 6,5 6,5 Brasilien 0,1 0,7 1,9 Japan 0,3 1,3 1,7 Quelle: Deutsche Bank 01/2015 2.62 PRODUKTION PKWS UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGE IN MIO. EINHEITEN (Veränderung gegenüber Vorjahr) scroll Region 2014 20151 20161 20171 20181 20191 Nordamerika 17,0 (4,9 %) 17,2 (1,2 %) 17,5 (1,7 %) 18,3 (4,6 %) 18,8 (2,7 %) 19,6 (4,3 %) Mercosur 4,0 (-13,0 %) 4,4 (10,0 %) 5,1 (15,9 %) 5,6 (9,8 %) 6,0 (7,1 %) 6,1 (1,7 %) Westeuropa 13,2 (6,5 %) 14,0 (6,1 %) 14,1 (0,7 %) 15,1 (7,1 %) 15,7 (4,0 %) 15,8 (0,6 %) Osteuropa 6,9 (-2,8 %) 7,2 (4,3 %) 7,6 (5,6 %) 8,0 (5,3 %) 8,2 (2,5 %) 8,4 (2,4 %) Asien 42,3 (3,7 %) 45,3 (7,1 %) 48,3 (6,6 %) 51,6 (6,8 %) 54,0 (4,7 %) 55,4 (2,6 %) davon China 21,3 (10,4 %) 23,1 (8,5 %) 25,0 (8,2 %) 27,4 (9,6 %) 29,0 (5,8 %) 29,9 (3,1 %) Sonstige 1,8 (20,0 %) 1,9 (5,6 %) 2,1 (10,5 %) 2,3 (9,5 %) 2,4 (4,3 %) 2,6 (8,3 %) Gesamt 85,2 (3,1 %) 90,0 (5,6 %) 94,7 (5,2 %) 100,9 (6,5 %) 105,1 (4,2 %) 107,9 (2,7 %) scroll Region CAGR2 2014-2019 Nordamerika 2,9 % Mercosur 8,8 % Westeuropa 3,7 % Osteuropa 4,0 % Asien 5,5 % davon China 7,0 % Sonstige 7,6 % Gesamt 4,8 % 1 Prognose 2 CAGR = Compound Annual Growth Rate (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) PwC 01/2015, eigene Schätzungen BRANCHENVERBAND SIEHT POSITIVE PERSPEKTIVEN IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAU Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet für 2015 mit einem Produktionsplus von 2 %. Dabei dürfte der zuletzt deutlich schwächere Euro das Exportgeschäft der Branche stimulieren. Die globale Möbelindustrie - die wichtigste Kundengruppe der HOMAG Group - wächst nach einer aktuellen Studie des Centre for Industrial Studies (CSIL) ungefähr im Gleichschritt mit der Weltwirtschaft. Für 2015 prognostiziert das CSIL ein weltweites Nachfrageplus von 3,7 %, in China soll das Wachstum 6 % betragen. AUTOMOBILINDUSTRIE BLEIBT MIT ABSTAND WICHTIGSTE ABNEHMERBRANCHE FÜR DÜRR Das für uns relevante Projekt- und Investitionsvolumen der Automobilindustrie ist im Jahr 2014 leicht gestiegen und dürfte sich 2015 mindestens in der erreichten Größenordnung bewegen. Die Automobilindustrie bleibt unser mit Abstand wichtigster Absatzmarkt. In den kommenden Jahren dürften rund 65 % des Umsatzes auf sie entfallen. Angesichts der insgesamt positiven Absatzperspektiven der Automobilindustrie dürften die Investitionen in neue Werke (Greenfield-Projekte) in etwa auf dem hohen Niveau des Jahres 2014 bleiben oder geringfügig zurückgehen. Bei den Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen (Brownfield-Projekte) erwarten wir angesichts der Altersstruktur der bestehenden Werke einen Zuwachs. Die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilhersteller sind der wachsende Kapazitätsbedarf sowie Stückkostensenkungen durch effizientere und flexiblere Produktionsanlagen. Die Bedeutung weiterer Abnehmerbranchen für Dürr wird zukünftig weiter steigen. Dies gilt vor allem für die Möbelindustrie als Hauptkunde der HOMAG Group, darüber hinaus expandieren wir im Industrielackiergeschäft in Branchen wie Kunststoff, Holz oder Schiffs- und Waggonbau. KONSOLIDIERUNG DER HOMAG GROUP SORGT 2015 FÜR UMSATZSCHUB Unser Geschäftsausblick für 2015 setzt voraus, dass sich die Weltkonjunktur wie prognostiziert weiterhin positiv entwickelt und die Wirtschaftsentwicklung in China allenfalls geringfügig an Dynamik verliert. Angesichts unserer guten Aufstellung in den Emerging Markets erwarten wir dort im Jahr 2015 Beiträge von 40 bis 50 % zu Umsatz und Auftragseingang. Das ist etwas weniger als in den Vorjahren, da die HOMAG Group einen geringeren Geschäftsanteil in den Emerging Markets aufweist. Der westeuropäische Markt, der in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren hat, dürfte wieder etwas stärker in den Fokus rücken. Nordamerika wird weiterhin zu unseren wichtigsten Absatzregionen zählen. Langfristig streben wir im Konzern ein nachhaltiges organisches Umsatzwachstum von bis zu 5 % pro Jahr an. Im Geschäftsjahr 2015 wollen wir aus heutiger Sicht einen Umsatz von 3,4 bis 3,5 MRD. € erreichen. Dazu dürfte die HOMAG Group knapp 1 MRD. € beisteuern. Im Jahr 2014 belief sich der Beitrag der HOMAG Group seit Konsolidierungsbeginn (3.10.2014) auf 252,8 MIO. €. Einen steigenden Umsatzbeitrag erwarten wir auch im Dürr-Anlagenbaugeschäft, da verzögerte Projekte zur Abrechnung kommen werden. Im Gegenzug werden rund 60 MIO. € infolge von Dekonsolidierungen entfallen (Flugzeugmontagetechnik und Dürr Automation Frankreich). Beim Auftragseingang rechnen wir für 2015 mit einer Bandbreite von 3,2 bis 3,5 MRD. €. Der Auftragsbestand dürfte am Jahresende 2015 eine Größenordnung von 2,4 bis 2,8 MRD. € erreichen. Die Gesamtkosten (Umsatz- und Overhead-Kosten sowie sonstige betriebliche Kosten) dürften 2015 aufgrund der HOMAG-Group-Konsolidierung leicht überproportional zum Umsatz steigen. Die größten Einzelpositionen bleiben die Personal- und Materialkosten. Die Personalkosten werden voraussichtlich leicht überproportional zum Umsatz zunehmen. Eine Ursache dafür ist, dass die durchschnittliche Mitarbeiterzahl voraussichtlich stärker steigt als der Umsatz. Hinzu kommen Lohnsteigerungen, insbesondere in den Emerging Markets. Die Materialkosten dürften etwas langsamer als der Umsatz steigen, da wir unsere Eigenfertigung weiter erhöhen. Zudem werden wir die Beschaffung in Osteuropa und Asien weiter ausbauen, um Einkaufsvorteile zu nutzen. OPERATIVES ERGEBNIS: FÜR 2015 DEUTLICHER ANSTIEG ERWARTET Für 2015 planen wir eine prozentual zweistellige EBIT-Verbesserung. Allerdings dürfte der Umsatz stärker als das EBIT zulegen, da die HOMAG Group derzeit eine niedrigere Marge erzielt als der Gesamtkonzern. Für den Dürr-Konzern insgesamt erwarten wir eine EBIT-Marge zwischen 7,0 und 7,5 %. Das Finanzergebnis wird sich im Jahr 2015 infolge des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der HOMAG Group AG deutlich abschwächen. Ein eventuelles Spruchstellenverfahren in Zusammenhang mit dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag würde zu einer weiteren Belastung des Finanzergebnisses führen. Der Steueraufwand wird voraussichtlich zunehmen, da die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge nur noch bedingt möglich ist. Vor allem infolgedessen ist für 2015 mit einer Steuerquote von über 30 % zu rechnen (2014: 26,6 %). Dennoch erwarten wir, dass das Ergebnis nach Steuern leicht steigt. Im Rahmen unserer Dividendenpolitik streben wir auch für das Geschäftsjahr 2015 eine Ausschüttung von 30 bis 40 % des Konzerngewinns an. Unser Dividendenvorschlag für 2014 entspricht einer Ausschüttungsquote von 38 %. 2015 soll die Quote ungefähr konstant bleiben, sodass die Ausschüttung leicht zulegen sollte. In der ROCE-Kalkulation für 2014 (38,7 %) war das CAPITAL EMPLOYED der HOMAG Group bereits berücksichtigt. Für 2015 streben wir wieder ein hohes ROCE-Niveau von 30 bis 40 % an, obwohl eine Normalisierung des NET WORKING CAPITAL zu erwarten ist. 2.63 AUSBLICK KONZERN scroll 2014 ZIEL 2015 / Auftragseingang 2.793,0 Mio. € 3.200 bis 3.500 Mio. € / Auftragsbestand (31.12.) 2.725,3 Mio. € 2.400 bis 2.800 Mio. € / Umsatz 2.574,9 Mio. € 3.400 bis 3.500 Mio. € / EBIT-Marge 8,6 % 7,0 bis 7,5 % / ROCE 38,7 % 30 bis 40 % / Finanzergebnis -16,2 Mio. € schwächer / Steuerquote 26,6 % > 30 % / Ergebnis nach Steuern 150,3 Mio. € leicht steigend / Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 291,3 Mio. € schwächer / Free Cashflow 221,1 Mio. € schwächer / Nettofinanzstatus (31.12.) 167,8 Mio. € 50 bis 150 Mio. € / Liquidität (31.12.) 522,0 Mio. € 400 bis 500 Mio. € / Investitionen1 54,9 Mio. € 70 bis 80 Mio. € 1 in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Akquisitionen) DIVISIONS Nach der außergewöhnlich hohen EBIT-Marge des Jahres 2014 erwartet Paint and Final Assembly Systems für 2015 einen moderaten Rückgang. Der Umsatz dürfte abrechnungsbedingt ansteigen. Den ROCE der Division weisen wir mit größer 100 % aus, da das CAPITAL EMPLOYED aufgrund hoher Abschlags- und Fortschrittszahlungen negativ ausfällt. Die Divisions Clean Technology Systems und Application Technology planen für 2015 steigende Umsätze bei ungefähr konstanten EBIT-Margen. Bei Application Technology hängt die Geschäftsentwicklung auch von den Fortschritten bei der Marktdurchdringung im neuen Geschäftsfeld Industrielackierung ab. In der Division Measuring and Process Systems dürfte sich die EBIT-Marge bei in etwa konstantem Umsatz leicht verringern. Bei Woodworking Machinery and Systems ist Folgendes zu berücksichtigen: ― Die HOMAG Group wird im Jahr 2015 erstmals über zwölf Monate konsolidiert. Daher sind die Planzahlen für Umsatz und Auftragseingang in Tabelle 2.64 erheblich höher als die Ist-Werte für das Jahr 2014, in dem die HOMAG Group AG erst ab dem 3. Oktober konsolidiert wurde. ― Das negative EBIT im vierten Quartal 2014 resultierte aus Sonderbelastungen im Zuge der Allokation des Kaufpreises für die HOMAG Group. 2015 wird es weitere Sondereffekte geben. 2016 werden die Sondereffekte deutlich niedriger ausfallen. ― Das im vorliegenden Bericht ausgewiesene EBIT von Woodworking Machinery and Systems für 2014 ist geringer als das EBIT im Konzernabschluss der HOMAG Group AG, da die Effekte in Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation nur bei Dürr anfielen. Für 2015 rechnen wir bei Woodworking Machinery and Systems mit Belastungen von rund 17 MIO. € in Zusammenhang mit der HOMAG-Group-Kaufpreisallokation. Dennoch wird Woodworking Machinery and Systems einen klar positiven Ergebnisbeitrag leisten, was sich auch günstig auf den ROCE der Division auswirken wird. Ab 2016 werden die Aufwendungen (Abschreibungen) in Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation deutlich sinken. Die für 2015 erwartete EBIT-Marge von 3,5 bis 4,0 % sowie der ROCE von 8 bis 10 % sind Zwischenziele. Längerfristig sehen wir weiteres Potenzial durch die Optimierungsmaßnahmen bei der HOMAG Group. 2.64 AUSBLICK DIVISIONS scroll UMSATZ (MIO. €) AUFTRAGSEINGANG (MIO. €) EBIT-MARGE (%) 2014 Ziel 2015 2014 Ziel 2015 2014 Ziel 2015 Paint and Final Assembly Systems 1.078,2 1.100 -1.180 1.291,8 1.050 -1.200 9,8 7,5 -8,0 Application Technology 526,0 570 -600 560,9 550 -600 10,5 10 -11 Measuring and Process Systems 581,9 570 -600 577,1 560 -600 12,1 10,5 -11,5 Clean Technology Systems 136,0 150-170 144,9 160-180 5,6 5 -6 Woodworking Machinery and Systems 252,8 950 -980 218,3 820 -850 -3,1 3,5 -4,0 scroll ROCE(%) 2014 Ziel 2015 Paint and Final Assembly Systems > 1001 > 1001 Application Technology 32,3 30 -35 Measuring and Process Systems 28,0 20 -25 Clean Technology Systems 17,5 15 -20 Woodworking Machinery and Systems -1,8 8 -10 1 negatives Capital Employed Im Jahr 2015 dürften sich die Kosten auf Ebene der Divisions ähnlich wie im Konzern entwickeln. Allerdings weisen die einzelnen Divisions unterschiedliche Kostenstrukturen auf. Zum Beispiel entfallen in der Anlagenbau-Division Paint and Final Assembly Systems nur 18 % des Umsatzes auf Personalkosten, in den Maschinenbau-Divisions sind es aufgrund der höheren Wertschöpfung gut 30 %. CASHFLOW Der hohe Cashflow des Jahres 2014 war wie im Vorjahr geprägt von außergewöhnlich umfangreichen, teils vorgezogenen Anzahlungen im zweiten Halbjahr. 2015 rechnen wir mit einer Normalisierung der Anzahlungen und dementsprechend mit einem Rückgang von operativem Cashflow und FREE CASHFLOW. Der um Net-Working-Capital-Schwankungen bereinigte operative Cashflow sollte erneut 250 bis 300 MIO. € erreichen. Wir erwarten, dass der Cashflow und die umfangreichen liquiden Mittel den operativen Finanzierungsbedarf (Investitionen, Zinszahlungen etc.) und die Dividendenzahlung im Jahr 2015 gut abdecken werden. INVESTITIONEN Im Jahr 2014 betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 54,9 MIO. €. 2015 werden wir dieses Niveau aufgrund der ganzjährigen Einbeziehung der HOMAG Group überschreiten und voraussichtlich 70 bis 80 MIO. € investieren (ohne Akquisitionen). Die Investitionen dürften zu rund 55 % auf Ersatzbeschaffungen und zu rund 45 % auf Standortprojekte entfallen. Zu letzteren zählt vor allem der Bau neuer Campus-Standorte in China und den USA. Auch für 2015 sind kleinere Firmen- und Technologieakquisitionen zur Arrondierung unseres Portfolios denkbar. Zukäufe in der Größenordnung der HOMAG Group sind jedoch nicht zu erwarten. Zur Finanzierung können wir auf die hohen liquiden Mittel und den Cashflow zurückgreifen. Eine Aussage zum Volumen eventueller Zukäufe können wir derzeit noch nicht treffen. LIQUIDITÄT, EIGENKAPITAL UND FINANZIERUNG Für das Jahresende 2015 erwarten wir aus heutiger Sicht einen NETTOFINANZSTATUS von 50 bis 150 MIO. €. Mögliche Akquisitionen sind darin noch nicht berücksichtigt. Die flüssigen Mittel dürften zwischen 400 und 500 MIO. € betragen. Informationen zu den voraussichtlichen Auszahlungen aus den Finanzverbindlichkeiten und den derivativen Finanzinstrumenten enthält TEXTZIFFER 40 im Anhang zum Konzernabschluss. Das Eigenkapital wird sich voraussichtlich wenig verändern: Der einbehaltene Gewinn dürfte zwar erneut hoch ausfallen; aufgrund des Inkrafttretens des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags werden wir die Anteile der freien Aktionäre der HOMAG Group AG jedoch gemäß den IFRS aus der Eigenkapitalposition "Nicht beherrschende Anteile" ausbuchen. Dies ist nötig, da die freien Aktionäre der HOMAG Group infolge des Vertrags keinen Gewinnanspruch mehr haben, sondern Anspruch auf eine Garantiedividende erhalten, die in den Verbindlichkeiten berücksichtigt wird. Sollte der Zustimmungsbeschluss der Hauptversammlung der HOMAG Group AG zum Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag angefochten werden, würde zunächst keine Ausbuchung aus dem Eigenkapital erfolgen. Wir gehen davon aus, dass wir den syndizierten Kredit der Dürr AG lediglich zum Ausgleich vorübergehender Net-Working-Capital-Schwankungen benötigen. Wir planen derzeit weder eine Kapitalerhöhung noch weitere Fremdkapitalaufnahmen, da wir nach der Refinanzierung im Jahr 2014 bis 2021 stabil finanziert sind. MITARBEITER Die Konzernbelegschaft wird bis Ende 2015 voraussichtlich um 3 bis 5 % zunehmen. Das Wachstum wird schwerpunktmäßig auf die Emerging Markets entfallen, wo am Jahresende voraussichtlich rund 29 % aller Mitarbeiter tätig sein werden. In den etablierten Märkten dürfte die Mitarbeiterzahl geringfügig steigen. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Der F&E-Aufwand und die F&E-Mitarbeiterzahl dürften 2015 weiter steigen. Im Zentrum unserer Innovationsarbeit wird weiterhin die Automatisierung und Flexibilisierung unserer Anlagen und Maschinen stehen. Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die Senkung der Stückkosten in den Produktionsprozessen unserer Kunden. 2016: POSITIVE PERSPEKTIVEN Aus heutiger Perspektive und unter dem Vorbehalt, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verschlechtern, gehen wir davon aus, dass das Geschäftsvolumen 2016 leicht ansteigt. 2016 wollen wir an das erhöhte Ergebnisniveau von 2015 anknüpfen. Bei Woodworking Machinery and Systems werden die Belastungen in Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation deutlich sinken. Der operative Cashflow und der FREE CASHFLOW des Konzerns sollten klar positiv ausfallen. Unsere Prognose für 2016 werden wir zu gegebener Zeit konkretisieren. ZUSAMMENFASSENDE AUSSAGE DES VORSTANDS ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG Unsere Geschäftsplanung für 2015 und 2016 basiert auf der Erwartung, dass sich das weltwirtschaftliche Wachstum beschleunigt und die Automobilproduktion in beiden Jahren um jeweils gut 5 % zunimmt. Die Investitionen der Automobilindustrie dürften sich weiterhin auf dem hohen Niveau des Jahres 2014 bewegen. Der Bedarf an Modernisierungsinvestitionen nimmt zu, da viele Pkw- und Lkw-Werke in die Jahre gekommen sind. Greenfield-Investitionen in neue Fabriken sehen wir vor allem in den Emerging Markets. China wird seine Rolle als wichtigster Markt der Automobilindustrie auch längerfristig beibehalten. Auch in der Möbelindustrie steht China mit einem jährlichen Marktwachstum von 6 % im Fokus; weltweit erwarten wir in diesem Markt ein Wachstum von rund 3,7 % pro Jahr. Der Konzernumsatz soll im Jahr 2015 auf 3,4 bis 3,5 MRD. € steigen, dies resultiert vor allem aus der Konsolidierung der HOMAG Group. Auch das Konzern-EBIT soll deutlich zunehmen, bei der EBIT-Marge streben wir 2015 ein Niveau von 7,0 bis 7,5 % an. Längerfristig wollen wir auf Basis der Optimierungsmaßnahmen bei der HOMAG Group im Konzern wieder ein EBIT-Margen-Niveau von 8 bis 10 % erzielen. Der Cashflow dürfte 2015 nicht das hohe Vorjahresniveau erreichen. Dennoch dürfte der NETTOFINANZSTATUS 50 bis 150 MIO. € erreichen. Die Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2014 wird 38 % des Konzerngewinns betragen, sofern unser Dividendenvorschlag Zustimmung findet. Auch für das Folgejahr streben wir eine Quote von 30 bis 40 % an, absolut soll die Dividende für 2015 in etwa parallel zum Ergebnis steigen. Unser Kernbereich bleibt das Geschäft mit der Automobilindustrie. Darüber hinaus verbreitern wir unsere Markt- und Kundenbasis. Die Division Application Technology wird die Expansion im Geschäftsfeld Industrielackierung vorantreiben. Durch die Mehrheitsübernahme der HOMAG Group verfügen wir über ein weiteres Standbein mit attraktiven Wachstums- und Ergebnispotenzialen. Gemeinsam mit der Mannschaft der HOMAG Group setzen wir alles daran, das Unternehmen noch effizienter und erfolgreicher zu machen. Wir wollen die Chancen nutzen, die sich in den Emerging Markets bieten, und die HOMAG Group durch interne Optimierungen weiterentwickeln. In allen Aktivitäten des Konzerns werden wir den eingeschlagenen Innovationskurs weiter beschleunigen und das Service-Geschäft ausbauen. Dürr AG (nach HGB) Der Jahresabschluss der Dürr AG folgt den Bestimmungen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), während der Konzernabschluss nach den IFRS erstellt wird. Die Dürr AG umfasst als Holding-Gesellschaft die Zentralfunktionen des Konzerns und betreibt keine operativen Geschäfte. Ihre wirtschaftliche Entwicklung hängt hauptsächlich vom Geschäftsverlauf der operativen Konzerngesellschaften ab. Die Dürr AG hält direkt oder indirekt Beteiligungen an 124 Gesellschaften. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Dürr AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns, wie sie im Kapitel KONJUNKTUR UND BRANCHENUMFELD beschrieben sind. ERTRAGSLAGE Das Beteiligungsergebnis der Dürr AG reduzierte sich im Jahr 2014 auf 90,2 MIO. €, da die Ergebnisabführung der Dürr Systems GmbH mit 47,5 MIO. € geringer ausfiel als im Vorjahr (195,9 MIO. €). Der Hauptgrund dafür war, dass im Vorjahr Zuschreibungen in Höhe von 112,5 MIO. € auf den Beteiligungsansatz der Dürr Systems GmbH an der US-Tochtergesellschaft Dürr Inc. vorgenommen worden waren. Dagegen fiel im Jahr 2014 eine Abschreibung in Höhe von 32,3 MIO. € auf diesen Beteiligungsansatz an. Ferner haben wir im Jahr 2014 auf eine Gewinnausschüttung bei unseren chinesischen Gesellschaften verzichtet, da die Einführung eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und China bevorsteht, durch das die Besteuerung von Dividenden sinkt. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen bewegte sich mit 6,0 MIO. € in der Größenordnung des Vorjahres. Die größten Einzelpositionen waren Währungsgewinne und -verluste, die sich jedoch weitgehend ausglichen. Der Personalaufwand erhöhte sich um 1,6 MIO. €. Den Ausschlag dafür gaben vor allem Gehaltserhöhungen und eine im Jahresdurchschnitt leicht höhere Mitarbeiteranzahl. Das Finanzergebnis der Dürr AG verbesserte sich von -24,3 MIO. € auf -10,1 MIO. €. Dies resultiert aus der im Frühjahr 2014 abgeschlossenen Refinanzierung und der vorzeitigen Rückzahlung der Anleihe aus dem Jahr 2010. Zudem wurden im Vorjahr Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere vorgenommen. Infolge des geringeren Beteiligungsergebnisses reduzierte sich der Jahresüberschuss der Dürr AG um 66,2 %, dennoch übertraf er mit 65,5 MIO. € die vorgeschlagene Dividendensumme. 2.65 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG EINZELABSCHLUSS DÜRR AG (HGB) scroll Mio. € 2014 2013 Erträge/Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen 47,5 196,0 Erträge aus Beteiligungen 42,7 32,6 Beteiligungsergebnis 90,2 228,6 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 6,0 7,8 Personalaufwand -14,2 -12,5 Abschreibungen -0,4 -0,3 Finanzergebnis -10,1 -24,3 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 71,6 199,3 Steuern -6,1 -5,6 Jahresüberschuss 65,5 193,7 Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 217,6 74,1 Bilanzgewinn 283,1 267,8 VERMÖGENS- UND FINANZLAGE Die Bilanzsumme der Dürr AG erhöhte sich zum 31. Dezember 2014 um 5,2 % auf 1.128,7 MIO. €. Im Anlagevermögen stiegen die immateriellen Vermögensgegenstände von 0,3 MIO. € auf 11,1 MIO. €, da Markenrechte von US-Tochtergesellschaften erworben wurden. Die deutliche Zunahme der Finanzanlagen um 235,7 MIO. € auf 748,3 MIO. € resultiert vor allem aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von 228,1 MIO. € bei der Dürr Technologies GmbH, damit diese die Beteiligung an der Homag Group AG erwerben konnte. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken um 149,8 MIO. € und bewegen sich mit 152,4 MIO. € wieder auf dem Normalniveau. Der Großteil des Rückgangs entfiel auf die Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Sie verminderten sich um 140,5 MIO. € auf 107,5 MIO. €, da die Forderung aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Dürr Systems GmbH deutlich niedriger ausfiel als zum Bilanzstichtag 2013. Die Verbindlichkeiten stiegen um 43,5 MIO. € auf 585,9 MIO. €. Dies ist hauptsächlich ein Effekt aus der Anleiheemission (300 MIO. €) und der vorzeitigen Tilgung der Altanleihe aus dem Jahr 2010 (225 MIO. €). 2.66 BILANZ EINZELABSCHLUSS DÜRR AG (HGB) scroll Mio. € 31.12.2014 31.12.2013 AKTIVA Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände 11,1 0,3 Sachanlagen 0,1 0,1 Finanzanlagen 748,3 512,6 759,5 513,0 Umlaufvermögen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 152,4 302,2 Wertpapiere 5,0 9,9 Flüssige Mittel 205,7 246,7 Rechnungsabgrenzungsposten, Sonstiges 6,1 1,4 369,2 560,2 Summe Aktiva 1.128,7 1.073,2 PASSIVA Eigenkapital Gezeichnetes Kapital 88,6 88,6 Kapitalrücklage 156,2 156,2 Bilanzgewinn 283,1 267,8 527,9 512,5 Fremdkapital Rückstellungen 14,9 17,0 Verbindlichkeiten 585,9 542,4 Rechnungsabgrenzungsposten 0 1,3 600,8 560,7 Summe Passiva 1.128,7 1.073,2 RISIKEN UND CHANCEN Die Dürr AG ist an den Chancen und Risiken ihrer Tochtergesellschaften beteiligt, der Grad der Partizipation hängt von der jeweiligen Beteiligungsquote ab. Bitte beachten Sie dazu den RISIKOBERICHT und den CHANCENBERICHT. Zudem können Belastungen aus den Haftungsverhältnissen entstehen, die zwischen der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften existieren. PROGNOSE Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Dürr AG ist eng an die weitere operative Performance des Konzerns gekoppelt. Über unsere Perspektiven und Planungen für das operative Geschäft informiert der PROGNOSEBERICHT. Der komplette Einzelabschluss der Dürr AG findet sich unter WWW.DURR.COM/DE im Bereich "Finanzberichte". Bietigheim-Bissingen, den 19. März 2015 Dürr Aktiengesellschaft Der Vorstand RALF W. DIETER RALPH HEUWING 3.1 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2014 DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART scroll Tsd. € ANHANG 2014 2013 Umsatzerlöse (7) 2.574.907 2.406.873 Umsatzkosten (8) -1.983.837 -1.919.524 Bruttoergebnis vom Umsatz 591.070 487.349 Vertriebskosten (9) -171.394 -128.209 Allgemeine Verwaltungskosten (10) -132.678 -109.488 Forschungs- und Entwicklungskosten (11) -55.397 -42.979 Sonstige betriebliche Erträge (13) 37.239 21.006 Sonstige betriebliche Aufwendungen (13) -47.927 -24.688 Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern 220.913 202.991 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (15) 1.429 594 Sonstiges Beteiligungsergebnis 49 36 Zinsen und ähnliche Erträge (16) 8.686 3.788 Zinsen und ähnliche Aufwendungen (16) -26.356 -22.830 Ergebnis vor Ertragsteuern 204.721 184.579 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (17) -54.422 -43.673 Ergebnis des Dürr-Konzerns 150.299 140.906 Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile 453 837 Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 149.846 140.069 Ergebnis je Aktie in € (unverwässert und verwässert) 4,33 4,05 3.2 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2014 scroll Tsd. € ANHANG 2014 2013 Ergebnis des Dürr-Konzerns 150.299 140.906 Ergebnisneutrale Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Neubewertung leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen (25) -15.153 1.990 darauf entfallende latente Steuern (25) 4.194 -471 Ergebnisneutrale Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten (25) -7.883 -1.074 Gewinne/Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (25) 29 9 Ergebniswirksame Reklassifizierungen aus der Währungsumrechnung (25) -4 - Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen (25) 30.840 -11.387 Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer at equity bilanzierter Unternehmen (25) 136 -2.690 darauf entfallende latente Steuern (25) 2.332 272 Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Steuern (25) 14.491 -13.351 Gesamtergebnis nach Steuern 164.790 127.555 Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile 1.587 779 Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 163.203 126.776 3.3 Konzernbilanz DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, ZUM 31. DEZEMBER 2014 AKTIVA scroll Tsd. € ANHANG 31.12.2014 31.12.2013 Geschäfts- oder Firmenwerte (18, 43) 397.311 286.971 Sonstige immaterielle Vermögenswerte (18, 43) 220.545 35.063 Sachanlagen (18, 43) 362.072 173.849 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (18, 43) 21.601 22.245 Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen (19, 43) 24.587 11.699 Übrige Finanzanlagen (19, 43) 41.854 30.618 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (21) 1.759 101 Ertragsteuerforderungen (17) 1.190 245 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (22) 6.684 4.004 Sonstige Vermögenswerte (23) 3.042 198 Latente Steuern (17) 41.030 23.687 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 2.501 2.267 Langfristige Vermögenswerte 1.124.176 590.947 Vorräte und geleistete Anzahlungen (20) 364.846 148.014 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (21) 849.443 675.593 Ertragsteuerforderungen (17) 11.343 6.755 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (22) 53.606 74.197 Sonstige Vermögenswerte (23) 36.819 18.759 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 521.957 458.513 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 5.356 4.483 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (24) 8.578 14.582 Kurzfristige Vermögenswerte 1.851.948 1.400.896 Summe Aktiva Dürr-Konzern 2.976.124 1.991.843 Passiva Tsd. € ANHANG 31.12.2014 31.12.2013 Gezeichnetes Kapital (25) 88.579 88.579 Kapitalrücklage (25) 155.896 155.896 Gewinnrücklagen (25) 414.567 317.059 Kumuliertes übriges Eigenkapital (25) -43.699 -57.035 Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 615.343 504.499 Nicht beherrschende Anteile (26) 110.425 6.875 Summe Eigenkapital 725.768 511.374 Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen (27) 53.702 49.762 Übrige Rückstellungen (28) 30.806 7.758 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 5.945 2.026 Anleihe (29) 296.388 225.200 Übrige Finanzverbindlichkeiten (29) 113.039 43.396 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (31) 12.225 19.737 Ertragsteuerverbindlichkeiten (17, 32) 478 205 Übrige Verbindlichkeiten (32) 4.222 4.344 Latente Steuern (17) 125.896 42.246 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 374 120 Langfristige Verbindlichkeiten 643.075 394.794 Übrige Rückstellungen (28) 96.328 65.296 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 1.122.351 854.772 Finanzverbindlichkeiten (29) 17.110 2.460 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (31) 157.068 16.254 Ertragsteuerverbindlichkeiten (17, 32) 28.996 30.506 Übrige Verbindlichkeiten (32) 177.047 107.742 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 1.782 390 Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten (24) 6.599 8.255 Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.607.281 1.085.675 Summe Passiva Dürr-Konzern 2.976.124 1.991.843 3.4 Konzern-Kapitalflussrechnung DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2014 scroll Tsd. € ANHANG 2014 2013 (35) Ergebnis vor Ertragsteuern 204.721 184.579 Ertragsteuerzahlungen -51.554 -35.864 Zinsergebnis 17.670 19.042 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen -1.429 -594 Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 41.966 27.379 Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 341 -261 Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 1.007 3.986 Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva Vorräte -1.165 -7.672 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -6.003 -5.314 Übrige Forderungen und Vermögenswerte -4.034 6.190 Rückstellungen -4.552 12.770 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 81.419 135.625 Übrige Verbindlichkeiten (nicht gegenüber Kreditinstituten) 7.568 -10.638 Sonstige Aktiva und Passiva 5.298 -163 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 291.253 329.065 Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -14.976 -8.323 Erwerb von Sachanlagen -38.605 -42.666 Erwerb at equity bilanzierter Unternehmen - -348 Erwerb von sonstigen Finanzanlagewerten -4.317 -19.990 Erlöse aus dem Verkauf langfristiger Vermögenswerte 8.317 6.054 Firmenerwerbe abzüglich erhaltener flüssiger Mittel -207.349 -10.298 Anlage in Termingeldern 26.593 -43.553 Erlöse aus dem Verkauf von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten -2.500 3.513 Erhaltene Zinseinnahmen 8.518 4.194 Cashflow aus Investitionstätigkeit -224.319 -111.417 Veränderung kurzfristige Bankverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten -5.511 -12.569 Aufnahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten 27 - Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten -6.770 -2.146 Tilgung der Anleihe aus dem Jahr 2010 -225.000 - Aufnahme einer Anleihe 296.021 - Zahlungen für Finanzierungsleasing -1.079 -418 Einzahlungen aus Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen 500 - Auszahlungen für Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen -1.405 -24.500 Gezahlte Dividenden an die Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft -50.172 -38.926 Gezahlte Dividenden an Inhaber nicht beherrschender Anteile -1.463 -1.947 Geleistete Zinsausgaben -25.136 -20.397 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -19.988 -100.903 Einfluss von Wechselkursänderungen 16.498 -7.587 Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds - 73 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 63.444 109.231 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum Periodenanfang 458.513 349.282 Zum Periodenende 521.957 458.513 3.5 Konzern-Eigenkapitalspiegel DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2014 scroll KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Gezeich- netes Kapital Kapital- rücklage Gewinn- rücklagen Neubewertung leistungs- orientierter Pläne Unrealisierte Gewinne/ Verluste aus Cashflow Hedges Unrealisierte Gewinne/ Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wert- papieren Tsd. € (25) (25) (25) (25) (25) (25) 1. Januar 2013 44.289 200.186 223.073 -28.514 1.677 23 Ergebnis - - 140.069 - - - Kumuliertes übriges Eigenkapital - - - 1.575 -800 7 Gesamtergebnis nach Steuern - - 140.069 1.575 -800 7 Kapitalerhöhung Dürr Aktiengesellschaft aus Gesellschafts- mitteln 44.290 -44.290 - - - - Dividenden - - -38.926 - - - Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - -6.394 - - - Übrige Veränderungen - - -763 - - - 31. Dezember 2013 88.579 155.896 317.059 -26.939 877 30 Ergebnis - - 149.846 - - - Kumuliertes übriges Eigenkapital - - - -10.839 -5.553 22 Gesamtergebnis nach Steuern - - 149.846 -10.839 -5.553 22 Dividenden - - -50.172 - - - Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - -2.287 - - - Übrige Veränderungen - - 121 - - - 31. Dezember 2014 88.579 155.896 414.567 -37.778 -4.676 52 scroll KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Änderung Konsolidie- rungskreis/ Umgliederung Währungs- umrechnung Kumuliertes übriges Eigenkapital Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktien- gesellschaft Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital Tsd. € (25) (25) (26) 1. Januar 2013 737 -17.643 -43.720 423.828 8.254 432.082 Ergebnis - - - 140.069 837 140.906 Kumuliertes übriges Eigenkapital - -14.075 -13.293 -13.293 -58 -13.351 Gesamtergebnis nach Steuern - -14.075 -13.293 126.776 779 127.555 Kapitalerhöhung Dürr Aktiengesellschaft aus Gesellschafts- mitteln - - - - - - Dividenden - - - -38.926 -1.947 -40.873 Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - - -6.394 -1.409 -7.803 Übrige Veränderungen -22 - -22 -785 1.198 413 31. Dezember 2013 715 -31.718 -57.035 504.499 6.875 511.374 Ergebnis - - - 149.846 453 150.299 Kumuliertes übriges Eigenkapital - 29.727 13.357 13.357 1.134 14.491 Gesamtergebnis nach Steuern - 29.727 13.357 163.203 1.587 164.790 Dividenden - - - -50.172 -1.463 -51.635 Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - - -2.287 -902 -3.189 Übrige Veränderungen -21 - -21 100 104.328 104.428 31. Dezember 2014 694 -1.991 -43.699 615.343 110.425 725.768 Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2014 GRUNDLAGEN UND METHODEN 1. GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG Das Unternehmen Die Dürr Aktiengesellschaft ("Dürr AG" oder "die Gesellschaft") hat ihren juristischen Firmensitz in Stuttgart, Deutschland; der Sitz der Geschäftstätigkeit ist in der Carl-Benz-Straße 34 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Der Dürr-Konzern ("Dürr" oder "der Konzern") besteht aus der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften. Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in nahezu allen seinen Tätigkeitsfeldern an der Spitze des Weltmarkts steht und im Geschäftsjahr 2014 rund 75 % seines Umsatzes im Geschäft mit der Automobilindustrie erwirtschaftet hat. Darüber hinaus werden Branchen wie die Flugzeugindustrie, der Maschinenbau, die Energiewirtschaft, die Chemie- und Pharmaindustrie sowie die holzbearbeitende Industrie mit Produktionstechnik beliefert. Dürr agiert mit fünf Divisions: Paint and Final Assembly Systems bietet Montage- und Lackiertechnik, vor allem für die Automobilindustrie. Application Technology realisiert Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag sowie für die Sealing- und Klebetechnik. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Endmontage zum Einsatz. Clean Technology Systems erstellt Anlagen zur Abluftreinigung und entwickelt Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz von Produktionsprozessen. Woodworking Machinery and Systems entwickelt und erstellt Maschinen und Systeme zur Holzbearbeitung. Rechnungslegungsmethoden Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Darüber hinaus hat der Konzern die neuen beziehungsweise überarbeiteten Standards angewandt, die für das Geschäftsjahr 2014 verbindlich sind. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergaben sich aus der Anwendung der folgenden neuen oder überarbeiteten Standards ― IFRS 10 "Konzernabschlüsse": Mit IFRS 10 wird ein einheitliches Konzept der Beherrschung eingeführt, das bei der Bestimmung der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen Anwendung findet. IFRS 10 ersetzt die Vorschriften von IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" zum Konzernabschluss sowie Standing Interpretations Committee (SIC)-12 "Konsolidierung - Zweckgesellschaften". Zum 1. Januar 2014 ergaben sich keine Änderungen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und damit keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, da die Anwendung von IFRS 10 zu keinen Änderungen des Konsolidierungskreises geführt hat. ― IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen": IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinschaftlichen Vereinbarungen unter gemeinschaftlicher Führung. Er löst International Accounting Standard (IAS) 31 "Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" und SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen - Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen" ab. Mit IFRS11 wird das bisherige Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen aufgehoben. Da Dürr bereits in der Vergangenheit seine Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet hat und sich keine Änderung in der Zusammensetzung dieser Unternehmen aus der Anwendung des IFRS 11 ergab, hatte die Einführung des Standards keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. ― IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen": IFRS 12 enthält alle Angabevorschriften für die Beteiligungen eines Unternehmens an Tochtergesellschaften, gemeinschaftlichen Unternehmen, assoziierten Unternehmen und strukturierten Unternehmen und führt zu erweiterten Angabepflichten. Bisher entfielen die Angabevorschriften auf verschiedene Standards (IAS 27, IAS 28 und IAS 31). ― Änderungen zu den Übergangsvorschriften für IFRS 10 "Konzernabschlüsse", IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" und IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen": Der Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung sowie die Fassungen der anzuwendenden IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" und IAS 27 "Einzelabschlüsse" bei rückwirkender Anwendung des IFRS 10 wurden definiert. Damit verbunden sind auch Erleichterungen in IFRS 11 und IFRS 12. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. ― Änderung von IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen": Der Standard wird umbenannt in "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen". In den geänderten IAS 28 wurden der ehemalige SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen - Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen" sowie weitere Klarstellungen eingearbeitet. Die Änderung hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. ― Änderung von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" zu Novation von Derivaten und Fortsetzung von bilanziellen Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting). Zur Verbesserung von Transparenz und Regulierungsaufsicht bei außerbörslichen (Over-the-Counter-/OTC-) Derivaten wurden weitreichende gesetzgeberische Änderungen eingeführt. Unternehmen müssen daher Derivate zur Verminderung von Ausfallrisiken auf zentrale Gegenparteien übertragen (Novation). Nach IAS 39 war bisher die Bilanzierung von Derivaten als Sicherungsinstrument in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zu beenden, wenn das ursprüngliche Derivat nicht mehr fortbestand. Das International Accounting Standards Board (IASB) hat IAS 39 um eine Erleichterungsregelung ergänzt, wonach eine Beendigung des Hedge Accounting nicht zu erfolgen hat, wenn die Novation eines Sicherungsinstruments mit einer zentralen Gegenpartei bestimmte Kriterien erfüllt. Dürr schließt OTC-Derivate ab. Aufgrund von Erleichterungsregelungen hat die Änderung jedoch keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. ― International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) 21 "Abgaben": Die Interpretation stellt klar, dass eine Verbindlichkeit für Abgaben erfasst werden muss, sobald eine per Gesetz festgelegte Aktivität eintritt, die eine entsprechende Zahlungsverpflichtung auslöst. Ferner müssen an Schwellenwerte gekoppelte Abgaben erst erfasst werden, wenn der Schwellenwert erreicht wird. Die Interpretation hat keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Folgende von der EU im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommene neue und überarbeitete Standards sind noch nicht in Kraft getreten ― Änderungen an IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer": Die Änderung regelt die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zu leistungsorientierten Pensionsplänen als Reduktion des Dienstzeitaufwands, sofern diese die in der Berichtsperiode erbrachte Leistung widerspiegeln. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Im Dürr-Konzern wird die Änderung nur eine geringe Auswirkung haben, da nur wenige Pensionspläne in bestimmten Ländern von der Änderung betroffen sind. Die verabschiedeten Änderungen des jährlichen Verbesserungsprozesses der Zyklen 2010 -2012 und 2011 -2013 sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen, anzuwenden und werden keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben. Jährlicher Verbesserungsprozess Zyklus 2010 -2012 ― IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung": Die Änderung beinhaltet eine Klarstellung der Definitionen von Ausübungsbedingungen (Vesting Conditions) und Marktbedingungen (Market Conditions). ― IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse": Durch Änderung dieses Standards und entsprechende Folgeänderungen an weiteren Standards wird nunmehr für sämtliche nicht als Eigenkapital eingestufte bedingte Gegenleistungen eine Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert mit Buchung sämtlicher resultierender Effekte im Gewinn oder Verlust festgeschrieben. ― IFRS 8 "Geschäftssegmente": In IFRS 8 neu aufgenommen wurde die Klarstellung, dass die zugrunde gelegten Überlegungen bei der Zusammenfassung von Geschäftssegmenten zu berichtspflichtigen Segmenten anzugeben sind und eine Überleitungsrechnung der Segmentvermögenswerte auf die entsprechenden Beträge in der Bilanz nur erforderlich ist, wenn Angaben zu den Segmentvermögenswerten regelmäßig an die verantwortliche Unternehmensinstanz berichtet werden. ― IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts": Durch eine Änderung der "Grundlagen für Schlussfolgerungen" des IFRS 13 wird klargestellt, dass das IASB mit den aus IFRS 13 resultierenden Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 nicht die Möglichkeit beseitigen wollte, bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten im Fall von Unwesentlichkeit auf eine Abzinsung zu verzichten. ― IAS 16 "Sachanlagen" und IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte": Die Änderung stellt klar, wie bei Anwendung des Neubewertungsmodells gemäß IAS 16 beziehungsweise IAS 38 kumulierte Abschreibungen zum Bewertungszeitpunkt zu ermitteln sind. Jährlicher Verbesserungsprozess Zyklus 2011 -2013 ― IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Die Änderung stellt die Bedeutung des Zeitpunkts des Inkrafttretens (Effective Date) im Zusammenhang mit IFRS 1 klar. ― IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse": Die Änderung formuliert die bestehende Ausnahme von Gemeinschaftsunternehmen vom Anwendungsbereich des IFRS 3 neu. ― IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts": IFRS 13 gestattet es Unternehmen, die eine Gruppe von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten auf Basis ihres Nettomarktrisikos oder -ausfallrisikos steuern, den beizulegenden Zeitwert dieser Gruppe in Übereinstimmung damit zu ermitteln, wie Marktteilnehmer die Nettorisikoposition am Bewertungsstichtag bewerten würden (Portfolio Exception). Durch die vorgeschlagene Änderung wird klargestellt, dass sich diese Ausnahme zur Bestimmung eines beizulegenden Zeitwerts auf sämtliche Verträge im Anwendungsbereich des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" oder des IFRS 9 "Finanzinstrumente" bezieht, selbst wenn diese nicht die Definition eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit des IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" erfüllen. ― IAS 40 "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien": Die Änderung stellt klar, dass die Anwendungsbereiche des IAS 40 und des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unabhängig voneinander sind, das heißt sich in keinem Fall gegenseitig ausschließen. Standards und Interpretationen, die noch nicht in Kraft getreten sind und von der EU noch nicht im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommen wurden ― IFRS 9 "Finanzinstrumente": IFRS 9 regelt die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Am 24. Juli 2014 hat das IASB die finale Fassung von IFRS 9 herausgegeben. Der Standard führt alle bereits zuvor veröffentlichten Regelungen mit den neuen Regelungen zur Erfassung von Wertminderungen sowie begrenzten Änderungen zur Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte zusammen. Die Neuregelungen sind grundsätzlich rückwirkend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Dürr hat die Prüfung der Auswirkungen durch die Anwendung des IFRS 9 auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen. ― IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen": Mit der Veröffentlichung vom 6. Mai 2014 wird ergänzend klargestellt, dass sowohl der erstmalige Erwerb als auch der Hinzuerwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (Joint Operation), die einen Geschäftsbetrieb darstellt, unter Anwendung der Regelungen zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen in IFRS 3 zu bilanzieren ist, es sei denn, diese stehen im Widerspruch zu Regelungen des IFRS 11. Außerdem wird klargestellt, dass auch die Angabepflichten für Unternehmenszusammenschlüsse in IFRS 3 und anderen Standards zu erfüllen sind. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen und werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. ― IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden": Zielsetzung des am 28. Mai 2014 veröffentlichten Standards zur Umsatzrealisierung ist es, die Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen zusammenzuführen. Es werden einheitliche Grundprinzipien festgelegt, die für alle Branchen und für alle Arten von Umsatztransaktionen anwendbar sind. Die Fragen, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt beziehungsweise über welchen Zeitraum Umsatz zu realisieren ist, sind mithilfe des 5-Stufen-Modells zu beantworten. Außerdem enthält der Standard eine Reihe von weiteren Regelungen zu Detailfragestellungen sowie eine Ausweitung der erforderlichen Anhangangaben. Der neue Standard ist anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden verschiedene Vereinfachungsoptionen gewährt. Dürr hat die Prüfung der Auswirkungen auf den Konzernabschluss durch die Anwendung des IFRS 15 noch nicht abgeschlossen. ― Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Mit den Änderungen vom 18. Dezember 2014 stellt das IASB die Bedeutung des Wesentlichkeitsgrundsatzes in IAS 1 klar. Darüber hinaus erfolgen Klarstellungen hinsichtlich Untergliederungen von Abschlussposten in der Bilanz und Gesamtergebnisrechnung, Darstellung von Zwischensummen und Strukturvorgaben für Anhangangaben. Außerdem erfolgt die Aufhebung von Vorgaben bezüglich der Identifizierung maßgeblicher Rechnungslegungsmethoden als Bestandteil der Anhangangaben. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Die Änderungen werden voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. ― Änderung von IAS 27 "Einzelabschlüsse": Mit den Änderungen wird die Equity-Methode als Bilanzierungsoption für Anteile an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen im separaten Abschluss eines Investors wieder zugelassen. Die Änderungen treten für Berichtsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da sie die Bilanzierung in Einzelabschlüssen regeln. Jährlicher Verbesserungsprozess Zyklus 2012 -2014: Im September 2014 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprozesses die finalen Standards mit Änderungen an bestehenden IFRS (Omnibus-Standard). Durch den jährlichen Verbesserungsprozess wurden kleinere Änderungen oder Klarstellungen vorgenommen. Die verabschiedeten Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2016 beginnen, anzuwenden und werden keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. ― IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche": Die Änderung beinhaltet die Aufnahme gesonderter Leitlinien für Fälle, in denen ein Unternehmen einen Vermögenswert aus der Kategorie zur Veräußerung gehalten in die Kategorie zu Ausschüttungszwecken gehalten umklassifiziert (oder andersherum) sowie die Aufnahme gesonderter Leitlinien für Fälle, in denen die Bilanzierung als zu Ausschüttungszwecken gehalten beendet wird. ― IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" mit Folgeänderungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Aufnahme zusätzlicher Leitlinien zur Klarstellung, ob ein Verwaltungsvertrag ein fortgesetztes Engagement in Bezug auf einen übertragenen Vermögenswert darstellt (zwecks Bestimmung der erforderlichen Angaben). Außerdem wird die Anwendbarkeit der Änderungen an IFRS 7 in Bezug auf Angaben zur Saldierung auf zusammengefasste Zwischenberichte klargestellt. ― IAS 19: "Leistungen an Arbeitnehmer": Es wird klargestellt, dass die hochwertigen Unternehmensanleihen, die bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verwendet werden, in der gleichen Währung denominiert sein sollten wie die zu leistenden Zahlungen und daher die Markttiefe für hochwertige Unternehmensanleihen auf Währungsebene beurteilt werden sollte. ― IAS 34: "Zwischenberichterstattung": Die Änderung stellt die Bedeutung von "an anderer Stelle im Zwischenbericht" klar und nimmt eine Vorschrift auf, dass ein Verweis auf diese andere Stelle aufzunehmen ist, wenn diese nicht innerhalb des Hauptteils des Berichts liegt. Der Konzern hat Standards und IFRIC-Interpretationen, die bereits herausgegeben wurden, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewandt. Dürr beabsichtigt grundsätzlich, alle Standards zum Zeitpunkt der erstmaligen verpflichtenden Anwendung zu berücksichtigen. Die Anforderungen der angewandten Standards wurden vollständig erfüllt. Der Abschluss vermittelt damit ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und der Cashflows des Konzerns. Das Geschäftsjahr von Dürr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt; alle Beträge werden in Tausend Euro (TSD. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Vermögenswerte und Schulden sind grundsätzlich mit historischen beziehungsweise fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Ausnahmen bilden derivative Finanzinstrumente, Verpflichtungen aus Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile, Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten, Verpflichtungen aus anteilsbasierter Vergütung sowie finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar oder als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert sind, Kaufoptionen für Anteile an Gesellschaften und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Diese sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als kurzfristig behandelt, sofern sie innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Der Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt bei einer Restlaufzeit von mehr als zwölf Monaten als langfristig. Darüber hinaus werden Verbindlichkeiten im Konzernanhang bei einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren als mittelfristig, bei einer Restlaufzeit von über fünf Jahren als langfristig ausgewiesen. 2. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Grundlage für den Konzernabschluss von Dürr sind die nach einheitlichen Regeln zum 31. Dezember 2014 erstellten und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften IFRS-Abschlüsse der Dürr AG sowie ihrer einbezogenen Tochtergesellschaften und at equity bilanzierten Unternehmen. Für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochtergesellschaften wird die Kapitalkonsolidierung gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet. Die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten gehen vollständig zum Anschaffungszeitpunkt in die Konzernbilanz ein, dabei werden stille Reserven und Lasten berücksichtigt. Verbleibende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Bei der Entkonsolidierung wird der Geschäfts- oder Firmenwert erfolgswirksam aufgelöst. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam erfasst. Für Unternehmenserwerbe, bei denen weniger als 100 % der Anteile erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht zwischen der Erfassung des beteiligungsproportionalen Geschäfts- oder Firmenwerts (Purchased-Goodwill-Methode) und der Erfassung des Geschäfts- oder Firmenwerts inklusive des auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Anteils (Full-Goodwill-Methode) vor. Dieses Wahlrecht kann für jeden Unternehmenserwerb neu ausgeübt werden. Dürr prüft für jeden einzelnen Unternehmenserwerb, welche Methode zur Aktivierung des Geschäfts- oder Firmenwerts angewandt wird. Anteilsveränderungen bei Tochtergesellschaften, durch die sich die Beteiligungsquote des Konzerns ohne Verlust der Beherrschung erhöht oder vermindert, werden als erfolgsneutrale Transaktionen zwischen Eigenkapitalgebern abgebildet. Umsatzerlöse, sonstige Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Ergebnisse zwischen konsolidierten Gesellschaften (Zwischenergebnisse), die nicht durch Veräußerung an konzernfremde Dritte realisiert wurden, werden herausgerechnet. Tochtergesellschaften, die aufgrund ihrer nur geringen oder ruhenden Geschäftstätigkeit für den Konzern und die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen. Sie werden unter den nicht konsolidierten Tochterunternehmen aufgeführt. Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bewertet. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an der Finanz- und Geschäftspolitik des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken. Die Equity-Methode findet auch bei Gemeinschaftsunternehmen Anwendung, bei denen Dürr gemeinsam mit anderen Partnern wirtschaftliche Tätigkeiten unter gemeinschaftlicher Führung durchführt. Die erstmalige Erfassung von Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Anschaffungskosten, die den Anteil am Reinvermögen des at equity bilanzierten Unternehmens nach der Berücksichtigung stiller Reserven oder Lasten übersteigen, werden als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens resultiert, ist im Buchwert des at equity bilanzierten Unternehmens enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern als Bestandteil der gesamten Beteiligung an dem at equity bilanzierten Unternehmen auf eine mögliche Wertminderung überprüft. In der Folgebewertung wird der Anteil, der Dürr vom Ergebnis des at equity bilanzierten Unternehmens zusteht, in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Beteiligungsergebnis erfasst, der Anteil an erfolgsneutralen Veränderungen des Eigenkapitals wird unmittelbar im Konzern-Eigenkapital ausgewiesen. Die kumulierten Veränderungen nach dem Erwerbszeitpunkt erhöhen beziehungsweise vermindern den Beteiligungsbuchwert des at equity bilanzierten Unternehmens. Erhaltene Dividenden mindern den Buchwert. Entsprechen die Verluste eines at equity bilanzierten Unternehmens, die Dürr zuzurechnen sind, dem Wert des Anteils an diesem Unternehmen oder übersteigen diesen, werden keine weiteren Verlustanteile erfasst, es sei denn, Dürr ist Verpflichtungen eingegangen oder hat Zahlungen für das at equity bilanzierten Unternehmen geleistet. Alle übrigen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bilanziert, da Marktwerte nicht zur Verfügung stehen und Zeitwerte auch anderweitig nicht zuverlässig ermittelt werden können. 3. KONSOLIDIERUNGSKREIS In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 sind neben der Dürr AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, über die die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Eine Beherrschung im Sinne des IFRS 10 liegt vor, wenn eine Gesellschaft aufgrund ihrer Beteiligung an einem anderen Unternehmen positiven oder negativen Rückflüssen ausgesetzt ist oder über Rechte verfügt, diese zu erhalten. Weiterhin muss die Möglichkeit gegeben sein, die variablen Rückflüsse zu beeinflussen, indem die Gesellschaft die Aktivitäten des Unternehmens steuert. Die Beherrschung kann aufgrund von Stimmrechten oder bestehenden Umständen, unter anderem aufgrund von vertraglichen Regelungen, erfolgen. Gesellschaften werden ab dem Zeitpunkt in den Dürr-Konzernabschluss einbezogen, an dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird. Bei der überwiegenden Anzahl der Konzerngesellschaften bildet die Mehrheit der Stimmrechte die Grundlage der Beherrschung. Bei drei Gesellschaften hat Dürr aufgrund vertraglicher Regelungen die Möglichkeit, die Beherrschung auszuüben. Die Konsolidierung einer in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft endet, wenn Dürr die Beherrschung über die Gesellschaft verliert. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viele Gesellschaften der Konsolidierungskreis neben der Dürr AG als Mutterunternehmen umfasst. 3.6 ANZAHL VOLLKONSOLIDIERTER GESELLSCHAFTEN scroll 31.12.2014 31.12.2013 Inland 30 14 Ausland 79 48 109 62 Der Konzernabschluss enthält 51 (Vorjahr: acht) Gesellschaften, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind. Der Anstieg der vollkonsolidierten Gesellschaften wie auch der Gesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen ist im Wesentlichen auf den Erwerb der HOMAG Group zurückzuführen. Es bestehen sieben Gesellschaften, die aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten nur zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen werden. At equity bilanzierte Unternehmen Unternehmen, auf die Dürr maßgeblichen Einfluss gemäß IAS 28 ausüben kann (assoziierte Unternehmen), und Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 werden nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % angenommen. Bei Gemeinschaftsunternehmen führt Dürr gemeinsam mit anderen Parteien wirtschaftliche Tätigkeiten unter gemeinschaftlicher Führung durch. Die Parteien, die an der gemeinschaftlichen Führung partizipieren, haben Rechte am Reinvermögensüberschuss, jedoch nicht an den einzelnen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die gemeinschaftliche Führung beziehungsweise die Möglichkeit des maßgeblichen Einflusses besteht. Zum 31. Dezember 2014 bestehen keine materiellen Gemeinschaftsunternehmen. 3.7 ANZAHL AT EQUITY BILANZIERTER GESELLSCHAFTEN scroll 31.12.2014 31.12.2013 Inland 2 2 Ausland 3 2 5 4 Sonstige Beteiligungen Bei Stimmrechtsanteilen unter 20 % werden in der Regel Anteile an Gesellschaften unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesen. Eine Ausnahme ist Homag China Golden Field Ltd. mit Sitz in Hongkong, V. R. China, die bereits in der HOMAG Group als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode einbezogen wird. Diese Bewertung wird im Dürr-Konzern beibehalten, da Dürr einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann. 3.8 ANZAHL SONSTIGER BETEILIGUNGEN scroll 31.12.2014 31.12.2013 Inland 2 1 Ausland 2 2 4 3 4. VERÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES 3.9 ZUGÄNGE VOLLKONSOLIDIERTER GESELLSCHAFTEN scroll Gesellschaft Beteiligungs- quote1 Mit Wirkung zum Art des Anteilserwerbs Anmerkung Durr Systems (Malaysia) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur/Malaysia 100,0 % 10. März 2014 Gründung, Asset Deal Bersch & Fratscher GmbH, Karlstein am Main/Deutschland 100,0 % 17. Juni 2014 Akquisition Umbenennung in Dürr Systems Karlstein GmbH Kronen zweitausend25 GmbH, Stuttgart/Deutschland 100,0 % 23. Juni 2014 Akquisition Umbenennung in Dürr Technologies GmbH EST+ a.s., Ledeč nad Sázavou / Tschechische Republik 100,0 % 25. Juni 2014 Akquisition Umbenennung in Dürr Systems Czech Republic a.s. PT Durr Systems Indonesia, Jakarta/Indonesien 100,0 % 14. Juli 2014 Akquisition Bargstedt Handlingsysteme GmbH, Hemmoor/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Benz GmbH Werkzeugsysteme, Haslach im Kinzigtal/Deutschland 39,7 %2 3. Oktober 2014 Akquisition Brandt Kantentechnik GmbH, Lemgo/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Friz Kaschiertechnik GmbH, Weinsberg/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Holzma Plattenaufteiltechnik GmbH, Calw/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag eSolution GmbH, Schopfloch/Deutschland 39,7 %2 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Finance GmbH, Schopfloch/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Group AG, Schopfloch/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag GUS GmbH, Schopfloch/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Holzbearbeitungssysteme GmbH, Schopfloch/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Vertrieb & Service GmbH, Schopfloch/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Ligmatech Automationssysteme GmbH, Lichtenberg im Erzgebirge/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Schuler Consulting GmbH, Pfalzgrafenweiler/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Torwegge Holzbearbeitungsmaschinen GmbH, Löhne/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Weeke Bohrsysteme GmbH, Herzebrock-Clarholz/Deutschland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH, St. Johann-Lonsingen/Deutschland 59,1 % 3. Oktober 2014 Akquisition Holzma Plattenaufteiltechnik S.A. Unipersonal, L'Ametlla del Vallés/Spanien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Austria Gesellschaft mbH, Oberhofen am Irrsee/Österreich 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Danmark A/S, Galten/Dänemark 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag España Maquinaria S.A., Llinars del Vallés (Barcelona) / Spanien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag France S.A.S., Schiltigheim/Frankreich 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Italia S.p.A., Giussano/Italien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Machinery Środa Sp. z o.o., Środa Wielkopolska / Polen 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Polska Sp. z o.o., Środa Wielkopolska / Polen 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag U.K. Ltd., Castle Donington/Großbritannien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag (Schweiz) AG, Höri/Schweiz 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition OOO "Homag Russland", Moskau/Russland 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Benz Incorporated, Charlotte, North Carolina/USA 39,7 %2 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Canada Inc., Mississauga, Ontario/Kanada 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag US, Inc., Grand Rapids, Michigan/USA 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Howard S. Twichell Company, Inc., Coppell, Texas/USA 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Stiles Machinery Inc., Grand Rapids, Michigan/USA 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Weeke North America, Inc., Grand Rapids, Michigan/USA 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Machinery (São Paulo) Maquinas Especiais para Madeira Ltda., Taboão da Serra / Brasilien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag South America Ltda., Taboão da Serra / Brasilien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition HA (Thailand) Co. Ltd., Bangkok/Thailand 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition HA Malaysia Sdn. Bhd., Puchong/Malaysia 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Asia (PTE) Ltd., Singapur/Singapur 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Australia Pty. Ltd., Sydney/Australien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag India Private Ltd., Bangalore/Indien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Japan Co. Ltd., Higashiosaka/Japan 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Korea Co. Ltd., Bucheon City/Südkorea 42,5 %2 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Machinery (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai/V. R. China 63,3 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag Machinery Bangalore Pvt. Ltd., Bangalore/Indien 77,9 % 3. Oktober 2014 Akquisition Homag New Zealand Ltd., Auckland/Neuseeland 77,9 % 17. Dezember 2014 Gründung 1 gemäß IFRS, quotal durchgerechnet; bei Gesellschaften der HOMAG Group basierend auf einem Anteil von 55,85 % am Kapital zuzüglich eines Anteils von 22,05 %, der über Optionen zurechenbar ist 2 Diese Gesellschaften werden aufgrund der Stimmrechtsmehrheit an der HOMAG Group AG vollkonsolidiert 3.10 ZUGÄNGE AT EQUITY BILANZIERTER GESELLSCHAFTEN scroll Gesellschaft Beteiligungs- quote1 Mit Wirkung zum Art des Anteilserwerbs Anmerkung Homag China Golden Field Ltd., Hongkong/V. R. China 19,5 % 3. Oktober 2014 Akquisition 1 gemäß IFRS, quotal durchgerechnet; bei Gesellschaften der HOMAG Group basierend auf einem Anteil von 55,85 % am Kapital zuzüglich eines Anteils von 22,05 %, der über Optionen zurechenbar ist 3.11 ENTKONSOLIDIERUNGEN/ VERSCHMELZUNGEN scroll Gesellschaft Mit Wirkung zum Anmerkung Landwehr Elfte Vermögensverwaltung GmbH, Darmstadt/Deutschland 22. Mai 2014 Entkonsolidierung Dürr Pty. Ltd., Adelaide/Australien 22. Juni 2014 Entkonsolidierung Ligmatech Automationssysteme GmbH, Lichtenberg im Erzgebirge/Deutschland 20. November 2014 Umbenennung in Homag Automation GmbH, Lichtenberg im Erzgebirge/Deutschland Bargstedt Handlingsysteme GmbH, Hemmoor/Deutschland 20. November 2014 Verschmelzung auf Homag Automation GmbH, Lichtenberg im Erzgebirge/Deutschland 5. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" in Euro. Bei der überwiegenden Anzahl der ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. In den Einzelabschlüssen der Dürr AG und ihrer Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs bewertet; laufende Geschäftsvorfälle werden zum Tageskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Für eine betragsmäßige Darstellung der erfolgswirksamen Kursgewinne und -verluste wird auf die Textziffern 8 und 13 verwiesen. 3.12 MASSGEBENDE WECHSELKURSE scroll STICHTAGSKURS DURCHSCHNITTSKURS im Verhältnis zu einem Euro 31.12.2014 31.12.2013 2014 2013 US-Dollar (USD) 1,2155 1,3768 1,3217 1,3301 Chinesischer Renminbi (CNY) 7,4373 8,3342 8,1544 8,1691 Brasilianischer Real (BRL) 3,2301 3,2518 3,1027 2,8921 Mexikanischer Peso (MXN) 17,8638 18,0270 17,6429 17,1239 Indische Rupie (INR) 76,6159 85,1004 80,7120 78,3491 Britisches Pfund (GBP) 0,7786 0,8328 0,8034 0,8503 Koreanischer Won (KRW) 1.324,8649 1.453,3639 1.391,4993 1.454,5862 Dänische Krone (DKK) 7,4452 7,4597 7,4546 7,4578 Japanischer Yen (JPY) 145,0300 144,5000 140,4908 130,1308 Australischer Dollar (AUD) 1,4810 1,5396 1,4720 1,3927 Kanadischer Dollar (CAD) 1,4074 1,4636 1,4633 1,3767 Schweizer Franken (CHF) 1,2024 1,2269 1,2128 1,2290 In den Einzelabschlüssen der ausländischen Tochtergesellschaften werden die Geschäfts- oder Firmenwerte mit dem Kurs am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Die aus Akquisitionen aufgedeckten stillen Reserven werden größtenteils in der funktionalen Währung der erworbenen Gesellschaft bilanziert. Bei den unterjährig erstkonsolidierten Gesellschaften wurde ein angepasster Durchschnittskurs verwendet. 6. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte umfassen Geschäfts- oder Firmenwerte, Konzessionen, Markennamen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, selbsterstellte Software, aktivierte Entwicklungskosten, aktivierte Transaktionskosten aus Finanzierungstätigkeit sowie im Rahmen von Akquisitionen erworbene Kundenbeziehungen, Aufträge und erworbenes technologisches Know-how. Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden unter den Voraussetzungen des IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" aktiviert. Neben anderen Kriterien muss mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil wahrscheinlich sein; zudem müssen die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmbar sein. Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Amortisation von immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt planmäßig linear über die Nutzungsdauer, soweit keine außerplanmäßige Wertminderung vorliegt. Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wird einmal jährlich überprüft, ob die Ereignisse und Umstände die Einschätzung der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin rechtfertigen. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Nutzungsdauer von unbestimmt auf bestimmt als Schätzungsänderung gemäß IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" prospektiv bilanziert. Ebenfalls einmal jährlich oder wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte, wird auf Wertminderung der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer geprüft. Im Konzern werden Entwicklungskosten als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte nur unter den Voraussetzungen des IAS 38 aktiviert. Danach müssen unter anderem die folgenden Kriterien erfüllt sein: ― technische Realisierbarkeit der Fertigstellung zur Nutzung oder zum Verkauf, ― Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen wirtschaftlichen Vorteils aus der Nutzung des Vermögenswerts, ― Fähigkeit, die Ausgaben während der Entwicklung verlässlich bewerten zu können. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten ab dem Zeitpunkt, an dem die Ansatzkriterien erstmals erfüllt werden. Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht erfüllen, sowie Forschungskosten werden sofort als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten ausgewiesen. 3.13 NUTZUNGSDAUERN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE (GESCHÄTZT) scroll Jahre Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 2 bis 14 Aktivierte Entwicklungskosten 3 bis 10 Transaktionskosten 5 Markenname Stiles 5 Technologisches Know-how 8 Kundenbeziehungen 8 bis 10 Übrige Markennamen unbestimmt Geschäfts- oder Firmenwerte unbestimmt Sachanlagen Die Bilanzierung von Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen über die Nutzungsdauer. Die Herstellungskosten umfassen alle direkten Kosten des Herstellungsprozesses. 3.14 NUTZUNGSDAUERN SACHANLAGEN (GESCHÄTZT) scroll Jahre EDV-Hardware 3 bis 5 Maschinen und Ausrüstungen 2 bis 21 Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 25 Gebäude, Erbbaurechte, Um- und Einbauten 4 bis 50 Grundstücke unbestimmt Die Anschaffungs- und Herstellungskosten für Sachanlagen enthalten größere Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen, die die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verlängern oder die Kapazität erhöhen. Bei verkauften und verschrotteten Anlagegütern werden die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen ausgebucht. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Erträge oder Aufwendungen erfasst. Instandhaltungen und kleinere Reparaturen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Immobilien werden dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zugeordnet, wenn eine Nutzungsänderung vorliegt, die durch das Ende der Selbstnutzung oder den Beginn eines Operating-Leasingverhältnisses mit einer anderen Partei belegt wird. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei der erstmaligen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet. Der Buchwert enthält die Kosten für Ersatzinvestitionen einer bestehenden, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie zum Zeitpunkt des Anfalls dieser Kosten, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten der täglichen Instandhaltung dieser Immobilien. Im Rahmen der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zu ihren fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden ausgebucht, wenn sie veräußert werden oder wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen bei ihrer Veräußerung erwartet wird. Gewinne oder Verluste aus der Stilllegung oder der Veräußerung einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie werden im Jahr der Stilllegung oder der Veräußerung erfasst. Wertminderungsprüfung Bei allen immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, bei immateriellen Vermögenswerten, die noch nicht nutzungsbereit sind, sowie bei Geschäfts- oder Firmenwerten wird die Werthaltigkeit des Buchwerts grundsätzlich am Ende jedes Geschäftsjahres überprüft. Bei den weiteren immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen wird eine Wertminderungsprüfung dann durchgeführt, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte, das heißt, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht erzielbar ist. Überwiegend fremdvermietete, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden einmal jährlich einer Wertminderungsprüfung unterzogen. Eine Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert des Vermögenswerts. Der Nettoveräußerungspreis ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag abzüglich der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Kapitalwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert einzeln oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, der er zugeordnet ist, ermittelt. Für im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte entsprechen die relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den Bereichen des Dürr-Konzerns aufgrund der internen Berichtsstrukturen. Zur Ermittlung der erwarteten Cashflows jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit müssen Grundannahmen getroffen werden. Diese beinhalten Annahmen hinsichtlich der Finanzpläne sowie der zur Abzinsung herangezogenen Zinssätze. Frühere Wertminderungen werden erfolgswirksam revidiert, soweit sie nicht mehr bestehen oder sich verringert haben. Die Werterhöhung beziehungsweise die Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswerts wird jedoch nur so weit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. Wertaufholungen bei Geschäfts- oder Firmenwerten dürfen nicht vorgenommen werden. Weitere Erläuterungen zu den Bilanzpositionen Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen finden sich unter Textziffer 18. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Sofern die Zuwendungen eine Investition betreffen, werden sie vom Buchwert des geförderten Vermögenswerts abgesetzt. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden passivisch abgegrenzt und dann periodengerecht aufgelöst. Leasingvereinbarungen Die Gesellschaften des Dürr-Konzerns sind Leasingnehmer von Grundstücken, Bauten sowie Maschinen und technischen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung und Software. Die Mehrheit der Leasingverträge wird als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Leasingzahlungen innerhalb eines Operating-Leasingverhältnisses werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken an dem übertragenen Vermögenswert auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasingvermögenswerts zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasingvermögenswerts oder zum Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Leasingzahlungen werden so in Finanzaufwendungen und Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Periode ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Gleichzeitig wird eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe gebildet. Der Leasingvermögenswert wird über den kürzeren der beiden Zeiträume - geschätzte Nutzungsdauer oder Laufzeit des Leasingverhältnisses - abgeschrieben. Finanzinstrumente Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 in die folgenden Kategorien eingeteilt: ― zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte, ― bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen, ― vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, ― zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, ― finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und ― finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte mit festgelegten oder bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, die das Unternehmen bis zur Endfälligkeit zu halten beabsichtigt und halten kann, ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen klassifiziert. Finanzielle Vermögenswerte, die hauptsächlich erworben wurden, um einen Gewinn aus der kurzfristigen Wertentwicklung zu erzielen, werden als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte, ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden unter den langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Dies gilt nicht, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag fällig sind. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden unter den kurzfristigen Vermögenswerten bilanziert. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn die Unternehmensleitung die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten ab dem Bilanzstichtag zu veräußern. Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser mit den Anschaffungskosten angesetzt. Diese setzen sich aus dem Zeitwert der Gegenleistung und - mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte - den Transaktionskosten zusammen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten werden erfolgswirksam erfasst. Als Zeitwert eines Finanzinstruments gilt der Betrag, der im Geschäftsverkehr zwischen vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern unter aktuellen Marktbedingungen erzielt werden kann. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Ist es wahrscheinlich, dass bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerten eine Wertminderung eintritt, so wird diese erfolgswirksam erfasst. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird ertragswirksam korrigiert, wenn eine Wertaufholung objektiv auf einen nach der ursprünglichen Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden kann. Eine Werterhöhung wird nur insoweit erfasst, wie sie denjenigen Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigt, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden abzüglich eines Steueranteils im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklage erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei Vorliegen einer Wertminderung. Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte (Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss) zu designieren, hat Dürr bislang keinen Gebrauch gemacht. Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, derivative finanzielle Verbindlichkeiten und andere Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden nach der erstmaligen Erfassung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, enthalten zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten. Derivate werden als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, es sei denn, sie werden als Sicherungsinstrument designiert und sind als solches effektiv. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat Dürr von dem Wahlrecht, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten (Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss) zu designieren, bisher keinen Gebrauch gemacht. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte Dürr setzt derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte ein, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaliger Bilanzierung und in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Um dessen Veränderungen zu erfassen, sei es erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital (Sicherungsrücklage), ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden ist oder nicht. Sind die Voraussetzungen des IAS 39, die die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting ermöglichen, nicht erfüllt, werden die Veränderungen der Zeitwerte erfolgswirksam erfasst. Nach Art des abgesicherten Grundgeschäfts werden Sicherungsinstrumente wie folgt klassifiziert: ― als Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, wenn es darum geht, das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines erfassten Vermögenswerts, einer Schuld, einer noch nicht in der Bilanz angesetzten festen Verpflichtung oder eines identifizierbaren Teils solcher Vermögenswerte, Schulden oder festen Verpflichtungen abzusichern, das Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte (Fair Value Hedge), ― als Absicherung von Zahlungsströmen, wenn das Risiko von Cashflow-Schwankungen abgesichert wird, das einem erfassten Vermögenswert, einer erfassten Schuld oder einer vorhergesehenen Transaktion zugeordnet werden kann und Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte (Cashflow Hedge), oder ― als Absicherung der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation). Die Behandlung erfolgt analog der eines Cashflow Hedges. Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge Accounting) Bei Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird der Buchwert eines gesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam um den Gewinn oder Verlust angepasst, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist. Ferner wird das derivative Finanzinstrument mit seinem beizulegenden Zeitwert neu bewertet; Gewinne oder Verluste, die sich daraus ergeben, werden ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei einem perfekten Hedge gleichen sich die ergebniswirksam erfassten Zeitwertschwankungen des Grund- und des Sicherungsgeschäfts nahezu aus. Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, werden die Buchwertanpassungen ergebniswirksam über die Laufzeit des Buchwerts bis zur Fälligkeit aufgelöst. Jede Anpassung des Buchwerts eines gesicherten Finanzinstruments wird ergebniswirksam aufgelöst. Dabei wird die Effektivzinsmethode angewandt. Die Auflösung kann beginnen, sobald eine Anpassung vorgenommen wird. Sie muss aber spätestens dann beginnen, wenn das Grundgeschäft nicht mehr um die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts angepasst wird, die auf das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind. Wird das Grundgeschäft ausgebucht, so wird der nicht amortisierte beizulegende Zeitwert sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wird eine bilanzunwirksame feste Verpflichtung als Grundgeschäft designiert, so wird die nachfolgende kumulierte Änderung ihres beizulegenden Zeitwerts, die auf das gesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis erfasst. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments werden ebenfalls im Periodenergebnis erfasst. Dies ist allerdings nicht der Fall, wenn es sich um die Absicherung des Währungsrisikos handelt, da dieses als Absicherung von Cashflows behandelt wird. Die Bilanzierung eines Sicherungsgeschäfts zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird eingestellt, wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird oder die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht weiter erfüllt. Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedge Accounting) Bei der Absicherung des Risikos von Schwankungen in Zahlungsströmen wird der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument direkt im Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil wird dagegen erfolgswirksam erfasst. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in derjenigen Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst. Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um die Anschaffungskosten eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer nichtfinanziellen Schuld, so werden die Beträge, die im Eigenkapital erfasst werden, im Zugangszeitpunkt Teil der Anschaffungskosten des nichtfinanziellen Vermögenswerts beziehungsweise der nichtfinanziellen Schuld. Wird mit dem Eintritt der vorhergesehenen Transaktion nicht länger gerechnet, werden die Beträge, die zuvor im Eigenkapital erfasst wurden, in das Periodenergebnis umgegliedert. Wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird, verbleiben die zuvor ausgewiesenen Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten ist. Dasselbe gilt, wenn das Sicherungsinstrument ohne Ersatz oder ohne Überrollen in ein anderes Sicherungsinstrument ausgeübt wird und wenn die Voraussetzungen für ein Cashflow Hedge Accounting nicht mehr vorliegen. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, so wird der Betrag ergebniswirksam erfasst. Weitere Ausführungen zu derivativen Finanzinstrumenten enthält Textziffer 40. Übrige Finanzanlagen Die unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesenen marktgängigen Wertpapiere enthalten als zur Veräußerung verfügbar eingestufte Papiere, die am Bilanzstichtag zum Marktwert bewertet werden, sowie als bis zur Endfälligkeit gehalten eingestufte Papiere, die zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet werden. Vorräte und geleistete Anzahlungen Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertige Erzeugnisse aus Kleinserienfertigung und Fertigerzeugnisse sowie Handelswaren werden grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Angesetzt wird in der Regel ein Durchschnittswert oder ein auf Basis des FIFO-Verfahrens (First In, First Out) ermittelter Wert. Wertberichtigungen werden für veraltete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit vorgenommen. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten und Abschreibungen. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf der Basis durchschnittlicher Auslastungen ermittelt. Fremdkapitalkosten werden nicht einbezogen, sofern sie nicht qualifizierte Vermögenswerte betreffen. Kundenspezifische Fertigungsaufträge Dürr erwirtschaftet seine Umsatzerlöse überwiegend aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen. Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden grundsätzlich nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) gemäß IAS 11 "Fertigungsaufträge" ausgewiesen. Dabei werden die Umsatzerlöse und die geplante Marge entsprechend dem Fertigstellungsgrad eines Auftrags bilanziert. Der Fertigstellungsgrad berechnet sich auf der Basis der entstandenen Kosten im Verhältnis zu den insgesamt erwarteten Kosten eines Auftrags. Durch diese Bilanzierungsmethode werden sowohl Umsatzerlöse als auch die zugehörigen Kosten und damit die Ergebnisse periodengerecht realisiert. Die Zero-Profit-Methode (ZP-Methode) wird bei Aufträgen angewandt, bei denen die bis zur Fertigstellung eines Auftrags anfallenden Kosten nicht verlässlich geschätzt werden können, die Erstattung der angefallenen Kosten jedoch wahrscheinlich ist. Bei dieser Methode werden Umsatzerlöse und zugehörige Kosten bis zum Abschluss des Auftrags in gleicher Höhe realisiert. Das Ergebnis wird damit erst mit Abschluss des Auftrags erfolgswirksam. An Kunden gestellte Teilabrechnungen und von Kunden erhaltene Zahlungen werden erfolgsneutral mit den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen verrechnet oder unter den erhaltenen Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen erfasst. Soweit aufgelaufene Auftragskosten entsprechend den vertraglichen Regelungen noch nicht an den Kunden fakturiert werden können, werden sie zusammen mit den geschätzten Teilgewinnen als künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen unter den Forderungen ausgewiesen. Die Fakturierung dieser Beträge ist vom Erreichen vertraglich festgelegter Größen (Meilensteine) abhängig. Die noch nicht abgerechneten künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen enthalten unmittelbar zurechenbare Einzelkosten (Material- und Personalkosten sowie Fremdleistungen) sowie in angemessenem Umfang produktionsbezogene Gemeinkosten und den anteiligen Gewinn. In den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sind auch Beträge enthalten, die auf von Kunden zu vertretenden Änderungen oder Fehlern hinsichtlich des Projektumfangs, auf nachträglichen, hinsichtlich Preis und Umfang noch nicht endgültig vereinbarten Änderungswünschen oder auf sonstigen von Kunden verursachten, nicht vorhersehbaren Zusatzaufwendungen und Anpassungen beruhen und die Dürr diesen Kunden oder sonstigen Dritten zu berechnen beabsichtigt. Diese Beträge werden mit den zu erwartenden Werten angesetzt, sofern ihre Realisierung wahrscheinlich ist und sie hinreichend zuverlässig geschätzt werden können. Zusätzlich zu den aufgelaufenen Kosten werden keine Gewinne ausgewiesen. Noch nicht endgültig vereinbarte Auftragsänderungen erfordern die Verwendung von Schätzwerten. Dabei kann eine spätere Anpassung der geschätzten Erträge aus den oben genannten Sachverhalten erforderlich werden. Die poc-Methode und die ZP-Methode basieren auf Schätzungen. Aufgrund der hierbei gegebenen Unsicherheiten ist es möglich, dass die Schätzungen der bis zur Fertigstellung erforderlichen Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Vertragsstrafen und Gewährleistungen nachträglich berichtigt werden müssen. Derartige Berichtigungen von Aufwendungen und Erträgen werden in der Periode ausgewiesen, in der der Anpassungsbedarf festgestellt wird. Rückstellungen für drohende Verluste werden in der Periode berücksichtigt, in der die Verluste erkennbar werden. Die übrigen Umsatzerlöse werden in Übereinstimmung mit IAS 18 "Erträge" erfasst, wenn die maßgeblichen Chancen und Risiken übertragen wurden. Dies ist üblicherweise der Zeitpunkt, an dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert beziehungsweise die Leistungen erbracht wurden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/ Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte Forderungen und originäre finanzielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der Konzern bewertet deren Einbringlichkeit auf Grundlage mehrerer Faktoren. Für den Fall, dass Sachverhalte bekannt sind, die die Fähigkeit eines bestimmten Schuldners mindern könnten, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, bucht Dürr eine Einzelwertberichtigung bezüglich der fälligen Beträge und setzt die erfassten Nettovermögenswerte auf den Betrag herab, der angemessenerweise als einbringbar erscheint. Die Wertminderungen werden unter Verwendung von Wertberichtigungskonten gebucht. Forderungen und originäre finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind. Die Einschätzung einzelner debitorischer Konten als überfällig beziehungsweise in Verzug erfolgt durch das Management. Für sämtliche anderen Schuldner bildet der Konzern auf Grundlage des Zeitraums, in dem die Forderungen beziehungsweise originären finanziellen Vermögenswerte überfällig sind, des aktuellen Geschäftsumfelds und von Vergangenheitswerten pauschalierte Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen beziehungsweise originäre finanzielle Vermögenswerte. Den Risiken eines Forderungsausfalls wird durch ein zentrales Monitoring und ein dezentrales Inkassomanagement begegnet. Sie umfassen regelmäßige Bonitätsprüfungen, den Abschluss von Kreditversicherungen und - besonders im Exportgeschäft - die Einräumung von Akkreditiven. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen sowie andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerb und werden zum Nennwert angesetzt. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen Bei den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen handelt es sich um Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Der zugehörige Buchwert muss überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Die Veräußerungsgruppe kann auch direkt mit den Vermögenswerten in Verbindung stehende Verbindlichkeiten umfassen. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen sind als gesonderter Posten in der Bilanz unter den kurzfristigen Vermögenswerten auszuweisen. Die Veräußerung muss erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung in Betracht kommen. Gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" werden zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, sofern dieser niedriger ist als der Buchwert. Kumuliertes übriges Eigenkapital In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern (zum Beispiel Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen) beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, aufgelaufene versicherungsmathematische und erfahrungsbedingte Gewinne und Verluste aus der Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und von derivativen Finanzinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert. Fremdkapitalkosten Fremdkapitalkosten umfassen Zinsaufwendungen, zinsähnliche Aufwendungen, sonstige Finanzierungsaufwendungen und Anschaffungskosten des Fremdkapitals. Gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" wurden die durch die Begebung einer Anleihe entstandenen Fremdkapitalkosten in der Konzernbilanz passivisch von der Anleihe gekürzt ausgewiesen. Die Amortisation der Fremdkapitalkosten - berechnet nach der Effektivzinsmethode - erfolgt über die Laufzeit der Anleihe. Die Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem neuen syndizierten Kredit der Dürr AG wurden in der Konzernbilanz als sonstiger immaterieller Vermögenswert ausgewiesen und entsprechend der Laufzeit des syndizierten Kredits amortisiert. Entsprechend IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, zu aktivieren. Die Anwendung des Standards führt im Zusammenhang mit der kundenspezifischen Auftragsfertigung dazu, dass entsprechende Finanzierungsaufwendungen in den Umsatzkosten erfasst werden. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen Die Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Leistungs- und Beitragszusagen. Bei den Beitragszusagen (Defined Contribution Plans) zahlt Dürr aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Nach Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die betrieblichen Altersversorgungssysteme, basierend auf Leistungszusagen (Defined Benefit Plans), garantieren den Begünstigten grundsätzlich eine monatliche Altersrente oder einen einmaligen Betrag beim Ausscheiden aus dem Unternehmen. Die Leistungszusagen sind sowohl unternehmens- als auch mitarbeiterfinanziert. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem in IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Hierbei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen (zum Beispiel bezüglich Gehaltsentwicklungen oder Rententrend) für die relevanten Größen berücksichtigt, die sich auf die Leistungshöhe auswirken. Der Aufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne (Defined Benefit Cost) unterteilt sich in Dienstzeitaufwand und Nettozinsen, die ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden, sowie Neubewertungen, die ergebnisneutral nach Abzug latenter Steuern im Eigenkapital ausgewiesen werden. Rückstellungen für rückgedeckte Pensionsverpflichtungen werden nach den Kriterien des IAS 19 mit dem darauf entfallenden Fondsvermögen (Planvermögen) unter Berücksichtigung der Vermögenswertbegrenzung saldiert. Als Planvermögen unter IAS 19 werden Vermögenswerte eines externen Versorgungsträgers anerkannt, wenn diese Vermögenswerte ausschließlich dem Versorgungszweck dienen und dem Zugriff möglicher Gläubiger entzogen sind. Verpflichtungen aus Mitarbeiterbeteiligung Einzelne Unternehmen der seit dem 3. Oktober 2014 zum Dürr-Konzern gehörenden HOMAG Group gewähren ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich im Rahmen einer stillen Beteiligung am Unternehmen zu beteiligen. Die Finanzierung der Beteiligung erfolgt dabei in der Regel durch Darlehensgewährung seitens des Unternehmens, wobei die Darlehen üblicherweise durch Ergebnisansprüche des still beteiligten Mitarbeiters zu tilgen sind. Mit Vereinbarung der stillen Beteiligung erwirbt der Mitarbeiter einen Anspruch auf Beteiligung am handelsrechtlichen Ergebnis des Unternehmens. Diese Ergebnisbeteiligung wird dabei teilweise zur Tilgung des Darlehens verwendet, der Restbetrag wird an die beteiligten Mitarbeiter ausbezahlt. Verlustzuweisungen mindern künftige Gewinnzuweisungen. Die Leistungen an Mitarbeiter im Rahmen des stillen Beteiligungsverhältnisses stellen Leistungen an Arbeitnehmer im Sinne des IAS 19 dar. Soweit unmittelbar eine Auszahlung des Ergebnisanteils an den Arbeitnehmer erfolgt, handelt es sich um kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer. Soweit der Ergebnisanteil zur Tilgung des an den Arbeitnehmer zur Finanzierung der Beteiligung gewährten Darlehens verwendet wird, entsteht beim Unternehmen eine andere langfristig fällige Leistung an Arbeitnehmer, die im Fall der Beendigung des stillen Beteiligungsverhältnisses fällig wird. Im Regelfall ist dies bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Fall. Die Ermittlung des Barwerts der Verpflichtung aus Mitarbeiterbeteiligung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Beachtung biometrischer Daten. Der langfristige Anteil der Verpflichtung wird als Teil der Personalrückstellungen erfasst, der kurzfristige Anteil wird in den übrigen Verbindlichkeiten bilanziert. Der Aufwand aus Mitarbeiterbeteiligung wird als Personalaufwand in den entsprechenden Funktionskosten ausgewiesen. Die im Zusammenhang mit der Mitarbeiterbeteiligung angefallenen Zinserträge aus der Darlehensgewährung sowie Änderungen des Verpflichtungsbetrags aufgrund von Aufzinsungseffekten werden im Zinsergebnis erfasst. Übrige Rückstellungen Übrige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und deren Höhe zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit bestmöglich geschätzten Beträgen zur Erfüllung der Verpflichtungen erfasst werden. Sofern die Höhe der Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmbar ist, wird der wahrscheinlichste Wert angesetzt. Bei gleicher Wahrscheinlichkeit wird der gewichtete Durchschnittswert erfasst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen abgezinst, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverträgen werden zu Leasingbeginn mit dem Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt (wir verweisen auf die vorgenannten Erläuterungen zu den Leasingvereinbarungen). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die übrigen Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Verbindlichkeiten für Restrukturierung werden gebildet, sofern ein detaillierter, formaler Plan aufgestellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt wurde. Verbindlichkeiten, die nicht schon im Folgejahr zu einem Vermögensabfluss führen, werden zum Bilanzstichtag mit Marktzinssätzen abgezinst. Latente Steuern Latente Steuern werden auf Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode nach IAS 12 "Ertragsteuern" gebildet. Danach werden latente Steuern grundsätzlich für sämtliche temporären Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen gebildet. Sie werden nicht gebildet, wenn die zu versteuernde temporäre Differenz aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus dem erstmaligen Ansatz anderer Vermögenswerte und Schulden in einer Transaktion (soweit sie kein Unternehmenszusammenschluss ist) entsteht, die sich weder auf das steuerliche noch auf das IFRS-Ergebnis auswirkt. Latente Steuerschulden werden für zu versteuernde temporäre Differenzen gebildet, die aus Anteilen an Tochtergesellschaften oder assoziierten Unternehmen sowie aus Anteilen an Joint Ventures entstehen, es sei denn, die Muttergesellschaft kann die Umkehrung der temporären Differenz steuern und die temporäre Differenz wird sich in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht umkehren. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen und nicht genutzten Steuergutschriften berücksichtigt, wenn ihre Nutzung in hohem Maße gesichert erscheint. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze, die zum Realisierungszeitpunkt erwartet werden, auf Basis des geltenden Steuerrechts beziehungsweise von sicher einzuschätzenden Steuerrechtsänderungen. Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern werden dann gebildet, wenn ein Verfall des steuerlichen Vorteils wahrscheinlicher ist als dessen Nutzung. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen, und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde beziehen. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Latente Steueransprüche aus temporären Differenzen, die die jeweiligen latenten Steuerverbindlichkeiten übersteigen, werden nur bilanziert, wenn deren Realisierung von zukünftigen zu versteuernden Ergebnissen gedeckt sind. Anteilsbasierte Vergütung Die aktienbasierte Vergütung gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" umfasst Vergütungssysteme, deren Ausgleich in bar erfolgt. Bis zu ihrer Abgeltung werden die Verpflichtungen aus den Vergütungsinstrumenten mit Barausgleich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in den übrigen Verbindlichkeiten erfasst. Die Verbindlichkeiten werden zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in den Personalaufwendungen erfasst. Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. Eventualverbindlichkeiten Als Eventualverbindlichkeiten werden Schulden ausgewiesen, die aus einer möglichen Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens stehen. Eventualverbindlichkeiten können auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung entstehen, die auf vergangenen Ereignissen beruht, jedoch nicht erfasst wurde, weil ― der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen mit der Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist oder ― die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen für die Gesellschaft unwahrscheinlich ist, wird keine Eventualverbindlichkeit offengelegt. 3.15 ZUSAMMENFASSUNG AUSGEWÄHLTER BEWERTUNGSMETHODEN scroll Bilanzposten Bewertungsmethode Geschäfts- oder Firmenwerte Anschaffungskosten unter Verwendung der Impairment-Only-Methode Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer Anschaffungskosten unter Verwendung der Impairment-Only-Methode mit bestimmter Nutzungsdauer (Fortgeführte) Anschaffungskosten Sachanlagen (Fortgeführte) Anschaffungskosten Finanzielle Vermögenswerte bis zur Endfälligkeit gehalten (Fortgeführte) Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode zur Veräußerung verfügbar Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu Handelszwecken gehalten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Vorräte Niedrigerer Wert aus Anschaffungskosten oder Nettoveräußerungswert Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen Percentage-of-Completion-Methode/Zero-Profit-Methode Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Fortgeführte) Anschaffungskosten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Nennwert Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen Niedrigerer Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder Buchwert Rückstellungen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen Erfüllungsbetrag unter Verwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens Sonstige Rückstellungen Erfüllungsbetrag Finanzielle Verbindlichkeiten (Fortgeführte) Anschaffungskosten/beizulegender Zeitwert Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Fortgeführte) Anschaffungskosten Verbindlichkeiten aus anteilsbasierter Vergütung Beizulegender Zeitwert Übrige Verbindlichkeiten Erfüllungsbetrag Beim Vorliegen von Wertminderungen können sich abweichende Bewertungsmaßstäbe ergeben. Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 "Ergebnis je Aktie" ermittelt. Es resultiert aus der Division des Ergebnisanteils der Aktionäre der Dürr AG durch den gewogenen Durchschnitt der Zahl der ausgegebenen Aktien. Die Berechnung ist in nachfolgender Übersicht dargestellt. In den Geschäftsjahren 2014 und 2013 gab es keine Verwässerungseffekte. 3.16 ERGEBNIS JE AKTIE scroll 2014 2013 Ergebnisanteil auf Aktionäre der Dürr AG entfallend Tsd. € 149.846 140.069 Anzahl ausgegebener Aktien (gewogener Durchschnitt) Tsd. 34.601 34.601 Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) € 4,33 4,05 Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen Die Erstellung des Konzernabschlusses gemäß den IFRS-Regelungen macht Annahmen und Schätzungen erforderlich, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzungen abweichen. Ermessensentscheidungen Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen: Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als Leasinggeber Der Konzern hat Leasingverträge zur gewerblichen Vermietung seiner als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien abgeschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass alle maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum dieser im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermieteten Immobilien verbunden sind, im Konzern verbleiben. Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als Leasingnehmer Der Konzern hat Leasingverträge zur Anmietung von Immobilien geschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass die mit dem Eigentum an diesen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen angemieteten Immobilien verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken bei den Vermietern verbleiben. Erstkonsolidierung HOMAG Group Im Oktober 2014 hat die Dürr AG über ihre Tochtergesellschaft Dürr Technologies GmbH 55,85 % der Anteile an der HOMAG Group AG erworben. Zudem hat Dürr mit der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann, die 22,05 % der Aktien der HOMAG Group AG hält, eine Stimmrechtsvereinbarung getroffen. Diese sieht unter anderem eine gemeinsame Ausübung der Stimmrechte in Bezug auf die Abstimmung zum Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der Dürr Technologies GmbH und der HOMAG Group AG vor. Ferner haben sich die Dürr Technologies GmbH und die Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann auf Options- und Vorkaufsrechte über die von ihr gehaltenen 22,05 % der Aktien der HOMAG Group AG zu einem Festpreis verständigt. Durch die Stimmrechtsvereinbarung und die Options-/Vorkaufsrechte sind die Aktionärsrechte der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann beschränkt. Bezüglich der restlichen 22,10 % der Anteile, die sich im Besitz freier Aktionäre befinden, besteht keine Einschränkung der Aktionärsrechte. Daher werden diese Anteile nicht Dürr zugerechnet, sondern als nicht beherrschende Anteile ausgewiesen. Schätzungen und Annahmen Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer sich im nächsten Geschäftsjahr das Risiko einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden ergeben könnte, werden nachstehend erläutert. Künftige Forderungen aus Auftragsfertigung Kundenspezifische Fertigungsaufträge machen den Großteil des Geschäfts von Dürr aus. Die Umsatzrealisierung und die Bilanzierung von Forderungen aus Fertigungsaufträgen erfolgen in der Regel gemäß Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode). Wesentlich hierbei ist die präzise Einschätzung des Fertigstellungsgrads. Zu den maßgeblichen Schätzgrößen zählen vor allem die Gesamtauftragserlöse und -kosten, die weiteren bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden regelmäßig überprüft und angepasst. Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob die Geschäfts- oder Firmenwerte wertgemindert sind. Dies erfordert eine Schätzung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen die Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind. Dazu muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten schätzen. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus. Darüber hinaus muss ein angemessener Abzinsungssatz gewählt werden, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte betrug zum 31. Dezember 2014 397.311 TSD. € (Vorjahr: 286.971 TSD. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 18 verwiesen. Ertragsteuern Dürr ist in zahlreichen Ländern tätig und unterliegt daher unterschiedlichen Steuerhoheiten. Für jedes Besteuerungssubjekt müssen die erwarteten laufenden und latenten Ertragsteuern bestimmt werden. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie voraussichtlich genutzt werden können. Die Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, wie zum Beispiel zukünftig zu versteuernde Ergebnisse in den Planperioden und erreichte Ergebnisse der Vergangenheit, beurteilt. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Sie werden dann entsprechend der ursprünglichen Bildung erfolgswirksam oder erfolgsneutral angepasst. Für weitere Informationen wird auf Textziffer 17 verwiesen. Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen wird anhand versicherungsmathematischer Berechnungen ermittelt. Diese erfolgen auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf Abzinsungssätze, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und künftige Rentensteigerungen. Die angesetzten Abzinsungssätze basieren auf den Renditen für erstrangige festverzinsliche Unternehmensanleihen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Annahmen wesentlichen Unsicherheiten. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2014 53.702 TSD. € (Vorjahr: 49.762 TSD. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 27 verwiesen. Mitarbeiterbeteiligung Die Verpflichtungen aus der Mitarbeiterbeteiligung in der HOMAG Group werden anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze und das erwartete Pensionierungsalter der Belegschaft. Die langfristige Verpflichtung aus der Mitarbeiterbeteiligung betrug zum 31. Dezember 2014 16.047 TSD. €. Entwicklungskosten Entwicklungskosten werden entsprechend den unter Textziffer 6 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aktiviert. Zur Ermittlung der zu aktivierenden Beträge hat die Unternehmensleitung Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, über die anzuwendenden Zinssätze und über den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren, vorzunehmen. Der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. Dezember 2014 29.567 TSD. € (Vorjahr: 11.325 TSD. €). Optionen über im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindliche Geschäftsanteile Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der CPM S.p.A. im Geschäftsjahr 2007 und der Thermea Energiesysteme GmbH im Geschäftsjahr 2012 wurden Verkaufsoptionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile über deren Geschäftsanteile nach IAS 32 zum beizulegenden Zeitwert bewertet und als sonstige finanzielle Verbindlichkeit bilanziert. Der beizulegende Zeitwert wird zu jedem Bilanzstichtag ermittelt. Im Fall der CPM S.p.A. erfordert dies eine Schätzung der zukünftigen Erträge. Für die Option der Thermea Energiesysteme GmbH ist der höhere Betrag aus dem anteiligen Unternehmenswert, der mittels eines Multiplikatorverfahrens bestimmt wird, und einem anteiligen Festpreis maßgeblich. Beim Erwerb der Thermea Energiesysteme GmbH wurde eine jederzeit ausübbare Kaufoption für zusätzliche, sich im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindende Anteile erfasst. Gemäß IAS 39 wird die Kaufoption analog zu einem Derivat auf einen Anteil an einer Tochtergesellschaft als finanzieller Vermögenswert bilanziert. Der Ausübungspreis für die Kaufoption ist nach oben begrenzt. Zum 31. Dezember 2014 betrug der beizulegende Zeitwert der Kaufoption 0 TSD. € (Vorjahr: 0 TSD. €). Für den Fall, dass der anteilige Unternehmenswert der Thermea Energiesysteme GmbH den nach oben begrenzten Ausübungspreis zukünftig übersteigt, wird der finanzielle Vermögenswert erfolgswirksam angepasst. Anteilsbasierte Vergütung Die Bewertung der Vergütungsinstrumente mit Barausgleich basiert auf dem erwarteten Aktienkurs am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit sowie Ergebnisgrößen im Zeitraum des Programms. Der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Aktienkurs beruht auf historischen Kursen. Die verwendeten Ergebnisgrößen basieren auf unternehmensinternen Planungen. Die tatsächlich eintretenden Aktienkurse und Ergebnisgrößen können von den getroffenen Annahmen abweichen. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" werden zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, sofern dieser niedriger ist als der Buchwert. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts, abzüglich Veräußerungskosten, beinhaltet Schätzungen und Annahmen der Unternehmensleitung, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind. Die tatsächlich eintretenden Verkaufserlöse können von den getroffenen Annahmen abweichen. Schätzungen und Annahmen sind zudem erforderlich für die Bilanzierung und Bewertung von Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen (wir verweisen auf die Textziffern 21 und 40) sowie für Eventualverbindlichkeiten und sonstige Rückstellungen, ferner bei der Bestimmung des beizulegenden Werts langlebiger Sachanlagen und immaterieller Vermögenswerte. ERLÄUTERUNGEN DER ABSCHLUSSPOSTEN ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 7. UMSATZERLÖSE 3.17 UMSATZERLÖSE scroll Tsd. € 2014 2013 Umsatzerlöse aus Auftragsfertigung 1.833.413 1.681.816 Sonstige Umsatzerlöse 741.494 725.057 Summe Umsatzerlöse 2.574.907 2.406.873 davon Umsatzerlöse aus Service-Geschäft 634.104 535.634 8. UMSATZKOSTEN Die Umsatzkosten umfassen die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die für die verkauften Produkte und Dienstleistungen anfallen. Sie betrugen im Geschäftsjahr 2014 1.983.837 TSD. € (Vorjahr: 1.919.524 TSD. €), was zu einer Bruttomarge von 23,0 % (Vorjahr: 20,2 %) führte. Auf den Umsatzprozess entfallene Währungsgewinne in Höhe von 16.937 TSD. € (Vorjahr: 11.436 TSD. €) und Währungsverluste in Höhe von 15.308 TSD. € (Vorjahr: 13.520 TSD. €) sind in den Umsatzkosten berücksichtigt. Ebenfalls in den Umsatzkosten ausgewiesen sind Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte in Höhe von 30.216 TSD. € (Vorjahr: 16.336 TSD. €). In den Umsatzkosten sind keine Finanzierungsaufwendungen enthalten, die im Rahmen der Anwendung des IAS 23 "Fremdkapitalkosten" erfasst wurden. Seit dem Geschäftsjahr 2014 weist Dürr Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten gemäß der branchenüblichen Praxis in den Umsatzkosten aus und nicht mehr in den Forschungs- und Entwicklungskosten. Von den Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte entfallen 4.723 TSD. € auf aktivierte Entwicklungskosten. 9. VERTRIEBSKOSTEN Die Vertriebskosten umfassen Vertriebseinzelkosten und Vertriebsgemeinkosten. Darunter fallen grundsätzlich alle Personal-, Material- und Abschreibungsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen des Vertriebsbereichs. Zudem sind in den Vertriebskosten Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. 3.18 VERTRIEBSKOSTEN scroll Tsd. € 2014 2013 Personalaufwand 118.188 92.856 Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 2.818 1.646 Ausbuchung von Forderungen 908 1.772 Zuführung und Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.556 561 Übrige Vertriebskosten 45.924 31.374 171.394 128.209 Für nähere Informationen zu Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen verweisen wir auf Textziffer 21. 10. ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der zentralen Verwaltungsbereiche, die nicht mit Auftragsabwicklung, Produktion, Vertrieb oder Forschung und Entwicklung in Verbindung stehen. 3.19 ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN scroll Tsd. € 2014 2013 Personalaufwand 83.358 68.858 Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 4.990 4.199 Übrige Verwaltungskosten 44.330 36.431 132.678 109.488 11. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Kosten für Aktivitäten, die unternommen werden, um neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu gewinnen oder Produkte und Produktionsprozesse zu verbessern. Sie enthalten Personal- und Sachkosten. Vermindert werden die Forschungs- und Entwicklungskosten um die Entwicklungskosten, die die Voraussetzungen für eine Aktivierung erfüllen. 3.20 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN scroll Tsd. € 2014 2013 Personalaufwand 35.225 20.579 Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 3.902 5.165 Aktivierte Entwicklungskosten -5.522 -3.446 Übrige Forschungs- und Entwicklungskosten 21.792 20.681 55.397 42.979 Seit dem Geschäftsjahr 2014 weist Dürr Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten gemäß der branchenüblichen Praxis in den Umsatzkosten aus und nicht mehr in den Forschungs- und Entwicklungskosten. Im Vorjahr entfielen von den Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 3.901 TSD. € auf aktivierte Entwicklungskosten. 12. PERSONALAUFWENDUNGEN In den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen enthalten: 3.21 PERSONALAUFWENDUNGEN scroll Tsd. € 2014 2013 Löhne und Gehälter 534.437 436.024 Sozialaufwendungen 100.428 83.832 Summe Personalaufwendungen 634.865 519.856 davon Altersversorgung 37.380 33.370 In den Personalaufwendungen sind pauschalierte Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 8 TSD. € (Vorjahr: 142 TSD. €) enthalten. Diese Erstattungen erfolgten für die Wiederbesetzung von Arbeitsplätzen einzelner Arbeitnehmer mit Altersteilzeitverträgen bei diversen deutschen Gesellschaften. Gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" werden diese Erstattungen mit den jeweiligen Aufwendungen saldiert ausgewiesen. Hierzu verweisen wir auch auf Textziffer 14. 13. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN 3.22 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN scroll Tsd. € 2014 2013 Sonstige betriebliche Erträge Währungsgewinne 26.411 12.538 Erträge aus der Neubewertung von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 3.045 - Zuwendungen der öffentlichen Hand 2.057 2.462 Erträge aus Rechtsstreitigkeiten 1.833 2.001 Auflösung von Rückstellungen 647 153 Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen 370 460 Miet- und Pachterträge 292 417 Anpassung bedingter Kaufpreisraten 183 17 Erstattungen von Versicherungen - 88 Übrige 2.401 2.870 37.239 21.006 Sonstige betriebliche Aufwendungen Währungsverluste 27.503 13.328 Aufwendungen aus Transaktionskosten im Zusammenhang mit Akquisitionen 6.466 38 Aufwendungen aus der Wertberichtigung von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 4.267 4.451 Aufwendungen für sonstige lokale Steuern 2.416 1.883 Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten 1.739 396 Buchverluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 711 199 Aufwendungen für ein Ausbildungszentrum 621 899 Aufwendungen für Nebenkosten des Geldverkehrs 333 346 Aufwendungen für Factoring 45 242 Übrige 3.826 2.906 47.927 24.688 Abgesehen von dem Ergebnis aus Rechtsstreitigkeiten und der Auflösung von in Vorjahren gebildeten Rückstellungen gibt es keine weiteren wesentlichen periodenfremden Erträge oder Aufwendungen. 14. ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND Im Geschäftsjahr 2014 wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 2.134 TSD. € (Vorjahr: 2.606 TSD. €) erfasst. Die Zuwendungen beinhalten unter anderem die Förderung kostenintensiver Innovationsprojekte wie auch Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit (siehe Textziffer 12). Darüber hinaus führten Zuwendungen der öffentlichen Hand zu einer Reduzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von 77 TSD. € (Vorjahr: 0 TSD. €). Die Gewährung der Zuwendungen war mit Auflagen verbunden, von deren Erfüllung derzeit ausgegangen wird. 15. ERGEBNIS AUS AT EQUITY BILANZIERTEN UNTERNEHMEN Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen betrug 1.429 TSD. € (Vorjahr: 594 TSD. €). Es beinhaltet die Ergebnisanteile aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode sowie Wertberichtigungen auf Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen und Forderungen. Im Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen sind Aufwendungen aus der außerplanmäßigen Wertberichtigung der Anteile an der Shanghai Shenlian Testing Machine Works Co., Ltd., Schanghai/V. R. China in Höhe von 349 TSD. € enthalten. Fremdwährungseffekte wurden im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst. Im Vorjahr wurden die Anteile an der LaTherm GmbH mit Sitz in Dortmund, die als at equity bilanziertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wird, in Höhe von 452 TSD. € vollständig abgeschrieben, da das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat. Ein der LaTherm GmbH gewährtes Darlehen in Höhe von 98 TSD. € wurde im Geschäftsjahr 2013 ergebniswirksam ausgebucht. 16. ZINSERGEBNIS 3.23 ZINSERGEBNIS scroll Tsd. € 2014 2013 Zinsen und ähnliche Erträge 8.686 3.788 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -26.356 -22.830 davon: Nominaler Zinsaufwand aus Unternehmensanleihen -18.519 -16.313 Planmäßige und außerplanmäßige Amortisation von Transaktionskosten, Agio aus Begebung einer Anleihe und Aufnahme von syndizierten Krediten -650 179 Zinsaufwendungen aus Finanzierungsleasing -348 -335 Nettozinsaufwand aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen -1.515 -1.720 Zinsaufwendungen aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen -810 - Sonstige Zinsaufwendungen -4.514 -4.641 Zinsergebnis -17.670 -19.042 Der Zinsaufwand wurde im Geschäftsjahr 2014 im Rahmen der Anwendung des IAS 23 "Fremdkapitalkosten" nicht um Finanzierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der kundenspezifischen Auftragsfertigung verringert (Vorjahr: 0 TSD. €), da die Aufträge keiner externen Finanzierung bedurften. 17. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen die inländische Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag, die Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare Steuern der ausländischen Tochtergesellschaften. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern wird ein Steuersatz von 28,7 % (Vorjahr: 29,5 %) herangezogen. 3.24 ZUSAMMENSETZUNG DES ERTRAGSTEUERAUFWANDS scroll Tsd. € 2014 2013 Tatsächliche Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Ertragsteueraufwand Inland 13.261 15.634 Ertragsteueraufwand Ausland 28.168 32.371 Anpassung für Vorjahre -1.588 -1.766 Summe tatsächliche Steuern 39.841 46.239 Latente Steuern Latenter Steueraufwand Inland 21.920 16.100 Latenter Steuerertrag Ausland -11.590 -18.666 Anpassung für Vorjahre 4.251 - Summe latente Steuern 14.581 -2.566 Gesamtsteueraufwand 54.422 43.673 Die folgende Tabelle leitet den theoretischen Ertragsteueraufwand auf den tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand über. Für das Geschäftsjahr 2014 sah das deutsche Körperschaftsteuerrecht einen gesetzlichen Steuersatz von 15 % (Vorjahr: 15 %) zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % (Vorjahr: 5,5 %) vor. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung betrug für 2014 12,9 % (Vorjahr: 13,7 %). Damit basiert die Überleitung auf der inländischen Gesamtsteuerbelastung von 28,7 % (Vorjahr: 29,5 %). 3.25 ÜBERLEITUNG ERTRAGSTEUERAUFWAND scroll Tsd. € 2014 2013 Ergebnis vor Ertragsteuern 204.721 184.579 Theoretischer Ertragsteueraufwand in Deutschland von 28,7 % (Vorjahr: 29,5 %) 58.755 54.451 Anpassungen von in Vorjahren angefallenen Ertragsteuern 2.663 -1.766 Steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und Quellensteuern 11.742 7.252 Besteuerungsunterschied Ausland -5.925 -1.904 Nicht aktivierte latente Steuern insbesondere auf Verlustvorträge 1.861 3.607 Genutzte Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden -420 -4.968 Veränderung von Steuersätzen -4.660 72 Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern 1.598 -3.208 Nachaktivierung von latenten Steuern insbesondere auf Verlustvorträge -9.510 -8.700 Steuerfreie Erträge -698 -1.013 Sonstiges -984 -150 Effektiver Ertragsteueraufwand des Dürr-Konzerns 54.422 43.673 Zum Zeitpunkt der Übernahme der Anteile an der HOMAG Group AG beliefen sich die Zins- und Verlustvorträge der HOMAG Group auf 101.464 TSD. €. Nach dem derzeitig geltenden Recht in Deutschland gehen Verlustvorträge bei einem Gesellschafterwechsel vollständig unter, wenn mehr als 50 % der Anteile an einen Erwerber übertragen werden, es sei denn, die Verlustvorträge können durch stille Reserven gedeckt werden. Weiterhin ist in einigen ausländischen Rechtsgebieten in Fällen eines mittelbaren Gesellschafterwechsels ein Untergang von Verlustvorträgen möglich. Durch die Übernahme von 55,85 % der Anteile an der HOMAG Group AG durch die Dürr Technologies GmbH sind daher insgesamt 42.253 TSD. € vom Untergang betroffen und werden daher nicht weiter als Verlustvorträge ausgewiesen. Im Inland bestanden zum 31. Dezember 2014 bewertete Verlustvorträge in Höhe von 40.282 TSD. € (Vorjahr: 34.031 TSD. €) für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, Verlustvorträge für Gewerbesteuer in Höhe von 37.740 TSD. € (Vorjahr: 42.567 TSD. €) sowie Zinsvorträge in Höhe von 8.680 TSD. € (Vorjahr: 0 TSD. €). Ein latenter Steueranspruch für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge ist nach IAS 12 "Ertragsteuern" nur in dem Umfang zu bilanzieren, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verrechnet werden können. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus und berücksichtigt die in einigen Ländern anzuwendende Mindestbesteuerung bei der Bestimmung der Verlustnutzungsmöglichkeiten. Im Geschäftsjahr 2014 wurden in den USA aufgrund einer verbesserten Ergebnissituation weitere aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 9.100 TSD. € (Vorjahr: 7.005 TSD. €) bilanziert. Zum 31. Dezember 2014 bestanden insgesamt Verlustvorträge in Höhe von 161.833 TSD. € (Vorjahr: 166.684 TSD. €). Zudem bestanden Verlustvorträge in Höhe von 19.578 TSD. € (Vorjahr: 19.601 TSD. €) bei Bereichen, die als zur Veräußerung stehende Vermögenswerte ausgewiesen sind und für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt werden. Die Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern bilanziert wurden, betrugen 64.524 TSD. € (Vorjahr: 103.620 TSD. €). Die Reduzierung entfiel im Wesentlichen auf nachaktivierte Verlustvorträge im Ausland sowie auf erhöhte Nutzung der bestehenden Verlustvorträge im In- und Ausland. Es verfallen Verlustvorträge in Höhe von 979 TSD. € (Vorjahr: 836 TSD. €) innerhalb der nächsten fünf Jahre und in Höhe von 49.629 TSD. € (Vorjahr: 70.648 TSD. €) innerhalb der nächsten 20 Jahre. Die restlichen Verlustvorträge sind zurzeit unverfallbar. 3.26 AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERN scroll KONZERNBILANZ KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 2014 2013 Latente Ertragsteueransprüche Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten 3.935 1.449 2.486 704 Neubewertung der Grundstücke und Gebäude 1.165 372 793 -218 Neubewertung von Finanzanlagen - - - 66 Wertberichtigungen auf Forderungen 1.554 359 1.195 -21 Zins-/Währungsgeschäfte 4.268 57 1.879 297 Kundenspezifische Auftragsfertigung und Vorräte 20.407 17.983 2.424 194 Sonstige Vermögensgegenstände und sonstige Verbindlichkeiten 11.977 8.210 3.767 - Pensionen 8.085 5.652 -1.761 910 Steuerlich nicht zulässige Rückstellungen 8.618 3.816 4.802 373 Steuerliche Zins- und Verlustvorträge 36.279 21.630 14.649 1.494 Summe aktive latente Ertragsteueransprüche vor Wertberichtigungen 96.288 59.528 Wertberichtigungen -21.847 -5.955 -15.892 -3.208 Summe aktive latente Steueransprüche 74.441 53.573 Saldierungen -33.411 -29.886 Alle aktiven latenten Steuern 41.030 23.687 Latente Ertragsteuerschulden Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten -12.365 -2.689 -9.676 -435 Aktivierte Entwicklungskosten -38.455 -3.103 -35.352 346 Steuerlich absetzbare Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte -15.444 -14.337 -1.107 50 Neubewertung der Grundstücke und Gebäude -24.119 -10.344 -13.775 -344 Bewertung von Anteilen an Tochtergesellschaften -12.943 -6.144 -6.799 802 Kundenspezifische Auftragsfertigung und Vorräte -46.328 -35.181 -11.147 -2.385 Sonstige Vermögensgegenstände und sonstige Verbindlichkeiten -8.849 - -8.849 - Amortisation der Kosten für Anleihe und syndizierte Kredite -804 -334 -470 -171 Summe passive latente Ertragsteuerschulden -159.307 -72.132 Saldierungen 33.411 29.886 Alle passiven latenten Steuern -125.896 -42.246 Anpassungseffekt aus der Erstkonsolidierung, im Wesentlichen aus der HOMAG Group 60.093 - Währungseffekte, die im Eigenkapital ausgewiesen werden -1.841 -1.020 Latenter Ertragsteueraufwand -14.581 -2.566 Die Währungseffekte von -1.841 TSD. € (Vorjahr: -1.020 TSD. €) korrigieren die rechnerischen Differenzen der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen latenten Steuern. Im Geschäftsjahr 2014 wurden latente Steuern in Höhe von 6.526 TSD. € (Vorjahr: -199 TSD. €) erfolgsneutral erfasst. Aufgrund der Erstkonsolidierung der HOMAG Group und anderer Gesellschaften ergibt sich eine Überleitungsposition für die latenten Steuern in Höhe von 60.093 TSD. € für das Geschäftsjahr 2014. Eine Verrechnung latenter Steueransprüche und -schulden erfolgt, wenn eine Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden einklagbar ist. Ferner müssen sich die Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern eines Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Für ausschüttungsfähige Gewinne von Tochtergesellschaften werden im Zusammenhang mit der Ausschüttung anfallende Ertrag- und Quellensteuern als passive latente Steuern ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon auszugehen ist, dass diese Gewinne einer entsprechenden Besteuerung unterliegen, oder beabsichtigt ist, diese Gewinne auf Dauer nicht zu reinvestieren. Für aufgelaufene Gewinne von Tochtergesellschaften in Höhe von 318.275 TSD. € (Vorjahr: 111.954 TSD. €) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: AKTIVA 18. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN Einzelheiten zu Veränderungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Konzerns sind aus der Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte unter Textziffer 43 ersichtlich. Unter den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer werden Markennamen im Wert von 58.512 TSD. € (Vorjahr: 2.719 TSD. €) bilanziert. Dürr beabsichtigt, diese Markennamen auch weiterhin einzusetzen. Dürr geht von einer zeitlich begrenzten Nutzung des Markennamens Stiles aus. Allerdings ist der Markenname Stiles auf dem US-Markt sehr gut eingeführt, sodass die kurzfristige Aufgabe dieses Markennamens nicht beabsichtigt ist. Aus diesem Grund wurde für Rechnungslegungszwecke eine vorsichtig geschätzte Nutzungsdauer von fünf Jahren unterstellt. Der Markenname hat zum 31. Dezember 2014 einen Buchwert von 498 TSD. €. In den geleisteten Anzahlungen für immaterielle Vermögenswerte sind im Wesentlichen Investitionen in Softwareprodukte für das IT-Großprojekt ProFuture der HOMAG Group enthalten. Die voraussichtliche Nutzungsdauer für das Projekt beträgt fünf Jahre. Als Anlagen im Bau sind Sachanlagen aktiviert, für deren Herstellung bereits Kosten aus Eigen- und/oder Fremdleistung angefallen sind, die bis zum Bilanzstichtag aber noch nicht fertiggestellt wurden. Zum 31. Dezember 2014 bestanden vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 2.230 TSD. € (Vorjahr: 1.413 TSD. €). Der größte Teil entfällt auf Verpflichtungen im Rahmen der Modernisierung europäischer Standorte. Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Funktionskosten ausgewiesen. 3.27 PLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN scroll 2014 2013 Tsd. € Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Summe planmäßige Abschreibung Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Summe planmäßige Abschreibung Umsatzkosten -14.891 -14.895 -29.786 -6.350 -9.986 -16.336 Vertriebskosten -1.041 -1.777 -2.818 -464 -1.182 -1.646 Allgemeine Verwaltungskosten -1.208 -3.782 -4.990 -1.228 -2.971 -4.199 Forschungs- und Entwicklungskosten -1.539 -2.363 -3.902 -4.209 -956 -5.165 Sonstige betriebliche Aufwendungen -2 -38 -40 - -33 -33 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -245 - -245 - - - -18.926 -22.855 -41.781 -12.251 -15.128 -27.379 Außerplanmäßige Wertberichtigungen Die außerplanmäßigen Wertberichtigungen auf den beizulegenden Zeitwert betrafen verschiedene immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögenswerte in Deutschland und Indien. Der beizulegende Zeitwert wurde grundsätzlich auf Basis der Nutzungswerte und auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Aufgrund technischer Weiterentwicklungen und veränderter Produktionsprozesse ist ein unter den aktivierten Entwicklungskosten ausgewiesener Vermögenswert nicht mehr wettbewerbsfähig beziehungsweise nur in speziellen kundenspezifischen Sonderanwendungen einsetzbar und wurde daher in Höhe von 395 TSD. € wertberichtigt. Im Sachanlagevermögen stellte sich eine Komponente eines Prototyps in der Erstellung als nicht funktionsfähig heraus. Diese Komponente wurde daher außerplanmäßig in Höhe von 160 TSD. € wertberichtigt. Ebenso wurde eine Vorführanlage, die inzwischen technisch veraltet ist, auf den beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Werthaltigkeitstest von Geschäfts- oder Firmenwerten Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten hat Dürr die Bereiche innerhalb der Divisions definiert. Die Bereiche sind Paint and Final Assembly Systems, Application Technology, Balancing and Assembly Products, Cleaning and Surface Processing, Clean Technology Systems und Woodworking Machinery and Systems sowie bis zum vierten Quartal 2014 Aircraft and Technology Systems. Das Berechnungsschema ist für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten identisch, da die wesentlichen Parameter alle Bereiche gleichermaßen betreffen. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird durch die Berechnung eines Nutzungswerts ermittelt. Die Nutzungswerte der Aktivitäten übertrafen jeweils das zugeordnete Nettovermögen. Die Berechnung basiert auf Cashflow-Prognosen, die auf Planungen für einen Zeitraum von vier Jahren beruhen. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz vor Steuern lag im Geschäftsjahr 2014 zwischen 7,45 % und 7,58 % (Vorjahr: 8,78 % bis 9,02 %). Cashflows nach dem Zeitraum von vier Jahren werden mit einer Wachstumsrate von 1,5 % (Vorjahr: 1,5 %) extrapoliert, die sich an der langfristigen Wachstumsrate der Bereiche orientiert. Dürr überprüft die Werthaltigkeit des Buchwerts von Geschäfts- oder Firmenwerten grundsätzlich am Ende jedes Geschäftsjahres. Geplante Bruttogewinnmargen Die geplanten Bruttogewinnmargen werden im Rahmen der Bottom-up-Planung durch die Konzerngesellschaften und Bereiche ermittelt. Sie basieren auf den in den vorangegangenen Geschäftsjahren ermittelten Werten unter Berücksichtigung erwarteter Preis- und Kostenentwicklungen sowie Effizienzsteigerungen. Kapitalkosten (Abzinsungssatz) Die Kapitalkosten ergeben sich aus dem gewogenen Mittel der Fremd- und Eigenkapitalkosten vor Steuern. Im Rahmen der Berechnung der Eigenkapitalkosten wird ein Betafaktor berücksichtigt, der sich aus Kapitalmarktdaten und der Kapitalstruktur mit Dürr vergleichbarer Unternehmen ergibt. Die Fremdkapitalkosten basieren auf einem Basiszinssatz für quasisichere Anleihen und einem Aufschlag, der aus dem Kredit-Rating vergleichbarer Unternehmen ermittelt wird. Materialpreissteigerungen Die Preissteigerung bei von Dürr benötigten Vorprodukten und Materialien wird vorrangig abgeleitet aus den erwarteten Preisänderungen der zu ihrer Herstellung notwendigen Rohstoffe. Bei diesen wiederum werden die Preisindizes der Länder zugrunde gelegt, aus denen die Vorprodukte und Materialien durch die jeweiligen Konzerngesellschaften bezogen werden. Steigerung von Gehaltskosten Die deutschen Tochtergesellschaften haben für die Vierjahresplanung Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 2,9 % p.a. ab dem Jahr 2015 (Vorjahr: 2,6 % p.a.) unterstellt. Alle ausländischen Tochtergesellschaften haben für die jeweilige Planungsperiode ihre jeweiligen nationalen Steigerungsraten verwendet. Sensitivitätsanalyse von Geschäfts- oder Firmenwerten Unabhängig von der aktuellen und erwarteten wirtschaftlichen Lage hat Dürr Sensitivitätsanalysen zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte in den Aktivitäten vorgenommen. Geprüft wurden die Auswirkungen folgender Szenarien: ― EBIT-Rückgang um 10 % in allen Planjahren ab 2015 (im Vergleich zu den verabschiedeten Unternehmensplanungen), ― Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte, ― Verringerung der Wachstumsrate in der ewigen Rente auf 1,0 %. Die Sensitivitätsanalysen haben ergeben, dass auch unter diesen Annahmen aus heutiger Sicht bei keinem Bereich ein Wertminderungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten besteht. Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte nach Bereichen und Divisions. 3.28 ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE scroll Tsd. € Buchwert zum 1. Januar 2013 Währungs- differenz Zugänge Umgliederung in zur Veräußerung gehalten Paint and Final Assembly Systems 89.700 -892 - - Aircraft and Technology Systems 7.563 - - - Paint and Final Assembly Systems 97.263 -892 - - Application Technology 62.518 -350 - - Application Technology 62.518 -350 - - Balancing and Assembly Products 100.534 -375 - - Cleaning and Surface Processing 17.670 -597 - -819 Measuring and Process Systems 118.204 -972 - -819 Clean Technology Systems 10.174 -232 2.077 - Clean Technology Systems 10.174 -232 2.077 - Woodworking Machinery and Systems - - - - Woodworking Machinery and Systems - - - - Dürr-Konzern 288.159 -2.446 2.077 -819 scroll Tsd. € Buchwert zum 31. Dezember 2013 Währungs- differenz Zugänge Umgliederung in zur Veräußerung gehalten Umgliederung Buchwert zum 31. Dezember 2014 Paint and Final Assembly Systems 88.808 1.722 1.032 - 2.161 93.723 Aircraft and Technology Systems 7.563 - - -5.402 -2.161 - Paint and Final Assembly Systems 96.371 1.722 1.032 -5.402 - 93.723 Application Technology 62.168 454 3.141 - - 65.763 Application Technology 62.168 454 3.141 - - 65.763 Balancing and Assembly Products 100.159 1.133 - - - 101.292 Cleaning and Surface Processing 16.254 1.715 - - - 17.969 Measuring and Process Systems 116.413 2.848 - - - 119.261 Clean Technology Systems 12.019 699 - - - 12.718 Clean Technology Systems 12.019 699 - - - 12.718 Woodworking Machinery and Systems - 127 105.719 - - 105.846 Woodworking Machinery and Systems - 127 105.719 - - 105.846 Dürr-Konzern 286.971 5.850 109.892 -5.402 - 397.311 Die Division Woodworking Machinery and Systems wurde im Oktober 2014 gegründet und umfasst die Aktivitäten der HOMAG Group. Die Division Paint and Final Assembly Systems hieß bis zum vierten Quartal 2014 Paint and Assembly Systems. Nachdem die Aktivitäten in der Flugzeugmontagetechnik aus diesem Bereich ausgegliedert und in die Broetje-Gruppe eingebracht wurden, wurde die Division umbenannt. Mit dem Übergang der verbliebenen Consulting-Aktivitäten aus dem Bereich Aircraft and Technology Systems in den Bereich Paint and Final Assembly Systems wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 2.161 TSD. € umgegliedert. Die Verringerung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte entfällt auf den veräußerten Bereich Flugzeugmontagetechnik. Die Veränderung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus Zugängen wird nachfolgend erläutert. Akquisitionen HOMAG Group Im Oktober 2014 hat die Dürr AG über ihre Tochtergesellschaft Dürr Technologies GmbH von verschiedenen Aktionären der HOMAG Group AG insgesamt 55,85 % der HOMAG-Aktien erworben. Mit Zugang der letzten erforderlichen Zustimmung der Kartellbehörden am 3. Oktober 2014 erfolgte die Erstkonsolidierung der HOMAG Group. Zudem hat Dürr mit der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann, die 22,05 % der Aktien der HOMAG Group AG hält, eine Stimmrechtsvereinbarung getroffen. Diese sieht unter anderem eine gemeinsame Ausübung der Stimmrechte in Bezug auf die Abstimmung zum Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der Dürr Technologies GmbH und der HOMAG Group AG vor. Ferner haben sich die Dürr Technologies GmbH und die Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann auf Options- und Vorkaufsrechte über die von ihr gehaltenen 22,05 % der Aktien der HOMAG Group AG verständigt. Durch die Stimmrechtsvereinbarung und die Options-/Vorkaufsrechte sind die Aktionärsrechte der Aktionärsgruppe Schuler/Klessmann beschränkt. Daher werden gemäß den Regelungen des IFRS 3 Dürr insgesamt 77,90 % der Anteile im Rahmen der Bilanzierung zugerechnet. Die HOMAG Group ist der weltweit führende Anbieter von Maschinen und Systemen zur Holzbearbeitung und verfügt über einen Weltmarktanteil von knapp 30 %. Die Kunden der HOMAG Group stammen aus den Bereichen Möbelfertigung, Bauelementefertigung und Holzhausbau. Mit der Akquisition erweitert Dürr sein Portfolio im Maschinen- und Anlagenbau und erschließt neue Wachstumsmöglichkeiten. Durch systematische Optimierung sollen die Effizienz und die Profitabilität der HOMAG Group weiter gestärkt werden. Die Erstkonsolidierung der HOMAG Group erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode nach der Full-Goodwill-Methode. Dementsprechend wurden zum Erwerbszeitpunkt die Bestandteile der nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert inklusive eines anteiligen Geschäfts- oder Firmenwerts bewertet. Die Ergebnisse der Gesellschaften der HOMAG Group wurden beginnend mit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. 3.29 KAUFPREIS HOMAG GROUP scroll Tsd. € Beizulegender Zeitwert der Anteile der HOMAG Group AG 409.127 davon auf Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallend -94.592 Kaufpreis der Anteile der HOMAG Group AG 314.535 Die Bewertung des auf Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallenden Teils des beizulegenden Zeitwerts basiert auf dem Börsenkurs zum Zeitpunkt der Kontrollerlangung. Anschaffungskosten in Höhe von 228.053 TSD. € wurden bar beglichen. Für Optionen in Höhe von 86.482 TSD. € wurde eine sonstige finanzielle Verbindlichkeit passiviert. Die Anschaffungsnebenkosten betrugen zum 31. Dezember 2014 6.055 TSD. €, die als Aufwand im Geschäftsjahr 2014 erfasst wurden. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Erstkonsolidierung der erworbenen HOMAG Group und das erworbene Nettovermögen stellen sich wie folgt dar: 3.30 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT AKQUISITION HOMAG GROUP scroll Tsd. € Beizulegender Zeitwert der Anteile der HOMAG Group AG 409.127 Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens -313.166 abzüglich Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 9.758 Geschäfts- oder Firmenwert 105.719 Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 105.719 TSD. € beinhaltet nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie Fachwissen der Mitarbeiter, erwartete Synergieeffekte und Ertragsaussichten der HOMAG Group. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht absetzbar und wurde dem Bereich Woodworking Machinery and Systems zugeordnet. Der Kaufpreis wurde den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie folgt zugerechnet: 3.31 KAUFPREISALLOKATION AKQUISITION HOMAG GROUP scroll Tsd. € Buchwert vor Akquisition Anpassung Buchwert nach Akquisition Immaterielle Vermögenswerte 57.945 130.672 188.617 Sachanlagen 127.526 40.959 168.485 Aktive latente Steuern 9.683 - 9.683 Vorräte und geleistete Anzahlungen 186.180 20.926 207.106 Forderungen und sonstige Vermögenswerte 179.264 6.238 185.502 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 32.383 - 32.383 Langfristige Verbindlichkeiten -100.726 - -100.726 Passive latente Steuern -14.703 -54.788 -69.491 Kurzfristige Verbindlichkeiten -303.996 -4.397 -308.393 Nettovermögen 173.556 139.610 313.166 Die Buchwerte nach Akquisition entsprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokation technologisches Know-how, Kundenbeziehungen, Markennamen und Auftragsbestände aktiviert wurden. Bei den Sachanlagen wurden Immobilien mit dem Marktwert erfasst. Des Weiteren wurden bei den Vorräten stille Reserven aufgedeckt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden keine Eventualverbindlichkeiten passiviert. 3.32 AUFGEDECKTE STILLE RESERVEN IN DEN ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN AKQUISITION HOMAG GROUP scroll Tsd. € Beizulegender Zeitwert Technologisches Know-how 34.099 Kundenbeziehungen 33.807 Auftragsbestand 6.973 Markennamen 55.793 130.672 Die beizulegenden Zeitwerte des technologischen Know-hows und der Markennamen wurden anhand des Verfahrens der Lizenzpreisanalogie ermittelt, die Zeitwerte der Kundenbeziehungen und des Auftragsbestands nach der Residualwert-Methode. Der Ergebnisbeitrag der erstkonsolidierten Gesellschaften der HOMAG Group vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2014 stellt sich wie folgt dar: 3.33 ERGEBNISBEITRAG DER HOMAG GROUP AB ERSTKONSOLIDIERUNGSZEITPUNKT scroll Tsd. € Umsatzerlöse 252.815 Ergebnis nach Steuern -9.731 Im Ergebnis nach Steuern sind die Effekte aus der Folgebewertung der im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven und Lasten in Höhe von -12.625 TSD. € enthalten. Wäre die erworbene HOMAG Group bereits zum 1. Januar 2014 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, würde sich die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2014 wie folgt darstellen. 3.34 PRO-FORMA-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG GESCHÄFTSJAHR 2014 scroll Tsd. € 2014 Umsatzerlöse 3.236.786 Umsatzkosten -2.441.683 Bruttoergebnis vom Umsatz 795.103 Vertriebskosten -260.737 Allgemeine Verwaltungskosten -198.528 Forschungs- und Entwicklungskosten -85.448 Sonstige betriebliche Erträge 40.779 Sonstige betriebliche Aufwendungen -53.747 Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern 237.422 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 2.050 Sonstiges Beteiligungsergebnis 49 Zinsergebnis -23.977 Ergebnis vor Ertragsteuern 215.544 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -53.687 Ergebnis des Dürr-Konzerns 161.857 Sonstige Akquisitionen Zur Stärkung seiner Präsenz im Wachstumsmarkt Südostasien übernahm Dürr die Aktivitäten zweier Gesellschaften in Malaysia und Indonesien. Im Rahmen eines Asset Deals wurden Vermögenswerte in die am 10. März 2014 gegründete Durr Systems (Malaysia) Sdn. Bhd. mit Sitz in Kuala Lumpur, Malaysia, übernommen. Mit Wirkung zum 14. Juli 2014 erwarb Dürr 100 % der Anteile der PT Durr Systems Indonesia mit Sitz in Jakarta, Indonesien. Im Rahmen der Erweiterung des Produktspektrums der Division Application Technology erwarb Dürr am 17. Juni 2014 100 % der Anteile an der Bersch & Fratscher GmbH mit Sitz in Karlstein am Main (nach dem Erwerb umbenannt in Dürr Systems Karlstein GmbH) und am 25. Juni 2014 100 % der Anteile an der EST+ a.s. mit Sitz in Ledeč nad Sázavou, Tschechische Republik (nach dem Erwerb umbenannt in Dürr Systems Czech Republic a.s.). Beide Unternehmen bieten Spritzpistolen zur manuellen Lackapplikation, Pumpen und Zubehör sowie kleinere Lackier- und Trocknungsanlagen an. Beliefert wird ein breites Branchenspektrum aus der allgemeinen Industrie. Am 23. Juni 2014 erwarb Dürr per Mantelkauf 100 % der Anteile an der Gesellschaft Kronen zweitausend25 GmbH mit Sitz in Stuttgart. Nach dem Erwerb wurde die Gesellschaft in Dürr Technologies GmbH umfirmiert. Die Erstkonsolidierung der erworbenen Gesellschaften erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode nach der Purchased-Goodwill-Methode. Die Ergebnisse der Gesellschaften wurden ab dem Erstkonsolidierungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis für die sonstigen Akquisitionen betrug 12.322 TSD. € und wurde bar beglichen. Die Anschaffungsnebenkosten betrugen 427 TSD. €, davon wurden 411 TSD. € als Aufwand im Geschäftsjahr 2014 erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Erstkonsolidierung der erworbenen Gesellschaften und das erworbene Nettovermögen stellen sich wie folgt dar: 3.35 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT SONSTIGE AKQUISITIONEN scroll Tsd. € Kaufpreis 12.322 Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens -8.149 Geschäfts- oder Firmenwert 4.173 Der Geschäfts- oder Firmenwert spiegelt in Höhe von 1.032 TSD. € Synergien im Bereich Vertrieb und die Ertragsaussichten im Wachstumsmarkt Südostasien wider und wurde dem Bereich Paint and Final Assembly Systems zugeordnet. In Höhe von 3.141 TSD. € spiegelt der Geschäfts- oder Firmenwert Synergien in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Einkauf und Vertrieb in der Lack- und Dichtstoffapplikationstechnik und die Ertragsaussichten der Dürr Systems Karlstein GmbH und der Dürr Systems Czech Republic a.s. wider und wurde dem Bereich Application Technology zugeordnet. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht absetzbar. Die Kaufpreise wurden den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie folgt zugerechnet: 3.36 KAUFPREISALLOKATION SONSTIGE AKQUISITIONEN scroll Tsd. € Buchwert vor Akquisition Anpassung Buchwert nach Akquisition Immaterielle Vermögenswerte 13 1.781 1.794 Sachanlagen 738 3.437 4.175 Aktive latente Steuern - 397 397 Vorräte und geleistete Anzahlungen 2.494 -50 2.444 Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.106 -270 836 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 643 - 643 Langfristige Verbindlichkeiten -26 - -26 Passive latente Steuern -8 -674 -682 Kurzfristige Verbindlichkeiten -1.041 -391 -1.432 Nettovermögen 3.919 4.230 8.149 Die Buchwerte nach Akquisition entsprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokation technologisches Know-how, Patente und Kundenbeziehungen aktiviert wurden. Des Weiteren wurden zwei Immobilien mit dem Marktwert erfasst. Im Rahmen der Erstkonsolidierungen wurden keine Eventualverbindlichkeiten passiviert. 3.37 AUFGEDECKTE STILLE RESERVEN IN DEN ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN SONSTIGER AKQUISITIONEN scroll Tsd. € Beizulegender Zeitwert Technologisches Know-how 250 Patente 230 Kundenbeziehungen 1.295 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 6 1.781 Der beizulegende Zeitwert des technologischen Know-hows wurde anhand des Verfahrens der Lizenzpreisanalogie ermittelt, der Zeitwert der Kundenbeziehungen nach der Multiperiod-Excess-Earnings-Methode. Der Zeitwert der erworbenen Patente wurde anhand eines externen Gutachtens erfasst. Der Ergebnisbeitrag der erstkonsolidierten Gesellschaften vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2014 stellt sich wie folgt dar: 3.38 ERGEBNISBEITRAG DER SONSTIGEN AKQUISITIONEN AB ERSTKONSOLIDIERUNGSZEITPUNKT scroll Tsd. € Umsatzerlöse 6.263 Ergebnis nach Steuern -2.262 Im Ergebnis nach Steuern sind die auf das Geschäftsjahr 2014 entfallenden Effekte aus der Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten im Rahmen der Kaufpreisallokation enthalten. Wären die erworbenen Gesellschaften bereits zum 1. Januar 2014 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns für das Geschäftsjahr 2014 2.578.789 TSD. € sowie das Ergebnis des Dürr-Konzerns 150.428 TSD. € betragen. Grundstücke und Gebäude Neben dem Zugang verschiedener Grundstücke und Gebäude im Rahmen der Akquisitionen erwarb Dürr im Geschäftsjahr 2014 mehrere Immobilien zur Erweiterung der Produktionskapazitäten, darunter an den Standorten Bietigheim-Bissingen und Püttlingen. In Polen wurde eine bisher gemietete Fertigungshalle gekauft. Im Vorjahr wurden verschiedene Gebäude, die der Erweiterung der Kapazitäten dienen, fertiggestellt. Darüber hinaus wurde ein weiteres Grundstück mit Gebäuden in Bietigheim-Bissingen erworben. Am Standort Rheineck in der Schweiz wurde ein zusätzliches Gebäude errichtet, das ebenfalls der Kapazitätserweiterung dient. Ebenso wurde in Port Elizabeth in Südafrika ein bebautes Grundstück erworben, das mehr Platz bietet als der bisherige Standort. Im Vorjahr wurden zwei bebaute Grundstücke in den USA und in Frankreich als zur Veräußerung gehalten eingestuft und in die kurzfristigen Vermögenswerte umgegliedert. Im Geschäftsjahr 2014 wurde das bebaute Grundstück in den USA veräußert. Im Rahmen der Akquisitionen wurde eine als zur Veräußerung verfügbar eingestufte Immobilie in Deutschland erworben. Am 31. Dezember 2014 waren ein Gebäude in Großbritannien und ein unter den Grundstücken und Gebäuden aktiviertes Heizwasserverteilnetz in Deutschland sowie ein Gebäude in Italien als Finanzierungsleasing aktiviert. Dürr ist nicht rechtlicher Eigentümer der Gebäude und des Heizwasserverteilnetzes. Die Abschreibungen auf diese Immobilien sind in den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen enthalten. Die nachfolgende Tabelle zeigt die in den Sachanlagen enthaltenen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen für die als Finanzierungsleasing aktivierten Immobilien. 3.39 ALS FINANZIERUNGSLEASING AKTIVIERTE IMMOBILIEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Historische Anschaffungskosten 10.076 6.258 Kumulierte Abschreibungen -3.268 -2.770 Restbuchwert 6.808 3.488 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Dürr unterscheidet zwischen überwiegend fremd- und überwiegend eigengenutzten Immobilien. Eine überwiegende Fremdnutzung liegt vor, wenn die Immobilie zu mehr als 90 % von konzernfremden Unternehmen gemietet wird. Dürr bewertet diese als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach dem Anschaffungskostenmodell. Bei den Immobilien handelt es sich um eine Gruppe von Gebäuden sowie anteilige Infrastrukturflächen der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH in Darmstadt. Mit diesen Immobilien wurden im Geschäftsjahr 2014 Mieteinnahmen in Höhe von 3.337 TSD. € (Vorjahr: 3.449 TSD. €) erlöst. Die künftigen Mieteinnahmen auf Basis der bestehenden Verträge setzen sich wie folgt zusammen: 3.40 KÜNFTIGE MIETEINNAHMEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Innerhalb eines Jahres 3.296 3.169 Zwischen einem und fünf Jahren 5.512 5.253 Über fünf Jahre 1.376 1.856 10.184 10.278 Die direkt zurechenbaren Aufwendungen betrugen 1.587 TSD. € (Vorjahr: 1.754 TSD. €). Auf leer stehende Immobilien entfielen direkt zurechenbare Aufwendungen von 164 TSD. € (Vorjahr: 86 TSD. €). Die Gebäude werden planmäßig linear über gebäudespezifische Nutzungsdauern zwischen 20 und 50 Jahren abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2014 hat sich die Zusammensetzung der Gruppe aufgrund veränderter Eigen- und Fremdnutzung geringfügig geändert. Der beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2014 lag unter Berücksichtigung des Zugangs der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bei 31.070 TSD. € (Vorjahr: 30.810 TSD. €) und wird Fair-Value-Hierarchie Stufe 3 zugeordnet (Erläuterungen zu den Fair-Value-Hierarchie-Stufen finden sich unter Textziffer 34). Grundlage für die Wertermittlung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien bildet eine jährlich erstellte interne Berechnung; ein Gutachter wurde zur Bestimmung der Werte nicht herangezogen. Der Zeitwert der Immobilien wird anhand der kapitalisierten Erträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt; Basis hierfür sind die Marktmieten unter Berücksichtigung regional üblicher Risikoabschläge. Für die Berechnung wurden eine Leerstandsquote von 10 % (Vorjahr: 10 %) und ein Liegenschaftszins von 7,5 % (Vorjahr: 7,5 %) zugrunde gelegt. Die kumulierten Anschaffungswerte der Grundstücke und Gebäude betrugen zum 1. Januar 2014 42.375 TSD. € und zum 31. Dezember 2014 42.845 TSD. €. Die kumulierten Abschreibungen einschließlich aller Wertminderungen beziehungsweise Zuschreibungen erhöhten sich von 20.130 TSD. € zum 1. Januar 2014 auf 21.244 TSD. € zum 31. Dezember 2014. Die folgende Überleitungsrechnung zeigt die Entwicklung des Buchwerts der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die der Division Measuring and Process Systems zugeordnet sind, von Beginn bis Ende des Geschäftsjahres. 3.41 ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN scroll Tsd. € 2014 2013 Stand 1. Januar 22.245 23.178 Zugänge Gebäude aus Nutzungsänderung 390 - Zugänge aus nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten 128 243 Abgänge aus Nutzungsänderung - -584 Abgänge Anschaffungs- oder Herstellungskosten -48 -80 Zugänge planmäßiger Abschreibungen -850 -887 Veränderung Abschreibungen aus Nutzungsänderung -304 299 Abgänge Abschreibungen 40 76 Stand 31. Dezember 21.601 22.245 19. BETEILIGUNGEN AN AT EQUITY BILANZIERTEN UNTERNEHMEN UND ÜBRIGE FINANZANLAGEN Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen Im Rahmen der Akquisition der HOMAG Group übernahm Dürr 19,5 % der Anteile an dem assoziierten Unternehmen Homag China Golden Field Ltd. mit Sitz in Hongkong, V. R. China, in Höhe von 11.308 TSD. €. Mit Wirkung zum 12. Oktober 2013 wurden 49 % der Anteile an der Shanghai Shenlian Testing Machine Works Co., Ltd. mit Sitz in Schanghai, V. R. China, erworben. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen unter den "Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen" ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2014 wurden diese Anteile in Höhe von 349 TSD. € wertberichtigt. Die Anteile an der LaTherm GmbH mit Sitz in Dortmund, die als at equity bilanziertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wird, wurden im Vorjahr vollständig abgeschrieben, da das Unternehmen Insolvenz angemeldet hatte. Wesentliche assoziierte Unternehmen Homag China Golden Field Ltd. Das Unternehmen Homag China Golden Field Ltd. hat seinen Sitz in Hongkong, V. R. China, und ist eine Vertriebs- und Servicegesellschaft, die die Produkte der produzierenden Gesellschaften der HOMAG Group vertreibt und für eine funktionierende Serviceorganisation und die Bearbeitung des chinesischen Markts zuständig ist. 3.42 ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2014 scroll Tsd. € 31.12.2014 Langfristige Vermögenswerte 6.729 Kurzfristige Vermögenswerte 75.425 Langfristige Schulden - Kurzfristige Schulden 63.675 Eigenkapital 18.479 Buchwert der Beteiligung 11.067 Beteiligungsquote Dürr (gemäß IFRS, quotal durchgerechnet) 19,5 % 3.43 WEITERE FINANZINFORMATIONEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014 scroll Tsd. € 2014 Umsatzerlöse 123.594 Ergebnis nach Ertragsteuern 1.814 Erhaltene Dividenden - Das assoziierte Unternehmen hatte zum 31. Dezember 2014 keine Eventualverbindlichkeiten. Beschränkungen bei der Ausschüttung einer Dividende bestehen nicht. Die Umsatzerlöse und das Ergebnis nach Ertragsteuern beziehen sich auf das gesamte Geschäftsjahr. 3.44 AGGREGIERTE ANGABEN ZU DEN WEITEREN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN scroll Tsd. € 2014 2013 Buchwert der weiteren assoziierten Unternehmen (Stand 31. Dezember) 13.520 11.699 Ergebnis nach Ertragsteuern 3.624 2.759 Ein assoziiertes Unternehmen hat den Abschlussstichtag 30. September und wird auf Basis seiner Abschlussdaten in die Equity-Bewertung einbezogen. Wesentliche Effekte zwischen diesem Stichtag und dem 31. Dezember werden berücksichtigt. Für weitere Informationen zu den einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf die Textziffern 3 und 4. Übrige Finanzanlagen 3.45 ÜBRIGE FINANZANLAGEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Sonstige Beteiligungen 15.588 2.456 Wertpapiere des Anlagevermögens 25.698 27.711 Sonstige Ausleihungen 568 451 41.854 30.618 Die Erhöhung der sonstigen Beteiligungen ist im Wesentlichen auf den Zugang von 11 % der Anteile an der Tec4Aero GmbH mit Sitz in Wiefelstede mit einem Buchwert von 12.360 TSD. € in Verbindung mit der Einbringung des Bereichs Aircraft in die Broetje-Gruppe zurückzuführen. Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens handelt es sich überwiegend um Unternehmensanleihen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Der Buchwert dieser Wertpapiere betrug 25.313 TSD. € (Vorjahr: 27.355 TSD. €). Im Rahmen der Anlagestrategie investiert Dürr zur Verbesserung des Zinsergebnisses freie Liquidität in höher verzinsliche Wertpapiere europäischer Emittenten. 20. VORRÄTE UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN 3.46 VORRÄTE UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 151.922 85.555 abzüglich Wertberichtigungen -13.331 -11.723 Unfertige Erzeugnisse aus Kleinserienfertigung 83.058 34.395 abzüglich Wertberichtigungen -2.297 -1.184 Fertigerzeugnisse und Handelswaren 115.170 12.696 abzüglich Wertberichtigungen -14.129 -3.428 Geleistete Anzahlungen 44.453 31.703 364.846 148.014 Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden in Höhe von 142.601 TSD. € (Vorjahr: 76.699 TSD. €) zu den durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und in Höhe von 9.321 TSD. € (Vorjahr: 8.856 TSD. €) nach der FIFO-Methode (First In, First Out) bewertet. Die Summe der Wertberichtigungen auf die Vorräte erhöhte sich nach Berücksichtigung von Wechselkursdifferenzen sowie Verbräuchen auf 29.757 TSD. € (Vorjahr: 16.335 TSD. €). Die Zuführung zu den Wertberichtigungen von 14.450 TSD. € im Geschäftsjahr 2014 (Vorjahr: 4.976 TSD. €) wurde erfolgswirksam erfasst. 21. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 3.47 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen 366.308 366.308 - 357.129 357.129 - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) gegen Dritte 479.493 477.734 1.759 318.544 318.443 101 Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen 5.401 5.401 - 21 21 - 851.202 849.443 1.759 675.694 675.593 101 Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Fälligkeitsanalyse der bilanzierten, nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. 3.48 FÄLLIGKEITSANALYSE FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN scroll KÜNFTIGE FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (L&L) GEGEN DRITTE FORDERUNGEN AUS L&L GEGEN AT EQUITY BILANZIERTE UNTERNEHMEN Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013 Zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig 366.308 357.129 350.751 237.139 5.055 21 Zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig weniger als 3 Monate - - 80.711 50.350 248 - zwischen 3 und 6 Monaten - - 18.288 16.053 58 - zwischen 6 und 9 Monaten - - 11.622 4.156 33 - zwischen 9 und 12 Monaten - - 3.246 1.526 2 - mehr als 12 Monate - - 12.940 8.671 5 - Gesamt - - 126.807 80.756 346 - Einzelwertberichtigte Forderungen (netto) - - 1.935 649 - - Buchwert (netto) 366.308 357.129 479.493 318.544 5.401 21 Bei den weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuteten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte sowie gegen at equity bilanzierte Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt: 3.49 ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN scroll Tsd. € 2014 2013 Stand 1. Januar 5.613 7.185 Währungsdifferenz 133 -39 Verbrauch -438 -1.737 Auflösung -711 -1.403 Zugang (Aufwendungen für Wertberichtigungen) 4.267 1.964 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten 33 -357 Stand 31. Dezember 8.897 5.613 Im Geschäftsjahr 2014 wurden Forderungen in Höhe von 908 TSD. € (Vorjahr: 1.772 TSD. €) ausgebucht, wovon 438 TSD. € (Vorjahr: 1.737 TSD. €) bereits in der Vergangenheit wertberichtigt worden waren. Die Ausbuchung der restlichen 470 TSD. € (Vorjahr: 35 TSD. €) wurde im Geschäftsjahr 2014 ergebniswirksam. 3.50 ZUSAMMENSETZUNG DER KÜNFTIGEN FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN SOWIE ERHALTENEN ANZAHLUNGEN scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Aktivischer Ausweis Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen 1.550.124 1.550.124 - 1.583.275 1.583.275 - Abzüglich fakturierter Beträge 1.183.816 1.183.816 - 1.226.146 1.226.146 - Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen 366.308 366.308 - 357.129 357.129 - Passivischer Ausweis Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen 1.695.009 1.695.009 - 1.202.914 1.202.914 - Abzüglich fakturierter Beträge 2.370.218 2.366.316 3.902 1.774.489 1.774.489 - Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen 675.209 671.307 3.902 571.575 571.575 - Gesamt Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen 3.245.133 3.245.133 - 2.786.189 2.786.189 - Abzüglich fakturierter Beträge 3.554.034 3.550.132 3.902 3.000.635 3.000.635 - Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen 308.901 304.999 3.902 214.446 214.446 - Diese Beträge sind je Auftrag saldiert entweder in den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen (aktivischer Ausweis) oder in den Verbindlichkeiten (passivischer Ausweis) enthalten; wir verweisen auch auf Textziffer 30. 22. SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE 3.51 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Derivative finanzielle Vermögenswerte 3.099 3.009 90 3.037 2.701 336 Mietkautionen und sonstige hinterlegte Sicherheiten 6.909 3.135 3.774 5.557 2.868 2.689 Termingelder 29.419 29.419 - 51.300 51.300 - Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 5.350 5.350 - 10.052 10.052 - Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 15.513 12.693 2.820 8.255 7.276 979 60.290 53.606 6.684 78.201 74.197 4.004 In den übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind unter anderem Guthaben bei Lieferanten in Höhe von 3.083 TSD. € (Vorjahr: 3.710 TSD. €) und Forderungen gegen Mitarbeiter in Höhe von 1.827 TSD. € (Vorjahr: 1.861 TSD. €) enthalten. Die entsprechenden Angaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 34 dargestellt. Im Bereich der sonstigen finanziellen Vermögenswerte waren zum Abschlussstichtag keine Vermögenswerte überfällig oder wertgemindert (Vorjahr: 71 TSD. €). Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könnten. 23. SONSTIGE VERMÖGENSWERTE 3.52 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Steuererstattungsansprüche ohne Ertragsteuern 37.921 34.879 3.042 18.957 18.759 198 Übrige 1.940 1.940 - - - - 39.861 36.819 3.042 18.957 18.759 198 Vom Bruttobetrag der Steuererstattungsansprüche ohne Ertragsteuern in Höhe von 37.942 TSD. € (Vorjahr: 18.978 TSD. €) sind im Geschäftsjahr 21 TSD. € (Vorjahr: 21 TSD. €) wertberichtigt. 24. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE UND DAMIT VERBUNDENE VERBINDLICHKEITEN Am 1. August 2014 beschloss der Vorstand, den Bereich Flugzeugmontagetechnik in Deutschland und den USA in die Broetje-Gruppe einzubringen und sich im Gegenzug an der Broetje-Gruppe zu beteiligen. Dies eröffnet Wachstumschancen, die Dürr allein nicht zugänglich waren. Die Vermögenswerte und damit verbundenen Verbindlichkeiten wurden als zur Veräußerung gehalten eingestuft und mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder Buchwert bilanziert. Mit Wirkung zum 12. Dezember 2014 wurde der Bereich Flugzeugmontagetechnik veräußert. Gleichzeitig erhielt Dürr eine Beteiligung von 11 % an der Tec4Aero GmbH mit Sitz in Wiefelstede in Höhe von 12.360 TSD. €. Der Nettoveräußerungserlös betrug 2.779 TSD. € und ist als sonstiger betrieblicher Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Die veräußerten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten waren der Division Paint and Final Assembly Systems zugeordnet. Die Vermögenswerte und damit verbundenen Verbindlichkeiten der Gesellschaft Dürr Automation S.A.S. in Frankreich, die seit dem 20. Dezember 2013 als zur Veräußerung gehalten eingestuft waren, wurden am 14. Januar 2015 veräußert. Im Geschäftsjahr 2014 ergaben sich sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 4.267 TSD. € aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sowie aus Transaktionskosten. Zum 31. Dezember 2014 waren die als zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Division Measuring and Process Systems zugeordnet. In den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten sind ein bebautes Grundstück sowie verschiedene weitere Sachanlagen in Deutschland enthalten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Dürr geht davon aus, dass diese Sachanlagen im Geschäftsjahr 2015 veräußert werden. Zum 31. Dezember 2014 waren diese als zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte der Division Woodworking Machinery and Systems zugeordnet. Im Vorjahr war in den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten darüber hinaus ein Grundstück mit Gebäude in den USA enthalten. Beides war zuvor bei der Überprüfung des Immobilienbestands als nicht betriebsnotwendige Immobilien identifiziert worden. Das Grundstück und das Gebäude wurden am 16. Juni 2014 verkauft. Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ergab sich im Geschäftsjahr 2014 eine Wertaufholung in Höhe von 266 TSD. €, die als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst wurde. Der Nettoveräußerungserlös betrug 1.276 TSD. €. Die veräußerten Vermögenswerte waren der Division Measuring and Process Systems zugeordnet. 3.53 ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Immaterielle Vermögenswerte - - Sachanlagen 3.347 3.078 Vorräte und geleistete Anzahlungen 822 709 Forderungen und sonstige Vermögenswerte 4.409 10.795 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - Langfristige Verbindlichkeiten -1.823 -1.886 Kurzfristige Verbindlichkeiten -4.776 -6.369 Nettovermögen 1.979 6.327 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: PASSIVA 25. EIGENKAPITAL DER AKTIONÄRE DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT Gezeichnetes Kapital (Dürr AG) Das Grundkapital der Dürr AG betrug zum 31. Dezember 2014 88.579 TSD. € (Vorjahr: 88.579 TSD. €) und setzte sich aus 34.601.040 Aktien (Vorjahr: 34.601.040 Aktien) zusammen. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 € und lautet auf den Inhaber. Die ausgegebenen Aktien waren zu jedem Bilanzstichtag vollständig eingezahlt. Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrfach, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke eigene auf den Inhaber lautende Stückaktien über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots zu erwerben. Die Anzahl der so erworbenen Aktien darf zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals betragen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf im Fall des Erwerbs über die Börse vom Börsenkurs nicht um mehr als 5 % abweichen. Im Fall eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre darf der Erwerbspreis bis zu 20 % über dem Börsenkurs liegen, muss jedoch mindestens dem Börsenkurs entsprechen. Ferner wurde der Vorstand von der Hauptversammlung am 30. April 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats aufgrund der vorgenannten Ermächtigung erworbene Aktien über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre zu veräußern. In näher bestimmten Fällen dürfen die Aktien auch in anderer Weise und damit unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert werden. Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien, die aufgrund der Ermächtigung erworben wurden, ohne Kapitalherabsetzung ganz oder teilweise einzuziehen, ohne dass dies eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Genehmigtes Kapital (Dürr AG) Die Hauptversammlung vom 30. April 2014 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. April 2019 um bis zu 44.289 TSD. € gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals durch die Ausgabe von bis zu 17.300.520 Inhaber-Stückaktien zu erhöhen. Bedingtes Kapital (Dürr AG) Die Hauptversammlung vom 30. April 2014 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. April 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder Namen lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu 1.600.000 TSD. € zu begeben. Zu diesem Zweck ist das Grundkapital um bis zu 44.289 TSD. € durch Ausgabe von bis zu 17.300.520 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Kapitalrücklage (Dürr AG) Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und betrug zum 31. Dezember 2014 155.896 TSD. € (Vorjahr: 155.896 TSD. €). Im Vorjahr wurden Kapitalrücklagen in Höhe von 44.290 TSD. € im Wege einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln in gezeichnetes Kapital umgewandelt. Die Kapitalrücklage unterliegt den Verfügungsbeschränkungen des § 150 AktG. Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, und betrugen zum 31. Dezember 2014 414.567 TSD. € (Vorjahr: 317.059 TSD. €). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Einstellung des Jahresergebnisses, der Erfassung und Bewertung der auf die Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallenden Optionen sowie der Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2013. Die Gewinnrücklagen unterliegen nach § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von 1.455 TSD. € (Vorjahr: 1.266 TSD. €) einer Ausschüttungssperre, da gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) im handelsrechtlichen Einzelabschluss der Dürr AG Vermögensgegenstände zum beizulegenden Zeitwert aktiviert wurden. Dividende Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die Ausschüttung nach dem Bilanzgewinn, den die Dürr AG in ihrem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs aufgestellten Jahresabschluss (Einzelabschluss) ausweist. Im Geschäftsjahr 2014 schüttete die Dürr AG aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2013 eine Dividende von 1,45 € je Aktie an ihre Aktionäre aus (Vorjahr: 2,25 € bei einer Aktienanzahl von 17.300.520). Die Gesamtausschüttungssumme betrug 50.172 TSD. € (Vorjahr: 38.926 TSD. €). Aufgrund der Ertragslage des Geschäftsjahres 2014 schlägt der Vorstand der Dürr AG dem Aufsichtsrat vor, bei 34.601.040 Aktien eine Dividende in Höhe von 1,65 € je Aktie auszuschütten. Kumuliertes übriges Eigenkapital Die nachfolgende Übersicht zeigt die Veränderung des kumulierten übrigen Eigenkapitals und der damit verbundenen Steuereffekte aus ergebnisneutralen Bestandteilen des Gesamtergebnisses unter Berücksichtigung der Veränderung der Position "Nicht beherrschende Anteile". 3.54 KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL scroll 2014 2013 Tsd. € vor Steuern Steuereffekt Netto vor Steuern Steuereffekt Netto Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Neubewertung leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen -15.153 4.194 -10.959 1.990 -471 1.519 Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Nettogewinne/Nettoverluste aus Derivaten zur Absicherung von Zahlungsströmen -7.883 2.339 -5.544 -1.074 274 -800 Gewinne/ Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung gehaltenen Wertpapieren 29 -7 22 9 -2 7 Ergebniswirksame Reklassifizierungen aus der Währungsumrechnung -4 - -4 - - - Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 30.840 - 30.840 -11.387 - -11.387 Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung von at equity bilanzierten Unternehmen 136 - 136 -2.690 - -2.690 Veränderung des kumulierten übrigen Eigenkapitals 7.965 6.526 14.491 -13.152 -199 -13.351 Die Erhöhung der währungsabhängigen ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses ist im Wesentlichen auf die Schwankung des Euro gegenüber US-Dollar und chinesischem Renminbi zurückzuführen. In der Veränderung des kumulierten Eigenkapitals aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen sind 821 TSD. € (Vorjahr: -477 TSD. €) aus der Vermögenswertbegrenzung enthalten. Für weitere Informationen verweisen wir auf Textziffer 27. Angaben zum Kapitalmanagement Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung ist es, die operative Geschäftstätigkeit zu unterstützen, eine angemessene Eigenkapitalquote sicherzustellen und den Unternehmenswert zu steigern. Dürr überwacht sein Kapital auf monatlicher Basis mithilfe der so genannten Gearing Ratio. Dabei handelt es sich um eine Kapitalausstattungskennzahl, die das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu Eigenkapital und Nettofinanzverschuldung wiedergibt. Gemäß den konzerninternen Richtlinien soll die Kennzahl keinen größeren Wert als 30 % annehmen. Dieser Wert wurde am Bilanzstichtag 2014 mit -30,1 % (Vorjahr: -121,5 %) signifikant unterschritten, da wie im Vorjahr ein Nettofinanzguthaben anstelle einer Nettofinanzverschuldung bestand. 3.55 GEARING RATIO scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -521.957 -458.513 Termingelder und sonstige kurzfristige Wertpapiere -34.769 -61.352 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere und sonstige Ausleihungen -25.881 -27.806 Anleihe 296.388 225.200 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118.414 41.932 Nettofinanzverschuldung -167.805 -280.539 Eigenkapital 725.768 511.374 Nettofinanzverschuldung -167.805 -280.539 Eigenkapital und Nettofinanzverschuldung 557.963 230.835 Nettofinanzverschuldung -167.805 -280.539 Eigenkapital und Nettofinanzverschuldung 557.963 230.835 Gearing Ratio -30,1 % -121,5 % 26. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE Die nicht beherrschenden Anteile beinhalten Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung für Inhaber nicht beherrschender Anteile am konsolidierungspflichtigen Kapital sowie die ihnen zustehenden Gewinne und Verluste. In den Konzernabschluss sind 51 (Vorjahr: acht) Gesellschaften einbezogen, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind. Die Finanzinformationen zu Tochterunternehmen mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss stellen sich wie folgt dar: 3.56 ANTEILE AN DER HOMAG GROUP AG scroll % 31.12.2014 Anteile am Kapital 55,85 Über Optionen Dürr zurechenbare Anteile 22,05 Dürr zurechenbare Anteile 77,90 3.57 ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2014 scroll Tsd. € HOMAG Group Langfristige Vermögenswerte 226.979 Kurzfristige Vermögenswerte 383.861 Langfristige Schulden 124.961 Kurzfristige Schulden 291.208 Eigenkapital 194.671 Kumulierter Saldo nicht beherrschender Anteile 103.700 3.58 WEITERE FINANZINFORMATIONEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014 scroll Tsd. € HOMAG Group Umsatzerlöse 914.758 Ergebnis nach Ertragsteuern 20.380 Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses 2.179 Gesamtergebnis 22.559 Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesenes Ergebnis -1.880 Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Dividenden - Operativer Cashflow 90.305 Die ausgewiesenen Beträge für Umsatzerlöse, Ergebnis nach Ertragsteuern, ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses, das Gesamtergebnis und der operative Cashflow basieren auf den Werten der HOMAG Group für das gesamte Geschäftsjahr 2014 ohne Effekte aus der Aufdeckung stiller Reserven und Lasten im Rahmen der Kaufpreisallokation. Entsprechend IAS 32 "Finanzinstrumente: Ausweis" wurden die Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile zu ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Die Optionen sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten passiviert. 27. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONSVERPFLICHTUNGEN Die Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Beitrags- und Leistungszusagen. Beitragsorientierte Pensionszusagen Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) entrichtet Dürr Beitragszahlungen an einen staatlichen oder privaten Versorgungsträger. Neben der Subsidiärhaftung des Arbeitgebers im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung bestehen keine weiteren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen für Dürr. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Wesentlichen im Personalaufwand erfasst. Den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Gesellschaften steht im Rahmen der Altersversorgung ein der Tarifgruppe entsprechendes Lebensversicherungsprogramm (Betriebliche Zusatzversorgung - BZV) beziehungsweise eine betriebliche Altersversorgung (DAZU) zur Verfügung, für die der Konzern Beiträge von 826 TSD. € (Vorjahr: 856 TSD. €) als Aufwand erfasst hat. Darüber hinaus hat Dürr Beiträge von 26.073 TSD. € (Vorjahr: 19.299 TSD. €) in das deutsche Rentenversicherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt. Die US-Tochtergesellschaften entrichten für die einer Gewerkschaft angehörenden Arbeitnehmer Beiträge an externe Pensionsfonds. Die Pensionsaufwendungen für diese Arbeitnehmer betrugen im Geschäftsjahr 2014 3.056 TSD. € (Vorjahr: 2.842 TSD. €). Die Zahlungen für sonstige beitragsorientierte Pläne, unter anderem staatliche Rentenversicherungssysteme, betrugen 6.657 TSD. € (Vorjahr: 7.270 TSD. €). Dürr hat für seine US-Tochtergesellschaften darüber hinaus einen Gewinnbeteiligungsplan nach dem Regelwerk "401(k)" für bestimmte Beschäftigte eingerichtet. Grundlage für die Gewinnbeteiligung sind die geleisteten Dienstjahre und die Höhe der Vergütung der Angestellten. Dürr leistet hierzu Beiträge nach seinem Ermessen, die durch die Geschäftsleitung jährlich festgelegt werden. Die Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2014 rund 1.150 TSD. € (Vorjahr: 666 TSD. €). Leistungsorientierte Pensionszusagen Gegenüber einzelnen ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Dürr AG sowie Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern der deutschen Tochtergesellschaften bestehen Pensionszusagen, die sich nach den zuletzt bezogenen Festgehältern und der Dauer der Betriebszugehörigkeit richten. Bei den deutschen Dürr-Tochtergesellschaften haben die zum Zeitpunkt der Übernahme beschäftigten Mitarbeiter des Standorts Filderstadt sowie der Schenck-Gesellschaften Pensionszusagen. Grundlage dafür sind die geleisteten Dienstjahre. Die nach den Pensionsplänen vorgesehenen Zahlungen bestehen aus fixen Beträgen zuzüglich einer Komponente, die von den geleisteten Dienstjahren abhängt. Im Zusammenhang mit der Akquisition der Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH übernahm Dürr die Pensionszusagen der zum Erwerbszeitpunkt beschäftigten Mitarbeiter. Dem Aufbau von Versorgungsanwartschaften aus den bestehenden Pensionszusagen trägt Dürr seit dem Geschäftsjahr 2013 durch Berücksichtigung der Zusagen im Rahmen der Erstkonsolidierung sowie durch die weitere aktuarielle Bewertung der Verpflichtungen in der Zukunft Rechnung. Die Pensionszusagen bei der Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH sehen eine jährliche fixe Altersrente bei Erreichen der Regelaltersgrenze vor, die bei vorzeitigem Ausscheiden zeitratierlich gekürzt wird. In der HOMAG Group bestehen Verpflichtungen für Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an berechtigte und ehemalige Mitarbeiter der HOMAG Group sowie deren Hinterbliebene. Diese Verpflichtungen bestehen ausschließlich bei deutschen Unternehmen der HOMAG Group. Bei verschiedenen ausländischen Unternehmen bestehen Verpflichtungen zur Zahlung eines Einmalbetrags bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses. Die Höhe der Verpflichtung hängt im Wesentlichen von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Für die Beschäftigten der deutschen Dürr-Gesellschaften besteht die Möglichkeit, eine arbeitnehmerfinanzierte Versorgungszusage in Anspruch zu nehmen. Dabei können die Berechtigten bestimmte Teile ihrer künftigen Bezüge in eine Anwartschaft auf betriebliche Zusatzleistungen umwandeln. Zur Absicherung und Finanzierung der daraus resultierenden Verpflichtung hat Dürr eine Rückdeckungsversicherung auf das Leben der Berechtigten abgeschlossen. Die daraus resultierenden Leistungen stehen ausschließlich Dürr zu. Für Dürr besteht daher kein wesentliches versicherungsmathematisches Risiko oder Anlagerisiko. Die Höhe der Altersrente entspricht der Leistung aus der von Dürr abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung, die sich aus einer garantierten Rente sowie den vom Versicherer zugeteilten Überschussanteilen zusammensetzt. Die Verpflichtung aus der Versorgungszusage bilanziert Dürr saldiert mit dem Fondsvermögen aus der Rückdeckungsversicherung, wobei sich durch versicherungsmathematische Gewinne und Verluste eine Über- oder Unterdeckung ergeben kann. Bei einer US-amerikanischen Dürr-Tochtergesellschaft besteht für die nicht gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter ein Pensionsplan. Grundlage der zukünftigen Pensionszahlungen sind die durchschnittlich verdienten Gehälter und die Dienstzeiten vor dem Einfrieren der Pensionszusagen im Jahr 2003. Eine US-amerikanische Dürr-Tochtergesellschaft ist mit circa 39 % an einem Pensionsplan beteiligt, der gemeinschaftlich mit anderen, nicht verbundenen Metallverarbeitungsunternehmen unterhalten wird (Multi-Employer-Plan). Der leistungsorientierte Versorgungsplan wird als beitragsorientierter Plan bilanziert, da keine anteilige Zuordnung von Verpflichtungen und Planvermögen zu den einzelnen Trägerunternehmen möglich ist. Die Begünstigten des Versorgungsplans sind Mitglieder einer Gewerkschaft. Die Beiträge berechnen sich nach den von den Mitgliedern erbrachten Produktionsstunden. Wegen temporärer Unterauslastung sowie niedriger Renditen des Fondvermögens entstand in der Vergangenheit ein Fehlbetrag. Zum 31. März 2014 betrugen die nicht ausfinanzierten Versorgungsverpflichtungen aus dem Plan 23.498 TSD. € (Vorjahr: 24.625 TSD. €). Für das Jahr 2015 erwartet Dürr Beitragszahlungen in den Pensionsplan in Höhe von 1.420 TSD. € (Vorjahr: 1.254 TSD. €). Risikomanagement Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene gebildet. Die Altersversorgung variiert je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des betreffenden Landes und beruht dabei in der Regel auf der Beschäftigungsdauer und Vergütung der Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2014 bestanden Zusagen an 2.290 Anspruchsberechtigte: 1.690 aktive Mitarbeiter, 129 ehemalige Mitarbeiter mit unverfallbaren Ansprüchen sowie 471 Pensionäre und Hinterbliebene. Die leistungsorientierten Pensionspläne sind größtenteils über interne Rückstellungen finanziert, denen als Planvermögen qualifiziertes Fondsvermögen gegenübersteht, das mit den Verpflichtungen saldiert wird. Der überwiegende Teil des Fondsvermögens besteht in Form von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen. Um den mit Pensionsverbindlichkeiten einhergehenden Risiken hinreichend Rechnung zu tragen, hat Dürr vor einigen Jahren das Corporate Pension Committee (CPC) ins Leben gerufen. Dieses tagt vierteljährlich und bewertet sämtliche weltweiten Pensionssysteme im Dürr-Konzern. Regelmäßige Teilnehmer des CPC sind der Finanzvorstand der Dürr AG sowie die Leiter der konzernübergreifenden Funktionsbereiche Personal, Rechnungswesen & Controlling, Finanzen und Recht. Weiterhin werden seit einigen Jahren zur Verminderung des Risikos in Deutschland keine neuen leistungsorientierten Pensionszusagen gewährt und die Pensionspläne so umgestaltet, dass deren Leistungen überwiegend auf Entgeltumwandlung basieren. Mit Wirkung zum 1. März 2014 wurden bei deutschen Dürr-Gesellschaften weitere Rückdeckungsversicherungen mit einem Zeitwert von 13.786 TSD. € erworben, um Zins- und Langlebigkeitsrisiken weiterer bedeutender Pensionszusagen zu reduzieren. Entwicklung der Pensionspläne 3.59 VERÄNDERUNG DES ANWARTSCHAFTSBARWERTS scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres 88.475 92.359 Währungsdifferenz 1.323 -515 Laufender Dienstzeitaufwand 2.625 2.117 Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 9 224 Zinsaufwand 3.163 3.012 Neubewertung des Anwartschaftsbarwerts 20.075 -2.706 davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen 205 -99 davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Veränderungen der finanziellen Annahmen 18.055 -2.899 davon erfahrungsbedingte Anpassungen 1.815 292 Arbeitnehmerbeiträge zu den Pensionsplänen 689 845 Pensionszahlungen -5.657 -5.278 Zahlungen aus Planabgeltungen -154 -111 Änderungen Konsolidierungskreis 4.276 8 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -414 -1.302 Sonstiges 68 -178 Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 114.478 88.475 3.60 VERÄNDERUNG DES FONDSVERMÖGENS scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Fondsvermögen zum Zeitwert zu Beginn des Geschäftsjahres 41.241 40.894 Währungsdifferenz 965 -357 Zinsertrag 1.691 1.328 Neubewertung des Fondsvermögens 4.100 -239 davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Veränderungen der finanziellen Annahmen 3.778 -483 davon erfahrungsbedingte Anpassungen 322 244 Arbeitgeberbeiträge zu den Pensionsplänen 15.601 1.123 Arbeitnehmerbeiträge zu den Pensionsplänen 1.342 1.340 Pensionszahlungen -3.385 -2.819 Zahlungen aus Planabgeltungen -73 -108 Änderungen Konsolidierungskreis 1.144 - Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -118 - Sonstiges 18 79 Fondsvermögen zum Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 62.526 41.241 Effekt aus der Vermögenswertbegrenzung -1.750 -2.528 Fondsvermögen unter Berücksichtigung der Vermögenswertbegrenzung 60.776 38.713 Finanzierungsstatus1 53.702 49.762 1 Differenz zwischen dem Anwartschaftsbarwert und dem Fondsvermögen unter Berücksichtigung der Vermögenswertbegrenzung 3.61 FINANZIERUNGSSTATUS scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Anwartschaftsbarwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen 108.049 78.765 Fondsvermögen unter Berücksichtigung der Vermögenswertbegrenzung 60.776 38.713 Das Fondsvermögen übersteigende Leistungsverpflichtungen 47.273 40.052 Anwartschaftsbarwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen 6.429 9.710 Finanzierungsstatus1 53.702 49.762 1 Differenz zwischen dem Anwartschaftsbarwert und dem Fondsvermögen unter Berücksichtigung der Vermögenswertbegrenzung 3.62 BILANZPOSITIONEN BEI DER BILANZIERUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Pensionsrückstellungen 53.702 49.762 Kumuliertes übriges Eigenkapital (inklusive Differenzen aus Währungsumrechnung) -49.203 -30.877 Der beizulegende Zeitwert des Fondsvermögens setzte sich zum Ende des Geschäftsjahres wie folgt zusammen: 3.63 ZUSAMMENSETZUNG DES FONDSVERMÖGENS scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Rückdeckungsversicherungen 50.669 30.797 Festverzinsliche Wertpapiere 10.390 9.247 Aktien 575 378 Immobilien 424 413 Sonstiges 468 406 62.526 41.241 Das Fondsvermögen der deutschen Gesellschaften beinhaltet im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen und deckt die erworbenen Pensionsansprüche. Diese Rückdeckungsversicherungen sind überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren (darunter Bundesanleihen und Pfandbriefe) angelegt. Bei der Auswahl der Emittenten werden unter anderem das individuelle Rating durch internationale Agenturen sowie die Eigenkapitalausstattung der Emittenten berücksichtigt. Außer für Aktien und festverzinsliche Wertpapiere existieren keine an einem aktiven Markt notierten Preise. Grundsätzlich wird der Zeitwert des Fondsvermögens auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt gängigen Marktpreise berechnet. Die Investitionsstrategie zielt einerseits auf einen langfristigen Kapitalzuwachs ab, andererseits auf laufende Zinseinnahmen. Dies führt zu einer leicht höheren Volatilität. Im Rahmen eines ausgewogenen Ansatzes sieht der Portfolio-Mix fremdkapital- und eigenkapitalverbriefte Wertpapiere vor. Der langfristige Kapitalzuwachs soll hauptsächlich über festverzinsliche Wertpapiere, die auch laufende Zinseinnahmen sicherstellen sollen, erreicht werden. Einen weiteren Anteil am Anlagenportfolio bilden Aktienanlagen. Bei dem verbliebenen wesentlichen Pensionsplan in den USA beträgt der Anteil der Aktienanlagen am Anlagenportfolio 6,7 % (Vorjahr: 4,3 %). Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfassten Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Zusagen setzen sich aus nachstehenden Positionen zusammen: 3.64 IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG ERFASSTER ANTEIL DER PENSIONSAUFWENDUNGEN scroll Tsd. € 2014 2013 Laufender Dienstzeitaufwand 2.625 2.117 Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 9 224 Nettozinsaufwand 1.515 1.720 Sonstiges 24 96 4.173 4.157 Die Pensionsaufwendungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten: 3.65 PENSIONSAUFWENDUNGEN IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG scroll Tsd. € 2014 2013 Umsatzkosten 841 861 Vertriebskosten 243 224 Allgemeine Verwaltungskosten 1.551 1.333 Forschungs- und Entwicklungskosten 23 19 Zinsergebnis 1.515 1.720 4.173 4.157 Aus der Vermögenswertbegrenzung ergab sich im Gesamtergebnis eine Veränderung von 778 TSD. € (Vorjahr: -513 TSD. €). Davon wurden 821 TSD. € (Vorjahr: -477 TSD. €) ergebnisneutral und -43 TSD. € (Vorjahr: -36 TSD. €) im Zinsergebnis erfasst. Der Stichtag für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen und des Fondsvermögens ist der 31. Dezember; der Bewertungsstichtag für die Pensionsaufwendungen ist der 1. Januar. Neben den Annahmen zur Lebenserwartung, die für die deutschen Konzernunternehmen aus den biometrischen Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck entnommen wurden, sind folgende Prämissen für die Berechnung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen und des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens zugrunde gelegt worden: 3.66 DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGEN scroll 2014 2013 % Deutschland USA Restliche Welt Deutschland USA Restliche Welt Abzinsungsfaktor 2,00 3,70 2,42 3,50 4,25 3,35 Langfristige Gehaltssteigerungen 3,00 - 2,76 3,50 - 2,63 Der Rententrend, der in Deutschland eine wesentliche Wirkung auf den Anwartschaftsbarwert zum Bilanzstichtag hat, betrug im Geschäftsjahr 2014 2,00 % (Vorjahr: 2,00 %). 3.67 DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSAUFWENDUNGEN scroll 2014 2013 % Deutschland USA Restliche Welt Deutschland USA Restliche Welt Abzinsungsfaktor 3,50 4,25 3,35 3,25 5,00 3,53 Langfristige Gehaltssteigerungen 3,50 - 2,63 3,00 - 2,91 Die Berechnung der durchschnittlichen Faktoren basiert auf dem gewichteten Durchschnitt der Pensionsverpflichtungen. Die durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen zum Ende des Geschäftsjahres 2014 betrug 14 Jahre (Vorjahr: 13 Jahre). Dotierungen in das Fondsvermögen durch die Arbeitgeber werden in Höhe von 1.420 TSD. € für das Geschäftsjahr 2015 erwartet. Für die kommenden Geschäftsjahre werden folgende Zahlungen für Leistungszusagen erwartet. 3.68 ERWARTETE PENSIONSZAHLUNGEN scroll Tsd. € 2015 2016 2017 2018 2019 2020 bis 2024 Gesamt Erwartete Pensionszahlungen 5.250 5.451 5.241 5.490 5.341 30.061 56.834 Sensitivitäten Die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen weltweit sind der Abzinsungsfaktor und für Pensionsverpflichtungen in Deutschland zusätzlich der Rententrend. Die langfristige Gehaltssteigerung und die Lebenserwartung insbesondere in Deutschland spielen für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen im Dürr-Konzern nur eine untergeordnete Rolle. Die nachstehenden Sensitivitätsanalysen in Form von Szenarioanalysen zeigen, wie die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen durch mögliche Änderungen der entsprechenden Annahmen beeinflusst werden. 3.69 SENSITIVITÄTEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Abzinsungsfaktor +1 %-Punkt 43.092 46.855 -1 %-Punkt 67.430 54.450 Rententrend +0,25 %-Punkte 56.200 51.549 -0,25 %-Punkte 51.476 48.034 Zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen bestehen Abhängigkeiten. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt diese Abhängigkeiten nicht. Mitarbeiterbeteiligung Für die grundsätzlichen Ausführungen zur Mitarbeiterbeteiligung wird auf Textziffer 6 verwiesen. Der Aufwand aus Mitarbeiterbeteiligung ist in den Funktionskosten als Teil des Personalaufwands und im Zinsergebnis enthalten. 3.70 AUFWAND AUS MITARBEITERBETEILIGUNG scroll Tsd. € 2014 Personalaufwand 1.411 Zinsaufwendungen aus Mitarbeiterbeteiligung 810 Aufwand aus Mitarbeiterbeteiligung 2.221 Die Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern wurde auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens bewertet, wobei folgende Prämisse zugrunde gelegt wurde. 3.71 ABZINSUNGSFAKTOR ZUR BERECHNUNG DER MITARBEITERBETEILIGUNG scroll % 31.12.2014 Abzinsungsfaktor 2,40 28. ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN 3.72 ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Auftragsrückstellungen 86.307 84.400 1.907 61.417 59.581 1.836 Personalrückstellungen 32.632 7.057 25.575 9.778 4.312 5.466 Sonstige Rückstellungen 8.195 4.871 3.324 1.859 1.403 456 127.134 96.328 30.806 73.054 65.296 7.758 Die Auftragsrückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Nachtragsaufwendungen, Garantien und drohende Verluste im Auftragsbestand. Rund 80 % der Auftragsrückstellungen entfallen auf Rückstellungen für Garantien und Nachtragsaufwendungen. Die Personalrückstellungen umfassen hauptsächlich Rückstellungen für Verpflichtungen aus Mitarbeiterbeteiligung, Altersteilzeit sowie für Jubiläumsaufwendungen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen unterschiedliche erkennbare Einzelrisiken und ungewisse Verpflichtungen. Die als kurzfristig eingestuften übrigen Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb des nachfolgenden Geschäftsjahres in Anspruch genommen. Die Auszahlungen für langfristige Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre anfallen. 3.73 ENTWICKLUNG DER ÜBRIGEN RÜCKSTELLUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2014 scroll Tsd. € Auftragsrückstellungen Personalrückstellungen Sonstige Rückstellungen Stand 1. Januar 2014 61.417 9.778 1.859 Änderungen Konsolidierungskreis 13.728 19.523 5.786 Währungsdifferenz 2.945 4 24 Verbrauch -29.680 -2.995 -1.055 Auflösung -16.525 -251 -457 Zuführung 54.241 6.662 3.187 Umgliederung 1.119 30 -1.149 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -938 -119 - Stand 31. Dezember 2014 86.307 32.632 8.195 29. ANLEIHE UND ÜBRIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN Unter "Anleihe und übrige Finanzverbindlichkeiten" werden alle verzinslichen Verpflichtungen des Konzerns ausgewiesen. 3.74 FINANZVERBINDLICHKEITEN scroll Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig Langfristig Anleihe 296.388 - 296.388 - 296.388 (2013) (225.200) (-) (225.200) (225.200) (-) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118.414 13.192 105.222 75.806 29.416 (2013) (41.932) (2.058) (39.874) (9.169) (30.705) Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.735 3.918 7.817 5.581 2.236 (2013) (3.924) (402) (3.522) (1.827) (1.695) 31. Dezember 2014 426.537 17.110 409.427 81.387 328.040 (31. Dezember 2013) (271.056) (2.460) (268.596) (236.196) (32.400) Finanzierung des Konzerns Anleihe Im März 2014 emittierte die Dürr AG eine nicht nachrangige Anleihe über 300.000 TSD. € mit einem Kupon von 2,875 % und einem Ausgabekurs von 99,221 %. Die Auszahlung an Dürr und die Erstnotiz der Anleihe erfolgten am 3. April 2014. Die Anleihe hat eine Laufzeit von sieben Jahren und ist nicht vorzeitig kündbar. Platziert wurde die Anleihe bei institutionellen und privaten Investoren außerhalb der USA. Die Anleihe besitzt kein Rating. Am 28. September 2014 wurde die im Geschäftsjahr 2010 emittierte Anleihe mit einem Betrag von 225.000 TSD. € vorzeitig zum Nominalwert in voller Höhe zurückgezahlt. Syndizierter Kredit Dürr AG Mit Wirkung zum 21. März 2014 hat die Dürr AG einen neuen Konsortialkredit mit einem Gesamtvolumen von 300.000 TSD. € und einer Laufzeit bis zum 21. März 2019 abgeschlossen. Damit wurde der frühere Konsortialkredit über 230.000 TSD. € (Laufzeit bis 30. Juni 2015) frühzeitig refinanziert. Das Bankenkonsortium besteht aus Baden-Württembergischer Bank, Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, UniCredit Bank AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG und KfW IPEX-Bank GmbH. Der neue syndizierte Kredit beinhaltet keine dinglichen Sicherheiten am Anlage- oder Umlaufvermögen und dient zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Er besteht aus einer Barlinie über 100.000 TSD. € und einer Avallinie über 200.000 TSD. €. Letztere wird für Bürgschaften und Garantien im operativen Geschäft genutzt. Der bisherige Kreditvertrag setzte sich aus einer Barlinie über 50.000 TSD. € und einer Avallinie über 180.000 TSD. € zusammen. Es besteht die Möglichkeit, den neuen Kreditvertrag ohne zusätzliche Kosten um bis zu zwei Jahre bis zum 21. März 2021 zu verlängern. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen möglich, sofern die kreditgewährenden Banken dies mit einer Zweidrittelmehrheit beschließen. Die Verzinsung erfolgt in Höhe des laufzeitkongruenten Refinanzierungssatzes zuzüglich einer variablen Marge. Syndizierter Kredit HOMAG Group In der HOMAG Group besteht ein Konsortialkredit mit einer ursprünglichen Höhe von 210.000 TSD. € und einer Laufzeit bis zum 16. Mai 2019. Das Bankenkonsortium setzt sich aus 11 Banken unter der Führung von Commerzbank AG, Deutsche Bank AG und UniCredit Bank AG zusammen. Der Konsortialkredit besteht aus zwei Tranchen. Tranche A ist ein Tilgungs-Barkredit von ursprünglich 60.000 TSD. €, der zum 31. Dezember 2014 mit 57.500 TSD. € valutiert. Die Regeltilgungen betragen 2.500 TSD. € halbjährlich. Tranche B ist eine Barkreditlinie in Höhe von 150.000 TSD. € mit der Möglichkeit zur revolvierenden Inanspruchnahme (auch in Form von Ancillary-Fazilitäten bis maximal 110.000 TSD. € für Barkredite in laufender Rechnung, Diskontkredite, kurzfristige Festsatzkredite und Avalkredite). Die Verzinsung erfolgt in Höhe des laufzeitkongruenten Refinanzierungssatzes zuzüglich einer variablen Marge. Der syndizierte Kredit beinhaltet keine dinglichen Sicherheiten. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits durch die HOMAG Group ist unter Einhaltung bestimmter Bedingungen ohne Zustimmung der kreditgewährenden Banken möglich. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits ist ebenfalls bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen möglich, sofern die kreditgewährenden Banken dies mit einer Zweidrittelmehrheit beschließen. Die vereinbarten Financial Covenants für die syndizierten Kredite wurden zu allen Berechnungsstichtagen eingehalten. 3.75 WESENTLICHE DARLEHEN scroll 31. Dezember 2014 Währung Buchwert Tsd. € Restlaufzeit Monate Effektiver Zinssatz in % Darlehen zur Finanzierung der Dürr-Campus-Immobilien EUR 39.874 117 4,49 Konsortialkredit Tranche A - Barlinie EUR 55.025 bis 53 Euribor + Marge Konsortialkredit Tranche B - Barziehung EUR/SGD 2.554 - 1,63 -2,35 Bilaterale Darlehen EUR 7.398 bis 88 3,46 -6,04 Bilaterales Darlehen USD 12.341 bis 48 Libor + Marge scroll 31. Dezember 2013 Währung Buchwert Tsd. € Restlaufzeit Monate Effektiver Zinssatz in % Darlehen zur Finanzierung der Dürr-Campus-Immobilien EUR 41.926 129 4,49 Kredit- und Avallinien Zum Bilanzstichtag wurde die Avallinie des syndizierten Kredits der Dürr AG in Höhe von 116.533 TSD. € (Vorjahr: 145.115 TSD. €) in Anspruch genommen. Die Barlinie des syndizierten Kredits wurde in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 nicht in Anspruch genommen. Die Tranche B des syndizierten Kredits der HOMAG Group wurde in Höhe von 7.353 TSD. € als Aval genutzt. Die Barinanspruchnahmen aus beiden Tranchen betrugen 60.055 TSD. €. Zusätzlich bestehen bei verschiedenen Kreditinstituten und Versicherungen bilaterale Kreditlinien in Höhe von 33.671 TSD. € zur Ausnutzung im Rahmen der Betriebsmittelfinanzierung oder Avalinanspruchnahmen, Avallinien in Höhe von 511.291 TSD. € sowie weitere betragsmäßig untergeordnete Kreditlinien. 3.76 KREDIT- UND AVALLINIEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Gesamtbetrag der zur Verfügung stehenden Kredit- und Avallinien 1.111.240 719.480 Gesamtbetrag der in Anspruch genommenen Kredite/Avale 495.650 416.189 davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 335.467 248.380 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 160.183 167.809 30. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 3.77 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN scroll Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig Langfristig Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen (aus Kleinserienfertigung resultierend) 88.093 86.558 1.535 1.535 - (2013) (25.251) (23.818) (1.433) (1.433) (-) Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen (aus Auftragsfertigung resultierend) 675.209 671.307 3.902 3.902 - (2013) (571.575) (571.575) (-) (-) (-) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (L&L) 364.538 364.030 508 296 212 (2013) (259.969) (259.376) (593) (338) (255) Verbindlichkeiten aus L&L gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 456 456 - - - (2013) (3) (3) (-) (-) (-) 31. Dezember 2014 1.128.296 1.122.351 5.945 5.733 212 (31. Dezember 2013) (856.798) (854.772) (2.026) (1.771) (255) In den erhaltenen Anzahlungen sind 5.830 TSD. € (Vorjahr: 0 TSD. €) gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen enthalten. 31. SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN 3.78 SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN scroll Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig Langfristig Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 15.702 13.745 1.957 1.957 - (2013) (1.261) (1.143) (118) (109) (9) Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung 6.576 6.576 - - - (2013) (4.309) (4.309) (-) (-) (-) Verpflichtungen aus Optionen 105.176 105.176 - - - (2013) (16.497) (238) (16.259) (16.259) (-) Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 3.143 1.072 2.071 2.071 - (2013) (2.108) (467) (1.641) (1.293) (348) Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 38.696 30.499 8.197 7.677 520 (2013) (11.816) (10.097) (1.719) (1.044) (675) 31. Dezember 2014 169.293 157.068 12.225 11.705 520 (31. Dezember 2013) (35.991) (16.254) (19.737) (18.705) (1.032) Die Verpflichtungen aus Optionen betreffen die im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindlichen Geschäftsanteile und entfallen in Höhe von 86.482 TSD. € auf die HOMAG Group AG, in Höhe von 18.456 TSD. € (Vorjahr: 15.639 TSD. €) auf die CPM S.p.A. sowie in Höhe von 238 TSD. € (Vorjahr: 238 TSD. €) auf die Thermea Energiesysteme GmbH. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2014 wurde die Verkaufsoption über die ausstehenden Anteile an der Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH mit Sitz in Goldkronach ausgeübt. In den Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten sind die Verpflichtungen für die Dürr Systems Wolfsburg GmbH in Höhe von 396 TSD. € (Vorjahr: 533 TSD. €) und die Dürr Cyplan Ltd. in Höhe von 1.847 TSD. € (Vorjahr: 1.575 TSD. €) enthalten. Die entsprechenden Angaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 34 dargestellt. 32. ERTRAGSTEUERVERBINDLICHKEITEN UND ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN 3.79 ERTRAGSTEUERVERBINDLICHKEITEN UND ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN scroll Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig Langfristig Ertragsteuerverbindlichkeiten 29.474 28.996 478 478 - (2013) (30.711) (30.506) (205) (205) (-) Übrige Verbindlichkeiten 181.269 177.047 4.222 4.222 - (2013) (112.086) (107.742) (4.344) (4.344) (-) 31. Dezember 2014 210.743 206.043 4.700 4.700 - (31. Dezember 2013) (142.797) (138.248) (4.549) (4.549) (-) In den übrigen Verbindlichkeiten sind folgende wesentliche Positionen enthalten: Steuerverbindlichkeiten, die nicht Ertragsteuern betreffen, in Höhe von 39.702 TSD. € (Vorjahr: 24.792 TSD. €), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 6.437 TSD. € (Vorjahr: 4.724 TSD. €), Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von 132.661 TSD. € (Vorjahr: 80.905 TSD. €). Ferner sind Verpflichtungen aus Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 960 TSD. € (Vorjahr: 504 TSD. €) enthalten. 33. ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG Für die Mitglieder des Vorstands und des obersten Führungskreises der Dürr-Gruppe existiert ein langfristiges aktienbasiertes Incentive-Programm (Long Term Incentive - LTI). Die Ausgestaltung erfolgt in Tranchen, die jedes Jahr herausgegeben werden und jeweils eine Laufzeit von drei Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2014 wurde eine weitere Tranche mit einer Laufzeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2016 aufgelegt. Die Auszahlungen erfolgen nach Ablauf der vertraglich festgelegten Laufzeit jeweils im Anschluss an die darauffolgende Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat ist berechtigt, den Mitgliedern des Vorstands Abschlagszahlungen auf die späteren Auszahlungsbeträge des LTI zu gewähren. Unterschreitet der nach Ablauf der Tranche tatsächlich fällige Zahlbetrag die Abschlagszahlung, ist das jeweilige Vorstandsmitglied zur Rückzahlung des Differenzbetrags verpflichtet. Ansonsten ist eine vorzeitige anteilige Auszahlung nur unter bestimmten Bedingungen beim Ausscheiden aus dem Dürr-Konzern möglich. In dem Programm erhalten die Berechtigten eine individuell festgelegte Anzahl virtueller Dürr-Aktien (Performance Share Units). Zum 31. Dezember 2014 betrug die Anzahl der ausgegebenen virtuellen Aktien 207.300 Stück (Vorjahr: 265.050 Stück). Am Ende der Laufzeit des Incentive-Programms erfolgt eine Barvergütung der erworbenen Ansprüche. Die Vergütung ermittelt sich aus der Anzahl der virtuellen Aktien, dem geglätteten Stichtagsaktienkurs (Aktienkurs-Multiplikator) und einem EBIT-Multiplikator gemäß der erzielten durchschnittlichen EBIT-Marge während der Laufzeit. Für den EBIT-Multiplikator besteht eine Höchstgrenze. Für die ersten drei LTI-Tranchen bestand ebenfalls eine Höchstgrenze für den Aktienkurs-Multiplikator. Ein maximaler Auszahlungsbetrag (Cap) ist individuell festgelegt. Im Gegenzug zu den Ansprüchen aus dem LTI sind die Teilnehmer des Incentive-Programms verpflichtet, während der Laufzeit des Programms ein individuell bestimmtes Eigeninvestment in realen Dürr-Aktien zu jeder Zeit aufrechtzuerhalten. Im Geschäftsjahr 2014 wurden 3.355 TSD. € (Vorjahr: 3.379 TSD. €) als Aufwendungen für das LTI-Programm in den Verwaltungskosten erfasst. Der in den übrigen Verbindlichkeiten passivierte Betrag betrug zum 31. Dezember 2014 6.627 TSD. € (Vorjahr: 6.480 TSD. €). Zu den Zahlungen für den Vorstand aus der anteilsbasierten Vergütung verweisen wir auf die Angaben zur Vorstandsvergütung unter Textziffer 42. 34. SONSTIGE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN Bewertung der Finanzinstrumente nach Kategorien Aus der nachfolgenden Tabelle sind, ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IAS 39, der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich. 3.80 BEWERTUNG DER FINANZINSTRUMENTE NACH KATEGORIEN scroll WERTANSATZ Tsd. € Buchwert 31.12.2014 Anschaffungs- kosten Fortgeführte Anschaffungs- kosten Beizulegender Zeitwert (erfolgsneutral) Beizulegender Zeitwert (erfolgswirksam) Aktiva Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 521.957 - 521.957 - - Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen1 366.308 - - - - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) gegen Dritte 479.493 - 479.493 - - Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen 5.401 - 5.401 - - Sonstige originäre Finanzinstrumente Sonstige finanzielle Vermögenswerte 52.409 - 52.409 - - Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 5.350 - - - 5.350 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 25.313 - 25.313 - - Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 15.973 15.588 - 385 - Derivative finanzielle Vermögenswerte Derivate ohne Hedge-Beziehung 1.438 - - - 1.438 Derivate mit Hedge-Beziehung 1.661 - - 1.115 546 Passiva Verbindlichkeiten aus L&L 364.538 - 364.538 - - Verbindlichkeiten aus L&L gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 456 - 456 - - Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 45.272 - 45.272 - - Anleihe 296.388 - 296.388 - - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118.414 - 118.414 - - Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.735 - 11.735 - - Verpflichtungen aus Optionen 105.176 - - 18.694 86.482 Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 3.143 - - - 3.143 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Derivate ohne Hedge-Beziehung 2.660 - - - 2.660 Derivate mit Hedge-Beziehung 13.042 - - 12.264 778 Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 6.788 - - - 6.788 Kredite und Forderungen 1.425.568 - 1.059.260 - - Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 25.313 - 25.313 - - Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 15.973 15.588 - 385 - Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 110.979 - - 18.694 92.285 Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 836.803 - 836.803 - - 1 Die künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen werden nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" bilanziert und fallen damit nicht unter die aufgeführten Wertansätze. scroll WERTANSATZ Tsd. € Buchwert 31.12.2013 Anschaffungs- kosten Fortgeführte Anschaffungs- kosten Beizulegender Zeitwert (erfolgsneutral) Beizulegender Zeitwert (erfolgswirksam) Aktiva Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 458.513 - 458.513 - - Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen1 357.129 - - - - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) gegen Dritte 318.544 - 318.544 - - Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen 21 - 21 - - Sonstige originäre Finanzinstrumente Sonstige finanzielle Vermögenswerte 65.563 - 65.563 - - Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 10.052 - - - 10.052 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 27.355 - 27.355 - - Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.812 2.456 - 356 - Derivative finanzielle Vermögenswerte Derivate ohne Hedge-Beziehung 98 - - - 98 Derivate mit Hedge-Beziehung 2.939 - - 2.434 505 Passiva Verbindlichkeiten aus L&L 259.969 - 259.969 - - Verbindlichkeiten aus L&L gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 3 - 3 - - Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 16.125 - 16.125 - - Anleihe 225.200 - 225.200 - - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 41.932 - 41.932 - - Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.924 - 3.924 - - Verpflichtungen aus Optionen 16.497 - - 16.497 - Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.108 - - - 2.108 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Derivate ohne Hedge-Beziehung 149 - - - 149 Derivate mit Hedge-Beziehung 1.112 - - 888 224 Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 10.150 - - - 10.150 Kredite und Forderungen 1.199.770 - 842.641 - - Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 27.355 - 27.355 - - Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.812 2.456 - 356 - Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 18.754 - - 16.497 2.257 Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 547.153 - 547.153 - - 1 Die künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen werden nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" bilanziert und fallen damit nicht unter die aufgeführten Wertansätze. Um die Verlässlichkeit der Bewertungen von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert vergleichbar darzustellen, wurde in den IFRS eine Fair-Value-Hierarchie mit folgenden drei Stufen festgelegt: ― Notierte (unbereinigte) Werte in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1); ― Andere Input-Werte als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, für die entweder direkt oder indirekt bezogen auf den entsprechenden Vermögenswert oder die entsprechende Verbindlichkeit beobachtbare Marktdaten zur Verfügung stehen (Stufe 2); ― Input-Werte, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 3). Die von Dürr zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente teilen sich folgendermaßen auf die Fair-Value-Hierarchie-Stufen auf: 3.81 ZUORDNUNG ZU FAIR-VALUE-HIERARCHIE-STUFEN scroll FAIR-VALUE-HIERARCHIE Tsd. € 31.12.2014 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 385 385 - - Derivate mit Hedge-Beziehung 1.115 - 1.115 - Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam Derivate ohne Hedge-Beziehung 1.438 - 1.438 - Derivate mit Hedge-Beziehung 546 - 546 - Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 5.350 5.350 - - Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral Verpflichtungen aus Optionen 18.694 - - 18.694 Derivate mit Hedge-Beziehung 12.264 - 12.264 - Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam Verpflichtungen aus Optionen 86.482 - - 86.482 Derivate ohne Hedge-Beziehung 2.660 - 2.660 - Derivate mit Hedge-Beziehung 778 - 778 - Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 3.143 - - 3.143 scroll FAIR-VALUE-HIERARCHIE Tsd. € 31.12.2013 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 356 356 - - Derivate mit Hedge-Beziehung 2.434 - 2.434 - Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam Derivate ohne Hedge-Beziehung 98 - 98 - Derivate mit Hedge-Beziehung 505 - 505 - Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 10.052 10.052 - - Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral Verpflichtungen aus Optionen 16.497 - - 16.497 Derivate mit Hedge-Beziehung 888 - 888 - Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam Derivate ohne Hedge-Beziehung 149 - 149 - Derivate mit Hedge-Beziehung 224 - 224 - Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.108 - - 2.108 Im Geschäftsjahr 2014 fanden keine Umgliederungen zwischen einzelnen Fair-Value-Hierarchie-Stufen statt. Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der zum 31. Dezember 2014 im Bestand befindlichen Finanzinstrumente der Stufen 1, 2 und 3 sind folgende Gesamterträge und -aufwendungen entstanden: 3.82 GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERMÖGENSWERTEN scroll Tsd. € 2014 2013 In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 286 112 Derivative Finanzinstrumente 1.742 25 Im Eigenkapital erfasst Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 29 9 Derivative Finanzinstrumente 1.141 73 3.83 GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERBINDLICHKEITEN scroll Tsd. € 2014 2013 In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst Derivative Finanzinstrumente -2.656 7 Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten -152 63 Im Eigenkapital erfasst Derivative Finanzinstrumente -11.817 85 Verpflichtungen aus Optionen -2.032 -7.863 3.84 ENTWICKLUNG FAIR-VALUE-HIERARCHIE STUFE 3 scroll Tsd. € 2014 2013 Stand 1. Januar 18.605 35.305 Änderungen Konsolidierungskreis 87.382 620 Abgänge -1.405 -24.500 Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts 3.737 7.180 Stand 31. Dezember 108.319 18.605 Die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der in Stufe 3 berichteten Verbindlichkeiten wurden erfolgswirksam beziehungsweise direkt im Eigenkapital berücksichtigt. Im Rahmen des Erwerbs der HOMAG Group wurden Optionen über sich im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindliche Aktien zum beizulegenden Zeitwert des zukünftigen Zahlungsmittelabflusses bewertet und als sonstige finanzielle Verbindlichkeit in Höhe von 86.482 TSD. € bilanziert. Die finanzielle Verbindlichkeit wird in der Folgebewertung erfolgswirksam angepasst. Bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen wurde auf eine Abzinsung verzichtet, da der Zeitpunkt der Ausübung der Optionen nicht bestimmbar ist, jedoch jederzeit eintreten kann. Bewertungstechniken Der beizulegende Zeitwert der in Stufe 2 der Bemessungshierarchie eingeordneten derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten basiert auf täglich beobachtbaren Devisenkursen und Zinsstrukturkurven. Zusätzlich werden im Zusammenhang mit IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts" in der Bewertung sowohl das Kontrahenten- als auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Inputfaktoren für die Berücksichtigung des Kontrahentenausfallrisikos sind an den Märkten beobachtbare Credit Default Swaps (CDS) der an der jeweiligen Transaktion beteiligten Kreditinstitute. Ist für ein einzelnes Kreditinstitut kein CDS vorhanden, wird aus anderen beobachtbaren Marktdaten (wie beispielsweise Ratinginformationen) ein synthetischer CDS abgeleitet. Eine Minimierung des Kontrahentenausfallrisikos erfolgt durch Diversifizierung und eine sorgfältige Auswahl der Kontrahenten. Für die Berechnung des eigenen Ausfallrisikos wird auf Informationen, die Dürr von Kreditinstituten und Versicherungen erhält, zurückgegriffen, um einen synthetischen CDS für Dürr abzuleiten. Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der in Stufe 3 der Bemessungshierarchie eingeordneten Optionen und bedingten Kaufpreisraten basiert auf vertraglichen Vereinbarungen beziehungsweise unternehmensinternen Plandaten. Dazu zählen erwartete Ergebnisse der jeweiligen Gesellschaft sowie erwartete Verkaufszahlen einzelner Produkte, von denen die Höhe der finanziellen Verbindlichkeit abhängt. Eine Anpassung der Plandaten wird vorgenommen, wenn dafür Anhaltspunkte vorliegen. Sofern anwendbar werden auch Aufzinsungseffekte, die sich aus einer zeitlichen Annäherung an den Fälligkeitszeitpunkt ergeben, in die Bewertung einbezogen. Sensitivitäten Stufe 3 Für die im Rahmen des Erwerbs der HOMAG Group erfassten Verpflichtungen aus Optionen ergeben sich keine Sensitivitäten, da ein Festpreis für die Anteile vereinbart wurde. Bei der Verkaufsoption für die CPM S.p.A. kann zum 31. Dezember 2014 auf eine Berechnung der Sensitivitäten verzichtet werden, da der Wert zum nächstmöglichen Ausübungszeitpunkt bereits feststeht. Im Vorjahr wäre der Wert der Verkaufsoption zum nächstmöglichen Ausübungszeitpunkt bei um 10 % höheren (niedrigeren) zugrunde liegenden Parametern (Eigenkapital und kumulierte Ergebnisse vor Ertragsteuern) um 1.366 TSD. € höher (niedriger) ausgefallen. Die in Zusammenhang mit dem Erwerb der Dürr Cyplan Ltd. stehende Verbindlichkeit aus bedingten Kaufpreisraten der Stufe 3 würde sich um 46 TSD. € (Vorjahr: 112 TSD. €) erhöhen, wenn die vertraglichen Bedingungen ein Jahr früher als erwartet erfüllt würden. Des Weiteren wäre damit ein Mittelabfluss von 500 TSD. € verbunden. Würden die vertraglichen Bedingungen ein Jahr später als erwartet erfüllt, würde sich die Verbindlichkeit aus bedingten Kaufpreisraten um 56 TSD. € (Vorjahr: 105 TSD. €) verringern. Die Verkaufsoption im Zusammenhang mit dem Erwerb der Thermea Energiesysteme GmbH würde sich nicht verändern, wenn sich das geplante EBIT der Gesellschaft für die nächsten drei Jahre um 10 % erhöht (verringert). Unverändert bleibt in diesem Fall auch die Kaufoption (derzeit 0 TSD. €), da der anteilige Unternehmenswert der Thermea Energiesysteme GmbH den nach oben begrenzten Ausübungspreis durch die 10 %-Variation im EBIT nicht übersteigt. Beizulegende Zeitwerte von zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumenten Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der zu Anschaffungskosten beziehungsweise zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente entsprechen den Buchwerten (mit Ausnahme von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, die zu Anschaffungskosten bewertet werden, da deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig ermittelbar ist). 3.85 BEIZULEGENDE ZEITWERTE BILANZIERTER FINANZINSTRUMENTE scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Aktiva Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 521.957 521.957 458.513 458.513 Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen 366.308 366.308 357.129 357.129 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) gegen Dritte 479.493 479.493 318.544 318.544 Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen 5.401 5.401 21 21 Sonstige originäre Finanzinstrumente Sonstige finanzielle Vermögenswerte 52.409 52.409 65.563 65.563 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 26.082 25.313 26.350 27.355 Passiva Verbindlichkeiten aus L&L 364.538 364.538 259.969 259.969 Verbindlichkeiten aus L&L gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 456 456 3 3 Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 45.272 45.272 16.125 16.125 Anleihe 319.500 296.388 241.425 225.200 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 121.811 118.414 44.931 41.932 Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 13.332 11.735 5.028 3.924 Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 Kredite und Forderungen 1.059.260 1.059.260 842.641 842.641 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 26.082 25.313 26.350 27.355 Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 864.909 836.803 567.481 547.153 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kontokorrentkredite haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert für bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (Fair-Value-Hierarchie Stufe 1) entspricht dem Nominalwert multipliziert mit der Kursnotierung des jeweiligen Finanzinstruments. Für zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile in Höhe von 15.588 TSD. € konnten keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an elf nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Zahlungsflüsse auf eine Bewertung mittels Diskontierung von erwarteten Zahlungsflüssen verzichtet wurde. In diesem Fall wurde angenommen, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht. Aus heutiger Sicht plant Dürr nicht, die Eigenkapitalanteile zu veräußern. Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den derzeitigen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit vergleichbarem Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht derzeit - mit Ausnahme der Anleihe, des Darlehens zur Campus-Finanzierung sowie mehrerer Darlehen der HOMAG Group - kaum vom Buchwert ab. Der beizulegende Zeitwert der Anleihen (Fair-Value-Hierarchie Stufe 1) berechnet sich aus dem Nominalwert multipliziert mit der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Zum 31. Dezember 2014 notierte die Anleihe aus dem Jahr 2014 mit 106,50 0/0, was einem Marktwert von 319.500 TSD. € entspricht. Am 31. Dezember 2013 notierte die Anleihe aus dem Jahr 2010 mit 107,30 %, was einem Marktwert von 241.425 TSD. € entsprach. Die beizulegenden Zeitwerte des Campus-Darlehens (Fair-Value-Hierarchie Stufe 2) und der Darlehen der HOMAG Group (Fair-Value-Hierarchie Stufe 2) ermitteln sich aus der Abzinsung der Zahlungsströme mit den aktuellen Marktzinsen vergleichbarer Darlehen. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 3.86 NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN scroll AUS DER FOLGEBEWERTUNG Tsd. € aus Zinsen zum beizulegenden Zeitwert Währungs- umrechnung Wertberichtigung aus Abgang Nettoergebnis Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 286 - - - - 286 (2013) (112) (-) (-) (-) (-) (112) Kredite und Forderungen 7.514 - 937 -3.353 -470 4.628 (2013) (3.080) (-) (-3.272) (-587) (-35) (-814) Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 675 - - - - 675 (2013) (512) (-) (-) (-) (-) (512) Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden -318 183 - - - -135 (2013) (46) (17) (-) (-) (-) (63) Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden -23.658 - -126 - - -23.784 (2013) (-21.071) (-) (-19) (-) (-) (-21.090) 2014 -15.501 183 811 -3.353 -470 -18.330 (2013) (-17.321) (17) (-3.291) (-587) (-35) (-21.217) Aus der Bewertung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere wurden 29 TSD. € (Vorjahr: 9 TSD. €) erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Finanzwerte, die einer rechtlich durchsetzbaren Globalverrechnungsvereinbarung oder einer ähnlichen Vereinbarung unterliegen Mit Banken abgeschlossene Devisentermingeschäfte unterliegen teilweise vertraglichen Verrechnungsvereinbarungen, die es Dürr im Fall einer Insolvenz eines Kreditinstituts erlauben, bestimmte finanzielle Vermögenswerte mit bestimmten finanziellen Verbindlichkeiten zu verrechnen. 3.87 DERIVATIVE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE, DIE VERRECHNUNGSVEREINBARUNGEN, EINKLAGBAREN GLOBALVERRECHNUNGSVERTRÄGEN UND ÄHNLICHEN VEREINBARUNGEN UNTERLIEGEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Bruttobeträge finanzieller Vermögenswerte 3.099 3.037 Bruttobeträge finanzieller Verbindlichkeiten, die in der Bilanz saldiert werden - - Nettobeträge finanzieller Vermögenswerte, die in der Bilanz ausgewiesen werden 3.099 3.037 Zugehörige Beträge aus Finanzinstrumenten, die in der Bilanz nicht saldiert werden -1.842 -795 Nettobetrag 1.257 2.242 3.88 DERIVATIVE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN, DIE VERRECHNUNGSVEREINBARUNGEN, EINKLAGBAREN GLOBALVERRECHNUNGSVERTRÄGEN UND ÄHNLICHEN VEREINBARUNGEN UNTERLIEGEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Bruttobeträge finanzieller Verbindlichkeiten 15.702 1.261 Bruttobeträge finanzieller Vermögenswerte, die in der Bilanz saldiert werden - - Nettobeträge finanzieller Verbindlichkeiten, die in der Bilanz ausgewiesen werden 15.702 1.261 Zugehörige Beträge aus Finanzinstrumenten, die in der Bilanz nicht saldiert werden -1.842 -795 Nettobetrag 13.860 466 Verpfändungen Zum Bilanzstichtag waren finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 6.713 TSD. € (Vorjahr: 7.702 TSD. €) überwiegend als Sicherheit für erhaltene Anzahlungen verpfändet. Somit ergibt sich ein Nettobetrag bei den finanziellen Vermögenswerten unter Berücksichtigung der Verpfändungen und der derivativen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 1.466.748 TSD. €. 35. ERLÄUTERUNG DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG Die Kapitalflussrechnung des Konzerns zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente durch Mittelzuflüsse und -abflüsse im Geschäftsjahr 2014 verändert haben, und gibt somit Auskunft über die Mittelherkunft und Mittelverwendung. Die gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" erstellte Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, das heißt Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie eine ursprüngliche Fälligkeit von weniger als drei Monaten haben. Aufgrund gesetzlicher Kapitalverkehrsbeschränkungen in einigen asiatischen Ländern ist ein Betrag von 176.213 TSD. € (Vorjahr: 110.006 TSD. €) eingeschränkt verfügbar. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird indirekt abgeleitet. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern werden Ertragsteuerzahlungen einbezogen sowie das Zinsergebnis und nicht zahlungswirksame Größen - unter anderem die Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte, das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen und das Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen - bereinigt. Um auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit überzuleiten, werden Veränderungen von Bilanzpositionen, die aus der operativen Tätigkeit resultieren, berücksichtigt. Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen werden herausgerechnet. Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva in der Konzern-Kapitalflussrechnung stimmen daher nicht mit den Veränderungen der betreffenden Positionen in der Konzernbilanz überein. Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Abschreibungen wurden um 1.213 TSD. € (Vorjahr: 1.239 TSD. €) reduziert, da diese Abschreibungen bereits im Zinsergebnis oder Beteiligungsergebnis enthalten sind. In den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen sind -1.222 TSD. € aus der Wertberichtigung von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten enthalten. Davon entfallen 2.779 TSD. € auf die Veräußerung des Bereichs Flugzeugmontagetechnik, -4.267 TSD. € auf die Dürr Automation S.A.S. und 266 TSD. € auf die veräußerte Immobilie in den usa. Gegenläufig wirkte sich die Bewertung der Kaufpreisverpflichtungen der Dürr Systems Wolfsburg GmbH in Höhe von 183 TSD. € aus. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält Effekte in Höhe von 8.003 TSD. € aus Forfaitierungen (Vorjahr: 0 TSD. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wird zahlungsbezogen ermittelt. Er ergibt sich im Wesentlichen aus Zahlungsmittelabflüssen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte und Akquisitionen. Zuflüsse an Zahlungsmitteln entstehen durch den Abgang langfristiger Vermögenswerte sowie durch erhaltene Zinsen. Investitionen in das Anlagevermögen aus dem Abschluss oder der Verlängerung von Finanzierungs-Leasingverträgen mit simultaner Erfassung entsprechender Verbindlichkeiten werden in der Kapitalflussrechnung nicht ausgewiesen, da hiermit kein Zahlungsmittelabfluss verbunden ist. Im Geschäftsjahr 2014 hatte der Dürr-Konzern Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Abgang von sonstigen Finanzanlagewerten in Höhe von 5.427 TSD. € (Vorjahr: 2.807 TSD. €) und der Anlage in Termingeldern in Höhe von 26.593 TSD. € (Vorjahr: Zahlungsmittelabflüsse von 43.553 TSD. €). Die Zahlungsmittelabflüsse aus dem Erwerb von sonstigen Finanzanlagewerten betrugen 4.014 TSD. € (Vorjahr: 19.890 TSD. €). Die Zahlungsströme resultieren aus der Anlagestrategie zur Verbesserung des Zinsergebnisses. Im Rahmen dieser Anlagestrategie investiert Dürr freie Liquidität in höher verzinsliche Wertpapiere europäischer Emittenten. Die im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Zahlungsmittelabflüsse aus Firmenerwerben abzüglich erhaltener flüssiger Mittel in Höhe von 207.349 TSD. € (Vorjahr: 10.298 TSD. €) entfallen in Höhe von 228.053 TSD. € auf den Kauf der HOMAG Group und in Höhe von 12.322 TSD. € auf die sonstigen Akquisitionen. In der Position sind erhaltene flüssige Mittel in Höhe von 33.026 TSD. € enthalten, von denen 32.383 TSD. € auf die Akquisition der HOMAG Group und 643 TSD. € auf die sonstigen Akquisitionen entfallen. Im Vorjahr resultierten die Zahlungsmittelabflüsse aus Firmenerwerben abzüglich erhaltener flüssiger Mittel aus der bar beglichenen Verbindlichkeit gegenüber den Altgesellschaftern der Agramkow Fluid Systems A/S von 1.316 TSD. € sowie dem Erwerb der Vermögenswerte der Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH von 8.982 TSD. €. Im Geschäftsjahr 2013 waren in der Position keine erhaltenen flüssigen Mittel enthalten. Für weitere Angaben zu den Unternehmenserwerben verweisen wir auf Textziffer 18. Aus dem Verkauf des Bereichs Flugzeugmontagetechnik an die Broetje-Gruppe, der als zur Veräußerung gehalten umklassifiziert war, ergab sich ein Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 2.967 TSD. € aus angefallenen Einmalaufwendungen aufgrund der Veräußerung. Die in diesem Zusammenhang erhaltene Beteiligung in Höhe von 12.360 TSD. € wurde mit den veräußerten Vermögenswerten saldiert. Aus der Veräußerung einer bebauten Immobilie in den USA, die ebenfalls als zur Veräußerung gehalten eingestuft war, flossen Dürr 1.276 TSD. € zu. Transaktionskosten im Zusammenhang mit der Veräußerung der Dürr Automation S.A.S. in Frankreich führten zu einem Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 809 TSD. €. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird ebenfalls zahlungsbezogen ermittelt. Er enthält Dividenden und Auszahlungen an Aktionäre und Inhaber nicht beherrschender Anteile, geleistete Zinszahlungen für die Anleihe und sonstige Finanzierungstätigkeiten. Auch Tilgungen für im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen passivierten Verbindlichkeiten und weitere langfristige Darlehen werden erfasst. In der Position "Veränderung kurzfristige Bankverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten" werden unter anderem Zu- und Abflüsse aus Kontokorrentkrediten zusammengefasst. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2014 erwarb Dürr die restlichen 19,9 % der Anteile an der Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH. Der Kaufpreis für die zweite Tranche betrug 1.405 TSD. €, der Gesamtkaufpreis für 100 % der Anteile belief sich auf 10.387 TSD. €. Der Zahlungsmittelabfluss für die zweite Tranche der Anteile ist gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in der Position "Auszahlungen für Transaktionen mit Inhabern nicht beherrschender Anteile" enthalten, da die Gesellschaft bereits zuvor vollständig in den Dürr-Konzern einbezogen wurde. Bei der Thermea Energiesysteme GmbH wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1.000 TSD. € vorgenommen. Von dieser Kapitalerhöhung entfielen 500 TSD. € auf Dürr und 500 TSD. € auf Inhaber nicht beherrschender Anteile. Im Vorjahr erwarb Dürr die restlichen 45 % der Anteile an der Agramkow Fluid Systems A/S mit Sitz in Sønderborg, Dänemark, und ihrer Tochtergesellschaften Agramkow Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur, und Agramkow do Brasil Ltda., Indaiatuba, Brasilien. Der Kaufpreis für die zweite Tranche betrug 24.500 TSD. €, der Gesamtkaufpreis für 100 % der Anteile belief sich auf 32.986 TSD. €. Der Konzern verfügt über nicht genutzte Kredit- und Avallinien in Höhe von 615.590 TSD. € (Vorjahr: 303.291 TSD. €). Für nähere Informationen zur Finanzierung des Konzerns verweisen wir auf Textziffer 29. Eine Aufgliederung der Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit nach den Divisions des Dürr-Konzerns enthält Textziffer 36. Eine detaillierte wirtschaftliche Erläuterung der Kapitalflussrechnung enthält das Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung" im Lagebericht. SONSTIGE ANGABEN 36. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Die Segmentberichterstattung wurde nach IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Entsprechend der internen Berichts- und Organisationsstruktur des Konzerns werden einzelne Konzernabschlussdaten nach Divisions berichtet. Die Segmentdarstellung soll die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage einzelner Aktivitäten darstellen. Die Berichterstattung basiert auf den Divisions des Konzerns. Zum 31. Dezember 2014 bestand der Dürr-Konzern aus dem Corporate Center und fünf nach Produkt- und Leistungsspektrum differenzierten Divisions, die die weltweite Verantwortung für ihre Produkte und ihr Ergebnis tragen. Das Corporate Center umfasst im Wesentlichen die Dürr AG und die Dürr Technologies GmbH als Management-Holdings und die Dürr IT Service GmbH, die konzernweit Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie erbringt. Transaktionen zwischen den Divisions werden vollzogen, wie sie auch mit fremden Dritten durchgeführt werden (Arm's-Length-Prinzip). Division Paint and Final Assembly Systems Die Division Paint and Final Assembly Systems hieß bis zum vierten Quartal 2014 Paint and Assembly Systems. Die Umbenennung erfolgte im Zuge des Verkaufs der Aktivitäten in der Flugzeugmontagetechnik. Paint and Final Assembly Systems plant und baut schlüsselfertige Lackieranlagen und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Als Systempartner übernimmt Dürr die komplette Projektabwicklung von der Layout-Planung bis zur Inbetriebnahme. In der Lackieranlagentechnik bietet Dürr Hard- und Software-Lösungen für alle Prozessstufen. Division Application Technology Application Technology entwickelt und produziert Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag - zum Beispiel Lackierroboter, Zerstäuber und Farbversorgungen. Weitere Tätigkeitsbereiche sind die Sealing-Technik zur Versiegelung von Schweißnähten aus dem Karosserierohbau sowie die Klebetechnik für den Rohbau und die Endmontage von Fahrzeugen. Division Measuring and Process Systems Measuring and Process Systems bietet Auswucht- und Diagnosetechnik, Prüf-, Befüll- und Montagetechnik sowie industrielle Reinigungstechnik und Systeme zur Oberflächenbearbeitung. Neben der Automobilindustrie bedient die Division Branchen wie den Maschinenbau, die Elektroindustrie und die Luft- und Raumfahrttechnik. Division Clean Technology Systems Clean Technology Systems bietet Abluftreinigungstechnik und Produkte zur Steigerung der Energieeffizienz von Industrieprozessen. Die Division entwickelt und vermarktet Anlagen zur Stromgewinnung aus Wärme und Abwärme sowie weitere Technologien zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Abluftreinigungssysteme kommen unter anderem in der Chemie- und Pharmaindustrie zum Einsatz, aber auch in Branchen wie Druck, Holzbearbeitung, Carbonfaserherstellung und Automobilherstellung. Division Woodworking Machinery and Systems Zu den Kernprodukten der Division Woodworking Machinery and Systems zählen Verbund- und Leichtbauplattenanlagen, Durchlaufsägen, Kaschiersysteme für Flächen und Kanten sowie Kantenanleimmaschinen, Bearbeitungszentren und Handlingsysteme. Kunden sind die holzbearbeitende Industrie und das Handwerk. Auf den Maschinen und Anlagen produzieren die Kunden Wohn- und Büromöbel, Küchen, Parkett- und Laminatfußböden, Fenster, Türen, Treppen sowie komplette Holzsystemhäuser. Das EBIT (Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern) der fünf Divisions wird vom Management einzeln überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen, um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen sowie die Entwicklung der Segmente zu bewerten. Die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 basiert auf der internen Berichterstattung (Management Approach). Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzernübergreifend gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet. 3.89 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG scroll Tsd. € Paint and Final Assembly Systems Application Technology Measuring and Process Systems Clean Technology Systems Wood- working Machinery and Systems1 Summe Segmente Überleitung Dürr-Konzern 2014 Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 1.078.234 525.980 581.909 135.951 252.815 2.574.889 18 2.574.907 Umsatzerlöse mit anderen Divisions 7.782 11.407 9.970 2.504 - 31.663 -31.663 - Summe Umsatzerlöse 1.086.016 537.387 591.879 138.455 252.815 2.606.552 -31.645 2.574.907 EBIT 106.204 55.108 70.303 7.640 -7.866 231.389 -10.476 220.913 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen - - 1.839 - -410 1.429 - 1.429 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 141.795 36.665 83.734 3.681 49.566 315.441 -24.188 291.253 Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.074 -22.188 -7.765 -4.371 -9.630 -45.028 -179.291 -224.319 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -140.669 16.485 -70.847 -1.198 -22.483 -218.712 198.724 -19.988 Planmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -6.997 -6.723 -8.991 -1.960 -13.615 -38.286 -3.495 -41.781 Außerplanmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen - - -16 -160 -395 -571 - -571 Zuschreibungen - - 10 - 141 151 - 151 Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen -2 181 -4.000 -2 31 -3.792 2.785 -1.007 Effekte aus Restrukturierung/ belastenden Verträgen -12 -960 - - 18 -954 - -954 Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten 2.012 4.648 1.392 1.355 112.867 122.274 2.594 124.868 Zugänge zu Sachanlagen 12.899 9.580 8.416 2.531 5.658 39.084 845 39.929 Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen - - 13.520 - 11.067 24.587 - 24.587 Vermögen (zum 31.12.) 500.509 463.333 460.043 97.969 798.923 2.320.777 -5.410 2.315.367 Schulden (zum 31.12.) 725.087 294.124 205.803 50.670 304.861 1.580.545 87.904 1.668.449 Beschäftigte (zum 31.12.) 3.069 1.784 3.018 473 5.659 14.003 148 14.151 1 Werte ab Erstkonsolidierungszeitpunkt 3. Oktober 2014 inklusive der Effekte aus der Folgebewertung der im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven und Lasten scroll Tsd. € Paint and Assembly Systems Application Technology Measuring and Process Systems Clean Technology Systems Summe Segmente Überleitung Dürr-Konzern 2013 Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 1.176.896 540.018 583.629 106.323 2.406.866 7 2.406.873 Umsatzerlöse mit anderen Divisions 3.179 4.345 14.967 2.946 25.437 -25.437 - Summe Umsatzerlöse 1.180.075 544.363 598.596 109.269 2.432.303 -25.430 2.406.873 EBIT 98.316 59.629 46.324 6.057 210.326 -7.335 202.991 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen - - 1.291 -697 594 - 594 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 211.275 66.762 62.411 4.299 344.747 -15.682 329.065 Cashflow aus lnvestitionstätigkeit -8.572 -19.284 13.292 -10.738 -25.302 -86.115 -111.417 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -142.684 -34.555 -76.339 4.357 -249.221 148.318 -100.903 Planmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -5.828 -5.005 -10.830 -1.485 -23.148 -4.231 -27.379 Außerplanmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen - - - - - - - Zuschreibungen - - - - - - - Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen 5 14 -4.454 452 -3.983 -3 -3.986 Effekte aus Restrukturierung/ belastenden Verträgen -300 - 193 - -107 - -107 Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten 1.684 1.008 1.234 3.953 7.879 2.521 10.400 Zugänge zu Sachanlagen 10.557 14.955 13.162 3.469 42.143 765 42.908 Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen - - 11.699 - 11.699 - 11.699 Vermögen (zum 31.12.) 481.845 379.893 480.942 81.325 1.424.005 -22.219 1.401.786 Schulden (zum 31.12.) 647.659 239.236 212.402 42.986 1.142.283 -5.827 1.136.456 Beschäftigte (zum 31.12.) 3.075 1.546 2.967 426 8.014 128 8.142 Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen, Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen sowie die nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen und Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten betreffen das Corporate Center. 3.90 ÜBERLEITUNG VON SEGMENTWERTEN AUF DIE WERTE DES DÜRR-KONZERNS scroll Tsd. € 2014 2013 EBIT der Segmente 231.389 210.326 EBIT Corporate Center -10.826 -6.560 Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen 350 -775 EBIT des Dürr-Konzerns 220.913 202.991 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 1.429 594 Sonstiges Beteiligungsergebnis 49 36 Zinsen und ähnliche Erträge 8.686 3.788 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -26.356 -22.830 Ergebnis vor Ertragsteuern 204.721 184.579 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -54.422 -43.673 Ergebnis des Dürr-Konzerns 150.299 140.906 scroll 31.12.2014 31.12.2013 Segmentvermögen 2.320.777 1.424.005 Vermögen Corporate Center 827.764 494.913 Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -833.174 -517.132 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 521.957 458.513 Termingelder und sonstige kurzfristige Wertpapiere 34.769 61.352 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere und sonstige Ausleihungen 25.881 27.806 Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 24.587 11.699 Ertragsteuerforderungen 12.533 7.000 Aktive latente Steuern 41.030 23.687 Gesamtvermögen des Dürr-Konzerns 2.976.124 1.991.843 Segmentschulden 1.580.545 1.142.283 Schulden Corporate Center 123.330 26.405 Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -35.426 -32.232 Anleihe 296.388 225.200 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118.414 41.932 Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.735 3.924 Ertragsteuerverbindlichkeiten 29.474 30.711 Passive latente Steuern 125.896 42.246 Gesamtverbindlichkeiten des Dürr-Konzerns1 2.250.356 1.480.469 1 Konzernbilanzsumme abzüglich Summe Eigenkapital Regionale Aufteilung In der regionalen Betrachtung werden die Umsatzerlöse auf der Grundlage des Standorts des Projekts beziehungsweise des Lieferstandorts zugewiesen. Die Vermögenswerte des Konzerns werden auf der Grundlage des Standorts der jeweiligen Tochtergesellschaft zugeordnet, die diese Vermögenswerte ausweist. Sie beinhalten gemäß IFRS 8.33 alle langfristigen Vermögenswerte des Konzerns mit Ausnahme von Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen. 3.91 REGIONALE AUFTEILUNG scroll Tsd. € Deutschland Sonstige europäische Länder Nord-/ Zentralamerika Südamerika Asien/ Afrika/ Australien Dürr- Konzern 2014 Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 391.741 693.311 434.415 178.029 877.411 2.574.907 Zugänge zu Sachanlagen 24.384 7.209 4.112 1.308 2.916 39.929 Langfristige Vermögenswerte (zum 31.12.) 675.628 196.711 90.350 15.388 51.730 1.029.807 Beschäftigte (zum 31.12.) 7.749 2.180 1.134 419 2.669 14.151 scroll Tsd. € Deutschland Sonstige europäische Länder Nord-/ Zentralamerika Südamerika Asien/ Afrika/ Australien Dürr- Konzern 2013 Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 381.152 654.198 316.705 124.087 930.731 2.406.873 Zugänge zu Sachanlagen 23.116 6.720 2.770 1.187 9.115 42.908 Langfristige Vermögenswerte (zum 31.12.) 293.117 144.756 67.712 9.661 17.093 532.339 Beschäftigte (zum 31.12.) 3.749 1.361 726 335 1.971 8.142 Im Geschäftsjahr 2014 betrugen die Umsatzerlöse in China 720.277 TSD. € (Vorjahr: 760.974 TSD. €) und in den USA 289.777 TSD. € (Vorjahr: 221.680 TSD. €). Mit dem größten Kunden des Konzerns wurden im Geschäftsjahr 2014 14,7 % (Vorjahr: 13,4 %) der konsolidierten Nettoumsatzerlöse erzielt. Sie entfielen auf die Divisions Paint and Final Assembly Systems, Application Technology, Measuring and Process Systems und Clean Technology Systems. Die Anteile des zweit- und drittgrößten Kunden beliefen sich auf 7,0 % (Vorjahr: 10,7 %) und 5,2 % (Vorjahr: 5,9 %) und entfielen ebenfalls auf die Divisions Paint and Final Assembly Systems, Application Technology, Measuring and Process Systems und Clean Technology Systems. Unternehmen, von denen bekannt ist, dass sie unter einheitlicher Kontrolle stehen, werden als ein Kunde betrachtet. 37. TRANSAKTIONEN MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND PARTEIEN Nahestehende Personen umfassen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands. Einige Mitglieder des Aufsichtsrats der Dürr AG sind in hochrangigen Positionen bei anderen Unternehmen tätig. Geschäfte zwischen Dürr und diesen Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Weitere Angaben zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Dürr AG können Textziffer 42 entnommen werden. Nahestehende Parteien beinhalten die assoziierten Unternehmen, die Gemeinschaftsunternehmen sowie die nicht konsolidierten Tochterunternehmen des Dürr-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2014 bestanden zwischen Dürr und seinen nahestehenden Unternehmen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen in Höhe von 18.316 TSD. € (Vorjahr: 1.137 TSD. €). Zum 31. Dezember 2014 beliefen sich die ausstehenden Forderungen gegenüber den nahestehenden Unternehmen auf 5.457 TSD. € (Vorjahr: 21 TSD. €), die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen beliefen sich auf 7.051 TSD. € (Vorjahr: 3 TSD. €). Sowohl die Forderungen als auch die Verbindlichkeiten sind kurzfristig fällig. Der Vorstand bestätigt, dass alle oben beschriebenen Transaktionen mit nahestehenden Parteien zu Bedingungen ausgeführt wurden, wie sie dem Konzern auch von fremden Dritten gewährt worden wären. 38. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE 3.92 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Verbindlichkeiten aus Garantien, Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften 4.462 51 Gestellte Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 16.143 - Sonstige 38.670 8.444 59.275 8.495 Im Zusammenhang mit der Einbringung des Bereichs Flugzeugmontagetechnik in die Broetje-Gruppe wurden Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten gestellt und Eventualverbindlichkeiten erfasst. Die verbleibenden Eventualverbindlichkeiten betreffen überwiegend Forfaitierungen sowie anhängige Steuerverfahren in Brasilien. Dürr geht davon aus, dass aus diesen Haftungsverhältnissen keine Verbindlichkeiten und damit keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen werden. Der Konzern hat folgende Sicherheiten gewährt: 3.93 GEWÄHRTE SICHERHEITEN scroll Tsd. € 31.12.2014 Im Eigentum des Konzerns stehende Grundstücke und Gebäude 19.421 Im Eigentum des Konzerns stehende technische Anlagen und Maschinen 415 19.836 Zur Besicherung des Konsortialkreditvertrags der HOMAG Group gibt es eine Globalzession aus Forderungen aus Warenlieferungen, Dienstleistungen und Werkverträgen. Darüber hinaus sind Verpflichtungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen durch Rechte der Leasinggeber an den Leasingvermögenswerten besichert. Die Leasingvermögenswerte haben einen Buchwert von 12.013 TSD. €. 39. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN 3.94 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Künftige Mindestzahlungen für Operating-Leasingverträge 135.106 97.615 Künftige Mindestzahlungen für Finanzierungs-Leasingverträge 13.380 5.271 Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen 2.230 1.413 150.716 104.299 Darüber hinaus bestehen Bestellobligos aus Einkaufskontrakten im gewöhnlichen Geschäftsumfang. Miet- und Leasingverträge (Operating-Leasingverhältnisse) Neben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, Einrichtungen, Büroräume und Fahrzeuge. Die künftigen Mindestzahlungen bis zum ersten möglichen Kündigungstermin setzen sich wie folgt zusammen: 3.95 NOMINALWERTE DER KÜNFTIGEN MINDESTZAHLUNGEN FÜR OPERATING-LEASINGVERTRÄGE scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Innerhalb eines Jahres 26.881 18.687 Zwischen einem und fünf Jahren 56.816 41.241 Über fünf Jahre 51.409 37.687 135.106 97.615 Im Geschäftsjahr 2014 wurden Aufwendungen in Höhe von 29.387 TSD. € (Vorjahr: 23.515 TSD. €) für Operating-Leasingverhältnisse in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Finanzierungs-Leasingverhältnisse Der Konzern hat für verschiedene Sachanlagen und Software Finanzierungs-Leasingverträge abgeschlossen. Die künftigen Mindestleasingzahlungen daraus können auf die Verbindlichkeiten wie folgt übergeleitet werden: 3.96 NOMINALWERTE DER FINANZIERUNGS-LEASINGVERHÄLTNISSE scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Mindest- leasing- zahlungen In den Leasing- zahlungen enthaltene Zinsen Verbindlich- keiten aus Finanzierungs- leasing Mindest- leasing- zahlungen In den Leasing- zahlungen enthaltene Zinsen Verbindlich- keiten aus Finanzierungs- leasing Innerhalb eines Jahres 4.395 477 3.918 716 314 402 Zwischen einem und fünf Jahren 6.541 960 5.581 2.692 865 1.827 Über fünf Jahre 2.444 208 2.236 1.863 168 1.695 13.380 1.645 11.735 5.271 1.347 3.924 40. RISIKOMANAGEMENT UND DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Der Konzern betreibt Geschäfte in Ländern, in denen politische und wirtschaftliche Risiken bestehen. Im Geschäftsjahr 2014 hatten diese Risiken keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern. Dürr kann im Zuge seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Rechtsstreitigkeiten einschließlich Fragen der Produkthaftung verwickelt werden. Gegenwärtig bestehen nach Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf das Geschäft des Konzerns und seine Finanzlage keine wesentlichen Risiken dieser Art. Erwartete Prozesskosten wurden zurückgestellt. Dürr ist grundsätzlich finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Darunter fallen insbesondere Bonitätsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Die Regelungen für die konzernweite Risikopolitik sind in konzerninternen Richtlinien festgelegt. Detaillierte Informationen zum Risikomanagementsystem des Dürr-Konzerns sind im Kapitel "Risikobericht" im Lagebericht enthalten. Bonitäts- oder Ausfallrisiko Das Bonitäts- oder Ausfallrisiko ergibt sich aus der Gefahr, dass Geschäftspartner bei einem Geschäft mit einem originären oder derivativen Finanzinstrument ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können und dadurch Vermögensverluste entstehen können. Bei Neukunden werden Bonitätsanalysen getätigt. Bestandskunden werden laufend anhand ihres Zahlungsverhaltens analysiert. Zur weiteren Limitierung des Ausfallrisikos werden bei Dürr Akkreditive, Warenkreditversicherungen und Bundesdeckungen eingesetzt. 3.97 VOR AUSFALL GESICHERTE FORDERUNGEN scroll Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 Akkreditive 5.419 20.852 Warenkreditversicherungen 19.045 20.468 Bundesdeckungen 1.668 - 26.132 41.320 Des Weiteren hatte die HOMAG Group zum 31. Dezember 2014 vornehmlich im Rahmen der Absatzfinanzierung bestehende Forfaitierungen in Höhe von 25.028 TSD. €. Bei der Anlage von liquiden Mitteln, Investitionen im Rahmen des Financial Asset Managements sowie dem Bestand an derivativen finanziellen Vermögenswerten ist der Konzern Verlusten im Zusammenhang mit Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute und Unternehmen ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Dürr steuert die daraus entstehende Risikoposition durch Diversifizierung und sorgfältige Auswahl der Kontrahenten. Gegenwärtig sind keine liquiden Mittel, Investitionen des aktiven Asset Managements oder derivativen finanziellen Vermögenswerte aufgrund von Ausfällen überfällig oder wertberichtigt. Konzentration des Geschäfts auf wenige Kunden Die Entwicklung von Dürr hängt in hohem Maße von der Investitionsbereitschaft der Automobilbranche ab. Ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse wird mit einer überschaubaren Zahl von Kunden erwirtschaftet, da im weltweiten Automobilmarkt vergleichsweise wenige Hersteller aktiv sind. Ein Großteil der Forderungen des Konzerns besteht gegenüber Automobilherstellern. Diese Forderungen sind in der Regel nicht durch Bankbürgschaften oder sonstige Sicherheiten besichert. Zum 31. Dezember 2014 entfielen 51,0 % (Vorjahr: 51,9 %) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf zehn (Vorjahr: zehn) Kunden. Der ausgewiesene Gesamtbestand an Forderungen enthält Wertberichtigungen für risikobehaftete Forderungen in Höhe von 8.897 TSD. € (Vorjahr: 5.613 TSD. €). Trotz der Verteilung des Geschäfts auf verhältnismäßig wenige Kunden sieht Dürr aufgrund der Konzernstruktur seiner Kunden mit internationalen Tochterunternehmen keine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Schuldnern beziehungsweise Schuldnergruppen. Die Kundendiversifikation ist im Vergleich zu anderen Automobilzulieferern als hoch zu bewerten und wurde durch die Übernahme der HOMAG Group weiter erhöht. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, das entsteht, wenn der Konzern nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen bei Fälligkeit oder zu einem angemessenen Preis zu erfüllen. Die Liquiditätsversorgung wird durch vorhandene Finanzmittelbestände sowie dem Konzern zur Verfügung stehende Kreditlinien sichergestellt. Sie wird durch eine auf einen Planungshorizont von 18 Monaten ausgerichtete Liquiditätsplanung und eine kurzfristige Liquiditätsvorschau überwacht und gesteuert. Zudem führt der Einsatz von länderübergreifenden Cash-Pooling-Strukturen durch eine Liquiditätskonzentration zu einer verbesserten Bilanzstruktur, zu reduzierten Fremdfinanzierungsvolumina und dadurch zu einem verbesserten Finanzergebnis. Gleichzeitig ergibt sich eine erhöhte Transparenz der Liquiditätssituation. Zudem werden Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur internen Finanzierung des Mittelbedarfs anderer Konzerngesellschaften genutzt. Der syndizierte Kredit der Dürr AG mit einer Laufzeit bis zum 21. März 2019 und der syndizierte Kredit der HOMAG Group mit einer Laufzeit bis zum 16. Mai 2019 können bei Verletzung bestimmter Kennzahlen (Financial Covenants) durch das Bankenkonsortium vorzeitig gekündigt werden. Die Financial Covenants beinhalten bestimmte Zielgrößen wie Verschuldungsgrad und Mindesteigenkapital. Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Financial Covenants zu jedem Berechnungsstichtag eingehalten. Für weitere Informationen verweisen wir auf Textziffer 29. Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten (nicht diskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten. 3.98 ZINS- UND TILGUNGSZAHLUNGEN FÜR FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN scroll CASHFLOWS Tsd. € Buchwert 31.12.2014 2015 2016 2017 2018 2019 und später Originäre finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus L&L 364.538 364.030 161 49 43 255 Verbindlichkeiten aus L&L gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 456 456 - - - - Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 45.272 37.075 6.755 1 920 521 Anleihe 296.388 8.625 8.625 8.625 8.625 325.875 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 118.414 19.940 11.844 8.565 8.574 84.940 Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.735 4.393 2.210 1.438 1.485 3.853 Verpflichtungen aus Optionen 105.176 105.1761 - - - - Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 3.143 1.080 180 680 680 680 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Derivate ohne Hedge-Beziehung 2.660 2.646 14 - - - Derivate mit Hedge-Beziehung 13.042 11.099 1.943 - - - scroll CASHFLOWS Tsd. € Buchwert 31.12.2013 2014 2015 2016 2017 2018 und später Originäre finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus L&L 259.969 259.376 200 50 44 299 Verbindlichkeiten aus L&L gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 3 3 - - - - Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 16.125 14.406 124 - - 1.595 Anleihe 225.200 16.313 237.234 - - - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 41.932 3.879 3.870 3.870 3.869 40.765 Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.924 716 693 657 676 2.529 Verpflichtungen aus Optionen 16.497 238 15.735 - - 650 Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.108 500 582 - 500 1.000 Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Derivate ohne Hedge-Beziehung 149 106 43 - - - Derivate mit Hedge-Beziehung 1.112 1.037 66 - - 9 1 Die Cashflows für Verpflichtungen aus Optionen im Jahr 2015 betreffen im Wesentlichen Optionen über sich im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindliche Aktien, die im Rahmen des Erwerbs der HOMAG Group zum beizulegenden Zeitwert des zukünftigen Zahlungsmittelabflusses bewertet und als sonstige finanzielle Verbindlichkeit in Höhe von 86.482 TSD. € bilanziert wurden. Die erwarteten Cashflows wurden ebenfalls als kurzfristig vereinbart eingestuft. Die Ausübung der Optionen kann jedoch auch mit abweichender Fristigkeit erfolgen. Währungsrisiko Währungsrisiken bestehen insbesondere, wenn Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaft existieren beziehungsweise bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Risiken aus Fremdwährungen werden gesichert, soweit sie die Zahlungsflüsse des Konzerns beeinflussen. Fremdwährungsrisiken, die die Zahlungsflüsse des Konzerns nicht beeinflussen (das heißt, die Risiken, die aus der Umrechnung von Bilanzpositionen ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung Euro resultieren), bleiben hingegen grundsätzlich ungesichert. Zur Absicherung der Währungsrisiken aus dem Zahlungsmittelzufluss und -abfluss erwarteter Einkaufs- und Verkaufstransaktionen wurden Devisentermingeschäfte mit ursprünglichen Laufzeiten von bis zu 86 Monaten (Vorjahr: 82 Monate) abgeschlossen. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" Sensitivitätsanalysen, die die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch monetäre Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen Dürr Finanzinstrumente besitzt. Wesentliche originäre monetäre Finanzinstrumente, aus denen für Dürr Währungsrisiken bestehen, sind Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzerngesellschaften, die eine unterschiedliche funktionale Währung haben. Originäre Finanzinstrumente, aus denen Währungsrisiken resultieren könnten, werden in der Regel durch derivative Finanzinstrumente gesichert, die als Fair Value Hedges bilanziert werden. Hierbei wird sowohl die Veränderung des originären Finanzinstruments als auch die Wertänderung des derivativen Finanzinstruments erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Des Weiteren bestehen Währungsrisiken durch den Einsatz von Derivaten, die in eine wirksame Cashflow-Hedge-Beziehung zur Absicherung wechselkursbedingter Zahlungsschwankungen nach IAS 39 eingebunden sind. Kursänderungen der Währungen, die diesen Geschäften zugrunde liegen, haben Auswirkungen auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und auf den beizulegenden Zeitwert der Sicherungsgeschäfte. Zur Berechnung der Währungssensitivitäten wurden die für Dürr wesentlichsten Währungspaare betrachtet. Hierbei wurden eine hypothetische Auf- beziehungsweise Abwertung des Euro um 10 % zu US-Dollar, chinesischem Renminbi, britischem Pfund, dänischer Krone, polnischem Zloty, mexikanischem Peso und russischem Rubel sowie eine Auf- beziehungsweise Abwertung des US-Dollar zum mexikanischen Peso angenommen. 3.99 ERGEBNISEFFEKTE AUF GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND EIGENKAPITAL scroll 31.12.2014 31.12.2013 Tsd. € Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung Effekt auf die Sicherungs- rücklage im Eigenkapital Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung Effekt auf die Sicherungs- rücklage im Eigenkapital EUR/USD EUR +10 % 3.081 8.630 74 4.090 EUR -10 % -3.295 -10.572 -53 -4.888 EUR/CNY EUR +10 % -2.691 458 -2.668 -308 EUR -10 % 3.289 -559 3.261 372 EUR/GBP EUR +10 % 307 810 426 -316 EUR -10 % -249 -946 -493 403 EUR/DKK EUR +10 % -366 312 -451 393 EUR -10 % 458 -369 549 -461 EUR/PLN EUR +10 % 33 -115 -132 -184 EUR -10 % 201 145 163 228 EUR/MXN EUR +10 % 174 127 9 - EUR -10 % -118 -154 -10 - EUR/RUB EUR +10 % -637 - -142 - EUR -10 % 783 - 174 - USD/MXN USD +10 % 1.722 -1.779 964 5 USD -10 % -2.103 2.162 -1.178 -2 Zinsrisiko Zinsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten. Zinsschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsergebnisses sowie der Bilanzwerte der verzinslichen Vermögenswerte. Im Jahr 2014 hat die HOMAG Group AG auf Basis des im Jahr 2012 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrags Zinsswaps für bestehende Kredite in Höhe von ursprünglich 60.000 TSD. € abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2014 betrug der Nominalwert der Zinsswaps 52.500 TSD. €. Die Zahlungsstromänderungen des Grundgeschäfts, die sich aus den Veränderungen der Euribor-Rate ergeben, werden durch die Zahlungsstromänderung (Ausgleichszahlung) des Swaps ausgeglichen. Mit den Sicherungsmaßnahmen wird das Ziel verfolgt, variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in festverzinsliche Finanzverbindlichkeiten zu transformieren und damit den Zahlungsstrom aus den finanziellen Verbindlichkeiten zu sichern. Bonitätsrisiken sind nicht Teil der Sicherung. Aufgrund des steigenden Geschäftsvolumens verfügt Dürr über liquide Mittel, die zum 31. Dezember 2014 Zinssatzänderungen unterlagen. Eine hypothetische Erhöhung dieser Zinssätze um 25 Basispunkte pro Jahr hätte zu einer Erhöhung des Zinsertrags um 1.196 TSD. € (Vorjahr: 689 TSD. €) geführt. Eine hypothetische Verringerung um 25 Basispunkte pro Jahr hätte zu einer Verringerung des Zinsertrags um 1.196 TSD. € (Vorjahr: 689 TSD. €) geführt. Sonstige Preisrisiken IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung von Marktrisiken auch Angaben zu den Auswirkungen hypothetischer Änderungen von Risikovariablen auf die Preise von Finanzinstrumenten. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Zum 31. Dezember 2014 hatte Dürr keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand, weshalb sonstige Preisrisiken bei Dürr nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zur Darstellung des Preisrisikos der als Finanzinstrument der Stufe 3 berichteten Optionen und der Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten verweisen wir auf Textziffer 34. Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten Der Konzern verwendet Finanzderivate zur Minimierung der Auswirkungen von Wechselkurs- und Zinssatzänderungen auf Zahlungsströme sowie von Änderungen des Zeitwerts der Forderungen und Verbindlichkeiten. Dürr trägt für den Fall, dass die Geschäftspartner (Kreditinstitute) bei den nachfolgend beschriebenen Finanzinstrumenten ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, das Wiedereindeckungsrisiko. Alle Finanzderivate sowie die zugrunde liegenden Grundgeschäfte unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle und Bewertung im Rahmen einer Vorstandsrichtlinie. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist auf die wirtschaftliche Absicherung des operativen Geschäfts begrenzt. Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Diese Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion und die Art des abzusichernden Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermitteln wird. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während des gesamten Zeitraums, für den die Sicherungsbeziehung designiert wurde, hochwirksam waren. In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen. 3.100 UMFANG UND ZEITWERT DER FINANZINSTRUMENTE scroll NOMINALWERT POSITIVER MARKTWERT NEGATIVER MARKTWERT Tsd. € 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2014 31.12.2013 Zinsswaps in Verbindung mit Cashflow Hedges 52.500 - - - 406 - Devisenterminkontrakte 521.960 250.860 3.099 3.037 15.296 1.261 davon in Verbindung mit Cashflow Hedges 232.189 121.461 1.115 2.434 11.858 888 davon in Verbindung mit Fair Value Hedges 54.500 55.983 546 505 778 224 davon ohne Hedge-Beziehung 235.271 73.416 1.438 98 2.660 149 Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt: Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Zeitwerte der Zinssicherungskontrakte ergeben sich aus den erwarteten abgezinsten zukünftigen Zahlungsströmen, basierend auf aktuellen Marktparametern. Bilanzierung und Ausweis von derivativen Finanzinstrumenten und Hedge Accounting Währungssicherungskontrakte, die eindeutig der Absicherung zukünftiger Cashflows aus Fremdwährungstransaktionen zugeordnet werden können und die Anforderungen des IAS 39 hinsichtlich Dokumentation und Effektivität erfüllen, werden als Cashflow Hedge bilanziert. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Hedge-effektiven Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte werden bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral direkt im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion (Grundgeschäft) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten oder in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst. Im Geschäftsjahr 2014 wurde im kumulierten übrigen Eigenkapital ein unrealisiertes Ergebnis ausgewiesen. Es resultiert aus der ergebnisneutralen Buchung von Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus Devisentermingeschäften in Höhe von -7.895 TSD. € (Vorjahr: -1.074 TSD. €). Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2014 5.254 TSD. € (Vorjahr: -1.653 TSD. €) aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und dort erfolgserhöhend in den Umsatzerlösen sowie den Umsatzkosten ausgewiesen. Die im Geschäftsjahr 2015 erwarteten Ergebnisauswirkungen (vor Steuern) aus den zum Bilanzstichtag im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfassten Werten betragen -6.128 TSD. €. In den Geschäftsjahren 2016 und 2017 werden kumulierte Ergebnisauswirkungen von -268 TSD. € erwartet. Aus derivativen Finanzinstrumenten, die als Fair Value Hedges klassifiziert waren, wurde ein Aufwand von 527 TSD. € (Vorjahr: Aufwand von 434 TSD. €) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aus der Stichtagsbewertung der gesicherten Grundgeschäfte resultierte ein Ertrag in etwa gleicher Größenordnung. In den Geschäftsjahren 2014 und 2013 ergaben sich außer dem oben beschriebenen Effekt keine weiteren wesentlichen Ergebniseffekte aufgrund von Ineffektivitäten. Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte aller derivativen Finanzinstrumente, die nicht die Anforderungen an ein Hedge Accounting gemäß IAS 39 erfüllen, werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 41. ZUSÄTZLICHE OFFENLEGUNGSERFORDERNISSE Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Offenlegung der Jahresabschlüsse der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet: ― Dürr Systems GmbH, Stuttgart ― Dürr International GmbH, Stuttgart ― Dürr Somac GmbH, Stollberg ― Carl Schenck AG, Darmstadt ― Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt ― Schenck RoTec GmbH, Darmstadt ― Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt ― Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen ― Dürr IT Service GmbH, Stuttgart ― Dürr Systems Wolfsburg GmbH, Wolfsburg Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Aufstellung und Prüfung des Anhangs und des Lageberichts der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet: ― Carl Schenck AG, Darmstadt ― Dürr Somac GmbH, Stollberg ― Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen ― Dürr International GmbH, Stuttgart ― Dürr IT Service GmbH, Stuttgart ― Dürr Systems Wolfsburg GmbH, Wolfsburg 42. WEITERE ANGABEN Deutscher Corporate Governance Kodex/ Erklärung nach § 161 AktG Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung haben Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG am 10. Dezember 2014 in Bietigheim-Bissingen abgegeben und den Aktionären durch die Veröffentlichung im Internet zugänglich gemacht. Zu weiteren Angaben verweisen wir auf den Konzernlagebericht. Beschäftigtenzahl Die Anzahl der Mitarbeiter im Dürr-Konzern stellte sich zum 31. Dezember 2014 und im Jahresdurchschnitt für das Geschäftsjahr 2014 wie folgt dar: 3.101 BESCHÄFTIGTE ZUM STICHTAG scroll 31.12.2014 31.12.2013 Gewerbliche Mitarbeiter 6.374 3.300 Angestellte 6.919 4.455 Mitarbeiter ohne Praktikanten/Auszubildende/Übrige 13.293 7.755 Praktikanten/Auszubildende/Übrige 858 387 Mitarbeiter gesamt 14.151 8.142 3.102 BESCHÄFTIGTE IM JAHRESDURCHSCHNITT scroll 2014 2013 Gewerbliche Mitarbeiter 4.093 3.167 Angestellte 5.145 4.408 Mitarbeiter ohne Praktikanten/Auszubildende/Übrige 9.238 7.575 Praktikanten/Auszubildende/Übrige 556 398 Mitarbeiter gesamt 9.794 7.973 Honorarvolumen des Konzernabschlussprüfers Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers teilt sich wie folgt auf: 3.103 HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS scroll Tsd. € 2014 2013 Abschlussprüfung 1.449 833 Sonstige Bestätigungsleistungen 106 29 Steuerberatungsleistungen 168 30 Sonstige Leistungen 5 9 1.728 901 In den Honorarangaben sind Aufwendungen für die Prüfung und Steuerberatungsleistungen der HOMAG Group, die auf den Konzernabschlussprüfer entfallen, in Höhe von 755 TSD. € enthalten. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Am 14. Januar 2015 veräußerte Dürr die Dürr Automation S.A.S. (Frankreich). Käufer war die Automation Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Quantum International Partners GmbH. Die verkauften Aktivitäten waren Teil des bei Measuring and Process Systems angesiedelten Geschäfts mit industrieller Reinigungstechnik und gehörten nicht mehr zum Kerngeschäft. Am 5. März 2015 hat die außerordentliche Hauptversammlung der HOMAG Group AG dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der HOMAG Group AG und der Dürr Technologies GmbH zugestimmt. Der Vertrag wurde am 17. März 2015 im Handelsregister eingetragen und ist seitdem wirksam. Freigabe und Veröffentlichung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2014 Der vom Vorstand zum 31. Dezember 2014 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Dürr AG wurden in der Vorstandssitzung am 19. März 2015 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben und werden voraussichtlich am 31. März 2015 mit dem Geschäftsbericht 2014 veröffentlicht. MITGLIEDER DES VORSTANDS RALF W. DIETER Vorsitzender • Unternehmenskommunikation, Personal (Arbeitsdirektor), Forschung & Entwicklung, Qualitätsmanagement, Interne Revision, Corporate Compliance • Division Paint and Final Assembly Systems • Division Application Technology • Division Measuring and Process Systems ■ Carl Schenck AG, Darmstadt (Vorsitzender) ■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart (Vorsitzender) ■ HOMAG Group AG, Schopfloch (seit 13.10.2014, Vorsitzender) ■ Körber AG, Hamburg ■ Schuler AG, Göppingen □ Andritz AG, Graz, Österreich (seit 21.03.2014) □ Dürr Paintshop Systems Engineering (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai, V. R. China (Supervisor) RALPH HEUWING • Finanzen/Controlling, Investor Relations, Risikomanagement, Recht/Patente, Informationstechnologie, Global Sourcing • Division Clean Technology Systems • Division Woodworking Machinery and Systems • Dürr Consulting ■ Carl Schenck AG, Darmstadt ■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart (bis 27.10.2014) ■ MCH Management Capital Holding AG, München □ Dürr India Pvt. Ltd., Chennai, Indien • Ressortverteilung der Vorstandsmitglieder ■ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten □ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien * Konzernmandat 3.104 VORSTANDSVERGÜTUNG: GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN scroll RALF W. DIETER VORSTANDSVORSITZENDER € 2013 2014 2014 (Min) 2014 (Max) Grundvergütung (Festvergütung) 600.000,00 700.000,00 700.000,00 700.000,00 Sonstige Vergütungen1 (Nebenleistungen) 47.153,18 26.103,31 26.103,31 26.103,31 Summe 647.153,18 726.103,31 726.103,31 726.103,31 Einjährige variable Vergütung (einschließlich Short Term Incentive - STI) 1.000.000,00 1.200.000,00 - 1.200.000,00 Mehrjährige variable Vergütung (einschließlich Long Term Incentive - LTI) 1.400.000,00 1.300.000,00 - 1.300.000,00 LTI-Tranche 2011-2013 500.000,00 - - - LTI-Tranche 2012-2014 500.000,00 500.000,00 - 500.000,00 LTI-Tranche 2013-2015 400.000,00 400.000,00 - 400.000,00 LTI-Tranche 2014-2016 - 400.000,00 - 400.000,00 Sonstige variable Vergütung - - - 350.000,00 Summe 3.047.153,18 3.226.103,31 726.103,31 3.576.103,31 Versorgungsaufwand2 160.000,00 170.000,00 170.000,00 170.000,00 Gesamtvergütung 3.207.153,18 3.396.103,31 896.103,31 3.746.103,31 scroll RALPH HEUWING FINANZVORSTAND RALPH HEUWING FINANZVORSTAND € 2013 2014 2014 (Min) 2014 (Max) Grundvergütung (Festvergütung) 500.000,00 575.000,00 575.000,00 575.000,00 Sonstige Vergütungen1 (Nebenleistungen) 26.784,54 28.022,62 28.022,62 28.022,62 Summe 526.784,54 603.022,62 603.022,62 603.022,62 Einjährige variable Vergütung (einschließlich Short Term Incentive - STI) 900.000,00 1.100.000,00 - 1.100.000,00 Mehrjährige variable Vergütung (einschließlich Long Term Incentive - LTI) 1.400.000,00 1.300.000,00 - 1.300.000,00 LTI-Tranche 2011-2013 500.000,00 - - - LTI-Tranche 2012-2014 500.000,00 500.000,00 - 500.000,00 LTI-Tranche 2013-2015 400.000,00 400.000,00 - 400.000,00 LTI-Tranche 2014-2016 - 400.000,00 - 400.000,00 Sonstige variable Vergütung - - - 300.000,00 Summe 2.826.784,54 3.003.022,62 603.022,62 3.303.022,62 Versorgungsaufwand2 140.000,00 147.500,00 147.500,00 147.500,00 Gesamtvergütung 2.966.784,54 3.150.522,62 750.522,62 3.450.522,62 1 Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc. 2 Im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen Die Grundvergütung von Herrn Heuwing, der zum 1. Dezember 2014 den Vorstandsvorsitz der HOMAG Group AG übernommen hat, tragen die Dürr AG und die HOMAG Group AG seit diesem Zeitpunkt zu jeweils 50 %. 3.105 VORSTANDSVERGÜTUNG: ZUFLUSS scroll RALF W. DIETER VORSTANDSVORSITZENDER RALPH HEUWING FINANZVORSTAND € 2013 2014 2013 2014 Grundvergütung (Festvergütung) 600.000,00 700.000,00 500.000,00 575.000,00 Sonstige Vergütungen1 (Nebenleistungen) 47.153,18 26.103,31 26.784,54 28.022,62 Summe 647.153,18 726.103,31 526.784,54 603.022,62 Einjährige variable Vergütung 1.000.000,00 1.000.000,00 900.000,00 900.000,00 Mehrjährige variable Vergütung 1.325.000,00 1.200.000,00 1.350.000,00 1.240.000,00 LTI-Tranche 2010-2012 1.500.000,00 - 1.500.000,00 - LTI-Tranche 2011-2013 - 1.500.000,00 - 1.500.000,00 Sonstiges2 -175.000,00 -300.000,00 -150.000,00 -260.000,00 Summe 2.972.153,18 2.926.103,31 2.776.784,54 2.743.022,62 Versorgungsaufwand3 160.000,00 170.000,00 140.000,00 147.500,00 Gesamtvergütung 3.132.153,18 3.096.103,31 2.916.784,54 2.890.522,62 1 Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc. 2 In den Vorjahren erfolgte Abschlagszahlungen 3 Im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen Als Zahlung aus der zweiten LTI-Tranche (Laufzeit 2011 bis 2013) erhielt der Vorstand insgesamt 3.000 TSD. €. Davon wurden 2.440 TSD. € nach der Hauptversammlung 2014 ausbezahlt. 560 TSD. € waren bereits im Jahr 2012 als Abschlagszahlung gewährt worden. Im Vorjahr wurden dem Vorstand 2.675 TSD. € aus der ersten LTI-Tranche (Laufzeit 2010 bis 2012) nach der Hauptversammlung 2013 ausbezahlt. Auf die seit dem Jahr 2012 aufgelegten LTI-Tranchen wurden keine Abschlagszahlungen geleistet. Im Dezember 2014 erhielt der Vorstand eine Abschlagszahlung auf die kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr in Höhe von 1.500 TSD. € (Vorjahr: 1.500 TSD. €). Die Bewertung der langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung (LTI) basiert auf dem erwarteten Aktienkurs am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit sowie einer durchschnittlichen Ergebnisgröße im Zeitraum des Programms. Der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Aktienkurs beruht auf historischen Kursen. Die verwendete durchschnittliche Ergebnisgröße basiert auf unternehmensinternen Planungen. Die tatsächlich eintretenden Aktienkurse und Ergebnisgrößen können von den getroffenen Annahmen abweichen. Dies kann dazu führen, dass die endgültigen Zahlungen aus den jeweiligen LTI-Tranchen die passivierten Beträge über- oder unterschreiten. Für nähere Informationen zur anteilsbasierten Vergütung verweisen wir auf Textziffer 33. An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2014 Pensionsbezüge in Höhe von 948 TSD. € (Vorjahr: 926 TSD. €) bezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betrugen zum 31. Dezember 2014 3.188 TSD. € (Vorjahr: 4.009 TSD. €). MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS KLAUS EBERHARDT1 ,4 ,5 Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG, Düsseldorf Vorsitzender ■ ElringKlinger AG, Dettingen/Erms ■ KSPG AG, Neckarsulm (bis 31.12.2014, Vorsitzender) ■ MTU Aero Engines AG, München (Vorsitzender) HAYO RAICH1 ,3 ,4 Freigestellter Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen Stv. Vorsitzender ■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart (Stv. Vorsitzender) PROF. DR. NORBERT LOOS1 ,2 ,4 ,5 Geschäftsführender Gesellschafter der Loos Beteiligungs-GmbH, Stuttgart Weiterer Stv. Vorsitzender (bis 30.04.2014) ■ BHS tabletop AG, Selb (Vorsitzender) ■ Hans R. Schmid Holding AG, Offenburg (Vorsitzender) ■ LTS Lohmann Therapie-Systeme AG, Andernach (Vorsitzender) KARL-HEINZ STREIBICH1 ,4 ,5 Vorsitzender des Vorstands der Software AG, Darmstadt Weiterer Stv. Vorsitzender seit 30.04.2014 ■ Deutsche Telekom AG, Bonn ■ Deutsche Messe AG, Hannover ■ Mann+Hummel GmbH, Ludwigsburg (bis 01.04.2014) ■ Mann+Hummel Holding GmbH, Ludwigsburg (bis 01.04.2014) STEFAN ALBERT3 ,4 Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Schenck RoTec GmbH, Darmstadt ■ Betriebspensionskasse der Firma Carl Schenck AG VVaG, Darmstadt MIRKO BECKER2 ,3 Freigestelltes Mitglied des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart Freigestellter Betriebsrat der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen PROF. DR. ALEXANDRA DÜRR2 ,5 Professorin für medizinische Genetik an der Universität Pierre et Marie Curie (UPMC) und Oberärztin im Département de Génétique, Groupe Hospitalier Pitié-Salpêtrière, Paris, Frankreich PROF. DR.-ING. HOLGER HANSELKA Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Karlsruhe (seit 30.04.2014) ■ Harmonic Drive AG, Limburg an der Lahn ■ MAFA-Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH, Aalen THOMAS HOHMANN3 Personalleiter der Dürr Systems GmbH, Stuttgart GUIDO LESCH1 ,3 Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle, Völklingen ■ Saarschmiede GmbH Freiformschmiede, Völklingen (Stv. Vorsitzender) DR. HERBERT MÜLLER2 Rechtsanwalt DR. MARTIN SCHWARZ-KOCHER2 ,3 Geschäftsführer der IMU Institut GmbH, Stuttgart PROF. DR.-ING. DR.-ING. E.H. KLAUS WUCHERER Geschäftsführer der Dr. Klaus Wucherer Innovations- und Technologieberatung GmbH, Erlangen ■ Festo AG & Co. KG, Esslingen (Vorsitzender) ■ Heitec AG, Erlangen (Stv. Vorsitzender) ■ Leoni AG, Nürnberg (Stv. Vorsitzender) ■ SAP SE, Walldorf 1 Mitglied Präsidium und Personalausschuss 2 Mitglied Prüfungsausschuss 3 Vertreter der Arbeitnehmer 4 Mitglied Vermittlungsausschuss 5 Mitglied Nominierungsausschuss ■ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Die individuellen Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr 2014 teilen sich nach Bestandteilen wie folgt auf: 3.106 AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG 2014 scroll € Grundvergütung Vergütung Ausschuss- mitgliedschaft Sitzungsgeld3 Variable Vergütung Gesamt Dr.-Ing. E.h. Heinz Dürr, Vorsitzender (bis 26. April 2013) - - - - - (2013) (20.000,00) (6.250,00) (3.000,00) (35.000,00) (64.250,00) Klaus Eberhardt, Vorsitzender 60.000,00 11.250,00 9.000,00 105.000,00 185.250,00 (2013) (46.666,67) (5.000,00) (6.000,00) (81.666,67) (139.333,34) Hayo Raich 1, 2 , Stellvertretender Vorsitzender 33.000,00 5.000,00 9.900,00 52.500,00 100.400,00 (2013) (33.000,00) (5.000,00) (5.900,00) (52.500,00) (96.400,00) Prof. Dr. Norbert Loos, Stellvertretender Vorsitzender (bis 30. April 2014) 10.000,00 10.166,67 4.000,00 17.500,00 41.666,67 (2013) (30.000,00) (25.500,00) (10.000,00) (52.500,00) (118.000,00) Karl-Heinz Streibich, Stellvertretender Vorsitzender seit 30. April 2014 26.666,67 3.333,33 6.000,00 46.666,67 82.666,67 (2013) (20.000,00) (-) (6.000,00) (35.000,00) (61.000,00) Stefan Albert2 20.000,00 - 7.000,00 35.000,00 62.000,00 (2013) (20.000,00) (-) (6.000,00) (35.000,00) (61.000,00) Mirko Becker2 20.000,00 9.000,00 10.000,00 35.000,00 74.000,00 (2013) (20.000,00) (9.000,00) (9.000,00) (35.000,00) (73.000,00) Prof. Dr. Alexandra Dürr 20.000,00 11.500,00 10.000,00 35.000,00 76.500,00 (2013) (20.000,00) (11.500,00) (9.000,00) (35.000,00) (75.500,00) Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (seit 30. April 2014) 13.333,33 - 4.000,00 23.333,33 40.666,66 (2013) (-) (-) (-) (-) (-) Thomas Hohmann 20.000,00 - 7.000,00 35.000,00 62.000,00 (2013) (20.000,00) (-) (6.000,00) (35.000,00) (61.000,00) Guido Lesch 2 20.000,00 5.000,00 9.000,00 35.000,00 69.000,00 (2013) (20.000,00) (5.000,00) (7.000,00) (35.000,00) (67.000,00) Dr. Herbert Müller 20.000,00 12.000,00 9.000,00 35.000,00 76.000,00 (2013) (13.333,33) (-) (4.000,00) (23.333,33) (40.666,66) Dr. Martin Schwarz-Kocher2 20.000,00 9.000,00 9.000,00 35.000,00 73.000,00 (2013) (20.000,00) (9.000,00) (9.000,00) (35.000,00) (73.000,00) Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer 20.000,00 - 6.000,00 35.000,00 61.000,00 (2013) (20.000,00) (-) (6.000,00) (35.000,00) (61.000,00) Gesamt 303.000,00 76.250,00 99.900,00 525.000,00 1.004.150,00 (2013) (303.000,00) (76.250,00) (86.900,00) (525.000,00) (991.150,00) * Arbeitnehmervertreter 1 ebenfalls im Aufsichtsrat der Dürr Systems GmbH 2 Diese Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen. 3 für Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen 43. ENTWICKLUNG DER LANGFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE 3.107 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE scroll Tsd. € Geschäfts- oder Firmenwerte Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Aktivierte Entwicklungs- kosten Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte Dürr- Konzern Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2013 288.159 88.057 31.216 137 407.569 Währungsdifferenz -2.446 -704 -30 -1 -3.181 Änderungen Konsolidierungskreis - 3.327 - 8 3.335 Zugänge 2.077 4.873 3.446 4 10.400 Abgänge - -4.705 -9.546 - -14.251 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -819 -4.185 -549 - -5.553 Umgliederungen - -401 447 -46 - Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2013 286.971 86.262 24.984 102 398.319 Währungsdifferenz 5.850 1.254 55 -72 7.087 Änderungen Konsolidierungskreis - 151.189 18.373 20.849 190.411 Zugänge 109.892 6.471 4.133 4.372 124.868 Abgänge - -2.367 -623 -413 -3.403 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -5.402 -145 -620 - -6.167 Umgliederungen - 426 707 -1.061 72 Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2014 397.311 243.090 47.009 23.777 711.187 Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2013 - 61.848 19.448 - 81.296 Währungsdifferenz - -516 -29 - -545 Zugänge planmäßiger Abschreibungen - 8.350 3.901 - 12.251 Abgänge - -2.895 -9.538 - -12.433 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten - -3.860 -424 - -4.284 Umgliederungen - -301 301 - - Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2013 - 62.626 13.659 - 76.285 Währungsdifferenz - 708 49 - 757 Zugänge planmäßiger Abschreibungen - 14.598 4.328 - 18.926 Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen - - 395 - 395 Abgänge - -1.927 -403 - -2.330 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten - -116 -586 - -702 Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2014 - 75.889 17.442 - 93.331 Restbuchwerte zum 31. Dezember 2014 397.311 167.201 29.567 23.777 617.856 Restbuchwerte zum 31. Dezember 2013 286.971 23.636 11.325 102 322.034 Restbuchwerte zum 1. Januar 2013 288.159 26.209 11.768 137 326.273 3.108 SACHANLAGEN scroll Tsd. € Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Dürr- Konzern Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2013 181.038 42.796 35.419 75.583 5.194 340.030 Währungsdifferenz -1.962 - -853 -1.782 -61 -4.658 Änderungen Konsolidierungskreis 3.418 - 180 218 - 3.816 Zugänge 15.759 243 4.232 17.019 5.655 42.908 Abgänge -1.467 -80 -1.752 -6.042 - -9.341 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -18.584 - -3.457 -1.373 - -23.414 Umgliederungen 4.150 -584 377 900 -4.843 - Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2013 182.352 42.375 34.146 84.523 5.945 349.341 Währungsdifferenz 2.908 - 1.285 2.379 276 6.848 Änderungen Konsolidierungskreis 130.242 - 18.085 22.968 1.365 172.660 Zugänge 13.572 518 5.353 16.618 3.868 39.929 Abgänge -1.621 -48 -768 -5.075 -217 -7.729 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -5.365 - -866 -708 - -6.939 Umgliederungen 3.288 - 1.200 1.064 -5.749 -197 Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2014 325.376 42.845 58.435 121.769 5.488 553.913 Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2013 63.902 19.618 24.731 56.290 164.541 Währungsdifferenz -793 - -494 -1.212 - -2.499 Zugänge planmäßiger Abschreibungen 5.062 887 2.116 7.063 - 15.128 Abgänge -1.337 -76 -851 -5.909 - -8.173 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -11.613 - -3.081 -1.056 - -15.750 Umgliederungen 405 -299 -62 -44 - - Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2013 55.626 20.130 22.359 55.132 - 153.247 Währungsdifferenz 1.119 - 869 1.707 - 3.695 Zugänge planmäßiger Abschreibungen 7.122 1.154 3.419 11.160 - 22.855 Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen - - 16 - 160 176 Zuschreibungen - - - -141 - -141 Abgänge -850 -40 -650 -4.140 - -5.680 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -3.352 - -120 -315 - -3.787 Umgliederungen 834 - -823 -136 - -125 Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2014 60.499 21.244 25.070 63.267 160 170.240 Restbuchwerte zum 31. Dezember 2014 264.877 21.601 33.365 58.502 5.328 383.673 Restbuchwerte zum 31. Dezember 2013 126.726 22.245 11.787 29.391 5.945 196.094 Restbuchwerte zum 1. Januar 2013 117.136 23.178 10.688 19.293 5.194 175.489 3.109 FINANZANLAGEN scroll Tsd. € Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen Sonstige Beteiligungen Wertpapiere des Anlagevermögens Sonstige Ausleihungen Dürr- Konzern Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2013 13.419 2.382 11.496 602 27.899 Währungsdifferenz -2.709 - - - -2.709 Änderungen Konsolidierungskreis -51 - - - -51 Zugänge 1.639 100 19.899 - 21.638 Abgänge -147 - -2.990 - -3.137 Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2013 12.151 2.482 28.405 602 43.640 Währungsdifferenz 192 -8 - -4 180 Änderungen Konsolidierungskreis 11.308 472 - 217 11.997 Zugänge 2.188 12.660 4.043 3 18.894 Abgänge -418 - -5.863 -109 -6.390 Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2014 25.421 15.606 26.585 709 68.321 Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2013 - 26 241 - 267 Zugänge Abschreibungen - - 636 - 636 Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen 452 - - 151 603 Abgänge - - -183 - -183 Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2013 452 26 694 151 1.323 Währungsdifferenz 33 -8 - - 25 Zugänge Abschreibungen - - 629 - 629 Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen 349 - - - 349 Zuschreibungen - - - -10 -10 Abgänge - - -436 - -436 Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2014 834 18 887 141 1.880 Restbuchwerte zum 31. Dezember 2014 24.587 15.588 25.698 568 66.441 Restbuchwerte zum 31. Dezember 2013 11.699 2.456 27.711 451 42.317 Restbuchwerte zum 1. Januar 2013 13.419 2.356 11.255 602 27.632 44. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM KONZERNABSCHLUSS 3.110 AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM KONZERNABSCHLUSS scroll Name und Sitz Anteil am Kapital in % A. Vollkonsolidierte Tochterunternehmen Deutschland Benz GmbH Werkzeugsysteme, Haslach im Kinzigtal 51,0 Brandt Kantentechnik GmbH, Lemgo1 100,0 Carl Schenck AG, Darmstadt 100,0 Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen1 100,0 Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt1 100,0 Dürr International GmbH, Stuttgart1 100,0 Dürr IT Service GmbH, Stuttgart1 100,0 Dürr Parata GmbH, Stuttgart 100,0 Dürr Somac GmbH, Stollberg1 100,0 Dürr Systems GmbH, Stuttgart1 100,0 Dürr Systems Karlstein GmbH, Karlstein am Main 100,0 Dürr Systems Wolfsburg GmbH, Wolfsburg1 100,0 Dürr Technologies GmbH, Stuttgart 100,0 Friz Kaschiertechnik GmbH, Weinsberg 100,0 Holzma Plattenaufteiltechnik GmbH, Calw1 100,0 Homag Automation GmbH, Lichtenberg im Erzgebirge1 100,0 Homag eSolution GmbH, Schopfloch 51,0 Homag Finance GmbH, Schopfloch 100,0 Homag Group AG, Schopfloch 55,9 Homag GUS GmbH, Schopfloch1 100,0 Homag Holzbearbeitungssysteme GmbH, Schopfloch1 100,0 Homag Vertrieb & Service GmbH, Schopfloch 100,0 Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH, Goldkronach 100,0 Schenck RoTec GmbH, Darmstadt1 100,0 Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt1 100,0 Schuler Consulting GmbH, Pfalzgrafenweiler 100,0 Thermea Energiesysteme GmbH, Ottendorf-Okrilla 30,0 Torwegge Holzbearbeitungsmaschinen GmbH, Löhne 100,0 Weeke Bohrsysteme GmbH, Herzebrock-Clarholz 100,0 Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH, St. Johann-Lonsingen 75,9 Andere EU-Länder Agramkow Fluid Systems A/S, Sønderborg/Dänemark 100,0 Carl Schenck Denmark ApS, Sønderborg/Dänemark 100,0 Carl Schenck Machines en Installaties B.V., Rotterdam/Niederlande 100,0 CPM S.p.A., Beinasco/Italien 51,0 Datatechnic S.A.S., Uxegney/Frankreich 100,0 Dürr Anlagenbau Ges. m.b.H., Zistersdorf/Österreich 100,0 Dürr Cleaning France S.A.S., Loué/Frankreich 100,0 Dürr Cyplan Ltd., Aldermaston/Großbritannien 50,0 Dürr Automation S.A.S., Loué/Frankreich 100,0 Dürr Ecoclean spol. s r.o., Oslavany/Tschechische Republik 100,0 Dürr Ltd., Warwick/Großbritannien 100,0 Dürr Poland Sp. z o.o., Radom/Polen 100,0 Dürr Systems Czech Republic a.s., Ledeč nad Sázavou /Tschechische Republik 100,0 Dürr Systems S.A.S., Guyancourt/Frankreich 100,0 Dürr Systems spol. s r.o., Bratislava/Slowakei 100,0 Dürr Systems Spain S.A., San Sebastián/Spanien 100,0 Holzma Plattenaufteiltechnik S.A. Unipersonal, L'Ametlla del Vallés/Spanien 100,0 Homag Austria Gesellschaft mbH, Oberhofen am Irrsee/Österreich 100,0 Homag Danmark A/S, Galten/Dänemark 100,0 Homag España Maquinaria S.A., Llinars del Vallés (Barcelona) / Spanien 100,0 Homag France S.A.S., Schiltigheim/Frankreich 100,0 Homag Italia S.p.A., Giussano/Italien 100,0 Homag Machinery Środa Sp. z o.o., Środa Wielkopolska / Polen 100,0 Homag Polska Sp. z o.o., Środa Wielkopolska/Polen 100,0 Homag U.K. Ltd., Castle Donington/Großbritannien 100,0 Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate/Italien 65,0 Schenck Italia S.r.l., Paderno Dugnano/Italien 100,0 Schenck Ltd., Warwick/Großbritannien 100,0 Schenck S.A.S., Jouy-le-Moutier/Frankreich 100,0 Stimas Engineering S.r.l., Turin/Italien 51,0 Verind S.p.A., Rodano/Italien 50,0 Sonstige europäische Länder CPM Automation d.o.o. Beograd, Belgrad/Serbien 100,0 Dürr Systems Makine Mühendislik Proje Ithalat ve Ihracat Ltd. Sirketi, Istanbul/Türkei 100,0 Homag (Schweiz) AG, Höri/Schweiz 100,0 OOO "Homag Russland", Moskau/Russland 100,0 OOO Dürr Systems RUS, Moskau/Russland 100,0 Schenck Industrie-Beteiligungen AG, Glarus/Schweiz 100,0 UCM AG, Rheineck/Schweiz 100,0 Nordamerika/Zentralamerika Benz Incorporated, Charlotte, North Carolina/USA 100,0 Dürr de México, S.A. de C.V., Querétaro/Mexiko 100,0 Dürr Ecoclean Inc., Auburn Hills, Michigan/USA 100,0 Dürr Inc., Plymouth, Michigan/USA 100,0 Dürr Systems Canada Corp., Windsor, Ontario/Kanada 100,0 Dürr Systems Inc., Plymouth, Michigan/USA 100,0 Homag Canada Inc., Mississauga, Ontario/Kanada 100,0 Homag US, Inc., Grand Rapids, Michigan/USA 100,0 Howard S. Twichell Company, Inc., Coppell, Texas/USA 100,0 Schenck Corporation, Deer Park, New York/USA 100,0 Schenck RoTec Corporation, Auburn Hills, Michigan/USA 100,0 Schenck Trebel Corporation, Deer Park, New York/USA 100,0 Stiles Machinery Inc., Grand Rapids, Michigan/USA 100,0 Weeke North America, Inc., Grand Rapids, Michigan/USA 100,0 Südamerika Agramkow do Brasil Ltda., Indaiatuba/Brasilien 100,0 Dürr Brasil Ltda., São Paulo/Brasilien 100,0 Homag Machinery (São Paulo) Maquinas Especiais para Madeira Ltda., Taboão da Serra/Brasilien 100,0 Homag South America Ltda., Taboão da Serra/Brasilien 100,0 Irigoyen 330 S.A., Cap. Fed. Buenos Aires/Argentinien2 100,0 Afrika/Asien/Australien Agramkow Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur/Singapur 100,0 Dürr (Thailand) Co., Ltd., Bangkok/Thailand 100,0 Dürr Africa (Pty.) Ltd., Port Elizabeth/Südafrika 100,0 Dürr India Private Ltd., Chennai/Indien 100,0 Dürr Japan K.K., Yokohama/Japan 100,0 Dürr Korea Inc., Seoul/Südkorea 100,0 Dürr Paintshop Systems Engineering (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai/V. R. China 100,0 Durr Systems (Malaysia) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur/Malaysia 100,0 Dürr Systems Maroc sarl au, Tanger/Marokko 100,0 HA (Thailand) Co. Ltd., Bangkok/Thailand 100,0 HA Malaysia Sdn. Bhd., Puchong/Malaysia 100,0 Homag Asia (PTE) Ltd., Singapur/Singapur 100,0 Homag Australia Pty. Ltd., Sydney/Australien 100,0 Homag India Private Ltd., Bangalore/Indien 99,9 Homag Japan Co. Ltd., Higashiosaka/Japan 100,0 Homag Korea Co. Ltd., Bucheon City/Südkorea 54,6 Homag Machinery (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai/V. R. China 81,3 Homag Machinery Bangalore Pvt. Ltd., Bangalore/Indien 100,0 Homag New Zealand Ltd., Auckland/Neuseeland 100,0 PT Durr Systems Indonesia, Jakarta/Indonesien 100,0 Schenck RoTec India Limited, Noida/Indien 100,0 Schenck Shanghai Machinery Corporation Ltd., Schanghai/V. R. China 100,0 B. Nicht konsolidierte Tochterunternehmen Futura GmbH, Schopfloch 100,0 Homag India GmbH, Schopfloch 100,0 Hüllhorst GmbH, Barntrup2 100,0 Unterstützungseinrichtung der Carl Schenck AG, Darmstadt, GmbH, Darmstadt 100,0 Homag Group Trading SEE EOOD, Plovdiv/Bulgarien 100,0 Homag Equipment Machinery Trading LLC, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 80,03 OOO "FAYZ-Homag GUS", Taschkent/Usbekistan2 33,0 C. At equity bilanzierte Beteiligungen LaTherm GmbH, Dortmund2 28,0 Prime Contractor Consortium FAL China, Stuttgart 50,0 Homag China Golden Field Ltd., Hongkong/V. R. China 25,0 Nagahama Seisakusho Ltd., Osaka/Japan 50,0 Shanghai Shenlian Testing Machine Works Co., Ltd., Schanghai/V. R. China 49,0 D. Sonstige Beteiligungen Fludicon GmbH, Darmstadt 0,6 Tec4Aero GmbH, Wiefelstede 11,0 HeatMatrix Group BV, Utrecht/Niederlande 14,9 Parker Engineering Co., Ltd., Tokio/Japan 10,0 * Beteiligung gemäß § 16 AktG 1 Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen Obergesellschaft 2 In Liquidation 3 Anteil am Stimmrecht 100 % Bietigheim-Bissingen, den 19. März 2015 Dürr Aktiengesellschaft Der Vorstand RALF W. DIETER RALPH HEUWING Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Bietigheim-Bissingen, den 19. März 2015 RALF W. DIETER, Vorsitzender des Vorstands RALPH HEUWING, Finanzvorstand Bestätigungsvermerk Wir haben den von der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Anhang - sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Stuttgart, 19. März 2015 Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft SKIRK, Wirtschaftsprüfer HUMMEL, Wirtschaftsprüfer